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Full text of "Adressbuch der Bibliotheken der Oesterreich-ungarischen Monarchie"

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Schriften des „Oesterreichischen Vereines für Bibliotliekswesen' 



ADRESSBUCH 

der 

Bibliotliekeii 

dei* 

OesteFPeicb-ungapiscben JVlonaPchie. 



Von 
Dr. Johann Bohatta und Dr. Michael Holzmann 

Amanuenaes der k. k. Univorsiläts-Bibliothek zu Wien. 




AA/^IEN 1900. 
K. u. k. IIot'-Buclidruckorei und Hof-Verlags-Buchhandlung 

CARL FROMME 

1. Graben 29, Trattncihof. 




Alle Kochte vorbelialteii. 



VORWORT. 



Die Unzulänglichkeit des vor mehr als 20 Jahren er- 
schienenen Petzholdt'schen* Werkes, sowie die Erkenntniss der 
Nothwendigkeit, für die österr.-ungar. Monarchie ein ähnliches 
Werk zu schaffen, wie es Schwenke** für Deutschland be- 
arbeitete, Hessen im Kreise des „Oesterreichischen Vereines 
für Bibliothekswesen" den Plan auftauchen, ein Adressbuch 
der österreichischen Bibliotheken zusammenzustellen. Aus 
mehrfachen Gründen wurde jedoch der Gedanke einstweilen 
fallen gelassen und seine Ausführung für spätere Zeit ver- 
schoben, bis sich die Gefertigten an die Ausarbeitung wagten. 
Sie nahmen nun Schwenke's Adressbuch zum Muster und 
schickten an circa 4000 Bibliotheken Oesterreichs und Ungarns 
Fragebogen mit folgenden Fragepunkten aus: 

1. Officieller Name und genaue Adresse des Bibliotheks- 
gebäudes. 

2. Anzahl der Bände, Handschriften, Incunabeln. 

3. Für den Bücherankauf jährlich verfügbare Geldmittel. 

4. Name und Rang des Vorstandes, der übrigen Beamten, 
nach Chargen geordnet, und der Diener. 

5. Welche Kataloge existiren handschriftlich (ob Zettel- 
oder Bandkatalog, alphabetischer oder Schlagwort- 
katalog etc.). 



* Adressbucli der Bibliotheken Deutschlands mit Einschluss von 
Oesterreich-Ungarn und der Schweiz von Julius Petzholdt. Dresden ISTö. 
8^. XI. 526 S. 

** Adressbuch der Deutschen Bibliotheken von Paul Schwenke. Leipzig 
1893. 8'1 XX. 415 S. 



IV Vm^vort. 

6. Zu welchen Stunden und unter welchen Bedingungen 
ist die Bibliothek benutzbar V 

7. Werden Bücher uiul Handschriften nach Hause ent- 
lehnt und unter welchen Bedingungen V 

N Werden Bücher und Handschriften versendet und 

unter welchen Bedingungen? 
;>. Gründung und kurze Geschichte der Bibliothek. Welche 

grössere Samndungen fanden in derselben Aufnahme? 

10. Welche Wissenschaften sind dort vertreten, und welche 
werden besonders gepflegt? 

11. Unterstehen dem dortigen Amte noch andere Biblio- 
theken Ihres Ortes? Und welche wären noch in das 
Adressbuch aufzunehmen ? 

12. Quellen, im Druck ei'schienene Geschichte der Biblio- 
thek (»(ler Bibliothekskataloge. 

Das hohe k. k. Ministerium für Cultus und Unterricht 
unterstützte das Unternehmen durch Bewilligung einer Sub- 
vention, wofür die Gefertigten hiermit den geziemenden Dank 
abstatten. 

In zweiter Linie sind sie dem „Oesterreichischen Verein 
für Bibliothekswesen", der die Arbeit mit liebenswürdiger 
Bereitwilligkeit unter seine Aegide nahm, in.sbesondere dem 
seither leider verstorbenen Vereins- Obmanne, Herrn Hofrath 
und Director der k. k. Hofbibliothek in W^ien Dr. Heinrich 
Ritter v. Zeissberg, sowie dem ersten Obmann-Stellvertreter, 
Herrn Regierungsrath und Vorstand der k. k. Universitäts- 
bibliothek in Wien Dr. Ferdinand Grassauer verpflichtet. 

Aber trotzdem hätte das Werk nicht gedeihen können, 
wären die Verfasser nicht von so vielen Amtsgenossen in 
freundlichster Weise unterstützt worden, die Zeit und Mühe 
nicht sparten und in selbstloser Bereitwilligkeit einen Stolz 
darein setzten, die Auskünfte über ihre Bibliothek auf Grund 
sorijfältiger Durchforschung der bezüglichen Acten auszu- 
arbeiten. Ihnen Allen, insbesondere Herrn Regierung.srath 
Dr. Wilhelm Haas, Vf)rstand der Grazer Universitätsbibliothek, 
sowie (h-n Herren Dr. Anton Schul)ert und Dr. Friedrich 
Baunihackl, Amanuensen in Prag, beziehungsweise in Graz, 
ferner Herrn Carl Weizmann, Revisor im Reichsrat hs-Stono- 



Vorwort. V 

graphonbureau und Vorstund des „Gabelsberger-Stenographen- 
Centralvereines", sei der herzlichste Dank für ihre freundliche 
Antheilnahme abgestattet. 

Den zweiten Theil des Buches nimmt der die Bibliotheken 
Ungarns behandelnde Abschnitt ein, dessen Zustandekommen 
nur der freundlichen Unterstützung des Generalinspectorates 
der Bibliotheken und Museen Ungarns zu verdanken ist. 
Dasselbe überliess, selbst mit der Ausarbeitung eines Adress- 
buches der Bibliotheken und Museen Ungarns beschäftigt, 
das es gleichzeitig herauszugeben beabsichtigt, die in Buda- 
pest einlangenden Originalauskünfte zur Benützung und 
förderte dadurch dieses Buch in eminentem Grade. So erübrigte 
nur mehr die Uebersetzung, um über viele bisher in Cis- 
leithanien nur wenig bekannte Büchersammlungen ein auf 
authentischen, amtlichen Angaben beruhendes Material zu 
sammeln. Dem Generalinspectorate der Bibliotheken und 
Museen Ungarns, sowie den Herren, die den Verfassern bei 
der Uebersetzung des ungarischen Theiles und der eingelangten 
slavischen Auskünfte in uneigennützigster Weise beistanden, 
Herrn Stadtarchivar und Vicestadthauptmann von Fressburg, 
Johann Batka, dem Scriptor der k. u. k. Familien-Fideicommiss- 
bibliothek in Wien. Dr. Hodinka Antal und ihrem Collegen 
Dr. Hugo Makas sagen die Unterzeichneten hiermit öffentlich 
ihren verbindlichsten, tiefgefühlten Dank. 

Dass bei der Ausarbeitung auch mehrfache Schwierig- 
keiten zu überwinden waren, ist bei der Ausdehnung des 
Stoffes leicht erklärlich. Nur in verhältnissmässig sehr 
seltenen Fällen hatte die erste Umfrage Erfolg, in einigen 
Fällen gelang es erst nach vier und fünf vergeblichen Ver- 
suchen, eine Auskunft zu erlangen, in einigen anderen wurde 
eine Antwort direct verweigert, in wieder anderen der Frage- 
bogen überhaupt nicht beantwortet. Doch sei dies nur deshalb 
erwähnt, um der Kritik zu begegnen, wenn sie den Vorwurf 
der Lückenhaftigkeit, die sie vielleicht constatirt, ausschliesslich 
auf Rechnung der Unterzeichneten setzen sollte. Das Manuscript 
musste am 1. Mai 1899 abgeschlossen werden. 

Ueber die Anordnung ist wenig zu sagen: Die Reihen- 
folge der Städte wie der einzelnen Bibliotheken ist die 



Yj Vorwort. 

alphabetische, bezüglich deren nur zu erwähnen wäre, dass 
bei jenen ungarischen Städten, deren deutscher Name m 
Cisleithanien und auch im Auslande bekannter ist, dieser 
der ma-yarischen Bezeichnung vorgesetzt, und als Haupt- 
schlagwort genannt wurde. Das Werk ist ein erster Versuch, 
die Bibliotheksverhältnisse Oesterreich-Ungarns klarzustellen, 
ein Beitrat^ zur Geschichte des Biichereiwesens, und soll ein, 
wenn auch nicht vollkommenes Bild des geistigen Lebens 
unserer Monarchie bieten. 

Dr. J. Bohatta. Dr. M. Holzmann. 



I. 



OESTERREICH. 



Admont (Steierm.). 

1. Benedictinerstift. — Der Saal nimmt zwei Stockwerke des 
Osttractes des Klosters ein. — Ende 1897: 81.288 Bde.^ darunter 
1100 Handschriften und 657 Incunabeln. — Bei der oeringen 
Dotation ist die Bibl. in Bezug auf Vermehrung iln-es 
Bücherbestandes auf die Nachlässe der Stiftsgeistlichen an- 
gewiesen. — Bibliothekar: P. Jacob Wichner. — Hand- 
schriften-, Incunabel-, Standorts- und Eingangskataloge in 
Buchform, der aiphabet. Autoren- und Schlagwortkatalog in 
Zettelform; mit dem letzteren ist ein Realkatalog verbunden. 
— Für das Publicum in den Monaten Juni bis September 
von 10 — 11 Uhr vormittags und 4—5 Uhr nachmittags ge- 
öffnet. — Entlehnungen in Admont und Umgebung nur ''in 
Ausnahmsfällen; Gelehrte und Fachmänner können in^der Bibl. 
unter Aufsicht des Bibliothekars arbeiten. — Versendet werden 
Handschriften und Bücher an öffentliche Anstalten (Biblio- 
theken, Archive, Museen), wenn dieselben für richtige und 
unversehrte Rückstellung haften und die Benützung innerhalb 
des bezüglichen Amtsiocales stattfindet. — Gepflegt werden 
vorzüglich Theologie, Asketik und Geschichte. 

Muehar, Alb. Handschriften des Stiftes Admont in Steyermark. In: 
Archiv f. ältere deutsche Gesch. VI. l.s:3i. — Wattenbach, W. Handschriften 
des Benedictinerstiftes Admont. Ebda. X. 1851. - Wicliner, Jacob. Admont 
m Steiermark. In: Ein Benedictinerbuch von Seb. Brunner. Würzburg 18.S1. 
— Ders., Kloster Admont und seine Beziehungen zur Wissenschaft un^tl zum 
Unterrielit. (Mit Unterstützung der k. Akademie der Wissenschaften in 
Wien.) Graz 1892. — Ders., Die Stiftsbibliothek zu Admont. Zur Belehrung 
und Erinnerung für die Besucher derselben. Brunn 1897. "^ 

Altenburg (Nied.-Oest.). 

2. Benedictinerstift.— 14.-3iJo Bde., darunter KJO Incunabeln 
und 2Gn Handschriften. — Jahrosdotation je nach Bedarf. - 
Bibliothekar: P. Ernest Brand. Bandkatalog aj v. J. 1G70: 

Uibliplheks Adre.ssbuch. , 



2 Aman. [3 

h) V. J. 1S44 und c) v. J. 18(;4. Der Katalog v. J. 1S»U ist 
nach Materien und auch alphabetisch iieordnet. — Benutzbar 
mit Erlaubniss des Bibliothekars; Stunden nicht festgesetzt. 
— Entlehnt und versendet werden Bücher und Handschriften 
nur gegen Revers an bekannte Personen oder Institute 
auf ein halbes Jahr. — Als Gründer der d. Z. bestehenden 
Stiftsbibl. von Altenburg ist P. Maurus Boxler (Abt IGöS 
bis 1680) anzusehen. Die Schweden, welche die benach- 
barte Stadt Ilorn durch ein ganzes Jahr inne hatten, 
plünderten und verheerten im Jahre lt)4r) das Stift. 
Dass die Bibl., die jedenfalls bereits damals bestanden hatte, 
hierbei zugrunde ging, ist selbstverständlich. Die Wieder- 
herstellung des Stiftes, welche Abt Zacharia Frey nun in 
kleinem Masse begonnen hatte, vollendete P. Maurus Boxler. 
Der von ihm verfasste und gegenwärtig noch existirende 
Katalog der Stiftsbibl., welcher das Verzeichniss der in 
der Bibl. aufgenommenen Werke, sowie der Bücher „in cellis 
patruni in monasterio" enthält, zählt beinahe .')()()0 Nummern 
und \2i'> Handschriften, welche zum grössten Theile noch heute 
vorhanden sind. Die Bibl. vergrösserte sich im Laufe der 
Zeiten theils durch Ankauf von Büchern, theils durch jene 
Werke, die nach dem Ableben der Stiftsmitglieder aus deren 
Privatbesitz der Bücherei einverleil)t wurden. Von bedeutenderen 
in die Stiftsbibl. aufgenommenen Sammlungen ist nur eine 
grössere Anzahl von Büchern zu erwähnen, die aus der 
Privatbibl. des Ferdinand Langbarthner, gewesenen Pfarrers 
von Gioggnitz, durch Kauf in das Stift kamen. Da der 
grosse und herrliche, im Jahre 1722 erbaute Bibliothekssaal 
nur für die damaligen Verhältnisse berechnet war, so mussien 
bahl die neu angeschafften Werke in zwei Sälen der Prälatui- 
untergebracht werden; es befinden sich dermalen daselbst ca. 
isoo Bde., die in einem eigenen Kataloge verzeichnet sind. — 
Alle Wissenschaften, am stärksten Tiieologie. 

Wolfs^^rubor, rnelestin. Altenburg in Nied.-Oest, In: Ein Uonediotinor- 
hucii. Von ö. IJninnor. Würzburg 1^81. 

.\l'll.lH (Br»jim.). 

3. Franciscanerconvent besass eine schöne Bibl., welche 
zahlreiche werllivollo Ms. eiitiiielt. Im Jahre 17><r) musste die- 
selbe samnit d(;m Archive an die Kreisiiauptmannscliaft aus- 
geliefert werden und soll angeblich nach Prag gekommen 
sein. Die jetzige Bibl. I)esteht aus Predig<'r- Literatur 
und ist nur unbedeut<'nd. — Guai-dian und lühliotlu^kar: 
P. Roger Wim,/..' K'-inliefi- ]):is Klostei- winde li'.TT ge- 

L'ründet. 



7] Asch. :^ 

4. [K. k. Staats-]Gymnasium. <i) LeluerlMhl. ITI';; Kdc, 

750 Hefte, 35 Tafeln, 5 1 () 1 Proyraiiime = 7<i7!» vols. ; bj Scliiilei'l)ibl. 
905 Bde., isf) Hefte, 37 Tafeln =1131 vols. — Jahresdotation 
«J 100 (xulden; h)c^. 30 Gulden. — Director: Dr. Theodor Stiej^litz; 
Bibliothekar: a) Prof. Karl Jüthner; h) Prof. Dr. Richard 
Tölg; ein Diener. — Handschriftlicher Bandkatalog nach den 
Nummern. — a) Benutzbar für ^Mitglieder des Lehrköri)ers 
während der Unterrichtszeit. — Ebenso Entlehnungen; h) ein- 
mal w("»chentlich an Schüler der Anstalt. — Versendungen nur 
aus der Lehrerbibl. — Zugleich mit dem Gymnasium 1«72 
gegr. und nach den gesetzlichen Bestimmungen erweitert. 

— Vertreten a) in erster Linie die Wissenschaften des Gymnasial- 
lehrplanes und Pädagogik; h) zumeist Jugendschriften. 

Freisleben, Joseph. Katalog der Lehrerbibl. I. Abth. In: XVII. Jahres- 
bericht über das k. k. Staats-Obergymnasium in Arnau. Ai'nau 1898. 

Asch (Böhm.). 

5. Gabelsberger Stenographenverein, Gasthaus „zur Garns". 

— 635 Bde. — Jahresdotation -Jr. Gulden. — Vorstand: Gustav 
Gemeinhardt, Bürgerschullehrer; Vorstand-Stellvertreter : 
Gustav Merz, Lehrer; Cassier: Carl Hofmann; Schriftführer: 
Ernst Korndörfer, Kaufmann; Schriftführer-Stellvertreter: 
Hermann Rossmann; Bücherwart: Fritz Engelhardt, Kauf- 
mann; Bücherwart- Stellvertreter: Gustav Pohl. — Nume- 
rischer Bandkatalog. — Benutzbar zweimal wöchentlich gegen 
Garantiezettel. — Ebenso Entlehnungen. — Fachliteratur. 

Asparn a. d. Z. (Nied.-Oest.). 

G. Minoritenconvent. — Ca. (3000 Bde. — Jahresdotation je 
nach Bedarf. — Guardian und Bibliothekar: P. Clemens 
Hauer. — Handschriftl. Bandkataloge. — Nur zu eigenem 
Gebrauche. — Keine Entlehnungen und Versendungen. — 
Gegr. zugleich mit dem Kloster 1632. — Meist Kirchenväter 
und Geschichte. 

Aussig (Böhm.). 

7. [Communal-]Gymnasium. — a) Lehrerbibl. '280 Werke 
in 531 Bdn., 51 Heften, ij89 Programme; />) Schülerbibl. 
417 Werke in 473 Bdn. — Director: Dr. Gustav Hergel; Custos 
für a) Gymn.-Lehrer Victor Rabitsch ; für h) Gjnnn. -Lehrer 
Ferdinand Ilolzner. — Gegr. 1893. 

Nach dem letzten Jahresberichte gearl)eitet, da der Fragebogen nicht 
beantwortet wurde. 

1* 



4 Baden. [8 

Baden (Xied.-Oest.). 

8. [Militär-]Badeheilanstalt, Saiierliof. — :)O00 Bde. — 
Jahresdutatiuii : »in (hilden. - Vorstand: Heinrich Andreatta, k. k. 
Oberlieut.; Obmann-Stellvertreter: Hummer, k. k. Werkmeister. 

— Alphabet. Katalog, — Von 2 — 3 Uhr nur für die im k. u. k. 
Sauerhof wohnhaften Officiere und Parteien benutzbar. — 
Ebenso Entlehnungen gegen eine Gebühr von 1 Kreuzer pro Bd. 

— Keine Versendungen. — Gegr. 1837. — Vorzugsweise 
Militärwissenschaften und Belletristik. 

0. Bezirks-Lehrerbibliothek, Piarrplatz 2. — 2572 Bde.; 
Filiale rottcnsteiu;, 42:' Bde.; Gesammtsumme .'JOül Bde. — 
Jahresdotation 532 Gulden. — Obmann: Johann Walter, 
Bürgerschuldirector. — Ein gedruckter aiphabet. Bandkatalog. 

— Entlehnungen jeden Donnerstag von 1<> — 12 Uhr auf eine drei- 
monatliche Frist. — Ebenso Versendungen. — Auf Grund der 
V(»lksschulgesetze und des Ministerialerlasses vom 15. De- 
cember 1S71, Z. 2802, im Jahre 1872 aus Beiträgen des Bezirks- 
schulrathes und ^'oVo (später über Beschluss der Bezirks- 
Lehrerconferenz y, %) Abzügen von dem Gehalte der Lehrer- 
schaft errichtet. Erst seit 18HS ist mit Genehmigung des 
Landesschulrathes die Bibliothekarstelle in Baden mit (i<> Gulden, 
in Pottenstein mit 20 Gulden jährlich besoldet und ständig 
gemacht. — Vertreten alle Wissenschaften, besonders Päda- 
gogik und specielle Methodik. 

10. [N.-ö. Landesreal- und Ober-]Gymnasium. — a)Lehrer- 
bibl. 2473 Bde.; Ij Schülerbibl. 132ti B<le. — Jahresdotation 
40() Gulden, — Director: Johann Wittek; Gustos für a) Prof. 
Dr. J(»hann Jülir; für h) Prof. Johann Kainz. — Ein Facli- 
(zngleich Inv('ntar-)Katal<»g und ein alphabet. Zettelkatalog. 

— Zngänglich in erster Linie für Mitglieder des LehrktM-pers, 
au.snahmsweise mit besonderer Bewilligung des Directors für 
andere Persönlichkeiten. — Ebenso Entlehnungen. — Keine 
bestimmten Bibliotheksstunden. — Versendungen nur an 
Directionon anderer Mittelsciiulen. Gegr. 18<I3, zugleich 
mit der eliem. n.-ö. Laudes-Unterrealschule in r>a(l(m. — Im 
Jahre isin wurde die nahezu I<><»() ]}de. umfassende Privat- 
bibl. des pens. Secretärs Sr. k. Hoheit d. H. Erzh. Kainer, 
Eduard v. (Jall geschenkweise einverleibt (zumeist Naturwissen- 
schaften und Ge(jgraphie). — Alle Fächer (in geringem Masse 
Bau- und Ingenieurwissensehaften, Haus-, Land-, Forstwirtli- 
scliaft, sowie Verkehr. Handel und Industrie). 

Jül«, Johann. K.ltalo^ dor Lclirorhibl. I. IJcila^c zum XXXV. Jaliros- 
hfriflit über da.s n.-''.. F.nndosroal- und Obcrj^yninasiuni in Hadi-n bei 
Wien Hadnn 1H9m. 



14] P.iiin. 

HJil'fl (Mälir.). 

11. Gabelsberger Stenographenverein, l>ii)m)l:itz, Hans .J. Ap- 
pel. — '-'uo L5do., exclusive ^lusikalicii. — Jalirosdotation je nacli 
Bedarf. — Vorstand: Eduard Rubi, Färbermeister; Bibliothekar: 
Joseph Tölpel. — Alphabet. Katalog. — Benutzbar nur für Mit- 
glieder Sonntai^ 8 — i» und 1 — 2 Uhr. — Ebenso Entlehnungen 
auf i Wochen. — Keine Versendungen. -Bibl. gegr. zugleich 
mit dem Vereine am 8. September 1881». — Zumeist Unter- 
haltungsschriften, dann Erdkunde, Geschichte etc. 

Bakowice (Galizien). 

12. [Privat-]Gymnasium der Jesuiten besitzt eine Lehrerbibl. 
und eine Schülerbibl. (mit 3050 Bdn. und Heften). — Director: 
Kazimierz Stefanski. — Errichtet 187n. 

Nach dem letzten Jahresberichte gearbeitet, da der Fragebogen niciit 
beantwortet wurde. 

Becliin (Böhm.). 

l:).Franciscanerconvent. — 45:00 Bde., 12 Incunabeln, 3:5 Hand- 
schriften. — Jahresdotation je nach Bedarf. — Bibliothekar: 
P. Kanut Jares, O. S. Fr. — In Ermangelung einer anderen 
Bibl. häufig Entlehnungen. — Gegr. wahrscheinlich mit dem 
Kloster im Jahre 1284. 1422 wurde der Convent zerstört und 
blieb durch 70 Jahre unbewohnt. 16U» wurde auch die Stadt 
von dem 30jährigen Kriege heimgesucht vmd das Kloster zum 
zweitenmale gänzlich zerstört, die Bücher theils vernichtet, 
theils verschleppt. „Sternberger Cantional" befindet sich jetzt 
in den Samml. des Ah. Kaiserhauses; „Das Leben der Heiligen 
in der Wüste," ein Pergamentfolio in der Univ.-Bibl. in Prag; 
ein böhm. Cantional, welchen die Familie Siniskovsky in Kutten- 
berg verfassen Hess, in der Wr. HofbibL; ein Buch, die Regel 
des Ordens enthaltend, geschrieben von dem bekannten Gross- 
wardeiner Bischof Johann Filipec (Vitez), der später in 
den Orden trat, im Becliiüer Kloster weilte und 1401 die 
Kirche ausweihte, befindet sich in Privatbesitz. 

BieHtz (Schlesien). 

14. [K. k. Staats-]Gymnasium. —a) Lehrerbibl. 3;}6l Bde. und 
Hefte, 12.34»; Programme; b) Schülerbibl. 1031 Bde. und Hefte. 

— Dotation für die Lehrmittelsammlung 18!:)? 8: 1002-20 Gulden. 

— Director: Thomas Islitzer: Gustos für a) Prof. Joh. Gollob; 
für h) Prof. Joseph Wolf. — 1871 als Untergymnasium gegr.; 
1874 Obergymnasium. 

Gollob, Johann. Katalog der Lehrerbibl. In : Jahresbericht des k. k. Staats- 
gymnasiums 7Ai Bielitz. Bielitz I8t)8. 

Nach dem letzten Jalu'esberichte gearbeitet, da der Fragebogen nicht 
beantwortet wurde. 



6 Blauda. [15 

1"). Evangelische Lehrerbildungsanstalt. — :M98 Bde.. lOiri 
Broschüren uml illT rrograimiu'. — Jahresdotation 150 bis 
200 Gulden. — Director: Karl Gerhardt, welcher zugleich die 
Bibl. verwaltet. — Alphabet, Zettelkatalog. — Geöffnet an 
Samstagen von 12 — 1 Uhr. — Gegr. I8(j9, vermehrt durch 
zahlreiche Sammlungen und Schenkungen (u. a. Bücherei der 
evang. Unterrealschule in Bielitz). - Vertreten: Theologie, 
deutsche Sprache und Hilfswissenscliaften, Geschieh teund Geo- 
graphie, Naturwissenschaften, insbesondere Pädagogik. 

Die Drucklegung eines neuen Kataloges ist in Vorbereitung. 

l<;. [K. k. Staats-Ober-]Realschule. - a)Lehrerbibl. O.slOBde.; 
h) Schülerbibl. - Jahrt'sdotation: 300 Gulden. — Director: 
Dr. Karl Reissenberger; Bibliotliekare für (t) Prof. Wenzel 
H<»rak und Prof. Victor Beränek; für h) Prof. Wenzel Ilorak. 

— Gedruckter Fachkatalog und handschriftlicher Nominal- 
katalog. — Zugänglich für das Lehrpersonale zu jeder Zeit, 
wenn der Bibliothekar schulfrei ist. — Entlehnungen vor- 
mittags. — Versendungen im Wege der Direction an benach- 
barte Anstalten. — Die Bibl. wurde zugleich mit der Gründung 
der Anstalt durch die evangelische Gemeinde im Jahre 18(10 
errichtet, vom Staate sammt der Anstalt im Jahre IS77 über- 
nommen. — Alle Fächer der Realschule. 

Horäk, Wenzel. Katalog der Lelirerbibl. I. In: Programm der k. k. 
Staats-Oberrealsclmle in Bielitz. Bielitz 18l)s. 

17. Verein der Buchdrucker in Oesterr.-Schlesien. (Section.)- 
3f> Werke. V.: Troppau. Verein der Buchdrucker in Oesterr.- 
Schlesien. 

Blauda (Mähr.). 

is. Privatbibliothek Graf Zierotin. - Ca. 10.000 Bde., .300 Hand- 
schriften, .M» Incunaljcln. — Jahresdotation je nach Bedarf. 

— Haupt-, Band- und Zettelkatalog. — Benutzbar auf beson- 
deres Ersuchen von Fall zu Fall. — Ebenso Entlehnungen 
und Versendungen. — Gegr. im vorigen Jhdt. Alle Wissen- 
schaften. 

Boclinia (Galizien). 

1 '.'. [K. k. Staats-]Gymnasium (C. k. Gimnazyum). — a) Lehrcr- 
bibl. Ji;-.'! W('rk(' in 17.^.8 lUln., 2«r)-i Programme; h) Schüler- 
bibl. eis Werke in 112o Bdn. (poln.), 11 Werke in ll Bdn. 
(russ.), los Werke in 7;n Bdn. (deutsch). — Direclor: Michal 
Zulkiewicz; Custo.s für a) Jan Brj'l; in h) für die polnische 
Al>tli.: Stanislaw Switalski; für die deutsche Abth. : Dr. Karol 
Opuszyn.ski. — Gegr. 1817. 

Katalog bibl. nauezyeipl.'<kiej. In: Sprawozdanio Dyrekeyi c. k. CÜni- 
nazyuin w Boelini. Krnk'iw IM'IK. 

Nach dem letzten .laliresberielite gearbeitet, da iler Fragebogen iiidit 
beantwortet wurde. 



26] rJ(.(lonl):u;li. 7 

Bodenhach (Böhm.). 

20. Gabelsberger Stenographenverein, Hotel Fiiss. — 'l^yl P>do. 

— Obiuaiiu: Joseph Eibl; öehrirti'ülirer: liubenicek. — Hand- 
schrift!. Katalog. — Benutzbar nur für Mity:lieder. — Fach- 
literatur. — Gegr. 1881. 

Böliiu.-Kainnitz (P.öhm.). 

21. Deutscher Gabelsberger Stenographenverein, Hotel zur 
Post. — !-<• Bde. Jahresilotatiou je nach Bedarf. Bibliothe- 
kare: Max Rudolf und Rudolph Rudolf. - Alphabet. Katalog.— 
Benutzbar an den Vereinsabenden (Montag, Dienstag, Donners- 
tag und Freitag). — Ebenso Entlehnungen auf 1 Wochen. — 
Keine Versendungen. — Gegr. l&7(i zugleich mit dem Vereine. 

Böhiii.-Leipa (Böhm.). 

•2J. Augustinerconvent. — Ca. (iOUO Bde. — Keine bestimmte 
Jahresdotation. — Vorstand: Prior P. Raim. J, Hein. — 
Alphabet. Bandkatalog. — Meist ältere Werke aus dem Ge- 
biete der Theologie. 

•2:\. Gabelsberger Stenographenverein. — 300 Bde., 37 Hefte. 

— Band- und Zettelkatalog. — Vorstand: H. Herbrich. — Ent- 
lehnung nur an Vereinsmitglieder. — Gegr. 187i). — Schrift- 
wissenschaft, insbesondere Gabelsberger Stenographie. 

■2i. [K. k. Staats-]Gymnasium. — a) Lehrerbibl. 3s28 Werke, 
15.94-2 Programme; h) Schülerbibl. 1735 Bde. — Director: Eduard 
Tomanek; Gustos für a) Prof. Georg Buchner; für b) Prof. 
Alexander Tragi. — Gestiftet l(i-27 von Albrecht von Wald- 
stein und den Augustinern übergeben; 1882 verstaatlicht. 

Nach dem letzten Jaliresberichte gearbeitet, da der Fragebogen nicht 
beantwortet wurde. 

■25. [K. k. Staats-]RealschuIe. — ^0 Lehrerbibl. 4O0(i Bde., 841 
Hefte, 4703 Programme; hj Schülerbibl. 3984 Bde., 7G0 Hefte. 

— Director: Rudolf Walda; Bibliothekar: Prof. Franz Stef- 
fanides. — Ein gedruckter Materienkatalog. — Gegr. mit der 
Anstalt 1863; diese war zuerst Communal-Realschule und 
wurde 1892 verstaatlicht. 

Steffanides, Franz. Katalog der Lelirei'bibl. In: XXXIV. Jahresbericlit 
der Staatsrealschule. Böhni.-Leipa 1807. 

Nach dem Jahresberichte gearbeitet, da der Fragebogen nicht beant- 
wortet wurde. 

Borek stary (Galizien). 

•2(1. Dominicanerconvent (gegr. l(Wi7) hat nur eine nicht 
allzu grosse Handbibl. — Prior: P. Pius Joseph Markl. 



8 Bozen. [27 

Bozen (Tirol). 

•J7. Franciscanerconvent. — 21.000 Bde., 787 Handschriften, 
<;34 Incunabeln. — Jahresdotation je nach Bedarf. — Biblio- 
thekar: K. Epiphan Indrist, Lector der Theologie. — Es 
existiren i Bde. vom alten Kataloge; 18i>-2 — isix; wurde die 
Bibl. neu geordnet, ein Zettelkatalog nach Fächern und al})ha- 
betisch angelegt; Generalkatalog in 1 Foliobdn. — Benutzbar 
zu jeder Zeit für distinguirte Personen. — Entlehnungen 
und Versendungen nur gegen Revers mit besonderer Er- 
laubniss des P. Guardian. Die Bibl. wurde zugleich mit 

dem Kloster 124-2 gegr.; da jedoch letzteres in den Kriegs- 
jahren wiederholt der Schauplatz von Verwüstungen wurde, 
ist aus der ältesten Zeit nichts mehr vorhanden. Im l."). und 
1(1. Jhdt. erfolgten werthvolle und zahlreiche Neuanschaf- 
fungen. I<j3'2 wurde der gegenwärtige Saal für die Bibl. gebaut, 
IHJK} restaurirt und die Bibl. neu geordnet, mit Ausnahme 
der Incunabeln, deren umfassende Neukatalogisirung d. Z. 
erfolgt. — Vertreten sind sämmtliche theologische Wissen- 
schaften, Philosophie, Medicin, Historia profana, insbesondere 
auch Jus civile; sehr gut vertreten sind überdies die orien- 
talischen Sprachen. Die periodischen Zeitschriften (meist theolo- 
gischen Inhaltes) sind complet und werden weitergeführt. Von 
Interesse ist eine Sammlung von Atlanten. 

•28. [Privat-]Gymnasium der Franciscaner. — a) Lehrerbibl. 
.')7so Bde.; I> j Schülerlubl. — Jahresdotation unl)estimmt. - 
Director: P. Bortrand Andergassen; Bibliothekar: Prof. 
P. Anaklet Ruedl. — Ein Zettelkatalog. -- Entlehnungen 
nur ausnahmsweise. Keine Versendungen. — Gegr. 1872, 
pflegt die Bibl. alle an der Anstalt vertretenen Wissen- 
schaften. 

•J'.i. Handels- und Gewerbekammer. — Die zum grossen 
Theile vom alten Mei'cantilmagistrate übernommene Bibl. be- 
steht aus einer ziemlich bedeutenden Anzahl älterer, mit- 
unter werthvoller Werke (IC, 17. und 18. Jhdt.), juristischen, 
handeis- und gewerbepolitischen Inhaltes und aus den Process- 
acten und den Protokollen des Mercantilgerichtes. Diese sind 
nach Jahren geordnet und reichen bis zum J. ic.}.") zurück. 
Ausserdem finden sich n(jch die alten Marktprivilegien der 
Sta<lt Bozen, zum Thoile in Handschrift, und eine lU'ihe von 
auf die Bozener Märkte l)ezügliclH'n liandschriitliclien Ui-kunden 
und Erlässen vor. Die neueren Werke (Gesetzessammlungen 
und C'ommentare, Amlsl)lätter, Werke über Industrie, Handel 
und Verkehr, Statistik und Nationalökonojiiie, Länder- und 
Völkerkunde, Land- und Foi'.stwirthsclijift, Hiüitlflskainnur- 



321 Braun uu. 9 

berichte und Protokolle, Adressbücher) datiren seit der Kr- 
richtunii, der Handels- und Gewerbekaininer. - Eine Kata- 
lo^isirunu- der IJibl. ist im Zuue. — Für die Instandhaltun«^^ 
werden jährlich 100 — 15() Gulden präliniinirt, welche zum An- 
kaufe von Werken aus dem Gebiete der Jurisprudenz, National- 
ökonomie etc. verwendet werden. — Eine allgemeine Benützung 
ist d. Z. unthunlich. — Kein bestimmtes Bibliotheks- 
personal. 

30. K. k. Lehrerbildungsanstalt. — a) Lehrerbibl. 850 Werke in 
1-24:) Bdn., 2'J 40 Heften und 231 Blättern; h) Zöglingsbibl. 301 
Werke in 457 Bdn., 214 Heften; c) Schülerbibl. ;U)7 Werke in 
349 Bdn. — Jahresdotation: 150— i 60 Gulden. — Director: Karl 
Lahola; Bibliothekar für a) und h): Prof. Josef Patigler; 
Bibliothekar für c): die fünf jeweiligen Classenlehrer. — YAn 
Inventar- und ein Fachkatalog für die Lehrerbibl., je zwei In- 
ventare für die Zöglings- und Schülerbibl. — Aus a) können 
die Mitglieder des Lehrkörpers zu jeder Zeit, aus h) zweimal 
und aus c) einmal in der Woche Zöglinge, beziehungsweise 
Schüler, Bücher entlehnen. — Gegr. 1869. — Vorzugsweise 
Pädagogik. 

31. [K. k. Staats-Unter-]Realschule. — a) Lehrerbibl. 1236 
Bde., 286 Hefte, 4251 Programme; h) Schülerbibl. 5s5 Bde., 
9 Hefte. — Jahresdotation: 103 Gulden. — Director: Schulr. 
Joseph Hofer; Bibliothekar für a) Prof. Franz Leitzinger; 
für h) Prof. Johann Kluibenschedl. — Bandkatalog nach 
Fächern und Schlagworten. — Für den Lehrkörper jederzeit 
benutzbar. - Entlehnungen an die Mitglieder des Lehrkörpers 
der Realschule und der k. k. Lehrerbildungsanstalt in Bozen. 
— Versendungen an andere Mittelschulen. — Gegr. 1875. — 
Alle an der Anstalt vertretenen Wissenschaften. 



Braun au (Böhm.). 

32. Benedictinerstift. — Gegr. 1330. — Nachdem die ältere 
Bibl. 1619 in Folge des Verkaufes des Stiftsgebäudes und der 
Vertreibung der Benedictiner durch die „evangel. Directoren 
Böhmens Lands" sammt allen Handschriften und Urkunden 
gänzlich verloren gegangen und die 1621 nacli der Rückkehr 
der Mönche errichtete neue Bibl. 1664 ein Raub der F'lammen 
geworden war, hat man 1730 eine dritte, die gegenwärtige 
Bibl. begründet, welche ca. 18.500 Werke in mehr als 28.300 
Bdn. und Heften mit nahezu 200 Incunabeln und über 200 
Handschriften, ausserdem eine grössere Anzahl Kupfer- und 
3200 hauptsächlicii böhm. Münzen und Medaillen besitzt. — 



1" P.rt\£renz. [33 

Für Bibliolheksbodiirlnisse werden jälirlich 18(M) Gulden ver- 
wendet. — Alphabet. Nominalkatalo^. — Nach Petzholdt, 
da neuere, authentische Auskünfte nicht erlangt werden 
konnten. 

Schramm, Romuald. St. Margareth in Bievnov und Braunau in Bölimen. 
In: Ein H>n<dictiniM-lnioh von Sob. Bninnor. Würzburg 1S81. 

33. [Stifts-jGymnasium der Benedictiner. — o) Lehrerbibl. 
1713 Werke in 3eJ.2 Bdn., 12T;t Heften, :ü-2:^ Programme; 
h) Schülerbibl. ITsi Werke in 3404 Bdn., «518 Heften. - 
Director: Anselm Hofmann; Bibliothekar: ein Mitglied des 
Lehrkörpers. — Gegr. in der ersten Hälfte des U.Jhhdt. als 
dreiela.<sige Klosterschule. 14-2(» aufgelöst, li;-24 mit zwei Classen 
wieder eröffnet, bald darauf zu einem Uiilergynin., KiTl auf 
sechs Classen ergänzt. Seit 170*; unter eigenen Präfecten ; seit 
1711 im eigenen Gebäude; seit 1700 fünf, seit I81it sechs 
Classen, seit l^öO Untergj-mn., is69 Obergymn. 

Nach dem letzten Jahresberichte gearbeitet, da der Fragebogen niclit 
beantwortet wurde. 

Rre«?pnz (Vorarlberg). 

34. [Communal-Unter-]Gymnasium besitzt eine Lehrer- und 
eine Schülerbibl., sowie eine Progranimsammlung. — Director: 
Dr. Johann Meixner; Custos der Lehrerbil)l. : Prof. ]\Iax Haus- 
mann; der Schül('rl)ibl. und der Programmsainnihuig: Prof. 
Franz Stock. — (tegr. iHUf). 

Nach dem letzten Jahresberichte gearbeitet, da der Fragebogon nicht 
beantwortet wurde. 

3.'). Museumsverein. — f.ooo Nummern. — Jahresdotation 
je nach BcdarT; meist Schriftentausch und Geschenke. -— Mit 
der Aufsicht betraut: Dr. Jose])!! Iluber. — Ein P>an(lkatalog 
vorhanden, ein zweiter in Angriff genommen; ein Zettelkatalog 
in Aussicht. — P^ntlehnuiiL'^en nur an Mitglieder des Vereines. 
— Die Geschichte der Bibl. bis jetzt nur in den Heften 
des Vereines niedergelegt. Der jetzige Zustand bis zur Ueber- 
siodlun;^' in das neue Museumsgebäude provisorisch. Alle 

Wissenschaften. 

Hi'ixeii (Tirol). 

::•-. [K. k. Stifts-JGymnasium der Augustiner-Chorherren von 
Neustift, Gymiiasialgebäude, besitzt eine Lehrerbibl. und eine 
Sf'liidrrbibI I)(»tation je nach Bedarf. - Director: Leo 

I'nterb('r;/<'r; Bibliothekar: Prof. Eduard Jochum. — Alphabet. 
Bandkatalog. Zugänglich jeden Wochentag; ebenso Ent- 

lehnungen. — Keine Ver.sendungen. — Die Lehrerbibl. gegr. 
zugleich niit dem < lymnasiuni im Jahre l('.<i<»; die Scliüleibibl, 



[39 l:r.)(ly. 11 

vor unt^ofähr 10 «lahren. — Vortretoii: Philologie, Mathematik, 
NaliirlohiH', Geoj^raphit' und Ooschiclito, sowie deutsche Sprache 
und Literatur. 

Probst, Jacob. Hoiträgo zur Geschiclitc clor Gymnasien in Tirol. In: 
Zoitselir. d. FtMilinandcunis. ö. F. 7. lsr)S. 

:>7. [Fürstbischöfliches Privat-JGytnnasium am Seminarium 
Vincentinum. — a) Lehrerbibl. 4014 Nummern, <illt Hroschüren 
und ca. 1000 Programme (seit 1874); h) Schülerbibl. 411 Num- 
mern. — Jahresdotation je nach Bedarf. — Director: Dr. Alois 
Spielmann, päpstl. Hausprälat; Bibliothekar: Prof. Dr. Ferdi- 
nand Spielmann, - Alphabet. Zettelkatalog nach den Fäcliern 
geordnet; Hauptkatalog nach den fortlaufenden Nummern. — 
Benutzbar nach Bedarf zu jeder Zeit. — Entlehnungen nur 
an die Prof. und Präfecten der Anstalt. — Versendungen 
gegen Revers. — Gegr. zugleich mit der Anstalt 1872. — Alle 
Wissenschaften, am besten vertreten Geschichte. 

38. Fürsterzbischöfliches Priesterseminar. — 859(1 (im 
Bibliothekssaale befindliche) Werke, nicht inbegriffen die 
wegen Platzmangels in anderen Localitäten untergebrachten 
oder sonstigen minderwerthigen Werke; 2!io Incunabeln ibis 
1.530); 150 Handschriften (ohne die neueren von Resch, 
Sinnacher etc.). — Jahresdotation 150 Gulden. — Der oberste 
Vorstand derBibi. ist der jeweilige Regens des Priesterseminars, 
derzeit Dr. Franz Egger; unmittelbarer Vorstand ist der je- 
weilige Studienpräfect, welcher auch den Titel Oberbiblio- 
thekar führt. Diesem unterstehen ein oder zwei Alumnen 
(derzeit Carl Staudacher, Theologe), welche die Arbeiten in 
der Bibl. besorgen. — Handschriftlich: 1 Zettelkatalog, 
aiphabet, nach Autoren, 1 Bandkatalog (nach der fortlaufenden 
Nummer), 1 Bandkatalog für die Incunabeln (fortl.) ; 1 Band- 
katalog für die Handschriften. — Entlehnungen gegen Revers. 

— Versendungen nur mit besonderer Erlaubniss des Regens. 

— Gegr. mit der Anstalt 1607. — Viele Bücher stammen 
aus der f. b. Hofbibl. — Hauptsächlich Theologie. 

Brody (Galizien). 

3!». [K. k. Staats-]Gymnasium (C. k. gimnazyum) besitzt 
eine Lehrerbibl. und eine Schülerbibl. (<)31 deutsche, 32s poln., 
1 I ruthen. Werke). — Director: Stanislaus Librewski; Gustos 
der Lehrerbibl.: (xymn. -Lehrer Bronislaus Kasinowski v.Nah'Cz; 
der Schülerbibl.: G3'mn. -Lehrer Andreas Aliskiewicz (für die 
deutsche Abth.); Supplent Johann Gawlikowski (für die poln. 
Abth.); Prof. Peter Skobielski (für die ruth. Abth.) — 1S55 
durch Umwandlung der früheren Israelit. Handelsschule als 



r: Brück a. L. [40 

selbständige Communal-Unterrealschule gegr.; seit 18(>5 
Realgymn., seit l.sTc Obergymn., 1879 verstaatlicht, seit 18Ji3 
normales Gymnasium. 

Nach dem letzten Jahresberichte gearbeitet, da der Fragebogen nielit 
beantwortet wurde. 

40. Handels- und Gewerbekammer. ..Die gewünschten Daten 
können mit Rücksicht auf die noch nicht vollendete Orga- 
nisation der Bibl. nicht bekannt gegeben werden." (24. III. 
Iö99.) Präsident: Stanislaus Durstin; Secretär: Dr. Stanislaus 
Ritter. — Gegr. ls.");i. 

Bi'uck a. L. (Nied.-Oest.). 

11. Gräfl. Harrachsche Fideicommiss-Bibliothek. V. Wien: 
Privatbibl. Graf Harrach. 

Brunn (Mähren). 

!','. Augustiner-Stift St. Thomas. - 2500 Bde., ca. 10 Hand- 
schriften. 241 Incunabeln. — Jahresdotation je nach Bedarf. 

— Bibliothekar: P. Gregor Jokl. — Zettelkatalog in Aus- 
arbeitung. — Benutzbar Donnerstag vormittags. — Ent- 
lehnungen und Versendungen der Bücher (nicht der Hand- 
schriften) mit Genehmigung des hochw. Abtes. — Gegr. 1:550. 
I7s<j erfolgte die unfreiwillige Uebcrsiedlung von St. Thomas 
ins König-Kloster (Alt-Brüiin). Die Bibl. musste aus Mangel 
an geeigneten Localitäten lange Jahre ungeordnet bleiben. 
Später wurden die leidlich geeigneten Räume „gedeckt", aber 
noch lange blieb aus Mangel an Mitgliedern die Bibl. ohne 
eigentliche würdige Verwaltung und Obsorge. 

Chr. d'Elvert, Die Bibl. u. s. w. in Mäliren und Oesterr.-Soiilesicn. In: 
Schriften der histor.-statist. Section der k. k. mähr.-schles. (Jeseliseiiaft 
111. 1«52. S. 04. — Kla^el. M. liibl. des Klo.sterstiftes S. Thomas in Alt 
Krünn. In: Notizenblatt der iiistor.-statist. Section. 18.08. S. 28. 

4.}. Bischöfliches Clerical-Seminarium. — 9!HM Werke in 
1:1.077 Bdn., ca. 10 i laiiiK-^clirificii (darunter Ilandschr. des 
hl. Aloisius und Dilatus, Deben des P. Streda, S. J.). — Krim 
fixe Jahresdotatioii. ca. .'>oo Gulden. — Vorstand: .Volon 
.\darn"e, Regens dos bischöfl. Clerical-Seminars, unter- 
stützt von je einem jährlich aus den Theologen ge- 
wählten Bücherpräfecten und einem lUicher- Vicepräfecten 

— llandschriftl. Materienkatalog«'. Kiitlciiiiimgcn nur an 
Ppftfessorcn und Zr»L-lingc; an Fremde nur ausnahmsweise nnl 
besonderer Genehmigung. — Ebenso Versendungen. — GcL-r. 
/ngleich mit der Anstalt iso?. Cfrössere Schenkungen stammen 
von Karl Smidek, Gymn.-I'rof. in Üiünn, Ferdinand l'an- 



45] P.rünn. 13 

schab, Domdechant in lirünn, Dr. Johann Schweiz, Doni- 
probst in Wien, Dr. Josef Chinelieek, Pastoral-Prof. in Bi-ünn 
II. A. — Hauptsächlich alle Zwei<^e der Theologie. 

Zsoliokko, llorniann. Die tlioologischen Studien und Anstalton dor 
katholisc'lion Kircho in Oosterroicli. WicMi 18it4. 

44. Mährisches Gewerbemuseum, Elisabethstrasse 14. — 
5137 Bde.; 12.000 Blatt (kunstgewerbliche Vorbildersaniinlung). 

— Jahresdotation 1000 Gulden. — Director: Julius Leisching; 
1 Diener. — Ein gedruckter Katalog (umfassend die ersten 
900 Nummern, geordnet nach Materien und Autoren); ein 
handschriftl. Katalog, den ganzen Bestand umfassend und nach 
Materien geordnet. — Geöffnet für Jedermann täglich an 
Wochentagen (mit Ausnahme von Montag) von 9 — r2 und 
2—6, an Sonn- und Feiertagen von 9—12 und 2 — 4, im 
Sommer von ii— 12 Uhr. — Entlehnung und Versendung der 
Werke nur an Mitglieder des Museums oder andere Museen 
und verwandte Institute (Ersatz des Portos). — Gegr. gleich- 
zeitig mit dem Institute über Anregung des „Mährischen Ge- 
werbevereines" im Jahre 1873. — Kunstgewerbe und Kunst- 
geschichte, sowie deren Hilfswissenschaften. 

45. [K. k. deutsche Staats-]Gewerbeschule. Die Bibl. ist in 
nach Abtheilungen getrennten Räumen des Schulgebäudes 
(Winterholler- Platz i) untergebracht. Abth. 1. Lehrerbibl. 
für Hochbau, 1300 Nummern; 2. Lehrerbibl. für Kunstgewerbe 
und Zeichnen, 300 Nummern; 3. Lehrerbibl. für Mechanik, 
Maschinenbau und mechanische Technologie, 1300 Nummern; 
4. Lehrerbibl. für Mathematik, Phj^sik, darstellende Geometrie, 
Elektrotechnik, SOO Nummern; .'i. Lehrerbibl. für Chemie und 
chemische Technologie, 400 Nummern; <5, Allgemeine Bibl., 
Schülerbibl. und geographische Sammlung, 2400 Nummern. 

— Jahresdotation: \. 300 Gulden; 2. 105 Gulden; 3. 330 Gulden; 
4. 303 Gulden; 5. 200 Gulden; <;. 200 Gulden. — Director: 
Reg.-R. Eduard Wilda; das Amt eines Bibliotheks-Custos wird 
von einzelnen Professoren der verschiedenen Fachabtheilungen 
bekleidet. — Handschriftliche Zettelkataloge, aiphabet, nach 
Namen geordnet. — Lehrerbibl. jederzeit für die Mitglieder 
des Lehrkörpers, Schülerbibl. zweimal wöchentlich geöffnet. 

— Ebenso Entlehnungen. — Keine Versendungen. — Gegr. 
zugleich mit der Anstalt 1873. — Für die einzelnen Zweige 
der für die Anstalt in Betracht kommenden Wissenschaften 
bestehen die (> Bibliotheks-Fachabtheilungen. Die allgemeine 
Abth. umfasst vornehmlich deutsche Sprache, Geschichte, Geo- 
graphie, Statistik, Volkswirthschaft, Unterrichtswesen, Cultur, 
Literatur. Kunstgeschichte, sowie schöne Literatur. 



14 Brüun. f46 

4t). Mährischer Gewerbe-Verein. — 1337 Werke in jr.nBdn., 
1'24G Heften und r.'v! Majipen; 111 Fachzeitschriften. — Jahres- 
dotation 300 Guklen. — Präsident: Rudolf M. Rohrer; Secretär: 
Alois Naske; Bibliothekar: ein Mitglied des Verwaltiini>srathes. 
— Das Benützungsrecht des Lesezimmers, in dem die Zeit- 
schriften aufliegen, und der Bibl. steht im allgemeinen nur 
den Vereinsmitgliedern zu, kann jedoch auch von anderen 
Personen über Vorschlag eines Mitgliedes und auf Grund 
eines schriftlichen Ansuchens an das Präsidium auf die Dauer 
eines Jahres erworben werden. Die Bibl. ist jeden Montag und 
Mittwoch von <! — s Uhr abends, jeden Sonntag von 2 — f) Uhr 
geöffnet, nur ausnahmsweise während der Amtsstunden (an 
Wochentagen von h-12 und von 3 — G, an Sonntagen von 
i» — 11 Uhr) benutzbar. — Entlehnung der Bücher gegen 
Emi)fangsbestätigung auf drei Wochen, Versendung gegen 
Ersatz der Versendungskosten. Lexika, Samniel- und Nach- 
schlage-, sowie besonders werthvolle Werke sind von der 
Entlehnung ausgeschlossen. 

Hibliotheks-Ordnunti;. In: Mälirisches Geworbeblatt. XIII. Jahrg. Nr. in. 

— Bi-riclito über die ]Üh\. in den Jahrcsboricliten des Mälirischen Goworbc- 

Vercinos in Hrünn. IJiiinn Im'.L' ff. 

47. [Erstes deutsches k.k.Staats-]Gymnasium, Elisabethplatz <;. 
a) Lehrerbibl. s77>' Werke in l3.^iM> Bdn., darunter 6 Hand- 
schriften, IG Incunabeln (bis l.")3G), 17.1<;i» Programme; 
h) Schülerbibl. r27ö Werke in 21. j2 Bdn. — Jahresdotation 
beiläufig 2()0 Gulden, — Director: Schulrath Ignaz Pokorny; 
für nj I. Verwalter Prof. Carl August Schwertassek; IL Ver- 
walter Prof. Carl Klecker; für b) I. Verwalter Prof. Lud- 
wig Schönach, IL Verwalter Supplent Benno Krichenbauer. — 
Bandkatalog, Zettelkatalog, alpliabet. und nach Fachgruppen; 
gedruckter Katalog in Vorbereitung. — Zu bestimmten Stunden 
für alle Mitglieder des Lehrkr»ri)ers, doch auch für andere Per- 
sonen gegen Legitimation benutzbar. — Ebenso Entlehnung, — 
Versendung auf amtlichem Wege. — Gegr. 157!:<, wo die Anstalt 
als Jesuitengymn. errichtet wurde. — Die Fächer des Gymn. 

4s. [K. K. zweites deutsches Staats-]Gymnasium. — '/; Lehrer- 
bibl. 211.1 Werke in l.'.o;; IMn. und llelten; l 1.211 Programme; 
hj Schülerlnbl. 'JGO Werke in in3H Bdn. — Dotation für die 
Lehrmittelsammlung pro 1.S97/98: GöüTHV 2 Gulden. — Director: 
Hugo Horak; Custosfüraj: Gymn.-Lehrer Dr. Carl Ertl; für 
die PrM;r,;iniin-Sammlung: Prof. Albin Kocourek ; für /'): Prof. 
Jcdiann Jiiicek. — Gegr. 1H71 als Realgyninusium, seit 1874 
Ueal-Obergymnasium, seit 1h7H rcnnes (i^'mnasiuui. 

Krll, Carl. Katnlo« der Ldin-r-lUbl. lU-ilatii- zum XXVII. .Ialirr>l)crit'lil 
<1<"» k. k. II. di'iil.Kclif'n StaaLs-dyninasiiiins in lErfinn. IWfinn Ihiih. 

Nadi dr-in li-t/ti-n .lalirosbcrifhto ncarlM-iti't, da dfr FrajcIxiKon niolit 
bi'nntwi>rl«'t wurde. 



53] P.rünn. 15 

4!). [K. k. böhmisches Staats-Ober jGymnasium. (C. K. 

cesky vj'ssi t^ymnasiiini.) — aj JA^lirt'rl)il)l. 254;') Werke in 
495.S Kdn., 451 Hoffen, 479S Proüraninie; h) Schülerbibl. 
22!»4 Werke in 3(i: l I'.dn. — Dotation 1 8Ii7/'.i8 riir a) -HV.ViVl (hildcn ; 
für h) i;5s-5(t (Julden. — Director: .Jan Tunia; Bibliothekar 
für a) Prof. Jan Kapras; für h) Prof. Karel Svoboda. — 1H(;7 
als Unter<j:ymn. eröffnet; seit ISGb Obergymn. 

Kapras, Jan. Seznain spisü v uöitolske kniliovnS, In: 31. program c. 
k. r-eskeho vj'äsilio •i;ynniasia v Krnc. V Brne 189S. 

Nach dein lotzton Jaliroshcrichto «rearbeitot, da der Fragebogen nicht 
beantwortet wurde. 

50. [II. Böhm. Staats-]Gymnasium. (II. resky statni ^nfym- 
nasiuni.) — a) Lehrerbibl. sol Pdo.; b) Schülerbibl. Mh5 Pde. 

— Dotation aus den Lehrmittelbeiträoen. — Director: Eduard 
Oufedniiek, Landesschulrath; Bibliothekar: Prof. Vincenz 
Vavra. — Inventar uhd Zettelkatalog. — a) für den Lehrkörper 
jederzeit, b) für Schüler einmal wöchentlich benutzbar. — 
Ebenso Entlehnungen. — Keine Versendungen. — Gegr. 1883. 

— Besonders Pädagogik. 

51. Handelsgremium, Herrengasse 15, hat nur eine kleine 
Handbibl. von ca. 150 Bdn. zu eigenem Gebrauche. — Vor- 
stand: kais. Rath Alois Enders. 

52. Höhere böhmische Handelsschule. (Geska vyssi ob- 
chodni skola), Giskrastrasse 3s. — <tj Lehrerbibl. S31 Bde.; 
b) Schülerbibl. G43 Bde. — Jahresdotation a) 300 Gulden; 
b) 120 Gulden. — Director: Karl Fisara; Bibliothekar: Prof. 
Johann Masin. — Handschriftliche Fachkataloge. — Nur zu 
eigenem Gebrauche. — Ausnahmsweise Entlehnungen an be- 
kannte Personen. — Gegr. zugleich mit der Anstalt im Jahre 
1S95. — Hauptsächlich Handelswissenschaften, Geographie, 
Geschichte, Belletristik, Zeitschriften. 

Ueber den jährlichen Zuwachs berichten die Programme der Anstalt. 

53. Handels- und Gewerbekammer, Basteigasse 7. — Ca. 
11.200 Bde. — Jahresdotation 700 Gulden. — Vorstand der 
Bibl. ist der jeweilige Bureauchef. — Ein Nummernkatalog, 
in welchem die einzelnen Werke nach fortlaufenden Nummern 
eingetragen werden; ferner für jedes Jahr gesondert Nach- 
tragskataloge, in welchen die Zuwächse an Bibliothokswerken 
nach Materien eingetragen erscheinen. — Die Benützung 
der Bibl. im Bureau der Kammer ist Jedermann täg- 
lich (mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage) von 10 bis 
12 Uhr vorm. und 3 — 5 Uhr nachm. gestattet. — Entlehnungen 
nur an wirkliche und correspondirende Mitglieder, sowie 
Beamte der Kammer, in der Regel auf vier Wochen. Karten, 



16 Brunn. [»+ 

Tabellen, Kunstwerke und ungebundene Hefte iDvucksaehen 
unter 10 Bogen) dürfen nur in dem Bureau der Kammer be- 
nützt werden. — Versendungen nur an correspondirende 
Mitglieder gegen Revers (volle Haftung und Ersatz des 
Portos). — Die Bibl. ist durch allmähliche Anschaffungen 
im Verlaufe des Bestandes der 1860 gegr. Brünner 
Handels- und Gewerbekammer zu ihrem dermaligen Umfange 
gediehen. — Vertreten : Rechts- und Staatswissenschaften, 
Volkswirthschaft, Statistik, Technologie, Handel und Industrie. 
Geographie, Geschichte etc. 

Katalog der Bibl. der Handels- und Geworbekammer in Rrünn. 
Brunn 18itO. — I. Nachtrag dazu. Brunn 1801. 

51. K. k. technische Hochschule, Elisabethplatz -2. — 
8900 Werke in ca. oG.ooo Bdii. — Jahresdotation für An- 
schaffungen und Buchbinder 3000 Gulden, vom 1. Ja- 
nuar 181(9 ab 3500 Gulden. — Vorstand: Dr. Carl Zelbr, 
k. k. Scriptor und Priv.-Doc. ; Moriz Grolig, Praktikant; 
1 Diener. — Ein aiphabet. Zettelkatalog, ein Accessions- 
katalog in Buchform, ein ali)habet. und Sachkatalog in Buch- 
form, ein Katalog der Fortsetzungen und Zeitschriften in 
Blättern. — Die Bibl. ist dem allgemeinen Besuche geiiffnet: 
Vom 15. October bis 14. Juli an den Nachmittagen aller 
Werktage mit Ausnahme der Donnerstage, und zwar vom 
15. October bis 14. April von 5—8. vom 15. April bis 

14. Juli von 3—6 Uhr. Ferner an allen Samstagen, Sonii- 
und Feiertagen von !> — 13 Uhr vorm. In der Zeit vom 

15. Juli bis 14. October jeden Dienstag und Freitag von 
9 — 12 Uhr. Ausgenommen sind die Amtsferien: Die zwei 
letzten Faschingstage, Aschermittwoch, die drei letzten 
Tage in der Charwoche, Ostersonntag und Ostermontag, 
Pfingstsonntag und Pfingstmontag, Christi Himmelfahrt und 
Frohnleichnam, die Tage vom 24. December bis 1. Januar. — 
Pers(jnen, welche die Bücher im Lesesaale benützen wollen, 
können auf Grund ihrer Legitimation in der Rectoratskanzlei 
eine zu dieser Benützung berechtigende Anweisungskarte er- 
halten. — Von den in Brunn domicilirenden Personen sind 
berechtigt aus der Bibl. Bücher zu entlelmen: Das Lehr- 
personale, der Rectoratssecretär, die ordentlichen Hiirer der 
Technik, die öffentlichen Behörden, die Vorsteher der wissen- 
schaftlichen und technischen Vereine. — Für die Versendung 
von Büchern gelten die Bestimmungen des Ministeriums für 
Cultus und Unterricht vom 15. Februar 18i;i, Z. 1555, und 
der Krlass vom 22. Mai ISfJM, Z. 2562. Verleihung der 
Bücher in der Riegel auf einen Monat. — Di<' k. k. tecii- 
nisolio Lelii-aiislalt wurde 1849 ei^Wliiet, das k. k. tecliMiscIie 



56] Brunn. IT 

Institut 1800, die k. k. Hochschule 1H72. — Die Bibl. 
pflegt ausschliesslich die exacten und technischen, Wissen- 
schaften. 

Die k. k. leclniisclie Fachscluile in Brunn. Gesciiiclitlicli-statistisclie 
Skizze, herausgegeben aus Anlass des 2.'>jährigen Bestandes der Leiir- 
anstalt. Mit 2 Abbildungen. Brunn 1875. — Katalog der Bibl. des k. k. 
technischen Institutes in Brunn. Brunn 1871. — I. Nachtrag. Brunn 1880. 
— II. Nachtrag. Brunn 1881j. — Katalog der Bibl. der k. k. technischen 
Hochschule zu Brunn. Brunn 1893. — Nachtrag hierzu in Vorbereitung. 

55. Bischöfliches Knabenseminar (Biskupsky seminäf pacho- 
leck}'), Eichhorngasse 17. — 3629 Bde. — Jahresdotation 
100 Gulden. — Leiter: Der jeweilige Studienpräfect, d. Z. 
Johann Sedlak. — Ein Bandkatalog nach Kästen und Fächern 
geordnet; aiphabet. Zettelkatalog in Ausarbeitung. — Zu- 
gänglich für Seminaristen zu jeder Zeit. — Keine Entlehnungen 
und Versendungen. — Besteht seit Gründung der Anstalt 
1854; vermehrt durch jährliche Einkäufe und Gaben der 
Gönner. — Vertreten alle Fächer, besonders classische Philo- 
logie und Belletristik; vorzugsweise gepflegt neben alten 
Sprachen : Geschichte. 

56. Mährisches Landesarchiv (Moravsky zenisky archiv), 
neues Landhausgebäude. — Ca. 11.000 Bde. Druckwerke, darunter 
170 Incunabeln. 1297 Handschriften, wovon 548 Stück der 
Corronischen Sammlung angehören. — Jahresdotation zum 
Ankaufe von Druckwerken 630 Gulden. — Vorstand: Landes- 
archivar Vincenz Brandl; Landesarchivsconcipist: Dr. Berthold 
Bretholz; Landesarchivsadjunct: Vincenz Nebovidsk}"; ein 
Diener. — Accessorischer Katalog, dann ein Zettelkatalog 
nach Autoren und Schlagworten aiphabet, geordnet. — 
Eigentlich eine HilfsbibL für das mährische Landesarchiv 
und für den Landeshistoriographen; doch auch für fremde 
Forscher benutzbar. — Bücher werden an verlässliche Per- 
sonen, Handschriften nur an inländische öffentliche Anstalten 
mit Bewilligung des mährischen Landesausschusses verliehen. 
— Die Bibl. wurde 1856 bei Reorganisirung des mährischen 
Landesarchivs, namentlich auf Grund der käuflichen Er- 
werbung der A. Boczek'schen Privatbibl. und der des Leito- 
mischler Bürgers Jelinek errichtet. — Vertreten grösstentheils 
historische Quellenwerke, Geschichtswerke und geschichtliche 
Hilfswissenschaften, so weit sie Mähren, Böhmen, Schlesien, 
die österreichischen Länder und Deutschland betreffen. Sehr 
gut vertreten ist ferner die altböhmische theologische Literatur 
aus dem 16. und 17. Jhdt. 

Dudik, Bcda. Mährens Geschichtsquellen. Brunn ISTiO. — Wattenbach, 
W. Handschriften der ständischen Sammlung in Erünn aus Corroni's 
Bililiotheks-Adii-ssbueh. 2 



IS Brunn. ['>7 

Nachlass. In: Archiv f. alt. deutsche Geschichte. K». 1851. S. 68"i. — 
Chlumetzkv, Peter v. u. J. Chj'til. Bericht über das inälirische Landesarchiv 
f. d. Jahr'l857. 

öT. Mährische Landes-Bibliothek, Miisouinsgasse, im Ge- 
bäude des Landesnniseiinis (Franzensmuseuni). — 73.000 Bde., 
r20o Handschriften, 3G Incunabeln. Jaliresdotation ca. 

•2000 Gulden. — Bibliothekar: Dr. Wilhelm Schräm, kais. R.; 
Museumswart: Joseph Suschitzk}'; ein Diener (letztere zu- 
irleieh im Dienste des Museums); prov. wiss. Hilfsarbeiter: 
cand. jur. Emil Schräm. — Alphabet. Zettelkatalog- in 
•24 Kästchen und Fachkataloge in lOo Zettelkästchen nach dem 
Muster der Giessener Universitätsbibl. — Die Bibl. ist für 
die allgemeine Benützung an Werktagen täglich mit Aus- 
nahme des Montags von n — \'2 und 4 — 7 Uhr, an Sonn- und 
Feiertagen vormittags geöffnet. — Bücher und Hand- 
schriften werden auch nach Hause entlehnt, letztere jedocli 
nur ausnahmsweise; das Recht der Entlehnung besitzen 
Personen, die eine öffentliche Stellung bekleiden oder eine 
entsprechende Caution leisten. — Versendungen in der Regel 
nur an öffentliche Bibl. und Archive. — Die Bibl. wurde zu- 
gleich mit dem Franzensmuseum 1S18 begründet und ist seit 
11. Dec. 18S3 öffentlich. — Von Privatsammlungen, die durch 
Schenkung der Bibl. zufielen, verdienen besondere Erwähnung: 
Die Bibl. des Anton Endsmann, Ritter v. Ronow (gest. iHäT), 
des Brünner Ehrendomherrn Friedrich Grafen Sylva-Tarouca 
(gest. 1881), des Historikers Christian Ritter d'Elvert (gest. l.s9G) 
und des Advocaten Dr. Leopold Teindl (gest. 1893). — Be- 
son<lers Geschichte und Kunst, Reclits- und Staatswissenschaft, 
in allererster Linie die auf die mähr. Landeskunde bezügliche 
Literatur. 

Katalog der Bibl. des Franzensmuseums mit 8 Nachträgen verfasst von 
Custos Moriz Trapp, Brunn 18i;8 — 187'.», und vom Bibliothekar Wilhclin 
Schräm. Brunn 1886— IM116. — Katalog der Handsciiriftcn des Franzciis- 
musoums verfasst von Wilhelm Schräm. Brunn IH'.lO. — Scliraiii, Williclm 
(loschiclite der Bibl. des Franzensmuseums (.\nnales nuisei franciscei 
MDCCCXCVI, p. 41—77). 

58. K. k. Böhmische Lehrerbildungsanstalt. — 2048 Werke 
in 3.'.02 Bdn. — .Jaliresdotation 3imi Gulden und 100 Gulden 
Beitrag aus dem k. k. Sojiulbücherverlag. — Director: Aenii- 
lianScliulz; Custos: Prof. Josef llladik. - Matrricidcatalog. — 
Entlelinung an Lehrer und Sciiüh-r rler Anstalt, aber nicht 
nach auswärts. — Gegr. 1870. — Pflegt alle Disciplinen der 
An.stalt 

;'»;•. K. k. deutsche Lehrerinnenbildungsanstalt, Scliwrdiu- 
^a8se 1. L'lii<'rbibl. ^Ti Iiivcntariiiinniici-ii (Werke) mit 



63] ■ Brunn. 19 

2210 ]Jdn. — Jiihresdotation 2()0 (xuklcn. — Director: 
Dr. Heinrich Sonneck, k. k. Schulratli; IJiblioUiekar: ein Prof. 
der Anstalt. — Je ein Inventar, alphabet. Zettel- und Ma- 
terienkatalo«^- nach Schlai-wortcn oder Fächern. — Zu<iän<ilich 
während der Schulzeit für die Mitglieder des Lehrkörpers. — 
Ebenso Entlehnungen und Versendun<ien. — Gegr. mit der 
Anstalt li^70. — Alle Wissenschaften, insbesondere Pädagogik 
und deren Hilfswissenschaften. 

60. Museumsverein (Müsejni spolek), Königinkloster, Alt- 
brünn. — Ca. ;>r»Oü Pde., 30 Handschriften, 2 Incunabeln. — 
Dotation ca. 50 Gulden. — Präsident: Prof. Dr. Franz Dvorsky; 
Bibliothekar: Prof. Vincenz Vävra. — System. Bandkatalog. 

— Für Mitglieder Donnerstag von 2-4 Uhr zugänglich ; Ent- 
lehnungen auf einen Monat. — 1888 gegründet, erhielt die Bibl. 
;»4tJ Werke nach dem verstorb. Advocaten in Gr.-Meseritsch, 
Dr. Siegmund Vasätko, und 650 Werke von dem gewesenen 
Landeshauptm.-Stellv. Dr. F. A. Ritter v. Srom. — Gepflegt 
werden Slavica und Werke, die auf Mähren und Böhmen Be- 
zug haben, prähistor. Archäologie, slav. Folkloristik, slav. 
Lieder. 

Vävra, Vincenz. Sbirky Musejniho spolkii v Brne. I. Knihovna. In- 
ventar a katalog. V Brno 189.3. 

61. Bischöfliches Ordinariat. Besitzt nur eine ausschliess- 
lich für den privaten Amtsgebrauch bestimmte Bibl. — 
Bischöflicher Secretär: Dr. F. Ehrmann. 

62. Privatbiblioihek Prof. Dr. Moriz Grolig. Augustiner- 
gasse 4. — ll.-ioö Bde., 877 Hefte. 1706 Blatt Landkarten, 
533 Blatt Photographien, einige Incunabeln, Musikalien, Hand- 
schriften zur Geschichte Mährens, insbesondere der Stadt 
Mährisch-Trübau. — Ergänzung nach Bedarf. — Hand- 
schriftlicher aiphabet. Zettel- und sj^stematischer Fachkatalog. 

— Die Bibl. kann nach vorheriger Anmeldung beim Besitzer 
benützt und die Bücher daselbst eingesehen, aber nicht ent- 
lehnt werden; auch Versendung ist ausgeschlossen. — Die 
Sammlung besteht seit dem Jahre 1871 und pflegt alle Ge- 
biete der Wissenschaften mit Ausnahme der exacten, ins- 
besondere alles auf Mähren, Schlesien und Böhmen Bezüg- 
liche, sowie Bibliographie und Bibliothekswesen. 

63. [K. k. deutsche Staats-]Realschule. — a) Lehrerbibl. 
4502 Werke in 8714 Bdn. und Heften, 5849 Programme; 
h) Schülerbibl. 1598 Werke in 1749 Bdn. und Heften. — Do- 
tation für die Lehrmittelsammlung pro 1897/98 715-95 Gulden, 
darunter 250 Gulden von der Gemeinde für die Herausgabe 



•20 Brunn. [64 

des Kataloges. — Director: Carl Zaar; Bibliothekar für a) 
Prof. Albert Rille; für h) Realschiillehrer Dr. Carl Bero;er. — 
Gegr. IS.-.I. 

Rille, Albert. Katalog der Lehrerbibl. In: Jaliresbericlit der deutselien 
Staats-Oberrealseliule in Brunn. Brunn 1898. 

Nach dem letzten Jahresberichte gearbeitet, da der Fragebogen nieht 
beantwortet wurde. 

tj4. [K k. Böhmische Staats-]Realschule (C. k. vyssi realnä 
skola). — aj Lehrerbibl. 1658 Bde., 4-30 Hefte, 13 Atlanten, 
•21 Bilder, 2 Bogen, lü Blätter. 2 Tafeln, .■)r)4.) Programme; 
h) Schülerbibl. 1378 Bde., 1"» Hefte. — Jahresdotation 
l!tO Gulden. — Director: Adolf Kubos; Bibliothekar für n) 
und hj Prof. Hubert Fiala. — Ein Zettel- und ein alphabet. 
Kiital.)g in Buchform. — Die Lehrerbibl. ist täglich vormittags 
in den freien Stunden des Bibliothekars ger)ffnet, zu welcher 
Zeit die Werke gegen Bestätigung entlehnt werden können. — 
Versendet werden nur Zeitschriften an die Brünner böhmischen 
Mittelschulen und Lehrerbildungsanstalten. — Gegr. 1880. 
Einige Bücher stammen aus dem Nachlasse der im Anstalts- 
gebäude bestandenen Zweiganstalt der deutschen Staatsreal- 
schule, ca. .')00 Bde. aus der Bibl, des aufgelassenen deutschen 
Staatsgj'mnasiums, andere wuchsen durch Schenkungen zu 
(Landesarchivar Vincenz Brandl, Frau Doubrawa). — Ver- 
treten alle lehridanmässigen Wissenschaften, besonders ge- 
pflegt Pädagogik, Mathematik, Physik und moderne Sprachen. 

Der Katalog der Lehrerbibl. wird im Jahresprogramm für 1898/99 
erscheinen. 

65. Deutsche Schillerstiftung hat ihre 1H71 als Beginn 
einer Stadtbibl. begründete „Scliiller-Bibl.", welche später ins 
Stocken gerieth, der Volksbücherei im deutschen Hause über- 
antwortet, die vom deutschen Club geleitet wird und auch 
eine kleine „Josephinische lUicherei" einschliesst. — Zweck: 
Naticmale P>elehrung und Erziehung. — Vorstand: Dr. Gustav 
Trautenberger. 

Katalog der BiiiiuKT .Scliillerbibl. Herausgegeben vom Vorstand der 
Brünner Zweig-Seliillcrstiftung. Brunn 1S74. Die Zweig-Selüllcrstiftung 

zu Brunn im «TSten Jhdt. ilires Bi'st:indes, veröffentiielit diircli «len Vor- 
stand <ler Brünner SeliilliTstillung. Brunn 1875. — Festselirift zur Feier 
des :j{ijährigen Bestelicri'j <l.-^ /,\v.'i.rv<Tcines Brünu der deutselien Seliiller- 
stiftung. Brunn 189«. 

<;•;. Verein für die Geschichte Mährens und Schlesiens (früher 
histor.-stati.<l. Scclion der k. 1<. miilir.-.-^i-lili's. (Icscil.schiiri zur 
Beförderung des Ackerbaues, der Natur- und Landeskunde), 
im Gebäude des Landesmuseunis, Museumsgas.se. hat ciuc 
IH.'.O begründete, d. Z. bei 1.'>.000 Bde. und ca. 4oii IIhihI- 



70] lirünii. n 

Schriften umfassende IHbl., vorwiegend histor. Inhaltes. I)i(i 
Obhut über dieselbe ist dem Bibliothekar der Landesbibl. 
Dr. WiUu'hn Schräm anvertraut. 

Katal(i<T (^^^l• Bibi. der histor.-statist. Section der k. k, mälir.-sclilos. 
Gesellschaft zur Beförderung des Ackerbaues, der Natur- und Landes- 
kunde. (Druckwerke und Handschriften.) Verfasst von Wilhelm C. Schräm. 
Brunn 1885. Nachtra«;. Brunn 1891. 

<;7. Aerztllcher Verein. — 330 Werke und ;'>;") Zeitschriften. 
— Jahresdotation je nach Bedarf. — Obmann: Dr. Franz 
Brenner; Schriftführer: Dr. tarnest Landesmann. — Gedruckter 
Materienkatalog. — Benutzbar nur für Mitglieder. — Ebenso 
Entlehnungen auf drei Monate. — Keine Versendungen. — 
Medicin und Naturwissenschaften. 

Büclierkatalog der Bibl. des Aerztlichen Vereins in Brunn. Brunn ISOO. 

es. Deutscher volkswirthschaftlicher Verein hat in der am 
31. Dec. 1898 abgehaltenen VoUversamndung beschlossen, 
eine grössere Bibl. im dritten Brünner Bezirke innerhalb des 
ersten Halbjahres 1899 zu eröffnen. — Vorstand: Wenzel 
Schwab. 

G9. Naturforschender Verein, Ferdinandsgasse 25—27, 
.,Kafka-IIof". — 7300 Werke in 1(5.000 Bdn., zumeist naturwissen- 
schaftl. Inhalts. — Vergrösserung hauptsächlich durch Schriften- 
tausch mit 280 naturwissenschaftl. Vereinen und Instituten; 
ausserdem Jahresdotation ca. 140 Gulden. — Ein aiphabet. 
Hauptkatalog und 8 Fachkataloge. — Gegr. 1861; von 1861 
bis 1 870 von Franz Czermak, von da an von Carl Hellmer, Prof. 
an der k. k. technischen Hochschule, verwaltet. — Zur Be- 
nützung der Bibl. und Entlehnung wie Versendung steht den 
Vereinsmitgliedern ohne weiteres, Fremden nur mit Bewilligung 
des Bibliothekars, resp. der Vereinsdirection das Recht zu. 
Entlehntermine für Brunn ein, für Auswärtige ZAvei Monate. 

Bibliotheksordnung. Brunn 187;"). — Katalog der Bibl. Brunn 1875. — 
Ein Supplenientheft. Brunn 1880. 

70. Böhmische öffentliche Volksbibliothek (Ceskä vefejnü 
knihovna pro lid). — .5088 Bde. — Jahresdotation ca. 
100 Gulden. — Bibliotheksvorstand: Prof. Vinc. Vävra. Bei 
der Herausgabe der Bücher sind (unentgeltlich) beschäftigt 
!» Herren der, Närodni - jednota und 12 Damen des 
Damenvereins Vesna. — Gründer der Bibl.: Närodni-jednota pro 
jihozäpadni Moravu und Vesna; Obmann der Närodni-jednota: 
Dr. Josef Koudela, Advocat; Präsidentin der Vesna: Adele 
Koudela; für die Bibl.: Marie Bartelmus, Fabrikantens- 
gattin. — Alphabet. Kataloge. — Geöffnet Mittwoch, Donners- 
tag und Samstag von 6V2 — 8 Uhr abends, Sonntag von 10 72 



•22 Rrttx. [71 

bis 12 Uhr; Mittwoch von 1 — 'i Uhr nachmittags für die Mit- 
glieder der Vesna. Die Bücher werden gegen Erlag einer 
Caution (.")<» Kreuzer) unentgeltlich ausgeliehen. — Ebenso 
Versendungen gegen Ersatz des Portos. — Gegr. 18!tl. — 
Vertreten : Belletristik, Jugendschriften und wissenschaftliche 
Werke. 

71. Deutsche Volksbücherei im deutschen Hause. — Ende 
September is;t8: l.'i.lso lUle. und Hefte. — Jahrosdotation ca. 
400 Gulden, bezw. Vloi) Gulden (insb. aus dem Erlös der 
Vortragskarten.) — Vorstände: Dr. Gustav Trautenberger, 
Dr. Eugen Krumpholz; Bücherwarte: Carl Fritz, Gemeinde- 
official, und Johann Stratil, Privatbeamter. — Ein 18!».') an- 
gelegter handschr. Zettel- und ein nach Materien geordneter 
aiphabet. Autorenkatalog (der gedruckte Katalog mit 3 Nach- 
trägen vergriffen; Neuauflage im Drucke). — Entlehnungen 
täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage und der 
Monate Juni und Juli von 6—8 Uhr abends gegen einen 
monatlichen Regiebeitrag von 5 Kreuzern und den einmaligen 
Erlag von 10 Kreuzern für Drucksorten. — Gegr. am 8. De- 
cember 1883 vom Deutschen Club in Brunn. — Vertreten alle 
Wissenschaften, vorzugsweise schöne Literatur und Belletristik 
(8830 Bde.). 

Rechenschaftsbericht des Deutschen Club in Brunn für das Vereinsjahr 

1^(}(\, — Ausweis über die Thätigkeit der Deutschen Volksbücherei f. d. 

Zeit vom 1. Oct. 1S'.I4 bis .'iO. September 1.H9.') und 1. Oct. 1896 bis 30. Sept. 1897; 

1. Oct, 1897 bis IM). Sept. I89s. 

Brüx (Böhm.i. 

7J. [K. k. Staats-]Gymnasium. — a/ Lehrcrbibl. 137tJ Werke 
in !»3.')*) Bdn., n<;i Heften. f;i7-.' Programme; b) Schülerbibl. 
874 Werke in 17<-;7 Bdn. und 8 Heften. ^ Director: Joseph 
Strassner; Custos für a) der Director; für h) Gymn.-Lehrer 
Joseph Bäuml, — Gegr. 17(i8 durch den P>ürger Anton Elias. 
Gberg3'm. seit 18r)0. Bis 1873 Piaristengymn., seit ls73 Com- 
munalreal- und Obergymn., ls78 reines Gymn., 1 «'.fi verstaatlicht. 

Stra.ssner, Joseph. Katalog der Lehrerbibl. I. V. Abtheil. In: JaJircs- 
bericht des k. k. Staats-« )berg.vinn. in Hrüx. Hrüx 18'.t8. 

Nach dem letzten Jalircsberichte gearbeitet, da der Fragel>i)gen nicht 
beantwortet wurde. 

73. Minoritenconvent (iregi*. 1240). Guardian: J. P. 

Augustin Schwill/,. - Hat nur eine kleinere IIausl»il)l. 

P>i*y.ezaiiy (<!;ili/i<'n) 

7 1. [K. k. Staats-]Gymnasium (('. k. ;:iinnazyum) ixsitzt 
eine Lehrer- und eine Schülerl>ibl. ([»olnische, deutsche und 



rutlion. Ahlluülunji). — Director: Dr. Franciszek rii-zcj^orczyk; 
Custos für (t) (i.vniii. -Lehrer Tomas/, Szalraii; für h) prov. 
Lehrer Bo^dan Lepki (für die poln. Al)tli ), Prof. Dr. Teudor 
Nacher (für die deutsehe Abth.), Prof. Mikolaj Paczyfiski (für 
die ruth, Abth.). — Gegr. IsOö; seit 18«;} vollständig. 

Nach dem letzten Jaliresl)ericlite gearbeitet, da der Fragebogen nicht 
beantwortet wurde. 

Budweis (Hudejovice, Böhm.). 

75. Deutscher Böhmerwaldbund. — ico Büchereien der 
Bimdesgruppen mit ca. ll.ooo Bdn. und Heften. — Jahres- 
dotation unbestimmt, je nach dem Ermessen der Bundes- 
leitung. — Obmann: Joseph Taschek; die Verwaltung der 
Bücherei besorgt der jeweilige Vorstand der betreffenden 
Bundesgruppe. — Für jede Gruppenbücherei existirt ein 
eigenes Verzeichniss. — Die unentgeltlichen Entlehnungen 
dem eigenen Wirkungskreise des betreffenden Gruppenvor- 
standes überlassen. — Keine Versendungen. — Meist belle- 
tristischen, landwirthschaftlichen und gemeinnützig-belehren- 
den Inhaltes. 

TT). [K. k. deutsches Staats-]Gymnasium. — a) Lehrerbibl. 
225(i Werke in 5318 Bdn., 138 Heften (deutsche Abth.), 2(;4: Werke 
in 488 Bdn., 10 Heften (slav. Abth.), 12.360 Programme; 
h) Schülerbibl. loüT Werke in 1778 Bdn. (deutsche Abth.) 
214 Werke in 334 Bdn. (slav. Abth.). — Director: Dr. Matthias 
Koch; Gustos für a) Prof. Dr. Joseph Kubista; für h) Prof. 
Franz Kocian. — Gegr. von der Stadtgemeinde als Piaristen- 
gymn. 1762. Seit 1851 Obergymn. ; 1871 verstaatlicht. 

Nach dem letzten Jahresberichte gearbeitet, da der Fragebogen nicht 
beantwortet wurde. 

77. [K. k. böhmisches Staats-]Gymnasium (C. k. cesky gym- 
nasium). - a) Lehrerbibl. 3255 Werke in 6111 Bdn., 3820 Pro- 
gramme; h) Schülerbibl. 3108 Werke in 36int Bdn. — Dotation 
für die Lehrmittelsammlung pro 1897/98: 1078 Gulden. — 
Director: Jan (Jervenka; Gustos für a) und h) Prof. Josef 
Voläk. — Gegr. 1868 als bischöfliches Gymnasium vom Bischof 
J. V. Jirsik. 1871 verstaatlicht. 

Voläk, Josef. Katalog uritelske knihovny. In: Dvacätä §e.stä vyroCni 
zpräva c. k. ceskeho gymiinsia v Budejovicich. V Budejovicich 1898. 

Nach dem letzten Jahresberichte gearbeitet, da der Fragebogen nicht 
beantwortet wurde. 

78. Handels- und Gewerbekammer. — 1456 Bde. — Jahres- 
dotation: UM) Gulden. — ^lit der Leitung der Bibl. ist der 
Kammerkanzlist Anton HuiiäOek unter Aufsicht des Kammer- 



24 Budweis. [70 

secretariates betraut. — Ein gedruckter Katalog, ein hand- 
schriftlicher Ergänzungskatalog, geordnet nach den einzelnen 
Fächern. — Zugänglich in den Amtsstunden (ii— 12, 2 — 5 Uhr) 
für die Beamten und Mitglieder der Kammer, mit besonderer 
Bewilligung des Secretariates auch für Kammerwähler und 
sonstige Private. — Ebenso Entlehnungen. — Versendungen 
selten an Mitglieder der Kammer und nur ausnahms- 
weise an andere Personen. — Besteht seit der p]rrichtung der 
Handels- und Gewerbekammer. (Vgl. Ges. vom 20. Juni ISfis, 
R.-G.-Bl. Nr. 85.) — Insbesondere Nationalökonomie, aber 
auch Statistik, Geographie etc. vertreten. 

Katalog der Bibl. der Handels- und Gowerbekanimer in Budwois 
Budweis 1886. 

79. Städtisches Museum besitzt eine Bibl., die einstweilen 
nur privaten Charakter hat, jedoch dem Publicum zugänglich 
gemacht werden soll, sobald der Neubau des Museumsgebäudes 
fertiggestellt ist. 

80. Bischöfliches Priesterseminar. — 0800 Bde. — Jahres- 
dotation je nach Bedarf. — Vorstand ist der jeweilige Spiritual 
(d. Z. P. Alois Simeth), dem ein Alumnus des vierten Jahr- 
ganges als Adjunctus beigegeben ist. — Ein handschriftlicher, 
nach Fächern geordneter Katalog. — Nur für die Theologen der 
Anstalt zugänglich. — Fast ausschliesslich theologische Werke. 

81. [K. k. deutsche Staats-]Realschule. — a) Lehrerbibl. 
Mt;? Werke in .'>2I)7 Bdn., lOKJ Heften, (; Karten und Bilder- 
werken, 60,33 Programme; !>) Schülerbibl. 171« Werke in 
1861 Bdn. und 37 Heften. — Director: Prof. Julius Zuleger; 
Gustos für a) Prof. Heinrich Otto; für l>) Prof. Sigmund 
Hudler. — 184'j als Privatunterrealschule gegr., 1866 erweitert, 
1874 verstaatlicht. 

Otto, Heinrich. Katalog der Lolirerbil)!. In: Programm der deutsclion 
k. k. Staats-Realscliule in Budweis. Budwois 1898. 

Naoli dem letzten Jahroshoriciito jjoarbeitet, dn dor Fragclxjgen nicht 
beantwortet wurde. 

•s2. [K. k. böhmische Staats-]Realschule (C k.ceskä vy.<si skola 
realnä). — aj Lelircrbil»!. 111 Werke in s-lf) Bdn., 2.')1() Pro- 
gramme; h) Scliüler])ibl. in:,:; Werke in l()lt7 Bdn. — Für die 
Lehrmittelsammlungen standen 18:)7/!»8 662'!t0 Gulden zur Ver- 
fügung. — Director: Josef Mriiävek; Gustos für a) Josef 
Honzik; für h) Prof. Julius Kudrnär. Errichtet 1884 von 

der „Matice .^kolskä" als Unterrealsehule; seit 1S02 Oberreal- 
schule, ls!)7 verstaatlicht. 

Nacli dem letzU-n Jaliresberichtc gearbeitet, da th'r Kraf^idiogen nicht 
beantwortet wurde. 



^fil Cnpu (Tlstri;!. . 2r. 

Vii\H) d'lstria (Küstenland). 

8:i. Franciscanerconvent St. Anna. — ITfn; Werke in ca. 
;H)()0 Bdn., viele Handschriften (nicht ,f,^ozählt), lo Incunaljeln. 

— Jahresdotation je nach Bedarf, — Bibliothekar: 1'. Ilyacinth 
Repic. — Alphabet. Katalog (a. d. Jahre 188G); Neukatalogi- 
sirimg nach der heuer erfolgten Uebersiedliing der Bibl. im 
Zuge. -- Benutzbar von 8 — 12 und 2 — 4 (im Sommer bis 
8 Uhr), nach Anmeldung beim Guardian und unter Aufsicht 
des Bibliothekars. — Entlehnungen nur an bekannte Personen 
mit besonderer Erlaubniss. — Versendungen nur mit Erlaub- 
niss des Provinciais und gegen Ersatz der Kosten. — Gegr. 
zugleich mit dem Kloster in der zweiten Hälfte des 1'). Jhdts. 

— Meistens Theologie, aber auch andere Wissenschaften, wie 
Philologie (fast keine deutschen Werke), Geschichte, Mathematik. 

84. [K. k. Staats-]Gymnasium (I. r. ginnasio superiore) be- 
sitzt a) eine Lehrerbibl.; h) eine Schülerbibl. — Dotation für 
(i) (1897/98) 193-4() Gulden; für h) 121.40 Gulden. — Director: 
Giacomo Babuder; Gustos für a) Giovanni Bisiac; für ^j Gymn.- 
Lehrer Giovanni Antonio Galzigna. — Bestand 1548 als Aka- 
demie unter dem Dogen Francesco Donato. 1602 — 46 ge- 
schlossen; 1(;69 Weltpriestern, 1708 den Piaristen übergeben; 
1842 nach Triest verlegt. Als Ersatz dafür wurde 1848 von 
der Gemeinde ein Untergymn. gegr., das 1852 verstaatlicht 
wurde. 

Nach dem letzten Jahresberichte gearbeitet, da der Fragebogen nicht 
beantwortet wurde. 

Caslaii (daslav, Böhm.). 

85. [K. k. Staats-Unter-jGymnasium (Cis. kräl. stätni ni/yi 
gymnasium). — a) Lehrerbibl. 5692 Werke in 1354 Bdn. und 
Heften, 2392 Programme; h) Schülerbibl. 663 Werke in 674 
Bdn. — Director: Petr Müller; Gustos für a) Prof. Vaclav 
Marek; für h) Gjmm. -Lehrer Josef Zikmund. — 1880 als 
Communal-Untergjnnn. gegr., 1893 verstaatlicht. 

Müller, Petr. Katalog knihovny uci'telske. In : Vyrocni zprava cis. kral. 
stätniho nizsiho gymnasia v Cäslavi. V Cäslavi 1898. 

Nach dem letzten Jahresberichte gearV>oitet, da der Fragebogen nicht 
beantwortet wurde. 

86. Museumsverein (VcelaCüslavskä). — 12()0 Bde. — Jahres- 
dotation 30 Gulden. — Vorstand: Klement Cermäk. — Fach- 
kataloge. — Benutzbar zweimal wöchentl. — Entlehnungen. 

— Gegr. 1864. 



•2fi Cattaro. [S* 

Cattaro (Kottor, Dalmat.). 

i^l. [K. k. Staats-jGymnasium (C. k. veliki ijiniiiazijani.) — 

— Lehrerbibl. Iti,j4 Werke; Schülerbibl. — Director: Augustin 
Dobrilovi('; Custos der Lehrerbibl.: Prof. Frauo Katic; der 
Schülerbibl.: Prof. Josip Sasso. — Gegr. 18(M. 

Katic, Franü. Katalog uC-iteljske knjiznice. In : Program c. k. drzavne 
velikc gimnazije u Kotoru. Zagreb 1898. 

Nach dem letzten Jahresberichte gearbeitet, da der Fragebogen nicht 
beantwortet wurde. 

ClierSü (Dalm. Ins.). 

SS. Franciscanerconvent. — Ca. 5000 Bde., mehrere Pland- 
schriften (l.">. und 1 <;. Jhdt.) und Incunabeln. - Jahresdotation 
ungefähr 14() Gulden. — Guardian: P. Franciscus Fatuta ; 
Bibliothekar: P. Aloisius M. Bondini. — Keine Kataloge. — 
Täglich benutzbar, auch ausser der vom Guardian festgesetzten 
Zeit. — Entlehnungen und Versendungen nur ausnahmsweise. 

— Gegr. im 15, Jhdt. — Besonders Geschichte, lateinische 
und italienische Literatur. 

(^hrudim (Böhm). 

sf». [K. k. Staats-Real- und Ober-]Gymnasium (C. k. realny 

a vy.ssi gymna.^iuini. - ^h Lelirerbil)!. -Hü:; Werke in 48(>7 Bdn., 
•:54 HeYten, 11-2 Blättern; b) Schülerbil)!. itiss Werke in 
■i:u\-2 Bdn., (54 Heften, 5 Blättern. — Director: Vaclav Posusta; 
Bibliothekar für a) Prof. Ale.s Dohnal; für h) Prof. Josef 
Materna. -- l^CS gegr. durch Umwandlung der unselbständigen 
Unterrealschule als Communal-Realgymn. is71 verstaatlicht, 

Coufal. Jan. Seznam spisü knihovny professor.ske. (Casf I.) In: Prograni 
0. k. realneho a v.v^jsilKJ gymnasia v Chrudimi. V Chrudimi 189S. 

Nach dem letzten Jahresberichte bearbeitet, da der Fragebogen nicht 
beantwortet wurde. 

iMi. Handelsakademie (Obchodni akademia). — Lehrer- und 
Schülerbibl. JJIG Werke. — Jahresdotation .^oo (Julden. — 
Director: Jan Ctibor; Bil>liothekar : Pr<jf. Ludwig llubäcek. — 
Ein handschriftlicher Zettel- und ein Bandkatalog. — Je nach 
Bedarf für die Professoren und Schüler der Anstalt benutzbar. 

— Ebenso Entlehnungen. — Keine Versendungen. — Gegr. 
zugleich mit der Anstalt im Jahre Ihh-2 und alljährlich nach 
Angabe der Fachlehrer vermehrt. — Besonders vertreten: Han- 
dels- und Naturwissenschaften, sowie Mathematik, auch (be- 
schichte u. Geogriiphif, Sprachwissenstdiaft und schöne Literatur. 

;»!. Kaiser Franz Joseph I. Museum für Ostböhmen (I'iiimys- 
lovt' museum cisaie a krale Franti>ka Josefa I. pro vychodni 



9:i] Chyynw. -27 

Cechy). - a) Archiv (Geschichte, Ethnographie und Zuiilt- 
wesen); h) Faclibibl. (Kunst und Gcwer})e); c) Oeffcntl. Hihi. 
(Belletristik und Faclnvissensehaften) ; a) :{-2(i Handschriften 
und Incunabeln einzeln und in Mischbänden; h) soo ]5de. 
sanimt 11. (»oo Vorlageblättern; c^ l»7(»t> Bde. — Jahresdotation 
ca. 1'200 Gulden. — Präses: Joseph Klimes, Bürgermeister; 
Gustos für (f) Karl Labler, Stadtrath; für l>) Joseph 
Poslt. ]\Iuseumsdirector ; für c) Johann Sferba, Mu- 
seunisadjunct. — a) und hj Bandkatalog; c) Zettelkatalog. — 
a) und h) benutzbar an Wochentagen von !< — li und 2 — 5 Uhr 
nach Anmeldung beim betreffenden Gustos; r) benutzbar 
Sonntag von 'j— 11 und Mittwoch von 2 -- 6 Uhr. — Ent- 
lehnungen und Versendungen von Büchern. — Gegr. a) und 
c) ISCö; h) is'.)4; Aufnahme fanden unter rt) Archiv der Stadt 
Chrudim. Grundbücher des k. k. Kreisgerichtes in Chrudim 
u. a.; unter c) ältere Devoty'sche und Ziegler'sche Bibl., dann 
die Bibl. des Policky spolek in Chrudim u. a. — Alle Wissen- 
schaften, besonders Geschichte, Culturgeschichte, Ethno- 
graphie. 

Im Drucke nur zu fi) Seznam knih odborne knihovny (bis Ende 1897). 

Chyrow (Galizien). 

'••2. Collegium des Ordens der Gesellschaft Jesu, — 

a) Hausbibl. für die Priester und Ordensleute mit soiio Bdn., 
meist ascetisch theologischen Inhaltes, benutzbar jeden Morgen 
1 Stunde; h) Lehrerbibl. ■2000 Werke, nach den Fächern 
des Gymn. -Lehrplanes; c) Schulbibl. (nur Lehrbücher für die 
Zöglinge) ; d) Schülerbibl. ca. 2000 Werke, bestimmt zur Pri- 
vatlectüre (in franz., deutscher, polnischer, latein. und ruthen. 
Sprache). — 3 Bibliothekare (d. Z. L P. Anton Botz). — Jahres- 
dotation a) 300 Gulden; h) (500 Gulden; c) von den Beiträgen 
der 300 bis 400 Schüler angeschafft; d) aus den jährlichen Bei- 
trägen (1 Gulden pro Kopf) bestritten. — Kataloge aj und hj 
in Zettel-, d) in Eandform. — Keine Versendung. — Alle 
Wissenschaften nach Möglichkeit. 

Cilli (Steiermark). 

93. [K. k. Staats-Ober-]Gymnasium. — aJ Lehrerbibl. 

sir)4 Bde.; l>) Schülerbibl. 3093 Bde. — Director: Schulrath 
Peter Koncnik; Gustos für n) Prof. Matthäus Kurz; für hj Prof. 
Johann Liesskounig. — Gegr. 1809; seit 18r)0 Obergymn. 

Nach dem letzten Jahresberichte gearbeitet, da der Fragebogen nicht 
beantwortet wurde. 



•2K Czernt)wit z. ['•'•* 

I>t. [K. k. Staats-Unter-]Gymnasium. — '/ ' Lehrorbibl. 
123 Bde. und llt'i'if; /*/ Schük'rbil)!. IHT ]uU'. und Ilofte. — 
Leiter der Anstalt und Bibliothekar für <t) Prof. Julius Glo- 
wacki; für l>) Prof. Anton Kusi. — Gegr. 1j^;>5. 

Nach dem letzten Jaliresbericlite gearbeitet, da der Fragebogen nicht 
beantwortet wurde. 

Czernowitz (Bukowina). 

;•;'>. Gr.-or. theologische Facultät der k. k. Franz Josephs- 
Universität. ErzbisclK'ifliclies Kesidenz^ebäude. — Endo l.^'.ts: 
717 1 Bde., S(i Hefte (unvollständige Thoile eines grösseren 
Ganzen) und 14 Stücke anderer Gattunu', u. a.: - Incunabolu 
in 1 vol. — Jahresdotation looo Gulden. Bibliotlii'kar : 

Dr. Theodor Tarnawski, k. k. o. ö. Univ. -Prof. ; Beamter: Ro- 
bert Klenient, Amanuensis der k. k. Univ.-I>ibl. — Iland- 
schriftl. je ein ali)habet. Zettel-, sj'stematischer Zettel- und 
drei Stand()rts-(Band-)Kataloo:e für 8'^-, 4"- und Fol.-Werke; 
Inventar (Einlaufsjiiurnal) ; Doublettenverzeiehniss. — Für die 
Benützung sind bestimmte Stunden nicht festgesetzt. — Ent- 
lehnungen und Versendungen unter den für die k. k. Univ.- 
Bibl. geltenden Bestimmungen — Theologie. 

'.»•;. [K. k. Ober-]Gymnasium. — a) Lehrorbibl. 10.031 Bde., 
-Ml Hefte. 17.1:j;'. Programme; /') Schülerbibl: 2470 Bde. -- 
Jahresdotation öoo bis Goo Gulden. — Diroctor: Schulrath 
Heinrich Klauser; Gustos für"; Prof. E))ii)hanias v. TarnoMiecki ; 
für die Programmsammlung: Prof. Dr. Anton Polaschek ; für 
h) Gymn. -Lehrer Dr. Emil Sigall. — Fachkatalogc in alpliabet. 
Ordnung, neben jedem solchen ein Zettelkatalog in fachlicher 
Unterordnung. — Die Bibl. ist täglich von 1-2-1 und am 
Sonntag von It -Ti für die Mitglieder des Lehrkör[)ers zu- 
gänglich, die auch Bücher gegen Emi)fangssclu'in entlehnen 
dürfen. — Ebenso Versendungen an Lehriiersonen. — Die 
Gründung der Bibl. lä.sst sich auf die a. h. Entschl. v. J. IHK; 
zuriickfiihrcn. auf Grund welcher laut Gub.-Erl. v. 17. Mai isio, 
Z. iJ-M'.i, jedem aus dem Studienfonds dotirten Giymn. zur 
Anlegung einer zweckmässigen lUichersammlung durch c auf- 
einnnd<M-folgend<> Jahre jährlich Jno Gulden C.-M. und nach 
deren Verlauf jährlich r)<i Gulden G.-M. zui- Vermehrung der 
Büchersanunlung aus dem Studienfonds bewilligt wur<h'u. 
Doch ist l)is zum Jahre isio unter dem damaligen Präfecten 
Kolny nicht einmal der Anfang zu einer Büchersammlung 
gemilcht worden, obgleich das Gymn. bereits .seit isoü be- 
standen halte. Erst na<di Bolny's Versetzung in den Uuhe- 
stanrl findet sieh im J. Is-.'u der l'.üchei'vorratli des Gymn. 



9S1 Czoviiowitz. 29 

verzeiolmet, der aus 7 Werken in -27 Rdn. bestand. Die erste 
Anschaffung aus dem bewillij^ten Bibliothekspauschale ist im 
J. IHvJl erfolj^t; aber diese Anschaffungen waren sowohl im 
Umfang als in der Auswahl der Werke bis zum J. isi:» 
/ienilich dürftig; in der Zeit von 1S2(> bis October 1849 weist 
der Katalog nur ;)!<> Nummern aus, darunter l.Vi Nummern 
(icschenke. Diese Erwerbungen galten auch der Bibl. der 
l)hilosophischen Lehranstalt, die 18'25 errichtet, ebenfalls im 
(lymnasialgebäude untergebracht und 18:51 in ihrem Oesammt- 
l)estande (11 Werke mit .■);• Bdn.) mit der (Jymnasialbibl. ver- 
einigt wurde. Die Hauptschuld an diesem kümmerlichen 
Wachsthum trug die damalige Bevormundung vor dem 
J. 1848, denn die Präfecte durften laut Studien-Hof-Commiss.- 
Decr. V. r2. August 18-38, Z. 3996, „um allem Unfuge und 
möglichem Missbrauche bei Benützung der Gymn.-Bibl. für 
die Zukunft vorzubeugen", kein angeschafftes oder geschenktes 
Buch in den Bibliothekskatalog eintragen, bevor es von der 
Landesstelle als „anstandslos" befunden worden war. Erst 
vom J. 1849 ab wurden durch die Aufnahmstaxen der Schüler 
neue und reichliche Geldmittel für die Bibl. gewonnen und 
der Lehrkörper bezüglich der Neuanschaffungen autonom. 
Nach dem verstorbenen Universitätsprofessor Tomaszczuk ge- 
langte eine Sammlung von 484 Bdn. und -20 Heften in den 
Besitz der Bibl. — Sämmtliche Gymnasialfächer. 

Katalog der Lehrerbibl. A. Deutsche Sprache. In: Jahresbericht des 
k. k. Obergymnasiums. Czernowitz 1897. 

97. [K. k. Staats-Unter-]Gymnasium. — a) Lehrerbibl. 
658 Werke in 938 Bdn. und Heften, darunter 300 Werke in 
40G Bdn., die vom k. k. Staats-Obergymn. in Czernowitz über- 
nommen wurden, 2357 Programme; hj Schülerbibl. — Director: 
Vincenz Faustmann; Gustos für a) Prof. Victor Prelicz; für 
hj Prof. Ferdinand Saxl. — Gegr. 1896. 

Nach dem letzten Jaliresberichte gearbeitet, da der Fragebogen nicht 
beantwortet wurde. 

98. Akademische Lesehalle an der k. k. Franz Josephs- 
Universität, Franzensgasse Nr. 5. — 323s Bde. — Jahrcs- 
dotation aus Subventionen des Bukowinaer Landtages und 
der BukoMänaer Sparcasse 100 Gulden. — Vorstand: der jeweilige 
Präses, d. Z. Emanuel Lauer; 2 Ausschussmitglieder als Bi- 
bliothekare für die belletristische und wissenschaftliche Abth. 
— Accessionskatalog. — Täglich an Vormittagen für Mit- 
glieder benutzbar. — Entlehnungen gegen Revers auf 2 Mo- 
nate. — Keine Versendungen. — Gleichzeitig mit dem Vereine 
Is*;') gegr. und durch die Bibl. des aufgelösten Schach- und 
Stenographen Vereines erweitert. — Philosophie, Rechts- 



30 Czernowitz. [99 

Wissenschaft, Naimwissenschaft, Medicin, deutsche und fremde 
Literatur. 

Berichte über die Bibl. in den Jahresberichten der Lesehalle. 

;•;•. [Gr.-or. Ober-]Realschule. — a) Lehrerbibl. :57SG Bde.: 
b) Sehiilerl)il)l. — Jahrosdotatiun furo) 15(» Gulden. — Director: 
Constantin Mandyczewski; Bibliotliekar : Prof. Anton Ronia- 
nowsk}'. — Inventar, Gruppen-, Zettelkatalot,»'; letzterer nach 
Schlaiiworten aiphabet, geordnet. — a) für den Lehrkörper 
der eigenen, eventuell auch anderer Mittelschulen benutzbar. 

— Entlehnungen gegen Revers. — Keine Versendung. — 
Gegr. zugleich mit der Anstalt 1SG3. — Sämmtliche an der 
Anstalt vertretenen Fächer. 

Katalog der Lehrerbibl. erscheint 1899 ff. im Programme des Gymn. 

l<>0. K. k. Universitäts-Bibliothek im Universitätsgebäude. 

— Am Schlüsse dos Jahres 18;'7: Tö.os-t Bde., 44.:53L kleine 
Schriften, -2713 Hefte (Fortsetzungen), 3309 Doubletten, Summe 
\löA.i7 Stücke. -40 Handschriften. — Bibliothekar: Dr. Karl 
Reifenkugel; Gustos: Dr. Johann Polek; Scriptor: Dr. Adolf 
Bucher; Amanuensen: Johann Rongusz, Dr. Rudolph Wolkan, 
Robert Klement; J Bibliotheksdiener. — Dotation 'JOOO Gulden, 
Matrikelgebühren l.sOS 4fj8 Gulden. — Allgemeiner und voll- 
ständiger Zettelkatalog; systematischer Katalog in Zettelform, 
d. Z. ungefähr 2 Drittel des Gesammtbestandes umfassend 
(System O. Hartwig). — Geöffnet während des Studienjahres 
vom 1. October bis 31. Januar von 9 — 1 und von 2 — 4; vom 
1. Februar Ijis 30. April von 9- — 1 und von 3 — ;'>; vom 1. Mai 
bis 31. Juli von 9 — 1 und von 4 6 Uhr; während der Herbst- 
ferien Dienstag und Freitag von 10—1 Uhr. — Mit Bezug auf 
Entlehnung etc. gelten die für Universitäts- und Studienbibl. 
festgesetzten Bestimmungen. — Gegr. 1875; es fanden daselbst 
Aufnahme: die gewesene Landesbibl. 15.544 Stück mit Ein- 
schluss der Hormuzakischen Schenkung (122(j Stück) und der 
Mustazza'schen Bibl. (594 Stücke); käuflich erworben 1H75 
die juridische Bibl. Prof. Paul Roth in München (12.257 Stück), 
lH7<i die juridische Bibl. Prof. Conrad Rosshirt in Heidelberg 
(4<;«1 Stück): im Wege der Schenkung Ihoo die juridische 
Bibl. des Prof. Dr. Constantin Tomaszczuk (2249 Stück). — Ge- 
pflegt werden sämmtliche an der Universität vertretenen Fächer. 

Roif(nikiij,M'l, K. Die Bukowinaor Landesbibl. iiml dio k. k. Uiiivorsitäts- 
bil)l. in ('/.f;rii()witz. Czernowitz 1H8.5. — Rcifciikuf^ol, K. I)i<' k. k. Uni- 
v.T-it-li-l,il>l in rzcrnowitz IHHö— lK<t.'>. C/.ernowitz \H'M;. 

Universitätsinstitute, Seminare etc. 

|o|. Seminar für M alliciiia 1 i k und ina t hcni a I i sc lic 
Physik. - :i2 1 Wci-ke. - KfiiK- iH-sliniiiit«' .lahrcsdutalidii. 



1071 Datschitz. 31 

— Vorstände: Prof. Dr. Anton Puclita und Prof. Dr. ()tt<dvar 
Tumlirz. 

102. Seminar für rt)niänisclie Sprache und Li- 
teratur. — SK Werke in lül Bdn., überdies einige in meh- 
reren Exemplaren, welche in die obi.üc Zählun<>- nicht auf- 
genommen wurden. — Keine beständige Jahresdotation. — 
Vorstand: Prof. Dr. Johann G. Sbiera. — Benutzbar nur für 
Seminarmitglieder. — Ebenso Entlehnungen. — Gegr. mit 
Erlass des k. k. Ministeriums für Cultus und Unterricht vom 
7. Juli lsy4, Z. 18.8.S6 (provisorisch) und mit Erlass vom 
Ol. April 1897, Z. 3353 (definitiv): die Satzungen gen. mit Erlass 
vom 31. Juli 1897, Z. 19.212. — Fachliteratur. 

103. Seminar für ruthenische Sprache und Li- 
teratur. — (58 Werke. — Keine bestimmte Jahresdotation. 

— Vorstand: Prof. Dr. Stefan Smal-Stocki. 

104. Germanistisches Seminar. — 642 Bde. — Jahres- 
dotation 100 Gulden. — Vorstand: Prof. Dr. Oswald Zingerle 
Edler v. Summersfeld. 

10.5. Historisches Seminar. — Ca. 600 Bde. mit Ein- 
schluss des hilfswissenschaftlichen Apparates. — Jahres- 
dotation 200 Gulden. — Vorstände: Prof. Dr. Ferdinand 
Zieglauer v. Blumenthal, Prof. Dr. Siegmund Herzberg-Fränkel. 

106. Philologisches Seminar. — 729 Nummern. — 
Jahresdotation 100 Gulden, doch erfährt sie eine namhafte 
Erhöhung durch die jeAveilig vacant bleibenden Seminar- 
stipendien, welche für Bücheranschaffungen verwendet 
werden. — Vorstände: Prof. Dr. Johann Wrobel und Prof. 
Dr. Isidor Hilberg. 

Datschitz (Mähren). 

107. Franciscanerkloster. (Conventus Dacicensis ad s. 
Anton. Pad.Ordinis FratrumMinorums.P. Francisci.) — DieBibl. 
ist seit der im Jahre 1650 erfolgten Gründung des Klosters in 
einem 5 Meter langen, 5 Meter breiten gewölbten Zimmer im 
I. Stocke untergebracht; sie enthält meistens theologische 
Bücher, welche dem Kloster grösstentheils von verschiedenen 
Wohlthätern (namentlich der Gräfin Maria Theresia Transon, geb. 
Weisen-Wolf ca. 1700) geschenkt wurden. Im neuesten, vierten, 
nach 15 Fachgruppen geordneten Kataloge — verfasst im Jahre 
1846 vom Ordenspriester P. Benjamin SiruOek — sind 2064 Bde., 
darunter mehrere aus den Jahren 1513 — 1632 eingetragen. 
Erwähnenswerth ist auch eine vom hl. Johann Capistran 
an einen Olmützer Bürger auf Pergament geschriebene „Filian- 



3-2 Deutschbrod. [108 

tia" vom J. 1454. — Die Hibliotheksordnuni; (vom 08, März 1707) 
verbietet jede Entlehnung der Bücher an Auswärtine. - Der 
Bibliothekar wird vom Provinzcapitel ernannt; seit I8;t2 t'un- 
</irt als solcher der Guardian P, Anselm Spälenka. 

Deutschbrod (Böhm ). 

iu>. [K. k. Staats-]Gymnasium (C. k. stätni v^'ssi i;ym- 
nasiuni). mJ Lehrerbibl. .*>4-21 Werke in t:i;{(tBdn.. 2171 Heften, 
l8o Broschüren, 54ti8 Protrramme; h) Schülerbibl. 1720 Werke 
in :i:is[) Bdu., 88 Heften, 10 Broschüren. — Director: Jan 
Steflirek; Bibliothekar für nj Prof. Josef Neniec; für h) Prof. 
Bohus Neumann. ■ — Gegr. 1735, 177S — 1802 j^eschlossen, 1807 
den Prämonstratensern übergeben. Seit 1851 Untergymn., 
seit 1805 Obergymn., 1872 Realobergymn.. iss.") normales 
Gynin. ; in demselben Jahre verstaatlicht. 

Nach dein letzten Jahresberichte gearbeitet, da der Fragebogen niciit 
beantwortet wurde. 

Dübi'oiiiil (Galizien). 

lo'.i. Griech.-Kath. Basilianerkloster (reformirt durch Con- 
stitution Sr. II. Papst Leu XUl. vom 12. Mai 1882; unter der 
Leitung des Ordens der Ges. Jesu) besitzt zwar eine gr(")ssere 
Bibl. mit alten Manuscripten und Werken, doch war es 
bisher bei den hohen und wichtigen Arbeiten, die den refor- 
mirten Basilianern zugewiesen sind, unm(")glich, die Bibl. zu 
ordnen und zu katalogisiren. — P. Adalbert M. Baudiss, Rector. 

Dornbirii (Vorarlberg). 

11" [Communal-Unter-]Realschule besitzt eine Lehrer- und 
eine Schülerbibl. - Director: Johann Engel; Bibliothekar: 
Prof. Johann Julius Emig. ^— Gegr. 187« mit der Anstalt. 

Nach dem letzten Jahresberichte gearbeitet, da der Fragebogen nicht 
boaiit wiirtf't wurde. 

Droliobycz (Galizien). 

111. TK. k. Franz Josefs-Staats-]Gymnasium (C. k. gimna- 
zyum im. Francziszka jr.z(;l'a). '// Lehrerl)ibl. 25«!) Werke; 
hj Schüh-rbibl. ß45 Werke in 882 Bdn. (poln. Abth.), 424 Werke 
(deutsche Abth.), 211 Werke in 2H; Bdn. (ruth. Abth.) Leiter: 
Prof. Jozef Pi/ybylski ; Custosderpoln. Abth. Prof. Jan Chmiolek ; 
d»M- deutscjien Abth. Prof. Dr. Witold Barewicz; der ruth. 
Aljth. Prof. WJodzimierz Paslawski. — Gegr. 1858 als Com- 
munalanstalt; seit 18<;5 Realobergymn., seit 1H78 reines Gymn., 
seit 187 1 verstaatlicht. 

Nach d'>in lotzlr-ii Jaliresberiolito goarbeitci. <la der Frayclxiucii iiidil 
Icantwortet wurde 



IUI Dnx. 83 

DllX (Böhm.). 

1 12. Gräflich Waldstein'sche Schlossbibliothek, als Fidei- 
cuinmisseijiouthuni in eiuciu ivlcinou iiiul ciiioiu <^rossen Zimmer 
des Schlosses unter^eV)racht. Reiht sich an das Museum 
an, welches eine Waffensammluuü-, eine Porzellaivöammlun<>-, 
ein Kunstcabinet, eine Mineralien- und zoologische Samnilun<4 
enthält. — 18.52? Bde. -- Jahresdotation je nach Bedarf. — 
Schlossverwalter: Karl Müller. Ein alphabet., im Jahre 1888 
abgefasster Bandkatalog. — Benutzbar nach der verfügbaren 
Zeit des Schlossverwalters. — Entlehnungen und Versendungen 
nur mit besonderer Genehmigung des Besitzers. — Gegr. von 
dem Grafen Franz Adam Waldstein, welcher auch mit Kitaibel 
ein botanisches Werk über die in Ungarn vorkommenden 
Pflanzen verfasst hat. Giov. Giac. Casanova de Seingalt hat 
durch mehrere Jahre das Duxer Schloss als Bibliothekar be- 
wohnt; er starb in Dux. Die Bibl. besitzt von ihm zahl- 
reiche Handschriften in 18 mit dem gräflichen Siegel ge- 
hefteten Abtheilungen, theils italienisch, theils französisch. 
a) 172 Briefe des Grafen Lamberg an Casanova von 1767 bis 
1792; ])) l.'JS Briefe Zaguris an Casanova 1784 — 1798; c) ver- 
schiedene Briefe und Aufsätze 1.^8 Stücke; d) Damenbriefe 
22;') Stücke (1771 — 1797); ej Bücherverzeichniss der gräfl. Bibl., 
verfasst von Casanova; f) Dialoge 79 Blatt; g) Komödien 
ir)l Blatt; h) Briefe Casanova's 112 Stücke; t) verschiedene 
Briefe 747 Stücke; Je) verschiedene Schriften 2084 Stücke; 
l) 83 Drucksorten und 28 Hefte. — Alle Wissenschaften, be- 
sonders Theologie, Naturwissenschaften und Rechtswissenschaft. 

Eiferdin^ (Ob.-Oesterr.). 

113. Fürst Camillo Heinrich Starhemberg'sches Archiv und 
Bibliothek. — (Nach Petzhold 30.000 Bde.) — Archivar und 
Bibliothekar: Victor Freiherr v. Handel-Mazzetti, k. k. Oberst 
i. R. — Neukatalogisirung im Zuge. — Nur mit besonderer 
Bewilligung des Besitzers in Gegenwart des Bibliothekars 
benutzbar, welcher vier Monate jährlich in Efferding weilt, 
sonst aber in Linz, Donaustrasse 7, wohnt. 

Chmel, J. Auszug aus dem Handschriftenverzeichni.ss der Bibl. und 
des Archivs zu Riedeck im Besitze des Herrn Grafen Heinrich von Star- 
hemberg. In: Der österr. Geschichtsforscher I. 1. 18:^>.S, S. 15.3. — Loh- 
meyer, E. Aus der fürstl. Starhemberg'schen Schlossbibl. zu Efferding. 
In: Germania XXXI. 188G, S. 215. 

Egcr (Böhm.). 

114. Dominicanerconvent. — Ca. r»<)00 Bde., darunter zahl- 
reiche Incunubeln. Jahresdotation je nach Bedarf. — Prior: 

Hililiotheks-Adrcssbiicb. 3 



34 Eger. Ut"» 

P. Seraphicus Stampfer; Bibliothekar: P. Maximilian Hofer, 
O. Pr. - Handschriftlieh je ein Fach- und aiphabet. Katalog. — 
Benutzbar je nach der verfügbaren Zeit des Bibliothekars. 
— Aus dieser Bibl. als einer von jenen, welche von dem 
Ordensgeneral als „bibliothecae formales" erklärt sind, darf 
kein Buch entlehnt oder verkauft werden. — Gegr. zugleich 
mit dem Kloster l.?lt(;. — Besonders theologische Werke, und 
zwar Moraltheologie. 

11. 'k Erzdechantei hat eine grössere Bibl.; nur benutzbar 
für Priester des Decanates. — Entlehnungen, aber keine Ver- 
sendungen. — Theologie. 

llt"). Gabelsberger Damen-Stenographenverein. Schulhaus 
der Mädchenbürgerscliule „Rudolf inum". — 130 Bde. und ca. 
•20 Zeitschriftenbde. Jahresdotation -2.') — 30 Gulden. — 

Präsidentin: Frl. Mathilde Menzel; Bibliothekarin: Frl. Rosa 
Kunz, Lehrerin. — Benutzbar einmal wöchentlich von f) bis 
t; Uhr. — Entlehnung an Mitglieder auf 4 Wochen. — Gegr. 
zugleich mit dem Vereine 1J^92. — Grösstentheils Belletristik 
und Classiker. 

1 17. [K.k.Staats-]Gymnasium. — a) Lehrerbibl. 3ir)4 Werkein 
7049 Bdn.u.s:! Heften. 7 IncunabGln,l1J. 404 Programme ;fc)Schüler- 
bibl. !«;•! Werke in 2505 Bdn. — Jahresdotation ca. loo Gul- 
den. — Director: Anton Maria Marx; Gustos der Lehrerbibl. : 
Prof. Jacob Stippel; der Schülerl)ibl.: Gjnnn. -Lehrer Dr. Jacob 
Simon; der Programmsammlung: Prof. Simon Zoderer. — 
Zettel- und Bandkatalog, nach Fächern geordnet, innerhalb 
derselben aiphabet, und mit fortlaufender Numeri rung. — 
Fast den ganzen Tag ger>ffnet. — Entlehnung nur an vertrauens- 
würdige Per.sonen im Einverständnisse mit dem Director und 
gegen Empfangsschein. — Gegr. zugleich mit der Anstalt, 
weiche als Lateinschule bereits im if). Jhdt. nachweisbar, 
von 1029—1773 Jesuitengj'mn. war; seit 1h<>.5 auch mit weltl. 
Lehrern besetzt, IH.Oo als Obergymn. organisirt. — Pflegt alle 
Fächer des Gymn. 

Dor gedriK-kto Kataloji; orsolioint im riymnasialpro«,'!'.!!!!!!!!' jiro 18'.K». 

HS. Handels- und Gewerbekammer besitzt eine grö.ssere, 
jedoch bis zu (hr Ende l.SiM» in Aussicht genommenen Ueber- 
siediung in ein eigenes Amtsgebäude nicht geordnete und 
katalogi.sirte Bibl. - Diese Ijesteht aus den Reichs- und Lan- 
desgesetzblättern, einer käuflich erworix-uen (Jeset/sammiuug 
der vf)i-märziichen Ziüt, aus Werken juridischen, vulkswirth- 
Kchaftlichen und statistischen Inhaltes, welche /um kltiucicu 
TlH'ile ;/eknuft, zum grösseren im Schi'irfentnuscli mit Mudereu 



122] Eggenbur«!. ^5 

Kainniorn erworben oder auch von den Ministerien des 
Handels und Ackerbaues zur Verfügunu' gestellt wurden. 
Neben deü statistischen und Sitzungsberichten kommen auch 
Fachzeitungen in Betracht. Bemerkenswerth ist die nicht 
unbedeutende Literatur über die Verhältnisse dos Erzgebirges. 

— Entlehnungen nur vereinzelt an Kanimermitglieder. — Präsi- 
dent: Georg Jäger jun.; Secretär: Dr. Georg Habermann. 

11;». Stadtbibliothek und Stadtarchiv. — Ende 1898:. 5945 Bde., 
darunter 42 Incunabeln. Die Handschriften sind im Archive, 
welches in 24 Schränken untergebracht, bis zum Jahre 12iU', 
zurückreicht und eines der hervorragendsten Städtearchive 
Oesterreich-Ungarns ist. — Jahresdotation je nach Bedarf. — 
Neben dem Bürgermeister Dr. Gustav Gschier eine eigene 
Archivs- (und Museums-)Commission, deren Obmann, wenn 
nicht früher, jedes dritte Jahr gewählt wird. Archivs- und 
Bibliotheksverweser: Dr. Karl Siegl. — Zwei Bandkataloge; 
einer enthält fortlaufend den Zuwachs, der andere ist nach 
Materien geordnet. — Benutzbar zu den gewöhnlichen Amts- 
stunden. — Entlehnungen von Handschriften an Private 
grundsätzlich ausgeschlossen; bei werthvollen Büchern nur 
mit Zustimmung der Commission. — Zeit der Entstehung der 
Bibl. unbekannt; sie wuchs besonders durch reichliche Schen- 
kungen seitens vornehmer Bürger im 16. und 17. Jahrhundert 
und wird durch fortwährende Ankäufe von auf Eger und 
das Egerland Bezug habenden Werken vermehrt. — Sämmt- 
liche Wissenschaften vertreten. 

120. Verein für Egerländer Volkskunde. — Bibl. im Ent- 
stehen. 

Eggeiiblirg (Nied.-Oesterr.). 

121. Redemptoristencoliegium hat eine nur zu eigenem Ge- 
brauche bestimmte Hausbibl. — Katalog in Ausarbeitung. — 

— Rector: P. Laurenz Leitgeb. — Gegr. 1833. 

Elbogen (Böhm.). 

122. [K. k. Staats-]Realschule. — n) Lehrerbibl. 3213 Bde., 
398 Hefte, 6444 Programme; b) Schülerbibl. 1108 Bde., 122 
Hefte. — Director: Dr. Joseph Divis. — Errichtet 1852 als 
Communal-Oberrealschule durch Erweiterung der vorher be- 
standenen unselbständigen Unterrealschule. 1869 — 1878 in den 
unteren Classen Realgymn., 1883 in den unteren, 189:3 in den 
oberen Classen verstaatlicht. 

Nach dem letzten Jaliresberiehte gearbeitet, da der Fragebogen nicht 
beantwortet wurde. 

3* 



36 Falken au. [12H 

Falkenau (Böhm.). 

Un. Deutscher Gabelsberger Stenographenverein, Gasthaus 
Steidl, Sommergasse, — l"is Bde., 1!» Hefte. — Jahresdotation 
20 Gulden. — Obmann: Alfred Pitterling; Bücherwart: Joseph 
Berut. — Band-(Schlagwort-)Katalog. — Benutzbar für Ver- 
einsmitglieder Mittwoch von 8 — loVo Uhr abends. — Ebenso 
Entlehnungen. — Keine Versendungen. — Die Bibl. wurde 
zwar 1883 zugleich mit dem Vereine gegr., aber bis 1894 bei- 
nahe gar nicht benützt. Erst in letzterem Jahre begann eine 
regere Vereinsthätigkeit und eine intensivere Benützung der 
Bücherei. — Ausschliesslich stenographische Werke in Gabels- 
berger-Schrift. 

1J4. Volksbücherei des „Bundes der Deutschen in Böhmen". 

Vereinsiocale: J. Hopf, Sommergasse. — '207 Bde., 47 Hefte. — 
Jahresdotation 40 Gulden. — Obmann : Dr. Narowetz ; 
Büchereiwart: Alfred Pitterling. — Band-(Schlagwort-)Katalog. 
— Benutzbar Dienstag von 8 - 10 Uhr abends. — Entlehnungen 
gegen Lösung einer Jahreskarte (40 kr. pro Jahr). -- Keine 
Versendungen. — Gegr. mit Unterstützung der Bundesleitung 
in Prag im Juli 1890; von 10 Spendern wurden llo Bändchen 
und '20 Hefte geschenkt. — Hauptsächlich schönwissenschaft- 
liche Literatur. 

Feldkirch (Vorarlberg). 

12.0. [K. k. Staats-Real- und Ober-]Gymnasium besitzt eine 
Lehrerbibl., zu der auch die Sammlung von 14.028 Programmen 
gehört, und eine Schülerbibl. — Director: Dr. Victor Pera- 
thoner; Bibliothekar: Prof. Max Stadler v. Wolffersgrün. — 
Eröffnet 1(549 als Jesuitengymn.; seit 18o5 von Exjesuiten 
geleitet; 18O0 - 1809 bayerische Mittelschule, 1809 — 1814 baye- 
rische Studienschule, seit 1814 österr. Staatsgymn., 18r)7 — 18(;8 
Jesuitengymn., seither Staatsanstalt. 1871 mit der seit 1860 
bestandenen Communal-Unterrealschule vereinigt. 

Nacli dem letzten Jahresberichte gearbeitet, da der Fragebogen niclit 
beantwortet wurde. 

I2<i. [Privat-]Gymnasium des Collegiums der Gesellschaft 
Jesu an der „Stella matutina". — Ueber ."So.ooo ]Me., l Vergil- 
C(jdex, gegen <;<i liKMiiiaWcln. — Die Bibl. entstand mit dem 
Pensionat 18;'»^. Die ersten Bestandtheile desselben lieferten 
die Ordens[)rovinz und einige Gesehen kgeljer, auch die da- 
mals aufgeliobene Erziehungsanstalt Trauchburg in Württem- 
berg, deren Büclu^rei theilweise angekauft wurde. — Alphabet, 
(allgemeine und specielle) Bandkataloge. Die Erwerbungen der 
letzten 8 Jahre sind in den Gymn. -Programmen seit 1894 



131] F(;lix(lurf. 'M 

veröffentlicht, — Die Bibl. ist Hausbibl. und besteht aus 
einer Lehrer- und einer Schülerbibl. — Director: Dr. Anton 
Ludewig; Bibliothekar: P. Wilhelm Fox. — Entlehnung nur 
ausnahmsweise auch an bekannte und zuverlässige Pers(")nlich- 
keiten. — Besonders vertreten Theologie und die Gymnasial- 
fächer. 

Zuwachs jälirlich in den Jaliresberichten der Anstalt veröffentlicht. 

127. Stadtbibliothek (Volksleihbibliothek) AugustClessin'sche 
Stiftung, Altes Gymnasium, Nr. lui, 1. Stock. — 1500 Bde. 

— Jahresdotation 20 — 30 Gulden. — Bibliothekar: Ludwig 
Wachler, Volksschullehrer; ein Diener. — Bandkatalog. — - 
Benutzbar Montag abends von (! — 7 Uhr. — Entlohnungen. 

— Ausnahmsweise auch Versendungen. ~ Gegr. 1H71 laut 
Testament des Stifters. Erster Bibliothekar bis 1 87H war 
Ludwig J. Teimer, k. k. Realschulprofessor und emer. Bezirks- 
schulinspector. — Naturwissenschaften, Geographie und Belle- 
tristik. 

Felixdorf (Nied.-Oesterr.). 

13«. Bezirkslehrer-Bibliothek für den Landbezirk Wiener- 
Neustadt, Scbulhaus. — 1105 Bde. — Jahresdotation 50 Gul- 
den. — Obmann: Johann M. Schuster, Volksschuldirector ; 
Bibliothekar: Carl Maierhofer. Lehrer; Ausschussmitglieder: 
Carl Albrecht, Volksschuldirector, Conrad Eidam und F. Grab- 
herr, Lehrer. — Alphabet, handschriftl. Bandkatalog, sowie 
ein älterer gedruckter Katalog. — Täglich benutzbar. — Ent- 
lehnung und Versendung an die Lehrer des Bezirkes. — Be- 
sonders Pädagogik. 

120. Fabriksbibliothek. — Mehrere 100 Bde. - Steht unter 
der Verwaltung der Leitung der „Felixdorfer Weberei und 
Appretur". 

l.'^o. Stenographenverein „Gabelsberger" für Felixdorf und 
Umgebung, Volksscliule. — 111 Bde. — Vorstand: Conrad 
Eidam, Volksschullchrer. — Benutzbar nur für Vereinsmit- 
glieder. — Gabelsberger-Stenographie. 

Fiecht (Tirol). 

131. Benedictinerstift. — Ca. 20.000 Bde., 3oo Incunabeln, 
HO Handschriften. — Keine bestimmte Dotation; Ankauf je 
nach Bedarf und den verfügbaren Geldmitteln. — Biblio- 
thekar: P. Antonius Witschwenter, d. Z. Subprior. — Zettel- 
katalog. — Benutzbar zu allen Stunden des Tages in Gegen- 
wart des Bibliothekars. — Entlehnung, eventuell auch Ver- 



3« Filippsdorf. fi»2 

Sendung nur an vertrauenswürdige Personen gegen Revers. 

— (legr. 171:3, ist theils zu Anfang des t;egenwärtigen Jahr- 
hunderts, W(» die bayer. Regierung das Stii't aufgehoben, und 
man die Kücher zum grossen Theile verschleppt hatte, sehr 
geschädigt, theils 1S6)S durch eine Feuersbrunst heimgesucht 
worden. — In erster Linie Theologie. 

Jaeck im Archiv f. ältere deutsche Gesch. IV. (1822), S. 223, und in 
Seebode's Archiv f. Philol. I. (1824), S. Gf>{). — Lierheimer, Bernhard. St. 
Georgenberg, nun Fiecht in Tirol. In: Ein Benedictinerbucli von Seb. 
Brunner. Würzburg 18.S1. 

Filippsdoi'f (Böhm.), s. Philippsdorf. 

Frei))er^ (Pi-fbor, Mähren). 

132. Piaristenbibliothek der Stadtgemeinde, im Rathhausc. 

— Ueber4()()(>Bde.; Incunaboln (l.^x Jhdt.) •2-2, (bis l.")30) ca. 30. — 
Custos: Ferdinand Pokorny, Apotheker und Mitglied der Ge- 
meinderepräsentanz. — Alphabet. Zettel- und Bandkatalog. — 
Zugänglich nach Anmeldung beim Custos. — Entlehnung nur 
in besonderen Fällen. — Keine Versendung. -- Gegr. am Ende 
des 17. Jhdts. als Hausbibl. des im Jahre lGf»4 vom Olmützer 
Erzbischof Karl II. Graf Lichtenstein in Freiberg gestifteten 
Piaristencollegiums. Nach der 187;") vom Orden selbst ver- 
fügten Aufl("»sung kaufte die Commune das Gebäude wie die 
Bibl. an; nach der is81i erfolgten Aufhebung des Freiberger 
Staats-Untergymnasiums wurde auch dessen Bibl. ihr ein- 
verleibt. — Zum grössten Theil Theologie, sonst Philologie, Ge- 
schichte und Geographie, weniger Naturwissenschaften. 

Freinberg b. Linz (Ob.-Oesterr.). 

133. Jesuitencollegium, s. Linz, Jesuitencollegium. 

FreLstadt (Ob.-Oestcrr.). 

13L [K. k. Franz Josef-Staats ]Gymnasium. — aj Lehrcr- 
bibl. 3-2;1l Bde. und Hl Hefte, lo.iico Programme; />; Schüler - 
bibl. l.")!« Werke in 21 •,'.'> Bdn. — Director: Franz Schauer; 
Custos für aj Prof. Jacob Keller; für h) Prof. Dr. Hermann 
Kerstgens. - Das 17H« aufgehol>ene Piaristengymn. wurde 
lH<i7 wieder eröffnet; seit I87() Realgymn., seit 1872 Real- 
obergymn., seit l HIU normales Gymn. 

Keller, Jacob. Katalog der Lelirerbibl. In: XXVIII. Jahrosbcriclit des 
Kai.'^er P'ranz Josefs-Staat.'<gyMin. zu Freistadt. Frei.stadt IH'.tH. 

Nach dem letzten Jaliresberielite goarhoitet, da der Fragclxigcn niclit 
beantwortet wurde. 



Uli FiH'iwal (lau. 

Freiwaldaii (Schlesien). 

1 ;."). Katholischer Arbeiterverein. — Ca. ;{(><» Bde. — Keine 
ncnnenswerthe «Tahresdotation, zahlreiche Geschenke. Al- 

phabet. Kataloji. — Entlehnungen Sonntags an Mit- 
glieder. — Bibliothekar: Adolph Leder. — Gegr. 18<>r>. — 
Belletristik und Sociologie. 

13(;. Katholischer Gesellenverein. — Ca. 2.50 Bde. — Mei- 
stens Geschenke. — Alphabet. Katalog. — Benutzbar nur für 
Mitglieder. — Ebenso Entlehnungen an Samstagen. — Gegr. 
anfangs der Sechzigerjahre. — Belletristik, Sociologie. 

137. Pfarrbibliothek. — Ca. 200 Bde., meist alte Predigt- 
werke. — Pfarrer: Joseph Neugebauer. 

l;is. Verein der Buchdrucker in Oesterr.-Schlesien. — 

;5io Werke. — Siehe Troppau, Verein der Buchdrucker in Oesterr.- 
Schlesien. 

Freudenthal (Schlesien). 

\:)'.K Privat-Bibliothek Sr. k. u. k. Hoheit des Erzherzogs 
Eugen. — Ca. lo.ouo Bde. — Jahresdotation je nach Bedarf. — 
Bibliothekar: Hans Ritter Gerstenberger v. Rcichsegg, 
Oberstlieutenant i. P. — Handschriftlicher aiphabet. Zettel- 
und Schlagwortkatalog. — Benützung, Entlehnung etc. in Aus- 
sicht genommen. — Alle Wissenschaften, vorzugsweise jedoch 
Geschichte, Ordenswesen, Militaria, Belletristik. 

140. Volksbildungsverein für Freudenthal und Umgebung. 

— Ca. 3000 Bde. — Gedruckter Materienkatalog. — Ent- 
lehnungen an jeden Bewohner der Stadt und Umgebung, 
welcher das schulpflichtige Alter überschi'itten hat. Nicht- 
mitglieder, welche Bücher entlehnen wollen und dem Biblio- 
thekar nicht hinlänglich bekannt sind, müssen behufs Sicher- 
stellung ein Mitglied des Vereines oder sonstigen Bürgen nam- 
haft machen. — Entlehnungen auf 14 Tage, für Mitglieder 
[ Wochen. - Belletristik. Populärwissenschaften. 

Bücherverzeicliniss der Büclieroi des Volksbild ungs Vereines für Freuden - 
thal und Umgebung. Nach dem Stande vom 1. September ls<,t8. Freudon 
thal 1808. 

FritMlek (Schlesien). 

141. [Communal-jGymnasium besitzt eine Lehrer- und 
eine Schülerbibl. — Director: Matthias Wiedermann; Biblio- 
thekar der Lehrerbil)].: Prof. Ferdinand Twrdy; der Schüler- 
bibl.: Prof. Carl Skazel. - Gegr. iso.'i. 

Nach dem letzten Jaliresberichto gearbeitet, da der Fragebogen nicht 
beantwortet wurde. 



40 Fiilnek. [U-' 

Fulnek (Mähren). 

14-2. Capucinerconvent. — 1280 Bde. — Jahresdotation 
20 Gulden. — Bibliothekar: P. Ildefons Komarek, Guardian. 

— Alphabet. Katalog. — Auf Ansuchen jederzeit benutzbar. 

— Keine Entlehnungen und Versendungen. — Die Bibl. wurde 
im Jahre 1622 vom Fuliieker Herrschaftsbesitzer Joseph 
"Wenzel Graf Wirben gegr. und seither durch neuere Werke 
ergänzt. — Theologie und Geschichte. 

Gaya (Kyjov, Mähren). 

148. [Böhmisches Communal-]Gymnasium (Obecni gym- 
nasium). — Bis jetzt katalogisirt 2oD Werke, 24") Bde. — 
Jahresdotation 18iis: I82r)l Gulden. — Director: Joseph Klvafia; 
Bibliothekar: Prof. Dr. Joseph Sedläcek. — Handschriftlicher 
Bandkatalog. — Gegr. mit Anfang des Schuljahres 1898/99, 
wird die Bibl. die gewesene Piaristenbibl. und die Bibl. des 
ehem. deutschen Communalgymn. aufnehmen. — In beiden 
Gymnasialbibl. sind zum grössten Theile Philologie und Natur- 
wissenschaften vertreten; in der gewesenen Piaristenbibl. haupt- 
sächlich theologische Schriften und lateinische Schriftsteller 
aus dem 18. Jhdt. 

Geras (Nied.-Oesterr.). 

144, Prämonstratenserstift. — 15.000 Bde., nebst lo werth- 
vollen Handschriften mit Initialen. — Jahresdotation je nach 
Bedarf. — Bibliothekar: SiardLöffler,Kai)itular. — Handschriftl. ' 
aiphabet. Katalog, theilweise auch ein Schlagwort-Bandkatalog. — 
Benutzbar an Wochentagen von 8 — 6'/.^ Uhr unter Controle 
der benützten Werke. — Entlehnung von Büchern gegen Revers. 

— Ueber die Gründung der Stiftsbibl. genauen Aufschluss zu 
geben ist heute unrnTiglich, da unter Abt Johannes (gest. 
123;')) die von den Kuenriuüen gegen ihren Landesfürsten 
Friedrich HL aufgehetzten B(">hmen und Mährer das Stift 
niederbrannten, wobei die an wichtigen Documenten und Ma- 
nuscripten reiche Bibl. vernichtet wurde. Wohl er.setzten die 
Aebte, besonders Florian und Ulrich di\s Verlorene nach 
Möglichkeit durch Neues; doch schon Ottokar verwüstete 
abermals schonungslos Stift und Bibl. bei Eroberung der nahen 
Grenzfeste Drosendorf. Trotz der grossen Summen, welche 
der Aufbau des Stiftes und der Kirche verschlang, vermehrten die 
Aebte Urban und Johann VI. dennoch den Rest der Bibl. 
durch Sammlung und Ankauf seltenei* und werthvoller Werke 
und Manuscripte und l)rachton sie bald wiedci- in die Ht'die. Im 
J. I<;19 sciilugen die Mansfeldischen Truppen iiir Lager vor Geras 
auf Noch niemals bisher hatte das Stift so viel ausgestanden wie 



Uö] (lo witsch. II 

zu dieser Zeil. Nach dreimaligem Stürmen iialmu'ii die Feind«; 
das befestigte Stil't ein, plünderten es vollkommen au.-^ und 
steckten es in Brand. l']s bliel) nichts übriü: als ein wüst(?r 
Steinhaufen; die Manuscripte, Documente, die seltenen, kost- 
baren Bücher der reichen und werthvollen Bibl., sowie das 
Archiv des Stiftes gingen zugrunde. Mit rastlosem Eifer 
waren nun die Aebte Benedikt und Peter II. bemüht, die Bibl. 
auf ihren früheren Stand und Werth emporzubringen, allein 
die wiederholten Einbrüche und Plünderungen der Schweden 
vereitelten alle ihre Bemühungen. Endlich ums Jahr ]•;:)() 
kamen ruhigere Zeiten und die nachfolgenden Aebte, beson- 
ders Engelbert, Michael — welcher mit Eifer das Studium 
der heil. Schrift, der Kirchenväter und Kirchengeschichte 
betrieb — , Nikolaus Andreas, der Förderer der Wissen- 
schaften, konnten nun, so weit es ihrem Fleisse möglich war, 
die zerstreuten Reste der Bücher sammeln, die sie durch An- 
kauf so vermehrten, dass die Bibl. zu Anfang der Achtziger- 
jahredes vorigen Jahrhunderts bereits wieder einen bedeutenden 
Umfang erreichte. Die Zeit, während welcher das Stift Geras von 
einem Commentatärabt verwaltet wurde, muss für die Stiftsbibl. 
als eine ganz fruchtlose bezeichnet werden. Das grösste Ver- 
dienst um die Stiftsbibl. hat sich unstreitig der am 22. Nov. 
1797 gewählte Abt Ignaz Hörstlhofer erworben. Die Bibl. war 
bisher wegen Mangels eines entsprechenden Locales in meh- 
reren Wohnräumen untergebracht. Abt Ignaz erbaute nun 
nächst der Stiftskirche im Convente einen grossen, mit schöner 
Frescomalerei geschmückten, mit soliden Kästen ausgestatteten 
Saal, Hess unter eigener Leitung die Bücher wissenschaftlich 
ordnen und aufstellen, sowie den Katalog verfassen; in oft 
weiter Ferne suchte er die in den Wirrnissen der Zeit ver- 
schleppten Bücher auf und sammelte sie; Werke, von welchen 
Bände abhanden gekommen waren, completirte er, tauschte 
fremde Werke gegen Duplicate ein und bereicherte die Bibl. 
durch Ankäufe zahlreicher. werthvoUer, alter und neuer 
Werke. Durch die im J. 1805 fertig gestellte Bibl., in welcher 
er auch im Portrait verewigt ist, hat sich derselbe ein blei- 
bendes und rühmliches Denkmal geschaffen. Mit Liebe und 
Fleissfaliren auch die nachfolgenden Aebte fort, den Bücherschatz 
zu erhalten und nach Kräften zu vermehren. — Alle Wissenschaften. 
Hoffor, Bertliold. Zur Geschichte von Geras und Pernek. Wien, 1S80. 

— Ruhi(>tl, Romuald. Gesoiiiclito des Stiftes Geras. In: Ein Chorherren- 

huoh von Seh. l?runner. Würzburg 188:?. 

(iJe witsch (Jevicky, Mähr). 

14.Ö. [Landes-]Realschule(Zemskä vy.s.sirealka).— a) Lehrcr- 
bibl. 313 Werke in :>()'.* Bdn., 312 Programme; l>j Schüler- 



12 (rill und ll-tt' 

bibl. 14-2 Werke iu Hi(j Bdn. — Dotation für a) ca. «00 Gulden; 
für h) ca. !.')() Gulden. — Director: Adolf Ehrhart; Gustos 
für a) Prof. Vincenz Pospisil; für h) der Director. — Ge- 
gründet: 18it7. 

Erhart. Adolf. Katalog knihovny lu-itolskö. In: l'rvni roCni zprava 
zeraske vy^.ii realky v Jevi-ku. V Jevicku 18118. 

Nach dem letzten Jahresberichte gearbeitet, da der Fragebogen nicht 
beantwortet wurde. 

(i 111 Und (Nied.-Oesterr.). 

14tJ. Leseverein im Hofbrauhaus des Alois Brandeis. — 
.sooo Bde. — Jahresdotation 3r)0 Gulden. — Vorstand: Se- 
verin Schmidt, Conimunalarzt; Vorstandstellvertreter: Alois 
Ullrich, Fabrikant; Cassier: Karl Kornus, Bürgerschullehrer; 
Archivare: Rudolph Hamb<)ck, Bahnbeamter, Theodor Walter, 
Bürgerschuldirector, Hans Pöschko, Volksschullehrer; ein 
Diener. — Sechs gedruckte Bandkataloge mit einem Nach- 
trage zu Nr. (i, ein handschriftlicher Katalog in chrono- 
logischer Reihenfolge. — Nur für Vereinsmitglieder ]\Iittwoch 
von 8 — 10 Uhr abends benutzbar. — Ebenso Entlehnungen 
und Versendungen. — Gegr. 1.S74. - Belletristik und Natur- 
wissenschaften. 

Gmunden (Ob.-Oesterr.). 

117. K. k. Forst- und Domänendirectlon für Oberöster- 
reich und das Salzkammergut, besitzt eine Amtsl)ibl. von über 
tiiKi Werken grösstentheils forst- und jagdwissenschaftlichen 
Inhaltes; Bücher werden nur an Beamte der Direction ver- 
liehen. 

IJs. [Communal-Unter-]Gymnasium. — a) Lehrerbibl. ^2^^^) 
Werke, 15»; » Prograninie; l>j Scliülerbibl. 77 Werke. — Director: 
Carl Schuh; Bibliothekar: Gymn.-Lehrer Dr. Rudolf Weiss. 
— Eröffnet 1890. 

Der Katalog beider Hil)l. wird in den Jahre.sbfrifhten veröffentlicht. 
Nach dem letzten Jahresberichte gearbeitet, da der Fragebogen niclit 
beantwortet wurde. 

ll'.t.PrivatbibliothekSr.königl. Hoheit des Herzogs von Cumber- 
land, Herzogs zu Braunschweig und Lüneburg, Schloss (^umber- 
land. Ca. Ki.imk» ]U\v. - Jahn-sdotation .'30(i(i Gulden. — 

Bibliotheksrath: II. Huck. — Wissenschaftlicher Zettel- und 
aiphabet. Bandkatalog. Der erstere ist ein Kai).selkatalog, 
der sich wie ein gebundenes Buch handhaben lässt. Der Band- 
katalog in Form eines Albums mit ebenfalls beweglichen 
Zetteln, <; auf jeder Seite, coo in einem Bande, ähnlich dem Rata- 



i-^21 (Jüdin«:. I'. 

I(»j40 clor Univ.-Hibl. in Ileidelber;^. — l>eniit/l»:ir zu jcilfi- 
Slinulo für den Hofstaat und die Ueaniten S. k. II. des Her- 
zogs, für antlere Personen nur nach vorher eiuLieholler 
höchster Genehmi^un«'. — Ebenso Entlehnunj^^en und Ver- 
sendunjjen. — Als Privat-Bibl. der Könii,^e von Hannover ver- 
muthlich von Sr. M. dem Könif^e Ernst August ^e^ründet, seit 
dieser Zeit fortgesetzt und durch verscliiedene Zuwächse, zu- 
letzt durch die Bibl. Sr. Hoheit des verstorbenen Herzogs 
Wiliielm von Braunsehweig vermehrt. — Sämmtliche Wissen- 
schaften, besonders Militärwissenschaft, Kunst, schöne Litte- 
ratur, Geschichte, vor allem die Geschichte des Weifischen 
Hauses und der Weifischen Lande. 

Katalog der Privat-Bibl. Seiner Majestät des Königs von Hannover. 
Hannover 185S. - Nachtragskatalog 1863. (Hierin auch eine Geschiclito 
der Bibl.) 

Göding (Hodonin, Mähr.). 

löo. [Communal-]Realschule. — a) Lehrerbibl. 3 is Werke 
in 7:38 Bdn. und Heften, 7(;i Programme; h) Schü]erl)ibl. 
ItT Bde. — Für Anschaffung von Lehrmitteln und Bibliotheks- 
werken, sowie für die Jugendspiele waren is;t7/'j.s .sOO (julden, 
für die Herausgabe eines gedruckten Jahresberichtes OTjüGuIden, 
für Buchbinderarbeiten oO Gulden bewilligt; verausgabt für 
a) und h) 2si-8(i Gulden. — Director: Joseph Swechota; Ver- 
walter der Lehrer- und Schülerbibl. : Realschullehrer Dr. 
Gustav Treixler; der Programmsammlung: Relig. -Lehrer 
P. Johann Melzer. - Gegr. 185)4. 

Treixler. Gustav. Katalog der Lehrerbibl. In: '6. Jahresbericht der 
deutschen Communalrealschule in Göding. Göding 1898. 

Nach dem letzten Jahresberichte gearbeitet, da der Fragebogen nicht 
beantwortet wurde. 

151. [Privat-Unter-]Realschule der ,,Ustredni Matice skolskä". 

(Matit.nä reskä realka.) — a) Lehrerbibl. H'y'rl Werke in 
•2718 Bdn. und Heften, OOac Programme; h) Schülerbibl. 
857 Werke in iüil Bdn. und Heften. — Dotation für a) ca. 
100 Gulden; für h) ca. 8o Gulden. — Director: Frantisek 
Slavi'k; Gustos für a: Realschullehrer Ignäc IIo<ek; für h: 
Supplent Josef Tauchmann. — Gegr. 18;r4. 

Hosek, Ignäc. Katalog professorske knihovny. In: IV. Rocni zpräva 
niaticni eeskö realky v Tlodonim'. V HodumnC- IBOs. 

Nach dem letzten Jahrosbericlite gearbeitet, da der Fragebogen nicht 
beantwortet wurde. 

Görz (Küstenland). 

15i. K. k. Ackerbau-Gesellschaft. - 5(;o(> Bde. — Jahres- 
dotation 100 Guldrn. — Präsident: Exe. Franz Graf . Coro- 



il Cxi) VA. [löH 

nini-Cronberu ; Aufsicht über die Bibl. führt der jeweili.üe 
Secretär. — Handschriftlicher Katah)!»^ derzeit in Ausarbeitung-. 

— Benutzbar von 9 — 2 Uhr. — Entlehnungen ohne besondere 
Bedingungen. — Keine Versendungen. — Gegr. ca. iTT«'. — 
Landwirthscliaft und ihre Zweige. 

lös. Centralseminar und theologische Lehranstalt. — 

12. ör^r, Werke in lü.lvIT Bdn., iso Manuscripte, TT) Incunabcln. 

— Jahresdotation 250 Gulden. — Bibliothekar: Dr. Franz 
Zigon, Studienpräfect. — Alphabet. Zettelkatalog. — Be- 
nutzbar für alle zur Lehranstalt gehörigen Personen Montag, 
Mittwoch, Freitag und Samstag von 11 — 12 Uhr. — Ent- 
lehnungen und Versendungen ausnahmsweise, insbesondere 
an einheimische Priester. — Gegr. zugleich mit dem Priester- 
seminare 1757 durch Carl Michael Graf von Attems, Erz- 
bischof von Görz, erfuhr die Bibl. besonders bei der Isis 
stattgefundenen Wiedereinführung der theologischen Studien 
in Görz einen bedeutenden Zuwachs, indem zahlreiche Werke 
der aufgehobenen Doniinicanerklöster zu Parenzo und Capo- 
distria, sowie des geschlossenen Seminars zu Capodistria 
Aufnahme fanden. Uebrigens hat sie namentlich den Vermächt- 
nissen der Görzer Bischöfe und anderer Görzer Geistlichen 
beträchtliche Vermehrungen zu verdanken. — Theologie. 

Ein kurzer Entwurf der Geschichte dieser Bibl. findet sich im Triester 
Diöcesanblatte „Curia episcopalis" 1868—1809; auch als S-A. „Historia 
Seminarii Centralis Goritiensis". Tergesti 1868. 

154. Franciscanerkloster Kostanjevica (Castagnavizza). — 
Bis jetzt katalogisirt :m)02 Werke in ln.(j.").'j Bdn., darunter auch 
einige Handschriften (z. B. Historia rerum Noricarum et Fo- 
rojuliensium von P. Martin Bauzer a. d. J. 1773) und Incu- 
nabeln (z. B. Bonaventura Argentine 14li5). — Jahresdotation 
je nach Bedarf. — Ein in der jährlich stattfindenden Defini- 
torialcongregation der Ordensprovinz ernannter Bibliothekar. 
— Sechs handschriftliche Bandkataloge. Zwei davon enthalten 
die Werke nach der Reihe der Aufstellung, drei nach Fächern 
(14 Classen); unter diesen ist der älteste a. d. J. 1788, der 
folgende v. J. 1852, der letzte von ISnS. Ein aiphabet. Autoren- 
bandkatalog a. d. J. 1788. Ueberdies zwei noch giltige Zettel- 
kataloge, einer nach Autoren alphn])ot., der andere nach Fä- 
chern geordnet. — P'ür Ordensmitglieder jederzeit, für Fremde 
nur ausnahmsweise benutzbar. — Entlehnungen an auswärtige, 
vollkommen vertrauenswürdige Personen nur mit Genehmigung 
des Guardian g<!gen genügende Sicherstellung. - Versendungen 
nur mit speei'Iler Erlaul)niss der Klostervorstehung an An- 
gehörige der eigenen (krainisch-kroatisciien Franciscaner-) 
Ordensprovin/, Die Bibl. stammt ihrem Grundslocke nach 



166] Co VA. 4:') 

aus dem ITSd aufgolH)l)Oiiun Franoiscanerkloster auf doiii 
heil. Ber<ie bei (jrn'z. Die Klostcrfainilie niusste in das frü- 
here Minoritonkioster in Görz übersiedeln und durfte die 
Bibl. niituelunen. Es seheint aber bei der Uel)ersiedlun.Lr vieles 
in Verlust uerallu'n zu sein. Die beiden ältesten Kataloi^a« 
wurden nach der Aufstellung" der iJücher in (Jc'irz angefertigt. 
Nach •-'.') Jahren bestimmte die französische Ke;,nerun<j: das 
Kloster für militärische Zwecke und wies den Franciscanern 
das ehemali<^e Karmeliterkloster auf dem Kostanjevica zu. 
Am <;. Januar isil übersiedelte die auf nur 7 Individuen zu- 
sammengeschmolzene Franciscanerfamilie; die Bibl. wurde 
unter abermaligen Verlusten in das gegenwärtige Locale über- 
tragen. Die Bibl.-Räume waren wohl schon zur Zeit der Kar- 
meliter vorhanden gewesen, aber die Franciscaner fanden 
dieselben vollkommen leer, nur das schön gearbeitete, mit 
dem Karmeliterwappen versehene Portale bezeugt noch jetzt, 
dass dieses Local schon zur Zeit der ursprünglichen Be- 
wohner des Hauses gleichfalls zu Bibliothekszwecken diente. 
Als im Jahre ls-21 auf kaiserliche Anordnung im Kloster das 
Hausstudium der krainisch-kroatischen Franciscaner-Ordens- 
provinz eröffnet wurde, zählte die Bibl. nicht ganz 3000 Bde. 
Im Jahre 18;U kamen dazu 300 Bde., die ein Pfarrer in 
Triest, Giuseppe Fognana de Tonnenfeld, den Franciscanern 
testamentarisch hinterlassen. Nach und nach wuchs die Zahl 
der Bücher so an, dass der zur Verfügung gestellte Raum 
nicht ausreichte. Gegen Ende der Sechzigerjahre suchte man 
sich durch eine Neuaufstellung zu helfen, indem man ohne 
Rücksicht auf sachliche Zusammengehörigkeit die Bücher 
nach dem Formate aneinanderreihte. Bei dieser Gelegenheit 
wurden die beiden Zettelkataloge angefertigt. Es sind aber 
trotzdem bereits zahlreiche Werke vorhanden, die aus Raum- 
mangel weder katalogisirt noch aufgestellt werden konnten, 
daher in obiger Zählung nicht inbegriffen sind. — Vertreten 
sind vorzugsweise die tlieologischen Wissenschaften, überdies 
die auf den Gymnasialunterricht Bezug habenden Disciplinen. 
VascoUi, P. Chiaro. Storia della Castagnavizza. Gorizia 1848. 

155. [K. k. Staats-]Gymnasium. — a) Lehrerbibl. -2713 Bde. 
und 533 Hefte; hj Schülerbibl. 2000 Bde. und 2-2(l Hefte. — 
Director: Schulrath Heinrich Gross; Verwalter für a) Prof. 
Friedrich Simzig; für h) Prof. Andreas Kragelj. — Errichtet 
151»;, später Jesuitengymn., 1810 — 1812 französische Staats- 
anstalt.1793 - l.siOunter Piaristen,dann unter weltlichenLehrern. 

Simzig, Friedricli. Katalog der Lehrerbibl. I. In: 4t^. Jahresbericht des 
k. k. Staatsgynin. in Görz. (Jurz 1808. 

Nach dem letzten Jaliresberiolite gearbeitet, da der Fragebogen nicht 
beantwortet wurde. 



4ß Görz. (106 

J5(!. K. k. Lehrerinnenbildungsanstait. — a) Lehrerbibl. 
1100 Werke; h) Zöglingsbibl. l2o;5 Werke; c^ Schülerbibl. 2;U 
Werke. — Jahresdotation 200 Gulden, eventuell a. o. Dotation 
100 Gulden vom k. k. M. f. C. u. U. im Wege der k. k. Scliul- 
bücherverlagsdirection. — Director: Franz Hafner; Biblio- 
thekar: Nicolaus Ravalico, k, k. Hauptlehrer. — Handschrift- 
liche, nach wissenschaftlichen Fächern geordnete Handkata- 
loge für die Lehrer, mit einem besonderen Hauptkataloge. 
Für Zöglinge und Schüler besondere nach deutscher, italie- 
nischer und slovenischer Sprache geordnete Handkataloge. — 
Entlehnungen einmal wöchentlich. — Besonders pädagogische 
und methodische Werke. 

Katalog der Lehrerbibl. erscheint im Programme der Anstalt für 1900. 

157. [K. k. Staais-]Realschule. — aj Lehrerbibl. Uli) 
Werke; h) Schülerbibl. mit einer deutschen, slovenischen und 
italienischen Abtheilung. — Director: Schulrath Dr. Egid 
Schreiber; Gustos für a) Prof. Franz Plohl; für h) und zwar 
für die deutsche Abth.: Supplent Ludwig Kott; für die slo- 
venische Abth.: Prof. Johann Berbuc-; für die italienische 
Abth.: Alois Girardelli. — Gegr. isGo. 

Plohl, Franz. Katalog der Lelirerbibl. In: ;i7. Jahresbericht der k. k. 
Oberrealschule. Görz 1897. 

Nach dem letzten Jahresberichte gearbeitet, da der Fragebogen nicht 
beantwortet wurde. 

lös. K. k. Studienbibliothek, Gymnasialgebäude. — Ende 
1897: 27.98!") Bde. und Hefte, cö Handschriften, 3(5 Incunabeln. 
— Jahresdotation 1200 Gulden. — Vorstand: Dr. Adolf Baar, 
Gymn.-Prof., provis. Gustos; Gustav Novak, Gymn.-Prof.. 
provis. Scriptor: Schuldiener des Gymn. — Es bestehen: In- 
ventarbuch, alphabetischer Zettelkatalog, Fachkatalog. — Die 
Bibl. ist geöffnet an Wochentagen von 10 — 12 Uhr, ausser- 
dem Mittwoch und Samstag im Winter von 2 - 4, im 
Sommer von .3 — 5 Uhr; in den Hauptferien Mittwoch und 
Samstag von 10 — 12 Uhr. — Bücher können von Personen, 
die dem Bibliothekar persönlich bekannt sind, ohneweiters, 
sonst nur gegen Caution entlehnt werden; Handschriften 
gelten als unentlehnbar. — Versendung nur an Staats- 
bibliotheken, — Die Bibl. ist aus der Bücherei des Jesuiten- 
ordens hervorgegangen, wurde 1822 dem Publicum zugäng- 
lich gemacht und 1858 reorganisirt. — Hauptsächlich Wissen- 
schaften, die in das Gebiet der philosophischen Facultät ge- 
hören. 

