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Full text of "Albert Salomon Collection 1926-1959"



/^L <^^ 1-L 




SLiy^e^ hH'^^o.v^ y)(^ A\AW^ J^^ 



x^ WL<w. 






THE UNIVERSITY OF THE STATE OF NEW YORK 
THE STATE EDUCATION DEPARTMENT 

ALBANY 



PROFESSIONAL UCENSURE DIVISION 
CHARLES B. HEISLER, DIRECTOR 



May 16, 19S6 



Dr« Anna Salomon 
3212 Cambridge av 
New York City 

Dear Madam: 




This is to advise you that the Board of 
Regents at its meeting on May 15, 1936 formally 
voted to indorsa your German medical license as 
a license to practice medicine in this State • 

The indorsement will be prepared and for- 
warded to you as soon as possible. 

Very truly yours 




G. 



Charles B. Hd. sl er 





Not. Reg .#2949/1939 




©toierkfrag in SHarhsn cntocrlpf 

©er ttofer. 




Verhandelt im Buero des Notars 
E.Weustenfeld, 17 Battery Place, 
New York, den 12. Januar 1939 



Vor dem unterzeichneten Notar erschienen: 

1) Frau Dr. Anna Salomon geb. Lobbenberg, 

2) deren Ehemann, Herr Dr. Albert Salomon, 
beide wohnhaft 3212 Cambridge Ave., New York City. Die Er- 
schienenen sind dem Notar der Persoenlichkeit nach bekannt. 

Die Erschienene zu 1) erklaerte: 

Ich ermaechtige hierdurch Herrn Siegmund Rosenstein zu 
Koeln, Wiethasestrasse 36, mich in allen meinen Vermoegens- 
angelegenheiten in Deutschland gerichtlich und aussergerictrtliXJh 

zu vertreten. Ih 

Diese Vollmacht soll sich insbesondere auch auf meinen 
gesamten in Deutschland belegenen Grundbesitz beziehen. Herr 
Rosenstein soll ermaechtigt sein, ihn zu verkaufen, im Zusammen- 
hang damit Auflassungen zu erteilen und entgegenzunehmen, Eintrajun 
gen und Loeschungen im Grundbuche zu bewilligen und zu beantrageji 
Hypotheken, Grund- und Rentenschulden zu veraeussern, zu kuendi- 
gen \ind einzuziehen, mich im Zwangsversteigerungs- und Zwangsver 
waltung sverfahren zu vertreten, Kapital und Zinsen in Empfang 
zu nehmen, Vereinbarungen jeder Art ueber meinen Grundbesitz 
zu treffen und mich in den diese Vermoegensstuecke betreffenden 
Prozessen, einschliesslich des Aufgebotsverfahrens zu vertreten. 

Herr Siegmund Rosenstein soll ferner ermaechtigt sein, im 
vollen Umfange Untervollmacht zu erteilen. 

Es ist ihm ferner gestattet, in meinem Namen mit sich 
selbst Rechtsgeschaefte vorzunehmen, gleichviel ob er dabei fler 
sich oder fuer Dritte handelt. 

Die Vollmacht erlischt nicht durch meinen Tod. 



No, 



V 



- 2 - 



Der Erschienene zu 2) erklaerte: 

Ich genehmige als Ehemann die vorstehenden Erklaeriingen 
meiner Ehefrau, der Erschienenen zu 1) • 

Vorgelesen, genehmigt und unterschrieben« 



Werti^er Rm. 10.000. 



A 








o;^^« 




OEFFENTLICHEB^ NOTAR 

B. WEUSTENFELD 

NOTARY PUBLIC, New York Count: 

County Clerk's No. 300 

Commissioa expires March 30, 1940 



mmmmmmmitk 



en zur Beglaubigung vorstehender Unterschrift 

des zustaendigen ö^ festlichen No tax s yj^^^^"'"^^ 

E.V^eustenfeld, New York | 



New York, den IZ.JartxeX 193 gcz^ 



Der Deutsche Generalkonsul 
L V, 




\eh, Tar. Nr. 11 ^ S 12 
lOf^L Zuschlug (#S/'2 d, Ges.) " • ' 



^^/ir^U^^ 



Zusatnintv 



% 12.— 




'tvAnk*^ ^1^ W ^^m ^^'J 




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'Mi^kl^ 



lOBBCNBERG f^BlUff ENAU 

Köln, den lo, TTovemlDer 38 



MfBOEP- 
FABI^IfC 

KÖLN 



Herrn 

Rechtsanwalt 

Dr. Richard Salomon, 



Berlin W, 13 
Uhlandstr. 162 



Wir nehmen höfl. Bezug auf Ihr Schreiben vom 3*d.Mts,- 

Zu Ihrer Orientierung überreichen v/ir Ihnen einliegende 
Kopie, aus der Sie ersehen, daß die verschiedenen Ge - 
winne und Zinsen bei uns bis zum 3o.9.1938 einen Betrag 

von 

RM lo,o7o,8o 

ausmachen. Das Kapital von RI/I 24.2o5,62 ist zum l.lo. 
38 der Pirma SKI-MIEDER-Pabrik als Darlehen zur Verfügu: 
gestellt worden. Nach Überweisung des jetzt noch offenen 
Guthabens von RM 4.878,37 hat dann Frau Prof .Salomon 
keine "Forderung mehr an uns. 

Wir hoffen Ihnen damit gedient zu haben und zeichnen 

mit freundlichem G-ruß! 



.-ff 



Anlage ! 




TeUgrairmodress«; Elundb« Köln — Fernspreciief ; Sammelnummer 213511 

l?«i<Jisbonk-Giro-ICoolo — GifO-KooJo 13166 bei der Sparkasse der Slodl Köln 
3ank-Konlo ; So! Oppenbeim jr. & Cie . Köln — PosK<lie(k-Konfo Köln Nr. «^QS. 



XH. 37- mK. A\^ 



K 



Köln, den lo* Tlovember 193B 

fraxi 

Prof. Alber u Salomoni 

3212 Cambridge Avenue and 
232 nd ßtreet 

K E W - Y R K - C I T Y 



Wir geben Ihnen nachstehend uf Stellung über die 
Ihres Kontos zur endgültigen Abrechnung. 

1.12.37 Saldo-Vortrag 

8. 3.38 'Überweisung auf Sonderkonto 

3. 4.38 •• *• • 

21. 4t38 •• •• 

11. 7.38 



Intwicklung 
28.594t55 



ff 

ti 



ff 
ff 

N 



11. 10.38 
4.11.38 

3o. 9.38 '>eteiligting an 



loo,-*- 
2oo,— • 

Konversionskaöoe 4488,94 
• 2532,36 
Sonderkonto looo,— 
Ronversionskasse 136o,o7 



t~S -im**. 



^-w ^.^^ .^w^-.^-.ö— *c^ — ..rässelerstr .89/91 1 J 
3o. 9.38 Zinsgutschrift auf rapital /uJ^ y^m^^ 
30. 9.38 7^ Gewinnanteil ^ / 



473,14 
1.120, 78 
8.476,88 



9681,37 38.765,36 
1.10.38 'bertrag auf Ski- ieder-?abrik 24. 2o5, 52 33. 886, 99 
verbleibt ein Saldo von RM. 4.878,37. 

Für diesen Restbetra.^ haben wir bereits Antrag auf Iber - 
weisungsgenehmii^ung an die Eonvorsionokacse gestellt j die 
'Überweisung erfolgt sofort nach Eingang derselben. ::amit 
ist dfimn Ihr Konto bei uns restlos ausgeglichen. 

Mit freundlichem Gruß! 








K 



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lOBBENBCRC f^BlUNCNAU 

3/T,, FABI^IIC Köln, den 15* Dezember 1' 

Efifiw |LI Herrn 

ffWur^ Dr. Rioh.Salomon 

B e r 1 i n W 15 



Uhlandstracse l62. 



Betr. Sonderkonto für Frau Prof .Salomon JTevv York 

Die uns von der Devisenstelle, Köln am 29-12-1937 erteilte 
Genehmigung zur Unterhaltung eines Sonderxontos bei dem 
Bankiiaus Pferdmenges & Co., Köln wird am 29.12.1933 ungül- 
tig. 

Da für Frau Prof. Salomon bei uns ktofti^ keine Erträgnisse 
meh- anfallen, ist es wohl nioht erforderlich, eine Verlan- 
ge ruu^: der bestehenden Genehmigung zu erwirken. 
Das frühere Darlehns-Konto bei uns in Höhe von HMk.24.2o5,6 
und der ausgezahlte Anteil an den Häusern Brüsselerstr.89/9: 
mit RMk. 14,89o,- sind unserer Nachfolgerin, der Ski-Mieder- 
Fabrik darlehnsweise überlassen worden. Sie werden mit 5 fo^ 
bezw. 4 1/2 '/o p.a. verzin-. t. Diese Zinsen werden bei Fäl- 
ligkeit mit Genehnigimg der Devisenstelle unmittelbar an dii 
Konveriionskasse für deutsche Auslandschulden, Berlin jeweil 
überwiesen we>"den. 



ÄtJijtihrift -n j^ruu 
AnrB 3alomon geoundt. 

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lUuiiÄM^mx^ i, lj(^. \li, ^ , 



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Wit vorzüglicher Hochachtung ! 







TeUflfommadresse: Elundb« Köln — Fernsprecii.f : Samm«lnummer 2135^1 

R«i<i»$bonk- Giro •Konto — Giro -Konto 18166 bei der Sparkasse de« Slodl Köln 

Bonk-Konio : Sa! Oppenheim jr. i G«.. Köln ~ Post »dbedi -Konto Köln Nr. H98. 



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Dr. A. SAL.OMON 

3212 CAMBRIDGE AVENUE 

NEW YORK CITY 



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■cc-cjc/^u^c fi-yfiß.t.-cc^.^ 



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3/L. 



,dm 23* Januar 19:J9 

An die 
SiCi-Mleder-Pabriic 

Köln 
Zeppelinstrasse 9« 



^iraa Prof. h^alomon-Lobbanberg muss für das 
Kalenderjahr 1938 eine Einkommens teuer- 
Eriilärung für das im Inland bezogene Ein- 
Jcommen bis zvm 28. 2 .1939 abgeben. 

Darf ich Si*3 deshalb bitten, zu Händen von 
Herrn Rosenstein mitteilen zu wollen, wie 
hoch die Beträt^e sind,dii Frau Prof. Salomon 
in Kaiende rj aar 1938 zugeflossen sind. 

Mit Eücicsioht darauf, dass das Eridärungs- 
Formular Frau Prof. Salomon-Lobbenbe rg 
noch zur unterschriftlichen Vollziehung 
eingesandt und auch frist^ge recht abgegeben 
vvex-den muss, wäre ich Ihnen für eine bald-- 
gefl. Erledig ing besonders verbunden. 

Freundlichen Gruss !. 



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Vi. 



,den 23 • Januar 1939 • 

Frau 

Dr. HÜna Salomoii-Lobbenberg 

3212,caiibridge Avenue and 
232nd Street 

N e yy York -Glty 



I 



Sehr geenrte Frau -r^f .Salomon! 

loh xomme ziirücx auf Ihr Schreiben vom 
12 •12 ,1938 und habe inzvrisohen die .nge^ 
legenheil; ^-eprüf t . Ijie haben an Contribu- 
tion 

KMk. 8,ooo>- 
zu zahlen. Dieser Betrag wird aus Ihrem 
Guthaben bei der : ki-rMieder-Pabrik an den 
Fälligkeitstagen gezahlt werden. Herr Ho~ 
^enstein ist von mir unterrichtet. 

Da ich in den nächsten Tagen auswandere, 
bitte ich Sie sehr, künftig Ihre Korrespon- 
denz in diesen Dingen ausschliesslich mit 
Herrn Höllenstein fuhren zu wo^llen. 

Mit vor^.üglicher Hochachtung ! 



N 



Abschrift . 



Dr.Anaa Saloraon-Lobbejibersr. 
N.-Y. 



^ 



ir.-Y.,26.i.>9. 



Firma Ski-Mie-Ter-Pabrik Karl u.Emil Weadlomg Kölm. 

der°5e:?S.SS!:1öirvo!n39/''°^"''''''°^ übersatte. VerftigLag 

'5ii,^«T'S?^if^f='^®''v,^?S^^^^^.^^? ^°^ bereitytiich hiermit ei.verstaadea 
zu erklare», was ich Ihaea hierdurch bestätige. 

loh bitte Sie, de« rait Ihnem am 20.10. 38 abschlösse»»» DaW>«»h»« 

'*r^^ ^!^Si^°^ <^*^ RM:24.205. 62 insoweit abSdX» !Jd^ Se" 
erfolerte Abäaderuag zu bestätigen. 

au8?eicS is-^'^^ ^®^^* Srtclärimg zur Vorlage bei der Devisenetelle 



^ 




^/if/y 



7/yi/!f^y ^f'J^ 




4ftT/ 





MIEDER'FABRIK 

Z KÖLN, den 26. Jan. 1939. 



ZEPPELINSTR. 9 



Herrn 

Siegmund Rosenstein, 

Köln - Braunsfeld 
Y/iethasestr. 36 



'Vi 

'SP 



Auf Veranlassung von Herrn Dr. Spiegel gelten | 
wir Ihnen nachstehend die P^eträge auf, die 
wir bisher Prau Dr. Salomon, IJew-York gut - 
schrieben: 

für die ^eit vom I.I0.38 - 31>12.1938; 

Af^/2fo Zinsen auf m 24 .205, 62 = m 272,31 
4,1/2?^ Zinsen auf fJ I4.890,— = n 167, 3o 

insgesamt: U 439 1 81. 






Wir hoffen Ihnen hiermit gedient zu hahen 
und zeichnen, 

hochachtungs"^ll : 

SKI - MIEDEBA- FABRIK 

ppa 



T«legfammadr«»i«I Eluncib« Köln — F«rn%pr«A%9r : Sammelnummer 2135^1 

l?eicK»bank- Giro -Konto — Giro-Konio 1Ä166 bei der Sparkasse der Slad» Köln 
8ook-ICoolo : So!- Opp«nh#im jr. & Ge . Köln - Poslsdiedi-Konlo Köln Nr. H9& 







4^/ /J 






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% //m Wa iß. 



MIEPER-FABRIK 

lOBBENBERC f^BlUNENAU 



L. 



KÖLN ,den 28. Jan. 1959. 

ZFPPFIINSTP. <» 

Herrn 

Sif^'PTüund Rosenstein 

Köln -Brannsfeld 
Wiethase Strasse 3^» 



Sehr geehrter Herr Rosenstein ! 

Unter Bez.ugnahne auf unsere verschiedenen 
telephonischen Rücksprachen wegen Frau 
Prof. Salomon-Lobhenherg teilen wir Ihnen 
nachstehend Vit(^\i ^^^ angefallenen Beträge 
für das Kalender jah-r 1958 mit . 



Ge.vinnbeteiligunK l)is 5o.9. 

1938 

Zinsen v.l. 12. 1937 - 3o.9. 

1938 

Haus Brüsselerstr. 



R^/Iic. 8.476,88 



1.120,78 
473,14 

Diese -oeträge ergehen sich ohne Rücksicht 
auf die Ihnen bereits durch die Ski -Mieder- 
Fabrik Hilf gegebenen Zinsbeträge. In diesem 
Jahre müssen die Zinsen eben für 13 Mona- 
te angegeben werden, du das Geschäft j-ahr 



sich geändert har, . 



Freundlichen Gruss ! 




TBlegrommodf«»»«: Elundb« Köln -— Fernsprecher: Sammeinummer II 35 '♦l 

Reifhsbonk- Giro -Konto — Giro-Konlo 1«166 b«i <ler Sporkass« dei Sladf Köln 
Bonk-Konlo: Sei. Oppenheim jr. X O«.. Köln — Posf$<he<k-Konlo Köln Nr. «»98. 



TS. mhhh 



^ 



f 



ieia'-BrAUÄ8feld,Wietl]Ä8estr.36|dem 7.Pebniar 1939# 



/ 



/ 



Als GeneralbeTollmäohtlKtar voa 

1; Frau Dt.Aäää Salonon geb. Lobbenborg Hei^-York City 

3"'12 Cambridge Ave 
arAemme ich hiermit zu meinem Stellvertretera 

weine Brttder Albert, Bernhard tiÄ<J Juliu» Roeeiißtelm« 



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/ 



Konvcrsionskassc 
für deutsche Auslandsschulden 



Sfl*— Tgb* Nr* 170056/38 




k * 






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Berlin C 111, den il.pebruar 1959. 



Abrechnung Nr. ^ 



An 



¥ 



Prau Professor Dr» Anna Salomon*» 
Xöbbenbergy 

Uew Tork USA 



Betrifft: Konto-Nn 8495«026 



3212 Cambridge Avenue and ^^/ 
z#Hd» Herrn Rechtsanw#3)r#Ricliard Salomon, 
Berlin W 15» Uhlandstrasse 162 




Gemäß AatDOpcx genereller Erklärung 

vom •*•!<«!•■• teilen wir Ihnen zu: 



Mi 400. ~ 



3 7o Schuldverschreibungen der Konversionskasse für deutsche Auslands- 
schulden — Neue Ausgabe 



Mi 



73 «14 Teilgutscheine — Neue Ausgabe 



MJli 473^14 

wofür wir Ihr Konto belasten. 

Wir haben heute die Zeichnungsabteilung der Reichsbank, Berlin, beauftragt 

Mi 400 • *••• ^ °/o Schuldverschreibungen unserer Kasse — Neue Ausgabe j- Zinsschein 

fälUg am 1*1:»*940 u. ff, 

Stück 2 zu 200 Mi, - zu 500 Mi, •• zu 1000 Mi, 

Mi *•■• Teilgutscheine — Neue Ausgabe — mit Zinsanspruch ab < 

Stück zu 100 MJli, 

sov^ie für die laut fag^fetSaggKtofc^^ ^^^ — • 

Fußnote 

aufgelaufenen Zinsen einen am ••■• fälligen über 

Mi **^ lautenden Separatzinsschein 

an Jfew York Hanseatlo Corporation, 120 Broadway,^^^M 

für Rohgt Prau^^^^^ zu senden. 

Die verbleibende Spitze von Teilgutscheinen über 
Mi 73 • 14 übernehmen wir zu 20% ohne weitere Berechnung mi tt^^ 14 »63 « 



die wir zuzgl« der bis zum 30#6»1939 aufgelaufenen 
Zinsen von 



RM 6>97 



dtexotiuo: an Berliner Handelsgesellscliaft , Berlin, 

auf freies RM-Zto der New York Hanseatic OorporajtionilSfew York, 
f •Röhg, Prau Prof •Dr^Anna Salomön-lohbenbet^g, «verweisen. 
Hew York USA, 

Gutschr#v«5.12#38 RH 400#~ Wert 1»12.38 » 209 läge = 836 Zinszahlen 

I " •• ^ 73 »14 oK ne Zinsberechn\mfe 

Konversionskasse 

v 

deutsche Austandsjichulden 



Börsenumsatzsteuerlrei 



r 



KK. Vordr. Nr. 377 I 
30.11.38 




! ^¥ky^^^ ^^.u^ 




Entwurf. 



An den Herrn Obor.fina.nzpränidenton 
PLöln (Deviconstello ) 



( ) 



O -L 



IT^aiüarin^ hooahaus • 



Ihre Geoch. ITo, "2077/33^ . 



( ^ 



Al3 'jQnGralbevoliraäc:itic.;tor der Frau Professor 
Anna ScXlomon-Lobbenl/ers gebe io]i Ihnen hierduroh die ausdr'lck- 
liehe Erklärung; ^^ t ^^^^-^^ '-^^^^ ^^^ ?.in:3öhlunG eineo Bel'rager3 von 



Rlv! 40:/. oO 
durch die Reich3~Xratek:ain;jer Rheinlraid , IKlsselcIcrf, Oötstr. 82 

auf das AuGwanderorkonto der 

Frau Profo 3 3or ;Vnna Saloicon-Lobbenborg 
in voller liör.o don Nennwertes rm Urfüllun^a statt .annehnie . 



Slegrmmd iBra«! Rosenstelu« 
Köln-Braimaf eld • 

Wletha8eotr«36« 



^Köln,den 14,J^ebr#1939* 



Reiohßörztekatmer Rheinland 



DtlBBeldorf • 
Oat Straße 82. 



Ale OeneralbeTollraäohtlßter von Prau Qr.Anna Balomon geb.Lobbenberg 
In Heiv^York ttberrelohe loh den von dem Herrn Oberflnanzpräeidenten in 
Köln genehiiiigiion Antrag zm^ BlnaBhlung von 

KM: 403 .80 7v/ 

atdP das A\x8wanderer-Bperrkonto der Prau Airni 

Pferdiaenges & Co in Köln« 

loh bitte ^^a Über;;eiöxaig dorthin« 



la Balomon boi döm Bankhauee 



Abschrift. 

Der Oberfinanzpräsident Köln 

(Devisenstelle) 
Gesch.Nr Dev.8077/33a»Schs/lLl 



Köln,7*2,39 
Hansaring 97 (Hochhams) 



Auf den Antrag vom U2.39 erteile ich Ihnen hierrait die Genehraigung 
T §§ 1^,15 Dev^Ges. ) zur Einzahlung von Rlvl:403.80 in Worten vier- 
hundertdrei 80/100 RM auf das Auswanderer-Sperrkonto bei dem Bankhaus 
Pferdrnenges & Co Köln für fällige Forderungen, 

Über obiges Sperrguthaben darf nur mit schriftlicher Genehmigung der 
zuständigen Devisenstelle verfügt werden. 

Stempel. Im Auftrage. 



An die Heiohsärzteka mer Düsseldorf 
z.H^des Herrn Siegnmnd Isr. Rosenstein 



metgg^9s?F^^!^^^^^- 



/ 



V 




Köln-Bratinef eld, WiethaBeetr • }6, den 1 8 •Z • 39 • 



Liebe Anna! 



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/ 



Vorgestern solirieb loh Dir wegen der Konversionekasat \ind er- 
hielt Heute via Berlin ein neueo Pormular ftlr die Einkornniensteuer*- 
erklärung* Deine Schwägerin bat mioh,dem Finanzatot mitzuteilen, daß 
in Zukunft alle Briefe an mioh direkt zu schiokea sind. Aue dem bei- 
gefügten Purohsohlag siehst Du, daß das geschehen iBt^aurüo|a5UBOhiok^r| 
brauchst Du ihn nicht, ich habe 2 gemacht # 

An die EonversionskaBBe wirst Du schreiben mOBaen, daß die Kor- 
re^jpondenz an Fferdmenges zu gehen hat* loh nehme an, daß diese Deine 
Vemnögena vor Walter sind^mich kannst Du dafür nicht angeben* Wenn 
Da über die Tragen auf dem weißen Porrrmlar nicht Bescheid wissen 
solltest, so mußt Da Dich wohl an Karl Aron wenden. Auf dma rosa For- 
mular darfst Du mioh auch nicht als Vermögensverwalter einsetzen* 
Die Formulare gehen als Drucksache gleichzeitig mit diesem Briefe 
ab* . ^ • 

Sonst nichts Hernes, meine Sohweater Clara isSi hier, um weitere 
Wohnungen anzuseilen* 

Herzliche Grüße Buch allen* 



A 
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••1 «'««aii^va 



Blegrmind Israel Boaensteln« 

löln-Braunefeld« . 



/ 



/ 



/ 



/ 



Flnanaawt Köln-Weldanbaoh 



Köln. 
Am Weidanbaoh 11/13 • 



/ 



Betrifft ateuerntmtBwr 475/2954 . Frau Albert Balomon Mew York, 



vV 



n 



loh bitte freundliohBt.Blle ZiiBOhriften für Dr.Anna ßaloraon^ 
Lobbenborg.öattin a«B Profeasor» Albert Salomon^ln Mew York 
nioht meto »n Herrn Reohtsanmlt Dr. Balomon In Berlin, sondern 
an meine oben Termerkte AdresBe gehen «u lassen. 

Unter der »Iten Bteitemturr^ier ( 475/993 ) ^«t ioh am JO.Januar 
tun Stundung der fälligen Vermögensabgabe bis ssum Bin^ang der 
DeviBengenlhmlgung. Inzwischen «Ind die beiden ersten J«!!«*»- 
lungen w>hl durch die Bki-llied«r-fabrik Köln Zappelinstraße ^ 
ttbarwlesea worden» 

Am gleichen Tage und ebenfalls unter der ßtefcernurmner J75/99J 
bat idh tm Festaetzuiig der Binkojrsieneteuer-Vorauszahlungen für 
das Jahr 19^9 ab 10.5,1939 voS HM: 22.- 



f 



/ 



W* 



KÖla~Bi*öuri8lV;lcl,''inthanratraI;c Z6 1 ,don 9.3.39* 

BartJirrt ~ out Jir. 8495.026 . 



SonvorslonßkaiiBO ftlr deutBohe AuBlRnAsnohuldün. 

Ich bi:.te -/reundlichst,ali6 Zu3chrifton/;:clohe 
fvfm ^rof^^^Jöor vi'.A.Salomcn ?T<»w Tcrir br?*.rfjf>n, nicht 
v^ «ehr un Dr^Uiohferd biiloioon iieriin goüc-n zu i.ut^t.ca,oon* 
dem un mlohtKain*-Br au.nnfel«i ,W let^jäBcntr0iif» 36 I « 



Konvcrsionskassc 
für deutsche Auslandsschulden 



Berlin C Itl, den 



18. März 1959 



Tgb*Nr» 170056/38 

Post an: 

Herrn E.A* 

Dr. Richard Salomon 

Berlin W 15 
Uhlandstr. 162 




An 



Frau Professor Dr. Anna Salomon- 

••••••••■■ -X.öt'benberg 

New York/N*Y., USA 



Betrifft: KontcNr Ö495-026 



3212 Cambridge Avenue 
and 232 na Street 



vom 

Mi 



Gemäß a/^/^/ genereller Erklärung 

"" teilen wir Ihnen zu: 



40C.~ 



3 7o Schuldverschreibungen der Konversionskasse für deutsche Auslands- 
schulden — Neue Ausgabe 



39 »81 Teilgutscheine — Neue Ausgabe 



m. 439^81 

wofür wir Ihr Konto belasten. 

Wir haben heute die Zeichnungsabteilung der Reichsbank, Berlin, beauftragt 

,^UIi AQQ 3 7o Schuldverschreibungen unserer Kasse — Neue Ausgabe 1- Zinsschein 

x-tvx ^ "^^•1^1940 u « 

falhg am ■■-■ "• "' 

Stück ? zu 200 MJli, - zu 500 cÄÄ, " zu 1000 Mi, 

J^ _ Teilgutscheine — Neue Ausgabe — mit Zinsanspruch ab 

Stück zu 100 MJli, 

_,. „, „. ^jM^^mm^ _ 

aufgelaufenen Zinsen einen am fälligen über 

Mi *" lautenden Separatzinsschein 

an Berliner Handels-aesellschaftr. Berlin, ..f. »Ej..Hansea^^^^ 
New York City/USA, 120^Broadway , z^a.|rau ^rofessor 

Dr^Anna SalomW otbenberg^^New Yg^^ ^^ senden. 

52!lZ C amtriage Avenue and 232 na Street 

Die verbleibende Spitze von Teilgutscheinen über 
Mi 3 9 • 81 übernehmen wir zu 2 % ohne weitere Berechnung rox i Mi '^♦96 , 

die wir zuzüglich der bis zum 30#6.39 
atifgelaufenen Zinaen von . • 



RM 



3.93 



^/^Vi/,'^ all die Berliner Ha^^^^ auf freies BM-Kto 

d.Hanseatic Corporation, New York City/üSA, 120 Broadwa3ib^//j^^ 
z.a^Frau Professor Dr. Anna Salomon-I^otbenberg, ^ ^ 

New York/N.Y. , USA, 3212 Cambridge Avenue and 232 na Street ,uberweisen| 

.39 RM 400.-- Wert; 2.3.39 Tage: 118 Zln3z.472 
.59 ^ 39*81 ohne Zinsbez^i^iinung 



Betr» 
iruxschr.v. 6. 
" V. 6. 

Börsenumsatzsteuerfrei 



EM 439*81 



k 



KK. Vordr. Nr. 377 I 
30. lt. 38 




Konversionskassc 
r deutsche Auslandsschulden 



/mr deutsche Ausianasjp 




Xudiu'usi'j;^:» liror Aurcsso 
biitcu wir umjJi'^liond uns 
,owio auch Ihren deutschen 
Schuliiaeni anl'ziip:cbon. 



^ 



^ 






Konversionskasse 
für deutsche Auslandsschulden 



Berlin cm. den 28... April.. 1939.^- 



Gra, 

Bei allen Anfragen hüten wir 
um Angabe der Konto - Nr. 



1) i 



An 



Frau .Professor 

Lobbenberg, 



New York / USA 



y^^'^ Cambridge Ave h. 232 Th 

Street 

Post an: Herrn Siegmund Jsrael Rosenstein, 
Köln- Braunsfeld, Y/ietaase Str. 36 1. ^ 

Wir teilen Ihnen hierdurch crgebenst mit, daß wir Ihrem Konto Nr ^? •... 

gutgeschrieben haben 

m, ^J:lr.3.8 Wert 2.5r4...39 



^.. vierhundertunddreizehn 58/100 

(in Worten: Mi S^ 



) 



Zahlung von: 



Fa. Ski- Mieder- -^'abrik Karl u. Emil Wendling, 

Köln, Zeppelins tr. v 

y-^ 



als Gegenwert von 



zum Kurse von .."""". (vom ) 



^ür 4 I/29S Darlehenszinsen vom 1.1. bis 31.3.1939 

fällig 1.4.1939. 

\ 



^' 





rJ#Konversionskass< 
für deutsche Auslandsifchulden 




#» 



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"^ 



KK. V^rdr. Nr. 1 1 
16.9.38 



I 




Konversionskasse 
für deutsche Auslandsschulden 



Berlin C Ul, den 8. Mal 1939 



K 



Tg\3.Ir. 170 056/38 



Abrechnung Nr. 

4835 



N 



An 



Prau Professor Dr. Anna Salomon-Lobbenbi 



law York/USA 



Betrifft: Konto-Nr. 8495 .026 



Post an: Herrn Siegmund Jsrael fiosenstein 
Köln-Braunsfeld,Wlethasestr>36> I 



. ! 

Gemäß Jkaiam genereller Erklärung 

vom "" teilen wir Ihnen zu: 



m, 400 



,mc 



13.58 



3 % Schuldverschreibungen der Konversionskasse für deutsche Auslands- 
schulden — Neue Ausgabe 

Teilgutscheine — Neue Ausgabe 



^£4C 413.58 



wofür wir Ihr Konto belasten. 

Wir haben heute die Zeichnungsabteilung der Reichsbank, Berlin, beauftragt 

^^^ 400 • — 3 oj^ Schuldverschreibungen unserer Kasse — Neue Ausgabe \- Zinsschein 

fälUg am h.:h.J^. u. ff. 

Stück ^ zu 200 cJ^. . .** zu 500 e«Ä, " zu 1000 e«Ä. 

Teilgutscheine — Neue Ausgabe — mit Zinsanspruch ab 
Stück zu 100 ,M>, 

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Mi - 



sowie für die laut 



)is zum 



Fußnote 
aufgelaufenen Zinsen einen am fälligen über 

f^Ui ^ lautenden Separatzinsschein 

an Berliner Handels-&e Seilschaft, Berlin f/Rt Hanseatic Corporation, 
iew York Öity, 120 Broadway, z/(J:JPrau Professor Dr.Anna iSJälomon- 
Iiobbenberg, ITew York/ü^A *« senden. 

Die verbleibende Spitze von Teilgutscheinen über ^ 
«ÄÄ 13 • 58 übernehmen wir zu 1 5 % o^^e weitere Berechnung mi t (9UC 2 # 04 , 

die wir, zuztigl. der bis zum 30.6.1939 aufgelau- 
fenen Zinsen in Höhe von ••••••••••• »EM 2>17 



Bet 



xÄdBöcan Berliner Handel s-Se Seilschaft, Berlin a/freies RM-Konto Hanse- 
atic Corporation, Iew York City, 12Ö Broadway zu Gunsten Prau Professor 
Dr.AnnaSalomon-Lohbenberg, Iew York/USA* ' überweisen. 

r.üns.öutschr.v.28.4t39 ü/RM 400t~,Wert 25.4.39fIage:65,Zinsz*260 

13*58 o/Zinsberechnung 



N 



Börse^umsatzsteuerfrei 





// 

Konversionskasse 
ür deutsch^ Ausla 




KK. Vordr. Nr. 377 I 
30. tl. 3ft 



y 



K01n-Braun8feld,WiethaBeßtrO6,4en 2* Juni 1939* 



BaxüchatiB Pf erdaengeB & Co 



Köln. 



Betrifft Konto Frau Dr>SalomQn->Lobbenberp: i 



Ich bitte, an Frau Maria flalomon In Berlin kein© Überweisungen mehr 



TOr zunehüian • 



Hoohaohtungsvoll, 



öeneralbevollnächtlgter von Frau llr3alomon-Lobbenberg^ 



•ia^i^^ 



ginangamt aJtoQbtt - ^eft 

^Ibt. t. bcfdjr. etcncrpflicfttlgc 

921 5172 ^, ^ 345 
Stcucrbcj.....!. / 3lmmcr 9tr. 

(Diofes ©efdiäftsAfidien Ifl aniuqeben) 



'i5t»inct)p*amt 'iPciIin. ilontü ^x. 15045 
5)vcid)5bnnI{olroUünlo 



©erlitt. 91.9B. 7. 

t*ut1enftr. 33/34 « 
5cntfpred)cr: 42 0013 

J^ausonfAIuft 9Tr 186 



.lQ^...J.uli 1939 



^ 



^Im Icötcn ^Derfttage im StHonat bleibt bie 5ianjito[[e gcfdilon«*!! 
SÜJIontno«» nur für eilige 6ad;en unb alle 3al)IunQcn. 

pri^il) unb j^affeiiftimbcu uou Q bia 13 Uljr, Sonnabenb$ 0-12 llijr 



Herrn 

Siegmund Israel Rosenstein 

5öln_-_Braunsfeld 
Wiethasestr, 36 



Auf das Schreiben vom 1. 4*1939 betreffend Prau Dr. Anna 
Salomon, liegt der Pestsetzung der Judenvermögensabgabe folgende 



Berechnung zugrunde: 

\ Aateil am G-rxmdstüolc in Köln 
. Wertpapiere 

Darlehe Lobbenberg 

Bankguthaben 

Konversionskasse 

Beträge in ausländischer Währung 

G-egenstände aus edlem Metall 

Verz i oht auf den Hausgewinn 



Anteilige Hypothekenlasten 



12.000 EM 

40 •• 

28.694 •• 

288 " 

4.488 " 

2.845 " 

150 " 

15.000 * 
63.505 RM 

4.619 •♦ 



abgerundet 



58.886 RM 
58.000 RM 



Im Auftrag: 
gez. Schul tka. 




Köln-Braunsfeld ^Wiethasestraß« 56 i den 13 •Juli 1939. 



lieber Carl! 

Wegen Annans Vena8gensat>ga1>e habe Ich Dir Hachstehendes mitzuteilen. 
Du biet dann wohl »o fre\mdlloh,ihr Aufklärung za geben, sie bekommt 
der Einfachheit halber Durchschlag dieses Briefes ♦ 

1. Dr.Spleöel löt laut seinem Brief an mich vom 23.1 #39 bei Aufstel- 
lung des Vermögens vcmb Stande v. 27. 4 .38 ausgegangen , da Ihm ander« 
Unterlagen fehlten* Danach betrug Annans Vermögen M 4o.oo0tal80 
Ihre Abgabe M S.ooOfUnd dementsprechend sind M 2.ooo ssu den Vier- 
tel;jahr8terminen abgeführt worden. 

2. Am 13.3.39 erhielt Anna vom Finanzamt Berlin-Moabit-West einen 
Bescheid, demzufolge die Abgabe auf M II.600 festgesetzt war. Nach- 
dem sie mir diesen eingesandt hatte, habe ich am 1.4.39 das Pinana- 
amt gebeten, mir mitzuteilen.welche Berechnung der Pestsetzung zu- 
grunde gelegt wurde» 

3. Am 1 0.7. 39 gibt mir das Finanzamt eine Aufstellung ,wonach Annans 
Vermögen auf M 58.000 festgesetzt ist, dem eine Abgabe von M 11. 600 
entspräche. Es sind darin aber 2 Posten auf geführt, die mit Annans 
Vermögenserklärung vom 2o.1o.38 nicht tlberein8timmen,und zwar 

a) als Aktivum * Verzicht auf Hauegewiim •* M 15. 000. Ich vermute, 
daß es sich hier um die Brüsselerstraße handelt. 

b) als Passivum •• Anteilige Hypothckenlaoten « M 4.619. Hier liegt 
wohl ein Irrtum vor, der m.E.auf folgende Weise entstanden isti 
Bei der Vermögensaufst elluiig vom 2o.1o.38 hatte Anna bei Posi- 
tion • Grundvermögen • das Haus Lindentalgürtel mit M 24.ooo 
angegeben und dazu richtig bemerkt, daß es ihr nur z-or Hälfte ge- 
hört. Es ist in der Aufstellung auch mit M 12. 000 aufgeführt. 
Bei Position " Abzüge " hatte Anna eingesetzt« 

1) Hypothek Sparkasse Köln M 4.952 

2) " Stadt Köln 4.287 

Nun hat das Finanzamt hiervon auch nur die Hälfte in Abzug ge- 
bracht, was mir falsch zu sein scheint, denn laut einem Kündi- 
gungsbrief der Sparkasse v. 14. 11. 38 betrug ihre Hypothek 
M 12.300. 



Es wird nun wohl nötig sein, daß Du Anna sofort mitteilst, was sie zu 
tun hat. Ztifolge ihrer letzten Karte ist ihre Adresse Hew Ipswich 



Die Adresse des Plnazamtcs Moabit-West 

Steuerbez. 921/5172 Ztmmer Hr 345 
Berlin N.W.7. 
luisenstraße 33/34. 



K.H. 
Box 123# 



Meine liebe Anna! 

Heute .am Geburtstage Deiner Mutter, denke ich an Euch alle mit be~ 
sonderer Liebe. Erholt Ihr Euch dort gut? Ich nehme an, daß die Muster- 
sendung dort eingetroffen ist, ich werde heute wieder eine absenden. 

Innige Grüße Euch allen. Euer 



Konversionskasse 
für deutsche Auslandsschulden 



lae 



Bei allen Anfragen bitten wir 
um Angabe der Konto -Nr, 



Berlin CHI, den .. .13. J.in.i... 1.939 



(1) 



An prau 

Profes.sor..Dr.i^......Salomqi^ 



U.S.A. 



Post an Herrn Siegmiind Israelf^osenstein, 
Köln-Br a eins fei d , V/i e t has e Strasse 361. 



New 



York City, New York . 



3212 Cambridge Avenue und 
232 th ütreet. 



3495.026 



Wir teilen Ihnen hierdurch ergebenst mit, daß wir Ihrem Konto Nr. 
gutgeschrieben haben 

m. ^glr^I y Wert ..M.:.I-3? ^ 

(in Worten: Mi P^P.^.^h^^.^.'^'^A^^^^ ) 



^/ 



Zahlung von: 



Firma 3ki-I,lieder Fabrik, K ö 1 n, 



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■/• 



als Gegenwert von "^ zimi Kurse von " (vom 

für 4.5/^ Darlehnszinsen vom 1.4.1939 - 30. 6.1939, 



fällig: I.Juli 1939. 



/ 




(/ 



KK, Vordr. Nr. 1 I 
3. 5. 39 





Konversionsk^e 
für deutsche Auslandsschulden 




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Änderungen Ihrer Adresse bitten wir umgehend n n s 
sowie auch Ihren deutschen Schuldnern aufzugeben. 



Konversionskasse 
für deutsche Auslandsschulden 



Kol 

Bei aUtn Anfragen bitten wir 
um Angabe der Konto -Nr. 

Post an: 

Herrn Siegmund Israel 

Rosenstein, 

Köln-Brauns feld 

Wie thasestr« 36,1 



An 



Berlin C 111. den ..M.t..Mloher^ 133,9, 



(4) 



Frau Prof.Dr* A* SalQmon-Lobbenberg, 

New York City / USA 

''^■' 

3512 Cambridge Ave u.232 the Street 



Wir teilen Ihnen hierdurch ergebenst mit, daß wir Ihrem Konto Nr .r..T..y.?.*..9^"x 

gutgeschrieben haben 



N 



(in Worten : SUC .?£.?.^.^Hnl?.£t)??i?. .i 9M?l..S..^....?lZlpO } 

Zahlung von : l.i rma... SM-.M^de r-Zabrt ]te.,....K^^ 



-\ 



als Gegenwert von 



zum Kurse von -^ (vom T.. — ) 



für 4 1/2^ Darlehns Zinsen a/RM 24.205,62 
4 l/2?6 » a/EM 8*890,~ 

4 l/2?g » a/EBff 6.890,~ 

für die Zeit vom 1.7. bis 30*9. 1939, fällig I.Oktober 1939 



^ 




Koflirolfei 




Konversionskasse 
für deutsche Auslandsschulden 




,,...1^^ ' \e'<*'>i,vi*'\^^^4ti ji 



•.^ 




KK. Vordr. Nr. I I 
23. 6. 39 






EinT:o : ens'euer 19?? und Verin^\;nn 1 9^0, 



Siehe meinerx Brief und Durc'^p.Ghlng der Bescheinirri^ng Aroii Ski~riedc. 



In den I?ormiilaren mir Peteoralien imd sils Zuste"! lunfsver+reter 
S.I.R.Yoi-telstr. 9, 4B473 ausgefüllt. 

"BrI EinlroTTiren unter ^^T ( Sonstige Benerlru.ngen ) 
" Das Zinseinkoirmen im Jahre 19*^9 hetrug FJ'': 1.482.32. 
*^iehe hierzu A) die Bescheinigung der Ski- M.-P. 

h) den Brief von FM.R. 
in der Anlage . " 

Bei V-rinö'en unten auf Seite 4 ooer^-^alh der Unterschrift 
" Darlehen an Ski-Mieder- Pahrik laut einl .Bercheinigung R/H: 27. ^94 
rritl-ia'^'^n aus Fau.sverkauf heim TTotar ahz. Unkosten laut 
^^ ^ ^ ' einl.Brio:^ 2.2oo 






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FRANKLIN D. ROOSEVELT. JR. 
20TH DisTRicT, New York 

ANTHONY B. AKERS 

Administrative Assistant 



Congreög of tfie ^nitetr ^tatti 

Deceniber h, 1951 



COM MITTEE: 
Foreign Afpairs 

su bcom mittees: 

AFRICA and THE NEAR EAST 

Information and Public Affairs 



Mr. Albert Salomon^ 
14-65 West End Avenue, 
New York, New York 

Dear Hr. Salomon: 

Thank you for your letter of Deceniber 1, 
encloslng a eopy of your letter to the Post Office 
at 80th Avenue and Bist Street, New York City, in 
connection with mail deliveries to yoiu: home. 

The postal inspectors should be advised 
of such inefficiencies in the Post Office Depart- 
ment and I shall "be glad to send your report to 
them. 

Sincerely yours. 



^O^ 



Franklin D. Roo 




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Absender: 







Wohnort, BU^ Zustell- oder 



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I StraBe, Hausnummer, Gebfiudet«H,Siac|(werk 
w PostsclüicBfarhnummer; 

bei Untbndetern auch Name des Vermieters 







«H,Stockwerlc oder v l I V » • ^ " 



s " 



«AtiU 




, Geb8ude»eil^ock*^flt oder Postschllcßfachnummer/ 
. ^ bei Untermietern auch N^e des Vermieters / 










^^*<^<ut^h^^ 













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TA, den 30.3.51. 



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Liebe Frau Salomon, 

ich koipme gerade von einem Besuch Ihrer Verwandten Margalith 
nach Hause* Ich muss sagen, ich hatte den allerbesten Ein- 
druck von ihr, sie scheint ein ganz besonders nettes Mädchen 
zu sein und gefiel mir ausnehmend gut. Sie sieht reizend 
aus, gross, schlank, von weitem kann man sehen, dass sie aus 
einem guten deutsch- jüdischen Haus kommt. Die Betonung liegt 
auf dem Wort Deutach, denn komischerweise sieht man hier vie- 
len hiesigen Kindern noch an, von wo ihre Eltern stammten. 
Sie scheint sehr intelligent und reif zu sein und wahrschein- 
lich sehr sensibel. Aber das ist ja auch kein Wunder nach all 
dem, was sie erlebt haben muss-r Ich lud sie ein, zu uns zu 
kommen - wir wohnen sogar sehr, sehr nah, nicht nur, weil sie 
Ihre Verwandte ist, sondern weil sie mir so gut gefiel. Aber 
natürlich weiss ich nicht, ob sie kommen wird. Ich gab ihr 



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Sie i*t momentan beim Mi^itäj wie alle Mädchen ihres Alters. 
Sie bereitet sich aber^'H^fefeiia auf die externe Abiturprüf\mg 
vor. (Sie hat ziemliches Glück beim Militär^ sie ist in Jaffa 
stationiert und konnte ihr Zimmer beibehalten. Wegen der 
traurijgen Familienverhältnisse hofft sie bald vom Militär be- 
freit ;zu werden imd will dann, nachdem sie Abitur gemacht hat, 
auf eiiri Lehre rinnenseminar gehen. Sie wohnt bei einem recht 
bekann1;en Lehrer, teilt wohl das Zimmer mit einem seiner Kin- 
der un|i scheint sich in dem Milieu sehr gut zu fühlen. Jeden-| 
falls Sprach sie sehr nett über die Leute. Von ihrem Bruder 
erzählte sie mir, dass er sich für 5 Jahre ins stehende Mili- 
tär verpflichtet hätte. Das ist bestimmt eine .sehr günstige 
Gelegenheit für ein e n junge|£ Menschen. Denn beim Militär er- 
halten! sie eine Spezialausbildtmg während dieser Zeit, die 
es ihnen nach Ablauf der 5 Jahre ermöglicht, entweder privat 
zu arbeiten oder aber mit einem Rang beim Heer zu bleiben. 
Ich glaube nicht, dass Sie sich Sorgen um das Mädchen machen 
müssen. Sie weiss was sie will und macht in jeder Hinsicht 
einen tadellosen Eindruck, bie ist ein sehr gewinnender Typ 
und das ist doch etwas, was im Leben meistens hilft und gute 
Freunde schafft. 

Ob sie z.B. irgendetwas braucht, weiss ich nicht. Es war mir 
unangenehm sie danach zu fragen. Aber ich dachte, vielleicht 
würden Sic jhr gern^mal eine Kleinigkeit schicken, die bei 
Ihnen in NY keine Riesenaffaire aber hier bei uns ein Lxixus 
ist (z.B. Sqhokolade oder ein Baumwollkleidchen), dann sol- 
len Sie die Sache meiner Mutter geben, die es in ein Paket 
für mich beifügt. Aber ich möchte betonen, dass das nur eine 
Idee von mir ist, Margalith hat nichts dergleichen gesagt. 
Und solange sie im Militär ist, braucht sie eigentlich auch 
kkum etwas; sie ist im Gegenteil in mancher Hinsicht besser 
versorgt als ein Zivilist. 

Ich glaube, das ist so ziemlicfti alles, was ich von ihr be- 
richten kann. Sollte sie uns mal besuchen kommen und ulr 
xiKxiiSRitxkKxxKrrkennJEnlcxiuiiu^ lernen wir sie dann besser ken- 
nen, 7/erde ich Ihnen w*4der über sie schreiben. 
Ich wünsche Ihnen bereits heute gute Feiertage und hoffe, Sie 
^haben geraeinsam mj.t meinen Eltern einen vergnügten S^^der. 
[it vielen herzlichen Grüssen an die ganze Familie 



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Liebste Anna 18,4. Hoffentlich erreicht Dich mein Grlückwunsch 
ebensozeitig wie der D^;inige mich am Festagmorgen begrüsste. 

Ich habe Namenstag iind ,feier^ Beides, denn man hat so w 




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Dir wün sehe für das neue Le,:;ensöahr Gesundheit und Freude an 
Deinen Kindern. M^n wird doch schnell einsam. Anne fühlt sich seh: 
wBÖl. in Dortmund und es wäre schade ,wenn die Vertretung baldeii 
den würde. Sie ist selig nicht mehr von uns abhängig zu sein. 
Die Afbeit sagt ihr sehr zu ,und sie ist auch nicht so überanst: 
strengt wie das arme Rosele,die keinen Dank erntet und hur üb 
lastet wird, was mir einige Sorgen bereitet. Es ist ja fabelha: 

an was Du Dicii alles wagst. Und auch Alberts Elastizität ist bei 
wunderBswert,fünf Stunden Bahnfahrt neshst Du nichts B^^sonders.; 
Wir empfinden das schon als Weltreise beinahe. Ich habe mich best 
staunt und S hör seh fand es irrsinnig fu einem 75 Geburtstag naa 
München zu reisen an fünf S4.unden i^'ahrt.Ich war sehr stolz, dass 
ich endlich dei^^^^yiwuhg wieder aufbrachte und war seligdarüber. 
I^h erholte micti. Vtjr züglich, die Höhe am Walchensee hatte ich nö4: 



tig.Man ist docJa >f in feanz anderer M-J^nsch/ wenn man mal wieder et 
was zu wege bri^ni^i^und viel befriedigter als stets das Herumliege 
und Sc^häbbisohfü-hlen, selbst bei noch grossem Energieaufwand.Dei 
ne S hreitera^beit^-weiss Schorsch s^t zu schätzen ,er machte di 
bei uns kürzlich lind ich bin froh wenn er Arbeit hat, Nicht? ist 
sc>)limmer"äls' ein^- M^^n den ganzenT^g daheim zu haben und un- 
beschäftigt ;ite iiri^.-^Jainmer ,dasy er seine Kenntnisse nicht besser 
ausnützt. I(^h "Würde anders mit solchem Pfunde umgehen» Jetzt ist 
es besser , da er iÄ'QfSäten etwas zu tun findet. Der V/inter ist st 
furchtbar für mich 4 Ach wäre das schon ,wenn ich zu Dir könnte, a- 
ber die i'irma setz"t^* uns an die Luft und bezahlte schäbbisch,kaam| 
eineklBine Austeue*^ für die Mqdels.A'^er sie haben auch noch keine 
nötig. Ich glaube fast ,dass ich garnicht Groscmutter werden werde! 
Die Verhältnisse sifid so und die jungen Männer so rar, dass die Mät^l 
dels bei ihrem guten^ Geschmack w ohl nicht zum Heiraten kommenweri 
den. — Anfang Oktober ist 6ojähr iges Bestehen unserer Schule, wo 
zu man durch ein Ruüdschreiijen aufgefordert wurde.V/enn ich-wüsste 
Du kämest würde ich dir eines versorgen .-Ich mache auch Hausputz 
und da feilet die Z^it zum Schreiben, aber andererseits ist man eig| 
gentlich fiel geweckter^ wennman ruhig und stetig Art?eit hat ,sie 
darf nur nichtzur Hetze werden. Heute erwarte ich Hähnchen, hoffentl 
li^ ist er so schlau gleich herauszukommen, da er zwar anrufen wil 
aber wir kein T^^lefon haben ,wafi ich ihm nicht mehr mitteilen kon| 
te ,da er bereits unterwegs war. (l^U^/ux \£^i/y€ ^ GcM^t. &<Sh.4^ ^ 



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Seiten zusammenfalten, den unteren Teil des Briefen 
hochsclilagen und m:t der Klappe verschließen 



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Frau AÄÄa Th. Salomon 



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46 3». West Emd'Avemue 
New York 24 N. Y. 



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H« Herrmamtt 
15* Würzburg 






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Weihnacht 19^7. 

Der Kngtl soll ueschichue erhalten, 
Alljährlich seines Aißtes walten! 
Möcht' er in des uewandes i?alten 

ael* ge Erinnerung gestalten, 

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Sie dankbar sammeln un^ weitertragen 

Von diesem Jahre zu besseren Tagen! 



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16*t1. Liebste Anna i «=^0 toll habe ich ich über Deinen G«burtstagsglückwjmtch^ 
gefreut ,der vor paar -^agen sein Ziel scnon erreicht e,dass ich Dir gleich «,Uni 

ken muss.Es wäre schon früher erfolgt wenn nicht eine dumme Gehirnerschvitterui 

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die ich mir zuzog und micJa ein« Woche im Bett hielt und mehrere 'xage auf der 
Chaise, die ich jetzt immer noch. gerne aufsuche ,mich daran gehindert haben 
würde. Ällerdin-;s läSat die wehmut ,die Dein Brief ,^-jr.b7,l -i-t, 1-^ -^^^ -ifviel 
Kampf und Mühen schllessen.Ist es nicht auch Überarbeitung ,die Dich so sch^ 
.T'iti^ stimmthn heutiger Zeit muss man sich schon ei lie gewisse Ei-fantenheut 
anschaffen, um alles veri<:raften zu können. Die Demütigungen bezi-hen sich docl' 
hoffentlich nicht auf Dich direkt? Laguardia .dieser tüchtige R^gf£rer Eurpy; 
Stadt war doch a ;ch eit nr der Sureigen. Welchen ärsatzerhieltet? Ihr?Wir sindV 
nun alle in ungeheurer üpanhung.was die Londoner Konf^ren?, 7,«itie;en wird. Kaö' 
isc oiüft so 'erledigt und «ucn mein xf'öll war nw Hnr!»--r,dazu das enge' Zusammeii] 
leben besonders im Winterbringt auch viel Schweres. üabei haben wir es r.och 
so gut, das sage ich mir auch immer ;wieder und bin dankbar für jede Kleiri:;! 
k-V-.i)«, .jGhone öii.eser harten Zeit ist ,wenn man überhaupt noch einen hilfsb^j 

reiten Menschen antrifft, der wicht nnr s- - "'^ -or->— —^^ allern noch «r- 
andere denkt ,denan es noch schlechter geht. Du hast ja auch vi*l zuviel aai 
Hals'e.B-i uns «ntfällti jeder Verkehr .zu : dem man aber auch nicht die Kräfte || 
hat una besonders .wenn aar: c-ne- M^^,^" v-rbunden ist, der ohnehin, in besse? ^"J 
Zeiten jedem Besuch abhold war,amffl lie6's'.-n iijiFer, all eine ist. Ich --b-r habf 
unbedin--t M-nschen nötig,nicht viele, aber >,7enisstens elnise.,mit denen loh ] „-| 
i.-peiv> imd~£eid teilen kann. Im Sommer ist das einfacier.da die Verand? '-.in^ 
.•■f^licnkeit bietet und ein anderes kleines Zi .Tisr,i!to ich schlafe, das ab»^ 
nicht heizbar ist. dchorsch schläft in unserem Wohnr.lmmer.ds^er a>^— ^-. i--^.^- 
aufsitzt und Zeltun-en liest.Hadio bis zur firschlaffung Biört.üa unsere R"h,r- 
-licht r-^hr =:ut sLnd,ist di>5 ÜBbrtr&gung schlecht und geht mir auf die M*rv*h. 
3- bin, ic;, froh,das ..9Qiy giosee ■,&rteziramer nutzen zu können, wo ich b'^haödsc 
ht mit Deiner Gabe und einem Jäckchen im Betöemna-.cnst -Iberts Bespr -ch'jriö ^ 
und das Buch zu lesen hoff e.flast^ Du auch ein so miserables Sjd-chnis? es ist 
ein Jammer, aber hier klagen viele Ivieüschen darüber und schieben es su« die 
Fettlosigkeit.Anne ist für paar Ta^e hier, begeistert von Alle-i^ bis 'anf der 

Hlunt^rr in Ihrer Ausbtldung^.jp da sie um 6 utir aohoa übeiidesaeÄ ( Supp^i «r 
t*B uad dflüua nocli •x»9m tji|«g- durch die Scla».Tt» RJäöaluft vöa «iaer ixAli*r 

kraft ig sieu wieder mf Idet . x^^ y^j^ pHr mühsam ein 




Wtnig,s %chatfm.Ah.r di.str »»i.t.i^ wird auch ä^ xns*h9u ,^mMn nur das uHchtt 
Jahr Ö.8s.run6 briagt.wir iiab«i, |a di. ä.rrlich.. Äpf 1 ,di, uns.raa Sp.i8.z 
tttlä.r awigan Suppta prächtig erw.it^r» uad u«8 stärk«. Mit daa Vorschlägai: 
•iutr Am«rilcafahrt hast Du mir «icht aur «iB«. Floh i«« Ohr gesetzt, so«d«rK 
i» mein Gehira.das iiiestr mit Atombombtatnergiageschwi ;digk«it durchrast. 
Abar «s wird wohl aur. di« Vorfrauda bleibaa.das Gald ist aicht da^ uad as 
wardaa nur Beschädigta dafür aiagasetzt odar hüst üu aiaaa vVag mit Smpfehltai 
Lao ist also aa aiaam iiabaasmittal^^Lastitut.abar ar wird selbst zu kraxela hal 
baa.da kaaa ich aicht um aiae üaaduag fragaa odar Auftrag erteilaa.latztsrts 
varsuchtaa wir bei Otto ßois.eree.der Brief kam zurück ,da dies aicht getattJ 
sei. Ob uas-re Paketechea Dich erreichtea.wenn ja .erbitte mit Luftpost B*^e±£e| 
scheid. Ich habe Dir dana noch etwas mit zuteilen. Am 11. 1o. saadte ich d&s ersti 
am22,1o. das zweite. gegen Eade eiaea Brief. Ich auomerttere ^e Briefe ab ievt« 
No l.uad f ortlauf ead, damit Du koatrollierea kannst ,ob sie ankomnjea.Die Photo 
stelle ich morg a auf oeiaen Geburtstagstisch, dar o^aehia aur mit liebea Ge- 
denken angefüllt sein wird ,das ist das Wichtigste, Voa Rose erhielt ich berei 
eiae selbstaagefertigte Kästchen mit Marzipaakartof fein, die sie selbst bereL 
tete uad sich absparte in allem Material, was mir bei der ohnehin sparsamen 
Zuteilung mir Sorge macht. Die Idee ist unendlich lieb, aber die Ausf-lhrung lei 
ölle/r i'Yeude besorgniserregend.Die l^tndjfr sind ja reizend .besonders Hannah' 
graziöse Haltuag .Sie hat die laagen ßeifeiig) wie wir sie auch habea. übrigens^ - 
schrieb Eulenbruch ochpr^ch vor einigen Wochen, es besteht hier mit dem besten 
Willen keine Möglichkeit, da Bayern ohaehia nur seine ||Bd8leute nach ^glieJ k, 
k«it aaaiaiÄt.uad auch da hattea jüx sehr viele ..chwierigkeitentrotz der Pa?t« i 
iosigkeit.N,ua habe icn doch aoch eine Bitte. Ich kann nicht aa öchuhnSgel toi 
menund so nicht meine üchuha reparieren. Deine letzte oanduag ist restlos vir 
putzt, deaa für 4 i^ersoaaa ist alles schnell dahia.W^aa die Beschaffung Dir 
aicht zu grosse Mühe macht ,wäre ich Dir sehr ,sehr dankbar. Ich kann nicht c 
konjmea, lächerlich ,wie die einfachsten Dinge sovieles unmöglich machen. 
Man ist ja schoa wie der reinste Koloaisator in vielem zur Eigenhilfe gesfihiit 
tea ,aber Nägel kaaa ich doch nicht aafertigaa. Schade »dass ich Dir aicht ei 
aen Goldasal senden kaaa, ich brachte es aur zum Gold aagel.der Dich W^ihrii«rhta 
•mgebaa soll, jir trägt aa saiaam Haupte dea öt«ra ,dea wir als Kiad achor imml 



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80 li«bttm,iiiöcät#|it Du Iha fimd«m!Hii'at;f bim Ich sciioA 1« tchtir Vr iluiachts*» 
stinimuag.Äaciicltm ich dits^Jl MorgeA ülchttn öaiiua«lt# »mit dornen ich dit '^oh- 

^imumg schnaickt*D#r Wiad weht kalt »Schmta litgt ia dtr Luft umd morgea habe i 

Aama hi#r,di# hauta varaucht bai aiaer Bakaaatta ia «iaam Laadstädtchea et- 

was Zusatz zu erlangan^daan ich kaaa ihr nur waaig gaban.Ich kaaa ja -.""horsc; 

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uad mir ai cht noch voa daa kmappta fiatioaea abzi«haa,dana werden wir noch 

schlapper. Gott sei Dank habe ich in(iaer noch die herrlichen Etiinerungen ,die 

aovieles vergolden und erleichternJDazu das eigne Heim, was will man inehr!? 

und das zum grössten Teil erhalten. |)ie kaputen Möbel ,die der Angriff zeitig 

te^könate man doch nicht stellen ,ätber Verleihenwie ich es mit Matratzen u.c 

machte. Die wenigsten Menschen achtjen aber leider das Gut anderer und bgibei 

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es oft dreckig zurück, was ich mir aber in freundlichster i^orm bei unseren 

Mietern nichtgefallen Hess und einlach deren Hilfe retournierte mit 4erBitt 

sie wenigstens zu klopf enuid nicht nur eben zu bürsten.Denn die haben noch 

eine Hilfe, zahlen die Hälfte der veifeinbarten mate,da sie, nicht mehr als Aui 

gehabte leisten könnten, schaffen sicih aber Möbel noch und noch an, was ich i! 

nen gönne, aber nicht nobel finde, dWnn uns ziehen sie es ab. Mit unsere r^irma 

wird auch nichts mehr, der ^inchtsanwalt starbund ein anderer wird bei ^r Ni 
drigkeit des Objektes sich Such nicht der Sache annehmen. Aber man ist ja zu 
frieden ,wenn das knappe tägliche Brot erschwingbar bleibt, mehr kann man heu 
te nicht verlangen. Morgen mache ich weiter, ^es sol ein W^ihriachts-brief werd 
und kein -'ge Jammer. 