15;». Militärwissenschaftlicher Verein l)e.sitzt, da derselbe 
erst 1898 gegründet W(jrden, nur eine kleine Bibl., für die 



162] Oöttwei«i. 47 

derzeit noch keine besiimnite Dotation ausgesetzt ist. — 
Bibliothekar: Carl Millossovich, k. u. k. Major. 

Göttweig (Niod.-Oesterr.). 

l(;u. Benedictinerstift. - TO.ooo Bde., 1 1; 1 Handschriften, 
1409 Incunabeln. — Jaliresdotation je nach Bedarf. — Vor- 
stand der Bibl.: Prof. P. Carlmann v. Schillin«,^ — Band-, 
Schlagwort-, beziehungsweise Nunimernkatalog. — Benutzbar 
jederzeit, gegen Anmeldung beim Abte Adalbert Dungl, 
Präses der österr. Benedictinercongregation. — Entlohnungen 
und Versendungen gegen Revers und nur mit Zustimmung 
der Vorstehung. — Begründet durch Bischof Altmann 
V. Passau (gest. 1091); Neubegründer war Abt Bessel (gest. 
17 49). — Vertreten sind alle Wissenschaften, insbesondere 
Theologie und Geschichte. 

Jaeek, H. Yerzeicliniss der brauchbarsten Handschriften, welche sich 
in der Bibl. der Abtey Göttweih befinden. In: Isis. 1822, Heft 5; 1824, 
Heft 7. — Chmel, J. Handschriften in der Bibl. des Klosters Göttweih. 
In: Der österr. Geschichtsforscher II. 2. 1841. Notizenbl., S. 29. — Krafft, 
Alb. Orientalische Handscliriften des Stiftes Göttweih. In: Jahrbücher der 
Literatur. 1845. 110. Anz. Bl. S. 20. — Wattenbach, W. Handschriften des 
Stiftes Göttweih. In: Archiv für ältere deutsche Geschichte. lO. 18.">1, 
S. 432, 600. — Dungel. Adalbert. Göttweig in Nieder-Oesterreich. In : Ein 
Benedictinerbuch von Seb. Brunner. Würzburg 1881. 

Gottschee (Krain). 

Ifil, [K. k. Staats-Unter-]Gymnasium. — a) Lehrerbibl. 
ausschliesslich der Programmsammlung 992 Werke in 13G9 
Bdn., 379 Heften und 70 Stücken; h) Schülerbibl. 271 Werke. 
— Director und Gustos für a) Peter Wolsegger; Gustos für h) 
Prof. Leonhard Eder. — Gegr. mit der Anstalt 1872. 

Nach dem letzten Jahresberichte gearbeitet, da der Fragebogen nicht 
beantwortet wurde. 

Graz (Steiermark). 

16 2. K. k. Bildungsanstalien für Lehrer und Lehrerinnen, 

Burggasse 13. — a) Lehrerbildungsanstalt 16-29 Werke: 
h) Lehrerinnenbildungsanstalt 375 Werke. — Dotation für a) 
100 Gulden: für h) öo Gulden. — Vorstand: Director Carl 
Jauker; Bibliothekar für a) Prof. Dr. Carl Sander; für b) 
Prof. Ferdinand Zafita. — Zettel-, Schlagwort- und Band- 
kataloge^ alphabetisch und nach literarischen Fächern ge- 
ordnet. ' — An Schultagen täglich von « — 12 Uhr benutz- 
bar. — Entlehnung nur an Mitglieder des Lehrkörpers der An- 



48 Graz. [ifi-'^ 

stalten. — Die Bibl. wurde von der k. k. Normalhaupt- und 
Unterrealschule in Graz übernommen. Ifiß Werke wurden 
vom k. k. Aekerbauministerium geschenkt. — Von den an 
der Anstalt gepflegten Fächern sind besonders Philosophie 
und Pädagogik, sowie deutsche Literatur und Sprache ver- 
treten. — Dem Director unterstehen auch die Zöglingsbibl., 
deren Bibliothekare der Uebungsschullehrer Julius Heu- 
berger und die Uebungsschullehrerin Amalia Haas sind. 

Katalog wird im Jahresberichte der Anstalt für 1898 99 erscheinen. 

163. Buchdrucker- und Schriftgiesserverein Steiermarks. — 

1484 Bde. — Jahresdotation Gü— so Gulden. — Obmann: Joh. 
Greiner; drei gewählte Bibliothekare. — Gedruckter aiphabet. 
Autorenkatalog. — Benutzbar Dienstag und Freitag von T^/, 
bis 9 Uhr abends nur für Vereinsmitglieder und die Lehr- 
linge. — Ebenso Entlehnungen. — Versendungen nur an die 
Vereinsfilialen. — Gegr. ISfis. — Belletristik (ca. lüOO Bde.). 
allgemein wissenschaftliche Literatur (ca. 350 Bde.), P'ach- 
literatur (über loo Bde.). 

1G4. Militärwissenschaftlicher und Casinoverein, Neuthor- 
gasse 57. — 5U-J3 Bde., 43 Zeitschriften, (34 G Karten und 
Atlanten. — Jahresdotation ca. 700 Gulden. — Vorstand der 
jeweilige Obmann des wissenschaftlichen Comites, derzeit 
Major Claudius Czibulka; Bibliothekar der jeweilige Vereins- 
secretär; ein Diener. — Ein Grundbuch mit materien weise 
fortlaufenden Buchnummern; ein Zettelkatalog (Grundbuchs- 
blätter) nach Autoren; ein Katalog mit Autoren- und Materien- 
register. — Benutzbar Dienstagund Samstag von 9 — r2, Mittwoch 
von 4-0 Uhr. — Entlehnungen auf vier Wochen. — Keine 
Versendungen. — Gegr. 1874. — Alle Wissenschaften, ins- 
besondere die militärischen. 

Der letzte Bibl. -Katalog wurde 1898 von der Druckerei Leykani in 
Graz gedruckt. 

1(1.5. Convent der unbeschuhten Carmeliter, IIL Graben- 

.strasse «(J. — Ca. 4400 Werke in (ir)O0 Bdn. — Jahresdotation 
je nach Bedarf. — Vorstand: der Prior oder der von ihm dazu 
bestellte Klostergeistliche (derzeit P. Innocenz Niedermayr). 
— Ein Ortsrepertorium, zwei aiphabet, geordnete Kataloge 
(ein Zettel- und ein Bandkatalog). — Benutzbar nur für 
Mitglieder des Conventes. — In der Regel keine Entlehnungen. 
Keine Versendungen. — Das Kloster wurde l.s44 gegr. — 
Hauptsächlioli Theologie. 

im;. Dominicanerordensconvent, Ilihliolheca F. F. Praedica- 
ti.nun Conv. Graec , II. Münzgral)enstrasse r)7. — I l.(><)0 Bde. — 



170] Graz. 40 

.Jahresdotatioii je nach Bedarf". — P>ibliothekar: P. Alphons 
Rosi)ini, Lector der Tlieolo.uie. — Alpliabel. ^M'ordneier 
Zettel- und Faclikatalo.u. — IJenützbar Moiita;.;-, Mittw<»cli und 
Samstag- V(»n 10 — lOUlir. - LaulOi'dcnsstatuten keine Ent- 
lehnungen und Versendungen, doch liberalstes Entgegen- 
kommen bei interner Benützung. — Gegr. zugleich mit dem 
Convente. Erste Niederlassung der Dominicaner in Graz an 
der heil. Blutkirche \4i:\, 1580 Uebersiedlung nach St. Andrä, 
1S07 an die gegenwärtige Stelle St. Anna im Münzgraben der 
Jakominivorstadt bis 1 S32, nach einem Zeiträume von 04 Jahren, 
lsr)G, Rückkehr dorthin. — Positive Theologie. 

Hw. [K. k. erstes Staats-]Gymnasium. — a) Lehrerbibl. 
■ii)U-2 Bde., 11-21 Hefte, l(;.27.s Programme; h) Schülerbibl. 
854 Werke in ir)-24 Bdn. — Director: Dr. Anton Steinwenter: 
Bibliothekar: Prof. Albin Nager. — Bestand schon im 
13. Jhdt. im deutschen Ordenshause am Leech, im it;. Jhdt. 
in die Stadt versetzt. 1574 von den Jesuiten, isoi von den 
Benedictinern von Admont übernommen; in neuerer Zeit in 
ein Staatsgjnnn. umgewandelt. 

Katalog der Lehrerbibl. In: Jahresbericht des k. k. ersten Staatsgymn. 
in Graz. Graz 18it8. 

Nach dem letzten Jahresberichte gearbeitet, da der Fragebogen nicht 
beantwortet wurde. 

1G8. [K.k. zweites Staats-jGymnasium. — «j Lehrerbibl. 3430 
Bde., 1040 Hefte, 13.140 Programme; b) Schülerbibl. 2132 
Bde. — Director: Regierungsrath Heinrich Noe; Bibliothekar: 
Prof. Alois Siess. — Gegr. 1869. 

Siess, Alois. Katalog der Lehrerbibl. In : 29. Jahresbericht des zweiten 
Staatsgymn. in Graz. Graz I.s98. 

Nach dem letzten Jahresberichte gearbeitet, da der Fragebogen nicht 
beantwortet wurde. 

l(;;i. [F.-b. Privat-]Gymnasium am Knabenseminar „Caro- 
linum-Augustineum". — aj Lehrerbibl. 7 782 Werke in 14.473 
Bdn.: h) Schülerbibl. 1022 Werke in 155(5 Bdn. — Director: 
Ehrendomherr Joseph Stradner; Bibliothekar: Dr. Ferdinand 
Vockenhuber. — Gegr. 1830 als „Carolinum", 1842 durch 
das „Augustineum" erweitert; seit 18G1 acht Classen. 

Nach dem letzten Jahresberichte gearbeitet, da der Fragebogen nicht 
beantwortet wurde. 

170. [Oeffentliches Privat-]Gymnasium des Franz Scholz, 

Grazbach-Eck Maigasse. — 1037 Bde. - Dotation je nach 
Bedarf. — Director und Bibliothekar: Franz Scholz. — Al- 
phabet. Bandkatalog. — Benutzbar täglich von 11 bis 
12 Uhr. - Entlehnungen und Versendungen gegen Revers. — 

Biblioth<'ks-.\dressbiicb. 4- 



50 Graz. [17 1 

Gegr. zugleich mit der Anstalt. — Besonders classische Philo- 
logie. 

Riedel, Karl. Katalog der Lelirerbibl. des öffentl. Privatgj'iun. Graz. 
Im Jahresbericht der Anstalt für 1898. 

171. Handelsakademie. — Jahresdotation ca. SOo Gulden. 

— Vorstand: Director Arthur Edler v. Schmid. — Schlag- 
wortkatalog. — Zugänglich nur für die Fachlehrer. — Keine 
Versendung. — Gegr. zugleich mit der Anstalt im Jahre 18(J3. 

— Vertreten vorwiegend kaufmännische Werke, Geographie, 
Chemie und moderne Sprachen. 

172. Handels- und Gewerbekammer, Neuthorgasse 57, 
1. Stock. — Ca. 3000 Bde. — Jahresdotation ca. 500 
Gulden. — Die Agenden versieht ein Kanzlist. — Ein 
Katalog soll erst verfasst werden. — Die Bibl. ist für die 
Kammermitglieder und das Bureau bestimmt, über pers()n- 
liches Ansuchen auch anderen Personen zwischen 8 und 2 Uhr 
zugänglich. — Entlehnungen und Versendungen in der Regel nur 
an Kammermitglieder, ausnahmsweise auch an solche Personen, 
die dem Präsidenten oder dem Secretariat als be- 
sonders vertrauenswürdig bekannt sind oder eine amtliche 
Stellung bekleiden. — Seit der Gründung der Kammer im 
Jahre l.s4 9 werden theils die nach dem jeweiligen Bedürf- 
nisse erforderlichen Bücher, theils wichtige grundlegende 
Werke oder bedeutende Neuerscheinungen angeschafft. Der 
1895 verstorbene Kammersecretär Dr. Kautzner vermachte 
seine 100 Bde. umfassende Privatbibl. („Kautzneriana") der 
Kammer; dieselbe wird stets ein getrenntes Ganzes bilden. 

— Besonders Werke national-ökonomischen und finanzwissen- 
schaftlichen Inhaltes, Jahres- und Rechenschaftsberichte. 

17.!. K. k. technische Hochschule, Rechbauerstrasse 18. — 
18.000 Bde. und Hefte. — Jahresdotation 3300 Gulden; Ma- 
trikeltaxen ca. WO Gulden. — Vorstand: Dr. Emil Ertl, 
k. k. Scriptor; ein Diener. — Ein Inventar-(Band-)Katalog; 
ein Grund-(Zettel-)Katalog, ein Nummernrepertorium (Band- 
katalog) ; ein aiphabet. Katalog aus fixirten, aber ver- 
stellbaren Zetteln bestehend, in Anlehnung an das sogenannte 
Leydener System; dieser letztere enthält jederzeit den vollen 
Stand der Bibl. und ist für das Publicum zugänglich. Ein 
aiphabet. Zeitschriftenkatalog, nach derselben Art wie der 
vorhergehende; ein systematisclier Katalog aus fixirten, ver- 
stellbaren Zetteln bestehend (eiithältel)onfalls jederzeit den vollen 
Stand der Bibl. und ist für das Publicum benutzbar). Ein 
gedruckter Schlü.ssel zu diesem Katalog, der ausser der sy- 
stematischen Anordnung der Wissenschaften ein reichhaltiges, 



175] Graz. 51 

aiphabet. geordnetes Schlagwörterverzeichniss aus allen 
Wissenschaften enthält, erleichtert das rasche Auffinden jeder 
speciellen Disciplin. Ein systematischei* Zeitschriftenkatalog 
in derselben Weise wie der eben angeführte; ein Entlehnungs- 
repertoriuni nach dem numerus currens geordnet. Ein (")ffent- 
licher Katalog des gesammten Bibl. -Standes, der jedem Be- 
sucher ermöglicht, selbst nachzuschlagen, ob, wann und von 
wem ein Buch entlehnt, oder ob es beim Buchbinder ist. — 
Geöffnet im Wintersemester täglich von 10 — 1 und 4 — 7 Uhr; 
im Sommersemester täglich von 10-1 und 3 — 6 Uhr. An 
Sonn- und Feiertagen, sowie Samstag nachm. geschlossen. 
August und September nur zweimal wöchentlich von 1)^12 Uhr 
geöffnet. — Die Entlehnung steht jedermann frei, soferne die 
zunächst Berechtigten (Lehrkräfte und Studirende der tech- 
nischen Hochschule) nicht beeinträchtigt werden und nach 
dem Urtheile des Bibl. -Beamten die Vertrauenswürdigkeit der 
betreffenden Person ausser Zweifel steht. Privatpersonen 
haben eine Geldcaution oder einen Bürgschaftsschein zu er- 
legen. Im Uebrigen. insbesondere in Betreff der Versendung, 
gelten die für öffentliche Bibl. bestehenden Vorschriften. — 
Gegr. 1875, wo eine Anzahl technischer Werke aus der 
steiermärkischen Landes-Bibl. am Joanneum ausgeschieden 
wurde. Bis 1889 unter Oberleitung der Landes-Bibl.; seit der 
Uebersiedlung in das neue Gebäude der technischen Hoch- 
schule selbständig. 

Katalog der Bibl. der k. k. technischen Hochschule zu Graz. Stand 
Ende Juli 1885. Graz 1885. — Bibl.-Ordnung für die Bibl. der k. k. 
technischen Hochschule in Graz. Genehmigt durch die hohen Ministeiüal- 
erlässe vom 5. November 1890, Z. 20.34tj, und vom 19. Juli 1896, 
Z. 1(5.690. Graz 1896. — Wissenschaftliche Eintheilung des Kataloges der 
k. k. technischen Hochschule in Graz. Graz 1897. 

174. Juristenverein, Sackstrasse 15, 2. Stock. — 1359 
Werke mit rund 3400 Bdn. — Jahresdotation 350 bis 
400 Gulden. — Obmann: Dr. Vincenz Neumayer; Bücher- 
wart: Dr. Hans Sperl, Privatdocent an der Universität; ein 
Diener. — Gedruckter systematischer Katalog mit aiphabet. 
Index. -- Benutzbar nur für die Mitglieder des Vereines von 
8 Uhr früh bis 8 Uhr abends, an Sonntagen von 9—12 Uhr. 
Am Ostersonntag, Pfingstsonntag, Christtag, dann an den in 
die Zeit vom 15. Juli bis 31. August fallenden Sonn- und 
Feiertagen gänzlich geschlossen. — Ebenso Entlehnungen. — 
Keine Versendungen. — Gegr. 18G-2. 

Bücherei-Verzeichniss des Juristenvereines in Graz. Verfasst vom Bücher- 
warte Dr. Hans Sperl. Graz 1899. 

175. Fürsterzbischöfliches Knabenseminar, Grabenstrasse 27. 
— Kj.OOO Bde. — Jahresd<jtation je nach Bedarf, ca. 800 bis 

4* 



5? Graz, Il'?6 

1000 Gulden. — Vorstand: Prof. Dr. Ferdinand Vockenhuber. 

— Je ein aj aiphabet. Zettel-, h) Bandkatalog (nach dem 
numerus currens), c) Standort-, d) Zettelkatalog (für 
die Mittelschulprogr.), e) Zettelkatalog der für Schüler 
geeigneten Werke, wovon Abschriften in Bandkatalogen 
den Schülern zur Verfügung gestellt sind. Ein systematischer 
Fachkatalog in Vorbereitung. — Jederzeit zugänglich für die 
Mitglieder des Frofessorencollegiums. — Ebenso Entlehnungen. 

— Versendungen, sowie anderweitige Entlehnungen nur in 
Ausnahmsfällen mit besonderer Erlaubniss. — Der Grundstock 
der Bibl. hat sich unter Leitung des Prof. Anton Hirtl schon 
vor 188-2 durch einige Decennien bis zu ca. TOGO Bdn. an- 
gesammelt. 1882/83 begann die Neugestaltung nach modernen 
bibliothekarischen Grundsätzen durch Neuaufstellung und 
Anlage des Band- und Zettelkatalogesund unter Zusammenwirken 
dreier Mitglieder der damaligen Seminarvorstehung (Anton 
Stelzl, derzeit Religionsprol, Joseph Stradner, derzeit Se- 
minardirector, und Dr. Franz Gutjahr, derzeit Universitäts- 
prof.). 1884 — 1890 besorgte Dr. Anton Lampel die Anlage 
des Standortrepertoriums, sowie des Kataloges der für 
Schüler geeigneten Bücher. Während der Krankheit desselben 
supplirte Dr. Franz Gutjahr; seit IG. Juli 1890 fungirt der 
gegenwärtige Vorstand, welcher die Sammlung der Mittel- 
schulprogramme ordnete und katalogisirte. — Zahlreiche 
Schenkungen. — Vertreten sämmtliche Wissenschaften, bei 
Neuanschaffungen vorzugsweise jene Werke berücksichtigt, 
welche in näherer Beziehung zum Lehramte an Mittelschulen 
stehen. 

17ß. Steiermärkische Landesbibliothek am Joanneum, Kalch- 

berggasse. — IMii.Oso Bde. und Hefte, darunter 92 Incunabeln. 

— Jahresdotation 4000 Gulden (ord.), 750 Gulden (ausserord.) 
für die Katalogisirung. — Vorstand: Universitätsprof. Dr. 
Hans v. Zwiedineck-Südenhorst, Bibliothekar; 8criptoren: Dr. 
Wilhelm Fischer, Carl Wilhelm Gawalowski; Amanuensen: 
Dr. Franz Goltsch. Dr. Ludwig Schuch ; Hilfsbeamter: 
Moriz Rüpschl; ;5 Diener. — Ein aiphabet, und ein 
wissenschaftlicher Zettelkatalog, ein Standortsrepertorium 
(Bandkatalog). - Geöffnet vom IG. September bis 30. April 
an Wochentagen von 10 — 1 und 4 — 9 Uhr, an Sonn- und 
Feiertagen von 10 — i Uhr: vom l. Mai bis 15. Juli an 
Wcjchentagen von 10 — 1 und 4 — 7 Uhr; vom IG. Juli bis 
1.'). September an Wochentagen von 10 — 1 Uhr. — Die Be- 
nützung steht jeder anständigen erwachsenen Person, von 
Mittelschulen und verwandten Lehranstalten auch den Schülern 
der beiden obersten Classen offen. — Entlehnung an alle 



i<^1 Graz. 53 

erwachsenen Bewohner von Graz, die durch ihre Verhältnisse 
die für die Erhaltun«? des Landescij^enthums nöthi<ien (Ja- 
rantien bieten; alle anderen haben eine von einer entlehnunus- 
berechtiiiten Person ansi>estellte lUir^schaitsurkunde bei- 
zubringen. — Versendung an die Leitungen (öffentlicher Bibl. 
und Unterrichtsanstalten, insbesondere an die Volksschulen 
Steierniarks und die F'ilialen der steiermärkischen Land- 
wirthschafts-Gesellschaft. — Gegr. am OG. November isil als 
ein Theil des von Erzherzog Johann ins Leben gerufenen 
steiermärkischen landschaftlichen Joanneums. Unter den grös- 
seren Schenkungen ist besonders die Lssi der Bibl. als Ver- 
mächtniss zugefallene Büchersanmilung des Oberfinanzrathes 
und Gutsbesitzers Dr. Franz R. v. Heintl (^-i.Höö Bde. und 
Hefte) hervorzuheben. — Vertreten sind alle Wissenschaften ; 
bevorzugt: Styriaca, Geschichte und Hilfswissenschaften, Erd- 
kunde, sch()ne Literatur und Literaturgeschichte, bildende 
Kunst, Musik, beschreibende Naturwissenschaft, Staatswissen- 
schaften, Land- und F'orstwirthschaft; in beschränktem Masse: 
Philosophie und Pädagogik. 

Göth, G. Das Joanneum in Graz, geschichtlich dargestellt. Graz 18ß1. 
— Zwiedinock-Südenhorst, H. v. Die steierm. Landesbibl. am Joanneum 
zu Graz. Graz 1893. — Bestimmungen für die Benützung der steierm. 
Landesbibl. in Graz. Graz 189:i. — Jahresberichte des Joanneums. Graz 
1812 ff. — Gedruckte Kataloge: Erwerbungen, seit 1. Juni 1891 jährlich 
ein Bd. — Katalog der Handbibl. 1893. — Incunabeln und Cimelien. 
189Ö. — Katalog land- und forstwirthschaftlicher Werke und Zeit- 
schriften. 189i">. — Katalog der Zeitschriften und periodischen Werke, 1897. 

177. K. k. Landwirthschafts-Gesellschaft in Steiermark be- 
sitzt nur eine Handbibl., stellt jedoch der ,, Landschaftlichen 
Bibl." in Graz einen massigen r>etrag zur Anschaffung land- 
wirthschaftlicher Druckwerke zur Verfügung. Ebenso werden 
dieser am Ende des Jahres alle Fachblätter zugewiesen. 

17s. Deutscher Leseverein, Hans Sachsgasse 5. — .3000 
Bde. — Jahresdotation 15U— 200 Gulden. — Obmann des 
Vereinsausschusses: Dr. Josef Plenk; ein Diener. — Ge- 
druckter aiphabet. Katalog. — Benutzbar nur für Mitglieder 
von 9—12 und 1 — o Uhr. — Ebenso Entlehnungen und Ver- 
sendungen. — ls(i9 wurde der erste akademische Leseverein 
gegr., nach dessen behördlicher Auflösung der deutsche Lese- 
verein in seinem Besitze und seiner Mitgliederschaft die Nach- 
folge angetreten hat. — Nur Belletristik. 

170. Lesezimmer des allgemeinen Krankenhauses. — ;!0(»(^ 
Bde. — Jährliche Subvention vom Lande 150 Gulden. — Di- 
rector: Prof. Dr. Victor Fossel. — Ein Bandkatalog nach 
Materien und innerhalb derselben aiphabet, geordnet. — Be- 



54 Graz. fiBO 

nützbar für die Aerzte der Anstalt von s Uhr früh bis s Uhr 
abends. — Ebenso Entlehnuni2:en. — Keine Versendungen. — 
1S(J3 ge^r., führte die Bibl. ein bescheidenes Dasein bis is!c2, 
Avo die Direction eine Reorganisation einleitete und das Lese- 
zimmer schuf. l>^i'5 übergab Hofrath Prof, Dr. Kembold seine 
medicinische. aus ca. •2öOO Bdn. bestehende Bibl. der Anstalt 
als Geschenk, womit erst ein ansehnlicher Bücherbestand ge- 
schaffen war. — Medicinische Literatur. 

ISO. ,.Mercur", Kaufmännischer Verein im Hause der Kauf- 
mannschaft. — 3203 Bde. — Vorstand des Ausschusses: Fer- 
dinand Machatschek; Stellvertreter: Joseph Poehm. — Band- 
kataloge und ein gedruckter Materienkatalog. — Benutzbar 
nur für Vereinsmitglieder. — Entlehnungen Montag, Dienstag, 
Donnerstag, Freitag von .SV2 — '''.o Uhr abends. — Gegr. 1867. 
— Kaufmännische, politische und andere Zeitungen: kauf- 
männische und Sprachwissenschaften, Geographie, Geschichte 
und schöne Literatur. 

Katalog der Bibl. des Vereines Mereur in Graz. Nach dem Stande vom 
1. Juli 1896. Graz 1896. 

isi. Privatbibliothek Prof. Dr. Ludwig v. Graff. — Ca. 15.000 
Nummern mit ca. I7.uu(t Bdn. und Broschüren, aufgestellt im 
zool.-botanischen Institute der k.k. Carl Franzensuniversität, dem 
sie in derselben Weise wie die Institutsbibl. zur Verfügung 
steht, nur dass der Besitzer, welcher für Neuanschaffungen 
jährlich ca. 5()0 Gulden aufwendet, auch an auswärtige Col- 
legen Bücher versendet. — Ein gedruckter Materienkatalog, 
welcher demnächst einen Nachtrag erhält. — Begründet von 
der Professorenfamilie v. Siebold, dem Zoologen Carl The- 
odor V. Siebold, dessen Vater (Prof. der Geburtsliilfe Adam 
Elias V. S.) und Grossvater (Prof. der Chirurgie Carl Caspar). 
Doch wurde von dem gegenwärtigen Besitzer seit 18s2 fast 
ein Drittheil des Bücherschatzes (die gesammte praktische 
Medicin mit Ausnahme der alten Autoren) abgegeben und 
gegen fehlende zoologische Monographien und Zeitschriften 
ausgetauscht. 

Bibl. des Prof. der Zoologie und vergl. Anatomie Dr Ludwig v. Graff. 
Leipzig 1891. 

182. [Steiermärkische Landes-Ober-]Realschule im eigenen 
Gebäude. Die Bibl. besteht aus einer Leiirerbilil. (y;»17 

Bde., 10.5.SO Programme und Hefte) und einer Schüler- 
bibl. (74<; Bde). — Director: Dr. Franz Martin Maj-er: Biblio- 
thekar ein Mitglied des Lehrkörpers. — Gegr. 1H45. — Pro- 
fessoren haben jederzeit, Schüler zu bestimmten Zeiten, 
Fremde aber keinen Zutritt. — Ein Zettelkatalog. 



l'^4l (Ji-az. ;,-. 

18.!. [K. k. Staats-]Realschule. — ^^; Lohrerbibl. l.">riit Worko 
in 3-2s;j lUln. und 4'.)? Ihirton, r):;s,s rroj^i-ammo; l>) Scliük-r- 
bibl. 471 lido. (für die oberen Classen), III IJde. (für die un- 
teren Classen). — Director: Dr. Anton Heibenscluili; Custo.s 
für n) Prof. Ferdinand Kroier; für h) Prof. Carl Neubauer 
und Prof. Heinrich Kruinpholz (letzterer auch Verwalter der 
Prograninisanmilunii). — Errichtet l.sTvJ als Ober-Realschule; 
1SS4 wurden die oberen Classen aufgehoben, isit-i wieder er- 
öffnet. 

Kmior, Foidinaiul. Katalog der Lclirorbilil. 1. 'l'li. In : 26. Jahresbericht 
der k. k. Staats-()ber-I\oalschuh> in Graz. Graz IS'.is. 

Nach dem letzten Jalire^berichte gearbeitet, da der Fragebogen nicht 
beantwortet wurde. 

184. K. k. Universitäts-Bibliothek. — lOö.oOO Werke in 
1G3.944 Bdn. und ITJ'.i Handschriften (die ältesten aus dem 
1>. Jhdt.). An kostbaren Druckwerken auf Pergament sind her- 
vorzuheben: ein Missale Salisburoense 141';"), die erste Aus- 
gabe des Theuerdank vom Jahre 1517, die Decretalen Gre- 
gors IX. vom Jahre \\l'^ u. a. Letzter Jahreszuwachs: 
."iSKj Werke in 11. So;] Bdn. — Jahresdotation lo.oiiü Gulden, 
Matrikeltaxen (1898) 1498'o5 Gulden; ausserordentliche Dotation 
(1898) 2500 Gulden. — Bibliothekar: Reg.-R. Dr. Wilhelm 
Haas; Custos: kais. R. Dr. Anton Schlossar; Scriptoren: 
Dr. Johann Peisker, Heinrich Kapferer; Amanuensen: Dr. Fer- 
dinand Eichler (mit Titel und Charakter eines Scriptors), 
Dr. Friedrich Ahn, Dr. Emil Lesiak, Dr. Friedrich Baumhackl; 
Praktikanten: Dr. Johann Schukowitz, Priv.Doc. Dr. Stephan 
Witasek. — Geöffnet vom 1. October bis zum Palmsonntag 
an Werktagen täglich von 8 — 4 Uhr, Dienstag und Freitag 
probeweise von 8 — 8 Uhr; vom Mittwoch nach Ostern bis 
zum ;)l. Juli von 8 — 1 Uhr und 4 — 6 Uhr, während der Ferial- 
monate August und September jeden Dienstag und Freitag 
von ;t— 1-3 ijhr. Benützung (1898) 17.794 Leser: 2;$. 218 Werke 
in 45.;jU1 Bdn. und 92 Handschriften; Entlehnungen: 
5747 Werke in lo.ooo Bdn. und 11 Handschriften. — Ent- 
lehnung und Vorsendung nach den allgemeinen Bestimmungen. 
— Mit der Gründung der Universität 158<; dürfte auch die 
Errichtung einer Bibl. verbunden gewesen sein. Siciier ist. 
dass die für die Universität berufenen Jesuiten ihre Colle- 
giumsbibl. besassen, die offenbar auch der Universität ge- 
dient hat. Im Jahre 1<;94 wurden im Universitätsgebäude 
zwei grosse Säle hergestellt, die für die Bibl. bestimmt waren, 
aber zunächst als Aula und akademisches Theater Verwendung 
fanden. Nach Aufhebung des Jesuitenordens 177o wurde die 
Inspection über diese Bil^l. dem Weltpriester (E.xjesuiten) 
J. Barderini in Eigenschaft eines Bibliothekars übertragen. 



56 Graz. [184 

Neben dieser allüemeinen Colleitiiiinsbibl. scheinen aber noch 
Separatbibl. bestanden zu haben. So fand sich in verschie- 
denen Werken die Bezeichnung- „ex libris facultatis philo- 
sophicae", in anderen „gehört in das Predigerzimmer". So- 
dann wurden mit dieser Bibl. die Büchersammlungen der 
Jesuitencollegien zu Marburg. Leoben und Judenburg zu 
einer öffentlichen Bibl. an der Universität Graz vereinigt. 
Sieben Zimmer waren mit Bücherkisten angefüllt, die Bücher- 
kästen nahmen einen -21 Klafter langen Wandraum ein und 
waren mit Büchern vollgepfropft: der Bücherkatalog aber lag 
in Wien. Da machte sich der Director Tomicich darüber, 
in das Chaos einige Ordnung zu bringen. Er nahm einige 
Professoren der Theologie zu Hilfe und sorgte dafür, dass 
von denselben Kasten für Kasten, Kiste für Kiste durch- 
gesehen, das WerthvoUe und Wichtige ausgelesen und nach 
Fächern geordnet, zusammen 7146 Werke, in drei Zimmern 
aufgestellt wurde. Alsbald wurde auch ein Lesezimmer im 
ehemaligen Collegium eingerichtet und am 15. April 177 »5 be- 
reits benutzbar gemacht. Die Summe der angesammelten 
Bücher betrug gegen 42.0O0 Bde., für welche neue Localitäten 
ausgemittelt und hergerichtet werden mussten. Hiefür wurde 
das bisherige Auditorium academicum (Universitätstheater) 
in Aussicht genommen. Das Hofdecret vom 1. April 1775 
ordnete die Einrichtung der Bibl. an; das Gubernium er- 
stattete diesbezügliche Vorschläge, welche durch Hofdecret 
vom 31. August 1776 genehmigt wurden. Trotzdem dauerte 
es lange, bis die Arbeiten in Angriff genommen und 
vollendet waren. Am 14. October l7.so wurde der Guber- 
nialpräses durch ein Schreiben des k. k. Oberstkanzlers 
Grafen v. Blünnegen beauftragt, dass sich derselbe als kais. 
Commissär in die Grazer öffentliche (Universität s-)Bibl. be- 
gebe, zwei Gubernialräthe dahin bestelle und in ihrer Gegen- 
wart die Eröffnung kundmachen solle. Am 1!». März 17«! 
wurde nun der neue Bibl. -Saal feierlich durch den Guber- 
nialpräses Gf. Alois Podstatzky eröffnet und hierbei „die von 
Wernekingh abgefassto Ode" vertheilt. Zur Bibl. des 
Grazer Collegiums gehcirte ein stiftungsmässiges Capital von 
5000. zur Leobener Collegiumsbibl. ein solches von loOO Gulden, 
welche aber bei dem Baue aufgewendet worden sein sollen. 
Zum Ankaufe von Büchern und für Beheizung wurden 
400 Gulden jährlich bewilligt. Da laut Hofdecret vom 
14. September lxx2 die Aufhebung der Grazer Universität 
und deren Umwandlung in ein L_yceuni verfügt wurde, wurde 
die Universitätsbil)!. nun liVcealbibl. Durch Zuweisung der 
Büchersammlungen aufgehol)ener inner<"isterreicliischer Kir)ster 
erhielt diese Bibl. einen bedeutenden Zuwachs in den Jahren 



i«4] (Jrn/. 57 

17s-2~l7!Mi. (Diese KW'jslor waren in Stcierniai-k : Hescliulito 
AuiTUstiner in (Iraz und in llithonniautorn, IJcncdictincr in 
St. Lanibreclit, ]>ene(lictinei'inn(Mi zu (ITtss, (Miorliorren in Stain/, 
IN'Ulau und Hotlonniann, Cistercienser in Neuborg, Cr)lostinc- 
rinnen in Marburg, Dominicaner in Pettau, in Neuklostcr 
[Klösterle], Dominicanerinnen in Graz, in Studenitz und 
Mahrenberg, Franciscaner in Feldbach und Fricdau, Mino- 
riten in Windiscligraz.) Was die Einrichtung und Verwal- 
tung betrifft, so hatte diese in Folge Gubernialdecretes vom 
17. November 17sö nach der Lemberger I^ibl. -Instruction 
stattzufinden. Zum definitiven Bibliothekar wurde mittelst 
Hofdecret vom 11. August ITi^ö der Weltpriester August Herz 
mit jährlich soo Gulden angestellt und ihm ein Scriptor bei- 
gegeben. Leider war die Wahl keine glückliche und höchst 
missliche Zustände waren die Folge davon. Da die Misswirth- 
schaft immer ärger wurde, erhielt der Prof. der Moral Jüstel 
am 24. December 1793 den Auftrag, eine Revision durchzu- 
führen, und im Jahre 1794 erfolgten Weisungen an den Stu- 
dienconsess, über gute Ordnung und Auswahl der Bücher zu 
wachen und bessere Eintracht zwischen dem Bibliothekar und 
den Professoren zu erzielen. Die am 2."). Februar 17!».") er- 
schienene Verordnung über die Benützung und Beaufsich- 
tigung der Exjesuitenbibl. durch die Universitätslehrer hatte 
auch für Graz gute Folgen. Ende 1795 konnte Jüstel seinen 
Bericht übergeben; die dargelegten Gebrechen, sowie die 
commissionelle Untersuchung hatten die Pensionirung des 
Bibliothekars Herz zur Folge. An seine Stelle wurde am 
24. November 179.S Prof. Jüstel zum Bibliothekar ernannt, 
dem es auch gelang, Ordnung in die Bibl. zu bringen. Da 
das Kloster zu St. Lambrecht wieder reactivirt worden, die 
alte Klosterbibl. aber nach Graz gekommen war, so stellte im 
Jahre IsOd der Abt Joachim von St. Lambrecht die Bitte 
um Zuwendung der Duplicate der Grazer Lycealbibl., welcliem 
Ansuchen auch über Befürwortung von Seite des Guberniums 
durch die Hofkanzlei entsprochen Avurde. Eine Eingabe 
des Bibliothekars Jüstel vom 1. März iso'j um Erhöhung der 
Dotation von 400 auf sOO Gulden hatte keinen Erfolg. 
Die Lesestunden in der Bibl. waren bisher ganz willkürlich, 
erst am "29. August l.si7 setzte der Bibliothekar Sandmann 
im Einverständnisse mit den Professoren dieselben auf 9 bis 
1 Uhr fest, was auch von Seite des Guberniums Genehmigung 
fand. Mit der Wiedererrichtung der Universität in Folge kais. 
EntSchliessung vom .'G. Januar 1S27 wurde die Lyceal- 
bibl. wieder Universitätsbibl. In derselben machte sich be- 
reits Raummangel fühlbar. Trotz der geringen Dotation 
wuchs doch die l:!ücherzahl, so dass an eine Erweiterung der 



58 Graz. [181 

Bibl. gedacht werden musste und das Giibernium mit Erlass 
vom 24. September ls-28 die Adaptirung- des über den philo- 
sophischen Hörsälen befindlichen grossen Saales zur Er- 
weiterung der Universitätsbibl. anordnete. Allein dieser 
Saal erlaubte keine vollkommene Ausnützung; es durften Bücher- 
kästen nur an den Seiten aufgestellt werden — Avährend die 
Mitte auf leichten Tafeln die Dissertationen enthielt — da 
seine Tragfähigkeit eben gering war. Als daher dieser Raum 
nach Möglichkeit ausgenützt war, wurden wieder in den er- 
steren Sälen neue Kästen in der Mitte aufgestellt, damit der 
neue Zuwachs Platz finde. Ein neuerliches Ansuchen der 
Universitätsbibl. im Jahre ISHS um Erhöhung der Dotation 
auf 700 Gulden und um 1000 Gulden für i; Jahre zu Neu- 
anschaffungen wurde wohl vom Gubernium befürwortet, aber 
von der Regierung nur theilweise bewilligt. Die Dotation 
wairde auf 600 Gulden C. M. erhöht, ein ausserordentlicher 
Zuschuss aber abgelehnt. Dabei blieb es bis l.siiS, in welchem 
Jahre die (JOO Gulden C. M. = G30 Gulden ö. W. auf S30 
Gulden vermehrt wurden. Dass bei einer so geringen Do- 
tation der Zuwachs an gekauften Büchern nicht gross sein 
konnte und in den meisten Disciplinen kaum die nöthigen 
Handbücher angeschafft werden konnten, ist leicht erklärlich. 
Erst im Jahre isTO wurde die Dotation auf 4000 Gulden, 
1S77 auf (iooo Gulden, isito auf 7500 Gulden, 1S94 auf S500 
Gulden und 18t»G auf lo.ooo Gulden erhöht. Dazu kamen seit 
dem Jahre 1862 noch die Matrikelgelder, die sich 1808 auf 
1498-35 Gulden beliefen, und seit 1897 ein eigenes Regiepau- 
schale von 220 Gulden (jetzt 300 Gulden). — Die im Jahre 
1807 getroffene Einführung der Pflichtexemplare erwies sich 
für die Vermehrung des Bücherbestandes sehr vortheilhaft. 
Besonders ausschlaggebend aber waren die Geschenke. Die 
namhaftesten darunter waren : vom Director der Staatsdruckerei 
Degen, von Frh. Otto v. Sterneck (1.SG5), Min.-R. R. v. 
Lassner (1867), Hofbuchhändler Braumüller in Wien (1867), 
Robert Hamerling (1890), Universitätsprof. Carl Ritter v. 
Schroff (1S92), Hofr. Prof. Schmarda (l.s9(;), aus Dr. Saria's 
Xachlass (1896), Prof. Schütze's Nachlass, Hofr. Rollet (1898). 
Im Jahre l.s62 wurde auch die Büchersammlung der auf- 
gehobenen medic.-chirurg. Lehranstalt mit der Universitäts- 
bibl. bedingungsweise vereinigt (Unt.-Min.-Erl. 11. /8. 1862).— 
Unter den Bibliothekaren erfreute sich Johann Krausler (1 «33 
bis IH,", 1) eines vorzüglichen Ansehens, das er sich durch 
seinen Fleiss und seinem Tüclitigkcit erwarb. Er wurde im 
Jahre 1x1« durch Verleihung eines Eiiren-Doctordiijlomes der 
philosophischen Facultät und im Jahre 1«19 durcli die Ver- 
leihung des Titels eines „kais. Rathes" ausgezeichnet. Die 



1S41 Graz. f)!» 

l>ibl. liattx' das Glüclc, am .'5. Octobei' I«li» diircli oiiion licsucli 
Sr. Majostät des Kaisurs Franz I. ausgezeichnet zu werden. 
Desj^leichen l)esuchte am 7. November isi? das AUerliöcliste 
Kaiserpaar das lij'ceum und die Bibl. Auch Se. Ma- 
jestät Kaiser F'ranz Josef I. zeichnete sie, anlässlich 
der Kaiserreise durch Innerösterreich und vorzugsweise 
nach Graz, woselbst am 30. Juni die Oüojährige Ilabsburg- 
feier abgehalten worden war, am 7. Juli I8H3 durch seinen 
Besuch aus und schrieb seinen Namen in das vorbereitete Fest- 
album ein. — Bei dem Neubau der Universität Avurde auch 
an einen Neubau für die Universitätsbibl. gedacht, da die 
alten Räume vollständig unzulänglich waren. Dieser 
wurde 181t;i begonnen und besteht in einem Annex des 
Universitäts-Hauptgebäudes selbst. Die Mitte des Baues nimmt 
der Lesesaal ein, um welchen sich die Büchermagazine und 
übrigen Localitäten gruppiren. Derselbe war im September 
1895 so weit fertig, dass am !». die Uebersiedlung begonnen 
und am C-J. vollendet wurde. In dem alten Gebäude befand 
sich ein Denkmal (Büste) des ehemaligen Prof. der Physik 
Leopold Riewald, entworfen von dem berühmten Bildhauer 
Fischer, in Erz gegossen von Fernkorn; auch dieses wurde 
in den Neubau übertragen; ebenso die Bilder, mit denen der 
alte Bibl. -Saal geschmückt w^ar. Vor der Uebertragung 
wurde die Bibl., deren einzelne Theile bisher nach verschie- 
denen Systemen aufgestellt waren, durch den gegenwärtigen 
Bibliothekar einheitlich nach dem numerus currens geordnet, 
was eine Neuanlage der bereits hart mitgenommenen Local- 
repertorien zur Folge hatte; gleichzeitig wurde eine grosse 
Handbibl. für den Lesesaal ausgCAvählt. Auch ist man jetzt 
mit der Anlage eines systematischen Kataloges beschäftigt. 

Wernekingh, Jos. Bey Eröffnung des Bücbersaales der hohen Schule 
zu Grätz. 17SI. — Die Lyceumsbibl. zu Gr.'itz. (Vaterland. BliUter für den 
österr. Kaiserstaat 1815, S. 08.) — Polsterer, A. J. Die k. k. Universitäts- 
bibl. (In: Polsterer, Grätz 1827, S. 20.) — Schreiner. Gust. Die k. k. Uni- 
versitätsbibl. (In: Schreiner, Grätz 184;;, S. 30.) — Dudik, B. Ueber zwei 
Handschriften der Ic. k Universitätsbibl. zu Graz. (In: Schriften der 
histor.-stat. Section, Bd. U, S. ;i82.) — Wattonbach, W. Handschriften 
der Universitätsbibl. in Grätz. (In: Archiv f. alt. deutsche Gesch. X, 1851, 
S. G21.) — Zahn, Jos. v. Verzeieliniss der Handschriften der Universitäts- 
bibl. zu Graz. (In: Beiträge zur Kunde steiorni. Gcschichts(iuellen, Bd. I, 
S. 17.) — Peinlich, R. Gesch. des Gymn. in Graz. Progr. 1874, S. .S4, 05 etc. 
— Krones, F. Gesch. der Karl Franzens-Universität in Graz. ISSli. (Am 
wichtigsten ) — Schünbach, A. E. Ueber eine Grazer Handsclirift lat.- 
deutscher Predigten. Festschi*ift der k. k. Karl Franzens-Universität in 
Graz. ISfiO. (Hs. 730.) — Schönbach, A. E. Miseellen von Grazer Hand- 
schriften. Graz 1808. Sepabd. aus Mitth. des histor. Ver. für Steierni. 
XLVI. — Loserth, Job. Fornielbücher der Grazer Universitätsbibl. (In: 
Neues Archiv der Gesellsch. f. ältere deutsche Geschichtskunde. Hannover. 
Jg. XXI, S. 2'.t9; XXII, S. .307; XXIII, S. 752.) — Haas, Wilhelm. Die 



60 Graz. fl»» 

Grazer Universitätsbibl. (In: Graz. Morsenpost 1895, Nr. 297.) - Rezori, 
Wilh. Edl. V. Die neue k. k. Universität in Graz. (Allg. Bauztg. 1896.) 

Universitätsinstitute, Seminare etc. 

ls:>. Mathematisch-physikalisches Cabinet. — 44 
Bde. — Jahresclotation für das Institut 200 Gulden, davon 
ein Theil für die Bibl. — Vorstand: Prof. Dr. Anton Wass- 
muth. 

l.sc. Institut für angewandte medicinische Chemie. 
— lHf)-2 Werke. — Jahresdotation (für Bücherankauf) 2()0 
bis -250 Gulden. — Vorstand: Prof. Dr. Karl B. Hof mann. — 
Inventar- und aiphabet. Zettelkatalog. — Benutzbar tagsüber 
für die Besucher des Institutes. — Entlehnungen und Ver- 
sendungen nur ausnahmsweise unter den Bedingungen und 
im Wege der Universitätsbibl. — Gegr. 18(;3. — Theoretische, 
besonders aber angewandte medicinische Chemie. 

IST. Anatomisches Institut. — l57o Nummern. — Do- 
tation je nach Bedarf. — Vorstand: Prof. Dr. Moriz IIoll; 
Assistent: Dr. Streissler. — Zettelkatalog. — Nur zu eigenem 
Gebrauche. — Anatomie und verwandte Fächer. 

18S. Chemisches Institut. — 2000 Bde. und Hefte. — 
Aus der ordentlichen Dotation dos Institutes für Bücher- 
ankauf jährlich Uio-4.')0 Gulden. — Vorstand: Prof. Dr. 
Zdenko Hans Skraup. — Ein aiphabet, geordneter Zettel- 
katalog und ein nach Fächern getheiltes Inventar. — Benutz- 
bar während des ganzen Tages. — Keine Entlehnungen und 
Versendungen. - Vorwiegend Chemie, ausserdem Physik und 
beschreibende Naturwissenschaften. 

1S9. Geographisches Institut hat eine sehr kleine 
Fachbibl.. deren Anfänge auf das Jahr 1S87 zurückreichen 
und die hauptsächlich aus Zeitschriften und Specialkarten- 
sammlungen besteht. — Jahresdotation des Institutes 100 
Gulden (für Bücherankauf je nach Bedarf). — Vorstand: 
Prof. Dr. Eduard Richter. 

1110. Geologisches Institut. — ;?842 Nummern (Bde. 
nicht gezählt), überdies zahlreiche Karten, Wandtafeln u. s. w. 
- Jahresdotation 4oo Gulden, davon 2<>o Gulden für Bücher- 
ankauf. — Vorstand: Prof. Dr. Rud(jlph Hörnes: die Iland- 
Ijibl. unter unmittelbarer L(Mtung des Prof. Dr. Vincenz 
Hilber. — n) Acquisitionsprotokoli :/>; Zettelkatalog, ali)hal)et. 
nach Autoren und Schiagworten; c) Verzcichniss nach Orion- 
tirungsnummerii. -- Zunächst für die wissenschaftlichen 
Zwecke des Institutes; ausnahmsweise werden Bücher auch 



103] Tri-az. r,i 

an Trof. und Studiroiule der Universität in draz, sowie an 
auswärtij^e Faeh^euossen verliehen. — is77 wurden <^(;le;:ent- 
lich der Trennung- der mineralo^isch-petro.^raphi.schen und 
der oeolc)üiseh-i)alä()nt()l()<iisclien Lehrkanzel vom eheniali.ucn 
„niineral(tj;it>ehen Cabinet" -.').") Nummern übernommen; der 
jährliche Zuwachs schwankte dann zwischen 50 und loo Nummern. 
issi wurde die Privatbibl. des Prof. Dr. K. F. Peters mit 
sTf) Werken erworben, während der Institutsvorstand R. 
Hörnes bei Aufir)sun<i- seiner lUicherei, ISOG, der Ilundhibl. 
1305 Nummern geschenkweise zuwendete und seither die von 
ihm im Schriftentausch erworbenen S.-A. und sonstigen 
Schriften in gleicher Weise an die Bibl. des Institutes abgibt, 
insofern sie den Zwecken desselben entsprechen. 

Hörnes, R. Das geologische Institut der k. k. Carl Franzens-Universität 
in Graz. (Mittlieilungen des naturw. Vereines f. Steiermark. Jahrg. 1.S95. 
Graz is'.)(i.) 

191. Gerichtlich-medicinisches Institut. — Ca. ^cuo 
Werke. — Jahresdotation ^Oü — 25o Gulden. — Vorstand: 
Prof. Dr. Julius Krasser. — Band-, Zettel- und Schlagwort- 
katalog. — Jjenützbar während der üblichen Arbeitsstunden 
von 9 — lundo— 7 Uhr mit Ausnahme der gesetzlichen Ferial- 
tage. — Entlehnungen nur ausnahmsweise. — Keine Ver- 
sendungen. — Gegr. 18G3 zugleich mit der Errichtung der 
medicinischen Facultät durch Reg.-R. Prof. Dr. Adolph 
Schauenstein. — Ehemals Hygiene und gerichtliche Medicin, 
jetzt nur noch gerichtliche Medicin und deren Hilfswissen- 
schaften, namentlich gerichtliche Chemie, forensische Psj'chi- 
atrie und Criminalpathologie, Unfallheilkunde und patho- 
logische Anatomie. 

19-3. Hygienisches Institut. — 300 Bde. — Jahres- 
dotation ca. -Joo Gulden. — Vorstand: Prof. Dr. Wilhelm 
Prausnitz. — Zwei Zettelkataloge, der eine nach Autoren, 
der andere nach Materien geordnet. — Benutzbar von s — 12 
und 2 — 7 Uhr. — Entlehnt werden nur gebundene Bücher. 
— Keine Versendungen. — Gegr. 1^94; damit verbunden ist 
auch die Bibl. der k. k. allgemeinen Lebensmittelunter- 
suchungsanstalt. 

193. Kunsthistorisches Institut. — 3ßl Werke und 
2 Handschriften. — Jahresdotation 300 Gulden. — Vorstand: 
Prof. Dr. Joseph Strzygowski; ein Diener. — Alphabet. Ka- 
talog. — Oeff entlich benutzbar Mittwoch von 2 — (l Uhr, sonst 
für Mitglieder des Institutes. — P^ntlehnungen an Mit- 
glieder des Institutes mit ausdrücklicher Erlaubniss des Vor- 
standes. — Versenduneen nur in ausser'^ewohnlichen Fällen. — 



62 Graz. [194 

Gegr. 1893. — Geschenkweise wurde die Sammlung der kunst- 
historischen Gesellschaft in Graz übernommen. — Neuere 
Kunstgeschichte von Christi Geburt bis auf unsere Tage. 

194. Palaeographisches Institut. — 31» Werke, dar- 
unter die zu Unterrichtszwecken dienenden Tafeln in meh- 
reren (3 — G) Exemplaren. — Jahresdotation loo Gulden. — 
Vorstand: Prof. Dr. Adolph Bauer. — Inventarkatalog. — Be- 
nutzbar mit Erlaubniss des Vorstandes, abgerechnet die Zeit 
der Vorlesungen und Uebungen von 8 Uhr früh bis 8 Uhr 
abends. — Keine Entlehnungen und Versendungen. — Gegr. 
isT'.i durch Prof. Dr. Ferd. Kaltenbrunner und unterstützt 
durch zeitweilige Subventionen des k. k. M. f. C. u. U. bis 
istte, wo dem jetzigen Vorstande eine regelmässige Dotation 
und einmalige Subvention von r)00 Gulden bewilligt wurde. 

105. Pathologisch-anatomisches Institut. — 409 
Nummern. — Jahresdotation 240—250 Gulden. — Vorstand: 
Prof. Dr. Hans Eppinger. 

190. Pharmacologisches Institut. — Ca. :3500 Bde. 

— Jahresdotation ^ot» Gulden. — Vorstand: Prof. Dr. Jos. 
Moeller. — Alphabet. Zettelkatalog. — Benutzbar täglich mit 
Bewilligung des Vorstandes. — Keine Entlehnungen und Ver- 
sendungen. — Gegr. zugleich mit der medicinischen Facultät 
Ihg:^ und wesentlich vermehrt durch Prof. C. R. v. Schroff. 

— Pharmacologie, Pharmacognosie und deren Hilfswissen- 
schaften. 

197. Phj'siologisches Institut hat nur eine kleine, für 
den internen Gebrauch bestimmte Handbibl. von 300 Werken. 

— Vorstand: Hofr. Prof. Dr. Alexander Rollett. 

198. Zoologisch-zootomisches Institut. — Ca. 1800 
Bde. — Jahresdotation 5oo— Goo Gulden. — Vorstand: Prof. 
Dr. Ludwig v. Graff. — Zettelkatalog. — Zu gelehrten 
Studien auch ausser dem Institute benutzbar. — Keine Ver- 
sendungen. 

199. Chirurgische Klinik des allgemeinen Kranken- 
hauses. - H05 Bde. — Ein Theil der 550 Gulden betragen- 
den klinischen Dotation für Bücherankauf verwendet. — Vor- 
stand: Hofr. Prof. Dr. Carl Nicoladoni; Assistenten: Dr. Erwin 
Payr, Dr. Ludwig Lukscli; ein Diener. — Band- und Zettel- 
katalog mit aiphabet, und Sachregister. - Benutzbar von 
X Uhr früh bis s Uhr abends mit Genelimigung des Vor- 
standes, beziehungsweise der Assistenten. — Ebenso Ent- 



2021 Graz. r,:i 

lehnun^Gii aul' vier WocIumi uiul mit bosdiiderer speoieller l»o- 
willij^iinu auch Verseiulun^oii. — Zinn uriisstoii TIhmIg eiit- 
staiulon diircli Noucrwerbimgoii und (Josclionke dos Iloir. 
Prof. Dr. l\zoha/,ek, sowie der beiden späteren Vorstände 
Prof. Dr. Anton Wölfler und Hofr. Prof. Dr. C. Nicoladoni. 
Ein Theil der Bücher stammt aus der Hibl. des verstorbenen 
Stabsarztes S. M. des Königs der Belgier Dr. K«")pel. — 
Chirurgie und pathoh)gische Anatomie. 

•2(M). Geburtshilflich-gynäkologische Klinik, Pau- 
histhorgasse 15, 1. Stock. — 201 Bde. — Jahresdotation ;5()<) 
Gulden, davon für die l^ibl. ca. 2(»o Gulden. — Suppl. Vor- 
stand: Docent Dr. Emil Rossa. — Inventarkatalog. — Benutz- 
bar für die Aerzte der Klinik zu jeder Zeit. — Ebenso Ent- 
lehnungen. — Keine Versendungen. — Gegr. 1«1»2. — Ge- 
burtshilfe und Gynäkologie. 

201. Seminar der rechts- und staatswissenschaft- 
lichen Facultät, Halbärthgasse. — «00 Werke in 2450 Bdn. 

— Jahresdotation l(»o Gulden. — Die Bibl. wird von einem 
durch die Facultät gewählten Prof. verwaltet (derzeit Prof. 
Dr. Joseph Freiherr v. Anders). Auch besteht eine von der 
Facultät gewählte Bibl.-Commission. — Alphabet. Zettel- oder 
Grundkatalog, sowie ein systematischer Bandkatalog und ein 
Localrepertorium. — Benutzbar den ganzen Tag für Mit- 
glieder der Facultät und die derselben angehörenden Stu- 
direnden. — Entlehnungen nur an letztere unter Vermittlung 
eines Mitgliedes der Facultät. — Keine Versendungen. — 
Gegr. zugleich mit den rechts- und staatswissenschaftlichen 
Seminarien (laut Erl. d. k. k. M. f. C. u. U. vom 27. Sep- 
tember 1S73, Z. 12.71!»), erfuhr die Bibl. in Folge der ganz un- 
zureichenden Dotation nur eine sehr geringe Vermehrung 
bis l.s;)s, wo die Einverleibung eines durch Schenkung er- 
haltenen Theiles der nachgelassenen Bibl. des Universitäts- 
prof. Dr. Th. R. Schütze (304 Bde.) erfolgte. — Vertreten 
alle Rechts- und Staatswissenschaften, insbesondere jene Dis- 
ciplinen, über welche Seminarcollegien gehalten werden. 

202. Seminar für deutsche Philologie. — G5o Werke. 

— Jahresdotation 3oo Gulden. — Vorstände: Reg.-R. Prof. 
Dr. Anton E. Schönbach; Prof. Dr. Bernhard Seuffert, — 
Alphabet. Katalog, Realkatalog, beide gebunden; Zettelkatalog 
nach Inventarnummern ; gebundener Standortskatalog. — Be- 
nutzbar nur für Seminarmitglieder. — Gegr. zugleich mit 
dem Seminar 1h7;), war die Bibl. mangels eines Arbeitsraumes 
nur Ausleihbibl. bis lHi»5 und hatte bis l.sys nur 2oo Gulden 
Dotation. — Deutsche Philologie. 



fi4 Graz. [203 

203. Seminar für englische Philologie, Halbärth- 
gasse 2. — Ende lsi»S: ^63 Werke in r>(!2 Bdn. und 129 
Heften. — Jahresdotation 120 Gulden. — Vorstand: Prof. 
Dr. Carl Luick; ein Diener. — Alphabet. Zettelkatalog. — 
Benutzbar von s Uhr früh bis 8 Uhr abends für die Seminar- 
mitglieder und solche Studirende, denen der Vorstand die 
Erlaubnis» ertheilt. — Entlehnungen und Versendungen nur 
in Ausnahmsfällen. — Gegr. l.s!»;3. — Englische Philologie. 

204. Seminar für Mathematik und mathematische 
Physik. — Abth. I u. II (Mathematik) 30 Bde.; Abth. III 
(math. Physik) 33 Bde. — Jahresdotation Abth. I u. II (seit 
i,s9.s) 134 Gulden; Abth. III (seit 2 Jahren) CG Gulden. — 
Vorstände: Abth. I u. II Prof. Dr. Victor Dantscher R. v. 
Kollesberg; Abth. III Prof. Dr. Anton Wassmuth. 

205. Seminar für slavische Philologie. — Ende 
1898: 299 Werke in 80(3 Bdn. und Heften. — Jahresdotation 
400 Gulden. — Vorstand: Prof. Dr. Gregor Krek. — Zettel-, 
Band- und aiphabet. Katalog. — Benutzbar nur für Mit- 
glieder des Seminars. — Ebenso Entlehnungen und Ver- 
sendungen. — Gegr. mit dem Erlasse des k. k. M. f. C. u. U. 
vom 2.^April 1892^, Z. 11.734, im Solarjahre 1893. 

Statuten des Seminares für slavische Philologie an der k. k. Grazer 
Universität. Graz 1892. 

206. Historisches Seminar. — 1300 Nummern. — 
Jahresdotation ursprünglich 200 Gulden, jetzt 300 Gulden. — 
Vorstände: Prof. Dr. Adolph Bauer (alte Geschichte); Hofr. 
Dr. Franz Krones Ritter v. Marchland (österr. Geschichte) ; 
Prof. Dr. Johann Loserth (mittlere und neuere Geschichte). — 
Zettelkataloge a) in aiphabet. Ordnung, h) Standortsverzeich- 
niss. — Benutzbar von 8 Uhr früh bis 8 Uhr abends für die 
angemeldeten Theilnehmer an den Seminarübungen, be- 
ziehungsweise Mitglieder des historischen Seminars. — Keine 
Entlehnungen und Versendungen. — Die Seminarbücherei 
entstand seit 1868 zufolge der von den damaligen Universitäts- 
l)rof. V. Krones und J. B. v. Weiss beantragten Gründung 
eines historischen Seminars. — Geschichte und historische 
Hilfswissenschaften. 

207. Philologisches Seminar und Proseminar. — 
3r>.=i() Bde. — Jahresdotation 2r)0 Gulden, dazu gelegentlich 
nicht vergebene Seminarstipendien ä 30 Gulden. — Vorstände: 
Hofr. Prof. Dr. Max R. v. Karajan, Prof. Dr. Alois Gold- 
baclier, Prof, Dr. Heinrich Schenkl. - Das Ausleihegeschäft 
wird von den Vorständen und einem (lazii be.slimniten älteren 



210] C,y;\/.. »;.') 

Hörer oder ('aiulidatcn Ix'soi-^l. — ZettelkatalojL!: nach Ma- 
terien, innerliall) (Icrsellx'n al|)lial)et. — I'>eniU/l)ar jederzeit 
für II()rer und Mil,i;lieder. l^lienso Entlelinuni^en 4---(;nial 

wöelientlieh, überdies auch an den Vorständen [XM-Sfudich be- 
kannte Forscher. — Versenduni^en nur ausnalinisweise über 
gemeinsamen Keschluss der Vorstände. — Gegr. l.sßf). — Im 
»Jahre ls;>l wurde ein grosser Theil der T?ibl. des verstorbenen 
Prof. G. Kergel angekauft. 

208. Philosophisches Seminar, Ilalbärthgasse 2. — 
23") Bde. — Jahresdotatiou ioo Gulden nebst allfälligen 
Resten der Seminarstipendien. — Vorstand: Prof. Dr. 
Alexius R. v. Meinong. — Inventar- und Zettelkatalog. — IJe- 
nülzbar zunächst für Seminarmitglieder zu bestimmten Stunden. 
— Ebenso Entlohnungen. — Keine Versendungen. — Gegr. 
im Herbst is'js. — Philosophische Wissenschaften. 

•209. Sternwarte. — Ca. 200 Bde. — Vorstand: Prof. Dr. 
Joseph V. Hepperger. — Für den Bücherankauf wird ein 
Theil der 20o Gulden betragenden jährlichen allgemeinen Do- 
tation verwendet. 

210. Volksbibliotheken. — Der Verein „Volksbibliothek" 
eröffnete 1. März isDf) die erste (Central-)Bibl., (Stempfergasse 4), 
im September die zweite (Annenstrasse 3(1), im October isito 
die dritte (Saria-)Bibl. (Glacis 69; s. auch Nr. 211/55). Im 
Herbst 1897 wurden die zwei Lesezimmer der Saria- und ein 
Lesezimmer der Centralbibl. eröffnet (ca. 200 Journale und 
Zeitungen). Ein Wohlthäter wies dem Vereine ein Capital von 
12.000 Kronen für den Lesesaal der Centrale zu. Dr. Fer- 
dinand Saria vermachte seine reichhaltige Bibl. (Wertli ca. 
20.000 Kronen) dem steiermärkischen Volksbildungsvereine 
mit der Bestimmung, eine Volksbibl. zu gründen; der Verein 
„Volksbibliothek" übernahm ihre Einrichtung und Erwei- 
terung, sowie die Verwaltung. Die Sparcasso bewilligte dem 
Vereine eine Subvention von lOOo Kronen, die Commune 
ßoo Kronen pro Jahr. — Anzahl der Bde. ca. 30.000. — Die 
Ausgaben (für alle drei Bibl.) betragen 14.000 Kronen jähr- 
lich, und zwar 2000 — 3000 Kronen für Bücher. — Die Centrale 
besitzt einen gedruckten Katalog der wissenschaftlichen Ab- 
theilung (aiphabet, und nach Schlagworten), die zwei anderen 
gedruckte systematische Kataloge. — Bibl.-Stunden an Wo- 
chentagen von 9 — 1 und 3 — 8 Uhr. Die Lesezimmer sind auch 
an Sonn- und Feiertagen zugänglich. — Die Bücher werden 
nach Hause entlehnt; Lesegebühr per Monat 15 Kreuzer; für 
jeden Band belletristischen Inhalts 1 Kreuzer. — Obmann des 
Vereines: Dr. Anton Schlossar; Bibl.-Referenten : Dr. Adalbert 

Bibliotheks-Adrcssbuch. 5 



tjß Graz. [211 

Jeitteles, k. k. Universitätsbibliütliekar a. D., und Univevsitäts- 
prof. Dr. Eduard Reyer. Der Betrieb der Bibl. wird durch 
7 weibliche Beamte besorgt. 

211. Steiermärkischer Volksbildungsverein. — Obmann: 
II«. fr. Prof. Dr. Alexander K«dlet. — Hat folueude Volks- 
büchereien errichtet und unterstützt: 1. Alt- Aussee 94 Bde.; 
•2. St. Barthlmä bei Gratwein .'U Bde.; .J. Brunnsee 174 Bde.; 
4. Briiiidau, deutsche Colonie in Galizien i;i Bde., 4 Hefte; 
b. Ebersdorf bei Hartberg loo Bde., 24 Hefte; c. Eugendorf 
bei Hartberg 39 Bde., 31 Hefte; 7. St. Egydi-Tunnef 9(J Bde., 
H6 Hefte; 8. Ehsling bei St. Gallen 21 Bde., 212 Hefte; 
'.I. Etmisl (50 Bde., 2 Hefte; K». Frein 210 Bde., 41 Hefte; 
11. Friesach ir.7 Bde.; 12. Frohnleiten mit Filiale Laufnitz- 
dorf ISO Bde., (i Hefte; 13. Gamlitz 2Go Bde.; 14. St. Helena 
bei Neumarkt loo Bde., 4 Hefte; 15. Ileiligenkreuz bei Mar- 
burg 29 Bde.; 10. Hermagor 3ß Bde., 4 Hefte; 17, St. Jacob 
im Walde 115 Bde.; 1h. Hz 115 Bde., 4 Hefte; 19. Hitzendorf 
93 Bde., 2 Hefte; 20. St. Johann bei Herberstein 12(i Bde., 
9 Hefte; 21. Judenburg (;()2 Bde.; 22. Kammern 77 Bde.; 
23. Kitzegg 7s Bde., <;3 Hefte; 24. Kogelhof 194 Bde., 54 Hefte; 
25. Langenwang 216 Bde., 45 Hefte: 26. Lassnitz-Zeierling 
142 Bde., 64 Hefte; 27. St. Leonhard W. B. 3s Bde., 74 Hefte; 
28. St. Margarethen bei Neumarkt 111 Bde., lo Hefte; 29. Mill- 
statt 44 Bde., 51 Hefte; 30. Mitterdcmibach 122 Bde., 7 Hefte; 
31. Mürzzuschlag 7o Bde.: 32. Nussdorf 9s Bde.: 33. Fächern 
30 Bde., 36 Hefte; 34. Pack 43 Bde., 36 Hefte; 35. Peggau 
101 Bde.; 36. Prätis 112 Bde., 22 Hefte; 37. Pols 191 Bde., 

2 Hefte;- 38. Rettenegg 51 Bde.; 39. Södingberg 35 Bde.; 
40. Spielfeld 52 Bde., 6 Hefte; 41. Schölbing 127 Bde., 5 Hefte; 
42. Schönau loo Bde., lo Hefte; 43. Süssenberg 13!» Bde.; 
44. Tüffer 74 Bde.; 45. St. Ullrich bei Feldkirch'en 32 Bde., 

3 Hefte; 46. Voitsberg 619 Bde.; 47. Vordersborg 66 Bde., 
46 Hefte; 4s. Waisenegg 129 Bde., 7 Hefte; 49. Waltendorf 
20 Bde., 40 Hefte; 50. Weitenstein 5S Bde.; 51. Windisch- 
Hartmannsdorf 54 Bde., 2 Hefte; 52. Wolfsberg 22 Bde., 24 
Hefte; 53. Zeltweg 52 Bde., 26 Hefte; 54. Graz, Siechenhaus- 
und Häft]ings])ibl. 429 Bde.; 55. Graz, „Saria"-Bibl., gegr. 
vom steierniärkischen Vo]ks])i]dungsvereine, derzeit verwaltet 
vom Vereine . Volksl)i])liothek". Summe der hinausgegebenen 
Bücher S653 Bde. und 1062 Hefte. 

212. Deutsche Volksbücherei (Verein liii- Volksbildung im 
reindeutschen Sinne), Ferdinandcuiii, l-'ärix'rgasse 11. — 3loo 
Bde. — Obmann: Heinrich Wnstian; Obmiuin-Stellvertreter: 
Aurelius Polzer: BücJici-wiirl : I''ri1/ Midil. — Jalircslx'itras: 



214) Hall. <;: 

'2(» Krou/.i'i-. - Ausl»'ih(>stiiii(l('n Mi)nt.a«i', Mittwocli und Sanis- 
ta«i voll •' "^ riir alx'iids. 

Hall (Tin.l). 

•,*i;i. [K. k. Franz Josephs ]Gymnasium. — <() Lelircibibl. 
G500 Bde., h) Schülerbibl. in»') Bde. — dalirosdotation 4r)(» 
bis 500 Gulden. Director und Bibliotiiekar iura) Justinian 
Lener; für b) ein Mitjj^lied des LGhrköri)ers. — Alphabet. 
Zettelkatalog' nacli Materien; Bandkataloii nach Sclilar^worten. 

— Benutzbar und Kiitlehnunuen </) für Mitglieder des Leiir- 
körpers jederzeit: h) für Schüler an bestimmten Tauen der 
Woche. — Keine Versendun^ien. — Gei^r. I.s<i4, obwohl das 
Gymn. seit lö73 besteht. Früher dienten die Klosterbibl. der 
Jesuiten und Franciscaner den Unterrichtszwecken. — Alle 
G3'mnasial-Lehrfächer. 

Heiligenkreiiz (Xied.-Oesterr.). 

■,'1 i. Cistercienser-Stift. — Ca. lo.ooo Bde., ö5-2 Hand- 
schriften, 37Ö Incunabeln. — Jahresdotation ca. 900 Gulden. 

— Bibliothekar: Dr. Gregor Pöck, Prof. der Theologie. — 
Alphabet. Zettelkatalog für die ganze Bibl., r>andkataloge für 
2 Säle; Materienkataiog in Arbeit. — Entlehnung und Ver- 
sendung von Handschriften nur an Institute (eventuell gegen 
Versicherung \ von Büchern auch an vertrauenswürdige Privat- 
personen. — Gegr. 1180. Die Geschichte der Bibl. fällt mit 
der des Stiftes zusammen. — Alle Wissenschaften vertreten, 
besonders gepflegt Theologie und Ordensgeschichte. 

Crux Austriaca hoc est Monasterium Vallis nemorosae ad S. Crucem in 
Austria . . . Viennae 1054. — (Fidler) Marian. Geschichte der ganzen 
österr. klösterl. und weltl. Klerisey. Wien ITsT, 4. Th., 8. Bd. — Dar- 
stellunor, Histor. und topogr., von Baden und dorn Stifte Ileiligenkrouz 
mit iliror Umgebung; mit besonderer Richtung auf Pfarren, Stifte, Klöster, 
milde Stiftungen und Denkmäler. Wien 1825. — Koll, V. Malachias. Das 
Stift Heiligenkreuz in Oesterreich V. U. W. W. Wien 18:^4. — Watten- 
bach, W. Handschriften dos Stiftes Heiligenkreuz. In: Archiv f. iilt. 
deutsche Gesch., 10. 18:")!, S. .594. — Weis, Joh. Nep. Urkunden des Ci- 
stercienserstiftes Heiligenkreuz im Wiener Wald. Wien 1856—09. — 
Scliulte, Joh. Friedr. R. v. Die Rechtshandsehriften der Stiftsbibl. von 
Göttweih, Heiligenkreuz etc. Wien ISGs. — Kabdebo, Heinrich. Das Stift 
Heiligenkreuz zur Zeit des zweiten Türkeneinfalles M\S:',. Wien 1874. — 
Gsell, Bernhard. Die Abtei Heiligenkreuz in Niederösterreich. In: Ein 
Cistercienserbuoh von Reb. Brunner. Würzburg 1881. - Der.s. Das Stift 
Heiligenkreuz und seine Besitzungen im Jahre Isfi.S. In: Stutl. u. Mitth. 
aus dem Benediet.- und Cist.'rc.-Orden. iss:5. I, II. — Ders. Verzeiohniss 
der Hand.schriflen in der Bibl. des Stiftes Heiligenkreuz. In: Xenia Bornar- 
dina II, 1. — Xenia Bernardina III. 



68 Heiligeilkreuz. [215 

Heiligenkrenz (Cesta, Küstenland). 

21'). Capucinerkloster. — Ca. ;>000 Bde., 2 Pergament- 
Handschriften, voll denen eine, ein Messbueh, am Anfang und 
Ende beschädigt ist, und einige jüngere Handschriften. — 
Jahresdotation je nacli Bedarf. — Bibliothekar: P. Hj'acint 
Salamun, Ord.-Cap. — Ein Bandkatalog, aiphabet, nach Ma- 
terien geordnet a. d. J. 1745». — Als reine Privatbibl. nur 
für Ordensmitglieder benutzbar. — Keine Entlehnung oder 
Versendung. — Gegr. zugleich mit dem Kloster U'>'^'7. Haupt- 
sächlich vermehrt durch den Nachlass verstorbener Mitglieder 
und Schenkungen. ~ Theologie, ascetische, geschichtliche 
und besonders Predigtwerke. 

Herzogenburg (Nied.-Oesterr.). 

21<i. Chorherrenstift der Augustiner. — Ca. SO.oOO Bde., 
darunter 250 Handschriften und f)»»«! Incunabeln. — Jahres- 
dotation je nach Bedarf. — Bibliothekar: Georg Baumgartner, 
Chorherr. — Zwei handschriftliche Bandkataloge in aiphabet. 
Ordnung; ferner für jedes Armarium ein Standkatalog, eben- 
falls in Bandform. — Benutzbar nur für Mitglieder des 
Stiftes. — Ebenso Entlehnungen, eventuell auch an dem 
Bibliothekar persönlich bekannte Forscher. — Versendungen nur 
an Bibl. oder bekannte Gelehrte und unter jedesmal erst zu 
vereinbarenden Cautelen. — Die Bibl. des 1112 gegr. Stiftes 
verdankt die Entstehung in ihrer gegenwärtigen Form und 
äusseren Ausstattung dem Stiftspropste Frigdian Knecht 
(1740-177;")). Nebst dem spärlichen Ueberrest an Hand- 
schriften aus dem XIV. und XV. Jhdt. bildeten den Grund- 
stock der Bücherei die Handbibl. der Stiftspropste Philipp 
V. Maugis (ir)41 — 15r)0), Georg Brenner (ir)78 — l.^)H(>) und 
Leopold V. Planta (1721 — 174(i). Propst Knecht vermehrte die 
Anzahl der Bücher besonders reichlich durch Anschaffung 
vieler kostbarer Werke seiner Zeit. Einen zwar kleinen, 
aber schätzenswerthen Zuwachs erhielt die Bibl. durch die 
Einverleibung leider nur spärlicher Ueberbleibsel aus den 
Büchereien der beiden durch Kaiser Joseph II. aufge- 
hobenen Chorherrenklöster St. Andrä a. d. Traisen (17H3) 
und Tirn.stein (17««). Der grösste Theil der werth volleren 
Handschriften und Incunabeln wurde nach und nach gegen 
Endo des vorigen Jhdts. meist durch Kauf bei Bücherauc- 
tionen erworben, bei denen die Büchereien der aufgelösten 
Khister veräussert wurden. In der Bibl. befinden sich 
auch die Archive der drei Chorhorrenklöster Herzogonburg, 
St. Andrä, Tinistein, sowie eine ziemlich reichhaltige Münz- 



2i.'^l llliiisk(». r,'j 

und McdaillciisiiiMinliiiia. — Bestens vci'tiTtcii 'riicDlouic, (Je- 
sohichte, tlurisprudciiz, lMiil(>S()])lii(' und scIkuio Literatur; ho- 
sonders ,i;ej)rh'.ut (ii'scliiclitswissonschaft. 

Fr:ist, J. Mcrkwürdipe Handsclirifton der östrrr. Stifter. In: Wicnor 
Jalirhüoher der Lit. XXIV 1823. Anz.-Bl., 8. .'iO. - Sclmiolk, FriK'lian. 
Stift (1(M' regul. latoran. Ciiorhorron zu Ilcrzofrenburp; in Niederöstorreicii. 
In: Ein Cliorlicrrt'nl)ueli. Von Sei). Uninnor. Würzhurfj; 18«3. 



Hlinsko (I'.öhmen). 

017. Privatbibliothek Karl Adamek. — öHon Bde. und P.ro- 
schüren, <>() Handschriften und ."> Incunabeln. - Jalires- 
dotation je nach Bedarf. - Handschriftlicher Bandkatah)g 
nach den einzelnen Gruppen. — Nur zu eigenem Gebrauche. 

— Entlehnungen nur ausnahmsweise. — Keine Versendungen. 

— V(»n dem Besitzer in den Fünfzigerjahren gegr. und seit- 
her auf eigene Kosten vermehrt. ISTI wurde ein bedeutender 
Theil der Bibl. ein Raub der Flammen. — Geschichte, Kunst 
und Kunstgeschichte, Literatur, Volkswirthschaft, Landwirth- 

.schaft, Statistik, Socialpolitik. 

Hoheiifurth (Böhmen). 

•21S. Cistercienserstift. — so UOO Bde., darunter l-JGr; In- 
cunabeln und l.iTT Handschriften. — Jahresdotation lOoo 
Gulden. — Bibliothekar: Raphael Pavel. — Ein aiphabet, ge- 
ordneter Generalkatalog in sechs Foliobänden; eingedruckter 
und ein handschriftlicher Handschriftenkatalog; ausserdem 
Zettelkataloge bei jedem Bibiotheksschrank. — Täglich für männ- 
liche Besucher nach vorangegangener Anmeldung beim Kloster- 
pförtner zu besichtigen. — Entlehnungen und Versendungen 
nur mit ausdrücklicher Erlaubniss des Stiftsabtes gegen Re- 
vers. — Gegr. 1757 vom Abte Quirin Mickl. — Alle Wissen- 
schaften, insbesondere die theologischen vertreten. 

Millaupr, Max. Der Ursprung des Cistorcienserstiftcs Hohenfurt in 
Böhmen. Prag 1814. - Wattenbach, W. Handsehriften des Klosters Hoiien- 
furt, mitgetheilt von Herrn Dr. Rössler aus Wien. In: Aroliiv f. alt. 
deutsche Gesch. 10. 18ü1, S. 670. — Mikowec, Ferdinand. Das Cister- 
cienserstift Iloiienfurt. Wien 1858. — Proschko, Isidor. Das Cistercienser- 
stift Hohenfurt. Linz 1850. — Ein Cistercionsorbuch von Brunner. Würz- 
burg 1881. - Putsrhögl, Emil. Stift Holienfiirt vor IL'o .Taliren und heute. 
Graz 1882. — Pavel, Raphael. Die Abtei Hohenfurt in Böhmen. In: Ein 
Cistercicnscrbuch von Seb. Brunner. Würzburg 18S1. — Dcrs. Führer 
durch die sohenswerthen Räundichkeiten des Stiftes Hohenfurt Graz 1882. 
— Ders. Beiträge zur Geschichte des Stiftes Hohenfurt. Wien 18!tl. — 
Ders. Beschreibung der im Stifte Hohenfurt befindlichen Handschriften. 
In: Xenia Bernardina II, 2. — Xenia Bernardina III. 



70 Hohonmiuth. [-'i<) 

HoheDinanth (V3'soky Myta, Böhmen). 

■2i;i. [K. k. Staats-]Gymnasium C. k. statni V3''ssi gym- 
nasiiim). — a) Lehrerbibl. •iäoi Werke in 4:240 Bdn. und fiiJG 
Heften, 2G47 Programme; h) Schülerbibl. 18-25 Werke in 2841 
Bdn. und 28 Heften. — Director: Vaclav Hospodka; Custos 
von a) Prof. Gustav Safarovic; von h) Prof. Igniic Frank. — 
Errichtet als Communalgymn. 187!^». 18i»ö verstaatlicht. 

Nach dem letzten Jahresberichte gearbeitet, da der Fragebogen nicht 
beantwortet wurde. 

Holleschau (Mähren). 

220. Israelitische Cultusgemeinde. — 1450 Bde. — Jahres- 
dotation 150 Gulden. — Obmann: Dr. Jacob Freimann, Rab- 
biner: Bibliothekar: Ignaz Baumgarten; Cassier: Abraham 
Grätzer; Schriftführer: Leopold Zwillinger; Emanuel Lampel, 
Beisitzer. Protectoren: Albert Low, Donat Zifferer, Gemcinde- 
rath Wien, Salomon Zwillinger, Bürgermeister. — Katalog im 
Drucke. — Unentgeltlich benutzbar Sonntag von 2 — 3 Uhr. 
— Entlehnungen, aber keine Versendungen. — Gegr. l<sr»7 
über Anregung des Albert Low in Budapest. — Abth. A : Jü- 
dische Geschichte und Literatur; Abth. B: Allgemeine Welt- 
literatur. 

Hörn (Xied.-Oesterr.). 

221. Bezirks-Lehrer-Bibliothek im Gebäude der Volks- und 
Bürgerschule. — läGS Bde., .'53 Broschüren. — Jahresdotation 
aus dem Bezirksschulf(mds 100 Gulden, bisweilen 1 "/o des 
Gehaltes der Lehrerschaft. — Obmann der Bibl.-Commission: 
Carl Breit, Lehrer in Hörn; Rechnungsführer : Franz Schneider, 
Lehrer in Hörn; Ausschussmitglieder: Alois Schrimpf, Bürger- 
schullehrer in Hörn, Fritz Moriz, Lehrer in Gars und Alois 
Wallner, Schulleiter in Mold: ein Diener. — Handschriftlicher 
Bandkatalog, in welchem die Werke in der Reihenfolge der Auf- 
nahme in die Bibl. verzeichnet sind. Gedruckte Materienkata- 
loge (11 Gruppen). — Entlohnungen und Versendungen auf 
drei Monate an Lehrpersonen des Bezirkes. — Errichtet in Aus- 
führung des § 44 des Reichsvolksscliulgosetzes vom 11. Mai 
18(U», sowie des § 71 der Schul- und Unterrichtsordnung. — 
Alle Wissenschaften, besonders Werke pädagogisch-didactischen 
und fachwissenschaftlichen Inhaltes. 

Im Di-uek crscliionon dio lÜhl.-Katalngn a. d. J. 18',iO und 1S0C>. 

222. [Landes-Real- und Ober-]Gymnasium. - Bei Beginn des 

Scliuljahres 18'.i8'.i;): a) Lehrerbibl. .tGC i Bde., 1703 Hefteund 



OTT) Stücke. In Vci-hiiuluiii; mit dicsci- Uüclicrei wii-d »lit! 
Ilausbibl. des riaristeiiordeiis vorwaltet, welche ö.siä IMe. 
enthält: l>) Schülerbibl. ITf)!} lUle. und !?(» Hefte. — Jahres- 
dotation für a) 400 Gulden, für l>) die jeweili^'^en Aufnahnie- 
g^ebühren, derzeit '222 Gulden. — Director: Clemens lUüml; 
Bibliothekar für a) Prof. Peter Passler; für l>) Prof. Carl 
Schmied. — Zettel-, Inventar- und Fachkataloge. — ZujL(äng- 
lich (t) für die Älitülioder des Lehrkih'iJers, welche während 
der Unterrichtsstunden und durch Vermittlan<i,- des 15il»lio- 
thekars stets Bücher entlehnen können; /^ an Schüler Bücher- 
ausgabe nur an einem hiefür bestimmten Tage der Woche. 

— Versendungen im Wege der Direction an Mitglieder der 
n.-ö. Landesanstalten. — Lehrer- und Schülerbibl. wurden bei 
der Uebernalime der Anstalt durch das Land Niedor-Oester- 
reich 1872/73 gegr. Aus früherer Zeit — die Mittelschule be- 
stellt seit 1057 — Avurde fast nichts in die Bücherei auf- 
genommen. Die nach Pizzala 1657 von Graf Ferdinand Kurz 
gegr. Hausbibl. der Piaristen kam erst 1878 in die Verwal- 
tung des Landes; für dieselbe besteht ein eigener Fachkatalog 
mit zahlreichen ünterabtheilungen. — Vertreten beinahe alle 
Wissensgebiete. 

Passler, Peter. Katalog der Lehrerbibl. I. In: XXVI. Jahresbericht des 
n.-ö. Landes-Real- und Obergymn. Hörn. Hörn 1S98. 

203. Piaristen-Ordens-Convent. S. : Landes-Real- und Ober- 
gymn. Ilorn. 

224. Verein für Verbreitung von Volksbildung. — Ca. 1400 
Bde. — Jahresdotation ca. 100 — 200 Gulden aus den Bei- 
trägen der Mitglieder und Spenden. — Vorstand: Med. Dr. 
Alois Dechant; Ausschüsse: Prof. Carl Schmied, Kaufmann 
August Kirchner, Buchhändler Joseph Pichler, Volksschul- 
lehrer Franz Schneider, Notar Dr. Ernst Gellinek, Prof. Franz 
Meindlhumer. — Alphabet. Bandkatalog in Ausarbeitung. — 
Unentgeltlich benutzbar Sonntag nachm. — Ebenso P]ntleh- 
nungen. — Keine Versendungen. — Belletristik und populäre 
wissenschaftliche Werke. — Gegr. ls7ö vom „Constitutionellen 
Fortschrittsverein in Hörn". 

Jägerndorf (Schlesien). 

225. Minoritenconvent. — Ca. 5000 Bde., ülierdies einige 
Hundert Broschüren und Hefte, ca. 20 Incunabeln und meh- 
rere Handschriften. — Jahresdotation je nach Bedarf. — Bi- 
bliothekar: P. Paul Poesei, Secretär. — Ein Bandkatalog; 
Zettelkatalog bei vollständiger Neuordnung in Ausarbeitung. 

— Meistens Theologie, aber auch Philosophie, Jus civile, 



72 Jaroslaii. [220 

deutsche Literatur. — Geiir. wahrscheinlich zugleich mit dem 
Kloster KiöC Während der Besetzung- des Herzogthums 
Jägerndorf durch Georg v. Brandenburg in der Reformations- 
zeit wurden die Ordensbrüder aus dem Kloster vortrieben: 
hierbei dürfte auch der grösste Theil der ßibl. in Verlust ge- 
rathen sein. Ebenso erlitt die Bibl. bedeutende Einbusse Ijei 
dem grossen Brande der Stadt im siebenjährigen Kriege, bei 
welchem Kirche und Convent ein Raub der Flammen wurde. 
Später musste aus privaten Gründen die Bücherei aus einem 
Stockwerke in das andere übertragen werden; die Bücher 
lagen in Ermanglung eines geeigneten Locales jahrelang in 
4 — r)fachen Reihen wirr durcheinander, was auch manche 
Lücken und Schäden erklären dürfte. 

22ß. [K. k. Staats-]Realschule. — a) Lehrerbibl. 2851 Werke 
und .0172 Programme; h) Schülerbibl. 172(J Werke. — Do- 
tation ca. 4:50 Gulden. — Director: Friedrich Barger; Gustos: 
Prov. Lehrer Rudolf Schweizar. — Errichtet ls71 durch Um- 
wandlung der früher bestandenen unselbständigen Unter- 
Realschule als Communal-Unter-Realschule; l.s75 verstaatlicht 
als Ober-Realschule. — a) pflegt alle Fächer der Anstalt, 
1>) vorzugsweise schöne Literatur. — Die mit der Realschule 
in Verbindung stehende gewerbliche Fortbildungsschule be- 
sitzt eine Lehrmittelbibl. von 108 Vorlagewerken, 334 Büchern 
und 147 Stück Modellen, sowie eine Schülerbibl. 

Nach dem letzten Jahresberichte gearbeitet, da der Fragebogen nicht 
beantwortet wurde. 

JarosIaii (Jaroslaw, Galizien). 

227. Domlnicanerconvent hat eine nur bescheidene, nicht 
besonders werthvolle Bibl. — Bibliothekar: P. Bernhard. — 
Gegr. 1635. 

Baracz, S. Das Archiv der PP. Dominicaner in Jaroslau (poln). 
Krakau 1887. 

22.S. [K. k. Staats-]Gymnasium (C. k. gimnazyum) besitzt 
eine Lehrer- und eine Schülerbibl. — Director: Jözef Wöjcik; 
Bibliothekar: Prof. Antoni Janik, — Gegr. isfjs als Com- 
mnnal-Unterrcalschule, l.s72 verstaatlicht und zur Oberreal- 
schule erweitert, von 18H4 an in ein Gymn. verwandelt. 

Nach dem letzten Jahresberichte gearbeitet, da der Fragebogen nicht 
beantwortet wurde. 

.laslo (Galizien). 

220. [K. k. Staats-jGymnasium (C. k. gimnazyum) besitzt 
eine Lehrer- und eine Schülerbiljl., deutsche und poln. Abth. 



233] Jfllt clHlorf. 7:5 

(•JH.'57 IMo , '1-11 Ili'fte). — Director: Clemens Sioiikicwic/; 
(Uistos der Lelirerl)il)l. : Prof. Jan Jn,L;l;ir/, ; der Scliülerbil)!. : 
(l^Mnn. -Lehrer J«'»/.el' Trojnar. — <le^n-. l.s<;.s als Coinnuinal- 
Untergymn., seit ls7;) Oberti:ymn.. ls75 verstaatlicht. 

Nach (l(Mu lotzton Jahresbcriclito ^narboitot, da der Fragebogen niclit 
beantwortet wurde. 

Jeutendorf. 

•230. Servitenconvent. — Die einst schöne und reiche 
Bibl. wurde leider 18()i) von den Franzosen anjj^ezündet und 
vernichtet ; die jetzigG enthält meistens ascetische Bücher, die 
sich zur Zeit des Brandes in den Zimmern der einzelnen 
Patres befanden. — Prior: P. Ferdinand M. Brauneis. — 
Gegr. 10 1»;?. 

Jezupol (Galizien). 

231. Dominicanerconvent. — Gegr. l<ii)4. — Nähere Daten 
nicht zu erlangen. 

Iglaii (Mähren). 

•23-2. Deutscher Gabelsberger Stenographenverein, Ecker- 
gasse 8. — 453 Bde. — Jahresdotation ca. ;•<) Gulden. — Ob- 
mann: Joseph Trübswasser, Bürgerschullehrer; Bibliothekar: 
Carl Strobl, k. k. Finanz-Conc. -Praktikant; ein Diener. — Ein 
handschriftlicher Bandkatalog in aiphabet. Ordnung. — Be- 
nutzbar für Mitglieder des Vereines und Schüler der von 
demselben veranstalteten Stenographiecurse Samstag von 1V2 
bis 2\o Uhr. — Ebenso Entlehnungen auf 1 Wochen und 
Versendungen an auswärtige Mitglieder. — Gegr. l.süT; 189S 
fand eine grössere Privatsammlung von stenographischen 
Werken aus dem Besitze Ed. Niklas, Cassiers in Schatzlar, 
Aufnahme. — Hauptsächlich Stenographie, und zwar alle Sy- 
steme derselben, überdies Geschichte der Schrift und Aehnl. 

23;{. [K. k. Staats-]Gymnasium. — Lehrerbibl. 2(;g."j Inven- 
tarnummern mit (il31 Bdn., ;t3(; Heften und 339 Blättern 
=^ 77()(; Stücken, darunter Handschriften -20 Bde.; Incunaboln 
19 Bde.: 17.15(; Programme. — Jahresdotation ca. 15(> Gulden. 

— Director: Julius Wallner; Custos: Prof. Ignaz Branhofer. 

— Handschriftliche Kataloge: Zettelkatalog (alphabetineh 
geordnet); Bandkatalog (sj^stematisch nach Fächern ge- 
ordnet). - - Zugänglich an drei Tagen der Woche zu bestimm- 
ten Stunden für das Lehrpersonale: ebenso Entlehnungen. — 
Versendungen an alle öffentlichen und Mittelschulbibl. — 
Gegr. im Jahre 1774 aus einem Theile der Büchersammlung 



74 lolail. [2:54 

des auf «gelösten Jt'suiloiicolk'oiunis in Iiilaii, seither durch ixe- 
le<ientliche Zuschüsse des Staates, sowie durch Spenden und 
Widmungen von Anstaltsfreunden erg'änzt. Eine reoeh)iässig:e 
Dotation erhielt die Bibl. 185-2 durch Einführung eines Bibl.- 
beitrages seitens der Schüler, die Zuweisung einer bestimmten 
eigentlichen Dotation geschah durch den Erl. d. k. k. Min. 
f. C. u. U. vom 14. Juni isrs. Z. ifino. (Lehrer-, Schüler- 
bibl. und geographische Lehrmittel = OOO Gulden.) Der 
Bestand der alten Jesuitenbibl., welclier im Jahre 1774 etwa 
'JOOO Bde. betragen haben mochte, wurde durch die im Jahre 
18(13 erfolgte Ausscheidung, beziehungsweise Veräusserung 
auf M3S Bde. verringert. — Alle an der Anstalt vertretenen 
Wissenschaften, insbesondere classische Philologie, deutsche 
Sprache, Geschichte, Philosophie und Pädagogik. — Der Di- 
rection des Gymn. unterstehen noch a) die deutsche Schüler- 
bibl. 541 Inventarnummern mit 803 Bdn., 40 Heften, durch- 
wegs Jugendschriften; h) die böhmische Lehrer- und Schüler- 
bibl. (Gustos: Prof. Ferdinand Strommer) 733 Inventarnunmiern 
mit 10-,M Bdn., 84 Heften = nie Stücken, theils Jugend-, 
theils fachwissenschaftliche Schriften in bölimischer Sj)rache. 
Beide sind zur Benützung seitens der Anstaltsschüler, letztere 
auch zur Benützung seitens der Lehrpersonen bestimmt. 

Wallner, Julius. Die Incunabeln der k. k. Gymn -Bil)l. zu Iglau. Pro- 
gramm der Anstalt vom Jahre 1879 80. — Branliofer, Ignaz. I)ie Iglauer 
Gymn. -Bibl. Historische Skizze und Katalog der Lehi-erbibl. Programm 
der Anstalt 1895 96, 189G 97, 1897 98. (Aucii als S.-A. erschienen.) 

■234. Minoritenconvent. — 5(i0 Bde. — Jahresdotation je 
nach Bedarf. — Guardian P. Adamek. — Ausschliesslich Pri- 
vatbibl. und nur für den (xebrauch der Conventmitglieder 
bestimmt: daher keine Entlehnung und Versendung. — Ge- 
pflegt wird ausschliesslich katholische Theologie. — Das 
Kloster gegr. r2-21. 

•235. [Landes-]Realschule. — a) Lehrerbibl. 749 Werke: 
h) Schülerbil)!. — Director: Anton Monsig: Bibliothekar für 
(i) und hj Prof. Alois Tanzer. — Bestand zunächst als unselb- 
ständige Unterrealschule, wurde 1802 selbständige Gommunal- 
Unterrealschule. 187<> Landesanstalt und Oberrealschule. 

Tanzer, Alois. Katalog der Lehrerbibl. In: VIIT. J;ihrcsboriciit der 
Landei-Oberrealsciiule zu Iglau. Iglau 1898. 

Nach dem letzten Jahresberichte gearbeitet, da der Fiagebogen niclit 
beantw'fjrtct wurde. 

•23<;. Deutsche Volksbücherei, Geliiliausengasse 1. Mit aclit 
Landl)üchereien in 1. Unter-Weznitz, -2. Deutsch-Gicssliübel, 
3. SoUowitz. 1. Simmersdorf. 5. Frauenthal. <:. Lii)insdorf, 
7. Stannern. s. Deutsch-Schützendorf. — •25]!t Werke, 45'22 



C.Ut] .lirili. TT) 

Hde., >^f> llrllc. - l)iil;ilii)ii cii. !;")(» (lulcleii. ( )l)in;iiiii ; Ti-of. 
Julius Ik'heiistoin; lUichc'roivorwaltL'r: Assistent dür T;il):il<- 
roii'io Karl lU-nner: zuj^otlioilt: Karl Zebo. — Ein alpliabet. 
l>andkatal(ii;. — Entlohnungen Dienstag und Freitag von .')',., 
bis 7 und Sonntag von 0' ,._,- 11 Uhr. — Versendungen nur in 
Ausnaiinisiällen nach den dann festzusetzenden Modalitäten. 
— Gegr. am lo. November iss.^) vom Deutschen Vei'ein für 
Iglau und Umgebung. — Besonders gepflegt deutsche Sprache 
und Literatur. 

Satzungen des Deutschen Vereines für die Deutsche Volksbücherei in 
Iglau vom 17. Februar ISDS. — Reclienscliaftsbcriclit der Deutsclion Volks 
bücherei in Iglau für das Jahr ISO'), isy?. -- Bücherkatalog. 5. Auf- 
lage. Iglau. 

.Hein (Böhmen). 

2;)7. [K. k. Staats-]Gymnasium (C. k. statni gymnasium 
V3'ssi). — a) Lehrerbibl. 43;js Werke in 7;}ö,l Bdn., r.:i(; Pro- 
gramme: h) Schülerbibl. 2(;7s Werke in 3770 Bdn. und s:a 
Heften. — Director: Adam Pleischmann; Gustos für a) Prof. 
Jindi-ich Neudert; für h) Prov. Lehrer Frantisek Pösl. — 
Gegr. l(j-2-l von Albrecht v. Waldstein als Jesuitengymn.: 
1777 geschlossen, isü7 wieder eröffnet, seit 1850 Obergymn. 

Neudert, Jindiich. Katalog knihovny ucitelske. In: Vyrocni zpräva c. k. 
statniho gyninasia vys.siho v Jiei'ne. V Ji<'-ine 1898. 

Nach dem letzten Jaiiresbcrichte gearbeitet, da der Fragebogen nicht 
beantwortet wurde. 

•:3s. [K. k. Staats-]Realschule (C. k. vy.^si realka». — 
«; Lehrerbibl. ll-2() Werke in -2073 Bdn., 120 Heften, 2«^ 17 Pro- 
gramme; h) Schülerbibl. 11(36 Werke in 1112 Bdn. und 10 
Heften. — Dotation (is97,tis) für a) 155-.S2 Gulden: für b) 
lOi» 13 Gulden. — Director: Vaclav Hätle; Gustos für (i) und 
h) Gymn. -Lehrer Jaroslav Dolensky. — Gegr. 1803 als un- 
selbständige zweiclassige Unterrealschule: seit 185:» drei Classen, 
seit 1871 selbständig. 18S4 verstaatlicht, von l^itl an Obur- 
realschule. 

Dolensky. Jaroslav. Katalog spisu chovanych v knihovne ucitelske. In: 
Vvrocni zpräva c kr. vyi>si reälky v JiCine. V Jicine 1898. 

Nach dem letzten Jahresberichte gearbeitet, da der Fragebogen nicht 
beantwortet wurde. 

Inist (Tirol). 

23!». Capucinerconvent in den Zwanzigerjahren sammt 
Bibl. abgebrannt, dalior nur Duplicate aus anderen Kir)stern. 

— Nach Pizzala besass die Bibl. im Jahre ls70: 1100 Bde. 

— Guardian: P. Adalbert. — Gegr. 1G71. — Theologie. 



76 Innsbruck. i-40 

Innsbruck (Tirol). 

■2U>. Capucinerconvent. — 9000 Bde., darunter 100 In- 
cunabeln. — Jallre^d()tation je nach Bedarf, ca. 150 Gulden. 

— Guardian: Michael Pletzenauer, Guardian. — Prov. Band- 
katalou: ein neuer alpliabet. Zettel- und Schlauwortbandkatalog 
in Ausarbeitung. — Benutzbar in erster Linie nur für Ordens- 
mitglieder, ganz ausnahmsweise mit besonderer Genehmigung 
des Guardian auch für andere vertrauenswürdige Personen. 

— Ebenso Entlehnungen und Versendungen. — Gegr. zu- 
gleich mit dem Kloster, dem ersten dieses Ordens in Deutsch- 
land, durch Erzherzog Ferdinand IL und seine zweite Ge- 
mahlin Anna Katharina i. J. Ifiii.'J und im n()rdlichen Gange 
des Stockwerkes untergebracht. Mit Hilfe edler Wohlthäter 
schmückten die Capuciner allmählich ihre Bibl. mit K'.OOO 
Bdn. sehr werth voller Werke. 17S7 befahl der kais. Com- 
missär die ganze Bibl. nun zu katalogisiren, legte das Ver- 
zeichniss dem Bibliothekar des damaligen Lj'ceums vor, und 
ordnete gestützt auf dessen Gutachten die Einverleibung mit 
der Lycealbibl. an. Alle späteren Versuche einer Wieder- 
erlangung derselben scheiterten. So ziert denn die alte Ca- 
pucinerbibl. noch heute die gegenwärtige Universitätsbibl. in 
Innsbruck. Nach der Wiederherstellung des Klosters begannen 
die Ordensmitglieder 1802 neuerdings eine nicht unbeträcht- 
liche Bibl. zu sammeln. 1S7(5 wurde an der Nordostseite des 
Klosters ein eigenes freundliches Bibl.-Gebäude aufgeführt 
und sehr bequem eingerichtet, das l.s'JH den geänderten Ver- 
hältnissen gemäss renovirt wurde und die jetzige Umstellung 
und Neukatalogisirung veranlasste. — Theologie. Philosophie, 
insbesondere Dogmatik und noch mehr neutestamentliches 
Bibelstudium. 

Hetzenauor, Micliaol. Das Cai)ucinerklostor zu Innsbruck, das erste 
dieses Ordens in Deutscliland. Nach Archivalicn, reich illustrirt. Innsbruck 
IH^S, S. 11"), U8, 1C>1. 

■JH. Militärwissenschaftlicher und Caslnoverein. — 112.') 
Werke; Holsm:iy-]^)ibl. 471 Werke. — Jahresdotation ca. 4(»0 
bis 500 Gulden. — Ein auf 2 Jahre gewählter zwölfgliedriger 
Ausschuss und (5 Ersatzmänner, dem ein gleichfalls gewählter 
Präsident, derzeit Landwehrdi visionär FML. Hugo Wagner, 
vorsteht; Vice|)räsident: 01)erst Alexander Clievalier Älina- 
relli Fitzgerald, Conimandant des ersten Regiments der Tiroler 
Kaiserjäger; ein Secretär, zugleich Gustos, derzeit i\Iajor 
Maj'r; ein Bibliothekargehilfe und zwei Diener. — Ein hand- 
schriftlicher Materienhaui)tkatalog und gedruckter Katalog 
mit jährlich«'n autograi)h. Zuwächsen. — Entlehnungen nur 
an Vereinsmitglieder Montag, Donnerstag und Samstag in den 



245] IinisliriH;k. 77 

Wintermonatcn v<iu "J — .'5 Uhr iiaclim., in den aiKkTcii Mo- 
naten von ."• t; Uhr abends. - Keine Vcu'sentlnn^en. — Alle 
Wissen seh alten, inshesontlerc Militärwissenschaft, Geograjdiic, 
Belletristik. — Eineji besonderen Theil bildet die so^'^enannte 
H«dsmay-l>ibl. 

Katalog der Bibl. dos militärwissenschaftlichen uml Casinovereines in 
Innsbruck (1896). - Verzoieliniss der im Jahre l.S9<> nachgescliaffton 
Hüolier für die Vereiusbilil. (I. u. 11. Hallte). — Verzeioliniss der (im 
Jahre I8',i7) in der Bibl. des militärwissenschaftlichen Vereines nach- 
geschafften Werke. —Verzeichni.ss der (im Jahre 1898) nachgeschafften Bücher. 

24-2. [K. k. Staats-]Gewerbeschule. — 114 1 Werke. — Di- 
rector: Reg.-K. Johann W. Deininger. — Kunstgewerbe, Kunst- 
industrie, Geometrie, Maschinenwesen. 

24:5. [K. k. Staats-]Gymnasium l)esitzt eine Lehrerbibl. fca. 
•5000 WerkeUind eine Scliülerbibl. — Director: Schulrath Dr. 
Adolf Xitsche; Gustos der Lehrerbibl: Prof. Mathias Hech- 
fellner; der Schülerbibl.: Prof. Dr. Joseph Alton. — Gegr. 
am 12. Mai 15G2; 1849 mit dem seit I7.s2 bestandenen Lyceum 
zu einem Obergymn. vereinigt. 

Hechfellner, Mathias. Katalog der Lehrerbibl. (I. Theil). In: 49. Pro- 
gramm des k. k. Staatsgymn. in Innsbruck. Innsbruck 1898. 

Nach dem letzten Jahresberichte gearbeitet, da der Fragebogen nicht 
beantwortet wurde. 

244. Handels- und Gewerbekammer. — 414(] Bde.. respec- 
tive Hefte und 37 Fascikel Protokolle. — Jahresdotation je 
nach Bedarf. — Präsident: Anton Schumacher ; Secretär: kais. 
Rath Dr. Anton Kofier. — Katalog nach 12 Gruppen; hierzu 
ein grup})enweise aiphabet, geordneter Index. — Benutzbar 
während der Amtsstunden. — Entlehnungen in der Regel nur 
an die Mitglieder der Kammer. — Ebenso Versendungen. — 
Gesetze, Gesetz- und Verordnungsblätter, Zeitschriften; Ur- 
production, Handel, Gewerbe und Industrie, cumulative Sta- 
tistik, Geld-, Credit- und Versicherungswesen, Ausstellungs- 
wesen, directe und indirecte Steuern, Vereinswesen und Ar- 
beiterfragen etc. 

245. Akademischer Historikerclub. — ;h)o Nummern. — 
Jahresdotation ca. 70 — so Gulden. — Bibliothekar: derzeit stud. 
phil. Ferdinand Hirn. — Bandkatalog nach Materien geord- 
net. — Entlehnungen nur an Mitglieder und eventuell an 
alte Herren vor Beginn der einzelnen historischen Vor- 
lesungen. — Versendungen an Clubmitglieder, die im Prü- 
fungsstadium stehen und bereits anderorts im Lehrfache ver- 
wendet werden. — Bibl. zugleich mit dem Club ls72 gegr. 
— Geschichte und Geographie. 

Die Geschichte des Clubs in den Festsciirifton zu dessen 2ii- und 2."»jäh- 
rigen Stiftungsfesten. 



78 Innsbruck. [24r. 

•24(>. Landes-Museum ,.Ferdinandeum". — Ca. 30.000 Bde. 
— - Jahresdütation ca. looo Gulden. — Vorstand: Hofr. Prof. 
Dr. Franz R. v. Wieser: Bibliothekar: Prof. Dr. Joseph 
Egger: zwei Diener. — Handschriftlicher Zettel- und Band- 
katalog, aiphabet, und nach Schlagwch'tern. — Allgemein be- 
nutzbar täglich von h — rJ und 2 — i Uhr. — Entlehnungen von 
Büchern an vertrauenswürdige Personen. — Ebenso Versen- 
dungen. — Gegr. 182.'}. — Als sogenannte grössere Sammlung 
ist zu erwähnen die Bibliotheca TirolensisDipauliana. — Tiro- 
lensien. 

Jahresbericht»^ als Beilage der Zeitschrift des Ferdinandeums 1824 ff. — 
Chmel, J. Handschriften in den österr. Bibl., nachgewiesen von Mone. In: 
D. österr. Geschichtsforscher. II. 2. 1842. Not.-Bl., S. ;')2. 

•247. [K. k. Sta3ts-]Realschule. — n) Lehrerbibl. 31. De- 
cember l«!»?: 1067 Werke; h) Schülerbibl. — Jahresdotation 
-,()() — 600 Gulden. — Director: Hermann Sander, Schulrath: 
Bibliothekar: Prof. Dr. Adolf Hueber. — Der Hauptkatalog 
besteht aus einem Band- und einem Zettelkatalog. — Die Bibl. 
ist für auswärtige Besucher am ersten Mittwoch jeden Mo- 
nates im Schuljahre von "2 — 3 Uhr, für die Mitglieder des 
Lehrkörpers in Gegenwart des Bibliothekars jederzeit zu- 
gänglich. — Ebenso Entlehnungen. — Ihre Gründung und 
Geschichte fällt mit jener der Anstalt zusammen (gegr. 
23. Mai 1853). — Alle Fächer der Realschule, insbesondere 
Geschichte, Geographie, deutsche Sprache und Literatur. 

248. Redemptoristencollegium. — 4 000 Werke. — Jahres- 
dotation je nach Bedarf. — Nur zu eigenem Gebrauch. — 
Zettel-, Fach- und aiphabet. Katalog. — Gegr. 1828. — Meistens 
Theologie. 

249. Servitenconvent. — Ca. 30.000 Bde.; werthvoUere 
Handschriften ca. i'xi, Incunabeln (bis 1530) über 50(). — 
Jahresdotation je nach Bedarf. — Bibliothekar: P. Sales M. 
Oberarzb acher. — Alphabet. Bandkataloge aus den Jahren 
1630, 1803 und Ihho. — Benutzbar nach Vereinbarung mit 
dem Bibliothekar. — Keine Entlehnungen und Versendungen. 

— Cegr. 15.S2. — Mehr oder weniger sämmtliche Wissen- 
schaften, vorzugsweise Theologie. 

2.')0. Tiroler Stenographenverein in der Privatwohnung des 
Bibliothekars F. G.streiu, laiidschaftl. Kanzlist. — icsi Bde. 

— Jahresdotation ca. 1.') (hilden. — Ein iiandschriftlicher 
Zettelkatalog und ein gedruckter aiphabet. Handkatalog. — 
Die Bibl. ist nur für Mitglieder des Tiroler Stenographen- 
vereine« und Abonnenten der „Stenograph. Blätter aus Tirol" 
Mittwoch nachm. von 2— :i Uhr geölfnf^t. — Ebenso Entleh- 



•■i.'.i] Innsbruck. 79 

nun«; von Workon, mit Ausnahnic dos Ori^i^inahvorkos von 
(labelsborucr. — Verst'n(hin,u auf 2 Monate. — ls(J2 duroli 
ilen tii'(.)liscliün Stonographonvoroin gogv. — Fast aussrliliess- 
lich StenoijTaphie. 

Solionk, Aug. Der timlisclio Stoiiograplioii verein , .-^eiiio Kiitsteliuiif^, 
Tendenz und bisherige Wirksamkeit, aetenniässig bearbeitet. Innsbruek 
1>S71. — Katalog der Hibi. des Tiroler Stenographenvereines. Naeh dem 
Stande mit Ende Oetober lv,s(> zusammengestellt zum L''>jährigen Stiftungs- 
feste von Dr. v. Draitenberg. Innsbrufk ls,>sC). 

■l:^\. K. k. Universitätsbibliothek, Universitätsstrasse 0. — 
.10. September IsüT: ir).').lo2 I5de., darunter ge<>en 2000 In- 
cunabeln, und loso Handschriften. — Ordentliclie Dotation 
10.000 (lulden, ausserordentliche Dotation variabel (ls97: r)00 
dulden), Matrikeli^^elder 1S97: 11 S()-25 Gulden. — Bibliothekar: 
Dr. Ludwig v. Hörmann-Hörbach; Custos: Dr. Anton Hitt- 
mair; Scriptoren: Karl Unterkircher, Dr. Ludwig Sprung: 
Amanuenses: Dr. Wolfram v. Zingerle, Dr. Josef Hund- 
egger, (prov.) Dr. Alois Walde, zwei Diener, ein Ausliilfs- 
diener. — Ein aiphabet. Grundzettelkatalog, ein S3'Stematischer 
Zettelkatalog, ein alphabet. Bandkatalog (Nominalkatalog), ein 
Localrepertorium in Zettelform, ein Nummernrepertoriuin (In- . 
ventar) in Buchform, ein aiphabet. Dissertationenzettelkatalog, 
ein chronologischer und systematischer Dissertationenband- 
katalog, ein Manuscriptstandortszettelkatalog, ein aiphabet. 
Manuscriptbandkatalog, ein aiphabet. Incunabelzettelkatalog, 
ein chronologischer Incunabelbandkatalog, ein Standorts- 
zettelkatalog der Stumpfbibl., ein aiphabet. Bandkatalog der 
Stumpfbibl., ein Standortsbandkatalog der Reinhartbibl. — 
Die Bibl. ist geöffnet: im Wintersemester von ,s — i und 2 — 4 
Uhr (versuchsweise seit ISOT Montag bis Freitag auch von 
4 — <; Uhr), im Sommersemester von H — 1 und 3—5 Uhr (1897, 
eventuell auch isiis Montag bis Freitag von 3 — 7 Uhr); ge- 
schlossen an Sonn- und Feiertagen, während der Monate 
August und September (Donnerstag, beziehungsweise Freitag 
8 — 12 ausgenommen), am 4. Oetober, 2. und 19. November, 
21., 27. und 31. December, Fasching-Montag und -Dienstag, 
Aschermittwoch, 1. Mai. Ffingst-Dienstag und -Mittwoch. — 
Für Benützung, Entlehnung und Versendung gelten die für 
alle Universitäts- und Studienbibl, ministeriell festgesetzten 
Bestimmungen. — 174 5 wurde die Bibl. von der Kaiserin 
Maria Theresia als „Haui)tbibl." gegr.; ihren Grundbestand 
bildeten die Ambras(irsamniliing, die erzherzogliche Bibl. im 
Wappenthurm und die Bibliotheca regiminalis. In der Folge 
fanden in ihr Aufnahme: 177!» die Jesuitenbibl. von Inns- 
bruck, Hall und Brixen. 1782 — isos die Tiroler Klosterbibl., 
1843 die Bibl. Reinhart, 1853 die Bibl. Jarcke, l8f;o Bibl. 



so Innsbruck. t2r)2 

Schüler, l-siU Bibl. Böhmer, l.s78 Bibl. Ehrhardt, 1S.S2 (IHSis) 
Bibl. Stumpf-Brentano, 1.^84 Bibl. der Wiener Augenklinik, 
is^d Bibl. Pfretzschner, l.Si»5 Bibl. Bidermann (k. k. Minist, f. 
C. u. U.), I.Sit? und 1.S9S Bibl. Hofrath v. Ficker, ISiis Bibl. 
Stelhvag-Carion. Für die übrige Geschichte der Bibl. vgl.: 
Probst, Jac. „Geschichte der Universität in Innsbruck". Inns- 
bruck 18Gi), De Luca, Ign. „Journal der Literatur". Innsbruck 
1782. „Minerva" Jg. II. - Vertreten sind alle Wissenschaften. 

Catalogus bibliothocae Universitatis Oonipontanae. Oenip. 1792. — 
Chniel, J. Ilandschritten in österr. Bibl. nachgewiesen von Mono. In: Der 
österr. Gescliichtsforscher. II. 2. 1842. Not.-BL, S. öl. — Leitlie, Friedrich. 
Die k. k. Universitätsbibl. in Innsbruck. In: Bote für Tirol und Vorarl- 
berg LX. 1874, und in: Neuer Anz. für ßibliogr. 1874, S. 260. 

Universitätsinstitute, Seminare etc. 

252. Klinische Bibliothek der medicinischen Fa- 
cultät. — 2;") Werke in zahlreichen Bdn. — Jahresdotation 
300 Gulden. — Vorstand: Prof. Dr. Johann II. Ptille. — 
Schlagwortkatalog. — Benützung und Entlehnung zwanglos. 

— Keine Versendung. — Ueber Eingabe des medicinischen 
Professorencollegiums 1897 vom k. k. M. f. C. u. U. ob- 
genannte Dotation bewilligt. — Klinische Medicin (fast aus- 
schliesslich Zeitschriften). 

253. Institut für allgemeine und experimentelle 
Pathologie. — Ende isns: 23(1 Bde. — Vorstand: Prof. Dr. 
Moriz Loewit. — Nur zu eigenem Gebrauche, gelegentlich 
aber auch für andere Professoren und Aerzte benutzbar. 

254. Institut für gerichtliche Medicin. — 350 Bde. 

— Jahresdotation je nach Bedarf, ca. 200 — 250 Gulden. — 
Vorstand: Prof, Dr. Carl Ipsen; Assistent: Dr. Franz Lucksch. 

— Bandkatalog. — Benutzbar täglich von 8 — 12 und 2 — 7 
Uhr mit Ausnahme der Semesterferien und der Feiertage. — 
Keine Entlehnungen und Versendungen. — Gerichtliche Me- 
dicin und die verwandten Gebiete der Hygiene, Chemie, pa- 
thologische Anatomie. 

255. Anatomisches Institut. ~ llKi Werke. — Do- 
tation je nach Bedarf der allgemeinen entnommen. -- Vor- 
stand: Prof. Dr. Ferdinand Ilochstetter. — Zettelkatalog. — 
Benutzbar für Alle, die sich mit einschlägigen wissenschaft- 
lichen Arbeiten beschäftiuon, nach vorher erhaltener Erhuil)- 
niss. — Entleiinungen nur ausnahmsweise. 

.'5f;. Hygienisches Institut, Grenzstrasse, besitzt der- 
malen nur wonig<;, nocli nicht inventarisirto Hand- und Nach- 



261] Innsbruck. si 

schlagebüelier über lly<i;iene, Chemie, Hacteriologio (ca. 1.0 
Werke); diese stellen zunächst nur den IHirern des Institutes 
innerhalb desselben, nach Hause jedoch nur auf einen Ta;L? 
zur Verfü^unj:-, können aber von i» Uhr früh bis d Uhr 
abends auch anderen Interessenten zur Benützunt; im In- 
stitute verabfolgt werden. — Ebenso ist dies mit den ca. 
;500 Werken aus dem. Privatbesitze des Vorstandes (Prof. Dr. 
Alois Lode) der Fall. 

■257. Physikalisches Institut. — 179 Bde. — Dotation 
ca. 60—80 Gulden aus der Institutsdotation. — Vorstand: 
Prof. Dr. lynaz Klemencic; Assistent: Doc. Dr. Michael Rada- 
kowic. — Keine bestimmten Bibl. -Stunden. — Keine Ent- 
lehnungen und Versendungen. — Physik. 

258. Chemisches Laboratorium. — 1130 Bde. — Der 
ßücherankauf erfolgt je nach Bedarf aus der Dotation des In- 
stitutes. — Vorstand: Prof. Dr. Karl Senhofer. — Inventar- 
katalog. 

250. Meteorologisches Observatorium. — Ca. 300 
Bde. — Jahresdotation 20—30 Gulden, der allgemeinen Do- 
tation entnommen. — Vorstand: Prof. Dr. Paul Czermak. — 
Katalog in Ausarbeitung. — Entlehnungen an Studirende. 

— 'ISÜO durch Prof. Dr. Josef M. Pernter ins Leben gerufen. 

— Zum grössten Theile durch Tauschverkehr mit anderen Ob- 
servatorien vermehrt. — Fachliteratur. 

260. Seminar für Mathematik und mathematische 
Physik. — 2:.)s Bde. — Jahresdotation seit 1s;j7 loo Gulden. 

— Vorstände: Prof. Dr. Otto Stolz, Prof. Dr. Karl Exner, 
Prof. Dr. Wilhelm Wirtinger. — Inventarkatalog, aiphabet. 
Zettel- und Fachkatalog. — Entlehnungen nur an die Theil- 
nehmer der Seminarübungen. — Gegr. ls7'.) aus den Dou- 
bletten der Baumgarten'schen Schenkung an die Universitäts- 
bibl., vermehrt durch die ordentliche Dotation seit Ls;t7, durch 
die ausserordentlichen Dotationen aus Stipendienresten. 

2(51. Germanistisches Seminar. — 594 Werke in ca. 
900 Bdn. und Heften. — Ohne feste Dotation; für die Bibl. 
wird verwendet, was von den acht systemisirten Stipendien 
von je :50 Gulden erübrigt, durchschnittlich 12o Gulden. — 
Vorstände: Prof. Dr. Joseph Wackernell, Prof. Dr. Joseph 
Seemüller. — Zettelkatalog. - Benutzbar derzeit nur für 
Mitglieder zu den Stunden der Seminarübungen, nacli 
Bestellung eines Dieners den ganzen Tag. — Ebenso Ent- 
lehnungen. — Keine Versendungen. — Gegr. 1875, seit Sommer- 

Ritpliothpks A'lrcasliiicli. G 



82 Joachimsthal. [262 

Semester 1899 eiiiene Räumlichkeit. — Deutsehe Philologie 
im gesammten Umfange. 

Die Leopold Franzens-Universität zu Innsbi'uck. 1848—1898. Festschrift. 
Innsbruck 18'.iO, S ö7. 

■2(;2. Historisches Seminar, Museumstrasse Ki, IL — 
»i49 Bde. — Jahresdotation 200 Gulden. — Vorstände: Prof. 
Dr. Ludwig Pastor und Prof. Dr. Emil v. Ottonthal. — Al- 
phabet. Zettel- und Nummernkatalog. - — Nur für den Ge- 
brauch der Mitglieder und Thoilnehmer des historischen Se- 
minars. — Entlehnungen und Versendungen nur in beson- 
deren, durch die Seminarvorstände zu beurtheilenden Aus- 
nahmsfällen. — Gegr. 1S71. — Geschichte. 

Die Leopold Franzens-Universität zu Innsbruck 1818 — 1898. Innsbruck 
1899, S. 41. 

Joachimsthal (Böhmen) 

■2(;o. Städtisches Archiv besitzt eine sehr alte Bibl. mit 
v/erthvollen, bis in das Uk Jhdt. reichenden Handschriften, 
darunter die Bergpredigten des Magisters Mathesius und 
Werke des Agricola, leider nicht bibliothekarisch genau ge- 
ordnet. 

2fi4. Freilesehalle und Freibibliothek. — i;J4(j Werke, r> 
Tagesblätter, r> Wochenblätter, mehrere illustrirte, sowie Witz- 
blätter und 7 Fachzeitungen. — Jahresdotation von der Spar- 
cassa 200 Gulden, davon für Neuanschaffungen 120 Gulden, 
da bei der ziemlich starken Frequenz 25% Abnützung. — 
Vorstand: Gustav Nestel Edler v. Eichhausen, k. k. Landes- 
gericlitsrath; Obmann-Stellvertreter: Anton Müller, k. k. Be- 
zirksschulinspector; Cassier: Robert Kuhn, k. k. Bergcontrolor; 
Schriftführerin: Anna Lorenz, BürgersehuUehrerin; Biblio- 
thekare: Emanuel Schönfelder, Julius Samuel und Lehrer 
Rauscher: 5.s beitragende Mitglieder. — Liventar- und alplia- 
bet. Bandkatalog. — Die Lesehalle ist für jedermann an Wci'k- 
tagen von 5 — lo Uhr abends, an Sonn- und Feiertagen mit 
Ausnahme des ersten Weihnachts-, des Oster- und Pfingst- 
sonntages von 9 — 12 Uhr vorm. und 2 — lo Uhr abends ge- 
öffnet. Bücherausgabe nur Sonntag von 2—4 Uhr nachm. — 
Im Jahre 1898 zählte der Verein 2921 Entiehner und 2(;(;3 
Besucher der Losehalle. 

2i;o. Gabelsberger Stenographenverein, Gasthaus zur Stadt 
Wien. — ;}21 Bde. — Jahresdotation je nach Bedarf. — Ob- 
mann: F. Carlellieri. k. k. Notar; Bibliothekar: Der Bücher- 
wart des Vereines. — VAn liandschriftlicher Accessionskatalog 



2f.'.il Is(!hl. 83 

uinl Inventar; oin ucdriickter Materienkatalo^. — Benutzbar 
an tliMi Veri'iMs:il)eii(lon. — Entlehnung' und Versendunj^'^ an 
Vereinsniitglieder auf M Tage. — Gegr. KSSi». 

Isclil (Ober-Oesterr.), 

3(i(i. K. k. Centralbibliothek der alpinen Salinenverwaltungen, 

Salinenvcrwaltungsgcbäude, Wirerstrasso s. — 215o IJde. 
(Drucke und Handschriften.) — Jahresdotation ca. 240 Gulden. 
— Vorstand: Borgrath und Vorstand der k. k. Salinen- 
verwaltung Carl V. Balzberg; Bibliothekar: ein Kanzlist. — 
Ein Accessionskatalog. — Für die Beamten der alpinen Sa- 
linenverwaltungen Ebensee, Ischl, Hallstatt, Aussee, Hall und 
Hallein zu jeder Zeit benutzbar. — Entlehnung und Ver- 
sendung nur an die genannten Anstalten gegen Empfangs- 
bestätigung, doch nicht über Jahresfrist. — Die Bibl. wurde 
als Salinenoberamtsbibl. gegen Ende des vorigen Jhdts. 
gegr. und ging nach Auflösung des Salinenoberamtes l.Söo in 
«las Eigenthum der Salinen- und Forstdirection Gmunden 
über; nach Auflösung der letzteren i. J. 18(;8 kamen die das 
Forstwesen betreffenden Zeitschriften, die Gesetzsammlungen 
und andere juridische Werke an das k. k. Oberforstamt in 
Ebensee, die übrigen Werke an die k. k. Salinenverwaltung 
Ischl. — Besondere Pflege finden Berg-, Sudhüttenbetriebs- 
und maschinentechnische Wissenschaften, sowie Elektrotechnik. 

■2i)7. Pfarrbibliothek, zugleich Bibl. des katholischen Ge- 
sellenvereines, Pfarrhofgebäude. — Ca. 1000 Werke. — Jahres- 
dotation 30 Gulden. — Bibliothekar: Peter Bandzauner; die 
Verwaltung der Bibl. wird vom Vicepräses und den Ordnern 
des katholischen Gesellenvereines besorgt. — Ein Zettel- und 
ein aiphabet. Katalog. — October bis Mai jeden Sonn- 
tag von 1 Uhr an geöffnet und unentgeltlich benutzbar; Mit- 
glieder des Gesellenvereines haben täglich abends freien Zu- 
tritt und auch das Recht der Entlehnung. Eine Versendung 
findet nicht statt. — Gegr. 188'j, pflegt die Bibl. vorzugs- 
weise das Gebiet der Geschichte. 

2(;8. K. k. Salinenverwaltung, Wirerstrasse 8. — 720 Bde. — 

Jahresdotation ca. txi Gulden. — Gesetze, Verordnungen, Hand- 
bücher, Statistik, Amtszeitungen. 

•2(\'.K Volksbücherei (Ortsgruppe des oberösterreichischen 
Volksbildungsvereines). — icoo Bde. und Hefte unterhalten- 
den und wissenschaftlichen Inhaltes, — In den Monaten Oc- 
tober bis Mai jeden Sonntag von 8 — 1(> Uhr unentgeltlich be- 

6* 



84 Jungbiinzlau. [270 

nützbar. — Entlehnungen auf vier Wochen, aber keine Vor- 
sendungen. — Bibliothekar: Alois Gassner, Ookononi. 

Jung-bnuzlau (Ml. Boleslav, Böhmen). 

•JTO. [K, k. Staats-]Gymnaslum (Cis. kräl. stätni vyssi gym- 
nasium. — <ij Lehrerbibl. ol57 Werke in 5oU3 Bdn. und (J-,H) 
Heften, 5340 Programme; h) Schülerbibl. ^GGO Werke in 5060 
Bdn. und 12ö Heften. — Director: Josef Postatny; Biblio- 
th'kar: Prof. Jan Weger. — KiSs von Graf Czernin in Kos- 
manos gegr., 17.~^G nach Jungbunzlau verlegt. Seit 186s Pia- 
ristenuntorgymn. und Communaloberg3'mn. löSl verstaatlicht. 

Weger, Jan. Katalog bibliotlieky professorske. In: Program cis. kräl. 
stätniho vvSSiho gj'mnasia v Ml. Boleslavi. V Mlade Boleslavi 1898. 

Nach dem letzten Jahresberichte gearbeitet, da der Fragebogen nicht 
beantwortet wurde. 

Kaaden (Böhmen). 

•JTl. Franciscanerconvent. — a) grosse Bibl. 2119 Bde.; 
h) kleine Bibl. 1121 Bde., 6 Handsciiriften, ca. lOOlncunabeln. 
— Jahresdotation je nach Bedarf. — Guardian und Biblio- 
thekar: P. Adalbert Chvojan. . — Handschriftlicher aiphabet. 
Katalog. — Benutzbar nur in Gegenwart eines Convent- 
mitgliedes. — Keine Entlehnungen und Versendungen. (Ver- 
boten durch die ,,Leges Bibliothecae" und päpstliche Ver- 
ordnungen.) — Gegr. zugleich mit dem Kloster 147.'5. — Moi.<t 
theologische, aber auch alle anderen Fächer vertreten. 

272. [K. k. Staats-]Gymnasium. — a) Lehrerbibl. Mo.) 
Werke in 2;jU Bdn., lä.')« Programme; h) Schülerbibl. loiii 
Werke. — Director: Moriz Plahl; Verwalter von <i) Prof. Dr. 
Joseph Dorsch; von hj Prof. Joseph Hofmann. — Erriclitet 
1H71 als Communalrealgymn.; I.s74 — i s77 Obergymn.. seit 
18S0 abermals Obergymn. l.syi verstaatlicht. 

Dorsch, Joseph. Katalog der Lehrerbibl. In: Programm des dcutsolioii 
k. k. Staats-Oborgymn. in Kaaden. Kaaden 1808. 

Nach dem letzten Jahresbericlite gearbeitet, da der Fragebogen niclit 
beantwortet wurde. 

Kai kslmi*^ (Niedcr-Oesterr.). 

273. Collegium des Ordens der Gesellschaft Jesu besitzt 
eine Hausbibl., zu welcher noch einige bosoiidtru Saiiunhmgen 
für Unjj^arisch, Italienisch, B<"»hmisch, Naturgeschi(;hte und 
Schülerljibl. in sechs Al>tli(ülungon, sowie seit l^iio noch ein 
„(Jal>inet für kirchliche Kunst" und die damit verbundene 
Kunstbibl. mit :».')6 Werken in 1633 Bdn. gehören. Gesammt- 



-'7(V1 Kaltem. 85 

hostand ca. JT.nod Hde. - Jahresdotation je naoli Üodarf, 
für dio Schiilhihl. KM) Gulden. — Bibl.-Vorstaiid : ein Priester; 
iür die Seliiilcrbil)!. sor^t der Generalpräfcct und die je- 
veilii^eu Präfecten der einzelnen Abtheilun^en. Custos der 
Kunstbibl.: P. Ladislaus Velics. — Handschriftliche aipha- 
bet. P'achkataloge in Zettelform und Bandkataloge. — Ver- 
sendungon nur ausnahmsweise mit besonderer Erlaubniss des 
Hausoboren und unter gewissen von Fall zu Fall festgestellten 
Bedingungen. — Die Gründung der Bibl. erfolgte zugleich mit 
jener des CoUegiums i. J. l.sö? (nach Jordan ls55). Es 
wurde dafür ein geräumiges Zimmer zur Verfügung gestellt, 
bis endlich nach mehreren Wecliselfällen die Bibl. in 
fünf miteinander verbundenen Zimmern zum überwiegend 
grössten Thoile untergebracht wurde. I.s91 erhielt sie einen 
grösseren Zuwachs durch Graf Julius Janko, welcher dem 
Collegium den grössten Theil seiner Privatbibl. schenkte. 
ist)2 wurde aus der Hinterlassenschaft des Prof. Friedrich 
Franz dessen trefflich geordnete philosophische Handbibl. an- 
gekauft. — Vertreten fast alle Fächer, besonders seit 1.S94. 
Besondere Sorgfalt erfahren die an dem Collegium ver- 
tretenen Lehrfächer. 

Kaltem (Caldaro, Tirol). 

271. FrariGiscanerconvent. — Ca. .sooo— iioOO Bde., 20—30 
Handschriften, ca. OO Incunaboln. — Jahresdotation je nach 
Bedarf. — Bibliothekar: ein Mitglied des Conventes. — Hand- 
schriftlicher aiphabet, chronologischer und Zettelkatalog. — 
Mit spccieller Erlaubniss des Guardian Entlehnungen auch 
an Nichtmitglieder des Convents unter besonders festzustellen- 
den Bedingungen. — Gegr. zugleich mit dem Kloster (lf;3s) 
von Erzherzogin Claudia v. Medici, Witwe dos Erzherzogs 
Leopold (Regenten von Tirol und Bruders Kaiser Ferdinands H.). 
— Hauptsächlich Tiieologie, und zwar Moraltheologie und 
Kirchengeschichte. 

Kalwary.a (Paclawska, Galizien). 

27;"). Minoritenconvent (gegr. IGiw). — Guardian: P. Al- 
phonsus Ptaszek — Nähere Auskünfte nicht zu erlangen. 

Kanipora (Dalmatien). 

27('.. Franciscanerconvent. — 126n Bde., .5 Handschriften, 
P.o Licunabeln. — Keine Dotation. — Guardian und Biblio- 
thekar: P. Casimir Jnrie. — Ali>li;il)ot, Baudkatalog. — Tag- 



86 Karlsbad. [m 

lieh auch für nicht zum Convent gehörige, vertrauenswürdige 
Personen in Gegenwart des Bibliothekars benutzbar. — Keine 
Entlehnung oder Versendung. — Gegr. 149s durch Nachlässe 
der Conventmitglieder und Schenkungen. 1893 von dem gegen- 
wärtigen Bibliothekar neu geordnet. — Hauptsäclilich Theo- 
logie, aber auch Jurisprudenz, Geschichte, Philosophie. 

Karlsbad (Böhmen). 

277. [Städtisches Kaiser Franz Joseph-Real- und Ober-]Gym- 

nasium, Elisabethquai Nr. 932. — a) Lehrerbibl. 7.s7 Werke 
in 2235 Bdn., 988 Programme; h) Schülerbibl. 253 Werke in 
490 Bdn. — Dotation 500 Gulden. — Director: Franz Grund; 
Gustos der Lehrerbibl.: Prof. Dr. Friedrich Bauer; der Schüler- 
bibl.: Prof. Franz Resiak. — l Bandkatalog (Accessionskatalog), 
1 aiphabet. Zettelkatalog, Fachkataloge. — Jederzeit zugäng- 
lich ; Entlehnung a) an Mitglieder des Lehrkörpers. — Gegr. 
1S92. 1895 schenkte der Privatier Fischer aus Pirkenhammer 
seine Bibl. (G49 Bde.) — Alle Gymnasialfächer. 

Bibl.-Katalog soll im Jahresberichte für 1899/1900 erscheinen. 

Karolinenthal (Karlin, Böhmen). 

278. [K. k. deutsche Staats-]Realschule. — a) Lehrerbibl. 
1231 Bde., 422 Hefte, 9920 Programme; h) Schülerbibl. 1349 
Bde., 81 Hefte. — Director: Carl Wihlidal; Bibliothekar von 
a) Prof. Julius Seifert; von h) Prof. Vincenz Vfesfäl. — 1875 
als Unterrealschule gegr.; seit 1881 überrealschulo. 

Seifert, Julius. Katalog der Lehrerbibl. In: XXII. Jahresbericht der 
deutschen Staatsrealschule in Karolinenthal. Pi-ag 1898. 

Nach dem letzten Jahresberichte gearbeitet, da der Fragebogen niclit 
beantwortet wurde. 

279. [K. k. böhmische Staats-]Realschule (Cis. kräl. ceskä 
vy.ssi realka). — a) Lehrerbibl. 3005 Werke in 44(17 Bdn.. 
911 Heften, 52 Atlanten, 4105 Programme; h) Schülerbibl. 
2365 Werke in 2770 Bdn. — Jahresdotation 450—500 Guklen. 
— Director: Dr. Jan Pla.sil; Gustos für a) Prof. Ladislaus 
Dolansky; für h) Prof. Jan Nedoma. — Gegr. 1874 von der 
Gemeinde; 1883 verstaatlicht. 

Nach dem letzten Jahresberichte gearbeitet, da der Fragebogen nicht 
beantwortet wurde. 

Katzelsdorf (Nieder-Oesterr.). 

2.S0. Redemptoristencollegium hat eine grössere, zum rein 
internen (Joltraiiflic Ix-stiiimito Bihl. — Roctor: Dr. Franz 
Prikryl. 



284] Kenty. 87 

Kenty (Galizien). 

•2s 1. Reformatenkloster. — 300, naoli Tizzala !t23 Bde. — 
Jahrosdotation lo (Juldon. — Vorstand: (iuavdian P. Mel- 
chior Kriiczyi'iski. — Alphabet. Katalog'. — Benutzbar nur 
Tür Ordonsmit.uliodor, — Keine Entlehnnn<^en und Versen- 
duuiien. — Entstand zu;ü;leich mit dem Convent 1G1J9, — Ver- 
treten Theologie (lat.), Predigten (poln.), Jus canonicum, as- 
cetische Werke. 

Klagenfart (Kärnten). 

282. Casino, ..Hotel Kärntnerhof". — 1400 Werke. -— 
Jahresdotation so — loo Gulden. — Ein jährlich aus den Mit- 
gliedern (gewählter Bibliothekar. — Gedruckter aiphabet. Ka- 
talog a. d. J. ISiia. — Entlehnung an Mitglieder auf 1 Wochen. 

— Gegr. zugleich mit dem Vereine im 4. Decennium des 
10. Jhdts. — Hauptsächlich vertreten Conversationslexika, 
Zeitschriften, Belletristik. 

Kataloge orsehoinen von Zeit zu Zeit im Drucke. 

2s3. Kärntner Gabelsberger Stenographenverein, landschaft- 
liche Burg^ 2. Stock. — Ende 1898: 814 Bde. — Jahres- 
dotation ca. 40 Gulden. — Vorstand: Joseph Opl; Bücher- 
wart: Rudolph Alber, Rechnungsofficial der k. k, Landes- 
regierung. — Bandkatalog mit Schlagworten. — Benutzbar 
Montag von 12— 12^/2 Uhr für Mitglieder und Schüler des 
Vereines. — Ebenso Entlehnungen und Versendungen auf 
<i Wochen gegen Ersatz der Kosten. — Gegr. zugleich mit 
dem Vereine 18(53. — Fast ausschliesslich Gabelsberger'sche 
Stenographie, doch auch andere Stenographiesysteme. 

2s4. Geschichtsverein für Kärnten im Landesmuseum Ru- 

dolfinum^ 2. Stock. — Ca. 2.'').0oo Bile,, 4.5 Incunabeln; 
die Handschriften bilden einen Bestandtheil des Archivs. 

— Jahresdotation ca. 3oo Gulden; überdies lebhafter Tausch- 
verkehr. — Bibliothekar: August Jaksch Ritter v. War- 
tenhorst, Landesarchivar. — Inventar-, wissenschaftlicher 
Zettel- und aiphabet. Bandkatalog (nach Formaten getrennt) 
vom jetzigen Bibliothekar geordnet (1888 — isDO). — Benutz- 
bar von 9 — 12 und 3 — 5 Uhr. — Entlehnungen und Versen- 
dungen wie bei Staatsbibl. — Gegr. 1844. Schon 1847 betrug 
die Bibl. 2036 Bde., 133 Handschriften. — Geschichte im wei- 
testen Sinne des Wortes, speciell Landesgeschichte Kärntens 
und Oesterreichs, sonst alle Wissenschaften mit Ausnahme der 
Naturwissenschaften. 

Ankershofen, Frli. v. Handscliriften der Sammlung des bist Vor. für 
Kärnten in Klagenfurt. In: Archiv für österr. Geschichte. I, 2 1848, 



88 Klagenfurt. [285 

S. 71. — Jahre -bericht des bist. Vereines für Kärnten in Klagenfurt. In: Ca- 
rinthia. Mittheilungen des Geschichtsvereines für Kärnten. — Festschrift 
des Geschichtsvereines für Kärnten Klagenfurt 1896. 

•2sf). [K. k. Staats-]Gymnasium. — n) Lehrerbibl. 241-2 
"Werke: hj Scliülerbibl. 37 76 Bde. und Hefte. — Direelor: Dr. 
Robert Latzel; Custos für a) Prof. Johann Gessler; für hJ 
Prof. Alois Grillitsch. — Gegr. ino.T, 1004 den Jesuiten über- 
gaben: seit 161.3 sechs, seit 1631 sieben Classen: 1807 ein- 
gewandorten Benedictinern von St. Paul übergeben. 1.S71 
Staatsgymn. 

Katalog der Lehrerbibl. des k. k. Staatsgymn. In: XLVIII. Programm 
des Staatsobergymn. zu Klagenfurt. Klagenfurt 1808. 

Nach dem letzten Jahresberichte gearbeitet, da der Fragebogen nicht 
beantwortet wurde 

•286. Kärntner Handels- und Gewerbekammer. — Die Bibl. 
ist eine Handbibl. und besteht aus ca. 2800 Bdn. — Jahres- 
dotation 400 Gulden. — Ein handschriftlicher ali)habet. nach 
Schlagworten geordneter Katalog. — Das Verfügungsrecht 
über die Benützung der Bibl. hat das Kammerpräsidiura. — 
Benutzbar für die Kammerinteressenten während der Amts- 
stunden. — Nur ausnahmsweise Entlehnung oder Versendung, 
— Die Bibl. besteht seit dem Jahre 18.50 und hat zumeist 
durch Kauf ihren gegenwärtigen Stand erreicht. — Vertreten 
sind Rechts- und Staatswissenschaften, Gesetzeskunde, Volks- 
wirthschaft, Land- und Forstwirthschaft, Gewerbewirthsohaft, 
Technologie, Bau- und Hüttenwesen. Gewerbs- und Industrie- 
zweige. Arbeits- und Arbeiterwesen, Credit- und Bankwesen, 
Handel und Handelskunde, Verkehrs- und Ausstellungswesen, 
Statistik, Geographie, Finanz- und Zollwesen. 

287. Kärntner Industrie- und Gewerbeverein im Landes- 
museum Rudolfinum, Museumsgasse 2. — 1250 Werke in ca. 
3000 Bdn. — Jahresdotation ca. 100 Gulden. — Vorstand: 
Hermann Hinterhuber, k. k. Bergrath ; Custos und Vereins- 
secretär: Rudolf Ritter v. Hauer; 1 Diener. — Ein hand- 
schriftlicher aiphabet. Katalog und ein gedruckter Auszug 
hieraus, nach Fächern geordnet. — Während der Kanzlei- 
stunden, aber auch sonst nach Bedarf zugänglich; Bücher 
werden gegen Revers entlehnt und versendet. — Gegr. gleich- 
zeitig mit der Errichtung des Vereines i. J. 1850. — Vertreten 
Industrie, Gewerbe, Unterricht. Fachzeitschriften. 

288. Kärntner -Verein, Kanzlei: landschaftliche Burg. — 
629 Bde. — Jahresdotation 150 Gulden. — Vorstand: Prof. 
Dr. Joseph Mitteregger: Vorstand-Stellvertreter: Landes- 
gerichtsratli Anton Stanfel: S:»cretär : Anton Ohrfandl: 1 Diener. 



292] Kla^'oiifiirt. Kl> 

— Zettelkatalog. — Nur Handbibl. zAim Zwecke der lieraus- 
iiabe des Voreinsoriianos „Kärntiierisches Gemoindoblatt". — 
Keine EntlehnuiiLicn und Vorsondun^en. — Als Handbibl. der 
Sclirit'tleitunj^- des ..Kärntnerischon (lonioindeblattes" isT.'J liegr., 
ging die IJibl. isHl in den Besitz des nengegründeten Ver- 
eines über. — Vervvaltungsreclit und Carinthia, insbesondere 
fremde Literatur. 

•2s:». Naturhistorisches Landesmuseum von Kärnten im Ru- 

dolfinum, Museumsgasse "2. — 8()()0 Werke in ca. (JlTf) Bdn. 

— Jahresdotation 30ü Gulden. — Vorstand: Ferdinand See- 
land, k. k. Oberbeigrath: Bibliothekar: Wenzel Hof bauor, Berg- 
ingenieur. — Ein Zettel- und ein Bandkatalog (letzterer als 
Accessionskatalog geführt). — Vorm. von i) — 12, nachm. von 
2—6 Uhr geöffnet. — Entlehnung an Mitglieder des Museunis- 
vereines auf .'50 Tage; ebenso Versendung. — Gegr. I.s4«. Den 
Grundstock bildete die Bibl. des Anton Graf Goess, der die 
naturhistorische Abtheilung seiner Büchersammlung dem Mu- 
seum zur Verfügung stellte. — Vorzugsweise finden die Natur- 
wissenschaften Pflege. 

290. Fürstbischöfliches Priesterseminar. — Ca. IT.oou Bde. 

— Jahresdotation ca. iTjO Gulden. — Alphabet. Zettelkatalog. 

— Benutzbar nur für die Alumnen zu besonders festgesetzten 
Stunden. — Keine Entlehnungen und Versendungen. — Theo- 
logie, Philosophie, Geschichte und Literatur. 

291. [K. k. Staats-]Realschule, Bahnhofstrasse 37. — 
n) Lehrerbibl. :^7(V2 Bde. und Hefte; h) Schülerbibl. 3S09 Bde. 

— Jahresdotation (aus Landesmitteln) 150 Gulden. — Di- 
rector: Joseph Opl; Bibliothekar: Schulrath Prof. Raimund 
Dürnwirth. — Bandkatalog nach Fachgruppen geordnet. — 
Zugänglich für Mitglieder des Lelirpersonales an allen Wo- 
chentagen. — Ebenso Entlehnungen; ausnahmsweise und mit 
besonderer Bewilligung des Directors auch an andere distin- 
guirte Personen. — Versendungen nur an die Directionon der 
Mittelschulen Kärntens. — Gegr. isön. — Grössere Schen- 
kungen vom k. k. Ministerium f. Cultus und Unterr., der 
k. k. geolog. Reichsanstalt, der k. k. Central-Commission für 
Erforschung und Erhaltung der Baudenkmale und verschie- 
denen Privaten. -- Besonders vertreten in nj Geograi)hie, Ge- 
schichte, Statistik, deutsche Sprache und Literatur; in b) deutsche 
Sprache, Literatur und Jugendschriften. 

Katalog der Lehrerbibl. In: XLI. Jahresbericht der Staatsoberreal- 
sclnilo zu Klagenfurt. Klagenfurt 1898. 

292. Residenz des Ordens der Gesellschaft Jesu. — Ca. 

17.000 Bde. — Jahresdotation loo ir)() Gulden. — Zettel- 



90 Elagenfurt. [293 

k atalog. — Nur zu eigenem Gebrauche. — Für Auswärtige 
nur mit besonderer Bewilligung der Direction benutzbar. — 
Vorzugsweise Theologie, Philosophie und Geschichte. 

293. K. k. Studienbibliothek, Kaufmanngasse 11. — 4(5.180 
Bde., darunter ca. 200 Incunabeln, 2;»-2 Handschriften. Ausser- 
dem getrennt aufgestellt : Programmsammlung des k. k. Gymn. 
(19.505 Stück), Bibl. des kärntnerischen Aerztevereines (3(!ll 
Bde.), Bibl. der Section Klagenfurt des deutschen und öster- 
reichischen Alpenvereines (900 Bde., Hefte und Karten). — 
Jahresdotation 1200 Gulden, 1898 noch 5«0 Gulden a. o. Zu- 
schuss. — Vorstand: Dr. Max Ortner, k. k. Gustos; Scriptor: 
Dr. Gustav Zoepfl; 1 prov. Diener. — Hauptzettelkatalog, 
nach Standorten; Inventar (3 Bde.); aiphabet. Bandkatalog 
(9 Bde.); systematischer Zettelkatalog, der nach und nach in 
einen Schlagwortkatalog umgewandelt werden soll; Hand-Fach- 
katalog für das Lesezimmer (5 Bde.); Inventar- und aiphabet. 
Bandkatalog der Graf Goess'schen Sammlung (2 vol.), systema- 
tischer Zettelkatalog der Programmsammlung; Inventar und 
aiphabet. Zettelkatalog der Aertzevereinsbibl.; Inventar-, alplia- 
bet. Zettel- und Schlagwortkatalog der Alpenvereinsbibl. — 
Geöffnet: Montag bis Samstag von 9—12, Montag, Dienstag, 
Freitag von 3 — 5^ Mittwoch, Samstag von 2—4 Uhr. — Be- 
züglich der Entlehnung und Versendung gelten die gesetz- 
liclien Bestimmungen, die in liberalster Weise gehandhabt 
werden. Durch Unt.-Min.-Erl. vom 2. April is98, Z. G994, er- 
hielt die gesammte Lehrerschaft Kärntens das Recht, aus der 
Bibl. Bücher zu entlehnen. — Gegr. im IG.Jhdt. von den prote- 
stantischen Ständen; das Gymn. sammt der ständischen 
Bibl. wurde 1G()4 von den Jesuiten übernommen. Nach Auf- 
hebung der Jesuitenklöster und der Klöster Ossiach, Arnold- 
stein, St. Paul und Völkermarkt bildeten diese Bibl. den 
Grundstock der Lycealbibl., deren Ordnung dem Exjesuiten 
Baron v. Metzburg übertragen wurde. Unter den Geschenken 
ragen hervor: die Bibl. des Fürsten v. Ptosenberg: 180G Ge- 
schenk des Grafen Peter Goess, meist romanische Literatur 
(<JO0(> Bde.); 1897 die beiden genannten Vereinsbibl. — An- 
schaffungen den Bedürfnissen entsprechend. 

Graf, Rainer. Chronik des Gymn. in Klagenfurt. (Gymn.-Progr. 1851.) — 
Ankershofen, Gottl. Freih. v. und J. H. Ilerinann. Handbuch der Gesch. des 
Ilerzo<,nhuuis Kärnten. Klagenfurt 184:5 — ISC.t. Bd. III, 1<;2. — Hudik, P. 
A. Merkwürdige Handschriften der k. k. Bibl. zu Klageiifurt. In: Neues 
Archiv f. Geschielite. II, 18;J0, S. 7r.7. — Budik, P. A. Handschriften der 
k. k. Bibl. zu Klagenfurt. In: Oesterr. Blätter f. Literatur 1815, 8.(348,071. 

294. Höhere Töchterschule. — 133 Bde. — Jahresdotation 
je nach Bedarf. — Director: Johann Braumüller; Biblio- 



2981 Klattau. 91 

thekarin: Lehrerin Anna i'ickart. — J5andkatalog. — Keine 
bestinimton I>ibl. -Stunden. — Entlolinunijfen an das Lehr- 
personalc. — Keine Versendungen. — (Jegr. 1890. — Scli(»ne 
Literatur und Pädagogik. 

•,".•5. Deutsche Volksbücherei der Südniark-Ortsgruppe (in 
Gründung begriffen) liat bisher ca. 2000 Bde. gesammelt. — 
Obmann: Max Burger. — Grösstentheils Belletristik. 

Klattau (Klatov, Böhmen). 

20G. [K. k. Staats-Real- und Ober-]Gymnasium (C. k. statni 
realny a vys^^i gymnasium). — a) Lehrerbibl. 3G13 Werke in 
4508 Bdn. und 4809 tieften, 5G57 Programme; h) Schülerbibl. 
1653 Werke in 1801, Bdn. (cech. Abth.), 340 Werke in 54(J Bdn. 
(deutsche Abth.). — Für alle Lehrmittelsammlungen der An- 
stalt standen 1897/98 (;93 Gulden zur Verfügung. — Director: 
Robert Beer; Gustos für a) Prof. Jan Zelenka; für h) Prof. 
Frantisek Nekola. — Gegr. 1661 als Jesuitengymn.; 178U nach 
Pisek verlegt, 1812 den Benedictinern übergeben; seit 1850 
Obergymn., seit 1873 Realobergymn. 1880 verstaatlicht. 

Nach dem letzten Jahresberichte gearbeitet, da der Fragebogen niclit 
beantwortet wurde. 

297. Museum der kgl. Stadt Klattau (Museum kräl. mesta 
Klatov). — a) Allg. Theil: 469 Bde., darunter 15 Bde. In- 
cunabeln theolog. Inhaltes; h) 560 Bde. Bohemica. — Jahres- 
dotation für Bücherankauf ca. 100 Gulden. — Präses des Mu- 
seumscuratoriums: Hob. Beer, Gymn.-Director; Secretär und 
Gustos: Dr. Garl Hosta.s. — Bandkatalog. — Entlehnungen 
gegen Caution. — Gegr. mit dem Museum 1882. — Natur- 
geschichte, Medicin, Jurisprudenz, Theologie, Geschichte und 
Geographie^ Varia. — Mit der Bibl. ist das Stadtarchiv (Stadt- 
bücher vom 16. Jhdt. angefangen und Urkunden) verbunden. 

Klosterneiibiir«; (Nieder-Oesterr.). 

298. Sammlung Helfert. — Ihre Anfänge stammen a. d. J. 
1848, wo der jetzige (ieh.-R. Dr. Alexander Baron Helfert 
Universitätsprof. für römisches und Kirchenrecht an der Uni- 
versität in Krakau war. Seither war und ist der Besitzer 
eifrig auf die Ergänzung der werthvollen Sammlung bedacht, 
und es gelang ihm, um nur einige Beispiele hervorzuheben, 
die Mailänder Placatensammlung des Senatspräsidenten Alois 
Pederzani, Keil's „Leuchtthurm" 1848, „Stella, Ueber die so- 
ciale Frage. Wien 184.s", „Kaiina. Jaroslav Ksaft" u. a. zu er- 
werben. — Die Sammlung besteht aus folgenden Theilen, für 



92 Klosterneuburg. [299 

deren jeden separate Kataloge bestehen: 1. Tagesschriften; 
2. Bilder, und zwar a) Auttritte, Schauplätze, Costumes, Cari- 
caturen etc.: h) Porträts: •}. Münzen und Geldzeichen: 4. Mu- 
sikalien; 5. Bibl. : •;. Zeitungen und Zeitschriften: 7. Varia: 
8. Mappen. — In Bezug auf Katalogisirung und Ordnung zer- 
fallen diese Theile wieder in folgende Gruppen, und zwar 
1«: datirte und nach dem Datum geordnete; Iß: undatirtc 
Tagesschriften: 2o:: selbständig ausgegebene Bilder, 2/5: ar- 
tistische Beigaben zu Druckwerken; 3«: metallene Geld- 
zeichen, 3/3: Papiergeld und Münzsorten: 4a: Tänze. 1/3: Märsche. 
4y: Lieder, 4d: Ouvertüren, Tongcmälde, Variationen etc.; 
:') umfasst alle Druckwerke über öO Seiten: es besteht dafür 
ein Aufstellungsverzoichniss, ein sachlicher Katalog und ein 
für beide gemeinsames aiphabet. Register; (ia: gebundene Zei- 
tungen und Zeitschriften, t;/3: geheftete Periodica oder solche 
in Umschlag, Gy. Membra disiecta; ein Katalog ist nach diesen 
Gesichtspunkten, ein zweiter topographischer nach dem Druck- 
ort angelegt; 7 enthält Autographe, Nestroy- Album, Studenten- 
Petition der Olmützer Universität, Daguerrotj'ps, Porträts in 
Wachs oder Gyps, Porzellanfigürchen, Spielkarten, kurzlebige 
Zeitschriften u. dgl.: s Mappen mit den auf die Jahre 1S4S 
und 1S49 sich beziehenden Ausschnitten aus späteren Zei- 
tungen und Zeitschriften. — Neben dieser 48er Sammlung be- 
sitzt Baron Helfert noch eine reichhaltige Bibl., die jedoch 
weder katalogisirt noch gezählt ist. 

Sammlung Ilelfert Die österreichische Revolution im Zusaniinonlians 
mit der mittoleuropäisclion Bewegung der Jahre 1841-! und 1840 in Wort 
und Ton, in Bild und Erz. Wien und Leipzig l,s'.)8. 

29i>. Stift der Augustiner-Chorherren. — Ca. 70.000 Bde., MCo 
Incunabeln, 12r)0 Handschriften. — Jahresdotation je nach Be- 
darf. — Bibliothekar: Prof. Aegyd Kopriva; 1 Diener. — Hand- 
schriftlich: Handschriften-, Incunabel-, aiphabet, und System. 
Katalog. Eine Neubearl)eitung des letzteren in Ausarbeitung. — 
Gogen Anmeldung jedermann täglich im Arbeitszimmer zugäng- 
lich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage wie der Sommer- 
ferien. — Handschriften werden laut Bibl.-Ordnung nur in 
der Bibl. benützt, Bücher nur an Stiftsmitglieder entlehnt. — 
Der Gründer des Stiftes, Leopold der Heilige aus dem Ge- 
schlechte der Babenberger, sclienkte dem Kloster eine voll- 
ständiire Bibel und ein Missale ca. 1135 n. Chr. Nach dem 
Handschriftenverzeichnisse im Cod. 83.s und dem Bücher- 
verzeichnisse des Bibliothekars Martin (1330), in welchem HCC 
Handschriften angeführt sind, fand die Bibl. raschen Zuwachs. 
Unter dorn Propste Ambros Lorenz (1772 — 1781) wurde die- 
selbe, 2i'.000 Bde. stai-k, in vier Zimmern des ncucji Stifts- 



■•^0H| Kniii. !»3 

ijebäudi's auf^osti'llt. l.*^.'{(; wiirdo der j2:rosso liihl.-Saiil fin- 
j,fei*ichtot, liehen wolcheni noch ein Ziinmcr zur Aufstellung 
der Handschriften und Incunabeln diente. 1«8(J Adaptirun^^ 
weiterer sechs Zimmer zu Bibl. -Zwecken. — Vertreten l>ei- 
nalie alle Wissenschaften, vorzui;sweise Tlieülo<^ie. 

Chmcl, J. Ilaiulselirifton in östorr. Bibl., nachgewiosen von Monc. In: 
Der östorr. Geseliichtsforschcr IT, *>, 1,S41. Not.Bl., S. 52. -- Zoil.ij^, H. J. 
Pio Hibl. des Stiftes Klostenioiiburjj;. Wien ISfiO. — Wattenbacli, W. 
llandsehriften des Stiftes Klosterneuburj^. In: Archiv f. alt. deutsciie 
CJeseli. X, 18;')!. S. ü\)3. — Kostersitz, Ubald. Das Ciiorlicrrenstift Kloster- 
neuburg. In: Ein Chorherrenbuch. Von Seb. Brunnor. Würzburg IS^."} — 
Drexler, Carl. Das Stift Klosternouburg. Wien lS'.tl. — Wache, P. Die 
theologische Lehranstalt des Augustiner Chorherrenstiftes in Klosterneuburg. 
Wien 1894. 

Knin (Dalmatien). 

800. Franciscanerconvent. — c.t.') Bde. — Zettelkatalog. 

— Dotation je nach Bedarf. — Entlehnungen nur an Ordens- 
initglieder. — Keine Versendungen. — Guardian und Biblio- 
thekar: P. Andreas Vukicevic. — Gegr. zugleich mit dem 
Convent gegen Ende des XVII. Jhdts. (KiS'j). 

Königgrätz (Hradec Kral, Böhmen). 

301. fK. k. Staats-]Gymnasium (C. k. stätnf gymnasium). — 

a) Lehrerbibl. 5r)9r)Bde.; h) Schülerbibl. 4391 Bde. — Jahres- 
dotation für (i) und b) ca. 3.>0 Gulden. — Director: Wilh. 
Steinniann; Custoden je ein Prof. der Anstalt. — aj Band- 
und Zettelkatalog; h) ein Bandkatalog. — ICntlehnungen für 
Mitglieder des Lehrkih'pers zu jeder, für Schüler zu genau Ije- 
stiinmter Zeit. — Versendungen an Directionen anderer Mittel- 
schulen. — Gegr. zugleich mit der Anstalt 163G (reorg. 1850). 

— Alle Wissenschaften des Gymn. 

Ein Theil des Lehret kataloges veröffentl. im Progr. d. Anstalt 1897,98. 

302. Oeffentliche höhere Handelsschule (Vyssi obchodni 
?^kola). — a) Lehrerbibl. 70.5 Bde.; h) Schülerbibl. 38!) Bde. 

— Jahresdotation ioo Gulden. — Director: Joseph Pazourek ; 
Bibliothekar für a) Prof. Joseph Vocäsek; für fej Prof. Johann 
Stejskal. — Ein Zettelkatalog nach Fächern. — Benutzbar 
(tj für die Mitglieder des Lehrkörpers, h) für die Schüler während 
der Schulzeit. — Ebenso Entlehnungen. — Keine Versen- 
dungen. — Ge<ir. isn5. — Besonders Ilandclswissenschaften. 

303. Bischöfliches Priesterseminar besitzt eine Hausbibl. 
von ungefähr r)(;00 Bdn. zur ausschliesslichen Benützung der 
Prof. und Alumnen. — Für ihre Erhaltung und Vermehrung 
werden jährlich aus der Ilauptcasse etwa (iO— 80 Gulden dem 



94 Könioinhof. [304 

jeweiligen Vicerector zur Verfügung gestellt. — Rector: P. 
Anton Suehanek. 

304. [K. k. Staats-]Realschule (C. k. vyssi realnä skola). 