17.11. B-ste ^nn^ .'Heute feiern wir- mit ^pf elkachen ,dejssen Boden nur eusS ■^■ 
3chwa^z/flelll,hef e.etwas Bier,, gern« c Vit ' ^-^ ,Är» «?r.hw*'-i-»- r^c^^v dej süsser] Äi».pfel 
D^zu mhcatyeRxitä rus gleichem Tei^ ei-ien Terd eckten .Dlf^ HsuBts: che ist,d4S5 
wir alle in Festta.^sstiiamung sLnd,d3s ist eine Ausnahme, dazu' habe<";^ivir es wsi 
innerlich und au8serCich,das ersetzt feile Schätze der Well:. Möchtet Ihr die lü* 
henacht auch so gut begehen und gesund sein 1 Habt Ihr jetzt nicnt Thanksgivir 
mir schwant so etwas , als ob die toerikaner dies ni^n hätterilAuch ^uer Uubhütt 
lest i^e^nn nicht vfl^gt :.ein1 Nochmals wiederhole ich meine innigeten Wünsche 
IMT ein seliges Weihnachten und gutes »gesundes Neujahr und bin mit lieben 
urussen für die Deinen und besonders für Dich mit einem Festtagskuss stets 

Deine getreue , 



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da «r iextilbraacii« «l.« zi.miich« Roll« sDi.it „.^ Iih k ! " ^ **^ *^ »^ 



Lltbstt Ammal AbUj^ 5. 

ie«11«Wtlch «Im Glück ,daa« Dtlm Britf moch diu ist, Zum 3*^1« öffafMU loh 
Dtimtm Brl«f umd muss «im m«u«s Couvtrt opfern, Du knAJisl» ^Ir Alcht vorBt«ll< 
,wl#' stlig icii bim iRosts Scbuhgrösst sandtt ich noch ab »the ich voa Deii 
^iTvitltm Sorgt» wu»st«,soMBt hättt ich dits doch nicht mehr auggegebtm.Num U\ 
' Du dt» E»gtl gut durchsucht». ^it Kartt vom Todtstag u»»trts gtlicfett».V»ttri 
gibt Dir ti»t» Wtg.Wt»» Du das tbtnsovitltt Wort daraus »iBmettWit wir Kluidi 
wart» a»d dt» Sbt»aotltltt» Satz wirst Du ts hoffta^lch fiadtn.Löst dit Mi' 
Ich bi» «a»z toll froh. Dtr £»gtl gi»g glaubt ichxdmSg Slij^t.ab,u»strt Gtdfl 
kt» süss tu sich btgtg»tt sti»,80»8t hättt ich nicht socht £ilt daiDit gthabt.' 
Wt»» Du ts trratt» hast ittilt »ur mit «das ts gut ist.Die Schuhe für A»»t ^1 
»och »icht da« Ich hörtt jttzt -«das Fakttt oft 3 Moaatt brauche», Hinatl ilr| 
dit sich frtut».S^k»tt liegt drausst» a»d dit So»Ae schei»t.Dit Natur ist d« 
immer witdtr schd»|Wt»» man auch zu müda u»d zu sparsam r.um Durchwaadtr» be: 
-^ dtr wt»igt» Ztit ist, so habt ich doch das Glück, sit gltich vom Ftaster aus 
ge»itS8t» zu kön»t». Dieser ,Btl» ^ritf ist wirklich sch»tll gef logt», »ur^ Tai 
das war »och aie der ^all.Jttzt bi» icn vo» tl»er grosse» Last btfrtit,dit 
mich sorgtt ,we»» ich hört, ob Du fi»dig bist.l»»t packt Brikett u»d Kohlt», 
dt»» sio»st fritrt» sit zu toll da obt» auf ^oon Höhe. So hat ma» »och all dld 
Arbeite» »ebt»ntr.Dazu kei» Verpakkuagsmaterial. Die Aummste» Klei»igkeite» 
fehle». Aber es geht alles vorüber und so wird ti»es Tagesdoch ei»e iüideru»g 
komme», die Hauptsache ,dass man durchhält. *'o»»erstag kommt l'iiota auf einige 
Tage auf der Durchreise ,wie ich mich freueil II 

So gibt es doch immer »och etwas -Erfreuliches, das ich mir gut ausdehne, das U» 
a»ge»ehme u»d Hässliche stolpert immer mal wieder dazwische»,ich lasse es »ael 
Möglichkeit schaell abaausea.Ich fiade es kt^tr mehr wie rühreÄd,dass Du mir 
das ji^tj Paket seadtest zur WeiheÄc^chv,ÄOCh ist es jaicht da, die Vorfreude jil^ 
herrlich, dafür daake ich Dir scho» mal u»d deii gute» ^illt» u»d <lJit Liebel*!| 
Gester» hatte» wir aeltgt»htit ,dit Neue Volk3zeitu»g ,dit i» New Xork heraut 
kommt, vo» August zu erhalte» u»d werde» sie u»s weiter laufead leihe» kö»ne: 
Was ist das für ei» Blatt ?Liist Du sie vielleicht auch? Leider muss Ich sohl: 
se»,du wirst auch scho» 'i,&Mz u»geduldig ob ditsr Zeit vergeudusg sii»,abei 
wt»» A»»t da ist ,habt ich mehr Zeit ,die^'iiia»» schleuaigst Afür liebe Me»fc^ 

ausautze.Nu» wird die öchweigefrist dafür auch etwas läager u»d Du musst ^ 

meir. Schreibe» ebe» öfters durchlese» uhd Dich mir vtrbx»de»7'so ei»e Komaade^ 
st wirst Du i»»erlich dagegt» Dich stemmt»! »icht zu äadtr» ^äa ist aber gut 
gemei»tJ Albert, Ha»»ah,Fra»k liebt Grüsst »ochMals u»d Dir mit iÄ»igeB ^'ÜÄttrp:] 
so vo» Herze» alles Gute stets 

Deiat Dir sthr verbu»dek»e 






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Erste MvftÄtswoche.Äm' BoÄiterstag. ,dem Am, Tli»»ksgivimg 
gedachte icia seiir der Deime» UÄd lud micn dazu ei ».Das 
fird aucn der uruÄ* i>eimes lümge», Schweigmes sei*, da Du zul 
viele Vorbereit UÄgem zu treffe* nattest.Ob Du »um de» Em-I 
gel gamza IceMüe» lerntest mit sei'^-)ein uehalt u»d meiÄe Ka: 
|te- verstaÄdest?lIcia wäre froh, wen» ich bald eime .Bestätig! 
i» Häüdeji hätte. Wir nabe» aÄrggemde -^age hi»ter UÄS,Tota 
kam einige Tage auf der Durchreise, a*schliesse»d Tojii Des* 
tree,Schwiegertocnter uom. ite Tojti gestree vom ötütgerho: 
UJid eime «ousiÄe meijter Mutter,dir bis ^zur Ausbombumfe u»i 
gegejtüber auf der »»derem MaiAseite wohjite.Wir s-he» eime 
Berlimer Buhne i* eimem Früliereji ^efamgejtemlager,woi»-aucJ 
die Würzburger eijtmal wöcneatlicn im ""imter spielt. Nach 
lAkt ,der fabelhaft war,Cajidida vo» Shaw" erdkuÄdigte ich-, 
mich, da die Lei st uMg weit über das übliche Ausmass gi»g, 
im Schlüsse sprang ich auf die Büh»e,wovoÄ öch. wemig bege 
itert warujtd bedajtkte mich bei ..dejt Ausführemdejiextra.Das F\ 
blikua w.r so miserabei u»d lachte am aem dmglaublichste» 
Stelle», di*ss ich die ^chajspieler bewu»derte,da sie durch 
hielte». Sie w^re* strahlejtd,dass we»igste»s ei»ige Jiie Lei 
stuÄg begeisterteu. wolle». mir ihre jtäcnste. Amkurnft mittei 
.em, damit ich für orde»tliches P. sorge» kam». Solen eim ijjp' 
lebmis hatte W. bisher moch laicht auf dem i^rttt er». Möchte' 



ui;äcä:--MerrmÄmm : _ 

gj^^.-v^'ürz^^upg - 

g'^ yiViittl. ^ulleAber^^^* 

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^ ^ • Straflc,HauinummCT, Gebäudeteil, Stockwerk od* , 

g bei Untermletcmiudi Name des VoTnleten 

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.New iork. 24..N... jf.. 



465 ''^est Dejt Av^emue 



StnBc, Hnnnumncr, GeMudeteü, Stock vO^erk oder Portichlleafaduiunmer; 
bei Untermietern auch Name da Vermieten 



A^<^^^ ^^^ l^t^t^/-i^k /\ffH.i^ ^l^^Y V^>/>* '^^i*^ ult t^rVf'j^^ ^V^^ 

Hermine 'rierrmann 



7^ 



geh Du frlonl 



2. JäÄier 19^8. ^. ^ . ^V^^^-k^vW 



Liebste ümma! -^as war eim Brieg ^der so ^aaz aeime alte Am»a wiederspieif,elte| 
Deim ocareibeÄ voää 19. 12, erreicitte riicM sckoj» vorgesterÄ.Nimii iJimig Da»k. 
Ob Du »UM wirklick i» dem oterji ,dem wir als Kijider sciiOÄ liebteji^ Ta»te Cl«i| 
recBrillia»tejt gefiutdem käst , wurde all? äocä nicjnt klsr.Er steckt ia Nopf e 
des so oft besckriebeÄe*, sodass Du raick zeitweise sicker mickt für ganz mor 
mal eracktet ac^st.Nua soil ja die Zeasur vprviber seim,da kajta auiE js offe» 
seim.VoÄ neiaea -^all eraolte ick raick wieder gut .uekua^ert kabe» wir den 
'- letzte» Momat aickt ,möÄ ist gaaz gl"cklick ,weaji rawa mal »ickt voa eiaer 
Kartoffel zur aaderm giert uad zufriedea okae Huager eia gutes Bück ia sick 
aufaekmea kaaa,auck klappt die arbeit soviel besser. Deia Paket wird uas Äockl 
laage stiitzea.Eia gutes Buca brückte «ir eiae -^ekaaatetDie Vv'eiskeit des Budd| 
dkavoa .lelmut voa ^laseaapp^dks ica laagsam durca ackere »ds der S-(;off eia 
aem dock aickt so geläufigrAllerdia^s die Aufaebuag der Koafereiz lässt uas 
aicki gerade optirnistiscft ia dia Zukuaft scAauea,aber da wir aur aock vöa 
eiaem Tage zum aaderea lebea uad axt jede« gut verbr#'CÄtea uad aMderea Frett 
de i^espeadetea daaKbar siad,lassea wir alles aa uas neraakomraea.Das gekt abe| 
aur ,weaa aaa sica ia etwas wokl fi^klt.Dass Du so voa dea J&^krea gequält wi 
st , dauert uas sekr.Du aast jü auck zuviel^ aa de ü^siÄgwie maa ia Kola so scköl 
5 agt.iiaderersetts bist Du aw taga alleia uad kaaast Dir Deiae ^^rbeit eiateile 
was «ir bei dea dauerad aaweseadea Iviaaae,der bis zur Kücke vordriagt ,mekr 
wie lästig ist,deaa dies ewi^;e Geaörj^el ist oft aickt tragbar. Nua ,da die 
Kiader da siad ,ist es aerriickfür aL.ck,sie kelfei bei dea Eiaknufea uad de; 
StekereijweMfeSteas Aaae ,Rose auss für ikr Exaaea arbeitea.Auck briagea si 
etwöis Lebea. ^asere liex kekrte zua 5. Male zurück, ica versu cke ia eiaer 
Wirtacaaft Zusatz für sie zu bekoamea,deaa durca dea Huad ^ekt K^ckorsck tag 
lica spazierea .uad d^s erleicktert ait die Situatioa eraeblick.Seiae Praxis 
ist reckt kleia.aber er kat ja eiae Peasioa,weaa auck aickt viel.Nock scktrf 
fea wir 's. »»as aa^flaji die "äaruag bria^^ealDr Euleabboick dauert u as sekr, 
das -ckliaae ist »dasa inaa wicat aelfea kama.Weaa aaa das kali ,ist aaa steti 

beglückt uad drS ist ja auck der eigeatlic^ae Siaa des Lcbeas IScklage dea ^i 
gadia aickt aur vor ,»oadera icoj i j 



koHiiie,icÄ weide mick dajiji auck daki» verfügeÄ,^o eime iviöglickkeit besf^kt^ 
j^ Himmel ,das» wäre »ock so etwasi Vielleickt w«=gst i>u ^ick da»» dock »akc kie: 
L UAausde»k:bar sckö»!Da8 Bild vo» ^ramk ,kat mic» sekr erfreut^u»d »u» bi» ic 

^ gespaA»t auf i,Ä»ak's £'o»t' rfeii» laAge» Gewa»de.Hier kabe» wir »eute^^* 
Wärae ,d* KÖAiite siesisk leickt drausse» pkotograpitiire» lassen. Vo» dort wi: 

^^ ja tolle Kälte u»d '-L'or»ados gemeldet .Möcktest Du gut marm sitze» u»d »ickts 

f vo» alledem spüre» IDeimea Brief vermag ick »ur i» Abstä»de» zu bea»tworte». 

|, da Sckorsck die fLsc^ine immer wieder für die bteuer beAÖtiät,die er sekr 

i umatä»dlick macAt.— Wie kerrlic» auss Dei» ^rleb»ia mit '^oska»»i»i gewese» sl 

\ sei»,koffe»tlick küst Du dies mit ^Ibert gekabt u»d geAiesst er soe ^was e^ 

be»so iAte»siv wie Du. Bei u»s ist es ja leider »ie der Fjill ,Scftorsck stamirt 

H aus ei»er zu ver8CAiede»e» Krippe uad wir fi»de» kei»e '^erstä»di£:u»h::weder i» 
vi' 1/ ' 

^ geistiä;er^^eeliscker Hi»sickt ,körperlick über»aupt »ic»t. Ick kätte dainal» 

^bckluss macae» solle», aber ick glaubte »icat ,dass es solcke iVjäAAer ^^Hbe.diel 
■>^ überkaupfe »ic»t auf Fraue» rea|^iere»,ick kabe ikm die scriö»stea i^raue» vordre 
^ fiikrt.Na »das ist ebe» -^ecA Ia der »'»'akl des üescaickes ,Gott sei J^aAk kabe ic 
die famoseA "^'ädels^aöcAteA sie eiAeA glÄcklicAereA ^riff bei deA NorAe» ka- 
be» ,dÄA A»t gicA meiA jfiebeA ^elokAt.Sie siAd beide tücktig u»d lieb,irfee»d 
f7 wo erkält ma» docA deA ^^usgleick.MeiA ^beA ist passe, maa ist es selber scka 
^ Id ,weAA naa zuviel verpass te,die "^rtiekuAg passte ebea Ia keiAer Weise zu 
«arameA.Trotzflem biA icA naeiAeA -^IterA daAkbar dafür, dewa soAst kätte ick 
dies tebeA Ia soicker HJiAsarakeit Aie leisteA kÖAAeA. EIa Se^ekjdass eiAe gol 
deAe JugAed mit geiiebteA JiilterA alles überatrakt ,das »ilft mi|r immer wie- 
S der. Der iViaaA kaAA ja auck a-ckt über «eiaeA eigeAeA ockattea spriAgeA.Kla- 
geA Ailft Aickts, jedem seiA i'ecAiGott Daak kabe icit das sckÖAe H»us u»d »ei»( 
liebe» i^reu»de ,die mick alledi»ss »ur zu besucke» wage»,we»» Sckorck »ickt 
da ist ,da er jede» -öesuck durck sei»e kalte Art aufaäA^t ,ke»»st ^u dieses 



uefÜAl'.^Hir ist ei» u»^lücklicker %»sck u»d das ist das uliazi^e ,w*s mit dii 

Möglickkeit des Durckkalteas j^ibt.Ic» »atte als ^^iMd scaoa immer ^Agst vor 

^* dem ^äl?ckeA das Kalte Herz uad es ist als ob ic« es durcAlebea m^*isste.Hof feA' 

P lic* komwt ei*a».l der versök«lic*e qcaIuss. ^ iti'y/^f^/ ^'*^**** ****^y*t*' ,- Uf 

ß,^h ß"^ U^^i^^nJ ^-^e^ ,^^ ^. "f^Ji uJ.U^ ^^s. ^-^ 






kiir^.^iB l«f^*^K ,dawit sie zu ikrei selt^»<»ii '*'»i7.v«»r;;;ii^**.;;^ii ^i n JP»»r li«hp»| 
?este w'±v^m «IT» lieber gewesen, «ber rl.i<»«e Arbeit verweiger» die Sckuk- 
MacJter we^e» zuviel Make. Dös "'lldl^r^^r v*^a'^'^<»i tet •?ici» bequemer. Dem 
deutsckei SpielMamn kstte «-uck .jeder auf «eimeM Tl»ck,norl« -liig* Bücke] 
».US aeimer reickkaltigeÄ Bibliotaekjdie bei: der -^ülle ujtbe*cktet ^eblie 
bea warem.SckorscÄ ki»tt;e eim R^d skizziertmit Pimsel,eiÄ Zeicke« ,dass 
er meime alite Kiste durckrepariere* will ujid lackiereÄ.Die Kimder k»t 
teit micJt siimig besckert ujtd ick freue nick ,dass sie «eijieMmleituiig/ 
ikre G«bem mit kleineit Reiaiei zu versenri ^ lacakomme» und i* kerzlickerl 
ij'oroi f'reude zu bereite* versueAem. 
WäArejid Ikr dort iü -tiiis umd *^cAmee sitzt »fliessen wir fort ,d»s zu weiij 
ge 'Wasser des *:>oiBJÄers stürzt sick »u» vom Hiamel umd de« Borget. Tö^deffi| 
freue» wir u»s ob der mässlicke» Vi/eikeaackt , sickert sie dock die üirate 
i* eimiger i'ora.Früker kätte mam überhaupt Jiickt darüber geredet. Tempo.i 

isutajatur et mos mutamur im illis ,so leritem wir beim geliebten JRoos!! 

T u -.id^te mick im der Aa. Bibliotkek amumd werde mir demiäckst etwas 
ick mexr 

VQÄ P^'arl S. Bück leike»,WejM)#«8Kia " Tke Proiaise '*aal ske» ob Icä durcki 



X 



koMmei^it «--* Eigen Versteke»! Es gib^t wemm auck skwer scko« wieder 

« 

deutscke Sacke» zu kauf em.Fabelkaft ist der Rowlt Verlag, wem* mai ei» 

deutsckes Werk ergattert. JNlatürlick siad Ausfükrua etc. dea keutigeji 

Verkältatssea aagepasst .Aber aaa freut sick ob jeder Aareguag uad 

Leistumgjdie eia wiedererstea.ea!desA Haadela uad Lebea zeigt ia4 diese: 

allgemeimea Misere. V/ie ffla^; es ia Palästina sick eatwickeljtJWir koffeij^] 

dass trotz der eatgleiatem Komferemz eia Ausweg sick fiade.Der Russe 

ist ja leider eiae arg starke Mackt uad reckt verscalo8sea,Maa wiess 
aie jwa. dieser Kolloss vorkat .Sckade,dass aaa aickt ia Huadert Jakre: 

die Eatwickluag voa der Perspektive ' beobacktem darf, das wäre iaterirs- 

saat. Hatte ivigda Koll 2 Sökae,ick lerate aur eiaea keaaeaals ick im '^- 

Berlim sie bewuckte. Wemm Du sckreibst , grüsse sie umd auck Tilly Gudd 

Mt allem Verbiadumg aufzumek»ea ,ist für sie zu lästig, mam freut sie 

aber sekr über sie zu körem^ umd dass sie keil umd gut das Böse überst 
dem! 



^ 



1^ 

^^ Beikmacktst-ge 1 947. Liebste, gute -^Jima 1 £las war ei» Fest damk Deite 
Cr ^ ^^ Mattest Spas« geJtJ«bt ,wie wir amMl übemd zuviert ums ua das Care 
5 i Paket sckartem,2o Ivlimutem vesucktem die gute Verpakkumg zu sckoÄe», 
dasParcel am eimer oeite öff Aete»,dajtÄ am der umterem, weiter ums 



i 




f 



M^'imtem^dem immerem Kartom umrersekrt üerauszuscÄiebem,was wir aber 

^ V mack dem vielseitigstem HAtscklägem aufgabem umd kurzer Hamd auf 

f s ;kmittem, damit die überrasckumg emdlick ikrem Amfamg mekme!V/aE das 

ei^ie Freude!!! Mit sovciflem gutem uabem komjmem wir Qurkk dem Vv^imter 

^ vj Herzimmigem Damk ob solck üppiger oemdumg umd besomder« für Deime 

persömlicke Müke,die es mock viel wertvoller umd liebemswerter aad 

Wie die Scklimaer bescmautem wir ums alles umd werdem ums eimelam«^ 

ge F-^eude dajuit bereitem umd auf Deim umd das der FaMilie Wokl ums 

eimverleibem.Hoff emtlicm aast Du mum imzwisckem auck die Hauptsacke 

A jk, laeimer Gabe ii» Kopf des Emgels emtdeckt,die ick mit viel Aufregumg 

^t::>^ umd Spammug wie Liebe »amdte.Weil es vom '-^'.kte Glaire aeim Erbteil 

£^-4^ ist ,die sckom ia vorigem Kriege stets zu verJaumger« glaubte, wird a 

auck sie sicm freuem,dass dieses birück,das sie täglick trug im Ddm 

liebem Hämde gelmgt,die sie Dick auck so sckätzte.vVir kattea eiie.m 

friedlickem h€» Abemd,dem die Kimder umd icm mit der Ckristaette 

1 

-v/feierlicm bescklossem.Aa erstem i^'eiertage freute ocmorsck sick der 
•^ Eimsamkeit umd wir bei Gerta Mottiarpgeb Horster, die iaier lebt.Ge- 
stermkattem wir eimem mettem N-ckaittag umd i^bemd bei »eimer SchwSg« 
gerim,wo mickt mur der iWagem^somderm aucÄ damk des Literatur Studie: 
s remdem Sciiwiegersommes der Geist micmt zu kurz kamDöm Gabem^tisck 
der Kimder kattem wir alt altem Dimgem bereitet. Ick stiftete Amme 



l 




i 



aeime» Sckaftstief el,die öckorsck mack seimem Umfall mickt aekr pasi 

' tem umd icm im scmmeereicmem ""imterm trug. Er stiftete Rose seimem 

^^^^'y'soaaer-amzug.Seit 38 verscmemkte er 8 Amzüge,3 mocm macm dea Bramde 

'^der »^tadtjweil er solcm eim Optiaist ausmakasweise war umd glaubte, 
> J 

gelegemtlick mal wieder etwas l^Ieues zu ergatterm.We*» er so weiter 



eke,aeimte ick,dass er ait 7o dem Somaer ira Barl^amznge verbrimgem 
\ ^ansse.Da aber die «Veit rnmd geht, so h~r^*i wir dass auck darim eime 
^^ Lösumg sick fimdet ,we»i e«^ mottut! 



29. 9« l'odestag meines geliebten Vaters. Liebste AnnalWir 
sind Dank Deiner ferilliant durcli die letiten Meoiate gek:omii| 
en, möchte der Winter ebenso anneimbar wefÄÄnlTag für Tag ' 

ernten wir eifrig Äpfel und demnaächst wühlen wir dankba: 
in unserem kleinen Kartoffelfeld. -Anne besuchtatroti des kl 
:urien Aufenthaltes die Tanten und war erschüttert ob ihre^l 

Aussehens, aber begeistert von ihrei? lieben Art, sie ist di 
Prachstück der -^^'aiiilti in ihrer Hifsbereitschaft und *ärme| 
und ihrem gesunden Aussehen, das durch eine Dpüsensache sie 
noch kräftiger erscheinen lässt.- Schorsch nahm 17Pfin sei| 
nem Urlaub au,woTon *r*^n ebensofiel Tagen wieder durch 
unsere fettarme Kost wieder einbüsste, möchte er wenigstens] 
sich auf13^^altenl-Ich verliere seit meinem Schädelriss 

Tor 5 Jahrenmeine gante Perück^i obgleich ich sie täglich 
, feste bearbeite-r Du wirst ein gleiches mit Deinem ^opf e 

machen , um alles lu leisten, was gewünscht wird'iäglich ho: 
fe ich auf einen bchriel- Ton ^ir,aber das ^inleben wird Dil 
so schwer fallen wie mir naeh den freima tagen. Ich bewahrd 
Deine F rief e ^und ^arten alle und bitte l^^ich ein gleiches »| 

lu tim.Die ^'ortsetiung erhälst ^u sobald wie möglich, d*i 
Arbeit und Schorsch rufen, daher nur Dir und den lieben 

Deinen innige ^rüsse herilichst Deiner \^<^^'^^^^^ 



;v5sencÄtne„.HgrrijamrM..Ä^ 

.ittttl^D-alieiihcrg ...5 
5^ ^ Würiburg 

Wohr.o/1, auch Zujfell- oder Loifpostamf 

BaTaria Geman 

......U»S"^"A-j Zoß« 

Strolie, Hdlusnummer, G-bäudefeil, Sfockwcrk 

oder Posfschlieh'adinummer; 
boi Untermietern auch Name des Vermieters. 





Krau 

Anna Tb.Salonon MeD« 




• ^^ Mmfit &Bd At<» 



New lork 24'N.Y* 



SfräheTHauTnu^^^^ 
tachnummor; bei Untermietern auch Name des Vermieters. 



(Hz. 7. 47. 500 OQP.) 



C 154 Din A6 



S(J>u»oat,a4tolu*-,oU*c 5-^1 '^1. 



<ll^ UUxiA, 



I 



cA(u^Avu>t. (kJl'Ci^ot 









^'i-iy^oC dClt Jbcc' o^«^ vi^eva /Ä^. tU^A^ 



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jtJfAyu,>i^ yC<M,c^^.AiJi y^unJ ,e^ , otutfSt 






f^<H^-Jact**y 



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><<^' -efri<*^cA^*AeCPi-»^-'*-**-*-«'0^ '<-<<<* (Um^c<. fHu'J^' 

^^ ^»i^uc Ji,c<i,ZcJUu^^cc. £ö :kUa -<-^, ouL4xU^ 

^MO^ tQo-c^i>t U<iob9^ou OLß<^ooc^ K^. JoA JU<^ 



^aU 4^M ^'oAoUfu ou.,.U, U.,^ j,,^^ 



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.^^l^^ßn^t^^-i^i^oe-i^ i^O^ ^cß^Out 






AyL^L^yu^ K O'l^iyLyL<04JUuU 



QhL^Oi^L'i^ 






UaJc/l Ul ylcJx^ 



pi'^S i^O-oly^^^yi^ Ayi44.t^ iSch^0^^lJaA^C<>M4^ 






OeJ^ 






Ji4yiAyiy^ y(AyLH.,iA^jeiZ<y^ ^(Öt^-d^ 



/suco ^A-t^^'^M^/ ^(t^aSu Xcu^L^A^ ^^^ 
^c/iV 4^du44^ J^acu^oc Ve^ ik^ 



/a^^/C 3fi^<^i!<^ 



>yij^U^X^^-f^ 




Q<j.<J^,eJi^^'^^ 



t^C^O^ QuAAA>L4yU^C^'i^jeAA. .^^uU'X.l^C^ CoU ^0(:r 4.L^^^ 



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(>(A.<AyUM..tyti<AA4. ^oS^. "^Co^^^ Ocß^^^^ 






öly^jui^i^^ y(^'Q^ Oi^y^J^ A^C^ Qi2eä^ 



Ji^Qi^ ^Aji y{^g<Mt4^ • £^cn yU-<^£^C4^ ^k.^-^ß^ 



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iUfA /üJIh fl^MAJkJ^ SiM^ «(uii4 Dl? SU4 Wi 0^u, J^uAJtoi Act «C«*«^ aamA^ jl 

2iM,^ %¥^ /Ü/A^i lUva.Mt/iuAt4A.^jfli/i4^a0iMlfk^ 

Jti«^ Wi#teM* /tot fU\(ilU4MUfei^*<M,tf*^'ii^yi^ 

|«i4t j Ott? J-nt*- ^f^^MJ^AMä^ drU, O^M^tlJ^yUtLku^Ai^ 
ciH^»v«lMvCt*x&. ^^itiM^Mtdl xMM^iUL /iM^iiUM' 4cL 

ifi,^,^^dii WjM^ jkAMu^ Mt^4uL iii tiM^ fiJMitJjUu. 



i 



JUwu iM^i^ jwlefc #ii«t< >i*««At •(i«|.^^ 



^^^ .^,, /|/(l«Mii0/ liXfUi fÜMf^. pM ^flwÄ^ /»w^^ .toie Uu4/fr ftu«i« ^ Vit 

^ %JkuAJ^M kM^' Ow ^iUAM^U M^i M**^ tUMl lltLMtM, 4t£ui 

\nJi*^J9tJiudUciei^tL^Ai^A4Jh^ 



MMA, 



Yamam 









K m;»(1 /UA*e /i^>tH 4it 1^ Mf&^ 

■ ' «■ ' . ■ • . ■ ■ ■ ■ ■ • .• 



Hermine Herrmann 

geb. Du fdoni 



2^^. Liebste Anna I 



Leider nsst Du recht ,v'-ürzburg scneint ganz oesodders nachlässig in der ZasteL 
lun^- der Pakiete zusein. Ich best-ti^e sie stets am 'lag des Empfan^,es. Deine ^ 
Briefe erreichen mich ziemlich fix, wenn man ein bis 2 Wochen weni^ rechnet. Di V 
Zeit ver^eat ja so unendlich schnell, das man sicn c^n chinesische Zeitbegriffe 
gewöhnt hat. Nimm lieben -ank fijr Dein Schrieen vom 12 Januar, in dem Du mir ge 
rade in eine deprimierte otimmung den herrlichen lieis ankündi-^st ,bin ich selij 
so iiabe ich etwas wieder in Aussicht. Die nächsten^'onate we-den hHsslich,wenn 
man sich auch d:.ger-en stemmt und nicht unterkriegen lassen will. Dazu las ich 
OS. m<4 ^^nS Ghetto^aktion,die einen total krank machen, sehr ecklich und depr ar- 
mierend ,dass so etHaa im ^sesee;enten ^e.talter der Zivilisation denkbar ist.. 
Eine uemeinnfieit ,vor der man ailflos steht .Entsetzlich ,was manche Pt/ienschen 
erleiden mus:.ten!Kein Wunder ,das Du zermürbt bistjcer Du doch viel eher solche 
Dinge erfuhrst als wir. Dazu die traurige Erkrankung Deiner Freundin, dem ^ngel 
von bibirien ,über die icn vor einigen Wochen einen /^rtikel las. Möchte sie 
einen gui;en Arzt nahen, der ihr geni'^end iv^orphium giot,das Inre ..ualen erleich^ 
tertlMein Brie f wird so rcüal wie die amgebun;^,icn scnreibe mit Handschuhen,d<-4- 
Du mir voriges Jahr sanüest.Du glaubst nicrl wieviel Du dadurch bei mir bist. 
Unddas ist das Ermutigende and f^rfeuliche,da die alten Zeiten dakbcir aufleben. 
kan muss froh sein, sie e^elbt zu nahen . Unseren ^^inderen steht nur Hartes be^ 
vor-vVie gliicklich bin Lch,dass Du mit den Deinen so weit gut und zufrieden sei/1 
Kannst -Wenn alles gßsund bleiot , dürfen wir nicnt klagen. Übrigens ich vertie/^ 
te mich in aie -^utherfords von i^orris,die mich interess Lerten,aber auch entt« 
t uscnten,da die sozialen Probleme aufgeworfen werden^ ohne Lösung zu bringen, 
iv^ir fehlt meistens an den ^m. öanhen zu sehr das ^emüt,was icn alleidin-,s zum 
ersten Iviale in Mama 's Bankkonto von Katryn Forbes fand, ein erweiterndes und 11« 



bes Büchlein! Begeistert las icn Das ^us ßrentan. von VVolfgang Iviüller 5Jon Xö 
nigstwinter,es tat gut in diesen gerunsamen weiten der Poesie sicn auszuroihftn 
Hoffentlich fandest Du^inderuno mit Deiner öcaleimbeutelentzündimg,ich finde 



es so deprimierend, wenn man für die Seinen nicrtmehr alles leisten kann und 

sich mühsam schleppt .Möcnt est Du bei luntreffen meines Grusses davon befreit j 
sein und wieder scamerzios and fcoh dui|chs ^asein ^ehen lAnele kam f"r einiget 

4 ■ 



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^e auf dem Heimwege von ^^alchensee,wo sie bei arete v.<iuester aushalf und sr 



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etwas verdiente. IcU war tatsHcnlich froh ,sie aus der Kost zu haben, so ger 
ne icn sie aabe,da sie, mir aucn hilft .nächste^ wociienende mus^ sie wieder i 
ochwarzerden sein. Ich bin auch nach walchensee geladen und ».verde nach mein 
grossen Wäsche Hinreisen. Ruth versorgt dieweil öcnorsch.Sie ist ein r^'lhre; 
des vjeschöpfchen."^eider verlösüt sie uns n cnstes Jahr, sobald sie iiir otu 
diam,das im ^^^i beginnensoil beendet hat.^ii'ben kommen die -schuhe an, das ist| 
ein Jubellaber Du hast mit Du Mont Ischen i?'^*5ssen gerechnet , beide ^^inder ha 
ben Gott Dank nicht meine langen Mühlheiüier Böötchen. Sie passen aber Gr.^J 
zum al^'ick ^chorsch,der sie selig in iii^mpfang nahm und herzlich dankt, Anne 
war r^'inrend ;trotz der Enttäuschung fand sie gleich i^reude und einen gewiss-| 
sen Ersatz in den Bonbons. I\iimm lieben -^ank fpr Deine Mühe und •*' Ausgaben / 
Die öchuhe sind ja ein herrliches iVatereal,wie teuer werden sie gewesen 
sein] oc'^o-"^^^^^ hatte gerade einen ochulischein beantraget, wir hoffen auf 
seine üenehraigung und dann auf einen ihm. Bekannten ,der dafür Anne ein Paal 



gibt, dann w^re sie wenigstens versorgt .Früher hätte man gelacat,wenn einer 
sich so toll über ein paar ^chuhe angestellt hätte. Diese Armut bringt auch| 
V viele kleine Freuden, und es schadet garnichts ,dass man diese harte Schu- 
^K ^ le mitmachen muss, alles hat sein Gutes im. <,C'et)en,ich bitte nur uum die 

* t^ Kraft alles schnell umwerten zu können, das ist die ^iquptsache ! Manchmal t:e 

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^ '^'lingt es ja nicht immer .i^iesen wint-^r t?r-gt ^nne bchorsch^s Militnrstief el 

und bis zum bominer hat sicn diese Frage hoffentlich geregelt. Hab nochmals 
neissen Dank für j^eine i^rbeitl Hoffentlich geht es Dir bei Empfang meines 
Briefes besser an:"j wir^t D^^ nicht mehr von dem elenden i^arm Requ^'lt.B^i 




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'^"^ • letzten Jahre to]l,^ber zur ^eit bin icn verschont. Es mach] 
.. r^ P so schlaoD und denressiv.Auch w?^rt^ ie?h r«u-r dl* "^^-lösung Deiner ar^m-^n -^'»•i 



8^^ dir^,^'^*'3 arm- iw^nsohenkLnd ,dazu d*n Sohn verloren! — 




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A. Dürer 



Madonna mit vielen Tieren (Albertina, Wien) 



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r 1o.1o.Uebsa Anrial^vocaenrang wart« ich%u5 eiBT f-eben 
Leichen von Dir, natürlich gerade habe icn "meines der ost 
'überleben erscheint Dein Brief ,hab innigen^anic. He seh 
schwerwS' S Dir nun sein.da dort eine Inflation im klei 
t^^nThrenAnflnK nimmt, gerade wo die Kinder zu solch teure 
^ o jS/SmS NuTwlrst Du selbstverständlich auf die 
Ireude Äf SkSSungJn an uns verzichten n'üssen,was fux 
Päe Te!le^cht einfich ist, aber "i^/^Jf^^lj/j^ S!s tt 

r^t^^'S^rStSltTniS^u rufferSr'uÄ'aSf Sinfs ^ 
Prrf'SdStarenSe^nafso begebe Dich demnächst an dies 
t^!^Li knacke die Nuss,ohne neiss,lcein Preis. üus dem e..e. 
SvlelteS Wo?twie Satz «ie wir Daheim waren , Kannst du es 
belielntger ü^er!egeuns erraten.Möchte es . ^i^^.f f |i«^f _ , 
Es iS ein liebes Andenken von Tante Claire ,die |u j^ ai 

bch'kemstund ich bin f Jf g^-'^^SÄi^^Dii^und d^n%ei 
(kommt . Möchte , es ebensoviel ^1, «J^fgg^^^a geglückte ., 

SSnTaSfnTir SJefcit .winir'Sch?en! .^s stimmtfden ßri 

'eTvof'llig sandte icn l^tv -nl.aber er gin| wie oft an l 

der Censur verlore^dass sie. ehen kapnsctirieD ic ., J 

^^^^^ fj^r in^äe^tdtrSir^ ^re udeund ich | 



Absender 



rTonia ni Hildebrand 




öln-bayental 

Iteburgerst.r.J. 

einlafiÖ^'GffettiÄ' 

Britische ^one 



Straße, Kausnumnier,Geb£ude.ei<,!>todcw«rh 
I ostichHcftlachnummer ; 
bei Untermietern auch Name des Vermlelen 





465 West End Ave 



New i^ork 24 N.Y. 



MraLc, Hausnummer, Gebäude. eil, Stock werk oderPost<rhiirb:achnummer; 
bei Untermietern aucii Name da Vermieten 



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Salomon 
Anna i^^-^omon» M • D . 



Lie^h/^MAi ^ ^^^^ 



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BY AIR MAIL 



AIR LETT 



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IF ANYTHING IS ^ 
CLOSED THIS LEt^ wv - , , 
WILL BE SENT rf'^UO'" 
ORDINAKY MAIL. 




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Second fold her« 




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Köln-Sülz, , 

ßoiharsir. S6 



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NEW SCHOOL FOR SOCIAL RESEARCH 



Inter-ofRce Memorandum 



To: Dr. Salomon 
From:Dr« Staodlngiar 



Date: 3-25-^7 
Re: 



I return herevith Wilhamina MiMnBter't lettar» Thank 70U for letting me 

T^9A it« 

▲ C.A,H«S« package va« tent to her on fe'broary I3, ^ut at that time Z 
had an address diff erent from the one on this letter. The package was 
sent to Stegstrasse U2 II, frankfiart/M« I hope it reached her» 



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Jyiünslep 



Köln-'Sülz, jt*^ 

Holharalt. 56 Sva 



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X^itUm^ ^¥mi 4^/ 4 



jiHUu. A^ Mh^ kHS€4^^ m044€i 9 4^^ A^$!/tkVf^€4^ dCiUUm^^ .diU^^44^: 






M^HU. )i^jt^^C4A4^U^ jj^^'^iiH^HJU f^4¥i^, 4¥^^ j^,^i^^^ 4i/ff^ ^^ /^H^ 

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vH4t^'9n/iffiHi^'iX' ^<in^k/it44- ^^HS' '^♦^^^^•^jf^/ ^^/^W^ y^t*iH/ , tftn*^4f$t^ € ^ )C^i^4¥r4^L ^fJt^ ^^i^. 




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duift^i, frmo^licht ei« '"eitf?r««.«ei »icht teÄg,^ ,«ß bleibt inim^r «och et^as fvr 



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D* Du selb.-.t so *erÄ- hilf st \wir t Du mich auch s-in •rr.tea v-^rsteheÄ,f.<*itrNoch 
iani-Tr erstrahlt allmor?,ejidlich^ di- lieb<? Sot^e ,di- raa^ to liebt , ab -r'iiü dier.fii] 



vor 



ßijil-beü der erstem '%^e seijtilch |r,eiie£se da« 'i.aaamjne««ei« mit A^«* .di 



ira 



kocht eu1ru*d «üt last et mich Ä*^r.Di 



Jahre lieber ?re«i.?,er sähe, da die |^a«ze Ermte verdorrt ußd derHut^er drohend 
Ui;s^ allejft f,teht.Ob Du Aun.mit de« -^einem .?,ut erholt zurnckehrtest ? !Wie schwer 

das ßijilebeü der erstem %^e sei*! Ich • - ^ 

mir rührend hilft uisd stets bereit i3t,si 

Kaisi*chea,der Vo£,el UAd Hu^ad si«d schner sr^tt 2.u krie^^es ,dazu der ^««^treich-r 
«eit 3 •'»'ochea ,der s-icher .joch mal so lan^e weiterduÄ^ltsind keite Klei«ifkeit. 
TTotzdem werden nir aber die ^est^roche uicht verpasse« usd mit Fi^.aros Hochzf^it 
be»ijt«e.A,TorquatoTasso folget -lasse« usd wassosst foch .»ut f.ef^ebe« wrde:^ wird 
Näch^teft Freitr^* wird Anne dem Rheislajid zustreben u«d »ach i>ortm.UÄd fahr-t.Wef- 

ebee mör,lich^ werde« beide Mädels Dei«e 'i^attes auf suche«, es häs^t davos ab^ob '^ 
Tota sie UJtterbriA»,e» ka«s,de««cfaste Lähmerchea ist v^rrei«t utd Grete '^ 



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_ , , - — ^ -^^«^ ßoif-eei^l 

ebe«f all». Durch die ZusamiaefidräA£,usg, der Zerstöru*^ findet sich «icht so ieicht 

eise Ujiterkusft.Fast alles vo« Deise« Bef^u«.jeÄ spare ich auf de» WiÄter,,da ps 

jetzt ^emüss ^ibt ,Tfesi^steÄ£ 2mal is der •»'oche für eise« (fa^. Gott sei ^ask h 

habe« wir vi-1 Apfel im ^arte«,derea i^^allobst laufei^d jede«^ag ^etrock^et wird 

Wäba es «o weiterä,eht ,wird das d»t. einzigste Erste bleibe«.bis zum Herbjst si«d 

alle abg,efallejf*.Schorsch schreibt sehr asgetaii vo« sei«er fCriae u«d Empfaf.*,rir 

5-ehr verwöh«t UÄd fürchtet scho^ uisere frug^ale Verpfle^,u«r, wieder.Er hat schoi} 

zuf.esominej&. Mordes reist er zu eiser Gberi« i«s SÄudrla«d,die 8 J-lire sei«- Opera 

tiojtÄSchweiter uad 6 Jahre Oberi* i« Horde war, dort trifft er <Ärete Boisseree, 
so hat er Uftterhaltuüi;. Diese EstspaiAu*^ tat ihm uad mir sehrt-^^ot .Asjie war fc'sz 
traurig ob dpr Wasserflec:te« ,die ich auf ihres Brief macRFe. Sie' wollte ih« '«ach 

um 12 Uhr «ochmal seu schreibes,da«. haje ich verhindert .-ich hoffamt «Deinem Ein 
Verständnis. Tante Emi Horst er^ die letzte Schwester meingi Vaters wurde von eine,?^ 
scmeren Krebsleides erlöst, ich war ihr in de« letzte «Jafflien bei^.insit verbunde4l 






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AyOLOuu. /o^aH ao^ttruc tft*<^ 0^ X<,<kC^yU. -e^i^VcoA***^ 
VoA. o^^ ^^ ^\yUet<^ .A^^v^^Kutt^f-«-«.. o.*^^e«.Äc^ 

.^f^vA^ *c<e*o^^ ?-ÄaÄ,^ ^^/J'^^'"^^^,^ 



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C AdvtBt 19^7ttiitbst« iitste -*^mÄal "^ägücli werde» mtime uedamkeM zu Dir gezo 

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gern, aber es (ätauert lauge bis icii sie zu Papier zu briagea vermag, Heute i«t 
ft^korsdk der das ueklapper im der eiazig geheiztea Stube. micJat ertragem j 

Icaaa JFial mickt da uad ick ;aütze die kurze Pause, ück J^ir sichtbar zu verbiO 

f ' . 

dem. Ick habe seit eimigem '"ockem das Empfimdem ,das Pu seelisch bedrückt 
bist. Das simd mickt mur äiie i^lagem umd Nöte der Zeit. Natürlich wirst Du 
mum wieder um Deime Freumde umd Bekammtem im -^alästima bamgem,wie geht es 
Gamdz,die dock damals kerübcrzogem?ich glaube auch moch^Amdere Verwamdte 
vom A>ir?IDas ist es aber micht alletme,ich habe mamchmal dam ^ef"' hl,das8 
Du irgmedwie Dich micht wokl f ijhlst, umd das macht mir öorgem.Demm die Brie 
f e beamtwortest Du micht mehr ausführl4tk,als kättest ^\x keime Freude mekr 
dram. Beleidigt bim ick mickt darum, es besorgt mich mur sehr. Du wirst auch 
restlos überlastet seim,mam hat im umserem Alter doch micht mehr die Kräf 
te eimef 2o jährigem. Hoffemtlich famdest Du mum imzwischem dem Hauptwert 
im Weihmacht semgel. -Vom dem Mädels lautem die/j/'acJarichtem zufriedemstellemd 
Amme istselig ob jedem '-^ages ,dem sie im der Gymmastikschule obem im der 
Hhöm verbrimgem darf,wemm auch die ewigem magerem Suppem auf die -^aener als 
eimzigstes Futter mebem etwas 4^rockmem Brot micht sehr stärkemd sich aus - 
wirkem,aber der 'fom ,die "^ädels ,der Lehrkörper imteressierem sie sehr. 
Rose kommt mächst em S'ommtag umd auss im dem Feriem fleissig für ihr^xamem 
studierem ,sie ist äusserst eifrig. Sie müsSem halt zusammem mit der Studem 
tim zu dritt im eimer "^tube schlafemumd wir simd froh,weam wir sie moch 
warmem kömmem,demm soviel Memsckem kämm Sckorsch im seimef Scnlaf- Wohmzii 
mer mickt verkraftem,er ist sehr ali gewordem,im ^rumde war er ja mie ijum^-^j 
leider!!! — Deim Festpaket errreichte ims noch micht, doch aörte ich,dass 
sie 3 Tomate umd lämger mum umterwegs^ »eiem, so erhoffe ich es auch vom de?;; 
bchuhpaket für ^^mme! Hoffemtlich ist die Imflatiom mickt w^ter gestiegem^dt 
Dir soviele Kopf zerbreckem makkt. Die Haupt-^last kat im solckem Ffliliem. ste f| 
ts die Frau zu trägem. Mick drokt die ewige i^orge um das täglicke kmappe ■ ([ 
Brot auck mamckesaal zu zermürbem. Mam stekt dem gamzem -^ag am Herd umd dfM 



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LädeÄ,müiit «ich die Gehaltlosigkeit durch \Aielseitigkeit zu ersetzem^umi 

doch köm»te ciam aach jedam ^ahl splelaad aoch eia ächweiaekottett verzehr 
rea.Wer hätte aich je aadh so atwas früher gesehat.^ Aber Gott sei ßaak koa 
aea doch auch wieder aadere lateressea durch, die eiaem durch dap schöae -^1 
terahaus eiageprägt wurdea.^o hatte ich gestera eiaea schöaea ^Vchaittag w 
Gerta Nottarpgeb.Horater aus Boaa ,aeiaer Gousiae bei eiaer ^äageria.Es ist 
so schüde ,aass ich stets alias ^^-lleiae machea muss, Früher schob ^chorsch 
seiae aastreageade ^rbeit vor , heute seia "^lleiaseiawolleaiwas er besser 
schoa früher gewusst habea würde. Ich bia selife ,weaa die i^^i^der dasiad,daa» 

hat aäa weaigsteas eiaea der mitgeaiesst. Das»- lies stets so alleiae tro 
tzdem maa verheirstet ist ,fäitlt mir so schwer. Geht es -^ir auch so oder ha 
hast Du mehr Glück?! Vor eiaigea "ochea besuchlie l'ota mich, sie s*»fet sich 
prachtvoll durcht^aale ja auch ,aber das war schoa imaer ihre Art.Fauchea 
uad Tota lebea recht zufriedea ia ihrem behagliohea RauÄ. Erhieltest ^m 
eiaBuch voa Alberts Zusamaeafassuag? ich bia ja so gespaaat drauf • — 
Habt -^hr auch solch dumpf es, aebliges Novemberwetter?das aiinmt auch die Ela 
stizität.Was mag die Loadoaer Koafereaz zeitigea^der Russe ist eiae arg har 

te Musö ,hoffeatlich beehrt er uas aicht aoch, dc^s.ist eiae ^^oBge für Euro 
pa! Sei froh,dÄSs'i3u dort bi3t,weaa aucn maaches maachmal Wehmut erweckt. Du 
bist aber sicher mit aea Delaea.Im -^Iter hat maa doch aicht mehr die Spaaa 
kraft eiaer grösserea U astelluag.Möchte sie uas jaicht aoch aufgezwuageiipe 
werdea! Gestera bei dem eigeaea Husizierea mit aaderea gleichgesi»tea leb- 
te maa eadlich mal wieder ia eiaer höherea ophSre,fera dem verzehreade» All 
tag; da -voa soll der ^''chluss des Briefes sprbhea, damit er etwas ^Aji^ihaachtlicA 

eadet uad auch die schöaea ^eitea des -^ebeas streift, die ach so seltea gCL-.| 
wordeai siad, darum aber auch umso iateasiver uad daakbarer vielleicht empfuf\- 
dea werdea. Grüsse ^Ibert i^Haaaak. uad -^ramk. Gehe geflumd ii« aeue Jahr uad r 

aiBua mit iaaigea ^^rüssea eiaea i^'esttagskuss 

Deiaer U^tk4^ /H^-y^^ ^'^'^^ - 



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Mohot-A Anna! üchon der zweite Brief ,der zurückkom et und gerade ,wo icl 

MrohneMn wenige? schreiben kann, da' meine Armsacheauch das Itoschinen 

schreiben kr^ nimmt. Dein Brief vom 2.9. erreichte^lch gestern schon. 

?if SrnfTanSTüeines Mannes. so geht es den armen i^utchen Jie schade, 

rtaB dadurch üJuer Afuenthalt abgekürzt wurde! Wer heute tot ist , hat es 

SschSft das Lebin hat doch nichts mehr zu bieten.Rose hat ihre Anste 

KS Köln gaJz plötzlich ugesagt erhalten.war gerade zum Bodensee 

nSiitte dort .da keine waöhlicht von ^öln kam, einen zusätzlichen Kur 

SSs ?ür5ewebsmlSage begonnen. den sie nun gerade begonnen .abbrechen : 

mSsfich bin eSls ftark^daown* durch die dauernden bchmerzen.die^das 

SS^enkostm etwas stark mitnehmen, -ueinen vor exn ein ^i^lb Jahren ge 

Sandten ADDle -ake verzeht?ten wir mit Hähnchen ,der hier eine veransta, 

?!Ss hattl!d?e s^t gelang. Das Wiedersehen nach 25 ;;^Sf ^.f ^,^;;//5°^ 

und ich habe es .ankbar wehmütig genossen. Er ist wohl mit seiner, am 

W entartete iCänst wie das früher hiess,mit an der bpitze.so geht es 

iS^eStgat und seinen Berug betreibt er "^i^^^^J^Jv ^^.^f ^' 

mal von einem Manschen zu hören, dem es ausgesproöeftin gut geht.^eine 

Ehe muss auch sehr glücklich sein , nach 14 J^^^«^^^^^ ^^^ ,^i°^I^J" e^ 
be.Seine Anwesenheit war sehr schc3n, nur verhinderte "^^J^fff ^^|^^^J!^ 
Ir raeinen Gliedern an dera vollen üenuss des Lebens ungetelite freude 
i^r-Slt keinem s!^erblichen zuteil. An dera Aritkel Jaspers habe ich ge 
rade beLnSntLrlefsende icn alles' ab.Sollte ich mal wieder nacti uod^ 
K^L ^^^mon hP^nohe ich Kerne Prof. v. beckerath. Schade. das s Rose nun 
■ nichf naS ?ral?u?? koät^iSw^de aber doch mal einen Besuch machen. 

Innig liebe Grüsse Bir Albert und den Kindern. Weisst l-u vielleicht] 
etwas über ^earvey Merill ! ? . 



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»V ^*^* ''eliebte gute Anna! Doine liebe **arte habe ich erhalten, ^im ist aber 

3chlu3D rnit jeglichem ^chicken,Brief e'oder i^arten erfreuen mich ab.ir anderes 
i 2i£i^iJ!l£]HL-^^-^ hast'ims rait Deiner Hilfbereitschöft grobsarT^ij^-dern Hun^i;ertode 
^ entrissen, nun bekommen wir genug und brauchen es nicht mehr..>.lso bitte mache 
^Schluss. Sollten wir etwas drini-end- benötigen, hörst ^u in dieser Hinsicht vor\ 
V ^ns ,ohne die Erwartung ,dass Du helfen sollst, denn Such geht es- auch nicht 
|M rosig. DaHS Du so lanKO .üchta von m.r hortent ,ist meiner Äelsewut, die ich 
^ rait dem'^ahron auf 9 Lastern und 5 j^^ersonenaiitos befrtodisto, zuzuschreiben. 



otas "och?,eit mit, ^arl Anno Etijweller.cinoin Jugendfreunde', 



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miterlobon. D^«»« Tanten sah ich vorher und üauce einen ncLten "achmitl.ög bei 
ihnen .hätte sie nocteais besucht^ wenn mein ^vnnn mich nicht zurüclcbeürdert 
hätte, da er glaubte, ich mache ausser meiner Kopfquote noch Schulden, dabei 
habe ich noch nie so eUvas getan, in 2? Jahren (nüaste er eifrentlich meine «in 
Stellung keni-.en,aber er minstraut den Rheinlnndern restlos, nur die Pranken- 
sind noch etwas.' Und wie liebe ich das Rheinland mit seinen vergnügten tvSen 
seilten. Warum ist es am T?hein sooo Schön? Du kennst .ja die Fortsetzung des Li 
des, ich habe es mal wieder von Herzen genossen!! einzigartig. !! Samstag .den 
24. Pull war i^St. Andreas, der früheren ^olenkirche.der einzig ganzen, vielme 
rcpari et entir.?R^. Alten' die Traung.die ein Pater Mohrkramer, Schulfreund mcii/el 
Schwagers leitete und ich roit meiner mgl schön gewesenen Stimnie umrahmte. 
Zu 2o fuhren wir nach Remagen und feierten im Elternhaus^ von KarlAnno/rüher 
für die i'-erien)eine herrliche ^ochzeit am schönen Hhoirmlt Blick auf das gan| 
ZG Siebcngebirge und hinauf nach Linz. Ich blieb über r^.;cht und schlängelte^ 
mich über Viky.dio ich leider krank antj-af,ft.jnnef, Rhöndorf ,^odesborg, Muffto- 
dorf langsam iidt Söotc.ien den Rhein herionter bis 3ürth,wo die Jungens von 
Sulpiz die Tuntlaru Abend auf eigenem ^oot noch in die Wollen an die Schlepper 
fuhren und sie ängstigen wollten, aber das war öa gerade .was Lcn mir wünschte 
^ Freitag morgen landete ich dann bei i?*äuchGn und am nächsten -orgen in '-■•5r/baE 
-i^ um ochorsch vorzubereiten zu seinem "rlaub mit Grete Boisseree. Sie treffen s, 
^ sich in Büdingen bei «Gelnhausen. Ich hatte eine Freundin ins "aus setzen wolle 
V und zum Dombaufest nach alter Übung m t Lastern zurückehren wollen. abe^ das 
' verbietet öchor.nch und so lud ich mir Freundinnen eixj.ioine übie JSeutltis itr 
rechten Arn; .den ich kaum ohne /"chinorzcn C ich könnte schreien beider 'lelnsl 
"ten Bewegung^ brauchen kann, macht eine Hilfe nötig. alTeine ki.'nie ich i:icht 
zurecht, das ist. ::.ir in dioseni ^alle gerade recht, denn sonst würde ochorch 
diese Sinladungea nicht getJtattön.So bringt Pech auch wieder ^lück.Ollig 
schrieb ich mir eine I^'ringlichkeitsbeoclieinigung seines Gesuches zu soridcn, 
f ^ dam t ich endlich ihn wieder^ic he,denn seit ^^ahren suche ich vergeblich einen 
Tntorzonenpass zu erhalten. Die ^eltuiig^n schreiben von F^ri oichtGrungen,Tinan 
merkt nur nichts davon. Wie freue ich iiiich,dass Listbeth bei' Dir einfiel .ITof-^l 



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fentlich vex-stand^fe Ihr ^uch besser als Annie und ich, wir haben praktisch 
keine innere Verbindung, schon als Kirider nicht. Nach ihres ^oknes Tod war es 
etwas besser r^cwordenjaber nun ist w|.edc>r alles aus, unsere ^ebenssphären sin( 
zu verschieden, ebenso unsere Begrifft über %stMndigkeit. Jeder s«tiio ,wie ers 



^ treibe. Aaf die Foto von 'annah freue ich mich. Schade, <i:.ös^*'raak so wenip, von 
^ sGincn '"erlen befriedigt ist. Rose sucht nun Stellungnachdem Me In ^rl^furt 
% für Oktober In Zusieht ;;ewesene/k:ündigte.TToff entlich p;ellne?;t Ihr bei all Ihrer 
^i' Mühe bald etwas, es iüt nötig notiis nnch Ac^v W-Keform. Anne schreibt Gclip; aus 
"^^^ Schwarzerden ,das sie f^'ir ein halbes Jahr verl'.'sst ,uin auf dem Foldberg iiof;iS 
^ f entlieh das ersehnte l'raktikum im^cplember anzutreten .Um nochmal auf die ft) 
Hochzeil zurückzukomnicn. Es waren alles nckannto aus Jugendtagen. KarlPieqc, 
der Vetter^ spielte neben uns in -^uinbergen,wo sein |!^itcr Oberbnrgermeißter 
von l^^:iuGhen-^ladbcich neben uns seine fiW'ö. hatte. Cornel Trimborn-,ne echte köl 
sehe Klut Mt^ fabelhafteiu i^spri t, rechte ^and von Otto '^^olf, dann die Etzweilcn 

es war. zu not '.{Hanna Kt zwei lor, die in unserem Alter war .wurde mit Kindern 
von den. Bomben getötet .leider 1 ---Bei grete Boisseree hat.:en wir mit /^.nnah un 
Else einen fidelen Abend, Du fehltest entschieden mit dem ^5llig.Das Abendessen 



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kam dazwischen, dahei^ diese "'oringerei ,d Le nofcabene im yllp:emeinon immer noch 



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mfeino islärkc is"i und ranche menschen, besondcra meiacti »"ann y^.ur Vcr/,wl.riunta: b 
bringt. Lucie Üpitz hat übles Asfema,sie war .-erade 1o 'JV^gc in dr-- i'lndenbijn-, 
dort'wurde sie /.ur Beobachtung eingeliefert .natürlich kam kein Anfall. Ka"'"^ 
war Hei zu Hause ^glrip^ es wieder los. Ich lud sie zu mir, vlelloichb bekonimt ih 
^' die hieyip;e Luft besyer.^ir möchte ici wünschen ,das sie von Anfall cn verseho 
schont bliebe, da ich ihr :;icht helfen kanur-Wnnn wurde (^unn-h denn gefirmt? 
Ist sie denn katholinchgewordennch könne mich nicht mehr aus. Frank !s ^pcrat 
tlon ist anscheinend schon verF.CGsen,i3u hnst ja .-lloriiand mll-öcmacht wie ich 
aus %inern Briefe von 28. G. ersehe, der erst jeL?,ü durch meine diversen I?el- 
sen in meine "ändc .^^eru^t.V/ie hat i'"rank sich denn an der Tee amüsiert? und er 
holtyi'rotz Deines überbelasteten Budgets hast ^u uns noch etwas Rcschickt, 
'ii, das.re^t mich eradezu auf, dann ist die Jabe von tle Ciaire z^^ ein Danaidon- 
v!^ gcGchenk;nun aber- öchluss .sonst fange ich an 7,u .schimpfen , und wenr. es in der 
!,• Tonart meines "»annea ginge .würdest l^u die Freundschaft kündigen, "ie Bayern 
und Franken sind rohe Patrone, haben keine iJ^ebensart, sollen aber treu sein?! 
Der HheinlLlnder in seiner frischen «rt ist'mir 1ooooJv!al lieber. Leider sterhle] 
';. uhd lügen sie jetzt ein wenii5 sUrk.aber der ^ranke macht die ^rast in der 
J. 'i'nsche,letdet unter Mindcrwertipikeitkomplcxon und ist giftifi.verschagen.Ba 
^ ist Offenheit un Derbheit mir lieber. —Hat Albert vielleicht zufällig den 
.J -Bruder von H^Kkon TTayek.der the Read of Siavty schrieb kennten gelernt, er ist 
$ auch ßo7.iolor;;o und war vor einigen «onaten in New Tork.öie sind mir das liobg 
'^' Ehepaar hier. Der Brudcr lebt in ^ondou.— Tn der •^olandsiaühle.die Viky mit 
I" ihrem Lendrat ,der gerne einen hobt und zuviel hebt, lebt .hattTo ich einen orde| 
^^ liehen ^isput mit dem ''iten.der mich so wie so nicht besonders gerne sieht. 
^ Ich ziehe ihn stets auf, da kommen wir noc^; am besten 7.urecht. Viky dauert mld 
^^ ihre Tochter war cinrochtes LandpomerHnzchen.t.bcr eir, liebes "ine;. 'Inffent- 
^^ lieh kommt si- wie der ^oUn bald nach -»elgienzu Freunden,die '^ussenminister 
^* sind, damit sie et.,vös >oSiette kri C .Cornel ,der .r'neöte i^^- bereits .da. Vikv 
ist dann aber sehr, sehr emsaJTi.oin so liebes ^eschöpfchen! ! .v. lo freue ich r: 
das Deine Amerikanischen i'r-unde sie so bewahrt haberjbei Deiner art aber 
nicht erstfunl tchüch hätte noca wochenlang im "helnlande heruinkariölen könn 






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' fc nen ,bln ich verwöhnt worden' üund dns tut soo. o gutüTun ist die W. Reform dfyj 
r'^ ich habe sie nije ersehnt , -in-, ^ : ' ^^y -• :l^-.ran kannaber nichts kaufen. J 



23.10. Liebste beste ^ima! ^s istlbemaiie lächerlich, kaum sende ich ein 
Schreiben an ^ich ab, naht eines von Dir. Durch meine grosge Wäsche and ^Af -» 
übJJstSzenden ürbeit und Lauferei ,kam ?»in Sj^ussz^ 
eben erst fort ,ich fügte schnell noch •i^^^^ö^EIichtii^er v^^^ in 
englisch bei /eigentlich sollte eiL schon: voröWn zur Jo^tber die^e lieg. 
40 Minuten von uns entfernt in einer ^•^.^r..^r;ifo1?r^^ ketne is.xnka.ufe fuhi^n 
Das wtt heute eine ergiebige Post. Mit ^einem langcn^t eilweise erfreulichen Sc 

Schreiben traf ein 8 Seiten langes von i^osemarie ein,die ihre» 25jähriges Bei- 
stehen schilderte, vielmehr die i>ier,die man ihr machte. Deine lieben ^eilen 
haben mich sehr beglückt in der Schila^rung v- Einsegnung, aber mindestens e- 
benso besorgt durch den Vermerk Deiner Herzsache und Erkältung, die doch nichl 
so einfacher Herkunft zu sein scheint /In den letzten ^ochen war ich Dir nicht' 
umsonst so tief vertoxinden. Möchtest Du bei ^np^ang fiieses wieder völlig herge- 
stellt seinldas sind meine innigsten Wünsche. Wurde denn ^annah alleine einge-* 
segnet, r^a sie alles machen musste.Ich kann mir Deine An-P-rtT^ntirr vor»steiJ.f»n,a- 
ber famos ,dass Hannah es so leistete, welche i»Yeade für Euch. Beide und auch 
sie selbst. Ist iante Hede denn bei Dir?dann. ^^rüsse sie herzlich, wenn sie 



meiner erinnert. Der Beschreibung Deiner Räume konnte ich n icht so ganz fol 
Damals hattest Du nurein Schlafzimmer und Alberts Süa-üier-^aiiiioder nähmest 



si^ 

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u 



das Essziicüier der -Altern mit, dessen ich r^fä gerne erinnere, und aucn meines 
Sitzes am Kopfende ge^en die -Fenster, wobei stets soiel^Ueckereif Schinken gab. 
Wer hat denn die herrliche Komode aus dem anderen ^iimmer erhalten?neb^n dem 
Klavier ?Ich war nur froh,dass ölilg mit seiner Gratulation Dich am Morgen be ^ 
glückte, wenigstens einer der alten Freunde ausder Heimat. Dass ich nur unbewu^?"^^- 
mit meinen bedanken irgendetwas mit Dir ei%bte,ist mir heute n och bitter, a- 
her Du hattest Maaschen allerdings genug um Dich, wie hast Du nur das alles so 

schaffen können »Deine iiJrkrankung wird wohl auch eine Reaktion auf die gros - 
se Überlastung sein! Möchten Dein Mann und die Kinder sich der enormen Leistujl 

gen bewusst sein, die Du vollbringst. Dazu hast Du noch geistige Arbeiten gel<2.l 
stet um uns zur Weihenacht zu erfreuen, das ist ja herrlich, aber aur zu solfth ' 
einei Feite erlaube ich Dir diese Freudeund Anstrengung, weil es selbst soviel 
Glück bereitet. Ich weiss ,wie es mir damit ging. Mehr Freude als ich an dem an 
Euch gesandten habe, könnt Ihr in Wirklichkeit garnicht haben. Möchte es sein 
Ziel zur ^eit erreichen IDass J^ein ^emüsepa^et so spät ifiandete,tut mir leid,i > 
hätte allerdings solche Knappheit dort nicnt vermutet, das Jst aber auch nicht 

leicht für Dich. Anscheinend bist Du den ganzen -ag ohne^amilie,das ist auch 
nicht ertrebenswert,aber den ganzen "tag einen hi cht zur (genüge beschäftigten 
Mann um sich zu haben ist fast noch schwerer. Solange es im Garten Arbeit gab 
ging es noch, aber jetzt ist es geradezu ein Problem für mich ,wann ich einen 
Brief schreiben soll, da Schorsch erstens das Geklapper hasst und überhaupt d 
Schreiben von Briefen. iür freut sicn ,wenn er zu seinen Festtagen keine erhält^ 
damit er nicht antworten muss,ich bin selig über li^be Postund Verbindung mit 

interessanten und lieben Menschen, er hat niemand nötig. Das erschwert die Si -- 
tuation oft. Von daheim ist er gewohnt, dass man den ganzen iag herumpusselt ,w 
was ich möglichst auf das geringste Mass durch Denken verringere, da meine Vor 

liebe nicht dahin geht. Ich staune ,wie Du soviel Menschen unterbringen konn^ 
test,die reinste Gummiwan(äbwhausungJ Deinen Brief werde ich noch oft lesen un4 
mich in das fröhliche 'Feiern hineinversetzen, Deine Idee meines Besuches dort, 
deckt sich gan?. mit meinem sehnlichsten Wunscklft. Himmel wäre das einzig l Aber 
Schorsch ist unmöglich für so eine Leichtigkeit, das gewöhnliche Rcisenim Frie- 
den machte ihm scaon keine Freude und er stiess sich an allem, was ich mit ^p. i 
Leichtigkeit erfreulich umwerte, so sind die Anlagen verschieden. Ich danke win^r 
lieh tag für Tag meinem Schöpfer ,dass er mir Biese Gnade zugeteilt hat, die 
durch die glückliche Jugend überstrahlt mir überhaupt die Möglichkeit diesee 

oft erschütternd hässliche Leben zu meisterngab. V»ie war das Concert ,das Du 

Dir errungen hast? Ich weiss nicht ,ob ich Dir schon von dem 21 jährigen, p4a ^ 
nistischen Genie berichtete, den ich vor mehreren Wochen hörte? Hans Alexander 
Kaul,de»s8enVater noch im Hause meines Grossteaters in der Höhle verkehrte. 
Wenn bei diesem Jungen die Bescheidenheit ebensogross wie sein Können und Ch^ 
rakter sind ,wird er ein ganz grosser des Jahrhunderts werden, aber er soll s 
sehr eingebildet sein. Da ich ihn kenne , kriegt er meistens eines von mir auf 
den Hut. so vor 3 Jahren als er selbst fabelhaft intonierte ^aber einen Flötist 

80 schlecht begleitet e,da8ß ich miC nicht verkneifen konnte, ihn zu beglück-^ 
wünschen und Anschlieesend zu äusserniWenn Sie bescheiden die Gnade Ihres Ta 
lentesannehmen und Charakter genug habenwie Gjsuüdheit, werden Sie einmal eir 

8^^^ Grosser, aber dazugehört besonders ,äas8 man den «erin,?-.^ begabten wetfcg 






gelten lässt^und nicht durch |^Jj«|«j^t8ili*^e ?SitSa^L?är%f?^r 
Irgerlich , Mfc^Wi «J ^T??ih h«t2i «in* vernünftige Butter, sonst schnappt 

be! uns i*^<«*;»o'£*?Ji^äiSle leJabLirSriinf uefahr wir wären sich« 
er eines 'i'ages ^t)er. Solch gjniftljü*gabun|WT;eine^^^^^^^^^^^^^^^ 

auch vor StoU jBjpl&t»t ; Aber J* J°?J«£,^u;JJJJ^a° sein ,an dem man seine ?reu 
Freunde.Fraak scheint 3a ein recht« aus DUD^zu |^^^ fg^^^g dass er so ^ 

de hat,*ir haben recht '^^«^ ^<^»* f! ,,„S^t°i?^da wir^ iu keine öorge zu ht' 
ist.Hainah «cheint > Jjf JJ^^^ftSJuSS diJ •S^ei^i^se^ Begafung! 
ben brauchen.sie »^^^ ^*» t«^?-??^^:;" r^S Seinen Artikel erkennen?ich wer 
keinlwunder mit solch«! KlteralWie kann ich feinen r>j ^ Weihen« 

de acht haben ,in welcher Leitung wird •^/•J*'|r;;J^.!;afl mich auf die ide^ 

nacht auch äusserlich ▼«»°eö:^^,'^^/?l^h?IiS *UMch!damit ich mal r 

bringt Vettern hier *V*r^lhS.Tlir»iSd SchIrJr i?raiSt.-Prank ist aber i 

was^t geben kan»,was ^'ich »«^l^^JJ.^ siSKaltiuTzu mehreren auskommt. 

sehr .parsa» .twnn •r»ä*«?i!;L äff JLeSsitz vertilgen können.ob es mir 

Ich würde heute ein P?»»^^*i^lf,?5/nhii!berSi«Säels dieses ausprobiere: 
bekäme .wäre ein ^rag'a.sude» würde ichUeber^l^jaa^^ ^^^ 

lassen.Ci6aretten^un4 Strümpfe waren ^«I^JSJj^JJä Inhaitangabe im Kar- 

Mfcggi, daran merkten wir «■ ,^;*^^JJJgrS,nt von lieben Bekannten gemacht , 
ton vermerkt dann. -Dein Blumen arrangemen^ von ai ^^^blüht sind. Das muss 

geniesse ich jetzt, wo ?^« ^•^ai^'^.|^nJi,^°SSe^inder nicht zum ^esteesser 
ja herrlich gewesen f«i^ Schade .dassicn meine inae ^ ^^ ^ ^^ ^^^ 
Schickten ^onnte!-D.ine Anwexsvmgenmxt der^berf^^ ^„ ^, 

Wege leiten, obgleich ^^•^/^„"'^"S^S Ugi^t wöchentlich turnt, finde ich J 

Anne ist begeistert von ochwarzerdenin jeder ezienung, ^ei der ^n 
2maligen *assersuppenund JOJS-^^J^ jS^Jü^S zu scSapp.In Lindau,wo fal 
strengung der Ausbildung scheusslicn.man wuju« ist ja stets sehr arm 

alle Mädels klagten .'«T^^^'iJfjärSaMir zu halten, mehr kann ich auch 
gewesen. Ich hoffe sie «[t^-if^iSrnfe auch JiJLl ein End;.Der Herbst ist vor 
Sicht machen. Dieserr- Ji^^^^^-j^^^BKle^n bJ^lig^ ob solcher Tage gewesen 
läufig viel,viel f'^^s°^°^»Ji^!''Als icHetztSn^ einem Morgen durchweic 
beute sehnt man sich nach^tiagen. Als icnxejzj^ dauerte er nur 

heimkehrte, war ich gl^^^li*^^ ^^J^' 5t £**• Sil haben wir ait^2 Stund 
die 2Stunden,die ich.unterwjigs J^^ -iJi^f^^JrtJSi ^»^tüber Deinen Brief 

Regen nur ^fiä^^^is^^e'^^I^^Lcrf 4Sh ScS um um ,«ir werden versuchen ,e8 
bin ich es'^ur geteilt. borge ich ?ic^^^ wieder auf eine bessere Nachri 
auch nicht um ^^1°^. ^\*"^'°^8l«ich ich ^J^^^J^'J'J ^^ ^u i^uch. Deine Brief 
ob Deiner Gesundheit ^of le. Die Postgeht enaios J^^^ ^^ ^i^ht lange vor 
brauchen per Luftpost sehr versTShieden.dervom^ö.^«^^^ 
dem vom14.0kt.,der s«hr scnnell reist e.eoenso^« diesem ergiebigen Flau 
in der ^adt »^aher h^*a-nahm ich »Jj/^J^^ä* J\SgL,bez!aie gtage.die 
derstündchen «»i-^,it^r:J"^°"?ber hoch zufrieden damit, denn ein ganzes Haus 
uns noch davon blkfcbich bin ^°l^ ^°?Z „17« Iieener ^utzlumpen sein will. 
Snnte ich nicht IfisJ^^'i^iäeJz in J!n fÄes i.ag.r,wo jetzt dasThe 
Morgen wollen wir in den ^^?^P*i^2o MiiStirbis dahin,dinn für lange Mär 
ater zeitweise spielt, es s^nd nur ^o *inuT:en f^^^^ ^^^^^ eus.Abe: 

sehe sind wir nicht »«J^.J»« Jj"!J «Jj in einer ^tube und das ist die 

es geht uns gut 8«^^»'^^ 5fi S«a liSS wrt machen. wenn auch nur allzu 
Hauptsacne.liabeJ'reud.de .die das Leben werjma , gan: gesund und 

weit. aber wir haben fs und dafür danken larwera ^ ^^^^^ ^^^ ^ ^ 

grüflie *lbert,*o M«i^\ <*i« ^^^^^tJr'SSJJ^JliiTich spare es mir auf alle 
Dass du öede oche *^«°5:«^^^* it^LtTSerlde habet-^ich sie weider hinte: 

4 wochenund bin äa?^ix^i^.*^S!i SiSel hättest ^u uns nicht all die i'akete 
mir.Du .ärmste hast einen ^eimbugler^hattest^u^^^^^ ^ ^^^ ^ 

gesandt .hättest ^u • ir •^^•5üi*h. Sn« «her Schluss mit Paketen und auch 
Ichwerlicher als die ssnze *MChe.Iun aber^cniuss mi^ ^ ^^^ ^eitveri 

mit meinem -•<l'»"l'»?S"* ^gi'^läf iiS^^cfdU Biilige und ihr «arrydamH 

geudung l'einKr und »«^J^'^'^ii^'S^J^^JJ-^r «ab« zur Äinsegnugng hat. Hof fa 

iannah sia lesen kann und 5»^j;\^EJia liebten das B^ch ja so sehr, 
lieh interessiert si.sie^Häifehen und -arl^^^ ^ ^^^^^ ^^^^ ,i^ 

dadurch gab ich Hose ja ^"f ^J*~ "*" ^^ haben.Von herzen froh.nunrr^l 
sten Schwestern «iw dauernde »^^l;*^«^»^^ J iSte ßeine , 
wtfBer alles berichtet zu haben.gt^sst Bich itmiß "«-ne ,, 

•1 



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lo. 1-^ Xiete.gute i^nna.^ulEndlc^ habe ich ein wenig Musse.^einen lieben Brief 
,äefa ich'hich*8 zWischeii 2und 4Uhr schon oft in ^edanken .bgntwortete , sicht^bai 
</erden zu lassen.ich bin -eisentlich em unslaablicher Bsotst.Deine knappte Zeit 



öb^ih- Anspruch zu nehmen ,wo. i^ü mit Deiner lieben ^rt sicher einen grossen Preu'" 
deskreis zu befriedifeeli hast. Äw^um hast hix mir nicht früher Hannas i-insegnung ©r, 
»äbnt? ich hätte die ^eihnachtsgabe friiher auf "eg geschickt, denn die dürftigen 
ragebindö müssen- wenigstens durch ibrenideelian Aufwand Wert erhalten, der mir 
iimer aa *iohtigsT:eii im Leben war, Durch -thre GescMchte leben sie dann umso int 
slVer.Ich werÖe sie nun-in den näcEstenTagen auf Weg geben, vielleicht erreicht 
sie noch den Anschluas an das Laubhüctenfest und' erhöht dann V/eihnacht^n mit ^h 



'•j j^ /• ■■■' ••^ 



rem Nimbus das gedankliche Verbinden mit frohen , festlichen Dingen. und ^-rinneru 
Sen.Du glaubst nxcht »wieviel ich mit Dir unterhalte! wenn ich dann am Morgen all 
les zu Papier bringen will, stören soviele Möglichkeiten und i-aufereien der. s-uten 



T-oröatz.Zum lesen habe ich nur nschtF Z«it,äa bin icii dann meist viel zu müSe un 
ä^rfge tie-^er frolae- ^tund^i -ach. Hoff entlich hast ^u nicht allzuviel ^or-en durc^l 



atiJi r;cj;,öij o^Hic JuJaO.'. 



116 Geldentwertung, die uns auch nr och droht .Anne ist begeistert von 'Sc^'^9.rzerf^-r, 
^öl*uT:)er wir reclit beruhigt sind, sie hatte Scheu, wieder Juasi in ein Pensionat zu 
icominen.was mit 21 /ahren ihr auch niÄt zu- verdenken gewesen wäre.Es scheint aberl 
recht frei dort zu sein. Eine andere Ausbildung für Ihren erwählten Beruf fand 
sich niclili,da sie kein Abitur, sondern niv ^rauanschuie hat. " a^ss Leo Horst er nic^ 
nichts von sich nc" 



_i ■ ■-^ 



~ .^^\ax^, jiJ^Vw 



oren lässt ,ist e^n Jeicae^n ,dass es ihm schäbbisch geht.Inzwi 
schell "ist 6»ü.e liebe ^'ante ''^mi,ireine ^utter,von schwer« Krebs erlast worden. 
Spinn scnrieb mir gerade einen lieben russ,vor 2 Jahren lebte sie 3Mal ausgeto 
bombt in Berlin unl WuraTsarg 2o km weit entfernt hier auf dem Lande und ich säe 
^e'^Wie^iauTiger au/.!)er -^sist «^nne Horster lebt in Sprendlingen als Gartenbau J 
zuchtermit seiner nettan ^rau und 6 Kindern. Anne war gerade zu seiner SilberhocA 
zeit am 28.9., wovon Dem lieber Brief datiert war, eingeladen/aber« -^Li3 solch 

'2 1 ' 



-. 1 



teure Fahrt von 3ookm können wir uns nicht leisten. Hab ^ank für l^ie -^nschrift 
vohTte Annie L.,icn ifcerde sie bald verwenden. Ich wäre Dir nun doch dankbar, wenn 
Du mir Tilli Guddenj» Anschrift nochmal schreiben würdest ^ich will ihr doch vom 
öllig berichten ,ii«rrgott ,.va3 haben sir damals Freude auf der Einkleidung gehab"tA 
Sghwester ""aria Josephs ist mir zu ungewohnt, ich bleibe beim alten Herkommen. 
Hermann Hoster ,der "ediziner hat in Köln eine -Anstellung, nachem der hier aufge 
borabt\wiirde^l;as war ja gerade so herrlich für mich, dass ich hier mehr Verwandte 



h^tt>« ciifc» odiuröüii Luuu waö uar so aas KmieDen erijBichterte.flun lebt nur^c] 
^^"'''Gerta.äie aWte'dVr^Horsterschen Mädels in einem yerbombten Keller. Wir ^f 
iuchen usn öäufiger. Leider erlauben uns die massigen ai9rienzutexlung|n^|5«^ 



ODration vor ^ JrhTv^n VVlMg eineOb es ein ^rebe war,4rd,die f'eit. erweise a 
die «'abrheiVerfä^t^man'^ja nie. Gestern besuciiten wir seit Jaü^ejii, das, K+nq 




rTf»,Tni~ 



.»I 



dasersteMÖtil.das iatr ein Film gefiel. Jedes jrittelmässige_^Tlieater .ist uär 

meist lieber.Das neue nimband zeigt schon wieder Schw^xhen^gb es unb^g<;^hei^ 

den ist , Dich darum zu bitten? !"ie ist das Tomatenmark gedi^en? loh wurd^ 

Rerne "einniachen.wenn ^th nur ^in^e hätte, Weck ist nicht 7,u haben, njind est ens 

.si.vx3^^^ bL ae:rl^ixioil^ö. ^ieivca a^-xu^a^.ii^ a^a^.i ^ ^^k. ^^ .3. 
5o nicht passende habe ich auf ^afesr^zu duamlü/s fehlt langsam an allen ^cke 

r ■•* f -^ , ! • » ■ 

Es tut mir leid ,dass Ihr nun auch durch eine ^^'nflation in ßolche Sorgen 

.'^ivu'jiXis c.:oijt jü^^a/ix^ aoii^u^Jivi^ ' . _^ • '^ ; 
kommt ohne dass man helfen kann. Das Leben verlangt nur >ampf, mochte man ^e 

sund bleiben und für seine i^inder ihn durchstehen können »das ist der Einzi; 
ste iunsch,dessenii%llung man i nicht dankbar genug empfangen kann.Die ^^' 
ist Kanz wunderbar und der "ald in seiner köstlichen -^'ärbunß entschädigt. 



L^ 



für sovielesi Unsere Apfelernte lagert im eller und auch die mühsam#erworbi 



».' J. 



nftp KoT»^<^^-°*^l i^ kleiner Meng:^ ,die^ aber bei sparsamen Verbrauch bis^7,urr. 






».- O *' 



' "MHrz reicher, kann. Nun freue ich mich auf D^^-^- B^-^ieh"'- "^«^ die EiMe^- 
nune: .ich möchte nichts verpassen. , was sich an ^reude^ bietet ..rrieist. sind e?^_i3 
nur kleine, aber gerade die verschönern das Dasein, die grossen exiF?tierep nur 



..y» o. 



T9-i-l 



in der Phantasie leiderlBin warme?^ ö-f*<-^«- •'.nt ''chDn etwasi/aroses heute und wii^ 



y-.<^- - 



:^a fTi. 



a. 



dankbar genossen, so verschieben sich dM Begri f f e. Hof ent lieh halten, i^ich ijaei- 
neShreiben ^^=^^^ nicht auf ,da I^u in so anderen Verhältnissen lebst^die hoff^^t 



'^^^ 



licn. nicht soooo vom i^lltag üb^--^] n-^o-^- woT./^^r..x^.h wü »sehe Dir von Herzen ein 



V 



besseres Dasein. Grüsse Albert^und die Kinder von ^ Her zen.bc 'vorsah ist wieder 
der iDrj.eresciireiben nicht liebt und dann feilt mi^^ ^leiph die i<uh?., darum 

^,- • • •' •" ; ! -Vi ■ ^ ' T. v'Oc\.i*^ *!•:■* .>;..>*.• X > i, .a- - ■ i 

Dir nur noch einen innii^en Kuss , 



M 



Deiner 




:ppu<--^ 



U4 



/ 



V 



^•1e. M#in# liebe gute -*^nna! Äin rvAiger ^onhtäg ,an de» Du aber etwas 
besonderes erleben musat, denn meine ^'edanken werden nähr als je zu Dir 
liinge2ogen,soll genuttt werden »um ein kleines Plauderötündchen dieser 
Gabe beisufügen^M&ckte dann bald ein Gruss von Dir uns erfreuen und 
mit guten NAchricbten Freude gebenlMorgen ▼erlässt una Annale wieder^ 
die mir während meiner Grigge eine treue Pflegerin war. Man ist eben zu 
überlastet und wird leichter gepackt Ton allen tJbeln.Gott sei Dank ist 
unsere "Ernte ( Apfel) weit über das Hornal jähr, wenn wir ebensoTiel Zent 
ner Kartoffeln in den Keller bekämen, könnten wir Dankbar sein. In diesem 
Winter wird der Hunger überall Einkehr halten und wir lu^'^ssen dem Geschick 
vertrauen, dass es uns nicht mehr schickt als wir leisten können. 
fToch bringt die ötrii^lenäe Sonne tätlich WirEie,wenn atich die llächte' schcni 

s ■ ■ - ■ ' ' ■ 

recht kühl siriti.Ich versuche mich in Weihnachtliche Stiiniaang zu YeTset7^\ 

aber das ist noch ein wenig früh;.I/och ^ebe ich Euren Schutzengel schon 

I 
auf Weg, da er die Lasten -^er^uten Wünsche sonst nicht mehr zu tragen Ter 

.fiia^,die va/^Eüch in ihn hin^inle^ten.Er' stand voriges Jahr auf unsere.a> 

. Gabentißhh unter dem 3aum anä) MJ^ciil^^ ein ^*^ixic/^^ '^.^n seli- Hauch und 

Glück auch an Euch horantr^eh! Kochte er sein Ziel erreichen und Bir l.^e 

Freude ver'Breiten Ton de2;^''ehe^Äls so ^^ese^neten ^^'eihnecht in: dsufcschen. 

Vateriande.dns ach so ?aLr nun danieöerliegit ur.d wohl noch tiefer erst 

im Morast Tersinken-TriUSsbis ihm ein kleiner Auf.stie^ wieder ^ewuh.i.«t 

wird . • 

Rosemarie nacht die i'^artof feiernte iiiit neben ihrem ^.ns trennenden Studiuia 

uiü für den ^^'inoer etwas zuhaben. Ge.atc^rn heiratete meia^^*^:.ludentin,ceeen 

%nnBluttra'i:rofusi,oneii sich machen liffiSo,um in etwas die paar BocX^^eits-^ 

■ •äste bewirten zu Ic'^nnen. Eine frühere Studentin macht dies, um Ihr Studi 

um zu b^t Breiten, mau ..ücliteso i-erne helfen, aber es "ist fast kaum L?>gXi(i 

f (ir ckLe eigenen v4l^ch3ten. Ich vc5r;DCuiGke Äpfel, wohin nur "."j^lichjab^a- .er 

Welt. ist nur zu Verdreht, faßt konnte man wirklich i^ilaiiben d^ss Cpeüier 
:r^cht hehulu.l^anahüial ei^f^sst einen dc.s Ganee ciit" ae^rexG^^l^fol^e uai all 



dei.: Schrecklichen, forher, de; c 5- i. nie: 



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HAT^mine Hermann Und Hose mit 5 Einlagen zusammen ^^^^^^^ 
^^"""^"^^ r^^^ Bescheid ob er eintraf^ 

Der Brie&no 



^•^* Du lieb.e Arina ,DulDein herzlicherer. erien^;ef»ei5^teter Brief Iram mir 

schon 

zu Händen ,habinBiRen' Dank! Wie bin ich .mit Dir slncklich,dass Du mal 

r 

et^as mehr Huiie hast ♦Bedauern tue ich aber doch ,daa5 Du nie j^anz auB dein 

Hauj^halt -commÄt ,denn »erade dieses nicht tärlich kochen Mijssen ist die Haupt 

ent Spannung. Wie schade ,da»s uei.n Besuch nie mö«,lich ist, wie ^evxiQ it^yx^^e ich 

Dir mal so ganz nur uaf schöne Bücher und Mafifetr eingestellte Zeiten können! 

Du hast doch eine Men^e Sor^en^Das Wachstum im garten ist ja eine besondere 

Befriedif^un^.Mir macht der Garten aö.ch viel Spass nur hat man oft einfach 

^ - '•' 

nicht die Kräfte, alles zu leisten, das ist das einzij Sedäuerllche. 

Hoffentlich erreichten Dich meine 3 Schreibennaoh NeryPort üi:.skt .«^esa''dt. 

Daraus entnähmest Du ja schon Äie Solij^keit der einf^etroff enen' Paxete, nun 

steht nur nochdas Junipaket aus und es ist herrlich, sich .darauf freun'=^-^ zu 

können, an den anderen tuen wir es vorsichtig in bescneidenBB Grenz^n.Jeden 

Ta^. eriiinert etnas uns an Dich und die Deinen, auf deren Wohl irir es uns 

zuführen. Wie ?;,ut muss' es Euch. ii,ehenl ! ! I^ns aber auch! ! !Pein ,dass Hanna an 

der *.enünschte'n Schuie ankam, bei Anne lie^^t der Entscheid leider noch nicht 

vor^i^Ciiorftch zo«t am vorigen bonnta«; .init>^uta iosjwie ich von .der Studentin , 

die den 2u^ in Veitsho^cliiieirr vorüberfahren sali ^erfuhr , sollen die Menschep 

zum Fenster heraus«, equollen sein^,von den hiesigen Bahnverh'*ltnissen kann mTiT 

der Benutzer sich eine Vorstellung, machenlNoch k^im kein Bescheid von Sn'^-^^rsc 

."•Jr nird in »einem ülter nocn merkffürdit,er als er sonst scnon nar und i ist ein 

• - ■ . ■ 
unglücklich veranla^^-ter ,un«-eschici:ter ?>/;ensch. Letzthin schenkte ihm. eine alte 

Dame etwas Kaffee,weil «ie ihm eine Freude machen ff ollte, worauf hin er ihr 
«;leich klar macht.' , das* seine Frau sich zwar freuen würde ,er aber SLLese's Ge- 
tränk nicht nehman könneweren seines Ma^.ens. Er hat eine traut'it.:e Gabe, alle 
Fröhlichi^eit zu erstic4:en,lch bin froh ,mal alleine zu sein^Schon dieses trar 
ze Tafi^e hindüt^ch Radio laufen lassen , macht mich kaput, wenn die Musik to J«^4- 

y 

schlecht und die Übertra^uni^, , ebenfalls. Letzten Monta*, erschien Rosemarie, 
die nur ihre Ssffi^penricntete, dazu habe icü öea Anstreicher, d^e ^ V/ocheö 

braucht nur um Läden und Fensterrahmen . von aussen anzustreichen, dabei ieden 
Tai^; Verpfleg unr, beansprucht , sonst • stellt er sein Kpmraen ein. Dadurch haben wi r 
unser Zusammensein nurbedi#nRt nutzen können, abei* die wenif:env «.eistit en 
Momente i^aben uns um*Jomehr.oie ist a.u«i;enblicklioh im Lithur^l^ischen Stadium, 
war in Maria taach und mehreren Kleistern auf einer Wandenir}* mit'dem kath. 



Stuaentenbund,Nan fuJar sie Tvieder nach Werl, neil dort Ex§rtlen Äind Jda-i jjJ^anze 

i?t f^^'r mein Empfinden, der fehlende fennjirenn der da ist ,wird sie wieder be^^ ^ 

•renzt.fch bin froh ,da»» sie sich so^ einen Au»f,leica schafft und viel aufjselT" 
dem in Philosophie macht, viel Freude' darÄ» hat. Das wlchtirste im Leben sind f-.r 

meinenft ße.»,rifr die üeiflli*en Höhepan'-:te , alles andere verschleisst sich so Beh- 

schnell. Ich danice meinen Eltern immer nieder ,dass sie uns soviele Intere-«sen 

mitt;aben and die Liehe und das Vertrauen z^ den Ivienschen.War unser 'Jusammensein 

cfach kurzjso haben nir doch manch rlüc.k:liche t/iinuten f,eho,bT:. Stunden hat das Si 

Glück ja doch iceine Rulrie^dem Menschen treu zu bleiben. Gestern hatte ich überra 

sehenden Besuch von einer Sänf-erin,eine Bekannte mit Ihrem tbchner verwundeten 

Freund ,ein kleiner reizender Junf,e verschönten im ^gemeinsamen Genuss dasZ u - 

rr 

sammensein.Gott Dan-c habe ich aoch schw^ze Kartoffel. 3, Dein 01 in Die Pfanne ^ 

strichen errab Pseudobratkartof.feln ,dazu Tomaten au* dem Garten und ein ^roh-- 

hes Zusammensein ^r-igt^^^Pr^ein prächti,»:es Gericht JMor^'f^n erscheint eine a'^*-^e% 

» 
bombte Kölnerin, paiar Tare später ihr Brudpr, beide wollen aal eine Assiete ha 

ben , bringen ixhr Essen mit, so sind meine. Vorrate auch Schorsch *eren*'ber nicU, 

SO belastet.Wir nerden Y^ieder viel Freude haben. ?/as triacht sif:entlich Albert?"^ 

Du erTvähnst ihn so selten?Wie verbrin?»t er seine Ferien ?Tobt er mit Frank ?des- 

sen Seli*;^:eit ich mir> ^o f^-anz vorstellen kann ,er scheint ein richtiger Bub 

zu seinlZu einer Kreuzstic-cereidec^-e hätte ich. allerdintrs keine. Geduld, aber 

ißtazu hattest Dli ja immer nnlare und Freude. In Deiner Elternhause freute ic 

mich schon daran. Die Qe'^.end- Deines Urlaubes erinnert aaich so sehr a^ w>.'-^r^ 

Tour 1921, ich «kann sie, mir so recht vorstellenund mit^eniessen.. V/ie ist eS 

nur mö«,lich,dass ÄerBruder von i'^ria Eulenbruch keifte Stellun»' finden kann? 

War er denn P;»?Wo lebt er nun, wie kann man Verbindun« aufnehmen?Auf Me Phö -- 

ten freue ich mich mächtir,lasÄ die Vorfreude nur nicht zu lan^e ----^enjlf [l 

Di ensta;^; kehrt Ai^nele zurück, ich habe also eine sc löne ^^oche vor mir, nenn 

das Geschick keinen dtrich dadurch macht.Ich bedauere nur immer so ,dass 

Schorsch esnie miitf_,eniessen kannund stets einen Strich dadurch infolge sei 

nes steten Nörrelns machen muss.Er hat sicher seim^ ^aalitÄtejivis't es aber 

nicht verrückt ,das5 e». inö«;,lich isb,dass 2 Menschen ^eeenseiti* stets das Gef:; 

:?,enteil von einander verstehen? mir ist es schleierhaft und wohl Schicksal, um 

auf diese etwas ar»; str^aziöse Weise' an^einader zu wachsen!? 

Noch bleibt uns die Hitze von36 Grad'^tdie seit Monaten uns erschöpft und arr£. ^ 



i 



Trook-enheit brinr;t treuT^^älder, Felder ,Da5 öbst verdorrt an dera -^äumen^f ^.IJt 
günsti •''^tenfalls ab and erribt eine Glä-^erfnlluniB .Die ^rtoffeln vrerden vom 
Käfer ^efresj^-en./mf 7 martere Jahre ;5ollen erfahran«'^5»;eiri仫 die fetten fol- 
••en,aber selbst .die iVelt ist verdreit und ver^isst diesen Tournus, Die Toraa~ 



ten ♦.iesse ich tärlich,das übrit^e w''rde' der Al?;emeinheit zuviet »'/asser ent 



%5. 



ziehen-, sonst w^'^rde ich terne die^e f^ermehrte Arbeit auf mich nehrren. Ich -«eis 

Icaura mehr unsere 2Käninciien zur'^.ttern,das Gras ist total verdorrt ,G^em"sa sei- 

ten^TTor hätte fr'*'her :ie anj^enommen ,dass wir die Apok-alypse so erleben werden! 

Gestern hat die Bndlich erstaadene-. Putzfrau Roses töldene^ IThr restohlen,wir 

schtieiVen ,da ich alleine ^ie Arbeit nicht lei?^ten Icann ^-^r.d hinten u.r.s.Wo so 

viel drauf ceht ,komrat es darauf auch nicht 'mehr an',ein Todesfall ist schlimm 

^er säf^e ich- mir in einem flachen Fall, wenn mich Aufrerunt: über^rf:omnen Tfill.Ro 

sele «rar es sr^_- bitter, aber sie nar tapfer, es war ein liebes Komunionandenken / 

>So ver^^eht alles , am "besten verkuppelt man sich nicht zu intensiv mit seiner 

iJkabe.je einfacher man leben '-cann ohne Bequemlichkeiten^ nur an *:eistif;em in^e 

ressiert, desto ^glücklicher ist man .Im.mer sucht man diesen Idealzustand zu er 

streben, aber der Mensch macht es sich- selbst oft zu schwer, 
.schade ,dass i>eine 'i'anten so T:<^t wohnen, sie taten mir leid ,die ormeh alten 

Leutchen, da ?Ax in dem verhungerten KölnjsJweS' Par;ete werden ihr leibliches V'ohl 

heben, aber diese Einsamkeit ist schwer, doch wird uns das Alter wohl auch damd"^ 



b 



)eschenaen,wQnn keine iünkel unser Leben bef lüreltu und uns junf, erhalten. DeshaH? 
*:e ich meinen Kindern oft: '' lieber eine unglückliche Ehe und Kinder als *:ar 



sa 



keine und siin Leben alleine zubrinj-jen-Auch der tätliche Kampf bindet.Glü.ck i 
ist dem Menschen- selten bescnieden^ und warum soll er: ':erade einem in den ^^t±L 
Schoss fallen. Wenn das der Fall ist ,soll man dankbar sein und möfaichst viel 
Menschen damit bescaen'ij:en,aber beanspruchen kann man es nich^,^ höchstens bei 
Kleinem erkämpfen!" So nun muss ich aber wieder uon meinen Höhen hinunterstei- 

^en,sons' 

Der Hund heult schon seinem täglichen :^pazierwe* entj;esen.i;ie (Arbeit ruft. 



,t Gardez de tomber iSu m.ont -unserem Wahrspruch auf demVyappen -^Tr^^*««». 



Ich lefje i>ir den letzten Brief vom öllif, bei, er hat mich sehr erfreut. Bei mein 
r^ernächsten Rheinlandfahrt hoffentlich im korr^menden Jahr, besuche ich ihn, hoff e^ 
dass bis daliin die Möglichkeiten _-einf acher sind. Ein schreiben von Sofie Hansen 
lerte sie mir ein, das ich aber zurücksenden muss. Danach ist Frl.^chorn,die 
chFester von ^aria Leiterin und sehr beliebt, Peters Reuss und ^lu5,^tztere 



i. 



um 



arnte ich nicht mehr),nocn an der Schale, fallender kam durch Flie*',eran*Tiff 
, Hildebrandt erwähnte sie nichftl^ose möchte so rerne nach ^n«/lahd,ifeifest -^u^ 
keinen Rat?Ostern i.«t sie fertir und ^^ivil dann noch ein /kernest er Philosophie >^ 
anhäni^en, spricht ^die besten Jesuitea hören. Sie ist in diesem. Fahmasservoll- 
ständif.; befanjven'iAls Kind' von 16 Jahren wollte sie ias Kloster,ob das der Se^i 
Schluss ist^man soll alles an sich herankornmen lassen, jedes Menschen Geschick 
ist vorbestimmt und nicht durch Menschen zu ändern. Ge*N*tern imr der Schwerver 
TTundete übl7i*;ens ein Verwandter von; .^^rnilie Wünnenber!?,,wie' klein .-doch die '^»elt 
ist!!!Nun aber wirklich^Schluss,Suwirst rarkeine Zeit finden , alles zu lesen. 
Ich hoffe ,derBrief findet Dich noch in Bhattenhill.In Liebe reden^p ich' 
Dein mit vielen frohen ar*'ssen für Albert .üanna und Frank innigst 

Deine — -1^:fc«C-' 

lV;öchte die Erholung eine recht eindringliche #eMea,vLnd Euch alle einen ,f;e8un^ 

•■•-'"' 

den .Vinter «[iewähre-a.Der Unsri.f,e wird recht hart werden, wenn er ebensok^alt. 
'^le der Sommer heiss war, wird. 

so 

Eben noch ein schönes edicht von Hilke,das ich. auswendi^^, lernte ,um mein 
Gedächnis zu schulen und nachts auch eine -^reude zu haben: 

,— ■ 

Die -t^lätter falleny»ire fallenwtifee »ei^von weit 

Als. fielckten in den Himmeln feröe gärten • 

Sie fallen mit verneinender Gebärde 
Und in den Nächten fallt die schwere Erde 
Aus allen Htmrnen in die Einsamkeit. 



Vi/ir alle fallen. Diese Handda fällt. 
und sieh dir andre ant es ist inallen 



u 



Und doch ist einer , elcher dies>es i^allen 
unendlich sanft in seinen Händen hält ! 



18.9. Meine li---,Gat* Annb.! Fr*ut)icJ.i nicht :u früh , d as -i'^t -inf'irai- 
]ii©n Bette 11s ritf! Kaum Isist ^^u zu Hause ^eland<>t,da schw-irr-ri Dir^-ßolche DiO^ 

^c ii-*r«in^a.l9er es ^^lit nicht acders-tDciS nird ©in f urchtfeerei? Wlxa. r. Mif'^t 

und dab«i scheint di* Sonne Beit April unenttne^t und l^rachte erst eln:iirHa:4 




Qit^j ein^n kurz-en Rft^sn.l^s ist wundertar , nachts r'enriihi^'Wliri'i endenden Bt« 
Sternhiimn-el :su b?,0üucht«n,was ich mir' , oft 1** t^':e CJid/ .danxl^ar ^ffrips3,,.ul^^*" 




man darT^Tc^Y nicht Ton all dem Sl«nd ü'«^erinannen laisen, sonst schafft man 



Sftin«? Pflichten nicht mehr. Der'li«>'* &ott v^-iss- j^arum rr d*r ,,^- ' '^ *■ \ "^ij^^ 
Sch^»ieri;„xeiten macht. Auf den Sternen r*ise ich xu Dir in- alt« Zeiten und 

freue mich ,dass uhse^i^c Eltern Ruiit haV*n.üxi&ere Mäd*»ls h^tt^n »ine -wunc^eA .^1 
bar.«.'Z«it im Rheinlar^de ,al»er nicht in Köln,da Tota 3is nicht r^rjfle^,e.n 
"sonnte, Anne ?far 1 1/2 Ta-^- dort, davon den Nachmitta^ und '..end in Sürth.#' 
Sie sah nur Tte l*ö]:im*rch«n. ,der-3i* ^ü^jxi Näm^nstai^. .^ratull'^rt** .So -Lonnte ^ 
keiner dit li**fe<?n ,altsn/I?ant«n Ton Dir •'-..^-^^suchen^ich hätt^e. ßo.^i;^rn# ■^eh'alt.^ 
dass siü "dl# Mädf Is ■Ic-'nn*^ -^i^l^rnt hö.tt-'n.Alle schr**ibej!i «erfüllt Tfen^' der 
herserquick-r'nden Offanheit und Natürlichkeit der .Bfidf»n,Hie das mtin Mutte/L^ 
mp]i^T% erqliickt, wirst Du mir nachempfinden l-Schorsch kehrt* mit l?. Pf .Zuria^-... 
m«i h.ftim. und ^l^^l nun mit 18o GrÖs;?^: IA-0 Pf, das ist allflröand in 6 Wochen, 
S-in5 NÖnnchen pfle;^t<^n ihn. fiührtjnd und dalsei lief er § Stundtn ^am Pa^e^W^ 



)«. 



Was i;utfs ,f-?ttis«s .Essen doch ausmacht .Ein* Gall#nsach<i-hatt» *r^ auch,de^ 



ist ^«stimmt auf "; das un^^ewohnte Ffttt zurüoki-uführen.Wtnn ftir *^art.offtln hÄ 

.i 

löen ^:, schaff «KM*rir -auch di^sfp^ Jahr. Ich hatt^ 5 Woch'^r •in- ülsle Darms"e:ch*, 



hätt« ich nicht Deinen ^ak^o und ^in- Kohl<»rJ' ••r^-ii'^r'i d. 



auernd zur V^rfü^xm^j 



r» • 1 



«are icn .--och nicht so »»sit.Dsr Kohl-' ^.l^ib, ich tr«u,das and-r« hat sich 
'r»r:flüchtiitiHid «arttt auf Ern«uerün^. Dann /bitt- ich um Kartoff el( TrocJ 



*-- --»..■.■-•^i t 



IC 



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S'n.woTon «in« -uts und schl-.cht- -iaalität ?xisti*r*.n soll,fern'>r sind Zv 

ünsGhtiTorck»nEilch,Süsstoff,.da ich »*i den Darmsach».-» 



/ 



^ ii'-tl/''^bf "^3~"! --'• 



Tnun 



Mj^ f ^ JjUA^ i^<'^^t 



i»in9n ,.Zu«k«r T*rtra.- auch nicht in ^Isfnst.sn ^^'^,^,^n.fttt ,i»r..,3chnürs»nk^ 



el ,-t>"aE Zuci-r.aiDsr am -ichtiüstsn füB^,uns»r- V-rtindun . ist -in 



n^u^'s 



Fari^band,1.3 mi,das hält L$*b und -Sael* :^u.saiiiB*n ,denn auf D*ir^« ppi^ 



t k:a;i n 



ich .unmöglich T-rzicht-n,Du -laugst nicht r^^lch'^T Fr^^ud^nquell ' si* mir-« 
sind4R,is,aV^r vitt^ ^di-» uni«>l«iclata,9illii.sta SQrts.si-r ist am febrhef 
ti-stftn ! Damit ».är-* di-r Kunde .'ttsl -rl-di^^t, Gott ssiDatkiW.nn ich Dir 4 



d-och -dissr .'rbsit 



O. 



hfiffien' ;cönnt<fJEin#s ha^^an »^ir in Füll '-, das sind ^pf«?- 



^ir ^r^tf'n mind^st^ns ron •unstrr«m^V.ein^n Baum 3 Z^^ntn^r^^^^nn auch ^-- 



r>-\ 



■X 



3te infoli;'» dar Dürr- alvfäHt und in c ' - Ctlc^ -,r \si-sch»tind*t,as*r *s ist 

«in .Zusatj; für den Wint-^r.Di* Guipiirir.^^ sind ^^^i' iT]*in«n <»^cht^-n W#ck:^la^;r 
S'trrn Itid^r^ nicht T'^rifendun-sfähl^^/Zur Zf-it ha>en -^ir ^5t^ Trif nns'^r^rHt^ 



-.- -i T' 



-li r 



•'ir infol..^- Futtermangels alßstoss^n ^oll«.n^Ein Bau^r ^(j.ot Kartof 'Vln 



und Mthl,al>*r ob^l^ich- «»ir di<»9es -nötigst brauchen, -können f»ir uns nicht M^^. 






:^ 



V<L 



^ntschli»ss«n,da »»i-r hörten jr^^-^^^s di*^ B-u-trn€*#r-Ti«r* -T-rclurst^'n und 



hun- 



i.frn lassen uM, sich nicht um si«» ;rüiiim#rn,daäu si«^ furchtlöar t anhauen, w-^r 



sl^- nicht poll^n i^ln si^ •s «»iJiisch^fn.Auch ist H-^x«, nicht S*^l''c.^lf romm..si 



tf* 



«ürd*n ihn ja totschla-*n,wei^ ,r sich dahint*ricachtt. Ich Saj-ts «stsrn 




clion ^l«ich ,als -ir uns wl- Krösuuas Toriam»n,ich muse st.ts dali..l a 



n 



*!F'- 



an 



" La faiti.Vf »t 1« potau lait Ton. Larontaln« denicen." I«ic^V^f^ ,^'»*j 



halber. .i:i»iit;«1flft^r^#rx zum Schürt n und *rfuhr öi%Q% W«ish#it,*Gut ,-dass «s Tof 
dftin Veriiauft uns xu^^trajj^tnfturdi^, sonst könnt'^n ^i'r ja all difst ^.uten Din- 



1 ^ 



4 * _^.». . • 

i,$ nur mit 4rauri^*n GjtCw.i.^v~:n ..-?-ni*ss#n,kariBs t Du das y'^rst«h«a? !Vitl«icl 



fi"nd«s1fr Du 'SS läcliei^lich in solclu^n Notr./'ittn solchf^n Gtdank$n Raijiri -tu 
l^ihfriva'*«>r «ir k ö-nn#n ■ nic-ht Ot-^'^^rs. H*ut-: od^r inor;;«i^n f^rwartt ich Ann^ zu 
rüci,£if hat ..dann . »ine l^n,:* noch Torxulf *r«it«»n ,darnn. nutr-'^ ich den h^uti!-. 
i^en r'Jihii;<rn %a^,Dir in«in4- diysrstn Dini^e ffii'tauttilin.Dich ;^?rd^,n m^^int 



.'•f*^;''' 



Grüss» »»itd^r h.-^ft'lg in"Stan>r>irbel un.d Kampf? d^mit antr^jJTi^f n^Wio nirst 
Du Dich aach d^m Land« sthntn und »?i« s«hr werden di« Kind^^r di^ G-ros^ta^^ 
ni t ihrrn ^-' •-t^chsflun«;*'^- und alt'»^' ■pp*ir^'^.*n .T*ri#s?=^'-"^ !¥^^in* ."=;ln(?' ia '••"'ch 
nicht g^-rn-^ in dem...^'ross«n" Dorf-"' WürÄ)»ur^,si<». lit'fetn m#hT* ^as Rhi^inland, 
Die i^-^nsch^*»!!- sind' ac'er auch dort i«r!sädi^#r und wärm*^r,hi«r ist -»s nur das 
^liiTiaJman *»ird nicht ^arm damit. Ein W^estfala ist iav>nlj^s.si«» und tiPm.u,Tt€n 
mah^lhn hat^iiat man'iiin"^3nz,.wäiarend man hier- 'k:urs daran ;^laui^t,«s *rrfiäi 



u. 



li./: ^"^ ^'ind ^^3 ist nur B:'^r^ '"'^nvm ^.Di^t^ F'^ri-^-^ ha^ö , Ich trot:'- all«^' ^ '^-nos 



s^n,ak#r als ich 55 St. 



.-»tt und' mich nicht wi^-n *'onnt«*,hätt-* ich al*-" 



l'fin« Tt'rdÄro^'n^und st erl&^n -rönnen, daron hätt<»h 'jns^r* M«ttr,den?^n ich 
aus Töll«m Her%*n damals. als sx^ aus:^<^¥on}lithi*r ankamtn .allts nöti^« •ae>. 
was sie als stl'^T«rr5täddlich auflirauch#n und hinmachen, richte ^«ffiftrkt •Tel. 



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GutmütiiV^it tqipota-. 



^lltm 'würde Ich l^ti^. nächsten Mal« srnaciv »ri^d^^r so hand#lnv«^^ .^i^t an'-^ ^y ^' <■• 



1^3 nic^/- auch? ISolang# Deutschland so corrumryitrt i^t,'-:rrr lt#i-n« B«ss^r ong 
komm-r4,Dii f^urd«st stauiifir],^enn .ich t)^ - -ll^s •rxähl^n •ÜT>dt^,e>-r ^^nn- 



♦rhälst Du i» 






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, üsten Daak: für Beire Vorsor^^e auch^däTi 



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Z..m Lecer- ^omme icii nur an die Auslese, die senr intopor.8ant ist. 






osther l-:se loh »Tn= et»np in e.nslischociar »ucii ito-hcss.ifcst Da mal ej.i. 



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Oper voi. Meüoubi ^jüsaUexi? .uieiia.sxe ibo. »t^b. « 



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lCx± Fi^aioh Hochzeit ir-' Ho. 



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wich trrfichttt.Ta-fit.* Gust^i ,#^in*: ^.-^^ Ä^itch /iui D<»atz/i]ocht-r d*^? aorti*-^ 

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Sif ^o«Ät# ^icht bf^^r^lf^n ,d.^*i^ ixi mit mir ?^uf der Kl^iin^ •e»^««^« V*i^»t, 
da si> Dich c^uf hÖch^t^a« 42. «chät'zt^.E« ist js -^i« r«-] ^.i$«d^- Bilr] vo«^ir 
Dti«- :,3«z*tr Litljrtiz ^omt d-^ri« -.o'rtcht zum Au.r^drac/ .U^d ^ilbf rt -^r*1?.,,reSr) 
zu^ii Vfrlitbti.Da d-^rfich j^i^rÄicht a« mti« f « A«k«t«ß;^r.5it a la lo^i d*Äki^«. 
Du ha;Ät iniDcär^f-L., d.:iT!it..«rfrtut,iiii±.5;#« D-rki iWtäi DuAll-^rdit '/^, al • b*h-« 

/ ■ .....'. ^ , > . ■■ I 

:,*«iti Stochfisfjfl vo« 172 cm Grois<? un«d 1,n'i- Pf.G-iwicht vorjt Mus.-irr ^liiitf« , (j 
Lyzeum al-? jui^^^dlica b^z*i^h,iitit ,ma4 «t aft;;th«».,d^ v?i di«^- Klftd^.r'fi«idt'? rrjc'^ 
aucti vö.< M,«t^« i(*iar 3ua,««dlich.ijott ,när« ich .ilüclclich ,nt-- ich «twss» vo'« 
D.-dt'r li«bea Molii.k'it hätt« ! ! !Di? G*!«» will halt xm^.T -v«» v Ic .,:, * 

" ^ 

3t«tz^ Hai« I !Di« Gt^t^'l ist ja Fii^ri^-r^h^'ibsch u.f?d ich >■: ^'^i""* .vor'-tf 11^ '^ ..-»Ti'^ 
'Du %i'- ,,'^3i.«sti<i«t,abrr> 3,uch v«rstth«a ,da«« die rlftr' -- li#bftr auf di« ,Daa«r . 
i« dfl^r Stadt vftil««.!* u«»tr«m Ältrr tut u«s maichmal di# Ruht und E«tla^.fas 
tUÄ^ »0000^ iutlH.fut«! bi« ich vorläufi>* d^-'; ^^r'^.t"- LlJ. «tit '^^in^r ^trohwit- • — 
«Gh3.ft allsi«^, abf»r '^ti * 1 ^«,^/* jd.-^s 'niun« ich %ch.':'ll -.nt-.-., 7,n di^^^f^m Brii^f-. 

■ ^ ' -♦■■ ■ - ^^■ * ■• " •• ' / ■ 

Aaa^T^-- rc.i%tf Do.^ «rEfcy.inacht «ach ^u'.^- »Idorf utd <-*»öhlie««#.t.d «aüfe. Kol». 
Ich bracht -f sit a* di- B,*h«,<!fi« uth^imlich^r ^«--^ voi? V -iÄ^f^r vitlrt^l StutdCL 
Am i^hihof «i« toll«^r 4^tri'fbfri«-b^i. fT-«^m Gro«trn*^r^Vb /fRe.-^.'^.i.« ^G^n-cVu^t'^r'^Ä 
chu«:,,3ls ob b»i de^ kl «i«-!.Ä 3cai«h^r»"^^ • --v,:"^ zuJiol«« ^'►i.Da ^thi^. -l* b^«- 
• '?r a^. dif ^i^cii^i^o«-^ .AÄte drückte ßich .*tiir ^^-f'^chickt ,da. >y zuvi^ Zeit ia, *r. 

#iR*hätt« u«d u*««r Zu^. ab»*f ahrtiv Yälr* .iiwd^ra '^-it* mich "bftpiif 
d^m Rucksack 3»« di^ Toiletti?^. -.u kommen ujid ih^ c\^ üb^r^ die Brit^ r^n r^-^lchfJA. 
Der b^^^Äütei.;, .Tar sch>^.:..rz v 11 fteeich^ « ,ob?,lf^ich ZuIassu«^ v*rl-^ t n^^^-''^. 
Mit^-h-Ä dürft- ich «icht,ob ^ie.liereiekaiij ?vitt*f ich ficht. D^p ^f^i--v^ i;t 



ipruca tLeÄ.omiB 



D?ut??chla«d i«t schlim-i-r al« mit Vlehwa 

höch«t ^If'^iam t !'! lAm Mortet ■■karn d-*«^ Tc- 



, V 



'ir-«,l<*bzt^r«f ist d»^ • -" 



&-it jA^.r*n -ielad-t us ^ ^^'-ie^ T^rmie f-»t»atzt' u^'^ W ■■ rurn,Wi* 1-- -- imt 
in-ie- ochff<?»t^r A«iii^ rnale^Ä Di«po«itioe- « hied-rlich ,»o war r«.früh-r u«^ 
^o b6<?ibt -•.^. imjner.Si^: icommt zütd V«M^^1* v.*it Ju,^n, '••?-ch Köl«,bi^ld «-hmc ich 

.ku,ft i.t -. .o-ach^ieri^.da ^r.t,l.l. auch ^iht -- -- ,.i. trifft Schor-cl,- 
.^. m.dex..ar.b.P, i„ ^au.rl..d.wo di.,.. pi.e_^üh^, Op.^atro.,.ch..^ 



L u«>d Qhf'^M b^u^icht ,die ih« i* Hörd^ abholt^. Hof f^^itlich bleibt -^r 4 



Wnn 



ich ::*— ii.- das Ällei't«*!« .$<?hr,«cho« allrit* die Ruiie,^* Hadto« ist ^ir 
-^i« ^-»«* ,Da V&«Ä%t ^ir «lebt vorrf f^llf* t »'^^^ ''*^* etnielt-m Jfop-^ tu-^ 



..'-:: di^«- Kitt- d*,« .£a«z<?Äi»s, läuft ,^-^^?/il f ich' ,wa« «i« b^i^^|^i3,d>Vz^,• jr--.«^| 
dir Hc'--— ^'icht ra-hr^ -ut ;i^d i-tf ol^* de»«««' di- Ül--tr^-: uä^. ujB«3^ub«r*iL^rder hj»'J 



be ion -i.^:. :zu dtfficil«» Gfiiör mitbe'-c.omiBeÄ,f« 4«-t »tc^ ra-bar für m-^1«* N-^rv^ • . 
Fr^ih«^r. hatte jed*r ä^Ii» ^i^enei^ Zimmer ,'va« ' bei" der £1?^^ der Woh«verhä!lt«i«i'^ •^^ 

^ich ^ichtmel:«? -^o ^veit' 'm?^aiiiaidei?«chl*T:)^ 7 läsf t .A./'itele vermis'^*» ich ■■iehr ' «i--:^^ 
■ << ■ ■ .- 

hilft ■:o i-r;^'* u«d -at^We^e« .der Frau ^ehe .ich- Ivio«tag .iach Ver^baich ^tieiier' 

-PreiutdiÄ^ ,die. •au«4cboaibt ia elüiem Pferdestall .dort .'lebt'mit 5 IcleiÄe« Kiftd-rJi 

8,6.^a«d 6 Motat* -a-lt ,1 .h Ico'ü^fe mi-r iD-^iie' V«*it^.icht •■r>>;'T^ht ^T-^ri-^r-**' h-.« ^-r»*#- 



t^ 'iftchot ^-'-^i -^^ L'~tTlehi?e ,'vit«c:ii 2., la Diäst^rTd- .e.* 



immer ao^? 



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.nicht dadarcn .fomiBe.Mor^ej? ¥,.e«de ich 5=,ie eaer^ischzarüc^^^^^C' 



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DcIä Couvert 'hatte icli i>« c"-*;^ T' ch* 



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hi'*fi '. und ver:«iuctoe 



a«'3 -^rfreut* . i* . :' 
■-.D!, ich ^ber zu erschöpft 

::^es» ^"ültzukörsis^ee . 



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r^ohei^lich f^chmit^ der Fahrer -e^ foirt'sir* -r '^:-*iit'^n**-'-ab?*k- d.-v?^\^% ^e;taiu-/5"M 
'..tt*.i]T, all^^^meit*! bi« ich vorsichti,,^ ^ if D-i^i- "^Jb^rz-rt ^^ i r^i-^ -i - ^^^>r.,t-ll* 



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/i'^-12 :n-^!S,e«^.i«t #icht drs ■. ;•" kotr^i^:*«; .us^d für crich. i.u'^ 



u«:^'*r* G'^r" ■pr^«d,'^*c<• lebe^rsb^dij^eä^d.Ob ich Dir ..uch .icht zir(ri*l ^uatvch-,^ 
Dir Ui.il t er f . . 1 ?3!dih \rXt ©ir :j*;:i^ -^-^vi*] --'^ ' «^-^'ää^il-^ , d* "- ^ i ch .»icb'^ ^"eii' 
^'■■^J- ■ ' • Jetzt niU4*t Du b±d u: "" '. " • '.3©rt . -'-^'V-,**- ^ ^ . .. n , 



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UvIeiiie Kartoff*l.^ 



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die H<^L..ch*,dle Z^vibeb-lt «iad .«icht tehr t3:'0'^« ,3ber für i;:^at:^riebel«' iehr ; i:t 

doch nerder -1^1 e ^.ohl de*' W^^ 2^Ü!^ A^#^ «-h-De« ''irü^^''. i •- ■Br'.i*.«-lu<f'^ . ^^j^'^'ter. 

Wi- : rli-^- ,-'- ^ D*^ r Blun-tflor t*^«?«e* scei« ,ich ^ -nf th«.- n^ir lebhaft vor^Jt>-l 

l*äk.Du h|«t a-b^r • . -ch-iiif?jid ei** ^.- otd*T l;e Sla''n-«ha*d\Äo«^-t ^ä-n>» ~^. licht 

m , " 

:. o üpj^'i^ ä11^ ^ ^v.j:.J -«i.Üb*r ei t. •^«i;*li?j •%«*■'• Buch vo' P*.!?rlBuc': '"r'^''!-^ ich i^-^ ^-h 

i-hr,^-^- nr^h: Di- ^u. ' ■ -. r^ -,::^ V;: :^^-^f ?^^: V ^-^^-i. frt ,1a* , UÄ d auc'' 
besitze. Du decket 2!b*r auch a« alle/. Wie faii^ii , '^(:^>^ Dir die Bäckerei fb 



tiitrat, 



HU . Ä > 



u^-« "■ ' ch-^ü, %^..t*'r 



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1-" SchuhirönÄe 



voi Atie,.wäre d'^i« fei4i ,77efii du eii paar St ra»»e« schuhe bekän-st für ?ie,di- 

( 



SECOND INTENTIONAL EXPOSURE 



1_ u*^d Überi« bssacht ,c!ie in« 1« Horde slholte.Hoff<>'itlich bleibt —r '4 ''oc 



ich ■•••«ii»'? da* Älleits-ii« ,^ehr,«cboii «11-i«» die Ruh^^^j Radios ist ''•■"r 
■■:le.i -i,,S..-. ,,üu,xa:.' '. i>ir *icht vor-t-11- »•'^i* "-■^* «-n«i,.rn ifopf tu^ 

.;*^:: dir«* Kitt* d?^« ff/^sz*? 1'^^ lauf t ,£,'; '-^''. fleich- ,>ra« «ir brit«,ii,d«Vn ?pi^a| 

dir Hülir* . 'ücht --•'-^-p «ut iiJid iivfol^e dej^se«- di- ' ü^^*""-liraiu«^. UJBS4ub*r,,I.'*ir"'*T- h?"te 
be ici'i *iÄ ,::zu dirficil-^ : ucHör mitto<^'ir.oniffieÄ,e« ist »icht ra^bar für meij«* Nerv«?-'. 

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Fr-'ilK^r. hotte jed*r .^^^iy» ^i'tei^:^ Zirom-r ,^vaii ' bei^ der E«?ie der Woh «verhallt «i«i * •~'*^ 

*^Ach aicht mthr ^o y^^it -xu^^aiÄaide-ntchl^ber* lä«f t . A^'i^ele vermiis^* ich ■■^tehr,si-'--- 
hilft -ISO ;{,*r''-^ u:*- ' ut.We^e« -.der Frau «ehe ich rvioA.ta?, «ach T*rsb?ch 2a-*i«^r 
FreiiAdii» ,die. •aus&eboaibt i« e.i»em Pferd-^^- ' 11 dort .l*bt'mit 3 kleine« Kiftd^rA, , 
■ , 3^)..i«d 6 Motat* -a'lt .t^h k:oiiite mir. D-^t-t* V^itusicht ^.,*>r>><ir;ht «r^jclär*;^ ,d«i5 , *,TeÄ 
t* "^^" \ " '^ ■^' L "^tTlehr* ,'cit"clii,^^ a 1& DitterTde* .e.t Büc^"^*^ t^-t-^-p ^o^"-'! -«^-r^nr-in/ 



ich "?!«* 



e* , -ITL^h -^icht dadurcn «lomiae.Mor^ej» se«de ich .*ie eÄer^iachzarüek.ifch 

..m-aC-» Wf>«o WMu * Vr*^' fi Hilde-*- ^i'-t'j^" .,r<a«.' ' ' ' !" 'VC*^ 

DeiÄ Göuvert 'ncitte icli p«i d-5r T' oh* .. ^ ..b'^r/^.; U*^'^ *'^f^^'-^"^-" 3*^--* 3*^ 

':*r -'- • -'TTitefl Z^^'^^'" •' ^';'.rüc''".D*- ich »ber zu ^r:chöpft 



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, c. Wich 'et?^;L ■ 'i' \. li-Äeii: u^d v*r4.p.ciifc.e i^i '' '• T-^^'^tTi.^e« ■': tzui^oisissieiJ; . 



W*hr»<j*heiiilich fichTni'p'^ der Fahrer "e^ fo>1?' ?1^^ ^r s^iÄe^^'' -**ab?»k- r^-r^u.« |^»erau6bt 
.t-.in^ '^ll;;*!;:*! lei -jlt ich vor.i^ichti,^ ^^If' Deiaejs' Cbuvert ,^ ich n^ir voratell 



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Ui.r.^r* Cor^»pnid.e;jiC.e l^bex.'^.b^diA':^'" •■ v" .Ob ich Dir ..ucu .-.icht savi^;! iiaat.j^ich*, 

?3!ch h-^be ßir :j*'G3fr aovi*d ^-'i '-^T'äähl* '■., d*'-.? 'ich ^icht. reii' 



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die HtfS^L. .. eh.-; ,di* Z sbeb-^lt «iad .•Icht %ehr t^o^m ^:i]:'^v für 



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iebel* 4ekr tut 



doch ?terd-er y.ie nohl die« W^^;: zmrL'A/A«^^. «^h^^^ee 'mütsr''' i-*^ Br- ;*'•. ^'-iTif' ^*^^*Ter. 
,^-|. ^:---^lic^^ . ^ ■' '" "n*-! f Blum^fflor f^^THre^eii t*ij?. ,ich ''*.nf ,t'h«, -^ir 1-bh^ft vor'i-t*" 
leA.Du,d^.if' s^t .^b^r 



ch'-iÄi^iid ei«e.-be:Sf-Q,«d*r. ., te BXii-t)**haiid^^o.v^t ^^z^t '*r licht 
. '«i.Üb^r ei«. *«^li.*' ^h^--Buch vo* P^^rlBucV. freu* icli .ich 



v^'hr,'.^^^ <iich- Di" ».ut"^ Mntt«r E-' 
besitze. Du deaxj^t aber auch a« all 



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lich-:= Arltei? 



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' r. i '.. ■• . T > -^^ ^ • i •?. t*r t ,1 a t u« d a iic '' 
^<:^v^ Dir die &ick-rel ^t 

\ ' ; L* Echuhiröise' 



vo« A«Äe,.wär- dfi« f*i^ ,TTesi du ei« f^aar stra««e<*chuhe b*^itä'ii'*»t für fi>,di* 



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"^ 1 

noch etn s Vorhandensein, sie '<önnen siTch, das' nicnt vorstellen^ Hoff entliöh ''her ^\ 
fällt sie vor lauter Augre-^^anc kein ^olaps* -Hurra ,ein feinfi^T Lichtblick, DeVn 
Juni Paket ist avisiert »morgen hole ich es, bin icn neu^ieri:^IDu gute beele ef^ 
scheinst stets im rechten AUi^Bnbiick,iTie ich mich freue!!!! iDass Rose di^ f^ot^ 
dene IJhr innerhalb einer iflben Stunde vom .Sc>irej.bti3ch x^s^'to'ilen -^urdejberic-^ 
tete ich Dir sicher schon. Das^es nur die Put^^fran. [^•p'resen p ein könnt,, die ^-^^era * 
de dort putsstenn'^ ^das gleiche vor 5' Monaten mit ^^nnes' tat ,, weiss .ich 3enau.'3;it 
batue sie natürlica nicht bei sich, sondern sofort irgendnoanders.. verstaut ,-sol 
•che Völker sind 'gescnickt. Auf regen kann ich mich über so etf?a$nicht Triehr,die 

Idels iriiissen ihr Zea^ eben'trr-pr odpr^ forttun. Ich kann nicht. ^:an7; ohne dies^ 
Scrau sein, '.Tenn .gleich sie auch nur 1-2Mal.im Monat erscheint , da muss ich es hr-^t^ 
I»u.en la3Sen.Si;p„t.t ,,t „n. ... ..SS IC. te.e. .....ae^.D. Se.o..<,H ..„ 

|sehr pin,:elig ist. und mie.h viel schikaniert , selbst den ^an7.en fa.^ mit einpr- Be -- 
sen sich betraffhet, beinahe kranifhaft ,mu:^s ic ancn so et^as ■^'"'^■^•- -ic'^' ^-'n;ehen ■ ' 

lasseh. Andere h viel meiir ve:ploren,die Aauptsache,Henn ,man. fi;esund ■•ist.D v 

glaubst nicht ^, nie froh und glücklich ich das Allein;>^Bin gern esse, eines äcv ¥. 
Kinder näre mir lieb, damit ici eti^as Gemeinsames habe .I/lr graut :vor seln^T- iT 

■ 

Rückiizehr ^da er den ganzen ^ag nörgelt, das reibt s^^- ^urchtb^r a^f .Die.' Franü 
■^n sind ^onl ein arbeit sara.er VoIksschie.g,.aber f^Oschnr/^ niltsch, i':ie o"'-'^n.Sie 

f reuen s.i^fi gerade;&.U|,f enn si'^dem a.j^d.^ren am Zeuge flicken cömißn. . 