— a) Lelirerbibl. 185-J Werke in 34-24 Bdn., oS34 Programme; 
h) Schülerbibl. 2u3ö Werke in -20 10 Bdn. — Director: Karel 
Broz; Gustos fiir a) Prof. Bediich Konvalinka; für h) Realschul- 
Lelirer Dr. Jaroslav O. Ilruska. — 1851 als unselbständige 
Communal-Unterrealscliule gegr., seit 1870 Oberrealschule, 
issG verstaatlicht. 

Konvaliuka, Bedfich. Seznam knih uCitelske knihovnj'. In: Vyrocni 
zpräva c. k. vysäi realne .skoly v Ilradci Krälove. V Hradei Krälovc IS98. 

Nach dem letzten Jahresberichte gearbeitet, da der PYagebogen nicht 
beantwortet wurde. 

Königinhof (Kral. Dvora, Böhmen). 

305. [Kaiser Franz Josef- Communal-]Gymnasium (Vyssi 
gymnasium Frantiska Joscfa). — a) Lelirerbibl. ca. 35u Werke 
in 500 Bdn.; l>) Schülerbibl. ca. 700 Bde. — Director: Otakar 
Saitz; Gustos für a) Prov. Lehrer Zdenek Kuffner; für 
bj Prof. Alois Mesany. — Gegr. 18:i0. 

Nach dem letzten Jahresberichte gearbeitet, da der Fragebogen nicht 
beantwortet wurde. 

30(;. Literarischer und Leseverein „Slavoj" (Literärni a 
etenäfsky spolek „Slavoj"), Sokolov. - 2G00 Bde. - Jahres- 
dotation 300 Gulden aus Mitglieder- und Gemeindebeiträgen. 

— Vorstand: Dr. Nedbal; G Functionäre, aus denen 2 Biblio- 
thekare bestimmt werden. — Ein aiphabet. Autorenzettel- 
katalog, ein Fachkatalog in vier Gruppen, nach dem p]inlaufe 
geordnet. — Sonntag- von 11 — 12 und Mittwoch von 7 bis 
s Uhr abends geöffnet. — Entlehnungen auf l Wochen. 

— Keine Versendung. — Gegr. 1880. — Hauptsächlich Belle- 
tristik und unterhaltende Zeitschriften. 

Gedruckter Katalog aus dem Jahre 1895. 

Köuigswart (Kinzwart, Böhmen). 

3<»7. Fürstlich v. Metternich-Winneburg'sche Famillen-Fidei- 
commiss-Bibliothek. — 37.00O Bde.; ca. 1 oO Incunaljcln; 3(> 
bis 40 Handschriften. — Jahresdotation je nach Bedarf. — 
Vorstand und Museumsdirector: P. Albert Leuchtweis, Domini- 
kaner; 1 Diener. — Ein Zettel- und ein Bandkatalog in 
aiphabet. Ordnung, letzterer als catalogus rerum und cata- 
hjgus auctorum. — Zugänglich und mit besonderer Erlaubniss 
benutzbar im Sr)mmer Sonntag. Dienstag und Freitag. — 



309] Koliii. :)-. 

Keine p]iitlelimiii,i;eii und Versendungen. — Entstanden ans 
der reielien lUielierei, welclie Kni'i'ürst Lothar v. Trier (Kioo 
bis 1G2.'5) seinem Neffen liinterliess und dem Hause Metter- 
nich einverleibt wurde. Die von ersterem ^^esainmelte Bibl. war 
in dem Familienhause zu Coblenz auf «gestellt, wurde 1794 in 
Kisten auf die Festung Ehrenbreitenstein gebracht, trotz des 
in der Capitulation feierlich ausgesprochenen privaten Eigen- 
thumsrechtes von den Commissären der franzcisischen Re- 
publik als freies öffentliches Gut confiscirt und zum grossen 
Theile dem neu errichteten Lyceuni zu Coblenz geschenkt. 
Während des Transportes in offenen Karren fielen viele 
Werke auf die Strasse; mehrere Bürger aus Coblenz schenkten 
solche Reste dem Staatskanzler Fürsten Clemens zu Metter- 
nich als Beweis altererbter Anhänglichkeit, als derselbe im 
Jahre IvSis Coblenz besuchte. Nach erfolgter Vereinigung der 
Rheinprovinz mit dem preussischen Staate gelangte die Fa- 
milie Metternich wieder in den Besitz des noch übrig ge- 
bliebenen Theiles der kurfürstlich Lothar'schen Bibl. Bei dem 
Verkaufe des Fürstenthums Ochsenhausen an die Krone von 
Württemberg behielt sich Fürst Clemens einen Theil der dor- 
tigen Bibl. vor und überwies diese sowie andere Werke der 
Familien-Fideicommiss-Bibl. — Vertreten sind alle Wissen- 
schaften. 

Schum, \V. Mittlieilung über die fürstlich Metternicli'sche Bibl. auf 
Schloss Königswart in Böhmen. In: Neues Archiv f. alt. deutsche Gesch. 
V, 18«0, S. 457. 

Kolin (Böhmen). 

308. [K. k. Staats-Real- und Ober-]Gymnasium (Cis. kräl. 
realny a vyssi gymnasium). — <i) Lelirerbibl. 1618 Werke in 
•2871 Bdn., 3752 Programme; h) Schülerbibl. 1549 Werke in 
205(3 Ikln. — Director: Josef Grini; Custos von a) Prof. Fran- 
tiiiek Zikmund; von h) j^rov. Lehrer Josef Martinovsky. — 
Errichtet 1.S71 als Communal-Unterrealschule. Seit 187(1 all- 
mählich in ein Realgymn. verwandelt. Von l.sso an auf Kosten 
der Gemeinde und des Bezirkes mit den Classen des Ober- 
gymn. ergänzt. 188 1 verstaatlicht. 

Nach dem letzten Jahresberichte gearbeitet, da der Fragebogen nicht 
beantwortet wurde. 

Kolomea (Galizien). 

301». [K. k. Staats-]Gymnasium (C. k. gimnazyum). — 
a) Lehrerbibl. 4'j54 Bde.; h) Schülerbibl. 559 Bde. (deutsch), 
535 Bde. (poln.), ,'39 Bde. (ruth.). — Director: Jozef Skup- 
niewicz; Custos für a) Prof. Dr. Wiktor Hahn; für h) Prof. 
Romuald Perfecki und Prof. Zacharyasz Dembitzer. — Gegr. 



96 Komotau. [3io 

l<stU als Comiiiuiial-Untergymn.; 1S71 verstaatlicht und zu 
einem Staats-Real- und Obergymn. erweitert; seit ist 8 reines 
Gymn. 

Nach dem letzten Jahresberichte gearbeitet, da der Fragebogen niclit 
beantwortet wurde. 

Komotau (Böhmen). 

310. [Communal-Ober-]Gymnasium. — a) Lehrerbibl. 2ö(i7 
Werke in 44;M Bdn., ll.l.is Programme; h) Schülerbibl. 1 1 GO 
Werke in 2255 Bdn. — Jahresdotation ca. vJoo Gulden. — 
Director: Dr. Clemens Salzer, Cist. O. ; Bibliothekar für 
aj Prof. Gregor Fischer; für h) Prof. Heinrich Schürer. — Je 
ein Zettel- und Bandkatalog nach Schlagworten. — Benutzbar 
a) täglich von 11 — 12 Uhr für die Mitglieder des Lehrkörpers, 
h) zu bestimmten Stunden für Schüler. — Ebenso Entleh- 
nungen. — Keine Versendungen. — Trotzdem die Anstalt 
schon 15H4 als Jesuitengymn. gegr. wurde, erfolgte die Anlage 
der Bibl. erst in diesem Jhdt. — Glassischo Philologie, 
deutsche Sprachwissenschaft, Geschichte, Mathematik, Natur- 
geschichte. Physik, Philosophie. 

Kosciejöw (Galizien). 

311. Dominicanerexpositur. — V. Lemberg, Dominicaner- 
kloster. 

Kiaiiiburg (Krain). 

:U2. [K. k. Kaiser Franz Josef-Staats-jGymnasium. — <i) Leli- 
rerbibl. ca. itoo Bde., 500 Hefte und :iOO Programme; />; Schüler- 
Ijibl. (deutsche und slovenische Abth.) ca. «150 Bde. — Di- 
rector: Josef Hubad; Gustos der Lehrer- und sloven. Schüler- 
bibl. : Prof. Dr. Franz Perne; der deutschen Schülerbibl.: 
Prof. Franz Novak. — Gegr. als Untergymn. i. J. isni, i. -J. 
IHTH aufgelassen, 1880 wieder en'iffnet; l<si)0-18!Jl abermals 
geschlossen. 

Nach dem letzten Jahresberichte gearbeitet, da der Fragebogen niciit 
beantwortet wurde. 

Krnkau (Krakow, Galizien). 

31:). Akademie der Wissenschaften (Akadomia Umiojctiujsci), 
Stawkowskagasse 17. — OiJKX) Bde., 1120 Handschriften. — 
Jahresdotation .350 (Julden. — Bibliothekar: Dr. Stanislaw 
Windakiewicz, fünf Universitätsh(")rer, mit Stipendien von der 
Akademie ver.sehen, als Hilfskräfte. — General - Inventar, 
alj>habet. Zettelkatalog; Inventar der Handschriften: Inventar 



316] Kiakaii. 97 

der verschiodoiUMi KiirltMi und Atlanten. Ileniitzbur ausser 

IMonta^, S(»nn- und l'eierlauen, täulicli von I 1 1 und (! - s Uhr in 
erster Linie für Mitglieder der Akademie, sodann für die von 
Mitgliedern empfohlenen Personen. ~- Ebenso Entlehnungen 
der Bücher. — Handschriften nur ausnahmsweise auf Grund 
eines gemeinsamen IJeschlnsses des Vorstandes dei' Akademie. 

— Versenduniicn nur an öffentliche Anstalten und zur l>e- 
nützuujL:' in deren Käumlichkeiten. — Gei^r. 1H57 bei der da- 
malij^en kaiserlichen Gesellschaft der Wissenschaften, welche 
i. J. 1S73 in die Akademie der Wissenschaften umj^estaltet 
wurde. Seit dieser Zeit vermehrte sie sich beträchtlich durch 
Geschenke einiger Privatsammlungen, unter welchen die 
Büchereien von Cii)rian Walewski aus Warschau und Joseph 
Wereszczyiiski aus Paris hervorzuheben sind. Zuwachs aus- 
schliesslich durch Austausch mit Publicationen wissenschaft- 
licher Gesellschaften uud Anstalten. — Zweigbibl. in Paris, 
Quai d' Orleans <>. 

Sei'cdynski, W. T. R(;kopiszmy Towarzystwa Naukowogo. Krakow ISfJO. 

:?14. Militärwissenschaftlicher und Casinoverein. — V. Kra- 
kau. Garnisonsbibl. 

;n.ö. Franciscaner- (Reformaten-)Convent. — Gioo Bde. 
Jahresdotation ca. ;")<) Gulden. — Vorstand der Bibl. : P. Ve- 
iiantius Lyszczarczyk, O. M. Ref. — Alphabet, und Schlag- 
wortkatalog. — Benutzbar jederzeit auch für Fremde. 
Keine Entlehnungen und Versendungen. — Gegr. 1670. — Alle 
Wissenschaften, am meisten Sacra Scriptura 76, S. Patres 
et Expositorcs S. Scripturae 351, Conciones latinae .")(><), 
Concionatores polonici 251-f-45i); Concionatores germ. Hl, 
italici et gall. .50, Libri Reg. 282, Libri ascetici 726, Theolog. 
dogm. 692, Theol. moralis 182 Bde. etc. in 21 Abth. 

;316. Garnisonsbibliothek, VI. ulica Wielopole 15. — 5.'500 
Werke in ca. 18.000 Bdn. — Jahresdotation ca. 1100 Gulden. 

— Präses: Oberst Anton Fiala; Bibliothekar: Oberlieut. Carl 
Freiherr v. Bussche-Ippenburg; ein aus der Mitte der Mit- 
glieder frei gewählter Ausschuss; 1 Gustos und 1 Diener. 

— Handschriftlich: a) Grundbuch-, h) Autoren-, rj Schlag- 
wort-, fJj Fach-Band- und e) Zettelkatalog. — Benutzbar an 
Wochentagen von 10 — 12 und 2 — 7 Uhr, an Sonn- und Feier- 
tagen von — 12 Uhr für Mitglieder. — Entlehnungen nur 
an Mitglieder. — Keine Versendungen. — Gegr. 1867, erhalten 
und erweitert aus den Beiträgen (0-25 Kreuzer per Gagegulden 
des monatlichen Gehaltes) der ^Mitglieder. — Alle Wissen- 
schaften, besonders Militärliteratur und Kriegswissenschaften; 
überdies Belletristik in verschiedenen Sprachen. — In Bezug 

KibliotlieksAdrcssbui'l!. 7 



9S Krakaii. [sn 

auf die Verwaltung ist die Bibl. des militärwissenschaftlichen 
und Casinoveroines der Garnisonsbibl. angegliedert. Da sich 
jedoch diese bis heute kaum wesentlich über das Anfangs- 
stadium entwickelte und dasselbe Ziel verfolgt, dürfte sie 
wohl der Garnisonsbibl. im Laufe der Zeit einverleibt werden. 

Gedruckte Kataloge in «jowisson Zwischenräumen. 

317. [K. k. Staats-]Gewerbeschule (C. k. wyzsza szkola 
przemyslowa). — Ca. M.Ooo Bde., 3000 Broschüren, ;»oo Karten. 
— Jahresdotation 7'20 Gulden; dazu Beiträge der Schüler 
ca. löo Gulden. — Director: Johann Rotter; Bibliothekar: 
Prof. Karl Stadtmüller. — Handschriftlich: a.) Zettelkatalog 
nach Autoren und Schlagwörtern; b) Zettelkatalog nach 
Fächern. — Entlehnungen jederzeit für die Mitglieder des 
Lehrkörpers, für Schüler jeden Sonntag. — Versendungen 
auf amtliches Verlangen oder an Private geii;en Caution. - 
Bis 1S33 waren in Krakau zwei sechsclassige Lycoen, St. Bar- 
bara und St. Anna. Ersteres wurde aufgehoben und daraus 
das technische Institut gebildet. Die aus den Jahren l.sio bis 
1814 noch vorhandene, aus 11 Werken bestehende Bücherei 
bildet den Grundstock der Bibl. ISTO in eine gewerblich-tech- 
nische Akademie umgewandelt, issi^ als Staatsgcwerbeschule 
reorganisirt. Zahlreiche Schenkungen seit 1«33; 1881 bereits 
13.O00 Bde. - Nur teclmische Werke. 

MS. [K. k. Staats-]Gymnasium bei St. Anna (C. k. gimna- 
zyum nowodworski czyli .sw. Annj'). — Lehrerbibl. ca. öooo 
Werke. — Director: Leon Kulczynski; Gustos: Prof. Jan 
Czubek. — Gegr. löHs. 

f'zubek, Jan. Katalog bibliotoki naucz.vciülskit!J c. k. f;ininazyuiii sw. 
Anny w Krakowie. In: Sprawozdanic dyrektora c. k. ffimnazyum iiowod 
worskiego. W Krakowie IHDS. 

Nach dem letzten Jahresberichte gearbeitet, da der Fragebogen nicht 
beantwortet wurde. 

311». [K. k. Staats-]Gymnasium bei St. Hyacinth (C. k. gim- 
nazyum .sw. Jacka). r/^ Leiirerl)ibl. -271'.' Werke in 4MSS Bdn. 
und <;.-, Heften; bj Scliülerbil)!. r>71 Werkein 1 oo7 Bdn. (polii.) 
lind ;5i I Werke in 438 Bdn. ((hiutsch). — Jahresdotntion ~'oü 
(hilden. Director: Tadeusz Skuba; Bibliothekar für «,) Prof. 
.Jözef Kannenberg; für b) Prof. Mikolaj Mazanowski (für die 
l)oln. Abth.); Prof. Eusebiusz Szajdzicki (für die deutsche 
Abth.). - Bandkatalog; aiphabet. Zettelkatalog in Ausarbeitung. 
Zugänglich a j nur für Mitg-lieder des Lehrkörpers, 1>) für 
Schüler. — Ebenso Entlehnungen. — Versendungen nur an 
galizische Mittelsciiulen über amtliches Ansuchen. ■ - Gegr. 
ls.'>7, — Alle an der Anstalt vertretenen Wissenschaften. 

Ein gedruckter Bibl. -Katalog orsclioint im Jahresprograniine der An- 
stalt pro 18!)8/üy. 



:i24] Krakaii. 99 

3-20. [K. k. drittes Staats-]Gymnasium (C. k. III. <^imna- 
zyiim) besitzt eine Lehrer- und eine Scüiülisrbihl. (deutsche 
und poln. Abth.). — Director: Stiinishiw Siedlecki; Custos der 
Lohrerbibl.: Prof. Dr. Wladyslaw Kosinski; der Schülerbibl, 
und zwar der pohi. Abth,: Prof. Bronislaw Gustawicz; der 
deutschen Abth.: Prof. Dr. Jan Bystron. — Gegr. 18k'}. 

Nach dem letzten Jalircsbericlite «gearbeitet, da der Fragebogen nicht 
beantwortet wurde. 

321. Handels- und Gewerbekammer. — 1400 Bde. — 
Jahresdotation oOO Gulden. — Die Verwaltung der Bibl. 
oblieijft einem lioamten des Secretariates. — Ein Zettelkatalo«:;-, 
nach Autorennamen und Schlagworton geordnet, in Arbeit. 
Die Schlagworte in aiphabet. Reihenfolge in den aiphabet. 
Autorenkatalog eingefügt. — Principiell nur für die Beamten 
und die Mitglieder der Kammer während der Amtsstunden 
von 8 — 2 Uhr zugänglich; Entlehnungen gegen Revers. — 
Keine Versendungen. — Zugleich mit der Kammer 1851 gegr. 

- In erster Linie Statistik, aber auch Volkswirthschaft. 

322. Jesuiiencollegium, Kopernicusstrasse 2G, hat eine 
grössere nur zu eigenem Gebrauche bestimmte, bisher nicht 
geordnete Hausbibl. — Ein neuer genauer Zettel- und Band- 
katalog in Ausarbeitung. — Bibliothekar: Victor Wiecki. 

323. Fürstlich Czartoryski'sches Museum (Muzeum XX. 
Czartoryskich), Piaristcnstrasse (j. — lOo.OOO Bde., 5200 Hand- 
schriften, 1220 Documente. — Jahresdotation 2000 — 3000 
Gulden. — Prof. Maryan Sokolowski, Director des Museums; 
Boleslaw Biskupski, 1. Custos und Bibliothekar; Adam Srao- 
lenski, 2. Custos; Joseph Rutkowski, Amanuensis; 3 Diener. 
— • Alphabet. Zettelkatalog. — Geöffnet täglich von 9—2 Uhr, 
ausgenommen Samstag, die Feiertage und Ferien. — Bücher und 
Handschriften werden nur an Akademien und Universitäts- 
bibl. verliehen und verschickt. — Gegr. i. J. 1800 in Pulawy; 
seit 1831 theils in Paris, theils in Sieniawa (Galizien) auf- 
bewahrt, wurde das Museum 187(5 nach Krakau übertragen. 

— Alle Wissenschaften, besonders Geschichte Polens, Polo- 
nica des XVI. Jhdts. und Kunstgeschichte. 

M. Sokolowski. Muzeum XX. Czartoryskich w Krakowic. Krak('iw 180?. 
— G. Gf. Mycielski. Galerya obrazöw przy Muzeum Ks. Czartoryskich 
w Krakowie. Krakow \Sd'.i. — J. Korzeniowski, Catalogus codicura manu- 
scriptorum Musei Principum Czartoryski Cracoviensis, Heft I— IV. 

324. [K. k. Staats-]Realschule (C. k. wyzsza szkola realna). 

— a) Lehrerbibl. 27!i5 Bde., .■J.')()0 Programme; h) Schülerbibl. 
1464 Bde. — Director: Dr. Ignacy Petelenz; Custos für a) Prof. 

7 * 



100 Krasiczyii. [^25 

Waleryan Krywult; für h) Prof. Dr. Stefan Grudzinski. — 
Gegr. lb7l. 

Nach dem letzten Jahresberichte gearbeitet, da der Fragebogen nicht 
beantwortet wurde. 

325. K. k. jagellonische Universitäts-Bibliothek, St. Anna- 
gasse 8. — -238.3.^3 Werke in311».(;21 Bdn., 5005 Handschriften 
in 7717 Bdn., 313 Diplome, iiJ^O Incunabeln, 1700 Atlanten 
und Karten, 3593 Musiknoten, 88()0 Kupferstiche. — Jahres- 
dotation 10.000 Gulden; Immatriculationsgelder ca. 1000 Gulden 
— Vorstand: Dr. Karl v. Estreicher-Rozbierski; Gustos: Dr. 
Wladyslaw Wislocki; Scriptor (m. Tit. e. Gustos): Rudolph 
Otman; Amanuenses: Dr. Adam Belcikowski; Dr. Felix Ko- 
neczny; (prov.) Dr. Joseph Poller; Praktikant: Dr. Lucyan 
Rydel; Diurnisten: Johann Kozubski; Stephan Grudzinski; 
2 Bibl.- und Hausdiener. — Die älteren Bandkataloge sind 
ausser Gebrauch gesetzt: derzeit existiren zwei allgemeine 
aiphabet. Zettelkataloge, der eine für die poln., der andere 
für die fremdsprachige Abtli. Ueberdies 70 specielle Zettel- 
kataloge für einzelne bibliographische Gruppen. — Geöffnet 
für jedermann vom 1. October bis 30. April von 8 — 1, vom 
1. ^lai bis 31. Juli von U — 1 und 3 — 5 Uhr; im August und 
September von 9 — 1 Uhr. Ausserdem das Prof.-Zinimer von 
«i— s Uhr (ausgenommen August und September). — Entleh- 
nungen von Büchern gegen eine Gaution von lo Gulden, an Uni- 
versitätshörer auch gegen Haftung eines Prof. (Handschriften 
ausgeschlossen). — Versendungen von Werken an öffentliche 
Bibl. und Institute. — Gegr. 13(;i, erneuert Hoo. 

Münnich, G. De codicibus Cracoviensibus. Friedemann et Seebode, Mis- 
ccll. niax. part. crit. I. 1822, S. 600; II. 1, S. 122. — Dudik, B. Ar- 
chive im Königreiche Galizien. In: Archiv f. öst. Gesch. :5S. 1S6S, S. .00. 

— Bandkie, Georg S. History a biblioteki Uniwersytetu Jagielloiiskiego w 
Krakowie. Krak. 1821. — Matejko. Gesch. d. Universitätsbibl. zu Krakau. 
In: Die Universitätsinstitute zu Krakau. Krakau 1801, S. 12. — Mucz- 
kowski. Zaklady uniwer.«yteckie. -- Wislocki, Wlad. Catalogus Codicum 
manuscript. bibliothecae universitatis Jag. Cracoviensis. Cracov. 1877 bi.>^ 
1881. — Estreicher, Karl. Bihlioteka Jagellonska. Kraktnv 18S1. — 
Estreicher Karl. Przechadzka po bibliotece Jagielloiiskieji. Krakow 1882. 

— VVi&locki, Wlad. Incunabelkatalog (unter der Presse). 

Krasiczyii (Galizien). 

32G. Privat-Bibliothek Fürst Adam Sapieha. — KM so Werke 
und :!7<;5 Ilaiidsclirifte)!, überdies eine grosse Sammlung von 
Kupfer-, Stalil- und Holzsticlien berühmter Meister. — Hand- 
schriftlich je ein Bandkatalog nach Sclilagwörtern und ein 
Zettelkatalog nach Autoren. - Nur zu eigenem G('])rauche. 



330] Kroms. 101 

— Alle Fächer, insbesondero Landwirt hschaft (l(jr>(; Werke), 
Theologie (107 f)), Belletristik (1 S7s), Geschichte (1-272 Werke) etc. 

Krems (Nieder-Oesterr.). 

;)07. Niederösterreichischer Buchdrucker- und Schriftgiesser- 

vereln. — IJO Werke und 7 Zeitschriften. — Jahresdotation 
30 (Udden. — liihliothekar: Anton Mika. — Alphabet. Katalofi:. 

— Benutzbar nnr an Chibabenden für Mitglieder. — El)enso 
Entlehnungen auf 4 Wochen. — Grösstentheils Fachwissen- 
schaften und Belletristik. 

3-38. [K. k. Staats-]Gymnasium. — Gegen (JBOO Bde. — 
Jahresdotation 400 Gulden. — Director: Anton Baran; Biblio- 
thekar: Prof. Dr. Florian Weigel. — Gedruckter Katalog; 
Zettelkatalog fortlaufend nach den Nummern. — Bestimmte 
Bibl.-Stunden nicht festgesetzt. — Entlehnung und Versendung 
an die Prof. — Gegr. KHfj als Jesuitengymn. ; 1773 gesperrt, 
1774 wieder eröffnet, 1775 auf drei Classen reducirt, seit 177G 
wieder vollständig und mit Piaristen besetzt. 1871 verstaatlicht. 

Weigel, Florian. Katalog der Lehrerbibl. Beilage zu: Jahresbericht 
des k. k. Staatsgymn. in Krems. Krems 1898. 

329. [N.-ö. Landes-]Realschule, verbunden mit einer Handels- 
schule. — (() Lehrerbibl. 4439 Bde., 34(;2 Broschüren; 
h) Schülerbibl. 1304 Bde. — Jahresdotation für aj 400 Gulden, 
für h) die Einschreibgebühren (Schuljahr 189S/99 360 
Gulden). — Vorstand der Bibl. ist der jeweilige Director, der- 
zeit Dr. Anton Ehrenberger; Gustos: Prof. Dr. Johann Strobl. 

— Ein Zettelkatalog nach Fächern und ein Bandkatalog. — 
Zugänglich nur für die Mitglieder des Lehrkörpers. — Ebenso 
Entlehnungen. — Keine Versendungen. — Gegr. 18G3. 

Der Katalog erschien im XXVIII. Jahresbericht über die nied.-österr. 
Landesoberrealsehule und die mit derselben verbundene Landeshandels- 
schule in Krems f. 1891. Krems 1891, unt. d. Tit.: „Die Bibl. der Landes- 
oberrealschule in Krems." Anhang zu dem im XXVI. Jahresberichte ver- 
öffentlichten Rückblick auf das 1. Vierteljlidt. des Bestehens der Lehr- 
anstalt. 

330. Allgemeiner niederösterreichischer Volksbildungsverein 

mit 108 Büchereien, wovon 9s auf Niederösterreich entfallen. 

— 41.935 Bde. in 98 Büchereien. — Jahresdotation unbestimmt, 
da nur durch Spenden gedeckt. — Obmann: Dr. Joseph Poll- 
hammer; Obmann-Stellvertreter: Joseph Schneid; Schrift- 
führer: Heinrich Ehrenreich. Die Büchereien werden von den 
Zweigleitungen oder Büchereiausschüssen verwaltet. Die 
Bücherausgabe ist grösstentheils in den Händen von Lehr- 
personen. — Theilweise handschriftliche, theilweise gedruckte 



102 Kremsier. [331 

Kataloge (Zettel-, Band-, aiphabet, oder Schlagwortkataloge). 

— Benutzbar meist an Sonn- und Feiertagen je 3 Stunden 
vorm. oder nachm. — Entlehnungen ohne Leihgebühr. — 
Keine Versendungen. — Der Verein wurde am 7. April 1885 
gegr. — Vertreten alle Gebiete. 

Kremsier (Kromefic, Mähren). 

.331. Fürsterzbischöfliche Bibliothek im f. - e. Schlosse. — 
Besteht aus der alten Bibl. mit l.'i.TOs Bdn. und der neuen 
vom Cardinal Fürstenberg angelegten, mit (Ende 1897) 
17.846 Bdn., darunter 133 Incunabeln und 130 Handschriften. 

— Dotation ca. 4000 Gulden. — Bibliothekar: Franz Hrbäcek, 
f. -e. Cons.-Rath und Studienpräfect im f.-e. Knabenseminar; 
1 Diener. — Alphabet. Zettelkatalog. — An Wochentagen 
von 11 — 12, Mittwoch und Samstag auch von 3—5 Uhr den 
Lehrkräften der dortigen Lehranstalten und wissenschaftlich 
arbeitenden Personen zugänglich. — Ebenso Entlehnung, von 
der jedoch Handschriften .und werthvolle Werke ausgeschlossen 
sind. — Versendung nur mit Bewilligung des Fürsterzbischofs. 

— Gegründet 1694 vom Bischof Carl von Liechtenstein, 1752 
durch eine Feuersbrunst stark beschädigt, 1874 durch den 
Ankauf der Bibl. des P. Augustin Theiner vom Cardinal 
Fürstenberg bedeutend vermehrt. — Theologie und ihre 
Hilfswissenschaften, Geschichte Oesterreichs. 

Elvert, d'. Die Bibl. u. s. w. in Mäliren und Oesterr.-Schlesien. In: 
Schriften der histor.-stat. Section der Mähr.-Schles. Gesellsch. III. 18r>2, 
S 89. — Dudik Beda. Bibl. und Archiv im f.-e. Schlosse zu Kremsier. 
Wien 1870. — Lechner. Carl. Die f.-e. Bibl. zu Kremsier. In: Mittheilun- 
gen der :i. (Archiv-)Section der k. k. Centralcommission zur Erforschung 
und Erhaltung der Kunst- und historischen Denkmale. 1894. 

332. Casinoverein, Kleiner Ring. — 1125 Bde. — Dotation 
100 Gulden von der Spar- und Vorschusscassa in Kremsier 
und die jeweiligen Lesegebühren. — Bibliothekar: Karl 
Mikel, Prof. an der Landesoberrealschule. — Alphabet. Ka- 
talog. — Benutzbar nur für die Mitglieder des „Casinos" und 
des Musikvereines „Concordia" Samstag von 3 — 4 Uhr. — 
Entlehnung auf 3 Wochen gegen Erlegung der monatlichen 
Lesegebühr von 10 Kreuzern. — Keine Versendungen. — Gegr. 
aus Spenden der Casinomitglieder. — Belletristik. 

Katalog der Vereinsbibliothek zusammengestellt im Jahre 1894 vom 
Bibliothekar Karl Mikel. Kremsier 1894. — I. und II. Ergänzung zum 
Katalog der Casino-Bibl. isos. 

333. [K. k. deutsches Staats-]Gymnasium. — n) Lehrerbibl. 
2485 Werke in 7814 Bdn., 13.656 Programme; h) Schülerbibl. 
loSK Werke in 1244 Bdn. Für die Lehrmittelsammlungen 



■^^*''] Kremsmünster. 103 

standen 1h07/!>S 4S() Gulden zur Verfügung. — Director: 
Bezirksscliulinspector Johann Stückl; Custos für a) und hj 
Prof. Johann Jahn. — 1()87 von Karl Graf Liechtenstein, dem 
Bischof von Olniütz, geijfr. und mit Piaristen besetzt; 187:5 
verstaatlicht. 

Jahn Joliann. Katalog der Lohrerbibl. In: Programm des kais. kün. 
deutschen Staats-Gymnasiums in Krcmsier. Kremsier 1S97. 

Nacii dem letzten Jahresberichte gearbeitet, da der Fragebogen nicht 
beantwortet wurde. 

;};U. [K. k. böhmisches Staats-]Gymnasium (Cis. kral. 
(■•osk}' vyssi oymnasium). — a.) Lehrerbibl. l.'UO Werke in 
2785 Bdn., 828 Heften; h) Schülerbibl. 1103 Werke in 1650 
Bdn., 5 Heften. — Director: Rudolf Baron Henniger z Eberku; 
Bibliothekar für n) Prof. Josef Sloupsky; für h) Prof. 
Frantisek Schindler. — 18S2 von Bürgern als Privatgymn. 
begründet; 1883 verstaatlicht. 

Nach dem letzten Jahresberichte gearbeitet, da der Fragebogen nicht 
beantwortet wurde 

335. [Landes-]Realschule, Fürstenbergplatz 4. — a) Lehrer- 
bibl. 1927 Bde., 2(il Hefte, 30 Tafeln, 52 Blätter, eine grössere 
Programm- und eine kleine Münzensammlung; h) Schülerbibl. 

— Dotation 100 Gulden. — Prov. Leiter: Prof. Karl Mikel: 
Bibliothekar für a) Prof. Karl Schubuth ; für h) Prof. Ptudolf 
Wawruch. — Handschriftl. je ein aiphabet. Zettel- und Band- 
katalog nach den einzelnen Disciplinen. — Zugänglich nach 
Massgabe der verfügbaren Zeit des Bibliothekars. — Ent- 
lehnungen an die Mitglieder des Lehrkörpers der dortigen 
Unterrichtsanstalten, resp. die Schüler, ausnahmsweise auch 
an Private gegen Ptcvers. Entlehnungen über amtliches Ein- 
schreiten. — Gegr. zugleich mit der Anstalt, bez. ihrer Um- 
wandlung in eine selbständige Communal-Realschule 1871. 

— Vorwiegend die Disciplinen der Realschule. 

Gedr. Bibl. -Katalog wird im Programme der Anstalt für 1898/9',» ver- 
öffentlicht. 

Kroinsiiiüuster (Ober-Oesterreich). 

33G. Benedictiner-Stift. — 85.000 Bde., 910 Handschriften, 
88G Incunabeln. — Jahresdotation 525 Gulden nebst Beiträgen 
für ausserordentliche Erfordernisse. — lUbliothekar: P.Hugo 
Schmid, O. S. B.; Bibliotheksadjunct: P. Odilo Dickinger, 
O. S. B. — Ein aiphabet. Katalog in Bandform, ein Standorts- 
katalog, ein aiphabet. Zettelkatalog der Incunabeln und ein 
Handschriftenverzeichniss (ausgearbeitet und zum Theile in 
Druck gegeben von P. Hugo Schmid). Ein neuer aiphabet. 
Zettelkatalog in Ausarbeitung. — Die Bibl, dient zunächst 



104 Kremsmünster. [33g 

dem Gebrauche der Stiftsmitglieder, denen allein das Recht 
der Benützung und der Bücherentlehnung zukommt: nur 
ausnahmsweise wird beides auch Fremden gestattet. Nach 
auswärts werden Bücher gegen Empfangsbestätigung ver- 
sendet. Handschriften nur, wenn eine öffentl, Bibl. die Ga- 
rantie übernimmt, dass dieselben feuersicher verwahrt und 
nur in den Bibliotheksräumen benützt worden. — Die erste 
Anlage der Bibl. fällt naturgemäss mit der Gründung des 
Stiftes zusammen (777). Die zwei ältesten Bücherverzeichnisse, 
die sich erhalten haben, stammen aus der ersten Hälfte des 
11. Jhdts.: das erste wurde nach dem Verfalle Kremsmünsters 
während des 11. Jhdts. von Abt Sigmar (ca. 1010— lo-io) bald 
nach Uebernahme der Abtwürde angelegt. Es umfasst 
45 Werke, darunter eine Bibel in 11 Bdn. (M. G. Scr. XXV. 
S. 669; Hagn, Wirken der Benedictiner-Abtei Kremsmünster, 
S. -26; Pachmayr, Historico-chronologica series, S. 42). Das 
zweite Verzeichniss stammt aus der Zeit des Abtes Gerhard, 
der Sigmar's Nachfolger gewesen zu sein scheint. Dieses um- 
fasst bereits 69 Werke (M. G. Scr. 1. c). Einen bedeutenden 
Zuwachs erhielt die Bibl. unter Abt Friedrich von Aich 
(1273 - 1325). Von den Büchern, die unter ihm in Krems- 
münster geschrieben wurden, führt sein Zeitgenosse Bernardus 
Noricus in seiner Historia Cremifanensis mehr als dreissig 
namentlich an, und schliesst an dieses mangelhafte Verzeich- 
niss die Worte: ac plures alios scribere fecit (M. G. Scr. XXV. 
S. 674). Bernardus Noricus hat auch den Versuch gemacht, 
einen vollständigen Bibliothekskatalog mit Facheintheilung 
anzulegen; leider sind die Columnen für die einzelnen Fächer 
zum grössten Theile leer geblieben (1. c. S. 675). Mit der Er- 
findung der Buchdruckerkunst bricht natürlich aucli für 
Kremsmünsters Bibl. eine neue Epoche herein; der Bücherschatz 
wächst nun rasch an, so dass gegen Ende des 16. Jhdts. Abt 
Erhard V<nt (1571 — 88) sich genöthigt sieht, eine grössere 
Bibliotheksanlage einzurichten, zumal er selbst den Bücher- 
bestand bedeutend vermehrte. Die grossen Verdienste dieses 
Abtes um die Bibl. sind entsprechend gewürdigt in der Auf- 
schrift des Ex-libris, das sich in dem gr<»ssten Theile der 
unter ihm erworbenen Bücher findet: „Erhardus Voit, Dei 
gratia huius monasterii abbas, ac bibliothecae huius auctor et 
fundator amplissimus. 1587." Welches Interesse die kunst- 
sinnigen Aebte des 17. und 18. Jhdts.: Anton Wolfradt, Tla- 
cidus Buechauer, Erenbert Schrevogl, Alexander Strasser. 
Alexander Fixlmillner der Bi])l. zugewendet lia))eii, beweist 
die grosse Anzahl der unter ihnen angekauften wcrthvollen 
Werke, die in ihren scheinen, soliden Einbänden lieute noeli 
die grüsste Zierde der Bibl. bilden. In diu Zeit des Abtes 



■'•'5<'l K r e m s in ü n stör. 1 r» 

Anton Wolfradt (l(ii:J— ;59; seit IßHl Fiirstl)isohof von Wion) 
fällt die Abfassung- des ältesten noch erlialt(!n(Mi vollständigen 
l>ii)liothekskatal<)^-es durch den danialiucn IJildiothekar V. 
Matthias Pierbaunier (i(;3J). Der baulusti^e Abt Erenbert 
Schrevogel (IGdii — 17o;$) j^ab dem Bücherschatze ein neues, 
schönes Heim; unter ihm wurde zum <>rössten Theil jener 
Tract erbaut, dessen zweites Stockwerk heute noch die Bibl. 
einnimmt. Anfangs war nur der erste grosse Saal für die 
lUicheraufbewahrung bestimmt; in rascher Aufeinanderfolge 
wurden mit diesem auch die anstossenden Säle verbunden 
und mit Bücherschränken versehen, so dass der Bibliotheks- 
raum einen einzigen Saal mit drei grossen Abtheilungen in 
einer Gesammtlänge von <;5 Metern und in einer Breite von 
10 Metern bildet. Die Decke wurde von Leder wasch mit Fresken 
geschmückt und mit Stuccaturarbeiten reich verziert. Gleich- 
zeitig mit der Neuaufstellung der Bücher in diesen Räumen 
erfolgte die Abfassung eines (jetzt freilich ungenügenden) 
Handschriftenverzeichnisses durch den Bibliothekar F. Hiero- 
nymus Fackler (f 1741) und eines neuen Bibliothekskataloges 
in 6 Foliobänden durch den Abteisecretär Paul Wartha 
(1745 — 77). Nach der Auflösung der adeligen Ritterakadeniie, 
die von 1843 — 89 im Stifte Kremsmünster bestand, wurde die 
ziemlich umfangreiche Bibl. derselben grösstentheils mit der 
Stiftsbibl. vereinigt ; dieser Vereinigung verdankt die letztere 
ihren verhältnissmässig sehr reichen Bestand an älteren juri- 
dischen Werken. Mit den letzten Decennien des 18. Jhdts. 
brach wie für die Kl()ster überhaupt, so auch für die Kloster- 
bibliotheken eine traurige Zeit an. Durch die finanzielle 
Schwächung des Stiftes während der Regierung Kaiser 
Joseph's n. und der darauffolgenden Franzosenkriege wurde 
es den Aebten unmöglich gemacht, noch bedeutendere Opfer 
für die Bibl. zu bringen. Bessere Zeiten kamen erst wieder, 
als es dem Abte Thomas Mitterndorfer (ls4()-(i0) gelang, 
Kremsmünster finanziell zu heben. Von da an konnte auch 
der Bibl. wieder grösseres Interesse zugewendet werden. 
Diesem thatkräftigen Abte verdankt sie die Zuweisung einer 
fixen, wenn auch bescheidenen Jahresdotation und eine be- 
deutende Buch er Vermehrung, indem er die Bibl. der dem 
Stifte Kremsmünster incorporirten Pfarreien, so weit sie nicht 
für die praktische Seelsorge nothwendig waren, mit der Stifts- 
bibl. vereinigte. Der eine grosse Saal wurde nun zu eng; es 
mussten Nebenlocale für Bibliothekszwecke adaptirt werden. 
Ein solcher Bücherzuwachs und die theilweise Neuaufstellung 
Hess die Anlage eines neuen Kataloges sehr wünschenswertli 
erscheinen, eine Aufgabe, der sich <ler Bibliothekar F. Leo 
Langthaler unterzog, von dessen Hand die Anlage des noch 



1 Oß K r e 111 s m ü n s t e r. [337 

im Gebrauche stehenden Kataloges in 13 Folio-Bdn. stammt. 
Um das Wachsthum der Bibl. haben sich einzelne Stii'tsmit- 
glieder und Freunde des Stiftes besondere Verdienste erworben, 
deren Büchersammlungen tlieils nach ihrem Tode, theils durch 
Schenkungen an die Stiftsbibl. fielen. Unter diesen verdienen 
namentlich erwähnt zu werden: Nicolaus Seid, dessen Namen 
das Titelblatt eines grossen Theiles der vor dem Jahre 1570 
gedruckten Bücher handschriftlich trägt; P. Simon Redten- 
pacher, bekannt als neulateinischer Dichter und Polyhistor 
(vgl. dessen „Lyrische Gedichte". Hrsg. von P. Tassilo Lehner, 
Wien 1893, Einleitung), der während seines Aufenthaltes in 
Rom und in Italien eine grosse Anzahl werthvoller Bücher 
für die Bibl. erwarb und nach seiner Rückkehr in das Stift 
1675 ihre Leitung übernahm (f 1706); P. Gregor Wibmperger, 
von 1C81 — 1705 Rector Magnificus der Universität Salzburg; 
P. Oddo Scharz, der 1741 — 44 dieselbe Würde bekleidete; P. 
Cölestin Schirmann, der seit 1778 als kaiserl. Büchercensor 
fungirte und bei seinem Tode 1793 über 10.000 Bde. der Bibl. 
hinterliess. Aus der neueren Zeit seien erwähnt P. Oddo 
Schima (f 1877), dem die Bibl. eine nicht unbedeutende Ver- 
mehrung der kunsthistorischen Werke verdankt, Dr. Carl 
Ilartmann Ritter v. Sternfeld, der 1876 seine reiche Bücher- 
sammlung von 1965 Werken in 4460 Bdn., zumeist aus dem 
Gebiete der englischen, italienischen und französischen Lite- 
ratur der Bibl. legirte; der Gymnasialdirector und Stifts- 
l)ibliothekar P. Amand Baumgarten (fiss^) mit seinem reichen 
Nachlasse auf dem Gebiete der deutschen Sprachwissenschaft 
und Literatur und der Theologie-Prof. P. Ignaz Schüch 
(praktische Theologie). — Alle Zweige der Wissenschaft ver- 
treten; besonders gepflegt werden: Theologie, Kirchen- und 
Profangeschichte. Die Naturwissenschaften finden ihre Pflege 
in der von der Stiftsbibl. getrennten Bibl. der Sternwarte. 

Fach mayr, Mari an. Ilistorico-chronologica scries abbatum et religiosoruiu 
monasterii Creniifanensis. Styrae, 1777—82, 4 part. — Hartenschneider, 
Ulrich. Historische und topographische Darstellung des Stiftes Krems- 
münster. Wien 18:30, S. 379. — Hagn, Theodorich. Das Wirken der Beno- 
dictinerabtei Krerasmünster für Wissenschaft, Kunst und Jugendbildung. 
Linz 1848. — Schmid, Hugo. Catalogus codicum manuscriptorum in biblio- 
tlieoa monasterii Creniifanensis asservatorum. I, 1 — S. Lentii, 1877 — 82. 
— Primisser, Alois. Reisenachrichten über Denkmale der Kunst und des 
Altertiiums in den österr. Abteien. In Hormayrs Archiv 1S22, S. 22:3. — 
Wattenbach, Wilhelm. In: Archiv für ältere deutsche Geschichte. X, 
S. 4:31. — Dannerbauer, Wolfgang. Kremsmünster in Oberösterreich. In: 
Ein Benedictinerbuch. Von Seb. Brunner. Würzburg 1881. 

337. K. k. Gymnasium der Benedictiner besitzt eine 
Lehrer- und eine Schülerbibl. — Director: Stiftscapitular P. 
Paulus Proschko ; Bibliothekar : Stlftscapitular P. Sebastian Mayr. 
— Gegr. 1519, geschlossen 16 1-2 1646; als vierclassiges Gymn. 



342] Krotoszyn. 107 

wieder eröffnet, seit IHO? sechsclassiaf, 1H49 mit der seit 17:}h 
bestandenen philosophischen Lehranstalt zu einem Obergymn. 
vereinigt. 

Nach dem letzten Jahresbericlite gearbeitet, da der Fragebogen niclit 
beantwortet wurde. 

338. Sternwarte der Benedictinep. — liisher katalogisirt: 88.'") 
(Physik), ifif) (Astronomie), 77<; Bd(3. (Mathematik). Nicht 
katalogisirt Meteorologie u. s. w. — Vorstand: Franz Schwab. 
Director der Sternwarte. — Alphabet. Zettelkatalog. — Keine 
Entlehnungen und Versendungen. — Gegr. zugleich mit dem 
Institute 17fj(). 

Krotoszyn (Galizien). 

339. Dominicanerexpositur. V. Lemberg, Dominicaner- 
kloster. 

Kviimail (Böhmen). 

340. Fürstl. Schwarzenberg'sches Centralarchiv. — 3200 
Werke. — Jahresdotation 300 Gulden. — Director: A, Mörath. — 
Nach Wissenschaften und innerhalb derselben nach Autoren 
aiphabet, geordneter Zettelkatalog. — Für Benützuno-, Ent- 
lehnung und Versendung gelten dieselben Bedingungen wie 
für die fürstl. Schwarzenberg'sche Schlossbibl. — Juli 1892, 
als das fürstl. Centralarchiv von Wien nach Krumau verlegt 
wurde, ist auch die Leitung der Schlossbibl. dem Vorstande 
des ersteren übertragen worden. Zugleich mit dem Central- 
archiv wurde auch dessen Amtsbibl. nach Krumau überführt. 
— Vorwiegend Geschichte, alte Werke, die für die Geschichte 
des Hauses Schwarzenberg und seiner Besitzungen von Wich- 
tigkeit sind. 

341. [K. k. Staats-jGymnasium. — et; Lehrerbibl. 282(J Bde., 
5917 Programme; h) Schülerbibl. 84 3 Bde., 30 Hefte. — 
Jahresdotation ca. 300 Gulden. — Director: Dr. Joseph Gersten- 
dörfer; Custos für a) Prof. Joseph Dietz; für h) Gymn.- 
Lehrer Hubert Badstüber. — Handschriftl. Zettel- und Band- 
katalog, aiphabet, und nach Schlagworten. — a) Zugänglich 
jederzeit für die Mitglieder des Lehrkörpers. — Entlehnung 
auf 4 Wochen. — Versendung an gleichartige Anstalten. — 
Gegr. 1584 als Jesuitengymn., 1777 aufgehoben, 1872 als 
Realgymn. wiedererrichtet; seit 1878 Obergymn. Bibl. gegr. 
1871. — Alle Fächer des Gymn. 

Dietz, Josepii. Katalog der Lehrerbibl. In: XXV. Jahresbericht des k. k. 
Staats-Obergymn. in Krumau. Krumau 1898. 

342. Minoritenconvent. — 3530 Bde., Sl Handschriften, 
195 Incunabeln aus dem 10. Jlidt. — Jahresdotation je nach 



108 Kuttenberg-. [343 

Bedarf. — Verwalter der IJibl. : P. Karl Vodicka, O. Min. — 
Zettelkatalog nach Fachgruppen geordnet, vom Bibliothekar 
ausgearbeitet. — Benutzbar von 10 — 12 und 1 — G Uhr. — 
Entlehnungen an vertrauenswürdige Personen. — Keine Ver- 
sendungen. — Gegr. zugleich mit dem Kloster i. J. ISöT, 
laut Pizzala nach 1770 von Guardian Severus Schiroky. — 
Vertreten alle Wissenschaften, insbesondere aber deutsche 
Predigten (533 Bde.), Ascesis und Mystik (387 Bde.), Theo- 
logie (710 Bde.), Kirchengeschichte (17.^) Bde.), Geschichte und 
Geographie (163 Bde.) etc. 

343. Fürstl. Schwarzenberg'sche Schlossbibliothek. — Circa 

1-2.000 Werke in 17.000 Bdn., 2000 Heften. — Jahresdotation 
300 Gulden. — Vorstand: A. Mörath. — Ein Nominal- und 
Realkatalog. — Kann von Gelehrten, welche im fürstl. Central- 
archiv arbeiten, in diesem benützt werden. — Keine Entleh- 
nung, keine Versendung. — Entstand durch Vereinigung der 
aus dem 17. Jhdt. stammenden fürstl. Schwarzenberg'schen 
mit der 1719 erworbenen Eggenberg'schen Bibl. i. J. 1839, 
Avo die erstere, bis dahin im Palais am Neuen Markte in 
Wien, nach Krumau überführt wurde. — Getrennt von der 
Bibl. besteht daselbst eine Musikalien- (bei GOOO Werke) und 
eine Münzsammlung (ca. SäOO Stück). — Besonders vertreten: 
Neuere Literatur und Belletristik, Rechts- und Staatswissen- 
schaften, class. Philologie. 

Kiittenborg (Kutna Hora, Böhmen). 

344. K. k. Lehrerbildungsanstalt (C. k. üstav}' ku vzdeläni 
ucitelü). — a) Lohrerbibl. ca. 1700 Werke in 2G(»(» Bdn., 
r)00 Heften, 1400 Programme; h) Schülerbibl. ca. lioo Werke 
in 1100 Bdn., 150 Heften. — Director: Karel Grüner; Gustos 
für a) Prof. Rudolf Soukup; für h) Prof. Josef Jicha. — 
Gegründet 1870. 

Nach dem letzten Jahresberichte gearbeitet, da der Fragebogen nicht 
beantwortet wurde. 

345. [K, k. Staats-jRealschule (Cis. kral. vyssi realka). — 
") Lehrerbibl. :i.-.()'.i Werke in .nnRo Bdn., 2545 Heften, 52 At- 
lanten, 2377 Programme; h) Schülerl^ibl. 3423 Werke in 
;i97G Bdn., (;8 Heften. — Director: Alois Strnad; Gustos für 
(ij Prof. Gustav Erhart; für h) Prof. Frantisek Klar. — Gegr. 
als Communal-Oberrealschule 1858; 1874 verstaatlicht. Seit 
1879 in den Unterclassen Realgymn., seit 1891 wieder normale 
Realschule. 

Nach dem k-lzton Jnliresberichte gearbeitet, da der Fragehnycn nicht 
beantwortet wiirdi'. 



•'i4i>] Lai])a(!li. 109 

Laibiicli (Ljublaiii, Kiain). 

".ICi. Franciscanerconvent. — lü.ooo IJcle. Ilaiidsclirii'ten 
lUK'h nicht geordnet. — Jahresdotation je nacli Bedarl. — 
Bibliothekar: F. Salesius Vodosek. — Jo ein Ilaupt-(Band-), 
nlphabet. Zettel- und Classen-Zettelkatalog. — Nur zu ei,ü:eneni 
Gebrauche, daher keine Entlehnungen und Versendungen. 
Ausnahmen nur mit besonderer Bewilligung des Provinz- 
oberen. — Gegr. zugleich mit dem Kloster 1785, — Alle 
Wissenschaften, besonders theologische. 

3i7. [K, k. Staats-(Ober-)]Gymnasium. — a) Lehrerbibl. 

mit reicher Programmsammlung; h) Schülerbibl. 138;") Bde. 
(deutsche Abth.), 14(10 Bde. (sloven. Abth.). — Director: An- 
dreas Senekovic; Gustos für a) Prof. Alfons Paulin; für J>) 
Prof. Alexander Pucsko (für die deutsche Abth.), Prof. Ludwig 
Lederhas (für die sloven. Abth.). — Errichtet 1418 durch 
Pfarrer Georg Hewgenreuter, die Richter und einige Bürger 
als St. Nicolausschule; 151)6 — 177o Jesuitengymn. l'Sä wurden 
die beiden philosophischen Jahrgänge geschlossen, 1788 wieder 
eröffnet. 

Nach dem letzten Jahresberichte gearbeitet, da der Fragebogen nicht 
beantwortet wurde. 

:M!^. [K. k. Staats-Unter-jGymnasium (C. kr. nizi gimna- 
zium). — a) Lehrerbibl. l'.i'.n; Werke in Jfio.'. Bdn. und 42.') Heften, 
3285 Programme; h) Schülerbibl. 1102 Werke in 1277 Bdn. 
und 8 Heften (sloven. Abth.), 1021 Werke in lOfjH Bdn. und 
1 Heften (deutsche Abth.). — Director: Fran Wiesthaler; Gustos 
für a) Prof. Dr. Lovro Pozar; für h) Prof Alojzij Tavrar. — 
Gegr. 1889. 

Nach dem letzten Jahresbericlito gearbeitet, da der Fragebogen niolit 
beantwortet wurde. 

340. Landesmuseum Rudolfinum. — Ca. 17.000 Bde. und 
Hefte, 4 Incuiiabeln. Jaliresdotation je nach Bedarf. 

Gustos des Museums: Prof. Alfons Müllner; als Archivar der- 
zeit ein Volontär. — Zettelkatalog in Ausarbeitung. — Keine 
bestimmten Bibl. -Stunden; in erster Linie zu eigenem Ge- 
brauche. — Entlehnungen und Versendungen nur an ver- 
trauenswürdige Personen. — Das Museum — gegr. 1821, er- 
öffnet 1831, im neuen Gebäude seit 2. December 1888 — hatte 
als solches eine kleine Sammlung von Werken; der Hauptstock 
kam dazu, als 1868 der historische Verein sich aufgelöst hatte, 
und dessen Inventar statutengemäss an das Landesniuseum 
übergino-. — Geschichte. 



110 Laibach. [35n 

350. Slovenska Matica, Conirressplatz 7. — Ca. 10.000 
Bde., sammt Atlanten, Manuscripton u. s. w. — Keine Jahres- 
dotation; Erwerbung durch Tauschverkehr mit 4n Vereinen 
und Corporationcn. — Präsident: Franz Levec, Realschul- 
Prof. und Bezirksschulinspector; Secretär und Bibliothekar: 
Franz Lah. — Ein Bibl. -Katalog existirt nicht. Der alljähr- 
liche Zuwachs (durchschnittlich 500) erscheint im Vereins- 
organe ,.Letopis" abgedruckt. Die Werke sind nach Sprachen 
geordnet. — Nur zu eigenem Gebrauche. Keine bestimmten 
Bibl. -Stunden. — Gegr. zugleich mit dem Vereine, welcher 
die Herausgabe wissenschaftlicher, populär-wissenschaftlicher 
und belletristischer Werke in slovcnischcr Sprache bezweckt. 

3;')]. Fürstbischöfliches Priesterseminar. — Ca. 10.000 Bde. 
— Jahr(?sdotation das Ordinarium von 200 Gulden aus der 
Anton Alois Wolf'schcu Stiftung. — Gustos ist der jeweilige 
Spiritual, derzeit Dr. Franz Usenicnik. — Je ein Zettel- und 
Bandkatalog. — Zunächst für die Prof. und Zöglinge der 
theologischen Lehranstalt bestimmt; doch werden Bücher auch 
an auswärtige, verlässliche Personen gegen Recepisse aus- 
geliehen. — Gegr. 1701 durch freiwillige Vereinigung der 
Büchercollectionen des Fürstbischofs Christoph Graf Herber- 
stein, Domproi)st Johann Preschern und Domdechant Johann 
Thalnitscher v. Tiialberg und bald nachher in einem schönen, 
eigens zu dem Zwecke hergestellten Saale des i. d. J. 1708 
bis 171i neuerbauten Priesterseminars untergebracht. Die 
a. d. J. 172.') stammenden Schränke sind aus massivem Eichen- 
holz gearbeitet, durch flache Halbsäuion mit korinthischen 
Capitälen voneinander getrennt und von einem reich geglie- 
derten Architrav gekrönt. Die Decke ist mit FreskcMi des ital. 
Meisters Giulio Quaglia (16K8— 1720) geschmückt. In der 
Mitte sind drei allegorische Gestalten: Glaube, Hoffnung und 
Liebe; rings herum folgen acht Kirchenväter; in den Kappen 
sind weitere sechs allegorische Figuren, welche die verschie- 
denen Zweige der Wissenschaft darstellen. -- Alle Zweige der 
theologischen Wissenschaften. 

Zscliokkc, Hermann. Die tlieologisclxin Studien und Anstalten der kath. 
Kirche in Oesterreicli. § 47. Das f.-h. Priostcrsominar u. die theologische 
Lehranstalt zu Laihaoh von Dr. Joliann Kulavic. 

:552. [K. k. Staats-]Realschule. — o) Lehrerbibl. 2712 Bde. 
401 Hefte, ö Blätter; bj Schülerbibl. 2104 Bde., i'M) Hefte. — 
Director: Dr. Rudolf Junowicz; Bibliothekar für a) Prof. Dr. 
Josef Julius Binder; für b) Prof. Anton Laharner. — 1851 als 
Unterrealschule gegr., seit 1805 Oberrealschule. 

Nach dem letzten Jahresberichte gearbeitet, da der Fragebogen nicht 
beantwortet wurde. 



3:)4] T.iiibach. 111 

30:5. Residenz der Gesellschaft Jesu, Klisal)ethstrassc, hat 
eine nicht ncnneuswurlhe 15iichüi'saiiiinlun<j:, die nur zum 
Privat^ebrauche bestimmt ist. — Superior: Joseph Liensber^^er, 

.".54. K. k. Studienbibliothek. — 04. 11!» Bde., einschliess- 
lich der lucunabeln. -i'-Id Handschriften. — Jahresdotation 
1-200 Gulden. — Gustos: Gonrad Stefan; Scriptor: Lucas 
Pintar. — Zettelkatalo<^-, alphabot. und systematischer Band- 
katalog. — Für Benützung, Entlehnung und Versendung gelten 
die allgemeinen für k. k. Studienbibl. bestehenden Vor- 
schriften. — Um das Jahr 15()3 gründete die krainische Land- 
schaft eine eigene evangelisch-lateinische Schule und schloss 
daran die (Tründung einer „feinen (U'fenllichen Bibl.", zunächst 
zum Gebrauche der Schule, dann für die Prädikanten und Can- 
torcn, schliesslich für alle Mitglieder der Gemeinde; den Grund- 
stock dazu bildete die Büchersammlung des aus Krain ge- 
flüchteten ehemaligen Domherrn Primus Trüber, die er in 
seinem Hause in Laibach zurückgelassen hatte. Zu Anfang 
des 17. Jhdts. musste jedoch die Landschaft diese ]3ibl. an den 
Bischof von Laibach ausliefern, der sie auf seine Herrschaft 
Oberburg in Untersteiermark schaffen Hess. 17()7 gründete 
Maria Theresia die ,, Gesollschaft des Ackerbaues und der nütz- 
lichen Künste für Krain"; 1787 wurde dieselbe aufgelöst und 
ihre Bibl. ging in das Eigenthum der Stände über, wozu sich 
auch die Schätze der 1782 aufgehobenen Klöster des Landes 
gesellten. 1788 erhielt der Director am Laibacher Lycoum, 
Franz Wilde, den Auftrag, die Katalogisirung vorzunehmen. 
Er verzeichnete die Sammlungen: 1. der Ackerbaugesellschaft; 
2. die Privatbibl. des Carl v. Peer; 3. der Cistorcienser von 
Sittich (12. Jhdt.); 4. der Laibacher Augustiner; 5. der Je- 
suiten; fj. der Cistorcienser von Landstrass (13. Jhdt.); 7. der 
Karthäuser von Freudenthal (13. Jhdt.); 8. der Laibacher 
Discolceaten; i». die Servitenbibl. in Tybein (Duino), zusammen 
10.415 Bde. 171)1 erfolgte auf Drängen der krainischen Land- 
schaft die kaiserliche Resolution, dass im zweiten Stockwerke 
des Laibacher liyceums eine öffentliche Bibl. errichtet und 
Wilde die Leitung derselben übertragen werde. 17;»3 wurde 
das Lesezimmer eröffnet, 17 94 die Stelle eines Scriptors ge- 
schaffen und dem Priester Franz Hladnik übertragen, isoi 
kamen die Bücher aus dem Schlosse Oberburg (die landschaft- 
liche evangelische Bibl.) wieder zurück; ls-23 Ankauf der Bibl. 
des Baron Zois (43!» 1 Bde.); 1845 Ankauf des Nachlasses nach 
Bartholomäus Kopitar (2105 Bde. und 1080 Hefte). 1850 wurde 
das Lyceum aufgehoben, die Bibl. ,,k. k. Studienbibl." be- 
nannt und von dem neu organisirten Gymn. getrennt. 

Ilitzinger. Aelt. bemerkenswerthe Manuscripte. In: Mitth. d. histor. Ver. 
f. Krain. 1850. — Kosniac, Georg. Die k. k. Lycealbibl. in Laibach. 1857. — 



11-2 Lambach. [355 

Radics, Peter v. Die k. k. SUidienbibl. in Laibach. In: Oesterreich. 
Wochenschrift für Wissenschaft, Kunst und öffentliches Leben. Wien 1864, 
1. Bd. — Voskrosonskij, G. Die slavischen Handschriften der Bibl. (russ.). 
In: Abhandl. d. Petersburger Akad. XXXI. 1883, S. 42, 

3ö5. Militärwissenschaftlicher Verein, Casinogebäudo, 2. Stock. 
— Ca. 50ÜÜ Bde. und ouoo Karten. — Jahresdotation von 
Seite des k. k. Kriegsministeriiiins bestimmt. — Präsident: 
Oberst Victor Edler v. Nitsche, 12 Aiisschussmitglieder, 
1 Secretär, derzeit Carl Fischer, Oberlieiit. ; i Diener. — 
Schlagwortbandkatalog. — Benutzbar von s Uhr früh bis 
s Uhr abends nur für Vereinsmitglieder. — Ebenso Entleh- 
nungen und Versendungen. — Gegr. 1885. — Alle Wissen- 
schaften, besonders militärische und Kriegswissenschaften. 

Lambach (Ober-Oesterr.). 

3r)6. Benedictinerstift, — 4().()0() Druckwerke, darunter über 
.')üo Incunabeln und über 700 Handschriften aus dem 10. bis 
19. Jhdt. — Jahresdotation 400 — 900 Gulden. — Bibliothekar : 
P. Emmcramm Mayer, Stiftscapitular. — Alphabet. Zettel- und 
Standortskatalog. — Benutzbar täglich von 8 — 11 und 2^*2 
bis T) Uhr mit Ausnahme von Sonn- und Festtagen. — Ent- 
lehnungen und Versendungen nur an bekannte und ver- 
trauenswürdige Persönliclikeiten und zur Benützung in einer 
öiftMitlichen Bibl. — Bereits zur Zeit der Gründung des 
Stiftes schon vorhanden. Die ersten Codices dürften vom 
hl. Adalbero, dem Stifter des Klosters, von Würzburg nach 
Lambach gebracht worden sein. Namentlich bereichert durch 
die Aebte Thomas (U3(; — 1471), Placidus (1 fJlo - 1 (i7.s), Maxi- 
milian (1705—172;")), Theodorich (1 S59— 1872). -- 172r. wurden 
.ilf) Bücher aus der Bibl. des Med. Dr. Christof Tillmetz in 
Wels für 50 Gulden angekauft, 1759 907 Bde. aus der Bil)l. 
des Baron Wolf Martin Ehrmann erworben. — Theologi(\ 
Kirchen-, Profangeschichte. 

Primisser, Alois. Reisenachrichten über Denkmahlc der Kunst und des 
Alterthinns in den österr. Abteyen. In: llormayr. Arcliiv 1S22, fi. ;Uil. — 
Climel, J. Iland.sclirifton in österr. Bibl., nachfjewiesen von Monc. In: Der 
österr. Geschichtsforscher II, 2. 1S41. Not-Bl. S. öS. -- Schniiedcr, Pius. 
Lambach in Oberösterreich. In: Ein Bencdictinmbucli von Seb. Brunner. 
— Huenier, J. Itcr Austriacuni I In: Wiener Studien IX. 1887. 

L.andskron (Böhmen). 

357. [K. k. Staats-]Gymnasium. — a}Lehrerbibl. 242*; Werke 

in 2550 Bdii. und K»;};) Heften, 9;;;i7 Programme; h) Schüler- 
l)il)l. 090 Werke in 995 Bdn. und l.s:^ Heften - Director: 



364] Lan^enlois. HS 

Franz Novotny; Custos für a) Prof. Johann Kazilek; für 
h) Prof. Franz Hawrlant. -- Gc^r. 1.S72. 

Nach doin letzten Jaliresbcrichte gearbeitet, da der Frayehnifon niclit 
beantwortet wurde. 

Langenlois (Nieder-Oesterr.). 

358. Gabelsberger Stenographenverein. — Ca. r)(i{) Bde., 
darunter das Orij^inalwerk Gabelsberi^er's und alle Jahr<4än<^e 
der J>ambergcr Bliitter. — 1. Vorstand: Franz Haimerl; 
Vereinsbibliothekar: Leopold Hoffinger. — Stenographie. 

35!i. Landwirthschaftlicher Verein für Langenlois und Um- 
gebung. — Die I)ibl. ist noch jung, besitzt aber doch bereits 
über 100 landwirthschaftliche Werke. — Bibliothekar: Franz 
Haimerl. 

3(iO. Volksbibliothek. — Ca. 600 Bde. — Bibliothekar: 
Joseph Knauer. 

Lankowitz (Steiermark). 

361. Franciscanerconvent hat eine bloss zu eigenem Ge- 
brauche bestimmte Bibl. Vertreten sind vorzüglich theo- 
logische Werke. — Keine Entlehnungen und Versendungen. 
— Guardian: P. Kilian Manaiga. — Gegr. 1155. 

LauD (Loun, Böhmen). 

362. [Communal-]Realschule (Obecni realka) besitzt eine 
Lehrerbibl. mit 1672 Programmen und eine Schülerbibl. — 
Jahrosdotation 480 Gulden. — Director: Alois Zdrahal; Bi- 
bliothekar: Prof. Karel Subrt. — Gegr. 18fi6. 

Nacli dem letzten Jahresberichte gearbeitet, da der Fragebogen nicht 
beantwortet wurde. 

Leipnik (Lipnik, Böhmen). 

36:'). [Landes-Ober-]Realschule. — Director: Adolph Oborny ; 
Bibliothekar: Ludwig Kott. — Gegr. 1897, übernahm sie im 
Laufe des Jahres 1898 die grosse Piaristenbibl. in Leipnik. 
Ordnung und Katalogisirung im Zuge. Auch einige Hand- 
schriften und Incunabeln scheinen vorhanden zu sein. 

364. [Privat-]Realschule der „Üstredni Matice skolskä" (Ma- 
ticnä ceska realka). — a) Lehrerbibl. 1381 Werke in 1458 
Bdn.. 566 Heften, 2124 Programme; /») Schülerbibl. 707 Werke 
in 752 Bdn., 33 Heften. - Jahresdotation für «^ ca. lOo Gulden, 

Bibliotheks-Adressbucli. 8 



114 Leitmeritz. [365 

für h) ca. 40 Gulden. — Director: Frantisek Jansa; Ciistos 
für a) Prof. Vaclav Vobornik; für h) Suppl. August Hohaus. 
— Gegr. IH^tö. 

Nach dem letzten Jahresberichte gearbeitet, da der Fragebogen nicht 
beantwortet wurde. 

Leitmeritz (Böhmen). 

365. Bischöfliche Bibliothek. — Ca. 9000 Bde., (U In- 
cunabeln und bei vioo Handschriften. — Bibliothekar: Dr. 
Joseph Schindler, Theol.-Prof. — Zettel- und aiphabet. Band- 
katalog. — Entlehnungen von Büchern. — Angelegt und er- 
halten von den Bischöfen. Besonders Bischof Emanuel Ernst 
Graf V. Waldstein (1760—1789) hat die Bibl. durch Ein- 
fügung seiner bedeutenden Privatbücherei erweitert, ebenso 
wie Bischof Anton Ludwig Frind (1S7!» — issi). Auf des letz- 
teren Befehl erfolgte die Neuordnung und Katalogisirung 
durch den damaligen Leitmeritzer Theol.-Prof., jetzigen Hof- 
rath und Wiener Üniv.-Prof. Prälat Dr. Franz M. Schindler. — 
Besonders vertreten Kirchenväter, böhmische Geschichte und 
die verschiedenen theologischen Wissenschaften. 

.366. Bischöfliches Clericalseminar. - 8500 Bde. — Jahres- 
dotation ca. 100 Gulden. — Dem Viccrector obliegt die Sorge 
um die Bibl. — Zettel- und Materienkatalog. Gründliche Revision 
und Neuordnung im Zuge. — Benutzbar zu jeder Stunde. — 
Entlehnungen und Versendungen gegen Revers. — Begründet 
und bereichert seit 1800 durch Ankauf von Werken und 
durch Schenkungen (besonders durch Testate). — Beinahe 
ausschliesslich theologische und philosophische Werke. 

367. [K. k. Staats-]Gymnasium. — a) Lehrerbibl. 5423 
Werke in 10.705 Bdn. und 10.177 Heften, 16.803 Programme; 
/y; Schülerbibl. 153« Werke in 2733 Bdn. und 282 Heften; franz. 
Abth. 175 Werke; böhm. Abth. 149.s Werke. — Director: Franz 
Nestler; Gustos für a) Prof. Josei^h Sieber; für h) Prof. Her- 
mann Weisser. — Gegr. als Collegium 1549, erneuert als 
Jesuiten-Gymn. 165o, 

Nacli dem letzten Jahrcsbcriciitc gearbeitet, da der Fragebogen nicht 
beantwortet wurde. 

368. [K. k. Staats-JRealschuie. <i.) Lehrerbibl. 5173 Bde., 
930 Hefte, 6f;(j;j Programme; h) Schülerbibl. 401 s Bde. — 
Dotation ca. 250 Gulden. — Director: Julius Biberle; Bil»lio- 
thekar für a) Prof. Franz Mann; für h) Prof. Felix Wiesner. 
— 1 al{jliabet. Zettel- und 1 Fachkatalog. — ^<) jederzeit benutz- 
bar; in h) werden die Bücher alle 14 Tage ausgegeben. — 



370] Leitoniischl. 115 

(rogr. mit der Anstalt ls»;;{; s(Mt Ihü.j verstaatlicht. - Alle 
Wissenschaften der Realschule. 

Leitomischl (Litomysl, IJöhmcn). 

;!';:). [K. k. Staats-jGymnasium (C. k. stütni vy.s.sf ^yniiiasiuin). 
n) Lehrerbibl. l'.V.W Werke in 47(n; lldn., 581 s Programme ; 
h) Schülerhil)!. HM[) Werke in :{<)();) Ikln. — Dotation für die 
Lehrmittolsammlun«,^ für 1897/98 474-97 Gulden. — Director: 
Emanuel Seifert; Gustos für a) Prof. Jan Kohout; für />J Prof. 
IIuj^o Palecek. — KUO als Piaristen<4ymn. von Febronia Freiin 
V. Pernstein ge^ii:r. ; 1874 verstaatlicht. 188-3 mit der Gommunal- 
Pealschule zu einer combinirten Staats-Mittelschule vereinigt. 
Seit 1887 normales Gymn. 

Nach dem letzten Jahresberichte gearbeitet, da der Fragebogen nicht 
beantwortet wurde. 

Leinberg (Lwow, Galizien). 

370. Narodnyi Dom (Ruthenisches Nationalhaus). — 
58.348 Bde., über 800 Handschriften. — Keine Jahresdotation, 
sondern durch freiwillige von ruthenischen Patrioten geleistete 
Geschenke an lUichern, Handschriften, Bildern etc. erhalten. 
— Vorstand: Domherr Anton Petruszewicz ; Gustos: liohdan 
Didycki; Beamter: Joseph Gocki. — Alphabet. Zettel-, wie 
auch Inventarkataloge von Nr. 1 — 35.23fi. — Benutzbar täg- 
lich von 9 — 1 und 3 — (j Uhr. — Entlehnungen mit Genehmi- 
gung des Vorstandes. — Versendungen gegen Caution. — 
Den Impuls zur Gründung gab im J. 1 849 der ruthenische 
Gelehrte und Universitäts-Prof. Jacob Holowacki, indem er 
dem Institute des ruthenischen Nationalhauses mehrere 1000 
klein- und grossrussische Werke aus seiner reichhaltigen 
Privatbibl. schenkte und hierauf durch seine literarischen 
Beziehungen mit klein- und grossrussischon Prof. und Ge- 
lehrten in Russland für dieselbe Bibl. die unentgeltliche Zu- 
sendung von Büchern derart sicherte, dass bis auf den 
lieutigen Tag sämmtliche Schriften aller russischen Universi- 
täten, aller geistlichen Akademien, wie auch der kais. russi- 
schen Akademie der Wissenschaften in Petersburg und end- 
lich alle Journale der russischen Ministerien unentgeltlich 
einlaufen. — Slavische Philologie und Geschichte. — Mit der 
Bibl. ist die Privatbibl. des liistoriographen Domherrn Anton 
Petruszewicz unter d. Tit. „Muzeuni Antona S. Petruszewicza" 
mit 11.041 Bdn. in einem eigenen Nebenlocale verbunden. 
Dieses wird jedes Jahr von dem Begründer desselben derart 



116 Lemberg. [371 

vermehrt, dass es binnen kurzem das Doppelte des gegen- 
wärtigen Bücherbestandes betragen wird. 

Die Bibl. -Kataloge und -Berichte erscheinen gelegentlich allgemeiner 
Vereinsversamnilungen des „Narodnyi Dom" wie auch die halbjährigen 
Berichte darüber in der ruthenischen Tagespresse. 

371. Dominicanerkloster (Bibliotheca communis conventus 
generalis Ss. Corporis Christi Leopoliensis Sac. Ordinis Fra- 
trum Praedicatorum). — 12.360 Bde., 474 Handschriften, 
2-26 Incunabeln. — Jahresdotation 30(» — 40ü Gulden. —Biblio- 
thekar : Lect. S. Theol. Fr. Pius Maria Bazan O. P. — A. Hand- 
schriftl. Piealkatalog. l.Gemina adnotatio Librorum in Biblio- 
theca Conventus Generalis Leopolien. Sacri Ord. Praedicato- 
rum locatorum quarum prima continet Authores communi 
ordine Alphabetico conscriptos; altera vero per speciales in 
propria materia classes comprehendit eosdem authores sin- 
gulis expetentibus utilitatem et commodum suum permaxime 
utilis et necessaria sub Dignissimo Prioratu Exiniii ac Adm. 
R. P. Onuphrii Lykiewicz S. F. Mgri meritissimi renovata 
Anno Domini 1776. (Kat. in Fol. 82 Bl., auf 36 Bl. aiphabet, 
nach Autoren; auf 46 Bl. die Werke in 17 Classen nach 
Materien geordnet. Anzahl der verzeichneten Bde. 4017.) 
2. Connotatio librorum in Bibliotheca conventus siti in civitate 
Leopoliensis Ord. Praed. juxta classes distributorum, quarum 
quaelibet individualem materiam continet juxta ordinem 
Alphabet! ; quae quidem absoluta est anno Domini 1784 
(Fragm. « Bl. fol.). 3. Catalogus librorum Bibliothecae Con- 
ventus Leopoliensis Patrum Ord. Praed. confectus anno 1«27 
(83 Bl. fol. Bandkatalog in 10 Classen). 4. Catalogus librorum 
Conventus Gen. Leopol. S. Ord. Fr. Praed. confectus Anno 
Domini 1851. (Realkatalog in 10 Classen, 76B1. fol.). ü. Biblio- 
theca Manuscriptorum in Conventu Leopol. P. P. Praed. 
[s. a. ca. 1776, 12 S. 4". Handschriftenkataloge in 7 Cl. lat., 
poln. Ms. meistens philol., dogmat., hist. und homilet. Inhahs]. 
C. Specialverzeichnisse von Büchersammlungen, die der Bibl. 
nacheinander einverleibt wurden. I.Sammlung von 46 Werken 
aus der dem Lemberger Dominicancirkloster incorporirten 
Expositur Kosciejow (bei Lemberg, Post Kulikow). Einv. 1803. 

2. Sammlung von 17!" Werken auf 4 Bl. in fol. aus dem zu 
Warschau aufgehobenen Dominicanerkloster. Einv. 1883. 

3. Sammlung von 272 Werken meist historischen Lihalts; 
Ursprung und Zeit der Einverleibung unbekannt. D. Zettel- 
katalog in Ausarbeitung; bis Anfang 18'.»9 3(>00 Nummern. 
— Benützljar nur für Conventmitglieder. — Ebenso Ent- 
lelniungen und Versendungen. — Gegr. zugleich mit dem 
Kloster 1270 durch Vermittlung des ruthenisciien Fürsten Leo 



371] Lemberg. 117 

(Low), des Gründers von Lemberij. Dn oinerseits der Convent 
vom Anfnni^- an violo W(»hlthäter unter den riithon., bescinders 
aber i)obi. Fürsten- und Adelsfauülien (()[)()lslvi, Henko, Leli- 
witow, Toporow, Odrowaz, Nik. Potocki) zählte, die nicht nur 
bei Lebzeiten für das leibliche und geistige Wohl der Kloster- 
niitglieder sorgten, sondern auch nach ihrem Tode sowohl 
Legate als auch ihre Büchersammlungen dem Convente hinter- 
liessen, anderseits wiederum das Kloster im H. und If). Jhdt. 
als Ilauptsitz der Congregatio fratrum peregrinantium galt, 
seit dem 10. Jhdt. die Residenz des Provinzials der ruthen. 
Dominicanerordensprovinz war und endlich das General- 
studium der Provinz unterhielt, so ist es erklärlich, dass in 
der Conventbibl. und im Archive viele und seltene — wie 
ein Chronist schreibt — Polonica und Ruthenica, zahlreiche, 
reich verzierte Choralbücher, werthvolle Documente und 
Handschriften aus dem Lande und aus der ganzen Provinz 
die in der P>lüthezeit (10. und 17. Jhdt.) gegen 70 Klöster 
zählte, aufgespeichert sich vorfanden. Zieht man dann noch 
in Erwägung, dass im Laufe der Jhdte. aus den poln. und 
ruthen. Dominicanorklöstern 'J6 Bischöfe und ca. 300 Schrift- 
steller hervorgingen — die Menge der Mag. s. Theol. u. Re- 
gentes Studiorum nicht eingerechnet — so wird man gewiss 
zu würdigen wissen, was Okolski O. P. in seinem Werke 
,,Russia florida" schreibt: ,,Erat conventus Leopoliensis Ordinis 
Praed. nobilissimus, in quo erat Seminarium et Archivum 
omnium privilegiorum Peregrinantium, in quo omnia capitula 
sua perficiebant. Quapropter a Pruthenis et Germanis mater 
Monachorum appellatus fuerit" „Conventus [Leopo- 
liensis O. P.] de novo erectus et aedificatus est et ita dis- 
positus, ut . . . . Studium generale provinciae sustineat, Biblio- 
thecam, medicinalia, et caetera magnifica in sacro Ordine 
necessaria saluti corporis et animae conservet." Noch jetzt 
birgt die Bibl. eine verhältnissmässig grosse Anzahl von 
medicinischen Werken in latein. Sprache. Da die Prof. ihre 
höhere Ausbildung in Rom erhielten und nach Vollendung 
derselben ins Lemberger Generalstudium zurückkehrten, er- 
klärt sich die bis heute vorhandene grosse Zahl von homi- 
letischen und historischen Werken in italien, Sprache. Auch 
viele mit Goldinitialen verzierte Choralbücher sind noch vor- 
handen. Bedeutende Einbusse verursachten hingegen die vier- 
maligen Einäscherungen des Klosters (in d. J. 1408, 1511, 
l')17 und 1778), die Belagerung Lembergs durch die Tartaren, 
Türken und Schweden, die politischen Umwälzungen und 
Klosteraufhebungen im Is. Jhdt, während welcher viele Werke 
verloren gingen, viele in andere Kl()ster und Staatssamm- 
lungen verschleppt wurden, dagegen wieder manche Werke 



118 Lembero-. [372 

neue Aufnahme fanden. So besitzt die Ribl. Choralbücher und 
andere theologische Bücher aus den aufgehobenen Klöstern 
Warschau, Wilna u. a., zahh'eiche Werke aus dem 1780 auf- 
gehobenen Dominicanerkloster zur heil. Maria Magdalena in 
Lemberg, dem der Lemberger Rathsherr Stanislaus Mtidro- 
wicz seine reiche Bibl. vermacht hatte, ebenso Werke aus 
dem 1782 aufgehobenen Dominicanerinnenkloster zur heil. 
Katharina von Siena in Lemberg und aus dem 1784 auf- 
gehobenen Dominicanerkloster von der strengen Observanz 
zur heil. Ursula in Lemberg. — Vertreten waren und sind 
noch besonders biblische, patrolog., scholastische, kirchen- 
geschichtliche und homiletische Literatur, vorwiegend in 
latein. Sprache. — Im Klostergebäude befinden sich noch: 
1. Die Pfarrbibl. Dem Kloster sind nämlich eine Pfarre 
S. Corporis Christi, die älteste in Lemberg, und zwei Ex- 
posituren Kosciejow (Post Kulikow) und Krotoszyn (Post Dawidow) 
incorporirt. 2. Die Noviziatsbibl. seit der Errichtung des 
Noviziates und Provinzstudiums im Kloster (1884), 1130 Bde., 
ausschliesslich für die Ordenscleriker und Studenten bestimmt 
und benutzbar. 3. Die Redactionsbibl. der Rosenkranz-Monats- 
schrift „Roza duchowna" (seit 1898) 400 Bde. Einheimische, 
ausländische, ältere und neuere Rosenkranzliteratur in deut- 
scher, französischer, italienischer, böhmischer und englischer 
Sprache. 

Nowowiejski Felix. Phoenix decoris et ornamenti Provinciae Poloniae 
S. Ord. Praed. Posnaniae. 1572. — Olski Symon. Orbis Polunus Cracoviae. 
1(541. Tom I. — Olski Symon. Russia florida. Leopoli 1646. — Chody- 
kiewicz Klemens. De rebus gestis in Provincia Russiae Ord. Praed. Coni- 
mentarius XI libri digestus, Berdyczoviae 1780. — Jocher. Obraz biblio- 
grafizno historyczny. Wilno 1840. — Baracz Sadok. Rysdziejüw Zakonu 
Kaznodziejskiego w Polsce w dwoch tomach. Lwow 1861. — Dudik Boda. 
Arcliive im Königreiche Galizien und Lodomerien. In: Arcliiv für österr. 
Geschichte XXXIX. 18Ci8, S. 147. 

372. Städtisches Gewerbemuseum (Miejskie Muzeum Prze- 
myslowe), Rathhaus. — ir)i)0 Werke in 2r)00Bdn., <;:;'• Kupfer- 
stiche und Lithographien, 1150 Photographien. — Jahres- 
dotation für Bücherankauf 2500 Gulden. — Vorstand des 
Museums: Julian Ritter v. Zachariewicz, k. k. llofrath und 
Prof. an der technischen Hochschule; Custos: Ladislaus 
Piebczynski; Assistent: Ladislaus Stroner. 2 Diener, davon 
einer speciell für die Bibl. — Handschriftl. Bandkatah)g. Als 
Ilandkatalog dient ein Exemplar des im J. 1894 gedruckten 
Kataloge.s, welcher handschriftl. ergänzt wird. — Für Jeder- 
mann unentgeltlich benutzbar in den Sommerm()naten (Mai 
bis October) von 11 — 3, in den Wintermonaten von 11—1 und 
5 — 8 Uhr, an Sonn- und Feiertagen von 10 — 1 Uhr. — Ent- 
lehnungen ausnahmsweise gegen Caution. — Versendungen 



377J Lombei'fj. lln 

nur an öffontliolic Anstalten j,^e<i:on entsprochonde Siclier- 
stellun^. — Ciujur. zui^loich mit dem Museum 1874. — Vor- 
wie»?end Kunst und Kunstgeschichte. 

37i?. K. k. akademisches ruthenisches Gymnasium im ruthe- 
nischen Nationalhause „Narodnyi Dom". — a) Lehrerbibl. 
'^•^M Werke in r);!-23 Bdn. und 4r)23 Heften; h) Schülerbibl. 
(ruthon., poln., deutsche Abth.). — Jaliresdotation für n) 200 — .TG«» 
(lulden. — Director: Eduard Charkiewicz; Bibliothekar fiir 
a) Prof. Dr. Thaddäus Mandybur; für h) Prof. Isidor Grom- 
nicki; Prof. Elias Kokorudz; Prof. Franz Konarski. — Je ein 
aiphabet. Zettel- und Fachkatalog. — Benutzbar nur für die 
Mitglieder des Lehrkörpers. — Ebenso Entlehnungen. — Ver- 
sendungen nur im Amtswege. — Gegr. 1841». — Sämmtliche 
Gymnasialdisciplinen; besonders gepflegt ruthen. Sprache und 
Literatur, sowie Slavistik. 

374. [K. k. zweites Ober-]Gymnasium besitzt eine Lehrer- 
und eine Schülerbibl. — Director: Reg.-R. Emanuel Wolff; In- 
standhalter der Lehrerbibl.: Prof. Wladimir Resl; der Schüler- 
bibl.: Prof. Heinrich Kopia. — Gegr. 1818 als „Gj'mnasium bei 
den Dominicanern"; seit 1850 Obergymn. 

Nach dem letzten Jahresberichte gearbeitet, da der Fragebogen nicht 
beantwortet wurde. 

37:'). [K. k. Franz Joseph-Staats-]Gymnasium (C. k. Lwowski 
gimnazyum im. Franciszka Jozefa). — a) Lehrerbibl. 3710 
Werke in 7494 Bdn., 4050 Programme; h) Schülerbibl.. u. zw. 
poln. Abth.: 872 Werke in 1304 Bdn. und 198 Bde! Doub- 
ietten; deutsche Abth.: 672 Werke in 884 Bdn.; ruthen. 
Abth.: 02 Werke in 59 Bdn. — Director : Wojciech Biesiadzki; 
Bibliothekar für a) Prof. Franciszek Terlikowski ; für h) Prof. 
Boleslaw Szomek (poln. und ruth. Abth.), Jan Kukucz (deutsche 
Abth.). — Gegr. 1858. 

Nach dem letzten Jahresberichte gearbeitet, da der Fragebogen nicht 
beantwortet wurde. 

376. [K. k. viertes Staats-]Gymnasium (C. k. IV. gimnazyum). 

— oj Lehrerbibl. 2132 Werke; AJ Schülerbibl., poln. Abth. <340 
Werke in 854 Bdn., deutsche Abth. 585 Werke in (520 Bdn. — 
Director: Walenty Koziob — Errichtet 1879. 

Nach dem letzten Jahresberichte gearbeitet, da der Fragebogen nicht 
beantwortet wurde. 

377. [K. k. V. Staats-]Gymnasium (O.k. Gimnazyum V). - 

rt) Lehrerbibl. Ende Novemberl898: 816 Werke in 1680 Bdn. 
und 86 Broschüren, 593 Programme; />) Schülerbibl. 609 Werke 
(poln. Abth.), 3(;4 Werke (deutsche Abth.), 72 Werke (ruthen. 



120 Lemberg. [378 

Abth.). — Dotation ca. <iOO Gulden. — Director: Franciszek 
Procbuicki; Custos für aj Prof. Franciszek Hoszowski; für />) 
Prof. Jozef Nogaj (für die poln. Abtb.), Prof. Zj'-gmunt Kiinst- 
mann (für die deutscbe Abth.). — Je ein Band- und Zettel- 
katalog. — Zugänglich für den Lehrkörper sämmtlicher Mittel- 
schulen Lembergs. — Ebenso Entlohnungen. — Versendungen 
nur an Directionen anderer galizischer Mittelschulen. — Gegr. 
zugleich mit der Anstalt 1892. — Alle Gymnasiallehrfächer. 

378. Handels- und Gewerbekammer (Izba Ilandlowa i Prze- 
myslowa), Halickiphitz 10. — 311-2 Bde. — Jahresdotation 
500 Gulden. — Keine besonderen Bibl.-Beamten. Präsident: 
Director Dr. Ladislaus Marchwicki; Secretär: Dr. Ladislaus 
StesUnvicz. — Ein Sachkatalog. — Benutzbar von 1» — 1 und 
4 — G Uhr. — Entlehnungen in der Regel nur an Mitglieder 
der Kammer, an sonstige Personen nur mit Genelimigung des 
Präsidiums. — Ebenso Versendungen. — Gegr. 1851 zugleich 
mit der Kammer. — Staatswissenschaften mit besonderer 
Berücksichtigung der politischen Oekonomie. 

379. K. k. Technische Hochschule. — i)000 Nummern, ca. 
•20.000 Bde. — Jahresdotation 3500 Gulden. ~ Bibliothekar: 
Prof. Jozef Rj'chter; Scriptor: Antoni Jakubowski; 2 Diener. 

— Alphabet. Zettelkatalog; jeder Schrank hat seine Stand- 
ortstabelle. — Geöffnet täglich von 10 — l und 4 — 8 Uhr; 
Sonn- und Montag nur von 10 — 1 Uhr; im September Montag, 
Mittwoch und Freitag von 11-1 Uhr. Im August geschlossen. 

— Entlehnung a) an Prof. und Assistenten der k. k. techn. 
Hochschule und der Universität; h) an die Hörer der k. k. 
techn. Hochschule, welche von der Zahlung des Unterrichts- 
geldes durch das Prof .-CoUegium befreit sind ; c) an alle jene, 
welche von den Prof. der k. k. techn. Hochschule in Lemberg 
empfohlen werden; d.) an jene, welche eine Büchercaution 
von 15 Gulden erlegen. — Versendungen an alle Unterrichts- 
behörden für eine nach Möglichkeit bestimmte Zeitdauer. — 
Gegr. 1874. — Nur technische Werke. 

Katalog biblioteki c. k.szkoly politechnicznej we Lwovvie. I. Lw6w 1894. — 
II. Lwow 1898. — O uzytkowaniu biblioteki c. k. Szkoly politeclinicznoj. 
Lwow 1896. 

380. K. k. thierärztllche Hochschule (C. k. Akademia wetory- 
naryi), Kochanowskigasse 33. — 1874 Werke in 305G Bdn. — 
Dotation 500 Gulden. — Vorstand ein auf drei Jahre hierzu 
erwählter Prof. d. Z. Mag. Stani.slaus Krölikowski. — Ein 
chronolog. Katalog (Liventar) ; 1 Zottelkatalog nach Autoren; 
1 systemat. Zettelkatalog. — Vormittags täglich benützl)ar; 
Lesesaal nicht vorhanden. — Entlehnuntj an Mittflieder des Lehr- 



•'^«2] Lemberg-. 121 

körpers, Assistenten, sowie die Hörer der Hochschule auf 
zwei Monate ^egen Schein; die Hörer müssen aber die Eni- 
pfelilung- eines Prof. der Anstalt beibringen oder ihre Docu- 
mente (Maturitiitszeugniss und letztes Jahreszeugniss) hinter- 
legen. Versendung unstatthaft. — IH.Sl mit der Anstalt ge- 
gründet, unifasste die Bibl. bei ihrem Ursprung 414 Werke. 
Bis 18S9 war Bibliothekar: Prof. Dr. Anton Baranski; seither 
der oben Genannte. Geschenke von: Prof. Dr. Seif mann, 
Landesthierarzt Aleksander Littich, Prof. Dr. Josef Szpilnian, 
Prof. Mag. Stau. Krölikowski und der Redaction von „Przeglad 
weterynarski". — Vertreten Thierarznei und Thierzucht. 
Geseliielito der Bibl. im Bericlite der Anstalt vom J. 1895. 

381. Stauropigianisches Institut (Institut Stauropigiaüskij), 
Russka Ul. 3. — Archiv: 3r)(i kirchlich-slovenische Incunabeln 
und 1 1 12 Handschriften. Incunabeln und Handschriften theils 
zur Aufbewahrung- übergeben, theils geschenkt, theils gekauft. 
— Jahresdotation je nach Bedarf. — Leiter des Museums und 
Archivs: Univ.-Prof. Dr. Izydor Szaraniewicz, Senior des 
Stauropig. Institutes; 1 Amanuensis, 1 Diener. — Band- und 
Zettelkatalog. — Museum und Archiv täglich von 11 — ^-2, 
Dienstag und Freitag von 11 — 1 Uhr benutzbar, an Sonn- und 
griechischen Feiertagen geschlossen. — Entlehnungen mit 
Genehmigung des Seniors. — Versendungen nur auf Grund 
des Beschlusses des Institutsausschusses. — Archiv entstand 
durch allmähliche Sammlung verschiedener Handschriften und 
Incunabeln seit 1587. Die 1888 — 1889 veranstaltete biblio- 
graphisch-kunsthistorische Ausstellung des Stauropigianischen 
Institutes gab die nächste Veranlassung zur Anlegung des 
kunsthistorischen Museums, dessen Anlage, Ordnung und Zu- 
gänglichkeit ein Verdienst des gegenwärtigen Seniors ist. — 
Sowohl im Museum wie im Archive wird die historische, 
culturelle Entwicklung des östlichen Europas besonders im 
Auge behalten. 

Szaraniewicz, J. Jul)iläumsgabe z. Gedächtniss der .^OOjähr. Gründuno des 
Staur. Inst. Lemberg 1886. — Szaraniewicz J. Bericlit über die archäol.- 
bibliogr. Ausstellung des Staur. Inst, und die Erklärung der Photograpliien 
im Album. Lemberg 1888. — Petruszewicz A. S. Katalog der sich im 
Museum und Archiv dos Staur. Inst, vorfindenden kirchlich-slovenischen 
Handschriften und Incunabeln mit kyrill. Schrift. Lemberg 1890. — 
Skobelskij, Petr. Die archäol.-bibliogr. Ausstellung des Staur. Inst. Lemberg 
1889 (poln.) — Diplomata statuaria a Patriarchis orientalibus Gunfrater- 
nitati Staurop. Leopol. a. 1580 — 1.")92 data cum aliis litteris coaevis et 
ai»pendice. Tom. II. edit. iubil. ab J. Szaraniewicz. Lemberg 1895. — 
Monumenta Confrat. Staurop. Leopol. aut. Wladimir Milkowicz. 2 tom. 
Lemberg 189:). 

382. Akademische Lesehalle (Czytelna akademickija). — 
4980 Werke. ~ Dotation ca. 2<)(» Gulden. — Präsident d. Z.: 



122 Lemberg. [383 

Jan Leszczynski: Bibliothekar: Adam Skalkowski; Bibliothekar- 
stellvertreter : Francziszek Piechowski. — Schöne Literatur, 
Naturwissenschaften, Medicin, Geschichte. 

Sprawozdanie wydziatu czytelni akademickiej we Lwowie za rok adm. 
1897/98. Lwow 1898. 

383. Griechisch-katholisches Metropolitan-Domcapitel (Ka- 
thedralkirche zu St. Georg), Georgsplatz ö. — 33(j5 Werke; 
einige altslavische und lateinische Handschriften. -— Keine 
fixe Jahresdotation. — Bibliothekar ist der jeweilige griech.- 
kath. Dompfarrer, d. Z. Andreas Bieleoki, Dompropst und 
Capitelvicar. — Nur zum Gebrauche der griech.-kath. Capitular- 
Domherren und der Kathedralgeistlichkeit. — Grösstentheils 
theologische Werke. — Entstanden aus Geschenken und Le- 
gaten griech.-kath. Domherren. 

384. Minoritenconvent (gegr. 1252) hat nur eine aus 
mehreren hundert Werken bestehende Hausbibl. grösstentheils 
theologischen Inhaltes. — Provincial : P. Valentinus Leo Noras 
Guardian: P. Vincent Daniel Bielen. 

385. Muzeum Antona S. Petruszewicza. Privatbibl. des 
Domherrn Anton Petruszewicz. V. Lemberg, Narodnyi Dom. 

38G. Gräfl. Ossolinskisches Nationalinstitut, Ossoliüskigasse 2. 
— Dasselbe besteht aus der Ossolinski'schen Bibl. und" dem 
fürstl. Lubomirski'schen Museum. -- 102.08(5 Werke, 4171 
Handschriften, 13(52 Urkunden, 2933 Autographen, sowie eine 
grosse Anzahl Incunabeln. — ■ Jahresdotation ca. 400(i Gulden 
(incl. Einbd.) — Curator: Fürst Andreas Lubomirski; Vice- 
curator: Prof. Dr. Anton Malecki; Director: Dr. Adalbert 
Kctrzynski, 1 Gustos, 1 Vicecustos, 3 Scriptoren, 10 Stipen- 
disten, 2 Bibliotheksdiener. (Im Museum 1 Conversator und 
1 Diener.) — Zettelkatalog und Inventar in 9 Bdn. Ein 
sachlicher Katalog in Vorbereitung. — Täglich mit Aus- 
nahme der Sonn- und kath. Feiertage von 9 — 2 Uhr ge- 
öffnet. Das Museum täglich mit Ausnahme der Sonn- und kath. 
Feiertage von 9 — 2, nur Montags von 10—1, Dienstag und 
Freitag nachmittags von 3 — 5 Uhr zugänglich. Ein beson- 
derer Lesesaal, welcher mit entsprechenden Werken für Schul- 
knaben und Gymnasiasten ausgestattet ist. Die Benützung der 
Bibl. und des Museums, sowie der Besuch derselben ist un- 
entgeltlich. — Bücher werden ohne Caution nach Hause ge- 
liehen an alle Personen, welche öffentliche Aemter bekleiden, 
andere erhalten Bücher nur gegen eine entsprechende Caution. 
Handschriften werden nur ausnalimsweise an Bibl. und Ar- 
chive in Leml)erg abgegeben; nach auswärts nur an Biblio- 



388] Lemberg. 123 

theken, Archive, an die Directionen der Gymn. u. s. \v., f>e- 
wöhnlich auf .{ Monate. — Gründer der Bibl. war Joseph 
Maximilian Ossoliiiski Graf zu Teczyn, Präfect der k. k. II(»i- 
bibl. in Wien. Die Statuten wurden 1817 vom Kaiser be- 
stätigt, doch erst nach dem im J. 1H-2G erfolgten Tode des 
Gründers wurde seine Bibl. nach Lemberg geschafft und in 
dem von ihm erworbenen ehemaligen Kloster der beschuhten 
Carmeliterinnen untergebracht. Der erste Director wurde 
18-27 ernannt. In Folge der politischen Verhältnisse konnte die 
Bibl. sich bis zum Jahre 18 18 nur sehr wenig entwickeln und 
auch noch in späterer Zeit hatte die Anstalt viele Schwierig- 
keiten zu überwinden. Seit iBGy entwickelt sie sich normal. 

— Dem speciellen Charakter der Bibl. gemäss werden be- 
sonders polnische Geschichte und Literatur gepflegt. 

Biblioteka naukowogo Zakladu im. Ossolii'iskich. R(ik 1842 — 1844, 
1848; 1862 — 1869. — Dudik, Beda. Archive im Königreiche Galizien und 
Lodomerien. In: Archiv f. österr. Gesch. XXXIX. 18(;«, S. 1(58. — Katalog 
broni w muzeum im. Lubomirskich. Lwuw 18T6. — Katalog muzeum im. 
Lub. Lwovv 1877. — Sprawozdanie z czynnosei Zakladu narod. im. Oss. 
1851 — 1860, 1870—1875, 1878—1893. — Ustawy Zakt. nar. im. Oss. Lwow 
1857. — Zbior dokumentowi ustaw dotyczacych. Zakl nar. im. Oss. Lwow 
1870. — Biblioteka Ossolii'iskich. Zbior materyalow do historyi polskiej, 
Hft. 1—8. Lwow 1874 ff. — Ketrzyhski, Wojcieeh. Catalogus codicum ma- 
nuscriptorum Bibliothecae Ossolinianae Leopoliensis. Tom. I( — III). 1881 ff. 
— Ders. Wojcieeh. Zaklad narodowy imenia Ossolinskich. Lwow 1894. 

387. Pfarre S. Corporis Christi (älteste in Lemberg). — 
V. Lemberg, Dominicanerkloster. 

38S. Privatbibliothek. Gräfl. W. v. Baworowski'sche Fun- 
dationsbibiiothek (Biblioteka Fundacyi W. hr. BaAvorowskiego). 

— Ca. 18.000 Bde., ca. 1000 Handschriften, ca. 500 Urkunden 
(85 Pergamenturkunden a. d. J. 13ö2— 1816); ca. lo.ooo Kupfer- 
stiche; ca. 100 Gemälde. — Jahresdotation je nach Bedarf.— 
Bibliothekar: Dr. Joseph v. Korzeniowski; Stipendisten: Sigis- 
mund Batoski, Stephan v. Lekczyüski; 1 Famulus. — Kata- 
loge in Ausarbeitung. — Benutzbar täglich ausser Montag von 
3—5 Uhr gegen vorherige Anmeldung beim Bibliothekar. — 
Keine Entlehnungen. — Versendungen nur an andere Bibl. 
unter Zusicherung der Gegenseitigkeit und der ausschliess- 
lichen Benützung in Bibl.-Räumen. — Gegr. von Victor Graf 
V. Baworowski, einem um die Siebziger jähre bekannten pol- 
nischen Schriftsteller in Galizien, Üebersetzer Byron'scher 
und Victor Hugo' scher Werke. Eine zweite Grundlage des 
heutigen Bestandes bildete ausser der Familiensammlung der 
Erwerb der reichhaltigen Bibl. des Alexander Batowski aus 
Odnow in Galizien. Als weitere Bestandtheile erweisen sich 
die Sammlungen des Grafen Anton Stadnicki und die An- 



124 Lemberg. [389 

kaufe des Gründers, besonders bei dem Krakauer Sammler und 
Antiquar Ambrosius Grabowski (hauptsächlich Cracoviensia 
vom 15.-18. Jhdt. in Handschriften und seltenen Drucken), 
sowie bei dem Rechtshistoriker Casimir Stronczyiiski (haupt- 
sächlich rechtshistorische Handschriften von grosser Be- 
deutuno- für die Rechtsgeschichte in Posen). — Geschichts- 
und Literaturwissenschaft, sonstige Humaniora, Jus, Theo- 
logie etc. Nicht gepflegt werden Naturwissenschaften, Mathe- 
matik u. s. w. 

Ketrzynski, Wojcieeh. Biblioteka Wiktora hr. Baworowskiego we 
Lwowie. Lwöw 1892. 

389. [K. k. Staats-jRealschule (C. k. wyzsza szkola realna), 
ülica Kamienna (Steingasse). — a) Lehrerbibl. 2674 Werke 
in 41G3 Bdn., G2ü Heften, (J421 Programme; h) Schülerbibl. 
1379 Werke in 1549 Bdn. — Jahresdotation 400 Gulden. — 
Director: Dr. Teofil Gerstmann; Bibliothekar für a) Prof. 
Franz Pohorecki; für h) Prof. Romuald Bobin. — Ein Real- 
katalog und ein aiphabet. Zettelkatalog. — a) zu den dienst- 
freien Stunden des Bibliothekars für alle Mitglieder des Lehr- 
körpers, denen auch das Recht der Entlehnung zusteht, zu- 
gänglich; für andere Personen nur nach dem Ermessen und 
unter Verantwortlichkeit des Bibliothekars. — Gegr. mit der 
Anstalt 1857. — Religionslehre, Pädagogik, polnische, ru- 
thenische, deutsche und fremde Sprachen, Geographie, Welt- 
geschichte, Mathematik, Physik und Chemie, Naturgeschichte, 
darstellende Geometrie, Philosophie. 

390. Rosenkranz-Monatsschrift (Roza duchowna). — V. Lem- 
berg, Dominicanerkloster. 

391. Seycenkoverein der Wissenschaften (Tovaristvo nau- 
kovo imeni Sevrenka), Czarneckigasse 2G. — GOOO Bde., 15 Hand- 
schriften. — Jahresdotation GOO Gulden. — Bibliothekar: Mi- 
chael Pawlik; ein Diener. — Alphabet. Zettel- und Inventar- 
katalog. — Benutzbar für Jedermann täglich von 2 — G Uhr. 
— Entlehnungen an die Mitglieder ohneweiters, an Andere 
nur unter persönlicher Haftung des Bibliothekars und gegen 
Caution. — Versendungen nur ausnahmsweise an Mitglieder 
Eehufs Veröffentlichung einer wissenschaftlichen Arbeit in 
ben Publicationen der Gesellschaft. — Gegr. 1894. Vermehrt 
durch Aufnahme der Bibl. der Schriftsteller Alex. Konisski, 
dm. Partycki u. A., sodann durch Schriftentausch. — Ge- 
schichte, Ethnographie u. dgl. von Ruthenien-Ukraine. 

392. K. k. Universitäts-Bibliothek (C. k. Biblioteka Uni- 
wersytecka). — 152.00(» Bde., darunter 192 Incunabeln; über- 



392] Lemberg. 125 

dies 748 Ilaiidsclii'ifteii, 2'.i I Urkunden und Acten, 12ö2 Karten 
und Stiche, 11. ;")()(> Münzen und Medaillen. — Dotation 10. (»oo 
Gulden. Iminatriculationstaxen 18ü8:24«4 Gulden. — Director: 
Dr. Alexander Semkowicz, früher a. o. Univ.-Prof; Gustos: 
Dr. Friedrich Papee ; Scriptor: Dr. Bolcslaw Kitter v. Maii- 
kowski; Anianuensen: Dr. Joseph Korzeniowski, Dr. Wilhelm 
Kolny ; Praktikant: Dr. Eugenius Barwinski; 3 Famuli, 1 Cursor. 
— Inventarkatalog nach laufenden Nummern in Bandform; 
Grundkatalog aiphabet, nach Autoren und Schlagworten als 
Zettelkatalog; Standortkatalog in Bandform. Verzeichniss 
nach der Aufstellung in den Schränken; jeder Schrank ent- 
hält nur Werke aus einem Fache, so dass dieser Katalog im 
grossen Ganzen den Realkatalog vertritt; er ist dem Pu- 
blicum zugänglich. Doublettenkatalog; Realkatalog (wissen- 
schaftlicher Fachkatalog) in Bearbeitung. Katalog der Hand- 
schriften, Urkunden und Acten, sowie der Incunabeln in Band- 
form nach dem numerus currens; Katalog der Karten und 
Stiche mit Eintheilung in Bandform. Münz- und Medaillen- 
katalog nach Ländern und Chronologie in Bandform. Cata- 
logus librorum prohibitorum als aiphabet. Zettelkatalog. 
Katalog der periodischen Schriften aiphabet, in Zettelform. 
Jährliche und monatliche Zuwachsverzeichnisse nach Materien, 
innerhalb derselben aiphabet, in Bandform; dem Publicum 
zugänglich. — Geöffnet vom 1. October bis ;31. Juli täglich 
mit Ausnahme von Sonn- und Feiertagen (ritus lat. et graeci) 
von 8 — 1 und 4—6, Samstag nur von 8 — 1 Uhr. Vom 1. — In. 
August geschlossen, vom IG. — 31. August Dienstag und 
Freitag von 9—12 Uhr, im September täglich von 9 — 1 Uhr 
geöffnet. Der Besuch des Lesezimmers ist jedem Erwachsenen 
gestattet, nur ausnahmsAveise auch Gymnasialschülern der 
VIL und VIII. Classe gegen Vorstellung beim inspicirenden 
Beamten und Einhaltung der Lesezimmerordnung. — Ent- 
lehnungen und Versendungen nach den für öffentliche Bibl. 
bestehenden Normen. — Gegr. zugleich mit der Universität 
von Kaiser Joseph IL im J. 1784. Den Grundstock bildete 
die Garelli'sche Bibl. (11.000 Bde.), welche aus Wien durch 
den ersten Bibliothekar H. G. v. Bretschneider überführt 
wurde, sowie die aus aufgehobenen galizischen Klöstern aus- 
gewählten Werke. 1818 Bestand: 36.000 Bde. Grössere Schen- 
kungen 1817: Stan. Treter 3349 Bde. 1833 Graf Joseph Kuro- 
patnicki 740 Bde. 1848 Bestand: 51.082 Bde., wovon nach dem 
Brande der Universität 1848 (während des Bombardements) 
nur 13.000 Bde. ohne Katalog zurückblieben. 1849 Doubletton 
aus der Hofbibl. und die von der Regierung angekaufte 
Sammlung Kurzmayer's aus Wien. Fürst Heinrich Lubomirski, 
Curator der Ossolinski'schen Bibl. 6047 Bde., Univ.-Prof. 



126 Leoben. [393 

Kulik aus Prag luuO Bde., Graf Stanislaiis Borkowski (IS'iO) 
5(»00 Bde. isr^l Bestand: 35.600 Bde. ls84 Pfarrer Michael 
Forraaniosz li>.2oü Bde. — Dotation ursprünglich 4()o Gulden, 
1.S26— 1S40 1000 Gulden, 1850—1869 durchschnittlich 2500 
Gulden, seit 1870 4000 Gulden, seit 1878 6000 Gulden, seit 
is:»2 sooo Gulden, seit 1896 10.000 Gulden. Neukatalogisirung 
nach dem Brande begonnen vom Bibliothekar Dr. Stroiiski 
und durchgeführt von seinem Nachfolger Dr. Adalb. Urbaüski. 
In der neuesten Zeit hat sich die Handschriftensammlung 
sehr vergrössert, indem die k. k. Statthalterei auf Bitte der 
Direction 1893 bewilligte, dass die in den k. k. Aemtern be- 
findlichen alten Inventare und Gerichtsbücher aus der Zeit vor 
1772 an die Univ.-Bibl. abgeliefert Averden. Der Bau eines 
neuen Gebäudes ist in Aussicht genommen; ein Grundstück 
bereits angekauft. — Der Instruction gemäss sämmtliclie an 
der Universität vertretenen Fächer mit specieller Berücksich- 
tigung der Landesliteratur und jener der benachbarten Ge- 
biete. — In die allgemeine Zählung sind aufgenommen: Das 
Münzcabinet und die Seminarbibl. wie das philol., german., 
histor. und juridisch-politische Seminar. 

Catalogus bibliothccae Leopol. 1795. — Duclik Beda. Archivf im König- 
reiche Galizien und Lodomerien. In: Arcliiv für östcrr. Gesell. XXXIX. 
1868. S. 113. — Rcifenkugel Karl. Bihliotoka uniwersytecka ■^ve Lwowie 
in: Przewodnik naukowy i litoracki. Lwöw 1S7o. — Finkel Ludwig und 
Stanislaus Starzynski, Historya uniwersytctu Lwowskiego. Lwöw 1894. 



Leoben (Steiermark). 

39."). K. k, Bergakademie im eigenen Gebäude. — 13.ooo 
Bde. — Jahresdotation 1(500 Gulden. — 1 Amanuensis, dem 
zeitweilig eine Hilfskraft beigegeben wird. - — Ein handschr. 
Autoren- und Sachregister, 13 Fachkataloge, 1 Zettelkatahig. 

— Die Bibl. ist für den Besuch der Hörer der Bergakademie 
während der Unterrichtszeit täglich mit Ausnahme der Sonn- 
und Feiertage von 8— 12 und 4 — 7 Uhr geöffnet. Entlehnungen 
nur an Mitglieder des Lehrkörpers gegen Empfangsschein; 
über Ersuchen ausnahmsweise auch Versendungen. — Be- 
sonders gepflegt berg- und hüttenmännische, sowie die ein- 
schlägigen Wissenschaften. 

394. [Landes-]Gymnasium. ~ (i) Lehrerbibl. 1213 Werke; 
h) Schülerbibl. — Director: Schulrath Anton Fichten; Gustos 
für a) Prof. Dr. Johann Gutscher; für h) Prof. Arthur Cafasso. 

— 1862 als Comniunal-Unterrealschule begründet, 1866 in ein 
Realgyinn. vcrwaiulclt, isTo in i\u\ Verwaltung des Landes 



398] Lil)Uli. 1-27 

übernominoii, seit 1S7.') Oberrealschule; seit iwsi Oberaym- 
fjyninasiiini. 

CiUtst'liLM- Hanns. Katalog der Lcliri'rbibl. In: Jalircsboriolit <io3 Landes- 
Obcrgynui. zu Lcobcn. Lcobon IS'.t.s. 

Nacli dem letzton Jahresbericbte f^earbeitot, da der Fragebofrcn nicbt 
beantwortet wurde. 

.'VJä. Handels- und Gewerbekammer, Untere Mittcr<.;aöse 11, 
2. St. — :2()74 Werke. — Jahresdotation fJOO Gulden. — Die 
Bibl. leitet das Kammerpersonal; Secretär: Dr. Ernst Seidler. 

— Ein nach Materien geordneter Duchkatalog und ein nach 
Autoren aiphabet, geordneter Zettelkatalog. — Während der 
Amtsstunden (;» — 12, .'3 — (j Uhr) Entlehnung an vertrauens- 
würdige Personen ; die Beurtheilung der Vertrauenswürdigkeit 
obliegt dem Kammersecretär. — Versendung bis jetzt nicht 
gebräuchlich, doch würde dies unter Umständen, insbesondere 
zu Gunsten von Kammermitgliedern, ebenfalls gestattet werden. 

— Gegr. 1893 durch den Ankauf der Bücher aus dem Nachlasse 
des Hofrathes Hugo v. Brachelli. — Hauptsächlich volks- 
wirthschaftliche und statistische, dann auch juristische, ge- 
schichtliche, ethnographische und technische Werke. Doch 
auch Geographie, Naturwissenschaften, selbst Belletristik ver- 
treten. 

3ü(;. Redemptoristencollegium besitzt nur eine Privatbibl. 
von ca. 1500 Bdn. — Keine bestimmte Jahresdotation. — 
Bibliothekar: P. Hermann Hofbauer. — Benutzbar jederzeit 
für Mitglieder des Collegs; für Fremde nur mit Erlaubniss 
des Rectors. — Ebenso Entlehnungen und Versendungen. — 
Hauptsächlich Theologie, und zwar Kirchengeschichte, ausser- 
dem Naturwissenschaften. 

Liblin (Böhmen). 

397. Pfarrbibliothek. — Ca. 1500 Bde. (nach Pizzala im 
J. 1870: 1994 Bde.). — Bibliothekar der jeweilige Pfarrer, 
derzeit P. Josef Lexa. — Benutzbar zu jeder Stunde und jeder 
Zeit ausser mittags und abends gegen Verpflichtung nichts 
zu entfremden, — Entlehnung gegen Verpflichtung das ent- 
lehnte Werk unbeschädigt zurückzustellen. — Ebenso Ver- 
sendung. — Gegr. 1770 (nach Pizzala 1790) vom Dechant 
Mauritius Marx, theilweise bereichert unter dem Dechant 
Anton Mark. — Grösstentheils Theologie, canonisches Recht, 
Geschichte. 

Lilienfeld (Xieder-Oesterr.). 

39.S. Cisterclenserstift. — 20.000 Bde., 2;}o Incunabeln, 
118 Handschriften. — Jahresdotation je nach Bedarf. — 



128 Linz. [399 

Bibliothekar: P. Thocbald Wrba. — Alphabet. Hauptkatalog; 
Specialkatalouo nach den verschiedenen Wissenschaften; an 
der Anlci^aing eines Zettelkataloires wird gearbeitet. — Zu- 
gänglich nach Anmeldung beim Bibliothekar. Entlehnungen 
nur an Mitglieder des Stiftes. — Keine Versendungen. — Die 
Gründung der Bibl. fällt mit der Gründung des Stiftes zu- 
sammen (Anfang des XIII. Jhdts.). — Durch die im J. 1780 
erfolgte Aufhebung des Stiftes wurde die Bibl. vollständig 
vernichtet. Ein Katalog der vor der Aufhebung vorhandenen 
Manuscripte in der Universitätsbibl. zu Wien (Manuscr. III Os). 
Nach der im J. ITOU erfolgten Resuscitation des Stiftes kaufte 
AbtIgnazII. (1790 — 1802) zu Wien die Bibl. der aufgehobenen 
Klöster Klein-Mariazell und der Pauliner. — Vertreten alle 
Wissenschaften, besonders Theologie. 

Becziczka, Ambros. Historische und topographische Darstellung von 
Lilienfeld und seiner Umgebung. Wien 1825. — Gottwald, P. Johann. Das 
Cistercienserstift Lilienfcld in Niederösterreich. In: Ein Cistercicnserbuch 
von Seb. Brunner. Würzburg 1881. — Tobner, P. Paulus. Lilienfeld vor 
200 Jahren. 1883. — Huenier, I. Itcr Austriacum. I. In: Wiener Studien 9. 
1887. S. 88. — Schimek. P. Conrad. Vcrzcichniss der Handschriften des 
Stiftes Lilienfeld. In: Xenia Bernardina II. 1. — Xcnia Bernard. III. 

Linz (Ober-Oesterr.) 

300. Deutscher und Oesterreichischer Alpenverein, Section 
Linz, Hotel „Rother Krebs". — 7 h; Bde., Karten, Panoramen, 
Bilder etc. — Jahresdotation ca. <i() Gulden. — Bibliothekar 
seit 180-2: Leo Beierle, Fabriksbeamtor. — Ein gedruckter 
Fachkatalog. — Die Bibl. ist an Wochen- und Monats- 
versammlungsabenden geöffnet; nur in Linz M'ohnende Mit- 
glieder sind berechtigt, Bücher zu entlehnen; auf schriftliches 
Ansuchen beim jeweiligen Bibliothekar werden jedoch auch 
zu jeder anderen Zeit Bücher von demselben abgegeben, 
bezw. zugestellt. Dauer der Benützung längstens ein Monat. 
— Gegr. zugleich mit dem Vereine 1874. — Meist alpinistische 
Literatur. 

Katalog der Bibl. der Section Linz des Deutschen und Oesterreichischcn 
.^Ipcn Vereines. Bearbeitet von Leo Beierle. Linz 1895. Sanimt Nachträgen 
1— IV. 

400. Bischöfliches Alumnat, Ilarrachstrasse 7. — Ca. 20.000 
Bde., darunter n; Handschriften und 100 Incunabeln. — 
Jahresdotation ca. loo Gulden. — Dr. Johann Mayböck, 
Regens; 2 Theologen. — Je ein alpliabet. Band- und Zettel- 
katalog in Ausarbeitung. — Für Fremde nicht benutzbar. — 
Entlehnungen und Versendungen nur in besonders berück- 
sichtigungswerthen Fällen. — Entstanden durch Bücherspenden 
von Seiten des Clerus, sowie durch Ankauf von Büchern. — 



4U4] l.iii/,. 12:» 

ll;iui)tsächlicli Theologie, ferner deutsclie Literatur, Geographie, 
I*ruraiiy,esclii('lito, bihl. Dialekte, Natur<4escliiclite. 

101. Carmeliterkloster. — Ca. TOOoBde. — Jahresdotation 
je nach Bedarf. — Prior: P. Bruno Zenker. — Zettelkatalog. 
Nur zu eigenem Gebrauche. — Entlehnungen und Versen- 
dungen nur ausnahmsweise gegen Revers. — P]iiloso})hie und 
Theologie. — Gegr. ]i;7l. 

l()-2. Gabelsberger Stenographenverein, Pfarrplatz !J. — Ca. 
1050 Bde. — Jahresdotation Ki (50 Gulden. — Vorstand: 
Prof. Ferdinand Barta: Bibliothekar: Gewerksbuchhalter 
Theodor Edenberger. — Bandkatalog. — Keine bestimmten 
Bibliotheksstunden. — Entlehnungen nur an Vereinsmitglieder 
auf einen Monat. — Versendungen nur an correspondirende 
Mitglieder. — Stenograi)hie, besonders die Gabelsberger'sche. 

Statuten dos Steiiographenveroines in Linz jj;en. 1. li. Erl. d. k. k.Statt- 
halterci vom V.K September 1881. Z. 10.484. 

403. Oberösterreichischer Gewerbeverein, Altstadt 17. — 
1572 Werke in 4042 Bdn., mehrere Tausend Kui>ferstiche und 
Zeichnungen, ferner alle neuesten vom k. k. M. f. C. u. U. zur 
Anschaffung angeordneten Modelle und Zeichenvorlagen, so- 
wie eine sehenswerthe Mineraliensammlung. — Jahres- 
dotation 100 Gulden. — Vorstand: Mathias Schachermayer, 
Gemeinde- und Kammerrath; Secretär und Bibl. -Verwalter: 
Mathias Grubbauer, Fabriksbesitzer; Kauzlist: M. Spreitzer. 
1 Diener. — Katalog aus dem J. l!S72. — Freier Eintritt täg- 
lich von 10 — 12 und 2—4 Uhr. — Entlehnungen nur an Mit- 
glieder auf acht Tage. — Keine Versendungen. — Gegr. 1842. 
Verdankt sein Entstehen der Fürsorge Sr. kais. Hoheit des 
Erzherzogs Johann. — Gewerbliche und kunstgewerbliche 
Wissenschaften. 

Der Oberösterroicliische Gewerbeverein von 1842— 1802. Festschrift x.uin 
äOjiilirigen Jubiläum. Linz 1802. 

404. [K. k. Staats-]Gymnasium. -— <() Lehrerbibl. 7;U4 Bde. 
und l)o;5 Hefte, 18422 österreichische und reichsdeutsche 
Schulprogramme; h) Schülerbibl. — Jahresdotation 4oo — 500 
Gulden. — Director: Christoph Würfl, k. k. Schulrath; Custos 
der Lehrerbibl.: Prof. Dr. Franz Thalmayr; Custos der Pro- 
grammsammlung: Prof. Anton Sauer; der Schülerbibl.: Sup- 
plent Peter Kitlitzko. — Handschriftliche Bandkataloge nach 
Fächern und innerhalb derselben aiphabet.; zum Theile ein 
aiphabet. Zettelkatalog; seit ISDT: neuer Katalog; bisher 
gedruckt I. Theil, classische Philologie 1897. II. Theil erscheint 
am Ende des laufenden Schuljahres. — Benutzbar <f) jeder- 

Bibliollicks-Adressbucli. 1) 



130 Linz. ['i05 

zeit vormittags füi* den Lelirkörper; für Private nach Er- 
messen und in Anwesenheit des Bibliothekars. — Ebenso 
Entlehnungen. — Versendungen an öffentliche Lehranstalten. 
— Gegr. zugleich mit der Anstalt 1 ;';;")(), von 1 «2(5 — 1773 
Jesuitengymn., bis 18i;i von Priestern der oberösterreich. 
Stifter St. Florian, Reichersberg, Schlägl und Wilhering ge- 
leitet, l.SG;J zu einem Staatsgymn. erklärt. — Alle wissen- 
schaftlichen Disciplinen des Gyinn. 

Tlialiuayr, Franz. Katalog der Lelirorbibl. des k. k. Staatsgymn. in 
Linz. I. Classisclio Pliilologie. In: 4(5. Jahresber. d. k. k. Staatsgymn. f. d. 
Schnljalir 1897. 

405. Oeffentliche Handelsakademie, Tummelplatz 11. — 
1G9-4 Nummern. — Dotation von 1882— 18i»8: 10.102-80 
Gulden. — Director: Dr. Anton Effenberger, kais. Rath; Bi- 
bliothekar 1S82— 1881: Prof. Dr. J. Schuidl; 1S81— 1802: Prof. 
F. S. Holzinger; seit lsu2: Prof. Hans Belohlawek. — Fach- 
kataloge; die jährlichen Zuwächse werden im Programme der 
Anstalt veröffentlicht. — Zugänglich jederzeit für die Mit- 
glieder des Lehrkörpers. Ebenso Entlehnungen; gewisse Werke 
auch an Schüler. — Schriftentausch und Versendungen an 
die Studienbibl. in Linz, und andere Mittelschulen. — Grün- 
dungsjahr 1882. 

Im Programme IS'JD wird der Katalog im Drucke erscheinen. 

Ino. Handels- und Gewerbekammer für das Erzherzogthum 
Oesterreich ob der Enns hat eine füi; ihren Anitsgebraucli 
erworbene Büchersammlung. (Nähere Auskunft war leider 
nicht zu erlangen.) Nach Pizzala: Gegr. 1851. — niö Bde., 
178 Hefte. 

107. Holzinger-Volksbücherei. V.: Linz, Oberösterreichischer 
Volki^bildungsverein. 

108. Jesuitencollegium, Freinberg. — Ca. H5.000 Bde. und 
20 Incunal)('ln. — Jahresdotation früher regelmässig öoo 
(inlden, seit Auflösung des Collegiums geringer. — Vorstand: 
P. Joseph Xiedermaj^er. — Alphabet. Zettelkatalog. — In Er- 
manglung eines geeigneten Bibliotjickssaales vorläufig nur zu 
eigenem Gebrauche. — Den Grundstock bilden die Bücher eines 
ehemaligen Wiener Antiquars. - Alle. Wissenschaften, be- 
sonders Theologie, Mathenialik und (Jeschiclite. 

I Ml'. K. k. Landwirthschaftsgesellschaft in Oesterreich ob 
der Enns. - ('a. .-'.iioo Werke. — Jahrcsdotalion fi'üher gr()ssei" 
jetzt nur 5<) (iulden. — Die Bibliotlieksgescliäfte werden von 
den Beaiuten der rjesellschaft gefüin-t. Ein handschriftl. 

Katalog, alpliabet. und uacli Disci])linrn goordnet. — Nur für 



412] Li 11/. i:n 

Vcreinsmityliedoi' zugäni,'lich. — Ehciiso lOntlelinuiiLMii und 
Versoiuhin,<40ii uc.non Ersatz der Kosten; Hiiokstellmi^steriniu 
r. Woclieii. — Oeur. zui^leicli mit der (Jesellsclialt l.sir>; er- 
halten durch Spenden und Ankäufe. — Naturwissenschaften, 
besonders aber Landwirthschaft in ihrem g-anzen Umfange. 
Ein «»edruckter Katalog aus doiii J. I.s87. 

410. Mädchenlyceum, i'ruiinerstrasse IH. — Lehrcrbil)!. 
•2i:> Werke. — Jahresdotatioii loo — 15(» Gulden. — Director; 
Joliann B. Degn. — Zugänglich für den Lehrkörper der An- 
stalt zu jeder Zeit. — Entlehnungen nur an Mittelschulen. 

Degn, J. li. Katalog dor Lohrerbibl. dos Mädchcnlyceunis in Linz. 
Linz 1898. 

111. Museum Francisco-Carolinum. — 14.030 Werke, 22.372 
Bde. — Jahrosdotation iou Gulden. -- Untersteht dem Präsi- 
dium des Verwaltungsrathes des Museums. — Fachreferent: 
Verwaltungsrath Gustav Bancalari, k. und k. Oberst a. D. ; 
wissenschaftlicher Beamter: V. v. Lychdorff, k. k. Prof. a. D. 
— Zettelkatalog und ein gedruckter Katalog. — Geöffnet 
täglich an Wochentagen von 9 — 12 und von 2 — 5 Uhr, an 
Sonn- und Feiertagen nur vormittags. Die Mitglieder und 
Mandatare des Museunisvereines sind berechtigt die Bibl. in 
und ausser dem Museum zu benützen, ebenso öffentliche Be- 
hörden und wissenschaftliche Anstalten, dann die mit dem 
Museum im Schriftentausche stehenden Vereine etc. Hand- 
schriften, besonders kostspielige Bücher, Seltenheiten, Wörter- 
und sonstige Ililfsbücher sind in der Regel nur im Lese- 
zimmer des Museums zu benützen. Ueber Ausnahmen ent- 
scheidet das Ijibliothekscomite. — Die Gründung der Bibl. 
fällt mit jener des Museums (10. Februar ls;5o) zusaniiuen; 
eine kurze Geschichte derselben enthält der gedruckte Kata- 
log in Form eines Vorwortes. — Vertreten alle Fächer, be- 
sonders die auf Oberöstcrr. Bezug nehmenden Werke. Mit der 
Bibl. ist neuester Zeit auch die Büchersammlung dos Vereines 
der Aerzte in Oberö'Ster reich vereinigt. 

Bibliothokskatalog des Museums Francisco-Carolinum in Linz a. D. 
Verfasst von Gustav Kancalari, k. k. Oberst a. I). Ilorausg. vom Vorwal- 
tungsrath des Museums. Linz 18U7. — Museum, Das vaterländische zu 
Linz. In: Oesterr. Zeitsciir. f. Gesch. und Staatskunde. II. Is.jO, S. :!43. — 
Chiuel, J. Ilandscluii'ton in österr. Bibl. In: Der österr. Geschichts- 
forscher. IL 2. 1811. Notizenbl., S. .')L — Iluemer, J. Iter Austriacum. I- 
In: Wiener Studien. IX. iss?. S. lü. 

112. Musikverein besitzt lediglich eine 15ibl. von Musikalien 
bestehend aus den Compositionen der Classikcr in den Aus- 
gaben der letzten 5 — ß Deccnnien. — Katalog nach den Compo- 
sitionsgattungen und inn(M-lialV) dicsiM- niitgli(^lipt al])hnbet. 



132 Linz. [*13 

nach den Conipunisten. — Benutzbar nur für die Vereins- 
leitung, ausnahmsweise für befreundete Vereine gegen Revers. 
Vorstand: Carl Obermüller; Secretär: Dr. Rudolf Prohaska. 

41 o. Bischöfliches Ordinariat hat eine verhältnissmässig 
kleine Bibl., die aus den Büchernachlässen verstorbener Bi- 
schöfe gebildet wurde und fast ausschliesslich die verschie- 
denen Zweige des theologischen Gebietes umfasst; doch ist 
dieselbe nur zum Gebrauche des jeweiligen Bischofs bestimmt. 
— P. Robert Kurzwernhart, Kanzler; P. B. Scliandl, Secretär. 

111. [K. k. Staats-Ober-]Realschule. — a) Lehrerbibl. ca. 
1100 Bde.; b) Schülerbibl. ca. l-,'oo Bde. — Director: Rudolf 
Pindter; Bibliothekar für a) Prof. Oskar Langer; für h) Prof. 
Dr. Leopold Pötsch. — Gegr. 15<51. 

Katalog der Lehrerbibl. Gruppe I — IV unter Mitwirkung des Bibl. 
Prof. Oskar Langer vcröffentliclit von der Direction. — Ferner Katalog 
der Schülerbibl. unter Mitwirkung des Bibl. Prof. Dr. Leop. Pötsch ver- 
öffentlicht von der Diroctiou. Jahresborieht über das Schuljahr l.sy(')/l(7. 

415. K. k. öffentliche Studienbibliothek, Landstrasse "io. — 
36.745 Bde., 1 (Ki Handschriften, .'».'J^ Bde. Incunabeln. —Jahres- 
dotation 1200 Gulden. — Vorstand: Der jeweilige Stiftshof- 
meister von Kremsmünster, derzeit P. Günther Mayrhofer; 
Scriptor: Leopold Traunwieser. — Handschriftl. aiphabet. 
Zettel- und Bandkataloge. — Lesestunden von'.) — 12 und 2 — .") 
Uhr, ausser an Sonn- und Feiertagen und Donnerstag nach- 
mittags. — Für Entlehnung und Versendung gelton die für 
alle k. k. Universitäts- und Studienbibl. bestehenden Vor- 
schriften. — Die Bibl. wurde auf a. h. Entschliessung vom 
15. October 1774 errichtet, war in verschiedenen Localitäten 
untergebracht, bis sie 1778 in das jetzige Gebäude kam. 
Das Haus gehörte dem aufgeliobenen Kloster Baumgarten- 
berg und wurde dem Stifte Kremsmünster mit der Be- 
stimmung gesclienkt, dass in demselben die Bibl. unent- 
geltlich untergebracht und das noth wendige Personal bei- 
gestellt und besoldet -^verdo. — Besonders vertreten Geschichte, 
Mathematik, Naturwissenschaften, Pädagogik, Philosophie. 

Eine Geschichte der Bibl. schrieb der ehemalige Scriptor Christelbauer. 
— Chmel, J. Handschriften in österr. Bibl. nacligewiescn von Mono. In: 
Der österr. Geschichtsforscher. II. 2. \sAl. Nt)tizenl)l. S. ri3. — Watten- 
bach, W. Handschriften der Lycealbibl. zu Linz. In: Archiv für ältere 
deutsche Gesch. X. iHäl. S. Gll. - liueuier, J. Iter Austriacuni. I. In: 
Wiener Studien IX. 1887, S. 72. 

in;. Verein der Aerzte Oberösterreichs, in den Räumen des 

Mtispum Francisco-Carolinum, Museiimstrasse 14. - 542 Bde. 

Jaiiresd(;tati .n 2oo Giildon. — Bit)ll(tthekar : Dr. Max 



410] Linz. 133 

Keppelmayr. - Zettelkatalo«?. — Zu<,^änglich jeden Ta«^; von 
9—1-3 und 2-f; Uhr für Mit^liedor dos „V. d. Aerzte Ob.-Oest", 
die zugleich Mitglieder des Museums sein sollen. — Ebenso 
Entlehnungen und portofreie Versendungen auf vier, bezie- 
hungsweise sechs Wochen. — Gegr. 1H70, wesentlich durch 
Schenkungen vermehrt. Ursprünglich eine Art Lesecirkel, 
indem aus allen Zweigen der Medicin Zeitschriften abonnirt 
wurden, welche unter den Mitgliedern der Section Linz des 
„V. d. Aerzte Ob.-Oest." circulirten, dann vom Bibliothekar 
gesammelt und bei ihm aufgestellt wurden. Im Jahre 1877 
löste sich dieser Lesecirkel auf. Erst im Jahre 1895 wurden 
neuerlich Zeitschriften abonnirt, die ganze Büchersammlung 
katalogisirt und im „Museum Francisco - Carolinum" auf- 
gestellt. — Ausschliesslich medicinische Fächer. 

417. Verein für Naturkunde in Oberösterreich, Altstadt 1-2. 

— 1491 Bde.. .".I! Hefte. — Jahresdotation r>o Gulden. — Präses: 
Dr. Wilhelm Zenz, k. k. Landesschulinspector; Secretär: Alfred 
Erhard, k. k.Statthaltereirechnungsofficial ; Gartendirector : Prof. 
Michael Wegerstorf er; Archivar: Johann Gföllner, k. k. Statt- 
haltereirechnungsassistent. — Alphabet. Katalog. — Benutz- 
bar nur für Mitglieder zweimal wöchentlich nachmittags. — 
Ebenso Entlehnungen und Versendungen gegen Ersatz des 
Portos, — Gegr. zugleich mit dem Vereine 1870. — Natur- 
wissenschaften. 

418. Miiitärwissenschaftlicher Verein. — 1450 wissenschaft- 
liche und :3 15 belletristische Werke. — Jahresdotation je nach 
der Zuweisung der Subvention des k. u. k. Reichskriegs- 
Ministeriums und der Höhe der Mitgliederbeiträge (durch- 
schnittlich 500 — coo Gulden): zusammen 1100 — 1200 Gulden. 

— Vorstand der jeweilige Commandant: Secretär der jeweilige 
Generalstabsofficier der 5. Infanteriebrigade, derzeit Hugo 
Kerchnawe, Oberlieut. Ein Bandkatalog nach Materien und 
Autoren aiphabet, geordnet. — Für die Mitglieder jederzeit 
benutzbar. — Ebenso Entlehnungen auf vier Wochen. — 
Keine Versendungen. — Gründungsjahr unbekannt (Corres- 
pondenz seit 1879). — Hauptsächlich Kriegs- und deren Hilfs- 
wissenschaften, doch auch andere Fächer nach Möglichkeit; 
Belletristik. 

419. Oberösterreichischer Volksbildungsverein, — a) Hol- 

zinger-Volksbücherei; h) 73 Volksbücliereien in verschiedenen 
Orten Oberösterreichs. — <t) 5850 Bde., b) 25.400 Bde. — 
Jahresdotation aj ca. cO Gulden; h) ca. 2oo Gulden. — 
ft) Keine Beamte, ein Verwalter der Volksbücherei mit zwei 
freiwilliiz' mitarbeitenden und zwei bezahlten Kräften; h) nicht 



134 Lissitz. [420 

entlohnte, freiwillige Verwalter, zumeist Lehrer, und 1 Referent 
im Ausschüsse. Vorstand: Friedrich Scholz, Uebungsschul- 
lehrer i. R. ; Vorstandstellvertreter : Franz Brosch ; Verwalter 
der Holzinger-Bücherei: M. Heilauer. — n) Gedruckter Kata- 
log nach den Lesestoffen geordnet. — a) Täglich 4 — 7 Uhr 
abends gegen monatliche Zahlung von lo kr. oder jährlichen 
Mitgliedsbeitrag von 1 Gulden benutzbar; h) irei. — a)x\ndh) 
Entlehnungen, aber keine Versendungen. — Gegr. ISD;]. Den 
Grundstock bildet die ehem. Bücherei des Deutschen Vereines 
in Linz, vermehrt durch Ankäufe, Spenden und die einstmalige 
Hamerling-Bücherei in Pfandl bei Ischl. — Alle Gebiete, 
grösstentheils Belletristik. 

Lissitz (Mäliren). 

4-20. Graf G. Dubsky'sche Schlossbibliothek. „Die im Schlosse 
befindliche Bibl., zu der ein geschriebener Katalog vorhanden 
ist, enthält ca. 10. 000 Bde." (Handbuch der Kunstpfloge in 
Oesterreich. 2. Aufl., Wien lHi»3, S. 4o7.) Nähere Auskunft 
war leider nicht zu erlangen. 

Lonmitz (Mähren). 

121. Gräfl. C. Serenyi'sche Schlossbibliothek. nooo— 4000 

Bde. — Jahresdotation je nach Bedarf. — Alphabetischer 
Bandkatalog. — Benutzbar nur mit besonderer Bewilligung 
dos Besitzer.s. — Keine Entlehnungen und Versendungen. — 
Jurisprudenz, Geschichte. Kriegswissenschaften, Theologie, 
Classiker, Genealogie. 

Liiff^<an (Kärnten). 

422. Servitenconvent. — 4000 Bde. — Jahresdotation 
:)0 Gulden. — Bibliothekar: P. Thomas M. Gottsgraber. — 
Alphabet. Bandkatalog. — Für Fremde nur ausnahmsweise 
benutzbar. — Keine Entlehnungen und Versendungen. — Ent- 
stand zu Anfang des 17. Jhdts. und wurde jälirlich vergrössert 
(das Kloster nach Jordan KJ.'Jf), nacli Pizzala um KJfiO ge- 
gründet). — Theologie, Medicin, Jus, Phil()soi)hie, vorwiegend 
theol.-homilet. Werke. 

Liindenbnrg (Mähren). 

42.'{. Verein der Lehrer und Schulfreunde. — siiO Bde. — 
Jahresdotation so— !M) Guhlen. — Dbinann und Bibliothekar: 
Joseph Iraner, Lehrer. — ILandsclirirU. Katalog. - Benutzbar 
für Mitglieder jeden Sonntag von 11—12 Ulir. — Ebenso 



*^^\ j\I :i li r. - K V a in n u-. 1 Sf) 

Entlohniui<jon. — Keine Vor.soiidun^on. — Gcj^r. zugleich mit 
dem Vereine IsTc. — Üellcli-isf ik, (Mnssiker, Pädagogik. 

IMälnv Ki'oinaii (Mähren). 

4 24. Deutsche Volksbücherei. — l.^)0(» Ijde. — Jahre.s- 
di)lati()n ca. !<>(» (Juldeii. - Obmann: Wilhelm Prokseh ; Ar- 
chivar: Adolph Dichtl. — Alphabet, gedruckter Katalog. - 
l>enützbar Sonntag von 10 — 12 Uhr. — Entlehnnngen gegen 
eine Gebühr von 2 Kreuzern pro Bd. und Woche. — Gegr. 
vom deutschen Casino in Mähr.-Kroniau 18'j;5. — Belletristik. 

Büchcrverzeiclmiss der Volksbücherei in Mähr.-Kromau. Mälir.-Kroinau 
1899. 

Mähr.-Neiistadt (M.ähren). 

4-2;'). [Landes-Unter- und Communal-Ober-jGymnasium — 

ri) Lehrerbibl. -Inir, I^do., /^ Schülerbibl. r)nr)Bde. — Director: 
Adolf Daumann; Bibliothekar: Gjnnn. -Lehrer Franz Si)ina. 
Entstanden Isto durch Umwandlung der unselbständigen 
Unterrealschule in ein Landes-Realgj'nin. ; seit isitl Ober- 
gymn. 

Spina, Franz. Katalog der Lrlirerbibl. In: XI. Jalirosbcrioht dos 
Landes-Unter- und Conininnal-Ober-Gynin. in Mähr.-Neustadt. Mälir.-Neu- 
stadt 1SU8. 

Nach dem letzten Jahrosberichto gearbeitet, da der Fragebogen nicht 
beantwortet wurde. 

Mähr.-Ostraii (Mähren). 

42(5. [Deutsches Communal-jGymnasium. — n) Lehrerbibl. 
92 Werke in l'jo Bdn., 11 Heften, 2 Mappen: /yj Schülerbibl. 
80 Werke in 81 Bdn. — Director: Dr. Julius Krassnig; Gustos 
für a) Dr. Eduard Nowotny; Gustos für b) Franz Xaver Bahr. 
— Gegr. 18!)(t. 

Nach dem letzten Jahresbericiite gearbeitet, da der Fragebogen nicht 
beantwortet wurde. 

427. [Landes-Ober-]Realschule. -- x.J Lehrerbibl. 1 4»7 Bde., 
:5!)77 Hefte; h) Schülorbibl. r)!>7 Werke in 709 Bdn. und 
2.S Heften. — Director: Julius Beuper; Gustos für o) Norbert 
Brücke: für h) Prof. Joseph Katzer. — Gegr. 1S77. — Alle 
Fächer der Realschule. 

Brücke, Norbert. Der Katalog der L(?hrerbil)l. In: XIV. Jahresbericht 
der Landep-Oberrealschulo. Mälir.-Ostrau 1897. 

Nach dem Ict^^iten Jaliresboriclite gearbeitet, da der Fragebogen nicht 
beantwortet wurde. 

3r;nii'.-Schön])ei'g (Mäliren). 

428. Deutscher Gabelsberger Stenographenverein, Lange- 
gasse 10. — 5(58 Bde. -- Jahresdotation je nach Bedarf. — 



136 Mähr.-Trübau. [429 

Bibliothekar: Ed. Koller, Kaufmann. — Ein chronolog. Band- 
iind ein gedruckter Materienkatalog. — Benutzbar zu jeder 
Tageszeit. — Entlehnungen, aber keine Versendungen. — 
Gegr. 18G2. — Stenographische Fachwerke, Zeitschriften und 
Classiker, zumeist in Gabelsberger-System. 

429. [Kaiser Franz Joseph-]Gymnasium (Landes-Unter- und 

Communal-Obergymn.). — o) Lehrerbibl. 950 Werke in 15G8 
Bdn., 409(5 Programme; h) Schülerbibl. 52G Bde. — Director: 
Dr. Leopold Rotter; Bibliothekar: Prof. Dr. Arthur Evers. — 
Gegr. mit der Anstalt 1870. die durch Umwandlung der früher 
unselbständigen Unterrealschule Landes-Realgymn. wurde. 

Nach dem letzten Jahresberichte gearbeitet, da der Fragebogen nicht 
beantwortet wurde. 

430. „Kosmos", Wissenschaftlicher Verein, Knabenbürger- 
schule. — 1005 Bde. — Jahresdotation je nach Bedarf. — 
Bibliothekar: Moriz Harrer, Sparcasseamtslciter. — Band- 
katalog nach Materien. — Benutzbar an jedem Vereinsabend 
Montag 8 Uhr. — Entlehnungen. — Gegr. 18G5. — Natur- 
wissenschaften, Geographie, Völkerkunde, Philosophie, Volks- 
wirthschaft, Geschichte, Classiker der deutschen wie auch 
fremden Literatur. 

431. Volksbibliothek, Deutsches Haus. — 3570 Bde. — 
Jahresdotation 40 Gulden aus einer Stiftung und 200 Gulden 
von einer Lesegesellschaft. — Bibliothekar: Johann Matorna, 
Bürgerschullehrer. — 3 Autoren- und 1 Schlagwortkatalog, 

— Benutzbar für Jedermann Sonntag von 9 — 11 Uhr und 
Samstag von 2 — 4 Uhr. — Entlehnungen gegen eine Caution 
von 1 Gulden. — Keine Versendungen. — Gegr. 1887. — Ge- 
schichte, Geographie, Philosophie, deutsche und ausländische 
Classiker, Romanliteratur und illustrirte Zeitschriften. 

Mähr.-Trübau (Mähren). 

432. Franciscanerkloster. — 2081 Bde., 14 Handschriften, 2 In- 
cunabeln. — Jahresdotation je nach Bedarf. — Bibliothekar: 
P. Basilius Havelka, O. F. M. — Alphabet. Katalog. — Ge- 
wöhnlich nur für die Klostermitglieder benutzbar, ausnahms- 
weise; auch für Auswärtige mit Bewilligung des Klosterol)eren. 

— Keine Entlehnungen und Versendungen. — Gegr. zugleich 
mit dem Kloster 1G78. Entstanden theils durch Schenkungen, 
theils durch Ankauf. Viele kostbare Werke sind i. J. 
1758 während der preussischen Invasion verloren gegangen. 
Die Bibl. befand sich seit dieser Zeit in Unordnung, bis 1890 
der damalige BiJjliothekar, P. Agnellus Fisclier mit grosser 



435] Mähr.-Weissk irchon. 137 

Mühe eine vollständi<i:e NouordnunjLi; iiiul Neukatalo<ifisirung 
durchführte. — Vorzuusweiso Theologie. 

4 33. [K. k. Staats-jGymnasium. — <t.) Lehrerbibl. 1 7:3:2 
Werke in 33 1t: I5dn. und 113 Heften, 74r)-2 Programme; 
h) Sehülerbibl. SM Werke in ;»:>;» Bdn. — Director: Adalbcrt 
Ry.^anek; Custos für o) Prof. Alfred Gross; für l>) Prof. Josef 
Zehetner. — Gegr. l.so3 auf Grund der Georg Zecha'schcn 
Stiftungen aus dem Jahre ncf); 1,S2!» geschlossen, l.s3'2 als 
Piaristeng3''mn. wieder eröffnet, lH7t verstaatlicht und von 
1S83 an zu einem Obergymn. erweitert. 

Nach dem letzton JahroRl)orichte gearboitet, da der Fragebogen nicht 
beantwortet wurde. 

434. Verein für Fortbildung des Handels- und Gewerbe- 
standes, Grosser Platz 14. — I. Gruppe: Volks- und Jugond- 
schriften 401) Bde.; II. Gruppe: Classiker, Romane, Erzäh- 
lungen in deutscher Sprache, 30.54 Bde. und 1 Handschrift: 
HI. Gruppe: Belletristik in fremden Sprachen 170 Bde.; IV. 
Gruppe: Wissenschaftliche Werke 37<s9Bde., Hefte und Karten, 
darunter 6 Handschriften. Gesammtsumme 7472 Bde. — Jahres- 
dotation ca. 200 Gulden. — Vorstand des Vereines: Joseph 
Brislinger, Bürgermeister und Handelskammerrath; Bücherei- 
verwalter: Karl Patzelt, Volksschullehrer; 1 Vereinsdiener. — 
Je ein handschriftlicher aiphabet. Zettel- und Bandkatalog, 
letzterer auch gedruckt. — Benutzbar jeden Mittwoch und 
Sonntag von 1 — 3 Uhr. Für jeden Band der Gruppe I —III ist 
für 14 Tage eine Abnützungsgebühr von 1 Kreuzer zu ent- 
richten, Gruppe IV ist ganz frei. — Entlehnung mit Aus- 
nahme einiger seltener und werthvoller, im Katalog besonders 
bezeichneter Werke. — ■ Keine Versendungen. — Gegr. 1872. 
— Vertreten alle Wissenschaften. 

Büchereiverzeichniss [des Vereines für Fortbildung des Handels- und 
Gowerbestandes in Mähr.-Trübau.] Mähr.-Trübau 1889. — Nachtrag I— V, 
enthaltend die vom 1. üctobor 1S80— [ISOÖ] oingoreiiiten Werke. Mähr.- 
Trübau 1801—1896. — Bericht über die Thätigkeit des V(M-einos [für 
Fortbildung des Handels- und (!ewerl)0standes in Mähr.-Trübau] im 
XXV. Vereinsjahre vom 1. Januar l)is 31. Decembor 1897. Mähr.-Trübau 
1898. 

Mähr.-Weisskirclien (Mähren). 

43.5, [K. k. Staats-]Gymnasium. — a) Lehrerbibl. 438.5 Bde. 
und 13.3«J7 Hefte (darunter 1'3G2 Programme); A) Sehülerbibl. 
928 Werke in 148(j Bdn. und 220 Heften. — Director: Adolf 
Sponner; Bibliothekar fiir aj Prof. Alois Gröger; für ?'J Prof . 
Rudolf Scheich. — Gegr. 1871; verstaatlicht 1873. 

Nach dem letzten .lahresbericiite gearbeitet, da der Fragebogen nicht 
beantwortet wurde. 



138 Marburg. [436 

43(j. [K. k. IVIi!itär-Ober-]Realschule. — a) Officiersbibl. ent- 
hält Lehrbehelfe für die ünterrichtsgegenstände und mili- 
tärische Werke (1750 Werke); h) Zöglingsbibl. enthält Stndien- 
behelfe und geeignete belletristische Werke (derzeit .'JTC;') 
Werke). — Commandant: Arthur Freih. v. Konigsbrunn, GM.; 
Bibliothekar: Carl Jung, k. u. k. Hauptmann. — Gegr. ls(;i) 
durch Vereinigung der Bibl. der in demselben Jalire auf- 
gelösten Artillerieschulcompagnien zu Krakau, Liebenau. 
Ol mutz und Prag. 

Marburg (Steiermark). 

437. Franciscanerconvent hat nur eine zu eigenem Ge- 
brauche bestimmte Handbibl. — Gegr. is(;4. 

438. [K. k. Staats-JGymnasium. — a) Lehrerbibl. f'.crjo Bde., 
Blätter, Hefte und Tafeln, 18.502 Programme; b) Schülerbibl. 
1530 Bde. und Hefte. — Jahresdotation für r/^ 300— 400 Gulden. 

— Director: Dr. Peter Stornik; Bibliothekar für n) Gymn.- 
Lehrer Dr. Johann Tertnik; für h) Gymn. -Lehrer Dr. Alois 
Schmitzberger und Prof. Blasius Matek. — Handschriftlich: 
ein aiphabet. Zettel- und ein nach Schlagworten geordneter 
Bandkatalog. — Entlehnungen aj an Mitglieder des Lehr- 
körpers und diesem nahestehende Personen; h) an Schüler. — 
Versendungen an öffentliche Anstalten. — Gegr. 1757. 

Tertnik, Joliann. Katalog der Lehrerbibl. In: Jaliresbericht dos k. k. 
Staatsgymn. in Marburg. Marburg ]8!)8. 

439. K. k. Lehrerbildungsanstalt., Bürgerstrasso 42. — 
Lehrerbibl. — Inventar in ntmrbeitung. — Jahresdotation 
ca. 150 Gulden. — Director: Heinrich Schreiner ; Bibliothekar: 
Prof. Dr. Johann Bezjak. — Ein aiphabet. Zettel-, ein Fach- 
katalog. — Jederzeit zugänglich für die Mitglieder des Lehr- 
körpers. — Ebenso Entlehnungen. — Versendungen nur 
au.snahmsweise an die Mittelschulen Steiermarks. — Gegr. 
zugleich mit der Anstalt 1870. — Vertreten Pädagogik, deutsche 
Sprache, Geographie, Geschichte, Naturwissenschaften, Land- 
wirthschaftslehre, besonders gepflegt erstere. 

Bibl. -Katalog wird mit Ende 1. SOS '.10 im Drucke erseheinen. 

440. Fürstbischöfliches Priesterseminar, Hauptplatz ;». — (".328 
Bde. — Jahresdotation 200—300 Gulden. — Unter Aufsicht des 
Directors, derzeit Carl IIril)ovsek, Domherr, von zwei Alumnen 
besorgt. — Zettel- und Bandkatalog. — Benutzbar Montag, 
Dienstag, Donnerstag und Freitag von 11 — 12 Uhi-, und zwar 
nur im Bibl. -Saale. — Keine Entlehnungen und Vorsendungen. 

— Gegr. 185!) zugleich mit der Errichtung des f.-b. Priester- 
seminars durch freiwillige Bücher- und Geldspenden der Diö- 



443] Maria seil ein. 1.10 

(H'sanpriostei". Audi geuoiiwiirtiL; voniiaclioii <lic luoist.on 
Prioster ilirc Büclier testanioiitarisch der IJibl. — Zumeist 
Tlicolouie. 

111. [K. k. Staats-]Realschule. — a) Lehrerbibl. la^s 
Nummern in :3211 Ikln., '.n; llelteii, 1« Blättern, 4 Tafeln, 
Mappen, 53ßß Proj^^ramme ; h) Scliülerbibl. Juli 1898: 1:37!» 
Werke in 1031 Bdn. und 32 Heften. — Jaliro.sdotation Iküs 
a) 473"ii!) Gulden, h) 2{»3-62 Gulden; unuefälir jedes Jahr 
üleicli. — Director: Gustav Knobloch; Verwalter für a) Prof. 
Emil Gugel; für h) Prof. Robert Bittner. — a) Ein Zettelkatalog 
und ein nach Fächern geordneter gedruckter Katalog, inner- 
halb der Fächer aiphabet.; dazu das fortlaufend geführte 
ITauptinventar; h) ein Katalog, nach Schülerclassen geordnet, 
und das IIaui)tinventar. — Zugänglich n) für die Mitglieder 
des Lehrkih'pers jederi^eit. — Entlehnungen a) ebenso, sonst 
selten und nur an Amtspersonen; h) ^We vierzehn Tag(^ classen- 
weise. — n) mit der 1870 erfolgten Vervollständigung der 
Anstalt zur Oberrealschule gegr., wurde die Bibl. seither 
durch die aus den eigenen Einnahmen der Anstalt sich er- 
gänzenden und von der Stadtgemeinde Marburg jährlich be- 
willigten Mittel erhalten und vervollständigt; ausserdem zahl- 
reiche Geschenke; h) 187.5 gegr. und seither durch Schüler- 
beiträge erhalten. — Vertreten n) alle Wissenschaften, am 
meisten deutsche Sprache und Literatur; h) die Elemente der 
meisten Wissenschaften, vorwiegend unterhaltende Literatur. 

Kataloo der Lehrerbibl. der k. k. Staatsoberrealsclmle in Marburg-, zu- 
sammengestellt von Eduard Sokoll und hei'ausgegebon von Robert Bittnor. 
Marburg 1808. Als Beilage zum XXVIII. Jahresberielit. 

Mai'iaschoin (Böhmen). 

442. Collegium des Ordens der Gesellschaft Jesu besitzt 
eine ca. lo.ouo Bde. umfassende Bil)l.. welche gegenwärtig ge- 
ordnet und katalogisirt wird. 

3Iatt.soe (Salzburg). 

443. Stiftsbibliothek des insignen Collegiatstiftes. — 5000 
Bde., ca. 500 Handschriften und Incunabeln. — Vorstand: 
der inf. Propst des Collegiatstiftes, derzeit Joseph Dum, dem 
ein Canonicus als Bibliothekar zur Seite steht, derzeit Anton 
Ziegler, Can. und Pfarrer. — Ein Zettel- und ein alter hand- 
schriftl. Bandkatalog; letzterer ungenau. — Benützung zu 
jeder Zeit mit Erlau])niss des Stiftspropstes. — Ebenso Ent- 
lehnungen in Ausnahmsfällen. — Keine Versendungen. — 
Entstanden grösstentheils aus den hinterlassenen Handbibl. 



140 Mautern. [444 

der Pröpste und Canoniker, weshalb auch die Theohigie am 
meisten vertreten ist; sie reicht mit ihren Werken ins 14. Jhdt. 
zurück. Neuere Werke sind nicht vorhanden, weil deren 
Kauf die Stiftsmittel nicht erlauben. — Besonderes Interesse 
bietet der wahrscheinlich vom Dechant Geld (gewählt ISGf)) 
abgefasste Codex traditionum. 

Erben, Wilhelm. Quellen zur Geschichte des Stiftes und der Herrschaft 
Mattsee. Wien 1896. [In: Fontes rerum austriacaruui. Abth. II, Bd. 49 1.] 

Manterii (Steiermark). 

444. Redemptoristencollegium. — Ca. 20,000 Bde., wenige 
Incunabeln, hingegen eine kleine Autographensammlung dieses 
Jahrhunderts. — Jahresdotation für die Haus- und Provinz- 
bibl. ca. 300—400 Gulden. — Bibliothekar: P. August Rösler, 
C. A. R. — Alphabet. Zettelkatalog. — Benutzbar zu jeder 
Zeit. — Die Ordensregel bestimmt ferner: „Omnibus congre- 
gatis et ipsis superioribus strictissime jirohibetur. alicui foras 
sub quocumque praetextu dare aut commodare libros, qui 
catalogo Bibliotheeae inscripti sunt. Habeantur in hunc finem 
quidam libri, quorum exemplaria iam semel vel pluries in 
l)ibliotheca inveniuntur, qui in catalogum generalem non sunt 
referendi". Indes wird von diesen Bestimmungen in gewissen 
Fällen Umgang' genommen. — Mit der Uebernahme des 
Hauses im J. 18-27 (vgl. Zschokke, die theologischen Studien 
und Anstalten der katholischen Kirche in Oesterreich, S. 121.'^) 
ist auch die Bibl. gegründet worden. Durch die Unterdrückung 
des Klosters (1848 — 1852) hat sie namhaften Schaden er- 
litten. — Katholische Theologie und Philosophie in ihrem 
ganzen Umfange. 

3Ielirerau (Vorarlberg). 

44.^). Cistercienserstift. — Ca. 30.000 Bde., 200— .300 Incu- 
nabeln. — Bibliothekar: P. Amadeus Favier; Subbibliothekar: 
P. Michael Weiher. — Handschriftlich je ein Zettel- (Stand- 
orts-) und aiphabet. Bandkatalog. Ein aiphabet. Zettelkatalog 
in Ausarbeitung, dem ein Realkatalog folgen wird. — Be- 
nutzbar für Klostermitglieder zu jeder Tagesstunde, für 
Fremde meistens nur in den Nachmittagsstunden mit beson- 
derer Erlaubniss dos P>ibliothekars. — Entlehnungen nur 
selten, häufiger jedoch an Personen, die in der Nähe des 
Klosters wohnen. — Versendungen nur gegen Revers und 
Ersatz der Kosten. — Gegr. 18.54; 1894 wurde ein neues 
Local gebaut, und zwar in einem an fler Südseite des 
Klosters neugebauten Flügel. Grössere Sammlungen Münzen, 



147) Melk. 141 

Sie;^'el, Bilder und fStiche. — Fast alle Wissenscliaften. Ge- 
ld"le;^t werden besonders Tlieolo<^ie, Geschichte und alle Gym- 
nasiallächer, da mit dem Stifte eine Lehr- und liildu^^^sanstalt 
verbunden ist, welche nur eine besondere Schulljiljl. für Zöi,^- 
linire mit :5U(io Bdn. besitzt. 

Willi. Dominik. Die Abtei Wottingen-Mehrcrau in Vorarlberg. In: Ein 
Cistercienserbucli. Von Seb. Brunncr. Würzburg ISSl. 

Älelk (Nied.-Oesterr.). 

4 16. Benedictinerstift. — Ca. (jO.OOO Bde., l«.')fJ Hand- 
schriften, von bedeutendem Werthe ca. KKX», suh Incunabeln 
(bis 1500). — Jahresdotation je nach Bedarf. — Bibliothekar: 
Prof. Dr. Rudolph Schachini^er; 1 Bibliotheksdiener. — P^in 
aiphabet. Zettelkataloji' und ein Standorts-(Inventar-)Register. 

— Benutzbar an Wochenta<,^en von « — 12 und 1—5 Uhr, an 
Sonn- und Feiertai^^en von 10 — 12 Uhr. — Entlehnungen und 
Versendunjuen, bei Handschriften nur gegen Sicherstellung 
und zur Benützung in den Bäumen einer öffentlichen Bibl. 

— Eine Bibl. hat es wohl im Stifte immer gegeben, seit 
Mönche das Haus bewohnen (Benedictiner seit lOSO). Aus 
dem grossen Brande am 14. August 12!i7, welcher das Stift 
sammt Bibl. in Asche legte, haljen sich nur wenige Hand- 
schriften gerettet, u. a. das wichtige Chronicon Mellicense 
(I12o-1564). Der Fieiss der Mönche und die Opferwilligkeit 
der Aebte haben indessen die leeren Schränke bald wieder 
gefüllt und die Bibl. auf den gegenwärtigen Umfang gebracht. 

— In den früheren Jahrhunderten wurden alle Disciplinen 
gepflegt, heute werden im Allgemeinen nur Werke theolo- 
gischen und philosophischen Inhaltes angekauft. 