Die heimatliche Luft in Köln^at , mich so jjjingund bescl^^?ingt gemacht, eL> ^eut nicht 

über die ^^eimat. Die 'Kinder schreiben •auch alle beide ^eöeligtvon- dort trot% "de^ 

Hungerfe,der dort he-^rscht.Im v^>^'=^inland ist- die Luft gross^ügiger und nicht so 

■ ^ ^^ . ■ ' •■'■ 

^lein lind spiessisch.Die schöne '^tadt , die mich frünei'^^ussöhnte, ist dahin. Die 

IJmgebun^ ist allerdings, durch den nahen V/aldgan' ^ins^ig.Das Kranksein hat mich bi^ 

.3ig .gemachtund ein bischen lebensm-'^de. Es ist- nar so sch^'fer an • das. tbr^liche Brot 



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vu Aomm^^'j^^n" 



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Viele ;;:or. 



K> ■■ . 1 



ISS. Wenn nn.r die K^. i-er in^i ih"^^"^ -. ,-^.,+-1^, 



, enden .^utiüildung durchhalten" -LCnnen onne b^hädenlur ^ei.t ±r,t soL;nr 3ine Festwoch 
im Hof garten,, die ich schTTinmen. lasse , das f*ili :vas heissen bei ur ,d^^rauR. ^-^^iehst 
Du,dass ick euch raal doir^'n bin, Bis der Brte^ in Deine Hände gelangt ,int hnfVent 



lieh diesfiT- y-i^tanä vorbei. Yi-^ ßfWHfi t-*' ^^"^ ^*^-vi^ *^, ^.^/ 1^,'-*.^.. ^'^//.ciA. 









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Hänschens ;Todestc ■-; 1916^ 



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. 'w • 'w/ • 1.-' '\^ 



iiie .Lebe Anr.alEin<^ 



/oche 



,öhne dass inb Dir 



di^'^^*5' öoHr^iben heendsn- konnte ♦Sernsta^g packt^ r'ic'-' c-^rv^- co ^r>V)on'oc.ti* ^inr. p 



TjT*! T->rpo VI (^ >-■ ^ ■ rl •-, o c^ •; /-» >i 



. 1-. ^ rl •-, o ci ■; 



... Uff^ 



^ciX:^' ^uhi^ij ir.it Kciy/icis^ 



seii:das Bett hütete^Zui^ öäücic erscaien kein: Besuch und so iicüminerte siqti.me-^ 
marid ijm mich.Jis. wor m schlecht, da^Ss min auch alles ;^leich' rrar.DienC-' 

, - f.- 

t:_ varr- flol?^.' an, Iraö'tTian' niir ualah nicht ^'.agte^ich hotte es ^'^^^nan dem Donne*^ 
rieh tih mir (^arricht er^läreh konntebis mir au,(J einrial ein Licht aufging t.Pa? 
Hol-i:, Tvird einfach auf der Strasse, abgeladen und man iruss. sehen ,es hereinrufse 
schleppen mit seinen schwachen i^räften.Ba' halfen mir ^eine ci^^aretten fieder, • 
und es t^urde -^lir Trenigst-^'hs in den Garten ^ebracht .fiin u.-t-As ErrT^fin^-^-'^ liesS- 

■ I 

••"ich bereits Freitag nach Versbacb f^^ii^iren" und mich naci ^-^^esagter Frau erkunde :i 

igen.Die Putzfrau meiner oe<:annten meinte nur ^arr trockei^l di';^' hat sdviel b 

bäuerliche Vernandte,die* hungert nicht , lassen Sie es sich' lieb(^T'senden,'F;iL 

haben es eher nöti^!'*- dainit gab löhmlc:! ni,cht -.ufrieden und'''-hörte nochmal 

in Ort mich um, De^-^ 'Leumiai:tv^ dieser 'Pr^in ist nicht senr gut, sie se^ faul und 

habe mit, einem anderen ein Kind gek-rlegt. Heute ist aber/jeder so neidisch ei r 



ii 



Iner uaf den .c:'ndern,d&ss die Auskünfte «ohl nie ganz stim'men.Pie>rau -^ar nicht' 
zu Hause •Hüngprn^i^dt- -sie :.i(^ht ,^?enigstens nicht nac^ 'Städtisch^v! •R^v-r.i^-r,.,^^ 
TTiii-T ^"r3%1*--.^rfri'kel ist- nur ^'.u nähr und auf alles. ' 



übertra;::en^Von der ' 



t»' 



GorruptiQn,;m,ac'---^Du dir fceinen x>6^riff, hoff entlieh, tiircl. es bald- anders. 

i 

Solange in Deutschland '.:ein besserer Geist Fuss Jtasst,hat es den vollen Un 
t er[i;an 3 verdient ,nnr'''d tijnrri ,dass mar mit ^?^unter leiden muss, aber nicht -u 
'9.^-äi:idern.- — Hätte ich nicht Deinen >V..ao ^ehabt,ich färe drauf ^ee;;angen, seit 
2 'ia^^en lebe ich- nur Mvön, nachdem meine Haf ervn^oc;<c.£ji endeten, die ich r-u^ 
?rst mit^och te.fr st nächste Woche kann ich wieder daran ko'mmen. Das ^^'"etter 



ist -egal herrlich , und das G.-^mnse verdorrt total, die "^^^t^^^^l'^ '>-\^^+- mih^'^ f 
cxlu,' den ireldern,!da,s ^i''" eine Missernte. wie sie seit 1$95 nicht mehr au. ver ■ 
:~eichnen- war.Der -'"'nstreicher.hat mich diese Wocne völli,;^ versetzt , ein ^eg^ii 
^^enn ich. hätte -ihm nrchts itochen. köhnenund das passtd nnn schon f^arnicht .Am- 
tnonta 



,:r^-rt? icn einen öni.el von ^ Jahren und pine Ta^^te von7bauf 2 la,;,e^ 



ich freue mich den' alten Leutchen ,di^ no.ch keine -xer^^'störte b^adt sahen^d 
die Tage ' und das Viedersehen mit ihrer alten, nicht me o r vorhandenen Wohnung 
. n erl eichtern.Die Tochter lässt sie her, weil die beh^^^^n meinen, es m^saje do 




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:i,sie cy-3A:utte?^---'>-ei^_So._'' -="- ='''^' 



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in feudalen Verhältiiiss :n ^" i 



Linsen: 



anTrax* 



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^1^- :ranT. antilc einii,erichtet niil? rvjir P.r j-xis benötigt, da ej 

^ nra'^c'^ /in Ziiamer mit 



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'ölli^ aas;^ev>^^Jat vyurci<=*er 



b:3l >■: Zimaarn fcackstaolicA in der |Cüche,allcrdino- ^on silberner, e -^ - 
Da 'x.onnte loh mich 'einer ■freondj.iciien -^e^nerkun^ '-^>c" 

i^iprecvi-ximirjer leer istunddort _ __ n -ird,iaj/?^diese .^^^: 



^'^, 



»■'.f .i^-"^ >'^ 



"bei '".^r 



oherlicA. Diese ^i^'i^^' 



Knt^^ .l3er'=^bt:-i oi:;-' nnd -^rfreulic , -bor Ir, q\ Kücae 



ac:i mii? bei meinem Besuclf B0j2£0_^,M^'t ^ 



/! 



ex 




Deiner 



^, 



nu 



^ 

•} 



3/0. _S, heral|.ie Anna! Der Mot-gen vertsins mit unnötiger lauf f-V^el n-r/3 ,.,. -. 
,i8s bei meiner Scirj|pp;aeit gerade k:eine erfreulicaen Brnpfinduu^e.. J-eiti-te.umso 



leto liob 



.1- V- 



dann 



ij \. ü.iii 



V. --^ als i 



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- das -.nzx^ feute f-ir den,GcPuss auf 
'•io5,.:"deni ic . .im %e Warten beciuem an Deine üabe kam.Du, Liebes, Gutes ! Dir Und 
Albert innigen Dantis Stoff chen gefällt niir vorTiüglick.der Zucker ^ird uns im 
Winter närmen.die Salinen »»erden Weihr^-^chten berichern.die Kragen Scliorsctis T i 
Geseh6nk:tisclii,die ScT^ ebenfalls , eine ■•lerrliche »rundlage ! -Hoffentlich. 'roiwnt 
'■ ^ ' ■^einelVernandtenuns bef-uck^n.War ei,-entlich teo Horster da ich 



erinnerte ian jetzt^^n *u ?.B?ale&n i\eo ^esueh, •, 



ilic 



* CA L 



- 1^ .i^err^de 



-^k-n 



e.iyiBai,:'Tarest..Vie vrürde ica cur mica für Dich freuen 



als Du mit'- den Dein 

wenn dar Anf..^fe,^l^- irhjieser. herrlich - ,end et^as ] er -inteü 

Von -....- nd Hü«.;. :iabe.i,aT. femeinsame Nachrichten, sie ,r erlebten bis feeutp «i -?,ig 
aruige Tage bei meinem ^.ter -tranz ftirdenheuer,FranPn.^rr,t, /ater «.r.r früher . in/ 



»Zuzug* l 

Vor einigen Tagen erhielt 1<^ einen BrTef 
meiner Tante aus den Vereinigten Staaten, in 
welchem folgendes geschrieben stand: 

„. • • Mein lieber Junge, idi muß gestehen. 
Du hast uns mit Deinem letzten Brief etwas 
In Verlegenheit gebracht. Sidier war das nidit 
Deine Absicht. Du schriebst da unter anderem. 
Du könntest in der Stadt, in det Du Jetzt eine 
gute Stellung gefunden hast, keinen Zuzug be> 
kommen. 

D\> weißt daß wir zu Hause noöi immer 
det t$ch spredien, aber Du wirst auch verstehen 
k/'nnen, daß man im Laufe von 25 Jahren, die 
wir nun schon hier drüben sind, die Bedeutung 
des einen oder anderen Wortes seiner Mutter- 
spradie vergessen kann. Wir haben uns alle 
redliäi Mühe gegeben, herauszufinden, was das 
sein kann^ das Du da so dringend benötigst, 
und möditen Dir audi herzlich gern so einen 
„Zuzug" sdiidcen. Bei Prof. Dwellsgood wälz- 
ten wir das große deutsche Lexikon, fanden 
aber kein derartiges Wort. (Hast Du Didi vlel- 
leldit verschrieben?) Der Professor, selbst ein 
gutifer Kenner der deutsdien Spradie, hatte 
sdion vorher auf unser Bitten In allen mög- 
Ildien deutsdi-englisdien Wörterbüdiern naäi- 
gesciilagen, allein von ,Zuzug' keine Spur. Pro- 
tessor Dwellsgood Ist wirklidi ein kluger Mann, 



>er dem Zuzug steht er nun auch ratlos 
legenüber. Es gibt hier einige Gesdiäftsleute. 
lie ein perfektes Deutsch spreciien und auäi 
lie deutsdien Fachausdrücke ihrer Brandie be> 
lerrsdien. Wir fragte in ihren Läden nacb 
einem Zuzug. Erfolglos. Keiner von Urnen 
kannte den Artikel oder hatte ihn gar am 
Lager. 

Onkel Ernst glaubt aber dodi, daß »Zuzug* 
der Fachausdruck für eine deutsche Mangel* 
wäre sei, die ganz besonders schwierig zu er» 
halten ist. Vielleicht ein Ersatzteil für ein Auto 
(dürft ihr denn schon wieder Auto fahren?) 
oder für einen Radioapparat. Sollte das tat- 
sädilich stimmen, dann gib uns bitte Fabrikat 
und genaue Motor- bezw. Apparatenummer an» 
sonst srfiicicen wir Dir am Ende noch den ver- 
kehrten Zuzug. 

Anne, die gerade heute vier Wochen ver- 
heiratet Ist, meinte, Zuzug hätte «sicher etwas 
mit zuziehen zu tun. Da könnte es sidi dodi 
nur um «ine Gardine, eine Art Vorhang oder 
einen Reißverschluß handeln. Für diesen Fall 
mußt Du uns noch schreiben, wieviel Meter 
Zuzug Du benötigst, wie lang er sein soll und 
in welcher Farbe Du ihn am liebsten hättest. 
Du siehst, mein lieber Junge, wir geben uns 
die' erdenklichste Mühe. Laß' aber den Kopf 
nidit hängen. Du weißt: in Amerika gibt es so 
ziemlitii alles, und da werden wir mit der Zeit 
auch noch so einen lumpigen Zuzug auftreiben. 
. . . Am 2. dieses Monats haben wir wieder 
ein Paket an Didi abgesandt. Es liegen mujdb 
ein paar Päckdien Zigaretten darin. VlelleKiit 
kommst Du damit welter ..." 
Ich kam. Peter Ml^a. 



28*6. 19^7. Liebste Anna! Hurra, si'- sind da, die Pakete, von deneri^ eines gestern 



^avisiert wurde und-ÖNk^ee eben, herrlich Iwie wir uaa freuen, demi wtr waren in alle 



IT) 



l 



.lathei am letzten.Ain2& erst gedachte ich Burer Reise, die hoffentlich nicht in sol, 

eher Bullenhitze erjolgte wie sie- seit jagen uns heimsucht, gestern waren es 36 im 

Schatten. Möchtet Ihr Euch schon ein. wenig eingelebt haben und zufrieden mit den 



ne 



uen Verhältnissen nein könnenl.das ist mein innigst-* r .Wuaech ! 



Hier vertrocknet alles. Mittwoch war ich •''iber Land, um für ^die Kölner Gelbe Erbff- 
sen infolge Kartoffelmangel zu erhalten, da ich diese b*i meinem Ses'jcheversprac 

"r- 

- a 

und die ^^cnschen roch weniger haben als wir.Auf sciiattenloser Chaussee fuhr ich 
üb*r 2 3t. bergauf und ab mit dem Rade und hatte; nur einen mfissigen Erfolg, aber 



üabe wenigstens etwas und ausserdem wurde ich wieder einmal schön satt ohne sol 



che Hund efuttb.erquanti täten zu verschlingen. Wie gut erholt ich mich habe,dah ich 
an dieser strapaziösen Tour, die mich vor Wochen f-*.^r mehrere Tage _ erschöpft hättC^ 



v; 



älirend ich nun nach einem, gesunden Ausschlafen wieder arbeitefreudig den t^'.glir-. 



chpn Anfordflrungen gewachsen w'c-r.Du glaubst nicht ,wie einen das beseli<?fgtiAin 
25. schrieb ich. Dir bereits nach*^einer Ferienanschrift',^b meia Schreiben Dich ^ 

erreichte /,i.d^m ich einen jfcangen froher) Br^^f vom Öllig einfügte. Sie kann wie*. 
der etwas :;^^h<»nund schrieb mir aus dem Garten ,den sie auf ihren Füssen erreich- 

,1* 

te.ich freue. mich unbiindig mit lhr,wi- wird sie die Erlösung aus rler Einsan^i.'-ib 
.^ni^ssenlEin'^ i-viss- ist jagut ,als^r "'-^^ ^'0^ ^^ch t^fif^l.Dxe einzige- i^ntäussp 



SChoLlX^ ü 



ei deinen Sendungen ist, die Bra*flooigkeit ,so hat deHt-nsch immer noch 



einen '-i :scn-^^ 



ist auch. -ut. Der Mittag wird wied-^r W^t^uns all^<vi-l Nc'i,> 



y' 



■ :r^'''art^b 



T^ 



and wir können es ^auraapgbsaoia^« bis Ruth ftrsc'heint,dfr ic 






^clirfin noch >b^n niit^ieb-jn kojtü! ^^ i . 



Es pr * h t - , uäs 



i • ,t z insofern 






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v' . d a 



A -T r*: 



^iuiu:.-i i^^ 



W o c h '* ^ ^'"^üs - iic. 



VÖMeniiacl das'lßt öoch e:U^ grosse Krleicht-^ran 



■ 'i^j 



ch bin abfr aoch^ älüoklic}i,d83s Da mei^ea Vorschlas ,di- öe^duBg^^ ^a unterlass.: 
Lieht Acc-ptiertest, sonst würde' ö# uns doch verdammt dreckig äehenumdd ^ di,^ %er 



bürdojag des 



tä-lichea Lebens würde im Erschöpf ungs zustand viel mehr Ärger und 



krach bringea.Dir Verdanken wir »dass unsre Interesseia noch ge 



jfi^egt we 



rden köaneii 



r n i 



und unser g 



=-*istiges Gut aicht ganz daniederliegt. Vor einlgeu^agen besuchte ich 



4*i 



ä«e junge Preuadin.die 3 Kisler^das Jüngste ein halb Jahr.da7.u 5o Jungtiere, all es 
[•aacht sie ohne Hilfe, der Mann ist dea ganzen Tag fort uJid ajn Abend raache,B sie d-r 



Gtartea noch 



bis ei« Ulir ia der Mach^ , raorgens wec'rt derKlein? um 6 Uhr schoa,eii 



keragesoader Tropf^fea kaaa i»ur das öeschick bittea.dasf Di-, junge Frau sochea An_^ 
forder.aagea ge^vachsea bleiben möchtel Wie viel verwöhater: waren wir doch da! 

iviu 30.6-. kehrt Ajnie nach Kj^la für eiaige Wochea zurück.möchte sie dadlich in 
d:;r Pir:aa,^agelegenheit etwas err^ichea! Aber wie kaä maQ heute mit 2ooooo M ■ 
f-laschiaea kauf ea' »alles verkaufte uas der Staat^aa öontiagent erhält maa nur 1o% 
'damit ist auch nicht viel ansufaHgea, ausserdem fehlt uaser Sehmit^ch-:n,der treue 
Prokurist,der zuverlässig war. Die Söhne haben zu wenig gel erat /von ' Warburg ur.a 



Breuer 



lalso haben wir niemcLEid^ der die ^atfche leite® könnte. Uaser^ Vorschlag^ sich 



eiÄ*r a^idereÄ Firma anzuschllesseQiVepvelgeriQ die 'tlbrigen. 
A^n Nachmittagüiibea packten wir die ^ide» Pakete aus,was lis^t Da %r wieder für 



ei- 



■ae 



ieist;lehr(??so manches dav-o'ia Ifhnf^ ich «icht restlos ab! 

[jeider habe ich mit dem Abbonnement der Stimmen der Zeit kf^ija CTlück ^^b^l^ich ic" 

h 

Ti^ch direktaK den.Velag wandte^mehr wie^ überzeigÄet\lch gebf' es aber nicht auf u>«: 

versuche mit Viky ein Abkommejfsi zu tl7eff en^dena ich will keineswegs d'^rauf verzieh^ 

ten.Morgem ist ^at*rs Namenstag, wie feierten wir ihiiioch vor 22Jahrea vor s^iaem 

Tode IDank Deiner kaan ichÄnne zur Gross jährigkeit wejsigste^^s eiÄen Kuchen bak 

ienjhab lie?ben -^amk auch i^exÄem Ivlaai^e ,dass er in socher Grosszügigkeit diese Seil 

duiigeii gestattetjOb Du heute schöJt auf einem l*/aldspaziergaÄr':ebist uwd DeiueTt ^yri 
eiibegijia mit Albert gesi^essestTVon gajszem ^^erzen wüascheÄ wir gut? E^j^holuÄg uißd 



Viel Freude wie gutes Wetter, im alter Anhäitglichkeit herzlichst Deine .J^^ 



. i 



die i» gedankeÄ -Dich bep:leitet. 



Deine Schuhnäsel sind unsere Rettuiig,ohne I^'iaterial nimmt der ^chuster nichts 
an, Ausserdem kann ihh Kleinigkeiten selbst damit bestreite-. Vas b-i uns jetzt 



at^ 



alles wichtig genommen, wird/hoffentlich langweile ich Dich r^icht damit/. Im August 
*'geht O(>]^orsch nach Horde und anschliessend nach Marsberg ins SaueiAand mit Gr<5 



l 

ftiiae Mühf^ gemacht i'uÄd mit wieviel Bedacht hast Du alles eingerichtet ! Dazu 

• . * 

^och so sianig iÄ3 Osterpaket die öerviettea mit dem Osterhasen drauf g*l*g"ö^,'^ 
ich habe mich kimdlich drass erfreut, Du Liebe IVoa dem ÄUerkleiasteii Päckchen 
werde ich meiae KölÄier Heisea bestreiten.Zu gleicher Zeit käme«- die Illustriert 
an, die ich im rif er des Gefechtes weiter di'ese.fi P/iorgea Micht bemerkte, erst heut 

Mittag als ich mich zu geruhsamer Durchsicht der Post niederlasse^i kOFinte.So mJ." 

- / 

de'^ andern'^utterdingem zusammen ist es, schön, aber vorher hä^it^ sie uws doch 

i* wenig bedrückt »währead wir uns nun draik erfrctuen.MexMe Lelktüre i^t zuir Zeit 
auf eiTfiem toteiia Punkt aagelamgt. Bekannte gaben mir^die S'Ude wieder den CJeist 



• .) '.< • • 



von Di»ter , den ich recht kitschig finde und nur iÄErmaniglung"" etwas 'B-'Sserem 



weiterlese. Ich erinnere mich ,dass ich dieses Buch vor Jahren schon mal begann, 
er Äicht endete, weil es mir n^^cht zusagte. Da ich mir ein -^ild von den Bekanntet; 




.(^enen ich nicht ganz klug werde machen will, werde ich es diesmal beende '^. >, 



/ 



i^och kan^ ich mir kein definitives %'t«i5 erlaubenWie .stellst Du Dich -zu der 



u..J.3tlehre?so maaches davon lehnf^ ieh Micht restlos ab! 



/ 



id-r habe ich mit dem Abboanemejnt der Stimmen der Zeit krir. Glück ,^bäleich ic' 



mich direktajß den Velag wandte^mehr wie- überzeigiiet\lch geb' es aber nicht auf und 




versuche mit Viky eiÄ Abkommen zu tl7effe.n,denii ich will keireswegs durauf verzieh 



ten.Morgem ist \^at*rs Namenstag, wie feierteja wir ihn-ioch vor 22Jahre]i vor s-i 



jaem 



Tode IDajftk Deijaer kann ichÄniße zur Gross jährigkeit we^igstei^s eif.-r Kucheis bak 

■' • - . ■ ' ■ 

:*-,hab lieben /'aitk. auch l>eir.em IvlaJftiae ,dass er ia socher Grosszügigkeit diese Sen 

I ■ ■ ' ■ '■ , 

dungeji gestattetJÜb Du heute schöJi auf einem Waldspazierga^-'-bist ur^d Deie*'^ ^rti 
•^i'sbegiÄa mit Albert ge^i^essestTVoÄ ganzem ^^erzei» wÜÄSchen wir gute E-«holuiig ui^d 



Viel Frevjide wie gutes Wetter, im alter Akhäitglichkeit herzlichst Deine 
die in gedajakeÄ ^Dich begleitet. 



x'^4^^ 



i^v-vO 



Deine Schuhnägel sind unsere £ettu>ig,ohne IVlaterial nimmt der ^chuster nichts 



an, Ausserdem kaÄn ihh Kleinigkeitea selbst damit bestreitet. "/as b^i uns. jetzt 

alles wichtig genommen wird /hoffentlich langweile ich Dich rieht damt^.Im August 
*'geht -^chorsch nach Horde und anschliessend nach Marsberg ins Saueriland mit 

tk %in<3^^'iJ<^ ipr jt^ V^^: #*^'^viv Al,^<nAM^ f^<^i^^ o^p^^^€&,iA^ ^^^^ 



Gre 



2 •Mai 1947 



IX 



X J. (. • c^ 4, J. V 



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gut hier an und Du kannst Dir woHl vorstellen, wl^, entzücj^t xmd 



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:oiiI^ ni9 c^ex r;;!. .: jm^-OA^} ^Lxsnoi 'Uf2, ijsd-e(; ^t-ei iuü.^ e^ciC. .i)il - 
■^ai;^.H mx x\J:M*4W HaTMexJLnoaia^'^^ii^G-^--^ ^t-scTtC ,©bIxiio ' ^i^Bb ^ozoxiO, 

woiil Vori 
-Innoa , ebßiaÄirgllirfltftrtißipetÄ undyloh^^-ttUe^ ItÄvh^^i^llchW^'^iÄiÄ^^* stää^ 

asi^l-xoV •iIil8i^iiÄli0B^iflüSs8OiIkOötbarlb)aa»e^hJä#tli'a^^ wie 

ei4J 1)10:; ndMoöi^ndet Eeihs tinfcecl** KälfBiw l)tt^*4litöil«#illei^t3Wrä^-öÖ^ zu sorgen 
i/Idxujjj a o J:Tm4o«fcsqlitalwn4» r/Hahöhe»zl44Äea^^ J)ÄÄ^-f^ auch 

rioo6 d-e±filJffGdexlo*o!iönexliwÄi(?h4nJ)Chiiattf-itÄd^ f^^ «»^'8«*iri«*heft' RÖfiAöonbons* 

/3b 'ijü'tBaoüiö5ÄowieMaaiJt8:tf,rxaor^e*watfoa^t«ifat3fi^ w§8*fiÄl*I»^^aÄ«»^Äoch gerneJ 
9xf) n9n±8i^iil»iJeÄ/grbsBlBü«rh^ganÄr>]k$»ttl^clf?AxeGil^^^ alles | 

geteilt, d.h^ das meiste hast Du ja gleieHö^^gj^SS« geöbtiiökt, 

etwÄß friederyw^ässig zu lebeni es macht doch enorm viel aus» 
^f-M^ ft ch*i» Blii»hse„Hambiirger" verwahre ich noch etwas* Nine ist im 
Lande und ich hoffe, dass sie vielleicht auch mal einen Nachmit- 
tag oder Abend mit Grete bei mir ist» Dann habe ich etwas Peines 
vorzusetzen. Sei tausendmal bedankt für alles, Anna» Es ist doch 
recht tröstlich zu sehen, wieviel Liebe doch den Deutschen jetzt 
aus dem Ausland zuteil wird» Wenn man nur mal endlich eine Aus- 
sicht hätte, dass es bald besser werden könnte, aber ich glaube, 
v/ir kommen hier auf keinen grünen Zweig mehr. Es sieht in der 
Industrie so trostlos aus augenblicklich» Wenn wir nur nicht wieder 
einer grossen Arbeitslosigkeit zusteuern v/ie damals, 1930! 
Man möchte so gerne alles tun, damit es wieder aufwärts geht, aber 
solange noch kein friede geschlossen ist, hängen wir ja doch in 
der Luft und kein Problem wird gelöst» Es ist soheusslich. 

In Tinserer Familie ist auch allerhand unerfreuliches» Denke Dir, 
meine Schwägerin Lucie in Sürth hat eine tbc» Sie war kürzlich 
sehr krank, mehrere Wochen hohes Fieber» Grottseidank ist es gleich 
erkannt worden» Es ist ein Infiltrat, einseitig. Sie muss nun 
dauernd liegen und selir gut essen. Dann soll sie fort, in den 
Schwarzwald oder zum Allgäu» Ob eine Stillegung gemacht wird, ist 
noch zweifelhaft» Es wäre sichdr das Beste, aber Lucie sträubt sich 
etwas dagegen» Sie nimmt die Sache gar nicht ernst genug» Es ist 
ja auch der Kinder wegen, besonders der beiden Jüngsten, so ge- 
fährlich, in dieser Zeit erst recht» HaiB geht es auch nicht gut» 
Er hat sich ja sein ganzes Leben lang so abstrapaziert, besonders 
in den letzten Kriegsjahren, dass er nun eine enorme Hei^rweiterung 
hat» Ben langen Weg von Lindenthal bis nach Kalk hat er biiher per 
Rad gemacht, weil zeitweise keine Bahnverb ind\mg bestand oder nur 
sehr mangelhafte» Jetzt hat endlich seine Firma ein Einsehen gehabt 
und schickt einen Wagen» Er muss sich sehr schonen, aber das liegt 
ihm ja ganz und gar nicht» Drum mache ich mir schwere Sorgen um ihn» 
Seine Frau iind seine Jungen sind auch so gar nichtdazu angetan, an- 
zupacken, im Gegensatz zu den Sürthern» Hier bleibt alles auf Hanse: 
Schultern. Er sieht vvrirklich aus wie ein uralter Mann. 

Hoffentlich geht es Dir iirüden Deinen weiter gut! Vorletzten Sonntag 
nachmittag war ich nochmal in Thielenbruch bei Deiner Tante» Ich 
traf alle an und es war sehr gemütlich» Ich blieb sogar den Abend 
noch da» Deine Tante will nun auch bald mal zu mir kommen» Ich habe 
so den Eindruck, als ob die jüngere Tochter diejenige ist, an der 
sie am meisten hat» Der kleine Junge war sehr stolz in Franks Anzug» 
Er passte ihm gut» Ich bin jetzt auch dabei, das Kleidchen für Helga 
zu richten» Deine Hannah muss wohl ein sehr schlankes Mädelohen seini| 
nach der TaiHe zu ^^^öil^^- 



tT » r :. 



• -' 



Es ist ja ein süsses Stöffchen und ich glaube, dass es Helga reizend 
stehen wird. Das Kind ist jetzt zur Schule gekommen. Es ist ein Glück 
für Lucic, dass Mathilde, jetzt IS-jährig^BOi lisr^aM 4ttcfe*ig im Hause 
ist und so selbstlos arbeitet, sonst wüsste man nicht, wie es jetzt 
gehen sollte. Wir wollen nur. hoffen, dass, L^oleÄrEi'ankhei^ gut ausheilt] 

^9Mh 8i^k\äi^99hi :e^tcfetx' vifl «eüöSi hietmjj^mt wÄr*«n auT-iwärmes , sonni- 
«X «ft« li?UJÜi^WlS#^*ft«'Jl549he«.^^^W Vorigen 

ne '^ofe i- iiSeiiJ^i^d^aiijJc^ljgsj^b^tjWJi v4r rlöhtigem; warmeÄ aoiinfiiioÄ#ln und Grete, 
' "^ ^ioiJi-^5^-^^ft?PW*kae^^, itfe-m Baumblüte 

.eiocino^ft^i^ H€iy^;5LltanaBidf|i|g 4ssel)iormer ilühld^ doch 

I oxi^o" X- S*Wjjft he^||9i]^lli^ Ä«»s,ii«arinfichjBWÄndern,ka2tin^Di#iBclito^ da 

'"■'^;^>||jrt(9SÄa^ yfrgeftße»ti:olo -^ J--^ i^a-:^- ejexom aisb .i£.i3 ,^I±b;tö3 

noxni:N^.:^ö»ä Bfai^^« g^^^^äi:1?^^^öig^£Ml^^^ herzlich 

doexgj^tääM :^«r Öe^tfc^l' sei lilikig b|(iä^ und Treue, 

-;f l;;u ;. ..a xioxiio I aGio... drloxellijxv ..Ig 8ti*ix> ,^*j ori xio^ .n;/ ol^mij,. 
?>orii ^ eßv;:to riox ^Hfßri nrißCE .(tax liiin Jted sten:; ;t::x.. b£toO^ lebo 3^^ 

cfstöf, xXorioöu;roa neb doob ocfexJ lolvoJ: / ^nexlöe ss^ dolL&e'C^^ trioe-r. 

-exfAon^o xloi:If)ne Lm^ ijuix n:.^^ii nn. v' .I>iiv^ lis^J-jjs DiiiJlaxi^. in3[) f^xi. 

.o6iüx;I:»\*^do^ x ^Dr^rtno::'! fitJC'iev/ iü-:;-öd bljcT ee töA>I> ,e;)':ti::ri cJ-fioxr. 

eb Hl d^iib ^. ... .irrfr. bx^^ •- xt-mJia naxixe-^ Ixxb toxi! ne.-ai03i yw 

:srio::r' 'UiXi TX'^' - »noxl-ioxlcfxie-^xfß ai/x-^ aoId"€Q*x.t o?. oxicfpironl 

*!0^~t''' ^f:X^>nßi' i:;x . xii9d9^GJj\'^ dxe^rs-teoIeJled'ii. xio:.c.oi;. 'x^rdt^ 

rrx rlooi> ^;c "^-i^- nsDni^r^- ,^R.t nsh^coIituiOa eiöXiSL a1b:?I iioof:. 3;gro-iIOb 
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*^ «nee..!. ü-X'H Idee, nnxi t:o eil tetou.-.i' 



luurr eajjfl) ..... -o- 

dTl0JjLi<^' ' -Txi^elXxrf; enxe dO •iX?:Ja-i^IA ßijxs iei)0 riX^v^six^v/rloc 

&;r^I> lo-'oie ertäw u .d-^^f^Xe^levT:^. lioon 
d-BX : .s-^ns;, ;fexTte irloxn xe erioaö oib tiuiixxi oxe •xie,-:esr.i) Sisw.js 

.^xj- d^ilolü lioxTis ay &deß ;xi:. i .d-rfoo'i iif-iy d-xoS '^.ev^elb nX .rioXXtrlBj 
Biobnoecd ^d-ieXsüqieict-Bdii ob 2n^:X ac o.i ae:j. ^^ nxee b[ äoi^. ;T^-a 1^ 

•xilxi i£^^'0 bfii^iBod inx/bnldievnrl-r: enxe:: eelswtlei itf^y' ,d;i^i5iao^) I)B.. 

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\-;t\d-oXioY !;tx;- lod-Jtew xioxrX^^K. njhissjj 'ixX ee ;frf: ToxXd-nst'.ioii 
Ucfr' - -oiixov. Xod xloxracInoXoXiv; -X X., on xioX i^w B^X;txnjio.;n 
xxwli Oc- döxXd n-;! •ficXXcXiiiü:: •:i:r:3B t-av. c" 

. ,Jtx i^^lrel^xt •xö^iloo:: ö'xe'uxüü ©Xi i.o oi.o ,:iiOX/*xi>iix.. aa > o?^ 

1 .riöiiOi)XGX:i äx?b ,x9'ixb don,:. ^^&ol L.M .lo. •t^r, x:Dx e:^oe;^(i -Xw. 



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• rxöXxod'iJJ 



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ü^ndÄRTli^p langen Tagen de! 
schmachtete' dfinach und auch di< 
Wasser für die Wäsche ,die ich 
Das ist ein beträchlicher Haufe: 
leichter leisten und hat nicht 
TDit 5 Pf .•^unahne heim, was ich 
tage eehr genossen, ich nicht we 
Margeit Durch 5"die letzte Vorstellu; 
das leider nach Miinchen zieht,ich hat"^ 
7«6. bst wollen sie zirhen, Solange ha' 
dieses Schreibens kam, kein Wunder, ich ri 
Leider hat sich meine Hoffnung ,dass d 
den würde nicht erfüllt , Hoffentlich i^ 
der Du Dir spviel Mühe mit dem Verpac 
nach dem i?*ett sehnen! ! 1 Heute schrieb 
von Dir angeg^b^ ebenen Ädressf»\sie ?» 
und dankt Dir herzlich. [Ibermorgem sehj 
die Gymnastikschule für Anne an /^Bchw 
Du hast am 3o. April wirklich ein lang« 
icii lebe ganz in Deinem Milieu mit un 
Kindern schreibst, so kennt man sie sc 
det doch ganz anders. Was Du mir über 
iert mich ungem.ein,man lebt wieder in 
nen Geliebten Vater schlemmend im Gür 
Hoffentlich kannst Du Dir bald einen h 
könnte ohne garnicht fertig \Terden m^itj 
zu schaffen machen. Auf die oendungJes 
Gott Dank nicht veranlagt undkann mic/i 
haben mitfreuen. Ich habe eine so schöd 
dafür' danken kann und solch herrliche 
nichts geschadet ,das man auch mal die^ 
die andern Menschen in vielem besser -^^ 
Ob Du nun eine Sommerunterkunft für Ei| 



ickenheit mal ein Regenruss,das Land _ . 
Menschen.*^etzt hab|p ich auch genug Rege: 
prgen^^ch Rose 's Abreise beginnen, werdet 

von 8 Wochen, aber erholt kann man'allei 

[olche -*^ngst vor der Anstrengung. Ich kehr' 

?dentlich spüre. Rosele hat die 5 Fesiei^n 

Lger. Gestern war ich in einem '^ustspiel , 



.g eines mir befreundeten Ehepaares, 
e manche Anrer^ujis; .durch 



le. 



^ 



es 
abe 



Im H«*r "^^ 
ge'dausert'iDiÄ' icn^zu^r "Fo'rtset^Sung 

meinen^anzen V^äschehauf en fortgepu*^^: 

3S Paket inzwischen seinen Weg zu uns ..il 

t es nicht verloren, welcher Ärger f^'^r Di« 

en machtest und für uns ,die wir uns soO( 

ich auch meiner ^^chbarin den Brief an d; 




is Plauderstündchen mit mir gehalten und 

freue mich über alles, was Du von den 
on recht gut ,ich danke Dir dafür. Das pM 
[eutsche GoneertGrössen erzählst intere 
alren Zeitenund ich sehe in Gedanken ntei 
enich, strahlend nach einem guten Abend.. 
•eimbügler anschaffen, ich .abe einen und 
' meinen wehen «iiähden ,die mir immer nach 
bcurnals freue ich mdch, neidisch bin ich 

n^rzlich an aller: ,ir/as liebe Menschen ^ 
le Jugend gehabt, das s ich nur tä'gli'^^ 
Erinnerungen mein eigen nenne. Es hat 

schlimme Seite kennen lernte, da kann mh 

rstehen und mit ihnen füJilen. 

^h gefunden habt?Äie m^öchte ich '-s^wün 



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me 'der Sammlung f^'^r die Juden, die zuscfrrimenkara,alle Achtung ob solcher Fr^igi 



bigkeit!!!An Schnittmustern bin ich se 
Jackenkleid ,das ich seit 1936 unentwe 
verschossen rrav ,auf .-^ch arbeitete ein 
überall schliea^veränderte ich gestern 
man sich in etwa wohl fühlt und der Ma 
üse und Salat , Kart off ein habe ich noch 
was will man mehrliivlein Mass hat sich"' 
famos erholte, wieder gemacht. Taille- 
nde ich Dir ^ftnn ich sie habe. Tante 



i 



\ 



ter besachte ich in Altena und fano 
\i]B ifct üocii ein Elcii: ,wenn geliebt^ ! 
ich da an .den v^Bes^^ch ar: K^.^--.1.L^! T 
lieh elerc^ Ic^: und ich konnte s^ . -j^ 
cL^,&' ^.' ich-'^ie viel zu elend dazu w 
^•""i^: "^ inrjT Lfber v-*r^i£sxe man nie^ 



ochi' ^rzri 



da kann man nicl 



bes. >i«A »derich mal sooo gesund war! 
weg?wenndif$iin Eurer früheren Gegend : 
gend u^mtcnultn kennen I ! ? Strickbüche; 
Wollv fshl.t .unser. V^^s^.^^^^^ 

schkiesoen ijwTD^-s s m 

ti - I ' 

X r-'. •' « 



,nr interessiert. Eben f-lrbte ich mein 
gt trage ,und auf der letzten Reise totd^ 
*n neuen Kragen drauf und den Rock, der 
.Wie anders klappt die Arbeit doch ,wenn 



^en nicht sooo Knurrt! Es gibt jetzt Gemj] 

.dazu Dein Fett und das öl,Herrlich-l^ ' 
dank 5 Pf. Zunahme auf derHreise^Äie mich 
2 Hüfte 97- Brust 96. die der ädelsfse: 
e^el kenne ich doch oder nicht , frage si< 
ne Vermutung stimmt .Hoff entlich kommt b^] 
ut und erfrisch;. , Bleibe gesund mit Jl^i^*'^- 
liehe Grüsse und von mir einen innigen -^- 

r lädiert als es von wlWtem den -^nscheinl 
.ckendes Pxioto von Lisbeth's Mädel und 
auch zu lesen bekam, er scheint Humor zu 



bitte und bestelle ihr Grüsse, wenn mei 
wieder ein Brief von Dir ,das tut so e 
lieben und empfange von uns allen her2 
Kuss so recht von Herzen Deiner ^^^ 

Das Haus in der Eiff elstr isi; doch m.eir 
hatte. Bei d^m Tanten sah icn ein entzi 

von Deinem Frar^k, dessen Schreiben ich 

hab'-n. tJber Pater Abersmann konnte ic^ noch nichts erfahren, er wird i^ohl noch 
kommen. Ruth arbeit-t n-.mlich Im J^vun?/ '' '' '"-^ " 

nen -War ILeo Horst e3?iM*^4i^ ei Dir ?i 



^kaner Klostfy,^^' die ganzen Patres £oh 
)h schrieb ihm Dein- -iM-sctoift .Seine Mut 

geiätig frisch , sonst aber recht Krankl 
ansehen so Ifi-.en i'iÜG^ren.Wie oft denke"! 
)ei Deiner gelieb ten ^utter^di' 

machen, meinen Besuch ertug sie so gedml 

ir.Ich sehe sie noch vor mir. Manche Mjaomen 

n der Jugend ist man doch arg roh oft u." 

it so mibempfinden wie man es oft ,." 

! !Hat -b'rank d-^nn keinen arg weiten Schul^ 

iegt'?Möchbeet Du Ha- . ^ •-'•■■ rc brfriedx'^ 

V kbnn ich nicht v^r' -nurr,Oc ■^'-]ich- 

gearbeitet wurden und die IVoll- vt- 



lir 



einhol-n müsst .find* ich höchst la 



i^iebste ^nnaj-^u ! fndlich bim ich na< 
Äaheim gelandeifewifid fand gleich zur 
^nk^'indi gangen vor, die vfir innig daj 
nicht avisiert, doch ist der Kessel 
% wird mir nun da man dank Deiner 
vorzügliche i^iänste beim Einkochen 
aieich in angriff nehtaen.felt ,.!7u 

Es ist aber hier zur jeit ao heis^ 
dU^ Tag kann ich den schw'eren Stein n 

nötig wäre.l^as Kleid ^ird ^nne gu 
was f'.ir sie zu haben, das Hemd pass 
langer ^rief ist mir eine helle Fr 
teh Schule erfuhr ich durch die ne 
ein Brief von -^ir da sei.S^o hatte 
entiert.Ich wusste nicht einmal, da _ 
wie wenig gebildet man trotz seinem: 
halt nie auslu^ die stimmen der ^ö: 



tei 



m 



^reiburg bei einer Ängestellteni^^g 



h einer endlosen FaKrt nieder erlücklich \ 
Begrüssung solch lieben Brief mit all den 

end erwarten. Das Märzpaket wurde noch 
bereite eingetroffen. Du gutes enschenkin« 
Si^aretten sich an die irbeit machte ,Krrr, 
lil,ßten, Heute will ich ihn für Sauerkraut-J 
staunst, seit wann ^fdf^teht man Sauerkraut eii 
,dass es mir im Keller 'umgehen würde. Jg^ 
cht abheben ,ura es abzuwaschen, wie es jet'' 

stehen ,ich freue mich, zum Namenstage et-] 

Schorsch und er dankt herzlichdafÜT.Dein 
ude ^I^ber Frank *s -Aufnahme auf der gewünsfl 
ten Tanten, die ich gleich dajj^hf ragte, ob 
ph reich auch schon über den S^ederabend om 

Ihr auch das ^bendmahlhaStet, unglaublich 
^ hohen /J'lters noch ist, der ll'!ensch lernt ' 
't bem'-'he ich mich nun heftig persönlich 
flerdev Verlages, der ;^^u 



s 



Schmab-^onmer,die Ihm i'f Kriege vo | einem furchtlosen Geistlichen angetraut 



wurde !ßnn Jammer, dass er noch im 



dass er.^noch im Izember 19^^ durch ein Lastauto getötet we 
den musste.Ich wonntebei ante '^ohm|.^^^_^^^ einige '-Lagejdenn^f ota hat mit Fn,i- 



chen^nur ein kleines ^immer in ihr 
gen. Ich verlebte reizende . 
»^ie ist noch wie gelahmt ob des sclj 
mich, es nicht übei zu nehmen ,(J 
te.^in armes Menschen^-kind ,die we 
alten Zeiten gelebt und uns daran 
burtstage^von Spitz ^oissereee in 
fest mit Reden und 18 Sästen (alle 
sen %ch '^isch inder Spönne am fhei 
der frohe Tag duch Lucio Spitz ^Erk 
Tbc. zu haben und soll baldigst in \ 
"annehme, dass aet ' amilie niönt fll-l? 

' • J _u:^u-fe^-^ r^-i ö m /^ht SIC. 

Sig S' 

ns ginge es auch nicht anders ,mi 
dest.In Köln ist das f-lend unausde: 
auf unsere 
in jedem P^ 



lu 



n-anz reizend, möchten sie nicht ^ 
Ein Segen ,dass Ot-co so gleiäsi 
ü^^ r.A^rr^ oci anp.h nicht anders 



aj 



o 



h' 



Karten erhalten. '*Bnn es 
,ket innig dankbar, augh 
•enSeschwüljen leidet. ^i .m paar ^ 
de Beigabe, da die Mädels kaum ^ 
ihre ^usse kleiner als die .r)^qinen, 
si'- meine -^öötchen mitragen^ m lie 
Aw^schuhe, halb«. Unser Hund hat eine n 
"^^^^allerdings recht, der Mensch muss e 
mehr gehen sollte ', verschenken wir 
man mir gerne 2Pf .Fett dafür geben 
den! die ^hnverhältnisse sind imme 
ob^-leich^es schlei^cht geht, denn Ku 
der mich hineindrängen müssen um f 
erden in d^r Rhön mir die Annahme ^ 
nie einen Begriff m.achen ,es ist f 
Fenster geklettert.-^^ach Köln muss 
ich fahre wegen derTirma im ^ugus 
weit habe.iiis ist gut-, wenn c^cher 



rchen einige -^agejdenn^'/ota hat mit Fäu^ 
m eigenen ^ause und kan'-niemand unterbrin 
*^tunden mit ihr und auch bei ihrem Bruder 
we^^en Schicksalschlages mit H^nä und ba^ 
s sie nie schreibeund alle Briefe beant^ 
ig Glück im Leben hatte! l^'ir haben ganzj 
uf gerichtet. Sonn tag war ich noch zum^ebö 
^rth zu '-^1 seh, machte ein rechtes "^ amilie^ 
nächste Verwandte ausser miiym.it ', wir sas 
und hatten vielFpeude. überschattet war 
nkung allerdings s ehr ^ sie scheint eine 
rholung, die se- aber nur f'lr Dich, da ich 
^l^r'^esprochen rlaoen wiii^.* ie'"i^ihaeT~ ' s TifTü 
angesteckt haben iDas sind elende Sorgen 
hickt, sonst müssten si^ alle verhungern. 

unseren Kindern, wenn ift u nicht helfen wütj 
kbar, während wir das wänige docl; immmerh« 
möglich ist, bin ich f-_r einige .^igaretter 
^■;j? Kakao und^rrfes ,daSchorsch sehr an Ma- 
he Gr.A-ojH ^flren eine grosse Freude ausl(?s ^ 
zeug haben und nur Holzklapper. Leider qsird 
öS diesmal ein Fehler ist ,sontst könnier'' 
sten hätte ich für sie ein paar Schnürte 
ue Quelle gefunden, die ihn n'^hrt.Du hapt 
st sein Nötigstes haben. Wenn es 2:arnicrit 



ihn auf's Land. In Uferhof/ -^mmerichj wollte 
aber ,wie ihn bie dahin auf die Reise sen 

noch sehr behindert. Trotzdem werde ich^^ 

h's Serien sind beendet ,ni'chste ^oche wie' 

.r ^nne auf- einer "^ymnastikschule inSchwar| 

m erkämpfen. Von dieser<;^^'ille kannst ^u Di- 

ist lebensgefährlich, ich bin meist durcli'ä 

ch auch nochmal J!fnnie kommt im T'uni und 

hin, wenn ich bip dahin Schorsch nicht so 

mal mit anhört. 



/' 



it^habe.^s ist; guj. '^^^j^^V^^^^gZ^^ diesen Weibertratsx^h 
^.i^rauenluckskrom ^^^. ^"^^^^J'^"^^^ bleibt wahr, leider nur zu sehr.' 
i Dianen Tanten h^^l^^,^f^2r.?S^es Zusammensein erlebt,. 



Bei Dianen Tanten .^aoe ^^^^/;^^;^"^^.Vl^es Zusammensein erlebt,,werln auch niemals 
länger ausser einem ^^^^^^J^ übrigen Male war ich nur au^ Stip./^^^,chs-? 
stens setze ich mich ^^^^^^^^^?^ '^^^ ,^^ fest und schlafe bei ^erg^s ,die-'hof#e 
f ent lieh bis c^iahm i\^^^^^^.^\^™ leben und mich dann unterbringen 
können.-i-ch las ein gutes i^uch von . . ^ tt , .,__ n__....^_^ « 

Sonst vertiefte ich mich m ^^^ ,^^^^^ 

die mir viii gaben, ich ^^S^^lnt^chiiber 
zen,bes,.das Schweigen des Deutsch|Der^ 






:^ekrl ^uck "i was mir Amerika bedeutet 
;liehenen Exemplare der Stimmen der Zeit, 

als Kulturdokument selbst bes^t 
n 



;erna 
.kes! 



y 



2U6, Jiebe .beste '''^''•c^t mit ^einem beglückten öjcJareiben- erreiclite mich el:?' 

lie>A;endes, dessen Inhalat. Dir nicht wen'i^r ^reud^/wird l^m 25/l,werde ich mitrei 

• -o ,. **■ 

sen and freue mich shhon auf ein^n hoffentlich' strahlenden Bescheid ,dei;, all! 



die Vorfreude rechtfertigt .Wie gut .vird Euch allen die Bergluft und Erholung 
nach den heissen Monaten der Qrosstadt sein! Mir hat Die ^älner Fahrt unendlif 
wohl getan;trotz der anstrengenden Reisen und Bahnfahrten fühle ich mich erfj 
frischt und tatendurstig, kann meinem Betrieb ganz anders vorstehen und lege 
mich abends beseli^gt in dti i^lappe ob meiner vollbracliten Leistungen. Ist •■ 

- ' ■ ■ ■ • ■ • , * 

man frisch »vermag man soviel mehr Menschen zu helfen ,das Sinnigste 'om. das 
es sich zu leben lohnt; Nach 2Jahren brachte ich endlich m.einen Boden in Ord- 
nung, auf dem jetzt noch 1o verschiedene Leute ihr ^^ab und Gut unterstellten] 
■ 2o haben ihre ^achen geholt, das war ein oetrüb, einmal fehlte mir mein gan' 

* . 4 

zer Schuhkoff er,m.eine ^Paar angefertigten ^chuhe aus den Jal:iren32J35. »J-^i 

--die letzten neuen. -^ie -^^fregung kannst Du -^ir denken.lch fli^'ug ganz vaf*sic>1 

tig bei denBbetreff enden an ,die tief ■ beleidigt ob dieser Zumutung waren J 

nach 6 ¥pnaten erschien er wieder, entschu:ldigt hat man sich ;"berhaupt nic^^.t 

--•-Katrm bedankt für das'^Un'ß er stellen, so etwas machen aber nur. Geschäftgleut«, 

die'unbändig schiebenund heizte noch leben wie irr; Frieden, Andere wieder, die 

selbst nichts haben , meinen sich erkenntlich zeigen au müssen/ und mr?.n hat' 

auch 
Not ,es auf aridere »«eise 'zurückzugeben. Gott sei -^ank ^Öassmäie -^^nst?ndigen 

immer noch einmal begegenet .V^enn uhsere geiötigee Einstellung sich nicht besr-| 

sert' ,ist Europa verioren, letzten %nd*s herrscht doch der Geist und nicht di^i 

Materie,daran halte . ich mich und versuche auch meine Kinder dahin zu beeinf! 

sen. Wie es jetzt ist , sausen wir dem Chaos enfgegeAJ 

Nun zum, wirtscnaftlichen 'leillDeine Pakete sind ausser dem von Januar 'nich 

doch sollen am Bahnhof eine %menge liiegen und ich hoffe,d$L?s Deine liebe- Mül 

uns nocherr ei cht. Z.Z. haben wir etwas Gemüse und auch noch schwarze Kartoffel 

im Keller, sodass wir uns helfen können. Ich wolte nahh Köln einige senden ,.do 

lohnt es nicht mehr der Mühe, sie würden nur als Jauche einfreffen und den %/ 

/ 

pfänger ärgern. In den nächsten -Tagen v/ill ich 'Anne zu Ihrem Gross jährigk^^iti 
tage, aus einem geschenkten" Mosk:.itonetz ,das ich zur Mlberhochzeit al/ Ge- 
schenk erhielt, eine Tüllbluse anfertigen, möchte sie gelingen. Deine ^escreit" 

Sen ■ hab(?n mir 




>*>4A 



M 



l^'TfT^ 



^3^ 



-^i 







Mu-GWpmcht zur Nachahmung. Gemäss ^ein<?m Wunsche sandte ich umgehend Deinen 
Brief ah CJrete weiter'.Du schriebest ,dass flie Zugreise -von 5Uhr • -j^uhr g^he , a 
also 2^ ;Jt.,ibas ist so unsere gewöhnliche Zeit von hier bis Köln ,wenn man 

Pech hat.-^arom beneide ich Dich nicht, aber auch das geht vor^".ber.Also rechC 
viel Sonne und'i^'reude in der neuen H§imat und guten Erfolg in der ^arten be-. 
l^rbeitung.^nsere Kartoffeln stehen vorzüglich und auch die Äpfel versprec 

chen einen ordentlichen Ertrag. Zwiebeln sind sehr gefragt, aber knapp und 
diirftig ISchorsch eraiiit k^'irzlich von einer Patientin Ness Kaffee, der ^ 
ihn sehr auffrischt und ihm im ^egensatz zu echtem Kaffee^ gut bekommt. 
Sonst macht ihm sein Magen noch viel zu. schaffen und seine Geschwür^.» erf'^lr 
len mich oft mit grosser Sorge. Er wiegt 122Pf. und ich habe es auf loP wie-fl 
der gebracht, Rasse bleibt schlank, aber gar zu mager ist nicht schön. Mir ge 

fbllen immer noch besser romanische Gestalten als die Gothik.Das Wetter ist 

1 - , 

gar so einzig, das muss ich wenigstens an Sonntagen zu einem kleinen Weg mjrt 5 

zen,der ^•'ald ist so herrlich nahJLeider gibt es noch keinen Pilz, der so 
leicht den täglichen Tisch erweitern lässt.Ich kenne nur Pf iff erl^^nge und 
Totentrompeten, damit ist meine Kenntnis i,n§-dieser Richtung erschöpft). 
Se^hade ,dass raieine Bekannte fortzog, die darin eine ganze Wissenschaft hat 

tei^ür sie war jeder Pilz sozusagen essbar. Ich besuchte sie als ich -^nne 
auf Schwarzerden anmeldete. Diese Gymnastikschule hat mir sehr gut gefallen, 
nur ist ^nne mit 21 Jahren reichlich alt. DieLage hoch in der RhQn,ist be- 
zaubernd ,aber sehr einsam/Die kädels bis 26 Jahre ,dfei ^Leiterin eine reizende, 
Dameq;ider Lehrkörper sagte mir auch... zu.Apne soll selbst entsct;ieiden,ob sie 
29 iVionate dort leben will. Ich hatte mal wieder Glückt gerade ara -^'age meiner 
Ank'.mft war eine Lehrertagung, ^er Vorführungen gemacht wurden, die gleich ei- 
nen guten tiberblick der Ziele dieser Schule gaben. Im fiegensatz zu Roses Heil 
^ gymnastik ist diese mehr schulischer und prophylaktischer Art ,it^änzerischer, 
gelocketer ,was -"-nne auch sehr liecfc.Bine kleine Ökonomie, bei der flfie Mädel; 
^helfen müsse*) erleichtert die ohnehin schwierige Leb ensHä3il7ung^ dort in der sehr 
armen Gegend. Im August will ^chorsch nach Dortmund in sein iSrüheres Kranken- 
hauö^ und seine -B^reunde besuchen , hoffentlich tri'fft er es so gut wie ich, mit 
diesenv -besuchen kehrt hoffentlicn auch etwas Jugendscnwung in ihn zurück ,der 
ihn allzu früh verliess.Was hörst Du von -^einen Cousinen? ^Mn aber Schluss. 
Grüsse Albert herzlich von mir und Dir und Deinen Kindern wie Ihm mit guten 



Montag, den 2«tJ\xli 1947 



Meine libbe Anna! 



Micli drückt es schon sehr lange, dass ich Dir immer noch nicht 
geschrieben und für Deine beiden schönen Pakete gedankt habe, 
Txnd ein Brief an Dich, halb geschrieben, von Sonntag den 29 «Juni 
liegt vor mir. Er blieb im Drang des Alltags wieder liegen« 
Ich hatte 3 Wochen lang eine sehr anstrengende Vertretung in 
unserem Juristischen Büro, gerade zu dem Zeitpunkt, als Auf?» 
Sichtsratssitzungen und Hauptversammlungen stattfanden und ich al- 
so mit den bezüglichen Protokollen eine grosse Arbeit hatte, die 
mich v/irklich ganz absorbierte. Vorige Woche nun habe ich. mir 
selbst ein paar Tage Urlaub genommen, aber eigentlich, nur, um 
Notwendigstes zu erledigen» 

Inzwischen v/ar Nine ein paar Wochen im LaniJe. Ich sah sie mehrere 
Male. Sie ist ziemlich viel herumkutschiert "und hat die ganze 
Ve37wandtschaft nach den Kriegs jähren mal wieder aufgesucht» 
Aber sie selbst sieht noch famos jung imd unverbraucht aus, ist in 
ihrem Temperament überhaupt noch ganz die alte Nine. 
Von ihr gab Grete|ni* kürzlich einen Brief zu lesen, den Du ihr 
geschrieben hast, aus dem ich ersah, dass Du. vor li^rer Abreise in 
ein Sommerc[uartier standest. Hoffentlich hat alles nach V/unsch 
geklappt und bist Du mit Deiner Familie inzv/ischen gut dort an- 
gekommen und eingelebt. Ich verstehe recht gut, wie solch eine 
Veränderung auf's Land Dir Auftrieb gab. So in die heisse Großstadt 
eingepfercht sein während de» Sommers ist auch schrecklich. 
Die Gegend um Dich herum scheint ja hübsch zu sein, nach dem, was 
Du in Deinem Brief schriebst» Ist alles so, wie jju es Dir gedacht 
hast und sind auch die Kinder glücklich? Ich freue mich sehr für 
Dich, daas Du diese Erholung und Ausspannung hast.- 
Unsere Lucie, von der ich Dir ja schrieb, dass sie erkrankt sei, 
ist inzwischen in Garmisch-Partenkirchen gelandet. Jetzt auch schon] 
3 Y/ochen dort. Spiz brachte sie hin. Sie nat es sehr gut getroffen, 
ist unter strenger ärztlicher Beaufsichtigimg und in guter Pflege. 
Nur das Asthma machte ihr anfänglich sahr zu schaffen. Jetzt^Äehe 
es aber langsam besser. Die Anfälle würden von Tag zu Tag weniger. 
Die Lungensache ist schon im Abklingen. So hoffen wir denn, dass 
sie, wenn ihr die Luft dort weiter gut bekommt, mit der Zeit doch 
wieder ganz gesund werden wird.- Ich war in voriger Woche mal eine: 
Tag in Sürth» Es v/ird emsig geschafft dort. Das Haus ist in seinem 
bewohnbaren Teil wieder ein wahres Schmuckkästchen. Jetzt wird 
ein großer schöner Hühnerstall angelegt. Der Garten ist in jedem 
Yfinkel bepflanzt, aber das alles macht auch enorme Arbeit, so 
schön es ist, und ich verstehe recht gut, dass Lucie 's Kräfte 
einfach dem ganzen Betrieb nicht mehr gewachsen v/aren. 
Meine Nichte Mathilde macht nun den ganzen Haushalt mit Einmachen, 
Garten und allem. Sie hat ein 14-jähriges Mädchen zu ihrer Hilfe 
seitdem ihre Mutter krank ist. Y/irklich tüchtig und ganz selbstlos 
ist das Mädel. - 

Welch grosse Freude Du mir mit den hübschen Kindersachen gemacht has 
Anna, kann ich Dir gar nicht sagen. Dein erstes Paket kam schon 
vor Pfingsten an, aber ich wartete mit dem Schreiben, da ich Ivüchae! 
erst die hübschen AJtzüge anprobieren und sehen wollte, ob sie ihm 
noch passten. Er war sehr glücklich darüber und wollte wissen, wer 
der Junge sei, der ihm die Anzüge schickte. Sie sind aber auch zu 
nett. Ich gab Michael 2 davon. Den dritten schenkte ich dem klei- 
nen Jungen, der neben mir wohnt, von dessen Eltern ich meine Wohnung 




abgetrennt bezw* gemietet hbbe« Er ist eine Kollege, Dipl.Ing, 
an unserem Werk, sie, eine frühere Kollegin, Tochter des alten 
3an»Rat Schulte aus der Schv/albengasse.« ¥ielleicnt hast Du. den 
alten Herrn in Deiner Praxis auch gekannt» Dem kleinen Hans-Dieter 
machte der Anzug enormen Eindruck und er steht ihm allerliebst, da 
*r Junge hellblond ist» Am meisten imponierten die vielen \ind 
tiefen Taschen» Siehst Du, so habe ich 2 Kinderherzen sehr glück- 
lich gemacht, Hans Dieter wurde in dem Anziig von seinem Vater 
sofort geknipst» Die Kinder haben ja alle nichts Wesentliches mehr 
anzuziehen» Klein Helga trägt schon das Kleidchen aus Milch xmd 
Wolle von Hanna» Ich habe 2 Teile daraus gemacht» Das Blüschen für 
sich gelasseh und aus dem Röckchen ein Hängerchen gemacht mit 
uni-blauem Plattstück» Die anderen Sachen sind zum Teil so ent- 
zückend, dass ich sie nicht verändern will und lieber warte, bis 
das Kind )Sie tragen kann, besonders die Smoke-Kleidchen» Ein 
Nachthr^dchen ist dabei, sogar mit Helga gezeichnet, es passt dem 
Kind gerade imd es hatte es dringend notwendig» 

Von Otto kam jetzt auch eine Kl ei der Sendung durch die Caritas bei 
•uns an, seit Oktober v»Js» unterwegs» Rührend hat er gesargt, vor 
allem für die grossen Jtmgen» 7 Anzüge, die z»T» wie neu und hoch 
elegant sind, für Hans, Spiz \md die grossen Jungen, die ja nichts 
mehr hatten» Spiz hat man, während er gefangen sass, seine sämt- 
lichen Alizüge, die noch in Sürth v/aren, gestohlen» Hun sind alle 
wieder gut versehen mit Ober-und Unterzeug» Sogar Schuhe kamen mit, 
aber die für mich leider viel zu groß» Ich will sehen, ob ich sie 
hier in einer Tauschzentrale gegen passende getauscht bekomme »- 
Wann wird man wohl mal wieder reell kaufen können! Man kann sich 
bei den Schiebereien, dir Maggelei und dem Schwarzhandel, der je$zt 
an der Tagesordnimg ist, gar nicht vorstellen, dass normale 
Zustände nochmal eintreten werden» Will man hier in unserer Zone 
in Erholung gehen, z»B. ins Siebengebirge, so geht das auch niir 
mit Kompensation» leute, die nichts zu kompensieren haben, haben 
keine Möglichkeit unterzukommen» Das ist doch scheusslich! 

Ich machte kürzlich eine Schiff awallfahr^t^t m¥t Mathilde aus Sürth 
nach Bomhofen und Greisenheim-Marienthal. Und zwar hatte ein;^ 
Heisebüro die Schiffahrt veranstaltet, so dass ich zunächst gar 
nicht wusste, dass es sich um eine Wallfahrt handelte» Das er- 
fuiir ich erst im letzten Moment durch das Programm» Aber nur Wall- 
fahrten bekommen die Erlaubnis für die Einreise ins französische Ge 
biet» Dr-um musste auch das Reisebüro die Unternehmerin sein, die 
dann die Werbung an die einzelnen Pfarreien weitergab» Es war aber 
sehr hübsch» Es wurden ujiterwegs soirohl Iferienliedter wie auch alle 
Rheinlieder gesungen» Mir ging's drum, nochmal nach Bomhofen zu 
kommen, wo ich als Kind so oft gewesen war- und die Rheinfahrt 
bei schönstem Wetter vtar wundervoll» Am Oberrhein ist doch nicht so 
viel zerstört» Das war tröstlich zu sehen» Nur leider der Rhein 
noch überall voller Schiffsleichen und allenthalben die Trümmer 
der Rheinb rücken, die noch im Wasser liegen»- 

Nun wünsche ich Dir und Deiner Familie noch recht schöne Wochen 
da draussan und gute Erholung» Noch ganz besonders danke ich Dir 
auch für die feinen Sachen für mich in dem letzten Paket» Aber 
liebe Anna, nun darfst Du mir wirklich nichts mehr schicken» Du 
hast mich schon ganz reich gemacht mit allem» In letzter Zeit 
kommen die Ikate, die Otto über andere Länder an uns schicken 
lässt, mit viel gröierer Regelmässigkeit an, sodaß wir ganz aus 
der Not heraus sind» 

Nochmals alles liebe und viele herzliche Grrttsse an alle 



r-i,j,a^ fem.'^T»e schlecht wachBen ^-^st.^^ir spritzen vi-^ljab-r das ist auf 
leldern\^icht i&oSiii^och ni-? hat l.p üt=id-ü<?r sovi-^l Int-resse für die 
irtschaft gehabt wie heuer. Ich w| ^ini;.;;-. •L'g.e^ bei -^rna Lüdec-iCing ,ein-r 
erin ,die nach Schloss ^rc'icenbrec|^«^^g^^5^j^ evakuiert ist und mir mit mei- 
,iard<Tobe hilft.'^f der rf eimkehr ij^^ ^^^^ Üadeund teilweise per Lastwagen 

ich eine GircDiskarafiane,der ich i^^^i am leibsten angeschlossenhätte ,da 
l^agen nur bis li^iergentheim fuhr unJ ^^y^ ^^^^-^ up_ ^^^ strampeln musste.^b-r 
1 befürchtete ,dass man mein \ad a.bi|,Q^^j_^-p-^ hätte ^Unterrvegs machte ich ^Ki 
.läpp und legte mich in einem BauerJ^^^ einige stunden hin. Als ich spriter 

.h einem Ort die Gesellschaft passiei^^ schrie der Führer mir •ntg.e.^en: 

J - . < ^ 

*hsch, jetzt kommen sie erst? ich mus? 



.uiis,m^^ hatte mich anscheinend zu ei 
T/ieder 8 ^''ochenwäsche und dann gf 
iP.,Jf^atz mit einem mir besonders lieber 
ivlontag fe;emani|i;elt.^^äch5ten ^onntag wil] 



te hellauf lachen ob solcher Gl^i,.ch!l^^ 
nen der ihrigen gerechnet .Heute hatte 
l'^st^t es mich besonders nach einem. 
Menschen. Alles ist trock-^n und ^rird 
^chors h 5 -ine Fahrt nach Dortmund zu 



meinen alten -»freunden antreten. Der w»^ ^^^y^ ^^^^ wundern ob dieser Zugvrhä^ 



'sse^dab-i ^reiste er im ^Frieden 



un^ 



>r:,Ich bin ab*r froh, wenn -r all_ 



^smrrr-rTTm—fi ^xii u • a l' u C ■-:- 

ijo immer *5 auch sei 

Bin T*5ilchen Sehnsucht 

Jedes MenÄehenherzen stillst f 

Wenn die ansehen die 5 in di^^ser i^ot2 
le.- f?are leiciiber.MaGchm.al über'^.omj 



-*it nur mehr bedenken %Dllten,sov 
b einen ja doch das Weh der letzt- 



15 Jahreallzusehr,'-^enn man auch imjn^rj wieder davon abstrebt und der Ge ^ 



ivart zu leben sucht. 



Kl 



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O.IVlir 



^-^^<Ji 



des 3eher 



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flviinos! unsterbliche:^ Könip. der 



nun da ich wissend 



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»V CL 



rurc als Hohn eines Gottes 



erkenn ich 
vor menrxhlichen Blicken 
die goldene Maske du trugst. 
Ich ,der ich selbst sie mir f/ünsche 
"um nich^/t zeigen zu müssen, 
wie mich schmerzv^llbeTve?,t 
derMenGCliheit|7.erstcrendes Titaiben! 



1^ 






Die Maske -aiiSdas 



s man nicht hflihnl« 



meine4rr^BeP.4-^fe-A^^*tr.anenden Aug,s 
das als ^Scheächedes ei^^enen lehr, sl 
in Verblendung nicht sehend, 
da.->3 allein unendliches Leid ^^3 ± 



cne 



nur deut?n- 



«? 



das um' sterbend 



G^ib 



mi 



e vjrrose^ ich tr 



auf dass si 
W:|.e die 'i' 



^ jO^Minis jAle x>^ias'-ce 






• • 



tit i 



nicht scha-u<*n 



ranemir rinnt i; 



18.7. . Uns^r« geliebt« Anna! Nun habJ ich mich schon wieder f'ir zwei Paket-? 



n 



zubed' anicenjdie uns ^lüc 'bliche erreichi 



en, eines von Mai und eines an Anne, die 



sich aber noch saJaü^—nach ihrer H^im]:ehr selbst mit ^ir in '^ erRind ang setze 
wird. Sie ist zur Zeit unerreichbar aui' der Putsche und kehrt J/Iitte August zu 



«" 



r-'^Cjc.Wie herrlich hast -^u uns versorgt 
ist wunderbar mal wieder -*^ctt und ^uc^ 



•Jetzt können wir nicht verhungern, es 
:er ,Mehl zu haben und nicht bei jeder 



Speise überle>i;en zu müssen ,was darfst 
Mehl oder Zuxjker.-^'ein wäre auch mal Q 

Annes so liebevol durchdachtes Paket ? 

mtirten wir ,wenn auch vergebens, es wi 

Söckchen und ein Maggie feglen, schade 
keiner Deiner I^effen oder 'Vettern anr 



Du heute i.'.;ebrauchenentweder Fett oder 
'rockenmilch, die ich bei -bekannten sah. 
ar leider bestohlenjTO'r Tj!nat"rlich rekl 
rd wohl hier geschehen sein. Die schöne 
für beide '-i^eile. Kommt in Mächster Zeit 



'h Deutschland , damit ich ihm, etwas mits^S 
ben kann, ich möchte auch m.al eine i^'r^^ude machen. Täsüch denke ich nun D*in 
und hoffe, Du findest mit den "^emen djle ersehnte Erholung und Ruhe, weniger 
Arbeit und -Entspannung. Wir haben seit Ifast3 ^^onaten herrliches ^^etter für 

Laien, aber nicht fürs Land, eine >|ahnsinni£;e 'I'roc.:enheit ,die unsere Kari 



V 



mal wi*df*rsifht ,das wird ihm hofffritl 

kommen dann Ros«-und ^nnfliese Lin^:^«n 

•1 

mein'^s Vaters, die mit den schönen M^ 

dieser ^^"aonat voller etrieb sein, da 



ich et?7as Auftrieb geb-n. Anfang August 
,eine '-^'echter von i:^ia Becker -^^ichte 
henaugen aus -^raunsfeld # Oberhaupt wir 
Schorsch fort ist und die ^uten Pakete 
da sind,tann ich mir inyl einige ^ästi leisten ,dennen es noch vi-1 Schlech 
ter ^eht als uns. Besuchte %ch ÄLgentlich Leo Horster, er sab mir nir -ntwo 
wort. -^^-^n-Ich wurde e>«st;ern wieder j-estörtjda ochorsc'h unfern mich anH# 
Schreiben sieht und so T^ill icn ebeill21.7. den^rief schliessen. 
Vorh-r ab-rnoch i^enigstens ein neirjLr^^iöhenflu^. aus dem -lltar:,der so^- 
sehr von nöten in diesen harten ZeiLn^und d-r feile Nahrung £ibt,di- 



I 



^chtiT^er als alles andere ist.-^as ^ 
ten einer mir befreundeten Pianistin 



Rechte Lebensart ! 

zaudre nie. 
Wenn Du ein liebend Wort 
Verschenken nilist 

Sei stets ^jevfiss, 
Dass l>u mit einer g,uten Tat^ 



^edicht ist von dem befallenen -öekam! " 

i,-^'li:..chtlin -^ aus©- BöhraiKSch Leipa. 



A/^ loa 



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JOSEPH H. GLOBUS 



1885-1952 



Reprinted from Journal of the Mount Sinai Hospital 

Vol. XIX, No. 5, January-rebniary, 1953 

Prinled in U. S. A. 




i?obember 25, 1885— i^obembcr 19, 1952 



JOSEPH IL GLOBUS 

1885-1952 

"What givos man histing siguificiince is not the accumuhition he leaves behind, but rat her 
the activity and zest that permeates his life and passes itself on to others." 

Goethe 

''Outstanding neuropathologist, neurologist, editor, writer, and grammarian; 
pioneer in the study of the morphology and clinical manifestations of brain 
tumors; founder and the moving spirit of the Journal of The Mount Sinai Hos- 
pital, to which he has given unselfishly and prodigiously of his time and talents. 
His fame as a teacher is widespread and his accomplishments as a clinician are 
assured, but the Journal will always remain a living monument to his untiring 
efforts in the Hospital's behalf." 

Such was his colleagues' testimonial to Joseph H. Globus when, in April 1952, 
the Associated Alumni of The Mount Sinai Hospital designated him its "Man 
of the Year." It was a fitting tribute to this distinguished scientist and inspiring 
Personality whose untimely death on November 19, 1952 interrupted a life 
truly filled with "activity and zest" passed on to others. 

Joseph Globus was born in Vitebsk, Russia, on November 25, 1885, the son 
of Siphra Gos and Haim Globus, and the grandson of a renowned physician. It 
was apparent from his early years that medicine was to be his destiny. Emigrat- 
ing to the United States in 1905, he plunged at once into a rigorous training 
schedule aimed at a career in medicine. To this end he applied himself unsparingly 
to the study of a new and difficult language, in the meantime supporting himself 
successively as steel worker, pharmacist's assistant and tutor. Overcoming 
seemingly insuperable obstacles, he persevered in his studies to win a B.S. degree 
from Columbia College in 1915 and the coveted M.D. degree from Cornell Uni- 
versity in 1917. 

Signs of early brilliance were recognized and rewarded, for while a student at 
Cornell he was appointed Lecturer in Anatomy. FoUowing his internship at 
Montefiore Hospital, and further training in psychiatry at Manhattan State 
Hospital, he entered the United States Army as a First Lieutenant in the Medical 
Corps, serving from 1917 to 1919. At the conclusion of the war he began his life- 
long association with Mount Sinai Hospital when he became a Blumenthal Fellow 

in 1920. 

In 1921, while completing his fellowship project in Germany, he met and 
married Grete Gans, his partner in a collaboration marked by great happiness 
and Joint scientific interests. Three talented children, Rudo, Peter and Dorothy, 
resulted from this union. 

Once established in his busy Neuropathology Laboratory at The Mount Sinai 
Hospital, he poured forth a steady stream of scientific contributions to his chosen 
field of endeavor; in all, over a hundred papers. These research efforts all gave 
evidence of meticulous preparation. Many represented noteworthy advances in 
neuropathology and neurology, for example his pioneering studies on the histo- 



JOSEPH H. GLOBUS 



genesis of brain tumors; his system of Classification of brain tumors, which 
served as a model for neurologists and neuropathologists throughout the world ; 
his important work on spongioblastoma multiforme, cerebral aneurysm, infundib- 
uloma and massive cerebral hemorrhage. These were scholarly contributions 
which did much to bring system and order into a confused area, an area of the 
greatest importance in medicine. The solid achievement of his scientific endeavors 
will endure. 

Joseph Globus was Assistant Professor of Neuroanatomy at New York Uni- 
versity from 1923 to 1927, Associate Professor of Neuroanatomy and Neuro- 
pathology at that Institution from 1927 to 1939, and Assistant Clinical Professor 
at Columbia University from 1937 on. As a lecturer, he was a striking figure. 
He would enter the crowded amphitheatre ebullient, overflowing with enthusi- 
asm. His lectures, carefully prepared, were modeis of lucidity and erudition, and 
into them he would pour his own zest and spirit, not without a touch of theatrical- 
ism, to make his abstruse subject come alive and remain füll of infectious interest. 
To the hushed audience, his lectures were an unforgettable experience. 

But first and foremost, Joseph Globus was a physician. ]\Iaking rounds on the 
neurological wards, he stressed high Standards of medical scholarship, yet did 
not sacrifice his feeling for the patient as a human being or lose any opportunity 
to interject some humane or philosophical sentiment. He gave of himself un- 
stintingly as a physician, to all who needed his care and especially to the in- 

digent. 

In 1934 it was Joseph Globus who, despite his füll career as clinician, investi- 
gator and teacher, undertook to found and edit the Journal of The Mount Sinai 
Hospital. Thereafter, and until his death, he was its guiding genius and made it 
known throughout the medical world. In 1942 he founded and edited the Journal 
of Neuropathology and Experimental Neurology, a Journal noteworthy for its 
high Standards. 

Many honors came his way. He was awarded the Howe Medal of the Univer- 
sity of Buffalo. He served as President of the American Neuropathological Associ- 
ation, President of the New York Neurological Society, and Chairman of the 
Section of Neurology and Psychiatry of the Academy of Medicine. 

Joseph Globus was a man of single-minded purpose. When Harvey Cushing 
offered him an opportunity as neurosurgeon, when various institutions made 
available positions which would have lightened his many burdens, he never 
wavered from his chosen path. And yet, he always found time for the many 
young men who came to him to learn. He shared with them his knowledge and 
experience, he dealt gently and wisely with the personal problems they experi- 
enced, he opened wide the door to his home and his heart. One of these men, 
now Professor of Anatomy at a major medical school, recently captured part of 
his personal magic in the foUowing words : 

"It was to this man of great heart, open mind and scientific spirit, that I, 

twenty-five years ago, came to seek advice in a major decision of my life. 

The break I was about to make seemed impossible. How could it be done with 

all that was behind me? Like a kind father, Dr. Globus took me in hand 



JOSEPH H. GLOBUS 

with the advice — 'stay here, wait, work, and thiiik it over.' Kiiowiiig that 
I lo\'ed scientific investigation, he immediately offered me (juarters in his 
laboratory, suggesting a probiem upon which both of us coukl work, and in 
a few days had me steeped in scientific research. In that humble labora- 
tory at The Mount Sinai Hospital, below street level, day by day our 
friendship grew. ..." 

Honors and recognition he accepted with utmost modesty and simplicity, 
looking forward to things to be done rather than backward upon things accom- 
plished. Happily, although he continued with his customary vigor to plan and 
work as investigator and editor, the last years of his life were serene. True, he 
was much concerned in later years about man 's inhumanity to man; he would 
rail lipon occasion about the depersonalization of medicine and the super- 
ficiality of much modern ''scientific" work. But he remained firm in the convic- 
tion that the füll, rieh potentialities of the human mind and spirit would some 
day be fulfilled and that this would be a better world for all to live. 

Joe Globus, may your faith in mankind be realized, as you yourself brought 
this faith to fruition! 

William M. Hitzig, M.D. 
for the Editorial Board 



From its inception, and for very nearly a score of years, Dr. 
Joseph H. Globus edited the Journal of The Mt. Sinai Hospital. 
This Company had the good fortune to have worked with him 
during that time. 

It is we who have gained through the association. He was 
at all times sympathetic, tolerant, and yet exacting when he should 
have been. 

We will greatly miss his friendliness, Cooperation, and ex- 
treme competence. 

Waverly Press, Inc. 
Baltimore, Md. 






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JUNE 14th TO AUGUST 4th, 1943 



SUMMER TERM PROGRAM 

THE GRADUATE FACULTY OF POLITICAL 

AND SOCIAL SCIENCE 

Chairman: ALVIN JOHNSON^ 

Officers for 1942-43 

Hans Staudinger,^ Dean 

Hans Simons,^ Vice Dean Erich Hula, Secretary 

Acting Officersy Summer Term, 1943 
Arnold Brecht,^ Acting Dean Carl Mayer,i Acting Secretary 

Members 

Professors: MAX ASCOLI,^ ARNOLD brecht/ GERHARD COLM,* FERNANDO DE LOS RIOS,' 
EDUARD HEIMANN,' ALVIN JOHNSON,' HORACE M. KALLEN,^ ADOLPH LOWE, 
KURT RIEZLER,' ALBERT SALOMON, HANS SIMONS,' HANS SPEIER,' HANS 
STAUDINGER,' MAX WERTHEIMER, FRIEDA WUNDERLICH 

Associate Professors: erich hula, alfred kahler,' felix Kaufmann, abba p. 

LERNER,' CARL MAYER,' ALEXANDER H. PEKELIS,' LEO STRAUSS 

Visiting Professors 

EMIL J. GUMBEL, JULIUS HIRSCH, ALEXANDRE KOYRE, ERNST KRIS, BORIS MIRKINE- 
GUETZEVITCH, PAUL SCHRECKER,' RICHARD SCHÜLLER, CLAUDE L. STRAUSS, JULIUS 
WYLER 

Lecturers 

FRANZ ALT, SOLOMON E. ASCH, RUDOLF ARNHEIM,' EPHRAIM FISCHOFF,' RONALD 
LIPPITT,' FRANCO MODIGLIANI, ALFRED SCHÜTZ 

^Participate in Summer Term work. 
»Ort leave in Federal Service. ^On leave for research or lecturing elsewhere. 

Oiganized Undei 

THE NEW SCHOOL FOR SOCIAL RESEARCH 

66 West Twelfth Street, New York, N. Y. 



All courses in the Summer Term are graduate courses, restricted to 
students holding the Bachelor's degree from American universities and 
Colleges of recognized standing, or having equivalent training in a foreign 
university. 



THE SUMMER PROGRAM oftheGraduateFaculty off ersarepresentative 
choice of graduate courses in economics, sociology, political science, philoso- 
phy and psychology. Topics have been divided equally among problems of 
immediate and permanent importance. Classes are held in the cooler eve- 
ning hours, between six and ten. They are planned so that students can 
attend two füll courses, carrying six points of graduate credit, on two con- 
secutive days of the week— either Mondays and Tuesdays, or Wednesdays 
and Thursdays— leaving five days free. Students who are able to spread their 
attendance have a wider choice. 

Ten years have elapsed since the Graduate Faculty was called into 
existence. What began as a European University in Exile has become an 
established American institution. Under an absolute Charter granted by the 
Board of Regents the Graduate Faculty confers the degrees of Master and 
Doctor of Social Science. Most of its members are today American Citizens. 
Several are on leave in Washington to help in the war effort. Others are 
engaged in research at the request of Federal authorities. Many students and 
former students participate in this work. Former students in government 
positions are numerous. 

The atmosphere is that of an institute of advanced study with faculty and 
students working in intimate collaboration. Whether students wish to acquire 
their higher degrees here or elsewhere, whether they work for the sole pur- 
pose of broader and deeper understanding— this Summer Program invites 
them to begin or to continue their Graduate Work. 

CREDITS Each course carries three points of graduate credit. 

TIME SCHEDULE Each course consists of fifteen evening sessions, from 6 to 7:50 or 
from 8:10 to 10 P.M., held for the most part on two consecutive days of the week, 
i.e., on Mondays and Tuesdays or Wednesdays and Thursdays. They begin on Monday, 
June 14, or Wednesday, June 16, and last respectively until Monday, August 2, or 
Wednesday, August 4. One course, meeting four days a week, from July 12 through 
August 4, offers a special opportunity to those whose time is severely limited. The 
schedule has been especially arranged to enable students to engage in advanced studies 
without interfering with their government or military occupations. 

RESISTRATION Registration begins Monday, June 7, and closes Thursday, June 24. 
The Office is open for registration Monday through Friday during this period from 
4 to 9 P.M. Each Student registering for credit with the Graduate Faculty for the 
first time, must present diplomas, certificates or other evidence of previous academic 
training. Registration for the course beginning July 12 is accepted also from Tuesday, 
July 6 through Thursday, July 15. 

TUITION Tuition for each course is $20. There are no other fees. Holders of the Ph.D. 
degree are invited to register without payment of tuition fees, if they have become 



established in their professions as professors, instructors or research directors. Privates 
in the armed forces may apply to the registrar for tuition-free registration. 

SCHOLARSHIPS Three scholarships have been established for the Summer Term. 
Applications must be submitted not later than June 1. 



COURSES 



Economics 



I. HISTORY AND PROBLEMS OF CAPITALISM 

Mondays and Tuesdays, 8:10-10:00 P.M. 



Bduard Heimann 



(1 

(2 
(3 
(4 
(5 
(6 
(7 
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(9 
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(14 

(15 



The tension between the hierarchical structure and the critical spirit 

The spirit of capitalism and national differentiation 

The origin of capital and labor supplies 

Mercantilism 

Emancipation of the bourgeoisie 

The social problem and social reform 

International trade 

The financial structure 

Competition and monopoly 

State and economy 

Socialism 

Depression 

Communism and Fascism 

Planning within capitalism 

Capitalism and democracy 



2. PRINCIPLES OF WELFARE ECONOMICS 



Abba P. Lerner 



Wednesdays and Thursdays, 6:00-7:30 P.M. 

The relation of economics to welfare. Philosophicai difficulties with both individual 
and social welfare. The indifference curve analysis and its limitations. The importance 
of concentrating on marginal concepts. The price mechanism as an instrument of wel- 
fare. The development of a system of welfare equations. 

Application of the principles of welfare economics, as expressed in the welfare equa- 
tions, to a series of social problems: monopoly, tax policy, international trade policy, 
employment policy and social investment policy. The Optimum distribution of goods, 
the Optimum division of income, the Optimum rates of pay to the factors of produc- 
tion, and optimal compromises between these partial optima. The development of 
general rules for any economy that is guided in the social interest. 



3. MONEY AND BANKING. ESPECIALLY DURING AND 
AFTER THE WAR 



Alfred Köhler 



Mondays and Tuesdays, 6:00-7:30 P.M. 

Money and the historical change in its character. The formation of the American 
currency and banking system. The decline of the gold Standard during the first 
World War. England's reconstruction of her currency after the World War. Reasons 



for the extreme Inflation in Germany in the early 1920's. The American currenqr and 
credit System of 1929. The crisis in the national and international financial structure. 
Institutional changes in our currency and credit System under the New Deal. Effects 
of gold influx and deficit spending upon our financial system. 

Assets and liabilities of our banks at the outbreak of the present war. War inflation 
of our money and credit system. Accumulation and de-accumulation of inflationary 
funds. Old and new theories on the value of money. Money and the financial structure 
after this war. Problems of financial reconstruction. 



4. SEMINAR: THE ECONOMIC STRUCTURE OF AXIS EUROPE AND 

OF RUSSIA— EFFECTS ON FUTURE RECONSTRUCTION Hans Sfaudinger 

Wednesdays and Tbursdays, 8:10-10:00 P.M. 

This Seminar is given in the form of round table discussions, with experts as Speakers 

on the economic Setups of various countries. 

Axis 

( 1 ) The blockade of Europe and Axis resources 

(2) Nazi Organization and methods of economic exploitation of Europe 

(3) The coordination of European industries 

(4) Centralization of the transportation system and Integration of the power 
supply in Europe 

( 5 ) Agricultural Organization and rationing 

(6) The price and exchange system 

(7) Manpower and forced migration in Axis Europe 

(8) Who pays for the war in Europe? 

RUSSIA 

(1) Russia's natural resources and transportation 

(2) The industrial and agricultural structure of Russia 

This section is supplemented by a tutorial class on Russia's industrial and agricultural 
structure, conducted by Dr. SOLOMON M. SCHWARZ. Hours of meeting arc 
arranged in the seminar. 



6. SOCIAL CONTROL OF ECONOMIC ACTIVITY 



Alexander H. Pekelis 



Sociology 



Carl Mayer 



5. SOCIAL CHANGE 

Wednesdays and Tbursdays, 8:10-10:00 P.M. 

( 1 ) The nature of the problem. Terminological questions 

(2) Analysis and criticism of theories pertaining to the problem of social change, 
with special reference to those more recently advanced 

<3) Discussion of the various factors of social change: the physical-biological factors, 
the civilizational and cultural factors 

(4) The process of social change 

(5) Social change and interpretation of history 



k 



Mondays, Tuesdays, Wednesdays and Tbursdays, 

6:00-7:^0 P.M., beginning July 12 

Political, legal and moral ideologies and their bearing upon economic facts. The 

legal shape of economic units: family, partnership, Corporation, trade association. The 

pluralistic network of social controls. 

Property and its protection. Contracts and their enforcement. The credit system. 
Freedom of contract and freedom of trade. Restraint of trade. The economic theory 
of imperfect competition and the legal doctrine of unfair competition. The "good" 
and the "bad" trust and the problem of large scale production. The public Utility con- 
cept. Regulation of public Service. Regulation through taxation. 

The political and legal factors of economic welfare. 



7. MAX WEBER AND THE PROBLEMS OF 
HISTORICAL SOCIOLOGY 



Ephraim Fischoff 



Wednesdays and Tbursdays, 6:00-7:^0 P.M. 

Analysis of the sociological system of Max Weber, its relation to the historical school 
and to Marxism. Attention is paid to Weber's sociological interpretation of economics, 
politics, law, religion, science and art; his quest for an adequate method in the social 
sciences; his interpretation of history and the goal of historical sociology. 



Political Science 

8. THE CHANGING WORLD OF PUBLIC ADMINISTRATION Arnold Brecht 

Mondays and Tuesdays, 8:10-10:00 P.M. 

The course uses American and international material and covers recent experiments 

here and abroad. 

( 1 ) Tbeory. Philosophy of administration. Sociology and psychology of administra- 
tion. Administrative law and administration. 

(2) Practke. Administrative macrocosm and microcosm in various countries. Ap- 
praisal with regard to technical, financial and political implications. 

<3) Centralization. The supra-departmental sphere. Overall administration. The 
departmental sphere. Streamlining departmental headquarters. The sub-depart- 
mental sphere. Devolution of functions on agencies of a separate yet strictly con- 
trolled character. Types of such agencies. Use of trade associations. International 
administration. 

(4) Decentralization. The regional level. Regional coordination. Changes in federal, 
State and local interrelations. Regional administration within world Organization. 

(5) Personnel. Recruitment, examination, training and promotion in the United 
States, Great Britain, Germany and France. The resulting types. Desirable and 
undesirable types. Devices against bureaucracy. 

<6) Management and Finance. The staff-and-line problem— a misnomer. Channelling 
public expenditures. International comparison of expenditures. 



9. THE UNITED NATIONS— A STUDY IN 
INTERNATIONAL COOPERATION 



Hans Simons 



Mondays and Tuesdays, 6:00-7:30 P.M. 

The political and legal background of the governments and peoples united in the 
prosecution of the war and in the preparation of peace. Their power and its military, 
political and economic Instruments. The claims and achievements of individual gov- 
ernments; their support by public opinion. Conflicts of interests and plans to solve 
them. Political and social trends as they are influenced by the events of the day, and 
as they condition the peace. 



Philosophy and Psychology 



Kurt Riezier 



10. BASIC PROBLEMS OF PHILOSOPHY 

Wednesdays and Thursdays, 6:00-7:50 P.M. 

Relation of philosophy to science and religion. How do we know? The quest for 
certainty. The problem of the external world and its existence. What should we do? 
Absolute and relative values. Different answers to these questions are discussed with 
reference to the tasks of our time. 



II. INTRODUCTION TO GESTALT PSYCHOLOGY Rudolf Arnheim 

Mondays and Tuesdays, 6:00-7:30 P.M. 

From an atomistic conception of the world back to füll life-experience. The new 
approach to perception: why do we see things as they are? Principles of Organization. 
Shape, size, color, motion. The constants. Space perception. Memory. Expression— 
why and how? Application to art. Intelligent behavior. Productive thinking. 



12. PSYCHOLOGY AND PROCEDURE IN TRAINING LEADERS Ronald Li ppl ff 

Wednesdays and Thursdays, 8:10-10:00 P.M. 

This course is oriented with reference to the interests of students, teachers and social 
agency workers: 

(1) To develop new techniques for training democratic leaders of child, youth and 
adult groups 

(2) To increase the skill of group leaders 

(3) To evaluate critically the research data on different approaches to leadership 
training 

(4) To plan and conduct a research evaluation of the effectiveness of a particular 
training er teaching procedure 

The course is conducted on a Workshop basis of laboratory experience in the Observa- 
tion and evaluation of various types of group leadership. 



PROFESSORS AND LECTURERS 



ARNOLD BRECHT. Field— political science, jurisprudence and public finance. Dr. 
juris utriusque, Leipzig. Chairman, Special Committee on Comparative Adminis- 
tration, Social Science Research Council. Visiting professor, Harvard University, 
1937, 1940. Head, section of public law and lecturer, Deutsche Hochschule für 
Politik, Berlin, until 1933. Counsellor, Reich Ministries of Justice, of Economics, 
and Chancellery, 1910-21; director, Ministry of the Interior, 1921-27; Prussian State 
and Finance ministries, 1927-33. Representative and reporter of the Federal Budget, 
German Reichsrat (Senate); member, Government Commission for Reich Reform; 
vice-president, Federal Debt Commission and Institut für Wirtschaftliche Arbeit in 
der öffentlichen Verwaltung. Defended the Weimar Constitution at the Leipzig 
Supreme Court, 1932. Author, System der Vertragshajtung; Reich und Länder; Inter- 
nationaler Vergleich der öffentlichen Ausgaben; Ausgaben von Reich, Ländern und 
Gemeinden; Kommentar zum Vereins— und Versammlungsrecht und zu Artikel 48 
der Reichsverfassung; Reichsreform, warum und wie; The Art and Technique of 
Administration in German Ministries (with C. Glaser); five essays on Relative and 
Absolute Justice; articles; editor, Preussen contra Reich. 

EDUARD HEIMANN. Field— economics. Ph.D., Heidelberg. Guest lecturer, New 
York University, Summer 1933, and Spring 1935; Brooklyn College, 1938-39. Pro- 
fessor of economics at the University of Hamburg, 1925,-33. Secretary, Socialization 
Commission, 1918-19. Member, editorial board, Christianity and Society. Author, 
Soziale Theorie des Kapitalismus; Kapitalismus und Sozialismus; Sozialistische 
Wirtschaftsordnung; Sozialwissenschaft und Wirklichkeit; Communism, Pascism, or 
Democracy?; articles. 

ALFRED KAHLER. Field— economic theory, statistics and labor problems. Dr. sc. pol., 
Kiel. Formerly teacher and later director of the school for adult education in 
economics and administration in Harrisleefeld, Schleswig-Holstein. Author, Die 
Theorie der Arbeiterfreisetzung durch die Maschine; articles on technological un- 
employment and the business cycle; co-editor. War in Our Time. 

ABBA P. LERNER. Field— economic theory, theory of social and economic planning, 
international trade and monopoly. Graduated from the London School of Economics, 
where he later became a lecturer; assistant professor, University of Kansas City, 
Amherst College; lecturer, University of California, Columbia University, University 
of Virginia. 

CARL MAYER. Field— sociology. Ph.D., Heidelberg. Assistant, Institut für Sozial- 
und Staatswissenschaften, University of Heidelberg, 1927-29. Lecturer, Akademie der 
Arbeit, University of Frankfurt, 1929-33. Author, Sekte und Kirche; many articles. 

ALEXANDER H. PEKELIS. Field— legal economics. Dr. juris, Florence. Editor-in- 
chief, Columbia Law Review. Formerly professor of legal philosophy, universities of 
Florence and Rome. Practiced law in Italy and France. Founder and editor, Massi- 
mario della Corte Toscana. Author, Diritto come volontä costante; Saggio sui rapporti 
tra diritto e morale; Azione (Italian and Portuguese editions); articles on legal 
questions. 

KURT RIEZLER. Field— philosophy and philosophy of history. Ph.D., Munich. Ex- 
change professor, University of Chicago, 1941-42. Professor of philosophy and chair- 
man of the board, Goethe University, Frankfurt, 1927-33. In the foreign Service of 



imperial and republican Germany, 1906-20. Author. Gestalt und Gesetz; Parmenides; 
Traktat vom Schönen; Physics and Reality; articles. 

HANS SIMONS. Field-political science, international relations, international law, 
public administration. Dr. juris, Köningsberg. Chairman, New School Faculty Council. 
Guest lecturer, Union Theological Seminary, Summers 1940-42; New York Univer- 
sity, 1936-37, and throughout the United States and Canada under the auspices of 
the' Carnegie Endowment for International Peace, and the Canadian Institute of 
International Affairs; director and lecturer, Deutsche Hochschule für Politik, Berlin, 
1924-30. On the staff of the peace delegation at Versailles; government representa- 
tive at international Conferences, Paris, Geneva, Warsaw. Served in the Reich and 
the Prussian Ministries of Interior, 1922-23; 1928-30. Regierungspräsident of Liegnitz, 
1931-32. Editor of political monthly, Wiederaujbau, 1921. Author, Die Präambel zur 
Volkerbundsatzung; Politische Schulung und Hochschulen; articles. 

HANS STAU DINGER. Fiel d—economics, business administration. Ph.D., Heidelberg. 
Served in the Reich Ministry of Economics, 1919-27; government referee of the 
Reich Economic Council and of the German Enquete Commission; Prussian Ministry 
of Trade and Industry, 1927-33, from 1929 as Staatssekretär. Established the founda- 
tions for a managed and rationalized electric power supply for Prussia and coordi- 
nated policy for all Prussian State owned companies (coal, ores, potash, electricity); 
also initiated and executed reforms in industrial and business education. Chairman 
and member of the Board of Public Utilities and industrial corporations. Member of 
the Reichstag, and of the Reichsrat. Author, Individuum und Gemeinschaft; Der 
Staat als Unternehmer; and many articles. 



RUDOLF ARNHEIM. Field-psychology, theory of art. Ph.D., Berlin; Guggenheim 
Fellow, 1941 and 1942. Assistant editor of publications, International Institute of 
Educational Cinematography (League of Nations), Rome, 1933-39. Fellowship at 
Office of Radio Research, Columbia University, 1941. Instructor in psychology, 
College of the City of New York, 1943. Author, Experimentelle Untersuchungen zum 
Ausdrucksproblem; Films; Radio; Foreign Language Broadcasts over Local American 
Stations (with M. C. Bayne); The World of the Daytime Serial. 

EPHRAIM FISCHOFF. Field-sociology. Doctor of Social Science, Graduate Faculty 
of Political and Social Science. Instructor, department of sociology and anthropology, 
Hunter College. Author, Max Weber and the Sociology of Religion; articles. 

RONALD LIPPITT. Fiel d— social psychology, child psychology, group work. Diploma, 
child psychology, University of Geneva; Ph.D., child psychology, social psychology, 
University of Iowa. Assistant Director, Research and Statistical Service, Boy Scouts 
of America. Author, An Experimental Study of the Effect of Democratic and Authori- 
tarian Group Atmospheres; Field Theory and Experiment in Social Psychology; chapter 
in Civilian Morale; chapter in Sourcebook of Child Development; Patterns of Aggres- 
sive Behavior in Ex per im entall y Created "Social Climates" (with Kurt Lewin, Ralph 
White) ; other articles. 

SOLOMON M. SCHWARZ. Field— social policy and labor relations. Dr. juris, 
Heidelberg. Under Kerensky, Chief of Department of Social Insurance, Ministry of 
Labor, Russia. Research assistant, project on Social and Economic Controls in Ger- 
many and Russia. Editor, Workers' Insurance and Social Policy; articles. 

303 



V 



^ ^ (Yo^ 



792 



THE CHRISTIAN CENTURY 



July 6, /■ 



"prophetic," when laymen at last balance 
the theologians. That, it seems to me, is 
one of the most dubious comments of all. 
From where I sit, the theologians are far 
ahead of the laity in social, economic, 
political opinion. Where the radical note 
would be spoken by the laity is in the Faith 
and Order deliberations. To end as I 
began: haste that day! 

The books so far written about Evanston 
are not the last that will be written. Dis- 
tance will help future interpreters with 
details of proportion and perspective. But 
none of the books now before us will have 
to be un- written; all will be basic to writing 
still to come. Just as the assembly they 
report is basic to the accomplishment of 
the hope we all have for the church. 

Theodore A. Gill. 




Bpomerang 



The Tyranny of Progress — Reflec- 

TIONS ON THE HiSTORY OF FrENCH SoCI- 

OLOGY. By Albert Salomon. Noonday 
Press, $3.00, 

AT the Mid-Century Convocation of the 
Massachusetts Institute of Technol- 
ogy, Winston Churchill said: "Dr. Bur- 
chard, the dean of humanities, spoke with 
awe of *an approaching scientific ability to 
control men's thoughts with precision.' I 
shall be very content personally if my task 
in this World is done before that happens." 
Although sociologists by and large are 

Hfcely to bc on the right sidc of most ques- 

tions, now and then we get the impression 
that some of them would like to do just 
what Churchill feared. They may show a 
penchant for regarding us as case studies 
rather than as people and for manipulating 
us to do what they think would be good 
for US, even though we may not like it. 

That this inclination is not entirely acci- 
dental is the lesson of Albert Salomon's 
book. Examining the origins of French 
sociology, especially in Saint-Simon and 
Comte, he says: 

. . . the application of scientific progress 
to rational transformation of society in 
the name of a humanitarian ideal ended 
in a clearly articulated vision of a totali- 
tarian society. This terrible paradox — 
that men who began a Crusade of libera- 
tion should have put forward an advanced 
form of despotism — is one of history's 
most striking ironies. The logic and tyr- 
anny of progress gave to the world the 
progress of total tyranny. 

The pioneer sociologists provided all the 
main ingredients of totalitarian theory: 
the idea of minority control of an industrial 
society, the assumption that the world 
should be ruled by scientific method, the 
notion that society is a reality and the 
person only an abstraction, the disdain for 
political rights which interf ere with destined 
progress. It remained for Hitler and Stalin 
to adopt these theories, give them a per- 
verse twist, and produce the totalitarian 
( monstrosities of our time. 
I If all this Sounds like rash generaliza- 
I tion from a philosopher, two things should 



be noted: the author is the distinguished 
Professor of sociology at the New School 
for Social Research; and he supports his 
Statements with a most careful study of 
the documents of the period he describes. 

Theologians recently have attacked re- 
peatedly the notion of progress, which be- 
came the secularized eschatology of much 
of the modern world. Dr. Salomon's book, 
as brief as it is scholarly, is no mere raking- 
over of the old coals. He has turned up 
rieh new materials in his penetrating study 
and has given force to his owti belief in the 
role of "conservative reformists." 

Roger L. Shinx. 



Growing Together 

ScHOOLs IN Transition : Communftv^ Ex- 
periences in Public School De-Segre- 
GATioN. Edited by Robin M. Williams, 
fr., and Margaret W. Ryan. University 
of North Carolina Press, $3.00. 

THIS book consists of the analytical 
presentation of 24 Community experi- 
ences in public school desegregation, with 
two introductory chapters of sociological 
and legal background and a concluding 
chapter of summary and tcntative gener- 
alization. It is the second in a series of 
four volumes to be published in connection 
with a project of investigatioii and study 
in the field of biracial education begun in 
1953 under a grant from the Ford Founda- 
tion's Fund for the Advancement of Educa- 
tion. To gatlier mateiials for.the projeci, 
research teams were sent to make more or 
less intensive inquiry into the actual expe- 
riences of 24 communities which since the 
end of World War II had moved from 
some measure of public school segregation 
to a System in which Negro and white 
children attend the same school. 

The communities studied were represen- 
tative of a relatively wide ränge of situa- 
tions. Fourteen of them were located in 
Indiana, Illinois, New Jersey and Ohio — 
States in which Integration was legally man- 
datory. Ten were located in New Mexico 
and Arizona — states in which desegrega- 
tion was legally permissible but not man- 
datory. No Community in a southern State 
was selected because in 1953 no southern 
Community had yet moved to abandon the 
practice of segregation in public education 
below the College level. The communities 
selected were, however, in six states con- 
stituting an are on the northern rim of 
the southern states — communities a consid- 
erable proportion of whose population had 
come from the south and whose customs to 
a large extent reflected those of that sec- 
tion of the country. Included in the studies 
were instances of desegregation in one 
Step and desegregation in several steps, and 
also instances of partial desegregation and 
of complete desegregation. 

Despite the fact that the tempo of change 
in this area of our national life is now 
so rapid that materials of this nature 
quickly become obsolete, this pioneering 
work will prove stimulating reading to edu- 
cators, ministers, social workers, goverh- 



ment officials, leaders of civic groupj 
deed to all who are seeking to find 
priate niches and assume appropria' 
sponsibilities in this great social venti? 
our times. While there may be in the 
studies some degree of overemphasis of the 
effects of certain factors and some degree 
of underemphasis of the effects of others, 
the book, written in language intelligible 
to the informed Citizen, represents a sound 
approach to the analytical study of what 
has actually occurred as communities 
moved from a less democratic to a more 
democratic social setup. It views the process 
of public school desegregation as a com- 
munitywide undertaking, with responsibility 
for initiative in planning and execution 
centered in a properly elected board of 
education and its administrative officers, 
with other opinion-forming leadership and 
law-enforcement groups closely cooperating. 
Its basic conclusion is that, to be effective, 
leaders in this process have had to move 
forward steadily and unvacillatingly, ad- 
hcring firmly to the democratic principle 
and taking into füll account conditions 
more or less peculiar to their locales. 

It is interesting and important to note 
the extent to which the experiences re- 
ported in this volume confirm or contradict 
the experiences of the southern states in 
desegregation on the higher-education level 
and also the more recent experiences of 
communities in states, such as Missouri, 
which inaugurated programs of public 
school desegregation immediately after the 
Supreme Courts ruling invalidated their 
anti-integration laws and policies. All these 
experiences to date confirm the finding of 
this study that formulation and announce- 
ment by a responsible governing board of 
a definite plan for desegregation which 
takes local conditions into consideration, 
and unwavering Implementation of this 
plan by the proper educational authoritits, 
eventuate in the success of the transition. 
This has proved true whether the change- 
over was scheduled for one step or for 
several steps. Further, this study indicates 
that Community acceptance of and adjust- 
ment to desegregation has been uniformly 
easier than anticipated. In a number of 
places there were forebodings of violence 
which did not materialize. Where friction 
developed, it disappeared in the face of 
wise, firm policy. The American people have 
revealed themselves as far more democratic 
and law-abiding than many in positions 
of authority had predicted. The American 
press has also risen to the Situation in a 
way to make the nation proud. 

As desegregation spreads into commu- 
nities up to this time prevented by legis- 
lative enactments from integrating their 
public schools, various pertinent questions 
and Problems of a more specific and prac- 
tical nature are coming into focus. Signifi- 
cant among them, for example, are ( i ) the 
effect of curricular, extracurricular and 
teacher-training programs in human rela- 
tions in school Systems upon the ease with 
which the transition is made; (2) the re- 
sponsibilities that can be assumed and the 
part that should be played by students in 



600 



AMERICAN SOCIOLOGICAL REVIEW 



Blondell, or any others who place it in the human 
cradle, along with Reason, as one of the "two 
splendid presents" of the coUectivity). 

So far, so good. But what are Gurvitch's 
definitions? Liberating ourselves from "all con- 
fusion" by p. 29, we recognize that the only 
presumption implied by determinism is that one 
can attribute a "certain coherence," with very 
relative and variable degrees, to ensembles or 
real "cadres" or more broadly to real and con- 
crete wholes or universes (univers reels et con- 
crets). By page 40, the moment arrives for a 
fuU-dress definition. This definition is too lengthy 
to quote in füll, but Gurvitch's own content- 
analysis of it Stresses its logical and even "logi- 
cal-meaningful" terminology, involving "Inte- 
gration," "comprehension," and "explication" 
above all eise. This may be all to the good, but 
it should be submitted to the same test of critical 
objections as are the causal and deterministic 
conceptions of others, such as Rickert, Weber, 
Sorokin, and Maclver (pp. 57 ff. and passim). 
To say that Gurvitch is unaware of these objec- 
tions to his own view would be unfair, but to 
say that he accounts for them fuUy would be 
untrue. 

The definition of liberty (p. 82) may be more 
acceptable, at least for heuristic purposes in fol- 
lowing the further analysis. Indeed it does not 
Vary too much from widely accepted formula- 
tions in the past and present. It Stresses the 
spontaneous and voluntary character of an act, 
and "l'interpenetration de moteur, du motif et 
de la contingence." The treatment of the en- 
meshment of liberty and determinism is 
studded with brilHant insi^t, and must be rated 
as top-drawer quaUty in philosophical analysis. 
The Classification of degrees, forms or "stages" 
of hberty is highly suggestive, though not en- 
tirely convincing (pp. 84 ff.). The sub-classifi- 
cations of "partial determinisms" in Part II are 
hkewise suggestive but tend to drive the excel- 
lent thesis regarding the multiplicity of forms 
of determinism pretty deep into the ground, 
while using empirical tools only sparingly in the 

process. 

Lest this summation be thought unduly criti- 
cal, let it be stressed that Gurvitch's analysis is 
at all times among the most scholarly and 
thoroughly Hterate in conten«)orary social 
science. He marshalls a vast niultihngual ac- 
quaintance with the writings of philosophers, 
physical and social scientists, andlothers, citing 
ancients and moderns, Continen^l physicists 
and American social-psychologistsj with equal 
competence and often brilUant anajytic finesse. 
He evinces an erudite and penetrating under- 
standing of the plurality of times, Spaces, de- 
terminisms, causes and contingencies, and the 



relativity and "reciprocity" of perspectives of 
scientific observers, and th^ implications of these 
and other developments ito the "philosophy of 
science" for scientific mefhod in sociology. In 
this, his analysis transcencjs the tangled web of 
antiquated philosophical issumptions of most 
contemparary social scieniists. But all this in- 
sight and finesse seem beggarred in his own 
treatment of empirical data. His own "phenome- 
nological" method and "hyperempirisme dialecti- 
que" seem strangely disappointing in the treat- 
ment of empirical phenomena, when in (roughly) 
the last one-fourth of the book he comes to grips 
with such data as illustrations or implementa- 
tions of the theoretical framework (Part III, 
"Global Sociological Determinisms and Human 
Liberty.") 

Those who read this work without a prior 
acquaintance with Gurvitch's writings may be 
confused at times by his elaborate legerdemain of 
Classification, but there will be a rieh reward if 
the penetrating questions and discussions lead 
the reader to become better acquainted with the 
total contribution of this immensely talented 
and learned author. ^ 

Joseph ^^ Ford 

Lff s Angeles StatrCoUege 

The Tyranny of Progress: Reflections on the 
Origins of Sociology. By Albert Salomon. 
New York: The Noonday Press, 1955. 115 pp. 
$3.00. 

This httle volume is a study of the fanatic 
visionary, of the dedicated intellectual, and its 
excellence places it on the same shelf with the 
pertinent writings of such men as Buber, Heiden, 
Koestler, and Eric Hoffer. Although its formal 
scope is largely Umited to Saint Simon and 
Comte, with briefer comments on Marx and 
Hegel, the book's insights go far beyond these 
few figures and into the motivations of true 
believers everywhere. Like Eric Hoff er 's classic, 
this volume is concerned with the intellectual 
who seeks transformation of society as the means 
of assuaging disquiet in his own soul. 

The type of intellectual whom Dr. Salomon 
appropriately gives the name "Messianic Bo- 
hemian" was brought into existence by the 
French Revolution at the end of the 18th Cen- 
tury. It was this massive event that served to 
convert rationalist lamps into the blinding 
searchlights by which the social action of the 
19th Century was Hghted. To many a mind the 
Revolution was a tantaHzing foretaste of mil- 
lenium, and even those who, like Comte, were 
to detest it and its consequences, nevertheless 
drew from it ecstatic visions of what might 
be accomplished by force and manipulation in 
the Service of reason. 



♦-J 



BOOK REVIEWS 



601 



Prior to the Revolution, as Dr. Salomon cor- 
rectly observes, all movements in behalf of the 
underprivileged were directed toward the re- 
estabhshment of ancient rights. The Revolution- 
aries, following hard upon the heels of the 
Phüosophes changed this. Henceforth it would 
be for the future, for Progress, that men would 
write manifestoes, plot, and fight. For centuries 
only a precarious generahzation, the idea of 
Progress became suddenly social dogma, perhaps 
the master dogma of the nineteenth Century. 

The Revolution made brilliantly clear a truth 
that Cardinal Newman was to give words to a 
Century later — that men will die for a dogma 
who will not even stir for a conclusion. It made 
equally clear that men who would ordinarily 
shrink from violence could be got to kill, torture, 
and commit unimaginable atrocities in the service 
of social ideals. The alliance during the Revolu- 
tion of faith and force, the former giving abso- 
lution, as it were, for the second, is the true 
source of the currents of secular fanaticism 
which have culminated in the totalitarian move- 
ments of the twentieth Century. 

Two principal forces drive the Messianic in- 
tellectual: first, the vision of history moving 
inexorably toward a predestined end; second, a 
compulsive passion for redemptive unity. From 
the former comes the secular eschatology that 
lights up the pages of Saint Simon, Comte, 
Proudhon, Marx, and other modern social 
fanatics. From the second comes the hatred of 
all variety, the unremitting suspicion of differ- 
entiation, and the view of mankind as composed 
principally of the ahenated, the underprivileged 
and the exploited. Such men as Comte and 
Marx dogmatized these visions in the nineteenth 
Century. Lenin, Mussolini, and Hitler gave them 
fulfillment in the twentieth. 

All of this Dr. Salomon makes superbly clear, 
and his basic thesis seems to me unexception- 
able. I cannot however go along with some of 
the overtones of his theme. Thus to infer an 
"affinity toward totahtarianism" in sociology 
from the fact that Saint Simon and Comte were 
themselves of totalitarian stuff seems to me an 
unwarranted use of the genetic method. As well 
derive an afiänity toward totalitarianism in 
modern political science from the totalitarian 
mentahties of Rousseau and (the later) Ben- 
tham! 

Actually, leaving its fanatic founders out and 
concentrating instead upon such seminal minds 
as Le Play, Durkheim, Weber, Simmel, Cooley, 
and W. I. Thomas, the conclusion seems to me 
arguable that sociology, in any precise and 
systematic sense of the term has been, by its 
overwhelming emphasis upon autonomous social 
structures and processes, coupled with a pre- 
dominantly non-political orientation, at the op- 



posite pole from the totahtarian perspective. 
Further, although Dr. Salomon has obviously 
read and reflected upon the Conservatives (and 
does not, indeed, mis-state an essential part of 
their doctrine) I would remind him that from 
their ideas and insights come also, in large part, 
Burckhardt and Tocqueville, two men for whom 
the author and this reviewer share a vast 
admiration. 

But such points are minor and in no way 
diminish the substance and lustre of a valuable 
book. The Tyranny of Progress is a book small 
in size but large in meaning and insight. 

R. A. NiSBET 

University of California, Riverside 

Th(i_ Desi gn o f Hu man Be k an cr_^B^ Louis 0. 
Kattsoff. Saint Louis: EducationaTPübltsh- 

ers, Inc., 1953. x,i402 pp. $3.00. 

i. 

The argument ovdr the proper place of values 
and valuing in the social sciences goes on as 
sharply as ever. This book is in the center of 
that argument, for though the title does not 
State it, Professor ^attsoff, as a philosopher 
viewing the social sciences, attempts to "indicate 
the central position df the concept of Value' in 
any science of human», behavior." 

I am afraid I mijst disagree with Hadley 
Cantril's Suggestion, ir^ a brief preface, that the 
present volume will miterially help us to reach 
"more intrinsically r^asonable accounts" of 
human nature. 

I doubt it because it $eems to me that the key 
propositions of the boiDk are neither clarified 
nor defended with the i necessary rigor. These 
propositions, in substance, are: 

l.One of the fundamefttal mistakes of the be- 
havioral sciences is *Tthe failure to recognize 
that all behavior i^, essentially purposive" 
(p. ix). 1 

all behavior is essent^lly purposive" (p. ix). 

2.A scientific theory of 'values is possible — that 
is, from the welter of xurrent relativism, it is 
possible to discover '|in adequate objective 
Standard for the woi^ "ought"; and it is 
against this Standard q^at social scientists, as 
the "physicians of th^. social System," must 
evaluate social events »id propose remedies. 

3. The criterion recommen^ed for this evaluation 
is the ultimate Standard of health: Behavior 
"is correct when its goal is the health of the 
individual" (p. 356). \ 

4. The basic concepts of sicial psychology (e.g. 
drives, motives, attitudei emotions) and the 
basic social institutions le.g. family, govern- 
ment) are inescapably b^ind up with values, 
and are properly assessed* as good or bad in 
light of the health criterickn. 

These are, of course, simi^y the gross prod- 
ucts in the work, and not much can be done in 
a brief review to present the author's case ade- 
quately or to argue its limitations. The last of 



45 '/est 81st Street 

New ^ork 24, N.Y. 

November 21, 1955 



Dear Albert, 

at Ion-- l*.-]st I have been able to abandon mysel"^ 
cotiipletely to the great pleasure o"^ studying your Tyranny 
o"f Progreas, I have read it slov/ly, line by line, and 
I have iriarked about one "^ourth on every pan:e "^or repeated 
reading or reference, - nov; th.*ii$ is an exag^eration un- 
Tvorthy o~" both o"^ us, but there are indeed several pages 
where I h-'we underlined that much, and there is at least 
one such mark, and o"^ten several, on every page» 

This testifies to the fact that I h -ve learned a 
great deal from the book« I am sure, horrever, that this 
is not merely the consequence o^ my particular ignorance« 
l'here is no such illuminating analysis of these sig- 
ni"^icant aspects o"^ the hi^tory o"^ sociology in existence, 
as "^ar as I knov/, German and Anglo-i^aiierican political 
scientists have neglected the I^'rench sociologists far too 
much; I do hope that your hook-will cause a r(:vision in 
emphasis in v/ritings to come. 

The unscienti'^ic "^aith in the potentialities o"^ 
science is not yet dead, it is still very much alive. Vvhen 
I teil my students that it may be pos ible some day to 
demonsirata^ythe exi-r^tence o"^ G-od - namely, i-^ God cares to 
reveal*4^ 't?\ scienti"^ica""lly verif iable v/ays - but lonexxx 
that it v/ill be never possible for science to demonstrate 
that there is no God, even i"^ there is none, then they 
are speechless, Science v/ill some day be able to knov/ 
everything, that is still very comruonly believed even in 
so skeptical a to^vn like New ^ork. 

It is touching to retrace the beginnings of this 
"f'aith once more in your book, You have brought out the 
political dan-^*ers and the philosophical cross-currents 
of thought about progress extremely well. 

Thank you very much again for letting me have this 
predious gift. 

On page 41 you quote Durkheim as using the term 
"participant observer." I had read elsewhere that Eduard 
I»indemann had introduced the term first in his Social Dis - 
covery 0"^ 1924. Vliat v;as Durkheim' s i^'rench v;ord used? When 
did his book appear first in the original language? Could 
you occasionally answer these questions? I would like to 
refer to your book at several places of my ov/n ^J^al^ is 
still a long time to be in the v;orks» 

Cordially yours, 




Arnold Brecht 



T?e learned that you were not v;ell, Speedy recovery i3 what 

we wish. ^^ H^n^c /.p ^ 



|4ivv^^'* 



OViV W^v ^ u^l^ O^t'^ 



•-t-A 



Please Post 



JUNE 14— AUGUST 4 
1943 



66 WEST 12th STREET 
NEW YORK. N.Y. 



fc — Economics 



SUMMER PROGRAM 

THE GRADUATE FACULTY OF POLITICAL AND SOCIAL SCIENCE 

NEW SCHOOL FOR SOCIAL RESEARCH 

(Tenfb Academic Year) 

Each course fifteen two-hour sessions, carries three poinfs of graduate credit 
PS— Political Science So— Soc/o/ogy PÄ— Philosophy and Psychology Numbers refer fo fhe füll course descnpfions 



HOURS 


FIELD 


MONDAYS 
June 14 — Aug. 2 


TUESDAYS 
June 15— July 27 


WEDNESDAYS 
June 16 — Aug. 4 


THURSDAYS 
June 17— July 29 


FRIDAYS 


SATURDAYS 


6:00 

«0 

7:50 
P.M. 


£c 

So 

PS/So 
Ph 


KAHLER 

Money and 
Banking (3) 

PEKELIS* 
Social Control (6) 

SIMONS 
United Nations (9) 

ARNHEIM 

Gestalt 
Psychology (II) 


KAHLER 

Money and 
Banking (3) 

PEKELIS^ 
Social Control (6) 

SIMONS 
United Nations (9) 

ARNHEIM 

Gestalt 
Psychology (II) 


LERNER 

Weifare 
Economics (2) 

PEKELIS^ 
Social Control (6) 

FISCHOFF 
Max Weber (7) 

RIEZLER 

Basic Problems 
of Philosophy (10) 


LERNER 

Weifare 
Economics (2) 

PEKELIS* 
Social Control (6) 

FISCHOFF 
Max Weber (7) 

RIF7LER 

Basic Problems 
of Philosophy (10) 


free 


free 


8:10 
fe 

10:00 
P.M. 


fc 

PS/So 
Ph 


HEIMANN 
Capitalism (1) 

BRECHT 
Administration (8) 


HEIMANN 
Capitolism (1) 

BRECHT 
Administration (8) 


STAUDINSER 

Axis Europe 
ond Russio (4) 

MAYER 
Social Change (5) 

Lippin 

Training Leodert (12) 


STAUDINGER 

Axis Europe 
ond Russio (4) 

MAYER 
Sociol Change (5) 

Lippin 

Training Leoders (12) 


free 


free 



^ Dr. Pekeiis' course begins July 12 and ends August 4. 



303 



(\isu'dn£. 




^rix,(lu.<di_^ 




1:1 



c -i^r. 



'^^ ■'$ 



GBPJmTE FACULTY 

ADDRESS LIST 

1959-1960 



Jlj^ir^ 




ABEL, Dr. & Mrs. Beüben 

17 Monroe Avenue, Larchmont, OT 
TE« ^"SS^S 

BUS: 45 W. 25 St., N.Y.IO 
WA. 9-^307 
FALL & SPRING 

ABRAHAMSEN, Dr. and Mrs. David 

1035 Fifth Avenue 

Office RH. lf-8950 

Home BU. 8-65^«. 

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ABRAMS, Mr. and Mre. Charles 

18 West lOth Street, N.Y.ll 
GR. 5-6676 - home 

WO. k-03k3 - Office 
S PRING 

ALLEN, Mr. Philip 
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ARimEIM, Dr. & Mrs. Rudolf 

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NOT LECTURING 

ASCH, Dr. & Mrs. Solomon E. 
Institute of Advanced Studies 
Princeton University 
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BARTHOLCMIW, Dr. Elise 

(The Reverend and Mrs. Richard Lee) 

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CK. 7 - 2604 

FALL & SPRING 



BRECHT, Dr. & Mrs. Arnold (Oneritus) 
The Excelsior 45 W. 8I St., N.Y.24 
EN. 2-9200 
FALL OKLY 

BRODERSEN, Dr. & Mi«. ARvid 

f or Fall vrite to 

Frognervien 20 A, Oslo, Norvay 

in Spring 

548 Riverside Dr. N. Y. 27 

MO. 2-8915 

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DAVID, Dr. Henry 
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Nev York 27 
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DEYRüP, Dr. Felicia Johnson 
395 Riverside Drive, NY 25 
RI. 9-6258 
OR 200 N. B»vay, Nyack, N.Y. 

naidwooD 3 - 0892 

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AUBREY, Dr. & Mrs. Henry C. 

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HE. 9-0671 
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171-07 84th Road 

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RE. 7-0021 
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2. 



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1^23 WeSt 120t h Street 
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lÄiited Nations - PL.4-123^'-Ext.5^2 

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GOLDSTEIN, Dr. & Mrs. Kurt 
IIU8 Fifth Avenue, N.Y. 28 
AT. 9-^376 
FALL & SPRDK^ 

GORVH^, Dr.aidMrs. Albert 

1 Hickory Hill, Roslyn Estates, M 

MAyfair 1 - 6783 

FALL & SPRING 

GBEENBAUM, Dr. & Mrs. Joseph J. 
20 Jones Street, New York ik 
WA. 9-0886 
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GUMBEL, Dr. Qnil J. 

khl Ocean Ave., Bklyn 26, m 

and ColiJinbia lÄilverslty 

427 W. 117th Street, NYC 

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GURWITSCH, Dr. and Mrs. Aron 

820 West End Avenue 

Nev York 25 
ÖN. 6 - 1690 

FALL & SPRBTG 

HARRIS, Dr, Janice 

55 Morton Street, N.Y. l4 

WA. 9-6294 

HEIMANIT, Dr. & Mrs. Eduard (Etaeritus) 
548 Riverside Drive, N.Y. 27 

MO. 2-1893 

F ALL 8c SPRIITG . . / 

HETILE, Dr. Maiy 

299 W. 12th St., N.Y. 14 

CH. 3-6449 

FALL ONLY 



FKx/v^' 



HIRSCH, Dr. & Mrs. Jiaius 

57 E. 88th St., N.Y.C. 

FI. 8 - 8964 

Bus.: use this address 

52 Wall St., N. Y. 5 

BO. 9-9085 

FALL 8c SPRING 

HULA, Dr. & Mrs. Eric 
3l40 Netherland Ave., N.Y. 63 
KI. 3-25^2 
FALL 8c SPRING 

JONAS, Dr. & Mrs. Hans 
Steinsdorfstr. 5 

Munich 2, West Gennany (til Dec. 1 ) 
Cn leave 

KAHLER, Dr. & Mrs. Alfred 
3218 Oxford Ave., N.Y. 63 
KI. 3-04l0 
FALL & SPRIIIG 

KALLEN, Dr. & Mrs. Horace (Oneritus) 
411 West ll4th Street, N.Y. 25 

MO. 2-9093 
FALL & SPRING 

I II I U I I I I ■■ 

KIRCHHEIMER, Dr. & Mrs. Otto 

2801 Beechbank Bd., Silver Springs, Md, 

LOckwood 4-5635 

on leave 

KüLLMAItl, Dr. Eugen 

15 Revere Place, Bklyn 13, l^ 

PR. 8-7446 

FALL & SPRING 

LEIWARD, Dr. & Mrs. Henry L. 
Bureau of Applied Social Research 
605 West 115th Street-Columbia lÄiiv. 
Nev York 25 

UN. 5-4000 Ext. 2132 

and 90 Momingside Dr. , NYC 

RI. 9-5878 
FALL & SPRING 

LOBECK, Miss Sara Robin 
132 Thompson Street, N.Y. 12 
GR. 5-6555 and Psych. Off. 
FALL & SPRING 




Ä 



^ < », 



GF '^DRESS LIST-1959-60 



LCWE, Dr, & Mrs. Adolph 

10 Park Terrace East, N.Y. 3^ 

LO. 9-2221 

on leave 

MACK, Dr, Ruth P. 
430 West ll6th Street 
New York City 
MO. 2-5661^ 
SPRING 

MANSON, Dr. & Mrs. Julius Joel 
505 E. llfth St., N.Y.C. 