Kropff, Martinus. Bibliotheca Mellicensis. Vindobonae 1747. - Pri- 
misser, A. Rcisenachrichten über Denkmahlc der Kunst und des Altertluuns 
in den östcrr. Abteycn. In: Horniayr, Arcliiv 1822, S. lOG. — Wattenbacb, 
W. Handschriiten des Stiftes Melk. In: Archiv für ältere deutsche Gesch. 
X. 18.51, S. 4:^2. GOl. — Ileilmann, Friedrich. Molk in Nied.-Oesterreich. 
In: Ein Benedictinerbuch von Seb. Brunner. Würzburg 1881. — Hueuier, 
J. Iter Austriacum T. In: Wiener Studien. IX. 1P87, S. fiO. — Catalogus 
codicum nianuscriptoruni. . . . vol. I. Vindob. 1889. — Holzer, Odilo. Die 
geschichtlichen Handschriften der Melker Bibl. [.Jahresbericht des k. k. 
Stiftsgj'mn. in Melk. 1S<IG.] — Schachinger, Rudoljdi. Incunabelkatalog 
[Jahresbericht des k. k. Stiftsgymn. in Jlelk. 189',» ff.] 

447. [K. k. Stifts-JGymnasium der Benedictiner besitzt aj 
eine reiche Lehrerbibl. und h) eine Schülerbibl. mit 2775 Bdn. 

— Director: Schulrath P. Hermann Ulbrich: Gustos für aj 
Stiftsbibliothekar Prof. P. Dr. Rudolf Schachinger; für h) 
Stiftsarchivar Prof. P. Dr. Eduard Katschthaler. — Benutzbar 
für den Lehrkörper jederzeit, für die Schüler zu den in jeder 



142 Mulnik. [448 

zweiten Woche tätlich mit Ausiialimo der Sonn- und PV'ier- 
tage in sieben Abtheilungen gehaltenen Bibliotheksstunden. 
— Ebenso Entlehnungen; Versendungen im Wege der Diroc- 
tion an öffentliche Anstalten und Aemter. — Die Lehrcrbibl. 
ist mit der Stiftsbibl. verbunden. — Stammt wohl aus den 
Zeiten der Babenberger, besteht sicher seit Einführung der 
Benedictiner IHO'J. Das Gymn. 1778 aufgehoben, 17H1 wieder 
eröffnet, 17«7 nach St. Polten verlegt, 1803 nach Melk zurück- 
gebracht. Seit 1H50 Obergymn. 

Meluik (Böhmen). 

4ly. Communal-Handelsschule (Obchodni .skida.), hat eine 
Lehrer- und Schülerlnbl. nicht allzu grossen Umfanges, da die 
Anstalt erst l^Ol gegr. wurde. — Director: Johann Lukos. — 
Vertreten in erster Linie Handelswissenschaften. — Im Uebrigen 
gelten die bei Mittelschulen üblichen Bedingungen. 

Meran (Tirol). 

44!). K. k. Gymnasium der Benedictiner von Marienberg. — 

Ca. 2öuO Bde., die Bibl. wird eben neu geordnet. — Dotation 
je nach Bedarf aus den Schulgeldern. — Director: P. Magnus 
Ortwein, O. S. B.; Bibliothekar der Lehrer- und Schülerbibl 
Prof. Dr. Adelgott Schatz, O. S. B.; 1 Diener. - Ein Zettel- 
und ein alphabet. Katalog in Buchform, ein Fachkatalog. ~ 
Für Mitglieder des Lehrkörpers jederzeit benutzbar. — Ent- 
lehnung an Prof. ohneweiters, ebenso an bekannte Personen 
der Stadt und Umgebung; Versendung nur innerhalb Tirols 
an vertrauenswürdige Personen. — Gegr. 1725. Bis 1808 
war die Bibl. bescheiden, wurde 1808 bei der Aufhebung des 
Gymn. und des Stiftes Marienberg gei)lündert, verschleppt 
oder gar an Trödler verkauft. Nach der Wiedererrichtung 
dos Gymn. kamen einige ältere Werke, z. B. die Bipontini- 
sclien Classikerausgaben wieder zurück, aber vielfach defect. 
Besonders seit 1851, wo in Meran auch ein Obergymn. er- 
richtet wurde, sind neue Werke angekauft, aber erst durch 
P. y\delgott Schatz systematisch geordnet und aufgestellt 
worden. — Alle Gymnasialfächer, besonders Cjoschichte. — 
Dei- Gynm.-Bibl. unterstellt seitl.sii7 auchdie durch Geschenk 
Dl-. Innerhofer's gegr. Stadtbibl. von ca. looo Bdn , haupt- 
sächlich Tiroliensia, deren l>il>1iotb<'ka)' ebenfalls P)-of. Dr. 
Adelgott Schatz ist. 

Ein gedruckter Kataluf? über ili<; Gynui.-lÜlj]. wird nacli und na<di 
erscheinen und mit demselben l)ereits im Prnirranun der AnstaU für 1«'.)'.» 
begonnen werden. — Lieriieimer, IJernhard. Marienberg in Tirol. In: Kin 
Benedictinerbucli. Von Seb. I'runner. Würzbiirg IHSl. 



i''l| Mich acl heuern. 143 

•1 .")(). StadtbibiJothek. V. K. k. (Jyinn der IJeiicdictiner 

Voll IMaricnbcri:. 

3Ii('liJU'lbi'iiei'U (Salzburg). 

IM. Benedictinerstift. — Ca. •iO.ixx) IJdc, dariintei- '.» llaiid- 
scliril'teii auf rei'uaiiR'iit, I I 1 Ilaiidscliriituu aul' ra^Mer, Sö-J 
Udo. Incuimboln (1 tii'.t — 1501) und l .")UU — 1 0.jo). — Jalires- 
dotation jo nach Bedarf. — IJibliothekar : Dr. P. KoiuaiiBauui- 
gartnei', Prior. — IG handsclirifU. Kalalogo mit Autoren- 
rogister. — Für Gäste ausser der Chorzeit in Begleitung des 
Abtes oder Bibliothekars zu besichtigen. — In der Re.üel 
Iceine Entlehnungen und Versendungen, da den Ordensstatuton 
widersprechend. — Gegr. zugleich mit dem Kloster zwischen 
Ulü und 1170 von Ab,t Georg (nach Filz 785). — Alle Wissen- 
schaften, besonders Theologie, ältere Philosophie und Ge- 
schichte. 

Filz, P. Michael. Geschichte des Salzburj^ischen Benedictiiierstiftcs 
Mioiielbeucin. Salzburg 1847. — Ilaiidschriftl. Notizen über die Goscliichto 
der Bibl. in einem Kataloj^o. — Bauinj^artner, Roman. Miciiaelbeuom. 
Diöcese Salzburg. In: Ein Benedictinorbuch von Seb. Brunner. Würzburg 
1881, S. 2'J'J. 

Mies (Böhmen). 

■ibi. [K. k. Staats-]Gymnasium. — ay Lehrerbibl. 4Ul)0 Bde., 
.jGi; Hefte, i;i..s7;) Pr<.o ramme; h) Schülerbibl. 2500 Bde., 
4.) lleftC;, bi) Musikwerke. — Für die Lehrmittelsammlung 
standen l.si)7/li.s 440 Gulden zur Verfügung. — Director : Dr. 
Georg Juritsch; Custos für a) Prof. Dr. P'ranz Klaschka; für 
/') G3Mnn. -Lehrer Johann Starey. — Errichtet l.s70 als Real- 
Obergymn , seit l.s7.s reines Gymn. 

Xaoii dem letzten Jahresberichte gearbeitet, da der Fragebogen nicht 
beantwortet wurde. 

Mocsiskii (Galizien). 

453. Redemptoristencollegium (Gegr. iss:;) hat nur eine 
kleine Handbil)!. meist theologischen Inhaltes. 

Mödling (Nied.-Ocsterr.). 

454. [Landes-Real-]Gymnasium. — a) Lehrerbibl. 329 Bde., 
ll»0 Hefte ;?^y Schülerbibl. i 11) Bde. — Prov. Leiter: Prof. Franz 
Roch; Custos für rtj und 6J Prof. Stephan Fürst. — Gegr. lsu7. 

Bestand von aj und f>) veröffentlicht im Jahresbericlit des niederösterr. 
Landesrealgymn. in Mödling. Mödling 18'.is. 

Xaeh dem letzten Jahresberichte gearbeitet, da der Fragebogen nicht 
beantwortet wurde. 



144 Mogila. " [455 

45.J. Landwirthschaftliche Lehranstalt Francisco-Josephinum, 

Grutschgassc 1. — 1. Deceiiiber iMiS; jii; Werke in ca. 
3200 Belli, und looBde. Zeitschriften. — Jahresdotation .{oo— 4()o 
Gulden. — Vorstand: K. k. Reg.-Rath Director Dr. Theodor 
von Gohren; Gustos: Prof. Dr. Franz Heiderich. — Ein 
Zettel- und ein Bandkatalog (Schlagwortkatalog). — Die Bibl. 
dient als Schulbibl. den Bedürfnissen der Lehrer und Schüler, 
an die auch ]>üclier entlehnt werden. — Die Anstalt gegr. 
1869 vom landwirthschaftl. Bezirksverein. — Unterhaltuiigs- 
lectüre, die allgemein bildenden Disciplinen, besonders land- 
wirthschaftliche Fachdisciplinen. 

Mogila (Galizien). 

4öf;. Cistercienserkloster. - 2r)64 Werke, 3574 Bde., 
•;4 Handschriften in TlBdn., zahlreiche Incunabeln. — Jahres- 
dotation je nach Bedarf. — Bibliothekar: P. Leo Morawski. 
— Handschriftl. Materienbandkatalog. — Benutzbar zu jeder 
Zeit. — Entlehnungen und Versendungen nur mit Erlaubniss 
des Klostervorstandes gegen Gaution und Rovers. — Gegr. 
wahrscheinlich zugleich mit dem Kloster lOÜS. — Ascetik, 
Predigten, Theologie und Pädagogik. 

Kronenl)ergor, Andreas. Das Priorat Mdj^ila im Grossherzogthiim 
Krakau. In: lüin Cistercionserbuch. Von Scb. Brunnor. Würzburg 1881. — 
Xcnia Bernardina. III. 18'Jl. 

Mui'i-Gries (Tirol). 

457. Benedictinerkloster besitzt eine Privatbil)]. von ca. 
lii.ooo Bdn., über 5(10 liandschriften, bei loo Incunabeln. — 
Dotation nach Massgabe der verfügbaren Geldmittel aus dem 
Stiftsvermögen. — Bibliothekar: P. Martin Kiem; J Gehilfe 
aus dem Convente. — Handschriftliche aiphabet. Zettel- und 
Fachkataloge. — Für die Patres zu jeder Stunde benutzbar; 
Fremden werden Bücher und Handschriften nur bedingungs- 
weise oder nach geleisteter Garantie und ausgestelltem Revers 
verabreicht. — Die Muri Patres verloren bei der Aufhebung 
im J. 1.S41 durch den Grossen Rath des Cantons Aargau 
(13. Januar) ihre ganze Bibl., die ca. 35.000 Bde. stark wai-, 
wie auch einen grossen Tiieil der Handschriften. Von der 
Augustinerbibl. in Gries (aufgehoben l«o7), die den von Muri 
nach Gries i. J. 1845 übersetzten Benedictinern von der 
k. k. Regierung geschenkt wurde, konnten bei der Gründung 
der gegenwärtigen Bibl. 1847 nur etwa 5000 brauchbare Werke 
eingereiht werden. Seitdem wuchs die Stiftsbibl. durch An- 
käufe und Geschenke aus den Nachlässen der verst<)rl)enen 



4<ii] Neubyd/.ov. 14'. 

Mitglieder auf ihn^ jet/ij^e Zahl. Auch verschiedene iJilder- 
saininlun^en hi'l'indeu sieh daselbst. — Geschichte und deren 
Ililfswissenseliaften, Do^niatik, sowie besonders ScinvcMzer- 
^feschichte, schwächer vertreten die übrigen Fächer der Theo- 
logie, Rechtswissenschaften, Philologie u. s. w. 

Lierhoiiiier, IJornard. Muri-Gries bei Bozon. In: Ein Bcnedictinor))Ufh 
vun Seb. Brunner. Würzburg lüsi. 

Nenbydzov (Nov. Bydzov, Böhmen). 

lös. [Staats-Real- und Ober-]Gymnasium (C. k. realny a 
vyssi gyninasium stätni). — a) Lehrerbibl. 14G3 Werke in 
3428 ]Bdn. und 320 Heften, 3120 Programme; h) Schülerbibl. 
2572 Werke in 2265 Bdn. — Director: Vaclav Ot. Slavik; 
Gustos für a) Gymn. -Lehrer Frantisek Kopta; für hj Prof. P. 
Josef Kaspar. — l.s73 als Communal-Realgymn. errichtet; zu 
einem Obergymn. erweitert seit 1«h2; verstaatlicht IHüiJ. 

Nach dem letzten Jahresberichte gearbeitet, da der Fragebogen nicht 
beantwortet wurde. 

Neuhaiis (Jindf. Hradec, Böhmen). 

45!). Franciscanerconvent. — Die Bibl. wurde 1801 durch 
Brand gänzlich vernichtet, daher derzeit kein bemerkens- 
werthes älteres Werk mehr vorhanden. Sie verdankt ihren 
Bestand (grösstentheils theologischen Inhaltes) zumeist Ge- 
schenken. — Bibliothekar :P. Stepän Hoffmann, Guardian. — Da 
die Bibl. früher durch Entlehnung von Werken, die nachher nicht 
mehr zurückgestellt wurden, sehr geschädigt wurde, ist der- 
zeit jede Entlehnung ausgeschlossen, die Bibl. daher eine rein 
private. Der Bibliothekar entscheidet über die Bedingungen 
der Benützung, die nur unter seiner Aufsicht stattfinden darf. 

— Gegr. l(;4.s. 

4(;(». Gemeindebibliothek (Obecni knihovna). — 1340 Bde. 

— Jahresdotation 2oo Gulden. — Vorstand und Bibliothekar: 
Stadtrath J. Breicha. — Alphabet, gedruckter Bandkatalog. 

— Benutzbar Sonntag von 10 — 12 Uhr für die Bewohner der 
Stadt. — Ebenso Entlehnungen. — Keine Versendungen. — 
Gegr. 1H91 hauptsächlich über Anregung des Bürgermeisters 
Dr. W. Nazera. Aufnahme fand in derselben die Bibl. des 
ehemaligen Bürgerschuldirectors in Neuhaus, Johann Orth. — 
Geschichte, Naturwissenschaften und böhmische Philologie. 

4G1. [K. k. Staats-]Gymnasium (C. k. vy.s.^i gyninasium). — 
a) Lehrerbibl. 3018 Werke in 6440 Bdn., darunter 5 Hand- 
schriften, 4609 Programme. — Jahresdotation 150 Gulden. — 

Bibliiitbeks-Adrcssbucb. 10 



146 Neiinkirchen. [462 

Director: Johann Riha; Bibliothekar: Prof. Dr. Joseph 
Noväk. — Alphabet. Zettelkatalog und Bandkatalogo nach 
einzelnen Fächern. Systematisch geordneter Katalog der Pro- 
gramniabhandlungen. — Jederzeit zugänglich für die Mit- 
glieder des Lehrkörpers. — Ebenso Entlehnungen. — Ver- 
sendungen nur an gleichgestellte Anstalten. — Gegr. isl9. 
Aufnahme fanden: Die Bibl. des Neuhauser Propstes Adalbert 
Juhn und des Gymn.-Prof. Er. Eischer. — Encyklopädie, 
Philosophie, Pädagogik, Theologie, Philologie, Geographie, 
Geschichte, Mathematik und Naturwissenschaften. — h) Schüler- 
bibl. 128G Werke in U)ö4 Bdn. und 71 Heften. — Jahres- 
dotation ca. HO Gulden. — Bibliothekar: Prof. Dr. Joseph 
Noväk. — Ein aiphabet. Zettelkatalog und 3 Kataloge mit 
Rücksicht auf die Alters- und Bildungsstufe von Jos. Noväk 
zusammengestellt. — Zugänglich für Studirende der Anstalt 
einmal wöchentlich. — Ebenso Entlehnungen. — Gegr. 1H4!». 

— Geschichte, Geographie und Naturwissenschaft. 

Novak, Josef. Katalog kniliovny ucitelske. In : Vyrocni zprava o. k. 
vys§iho gymnasia v Jindr. Hradci. V. Jindr. Hradci 1898. 

4G2. Städtisches Museum. — 3r)4 Bde., darunter mehrere 
Handschriften. — Bibliothekar: Prof. Dr. Joseph Noväk. — 
Fachkatalog. — Benutzbar je nach Verabredung mit dem 
Bibliothekar nur in dem Bibliothekszimmer. — Gegr. I.s.s8. 

— Theologie und Geschichte. 

Neunkirchen (Nieder-Oesterr.) 

4G3. Minoritenconvent. — Die Bibl. enthält nichts Nennens- 
werthes. - - Dechant und Guardian : Dr. Ambrosius Trapp. - 
Gegr. 1G31. 

Neureisch (Mähren). 

4G4. Praemonstratenser Chorherrenstift. — Ca. lö.ooo Bde., 
140 Incunabohi, 71 Ilandsclirifton. — Jahrosdotation durch- 
schnittlich IGO Gulden. — Bibliothekar: P. Augustin Parma, 
Stiftspriester; 1 Diener. — Bandkataloge nach Fächern ge- 
ordnet. Schlagwortzettelkatalog. — Entlehnung in den Früh- 
stunden; Versendung nur in Ausnahmsfällen. — Gegründet 
vom Stifte, vermehrt durch den Nuchlass der verstorbenen 
Stiftspriester, durch Ankäufe aus dem Nachlass anderer 
Priester und besonders aus dem aufgehobenen Jesuiten- 
collegium in Teltsch. — Theologie, Dogmatik, Exegese, Moral, 
Kirchenrecht, Patristik, deutsche und slavische Prediger. 

Elvert, Christian d'. Die Hihliotlioken u. s. w. in Mälircn und Oestorr.- 
Schle.'<ien. In: Seliriften der liist.-stat. Sectioii d. k. k. inälir.-schlos. 



468] Neii-Raiuloc. 147 

Os. III. isr)2, S. 94. Xidok, Cyrill. Hcschroiburifi; und kurze Gcscliiclilo 
dos Präinonstratonsor-Chorlu'rronstiftes Neuroiseli (Nova RiSo) in Mähron. 
In: Kin Cliorlierrenbucli. Von Seb. Brunnen. Würzburg 18H3. 

Nou-Sandec (Nowi Sacz. GaL). 

4f;r). K. k. [Staats-]Gymnasium (C. k. ^imnazyuni wyzszi). 

— n) Lehrerbibl. l'.Mx; Werke in ;5777 Bdn.; h) Schülerbibl. 
(;4u Werke in loco Bdn. (pohi. Abtli.), 'n4 Werke in (;r>i Bdn. 
(deutsche Abth.) — Director: Manuel Kiszakiewicz; Custos 
für (i) Prof. Ign.icy Dub^'bowski; für h) Prof. Ludwio- Ma- 
lecki (für die poln. Abth.), Prof. Stanislaw Zaremba (für die 
deutsche Abth.) - Errichtet 1H18 als sechsclassiges Gymn., 
ls;5!) den Jesuiten überoeben, seit Ihü» weltlich, seit isijß 
achtclassi.o'. 

Nach dem letzten Jahresberichte geai'beitet, da der Fragebogen niclit 
beantwortet wurde. 

4(i<j. Residenz des Ordens der Gesellschaft Jesu ist erst 
vor einigen Jahren ins Leben gerufen worden und hat 
erst begonnen eine Bibl. anzukaufen. Besonders philosophische 
Werke. — Bibliothekar: P. Romuald Czezowski, Prof. 

Neustadtl (Nove Mesto, Mähr.). 

4(57. [Landes-Ober-]Realschule (Zemskävyssirealnäskola.) — 
a) Lehrerbibl. 714 Werke in 91)4 Bdn., .S58 Programme; 
h) Schülerbibl. 381 Werke in 470 Bdn. — Dotation für a) 
400 Gulden; für h) 1-20 Gulden. — Director: Leander Gech; 
Custos für a) Prof^ Antonin Jelinek; für b) Leander Cech; 
für die Programmsammlung: Prof. Frantisek Prochäzka. — 
Gegr. 1894. 

Jelinek Antonin. Katalog ucilelske knihovny. In: Tfeti und ctvrtä 
roiini zpräva zemske vyiSgi reälne Skoly v Novem M6stö. V Novem Mcste, 
l«'.n und 1898. 

Nach dem letzten Jahresberichte gearbeitet, da der Fragebogen nicht 
lieantwortet wurde. 

Neustift (Tirol). 

468. Chorherrenstift der Augustiner. — Ca. 19.000 Bde. 
Handschriftlich einige alte Choralbücher, Incunabeln nur mehr 
wenige, da bei der Aufhebung des Stiftes im Jahre 1809 
durch die kgl. bayr. Regierung die Bibl. geplündert wurde. 

— Jahresdotation je nach Bedarf. — Vorstand: der jeweilige 
Prälat; Bibliothekar: P. Leander Felder, Pfarrer in Neustift. — 
Alphabet. Bandkatalog. — Keine bestimmten Vorschriften in 
Bezug auf Benützung. — Keine Entlehnungen und Versendungen. 

10* 



148 Neutitschein. [469 

— Gegr. 1142. — Hauptsächlich Theologie, Philosophie, Ge- 
schichte, Profan- und Kirchengeschichte, Philologie, Rechts- 
wissenschaft etc. 

Karitas libror. in Bibliotlicea Novacollens. Canonicor. Regulär. S. 
Augustini delitescent. luci public, exposita. Brix. 1778. — Gras, F. Vor- 
zeiclmiss typographischer Denkmäler aus dem XV. Jahrh., welche sich in 
der Bibliothek des reguliiten Chorherrenstiftes d. heil. Augustin zu Neu- 
stift in Tyrol befinden. Brixen 1789. — Gras, F. Verzeichniss einiger 
Büchermerkwürdigkeiten aus dem XVI. u. XVII. Jahrh., welche sich in 
der Bibliothek des regulirt. Chorherrenstiftes des h. Augustin u. s. w. 
befinden. Brixen 17!>0. — Gras, F. Nachtrag zu den typographischen 
Denkmälern aus dem XV. Jahrh. u Büchermerkwürdigkeiten aus dem 
XVI. u. XVII. Jahrhdt. Brixen 1701. — Steurer, Isidor. Das Chorherren- 
stift Neustift O. S. A. (Tirol). In: Ein Chorherrenbuch. Von Seb. Brunner. 
Würzburg 1883. 

Neutitscheiii (Mähren). 

469. [Landes-]Realschule. — Lehrer- und Schülerbibl. mit 
ca. 2Ö00 Bdn. und 3(;20 Programmen. — Dotation bei 20(i 
Gulden. — Director: Theodor Pulitzer; Gustos für die Lehrer- 
bibl.: Realschullehrer Eduard Hrkal; der Schülerbibl.: Prof. 
Franz Tvaruzek; der Programmsammlung Prof. Franz Schütz. 
— 1 Inventar, 1 Fach-, l Zettelkatalog. - Benutzbar für 
Lehrer, beziehungsweise Schüler der Anstalt. Entlehnung auf 
amtliches Ansuchen auch an andere Schulanstalten. —Gegr. 1874; 
grössere Schenkung vom verstorb. Director Johann Tuschina. 

470. Städtische Volksbücherei, Kirchenplatz 1. — ;}l. Dec. 
1898: 2211 Bde. — Jahresdotation 2i)0 Gulden. — Leiter: 
Joliann Klement: Bibliothekare: Heinrich Rossipal, Gustav 
Ilaulena, Johann Harbich. — Handschriftlicher Haupt- (In- 
ventar-)Katalog; Materienkatalog für die Xeser. — Ge()ffnet 
Dienstag und Donnerstag von (J— 8 Uhr abends. — Ent- 
lehnungen an jede nach Neutitschein gehörige erwachsene 
Person unentgeltlich gegen Zusicherung der Schonung der 
entlehnten Bücher. Entlehnungsfrist 4 Wochen. — Keine Ver- 
sendungen. — Gegr. am 2(j. Sept. lHi)7 mit lioo Büchern, 
welche eine Spende des Nationalvereines deutscher Bürger 
und Bauern in Neutitschein bildeten. Bestand am 31. Dec. 
I8i»7: 1.502 Bde. Unterstützt wird die Volksbücherei theils 
durch die Stadtrepräs(;ntanz, welche die Bibliothekszimmer 
zur Verfügung stellt, Beheizung, Beleuchtung, Bedienung und 
p]inrichtung l)esorgt, theils durch die städtische Sparcasse 
und wohlhabende Bürger. — Meistens Romane (llfiM Bde.), 
Zeitschriften (20s), Geschichte (lOf) Bde.) u. s. w. 

Nikolsburg (Mähren). 

171. Collegialcapitel Ijesitzt nel)en dem Archive eine 
ziemliche Anzahl alter Bücher, u. a. zwei Ilandsclirirtcii, 



473] Nikolsburfr. 149 

wolclic aus Viirlassonschafton von Pröpston inul Canonicis 
lieiTÜliren dürften. - - Ein alter Katalo«,' vom J. \h:>i weist 
hei 1 l(»0 Ninnniern aus; ob aber darin auch die in einem 
Zimmer der Propstei unterf^ebrachten Werke, die aus der 
Verlassenscliat't eines Propstes herstammen, verzeichnet sind, 
ist unbekannt. — Jahresdotation, resp. Fonds nicht vorhanden. 

47-. Fürstlich Dietrichstein'sche Fideicommissbibliothek, in 
einem besonderen Tracte des Schlosses, zwei Säle uml'assend. - 
;i:)r>0 Werke mit Oo.ßOi» lUln., darunter r.HO Incunabeln und 
•Küt Manuscripte. Die besonders aufi^estellte Weintritt'sche 
Bibl. mit -iSHO Druckwerken. — Dotation je nach Bedarf. — 
Kein besonderes Bibliothekspersonale; mit der Leitun«;- ist 
der jeweili^^e Schlosshauptmann und Archivar betraut, derzeit 
Re<^.-R. Gustav Schimmer. — Alphabet. Bandkatalo«^e für 
die beiden Abtheilunaen der Druckwerke und Manuscripte. 
— Keine besonderen Bibliotheksstunden. — Besichtigung je- 
weilig nach Anmeldung beim Schlosshauptmann. Zur Be- 
nützung ist die vorher einzuholende Bewilligung des Besitzers 
erforderlich und diese durch die fürstliche Centralkanzlei in 
Wien, I. Minoritenplatz 4, anzusuchen. — Entlehnungen und 
Versendungen unstatthaft. — Die alte vom Cardinal Franz 
V. Dietrichstein zu Anfang des 17. Jhdts. gegründete Bibl. 
wurde von den Schweden 1645 nach der Besetzung von Nikols- 
burg geraubt und in 4 8 Fässern nach Schweden geschleppt. 
Den Hauptstock der jetzigen Bibl. bildet die Sammlung des 
Freih. Hoff mann von Grünbüchel und Strachau, welche dieser 
l(;71i dem F'ürsten Ferdinand v. Dietrichstein für dessen Be- 
mühung als Vorjnund zweier Baroninnen von Grünbüchel 
zum Geschenke machte. Dieselbe wurde dann durch mehr- 
fache Ankäufe, namentlich vom P'ürsten Walter Xaver Die- 
trichstein (erste Hälfte des 18. Jhdts.) vermehrt. — Vertreten 
Classiker, Biblia (150 gedruckte Werke, 20 Manuscripte), Ge- 
schichte, Medicin, Musik und Theologie. 

Dudik, Beda. Iter Romanum. Wien 18.'i.^), 2 Bde. — Dudik, Beda. For- 
scliuiitren in Schweden für Mährens Geschichte. Brunn 1852. — Dudik, 
Heda. Handschriften der fürsü. Dietrieiistein'sclien l!il»l. zu Nikolsburg in 
Mähren. In: Archiv für österreicliisciie Geschichte, Bd. XXXIX. Wien 1868, 
S. 417. 

47:5. [K. k. Staats-jGymnasium. — «; Lehrerbibl. O'i 15 Werke 
in 5700 Bdn., 13.-2;H Programme; h) Schülerbibl. Td.) Werke 
in 1)86 Stücken. — Jahresdotation 170 Gulden. — Director: 
Schulrath Johann Krassnig; Bibliothekar für a) Prof. Dr. 
Joseph Mayr; für l>) Prof. Conrad Mayr. — Ein Bandkatalog 
(Stamminventar in der Reihenfolge der Erwerbungen): ein 
Zettelkatalog nach Materien; ein gedruckter Katalog nach 



150 Ober-Hermsdorf. [■^'''^ 

Materien begonnen und von Nr. 1—502 im Programme der 
Anstalt pro 18l>8 veröffentlicht. — Benutzbar a) je nach Er- 
forderniss und Umständen; ein Lesezimmer existirt nicht. — 
Ebenso Entlehnungen und Versendungen. — Aus der Nikols- 
burger Piaristenklosterbibl. bei der Verstaatlichung des Gymn. 
ISIS ausgeschieden; die Klosterbibl. stammt hauptsächlich aus 
dem Vermächtnisse des Ordensmitgliedes Ilofr. Hallaschka 
(gest. 1847). Seither wird die Bibl. nach Erforderniss des 
Gymn.-Unterrichtes ohne Bevorzugung einer besonderen Ma- 
terie erweitert. 

Mayr, Joseph. Systematischer Katalog der Lehrerbibl. I. Theil. In: 
XXV. Programm des Staatsgymn. in Nikolsburg. Nikolsburg 18i)y. 

Ober-Hermsdorf (Schlesien). 

474. Schlesische landwirthschaftliche Landes-Mittelschule. 

— 2021 Bde. — Jahresdotation ."00 Gulden. — Director: Dr. 
Adam Kulisz. — Bandkatalog. — Bücherentlehnung zweimal 
wöchentlich an die Mitglieder des Lehrkörpers. — Versen- 
dungen nur ausnahmsweise in die nähere Umgebung. — Gegr. 
18<J'J zugleich mit der Anstalt und durch private, sowie öffent- 
liche Geschenke vermehrt. — Vorzugsweise Landwirthschafts- 
lehre und Naturwissenschaften. 

Oberhollabrunn (Nieder-Oesterr.). 

475. [K. k. Staats-]Gymnasium. — a) Lehrerbibl. 2404 
Werke in 4207 Bdn., 2G Heften, 12.0!»4 Programme; /^j Schüler- 
bibl. 1171 Werke in 1«51 Bdn. — Jahresdotation 500 Gulden. 

— Director: Schulrath Christian Jänicke; Gustos für a) Prof. 
Alois Rameder; für h) Prof. Alois Ebner. — Ein Zettel- und 
ein Hauptkatalog nach Materien. — a) für Prof. an jedem 
Unterrichtstage, h) täglich um 11 Uhr für Schüler zugäng- 
lich; ebenso Entlehnungen und Versendungen. — Als Landes- 
unterrealschule 18G5 errichtet, nach 1HG5 in ein Realgymn. 
verwandelt. 1870 verstaatlicht und als Obergymn. eingerichtet. 
1877 wieder Realgymn., 1881 Realobergymn., seit ih.s;5 nor- 
males Gymn. — Vertreten alle Fächer des Gymn., in hj die 
für Schüler geeigneten Werke. 

Kcsseldorfer, Ferdinand. Katalog der Lehrerbibl. In: XXVIII. Pro- 
granmi des k. k. Staatsgymn. und der gewerblichen Fortbildungsschule in 
Oberhollabrunn. OberhoÜabrunn 1898. 

Olniütz (r)l()mouc, Mäiiren). 

47G. Militärwissenschaftlicherund Casinoverein, Franz Josephö- 

strasse, Infanterieschulkaserne, 1. Stock. - ;5G78 Bde., 03 Plan- 



479] Ol mutz. 151 

Schuber, 'M Atlanten, llH'.t Karten, 10 Tafeln, zusammen \ui\ 
Werke. — JahresdDtation .ifio — 4()t> (Julden. — Präsident: 
Oberst Arthur Polletin; Präsident des wissenschaftliciien Co- 
mites: Oberstlieut. des Generalstal)seurses Emanuel Ptittor Pelz 
V. Felinau, Generalstabschef der 5, Infanterietrui)i)endivisi(m; 
Secretär (vacat) ; 1 Diener. — Zwei handschriftliche Pücher- 
kataloi^e und zwei Autoren Verzeichnisse. — Benutzbar mit 
Ausnaiime der Sonn- und Feiertai^e tätlich von 10 — 12 und 
:] — 5 Uhr. — Entlehnun<^en auf 4 Wochen. — Versendungen 
mit besonderer Erlaubniss des wissenschaftlichen Comites. — 
1874 wurde der militärwissenschaftliche Verein und zugleich 
die Bibl. im Auftrage des k. u. k. Reichskriegsministeriums, 
1883 der Casinoverein gegr. — Alle Wissenschaften, vorzugs- 
weise Militaria und Belletristik. 

477. [K. k. deutsches Staats-jGymnasium. — n) Lehrerbibl. 
1711t Werke in 1(m;!i Bdn., 1247 Heften, 17.051» Programme; 
h) Schülerbibl. USCl Werke in 3404 Bdn., 513 Heften. — Do- 
tation für die Lehrmittelsammlung (18Ü7/D8) 435 Gulden. — 
Director: Emil Seyss; Bibliothekar für a) Prof. Anton Frenzel; 
für h) Prof. Jacob Ueberegger. — Errichtet als Jesuitengymn. 
lötlG. 

Nach dem letzten Jalirosberiehte gearbeitet, da der Fragebogen nicht 
beantwortet wurde. 

478. [K. k. böhmisches Staats-jGymnasium (C. kr. cesky 
gymnasium). — a) Lehrerbibl. 1588 Werke in 2616 Bdn. und 
(;42 Heften; h) Schülerbibl. 3546 Werke in 4232 Bdn. und 81 
Heften. — Jahresdotatirm 318-25 Gulden. Director: Ma- 
ximilian Vrzal; Bibliothekar für a) Prof. Vaclav Steffi; für 
h) Prof. Jan Cermäk. — Als Untergymn. 1867 eröffnet; seit 
1869 Obergymn. 

Steffi, Vaclav. Katalog knihovny ucitelske. In: XXIX. program c. kr. 
Ceskoho gj'mnasia v Olomouci. V Olomouci l.S',)8. 

Nach dem letzten Jahresbericlitc gearbeitet, da der Fragebogen niclit 
beantwortet wurde. 

479. Handels- und Gewerbekammer. — Ca. 5000 Bde. — 
Jahresdotation 700 Gulden. — Präsident: Carl Brandhuber; 
Secretär: Max Honig. — Die Bibl. wird von dem mit der 
Führung der Geschäfte dos Marken- und Musterregistrirungs- 
amtes betrauten Official Ptcinhold Teuschel geleitet. — Ein 
handschriftlicher Schlagwortkatalog. — Benutzbar täglich 
während der Bureaustunden von 9—12 und 3 — 6 Uhr. - 
Ebenso Entlehnungen und Versendungen. — Gegr. zugleich 
mit der Kammer i.J. IS :.l. — Gesetzgebung, Nationalökonomie, 
Export, Import, Geographie u. a. 



152 Olmütz. [480 

480. Historisches Museum besitzt eine kleine Sammlung 
von Büchern localgeschichtliehen Inhaltes, sowie Olmützer 
Druckwerke, alle Rechtsbücher etc. — Gegr. 1876 von der 
Stadt Olmütz. 

Peyscha, F. Das historische Museum der Stadt Olmütz. In: Notizenbl. 
der hist.-stat. Section 1880, S. 53. 

481. [K. k. Staats-]Realschule. — a) Lehrerbibl. 1283 Werke 
in 4967 Bdn. und 54u Heften, Gr)-25 Programme; hj Schüler- 
bibl. 1268 Werke in 2882 Bdn. und 335 Heften. — Director: 
Clemens Barchanek; Verwalter von n) Prof. Eduard Plöck; 
von h) Prof. Franz Möller. — Gegr. 1855. 

Plöekinger, Eduard. Katalog der Lehrerbibl. In: Programm der k. k. 
Staatsoberrealschule in Olmütz. Olmütz 1898. 

Nach dem letzten Jahresberichte gearbeitet, da der Fragebogen nicht 
beantwortet wurde. 

482. K. k. Studienbibliotliek, untergebracht in der Kirche 
des ehemaligen Clarissinnenklosters, Franz Josephsplatz 7. 
— Ende des Schuljahres 1897/98: 57.576 Druckwerke in 
72.696 Bdn. und 10.366 Stücken. Handschriften 911 Bde.; In- 
cunabeln 1700. — Jahresdotation 1200 Gulden. — Vorstand: 
Willibald Müller, k. k. Gustos; Beamte: Johann Sfastny, k. k. 
Scriptor, derzeit vertreten durch Dr. Jaromir Jedlicka, Prak- 
tikant der k. k. IJniversitätsbibl. in Prag; 1 Diener. — Hand- 
schriftliche Kataloge: a) ein aiphabet. Zettelkatalog in Holz- 
schachteln als bibliotheque tournante eingerichtet (System 
des gegenwärtigen Vorstandes); h) ein aiphabet. Bandkatalog 
mit Supplementbd., bis 1892; cj ein systematischer Band- 
katalog mit Supplementbd. bis 1892; d) ein Sachkatalog in 
Zettelform, seit 1892; e) ein Standortsrepertorium; /^ Inventar 
nach dem Numerus currens; g) ein Katalog der auf Mähren 
und Schlesien Bezug habenden Literatur; hJ ein Katalog der 
slavischen Bücher; l) ein Catalogus classicorum latinorum et 
graecorum; kj ein Druckerkatalog bis 1S92; l) ein Katalog der 
Handschriften in b<)limischer Si)rache, fertiggestellt von dem 
der k. k. Studienbibl. seinerzeit zugetlieilt gewesenen Scriptor 
der Prager Univ.-Bibl. Dr. Wenzel Tille; m) ein Incunabel- 
katalog, verfasst und für 1899 zum Drucke bestimmt von 
dem der k. k. Studienbibl. ebenfalls seinerzeit zugetlieilt 
gewesenen Amanuensis der Prager Universitätsbibliothek 
Dr. Anton Schubert. — Der Lesesaal ist geöffnet: im 
Wintersemester Dienstag. Donnerstag, Freitag von«— 12 Uhr 
vormittags, Mittwoch und Samstag von 9—12 und 2—4 Uhr 
nachmittags. Im Sommermester : Dienstag, Donnerstag, Freitag 
von 10 -12 vormittags und 4 — 6 Uhr nachmittags, Mittwoch 
von 10- 12 vormittags und 3—6 Uhr nachmittags, Samstag 



483] Ossegg. läM 

f) — 1-2 Uhr vormittags, 3-6 Uhr nachmittags. — Entlehnung 
an U'gitiniirto rersonen. — Versendungen von IJiiehern und 
Handschriften auf Grund der für öffentliche 15il)l. bestehen- 
den gesetzlichen Bestimmungen, an Privatpersonen nur mit 
Bewilligung des k. k. Min. f. C. u. U. — (iründungsjaiir Hin. 
Ueberführung nach Brunn 1778; Rückkehr nach Olmütz 
ITso. Grössere Schenkungen: Freiherr Iloffmann v. Grün- 
bühel, Baron Schubirz, Kaiser Franz und Kaiser Ferdinand I. 
Als Universitätsbibl. theilte sie die Schicksale der ehem. 
Olmützer Universität. — Seit Aufhebung letzterer im J. 1851 
erfährt keine einzelne Wissenschaft besondere Pflege. Der 
Bücherzuwachs besteht aus den mährischen Pflichtexemplaren ; 
ausserdem werden beim Ankaufe neuer Bücher die Wünsche 
der theologischen Facultät und der Directionen der Mittel- 
schulen in Olmütz berücksichtigt. 

Richter, F. Geschichte der Olmützer Universität. Olmütz 1841. — 
Elvort, Cliristian d'. Historische Literaturgeschichte von Mähren und Schle- 
sien. Brunn 1850. — Wattenbach, W. Handschriften der k. k. Universitäts- 
bibl. Olmütz im Archiv für ältere Geschichte X. 1851, S. »ul. — Gold- 
mann, Arthur. Ueber die Handschriften der Olmützer Studienbibl. In: 
Ccntralbl. f. Bibliothekswesen, Jahrg. V, 1888, Heft 2. — Wrobel, Johann. 
Ueber eine neue Hesiodhandschrift in den Sitzungsberichten der Akademie 
der Wissensch. Phil. bist. Classe XCIV, 1879, S. G15. — Saliger, W. Ueber 
Melanchthons Loci Communes-Handschrift in der Zeitschrift f. österr. 
Gymn. Jahrg. 1880, S. 241. — Tille, Wenzel. Seznam üeskych rukopisü 
c k. studijni kniliovny v Oloniouci (Vestnik Ceske Akademie cisafe Fran- 
tiska Josefa. Roenik IV, ö 819). — Beer, Rudolph. Mittheilungen über die 
kaiserl. königl. Studienbibl. zu Olmütz (Centralbl. f. Bibliothekswesen VII, 
1890, S. 474. 

Ossegg (Böhmen). 

4,s:5. Cistercienserstift. — 50.000 Bde., lo7 Handschriften, 
3ö7 Incunabeln. — Dotation 1500 Gulden. — Bibliothekar: 
P, Ambros Tölg. — Handschriftl. aiphabet. Bandkataloge aus 
den J. 1727, 1787, 1842. letzterer in 3 Foliobdn., sowie ein 
Zettelkatalog aus dem J. lHi)5. — Benutzbar für Fremde nur 
mit Bewilligung des Abtes. — Ebenso Entlelmungen und Ver- 
sendungen. — Gegr. 1691. jedoch erst 1725 in einem eigens 
zu diesem Zwecke aufgeführten Gebäude untergebracht. 1875 
durch Adaptirung einiger anstossender Locale bedeutend ver- 
grössert. — Alle Zweige der Wissenschaften, am stärksten 
Theologie und Geschichte. 

Scheinpflug, Bernhard. Die Urkunden im Klosterarchiv zu Ossegg. In: 
MiUh. d. Ver. f. Gesch. d. Deutsclien in Bölimen. VII. 18(19, VIII. 187(t. — Siegl, 
P. Meinrad. Cistercienserstift Ossegg. In: Ein Cistercienserbuch von Seb. 
Brunner. Würzburg 1881. — Grunert, Jos. R. Ossegg. Dux 188G. — Wohl- 
mann, P. Bernhard. Verzeichniss der Handschriften in der Bibl. des 
Stiftes Ossegg. In: Xenia Bernardina. II. 2. — Xcnia Bernardina. III. 



154 Pardiibitz. [-484 

Pardubitz (Pardubic, Böhmen). 

i84. [K. k, Ober-]Realschule (C. k. vyssi skola reälna). - 
a) Lehrerbibl. -i'Jlu Werke in 5890 Bdn., 451.') Programme; 
l) Schülerbibl. 2717 Werke in 2942 Bdn. — Director: Leopold 
Storch; Gustos für a) Prof. Vaclav Sole; für b) Prof. Josef 
Mikuh'k. — Gegr. 1854. 

Seznam spisu v knihovne uOitelske. In: Vyrocni zpräva c. k. vysSi 
Skoly reälne. V Pardubicich 1808. 

Nach dem letzten Jahresbei-ichte gearbeitet, da der Fragebogen nicht 
beantwortet wurde. 

Paiisraiii (Mähren.) 

485. Pfarrbeilassbibliothek. — 9,so Werke in 1500 Bdn. — 
Jahresdotation nur die Zinsen des Stiftungscapitales von 
200 Gulden. — Bibliothekar der jeweilige Pfarrer, derzeit 
P. Carl Grohmann, Consistorialrath. — Ein handschriftl. vom 
jetzigen Pfarrer bei Antritt seines Amtes i. J. 1865 neu 
abgefasster Katalog. Zwei ältere lückenhaft. — Nur zum 
Privatgebrauche. — Entlehnungen gegen Revers besonders 
an Geistliche der Nachbarschaft. — Ebenso Versendungen. — 
Gegr. mit einem Stiftungscapitale von 150 Gulden W. W. von 
dem in Altstadt bei Goldenstein geborenen, von 1763 — 1798 in 
Pausram wirkenden, am 13. Mai 1798 verstorbenen Pfarrer 
Karl Tinz (§ 12 der testamentarischen Bestimmungen vom 
12. Mai 1798), — Vorzüglich vorhanden und gepflegt theolo- 
gische Wissenschaften. Die französischen Werke wurden 1805 
vor der Schlacht bei Austerlitz von den französischen Officieren 
gelegentlich eines Rasttages aus der Bibl. geraubt. 

Elvert, Christian d'. Ueber die Bibl. u. s. w. in Mähren und Oesterr.- 
öchlesien. In: Schriften d. hist.-stat. Sect. d. k. k. niähr.-schles. Gesellschaft. 

Pernstein (Mähren). 

486. Privatbibliothek. Wladimir Graf Mittrowsky. — 5666 
Nummern in 12.996 Bdn. — Bibliothekar der jeweilige Guts- 
leiter, derzeit Y. Mic-ek. — Alphabet. Katalog. — Nur zu 
eigenem Gebrauche. — Entstanden aus den auf einzelnen 
Herrschaften vorgefundenen Büchern. — In Verbindung 
stehen noch: 1. Eine beträchtliche Mineraliensammlung der 
auf den Herrschaften Rozinka und Pernstein vorgefundenen 
Mineralien. 2. Eine Sammlung der auf beiden Herrschaften 
erlegten Säugethiere, Vögel u. s. w., sowie 3. ein von weiland 
Franz Graf Mittrowsky zusammengestelltes Herbarium. 

Pettau (Steiermark). 

487. [Lande$-Unter-]Gymnasium. — a) Lehrerbibl. 1564 Bde., 
2491 Hefte; hj Schülerbibl. 320 Bde. — Director und Biblio- 



491] Philippsdorf. 155 

thekar für <i) Johann Tschanet; für /*) Gymn. -Lehrer Dr. 
Ae^yd Raiz. — Ilandschriftl. Kataloj,^ nach Wissenschaften. 
— Zu<i;änt^lich »t) nur für Mitj^dieder des Lehrkörpers. — 
Ebenso Entlehnuni^en. — Keine Versendungen. - Gegr. mit der 
Anstalt ls(;;t. — Alle an der Anstalt vertretenen Wissen- 
schaften. 

Philippsdoi'f (Filippsdorf, Böhmen). 

4s,s. Redemptoristencollegium hat nur eine sehr bescheidene, 
zum grossen Theile aus Geschenken hervorgegangene Iland- 
bibl. — Superior: P. Anton Wiethe. — Alphabet, und Zettel- 
katalog. — Nur zu eigenem Gebrauche. — Keine Entlehnungen 
und Versendungen. — Theologie, insbesondere Homiletik. 

Pilgrani (Pelhi-imov, Böhmen). 

48;». [K. k. Staats-]Gymnasium (C. k. vys.si gymnasium). — 
(i) Lehrerbibl. 3125 Werke in 458-2 Bdn., 3*550 Programme; 
h) Schülerbibl. 1372 Werke in 1434 Bdn. — Dotation für die 
Lehrmittelsammlung pro lsy7/98 527-54 Gulden. — Director: 
Vaclav Petrü; Gustos für a) Prof. Jan Soukup; für h) Prof. 
Bohumii' Paulik. — Gegr. 1871 als Communalrealgymn. durch 
Umwandlung der unselbständigen Unterrealschule. Seit 1885 
Obergymnasium, 1893 verstaatlicht. 

Nach dem letzten Jahresberichte gearbeitet, da der Fragebogen nicht 
beantwortet wurde. 

Pilsen (Plzen, Böhmen). 

4!»o. Militärwissenschaftlicher und Casinoverein, Smetana- 
promenade 3, Hotel Waldek. — l.'r22 Bde. und 15 Zeitschriften. 
- Jahresdotation ca. 40o Gulden. — Vorstand: Generalmajor 
Rudolph Edler von Chavanne; Ausschuss bestehend aus 
II Officieren der Garnison; in der Bibl. 1 Unterofficier und 
1 Ordonnanz. — Handschriftlich ein aiphabet. Katalog. — 
Benutzbar für die Mitglieder Dienstag und Freitag von r. — 8 Uhr 
abends. — Ebenso Entlehnungen. — Keine Versendungen. — 
Sämmtliche Wissenschaften, hauptsächlich jedoch militär- 
wissenschaftliche Werke, Taktik und Strategie. 

401. Franciscanerkloster. — Ueber 3()00 Bde. — Jahres- 
dütation je nach liedarf. — Bibliothekar: P. Augustinus 
Stodolka. — Handschriftl. Katalog nach Wissenschaften ge- 
ordnet. — Benutzbar bloss für Mitglieder des Ordens. — 
Keine Entlehnungen und Versendungen. — Gegr. 12(52. — 
Vertreten alle Wissenschaften, besonders gepflegt Theologie 
und Philosophie, 



156 Pilsen. |492 

492. [K. k. böhmische Staats-]Gewerbeschule. — 1319 Bde. 

— Jahresdotation je nach Bedarf. — Director: Vincenz 
Simerka — Bandkataloge. — Nur für den Lehrkörper, be- 
ziehungsweise für Schüler benutzbar. — Ebenso Entlehnungen. 

— Keine Versendungen. — Gegr. zugleich mit der Anstalt 
1885. — Besonders technische Wissenschaften. 

493. [K. k. deutsches Staats-]Gymnasium der Praemon- 
stratenser vonTepl. — a) Lehrerbibl. 3457 Werke in 8252 Bdn., 
216 Heften, 7548 Programme; h) Schülerbibl. 2594 Werke in 
4400 Bdn., 180 Heften. — Director: P. Oswald Mannl; Gustos 
für a) Prof. Wenzel Nowak; für h) P. Gilbert Helmer. — 
Gegr. 1776 von der Gemeinde; 1786 verstaatlicht; 1804 dem 
Stift Tepl übergeben; seit 1850 Obergymn. 

Nowak, Wenzel. Katalog der Lehrerbibl. I. Classe. In: XXXXIV. Jalires- 
ber. des k. k. deutschen Staatsgymn. Pilsen 1897. 

Nach dem letzten Jahresberichte gearbeitet, da der Fragebogen nicht 
beantwortet wurde. 

494. [K. k. böhmisches Staats-]Gymnasium (C. k. cesky 
stätni vy.s.si gymnasium). Husgasse. — a) Lehrerbibl. 2213 
Werke in 3714 Bdn., 3831 Programme; h) Schülerbibl. 1615 
Bde. — Dotation 120 Gulden. - Director: Franz Safranek; 
Bibliothekar für a) Prof. Jan Maly.; für h) Prov. Lehrer Dr. 
Jaroslav Stastny. — Je ein aiphabet. Zettel- und Bandkatalog. 

— Benutzbar Mittwoch und Samstag von 2 — 4 Uhr, Sonntag 
von 9—11 Uhr. — Ebenso Entlehnungen. — Versendungen 
nur an Directionen gleichartiger Anstalten. — Gegr. ls<;2 als 
Bibl. der Realschule später der combinirten Staats-Mittel- 
schule, seit Auflösung der Realschiüabtheilung i. J. 188,s 
Eigenthum der obigen Anstalt. — Geschichte und Mathematik 
(ältere Werke), vorzugsweise erstere. 

Maly, Jan V. Katalog bibliotheky professorsko. In: Vyrocni zpräva c. 
k. üeskeho stät. vysöiho gymnasia v Plzni. V Plzni 1898. 

495. Höhere Städtische Handelslehranstalt (Vy.ssi obchodni 
skola). ^ Hat eine für den Lehrkörper und eine für Schüler 
bestimmte Bibl. — Director: Kais. Rath Anton Kotera. — 

Gegr. ls«6. 

496. Handels- und Gewerbekammer. Besitzt eine theils 
wegen Unvollständigkeil, tlioils wegen Mangel an Räumlich- 
keiten bisher ausscliliosslich nur den Bedürfnissen des Kammer- 
bureaus dienende Bibl., doch wird an ihrer Completirung 
gearbeitet, um sie binnen etwa drei Jahren in hiefür passen- 
den Localitäten der Benützung weiterer Kreise zugänglich zu 
machen. 



498] Pilsen. If)? 

4l»7. Historisch-archäologisches Museum der Stadt Pilsen. 

— 3000 lUlc, inehrcro Incunabülii, viele Urkunden, Sliolie etc. 

— Jahresdütation 300 — 500 Gulden. — Präsident: Dr. W. 
Petäk; Secrotär: Franz Xaver Franc. — Handschriftlicher 
Zettelkatalog:. Neuordnunfj: und Neukatalo^isirun^^ sofort 
nach Uebersiedlun^- in das neuerbaute |Li:eräuini<^e Museums- 
j,^ebäude in Aussicht genommen. — Benutzbar nur während 
der Amtsstunden von ü — 12 und 2 — 5 Uhr. — Entlehnungen 
älterer und werthvoller Werke, sowie Versendungen mit be- 
sonderer Genehmigung des Curatoriums. — Gegr. 1H7h zur 
Aufbewahrung und Erhaltung der seit Jahrhunderten der 
Stadt gehörigen Sammlungen von Urkunden, Büchern und 
Waffen. Anvertraut der Obsorge eines städtischen Beamten 
und eines von der Stadtvertretung gewählten, h Mitglieder 
umfassenden, Curatoriums, dessen Präsident der jeweilige 
Bürgermeister ist. Mehr als r)00 meist auf Pergament ge- 
schriebene und mit Siegeln versehene Originalurkunden, dar- 
unter 10") Königsurkunden. Vier goldene Bullen der Kaiser 
Sigismund v. J. 1134, Ferdinand I. 15G2, Maximilian II. 1507 
und Ferdinand II. v. J. Iü27. Die älteste Urkunde stammt 
aus dem J. 1293 (grosses Doppelsiegel Königs Wenzel II., 
Begründers der Stadt Pilsen). Die nächstälteste Pilsener Ur- 
kunde stammt aus dem J. 1307; dieselbe ist mit dem ältesten 
ursprünglichen Wappensiegel mit der Unterschrift in Majus- 
keln: SICILLV. CIWITATIS. D. NOWA. PILSEN REGI 
BOHIE versehen. 15 Stück päpstliche Bullen, darunter zwei 
vom Papst Paulus II. vom J. 1466, deren eine die Bannbulle 
gegen König Podiebrad ist, während die andere eine Be- 
reicherung des Stadtwappens enthält. Die Bulle Gregors XII. 
V. J. 1578 beschliesst die weitere Ausstattung des Pilsener 
Stadtwappens. Eine Sammlung von ca. 400 meist auf Perga- 
ment, oft kunstvoll geschriebenen Entlassscheinen oder Loos- 
briefen v. J. 1510—1701, ca. 270 Hand.^chriften auf Pergament 
oder Papier, Stadtbücher, Privilegien, Chroniken der Stadt v. 
J. 1362 bis in die neuere Zeit. Ein Theil der Huspostille aus 
der ersten Hälfte des XV. Jhdts. (böhmisch) und an- 
dere Andachtsbücher. Werthvolle Sammlung von Atlanten, 
Kupferstichen, Verordnungen, Ankündigungen, Placaten vom 
17. bis 19. Jahrhundert. Zahlreiche Pilsener und andere 
erste Drucke aus dem XV. und XVI. Jahrhundert. — 
Archäologie, Geschichte, Culturgeschichte und Naturwissen- 
schaften. 

498. [K. k. deutsche Staats-]Realschule. — a) Lehrerbibl. 
626 Werke in 13'.»'.) Bdn., 549 Heften, 4051 Programme; 
hl Schülerbibl. '.»77 Werke in 1814 Bdn.. 47 Heften. — Director : 



158 Pisek. [499 

Joseph Koster; Custos für a) Prof. Franz Neiimann: für h) 
Prof. Carl Kleissl. — Gegr. 187'2. 

Neumann, Franz und Carl Marek. Katalog der Lehrerbibl. In: 
XXV. Jahresber. der deutschen Staatsrealschule in Pilsen. Pilsen 1898. 

Nach dem letzten Jahresberichte gearbeitet, da der Fragebogen nicht 
beantwortet wurde. 

490. [K. k. böhmische Staats-]Realschule (C. k. ceska skola 
realnä). — Lehrerbibl. 770 Werke, i;)o-l Programme; Schüler- 
bibl. 932 Werke in 101« Bdn. — Director: Antonin Sochor; 
Custos: Prof. Frantisek Vojtisek. — Gegr. 1888. 

Vojtisek, Frant. Seznam knih uCitelsko knihovny üstavu. In : Vyroüni 
zpräva e. k. ceske realky v Plzni. V Plzni 1897. 

Nach dem letzten Jahresberichte gearbeitet, da der Fragebogen nicht 
beantwortet wurde. 

500. Stadtbibliothek (Obecna knihovna). — 5016 Werke in 
5345 Bdn. — Jahresdotation 1200 Gulden. — Bibliothekar: 
Prof. Tuma Cimrhanzl; Bibliothekar-Stellvertreterin: Amalie 
Cimrhanzlovä; Secretärin: Berta Bej.sovcovä; zur Bücheraus- 
gabe: Karel und Jan Siman, Jiii Kraus, Jan Chval; 1 Dienerin. 
— Ein Bandkatalog, ein Zettel- und ein aiphabet. Katalog, 
ein Grundkatalog; für das Publicum liegt der gedruckte 
Katalog auf, der drei Abtheilungen enthält: 1. wissenschaft- 
liche Werke; 2. cechische Unterhaltungsliteratur; 3. deutsche 
Unterhaltungsliteratur. — Geöffnet Sonntag von 9 — 11 Uhr, 
Dienstag von 4' 2 — 6, Mittwoch von 2 — 3V2, Freitag von 4V2 
bis 6 Uhr. — Entlehnung gegen Legitimation und Erlag einer 
Caution von 2 Gulden. Die Besitzer einer magistratischen 
Legitimationskarte entrichten keine weitere Gebühr, alle 
übrigen Personen 1 — 10 Kreuzer pro Band, Vor dem Jahre 
18 77 wurden die Bücher vollkommen kostenfrei ausgegeben, 
kamen aber in vielen Fällen nicht mehr zurück. Entlehnfrist 
zwei Wochen, für Belletristik vier Wochen. — Schuljugend 
ist vom Besuch der Bibl. ausgeschlossen. — Versendung nur 
in Ausnahmsfällen. — Gegr. 1875. — Vertreten sind alle 
Wissenschaften, besonders gepflegt populäre Literatur. 

Der Bibliothekskatalog erschien im Druck 1890; mit Nachträgen er- 
gänzt 1898 

Pisek (Böhmen). 

501. [K, k. Staats-jGymnasium (C. k. gymnasium). — 
a) Lehrerbibl. 2425 Werke in 5545 Bdn. und 275 Heften, 
7l<)7 Programme; hj Schülerbibl. 2204 Werke in ;!177l5dn. — 
Director: Josef Zahradnik; Custos für a) Prof. P>antisek 
Vävra; für h) Prof. Josef Sindelar. — Gegr. 177s, bis 1793 
mit geistlichen, seither mit weltlichen Lehrern besetzt. 

Nach dem letzten Jahresberichte gearbeitet, da der Fragebogen niclit 
beantwortet wurde. 



606J ri.sino. 159 

502. [K. k. Staats-]Realschule (C k. vyssi roalkii). — 
n) Lohrerl)il)l. lill Workc in 1 loi", JUlii. und 1<)h2 Heften, 
■1\2 Pro^u-animc ; l>l Schülorbil)!. 1721 Werke in 20K7 Bdn. 
und i:Vl Heften. — Director: Hynek Soldat ; lJil)li()t,liekar für 
(II Prof. Jan Matzner; für h) Prof. Frantisek Jarolini. — 
<}e<j:r. IsGd mit der Anstalt, die als Conimunal-( )1)er-Ilealscliule 
errichtet, isso vom Staate übernommen wurde. 

Matzner, Jan. Seznani knih ueitelske knihovny. In: Vyrorni zpräva c. 
kr. vyssi realky. V Pisku 18^)8. 

Nach dem letzten Jahresberichte gearbeitet, da der Fragebogon niclit 
beantwortet wurde. 

Pisino (Fazin, Küstenland). 

.11»;;. Franciscanerconvent. — 1938 Werke, Manuscripte 
(Predi.irten) und einiije Incuuabeln. — Jahresdotation 20 — 30 
Gulden. — Guardian: P. Robert Dolinar; Bibliothekar: P. 
Emiiian Dovgan. — Je ein numerischer, aiphabet. Classen- 
kataloLT in Zettel- und Bandform. — Nur zu ei^ü^enem Ge- 
brauche. — Entlehnunjren nur an Ordensmitglieder. — Ver- 
sendungen mit Genehmigung der Provinzvorstehung. — Gegr. 
zugleich mit dem Kloster i. J. 14^1. — Am meisten vertreten 
theologische Wissenschaften. 

Podgorze (Galizien). 

504. [K. k. Staats-]Gymnasium (C. k. gimnazyum). — 
Lehrerbibl. 3.').') Werke in 1070 Bdn. — Jahresdotation 200 
bis 250 Gulden. — Director: Thomas Soltysik: Bibliothekar: 
Prof. Anton Lasson. — Bandkatalog als Acquisitionskatalog; 
aiphabet. Autorenzettelkatalog. — Vormittags für die Mit- 
glieder des Lehrkörpers benutzbar. — Ebenso Entlehnungen. 
— Keine Versendungen — Gegr. is!i2 zugleich mit der An- 
stalt. — Alle Gymnasialfächer. 

Podkainien (Galizien). 

50.'). Dominicanerkloster besitzt eine Bibl. derzeit un- 
bestimmten Bestandes, da ein Katalog erst vorbereitet wird. 
Nach Pizzala: 2100 Werke in 4000 Bdn., 400 Handschriften. 
Bibliothekar: P. Hyacinth Malag. — Keine Entlehnung oder 
Versendung. — Kloster gegr. 1404. 

Poeltenbei'g (Mähren). 

r)0(J. Propste! des ritterlichen Kreuzherrenordens. — 2000 
bis .SOOO Bde. — Keine Jahresdotation. — P. Joseph Berg- 



160 Pola. ['"^07 

mann, Administrator. — Ein gebundener handschriftlicher 
Katalog, nach Materien verfasst i. J. 1769 von dem 
Franciscaner Fr. Raphael Zehentmaier. — In den Sommer- 
monaten jederzeit benutzbar mit Erlaubniss des Propstes. — 
Entlehnungen und Versendungen gegen Revers, beziehungs- 
weise Kostenvergütung. — Entstanden aus den successiven 
Anschaffungen der Pröpste. — Am reichsten vertreten Prediger, 
Moralisten, Historiker, Ascese und Jurisprudenz. 

Jacksche, Franz. Der ritterliche Orden der Kreuzherren. In : Ein Clior- 
herrenbuch. Von Seb. Brunner. Würzburg 188;^. 

Pola (Küstenland). 

Ö07. [K. k. Staats-]Gymnasium besitzt eine Lehrer- und 
eine Schülerbibl. (llo:5 Werke). — Director: Anton Stitz; 
Bibliothekar der Lehrerbibl.: Gymn. -Lehrer Dr. Carl Maj-^er; 
der Schülerbibl. : Gymn.-Lehrer Dr. Franz Neumann. — Gegr. 
1890. 

Nach dem letzten Jahresberichte gearbeitet, da der Fragebogen nicht 
beantwortet wurde. 

Poln.-Ostrau (Schlesien). 

öOH. Museum K. J. Bukovansky besitzt eine Privatbibl. 
Handschriften aus dem 16., 17. u. 18. Jhdt, auch viele T3ücher 
aus dem 10. u. 17. Jhdt. — Besitzer K. J. Bukovansky, Schul- 
director. 

Pracliatitz (Böhmen). 

5U9. [K. k. Staats Real-]Gymnasium. — a) Lehrerbibl. 892 
Werke in 139.'j Bdn., öia Heften, :3S5-2 Programme; h) Schüler- 
bibl. 290 Werke in 361 Bdn. — Dotation: 100—140 Gulden. 
— Director: Theodor Sewera; Gustos der Lehrer- und 
Schülerbibl., sowie der Programmsammlung: Prof. Joliann 
Schima. — Alphabet. Zettel- und fachwissenschaftl. Band- 
katalog. — aj für die Professoren täglich in Gegenwart des 
Gustos, h) für Schüler alle 14 Tage zugänglich. — Entlehnung 
gegen Eintragung in das Entlehnbuch. — Versendung an die 
im Tauschverkehr stehenden Anstaltsdirectionen. — 186.') gegr. 
zugleich mit der Anstalt; diese bis 1870 Communnlanstalt, 
l«7o bis 188.5 Staatsanstalt, 1885 bis 1893 Communalanstalt, 
seit 189.3 wieder Staatsgymnasium. — Alle Fächer vertreten. 

Sewera, Theodor. Geschiclito des Realgymnasiums zu Pracliatitz . . . 
und Beschreibung des neuen (lymnasialg«!bäudes. Pracliatitz 18;)7. 
Schima, Johann. Katalog der Lehrerbilili<tthok des k. k. Staatsrealgymnasiums 
in Pracliatitz. Pracliatitz 1897. 



ßi2) Pra«?. hii 

.'»n». Deutsche Volksbücherei, Scliul^fasse. - Cn. lödo Jide, 

— Jahrosdotatioii ca. 7(» Üuldeii. — Obmann: Adolph Wim- 
busky; Bibliotliokaro: Anton Pachlliofer und Carl Mcssner; 
Ausschussniitiilieder: Cornolia Haudysz, Mario Sciiasehek, 
Anton Knoll, Wenzel Faber. — Die lUiclierei unter Ober- 
aufsicht des lUir^erineisters Johann Zdiarsky. — Ein hajid- 
sehriftlieher und ein im Druck befindlicher aiphabet. Katalo«^-. 

— Geöffnet Mittwoch von 1—2 und Sonnta<j; von 2— .'> Uhr. 

— Entlehnungen auf vier Wochen an jede der Schule ent- 
wachsene Person: doch hat sich dieselbe zuvor eine Ausleih- 
karte bei der Büehereileitunu zu verschaffen. — Keine Ver- 
sendungen. — Gegr. 1.s!m; vom Bürgermeister Johann Zdiarsky, 
dem verstorbenen Joseph Messner und Plans Schubert. Die 
Bücher des ehemaligen deutschen Lesevereines und des Lese- 
clubs der Professoren wurden theils derselben gespendet, theils 
angekauft. — Wissenschaftliche Werke, Classiker, Romane, 
Zeitschriften. 

Prag (Praha, Böhm.). 

511. Christliche Akademie, Nr. 223—1. Kettengasse. — 
2700 Bde., ISO Handschriften (Laut Handbuch der Kunst- 
pflege öOOO Bde.). — Vereinsbibl. wird durch Geschenke ver- 
mehrt, die Fach])ibl. durch Ankauf neuer Werke und Fort- 
setzungen ohne bestimmtes Präliminare. — Vorstand: Canonicus 
Dr. Franz Kräsl; Geschäftsleiter: Canonicus Dr. Josef Dou- 
brava; Cassier: Canonicus Dr. Frantisek Kry.'itufek; Secretär: 
Anton Matyäs. — Alphabet. Band- und Zettelkatalog. — Be- 
nutzbar in den Vormittagsstunden. — Bücher aus der Vereins- 
bibl. werden auch nach Hause auf 1 Monat verliehen, Bücher 
aus der Fachbibl. nur innerhalb der Vereinslocalitäten zur 
Verfügung gestellt. — Keine Versendungen. — Gegr. zugleich 
mit der Akademie 1875 vom Weihbischof J. Prucha und Prof. 
J. Konrad. — Theologische Wissenschaften, Kunst, insbesondere 
kirchliche Kunstgeschichte. 

512. Benedictinerkloster Emaus, H. - 41.o()0 Bde., 40 In- 
cunabeln. — Jahresdotation je nach Bedarf. — Bibliothekare: 
P. Joseph Henninger O. S. B.; P. Heinrich Molitor O. S. B.; 
P. Maurus v. Eichendorff O. S. B.; P. Method Vojäcek O. S. B. 
— Accessions-(Band-)Katalog, ein aiphabet. Gesammt-(Zettel-) 
Katalog, ein Standort-(Zettel-)Katalog, ein Fach-(Zettel-)Katalog; 
ein Schlagwort-(Zettel-)Katalog in Ausarbeitung. — Benutzbar 
nur für die Mitglieder des Stiftes. — Keine Entlehnungen 
und Versendungen. — Bei der Ue])ernahme des Stiftes im 
J. 1880 durch dieBenedictiner der Beuroner Congregation fand 
sich eine unbedeutende Bücherei vor. Fast den ganzen jetzigen 

Bibliotheks Adressbach. H 



162 Prag. [513 

Bestand der Averthvollen und durchuänuig einen wissenschaft- 
lichen Charakter tragenden Bibl. verdankt das Stift den rast- 
losen Bemühungen des gegenwärtigen Prälaten Dr. Benedict 
Sauter. der sich um die fortwährende Vermehrung und emsige 
Benützung des Bücherschatzes von Seiten der Stiftspriester 
die gr()ssten Verdienste erwarb. — Vertreten sind sämmtliche 
Wissenschaftszweige. Doch finden besondere Berücksichtigung 
die theologischen, philosophischen, historischen und natur- 
wissenschaftlichen Fächer. Die Anzahl der aufliegenden, meist 
wissenschaftlichen Zeitschriften beträgt über 100. 

Schanda, Wenzel. Montserrat-Emaus oder Slovan in Prag. In: Ein 
Benedictinerbuch von Seb. Brunner. Würzburg 1881. 

älo. Deutsches Casino. — Ende Sept. 1898 3542 Bde. — 
Jahresdotation für das Lesezimmer ca. 1800 Gulden. — Biblio- 
thekar: Lyc- Prof. Ferdinand Höhm als derzeitig functionirendes 
Directionsmitglied; ein Diener. — Bandkatalog. — Ent- 
lehnungen zweimal wöchentlich an Casinomitglieder auf vier 
Woclien. — Keine Versendungen. — Die Bibl. entstand zugleich 
mit der 1801 erfolgten Gründung des deutschen Casinos durch 
Einverleibung der im Lesezimmer aufliegenden Monatsschriften. 
— Belletristik, verschiedene politische und wissenschaftliche 
Revuen. 

514. Convent der Kreuzherren mit dem rothen Sterne 

Nr. 191 — L — Ca. 50.000 katalog. Bde. — Bibliothekar: Wenzel 
Weiser. — Handschriftlicher aiphabet. Bandkatalog. — Be- 
sichtigung jeden Vormittag in Begleitung des Bibliothekars 
gestattet. — Entlehnungen nur mit besonderer Genehmigung 
des Generals und Grossmeisters. — Hauptsächlich theologische 
Werke (Dogmatik, Moral-, Pastoraltheologie, Jus canon.), aber 
auch Kirchen- und Profangeschichte, sowie Philosophie, Natur- 
wissenschaften und Medicin. — Gegr. zugleich mit dem 
Kloster 1233. 

Jacksche, Franz. Der ritterliche Orden der Kreuzherren mit dem rothen 
Stern. In: Ein Chorlierrenbuch. Von Seb. Brunner. Würzburg 188:3. 

515. Deutscher Gabelsberger Stenographenverein, Charwat- 
gasse H. — IHK) Bde. stenographirter und auf Stenographie 
bezughabender Werke. — Bibliothekar: Richard Sicher. — 
Handschriftlicher Katalog (Druck in Vorbereitung) mit fünf 
Gruppen: a) Lehrbücher System Gabelsberger in deutscher 
Sprache; h) Lehrbücher anderer Systeme in deutscher S})rache; 

c) Lehrbücher der Stenographie für fremde Sprachen; 

d) Unterhaltungsh^ctüre; e) Zeitschriften System (xabelsberger 
in deutscher Sj)rache. — Benutzbar jeden Montag von 7 — 10 
Uhr abends. — Entlehnungen nur an Vereinsmitglieder auf 



öl»| Pra.-r. \r,:\ 

die DaiuM' v(»n 'J - -f Wochon und in der Zaiil von lir.rhstciis 
ilrei Stücken. Krim» Versejidiini,nMi. 

51»;. K. u. k. Garnisonsspital Nr. II. — Jluu iJde. — Xur 
auf die Spenden der Oeffentiieiikeit angewiesen. — Vorstand 
der jeweilii^e Militäreurat. — Alpliabef. Katal(^<^^ — IJenützbar 
einmal wr)chentlich. — Keine Versendungen. — Ilauptsäclilicli 
Belletristik. 

r)17. Israelitische Gemeinde. — Mehr als !MK)0 Bde., ca. 
tiO Iland.-^ehrirten und Jn Inounabeln. — Jahresdotation je 
nach Bedarf. — Präsident der israelitischen Cultusgemeinde- 
repräsentanz: Dr. Arnold Rosenbacher: Bibliothekar: Dr. 
Nathan Grün. — Zwei handschriftliche Kataloge und zwar je 
ein aiphabet. undSclilagAvortkatalog; für einzelne Sammlungen 
auch ein Zettelkatalog. — Benutzbar für Jedermann Sonntag 
von 11 — l Uhr. ^Montag von 4-7 Uhr abends. Mittwoch von 
3 — 5 Uhr nachmittags. — Entlehnungen mit besonderer Ge- 
nehmigung des Präses oder gegen Caution. — Versendungen 
nur mit Bewilligung der Gemeinderepräsentanz. — Eröffnet 
im März 1874 mit 5626 Bdn. Besteht aus den der Prager 
israelitischen Cultusgemeinde gespendeten Büchersammlungen 
des Vereins- und Genieindemitgliedes Baruch Jeiteles, des 
Univ. -Prof. Dr. Wolfgang Wessely, Ernst Wehli, S.Jerusalem, 
B. Foges und David Zappert, besonders aber aus der reich- 
haltigen und sehr werthvollen Bibl. des Prager Oberrabbiners 
S. L. Rappaport. Eine werthvolle Bereicherung erfuhr die 
Bibl. durch Erwerbung der aus mehr als 2000 Bdn. bestehen- 
den Koppelmann-Lieben'schen Bücherei. — Vorzugsweise 
Hebraica und Judaica. 

Grün, Nathan. Die israelitische Gemeindebibl. In: Neuzeit, Woclien- 
schrift für polit.-reli«^. Culturinteresscn. Jahrgang 1874. — Grün, Natlian. 
S. L. Rappaport und seine Bibl. in der Festsclirift: Centennarium des 
Oberrabbinors S. L. Rnpi)aport. IS'.l . . 

5ls. Königlich böhmische Gesellschaft der Wissenschaften 
(Regia societas scientiarum Bohemica), 502/1. — Ca. :}0.ooo 
Bde. — Keine besonderen für die Bibl. verfügbaren Geld- 
mittel; die Gesellschaft verwendet ca. 150 Gulden zum Bücher- 
ankauf. Der Zuwachs beträgt jedoch jährlich ca. looo Bde., 
weil die Gesellschaft mit nahezu 4oo gelehrten Gesellschaften 
und Instituten im Tausch verkehr steht — Generalsecretär : 
Univ. -Prof. Dr. Vaclav Emanuel Mourek; Bibliothekar: Georg 
Wegner, Gustos der Bibl. des Museums des Königreiches 
Böhmen. — Handschriftlicher aiphabet. Zettelkatalog und ein 
Localinventar. In Vorbereitung ein RepL'rtorium, welches eine 
vollständige bibliographische Uebersicht aller akademischen 

11* 



164 Prag. ['"'19 

und Gesellschaftsschrifteii Limfassen soll. Ausserdem alljähr- 
lich in dem Jahresberichte der Gesellschaft ein aiphabet. 
Ausweis über Tauschexemplare. — Zugänglich während des 
Studienjahres in den Amtsstunden von 4 -5 Uhr, nach Bedarf 
von 3—5 Uhr, an Sitzungstagen, d. i. etwa fünfmal im Monat, 
auch ausser dieser Zeit. In den Ferien nur ausnahmsweise. — 
Entlehnungen an Mitglieder innerhalb Prags auf vier Wochen, 
an Xichtmitglieder nur unter Haftung eines Mitgliedes. — 
Keine Versendungen. — Gegr. zugleich mit der Gesellschaft 1 7s4, 
zum grössten Theile durch Tausch entstanden und vermehrt. 
— Alle von der Gesellschaft gepflegten Wissenschaften, Philo- 
sophie, Geschichte, Philologie, Mathematik und Naturwissen- 
schaften; Theologie und Medicin sind ausgeschlossen. 

Kalousek, Jos. Geschichte der königl. böhm. Gesellschaft der Wissen- 
schaften. Prag 188i— 1885. — Studnicka, Franz Josef. Bericht über die 
mathematischen und naturwissenschaftlichen Publicationen der königl. 
böhm. Gesellschaft der Wissenschaften. Prag 1884- 1885. — Wegner, Georg. 
Generalregister zu den Schriften der königl. böhm. Gesellschaft der 
Wissenschaften 1784—1884. Prag 1884. 

519. Böhm. Gewerbemuseum. Näprstek-Bibliothek (Näprst- 
kova knihovna Geskeho Prümysloveho Musea), Betlemplatz •2Glt. 

— 49..S7Ö Bde. — Jahresdotation 300—400 Gulden. — Die 
Bibl., die mit dem Museum seit 1874 nach dem Testamente 
des Adalbert Näprstek der Stadt Prag gehört, wird durch ein 
Curatorium verwaltet. Derzeit Präses: Dr. Jan Podlipny; 
3 Mitglieder vom Stadtverordnetencollegium: Josef V. Noväk, 
Heinrich Rychlik, Dr. Josef Scheiner; ferner: Dr. Thomas 
Cerny, Prof. Dr. Koiistka; Bibliothekar: Josef L. Kottner etc. 

— Zettelhandkatalog, zugleich Standortsrepertorium, aiphabet, 
nach Schlagworten geordnet, für: böhmische, deutsche, eng- 
lische Literatur, Bohemica, die Bücher über Japan und China etc. 
Materienkatalog für Photographien, stereoskopische Abbil- 
dungen etc. — Geöffnet täglich, auch an Sonn- und Feier- 
tagen von 9 — 12 Uhr, Montag nachmittags im Winter von 
3-^6, im Sommer von 3 — 7 Uhr für die Freunde und Gönner 
der Familie Näprstek und die von ihnen eingeführten oder 
empfohlenen Gäste; Mittwoch und Samstag von 2 — 7 Uhr für 
die Damen des böhmisch-amerikanischen Clubs in Prag. — 
Entlehnungen auf 14 Tage gegen Bestätigung. — Versendungen 
nur ausnahmsweise. — Gegr. 1^58 von Adalbert Näprstek 
nach seiner Rückkehr aus Amerika, wo er 10 Jahre verlebte; 
auf Grund seiner dortigen Erfahrungen sowie seiner Studien 
an der orientalischen Akademie richtete er seine Prager 
Gründung ein. Die freie Lebensweise der Amerikanerinnen 
beeinflusste ihn derart, dass er nach seiner Rückkehr nach 
Prag bald einen cechisch-amerikanischen Damenclub in Prag 



gründete, indem er die Daincii ersl dm-ch sein** Vortrüirc um 
sich schaarte und iliiien als Miltclinuikl, sein«; Hihliotlick und 
ein Lesezininier anbot, wo die Frauenfraji^e in IJücliern und 
Zeitschriften j2:e})flegt wurde. Diese Bibl. war zugleicli die erste, 
zu der die Frauen Zutritt erliiclten. Ausser der Frauen frage 
pflegte Naprstek auch die Literatur über Japan und ('iiina, 
für die er grosses Interesse hegte, und die er seilest 
studirte. Da er auch die übrigen Wissenszweige eifrig 
pflegte, wurde die Dibl. ein Unicuni in ihrer Art. Im Te- 
stament vermachte Naprstek das Museum und die Bibl., 
die einen Theil desselben bildet, der Stadt Prag. Die Bü- 
cherei enthält u. a. : eine Sammlung von Photographien 
(1-2. H07 Stück), Diagramme, Karten, Stadt- und Ortspiäne. An- 
sichten von Städten, Ausstellungen etc. (^öim Stück), Dia- 
gramme von Wohlthätigkeitsanstalten in England und Amt^rika, 
von Prof. Studni('kazu Naprstek's Vorträgen gesammelt (1 o J St.), 
eine Sammlung von Tafeln aus den Gebieten der Naturwissen- 
schaften, Erdbeschreibung, Astronomie etc., herausgegeben 
vom Verein .,W()rking men's edueational Union" in London 
(47r> Stück). Eine interessante Abtheilung bildet das Scrap 
book, eine Samnüung von Ausschnitten aus deutschen, cechi- 
schen und fremdsprachigen Zeitungen in ist Bdn.. begonnen 
1850 und nach dem Inhalt geordnet (z. B. Frauenfrage. Er- 
ziehung, Cechen in der Fremde. Arbeiterfrage, China, Ge- 
werbe. Afrika, Wohlthätigkeit, Ausstellungen, Museen, Natur- 
geschichte, Japan, Johann Hus etc. Reisehandbücher (J27 Bde., 
Times von is.")ii an etc. 

520. [K. k. akademisches Staats-]Gymnasium (Cis. kräl. 
akademicky gymnasium). — a) Lehrerbibl. 4472 Werke in 
sisl Bdn. 'und (;.s29 Heften; h) Schülerbibl. 32S(; Werke in 
5858 Bdn. — Dotation für die Lehrmittelsammlung 746 Gul- 
den. — Director: Jaroslav Sobicka; Gustos für (r) und b) 
Prof. Antonin Truhläf. — Gegr. 15G6 als Jesuitengymn. 

Nach dem letzten Jahresberichte gearbeitet, da der Fragebogen nicht 
beantwortet wurde. 

521. [K. k. deutsches Staats-]Gymnasium auf der Altstadt. 

— a) Lehrerbibl. i;t3;$ Bde., 2()4 Hefte, 94 Tafeln, 81 7s Pro- 
gramme: h) Schülerbibl. 12:5(i Werke in l23s Bdn.. 5') Heften. 

— Director: Reg.-Bath Dr. Johann Conrad Hackspiel; Bil)lio- 
thekarfüraj Prof. Emil Gschwind; für die Programmsammlung: 
Prof. Dr. Hugo Ostermann: für h) Prof. Moritz Strach. — Gegr. 
1S71 als Realgymn. 

Gschwind, Eniil. Katalog der Lelirerbibl. In : 2(i. Jahresbericht über das 
Staatsgynin. mit doutsclior ITntorrichtsspraclie in Frag-Altstadt. Prag 1808. 

Nach dem letzten Jahresberichte gearl)eltct, da der Fragebogen nicht 
beantwortet wurde. 



166 Prag:. C^'*— 

5-22. [K. k. deutsches Staats-]Gymnasium auf der Neustadt, 
Graben. — aj Lehrerbibl. vItJ-U Werke in ö'JSf) Bdn., 2180 
Hefteil, 13.117 Protrramme; h) Schülerbibl. 1744 Werke in 
2408 Bdn., 31 Heften. — Dotation der Lelirmittelsamniluntren 
pro 1S97/98 öTö-Gs Gulden. — Director: Dr. Joseph Walter; 
Verwalter von a) Prof. Johann Strohschneider; von J») Gymn.- 
Lehrer Georg Tauber. — 1778 wurde das ehemalige Jesuiten- 
gynin. von den Piaristen wieder eröffnet. ls74 verstaatlicht. 

Nach dem letzten Jaliresberichte gearbeitet, da der Fragebogen nicht 
beantwortet wurde. 

523. [K. k. Staats-Real- und Ober-]Gymnaslum (Realnv a 
vys.si gymuasium), Neustadt, Kfemenecgasse l7i). — r/) Lehrer- 
bibl. 160fi Werke in 32r)6 Bdn., 2r>l Heften; h) Schülerbibl. 
199.Ö Bde. — Director: MatejTrapl; Bibliothekar für a) Prof. 
Dr. Jan Novak; für h) Gymn. -Lehrer Vladislav Kalousek. — 
Gegr. 1871. Obergymn. seit 187.'). 

Novak, Jan. Seznam spisü, chovanych v kniliovnö ucitelske. In: Zprava 
o eis. krä'. realnem a vyS.^im gymnasia v Praze. V. Praze 1897 f. 

Nach dem letzten Jahresberichte gearbeitet, da der Fragebogen nicht 
beantwortet wurde. 

.524. [K. k. bömisches Staats-]Gymnaslum auf der Neustadt, 
Tischlergasse (Cis. kräl. vys.si gymuasium cesk}' na Novem 
M( st»' . — n) Lehrerbibl. 2569 Werke in 3024 Bdn. und 497 
Heften, 3657 Programme; h) Schülerbibl. 2311 Werke in 2843 
Bdn. — Dotation für die Lehrmittelsammlung pro 1897/98 
801-50 Gulden. — Director: Franti.sek Sobek; Gustos für a) 
Prof. Dr. Matej Kovaf; invl) Prof. Dr.JiiiGuth. — Errichtet 
1874 als Realgj'mn. durch Lostrennung der am akadem. Gj'mn. 
bestandenen Parallelclassen, seit 1880 Obergymn. 

Koväf, Matej. Seznam knihovny ucitelske. In: Vyrocni zprava cis. kral. 
vy^.iiho gj-ninasia eeskeho na Novem Mestö v Praze (v Truhlaiske Ulici). 
V Praze l's98. 

Nach dem letzten Jahresberichte gearbeitet, da der Fragebogen nicht 
beantwortet wurde 

.525. [K. k. deutsches Staats-]Gymnaslum auf der Neustadt, 
Stephansgasse. — a) Lehrerbibl. 4219 Werke in 5:551 Bdn., 
'.'7'.» Heften. 7519 Programme: hj Schülerbibl. 4317 Werke. — 
Für die Lehrmittelsammlung standen 1897/98 654-81 Gulden 
zur Verfügung. — Director: Reg.-Rath Dr. Ludwig Chevalier; 
Verwalter von a) Prof. Franz Ullsperger; von h) Prof. Gustav 
Proft. — Eröffnet 1881: Obergymn. seit 1887. 

Nach dem letzten Jahresberichte gearbeitet, da der Fragebogen niclit 
beantwortet wurde. 

526. [K. k. böhmisches Staats-]Gymnasium auf der Neustadt, 

(Korngasse) (C. k. vy->i gymuasium), Korngasse Nr. :>^'>^\—\L 



••29] VriMS. IC? 

— n) Lt'lir.'rl»il»l. i.")»),' IMc. '.•■.';; Hefte : //; Scliülcrhil.i. 
i:U:{ Bde., 1,* Ilefto. — Diroctor: P>anz (Jresl; Custos für a) 
Prof, Fninz Hutli: für h) Prof. »T(»liann IMiitnor. — Inventar. 
Hand- und Zettelknlalo,^^ — Penützhar für Lehrer und Soliület- 
der Anstalt sowie für Lehrer anderer Mittelsehuhni i^o^en 
Knii>fanL:sl»estälii;nn,u. — I^nthdinuny: auf 1 Monal. — Ge<;r. 
mit der Anstalt 1881. 

r>07. [K. k. deutsches] Gymnasium auf der Kleinseite. — 

n) Lehrerbibl. si;;;t i;,le. und 1.'>.17'.' Programme; hj Sehüler- 
bibl. 3J»(;4 Bde. — Lehrmitteldotation 440 dulden. — Director: 
a. o. Prof. Dr. Friedrich Schubert; Custos für n) Prof. 
Heinrich Kerhl; für h) Prof. Dr. Heinrich Rotter. — Zettel- 
und Fachkatalo^-. letzterer neu an^eletrt. — Benutzbar a) in 
der schulfreien Zeit des Bibliothekars: h) an bestimmten 
Tatren. — Entlehnunuen an Prof. und andere Personen «leiren 
Empfanirsschein. — Keine Versendung. — Die Anstalt wurde 
1628 von Albrecht von Waldstein als Jesuiten<2:ymn. ge<rr. — 
Humanistische und realistische Fächer. 

Korlil, Heinrich. Katalog der Lehrerbibl. In: Programm des k. k. 
deutschen Obergymnasiunis der Kleinseite in Prag. Prag 189S. 

^)0^^. [K. k. böhmisches Staats-]Gymnasium auf der Klein- 
seite (C. k. cesky statin' ii:ymnasium na male stranc), Joscts- 
gasse •;. — a) Lehrerbibl. 2(;82 Werke in 2756 Bdn. und 
143 Heften, 3663 Programme; b) Schülerbibl. 2911 Werke in 
4760 Bdn. — Dotation ca. 2.')t> Gulden. — Director: Carl 
Nerasek: Custos für a) Prof. Carl Himer: für h) Prof. 
Wenzel Müller. — Ein Band-, ein Zettelkatalog. — Benutzbar 
für Mitglieder des Lehrkörpers täglich von 8 — 12, 2—4 Uhr. 

— Entlehnung a) an die Mitglieder des Lehrkörpers der An- 
stalt gegen Bestätigung. — Versendung an andere Mittel- 
schulen gegen Bestätigung der Direction. — Gegr. is6r) als 
Bibl. des Communal-Realgymnasiums, das 1892 in Staats- 
verwaltung übernommen und in ein Gymnasium mit obli- 
gatem Zeichenunterricht verwandelt wurde. Die bis I8;i2 an- 
gekauften Bücher bleiben auch fernerhin Eigenthum der 
Stadtgemeinde Prag. — Alle für das Mittelschulwesen wichtigen 
Wissenschaften. 

Bibl. -Katalog wird im Laufe der nächsten zwei Jahre in den Jahres- 
berichten der Anstalt erseheinen. 

529. Böhmisches Handelsmuseum (Ceske obchodni museum) 
hat vorläufig nur eine kleine Bibl. von ca. 4 so Bdn. — Vor- 
erst nur zu eigenem Gebrauche. — Entlehnungen an dem 
Handelsmuseum näher stehende und andere Interessenten. 
Diese Verhältnisse sind jedoch keineswegs definitiv und haupt- 



168 Prag. [530 

sächlich durch den Mantiel an Localitäten begründet. Nach 
der bevorstehenden Uebersiedlung des Museums wird die Bibl. 
rasch vermehrt und dem Publicum zugänglich gemacht werden. 

— Präsident: R. v. Riesenburg; Secretär : Fr. Illaväöek. — 
Adressbücher, praktisch-kaufmännische und industrielle Publi- 
cationen. 

530. Handels- und Gewerbekammer, II. Purkj'^uova ulice 6. 

— 10.00(1 Bde. nebst einer bedeutenden Anzahl von Zeit- 
schriften, Broschüren und kleineren Publicationen. — Jalires- 
dotation ir)00 — iGoo Gulden. — Präsident: Joseph Wohanka; 
Secretäre: Kais. R. Dr. Jos. Fort, Dr. Franz Cuhei; Biblit)- 
tliekar: Adalbert Mottl. — Nebst einem gedruckten Kataloge 
vom Jahre 1884 besteht ein alphabet. Zettelkatalog. Die Bibl. 
wird eben nach dem Radiussysteme geordnet und soll einen 
Schlagwortkatalog in Zetteln erhalten. — Benutzbar während 
der Amtsstunden von s — -2 Uhr in erster Linie für die Mit- 
glieder der Kammer und des Bureaus. — p]bens() Entlehnungen. 

— Versendungen nur mit besonderer Bewilligung des Secre- 
tariates auf Kosten und Gefahr des Adressaten. — Zugleich 
mit der Kammer is.M gegr. Das Anwachsen derselben ging 
anfangs langsam vor sich: im Jahre 1853 zählte sie 3-2(; Bde. 
1«H3: -2073 Bde. Bis Ende des Jahres l.si)4 versah den Dienst 
in der Bibl. unter der Leitung des jeweiligen Kammersecretärs 
ein dazu besonders designirter Kammerbeamter; Anfang 
des Jahres 1895 Systemisirung einer Bibliothekarstelle. 
Der Bücherzuwachs erfolgt hauptsächlich durch Anschaf- 
fungen und durch Umtausch gegen Kammerpublicationen. 

— Statistik, Rechts- und Staatswissenschaften, insbesondere 
Volkswirthschaft und Socialwissenschaft, Finanzwissenschaft, 
Verkehrswesen, Handelswissenschaft, technisch - industrielle 
Literatur, fachliches Schulwesen. Ausstellungsliteratur, über- 
dies Philosophie und Geschichte. Zahlreiche Berichte der 
öst.-ung. Handels- und Gewerbekammern, Programme der 
gewerblichen und kaufmännischen Fortbildungs- und Fach- 
schulen der Handels- und Verkehrsanstalten. 

531. Handels- und Gewerbekammer. Kunstgewerbliches 
Museum. (Umrlecko - i)rumyslove oljchodni a zivnostenske 
komory). — Ende 1 «1)8:2344 Werke in 43!t2 Bdn., überdies eine 
Vorbildersammlung von 21.105 Blättern in 402 Portefeuilles. — ■ 
Jahresdotation 3400— 4(100 Gulden. — Director : Dr. Karl Chytil; 
Gustos: F. A. Borovsky; Assistent: Dr. F. X. Jifik; Oificial 
Heinrich Melzer. — Ilandschriftl. Zettel-, Band-, aiphabet, 
u. Schlagwortkatalog. — Der Lese- und Zoichensaal ist für 
Jedermann, der ernste Ziele verfolgt, unentgeltlich zugänglich, 
und zwar tÜLilioli )nit .Ausnaliinc des Mrmtaufs von 10 — 12 und in 



den Moiiatt'ii -laiiuar l>is Mäiv. und ( )(!lnl)('r bis DcccihIxt riiiifinal 
wöcheutlioh von f) — t; Uhr ahonds; im Monate tlnli li> Ta^^e 
Reiniizunirsforion. — Entlchnnni^on I. olino Krla*^ cinoi- 
Caution: n > an dif MitulitMlci- dos Curatoriunis: h) an dir 
HeanitiMi dfs Curatoriunis: d an Profossorcn und liolircr dci- 
k. k Knnst<;e\vorl>('sciiul(' und dor Fachsclinlcn, I'rtd". (\iT 
Prauer lloclischnltMi u. Mitul. der (loskä aka<lemi(': »h an 
Schüler der k. k. Kunstgewerbeschule gegen einen vom 
Director vidirten Kmpfangsschein: in diesem Falle haftet die 
Anstalt für richtige Rückgabe oder genügenden Ersatz: r) an 
KünstltM' und (lewerbetreibende, welche auf ihr Ansuehen vom 
C'Uratorium vom ludag einer Caution auf ein Jahi' befreit 
wurden: II. gegen Erlag einer Caution, deren Ibdio di«^ I5iblio- 
theksleitung zu bestimmen hat, werden Jedermann nach Thun- 
lichkeit Bücher oder Vorlagen entlehnt. 

Ornranisatiimsplan clfs kunstt^owprbliohon Miisouins clor Ilandols- und 
Gewerbokainnier in Piap;. — Katalog der Vorhildorsamiulung des k. M. d. 
n. u. G.-K. in Präs vorfasst von F. A. Borovsky. Prac; 1S5)T. — Poriclit 
dos Curatoriuins f. d. Vorwaltungsjahr ISO?. Prag ls«.)K. [i'.rsclioint jiilirlicli.) 

r):}-2. Deutscher Handwerkerverein, Charwatgasse 41 — II. — 
Ende isüs: ;i(il-2 Udo. — Jahresdotation ca. 2(m) fl. — Unter- 
steht dem Vereinsausschusso und wird von einem Bibliothekar 
geleitet. — Handschriftl. Zettel- und aiphabet. Kataloge, letz- 
terer zum Druck vorbereitet. — Benutzbar nur für Vereins- 
mitglieder Mittwoch und Samstag von — s Uhr, gegen eine 
monatliche Lesegebühr von 2-4 kr. per Bd. — Ebenso Ent- 
lehnungen. — Keine Versendungen. — Gegr. am 10. Xov. 
ixxi. — Belletristik und gewerbliche Fachliteratur. 

Satzungen des deutschen Handwerkervereines in Prag. Genehm, mit 
h. k. k. Statthalterei-Erl. vom 9. Januar 1892, Z. 14.S()29. -- Dreizehntor 
Jaliresbericht des deutsehen Handwerkervereinos in Prag. Yeroinsj. is<»7. 
Erstattet in dor ordentlichen Hauptversammlung am 23. Januar 1S9S. 

533. K. k. technische Hochschulen, I, Husgasse ä. ~ Ende 
1897/H: 30.(;.S() Bde. — Jahresdotation -Ittoo Cukien nebst ca. 1 ;')()() 
Gulden Matrikelgebühren. — Vorstand: Adalbert Valenta, 
k. k. Scriptor; ein Diener. — Alphabet. Zottelkatalog. — Be- 
nutzbar an Wochentagen von — 12 und 4 — 7 IHir (Mittwoch 
ausgenommen); an Sonn- und Feiertagen, mit Ausnahme der 
hohen Festtage, von 9 — 12 Uhr. — Benutzbar nach den für 
öffentliche Bibliotheken giltigen Normen. — Ebenso Ent- 
lehnungen und Versendungen. — Entstand mit der Gründung' 
des ständisch-polytochnisclien Institutes 18(»<; aus dor ältoron 
Ingenieurschule, aus welcher die ersten Werke in dor Zahl 
von «04 Bdn. stammten. Mit S'chluss ls.-)(; zählte die Bibl. 
ausser den eben erwähnton 72?:? Bde. In Ermangelung eines 



170 Prao:. [534 

geeigneten Lesesaales beschränkte sich ihre Benützung bis 
1865 anf das Entlehnen der lUicher nach Hause und erst 
von diesem Zeitpunkte an, in Folge der Eröffnung eines Lese- 
zimmers und dadurch, dass derselben grössere Geldmittel 
zu Gebote standen, begann ihr Wachsthum und ihre Be- 
deutung. Nach der Trennung des utra([uistischen Polytech- 
nikums l.S(;;t/70 in ein deutsches und ein böhmisches verblieb 
die Bibl. für beide Lehranstalten gemeinsam in den bisherigen 
Bäumen des ersteren. Mit der Uebernahme der beiden tech- 
nischen Hochschulen in die Staatsverwaltung i. J. IM? 4 und 
der Erhöhung der ständigen Dotation auf die gegenwärtige 
Summe, sowie durch den Zufluss reichlicher Geschenke wurde 
die Bibl. in den Stand gesetzt, namhafte Lücken aus der 
technischen Literatur auszufüllen und sich so anderen gut 
dotirten und bestellten Bibliotheken zu nähern. — Alle mit 
dem technischen Studium in Verbindung stehenden Wissen- 
schaften, namentlich die mathematisch-naturwissenschaftlichen. 

Katalog der Bibl. der k. k. technischen Hochschule in Prag. Reichend 
bis 1898. Prag 189S. — Katalog knihovnj' c. k. vysokycli skol tochnickvoli 
V Praze. Rokem 189."] zakom-en. V Praze ISOS. 

534. Böhmische Kaiser Franz Joseph-Akademie der Wissen- 
schaften, Literatur und Kunst (Ceske akademie cisaie Frantiska 
Josefa pro vedy. slovesnost a umeni) IL Wenzelsplatz 
Nr. 1700, Museumsgebäude. — 5250 Bde. — Jahresdotation 
1000 Gulden. — Die Geschäfte leitet die Akademiekanzlei. 
Kanzleidirector: Jos. J. Koran; 1 Kanzlist, 1 Diener. — Alpha- 
bet. Zettelkatalog. — Täglich von 9~12 und 2—5 Uhr für 
Mitglieder der Akademie, der kön. böhm. Gesellschaft der 
Wissenschaften und des Museums des Königreiches Böhmen 
benutzbar; ebenso Entlehnungen in der Regel auf 2 Monate, 
längstens bis zu den nächsten akademischen Ferien. — Zur 
Entlehnung nach Orten ausserhalb Prags und der nächsten 
Umgebung ist besondere Bewilligung des Präsidiums erfor- 
derlich. — Keine Versendung. — Die Bibl. verdankt ihre 
Entstehung dem Schriftenaustausch, den die 181)0 gegr. Aka- 
demie mit den übrigen Akademien und wissenschaftlichen 
Gesellschaften einleitete. Die Literatur aus allen in den vier 
Classen der Akademie vertretenen Wissenschaften und 
Künsten. 

535. Kaiser Franz Joseph-Kinderspital, 135i)/IL — 5431 Bde. 
— Jahresdotation je nach Bedarf. — Director: Prof. Dr. 
Friedrich Ganghofner. — Zettelkatalog. — Keine bestimmten 
Bibliotheksstunden. — Entlehnungen nur ausnahmsweise an 
die Mitglieder der Universität. — Begründet von Dr. Jo.seph 
Freiherr v. Löscher. — Ausser älteren balneologischen 



r.39] Pratr. 



171 



Sehrift(Mi vorwinyond ÜücIkm- uinl Zcilsclii-irtrn :ins (h'in (lo- 
bicto (lor Kiiidorlioilkiind*'. 

.").!(;. Paediatrische Klinik der Lüiidcsriiidclniislnlt (Vorstand 
l'nif. Dl-. Alois I'][)st('iii) besitzt nur eine kh'iiie JIaiidl)il)i , 
wobdio aus Arohivcii, Zi^itschrirtcn und wcuinon Werken fast 
ausseliHossHeh pädiatriscbcMi Inhaltes bestellt. 

537. Künstlerverein (LTnielecka Beseda) im Palais der 
Landesbank des Könii;reielies Böhmen in Prau. (Jraben. — 
n) Musikarchiv iscc Musikwerke; l>) Pücherei Ahn Werke. 
.'»352 Bde., 4;') alte Todesscheine, 29-2 Theaterzettel, einige 
städtische Privilegien: königliche Pergamenturkunden und 
300 eechisrhe Urkunden: eine grosse Zahl Ilandschrirten 
rechischer Literatur: r> Bde. Originalbriefo berühmter ^Männer 
und Frauen, Notizbücher. — Ankauf alter, besonders der 
sla vischen Werke; beträchtliche Dotation vom Verwaltungs- 
ausschuss des Künstlervereines; zahlreiche Geschenke. -- 
Curator und Vorstand: Bohuslav Schnirch; Schriftführer: Dr. 
Ceiiek Klier: Bibliothekar: A. Sova: Archivar: J. Pastejfik. 

öo8. Landesausschuss des Königreiches Böhmen (Vvbor 
krälovstvi (leskeho). — 241. s Werke in 7043 Bdn. — Ein ge- 
druckter Materienkatalog: ein alpliabet. xVutorenzettelkatalog. 

— Benützung der Landesausschussbibl. in der Regel nur den 
Mitgliedern des Landtages des Königreiches Böhmen und den 
Landesbeamten gestattet. Geöffnet während der für die Be- 
amten des Landesausschusses des Königreiches Böhmen nor- 
mirten Amtsstunden, wie für die Dauer der Session auch 
während der Plenar-, beziehungsweise Commissionssitzungen. 

— Entlehnung nur ausnahmsweise; ausgeschlossen sind von 
dieser: Gesetzessammlungen, Landtags- und Keichsrathsver- 
handlungen. Zeitschriften, Nachschlagewerke, Encyklopädien, 
Repertorien, Hand- und Wörterbücher. Schematismen, Karten 
und Atlanten, sowie kostbare, schwer ersetzbare oder viel- 
benützte Werke. — Entlehnung auf 2-4 Wochen gegen 
Empfangsschein. — Besonders vertreten: Nationalökonomie. 
Polizei- und Finanzwissenschaft, Landescultur und Bergwesen. 
Geschichte. 

Seznam del a spisu obsazenych koncem cervna 1S9S v knihovnt^ zonis- 
keho vyboru krälovstvi Csskeho. Realkatalog über die mit Ende des Mo- 
nates Juni l.SOS in der Bibl. dos Landesausscliusses des Königreiches 
Böhmen entlialtenen Werke und Reliriften. Prag 1S9S. 

53I>. Landesculturrath für das Königreich Böhmen. II — 7;ili. 

— An 3G.()0() Bde. — Jahresdotation durchschnittlich looo 
Gulden. — Bibliothekscomite: Obmann E.Ritter v. Thcumer: 
Mitglieder: Ilcinricli Ma.<tälka, Dr. G. Scheiner; den Biblio- 



172 Prag. [»*0 

theksdienst versieht der L. C. R. -Beamte J. Jeräbek. — Hand- 
schriftlich ein aiphabet. Zettelkatalog in vier Abtheilungen, 
und zwar Bücher s", Bücher 4", Zeitschriften S**, Zeitschriften 
4*^. Dieser Katalog ist zugleich Standortsrcpertorium. — Mitt- 
woch und Samstag von f» — 2 Uhr allgemein zugänglich. — 
Entlehnung gegen Empfangsbestätigung an: a) land- und 
forstwirthschaftliche Unterrichtsanstalten: h) land- und forst- 
wirthschaftliche Vereine; c) Mitglieder, Beamte und ständige 
Functionäre des Landesculturrathes: fl) die vom L. C. R. mit 
Referaten betrauten Fachmänner; e) Landtags- und Reichs- 
rathsabgeordnete aus Böhmen: f) Professoren der Prager 
Hochschulen; g) Studirende der Prager Hochschulen, wenn 
sich dieselben mit ihrer Legitimation ausweisen; h) ausnahms- 
weise auch an andere Corporationen und andere Personen, 
die sich genügend legitimiren, nach ertheilter schriftlicher 
Bewilligung des Präsidiums. — Versendung ebenso gegen Er- 
satz der Versendungskosten. — So weit bekannt, mochte die Bibl. 
in den Dreissigerjahren durch die bestandene, i. J. 1872 auf- 
gelöste k. k. stat.-ökon. Gesellschaft angelegt worden sein. 
Im J. 18:^i» zählte die Bibl. 3110 Bde. Vom J. 1872 über- 
nahm der Landesculturrath für das Königreich Böhmen die 
Verwaltung der Bibl. — Land- und Forstwirthschaft, landw. 
Industrie, Statistik und Nationalökonomie. Fachjournalistik. 
— Der Landesculturrath unterstützt im Wege seiner beiden 
Sectionen in allen Landestheilen die bei landw. Schulen und 
landw. Vereinen bestehenden kleineren Bibl. 

Im Druck erschien der Hauptkatalog i. J. 1882, dazu der I. Nachtrag 
1886, der II. 1898. 

.540. Lese- und Redehalle der deutschen Studenten in Prag, 

Ferdinandsstrasse 12. — Ende 18i»7: 45.703 Bde. — Dotation 
nach Bedarf. — Leiter ist der für ein Semester aus dem Aus- 
schusse des Vereines gewählte Bibliothekar, dem 10 — 12 
, .Fachverwalter" zur Seite stehen. — Fachkataloge in Buch- 
form; ein aiphabet. Zettelkatalog in Bearbeitung. — Für die 
Mitglieder des Vereines bestimmt, kann jedoch mit Bewilligung 
des Ausschusses auch von Nichtmitgliedern benützt werden. — 
Entlehnung täglich von !• — 12 vorm. und von 2 — 4 Uhr nachm. 
— Zur Versendung ist die Bewilligung des Ausschusses er- 
forderlicli. — Die Bibl. besteht s. d. J. 1.S4H und wurde durch 
zahlreiche Geschenke und Legate vermehrt. — Sie pflegt alle 
Wissenschaften. 

Dor Borioht der Lose- und Redehalle der deutschen Studenten in Prag 
enthält einen Uibl.-Hericlit, der über das .lalir IH'.t? aucli ein Verzeichniss 
der in der Hihi, aufliegenden Zeitschriften, naeli Fäclu'i-n und F,rscheinungi5- 
orten geordnet, bringt. 



u] 



Prag. 173 



.'»II. Deutsches Mädchen-Lyceum. — a) Lclncihilil. I l'.i") 
Wi'i'ko in J.ir.i lUlii. 1111(1 llofti'u; /') SeliiilcriiiiuMibil)!. llsi 
Werke in ir)7;H Hdii. — Director: LiKhvii.,^ Sclile.sini^er; Custos 
für tt) Prof. Hans Kassier: für l>) Prof. Franz Uardaclizi. - - 
Gegr. IST 1 vt)n Privaten. Steht unter einem Ausseliusse dessen 
Obmann der Advocat Dr. Carl (Maiidi ist. 

Naoli dem lot/ton Jahrosbcriohto gearbeitet, da der Frajj;el»(><ien iiielil 
beantwortet wurde. 

f)40. [Privat-JMädchen-Mittelschuie (Soukroma stfedni .•^kola 
divca spolktt Minervy). — a j Lehrerbibl. ■2<;2 Werke in Ul» 
Bdn., l(>t;o Programme: h) Schülerbibl. .')G2 Werke in 73."> Bdii. 
— Director: Jilji V. Jahn. — Gegr. is'jo, erhalten vom Verein 
..^linerva". 

543. Minoritenconvent St. Jacob. - Ca. sooo Bde., worunter 
eine Anzahl Driieksehril'ten und Manuscripte aus dem Ende 
des 15. Jhdts. — Jahresdotation je nach Bedarf. — Guardian: 
Theol. und Phil. Dr. Ludwig Skrda. — Zettel- und aiphabet. 
Bandkatalog. — Benutzbar nur für die Ordensniitgliecler. — 
Ebenso Entlehnungen. — Keine Versendungen. — Kloster 
gegr. 12 20. — Theologie. 

r)44. Museum des Königreiches Böhmen (Museum kralovstvi 
ceskeho. ]\Iuseum Regni B(»hemiae). — Ca. 2()o.()(>(> Bde., 
3000 Handschriften, G50 Incunabeln. — Jahresdotation für 
Bücherankauf 3ooo Gulden. — Bibliothekar: Adolf Patera; 
Custos: Georg Wegner; Scriptoren: Johann Lego, Joseph 
Ku.ska, Univ.-Doc. Dr. Vincenz Zibrt und Dr. Wenzel lleznirek: 
Aushilfsbeamter: Joseph Kolar. — Handschriftliche aiphabet. 
Zettel- und Localkataloge. — Ausgenommen die Sonn- und 
Feiertage, sowie die Zeit vom 1. — 15. August, in welcher die 
Bibliotheksrevision stattfindet, ist der Lesesaal bis auf weitere 
Verfügungen von h Uhr früh bis 1 Uhr, Mittwoch und Samstag 
von 3 — 6 Uhr abends geöffnet. Die Bibl. steht jedem zur 
wissenschaftlichen Belehrung und Ausbildung offen. — Das 
Recht, Bücher und Handschriften nach Hause zu entleihen, 
steht einzig und ausschliesslich zu: a) den Mitgliedern der 
Musealgesellschaft, welche ihre Beiträge ordnungsgemäss 
leisten; b) anderen Personen, denen über schriftliches An- 
suchen dieses Recht vom Musevimsausschusse auf eine be- 
stimmte Zeit und in einem bestimmten Umfange ertheilt 
wurde. — Zur Versendung von Büchern und Handschriften 
an Mitglieder der Museumsgesellschaften, an P>ibl. u. s. w. 
ist stets die Einwilligung des Bibliothekars erforderlich. — 
Die Entstehung der Museumsbibl. hängt mit der Gründung 
des vaterländischen Museums in Prajj i. J. isis zusammen. 



17 4 Prag. [545 

Den Grund legte Kaspar Graf Sternberg, welcher dein Mu- 
seum seine bedeutende Sammlung besonders naturwissen- 
schaftlicher Schriften widmete; dann wurde die Museumsbibl. 
ausser durch Ankauf und Geschenke von einzelnen Büchern, 
namentlich durch Widmungen grosser Büchersammlungen 
vermehrt, welche dem Museum von Gönnern (Jos. Graf Kolo- 
vrat-Krakovsky, Erzbischof Wenzel Leopold Chlumcansky v. 
Prestavlk, v. Wunschwitz, Minister Franz Anton Graf Kolo- 
vrat Libsteinsky, J. Fessl, Franz Graf Klebeisberg, Franz 
Ritter v. Chanovsky v. Langendorf, Graf E. Pälffy, E. Jelinek 
und Dr. W. Gabler) zukamen. Ausser Dobrovsky's Bibl. er- 
hielt das Museum vom Landtage des Königreiches Böhmen 
die Bibl. des Forschers P. J. Safank und von der ,,Obcanska 
Zälozna" in Karolinenthal die Bibl. des Historiographen Franz 
Palacky. — Hauptsächlich böhmische Literatur, Bohemica, Ge- 
schichte und Naturwissenschaften. 

Pertz. Aus dem Handsehrit'tenverzeichniss des Bölimischen Museums zu 
Prag. In: Archiv für ältere deutsche Gesch. IX. 1847. S. 477. — Petters, J. 
Deutsche Handschriften in Prag. In: Anzeiger f. Kunde d. deutschen Vor- 
zeit. II. 1855. S. 30, 141, 165. — Kelle, J. Altdeutsche Handschriften aus 
Prager Bibl. VII. In: Serapeum 18(58; Zeitschr. für deutsches Altor- 
thum XVIII. — Vokresenskij, G. Die slavischen Handschriften der Bibl. etc. 
In: Abhandlungen d. Petersb. Akad. XXXI. 1S8.'{, S 1(3. — Zibrt, Vincenz. 
Geschichte der Museumsbibl. In: Vöstnik Ceske Akademie III. Prag 1894, 
S. .08. — Führer durch die Sammlungen des Museums des Königreiches 
Böhmen in Prag. Prag 1897. S. IG. Gesch. d. Bibl, u. Bericht über die 
alten Hand- und Druckschriften. — Patera, Adolf. Verzeichniss der böh- 
mischen Incunabeln. Ebd. S. 2(J.". 

545. Städtisches Museum, gegründet 1883 zur Veranschau- 
lichung und Sammlung historischer, namentlich die Stadt 
Prag betreffender Denkmale unter Berücksichtigung der 
bndenden Künste und des Kunstgewerbes, bringt eine Samm- 
lung von Prager Druckwerken zur Ausstellung und besitzt 
ausser diesen Werken nur eine zum Amtsgebrauch bestimmte 
Handbibl. Director: Bfetislav Jelinek. 

546. Piaristencolleglum hat eine Privatbibl. aus dem Nach- 
lasse einiger Ordensmitglieder, die lediglich zu Schulzwecken 
verwendet wird. — Rector: Julian Walter. 

547. Königl. Prämonstratenserstift Strahov, — lieber 80.000 
Bde., darunter über OOO Incunabeln; über 1200 Handschriften. — 
Dotation nach Bedarf. -- Bibliothekar derzeit: Dr. Isidor Th. 
Zahradnik. — Zettel- und Handkatalog ; für die theologische 
Wissenschaft auch ein Fachkatalog; der Zettelkatalog ist 
aiphabet, geordnet; Handschriftenkatalog. — Geöffnet und 
jedem zugänglich vom IG. Mai bis Ende September täglich 
von !) — 12 Uhr vormittags mit Ausnahme von Sonn- und 



''»47] P r a <if. 17 .'• 

Fciorta^on. -- Büohur uiul Ilaiidsclirifleii worden (lelolirten 
und Facliniännorn nur dann nach Jlause ^ebor^t, wenn die- 
selben dorn Hibliothekar als vertrauenswür(lij4:o Personen be- 
kannt, oder von solchen dem Bibliothekar bekannten (Jelehrten 
anempfohlen werden. Uniea, Raritäten und kostbare Sachen 
werden niciit verlicht'n, kcumen aber in der Bibl. eingesehen 
werden. — Versendung an (■)ffentliche Bibl., besonders bei 
werthvoUen Werken. — Geschichte des Stiftes. Bericht 
des früheren Stiftsbibliothekars Ivan Ad. Wagner. Seine Ent- 
stehung verdankt das Stift dem Olmützer Bischof Heinrich 
Zdik, der 11. is bei (Jeleuenheit einer Wallfahrt in Palästina 
in den Pränionstratenserorden eingetreten war. Mit Hilfe des 
Prager Bisclujfs Joliann I. von Prag und des Herzogspaares 
Wiadislav und Gertrud verwirklichte er seinen Plan, die 
Prämonstratenser in Böhmen einzuführen; auf dem Berge 
Strahov oder Sion wurde ihnen ein prächtiges Haus erbaut, 
das 1 1 10 von Chorherren aus dem Stift Steinfeld am Rhein be- 
zogen wurde. Die Bibl. des königl. Prämonstratenserstiftes 
Strahov bestellt aus mehreren ein harmonisches Ganze bilden- 
den Räumlichkeiten, welche jedoch, da sie nicht aus einer Zeit 
stammen, sondern nach Bedürfniss im Laufe der Zeit erbaut 
wurden, auch nicht von gleicher Grösse und gleicher Aus- 
stattung sind. Der älteste Theil der jetzigen Bibl. ist der 
theologische Saal, welcher auch der kleine Saal genannt wird, 
wo ausschliesslich Werke theologischen Inhaltes unterbracht 
sind. Er stammt aus der zweiten Hälfte des XVII. Jhdts, 
Das königl. Stift Strahov hatte jedoch schon früher ansehn- 
liche Bibliotheken. Die erste ging in den hussitischen Wirren 
zugrunde, als die fanatischen Horden Zizkas am s. Mai 1 120 
das Stift überfielen und Kloster und Kirche in Asche ver- 
wandelten. Wo vordem das herrliche Stift stand, da war nun 
durch eine lange Reihe von Jahren nur ein Schutthaufe. 
Nach solchen Schicksalsschlägen war freilich an den Bau 
einer Bibl. nicht zu denken. Eine lange Reihe von Jahren 
verging, bevor sich das Stift von den harten Schlägen wieder er- 
holte. Erst dem Abte Lohelius, dem naclimaligen Erzbischof von 
Prag, gelang es, das seiner Leitung und Obsorge anvertraute 
Stift Strahov nicht nur vom gänzlichen Untergange zu retten, 
sondern zu seinem künftigen Aufblühen einen festen und 
dauernden Grund zu legen. Dieser fromme und gelehrte Abt 
(158»} — unO), den das Stift Strahov seiner grossen Verdienste 
wegen seinen zweiten Gründer nennt, erbaute nach Wieder- 
herstellung der Kirche und klösterlichen Wohngebäude auch 
eine Bibl., welche er nach und nach mit den werthvoUsten 
Schätzen der Wissenschaft bereicherte. Doch auch dieser 
Büchersamnilung erging es wenit»- besser als der früheren. 



176 Prag. [547 

Als nämlich zu Ende des dreissigjährioen Krieges der schwe- 
dische General Königsmark am '2b. Juli KU.s Prag überfiel 
und sich des königl. Hradschins und der Kleinseite bemäch- 
tigte, wurde, wie die meisten Bibl. in Prag, auch die Bibl. 
des Stiftes Strahov arg verwüstet und nicht nur aller kost- 
baren Druckschriften, sondern auch aller werthvollen Hand- 
schriften beraubt. Bis heute wird in den berühmten schwedi- 
schen Bibl. zu Stockholm und Upsala so mancher Schatz auf- 
bewahrt, der ehemals die Bibl. des Stiftes Strahov zierte. Der 
Schaden, den die Bibl. mit dem Verluste seiner Bücher er- 
litten hat, belief sich nach dem Zeugnisse der Stiftsannalen 
auf mehr als 20.000 Gulden. Nach dem dreissigjährigen Kriege, 
dessen traurige Folgen auch Strahov fühlen musste, konnte 
das verwüstete und völlig entkräftete Stift an die Erbauung 
einer Bibl. freilich nicht denken. Es vergingen viele Jahre, 
bevor es durch umsichtige Gebarung seiner damaligen 
Aebte sich von den ihm so zahlreich versetzten Wunden 
wieder erholte. Deshalb geschieht auch in den Stiftsannalen 
fast durch '20 Jahre von einer Bibl. nicht die geringste Er- 
wähnung, obzwar man Ursache hat zu glauben, dass es selbst 
damals im Stifte Strahov an einer Büchersammlung nicht 
ganz gefehlt hat, weil auch unter den Büchern in der jetzigen 
Bibl. noch viele vorhanden sind, welche auf den Einband- 
deckeln das Wappen des Abtes Lohelius tragen und deshalb 
nocii aus der Zeit vor dem dreissigjährigen Kriege stammen. 
Und dann ist es fast sichergestellt, dass die Schweden nur 
die werthvollsten Sachen aus der Bibl. entwendeten und Alles, 
was für sie keinen Werth hatte, zurückliessen. Den Grund 
zur jetzigen Bibl. legte erst der Abt Hieronymus von Hirn- 
haim (KJTO — 79), der sich als Gelehrter und Schriftsteller 
auch über die Grenzen Böhmens hinaus einen günstigen Ruf 
erwarb. Gleich nach seiner Erwählung zum Abte machte er 
Anstalten zum Baue einer Bibl. Schon im Jahre 1G7-2 war ein 
stattlicher Saal errichtet, der heute der theologische oder 
kleine Saal genannt wird, und einige tausend Bände werth- 
voller Bücher angeschafft, welche mit der durch seinen Vor- 
gänger Abt Vincentius Frank (IG.ö.s- (U)) von einem gewissen 
Ritter v. Freisleben angekauften Büchersammlung schon eine 
bedeutende Sammlung ausmachten. Aus Dankbarkeit wird 
sein Porträt auch bis zum heutigen Tage in diesem Saale 
nebst den Bildern anderer um die Bibl. verdienter Männer 
in Ehren aufbewahrt. Unter seinen Nachfolgern in der Abt- 
würde bekam dieser Saal ein ernstes und ehrwürdiges Aus- 
sehen durch die Stuckarbeiten und Frescomalereien — im 
Ganzen 20 Bilder — , welche besonders unter Abt Marian 
Hermann i. J. 1727 von dem Strahover Chorherrn und be- 



rviT) Pro LT. 177 

i-ühmtcii Malrr Siciirtl Nosecky*) an^^ebraclii wurden. Im Laufe 
tlor Zeit nalnu al»er die Zahl der IJiiclier so zu, dass die 
Hibl. sie nicht inehf aUe fassen konnte, llahl niussto man an ihre 
Erweiterunu denken. Diese Absicht seiner Vorj^'än^'er führte 
Abt Wenzel Mayer (177'.i — isou) aus, indem er durch Er- 
weiterung oder besser gesagt durch Erbauung einer neuen 
Bibl. seinen Namen nicht bloss im Stifte Strahov und in 
Prag, sondern auch in weiteren Kreisen unvergesslich machte. 
Mit vollem Rechte kann er ein neuer (Jründer der P)il)l. ge- 
nannt werden. Schon im dritten Jahre nach seiner Erhebung 
zur Prälatenwürde machte er sich an die Arbeit und brachte 
mit einem für die damaligen traurigen Verhältnisse wirklich 
enormen Aufwände ein Werk zustande, das von Fremden 
noch jetzt bewundert wird. Parallel mit dem theologischen 
Saal wurde nämlich ein neuer, aber viel höherer Kaum erbaut, 
der zu den prächtigsten Bibl. -Sälen gehört. Es ist ein)o8Fuss 
langer und 3»; Fuss breiter Saal, der an der Ostseite zwei 
Reihen übereinander liegender Fenster hat, zwischen denen 
sich eine reich verzierte Gallerie befindet. Im ganzen Saale 
sieht man keine blossen Wände, da vom Fussboden bis zur 
Decke sowohl die Mauern als auch die Fensternischen mit 
schön geschnitzten, reich vergoldeten Bücherschränken aus 
Nussbaumholz verdeckt sind. Dieser wird gewöhnlich der 
philosophische oder auch der grosse genannt, weil die 
darin eingereihten Werke ihrem Inhalte nach ins philosophische 
Fach gehören. Der schönste Schmuck dieses herrlichen Saales 
ist das Gemälde, mit welchem der berühmte kaiserl. Wiener 
Hofmaler Anton Maulbertsch den Plafond desselben i.J. 175*4 
zierte. Diesen neuen Saal verband Abt Wenzl mit dem alten 
theologischen durch zwei weite, lichte Corridore, so dass jetzt 
die ganze Bibl. ein regelmässiges Viereck bildet, mit einigen 
kleineren Nebengemächern und einem kleinen Garten in der 
Mitte zwischen den vi(3r Räumlichkeiten. In dem gegen Süden 
gelegenen Corridor befindet sich eine Sammlung von meist 
böhmischen Mineralien, darunter wahre Prachtstücke. In dem 
nördlichen Corridor werden juridische und medicinische Werke 
aufbewahrt; diese Abtheilung wird gewöhnlich der medicinische 
Saal genannt. Der südliche Corridor, in welchem zu beiden 
Seiten prächtig gearbeitete Kästen stehen, in denen die Mine- 
ralien S3'stematisch geordnet aufbewahrt werden, ist geschmack- 
voll eingerichtet, seine Wände sind mit Ta])eten geziert. Der 

*) Sieard Nosecky war von Geburt ein Präger und in der ersten Hälfte 
des XVIII. Jaiirhunderts ein berühmter Maler in Böiuiien ; das Stift Strahov 
besitzt eine lange Reihe von Erzeugnissen seines Kunstpinsels. Er starb 
als Provisor des Stiftes am 28. Januar 1753. Sein Porträt wird in dem 
Saale aufbewahrt. 

Bibliothek«- Adressbucb. 12 



178 Prag. [547 

nördliche entbehrte bis in die letzte Zeit mit Ausnahme der in 
ihm aufbewahrten wissenschaftlichen Werke jedweder anderer 
Zier. Die Bücherschränke, nur aus rohen, unangestrichenen 
Brettern zusammengefügt, bildeten zu den übrigen, so herr- 
lich ausgestatteten Sälen einen argen Contrast, der jedoch 
auch behoben wurde. Die Bibl. fand in dem jetzigen General- 
abt und Landesprälat Sigismund Stary einen freigebigen und 
opferwilligen Freund und Gönner, der zu ihrer völligen Aus- 
schmückung keine Auslagen scheute, und nun glücklich zu 
Ende brachte, was seine kunstsinnigen Vorgänger begonnen 
hatten, aber wegen Ungunst der Zeiten nicht vollenden 
konnten. Nach Erbauung von vier ganz neuen Pfarrkirchen, 
nach gründlicher Restaurirung aller (-34) Kirchen und Ka- 
pellen, nach zeitgemässer Instandsetzung aller Wohn- und 
Wirthschaftsgebäude auf den stiftlichen Pfarren und Gütern, 
nahm er sich auch dieser Perle mit der ihm eigenen Energie 
an; als wahrer Freund der Künste und Wissenschaften wurde 
er auch ihr ein freigebiger und grossmüthiger Gönner. Alle in 
dem sogenannten medicinischen Saale aufgestellten und bis- 
her so unansehnlich aussehenden Bücherschränke wurden 
durch angemessene Zier arbeiten in einen der Pracht der 
ganzen Bibl. entsprechenden Stand gesetzt, geschmackvoll 
angestrichen und reich vergoldet. Hiermit ist auch eigentlich 
erst das grossartige Werk nach Verlauf von 100 Jahren 
glücklich zu Ende gebracht worden. Nachdem nun im vorigen 
Jahre auch das Aeussere der Bibl. restaurirt worden, präsen- 
tirt sich dieselbe nunmehr sehr gefällig. Das schöne, in Sand- 
stein ausgeführte Portal, der weisse von Ignaz Platzer ge- 
arbeitete plastische Schmuck mit Emblemen der Künste und 
Wissenschaften, die in lateinischer Sprache über dem Portal 
angebrachte Widmung: „Religioni, Patriae, Sioneorum profectui'' 
mit der Jahreszahl 17.s3, das vergoldete Relief bildniss Kaiser 
Josef IL: alles athmet die heitere Eleganz des 18. Jhdts. Was 
die Bücher schätze der Bibl. betrifft, so seien von den Hand- 
schriften, unter denen sich viele sehr werth volle befinden, 
folgende erwähnt: 1. Ein Evangeliarium auf Pergament aus 
dem n. Jhdt. ; schön erhalten, mit werthvollen Einband- 
deckeln, die mit rothem Sammt überzogen sind. Der vordere 
Deckel ist mit vier Emailmedaillons aus dem !>., mit vier 
silbernen Figuren aus dem 12. Jhdt. und mit Krystallen und 
Achaten geschmückt. 2. Gerlaks Chronik oder Codex Stra- 
hoviensis: Manuscript aus dem Ende des 12. Jhdts.; enthält 
die Geschichte Böhmens v. J. 1 140 - 1 1!»8 und ist für manches 
dieser Jahre die einzige Quelle für die Geschichte Böhmens. 
Der Bibl. des Stiftes schenkte sie i. J. 1828 der böh- 
mische Gelehrte Abbe Josef Dobrovsky. 3. Zu den werth- 



SIT) TraLT. 171) 

Yollsicu I hinilscliriHi'ii »Irr liiltl, ^;c'li<"irt uiisl r('iti<f das vuii 
Fat'liiiuiniioni so dft bcwiuuk'i'ti', ^nit, orlialteiio I'oiit ilicalu 
Alborls V. SUTiihoru', wi'ilaiul IJischofs von Lciitomisülil in 
HöhiiRMi, wok'lu's i. ,1. i;J7i; von (Icni btiliniiselien Mak-r II(»(lik 
«j:esoliriel)en luul mit 43 l'üin clnrchi^aUiihrten InitiakMi, dar- 
unter Porträte Kaiser Karls IV, und Alberts von Öternber<r, 
ueziert ist. l. FAn altes Testament in b<"iliniischer Sprache von 
Hanns, einem C'istercienser aus Seiller i. J. l KU auf Pergament 
ijfeschrieben. in I". :'>. Lateinische Bibel. Altes und Neues 
Testament, in fol. auf Papier m-eschrieben, aus der ersten 
Hälfte des 15. Jhdts. mit unzähligen illuminirten Initialen 
und pracktvollen Randverzierunuen. (3. Lateinische Bibel. 
Altes und Neues Testament in fol. auf Pergament geschrieben 
mit verzierten Initialbuchstaben vom Jahre 1 Mo in grünem 
Sammt gebunden. 7. Lateinische Bibel. Altes und Neues Testa- 
ment in .s" auf feinstem Pergament, überaus klein geschrieben; 
soll von einer Doxaner Prämonstratenserin aus dem 13. Jahr- 
hunderte herrühren, s. Böhmische Bibel. Neues Testament 
a. d. J. UM. 1). Ein Missale, geschrieben auf Pergament mit 
vielen sehr fein durchgeführten Miniaturmalereien a. d. J. 
14.S3 von dem Prämonstratenserchorherren Benedictus aus 
Klosterbruck, dessen Porträt und Namen am ersten Blatte 
angebracht sind. 10. Handbuch Sächsischer Rechte (Magde- 
burger). Deutsches Manuscript in fol. auf Papier v. J. 1371. 
11. Ein deutsches Epos: „Wilhelm von Brabant". Original auf 
Pergament in t" aus dem l"!. Jhdt. Der Verfasser war der 
Minnesänger Rudolf von Dienstmann. Das Werk ist zum Ein- 
bände von s Foliobänden minoris momenti verwendet worden. 
Die Blätter wurden vom Bibliothekar Kaspar Bausek sorgsam 
abgelöst und so in Fragmenten zusammengestellt. 12. Grie- 
chische Handschrift auf ägj'ptischem Papier in fol.: Oppiani 
de piscatione libri 4. 13. Evangelium Nikodemi. Aus dem 
Lateinischen ins Br)hmische übersetzt, auf Pergament a. d. 
J, 1142. Von den Incunabeln mögen folgende eine Er- 
wähnung finden: 1. Prazskä bible a. d. J. 1488 (4 Exemplare), 
•2. Kutnohorskä bible 1489. 3. Dlabacftv Novy Zäkon 1475 
(unicum). 4. Prazsky missäl 1471» fol. (2 Exemplare), ö. Kro- 
nika trojänskä 1488. 4". <;. ]\Iartiniany (kronika limska) aus 
d. J. 1488 in kl. fol. 7. Zaltär a. d. J. 1487 in 4". 8. Zivoty 
svatych a. d. J. 14!»'). ;). Deutsche Bibel vom Buche Uenesis 
an, endigt mit den Psalmen. Nürnberg 1483 in fol. mit illu- 
minirten Bildern. Editio rarissima. 1(>. S, Hieronymi: Leben 
der Väter. Nürnberg 147.') fol. mit illuminirten IJiklern. 11. 
Sachsensjiiegel. Augsburg 1 I'.h; fol. IJ. Rechnung auf alle 
Kaufmannschaft. Leipzig 14;h». 13. Brandt Seb. Narrenschiff 
Strassburg 1404. 14. Aeneae Sylvii: Historia bohemica I47.'>. 



180 Prag. [547 

4*^. 15. Catalogiis Sanctorum. Roma 14(37. 16. Julii Caesaris: 
De bello gallico. Roma 1469. fol. 17. Plinii: Historia naturalis. 
Venetiis 147-2 :gr. fol. mit prächtigen illuminirten Initialbuch- 
staben. 18. Ciceronis Opera. Venetiis 1480. fol. 19. Quintiliani 
opera. Venetiis 1471. fol. 20. Titi Livii historia. Parnisii 1485. 
fol. 21. Guilielmi Duranti IIL und IV. pars speculi jurid. und 
Repertorium aureum ejusdem. Venetiis 1488. Arte magistri 
Paganini de Paganinis. fol. 22. loan. Calder: Consilia juri- 
dica. Roma 1472. fol. 23. Avicennae: Opus medicum. Lugdunae 
1498. 4 Bde. in fol. 24. Alberti Magni: Summa deEucharistia. 
Winterbergae Bohemor. 1484. fol. Editio rarissima. 25. Nicolai 
de Lyra, ord. Minor. : Postilla in 4 evangelistas. Venetiis 1482. 
fol. 26. S. Augustini: De civitate Dei. Venetiis 1470. fol. 27. 
S. Bernardi: Tractatus de planctu Maria. 1470. Die Jahres- 
zahl ist zu Ende des Opus 7. 28. S. Bernardi: Sermones. 
Mogunt. 1475 per P. Schoiffer. fol. 29. S. Thomae de Aquino 
opus. Mogunt. 1471 per P. Schoiffer. fol. 30. Thomae a Kempis. 
De imitatione Christi. 1485. 31. Eine lateinische Bibel a. d. 
J. 1478. Aus den werth vollen und seltenen typographischen 
Werken wollen wir nachfolgende anführen: 1. Böhmische 
Bibel. Venedig 1506, bei Peter Lichtenstein, fof. (Benätska). 
2. Böhmische Bibel. Kralitz 1579 — 1593. 6 Bde. 8». Die soge- 
nannte Kralitzer Bibel; ein höchst seltenes typographisches 
Meisterstück. 3. Biblia polyglotta in 12 Sprachen studio et 
labore Eliae Hutteri. Nürnberg 1599. fol. 4. Polyglotta regia 
Phiiippi II. (hebraico, chaldaice, graece et latine). Antverpiae 
1569—1572. Christophor. Plantinus. 7 Bde. gr. fol. 5. Biblia 
Sacra polyglotta Briani Waltoni. Londini 1657 in 9 Sprachen. 
6 Bde. fol. Eines der höchst seltenen Exemplare von den so- 
genannten Republican Copies mit der Zueignung an Cromwell, 
unter dessen Protectorate die Bibel gedruckt worden ist, als 
Gegensatz der „Loyal Copies" mit der Dedication an Karl IL 
6. Steier Sylvestri : Historia genealogiae Domini nostri Jesu 
Christi. Francofurti 1594. Dieses Buch ist zu Eger in Böhmen 
geschrieben und gehört zu den grössten Seltenheiten. 7. Dun 
Scotus J. Opera omnia. Lugduni 1639. 12 vol. in fol. 8. Neper 
J. Mirifici Logarithmorum canonis descriptio et usus. Edin- 
burg 1614. Als erstes Werk über Logarithmen merkwürdig 
und schon selten. 9. Acta sanctorum, quotquot toto orbe 
coluntur; colleg,, digess. und notis illustravit J. BoUandus. 
Antverpiae 1643. Das Werk ist bis auf Julii tom. IL vollständig 
in der Bibl. 10. Reinecke Fuchs. Rostock 1662. 11. Theurdank. 
Augsburg 1519. Dann 'besitzt die Bibl. auch die Ausgaben v. 
d. J. 1589 und 1679. 12. Vaclav Häjek z Liboran. Kronyka 
Ceskä. V Praze 1541. Mit Holzschnitten. Erste, höchst seltene 
Ausgabe. 13. Bohuslav Baibin. Seine vielen Werke sind in 



•"■'IT] Ti-a--. isi 

clor lUbl. voll/:iiili,L; vorhaiideii. I 1. Vocabulariiun. cui luiiiieii 
Lactifer. lat.-bohoni. Jan liosak z Vodiian v Plzni 1511. Das 
erste böhmische Wörterbuch in der höchst seltenen ersten 
Ausgabe. ir>. Jana Ilusa Postilla ir>(;i; äusserst selten. IC. Imu 
Koran in der Oritsse eines ClulcUMistiiciv'es. — Arnos Konienius: 
Triertiuni, das einzi<^e bekannte Exemplar des änss(n'st 
seltenen Druckes der Konac's Uebersetzung" der br)liin. 
Chronik des Aeneas Sylvius v. J. 1.^)10 u. v. a. — ErwäluKui 
müssen wir ncjch eines Geschenkes, welches der Bibl. l)is 
zum heutiuen Taue zur Zierde iicreicht. Es besteht aus zwei 
Werken in französischer Sprache, welche Maria Louise, 
zweite Geinahlin Kaiser Nai)oleon I., der Dibl. j^emacht hatte. 
Die hohe Frau besuchte während ihrer Anwesenheit in Pra<i' 
i. J. 1S12 auch die Bibl. des Stiftes Strahov und schickte ihr 
zum Andenken zwei kostbare Werke, welche nur sehr selten 
in einer Bibl. zu finden sind. Es sind dies: Musee „fran- 
gais" 1 Bde. in ^r.-fol., eine Sammlung von Stahlstichen aller 
Bilder, Statuen und Basreliefs, welche Napoleon I. im 
Louvre zu Paris hatte, und dann ein botanisches Werk über 
Lilienpflanzen: „Les liliacees par Redoute", G Bde. in fol. mit 
illuminirten Liliengewächsen. Beide Werke sind zu Anfang 
des u». Jhdts. zu Paris herausgegeben, in rothen Safian gebunden 
und äuserst fein vergoldet. Sie stehen im grossen Saale in 
einem eigenen, zierlich gearbeiteten Kasten, ober welchem 
die Büste Kaiser Franz L von Oesterreich, des Vaters der 
erlauchten Geberin, aus carrarischem Marmor aufgestellt ist. 
Sehenswerth ist auch das sogenannte Missale des Prager 
Jesukindleins, das eine interessante Geschichte hat und mit 
grosser Pietät hier aufbewahrt wird. Das Missale selbst ist 
in .Venedig i. J. 17:30 gedruckt, seine Deckel aber sind mit 
Gold- und Silberfäden reich und fein gestickt und mit rothen 
Korallen geschmückt. Es ist dies eine Arbeit von Karmeliter- 
nonnen in Palermo, die es ihrem Ordensgeneral P. Ilde- 
phons, als er i. J. 1737 ihr Kloster visitirte, zum Ge- 
schenke machten. Dieser aber spendete es ex voto, dass er 
bei einem Schiffbruche gerettet wurde, dem Prager Jesu- 
kindlein. Als zu Ende des is. Jhdts. unter Kaiser Josef II. 
das Karmeliterkloster in Prag aufgehoben wurde, und alles, 
was zum Gottesdienste in der dortigen Kirche, die zur Pfarr- 
kirche erhoben wurde, nicht unumgänglich nothwendig war, 
verkauft wurde, traf dieses Schicksal auch das kostbare 
Missale. Wer es damals bei der öffentlichen Auction erstanden 
hat, ist nicht bekannt. Für die Bibl. wurde es erst i. J. 179!» 
käuflich erworben. Und wenn wir cMidlich zum Schlüsse noch 
beifügen, dass die „Ceskä akademie cisafe Frantiska Josefa 
pro vedu, slovesnost a umcni v Praze" der Bibl. des Stiftes 



182 Prag. [548 

Strahov von allen ihren Publicationen, welche jährlich eine 
ansehnliche Zahl von Bänden repräsentiren und streng wissen- 
schaftlichen Inhaltes sind, in uneigennützigster Weise ein 
Gratisexemplar zukommen lässt, und dass für dieselbe jedes 
Jahr alle bedeutenderen Erscheinungen auf dem Gebiete der 
Wissenschaften, die im Hause Pflege finden, angeschafft werden, 
so haben wir in gedrängtester Kürze alles gesagt, um ein mög- 
lichst klares Bild zu geben und dabei auch gezeigt, dass die Bibl. 
des Stiftes Strahov, was wissenschaftlichen Werth betrifft, sich 
gewiss anderen Bibl. ganz gut an die Seite stellen kann. 

Wej'rauch, E. Geschichte und Beschreibung der kgl. Stift Strahöwor 
Bibl. Prag 1858. — Kelle, J. Altdeutsche Handschriften aus Präger Bibl. 
IV. In: Serapeum 18G8, S. 177. — Ceruiak, Dominik Carl. Das Pränionatra- 
tenser-Chorherrenstift Strahov oder Berg Sion in Prag. In: Ein Chor- 
herrenbuch: Von Sebastian Brunner. Würzburg 1883. 

Privatbibliotheken. 

548. Gräflich Harrach'sche Bibliothek enthält Bo- 
hemica. — Ein Buchkatalog, in welchem die Bücher nach 
ihrem Einlaufe eingetragen werden. — Genaue Ordnung ist 
für die Zukunft beabsichtigt. 

Hirsching. Beschreibung sehenswerther Bibl. III. 1. 1788, S. 208. 

5iy, Fürst Kinsky, Grosser Ring IG. — 12. 11. -5 Werke 
in 30.761 Bdn. und 2595 Heften; über 500 Bde. Kupferstiche 
und sonstige Kunstwerke. Nur wenige Handschriften. — 
Jahresdotation je nach Bedarf. — Die Beaufsichtigung und 
Katalogisirung obliegt der i'ürstl. Kinsky'schen Domänen- und 
Fabrikendirection in Zlonic (Böhmen). Die locale Aufsicht be- 
sorgt der fürstl. Palaisportier Tich}^ — Ein Zettolhaupt- 
katalog nach der Reihenfolge des Einlaufes; ein Materien- 
katalog in 29 Abtli., innerhalb dieser aiphabet, angeordnet; 
überdies ein aiphabet. Autorenzettelkatalog; für die Kunst- 
werke ein Bandkatalog. — Benutzbar nur mit besonderer Be- 
willigung des Besitzers in der Weise, dass die gewünschten 
Bücher in einem Nebenzimmer der Bibl. zur Einsicht auf- 
gelegt werden. — Keine Entlehnungen und Versendungen. — 
Gegr. von Fürst Ferdinand Kinsky, dem Grossvater des 
jetzigen Besitzers, zu Beginn des 19. Jhdts. durch Ankauf 
einer grösseren Büchersammlung aus Deutschland. Mit dieser 
wurden die meisten älteren und seltenen Werke der Bil^l. er- 
worben, insbesondere eine umfassende Collection von Druck- 
werken über die „Revolution Belgique des Pays-Bas et Fran- 
Qaise", bestehend aus 17. -171 Stücken, die in 1108 indicirten 
Bdn. vereinigt sind. — Vorzugsweise Bücher aus der 2. Hälfte 
des IH, und ersten Hälfte des 19. Jhdts. Alle Wissenschaften. 



6021 rrnt:. is.J 

Untor ilcii KiiiistwerUcii bcliiHli'H sicli viele wei'tlivnlle alle 
Kui)foi'stiche von vorschiodeiieii Meistern und Hcliulen. 

rifjO. Adnlhort IJittcr v. Lanna. — Ende is'.is: 7»;47 
Worke in II. t»."«! l)dn., worunter .'JiMo Werke in lilTl Kdn. die 
bildenden Künste und Kunstwerke betreffen. Es sind auch 
einige Handschriften mit l>ild(M"schinuck, sowie mehrere in- 
teressante alte Einbände vorhanden. Die mit Kui)ferstichen 
und Holzschnitten geschmückten älteren Werke finden sich 
verzeichnet in „Sammlunji: Lanna, Prae-, das Kupferstich- 
cabinet: wissenschaftliches Verzeicliniss von Dr. Hans Wolf- 
irano- Sinuer. Pra.e' l.S'.if)". — Handschriftlicher Standort- und 
Realkataloe' nach den einzelnen Fächern und ali)habet. nach 
den Namen der Autoren geordnet. — Die Sammlune-, deren 
Anla,i>e vor uneefähr 40 Jahren be<?ann und die seither be- 
sonders auf dem Gel)iete der l)ildenden Künste und des Kunst- 
gewerbes fortwährend vermehrt wird, ist eine rein private, 
daher dem Publicum unzugänglich. 

(');")!. Fürstl, Lobkowitz'sche Secundogenitur- 
Fideicommiss - Bibliothek. (Besitzer Fürst Georg v. 
Lobkowitz, Oberstlandmarschall des Königreiches Böhmen, 
k. k. wirkl. geh. Rath etc.) III— ;}n. — ' 4().0oo Werke: 
900 Handschriften; Incunabeln sehr zahlreich, aber nicht 
besonders gezählt. — Bibliothekar: Dr. Anton Vrestäl, k. k. 
o. ö. Univ. -Prof. und f.-e. geistlicher Rath. — Inventarkatalog 
in Bandform: Autorenkatalog in Zettelform. — Gegr. von 
Mitgliedern der Familie Graf Czernin, kam diese Bibl. in der 
Mitte des is. Jhdts. sammt dem Palais, in welchem sie sich 
befindet, und mehreren anderen Besitzungen (durch Heirat) 
an die fürstlich Lobkowitz'sche Secundogenitur und wurde 
später durch Ankäufe der Bibliotheken des Grafen Klebeis- 
berg, des Dr. Putzlacher und durch mehrere andere gelegent- 
liche Käufe bedeutend vermehrt. In Ausführung einer testa- 
mentarischen Verfügung des Fürsten August Longin Lobko- 
witz (gest. 1S4-2) wurde die Bibl. sammt dem Palais, in 
welchem sie sich befindet, und einigen anderen Sammlungen 
zum Fideiconimiss erhoben. — Benützung, Entlehnungen und 
Versendungen nur mit besonderer Geneiimigung des Besitzers. 

Port/, IIands(^lirifton dor fürstl. Lnblcnwitz'selien Bibl. zu Prag. In: 
Archiv f. alt. deutsche Gesch. IX. 1847, S. 47s. — Kelle, J. Altdeutsche 
Handschriften aus Präger Bibl. I. In: Sorapeuni 18fi7, S. 30.5, :^21. 

f).^-.'. [K. k. erste deutsche Staats-]Realschule. — "; Lehrer- 
bibl. -37 n; Werke in T-ii;} Bdn. und h.'s Heften, .s;583 Pro- 
gramme: h) Schülerbibl. li»«5 Werke in .S270 Bdn. und ns 
Heften. — Director: Reg.-lJ. Wilhelm Smetaczek (zugleich 
Bibliothekar für <i)\ P.ibliothekar für h) Prof. Alfred Goller. 



184 Prag. [553 

— Gegr. mit 2 Classen 1833 von den böhmischen Ständen; 
seit 185G Oberrealschule, 1804 verstaatlicht. 

Nach dem letzten Jahresberichte gearbeitet, da der Fragebogen nicht 
beantwortet wurde. 

553. [K. k. zweite deutsche Staats-jRealschule. — aj Lehrerbibl. 

13011 Werke in 2783 Bdn. und l-UT Heften, 4802 Programme; 
h) Schülerbibl. 2387 Werke in 25G3 ßdn. — Director: Reg.-R. 
Carl V. Ott; Custos für a) Prof. Ludwig Koffel; für h) Johann 
Weyde. — Gegr. 1873 als Unt.-Realschule, seit 1874 Ob.-R. 

Koffel, Ludwig. Katalog der Lehrei'bibl. der k. k. II. deutschen Staats- 
Oberrealschule. Prag 1898. 

Nach dem letzten Jahresberichte gearbeitet, da der Fragebogen nicht 
beantwortet wurde. 

554. [K. k. böhmische Staats-]Realschule in der Gersten- 
gasse (Cis, kräl. ceskä realka Prazska v Jecnö Ulici). — 
a) Lehrerbibl. 2164 Werke in 5083 Bdn., 5358 Heften; 
h) Schülerbibl. 3575 Werke in 4237 Bdn. und Heften. — 
Director: Vincenc Jarolimek; Custos für aj Prof. Dr. Jindrich 
Metelka, für h) Prof. Frantisek Bily. — Errichtet 1849 als 
Unterrealschule; seit 1852 sechs, seit 1873 sieben Classen. 

Metelka, Jindrich. Seznam knihovny ucitelske. In: VyroCni zprava cis. 
kral. ceske realky Prazske v Jecne Ulici. V Praze 1898. 

Nach dem letzten Jahresberichte gearbeitet, da der Fragebogen nicht 
beantwortet wurde. 

555. [K. k. böhmische Staats-]Realschule auf der Kleinseite 

(C. k. stätni ceskä realka na male strane). — a) Lehrerbibl. 
385 Werke in 830 Bdn.. 822 Programme; h) Schülerbibl. 
622 Werke in 705 Bdn. — Director: Frantisek Hoza; Biblio- 
thekar für a) und h) Prof. Vilem Baur. — Entstanden 1892 
durch Theilung der ehemaligen combinirten böhmischen Staats- 
Mittelschule auf der Kleinseite in ein Gymn. und eine Realschule. 

Nach dem letzten Jahresberichte gearbeitet, da der Fragebogen nicht 
beantwortet wurde. 

556. Residenz der Gesellschaft Jesu, II. Gerstengasse 2. — 
Ca. 13.000 Bde. — Jahresdotation je nach Bedarf. — Vorstand: 
der jeweilige Superior des Hauses, derzeit P. Anton Forstner; 
Bibliothekar: ein zum Hause gehöriger Ordenspriester. — 
Alphabet. Zettelkatalog in beweglichen Bdn. (gefalzte Blätter, 
durch Blechschienen zusammengehalten), Fachkataloge in 
Bdn. nach dem Standorte geordnet. — Für die Benützung 
existiren keine festen Bestimmungen, da hiefür noch kein 
Bedürfniss war. — Entlehnung an bekannte Persönlich- 
keiten gegen Revers. — Versendung nur in seltenen Fällen. 

— Gründung zugleich mit Beginn dieser Ordensniederlassung 
unter äusserst schwierigen Verhältnissen i. J. 18(;(;, Den 



ür>7] Trag. IHö 

(Grundstock liet'erton Sclioukunti^en. — Hosondors ^opilo^t wird 
Theolü^ie in vollem Uiulango, daneben Geschichte. Philoso- 
phie, böhmische Literatur. 

f).')?. K. k. öffentliche und Universitäts-Bibliothek (C. k. 

verejna a univers. knihovna). I. Clenientinuni. Marieupiatz r». 
— •2;>(;.;;;U Ude., ;5s,ss Handschriften. Jr)i.s lucuuaheln. 4.')! 
Karten. ■38.978 Kupferstiche. 1(J04 Urkunden. - Jahrosdotation 
18.000 Gulden und die Matrikeltaxen der beiden Universitäten. 
1898: 3000 Gulden. — Bibliothekar: Dr. Richard Kukula; Cu- 
stoden : Josef Trulihir, Ferdinand Tadra; Scriptoren: Boliuslav 
Cerniäk. Dr. Wenzel Tille. Dr. IIu<40 Gläser; Amanuensen: 
Dr. Jaromir liorecky. Dr. lioiivoj Prusik. Dr. Anton Schubort. 
Dr. Spiridion Wukadinovi('; Praktikanten : Dr. Jaromir Jedlicka. 
der k. k. Studienbibl. in Olmütz zut>etheilt. Dr. Zdenko Tobolka. 
Dr. Johann Noväk, Dr. Dohumil Navrätil, Dr. Josef Eisen- 
meier, Dr. Johann Zmavc; Volontär: Johann Gaudi. Zur 
Dienstleistung: zugetheilt: Der Scriptor der k. k. Studienl^ibl. 
in Olmütz Johann St'astny. 4 Diener, 1 Amtsbote. 7 Aushilfs- 
diener. 1 Aufseher. — Alter Zettelkatalog; neuer Zettelkatalog. 
Ende 1898: 24,414: Zetteln; Fachbandkatalog; alter Schlag- 
wortkatalog, nicht fortgeführt; Handschriftenzettelkatalog, 
derzeit 714 Zetteln, noch nicht vollständig. — Geöffnet an 
Wochentagen von 9—1 und von 3 — 8 Uhr, Mittwoch und 
Samstag von 3 — <! Uhr. — Für Benützung, Entlehnung und 
Versendung gelten die für die k. k. Universitäts- und Studien- 
bibl. bestehenden ministeriellen Verordnungen. Aus der grossen 
und kleinen Kinskyana. sowie aus der Bibliotheca militaris 
wird nichts entlehnt. — Die Universitätsbibl. erwuchs aus 
der Verschmelzung von vier grossen Büchersammlungen: I. Die 
alte Carolinische Universitätsbibl.; 11. die Clementinische 
Bibl. der Jesuiten, III. die neue Carolinische Bibl.; IV. die 
Sammlungen der in Böhmen aufgehobenen Jesuitencollegien. 
I. Im Jahre 130(5 erwarb Karl IV. ein Haus „Carolinum" für 
die Abhaltung von Vorträgen und die p]rrichtung einer Bibl. ; 
als diese Räume nicht mehr ausreichten, kaufte König Wenzel 
für die Hochschule und Bibl. ein dem P>ürger Jobst Rothlöw 
gehöriges Gebäude. Dieser Büchersammlung fielen durch Ge- 
schenke zu die Bibliotheken: des Wj'^gehrader Dechants 
Wilhelm von Hasenburg 114 Bde. i. J. 1370; des 134.3 oder 
1344 verstorbenen Arztes und Mathematikers Johann Sindel. 
•2(to mathematische und medicinische Werke; 14<J7 des Niclas 
Humpolez und des Mag. Th. v. Vratinina. Unter den ca. 
12 CoUegien ist von zweien ausdrücklich überliefert, dass sie 
Bibl. besassen: a) Bibl. der böhmischen Nation, 1391 von 
Johann W. von Chotytow gegr.; h) Bibl. des Collegiums der 



186 Prag. [557 

Apostel oder Laiida. 14.')! von Math. Laiida v. Chiimczan er- 
richtet. Alle drei Bibl. fielen l(J-22 den Jesuiten zu. — IL Die 
Clementinische Bibl. entstand, als Ferdinand 1555 die Jesuiten 
nach Böhmen berief und für ihre Aufnahme das Prager 
Dominicanerkloster St. Clemens einzuräumen befahl. 1018 
mussten die Jesuiten Böhmen verlassen, kehrten jedoch nach 
der Schlacht am Weissen Berge dahin zurück. Mit Beeret vom 
!). September l(i22 legte Ferdinand II. die Universität mit 
allen Collegien, Büchern etc. in ihre Hände. IfiCO hatte 
der in dem verlassenen Cölestinerkloster Oibin zurückgeblie- 
bene Jesuitenpater Hurtadus Perez seinem Orden die ganze 
Bibl. nachgeschickt, die im Clementinum Aufstellung fand. Hier- 
zu kamen: 15i»;> die Bibl. des Domprobstes Valentin Czikan v. 
Rotenstein. IGOO des Johann v. Bernstein, Iß 04 der Frau v. 
Platenstein, KUl des Pfarrers Hieronymus Codicius, 16-22 
des Dechants Paul Pistor und des Sigmund Kapr v. Kaprstein. 
1730 des Ferdinand Grafen v. Herberstein; 1747 zählte der 
Bibliothekar Chr. Miklis 15.265 Bde., darunter 1234 Hand- 
schriften. Zu dieser Bibl. gehörten noch: a) die sogenannte 
kleine Bibl.; l>) die 1730 gegr. Herberstein'sche und e) die 
mathematische Bibl. 1773 wurde der Orden aufgehoben und 
alle diese Sammlungen der neugegr. öffentlichen und Univer- 
sitätsbibl. zugewiesen. — III. Obgleich Ferdinand III. 1638 die 
Leitung der Universität den Jesuiten abnahm und das Carolinum 
wieder in seine Rechte einsetzte, gelang es dem Orden doch, die 
alte Carolinische Bibl. zurückzubehalten. Die in Folge dessen 
gegr. „neue" Carolinische Bibl. bereicherte ein Theil der 
Ignaz Sternberg'schen Sammlung, der ihr bereits 1701 ver- 
macht, aber erst 1726 wirklich einverleibt wurde, 1766 die 
Bibl. des Schlosscaplans Johann M. Dörfflmayer. Schon 1746 
zählte sie 5204 Bde. — IV. Nach Aufhebung der Jesuiten 
durch die Bulle Clemens XIV. vom 5, October 1773 Hess 
Kaiserin Maria Theresia die sämmtlichen Jesuitenbibl. in 
Böhmen: Krumau. Neuhaus, Klattau, Eger, Leitmeritz, Maria- 
schein, Jicin, Kuttenberg, Breznitz, Komotau, Prag-Neustadt 
und Prag-Kleinseite mit der neuen Carolinischen Bibl. (III.) 
und den Büchersammlungen des Clementinums (I. und IL) 
vereinigen, 1777. Vieles, so die „kleine" und die Herberstein- 
sche Bibl., ging dabei verloren. — Ausserdem fanden in 
der Bibl. Aufnahme: 1751 die Sammlung des Johann Franz 
Löv Ritter v. Erlsfeld; 1777 die Kinsky'sche Bibl ; 1780 die 
Bibl. des Wenzel Wrxessowitz, der am 19. Juli 1583 gestorben 
war, nachdem er seine I>ücher der Stadt Prag vermacht 
hatte; die Bücher fand man erst 20(> Jahre später durch 
Zufall bei Gelegenheit eines Neubaues; 1781 die Sammlungen 
der übrigen aufgehobenen Klöster Böhmens; 1785 die Bibl. 



569J Tra-:. 1K7 

dos Prof. Josi'f iLTiin/ lliiick-. 1^1 * dio dos Ar/.tos Dr. Ad:ill)<M-t 
V. Zarda. Seit d(»r Vorordiuiii.i!: vom I .{. I)o{!oml)C'r 17s - orliiill 
dio Bil)l. auch je oin rflichtoxemplar allor in liöliinon or- 
sclioinoiuloii Worko. -- CJoi)flo<;t wordon allo Wissouschaftcm. 

pobrowsky. l'rat^ischo FragnuMite linbräisclior llandsrlirifton. In: Mi- 
chaflis. Orioiit. und oxo^. Hibl. XII. 1777, R. 101. — Sjiirk, A. Goscliiclili' 
und Hosi-liroibung der k. k. Univorsitätsbibl. zu Prag. Wien isll IVM-tz 
Aus dem Iliindschriftenverzeiclinifis der k. k. UniversitiitHbibl. In : Ardiiv f. 
jilt. deuU^ehe Geseh. IX. 1817, S. 4C)'.). — Wattenbacli, W. llandseiirifton der 
k. k. ITniversitäts))ibl. Prag. Ebda. X. isf.l, S. tj.')7. — Hanslik, .1. A. l!e- 
scliielite und nesclireil)ung der Präger Univer.sitätsbibl. Prag 1851. — 
IlanuJ, .1. J. Zusätze und Inlialtsverzeiolmisse dazu Prag lH(i:^. — Kelle, .1. 
Die altdeutschen Ilandseliriften der k. k. öffentliclien und Universitätsblbl 
in Prag. In: Serapeuni. is.'.r». I8t',l. isr,8. — Ders. Die elassisclien Hand- 
schriften bis herauf zum 14. Jiidt. in Prager Hibl. I. 1. In: Abhandl. d. 
büliii). des. d. Wiss. v. J. 1871-72, r,. Folge, Bd. ">. 

Institute. Seminare etc., der k. k. böhmischen Karl Ferdinands- 
Universität. 

55S, Geographisches Cabiiiet (Institut). JJ.— 2s.'') 
(Karlovo näm. 21part.). — Ca. 4000 Bde. — Jahresdotation 
seit 189S 200 Gulden (früher 300 Gukicn). — Vorstand: Prof. 
Dr. Jan Pahicky; Assistent: Dr. Vachiv Svambera; 1 prov. 
Diener. — Inventar- und aiphabet. Zettclicatalog-, Fachkatalog- 
ähnlich jenem der R. Geographical Society of London mit 
gewissen xVb weichungen für Austriaca und Slavica nach 
einigen nothwendigen Adaptirungen in Aussicht genommen. 

— Benutzbar fast zu jeder Zeit in erster Linie für dio Mit- 
glieder des geographischen Seminars, sonst aber aucli für 
andere bekannte Fachleute und Interessenten. — Ebenso Ent- 
lehnungen. — Versendungen nur ausnahmsweise. — Gegr. 
1883 von dem jetzigen Vorstande. Zahlreiche Geschenke der 
Prof. Seit ls<j4 1 Assistent angestellt. — Geographie auf der 
breitesten Basis. Angeschafft werden Handbücher und die in 
anderen Bibl. Prags fehlenden Geographica. Mit der Privat- 
bibl. des Vorstandes hatte das geographische Institut eine 
bedeutende Collection für biologische Geographie erhalten; 
leider musste dieselbe später aus verschiedenen Ursachen 
zersplittert, d. h. theilweise an die Prager Univ.-Bibl. ver- 
kauft, theilweise für andere Geographica ausgetauscht werden. 

Ö59. Institut für angewandte medicinische Chemie. 

— 482 Bde. — Jahresdotation für den Bücherankauf 200— 2')0 
Gulden. — Vorstand: Prof. Dr. Johann Ilorbaczewski. — 
Bandkatalog. — l)(!nützbar zu jeder Zeit besonders für die 
im Institute arbeitenden Forscher, jcdooh auch für sonstige 
Fachleute. — In der Regel keine Eiitleliiuingen und Ver- 
sendungen. — Gegr. zugleich mit der Errichtung der bühmi- 



188 Prag. [560 

sehen und medicinischen Facultät i. J. 1883. — Angewandte 
mediciniselie Chemie nebst ihren Hilfsfächern. 

5G0. Geologisches Institut, Karlovo nämisti 21. — 
llfifj Nummern. — Jahresdotation 100— -200 Gulden. — Vor- 
stand: Univ. -Prof. Dr. Joh. Nepomuk Woldiich; Assistent: 
Anton Jelinek; 1 Diener. — Schlagwortbandkatalog und aipha- 
bet. Zettelkatalog. — Benutzbar täglich von 9 — 11 Uhr gegen 
Anmeldung beim Vorstande. — Keine Entlehnungen und Ver- 
sendungen. — Gegr. 1882 anlässlich der Theilung der Karl 
Ferdinands-Universität. — Geologie, Paläontologie, Urgeschichte. 

5<;i. Pharmaceutisch-chemisches Institut, II — '284. 

— 89 Werke in 216 Bdn. — Jahresdotation je nach Bedarf. 

— Vorstand: Univ.-Prof. Dr. August Belohoul3ek. — Hand- 
schriftliches Bücherinventar. — Entlehnungen nur an persön- 
lich bekannte Prof. und Studirende. — Versendungen an 
staatliche Bibl., wo möglich durch die k. k. Univ.-Bibl. in 
Prag. — Gegr. 1891. — Pharmaceut. Chemie und Pharma- 
kognosie, gerichtliche Chemie, nebenbei angewandte Chemie 
überhaupt. 

562. Physikalisches Institut. — Ca. 500 Bde. — 
Jahresdotation ca. 200 Gulden. — Vorstand: Prof. Dr. Vincenz 
Strouhal. — Chronologischer Band- und Zettelkatalog. — 
Nur zu internem Gebrauche. — Gegr. 1S82. — Physik, ins- 
besondere Experimentalphysik sammt Elektrotechnik. 

56:3. Seminar für slavische Philologie. — 345 Bde. 

— Keine bestimmte Jahresdotation; bisher Beträge von Fall 
zu Fall, — Vorstände die jeweiligen Seminardirectoren (Prof, 
Dr. Jan Gebauer, Jiil Polivka, Franti.sek Pastrnek). — Inventar- 
katalog. — Nur für die Mitglieder des Seminars benutzbar, 
welche auch Bücher entlehnen können. — Keine bestimmten 
Bibl. -Stunden. — Gegr. zugleich mit dem Seminare 1880. — 
Vergleichende Sprachforschung und slavische Philologie. 

564. Germanistisches Seminar. — Ca. 500 Bde. — 
Von Fall zu Fall bewilligte Dotation von 100—300 Gulden. 

— Vorstand: Prof, Dr. Vaclav Emanuel Mourek, — Inventar, 

— Benutzbar von « — (! Uhr nur für Mitglieder des Seminars 
und Proseminares, — Keine Entlehnungen und Versendungen. 

— Gegr. IHss. — Altdeutsche Texte, grammatisch-literar- 
historische Hilfsmittel. 

565, Historisches Seminar. — 1600 Bde. — Jahres- 
dotation, ord. 300 Gulden; überdies ausserordentliche Bei- 
träge. — Director: Prof. Dr. Jaroslav Goll. — Inventar- 



569) Prau. is;» 

und Zettclkiitaloi; (alphabct.) — Hcnüt/.bar tä^dicli von -i 
bis t! Uhr für Seminarnutulio(U'r, aber auch für andere 
Studirende. — Ebenso Knth^hnungen. — Versenduny:en 
nur in AusnahnisfäHen. — Heirründet IHs2 bei der Zwei- 
theilunu- der Präger Universität. — Die ersten Directoren 
waren Prof. Dr. J. Gull und Dr. Jac. Emier (seit isos im 
Ruhestande), ferner isoo— isoii Prof, Dr. Anton Rezek, seit 
isity Privatdocent undSupplent der österreichischen Geschichte 
Dr. Joseph Pekar. Seit der 1S9.") erfolgten Gründun«; der 
wissenschaftlichen Zeitschrift „Cesky Casopis Historicky" 
werden die Recensionsexeniplare und die durch Austausch 
gewonnenen Zeitschriften der I^ibl. einverleibt. In den letzten 
Jahren bedeutender Zuwachs durch Schenkungen ((lechische 
Akademie, Böhm, Gesellschaft d. Wissenschaften, Krakauer 
Akademie u. s, w.). 

Institute, Seminare etc. der k. k. deutschen Karl Ferdinands- 
Universität. 

5fi6. Archäologisches Institut, I. Clementinuni. — 
fill Bde. — Jahresdotation 800 — 400 Gulden: arch.-epigr, 
Seminar -200 -|- (100—200) Gulden von der Dotation (900 Gulden) 
des archäolog. Institutes. - Vorstand: Prof. Dr. Wilhelm 
Klein; Assistent: cand. phil, Rudolph Schlägl; 1 Diener, — 
Bandkatalog. — Benutzbar zu jeder Zeit für Seminarmitglieder, 
für andere Studirende nur mit besonderer Genehmigung des 
Vorstandes. — Ebenso Entlehnungen, — Keine Versendungen, 
— Gegr, zugleich mit dem Institute, — Archäologie, Epigra- 
phik, Philologie, alte Geschichte, 

567. Botanisches Institut, II. Weinberggasse. — Ca. 
2000 Bde, — Jahresdotation ca. 200 Gulden. — Vorstand: 
Prof. Dr. R, v, Wettstein, — Zettel- und Bandkatalog. — 
Gegen Anmeldung beim Vorstande jederzeit benutzbar. — 
Entlehnungen und Versendungen an Fachmänner. — Gegr, 
zugleich mit dem Institute; enthält die Bibl, Prof. M. Willkomm 
und F, Kosteletsky. — Botanik, 

568, Geologisches Institut, — Ca, 650 Bde. — Jahres- 
dotation ca. 200 Gulden. — Vorstand: Universitätsprof. Dr. 
Gustav Carl Laube. — Alphabet. Zettelkatalog. — Benutzbar 
täglich ausser der Ferienzeit gegen Anmeldung beim Vor- 
stand. — Entlehnungen und Versendungen nur an Institute; 
letztere gegen Ersatz des Portos. — Gegr. mit dem Institute 
1877. — Geologie, Paläontologie und Petrographie. 

561». Medicinisch- chemisches Institut, im sogenannten 
chemischen Institutsgebäude Nr. C. 478. — Ueber lOOO Bde. 



190 Prag. [570 

— Jaliresdotation. aus der allgoineinen entnommen, ca. 350 
Gulden. — Vorstand: Prof. Dr. Carl Hugo Huppert. — Band- 
katalog, welcher die Zeitschriften in aiphabet. Reihenfolge, 
die Werke nach der Zeit ihrer Einverleibung enthält. — 
Benutzbar für die Mitglieder von i) — 1-2 und 2 — 6 Uhr. — 
Entlehnungen nur ganz ausnahmsweise an verlässliche, dem 
Institutsvorstande persönlich bekannte Personen, und zwar 
nur auf einige Tage. — Keine Versendungen. — Die Bibl. 
wurde zugleich mit dem Institute 187'2 gegr. und seither durch 
regelmässige Ankäufe erweitert. — Reine Chemie, physiolo- 
gische Chemie und wenige in das Fach einschlagende Werke 
der Physiologie. 

570. Mineralogisches Institut. — ' Ca. iTöO Bde. — 
Jahresdotation ca. 100 Gulden. — Vorstand: Universitätsprof. 
Dr. Gustav Carl Laube. — Band-, beziehungsweise Zettel- 
katalog für die Separatabdrücke. — Benutzbar täglich ausser 
der Ferienzeit gegen Anmeldung beim Vorstande. — Ent- 
lehnungen nur an andere Institute. — Keine Versendungen. 

— Gegr. 18Go. — Mineralogie, Chemie. Phj^sik, Petrographie, 
Geologie. 

571. Pathologisch-anatomisches Institut. — Ca. 1000 
Nummern. — Die Kosten werden je nach Bedarf der allge- 
meinen Dotation entnommen. — Vorstand: Prof. Dr. Hans 
Chiari. — Ein numerisch angelegter und ein nach Autoren 
geordneter aiphabet. Zettelkatalog. — Benutzbar nur mit Ge- 
nehmigung des Vorstandes. — Ebenso Entlehnungen und ganz 
ausnahmsweise Versendungen. — Gegr. zugleich mit dem In- 
stitute. — Pathologische Anatomie und Medicin überhaupt. 

572. Physiologisches Institut, Wenzelsgasse 29 IL — 
10.'31 Bde. — 400 — 500 Gulden, der allgemeinen Jahresdotation 
entnommen. — Vorstand : Prof. Dr. Johannes Gad. — Alphabet. 
Inventarkatalog. — Benutzbar während der Amtsstunden. — 
Entlehnungen nur an die übrigen k. k. Institute der deutschen 
Universität und die Mitglieder des Lehrkörpers der Hoch- 
schule. — Keine Versendungen. — Gegr. zugleich mit dem 
Institute 1870 und seither durch regelmässige Ankäufe ver- 
mehrt. — Fachliteratur. 

573. Staatswissenschaftliches Institut. — Mehrere 
hundert Bde.; genaue Zahl derzeit unbekannt. — Jahres- 
dotation KiOO Gulden. — Vorstände: Hofr. Prof. Dr. Joseph 
Ulbrich, Prof. Dr. Friedrich Frh. v. Wieser, Dr. Heinrich 
Rauchberg, Dr. Robert Zuckerkandl; prov. Assistent: Dr. 
Engländer; 1 Diener. — Zettelkatalog in Ausarbeitung. -— 



I5«'nüt/.l)ar lüi' <lii' MituMii'cU'r in den X:icliiiiitl:i^sstuii(lt'ii. — 
lOntk'lmuM^^cu mir mit bcsomlorer (H'iioluni.uun^ (.'iiics V<>r- 
staiulos, - Koino Versoiuhinucn. (fOi^r. 1m!)7 s. Aufiinliino 
faiulon dio staatswissciiscliarilioluMi ^Vo^ke der Sciiünai-bil)!. 

— StaatswissoiKsoiiaftoii. 

57t. (ii'I) url sli i 1 f 1 i ch-^y nä k<>l()_t;ischc Klinik. — 
Ca. ;>0(» Bde. — Jalirosdotation je nach IJedarf. — Vorstand: 
Prof. Dr. Alfons v. Rostiiorn. — Alphabet. Autorenkatalo«^-. 

— Nur zu (Mi^eneni (lehrauehe. — Entlehnungen an Aorzte 
der Klinik und Wissenschaft liehe Institute. — Keine Ver- 
sendunj^'en. - Geyr. von dem jetzigen Vorstande IS'jvJ und 
durch seine und des Prof. Dr. R. Chrobak Geschenke ver- 
mehrt. — Geburtshilfe und Gynäkologie. 

57."). Oto-rhinologische Klinik. — Ca. G0(» Pde. — 
Jalu'esdotation ca. !.')() Gulden, der allgemeinen Dotation ent- 
nommen. — Vorstand: Dr. Enianuel Zaufal. — Handschriftlicher 
Katalog in Ausarbeitung. — Entlehnung vorwiegend an die 
Docenten der deutschen medicinischen Facultät. — Die jetzige 
llibl-, welcher die Privatbibl. des Prof. Dr. E. Zaufal ein- 
verleibt wurde, bildet nur den Grundstock für eine weitere 
Vergrösserung. — Vorwiegend Fachliteratur. 

iüi'K Pädiatrische Klinik besitzt keine eigene Bibl., 
doch ist die Dibl. des unter dem Protectorate der deutschen 
medic. Facultät, rcspective des Decans stehenden Kaiser Franz 
.Tosei)h-Kinderspitales (vgl. dieses) den Studirenden zur Ver- 
fügung. 

577. Lehrkanzel für Thierheilkunde. — soi Bde. — 
Jahresdotation je nach Bedarf. — Vorstand: Prof. Dr. Her- 
mann Dexler. — Inventarkatalog. — Entlehnungen nur mit 
(Jenehmigung des Vorstandes, sonst nur zum internen Ge- 
brauche. — Entstand als Theil der Lehrmittelsammlung und 
enthält durchwegs auf die Veterinärmedicin Bezug habende 
Werke. 

57S. Seminar für deutsche Philologie, I. Obstmarkt 7. 

— Mehrere hundert Bde. — Jahresdotation 100 Gulden. — 
Vorstände: Hofr. Prof. Dr. Johann Kelle und Prof, Dr. August 
Sauer. — Zettel- und Inventarkatalog. — Benutzbar nur für 
die Mitglieder des Seminars zu bestimmten Stunden. — Ebenso 
Entlehnungen. — Keine Versendungen. — Deutsche Sprache 
und Literatur. 

r)70. Archäologisch-epigraphisches Seminar. — 
Bibl. vereinigt mit jener des k. k. archäologischen Institutes 
der deutschen Karl Ferdinands-Univei'sität. 



192 Prag. [580 

580. Rechts- und staatswissenschaftliches Seminar, 
I. Obstmarkt 5, ;}. Stock. — 97ti Bde. — Jahresdotation 
.')() Gulden (§17 des Stat.). — Vorstand der jeweilige Decan 
der rechts- und staatswissenschaftlichen Facultät; Bücheraus- 
gabe: stud. jur. Wenzel Raph. Czermak. — Drei aiphabet. 
Bandkataloge; Zettelkatalog in Ausarbeitung. — Benutzbar 
laut Bibl.-Ordnung des jur. Decanates vom 10, Nov. isin nur 
für Seminarmitglieder, derzeit Samstag von 5 — 7 Uhr abends, 
sonst je nach Bedarf, bei vorangegangener Anmeldung täglich 
von 1-2—1 Uhr mit Ausnahme der Sonntage. — Ebenso Ent- 
lehnungen. — Keine Versendungen. — Gegr. 1873. 

581. K. k. Sternwarte. — Ende 1S9.S: 109 Nummern in 
fol., 656 in -4^ 1-213 in S^. — Jahresdotation 300 Gulden. — 
Director: Prof. Dr. Ladislaus Weinek. — Ein handschriftlicher 
Bandkatalog mit den Abtheilungen für F, Q und O, ferner 
ein Zettelkatalog nach Autoren und Orten. — Dient wesent- 
lich den Zwecken der Sternwarte. Der grössere Theil ist ab- 
gesperrt, ein kleinerer als Handbibl. ins Rechenzimmer der 
Sternwarte eingestellt. Bücher werden auch an andere wissen- 
schaftlich arbeitende Personen in Prag. Prof., Studenten etc., 
soferne dieselben der Sternwarte persönlich bekannt sind, 
gegen Revers entlehnt, wobei die Dauer der Entlehnung nicht 
beschränkt wird. — Astronomie, Meteorologie, Erdmagnetismus, 
Mathematik, Physik, Geographie. 

5H2. Verein der cechischen Mediciner (Spolek ceskych 
medikü), II. Katefinskä ul. 36. — 3500 Werke in 7000 Bdn., 
ferner 5()oo veraltete Werke. — Dotation je nach Bedarf, -250 
bis 300 Gulden. — Jährlich gewählt werden zwei Bibliothekare: 
derzeit Josef Sebor und Jaromir Frus und ein Zeitschriften- 
verwalter: K. Spilka; 1 Diener. — Benutzbar für die Mit- 
glieder dieses, sowie des Vereines cechischer Aerzte in Prag. 
Im Lesezimmer liegen die neuesten Zeitschriftennummern 
auf: im Studirzimmer eine Handbibl. Täglich von h Uhr früh 
bis 8 Uhr abends, an Sonntagen von s -1-2 Uhr geöffnet. — 
Gegr. 189-2, besonders vermehrt durch die Bibl. der cechischen 
Aerzte, die vollständig übernommen wurde. - Allemedicinischen 
Wissenschaften. 

Pruvodce akademickym zivotem. 189.Ö. — Hanza, Fr. Dejiny c'eskych 
niediku. 1895. 

583. Verein für Geschichte des Deutschen in Böhmen, Alt- 
stadt, Liliengasse 7. — Voreinshiicherci, abgesehen von den 
Handschriften, Flugblättern und Landkarten, am Schlüsse des 
Vereinsjahres 1897/98 -21.121 Bde. — Obmann: Dr. Ludwig 
Schlesinger; Obmannstellvertreter: Hofr. Univ.-Prof. Dr. Josef 



Srliindli'r; ( Jost'liältslcitt'r: Uiiiv.-rroi'. Dr. ( iiislMV ( ":irl I.Miihf; 
(Josi'luiftskMterstcUvcrtri'ti'r: ,1. U. Dr. AlluTl Wci-uiisky ; Zalil- 
nu'istor: Univ.-ri'ol". Dr. ()ttnk;u' Wober; 1') Ausselius.-^mit- 
Lilioilor. Die Verwaltung der lÜlil. Ixvsor^^ eine dreitrliediMi^e 
]>il)liothekscoinniission, bestehend au.^ den Univ.-rrnt'. Dr. 
Hans Lambel, Dr. Joseph Neuwirth und (lyinn.-I'rof. Dr. 
Albert llortieka, sowie einem lUicherwart, derzeit Fr. Wic- 
cliowski: lue Sehreibu^esohäfte besorgt ein Voreinsdiener. 
llandsehriftlioh ein ali)habet. Zettelkatalour. — Benutzbar fiir 
Veroinsniitirlieder an Wochentauen von 10—1 und l — c 
Uhr, naeli Rücksprache mit dem Gescliäftsleiter aber auch 
ausser dieser Zeit. — Ebenso Entlehnungen und Versendungen. 

— Gegr. zugleich mit dem Vereine 18(;J von Dr. Ludwig 
Schlesinger, Julius Lippert, Dr. Alexander Wiechowski, Univ.- 
Prof. Dr. Volkmiinn, Hofr. Univ.-Prof. Dr. Constantin 
Ritter v. Höfler und Prof. Dr. Alois Brinz. — Besonders Bo- 
hemica, daneben zahlreiche wissenschaftliche Zeitschriften 
historischen Inhaltes. 

Vorschriften über das Entlehnen von Bücliorn aus der Bücherei des 
Vereines für Gescliiclite der Deutschen in Böhmen. Genehmigt in der 
.\usschusssitzung vom !>>. Februar 189C>. 

584. Verein zur Ermunterung des Gewerbsgeistes in Böhmen, 

vulgo (.Böhmischer Gewerbeverein" (Jednota k povzbuzeni 
prfnnyslu v Oechäch), R^-stirska ulice 31. — Schluss ls;»8: 
10..ÖS3 Werke mit ca. 40.000 Bdn. — Jahresdotation lioo bis 
1200 Gulden. — Präses des Bibl.-Comites: Josef Reiter, Civil- 
ingenieur; Bibliothekar und Secretär: Johann Lier, Schrift- 
steller; Bibl.-Adjunet: Johann Slechta, Schriftsteller; 1 Diener. 

— a) Zettelinventarkatalog; fc) Buchinventarkatalog; cy aipha- 
bet. Zettelkatalog; 'D Realindicationskatalog in Buchform, 
zugleich Repositoriumkatalog. Dieser Katalog ist im Drucke 
erschienen und zwar der Stammkatalog i. J. 1864, das 
erste Supplement i. J. ISTO; das zweite Supplement wird zum 
Drucke vorbereitet. -— Freier Zutritt in die öffentlichen Lese- 
zimmer täglich und zwar an Wochentagen von 4—8, an Sonn- 
und Feiertagen von!) — 12 Uhr. Entlehnungen an die ^litglieder 
und Beamten des Vereines, und zwar nicht bloss an die in 
Prag und dessen Vororten wohnenden, sondern auch an aus- 
wärtige Vereinsmitglieder. — Ebenso Versendungen. — Gegr. 
mit dem Vereine 1828, besass die Bibl. bereits IsSö ca. lOOo 
i;de. ; am 2. August 18:ir> wurde die Lesehalle zum freien 
P.esuche für Jedermann eröffnet. Johann Parti wurde zum 
Bibl. (bis lö.'.l) ernannt, der den i. J. 1839 gedruckten 
Materienkatalog ausarbeitete; hierzu erschienen bis 1847 sechs 
Nachträge. 1H(J3 musste ein zweites Lesezimmer eröffnet 

Diblioihcks 'vdrt'ssbUL'b, l.'t 



194 Prag. [585 

werden. — Gewerbekunde, Nationalökonomie, chemische und 
mechanische Technoh)gie, Bauwesen, Handelswissenschaften, 
sowie alle Hilfswissenschaften der Industrie und des Ge- 
werbes. 

Katalog der Bibl. des Vereines zur Ermunterung des Gewerbsgeistes in 
Böhmen. Prag 18G4. Erstes Supplement. Prag 1879. — Bibl. -Ordnung des 
Vereines zur Ermunterung des Gewerbsgeistes in Böhmen. Prag 18'.)2. — 
Sedesät let veiejne biblioteky jednoty ku povzbuzeni prümj'slu v cechach 
1835—1895. Prag 1895. 

585. Deutscher Verein „Frauenfortschritt", Krakauergasse 20. 

— 5G4Ü Bde. — Vorsitzende: Wilhelmine Miechowski; Vor- 
sitzenderstellvertreter: Prof. Dr. Max Grünert; Bibliothekar: 
Dr. Emil Wiesmeyer. — Je ein aiphabet. Zettel- und Band- 
katalog. — Benutzbar Montag, Mittwoch, Donnerstag, Sams- 
tag von 3 — 5, Dienstag, Freitag von 6 — 8 Uhr abends; Sams- 
tag von 11 — 12 Uhr. — 20 kr. Jahresbeitrag; für jedes Buch, 
respective für je zwei Bände eines Werkes 1 kr.: Entlehnt'rist 
bei Werken 14 Tage, bei Zeitschriften 4 Wochen. — Ebenso 
Entlehnungen. — Keine Versendungen. — Gegr. 18;);5. — 
Populärwissenschaftliche Werke aller Gebiete. 

[Erster-Sechster] Jahresbericht des Deutschen Vereines ..Fortscluitt'' in 
Prag über das Vereinsjahr [1893— 1898J, verlesen in der Vollversammlung. 
[1894—1899] Prag. 

586. Militär-wissenschaftlicher Verein, Smetanagasse 26. — 
6(MMi Bde. und Hefte. — Jahresdotation looo Gulden. — Präses: 
FML. Moriz Venus v. Eibringen ; Secretär und Bibliothekar : Major 
d. R. Ignaz Suchänek; 1 Vereinsdiener. — Handschriftlicher 
Fachkatalog in Bandform. — Benutzbar täglich von.'? — 4 Uhr. 

— Ebenso Entlehnungen auf 4 Wochen. — Keine Versen- 
dungen. — Gegr. 1875. — Sämmtliclie Wissenschaften, beson- 
ders militärische. 

5S7. Städtische öffentliche Volksbibliothek (Mestskä obecni 
knihovna), Spalena ulice 71,11. — 17.(;ri Werke in ca. .Jo.ooo 
Bdn. — Jahresdütation 20oo Gulden; für das Einljinden 
1000 Gulden. — Bibliothekar: Anton Sova, Schriftsteller; 
Unterbibliothekar: Josef Houdek; Hilfskräfte: Franti.sek Behor, 
Schriftsteller, und Frau Anna Pastika: 2 Diener. — Stand- 
ortsrepertorium für die einzelnen Wissensehaften ; alp]ial)et. 
Zettelkatalog, nach Wissenschaften geordnet, in Ausarl)eitung; 
für das Publicum ein gedruckter Katalog v. 1k;»5 und lithogr. 
Ergänzungskataloge. — Geöffnet an Wochentagen von ;> — 1, 
nur ^littwoch von 9—12 und von 2-6 Uhr. — Benützungs- 
und Entlehnrecht hat jeder über 16 Jahre alte Bewohner von 
Prag. — p]ntlehnung unter folgenden Bedingungen: 1. Nach- 
weis der Zuständigkeit und Bürgschaftsschein des Gemeinde- 



•'i'^'.'l l'lM'iail. iMf) 

r;itlios; (»der j. Im-1:ii:- i-inor Caution von I (Juldcii, hei wcrtli- 
Vdllcrcii Hüclu'ni oiiirs t'iitsin'et'lu'iid lirilKTcii iJcfi-aiies; .'!. Km- 
Ijfannsbt'stätiiiunii. KiitU'liimol)ülir für ein Werk in s" bis zu 
l')t) SeittMi 1 Ki't'uzi'r, darüber 1 Kreuzer; in Lexikonfoi-niat 
und l" :') Kreuzer, immer für 11 Ta<^e; in fol. 10 Kreuzer pr*» 
Monat. Keine Vci'sendunu'. — Kröffnet. mit isno Werken 

am 1. duli is.ii auf Vorselüag des Präger Stadtratlies und 
aus (Jemi'indemittcln mit Werken der br»lim. Literatur, be- 
sonders der Belletristik, Poesie, (resehielite, (reoirrapliie, so- 
wie belehrenden und unterhaltenden Zcitsohriften versehen. 

— Krster Bibliothekar: Jan Pastika. Die Bibl. befand 
sich erst auf dem Zdera^ 329, später in der Trinitarier- 
kaserne, seit dem 1. Mai 18iU am jetziijen Orte, lieber 
50 Jahre alte Werke wurden aus^^eschieden und an- 
deren Bibl. angeboten. Wichtige Bücher in bis zu .'^, br>iim., 
russ., franz. Schriften in bis zu 10 Exemplaren vorhanden. 
Im J. lSii8 wurden 44.7(i8 Werke in 5.'). 003 Bdn. entlehnt. 

— Vertreten alle Wissenschaften, besonders Belletristik, Ge- 
schichte, Culturgeschichte, Musikwissenschaft. 

Freraii (Pi-erov, Mähr.). 

5SS. [K. k. Staats-JGymnasium (C. k. vyssi statni irjnnna- 
sium). — a) Lehrerlnbl. luai Werke in 3-i77 Bdn. und 1099 
Heften. -13-21 Programme; />j Schülerbibl. ITC.') Werke in -2491 
Bdn. — Jahresdotation für a) ca. 200 Gulden. — Director: 
Jan Vesely: Bibliothekar für n) Prof. Pavel Krippner; für b) 
Prof. Jan Kabelik. — Bandkatalog für den Amtsgebrauch mit 
fortlaufender Zahl der angekauften Werke, für die Benutzer 
ein Bandkatalog nach einzelnen Fächern geordnet, wie es in 
den Programmen tl. J. 189(; '.»7 und lsit7 ;)s angegeben ist. — 
15enützbar nach Uebereinkommen mit dem jeweiligen Biblio- 
thekar an bestimmten Tagen, aber auch sonst nach Bedarf. 

— Entlehnungen a) nur an Mitglieder des Lehrkörpers. — 
Versendungen nur an Staats- und Piivatmittelschulen, tausch- 
weise nach Verlangen, ohne besondere Bedingungen. — Gegr. 
zugleich mit der Anstalt 1S70. Eine grössere Schenkung 
stammt vom k. k. Generalintendanten Franz Kepka. — Alle 
Wissenschaften, die am Gymn. gelehrt werden. 

Fischer, Alois (und Pavel Krippner). Katalog uritclske kniliovny. In: 
XXIII. und XXIV. prograni c. k. vyöJiho slätnilio gyinnasia v Prcrove. 
V Pferove IS97 und 189S. 

Pi'OS.sbauiii (Xieder-Oesterr.). 

.'•M'. Waisenasyl Norbertlnum hat eine Privatlclncrbibl 
.mit 2S()H und eine Schülorliibl. mit 814 Bdn. — Director: 
Fr, Anselni (Jeorg Mauser. — (Jegr. 18so, 

13* 



U)G Pribrani. I-Ji"» 

Pribrain (Böhmen). 

090. K. k. Bergakademie. — 3309 Werke in 8<S40 Bdn., 
521 Atlanten, 3;).'> Karten. — Dotation für Bücher 1100 Gulden, 
für Zeitschriften 400 Gulden. — Vorstand: Der jeweilige 
Rector. derzeit Josef v. Ehrenwerth; Bibliotheksleiter derzeit 
Rudolph Wanibera, k. k. Bergakademieadjunct; 1 Gehilfe. — 
1 Zettelkatalog, 1 Hauptkatalog, 1 Autorenkatalog, 1 Karten- 
katalog und 9 aiphabet. Fachkataloge. — Den Lehrpersonen 
stets, den Hörern nur an Wochentagen, Montag bis Freitag 
von 4 — 7, Samstag von 2 — 6 Uhr nachm. zugänglich. — In 
der Regel keine Entlehnung; Versendung auch an bekannte 
Personen oder Aemter. — 1849 zugleich mit der Akademie 
gegr.; 1890 wurden neue Kataloge angelegt. — Vertreten: 
Physik. Mathematik und Geometrie, Chemie, Ingenieurwissen- 
schaften und Baukunde, Aufbereitung, Bergwesen, Hütten- 
wesen. — Jede der folgenden derzeit bestehenden Lelirkanzeln 
besitzt ihre eigene Handbibl., die dem betreffenden Prof. 
untersteht: Für Hüttenwesen, Bergwesen, Berg- und Hütten- 
maschinen, technische Mechanik, Physik und Mathematik, 
Chemie, darstellende Geometrie und Geodäsie, Mineralogie 
und Geologie. 

591. [K. k. Real- und Ober-]Gymnasium (C. k. realni a 
vyssi gymnasium). — a) Lehrerbibl. wissenschaftliche Werke: 
2019 Werke in 3192 Bdn., 30 Heften, 3 Blättern; Handbibl. 
431 Werke in 629 Bdn. 9 Heften, 2 Blättern; 3380 Programme; 
h) Schülerbibl. 1898 Werke in 2473 Bdn. — Director: Antonin 
Skoda: Custos für r/) Edvard Volek: für h) Prof. Matej Marik. 

— Gegr. 1871 als Communal-Real-Gymn. durch Umwandlung 
der unselbständigen Unterrealschule. 1884 verstaatlicht. 

Volek, Edvard. Katalog bibliotlieky professorske. In: XVIII. progi'am 
c. k. realneho a vyäSiho gymnasia v Piibranii. V Pfibranii 1897. 

Nach dem letzten Jahresberichte gearbeitet, da der Fragebogen nicht 
beantwortet wurde. 

Prossiiitz (Prostcjov, Mähr.). 

592. [Deutsche Landes-]Realschule. — (t) Lehrerbibl. 1094 
Werke in 2247 Bdn.; h) Schülerbibl. 411 Werke in 1090 Bdn.; 
c) Schulbücherbibl. (besteht seit l.s93) 119 Werke in 180 Bdn. 

— Director: Franz Scheller; Bibliothekar: Prof. Joseph Hirsch. 

— Gegr. 1K73. — Besonders vertreten: Deutsche Sprache, 
Geschichte, Physik, Naturgeschiciite. 

Nach dem letzten Jahresberichte gearbeitet, da der Fragebogen nicht 
beantwortet wurde. 



>•.)«'.] 



r/cin y 1 l;(7 



;'»'.•;!. [Böhmische Landes-jRealschule (Zcinskn vys-f ir.ilnn 
skola). — a) Lohi-orhil)!. '.t.M \\'cik<' in 17().'. l'.dn., :;:, i Ilrltcii, 
.".s:;;{ ProoramiiK' ; h i Scliiilcfl)!!)!. I0;'.:i Wci'kc in itoi IMn! 
-lalircsdotaliuii JTo (liildcn. Dircclm- : IJai-tol. Navrätil; 

l!il)Ii(>tli(d<ar luv <n Ti-ol'. Knrcl Hcncs; ITif l> i I'in.I'. 'roiiiai 
Sirtiva. — (Jo;^!-. I.S71 als Untcrrcalscdiulc vom Vorsnliuss- 
yeroin; 1S72 vom Voroin „Matieo skolsk.'i", isKo vom Land«» 
ühcniommon. 

l'.tMifs, Kart>l. Kntalo;;: kiiilioviiy iicitiMski-, Im: XXV. v\i-...ni' zpniva 
zoiuski'' vy-i^^i roalin" skniy s ('eskyiu ja/.vkcm vvii.i.vacim v I'n)st(''j<)v<^ 
V Prostt-jove IR'.lS. 

Nach dorn lotzton JalD-osboriolilo <i;oarl)oitot. da d.'r Fia{,r(>l)(>iiOii iiiclif, 
beantwortet wiirdo. 

Przeinysl (Galizien). 

f);»!. Militärwissenschaftlicher und Casinoverein, (Jrodzka- 
fjasso s. — 43 7« ]ide. -- Jaiiresdotation ca. luo (Juldcn. — 
Obmann des wissenschaftlichen Comites: Karl Luka.s, Majrn- 
des Oeneralstabscorps und Genoralstabsclief der -24. Inft.- 
Truppendivision; Bibliothekar: Anton Toft, Oberlehrer der 
k. k. Militcär-Volksschule; 1 Diener. — Wissenschaftlicher 
Bandkatalog nach 20 Gruppen. — p]ntlehnun,<i:en nur an Ver- 
einsmitulieder Montag und Donnerstag von 5— c Uhr. — Keine 
Versendungen. — Die Bibl. wurde Ende der Achtzigorjahre 
gegr. und war früher in der Divisionskanzlei untergebracht. 

— Alle Wissenschaften, besonders Taktik, Kriegsgeschichte 
und Kriegswesen. 

Ein gedruckter alphabot Katalog erschien ls*)l, s. Ergänzungen 189."), 
1896; Neuaufl. des gosamniten Kataloges l.s98. (Abtlilg. I. mi!itür\vrss. Abth! 
II. beiletrist. Theil.) 

r)95. [K, k. erstes Staats-JGymnasium (C. k. gimnazj'um I.). 

— a) Lehrerbibl. 44o.-) Werke in Toni Bdn., ir.l Broschüren, 
447 Heften. .Jüss Programme; h) Schülerbibl. 703 Werke in 
'.Mt.'i Bdn. (i)oln. Abtii.); fc? Werke in 74!» Bdn. (deutsche 
Abth.): -.'s Werke in .'f» Bdn. (rutlien. Abth.). — Director: Sta- 
nislaw Piatkiewicz; Gustos für a) Prof. Stanislaw Goliuski; 
für h) Prof. Jan Kossowicz (für die poln. Abth.); G3'mn.- 
Lehrer Juliusz Ippoldt (für die deutsche Abth). n;i7 von 
den Jesuiten gegr., seit 1773 mit weltlichen Lehrern besetzt, 
1«49 mit der 1S20 eröffneten philosopiiischen Lehranstalt 
vereinigt. 

Nach dem letzten Jahrcsherichte gearbeitet, da der Fragebogen nicht 
beantwortet wurde. 

r>!if;. [K. k. zweites Staats-jGymnasium (G. k. II. -imna- 
zyum) besitzt eine Li'hrer- und eiii<" Sc-iiülcrijibl. (rntJHMi.. poln. 



198 Puchheim. ['>9'J' 

und deutsche Abth.) — Director: Gregor Ceiiliiiski; Gustos 
der Lehrerbibl.: Prof. Severin Zarzycki; der Sehülerbibl. : Prof. 
Demetrius Lewkiewicz (für die ruthen. Abth.), Prof. Kasimir 
Johann Zimmermann (für die poln. Abth.), Prof. Johann 
Malinovrski (für die deutsche Abth.). — Aus den seit 1888 
bestandenen ruthenischen Parallelclassen des I. Staatsgymn. 
entstanden und 1895 eröffnet. 

Nach dem letzten Jahresberichte gearbeitet, da der Fragebogen nielit 
beantwortet wurde. 

597. K. k. Lehrerinnenbildungsanstalt. — a) Lehrerbibl. 
1-330 Werke in 14uo Bdn. ; bj Sehülerbibl. 2sG Bde. in polni- 
scher und 043 in deutscher Sprache. — Jahresdotation 
a) 100 Gulden; Z^j 120 Gulden. — Director: Joseph Falat; Gustos: 
Prof. Wilhelm Przybylski. — Ein Bandkatalog. — Benutzbar 
zu jeder Zeit. — Entlehnungen a) an Mitglieder des Lehr- 
körpers; h) an Schüler. — Keine Versendungen. — Gegr. 
zugleich mit der Anstalt 1871. 

Puchheim (Ober-Oesterr.). 

598. Redemptoristencollegium hat nur eine zum grössten 
Theile aus theologischen Werken bestehende Hand- und 
Hausbibl. 

Pürglitz (Ki'ivoklat, Böhmen). 

599. Fürstl. Fürstenberg'sche Fideicommissbibliothek. — 

Ca. 22.000 Bde. — Jahresdotation je nach Bedarf. ■ — Unter 
der Verwaltung der fürstl. Fürstenberg'schen Centraldirection. 

— Alphabet, und Ilandkatalog. — Nur zu eigenem Gebrauche. 

Pul kau (Nieder-Oesterr.). 

GOo. Volksbibliothek, im Pvathhause. — (515 Bde. — Jahres- 
dotation 25 — 50 Gulden. — Vorstände die Directoren der 
Sparcasse: Hermann Dechant, Ludwig Knoll und Sebastian 
Bachzelt; Bibliothekar: Ludwig Steininger, Buchli alter; Biblio- 
thekarstellvertreter: August Merighi, Cassier der Spar- 
casse. — Autorenkatalog. — Benutzbar jeden Montag von 
2—4 Uhr nachm. — Entlehnungen gratis an alle der Schul- 
pflicht entwachsenen Bewohner von Pulkau und Umgebung. 

— Keine Versendungen. — Gegr. aus Anlass des 4()jährigen 
Regierungsjnl)iläums Sr. Majestät des Kaisers am 2. Decomber 
1888 mit Erlass der k. k. n.-ö. Statthalterei vom 2:5. November 
1888, Z. 57957. — Belletristik, classischc, landwirthschaftliche 
Werke, Reisebeschreibungen. 



6041 i;:i(l:iilt/. l'.C) 

l{a<iailt/ (Üiilvowina). 

f>oi. [K. k. Staats-jGymnasium. — «) Lclirri-hihl. h,,'l Wn-ko 
iii ;}7;V.i Bdii., -Js r.lätk'r, 50üO Prooraiumo; h) SchülcM-l)il)l. 
r><i3 Woi-ko in '.•00 ImIu.; <•) die Sosnowic/Zsche liibl. (i<;i Werke 
in tiOl Biln. - Direetor: Gabriel v. IMor Edler zu Soniieirjj^ 
und Morberi; ; Kibliothekar : (l^Mun. -Lehrer Dr. Hu«;*) Ilerzo«^. 

Xacli (Iciu letzten Jaliresberielile fiearluMtet, da der Fra-jclxic^rcn nielit 
heaiilwurtel win-de. 

IvJift'iisa (Dubrovnik, Dalmatien). 

ii()2. Dominicanerkloster. — cooo ]>de., 100 Handschriften, 
HM» liu'unabolii. — Keine bestimmte Dotation. — Bibliothekar: 
1'. Ambrosius Kacii'. — Ein alter Katalo<i- aus dem vorigen 
Jhdt., ein neuer Materienkatalo«^-. Allgemein benutzbar, 

aber keine Entlehnun.üieii oder Versendungen. — Gegr. 14!)0, 
bei der Einnahme Ragusas durch die Franzosen fast gänz- 
lich ausgeplündert. — Theologie. 

(;o;j. Franc! scanerconvent (Biblioteka Malebraee). — 
14.000 Bde., lioo Iland.-ehriften, 80 Incunabeln. — Dotation 
nur gering. — Bibliothekar: P. Urbanus Talija. — Ein ge- 
druckter aiphabet. Katalog; ein handschriftlicher für die in 
jenem nicht aufgenommenen Wissenschaften. — Täglich von 
9 — r2 Uhr allgemein benutzbar, — Keine Entlehnung. — 
Versendungen nur an einige grosse, öffentliche Bibl. — 
Stammt aus dem 15. oder vielleicht schon 14. Jhdt. KiCT wurde 
das Kloster fast ganz durch Feuer zerstört. Die gegenwärtige 
Bibl. wurde im 17. Jhdt. gegr. — Eine bedeutende Vermehrung 
bedeutete die Aufnahme der werth vollen Bücher- und Hand- 
schriftensammlung F. J. Culic. — Besonders Theologie und 
slavische Literaturgeschichte. 

Biblioteca di fra Innocenzo Ciulieh nella libreria dei PP. Francescani 
di Ragusa. Zara 18()i>. 

601. [K. k. Staats-jGymnasium (C. k. veliki gimnazijum). — 
a) Alte Bibl., Gymnasium, 3. Stock. -- 47t»3 Bde., 12 Hand- 
schriften. 11 Incunabeln. — Direetor: Anton Vuretir; Biblio- 
thekar: Prof. Dr. Jose})!! Posedel: 1 Diener. — Ali)habet. 
Classenkatalog. — Täglich während der Unterrichtsstunden 
im Einvernehmen mit dem Bibliothekar benutzbar. — Ent- 
lehnungen an den Lehrk()rper gegen Unterschrift. — Ver- 
sendungen von Büchern an Mittelschulen; von HandschriftcMi 
nur mit Bewilligung des Landesschulratiies. — Bestand walir- 
scheiidicli schon gegen Ende des 1<>. .Ihdts., <jing aber durch 
das Erdlx'lx'n von 1 (!(;7 und eine Feuersbrunst zujjrunde. 



•200 Raij^ern. [605 

NeugTÜnduno- wahrscheinlich gleichzeitig mit der Erbauung 
eines neuen G3'mnasialgebäudes (jetzt Militärspital). — Theo- 
logie, classische und ital. Literatur. Geschichte und Medicin. 
Seit 1HB8/G9 wird die Bibl. nicht mehr vermehrt. — h) Neue 
Bibl., Gymnasium, 1. Stock. — -2250 Bde. — Director: s. oben; 
Bibliothekar: Gjmin.-Lehrer Stefan Lucianovic; der Schüler- 
bibl.: Gj'mn. -Lehrer Rafo Janni; 1 Diener. — Alphabet. 
Katalog; Zettelkatalog in Ausarbeitung. — Benützung, Ver- 
sendung, Entlehnung wie ol^en. — iscs (hl gegr., als das von 
den Jesuiten geleitete Gjnnnasium in Staatsverwaltung über- 
ging. — Alle Gymnasialfächer, besonders Philologie und 
Literatur. 

Katalog erscheint im Jahresberichte 1898/99. 

Raigern (Mähren). 

605. Benedictinerstift. — 70.000 Bde. und Broschüren, 
820 Handschriften vom 9. Jhdt. an, 398 Incunabeln (bis 1510), 
2300 Landkarten. — Jahresdotation 600 Gulden. — Stifts- 
archivar und Bibliothekar: F. Maurus Kinter, O. S. B., f. e, g. 
R. etc.; Amanuensis: Moriz Janeczek. — Zettelkatalog; Katalog 
der Incunabeln, Handschriften, Landkarten etc. — Benutzbar 
täglich von 9 — 12 und2V2— 4 Uhr. — Entlehnungen und Ver- 
sendungen nur gegen Revers an vollkommen vertrauens- 
würdige oder gut empfohlene Personen. — Die Geschichte der 
Bibl. ist mit der des Benedictinerstiftes selbst im innigsten 
Zusammenhange, wie schon daraus hervorgeht, dass die 
ältesten vorhandenen Handschriften noch über das Gründungs- 
jahr (1048) desselben hinaufreichen. Die Bibl., die durch mehr- 
malige Verwüstungen arg gelitten hatte, wurde durch den 
Ankauf der Sammlung des verstorbenen Brünner Bischofs 
Mathias Graf v. Chorinsky und durch das Legat des Propstes 
Beck zu Eisgarn, sowie durch Neuanschaffungen wieder stark 
vermehrt. — Gepflegt werden zumeist Geschichte und die 
theologischen Lehrfächer. 

Wolny, G. Bericht über den histor. Vorrath im Archiv des Benedic- 
tinerstiftes Raigern in Miiliren. In: Archiv f. östcrr. Gesch. I. !). 1849, 
S. 147. — Wattenbach, W. Handschriften des Klosters Raygern bei Brunn. 
In: Archiv f. alt. dtsche. Gesch. X. 1851, S. (i89. — Raigern in Mähren. 
In: Ein Bonedictinorbuch. Von Sei). Brunnor. Würzburg [IS81]. 

Raitz (Mähren). 

606. Fürstlich Salm'sche Schlossbibliothek. — 35.000 Bde. 
— Jahresdotation je nach Bedarf. — Zettelkatalog in Aus- 
arbeitung, — Benutzbar nur mit besonderer Bewilligung des 
Besitzers. — Ebenso Entlehnungen und Versendungen. — 



'■'"'•• 1 IImU Miii I /. -UM 

<'io«;r. vom Mrlciucr <l<'s Schlosses, dem l-^iirslm (';ii-l S.ilrn 
(^ol). I7.')(>, y-i'st. is;!s), wesentlich vei'mclii'l diircli dessen Sidin, 
den Altural'en Ihii,^» Kran/. Salm (i'esl. is:',(;). Cicseliielitc, 

Nalurwissenscliaften, Maf liemal ik. 

Wnnkel, Heinrii'li. Hildcr ans d.'i- iiiiilnisplicn Si'hu.i/, iiini iln«' \'« r 
gaiijjtMilu'it. Wioii l!Ss?. 

Makonifz (nölimcn). 

<;n7. [K. k. Staats-]Realschule (Vyssi skola rcalna). — 

a) Lelireri)il)l. ITHi Werke in aoOT l!dn., Uli Programme; 

b) Schülerbibl. l.UT Werke in 200«; Ikln. Director: Fran- 
tisek Wurm; Custos: Prof. Vaclav Ilampl. — Eröffnet is.i'}; seit 
1SG4 Oherrealscliule. Zuerst mit I'iaristen, seit isf)!» mit Prä- 
monstratensern von Straliov, seit 1.S72 mit weltlichen Lehrern 
besetzt; isjcJ verstaatlicht. 

Nach dein letzten Jaliresberiehte p;earl)citnt. da der Fragebogen nielit 
beantwortet wurde. 

Raiulititz a. F. (Pvoudnic, Böhmen). 

(JOS. [K. k. Staats-]Gymnasium (C. k. statni vyssi gymna- 
sium). — a) Lohrerbibl. 21)37 Werke in 27tj.s Pdn., loO Heften, 
34fs7 Programme; hj Schülerbibl. 2101 Werke in 22.")0 Bdn. — 
Für die Lehrraittelsammlunoen standen 1897/98 440 Gulden 
zur Verfügung. — Director: Josef Cerny; Custos für a) Prof. 
Karel Prochiizka; für tj Gymn. -Lehrer Frantisek Svoboda. — 
Errichtet 1877 als Communal-Realgymn.; 0])Grg3'mn. seit 1881 ; 
verstaatlicht 1893. 

Prochazka, Karel. Seznam knihovnj' uüitelske. In: Tfinäcty prograin c. 
k. stätnibo vy^^ibo gymnasia v Roudnici. V Roudnici 1«98. 

Naeli dem letzten Jabresbericbte gearbeitet, da der Fragebogen niclit 
beantwortet wurde. 

<;o9. Privatbibliothek. Fürst Moriz v. Lobkowitz'sche Fidei- 
commissbibliothek. — GO.OOO Bde., coo Handschriften, 12oo 
Incunabeln. — Jahresdotation lOOO Gulden. — Bibliothekar 
und Archivar: Max Dvoiiik. — Ein Zettel-, Stand- 
und Nominalkatalog. — Besuchsstunden in den Sommer- 
monaten von 9 — 12 und '■'> — G Uhr. — Zur Benützung der 
Handschriften ist die besondere Bewilligung des Besitzers 
erforderlich. — Keine Entlehnungen und Versendungen. — 
Die älteste Grundlage der Bibl. bildete die Büchersammlung 
des gelehrten Bohuslav v. Lobkowitz auf Hassenstein (gest. 
löio). welche derselbe 1491 auf seiner Burg Hassenstein bei 
Kaaden in Böhmen angelegt hatte. \^on da kam die Bibl. im 
1(3. Jhdt. nach Komotau in Böhmen, wo ein Theil derselben 



•202 Reichen au a. d. Kn. [61»' 

abbrannte. Schliesslich kam sie unter dem obersten Kanzler 
des Königreiches Böhmen Zdenko Adalbert Fürsten v. Lob- 
kowitz (gest. lG2s), der sie mit seinen eigenen reichen Bücher- 
schätzen vereinigte, nach Raudnitz. Die Bibl. nahm im Laufe 
der Zeiten durch Erbschaft noch andere Lobkowitz'sche Haus- 
bibl. auf, ferner durch Ankauf die Büchersammlungen des 
Arztes Dr. Mathias Borbonius v. Borbenheim (gest. 1629), des 
Genealogen Michael Adam Frank de Frankenstein (lebte in 
der zweiten Hälfte des 18. Jhdts. in Prag), des Bergrathes 
Med. u. Phil. Dr. Franz Ambros Reuss in Bilin (gest. 1S30). 

— Alle Wissenschaften, besonders aber Geschichte und Kunst- 
geschichte. — In Verbindung mit der Bibl. (10 Säle) steht ein 
Musikarchiv mit 48.'55 Werken und kostbaren Instrumenten, 
sowie in drei Räumen die Schatz- und Rüstkammer und ein 
Conchyliencabinet. Das fürstliche Familienarchiv nimmt vier 
Räume in Anspruch und enthält ausser den Familienurkunden 
und -Schriften zahlreiche Staatsschriften und Correspondenzen 
des IG. und 17. Jhdts. 

Dworzak, J. J. Merkwürdigkeiten der fürstl. v. Lobkowitzsclien Scliloss- 
bibl. zu Raudnitz a. d. Elbe in Böhmen. In: Serapeum 1843. S. 1. — 
Petters, J. Deutsche Handscliriften zu Raudnitz. In: Anzeiger für Kunde 
d. deutsclien Vorzeit. IS")?. Sp. (i. 77. 

Reicheiiau a. d. Kn. (R,ychnov, Böhmen). 

Glo. [K. k. Staats-jGymnasium. — a) Lehrerbibl. 3765 
Werke in 49 60 Bdn. und 5070 Programme; h) Schülerbibl. 
2311) Werke in 2354 Bdn. und .s3 Heften. — Dotation aus den 
Schülerbeiträgen 150 Gulden. - Director: Andreas Franta; 
Custos: Prof. Johann Skäkal. — Bandkatalog nach Fäcliern. — 
Den Personen des Lehrkörpers jederzeit zugänglich; Bücher- 
tausch mit dem Gymn. in Königgrätz. — Gegr. 1714 mit der 
Stiftung des Piaristencollegiums, dessen Büchersammlung den 
Grundstock der Bibl. bildet; seit 1881 vom Staate über- 
nommen, — Besonders vertreten: classische und slavische 
Philologie, Geschichte und Geographie, Naturgeschichte. 

Reicheiiberg' (Böhmen). 

611. Gabelsberger Stenographenverein, Kai.ser Franz Joseph- 
Schule. — ><IM Bde. Ohiuaiin: Pi-of. Franz Hiibler; JUicher- 
wart: Lehi'er Joseph Richter. — Bandkatalog. — Ausleihe- 
Stunden Mittwoch und Samstag von 7 — 7'.^ Uhr. — Steno- 
graphie und Sprachwissenschaft. 

612. Nordböhmisches Gewerbennuseum. — Ca. 6000 Bde. 

— Jahresdotation ea. 2im)U Gulden. Custos: Dr. G. E. Pa- 



'111 l{cicli('iil)(>r<r. 203 

/nui't'k; Assistent: Willicliii i\uust; TiiiUt ik:iiit : llfiiiricli 
SchiiidU'i-. Z('tit'll<:ilal(»j^ in Aiisiirheitimj;. — Üeiiützbiir an 

Wot'luMitaui'n, ausser Monta,::, vmi ;t l uiul '2 — l Uhr; an 
Sonn und Foi«.'rtay:on, niii Ausnaluno dor li(")chöten Fest-, so- 
wie der Xorniatauo, von !' — 1 und 7 — s Uhr. - EntlohnunLjon 
auf vior Wochen an die Curatoren, Stifter, corresp. und ord. 
Mitglieder, sowie die Museunisheaniten ; an säiunitliche ^ge- 
werbliche Fach- und l'orthililunusscliuh'n. zumal die im Keichen- 
l)er^'er Ilandelskamnierhezirke uelouenen. überhaupt alle staat- 
lichen und öffentlichen Anstalten; an einzelne Lehrkräfte und 
Schüler dieser Institute, insoferne sie sich entsprechend le- 
j^ätimiren können: an gewerbliche Vereine und Corporationen. 
An alle anderen Personen nur von Fall zu Fall Lre^en 
Caution, Enipfehlun^oder Bürj^schaft. — Ebenso Versen- 
dungen iiciren Ersatz des Portos. — Die Bibl. bildet seit der 
IST:; erfolgten Gründung- des Nordbrihniiselien Gewerbe- 
museunis eine der mannigfaltigsten Bildungsstätten dieses 
Institutes. An grösseren Büchereien fand die Bibl. des Ge- 
werbevereines der Stadt Reichenberg Aufnahme. — Alle 
Wissenschaften, die mit der F(">rderung des Kunstgewerbes 
im Zusammenhange stehen. 

Bit)l.-KatalofT von 1S88 unrt Nachtragslcatalog von ISOG. — Hil)I.- 
Ordnung dos Nordljöliniisclien Gewerbemiiseums, genelira. vom Curat, 
unterm 7. .ruiii isoc». 

613. [K. k Staats-]Gewerbeschule. — Ca. ;»0(M) Bde. — Do- 
tation bei IsöO Gulden. — Director: Reg.-K. Franz Richter: 
Vorstände: Die Prof. Franz Kuhn, Rudolf Fiedler. Franz Hei- 
singer. - - Zettelkatalog. — Für Mitglieder des Lehrkörpers 
in Anwesenheit eines der Vorstände stets benutzbar. - - Ebenso 
Entlehnungen; an andere Personen nur mit Bewilligung der 
Direction. - Ebenso Versendung. — Mit der Anstalt IsTi: 
gegr. — Vertreten: Pädagogik, deutsche Sprache und Ge- 
schichte. Architektur und Bauingenieurfächer. Gewerbe, Handel. 
Industrie und Volkswirthschaft, elementares und kunstgewerb- 
liches Zeichnen und Modelliren. Naturgeschichte und Physik. 
Chemie und ehem. Technologie, Mathematik und constructive 
Geometrie. Mechanik, ^Laschinenbau und mechanische Tech- 
nologie, Belletristik (Schülerbibl.). Besonders gei>flegt: Ar- 
chitektur und Bauingenieurfächer, CluMnie und ehem. Tech- 
nologie, Mechanik. Maschinenbau und mechanische Tech- 
nologie. 

t;i 1. [K. k. Staats-jMittelschule. — <i ) Lehrerbibl. Mol Bde., 
l.'.-.'o Hefte, :".s:'.;5 Pronramme; h) Schülerbil)l. •J172 Bde. — 
Director: Josef Grünes; Verwalter für "j Prof. Friedrich 
Schuberth; für l>i Pi-uf. Leo[)old Tertsch. — (!egr. is;{7 als 



204 Reichersberg. [615 

dreiclassige Reallehranstalt: Oberrealschulo seit 1850. 1«72 
verstaatlicht, wobei die vier unteren Classen als Reali>ynin. 
eingerichtet wurden; von 1883 an die Classen der Oberreal- 
schule aufgehoben. 

Scliuberth, Friedrich. Katalog der Lehrerbibl. In : XXVI. Jahresbericht 
der k. k. Staat?mittelschiile in Reiehenberg. Roielieiiberg 1898. 

Nach dem letzten Jahresberichte gearbeitet, dn der Fragebogen nicht 
beantwortet wurde. 

Reicliersberg (Ober-Oesterr.). 

Gl 5. Augustinerstift. — 20.000 Bde. Handschriften und In- 
cunabeln beim Stiftsbrande l<i->4 verbrannt. Nur mehr 8 Per- 
gamentcodices des Propstes Gerhoch (1132, gest. 11(!9). — 
Jahresdotation 400 Gulden. — Bibliothekar: P. Konrad Meindl. 

— Alphabot. Zettelkatalog und gebundener Fachkatalog. — 
Benutzbar jederzeit im Einvernehmen mit dem Bibliothekar. 

— Keine Entlehnungen und Versendungen. — Gegr. zugleich 
mit dem Stifte 1()S4. Successives Anwachsen. Gänzliche Zer- 
störung durch den erwähnten Stiftsbrand. Grosse Verluste 
während der französischen Invasionen 1800 — 1810 — Theo- 
logie und Geschichte. 

Handsclirifüiche Kataloge über die verbrannte Bibl. von ISOO und 
1611 auf der Staatsbibl. in München. — Appel, Bernhard. Geschichte des 
Chorherrenstiftes zu Reicl)ersberg. Linz 18")?. — Meindl, Conrad. Regul. Augu- 
stiner-Chorherrenstift Reichersberg. In: Ein Chorherrenbuch. Von Sebastian 
Brunner. VVürzburg 1883. 

Rein (Steiermark). 

r;iG. Cistercienserstift. — 22.500 Werke in ca. 40.000 Bdn.; 
überdies 213 Nummern Handschriften und 302 Incunabeln in 
250 Bdn. — Jahresdotation je nach Bedarf. — Bibliothekar: 
P. Anton Weiss. — Hauptkatalog in Bänden; Fachkatalog in 
Zetteln; aiphabet. Katalog in Zetteln; Standkatalog in Heften; 
Incunabelnkatalog in 1 Bd.; gedruckter Manuscriptenkatalog. 

— Benutzbar gegen Anmeldung beim Bibliothekar jeden 
Wochentag von t) — 12 und 3-5 Uhr. — Entlehnungen an 
vertrauenswürdige Personen gegen Revers. — Ebenso Ver- 
sendungen zur Benützung in den Räumen einer öffentlichen 
Bibl. — Gegr. zugleich mit dem Stifte 1129. Einverleibt sind 
ein in Graz verbliebener Theil der Bibl. des Erzherzogs Fer- 
dinand, nachmaligen Kaisers Ferdinand 11., und die Joseph 
Heippel'sche Bergwerksbibl. in Deutsch-Feistritz, welche beide 
angekauft wurden; durch Geschenk die Bibl. Sr. Excellenz 
Joseph Reichsfreiherrn v. Werner, k. k. Gesandten i. R. Be- 
sonders verdient machten sich in neuerer Zeit um die Bibl. 



die Ai'hfc: Mariaii rittroirli (1 7 !."> - 1 771), LinlwiL,^ (jroliliiiis 
Killor V. KaisL'i-ssiou (is-.'.r isci), Vincenz Kiit'.dl (I8t;i— 1«'.hi). 
SämmtliclK' Fäclier, bosomlcrs Theologie, CTOScliiclite, Kunst 
und Literatur. 

PolsteriM', A. .1. (Irä/. iiiul soiiie l^ingolinngcii. (iräz l'^'JT, S. .t'jT. — 
Sclirciner, Gustav. (Jrätz. Grat/ 1S4:$, S. -I'.KJ. — Wattcnbiioli, W. Ilaiul- 
sclirifton dos Cist.-Stiftos Rein unweit Grat/. In: Aroiiiv für alt. doutsclio 
Gösch. X. 1S;')1, S. t'i'ii"). - Weiss, V. Anton. Das Archiv dos Stiftes Hcun. 
In: Beiträge z. Kunde steiorni. Geschiehtsquellen II. 18().'>, S. Kl. - Ders. 
Das älteste Renn. In: Mitlheilungen d. bist. Vor. f. Stoicrm. XIV. I.SCC), 
S. 1 IS. — Roiträge z. Kunde steiorni. Gesoliiclitsiiuellon. XII. 187'). — 
Malis, Gabriel. Die Abtei Rein in Steiermark. In: Ein Cistereienserbuch. 
Von Seit. Rrunner. Würzburg 1881. — Gasparitz, P. Anibros. Renn im 
12. Jhdt. In: Mittli. d. bist. Vor. f. Steiorni. XXXVIII. 1S90, S. :5. — 
Weiss, F. Anton. Handscliriftenverzeichniss der Stiftsbibl. z. Rein. Xenia 
Bernardina II. 1. 

Reiz (Nieder-Oesterr.). 

»317. Dominicanerconvent, oeur. loUO, hat nur eine kleine 
Bibl. theologiscli-ascetiselien Inhaltes. 

Rentte (Tirol). 

(518. Franclscanerconvent. — Ca, ^OOO Bde. — Jahres- 
dotation je nach Bedarf. — Bibliothekar: P. Joseph a Cup. 
Kern, O. Fr. M. — Nur zu eigenem Gebrauche. — Gegr. zu- 
gleich mit dem Kloster 1028, wurde die Bibl. sammt dem 
Kloster in den Vierzigerjahren des laufenden Jhdts. beinahe 
vollständig ein Raub der Flammen, was die auffallenden 
Mängel erklärt. — Meistens theologische Wissenschaften: 
Moral, Dogmatik, Kanzelberedsamkeit und Katechetik. 

Ried (Ober-Oesterr.). 

til;». [K. k. Staats-]Gymnasium. — a) Lehrerbibl. 1113 
Werke; h) Schülerbibl. Director: Joseph Palm; Custos für 
u) und h) Prof. Ernst Sewera. — Gegr. 1871. 

Sewera, Ernst. Katalog der Lehrerbibl. In: XXVII. Jahresberieht dos 
k. k. Staatsgj'innasiums Ried. Ried is',18. 

Nach dem letzten Jahresbericlite gearbeitet, da der Fragebogen nicht 
beantwortet wurde. 

RöllKTStadt (Mähr). 

Gio. [Landes-Unter-]Realschule. — ^J Lehrerbibl. 7<34 Werke 
in 8(;-2 Bdn. und ;3ü42 Heften; h) Schülerbibl. -12:^ Werke in 
510 Bdn. — Dotation für b) ca. 2u Gulden. —Director: Albin 
Niemetz, Schulrath; Custos für a) Prof. Franz Nejezchleba, 



206 Rohr au. [621 

für h) Prof. Arnold Kornfeld. — n) ein neuangelegter, aiphabet. 
Bandkatalog und ein altes Inventar; b) Zettelkatalog. — a) Ent- 
lehnung an den Lehrkörper: h) an Schüler. — Keine Ver- 
sendungen. — Gegr. mit der Anstalt 1873. — a) alle Wissen- 
schaften der Realschule; besonders moderne Philologie, all- 
gemeine Sprachwissenschaft, Geschichte und Geographie, 
Naturwissenschaften ; h) Jugendlectüre. 

Rolirau (Nieder-Oesterr.). 

liJl.Gräfl. Harrach'sche Fideicommiss-Bibliothek. Siehe Wien: 
Privatbibliotheken. Gräfl. Harrach'sche Bibliothek. 

Roveredo (Tirol). 

<3i-2. [K. k. Staats-jGymnasium (J. r. ginnasio superiore) 
besitzt eine Lehrerbibl. (ca. oOOO Werke) und eine Schüler- 
bibl. — Director: Alberto Casagrande: Bibliothekar: Prof. 
Silvio Battelli. — Gegr. 1G72, seit 1850 Obergymn. 

Catalogo della Biblioteca dei professori (I.). In: Programma dell' J. r. 
ginnasio superiore di Rovereto. Rovereto 1898. 

Nach dem letzten Jaliresbcrichte gearbeitet, da der Fragebogen nicht 
beantwortet wurde. 

(j23. Städtisches Museum (Museo civico). — Ca. 3000 
Werke und bei 50 Zeitschriften. — Ohne bestimmte Dotation. 

— Director: Prof. Giovanni de Cobelli; Bibliothekar: Dr. 
Ruggero de Cobelli. — Alphabet. Zettelkatalog. — Benützung 
nur in den Räumen des Museums. — Gegr. mit dem Museum 
von dessen Stifter Fontaneto Zeni 1878, — Naturwissenschaften, 
Archäologie, Numismatik, heimische Geschichte. 

624. [K, k. Staats-]Realschule (J. r. scuola superiore Eli- 
sabettina) besitzt eine Lehrer- und eine Schülerbibl. — 
Director: Lorenzo Müller. — Errichtet 1855; Oberrealschule 
seit 187<». 

Nach dem letzten Jahresbericlite gearbeitet, da der Fragebogen nicht 
beantwortet wurde. 

625. Sfadtbibliothek (Biblioteca civica). — Ca. 28.000 Werke 
in 32.000 Bdn., gegen looo Handschriften und 20 Incunabeln. 

— Dotation: 50 Gulden. — Die Bibl. unterstellt dem Museo 
civico. — Ein Materien- und ein Autorenkatalog; ein Autoren- 
zettelkatalog. — Geöffnet Montag, Mittwoch, Donnerstag und 
Samstag (Feiertage ausgeschlossen) October bis März von 
i) — 12 und 2—4 Uhr; April von !»— 12 und 3— 6, Mai-Juli von 
!j — 12 und 1—7, August und September von !) — 12 und 3 — 6 



628] IJudollswcil. -207 

riir; ^^oschlossoM zu oiucr v<>i-lior iiielit hcstimmbarcii Zeit im 
August und Si'ptcniher, feriior am Doiuu'rstaL; vor Fastnacht, 
den beiden Fascliingsta^en, den vier Tagen vor dem Oster- 
fest, 2. Novend)er, 'M. undol. l)iu;end)er. Fiir die I'enützung 
und Entlehnung sind die Statuten dci" i;il)l. massgebend; 
Handschriften sind von iler iMitlehnung ausgeschlossen. 
tJegr. ITtjO, als das Municipio vom städtischen Spital d(!ii 
Nachlass des Oirolamo de Tartarotti-Serbati kaufte. — IJe- 
sonders vertreten Literatur und Geschichte, besonders vater- 
ländische. 

Rndolfswei't (Kruin). 

(V2(). Franciscanerconvent. — Ca. sOOO Bde., <J0 kleinere 
Handschriften, l Incujuibel und ca. l.'iOO Duplicate. — .lahres- 
dotation ca. so Gulden. - Bibliothekar: P. Gotthard Pod- 
gorsek, (). S. Fr. -- Hauptclassen- und aljjliabet. Katalog. — 
Benutzbar für Fremde nur mit besonderer Erlaul)niss des 
Guardian. — Ebenso Entlehnungen in aussergewöhnlichen 
Fällen an Bekannte gegen Revers. — Gegr. 1 47J, wurde das 
Kloster sammt der Bibl. zweimal, 1580 und IfJUt, ein 
Baub der Flammen. — Meistentheils nur Bücher religiösen 
Inhaltes, doch auch andere aus allen Wissenschaften, Ge- 
schichte, Geographie, Linguistik. 

1127. [K, k. Staats-]Gymnasium. — r?) Lehrerbibl. ;56s7 Bde., 
10-24 Hefte, ri.;;(>l Programme; h) Schülerbibl. 1591 Bde , 
5(»0 Hefte. — Dotation ca. 150 Gulden. — Director: Dr. Franz 
Detela; Biblit)thekar der Lehrerbibl.: Prof. Alois Virbnik; 
der Schülerbibl. Prof. Dr. Caspar Pamer (für die deutsche 
Abth.). Gynin. -Lehrer Michael Markic (für die sloven. Abtli). 
— Alphabet. Zettel- und 15andkatalog. - a.) Im Schuljahr 
von 8 r.' und von 2— G Uhr täglich für den Lehrkt'u-per zu- 
gänglich; Lehrer kcuinen ohne Weiteres, andere Beamte nach 
xVnsuchen beim Vorstande entlehnen; ebenso Versendung. — 
Gründung 174(). — - Philosoi)hie, Pädagogik, Theologie, Philo- 
logie, Geschichte, ^Mathematik, Naturgeschichte, Physik, 
Zeichnen, Landwirthschaft, besonders classische Philologie 
und Geschichte. 

Petolin, Martin (und Alois Virbnik). Katalog der Lolirerbiitl. In: -lalirt-s- 
bericlit des k. k. Obergymn. in Rudolfswt-rt. Rudolfswert is'.'T und is'.is 

RunilMir^ (Br>iiiiu'ii). 

t)2s. Capucinerconvent. — 2iMtu Bde. — »lahresdotation je 
nach Bedarf. — (iuardian und Bibliothekar: P. Ililarius 
Franciscus Pokorny. — Zwei vollständige und ein unvoll- 



20S Rzeszow. [029 

ständiger Bandkatalog, aiphabet, geordnet. — Zu jeder Stunde 
für Mitglieder und die von denselben eingeführten Gäste 
benutzbar. — Keine Entlehnungen und Versendungen. — 
Graf Eusebius Poetting bestimmte bei Gründung des Klosters 
1684 testamentarisch seine Bücher den Capucinern. Die Bibl. 
wurde im Laufe der zwei Jahrhunderte durch verschiedene 
Schenkungen und Anschaffungen vcrgrössert; anno 1S84 fand 
Aufnahme die Bibl. des verstorbenen Pfarrers Julius Sclimidt, 
ca. 800 Bücher. — Hauptsächlich Theologie, Philosophie und 
Geschichte. 

Rzeszow (Galizien). 

6-39. [K. k. Staats-]Gymnasium (C. k. wyzszi gininaz3'um). 

— aj Lehrerbibl. 5s4i Werke in 9588 Bdn. und 3251 Heften; 
h) Schülerbibl. — Director: Wladyslaw Lercel; Bibliothekar 
für et) Prof. Jozef Sanojca; für h) Prof. Stanislaw Babinski 
(poln. Abth.). Gj^mn.-Lehrer Emanuel Roszka (deutsche Abth.). 

— Bis 1818 fünf, bis 1858 sechs Classen, seit 1858 vollständiges 
Gymn. 

Xach dem letzten Jahresberichte gearbeitet, da der Fragebogen nicht 
beantwortet wurde. 

Saaz (Böhmen). 

630. [K. k. Staats-jGymnasium, — a) Lehrerbibl. 2470 
Werke in 5329 Bdn. und 303 Heften, 11.600 Programme; 
0) Schülerbibl. 1134 Werke in 1610 Bdn. — Director: Joseph 
Hollub; Bibliothekar für a) Prof. Joseph Merten; für h) Prof. 
Joseph Schiepek. — Im 14. Jhdt. als Saazer Schule errichtet. 
1779 aufgehoben, 1807 wieder eröffnet; seit 1852 Obergymn., 
1873 verstaatlicht. 

Nach dem letzten Jahresberichte gearbeitet, da der Fragebogen nicht 
beantwortet wurde 

Salzburg. 

631. Deutscherund österreichischer Alpenverein, Section Salz- 
burg, Sigmund Haffnergasse 1. — Ca. 400 Bde., Manuscripte und 
Broscliüren. — Jahresdotation 50 Gulden. — Bibliothekar: 
Rudol})h Weizner, Sparcassebuchhalter. — Katalog in Aus- 
arbeitung. — Entlehnungen nur an Vereinsmitglieder. — 
Gegr. zugleich mit der Section 1870. — 1898 erfolgte die 
Einverleibung des Nachlasses des Dr. A. von Rutiiner. — 

— Rein alpine Werke und Zeitschriften, sodann Reise- 
beschreibungen und Meteorologie. 



•'•'•M S;il/.l)nr«i-, 20!» 

i\:\-2. Benedictinerkloster St. Peter. — Ca. 7ü.()0ü P.do., llon 
Udo. Ilamlscluilleii (vielfach Saniinelbdo.), 1700 lide. liicu- 
nabeln bis 1500. .lahresdotation jo nach Bedarf. — Biblio- 
tliokar: l\ Willibald Ilaiithaler, k. k. .Schulrath und f.-o. 
(Jyinnasialdiroctor. — Alphabot. Aut()ronkatah)<4-, tlicihveise 
vorbundon mit ciiuMU •iobnndonon Schla^worlkatak),^. — 
Benutzbar nach spocioUor Uoboreinkiinft mit dem l>iblio- 
thekar. — Ebenso Entlohnungen. — Versendun<i:on nur aus- 
nahmsweiso und mit Erlaubniss der Stiftsvorstohunu- an 
öffentliche Institute. — Ge,ur. durch Erzbischof Arno (7.s.'> 
bisS21) und seitdem stetig erweitert. Aeltester liandschrifton- 
katalog- aus dem Ende des 1-2. Jhdt. (Cod. S. F. a. IX. :).) 
1583 wurde die Bibl. desBenedictinernonnenklosters der Peters- 
frauen nach deren Aufhebung einverleibt. 14:3;") die Bibl. des 
gelehrten Pfarrers Jodoc Gessolt von Mühldorf, 103!» jene 
des Juristen Heinrich Knoll, IGG;} (kjOs) über loo Bde. 
des Grafen Johann Jacob v. Königsegg, 1703 die Bibl. des 
Prof. Digostorum Anton Lindner, 182;") die Büchersammlung 
des Joseph Fellner. 1801 musste das Stift 15 Codices an die 
Franzosen anslieforn; dieselben sind jetzt in München. — Die 
Bibl. zerfällt in drei Abtheilungen: eine allgemeine, eine 
theologisch-ascetische Ilandblbl. und der übrige Bücherbestand. 

— Besonders vortreten theologische Disciplinen, Kirchen- und 
Staatsrecht, Geschichte, Ascotica und Naturwissenschafton. 

Chmel, J. Handschriften in österr. Bibl. In: Der österr. Geschichts- 
forscher. II. 2. 1841. Not. Bl., S. 54. — Pertz. Aus dem Handscliriftenver- 
zeichniss des St. Peterstiftes zu Salzburg. In: Archiv f. ältere doutsclie 
Gesch. IX. l!S47. — Wattenbach, W. Handschriften des Benedietinerstiftes 
St. Peter in Salzburg. Ebenda X. 1851, S. GI4. — Foltz, Carl. Gescliiclite 
der Salzburgcr Bibl. Wien 1877. — St. Peter in Salzburg. In: Ein Bcne- 
dictinerbuoli von Sob. Brunner. Wiirzburg 1881. — Iluonier, J. Iter Au- 
striacum. I. In: Wiener Studien. IX. 1887, S. HM. 

i;3;]. Capucinerconvent, Capucinerberg (>. — Ca. lo.ooo Bde., 
darunter ca. 700 Foliobdo. und ca. -300 Incunabeln bis 1500. 

— Jahresdotation je nach Bedarf. Eine alte Klostorregel hoisst: 
1. Sorge für die Kirche, 2. für die Bibl. und 3. für die ül)rigon 
Bedürfnisse. Als Richtschnur gilt auch die Stelle in den Ver- 
ordnungen dos Genoralcapitels S. 10: „Die Bibl. sollen dem 
heutigen Stande der Wissenschaft angepasst und nach Kräften 
mit den vorzüglichsten Werken alter und neuer Zeit aus- 
gestattet worden." -- Vorstand der Bibl. ist unter Wahrung 
der Rechte des Guardian, derzeit P. Dam. Mair, seit l s;is P. Valor. 
Vieider, Lector der Phil, im theol. Hausstud. — Realkat. in 2 l>dn. 
ca. <;oo S., wobei die eine Seite für Neuanschaffungen leer bleibt, 
geht der Vollendung entgegen. Alphabet. .Autoren- und Sclilag- 
wortbandkatalog, einseitig beschrieben, in Vorbereitung. — 

Bililiollicks-Adressbiicli. 14 



210 Salzburg. [634 

Bibl.-Ordniing des P. Angelicus Eberle. München 1898, S. 41: 
„Bezüglich des Ausleihens unserer Bücher nach Auswärts 
steht es unbestritten fest: 1. Dass unsere Klosterbibl. keine 
Leihbibl. sind, und 2. dass die einschlägigen kirchlichen Be- 
stimmungen das Ausleihen nicht bloss nicht billigen, sondern 
kurzweg streng verbieten (Bullarium Capuc. in I, S. 97 
und 107)." — Benutzbar in Gegenwart des Bibl. von 8—11 
und 12 — 5 Uhr. — Gegr. mit dem Einzüge ins Kloster ir)99. 
1898 Neueinrichtung und Neukatalogisirung. — Meistens theo- 
logische Werke, doch sind auch andere Wissenszweige ver- 
treten. 

G34. Fürsterzbischöfliches Collegium Borromaeum, Dreifal- 
tigkeitsstrasse 17. — lieber 20.000 Bde. — Jahresdotation 
200 Gulden. — Director: Schulrath P. Willibald Hauthaler; 
Bibliothekar: Prof. Dr. Sebastian Pletzer. — Alphabet. Fach- 
kataloge in Bdn., zum Theile in Zetteln. — Benutzbar nach 
Uebereinkommen mit dem Bibliothekar. — Ebenso Entleh- 
nungen und Versendungen. — Gegr. zugleich mit dem Colle- 
gium 1836 (nach Foltz, Geschichte der Salzburger Bibl. 18-l:r)); 
allmählich ergänzt durch Ankauf und durch Legate von ver- 
storbenen Diöcesangeistlichen. — Vertreten sämmtliche Fächer 
des Gjnnn., dann sj'-stemat. und praktische Theologie, wie ins- 
besondere Kunstgeschichte. — Die Grundlage für die Ge- 
schiclite der Bibl. bilden die seit 1851 ausgegebenen Ausweise 
und Programme der Lehranstalt, beziehungsweise des f.-e. 
Collegiums. 

G35. [K. k. Staats-jGymnasium besitzt eine Lehrer- und 
eine Schülerbibl. — Director: Adalbert Fäulhammer; Gustos 
für n) Prof. Olivier Klose; für h) Prof. Georg Bayer. — Be- 
stand als schola Sti. Petri 097 — 1015; 1017 als Gymn. publi- 
cum von Benedictinern von St. Peter und Ottobeuern wieder 
eröffnet. 1810 säcularisirt, 1810 mit Benedictinern von St. 
Peter und Michelbeuern besetzt, 1850 mit dem Lyceum als 
Staatsgymnasium vereinigt. 

Nach dem letzten Jahx'esberichte gearbeitet, da der Fragebogen nicht 
beantwortet wurde. 

030. K. k. Landwirthschaftsgesellschaft. — Ca. 1500 Num- 
mern, fast durchwegs laiidwirthschaftlichcn Inhaltes. — 
Jaliresdotation je nach Bedarf. — Präsident: Hofrath Georg 
Lienbacher. — Nur zu eigenem Gebrauche. 

037. Handels- und Gewerbekammer, Sigmund Haffner- 
gasse «, I. Stock. — 1277 Bde., 1000 Broschüren und kleine 
Schriften. — Jahresdotation ca. 300 Gulden. — Präsident: 



«■'«11 S:il/I)iir^'. Jll 

Ludwig' Zollt'r; SuiTotär: Dr. Alcxaiuk'r Scliüllor. - Ein liand- 
schriftliclior Kataloy:, welcluT jälirlicli durch Nachträge 
orji:änzt wird. — JkMiützbar während der Amtsstunden von 
H— r» und .'.— •; Uhr. -- Enlli'hiunif^en nur an l)ekannle und 
vertrauenswürdiji:e Persönlichkeiten ^ej^en Knipfan^shcstäti- 
^nnj;-. — Keine Verseiulun^cn. — (ie<ir. isf)!. -- National- 
«ikononiie, S()eioh),iiie, Finanzwissensciiaft, V(jlkriwii-Iliscli ält- 
liche, sociale und i'inanzwirthschaftliche Statistik. 

(138. K. k. Landesregierung, Mozartplatz 1. — 2470 Werke 
in ca. 7 ;»()() ]idn. unil llei'ten. — Jahresdotation je nach Bedarf. 
-- Arehivdirector: Friedrich Pirckniayer, kais. Itatii; Archiv- 
}>raktikant: Dr. Andreas Mudrich. — Ein nach Sclilagworten 
aiphabet, «geordneter, ein noch unvollständii^er Zettel- und 
ein sj'stematisch angelegter Hauptkatalog. — Benutzbar 
täglich, Sonntage ausgenommen, von ;» — 1-2 und 3 — G Uhr. — 
Entlehnungen nur ausnahmsweise an dem Amte bekannte, 
vertrauenswürdige Personen. — Versendungen nur an Bibl. 
— Di(; heutige Bibl. entstand aus der i. J. 1880 erfolgten 
Vereinigung der administrativen Bibl. der Landesregierung, 
bestehend aus ■29T-i Bdn., beziehungsweise Heften, mit der 
Bibl. des Archives, die damals ca. 100 Bde. enthielt Seitdem 
wuchs sie durch officielle Zusendungen, Widmungen seitens 
Privatpersonen und durch Ankäufe um fast öOOo Bde., respec- 
tive Hefte. — Rechtswissenschaft, besonders mit Hinsicht 
auf das Verwaltungsrecht, ferner Volkswirthschaftslehre, Ge- 
schichte, Geographie, vorzugsweise des Landes Salzburg und 
die für den Archivdienst erforderlichen Wissenschaften. 

<i3;t. K. k. Lehrerbildungsanstalt. — 1500 Bde. — Director: 
Adolph Beck. — Die Anstalt gegr. 1790, die BibL 1870. 

Foltz, Carl. Geschichte d. Salzb. Bibl. Wien 1877. 

Nach dein letzten Jaliresbericlite gearbeitet, da der Fragebogen nicht 
beantwortet wurde. 

640. [Privat-]Lehrerlnnenbildungsanstalt der Ursulinerinnen 

(mit Oeffentlichkeitsrecht). — loil» Bde. — Je ein ali)liabct. 
und Schlagwortkatalog. — Entlelmungen nur an Zöglinge der 
Anstalt auf dreiwöchentlichen Termin. — Director: Carl 
Ebmer. — Gegr. 18i»-2. — Das Kloster der Ursulinerinnen, 
die KJ^n nach Salzburg kamen, besass bereits isif) eine, 
wenn auch nicht bedeutende Bibl. — Belehrende und unter- 
haltende Literatur. 

Foltz, Carl. Gcsciiiclite der Salzb. Bibl. Wien 1877. 

(Ml. Museum Carolino-Augusteum. — a) Bibl. ca. öS.Ooo 
Bde.; /); Archiv -i.'.oo Bde. und Faseikel. sowie ca. '2ooo Ur- 

14* 



212 Salzburg. U'42 

künden. — Neuordnung- und Locirung im Zuge. — Dotation 
je nach Bedarf (181'7 für a) und h) 310-59 Gulden). — Die 
Bibl. untersteht der Leitung des Gesammtinstitutes. Director: 
Dr. Alexander Fetter; Hilfsbeamte: Carl Kollmann und Al- 
phons Haupolter. — Ein aiphabet, und nach Schlagworten 
geordneter vollständiger Bandkatalog der Salisburgensia. 
Die Abtheilungen für Emigration, Gastunensia, Mozartiana 
und Paracelsiana besitzen überdies noch je einen Zettelkatalog. 
Ferner Zettelkataloge der einzelnen Abtheilungen der allge- 
meinen Bibl. — Benutzbar während des ganzen Jahres gegen 
vorherige Meldung beim Director während der Amtsstunden, 
d. h. vom 1. April bis 31. Octobor von 8 — 12 und 2—0 Uhr. Vom 
1. November bis 31. März von 8—12 und von 2—4 Uhr. An 
Sonn- und Feiertagen während der Saison von 9 — 12 und 
2—4 Uhr. Im Winter (November bis inclusive März) von 
1 — 4 Uhr. — Entlehnungen in Ermanglung eines eigentlichen 
Lesezimmers; bei nicht bekannten Benutzern gegen Erlag 
einer Caution von 10 Gulden. — Versendungen von Büchern 
und Handschriften nur an öffentliche Bibl. und Aemter unter 
deren Bürgschaft und Verantwortung. — Die Bibl. ist ungefähr 
so alt als das 1834 gegründete Institut selbst. Den Grundstock 
bildeten Schenkungen. Die erste durchgreifende Ordnung er- 
folgte 1880. — In erster Linie Salisburgensia, die stets für 
Bibl. und Museum angekauft werden. 

Katalog über die in der Bibl. des städtischen Museums Carolino- 
Augusteum vorliandenen Salisburgensia. Salzburg ISTO. Jahresberieht des 
städtischen Museums Carolino-Augusteum zu Salzburg. 1872 ff. Salzburg. 

642. [K. k. Staats-]Realschule. — a) Lehrerbibl. 3366 Werke 
in 7089 Bdn. und 6020 Heften; h) Schülerbibl. 852 Bde. für 
die unteren, 930 Bde. für die oberen Classen der Anstalt. — 
Director: Dr. Eduard Kunz; Bibliothekar für a) Prof. Johann 
Schöller; für l) Prof. Joseph Adametz. — Die Anstalt isni, 
die Bibl. 1867 gegr. — Besonders vertreten deutsche Literatur 
und Sprache, Mathematik und Naturwissenschaften, Geographie 
und Geschichte. 

Foltz, Carl. Geschichte der Salzb. Bibl. Wien 1877. 
Nach dem letzten Jahresberichte gearbeitet, da der Fragebogen nicht 
beantwortet wurde. 

643. K. k. öffentliche Studienbibliothek. — 85.200 Bde., 
1159 Handschriften, 1717 Incunabeln bis 1500, 2909 Incunabeln 
1501 — 1536. - Jahresdotation 1200 Gulden. — Vorstand: 
Gustos Ilichard Ritter v. Strele-Bärwangen; Scriptor: Dr. 
Ludwig Mayr; Amanuensis extra statum: Franz Wächter; 
Praktikant: vacat. — Alte Bandkataloge. Mit dem Zettelkataloge 
besonnen und bei Salisburgensien, Geschichte und den Neu- 



6431 S:il/l)iii-<:. '.»i;{ 

aiisclüift'uii^cn (lurclii,''ot'ülii't, ein Zettolkataloj^ in t"; wissi-n- 
sohaltliche Kataloyo durchnefülirt wio dor vorlua'f^elHiiHl««, 
Zottoln in .s". — (reöffnet, im Schuljahre Monta«i, Dienstai;. 
Donnorstatr. Froitaj^ von !' — '^j Samstai; von ;• — 12 und 2—1 
Uhr; Sonn- und Feiertage, sowie Mittwoch sind die Lese- 
zininier geschlossen. — August und September dreimal wöchent- 
lich von 5> — ]2 Uhr geöffnet. — Entlehnungen und Versen- 
dungen unter den für (■)ffentliche Bibliotheken geltenden Be- 
stimmungen. — lM'zbischt)f Marx Sittich von Ilohencms gründete 
mit dem Domeapitel und dem Kloster St. Peter am 20. Sep- 
tember HilT in Salzburg eine höhere Lehranstalt, deren Er- 
weiterung zu einer Universität gleich damals vorgesehen war. 
Sein Nachfolger Paris v. Lodron erwirkte hierzu die kaiser- 
liche Genehmigung, ü. März KJ-Jo, und stellte am I.September 
li;2;J die Stiftungsurkunde der Universität aus; zugleich räumte 
er dieselbe durch Vertrag mit den Aebten von Niederaltach, 
St. Peter, Ottobouern, Andechs und Schniern dem Beni'dictiner- 
orden ein. Das Domcapitel widmete in einer Urkunde vom 
31. October 1610 der Schule „zu Bestellung einer Bibliotheca 
anjetzo zu einem Anfang" 500 Gulden bar. 1G-J;5 ist zuerst 
auf einer Handschrift eingetragen: Emptus a P. P. professo- 
ribus Salisburgensibus 27. Maii 1(J23. So sammelten sich Bücher, 
welche dem ProfessorencoUegium gehörten. Von einer Univer- 
sitätsbibl. kann man aber erst reden, seit sich Rector P. 
Alphons Stadelmayr der Sache annahm. Er legte 1640 eine 
gute Grundlage durch den Ankauf der Sammlung des Prof. Chr. 
Besold in Ingolstadt, welche u. a. viele Bücher des Tübinger 
Osiander enthielt (38-20 Bde.), erwirkte 1658 vom Erzbischof 
eine Verordnung über die Ablieferung von je drei Pflicht- 
exemplaren an die Universitätsbibl. und erbaute im selben 
Jahre den Bibliothekssaal. Im Jahre 1703 wurde die Bibl. zur 
öffentlichen Benützung eingerichtet und in das jetzige Local 
verlegt. Nachdem die Salzburger Ilofbibl. einen Theil ihrer 
Bücher nach Wien abgegeben hatte, vereinigte man den noch 
immer bedeutenden Rest mit der Universitätsbibl. i. J. 18(>7. 
Die bayerische Regierung hob durch Beeret vom 25. November 
und f actisch am Weihnachtsabend isio die Salzburger Uni- 
versität auf; an ihre Stelle trat ein Lyceum. Die Universitäts- 
bibl. blieb als Lyceumsbibl. mit dieser Anstalt verbunden. 
Von grosser Bedeutung für die Entwickeluiig dieser Bibl. ist 
das Studien-IIofcommissionsdecret vom 23. Juli 1S2.5, Z. 2030, 
intimirt durch die Landesregierung zu Linz am 6./28. Sep- 
tember ls25, Z. 21547, und die ah. Entschliessung über die 
Bibliotheksdotation vom 23. Juli 182(;. Seit dieser Zeit führt 
die l^ibl. den Namen „Salzburger Studienbibliothek", und hat 
die noch heute bestehende Organisation. Von grt")ssoron 



214 Sambor. ['5^1 

Büchersammlungen kamen folgende an die k. k. Studienbibl. : 
Chr. Besold i. J. 1G49, Johann Nep. Ignaz Kuchardscheck 1768, 
die Bibl. der ehemaligen fürstlichen Propstei Berchtesgaden 
wahrscheinlich 1807, die Klosterbibl. der Cajetaner oder 
Theatiner in Salzburg 1809, die Maria Plainer-Bibl., die Bibl. 
Seningen 1822, die Chiemseer Sammlung 1853; grössere Ge- 
schenke 18r)3 — 1870 von Prof. Dr. Aberle, Dr. Storch, aus dem 
Nachlasse des Bibliothekars und Directors Thanner etc. etc. 

— Hauptsächlich vertreten Theologie, besonders ältere, Kirchen- 
recht, Salisburgensia. Bei dem beschränkten Staatszuschusse 
ist die Pflege eines bestimmten Gebietes ausgeschlossen. Vor- 
handenes wird ergänzt und die wichtigsten Zeitschriften er- 
worben. 

Wattenbach, W. Bibl. des Lyceuius in Salzburg. In: Archiv f. alt. 
deutsche Gesch. X. 1851, S. 618. — Foltz, Carl. Geschichte der Salzburger 
Bibl. Wien 1877. — Huemer, J. Iter Austriacum I. In: Wiener Studien 
IX. 1887, S. 86. — Hammerle, Alois Joseph. Die Salzburger k. k. öffent- 
liclie Studienbibl. in historisch-statistischer Beziehung. Salzburg 1889. 

644. Juristischer Verein, Residenzplatz 9, Mozartplatz 1. 

— 1587 Bde. — Dotation ca. 120 Gulden aus Mitgliederbei- 
trägen. — Bibliothekar ein Mitglied des Vereinsausschusses. 
~ Vorstand: Carl Ritter v. Adamek, k. k. Landesgerichts- 
präsident. — Ein nach Materien geordneter aiphabet. Band- 
und ein Zettelkatalog. — Benutzbar nur für Vereinsmitglieder 
täglich von 8 — 12, an Wochentagen auch von 2 — 6 Uhr. — 
Entlehnungen auf die Dauer von 14 Tagen. — Vorsendungen 
nur an ausserhalb Salzburgs wohnhafte Vereinsmitglieder auf 
die Dauer von 14 Tagen gegen Bestreitung der Versendungs- 
kosten. — Bei Gründung des Vereines am 14. Februar 18(58 
wurde statutengemäss auch die Schaffung einer Bibl. be- 
schlossen. Den Grundstock hierzu bildete die Bibl. der bis 
dahin bestandenen juridischen Lesegesellschaft und Schen- 
kungen einzelner Vereinsmitglieder; eine grössere Sammlung 
wurde als Geschenk aus dem Nachlasse des Dr. Max Chiari, 
k. k. Sectionschef, aufgenommen. — Die verschiedenen Zweige 
der juridischen Wissenschaft, nebstbei Statistik und Landes- 
kunde. Die ersteren werden besonders in ihrer praktischen 
Anwendung gepflegt. 

Büchervcrzeichniss des Juristischen Vereines in Salzburg. Salzburg 1898. 

Sanibor (Galizien). 

645. K. k. Erzherzogin Elisabeth-Staatsgymnasium (C. k. 
gimnazyum arc3^ksie2;nicki Elzbiet}'^). — a) Lelirerbibl. 1415 
Werke in ca. 3000 Bdn.; h) Schülerbibl. (deutsche und poln. 
Abth.) 1006 Werke. — Jahresdotation ca. 300 Gulden. — 



•'<^'l Sl. Fl«»i-i:iii. 'Jl.') 

Dii-DcU»!' : Dr. l''i-ancis/,ok 'r(»rnaszow.ski ; Ciislos für (// l'i-of. 
l)ozydei'3'us/, Ostrowski; für h) Prof. Teofil Zosel (für dicj 
polii Abtli.), Prof. Edward Borger (für diu deutsche Abtli.). 

— Paiulkataloi;-. — Benutzbar: a) an allen Schiilta^^en vor- 
niittaus für die Personen des Lehrk(")ri»ers; l>j für Schüler an 
l)estinnnten Ta^HMi und Stunden. — Kntlelinnn<i:en ge^en Revers. 

— Keine Versendungen. — Gegr. I<i80 als Jesuitengymnasiuni, 
17y"2 — ISlä von der Gemeinde erhalten; seit isiö Staatsanstalt, 
seit 1853 achtclassig. — Alle Gyninasialfächer. 

Katultiji bihliiUoki naiu'zyciolskiej. In: Sprawozdanie dyrckcyi c. k. 
gininazyuui arcyksioznieki El/bioty w Saiiibor/e. W Sainborzo l«'Jy. 

St. Florian (Obcr-Oesterr.). 

Gft;. Regullrtes Chorherrenstift. — Su.ooO Bde., darunter 
900 Cod. Manuscr. und 10i»u Incunabelwerke in Sil Bdn. — 
Jahresdotation 800 Gulden. — Ein aiphabet. Katalog. — Biblio- 
thekar: derzeit Albin Czerny, reg. Chorherr. - Ein Zettel- 
und .itj Specialkataloge in Bandforni für die wissenschaftlichen 
Abtheilungen des gesaniniten Bücherschatzes. — Zugänglich 
für die Priester zu jeder Stunde nach vorangegangener 
Meldung und Oeffnung von Seite des Bibliothekars, für die 
Kleriker der theologischen Ilausanstalt zweimal wöchentlich. — 
Ebenso Entlehnungen. — Versendungen nur an (Jelehrteoder ge- 
lehrte Anstalten gegen Revers. — Gegr. 1071. Gegen Ende des 

1 1. Jhdts. besass das Stift schon eine ziemliche Anzahl Bücher. 
IJ Handschriften aus diesem und ob Handschriften aus dem 

12. Jhdt sind neben 37 aus dem 13., 156 aus dem i4. und 
223 Handschriften aus dem 15. Jhdt. noch heute vorhanden. 
159S bestand die Bibl. aus 38(3 Bdn. und den Handschriften. 
Erst Propst Leopold I. (1G12 — 1(M(J) wurde der eigentliche 
Gründer der Bibl., für welche er ein eigenes Local widmete 
und einen besonderen Bibliothekar, Wolfgang Rainer, anstellte, 
der 1637 den ersten Katalog vollendete. Grosse Erwerbungen 
waren 1725 der Nachlass des Capitularen Johann Jakob Olben 
und 1726 des Linzer Advocaten Johann Carl Seyringer, mehr 
als 3000 Bde. meist juristischen Inhaltes. Der gelehrte Propst 
Johann Georg (1732-1755) erbaute den grossen Bibliotheks- 
saal mit Gallerie 1714 — 171'.», Hess denselben mit Fresken 
von Bartholomäus Altomonte jun. und Antonio Tassi schmücken, 
erwarb um 2(t.oOo Gulden die berühmte Münzsammlung Apo- 
stolo Zenos und Hess 1745 einen neuen Katalog- (damals über 
15.000 Bde.) anfertigen. 17.')!) erbte das Stift die Bibl. des 
Baron Wolf Martin Ehrmann v. Falkenau, über 270o Bde., 
viele Karten, Bilder und Instrumente. Am meisten förderten 
später Bibliothekar Michael Ziegler (1761i - 1703) und Probst 



•21 fi St. L ambrecht. f<'-i~ 

Michael Arunth (1823-1854) die grossartige Bibl. 1859 — 1868 
wiirdon die Bibliotheksräume vergrössert und die ganze Bibl. 
sj'stematisch neu aufgestellt und katalogisirt. — Besonders 
gepflegt von jeher Theologie und Geschichte sammt den 
Hilfswissenschaften, durchaus aber nicht vernachlässigt 
classische Philologie, deutsche Sprache und Literatur. 

Primisser, Alois. Reisenachrichten über Denkmähler der Kunst und des 
Alterthums in den österr. Abteyen. In: Hormaj'r, Arcliiv 1822, S. 16'». — 
Chmel, F. Literarische Notizen aus der Bücher- und Manuscriptensamnilung 
des Stiftes St. Florian. In- Neues Archiv herausg. von Megerle v. Mülil- 
feld und E. Th. Hohler. II. Wien 1830, S. 812. — Czerny, Albin. Die 
Handschriften der Stiftsbibliothek St. Florian. Linz 1871. — Ders., die 
Bibl. des Chorherrenstiftes St. Florian. Geschiclite und Beschreibung. 
Linz 1874. — Pucher, Albert. Das Chorlierrenstift St. Florian in Ober- 
Oesterreich. In: Ein Chorherrenbuch. Von Sebastian Brunner. Würzburg 
1883. 

St. Lambrecht (Steiermark). 

647. Benedictinerstift. — Ca. 19.000 Bde., 187 Incunabeln. 
— Jahresdotation je nach Bedarf. — Bibliothekar: P. Dr. 
Georg Spari. — Handschriftlich a) Incunabeln-, h) Fach- 
(Band-), c) Namen-(Zettel-)Katalog. — Benutzbar möglichst 
nach Wunsch und Bedarf. — Entlehnungen und Versendungen 
nur an vertrauenswürdige Personen mit besonderer Geneh- 
migung der Stiftsvorstehung, — Die Bibl. umfasste i. J. 1786, 
als das 1066 gegr. Stift aufgehoben wurde, ca. 30,000 Druck- 
bände und 360 Handschriften. Diese Sammlung wurde damals 
der Lycealbibl. in Graz übergeben, wofür diese nach der 
Wiedererrichtung des Stiftes (1802) demselben eine grössere 
Anzahl von Doubletten und die Bücher „soweit sie noch ver- 
packt waren" überliess. So entstand allmählich die jetzige 
Bibl , um welche Abt Joachim Suppan (1835 — 1S64) die grössten 
Verdienste hat. — Vorwiegend katholische Theologie, aber 
auch alle übrigen Fächer, als Geschichte, Topographie, schöne 
Literatur etc. 

Minerva. IV, S. ;}60. — P. Norbert Zecliner, St. Lambrecht in Steier- 
mark. In: Brunner, S. Ein Benedictinerbuch. Würzburg [1881], S. 1',t5 bis 
211. — J. v. Zaiin. Kleine Quellen zur Geschichte des Klosters S. Lam- 
brecht. Beiträge zur Kunde steierm. Gesch. X. (Graz 1873), S. 120—141. 
— A. V. Schönbach, lieber einige Breviarien von St. Lambrecht [jetzt in 
der k. k. Univ.-Bibl. zu Graz]. Zs. f. deutsches Alterth. XX. (1876), S. 12'J 
bis 197. 

St. Paul (Kärnten). 

6 4 8. Benedictinerstift. — Ca. 20.00(» Werke, überdies 1300 
Handschriften und 600 Iucunal)eln. — Jahresdotation 400 - 500 
Gulden. — Bibliothekar: P. Anselin Achatz. — Ein aiphabet. 
Katalog in 7 Foliobdn. und 1 Fachkatalog in Zetteln. — F'ür 



r.501 St. 1' öl teil. 217 

FriMiulo in Knnaii^'lun«^ oiiies j4('«.'i;4ncl('n Localos nur l'jitloli- 
nun^en. — Versendungen ^eijen Revers an (»ffentliclio IJil)!. 
und Archive zur IJenützun^ in deren lläunien. — Ge<^r. l>*o;i. 
Den Grundstock bildet ein Theil der Bibl. des ehomalijzen 
Stiftes St. l>lasien im Scinvarzwald und die Uihl. des Stiftes 
Spital am Pyrhn. — Alle Wissenschaften, besonders (Tcschichte 
und Theologie. — liier voriianden die IJ/eilitre (Jutenberg- 
sche IJibel auf Pergament in •> Bdn. 

Nur oino kurze handschriftliche Geschichte clor Bibl. begonnen von 1'. 
TiUil Kettonaoker. fortgesetzt von P. Vincenz Tschcrnigg. - Hudik, A. 
Die Stiftshihl. zu St. Taul in Kärnten. — In: Oestorr. P.liUtor f. Litt, isll, 
S. 217, und in: Scrapouni. \si,], S. 104. — Scliroll, Beda. St. I'aul in 
Kärnten. In: Ein Bcnedictinerbueh von Seb. Brunner. Würzburg 1881. 

(M;i. [Stifts- Unter-]Gymnasium der Benedictiner. — a) Lehrer- 
bibl. ;5oU;i Bde. und Hefte, r.Mio Prouranime; l>) Schülerbil^l. 
1.553 Bde. — Director: f.-b. geistl. Rath Eberhard Katz; 
Gustos für a) und h) Gj'nin. -Lehrer Maurus Pototschnig. — 
1777 gegr., 17s4 aufgehoben, 1S(1!) wieder errichtet. Bis l!^27 
sechs, seither vier Classen. 

Nach dem letzten Jahresberichte gearbeitet, da der Fragebogen niclit 
beantwortet wurde. 

St. Polten (Nieder-Oesterr.). 

«öl». Bischöfliches Alumnat, Wienerstrasse 38, — 11.428 
Werke in 19.!J1;3 Bdn., 1 Ui Handschriften, f)») Incunabeln. - 
«Tahresdotation je nach Bedarf. — Director: Dr. Joseph 
Gruber, Domcapitular. — Handschriftlicher aiphabet. Band- 
katalog. — Benutzbar für die Prof. und Studirenden der 
theologischen Diöcesanlehranstalt täglich. — Versendungen 
nur mit Genehmigung des Bischofs. — Gründer der Bibl. ist 
der erste Bischof der Di()cese Kerens, unter welchem die aus 
dem ehemaligen Alumnate zu Gutenbrunn in das Wiener 
Generalseminar gekommenen Büciier nach Auflösung des 
letzteren hieher gebracht wurden. Dieser kleine Urbestand 
erfuhr eine ernste Vermehrung durch Zuweisung einer Anzahl 
werth voller Werke (besonders Kirchenväter) sammt den 
kunstreichen Kästen aus der Bibl. des ehemaligen Chorherren- 
stiftes. Die Uebertragung der Bibl. in eine gr(")ssere Localität 
erfolgte i. el. lso7, in die jetzigen Räume 1.SG4. Im J. isi.") 
bestand die Bibl. aus 291!» Werken. Zum Theil durch 
Ankauf in Zeiten besserer ökonomischer Lage, weit mehr 
noch durch Geschenke und besonders letztwillige Verfügungen 
von Gönnern des Alumnates ist die Bibl. zu ihrem jetzigen 
Bestand herangewachsen. Die beträchtlichsten Spenden, bezie- 
hungsweise Legate an Büchern rüiiren von dem ersten 



218 Sanok. [651 

Director Giehl, Director Ziegenheim, Bischof Ritter v. Dankes- 
reither her; i. J. 186H wurde ihr die sehr reichhaltige Bibl. 
des vormaligen Prof. und nachherigen Dompropstes Dr. Franz 
Werner einverleibt. Bestand 1871: 5789 Werke in 9237 Bdn. 
und 216'2 Heften. Seit dieser Zeit ragen unter den vielen 
Schenkungen hervor die nachgelassenen Bibl. des Bischofes 
Dr. Joseph Fessler und des Domdechanten und Consistorial- 
kanzlers Zehengruber. — Hauptsächlich vertreten : Theologie, 
(besonders Patristik, Kirchenrecht, Sj-nodologie), Kirchen- und 
Profangeschichte, speciell österreichische. 

651. Francisanerconvent besitzt nur alte lateinische Werke 
fast durchgehends theologischen Inhaltes. Die Anzahl der Bde. 
kann nicht angegeben werden, da sich die Bibl. noch in Un- 
ordnung befindet und man sich erst mit dem Gedanken 
trägt, sie in nächster Zeit radical zu ordnen. — Neue Werke 
werden schon lange nicht angeschafft, da die Mittel hiezu 
fehlen. - Guardian: P. Petrus Noväk. — Gegr. 1477. 

iJb-2. [K. k. Landes-Real- und Ober-]Gymnasium. — 

a) Lehrerbibl. ca. c.OOO Bde.; 6; Schülerbibl. ca. 1000 Bde. — 
Jahresdotation ca. 700 Gulden. — Director: Wilhelm Henke: 
Bibliothekar für <0 und b) Prof. Dr. August Herrmann. - 
Ein Bandkatalog nach Nummern und ein Zettelkatalog nach 
Fächern geordnet, innerhalb derselben alphabetisch. — Be- 
nutzbar jederzeit für Mitglieder des Lehrkörpers. — Eben- 
so Entlehnungen. — Versendungen an Landesanstalten auf 
amtliches Verlangen. — Gegr. zugleich mit der Anstalt 1HH3. 
Zahlreiche Geschenke von Privaten und Verlagsbuchhandlungen. 
— Alle Gymnasialfächer, besonders Naturwissenschaften, 
Philologie und Geschichte. 

Sanok (Galizien). 

653. [K. k. Staats-]Gymnasium (C. k. gimnazyum). — 
a) Lehrer])ibl. 1108 Bde.; h) Scliülerbibl. 878 Bde. —Director: 
Wlodzimierz Bankowski; Bibliothekar für a) Prof. Stanislaw 
Basinski; für h) Prof. Adam Pytel. — Eröffnet 1881, 

Basiriski, Stanislaw. Wykaz ksiiizek znajdujiicych sio w biblioteee 
nauczycielskicj. In: XVI. sprawozdanie dyiektota c. k. gimnazyum w 
Sanoku. W Saiioku 1897. 

Nach dem letzten Jahresberichte gearbeitet, da der Fragebogen nicht 
beantwortet wurde. 

654. Minorltenconvent. — 1638 Bde. — Dotation unbestimmt, 
ca. 101) Gulden. — Bibliothekar der jeweilige Guardian, der- 
zeit P. Alois Karwacki. — Ein Standortsrepertorium, ein Fach- 
und aiphabet. Katalog. — Für Conventmitglieder jederzeit 
benutzbar; Entlehnung an Fremde nur in Ausnahmsfällen 



«'»•>1 ScIHÜL-l -,»11) 

uiul ^Oi^iMi lU'Vors. — Ebenso Verscmlmm. 187.> ^miilt »lie 

Bibl. saniint dem Convent^^obäudo in Flamnien auf. — Vor- 
zu»i:sweise Tlioolo.uie, in i^'orini^'croni Masse Geschichte. 

SchlU^l (< )bor-Oestorr.). 

«;.")."). Stift der Prämonstratenser Chorherren (Norbertiner). 

— Ca. ;>(>.oiU) Ijdo. ; o.)? ^'uninR'iii in ;i4J iJdn. Ilandsciiriltcn: 
242 Nummern (2<!3 Bde., mehr als 300 Werke) Incunabeln 
bis 15-JO. — Jahresdotation ca. 700 Gulden, für Buchbinder 
ca. -200 Gulden. — Stiftsbibliothekar: P. Gottfried Vielhabor, 
re^. Chorherr des Prämonstratenserstiftes Schläul. — Hand- 
schriftlich ein aiphabet. Bandkataloy; aiphabet. Fachkatalo<;e, 
darunter ein Incunabelkatalog; ein Ilandschriftenkatalo^-; 
ein Zettelkataloü" in Ausarbeitung. — Für Mitglieder des 
Stiftes zu jeder Zeit, für andere Personen täglich, ausser an 
Sonn- und Feiertagen, von -'jlt — •'.,!- vorm. zu besichtigen und 
eventuell zu benützen. — Bücher und Handschriften werden 
mit P'rlaubniss des Abtes zur Benützung in feuersicher ge- 
bauten Räumen oder Bibliotheken entlehnt und auch ver- 
sendet. — Die Gründung der Bibl. fällt mit der Gründung 
des Stiftes zusammen (r21S), doch erscheint erst seit I<!ß7 
ein ständiger Bibliothekar. — Grössere Sammlungen, welche 
aufgenonmien wurden, sind: Im 1.5. Jhdt. die Sammlung des 
Joannes de Rabenstein, Dompropst am Wyssehrad in Prag 
(grösstentheils juridische und philologische Handschriften); 
am Anfange des li>. Jhdts. die Bibl. des k. k. Regierungs- 
viccpräsidenten und Hofrathes in Linz, Joseph Innocenz Stein- 
herr Edlen v. Hohenstein (ältere deutsche Geschichte) und 
18 IS die Bibl. des Anton Freiherrn v. Berchem, Pfarrers in 
Günskirciien (besonders reich an Flugschriften der Zeit 
Josephs n. und katechetischer Literatur). — Vertreten alle 
Wissenschaften, namentlich gepflegt Profan- und Kirchen- 
geschichte, Germanistik, sowie Liturgik. 

Balbimis. Bohemia docta III. S. 107. — Pröll, Lorenz, Geschichte des 
rränionsti'atenserstiftes Sclilägl. Linz 1877. — Dei's., Geschichte des Prä- 
monstratenserstiftes Sclihigl in Ober-Oesterreich. In: Ein Chorlierren- 
bucli. Von Sebastian Brunner. Würzburg 188:^. 

Sclilan (Slan, Böhmen). 

•>.")<>. [K. k. Staats-]Gymnasium (C. k. vy§si gymnasium). — 
n) Lehrerbibl. i:u\r, Werke in 1724 Bdn., 1869 Heften, 3872 
Programme; h) Schülerbibl. 1731 Werke in 1804 Bdn. und 
48.5 Heften. — Dotation: 440 Gulden. — Director: Johann lli'iia; 
Bibliothekar: i'rof. Frantisek Pavlasek. — Ein Bandkatalog. 



2-20 Schlierbach. [<■>.">< 

- n) Jederzeit, h) zweimal wöchentlich benutzbar. — Ebenso 
Entlehnungen. — Versendun^f an benachbarte Mittelschulen 
(Rakonitz, Raudnitz, Junu-Bunzlau). — Gegr. mit der Anstalt 
1G67: bestand mit Unterbrechungen ici;?— 1777, 1810 — isa2, 
l<s5!iff. Der ältere Bestand stammt aus dem Piaristenarchiv, 
ist aber nicht katalogisirt. — Alle Wissenschaften des Gymn.; 
gepflegt werden: classischeund moderne Philologie, Geschichte, 
Geographie. Mathematik und Naturwissenschaften. 

Pavlasek, FraiitiJok. Seznam knih lu-itelske bibliothck}-. Im Programme 
der Anstalt 180T. 

Schliei'bach (Ober-Oesterr.). 

•;.')7. Cistercienserstift. — ^o.OOO Bde. (in zwei Sälen). li)J 
Handschriften. — Keine Jahresdotation. — Prior: P. Bened. 
Hofinger; Bibliothekar und Archivar: P. Petrus Schreiblmaj^r. 
— Handschriftlich je ein Zettel-, Band-, aiphabet, und Fach- 
katalog. — Benutzbar vorm. von 8 -11 und nachm. von 1 — 5 
Uhr. — Entlehnungen von Büchern und Handschriften nur 
an bekannte Personen. — Den Grundstock der Stiftsbibl. 
bildet die Baron Enenkl'sche Bibl.; Zuwachs aus den hinter- 
lassenen Büchern einzelner Stiftscapitulare. — Vertreten sind 
alle Wissenschaften, besonders die Kirchenväter, Profan- und 
Kirchengeschichte. 

Egger, Alois. Die Abtei Schlierbaeh in Ober-Oesterroich. In: Ein 
Cistercicnserbueh von Seb. Brunner. Würzburg 1881. — Hofinger, Bene- 
dict. Verzeichniss der Handschriften der Bibl. des Stiftes Schlierbach. In : 
Xenia Bernardina II. 2. — Xenia Bernardina III. 

Scliönborn (Nieder-Oesterr.). 

t .')S. Gräflich Schönborn-Buchheim'sche Familien-Fidei- 

commlssbibliothek. — 6627 Werke mit 10.920 Bdn., dar- 
unter 42 Incunabeln. Die vorhandenen Familienhandschriften 
sind der Bibl. bisher nicht eingereilit. — Vorstand: Ad. Rubner. 
Secretär. — Die Bibl. wird seit ca. 40 Jahren nicht vermehrt, 
doch wurden Neuerscheinungen in einer Handbibliothek ge- 
sammelt, die möglicherweise einmal der Fideicommissbibl. 
einverleibt wird. — Ein Zettelkatalog; doch sind auch die 
Vorarbeiten für die Anfertigung eines wissenschaftlichen 
Kataloges bereits abgeschlossen. — Für Fremde unbenutzbar, 
daher auch Entlehnungen und Versendungen ausgeschlossen. 

Schwai'zljach (Mähr.). 

6öy. Redemptoristencollegium hat nur eine kleine, nicht 
einmal genau geordnete Hausl)ibl. — Bestand derzeit noch 



6611 Sclnva/. '2^1 

unbokannt. Jaliresdolatioii j(^ nach IkMlarf. — Vorstand ist 
der lleelor, derzeit V. Joseph Toniäsck, (Umu dov 1*. l!:ldi<>- 
tliekar untersteht. — Alphabet. Katah^y; in Ausarbeitung'. 
Nur für dii> Mitglieder des ('(»llei;iuuis. — Keim» Entl('hnunL;<Mi 
und X'ersi'uduML'en. — lOntstandm zuLrleich mit ilcin Ilaus' 
\S[,{} nach und n:udi durch (Icschcnkc und kh-iiic Aid<:iiirr 
vcrnu'hi'l. 'rhcoioiiic. 

Schwaz (Tirol). 

Cfio. Franciscanerconvent. — Ca. 2<>.()0() Bde., Ouo Hand- 
schriften, r>(H) Incunaheln. — Jahresdotation je nach Bedarf. 

— r>ibliothekar: T. Joliannes Lechthaler. — Alphal)et. Zettel- 
kataloij. ■ — Nur zu (>ineneni Gebi-auche. — Keine Euth-iinunueu 
und Versen<lunuen. - (le^r. zu!4leich nüt ileni Kloster i. J. 
ir>07, theils durch Geschenke, theils durch Kauf entstanden. 

— Verti'cten alle Wissenschaften, besonders katholische Theo- 
Iot,äe. 

Seobai'ii (Xieder-Oesterr.). 

HCl. Exe gräfl.Wilczek'sche Bibliothek, —lieber ekoooBde., 
darunter ire^^en loo Handschriften und '200 Incuuabeln, nebst 
einer Saninilunü,- von iiber lO.ouo Kunstblättern. — Für die 
Erhaltunir und Vermehrung' der Bibl. ist kein bestimmter 
Betraf? festgestellt. — I'>ibliothekar : Dr. Carl Mandl; Adjunct: 
Dr. Arthur (roldmann, k. u. k. Haus-, Hof- und Stnatsarchivs- 
concipist und Universitätsarchivsassistent. — Neben einem 
t;ebundenen Register, in dem die Neuerwerbungen chronolo- 
gisch verzeichnet sind, ein aiphabet, geordneter Zettelkatalog. 

— Die Bibl. ist principiell privaten Charakters, doch pflegt 
der Besitzer derselben wissenschaftliche Arbeiten durch leih- 
weise Ueberlassung einschlägiger Werke zu fr)rdern. — Der 
gegenwärtige Besitzer erhielt als väterliches Erbe nur eine 
geringe Anzahl von vorwiegend theologischen und juristischen 
Werken des 1(5. und 17. Jhdts., die bei einem Brande des 
gräl'l. Wilczek'schen Schlosses zu Königsberg in Oesterr.- 
Schlesien aus der dortigen, ziemlich umfangreichen Bibliothek 
gerettet wurden; alles Uebrige wurde in der si)ätereu Zeit 
durch Kauf erworben. — Werke über Geographie, G._'schichle, 
namentlich Culturgeschichte, Austriaca, Viennensia, darunter 
eine bedeutende Sammlung von 1848er Flugblättern, sowie 
Werke über Kunstgeschichte, besonders die mittelalterliche, 
bilden die Hauptbestandtheile der Bibl. Unter den Kunst- 
blättern ist die reichhaltige Porträtsammlung und das Werk 
Ridinger's hervorzuheben, welches in 1 ;').'> :* Blättern unter 
Glas und Rahmen die Corridore des Schlosses schmückt. — 



2 2 2 Seelaii. [f.r,2 

Aus der Seebarner Bibl.. die eben in Umstelluno- begriffen 
ist, werden die Mauuscripte, Incunabeln und Drucke des 
10. Jhdts. ausgeschieden und in einer zweiten Bibl. auf Burg 
Kreutzenstein zur Aufstellung gelangen; von den Kunstblättern 
sind über 2500 alter Holzschnitte und Kupferstiche ausge- 
wählt, um als Wandschmuck in den (remächern der erwähnten 
Burg zu dienen. 

Seeljiu (Zelio, Böhmen). 

C)G2. Prämonstratenserstift. — Ca. 12.0(io Bde., 4 Hand- 
schriften (die meisten aus der Neuzeit) und 37 Incunabeln. 
Noch nicht vollständig kntalogisirt. — Jahresdotation je nach 
Bedarf. — Bibliothekar: F. Method Nj^olt. -— Je ein hand- 
schriftlich nach Materien aiphabet, geordneter Band- und 
Schlagwortkatalog. — Benutzbar für Ordensmitglieder von 
9-11 Uhr, im Bedarfsfalle auch nachm., für Fremde nur mit 
Erlaubniss des Abtes. — Keine Entlehnungen und Versen- 
dungen. — Obwohl das Kloster schon 1139, beziehungsweise 
114;> gegr. worden, datirt doch der Anfang der jetzigen Bibl. 
erst aus dem 17. Jhdt., da das Kloster in den hussitischen 
Unruhen eingegangen und erst l<i22 neu erstanden ist. Die 
meisten Bücher stammen aus dem 17. und 18. Jhdt. und 
wurden theils durch Kauf, theils durch Schenkungen erworben. 
— Vorzugsweise vertreten und gepflegt Theologie und Ge- 
schichte. — Eine kleine Abteibibl. untersteht direct dem 
Abte. 

Bezdßka, Victor. Prämonstratfinser-Chorlierrenstift Seelau. In: Ein Clior- 
herrenbuch. Von Sebastian Brunner. Würzburg 188H. 

Seiteiistetteii (Nied.-Oesterr.). 

663. Benedictinerstift. — Ueber 60.000 Bde., 320 Handschr., 
600 Incunabeln. — Jahresdotation 1800—2000 Gulden. — 
Bibliothekar: Prof . P. Godfried Ed. Friess; Adjunct: Prof. P. Dr. 
Anselm Salzer. — Ein aiphabet, geordneter Katalog in 12 Folio- 
bdn. ; ein Zettelkatalog in Vorbereitung. — In erster Linie 
für die Prof. des Stiftsobergymn, und die Stiftscapitulare 
benutzbar. Im Uebrigen bedarf die Benützung der Bibl. der 
ausdrücklichen Erlaubniss des Abtes. — Entlehnung gegen 
Revers auf längstens vier Wochen; Manuscripte werden unter 
Garantie an Bibl. und Archive, in deren Räumen sie allein 
benützt werden dürfen, mit Genehmigung des Abtes aus- 
geliehen und versendet. — Die Bibl. des i. J. 1112 gegrün- 
deten Klosters entstand aus der alten Klosterbücherei, wurde 
im Ifj. Jhdt. durch den Abt Kilian Ileumader mit vielen 



6«71 Siüfii. 2'>:5 

Druckwerkoll bereichert, erlitt, in den naohfoly^endeii ZcittMi 
f^rosse Verluste uml wurde vom ls..Ilidt. id) ii;iiiientlicii diircli 
den Abt Dominik v. (lussmann (1717 - 1777) mit den seltensten, 
oft schwer zu erlangenden Werken auf das ri'iehliehstf 
ausiiestattet, vvelehcm Vorj^ani^' die Aebt:» der Neuzeit, ins- 
besondere der jetzt dem Stifte vorstelu'ude Trälat Dominik 11. 
lltMiiel und dessen Voreänger Ludwi<>' Ötröhmer (l«rr3- ls(;7) 
in munificenter Weise folgten. — Desonders Theolof^ie. 

rrimissor, Alois. Reison.noliriciiten übor Donkinalilo der Kunst und des 
AiteitliuMis in den österr. Abteyen. In: lIoiMuayor's Arciiiv 1S22, S. 14.H. 
— Friess, Godfriod Ed. Seitenstetten in Nied.-Oesterr. In: Ein Benedic- 
tinorbucli. Von Seb. Krunnor. Würzbnrp: 1>^SI. Iluenier, J. Her Ausüi- 
aeuui I. In: Wiener Studien. IX. ISST, S. >'>'.'. 

G04. [K. k. Stifts-]Gymnasium der Benedictiner. — Die 
Lehrerbibl. ist mit der Stiftsbibl. vereiniot, die Sehülerbibl 
separat auf iiestellt. — Director: Schulratli Udiscalc Sigl ; Htifts- 
bibliothekar: Gonsistorialrath Prof. Dr. (lodfried Friess; Biblio- 
thekar der Schülerbibl.: Prof. Robert Weissenhofcr. — fJeor. 
in-i; seit 177S Privatanstalt; seit 1814 sechsclassiues Gymn.; 
seit 1S5U Unter<iymn., seit 1H0(J Obergj'inn. 

Sign (Sinj, Dalmatien). 

tltif). Franciscanerkloster. — «lOO I>de., 40 llandselirifteii. 
— Jahresdotation je nach Bedarf, mindestens jedoeh .'.uo (Jul- 
den. — Bibliothekar: P. Dr. Joannes Markovie; (üuardian: P. 
Petrus Perkovic. — Alphabet. Materienkataloo:. — Jedermann 
zu jeder Zeit zugänglich. — Keine Entlehnungen und Ver- 
sendungen. — Gegr. 1715 zugleich mit dem Convent. — Be- 
sonders historisch-theologische Werke. 

Sinecna (Böhmen). 

•;t;(3. Gräflich Clam-Martinitz'sche Schlossbibliothek. — 
5300 Werke, 72 Incunabeln. — Ali)habet. Bandkatalog. — 
Benützung mit si)ecieller Erlaubniss des Besitzers. — Keine 
Entlehnungen und Versendungen. 

Sniichov (Böhmen). 

ü(;7. [K. k. deutsches Staats-]Gymnasium. — «) Lehrerbibl. 
2498 Bde., 3:»4 Hefte, 4(U1 Prouramme; b) Schülerbibl. ;i75 
Bde., 2 Hefte. — Director: Fridolin Sehimek; Verwalter von 
a) Prof. Alois Hell; von b) Prof. Ferdinand Braungarten. — 
Errichtet 1874 als Realgymn.; seit 1S9() Obergymn. 

Nach dorn letzten Jahresberichte gearbeitet, da der Eragcliogen lüflit 
Ijeantwortet wiu'de. 



224 Spalato. I«68 

008. [K. k. Staats-Real- und Ober-]Gymnasium (C. k. real- 
ny a vj'ssi gymnasiuiii). - — a) Lehrerbibl. 4;t7Bde.; /*/' Schüler- 
bibl. 104-1 Bde. — Jahresdotation 200 Gulden aus den Schüler- 
taxen. — Director: Carl Doucha; Custos: Prof. Wilhelm Ka- 
cerovsky. — a) und h) je ein handschriftl. Band-, Selilagwort- 
und aiphabet. Zettelkatalog. — Benutzbar zu jeder Zeit nach 
Anmeldunti beim Custos. — Ebenso Entlehnungen. — Ver- 
sendungen nur an k. k. Staatsanstalten mit Genehmigung des 
Directors. — Gegr. zugleich mit der Anstalt 1S83. — Alle an 
der Anstalt vertretenen Fächer. 

Katalog wird im Programin der Anstalt 1000 gedi-uckt werden. 

Spalato (Spljet, Dalmatien). 

G09. Dominicanerconvent. — Die Bibl. wurde durch die 
Türken angezündet und vernichtet; jetzt unbedeutend. — 
Prior: Fr. Angelus Novak. — Gegr. 1247, 

070. Franciscanerconvent. — Ca. 4000 Bde. und das Archiv 
des Convents. — Jahresdotation ca. 80 Gu.lden. — Biblio- 
thekar: Guardian P. Vincentius Catrambone. — Alphabet. 
Katalog. — Benutzbar mit Erlaubniss des Guardian. — Keine 
Entlehnungen und Versendungen. — Die Bibl. ist erst jün- 
geren Datums; der Convent gegr. 1730. — Dogmatik, Moral, 
Kirchenrecht, Philosophie, Predigten, Ascetik, Kirchen- 
geschichte etc. 

071 . [K. k. Staats-jGymnasium. — a) Lehrerbibl. 21 34 Werke; 
h) Schülerbibl. — Director: Ivan Kos; Bibliothekar für a) 
Prof. Ivan Pivcevic; für h) Prof. Vid Petricevic. — Gegr. 
1817; Obergjnnnasium seit 185G. 

Pivcevir, Ivan. Katalog Uriteljske Knjiznice. In: Px'ogram c. k. velike 
gininazije u Spljetu. U Spljetu 1898. 

Nach dem letzten Jahresberichte gearbeitet, da der Fragebogen nicht 
beantwortet wurde. 

672, Archäologisches Museum. — 1877 Werke in 2f)70 Bdn.. 
ausserdem is8 Zeitschriften mit 1738 Jahrgängen, einige In- 
cunabeln und Handschriften. — Dotation ca. .^00 Gulden aus 
der Dotation des Museums. — Archivdirector und Biblio- 
thekar: Reg.-R. Msgr. Francesco Bulic, Gymn. -Director i. R. 
— Zwei aiphabet. Kataloge, einer in Band-, einer in Zettel- 
form, Musealkatah)g im Druck. -- Jederzeit allgemoin zu- 
gänglich und im Arbeitsraume des Vorstande.s benutzbar. — 
Entlehnung und Versendung. — Vom Gründungsjahr 1827 
bis 1803 hatte die Bibl. ungofälir 100 Bde.; von da an wuchs 
sie allmählich. — Archäologie, Epigraphik, Geschichte, Numis- 
matik u. ä.; vaterländische Geschichte. 

Cätalogus bibliothecac c. r. musei archaeologiei Spalati. Spalati 1898. 



«771 St a ins. iir, 

t:7:5. [K. k. Staats-]Realschule (('. k. v<>Iika n-alUa) hrsii/i 
eine Lolirorbibl. (ca. 1200 Werke) uiul eine Schülerbil)! 
Director: Lovro Bortiic; Bil)li()tli(ikar dei* Lelirorl)ibl. Prof 
Melko Lucianovic; der Schülerl)ibl. Realrichul-Lohror Dr. J<)si|» 
Aranza. — Eröffnet, IS(;2. 

Lucianovi'-, Mt^lko. Katalog ui-itcljsko hihliotoko. In: rri);>ram c k. 
voliko roalki> u Spljotu. U Spljotu l.s'.},S. 

Nacli (loin lotztoii Jalirosbcriolito ^carhoitot, da dor rraiicbonoii nicht 
beantwortet wurde. 

<>74. Residenz des Ordens der Gesellschaft Jesu hat nur 
eine kleine Bibl. von theologischen, rhetorischen und asc(^tischeu 
Büchern, die zu eiueneni Gebrauche dienen und iii)erdies nocli 
nicht recht katalo^isirt sind. — Superior: F. Giuseppt^ Loni- 
l)ardini. 

Stanis (Tirol). 

(JT.'). Cistercienserstifl. — 22.000 Bde., 200 Handschriften und 
250 Incunalxdn. — Jahresdütation 200 Gulden ohne die Do- 
tation für Zeitschriften. — Bibliothekar: P. Inücnuin Hechen- 
ber^er. — Alphabet. Zettelkatalog für die theologischen 
"Wissenschaften, für die einzelnen Fächer auch ein aiphabet. 
Bandkatalog; die übrigen Fächer werden nach dem Muster 
der Innsbrucker Universitätsbibl. soeben geordnet und kata- 
logisirt. - Zu besichtigen an Wochentagen von OVo — H und 
ausnahmsweise auch nachmittags von 2 — 3 Uhr. — Ent- 
lehnungen und Versendungen nur in besonderen Fällen 
mit Erlaubniss des Prälaten und gegen Revers. — Kloster 
gegr. 1272, Bibl. gegr. 11^=^1 vom Abt Kaspar Maerkel; früher 
sehr reich, ir)2r) durch die Bauern, 1552 durch die Schmalkal- 
dener und 1807 durch die baj'er. Reg.-Commission, welche 
Bücher in ganzen Wagenladungen fortschaffte, geplündert. 

— Theologie und Geschichte. 

Spielmann, Fortunat. Die Abtei Stanis in Tirol. In: Ein Cisteroienser- 
bucli. Von Seb. Brunner. Würzburu; 1«S1. — Verzeichiiiss der Handschriften 
der Bibl. des Stiftes Stanis. In: Xenia Bernardina. II. — Xenia Bernard. III. 

Stanislau (Stanislaw, Galizien). 

()7<;. Militärwissenschaftlicherund Casinovereln. — 2<;oW^erke 
in .'5S0 Bdn. — Jahresdotation je na(!li Bedarf. — Bibliothekar: 
Kassian Kunicki, k. u. k. Militärcaplan. — Handschriftlicher 
Bandkatalog. — Benutzbar nur für Vereinsmitolieder. — 
Ebenso Entleiinungen. — Keine Versendungen. — Gegr. is;t5. 

— Vorzugsweise Militärwissenschaften. 

^77. [K. k. Staats-JGymnasium (C. k. gimnaz^'uni). - 
oj Lehrerbibl. .si>75 Bde., 4.-.::! Hefte, 141 Mappen, 22:5 Tafeln; 

Biblioiheks-Ailressl'ticli. I ;, 



•2-2 1; Stein. fG~!^ 

/^ Schülerbibl. 83(; poln. Werke in 1141 Bdn., 359 ruthen. Werke 
in 468 Bdn., 308 deutsche Werke in 709 Bdn. — Director: 
Pawel Swiderski; Gustos für a) und die deutsche Abth. von 
h) Prof. Teofil Erben; für die poln. Abth.: Prof. Jozef Ba- 
tycki; für die ruthen. Abth.: Prof. Andrzej Szachnowicz. — 
Gegr. im 18. Jhdt. als Jesuitengymn., seit 1850 Obergymn. 

Katalog biblioteki nauczycielskiej. In: Sprawozdanie dyrekcyi c. k. 
gininazyuin. Stanisl'aw(5w 1898. 

Nach dem letzten Jahresberichte gearbeitet, da der Fragebogen nicht 
beantwortet wurde. 

678. [K. k. Staats-]Realschule (C. k. wyzsza szkolarealna). 
— a) Lehrerbibl. 1442 Werke in 1727 Bdn.; h) Schülerbibl 
1. 927 Werke in 1239 Bdn. (poln. Abth.); 2. 129 Werke in 145 
Bdn. (ruthen. Abth.); 3. 56 Werke in 56 Bdn. (französ. Abth.); 
4. 224 Werke in 510 Bdn. (deutsche Abth.). — Director: Josef 
Czaczkowski; Bibliothekar für a) und b) 1. — 3. Prof. Jan Eiselt; 
für h) 4. Prof. Edmund Baczalski. — Errichtet 1874 durch Er- 
weiterung der unselbständigen Unterrealschule. 

Nach dem letzten Jahresberichte gearbeitet, da der Fragebogen nicht 
beantwortet wurde. 

Stein (Krain). 

(.79. Franciscanerconvent. — 6654 Bde., 23 Handschriften, 
32 Incuiiabeln. — Jahresdotation 30 — 40 Gulden. — Guardian: 
P. Angelus Mlejnik; l^ibliothekar: P. Ezechiel Jurinic, Lector 
der Tlieologie. — Alphabet. Zettel- und Bandkatalog. — Ent- 
lehnungen nur gegen Revers. — ^ Keine Vorsendungen. — Kloster 
gegr. 1493, aber 1804 total eingeäschert, wodurch Vieles in 
Vorlust gerieth. — Homiletik, überhaupt Theologie für den 
1. und 2. Curs. 

Sternber^ (Mähren). 

650, [Landes-]Realschule. — a) Lehrerbibl. 62:5 Werke in 
ca. 1400 Bdn.; h) Schülerbibl. 953 Bde. — Director: Joseph 
Riedl; Bibliothekar: Prof. Carl Riedl. — Errichtet als Com- 
munalunterrealschule 1862; 1870 vom Lande übernommen. 
Seit IS94 Oberrealschule. 

Nach dem letzten Jahresberichte gearbeitet, da der Fragebogen niclit 
beantwortet wurde. 

Stf^yr (Ober-Oesterr.). 

651. Archiv der Stadt Steyr ])ositzt eine Sammlung von 
Steyrer l!ii('li(lni<-k-('ii, die 3'i6 J5(le. und Hefte zählt. — Vor- 
stand: E. Scliiiii<l<'l. 



686J SlockcrMti. '2-.'7 

t;s.\ Reichsgräflich Lamberg'sche Fideicommissbibliothek. — 
iuAii Workc, Iii.irt; IMo., dd Mamisci-iitllxlc, IJ Iiicuniilx'lii. 
JahrosilotatioM je nach Uedarf. Ilaiidschrütl. Zettel- und alplia- 
bet. Bandkatal()<,^ — Getj:r. von Georjj: Si<j:isniund Freiherrn v. 
Lamherii' (f 1 <'•;)-). hauptsäohlich vermehrt durch dessen Sohn 
.lohann Max Keichs;,a-af(Mi v. Laniberji: (flGs-i). — Besonders 
vertreten rechtswissenschaftliclie Werke des 17. Jhdts. 

GS:\. Gabelsberger Stenographenverein „Schloss Steyr". — 
r)77Werki' in T.'.". i:dn. — Vorstand: .1. Scliniied; Dibliotliekar: 
Franz Eyl)l. - benutzbar für active Mit^zlieder über An- 
suchen beim Bibliothekar. — Stenographie, Geo,urai)hie, (»e- 
schichte, Naturwissenschaften. 

6S4. [K. k. Staats-]Realschule. — nj Lehrer])ibl. S97 Werke; 
h) Schülerbibl. - - Jahresdotation für a) und die Lehrmittel- 
samnilunii- r)(!0 Gulden; für h) wurden 1897/08 537-78 Gulden 
ausjrej^eben. — Director: Edmund Aelschker; Gustos für a) 
und h) Prof. Dr. Joseph Scliulibauer. — 184!) als unselb- 
ständi.ue Unterrealschule errichtet, 18(J2 selbständig; seit 187-2 
Oberrealschule. 

Katalog der Lehrerbibl. der k. k. Staatsoberrealschule in Steyr nach 
dem Stande vom I.Juni 1898. In: XXVIII. Jahresbericht der k. k. Staats- 
oborroalscluile in Steyr. Steyr 1898. 

Nach dem letzten Jahresberichte gearbeitet, da der Fragebogen niclit 
beantwortet wurde. 

Stock oraii (Nieder-Oesterr.). 

(j8.^). [Landes-Real-und Ober-]Gymnasium. — aj Lehrerbibl. 
Ende 18'J7,I)8: ;5(;(;4 lUle. und lüC!» Hefte; h) Schülerbibl. 
7-2!» ?Jde. — Jahresdotation 400 Gulden. — Director: August 
Plundrich; I^ibliotliekar für n) Prof. Dr. Eugen Lämmer: für 
h) Prof. Adolf Schneider. — Band-(Schlagwort-)Kataloo-. — 
Entlehnungen a) in der Regel nur an Mitglieder des Lehr- 
körpers, />) an Schüler. — Versendungen an verwandte An- 
stalten. — Begründet 7Aigleich mit der Anstalt 18i;4. — Vor- 
wiegend die mit den Lehrgegenständen zusammenhängenden 
Wissenscliaften. 

Katalog der Lohrorbil)]. I. In: XXXII. Jahresbericht des niederöstiM-r. 
Landos-Roal- und Oborgymn. und d(>r damit in Verbindung stehiMiden 
gewerblichen Fortbildungsschule zu Stnokfraii. St-KM<<>rau ISOT. 

Sti'obnitz (Böhmen). 

(!8(;. Deutsche Volksbibliothek, Schulgebäude. — 4!tr. Bde. 
— Dotation je nach Bedarf; Vermehrung meist durch Ge- 
schenke. — Vorstand und Bibliothekar: Franz Steinko, Schul 

1.5* 



2-28 Stryj. [687 

director. — Handschriftlicher Katalog. — Entlehnuno- ohne 
Entgelt täglich von V,^ — ^ Uhr. — Gegr. 1882 von dem 
gegenwärtigen Vorstand. 

Stryj (Galizien). 

687. [K. k. Staats-]Gymnasium (C. k. gimnazjaim). — 
a) Lehrerbibl. 1444 Werke in nr,09 Bdn.; h) Schülerbibl. (poln. 
Äbth. ß4e Werke in 979 Bdn.; deutsche Abth. 4 08 Werke in 
558 Bdn.; ruthen. Abth. -271 Werke in 277 Bdn.; zusammen) 
1321 Werke in 1814 Bdn. — Director: Dr. Karol Petelenz; 
Gustos für a) Prof. Wojciech Grzegorzewicz; für />) Prof. Jan 
Tralka. — Gegr. 1873 als Realschule; seit 1880 allmählich in 
ein Gymn. verwandelt. 

Nach dem letzten Jahresberichte gearbeitet, da der Fragebogen niclit 
beantwortet wurde. 

Sncha (Galizien). 

688. Gräfl. Alexander und Anna Branicki'sche Bibliothek. — 

23.000 Werke; Archiv über lo.üoo Stück, etwa 300 Pergament- 
urkunden, löOO Handzeichnungen, 8000 Kupferstiche, ca. 2000 
Münzen, »oo ägyptische Alterthümer, über 400 Handschriften. 
Gesammtsumme über 4rx000 Nummern. — Jahresdotation 
je nach Bedarf. — Bibliothekar seit 1882 Dr. Michael v. 
Zmigrodzki; 1 Diener. — Entlelinung der wichtigsten Werke 
nur an die Akademie der Wissenschaften in Krakau; das 
handschriftliche Material darf nur in der Bibl. benützt 
werden, und zwar auf Grund einer besonderen schriftlichen 
Erlaubniss des Besitzers. — 1852 wurde die alte Bibl. 
von Andreas Kozmian in Piotrowice angekauft und 1868 nach 
Suclia transportirt; 1869 käufh"ch erworben die Sammlung 
de}' Ku})ferstiche und Handzeichnungen des Schriftstellers 
Josef Kraszewski; 1876 die Bibl. des Warschauer Gerichts- 
commissionsdirectors Laski, 1 883 die Bibl. des früheren Biblio- 
tliekars in Sucha und poln. Literaten Dr. Franz Nowakowski, 
18S3 das Archiv von Mieleszkiewicz in Gitomir. Die Bibl. ist 
sehr wichtig für die poln. Literaturgescliichte des 16. — 18. 
Jhdts. ; sehr interessant sind drei illustrirte Handschriften aus 
dem 13., 14. und 1."). Jhdt. 

Zmigrodzki. Katalog der Handschriften der gräfl Branioki'.'^chen Ribl. 
zu Sucha. 

Snczawa (Bukowina). 

6^!t. [Griechisch-orientalisches] Gymnasium l)esitzt eine 
Lehrer- und eine Schülerl;il)l. -- Dii(M;l(ir: St('phan v. Ilepta; 



61CM 



Szczyi/yc. o-ji» 



Custos dtn- Lclirt'iltil)!.: Prof. Dr. Aiiiiiipodisl Das/kowirz; der 
Öchülorbil)!.: Prof. Victor Nussbaiim. — iTO<rv. iöim». 

Nai'h (iiMii letzten Jaliip.shoriolite f^earbcitet, rla der I-"raKnl)(»j,'en nielit 
beantwurtet wurde. 

Szczyrzyc (Galizien). 

♦i'.M). Cistercienserkloster. — 1500 Bde., 100 Diplomata (13. bis 
17. Jhdt.), 10 Ilandschriitoii (17. und is. Jhdt.), 1 •: Incunaljoln. 
(NaehPizzala 1S7U: -JU!» Werke in 310:5 Pdn., ö.s Iland.sciiriften.) 
— Jahrosdotation nx» <hddon. — Pibliothokar: P. The()d(jr 
Mai:iera. — Ein Materienkatalog a. d. J. isjo in einem Bde. 
(Nach Pizzala vier Kataloge.) — Allgemein und zu jeder Zeit 
benutzbar. — iMitlehnung und Versendung von Büchern und 
Handschriften gegen Bestätigung, jedoch nur nach eingeholter 
Erlaubniss der Klostervorstehung. — Gegr. im HJ. Jhdt. und 
wiederiiolt durch Brände beschädigt: auch wurden, besonders 
im IS. Jhdt. zahlreiche Werke nach St. Petersburg, Warschau 
und Lemberg verschleppt. — Dogmatik und Moraltheologie, 
canon. Recht, Kirchengeschichte, Ascesis, bürgerliches Recht, 
Dichtung, Geschichte, Rhetorik. 

Kolor, Vineenz. Das Priorat Szczyrzyc in Galizien. In: Ein Cister- 
oienserbucli. Von Seb. Krunnor. Würzburg IMSl. — Xenia liernardina. 
III. Beiträge zur Geschichte der Cistercienserstifte. Wien lö'Jl. 

Tabor (Böhmen). 

•J91. [K. k. Staats-]Gymnasium (C. k. vys.^i gymnasium). 

a) Lehrerbil)!. l'.to.'j Werke in S03i Bdn., ~'314 Programme; 
h) Schülcrbibl. 3,' 13 Werke in 4417 Bdn. — Jahres(U)tatiou 
170 Gulden. — Director: Johann Sulc; Bibliothekar für 'i^Prof. 
Josef Pro.^ek; für h) Prof. Josef Stanrk. — Band- und Schlag- 
wortkatalog, — Entlehnungen gdixen Revers. Ebenso Ver- 
sendungen an Aemter und verlässliche Personen. — Gegr. 
mit der Anstalt i. J. l.S(iJ von der Stadtgemeinde Tabor, mit 
1. Januar l8HJt in die Verwaltung des Staates übernommen; 
1S(J4 Einverleibung der Bil)l. des Privaten Johann d. Arbeiter 
und des eh. Neuhauser Gymn.-Directors J. M. Ru/.icka. — 
Alle Wissenschaften, namentlich diejenigen, welche die Grund- 
lage des Gymn.-Unterriciites bilden. 

*i92. Höhere landwirthschaftliche Landes-Lehranstalt {Vy.-<.^f 
hospodärsky üstav zemsky). — 'i ) Schulbihl. r,:\:s Bde.; 
h) Schülerbibl. looo Bde. — Jaiiresdotation n ) noo^soo (Julden, 

b) 50 — 100 Gulden. — Director: Franz Farsky; Bibliothekar 
für <i) ausserord. Prof. Franz Iläjek; für h) ein Ibu-er der 
Anstalt. — Materien- und Autorenkataloir in Bandform für 



230 T arnopol. [693 

a) und h). — Entlehnungen an bestimmten Tagen. — Ver- 
sendungen nur mit Einwilligung des Curatoriums. — Gegr. 
a) zugleich mit der Anstalt; h) auf Veranlassung des Directors 
187y als Eigenthuni der Rozpravy. — Vertreten <i) Natur- 
wissenschaften, Mathematik, Landwirthschaft, Nationalökonomie, 
Culturtechnik, Technologie, Baukunde, Geodäsie; in erster 
Linie schöne Literatur, sodann landwirthschaftl. Werke. 

Tarnopol (Galizien). 

693. Collegium des Ordens der Gesellschaft Jesu. — 

Mehrere tausend Bde., derzeit in Neuordnung. — Jahres- 
dotation nach Bedarf. — Rector: P. Felix Zosel; Bibliothekar: 
P. Anton Kuczek, S. J. — Zettelautorenkatalog. — Bloss zu 
eigenem Gebrauche; ausnahmsweise für Fremde. — Ebenso 
Entlehnungen und Versendungen. — Alle Wissenschaften, 
zumeist Theologie und Philosophie. 

6i)4. [K. k. Staats-]Gymnasium (C. k. wyzsze gimnazyum). — 
a) Lehrerbibl. -^898 Werke in 7439 Bdn., 4:4r>(! Programme; 
h) Schülerbibl. 7»;? Werke in 1204 Bdn. (poln. Abth.), f)«.') Werke 
in G74 Bdn. (deutsche Abth.), 403 Werke in 488 Bdn. (ruthen. 
Abth.). — Director: Dr. Maurycy Maciszewski; Gustos für <i) 
Prof. Edward StrutyDski; für b) Gymn.-Lehrer Jozef Gebhardt 
(für die poln. Abth.), Prof. Konstanty Dmytrow (für die 
deutsche Abth.), Gymn.-Lehrer Jan Kopacz (für die ruthen. 
Abth.). — Errichtet 1820 als Jesuitengymn.; seit 18.")0 acht- 
classiges Obergymn. mit weltlichen Lehrern. 

Nach dein letzten Jahresberichte gearbeitet, da der Fragebogen nicht 
beantwortet wurde. 

09:'). [K. k. Staats-jReaischule (C. k. wyzsza szkola realna). — 
a) Lehrerbibl. 1077 Werke in 1849 Bdn.; h) Schülerbibl. 
558 Werke in 737 Bdn. (poln. Abth.); 179 Werke in 289 Bdn. 
(deutsche Abth.); 57 Werkein 57 Bdn. (ruthen. Abth.); IG Werke 
in 18 Bdn. (französ. Abth.); zusammen 810 Werke in 
1101 Bdn. — Director: Micha! Ptcmbacz; Bibliothekar für a) 
Realschullehrer Andrzej Procyk; für h) Prof. Maryan Stanie- 
wicz. — Gegr. 1860; Oberrealschule seit 1895. 

Nacli dem letzten Jahresbericlite gearbeitet, da der Fragebogen niclit 
beantwortet wurde. 

Tarn UVV (Galizien). 

696. Bischöfliches Diöcesanseminar. — 5473 Werke in 
9367 Bdn.; 4u Incunabeln, bis 1500 gerechnet. — Jahres- 
dotation 25-20 Gulden, als Interessen der Stiftung des gewesenen 



c.sioi 



'J' :ii' V is. JIM 



SciiiiiiaiTt'Otors Iv'aiiirr. |{<'(.'tni-: l)i\ .Idscpli Üaha. — 

Zi'ttol- und Üaiidkatalou. Nur ziiiii (Ichraiiclio doi- Clt'rikor, 

Prof, und Sc'iiiiMarvorstc'lu'i*. - Kciiu^ VcrsiMidiui^eii. - (Jo«^!". 
/.UL;loicli mit iUmm Tviiioecr llistlium ITST); den Grundstock 
liildot ein Theil der liibl. des ehem. liencdictiner Stiftes in 
Tvniec, das von Kaiser Joseph II. auf,uehol)en wurde. Mit dem 
Sitze des Kistiiums wanih'rte aueli die IJibl. nach Tarnow in 
das 18:?.") - 18.)S neu auf.ueführte Semiiiar,i;el)äude. Ihren Zu- 
wachs verchmkt sie i;rösstentheils Sclu'nkuM<ien des Diöcesan- 
clerus. — Alle Wissenschaften, besonders Theologie, classische 
Philologie. 

GOT, [K. k. Staats-]Gymnasium (('. k. gimnazyum). — 
o) Lehrerbibl. oTdl Werke iu 4:i;;(; lidn., 3rr2(i Programme; 
h) Schülerbibl. IKJG Werke in ie37 Bdn, (poln. Abth.), 637 Werke 
in (5ii!t Bdn. (deutsche Abth.). — Direetor: Dr. Karol Benoni; 
Custos für '/) Prof. Dr. Jan Leniek; für b) Gymn.-Lehrer Jan 
Jedrzejowski. — Errichtet 1784; seit 184'J Obergymn. 

Nach dem letzten Jahresberichte gearbeitet, da der Fragebogen nicht 
beantwortet wurde. 

Tarvis (Kärnten). 

61tS. Volksbücherei des Vereines „Südmark". — 7'>2 Werke. 
— Jahresdotatiun von der (remeinde 10 dulden, vom Vereine 
^Südmark" 20 Gulden. — Bibliothekar: Adolph Ruckensteiner, 
k. k. Forstassistent; Bücher ausleihgeschäft von Karl Klement, 
Gemeindesecretär, besorgt. — Handschriftl. Fachkatalog in 
Bandform. — Entlehnungen an Einheimische Samstag von 
4— fJ, an Sommerfrischler täglich von 10—11 Uhr. Ausleih- 
gebühr für bemittelte Einheimische pro Buch und Woche 
T) Kreuzer, für unbemittelte Einheimische 2 Kreuzer; für 
Fremde und Sommergäste 2 Kreuzer pro Buch und Tag. 
Fremde haben eine Caution von 50 Kreuzern bis 3 Gulden zu 
leisten. Entlehnungsfrist 4 Wochen. — Keine VY»rsendungen. — 
Gegr. 18i»6 vom Obmanne der Ortsgruppe des Vereines „Süd- 
nuirk" Adolf Ruckensteiner. — Populäre Wissenschaften, Belle- 
tristik. 

Taus (Domazlic, Böhmen). 

•J'.t;). K. k. Staats-Gymnasium (C. k. vyssi gymnasium). — 
o) Lehrerbibl. iiö;; Wrrke in 1533 Bdn. und Uli; Heften 
(wissenschaftliche Bibl.), 3o;i Werke (Schulbil»!.), 37l»3 Pro- 
gramme; b) Schülerbibl. 1817 Werke in lifiM Bdn. ((-echische 
Abth.), 242 Werke in 487 Bdn. (deutsche Abth.), zusammen 
205!» Werke in 2481 Bdn. — Dotation für die Lehrmittel- 
sammlung pro 18'J7,U8 77^-3ii Gulden. — Leiter: Prof. P. 



232 Teltsch. L^oo 

Jakub Janda; Custos für a) Prof. Dr. Edvard Stolovskv; für 
h) Prof. Vojtt'ch Kebrle. — Gegr. als Commiinal-Realgymn. 
1871 durch Umwandlung der unselbständigen Unterreal- 
schule. Seit 1875 Obergymn., seit 1879 reines Gymn., seit 1890 
verstaatlicht. 

Ötolovsky, Edvard. Seznam spisü v knihovnS ucitelske. Cäst' I. In: 
XXVII. vyroeiii zpräva c. k. vyäsiho gymnasiav Domailicich. Domazlice 1898. 
Nach dem letzten Jahresberichte gearbeitet, da der Fragebogen nicht 
beantwortet wurde. 

Teltsch (Tele, Mähren). 

700. [Landes-]Realschule (Zemskä vyssi skola realnä). — 
a) Lehrerbibl. 3601 Werke, 3848 Programme; h) Schülerbibl. 
l.oOO Werke in 1571 Bdn. — Jahresdotation 300— 400 Gulden. 
— Director: Karel J. Ma.ska; Custos für a) Prof. Frantisek 
Stra.sirybka ; für h) Prof. Anton Zanta. — Zettelkatalog; ein 
Theil des gedruckten Kataloges der Lehrerbibl. im Jahres- 
berichte der Anstalt 1897/98. — Benützung gegen Anmeldung 
beim Director oder Custos. — Entlehnungen an vertrauens- 
würdige Personen. — Versendungen nur an öffentliche Lehr- 
anstalten und Bibliotheken. — Gegr. zugleich mit der Anstalt 
1870. — Vertreten beinahe alle Wissenschaften, besonders 
gepflegt böhmische Literatur, Geographie und Geschichte 
sammt Nebenwissenschaften. 

StraSirybka, Frantiäek. Seznam spisu uöitelske kniliovny. In: Vyroeni 
zpräva zeniskych vyä§ich äkol realnj^eh v Telci. V Telci 181)8. 

Tepl (Böhmen). 

701. Prämonstratenserstift. — 60.000 Bde., 200 Incunabeln, 
500 Handschriften, darunter die geschriebenen Kirchen- und 
Chorbücher sowie 15 Manuscripte auf Pergament. — Jahres- 
dotation je nach Bedarf. — Bibliothekar : P. Milo Nentwich, 
O. Praem. — Handschriftlich ein Real- oder Schlagwortkatalog 
aus dem J. 1832, zugleich als älterer und Hauptkatalog in 
15 Bdn., und ein neuerer (aus 1842) aiphabet. Katalog als 
Index zum Hauptkatalog; dieser Index in einem Bde. — 
Benutzbar nur für die Ordensmitglieder täglich von 8 bis 
12 und 3—5 Uhr. — Ebenso Entlehnungen und Ver- 
sendungen. — Wahrscheinlich von Herzog Groznata, dem 
Gründer des Stiftes i. J. 1197 mit diesem angelegt. Das „Bi- 
bliotheksgewölbe wurde geschlossen" 1666, wie die Annalen 
berichten; 177s wurde die Kotz'sche Bibl. angekauft. — Lite- 
ratur, Phihdogie, Naturkunde. Philosophie, Geschichte, Theo- 
logie und Reclitslehre. 

Die Prämonstratenserabtei Tepl. In : Ein Chorherrcnbucli. Von Sebast. 
Brunner. Würzburg 1883. 



7ü4| Toplitz. '2.\:i 

Teplitz (Hr»linu'n). 

70J. Handelslehranstalt. — *y:\2 Bde. - Jahresdotatioii ca. 
•JOO Guldon. — Director: Heinrich Eiseiikolb; Bibliotiiekar : 
Prof. Dr. Johann Greinocker. — Bandkatalog. — Nur zu 
eigenem Gebrauche. — Gegr. zugleich mit der Anstalt I8;f,\ 

Teplitz-Schönaii (Ijöhmen). 

703. [Communai-Real- und Ober-]Gymnasium. — n) Lehrer- 
bibl. 14<M Werke in CofU Bdn., 2;}:5H Programme; h) Schüler- 
bibl. soo Werke in s-,ö Bdn. — Dotation für die Lehrmittel- 
sammlungen pro I8i>7/'.>S 84:5-80 Gulden. — Director: Hermann 
Gärtner; Gustos für n) Gymn.-Lehrer Eduard Reichelt; für 
die Programmsammlung Gymn.-Lehrer Dr. Joseph Rüffler; 
für h) Prof. Caspar Wunderlich und Gymn.-Lehrer Dr. Pächard 
Siegmund. — Gegr. 1875 als Realgymn. Seit 1892 Obergymn. 

Nach dem letzten Jahresberichte gearbeitet, da der Fragefcogen nicht 
beantwortet wurde. 

Teschen (Schlesien). 

701. Propst Leopold Scherschnik'sche Bibliotheksstiftung, 

Scherschnikgasse 3. — 20.000 Bde., u. a. 180 Handschriften, 
200 Incunabeln. — Jahresdotation l.')0 — 200 "Gulden. — I. Cu- 
rator: Dr. Gustav Burghauser. Director des k. k. Staatsgymn. 
in Teschen: IL Curator: Dr. Leonhard Demel Ritter v. Eis- 
wehr. Bürgermeister von Teschen; prov. Cassier und Schrift- 
führer: Prof. Dr. Johann Witrzens; 1 Diener. — 30 hand- 
schriftliche aiphabet, angelegte Kataloge und ein Haupt- 
inventar. — Benutzbar für Jedermann Mittwoch und Samstag 
von 2 — 4 Uhr mit Ausnahme der Feiertage. — Entlehnungen 
und Versendungen nur in besomleren Fällen und mit aus- 
drücklicher Bewilligung des Curatoriums an öffentliche Bibl. 
des In- und Auslandes. — Begründer dieser Bibl. war Propst 
Leopold Scherschnik, geb. 3. März 1747 zu Teschen, wo sein 
Vater Anton Scherschnik als Stadtsyndicus wirkte. Nach Be- 
endigung der luimanistiseh-j)hilos()phischen Studien inOlmütz 
trat er daselbst in den Jesuitenorden ein, verlebte die Jahre 
1768 und 17<;!i an der Prager Universität, um schliesslich. 
1770 zum Grammatikprofessor ernannt, bis 1772 am Egerer 
Gymn. zu wirken. Nach der 1773 erfolgten Aufhebung des 
Jesuitenordens hielt er sich abermals in Prag auf und wandte 
sich ganz dem Lehrfache zu. 177<j kehrte er als Prof. der 
Rhetorik und Poetik in seine Vaterstadt zurück, wurde 1784 
zum Vorsteher des gräfl. Tenczin'schen Convictes und 1787 
zum Gymnasialpräfect ernannt. 1802 kaufte er das alte Gym- 



•23i Teschen. [705 

nasialiiebäude, errichtete darin die nach ihm benannte Bibl. 
und stattete sie mit einem Stiftungscapitale von 1 2.1 87*4o Gul- 
den W. W. aus. Mit dieser Bibl. verband er noch ein Natu- 
raliencabinet, in welchem öOOO Stück Mineralien, (JOO Stück 
Conchj'-lien, 350 Stück in- und ausländischer Vögel, aber auch 
300 Münzen und Kunstgegenstände aufbewahrt werden. 
Für seine wissenschaftlichen Verdienste mit der Propstwürde 
und dem goldenen Verdienstkreuze ausgezeichnet, starb 
Scherschnik von Allen hochgeachtet 181-i in Teschen. — Alle 
Wissenschaften, besonders reichhaltig Werke geschichtlichen 
Inhaltes. 

705. [K. k. (vereinigtes) Staats-jGymnasium. — a) Lehrer- 
bibl. 574G Bde., 7703 Hefte; b) Schülorbibl. 1224 Bde., 37 Hefte. 

— Director: Dr. Gustav Burghauser; Gustos für a) Gymn.- 
Lehrer Dr. Carl Werber; für b) Prof. Eduard Bottek. — Gegr. 
l(i7-4, seit 1»5() Obergymn.; 1S73 mit dem seit 17<'3 bestan- 
denen evangelischen Gymn. vereinigt. 

Nacl» dem letzten Jahresberichte gearbeitet, da der Fragebogen nicht 
beantwortet wurde. 

70(;. [Privat-]Gymnasium der „Macierz szkolna dla ksiestwa 
cieszyiiskiego" (Prywatni gimnazyum polski). — a) Lehrerbibl. 
2120 Werke in 3387 Bdn. und Heften; b) Scliülerbibl. 3(j8 
Werke in 4Gö Bdn. (poln. Abth.), 225 W^erke (deutsche Abth.). 

— Director: Piotr Parylak. — Gegr. 18;»ö. 

Nach dem letzten Jahresberichte gearbeitet, da der Fragebogen nicht 
beantwortet wurde. 

707. fK. k. Staats-]Realschule. — a) Lelirerbibl. 2092 Bde. 
und 1032 Hefte, l2.'j;)5 Programme; ?>> Schülerbibl. — Jahres- 
dotation für a) ca. 340 Gulden, für b) ca. 60 Gulden. — Director: 
Johann Januschke; Bibliothekar für a) Prof, Johann Krälik; 
für die Programmsammlung: Prof. Dr. Carl Klatovsky. — 
Ein Grundbuch, ein nach Fächern geordneter Katalog und 
ein Zettelkatalog. — Entlehnungen für die Mitglieder des 
Lehrkörpers zu jeder Zeit. — Versendungen an das Teschener 
Gymn. und die Bielitzer Realschule. — Gegr. 1873. — Alle an 
der Anstalt vertretenen P'ächer. 

Krälik, Johann. Katalog der Lehrex'bibliothek. In: XXIV. Jahresbericht 
der k. k. StaatsOber- Realschule in Teschen. Teschen 1897. 

70S. Verein der Buchdrucker in Oesterr.-Schlesien. — 486 
Bde. Siehe Troppau, Verein der Buchdrucker in üesterr.- 
vSchlesien. 



711] T et seilen. •2:5.-, 

Tt'fst'lu'll (l!<")lHnell). 

Ton. Gräfl. Thun'sche Schlossbibliothek. — ()r).2ll Hde , 

'28>s Ilaiulseliririeii, 7'.» Incuiiahelii. .Jalini.sdotation je nach 

Ik'darf. Bibliothekar: Kdinund Lan;4;er, zeitweiliir unter- 

stützt von einem Kanzlisten. — Zettelkalaloii:: f() nach (h-d- 
muiix der Si.iinaturen; l>) alphabet. nach Autoren; r) alphahet. 
sachlich. — Ueberdies fortlaufendes Eintrairerejj^isler in IJo^^en- 
forni. — Benutzbar mit Genehniiiiung des Besitzers tätrlich 
von JM/o — 12 Uhr in Gejienwart des Bibliothekars. — Ent- 
lehnun.iren nur mit besonderer Genehmigung' des l>esitzers 
an l)estimmte Personen oder Institute. — Versendunuen unter 
den von Fall zu Fall zu bestimmenden Bedin^unj^en. — Der 
erste Grund zur l)ibl. wurde im is. Jhdt. unter Johaim Joseph 
Anton Keichsgrafen von Thiin und Hohenstein, dem lanf^- 
jährigen Besitzer aller drei böhmischen Majorate (17-0 — 1788) 
jrelegt. dessen fleissige Benützung der Bücher die von ihm 
eingetragenen Notizen noch heute beweisen. Unter seinem 
Nachfolger Graf Wenzel erfuhr die Bibl. besonders in mili- 
tärischer Richtung eine bedeutende Vermehrung. Unter Graf 
Franz Anton sen. (1808 — 1873) wurde nicht nur die früher 
offene Südaltane des Schlosses als Bibliotheksraum adaptirt, 
sondern auch die Bibl. selbst bedeutend vermehrt, sowohl 
durch Anschaffung einzelner neu erschienener Werke als auch 
grösserer Sammlungen. Mit einem gewissen George Fischer 
auf Helfenberg in Dresden wurde am 2<;. April 18i;! ein Kauf- 
contract auf Ueberlassung einer Bibl. meist englischer und 
französischer Bücher, sowie Kupferwerke um 3000 Reichs- 
thaler geschlossen. isi4 erfolgte der Ankauf des Bücher- 
bestandes des böhmischen Patrioten und Geschichtsschreibers 
Franz Pelczel (Quittung über 7!i;t-;)(» Gulden, d. d. Prag s. Juli 
IS 11). i.s-27 wurde einem Engelshofen auf der Herrschaft 
Stockern bei Hörn eine Bibl. um 7<>0 Gulden C.-M. abgekauft, 
die 14 Kisten füllte und nahezu 71 Wr. Ctr. wog. — Vertreten 
sind alle Wissenschaften; besonders gepflegt werden Geschichte. 
Staatswissenschaften, sowie Kunstwerke. 

Trauteiiaii (Böhmen). 