GR. 5-853^ 

Bus.: N.Y.State Board of Mediation 

270 Broadvay, N.Y.C. 

BA. 7-1616 
FALL & SPRING 

MARKS, Dr. Robert W. 
520 Madison Ave., N.Y.22 
PL. 3-3250 
FALL ONLY 

MARX, Dr. & Mrs. Werner 

83.80 ll8th St., Kev Gardens, N.Y. 

VI. 9-1576 

SPRING 

MAYER, Dr. & Mrs. Carl 

31 Tudor Lane^ Scarsdale, NY 

SCarsdale 3-2056 

FALL & SPRING 

MELAMID, Dr. & Mrs. Alexander 
5*^24 Arlinßton Ave., N.Y.7I 
KI. 9-7851 
FALL & SPRING 

MEYER, Dr. Julie 

(Dr. & Mrs. Julius Frank 

80 Seaman Ave., N.Y. 34 

LO. 7-2^45 

FALL & SPRING 

MIALE, Dr. Florence R. 
(Mr. & Mrs. George Miale) 
225 W. 86th St., N.Y. 24 
TR. UA7OI 
FALL & SPRING 




MORGENBESSER, Dr. Sidney 
48 Pitt Street, NY.C. 

OR. 7-3175 

and Dept. of Philosophy 
Columbia lÄiiversity 
421 W. 117th St., NYC 
UN. 5-4000, E3ct. 2282 

OR Box 54, Hamilton Hall, Col.U. 

FALL & SPRING 

NEISSER, Dr. & Mrs. Hans 

11 Park Avenue, Greenvale, N.Y. 

MAyfair 1-3218 

FALL & SPRING 

NEURATH, Dr. & Mrs. Paul 
lÄiiversity of Cologne 
Cologne, West Germany 
on leave 

ORNATI, Dr. & Mrs. Oscar A. / 
555 Broadvay -*• 

Hastings-on-Hudson, NY 
GReenleaf 8-1272 
and Nev School Off. Ext. 733 
FALL & SPRING 



PADOTOR, Dr. & Mrs. Saul K. 
161 West 54th Street, NY 19 
CI. 7-6o64 
FALL Ol^Y-on leave in SPRING 



REUBENS, Dr. Edvin Pierce 

^20 West 239th Street, Riverdale 63 

SPRING OI^Y 

ROSENBERG, Dr. & Mrs. Bemard 

255 West 90th St., NYC 

TR. 7-1557 

Bus. ; PL. 1-1466 

FALL & SPRING 

SALCMON, Dr. Albert 

465 West End Avenue, N.Y. 24 

TR. 4-2779 
FALL & SPRING 

SAVETIi, Dr. 8c Mrs. Ed-ward N. 
110 Riverside Drive, NY 24 
TR. 3-5389 

SCHULLER, Dr. & Mrs. Richard (Emeritus) 
3240 Cambridge Ave., NY. 63 

KI. 3-4399 -^ 

NOT LECTURING 




uJ^ 




-> -'•l- 



GF ADDRESS LIST - 1959-60 

SCHWELE, Dr. Egon and Mrs. 

United Nations 

PL. U-I23U, Ext. 173 

hhl E. 20th St., Gr. 3-58^^ 

SPRING 

* 

SINGER, Dr. 2: Mrs. Hans W. 

1^^6-28 Beech Ave-, Flushing 55, LI, 

Flushing 8-^358 

& United Nations, ' 

PL. J^ - 123^, Ext. 2701 

SPRING 

STARR, Dr. Isidore 
^4-59 Kissena Blvd. 
Flushing, LI, NY - HI.5-O38I 
& Bklyn Tech. UL. 8-5150 
FALL & SPRING 

STAUDINGER, Dr. & Mrs. Hans 

#2 Wash.Sq.Village Apts.-Apt. 15N 

Nev York 12 

GR. 7-0128 

FALL & SPRING 

STEINMAN, Dr. & Mrs. Robert 
166 Second Avenue, N.Y.3 
AL. if-2604 
and Psych. Office Ext. 828 

SWIFT, Dr. & Mrs. Arthur L. 

88 Momingside Drive, N.Y. 27 

UN. i^-0200 

and Dean 's Office N.S. Ext. 816 

FALL 

WALD, Dr. & Mrs. Haskeil P. 

32 Colony Dr. East 
West Orange, N. J. 
ORange 6-03^2 

Chief, Balance of Payment Division 
Research Dept . -Federal Reserve B^oik 

33 Liberty St., N. Y. ^^5 
REctor 2 - 5700 

SPRING 

WALLACH, Dr. & Mrs. Hans 

Psychology Dept. 

Swarthmore College, Swarthmore, Pa. 

KI. 3 - 0200 

NOT LECTURING 



WHITE, Dr. & Mrs. Hovaird B 
205 Waterside Read 
Northport, LI, NY 
ANdrev 1 - 861^2 
FALL & SPRING 

WODINSKY, Dr. Jerome 
NY 207 East 3rd Street 
New York 9, 
CAnal 8 - 9^76 
FALL & SPRING 

ZAMBUTO, Dr. Mauro 
if20 West 24th Street 

CH. 3 - 015 
FALL & SPRING 

ZANER, Mr. & Mrs. Richard 
220 Sullivan Street 
New York ik Apt. 5 B 







//5-^^ 






1 





blb 




/// 



i/^/4 3 



Dr. Albert Salomon 
Köln-Lindenthal 
Rurstrass^ 42 




Zentralnachwe^sociriit ; 

fing, 2 7 m 1^33 -- 
Aul« Al>^ ^ 



Köln, den 25* April 1933 




IT,-) 



ITTHl ""'"i •-'■»-■■^-■-- »■ - 



Das Reichswehrministerium 



frt... fr ffi 

2aAPR1933 / ^ ^ 




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B * ' q » ^ "1 i iii ia 



■•■J^itWM^ ' 





bitte ich sehr ergebenst um eine Bescheinisung 
oder einen Stammrollenauszug über meine Kriegsdienstzeit . Kriegs- 
freiwilliger bei der Trainersatzabteilung III Spandau wurde ich 



w i i iwwi » Mmstmmtf- 



Ende September dem Re servefeldlazarett 73 , 22. Reservecorps zuge- 
teilt und rückte mit diesem ca 15- lo. 191-^ ins Feld. Ich habe dort 

De 
den Krieg ganz mitgemacht bis zür/Mobilmachung am 6. Dezember 1918. 

Ich bitte auch ergebenst um Mitteilung des Datums der Verleihung 
des SK II. Ferner erlaube ich mir die Anfrage, ob ich eine Beschei- 
nigung über meinen wenn auch kurzen Dienst bei der aardekavallerie- 
Schützendivision bekommen kann. Dort bin ich am 6. Januar 1919 als 
Freiwilliger eingetreten. Ich musste aber infolge 4iner arippe be- 
reits nach wenigen Wochen ausscheiden. 

Mit bestem Dank für die Erledigung meiner Fragen zeichne 



f/ 



ich 



hoc hac ht ungs voll ! 
Ergebenst 



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Anlage : 1 Ff^e imarke . 



z;^/ -r 



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"ttP^UKtJMMi- .t*.- • >c 



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)P« Salomon 
öln-L*thal 
uretr» 42 



Köln, dtn 26. Mai 1933 



An das 



Zentralnachweiseamt 



für Krlegerveriuatt und Kriegergräber 



Berlin* Spandau 



Q 



Ich bitte ganz «rgebenst mir mitzuteilen, ob Ich eine 
Millterdienstzeltbesohelnlfung fUr die Zelt erhalten kann, während de- 
rer loh als Freiwilliger bei der Gardekavallerle-Schützendlvlslon Im 
Januar 1919 mich befunden habe. Soweit Ich mich erlnnexrn kann, sind 
die Freiwilligen nicht in der Stammrolle geführt worden. Ichbin aber 
am 6. oder 7. Januar 1919 eingetreten und kurz nach der Niederwerfung 
des Kommunismus infolge einer Grippe ausgeschieden. 

Die amtliche Beglaubigung wird von meinem Ministerium 
«wecke ronslonlerung verlangt. 

e 

Mit bestem Dank für die Erledl^uns zeichne loh 

hochachtunsovoll ergebenst 



Professor am Beruf spudagosiichen 
Institut Köln i.R* 



Anlage: 1 Freimarke ♦ 




Cdttjnbta (Bnitiersiftp 

mtI)fCttpotBftt»lork 

[NKW YORK 27. N. Y.] 

DEPARTMENT OF PHILOSOPHY 



NoTember 6, 1947 



Aä 



A 



Professor Albert Selomon 

New Scbool for Sociel Research 
66 West 12tli Street 
New York City 

Dear Professor Salomon 

I hope you will pardon me for tbis veiy tardy reply to 
your letter and to the Outllnes of your bistory of social 
tbougbt, wbicb you sent me last montb. I could not reply soomer 
because our plans for our own course were too vague. Now, bow- 
ever, I can write fairly definitely. 

In the first place I want to express our appreciation of 
having a mimeograpbed copy of your article on Democracy and 
Religion in the V/ork of Erasmus, We are bolding tbis for inclu- 
sion in a volume on Democracy and Religion wbicb our seminar bopes 
to publisb witbin a year. ^our contribution will be very appro- 
priate and valuable for tbis oollective enterprise and I trust 
you bave no objection to our including it in tbe volume wbicb we 
are planning. 

Now concerning our course in tbe bistory of social tbeory. 
I am sorry to say tbat we are still unable to supply a mimeograpbed 
outline but our plans are taking a fairly definite sbape. Tbe 
course bas begun well (over 30 students) and we bope to get to Macb- 
iavelli by tbe end of tbis semester. At present we are discussing 
Professor Kapp»s guidance tbe origins of natural law tbeory and 
tbe social aspects of stoicism in Rome. We would appreciate it if 
you could give us one week^iÄT'tbe begini.ing of tbe second semester, 
the fAiJ » week in February, on two tbemes: (1) tbe revival of Sto- 
icism in tbe social pbilosophy of the Renaijiisance, {2) tbe reli- 
gious and social pbilosophy of Grotius. I believe that you will 
agree with me that these two topics are intime tely related. Our 
class meets Monday, Wednesday, and Friday at 3:10 — 4. I also con- 
duct discussion groups following tbe lectures on Wednesday and Fri- 
day. I realize tbat tbree bours is a Short time in whicjpi to dis- 
cuss so big 8 topic but you are accustomed, I believe, to such 
historical surveys. Tbe University will be glad to pay an bonor- 
erium tbough I can not say at tbis time precisely wbat tbe amount 
will be. I believe it will be about $100 for the tbree hours. 



Columbia (Hnitif röttj) 

[NKW YORK 27, N. Y.] 

DEPARTMENT OF PHILOSOPHY 



-2 



We should be delighted to heve you partloipate in the course 
in this wey and I ho;:e very much that the hour is possible for 
you, since it will be impossible to chtnge it. 

I hope to have an opportunity soon to discuss further our 
common interests. Thanklng you very much for your help and in- 
terest in the pest, I am 

» 

Sincerely yours 
Herbert W. Schneider 



PS. 7 




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Columbia (Hnitem'tp 



May 15, 1949 



My dear Sir: 



I have the honor to advise you that you 
have been appointed to be 

Lecturer in Philo sophy 

in Columbia University at a salary to be ar- 
ranged in accordance with assignment of duties 
in the School of General Studies. 

This appointment will take efFect on 
Juiy 1, 1949 and is made, in accordance with 
the provisions of the Charter, during the pleas- 
ure of the Trustees. The appointment will expire, 
unless renewed, on June 30, 1950. 

By authority of the Trustees, 




'Ja A 



Secretary of the University 



Mr. Al"bert Salomon 



tttt^eCttpoflfttillork 

[nIW YONK 27. N. Y.] 

DEPARTMENT OF PHILOSOPHY 



June 28, 1949 



Professor Albert Salomon 
465 V/est End Avenue 
I^ew York, I^.Y. 

Dear Professor 3alomon: 

I want to thank you, even at this late data, for 
sending me a copy of COMMENTARY containing your Prophets, 
Priests and Social Soientists." I am especially glad 
to have this article at this time beoause it fits in 
Yfith a related article vihich I am preparing and of which 
I will send you a copy when it appears» 

With best regards and best wishes for a pleasant 
Summer, 



Very sincerely yours, 
Herbert W. Schneider 



H\VS:hlp 



Columbia ^nitJersittj) 

mtl)fCitpof3Jrtnj|ork 

[NEW YORK 27. N. Y.] 

DEPARTMENT OF PHILOSOPHY 

April lli, 1950 



Dear LIr. Salomon: 

I am most appreciative of your kind p:ood wishes 
and your congratulations on my appointment. I hope 
that \re will have an opportunity sometime soon to 
discuss the problems involved in contemporary educa- 
tion and the ways in -which our mutual Jobs can be done 
more eff ectively. I am delighted to have had an op- 
portunity to meet you and most especially be associated 
with you in our work at Columbia* You have made an 
excellent contribution this year and I know that the 
students are delighted with your decision to return to 
Columbia next year« 

Again, thank you for your congratulations» 



Sincerely 




Professor Albert Salomon 
1|65 West End Avenue 
Ilew York 21; 
New York 



Columbia (Bntömftp 

mtI)fCttpotBfttJtörk 



July 1, 1950 



My de AR Sir: 



I have the honor to advise you that you 
have been appointed to be 

Lecturer in Philosoihy 

in Columbia University at a salary to be ar- 
ranged in accordance with assignment of duties 
in the School of General Studies. 

This appointment will take efFect on 
July 1, 1950 and is made, in accordance with 
the provisions of the Charter, during the pleas- 
ure of the Trustees. The appointment will expire, 
unless renewed, on J\ine 30, 1951. 

By authority of the Trustees, 

Secretary of the University 



Dr. Albert Salomon 



[NIW YORK *7. N. Y.] 

DEPARTMENT OF PHILOSOPHY 



November 17, 19^0 



Dr. Albert Salomon 
U65 lYest End Avenue 
New York 2li, New York 

Dear Dr. Salomon r 



The Department of Philo sophy and the Director of General 
Studies have asked rae to express to you their decision with 
respect to your instructional statua in the School of General 
Studies • 

In View of the present decline in enrollment in philosophy 
courses in General Studies, and in view of the budgetary deficit 
that conf ronts the University for this and for the Coming academic 
year 19^1-52, the Department of Philosophy is forced to reorganize 
and consolidate its off erings and instructional staff in General 
Studies. We are compelled to eliminate a number of individual 
courses and instructors from the 19^1-52 budget» I am sorry to 
say that your course G»S« Philosophy 62 is among this number« 

It is, of course, with much regret that I am transmitting 
this news to you« The Department of Philosophy is keenly aware 
of the value of your Services to its program in General Studies 
and is greatly appreciative of the contribution you have made. 
Unf ortunately we have no other recourse but to tighten our belts 
in adjusting to leaner years« 

If there are any questions in your mind concerning this 
matter, I shall be very glad to discuss them with you personally» 

Yours very sincerely. 



AH:EP 



Albert Hof stadter 
Department al Representative 



>v 



[NEW YORK 27. N. Y.] 
AMERICAN ACADEMIC FREEDOM PROJECT 

April 17, 1952 



Dear Salomon, 

I am indeed happy to have yotir letter of April 12th. 
I have thought of you one time after another tut in 
the crowded days I have lived lately It has seemed 
so hard to arrange for anything but ad hoc appoint- 
ments. I shall soon be getting out of this press 
of things and hope then that we may be able to re- 
new onr acquaintance and that I may have the benefit 
of exchanging views with you on various things* 



With warm regards, 



Sincerely yours, 



R« M, Maclver 



yjh0^^ 



Dt* Albert Salomon 

The New School for Social Research 

66 West 12th Street 

New York 11, New York 



RMM:jm 



[nKW YORK a7, N. Y.] 
AMERICAN ACADEMIC FREEDOM PROJECT 

February 7, 1953 



Dear Salomon: 

I should have acknowledged sooner your note of December 26th iwhich 
I am happy to have. I also want to thank you for the copy of the 
contrlbution on the historical theory of indlvidualism. You have 
certainly in this article enriched the analysis and the under- 
standing of the historical discussions iwhich important thinkers 
have found and interpreted the principle of individualism. It 
will be particularly important to have such contributions given 
Publicity in this country where all other meaninrrs of the term 
tend to be obscured by a cheap economic propagandism. 



With my warm regards. 



Sincerely yours, 
R. M. Maclver ^' 



Dr. Albert Salomon 
U65 West End Avenue 
New York 2U, New York 



RL5M: jm 




CAMPAIGN HEADQUARTERS 

630 South Fifth Street • Telephone 8-9601 
SPRINGFIELD. ILLINOIS 



WILSON W. WYATT 
Campaign Manager 



November 20, 1952 



Dear Mr. Salomon: 

My heartf elt thanks f or 
your understanding message. 
It was good of you to think of 
rae and I am most grateful. 

Sincerely yours, 
Governor 



^tJt^^|^^ 



ni^^bo77 



HARVARD UNIVERSITY 

DEPARTMENT OF HISTORY 
CAMBRIDGE, MASS. 



November 24, 1952 



Dear Mr« Salomons 

I need not aay that the election was a great 
dlsappointment* Its lesson, I believe, is 
that we muat all renew and intens ify our 
effort» in the next few years. We have in 
GoTernor Stevenson a great leader, and I 
think the American people will increasingly 
recognize the fact in the months to come« 

My colleagues and I are grateful for your 
auggestions during the campaign. I only 
wish that you had had better luck with 
Alvin Johnson/ 

Sincerely yours. 




Arthur Sds^^rsinger, Jr« 



Mr« Albert Salomon 

Graduate Faculty of Political and Social Science 

66 West 12th Street 

New York 11, N.Y« 



Executive Maqsioq 

Sppiqg[ield,lllir]ois 



December 3I, 1952 



Dear Mr. Salomon: 



My X':arrn thanlis for your 
heartening letter. It was 
good of you to think of me 
ancL I am most grateful. 



Sincerely yours, 



i/CdU4iui ( /J^f^MtUAjtr/^ 



G-overnor 



.i 
^ 



r. 



Cctober 23, 1952 

465 *^eatand AY««New York I>4,N.Y. 

Dear Jra.ac^nrr: 

i:arely ^Id I rebent t at i an. a poor teaoh^r. Today 

I feel,hoT,is'Ver,ver3LJt3ac'ly tfet I cannot s'^nd you a big oheok-People 
and tbe One ?art/ Itcss do not want to se© th^t these eleoti ons are 
not PolltiCB aB usual.Thls 13 a strui^^le for tho survival of cur li- 
beral and de?Tiöoratlo tradit ion^against the onslaught of an adversary 

whosa troups or rather orusaderö are composed of four dlvisions.Th© 
first and stallest platoon U- the group of the llc'erals,t>ie oecond 

divlölon is the Cid üuarä,tbe thlr divlalon Is th@ opportunistlc one 
and tho four^Jlv^ision under tl e ccrnr-and of lir.Mlxon i3 tho fasclot branch 
whjcb will y^ork for cpenlns tir^ avenues for r^aoOarthy and the Christian 
Nationalist Party^ir we reoall today the opening iay of the G OP Convention, 
we rercember the cUtnnte of faeclsm and the wild deeire for a ironopoly of 
power. I w^ant t^ie ^a^rave danger *hlch v/ill con.G ira. tne Cid Guard.But vre 
know what we can expeot.Nixon' 3 campal^n ,hoviever,ie alariilngjhe haß in* 
troduoed ucobnioues of aocuGi.ticn and villficatlon which dostroy tte foun« 
datlons of free discusnlon on whlch cur republlc la buUt^Nlxon car«paigns 
wlth the concept or ITue Aiiierloan' am. This teriL indioatea tl^at the nation ie 
^divided in t7/o oa-upa^TI)© tijfe Ar:er?oans vote aO?,tre others are .'ot- unistBt 
^^ ie the pattern of revolutionary thinkinft»to separate the black nnd the 
white ^heepß.ouch klnd of oanipaignlng undermlnes our liberal tr.Aditlons 
that we re.^in a üüit.nunlti ia apitö of op,>osltti party aliga^uents- 
The generai r;lr:i,.^2f .^ho/anf ortua^itely- 'hres not r^^ad your pap^r,i3 In the if^or* 
of hie Icving frltm*. ,->aul <Varburs a "sup^srpolltical ad^r^n Utrator'\This is t. 
moBt crMShln£ indlotir*en>w of the candidate.In our tenna.tnis praiee nieane thft 
the gen^ral ctocs not know aivvthin^ about pol it loa, that he uoeß ru^t even know. 
that thr, i^rsüident of tho U3A 1* a 3t itesran.and not an adminlctrator;ae we 
have learned froij llstening to the General, he hao t > <; naive Idea tuHt one or- 
run the U3k as if ßh^ were an arny in v?hloh exi3t i.erely teohnical probiere 
for whioh tbe Chief of th<:. ar^iiy h&e hie experts* ^ 

It Is like a nightii.are to listen to the QOP oandidate when be cpeake of hl 
decl8lon8,of hie choioe and roaolut Ion. He never ßpeakB of the role of Jong; 






He bellAres that tbe President is not dlfferent from a oommanding 
eeneral.As a mUitiry manche sees only teohnloal Problems wVile the 
trained st'iteBiiian sees the intrlcate complex cf polltlcal problems. 
The American people are not th'" Germans, they de not want to be adml« 
nietered ae if tri8 wonderfui;( land of oure were an army camp and wa 
«hould stand at attention T.oßt of thc time« 

In such eiT>ergency situation^destiny has glven us the great leader who 
has unlted in is peraon cur g^^'^t» polltioal traditions and our social 
Liberal ism^rie has §iver. us the opportunity to know that the >^eat 
qualities of a political leaier are SLocnstructive Vision, noral integrity^ll 
and human candor.Thls knowledge has enabled us tc rieasure hls opponents. 
The general whose personality was dear to the whole nation, is a traglo 
example of an infinite lust for power. liere we aee a nian who requested 
the highest .uoral Standards fron, himself and hia subordinate» in hi» 
ajilitary career,practioing the doctrine that the end sanotlf ies the means 
Such thesis when applied nieans cynicisui and vicioußne3s,ruthlessn#iB and 
slandor^s^ch -lode of campaigning will have its repercusßX)nß In the future 
It will have a lasting ef'eot on our political mores and v/ill degrade the 
inoral Standards of the nation for a long time to corne whoever wlns the 
•leotlon. 

For thiß reason every voter who wants the oontinuity and duration of our 
liberal and deniooratic republic 

whether ]^.e is a Lib:ral, }eDiOcrat or 
Republioan should vote for A^lai Stevenson. 
There is aotually no alternative« 



3incerely yours 



PS Excuse me that I use .y businesB paper, I write as a private clt 

Citizen 



i 



T 






V 



Oc tober 24, 1952 
Dearest AJx 

I hope you Ao not thlnk Hl of me that I dld not y% 
expresa my deep gratltude for the wonderful glft of Pioneer' s Progreas. 
It 1. aotually my dally readlng vrhen l oome horae from work.After the f Irfc 

asaln.There Is not one ohapter whlch does not expreas your loving heart. 

your Bovereign //Isdom and the fighting splrit of the great Liberal. 

1 oannot help crylng when I read the f irst ohapters at the far» and your 

fare«e 1 to the farrr. llfe.the night in the hotel wlth your father. 

in all 3ltu:.tiona of your exoltlng llfe.you are always present in the 

completeness and oo.T2plexlty of your wonderful nature. 

Your loving heart burns here like a flame.purlfylng and lestroylng Ignon« 

ance.prejudloe and Irresponaible emotione. The flar.e of your soul has 111« 

,n:inat d the path >^her© reason nould do Its oonstruotlv« work 

There are the unforgettable passagea on the ,3emoorati<, tradlilona of your 

iaroily*.AJ has beoome a Symbol of tru« T ihor^Ai i-*- ♦.s ^u 

'^ ^^^® i-ioerali«» to th e progressive mw 

a blTtVr '" '" -nstructmg ^e oondltiona whloh will .ake 

clt Li Of o.""' '""" '''"' '''^' '^ "" intelligent and reaponslble 
Citizen of our oom.onwealth and of the «orld. 

YOU ^ave been for t.enty yeara the gulde of ue new oltizene who have em- 
braoed the Ideals of the new oountry wlth the aan» fer.or .hloh yolfl^ 
as a youthXt was eaay for us to feel at ho.e and to dellgh n o'^ . 

lade it T' T ■"'" '^^'^'^''^ °^ ^ -«^«^1 Liberal. Your phlloaophy " 

nade it olear to .. that It la poaalble In our oountry to reoonolle 're.. 

do. an security.Thla la exa tly the philoaophy of .dal Bteveaon. 

.or this reaaon you will underatand that we who love you dearly (we call 
you our A^erloan father who gave üb a new Ufa) are deeply oonflLÜd 
bewiidered about your stand In the campaJgn. oonlused and 



\ 



/ 



I 

1- 



8 

It is true indeed that seven or elght w«ek8 ago It wculd still 
posslblo to 'ope fcr a QOP renascenoe under the l«ad©rship of 
the few llberala.The development of the oampaign haa glven 
evldence that suoh hopes were wlehful thinklng.It has become 
obvious that the reactionary and faeciat elomenta In the party 
prevall.The general hlmself haa clearly lemonatrated t hat he ha0 
no oonvictiona.no prlnoiles but the lust for power. Hla loving 
adDlrer.Paul ..arburg.admita that he la "8uperpolltloal"and will 
run the American people as if we were an artny taklng the Constitution 
as a quintits negllgeable. I do not thlnk «arburg ia quite oorreot. 
There ia aoaethlng more frightenlng, t'Te campalgn whioh Nixon runa. 
Thla 18, Indeed, the sum total of Un'^inerioan aotlvltle«, they oan be 
corr.pared to the teohnlquea whioh üitler ap lled alnce 1928. In the 
baok of Nlxon.Uere Stands the Junior Senator of «laoonsln baoked 
by .ao irthur and the Jhrlatian Nationalist ?arty. 
Beloved -earest AJ,you are for the whole country the Image of the 
wise and mutant Liberal. Do not oonfuse ua in the fateful hour of 
destlny.ln the houra of perlexlty your father waa calllng you. 
Thle 18 not an hour of perlexity.lt ia the hour of your greateat 
viotory. Stevenson Is aotually the produot of your teaohlng and the 
Imitation of your way of Itfe.ror thle reason I feel that it would 
be the inner necesslty of your whole llfe work and the prlde of your 
teaching and being, If you would awltch to Steveaon. 
I would not have «ritten thla letter.if I were not tortured and con- 
fuaed by your atand of laat surciner. I cannot bellve that thla was fi- 
nal. It would be untagonlstio to your whole phlloaophy whioh you have 
taugut ua. 



In lastlng gratltude 



Lov ingly 



iU bert 



Ootob^r 26, T9i.2 

46t Westend il:re.,New York 24,N.y* 



To 

The New York Times 

Latters to the E/Iltor 

Gentlemen; 
Your paper hns been a powerful factor in ny aijustment to the xlcaeri 
iogm llfe, ou srave me the feWn^i of beln^: at home In i world of wls 
i-lberallam whlle the sancril trend of the world polnted towars the 
extreme 8* 

I was sidJeÄed «ren you commltted your paper to General Elsenhower. 
Your^A oholoe reaff irmed**did not convlnce me at all.There are many 
reaeons w>y a Liberal and Independent should not vote the GOP ticket« 
It iB worthwhile to recall the GOP Convention. At the opening rrieetin 
there was a cllmate of raaclst violeneoe and a ory for a monopoly of 
power that were frightenlng to avery Citizen. The mutual aoousatlona 
of thlevery,bribery,and corruption among the confliotins groupa should 
not be forgotten.They rrade the attacks on the Demoor^ts in the oaa- 
paign Just a repeat perfortnanoe. 

The nomination of tge General was the desperate effort of the OOP 
to Win the election through a national hero.The Republlcans knew 
very well that they would never get into of : ioe on their record and 
their pro gram. TV» y attempted the cynlcal atroke to abuse a national 
and ÄÜitary hero for party pol Itios. National heroea^howevertbelong 
to the whole natlon.Tt will have ^a^^e repercuasions that one party 
attempts to monopoli7.e a T.an of na ional greatnesa for its seif iah 
purposes. 

Tv^e GOP nominated a p;OTieral for the Prasldenoy. Vhat is the program 
of the oandidate?Hi8 genuineneaa. ve srould trust hie charaoter and 
Personality. /hat does the genuineness look lika7ae has spokOTi dl« 
frarently in the ^aat and in the ^/.iddle /^est, in the North and in the 
South»Ha has exi)lioitly stated that he will support every Republioan 
regardless of oonYiotion»morality,and decenoy.He haa deaonatrated a 
oyniolam and unsorupuloua will to power which even Dewey rejeoted « 



1 



*^ 



«tt 



4 mä 




Suoh oonduct of tbe oa-palgn iß a boomerang- It has already baokfired. 

liany people feit that the General displayel the talents of an ham- 

aotor when he deolared YiiB Intentions to go to Korea. 

The General haa clearly pointed out that he le unable to underatand 

the Vary nature of politios.He thinks that government and adm in Istrat Ion 

are one and the same thing.As a mllitary man. he believes that he can de- 

oide all questions after having listened to the experts.This is the 

attitude of a oonmanding general,not of a statesman* 

The American people have never been rappy with their rcilitary i^esldentß. 

Thls Is true for all nationa.I.^aoL'ahon in France and lli Hindenburg tt in 

^ermany should oaution us. 

The General who is unfarailiar with the oomplex charaoter of polltlos 

does not know that politios is one of the great r^oral concerne of 

mankind* 

Otherwise he would have ohosen an other running mate.-^r, Nixon has oon- 
ducted his campaign with the teohniques or slander,accusation and 
terror as we know them of fathsr Coughlin,the i^^ascists and Gommimlet s. 
Nixon divides tbe nation into two oategories, the tr«e Amerioana and 
the bad Amerioans.The true Amerioana vote for the GOP ticket, the othera 
are prcbably Oomr^unists.This is the fanaticism of a revolutionary de - 
magogue who knows only good and bad,angels and devils. rt is a teohnique 
whioh threatens to destroy the foundatlons of our Liberal Oemocraoy* 

The oombination of a military man with a rascist minded reactionary 
is a seriouß danger to the organic development of our Liberal and Social 

Democraoy» 

For this reason it is embaraasing to your friends thit you do not dis- 
assooiate yourself from the OOP t3oket.It would be the logioal thing 
and in conformity with your great traditions to support Adlal Stevenson 
who oarries on the traditions of a true Liberal Gonservatism.Hlß oon- 
struotiTe Vision, his T.oral integity^his human candor would make hlm a 
great President of our beloved oountry. 

Albert oalomon 



PS ülxcuse me that I used a sheet of my business stationary. 
I write as a private Citizen* 



» • 



Ootober 26, If52,465 estend Xvb^V.bw York 24 

Leiters to U r» ^"»lltor 

For twonty year«, * hav© read your ps^^er ^^a.cerly ard rv^guLrofly , sometlr^.es 
mitt) aoorovRl, 80T!5*?ti^e« with orltloiain. '.n eitrer caseg I was dell»5ht*?d to 
See that your ownor urid elltorlal Btaf rOitiainecS true to ti e senerosity 
of Oiir Mb^raÜ trad".t!ons. 

It p-oes without aa;; Ing: that you would axxp ort Ue CK)? tioket. Ven in this 
Situation, jour won^erful pr^^er recitlled to r^.e Hiblioftl tlmeß.n.e volce of 
?3alaaiT. could be hear^d In the cclur.ns of V-^t wlse «^alter i,Jp,.;;:.iai .and of tfm 
fasclnatlnflr ^\lsop8.Tvey '/f^re suppoeed to curoe the opnonentt -'Ut tr^y could 
not n#lp bleanlnr thc^ advereory« Altrough tl ey pleaded for the Hepublioan 
ticket at the end oi* treXr colu:i.n8,lt n^ver sounded very convinoln|&* 
I under^t'ind,^ owever, the atriousneö cf the Situation, ^s thijy ©ee it.I shal^ 
in t^^':elr concern. Vll reeponsible p*:^röcns in all partles wl«h to T^aintftin 
tt:e two-party System, urlns the lust twenty ye^rs^the iiiajorlty of the vo* 
trrs r^Jecter! t^e OOP. As a llbtcral citiiien, 5 venture to eay that w€ all jb^ 
Är€? lookln^. for^w??.rd to aee a renaec^nt reputllcan party whlc h^s im^er8% 
«tood tat|ln our agettc be coneervative r.eane to be liberal. Ihla Is t^e 
only way 'Äir.lch will per^;lt uß to avoid the «xtreT.es of Fmeclsa} and Joiar.urii^ 
Unfortun'^telyithe OOP of ;9!:.a la not yet t'e r^bom -onservativf Part 
Today, four Troup« are 'mt-rtwlnel Inan Interneclne strugsletthe tlny lib^ip 
eral ?llt ,the old ^ib^rals of the Taft group,the o;>portuniat8,and ths 
Fmtclst wing. Th© last one s#€?rs to mm : ost alarrlng. 'r.Mlxon wo ::*igrt be» 
öome the jr'resilent of the US4f '8 baoked oy t © i^oba who follow Senator ^ 
:.!«0 >arthy and his frlenda and sup orted by %\e Jnrlstlan Nationalist Party 
ihlö mm has introduoed techniquos of oar^palgnlng wbioh recall the vlclou» 
fanatiolsjE of at]*ier /0uß;hlln and tha r-volutlonary -^ethols of asoism itA 
Gomr^uniam. fie dlstln^,ul8hea b#»twa6n Iru« Ai'-'rlcan« i.e^thoee who vote th# 
GOP tioket and thoaa who vote the ot er ticket and are lo$ically Coiüiriinlr. 
Suob retnodö andermine tha foun^lattona of our iraa trepublio« 



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^Ifc^'-^ 



<^. Pt 



ibese : our 'intiifaristio group» can n^v^r uchieve a nco .o^eneous pra- 
fraßi,ncr oan t: ey agrea upon oon. :on action» r. c^wej thougl t tr:at only 
a rar? llke ^..eneral ls<5nhower itig^t b« ablo to reoonclle the Irrecon- 
Qllable. 

alter ten wöeks or the oaripal^n it le obYloue ttat the ^enoral did not 
©uo.-ed In t-e superhu::.;an aaeli^n^iient. ihla la u tragic railur^.ihe re- 
öponsibllit^ Tor such traeedy r^ats with those who have expoeed a naticn 
al and n:iUiturjr hero to solvlng the sL.oöt cciLplex poiitical probleme. 
national h^roes ar-i a glft ot dei.itiny,:xo natlon ahould take tne risk to 
//w epoil/ite i';ia>r< s of ?:reutnese. Irreaponal ble are the rr:^ i&ho gaxbl© i^lth 
a national rero ror the sake of p-^rty polit. Ics« 

It 2a :rigrtenlng to a ctudent or polltlos aad soclolqgy to see a ^i'^at 
ijiii itsry personal ity on tre ro id to laaeter beoauM ho bei Uvea trut 
polit cal l©adcrahlp arr5 ad Ira^tratlve eicUla ar« id9ntical.1t 1© sad 
to iTOt^lne a r^reaidont who assunie» th*t t er© -üXUit only t%»chriloal pro- 
blen:» ^n ÄOV'3rnii.ant «= ich can be €olv#d by the cxp^rt» and decidöd by 
the ^erviral-^prceldent . :t 1« a iäteiul ietake to bei lev« that ^overnient 
and adn. Inlstz-ation are t^ aarr« .Ucf ortunately,t;'e gemral .^oaa not aee 
tbea« baßlo dl. r^r^nc^s.Ha «o^Letiisas s/?aks a« ir ^:6 ^ould run the USA 
aß 5r th^ country were an arii^y* ^nd wrat will be the rol« or ^ongreas? 
Iß th€r luüt analy«is,thlß GO? ticket cannot ao^ii^ve t;'.e renascenoe of 
the iiepublioan .arty. ather will It turn us rroro our «ay of llie to the 
road ot revolutlon. It cctrt&lnly le a politlcal oorubination wnich ie 
aiisalnst t.r traditiona or a Liberal J neervatiß;., and a^ainat the noble 
epirit Qi ycur distin^ulahed paper« 

wlnceroly 



.-libsrt K^alozon 



-^-»-^tr. 



r.*-^.. 



HERBERT H. LEHMAN 

NEW YORK 



QlCmieb ^iaic^ ^enaic 



WASHINGTON, D. C. 



November 6, 1952 



Dr, Albert Salomon 
465 V/est End Avenue 
New York 24, N. Y. 

My dear Dr. Salomon: 

Thank you very much indeed for 
sending me a copy of the letter v^hich you 
wrote to The New York Times. 

It is an excellent letter which 
I have read with much interest. I wonder 
whether it was published. 

Again, many thanks for letting 
me see a copy of it. 

Yours very s: 



cuJ^ c^ ^ m/<fe 



l^K- 



Jlt^ 



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1615 North Lexington 
arlington, vii 



Street 



INIA 



&IIC8TrVUl 39/5 






Ciifyf 



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OFFICE OF THE PRESIDENT 

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Hu NTER Cd lleg e 

GF THE CITY OF N EW YD R K 

E 9 5 PARK AVENU E 

NEW YDRK 21, N.Y. 



September 26, 19U9 



Dr. Albert Salomon 
U65 West End Avenue 
New York 2U, New York 

Dear Dr. Salomon: 

I am very grateful to you for your kind letter 
and also for copies of your recent essays. It so 
happens that I had seen your very interesting 
contribution to Commentary , but the Goethe piece 
is new and I have just finished it with a sense 
of profound feeling of indebtedness to you for 
your ability to convey to American readers facts 
and truths with which they should be familiär» 

Sincerely yours, 




George N» Shuster 
President 



HERMANN J. WEIGAND 

DEPARTMENT OF GERMANIC LANGUAGES 

YALE UNIVERSITY 

NEW HAVEN. CONNECTICUT 



October 4, 1949 



Mr. Albert Salomon, 
465 V7est End Avenue, 
New York 24, N. Y. 

Dear Mr. Salomon: 

It was a great pleasure to get your 
extremely meaty presentation of Goethe 's way of 
life. I read it, unfortunately with interruptions 
by students, over several days and I now come 
av/ay from it feeling that you have compressed 
into a small compass the Contents of a whole book. 
I expect to derive lasting Stimulation from your 
essay. 

Very gratefully yours, 

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TORONTO 5, CANADA 



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YALE UNIVERSITY 

DEPARTMENT OF PHILOSOPHY 
NEW HAVEN, CONNECTICUT 



December 8, 1949 



Dr. Albert Johnson 

The New School for Social Research 

66 V/est 12th Street 

New York City 

Dear Dr. Johnson: 

Professor Eendel received your article on Goethe 1949 
and rfegiietted that before leaving for Mexico for an extended 
stay he did not have the chance to write you about it. He will 
do so later, for he values what you have sent him. 

Sinoerely yours, 



Secretary to Dr. Hendel 



Heyhoe Woods C) 
palisades / 

NEW YORK / y 



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Jacob Billikopf 



r:^ JAN. & -^ 
^ 4-PM i 



[tHIS SIDE OFCARD IS FOR ADDRESS ) 

Prof. Albert Salomon 
465 Westend Avenue 
New York 24, N. Y. 



BUILDYOUR 

WISELY, 

U-S.SAVIN 




Vt 



^ 



1<V 



C^ 



C>^ / 



Dear Prof. Salomon: 



January 5, 1950 



I am so gratefui to you for 
sending me your second Ooethe artlcle wbicb I read 
«nd shall reread with enormous profit an^ apprecl- 
ation« 



yours« As ever 



A Happy New Year to you and 



Cordially yours, 



A^^^ 



rf 




7 -^^ 



HIRE THE 



ITS GO 




[tHIS SIDE OFCARD IS FOR ADDRESS J 

Professor Albert Salomon 
,--^few'"^ch<!K>ir'-foF- Social. Eßs^cnrcö* 

New York: «7 N. Y. 



Octob 



Jacob Billikopf 



805 Ban 




Dear Professor Sa 

and reread with 
deep apDreciation yonr^&plen(Md article about 
Goethe- 1949 in SOCIAL RESEARCH. 

All sorts of good wishes, 
Cordially yönrs, 



/^ire ^Ißßit^^ 






fix: TLl 1 



HryyCi^ 



/(jk.-6rr^^.^ 



THE GRADUATE FACULTY OF POLITICAL AND SOCIAL SCIENCE 

ORGANIZED UNDER THE NEW SCHOOL FOR SOCIAL RESEARCH 

66 WEST 12TH STREET • NEW YORK 11 • OREGON 5-2700 

Sunday April 3^,1955 



T)ear Albert: 

I have jiist finished my first reading of your 

bock, arid would like to send you, spontaneously, a wcrd of greetings and 

t^anV-55. Tt is a mosi: abscrbing reading, a Präsentation of eseences rather 

t>^an just intellectual history, hence a book to study and restudy. I en- 

joyed, as you predicted, ch,2 very much, and I can see that it has in it 

t^e seeds for a whole new essay. Such I found in many places, not least 

±he fp'^cinptin.p- cbapter on Ccmte and Tiegel. Sometime we must talk about 

that other Strand in sociology vhich might be called the non-or anti-Hegel- 

and non-progressivist 
i^^4;you mention "^rckhardt, and there are some more recent ones, even in 

this country, Veblen for instance, and not just in bis paradoxical moods. 

Tf there is a tyranny of progress, where is the freedom from it? 

These lines just to thank you again, Albert, and wish you 

gods-oeed for your further joumey in that heroic landscape you have made 

your ovTi, "^rench sociology. ^ere you have discoveries to make which, but 

for you, would not be given to us, and which are sorely needed in the 

present stage of cur science. 

Cordially as ever 



u4yu>i 



THE LIBRARY 
OF 

THE JEWI8H THEOt-OOlCAL. SEMINARY OF AMERICA 

NORTHEAST CORNER, BROADWAY AND ia2ND STREET 

NEW YORK 27, N. Y. 

OFPICK OP THI LIBRARIAN 



April 5, 1955 



Doctor Albert Salomon 
465 West End Avenue 
New York, New York 

Dear Doctor Salomon: 

I have just finlshed readlng ^The Tyranny of Progress'' 
and I mu8t teil you that It was one of the more 
IJwardlng experiences of ray llfe» May I offer my 
humble congratulations on what I think Is a brilliant 
volume» 1 am personally very much Interested in 
the subject for I have been readlng a great deal 
on Messianlsm and yours is certainly one of the 
most lacid and convincing essays that I have seen« 
I sincerely hope that the book will find the Wide 
public that it deserves* 

Naomi joins rae in wjUiing you and your family a very 
pleasant Pas80ver# 



ms 




truly your». 



erson D« Cohen 



ALBERT: PERHAPS YOU SHOULD ANS\"fER THE 



MICHIGAN STATE UNIVERSITY 



OF AGRICULTURB AND APPUBD SCIENCE • BAST LANSING 



THE BASIC COLLEGE • OFFICE OF THE DEAN 



ÜANUARY |8, 1956 



The noonday Press 
17 UNION Square 

NEW YORK 3, N. Y. 

Gentlemen: 

Last spring at the national Meeting of omicron Nu l gave an address 

IVHICH THEY NOW WANT TO PUBL 1 SH IN THE 1 R JOURNAL , I WAS PAID NOTHING 
FOR MAKING THE ADDRESS AND WILL REGE I VE NO REMUNERATION FROM PUBLI- 
CATION OF THE ARTICLE. 

In THE ADDRESS THE FOLLOWING WAS QUOTED FROM THE TYRANNY OF PROGRESS 
BY ALBERT SaLOMONX 

THEY PLACED THEIR FAITH in THE METHODS OF NATURAL SCIENCES. 
IN THEIR FERVENT HOPE S FOR AN INTELLECTUAL REVOLUTION, THEY 
BELIEVED THAT KNOWLEDGE ABOUT HUMAN BE I NG S WAS OF THE SAME 
SORT AND COULD ATTA I N THE SAME PRECISION AS THAT OF PHYSICS 
OR BIOLOGY. SOMEWHERE IN THE MIDDLE OF THIS PROCESS, THE PRE- 
SCIENTIFIC THINKER WOULD BE ELIMINATED AS OBSOLETE AND 
DANGEROUS BECAUSE OF THE INSTABILITY OF HIS INDIVIDUAL CHARACTER. 
(THEY) ... BELIEVED THAT A NEW WORLD LAY BEFORE THEM IN WHICH 
SCIENTIFIC PLANNING, TECHNICAL RAT I ONAL I ZAT I ON , AND HUMANITARIAN 
EDUCATION WOULD BE DIRECTED BY ANONYMOUS SOCIAL SCIENTISTS WHO 
ViERE SUBJECT TO THE LAWS OF NATURE AND OF SOCIETY, BUT NOT TO 
THE BENIGHTED AUTHORITY OF PHILOSOPHERS. 

MAY WE HAVE PERMISSION TO QUOTE IN THIS FASHION FOR THIS PURPOSE? 

SINCERELY YOURS, 




Thomas h, Hamilton 
Dean 







% 



entennial ^n is 



1653*1935 



fOÄ US THE LIVING . . . TO BE DEDICATED HERE TO THE UNFINISHED WORK ..,.•• 

LINCOLN 



rv-/ 



iP^^A-^jSe^jf^^ A/j^" /'^>''v 



J0 









474 



POLITICAL SCIENCE QUARTERLY 



[Vol. LXX 



through the jungles and on the rivers of the Amazon basin, and by his 
own feit response to the extravagance of South American geography; 
or the chapter on the Spaniard, which capitalizes on the sophisticated 
insights of such writers as Madariaga, Havelock EUis, Menendez Pidal 
and Ortega y Gasset. His greater reliance in other chapters upon eye- 
witness narratives sometimes makes his own account choppy and inhibits 
him from interpretation and synthesis. To cavil further, however, 
would be ungracious. Mr. Schurz claims to have done no more than 
to follow his own broad interests, with no attempt at exhaustiveness or 
systematization. He sees Latin America with a widely experienced, 
sympathetic and unclouded eye. He assures us that the Aztecs, conquis- 
tadors, missionaries and autos de fe are an indispensable background 
for the modern scene, and presses his point with a wealth of lively vignettes 
and knowledgeable impressions. The reader will look far for a more 
felicitous introduction to our southern neighbors. — Richard M. Morse, 
Columbia University. 

It is the expressed purpose of Albert Salomon's essay, The Tyranny 
of Progress: Refiections on the Ortgins of Sociology (New York, The Noon- 
day Press, 1955; 115 pp. $3.00), to show that there are "strong con- 
nections" between the thought of Saint-Simon and Comte and "the 
modern phenomenon of totalitarianism". Toward this end, the ideas 
of these men are examined in some detail. Along the way, there are 
taken up also, at varying length, the ideas of de Tocqueville, Burckhardt, 
Marx, Turgot, Montesquieu, Diderot, Condorcet, de Bonald, Hegel, 
de Maistre, Durkheim, Lenin, Scheler, Weber, Proudhon, Schlegel, 
Bakunin, Goethe, Spencer, and others. This is, then, primarily, an 
essay in intellectual history. 'Tt is clear", says Salomon (p. 16), "that 
one cannot overestimate the role of ideas in social and political life." 
Although the argument is not always easy to follow, Salomon seems to 
be saying that the emphasis on societal order, on authority, on hierarchy, 
on the belief in progress, and on the worship of science in the thought 
of Saint-Simon and Comte somehow contributed to the rise of modern 
totalitarianism. The specific connections between these several new 
emphases and contemporary totalitarian societies, however, are never 
established. Instead, a set of shifting and shifty metaphors, that do 
not begin to explain these connections between ideas and the other 
Clements in society, is employed. The fault is no greater than in much 
of that kind of intellectual history characterized by a strong intellectualis- 
tic bias, but it is here nonetheless. Mr. Salomon's moral animus in this 
essay is a noble one. He proclaims the worth of the individual. He 
despises the hierarchical control of totalitarian society. He feels "we 



No. 3] 



BooA m 



OTES 



475 



can secure the continuity of our social and intellectual worlds as con- 
servative reformists" (p. 105) rather than as totalitarian revolutionaries. 
But these values of his will stand on their own. They do not require 
the vehicle of inadequate intellectual history. Of course the thought 
of Saint-Simon and Comte had some ideological consequences, but 
these men were also creative social scientists. We shall perhaps be 
better able to achieve Mr. Salomon's values if we treat Saint-Simon and 
Comte as social scientists as well as ideologues. For one essential task 
that is neglected by Mr. Salomon is to see how valid and relevant their 
ideas are for contemporary social problems. — Bernard Barber, Barnard 
College. 



Perhaps the most important procedural right that needs to be safe- 
guarded in the legal System of a liberal democratic country is the right 
to counsel. This is especially true in criminal cases, where a defendant's 
life or liberty is at stake. Various other rights may prove to be meaning- 
less in practice if the defendant is not permitted to avail himself of legal 
counsel. Of equal importance is the necessity of appointing effective 
legal counsel in those cases where the defendant cannot afford to retain 
private counsel, for a defendant's chances of winning a case should not 
be made to depend upon his wealth. The entire question is dealt with 
comprehensively in William M. Beaney's work, The Right to Counsel in 
American Courts (Ann Arbor, University of Michigan Press, London, 
Oxford University Press, 1955; xi, 268 pp. $4.50). The author applies 
himself to the task of discovering whether the right to counsel in criminal 
cases "is enjoyed as consistently and widely in the United States as the 
needs of justice require." His general conclusion, stated explicitly in 
the text and implicit in the mass of material which he reviews, is a negative 
one: the right to counsel in American criminal procedure is not adequately 
protected. Professor Beaney goes about his task in logical and consistent 
fashion: he reviews the historical background of the problem, as seen in 
English and colonial law and judicial practice; he summarizes the relevant 
federal and State constitutional and statutory provisions; he examines 
the Standing of the right to counsel in federal and State courts; he evaluates 
federal supervision of state criminal procedure by means of the Fourteenth 
Amendment; finally, he deals with some of the practical aspects of the 
right to counsel. The bulk of the book is a review of the relevant judicial 
decisions, both federal and state. Almost six hundred cases are examined ; 
the rule of law in each case and its relation to the general problem are 
made clear. The more important cases, such as Powell v. Alabama, 
Johnson v. Zerbst, and Betts v. Brady, are dealt with at considerable 






h 






c 



I Sl DORE M.COHEN 

71 FIFTH AVENUE 

NEW YORK,N.Y. 



September 1^, 1951 



Dear Albert, 

I should have answered your kind note sooner, 
but I have had a lot of things on my mind, 

Before answering you about ^rank, I thought 
I vould ask our office manager what he thought 
of him» Enclosed is a note that came down- 
stalrs, which is self-explanatory» Keep this 
conf idential» 

If I am not broke by next year, maybe I can 
get Frank a j ob then again» 

With kindest regards - 



Dr. Albert Salomon 
465 West End Avenue 
New York 2^, New York 



rdially, 




Joseph H. Cohen & Sons 



IN COR PORATED 



TELEPHONE 
ALGONOUIN 5-5500 



Executive Offices 



September 25, 1951 



Dr. Albert Saloin:n 
4.65 West End Avenue 
^^ev York, New York 

Dear Albert: 



71 FIFTH AVENUE 
NEW YORK 3, N. Y 



ü 



nder separate cover I am sendin^: you 
a little something I picked up in 
Suroce • 

Hope you use it in the best of health 




oben 



IMC:b 



^ 



ISI DORE M. COHEN 

71 FIFTH AVENUE 

NEW YORK^N.Y. 



October 11, 1951 



Dear Albert, 

I again received a very wana letter from you 
in appreciation for some llttle gifts I had 
given you« 

Let me say. Albert, I believe that the profuse 
letters should be aine, and not yours. I am 
able, every once in a while, to do something 
in a material way that deserves your thanks, 
but the warmth and kindness which you exude 
every day of your life towards all people, 
and particularly have I seen it poured on my 
own son, is more praiseworthy than anything 
I could do* 

I only hope the following year will hold 
health and happiness for you and your good 
wife, so that those around you can feel the 
warmth of your personality* 






Cordially, 




Dr. Albert Salomon 
4.65 West End Avenue 
Mew Tork, Mew lork 



ISI DORE M. COH EN 

71 FIFTH AVENUE 

NEW YORK,N.Y. 



Janueiry 7, 1952 



Dear Albert, 

I am in receipt of your letters, which I am 
returning to you. 

In reference to your letter to Howard Starkman, 
I don't concur in essence with the conclusions 
that you have assumed, I think that men of 
culture and great intellect should be very 
considerate before they come to conclusions, 
regardless of the fact that in the main they 
may be correct in their presumptions . In 
other vords, I feel that Rabbi Noveck deserves 
the benefit of the doubt, because in my humble 
opinion he is anxious for your Cooperation. 
However, in his function as an administrator 
of certain funds, which duties are imposed on 
him in addition to his ministerial capacity, 
he becomes, like all other men, more man than 
minister. However, for you to become angry 
at him and resign from the Adult Education 
Committee, puts you in the same category as 
he is, more man than intellect. 

After all, if you want to serve the Synagogue 
and its congregation in giving them the 
benefit of your many years of scholarly attain- 
ment, then it is up to you to serve and not to 
quit. 

What you do as regards your lectures, that is 
another matter. I agree with you heartily 
that if you heve a price,get it. One has 
nothing to do with the other. 

I trust you will forgive my Observation. I am 
sure you would not have sent me the correßpondecne 
if you did not want me to be honest. 



Sincerely, 



Dr. Albert Salomon 
465 West End Avenue 
New York, N.Y. 




ISI DORE M. COH EN 

71 Fl FTH AVENUE 

NEW YORK, N. Y. 

ALGONOUIN 5-5500 



October U, 1952 



Dear Albert, 

Dr. Simonds of the New School is calling me. I 
am ducking the call because I don* t want to do 
anything for the New School unless it is along 
the lines you and I spoke about some tinie ago. 

i\nytime you are free and want to discuss this, 
I will be glad to do it. 

Regards - 



*«s. 



Dr. Albert Salomon 
4,65 West End Avenue 
New York, New York 




ISI DORE M. COH EN 

71 FIFTH AVENUE 

NEW YORK, N. Y. 



ALGONQUIN 5-5500 



December 8, 1952 



Dear Albert 



Thank you for your very touching letter 
1 can assure you I have great pleasure 
in being able to do the little things 
that I have done for you, 

I trust that you stay well so that ve 
all may have the benefit of your great 
learning and your zeal to impart it to 
others . 



Dr. Albert Salomon 
i^65 West End Avenue 
New York, New York 



Cordially yours 




ISI DORE M. COH EN 

71 FIFTH AVENUE 

NEW YORK,N.Y. 



March 18, 1952 



Dear Albert, 

I am hapi^ily in receipt this mornini 
of one of your photos. I shall 
traasure it very much as I do your 
f riendship, 

I am taiting it home with me so that 
Bessie can see it also« 

Hope you always feel as good as you 
lock. 



Dr. Albert Salomon 
4,65 West End Avenue 
New York, ^^ew York 




ISIDORE M.COHEN 

71 FtFTH AVENUE 

NEW YORK,N.Y. 

ALGONOUIN AAAOO 



September 28th, 1953 



Dr. Albert Salomon, 
465 West End Avenue, 
New York, New York. 

Dear Albert: 

You are such a nice guy, and 
such a warm personality that I take your 
letters with a grain of salt - except those 
in which you express your friendship. 

That I know I can take at 100% 
value, and it is very gratifying and heartening 
to know. 

My very kindest regards to you 
and your family. 



cerely yours 





ISIDORE M. COHEN. 



IMC:jh 



INSTITUTE OF WORLD AFFAIRS 

ORGANIZED UNDER THE NEW SCHOOL FOR SOCIAL RESEARCH 

€6 FIFTH AVENUE — EIGHTH FLOOR 

NE^ YORK 11, N. Y. 

ORegon J-2700 



Fabniary 26, 1953 



Dr* Albert Saloxnon 
465 West End Avenue 
New York 2l+, N. Y, 

Dear Dr. Salomons 

We lÄve received $1000 from Isadore M. Cohen for your studies. 
You suggested turo possible subjeotet 1) The Sooial Thsory of Revo- 
lution *• - four-fifths of whioh you have completed; and 2) Origins of 
Sooiology and Sooial PsychDlogy from Machiavelli to Adam Smith. I 
infori»d Dr. Simons ti^t I personally feit that the seoond book - 
which ffilght even be publiahed as a textbook - nae more needed and 
would have a broader response. However, Dr. Sinons decided that we 
shDuld leave it entirely to you as to whioh book you want to bring 
out first. 

Dr. Simons believes that you will have no difficulties in 
publication, since Mr. Cohen is connected with a good publishing 
fina. Please telephone me, beoause I am^eager to know what you fin- 
ally deoide to do. Perhaps you and Sdi*utr are right in wanting to 
bring out The Sooial Thaory of Revolution first -and I am raore and 
more inclinded to agree with youi 

Please read the attaohed copy of an advice to the Bookkeeping 
Department. Kindly follow these instruotions - which will be to 
your benefit. 

In case there is any question in your mind about these arrange- 
WBnts, please feel free to telephone me. 



With kind regards. 



Cordially yours. 




Hans Staudinger 



hstbb 

00: Bookkeeping 

enclosure 



Bookköopiiig Dop 5. 



q/'^A 



53 



Cohen ocniy*ibutiia 



Yf'u Imwi r0O0lv»d |1^X)0 frntp. kr. iB&^r^T'^ ^;. C^^har; tor Uhö 8 tadle« 

of Jr. AI bort* SalomojQ, ^Joh, aaoordliag «•'"■ '^^"^ doo'ßion of i>r» 

'i)«ginning l:iaroh 1, 1953« ^' spoka wiiih Dr. iialoiann, arad um agre#d 

\*lmi; he air^alü reooiv« Wiree iiTi» -^It-iÄrits, U10 rirst ^-aroh 1, 1>53». 

th» S0O ;n4 Au^^ug« 1, l9i?:J» *^i^ ^^^^ t^hird ^Tanuary 1, 195ii"« ^ 

siasti f-%'' trm ^^hts anj-^-on'^ all typini^r ßiid odi-cir;£ öxr;onöfcS, jamirariols^ 

*^Cö« i:Io will öoiid CO ttm 5.:)okkö^pIag i^öp c, ^^i» '02 11s wnioh hö 

ims paid f;^.r ^'\q&& is^eus, and will b« röiir^bursöd oy your döparti:«j^U 

rheröfvjrij, wha öooand and whird ins tailmsß'i u payjaeiiss «rill be adjust:od 

acoorcüng U> payasaxiUs alr^sady s^do for the abotr^-njönt^ionöd expoüso«« 



hcsbb 



'^v... 



ij* 



Aucutt f irst 1958 
Dear Dr.^eutzlierg^rt 

,4* '- 

I tm Isavlnc New Ifork Auguat t^h f«r th« 
r««t of «h« ■onth.Z hav« na l«aa ahather wa atlll oan aaat« 
I aa Barry that I malaad yau ta rea* tha Suagaann aaaay aa S liaal. ^ 

Thla la a movlng huaan daoument of a frlandhl» an! 
aialratlan In tha sulrlt of an a>aalete conceftlan of huaan loyalty. 
Thare are aoma trua InsUhtatSlBmal waa more than hls wrltlnfa.Sha la 
oorraot whan she raaarka that ha wa. prafaundar than hla Idaaa.Thara 
are more Intultlona llka theaa. 
Tha asaay as a whole aaeaa to aa worthlaas. 

VSl-mal la preaantad aa a «reat phllaBOfhar.Thla la axaetly what ha «aa 
not.Ha hlaself knaw that i.er»8on was muoh »ara than ha hlasalf .Ha haa 
rlfhtly aoouaad hlmself a^f hta slna agalnst phUaaophy. 
üa ,aa Indeed a plonaer In a phllosophy of •xlstenoe.¥ut ha had never tha 
courata to hU own Iw-avary.ha was not aWe ta oanoelve af auch oate«orlea 
aa ta damonstrata hla novel Ideaa.The llterary for« of hla phllasaphy wa. 
the asaay.Evan hla laat phllosophlcal teatamant 1. a collectlan of a.aaya. 
Thare la nothln. wron, wlth th t.Montalp.a hat polnted out that the easay 
lenda Itaelf ta speolfle phlloaaphlcal perapeotlvea. 

Tha comparlaan wlth .iontaljna Indloate. the tremendou. lowerlnf of the 
.t»adar«a In theoretloal reflectlona and aensltlrltlea whloh had takea 
plaoe betwaen the alxteenth and nlnataenth oenturles. 

Sl-aal la au^Jeot to a varlety of Influencea whlch ha never auoceeded la 
tr anaforaln« Inf an orUlnal phllosophy of hla awa.The flrst hook la 
a poeltlYlatlo theory of morala In whloh tha Influenoe of DurkhelF« ani 
Spencer are oHYloua.The llttle Hook on rellflon la Juat a soololofloal 
aasay In tha splrlt of Durkhela. 

Tha ¥ooka on theory of hlatory are producta of hla paychologUed naa- 
Kantlanla« In the akward raralan of the Rlokart pattera.I fully afree 
wlth tha aavere orltlalaa whlah l-fltt Kaufmann expreeeed In hla Uttla 
iMok an 'IV,e iTilloaophy of Hlatory. 

Tha thlri influenae la that af -arx.It 1. consplcuoua In the laat pari 
of the fhlloaophy of Manay aa In the «eneral trend of hl. thlnklnf af 
Kultur.Tbl. part 1. ana af the *aat thlng. ha wrota.It 1. tha aocla- 
eoanoala counterpart to Burokhardt'a Kultur dar ^^nal.aana. In Itallaa. 
But hla affort to tranafar tha theory of hlatorloal dlaleotia. to tha 
dynaalaa of the unlvaraa and ta the ganaral profaaa af Kultur la at 
auah a fallura aa Wa^r». affart ta flfht ^arx fraa hl. awa a.aumptlan« 
af ralatlvlaa and hlßtorlolaa. 



/» 



Ajipalllnf 1b the sentimental Is« and romatlclsa In the theory of Kultur. 
He calls the easays:Gonflict and "^rafedy of Kultur. But theae notionß 
are comjtletely unwarrante4l,In all processes of tlae,men reallze thelr 
liOBslbllltles accordlng to the context of inner and outer conditions. 
The iiroducts of their mind and action are otejective worka and insti- 
tutionß,a8 objecto uj»rooted from a life Situation they conduct a life 
of their own, their autonomie» come into bein^.They are exi^osed to the 
positive or negative experiences of the ienerations which find thea as 
objeot». These iieople ©f the future misht forget or rejeot thea, they 
ai^ht find insi^hts and profunditles in them which the original authora 
did not experience when they were created in a specific life Situation. 
There is not tragedy and conflict,lmt the gria process of creation and 
destruction which is goinc on without inerruption in the foraation and 
disruption of culture. There is an element of the sentimentality of the 
younc Thomas Mann in Siamel.When Thomas Mann complained of the terrible 
asaiftnment of being an artist^Simmel complained of being a philosopher. 
And he was right to do so.Por his philoaophical constructs are more poet- 
ical than theoretical.All his ideas are expressed in images and metaphors 
And Simmel llkes to Introduce phllosophical patterns through poetical 
and artistic comparisons. 

For this reason it is misleading to call Simmel a mystio. There is nothing 
my st ical about his attitudes.The pasüage mentionned in the essay shows 
that he is conoerned with an epistemological problea rather than with a 
mystical one» 

Granted the profundity of his knowledge of our ignorance,it would have 
been requlred to demonstrate the tragedy of his frustration to arrive 
at the expresslons of his innovations in theretical terms* 
II/His philosophioal biographles evidence his vacillation between a 
literary and philosophical concern,they all are essays in expressing 
his own phllosophical positions in various Images. But neither his Goethe 
nor his Rembrandt are satisfactory in elther sense of a true Interpretation 
elther of his own phllosophy through them or in a genuine understanding of 
the poet and artist. 



1' 



Ill/It Is true that he always escapea into poetry and art-into the reala 

of the Esthetlc at large.Thla is the last ditch stand of an indvlduallstlo 

philosojpher of llfe forwhom the indlvidual will always lie the mlcrocosm 

of a ^retended macrocosm of the life process* 

The second cause for his esthetlclsBB Is his bourgeols g^loom .He sees lie 

hls frlend Weber the inevitahillty of the movement towards soclallsm. 

For the belleve In an unspecified Individuall sä, the schere of pilchritude 

is the last remanant of freedom in a world ifrowing rajiidly unfree. 

There is probalily no thinker who challenges a radically arxiet Interpretati 

as to the decadentisa of his phil030]ihy»This is inddeed a theory of the 

Fin de Siecle-a romantic enjoyment of reflectinf on one's own sensitivities 

a continuousl reflection on our reflections and reflectini^ on the psycholo- 

gical j^rocesses which direct or follovr our loj^ical jtrocedurea# 

Going over the bibliography of his essays and articles and their oolleotion 

-on God,on the ruin,the sociology of dinner,on sex-one seea that this is 

really not a ]»hilo8opher who is concerned with the Being of Being. 

This is an esthete who is EIN MELANCHOLISCHER LÜSTLING and enjoys himself 

in tasting G^d^a ?ewter,a meal and good manners« 

To put this sad Journalist on the piedest^l of the great philosophers is 

a lack of perspective. Franz Rosenzweig has aaid everjthing required on the 

qualities of Simmel as a philosopher« 

IVThe same tragic split in the sociology.Here again he has the premonition 

of a phenomenological and gestaltist approaoh.But his new conceptiona are 

paralysed Tsy the fact that he sticks to an obsolete academic psychology 

which is in direct contradiction to his own ideas and principles of the 

possible and real encounters among human beings.Finally ,1 do believe that 

his concern with the individual soul is not a raerit in a book on sociology. 

This concern with the soul is indeed a privilege of a satisfied bourgeoia 

ßociety which had no responsibilities# 

HiB melancholy was acoompanied with a sensual eatheticism.He once said to 

a Student who cursed the sexual act because of its troubles and stated that 

he would abstain:"But it is extremely pleasantl" 

V Something has to be said about his being a Jew« There ia a completely 

autobiographical EXCURS in the Sociology on the StrangerrHe even applies 

the Image of the *^ewish peddler as a case of the strangers the man who feels 

somewhere at home and is always on the go and thinking of cominh home* 

but the fellow Citizens do not feel that he is at home.But this is exaotly 

the Situation of the philosopher :to be at hoae and not to be at horae. 

It has again the sentimental seif pity of Thomas Mann instead ©f thanking 

Ood on his knees that he has given him the responsible assignraent of being 



a phlloBopher. 

ThlB tearful sentlaentallty iienetrates the whole work an« lilends 
strangely with hl« esthetioism and glooB« 



SuÄniaryiAs was to be ex|iecte«,Mri.Su«aman has wrltten a eulogy and a 

desorl^tlon of an experlenoe that has raade iBapression upon her lif© and 

Is still alive today. 

You h&ve invited her to wrlte that artiole.I do not know and It is not 

of my buslneas what your jioliciy is in such delicate oases. 

Havlng the greatest admlration and respect for Mri.Sussmann,! do not want 

to hurt her* 

My Judfemnt would 1»e that this eulogy Is absolutely worthless in spita 
of all the fine reoiarks.YoU cannot write on Sirrjnel ae if we lived In I9I3 
in Weetend« 

A^ oannot admire his genius witbout understandinf his tragedlest 
failures and fruBtrations. /;^ cannot jive him a Position aT.ong the great 
FhiloBophers. After all,we know today what great jihllosoiihers lock like- 
amicus ELatOtSuagis amioa veritas« 



August firat 1958 



ül 



Dr . Adolf Magnu8-Levy 
in memorlam 

4 

Speeches at the fxmeral Service held in Hev York 

February the 9th, 1955- 



Dr. Lucie Adelsberger: 

A scientist with a great, world-wide reputation has gone to his 
etemal rest . People acquainted with his work will find the tixne and the 
occasion to talk about the new era of metabolic thinking which was ini- 
tiated by Dr. Magnus-Levy. And they will mention that his nane will be 
engraved in the tables of the history of medicine. 

But this is not enough to remember of Dr. Magnus-Levy. He was a 
scientist of great calibre, and he was also a human being with a unique 
Personality . And it seems that those of us who worked with him and under 
him were Just as mich impressed by his personality as by his high scientific 
Standards. His was an honesty to the last. This honesty characterized his 
work. He was the master who taught us to repeat an experiment over and 
over again, ten times before we could draw any conclusions— a lesson for 
which we cannot be grateful enough . Honesty also characterized the personal 
life of Dr. Magnus-Levy. He disliked bland words and conventional approaches 
I shall never forget the f irst time I met him, when I brought some letters 
of reconmendation. "Any-body can bring that. I would rather trust my own 
Judgment and knowledge of people". 

He was a great believer in human beings, a faith born possibly out 
of his immense admiration, not to say veneration, for his teacher and friend, 
Naunyn. For us as young doctors it was an exciting event to hear again and 
again about Naunyn. There is no doubt that this relationship between 
teacher and co-worker became a kind of tradition and created an unusually 
close bond between Dr . Magnus-Levy and his assistants . 

Of course, there was another inrportant factor. Dr. Magnus-Levy was 
very much a human being as well as a scientist . Uhf orgettable to all of us 
was a scene in the hospital when he made rounds on the ward. He found a 
patient crying bitter ly in her bed. 'Vas fehlt ihr? (What is the matter?)", 
he asked. The resident gave all kinds of explanations and diagnosis, but 
the Chief was not satisfied. "Was fehlt ihr?" he asked again. No answer. 
And then Dr. Magnus-Levy gave the answer: "Trost fehlt ihr." (Corapassion 
is \rhaX she needs.) Scientist that he was, he never forgot that the patient 
needed kindness more than anything eise. 

It is like a miracle that his personality did not change a bit in 
his old age. At the age of 85 he was able to read, to understand and to 
explain to his beloved grandson the newest accomplishments in biochemistry. 
At the same time he was immersed in literature so completely that he edited 
a pan^let on Gottfried Keller which would enchant any literary man. 

Farewell, Dr. Magnus-Levy. You frequently «tood with one foot only 
on earth and reached to non-earthly higher spheres where mind and soul 
dominate. Now you have gone to the non-earthly spheres forever. For us 
there remains a memory like the breeze of the ocean wind blown towards us 
which has made us strönger, or of a shining star which we cannot ever forget. 



2. 



Eduard HeJjDann: 

Often in earlier years did Adolph Magnus-Levy quote two chaxacteristic 
words from Ms beloved poets, words characteristic of bis own nature. The 
first of these words is by Goethe, whom he loved, not only as a poet, but 
because of the deep unity of bis poetry with bis absorption into the study 
of natiare. It reads 

Sei Du im Leben wie im Wissen 
Durchaus der reinen Fährt beflissen. 

(inadequately translated: be thou in life as in the quest for knowledge 
intent upon the purity of thy walk.) The other quotation is from Schiller, 
who likewise was not only a poet but a genuine scholar, a historian in bis 
own right . The words read 

Nur dem Ernst, den keine Muehe bleichet. 
Bauscht der Wahrheit tief versteckter Born. 

(Only to the earnestness which does not tire at effort is the deeply hidden 
spring of the truth accessible.) 

The sentiment expressed in these words was bis guide-star in life. His was 
the Stern morality and devot ion of the seeker elfter truth - the truth which 
in the case of the medical scientist almost certainly coincides with the good 
for all men. This morality and devot ion has shaped his character and his face 
and converged with his family tradition and with his Jewish inheritance . 

There were two things which he hated and despised and to which he woxad react 
with a tartness that has become almost proverbial in Berlin, not only among 
his friends. He hated and despised sloppy work, because it testified to a 
lack of devot ion. He hated and despised the professorial vanity, the tribute 
of too raany great minds to human smallness; he found that it detracted from 
the purity of devot ion. His own tartness had, in point of fact, nothing to do 
with such vanity because he always measured himself against the idea of pure 
devot ion and its incorporation in his revered teachers, among whom Naunyn of 
Strasbourg always occupied the first place in his reminiscences. 

On the other band, his stern morality had nothing to do with mortifaction. 
He believed in the ancient medical adage, which demands a strong mind in a 
strong body. As he disciplined his mind and will, so he steeled his body 
by gymnastics and sports continued into his late years. As a young man he 
climbed the Matterhorn, when this was not yet the fashion; later he enjoyed 
long hiking trips in the beautiful surroundings of Berlin for the dual 
pleasxire of admiring the scenery and studying nature, primarily botany and 
mineralogy. 

When he was 80 years old, a photo was taken of bim, which I wished you all 
had in your hands. He looks like a man in his best years, perhaps 50, and 
shovs the characteristic strong head of the great scientist, füll of mental 
and physical vitality. But now something eise appears in his face that is 
not found in earlier pictures because it was not present in bim in earlier 
years: a new serenity and almost grace. 

Old a^e broughthim a mellowness for which the stritt djscipline of his manhood 
had left no room. It seemed as if all the good things in life for which he 
had not had time came into their own in the ninth decade of his life. 



His ear liest enthusiasm had been for the study of history, nov only he could 
engage in it without hearing a call to duty. With customary ardor he plunged 
into the one-volume edition of Toyhbee's great work and later borrowed several 
of the original volujnes, for more detailed inspection. We have in his hand- 
writing maiiy pages of outlines, excerpts, and comments. 

He read and re-read the poets, primarily the Sviss poets, Gottfried Keller and 

Conrad Ferdinand Meyer, and we have a little booklet in his handwriting, where 

he tried to penetrate into the inner sanctiam of the poetic beauty of Keller *s 
poetry . 

Looking around him he gave in, nov at last, to the xirge for wsurnrth, affection 
and the sweetness of personal relationships . He renewed and cultivated old 
friendships and delighted in the affection of the youngest generation. He was 
in regulär contact with his orphaned grandchild in Holland, Suzanne*s daughter, 
whom Clotild*s grandmotherly love and self-sacrificing care had saved and 
brought up in the midst of the perils and terrors of those years. He was in 
regiilar exchange of loving letters with the three children of his long-depart- 
ed niece, Frieda, in Germany. He delighted in long discussions with his 
grandson, in whom he f ound a promise of a mental ability and discipline similar 
to his own. 

And here comes in what he regarded as his real virtue. This he did say, and 
quoted with much pleasiire his friend anö, colleague His^ to the effect 
that he excelled in gratitude, primarily to his teachers, whom he never failed 
to mention and who had shaped his character and intellectijal power . But 
gratitude also to the friends, old and new, advanced in years and young, who 
made their Visits to him by letter or in person. Gratitude also to destiny, 
which permitted him to spend the declining time of his life imder one roof 
with his sister, my mother. 

And here we let him speak for himself . Nothing shows this trait of his 
chaxacter better than his often repeated Instruction to me to read at his 
hier his last thanksgiving . We have several versions of it, and what follows 
is a composite Version in translation. 

The f irst line in all versions is in English and reads 

AS TO AFTERWARDS. 
And they all begin with a verse from Conrad Ferdinand Meyer 's Hütten. 

Ein Nachen naht. Ich reise weit. 

Ein letztes Wort, ein Wort der Dankbarkeit. 

(A boat approaches. I travel far. A last word, a word of gratitude.) 

1 First and above everybody eise to my daughters whose affection 
and loving care has made my life here so very happy. 

2 Then to the land of the free, which has accorded, among countless 
other exiles, to myself such generous reception, protection, 

and shelter and has restored to all of us peace and dignity. 

3 To the medical faculty of Yale University and especially 
Professor Pulton, who made it possible for me, in the last 
minute, to leave Germeiny. 



f 



k To the American medical Community, which haß met me with such 
human understanding and friendship and has Judged my professional 
Service with a degree of benevolence and recognition such as I 
have never found in wider circles of the old country. 

5 To the Home for the Aged and above all to Mrs. Woods, who has 
cared for me as a motherly friend, also Mrs. Goldschmidt and 
the nurses of the Hcrae. 

6 To the many friends whom I have found here in my advanced years, 
and whose affection has made these years easier and more Jpyful. 

Thus in my advanced years has come to me tranquility and ease and 
an almost steady satisfaction such as I have never known before 
and had not expected to find in lif e . 

One thing remains to be said. Gratitude such as distinguished him goes with 
a sense of tradition. He was, if not a pious Jew at all, still a deeply loyal 
Jew. Perhaps we describe his attitude best again in Goethe *s words. 

Ich habe nichts gegen Froeramigkeit. 
Sie ist zugleich Bequemlichkeit. 
Wer ohne Froemmigkeit will leben 
Muss grosser Muehe sich ergeben. 
Auf seine eigne Hand zu wandern. 
Sich selbst genuegenund den Andern, 
Und freilich auch dabei vertraun, 
Gott werde wohl auf ihn nieder schaun. 

(l have nothing against piety. It is at the same time ccmfortable. 
Whoever want to live without piety has to take upon himself much troüble, 
to ^«rnlk according to his own Judgment, to satisfy himself and the others, and 
with all this still trust that God will have an eye on him.) 

Lord, thous hast been a dwelling-place unto us in all generations. 
Before the mountains were broxxght forth, or ever thou gavest 
birth to the earth and the world, even from everlasting to ever- 
lasting thou axt God. Thou turnest man back to dust, and sayest, 
Return, ye children of men. For a thousand years in thy sig^t are 
but as yesterday when it is past, and as a watch in the nig^ht. The 
days of our years are threescore yeeurs and ten, or even by reason 
of strength foxar score years; yet is their pride but travail and 
nothingness; for it is soon gone by, and we fly away. So teach us 
to nuxnber our days, that we may get us a heart of wisdom. 

The Lord hath given^ the Lord hath taken away, blessed be the name 
of the Lord. For my thoughts are not your thoughts, neither are 
your ways my ways, sayeth the Lord. For as the heavens are higher 
than the earth, so are my ways higher than your ways, and my thoiights 
than your thoughts. 

Finally, he wanted us to hear in this hour the ancient prayer of the mourners, 
the Kaddish. 

Magnif ied and sanctif ied be his great Name in the world which 
he hath created according to his will. May he establish his 
kingdom during your life and during your days, and during the 
life of all the house of Israel (and all the children of men), 
even speedily and at a near time, and say ye, Amen. 



$. 



Let bis great Name be blessed for ever and to all eternity. 

Blessed, praised, and glorified, exalted, extolled, and honoured, 
magnified and lauded be the Name of the Holy One, blessed be he; 
though he be high above a3JL the blessings and hymns, pralses and 
consolations, which are uttered in the world; and say ye, Amen« 

May there be abundant peace from Heaven and life for us and 
for all Israel (and all mankind); and say ye, Amen. 

He who maketh peace in his high place s, may he make peace for 
US and for all Israel (and all mankind); and say ye, Amen. 



CAECILIE HEIMANN 
geb. LEVY 



24. Mai 1868 - 5. Oktober 1958. 



Die Trauerfeier am 7» Oktober im Home for Aged and Infirm 
Hebrews in New York wurde von Rabbiner Dr. Hugo Hahn mit Gebeten 
aus dem 103 . ^nd 90. Psalm und aus den Buechem Jesaja und Hieb 
eroeffnet. Danach sprach Eduard Heimann die im Folgenden aufge- 
zeichneten Worte. Zum Schluss betete Dr. Hahn das Kaddish in 
deutscher und hebraeischer Sprache. 



*' Was ist der Mensch, das Du seiner gedenkest, der Erden- 
sohn, dass Du auf ihn achtest ? " " Das Gras ist verdorret, 
und die Blume abgefallen. " 

Wer das uralte verfallene Muetterchen in den letzten Wo- 
chen und Monaten gesehen hat, dem war es schwer, sich vorzu- 
stellen, dass dies die strahlende Prinzessin aus der Behren- 
strasse war, die bluehende, schoene, verwoehnte Frau, die in 
manchem Gedicht und manchem Gemaeide gefeiert wurde. Schoen, 
begabt, reich und verwoehnt, so wuchs sie auf, und so lebt sie 
auch in der Erinnerung derjenigen, die die glanzvollen Tage im 
Hause Hugo Heimann noch miterlebt haben. Das liegt weit zu- 
rueck. Aber die edle Linie von Stirn und Nase war auch jetzt 
noch da, vind manchmal noch blitzte es in den mueden Augen, wie 
in alten Zeiten, und zeigte an, dass Geist und Leben in dieser 
Frau staerker waren, als in suideren Menschen. 

Geist und Leben verbanden sich in ihrer kuenstlerischen 

-1- 



t^ 



Begabung, in dem Pormslnn, der ihr bis ziom Ende treu blieb, und 
dank dem sie in der klassisch-romantischen Musik und in der 
gleichzeitigen Dichtung beheimatet war. In unserer Kindheit 
spielten Vater und Mutter oft und gern vierhaendig, meist die 
vertrauten Beethoven 'sehen Symphonien, und besonders die ueber 
alles geliebte Puenfte, oder die Meistersinger-Ouvertuere. Und 
Mutter sang gut; sie begleitete sich selbst, oder Hess sich 
lieber vom Vater begleiten. Es gibt keine Zelt in meinem Leben, 
wo ich nicht das rauschende Baechlein aus der Schoenen Muellerin 
gekannt haette. Spaeter wurden, dank dem Freunde Siegfried 
Ochs, auch die Hugo Wolf -Lieder eifrig gepflegt, und niemand, 
der es gehoert hat, wird vergessen, wie in dem Wolf -Elchendorf f- 
schen Wanderlied die beiden sich in den dithyrambischen Schluss 
hineinsteigerten: "Oruessudlch Deutschland aus Herzensgrund." 
Aber der Hoehepunkt von Mutters musikalischer Laufbahn war doch 
wohl das Concertleren auf zwei Klavieren mit Lotte Ochs, der 
Freundin ihres Lebens. 

Schon in der letzten Zeit in Berlin brach das alles ab; 
ich weiss nicht warum. Seit Jahrzehnten hat Mutter nicht mehr 
musiziert. Aber sie verbrachte ihre Zelt damit, sich die ver- 
trauten Lieder und Muslkstuecke im Geist zu vergegenwaertlgen, 
und ein paar mal noch in den letzten Jahren Hess sielisich 
Noten kommen, um darin zu lesen. Auch das hoerte auf. Nur am 
allerletzten Sonntag ihres Lebens, als sie fuer einen erbetenen 
Blick auf die Laubhuette in den Gesellschaftsraimi dieses Hauses 
gebracht worden war, Hess sie sich von einer freundlichen Helfe - 
rln,,bewegen, auf dem Klavier eine kleine Melodie zu spielen. 
An seiner aeussersten Grenze iimdete sich ihr Leben in der Musik. 

Ihre Pormbegabung war auch Sprachbegabxmg. Sie war darin 

-2- 



f^' 



ihrem Manne weit ueberlegen. Von ihrer grossen Indienfahrt in 
den neunziger Jahren brachten die beiden ihr Indisches Tagebuch 
mit und liessen es fuer ihre Freunde drucken. Gerhart Hauptmann 
dankte fuer die Widmung, indem er die soeben erschienene "Versun- 
kene Glocke" sandte und hinein schrieb: "Ein deutsches Maerchen 
dankt fuer das indische Maerchen." Man tut Vater nicht Unrecht, 
wenn man das einfache aber lebendige Buechlein in der Hauptsache 
als Mutters Werk anspricht. Vater was viel zu klug und bescheiden, 
um Mutters Ueberlegenheit in allen Dingen der Form und Sprache 
nicht anzuerkennen und nutzbar zu machen. Er hielt keine poli- 
tische Rede, die nicht von Mutter sorgfaeltig redigiert worden 
waere; seine Reden bei festlichen oder feierlichen Anlaessen 
stammten von ihr: sie gab dem, was er dachte, Ausdruck und 
Form. Vater war in der Dichtung nicht sehr bewandert; nicht von 
ihm aus wuerde seine Rede bei der Hochzeit seines aelteren Soh- 
nes in das grossartige Gleichnis von den Schalen des Roemischen 
Brunnens ausgeklimgen sein: "... Und Jede gibt und nimmt zu- 
gleich • Und stroemt und ruht. " 

Mutters eigene Verse waren bezaubernd. Sie haette, wenn 
es in ihren Sinn gekommen waere, leicht eine Laufbahn daraus ma- 
chen koennen; aber sie beschraenkte sich auf die Feste im Hause 
und bei den naechsten Freunden. Sie hatte eine ebenbuertige 
Partnerin in der geliebten Edith, der allzu frueh entschwundenen, 
Vaters Juengster Schwester. Ich glaube, es ist nicht respektlos 
in dieser Stunde der Trauer ims noch einmal die Fuelle des Charms 
und warmen Humors ins Gedaechtnis zu rufen, die die beiden Frau- 
en in Verse gössen, z.B. indem sie dem immer ueberaengstlich um 
die Seinen besorgten Mann und Bruder die Worte in den Mund leg- 



te: 



-3- 



" Wlnterstuerme wueten im Wonnemond, 
Wie weh'n sie wild, oh wickelt Euch warm. 
Ich Weiser war<!Ä^Euch usw. " 

Mutter hat noch in den letzten Jahren hier- oder dorthin 
ein kleines Verslein gesandt. Aber mehr und mehr ging ihr Sinn 
fuer die Form und Kraft des Ausdrucks in die erstaunlichen Briefe, 
die sie an nahe und ferne Freunde richtete. Und statt aüLf eige- 
ne Verse zu denken, uebersetzte sie gelegentlich ein ihr liebes 
Gedicht aus dem Englischen ins Deutsche, oder auch umgekehrt. 
Sie hatte stets neben ihrem Bett ein englisches und auch ein 
franzoesisches Woerterbuch; noch vor zwei Jahren las sie ein 
ihr unbekanntes franzoesisches Buch mit wachem kritischen Sinn. 
Und manchmal schlug sie aus rein sprachlichem Interesse Vokabeln 
auf, \m verwandte Staemme zu verfolgen, oder Synonima von ein- 
ander abzugrenzen. Abör- in in der Hauptsache las sie deutsche 
Dichtung. Goethe, Moerike, Eichendorff , Konrad Ferdinand Meyer 
waren immer greifbar. Und als vor zwei Jahren die Stadt Berlin 
ihr eine Ehrengabe im Gedenken an Vater ueberreichen liess, und 
dafuer eine neue Ausgabe von Schillers Werken in schoenem Druck 
auf duennem Papier waehlte, da bewiess das Geschenk das richtige 
Verstaendnis fuer das, was Mutter freuen wuerde. In diesem 
letzten Jahr las sie den ganzen Wallenstein und erkundigte 
sich nach historischen Einzelheiten. 

Sie las nicht nur das, was sie kannte und liebte. Indem 
das Leben ernster wurde, erschlossen sich ihr Gedichte, die sie 
vorher nicht beachtet hatte. Ungefaehr vor einem Jahr wurde 
sie von einem neu entdeckten Gedicht von Konrad Ferdinand Meyer 
so sehr bewegt, dass sie es auswendig lernte, um es immer ge- 
genwaertig zu haben. Dichtung begleitete sie bis fast an den 
Rand ihres Lebens, mit immer vertieftem Verstaendnis. 

Aber das Zentrum ihres Lebens war Vaters Leben und Lauf- 
bahn. Sie machte sich seine Ueberzeugungen zu eigen, ohne siea 

-4- 



von sich aus eigentlich zu teilen. Ihr Stolz auf Vater und 
ihr Ehrgeiz fuer ihn genuegten ihr, und ihre Gaben foerderten 
ihn. Sie arbeitete tuechtig und zuverlaessig an der Oruendung 
der Bibliothek mit, und half in den Wahlkaempfen, durch die er 
in die Parlamente entsandt wurde. Sie genoss in vollen Zuegen 
den Glanz der glanzvollen Tage und erhoehte ihn, indem sie dem 
Hause in der Ulmenstrasse in Geist und Schoenheit vorstand, 
als die grosse Dame, die sie war. Acht -oder zehnmal im Jahr 
wurde offenes Haus gehalten; das Haus war immer voll. 

Sie war auch auf ihre Kinder stolz und verfolgte die Lauf- 
bahn der beiden Soehne mit wacher Teilnahme. Von unserer Jo- 
hanna, gesegneten Andenkens, sagte sie oft, Johanna sei doch die 
kluegste von uns allen. Wo wir doch alle so klug sind - das lag 
auch darin; und Johannas unbestechlicher Sinn wuerde es wenig 
geschaetzt haben. Nach Ediths Heimgang zogen Vater und Mutter 
Ediths Kinder noch naeher an sich heran als schon vorher, und 
betrachteten sie recht als ihre eigenen, und mit gebuehrendem 
Stolz. 



Mutter war eine Frau von starkem Geiste, stark Im Tempera- 
ment und stark im Willen. Sie konnte auch ungeduldig sein. 
Vater stand ihr an Geist, Temperament und Willen nicht nach, 
und war seiner zwanzig-Jaehrigen Braute um neun Jah3?e ueberlegen, 
ein reifer Mann. Er hatte in harter Arbeit das aus sich gemacht, 
was er war, und was ihm auch ermoeglichte, ihr in seinem Hause 
den aeusseren Lebensrahmen zu bieten, den sie von Kindheit an 
gewohnt war. Die beiden einander so aehnlichen und so unaehnli- 
chen Menschen liebten und bewunderten sich ihr Leben lang. Aber 
das hindlerte nicht, dass ihre Ehe oft stürmisch wer; bei der 
Wesensart der beiden konnte es nicht anders sein. Ihre Ehe kann- 
te auch Jene unterdrueckten Stuerme, deren Natur heute so viel 

verstaendl icher ist, als sie es damals war. Demgegenueber ist es 

-5- 



y 



noch viel wichtiger zu sagen, dass diese Ehe in den 62 Jahren 
ihrer Dauer nicht einen Tag bedroht war, in 62 Jahren nicht 
einen Tag. Wie oft hat mir Mutter in den letzten Jahren erzaehlt, 
sie habe heute Nacht von Vater getraeumt, "und es war so schoen". 
Was fuer eine glueckliche Frau war sie. 

Aber sie war auch eine verwoehnte Prau, und sie fand es 
nicht leicht, sich auf die neuen, so viel engeren Lebensums taen- 
de im fremden Lande einzurichten. Sie brachte sehr viel guten 
Willen mit und bewaehrte in allen grossen Dingen des Lebens eine 
charakteristische Grosszuegigkeit. Es waren die kleinen Dinge, 
die ihr manchmal schwer fielen, nicht immer, aber manchmal. Nie- 
mand hat ihr dabei mehr geholfen als die allezeit getreue und 
hilfreiche Doktorin. Die berichtete ihr, wie sie selbst, Prau 
Doktor, mit solchen Sachen leicht fertig werde, weil sie sich 
nicht wichtig nehme. Nicht wichtig nehmen - das hat Mutter tief 
beeindruckt, und sie hat es oft zu ihrer eigenen Disziplinierung 
zitiert. In den grossen Dingen hat sie das rechte Augenmass 
nie verloren. Sie ist oft in den letzten Jahren, und in diesem 
Jahre noch mehr, ohne die gewohnten Besuche gelassen worden, 
wenn wir monatelang in fernen Laendem herumreisten; sie hat 
sich nie mit einem einzigen Wort darueber beklagt. Im Gegenteil, 
wenn man ihr sagte, dass man traurig sei., im Gedanken daran, wie- 
viel einsamer sie nun sein werde, so erwiderte sie in voelllger 
Zwanglos igkelt, sie koenne etwas anderes nicht wuenschen, denn 
es wuerde fuer sie unertraeglich sein, sich vorzustellen, dass 
wir ihretwegen etwas un^erllessen, was das Leben biete oder ver- 
lange. Nicht viele Muetter werden Aehnllches sagen. 

Und 80 war es denn in diesen allerletzten Wochen so still 
um sie, wie wohl noch nie in ihrem Leben, weil keines ihrer Kin- 
der und Kindeskinder mehr in New York weilte. Sie waere ganz 

einsam gewesen, wenn sich nicht die beiden treuen Nichten, 

-6- 



y 



Adolfs Toechter, Ihrer angenommen haetten, und die geliebte 
Doktorin. Sie hat nicht geklagt; sie aeusserte einmal, wie dank- 
bar sie sei, dass sie noch dankbar sein koenne. So ist sie nun 
also lautlos dahingegangen. 

Ganz allmaehlich hat in den letzten Jahrzehnten, und be- 
sonders seit Vaters Tod, der Gedanke an das andere, hoehere 
Leben in ihr Wurzel gefasst. Sie hatte frueher oft die Verse aus 
der "Marienbader Elegie" zitiert: 

" In unseres Busens Reine wogt ein Streben 
Sich einem Hoehem, Reinen, Unbekannten 
Aus Dankbarkeit freiwillig hinzugeben, 
Entraetselnd sich den ewig Ungenannten; 
Wir heissen's fromm sein.... " 

Aböpr'dies ist schliesslich ein Liebesgedicht. Darum be- 
deutete es etwas ganz Anderes und Neues, dass Mutter ohne alle 
Poesie geradeaus die Frage stellte: "Frau Doktor, sind Sie fromm?" 

Die kluge Antwort lautete: "Jeder ist auf seine eigene Weise 

fromm." Das war troestlich fuer Mutter; denn hinter ihrer Frage 

stand die Sorge: bin ich fromm ? Oder: fromm genug ? 

In diesem Zusammenhang moechte ich das ernste Gedicht 

vorlesen, das Mutter voriges Jahr bei Konrad Ferdinand Meyer 

fand, und mir auswendig hersagte: 

" Trueb verglomm der schwuele Sommertag, 
Dumpf und traurig toent mein Ruderschlag - 
Sterne, Sterne - Abend ist es Ja - 
Sterne, warum seid Ihr noch nicht da ? 

Bleich das Leben i Bleich der Felsenhang J 
Schilf, was fluesterst Du so frech und bang, 
Fem der Himmel und die Tiefe nah - 
Sterne, warum seid Ihr noch nicht da ? 

Eine liebe, liebe Stimme ruft 
Mich bestaendig aus der Wassergruft - 
Weg, Gespenst, das oft ich winken sahj 
Sterne, Sterne, seid Ihr nicht mehr da ? 

Endlich, endlich durch das Dunkel bricht 
- es war Zeit J Ein schwaches Flimmerlicht. 
Denn ich wuesste nicht, wie mir geschah. 
Sterne, Sterne, bleibt mir immer nahj " 

-7- 



y 



Wir koennen nicht wissen, wo ihr eigenes Denken schliess- 
lich gelandet ist; aber vielleicht duerfen wir annehmen, dass 
das Landen nicht so wichtig ist, und dass sie sich befriedigt 
und beruhigt fuehlen wuerde in den Goethe-Versen: 

" Wenn im Unendlichen dasselbe 
Sich wiederholend ewig fliesst. 
Das tausendfaeltige Qewoelbe 
Sich kraeftig ineinander schliesst, 
Stroemt Lebenslust aus allen Dingen, 
Dem kleinsten wie dem groessten Stern, 
Und alles Draengen, alles Ringen 
Ist Ew»ge Ruh in Gott dem Herrn. " 



-8- 



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B erioht« 

Der Auftrag, Im Rahmen einer Bestallung für ozialwlBsenschaften So-* 
zlologle vorzutragen, muss ganz konkrat aus den besonderen Bedingungen der 
J^ßerufspädagoglschen Institute gestaltet werden, äs kann sich nicht darum 
handeln, bei der Ueberlastung der studierenden mit den notwendigen techni- 
schen und allgemeinen Fächern im olnne von Univeroltütsvorlesungen bozlolo-* 
gle in allen ihren Disziplinen vorzutragen* Das wäre eine weitere und zwar 
unzweckmäsaige Belactung mit ScCTwlssen, die eher verwirrend als klärend wir» 
ken muss. Es ist die Aufgabe der El P*I., Beruf ssc hülle lirer au bilden. Die 
Jugend, welche sie zu betreuen haben werden, umfasst heute ungefähr 80 /o der 
deutschen Jugend# Stand und Land, die verschiedensten sozialen v^chichten, v 
vor allem die sozialen Schichten des alten Handwerkermittelötandes und der 
verschiedenen Arbeiterkathegorien sind von ihnen in dem sehr schwierigen , 
aber auch sehr aufnahmefähigen Alter von 14 - 13 Jahren zu betreuen. Die 
Verantwortung ist eine ungeheure. Denn was nicht in diesen Jahren an geisti- 
ger Anregung, an Erweiterung des Horizontes, an sozialem und nationalem Ver- 
antwortungsbewusstsein in die Jugendlichen Gemüter gelegt wird, wird viel- 
leicht, wenn diese pädagogische Aufgabe vom Lelirer nicht gelöst wird, nie 
mehr begründet werden. Darum sind zweierlei Dinge im Rahmen der Institute aa 
leisten, welche von einer A nleitung zum soziologischen Denken am ehesten 
bewältigt werden können. Erstens ein Bewusstsein des eigenen Lebenskreises 
und seiner Umwelt, und zweitens eine kritische, d.h. geistige und freie Hal- 
tung dem andrängenden Lebenstoff gegenüber. Bewussi werden des eigenen Le- 
• benskreisea heisst eine Nachprüfung der ::'prachkonvent Ionen und der üblichen 
Schlagwort e uns eres JLebens auf ihren konkret en B4»^4anLea Gehalt hin. Aus der 
konkreten Beachreibung unserer eigenen Lebenskreise Familie, Beruf Staats- 
bürgertum, Zugehörigkeit zur religiösen Gemeinschaft, politischen udü ande- 
ren Verbänden erhalten wir ein plastisches Bild von den Hingen, die gleich 
Lebensringen an einem Baum unsere eigene j-xistenz formen. Indem durch Diöi^'* 
Bionen die Studierenden zum Sprechen verführt werden, werden sie glelonz«!- 



Vv 



\^ 



/ 



2) 



\ 



tlg gezwungen, scharf und selbst zu denken. SU sollen nicht so sehr 
aus Bachern wenig oder kau]> verstandene Gedanken wiedergeben, sondern 
aus lhl»er eigenen Lebenserfahrung Im Betrieb, auf dem Bau, aus der 
Werkstatt Ihre menschliche Aufgeschloßsenhelt , Ihre geistige Bewegllofe 
kelt und Ihren Horizont zeigen. In dem Masse nun. In dem es gelingt, 
die Studierenden zum denkenden Reden zu bringen und sie aufzuschlles- 
sen für den Reichtum und die Problematik, aber auch für die SchHächen 
und Abgrunde des gosenwärt Igen Lebens wird eine Auflockerung Im aeleti 
gen und eine Erweiterung des menschlichen Horizonts bewirkt, wenigst« 
In der Intention. Selbstverständlich wird man das nicht von allen stiH 
dlerenden glelchmässlg behaupten können. Damit wird dann aber auch gM 
gleich Im Sinne der Arbelt an Jener freien und kritischen Haltung ge- 
wirkt , welche die unerlässllche Vorbedingung für einen guten Lehrer 
Ist. Denn In dem Masse, in dein die Studierenden diszipliniert denken, 
und sich ausdrücken lernen, werden sie sich Immer mehr von Jener iDoll- 
tlslerung unserer Sprache entfernen, welche durch Phrase und Schlag- 
wort eine sachliche Betrachtung und einen unmittelbaren Zugang zur Er- 
kenntnis der Dinge und der sozialen Zusam enhttnge fast unmöglich ge- 
macht hat. In diesem Sinne müssen die soziologischen A rbeltsgemeln- 
Schäften auch als Ersatz der leider fehlenden deutechkundllchen und 
sprachlichen üebungen benutzt werden. Es scheint mir nicht zu viel ver 
langt , von Jedem Lehrer ein HtJchstmass an Verantwortung vor der va- 
terländlschen Sprache zu erwarten. Immer wieder muss Im Unterricht 
darauf hingewiesen werden, dass die Sprache nicht nur ein technisches 
Mittel der Verständigung sondern der unmittelbare geistig-seelische 
A usdruck einer Volksgemeinschaft Ist. Darum muss auf den Ausdruck 
der grösste -Tert gelegt werden und durch Lektüre guten deutschen 
Schrifttums das geistige und seelische Niveau der Studierenden beeln- 
flusst werden. 'Yenn eine solche Irkung auf die menschlloiÄ Haltung 
und auf die Intellektuelle Disziplin gerade von einer aozlolo^^laohen 



3) 



Mithode #rwart«t wird, ßo gtBchleht das darum, well die besondere Pro* 
blematlk dieser Wisflenschaft , nämlich die Fragen nach den Faktoren der 
Wirklichkeit und Ihrer Rangordnung, In ganz besonderem Masee eine Er- 
kennt nlfl Chance In einer Zelt wie der Gegenwart hat, die so aufgebrochen 
und so aufgewüixLt lat. 

Die In der Anlage beigefügten Richtlinien für die Gestaltung 
des soziologischen Unterrichts In den Abteilung A und B sind durchaus 
vorläufig , wenn sie auch zum Teil bereits mit Erfolg durchgeführt sind» 
lieber diese Pläne hinaus sind vor allen Dingen künftighin engere Zusam- 
menarbeit mit der Staatsbürgerkunde und Pädagogik durcöizuführen. Probl« 
me der politischen Soziologie, «le solche der Beziehung von Staatsforram 
und Gesellschaft sschichtung von der gesellschaftlichen Bedeutung der Pap 
telen und Berufest ände usw. können neben dem staatsbürgerlichen Unter- 
richt hergehen. Ebenso wäre es notwendig und wichtig, die pädagogischen' 
Vorlesungen zu ergänzen durch ausgewählte Kapitel aus Dchlllers Briefen 
über Jisthet Ische Erziehung, Pestalozzis Kleinen Lchrlften, Jean Pauls 
Levana, Dlltheys Kleinen pädagogischen Abhandlungen in Hinsicht auf eine 
Soziologische Geschichte der Bildung* Dabei wird immer zu fragen sein, 
welche Bildungsideen urvi £ rzleliungsziele wir heute als allgemein-ver- 
bindlich für die Volksgemeinschaft bezeichnen können, und welche beson- 
deren Ideale den einzelnen Schichten eignen. In diesem olnne wird zwar 
Soziologie als Methode betrieben, während der Inhalt der Uebungen und 
der Arbeltsgemeinschaften die konkrete Gegenwartswelt der studierenden 
selbst Ißt. 



Abgeschlossen Anfang Januar 1933 • 



•'■^•^- ^if^'-' 



mi 



4) 



Abteilung A 



I» und II» Semester» In den ersten beiden Semestern können fnr alle vier 
Gruppen gleiche Richtlinien aufgestellt werden, die nach dem besonderen Le- 
bens-und Berufsgebieten der einzelnen Gruppen konkretisiert werden m^issen« 
Auch hier wird zweckmässig mit einer Elnfilhrung in solche soaiologlschen 
Grundbegriffe begonneuf die allgemeines Spraohgut geworden sind» und die le- 
bendig durchgedacht und ins Bewusstsein gehoben werden mflssen. Unter diesem 
Gesichtspunkt sind Begriffe wie Gemeinschaft und Gesellschaftt Klasse und 
Stand, Beruf und Erwerb. Disziplin und Freiheltt Ordnung und Bewegung, Ehre 
und Boykott, Distanz und Repräsentation derzusteiien, und zwar aus den kon- 
kreten Lebenslagen der einzelnen Gruppen» So wird z.B» das Problem der Ehre 
Anlass geben zu Betrachtungen über Berufsehre in den verschiedenen Gewerben, 
über den Unterschied zwischen Handwerker, Arbeiter usw. Im Anschluss an solche 
Begriffsklärung ist zu lesen Riebl, Die Naturgeschichte des Volkes als Grund-* 
lege einer deutschen Sozialpolitik» Im Zusammenhang mit diesem Werk sind eine 
Reihe von Romanen, die das gesellschaftliche Leben zum Gegenstand haben zu re- 
ferieren, wie Immermanns Epigonen, Ff ey tags Soll und Haben^ ein Roman von Fon-* 
tane und einer von Spielhagen* Durch den Unterschied zu der heutigen Welt wird 
die Frage aufgeworfen, worin der Unterschied der Gegenwart zu der Zeit um 1860 
besteht» Dieser Entwicklung von der Betrachtung der Gegenwart her ist das in» 
und IV, Semester zu widmen. Und zwar ist im III. Semester das als Gegenst''*ck 
zu Rlehl gedachte Werk von Gablentz-Mennioke, Berufskunde des deutschen Volkes 
zu behandeln. Im Ansohluss daran des von Briefs herausgegebene Sammelwerk Wand- 
lungen der Wirtschaft im kapitalistischen Zeitalter. Band IX, X des GrundrlsBee 
der Soaialökonomie, das eoalale System Im Kapitalismus, Geiger Die soziale 
Schichtung nach dem Kriege und Zahn, Sozialer Auf-und Abstieg im deutschen 
Volke, In den einzelnen Gruppen wird denn Je nach den besonderen Interessen 
die Allgemeinheit solcher Erörterungen lebendig und konkret zu gestaitan sein. 



6) 



Im Baturewerb« wird alnBSl bu •rSptem »«In die Lag* von Bauhandwarkarn, Bau- 
unternehmern und Bsulndustr lallen. Als Uatarlai wird auf die grosse EnquÄte 
des Belchswlrtsohaftarats aurückgegrlffen «erden missen. Ferner kann hier die 
ausgeaelohnete Arbelt «ber die Lebenshaltung der Bauarbeiter 18*8 durchgear- 
beitet werden. Gerade Im Baugewerbe wird das Problem des Mittelstandes und der 
Angestellten ein besonderes Interesse finden. Hier muss vor allem der Eilstena 
des Handwerkes besondere Beachtung geschenkt werden. In der Gruppe Meta;ifl;ewerbe 
wird 1b diesem Semester vor allem die Aufgabe darin bestehen, betrieb ssoalolo- 
glsche Probleme eu erörtern. Die Stellung des IngendAurs Im Betrieb hat gerade 
für die Techniker ein besonderes Interesse, Hier gibt die von Briefs herausge- 
gebene Schriftenreihe aur Betriebssoziologie wertvolles Material für Diskussio- 
nen und Referate. Im Kunstgewerbe ergibt sich leicht ein Weg von den alten Ge- 
rne in sehe ftsformen der Volkskunst, die Probleme der Wandlung In Kunst und Kunst- 
handwerk daraustellen. Gerede in diesser Gruppe l&sst sich In schöner Weise 
Volkskunde und Gesellschaftskunde miteinander verbinden. Darüber hinaus sind 
euch die Fragen moderner und neuer Kunstformen wie Photographie, Film. Radio 
usw. au erörtern. Die Gruppe Textilgewerbe wird am aweckm&sslgsten mit der 

Gruppe Kunstgewerbe verbunden. 

Im TV. Semester ist in der Gruppe Bayge werbe möglichst die gegemUlr- 
tlge Situation des Baugewerbes unter dem Gesichtspunkt der Erhaltung und Sta- 
bilisierung sozialer Schichten au erörtern. Fernerhin muss des ÄsthetisÄe 
Problem der Wirkung der Technisierung des Baugewerbes auf die Gestaltung des 
Bauen« und des Kunktionshandels der Berufsaufgaben erörtert »erden. Dabei erge- 
ben eloh sehr Interessante Diskussionen über die Dlfferen.ierun« Im Beruf de. 
Bauarbeiters und die Entstehung neuer Arbeiter typen. In der Gruppe Me^aüge- 
werbe let Im tv. Semester das Problem Technik und Mensch au behandeln. Es sind 
au diskutieren Guardini. Briefe vom Gomer-See. Dessauer. Philosophie der Tech- 
nik. Jaspers. Ausgewählte Kapitel au. Die geistige Situation der Gegenwart, 



6) 



Auch die eine oder andere Arbeit von Diesel Ist herensuzlehen» In der &ruppe 
Kunstgewerbe sollen im letzten Semester vor allem kunstp&dagogisohe Fragen be- 
handelt werden, vor allem die Mögllohkelten, k^'instlerlsche Beeinflussung und 
Geschmaoksbildung In der Beruf ssohule* Dabei ergeben sich sehr weltfflhrende 
Probleme über krmstlerlsohe Fantasie bei den Jugendlichen, ilber Ausdruoksmög- 
llohketten und Vermögen Im weitesten Sinne, wobei auoh vor allem naohdrnok- 
llch die Sprache und die Verantwortung ihr gegenüber k^'nftigen Lehrern ans 
Herz gelegt werden muss« 



7) 



Abteilung B 



T. , j p^ TT. Samestar. Elnftthrung In soziologische Grundbegriff« : 
Gemeinschaft. GesellBoheft, Sitte. Konvention. Volksgebrauohe. Mode. Ehre. 
Dist«na. ReprJlaentation ustr. Welterhiu ist bei den Damen au er«rtem die Stel- 
lung des A^rs in dar soeialen Gemeinschaft (Ehrerbietung und Autorität oder 
Verwischung der Altersgrenzen) .Dazu ist zu lesen Jakob Grimm. Rede über das 
Alter, im Anschluss daran ist das Problem der Generationen zu behandeln, wobei 
aie Sammelarbeit aus dem Reichsausschuss der deutschen JugendverbKnde; geistige 
Formung der Jugend unserer Zeit%ugrunde gelegt werden mag. 

Vom TTT. Semester müssen die Gruppen Hsuswirtsohaft und Gewerbe ge- 

ti».,c«ir.+ Br.vi«ft sind in diesem Semester die sozio- 
trennt werden. In der Gruppe Hauswirtsohart sina m ox 

logischen Studien Aber "Bestand und Erschütterung der Familie", herausgegeben 
von Salomon Baum zu behandeln. Femer eine Reihe von Erhebungen ^ber Lebens- 
haltung von Landarbeiterfamilien. Bauarbeitern und Angestellten, soweit solche 
Erhebungen auf Grund von Wirtschaftstarechnungen vorgenommen worden sind. Dar- 
über ist eine recht aufschlussreiche Literatur vorhanden; und zwar von den Ver- 
bänden aller politischen Richtungen. z.B. Die Gehaltsiag. der K.ufmannsgehil- 

.. .u j.« n H V Die nirtsohaftliche und soziale Lage 

fen, eine Fragebogenerhebung des D.H.V., Die wirxecn 

n A A wna warbrauohen die Angestellten? Ergeb- 
der Angestellten, Erhebung des G.d.A.. Was verbrauonen "« 

nisse der dreijährigen Haushaltsstatistik des Afa-Bundes. 

T -.— K«<*»..Q FPhebun« des Reiohsverbandes ISndllcber 
Die Lebenshaltung des Lendarbeiters. Erheoung a 

Arbeltft»hmer. 

,.„l.r. I..b.n.h.ltung. Uhn-und Arb.lt.«rhSltnl.« von 1« a.u.sch.n Und- 

arbe i terf oiaili®^« 

I« II..JsaSSiS£ »l»" '■> "" h.ue.lrt=oh.ftllch.n (Jrupp. .u b.h«d.l« 

. M. !*<.«" «Mr d.. d.«t.oh. H.nd«r». -. v.u d. .u. «b.n.pr.bX,.. d.. 

um.i...« .. - "»"•" -^ '• "*""" ""' "' *'"""'" ""' "^'"""" 



} 



8) 
\ 

Suhr, Die welbilohe Angestellte, Franzen-Helieeberg, Die jugendiiohe Arbeite- 

rin. Kelchner, Schuld und Sühne jugendlicher Arbelterinnen, lieln Arbeiteteg. 
mein Wochenende, 150 Berichte von Textlierbeiter innen. Endlich wSre Im letzten 
Semeeter zu erKrtern die Stellung der politischen und sozlflien Gruppen zu der 
weiblichen Berufserbelt. Vgl. Beyer, die Freu In d«r politischen Entscheidung. 
Kempf. Die deutsche Freu nech der Volkszählung 1925 und eis «uf sohlussreiche 
historische Perelleie Bücher, Die Freu im Mittelalter, 

In der Gruppe T^,.kie<d.^n^8gewerbe ist vom III. Semester «b zweck- 
mässig Soziologie und Kosti'mkunde «usammenaulegen, um den Stundenplan zu ver- 
einfachen. Aufgebe einer soziologischen Unterstützung der KostUmkunde besteh* 
einmel in der Beschreibung der verschiedenen Formen geseilsohaf tllchen Lebens, 
welche Kleidung, Mode us*. bedingen, z.B. Auftreten und geseilsohsftllche Hal- 
tung in der hb'f Ischen Welt, im Selen usw., endererseits den Zusemmenheng von 
Bekleidungsgewerbe und liode mit der b-konomlsohen Entfeltung einer Epoche, Be- 
deutung gerede des Textilgewerbee f^r die Entfaltung der kspltelistlschen Wirt' 
BCheft. Auch In dif^ser Gruppe w&re denn die jugendliche Arbeiterin wie In der 
Gruppe Heuswlrtsoheft IV, Semester zu behandeln. 



I 



' 1 1f 



•a BQla<k>¥l8Mtt8 ttiA FasehisMtts ? 



Otorges Sor«l. 



T.Dr.Walitftar auriam. 



Carl Sekmitt kat 1926 im Aer N^uaiflagt 
8«lmtr Sskrift *'Di« geistasgesekiektllek« Laga das kautlgai Parlamaata« 
riamus" fastgtstellt: "Im Dautsoklaad Ist Soral auek kaatt loek kaum 
bakaait^aid wäkrtad im dam letztem Jakrem zaklose Sekriftem Ima Deatseke 
übersetzt wordem simd^kat nam Sorel igmoriert.'*Imzwisekem ist das Imte» 
resae für Sorel iMser mekr gestiegem.Der Aufstieg des Faseklsaus lemkte 
die Aufmerksamkeit auf dem Mamm^auf dem siok Musolimi gelegemtliek be« 
rufem kat.Auek die Besekäftigumg mit dem Tkeoriem des Bolsekewisnus 
fükrte ZUM Verfasser eimer Apologie für Lemim.Sorel wurde vieifack als 
eime i§emdire Persömliekkeit,als Vater vom BolsekewisAUs umd Fasekismus 



amgeaekem. 



Aber diese Legemde deekt siek mlekt mit 



der kistorisckem Wirkliekkeit.Lemim kat Sorel zwar gelesem^ikm aber 
mur ^Is Wirrkopf gewertet «aewiss, Sorel kat dem Bolsekewismus begrüsst 
mmd auf ikm die grösstem Hoffmumgem geftzt — aber die Argumemtatiom 
dieses Bumdesgemossem emtapriekt mickt der^welcke die Hämmer der Sow« 
Jets amzuwemdem liebem.Ss ist wirkliek miekt mmfällig^dass der geistige 
Erbe vom Sorel, Edouard Bertk keute ausserkalb der drittem Imtermatiomale 
atekt.Umd was dem Fasekismus amlamgt|SO kat zwar Sorel selber — er starb 
bereits 1922 — zu ikm öffemtlick miekt Stellumg gemommem^aber mam kämm 
ammek^mem^daas Bertk Reekt kat^wemm er bekauptet: Sorel kätte ikm aieker 



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II 



abg#l#kmt.Si«k#rllc]i ist vltlts ans stimtB UltUA Amstkatvigti—btsoAitrs 

soweit sie mit deiei seiies Preumdes Wilfredo Pareto übepeiistimmem^des 
leider bei ttis trotz Sekeler— der auf sei&e Tkeorie über die Zirktlatiom 
der Elitei als Ormmdlage der gesellsekaftliekem Bevegmmgea immer wieder 
kiigewiesem kat — zu weiig bekaamtei Lamsamier Soeiologei — aber die Gmmd« 
eiistelltttg Mmssoliais ist vom der Sorels gamz versckiedem.Sorel ist 

aiXtistaatliek umd das Proletariat ist für ika die eatsekeidemde Gruppe 

wäkreid der Pasekismus politisck uid aatioaal ist, mag auck für ikm der Versuel 
bezeiekaeid seim^das Natiomale zu e»tbürgerlickeM,also auek das Proletariat 
eis positivem Faktor ia dem matiomalei Sta? t eimzuordaem. 

Die Bere ektiguag der Deutsekea Sorel«:Ausgabe > 

Aber mag maa auek das Terkältais Sorels zu Fasekls« ~ 
mus uad Bolsekewismus aiekt mit Jeaer Aaekdote ekarakterisierea köaaea^die 
voa dem ia der Sekweiz mit Leaia uad Mussoliai diskutiereadea fraazösisekea 
Gesellsekaftstkeoretiker zu beriektea weiss, so bleibt er deaaoek eiaer der 
aktuellstea politisekea Autorea der letztea Jakrzekate.fer Gelegeakeit kat^ 
seiae Werke zu lesea,wird immer wieder frappiert voa der Fülle der Elasiek« 
tea,die sie vermittela.Allerdiags wird maa dea Gesamtaasekauuagea Sorels 
aie folgea köaaea.Aber eiae Mebeabemerkuag,eiae gleieksam ^m Ramde mitge» 
teilte Beobaektmag eatküllt oft ia übervasekeader Weise bisker yerborgeae 
Zusammeakäage.Tlele erst ia dea letztea Jakrea aktuell gewordeae Best^bum« 
gea siad bei Sorel vorweggeaommea.Iek aemae aur seiae leider aie systematist: 
eatwi ekelte Betriebspsyekologie, seiae Beobaektuagea über Betriebsorgaalsa« 
tioa,über das Verkältais Toa Masekiae uad Arbeiter U8W,Dazu kommt aoek seiae 
Kritik aa der bürgerliek-parlameatarisekea Demokratie, die viellelekt erst 



III 



i^utt — wtmigsttms im Dtutscklami — 1» ikrer gaize* Tragwtitt Ytpstamttm 



wtrd«& kami. 



Selbst «Im Ma&i wi« La88«rr«,d«F voi Cmrtlns 



so tMfftmd ad absurdum gtfükrtt Kritiktr d«8 ♦•GerMamism)i8«,dt8stÄ gaiztr 
klassizlstisek.büpgtrlieker Mtatalität dtP sick ii paradoxtm FWKtm aua9 
drütktidt, stktiibar misysttmatisek« Sorel uisympatkisck 88li Ätiss,kat ia 
seimtr Im vorigta Jakpt •rsekltmtmti Studi8(SoP8l,tk6opieltm dt l'imp6= 
rlallsmtjCakitPS de la Quiazaiat, Paris) dl« Btdtutumg voi Sortl als Kritiktr 
d8r Gtgtiwart amerkemm^a mü8sta,All«rdlags~uad das ist für das üaV8rst&a|p 
ais typis«k,das Sortl^dta im Aaslaad immtr käufig« gtaaaatta^im ktutigta 
Praakrtiek zuteil wird — ist S8ia Sorel lur dit Karrikatur d8S wirklickta 
Sortl — iia übtr di« ktutig« uamoraliscke Ztit «mpörterjZU ütbtrtrtibuagta, 



di« ab«r gar lickt so seklima gMslat 8iad,gtaeigter Bürgsr,d8r leid« 
keia« reguläre Bilduag gsaossta kat.So wird Lasstrrts Sortl aur «ia Parta« 
im "twigta Qtspräck8"(Carl Sekmitt)dts Liberalismus. Ausdrüekliek wird er 
als eia beaektlicker Eatjüller voa Missstäadea dem boa seas des Liberalls» 
musyzu dem siek Lasserre bekeaat,bezeiekaet uad zur Beacktuag empfoklea. 
Aber dass eia Maaa wie Lasserre siek überkaupt für Sorel positiv iateressiert 
—ist das aiekt für seiae Aktualität als Kritiker dem keutigea liberal«par- 
lameatarisekea Demokratie uad der bourgeoisea Welt ekarakteristisek? 

Maa wird also die Jetzt ersekeiaeade deutseke 
Sorel«Ausgabe wirkliek aickt aur als Aaackroaismus,als eiae Aagelegeakeit, 
die aur Historiker der sozialistisckea Beweguag etwas aagekt,bezeiekaea 
köaaea.Voa dieser Ausgabe liegt bisker der erste Baad vor. Das bekaaateste 
Werk Sorels wurde voa Dr.Luwig Oppeakeimer uater dem litelrüeber die Gewalt 
übertragea.Der Fraakfurter Soeiologe Q.Salomom sekrieb eia gut eiafükreades 
Vopwort.CAuffälJigerweise aeaat er ia ikm liekt Carl Sekmitts ausgezeieka^te 
Sorel-Aaalyse uad die kleiae,zwar aickt sekr tiefe, aber dook lekrreieke 



IV. 

Stkrlft vom Gattom PipourGtopgts Sortl, Patts, Rivlipt 1927.)Edouar4 Btrtk 
steuerte elm Naekwort btl^ias ttwas •mtäasekt.Dl« aftarekistlseksm EltaMt« 

hkUHHt 

b«l Sor^l Ytrdsm zu sekr ktrYorgskob^A^umd stli Gtgsmsatz zum Faseklsams 
ttwas zu obtpfläckllck btgrüiitt.Als zwtltep Bamd A«r Ausgab« sollsi«Dit 
Illisioiti dss Portsökritts"tr3ek6iaei.(ümlvsrsitätsvsrlag Wagatr,Iamsbrutl) 
Harn darf dis Hoffauag aussprsek^m^dass dlsss wirklick motwtidigs Usbspstt« 
zuig das vsrtltats laterssse fiadsi wird. 



Sorsl als Moralist , 

▼•IM &A ditstr Stslls der Vsrsuek gMaekt wtrdsa 

wirdySiisi Himwsis auf bssomdsrs bsasrksiswsrts Amsekauuigtu Sorel*8 zu gs« 
bsiyso kaUB es siek latürliek xiskt um tiut Tollstäidigs Darltgumg ssimtr 
Aisiektti ufld ikrsr Emtwicklumg kaidtl&.Eiue soltkt DarstslluAg wird ilskt 
»ur durek dis uisystsaatiseks Sekreibwsiss vom Sorsl trsekvtrt — dis ab«r 
ii«kt,wis Lasstrrs aizumslsi soktiat,aus ikrsr üifäkigksit zum Systsm umd 
zu simsm gsordmstsm|übtrsiektliek gslisdsrtsm Buekaufbau folgt, somdsrm 
gsrads ii dsr Eigsmart Tom Sorsls Grumdamsekauumgsm btgrümdtt is| — somderm 
ausk dadur«k,dass sr ststs vAm btstlmmtcm zsitgtsekioktlieksm Situatiomtm 
ausgskt.Mam misslisrstskt Sorsl sofort^wsmm mam ikm simfaek timsr bsstlmmttm 
Bewsgumg — ttwa^wit ss vislfack ge8ckiskt,dtm rsvolutiomärtm amtiparlamsm^ 
tarisektm Symdikalismus zuordmst.Damm srlsiekterm ssims ausdrüskliek btkamm^t 
ttm Abkämgigktitsm miekt das Vsrstämdmis stimsr Wsrks:Vom Marx umd Proudkom, 
Yom Bsrgsom — okms dtm,wit Sekaitt bstomt,ssims Mi^tktmtksoris miskt zm Tsn» 
sttksm ist,dis das aus ummittslbarsr Imtultiom ksraus kamdslmds Proletariat 
dtm imtsllsktualistiscktmyim Lstrti sisk bewtgsmdtm SoeialrsformsrmyUtopis« 
ttm umd Parlamemtstaktiksrm tmtgsgsmstsllt,yom Pragmatisaus^dsm sr für sitk 

s amssuwsrttm suskt.Bmdliek lisbt Sorsl sskr dis imdirskts Sekrtibwsiss 

Tisls ssimtr ftrkt trsektimtm fast mur als Extgtstm zu Ytrktm amdtrer Au« 




V. 



torM,dit AB^kiotM spielM •!&• •itsolitiiMdt Roll«— so dass aai zum 

•IgtitlleMt» Otkalt »loMt Itlckt vordrlatsta kaim.Daliei? sola amr d« VtP* 
8%ah gtmaekt wtrdti,dii Oxnmdimttmtiom Sortis &a2md«tttsa.Dabil wird 
siek dit 0«ltg€Äktit «rgtbOtSi» bal Sorsl sekoa gag#b#at,absr trat 
algaatliok lack dam Waltkriag siok auswirkaada Eigaatümliekkait polltlaakar 
uad soaialar Tkaoriaa dar Oagaawart aufzuwaisaa* 

Uaa Buss sokoa Laaaarra^so uasympatkisck &uck salaa 
Maatalltät Ist uad so waaig Varstäadtis ar für alias, was dam Xraazöalsakam, 
klaasizistisakam Splaasar uavarst&adliak lst,basltzt,raakt gabam|Vaaa %r 

Mit Pirou — dam moralisakaa Slam vom Soral batoat^Soral ist — so übarrasikaai 

as auek auf das arataa Bllok kliagtm mag—aia Moralist. Er ;iilit daria aim 
aaktar Jüagar voa Froudkom^Ei» bastimi^itas Maasokaabild sokwabt ikm als Idaal 
vor Attg«i:D«r Pamili«»vat«r,d«r di« Würd« s41i«r Pamlll« vertritt, si« «b«: 
ßis«li »aek attssM Mi» v»rt«idigt,d8 8 L«bta «iokt als «i» Gtsckuft od« «ia 
TM«at«r,80»d«aMi ala •!»• Pfllekt a»8l«kt,Elir« uad Würd« slad lür ika dl« 
Opuadlag« d«8 a«okt«»,all«s g«8ua4«a,alckt d«kad«at«a Soeiall^boslCkara- 
kt«rl8tl8«k Ist «Stwi« «atrsistk er slek für di« moaogaai Fa«llit,lür dlt 
Rtiakelt d« Ek« •las^tzt.Hur «la« Art dtr Bk«sok8iduag «koat «r als 
btMoktigt aa:Di« Bk«8ok8idaag wtgta Ektbrueks.dtr di* Tüpd« d«p Ek« v«r« 
l«tat kat.D«r Moralisaus Sortis tr&gt— das ist fr ika w8SMtll«k— siasa 
darskaus psssimlstisskta CkaraKts»! D«r Hsasek kaaa— u« «s «xtrem zu foi* 

■allsrsa aar alt grösstsa Aastrsaguagsa aoralisek Icbsa.Di« Moral rsall« 

8i«rt siek aar i« ststsa Kampf .Wi« wird disssr Eakpf bsgrUadsttRisv zsigt 
si«k «ia drittss bedsatssass Hoa«at{R«ia positlvistissk.Sorsl gskört aa«k 
dadarsk zu dsa fraazösissksa Uorali8t«a,dass «r di« Moral als «ia Faktwa 



^*' 



>!•... 