TU». Gabelsberger Stenographenverein hat eine gegenwärtig 
nur aus loo Inventarnummern bestehende Bibl. — Bibliothekar: 
Karl Turba. — Fachliteratur, 

TU. [K. k. Staats-JRealschuie. — (t i Lehrerbibl. Jl'.tlBde., 
4;»',» Hefte, r)3oö Programme; Z>) Schülerbibl. 1130 Bde., 51 Hefte. 
— Für die Lehrmittelsammlung standen 18!»7 98: .jG4r,;> Gulden 
zur Verfügung. — Director: Joseph Wurm; Gustos für </) und 



236 Trebitsch. ["Ji- 

h) Prof. Anton Lediger. — Als unselbständige Unterrealschule 
1872 in eine selbständige Communal - Unterrealschule um- 
gewandelt; 1873 Oberrealschule, 187G verstaatlicht. 

Nach dem letzten Jahresberichte gearbeitet, da der Fragebogen nicht 
beantwortet wurde. 

71-2. Deutsche Volksbibliothek für den polit. Bezirk Trau- 
tenau, städt. Sparcassegebäude. — 1<)27 Bde. — Jahresdotation 
7.") Gulden, und zwar 50 Gulden von der Sparcasse, 25 Gulden 
von der Stadtgemeinde. — Die Bibl. ist Eigenthum des Bezirks- 
lehrervereines. Obmann: Gustav Settmacher, Oberlehrer in 
Petersdorf: Bibliothekar: Alois Thuma, Lehrer in Trautenau; 
überdies zur Dienstleistung bei der Bücherausgabe: Lehrer 
Andreas Hornik. — Fachkatalog nach Nummern geordnet. — 
Entlehnungen Sonntag von 9 — 11 Uhr auf 1-4 Tage unent- 
geltlich: darüber hinaus pro Bd. und Woche 2 Kreuzer. — 
Keine Versendungen. — Gegr. 1889 vom Bezirkslehrerverein 
als Bibl. und Lesehalle, welch letztere aus finanziellen Gründen 
nach einjährigem Bestände aufgelassen wurde. — Populär- 
wissenschaften. 

Bibliotheksordnung vom Jänner 1889. 

Trebitsch (Tfebic, Mähren). 

713. [K. k. Staats-]Gymnasium (C. k. stätni gymnasium). 

— a) Lehrerbibl. 2ü70 Werke in 2667 Bdn., 1385 Heften, 
5 Tafeln, 4307 Programme; h) Schülerbibl. 1738 Bde., 52 Hefte, 
1 Tafel. — Dotation für aj 191-50 Gulden; für h) 71-31 Gulden. 

— Director: Jan Reichert; Gustos für «j Gymn. -Lehrer Adolf 
Ustupsky; für hj Gymn.-Lehrer Ignät Kusala. — 1871 als 
böhm. Üntergymn. gegr.; seit 1873 deutsches Untergymn. mit 
l)ühm. Parallelclassen; 1885 böhm. Untergymn. mit deutschen 
Parallelclassen, 1886 Obergymn. 1887 wurden die deutschen 
Parallelclassen aufgehoben. 

Ustupsky, Adolf. Katalog uritolske knihovny. In: XXI. program c. k. 
stätniho gymnasia v Tiobici. V Tiebiii 1898. 

Nach (iem letzten Jahresberichte gearbeitet, da der Fragebogen nicht 
beantwortet wurde. 

Trient (Trento, Tirol). 

714. Militärwissenschaftlicherund Casinoverein. — 985 Bde. 

— Jahresdotation 400 Gulden. — Vorstand ist der jeweilige 
Bibliothekar des Vereines, ein Officier, derzeit GM. Eduard 
Pierer; Bücherausgabe besorgt ein Gustos, derzeit Haupt- 
mann d. R. Roman v. Chiusole. — Schlagwortkatalog. — 
Benutzbar Montag, Mittwoch und Samstag nachm. für die 



71^1 Tri eilt. 'JM7 

Verelnsmit^liodcr. — Ebonso Entlolimini^on. Keine Versen - 
cluiifj^on. — CJooT. zu;4^1oich mit (1(m* Conslituirune (!,..< Vereini'S 
i. J. 18.S2. — Hauptsächlich Militärwissenschaften; (lanelx'n 
Belletristik. 

7ir>. Theologische Diöcesananstalt. — 1 l.ßsr. Bdc».. ühordios 
:m; Inounal)cln und 17 1 Inndsclnirten. — .lahresdolalioii aus 
deni Reliuiousroud ti"? (luhlou. — nii)li()thokar der jewoilitjrc 
Vicerector, derzeit ['.Martin Innerhofer. — Henützbar zu jeder 
Zeit in Anwesenheit des Bibliothekars. — Entlehnun<^en nur 
an die Mitglieder des Lolirkörpers und Studirende der Anstalt. 
— Ebenso Versendunt^en ; sonst nur mit Erlaubniss des 
Bischofs. — Entstanden aus der Bibl. des auf^'cdiobenen 
Jesuitenklosters, des aufgehobenen Dominicanerklosters in 
Trient, aus Bücherwidmungen von Privaten, besonders mehreren 
Priestern, und aus Ankäufen. — Theologie in allen ihren 
Zweigen, Philosophie im weitesten Sinne, Medicin und Jus. 

7 1t;. [K. k. Staats-JGymnasium {,]. v. ginnasio superiore) 
besitzt eine Lelirer- und eine Schülerbihl. Für beide je eine 
deutsche und italienische Abth. — Deutsche Abth. Leiter: 
Prof. Josef Damian; Bibliothekar: Prof. Dr. Hans Schmölzer. 
Ital. Abth. Director: Beniamino Andreatta: Custos: Prof. 
Leonardo Leveghi. — Gegr. l(j-32 von Jesuiten: 1774-1807 
bischöfliches Gymnasium; 1807 — 1810 bayerische Lehranstalt; 
1811 — 1817 Communalgymn.; seither Staatsanstalt und seit 
1850 Obergymn. 

Leveghi, Loonardo. Catalogo dei libri della Hiblioiopa dcll' ,1. 11. Gin- 
na.si(i Superiore di Trento wird im Programm der Anstalt für isfis '.Ki ver- 
üffontlielit werden. 

Naeh dem letzten .Talireslierichte gearbeitet, da der Fragebogen niolit 
beantwortet wurde. 

717. K. k. Handelsmittelschule (J. r. scuola media di com- 
mercio) V)esitzt eine Lehrer- und eine Schülerbibl. von nur 
geringem Umfange, die für interne Zwecke bestimmt sind. 

718. Minoritenconvent (Conventus s. Bernardini Senensis 
Fratrum Ordinis I^Iinorum). — 17.:V2.^) Bd(!., 11 Handschriften, 
4oO Incunal)eln. — Keine bestimmte Dotation; zum gn'tssten 
Theile abhängig von öffentlicher Freigebigkeit. — Biblio- 
thekar: P. Marcus Morizzo, O. M. — Ein aiphabet. Zettel- 
katalog, ein Materienkatalog, ein Standortskataloüf. — Täglich, 
doch nur für Männer, mit Erlau])niss des Suixn'iors und in 
Gegenwart des Bibliothekars benutzbar. — Entlehnungen nur 
an Ordensbrüder. — Keine Versendungen. — Gegr. 14 5;?, zu 
gleich mit der (iründung des Conventes. Dieser wurde durch 
Ueberschwemmung zerstört, IG'Ji— IM wieder erbaut. Hit: 



238 Trient. [Tl'J 

fand auch die Bibl. wieder Aufnahme, die 1725 neu errichtet 
wurde. Bei Auflösung des Conventes i. J. 1810 kam seine 
Büchersammlung an die Stadtbibl. in Trient, wurde ihm aber 
isiö bei seiner Restituirung wieder zurüclvgegeben. 1880 Neu- 
ordnung und Katalogisirung durch den jetzigen Bibliothekar, 
der die Bibl. von dieser Zeit bis heute um 8000 Bde. ver- 
mehrte. Die Bibl. enthält u. a. alle Handschriften des Trien- 
tiner Historiographen P. Giovanni Chrisostomo Tovazzi, ferner 
des F. Benedetto Bonelli und des P. Giuseppe Ip. Hippoliti. 

— Vertreten: Theologie in ihrem ganzen Umfange und Ge- 
schichte. 

Ambrosi, Fi-ancesco. Guida di Trento. 

719. Stadtbibliothek (Biblioteca comunale), Palazzo Muni- 
cipale. — Ca. ÖO.OOO Bde. 593 Incunabeln, 4000 Handschriften. 

— Jahresdotation 500 Gulden. — Bibliothekar: Prof. Dr. 
Lodovico Oberziner: 1 Diener. — Ein Zettelkatalog; ein 
alphabet. Bandkatalog. — Allgemein benutzbar an Wochen- 
tagen von 9 — 12 und von 3 — 6 Uhr, an Sonntagen vorm. Im 
Juli und August geschlossen. — Entlehnungen an die städti- 
schen Beamten, an die Professoren der Stadt und Gelehrte, 
die sich mit vaterländischer Geschichte befassen. — An diese 
Personen auch Versendungen. — 1725 machte Bischof Giovanni 
Benedetto Gentilotti seine Bibl. zum Fideicommiss seiner 
Familie; sein Bruder Giambattista überliess später die im 
Laufe der Zeit stark vermehrte Sammlung der Stadt zu 
allgemeinem Gebrauche. Das erste Local der Bibl. lag in der 
Via San Benedetto, den ersten Katalog verfasste can. Borzati. 
1S07 kam sie in das bischöfliche Priesterseminar. Mit dieser 
Bibl. wurde auch das Legat des Ambrogio de' Schrek ver- 
einigt und mit ihr zusammen wieder Eigenthum der Stadt. 
Für die ganze Sammlung wurde 1845 der Palazzo Saracini, 
jetzt Rossi, auf der Piazza della Mostra erworben. 1849 starb 
Graf Camillo Sizzo de Noris, der ein Capital von 20.000 Gulden 
zur Besoldung eines Bibliothekars und Erweiterung der Samm- 
lung stiftete. 1853 wurde die Bibl. eröffnet und allgemein 
zugänglich gemacht. Sie kam dann in die Via S. Trinitä, gegen- 
über dem Staatsgymn., und endlich 1774 in den Palazzo muni- 
cipale in der Via Larga. Ausser der Stiftung des (xründers 
und dos de' Schrek sind folgende Sciienkungon zu erwähnen: 
Im Testamente vom c>. September 1S35 vermachte der Baron 
Antonif) Mazzetti, Präsident des Appollationsgerichtes für die 
Loml)ardei (tl841), seine Bücher- und Handschriftensammlung 
der Stadt; 184(J Graf Benedetto Giovanelli, 1858 Taddco Tonelli, 
18(51 Baron Simone Turco, 1869 Legat des Federico Sartori. 
1872 Prof. Don Giuseppe Giorgio Sulz(!r. 1874 Bernardino 



'•-'21 Tri est. '>:vj 

Maiioi, 18S1 Dr. mcil. Pietro Kcdaclli, IHSI (Iraf (liuvanni 
Martini. — Alle Wisscn.schafton, iK.'Sonders Gesohichti', Lite- 
ratur und Kunst. 

Cenni dolla racpolta patria lojiata alla oitta di Trcnto da S. F.. il ]',nr. 
Mazzotti. Rovoroto 1S4.'J. — Ambrosi, Franoosco. La Hil)lii)tora di Trciito 
In: Stroniia Trontiiia. Tront() IS'JO. — IJrontari, (). (Juiila dol Trontiiio: 
Trontino oriontalo. I^assann 1Sf)l. 

Triest (Triestc, Küstenland). 

7-0. K. k. Handels- und nautische Akademie (J. r. acca- 
demia di coniniercio e di nautica), Piazza Lipsia 1. — Ca. 
13.000 Bde. — Jahresdotation 300 Gulden und die jährlichen 
Inscriptionstaxen der Schüler. — Bibliotliekar : Prof. Dr. 
Michael Stenta. — Alphabet. Bandkatalo^- nach 3o Fächern. — 
Die Bibl. ist eigentlich öffentlich, verleiht jedoch Bücher an 
Personen, die sich mit wissenschaftlichen Studien befassen, 
nach von Fall zu Fall festzustellenden Bedingungen. — Ver- 
sendungen nur an Bibl. — Ursprünglich waren nur einige 
hundert Werke mathematischen Inhaltes vorhanden, die nach 
1704 die Sammlung der von Maria Theresia gegr. nautischen 
Schule bildeten. Seitdem wächst die Bibl. durch Ankauf von 
Werken, durch die Pflichtexemplare, die bis 1897 an die 
ärarische Abtheilung der Bibliotheca civica abgeliefert wurden, 
und durch Geschenke. — Alle Fächer, besonders Mathematik 
und Naturwissenschaften. 

Gedruckter Gencralkatalog erschien 1882; es folgen jährlicli Supplonient- 
hefte in den Akad.-Progr. 

721. Capucinerconvent Pondares. — Die l]ibl. ist wie das 
Kloster selbst jüngsten Datums und nur nothdürftig mit den 
wichtigsten theologischen Werken ausgestattet. Die Werke 
sind zumeist aus den Bibl. anderer Klöster als Doubletten 
ausgeschieden worden. — Jahresdotation je nach Bedarf. — 
Guardian: P. Fortun at. 

7-22. [K. k. Staats-]Gymnasiunn. — a) Lehrerbibl. ca. 
3500 Werke; h) Schülerbibl. mit einer deutschen, einer ital. 
und einer sloven. Abth. — Director: Dr. Alois Pernter; 
Bibliothekar für o) Prof. Robert Drexl; für h) und zwar für 
die deutsche Abth. Prof. Marcus Guggenberger; für die ital. 
Abth. Prof. 0.scar Edl. v. Ilassck; für die sloven. Abth. Prof. 
Dr. Carl (Jlaser. — 1792 eröffnet und den Franciscanorn ül)er- 
geben, 1H14 geschlossen. I.sl2 wurde das (Tymnasium von 
Capodistria nach Triest verlegt, seit 1850 Obergymn. 

Katalog der Lelirerl)il)l. In: Jahresbericht über das k k. (Jyinn. in 
Triost. Triest IS'.IS. 

Nach dem letzten Jahresberichte gearbcili't, du der l''ragebi)i;eii niclil 
beantwortet wurde. 



•240 Triest. [723 

723. [Communal-]Gymnasium (Ginnasio comiinale superiore) 
besitzt eine Lehrer- und eine Schülerbibl. — Director: Giuseppe 
Vettach; Bibliothekar der Lehrerbibl. : Prof. Cesarc Cistofolini ; 
der Schülerbibl.: Prof. Dr. Riccardo de Luyck. — Gegr. 18G3. 

Nach dorn letzten Jaliresberichte gearbeitet, da der Fragebogen nicht 
beantwortet wurde. 

724. Ingenieur- und Architektenverein (Societä di ingegneri 
ed architetti). — ir)oO Bde. — Jahresdotation je nach Bedarf, 
ca. 45U Gulden. — Ein aus der Vereinsleitung gewählter 
Bibliothekar. — Ein chronol. und ein Sachkatalog. — Benutzbar 
den ganzen Tag für Vereinsmitglieder. — Ebenso Entlehnungen 
auf einen Monat. — Keine Versendungen. — Gegr. zugleich 
mit dem Vereine 1878. — Technische Werke. 

725. Städtisches naturhistorisches Museum (Museo civico 
di storia naturale Ferdinando Massimiliano). — 11.000 Bde. — 
Jahresdotation je nach Bedarf; Gesammtdotation 1200 — 1800 
Kronen. — Director: Dr. Carl v. Marchesetti; Adjunct: 
Anton Valle; 2 Diener. — Zettelkatalog. — Benutzbar 
täglich von 9—1 und 3--G Uhr für Studirende. — Ebenso 
Entlehnungen und Versendungen. — Gegr. zugleich mit dem 
Museum im Jahre 1846 und fortwährend durch Geschenke 
und Ankäufe vergrössert. Eine erhebliche Bereicherung erfuhr 
die Bibl. durch die Einverleibung der botanischen Bibl. des 
Hofr. M. Ritter v. Tommasini aus dessen Nachlass und durch 
den Tausch der von dem Museum veröffentlichten „Atti" mit 
den Publicationen von 1:30 anderen Museen, Akademien und 
gelehrten Gesellschaften. — Hauptsächlich Naturwissenschaften, 
und zwar Zoologie, Botanik, Mineralogie, Geologie und Anthro- 
pologie mit Einschluss der Urgeschichte. 

72G. [K. k. Staats-]Realschule. - a) Lehrerbibl. 1128 Werke; 
h) Schülerbibl. 1208 Bde. (deutsche Abth.), 149 Bde. (ital. Abth.). 

— Lehrmitteldotation pro 1898 Gco Gulden. — Director: 
Justus Hendrych; Gustos für a) Prof. Peter Widmann; für 
h) Prof. Adolf Thannabaur. — Gegr. 1870. 

Nach dem letzten Jahresberichte gearbeitet, da der Fragebogen nicht 
boantwortet wurde. 

727. [Communal-]Realschule (Civica scuola reale superiore). 

— ls!)7 Werke in :!lo;i Bdn., :;29 Heften und Ki Karten. — 
Jahresdotation 200 Gulden. — Director: Dr. Francesco Fridrich. 

— Gegr. 1863 als Unterrealschule; seit 1867 Oberrealschule. 

Nach dem letzten Jaliresberichte gearbeitet, da der Fragebogen niclit 
beantwortet wurde. 



■^^"1 Tri est. 



1 1 



7-2S. Stadtbibliothek (Hibliotcca civica), Piazza Lipsia 1. -- 
.sr).()00 ]UW., -'HO Iliiiulsclirirton, ca. Hoi) IiHuinabeln. — Dota- 
tion -iOoo GuhlcMi für (Ion allucnioincii Thoil, 2(t(> dulden für 
die KaccDlta i)atria, lo.') (Juldcn für die rotrarcbosca-Pic- 
0()b)ininea. — Diroctor: Dr. Attilio Ilortis; Adjunct: Antonio 
IJruJuati: I Assistent, 1 Diener. — Handschriftlich ein topo- 
1,'rapliischer Bandkatalojj:. Je ein ali)hab('t. und ein wi.sson- 
schaftlichor Zettel- und Dandkatalo^-. — Tätlich von lo— J 
und .') — s Uhr >4:oöffnct. — En(lellnun<^^ ausser von Hand- 
schriften, yegen Erlai,^scliein. — Versendunj^- nur ausnahms- 
weise. — Gej^r. 17!Mi bei (Jele.uenheit eines Püchergeschenkes 
der Arcadi-Romano-Sonziaci. xVufnahme fanden ferner: Die 
Petrarchesca-Piccolominea des Donienico di Rossetti, die Samm- 
lun<i- des Giacomo Seni^airlia, die Dodoniana des Baron de 
Parente. die mathematische Sammlung des Prof. Davide Besso, 
die «griechische lUbl. dos Dionisio ThorianT), zwei Autographen- 
sammlungen des Carlo Usigli und der Witwe Zaiotto. 

„Raccolta delle leggi ordinaiizc e Regolamenti speclali per Trioste" 
pubbl. da Kandier nei ..Cenni statistici siille scuole CDiminali di Trieste 
duranto gli anni 1878—79 e 1870— SO.'' — Ueber die Bibl. zwei Sciiriften 
von Bugnani und De Fiori. 

72!». K. k. zoologische Station, Passoggicj di S. Andrea 2. 

— H38 Inventarnummorn. — Jahresdotation ca. 700 Gulden. 

— Leiter der zoologischen Station: Univ. -Prof. Dr. Carl 
Isidor Cori; Inspector: Dr. Eduard Graeffe; As.sistent: Dr. 
Adolph Steuer: 2 Diener. ~ Inventarkatalog mit fortlaufen- 
den Nummern; Zettelkatalog aiphabet, nach Autoren ge- 
ordnet. — Bibl. benutzbar von s Uhr früh bis 7 Uhr abends. 

— Keine Entlehnungen und Versendungen. — Gegr. zugleich 
mit dem Institute l.S7.'i. — Zoologie, Botanik, Physiologie. 

7;>0. Militär-wissenschaftlicher Verein in der grossen In- 
fanterienothkaserne, 1. Stock. — 2ist Werke in 1(>4(! Bdn. — - 
Jahresdotation (JOO— 70o Gulden. — Vereinspräsidont ist der- 
zeit ein activer Generalmajor, welchem ein Voroinsausschuss 
von 10 Mitgliedern zur Seite steht. Bibliothekar und Veroins- 
dirigent: Horny, Major d. R.; 2 Infanteristen als Vereins- 
diener. — Alphabet. Autoren- und Schlagwortkataloge. — 
Benutzbar an allen Wochentagen von lo-l und 4 7 Uhr. 

— Entlehnungen auf 1 Wochen. — Keine Versendungen. — 
Der Verein wurde in Folge a. h. P]ntschliessung vom 11. und 
27. August 1871 mit lleichskriegsininisterialrescript vom 
24. September 1S74 Abth. 5, Nr. 2827 mit einer Staatssub- 
vention gegründet. Ausserdem leistet jedes Mitglied einen 
Monatsbeitrag von 5 Kreuzern pro Gagogulden. — Die Bibl.- 

|Jil)liotheks-,\<lr<s.«biicli. J(j 



242 Troppau. [731 

Werke sind tlieils Widmungen, theils durch Kauf erworben. 

— Alle Wissenschaften, besonders militärische Werke. 

Ti'oppau (Opava, Schlesien). 

731. Katholisch-politisches Casino, im Hause des kathoL 
Gesellenvereines. — r)0.j Bde. — Keine bestimmte Dotation, je 
nach Bedarf; zahlreiche Schenkungen. — Vorstand: Joseph 
Sclium, päpstlicher Hausprälat und apostolischer Protonotar 
etc.; Vorstandstellvertreter: Joseph Lorenczuk, Hausbesitzer; 
Bibliothekar: Richard Franz, Oberconducteur i. R. ; Cassier: 
Wenzel Schwarz. — Handschriftlicher Inventarkatalog. — 
Benutzbar an den statutenmässigen Vereinsversammlungen, 
gewöhnlich Donnerstag. — Entlehnungen gegen eine Leih- 
gebühr von 1 Kreuzer pro Band. Keine Versendungen. — Gegr. 
1870 nach Auflösung des Lesevereins, der in das kath.-polit. 
Casino überging; seither durch Schenkungen vermehrt. — 
Meistens religiöse Bücher, Belletristik, Geschichte und Natur- 
wissenschaften. 

732. Convent des Deutschen Ritterordens hat nur eine 
kleinere in zwei Zimmern untergebrachte, 1866 gegr. Haus- 
bibl. — Prior: P. Maximilian Fink. 

7;>3. [K. k. Staats-]Gymnasium. — «) Lehrerbibl. ; />) Schüler- 
bibl. — a) r)3()0 Bde. — Jahresdotation für a) 2U0 Gulden. — 
Director: Dr. Rupert Schreiner; Gustos für a) Prof. Franz 
Wanek; für h) Prof. Dr. Heinrich Schefczik. — Schlagwort- 
katalog. — a) für Lehrer der Anstalt jederzeit, ausnahms- 
weise auch für Fremde benutzbar. — Gegr. 1642 alsJesuiten- 
gymn. von Herzog Karl Eusebius; seit Aufhebung des Ordens 
Staatsgymn. — Der Anstalt untersteht auch das Gymnasial- 
museum unter Leitung des Bibliothekars Prof. Alois Beyerle. 

— Das Gymn. erhält auch je ein Pflichtexemplar aller in 
Schlesien gedruckten Werke. 

734. [Privat-]Gymnasium der ,,Ustredni Matice skolskä" 

(Clesky gymnasium). — a) Lehrerbibl. 5:m)0 Werke in (i83.5 
Bdn. und b'6 Heften, darunter 2186 Programme; />) Schüler- 
bibl. !i41 Werke in ](i26 Bdn., deutsche Abth.: 182 Bde. — 
Dotation je nach Bedarf bis zu öO Gulden jährlich. — Director: 
Josef Fürst; Gustos für a) Prof. Antonin Karäsek; für h) 
(cech. Abth.): Prof. Vaclav Hauer; (deutsche Abth.): Prof. 
Vincenc Kopr. — Ein Zettel- und ein Bandkatalog nach 
Fächern und Schlagworten. — Entlehnung an Mitglieder des 
Lehrkörpers und bekannte Personen. — Gegr. 1883. — 



'^•*'M Troppaii ^n 

IU'soihKts vortii'ti'M : ZrilscliiiriL'H, cechisclii' und classisehf 
riiiloloirie. 

Kataliig orsfliciiii im .laliri-sprof^raiiimt' ilcr Anstalt für ls<iS/09. 

73") Handels- und Gewerbekammer für Schlesien. — Jloo 
l>do. iiiul Ilaiulsclirifti'ii. — flaliicsdotation .iUU Guldoii. — 
Präsident: Heinrich Janotta; erster Seeretär: Dr. Julius 
Mattern; zweiter Seeretär: Dr. Pretzlik. — Ein nach Materien 
ii:eordneter Bandkataio^-. — Benutzbar in den Anitsstunden 
von i» — 12 und M— <i Uhr. - Entlehnungen an bekannte Per- 
sonen gegen Revers. — Gegr. Ksöi, — Alle Wissenschaften, 
insbesondere Geographie, Geschichte, Naturwissenschaften, Tech- 
nologie, Rechtswissenschaft, Gesetzgebung, Volkswirthschaft, 
Verwaltung. 

T.Jt!. Kaiser Franz Joseph-Museum für Kunst und Gewerbe 

hat eine Pibl. von l.")U() J5dn. — Jahresdotation <JUU— Tod 
Gulden — Director: Dr. Edmund Wilhelm Braun, k. k. Con- 
servator der Centralcommission; 1 Diener. — Alphabet, und 
systematischer Zettelkatalog. — Lesezimmer geöffnet täglich 
von 10 — 1 und 3 — (5 Uhr. Mittwoch sowie Samstag von 3-8 
Uhr. — Entlehnungen und Versendungen. — Gegr. zugleich 
mit dem Museum 1S85 [seit 1<S!).') Kaiser Franz Josepli-Museum, 
seit 2. December 1 l>8 Kais.'r Franz Joseph I. Jubiläumsstiftung 
betitelt). — Kunstgeschichte, Kunstgewerbe und Gewerbe. 

737. Oesterreichisch-schlesische Land- und Forstwirthschafts- 
gesellschaft. — 1. '>;!() Bde. und Broschüren. — Jahresdotation 
je nach Bedarf. — Präsident: Excellenz Heinrich Graf Larisch- 
Mönnich, k. k. Landeshauptmann. — Handschriftlicher Fach- 
katalog. — Benutzbar nur für die Mitglieder. — Ebenso Ent- 
lehnungen. — Keine Versendungen. — Gegr. zugleich mit der 
Gesellschaft l.stj:>. — Land- und Forstwirthschaft. 

73S. Matice Opavskä, Rybi trli c. 7. — a) Volksbibl. 
(Lidovä knihovna); h) Museumsbibl. (Musejni knihovna). 
a) 13-24 Bde.: h) 30-28 Bde., 4:.s Blätter, Autographen, Patente 
etc. — Jahresdotation 2oo Gulden. — Bibliothekar: Prof. A. 
Karäsek; 1 Diener. — 3 Schlagwort-(Band-)Kataloge. — All- 
gemein benutzbar. — Entlehnungen, aber keine Versendungen. 
— Gegr. 1883. 

731». Minoritenconvent. — 7980 Werke in stU t Bdn. — 
Jahresdotatiun je nach Bedarf. — Verwalter der Bibliotliek 
ist der Guardian P. Dominik Hackenberg, (). Min. — Ein 
Fachkatalog fiilworfen von P. Karl VodiTka, O. Min., derzeit 
in Krumau (P>öhmen). — Benutzbar von 10—12 Uhr und 
1 — G Uhr. — Entlehnung nur an vertrauenswürdige Personen. 

16* 



244 Troppau. [740 

— Keine Versendung. — Gegr. zugleich mit dem Kloster im 
Jahre 1234 und später durch verschiedene Unglücksfälle und 
Brände vernichtet. Der jetzige Bestand stammt aus den letzten 
zwei Jhdtn., und zwar aus Geschenken von Civilpersonen 
und weltlichen in Troppau A'-erstorbenen Geistlichen. — Die 
Neuordnung der Bibl. erfolgte 181H durch P. Karl Vodicka. — 
Vertreten alle Wissenschaften, besonders Katechetik (650 Bde.), 
Jus civile (<342 Bde.), Humanistica und Lexica (684 Bde.), 
Theologie (1168 Bde.), Ascesis und Mystica (775 Bde.), deutsche 
Predigten (1224 Bde.), Kirchengeschichte (697 Bde.), Geographie 
und Geschichte (509 Bde.). 

740. Museumsbibliothek im Minoritenkloster, Herrengasse. 
— 35.997 Bde., 821 Hefte, 722 Stücke (Satzungen und Jahres- 
berichte von Vereinen, schlesische Zeitungen) und 32 Hand- 
schriften. Die Zahl der Incunabeln ist unbekannt. — Jahres- 
dotation 120—150 Gulden. — Bibliothekar: Prof. Alois Beierle, 
dem ein Gymnasiast und eine Bedienei-in zur Seite stehen. — 
Alphabet, und Zettelkataloge, sowie Verzeichnisse auf Bogen. — 
Lesestunden Mittwoch und Samstag von 2—4 Uhr, — Entleh- 
nungen nur mit Genehmigung des Bibliothekars. Anspruch 
darauf haben in erster Linie Personen, welche dem Lehrstande 
angehören. — Versendungen an öffentliche Bibliotheivcn, an 
Private nur gegen Caution. — Gegr. 1814 von Faustin Ens, 
k. k. Gjnnn.-Prof., Franz Mükusch v. Buchberg, k. k. pens. 
Hauptmann, und Joseph Schössler, Bürgermeister von Troppau. 
Eröffnet IsiT. Der Grundstock der Bibl. besteht aus ge- 
schenkten Büchern und Zeitschriften, 1848 wurden vom Hofr. 
Dr. Joseph Witteczek 30.s6, i. J. 1860 6842 Bde. der Bibl. ge- 
schenkweise überlassen, 1879 aus der k. k. Fideicommissbibl. 
in Wien 166 Bde., welche als Doubletten ausgeschieden worden 
waren, nach der Auflösung des Werner-Vereines in Brunn 
einige hunderte Bde. gespendet. — Vertreten beinahe alle 
Disciplinen, besonders gepflegt deutsche Literatur, Geschichte, 
Geographie, Naturgeschichte, Pädagogik, Silesiaca. 

Ens, Faustin. Das Oppaland oder der Troppaiior Kreis. Wien ISSö bis 
1837. 4 Bde. — Derselbe. Ueber das Troppauer Museum und ein Manuscript 
in demselben. In: Der österreichische Geschichtsforscher. II. 1. 1841. Not.- 
m., S. 23. — Zukal, J. Aus der Troppauer Museumsbibl. In: Jahresber. 
der Ober-Realschule. Troppau iwsl. 

741. [K. k. Staats-jRealschuie. — Lehrer- und Schülerbibl. 
8200 Bde. und 6746 Programme. — Lehrmitteldotation (für 
1897 98) 700-36 Gulden. — Director: Rudolf Bartelmus; Biblio- 
thekar: Prof. Franz Baecker. — Gegr. 1851 als Unterreal- 
schule; seit 1857 Oberrealschule. 

Nach dem letzten Jahresberichte gearbeitet, da der Fragebogen nicht 
beantwortet wurde. 



' * 'rfi>ii|»;i II. 2ir» 

7 1.'. Verein der Buchdrucker in Oesterr.-Schlesien 
.s.il Uyrlv.'. mit ScciioiKMi in Kivi\val.l:.ii (.iio \Vorl<c), Uidifz 
(.lt. Ucilcc). r«'solicM (48.; Work..) icc; W,. ,.),.,>. _ |.'j„ 

^^odriickUM- Mlpliabot. Kataloo. - Jahi-os.lotati..,, j,. „ai-i, 
liedarl von .Irr (n-iUTalvorsaniinlim«^- hcstlMiint. Voi-^t-iiid • 

Adolph Foilor; jo ein «ewälillei- I{il)li.,lli,.k'ai-. - lUMiiit/.l.ar 
nur Im- Voroinsniito:Iic'der. ^ Ebenso Kntlelmunuon auf vii'r 
Wochen und Vcrseiidunuen. Jedes Ärit-li.Ml liat .his H.'chl 
auch aus einer anderen Section IJÜcher zu entlehnen. 

Bibl.-Katalojr des Vereines der Buchdruckor in OosL-rr -S.-Iilesion 
I r<«|t|):ui IS98. "(.r,!,,!.. 

Tl.;. Naturwissenschafthcher Verein, En^elsbercrpark Tro- 
inenaderestauration. - r.i;;; I],le. — Keine ■^bestimnit(> Jahres- 
dotation. — Obmann: Josei)h Kurz; Schrift lührer: Max SchällVi-- 
Bibliothekar: Emil lizehak. — Katalog nach Einlanf d.M- 
Werke. — benutzbar jeden ersten und dritten Freitag im Mo- 
nate. — Entlehn niiocn und Versendungen (gei>en Ersatz des 
i^ortos) nur an Vereinsmitjli(><l..r. — Gegr. 1895. — Natur- 
wissenschaften. 

714. Troppauer Kaufmännischer Verein hat eine nicht 
allzu o-rosse iJücherei, welche zumeist aus kaufmännischen 
Lehrbuchern und Belletristik besteht; seit zehn Jahren iiiFob-e 
Theilnahmsh)siokeit der Mitglieder stationär. Obmann- Josef 
Plavk}'. 

715. Erste österr.-schles. deutsche Volksbibliothek. — 

t:03o Bde. — Dotati.ni ;5uo— 4(iO Kronen; sonst Geschenke. — 
Obmann des Verwaltungsausschusses: Prof. Dr. Ferdinand 
Maria Wendt; erster Bücherwart: Lehrer Franz Jilg; zweiter 
Bucherwart: Lehrer Franz Funiok; Lesezimmeraufseher: 
Josef Lyko; l Diener. — Je ein handschriftlicher Zettel- 
und ein gedruckter Katalog nach Materien geordnet, inner- 
halb derselben aiphabet, nach Autoren. — Sammt dem Lese- 
zimmer Sonntag von 2-4 und Mittwoch von G-s Uhr. im 
Winter von 7 — li Uhr abends benutzbar. — Entlehnungen 
gegen Empfangsschein auf 14 Tage. — Versendungen aus 
der mit der JJibl. verbundenen Büchersammlung der'^Louise 
Otto- und Auguste Schmidt-Sammlung auf die Dauer von vier 
Wochen gegen Erlag des Portos. — Eniffnet im März 1SS7 
und unterstützt von der Tropi)auer Stadtiremeinde, welche 
im Sparcassengebäude ein grosses Bibliotheks- und ein ge- 
räumiges Lesezimmer unentgeltlich beistellte. Durch Ge- 
schenke, den Ankauf einer Privatbibl und durch günstige Ge- 
legenheitskäuferasch emporgewach.^en. Erfreut sich einers'tarken 
Benützung (jährl. 7000- souo Bde.). Der Verwaltunosausschuss, 



246 Ung.-Brod. [~4<' 

dessen Mitglieder meist dem Volksbildunosvereine seit seiner 
Gründung angehören, sorgt auch für die Bildung des Volkes 
durch Veranstaltung von Volksconcerten und Freivorstellungen 
im Stadttheater unter Betheiligung der ersten Kunstkräfte der 
Landeshaui)tstadt. Die Verwaltungskosten werden durch die 
Mitgliederbeiträge (210 Mitgl.). sowie durch Subventionen des 
Landes, der Stadt und der Sparcasse bestritten. — Unter- 
haltungs- und Bildungsschriften, namentlich für die arbeitenden 
Classen. Besonderes Augenmerk wird der reiferen Jugend 
zugewendet, für welche eine besondere Abtheilung bestellt vmd 
geeignete Zeitschriften aufliegen. — Der Volksl)ibl. untersteht 
noch die Louise Otto- und Auguste Schmidt-Stiftung, eine 
kleine Bibl. von 400 Bdn., welche sämmtlich entweder von 
Frauen oder für Frauen geschrieben sind. Dieselbe ist ins- 
besondere dem Troppauer Frauen-Bildungsvereine zur Ver- 
fügung gestellt, welcher 400 Mitglieder zählt und dessen 
Obmannstellvertreter zugleich Leiter der Volksbibl. ist. 

Jilg, Franz und Maria Theresia May. Bücherverzoicliniss der Tro))j)auer 
Volk.sbibl. Troppau 1896. — ,,Decennal-Jalu-esbericlit von 1807 enthält 
Geschichtliches über den Verein, namentlich ül)or die Benützung der I'.ibl., 
Concerte und Theatervorstellungen. 

Un?:.-Bi*od (Uh. Brod, Mähren). 

TIC. [Landes-JRealschule (Zemskä vys.sirealka). — a) Lohrer- 
bibl. it'l» Werke in 342 Bdn., 53 Heften, 1(50 Programme; 
h) Schülerbibl. 351 Werke in 377 Bdn. — Jahresdotation ca. 
500 Gulden. — Director: Jan Rain; Gustos für a) Heal- 
schullehrer Frantisek Nerad; für h) Realschullehrer Ondfej 
Mentberger. — Errichtet 1896, 

Nach dem letzten Jahresberichte gearbeitet, da der Fragebogen nicht 
beantwortet wurde. 

UnfT.-Hi'adiscli (Mähren). 

747. [K. k. Staats-Real- und Ober-jGymnasium. — a) Lehrer- 
bibl. ls:};j Werke in 2r).s(; Bdn., 7o.') Heften, 13.515 Programme; 
l>j Schülerbibl. UIO Werke in 1113 Bdn. und 2«J4 Heften. — 
Jahresdotation für /rj ca. 100 Gulden. — Director: Wilhelm Pera- 
thoner; Bibliothekar für n) Gymn. -Lehrer Johann v. Vintschger 
von Altenburg zu Neuberg; für die Programmsamndung: 
Prof. Heinrich Götzl; für h) Prof. Wilhelm Pokorny. — Band- 
katalog nach Materien. - Benutzbar a) nur für den Lehrkörper. 
— Ebenso Entlehnunifen. — Keine Versendungen. — Gegr. 
1S54 als selbständige Communal-Real-Anstalt, diese 1864 in 
ein Real-Gymn. umgewandelt und 1869 als Real-Obergymn. 



751] rrfnlir. 247 

tMiim'ricIltct, seit IS72 in (lit> \'('r\v:iltuiiL; des Staato.s üIkt- 
iii>iniu(>n. 

Vintsrlifj(>r von Altcnbiirtj /.ii XcuImt;:, .Ii'linim v. Ivalnlni,' dor I,p|ir*'r- 
l)il)I. In: rr<>;:;r:imiii iIcs k. k. Stants-Kcül- und Ohfri^yiim. zu riiKarisoli- 
Ilratlisi'li. riiLrariscli-llradisoli IS'.ts. 

TIS [K. k. Staats-]Gymnasium (Ci's. kn'il. icsky vv>si ^ym- 
nasiiini). — <i ) Lcliroi'hil)!. i;'-:'. I W(n-k(' in 2(;;tr» Hdn., 277<i 
rro.urtininu'; l>) Scliülerhihl. Ilos Würke in H;<m; Bdn. — 
Dotation für <t) \'^\•h^ Gulden, für h) GßHS Guldon. - Direc- 
tor: Josef Zahradnfk; Gustos für n) Prof. lüiiat. Ihvtzek; für 
die Proi;ramnisainnihin<>': Prof. Jan Petrarek; für h) Prof. 
Vfiolav Kuhelka. — Von dor ..rstredni Matico skolska" in 
Prau- 1SS4 als Unter'z^ymn. eröffnet; isiti verstaatlicht. 

Ilrozck, IfTiiat. Sc/.nain spisn, rliovanyoli v knilinvnö utit<']sk(''. I. «äst. 
In: XIV. vvnn'ni zpräva eis. knil. i'oskölio vvsiilii) «^ininasia v Uli. Ilradi-ti. 
V Uh. Hradisli IS'.tS!. 

Xaoli dem lotzton .Taliresboriolite <;oai'l)oitot, da dor Fra^fliou'fn niclit 
beantwortet wurde. 

Frfahi* (Ober-Oesterr.). 

74;t. [Bischöfl. Privat-JGymnasium am „Colleglum Petrinum". 

— r)()7() Bde. — Director: P. Lambert Guppenberger; Gustos 
der Lehrerbibl. : Johann N. Paul. — 1H97 eröffnet an Stelle 
der bis dahin vom Golleirium der Gesellschaft Jesu auf dem 
Freinberi^e Geleiteten Privat-Lehranstalt für die Gegenstände 
des Gymn. am bischr)fl. Knabenseniinar. 

Nach dem letzten Jaliresberichte gearbeitet, da der Fragebogen nicht 
beantwortet wurde. 

Villach (Kärnten). 

7.')(). Deutscher und Oesterreichischer Alpenverein, Section 
Villach, Josefsi)latz 1,. Kanzlei des k. k. Notars J. Fresaclier. 

— 5115 Bde. und Hefte. — Jahresdotation -25—30 Gulden. — 
Bibliothekar: Ein Ausschussmit<.i:lied. — Ein Bandkataloy:; 
aiphabet. Zettelkatalojü: in Ausarbeituno;. — Entlehnunoen an 
Mitglieder während der Kanzleistunden. — Ebenso Versen- 
dungen gcoen Ersatz des Portos. — Gegr. zugleich mit der 
Section: meist Zeitschrift(!n durch Geschenk und Tausch. (Ge- 
ordnet durch Prof. Estioncr. 

7.")1. Bezirkslehrerbibliothek, Mädchen- Volks- und P>ürger- 
schulgebäude. — 1 ;»:)<» Bde. — Jahresdotation 2s2 Gulden. — 
Obmann der Bibliothekscommission : Johann Gritschacher, Ober- 
lehrer; Obmannstell vertr. und Bibliothekarin: Johanna Delami, 



248 Voran. l"'^^ 

Lehrerin; Schriftführer: Karl Sebastian. Lehrer: 1 Dienerin. 

— Kataloor in losen Bogen, nach Fachyruppen geordnet. — 
Täglich benutzbar. — Entlehniingen auf zwei Monate an die 
Lehrpersonen des Schnlbezirkes Villaeh. — Gegr. 1873 auf 
Grundlage der erflossenen gesetzlichen Bestimmungen. Bis 
1. Juni 18!»8 die Kosten allein bestritten durch Abzug von 
O-.ö Procent des Diensteinkommens der Lehrer und Lehre- 
rinnen. Laut Gesetz vom 7. Mai 1898 hat das Land Kärnten 
die Dotation zu leisten. — Besonders vorhanden und gepflegt 
die sogenannten pädagogisch-didnktiscli-methodischen Wissen- 
schaften. 

75.2. Franciscanerconvent St. Nicolai. — Ca. 800 Bde. — 
Bibliothekar: P. Mathias Offenzellcr, O. Fr. M. — Alphabet. 
Zettelkatalog in Ausarbeitung. — Nur zu eigenem Gebrauche. 

— Das Kloster ist jüngsten Datums. — Theologie, Predigt, 
Katechese. 

758. [K. k. Staats jGymnasium. — d) Lehrerbibl. 34 s;^ Bde., 
1:2.481 Hefte und Pr(»grammo; h) Schülerbibl. 1757 Bde. — 
Jahresdotation 200 Gulden. — Director: Andreas Zeeho; 
Gustos für a) Prof. Gottfried Vogrinz; für h) Director Andreas 
Zeehe. — Handschriftlich ein Bandkatalog nach Materien, 
innerhalb dieser aiphabet., und ein Zettelkatalog. — Keine 
bestimmten Bibliotheksstunden. — Entlehnungen an den Lehr- 
körper und bekannte Persönlichkeiten gegen Revers. — Gegr. 
zugleich mit der Anstalt 18G1). 

Vogrinz, GottMed. Katalog der Lehrerbibl. I. In: XXIX. Jalireschrift 
des k. k. Staatsgynin. in Villacli. Villach 1808. (Aus Ersparungsrück- 
sichten sind hier nur die bedeutenderen Werke aufgenommen.) 

754. Städtisches Museum, besitzt nur eine verhältniss- 
mässig geringe Anzahl älterer Druckwerke, die vorzugsweise 
die Geschichte Kärntens behandeln und aus Geschenken her- 
rühren. 

755. Volksbücherei des Vereines „Südmark", Mädchenvolks- 
schule. — 1-201I Bde. — Jahresdotation 100 Gulden. — Ob- 
mann: Dr. med. Hans Hock. — Alphabet. Kataloge nach 
Materien geordnet, ein Autorenkatalog. — Geöffnet Samstag 
von <i — 7 Uhr. — Entlehnungen gegen Erlag von 50 Kreuzern 
Jahresbeitrag oder 5 Kreuzern pro Band. — Keine Ver- 
sendung. — Gegr. 1897. — Belletristik, Geschichte, Natur- 
wissenschaften, Politik. 

Voran (Steiermark). 

75r,. Chorherrenstift der Augustiner. — I8.000 Bde.; 
415 Handschriften, 412 Incunabeln. — Bibliothekar: Theodorich 



■'•'>'j| Vol-Mll .'l'.l 

li:iiii|n'l, Cliorlicir. .lalii'i'sdut :il ioii je n.'icli Ürilarl'. Üaiitl- 
imd Zettelkatalog. Üoidc doppelt vorliandcn ; von den 
Hamlkatalo<4«'n dci- ciiu' alpliabet., d«»r ander«' als „Standoris 
katalo»:" nach den Kästen und Si<4naturen «geordnet: von 
den Zettelkalaloi:en der eine ali>Iialtet., der andere na<'li 
Fächern und innerlialh dei'selben wiederum alpliahel. Kin 
Haiulsehriften- und In<'Uiud)elnkataloi: in Ausarheitunu. - 
Zur llesichtiuunu «ieörfnet vom i .'». Mai bis ;<». Sei)t!'nd)er an 
WerktaLren von 2 — 3 Uhr, zu anderen Zeiten nach Massfjabe 
der verfüiibaren Zeit dos liibliothekars. — Benützung, Ent- 
lehnung und VersenduuLT nur mit besonderer (ienehmiiiuni: 
des Prälaten. Die ersten Anl'änue der Stiflsbibl. dürlten 

mit der (rründun^ des Stiftes zusammenfallen. Ileweis dessen 
Codex 261 (eine Psalmenerklärun.u saec. XII), welcher auf 
dem 1. Blatte am oberen Bande den Vermerk von einer irleich- 
zeitii>en Iland trä<i:t, das^s diese Handschrift vom Archidiacon 
Ottokar dem Mark^n*afen Ottokar und von letztercMU dem 
Stifte i.;espendet worden sei. Da nun dieser Archiiliaeon 
Ottokar bei der (Jründun<.j intervenirte, so dürfte der 
Codex bei der Gründuiii^' selbst hierher <i:ekommen sein. Die 
Prälaten am Ausj^an^e des ]'l. und im ganzen 13. Jhdt. waren 
sehr bemüht, den Stand der Bücherei zu vermehren, so 
namentlich Bernaril I. (Codex 11, neu 27f', enthaltend die 
Kaiserchronik, die mittelhochdeutschen (Todichte (rosta Fri- 
derici imperatoris und Codex 1-J, neu '2'ü), Conrad IL, wie dies 
vielfach aus den Aufzeichnungen in den Codices selbst her- 
vorgeht, in welchen diese und andere Prälaten als Besitzer, 
Käufer, Auftraggeber, ja Conrad IL sogar als Schreiber be- 
zeichnet werden. Don grossen Werth, welchen man damals 
im Stifte den Büchern beilegte, beweist die historische Tliat- 
sache, dass Prälat Bernard IL beim Stiftsbrande i. J. 12:)7 
in den Flammen umkam, da er aus den Fenstern des schon 
brennenden Gebäudes Urkunden und Bücher hinauswarf, um 
diese zu retten. Don vollgiltigen Beweis für den Bestand einer 
Bibl. in dem ersten Säculum des Bestehens des Stiftes erbrin<i:t 
der Codex 83 [neu 17, saec. 12.], in welchem von einer gleich- 
zeitigen Hand die Bücher angeführt sind, welche die ,.fratros 
fori^wenses" besasson. Aus dem Anfange dos 1 1. Jiidts. stammt 
ein Verzeichniss von Paramenten und Büchern, welches der 
Stiftsgusterer Dietrich bei seinem Antritte der Prälatur I3(i2 
verfasste. Im 1.'). Jhdt. waren es besonders die beiden Prä- 
laten Andreas v. Prombek und Leonhard aus Hörn, welche 
nicht nur viele Bücher, thoils Handschriften, thoils Wiegen- 
drucke ankauften, sondern auch überhaupt das wissenschaft- 
liche Leben im Stifte zu einer solchen ILdie holten, dass um 
diese Zeit mehrere gelehrte Männer, wie Leonhard Frisching odiT 



250 Wadowice, 1'757 

Leonardus rasoris v. Leoben, Johann Freymiint v. Murau, 
Georg V. Eugenburg. Johannes Sehen kenhajnii, notarius des 
Archidiacon von Gradwein, und Andere dem Stifte ihre Bücher 
schenkten oder testamentarisch vermachten. Auch den fol- 
genden Prälaten im 1 G. Jhdt. hat die Bibl. trotz der Wirren 
der Reformation manche Bücherschätze zu verdanken. Mit 
Ende des 17. Jhdts. begann eine besonders günstige Zeit für 
die Bibl. Drei aufeinanderfolgende Prälaten Joannes Philippus 
Leisl, Sebastian Graf v. Webersberg, und Laurentius Leitner 
haben für die Bibl. sehr viel geleistet, ersterer durch An- 
schaffung von werthvoUen, heutzutage noch sehr geschätzten 
Büchern aus den verschiedensten Fächern, Webersberg durch 
den Bau und Leitner durch die geschmackvolle und stil- 
gerechte Ausstattung der Bibliotheksräume. In diesem Jhdt. 
verdankt die Bibl. sehr vieles dem wissenschaftlich gebildeten 
Prälaten Theophilus Kerschbaumer. Der derzeitige Prälat 
Isidor Allinger Hess neue Räume zur Vergrösserung und 
Unterbringung der Bibl. schaffen, da der grosse Bibl.-Saal 
nicht mehr ausreichte, um alle Bücher geordnet aufzustellen. 
— Theologica, Historica und Topographica. 

Wattenbacli, W. Handschriften des Cliorherrenstiftes zu Vorau in Steier- 
mark. Nach dem Katalog des Julius Franz Gusmann von Wien, vom 
Jahre 17ö.'5 und eigener Untersuchung. Archiv für ältere deutsche Gesch. 
X. (ISöl), S. 626. — Pangerl, M. Die Handschriftensammlung des Clior- 
herrenstiftes Vorau. Beiträge zur Kunde Steiermark. Gesch. IV. 1867, 
S. 85. — Wattenbach, W. Bericht über eine Reise durch Steiermark im 
August 1876. N. Archiv f. alt. deutsche Gesch. 11. 1877, S. ;!97. - Reissen- 
berger, C. Ein literarischer Klosterschatz in der Steiermark. Montagsrevue 
Wien 1884, Nr. 15. — Rathofer, Augustin. Das Chorherrenstift Vorau in 
Steiermark. In: Ein Chorherrenbuch. Von Seb. Brunner. Würzburg 1883. 

Wadowice (Galizien). 

757. [K. k. Staats-Ober-]Gymnasium. — u) Lehrerbibl. 
.'5154 Werke in ö04;) Bdn.; h) Schülerbibl. 615 Werke in 81(5 
Bdn. — Jahresdotation 200 Gulden. — Director: Seweryn 
Arzt; Custos für a) Prof. Michal Frackiewicz; für h) Prof. 
Jözef Kurowski. — Handschriftlicher Zettelkatalog. — Jeder- 
zeit benutzbar für Mitglieder des Lehrkcirpers. — Ebenso 
Entlehnungen. — Keine Versendungen. — Gegr. zugleich mit 
der Anstalt 1866. — Pflegt alle Wissenschaften des G3'mn. 

Friickiowicz, Michal. Wykaz ksiazek znajdujacycli sie w bibliotece nau- 
czycieiskiej. In: Sprawozdanie dyrekcj'i c. k. gimnazyum w Wadowicach. 
W Wadowicach 1898. 

Waidliofcn a. Tli. (Nieder-Oesterr.) 

758. Bezirkslehrerbibliothek. — Juli lSi>8: 1561 Werke in 
•2506 Bdn. — Dotation bisher 250 Gulden vom B.-L.-Rathe, 



''■•'I Wai.llM.rcn n. \. 



•l->\ 



respectivo l.aiulessrliiilratli oiUn- Laiidcsausseliuss. — Hihliu 
thekscoiniti': Ohmann, derzeit, Carl Starkl; P.ibliotliekar und 
drei Mit<,dieder, jährlich erwählt; 1 Snhuldiencr. — Imh l.i-..- 
sehürter ]\Iatorionkatal(»^; die; Fortsotznno:on werden jährlich 
im Amtsblatt der k. k. r.e/.ii-kshaMplmannschaft vei-öffcnllicht. 
Die Ilandkataloue sind im Hositzc jeder Sclmlc des ]{ezirkes. 

— In der Ke^'^el jeden Donnerstai^- von l -•» Uhr «reöffnet, 
doch werden jeder Lehrpcrson iiher Wunsch jederzeit, sobald der 
Bibliothekar dienstfrei ist, Werke ausoefolut. - Enllehnuimen 
an Lohrpersonen auf :5 -<; Monate. Nähere Bestimmungen" in 
<ler „Ordnuno für Bezirkslchrerbibl." (L.-S.-IJ. M. I? IST:}, 
Z. y2sH). — Von den -2 1 vertretenen Fächern besonders <:e- 
pfle<^t: Päda,<>ogik, Sprachwissenschaft, Geographie, Geschichte, 
Naturwissenschaften. 

7r.9. Casinoverein. — noo Werke, 100 Zeitschriften und 
sonstige Lielerungswerke. — Jahresdotation ca. loo Gulden. 

— Vorstand: K. k. Rechnungsrevident F.alihar; Bibliothekar: 
Bürgerschullelirer Carl Ille. — Benutzbar nur für Mitglieder 
<^egGn monatliche Lesegebühr von :5i) Kreuzern. — Ebenso 
F^ntlehnungen. — Gegr. 1895. 

Bibl. des Casinovereines in Waidhofen a d. Thaya. [Büclierverzoicli- 
niss. Stand mit Ende October 1«^I6]; I. Xachtrag. Stand der Bihl. Ende 
Oetober 1897; II. Xaohtrag zum RibI -Verzeichnisse l.SitS. 

7tJ0. [Nied.-österr. Landes-Real-]Gymnasium. — aj Lehrer- 
bibl. Ende lö97/9d 3466 Werke in 5783 Bdn., 4533 Heften, 
darunter 4280 Programme; b) Schülerbibl. 818 Werke. — 
Jahresdotation 200 Gulden. — Director: Dr. Richard Edl. v. 
Muth: Bibliothekar für a) und h) Prof. Ferdinand Fleinlein. 

— Zettel- und Bandkatalog, letzterer nach Fächern, aber 
gegenwärtig in Umarbeitung. — Benutzbar jederzeit mit 
Ausnahme der Lehrstunden. — Ebenso Entlehnungen. — Ver- 
sendungen und Austausch mit dem Landes-Real- und Ober- 
gymn. in Hörn. — Gegr. zugleich mit der Anstalt ISCM. — 
Die gesammten philosophischen Disciplinen, besonders classi- 
sche Philologie, deutsche Sprache, Geographie und Geschichte, 
Mathematik und Physik. 

Sclnnlt, Karl. Gesciiichte des niederösterr. Landcsrealsymnasiums in 
den ersten 25 Jahren seines Bestandes. Waidhofen a. d. Thaya ISflJ — i,s<iö. 
Jahresbericlit der Anstalt is;^»4 und ISlIö. - Ileinlcin, Ferdinand. Katalog 
der Leiirerbibl. In: .Jalirosbei-ieiit des niederösterr. Landosrealuvmn. zu 
"Waidhofen a. d. Thaya. Waidhofen a. d. Thaya 1897 f. 

Waidhofen a. Y. (Nieder-Oesterr.). 

761. [Landes-Unfer-]Realschule. — a; Lehrcrbiol. :\r,^,{) Pdc . 
1700 Hefte; h) Schülerbil)!. 4;i;i Wci-ke. - Jahro-^dotalion füi- 



252 Wal.-Meseritsch. ["762 

a) 200 Gulden, für h) ca. 140 Gulden — Director: Alois 
Buchner: Gustos: Prof. Ferdinand Ruff. — Zettelkatalog;, In- 
ventar, nach Wissenschaften aiphabet, geordneter Katalog. — 
Benutzbar für den Lehrkörper zu jeder Zeit, dem auch das 
Reciit der Entlehnung zusteht. — Versendung an andere 
Lehrerbibl. — Gegr. zugleich mit der Anstalt lbö-2. — Ver- 
treten alle Wissenschaften, besonders die an der Anstalt vor- 
getragenen. 

Wal.-Meseritsch (Mähren). 

762. [K. k. Staats-]Gymnasium (C. k. stätni vyssi gymn.). 
— a) Lehrerbibl. -Jl'-'J Bde., (J05 Hefte und ;w;;>5 Programme: 
h) Schülerbibl. 152G Bde., 273 Hefte. — Jahresdotation ca. 
200 Gulden. — Director: Franz Werner: Bibliothekar für a): 
Prof. Dr. Franz Kovär: für die Programmsammlung: Prof. 
Veit Hi-ivna: für b) Prof. Franz Capek. — Handschriftliche 
Schlagwortkataloge. — Benutzbar für Mitglieder des Lehr- 
körpers in Anwesenheit des Bibliothekars jederzeit, die un- 
versperrte Handbibl. jedoch ausnahmslos. — Ebenso Entleh- 
nungen; an Schüler durch Vermittlung des betreffenden 
Lehrers für Zwecke der altclassischen Privatlectüre zu be- 
stimmter Tagesfrist. Fernstehende haben die Einwilligung 
der Direction einzuholen. — Entlelinungen im Dienstwege an 
alle anderen, Schriften- und Zeitschriftentausch mit vier An- 
stalten. — Gegr. zugleich mit der Anstalt 1871. — Vorzugs- 
weise Historiographie. 

Pibl, Frantisek. Dejiny p6tadvacetileteho ti'vani e. k. loskoho stätniho 

vyösiho gyninasia ve Valai^skeni Mezifie-i od r. 1871 — 189G. V Meziiiöi Va- 

lasskein 1800. Programm des Gymn. 1895 ()(j. 

Walpersdoi'f (Nieder-Oesterr.). 

7(;3. Gräfl.Falkenhayn'sche Schlossbibliothek. —32.000 Bde., 
30 Incunabeln. (U Handschriften. — Jahresdotation je nach 
Bedarf. — Bibliothekar und Archivar: Martin Kroissmayr, 
gräfl. Schlosscaplan. — Bandkataloge: ein aiphabet. Schlag- 
wort-, ein aiphabet. Autorenkatalog mit Angabe der Werke, 
ein Standort-, ein aiphabet. Autorenkatalog mit Angabe der 
Werke und des Standortes. Zettelkataloge: ein aiphabet, nach 
Autoren: ein zweiter nach Disciplinen, in jeder Disciplin 
wieder aiphabet, nach Autoren. — Nicht öffentlich l)enütz- 
bar. — Verschiedene Wissenschaften, besonders Geschichte. 

Weideiiau (Schlesien). 

7fi4. [K. k. Staats-]Gymnasium. o.) Lehrerbibl. 3345 Bde., 
12.490 Proyramnie. Jahresdotation 200 Gulden. - Director: 



^••*<1 K-1. \V('iiih('i'<r(.. 2r,.'j 

Dr. (»eor<i' Lulcas; i;il)liotlu'k;ir soit IST.'J: Prof .Iiiliiis Xcii- 
^ebauer. — Ein chronolouisclicr. ein Ilniulkatiiloi.' füi- <lie 
Lehrer, geordnet nach Fächern, und ein ^'nnlnl('l•nUatahl^^ 
Tätlich von lo— r,' Uhr für die Lehrer der Anstalt benutz- 
bar. — Ebenso Entlehnun<;eii; überdies auch an andere der 
Anstalt nahestehende Personen. — Versendun*ren an die bei<len 
deutschen Gymnasien in .lä^i-rndorf und Troppaii und an die 
Realscliule in Troppau. — Errichtet zuuleich mit der Anstalt 
ISTl. Wei'thvoile Sciienkunuen von Seite des ersten I)irectf)rs 
Joseph Ludwi<,^ Christ, Ilofrath Linder in Wien, dem ^^e^a-n- 
wärtigen Director. Bei der Auflösung des Freudenthaler Gynin, 
wurde ein Theil der Bibl. einverleibt. — Vertreten alle, be- 
sonders gepflegt classische Wissenschaften. — b) Schülerbibl 
<;54 Bde. — c) Frauenbibl. <;0 Bde., für die Frauen des Lehr- 
körpers begründet von dem verstorbenen Landesschulins})ectf)r 
Heinrich Sehreier. 

Neufiobauer, Julius. Katalog der Lolirerbibl. I. In: Programm dos k. k. 
Staatsoborgymn. in Weidenau. Frcudentlial ls<.)S. 

Kgl. WeinbtM'^e (Kral. Vinohrad, Böhmen). 

7(;.'^ [K. k. Staats-] Gymnasium (C. k. statni gymnasium). 

— a) Lehrerbibl. 4 40 Werke in S2() Bdn. und 73 Heften, 
1433 Programme; h) Schülerbibl. 703 Werke in i>32 Bdn. — 
Dotation für die Lehrmittelsammlungen pro 1S97/98 87-4-30 
Gulden. — Director: Dr. Josef Bernhard; Gustos für a) 
Gymn. -Lehrer Vaviinec Dusek; für bj Gymn.-Lehrer Vincenc 
Kocvara. — Eröffnet 1S9-2. 

Nach dem letzten Jahresberichte gearbeitet, da der Fragebogen nicht 
beantwortet wurde. 

7<5t;. [K. k. deutsches Staats-]Gymnasium, erst 1S9H gegr., 
daher die Bibl. kaum neiuu'nswi'rt h ist. Director : Franz Nestler. 

7ü7. [K. k. Staats-]Realschule (C. k. statni ceska realka). — 
Lehrerbibl. 39(i Bde. — Dotation veränderlich. — Director: 
Wenzel Stary; Gustos ein Mitglied des Lehrkörpers. - 
Alphabet. Zettelkatalog, Bandkatalog nach Fächern geordnet. 

— Benutzbar für Mitglieder des Lehrkörpers zu jeder Zeit 
während der Unterrichtsstunden. — Ebenso Entlehnungen. — 
Versendungen an Anstalten derselben Gruppe. — Gegr. ISDÖ. 

— Alle Fächer der Realschule. 

Weisseii.steiii (Kärnten). 

7^;«, Servitenconvent. — Ca. 14U(» Bde. - Jahresdotation 
je nach Bedarf. — Bibliothekar: P. Pacificus Beirer. — Ein 



254 Wieliczka. [769 

handscliriftl. aiphabet. Kataloir. — Für Auswärtige gewöhnlich 
nicht benutzbar. — Entlehnungen selten. — Keine Ver- 
sendungen. — Gegr. zugleich mit dem Kloster 1718. Da der 
Aufhebung durch Kaiser Joseph II. auch die Bibl. zum Opfer 
gefallen war, musste erst in den Vierzigerjahren nach Rück- 
gabe der Klöster wieder an die Gründung einer solchen 
gedacht werden, und zwar grösstentheils durch Erwerbung 
von ziemlich werthlosen Duplicaten aus anderen Bibl. — Fast 
ausschliesslich theologische und ascetische Werke. 

Wieliczka (Galizien). 

TGH. Franciscanerconvent. — Ca. 6000 Bde., davon 0449 
katalogisirt. 17 Incunabeln. — Jahresdotation je nach Bedarf, ca. 
Ol» Gulden. — Guardian und Bibliothekar : P. Joachim Maciejcz3ic. 
— Handschriftlicher Bandkatalog nach Wissenschaften geordnet. 
Alphabet. Katalog in Ausarbeitung. — Benutzbar zu jeder 
Zeit für Mitglieder des Ordens, für Fremde nur ausnahms- 
weise mit besonderer Bewilligung des Guardian. — Keine 
Entlehnungen und A''ersendungen als den Ordensgesetzen und 
Statuten widersprechend. — Gegr. l<;2(i zugleich mit dem 
Kloster. Zur Gründung derselben hat Sigismund III.. König 
von Polen, wie auch die Bürger und andere Wohlthäter viel 
beigetragen. 1718 wurde das Kloster sammt der Kirche ein 
Raub der Flammen, die Bibl. jedoch gerettet; sie gerieth 
aber hierbei in Unordnung und wurde erst seit 1873 von 
dem gegenwärtigen Guardian und Bibliothekar allmälilich 
geordnet. — Vorzugsweise theologische Wissenschaften, ohne 
dass jedoch die anderen Fächer vernachlässigt werden. (Sacra 
Script. H6 Bde., Patres et Expositores isi», Lat. Prediger ;jr)0, 
poln. in foi. 17<!, in 8" und 4" 526, deutsche 181, Universal- 
geschichte IM 5, Kirchengeschichte 306, Dogm. 251), Belle- 
tristik 342, Moraltheologie 300, Ascet. 891, Classiker 305, Philos. 
und Med. 125, Zeitungen 218 Bde. u. s. w.) 

Wien (Nieder-Oesterr.). 

770. Niederösterr, Advocatenkammer, I. Rothenthurm- 
strasse 15. — 1100 Werke. Anzalil der Bde. unbekannt. — 
Jährliche Dotation früher loO Gulden, seit zwei Jahren 
500 Gulden. — Das Amt eines unbesoldeten Kammerbiblio- 
thekars versieht ein Advocat; seit 1875 Dr. Franz Oster- 
meyer. — Ein handschriftlicher Ac({uisitions- und ein hand- 
schriftlicher aiphabet, Zettelkatalog. — Den Kammermit- 
gliedern an Wochentagen von 9 — 5, an Sonn- und Feiertagen 
von 10 — 12 Uhr zugänglich. — Entlehnung an Advocaten 



'711 Wien. 2:>f) 

üo^oii Ki'oopissc; aiiSL;»'ii(imiMt'ii ciiH' Ücilir spcciell hc/.cicliiicirr 
(Ji'si'tzi'swi'rlvo, wolclio nur im IvainiiicrlMciilc! bciiüt/.t wcnlcii 
UtMiiR'ii. In Ix'soiidoi'on dcv l!»'i'ücUsiclitiL;iin^ wertlicn Fällen 
auch VersiMiduiin-. — Die Uibliotiick wiirtlc anl■all^^s ls7- ho- 
^ri'uulet und bosteht aussi'hliesslich aus Werken der Keclits- 
und Staatswissonsehaften, insbesondere' aber aus Gesetzes- 
sannnluniren des In- und Auslandes. 

Katalog der Bibl. der niodoröstorr. Ach-ocatonkaiiuiicr. Wien is'.tii. 

771. K. k. Akademie der bildenden Künste, I. Scliillerplat/, .{. 

— is.-joo Kdo., (;r).()0() Kupferstiche und Kadirun^^en, Holz- 
schnitte, Lithographien etc., 21.'5(;o IIandzeiclinuni:en, scoii 
Photoj^raphien. — Jahresdotation Gooi) Gulilen. - Bibliothekar : 
Simon Laschitzer; Scriptor: kais. Rath Dr. Josef Dernjar; 
Amanuensis: Moriz Warmuth: 2 Diener und 1 Aushilfsdiener. 

— Handschriftlielie Kataloge: Inventar-(I>and-)Katalog, aipha- 
bet. Orundzettelkalah)g, Ergänzungs-(IJand-)KataloL; zum ge- 
druckten systematischen Kataloge. — Mit Ausnahme der 
Ferien und Feiertage, der F'aschingstage, Weihnaciits- und 
Osterwoehe, an den fünf ersten Wochentagen im Winter von 
;} — 7, im Sommer von .} - G Uhr. Samstag von y — 1 Uhr ge- 
öffnet. — Professoren, Docenten und Peamte der Akademie 
haben das Recht, die Sammlungen der Pibl. sowohl im Locale 
selbst als auch, so weit dies nacli § 1-2 des Regl. f. d. Bibl. 
zulässig ist, durch Ausleihen von Werken nach Hause gegen 
eigoihändige Emi)fangsbestätigung zu benützen. Im Uebri- 
gen benutzbar für Personen, welche vom Bibliothekar Imu- 
trittskarten erhalten (Studirende etc.). Zur einmaligen Be- 
nützung werden Interimskarten verabfolgt. — Entlehnungen 
an Personen, die dem Verbände der Akademie und anderer 
(U'fentlicher Anstalten und Behr)rden nicht angehören, nur 
gegen entsprechende Caution. WerthvoUe Werke, Nachschlage- 
bücher, kostbare Stiche, Aquarelle und ähnl. sind unent- 
lehnbar. — Die Bibl. der 1(;;'2 von Kaiser Leopold I. gegr., 
1711 — 17",*t! sistirten und dann wiedereröffneten Anstalt stammt 
aus der Zeit Maria Theresia's, die 1774 auf Vorschlag des 
Fürsten Kaunitz dem Secretärsgehilfen und ersten Gustos der 
Bibl. Wenzel Tassara eine Gehaltszulage bewilligte. 17S3 be- 
sass die Bibl. 4:5 Werke in 75 Bdn. 17S(i übersiedelte die ganze 
Anstalt aus der alten Universität in ihr heutiges Local; 17;>n 
wurde ein eigenes Lesezimmer eingerichtet (.'J.j.'J Bde. und 
2si)i) Stiche) und isoi seiner Bestimmung übergeben. Durch 
Schenkung kamen in die Bibl.: Doubletton aus der Privat- 
sannnlung des Kaisers Ferdinand is.JT (über 700 Bücher, 
gegen Goo Stiche), über 8ü0 Aquarelle und Zeichnungen 
Thomas Ender's 1817— 1^«; ca. lüOO Stiche, Zeichnungen und 



25f3 Wien. [T72 

Bücher des Re^.-R. v. Remy 1838 — 40; die Sammlung des 
Architekten Franz Jäger, gegen 10.000 Stück, 182i) — -10; das 
Legat des Yincenz v. Eyssen, über 17.000 Stiche und illustrirte 
Werke;, 1841: die Bibl. des Hofbauratlies Peter v. Nobile von 
ca. l-20() Bdn. und Portefeuillen 1848. Durch Ankauf: Die 
Blumenabbildungen von M. M. Daffinger 1850; die Natur- 
studien und Entwürfe Friedrich Gauormann's 1863; der Nacli- 
lass Josef Anton Koch's 18G5: die Handzeichnungen des J. C. 
Endris in Wien 18(;8; der Nachlass des Bonaventura Genolli 
1870; die Husgen'sche Dürer-Sammlung 1873; das Porträt- 
buch des J. Schnorr v. Carolsfeld 1874. 

Weinkopf, Anton. Bcsclireibung der k. k. Akademie der bildenden 
Künste. Wien 1783; neu abgedruckt und mit einem II. Tlieil (179(i) ver- 
meint. Wien 1S75. — Katalog der Bibl. der k. k. Akademie der bildenden 
Künste. Wien 187G. — Reglement für die Bibl. und die mit ihr vereinigten 
Sammlungen von Handzeichnungen, Kupferstichen und sonstigen Repro- 
ductionen. Wien ISO**. 

772. Kaiserliche Akademie der Wissenschaften, I. Univcrsi- 
tätsplatz. besitzt in zwei Sälen ca. lö.ooo Bde., davon 8000 bis 
10.000 Bde. gebunden. — Curator: Se. k. u. k. Hoheit Erzh. 
Rainer; Curatorstellvertreter: Karl Ritter v. Stremayr, Prä- 
sident des obersten Gerichtshofes; Präsident: Prof. Dr. 
Eduard Suess; Vice-Präsident: Exe. Dr. Wilhelm R. v. 
Hartel, k. k. Sectionschef ; Actuar: kais. Rath Joseph Kaller. 
Die Ordnung der Bibl. obliegt seit 1890 dem Akademie- 
beamten Dr. Emil Kohl. — Vorläufig nur ein (ziemlich voll- 
ständiger) Zettelkatalog, Es ist jedoch ein neuer vollstän- 
diger Katalog unter Vornahme einer gründlichen Revision 
geplant. Nur Entlehnungen, da die beiden Säle nicht als 
Lesesäle eingerichtet und weder heizbar sind, noch Beleuch- 
tung besitzen. Eigentlich nur Handbibl. der Akademiker. — 
Diese allein haben das Recht zu jederzeitiger unbeschränkter 
Benützung derselben. — Entlehnung auf Empfehlung dieser 
auch an andere Personen, sowie an anerkannte, namhafte 
Forscher; besonders an gelehrte Anstalten, Bibliotheken etc. 
Besondere Vorschriften bestehen hierüber nicht. — Einverleibt 
werden nur periodische Druckschriften, Akademieschriften im 
weitesten Sinne. — Grundsätzlich sollten eigentlich nur die 
Publicationen solcher Gesellschaften aufbewahrt werden, welche 
mit der Akademie im Schriflentausche stehen und im „Alma- 
nach" vorzeichnet sind; doch worden nach Ermessen des 
Bibliothekars bei Prachtwerken etc. Ausnahmen gemacht. Die 
nicht periodischen, sogenannten Autorwerke werden von Zeit 
zu Zeit laut Sitzungsbeschluss an die Universilätsl)ibl. in Wien 
abgegeben. Aus diesem Grunde setzt auch die Akademie (wenig- 
stens bi^ jetzt) keinerlei Geldmittel für den nothwendig ge^ 



"»1 Wien. j;,: 

wtirdoiU'ii Ki'sal/ ;ius. Lrider sind im LmuI'.' der /eil dui'cli 
I'ostvcrliisto und lOiil^imi; iMitloiimcr W'crki' bei 'rodc-lnll der 
Mit.ulii'dor /.aldri'iclic, roi'lit rühll)aro Lücken unlsiandon. 
(lOi,'!'. ziiijfloioli nul der Akademie IsH». 

Ilulicr, Alplions. Cn-sfliiflili' dor CliiiiKlun;,' und Wirksamkeit der kais. 
AkadoMiio dor Wisscnseliafton während d(>r ersten öO .lalire iiiros Bestandes. 
Wien 1S5)T. 

77M. K. k. Theresianische Akademie, IV. Favoritonstr. 15. 
~ Ende isus; :!s.7(;() Bde., öitlO Broschüren, l'is Hand- 
schriften. — Jahresdotation '"•oo Gulden. — Bibliotliekar: Dr. 
Heinricli Schüller, k. k. ({ericlitsadjunct und Juristen])räfect. 
— 10 aiphabet, uebundene Fachkataloye nach Autoren, ein 
nach Schlagworten und ein nach Autoren geordneter Zettel- 
katalog. — Zugänglich für Angehörige der Akademie an 
'-? Tagen der Woche, Dienstag und Freitag, von 11 — ri Uhr, 
für Fremde zu jeder Zeit mit Bewilligung der Direction. — 
Entlehnung nur mit I>ewilligung der Akademie. — Keine 
Versendung. — Nach der Wiederherstellung der Akadetnie 
1797 befahl Kaiser Franz I., dass die damals an verschiedenen 
Orten entbehrlichen unbenutzten Büchervorräthe an die Tliere- 
sianische Akademie abgegebenj werden sollten. Das There- 
sianum erhielt t>3t)0 Duplicate aus den Bibl. der aufgehobenen 
Kir»ster. gegen öooo Bde. aus dem aufgehobenen Benedictiner- 
stifte Mondsee, 4-2(»0 Bde. aus dem Carmeliterkloster auf der 
LaimgridK' zu Wien, :?700 Bde. aus dem Nachlasse des Propstes 
Blumenstein und -loOO Bde. aus der Sammlung des akadem. 
Bibliothekars J.v. Sartori. — Alle Fächer mit Ausnahme der 
Medicin gleichmässig gepflegt. 

Ilradil, Ig. Xaclirichten über das k. k. Tlieresianuiu und über die 
Entstehung der daselbst befindlielicn Bibl. Wien ISGtj. 

774. Albertina, Kunstsammlung Sr. k, u. k. Hoheit des 
Herrn Erzherzogs Friedrich, 1 , Augustinerbastei H, Pa- 
lais Erzherzog Friedrich. — io.llii Werke mit 48.03-2 Bdn.; 
jährlicher Zuwachs ca. JöO Werke mit ca. 400—450 Bdn. 
Codex besitzt die Bibl. nur einen (Gesetze der Stadt Wien 
von Albrecht II. v. J. 1340, Abschrift auf Papier v. J. I4<ut), 
sonst nur verschiedene Werke in ^lanuscripten, sowie einige 
Autographa von Th. Kch'ner. J. (xrimm u. A. Die Incunal)eln 
wurden zumeist an die erzherzogliche Kunstsamndung ab- 
gegeben, in deren Cimelienkasten sich 4o aus der Zeit von 
WC« — 1.Ö25 befinden. — Jährliche Dotation i^oo Gulden. — 
Die erzherzogliche Bibl. steht mit der erzherzoglichen Kunst- 
samndung „Albertina" unter einheitlicher Verwaltung. Director : 
-losepli Sch«">nbrunner; Bibliothekar und Arciiivar: Dr. 
Richard ^lüller: Custos der Kunstsammlung: Dr. .losef Meder ; 

Bibliotheks .\(lr»'ssburh. ' 17 



258 Wien. [775 

Official: Dr. Julius Tomasetli: 3 Galleriediener. — Ein 
sj'stematischer Zettelkataloir, nach Wissenschaften geordnet, 
in lO!") Cartons; ein aiphabet. Katalog in i Bdn. gebunden; 
ein Localkatalog in Bogen; sämmtliche handschriftlich. — 
Die Bibl. ist im Allgemeinen privaten Charakters, steht je- 
doch während der gewöhnlichen Amtsstunden von 9—2 Uhr 
jedem gebildeten Besucher offen. — Entlehnung und Ver- 
sendung von Büchern in der Regel nur an Personen des erz- 
herzoglichen Hofstaates, in Ausnahmsfällen auch an Gelehrte 
und andere Personen. — Die Bibl. wurde von Herzog Albert 
von Sachsen-Teschen (1738 — ls-22) gegr., fiel dann an dessen 
Adoptivsohn und Erben Erzherzog Carl, darauf an dessen Sohn 
Erzherzog Albrecht und ist seit 189r> im Besitze des Neffen 
des Letztgenannten, Erzherzogs Friedrich. — Vertreten fast 
alle Wissenschaften, besonders gepflegt Kunstgeschichte und 
Kunstwissenschaften, Kriegsgeschichte und -Wissenschaften, 
allgemeine und österreichische Geschichte, deutsche Literatur, 
Memoiren. Möglichste Vollständigkeit wird für die Literatur 
über das Revolutionszeitalter 17ii2— isi.^) erstrebt. — Zur 
erzherzoglichen Bibl. gehört das erzherzogliche Haus- und 
Familienarchiv, zur Kunstsammlung eine Landkarten- und 
Plansammlung. Der jeweilige Bibliothekar ist zugleich Archivar. 

Thausing, M. La Collection „Albcrtine"'. In: Gazette des beaux-arts 
1870; Schünbrunner, J. Die Albertina. In: Berichte und Mittheilungen des 
Altertliunisvereines in Wien, Bd. 24. 1887. 

77.'>. Deutscher und Oesterreichischer Alpenverein. Section 
Austria. L Wallnerstrasse i;5. — ■■lii)() Werke in :Uiö Bdn.; 
200 Photographien und l.')0 Handzeichnungen. — Jahres- 
dotation 250 Gulden. — Obmann: Hofrath Adolph Ritter v. 
Guttenberg; Bibliothekare: Dr. Carl Stoi, Dr. Fritz Benesch. 
— Alphabet. Zettelkatalog; systematisciier Katalog in Band- 
form; Standorts verzeichniss; Schlagwortkatalog der Reise- 
handbücher und Führer. — Benutzbar für alle Mitglieder des 
Vereines Montag, Mittwoch, Freitag von 5 — 7 Uhr; vom Juli 
bis September nur einmal wöchentlich. — Entlehnungen von 
Büchern nur an die Mitglieder (auf 1 Wochen). — Versen- 
dungen nur ausnahmsweise mit Genehmigung des Ausschusses. 
-- Die Bibl. besteht 1. aus der Bibl. des ehemaligen Oester- 
reichischen Alpenvereines. 2. der alpinen GeselLschaft „Wilde 
Banda". 3. aus grösseren Schenkungen der Herren Dr. Carl 
Göttmanii, Dr. Barth v. Wehrenalp, gew. Centralpräsidenten, 
und Hofrath Kurzmayer. — Fachliteratur, überdies (xcographie 
und Naturwissenschaften. 

Haas, Wilhelm. Katalog der Bibl. der Section Austria des Deutschen 
und Oe.stcrreichisciicn Alpenvereines. Wien 1<S81'. 



'■^'•'1 Wien. 2'»9 

TTti. Apothekerhauptgremium, l\. Spitainasse .!1. ( a. 

;!(»00 Bde. — Min t'i;L:oiu'r I>il)l.-F(»ii(l. — Vurstaiid: Dr. ()lh- 
niar Zeidlor; Klircnvorstaiid: Anton Seliiirei' Kitt. v. VValdheiin; 
Mitvorstiinde: Dr. Robert Grüner und IIii<i:() Bayer. — Zettol- 
kataloir nach Materien und Autoren ^»^eordnet. - — Benutzbar 
täglicli v«>rmitta.irs. — Entlehnungen nur an Mit;.>lieder des 
Gremiums und eventui^l an -wissenschaftliehe Institute, sonst 
nur mit besonderer Bewillii^unir der Vorstände. — Keine Vcr- 
senduniien. — Geijr. im V()ri<::en Jhdt. — Vorwie,ii:end Pliar- 
macie, Chemie, Pharmakoiiiiosie, Botanik, Mikroskopie, Pharma- 
kopoen und einsehlägitre Zeitschriften. 

77 7. Allgemeiner österreichischer Apothekerverein, IX. Spital- 
gasse 31. — Ca. 3000 Bde. — Jahresdotation je naeh Bedarf. 

— Präsident: Anton Schiirer Bitter v. Waldlieim: l>ibliotliekar : 
Carl Glücksmann, mag. pharm., Leiter der pharmac. Schule 
und des cliemischen Laboratoriums des Vereines. — Zettel- 
katalog. — Benutzbar von ;• — 1'2 Uhr. — Entlehnungen und 
Versendungen mit Bewilligung des Präsidiums. — Gegr. 1 st;-,'. 

— Chemie. Botanik, Pharmakognosie, Pharmakopoen etc. 

7 7s. Barnabitencollegium St. Michael, i. liabsburgergasse. 

— m.l7J Bde., darunter IC Handschriften und (!4 Incunabeln. 

— Propst: Don Pins Prandtner; Bibliothekar: Don Vincenz 
Pekar. — Nur zu eigenem Gebrauche. — Alle Wissenschaften, 
besonders Theologie. 

771». Benedictlnerstift, I. Freiung. — Ca. lOo.ooo Bde. und 
7(J0 Handsclirit'len, die in 1.') 2 Schränken eingestellt sind: dar- 
unter sehr werthvoUe und als Unica hochgeschätzte Incu- 
nabeln und Codices. — Neuanschaffungen nach Massgabe der 
verfügbaren Geldmittel. — Bibliothekare: P. Cölestin Wolfs- 
gruber und P. Albert Ilübl. — Als Grundkatalog ein aiphabet. 
Zettelkatalog in zweierlei Tinten, Name des Verfassers und 
ein den Hauptinhalt des Werkes andeutendes Schlagwort in 
rother Tinte. Auszüge daraus bilden die zwei in Buchform 
angelegten Kataloge, einer davon in 3 Bdn., der andere, von 
P. Vincenz Knauer besorgte, in 10 Bdn. Ausserdem ein In- 
cunabelkatalog mit 473 Nummern bis z. J. 1 r.oo, und ein 
Katalog der Wiener Drucke bis z. J. l.'itio, Ic I Nummern um- 
fassend: beide is7f; vom Bibliothekar P. Joh. Ress angefertigt. 
p]ndlich ein Handschriftenkatalog des P. Albert Hübl, dessen 
Drucklegung dem Abschlüsse nahe ist. — Entlehnung von 
Büchern und Handschriften nur mit Erlaubniss des Abtes. 
Der Bibliothekar ist an die von Abt Ilelferstorfer gegebene 
Instruction, die im Druck erschienen ist, gebunden. — Die 



260 Wien. [780 

Geschichte der Bibl. hängt mit der des Kh^sters zusammen; 
(über diese siehe die Geschichte des Stiftes Schotten von Dr. 
Ernst Hauswivth). 1838 übernahm P. Othmar Helferstorfer 
die unmittelbare Leitung der Bibl.. der er bis zu seiner Abt- 
wahl 18(U seine volle Arbeitskraft widmete. Er führte die 
Ordnung und Xeubeschreibung der ganzen Bibl. mit grossem 
Fleiss durch. Zur Bibl. gehört auch das numismatische Ca- 
binet, in dem die münzwissenschaftlichen Werke zusammen- 
gestellt sind. — Alle Hauptfächer vertreten, die Sammlung 
patristischer und exegetischer Werke mit den prachtvollen 
Bibeln bezeichnete Döllinger als einzig in ihrer Art. Sorg- 
fältige Pflege finden auch Werke der bibliographischen, histo- 
rischen und philosophischen Literatur. Hervorzuheben sind 
ferner eine Sammlung von Broschüren aus dem Ausgange des 
vorigen und Anfange dieses Jhdts., in 70 Cartons aufgestellt, 
eine Collection von 8ß4 juridischen Dissertationen und Dis- 
putationen in 41 Bdn.. unter den Handschriften 30 Bde. juri- 
dischen Inhalts — eine Schenkung des Univ. -Prof. Folz- 
maclier. 

Wattenbach, W. Handschriften des Schotten Stiftes zu "Wien. In: Archiv 
f. alt. deutsclie Gesch. X. 1S51, S. 502. — Bayer, Berthold. Schottenstift 
in Wien. In: Ein Benedictinerbueh von Seb. Brunner. Würzburg 1881. — 
Huemer, J. Itcr Austriacuni, I. Wiener Studien. IX. 18S7, S. 00. 

780.. ,Betha-Midrasch"-Verein,s. Israelitische Cultusgemeinde. 

781. Biblioteka polska, I. Dorotheergasse 5. — Ca. 12.000 
Werke in mehr als U.ooo Bdn. — Jahresdotation aus dem 
Vercinsvermögen. — Präsident: Florian Freih. v. Ziemial- 
kowski: Bibliothekar: Witold Hausner. 

782. Bibliotheca Rossiana, S. J., XIII Lainzerstrasse 

136. — Anzahl d'^v Bde. ca. lo.OuO, der Handschriften 

ca. 1200, der Incunabeln über 2ri00. — Die Bibl. ist nur Lieb- 

haberbibl. und wird nicht fortgeführt. — Bibliothekar: P. Karl 

Anschütz, S. J. — An einem aiphabet. Zettelkatalog, sowie 

einem Incunabelnkatalog wird gearbeitet, letzterer wird auch 

im Druck erscheinen. Derzeit nicht benutzbar; später soll 

die Benützung öffentlich und bestimmte Stunden für dieselbe 

festgesetzt werden. Sie hat den Namen von ihrem Begründer 

Commendatore Francesco Rossi, dem zweiten Gemahl der 

Prinzessin Carola Ludovica von Bourbon, die ihrerseits eine 

Tochter der Königin von Etrurien war (ihr erster Gemahl 

war Prinz Max von Sachsen). Das fürstliche Vermögen setzte 

ihn in den Stand unter Px-ihilfe von Sachverständigen wie 

Graesse, Poiters in Paris, Falkenstein in Dresden prächtige 

Bücherschätze zu erwerben, darunter Handschriften mit kunst- 



TH.i) \Vi<Mi. -HW 

vollen Miniatiircii. mehroro liout(Mioph imhclcmnlc liifimai)olii; 
übor ilie lläirtc der roiclilieh -irioo IiKniiiahcln dalirt v<>i- 
14S(). Als K'ossi lsr»l in Venedig,- an der Cholera starl), raml 
die Sanmdunir ihren Abschluss. isrir) wurde die IJibl. von der 
Witwe der (lesellsehaft Jesu geschenkt, wie eine erhaltene 
Widnuniixslafel in Marmor bezeuut. isr»? starb die llerzo^jin 
und bestimmte in ihrem Testamente, dass die Bibl.. falls sie 
dem Orden ucnommiMi werden sollte, vom regierenden Kaiser 
von Oesterreieli reelamirt werden kiinne. Derselbe machte 
auch von diesem Rechte (xobrauch, als die P>il)l., die bis dahin 
im Collegium Romanum in Rom aufbewahrt la<jr, vom italien. 
Staate bereits annectirt worden war. Eine Zeit lany: stand die 
Sammlunii' im Palazzo Veneziano der österr. Botschaft und 
wurde IST? nach Wien fjeschafft, hier einstweilen in dem 
Hause Universitätsplatz Nr. 1 unterj^ebracht und. da diese 
Räume sich als zu klein erwiesen, is!)') nach Lainz f^c^schafft, 
wo mit der Aufstellung- und Katalooisirunu' begonnen wurde. 

— Bei Anschaffung dieser Sammlung wurde auf systematische 
Bevorzugung einer oder der anderen Wissenschaft keine Rück- 
sicht genommen. 

783. Bibliothek und historisches Museum der Stadt Wien, 

I. Rathhaus. Beide sind unter der Bezeichnung „Städtisclie 
Sammlungen" vereinigt. — Ende 1897: ;51.-i(;i Werke in 
bi)A^)^ Bdn ; an Handschriften: literarische Nachlässe von 
Grillparzer, Bauernfeld, Raimund, Anzengruber und Nissel. 

— Jahresdotation r)00() Gulden. — Director der städtischen 
Sammlungen: Dr. Carl Glossy. k. k. Reg.-R.; Custoden: 
Dr. Carl Schalk, Eduard Seis; Scriptoren: Eugen Probst, 
Dr. Wilhelm Englmann; Adjuncten: Ludwig B()ck, Dr. Hugo 
Kosch; Assistent: Alois Trost; zugetheilter Manipulations- 
beamter: Official Theobald Kanka; 3 Diener. - Ein 
Nominal- und ein Materienkatalog, beide in Zettelform. — 
Täglich von !• - -, in den Wintermonaten auch von r)-7Uhr 
abends geöffnet. — Entlehnung an die Mitglieder des Ge- 
meinderathes. Gemeindefunctioiiäre und -Beamten. Lehrer 
und Professoren von Wiener Schulen, Staats-, Landes- und 
Militärbeamten. Andere Personen bedürfen der Bewilligung 
des P.ürgermeisters. Als unentlehnbar Averden betrachtet: 
Bilder und Prachtwerke, Wörter])üeher. Encyklopädien, (lesetz- 
saminlungen. .Journale. Handschriften, Karten, Pläne und 
Musikalien. — Versendung an Personen, die ausserhali) Wiens 
ihren Wohnsitz haben, nur mit ausdrücklicher Genehmiguni: 
des Bürgermeisters. - Die Bibl. wurde lsr)8 gegr. und giiu 
aus einer Handl)ibl. des Magistrates hervor. Von grössere! : 
Sammlungen, die in der T'ibl. Aufnahme fan<len, sind hervor- 



•262 Wien. [78*. 

zuheben: jene des Touristen und Reiseschriftstellers Josef 
Kyselak, des Wiener Localgeschichtsforschers Franz Hay- 
dinger, des Bürgermeisters Dr. Andreas Zelinka, des Deehanten 
P. Albert Wiesinger und ein Theil der hinterlassenen Bibl. 
des Lexikographen Dr. Constantin R. v. Wurzbach. — Ge- 
schichte und Topographie von Wien, österr. Geschichte, 
Theatergeschichte und Literatur, Städtegeschichte und Städte- 
verwaltung. 

[Weiss, K.] Katalog der Bibl. der Reiehshaupt- und Residenzstadt 
Wien. Wien 1865. — I. Nachtrag. Wien 1868. 

784. K. u. k. militärärztliche Bibliothek, im Gebäude der 
ehem. Josephs-Akademie in Wien, IX. Währingerstrasse 25. — 
Ca. 23.000 Bde. — Jahresdotation 125G Gulden. — Vorstand: 
Dr. Paul Myrdacz, k. u. k. Stabsarzt; 1 Armeediener. — Ein 
aiphabet. Zettel- und ein Bandkatalog in Abfassung be- 
griffen. — An Wochentagen von 8 — 12 und 2—4 Uhr, in erster 
Linie für Militärärzte, ausnahmsweise auch für andere Per- 
sonen benutzbar; regelmässige Lesestunden werden erst nach 
Vollendung der Neukatalogisirung eingeführt. — Entlehnung 
gegen Empfangsbestätigung. — Versendung wird erst in 
späterer Zeit gegen schriftliches Ansuchen und auf Kosten 
des Entlehners gestattet werden. — Gegr. von Kaiser Joseph IL 
1785 anlässlich der Gründung der Josephs-Akademie; Kaiser 
Joseph IL stiftete auch den Fond für die obenerwähnte 
Jaliresdotation. — Naturwissenschaften und alle Zweige der 
Medicin, hauptsächlich Medicin, dann Militärsanitätswesen. 

78'). Bibliotheksabtheilung des k. u. k. Kriegsarchivs, I. Am 
Hof, Kriegsgebäude. — (;2.0()() Bde.; die Handschriften befinden 
sicli in der Schriftenabtheilung des Kriegsareiiivs. — Jahres- 
dotation für Bücher-, Schriften- und Kartenankauf 7000 Gulden. 
— Vorstand: Major Ferdinand Neuwirth mit drei Officieren 
als Referenten, 1 Schreiber, 1 Armeediener. — Ein Zettel- 
grundbuchskatalog, aiphabet, geordnet nach Autor oder 
Schlagwort, handschriftlich; ein gedruckter Katahig in (l Bdn., 
nach Materien geordncit und innerhalb derselben chronologisch 
zusammengestellt, sammt einem hierzu gehörigen Autoren- 
register; überdies ein in Bearbeitung l)efindlicher Hilfszettel- 
katalog über wichtige Aufsätze aus Sammelwerken. — Ent- 
lehnung und Benützung für alle in Wien anwesenden Offi- 
ciere und Militärbeamten des Heeres, der Kriegsmarine und 
der beiden Landwehren oline weitere Bewilligung; für Staats- 
beamte, rjelehrte etc. nur mit Bewilligung des Archivdirectors. 
Amtsstunden von '.) — 2'/.^ Uhr. — Versendung über Bewilligung 
d<*r Kriegsarchivdirection und gegen Ausstellung einer 



THf.) W'ion. •.»(;.', 

(^uittunii:, bi'zk'hiiii^.svvei8u ^e.uon Hiiftpfliclit. i^iicvl<l<>i);i<licn, 
Lexika, Prachtaiisuaben oder sehr k<)Stsj)ieli^e Werke ilürlen 
nur im IJibl.-Loeale heniitzt werden. — Die (Jründunn- der 
Hibl.-Al)tlioiluny; des k. u. k. Krieusarehivs fällt in das Jahr 
177*5 und basirt auf der durch FM. (Jraf Iladik als Präsident 
des ,,Hofkrie>,^srathes" am Jl. Deceniber 177») für das „Ilof- 
kriegsrätiiliche Archiv" ausgeji^ebenen Instruction. Im Sinne 
derselben bildeten die aus der Verlassenschaft des FZM. Paul 
V. Kuhn angekauften militärischen Werke über (leniewesen, 
dann einige Exemplare des P()lyl)ius, im (xanzen !.")(» Bde., 
den Stamm der Pibl. Diese Samndung wurde in Folge ihrer 
Geringfügigkeit und einseitigen Inhaltes der topographischen 
Abtheilung des Kriegsarchivs einverleibt. Die Ende isoi von 
Erzherzog Carl angeordneten kriegsgeschichtlichen Arbeiten 
waren Anlass zur ersten Vermehrung. Schon Ende isoi zählte 
die Bibl. Ifioo Bde. Im J. isos hatte sich der Bücherbestand 
so vermehrt, dass eine Trennung dieser Büchersammlung von 
der topographischen Abtheilung zur Nothwendigkeit wurde. 
Hauptmann Aigner war der erste Bibliothekar dieser neuen 
Abtheilung des Kriegsarchivs. Die Benennung „Kriegsbibl." 
erhielt sie erst IfSll, als die bereits auf ca. öuoü Bde. ange- 
wachsene Sammlung über Anordnung des FML. Radetzky 
nach wissenschaftlichen Materien geordnet aufgestellt wurde. 
Entsprechend der Idee, ein militärisches Centralarchiv zu 
schaffen, die alle Instructionen Radetzkj^'s in dieser Hinsicht 
durchzieht, sollte auch die Kriegsbibl. alle Zweige des Wissens 
umfassen. Ausserdem wurde auch der Tagesliteratur der 
Zutritt in die Kriegsbibl. geöffnet. Im J. 1 s l h wies dieselbe 
einen Bücherbestand von fast lo.üOO Bdn. aus. Auf Grund der 
1817-1818 mit dem Kriegsarchiv vt)rgenommenen Reform 
wurde auch die Kriegsbibl. auf die rein militär-wissenschaft- 
liche Sphäre beschränkt, beziehungsweise es musste ein Theil 
des Bestandes an die medicinische Jose})hs-Akademie abgetreten 
werden. Sämmtliche Werke wurden in vier Haui)tgru})pen ein- 
getheilt, die zugleich den Umfang der Kriegsbibl. in scicnti- 
fischer Hinsicht bezeichneten: I. Kriegsw"issenschaft, II. Ge- 
schichte und Politik, III. Geographie und Statistik, IV. Hilfs- 
wissenschaften. Obwohl schon 1810 eine Katalogisirung vor- 
genommen worden war, wurde in Folge obiger Reform eine 
Neukatalogisirung nothwendig. Fast gleichzeitig mit diesem 
eigentlichen „(irundlniclu!" der Kriegsbibl. erschien 1 s-].') auch 
der erste gedruckte Bücherkatalog, jedoch ohne ali)liabet. 
Ordnung und ohne Index. Ein aiphabet, geordneter l'ücher- 
katalog, begonnen vom Bibliotheksvorstand Major Schels, 
wurde i. J. ls.'')3 veröffentlicht (•io.s43 Bde.). Den ersten voll- 
ständigen Bücherkatalng (erschienen iscii) verfasste Oberst- 



264 Wien. ["^Sß 

lieutenant Appel, von dem auch die Anlage eines Standorts- 
kataloges herrührt. Unter dem Einflüsse früherer ungünstiger 
Verhältnisse litt die Entwickehing der Bibl. insoferne. als der 
Bücherankaiif im Allgemeinen beschränkt wurde. Desgleichen 
konnte sich die Bibl. wegen Mangels entsprechender Ubica- 
tionen nicht entfalten; sie war gen<)thigt, ihre Bestände zu 
restringiren und einen Theil an die Militärakademie in Wr.-Neu- 
stadt (1838). an die Kriegsschule (1872), dann fallweise an ein- 
zelne Regimentsbibl. alizutreten. Der seither auf allen Gebieten 
sich bemerkbar machende Fortschritt, sowie das Anwachsen 
der Bücherbestände musste jedoch im Bibliothekswesen seine 
Berücksichtigung finden, daher sowohl eine neue Dienst- 
instruction, wesentliche Vereinfachung der Manipulation, eine 
auf Erfahrungssätzen basirte Neuordnung der Bibl. als auch 
der Druck des nunmehr vollständigen Kataloges durchgeführt 
werden musste (1888 — 189G). An grösseren Sammlungen wären 
zu erwähnen: Die aus der Verlassenschaft des Generals Vacani 
angekaufte Bibl., die ehem. Veroneser Garnisonsbibl., die 
Donationen Hauptmann Homola und FML. v. Wetzer; über- 
dies werden fallweise seitens einzelner Bureaux des General- 
stabes sowie des Reichs-Kriegsministeriums ausser Gebrauch 
gesetzte Werke der Bibl. einverleibt. — In der Bibl. sind 
hauptsächlich die militärischen, historischen und kriegs- 
geschichtlichen Fächer, sowie die einschlägigen Hilfswissen- 
schaften vertreten. 

Ausser den oben erwähnten Katalogen ist eine Geschichte der Bibl.- 
Abtlieilung in der „Geschichte und Monographie" des k. k. Kriegs- 
archivs (1878) im Druclf erschienen; eine Neuauflage derselben steht 
bevor. Katalog der Bibl -Abtheilung des k. u. k. Kriegsarchivs. Wien 1890. 

78G. K. k. Blinden-Erziehungsinstitut, II/2 Wittelsbachstrasse 
oder Valeriestrasse Nr. 5. — 1-2.257 Bde., davon !i!i geschrie- 
bene Compositionen blinder Musiker, 1034 Manuscripte in 
Blindenschrift, 18r)2 Bde. in Blindendruck. — Dotation 250 
Guldon. — Vorstand: Pteg.-R. Alexander Meli, Director, Leiter 
der Fachbibl. des Blindenwesens (2711 Bde., davon ca. 2000 
Jahresberichte von Blindenanstalten) und der 788 Bde. um- 
fassenden historischen Bibl. des Blindenwesens (davon 5.54 in 
Blindendruck): Vorsteherin der übrigen Bibl. in Schwarzdruck 
mit Ausschluss der Musikalien: Hauptlehrerin Marie Vock; 
Vorstand der Musik.-Bibl., 122 5 Bde.: Musiklehrer Carl Lafit. 
Institutsdrucker Carl Satzenliofer (blind) ist Vorstand der 
Bibl. in Blindendruck und der Leihbibl. in Blindendruck, 
798, respective 10:54 Bde. — Accessionsfachkataloge ; Zettel- 
katalog der „Hofrath Ritt. v. Zsishman'schen Stiftungsbibl.", 
von der aucli ein alpha])et. Katalog abgefasst wird. — Ge- 
(iffnet in den Tagesstunden der W(?rktage während des Schul- 



7HS] Wien. -icr. 

Jahres. — EntU'luuui<i- «^o^cn Kmpran^sbostäti^ain<r. üoi Knt- 
h'hnunuen aus (kr Leihbibl. in Bliiulonsolirift Einsatz von 
- (luhlon und für jeden P>d. w()olioulliclH' Lciliuobiilir von 
f) Kreuzern. — Versendunii' ^ei^en I']nipl'an<^sl»estät iuun;;, hei 
der Hihi, in SeinvarzdrucU nur auf aintlieJKMn Weirc. — Die 
Gescliiohte der Anstnltsbihl. fällt mit jener der IHol von 
Johann Wilhelm Klein <i:eur. Anstalt zusammen. Der i. J. 1s;k; 
verstorbene Universilätsprof. Ilofr. Joseph R. v. Zsishman 
schenkte eine Sanimlunii- von über ;>0(>0 Bdn. Der Beuinn der 
Ilerstellunu- von IUi€hern in Blindendruck fällt zwar ins Jahr 
ITSC. doch waren bis zur Mitte des i:». Jhdts. so weni.u' Bücher 
vorhanden, dass seilest manche Blindenlehrer gegen den Lese- 
unterricht Blinder ihre Stimme erhoben. Ausser an der 
Pariser Anstalt und dem Wiener k. k. Blinden-Erziehungs- 
institute waren zu dieser Zeit fast nirgends Blindenbibl. und 
diese besassen fast nur Lehrbücher. Mit der Ausbreitung des 
sogenannten Braille'schen Punktdruckes mehrten sich die 
Druckwerke, wozu die Druckerei der Wiener Anstalt wesent- 
lich beitrug. Von den seit 1786 erschienenen Druckwerken 
enthält die Anstaltsbibl. das Nennenswerthe aller Sprachen, 
darunter auch Unica. Die Leihbibl., deren Ertrag zur Her- 
stellung von Druckwerken für Blinde verwendet wird, wurde 
Lsy:-? gegr. — Blindenwesen, Rechtswissenschaften, (orientali- 
sches) Kirchenrecht, Geschichte, Pädagogik. 

Katalog der Faelibibl. des Blindenwesens in den Jahresberieliten der 
Anstalt von 1890 und 1S04. 

757. Israelitisches Blindeninstitut, XIX. Hohe Warte .'5'2. 
hat nur eine nicht allzu grosse Sammlung von Werken über 
Blindenpädagogik und Lehrbüchern. — Director: Simon 
Heller. 

758. Wiedener Büchereiverein, IV. Karolinenplatz 7, 
Mädchenschule. — 41ou Bde. — Keine Jahresdotation. — 
Präses des Vereines: Director August Janotta; Bibliotheks- 
verwalter: Rudolph Morawetz. — Je zwei gedruckte und hand- 
schril'tliehe Kataloge. — Geöffnet Montag und Donnerstag 
(J — H Uhr abends. — Entlehnung gegen eine Caution von 
;')<) Kreuzern und eine monatliche Lesegebühr von r> Kreuzern. 
Keine Leseräume und keine Versendung. — Gegr. von dem 
aus Wiener Bürgern bestehenden Vereine in Gemeinschaft 
mit dem „Wiener Vtdksbildungs-Verein'". von welchem sii' 
sich jedoch im Laufe der Zeit vollstäiidiL: emancipii't hat, ver- 
dankt die Bibl. ihre Entstehuii'i und Fortbildung nur grösseren 
und kleineren Schenkungen. 

lUioliorverzoichnisp. Enfli;ilt dif Xiitninorn von 1 2osI. Wion Is".».".. 



2ßG Wien. ["«^ 

789. Capucinerconvent, I. Neuer Markt. — i;{-27 Bde. — 
Jahresdotation je nacli Bedarf. — Guardian: P. Vitalis Lukäcs. 
— Bandkatalo<.i-. — Benutzbar nur für die Conventualen. — 
Gegr. 1^323. — Ausschliesslich theologisch- ascetische Werke. 

790. Militärwissenschaftlicher und Casinoverein, I. Strauch- 
gasse 4. — Die Bibl. theilt sich <i) in die Wissenschaft 
liehe und h) in die belletristische Abtheilung. Die erstere zählte, 
abgesehen von den officiellen Publicationen Ende 1897 : 7445 
lUicher und Kartenwerke mit 12.2(;7 Bdn.; die letztere 7002 
Werke mit 11.408 Bdn. — Dotation pro 1898 für a) 11 00 
Gulden, für h) cöO Gulden; ausserdem zahlt jeder Be- 
nutzer der letzteren Abtheilung 1 Gulden Jahresbeitrag, wo- 
durch der für den Ankauf verwendbare Betrag auf circa 
l.'3r)() Gulden anwächst. — Obmann gewöhnlich ein höherer 
Stabsofficier; 2 aus dem Ausschusse des wissenschaftlichen 
Comites gewählte Mitglieder, 1 vom Vereine bestellter Biblio- 
thekar, derzeit Johann Pfersmann v. Eichthal, k. u. k. Major 
d. R. ; 1 Diener. — Ein Bibl.-Katalog und ein Zettelkatalog 
der wissenschaftlichen Werke, sowie ein ])ibl. -Katalog der 
belletristischen Werke. Der Bibl.-Katalog der wissenschaft- 
lichen Werke enthält das Verzeichniss der Bücher nach Fächern 
und innerhalb derselben in aiphabet. Reihenfolge nach Autor- 
namen, ausserdem ein Autorenregister; er wird von Fall zu 
Fall ergänzt. Der Zettelkatalog dient als Vorbereitung für 
einen Neudruck des Kataloges, beziehungsweise für den Druck 
der Ergänzungen. Die belletristischen Werke sind in dem für 
sie bestimmten Kataloge nach Sprachen gesondert und aipha- 
bet, nach den Verfassern geordnet; dieser Katalog wird jähr- 
lich durch ebenso geordnete, auf einzelne Bogen gedruckte 
Verzeichnisse ergänzt, die zu Beginn der Wintersaison aus- 
gegeben werden. — Ausgabe der Bücher erfolgt an Wochen- 
tagen Dienstag, Donnerstag und Samstag von 9 — 12 und von 
;j — (J Uhr. Benützung der Bücher im Lesezimmer ist allen 
Vereinsmitgliedern täglich während der Bibl. -Dienststunden 
gestattet; in derselben Weise auch den auf der Durchreise 
in Wien weilenden Öfficioren und Beamten des Heeres, der 
beiden Landwehren und der Kriegsmarine. — Entlehnung an 
die Vereinsniitglieder, die l)ei Benützung der belletristischen 
Abtheilung eine Jahresgebühr von 1 (lulden zu entrichten 
halben, gegen Recepisse. Ausgabe von Bibl. -Werken an ausser- 
halb des Vereines stehende Personen, Behörden und Corpo- 
rationen nur ausnahmsweise auf Grund eines schriftlichen 
Ansuchens, ül)er welches nach Begutachtung durch die 
Obniiiniier der Bibl. das Präsidium die Entscheidung fällt. — 
Die Bild, wurde I8f;8 aus d(!r von Verona dem Wr. Militär- 



792] Wien. -ii;? 

casino zur r>onüt'/iini; üborlassenon IJüclicrsamiiilun«^- i>e,m'. — 
Die wissensoliaftliclie Abtlioilun<i; {)fli'ut in erster Linie sämmt- 
liche militärische (lebiete und deren Iliirsfächer, nebenl)ei 
aber auch andere Literaturz\vei<>e, z. B. Sprachwissenschaften, 
Naturwissenschaften, Philosophie. Aesthetik, Mj'^tholo^ie, Päda- 
gogik etc. In der belletristischen Abtlioilung gute Leetüre in 
den vier Weltsprachen: deutsch, franzr)sisch, englisch und 
italienisch. 

791. K. k. Centralcommission für Kunst- und historische 
Denkmale. I. (Jauerinanngasse i. — Hoo Werke mit 4;'.oo 
]!dn. — Keine bestimmte Jahresdotation. Die Bücher werden 
grösstentheils im Wege des Tausches gegen die von der 
Centralcommission herausgegebenen Publicationen erworben, 
weshalb auch nur die von ihr vertretenen Disciplinen, Archäo- 
logie, Architektur, Plastik, Malerei, Archivwesen zu finden 
sind. — Präsident: Exe. Joseph Alexander Freiherr v. Helfert; 
Bureau: a) Conceptsdienst: Dr. Max Bauer; h) Kanzlei: Karl 
Heidrich, Kanzleiofficial; Ludwig Hacker, Kanzlist. — Ein 
Zettelkatalog in aiphabet. Ordnung. ■-- Entlt;linung in der 
Regel nur an Organe der Centralcommission, ausnahmsweise 
auch an andere Personen über schriftliches Ansuchen beim 
Präsidium. Obwohl nicht üblich, unterliegt es jedoch keinem 
Anstände, die Bibl., gleichfalls nach Genehmigung des Präsi- 
diums, während der Amtsstunden, d. i. im Winter von 9 — 4, 
im Sommer von ;> — 3 Uhr zu benützen. 

7^2. K. k. statistische Centralcommission, I. Schwarzen- 
bergstrasse 5. — Ca. 13.(mio Werke in s.'j.odo Bdn., über r)()0() 
Karten und eine ,, Redensammlung". — Keine bestimmte Do- 
tation; gegenwärtig jährlich If.oo — 2000 Gulden. — Die Bibl. 
bildet einen Theil des Bureaus der statistischen Central- 
commission, untersteht daher dem Präsidenten dieser Com- 
mission, derzeit Sectionschef Dr. Carl Theodor v. Inama- 
Sternegg; Bibliothekar: Dr. Hermann Schullern zu Schratten- 
hofen; 1 Amtsdiener als Bibl. -Diener. — P]in Bandkatalog 
nach fortlaufenden Nummern, der zugleich als Standorts- 
repertorium dient; ein Generalzettelkatalog, sowohl aiphabet. 
nach Autoren als nach den wichtigsten im Titel vorkommen- 
den Schlagworten: ein aiphabet, geordneter Continuanten- 
katalog; ein nach sachlichen Gesichtspunkten angelegter 
Kartenkatalog in Bandform. — Ger>ffnet in den Amts- 
stunden an Wochentagen von ;t — ;! Uhr. Als Amtsbibl. in 
erster Linie den Beamten und l>ehr»rd('n zugänglich; ausserdem 
den Professoren der Wiener Hochschulen, sowie den Besucher. i 
des statistischen Seminars der Wiener Universität; sonstigen 
Privaten nur mit Bewilliizung des Bil)liothekars. — Ent- 



268 Wien. [793 

lelinungen an Private nur ausnalimsweise mit Bewilligung 
des Präsidenten. — Versendungen in der Regel nur an Be- 
hörden und Bibl. — Mit Errichtung des statistischen Bureaus 
i. J. 182y wurde auch eine Bibl. dieses Amtes ins Leben ge- 
rufen. Dieselbe blieb jedoch unbedeutend, bis das statistische 
Bureau in die „Direction für administrative Statistik" um- 
gewandelt und der Leitung des Freiherrn v. Czoernig unter- 
stellt wurde. Dieser, sowie die folgenden Chefs der Direction 
für administrative Statistik und der statistischen Central- 
commission, welcher die Direction mit ihren Attributen i. 
J. 1884 einverleibt wurde, haben stets ihre besondere Sorg- 
falt der Ergänzung und Vervollständigung der Bücher- 
sammlung zugewendet. Diese erfährt namentlich dadurch all- 
jährlich einen besonderen Zuwachs, dass sie im Wege des 
Austausches die statistischen Publicationen fast aller Cultur- 
staaten erhält und ihr überdies die wissenschaftlichen Zeit- 
schriften zugetheilt werden, welche im Austausche an die 
Redaction der „statistischen Monatsschrift" gelangen. Der 
Bibl. wurde i. J. 1884 die von dem Freih. v. Reden angelegte, 
aus Zeitungsausschnitten, Abschriften und Acten aus der 
ersten Hälfte dieses Jhdts. bestehende Sammlung statistischer 
Materialien einverleibt. — Staatswissenschaften im weiteren 
Sinne, insbesondere Statistik, Demographie, Geographie, poli- 
tische Oekonomie, Verwaltungslehre, Rechtswissenschaft und 
Geschichte. — Die Bibl. vermittelt den Austausch der offi- 
ciellen Publicationen Oesterreichs mit den analogen Publi- 
cationen der Vereinigten Staaten von Amerika und sorgt für 
die Aufstellung und Ordnung dieser letzteren in ihren 
Räumen. Ebenso vermittelt sie den Tauschverkehr der öster- 
reichischen gelehrten Gesellschaften mit der Smithsonian 
Institution in Washington im Namen der kaiserlichen Akademie 
der Wissenschaften. 

793. K. k. Civilmädchenpensionat, VIIL Josefstädterstrasse 41. 
— 18r)l Werke mit 2:381) Bdn. in deutscher, 47s Werke in fran- 
zösischer, 1 24 in englischer, 42 in italienischer Sprache. — Jahres- 
dotation vom Unterrichtsministerium aus dem Gebarungsüber- 
schuss des k. k. Schul])ücherverlages lOO Gulden. -— Vor- 
steherin: Marie Bafikowsk}'; Gustos: Franz l>ranky. — Ein Band- 
katalog; ein Zettelkatalog in Ausarl^eitung. — IJenützung und 
Entlelinung für den Leiirkör|)er. — Keine Versendung. — 
Nachdem Kaiser Franz I. i. J. 1S]2 den Antrag des damaligen 
Lehrers Müller zur Aufstellung einer kleinen Ilandbibl. ab- 
gelehnt, legte der Curator der Anstalt, (Jraf Dietrichstein, 
selbst den (Ji-und zu einer soh'hen, indem er den hierzu 
erforderlichen Betrag V(jn !.')() Gulden aus eigenen Mittebi 



7'.>7) Wien. iC'.t 

Ix'istt'Ut'rto. — N'orzugt^weisi.' riulanoi^ik, ilcutsclio Sprachig iiml 
(Jescliii'liti'. 

7.1 1. Fürsterzbischöfliches Clericalseminar (Alumnat), I. Ste- 
i'ansplatz :'>. — ii;..;ii(i lldc. — Leiter der jeweilige Suhrector, 
derzeit Frau/. Kaiii|)ratli, \\'elti)ricster, iiiitorstützt von 
zwei Studireiuleu tlor Theoloj^ie. — Ein aiphabet. Zettel- 
katalog und ein nacli Fächern üeordneter Bandkatalo^'. — 
Zugänulioli nur den Vorstehern und den Alumnen des fürst- 
erzl)isolu>fl. Clericalseniinars. - Keine Versendune;. — Näheres 
über die Gründun<j!: ist unbekannt. Doch dürfte diese zugleich 
mit der Errichtung des Seminars durch Cardinal Migazzi 
i. J. 1758 erfolgt sein. Die werthvollsten Theile der Bibl. sind 
die dem Seminare testamentarisch vermachten Büchersamm- 
lungen des IST.") als apostolischer Feldvicar verstorbenen 
ehem. Seminardireetors und Universitätsprofessors Dr. Dominik 
Mayer und des IbTT gestorbenen Domcapitulars Dr. Joseph 
Columbus. — Zumeist Theologie. 

T!>.'». Wissenschaftlicher Club, I. Eschenbachgasse 9. — 
4145 Werke in :^[()S Ikln.; überdies 4if28 Bde. Zeitschriften, 
-12 Autographen, sowie eine grössere CoUection vf)n Photo- 
graphien. — Jahresdotation für Bücherankauf 400 Gulden, 
für Zeitschriften . 2000 Gulden. — Präsident: Exe. Carl v. 
Stremayr; Vicepräsidenten: Ilofr. Brunner v. Wattenwyl, 
Eugen Freih. v. Poche; Generalsecretär : k. Rath Felix Karrer; 
Bibliothekar: Custos Joseph Anderle; 2 "»Diener. — Einlaufs- 
protokoll; handschriftlicher Zettelkatalog nach Autoren und 
Materien geordnet, sowie ein hektographirter Handkatalog 
zum Gebrau clie der Mitglieder. — Benutzbar von ;• — 10 Uhr 
abends nur für die Mitglieder. — Ebenso p]nllehnungen auf 
14 Tage und Versendungen. — Gegr. zugleich mit dem Vereine 
is7(). — Alle Disciplinen, insbesondere Zeitschriften. 

Jaliresbcriclit des Wissenschaftlichen Clubs. Wien isTTff. 

796. Concordiaclub, I Helferstorfergasse 1. — 5.')00 Bde. 

— Bibliothekare: Gustav Frieberger und Julius Stern. — 
Jahresdotation je nach Bedarf. — Handschriftliche Kataloge. 

— Benutzbar jederzeit für Mitglieder. — Alle Wissen- 
schaften. 

797. K. u. k. Consularakademie, IV. Favoritenstrasse 15. — 
Ca. 4500 Druckwerke mit 70oo Bdn. (Ueber Zahl der Hand- 
schriften und Dotation wurde keine Auskunft gegeben.) — 
Bibliothekar: Leopold Pekotsch, zugleich Präfect und Cor- 
repetitor der türkischen und persischen Sprache. — Alphabet. 
Nominalzettelkatalog; systematischer Bandkatalog; gebundener 



270 Wien. [7^8 

aiphabet. Nominalkataiog und Inventar. — Nur zu eigenem 
Gebrauche. — Ebenso Entlehnungen. — Die orientalische 
Akademie besteht seit 1754. Die erste Ausstattung der Bibl., 
zumal mit orientalischen Werken dürfte ohne Zweifel von 
Seiten der k. k. Internuntiatur in Constantinopel erfolgt sein, 
bei welcher bis dahin das Knabensprachinstitut zur Heran- 
bildung von Dolmetschen bestand. Jedenfalls ist die Bibl. auch 
später noch von Seiten der Internuntiatur, sowie durch Schen- 
kungen und Vermächtnisse ehemaliger Zöglinge bereichert 
worden. Den grössten Theil ihrer orientalischen Sammlungen 
verdankt jedoch die Bibl. den Bemühungen des einstigen 
Akademiedirectors Franz Hock, Abt von Leker und Räcs. 
Der Zuwachs der Bibl. seit den Siebzigerjahren und die gegen- 
wärtige, den neuen Bedürfnissen entsprechende Completirung 
desselben bestehen fast nur aus käuflich erworbenen AVerken. 
— Rechts- und Staatswissenschaften, sowie Linguistik. 

Weiss Edler v. Starkenfels, Victor. Die k. k. orientalische Akademie 
zu Wien, ilire Gründung, Fortbildung und gegenwärtige Eiariehtung. 
Wien ]8;;9. 

71)8. Israelitische Cultusgemeinde, I. Seitenstettengasse 4, 
3. Stock. — i)758 Bde. Da aber nach einem früheren, jetzt auf- 
gegebenen Modus nahezu lOO Bde. eine grosse Anzahl von 
Adligaten aufweisen: ca. 12.000 Werke. 22 Handschriften, 
71 Incunabeln; dazu kommen noch 1)51 Bde. Bibel- und Tal- 
mudausgaben, sowie liturgische Werke. — Jahresdotation 750 
Gulden: die Buchbinderrechnungen aus der Gemeindecassa 
bestritten. — Bibliothekar: Samuel Hammerschlag, em. Reli- 
gionslehrer der israel. Cultusgemeinde: Scriptor: Dr. Bernhard 
Münz; 1 Bibl.-Diener. — Ein aiphabet. Katalog, ein Real- 
katalog, je in 2 Foliobdn. ; ein Zettelkatalog. — Zugänglich 
jedem erwachsenen Besucher. Lesestunden Dienstag, Mitt- 
woch, Donnerstag von 4^/2 — ''' Uhr, Freitag von 11 — l Uhr, 
Sonntag von 10 — 12 Uhr. — Entlehnungen und Versendungen 
nur mit Erlaubniss des Vorstandes. Entstanden April 

1S14 durch eine Schenkung des k. k. priv. und landschaftl. 
Buchdruckers Anton Edl. v. Schmidt, der je ein Exemplar 
seiner i;5.3 Verlagswerke der Cultusgemeinde spontan über- 
sendete. Grössere Legate fielen der Bibl. zu: von Hermann 
Dukes, Joseph Ritter v. Wertheimer, Gerson Wolf, Leo])old 
Kompert, Salo Cohn, sowie die Bibl. S. J. Halberstamni. — 
Vorzugsweise Hebraica, Bibelexegese, Religionsijhilosophie, 
jüdische Literaturgeschichte, (leschichte der Juden und des 
Judenthums, sowie Einzelforschungen. 

Bericht der U. Section (Unterriciitswesen) über die Entstehung und 
Entwickelung der Bibl. der israel. Cultusgemeinde in Wien zufolge des 
Beschlusses des Vorstandes vom 11'. Januar 1890. Wien lH'.Hi. 



^""»1 Wion. _ 271 

T'.'i". Katholischer Damenieseverein, i. ^\^»ll/,('ilo .J-, I.Siic-ic, 
•J. Stock. — ll.s()(t {{(lo. — .lahresdotalion ca. ;5(»o (Juldcn. — 
rräsidontiii : l'.aroiiiii Sophie Seliloissiiiu^'-^ treb. (Iräfiii ('a- 
vriaiii ; Vioopräsidontin : (Gräfin Marietta Szechrnyi, ^a-b. (Iräfiii 
Ib>y()s; Consulent : Prof. Alois Oberlumier; IMbliothekariii : 
Sophie Görres; Bibl. -Assistentin: Gisela Achhammer. — Je 
ein handschriftl. ali)habet. Zettel- und Nummernfachkatalo^-, 
welch letzterer fortgesetzt wird, sowie zwei gedruckte Kata- 
loge. — l>eniitzbar nur für Älitirlieder (Mit^liedsbeitrau' monat- 
lich 50 Kreuzer und 'i (lulden Caution), von s — i und ;J — 7 
Uhr. — Ebenso Entlehnuufj^en und Versendunuen j.;egen Er- 
satz des Portos. — Belletristik und populäre Wissenschaften, 
Theologie etc. (5270 in deutscher, lli41 in franz<')sischer, 1255 
in englischer, 2(10 in italienischer, (j2 in spanischer Sprache). 

— Gegr. zugleich mit dem Vereine 1861. 

XXVII. Jahresbericht über die Thätigkeit des Katholischen Damenlese- 
Vereines vom 1. Mai ISOT bis 30. April 1808. 

800. Wiener medicinisches Doctorencollegium, I. Rothen- 
thurmstrasse 21 — 0:5, Van Swieten-Hof. — Ca. Iti.ooo Bde. — 
Jahresdotation je nach Bedarf. — Bibliothekar: Dr. Franz v. 
Brennerberg, k. k. Hofburgtheaterarzt. — p]in Zettel-, ein 
Bandkatalog, geordnet nach Autoren und den behandelten 
Themen; Grundbuch, enthaltend das fortlaufende Verzeichniss 
der als Schenkungen einlangenden Werke und der Namen 
ihrer Spender. ~ Benutzbar für die Mitglieder während der 
Amtsstunden, d. i. täglich vormittags. — Ebenso Entlehnungen. 

— Den Grundstock der Bibl. legten die Erben des i. J. 184G 
verstorbenen Ilofrathes und Referenten der Studienhofcom- 
mission Dr. Ludwig Freih. v. Türkheim, welche die reiche 
Büchorsammlung dieses um das medicinische Studienweson 
Desterreichs verdienten und durch eine vielseitige literarische 
Bildung ausgezeichneten Mannes über Anregung des k. k. 
Stadtarmenarztes Dr. Nadler der medicinischen Facultät der 
Wiener Universität unter der Bedingung zuwendeten, dass 
diese Sammlung als „Bibliotheca Türkheimiana" für alle 
Zeiten aufbewahrt werde und den Facultätsmitgliedern zur 
Benützung offen stehe. Nach der i. J. 184;» vollzogenen Schei- 
dung der Facultät in Professoren- und Doctorencollegieji fiel 
die Bibl. letzterer Corporation zu, als deren Rechtsnachfolger 
endlich das jetzige, 1873 constituirte CoUegium in den 
Besitz derselben gelangte. Stets in den Kanzleien dieser Cor- 
poration aufbewahrt und mit ihnen das Domicil wechselnd, 
ist die Bibl. nach sieben Umzügen, seit 189« im jetzigen Locale 
untergebracht. Als l^>ibliothekare fungirten ts4;) — 1850: Ober- 
Sanitätsrath Dr. J. Schneller, welcher die erste Ordnung mit- 



27-:? Wien. [8oi 

telst Zettelkataloges vornahm und später (1854 — 1855) auch 
noch einen festen, in 178 Fächer getheilten Realkatah^^- an- 
le.üte und vollendete ; 1 850 - 1 856 : Sanitätsrath Dr. A. Witlaeil ; 
185tj — 185i): Prof. Dr. H. Beer: 1S59— 1861: Dr. L. Öchlaoer; 
1861 - 1877: Dr. J. Zauchi de Call«) et Linchenbur^-; 1877— 18i)8: 
Dr. Gustav v. Pernhofer, welcher die Bibl. nach mt)dernem 
Muster ordnete, einrichtete und einen neuen ( 1 88 L gedruckten) 
Katalog verfasste; seit 181)8: Dr. Franz v. Brennerberg. — 
Ein beträchtlicher Theil der Bibl. entfällt auf die zumeist 
noch der „Bi^li<^thek Türkheim" entstammenden Dissertationen, 
ferner auf die Zeitschr. und die Badeliteratur. Unter den 
grösseren Werken sind namentlich jene der österr. Universitäts- 
lehrer des vorigen und der ersten Hälfte des laufenden 
Tiidts. vertreten. Eben diesem Zeiträume gehören die meisten 
Dissertationen an, welche mit geringen Ausnahmen von den 
Universitäten Wien, Prag, Pest, Pavia und Padua herrühren; 
hierher gehören auch einige grössere Sammlungen aus- 
gewählter, mitunter sehr alter, zum Theile commenlirter und 
kritisirter Dissertationen österreichischer und deutscher Hoch- 
schulen. — Von Zeitschriften sind nebst den in Oesterreich 
und vielen in Deutsehland erscheinenden oder bereits ein- 
gegangenen, auch solche aus England, Nordamerika. Frank- 
reich, Belgien, Holland, Holländiscli-Indien, der Schweiz, 
Italien, dem Orient, Algier, Norwegen, Finland und Russland 
in grösserer Auswahl vorhanden. Die Badeschriften behandeln 
vorwiegend österreich.-ungarische Curorte; namentlich die äl- 
tere Literatur erscheint nahezu complet. — Naturwissen- 
schaften, besonders Medicin. 

Katalog der Bibl. des "Wiener inediciniselien Doctorencollegiuins be- 
arbeitet von Dr. Gustav v. Pernhoffer herausgegeben vom Wiener medi- 
cinischen Doetorencollegiuni. Wien 1881. 

801. Dominicanerconvent, I. Postgasse 4. — Ca. oO.uuo Bde., 
21:7 Incunabeln. ö2() Handscliriften. — Jahresdotation je nach 
Bedarf. -- Bibliothekar für drei Jahre gewählt, derzeit: P. 
IJertrand Zizlavsky. — Neukatalogisirung im Zuge, bisher bei 
über 2<i.(»(i() Bdn. bereits durchgeführt; Zettelkatalog. Der älteste 
Bandkatalog ist i. J. 1513 von Martinus Purlwasser (Purlrawser) 
angelegt. Ein zweiter, späterer, zweibändiger Katalog (I. ,,au- 
thores", II. „materiae") wurde 1758 von Hermann Männlich ver- 
fasst. Ein dritter Bandkatalog stammt aus 180:3 („authores"). — 
Nach rechtzeitiger Anmeldung l)eim Bibliothekar und mit Zu- 
.stimmung des Priors ist die Biljl., di(i im fJrunde reine Privat- 
bibl. ist, in beschränkter Weise auch für Nichtconveiitmitglieder 
benutzbar. — Entlehnung von Handschriften und Incunabeln 
unstatthaft: von Büchern ausnahmsweise gegen Revers und 



«'•••il Wien. 273 

l'>iir,i4s<'h;il'l. — Di.' SnininlmiL: isi llausliiltl. ])]('. ällistcii ('o- 
tliees sind ans iIimu Kiulc des 1:5. . Units., zahlreicher sind 
die aus dem ll.. di(> meisten aus dem 1.'». ,Jhdt. Der älteste 
Bestand stammt zum ^rijssten Theile aus Gesclienken der 
Conventmit<xlied(>r, '/um anderen aus Käufen. Zalili'oiche 
Codices sind im 1 r>. -Ihdt. von izelehrten Convcntmitiiliedern 
als ^'<M•^'nssern sell)st ^eschriel)en worden. — Ilauplsäehlieli 
ThiM»h)i;ie, Sancti l'atres. Interpretes S. Scripturae, Thefdo^i 
speoulativi, douni.. morales, polemici, II ist. eccles., Conciona- 
tores, Canonistae eto Nicht unbedeutend ist auch der Be- 
stand aus Jus civile, Medici, Pliilosophi, Historici, Politici, 
Philolof;i. 

so-3. K. k. evangelisch-theologische Facultät, IX. Tiiiken- 
strasse 4. — 711M) Werke in ll.(i-14 Bdn. und Broschüren. 
— Jahresdotation ftoo Oulden. — Bibliothekar jäiirlich 
aus dem Prof.-Colle^ium liewählt, derzeit a. ö. Prof. Dr. 
KrnstSellin; Bibl.-Scriptor: IIuu'o Ileichel. — Al])hal)et. Zettel- 
nnd Fnehkatalou. — Zuj^änulieh vormittags an jenen Tagen, 
an denen Vorlesungen stattfinden. — Entlehnung an Hörer 
und ^litglieder der k. k. evang.-theol. Facultät; an andere 
Personen nur, wenn sie dem Bibliothekar bekannt sind, oder 
gegen Erlag einer Caution. — Versendungen ausnahmsweise 
an vertrauenswürdige PersTynlichkeiten oder gegen Caution, 
bei Ersatz der S])esen. — Gegr. zugleich mit der Facultät 
i. J. ls-21. — Evangelische Theologie sammt ihren Uilfs 
Wissenschaften. 

HOr,. K. u. k. Famllien-Fideicommissbibliothek, I. Hofburg. — 
41.200 VVcn-ke, lo.is Landkarten, sio Incunabeln (l)is l.^>30). 
•2212 Handschriften, darvmter zahlreiche Huldigungsschreiben, 
90.000 Porträte, 0000 Kupferstiche, Lavatersammlung über 
22.000, Kunstwerke und Sammelmappen lOOO Stück, Aqua- 
relle r»00, Ansichten '.000. naturwissenschaftliche Bilder l.'i.oou, 
Adressen 40(tO Stück: Privatbibl. .S(i()4 Werke, 4.^)4 Landkarten. 
M<)(» Adressen. — Dotation aus dem allerh. Familienfond. — 
Vorstand: Dr. Alois Theodor Karpf, Custos; Scriptoren: Johann 
Jureczek, Dr. Franz Schnürer: Amanuensis: Dr. Antal Hodinka; 
Hilfsarbeiter: Johann Bapt. Janku; Kanzlist: Ferdinand Ritt. v. 
Geisinger: 2 defin., 1 prov. Diener. — Die Bibl. ist privat, 
jedoch nach Anmeldung beim Vorstande ausnahmsweise auch 
(»ffentlich benutzbar. — - Entlehnungen an Ibd'ämter. — Gegr. 
von Kaiser Franz I. der Iso*; den ersten Bibliothekar Peter 
Thomas Young anstellte; ]s.'>5 wurde die Bibl. laut Testament 
des genannten Herrschers Fideicommissgut (Urkunde darüber 
von 1S49), 1S7S mit der Privatbibl. des Kaisers Franz Joseph I. 
vereint. Aufnahme fanden: isio die Bibl. der Erzherzogin 

I!il)lir.ihi-k8 Adro.ssltuch. ]y 



•274 Wien. [804 

Maria Elisabeth in Innsbruck, 2174 Werke; ISIS» die Sammlung 
(juridischen Inhaltes) des Reichst'reih. Peter Anton v. Frank, 
5S-27 Werke: ls-24 Bibl. des Freih. v. Ulm, GOü Incunabeln; 
18-28die Lavatersammlung, 22.000 Kunstblätter; 183G die Porträt- 
sammlung des Banquiers Rittor v. Franck; 1871 die Bibl. des 
Ritter v. Schneid. 950 Bde.; I87ö die Privatbibl. des Kaisers 
Ferdinand. 8166 Werke, 351 Landkarten, Siia Aquarelle, 
95')4 Handzeichnungen; 1878 die Privatbibl. des Kaisers Franz 
Joseph I.: 1888 die Göcsy'sche Porträtsammlung; 1891 die 
Privatbibl. des Kronprinzen Erzherzog Rudolf. — Ausser den 
alten Katalogen: Für alle Abtheilungen Einlaufsjournale; für 
die Büchersammlung: Standortsrepertorium; Localrepertorium 
nach den einzelnen Schränken; Schlagwortkatalog in Zettel- 
form (ca. 6U.000); ein Vormerkkatalog über biographische 
und ikonographische Literatur (ca. 40.000 Zetteln). Für 
die Landkarten: Zettelkatalog; für die Porträtsammlung ge- 
bundene Kataloge in 47 Bdn.; aiphabet. Zettelkatalog für die 
„übrigen Stände"; Zettelkataloge für die in den Bücherwerken 
enthaltenen Porträte. Für die Kunstsammlung, und zwar für 
die Kunstwerke: Alphabet. Zettelkatalog, Standortsrepertorium, 
Spiegel: für die Kupferstiche: iVlphabet. Zettelkatalog, Stand- 
ortsrepertorium; für die Aquarelle: Alphabet. Zettelkatalog; 
für die Ansichten und die Pflanzenabl)ildungen je ein eben- 
solcher; für die Adressen: Kataloge in Heften. — Vertreten 
sind alle Wissenschaften. 

Samnilungen, Die, der vereinten Familien- und Privatbibl. Sr. Majestät 
des Kaisers. Wien IST.'^ — 1882. — Balbi, A. Essai statistique sur les bibliu- 
tliöciues de Vionne. Vienne 18."54j. — Francisceisclie Ciiriosa. Wien 1849. 

— Kealis. Die kaiserliclie Bui'g in Wien. Wien ISf):?. — Karpf, Alois. 
Die Landkartensammlung des Kaisers. In: Neue Freie Presse. ;?. Nov. 1882. 

— Schaffer, Wenzel. Unseres Kaisers Bibl. In: Illustr. Oberösterreicliischer 
Volksl)iklungskaIender f. d. J. ]S85. I. Ried 188.5. — Karpf, Alois. Die 
alten liandscliriftliclicn Seh ifferk arten in der k. u. k. Familien-Fidoi- 
commissbil)l. In: Mittli. der geogr. Geselisch. in Wien. Wien 18'.H. - Die 
Familienbil)l. des Kaiserhauses. In: Frcmdenljlatt vom 11. Juli isi»;!. — 
Zeichnungen aus der kais. Fideicomiuissbil)!. Ebenda. :!. Deeember l.s'.i;"). — 
Jurofzek. Jnliiinn Die Porträtsamnilung der k. u. k. Familien-Fidei- 
commissbibl. in Wi(>n. In: Bi<)grai>iiiselie Blätter. I. Wien 18'.);'». — Die 
kaiserliche Privatbibl. i. d. J. 180'.» und 181.^. In: Wiener Zeitung vom 
14. und lö. Deeember 18'.l7. — The Private? Library <ii llis In)))erial and 
Royal Majcsty Francis Joseph. In: Life. A social and finaiicial Journal 
vom l'J. Juli 181)8. Bohatta, II. Die Faniilien-Fideicommissbil)!. in 
Wien. In: Mittheilungen d. österr. Vereines f. Bibl. -Wesen III. 18'.i'.), 

-Ol. Freibibliothek und Freilesehalle des ,, Gemeinnützigen 
Vereines Aisergrund", IX. Nussdoi-Ierstrasse 3, wurde i. J. I.s7'.» 
von Sr. I^xc. Dr. Wilh. P'reih. v. Schwarz-Soolxtru ins Leben 
gerufen, zählte n(miin(;ll im Jahre 18!»!) 1 l.doo Bde., entlehnte 
jährlich etwa 15.0(>() Bdo , während loo.oon l)is l-2<>.000 im 



«•'S) Wien. 275 

Lesesaal licnüt/.i wurden (Id.ood iT.oot» llrsuclici) Die I'-ibl. 
war an WoclitMitaucn abends von <;— !♦ und Scinntau nadi- 
mittaj4" ii"e(">irn('t. In den letzten Zeiten wurden inonatlicli 
.') — H) Kreu/er als llenützuniis^chülir ein^a'liolx'ii. Trotz dieser 
neiträ<>e der Lt'ser und trotz der grossen ()|>l"('r. welche der 
Präsident Ludwi«; Lohner und der Cassier Travnitsnhek seit 
Jahren brachten, konnte keine kräfti<i-e Entfaltung des In- 
stitutes erzielt werden; für Rücherankäufe wurde seit Jahren 
nichts aufgewendet. Am ,'7. Juni Is:»:» l()ste sich der Vei-ein 
auf und übergab die Uibl. und das Vereinsvernu"»gen an den 
Verein ,,Centralbibl.". Mit einem Aufwände von ca. .■$(>»)(»( lulden 
soll die Bibl. reorganisirt und zum Tlieile neu (IX. Währingcr- 
strasse äo) ausgestattet werden. 

si»;"). Gabelsberger Stenographen-Centralverein, I. Weihburg- 
gasse l(i. — Jltiu J)d(>. — fJahresdotation 4U0 Gulden. — 
Vereinsvorstand: Karl Weizmann, k. k. R(»visor des reiclis- 
räthlichen Slen(^grai)h('nbureaus: Ribliotliekar: Alexander 
Pusicelli. — Zettelkatalog. — Renützbar Sonntag ;t— 11 Uhr 
vorm. — P]ntlehnungen nur an Vereinsmitglieder. — Ver- 
sendungen an auswärtige Mitglieder nur mit besonderer (ie- 
nehmigung der Vereinsloitung. — Gegr. zugleich mit den: 
Vereine 184i>. — Stenographie. 

Gedrucktor Ribl. -Katalog v. .1. 1870. 

HOt;. K. u. k. Garnisonsspital Nr. 2, III. Rennweg 81». — 
■31.')0 Rde. — Ohne bestimmte Jahrosdotation. — Vorstand ist 
der S{)italscommandant. Verwalter der Ribl. der jeweilige 
Militärcurat. — Ein handschriftlicher, nach dem Inhalte 
der Rücher angelegter Katalog. — Jeden Tag nach dem 
Spitalsgottesdienst von T'/o — 8 und von 10 — 12 Uhr für die 
kranken und reconvalescenten Personen des obigen Spitales 
benutzbar. — Versendung ausgeschlossen. — Eine geschicht- 
liche Darstellung der Gründung und Vergrösserung der Ribl. 
liegt nicht vor; allem Anscheine nach wurde dieselbe, wie 
aus den Rücherspenden ersichtlich ist, nach und nach von 
Wohlthätern gegr. und vergr()ssert. — Gr()sstentheils Relle- 
tristik, aber auch Militärwissenschaften und Theologie. 

807. K. k. Gartenbaugesellschaft, I. Parkring 12. — Ca. 
2000 IMe. " riahresdotation 2oo Gulden. PräsidcMit: Exe. 

Johann Graf llarrach: Gem-ralsecretär: Privatdocent Dr. Alfred 
Rurgerstein. — Zettelkatalog. — I)enützbar von !• — 1 Uhr. — 
Entlehnungen nur an Milglicdor der Gesellschaft. — Gegr. IS.*??. 

SOS. K. k. oberster Gerichts- und Cassationshof, 1. Schnier- 
lingi)latz 10, Justizpalast. — Ca. lo.ooo Rde. und öo italie- 

is* 



27 G Wien. [809 

nisclie Statutarreclite in Handschrift, zum Tiieile Original- 
manuscripte, zum anderen Copien. — Jahresdotation 400 — fiOO 
Gulden. — Die Bibliotheksgeschäfte werden von einem Mit- 
gliede des oberstgerichtlichen Secretariates, einem Hofsecretär 
oder Rathssecretärsadjunct, derzeit Hofsecretär Dr. Anton Frei- 
herr V. Pachner-Eggenstorff. besorgt. — Ein S3'stematischer 
Bandkatalog und ein aiphabet. Zettelkatalog. — Während der 
Amtsstunden des obersten Gerichtshofes von 9 — 2 Uhr für 
die Mitglieder desselben benutzbar: ausnahmsweise mit be- 
sonderer Bewilligung des Präsidiums auch für andere Personen, 
Richter, Advocaten, Rechtsgelehrte etc. — Ebenso Entleh- 
nung gegen Empfangsbestätigung: Handschriften werden nur 
mit besonderer Bewilligung verabfolgt. — Versendungen nur 
ausnahmsweise über besondere Ermächtigung. -— Die Bibl. 
wurde i. J. 1829 als Bibl. der damaligen obersten Justizstelle 
(seit 1H4S oberster Gerichtshof) über Veranlassung des Vice- 
präsidenten Freiherrn v. Ulm gegr. Derselbe Hess ein Ver- 
zeichniss der vorräthigen inländischen Gesetzsammlungen und 
der wenigen von den Autoren gespendeten Werke anlegen, 
wies in einem ah. Vortrage auf die Nothwendigkeit der An- 
schaffung neuer Bücher hin und bat um Anweisung eines 
entsprechenden Geldbetrages. Kaiser Franz bewilligte zunächst 
400 Gulden, für die folgenden Jahre je 200 (iulden C.-M. Im 
J. 18 4;") wurde dieser Betrag auf ,300 Gulden erhöht. Be- 
deutend vermehrt wurde die Bibl. i. J. l.s.'U durch den Ankauf 
der juridischen Werke aus dem Nachlasse Prof. Wagner's. 
Die Wahl der neu anzuschaffenden Werke wird gegenwärtig 
vom Präsidium getroffen, das hierbei den von den Senats- 
präsidenten und Hofräthen des obersten Gerichtshofes ge- 
äusserten Wünschen Rechnung trägt. Seit Aufhebung des so- 
genannten Veroneser Senates 1850 wurden der Bibl. die ob- 
genannten italienischen Statutarrechtssammlungen einverleibt. 
— Gepflegt werden die Rechts- und Staatswissenschaften mit 
besonderer Berücksiclitigung des österreichischen Rechtes. 

Masehek v. Maasburg, M. Friedrich. Geschichte der ohorston Ju.stizstelle 
in Wien (1 740 184«). Zweite Auflacrp. prajr 18;>1. 

sO!i. „Germania". Lese- und Redeverein der deutschen Hoch- 
schüler in Wien, VHI. Josefstädterstrasse 9. — 1242 Bde., 
und zwar UM 7 belletristischen und 22.^) wissenschaftlichen 
Inhaltes. — Jahresdotation 40 — .50 Gulden. — ;{ jedes Semester 
xom Ausschusse ncuigewählte Bücherwarte, derzeit Büclier- 
wart: stud. phil. Karl Fces; I. Stellvertreter: stud. phil. Robert 
Mayr: 2. Stellvertreter: stud. jur. Theodor Härdtl. — Ein 
Zettel- und ein aiphabet. Katalog. — Benutzbar während der 
gewöhnlichen Amtsstunden des Ausschusses von 9—12 und 



S1..J ^Vi 



en. 



- -s Uhr für ilicJL'iii.neii Vereiusinit<^Ji(.'(lcr. wclcJiu eiiicji bo- 
tiondoron Bücliorscliein (;i<i Kreuzer pro Semester) lösen. — 
Entlehnuiii:, aber keine Versen(lun^^ — Ge.^r. l«l»v.'. Die 
Büeherei wurde zum Theile aus der liibl. der seinerzeit 
pulizeilu'h aufgelösten „Akademisclien Lesehalle" überntminien. 
Auch fand eine ]>üehersamnüun<^- von ca. 400 Bdn., die Dr. 

Moriz Weitlof geschenkweise überliess, hier Aufnahme. 

Sämmtliche an der Universität vorgetragenen Wissenschaften. 

810. K. k. Gesellschaft der Aerzte, IX .! Franckgasse m. 
— 35.000 Bde., und zwar IJ.soo Einzelwerke, :):.o Zeit- 
schriften, zahlreiche Handschriften (darunter Billroth's Auto- 
biographie in 2 Exemplaren, 3 Briefe S. k. H. des Kron- 
prinzen Rudolf, 1 7 Briefe S. k. H. des Herzogs Carl Theodor 
von Bayern und 308 Briefe anderer Persönlichkeiten), ca. 
700 Porträts, 3 Mappen, -22 Aiitographen, Ansichten. -- Jahres- 
dotation 2000— 3000 Gulden.- Präsident: Prof. Hofr. Dr. Rud. 
Chrobak: Vicepräsident: Prof. Dr. Siegmund Exner. Zwei 
gewählte Bibliothekare, derzeit Dr. Ludwig Unger und Privatdoc. 
Dr. Heinrich Paschkis; 1 Bibliotheksdiener. — Handschrift- 
liche Kataloge, und zwar i aiphabet. Zettelkatalog, l :\Iaterien- 
zettelkatalog, l aiphabet. Bandkatalog, 1 Inventarkatalog mit 
fortlaufender Numerirung, 1 Doublettenbandkatalou-. — Nur für 
Mitglieder der Gesellschaft benutzbar, täglich an Wochentagen 
von 10-2 Uhr mittags und von 5—9 Uhr abends, an Sonn- 
und Feiertagen von 10 — 12 Uhr. — Entlehnungen von Büchern 
in der Regel auf 30 Tage, von Zeitschriften auf 8 Tage. 
Nicht ausgeliehen werden umfangreiche Naclischlairowerke, 
Wörterbücher und neu angeschaffte Werke innerhalb eines 
Monates nach ihrer Beschaffung. - Verschickt werden weder 
Werke noch Zeitschriften. Die Bibl. verdankt ihr Ent- 

stehen dem eollegialen Streben der Gründer der Gesellschaft 
und schöpfte ihren ersten Bücherbestand aus der medicinischen 
Journalistik. Grössere Legate wuchsen derselben si)äter zu: 
durch die Witwe nach Feuchtersieben, v. Hoffmannst hal. L. 
W. Mauthner v. Mauthstein. Malfatti, Ludwig Türk, Ferd. 
Arlt. Joffe, Dittel, M. v. Zeissl und schliesslich in besonders 
munificenter Weise durch Theodor Billroth, welcher der Ge- 
sellschaft nebst zahlreichen Werken seine umfangreiche Auto- 
graphen- und Porträtsammlung noch bei Lebzeiten überliess. 
Ueberdies geht der Bibl. jährlich eine grosse Anzahl von 
Werken durch den jeweiligen Schriftentausch und durch die 
Redaction des Gesellschaftsorganes. derzeit „Wiener klinische 
Wochenschrift", zu. - Medicin und Naturwissenschaften. 

Katalog der Bücliorsamnilunfj: der k. k. Grsollschaft der Aerzte zu 
Wien. Wien 18Gü, saninit dem Ergänzungskataiog I. v. J. 187S durch die 



278 Wien. [Sil 

inzwischen ei'folgte Neukatalogisirung ungiltig. — Hyek, S. Geschichte 
der k. k. Gesellschaft der Aerzte in Wien von 1837—1888. Wien 1889. — 
Bericht der k. k. Gesellschaft der Aerzte in Wien über das Gesellschafts- 
jahr öl. Wien IS'.iO ff. 

811. Gesellschaft der Musikfreunde, I. Canovagasse 4, Halb- 
stock. — Archiv: 30.000 Tonwerke, praktische Musik, Partituren, 
Ciavierauszüge, Stimmen. Bibl.: über 4000 Werke theoretischen, 
historischen und sonstigen Inhaltes über Musik. Museum: Etwa 
1500 Handschriften der hervorragendsten Tonkünstler der 
letzten 3 Jhdte.. theils Compositionen. theils Briefe und andere 
Werke. Etwa 2000 Porträts von Tonkünstlern und Künst- 
lerinnen, sowie von hervorragenden, um die Musik besonders 
verdienten Personen aus dem 17.— 19. Jhdt. Ferner eine Samm- 
lung historischer Musikinstrumente (l'i. — 15». Jhdt.). über 100 
Nummern. — Jahresdotation looo Gulden. — Archivar und 
Bibliothekar: Dr. Eusebius Mandyczewski: Bibliotheksadjunct 
Carl Kehlendorfer; mit der Neukatalogisirung betraut: 
Dr. Hugo Botstiber; 1 Bibliotheksdiener. — Für das Archiv: 
1 Nummernkatalog und 17 aiphabet. Fachkataloge, für die 
Bibl.: 1 Nummernkatalog, 1 allgemeiner, aiphabet. Katalog 
und 20 aiphabet. Fachkataloge; sämmtlich Bandkataloge. Die 
Ausarbeitung eines Zettelkataloges hat im September l.s!).s 
begonnen. Für das Museum besondere Verzeichnisse. — 
Bibl., Archiv und Museum vom 15. September bis 15. Juli an 
allen Wochentagen von 10 — 1 Uhr für jedermann zugänglich. 

— Bücher und Musikalien werden nur nach Massgabe des 
persönlichen Vertrauens des Vorstandes verliehen oder an 
öffentliche Bibl. verschickt. Handschriften kcnmen weder 
entlehnt noch verschickt werden. — Den Grundstock der aus- 
schliesslich Musik und Musikwissenschaften pflegenden Bibl. 
bildet die Privatbibl. des 18 19 in Sondershausen verstorbenen 
Ernst Ludwig C erber. 

Pohl, C. F. Die Gesellschaft der Mnsikfreunde des österreichischen 
Kaiserstaates und ihr Conservatoriuin. Wien 1871. 

812. K. k. geographische Gesellschaft, I. Universitätsplatz 2. 

— Allgemeine Geographie 23(;2 Werke; besondere Geogr. 
4225 Werke: andere Wissensch. 583, zusammen 7170 Werke. 

— Jahresdotation 200—300 Gulden, — Bibliothekar: Prof. 
Dr. Theodor Cicalek, Stellvertreter: Dr. Franz Heger, Custos 
des k. u. k. naturhistorischen Hofmuseums; Constantin Ka- 
puscha, Beamter der Centralanstalt für Meteorologie und Erd- 
magnetis)nus, führt die Einlaufe. — Materienkatalog, innerhalb 
der einzelnen Fächer chronologisch; Zettelkatalog; aiphabet. 
Autorenkatalog. — Dienstag, Donnerstag und Samstag von 
a — 6 Uhr, an letzterem Tage eventuell auch, bis 8 Uhr für 



^'•■l Wien. -JT'.i 

Mituliodor dvv (Gesellschaft i>eöt't'net. Vom I.— 31. Au<fu.st i^e- 
schlossen. — Entlehnung nur an Mit<^lieder auf einen Monat. 

— Versendungen nur ausnahmsweise. — (re!j:r. .gleichzeitig 
mit der (»esellschaft. l<]inen bcMlenlenden Zuwachs erhielt die 
Bibl. durch Autuahme der IJücherriammlun^' des Afrikaf(jrschers 
Dr. W. Junker. — Geographie. 

Bibl. -Ordnung-. Wien 1899. — Katalog der Bibl. der k. k. geogra- 
phischen Gesellscliaft. Wien 1899. 

818. K. k. heraldische Gesellschaft ,. Adler", I. Ilosen- 
oasse 1. — 1 !>(;„> Werke. - Jahresdotation 200 Gulden. — 
Präsident: p]xc. Dr. Ed. Gaston Graf Föttickli v. Pettenegg; 
Vicepräsident: Friedr. Frh. v. Haan, Rathssecretär; Biblio- 
thekare: Kaplan Johann Ev. Kirchberger, Controlor Guido 
Ehrenfried Bauernfeld; Custodeii : Bez.-Hauptni. Arthur Graf 
V. Wolkenstein-Rodenogg. Archivsconcipist Alfred Ritter An- 
thony V. Siegenfeld; Archivare: Min.-Vicesecr. Anton Peter 
R. V. Schlechta-IIrochow-^Vssehrdsk3^ Prof. Dr. Hermann 
B. V. Schullern zu Schrattenhofeii. — Ein Zettel- und ein 
Standortskatalog. — Mittwoch von <> — s Uhr abends für die 
Mitglieder, eingeführte Gäste und Mitglieder jener Vereine 
benutzbar, mit denen ein Schriftentausch besteht. — An Mit- 
glieder der Gesellschaft Entlehnung und Versendung gegen 
Empfangsschein; bei gewissen Werken ist die specielle Be- 
willigung des Vorstandes erforderlich. — ISTO Gründung der 
Bibl. ]8I»0 wurde der Katalog (Materienkatalog) durch Josef 
Klemme verfasst und in Druck herausgegeben. Der Sphragi- 
stiker Eduard Melly (f 22. Oct. 1854) hinterliess eine ansehn- 
liche Siegelsammlung. die in den Besitz des Grafen v. Pettenegg 
gelangte; dieser machte sie der Gesellschaft im December 
1889 zum Geschenke (über 30ü() Gypsabgüsse und Lackabdrücke). 

— Heraldik, Genealogie, Geschichte. Sphragistik, Numismatik. 
Topographie. Rechts- und Adelswesen, Archiv- und Urkunden- 
wesen, Local-. Kirchen- und Culturgeschichte. 

Bibl. -Katalog erschien Wien 1890. 

811. Numismatische Gesellschaft, I. Universitätsplatz 2. — 
Ca. •200(j Bde.. 2 Manuscripte. — Jahresdotation je nach 
Bedarf. — Bibliothekar: Dr. Joseph Scholz. — Eingedruckter 
aiphabet. Katalog aus dem Jahre IsOO, überdies ein Zettel- 
katalog. — Geöffnet jeden Mittwoch von <!— 8 Uhr abends. 

— Entlehnungen an Mitglieder auf 11 Tage. - Versendungen 
derzeit unmöglich. — Gegr. 1870. im Wesentlichen durch 
Schenkungen und Scliriftentausch vermehrt. — Numismatik, 
in zweiter Linie Geschichte und Alterthumswissenschaft. 

«15. Photographische Gesellschaft, H. Karmelitergasse 7. 

— 11t).') Nummern mit ca. 2500 Bdn., überdies: 18 Jahrbücher 



280 Wien. t^i^ 

und ca. 100 Zeitschriften. — Vorstand der Gesellschaft: 
Hofrath Ottomar Volkmer; Cassier: Reg.-R. Ludwig Schrank. 
— Bandkatalog. — Benutzbar nur für Mitglieder Mittwoch 
und Samstag von 4 — 7 Uhr. — Ebenso Entlehnungen und 
Versendungen. — Entstanden aus Schenkungen und allmäh- 
lichen Nachschaffungen seit der 1861 erfolgten Gründung der 
Gesellschaft. — Photographie, Chemie, Photochemie und ver- 
wandte Fächer. 

816. Wiener pädagogische Gesellschaft, 1. Johannesg. ia. 

— 669 Bde. — Ohne Dotation. — Von gewählten Biblio- 
thekaren, derzeit Moriz Baumann, verwaltet. — Ein hand- 
schriftl. Katalog. — Benützung nach Anmeldung bei den Biblio- 
thekaren, von denen einer im Hause Avohnt. — Gegr. 1873. — 
Vorzugsweise Pädagogik, Naturgeschichte, Physik und Chemie, 

817. K. k. zoologisch-botanische Gesellschaft, I. Wollzeile 1 2. 

— 12.000 —lö. 000 Bde. Zeitschriften; 66:)0 selbständige Werke 
und Separatabdrücke. — Jahresdotation 30(» Gulden: für Er- 
gänzung der Serien 300 Gulden, für Buchbinderkosten 300, 
zus. 900 Gulden. — Das Bibliothekscomite besteht aus: Joseph 
Brunnthaler, Dr. Alexander Zahlbruckner und dem verwal- 
tenden Secretär A. Handlirsch. - Für die selbständigen 
Werke und Separatabdrücke ein alphabet. geordneter Zettel- 
katalog, für die Zeitschriften ein älterer Bandkatalog; ein 
Zettelkatalog in Ausarbeitung. — - Entlehnungen nur an 
Vereinsmitglieder an allen Wochentagen von 3-7 Uhr. — 
Ebenso Versendungen gegen Ersatz der Kosten. — Gegr. 
zugleich mit der Gesellschaft i. J. 18.=)1; die Bibl. erhielt 
seinerzeit die Bücher des Botanikers Neilreich. — Zoologie 
und Botanik, vereinzelt andere Wissenschaften; die meisten 
Zeitschriften deutscher und sehr vieler auswärtiger natur- 
wissenschaftlicher Gesellschaften durch Schriftentausch. 

818, K. k. Technologisches Gewerbemuseum, IX. Währinger- 
strasse 59; die Institutsbibl. ist gegenwärtig wegen Platz- 
mangel IX. Eisengasse 5 untergebracht. — 331-2 Werke mit 
.'>139 Bdn.; Lehrmittel: 223 Werke mit 7700 graphischen 
Blättern; hiervon besitzt die Centralbibl. 171h; Werke mit 
2ÖÜÖ Bdn., das übrige die vier Sectionen. Ausserdem 9;') tech- 
nische und gewerbliche Fachzeitschriften, sowie Tausch- 
exemplare von Handelskammer-, Schul- und Vereinsberichten. 
— Jahresdotation 700 Gulden. — Bibliothekar und Gustos 
der Sammlungen: Moriz Volke. — Handschriftliche Fach- 
kataloge mit Namjnro'gister für jede Seotion der Anstalt, ein 
Katalog der allgemeinen Bibl. gleichfalls mit Autorenregister 
und ein Katalog für ältere Werke des Museums der Geschiclite 



820] Wien. 3sl 

der ("»öterreicliiöclieii Arbeit. — Die Jiibl. war durch 1 ' \, Jahre 
(")f feilt lieh, ist jedocli derzeit nur Aiistaltshil)!., zu der die 
Schüler der Anstalt Zutritt haben. — Entlelinunjuen nur an 
den Lehrkörper. — WerthvoUere Werke befinden sich als 
Ilandbibl. bei den Vorständen der Soctionen und Versuchs- 
anstalten. — Durch grössere Schenkunji^en machten sich ver- 
dient: Das k. k. Ackerbauministerium, Architekt II(»rky und 
Stummer R. v. Traunfels. Die I>ibl. des Museums der Ge- 
schichte der österreichischen Arbeit besitzt ferner eine i>rosse 
Anzahl Originalmanuscripte von Josef Kessel, Freih. v. Reichen- 
bach etc. — Besonders Werke, welche als Unterrichts- oder Nach- 
schlagewerke der einzelnen Sectionen Verwendung finden ; 
sehr reich ist die xVbtheilung der statistischen Abhandlungen. 
— Die Bibl. enthält eine selbständig geführte Abtheilung 
für das „Museum der Geschichte der österreichischen Arbeit" 
unter derselben Verwaltung. 

S19. Wiener Goeihe-Verein, I. Eschenbachgasse i». — T'^i; 
Werke in lO'.ts Bdn. — Dotation im letzten Jahre 73 Gulden. 

— Mit der Verwaltung der Bibl. ist derzeit der zweite Schrift- 
führer des Vereines und Redacteur der „Chronik des Wiener 
Goethe- Vereines", Rudolph Bayer v. Thurn, Official in der 
Cabinetskanzlei Sr. Majestät, betraut. — Je ein nach Autoren 
wie nach Realien und Schlagwörtern geordneter Zettelkatalog: 
überdies ein numerisch geordnetes Zuwachsverzeichniss. — 
Zugänglich für Vereinsmitgiieder; für andere Forscher nur 
gegen entsprechende Legitimation und vorherige schriftliche 
Anmeldung beim Bibliothekar. — Ebenso Entlehnungen und 
Versendungen, letztere gegen Ersatz des Portos. — Den 
Grundstock der Bibl. bildete eine munificente Widmung der 
Frau Marie Walther, welche die von ihrem Gatten Sections- 
rath P. Fr. Walther hinterlassene Goethe-Bibl. dem Vereine 
zum Geschenke machte. — Ausschliesslich Goethe-Literatur. 

Katalog der Bibl. des Wiener Goethe-Vereines. In alpliahot. Keilienfolge. 
Wien 1879. — .,Ciii'onik des Wiener Ooetlic-Vereines"', Wien ISST ff. (worin die 
neuen Erwerbungen von Zeit zu Zeit veröffentlicht werden). 

820. [K. k. akademischesJGymnasium, L Christinengasse 0. 

— a) Lehrerbibl. coli Werke in li.yi5 Stücken; iT.öäi» Pro- 
gramme; b) Schülerbibl. S07 Werke in llTJBdn. oder Heften. 

— Jahresdotation ca. (500 Gulden. — Director: Reg.-R. Fried- 
rich Slameczka; Gustos für a) Prof. Franz Ilanna; für bj 
Prof. Engelbert Neubauer. — Alphabet. Zettelkatalog. — Be- 
stimmte Lesestunden nicht festgesetzt. Entlehnung und Ver- 
sendung an Lehrpersonen auf Grund eines mündlichen oder 
schriftlichen Ansuchens bei der Direction, respective beim 
Gustos: an Fremde nur gegen entsprechende Sicherstellung. 



282 Wien. [^!2i 

— Wahrscheinlich i^egT. mit der Anstalt 1552 im Doniinicaner- 
kloster von den Jesuiten: 1555 kam das Gymn. in das ehe- 
malige Carmeliterkloster am Hof, 1622 in das Universitäts- 
gebäude; seit 1773 Staatsanstalt, seit ls50 Obergymn. und 
mit weltlichen Lehrkräften besetzt. 

Katalog ei'scheint im Jahresberichte für 1899. 

s21. K. k. Gymnasium der Benedictiner zu den Schotten, 

I. Freiung G, — a) Lehrerbibl. 2173 Bde.; h) Schülerbibl. — 
Director: Dr. Andreas Borschke: Bibliothekar: Prof. Dr. 
Ferdinand Kotek. — IG50 von FM. Graf Rudolf v. Teuffen- 
bach gegr.: 1773 mit dem akadem. Gymn. vereinigt: 1775 als 
kaiserl. Gymn. zu St. Anna wieder eröffnet; 1S07 von den 
Benedictinern übernommen. Seit 184t) Obergyuin. 

Nach dem letzten Jahresberichte gearbeitet, da der Fragebogen nicht 
beantwortet wurde. 

822. [K. k. Franz Joseph-Staats-JGymnasium, I. Hegelgasse 3. 

— a) Lehrerbibl. 1(355 Werke; h) Schülerbibl. (;s7 Werke. — 
Jahresdotation 500 Gulden. — Director: Reg.-R. Dr. Ignaz 
Wallontin: Custos für a) Prof. Anton Linhart: für b) Prof. 
Hermann Scherff. — Alle Wissenschaften, mit Ausnahme der 
rein technischen. 

Linliard, Anton. Katalog der Lehrerbibl. I. Th. In: XXIV. Jahresbericht 
über das k. k. Franz Joseph-Gymn. in Wien. Wien 189.s. 

823. [K. k- erstes Staats-jGymnasium im II. Bezirke, IL Ta- 

borstrasse 21, vom Schuljahre 189l)/1900 an Circusgasse id 
und 4s. — a) Lehrerbibl. 5798 Bde., 250 Hefte; h) Schülerbibl. 
1253 Werke. — Jahresdotation für a) 400 Gulden. — Director: 
Reg.-R. Dr. Gustav Waniek; Bibliothekar für n) und h) Prof. 
Vincenz Hammerle. — Ein Band- und sechs Fachkataloge 
in aiphabet. Ordnung. — Benutzbar nur für Mitglieder des 
Lehrkörpers. — Ebenso Entlehnungen. — Keine Versendungen. 

— Gegr. 1.S77 zugleich mit der Anstalt und durch Geschenke 
sowie jährliche Anschaffung aus den verfügbaren Geldmitteln 
erweitert: seit der Gründung, mit kurzer Unterbrechung von 
zwei Jahren, von dem gegenwärtigen Bibliotliekar verwaltet. 

— Alle Fächer der Anstalt; besonders gepilegt classische 
Phihdogic. Pädagogik, Germanistik und Matliematik. 

«21. [K. k. zweites Staats-jGymnasium im II. Bezirke, Kleine 
Sperlgasse 2. - r/; Lein-('rl)ibl. 5 1(11 Bdo., 12l2 1lerte; />J Schüler- 
bibl. itl:-s P>de. — Director: Leopold Eysert; Custos für a) 
und h) Prof. Adolf Julius Seidl. — Gegr. lH(il als TU-algymn.. 
seit 18<)7 Obergymn., 1H97 verstaatlicht. 

^^ach dem letzten Jaliresberichto gearbeitet, da der Frageltogen iiictit 
beantwortet wurde. 



^271 ^Vi 



^'". •})^,'^ 



SL':). [K. k. Staats-]Gymnasium im III. Bezirke, Sophirn- 
hrüekonjzasso \11. — a) Lelirei'l)il>l. ca. f).')!»!» iJde. iiiul IT.ono 
Ilofto: h) Schülorbibl. ca. Kioo Kdo. - Jahrestlotatioii bei 
<;oo (hilden. — Dii-ector: Josof Zycha; Custos: Prof. Christian 
-jänicUü. — Für <i) Fachkataloiro in Bdn. nach den Gymnasinl- 
tachern und ihren Untorabtiieilun.^cn ,<>eordnet und ein aipha- 
bet. Zettolkatah),u:; für /*) ein P.andkatah)^^ nach den IJ ChiHscn- 
abtheilunireu, ein Faciibandkataloo-, der auch die Namen der- 
jenipMi Professoren enthält, die für die Einstelhinir in die 
Schülerbibl. verantwortlich sind, und ein aiphabet. Zettel- 
katal<)^<i-. — Benutzbar für die Professoren des Gymn. und 
der Staatsrealsehule im III. Bezirke während der Unter- 
richtszeit an Wochentagen. Die Benützung- der Bücher in der 
Bibl. ist weisen Paummanuels unin("n!liclL — AusnaJimsweise 
aucli Versendung- im Wege der Direction an einzelne Herren, 
die ehemals Öupplenten der Anstalt waren und dann anderswo 
fest angestellt wurden. - Beide Bibl. wurden zugleich mit 
der Anstalt i J. KS(J9 gegr. 

Ein Bibl.-Katalog der Lehrerbibl. wird im Prü^niiiuue Ii)(i0 voröiTent- 
liclit werden. 

S2t;. Gymnasium der k. k. Theresianischen Akademie, 

ly. Favoritenstrasse 15. — a) Lehrerbibl.: l>) deutsche Schüler- 
bibl. l;548 Bde., Ungar. Schülerbibl. 114 Werke mit rrl Bdn. 
— Director: Reg.-R. Carl Ziwsa; Bibliothekar für (t) Präfect 
Dr. Wenzel Johann Koutny; für h) Prof. Franz Prix. — 1740 
zugleich mit der Tlieresianischen Akademie gegr. 

Xach dem letzten Jahresberichte gearbeitet, da der Fra'^eboL'on iiiclii 
beantwortet wurde. "^ 

se7. [K. k, Elisabeth-Staats-]Gymnasium im V. Bezirke, 

Raiuergasse 33. — a) Lehrerbibl. 13;j'.» AVerke mit 'JJ7I Bdn. 
und COS Heften, 3531 österr.-ungar., 4568 deutsche Prouramme: 
h) Schülerbibl. 547 Werke in Gsi Bdn. und Heften. —Jahres- 
dotation 40i)— 45(» Gulden. - Director: Dr. Franz Strauch; 
Custos für <i) Prof. Dr. Carl Kreipner; für h) Prof. Dr. Franz 
Lauczizky. - Ein Bandkatalog und zwei Zettelkataloge, einer 
aiphabet., der andere nach Wissenschaften geordnet. — a) für 
die Lehrer der Anstalt benutzbar zur Einsichtnahme an (^rt 
und Stelle in Gegenwart des Bibliothekars täglich vorm. in 
den freien Stunden desselben. — Entlehnung gegen Emi)fan-'s- 
bestätigung. — Die Bibl. besteht seit (Irün'dung des Gynni. 
1. J. 1S7U und umfasst alle Gymnasialfächer; h) Jugendlite- 
ratur. 

Die Drucklegung eines Kataloges ist in Vorbereitung. 



284 Wien. [828 

828. [K. k. Staats-]Gymnasium, VI. Amerliugstrasse 6. — 
a) Lehrei'bibl. .')5:)0 Bde., 1873 Hefte; h) Schülerbibl. — Jahres- 
dotation oOo Gulden. — Director: Dr. Victor Thumser; Gustos 
der Lehrerbibl. : Prof, Glemens Dipold; der Schülerbibl. : Prof. 
Carl Ehart. — Zettel- und Inventarkataloii. — Benutzbar 
a) nur für Mitiilieder des Lehrkörpers jederzeit: h) für Schüler 
an bestimmten Tagen und Stunden. — Keine Versendungen. 

— Gegr. zugleich mit der Anstalt 1864 von der Commune. 

829. [K. k. Staats-]Gymnasium im VIII. Bezirke, Piaristen- 
gasse 45, — !i'j;ju Bde. — Jahresdotation ca. 600 Gulden, 

— Director: Reg.-R. Pius Knöll; Bibliothekar: Dr. Anton 
Becker, — Zettelkatalog und Bandkatalog, noch nicht 
vollständig. — Benutzbar täglich zu den vom Bibliothekar 
angegebenen Stunden. — Entlehnung nur an Mitglieder des 
Lehrkörpers. — Versendung nur im Wege des Austausches 
mit der Staalsrealschule im L Bezirke. — Gegr. 1701. — Ver- 
treten sind alle Wissenszweige nach Massgabe der verfügbaren 
Mittel. — Ausserdem eine Schülerbibl., deren Bibliothekar 
Gymn. -Lehrer Siegmund Brief ist. 

Aschauer, Josef. Katalog der Lehrerbibl. I. Theil. In: XLVIII. Jahres- 
bericht über das k, lt. ötaatsgymn, im VIII. Bezirke Wiens. Wien 1898. 

830. [Langer'sches Privat-]Gymnasium, VIIL Buchfeldgasse 4, 

— .507 Bde.. 117 Hefte. — Keine bestimmte Jahresdotation. 

— Bibliothekar derzeit Ignaz Tkac, k. k. Prof. i. R, — Hand- 
katalog nach Fächern und ein Zettelkatalog, — Benutzbar 
für den Lehrkörper zu jeder Zeit. - Gegr. i. J. 18(>;j von 
dem früheren Inhaber Franz Meixner, pflegt die Bibl, Ge- 
schichte, deutsche Sprache und Literatur, Mathematik und Physik. 

8:31. [K, k. Maximilians-JGymnasium, IX, Wasagasse 10, — 
a) Lehrerl)il)l. 3085 Bde., 3511» Hefte, 1.5.431 Programme; 
h) Schülerbibl. — Jahresdotation a) 400—500 Gulden, 

— Director: Anton Stitz; Bibliothekar für (i) Prof, Leopold 
Weingartner; für die Progranmisammlung: Prof. Joseph 
Meisel; für h) Supplent Dr, Carl Prinz, — Neben dem Inventar 
ein Bandkatalog nach Fächern geordnet, ferner ein Zettel- 
katalog gleichfalls nacli Fächern und aiphabet, geordnet. — 
Keine bestimmten Bibl. -Stunden; benutzbar jederzeit für die 
Mitglieder des Lehrkörpers der eigenen Anstalt und jene des 
Döblinger Gymn. — Ebenso Entlehnungen. — Keine Ver- 
sendungen. — Gegr. zugleich mit der Anstalt 1S71. — Vertreten 
alle an der Anstalt gelehrten Fächer. Besonders gepflegt: 
Pädagogik und lateinische Syntax. 

Weingartner, Leoijokl. Kibl. -Katalog der Anstalt. T. Tliell. In: Jahres- 
bericht des k. k. Maxiiniliansgynin in Wien. Wien ISltH. 



^3"! Wion. 



28 ö 



8;5-2. [K. k. Carl Ludwigs-jGymnasium, XII. I{<)sas<<asso l — 
a) Lohrerbil)!. ;!i()l JUlc, .Xi'J llerte; hj Soliülcrbibr hi'.'j jjde., 
122 Hefte; cj Sanimliin<r der Prooramme (JÜX) Jide. — Jalires- 
dotation a) :?oo rxuldon: h) 70 Gulden. - Director: Johann 
Wastl; Bibliothekar für rt) Prof. Hans Koi)i)enst('iner ; für 
l'l Prof. P>anz Miolialok: für cj Pr(»f. Dr. Carl Tniinanuel 
lUirkhard. — >,) Inventar- und Zettcilkatalon-. Gedruckter 
Ivataloo- im Anstaltsi)rooranim für l.s!)9; hJ Inventar- und 
r.andkataloo; rj Bandverzeiehniss der österr. Pro^rraninie nach 
Ländern, der reichsdeutschen aiphabet. — Benutzbar a) und 
c) für die Mit.alieder des Lehrkörpers der eigenen Anstalt 
und der Staatsrealschule im XV. Bez. jederzeit." Ebenso I-:nt- 
lehnunoen: h) an Schüler dreimal wöchentlich, n-ruppenweise 
P]ntlehnuno-en. — Keine Versendunoen. — Vertreten alle an 
(xymnasien «gelehrten Disciplinen, insbesondere classische 
Philologie. — Gei^r. zugleich mit der Anstalt lss;i. 

83.}. [K. k. Staats-jGymnasium im XVII. Bezirke (Hernais), 

Calvarienberoo-asse ;JI. - aj Lehrerbibl. icoc Werke- 
0) Schülerbibl. bei soo Werke. Jahresdotation ca. -Jöo (hüdm 
— _ Director: Georg Kotek; Bibliothekar: Prof. Arthur 
Wiskotschil. Benutzbar a) in erster Linie für den Lehr- 

körper: h) für die Schüler der Anstalt. — ?]rriclitet 1S7-J als 
Ptealg3'mn.: seit 1877 Untergymn., seit 1879 Oberoymn. 

Wiskotschil. Artliur. Kataloof clor Lfihrorl)il)l. I. Thoil In- XXIV Jahres- 
bericht des k. k. Stantsoymn. im XVII. Bezirke von Wien. Wien ISOS. 

H.U. [K.k. Staats-]Gymnasium im XIX. Bezirke (Ober-Döblinq) 

Gymnasiumstrasse 8;5. — a) Lehrerbibl. frls Nummern niit 
1906 Bdn.; b) Schülerbibl. 418 Nummern mit 471 Bdn — 
Jahresdotation ca. ;!<m) Gulden. - - Director: Karl Woksch: Biblio- 
thekar für a) Prof. Wenzel Wild, für h) Prof. Eduard Jancik. - 
Alphabet. Zettelkatalog; Band-(Haupt-)Kataloo- aiphabet, nach 
Materien in 18Grupi)en: Journalkatalog. — Benutzbar n) für 
den Lehrkörper zu jeder Zeit. — Ebenso Kntiehnun.-en - 
Gegr. zugleich mit der Anstalt 188r). — Alle für don Fh'mn - 
Unterricht vorgeschriebenen Gegenstände. 

835. Handelsakademie, I. Akademiestrasse 12. — cn-: Bde 
— Dotation ;m)0 Gulden. — Director: Reg.-R. Rudolf Sonn- 
dorfer: Bibliothekar: Prof. Dr. Hans Pischek. — Ein aiphabet 
Autoren-(Zettel-) und ein numer. Bandkatalog. — Für die 
Schüler der Anstalt täglich von ii — '.J-J, "für das Lehr- 
personale jeden Vormittag zugänglich. — Entlehnun-^en <--e>MMi 
Empfangsbestätigung, keine Versenduno-. — Ge'i-r.'lsr/i- '^— 

Commercielle Fachgegenstände.Cameralistik, Nationalökonomie 
Mathematik, politische Arithmetik, Physik, Chemie, chemische 



286 Wien. [836 

Technologie, Waarenkunde, Geschichte, Geographie, Reise- 
beschreibimgen, Literaturgeschichte, schöne Literatur. 

Borowski, Max. Bibliothekskatalog der Wiener Handelsakademie. 
Wien 1891. 

836. K. k. Österreichisches Handelsmuseum, IX. Berg- 
gasse 16. — Ca. 4000 Bde. — Jahresdotation lOoo — 1500 Gulden. 
— Director: Hofr. Moriz Ritter v. Roessler; der Bibl. -Dienst 
wird derzeit vom Museumsbeamten Fr. Bayer versehen. — 
Handverzeichnisse, welche die auf einzelne Länder bezüglichen 
Publicationen umfassen ; ein Zettelkatalog in Ausarbeitung be- 
griffen; auch ein aiphabet. Bandkatalog soll angefertigt 
werden. — Benutzbar an Wochentagen von ii — 3 Uhr, Donnerstag 
überdies von 4 — 7 Uhr abends und jeden zweiten Sonntag 
von 9 — 12 Uhr unter den sonst üblichen Bedingungen. — 
Entlehnungen mit Genehmiguug seitens der Direction. — 
Ebenso Versendungen. — Gegr. I.s74. Die grossartige Be- 
theiligung des nahen und ferneren Orients an der Weltaus- 
stellung in Wien 1873 hatte die ausserordentliche wirth- 
schaftliche Bedeutung des Orients insbesondere für die öster- 
reichisch-ungarische Monarchie erwiesen. Behufs praktischer 
Verwerthung der bei diesem Anlasse gewonnenen Erfahrungen 
und Anbahnung eines näheren wissenschaftlichen Contactes 
mit dem Orient wurde i. J. 1874 das ,, Orientalische Museum" 
gegr. und in demselben eine den damaligen Bestrebungen 
entsprechende Bibl. angelegt, wobei namentlich auch das 
orientalische Kunstgewerbe im Hinblick auf die für den 
Orient bestimmte kunstgewerbliche Massenproduction Europas 
Berücksichtigung fand. Dank der Munificenz des k. k. 
Ministeriums des Aeusseren, des k. k. Handelsministeriums, 
des k. k. Ministeriums für Cultus und Unterricht, des k. k. 
Ackerbauministeriums, des India Office in London, der chine- 
sischen Seezollbehörde u. a., verfügte die Bibl. alsbald über 
ein reichhaltiges Material, dessen Werth durch die wichtigsten 
den Orient betreffenden periodischen Publicationen erhöht 
wurde. Im J. issG wurde das Orientalische Museum auf 
l)reiterer, nicht ausschliesslich orientalisch-wirthscliaftlicher 
und kunstgewerblicher Basis unter dem Namen „K. k. österr. 
Handelsmuseum" zu einem allgemeinen Handelsmuseum aus- 
gestaltet und erfuhr auch die Bibl. eine dem neuen Wirkungs- 
kreise angemessene Erweiterung. Im J. 1897 wurde die bisher 
gepfhjgte kunstgewerbliche Action aus den Agenden des 
k. k. österr. Handelsmuseums ausgeschieden und Avird gegen- 
wärtig auch mit Rücksicht auf die im Vorjahre ins Leben 
getretene Handelslachschule „Ex])ortakademie" des k. k. österr. 
Handelsmuseums ausschliesslich eine umfassende Ei'^iinzung 



^^S^ Wion. 2 s 7 

und Krwcitoriinu der vorliaiidciuMi I^oständc! des wirtliscliafts- 
politisclieii Materiales durcliiieführt. -- VorzujL^sweiso v<dks- 
wirthschaftliclie Literatur, sowie die über das orientalische 
Kimst<j;ewerl)e. 

s;;7. Handels- und Gewerbekannmer für das Erzherzogthum 
Oesterreich u. d. Enns, I. Wii)pliiiuerstiasso ;il. — i;7.')l Wcikc; in 
1 .').;;<).; i;dn., i;)7o Heften, los Karlen und Plänen und 2o statist. 
Tabellen. — Jahresdotation 2000 (kilden. — Die Geschälte 
der Iiibl. besorgt mit Hilfe der jeweilig verfügbaren Kanzlei- 
und Dienstkräfte: Moriz Schwarz, Kanzleidirectionsadjunct. 

— Für die Jahre 1.S81 — 189S ein handschrirtlicher aiphabet. 
Zettelkatalog: für den ganzen Bestand ein nach Formaten ge- 
trennter, chronologisch geordneter Bandkatalog; ein Schlag- 
wortregister in Ausarbeitung. — An Wochentagen von !• :) 
Uhr gegen Legitimation zugänglich. — Entlehnung an Mit- 
glieder oder Beamte der Kammer, ausnahmsweise und nur 
gegen entsprechende Legitimati(»n auch an and(u-e Personen. 

— Die Bibl. entwickelte sich aus den seit der Gründung der 
Kammer i. J. isii) vorgenommenen Büc^herkäufen und zu- 
fliessenden Geschenken. — Alle Wissensgebiete, die mit Handel 
und Gewerbe in Beziehung stehen; bevorzugt jene Er- 
scheinungen, welche Handels- und Gewerberecht. Handels- 
und Gewerbepolitik, industrielles Urheberrecht und National- 
ökonomie behandeln. 

Kataloj? clor Bibl. dor II.- 11. G.-Kaminor f. Oostcrr. u. d. E. Wien 
IsöT. — Aliiliabet. Katalo" diT lübl. der IL- u. G. -Kammer f. d. Erz- 
lierzogtli. Oesterr. n. d. E. Wion 1881. — Saelikatalog dor Bil)l. der H.- 
n. <;. -Kammer f. d. Erzlierzogtii. Oe.sterr. u. d. E. Wien 1S81. — Alpliabet. 
Katalon der Bibl. der H.- u. G. -Kammer 1'. d. Erzherzootli. Oesteri'. 11. d. 
E. Wien 1898. 

S3S. K. u. k. Haus-, Hof- und Staatsarchiv, I.IIoiburg. — 
Gegen 'iO.OOO Bde.. über K'.ihi Ilandsclirirreu. — Jahresdotation 
700 Gulden. — Director: Hofr. Dr. Gustav Winter; Biblio- 
thekar: Haus-, Hof- und Staatsarchivar Arpäd Györy de 
Nädudvar. — Für die Handschriften ein gedruckter Kataloi:: 
für die Bücher ein handschriftlicher aiphabet. Zettelkatalog, 
ein ebensolcher gebundoner und ein gebundener Schlagwort- 
katalog. - Da die Bibl. eigentlich nur Handbibl. des Staats- 
archivs ist, so steht sie während der allgemeinen Amts- 
stunden von '/.jlO — ^/.ß Uhr den Beamten dieses Institutes und 
den Benutzern desselben zur Verfügung. — Die Benützung 
durch Fremde ohne gleichzeitige arcliivalischo Arbeit in der 
Anstalt ist nicht gestattet. — Enthüll luing gegen Recepisse 
auf kurze Zeit. Versendung von Handschriften zur Be- 

nützung durch Private nur :m <"'ffent liehe Archive und Bibl. 



288 Wien. [839 

— Die Bibl. nahm ihren Ursprung mit der Erriclitung des 
Haus-, Hof- und Sta^.tsarchivs, also mit dem Jahre 1749. Sie 
erfuhr namentlich durch Zuwendung eines Theiles der erz- 
bischöfl. salzburgischen Bibl.. von Büchern aus der Bibl. des 
Ministeriums des Aeussern und verschiedener auswärtiger 
Missionen, dann der Privatbibl. des Hofr. Reinhardt, des ehe- 
maligen niederländ. ,.Chef de la Chambre heraldique" Bey- 
daels de Zittaert u. A. eine wesentliche Bereicherung. — Ge- 
schichte und deren Hilfswissenschaften finden hier haupt- 
sächlich ihre Pflege. 

Böhm, Constantin Edler v. Die Handschriften des k. u. k. Haus-, Hof- 
u. Staatsarchivs. Wien 1873. 1 Bd. und Suppl. (1874). 

839. K. k. Hochschule für Bodencultur, XIX. Hochschul- 
strasse 24. — Ca. -22.000 Bde.. 4 Incunabeln. — Jahresdotation 1300 
Gulden; ausserdem die Matrikeltaxen ca. 7r)0 Gulden. — Vorstand: 
Dr. Ignaz Stich, Amanuensis; 2 Diener. — 1 Zettelgrundkatalog; 
1 sj'stemat. Zettelkatalog; l aiphabet. Zettelkatalog; 1 Zettel- 
schlagwortkatalog. — Bibliotheksstunden jeden Wochentag von 
1) — 6 Uhr. Samstag von 9-12 Uhr; benutzbar unter den für 
die öffentlichen k. k. Bibl. Oesterreichs geltenden Bedingungen. 
- Ebenso Entlehnungen und Versendungen. — Den Grund- 
stock bildet die nach Auflassung der k. k. Forstakademie 
in Mariabrunn an die 1872 neugegründete Hochschule für 
Bodencultur abgegebene Bibl. der gen. Anstalt Im J. 1893 
wurde die Bibl. für ()ffentlicli erklärt und nach der sinngemäss 
geänderten allgemeinen Bibliotheksinstruction v. J. 1827 neu 
organisirt. — Besonders gepflegt Land- und Forstwissenschaft, 
Naturwissenschaften, Rechts- und Verwaltungswissenschaften, 
Mathematik. 

840. K. k. technische Hochschule, IV. Techniker- 
strasse 13. — Ende Sept. 1897: 81.04 4 Bde. und 88-)S Schul- 
programme. — Dotation 7000 Gulden und ca. 2öOO Gulden 
Matrikeltaxen. — Vorstand: vacat: Gustos: Dr. Eduard 
Fechtner; Scriptor: Johann Mayrhofer: Amanuensen: Dr. 
Robert Daublebsky v. Sterneck. Dr. Carl Maria Tomaschek 
Edl. V. Stratowa; 4 Bibliotheksdiener, l Aushilfsdiener. — 
Ein aiphabet. Zettelkatalog, ein Realkatalog in Zettelform und 
ein 14 Bde. umfassender Auszug aus dem letzteren für die 
Benützung im Lesesaale; ausserdem ein nach Nummern ge- 
ordnetes Büclierinventar (Nununornrepertorium) und ein 
Accessionsprotokoll. — Allgemein benutzbar und im Winter 
(Mitte October bis Ende März) täglich von 9-12 und 4-8, 
im Sommer (April bis Juli) täglich von 9 — 12 und 3-6 Uhr 
geöffnet: an Samstagen und Sonntagen entfallen im Winter 



«41] \Vi(«ii. 28!) 

und Soinincr ilif Xa('liiiiilt:i<rsleses1iiii<l('n. In drii I-'d-icn- 
inuiiatou Aiitiiisl ii. Sopl. ist. der Lesesaal Diciista;^ und Freitag 
von it — 12 ^etd'l'ncl. vom 1. I r». ( )(!t. tä<ilich v<»n !> — 1 2 Ulir. — Für 
die Entleliniin<i und Versendunji von Bücliern und Zeitschriften 
oelten dieselben l?estininuin,i>en wi(» f. d. Universitäts- und Stu- 
dienbibl. — J)ie IJibl. wurde i. J. isif) ge<>r. und setzte sich in 
ihrem ersten gestände zusammen aus der Bücliersanunlunu 
des i. J. islf) dom polytecimischen Institut einverh'iblcii 
Fabriksproduotencabinets; der Uibl. der ehemaligen Real- 
akademie bei St. Anna; den im a. li. Auftra<ie Sr. Maj. Kaiser 
Franz I. vom Reii.-R. J, J. Preclit.l in Pafis fiir das ])<)ly- 
technische Institut ani>'esoli äfften Werken. Die Bücher wurden 
von Anfang an nacli dorn Numerus currens auft^estellt. An 
grösseren Schenkunnon erhielt die Bibl. i. J. 1 sTij die Bücher- 
sammlunf>' des aufgelösten .,Athenaeums" und die Bibl. des 
Reg.-R. R. v. Hornig, i. J. l.s.ss ein Legat des Frh. v. Ilingenau, 
durch eine Reihe von Jahren zahlreiche Zeitschriften und 
Werke aus der Bibl. des Ministerrathspräsidiums. Ferner tritt 
der Verein zur Verbreitung naturwissenschaftlicher Kennt- 
nisse gegen eine Erhöhung seiner ihm vom k, k. Ministerium 
f. C. u. U. gewährten Subvention um 100 Gulden seine sämmt- 
lichen Tauschschriften an die Bibl. ab. — Die exacten Wissen- 
schaften und technischen Fächer. 

Der Katalog der Bibl. erschien 18G8, ein Nachtrag hierzu 187.3 im 
Druck. 

841. K. k. Hofbibliothek, I. Josefsplatz, k. k. Hofburg. — 
Ca. GOo.ooo r>de., davon bei 7000 Incunabeln, bei 24.000 Hand- 
schriften, über 3000 Karten, 300. ouo Blatt Kupferstiche. 
Jahresdotation 31.225 Gulden. — Director : Hofr. Dr. Joseph Kara- 
bacek; Vicedirector: Alfred Göldlin v. Tiefenau: Custodon: Karl 
Göttmann, Moriz Cammerloher; Scriptoren: Ferdinand Menrik. 
Heinrich v. Lenk. Dr. Rudolf Geyer, Franz Scln'ichtner. Johann 
Kluch ; Amanuensen: Privatdocent Dr. Alexander R. v. Weilen. 
Lector Dr. Rudolf Beer, Dr. Theodor Gottlieb, Alfred Dau- 
brawa, Otlimar Doublier, Dr. Josef Mantuani; Assistenten: 
Friedrich Dörnhöffer, Dr. Wenzel Vondräk, Dr. Rudolf Bro- 
tanek, Dr. Anton R. v. Prcmerstein; wissenschaftliche Hilfs- 
arbeiter: Dr. Robert Franz Arnold, Dr. Friedrich R. v. Egger- 
Mölhvald; Rechnungsofficial: Johann R. v. Vieten; 7 Diener. 
— Ein Zettel- und ein Bandkatalog, beide aiphabet, geordnet; 
ein Realkatalog in Ausarbeitung. — Ausser Sonn- und Feier- 
tagen, Palmsonntag bis Ostermontag, 23. December bis 
1. Januai% 1. August bis 15. Septeml)er täglich von 9 — 4 Uhr 
geöffnet und allgemein zugänglich; Handschriften, Musikali mi 
und Kuj)ferstiche von ;» -2 Uhr benütz])ar. Die in den Brid- 

I5il(li()tliok.sAilressl)Uch. 19 



•290 Wien. [SU 

kästen beim Ein.ijange der Bibl. bis zum Abend eingelegten 
Bestellzettel sind am nächsten Morgen i) Uhr erledigt. — 
Entlehnung gegen eigenhändige Unterschrift der Empfangs- 
bestätigung an die Mitglieder der kaiserl. Familie, ihre Lehrer 
und die Würdenträger des Hofes; die Ministerien und Central- 
stellen: die wirklichen und correspondirenden Mitglieder der 
wissenschaftlichen Akademien und ihnen gleichstehenden 
wissenschaftlichen Gesellschaften; die Mitglieder der beiden 
Häuser des Reichsrathes; die ordentlichen und ausserordent- 
lichen Prof. der Wiener Hochschulen, der Akademie der bil- 
denden Künste, der evang.-theolog. Facultät; an die Beamten 
der Hofämter und Hofinstitute, der öffentlichen Archive, 
Bibl. und Museen, die diplomatischen Vertreter der fremden 
Mächte. Gegen Empfangsschein mit Unterschrift des Amts- 
vorstandes oder Stampiglie des Instituts an: die Beamten der 
Ministerien, politischen und Justizbehörden; die Officiere und 
Militärbeamten der k. u. k. Armee; die Angehörigen geist- 
licher Corporationen und Klöster ; die Mitglieder der Institute 
und Seminare der Hochschulen, sowie auch andere mit wissen- 
schaftlichen Arbeiten beschäftigte Personen, wie Lehrer der 
Mittelschulen u. dgl. Von der Entlehnung sind ausgeschlossen 
(nur in besonderen Fällen kann die Direction hier eine Aus- 
nahme gestatten): Incunabeln, seltene Drucke und Musikalien, 
Manuscripte und Miniaturwerke; die im Lesesaal und Hand- 
schriftenzimmer aufgestellten bibliographischen und literari- 
schen Nachschlagewerke und Wörterbücher: Landkarten, At- 
lanten, Kunstblätter, Flugblätter oder kostbar ausgestattete 
Bilderwerke; Werke, die häufig gebraucht werden oder für 
die Arbeiten der Beamten unentbehrlich sind; Bücher, welche 
im Lesesaale benützt werden oder für Leser reservirt sind; 
einzelne Bde. vielbändiger Werke, Zeitschriften, Zeitungen etc.; 
Werke pornographischen Inhalts. — An Bibl. des In- und 
Auslandes werden Bücher, wenn die verleihende Bibl. nichts 
anderes bestimmt, auf 6 Wochen, Handschriften im gleichen 
Falle auf 3 Monate verliehen, doch ist daran die Bedingung 
der Benützung in den Bibliotheksräumen geknüpft; nur bei 
Druckwerken kann unter Verantwortlichkeit der entleihenden 
Bibl. die auswärtige Benützung gestattet werden. Zu Nach- 
l)ihlungen ist, wenn mehr als eine Schriftprobe oder ein ein- 
zelnes Blatt nachgeliildet werden soll, besondere Erlaul)niss 
erforderlich. — „Zu gleicher Zeit, als die Buchdruckerei ent- 
stand, sammelten Aeneas Sylvius, kaiserl. Secretär und nach- 
maliger Papst Pius IL, nebst Georg Pur- oder Peurbacli, da- 
mals Lehrer der Matliematik an der hohen Schule zu Wien, 
i. J. 14 10 für Kaiser Friedrich IV. Handschriften, und nach- 
her die in D(>utschland znerst gedruckten lUicher. Kaiser 



841] Wii'il. 2t»l 

Maxiiniliun T. vcniu'lirte dioson välcrliclK'ii JUicIicrsirliiitz mit 
seinem oij^cncii und einigen aus den Ivir)Stoni erhaltojieii Hand- 
schriften, und ülxu'^ab die Aufsicht hi('rül)er i. J. 1 It».') dem 
ersten in Deutschland gekr(")nten Dichter Conrad Meissel 
(Celtes)." Ihm f()li>ten 15()H— 1521) Spiesshammer (Cuspinianus), 
lf)2tt — 1557 Caspar v. Nydpriick, 1557 — 15(55 der Arzt Wolf- 
<>an<>' Laz, nacli dem die Vorstandstello lo Jahre lan^- un- 
besetzt blieb. 1575— 16()s IIui«o Bloz (Biotins), der IJechts- 
uelehrte und Iledner; er führte als erster den Titel eines 
kaiserl. Bibliothekars. 1G()8 — IGSfi war Sebastian Tenonaj^el, 
k;;}!!- -1G51 Wilhelm Ilechberger, 1G51 — l(iG3 MatthäusMauchter, 
16(13 — 1080 Peter Lambeck (1G63 kam die Bibl. aus dem Mi- 
noritenkloster in die Hofburg), IGSO — k;;)!) Daniel Nessel 
Bibliothekar, dem nach sechsjäliriger Unterbrechung, 1705 bis 
1723, Johann Benedict (Jentilotti v. Engelsbrunn, der spätere 
Bischof von Trient folgte; dieser legte ein Verzeichniss der 
Handschriften an. 1723 — 1745 der kaiserl. Leibarzt Pius Nico- 
laus (Jarelli; unter ihm wurde die Ilofbibl. der öffentlichen 
Benützung eröffnet und der I>eamtenstand vermehrt (1 Präfect, 
•2 Custoden, 4 Bibliotheksschreiber). In der neuesten Zeit 
standen der Bibl. vor: Kligius Freih. v. Münch-Bellinghausen 
(Halm) 1845— 1.S71, der die Erh()hung der Dotation auf 
lU.OOO Gulden durchsetzte und die Anlegung eines Zettel- 
kataloges anordnete; 1871—1890 Hofr. Ernst Birk; 1891 — 189G 
Hofr. Wilhelm R. v. Hartel, welchem die Bibl. die Einführung 
der Bestellkarten für am nächsten Tage bereitzustellende 
Bücher und die Anlegung eines Realkataloges — 1893 be- 
gonnen und gegenwärtig über 40.000 Zettel stark — ver- 
dankt; 1896—1899 leitete Hofr. Heinrich R. v. Zeissberg die 
Bibl. — Grössere Schenkungen: 1508 die Bibl. des Conrad 
Celtes, unter Cuspinianus die Bibl. des Königs Mathias Cor- 
vinus aus Ofen, unter Nydpruck die Bibl. des Bischofs von 
Wien, Johann Faber, 1541 die Sammlung des Johann Dern- 
schwamm von Hradiczin, 1G08 die Bibl. des Wolfgang Laz, 
1584 die des kaiserl. Historiographen Johann Sambuk, die 
Bibl. des Richard Strein v. Schwarzenau (Hilfsbibliothekar) 
und des Hugo Blotius, 1G;{G des Sebastian Tengnagel: unter 
Recliberger die Raimund Fugger'sche Sammlung, unter 
Mauchter die Sammlung des Tj'^cho Brahe, 1074 die erzherzo^- 
lichen Handschriften und Bücherschätze von Ambras in Tirol 
und die spanische Bibl. des Marquis v. Gabrega, IGso die 
Bibl. des Peter Lambeck, die erzherzogl. Bibl. aus Innsbruck, 
in den Jahren 1711 — 1740 die Baron Ilohendorf'sche Hand- 
schriften- und Büchcrsammlnng aus den Niederlanden, die 
Bibl. des Erzbischofs von Valenz aus dem Hause Cordona 
und die Prinz Eugen'sche Handschriften-, Bücher- und Kupfer- 

19* 



29-2 Wien. [h*i 

stichsammluno- sammt der Peutinoer'sclien Karte; unter van 
öwieten die Starhembero'sche Bibl. des Kaisers F'ranz L, 
1772 die Bibl. des Gerard van Swieten, 177;) soo Bde. Dis- 
putationen und Dissertationen des Freili. v. Senckenberg, 
17S() Bücher und Stiche des Grafen Camus de Limare. 17!i2 
die Kupferstichsaninilung des Chevalier Denon, 17!»1 Kupfer- 
stiche des Fürsten Carl v. Ligne, 1S()2 Erstdrucke aus der 
Bibl. von San Marco, 1S02 orientalische Handschriften, die 
Joseph Freih. v. Hammer-Purgstall auf seinen Reisen «e- 
saninielt hatte, isio die Handscliriftensanmdung' des Marquis 
Ptanyone; 1814 kamen die iso!) nach Paris entführten Hand- 
schriften und Druckwerke wieder nach Wien zurück. 1814 die 
Bibl. des seh. Rathos Freih. v. Spielmann, 182<; und 1S2:» die 
mit der Kirchenmusik in keiner Verbindunii' stehenden Musi- 
kalien des k. k. Musikarchivs, is;;() lo.ooo medicinische Disser- 
tationen aus dem Nachlasse des Grafen C. v. Harrach, 1H31 der 
Nachlass des Bischofs Munter in Copenhagen, ls;j2 die Bibl. des 
L. Tieck, des Buchhändlers und Hofbibliotheksantiquars M. 
Kuppitsch, isr)2 die Sammlung des Geschichtsforschers von 
Enzenbühl, 1850 Legat des Musikschriftstellers Raphael Georg 
Kiesewetter Edl. v. Wiesenbrunn (Partituren), 1857 Geschenk 
des Carl Czerny (Originalhandschriften von Beethoven, op. 
Ol. 115.), des Univ. -Prof. Hofr. Robert Zimmermann (nach- 
gelassene Schriften des 1848 in Prag verstorbenen Mathe- 
matikers Bolzano und 337 Originalbriefe Herbart's und seiner 
Freunde). 246 arabische und 3 persische Handschriften aus 
der Glaser'schen Sammlung als Geschenk des Unterrichts- 
ministeriums; Bibl. des Generalconsuls Haas in Shanghai durch 
Ankauf, über 1000 Werke aus der classischen Philologie als 
Geschenk Hofr. Hartel's; 1S;)9 Papj'-russammlung Erzh. Rainer 
(Gesch. des Erzh.). — Ausserdem seit 1808 ein Pflichtexemplar 
von jedem in Oesterreich erscheinenden Druckwerke. — Alle 
Wissenschaften vertreten; besonders gepflegt: Bibliographie, 
Geschichte und Geographie, Kunstgeschichte, Philologie. 

Ncssol, D. de. Catalogus sivo recensio specialis oninium codicuni mse. 
Graecorum necnon liiif^uarum Orientalium augustiss. bibliothccae Caosareae 
Viiidob. Vindob. KIOO. — Rieliard, BarUioloinäus Christian, llistoria bi- 
bliothopac caosareae Vindoboncnsis ad nostra tenipora deducta. Jonae, .1. F. 
P.iolckius 1712. — Bibliotlieca acroinatica, tliooiogica, juridica, niodica, 
]ihili)S()pliica, coiuproliondcns roconsionoin specialem oinniuin codicuni ms. 
Graecorum . . . augustissimae bil)liotlieeae Caes. Vindobonunsis olini a 
duumviris P. Lainbecio et Dan. Nesselio congesta, nunc autem ... in 
lianc concinnam epitonien redacta . . . a Jac. Frid. Rcimanno. Ilanno- 
verae 1712. — Brückmann. Epistola itineraria I. de ])il)liotliecis Vindo- 
bftnensibus praecipuis. Wolfonbuttelae 1728. — Dilucida repraosentatio nia- 
gnificae et sumptuosac bibliotliocao Cacsareao iussu . . . Caroli VI . . . 
(curanto Gundaccoro S. R. T. comite ab Althann). Viennae 17:}7. — Biltlio- 
tlieca antiqua Vindob. civica seu catal. librorum anti<|uorum ipii in l)il>l. 



S441 Wm'm. lirc. 

Viii(I>il>. civiiM ;is<(jiv:iiitiir. ViciiiuK! I7r»(l. — üiiiliimis, Bolieini;! iIimIh III, 
S l'.i-. I)i'iii^, M. Cinlioos iiiss. llirnloj,' l)il)lii.tliocao Palat. Viiiduh. 

iatiiii aliariiiii(|iu' nccldontis liiit;iiariiiii. Viii(l(d). IT'.CJ- <.)!». — IlniiiniPr, 
Josoj)!! V. Catalniiiis cotiicuiii arali piü-s. turc. bibliotliooae Caos. R Vindnl). 
In Fumljirubon (It>s (Irioiits. II. — Leon, Gottlieb v. Kurz<iofasslo ]U}- 
sch reib Ulli;; der k. k. Ilofbibl. in Wien. Wion IS'20. — Vorzoiciiniss von 
Hanuner'shandseliriltl. Saninilung orlont. Werke über osman. Gcschiebte. Jn: 
Ilanuner, (Jeseii. d. dsnian. Reiciios IX, IS.J.J. — Mosel, J. Freiiiorr v. (Jesch. 
derk. k. Ilofbibl. z. Wien. Wien 18."5r>. — Catalogns codieuni mso. bibliotiieeao 
Palat. Vindob. Vindobonae 183(5 — l.S;il. — Ilaniniors inorgenländ. Hand- 
schriften. In: Wiener Jahrb. d. Litt. LXI — LXXXVIII, 18:$:5 — iHli'.t. — Chniel, 
.1. Die Ilandseliriften der k. k. Ilofbibl. in Wien im Interesse der Go- 
schiebte, bes. der österr. verzeichnet und excerpirt. Wien ISIO — 1-41. — 
(binpl, J. Handsciiriften in Österreich. Kibl. nachsewiescn von Mone In: 
Per Österreich. Geschichtsforscher. II. 2. 1S41. Not. Bl. ri4. — Iloffmann 
von Fallersleben. Verzeichniss der altdeutschen Handschriften der k. k. 
Ilofbibl. zu Wien. Leipzii^ 1841. — Flügel, Gustav. Die neuerworbenen 
orientalischen Handsciiriften der k. k. Ilofbibl. zu Wien. In: Wiener 
Jahrbb. der Litt. 97. 1842. Anz. ßl. — Deutsch, S. Die hebräischen Manu- 
scri])te der k. k. Hofbibl. zu Wien. In: Oesterr Blätter f. Litt. I84i>. 1847. 
— Wattenbach. W. Handschriften der k. k. Hofbibl. In: Archiv f. ältere 
deutsehe Gesch. X. 18.51, S. 447. — Tabulae codicum ms. praeter Graecos 
et orientales in bibliotheca Palat. Vindob. assorvatorum ed. Acad. Caes. 
Vindob. Vindobonae 18C.;> ff. (Bd. s erschien 189.').) — Flügel, Gustav. Die 
arab., pers. und türk. Handschriften der k. k. Hofbibl. zu Wien, herausg. 
und in Correctur besorgt durch die k k. Oriental. .Vkadeniie zu Wien. 
Wien 181);") — 18()7. — Waagen, G. W. Die vornehmsten Kunstdenkmäler in 
Wien. Wien 18<i7, Bd. 2. — Valdek, R. Die k. k. Hofbibl. in Wien. In: 
Xeue Freie Presse, ol.Mai 1871. — Modern, Heinrich. Die Zinimernschen 
Handschriften der k. k. Hofbibl. In: Jahrb. der kunsthistor. Samm- 
lungen XX. - Beer. Rudolf. Die k. k. Ilofbibl. 1848 - 1898. In: Schnitzer, 
Ignaz. Franz Joseph I. und seine Zeit. Wien 1898. Bd. 1. 

842. K. k. Hofburgtheater, I. Franzensring. — Die soge- 
nannte „Bililiothok des Theaters" iimt'asst •JsO.') Bde., während 
die eigentliche Biihiienbibl. 28 KJ Xunimern enthält, und zwar 
„altes Repertoire" irn»!» Handschriften und 832 gedruckte 
Werke; „neues Repertoire" 485 Nummern, Druckwerke und 
Handschriften. Ausserdem eine Handbibl. — Neukatalogisirung 
im Zuge. — Director: Dr. Paul Schienther: Secretär: Dr. 
Richard Rosenbaum. — Gegr. zugleich mit dem Theater 177<). 
— Nur zu eigenem Gebrauche. 

84.). K. k. Hofoperntheater, I. Oporiiring. — Das gesanimte 
Musikmateriale vnn l.'io ( )pern und über 1 ;'>i> Balleten, Orchester- 
])artituren von 480 älteren Opern und Balleten, Partituren 
und Stimmen von 180 Concertwerken und ülier .'500 verscliie- 
denen Arien. Gesängen u. dgl. Zahlreiche Musikwerke. — Nur 
zu rein internem Gebrauche für das Theater und dessen 
Künstler. — Director: Gustav Mahler; Directionskanzlist und 
Archivar: Aloi.s ITartniaun. 

844. Oesterreichischer Ingenieur- und Architektenverein, 
I. Eschenbachuasse U. — ;)!i.s7() Bde. — Jahresdotation 1 1.'>o 



294 Wien. [S-ir, 

Gulden. — Die Bibl. verwaltet der Vereinssecretär kais. Ratli 
L. Gassebner. — Ein aiphabet, gedruckter Zettelkatalog. — 
Benützung nur für Yereinsniitglieder, und zwar an Wochen- 
tagen von -2 — 7 Uhr abends, während der Wintermonate auch 
an Sonntagen von 9 — 12 Uhr. — Ebenso Entlehnung aller 
Werke mit Ausnahme der Wörterbücher, Repertorien und 
anderer Xachschlagebücher, der beiden letzterscliienenen 
Nummern von Zeitschriften und periodischen Druckschriften, 
sowie seltener oder kostspieliger Werke. Näheres in der ge- 
druckten „Bibliotheksordnung". — Die Gründung erfolgte 
in Folge von Schenkungen. — Alle technischen Wissenschaften 
sind vertreten. 

S45. K. k. militär-geographisches Institut, VIII. Landes- 
gerichtsstrasse 7. — 2557 Werke mit 98H4 Bdn. und 117 Heften, 
in der Kartensammlung 3565 Werke mit 71.033 Blättern. — 
Dotation nach Bedarf. — Provis. Leiter: Oberlieut. Adolf 
Freyer; 2 Unteroff iciere und 1 Armeediener. — Handschrift- 
liche und gedruckte Kataloge, auch Zettelkataloge, durchwegs 
nach ^Materien, sowie alpliabet. geordnet. — Grundsätzlich nur 
für dienstliche Zwecke bestimmt, daher der Oeffentlichkeit 
nicht zugänglich, sowie keine Entlehnung und Versendung. 
— Das Archiv besteht seit der Errichtung des militär-geogr. 
Institutes i. J. is.;9; demselben Avurden die Karten- und 
Büchersammlungen des Deposito della guerra in Mailand, 
sowie des später ebendort befindlichen J. R. Istituto geo- 
grafico militare einverleibt. — Alle Zweige der in das karto- 
graphische, topographische und geographische Fach einschla- 
genden Wissenschaften. Astronomie. Geodäsie, Geographie, 
Geologie, Mathematik, Naturgeschichte. Meteorologie. Ph3'sik, 
Vervielfältigungs verfahren. 

Katalog der im Archive des k. u. k. iiiililärgeogr. Institutes vorhan- 
denen Bücher. Wien 1809. 

«46. Kloster der unbeschuhten Carmeliter, II. Taborstrasse 19. 
(Im Bau begriffen das neue Kloster XIX. Silbergasse und 
Paradisgasse.) — .si(j5 Werke in 12.H59 Bdn. — Jahres- 
dotation je nach Bedarf. — Prior: P. Anastasius Stadler; Bi- 
bliothekar ein Ordensmitglied. — Handschriftlicher Zettel- und 
Bandkatalog. — Benützung nur mit Genehmigung des Haus- 
Oberji. — Ebenso Entlelinungen gegen Revers. — Keine Ver- 
sendungen. — Gegr. zugleich mit dem Kloster 162s durch 
Kaiser Ferdinand II. — Meist theologische und |)hil()So[»hisclie 
Werke in lateinischer Sprache. 

S47. K. u. k. Kriegsarchiv. Sielie Wien, Bibl.-Al)lhcilung 
des k. u. k. Kriegsarchivs. 



^•'"'1 Wi.'u •.'«.(.-, 

->l^. Kunstgewerbeschule des k. k. Oesterreichischen Mu- 
seums für Kunst und Industrie, I. SiuheMriiii:. hosit/.i (ine 
Schük'rbihl., ilcroii Kosten durch die von den Hcliülern (U-r 
Anstalt zu entriclitcnden Lelirniittclbeiträ^e und Aul'nalnns- 
taxen im I>etra^e von ea. soo (rulden jährlich bestritten werden. 
Nur den Professoren und Kunstirewerbesciiülern unentüeltlich 
und zu jeder Zeit zu^än^dich. Ausserdem besitzen di^; Vro- 
fessoron eigene Bibl., für die denselben jährliche Dotationen 
zugewiesen sind. 

Sl\K Niederösierreichische Landesbibliothek, im niederöstorr. 
Landhause, I. Ilerrengasse 1.'!. — Ende Juli 1S!),S: 17.47'J l>de.; 
tüO Handschriften gehören ihrem Inhalte nach zum nieder- 
österr. Landesarchiv. — Vom niederösterr. Landtag bewilligte 
Jahresdotation ;)(H)o (Julden. — Vorstand: Xiederösterr, Lamles- 
archivar und Bibliothekar Dr. Anton Mayer; Custos: Dr. 
Max Vanesa; Concipist I. Cl.: Dr. Victor Bibl. — Ein Acqui- 
sitionsjournal, dessen fortlaufende Nummer zugleich Stand- 
ortsnummer ist, ein aiphabet, und ein systemat. Zettelkatalog. 
Im Druck ist erschienen: ., Katalog der niederösterr. Landes- 
bibl. in Wien. Wien ISTI" mit zwei Supplementen voji In?:» 
und 18fii. — Geöffnet an Wochentagen täglich von '.' — J, an 
Sonntagen von September bis Mai von :» — 12 Uhr. P'ür Be- 
nützung, ICntlehnung und Versendung sind die Bestimmungen 
in der ..Ordnung für das niederösterr. Landesarchiv und die 
niederösterr. Landesbibliothek. Wien isyi;'" enthalten. — Die 
Bibl. ist aus den Bibl. des l.s4« aufgelösten Herren- und 
Ritterstandes hervorgegangen. In Folge Landtagsbeschlusses 
vom r». Januar ISHfj ist die ,, Bibliothek des Vereines für 
Landeskunde von Niedertisterreich" der niederösterr. Landes- 
bibl. einverleibt worden. Die Anzahl der Bde. der letzteren 
Bibl. ist in der oben angegebenen Zahl inbegriffen, im ge- 
druckten Katalog sind aber diese Werke mit * bezeichnet. 
Zur niedert"»sterr. Landesl)ibl. gehören ausserdem: n.) Topo- 
graphische Ansichten aus Niederösterreich, ()118 Nummern: 
h) Ansichten von Denksäulen und Marterln, 428 Nummern; 
c) Porträts, 8:»7 Stück. - Besonders gepflegt jene Literatur, 
deren Anschaffung der interne Dienst des nieder(>sterr. Lan<lrs- 
ausscliusses erfordert, dann vorwiegend (Jcschichte (Xieder- 
österreich) und deren Hilfswissenschaften. 

Die Ilandscliriftensaiiimlung der niederösterr. Stände zur vaterländisclion 
Geschichte und Topograpiiie. In: Oestcrr. Zeitschr. f. Gesch. und Staats- 
kunde is:^ö. 

850. K. k. Landwirthschafts-Gesellschaft, I. Ih^-rengasse !;'•. 
— Ca. csooo Bde. -lahresdotation ca. 4(Mt Gulden. — 

Bibliolheksreferent: Prof. Dr. Alto Arche. — Ein Zettelkatalog. 



20G Wien. [^ö^ 

alpliabet. und facliwissenscliaftlich. bis 18si geführt, aber nicht 
fortgesetzt. Es wird jetzt ein neuer Zettelkatalog nach dem 
Dewey'schen System angelegt, der auch alle von 1881 bis 
jetzt hinzugekommenen Werke umfassen wird. — Jeden 
Dienstag und Samstag nachmittags von 3—6 Uhr nach vor- 
heriger Meldung beim Bibliotheksreferenten benutzbar. — 
Entlehnung und Versendung auf 14 Tage nur an Mitglieder 
der Gesellschaft. — Gegr. zugleich mit der Gesellschaft 
1. J. 1807. — Vertreten besonders Landwirthschaft und deren 
Hilfswissenschaften. 

Verzeichniss rlor in der Bibl. dci- k. k. Landwirtbschafts-Gescllscliaft in 
Wien derzeit vorhandenen Werke (lierausg. von Gruber). Wien 1848. — 
Bibliothekskataln«!; der k. k.Landwirtliscliafts-Gosellschaft in Wien. Wien 1804. 
Nachtrag zum Bibl. -Kataloge bis zum Sclilusse des Jahres 1867. Wien 1868. 

>^i>^. Lazaristencongregation der Missionspriester vom heil. 
Vincenz von Paul, VII. Kaiserstrasse .'i. — Ca. oOOO Bde. — 
Bibliothekar: P. Kraemer. — Ein Acccssionskatalog, ein 
Fach- und ein aiphabet. Katalog. — Nur Hausbibl., daher 
weder Entlehnung noch Versendung. — Gepflegt werden 
ausser der Theologie und ihren Zweigwissenschaften: Profan- 
geschichle. schöne Literatur, Jus, (xcographie und Philosoi)hie. 

852. Israelitisch-theologische Lehranstalt, IL Tempelgasse 3. 
— Ca. 8000 Bde.. Iso Handschriften, 15 Incunabeln. — 
Dotation 1000 Gulden. — Vorstand: Prof. Dr. Adolpli Büchler; 
Amanuensis: Ein reiferer Hörer der Lehranstalt; 1 Diener. — 
Zettelkatalog; aiphabet. Katalog in xVusarbeitung.. — Geöffnet 
vom 15. October bis 1"). Juli für jedermann täglich mit Aus- 
schluss der jüd. Festtage von 8— i Uhr. — Entlehnungen an 
Hörer, an Andere nur nach Erlag einer Caution, von der 
jedoch bei bekannten Persönlichkeiten abgesehen wird. — 
Ebenso Versendungen. — Gegr. zugleich mit der Lehranstalt 
i. J. 18113. Der grösste Theil wurde von Dr. Adolph Jellinek, 
Prediger in Wien, erworben; die Bibl. hat in jüngster Zeit 
durch die Sammlung J. H. Schorr's in Brody eine werthvolle 
Ergänzung erfahren. — Jüdische Fächer. Bibel und ihre 
Cimimentare, (beschichte der Juden, Talmud und seine Neben- 
fächer, Homiletik, doch auch allgemeine Philosophie und Ge- 
schichte, sowie deutsche Literatur. 

8.')3. Lehrerpädagogium der Commune Wien, I. Ilegel- 
gasse 12. — 3S] i Werke, sowie eine grössere Anzahl von 
Landkarten und Bilderwerken. — Jaliresdotation 500 bis 
(lOO Gulden. — Vt^rstand provis.: Director a. D. Dr. Anton 
Kauer; iiiin zur Seite; st(Oien zwei UeV)Uiigssclmllehrer, 
Anton Weiss und Emil Riclit(!r. — Alpliabet. Kataloge nach 



H5r.] .... 



^T ;-\~ ?''^=^"^1'^^»' wiil.rond der Colk-oien v< n V- s n .^ 
;thf i ''d.^!T"' r^' /^-----n, denon^ucl";äs-E„ 1. , : 
, r ^''"''^ •'^"^ mehrere Wochen, zusteht — Ver 

MMidunu- tnulet nicht statt. - Geor. is.is' .u-dei eh nüt dem 
1 |ua^o^u„n. - Alle Wissenschaften, am stäiTc^n v" r b 
lada^^oodc nnt ihren Ililfs- und Theihvissensehaft ", 

II^l''Li,d■p^>^'^''■ ""^Ve'-suchsanstalt für Lederindustrie, 

>(M) i^rin . ^':''"/-^^^'''^' ■'- I^L'^itzt eine Handl.il.l. von ca 
an Ldn. ehennschen und chemisch-technischen Inhaltes - 

hnh."^^''" '^" •<• g'-aphischeLehr- und Versuchsanstalt, VI! West- 
Dahnstrasse -2.) — F-ipiihii^i o,-),> w i >> <-bi- 

beUr^l'n'^'^i^n'z'N'^^ ^"^^^^^ oin^ehobenen I^^ll^nit " 
waltnm' hT '" ^"«^hussen aus den Dotationen. -^ Die Ver- 
beide Ahth 1"^'" '""^^' ^^"^'^^^ ^^« Lehrkr.rpers. _ Für 
beide Abtheilunoen je ein aiphabet. Zettelkatalog- die Dri e - 
legung desselben ist in Vorbereitun^r. - D e Facl bibl ist" 
jeden Dienstag von 5— i 8 TThv rU^ i^i^ r acnoiDi. ibt 

Mittwoch von g-Vol- und ^^; f]ie gTaphische Sammlung 
der k k ,T,.n,.i„-..i T r " ^'~ 2'^ U^^i" den Schülern 

1 ch nhpr f, :^1^^ '^^«l^e«. Lehr- und Versuchsanstalt zugän«^- 
aunies unS naoir''''' nach Massgabe des vorhandenem 
oder dessen SteK 1 . Pf «^"^^«^er Meldung beim Gustos 
n^f^>.o Stellvertreter auch für andere Personen be- 

nutzbar; an Feiertagen geschlossen. - Entlehnun.«- nur V^, 

d^i^ti^m td" l'^TT^^^^^^" ^^"^ ti^züstimmung 
Behchrn P^^ cle.s Gustos. - Ebenso Entlehnuno en an 

Behoiden Bibl etc, über amtliches Ansuchen. - dFc Di 
wurde mit der i. J. is88 unter der Dezeichnun.. K k Lehr 

Unterr.chtsmmisterium angekauften Sammlungen lith -ra h 
scher \\erke von Kan in Wien (Preis .;ouo Gull ) nd W 
Gesellschaft für vervielfältigende Kunst rPro s ^ > V , , \ 
bedeutend vermehrt. - Photochem^^rV^lo^^^;-;/;;;:::;;;;! 



20S Wien. [856 

sehe Technologie, Physik, photographische Optik, Spectral- 
analyse, Stereoskopie, mechanische Druckverfahren, Stein- 
druck und Lithographie, Lichtdruck, Heliogravüre, graphische 
Aetzverfahren, Buchdruck, Galvanoplastik, Stereotypie. 

8.Ö6. Deutsch-akademische Lese- und Redehaile, VIII/i Koch- 
gasse !•. — lv)-2öBdo. — Bücherwart: Richard Eberwein, stud. 
phil.; Ersatzmann: A. Michalek3^ — Alphabet. Fachkatalog, 
innerhalb der Fächer nach Autoren geordnet. — Für alle 
Mitglieder während der Dienststunden der Ausschussmitglieder 
zugänglich. — Entlehnung an Mitglieder auf 14 Tage, resp. 
1 Monat. — Gegr. im Sommersemester 1895, In letzter Zeit 
besonders vermehrt durch die wissenschaftliche Bibl. des 
verstorbenen Hofr. Prof. Dr. Robert Zimmermann. — Alle 
Wissenschaften und schöne Literatur. 

857. Deutsche Lesehalle an der technischen Hochschule, 

IV, Karlsgasse tJ. — 17<;i Bde., wovon lolO belletrislistdien 
und 721 technisch-wissenschaftlichen Inhaltes. — Jahres- 
dotation 1 00 Gulden. — 1 . Bücherwart : stud. ing. Joh. Koricherr , 
ausserdem drei andere Bücher-, sowie drei Zeitungswarte. — 
Jeein handschriftl. Band- und aiphabet. Zettelkatalog. — Benutz- 
bar für Mitglieder während der Amtsstunden. — Ebenso Ent- 
lehnungen. — Keine Versendungen. — Gegr. 187-2 als wesent- 
licher Bestandtheil der damaligen „Deutschen Lese- und 
Redehalle an der technischen Hochschule in Wien. — Alle 
technischen Wissenschaften mit Einschluss gewisser ])hilo- 
sophischer. 

858. Leseverein der Beamten des k. k. Hauptzollamtes, III;., 

Vordere ZoUanitsstrasse .'5, Ilauptzollamtsgebäude. — 700 Bde. 

— Jahresdotation durchschnittlich 150 Gulden. - Vorstand: 
Joseph Kolar, k. k. Zolloberamtscontrolor des k. k. Haui)t- 
zollamtes; Bibliothekar: Heinrich Holmes: 1 Vereinsdiener. 

— Ein handschriftlicher Inventar- und Schlagwortkatalog; 
ein gedruckter Materienkatalog. — Keine bestimmten Lese- 
stunden, jed')ch stets den einzelnen Vereinsmitgliedern nach 
früher erfolgter Anmeldung zugänglich. — Entlehnungen nur 
an Vereinsmitgiieder, und zwar von gewöhnlichen Werken 
auf vierwöchentlichen, von Verordnungsblättern auf drei- 
tägigen Termin. — Keine Versendungen, — Gegr. von einigen 
Zollbeamten am 7. April 1SS7, vergrösserte sich die Bibl. 
allmählich durch Mitgliederbeiträge und Schenkungen. Das 
Bibl.- und Lesezimmer wird seit September l.sss vom Präsi- 
dium der k. k. Finanzlandesdirection dem Vereine unentgelt- 
lich znr Verfügung gestellt. - Ausser Gesetzesausgaben vor- 
zugsweise Zoll- und Warenkunde, Technologie und Chemie. 



H61] Wien. enf» 

Interessante Mustorwarensanimluim- behui'ri Studium zur Alt- 
le«iiin<2: der Z()lirac'lii)rüfunL;. 

Statuten dos Lcscvoroines (Ut lioaiiiton dos k. k. Ilauiitzollaiiitos in 
Wien. Oeändort 1. h. Statthaltoroierl. vom 7. Mai ISS'.t. —- Rochnungs- 
abscliluss f. d. J. 1S'>2 ff. — Katalog dor Hibl. dos Lcsovoreincs der Be- 
amten des k. k. Hauptzollamtes Wien. Nach dem Stande vom 1. October 
1897. Katalognummor 1—482. Zweite Auflage. Wien 1807. 

S;">;i. Akademisch-romanischer Leseverein, I. Universitäts- 
gebäude, Romanisches Seminar. — 7(»lBde. — Jahrcsdotation 
50 Gulden. — Vorstand: Dr. EmanuelJoubert. — Zwei hand- 
schriftliche Bandkataloge. — Nur für Mitglieder des Vereines 
zu den vom jeweiligen Bücherwart zu Anfang jedes Halb- 
jahres bekanntgegebenen Stunden benutzbar. — Entlehnung 
nur an Mitglieder; keine Versendung. — Die Geschichte der 
Bibl. fällt mit jener des Vereines zusammen; dieser wurde 
187S als „Akademisch-französischer Leseverein an der Uni- 
versität Wien" gegr., 18'js aber mit dem ISDi gegr. „Aka- 
demisch-italienischen Leseverein an der Universität Wien" 
unter dem oben angegebenen Titel vereinigt. — Moderne 
Belletristik sämmtlicher romanischen Literaturen. 

8(i(». Juridisch-politischer Leseverein, I. Rothenturmstr. 15. 
~ Ca. 30.000 Bde. — Jahresdotation 500 Gulden. — Vorstand 
des Vereines: Univ. -Prof. Dr. Emanuel Hoff mann ; Bibliothekar : 
Joseph Stammhammer; 2 Diener. — Ein Zettelkatalog, 
ein aiphabet. Katalog und Fachkataloge. — Geöffnet von 
;> Uhr früh bis lo Uhr abends. — Entlehnung nur an Vereins- 
mitglioder. — Keine Versendung. — Gegr. 1841, pflegt die 
Bibl. zum überwiegend grössten Theile durch Ankauf: Rechts- 
und Staatswissenschaften, Geschichte. Philosophie und schöne 
Literatur; zahlreiche Zeitschriften. 

8(;i. Aerztliches Lesezimmer des k. k. allgemeinen Kranken- 
hauses, IX. Alser.strasse. — Ca. lO.oooBde. — Jahresdotaiion 
je nach Bedarf, ca. -Jooo (Julden. — Vorstand: Prof. Dr. Alexander 
Kolisko: Cassier: Doc. Dr. Heinr. Albrecht; erster Bililiothekar : 
Doc. Dr. Carl Ewald: zweiter Bibliothekar: Assistent Dr. Friedr. 
Pineles. — Zettel- und aiphabet. Bandkatalog; Materienkatalog. 
— Benutzbar nur für Mitglieder (Aerzte des Hauses gegen 
Jahresbeitrag von <i Gulden und Gründungsbeitrag von 
1 Gulden) in den Wintermonaten von !t Uhr, in den Sommer- 
monaten von s Uhr morgens bis lo Uhr abends. — Jedes 
Mitglied des ärztlichen Lesezimmers, dessen Conto keine 
Rückstände seiner Mitgliedsbeiträge aufweist, kann dem Aus- 
leiheverkehr durch Ausfüllung der beim Diener aufliegenden 
Beitrittserklärung gegen Erlag einer Einlage von 2 Gulden 



3Q0 Wien. [862 

lind Erstehung- eines Ausleiliebloeives beitreten. — Entloh- 
nung an Mitglieder für die Zeit vt)n s Uhr abends bis 
8 Uhr früh des nächsten Tages und für die Nach- 
mittage der Sonn- und Feiertage bis s Uhr früh des darauf- 
folgenden Tages. Ausgenommen hiervon sind die Wochen- 
schriften der laufenden Woche. Ein und dasselbe Mitglied 
kann luichstens zwei Bücher und in niaximo vier Nummern 
einer Zeitschrift zugleich entlehnen, wobei für jedes Buch je 
ein Coupon, für vier Nummern einer Zeitschrift zusammen 
ebenfalls nur ein Coupon abgenommen wird. — Nichtmit- 
gliedern steht gegen Vorausentrichtung von lo Gulden pro 
Semester oder von 3 Gulden pro Monat der Eintritt in das 
Lesezimmer und die Benützung des Lesemateriales als Theil- 
nehmern frei, jedoch ist das Comite berechtigt, die Zahl der- 
selben nach Massgabe der jeweiligen Raumverhältnisse zu 
beschränken. — Besteht in Gemässheit des hohen Statthalterei- 
erlasses vom •J.'>. Juli 181)9, Z. IT.Oo'j. — Nur medicinische 
Wissenschaften. 

Büciicrkatalog der k. k. allijonieiiien Krankonliausbibl. zu Wien. AVion 
1 !*");-!. — Haiisordnun.ix für das ärztliche Lese/.iminor de^fi k. k. allgoineinen 
Ivrankoiiliausp;^ in Wien [ISOd]. — BücherausleiIiordnunj> des ärztl. Lcse- 
ziinmers des k. k. allgem. Krankonhauses in \Vicn [18*10]. 

SCO. Literaturinstitut Ludwig und Albert Last (Leihbibl.), I. 
Kohlmarkt 7. — Ca. 40o.n(jo Bde. Gegr. October 1S47. — 

Entlehnung, auch Versendung gegen Bezahlung des fest- 
gesetzten Äbonnementspreises. Schöne Literatur aller Art in 
deutscher Sprache, Originale und Uebersetzungen, französische, 
englische, italienische Autoren, Biographie und Memoiren, 
Länder- und Völkerkunde. -- Die Bibl. besitzt in Wien drei 
Filialen. L Wollzeile 14, I. Operngasse 14, L Franzensring '24. 

..Lescbedinf^untron. Wegweiser zur Erleichterung der Auswalil." Wien ls<.i(5. 
— ..Literaturinstitut Ludwig und Albert Last. Verzeichniss ausgewählter 
Werke. Mit besonderer ?>erücksiclitigung der neueren und wiciitigeren 
Ersclieinungen." Wien IS'.tÜ. Nachtrag 2. (18!)7); 3. (IS'.iT); 4. (1898); 
.-... (18VI.S). 

80:;. Mechitharistencongregation, VII/o Mechitharistengasse 4. 
— 30.0(10 Bde. nicht armenische Werke mit ca. 2;") Incunabeln ; 
7000 Bde. armenische Werke, unter welchen fast alle älteren 
Drucke seit irjl2 als dem ältestbekannten, enthalten sind. 
Ausserdem eine reiche Sammlung von verschiedenen arme- 
nischen Zeitschriften und Journalen. OTjO armenische und (JO 
arabische und türkische Handschriften. — Jahresdotation je 
nach Bedarf. - Zuwachs durch Gelegenlieitskäufe, Ge- 
schenke, und hijiterlassene Bücher von verstorbenen Ordens- 
mitgliedern. — Bibliothekar: P. Barnabas Bilesikdjian ; zu- 
weilen ein jüngeres Ordensmitglied zur Ausliilic. — Ui-sprüng- 



sr.r.] Wim. :?01 

lioli ii:ioli (loii AutoriMi nl|>li:il)('l. ucordiu'lor Z<'tlolkalnl«)<;-. Nach 
dioscMu wurtlo dniui IsiT ei» liaiulscliriftlichor Haiidk-alalo^ in 
derselben Anordnuiiu verl'asst. Der Zuwachs wird jetzt wieder 
in einem Zeltelkalaloix oinuelraüfen. P^in naeli Schlauwoi'ten 
verfasster Katalog ist ein schon lany- empfundenes, aber bis- 
her UmcUm" niclit r(>alisir1es IJedüri'niss. • — - Ucnützbar nacli 
Vereinbarnnij" nur für ]>ekannt(\ — Keine p]ntlehnun.uen und 
Vers(Mi(Uini;('n. — Den Grundstock bildet die alte Capuciner- 
bibl., welche die Congre.iJ^ation bei ihrer Uebersiedlunu- aus 
Triest nach Wienlsio übernommen hatte. Der diesbezügliche 
nach Autoren aiphabet, licordnete handschriftliche T5andkatalo<; 
aus dem J. 17.1'2 wird in der üe^enwärtifien iJibl. aufbewahrt. 
Wie die Bücher in ,der Capucinerbibl. aufgestellt waren, ist 
unbekannt, wahrscheinlich nach dem Formate. Es war jedoch 
eine .i>ewisse sinnreiche Elinrichtuno- getroffen ; auf dem Rücken 
der Bücher waren am unteren Ende Cfrosse lateinische Majus- 
keln (von A — Z) aufiieschrieben, welche einem Schlagworte 
entsprachen. Diese Schlagworte waren am Anfange desCapu- 
cinercatalogus angeführt. So bedeutet A Heilige Schrift, B 
Commentar der heiligen Schrift, C Heilige Väter, D Predigt- 
werke u. s. w. Die Majuskeln auf den alten Büchern sind 
jetzt noch zu sehen, die Einrichtung aber aufgegeben. — Alle 
Wissenschaften, vorherrschend jedoch religiöse und theologische 
Werke: jetzt werden vorzugsweise Armeniaca gekauft. Die Mechi- 
tharistenbibl. besitzt gegenwärtig die reichste und vollstän- 
digste Sammlung von armenibchen Zeitschriften, Journalen 
sowie armenischen Druckwerken. 

Wotzer und Weite. Kirehenlexieon. 2. Aufl. 18<t3. Bd. VIII, S. 1122. 
Ilunanian, Paulus. Mechitliaristoncougregation von Triest- Wien. In: Krunner. 
Sebastian. Ein Benedictinerbucli. VVürzburj» ISSO, S. 25(3. — Dashian, 
Jacobus. Katalog der armenisclien Handschriften in der Mecliitharisten- 
bibl. zu Wien. Wien 1895. 

804. Metropolltanconvent der Barmherzigen Brüder, II. Tabor- 
strasse J (J (gegr. 101 4), hat eine nur zum Privatgebrauche 
der Ordensmitglieder bestimmte Hausbibl. 

«sGä. K. u. k. Technische Militärakademie, VII. Stiftgasse 2. 
— 24.71 S Bde., darunter eine geringere Anzahl von Hand- 
schriften und Incunabeln. — Jahresdotation oiA) Gulden. -- 
Bibliothekar: Major - Auditor Anton Schupp; 1 Feldwebel, 
1 Armeediener. — Zweierlei Bandkataloge; ein allgemeiner 
aiphabet, und 2") Specialkataloge, in denen die übernommenen 
Werke in chronologischer Beihenfolge eingetragen sind. -- 
Benutzbar jeden Vormittag von 'J — 12 Uhr, Feiertage aus- 
genommen. Anspruch auf Benützung haben bloss: der Lehr- 
und Verwaltungskörper der Akademie und die der Anstalt an- 



302 Wien. [86(3 

gehörigen Zöglinge. Innerhalb der Räume der Bibl. Benützung 
seitens der Anspruchsbereclitigten während der angegebenen 
Stunden ohne besondere Bedingungen. — Entlehnungen, wo- 
von Handschriften ausgeschlossen. — Keine Versendungen. — 
Gegr. um die Mitte des 18. Jhdts. als Bibl. der „Ingenieur- 
akademie", die seit 1851 „Genieakademie" genannt wurde. 
Dazu kam 186ü die Bibl. der in diesem Jahre mit der „Genie- 
akademie" vereinigten „Artillerieakademie". Derzeit führen 
die vereinigten Akademien die Bezeichnung: „Technische 
Militärakademie". — Artillerie- und Waffenwesen, Strategie 
und Taktik. Fortification, Pionnierwissenschafc, Tcrrainlehre 
und Messkunst, Kriegsgeschichte, Militärverfassung, Staats- 
wissenschaften im Allgemeinen, Sanitätswesen, Unterrichts- 
und Bildungswesen, Mathematik, Physik, Chemie, Bergbau 
und Hüttenkunde, Baukunde u. zw, Strassen-, Brücken-, Eisen- 
bahnbau, darstellende Geometrie, Geogra})hie, Astronomie, 
Statistik, Länder- und ViUkerkunde, allgemeine Geschichte, 
Pferdewesen, Veterinärkunde. Besonders gepflegt die Militär- 
wissenschaften. 

8G(;. K. und k, technisches Militärcomite, VI. Getreide- 
markt i). — !i;i57 Werke mit ^i.-^li Bdn., Heften, Planheften 
und Karten. — Jahresdotation 1800 Gulden. — Bibliothekar 
ein Hauptmann dos Armoestandes; 1 Feuerwerker für den 
Manipulations-, 1 Soldat für den Ordnungsdienst. — - Ein 
handschriftlicher Grundbuchkatalog; ein handschriftlicher 
Zettelkatalog in Bearbeitung, ein gedruckter Fachkatalog, 
als Schlagwortregister nach Materien geordnet; ein ge- 
druckter Autorenkatalog, aiphabet, geordnet und aus dem 
Fachkatalog zusammengestellt. — An Wochentagen von 
'.< — Vl'^ Uhr geöffnet. — Benutzbar ausschliesslich für Officiere, 
beziehungsweise Militärbeamte, und zwar sämmtliche Mit- 
glieder des Militärcomites, die Professoren und Hörer der 
technischen und administrativen Facheurse, für die Beamten des 
k. u. k. Reichs-Kriegsministeriums. die Generalinspcctoren und 
die an der technischen Militärakademie angestellten Officiere 
und Professoren ohne Beschränkung. Für die ül)rigen Offi- 
ciere des Generalstabes, der Artillerie- und Pionnierwaffe nur 
dann, wenn sie hierzu über ihr schriftliches, vom vorgesetzten 
Commando vidirtes Ansuchen vom Präsidenten des 'Militär- 
comites die Bewilligung erlialten. — Der Entlehntermin im 
Allgennjinen ;5 Monate. Benützung von Encykloi)ädien, gr(">sseren 
Wörterl)üchern. Naclischlage- und Handbiichorn in der Regel 
nur in den Bibliotheksräumen. — lieber Ansuclicn auch Ver- 
sendung. — Die Bibl. entstand aus der Vereinigung der ein- 
stigen Bil)l. des Artillerie-, beziehungsweise (icniecomites i. J. 



8G9] Wien. ;5()3 

ISCi». Sio wurde (liii'cli das k. ii. k. Ueiclis-Krieusmiiiislcriuiu 
und Privatpersonen beschenk weise, sowie durcli Tanscli ^egen 
die „MittlieilunLii'n auf dem Gebiete des Artillerie- und (lenie- 
wesens'" erlieblich bereichert. — Die im Militärcomite ver- 
tretenen wissenschaftlichen Fächer. Hierbei wird vorzü<^lich 
eine literarische Vollständigkeit auf dem Gebiete des Artilhn'ie- 
und Geniewesens angestrebt. Ausserdem aber auch Werk(; v<m 
allgemein wissenschaftlichem und militärwissenschaftli(;hem In- 
halt. Besonders vertreten: Artilleriewissenschaft, 15aukunst. 
Chemie und Physik, Fortification, Kriegsgeschichte und 
Kriegswissenschaften. Mathematik^ Mechanik und Maschinen- 
lehre, Ileeresorganisationen. Reglements, Statistik, Sanitäts- 
wesen, Verpflegswcsen und Sanitätsdienst. 

1870 orscliien dor erste Kataloji im Druck; Katalog der Bibl. dos k. k. 
tt'chnisclien und administrativen Militärcomite. Wien 1870. — I.Ergänzung 
(Zuwachs vom Jahre 1870 und 1871). Wien 1872. — 2. Ergänzung (Zu- 
waclis vom Jahre 1872). Wien 1878. — 1884 eine Neuauflage desselben; 
seitlierjiihrlieli zweimal die Nachträge hierzu unter dem Schiagworte ,. Neues 
vom Bücherniarkte' in den ,, Mittheilungen über Gegenstände des Artillorie- 
und Geniewesens." 

867. K. u. k. Militär-Thierarzneiinstitut und thlerärztliche 
Hochschule, III. linke Bahngassc. — r^.löc Bde. - Jahres- 
dotarion soo Gulden. — Rector: Hofr. Dr. Joseph Baj'-er. — 
Zettel- und Bandkatalog, aiphabet, und nach Fächern geordnet. 
— Nur zu eigenem Gebrauche. — Keine Entlehnungen und 
Versendungen. — Gegr. zugleich mit dem Institute 177(5. — 
Besonders thierärztliche und medicinische Werke. 

Ministerien. 

8(j.s. K. u. k. Ministerium des k. u. k. Hauses und 
des Aeussern. I. Ballhaus})latz 2. — Ca. 15.000 Bde. — Leiter: 
Min.-Secr. Baron Theodor Pirquet v. Cesenatico. — Ein Gruiid- 
katalog in Zettelform; ein systematischer Katalog in Be- 
arbeitung. — Besonders vertreten: Diplomatik, Staatsverträge, 
Geschichte, Völkerrecht und internationales Privatrecht. — 
Die Bibl. ist rein intern. 

SO!t. K. k. Ministerrath. I. Ilerrengasse 7, hat eine 
Amts-Bibl. mit ca. 7t »00 Bdn., zumeist österreichische officiell- 
legistische und parlamentarische, sowie Staats- und ver- 
waltungsrechtliche, i)olitische und sonstige auf Oesterreich 
bezügliche Literatur, dann auch Nationalökonomie, Social- 
politik u. s. w. 18'J<j einer kritischen Sichtung unterzogen 
und durch Ausscheidung des älteren überflüssigen und zum 
grossen Theile incompleten Materiales reducirt. wird die Bild 
weitergeführt und nimmt die dem k. k. Ministerrathspräsidium 



304 Wien. t87(t 

zukommenden Pfliclitexem])lnre auf, so weit sie in ihren neuen 
Rahmen passen. Sie hat auch einen vollständig neuen, sowohl 
den bibli< »thekarischen wie den dortigen dienstlichen An- 
forderungen entsprechenden gemischten Autoron- und Materien- 
katalog erlialten. — Verwaltet durch einen Conceptsbeamten 
des Ministerrathspräsidiums. 

S70. Administrative Bibliothekdes k. k. Ministeriums 
des Innern. I. Marc Aureistrasse r>, Mezzanin; Kinreichung 
von Pflichtexemplaren, Ansichtssendungen der Buchhändler : 
I. Vorlaufgasse -l. — Bde. und Handschriften ca, loo.ooo. — 
Jahresdotation: -^öoo (lulden. — Dlrector: Joseph Calasanz 
Poestion; l>il)liot]iekar: Dr. August Kalus: Bibliotlieksconcipist : 
Dr. Camillo Susan; Praktikant: Dr. Carl Iluffnagl; Kanzlist: 
August Böhm; Hilfsbeamter: Johann Topolovsek; 1 Amts- und 
1 Aushilfsdiener. — Drei Zettelkataloge, und zwar ein aipha- 
bet. Autoren-, ein aiphabet. Schlagwort-(Materien-)Katalog 
und ein separater aiphabet. Titelkatalog der österreichisclien 
periodischen Druckschriften. — Die Bibl. des k. k. Ministe- 
riums des Innern ist eine interne Amtsbibl. Benutzbar an 
Wochentagen von 9 — 3, an Feiertagen von 10 — 1 Uhr (an 
Sonntagen, am Neujahrs-, Frohnleichnams- und ersten Weih- 
nachtsfesttage geschlossen) zunächst für die Beamten des 
Ministeriums des Innern, doch zu dienstlichen Zwecken auch 
für die Beamten der anderen Ministerien und Centralstellen, 
der Hofämter, sowie für die Reichsrathsabgeordneten. 
Für andere Personen nur mit besonderer Bewilligung des 
Directors. eventuell des Präsidiums des Ministeriums des 
Innern. — Ebenso Entlehnung auf zwei Monate. — Keine 
Versendung. — Begründet mit ah. Entschliessung vom 18. April 
184:9. Den Grundstock l)ildete mit der unbedeutenden, bereits 
in der allgemeinen Hofkanzlei vorhanden gewesenen Bücher- 
sammlung eine stattliche Anzahl aus der Bibl. der aufgeh'isten 
Polizeihofstelle au.sgewählter Werke, wozu bald auch die lUicher- 
bestände der Ministerconferenz und der vereinigton Hofkanzloi 
kamen. Bereits unter Minister Bach wurden dieser Bibl., die 
hauptsächlich Werke der (>sterreichisclien Legislatur und 
Jurisprudenz umfassto, durch Vereinbarung mit den l)et reffen- 
den Kcgiorungen auch die (Jesetzsammlungon und Parlaments- 
druckscliriften der wichtigsten fremden europäischen Staaten 
zugeführt und die regelmässige Zuwendung derselben auch 
für weiterhin gesiciiert. Die Pflege fremdländischen* Gesetz- 
sammlungen und Parlamentsdruckschriften bildet auch heute 
noch eine der speciellen Aufgaben der Bihl. iMiien weiteren 
regelmässigen und sehr bedeiif(;nden Zuwaciis erhält dieselbe 
seit d. J. ls,")-2 aus den uul' (liiiiid (h'S i^ 1 der Prossordnung 



S'J'll Wien. nor. 

vom ifT. Mai is:.-,' und dos v< i .s dos Prossi^csot/os vom 17. J)o- 
oombor lS(i.i au tlas Ministerium dos Innern (später JSlaats- 
ministorium, seit 1S(!7 wieder Ministerium des Innern) al)<^'e- 
liet'orten rt'lichtoxemplaren von allen in den österreichischen 
Kronläudern vorlei^ton oder g'odruckten und zum Verivaui'e 
l)estimmton Druckschriften, rs'ach der i, J. IHTO erfolgten 
Uebortraiiunu' der A<:endon der öffentlichen Sicherheit in das 
Ministerium für Landosvortheidii4un,i>- und öffentliche Sicher- 
heit (frülier Polizeiministerium) auf das Ministerium des 
Innern wurde verfügt, dass voji den Pflichtexemplaren, welche 
bis dahin auch an das Ministerium für Landesvertheidi«^ain<4- 
und r)ffontlicho Sicherheit einzusenden waren, künftighin und 
bis auf Weiteres alle, Druckschriften mit alleiniger Ausnahme 
der in Wien erscheinenden periodischen (d. h. wenigstens 
einmal monatlich erscheinenden) an das Ministerrathspräsi- 
dium. diese letzteren aber auch an das Ministerium des Innern 
zugleich mit den für diese Behörde bereits bestimmten Exem- 
plaren abzuliefern sind. (Vgl. den Polizeidirectionserlass vom 
c. Juni IS71, Z. C,")!;?«!. an die Genossenschaft der Buch- und 
Kunsthändler, der Buch-, Stein- und Kupferdrucker.) Im J. 
18;i7 wurde noch dieser längst über den Rahmen eines Ililfs- 
institutes für ein einzelnes Ministerium hinausgewachsenen 
Anstalt der grösste Theil des aus der Bibl. des k. k. Minister- 
rathspräsidiums ausgeschiedenen Materiales älterer „dort ent- 
behrlicher", zumeist der Bibl. der ehemaligen obersten Polizei- 
behörde entstammender Werke, ca. 30.00U, behufs Ergänzung 
des eigenen Standes einverleibt. — Die Bibl. umfasst die ge- 
samnite officielle legistische, normative und parlamentarische, 
sowie auch die private staatswissenschaftliche und juristische 
Literatur des Inlandes mit Ijesonderer Berücksichtigung des 
Verfassungs- und Verwaltungsrechtes, ferner die Gesetz- 
sammlungen und Parlamontsacten, dann viele sonstige officielle 
Publicationen der meisten fremden Staaten, wie auch die 
wichtigsten Erscheinungen ihrer rechts- und staatswissen- 
schaftlichen Literatur. Besondere Pflege finden ausserdem: 
österreichische Politik, Geschichte, Biographie, Topographie, 
Ethnographie. Statistik u. s. w., überhaupt die meisten Disci- 
plinen, insoweit sie sich auf Oesterreieh beziehen, ferner 
Nationalökonomie und Social politik, .die onc^'klopädische 
Literatur, Conversations-, Fachlexica, Wörterbücher etc. 

Anzeiger f. Bibliogr. u. Bibl. -Wissenschaft, licrausg. von J. Pctzlioldt, 
Jahrg. 18;")1, Nr. 217, M8V' (..Die adniinistr. Eihl. dos k. k. Ministeriums des 
Innern in Wien"). — Ilugelniann, C. VerhäUniss d. Wr. Univ. -Bibl. zu den 
Mittelschul- und Aintsbibl. Wien IST'.», S. t). 

S71. Bauarchiv im k. k. Ministerium des Innern, 
I. Hoher Markt ö. — a) Bibl. -J.iOO Werke in mehr 

Bibliotheks-Adre-isbucU. 2<' 



306 Wien. 1872 

als 5(»0() Bdn.; h) Sammhing von Bauentwürfen. Plänen, Karten 
und Haudzeielinungen. — Jahresdotation 400-000 Gulden. — 
Bibliothekar: Rainer Sopuch, k. k. Oberingenieur. — Für die 
Bibl. ausser dem chronologisch geführten Inventarkataloge 
noch je ein aiphabet. Autoren- und Schlagwortkatalog. — 
Benutzbar nur für das Personale des k. k. Ministeriums des 
Innern. — Vorwiegend technische Wissenschaften. — Ent- 
stand seinerzeit im ehem. Ministerium für Handel. Gewerbe 
und öffentliche Bauten und kam später durch Reorganisirung 
des Staatsbaudienstes in das- Ministerium des Innern, als 
oberste Bauverwaltungsbehörde. 

S72. K. k. Oberster Sanitätsrath desk.k.Ministeri ums 
des Innern, I. Wipplingerstrasse 8. — Ende 1808: 3824 Werke 
in ca 10.000 Bdn, - Jahresdotation je nach Bedarf, — 
Bibliothekar: Dr. Gottlieb Markl. k. k. Bezirksarzt. - Alphabet. 
Zettel-, und zwar ein Haupt- und ein Materien-(Schlagwort-) 
Katalog. — Benutzbar während der Amtsstunden von St bis 
3 Uhr: für Fremde nur mit Bewilligung des Vorstandes des 
Sanitätsdepartements im Ministerium des Innern. — Ebenso 
Entlehnungen. — Keine Versendungen, — Gegr. 18,s!» durch 
Ausscheidung der Fachzeitschriften und Fachwerke aus der 
administrativen Bibl., sowie durch Geschenke auswärtiger 
Regierungen. — Werke und Zeitschriften medicinischen, 
hygienischen und statistischen Inhaltes. 

873, K. k. Ministerium für Cultus und Unterricht, 
I. Minoritenplatz 7. — a) Amtsbibl. 23.000 Bde.; b) die mit 
ihr verbundenen Departementsbüchersammlungen 5000 Bde., 
zusammen 28,000 Bde. — Dotation 500 Gulden. — Archivs- 
director, gleichzeitig Bibliotheksleiter: Jur, Dr, Wilhelm Pötzl ; 
Archivsconcipist: Ph. Dr. Wilhelm Ritter v. Ambros; Archivs- 
adjunct: Franz Staub; 1 Diener. — Inventarkatalog; aipha- 
bet. Grundkatalog in Zettelform; Schlagwortkatalog theils 
in Band- theils in Zettelform. — Amtsstunden an Wochen- 
tagen von ',._, 10 — 3 Uhr. — Benutzbar zunächst nur für die 
Beamten des Ministeriums. — In besonders berücksichtigungs- 
würdigen Fällen Entlehnungen auch an andere k. k. Behörden. 
— Keine Versendung. — Ge^r. am -,'7. Februar 1S4!) erhielt 
die Bibl. Theile der Amtsbil)!. der i. J. ists aufgelösten k. k, 
vereinigten liofkanzlei und der k. k. Polizei- und Censurhof- 
stelle. zu welcher später noch die Bücherbestände des Gym- 
nasial-Organisirungsdepartements kamen. Seit der i. J. iSi»;") 
erfolgten Organisiruiig des Arciiivs diesas Ministeriums bildet 
die Amtsbibl. einen Bestandtheil des Archivs, dessen Vorstand 
gleichzeitig mit ihrer Leitung betraut ist. In neuerer Zeit 
wurden der Amtsbibl. die Büchersammlungen des Departements 



875] Wim :\()7 

für Volksseliiilon, für (loworbcsehnlcii und für Mittclscliulrn 
zuj;e\vierien, welche uetrenut aufgestellt und katulo.uisirt sind. 

— Besonders gepflegt die in das Kessort des Ministeriums 
einschlä»iige Literatur. 

Eine Skizzo übor die (Jrüiuluiiti der Aintsbibl. entliält Wulf, G. Ge- 
scliiclite der k. k. Arciiivc in Wien. Wien 1871. 

874. K. k. Justizministerium. I. Scliillerplatz 4. — 
Anzahl der Bde. derzeit nicht festgestellt (nach Pelzholdt ca. 
13.000; nach Pizzala 12. 9. 3 9). — Jahresdotation 1000 Gulden. 

— Bibliotheksvorstand einer der I)e})artementchefs. derzeit 
Ministerialrat!! Dr. August Pitreich; 1 Kanzleibeamter; 1 Diener. 

— Handschriftlicher Zettelkatalog; älterer Bestand in 
einem alphabet. Autoren-Bandkataloge. — Der öffentlichen 
Benützung nicht zugänglich. — Entlehnungen und Ver- 
sendungen nur mit specieller Erlaubniss. — Entstanden 
zugleich mit der 1719 erfolgten Gründung der obersten Justiz- 
stelle. Als diese sich i. J. 1848 in zwei gesonderte Behörden, 
das Justizministerium und den obersten Gerichtshof, trennte, 
verblieb der grösste Theil des vorhandenen Bestandes der 
Bibl. dem Justizministerium. Seither erfuhr die Bibl. einen 
regelmässigen jährlichen Zuwachs, Sie umfasst insbesondere 
einen ziemlich reichen Bestand rechts- und staatswissen- 
schaftlicher Fachblütter und vollständige Sammlungen der 
officiellen Gesetzblätter viehn' europäischer Staaten. — Rechts- 
und Staatswissenschaften, die einschlägigen philosophischen 
Doctrinen, sowie Rechts- und Staatengeschichte. 

87.">. K. k. Finanzministerium, I, Himmelpfortgasse 8. 

— Ca. öO.OOO Bde. — Jahresdotation 1 öOO Gulden. — Director: 
Univ,-Prof. Dr. Alexander Budinszky: Concipisten: Dr. Victor 
Hof mann v. Wellenhof, Dr. Ludwig Witting, Dr. Carl Giannoni: 
Conceptsadjunct: Dr. Ad()l})h Zawrzel: Assistent: Dr. Rudolf 
Sallaba; 1 Diener, — 1898 ist ein Katalog im Druck erschienen. 
Zwei Zettelkataloge: ein aiphabet. Schlagwortkatalog nach 
den Schlagworten des gedruckten Kataloges und ein aiphabet. 
Xominalkatalog; ausserdem ein Standortsinventar. -- An 
Wochentagen von 9 — Vi'-'y ^ii Feiertagen von 9 — 12 Uhr ge- 
öffnet, an Sonntagen, am Neujahrs-, Frohnleichnamstage und 
in den Weihnachtsferien geschlossen. Das Lesezimmer ist an 
Wochentagen von 9 — (i Uhr geöffnet. — Benützung und Ent- 
lehnung grundsätzlich nur für die Beamten des k. k. Finanz- 
ministeriums und der demselben untergeordneten Beli()rden. 
Mit specieller Flrlaubniss auch für andere Personen. — 
Den Grundstock bildet die Bibl. der allgemeinen Ilofkammer, 
die nach Auflösung dieser Hofstelle zugleich mit ihrem Archiv 

20* 



308 Wi(Mi. [^"ß 

von dem 1S46 gesciiatieueii i'inaiiziiiinisteriuni übernoniiiu'n 
wurde. Das Gi'ündiinusjahr der bereits KSIO erwähnten Ilof- 
kaniinerpräsidialbibl. ist iingewiss. Als Behelf für die Heraus- 
gabe einer llandelszeitung durch die Commerz-llofeonimission 
wurde 1S18 eine besondere coninierzielle Abtheiluny der IJibl. 
errichtet, die 18o2 auf 2400 Bde. herangewachsen war: beide 
Abtheilungen wurden 1834 vereinigt. Hofr. Anton Edler v. 
Krauss liess 1835 einen lithographirten Katalog anfertigen. 
Als das 1848 ins Leben getretene Ministerium für Landes- 
cultur und Bergwesen 1803 wieder aufgelöst wurde und die 
Centralleitung des Montanwesens an das Finanzministerium 
überging, kam an dasselbe auch die Fachbibl. der ehemaligen 
Hofkammer im ]\Iünz- und Bergwesen, wurde jedoch getrennt 
von ihr aufgestellt und katalogisirt. 1871 zählte die Finanz- 
bibl. 20.001 Bde., die Montanbibl. 12.130 Bde. Im Mai 18;)0 
wurde der grösste Thcil der Montanbibl., 9093 Bde. und 9.^2 
Karten und Pläne, an das Ackerbauministerium übergeben. — 
Vorzugsweise Nationalökonomie und Finanzwissenschaft, poli- 
tische, finanzielle und sociale Gesetzgebung Oesterreich-Ungarns 
und der übrigen Ilauptstaaten. 

Katalog der Blbl. des k. k. Finanzministeriums, lirsfj. v. A. lludinszky. 
■ Wien 18118. 

87 li. K. k. Handelsministerium, I. Poslgasse 8. — Die 
Bibl. ist dem Departejnent Vb (Leiter: k. k. Ministerial- 
secretär Dr. Hugo Wolf; mit der Führung der Bibl.-CJeschäfte 
betraut: Phil. Dr. Moriz Ilofmann) unterstellt. — Ende De- 
cember isiis: (;2i')0 Werke. — Jahresdotation je nach Bedarf. 
Erhält die meisten Werke unentgeltlich von verschiedenen 
in- und ausländischen Stellen, zum Theile im Tauschwege 
gegen eigene Piü)licationen. — Je ein nach Materien, Schlag- 
worten und Autoren geordneter handschriftlicher Bandkatalog. 

— In den Amtsstunden, d. i. von 9 — ;> Uhr, ausschliesslich 
zu internen amtlichen Zwecken ge(")ffnet. — (Ilandels-)Statistik, 
Volkswirthschaft, Socialpolitik, ferner umfangreiche in- und 
ausländische Gesetzsammlungen, sowie eine reiche Ausstellungs- 
literatur. 

H77. Arbeitsstatistisches .\mt des k. k. Handels- 
ministeriums, I. Postgasse 8. — Fachbibl. im Entstellen. 

878. A m t s 1) i b 1 i o t h e k d e s k. k. E i s e n b a h n in i n i s t e r i u m s. 

— 8017 Werke in 1'.K'u\b Bdn, — Gedruckter Katalog. Die Bücher 
sind na<;h Materien und innerhalb derselben na<'Ii fortlaufen- 
den Ordnungsnummern und Formaten aufgestellt. - Die 
Verwaltung obliegt dem Dejtartement i<. - - Geöffnet während 
der Amtsstunden. — Entlehnung an die Beamten gegen 



881] Wien. 309 

Empfaiif^sschein. — Don (Jriiiidslock bildete die IJihl. der 
bestandenen k. k. Oeneraldirection der österi-eichischcn Staals- 
balinen, die ihrerseits hauptsäciilicli aus den Ijiiciiersamnilnnuon 
der in das staatliche Bahnnetz aufgenommenen Bahnen ent- 
staiKh'U war. Ende ISHö zählte die Bibl. n.'.To I>de. — Fach- 
literatur in ihrem .ganzen Umfange. 

Katolojl der Amtsbibi. des k. k. ElsonbalmininiPtoriunis. I. Wion 1B99. 

87!). K. k. Ackerbauministerium. I. Liel)iggasse. — 
Ueber Ki.ooo Bde.: Abth. I— II (Landwirthschaftj ;iOOO Bde., 
3000 Broschüren; Abth. III (Montanwissenschaft) 3000 Bde. 
und looo Broschüren. — Jahresdotation 2000 Gulden. — 
Bibliothekar: ein Beamter, derzeit provis. Dr. Carl Hoff- 
meister. — Ein alphabet. Zettelkatalog nach Autoren, ein 
Zettelkatalog nach Materien und innerhalb dieser aiphabet. 
Ein aiphabet, lithograph. Gesammtrealkatalog yon Dr. Hein- 
rich Kretsclima3'er angefertigt (für die Abth. I u. II). — Zur 
Benützung seitens der Beamten des Ackerbauministeriums 
bestimmt, ausnahmsweise auch für andere Behörden im Wege 
der Entlehnung gegen Empfangsschein benutzbar. — Gegr. 
18(jS. Grössere Schenkungen von Sectionschef Frh. Weis 
V. Teuffenstoin (1870) und von Exe. R. v. Chlumecky. 

BibL-Ordnunt^ für die Amtsbibl. des k. k. Ackei'bauininisteriuins. 
[Wien 1894]. 

880. Museum der Geschichte der österr. Arbeit. Siehe Wien, 
K. k. Technologisches Gewerbemuseum. 

881. K. k. österr. IVIuseum für Kunst und Industrie, I. Stuben- 
ring 5. — Ca. 28.000 Bde., ferner ir).()00 Ornamentstiche, 
14.000 Druckinitialen, 21». 000 Blätter Originalzeichnungeu, 
Photographien u. dgl. — Jahresdotation für den Ankauf von 
Büchern r)40() Gulden, für die Erwerbung von Ornament- 
stichen 2000 Gulden, für den Ankauf von Originalzeichnungen 
und Photographien 2000 Gulden. — Vorstand: Custos Franz 
Ritter: Amanuensis: Dr. Friedrich von Schönbach; Diurnist: 
Heinrich Stiasny; ?> Diener. — Ein aiphabet. Zettelkatalog, 
ein Realkatalog. — Benutzbar für jedermann: Eintritt an den 
Besuclistagen frei. Vom 21. März bis 20. October an Wochen- 
tagen mit Ausnahme des Montags von — 2, an Sonn- und 
Feiertagen von i) — 1 Uhr geöffnet; vom 21. October bis 
20. März an Wochentagen, mit Ausnahme des Montags, von 
y — 1 und von C — <s'/o, an S(mn- und Feiertagen von — 1 Uhr. 
— Entlehnung gegen Emi)fangschein; jedes entlehnte Werl: 
ist auf Verlangen des Bibliotheksvorstandes sofort zurück- 
zustellen. Bücher und Blätter der Ornamentsticlisammlung. 
Originalzeichnungen und werthvolle, im Bucidiandel ver- 



310 Wien. [882 

griff ene Werke der Bibl. dürfen nur im Bibl.-Locale benützt 
werden. — Versendung nach auswärts durch die Direction 
des Museums. 

Ritter, Franz. Die Bibl. des Oesterr. Museums. In: Contralblatt fiir das 
gewerbliche Unterrichtswesen. Bd. IV. — Chnielar/, Eduard und Franz 
Ritter. Katalog der Bibl. des k. k Oesterr. Museums. Wien 1S83. — 
Schestag, Fr. Illustrirter Katalog der Ornamentstielisammlung des k. k. 
Oesterr. Museums. Wien IsTl. Mit Initialen und 20 lUustralionon. — Ritter, 
Franz. Illustrirter Katalog der Ornamentstichsammlung des k. k. Oesterr. 
Museums. Erwerbungen seit dem Jalire ÜSTl. Mit 130 Illustrationen 
Wien 1889. 

882. Griechisch-orientalische Nationalschule, I. Fleisch- 
markt 13. 2. Stock. — Ca. 2000 Bde. — Keine bestimmte 
Jahresdotation. — Custos der Bibl. ist Director Dr. phil. 
Eugen Zomarides. — Gedruckte aiphabet. Kataloge a. d. J. 
1820, I82<i, 18 IG und 1800. — Geöffnet jeden Dienstag von 
9 — 11 Uhr. — Entlehnungen nur ausnahmsweise bei Leistung 
der nöthigen Sicherheit. — Gestiftet von den Gründern der 
griechisch-orientalischen Gemeinde zur heiligen Dreifaltigkeit 
und seither bereichert durch Spenden verschiedener Wohl- 
thäter. — Hauptsächlich: Griechische Sprache, Literatur, 
Geschichte und Landeskunde. 

883. K. u. k. Officierstöchter-Erziehungsinstitut, XVIL Hernais, 
Calvarienberggasse 28. — a) Lehrerbibl. ITüü Werke in 
2855 Bdn. und 2065 Heften; b) Schülerbibl. 202o Werke in 
2788 Bdn. und 20 Heften. — Jahresdotation GOO Gulden. — 
Die Obervorsteherin des Institutes, derzeit Bertha Gräfin 
V. Geldern-Egmond zu Arcen, betraut nach ihrer Wahl eine 
Untervorsteherin des Institutes, derzeit Emma v. Czedik, mit 
der Führung der Bibliotheksgeschäfte. — Für <ij und hj je ein 
Hauptinventar, ein Zettelkatalog und ein nach wissenschaft- 
lichen Grui)pen geordneter, aiphabet. Fachkatalog. — Zu- 
gän.olicli dem Lehrkörper, den Zöglingen, eventuell auch 
ehemaligen Zöglingen zu den von der Bibliothekarin fest- 
gesetzten Stunden. — Entlehnung, aber keine Versendung. — 
Die ersten Anfänge der Bibl. reichen auf die im Jalire 1775 
erfolgte Gründung des Institutes zurück. — Vertreten alle 
Wissenszweige. — Die Schulbücher sind in Verwaltung einer 
eigenen Unter Vorsteherin. 

884. K. k. Patentamt, VII. Guttenberggasse 1, hat eine im 
Entstehen begrillVue grös.sere Fachbibl. mit einer completen 
Sammlung von Patentschriften, darunter auch lieport of tlie 
commissioner of patents. Washington, 1s ii IT. Leiter: 
lug. Gustav Seilerei-, k. k. Conimissär. 



887] Wien. 311 

S.sf) Oesterreichischer Philatelisten-Club, I. Tiefer Graben 
11/13, Mezzanin. - Ca. ;•() ZeiLschrii'ten mit 400 Bdn. ; ca. 
250 Kataloge nnd Monographien. — Jahresdotation ca. 
100 Gulden. — Ein gewählter Bibliothekar, derzeit Carl 
Regelsperger. — Zettelkatalog. - Zugänglich für Mitglieder 
jeden Donnerstag von 8—1) Uhr abends. — Gegr. 18«y, — 
Ausschlieslich philatelistische Literatur. 

88(J. Postbeamtenverein, I. Postgasse 10. — Ca. 3000 Bde. 
— Jahresdotation ca. ;^00 Gulden. — Ein Bibliothekscomite, 
dessen Vorstand zugleich Vorstand des Vereines: 01)erpost- 
rath Eduard lMrn()gger. — Gedruckter Realkatalog, innerhidl) 
der einzelnen Abtheilungen aiphabet. — Dreimal wöchentlich 
zu bestimmten Stunden geöffnet. — Entlehnungen an Vereins- 
mitglieder. — Gegr. um die Mitte der Siebzigerjahre. Zahl- 
reiche Geschenke. — Postfachliche, kartographische und 
belletristische Literatur. 

Bibl. -Katalog mit jälii-lich ersoluMiionden Nachträgen in Druck heraus- 
gegeben. 

Privatbibliotheken. 

887. Graf Harrach, I. Freiung 3, Theilt sich in eine 
Fideicommissbibl. und eine Privatbibl. des jeweiligen Majorats- 
herrn. Die Fideicommissbibl. in Wien zählt an 10.000 Bde. 
und 300 Handschriften ; die Fideicommissbibl. in Brück a. L. 
(Prugg), einschliesslich der ehem. Fideicommissbibl. Rohrau, 
14.000 Bde.; auch in Prag, Hrädek in Böhmen und Starken- 
bach befinden sich Bibl. dieser Familie, von denen die 
Prager hauptsächlich Bohemica umfasst. Die Privatbibl. 
zählt bei 400 Bde; der jährliche Zuwachs, respective die in 
der Privatbibl. nicht unterzubringenden Werke, wird in die 
Fideicommisbibl. eingereiht. — Bibliothekar und Archivar: 
Ferdinand Mencik, Scriptor der k. k. Hofbibl. in Wien. — 
Für die Wiener Fideicommissbibl. ein Zettel- und ein Band- 
katalog, für die Prugger theils Zettel-, theils Bandkataloge, 
für die übrigen je ein Bandkatalog. — In der Regel keine 
Entlehnung; nur in besonderen Fällen über schriftliches An- 
suchen gestattet. — Schon Leonhard Freiherr v. Harrach 
besass eine Bibl., in der sich Bücher grösstentheils juridischen 
Inhaltes befanden; diese blieb bis zum J. 188(i in der älteren 
Linie des Geschlechtes (Rohrau). Die Wiener Bibl. geht auf 
den Grafen Ferdinand Bonaventura Harrach zurück, der sie 
mit spanischen, historischen, theatergeschichtlichen Werken 
und französischen Schriftstellern bereicherte. Auch sein Solin 
Graf Alois Tiiomas Ilarrach vermehrte sie theils durch die 
gräflich Thannhausiii'sche Bücherei (die Werke derselben 



312 Wien. 

sind durch ein Ex libris bezeichnet), theils durch den Nachlass 
seiner Brüder. — Die Wiener Bibl. umfasst Historica und 
Theolo<i:ica, wahrscheinlich Nachlass zweier Cardinäle und 
eines Bischofs, die Prugger naturgeschichtliche und geschicht- 
liche Werke. 

Das Handschriftenverzeichniss wird in Kurzem ei'seheinen. 

888. Graf Lanckoroüski. III/4 Fasangasse 20, Mezz. -- 
Ca. 4000 Bde. — Keine bestimmte Dotation; 189G wurden bei 
1200 Gulden für den Bücherankauf verwendet. — Bibliothekar: 
Gustos Franz Fuchs, zugleich Gustos der Gemäldesammlung. — 
Kein Katalog. — Ist nur Privatbibl., daher für Fremde unbe- 
nutzbar. — In erster Linie Prachtwerke der Kunstgeschichte 
und geographische, ethnologisclie und erzählende Reisewerke. 
BeachtensM'erth ist ein Gypsabguss des von Bildhauer Schwerzek 
reconstruirten Parthenonfrieses in verkleinertem Massstabe. — 
Mit der Bibl. vereint ist die Ilandzeichnungen-, Stich- und 
Photographiensammlung desselben Besitzers, von der sich 
jedoch der grössere Theil auf Schloss Rozdol befindet. 

8sy. Fürstlich Liechtenstein'sche Majorats- (oder 
Fideicommiss-) Bibliothek, I. Herrengasse C — Ca. 
100.000 Bde.. ohne Broschüren, 180 alte Handschriften, 
252 Wiegendrucke. — Jahresdotation für Bücherkauf und 
Einbände looo Gulden. — Bibliothekar: Lucas Hang, Archiv- 
rath; 1 Bibliotheksdiener. — Ein systemat. Zettelkatalog in 
It;^ ein aiphabet. Autorenkatalog in fol. — Täglich geöffnet. 
Sonn- und Festtage ausgenommen; trotz ihres streng privaten 
Charakters kann die Bibl. für wissenscliaftliche Zwecke 
benützt werden. In Ermangelung eines Lesesaales stellt der 
Bibliothekar in solchen Fällen sein Bureau zur Verfügung. 
Bei grösseren, längere Benützung erfordernden Arbeiten ist 
die Einreichung eines Gesuches an Se. Durchlaucht den 
regierenden Fürsten Johann II. von und zu Liechtenstein 
nothwendig. — Keine Entlelinungon und Versendungen. — 
Als Gründer der Bibl. gilt Herr Hartmann II. von Liechten- 
stein von Nikolspurg (im KJ. Jhdt). Von Einverleibung 
grösserer Büchersammlungon ist nichts bekannt. 17U1 wurde 
die Bibl. in die liäumliclikeit, in der sie jetzt untergebracht 
ist, übertragen. Sie nimmt hier den o])eren Theil der in zwei 
St(jckwerke getheilten ehem. Reitschule ein (im unteren Stock- 
werke b(^findet sich der sogenannte „Bciscndorfer-Saal") und 
füllt ausser diesem prachtvollen Saale noch drei kleinere 
Räume, die zugleich dem Bibliothekar als Arbeitsraum dienen. 
— Griechische und rr>misciie Autoren sind auffallend b(;vor- 
zugt, von denen einige in :><) und mehr versciiiefhmen älteren 



si>2] Wien. :J1:5 

Ausgaben vortrolen sind. In zwoittn- Linie steht itali<.'nisclie 
und franz(">siselie Uelletristik. in dritter franzr)sische und 
enjilisehe (ieschiclit<\ Memoiren; nacii diesen kommen Literatur- 
und CulturgesclMchte, j^rösstentheils in neueren Werken ver- 
treten, Philosophie, Astronomie, Physik, Heilkunde, Theologie 

— besonders Kirchengeschiclite, Kirchenrecht und Moral — 
Rechtswissenschaft, Kriegskunst, f'ortil'icationswesen und I>au- 
kunst überhaupt — doch fast alles nur in älteren Werken. 

— Hauptpflege finden derzeit Natur- und Geschichtswissen- 
schaft. — Auch die „Hauslabsammlung" (ca. 12.000 Bde.) wurde 
vom Fürsten Liechtenstein erworben, ist jedoch nur zum Theil 
der Fideicommissbibl. einverleibt, der übrige, über öooo Bde., 
wurde an öffentliche Bibl, (Univ.-Bibl. in Wien u. a.) verschenkt. 

890. Hofrath Prof. Carl Menger, IX. Währihger- 
strasse \'l. — rJ.ooo — 15.000 Bde., darunter einige Incunabeln 
und viele ältere Werke in allen modernen Sprachen. — Je 
ein handschriftlicher Band- und Zettelkatalog. — Die Be- 
nützung ist von der Bewilligung des Eigenthümers abhängig, 
die an Gelehrte in liberalster Weise ertheilt wird. — Ebenso 
Entlehnungen und Versendungen. — Besteht seit 1873. — 
Fast ausschliesslich politische Oekonomie (ältere und neuere 
Literatur); daneben Philosophie und Statistik. 

8yi.Prof. Dr. Heinrich Ob er Steiner, XIX. Billrothstr.GO. 

— Rein neurologischen Inhaltes (Anatomie, Phj'siologie. Patho- 
logie des Nervensystems und verwandte Fächer, Psychologie, 
forensische Medicin u. s. w.). Dieselbe umfasst gegenwärtig ca. 
20.000 Bde. und steht Fachgenossen gern zur Benützung 
offen. — Neurologische Literatur der Vergangenheit und der 
Gegenwart in möglichster Vollständigkeit. — Besitzer Univ.- 
Prof. Dr. Heinrich Obersteiuer. 

892. J. Karl Proksch, VII. :\rariahilferstrasse 108. — 
Ca. 0000 Bde. aus den verschiedensten Gebieten des Wissens, 
grösstentheils Heilkunde und ihre Geschichte; darunter ca. 
1700 Nummern in ca. 2000 Bdn. und Heften über venerische 
Krankheiten, besonders die einschlägige Literatur des IC, 
17., 18. und der ersten Hälfte des 19. Jhdts. ist beinahe voll- 
ständig vertreten. Zahlreiche seltene Werke, welche jeden; 
Arzte und medicinischen Historiker über Ansuchen in der 
liberalsten Weise zur Verfügung gestellt werden. — Ebenso 
Entlehnungen und Versendungen; grössere Partien oder die 
ganze Sammlung für Fachmänner täglich von 10 — 5 Uhr be- 
nutzbar. — Zettelkatalog und I\Latorienregister. — Auskünfte 
ül)er die Sammlung, sowie über einzelne Fragen der Literatur 
und (Teschichto der venerischnn Krankheiten, sofin-ne solche 



314 Wien. [893 

nicht allzu grosse Zeit in Anspruch nehmen, werden gern 
beantwortet. 

89:^. Prof. Dr. Samuel Leopold Schenk, IX ;> Schwarz- 
spanierstrasse 7. — Siehe Wien, Embryologisches Institut 
der k. k. Universität. 

S9t. [K. k. Staats-]Realschule im I. Bezirke, Schotten- 
l)asteigasse 7. — 4000 ]5de. Dotation r)0(» Gulden. — 

Director: Dr. Franz Wallentin; l>ibliotliekar: Prof. Dr. Engel- 
bert Nader. — Handschriftlich ein Zettel- und ein Baudkatalog. 

— Täglich für die Mitglieder des Lehrkörpers benutzbar. — 
Ebenso Entlehnungen. — Versendungen an Schwesteranstalten 
und bekannte Persiuilichkeiten gegen Revers. — Gegr. mit 
der An.stalt isiji. — Alle Wissenschaften, insbesondere die 
neueren Sprachen und die realistischen Fächer. 

Bibliothekskatalog ersclieint in Fortsetzungen im Jaliresbericlite der 
k. k. Staats-Realsehule im ersten Gemeindebezirke Wiens. Wien ItsOT ff. 

s;).'). [K. k. erste Staais-]Realschule im II. Bezirke, Vereins- 
gasse 21. — n) Lehrerbil)!. li.s.-)S Bde. und Hefte, 70-30 Pro- 
gramme; h) Schülerbibl. l()r)7 Bde. und Hefte. — Jahres- 
dotation ca. 000 Guiden. — Director: Reg.-R. Wilhelm Kukula ; 
Bibliothekar: Professor Moriz Husserl. — Zettel- und Band- 
katalog. — Zugänglich a) nur für staatlich angestellte Mit- 
glieder des Lehrkörpers zu den gewöhnlichen Lehrstunden. — 
Ebenso Entlehnungen. — Keine Versendungen. — Der Bücher- 
bestand der ehem. Leopoldstädter Unterrealschule wurde seit 
1871 alljährlich durch Kauf aus der Dotation vermehrt; 
1879 erhielt die Bibl. geschenkweise 1';.5 französische Werke. 

— Vertreten sind alle Wissenschaften, die an der Anstalt 
gelehrt werden. 

Willomitzer, F. Katalog der Lehrerbibl. Wien 1808. In: XXVII. Jahres- 
bericht über die I. Staatsrealsehule in dem II. Bezirke von Wien. 
Wien 181)8. 

8'.)(;. [K. k. zweite Staats-]Realschule im II. Bezirke, Glocken- 
gasse 2. — a) Lehrerbibl. 2G()0 Bde., 57 Blätter; h) Schüler- 
bibl. 903 Bde., 12 Hefte. - Jahresdotation 400 Gulden. — 
Director: Richard Trampler: Bibliothekar für a) Prof. Ern.st 
Lindonthal; für h) Prof. Dr. Johann Ellinger. - Zettel- 
katalog; Fachgrnp])enverzei(;liniss. -- Nur iMith'hiiungcn, und 
zwar an die Mitglieder des Lehrktirpers der Realschule und 
verwandter Anstalten. — Keine Vorsendung. — Gegr. zugleich 
mit der Anstalt i. J. I87r>. — Vorliaiidon alle an d(!r Sciiule 
vertretenen Fäclier. 

Bfioliorkatalop; wird dfmiiäehsl im Druck ersohcincii (I'ro^'r.Tmm der 
Anstalt) 



900] Wien. 315 

8i»T. [K. k. Staats-]Realschule im III. Bezirke, Kadetzky- 
strasse 2, — <i} J^clinu-l)!!)!. tu:».') lUle., ir>;il> Hefte und eine 
reiche Prot^raminsaMindiing; 1>J Sciiiilerhibl. 2'2 1;{ Bde. und 
ölt Hefte. - Jahresdotation für (i) ca. 5.50 Gulden; für h) 
ca. 100 Guhlen. — Director: Rej4".-R. Alexander Landjerirer; 
Bibliothekar für <ii Prof. Au<iust Milan; für b) Prof. Ferdinand 
Lorenz. — Inventar und Zettelkatalog-. - P>('nüt/l)ar n ) für 
den Lehrk()ri)er stets mit Ausnahme der Ferien in Anwesen- 
heit des Bibliothekars: />) zu bestimmten Stunden für di(! Schüler. 

— Ebenso Entlehnungen. — Versendungen über Verlangen 
an andere Directionen; Tausch verkehr mit dem k. k. Gyinn. 
im III. Bez. — Gegr. zugleich mit der Anstalt tHöt. — [Neu-] 
Philologisch-historische und mathem.-naturhistorische Fächer 
(incl. Chemie) fast gleichmässig. 

Kataloo; dor Lohrorbibl. I. Tlioil. Ziisaiiinioii<>ostplIt von August Milan. 
In:XXXXVII Jalirosborif^ht ülier die U. k. Staatsrealscliulo und die (Jowoih- 
liclie I^'nrtbildungsscluilo im TII. llo-cirko (liaiidstrassf) in Wion. Wien IS'.tS. 

8'.is. [Rainer'sche Privat-Unter-]Realschule, III. Ilasumoffsky- 
gasse "21. — a) Lelirerbibl. t.M Bde., :>\ Ihifte, lOlf) Programme; 
bj Schülerbibl. ;J!i4 Bde.. 4 Hefte. — Dotation ca. loo Gulden. 

— Director: Carl Rainer. -- Gedruckter Katalog. — Geöffnet 
Freitag von 2—3 Uhr. — Entlehnung nur an Lehrer und 
Schüler der Anstalt. — Gegr. isiiT. — Alle Fächer der Real- 
schule. 

Gedrucktor Katalog im Jahresborioiito der Anstalt für 1SU7;98. 

899. [K. k. Staats-]Realschule im IV. Bezirke, Waltergasise 7. 

— a) Lelirerbibl. 5üo2 Bde., 2;5i)(; Hefte, to22 Programme; 
b) Schülerbibl. 1284 Bde., 2;') Hefte. Director: Johann Fetter: 
Bibliothekar: Prof. Dr. Carl Ullrich. — Gegr. 1855, verstaat- 
licht 18 '.»4. 

Nach dem letzten Jahresberichte gearbeitet, da der Fragebogen nicht 
beantwortet wurde. 

900. [K. k. Staats-Unter-]Realschule im V. Bezirke, Ranii)ers- 
torffergasse 52. — fi) Lehrerljibl. ca. 12n(i Wt-rke: h) Schüler- 
bibl. Für Vermehrung und Erhaltung der Lehrmittel- 
samndungen standen ls97/;t8 ] r.).')-os Gulden zur Verfügung. 

— Director: PVanz Charwat; Verweser der Bibl.: Prof. Leopold 
Hirsch. — Gegr. 1S75. 

Hirsch, Leopold IJibl. -Katalog. ^Xach •lern Stande vom ir>. Juli IS'.iT.) 
In: XXIII. Jaliresberioht der k. k. Staats-Unterrealsoliule im V. Bezirke 
(Margaretlien) von Wien. Wien 1898. 

Nach dem letzten Jahresberichte gearbeitet, da der Fragebogen nicht 
beantwortet wurde. 



316 Wien. [901 

901. [K. k. Staats-JRealschule im VI. Bezirke, Marchetti- 
oasse 3. — aj Lehrerbibl. 4278 Bde., 521 Hefte und eine 
grössere Sammlung V(^n Programmen; h) Scliülerbibl. — 
Director: Johann Deehant; Bibliothekar für a) Prof. Joseph 
Sturm; für h) Prof. Ferdinand Ginzel. — Bandkatalog, fort- 
laufend nach der Zeit der Anschaffung. Alphabet. Katalog in 
Ausarbeitung. — Benutzbar zu jeder Zeit nur fiir die Lehrer 
der Anstalt. — Ebenso Entlelmungon und Versendungen. — 
Gegr. zugleich mit der Anstalt 1854. 1897 wurde die Bibl. des 
verstorbenen Prof. Nicolaus Fialkowski in 544 Bdn. und ^4 
Heften der Anstaltsbibl. geschenkt. — Die mit den Lehr- 
fächern in Beziehung stehenden Wissenschaften. 

902. [K. k. Staats-]Realschule im VII. Bezirke, Neustift- 
gasse 95, 97, 99, besitzt eine Lehrer- und eine Scliülerbibl. — 
Director: Carl Klekler: I]ibliotliokar der Lehrerbibl.: Prof. 
Dr. Joseph Egermann; der Scliülerbibl.: Prof. Wilhelm Du- 
schinsky. — Entstanden 1851 aus der seit 1815 mit dem k k. 
polyteclin. Institute vereinigt gewesenen Realschule. 

Nach dem letzten Jahresberichte gearbeitet, da der Fragebogen niclit 
beantwortet wurde. 

903. [K. k. Staats-Ober-]Realschule, XV. Henriettenplatz G. 
— a) Lehrerbibl. 2ö(;] Bde.: hj Scliülerbibl. — Dotation aus 
den jährlichen Einschreibegebühren, somit variabel, durch- 
schnittlich pro Jahr 300 — 400 Gulden. — Director: Franz 
Hübner; Prof. Franz Gassner, Bibliothekar der Lehrbibl.; 
Prof. Siegmund Alois Fuchs, Bibliothekar der Schülerbibl. — 
Ein Zettelkatalog und ein gedruckter Katalog; letzterer dem 
XXIV. Jahresberichte der Anstalt pro 1898 beigebunden und ge- 
ordnet in der durch Erlass des k. k. Ministeriums für Cultus 
und Unterricht vorgeschriebenen Weise. — Eine sogenannte 
Handbibl. steht zum augenblicklichen Gebrauche der Mitglieder 
des Lehrkörpers im Bibl. -Räume bereit; an einem Tage der 
Woche, der je nach der Amtsbeschäftigung des Bibliothekars 
jährlich wechselt, ge(")ffnet. — Entlehnungen an die Mit- 
glieder des Lehrkörpers, seit einem Jahre auch an jene des 
Karl Ludwigs-Gymn. im XII. P>ezirke. — Gegr. gleichzeitig 
mit der Anstalt i. J. 1872, erweitcn-t tlieils durch Kauf, theils 
durch (leschenke. — Vertreten sind alle Disciplinen, l)esonders 
die mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächer. 

fJassnor, Franz. Katalog der Lolirerbib). In: XXIV. Jaliii'sbcriclit der 
Staats Oberroalsclnilo im XV. 15c7.irke von Wien (Füiifhnus). Wien ISOS. 

iMii. [K. k. Staats-]ReaIschule im XVIII. Gemeindebezirke, 

Scliopcnhauerstrasse 19. — n) Lehrerbibl. 1 •.'(;;; Bde., <;k2 [leite, 
31 Bhiltcr, 2ss4 Programme; hj Schülerbibl. 9<j2 Bde. und 



!i"71 Wien. 317 

."kS Hefte. — .hiliresddtatiuii (lurclis(!liiiittiicli ."XK) (luldcii. — 
Director: Dr. Titas Killer v. Altii; Jlihlioihekai-: Prof. Kerdi- 
nand Noidel. — Ein aiphabet. Zettel- und ein nach Fächern 
uetH'dneter Uandkatalog. — Nur für Lehrer und Schüler der 
Anstalt benutzbar, doch werden die Bücher nicht in der liibl. 
benützt, sondern nur nach Hause entlehnt. — Sie wurde l)a]d 
nach Gründung- der Anstalt (October 187!») an.<i:ele<it und von 
Prof. Xeidel seit ihrer Beiiründunj^ verwaltet. Im ersten Jahre 
schenkte das k. k, Ministerium für Cultus und Unterricht der 
Anstalt eine Sammlung' von über 400 Akademieschriften. 
Seither erfol^ien die Nachschaffungen nach ^Iassgal)e der 
von den Fachlehrern geäusserten AV'ünsche. — Alle Kealschul- 
fächer. 

Neidel, Ferdinand. Katalog der Lelircrbibl. (Gruppe I). In: XIII. Jalires- 
lieiiclit der Staats-Realscliule im XVIII. Gemeindebozirke von Wien. 
Wien 1898. 

905. Reconvalescentenhaus der Barmherzigen Brüder, XIII. 
Ilütteldorferstrasse 4t!(3. — 13ä-2 Nummern, darunter mehrere 
werthvoUe Handschriften. — Dotation je nach der Höhe der 
zufliessenden Spenden. — Bibliothekar ist der jeweilige Prior 
des Convents, zugleich Vorstand des Reconvalescentenhauses, 
derzeit Johann Sobel. — Die Bibl. ist nur Hausljibl., 
daher weder Entlehnung noch Versendung. — Ein alphabot. 
Katalog. — 1753 gegr. — Vorzüglich mcdicinische Literatur. 

90n. Redemptoristencolleglum bei Maria am Gestade, 

I. Salvatorgasse 12. (Congregation vom a. h. Erlöser.) — 
Lediglich Handbibl. für die Patres als Prediger und Beicht- 
väter. -- Seit Entstehung des Collegiums i. J. 1820 zu un- 
gefähr 20.000 Bdn. herangewachsen. In Folge der Vertreibung 
der PP. i. J. 1818 sind jetzt viele Werke unvollständig. 
Nur wenige Incunabeln. — Neben allen theologischen 
Fächern zum überwiegend grössten Tlieile Philosophie. 

907. K. k. Geologische Reichsanstalt, III 2 Rasumoffskv- 
gasse 23. — 44.0i'0 Bde. und Hefte, wovon 17.000 auf Einzelwerke 
und über -27.000 auf periodische Schriften entfallen. — Jahres- 
dotation 1000 Gulden. — Director : Ilofr. Dr. Guido Stäche; Biblio- 
thekar: Dr. Anton Matosch; Diurnist: Wilhelm Kutscher; 1 
Diener. — Alphabet. Zettelkatalog nacii dem System Pin(,'ou; 
Fachgruppenkataloge für die periodischen Schriften. — Be- 
nutzbar für Fachgenossen und Interessenten von 9-12 und 
2 — 4 Uhr. — Ebenso Entlehnungen und Versendungen nur 
ausnahmsweise mit Genehmigung des Diroctors. — F'achbibl. 
ersten Ranges, zumal wegen ihres Reichthums an Fach- und 
fachverwandten Zeit- und Gesellschaftsschriften, welcher bei 



318 Wien. [90S 

lUOi» Nummern beträgt und fast ausschliesslich im Tausch- 
verkehr gegen die Schriften der Anstalt zufliesst. Diesem 
Schriftentausch, welchen die geologische Reichsanstalt seit 
ihrer Gründung (November 1049) mit allen hervor- 
ragenderen verwandten Instituten und Gesellschaften des In- 
und Auslandes unterhält, verdankt sie auch ihre Entstehung. 
Den Grundstock der Bibl. bildete eine Schenkung von über 
1000 Bdn. und Heften, mit welchen Dr. Wilhelm Ritter v. Hai- 
dinger die k. k. geologische Reichsanstalt als deren erster 
Director bedachte. Der Zuwachs der Bibl. wird quartalweise 
in den .»Verhandlungen der k. k. geologischen Reichsanstalt" 
vom Bibliothekar ausgewiesen. 

<J08. Oesterr. Reichsrath, I. Reichsrathsgebäude. — Ca. 
1.').000 Bde. — Jahresdotation lOOO Gulden. — Vorstand: 
Dr. phil Siegfried Lipiner, k. k. Regierungsrath und Biblio- 
thekar; Amanuensen: Dr. phil. Johann Ladislaus Merklas, 
Dr. jur. Karl Renner: 3 Bibliotheksdiener. — Ein gedruckter 
Nominalkatalog; ein Materienkatalog handschriftlich in Zettel- 
form. — Zugänglich für die Mitglieder beider Häuser des 
österr. Reichsrathes und die Mitglieder des Reichsgerichtes 
täglich von 9— 2 Uhr, während der Reichsrathstagung ausser- 
dem von 5 — 8 Uhr abends und ])ermanent während der 
Dauer der Plenar- und x\.usschuss-(Commissions-)Sit7Aingen 
eines der beiden Häuser und der österr. Delegationen. — 
Von der Entlehnung sind ausgeschlossen : Gesetz- und Ur- 
kundensammlungen. Entscheidungen, Parlaments Verhandlungen, 
Zeitschriften, Zeitungen, Nachschlagewerke, Karten, Atlanten 
und S(;nstige erfahrungsmässig vielbenützte Bücher. Ent- 
lehnungsfrist 2— 4 Wochen. — In der Regel keine Versendung. 
— Die durch Ueberweisung der Bibl. des österr. Staatsrathes 
(18<;i — 1868) an den Reichsrath entstandene Bibl. pflegt 
Rechts- und Staatswissenschaften, insbesondere Politik, Parla- 
mentarismus und Administrativstatistik, daneben politische 
Geschichte. 

Xominalkatalog der Reiclisrallishibl Wien 189(). 

909. Wiener freiwillige Retlungsgesellschaft, III. Radetzky- 
strasse l. - 3997 Bde. — Dotation je nach Ik'darf. — Chef- 
arzt: Dr. Heinrich Charas; Secretär : Moriz Wortmann; 
1 Diener. Zettel- und systematischer Katalog. - Benutzbar 
nur für die. Functionäre der Gesellschaft, den ganzen Tag 
über. — Keine Entlehnungen und Ver.sendungen. — Gegr. 
von Dr. Freih. Jaromir v. IMundy, dessen ganze Privatbibl. 
si)äter in das Eigenthum der Gesellschaft überging. — Vor- 
zugsweise medicinische Wissenschaften, Rettungswesen, Militär- 
sanitäts-, Irrenwesen und freiwill. Hilfsvereinsweson. 



'.ML'j Wien. ;;i:i 

;'M». Kunsthistorische SammlungeT des Allerhöchsten 

Kaiserhauses, kiiiisihist. IJot'imiseuin, 1. Üiiruriiii; .'>, 'l'icrimi-- 
torre. — Enthält Itj.soo Inventarnuiiinieni in ca. 24. ;')()() l^dii.. 
darunter einiiro Handschriften, Incunabeln, Urkunden, Flu^- 
und sonstige Kinzolblätter, die jedoch wegen ihrer verhältniss- 
niässig geringen Anzahl nicht in besonderen Verzeichnis.sen 
gefülirt werden. - Jaliresdotation vom Oberstkämnieroranite 
•2000 Gulden. — Vorstand: Dr. Heinrich Ziinnierniann. k. ii. k. 
Custos I. Gl.; Arthur Kurda, k. u. k. Assistent; 1 Museums- 
diener. — Handschriftliche, alte gebundene aiphabet, und 
Realkataloge, theilweise auch ein alter aiphabet. Zettelkatalog. 
Ein genauer neuer Zettelkatalog in Arbeit und zur Hälfte 
fertig. — Täglich während der vorgeschriebenen Amtsstunden 
von i) — 2 Uhr. an Sonn- und Feiertagen, ausser wenn das 
IMuseum überhau})t vollständig geschlossen ist, von 9—1 Uhr 
geöffnet. In erster Linie als Ilausbibl. für die Beamten des 
Hauses bestimmt, doch auch für Fachleute, so weit diese den 
Bibliotheksbeamten persönlich bekannt, durch einen Museunis- 
beamten oder sonst eine vertrauenswürdige rersc'hiliclikeit 
eingeführt sind, zu den angegebenen Stunden benutzbar. — 
Entlehnungen und Versendungen gegen Ausstellung eines 
Ausleihscheines, mit der einzigen Verpflichtung, das entlehnte 
Werk, falls es im Museum benöthigt wird, sofort wieder 
zurückzustellen. — Die Bibl. ist durch die Vereinigung und 
in den Jahren iss;) — 1891 successive erfolgte Uebernahme 
der früher getrennten Handbibl. des kaiserl. Münz- und Antiken- 
cabinets, der Ambrasersammlung und kaiserl. Gemäklegallerio 
entstanden und enthält daneben die i. J. i.s;H von dem 
k. k. Major Joseph Kraushaar der Ambrasersammlung testa 
mentarisch vermachte sogenannte „Maximiliansbibl." — Aegyp- 
tologie, Philologie, Archäologie, Geschichte, Kunstgeschichte 
und verwandte Disciplinen. die für das Studium und die Er- 
klärung der im Museum verwahrten Kunstsehätze von Wertli 
sind, und wird nach Massgabe der vorhandenen Mittel nament- 
lich für die Numismatik möglichst vollständig erhalten und 
ergänzt. 

Das genaue neue Inventar der Bibl. v. J. 1S97 liegt im ISIanuscript 
gedruckt vor; die Herausgabe eines wissensoliaftliclien Bibliotlickskataloges 
ist nach dem Muster jener der Bibl. des k. k. (isterr. Museums t'üi' Kunst 
und Industrie und der k. k. Akademie der bildenden Künste in Wien 
geplant. 

911. Städtische Sammlungen. Siehe Wien. Bil)liothek und 
Historisches Museum der Stadt Wien. 

912. St. Vincenz-Leseverein, VI 2 Stumpergasse ;U. — 
8000 Bde. — Jahresdotation Goo— 700 Gulden. — Vorstand: 



320 Wien. [913 

Martin Derlei-, Siiperior der Missionspriester ; Stellver- 
treter: Johann Leuerer. Missionspriester; Verwaltungsräthe: 
Jo.sy})h Kendler, k. k. Postcontroloi', Karl Maria Lan- 
ijaschek, Dürt;ersclnillehrer und sechs Ausschnssmitgiieder. — 
Ein gedrucktes Bücherverzeichniss. — Geöffnet an allen 
Wochentauen von 5- 8 Uhr abends. — Entlehnung gegen ein- 
malige Erlegung- eines Betrages von 10 Gulden oder 
Jahresbeitrag von 1 Gulden und Caution von 1 Gulden, 

— Die Bibl. wurde 1. J. 1868 vom Missionspriester II. Peter 
Krämer gegr. — Alle AVissenschaften. hauptsächlich populär- 
wissenschaftliche Werke. Besonders gepflegt religiöse Literatur, 
Apologetik, katholische Belletristik. Ergänzungen nach Wunsch 
der Tlieilnehmer und nach Massgabe der vorhandenen Mittel. 

Vei'zeioluiiss der Bücher des St. Vincenzleseveveines in Wien. Wien 
1890. — Hierzu 1., 2., o. Fortsetzung des Bücherverzeichnisses des St. 
Vincenzlesevereines. 

;tl3. Servitenconvent. — Ca, 30.000 Bde., einige Hand- 
schriften und Incunabeln. — Jahresdotation je nach Bedarf. 

— Prior: P. Benignus M. Pluber; ein Mitglied des Conventes 
als Bibliothekar. — Bandkatalog und zwar Namen- und Sach- 
katalog nebst Specialkatalog über Austriaca. — Benutzbar in 
den Vormittagsstunden. — Entlehnungen nur in den selten.sten 
Fällen mit besonderer Genehmigung. -Keine Versendungen. — 
Entstand zugleich mit dem Kloster i.J. KioDund wuchs theils durch 
Ankauf theils durch Einverleibung der Privatbibl. verstorbener 
Conventualen. Manche werthvolle Handschriften, Incunabeln 
etc. wurden IS 10 und Isli aus Noth verkauft, viele Bücher, 
namentlich Folianten durch die Ueberschwemmung i. J. 1830 
vernichtet. — Vorzüglich Theologie, Geschichte, auch Heral- 
dik, Numismatik etc. etc. 

Chmel, J. Handschriften in österreichischen Bibl. nachgewiesen von 
•Mone. In: D. österr. Gosoliichtsforscher. II. 2. 1811. Notizenbl., ö. 54 f. 

911. „Sic", Ruthenisch-ukrainischer Verein, XVII. Veronika- 
gasse 37, Hochparterre »3. — 5000 Bde. und (10 Handschriften. 

— Jahresdotation ca. 120 Gulden. — Obmann: Roman Sem- 
bratowycz; Bibliothekar: Orest Rozankowskyj. — Alphabet. 
Katalog. — Benutzbar Montag, Donnerstag und Samstag. — 
Entlehnungen an Vereinsmitglieder ohne Weiteres, an Fremde 
mit Genehmigung des Vereinsobmannes. — Ebenso Versen- 
dungen. — (Jegr. ISTU; in der Bibl. fanden u. a. die Samm- 
lungen ruthenischer, deutscher und russischer Werke von M. 
Drahomanow und O. Terleckyj Aufnahme. — Alle Wissen- 
schaften: besonders gepflegt Literatur und Geschichte der 
."^laven, am meisten die der Ruthenen. 

Eine kurze Geschichte der Bibl. enthält der rutiienische Almanach 
„Sic" 1898 .,Cir" 1898. Lemberg. S. 1. 



919] Wien. 3->l 

'.»if). K. k. niederösterreichische Siatthalterei, I. 1 1« riciiL;. ii. 
imo l>(lo. — Dio lliitliollickslcitim^ wird von tlcni I'ci-soiiiilt! 
dos k. k. Arcliivs l'i'ir Niedt'n'tslerroioh bei dor Statthalterei in 
Wien besorgt. Archivar: Dr. Albert Starzer; Archivsconcipist: 
August Seliestn^-; l Dionor. Ein alpiiabet. Zottolkatalo«; 

nach Autoi'en und ein Schlanwortkatah^n'. — Kntlt'hnnnt; 
wälirond der Ainlssliind(Mi d<M' k. k. niodorr»sterr. Statthalterei 
nur für deren lleanitc, ausnahmsweise auch für Private (i^ H» 
der Ilibliotheksordnuni;). -- Gegr. is;);}, ]>fle^!:t dieselbe fast 
ausschliesslich ^'er\valtunJJ;•s.i>esetz,^•ebung und Verwaltunu;s- 
geschichte. 

Katalog (lor Bilil. dor k. k. nioderösterr. Stattlialtorei. Wien 1805. 

'.MC. Wiener Stenographenverein, I Christinengasse fi. — 
975 Bde. und JJroschüren. Jahresdotation je nach Bedarf, 

— Bibliothekar: Hermann Lasser. — Alphabet. Katalog. — 
Benutzbar nur für Mitglieder Dienstag und Samstag von 
7—!» Uhr abends. — Ebenso Entlehnungen gegen eine Caution 
von 1 Gulden. — Keine Versendungen. — Gegr. auf Grund 
der Vereinsstatuten ls72. — Nur Stenographie. 

Bibl. -Katalog ersclieint demnächst im Druck. 

1117. Allgemeines österreichisches israelitisches Taub- 
stummeninstitut, HI. Kudoltsgasse 22. — -Z^jüC» Werke. — Di- 
rector: Dr. !Mori/, Brunner. — Benutzbar nur für Mitglieder 
des Lehrk(")rpers der Anstalt. — Ebenso Entlehnungen. — 
Keine Versendungen. — Gegr. 1S90 vom ersten Director des 
Institutes, kais. Rath Joel Deutsch, welcher die Anstalt mit 
zahlreichen Geschenken bedachte, — Alle Wissenschaften, 
insbesondere Literatur des Taubstummen- und Blindenunter- 
richtes. 

918. Thierschutzverein, L Rauhensteingasse 4. — Ca. 700 
Werke. — Präsident: Richard Tunkler Edler v. Treuinfeld; 
Secretär: Gustav R. v. Jlenriquez. — Entlehnung an Vereins- 
mitglieder jeden zweiten Donnerstag des Monats von 5 — i; Uhr 
nachmittags. 

Verzeieliniss dor Bibl. -Werke des Wiener Thierschutzveroinos. Wien 
1897. 

919. Ungarnverein (Becsi magyar egyesület). I. Teinfalt- 
strasse 4, Mezzanin. — loO:; Bde., grösstentheils l)elletristi- 
schen Inhaltes. — Die Vermehrung der Bibl. beruht haui)t- 
sächlich auf Goschenken der Vereinsmitglieder. — Präsident: 
Franz Ritter Regenhart v. Zäpory; Bibliothekar: Franz 
Bälinth v. Lemheny; Beamter, zugleich Kanzleileiter: Emil 
Gömöry; 1 Diener. — Ein aiphabet. Autorenkatalog in 

Biblioitaeks-Adressbucli. 2 1 



322 Wien. [i>20 

Druck erschienen. — Mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage 
täiilich von 5 — 8 Uhr (geöffnet. — Entlehnung- von Büchern 
und Zeitungen an Vereinsniitglieder unentgeltlich. — Keine 
Versendungen. — Die P>ibl. stammt theilweise von einem 
früher bestandenen ungarischen Vereine, der grösste Theil 
jedoch von Spenden der Autoren und Vereinsmitglieder. — 
Ungarische Literatur. 

Könyvjegyzek. Bocsben 1897. 

920. K. k. Universitäts-Bibliothek, I. Franzensring 1. — 
540.(i(;o Bde. darunter (JSö Handschriften und o9G Incunabeln. 
— Jahresdotation 30.000 Gulden und die Matrikelgelder der 
Universität (über 5000 Gulden). — Bibliothekar: Reg.-R. 
Dr. Ferdinand Grassauer; Custoden: Dr. Johann Fuchshofer, 
Joseph Mej'er, Dr. Albert Gessmann (beurlaubt), Dr. Franz 
Simonie (pro vis.) ; Scriptoren : Dr.Isidor llimmelbaur, Dr. August 
Weisz, Priv.-Doc. Dr. Theodor R. v. Grienberger, Dr. Salojnon 
Frankfurter, Dr. Joseph Donabaum (provis.) ; Amanuensen : 
Dr. Alfred Schnerich, Dr. Friedrich Arnold Mayer, Dr. Carl 
Kaukusch, Dr. Michael Maria Burger, Dr. Johann Bohatta, Dr. 
Joseph Fasser, Dr. Michael Holzmann, Dr. Adolf Dressler (prov.) ; 
Praktikanten: Dr. Friedrich Benesch, Dr. Hugo Makas, Dr. 
Jaroslav Sutnar, Dr. Albin Wolfram, Dr. Heinrich Ilöttinger, 
Dr. Oscar Daublebskj' v. Sterneck, Dr. Gottlieb August Crüwell, 
Dr. Miron Korduba, Carl Lorenz, Friedrich Hohenauer, Dr. 
Sever Schilder; 7 Bibliotheksdiener, 1 Hausdiener, 17 Aus- 
hilfsdiener. — An Katalogen wird derzeit geführt: 1. das 
Inventar in Bdn. zu lO.OOO Nummern, gegenwärtig 24 Bde.; 

2. der Zettelkatalog, ca. 400.()()0 Zetteln in r)03 Cartons im 
„oberen Katalogzimmer" und „Sitzungszimmer" aufgestellt; 

3. der aiphabet. Bandkatalog, in dem der Bestand vor 1H5o 
streng aiphabet., der spätere Zuwachs in kleinen aiphabet. 
Gruppen („Spatien") eingetragen erscheint, 22 starke Bde. in 
fol., die im ..unteren Katalogzimmer" aufliegen; 4. das jährlich 
abgeschlossene Zuwachsverzeichniss, nach Wissenschafts- 
zweigen geordnet; ö. Bandkataloge für die Bücher der Hand- 
bibliothek, die im Lesesaale zur Benützung des Publicums 
aufliegen. Ausserdem ein Verzeichniss der im Katalogzimmer, 
ein anderes der im Lesesaal aufgestellten Bücher, der ab- 
handen gekommenen Werke, der in mehreren Exemplaren 
in allen Lesoräumen aufliegende gedruckte Generalkatalog 
der laufenden periodischen Zeitschriften. Alte Kataloge: ein 
aiphabet, aus den Jahren 177:) — l.sio in 12 Bdn.; ein 
systematischer von 1810 — 1820 in 13 Bdn.; ein aiphabet. 
1810 — 1850. 8 Autoren- und 2 Su])j)lementbde., 2 Anonymon- 
und 1 Supplementbd.: 1 systeniat. Kalalog 1828— I8r)0, 22 Bde. 



920) Wien. n23 

Stainlurtsrcpcrii.iic 11, der iVtilici t'ii AurslciliiiiL: (Mits|)rcc|i('ii<l 
nach DiseipliiK'ii <;(H>riln(*t. — I)<'r «grosso Lesesaal mit drei 
Abtli.: nuHlieiiiischo, thoolouiscli-philosopliischo, juridische niil 
zusammen .•M4 Sitzplätzen, der kloine Lesesaal, zu«ileicli Hand- 
seliriften- und Zeitschriftenzimnier mit 3(; Sitz])lätzen und das 
rrofessorenzinimer mit IG IMätzen an Wochentagen täitlicli 
in der Zeit vom 1. (^ctober bis 30. Juni von i) — s Uhr, in 
der Zeit vom 1. Juli bis 30. September von ;• — 5 Uhr geöffnet; 
ausgenommen sind die Feiertage, die beiden Faschingstage, 
die Osterwoche von Mittwoch vor Ostern bis Dienstag nach 
Ostern, Pfingstdienstag, die Ferienzeit vom lO, August bis 
IG. Sejitember und die Weihnachtsferien vom 24. Decembei- 
bis 1. Januar. Zutritt in den grossen Lesesaal hat jeder 
Erwachsene; in den kleinen Saal, zu dem besondere Eintritts- 
karten ausgegeben werden, Benutzer von Handschriften. 
Personen, die mit grösseren wissenschaftlichen Arbeiten be- 
schäftigt sind, oder solche, die bei ihren Arbeiten einen 
grösseren Bücherapparat zu benützen benöthigt sind; in das 
Professorenzimmer nur Angeh()rigc des Wiener Universitäts- 
lehrkörpers. p]ntlelint werden Bücher (mit Ausnahme der 
Handbücher, Wcirterbücher, Enc3^kloi)ädien, seltenen oder 
besonders werthvollen Werke) auf 4 Wochen. Das Ptecht der 
Entlehnung besitzen gegen Lösung eines Bibliotheksscheines, 
aber ohne Caution: Die Mitglieder des Lehrkörpers der 
Universitäten und höheren Studienanstalten: die Vorsteher 
des höheren Weltpriester-Bildungsinstitutes in Wien: die Mit- 
glieder der Doctorencollegien an der Universität in Wien: die 
Ministerien und öffentlichen Behörden zum Amtsgebrauche: 
die Mitglieder der kais. Akademie der Wissenschaften in 
Wien; die Bibliotheksbeamten: die Mitglieder der Lehrkörper 
an Mittelschulen, Lehrer- und Lchrerinnen-Bildungsanstalten, 
der staatlichen Gewerbeschulen, der Handelsakademie in 
Wien (U. M. E. v. 8./1. 1S8G, Z. 13.574), der seit 18sr) neu 
errichteten, eventuell in Zukunft neu zu errichtenden höheren 
Handelsschulen (U. M. E. v. 18./4. l.s;»7, Z. 9177), der zwei- 
classigen Handelsschulen (U. M. E. v. iT./n. 18!»7, Z. 23.944), 
jene Mitglieder des Dominicaner-Ordensconventes in Wien, 
welche als Schriftsteller oder Lectoren thätig sind (U. M. E. 
V. 28./7. 1883, Z. 14.077), die Mitglieder der rechts- und staats- 
wissenschaftlichen Prüfungscommission (U. M. E. v. 2./9. 1893. 
Z. 18.>s74), die Präfecte der k. k. theresianischen Akademie 
(U. M. E. V. 21./I. 189G, Z. 509), die Beamten des k. k. naturhist. 
Hofmuseums (U. M. E. v. .5./'). 189(5, Z. 1 0.(142), die orderiV- 
liclien ^litglieder des hislorisclien. philologisclien, französischen 
und englischen, des rechts- und staatswist-enschaftliclien (U. M. 
E. V. 22./12. 187;',, Z. 17.181), sowie des Seminars fiir deutsche 

21* 



324 Wien. [920 

Philologie (U. M. E. v. 18. /4. 1897, Z. 9177); die Doctoranden 
und die im Prüfungsstadium belindlichen Candidaten des 
Lehramtes an Mittelschulen (U. M. E. v. 17./5. 1884, Z. 12.038) 
gegen Erlag des Maturitätszeugnisses und Absolutoriums, 
eventuell einer Decanatsbestätigung. Gegen Caution (KVöO 
Gulden) erhalten Bibliotheksschein und damit das Recht der 
Entlehnung: Die immatriculirten, ordentlichen Hörer der 
Universität und der evangelisch-theologischen Facultät in 
Wien (U. M. E. v. 27./2. "l897, Z. 1127), Studirende der 
Pharmacie, dann jene ausserordentlichen Hörer der Uni- 
versität, die auf Grund eines an der Realschule erlangten 
Maturitätszeugnisses behufs Vorbereitung für die Lehramts- 
prüfung aus den mathematisch- naturwissenschaftlichen Fächern 
an Realschulen inscribirt sind, Fachschriftsteller, die eine Ent- 
lehnbewilligung von der Bibliotheksdirection, andere Personen, 
die eine solche von der k. k. n. ö. Statthalterei erhalten haben; 
soferne diese jedoch Bezüge aus öffentlichen Gassen geniessen, 
sind auch sie von der Caution befreit. Die ordentlichen Hörer 
der Hochschulen befreit einMaturitätszeugniss mit Auszeichnung 
gleichfalls vom Erläge der Caution. — Versendungen auf Grund 
eines schriftlichen Ansuchens an Bibl., Anstalten und Behörden 
ausserhalb Wiens, sowie an Personen, an deren Wohnsitz 
sich keine öffentliche Bibl. befindet und denen zu directer 
Entlehnung ministerielle Bewilligung ertheilt worden ist. — 
Die alte Universitätsbibl., die seit Gründung der Universität 
bestand, wurde I75(i, da es an einem geeigneten Locale dafür 
fehlte, auf Senatsbeschluss dem allerh. Hofe zur Verfügung- 
gestellt und aufgelöst. Ihr Bestand von 1386 Bdn. Druck- 
werke, 364 Incunabeln, 1037 Handschriften wurde von der 
Hofbibl. in Wien übernommen. Am l.). Mai 1777 wurde die 
neue Bibl. als „k. k. Bibl", „öffentliche" oder „Hauptbibl." 
eröffnet. Ihren Grundstock bildeten die Büchersammlungen 
der in Niederösterreich aufgehobenen Jesuitencollegien, und 
zwar des akademischen in Wien, des Professhauses am Hof, 
des Probehauses bei St. Anna und der CoUegien in Wr.-Neu- 
stadt und Krems, die 1775 in das Eigenthum der Universitäts- 
bibl. übergingen und im alten Bibl. -Saale der Jesuiten und 
dessen Nebenräumen aufgestellt wurden; hier verblieben sie 
bis 1884, in welchem Jahre die Bibl. in das neue Universitäts- 
gebäude am Franzensring übersiedelte. Als Kaiser Joseph IL 
eine Anzahl von anderen Klöstern aufhob, kamen 1782 auch 
die Sammlungen dieser mit Ausnahme der Werke, welche die 
ILjfbibl. zur Aufnahme auswählte, an die Universitätsbibl. 
1787 wurden ihr durch Hofdecret die gräflich Windhag'schc 
und die freiherrlich Gschwind'sche Stiftung einverleibt. Die 
erstere war von Johann Joachim Entzmüller Reiclisarafen von 



'.'-'<>! Wien. '.V2', 

iiiitl zu \Viii(lli:iL; mit Testaiiii'ui vom '! I . OctDher 1 'iTo (restiftet 
und IdT"^ diMi Dominicanern übergeben worden; sie blieb im 
Dominieanerkloster bis z. J. 17S4, wo sie gesclilossen und dann 
mit der Universitätsbibl. vereini<4t wurde. In demselben Kloster 
war auch die 171!» von Johann Martin Gschwind Freiherrn 
V. Pöckstein testamentarisch gegründete öffentliche Bibl. 
untergebracht, bis sie ebenfalls an die Universitätsbibl. kam. 
Mit der Windiiag'schen Bibl. war seit 17(j4 aucii die von 
Graf Otto v. Volkera der Landschaftsakademie geschenkte 
Büchersammlung verbunden. Der Katalog der Windiiag'schen 
Sammlung aus d. J. 1733 wies ca. 30.000 Bde., der der 
Gschwind'schen aus d. J. 1735 ca. 15.000 Bde. aus; doch kam 
lange nicht der ganze Bestand an die Universitätsbibl. Als 
hierzu 17iil noch die Bücherei der 17<i>» errichteten und von 
Kaiser Joseph II. aufgehobenen niederösterreichisch-ständisch- 
ökonomischen und Ackerbaugesellschaft an die Universitäts- 
bibl. fiel, wies diese einen Bestand von ca. 80.000 Bdn. auf. 
1827 — 1828 blieb die Bibl. geschlossen, da die Baufälligkeit 
der Räume, soAvie der Platzmangel Umbau und Vergrösserung 
erheischten. Diese Zeit benützte der damalige Vorstand 
J. W. Ridler zu einer X.euaufsteliung, indem er die Bücher, 
die bis dahin nur nach wenigen Gruppen getrennt standen, 
nach IG Hauptdisciplinen und zahlreichen Unterabtheilungen 
und innerhalb dieser nach Formaten getrennt aiphabet, 
aneinanderreihte (im Ganzen 'jG Grui3pen). Auch die Auf- 
stellung einer Handbibl. für den Lesesaal stammt aus dieser 
Zeit. Am 21. Mai 184^8 erlitt die Bibl. einigen Schaden durch 
die Nationalgarden, welche den Lesesaal besetzten und die 
darin befindlichen Bücher als Verschanzuiigsmittel ver- 
wendeten. Als 1874 Friedrich Leithe die Leitung der Bibl. 
übernahm, begann er die Neubeschreibung des Bibl. -Bestandes 
und führte sie bei ca. 20.000 Werken durch; doch mussten auch 
diese später umgearbeitet werden. Im J. 1884 erfolgte unter 
der Leitung Ferdinand Grassauer's die Uebersiedlung in das 
neue Universitätsgebäude am Franzensring (vom 1. — 15. Sep- 
tember). Hier ist ihr der rückwärtige Tract mit folgenden 
Räumlichkeiten eingeräumt. Im ersten Stock befindet sich der 
mit Oberlicht versehene grosse Lesesaal (ltJ-5 X l^'''' Meter) 
mit 344 Sitzplätzen und den oben erwähnten drei Abtheilungen 
für die Leser; aii den Wänden und zwischen den Säulen ist 
die Handbibl. in zwei Stockwerken, im dritten ein Theil des 
übrigen Bestandes untergebracht. Den Hauptsaal entlang be- 
finden sich an der gegen den Arcadenhof liegenden Seite 
die Bureaux, das Katalogzimmer und Professorenzimmer, 
sowie — etwas weiter nach vorne zu — das Bibl.- 
Amt, wo die zurückzustellenden Bücher entgegengenommen 



326 Wien. l^-'o 

werden. Unterhalb des Lesesaales, zu ebener Erde ist das 
„Parterre-Büchermagazin" (3 Etagen), das in dem hinter dem 
Lesesaal angebauten „Thurmmagazin" (9 Stockwerke) — 
beide Magazine in Eisenconstruction — eine Fortsetzung 
findet. Bald erwiesen sich diese Räume als zu klein. 1802 
musste ein neues Professoren-Lesezimmer errichtet werden, 
zu welchem Zwecke man den früheren philosophischen Hörsaal 
Nr. 34 adaptirte; als im März 1895 das Professorenzimmer 
an seine alte Stelle neben dem Katalogzimmer zurückverlegt 
wurde, fand der Saal als „kleiner" Lesesaal, Zeitschriften- 
und Handschriftenzimmer seine Verwendung. Auch der grosse 
Lesesaal, der ursprünglich nur 300 Plätze enthielt, erwies 
sich trotz der Verlängerung der Lesezeit als zu klein und 
musste in den Herbstferien 1892 um 44 Sitzplätze vergrössert 
werden. 1893 endlich wurden die für die Beamten bestimmten 
Käume um 7 Bureaux, 2 Katalog- und 1 Handschriftenzimmer 
vermehrt, indem die auf der Juristenseite des Gebäudes 
liegenden Dienerwohnungen im zweiten Stockwerke dieser 
neuen Bestimmung entsprechend umgebaut wurden. 1884 
wurde auch die Neuaufstellung nach dem Numerus cur- 
rens angeordnet, was eine Umsiguirung der Bücher und 
vollständige Umarbeitung des Titelcopienbestandes zur Folge 
hatte. Gegenwärtig geht diese Arbeit ihrem Ende entgegen 
und soll Ende 1900 abgeschlossen werden. Das Bibl.-Jahr 
1887/88 brachte die Einführung einer fachwissenschaftlichen 
Vertheilung der Referate und gemeinsamer Sitzungen am l . 
und 16. jeden Monates, bei denen über den Ankauf neuer 
Bücher referirt und entschieden wird. Dem sich stets 
steigernden Lesebedürfnisse der studirenden Jugend entsprach 
auch die immer weitergehende Vermehrung der Lesestunden. 
Von 1824 an war die Bibl. im Winter von 9 — 2, im Sommer 
von 8 — 2 Uhr geöffnet, von 1851 an im Winter von 9—4, im 
Sommer von 9—5 Uhr, von 1859 an im Winter von 9 — 1 und 
5 — 8, im Sommer von 9 — 5 Uhr; seit dem J. 1872 musste die 
Bibl. auch an Sonn- und Feiertagen von 9—12 Uhr eröffnet 
werden. Seit dem 1. Januar 1892 gilt die derzeit bestehende 
Ordnung (October bis Juni von 9—8, Juli bis September von 
9 — 5 Uhr). Einen bedeutenden Zuwachs erhielt die Bibl. durch 
Bücherspenden, unter denen ausser den bereits erwähnten 
folgende hervorzuheben sind. 1809 Legat des Dr. Gregor 
Ueberlacher (:!51 grössere und viele kleinere Werke), 1831 
Geschenk des Weltpriesters Joffroy (Werke zum gallicanischen 
Kirclienstreite), 1833 Reg. R. Benjamin Scholz, 1814 Hofrath 
Freih. v. Reinhart (496 spanische Werke), 1857 120 Bde. der 
auf Kosten der Regierung für die Prager Universität ange- 
kauften Büchersammlung des Philologen Gottfried Hermann, 



i'-'"l Wien. .-{-.'T 

iMi- lik' iJibl. ilori l'i'oili. V. Ix'ecU'ii aiö (Jüsciiciik dv.ri L'iilcr- 
ric'litsministeriuiiis (öiiS)! Worke), isds über luon iJde. juri(lis(;lK'r 
Werke aus der Hibl. des Prof. Ritter v. Ilaiinerl und ühm- 
•1(M)() iUle. theolouischer Schriften als Leuat des l'rälateii Dr. 
Jt)iiann Seheiner, IsTä die niedieinische Sammlung- des Prof. 
llieronyinus Beer, 187(i Gesciienk der Olmützer Studienbibl. 
(107 Stück Incunabeldoubletton), issc Geschenk des Unter- 
richtsministeriums — das jedes Jahr in der Schenkerliste 
eine hervorrauentle Stelle einnimmt — (über lOO durch Ilofr. 
Bühler in Indien erworbene indische Handschriften), Isyi; 
Geschenk des Professorencollcüiums der niedicinischen Facultät 
(mehrere tausend Bde.), isyc Geschenk des VII. Orientalisten- 
congresses in Wien (mehrere Hundert Bibeln und Gebetbücher 
in aussereuropäischen Sprachen), 188'J Geschenk des Abtes 
von Seitenstetten Dominik Ilönigl (132 Bde.) und des Hofr. 
Leopold Freih. v. Neumann (;5t4 Bde.), 181M Geschenk des 
Hofr. Geor^i- Bühler (über lon indische Handschriften), Le.üat 
des Prof. Matzka (mehrere Hundert Bde.), 18'J7 Geschenk des 
Dr. Manfred Kitter v. Vivenot (Bibl. seines Grossvaters 
Rudolf Ritter v. Vivenot), 181)8 Legat des Prof. Krob, der 
der Universitätsbibl. und dem philoloyischen Seminar seine 
Sammlung- von über 700 Bdn. vermachte, ein Theil der Minister- 
rathsbibl., sowie die Pestbibl. des Dr. Hermann Franz Müller 
als Geschenk seines Vaters (über 200 Bde.) u. s. w. Eine 
zweite Art des Zuwachsesist die durch Ablieferungeines Pflicht- 
exemplares von jedem in Niederösterreich gedruckten oder 
verlegten Druckwerke, die bereits mit Hofdecret vom il.Dec. 1781 
angeordnet, 1807. 18os, iBll und 1812 von neuem in Er- 
innerung gebracht und 1815 auch auf die Kupferstiche, 
Musikalien, Landkarten, und Steindrucke ausgedehnt wurde. 
Eine dritte Art ist die Beschaffung der Bücher durch Kauf, 
zu welchem Zwecke der Universitätsbibl. lieute eine Dotation 
von über 35.000 Gulden zur Verfügung steht. Auch hier 
Hess der Beginn die kommende Entwickelung kaum ahnen. 
Durch die oben erwähnte Vereinigung der Windhag- und 
Gschwind'schen Sammlungen mit der Universitätsbibl. kamen 
auch ihre Fonds an die letztere, deren Einkünfte sich 
dadurch von jährlich 1000 Gulden auf 3ö55 Gulden er- 
höhten; heute bestehen diese Fonds nicht mehr. Die Dotation, 
die auch jetzt noch 1000 Gulden betrug, wurde dann erhöht: 
]82<) auf 2riO() Gulden (wozu von 1881 an eine jährliche ausser- 
ordentliche Dotation von 2000 Gulden kam), 18(11» auf 7ooo 
Guhlen, is77 auf lö.ooo Gulden, 18fH) auf 20.000 Gulden, 18f>4 
auf 25.000 Gulden, 181)5 auf 28.000 Gulden, 18116 auf 30.000 
Gulden. Ausserdem wurden 18(12 die Matrikelgelder gleichfalls 
der Universitätsbibl. zugewiesen. Zur .Aufarbeitung des in dieser 



328 Wien. [-'21 

Weise einlaufenden Bücherschatzes sind seit der Verordnung 
vom 3. April 1784 eigens angestellte Beamte in Verwendung. 
Diese Verordnung bestimmte den Status mit: 1 Bibliothekar, 
2 Custoden, 2 Scriptoren und 1 zeitweilig beigegebenen Titular- 
scriptor, ein Stand, den die ah. Entschliessung vom 12. Mai 
1832 nur zum Theile abänderte: 1 Bibliothekar, 2 Custoden, 
2 Scriptoren und ein zeitliches „Aushilfsindividuum" (Ama- 
nuensis). Die Aushilfsstellen wurden dann in feste Amanuensis- 
stellen umgeschaffen und vermehrt, bis der Stand v. J. 1877: 
1 Bibliothekar, 2 Custoden, 2 Scriptoren und 5 Amanuensen 
aufwies. Hierzu kam 1886 1 Scriptor-, 1 Amanuensis- und 5 
Praktikantenstellen (2 adjutirte und 3 nichtadjutirte). 18:'4 
eine dritte Custosstelle, 1894 2 weitere Amanuensis-, 1895 2 
neue Scriptorstellen. Die Vorstände der Universitätsbibl. waren: 
1775—1785 Hofr. Dr. Stefan Rauttenstrauch; 1786— 1792 Paul 
Strattmann; (1792—1795 unbesetzt); 17!tij—ls(»4 Propst Franz 
Hofstätter; 1805 — 1813 Hofr. Dr. Anton Spendou; (1814 un- 
besetzt); 1814—1834 Reg.-R. Dr. Johann Wilhelm Ridler; 
(1835 — 1837 unbesetzt); 1838 — 1851 Franz Lechner; 1851 bis 
18(39 Reg.-R. Dr. Joseph Diemer; 1870 — 1873 Reg.-R. Johann 
Wussin; 1874— 1S84 Reg.-R. Dr. Friedrich Leithe; seit 1884 
(ernannt 1885) Reg.-R. Dr. Ferdinand Grassauer. 

Leithe, Friedrich. Die k. k. Universitätsbibl. in Wien. Eine historisch- 
statistische Skizze. Zur Säcularfeier ihrer Ph-öffnung am i;^. Mai 1877. 
Wien 1877. — Bühler, Georg. Ueber eine kürzlich für die Wiener Uni- 
versität erworbene Sammlung von Sanskrit- und rrakritliandscliriften. In: 
Sitzungsberichte der Wr. Akademie d. Wiss. itO, 1882, S. öGS. — Grassauer, 
Ferdinand. Handbuch für österreichische Univcrsitäts- und Studienbibl., 
sowie für Volks-, Mittelschul- und ßezirkslehrerbibl. Wien 1883. — Haas, 
Wilhelm. Die Uebersiedlung der k. k. Universitätsbibl. zu Wien im Sep- 
tember 1884. In: Centralblatt für Bibliothekswesen II, 1885. -- Jahrbuch 
der k. k. Universität Wien. Wien 1801^ 180(). — Führer an der k. k. Uni- 
versität zu Wien von Isidor Himmelbaur. Wien 1894. — [Grassauer, Fer- 
dinand.] Universitätsbibl. In: Geschichte der Wiener Universität von 184S 
bis 1898. Wien 1808. — Generalkatalog der laufenden periodischen Druck- 
schriften an den österreichischen Univcrsitäts- und Studienbibl . . Hrsg. 
von der k. k. Universitätsbibl. in Wien unter der Leitung von Dr. Fer- 
dinand Grassauer. Wien 18i)-<. 

Universiiätsirstitute, Seminare etc. 

921. K. k. Centralanstalt für Meteorologie und Erd- 
magnetismus, XIX. Ilolie Wartü 3.S. — Director der Anstalt: 
Univ.-Prof. Dr. Jos. M. Pernter; Assistenten: Dr. Franz Waieka, 
Dr. Wilhelm Trabert. — Die Bibl.. die ca. 10.000 Bde. und 
ebenso viele Abhandlungen enthält, ist eine Handbibl. für 
Meteorologen und Erdmagnetiker, hat daher kein eigenes 
Personal. — Zwei alphal)et. Zottelkataloge nach Materien und 
Autoren geordnet. — Bestimmte Benützungsstunden nicht 



024 1 Wii'ii. 329 

i"est«i;esetzt, doj'li witiUmi die lUiclier auch an Fachiienossen 
und Beobachter vi'i-liolieii. 

•»•J-2. Butan ischoi' dar ton und botanisches Museum, 
III. Rennweii 11. - lü.iijo Inventarnnmmorn, ca. .20.000 
Bde., resp, Stücke, Ilefio und Ilandschrilton. — Dotation hoo 
l)is '.MIO Guhk'n. -- Vorstand: (vaeat); Adjunct: a. o. Prof. 
Dr. Carl Fritsoii; Assistent: Dr. Carl lieehin^or; im Sommer- 
semester ein Demonstrator : Dr. Carl Ritter v. Keissler; 2 
Diener. — Alphabet. Jiand- und Zettelkatalog. — Benutzbar 
an Wochentagen von !) — 2 Uiir für Studirende, alle Fach- 
männer, sowie für andere Personen, von denen angenommen 
wird, dass sie die Bibl. mit Erfolg benützen kininen. 
— Entlehnungen der Bücher gegen Ausfüllung eines Scheines; 
Handbücher und Bildwerke nur in besonders berücksichtigungs- 
würdigen Fällen für kurze Zeit. — Ebenso Versendungen. — 
Gegr. 1780. Kaiser Franz I. spendete werth volle Werke aus 
der ah. Privatbibl. Einverleibt wurden die Bibl. des Freih. 
Josepli Franz v. Jaquin, Ileg.-R. Prof. Eduard Fenzl, sowie 
des IJchenologen Karl Eggerth in AVien. Bis zum J. 1S7!> Avar 
auch die Bibl. des botanischen Hofcabinets mit dieser BibL 
verbunden, wurde jedoch dann in das neue naturhistorische 
Hofmuseum übertragen. — Hauptsächlich vertreten : Werke, 
welche mit der beschreibenden Botanik (Sj'stematik) in Zu- 
sammenhang stehen, also Monographien, Fachzeitschriften, 
l)flanzengeograplnsclie Werke, ferner alle, welche sich auf die 
Anatomie und Physiologie der Pflanzen, Pflanzenkrankheiteji, 
oder auf die praktische Verwendung der Pflanzen, auf 
Pharmakologie und Pharmakognosie beziehen. Besonders 
reichhaltig ist die Linnee'sche Zeit durch werth volle und 
seltene Bilderwerke vertreten. 

'.'2;). Institut für allgemeine und exi)erimentelle 
Pathologie, IX. Aiserstrasse 4. — Ca. 400 Werke in ca. Goo 
Bdn. und ca. löOO Separatabdrücken. — Jahresdotation ca. 
200 Gulden. — Vorstand: Hofr. Prof. Dr. Philipp Knoll; Assi- 
stent: Dr. Arthur Biedl. — Katalog in Ausarbeitung. — Benutz- 
bar für Institutsmitglieder. mit besonderer IM-Iaubniss auch für 
Fremde. Ebenso I"]utlehnungen. — Entstanden aus den aus 
der Dotation angekauften Büchern, sowie aus der Schenkung 
des früheren Vorstandes Prof. Dr. Salomon Stricker. — Phy- 
siologie und Pathologie. 

924. Institut für Anatomie und Physiologie des 
Centrainer vensystenis, hat nur eine ganz kleine, kaum 
nennenswerthe Handbibl. für den Gebrauch der Arbeitenden; 



330 Wien. [925 

dag'egen hat der Vorstand (Prof. Dr. Heinrich Obersteiner) 
eine grosse Privatbibl. (Siehe diese.) 

ii25. Institut für österreichische Geschichtsfor- 
schung im Universitätsgebäude, I. Franzensring. — .SOoO bis 
'.»OOu Bde., ausserdem eine Urkundensanimlung zum Lehr- 
gebrauch. — Jahresdotation lOüO Gulden. — Vorstand: Univ.- 
Prof. Dr. Engelbert Mühlbacher; Bibliothekar: Privatdocent 
Dr. Heinrich Kretschmayer. — Das Ausleihegeschäft besorgt 
ein alle zwei Jahre dafür bestimmtes ordentl. Mitglied, für 
die J. ISüT 98, 189.s ;»9: Dr. Ludwig Bittner; Kanzlist: Joseph 
Kurz; 1 Diener. — Ein Materien-, ein Real- und ein Zettel- 
katalog. — Geöffnet für die Mitglieder des Institutes täglich 
von 8 Uhr früh bis 8 Uhr abends. Nicht dem Institute an- 
gehörige Personen müssen vorher die Bewilligung der In- 
stitutsleitung erhalten. — Entlehnung von Büchern nur an 
die Mitglieder des Institutes. — Ausnahmsweise auch Ver- 
sendung. — Die ersten Anfänge der Institutsbibl. reichen bis 
in das J. 185(; zurück. — Geschichte und historische Hilfs- 
wissenschaften. 

Tlieodor Sickel. Das k. k. Institut für österreichische Geschichtsforschung 
in den .,Mittheilungen für österr. Geschichtsforschung." Redigirt von E. 
Mühlbacher. Innsbruck 1880. Bd. I, S. 1. 

926. Embryologisclies Institut, IX 3 Schwarzspanier- 
strasse 7. — 42 Nummern. — Jahresdotation ca. 300 Gulden. 

— Vorstand: Univ. -Prof. Dr. Samuel Leopold Schenk; Assi- 
stent: Dr. Franz Haimel; 1 Diener. — Alphabet. Zettelkatalog. 

— Benutzbar täglich während der Studienzeit gegen Anmel- 
dung beim Vorstande oder beim Assistenten. — Keine Ent- 
lehnungen und Versendungen. — Gegr. 1873. — Entwicklungs- 
geschichte und verwandte Wissenschaften. — Mit dem In- 
stitute verbunden ist auch die 1855 gegr., ca. 2000 Nummern 
umfassende BibJ. des Vorstandes, die Avie die obige einen 
aiphabet. Zettelkatalog besitzt und unter denselben Bedin- 
gungen benutzbar ist. 

927. Geographisches Institut. — Ende 1898: GOOO Bde. 
und Hefte; 7G00 Kartenblätter, lOG Atlanten, 2ü0 Panoramen 
und Gebirgsansichten, 2150 photographische Landschaftsbikler. 

— Jahresdotation für das Institut looo Gulden, wovon 80ü 
Gulden auf die Bibl. entfallen. — Vorstände: Prof. Dr. Wilhelm 
Tomascliek und Prof. Dr. Albrecht Penck; Assistent: Dr. Adolf 
E. Forster. — Je ein Accessions- und Zettelkatalog, welch 
letzterer allmählich zu einem Materienkatalog umgewandelt 
wird. — Benutzbar an Wochentagen von ;i — 1 Uhr, ausge- 
nommen die gesetzlichen Feiertage, gegen Anmeldung bei 



'.»■••.II Wien. 331 

tMiicm der liistitiitsvorstelici'; in ernter Linie für Stiulirciidc 
uiul Loliranitacandidaten der Cloo^raphie bestimmt. — Ent- 
lohnunL,a'ii und Vorrfcntluniieii nur mit besonderer Gcnehmi^'un^^ 
eines der Institutsvorsteher. — Die Bibl. entstand bald nach 
Schaffung; der Professur für Goouraphie an der Wiener Uni- 
versitiit i. J. ls:.-2. lieim Rücktritte vom Lehramte über<iab 
iss.-) Ilofr. Prof. Dr. Friedrich Simony den ^a-össten Tlii.'il 
seiner Privatbibl. der Institutsbibl., wodurch der Grundst(jck 
für ihren heutigen Bestand gelegt wurde. Ihre hauptsächlichste 
Vermehrung erfuhr sie i. d. J. issi; bis LSlis. — Nur Geo- 
grapliie mit ihren Hilfswissenschaften. Zahlreiche Zeitschriften, 
darunter die der Pariser und Londoner geographischen Ge- 
sellschaft in completen Exemplaren. Zahlreiche interessante 
und wichtige Kartenwerke. 

'.»■2s. Gerichtlich-medici nisches Institut^ IX ;3 Si)ital- 
gasse. — Ca. TOD Bde. — Jahresdt)tation je nach Bedarf. — 
Vorstand: Prof. Dr. Alexander Kolisko; Assistenten: Prof. Dr. 
Albin liaberda, Dr. Max Richter; 1 Demonstrator; 1 Diener. 
— Alphabet. Katalog. — Benutzbar nach vorheriger Anmel- 
dung während der Tagesstunden. — Keine Entlehnungen und 
Versendungen. — Gegr. 1875 durch Hofr. Eduard Ritter v. 
Hofmann. — Gerichtliche Medicin, pathologische Anatomie 
und Hilfswissenschaften. 

929. Histologisches Institut. — 170 Werke und ca. 
•iüO Broschüren. — Jahresdotation je nach Bedarf der Dotation 
des Institutes entnommen. — Vorstand: Hofr. Prof. Dr. Victor 
Ebner Ritter v. Rofenstein; Assistenten: Prof. Dr. Joseph 
Schaffer, Dr. Hans Rabl. — Zettel- und Inventarkatalog. — 
Ausschliesslich zum Gebrauche der im Institute Arbeitenden 
bestimmt. — Gegr. zugleich mit dem Institute. — Histologie, 
histologische Technik, Anatomie, Zoologie, Entwicklungs- 
geschichte; periodische Zeitschriften und Archive; Sammlung 
älterer Handbücher und Separatabdrücke aus dem Nachlasse 
Hofr. Carl Wedl's. 

9:30. Mineralogisch-petrograj^hisches Institut. — 
Ca. (JOO Bde. — Jahresdotation je nach Bedarf. - Nur zu 
eigenem Gebrauche. — Entlehnungen und Versendungen nur 
in Ausnahmsfällen. - Vorstand: Hofr. Dr. Gustav Tschermak; 
Demonstrator: Dr. Friedrich Focke. — Fachliteratur. 

931. r)rientalisches Institut. — Ca. 700 Werke, über- 
dies eine i^rössere Anzahl von Abklatschen orientalischer In- 
schriften, arabische, persische, türkische und armenische 
Codices. — Jahresdotation öoo Gulden, für die indogerma- 
nische Abtheilung 300 Gulden. — Vorstände: Hofr. Prof. Dr. 



o32 Wien. [932 

Leo Reinisch, Hofr. Prof. Dr. Joseph Karabacek, Prof. Dr. 
David Heinricli Müller. — Handschriftlicher Katalog. — Be- 
nutzbar jederzeit für Mitglieder des Institutes. — Ebenso 
Entlehniinoen. — Vergleich. Sprachforschung, indogermanische, 
semitische, hamitische, iranische, ural-altaische Linguistik, 
Drawidasprache. 

932. Paläontologisches Institut, I. Franzensring 1. 

— 20 periodische Zeitschriften, 2G7 Einzelwerke. — Jahres- 
dotation ca. 250 Gulden. — Vorstand: Prof. Dr. Wilhelm 
Waagen; Adjunct: Privatdoc. Dr. Gustav Edl. v. Arthaber. — 
Benutzbar nur zu eigenem Gebrauche. — Entlehnungen in 
seltenen Fällen. — Nur geologisch-paläontologische Schriften. 

933. Pathologisch-chemisches Institut, IX 3, besitzt 
eine ausschliesslich für Institutsmitglieder bestimmte Handbibl. 
von 9i5 Bdn. — Jahresdotation je nach Bedarf jener der 
Lehrkanzel entnommen. — Vorstand: Hofr. Prof. Dr. Ernst 
Ludwig; Assistenten: Dr. Richard Ritter v. Zeynek, Dr. 
Theodor Robert Offer, Dr. Theodor Panzer. — Keine Ent- 
lehnungen und Versendungen. — Nur chemische Werke. — 
Gegr. zugleich mit dem Institute i. J. 1874. 

934. Pflanzenphysiologisches Institut, I. Franzens- 
ring 1. — 1300 Werke. — Jahresdotation je nach Bedarf 
ca. 400 Gulden. — Vorstand: Hofr. Prof. Dr. Julius Wiesner; 
Assistent: Karl Linsbauer; Demonstrator : Alois JenOic; 
2 Diener. — Alphabet. Bandkatalog. — Benutzbar an Wochen- 
tagen von 9 — 1 Uhr mit specieller Genehmigung des Vor- 
standes. — Ebenso Entlehnungen und Versendungen gegen Revers. 

— Die Gründung der Bibl. fällt zusammen mit der Berufung des 
gegenwärtigen Vorstandes, welcher von seinem Amtsvorgänger 
Prof. Dr. Karsten bloss die Botanische Zeitung von 1843 bis 
1871 und ca. 24 Bücher und Hefte übernahm. — Alle 
wichtigeren Publicationen aus dem Gebiete der Anatomie, 
Morphologie und Physiologie der Pflanzen, sowie die wichtigsten 
Handbücher der Pflanzenteratologie, Paläontologie, Systematik 
und anderer Hilfswissenschaften. 

Burgersteiii, Alfred. Das ptlanzonphysiologisclie Institut der k. k. Wiener 
Universität von 187:^ — 1«84:. In: Oesterr. botaniscii. Zeitsclirift XXXIV. 
-lahrg. 1884, S. 418, XXXV. Jalirg. 188Ö, S. 18. — Molisch, Joliann. Das 
botanische Studium an der Wiener Universität. II. Die Lclirkany.el für 
Anatomie und Pliysiologie der Pflanzen. In: Oesterr.-Ungar. Revue lH8ii, 
S. .Söö. — WeUstoin Ritter v Westerheim, Richard. Die botanischen An- 
stalten Wiens. Wien 1894, S. 2<». 

935. P h a r in a k o 1 o g i s c h - p li a r m a ic o g n o s t i s c h e s I n- 
stitut, I. Franzensriug 1. — 3188 Werke. — Dotation je 



939] Wien. 333 

nach l>oilai-l" ans dem Tiistitutspaiischale bostritten. — Vor- 
stand: IlotV. Pi-ol". Dr. Ani^ust Ritter v. V()<il ; Assistent: IMiil. 
und Med. Dr. .losef Ilockauf. — Zettel- und alphabet. Katalo^^. 

— r»('niit7.1)ar nur für die im Institute .Ar])eitenden. — Ebenso 
Entlelinunuen. — Versendungen an (ielehrte und lielelirtc 
Corporationcn nach Ansuclu^i beim Vorstand. — I5otanii<, 
Chemie, PIiarniako.<;nosie und Pharmakologie, experimentelle 
Patholoaie. 

93(5. Physikalisch-chemisches Institut, IX. Türken- 
strasse :'). — HOO Einzelwerke, 10 Zeitschriften. — Jahres- 
dotation ;i()() — 400 dulden. - Vorstand: Prof. Dr. Franz 
Exner; Adjuiict: Dr. Hans Penndorf. — Inventar-Katalog-. — 
Benutzbar während des ganzen Jahres mit Ausnalime der 
Sonntage für die im Institute Arbeitenden. — Ebenso Ent- 
lehnungen. — Keine Versendungen. — Gegr. zugleich mit dem 
Institute 1X75. — Physik. 

937. Physiologisches Institut, IX > Sc-hwarzspanier- 
strasse 17. — Ca. C.öso Nummern, darunter zahlreiche Sep.- 
Abdr. — Jahresdotation je nach Bedarf. — Vorstand: Ilol'r. 
Prof. Dr. Siegmund Exner ; Assistenten : Prof. Dr. Siegmund Fuchs 
und Privatdocent Dr. Alois Kreidl, zugleich Bibliothekar. - 
Autoren- und Fach-Katalog in Zettelform. — Benutzbar 
während des ganzen Tages von 9 — h Uhr. — Entlehnungen 
auf drei Tage. — Keine Versendungen. — Alle Sep.-Abdr. 
aus dem Besitze und zahlreiche Bücher aus dem Nachlasse 
Hofr. Prof. Dr. Ernst Ritter v. Brücke und Prof. Dr. Ernst 
Ritter v. Fleischl-Marxow fielen der Bibl. geschenkweise zu. — 
Physiologie sammt deren Hilfswissenschaften. 

938. Staatswissenschaftliches Institut, I. Franzens- 
ring 1. — 792 Nummern, ca. lOOO Bde. — Dotation: 250 
Guiden. — Vorstand der jeweilige Inhaber einer der Lehr- 
kanzeln für polit. Oekonomie. derzeit Prof. Dr. Eugen 
Philippovich von Philippsberg. — Zettel-Katalog. — Benutzbar 
von 8 Uhr früh bis s Uhr abends für Mitglieder des Institutes, 
deren Aufnahme von dem Ermessen des Vorstandes abhängt. 

— Entlehnungen und Versendungen nur ausnahmsweise. — 
Gegr. 1S90. — Politische Oekonomie und Verwaltungslehre. 

939. Zoologische Institute, I. Franzensring 1. — - 
4200 Bde. und Hefte. — Dotation 12<mi Gulden. — Vorstände: 
Prof. Dr. Carl Grobben und Prof. Dr. Berthold Hatschek; 15iblio- 
thekar: ConservatorDr. Theodor Pintner. — Alphabet. Autoren- 
Katalog. — Die Bibl. hat rein internen Charakter. — Benützung 
innerhalb der Institutsräume. — Entstanden aus der Ver- 



334 Wien. [940 

einigung- derBibl. des eliemal. zoolog.-vergleichend-anfitomischen 
Institutes des zoologischen Museums und des zootoniischen 
Institutes der Wiener Universität. — Zoologie, besonders 
Morphologie und Entwicklungsgeschichte. 

1(40. I. Chemisches Laboratorium, IX. Wäliringer- 
strasse 10. — 14!t Lehrbücher, -27 enc3^klop. Werke, 17 Zeit- 
schriften, 30 Broschüren, 20 Wandtafeln. — Jahresdotation, der 
allgemeinen entnommen, 250 — 300 Gulden. — Adjuncten: Prof. 
Dr. Joseph Herzig. Dr Rudolph Wegscheider; Assistenten: Dr. 
Jacques Pollak, Dr. Franz Wenzel. - Inventarkatalog. — 
Nur zu eigenem Gebrauche. — Nachdem bis zum J. 187(3 
Hofr. Prof. Dr. Franz Carl v. Schneider, 1876— is;»0 Hofr. 
Dr. Ludwig Barth v. Barthenau, ISOO Prof. Dr. Guido Gold- 
schmidt als Vorstände thätig gewesen waren, fungirt gegen- 
wärtig seit 1891 in dieser Eigenschaft Prof. Dr. Hugo Weidel. 

941. II. Chemisches Laboratorium, IX. Währinger- 
strasse 10. — 33 Zeitschriften, 231 neuere Werke, I7.s ältere 
Werke chemischen, 47 Werke anderen Inhaltes. — Inventar- 
katalog. — Jahresdotation je nach Bedarf. — Vorstand: Hofr. 
Prof. Dr. Adolph Lieben; Adjuncten: Dr. Conrad Natterer, 
Dr. Cäsar Pomeranz ; Assistenten: Dr. Adolph Franke, Dr. 
Armin Hochstetter. — Gegr. ca. 1872. — Chemie. 

942. Lehrkanzel für Kunstgeschichte, im Institute 
für österr. Geschichtsforschung, L Universität, enthält etwa 
800 Bde. kunsthistorischen Inhaltes und wird von dem Assi- 
stenten der genannten Lehrkanzel in Ordnung gehalten. — 
Ein handschriftlicher Zettel- und ein aiphabet. Bandkatalog. 
— Nur für ordentliche und ausserordentliche Mitglieder des 
Institutes für österr. Geschichtsforschung benutzbar. 

943. AnatomischesMuseumund anatomische Biblio- 
thek, IX/3 Währingerstrasse 13. - 3(j9G Nummern. — Do- 
tation 500 Gulden. - Vorstände: Hofr. Prof. Dr. Carl Toldt 
und Prof. Dr. Emil Zuckerknndl; die laufenden Geschäfte 
führt einer der Assistenten, derzeit Dr. Gustav Alexander. — 
Ein Accessionskatalog nach dem Numerus currens und ein 
Zettelkatalog. — Zunächst nur für die Bedürfnisse der ana- 
tomischen Anstalt in Hinsicht auf Forschung und Unterricht 
bestimmt. Von Fall zu Fall wird die Benützung auch Mit- 
gliedern des Lehrkörpers der med. Facultät von den Vor- 
ständen bewilligt. — Grundsätzlich keine Entlehnungen und 
Versendungen. — Begründet durch Prof. C. Hyrtl und seither 
nach Massgabe der vorhandenen Mittel durch C. Langer und 



^'tc] Wien. 335 

die beiden ^•e<^enwartij?en Vorstände erhalten und VL-nndii t. 
- Nur Anatomie, einschliesslich I'^inhi-yoloiiie, und Mieihveise 
llistolo^de. 

'.»4 1. Mineralogisches i\Iuseuni. — fi!i<; Inveutaniuiuiucrn 
in 1010 Bdn. — Jahresdotation ca. 20o Gulden. — Vorstand: 
Prof. Dr. Friedrich l'.ecke; As.sistent: Dr. Joseph Mrha. — 
Handschriftlicher aiphabet. Handlcalalotj:. — Nur zu ei,i;eneni 
Gebrauche. — Mineralogische Literatur und lIi]fs\viss<Mi- 
sehaften der Mineralogie. 

94.5. Geologische Sammlnng, ]. Franzonsring i. — 
3r> periodisch erscheinende Werke in ca. 500 Bdn., ca. 12() 
Einzelwerke in ca. 1 40 Bdn. ; ansserdem ca. 1 -30 Kartenwerke und 
zahlreiche Photographien. - Jahresdotation ca. Oäo Gulden. — 
Vorstand: Prof. Dr. Eduard Suess; Assistent: Dr. Othenio 
Abel; 1 Diener. — Bandkatalog mit fortlaufenden Nummern, 
Lieferungswerke (Z), Einzclwerke (E) und Kartenwerke (K) 
getrennt. — Die Bibl. ist ausser für Docenten nur für die 
am paläont(dogischen und geologischen Institute arbeitenden 
ILh-er benutzbar. In anderen Fällen nur mit besonderer Ge- 
nehmigung des Vorstandes. — Entlelmungen nur in beson- 
ders berücksichtigungswerthen Fällen. — Keine Versendungen. 
— Gegr. zugleich mit dem geologischen Museum. — Aus- 
schliesslich geologische, paläontologische, mineralogische und 
petrographische Zeitschriften, Einzel- und Kartenwerke. 

!J4(i. Seminar für deutsche Philologie, I. Franzens 
ring 1. — -2450 Bde. — Jahresdotation 300 Gulden. — 
Vorstände: Hofr. Prof. Dr. Richard Ileinzel und Prof. 
Dr. Jac. Minor; Bibliothekar: stud. phil. Egon v. Ko- 
maczinsky; 1 Diener. — Acquisitionskatalog mit fort- 
laufenden Nummern, aiphabet. Zettelkatalog, Buchkatalog 
nach Materien. — Benutzbar täglich für die Mitglieder 
des Seminars während der Dienststunden des Bibliothekars 
oder seines Stellvertreters. — Ebenso Entlehnungen an die 
älteren Mitglieder. - Keine Versendung. — Den Grund- 
stock bildete die Sammlung des Germanistenvereines, der 
IST*; von Studenten der Wiener Universität begründet wurd;? 
und seine Bibl. dem lö80 gegr. Seminare überliess. — Ge- 
schichte der deutschen Sprache und Literatur. Gekauft wird, 
was dauernden Werth besitzt, alte Texte in wissenschaftlichen 
Ausgaben, Briefwechsel, ]\Iemoiren; ferner Werke, die zu den 
jeweiligen Uebungen erforderlich sind, Compendien, W()rter- 
bücher, Nachschlagebücher, Zeitschriften, einiges für Schule 
und Unterricht, von Monographien nur das Nöthigste und an 
der Universitätsbibl. fehlende S<!hriften. 



336 Wien. [947 

t>47. Seminar für englische Pliilologie, I. Franzens- 
ring 1. — 800 Bde. — Jaliresdotation 150 Gulden. — Vor- 
stand: Hofr. Prof. Dr. Jacob Schipper; Bibliothekar: derzeit 
cand. phil. Eduard Siegert. — Je ein Band- und Zettelkatalog. 

— Benutzbar nur für Mitglieder des englischen Seminars zu 
den von dem jeweiligen Bibliothekar festgesetzten Stunden. 

— Ebenso Entlehnungen und Versendungen. — Gegr. 1872. 

— Nur englische Philologie. 

948. Seminar für romanische Philologie, I. i^'ranzens- 
ring 1. — Ca. 1200 Bde. - Jahresdotation 600 Gulden. — 
Vorstände: Hofr. Prof. Dr. Adolf Mussafia und Prof. Dr. 
Wilhelm Meyer-Lübke; ein jährlich gewählter Bibliothekar: 
derzeit stud. phil. Otto Klob; 1 Diener. — Ein fortlaufender 
und ein aiphabet. Zettelkatalog. — Zugänglich nur für 
Seminarmitglieder zu den vom jeweiligen Bibliothekar fest- 
gesetzten Stunden, derzeit Montag, Dienstag, Donnerstag von 
9 — 10 Uhr. Ebenso Entlehnungen und Versendungen, letztere 
nach besonders erfolgter Erlaubniss der Vorstände, auf 
längstens sechs Wochen. — Gegr. 1869 als französisches 
Seminar, seit 1892 auf sämmtliche romanische Sprachen er- 
gänzt. — Romanische Grammatiken und Literaturen, insbeson- 
dere französische und italienische. 

949. Seminar für slavische Philologie, I. Franzens- 
ring 1. — 3846 Inventarnummern, paläographische Hilfs- 
mittel 25 Inventarnummern. — Jahresdotation 500 Gulden. 

— Vorstand: Hofr. Prof. Dr. Vatroslav Jagic; Bibliothekar: 
R. Nachtigall; 1 Diener. — Je ein aiphabet. Zettel- und Band- 
katalog. — Benutzbar an Wochentagen für Mitglieder von 
8 — 1 und 3 — 7 Uhr. Nichtmitglieder haben sich beim Vor- 
stande anzumelden. — Entlehnungen allein an Mitglieder in 
besonders berücksichtigungswerthen Fällen. — Versendungen 
nur an gleichartige Institute. — Gegr. wurde das Seminar 
i. J. 1886, eröffnet 1887. — Zahlreiche Schenkungen ver- 
schiedener Vereine und Redactionen. — Slavische Philologie 
im weitesten Sinne, auch slavische Geschichte und Alterthums- 
wissenschaft. 

950. Archäologisch-epigraphisches Seminar, I. Fran- 
zensring 1. — 3126 Bde. — Jahresdotation 1300 Gulden. — 
Vorstände die Directoren des Seminars: Prof. Dr. Eugen 
Bormann und Prof. Dr. Emil Reisch. Zum Bibliothekar wird 
von den Vorstehern unter ihrer s])eciellen Aufsicht ein 
Studirender aus • den Reihen der Theilnehmer an den 
Uebungen bestellt, derzeit Julius Bank(j; 1 Diener. — 
Ein Bücherinventarium und Accessionsjournal; ein Local- 



fl'j-t] Wien. 3:17 

rt'])i'rl()riiim ; ein :il|)lial)(_'t. Zottolkataloi». — Ziii^iinj^lich von 
s Uhr rrüli bis s Ulir ;ibonds mit Eiiaubiiiss der Vorstolior. 

— Eiitlelinuiiueii i^ouon Melduiiu' beim 15il)li(»thokar. mit Aus- 
schluss von Tafelwerkon, Lcxicis und Zcilschrit'ten. — Vor- 
senduiiiicn nur ausnahmsweise mit besonderer Erlaubniss der 
Vorsteher. — Gründung eines archäologischen Apparates 
i. J. 18(il), der i. J. 18 7'J in die Bibl. des im nämlichen Jahre 
gegr. arcliäologisch-epigraphisehen Seminars überging. — 
In erster Linie classische Archäologie, alte Geschichte und 
Epigraphik, in zweiter Linie classische Phih)logie. 

;•')!. Historisches Seminar, I. Franzensring 1. — 
1850 Bde. — Jahresdotation ca. 200 Gulden. — Vorstände: 
Hofr. Prof. Dr. Max Büdinger und Prof. Dr. Oswald Redlich. 

— Benutzbar nur für die Mitglieder des Seminars. — Ent- 
lehnungen nur mit Bewilligung der Vorstände. — Aus- 
schliesslich Geschichtswissenschaft, besonders vertreten Ge- 
schichte des Alterthums (7-10 Bde.) und des Mittelalters 
(400 Bde.) ; zahlreiche Zeitschriften, ausserdem Kartenwerke 
sowohl für Geschichte als auch Geographie. 

!i5-,>. Mathematisches Seminar, L P^ranzensring 1. — 
810 Xummern. — Jahresdotation -200 — <U0 Gulden. — Vor- 
stände: Prof. Dr. Gustav Ritter v, Escherich, Prof. Dr. Leo- 
pold Gegenbauer, Reg.-R. Prof. Dr. Franz Mertens. — Hand- 
schriftl. Bandkataloge, aiphabet, nach Autoren. — Zugäng- 
lich täglich mit Erlaubniss der Vorstände. — Ebenso Entleh- 
nungen. — Keine Versendungen. — Mathematik und Physik. 

Oöo. Philologisches Seminar, I. Franzensring, Uni- 
versitätsgebäude. — Gir)0 Bde. — Jahresdotation 300 Gulden. 

— Vorstand ist der jeweilige Director des philologischen 
Seminars, derzeit Hofr. Prof. Dr. Karl Schenkl; Bibliothekar 
ein ordentliches Mitglied des Seminars, derzeit cand. phil. 
Joseph Hirnich. — Zettelkatalog nach Schlagworten geordnet. 

— Zugänglich nur für Studirende der Philologie täglich von 
9 — 12 Uhr. — Entlehnung nur an ordentliche Mitglieder des 
Seminars; an andere Studirende mit Bewilligung des je- 
weiligen Directors. — Keine Versendungen. — Beinahe aus- 
schliesslich classische Philologie. 

054. Rechtswissenschaftliches Seminar, I. Franzens- 
ring 1. — Kjll Druckwerke. — Jahresdotation ;5(>i) Gulden. 

— Vorstand: ein Mitglied des rechts- und staatswissenschaft- 
lichen Professorencollegiums, derzeit Prof. Dr. Siegmund Adler; 
Bibliothekar: ein H/irer oder Seminarmitglied, derzeit Dr. 
Robert Ritter v. Mayr, k. k. Auscultant; 1 Diener. — Ein 

Bibliotheks-.Vdrossbuch. 22 



338 Wien. for)r, 

liaiidschriftl. alpliabot. Zettel- und ein nach Nummern geord- 
neter Bandkatalog. — Entlehnungen an ordentliche Seminar- 
mitglieder auf die Dauer eines Monates je einmal in der 
Woche. — Gegr. im Anschlüsse an die Einführung der Semi- 
narien durch ah. Entschliessung vom ^o. September und 
Ministerialverordnung vom 27. September 1873. Einver- 
leibt wurde die Bibl. des verstorbenen Hofr. Prof. Dr. Adolph 
Exner (ca. 1000 Werke). — Rechtswissenschaft mit Ausnahme 
des Staats- und Verwaltungsrechtes und der ökonomischen 
Wissenschaften, also: römische und deutsche Rechtsgeschichte, 
canonisches Recht. Civilrccht, Civilprocess, Strafprocess, 
Strafrecht und österreichische Rechtsgeschichte. 

Lemayer, Carl. Die Verwaltung der östei'reicbiächen Hochschulen von 
1SG8— 1877. Wien 1878, S. 188. 

iJ55. Staatswissenschaftliches Seminar. I. Franzens- 
ring 1. — Ca. '2500 Bde. — Jahresdotation ^.'jO Gulden, über- 
dies a. o. Subventionen von Seite des k. k. Min. f. C. u. U. 

— Vorstand: Hofr. Prof. Dr. Carl Menger. — Handschriftlich 
ein alphabet. Bandkatalog. — Benutzbar für die Seminarmit- 
glieder während des Studienjahres täglich mit Ausnahme der 
Ferialtage. — Ebenso Entlehnungen. — Keine Versendungen. 

— Gegr. zugleich mit dem staatswissenschaftlichen Seminare 
1873. — Fast ausschliesslich politische Oekononiie. 

i»ö(). Universitätssternwarte, XVJlI/l Türkenschanz- 
strasse (Spöttelgasse 1). — 0600 Bde.; 3000 Broschüren und 
80 hauptsächlich astronomische Kartenwerke. — Jahresdotation 
(JOO Gulden. — Vorstand der Bibl. ist der Director der Stern- 
warte Hofr. Prof. Dr. Edmund Weiss; als Bibliothekar fungirt 
der von der Direction dazu bestimmte Adjunct der Stern- 
warte Dr. Johann Iloletschek. — Ausser dem Kataloge mit 
fortlaufenden Nummern ein aiphabet. Namen- und Sachregister 
als Zettelkatalog. — Zunächst nur zur Unterstützung der 
wissenschaftlichen Thätigkeit der Astronomen der Sternwarte 
bestimmt; doch auch für andere Gelehrte oder Studirende 
der Astronomie während der Amtsstunden zugänglich. — 
Entlehnungen und Versendungen ausschliesslich an wissen- 
schaftliche Institute. — Vertreten in erster Linie Astronomie; 
ausserdem Mathematik, Physik, Meteorologie und mathema- 
tische Gcjographie. Einen besonders werthvollen Zuwachs er- 
hält die Bibl. durch den Schriftentausch mit alleji grösseren 
Sternwarten der Erde und mit einigen gelehrten Gesell- 
schaften (Akademie der Wissenschaften etc.). 

In Vorbereitung ist ein Katalog zur Publication in den Annalen tlor 
Anstalt. 



'•';j^l Wu'Il. -MVA 

lif)?. Verein „Bibliothek". Contralhihl. I. Hollif^asso m; 
Filialen: II. Liliriil)ruiinü:asso II, IV. Flora.uasse <5, \']. Mai-ia- 
liiÜ"oi'stras.so loi, \ 11. LercliLMircldorstrassc 0, IX. Ilüfery. 1 
(Bibl. mit Lesesaal). Xiev weitere Filialen in V(n'bereitung. — 
Ca. 7-.(»0(» Bde. - Für die Zukunft lässt sich derzeit noch 
kein Budget feststellen. — Ehrenpräsident: Generalcunsul Dr. 
Carl Ritter v. Scherzer; Obmann: Univ. -Prof. Dr. Max Oruber; 
Referent: Univ. -Prof, Dr. Eduard Reyer; 1.') weibliche Beamten 
besorgen den Dienst in der Centrale und in den 5 Filialen. 
Ein Diener besorgt mittelst Dreirades täglich den Transport 
der wissenschaftlichen Werke von der Centrale zu den Filia 
len in den Vorstädten und umgekehrt. — Alphabet. Zettel- 
und gedruckter Schlagwortkatalog. — Bibliotheksstunden an 
Wochentagen von 'J — 1 und 3 — 8 Uhr. An Sonn- und Feier- 
tagen ist der Lesesaal IX. Höfergasse 1 vormittags geöffnet; 
an liohen Festtagen alles geschlossen. — Die Bücher werden 
mit Ausnahme der Pracht- und Nachschlagewerke des Lese- 
saales gegen Vorweisung einer Legitimation nach Hause ent- 
lehnt. xVuf sooo -10.000 Werke entfällt bisher ein unersolzter 
Verlust. Leihgebühr 20 kr. pro Monat, überdies für belletri- 
stische Werke 2 kr. pro Band, für illustrirte Zeitschriften 
2 kr. pro Bd.; Centrale: Leihgebühr -lo kr. pro Monat: für 
wissenschaftliche Werke 20 kr. pro Monat. Solange das Werk 
nicht zurückgestellt ist, muss die Monatsgebühr entrichtet 
werden. Für die Benützung des Lesesaales 2 kr. — Vorläufig 
keine Versendungen. — Der Verein wurde 18'J7, die Centrale 
sammt ;') Filialen is'js eröffnet. Die Centrale cooperirt mit den 
Bibl. der Handels- und Gewerbekammer, des „Juridisch-poli- 
tischen Lesevereines" und des „Volksbildungsvereines". Die 
cooperirenden Vereine verfügen zusammen über 200.000 Bde. 
— Alle Fächer, welche für einen grösseren Lesekreis wichtig 
sind. Die Centrale führt die Avichtigsten Lehrbücher in 10—20 
Exemplaren und bezweckt eine Entlastung der gelehrten Bibl., 
welche in der Folge in noch höherem ]\Iasse als bisher dem 
eigentlichen Fachstudium dienen sollen. 

[Schlao\vort-]Katalog dor Centralbibl. Wien is>i>s. - Katalno- der 
Ccntralbibl. Liter. Abth. Wien 1808. — Katalog der Centralbibl. Bellotr. 
.\blh. Naclitr. Wien ISKO. — Katalog dor Centralbibl. Franz. u. Engl. 
Liter. Wien ]8'.is. — Auch für jede der Filialen literarische Kataloge 
mit Nachtrag. 

i».'),s. Verein der Buchdrucker und Schriftgiesser Nieder- 
österreichs, VII. Zieglergasse 25. — T;'):}? Biie . und zwar: 
171"-' Bde. Unterhaltungs- und poetische Literatur, 2ini Bde. 
wissenschaftliche Literatur, (531 Bde. Fach- (graphische) 
Literatur. — Jahresdotation r)00 Gulden. — Vorstand ist der 
jeweilige Obmann der Bildungssection, derzeit J. Gerlich, 

22* 



340 Wien. [^-^9 

ausserdem 1 Bibliothekare und 10 Ersatzmänner. — Der 
aiphabet. Autorenkatalog ist in jüngster Zeit neu angelegt 
worden. — Jeden Dienstag und Freitag von 7 — ^25» Uhr 
abends, an Sonntagen, sowie an Feiertagen, die auf einen 
Dienstag oder Freitag fallen, von 10 — i'.^l-i Uhr vormittags 
geöffnet. — Entlehntermin 4 Wochen. Die im Kataloge mit 
fetten Ziffern bezeichneten Werke werden nur gegen Erlag 
einer Caution oder specielle Bewilligung des Ausschusses, die 
fachliterarischen Werke nur gegen Revers entlehnt. Wörter- 
bücher können nur im Vereinslocale benützt werden. In be- 
sonderen Fällen auf Grund eines Ansuchens an den Ausschuss 
auch Versendung. — Die Bibl. wurde am ö. Juli 1864 der 
Benützung übergeben; mit 300 Bdn. beginnend, vermehrte 
sich die Bibl. bis Ende 1804 auf mehr als itoo Bde., welche 
theilweise von dem damaligen Fortbildungsvereine für Buch- 
drucker angekauft, tlieils von anderer Seite gespendet wurden. 
18i;4 — l^t»-2 wurden für Bibl. und Lesecirkel über 11.000 Gulden 
ausgegeben; um die Gründung derselben bemühte sich be- 
sonders: Wilh. Otto. Ed. Popel, später auch Troitzsche. 

9.")i). Verein der Geographen an der k. k. Universität, I. Grill- 
parzerstrasse 2. — H>.")() Bde. und 300 kleinere Schriften. — 
Jahresdotation ca. 30 Gulden. — Zwei gewählte Bibliothekare, 
derzeit Ernst Werthgarner erster Bibliothekar. — Ein 
handschriftlicher Zettel- und ein Bandkatalog. — Keine 
bestimmten Lesestunden. — Entlehnungen nur an Mitglieder 
täglich von 10 — 12 Uhr in der Regel auf einen vierwöchent- 
lichen Termin. — Keine Versendungen. — Die Bibl. wurde 
zugleich mit dem Vereine i. J. 1874 gegr. Im J. 18ii(; fiel ihr 
in Folge einer testamentarischen Bestimmung die ca. l.öOO Bde. 
zählende Bibl. des Prager Univ. -Prof. Dionysius Ritter v. 
Grün zu. — Vertreten sind nur die geographischen Wissen- 
schaften. 

Statuten des Vereines der Geographen an der Universität Wien. Wien 
181)7. — Bil)l. -Ordnung des Vereines der Geographen. 

9G(). Verein der Jugendfreunde, IV. Ileumühlgasse 3, besitzt 
eine allgemein zugängliche, in erster Linie jedoch für Be- 
nützung durch Vereinsmitglieder bestimmte Bibl. von über 
(jooo Bdn. — Entlehnung nach Anmeldung beim Bücherwart, 
doch hat die Vereinsleitung das Recht der Ablehnung. — 
Keine Versendung. — (reöffjiet zweimal wfichcnMicii zu be- 
stimmten Abendstunden; an Feiertagen geschlosscMi. 

Büclierverzeioliniss. Ausgegebon im September 18'Jl. Wien IS9I. — 
Bericbtigungon und Naclitrag zum Büchervorzoi<'hniss vom J 1H01. Wie 
1893. — 2. Nachtrag zum Ijüclierverzeichniss vom .1. 18ill. Wien 1895. 



''>t>'>l Wien. 341 

!t(;i. Verein der Lehrerinnen und Erzieherinnen in Oester- 
reich, I. WippliuLicrslrnssc» s, Alf<'s I»:illiliaus, :>. Stock. - 
i:)(>i» Udo. fF.iln-csdotalioii TpO (Juldon ans VoiMMnsniitlcIii. — 
liibliotlu'karin : KaroIiiK» Ulondoiii, Volksscliullclirorin. — 
Nach Autoren alitliahct. i^cortliiotei* liandkatalo^-. (l(M"»friiot 

tän'lioh wälirend der Amlsstundon von ". :> Uhr nanlnnilta<fs 
für dio Vercinsinitiiliodor und die IJcwolmcriniiGn d(3S „Heinis". 
— Entlelinnnüon an Vereinsniitülicdcr anf dio Dauer von 
."5 Monaten. — Die (iründuni;- der IM1)1. erlolute zugleich mit 
der Gründunjy- des Voreini's 1. .1. IsTo. Den (irund.st,ock 
lieferten zahlreiche Schenkungen; erst später erfolgten solche 
Ankäufe, wie sie dem Wesen und den Tendenzen des Vereines 
entsprachen. — Insbesondere Pädagogik und Literatur in 
allen modernen Sprachen. 

'.Mi2. Verein der österreichisch-ungarischen Buchhändler, 

I. Ilimmelpfortgasse '.». — Ca. l.no Werke in -.'(hm) IMn. 
Ausserdem die Verhandlungen der ersten Versammlung öster- 
reichischer Buchhändler in Wien 1845 in Handschrift, sowie 
das Archiv des Vereines seit seiner Gründung 18(U». — Ein 
nicht endgiltig geordneter Zettelkasten enthält die österr. 
Literatur seit Ende des vorigen Jhdts. (begonnen von Moriz 
Bermann, fortgesetzt von A. Einsle). Räumlich mit der Bil)l. 
verbunden ist das Archiv der Corporation der Wiener Bucli-, 
Kunst- und Musikalienhändler, enthaltend Documente seit 
1780. — Jahresdotation je nach Bedarf. — Bibliothekar: Carl 
Junker, Vereinssecretär. — Handschriftlich ein Inventar- 
katalog in einem Fol. -Band und ein systematisch geordneter 
Zettelkatalog. — Entlehnungen an Vereinsmitglieder und 
Fachleute in den Amtsstunden des Secretariatos täglich von 
11-1 Uhr. — Ebenso Versendungen ausnahmsweise mit be- 
sonderer Bewilligung des Vorstandes. — Begründet in Folge 
Beschlusses der. Generalversammlung vom 2. August, neu 
organisirt November 1S8(J. — Geschichte des Buchhandels, 
sowie die Bibliographie des österreichischen Kaiserstaates. 

Oesterreicliische Bucliliändlorcorrespondenz Nr. 48. 18SC. 

9G;}. Verein des Deutschen Volkstheaters. Siehe Wien. 
Deutsches Volkstheater. 

004, Verein für Landeskunde von Nieder-Oesterr. Siehe 
Wien. Niederösterreichische Landesbil^l. 

'•i;.'). Verein zur Erhaltung, Vermehrung und Benützung der 
Privatbibliothek der Wiener Justizbeamten, k. k. Landesgericht 
in Strafsachen, VIII. Landesgerichtsstrasse Ol, 2. Stock. - - 
3300 Werke mit TüOO Bdn. — Jaiiresdotation ca. 050 Gulden. 



342 Wien. [965 

— Vereinspräsident: Eduard Graf Lamezan-Salins; Biblio- 
thekar: Dr. Otto Graniclistädten; Bibliotliekarstellvertreter: 
Landesgerichtsrath Dr. Gustav Ritter v. Grohniann; 1 
Vereinsdiener. — Zwei gedruckte und zwei autograpliirte 
Kataloge seit dem Gründungsjahre i<s-23; ausserdem ein hand- 
schriftlicher aiphabet. Zettelkatalog und zwei Bandkataloge. 

— Benutzbar für die bei einer Justizbehörde in Wien oder 
Umgebung angestellten Beamten, die Wiener Gerichtsärzte, 
die in der Vertheidigerliste des k. k. Wiener Oberlandes- 
gerichtes aufgeführten, in Wien wohnenden Personen, die 
Professoren und Docenten der juridischen Facultät der Uni- 
versität in Wien gegen Entrichtung eines Jahresbeitrages von 
f) Gulden, sowie die k, k. Gerichtsauscultanten gegen jährlichen 
Beitrag von -2 Gulden, und zwar täglich in der Zeit von 
9 — 2 Uhr. — Entlehnungen auf 3 Monate. — Keine Versen- 
dung. — Die Anregung zur Gründung gab Criminalrath Georg 
Heiss, der am 14. Januar 1823 die Beamten des damaligen 
Criminalsenates des Wiener Magistrates zur Anschaffung einer 
Fachbibl. aus privaten Mitteln aufforderte. Sofort traten 29 
Mitglieder zu einer Bibl.- Gesellschaft zusammen; jeder Ein- 
tretende leistete einen Beitrag von 20 Gulden C.-M., der zur 
Bücheranschaffung verwendet wurde. Als diese (Quelle nach 
und nach immer spärlicher floss, versammelte sich am f). März 
1843 über Antrag des Criminalgerichtspräsidenten Hollan der 
Ausschuss, der im Juni 1843 den Mitgliedern vorschlug, die 
Bibl. in die Aufsicht und Haftung des Rathes Kysselak zu 
übergeben, und einige Verbesserungsvorschläge machte. Noch 
energischer nahm sich Criniinalgerichtspräsident Florian Philipp 
der Bibl. an, auf dessen Anregung hin eine Statutenänderung 
vorgenommen wurde (4. Januar 18 4.^)); nach derselben wurde 
ein auf 2 Jahre gev/ählter rechenschaftspflichtiger Ausschuss, 
1 Bibliothekar und 1 Cassier zur Leitung eingesetzt, die 
Benützungsbestimmungen geregelt, die Beitl'agsleistung ge- 
ordnet u. s. w. Als die Einführung der neuen Gerichtsorgani- 
sation die Auflösung des Criminalgerichtes in Aussicht stellte, 
brachten die neuen Statuten vom 2. Januar 1850 nur die 
nothwendigsten Aenderungen der früher geltenden Bestim- 
mungen und fanden eine abermalige Abänderung durch die 
Anpassung an das neue Vereinsgesetz vom 2f;. November ]S52. 
In dieser Fassung bestehen die Statuten vom H), Februar isns 
noch heute zurecht. Im J. 1857 Ijcschonkte der Senatspräsi- 
dent Florian Philipp die Gesellschaft mit einem Legate von 
3000 Gulden, dessen Zinsen zu einem Drittel dazu verwendet 
werden sollten, minder bemittelten Beamten des Strafgerichtes 
die Benützung der l^ibliotlwk zu erniögliclien. - Hauptsäch- 
lich juridische Werke. 



Or.ftl ;yi(3„_ 



:n:! 



'.MJG. Aerztlicher Verein im It. Bezirke, Tahmstrasse 2:. 

1100 Bde. — Dotation ca. 2oo (Uildcii. — Uibliothokaro der- 
zeit Dr. Isidor Fischer und Dr. Armin Neufeld. — Zettel-, 
Fach- und Inventarkatalog-. — Deniitzluir fiir Vereinsmitglieder 
von ,;_s Uhr abends. — Ebenso Entlehnunoen. -- Keine Ver- 
sendungen. — Geo-r. 18H0. — Praktische Medicin. 

Clironik dos ärztlichen Vorcines im 11. Bpzirico. llorausfr. .nus Aiilass 
seines '2r>j!ilii-ij>:(.ii liostanrlos. Wien ISO'.). 

;»i;7. Akademischer Verein „Kadimah", IX. Rögergasse n. — 
!);55 Dde. — Jahresdotation, Ord. 200 Gulden, Extraord. 100 
Gulden, im Ganzen .-ioo Gulden. - 1 gewählter JMbliothekar, 
derzeit stud. techn. Joseph Ding. — Ein Zettel- und ein alplia- 
bet. Katalog. — Ausschliesslich für Mitglieder der Verbindung 
Samstag abends benutzbar. Journale u. Nachschlagewerke liegen 
im Vereinslocale auf. — Entlehnungen nur an^Mitglieder in 
der Regel auf einen vierwöchentlichen Termin. — Keine Ver- 
sendung. — Gegr. i. J. JHSö, erfulir die Bibl. eine bedeutende 
Vermehrung durch die von der Witwe des \'ereinsgründers, 
Schriftstellers Perez Smolenskj-, aus dessen Nachlasse ge- 
niachten Schenkungen. Das Grund princip ist die Schaffung 
einer Bibl., welche die jüdische Literatur mit besonderer Be"^ 
rücksichtigung der modernen jüdischen Schriftsteller, ins- 
besondere aber eine Sammking der jüdisch-nationalen und 
zionistischen Werke umfasst. 

JXiS. Cechischer Verein für Verbreitung von Volksaufklärung 

(Cesky spolek i>ro sireni lidove osvOty), VIII. Trautsohngasse ;<. 
— 3H0(> Bde. — Jahresdotation aus den Mitgliedsbeiträgen; für 
Biicher und Einbinden i. J. 1898: 377-8-3 Gulden. — Vorstand: 
Vaclav Stejskah — Der angegebene Bücherbestand vertheilt 
sich auf folgende Büchereien: 1. Volksbibl. in Postorna; 2. im 
Verein „Rastislav" in Wien II. Bez.; 3. Schülerbibl. in der 
Sprachschule in Wien III.: 4. und T). Volksl)ibl. in Wien X. und 
III.: <i. Bibl. für Fa])riksarbeiter in Weigelsdorf; 7. Schülerbibl. 
in Postorna; s. Volksbibl. im Verein „Zerotin" in Mödling: 
i». und 10. im Turnverein in Wien II. und X.; II. Volksbibl. 
im I. rechischen Vereinshause in Wien XV.; 12. im Verein 
„Vlastimil" in Ebergassing; 13. im slavischcMi kaufmännischen 
Verein in Wien XV.; 14. im Verein „Svato})hik Cech": 15. in 
der Section des Clul)s der österreichischen Nationalitäten in 
Wien VIII.: 1*;. in Wien XVI. und XVII.; 17. Volksbibl. für die 
Ziegelarbeiter auf dem Wiener P>erg in Wien X.; 18. im Verein 
„Neruda" in Wien X.; i;t. im cechoslavischen Arbeiterverein 
„Barak" in Wien II; 2o. und 21. Schülerbibl. in den Sprach- 
schulen in Wien V. und IX ; -ll. Volksbibl. im (^rtsausschuss 
für den X. Bezirk in X. Bezirksvereiu „Barak". 



344 Wien. [^ß« 

900. Kaufmännischer Verein, I. Johaiinesgasse 4. — l.'i.-2ir) 
Bde. — Seit den :2;) Jahren des Bestandes 13.807"22 Gulden, 
somit im Durchschnitte pro Jahr ca. 480 Gulden. — Vorstand 
der Bibl.-Abtheiluno- des Vereines ist derzeit Ludwi^i' Horch ; 
besoldete Beamte: Bibliothekar August Joseph Strohmeyer; 
2 Unterbeamte 7>ur Ausgabe der Bücher; 1 Diener. — Ein Zettel- 
katalog in aritlimetischer Reihenfolge der einzelnen Nummern, 
ein Standortskatalog. - Geöffnet täglich für Mitglieder 
mit Ausnahme der Dienstage und Sonntage von 10 — 2 
und ö — 8 Uhr. — Entlehnung an die Vereinsmitglioder 
nach den Bestimmungen des Reglements. — Keine Ver- 
sendung. — Die Geschichte der Bibliothek fällt mit der Ge- 
schichte des Vereines zusammen (gegr. 17. Juni IsTO). — 
Belletristische Schriften, daneben in erster Linie Handels- 
wissenschafteu. 

Statistischer Ausweis über die Benützung der Bibl. des Wiener Kauf- 
männischen Vereines in den Vereinsjaliren 1870-1898. Wien 1808. — 
Reglement für die Bibl. des Wiener Kaufmännischen Vereines. Wien 18i»0. 
— "oedenlvschrift des Wiener Kaufmännischen Vereines zur Feier seines 
2::5jährigen Bestandes. Wien 1895. — Katalog der Bibl. des Wiener Kauf- 
männischen Vereines. Wien 1893. 1. Nachtrag. Wien, October 1895. — 
2. Nachtrag. Wien 1898. 

970. Naturwissenschaftlicher Verein an der Universität, 

I. Reichsrathsstrasse 4. — Ca. 400 Werke, 500 Broschüren 
und Separatabdrücke; ca. lOOo in- und ausländische Vereins- 
publicationen, 15 laufende Zeitschriften. — Jahresdotation 
nach Massgabe der jährlichen Vereinseinkünfte. — Obmann: 
(vacat); OlDmannstellvertreter: cand. jur. Max Fitzia; Biblio- 
thekar: stud. techn. Heinrich Hübel. — Zettelkatalog in Aus- 
arbeitung. — Benutzbar für Mitglieder Donnerstag ab n Uhr 
abends. — Ebenso Entlehnungen. — Keine Versendungen. — 
Naturwissenschaften, Mathematik und Philosophie. 

971. Volksbibliothek der Congregation der Frommen Arbeiter, 

XV. Tellgasse 7. — Generalminister: P. Anton M. Scinvartz. 
— Gegen 900 Bücher, Zeitschriften und Broschüren, theils 
belehrenden, theils unterhaltenden Inhaltes; insbesondere 
Bücher vom österr. Volksschriftenverein zur Hebung der 
Vaterlandsliebe. — Die Bücher dieser 1892 gegr. Volksbibl. 
werden unentgeltlich und zu jeder Zeit entlehnt. 

972. Wiener Volksbildungsverein, Obmann: Prof. Dr. 
Friedrich Jodl; Obmannstellvertreter: Dr. Eduard Leisching 
und Dr. Emil Ritter v. Fürth; Bibliotheksreferenten: Adolf 
Bachofen v. Echt, Dr. Emil Ritter v. Fürth, Dr. Isidor Himmel- 
baur, Dr. Albert Schwab. — l. Volksbibliothek Nr. 1, 
Simmering, Hauptstrasse 70. — 4501 Bde. — Jahresdotation 



'.»721 Wien. ;54f, 

ca. "'no CUiklon. — Bibliothekar: Carl Wcidschachor, städt. 
Lehrer. — Ali)hal)et. Zeltolkatalo«^. — (fcöffiiet an Wochen- 
tagen von (i — s Uhr al)end.s (wie hei den foluciKh^n I5il)I.). — 
Entlehnunt^- nach Hause (wie hei den fol.üen(UMi IJihl.) ^ei^en 
eine nionatliclie (lebühr von lo Kreuzern. — Keine Ver.sendun^ ; 
ebenso bei den folgenden Volksbi!)!. — Eröffnet 1. Auj^ust iss?. 

— Belletristik und populärwissenschaftliche Werke (ebenso 
bei den folgenden Bildiotheken). Systomatisclie Kataloge sind 
im Druck erschienen. Für alle Bibl. ijfilt die Bibl.-( )rdnunji 
für die Bibl. des Wiener Volksbildungsvereines. ~ 2. Volks- 
bibliothek Nr. 2, Währing, Martinsstrasse 9-3. — r););")! Bde. 

— Jahresdotation ca. oOO Gulden. — Bibliothekar: R. Brand- 
stetter, städt. Lehrer; — Alphal)et. Zettelkatalog. — Eröffnet am 
I.März isss. — Sj'stematischer Katalog im Druck erschienen.. — 
3. Volksbibliothek Nr. 3, X. Keplerplatz ."). — 47-21 Bde. — 
Jahresdodation ca. 300 Gulden. -~ Bil)liothekar : Adol}»!) 
rinka, Magistratsbeamter. — Alphabet. Zettelkatalog. — Er- 
öffnet am 15. April 1888. — 4. Volksbibliothek Nr. 4. 
Floridsdorf, Donaufelder Hauptstrasse 20. — 7250 Bde. — 
Jahresdotation ca. 200 Gulden. — Bibliothekar: Othmar Zeis- 
berger, Lehrer. — Alphabet. Zettelkatalog. — Er("»ffnet am 
19. Mai 1889. — 5. Volksbibliothek Nr.'ö, Meidling, Pohl- 
gasse 19. — 3530 Bde. — Jahresdotation ca. 200 Gulden. — 
Bibliothekar: Wilhelm Zörkler, städt. Lehrer. — Eröffnet am 
22. Juni 1890. — 6. Volksbibliothek Nr. G. Döbling, Hardt- 
gasse 35. — 4700 Bde. — Jahresdotation ca. 255 Gulden. — 
Bibliothekar: August Andel, städt. Lehrer. — Eröffnet am 
29. Juli 1890. — 7. Volksbibliothek Nr. 7, Kaiser-Ebers- 
dorf, Münnichplatz 5. — 742 Bde. — Jahresdotation ca. 
100 Gulden. — Bibliothekar: Conrad Heese, städt. Lehrer. — 
Eröffnet im Januar 1.S93, — 8. Volksbibliothek Nr. 8. 
IL Volkertstrasse (i. — 9000 Bde. — Jahresdotation ca. 
800 Gulden. — Bibliothekar: Richard Kronstorfer. städt. 
Lehrer, sowie dessen Gattin. — Eröffnet am 31. Juli 1893. — 
9. Volksbibliothek Nr. 9. XVIL Ilernals, Rötzergasse 22. 

— 5495 Bde. — Jahresdotation ca. 400 Gulden. — Biblio- 
thekar: Joseph Ileindl, städt. Lehrer. — Gegr. nach Ueber- 
nahme der Voreinsbibl. eines Lehrervereines am 1. Juni 1894. 

— 10. Volksbibliothek Nr. 10, HL Erdbcrgerstrasse 15. — 
7745 Bde. — Jahresdotation ca. 300 Gulden. — Bibliothekar: 
August Low, städt. Lehrer. — Gegr. nach Uebernahme der 
Bibl. des Landstrasser Bürgervereines am 1. October 1894. — 
11. Volksbibliothek Nr." 11, Nussdorf. — 2123 Bde. — 
Jahresdotation ca. 150 Gulden. — Bibliothekar: Khaelss v. 
Khaelssbiu'g. — Eröffnet am 1. December 1 894. — 12. Volks- 
bibliothek Nr. 12, XVI. Ottakring, Neumayergasse 21. — • 



346 Wien. [973 

13.170 Bde. — Jahresdotation 1000 — 1200 Guldon. — Biblio- 
thekar : Carl Bulwas, sowie dessen Gattin. — Ausser dem 
aiphabet. Aiitorenzettelkatalog besteht auch ein gebundenes 
Standortsrepertorium. — Geöffnet vom 1, October bis 30. April 
von (J — y, vom 1. Mai bis 30. September von 6 — 8 Uhr abends. 

— Eröffnet am I.September 1895 mit 2495 Bdn. — 13. Volks- 
bibliothek Nr. 13,V.Rampersdorferstr. 32. ,,Leop.Auspitz-Bibl." 

— 4800 Bde. — Jahresdotation ca. 400 Gulden. — Bibliothekar: 
Eschberger, Gerichtsbeamter. — Eröffnet am 1. Sept. 1S97. — 14, 
Krankenhausbibliotheken: d) an der dritten medicinischen 
Klinik des Hofr. Prof. Dr. Leopold SchrcUter R. v. Kristelli 
(eröffnet am 25. April 1893); h) an der ersten chirurgischen 
Klinik des Hofr. Prof. Dr. Eduard Albert (eröffnet am 30. October 
1893); c) an der Klinik des Hofr. Prof. Dr. Hermann Noth- 
nagel (eröffnet am 5. August 1894). — 15. Lehrlingsbiblio- 
theken: a) im IV. Bezirk, Waltergasse 1, in der Realschule; 
h) im VII. Bezirk. Neustiftgasse 95 in der Realschule; beide 
eröffnet am 30. October 1893; c) im II. Bezirk, Staudinger- 
gasse (i, in der städt. Bürgerschule; d) im X VI. Bezirk, Abele- 
gasse 29, in der Volksschule; diese beiden eröffnet Ende 
December 189;5. — IG. Garnisonsbibliotheken: cr^imk.u.k. 
Arsenal, eröffnet am 15, April 1890; h) in der k. u. k. tech- 
nischen Militärakademie, eröffnet im A})ril 1895; <■) in der 
Marinesection des k, u. k. Reichskriegsministeriums, eröffnet 
am 29. Mai 1895; d) beim k. u. k. Artillerieregiment Nr. (!, 
eröffnet im Juni 1895; e) beim k. u. k, Infanterieregiment 
Nr. 4, eröffnet am 1. August 1895. — 17. Straf hausbiblio- 
theken bei den k. k. Bezirksgerichten in Simmering und 
Floridsdorf und beim k. k. Landesgerichte in Wien; eröffnet 
1893—97. 

973. Deutsches Volkstheater, VII. Museumstrasse, — 
1125 dramatische Werke in 21oG Bdn., 38 Partituren, 
sowie Orchestermateriale von 362 Concertstücken. — Director: 
Emerich v. Bukovics; Dramaturg: Dr. Richard Fellner; 
Bibliothekar: Ludwig Heiter. — Zwei handschriftliche aiphabet. 
Kataloge. — Entlehnungen nur an Mitglieder mit Genehmigung 
der Direction. — Dramaturgie und Dramatik. — Neben obiger 
Directions-Bibl. besitzt der „Verein des Deutschen Volks- 
theaters" ebenfalls eine eigene Bibl., worin nur die am 
Deutschen Volkstheater aufgeführten Stücke aufgenommen 
werden. — Gustos: Dr. Robert Steinhauser, Ausschussmitglied 
des „Vereines des Deutschen V<)lkstlieat(»rs". 

974. Freiherr Max Springer'sches Waisenhaus für israelitische 
Knaben, XIV. Goldschlagslrasse 84. — Gegr. ls9o, hat eine 



^"^«1 Wioiier-Noustadt. 



;547 



Fachbihl. von en. -Joo Werken nur zu oi^onom (Jebrauolic 
Jaliresdotation jo nach Bedarf. - Director: Alexander Hecht. 

Wioiior-Neiistadt (Nieder-Oesterr.). 

:•?.'). Cistercienserstift Neukloster. — Ca. 20.000 Bde., 81 Hand- 
schriften und ;il Incunabeln. — Jahresdotation je nach Bedarf: 
ausserdem Zuwachs durch Einverleibun^L^- der Bibl. verstorl)ener 
Mitglieder. — Katalo.U' a. d. J. ]72r); alphabet. Fachkatalog; 
Zettelkatalog- in Ausarbeitung. — Bibliothekar: P. Max Fel- 
legger. — Keine bestimmten Bibliotheksstunden. — Entleh- 
nungen und Versendungen an vertrauenswürdige Personen, 
bei werthvoUen Handschriften nur mit Zustimmung des Abtes. 

— Gegr. 1441, erhielt die Bibl. eine namhafte Vergrösserung 
unter den Aebten Benedict Hell (17:39— 174(;); Josef Stübicher 
(1740 — 1770) und Alberik Stingel (1775 — 1 soi). Die vom 
Abte Benedict angekauften Bücher sind hauptsächlich Mauriner 
Ausgaben der heil. Väter. Prodigtbücher und Werke asce- 
tischen Inhaltes; Abt Joseph Hess unter anderem zugleich mit 
dem Convente den grossen Bibliothekssaal bauen und erwarb 
durch Ankauf viele monumentale Werke; so verausgabte er 
z. B. am 2. October 17(59 für den Ankauf der bisclWiflichen 
Bibl. (;si-2 Gulden. — A))t Alberik erwarb viele Handschriften. 

— Hauptsächlich Theologie. 

Kluge, Benedikt. Das Neukloster in Wiener-Neustadt. In: Ein Cister- 
cienserbuch. Von Sei). Brunner. Würzburg 1881. — Xenia Bernardina. 
II. 1). 27(;— 288 (Handschriftenkatalog von Prof. P. Eugen Bill.). — Xenia 
Bernardina III. 

97<;. Club der Buchdrucker, P>rodtischgasse, Hauer's 
Gasthaus. — Ca. 300 Bde. — Jahresdotation 25 Gulden. — 
Obmann: Josef Geiblinger; Schriftführer: Gustav Prager; 
Cassier : Franz Mattausch : Bibliothekar: Andreas Kiessner. 

— Handschriftl. Schlagwortkatalog. — Benützljar für jedes IMit- 
glied, welches den monatlichen Beitrag von lo Kreuzern leistet, 
Sonntag von 10—12 Uhr. — Ebenso p]ntlehnungeii. — Keine Ver- 
sendungen. — Gegr. zugleich mit dem Vereine l.s:i3 durch frei- 
willige Spenden. — Speciell Fachzeitschriften und Fachliteratur. 

977. Gabelsberger Stenographenverein. — 270 Bde. — 

— Jahresdotatiou ca. so Gulden. — Ein gewählter Bibliothekar. 

— Alphabet. Autoren- und Inventarkatalog. — Benützl)ar 
für die Mitglieder an den Vereinsal)enden (Dienstag). — 
Ebenso Entlehnungen. — Gegr. mit dem Vereine isito. — 
Gabelsberger Stenographie. 

!»7.^. [K. k. Staats-]Gymnasium. - a) Lehrerbibl. 4 511 Bde., 
698 Hefte, 12.088 Programme, h) Schülerbibl. — Jahresdotation 



348 Wiener-Neustadt. [979 

ca. löO Gulden. — Director: Franz Wanner; Bibliothekar für 
n) Prof. Franz Kunz; für die Programnisanimluntr: Prof. 
Robert Schewczik-, für h) Prof. Johann ITr>rtna.£il. — Inventar- 
und Faelikatalnge. — Zugänglich für Mitglieder des Lehr- 
körpers, doch nur in Anwesenheit des P>il)liotliekars : ebenso 
Entlehnungen. — In Betreff der Versendungen bestellt keine 
besondere Verfügung — Gegr. KJfJG. ging bei Verstaatlichung 
der Anstalt ein Theil der sogenannten ,. Neuklosterbibliothek" 
an das Staatsgj'mnasiuni über. — Vertreten sind alle Fächer. 

Kunz, Franz. Katalopr der Lehroihibl. I. In: Pro<>ramm des k. k. Staats- 
Ober-Gymnasiunis zu Wioner-Noustadt. Wienor-Noustadt 180.'!. 

!i79. N.-Oe. Landes-Lehrerseminar, Ileri'ongasse 29. — 
3014 Werke in m.MI Bdn. und äuiJ Heften. — Director: Dr. 
Joseph Mayer. — Handschriftliche Fachkataloge in Bandform. 

— Lesestunden für Zöglinge der Anstalt Mittwoch und Samstag 
von 2 — 5 Uhr, zu welcher Zeit auch Bücher von denselben 
entlehnt werden kcuinen. An die Mitglieder des Lehrkörpers 
und andere vertrauenswürdige Personen Entlehnungen während 
der ganzen Schulzeit (von 8 — 11 und 2—4 Uhr). — Keine 
Versendung. — Die zugleich mit der Anstalt i. J. 1S72 ent- 
standene Bibl. leitete vorerst der erste Director der Anstalt 
Dr. Emanuel Hannak, seit 187H Prof. Leopold Schick (derzeit 
Director der k. k. deutschen Lehrerbildungsanstalt in Brunn) 
und seit 18'j() Prof. Karl Steiger. — Alle Wissenschaften, die 
in den Lehrerbildungsanstalten gelehrt werden. - ■ Der 
Direction untersteht auch die Bibl. der Uebungsschule und 
eine Bibl. für Schulkinder. 

In dem XXII. u. XXIII. Jaliresbericht (1804/ü u. 1895/C) sind die Facli- 
kataloge zum Abdrucke gebracht; in den folgenden Jahresberichten werden 
die jemaligcn Zuwächse veröffentlicht. 

980, K. u. k. Theresianische Militärakademie. — 21.455 Bde. 

— Jahresdotation ;i.")0 Gulden. — Bibliothekar : Karl Zappe. k.u.k. 
Majorauditor; 1 Feldwebel als Hilfsarbeiter; 1 Hausdiener. — 
Zettelkatalog. — Benutzbar nur für den Lehrkörper und die 
Zöglinge der Akademie. — Ebenso Entlehnungen und Versen- 
dungen; an andere Personen nur mit specieller Bewilligung 
des Akademiecommandanten. — Gegr. nach der eingelangten 
Auskunft am Anfange des 19. Jhdts., nach Pizzala 1752, nach 
Leitner (s. u.) 1760, in welchem Jahre Kaiserin Maria Theresia 
auf eine Eingabe des Localdirectors General-Feldwachtmeisters 
Carl Freih. v. Hannig zur Unterstützung des Unterrichtes in 
„Briefstellung und Histori" eine Anznhl Doubletten aus ihrer 
eigenen Bibl. der 1752 gegr. Neustädter Militärakach-niic? über- 
liess. Diese bildeten die Grundlage der Bibl., die in der Folge 
durch Nachschaffungen und Schenkungen aus dem Kriegs- 



082] Wilhrriii^r. 34!» 

ai'cliivc i. .1. l.^.).' Iicri'its auf in.ooo Ildr. aiiLH'wacliscii war. 
IJosomlors der Olicrdirector FML. Fiaii/, .Joseph (!ral' Kiiisky 
V. Chinitz und Tettau (178.') — iso')) wandte ihr seinem Für- 
si»r*;c zu, eri^änzte sie, regelte; ihre Ilenülzun^- durch Leiirer 
und Zr>i,din,iro und sorgte für ilie Erhaltun«^ ihrer Schätze 
durch Anordnuni^' einer jährlichen Revision derselben. — 
Weltgeschichte. Literaturgeschichte, Naturwissenschaften, 
Philosophie", Matiiematik und Ivochtswissenschaften ; besonders 
j^epfieut Krit\i;sü('sciiichte, Taktik, Heerwesen, Waffeiihdire, 
Militärueoiii-aphie, BL-festigungslehre, Pionnier dienst, Terrain- 
lelire und französische Sprache. 

Lt>iiiior V. Loitnertrcii. Th. Ig. Ausfiihiiielio Goscliielite der Wioner- 
Neustädtor MilitäraUadomio. Nel)St einem Anliango über die Leistungen 
denselben durcli ilire Zöglinge in der Armee und vor dem Feinde. Ilermann- 
stadt 1S.">2. 

;'si. [N.-Oe. Landes-]Realschule, verbunden mit einer höheren 
Gewerbeschule mechanisch-technischer Richtung. - M'.TUI Bde. 

— Jahresdotation öoo Gulden und die Hälfte der jeweili,tren 
Aufnahmstaxen. — Director: Robort Kirchberger ; p.iblio- 
thekar für die Lehrerbibl.: Prof. Julius Benes; für die Schüler- 
bibl.: Prof. Wenzel Schnieisser. — Ein Inventarkataloir mit 
fortlaufender Xunierirung und !) Facli-(Band-)Kataloge mit 
aiphabet. Reihenfolj.ie der Verfasser. Ein eigener gedruckter, 
nach Fächern geordneter Katalog gemäss dem vom hohen 
k. k. Unterrichtsministerium ausgegebenen Entwurf in Aus- 
arbeitung. — Zugänglich je nach Bedarf und nach der freien 
Zeit des Bibliothekars für die Mitglieder des Lehrkörpers. — 
Ebenso Entlehnungen. — Versendungen an andere Anstalten. 

— Die Bibl. wurde bei der am l;i. 10. 1<SG3 stattgehabten Er- 
öffnung der mit Landtagsbeschluss vom 14. '3. 18ü;} errichteten 
Anstalt von der isil — l,s(33 in Wr.-Xeustadt bestandenen k. k. 
Unterrealschule übernommen und wird jälirlich durcli Schen- 
kungen und durch die oben angeführten Geldmittel vermehrt 
und ausgestaltet. 

Benes, Julius. Katalog der Lehrerbibl. Gruppe I III. In: Jahres- 
bericht der niederösterreichisclien Landes-Oberrealschule. Wiener-Neu- 
stadt 189.«. 

\\'illiei'inff (Ober-Oesterr.). 

:t8J. Cistercienserstift. — l Pooo Bde., Jil Handscliriften, 
200 Incunabeln. — Jahresdotation je nach Bedarf. — Biblio- 
thekar: P. Raimund Kloiber. — Je ein Zettel- und 15and- 
katalog. -- Benutzbar in der Regel nur für Bekannte von 
1» — 7 Uhr, ausnahmsweise auch für Fremde. — Ebenso Ent- 
lehnungen und Versendungen. — Die Benützung der Hand- 



o50 Wilteii. [983 

Schriften ist nur in den Räumen der Bibl. gestattet. — Gegr. 
zugleich mit dem Stifte lliG. Die Wiederherstellung des im 
Laufe des lü. Jhdts.fast in Ruinen zerfallenen Klostergebäudes, 
der Bau und die Ausschmückung einer Bibl. ist das Werk 
des Abtes Georg II. Grill (1(!U-1G;58). — Theologie, Philo- 
sophie, Philologie, Geschichte, Mathematik. Naturwissenschaften. 

Chmel, J. In: Archiv f. alt. deutsche Geschichte. VIII. 1.S39, S. 892. — 
Stülz. Jodoc. Geschichte des Oistercienserklosters Wilhering. Linz 1810. — 
Sollinger, Bernliard. Die Cistercienserabtei Wilhering (Hilaria) in Oester- 
reich ob der Enns. In: Ein Cistercienserbuch von S. Brunnor. Würzb. 
1881, S. 498. — Grillnberger, Otto. Die Handschriften der Stiftbibl. 
In: Xenia Bernardina. II. 2, S. 1. — Huemer, I. Iter Austriacum I. In: 
Wiener Studien. IX. 1887, S. 76. 

Wüten (Tirol). 

983. Stift der Prämonstratenserchorherren. - -25. 000 Bde., 
70 Handschriften, 220 Incunabeln. — Jahresdotation je nach 
Bedarf. — Bibliothekar: Philipp Matzgellor, Chorherr. — Je 
ein alter und neuer Schlagwortkatalog. — Keine eigentlichen 
Bibliotheksstunden, Benützung je nach Bedürfniss. — Ent- 
lehnungen und Versendungen nur an öffentliche Bibl., Aemter 
und Institute unter deren Haftung. — Gegr. wahrscheinlich 
zugleich mit dem Kloster 1128; die Bibl. entstand neu 1807, 
nachdem die alten Bücherbestände durch die bayerische Re- 
gierungscommission grösstentheils fortgeschafft worden waren. 

— In neuester Zeit, d. h. seit Einführung des theologischen 
Hausstudiums vorzugsweise Theologie berücksichtigt. 

Zacher, Adrian. Das Pränionstratenserstift Wilten in Tirol. In: Ein 
Choriierrenbuch. Von Sebastian Brunner. Würzburg 1888. 

Wittiii|!;au (Trebon, Böhmen). 

1)84. Fürstlich Schwarzenberg'sches Archiv hat nur eine 
Handbibl, von ca. looo Bdn. und 122 llandschr.iften. — xVr- 
chivar: Franz Mares. 

085, [K. k. StaatsUnter-]Gymnasium (O.k. iiizsi gymnasiuin). 

— a) Lehrerbibl. 1711 Werke in l<i21 Bdn., 391 5 Programme; 
h) Schülerbibl. 1241 Werke in 1878 Bdn. — Director: Dr. 
Antonin Decker; Bibliothekar für a) Gymn.-Lehrer Ignäc 
Charvät; für h) Prof. Vaclav Veverka. — l«ö2 wurde die 
unselbständige Unterrealschule errichtet, die 18(j7 in ein 
Staats-Rcal-Gymn. umgewandelt, 1885 aufgehoben, von der 
Commune als Communal-Real-Gymn. weitergeführt und seit 
1891 in ein reines Untergymn, verwandelt wurde, l.s;t4 ver- 
staatlicht. 

Nach dem letzten Jahresberichte gearbeitet, da der Fragebogen nicht 
beantwortet wurde, 



989] W(»li(z. ;{öi 

Wotitz (Votic, lUihnicn). 

OSi;. Franciscanerconvent. — .'looo Udo., cini<40 IFand- 
scliriften luui luelu'ero Incuiiabuln. — Jahresdotation je nach 
Bedarf. — Hibliotliekar ist der P. Guardian des Conventes. — 
Alphabot. KataU)i>-. — Vorzuosweise yai ei.noneni Gebrauche; 
aber aueli in besonders berücksichti.uonswortlien Fällen für 
andere Personen benutzbar. — Keine Entlohnungen und Ver- 
sendun<ien. — Geur. KiOl (nach Jordan lt5-27). — Theologie, 
Medicin, Philosophie, Oratorik u. s. w. 

Zara (Dalmatien). 

i»s7. Städtische Bibliothek „Paravia" (Piblioteca civica 
„Paravia"). — ;U)..">00 Bde., ;]liO Handschriften, 1 Incunabeln 
(bis I.')00). — Jahresdotation 3ü() Gulden. — 3 Direttori; 
Bibliothekar: Vitale Brunelli; 1 Diener. — Ein systematischer, 
ein aiphabet. Zettelkatalog, ein aiphabet., ein topographischer 
Bandkatalog, ein Inventar. — Geöffnet für joderniann täglich 
von 11 — 2 und von "> — 7 Uhr, geschlossen an Feiertagen und 
vom 15. — 31. December. — Keine Entlehnung oder Versen- 
dung. — Eröffnet am 18. August 1857 und nach dem Be- 
gründer, dem Turiner Univ. -Prof. P. A. Paravia, der seine 
Bibl. dieser Anstalt legirte, benannt. — Classische, italienische, 
französische Literatur, Geschichte und Geographie, besonders 
die dalmatinische, in welches Fach auch fast alle Hand- 
schriften — die ältesten darunter sind aus dem 12. Jhdt. — 
gehören. 

Pei' la inaugurazione della Biblioteea comunalo Paravia di Zara iicl 
XVIII. x\g. 1857. — 11 Dalmata 1897, Nr. 5t). 

988. Collegium des Ordens der Gesellschaft Jesu hat i. J. 

1893 die Direction des Knabonseminars dem Ordinariat zurück- 
gegeben, das eigentliche Collegium auf eine llosidenz reducirt 
und die Bücher bis auf eine kleine Handbibl. an andere 
Ordenshäuser ausgetheilt. — Subprior: Isidor Giberti, S. J. 

989. [K. k. Staats-JGymnasium (I. r. ginnasio superiore) 
mit der I. r, biblioteea ginnasiale-provinciale. — r.>.4;)5 Bde., 
195 Handschriften. — Jahresdotation 200 Gulden. — Director 
des Gymn.: Stefano ISkariza; Bibliothekar: Prof. Vitaliano 
Brunelli; Schuldiener. — Ein Band-, ein Zettelkatalog. — 
Täglich und bedingungslos für jodermann geöffnet. — Von 
der Entlehnung sind nur die Handschriften und seltenen 
Werke ausgenommen. — Versendung an Universitäts- und 
Gymnasialbibl. — Gegr. 1803 nach Aufhebung des Domini- 
canergymn. Seit 1859, in welchem Jahre die „Patria"-Bib] 



352 Zloczow. [990 

zuwuchs, empfängt die Bibl. ein rflichtexemplar von jedem 
in Dalmatien erscheinenden Druckwerk. — Vorzugsweise 
dahnat. Geschichte, latein., griech., ital. und slav, Literatur. 
— Ausser der Abtheilung, in der die Pflichtexemijlare über- 
nommen und verwaltet werden, besitzt das Gymn. eine Lehrer- 
bibl. (S09 Werke; Gustos: Prof. Lorenzo Benevenia) und eine 
Sehülerbibl. (Gustos: Prof. Matteo Fradelic). 

Danilo et Jac. Bogliü. Catalogus li'ororum typis editoruin et msc, qui 
in bibliotlieea patria archigymnasii Jadrensüs asservantur. In: Gynm.-Progr. 
Zara 18(10 — ISfi'i. — Benevenia, Lorenzo. Catalogo dei librl della bibliotoca 
dei professori. In: Progr. dell" i. r. ginn. sup. di Zara. Zara 1898. 

900. [K. k. Staats-Unter-JRealschule (I. r. scuola reale 
inferiore di Zara). — a) Lehrerbibl. 809 Werke. — Dotation 
für Ankauf und Instandhaltung der Bücher und Karten 100 
Gulden. — Director: Antonio Niseteo; Bibliothekar: Prof. 
Lorenzo Benevenia. — Handschriftlicher aiphabet. Katalog; 
gedruckter Materienkatalog s. u. — Entlehnungen an die 
MitteLschullehrer Zaras gegen Empfangsbestätigung. — Keine 
Versendungen. — Gegr. mit der Anstalt iHöo. — Alle Fächer 
der Anstalt. - hj Schülerbibl. Iij4 Werke. — Seit 1892/93 
keine bestimmte Dotation. — Bibliothekar: Prof. Lorenzo 
Benevenia. — Handschriftlicher aiphabet. Katalog. — Täglich 
nach den Schulstunden benutzbar. — Entlehnungen gegen 
Revers. — Keine Versendungen. — Gegr. ISSd. — Didaktik, 
Belletristik. 

Benevenia, Lorenzo. Catalogo dei libri dclla biblioteca dei professori 
deir I. R. Scuola Reale Inferiore di Zara. In: Prograunna dell' I. R. 
Ginnasio Superiore di Zara 1897-98. XLI. Zara 18!)8. 

991. K. k. Statthalterei (I. r. luogotenenza), Palazzo Go- 
verniale, Zara-Civico Nr. (ioi. — 10.000 Bde., 50 Handschriften, 
2 Incunabeln. — Jahresdotation je nach Bedarf aus der Prä- 
sidialdotation. — Archivar und Bibliothekar: Sebastian Böttner; 
beigegeben: Enrico Böttner, Official. — Allgemeiner Katalog 
in 3 Bdn.; ein aiphabet, ein topographischer und nach Ma- 
terien geordneter Zettelkatalog. — Für Beamte der Statt- 
halterei täglich mit Ausnahme der Feiertage von 9 — 2 Uhr 
benutzbar. — Bestimmungen über Entlehnung und Versendung 
werden in der erst auszuarbeitenden Instruction gegeben 
werden. — Gegr. 1895 auf Initiative des Llofraths Niccolo 
Nardelii. — Politische Rechtswissenschaft und dalmatinische 
Geschichte. 

Zioc'zow (Galizien). 

992. [K. k. Staats-]Gyrrnasium (G. k. gimnazyum), Gym- 
nasialgebäude. — a) Lehrerbibl. 2043 Werke in 3510 Bdn.; 



^'!>'!1 Zum im. 3 .Vi 

h) Scliülcrliild. r.'.iJ Werke; in der AbtlieiliuiL; Zeiclineuunter- 
riclit :v,) Werke; Abtlieiluii,i>- Musik -Jo Werke; Mappen und 
liilder 1»J1; ferner '2580 Pro<;raniuie. — Dotation ca. -200 Gulden. 

— Director: Dr. Frzeuiyslaw Ritter v. Nienientovvski; Dil>lio- 
tliekar: Prof. Jan Sanocki; Verweser der polnischen Ju^^end- 
bibl.: Prof. Z3'<iniunt Uranowicz; der ruthen. Ju,üendl)ihl. : 
Prof. Jan Ru/ycki; der deutschen Jugendbibl., der Mappen 
und Bilder für den Anschauungsunterricht: Prof. Dr. Jan 
Chrapek. — Ein Inventar- und ein Schlagwortkatalog. — 
Gilt in der Regel als Anstaltsbibl.. doch kann die Direction 
Ausnahmen gestatten. — Entlehnung und Versendung für 
Fremde durch den Landesschulrath und die Direction. — 
Gegr. 1873 als UntQrgymn.; seit Ifssi Obergymn. — Alle 
Fächer des Gymn. 

Znaini (Mähren). 

90.3. Capucinerconvent. — 2448 Bde., mehrere Handschriften. 

— Jahresdotation 2() — 2.'> Gulden. — Guardian: P. Paulinus 
Krkoska. — Materienkatalog; Katalog nach Autorennamen; 
catalogus secundum cognomen auctoris; alle drei in 1 Bde. — 
Benutzbar zu jeder Zeit mit Erlaubniss des Guardian. — Ent- 
lehnungen nur an Bekannte, meistens Geistliche. — Gegr. zu- 
gleich mit dem Kloster 1G42 [nach Jordan 1G28]. — Theolo- 
gische Wissenschaften. 

90 4. Dominicanerconvent, hat eine noch nicht ganz geord- 
nete Bibl. — Jahresdotation ca. SOm Gulden. — Bibliothekar: 
P. Hyacinth Maria Kristinus, Ordenspriester. — Alphabet. 
Katalog in Ausarbeitung. — Nach kirchlichen und Ordens- 
satzungen darf nichts entlehnt oder versendet, d. h. aus der 
Bibl. herausgenommen werden. — Theologie, Philosophie, auch 
Kunst, Literatur und (Jeschichto. 

iilif). [K. k. Staats-]Gymnaslum. — a) Lehrerbibl. 152.'} 
Werke in 4881 Bdn. und Heften, 14.4 22 Programme; 
h) Schülerbibl. 1080 Werke in 1718 Bdn. und li»<i Heften. — 
Director: Wilhelm Saliger; Verwalter von a) Prof. Julius 
Wisnar; von h) Prof. Franz Katholnigg. — Als Jesuitengymn. 
I(i24 begründet. 

Wisnar, Julius. Katalog der Lehrerbibl. I. Tli. In: Jahresbericht dos 
k. k. Gynin. in Znaini. Znaini 1898. 

Xaeli dem letzten Jahresberichte gearbeitet, da der Fragebogen niclit 
beantwortet wurde. 

;t'.>H. [Landes-]Realschule. — a.) Lehrerbibl. 1 ls7 Werke; 
h) Schülerbibl. — Director: Carl Seeberger: Bibliothekar: 

Bibliotbcks-.Vdrcssbuch. 23 



354 Ziickmaiitel. . [997 

Prof. Carl Trenklor. — Errichtet 1 870 durch Erweiterung der 
früher bestandenen unselbständigen Unterrealschule. 

Trenkler, Carl. Katalog der Lehrerbibl. Beil. zu: XXVII. Jahresbericht 
der Landesoberrealschule in Znaim. Znaim 1808. 

Nach dem letzten Jahresberichte gearbeitet, da der Fragebogen nicht 
beantwortet wurde. 

907. Volksbibliothek. — Ende 1898: 2753 Werke in 6144 
Bdn., darunter mehrere Handschriften, Diplome, die bis ins 
15. Jhdt. zurückreichen. — Jahresdotation ca. 400 Gulden. — 
Vorstand: Rudolf Wanbacher, Privatier und I. Vorstandstell- 
vertreter des Znaimer deutschen Bürgervereines; 16 Biblio- 
tkekare; 1 Diener. — Handschriftl. Grundkatalog, Nummern-, 
Zettelkatalog, aiphabet. Autorenkatalog, mehrere Special- 
kataloge, gedruckter Materienkatalog. — Zweimal wöchentlich, 
Mittwoch und Samstag von 61/2 — 8 Uhr geöffnet und gegen 
Erlag der Gebühr für den Leserkatalog (sammt Nachträgen 
72 Kreuzer) allgemein benutzbar. — Entlehnung gegen Vor- 
weisung des Lesecontrolbuches; Handschriften oder werthvolle 
historische Werke können nur im Bibl.-Locale eingesehen 
werden. — Versendung nur ausnahmsweise. — Gegr. vom 
deutschen Bürgerverein und dem deutschen Verein der Libe- 
ralen in Znaim, von denen der erstere eine Räumlichkeit 
seines Vereinslocales im Mäural'schen Bräuhause zur Ver- 
fügung stellte; eröffnet am •26.December 1873 mit 532 Werken 
in 996 Bdn. Seit 1883 ist der deutsche Bürgerverein alleiniger 
Eigonthümer der Bibl., da der Verein der Liberalen sich in 
den deutschen Verein für Stadt und Land umwandelte. Der 
jetzige Vorstand fungirt seit 17 Jahren. Zahlreiche Schen- 
kungen und Geldspenden. — a) wissenschaftliche Literatur: 
alle Wissenschaften, Alterthümer; h) Belletristik. 

Katalog der Znaimer Volksbibl. 1883. Znaim. — I.— XIII. Nachtrag 
(1884 — 1898). Znaim. — Generalbericht über die verflossene 25jährige 
Thätigkeit der Znaimer Volksbibl. Znaim 1898. 

Ziickiuautel (Schlesien). 

998. Gabelsberger-Stenographenverein, ,, Gasthaus zur gold. 
Sonne". — 359 Bde. — riahresdotation je nach r)edarf. — 
Obmann: J. C. Hoffmann, Stadtsecretär ; Archivar: Wilhelm 
Kausch. — Inventarkatalog. — Benutzbar vom 1. October bis 
Ende März während der Unterrichtsstunden des Fortbildungs- 
curses Freitag von 8 — 9 Uhr abends, während der Sommer- 
monate nach vorhergehender Anmeldung zu jeder Zeit. — 
Ebenso Entlflinungen auf 4 Wochen unentgeltlich ; nacli dieser 
Zeit gegen eine Gebühr von 5 Kreuzern pro Bd. und Woche. 
— Stenographie. 



:»;»!». Leseverein. Veroinslocal: Nr. Js. — 1 :>()() Hdc. — 
Jahresdotation so Gulden. — 01)inann: Dr. Alois Seliimllcr; 
Obniannstellvertrett'r: J. C. Hoffniann. — Ein Inventar- und 
ein uodruckter aljihahet. Autoronkatalog. — Entlehnunjj^ün 
jeden Donnerstag, und zwar von Octobor bis April von 7 — D Uhr 
abends und von Mai bis September von 8 — 9 Uhr abends. — 
Entlehnungsfrist 14 Tage unentgeltlich, sodann bis 8 Wochen 
gegen eine Leihgebühr von 2 — 3 Kreuzern pro Woche. — 
Keine Versendungen. - - Gegr. März 1S8G. — Alle Wissen- 
schaften, besonders Belletristik. 

Zwettl (Nieder-Oesterr.). 

1000. Bezirkslehrerbibliothek im Bürgerschulgebäude. — 
December 18n8: 1875 Bde. — Jahresdotation 120 Gulden. — 
Obmann der Bibl.-Commission: Benno Mengele, Bürgerschul- 
lehrer; Obmannstellvertreter: Josef Traxler, Oberlehrer. — 
Alphabet. Bandkatalog. — Benutzbar jederzeit nur für Lolir- 
personen. — Ebenso Entlehnungen und Versendungen auf 
3 Monate. — Gegr. in Ausführung des § 14 des Reichsvolks- 
schulgesetzes vom 14. Mai ISGi). — Fast alle Wissenschaften, 
besonders Pädagogik. 

1001. Cistercienserstift. — 60.000 Bde., 420 Handschriften, 
51 -2 Incunabeln. — Normale Jahresdotation GOO Gulden. — 
Bibliothekar und Archivar: P. Benedict Hammerl. — Alphabet. 
Bandkatalog und Realkatalog. — Benutzbar für Gelehrte zu 
jeder Zeit. — Keine Entlehnungen und Versendungen. — Ueber 
die Handschriften s. Geschichte und Katalog in XeniaBernardina, 
Pars IL 1. 2i)3. — Die Bücherbestände wuchsen im Laufe 
der Jahrhunderte durch Kauf, zum geringen Theile auch durch 
Schenkungen seitens des benachbarten Adels (Windhag, 
Klingenberg) und Clerus auf ihren heutigen Stand an. Der 
Zuwachs hielt gleichen Schritt mit den Schicksalen des 
Stiftes; glückliche Perioden eines regen Geisteslebens unter 
den grossen Aebten des 17. und is. Jhdts. (s. Rössler in 
Brunner's Ein Cistercienserbucli, S. 5Si) kennzeichnen sich 
auch in der Bibl. durch das Vorhandensein der Literatur 
jener Zeiten besonders aus der Theologie, Ascese und Geschichte. 
Aus den Jahren 1(570 --17(;o sind uns für die Geschichte der 
Bücherpreise werthvolle Rechnungen erhalten. Die Bibl. als 
Verwahrungsort der Codices tritt uns sclion in C^uellen des 
XIV. Jhdts. entgegen, obwohl andererseits gewisse Hss. bis ins 
XVIL Jhdt. hinein auch an dem Orte ihrer praktischen Ver- 
wendung beim Al)t, Prior, Gustos aufbewahrt worden sind. 
Der nachweisbar älteste, ins Ki. Jhdt. zurückreichende Bücher- 
saal ist ein an das Capitelhaus anstossender Raum: seine 

23* 



356 Zwittaii. [i<><»2 

Unzulänglichkeit bewog i. J. 1704 den Abt Robert Schöller 
in der Fortsetzung des von ihm seit 170J aufgefülirton 
Conventtractes auf der Kampflussseite ein geräumiges und 
entsprechendes Bibliotheksgebäude aufzuführen. Nach Robert's 
Tode (170(3) vollendete sein Nachfolger Abt Melchior v. 
Zaunack durch die innere Ausschmückung und Einrichtung 
diesen Bau; 1727 entzog er denselben seiner bisherigen Be- 
stimmung, adaptirte ihn zum Noviziate und baute auf der 
entgegenliegenden Seite von Grund aus neu die heutige 
Bibl. nach den Vorbildern seiner Zeit, einen hochgewölbten, 
lichtvollen Prachtsaal, dessen Ausschmückung die Wiener 
Stuccadörer Tencala, der Wiener Mormorirer Haggenmüller 
und der Maler Paul Troger und dessi^n Einrichtung zwei in 
der Bildliauerei- und Intarsiaarbeit kunstgeübte Laienbrüder 
besorgten. Wie alle Bibliothekssäle der Barocke ist auch die 
Zwettler Bibl. vom Kunststandpunkte aus lobens- und 
bemerkenswerth, ebenso unzulänglich aber vom Standpunkte 
der Bibliothekstechnik. — Theologie, Philosophie. Jus civile 
(die Gasetzessammlungen des ehemaligen stiftlichen Land- 
gerichtes), Ascese; Homiletik; besonders gepflegt wird für die 
Bedürfnisse des an Inediten reichhaltigen Stiftsarchives Ge- 
schichte. — Ein Specificum im vollsten Sinne wuchs i. J. I.s08 
der Stiftsbibliothek in der an specieller und seltener Cister- 
cienserliteratur reichhaltigen Bibliothek des verstorbenen 
Stiftscapitularen und Ordensliistoriographen Dr. Leopold 
Janauschek zu. 

Rössler, Stephan. Die Abtei Zwettl in Niederösterreich. In: Ein Cister- 
cienserbuch. Von Sebastian Brunner. Würzburg 1881. — Ders., Verzeicliniss 
der Handschriften der Bibliothek des Stiftes Zwettl. In: Xenia Bernardina 
II. 1. — Xenia Bernard. III. — Rössler, Stephan. Das Stift Zwettl, seine 
Geschichte und Sehenswürdigkeiten. Zwettl 1893. 

Zwittau (Mähren). 

1002. [Landes-]Realschule. — a) Lehrerbibl. 157 Werke in 
204 Bdn. und 7 Heften, 38') Programme; J>) Schülerbibl. 
lö« Werke in 170 Bdn. — Dotation 2r)0— :JO0 Gulden. — 
Director: Alois Gamroth; Biljliothekar: Prof. Josef Zimmer- 
mann. — Je ein Journal- und Schlagwortkatalog. — Benutzbar 
nur für die Mitglieder des Lehrkörpers. — Ebenso Entlehnungen 
und Versendungen an die Landesoberrealschulen in Prossnitz 
und Sternberg. — Gegr. l.s'jr». — Alle an der Anstalt ver- 
tretenen Fächer. 

100:5. Ottendorfer's freie Volksbibliothek. — October isfi.S: 
13.480 Bde. — Keine bestimnite Dotation, bisherige Jahres- 
ausgabe über l<;oo Gulden. — Vorstand: Ein vom Gemeinde- 



•""•■•I Zwiltnii. :',;-. 7 

aussfluiss L'cwäliltes rJijlicdcriucs Ciiratdiiuin, :iii dessen 
Spitze (lei- je\veilie(> iJün^-erineister der Stadt stellt. lühlitt- 
thekarin: Frl. Marie Klar; Assistentin: Frl. i5ertha Menscliik; 
für die Correspondenz, lUiohfülirunu' und (lebäudeaufsiolit: 
Bürtierschullolirer Ferdinand Knliiena, Seoretäi- und Haus- 
verwalter; 1 Diener. Fin Zettelkataloe für das PulditMun 
in 4 Abtheilune:eu: 1. sclnuiwissenschaftl. Werke a ) nach 
Autoren, l>) nach Titeln; 2. wissenschaftli(!li<> Werke a) nach 
Titeln, h) nach Scillae Worten ycordnet; ein ähnlicher für den 
internen Cfel)raucli: ein Standortskatalog (Blattkatalog, lose 
gebunden) nach Dewey's System als Inventar; ein Accessions- 
bandkatalog. -- Geöffnet an Wochentagen von 9 — 1-2 und 
1 — -s, an Sonn- und Feiertagen von 9 — 1-3 und — mit Ausnahme 
der Monate Mai bis September — von "-l — (j Uhr. — Ausleih- 
stunden 11—12 und <; — s, an Sonn- und Feiertagen 9 — ri Uhr. 
Geschlossen Oster- und Pfingstsonntag, Frohnleichnams- und 
Christtag. — Ge()ffnet für jedermann. — Entlehnung an alle 
über 14 Jahre alten Bewohner von Zwittau und Umgebung, 
an Minderjährige, Dienstleute oder Unbekannte gegen Stellung 
eines Garanten (Hausherr, Arbeitsgeber etc.). — Versendung 
nur an die (17) Sammelstellen in den Dörfern, sonst ausge- 
schlossen. — Gegr. am 21. August 1891 unter den Auspicien 
des Stifters Oswald Ottendorfer und seither in der von ihm 
vorgezeichneten Weise geleitet. — Alle Literaturzweige mit 
Berücksichtigung des Populären, besonders schöne Literatur. 

Jahresberichte I — VI. — Haiiptkatalo^ (naeh dorn Stande vom 1. Juli 
1894) und Ergänznngskatalog Ni*. 1 (naeli dem Stande vom 1. Septb. 18i)Tj. 



II. 



UNGARN 



(Die mit * ho/iMcliiK^Icii Auskiinftr viM'diiiilccn wir dirootof Kiiiscnduntj;.) 



Abony (Ungarn). 

1. Bürgerverein (A poluari kör kr)nyvt{ira). — 3 10 Werke 
in ca. r><»() Bdn. — Bibliothekar: Plints Jözsef. — Alpliabet, 
Katalog-. — Benutzbar für Vereinsmitglieder. — Entlehnnngen 
Donnerstag und Sonntag von 5 — (5 Uhr. — Keine Ver- 
sendungen. — Gegr. IS;")«; durch Geschenke vermehrt. — 
Belletristik. 

A^i'ain (Zagreb, Croatien). 

* 2. Königl. Banaltafel, Opatickagasse IS. — Ca. 1300 Bde. 
— Jahresdotation bis zu 500 Gulden. — Vorstand der Bibl. 
ist der Präsident der königl. Banaltafel; Bibliothekar: Ein 
Beamter des Secretariates. — Schlagwortkataloge und ein 
alpliabet. Autoren-Zettelkatalog. — Geöffnet während der 
Amtsstunden von 8 — 12 und 3 — 6 Uhr; benutzbar nur für die 
Beamten der Banaltafel. — Entlehnung gegen Revers. — Keine 
Versendung. Bis issi waren die Bücher nur im gemeinsamen 
Inventar der Banaltafel verzeichnet. lss4 wurde eine eigene 
Bibl. gegr., eine eigene Dotation dafür bestimmt und ein 
besonderer Bibliothekar bestellt. — Zeitschriften und Einzel- 
werke aus dem Gebiete der Rechts- und Staatswissenschaften, 
judicielle Fächer. 

* 3. Militärwissenschaftlicher und Casinoverein. — 2221 Werke 
mit 3092 Bdn. (r:;»s wissenschaftliche mit 2-i33, 923 belle- 
tristische mit ir)r)9 Bdn.). — Jahresdotation r)00 Gulden. — 
Bibliothekar: Hauptmann j. R. Peter Matica. — Nach Materien 
angelegter aiphabet. Katalog. — Benutzbar nur für Mitglieder 
des Vereines mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage von 
9 — 12 und 3 — 6 Uhr. — Ebenso Entlehnungen Montag, 
Donnerstag, Samstag von 9 — 12 und 3— G, bei wissenschaft- 
lichen Werken auf vier Wochen, bei belletristischen auf 



362 Akna Szlatina. [4 

14 Tage. — Versendungen nur ausnahmsweise. — Militärische 
und Hilfswissenschaften. 

Katalog im Druck erscbienen. 

Akna Szlatina (Ungarn). 

4. K, ung. Oberbergamt (A m. kir. föbänyahivatali könyv- 
tära). — 25(U Bde. — Jahresdotation nach Massgabe der 
vorhandenen Mittel. — Inventar. — Jederzeit benutzbar; 
reine Amtsbibl. — Keine Versendungen. — Gegr. 1776. — 
Bergbau, Hüttenkunde, Maschinenbau, Geologie. 

Also-Kllbin (Ungarn). 

5. Csaplovics-Bibliothek des Comitates Arva (Arva värmegyei 
Csaplovicsfele könyvtiir). - 38.908 Bde., darunter 17 Incu- 
nabeln, 137 Handschriften, 11 alte ungarische Druckwerke. — 
Untersteht einer ßibliothekscommission des Comitatsaus- 
schusses. — Bibliothekar: Päzmauy Lajos. — Geöffnet täglich 
von 9 — 12 Uhr für die Bewohner der Stadt Also-Kubin; be- 
nutzbar gegen Caution von 2 Gulden. — Entlehnung, aber 
keine Versendung. — Lorenz Csaplovics, Advocat der gräfl. 
Familie Zichy, ein in Pressburg wohnhafter Sohn des 
Comitates, schenkte i. J. 1839 seine Bibl. von ca. 30.000 Bdn. 
dem Comitate. Die Widmung wurde mit Freude angenommen 
und mit der Ueberhahme der Bibl. der erste Schriftführer, 
Notar des Comitates Szontagh Daniel, der bekannte Gelehrte, 
betraut. Er brachte die übernommene Bibl. nach Also-Kubin, 
stellte sie in einem von dem Comitate zu diesem Zwecke auf- 
genommenen Locale auf, inventarisirte und katalogisirte die 
Bücher von 1 bis 20.000. In den Fünfzigerjahren wurde die 
Bibl. — da die Regierung auch sie zum Staatsvermögen 
rechnete und als solche von Also-Kubin wegzuführen beab- 
sichtigte — von dem Comitate einer Actiengesellschaft über- 
lassen, welche unter Szontagh's Leitung im Interesse der 
Bibl. grosse Thätigkeit entwickelte. Er verfasste damals 
mehrere Artikel über die Bibl. für Pesti Naplo und 
Vasärnapi Ujsäg; ihm ist es zu verdanken, dass die ung. 
Akademie sämmtliche in ihrem Verlage erscheinenden Publi- 
cationen der Bibl. kostenlos zusendet. Nach der Herstellung 
der Constitution wurde sie vom Comitate zurückgenommen 
und von einer eigenen Bibliothekscommission des Comitats- 
ausschusses verwaltet. Die Bibliothekarstelle wurde, weil 
nur kärglich besoldet, stets mit alten Comitatsofficialen 
besetzt, die dieses Amt nur nebenher versahen. Vor zwei 
Jahren wurde die Bibl. auf Anregung des Commissionspräsi- 



^^^ Als(')-Lenclva. 



8(;3 



denten Nikolaus Kubiiiyi in die im nouon Comitats-ebüude 
Ihr zugewiosoiion Localitäteii transforirt inid neu aiifVoslellt 
L)er Bibl.-Fond wurdo auf .len nouon Aufbau des ab-obrannton 
Comitatsoobaudos vorwendot; in Folno dosson ist dio jährliche 
Uotation sehr «gerinn-. 

r> [K u. höhere Staats-]Handelsschule (A m. kir. all folsö 
kereskodolnii iskola könyvtära). - •{(;(] Bde. - Director- 
kiszanyi Jozsof; IJiblicthokar : Moszäros Sändor. — Alphabet' 
Katalog. - Entlehnungen jeden Samstag von 12-1 Uhr auf 
1 Woche. - Alle Fächer der Schule und Jugendliteratur. 

Also-Lendva, siehe Unter-Limbach. 

Altsohl (Zolyom, Ungarn). 

. .,.': [Staats-JElementarschule (Allami olemi iskola tanitoi 
es itjusagi konyvtära). - .;!:.> Bde. - Director: Hocser Jänos; 
Bibliothekar: Inderszt K. - Zettelkatalog. - Mittwoch und 
banistag benutzbar für Lehrer; von !-:> Uhr für Schüler 
iTteSur ^"'^^' ~ ^'^^^^ F^'^cher der Schule, Pädagogik, Jugend- 
AI vi iicz, siehe Winzendorf. 

Alldocs (Ungarn). 

8. Franciscanerkloster (A ferenczrendi zärda k(")nyvtära) 

— 104;» Bde. ~ Alphabet, und Realkatalo- — Keine Vei- 
sendungen. — Gegr. zugleich mit dem Kloster 1718. — Alle 
Wissenschaften. 

Arad (Ungarn). 

9. Städtische Bürgerschule (Arad sz. kir. viiros poloäri 
iskolai tanari 6s ifjusägi konyvtära). — Lehrer- und Schifler- 
bibl. 2953 Bde. — Jahresdotation 100 (50 -|- 50) Gulden — 
Bibliothekar ein Mitglied des Lehrkörpers. — Zettel- urd 
alphabet. Katalog. — Entlehnungen, aber keine Versendungen 

— Gegr. zugleich mit der Schule 1872. — Die Fächer lier 
Anstalt. 

^ ,!."• JK. u. Staats-Ober-]Gymnasium (A kir. fögymiiasium 
tanari OS ifjusagi konyvtära). — a) Lehrerbibl. 3283 Bde 
Oj Schulerbibl. 31)30 Bde. - Jahresdotation a) 450 Gulden- 
^ l^'\^i^^^"- ~ Dii-ector: Buriän Jänos; Bibliothekar für 
aj Frof. Rieger Imre; für b) Prof. Kövesdi Ignäcz - Zettel- 
und aiphabet. Kataloge. - Bonützbar aj täglich von .s bis 



364 Aszod. [11 

12 Uhr; h) wöchentlich zweimal. — Entlehnungen n) an Lehrer; 
b) an Schüler der Anstalt. — Keine Versendung. — Gegr. 1873. 
— a) Fächer des Gymnasiums; h) Jugendliteratur. 

Az aradi kir. fögynm. tanäri könyvtäränak 1897 decz. 31-en lezärt 
alapleltära, össz. Rieger Imre. Arad l^ii'8. 

11. Kölcsey-Vereln (Kölcsey-Egyesület könyvtära). — 
4268 Bde. — Jahresdotation 300 Gulden. — Bibliothekar: Kara 
Gjözö; 1 Diener. — Gedruckter Katalog. — Wöchentlich dreimal 
benutzbar. — Entlehnungen an die Mitglieder. — Keine Ver- 
sendungen. — Gegr. mit dem Vereine 1879. Pälfy Sändor be- 
reicherte die Bibl. mit einem Geschenke von 400 Bdn. ; 1897 
120O Bde. aus dem Besitze des Atzel Feter. — Alle Wissen- 
schaften. 

1890 erschien ein von dem früheren Bihlintliokar Prof. Lanko Albert 
verfasster Katalog. 

12. Orczy-Väsärhelyi-Bibliothek am k. u. Staatsgymnasium 
(A kir. fögymnasium „Orczy-Vasarhelyi" könyvtära). — 
25.000 Bde., 1 5 Incunabeln, viele Handschriften. — Bibliothekar : 
Kara Gj'özö. — Keine Entlehnung oder Versendung. — Gegr. 
1873 von der Stadt Arad. 

* 13. [K. ung. Staats-Ober-]Realschule (Az allami föreälis- 
kola tanäri es ifjusägi könyvtära). — a) Lehrerbibl. 2005 Bde.; 
h) Schülerbibl. 1778 Bde. — Jahresdotation n) 500 Gulden, 
h) 150 Gulden. — Director: Boros Vide; Bibliothekar für a) 
Prof. Lauki Albert; für bj Prof. Polgär Jänos. — a) Zettel- 
katalog; b) Materienkatalog. — a) für die Lehrer der Anstalt 
jederzeit, mit besonderer Bewilligung derDirection und unter 
Verantwortlichkeit des Bibliothekars auch für andere Personen 
zugänglich; b) für Schüler einmal wöchentlich benutzbar. — 
Entlehnungen a) an den Lehrkörper, b) auch an Schüler. — 
Versendungen a) nur ausnahmsweise. — Gegr. mit der Anstalt 
1874. Bis 18!) 2 mit der Arader Gymnasialbibl. vereinigt, 
welche seit dieser Zeit besonders verwaltet wird. — Alle 
Wissenschaften der Anstalt, in b) auch Jugendliteratur. 

Aszod (Ungarn). 

14. [Evang. Unter-jGymasium (Az äg. hitv. ev algymnasium 
tanäri könyvtära). — Lehrerbibl. 1938 Bde. — Dotation 100 
Gulden. — Director: Bolla Lajos; Bibliothekar: Prof. Deveny 
Jözsef. — Zettel- und Realkatalog. — Täglich benutzbar. — 
Entlohnungen in der Regel nur an die Prof. — Keine Ver- 
sendungen. — Gegr. zugleich mit der Anstalt. — Alle Fächer 
der Schule. 



l'.'l Altala. 3<ir) 

Aftula (Unpini). 

1 :>. Pfarrbibliothek (Attalai i)lebäniai kr)ny vti'ir). siDHcU'. 

— BibliothoUar: prarrer MclhaiHU^.yula. — Zettelkatalog; nach 
Materien. — Keine Entlehniiiijj; oder Vcröenduni;, — Aus den 
Nachlässen der Tfarrer entstanden. Der am 5. April IS'JG ver- 
storbene Pfarrer Szabo Vilnios vermachte der Bibl. 183 Dde. 

— Theologie. 

Bnja (Unuarn). 

IG. [Ober-]Gymnasium derCistercienser (A Ciszterci fö<j;3'm- 
nasium tanäri es it'jusagi könyvtära). — a) Lehrerbibl. 507-2 
Bde.; h) Schülerbibl. 588 Bde. — Jahresdotation 350 Gulden. 

— Vorstand ist der Abt: Bibliothekar: P. Szekely Küroly. — 
Zettelkatalog, Materienkatalog. — Benutzbar a) für den Lehr- 
körper, b) für die Schüler der Anstalt. — Keine Entlehnung 
oder Versendung nach auswärts. — Gegr. 1879, wo die Bibl. 
vom Staate erworben wurde. — Alle Fächer des Gymn. 

A könyvtarak ismertetese es teljes jegj-zeke megjelent a bajai fögym- 
nasiuin 18'J8 — 1804 evi iskolai ei'tesitöben. 

Bakonybel (Ungarn). 

17. Benedictinerabtei (Az apätsäg könyvtära). - 4000 bis 
f.000 Bde. — Bibliothekar: P. Veransz Bälint. — Alphabet. 
Realkatalog. — Nur für die Mitglieder der Abtei zugänglich. 

— Keine Entlehnungen und Versendungen. — Vorzugsweise 
Theologie. 

Labacli, Berthold. Martinsberg, Erzabtei in Ungarn, mit Bakonybel, 
Dömölk und Tihany. In: Ein Benedictinerbuoh. Von Seb. Brunner. Würz- 
burg 1881. 

ßalassa-Gyanuat (Ungarn). 

18. Bürgerschule (Polgäri iskolai könyvtär). — 2-248 Bde. 

— Jahresdotation ;■)() Gulden. — Bibliothekare: Mitsky Aladär, 
Lehrer; Steierleinne Lassner Gizella, Lehrerin. — Alphabet, 
und Realkatalog. — Die Abtheilung für Lehr- und Hilfs- 
bücher ist an jedem Schultage, jene für Belletristik jeden 
Samstag zugänglich. Für Mitglieder des Lehrkörpers jeder- 
zeit benutzbar. — Keine Entlehnung. — Gegr. 1875. — Alle 
Fächer der Bürgerschule. 

Balazsfalva (Ungarn). 

10. Erzdiöcese (Föegyhäzmegyei könyvtär). — 5727 Bde.. 
103 Handschriften, 4 Karten. — Jahresdotation 00 Gulden. — 



36H Bartfa. [20 

Bibliothekar: Dr. Maren Izidor. — Entlehnungen im Bedarfs- 
falle. — Keine Versendungen. — Gegr. im 18. Jhdt. durch 
den Basilianerorden. Grossere Geschenke von Sinlutin (f 18(57), 
Vancea (t l8!i-2), Micu (f 1895) und Dr. Grama (f 1896). 
In den Jahren 1818 und 1849 ging ein Theil der Bibl. zu 
Grunde und wurde 1851 als Erzdiöcesanbibl. wieder in Ord- 
nung gebracht. 

Bartfa, siehe Bartfeld. 

Bartfeld (Bartfa, Ungarn). 

20. [K. ung. Staats-jGymnasium (A m. kir. iillami gymnasium 
tanari es ifjusagi könj'vtara). — r/J Lehrerbibl. 4(J3 Werke in 733 
Bdn.; h) Schülerbibl. 295 Bde. und 3 Karten. — Jahresdotation 
für a) lUO Gulden; für b) aus den Beiträgen der Schüler, ca. 
40 Gulden. — Bibliothekar für a) Prof. Dr. Fas Antal; für 
h) Prof. Dr. Mikö Pal. — Zettel- und aiphabet. Kataloge. — 
(i) täglich für den Lehrkörper, h) Mittwoch von 2 — 3 Uhr für 
die Schüler benutzbar. — Ebenso Entlehnungen. — Keine 
Versendungen. — Gegr. 189(5. — a) Alle Fächer des Gymn.; 
h) Jugendliteratur und Populärwissenschaften. 

Beczko (Ungarn). 

21. Franciscanerconvent (A szt. Ferenczrendü zärda könyv- 
es leveltära). — 2300 Bde., 3 Incunabehi, mehrere altunga- 
rische Drucke (bis 1711). — Bibliothekar: P. Ilunka Emmanuel. 

— Fachkatalog. — Benutzbar nur für die Conventmitgliedcr. 

— Gegr. 1(59(5 zugleich mit dem Convent. — Alle Wissen- 
schaften. 

Kalaldg im Drucke. 

Bekes (Ungarn). 

22. Casino (A kaszinö könyvtara). — 2282 Bde. — Dota- 
tion 100 Gulden. — Bibliothekar: Bänyai Imre. — Alphabet, 
und Realkatalog. — Mittwoch und Samstag von 5 — 7 Uhr für 
Mitglieder benutzbar. — Keine Entlehnungen. — Gegr. 1858. 
Die Bibl. der 1832 gegr. und 1849 aufgelösten „Bekesi olvasö 
Tärsasäg" ging in den Besitz des Casinos über. — Alle 
Wissenschaften. 

Katalog erscheint alle 10 Jalirc. — llajnal Istvan. A bt'kesi kaszino 
törtoneto. (Im Ersclieiiicn.) 

2.^. Ev. ref. Gymnasium (Az ev. ref. gymnasium tanäri 
könyvtara). — Lehrcrbibl. (39(55 Bde., . 5 Handschriften. — 



■-'«>1 lU'kcs ('s;il):i. .ICT 

Jahresdotation -Mh) -;!()() Gulden. - Bibliothekar: Seilei IN-ter. 

— Faohkataloy. — Entlehniiii<j:en an die Lelirer der Anstalt. 

— Gei^r. isoo. Als (xesehenk erhielt die IJibl. 18.s;j von Ilajnal 
Abel -J;?! Bde., von Asztalos istvän ;5:il I>de. — Alle Wissen- 
schaften. 

Böke.s Csaba (Ungarn). 

•Jl. Casinoverein (A B.-Csabai casinoegylet könyvtara). — 
2()'.>'2 Werke in ;)(!1;> Bdn. — Jahresdotation löo Gulden. — 
Bibliothekar: Donner Lajos. — Zettel- und aiphabet. Katalog. 

— Jeden Mittwoch und Samstag von ''2'!— 7 Uhr geöffnet. — 
Entlehnung nur an Vereinsraitglieder. — Keine Versendung. 

— Gegr. 18-i5. — Belletristik, Geschichte, Naturwissenschaften. 

Bislior sind ilroi Kataloge erschienen. 

•2r>. [Evang. Rudolfs-jGymnasium A.-C. (Az lig. hitv. evang. 
Rudolf-g3'ninasiuni taniiri es ii'jusiigi kr)n3'vt;ira). — a) Lehrer- 
bibl. 372!) Bde.: /*) Schülerbibl. 871 Bde. — Jahresdotation für 
(() 280 Gulden; für h) löo Gulden. — Director: Bukovszky 
Janos; Bibliothekar für a) Prof. Babich Pal; für h) Prof. 
Bielek Dezsö und Prof. Dr. Rell Lajos. — a) Materienkatalog; 
Zettelkatalog in Ausarbeitung; h) aiphabet, und Real-Zettel- 
katalog. — (i) für den Lehrkörper (gegen Bestätigung); 
b) wöchentlich einmal für Schüler benutzbar. — Keine Ent- 
lehnung oder Versendung nach auswärts. -^ Gegr. 1865 von 
Csorba Mihjily, hatte die Bibl. anfangs nur geringe Mittel zur 
Verfügung, wurde dann aus der Kirchencasse, seit dem Schul- 
jahre 1S71 72 ilurch Beiträge aus dem Schulgelde vermehrt; 
durch Stiftungen wurde später der Fond bereichert. An 
Schenkungen sind hervorzuheben: Breznyik Jänos (10;5 Bde.), 
Ilorväth Jänos (218 Bde.), Lippert Jänos (250 Bde.) etc. — 
Alle Fächer des Gymn. 

A bekes-esabai ag. li. ev. gymnasium törtenete. Iin Jalu'csboriehte des 
Gymn. 1805 '96. 

Beleiiyes (Ungarn). 

2t!. [Ober-]Gymnasium (Fögymnasiumi könyvtär). — G819 
Bde. — Jahresilotation 200 Gulden. — Director: Butean Jänos; 
Bibliothekar: Prof. Dr. Csighi Antal. -- Zettel- und Realkata- 
log. — Dienstag und Samstag für den Lehrkörper benutzbar. 

— Ebenso Entlehnungen. — Keine Versendungen. — Gegr. 
zugleich mit dem Gymn. 1S29 durch den grieclh-kath. Bischof 
Samuel Vielkan von Grosswardein, sodann durch Geschenke 
und Legate vermehrt. Alle Fächer der Anstalt. 

Der Zuwachs seit 1890 ist in den Jahresberichten des Gymn. ver- 
öffentlicht. 



368 Beregszäsz. [27 

Beregszasz (Ungarn). 

07. K. u. Gerichtshof-Gefangenhaus (A kir. törv. foghäzänak 
köu3'vtäi-a). — otJ'.t Bde. — Sachkatalog. — Keine Entlehnung 
und Versendung. — Sittenlehre. 

Besnyö (Ungarn). 

28. Capucinerkloster (Kapucinus zärda könyvtara). — 
"2742 Bde., 1 Inounabel, 7 Handschriften, mehrere alte 
ungarische Drucke. — Vorstand und Bibliotliekar : P. Reiner 
Hugo. — Zettelkatalog. — Benutzbar nur für Ordensbrüder. 
— Keine Entlehnung oder Versendung. — Entstanden und 
vermehrt aus den Nachlässen der Ordensbrüder. — Alle 
Wissenschaften, besonders Theologie. 

Besztercze, siehe Bistritz. 

Beszterczebanya, siehe Neusohl. 

Bistritz (Besztercze, Siebenbürgen). 

* 211. [Ev. Ober-]Gymnasium A. B. (Az äg. hitv. ev. fögym- 
nasium könyvtara). — a) Wissenschaftliche (Lehrer-) Ab- 
theilung 3730 Werke in 8070 Bdn., überdies 93(J0 Stück Schul- 
programme und 097 Bde. Zeitungen; h) belletristische Ab- 
theilung 1500 Werke in 3024 Bdn. — Jahresdotation a) und 
h) 3r)() — 400 Gulden. — Director: Fischer György; Bibliothekar: 
Prof. Klemens Albert. — a) Alphabet. Schlagwort-, beziehungs- 
weise Bandkataloge; h) gedruckter aiphabet. Katalog. — Be- 
nutzbar für das Publicum Dienstag und Samstag von 11 bis 
12 Uhr. — Entlehnungen nur für Stadt und nächste Um- 
gebung. — Gegr. läfiO, namhaft vermehrt aber erst seit 
1850. — Für jede Classe des Untergymn., sowie für das 
ganze Obergymn. existiren Schülorbibl.; erstere vier umfassen 
688, letztere 794 Bde. — Theologie, classische Philologie, 
deutsche Sprache, Philosophie und Pädagogik, GeschiclUe und 
Geographie, Transsilvanica, Naturwissenschaften und Mathe- 
matik, magyarische Sprache und Literatur. 

Budaker, Gottl. Uebor die Entwickelung des Bibl. -Wesens an der 
Bistritzer Lehranstalt (im Programme für l.SfK) ßl). — Katalog der Sciiüler- 
und allgeni. Losebibl. am Gyinn. zu Bistritz. Ilormannstadt 1864. — 
Katalog der Leih- und Lesebibl. des Bistritzer Gymn Bistritz ls72. — 
Hierzu 3 Krgänzungskataloge Bistritz ISTTj; 18S:i; 1880. — Katalog der 
Leih- und LesebibL des Bistritzer Gymn. Bistritz 1881». 



'^2] IJoI doi»;! sszoiiy. •{(;!( 

Bolilogasszony, sielic Fraut'ukirchon. 

BonyliJid (Ungarn). 

;)0. Ev. Gymnasium A. B. mit Staatssubvention (Az fillamilag 
se^elj^zett ä^'. hit^^ ov. üyninasimn könyvtai-a). — • 2'}2:i Bde. — 
Jahresdotation läO— IHOGuldeii. — ]5ibliot]iokar:Prof.Forberger 
Laszlo, — Zettel- und F'achkataloii'. — Tätlich benutzbar. — 
Keine Versendungen. — Gegr. mit der Anstalt. — Alle 
Wissenschaften, besonders Pädagogik. 

Borsod-Ivaiika (Ungarn). 

;5l. Prönay-Bibliothek (Pronay Jozsef es Endre fiverek 
könyvtära). — (;240 Bde., Incunabeln, 1 Handschrift, 
2üO Stiche- (u. a. ein Breviarium aus 14S()). — Vorstände 
und Bibliothekare die Eigenthünier. — Realkatalog. — Reine 
Privatbibl. — Ursprünglich im Besitze des Podmaniczk}' J., 
fiel die Bibl. 1870 im Umfange von 4;]ü0 Bdn. durch Kauf an 
die Familie Pronay. — Alle Wissenschaften vertreten. 

Brasso, siehe Kronstadt. 

Broos (Szäszväros, Siebenbürgen). 

* :\2. Ev. ref. Kün-Collegium (Ev. ref. Kün collegium tanäri 
vagy nagy kihiyvtära). — Lehrer- und grosse Bibl. 5635 
Werke in 10.71!» Bdn. (ausser den Schulprogrammen), 1 In- 
cunabel, 49 Handschriften, 44 alte ungar. Drucke. — Jahres- 
dotation je nach Bedarf der allgemeinen Dotation von 900 
Gulden entnommen, durchschnittlich 200 — .500 Gulden. — 
Director: Simon Ferencz: Bibliothekar: Prof. Vitus Lajos. — 
Handschriftlicher Zettelkatalog, aiphabet, geordnet in 10 Ab- 
theilungen. — Keine bestimmten Bibliotheksstunden; doch 
steht die Bibl. jederzeit nicht nur Prof., sondern auch Stu- 
denten und allen vertrauenswürdigen Personen in der liberal- 
sten Weise zur Verfügung. — Ebenso Entlehnungen und in 
ausserordentlichen Fällen auch Versendungen (Handschriften, 
Incunabeln ausgeschlossen). — Wahrscheinlich gleich nach 
der Reformation gegr. und zwar durch Geschenke, denn die 
Anstalt war im Laufe des 17. und 18. Jhdts. sehr arm. Sehr 
viele Bücher mit der Aufschrift „Scholae Saxopolit. ab anno 
1730" beweisen, dass bereits früher die Bibl. existirte. andere 
Werke erweisen sich als Spenden der Fürsten Räkoczi I. und 
Apafi Michael, den beiden Gönnern der Anstalt; jenen zu 
Ehren wurde dieselbe auch lange als Collegium Räkoczianum 

BibliotheksAdressbucb. 24 



370 Budapest. [33 

bezeichnet. — Als bedeutendere Spender f ungiren noch : Berzetei 
Jöszef und Herepei Istvan (17 14, meist Theologie), Kerekes 
Abel, Subrector (Geschichte) und sein Schwager Demeter 
Janos (1H17, Varia), Brüz Lajos, Sigmund Graf Kün (1832, 
Geschichte und Jus), Salbek Georg (Belletristik aus den Vier- 
zigerjahren), Värady Michael, gew. Pfarrer aus Broos (185G, 
Theologie) ; Gotthard Graf Kün, Obercurator und Gönner des 
Collegiums (von dessen Namen die Anstalt auch den ihrigen 
entlehnte), vermehrte vom J. 1861 an, wo er seine eigene 
Bibl. spendete, bis zu seinem 1895 erfolgten Tode die Bibl. 
mit sehr werthvoUen Werken und Zeitschriften, sowie auch 
den zahlreichen kostbaren historischen Werken seines ge- 
lehrten Bruders Gregorius Graf Kün. 1879 spendeten zahl- 
reiche Werke Vitus Lajos, 1881 Istvan Graf Kün und Kiräly 
Ferencz die Sammlung seines Vaters, des Erzpriesters Kiraly 
Imre. Jährliche Spenden kommen der Bibl. zu von dem 
derzeit. Obercurator Dr. Geza Graf Kün sowie in der aller- 
neuesten Zeit A'on der Witwe Nagy Zsigmond und demUniv.- 
Frof. Dr. Szädeczky Lajos. — Alle Wissenschaften, am meisten 
Theologie (aber ohne nennenswerthen Zuwachs), Geschichte, 
Natur- und Sprachwissenschaften. — Eine besondere Institution 
ist die unter der Leitung des Directors stehende Jugendbibl. 
mit ca. 2000 Bdn. 

A Szäszvärosi ev. ref. Kün-Collegium Tortouete irta Dösa Dcnes. Szäsz- 
A^äros 1897. (Darin eine kurze von Vitus Lajos abgefasste üeschiclite der 
Bibl.). 

Budapest (Ungarn). 

33. Abgeordnetenhaus (Kepviselöhäzi könyvtär). — -10.000 
Bde., 100 Handschriften. — Jahresdotation 5 4 00 Gulden. — 
Bibliothekare: Dr. Küffer Bela, Fülöp Aron; 2 Diurnisten, 
2 Diener. — Alphabet. Realkatalog, gedruckter Katalog. — 
Nicht öffentlich; nur für die Abgeordneten benutzbar. — 
Ebenso Entlehnungen auf 30 Tage und Versendungen. — Die 
Bibl. stammt aus der Zeit der Verfassungsordniing, doch erst 
mit dem J. 1872, wo Ghyczy Ignäcz eine Büchersammlung 
von 13.000 Bdn. der Bibl. schenkte, brach eine Periode mäch- 
tigen Aufschwunges herein. — Parlamentarismus, Ptcchts- und 
Staatswissenschaften. 

Gedruckter Katalog aus d. J. ISOl. 

34. Advocatenkamnner (Az ügyvedi kaniara könyvtära). — 
454 G Bde. — Jahresdotation (100 Gulden. — Bibliothekar: Dr. 
Töth Kaiman, Advocat. — Zettel- und Realkatalog. — Wöchent- 
lich zweimal geöffnet. — Ebenso Entlehnungen, aber keine 
Versendungen. — Gegr. 1875. — Rechtswissenschaft. 

Vier gedrufkte Kataloge, der letzte aus d. J. IsiiT. 



•■^^1 15 II da |)(>st. ;',7I 

* ;>.■). Aerzteverein (A kir. orvose.i^yesiilct köiiyvtära), V'III. 
Szeiitkirälyi uteza --21. — 1J.4 5() Bde. imd Ih'oscliüroii, ein alt- 
uni;ar. Di'uckwerk. — Jahresdotation ;3.3()() Gulden. — liiblio- 
thekar: Dr. Tenies\ai'y Rezsö; Adjiinct: Dr. Hevesi Arthur; 
1 Diener. — Ein Zettel- und ein Bandkatalog-, letzterer nach 
Specialfächern geordnet. — Benutzbar täglich von Jt— 2 und 
4— s Uhr, an Sonn- und Feiertagen von 9 — 1 Uhr. Während 
der Veroinsferien bleibt die Bibl. an Sonn- und Feiertagen 
geschlossen. — Ebenso Entlehnungen an Mitglieder. — Keine 
Versendungen. — Gegr. islO; verwendet wurden für dieselbe 
bis ISiKS ;U.ll8 Gulden. — Grössere Schenkungen stammen 
von Dr. Ludwig Stessel, Dr. Franz Flor, Dr. Joh. Nep. Toth, 
Dr. Franz Xav. Grosz, Dr. Franz Bene und Dr. Ignaz Haschler. 
— SämmUiche medicinischen, sowie deren naturwissenschaft- 
lichen Hilfsfächer. 

Török Lajos es Tcfuosvary Rezsö. A Eudapesti kir. Orvoscgyesülot 
Könyvtäi'ännk bctürendes Katalogusa. Budape.st is'.li;. — Dieselben. Szak- 
katalogusa. Budapest 18',iS. — A Budapest! kir. Orvosegyesület evkönyvei 
1874 — 1898, jährlieh ein Band. 

.'Wi. Ev. ref. theologische Akademie (Az. ev. ref. theol. 
akademiai ifjusagi könyvtiira). — Schülerbibl. 2000 Bde. — 
Bibliothekar: 1. Düzs Dezsö; '2. Makay Sandor. — Facli- 
katalog. — Wöchentlich zweimal benutzbar für die ordent- 
lichen und ausserordentlichen Hörer. — Entlehnungen von 
wissenschaftlichen Werken auf 1 Monat, von belletristischen 
auf "2 Wochen. — Gegr. 18G4. Zahlreiche Schenkungen, so: 
Nagy J(')zsef 1889 und 1890 (1G8 Bde.); Szöts Farkas 1888 
(3.5 Bde.) und 1894 (100 Bde.); Koväcs Albert 1895 (100 Bde.) 
etc. — Vorzugsweise Geschichte und Belletristik, auch 
Theologie. 

* 37. Kgl. ung. Akademie der Wissenschaften (A niagyar 
tudomänj'os akadeniia kc'iiiyvtara. Bibliotheca scientiarum aca- 
demiae hungaricae), V. Akademiegasse 2 (im Akademie- 
palaste). — 15G0 Bücherbretter im grossen Bibliotheks- 
saale ä ca. 40 Bde., Doppelreihen; 3<J0 Bücherbretter im 
kleinen Bibl.-Saale ä ca. 50 Bde., Doppelreihen; hierzu zwei 
kleinere liäume, 1 Kellerraum mit gebundenen Zeitungen. 
In Summe 150.000— iso.ooo Bde. Dem letzten Ausweise (Ende 
1897) zufolge betrug die Zahl der geordneten Fächer 53, 
welche 51.784 katalogisirte Werke aufweisen. Incunabeln 
ca. 500. Manuscripte: 2534 Bde., Theken und Convolutc. 
Darunter 95 Urkundenkapseln mit über 20.000 Urkunden. 
Hierzu 431 Bde. orientalische Handschriften und 24.000 Briefe 
in 182 Bdn. — Jahresdotation (seit 2 Jahren, incl. Buchbinder, 
Kanzleipauschale etc.) (J500 Gulden (davon 50rio Gulden aus 

V4^'= 



372 Budapest. IS"? 

der Regieruiiosdotation). Eine Reihe von Jahren betrug die 
Dotation GOUO Gulden, während der Zeit grösserer Katalogi- 
sirungsarbeiten 7000 — 7500 Gulden. — Vorstand: Prof. Dr. 
Heller Agost, Oberbibliothekar; zwei Unterbibliothekare: 
Hellebrant Arpäd, Lindner Ernst; 3 Diener. — Vorhanden 
a) Generalkatalog in 57.<388 Zetteln; h) Hand- oder Fach- 
katalog in 10-3 Bdn. und 4s Zettelkapseln; c) Standortskatalog 
nach Fächern in ö6 Bdn.; d) Inventarium (in Ausarbeitung; 
bezüglich der neuen Einlaufe seit Nr. 50.000 regelmässig 
geführt). — Der Lesesaal ist mit Ausnahme der Sonn- und 
Feiertage, sowie der Ferialmonate Juli und August jeden Tag 
von 3 — 7 Uhr nachmittags geöffnet. Als Leser werden auf 
Grund eines Eintrittsscheines ausser dem erwachsenen ge- 
bildeten Publicum die Hörer der Hochschulen und anderer 
höherer Fachschulen, sowie die Schüler der beiden oberen 
Classen der Mittelschulen zugelassen. — Mitglieder der Akademie, 
Hochschulprofessoren und bekannte Gelehrte in Budapest 
können Bücher in der Regel auf zwei Monate entlehnen. 
Versendungen in die Provinz auf Ansuchen von Behörden 
oder Schuldirectionen; nur Bücher und Handschriften auf 
Ansuchen von Bibliotheken zur Benützung in deren Räumen. 

— Gegr. am 7. März 1831, wo die ersten (geschenkten) Bücher 
zur Aufstellung gelangten. Im J. 1838 erfolgte die Schenkung 
zweier gräfl. Batthyäny'schen Bibliotheken (ca. 33.000 Bde.), 
hierauf 1841 die Uebernahme der am 17. März 18-2G von der 
gräfl. Familie Teleki der Akademie gespendeten auserlesenen 
Bibl. von 30.000 Bdn. und einer Stiftung zur Besoldung des 
Bibliothekars. In Folge dessen steht dem Oberhaupte letzterer 
Familie für alle Zeiten das Recht der Ernennung des von 
der Akademie gewählten jeweiligen Oberbibliothekars zu. 

— Vertreten sämmtliche Wissenschaften. Zahlreich sind 
die Publicationen der mit der Akademie im Schriften- 
tausch stehenden gelehrten Gesellschaften und Institutionen, 
ferner die auf Ungarn bezügliche Literatur (geschichtliche, 
theologische und staatswissenschaftliche Werke). — Eine be- 
sondere Abtheilung der Bibl. bildet die von Dr. Balthasar 
Elischer gegr., von Prof. Dr. Julius Elischer geschenkte, in 
einem eigenen Saale untergebrachte „Goethe-Sammlung", 
welche aus ca. 2500 Druckwerken, 178 Handschriften (darunter 
34 Goethe-Handschriften), 1003 Bildern und Stichen (darunter 
233 Goethe-Bildnissen), 22 Denkmünzen, 3G(; auf Goethe's 
Dichtungen bezüglichen Musikstücken etc. besteht. 

JalirVjüclier dor Akademie (A inaoyar tudoiii. akademia evkönyvei), 
Bd. VII, S. 8(). — Hellchraiit, A. Catalof^us libroruin sacculo XV. impres- 
sorurn quotquot in biV)liotheca academiae litteraruiii Hungaricae asser- 
vantur. Budapestini isSO. — Jakab Elek. A magy. tud. Akademia 
kezirattäränak isiuertetese. Budapest 1802. 



43] B II da 1)0 St. 373 

* 38. König), ung. geologische Anstalt (A in. kir. IVUdlaiii 
intozet k()iiy vt;'ira), itii Palais des kr»iiifjl. uiii;'. Ackcrhaii- 
niinistei'iums. — ir).0()0 Bde. — Jaliresdotation 1"2()0 Ouldon. 

— Vorstand: l'oockh Janos, kul. unu'. S(>otionsratli, Diroctor 
der kg\. unii'. iicolouischoii Anstalt; IJihliotliokar: derzeit 
Brück Jozsef. — Ali)hal)et. Band- und Zettelkatalon^. — Joden 
Wochonta.«^- von '.• — 2 Uhr benutzbar, in erster Linie für die 
Mitglieder der Anstalt und jene der ung. geol. Gcsellscliaft. 

— Ebenso Entlohnungen. — Versendungen nur mit beson- 
derer Genehniignng des Directors. — Gegr. ISGs. — Geologie, 
Paläontologie und Mineralogie. 

Farkas, Robort. A magy. kir. füldtani intezot könj'v- os terk<''ptaranak 
czimjogyzoko. lUidapost 1884. — I.— IV. p6t-czimjegyzeke (Brück Juzsof). 
Budapest 1S8C., IsS'.t, 1802, 1897. 

30. Arbeiterheinfi im VIII. Bezirke (A VIII. ker. munkiis- 
otthon könyvtara). — 1439 Bde., 37 Hefte. — Fachkatalog. — 
Von October bis Mai täglich geöffnet. — Keine Entlehnung 
oder Versendung. — Gegr. 1890 vom Allgem. Wohlthätigkeits- 
vereine (Altai änos közjotokonysägi egylet) und durch Spenden 
vermehrt. — Arbeiterwesen. 

A budapesti VIII. ker. munkäs-otthon könyvtaränak czimjegyzeke. 
Budapest 1898. 

40. Beamtencoloniecasino (A tisztviselötelepi casino könj^v- 
tära). — 700 Bde. — Dotation 100 Gulden. — Bibliothekar: 
Zeiller Kaiman. — Alphabet. Katalog. — Wöchentlich zweimal 
benutzbar. — Entlehnungen gegen Jahresbeitrag von 1 Krone. 

— Gegr. und vermehrt durch Bücherschenkungen: Rözsa 
Peter, Szabö Kaiman, Szäsz Kärol3^ — Belletristik, Natur- 
wissenschaften, Geschichte. 

41. Bildungscurs für Eisenbahnbeamte (A vasuti tisztkepzö 
tanfolyam könj'vtära). — lOJG Wurkc in -2570 Bdn., 15 Karten. 

— Jahresdotation 1000 Gulden vom Handelsministerium. — 
Bibliothekar: Ilajnal Vilmos; 1 Diener. — Alphabet. Katalog. 

— Benutzbar für den Lehrkörper und die Hörer der Anstalt. 

— Entlehnung auf ü Wochen. — Keine Versendung. — Gegr. 
1887. — Vorwiegend Eisenbahnwesen. 

42. Theresienstädter Bürgerclub (A terezvärosi polgäri kör 
könyvtara), VI. Andrässy üt 24. — coo Bde. — Jahresdotation 
100 Gulden. — 2 Bibliothekare. — Alphabet. Katalog. — Ent- 
lehnungen auf 1 Monat gegen Caution von 1 Gulden. — Keine 
Versendungen. — Gegr. 1S91. — Alle Wissenschaften. 

43. [Communal-Knaben-]Bürgerschule im II. Bezirke (A II. 

ker. k()zs. polg. fiüiski)!a tanari e.=; ifjüsägi könj'vtära). — 



374 Budapest. [44 

a) Lehrerbibl. sis Bde., 8G4 Hefte; h) Schülerbibl. 993 Bde., 
105 Hefte. — Jahresdotation für a) 2f.l-35 Gulden; für h) 
2-2CySb Gulden. — Direetor: Szenessy Mihaly; Bibliothekar: 
Dr. Patrubanj' Lnkacs. — Inventar und alpliabet. Katalog. — 
Benützung und Entlehnung a) an den Lehrkörper täglich; 
hj an Schüler. — Keine Versendung. — Gegr. IST;]. — Fächer 
der Bürgerschule. 

4 i. [Hauptstädtische Mädchen-]Bürgerschu!e im El. Bezirke 

(A szekesfr>värosi Il-ik ker. polgäri leän}^ iskola tanäri es ifjü- 
sägi könj^vtära). — a) Lehrerbibl. 731 Werke; h) Schülerbibl. r;-3s 
Werke in zusammen 2325 Bdn. — Jahresdotation a) 120 Gulden, 
h) aus den Schultaxen der Schülerinnen, 1 Gulden pro Kopf. 

— Direetor: Kozmal Gyula; Bibliothekar für a) Dr. Melczer 
Gusztäv; für J>) Gyulay Elek. — Realkatalog. — Benutzbar 
(I.) für deji Lehrkörper täglich von 8 — 1 und 3 — 5 Uhr. — 
Entlehnung a) an die Lehrer der Anstalt; h) an Schülerinnen 
auf zwei Wochen. — Gegr. 1872/73. — Fächer der Bürger- 
schule ; Jugendliteratur. 

45. [IViädchen-jBürgerschule im VII. Bezirke (A VH. ker. 
polg. leänyiskola tanäri könyvtära), Kazinczy utcza. — Lehrer- 
bibl. 493 Bde. — Dotation 40 Gulden. — Direetor: Vajdafy 
Ernö; Bibliothekarin: Rosnerne Fleiszig Matlld. — Liventar. 

— Für den Lehrkörper jederzeit benutzbar. — Gegr. mit der 
Schule 1873. — Alle Schulfächer, besonders Pädagogik. 

4G. [Communal-Knaben-jBürgerschuie im VIII. Bezirke der 
Haupt- und Residenzstadt (A fö- es szekv. V'"!!!. ker. közs. polgäri 
fiüiskola tanäri es ifjüsägi könyvtära). — a) Lehrerbibl. 235 
Bde.; h) Schülerbibl. £54 Bde. — Bibliothekar für a) Laky 
Vilmos; für h) Hortobägyi Antal. — Alphabet. Katalog. — 
Jederzeit benutzbar. — Entlehnungen, aber keine Versen- 
dungen. — Gegr. 1894 zugleich mit der Schule. — Alle Fächer 
der Anstalt. 

47. [Hauptstädtische Communal-iVlädchen-jBürgerschule im 

VIII. Bez. (A szekcs f(")v. . közsegi polg. leänyiskola tanäri 
könyvtära) VH!., Präter u. — Lehrerbibl. 2G7 Bde. — Do- 
tation nach Bedarf. — Direetor: Wittingcr Jänos. — Inventar- 
katalog. — Benutzbar für den Lehrkörper zu festgesetzten 
Stunden. — Entlehnungen ausnahmsweise. — Keine .Ver- 
sendungen. — Pädagogik, Fachliteratur. 

48. [Mädchen-]Bürgerschule im X. Bez. (A X. ker. polgäri 
leänyiskola tanäri krinj'vtära), Bänj-a utcza 2. — Lehrerbibl. 
310 Bde. — Dotation 80 — 90 Gulden. — Direetor: Välya 
Miklos; Bibliothekarin: Jäsz Margit. — Realkatalog, Inventar. 



521 Budapest. STf) 

— Zu (l(Mi Schulst uiuU'ii benutzbar. — Entlelniuii<;eii nur an 
]\Iit<4li('(lor (los L('lu'k(')rpers. — Keine Verscuduuiicn. — (Ici^n-. 
im Sei)t(Mnb('r 1 s;».;. _ Alle P^ächor der iJürjicrscliulo. Ücllo- 
tristik. 

* l!i. Statistisches Bureau der Haupt- und Residenzstadt 
Budapest (A s/(''kos ITtväros stntis/.tikai liivalala kiuiyvlara). 

— 20.185 lldc. — Jahresdolatioii -Jf)!) Gulden von der Stadf. 

— Voi\=;tand : Dr. Thirring (Uiszttiv. -- Alpliabet. und Facli- 
katalo«!^ (beide in Zettelform). — Accessionsverzeiclinisse seit 
1S77 in den Monatslieften des statistischen Bureaus. — Be- 
nutzbar wiUirend der Amtsstunden von S — 2 Uhr für Jeder- 
mann. — Keine Entlehnungen und Versendungen. — Gegr. 
1.S70 zugleich mit dem statistischen Bureau. — Alle wissen- 
schaftlichen Fächer, besonders Statistik, Nationalökonomie, 
Staats- und Socialwissonschaften, Hygiene. 

Thirring, Gustav. Geschichte des statistischen Bureaus der Haujit- und 
Residenzstadt Kudapest ISC)'.) — l,s<)l. Berlin 1804. — Der Zuwaclis wird 
seit 1S77 in den Statisztikai Ilavifiizetek veröffentlicht. 

* 50. Militärwissenschaftlicher und Caslnoverein. — (JUiiBde. 

— Jahresdotation je nach den verfügbaren Geldmitteln ca. 
600 Gulden. — Obmann: Oberst Joseph Tappeiner; Bildio- 
thekar: Oberstlieutenant Hugo Müller v. Mühlwerth; Gustos: 
Gustav Wäliner. — - Alphabet. Bücherkatalog 1895 neu ange- 
legt, stets mit Nachträgen versehen. — Benutzbar Dienstag 
von 3— ß Uhr, Freitag von 9 — 12 Uhr. — Entlehnungen nur 
an Vereinsmitglieder. — Keine Versendungen. — Gegr. zu- 
gleich mit dem Vereine 18G2. — Militärwissenschaften und 
Belletristik; vorzugsweise erstere gepflegt. 

51. Centralausschuss der Wanderversammlungen der ung. 
Aerzte und Naturforscher (A m. orvosok es termeszetvizsgälok 
vändorgyülesoi központi välasztmänj^änak könj'vtära). — 87 
Bde. — Bibliothekar: Dr. Verebely Läszlo. — Keine Entleh- 
nungen oder Versendungen. — Naturwissenschaften. 

52. K. ung. Statistisches Centrdibureau. Oeffentliche 
Bibliothek und Landkartensammlung (A. m. k. központi 
rtatisztikai hivatal nyilvänos könyvtära es terkepg5Hijtemen,ye) 
I. Bez. Oszlop u. — Ende des Jahres Iblt.S: 20.G01 Bde., 

11.477 Hefte, 11.09.'5 minutiora; zusammen: 76.174 Werke, 
28 Manuscripte, 132 Landkarten und Zeichnungen. — Jahres- 
dotation 2000 Gulden vom k. ung. Handelsministerium. — 
Bibliothekar: Farkasfalvi Imre; Official: TetteyEmil; 2 Diur- 
nisten. 2 Diener. — Alphabet, und Fachkatalog in Zetteln. — 
Geöffnet täglich von 10 — 1 Uhr mit Ausnahme der Sonn- und 
Feiertage. Den Lesesaal kann jedes dem I>ibliothekar be- 



376 Budapest. [53 

kannte Individuum ohne jegliche Legitimation benützen. — 
Entlehnunoen an die Beamten dos Bureaus ohne Bedingungen, 
die Diurnisten nur gegen ein von dem betreffenden Sections- 
leiter vidirtesRecepisse; an die Beamten desNationahnuseums, 
der Akademie, die Mitglieder der Universität und des Staats- 
archivs nur dann, wenn der Director bis auf Weiteres seine 
Erlaubniss ertheilt hat; sonst ist die Zustimmung des Direc- 
tors von Fall zu Fall erforderlich. — Ebenso Versendungen. 
— Den Grund zur Bibl. legte der ehemalige Director Dr. 
Carl Keleti i. J. 1867 durch Tausch mit auswärtigen stati- 
stischen Bureaux. Sie erhielt i. J. 1H76 anlässlich des in 
Budapest abgehaltenen Internationalen Statistischen Congresses 
einen erheblichen Zuwachs. Im J. 1884 war sie nach der da- 
maligen Bibliotheksstatistik die zweite Fachbibliothek unter 
allen Amtsbibliotheken. Ihr Statut wurde am 2. October 18!)0 
vom Handelsministerium, Z. 8215, genehmigt, dann durch den 
Erlass v. J. 1898, Z. 8339, ergänzt. Laut §^4 des Art. XXXV 
1897 bekommt sie die Pflichtexemplare aller in Ungarn ge- 
druckten Werke. — Alle Wissenschaften, in erster Linie 
Statistik. 

Hiv. stat. Küzlemenyek I. Jahrg. 3. Heft, S. 193. lieber den Zuwachs 
ebenda I. Jahrg. 4. Heft, S. 123. 6. Jahrg. 4. Heft, S 89. — Der erste 
gedruckte Katalog von Findura Iinre erseJiien i J. 1886 in Budai^est. — 
A inagyar kir. központi statisztikai hivatal nyilvänos könj-vtaränak es 
terkepgyüjtemenj-enek czimjegj'zeke. A kereskedelemügyi m. k. mini.szter 
rendeletcböl szerkeszti es kiadja a m. k. közp. stat. hivatal. Budapest 1898. 

53. Centralseminar (A központi papnovelde könyvtära). — 
15.000 Bde. — Bibliothekar: Dr. Part Ivan. — Hausbibl, 
daher keine Entlehnung oder Versendung. — Theologie und 
Philosophie. 

54. Club der serbischen Jugend (A szerb. ifjusägi kör 
könyvtära), Zöldfa utcza 29 sz. — .Jbo Bde. — Jahresdotation 
150 Gulden. — Bibliothekar: Janikievits Vazul; 1 Diener. — 
Alphabet. Realkatalog. — Von 10 Uhr vormittags bis 8 Uhr 
abends geöffnet. — Entlehnungen an Vereinsmitglieder. — 
Keine Versendungen. — Gegr. 1890. — Alle Wissenschaften, 
Belletristik. 

55. K. ung. Curie (A magy. kir. Curia könyvtära). — 
5200 Bde. — Staatliche Jahresdotation 1000 Gulden. — Biblio- 
thekar: Vajdafy Emil; 1 Diurnist, 1 Diener. — Zettel- und 
aiphabet. Katalog. — Nur zum Amtsgebrauche. — Ent- 
lehnungen gegen Empfangsschein auf 14 Tage. — Keine Ver- 
sendungen. — Vajdafy Emil, Secretär des Cassationshol'es 
beantragte beim Judex curiae Georg v. Majläth i. J. 1878 die 
Errichtuim einer Faciibibl. Anfaiiirs schien der Plan sich 



60] Budapest. 377 

wejjen Manitel an iiiatoriolkMi Mitteln ni(!lil zu vcrwirklicliru. 
IJei Vereini,ii:uni: der hfidon Al)thoiluim(Mi der (hirie crneucvte 
Vajdafy seiiuMi Anlrau'. uuil es eutstaiul die IJibl., wciclu; 
später staatlieh suliventionirt wurde. — liechtswissenscliall. 

5G. Juridische Direction des k. ung. Aerars (A ni. kir. 
kincstari jo^ü^yi iuazuatiVsäu- könj'vtara), IX. — Ca. •.'.')»•() lldc. 

— »Jahresdotation löo (Julden. — Director und Bibliothekar: 
Stifft Karoly. — Alphabet. Katalo<>-. — Denützunu' nur in 
den Räumen der Bibl. — ISST) neu geordnet. — Itechtswissen- 
schaft. 

57. [Knaben-JElementar- und Bürgerschule der israei. Cultus- 

gemeinde (Izr. liirk()zsegi elcmi es polgäri fiüiskolai kön^-vtär). 

— 217-3 Bde. — Jahresdotation ■2:^0 Gulden. — ]'>ibliothekar 
ein Mit<ilied des Lehrkörpers. — Realzettolkataloo-, aiphabet. 
Katalog'. — Entlehnuno- an die Mitglieder des Lehrkörpers, 
ausnahmsweise auch an andere Personen. — Gegr. l.S.'J-J. — 
Alle Wissenschaften. 

58. [Mädchen-jElementar- und Bürgerschule der Pester 
israei. Cultusgemeinde (A posti izraelita iiitközseg elemi es 
polgäri leäny iskola ifjusägi es tanitöi kön3'vtära). — Schüler- 
und Lehrerbibl. mit über luoo Bdn. — Dotation 150 Gulden 
jährlich. — Aufsicht: Der Director. — Realkatalog. — IMit 
Ausnahme Samstags alle Tage benutzbar. — Gegr. durch den 
jetzigen Director Haläsz Nathan im Wege einer Lotterie von 
Hausarbeiten der Lehrerinnen i. J. 1871. — Alle Fächer. 

5:1. Röm.-kath. Elementar- und Bürgerschule der St. Marga- 
rethen-Erziehungsanstalt (A szent Margit nevelöintezet röni. 
kath. elemi es polgäri iskolajänak tanari es ifjusägi könj-vtära), 
IX. ker. Knerits utcza 7. — a) Lehrer- und h) Schülerbibl. 
1265 Bde. •— Jahresdotation CO Gulden. — Realkatalog. — 
a) Für Lehrer jederzeit; h) für Schüler an Sonn- und Feier- 
tagen. — Entlehnungen aus h) gegen Jahresbeitrag von 
1 Gulden. — Keine Versendungen. — a) 18üo. !>) ls78 gegr. 

— Alle Fächer der Schule; Jugendliteratur. 

(lo. Elisabeth-Krankenhaus des Rothen - Kreuzvereines der 
Länder der St. Stefanskrone (A ni. szent koroiia orszägai 
vöröskereszt egylete Erzsebet körhäzänak häzi könyvtära), 
Györi üt 15. — lO.OO Bde. - Bililiotiiekar: Vlassek Jänos, 
Spiritual. — Accessionskatalog. — Benutzbar für die Kranken. 

— Keine Entlehnung oder Versondung. — Gegr. issl. — 
Alle Wissenschaften. 



378 Budapest. [61 

61, Eötvös-Collegium (Baro Eötvits Jozsef-Colleoium könyv- 
tär), IX. Csillai; u. s. II. — Ca. T.SüU Bde. — Jaliresdotation 
1000 Gulden. — Zettelkatalog-. — Benutzbar für die Zöglinge. 

— Keine Entlehnung oder Versendung. — Es spendeten der 
Bibl. 189Ö Semse}' Andor 5000 Gulden, Baron Eötvös Lorand 
200 Bde., Dr. Sclnviminer Ern«") 12;» Bde., Dr. Vambery Armin 
4.5 Bde.; ausserdoni (xeschenke von Ileinricli Gusztav, Riedl 
Frigyes, Bartonich Geza, Graf Szechenyi Bela, L(3czy Lajos. 

— Alle Fächer der Anstalt. 

n-2. K, ung. Erziehungs- und Lehranstalt für bildungsfähigeBlöd- 
sinnige und Geistesschwache (A kepozliet<) liülyt''k es gyongcel- 
mejüek orsz. m. kir. neveh")- es tanintozeteuok kchiyvtara), I. ker. 
Alkotas utcza 2 b. — 347 Bde. — Jahresdotation 100 Gulden. 

— Director: Berniza Janos; Bibliothekar: Gaprarin G3^örgy. 

— Alphabet. Katalog. — Jederzeit für die Institutsmitglieder 
benutzbar. — Keine Entlehnung oder Versendung. — Gegr. 
1897. — Pädagogik. 

G3. Franciscanerkloster zum heil. Johannes Kapistran (A 

Kapiszträni sz. Jänosrol nevezett sz. Ferencz rend szerze- 
teseinek könj^vtära), IL ker. Margitkörüt 23 sz. — 7000 Bde.. 
15 Incunabeln, 70 Bde. Llandschriften, 10 Bde. Karten, darunter 
eine Handschrift, Briefe Gregor's IX. — Keine best