VI. 



• s^tstfallt attapiiysiah-tli^ologisah« BtgrttmiiiBg abl^hi^it.Slt Ist •imtask 
mit dM MMSklistli — wl« #iM Abkaidluig üb» dM Sekasrz amdtmt«t — mit 
dra Faktum dar Bxistai:^ Toa Sörpar umd Gaist gafetbM.Dlt aaaekiakta dar 
Haasakkait lat alafaak alaa Gasakiakta dar K&mpta um dia Uabarwlmdumg 
daa Zwlaapaltaa zvisakaa Oaiat uad Körpar;po8ltlY aiad aur dia Uabar» 
viaduagaa zu wartaa,dla alt alaar poaltlvaa Aaatraaguag varbuadaa almi. 
Dakar lakat Soral allaa Budalmoalsmus ab|&llaa Fortaakrlttoptlmiamua» 
Nur dia Uabarwiaduag lat arlaubt^dia dia Maasakaawürda wakrt^also daa 
Haaaakaa aiakt vom aaiaar Sltuatioa das Kämpf ars im dar Welt bafrait. 



Dia Al^lakauag dar raiaaa Ikaorla > 

Moralis» 
Diasar passimistisok-k&mpfariseka yif.%pp%fjLf.)^ 

mus lakat allayiMatapkysik ab.Das kaiS8t:Sla arsakaiat aar slaavoll als 

Varsuak alaar Dautuag das Labaasiiasowait sla aiaa positlva firkkratt Im 

Labaa ist.Raiaa Ikaoria gilt as aickt|8ia ist aiataak dam^Haasakaa uaau« 

gäagllak.Alla raiaa Zkaorla ist aar Irgaad alaa Raoktfartigumg poaitlT 

bastakaadar soalalar Varkältalasa uad Iaadaaaaa«Hiar aaigaa slak dia 

Qrümda dar Sakätzaag vom Karl Marx aad das Pragmatismus durak Soral: 

Baida kalfaa dazu^dia Ikaorlaa zu amtküllaa|Zur maasakliokaa Wirklickkalt 

im Baziakamg zu satzaa.Marx vird also als Batküllar dar Idaologlaa-i--gaaam 

so wia dar Pragmatismus — aaarkaaat|abar als Matarialiat abaaao wia als 

Hagaliaaar abgalakat: Soral laktt aa ausdrüekliak ab|dla marxistiscka Tom 

Hagalsakaa Bagrlffa daa Waltgaiataa baatlmmta imaamaata Eatwickluag zum 

Soaiallsmus abaulakmam.Es gibt für ika übarkaupt kalaa mögllaka Dautumg 

daa aasekioktsvarlaufaa — tkaologisaka uad matarialiatlaaka Oasakiakts« 

philosopkia atakaa für ika auf glaiakar Bbaaa — as gibt abaa aur mögllaka 



■?t 



. — ' 



YII. 

Amalys«» &«r g«rad« wirk«»*«« ür8aek«r«lk«m.S«lB« W»ltai8«kaau»g ist 4ir«k 
daa MoralisHtts b«stiB«t,d«r ab«r il« zu trlupkitr«» brattkt,mag amtk 
«i& kl«r z«igt sick stla« Bizltkumg za> Imtultiomlsmms B«rg8o»s— 8t«t8 
als zu rsallsitrsii gsgsbsa ssla.Sli« M«asckkeit,dis umBopallsek.d.k, 
uikä.pfsrisek l8t,8lskt Sopsl »ickt Us gsscklektjick a»,»ag sis auck dl« 
raffl«lsrt«8t8 Kultur kabsi— d«aa si« kat «bt» d» Slau für das Msisekstim 
vtrloMB.Der IituitloulsBus folgt aus dsr Ablek»u»g dss abstrakt«», Iksorls 
ai«rk«u&«id«> Ratiomali 8«us—«r ist eiufaek Folg« d«s mit d«m Faktum d«r 

« 

m«»sekllek«a Bxist.az g«g«b«a«a moralisek«» simiis.Da dl«s«r Moralismus »iekt 
•twas allg«m«l« Mtiscaickss ist, da di« Bed«utUBg d«r Mitt«lmä8sigk«it 

für di« f«ltg«8eklckt« «iekt gross g«»»g amg«s«tzt «rde» kama Sor«l l 

kalt Marx vor,8i« «i«kt g«»ug b«i s«i»«r Gesekicktspkilosopki« b«a«kt«t 
zu kab««~-v«pbiad«t «r siek mit Paretos Sllt«id««.Eia« Elit« mit meraliseksm 
Siam,mit Simi für di« Notw«adigk«it d«s Kamfss für um das Me»8ck«»tttm,da8 - 
wirkliek m«>sekliek ist— d?is ist di« B«d«uttt«g d«s Sor«lsck«a T.raimus: 
Das Sublim«~,di« also »iekt im Osmuss u»d ütopismus sick «P8«köpft,ii 
•«kt.r W«is« zukttaftsg«ri«kt«t i8t,-das ksisst auf «im« yoi Moral bestimmt« 



W«lt,«im« W«lt d«8 Kampf««— , ist für Sor«l8 social« Dyaamik «Btsek«id«ad. 

Di«8«s Soksma fükrt zu iBt«r«8saBt«k D«utUMg«m 
vom g«8«ki«ktlick«» Vorgä»g«a.Dab«i ist «s b«z«ickB«ad,da88 di« im d«r 
latuitio« d«r Zttkumft g«g«b«m« Mytk« siek im 7«r8«ki«i«B« social« umd 
l*«ologisek« Form«» kl«id«u kaBa.Sor«l ist «b«m8o Tom römlsek«» Bürger 
b«g«ist«rt,d«88«m R«ekt auf d«r Würd« aufg«baut ist, vom römisek«» R«l«k 
aas k«ia« Kompromiss« mit s«ix«> F«i]id«i 8«kli«8st,iri« vom Möacktum, 
as di« Elite d«9 Ckri8t«MJUi darstsllt,!» d«r träge g«word«»«MMa88« 
•m Sima für das Sablim« »««kt.Auf dl«s« a«s«ki«kt8d«utttag«a Sor«l 






»^^-' 



VIII • 



AI« oft s%kv b«d«iklloh 8lid|Vl« b«8omd«98 8«lM Amaly8M d88 eliaplstlltt 
ekM Alt^rtims •rw8i88i— k&mi a& di888r St8ll8 Bur liiig8wl«88i wtrdM. 
EBt8ok8idMd i8t li iha«! dtr btvusBt umattaphysisek« Zag.Dl« lakrkitlt« 
uBd S8im8frag8 wird Jti% g«8t8llt.Sl8 l8t für Sor«! «imfadk siimlos.DMi 
•8 kOMMt B«r suf dl8 B^zitkuig zum sozlpltB L8b8B UBd auf das durok das 
posAtlVB Faktum dtr atusekliek^B ExlsttBz g«g«BbBBt Horallstkt aB« 



j<a D8tttuBg8B dtr G^gtBwart t 

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b8l 88lBar ABalys« d«r a«g8Bvart|für dl« 8«lB prol«tarisok«r Soslallamus 
«iB« z«Btral« B«d«utttJig b«8ltzt.Br l8t für das Proletariat, w«ll «r glaubt» 
dass «8 dl« Borall8ok«|g«g«B dl« UBBorallsok« 6ourg«ol8l« kämf«Bd« Orupp« 
iBt.Bs l8t iB d«B für «8 b«z«l«kB«Bd«B MytiiO« d«8 a«B«ral8tr«lk8(d«r dl« 
z«Btral« poaltlv« B«d«utUBg d«9 Arb«lt d«8 Prol«tarlat8 für dl« a«g«Bvart 
uB «lB«B «xtr«fli«B Fall««^boll8l«rt)Iräg«r des SubllA«B.Da8 Sor«l8«k« 
Prol«tarlat kat Bl«kt8 ailt d«r Maas« d«r ArA«B|ZU 80kl«okt b«zakltM Ar»- 
b«lt«r U8W.2U tUB.Ea Ist auok kelB«sw«g8 astllBdustrl«!! «lBg«8t«lIt. 
Is 0«g«Bt«ll:AB St«ll« d«8 aruBdb«8ltz«8 1b d«r röal8«k«B W«lt Ist «s 
für die Arbelt Im Betrieb getreteB.AB dieser Stelle zelgeB slok bei Sorel 
^iBlg« b«d«Bkllck« Züg«,dl« «r b«l ABd«rB als /usdruok dss UtoplSMUs 
b«2«l«kB«M würde« So glaubt «r^das 

AktloB d«s Prol«tarlat8|Bur 1b mässlgsB ar«B8«B sum rok«B I«rror fttkr«B 
würd««Ab«r MaB muss aBi«r«rs«lt8 sagsB^dass auek d«M Prol«tarlat« g«g«Bi« 
üb«r,das iB dlr«kt«r AktloB stskt^das glslok« gilt, was d«r P«ssiMlsMU8 
Sorsls g«g«Büb«r all«B aBd«rB so«lal«B Er8ek«lBUBg«B f«8t8t«llt««Das 




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IX. 



SablUt «rvtlst »itk »ur als lrl«bkp&ft,«8 wir* »itlit r«alisi«Pt,wif Ja 
das Moralissks »tsts marsall slsffbar blslbt.So kau Sorsl is» Bolsskswis- 
■«8 bsgpüsssi als aspr&ssstalos dss SublUsa i» uBssrsr Wslt isr Ysrtot- 

tstsB ÄsaoralissMsa Ds«okffatl«m,o]ias dass sp sisk übsr ssias bssoadsrs 
soslals uad aatiboaals Bsdiagtksit uaklar ist. Das Oskoaoaiseks bssltat 

dana für Sorsl slas satsoksidsads Bsd«tttaag,¥sil tr als altsp lagsaistt» 

dsa tsokaiscksa Portsokritt positiv wsrttt.Br glaabt,dass dsp prolstari- 

seks Sozialisaas siasa Aasbaa ditsss sektsa Portsekritts briagsa wird. 

Aasdrüöklick Iskat «r &lls gsgsa dsa ladastrlalisais uad sslas Amsbrsl- 

taag gsrisktstsa pkilaatkropissksa Hslorasa ab. Der Sozialisaus ist für 

Ika «twas Korall8Skss,dsr Kaapf dsrsr,dls wirklisk arbsitsa aad daksr 

dis asasskllsks Würds vakrsa. 

Aas Bopalisoksa Grüadsa Iskat sr dis Bour» 

gsoi8is,ikr asgias,dis parlamsatarisok« Dsaokratis wis ikrs Idsolog*s 

41, portsskrltts-uad Eatwisklaagsillusioa — »b.Hisr ist allss Subllas, 

allss Kämpf srisoks ausgssckaltst.Dsr Optiaisaas disat dazu, dis Plaokksit 
dss Lsbsaa aa vsrdsoksa.Dis Portsskrittsidsologisa siad aar idsologis»hs 
Vsrksn'liskiagsa dsr zur Hsrrsskaft gskoaasasa Bourgsoisis,dis zasrst 
ikrs Usbsrlsgsakait übsr dis Aristrokatis bsgrüads»,daaa dii Arbsit ik- 
rsr StaatsB&aasr als dsa Gssstzsa dsr Wsltgssskiskts satsprssksad kl», 
stsllsaeadllsk ikrsa fäklsra aad Hilfstrappsa sskasieksla massts.Dsr 
Bourgsoi» ist für Sorsl sias üsbargaagsarsskslauag zvissksa dsa bsld« 
aaf Würds uad / astrsagaag, aaf Kampf bsruksadsa Bpoeksa dss Adsls aad 
dss Frolstariats.Oad sr srwslst sisk bsi disssr Ablskaaag dsr aaaorali- 
seksi Bourgsoisis Toa siasr aitlsidslossa Koassqasaz.Er kökat übsr ikrs 
Ssk¥äskli9kksit,dis sisk ia ststs asa auftaaeksatsa sosialsa Tksorisa 
äasssrtjia siasr raffiaisrtsa Kttast,dis wis Hagis übsr dis Kot dss Lsbsas 
kiawsgkslfsa soll^übsr ikrs Pssudorsligio8it&t,wsleks dis asligioa— 



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wlt bti d«m Mod«rilst#i — tiitp absolut gtsttzttm Wiastisckaft — odtp 
b«i 4o soelalti Katkolikt» — tiMr sotial« RtforÄ,ti« lickts btdMttt, 

uittrordÄ^t.Sti gamztr Haas abtp UMd ki«rii ztigt sick tli« V#p« 

biidtt»g Bit d« Bolsektwl8MU8,wi« sitk i» 4«r B«to»tt»g d«8 Ka«pX»o»«»t«s 
41« Verbi»dumg zu« Pasckisnus g«z«igt katt« — gilt d«» ▼•rbürgerlickt«», 
parla««it&risck«a,taktisekM Sozialist«» wl« »twa JatUs^d» Sozialist!- 

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s«k«B Tk«or«tik«r»,41« Marx i» abstrakter f«is« i»t«rpr«ti«r««,4.k.di« 
▼•rä»4«rt«4 80«ial« Slt»atio» i» ikrtr Kig«»art ai«kt «rkMaMtWi« «twa 
Raatsky. 

Pt Vat«r 4t rtii» politisektB u>4 soeialt» Aktiyit&t . 

Di« Pragwür4igk*it 4«8 Sor«l8ck«» Sektmas 
li«gt /LjU/lU^/HM i» 88l»«r sckweiabar«» Tk«ori8fr«ik»lt.Pür Sortl ist 
alias Ms a«f die social« lirklickk«it relativ, 4i« ab«r i« üat«rscki«4 
zu d«« k«ttte iibliek g«worde»ea Soziali8«»8 »iekt als etwas i« siek g«- 



s«klo8s«»«s,TollkoM..«aes aag«8«k«a wird.Das Moralisck«,4as Sor«l ai«rk«Bat, 
«»tkält «i» Mo««it,4a8 über di« social« lMaaB«BZ kiBau8fükrt.Ab«r 4a88 
•8 ¥l«d«rm« als r«i» positiT«s FakttiB g«s«k«> wird, 4a att84rü«kliek all« 
T«l«ologi« «»4 Oatologie abgelekit wir4, ergibt siek die Tatsaeke,4a8S 
«s wi« nll«s I4£«ll« »ur i» sei»«r aktivi«r«a4«» Puaktioa ges«k«B wir4. 
Di« Boralisek« Basis wlr4 4a4mr«k gl«icksa« i« ikrer Stabilität b«4rokt. 
Gewiss, Sorel s»«kt elae metspkysikfreie Lekre ro» 4e> treibeade» I4eolo- 
giea aa4 soeialea Verk&ltaiss a «it Hilfe eiaer pragaatisekea Erkeaatais- 
tkeorie aa4 aarxistlseker Klasseaaaalyse zu gewiaaea— aber 4aBit relati« 
lert er 4as Absolute 4es Moralisekea.Mag 8eia,4a8s bei ika selber 41es« 
psekütteruag aiekt eiatritt— geaau so wie bei Prou4koa— aber 4eaao«k 



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wird dmrek 8«im« M«gatiom aller MttapkyslK dl« tom positivistislietm 
19.aahrlimjii«rt •Imfatk als stlbstTtrsUMdliek ük«rAOM««ji wlrd^dtr W«g 
stt «iitr r«imM^for»Äli8i«rtM Politik gtlüktt.Dtr Ka«pX wird znm 
Kaapf iB 8#iM«r selbst willss-^das Istzts Batsrislls Bsgrüadmsgs» 
■oasBt bei Sorsl^das Moralissk«,f&llt wsg,das gaiss Ltbsm wird dadmrsk 
TOB ditssB polltlsektB KaBpf« aws gsdBBtBt^ksiB BSktss Terkältiis zw 
•iBer Idss ist Böglitk — dSBi sie wsrd«» all« rsiB positiwlstisek g#> 
dsBtst,Bask ikrtr Qualität als Stütz« dsr sosialsB usd politisckes 
OrdBBBg gBwsrtBty wobei umter UmstäBdSB awf GrBBd positiwistisekM 
IraditioBalisBBS der ZusaMBeskasg eiBss bestimBtes KaspfzeBtruBS 
Bit eiser bestiBBtsB Idee aBerkasst wird.Dies« SoeiolisieruBg der 
Welt wird dadwrck liekt geäBdert,weBB bbb is üBtersekiede zw Sortl deB $/ 
Staat positivistisek wertet, Biekt daraa t;l&Bbt,dass er dwrek eise ökOBo« 
Biseke Gruppe ersetzt werdei kasB^auek die Diktatur des;^ Proletariats 
als eiiea Staat aBsekead. 



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{A«8 i«r •a«niaiii«"Tom 13.Aprll 1929.) 






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I9pi Vtrlae von J. 0. B. Mohr (Paul Sl«b««k} TOblnffn. 



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la W«rk MM wabtxm nthmen die ArlJtlt« lur ThtorAe d«r Wlssan»^^ 
insbesondor« lur Öxnmllagung der Oeaohldhtewlßsenöohaft und dmr So»lo^ 
losle «InÄ erhaULlohin Raum «In« E« ftihlt daher nicht an einzelnen 
Untersuohungent welol» sich la weeenWllchen (lamlt Taogaüaent die lnr»?e 
Logik dieser Arbelt von Weber auf mdecflcen* Scheltlng« Arbelt gtiht über 
einen so begr#n«ten Aaf sabwikrel s hinaus. Er unternlnuBt ea» erstens 
au selgent welchen Ort die methodologischen Arbeiten Im Oeaamtwerk 

Uax Webers elnnehsent sweltens selgt er» weichte die methodologisohe 

Haltung Max Webars gpsarflber der n^dsrnen wissenssoslologle wttre» und 

drittens weist er darauf hin, welche Grenzen die Weber •schs methodolo-^ 

glsohe Arbelt aufweist # und wie er selbst In seinen konkreten hlstorl* 

sohen und soziologischen Arbeiten, vor allem in der Rellglonssozlolosl^ 

und In seiner Analyse politischer Haltunesn über die von Ihm selbst em 

•etsten Grenzen der fVlsaenschaftsmethodologle hlnaisgefat« Hit Reoht 

wird von Soheltlng darauf hingewiesen, wie tief bestimmte ethische Hai- 

tungen nicht nur das wissenschaftliche Werk «Gebers überhaupt, sondern 

gerade seine methodologische Arbelt bswefft haben. Soheltlng sieht alt Rech 

wie sehr ein grosser Teil Ton Webers methodologl sehen ProbOtemen, vor 

allem das Problem der kausalen Zureohnuns» <lM tlüoretls^e Bewusstsein 

eines Menschen Ist, der In seltener Welse »um Handeln prädisponiert war# 

Es Ist daher richtig, wenn Soheltlng betont, wie das Ethos der ¥brantwor- 

tungMthlk dem Werk von Weber In seinen yerselilodenen wlBesnschaftllohen 

Auestrahlungen augrunde liegt. Von dieser Voraussetaung der Weber* sehen 

Arbelt führen darm Wege tu der metjUptayelsohen Position if^ebers, welehe 

Sohfltlng auch hellsichtig andeutet und beschreibt. Besonders wex^roil 

Ist der dritte Abschnitt des Buches, der sich mit der wi? scnörtoaloloKle 



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- 2 - 



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auMlnandors^tzt. Soheltlng b^fasst Bläh Tor allem alt d«A Artelt^n 
von Karl Mannhela wA suoht d«ren •rkenntnlath^orotlaoh» Grundlage su 



ergrOnd^n^ 



pariikular«n 



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und missllngen auast»« Sehr riohtlg welet er damuf hla# wie die Sjamanenti 9 
logleehe Strukttir äi^r kausalen Zurechnung eine Relatlrlerung der theoretl« 
sehen SphSre ujadmaglloh maoht, wlerlel Faktoren auch Imnr historisch und i 
psylhologlsoh die Erkenntnis«» Intention hestlxnment fQrdem oder 
ken magern Besonders wichtig Ist das letzte Kapitel des Buchest das von de 
drenzen der methodologischen Selbstlnterpretatlc» handelt» Scheltlng betonti" ^1 
mit Rechtt dass die materlAlle Leistung F/ebers weit über seine Methodologle| 
hinausweist« Vor allem weist er nas }x$ wieviel Unklarheiten Im Begriff de^ 
Idealtjrpus vorhanden sind» Man findet keine scharfe Si^heldung swlschen X^^i 
dlvlduallsierender und generallsierendor f^thode uÄekelne gpnaue Trennunjt \ 
zwischen einem kausal •genetischen Typus und akausal«ldeellen Typus« In der 
konkreten Arbelt verwendet Weber dagegen neben kausalen Begriffen noch sol- 
che nicht kausaler Besiehungesi und einer besonderen Form das Vena ts huenst 
welche als Sinndeutung Ideeller Art bezeichnet werden können« So steht 
Webers Begriff des Verstehens swlschen DUthey und Rlokertt denn es gibt 4 
für Weber nicht nur ein Verstehen des Irrealen Sinnes« sondern ebenso ein 
Verstehen des realen Motivs des Sprechenden« So wird das Verstehen bei We-i 
ber 2U einer besonderen Art der Realeztenntnls» welche weltgehend attf eine 
Erkenntnis konkreter menschlicher Typen und Rangstufen ausnOndet« 
Es ist ein Verdienst der Arbelt von Scheltüg nachdrücklich daraiif hlngewie 
sen SU haben, wie In der konkreten Arbelt WeberSt vor allem In ier Rellgiong 
•ozlologle echte Blnndeutung geistiger Gestalten In ihrem immanenten sinn« 
haften Zusammenhang eine rein kauealei psychologische Analyse verdrängt/ 



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Duplikcit 



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49 



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Elite die selbstsüditigen Interessen der- Industrieherren in Sdiran- 
ken weisen und sie zum Dienst an der Gesellsdiaft zwingen könne, 
wenn sie selbst die oberste Macht in Händen hält: 

Es war der Traum dieser Soziologen, und es ist wichtig, daß wir 
das im Auge behalten, die Menschheit in einer weltumfassenden 
Organisation zu einigen; und es war ihr Glaube, daß sich aller Fort- 
schritt des Abendlandes auf dieses Ziel richte. Die Entwicklung vom 
isolierten Volksstamm über den Stadtstaat zum Nationalstaat ließ 
ihnen den Schritt zur Weltverbrüderung als logische Konsequenz 
erscheinen. Dann würden die Menschen überall auf der Welt gleich 
sein, dieselben Verhaltensweisen haben und von keinen nationalen 
und politischen Grenzen mehr getrennt sein. Die nationalen Gesell- 
schaften, die sich in der Vergangenheit in sinnlosen Kämpfen -zer- 
fleischt hatten, würden in brüderhcher Liebe regiert werden, und die 
Menschen würden sich überall ohne Feindschaft begegnen. Und 
warum dies alles? Weil die Grausamkeit des persönhchen Ehrgeizes 
im Wirtschaftsleben wie in der internationalen Politik von einer Welt 
abgelöst worden wäre, in der die Wirtschaft das Feld desinteressier- 
ter Sozialingenieure sein würde, deren einziges Ziel die Verbesse- 
rung der Lage der Menschheit wäre. 

Ist solch eine Philosophie irrational? Der Verfasser glaubt das 
nicht Man kann Bemühungen um^ die Verstärkung der Zusammen- 
arbeit und Homogenität der Menschheit nicht als irrational bezeich- 
nen. Außerdem hat Comte sehr genau die allgemeine Entwicklungs- 
richtung vorausgesagt, die die technische Welt einzuschlagen schemt; 
Der Marshall-Plan und das Punkt-Vier-Programm sind, von ihren 
Wirtschaf thchen und politischen Zielen abgesehen, ausemem dem 
Saint-Simonismus ähnlichen humanitären Geist geboren. Doch diese 
Philosophie umfaßt nicht nur wissenschaftUdie Voraussagen, sondern 
auch das aufrichtige Bemühen, die konstruktiven Möglichkeiten der 
Wissenschaften in einem industriellen Zeitalter aufzuzeigen. Sie bleibt 
durchaus in den Grenzen einer sinnvollenVorstellungskraft, wenn sie 
das Bild einer in sidi geeinigten Gesellsdiaft entwirft in der jeder- 
mann wirkUdie, wenn audi bescheidene wirtschaftlidie und soziale 
Sidierheit besitzt. Es liegt etwas Humanes, ja, man mödite fast sagen 
etwas Bürgerlidies, in ihrem Gedanken, daß niemand der sozialen 
Struktur des Lebens wegen leiden sollte. Die Absicht, die Überreste 
der Hörigkeit und Sklavereien beseitigen und dem sonst autonomen 
Fortsdiritt der Wissensdiaft eine Riditung zu weisen, konnte durdi- 
aus Teil eines sehr gesunden und vernünftigen Programms sem. 

4 Salomon, Fortsdiritt 



-7. nn- mc? 



50 



Das Irrationale an dieser Soziologie ist hingegen die Idee, daß eine 
Kollektivsympathie irgendwie die notwendige Ergänzung des wis- 
senschaftlichen Rationalismus bilden müsse, und daß der moderne 
Mensdi in zwei Teile zerfallen soll, in den wissenschaftlich-rationalen 
und in den subjektiv-irrationalen. Diese Vorstellungen sind so ab- 
strakt wie die Methoden der Naturwissenschaften und führen zu 
einer verhängnisvollen und f alsdien Betrachtungsweise des Menschen 
in der Geschiciite. Auf diese Weise wurde aus dem ernsten Versuch, 
die Sozialordnung neu zu gestalten, nicht eine sozialwissenschaftliche 
Analyse, sondern eine sozialethische Heilslehre. 

Viele Religionen haben den unbedingten Glauben an ihre Dog- 
men verlangt, das Besondere dieser neuen Religion ist aber, daß 
sie die völlige Unterwerfung unter eine Geschichtsphilosophie for- 
derte, die Theorie und Praxis miteinander verband. Balzac nannte 
diese Soziologen Seher, die das Zeitalter der Intellektuellen ein- 
leiten. Sie fühlten sich mit 'den tatsächlichen Gesciiehnissen in der 
realen Welt eng verbunden, da sie ja die letzte Wahrheit der Ge- 
schichte zu besitzen glaubten. Ihre Ideen, Versuche, Streitigkeiten 
und Entsciilüsse fanden im gegenwärtigen geschichtlichen Augen- 
blick statt, nic^t außerhalb von Zeit und Raum. Ihr Laboratorium 
war die Gesellschaft und nicht mehr das Gefängnis des vorwissen- 
schaftliciien Denkens. Da sie in ihrem Geschichtsbild gebunden 
waren, konnten sie nicht einmal schwerwiegende Unstimmigkeiten 
untereinander haben. Das Ziel war vorausbestimmt, dem Ingenieur 
und dem Wissenschaftler verblieb nur nodi die Möglichkeit, die 
Zweckmäßigkeit der Mittel in Frage zu stellen. Dieser Wandel der 
Betrachtungsweise kennzeichnet die Entwicklung von der univer- 
sitas literarum zur technischen Lehranstalt. Da dem Wissen- 
schaftler die Zukunft bekannt war, so war es seine wichtigste Pfliciit, 
für den zukünftigen historischen Augenblick gerüstet zu sein. Ein 
neuer Held war entstanden: der Faciimaim. 

Diese französisdien Soziologen glaubten den Schlüssel für die 
endgültige und vollkommene Sozialordnung in Händen zu halten — 
endgültig weil sie wissenschaftlich beweisbar sein sollte, vollkommen 
weil sie alles soziale Handeln und Denken durch eine Sinn und Ziel 
der Gesellschaft endgültig bestimmende Weltanschauung erklären 
wollte. Die Verbindung von wissenschafthchem Fortschritt und hu- 
manitärem Mitgefühl hatte das letzte Hindernis für die Rationali- 
sierung der Massengesellschaft beseitigt. 



Viertes Kapitel 
Die Fortschrittsreligion: Mythos und InhaU 

Die politische Revolution befasse sich nur mit bloßen Äußerhch- 
keiten, meinten Saint-Simon und Comte, sie erfasse überhaupt nicht 
die wirklichen großen Aufgaben der Zeit, und daher könne nur eine 
totale soziale Revolution die Menschheit ihrer Vervollkommnung 
entgegenführen. Sie behaupteten, daß dieses Ziel auf friedhdiem 
Wege erreicht werden könne, obwohl sie eigentUdi hätten wissen 
müssen, daß dies unmöglich ist. Keine Revolution kann friedlichen 
Geistes sein, und ein totaler Um- und Neubau der Gesellschaft wird 
immer mit Gewalt verbunden sein. Vor allem aber konnte sich Saint- 
Simon nie mit der Tatsache abfinden, daß eine Revolution, die 
Theorie und Praxis verbinden soll, nicht ohne revolutionäre Aktion 
verwirkhdit werden kann. Einerseits beschrieb er den zukünftigen 
Sieg der Wissenschaft, als ob sich dagegen kein Widerstand erheben 
könne, andererseits verfiel er in die polemische Sprache eines miU- 
tanten Revolutionärs, um seinen Standpunkt klarzumachen. Seine 
Besdireibungen der Zustände seiner Zeit sind voller Beschuldigun- 
gen und Verdammungen, und gelegentlich verfällt er in einen fast 
apokalyptischen Ton. Er sprach unablässig von der „Anardiie" seiner 
Zeit, so wie es auch Comte tat. Sie meinten damit nicht nur wie Marx 
eine „Anarchie der Produktion", sondern eine viel komplexere und 
umfassendere Anarchie: das existenzielle Chaos, das ihre Welt auf 
jeder Lebensstufe vergifte. 

„Anardiie" ist ein Schlüsselwort dieser Soziologen. Es bezeidmet 
bei' ihnen einen sozialen Zustand von derartiger moralisdier Un- 
sidierheit, daß alle Menschen zur Zerstörung alles einstmals Be- 
stehenden getrieben würden. Durkheim würde das „Anomie" ge- 
nannt iiaben — den Tod des Geistes und damit den zügellosen Aus- 
brudi der barbarisdien Kräfte unter einer äußerhdi friedUdien Ober- 
flädie. „Anardiie" bedeutet eine Zeit, in der keine der miteinander 
ringenden Glaubensriditungen sidi durchsetzen kann, wenn sie mdit 
den Sdiwadien Heimstatt und den Starken Führung bietet. Sie 



52 



wird mit Worten wie „Entfremdung" und „Wurzellosigkeit" charak- 
terisiert, und immer bezeichnet sie einen Zustand, in dem der Geist 
in seinen Grundlagen und seinem Bedeutungsinhalt ersdiüttert ist. 
Das entsprach auch den persönUchen Erfahrungen dieser französi- 
schen Denker. Sie waren in einem durch Kriege zerrissenen Europa 
aufgewadisen, und nadi dem Zusammenbruch des napoleonischen 
Regimes waren sie plötzUch der glanzvollen Möglichkeiten des 
Kaiserreiches beraubt. Der nationale Ehrgeiz mußte sich irgendeinen 
privaten Gegenstand suchen. Man muß sich immer fragen, was mit 
denjenigen geschieht, die im politischen und sozialen Leben ihrer 
Zeit eine besondere Rolle gespielt haben, wenn ihre Lebensgrund- 
lage plötzlich zusammenbricht. Durch den Fall Napoleons wurden 
große Teile des Offizierskorps und der Intellektuellen in eine Lage 
versetzt, in der sie zu ihrem eigenen Napoleon werden konnten; es 
war ihnen die Möglichkeit gegeben, das zu werden, was wir heute 
als das faschistische Potential eines jeden Zeitalters zu erkennen 
gelernt haben. Das waren die Leute, die die^ Gesellschaft so dauer- 
haft und endgültig umbauen wollten, daß s'ie nie wieder in ihren 
ursprünglichen Zustand zurückkehren können sollte. 

Vielleidit ist es nur natürlich, daß diejenigen, die die napoleoni- 
schen Jahre erlebt hatten, der folgenden Zeit besonders feindlich 
gegenüberstanden. Sie stellten diese Welt als völlig chaotisch dar; 
sie sahen überall Unordnung; sie führten zahllose Beispiele für die 
Paralyse der Autorität an; sie wiesen auf die zu einer Wettbewerbs- 
. Wirtschaft gehörenden irrationalen Konflikte in der Industrie hin; sie 
griffen die Spezialisierung der Wissenschaften an, die die Einheit 
der Wissenschaft zerstöre; sie beklagten die Ungeistigkeit der Kunst. 
Alles in allem fühlten sie sich auf dem Höhepunkt einer moralischen 
Krise, die sich seit dreihundert Jahren beständig verschlimmert habe. 
Seit der Reformation und der Renaissance — in Frankreidi seit Mon- 
taigne und Descartes — habe die Betonung des individuellen Be- 
wußtseins den Blick des Menschen ganz auf das einzelne Ich gerichtet 
und dabei die Werte des Sozialen unberücksichtigt gelassen. Der 
Individualismus, der die „Anarchie" der Zeit verursachte, habe das 
Zusammengehörigkeitsgefühl der Menschen zerstört. Die Krise sei 
bereits derart ungeheuer, daß intellektueller und wirtschäfthcher 
Egoismus als oberster moraUscher Wert anerkannt werde. Der Sub- 
jektivismus des 19. Jahrhunderts wurde Saint-Simon und Comte zum 
Barometer für die wachsende Anarchie ihrer Gegenwart. 

Es ist geradezu ironisch, daß Sozialwissenschaftler, die doch eine 
wissenschafthdie Gesellschaft aufl)auen wollten, zu einer derartig 



\i 



55 



religiösen Bedeutungsinhalt abgetrennt werden, den die Menschen 
ihren revolutionären Handlungen verliehen haben. 

Friedrich Schlegel schrieb einmal: „Der revolutionäre Wunsch, 
das Reich Gottes zu realisieren, ist der elastische Punkt der progres- 
siven Bildung und der Anfang der modernen Geschichte"*). Dieser 
Satz zeigt wie kein anderer deutlich die romantische Idee, nach der 
das Reich Gottes hier und jetzt errichtet werden könne, nicht erst am 
fernen Ende der historischen Entwicklung. Was Schlegel hier aus- 
sprach, hätte natürlich ebenso von irgendeinem anderen berühmten 
Romantiker gesagt werden können '■ — von Coleridge, Shelley, No- 
valis — oder auch von einem der Romantiker der Soziologie, denn 
sie alle haben den Fortschritt mit der Religion identifiziert und die 
zunehmende geistige Bildung mit neuer Religiosität zu verbinden 
versucht. Dieses Bedürfnis nach neuer Religiosität ist für die Ro- 
mantik sehr charakteristisch. Die Romantiker waren über die sich 
neu eröffnenden Bildungsmöglichkeiten begeistert, zugleich aber 
waren sie niedergeschlagen, weil sie sich als Gebildete in einer Welt 
von Philistern und Bourgeois verloren vorkamen. Das Selbsterlebnis 
des modernen Intellektuellen vereinigt in sich die Erfahrung von der 
Macht des Geistes mit dem Gefühl der Entfremdung von der Gesell- 
schaft. Das ließ bei den Romantikem das Bedürfnis nach einer mes- 
sianischen Religion entstehen, die sie in der Fortschrittsreligion 
fanden. 

Der romantische Fortschrittsbegriff unterscheidet sich grundlegend 
von dem früherer Geisteshaltungen. Im 17. Jahrhundert hatte man 
im Fortschritt die Überlegenheit des modernen gegenüber dem klas- 
sischen Geist gesehen. Der Angriff auf die Klassik war in erster Linie 
ein Angriff auf die Autorität. Selbst Turgot, der einen so bedeuten- 
den Beitrag zur FortschrittsreHgion geleistet hat, wagte es noch nicht, 
seinen Theorien religiösen Anspruch zu verleihen. Fortschritt be- 
deutete für ihn totale Revolution, die unmittelbare Beeinflussung 
der Gesellschaft als einer Ganzheit durch die Theorie. Auch Spencers 
Soziologie des Fortschritts ist keine Rehgion, trotz des Einflusses, 
den sie auf die protestantischen Kirchen der angelsächsischen Welt 
hatte. Und die Aufklärer waren ausgesprochen antireligiös. Als aber 
Comte von Fortschritt sprach, meinte er damit etwas ganz anderes. 
Er beabsichtigte ein allumfassendes Wertsystem zu errichten. Durch 
eine Neugestaltung der Über- und Unterordnungsverhältnisse wollte 



1) Friedrich Schlegel, Seine prosaischen Jugendschriften, hrsg. von J. Minor, 
2. Bd., Wien 1906, S. 239. 



56 ' 

er dem einzelnen eine neue systematisch ausgebildete geistige Heim- 
statt geben, die an die Stelle der gottesfürditigen Religiosität treten 
sollte. Fortschritt hatte von der Renaissance bis zur französischen 
Revolution geistige Befreiung, Unabhängigkeit und sogar die Frei- 
heit selbst bedeutet. Mit den Romantikem' begann das Pendel zu- 
rückzuschwingen, zurück zum Mittelalter. Den Soziologen bedeutete 
jetzt der Fortschritt die Wiederherstellung der Sicherheit vergange- 
ner Zeiten, eine Zuflucht für die Opfer der „Anarchie". Die neue 
Fortschrittsreligion sollte, keiner Institution vergleichbar und seit der 
mittelalterUchen Kirche erstmalig wieder, die Menschen von jeder 
persönHchen Verantwortung befreien, da alle Entscheidungen den 
Führungsgremien der Gesellschaft übertragen werden sollten. Den 
Fortschrittsvorstellungen, wie sie vor Saint-Simon geherrscht hatten, 
könne man, so glaubten sie, nur auf eine Weise begegnen: irgend ^ 
etwas mußte die Funktionen eines transzendenten Gottes über- 
nehmen, irgend etwas mußte der Geschichte ihren letzten Sinn und 
Zweck verleihen. Dazu war es unbedingt notwendig, daß eine neue 
Ontologie gefunden werde, denn die alten Transzendenzvorstellun- 
gen waren im Materialismus und Atheismus des 17. und 18. Jahr- 
hunderts untergegangen. Das, was sie suchten, nannten sie Huma- 
nität. Einige sprachen auch von Volk oder Nation, aber die soziale 
WirkUchkeit, die sie meinten, war die Gesellschaft. Die Geschichte 
wurde den Romantikem zum Schöpfer der Welt des Fortschritts, 
zum Träger absoluten Sinngehalts. Für Hegel, Comte, Saint-Simon 
und Proudhon war der wahre Sinngehalt der Geschichte die Selbst- 
verwirklichung eines sich herausbildenden Absolutums. 

Wenn die Errichtung des Reiches Gottes auf Erden, wie wir ge- 
sagt haben, eines der wichtigsten Bestandteile der neuen Fortschritts- 
idee war, dann muß man den sozialen Bewegungen des 19. Jahr- 
hunderts reUgiösen Charakter zugestehen. Das Evangelium der Saint- 
Simonisten war ein panhumanitärer Kollektivismus. Comte sah darin 
einen weltHchen, wissenschaftlichen und gefühlsmäßigen Universalis- 
mus, der mit totaler Wirtschaftsplanung in Übereinstimmung ge- 
bradht war. Selbst die Lehren der '„gottlosen" Revolutionäre sehen 
sehr nach negativen Religionen aus. Marx' Atheismus wurde zu ^iner 
unangreifbaren Theologie geformt, die ein Kreis von Priestern aus- 
legte, die Rechtgläubigkeit und Häresie bestimmten. Wie Marx 
persönlich auch immer zu seinen Ansichten gestanden haben mag, 
die russische Version seiner Gedanken ist zu einer echten und inhalts- 
bestimmten Fortschrittslehre, zu einem religiösen Glauben imd einer 
militanten Kirche geworden. Der Atheismus von Bakunin und 



57 



Proudhon ist von allen am radikalsten in seinem religiösen Charakter. 
Das kann man schon aus dem glühenden Eifer erkennen, mit dem 
die institutionalisierte Religion bekämpft wird. Diese beiden Männer 
wußten genau, daß jede soziale Frage zugleich auch eine religiöse 
Frage ist. Sie hatten klar erkannt, daß die Revolutionen der moder- 
nen Welt nidit nur die bloße Neuordnung der Gesellschaft, sondern 
die Umformung aller menschlichen Institutionen nach dem Leitbild 
des Fortschrittsglaubens zum Ziele haben. 

In allen sozialen Reformprogrammen des 19. Jahrhunderts kann 
man die reUgiöse Grundlage entdecken. Das entspringt zum Teil 
dem pohtisciien Erbe dieses Jahrhunderts. Alle diese Sozialreformer 
waren geistige Erben des französischen Jacobinertums und der ReU- 
gionen der Vernunft, des höchsten Wesens und der Theophilan- 
thropie. Obwohl sie sich alle gegen die Revolution wandten, teilten 
sie doch ihren messianischen Charakter. Die Jacobiner, die diesen 
historischen Messianismus als Fortschrittsreligion begründet hatten, 
hnterließen dem 19. Jahrhundert die Vorstellung von einer geistigen 
Macht, die unabhängig von aller zeitlichen Macht, Geist und Seele 
der Menschen lenkt und den endlosen Prozeß der mensdiUchen Ge- 
schidite bestimmt. Daraus gewann die Vorstellung von der vollkom- 
menen Welt bei den Romantikern ihren normativen Charakter. 

Kemer hat klarer und schöner die esciiatologisdie Vision von der 
untergehenden Welt dargestellt, als es Proudhon tat. Er erbUckte in 
seinem Kampf mit dem KonstitutionaUsmus eine entscheidende Ver- 
nichtungsschlaciit; häufig verglidi er den revolutionären Kampf mit 
einem napoleonischen Angriff.' Im Untergang des Bürgertums sah 
er zugleich das Ende des Christentums. Obwohl er in der „letzten 
Stunde" seines Glaubens, wie er es nannte, noch einmal alles zusam- 
mengetragen hatte, was er zugunsten des Christentums anführen 
konnte, glaubte er, daß es unter den sozialen und poUtischen Insti- 
tutionen der modernen Welt zum Sterben verurteilt sei. Er schrieb: 

Alle Traditionen werden mißbraudit, aller Glaube abgesdiafft, während das 
neue Evangelium nodi nidit in die Köpfe der Massen gedrungen ist Das ist das, 
was ich die Auflösung nenne. Sie ist der sdiredclidiste Augenb id. m der Ge- 
sdiidite der Gesellsdiaft. Alles kommt zusammen, um die Mensdien guten WU- 
lens zu bedrüdcen . . . Idi madie mir keine Illusionen und idi erwarte es nidit 
mehr, die Intelligenz bei den Bürgern und den gesunden Mensdienverstand bei 
den Plebejern ... in unserem Lande wieder auferstehen zu sehen . . .Em Mor- 
den wird kommen und von einem fürditerlidien Zusammenbrudi gefolgt wer- 
den. Wir werden die neu Epodie nidit mehr erleben. Wir werden m der 
Dunkelheit kämpfen^). 

2)Proudho n, Oeuvres Completes, Neue Ausgabe, Band 10, Paris 1927, S. 250 ff. 



58 



1 o6r V 



Dieser Beschreibung des Schreckens läßt sich aus der Literatur der 
Zeit nichts zur Seite stellen, km^es finden sich genügend Stellen bei 
Saint-Simon, Marx und Comte, die die historische Lage mit ähnlich 
eschatologischen Worten schildern. Thukydides benützte bei seiner 
Beschreibung des Unterganges von Athen menschliche Motive und 
soziale Gesetze für die Erklärung dieses Geschehens. Weder Sallust 
bei seiner Darstellung der Korruption des römischen Adels noch 
Tacitus bei der des römischen Hofes verließen je den Rahmen der 
historischen und sozialen Betrachtung. Selbst in Augenblicken tief- 
ster Ergri£Fenheit, bei der Schilderung des Unterganges des von 
ihnen am meisten Geliebten, blieben sie auf dem Boden des mensch- 
lichen Verhaltens. Vielleicht muß man erst durch die letzten Stufen 
der christlichen Dogmatik gegangen sein, um die pax terrena 
mit der pax coelestis verwechseln zu können oder sich der ro- 
mantischen Vorstellung, Gott und Gesellschaft sei ein und dasselbe, 
hingeben zu können! 

Unter den neuen Religionen verdient der Saint-Simonismus be- 
sondere Aufmerksamkeit, und zwar aus zwei Gründen: erstens, weil 
die meisten französischen Soziologen in ihrer Entwicklung von ihm 
beeinflußt wurden, und zweitens, weil alle technokratischen Reli- 
gionen sich aus dem Saint-Simonismus herleiten. Darüber hinaus ist 
der Saint-Simonismus von besonderem Interesse, weil er dem offe- 
nen Ausbruch der kapitalistischen Gegensätze vorausgeht. Seiner 
Kirche waren alle willkommen: die Bankiers, Ingenieure, berufs- 
mäßigen Revolutionäre, Arbeiterführer, Sozialreformer und selbst 
die Kapitalisten. 

Der Saint-Simonismus verneinte die Existenz eines göttUchen We'- 
sens oder von etwas Heiligem. Seine geistige Kraft leitete sich nicht 
von einem transzendenten Gott her, sondern erhielt ihre Würde aus 
der Identifizierung des wissenschaftlichen mit dem humanitären 
Denken. Da die positive Wissenschaft einen die Zukunft aufzeigen- 
den Weltenplan lieferte, sollte die neue Priesterschaft in erster Linie 
aus den Wissenschaftlern gebildet werden. Von Dichtem und Künst- 
lern unterstützt, sollten sie .die zeitliche Macht der Industriellen 
stützen. Zweifellos würde dann die Religion — das heißt die Geist- 
lichkeit der Wissenschaftler — der allumfassende schöpferische Fak- 
tor in der sozialen Welt, der Schlüssel für das erfolgreiche Funktio- 
nieren der gesamten Gesellschaft sein. 

Die „Geistlichkeit" hatte bei den Saint-Simonisten eine weitere 
Pflicht: sie hatte die grundlegenden religiösen Normen auszuarbeiten, 
das Evangelium der Arbeit, der Brüderlichkeit und der Armut. Das 



53 



/ 



unwissensdiaftlichen Beurteilung der Lage kommen konnten. In der 
französischen Gesellschaft war zwischen 1822 und 1848 wirklich 
nichts eingetreten, das den Namen einer Anarchie verdienen könnte. 
Wir sehen in dieser Zeit die Anfänge des Finanzkapitalismus, eine 
besdicidene konstitutionelle Regierung, einige bemerkenswerte wis- 
sensdiafdiche Leistungen und eine Verfeinerung des Gefühlslebens. 
Ein Wissenschafder, der darin ein „Chaos" erblickte, konnte offen- 
bar keine zutreffenden empirischen Urteile fällen. „Anarchie" ist ein- 
fach keine wissenschaftUche Kategorie. Ein derartig unrealistisches 
Werturteil kann nur einem Wertsystem entspringen, das zur Wirk- 
hdikeit in keiner Beziehung steht. Unserer Ansicht nach ist „Anarchie" 
eine mythische Kategorie, und der Gegensatz von „Anarchie" und 
„Wissenschaft" ist eine mythische Antithese. 

Der Geschichtsprozeß ist keineswegs mythisch. Die historischen 
Ereignisse lassen sich als der Ausdruck rationaler und irrationaler 
objektiver Ursachen und subjektiver Motive verstehen. Der Schau- 
platz des mythischen Lebens liegt vielmehr in der Vorgeschichte. Wir 
besitzen dazu ausgedehnte soziologische und psychologische Unter- 
suchungen über das mythische Leben der Primitiven und wissen, 
daß sidi der Mensch auf dieser Seinsstufe als Sohn der Götter fühlte, 
der im Dienst der Götter stand, um ilire Feinde, die Dämonen, zu 
bekämpfen. Die mythische Welt ist von Göttern und Dämonen be- 
lebt, deren Kriege, Siege und Niederlagen das Schicksal des Uni- 
versums ausmachen. Die mydiische Welt gehört begriffUch zur Welt 
der Primitiven. Wie aber war es dann möglich, den Begriff „mythisch" 
für die Analyse einer modernen historischen Situation zu verwenden? 
Es gibt nur eine Gelegenheit, bei der der moderne Mensch aus 
seiner historischen Situation heraustritt und die alten mythischen 
Kämpfe zwischen Göttern und Dämonen wieder zum Leben erwedct, 
und das ist der Augenbhck der Revolution. Alle Revolutionäre, ob 
sie nun „Progressive" oder „Reaktionäre" sind, glauben sich im Be- 
sitz der letzten und absoluten Erkenntnis von Sinn und Ziel der Ge- 
schichte, und so muß ihnen alles, was sich in ihren Weg stellt, zum 
- letzten und absoluten Feind werden. Während einer Revolution gibt 
es nur nodi Leitidee und Gegenleitidee, zwischen denen kein Kom- 
promiß m^r möghch ist. Unter allen sozialen Gegensätzen ist der 
zwischen revolutionären Gruppen der extremste. Die Revolutions- 
parteien sehen sich gegenseitig in Bildern mythischen Schreckens: 
„Wir sind die Götter, sie sind die Dämonen." „Anarchie" trug für 
die Soziologen symbolischen Charakter; sie bedeutete alles das, w^s 
sie bekämpften; Anarchie, das waren die Dämonen., 



\ 



54 



Die modernen Revolutionen haben auf bestimmte Weise das my- 
thische Denken wiederbelebt und dabei haben sie auch die existen- 
zielle Unterscheidung zwischen dem totalen Freund und dem totalen 
Feind wieder aufgenommen. In der französischen Revolution stan- 
den sich die Adligen und die Bürger gegenüber. Die Kommunisten 
spielten später den Gegensatz zwischen Bourgeoisie und Proletariat 
aus. Die französischen Soziologen unterschieden in die Nichtstuer 
und die Arbeitenden. In unseren Tagen hat man die Juden den 
Apem entgegengestellt. Und in den Köpfen einiger ultrakonserva- 
tiver Amerikaner sehen wir einen mythischen Kampf zwischen Indi- 
viduahsmus und Sozialismus sich abspielen. Alle Angehörigen einer 
revolutionären Gruppe sind von dem Glauben an den alleinigen Be- 
sitz der absoluten Wahrheit besessen, und ihr Haß muß sich auf alle 
richten, die diesen absoluten Anspmch nicht anerkennen. Sie sehen 
in ihren Gegnern nur moralische Verderbtheit, während sie sich 
selbst im Lichte einer heiligen Gemeinschaft baden. Die französi- 
schen Soziologen blieben nur innerhalb alter Traditionen, wenn sie 
der eklektischen Philosophie Sterilität vorwarfen, während sie ihrer 
eigenen systematischen Philosophie die wahre Schöpferkraft zu- 
sprachen. Sie hatten dem Totahtarismus die Aura des Mythos ver- 
liehen, und damit verhalfen sie der Religion des wissensdiafthchen 
Fortschritts zur vollen Entwicklung. 

In seiner Rehgionssoziologie hat Max Weber die Beziehungen 
zwischen den Interessenmotiven und den Sinnmotiven sozialer Hand- 
lungen untersucht. Diesem Vorbild sollte man folgen bei der Betrach- 
tung der säkularisierten Religionsbildungen der Revolutionen des 
19. Jahrhunderts, die dem modernen Totahtarismus den Weg ge- 
bahnt haben. Wir haben uns schon so daran gewöhnt, unsere Gegen- 
wart als verweltlicht zu charakterisieren, daß wir im Niedergang der 
traditionellen Religionen schon das Ende der Religion überhaupt zu 
sehen glauben. Aber als Soziologen, die wertfreie Begriffe verwen- 
den, brauchen wir den Begriff der Religion auch dann nicht aufzu- 
geben, wenn seine spezifisch^ theologische Bedeutung nidit erfüllt 
wird. Deshalb können wir ruhig von den Religionen des Fortschritts 
im 19. Jahrhundert sprechen. In diesen Glaubensbildungen der indu- 
striellen Welt sollte man ebenso wichtige soziale Erscheinungen er- 
kennen wie in der Dynamik der sozialen Bewegungen und in der 
Vitahtät des totahtären Leitbildes. Wir müssen im 19. und 20. Jahr- 
hundert eine tief religiöse Epoche sehen, denn die sozialen und wirt- 
schaftlichen Fragen, die zur Lösung drängten, können nicht von dem 



59 



Interessante an ihrer Arbeitsethik ist, daß die Segnungen der Arbeit 
in ihrer unbeschränkten Produktivität gesehen wurden. Die)emgen, 
die arbeiten, tragen zum Wohl der Gesellschaft bei und gelangen 
deshalb in einen Gnadenstand, während diejenigen, die nicht arbei- 
ten, „Atheisten" sein würden. 

Was man auch von der Idee der Saint-Simonisten die ^ssen- 
schaftler in die neue „Geistlichkeit" einzubeziehen, halten mag, das 
Svangelium der Brüderlidikeit und die religiöse Verklarung der Ar- 
nien können unmöglicii wissenschaftlich begründet werden; si^^^^^^^^^^^ 

sich nur aus der humanitären Liebe erklaren. Es war der Versuch 
df Idee der Charitas in die soziale Wirklichkeit zu übertragen, so al 
ob die Verbesserung der Lebenslage der Armen -« -hgiT^ f ^^^ 
sei, das sicäi irgendwie aus dem Evangelium der Arbeit beriefe. Der 
Fehler in Saint-Simons neuem Ghristentum war n'^t^'^l/'^/.f */=''' 
es sS den Ärmsten und Elendsten in der Gesellschaft helfend zu^ 
want, sondern daß es behauptete, die Technologie -»bst sei eine 
Soziale hik die den Bedürfnissen dieser Gruppe entspreche. InWirk- 
M tJisfdiere Vereinigung von Technologie und Humanit^ wejr 
in sich logisch noch natürhdi, und diejenigen, die sie vertraten, litten 

an einem optimistischen Wahn. , „ . . ^^ R^ii„i„n 

Die Saint-Simonisten waren überzeugt, daß sich ihre Rehgion 
beSi Übergang von einer organisdren Geschichtspenode zur nadi- 
sten dem MUheismus überlegen erweisen wür J, w.l^s _Ji^^ 
letzten Reste des Gegensatzes zwischen Geist "'^d Jl^^J";^^^^^^ 
worden seien. Das war wirklich eine Lehre für ««^ -^^»«"^^'^^Xn 
und technisdre Gesellsdiaft. Sie nannte das Pantheismus --in den 
Worten Saint-Simons: „Gott ist eins; Er ist alles was . . Er offen 
hart sidi unter zwei Hauptaspekten, dem Geist "«^ der Materie^ )^ 
Ihren Predißten zufolge ruht die Grundlage des Göttlichen jedoch m 

Substanz die das All durdidringt, mensdilidie Gefühle und oe 
Substanz, cue laa:. komplexe Einheit der mensdi- 

danken treten, die '"i *.^1^^^^* ^SL Die mensdiUdie Natur 
Hdien Natur und des Goschen au^ruAn^U ^^^^^^ 

gelungen von Wissen, Sidierhcit und Liebe. ^ 

3) Doctrine de Saint-Simon, a. a. O., S. 251. 



60 

Das Glaubensbekenntnis der Saint-Simonisten enthält zwei Lob- 
preisilngen: die Glorifizierung der Arbeit und die Verklärung der 
Gefühle. Beides dient dazu, die sonst getrennten Kräfte von Geist 
und Materie zu vereinen. Dieser Glaube zeigt sich auf die verschie- 
denste Weise: in der Bekämpfung der Verdammung des Fleisches, 
in dem Bemühen, die RivaUtät zwischen den Geschlechtem zu be- 
enden, in der Einführung der Idee von der „totalen Person", und 
schließlich in der Suche nach der göttlidien Mutter. Man sieht, diese 
Rehgion hatte nur einen Zweck, nämlich jenen Intellektuellen, die 
das saint-simonistische Evangehum vom totalen Sinn der Geschichte 
und der sozialen Entwicklung verbreiteten, eine rehgiöse Würde zu 
verleihen. Doch trotz aller Hoffnungen der Saint-Simonisten, die 
Welt wurde durch diese Lehre nicht umgestürzt. Immerhin begei- 
sterte sie andere für die unbegrenzten Möglichkeiten, die in der 
Idee von der totalen Herrschaft lagen. 

Comte führte ^ie Lehre der Saint-Simonisten, sie systematisch 
weiter ausbauend, fort. Von Anfang an war der wissenschaftliche 
Positivismus mit der Humanitätsreligion verbunden*). Nach Comtes 
Ansicht wirken Wissenschaft und Rehgion vereinigend und ordnend, 
die Wissenschaft indem sie die Natur beherrscht, die Religion indem 
sie die-Gesellschaft lenkt. Die positivistische Religion verfügt über 
zwei Ausdrudesebenen, über die geistige und über die morahsche. 
Auf der ersten Ebene äußert sich die Intelligenz in Glaube und 
Dogma, auf der zweiten in Verehrung, Hingabe und Dienstbereit- 
schaft. Comte beschrieb den Glauben als die intellektuelle Bekräfti- 
gung des Dogmas, das in der Kermtnis des Universums die Gewiß- 
heit für die Verbesserung der Lage der Menschheit bietet. Das Uni- 
versum ist erklärt, nicht offenbart, und das menschliche Leben ist 
in diesem Universum durdi das Verhängnis und die Freiheit der 
Wahl — einer fatalite modifiable — gekennzeidinet; denn 
das Schicksal der Menschen kann, obwohl es bereits vorausbestimmt 
ist, innerhalb der Grenzen des historischen Augenblicks beeinflußt 
werden. Auf der moraUsdien Ebene der Existenz können die Men- 
sdien ihren Glauben an die Wahrheit des Dogmas bezeugen, indem 
sie ihr Leben für andere einsetzen, sich dem Dienst an der Mensch- 
heit widmen und in Verehrung und Gebet die Wohltat ihrer Unter- 
ordnung und die Dankbarkeit für ihre Befreiung von der individuel- 
len Wahl bekunden. 



4) Auguste Comte, Systeme de politique positive, Bd. 4, mit dem Untertitel 
Trait6 de sociologie, instituant la religion de l'humanitö, Paris 1854. 



62 



endung wurde zu einer Art metaphysisdiem Ersatz für die theo- 
logischen Prinzipien von Gnade und Vorsehung. Das rehgiöse Ele- 
ment findet sich in den Schriften aller marxistischen Führer. August 
Bebel zum Beispiel hat gerade durch die von seinem sozialistischen 
Glauben getragene religiöse Sicherheit die Herzen so sehr bewegt. 
Es lohnt sich, die vielen Ausgaben der Schriften Bebeis miteinander 
zu vergleichen, um verfolgen zu können, wie sich das religiöse Pathos 
langsam in der Routine der Alltagspolitik verliert. 

Zumindest in einem Punkt bestand zwischen Marx und den frühen 
Soziologen Einmütigkeit. Sie waren sidi alle darin einig, daß unter 
den Bedingungen des modernen Lebens die Religion mit der revo- 
lutionären Aktion verbunden sein müsse. Es bestanden weder dirist- 
liche noch irgendwelche politische Ideale, die den revolutionären 
Massen noch als Leitbild hätten dienen können. Diese Ideale muß- 
ten von den Revolutionären selbst geschaffen werden. Aus diesem 
Grunde haben alle modernen Revolutionsbewegungen einen reli- 
giösen Charakter gewonnen. 

Proudhon und Bakunin suchten, anders als Saint-Simon und 
Comte, nach einer radikalen Lösung des religiösen Problems. Sie 
machten den Kampf gegen das Christentum zu einem Hauptbestand- 
teil ihrer Revolutionslehren. In ihrem Bemühen, die übernatürliche 
Theologie zu überwinden, betraten sie einen Weg, den man die 
„Frönmiigkeit der Häretiker" nennen könnte. 

Bakunin, der einen extremen Naturalismus vertrat, bekämpfte 
besonders die organisierte Religion. Er beklagte die Neigung der 
revolutionären Soziologie für lenkende und disziplinierende Insti- 
tutionen. Sein Zorn richtete sich hauptsächlich gegen die Erbsünde, 
den Sündenfall und die Verdorbenheit der Welt als christlichen 
Begriffsvorstellungen. Solche Vorstellungen sind nach Bakunin einzig 
und allein für die Herrschafts- und Ausbeutungsverhältnisse ver- 
antwortlich zu machen, die er in der Welt bestehen sah. Die Idee von 
Autorität und Gehorsam sei aus dem traditionellen christlichen Pessi- 
mismus über die Natur des Menschen abgeleitet. Er glaubte, daß 
dieses Menschenbild den Menschen seiner Schönheit beraube und in 
seiner Wahrheit verfälsdie, und daß ein derart unnatürhches Denken 
Herrschern und Beherrschten nur zum Verderben werden könne: 
Deshalb griff Bakunin, der wußte, daß alle moralischen Werte letzt- 
lich einen theologischen Ursprung haben, die christUche Lehre grund- 
legend an, indem er den Menschen für absolut gut erklärte^). 

5) Michael Bakunin, CEuvres, 5 Bde., Paris 1895 — 1912, insbes. 1. und 2. Bd. 



61 



Das war Comtes Religion, eine Ausdeutung des Kapitalismus und 
eine Kirche, in deren Rahmen Gehorsam, Unterordnung und Dienst- 
bereitschaft ihren Wert und ihren Sinn erhalten sollten. Das war die 
Geistigkeit, die der PoUtik, die Moral, die dem Menschen überlegen . 
sein sollte. Auf diese Weise hofften die Positivisten aus dem Men- 
schen ein soziales Wesen machen zu können, und deshalb stand auch 
die Moral in der Hierarchie der Wissenschaften über der Soziologie. 

Die Religion der Humanität bedeutet ganz wörtlich die Selbst- 
anbetung der Menschheit, denn die Einbeziehung der Menschheit 
in den Geschichtsprozeß (der von den Toten über die Lebenden bis 
zu den noch Ungeborenen eine fortdauernde Kontinuität bildete) 
war für Comte eine religiöse Erfahrung in sich. Die Positivisten 
glaubten, daß die Naturwissenschaften den alten Kosmos durch die 
Entdeckung des unendlichen und offenen Charakters des Universums 
zerstört hätten. Ihre Fortschrittsrehgion sollte ein neues universales 
Sinnsystem an die Stelle des alten Universums der Schöpfungs- 
geschichte setzen und damit die religiöse Mission der industriellen 
Klassen aufzeigen. Ihre Soziologie sollte die christliche Erlösungs- 
lehre in den Fortschritt der Gesellschaft übertragen, wobei dann aus 
sozialen und politischen Entwicklungen rehgiöse Fragen und schließ- 
lich Handlungen des Absoluten werden sollten. 

Comtes Religion der Humanität überheß nichts der Vermutung. 
Sie war eine grimmige Angelegenheit, deren Dogmen das ganze 
Leben erfaßten, kein Gebiet geistiger Aktivität ausließen und bis in 
die kleinsten Einzelheiten des Budgets und der Presse sich erstreck- 
ten. Er ging sogar so weit, einen neuen Kalender mit positivistischen 
Heiligen für jeden Tag des Jahres zu entwerfein. In der Art, in der 
er seine Regeln für die Gestaltung der positivistischen Gesellschaft 
ausarbeitete, zeigt sich seine alte Überzeugung vom negativen Cha- 
rakter der Freiheit. 

Auch Marx' System muß man unter die Religionen des Fortschritts 
zählen, denn der „wissenschaftliche SoziaHsmus" ist in semer revolu- 
tionären Form sowohl romantisch wie eschatologisch. Milhonen von 
Arbeitern fühlten sich durch ihn angezogen, und zwar nidit von sei-' 
nem wissenschaftlichen Inhalt, sondern von den rehgiösen Hoffnun- 
gen, die er erweckte, und von d^r geistigen Sicherheit, die er zu 
bieten schien. Die Vereinfachungen des Zukunftsstaates leiten sich 
von Anschauungen ab, die Marx von Hegel übernommen hatte. 
Selbst die von ihm schon früh gebrauchten Begriffe „wahre Demo- 
kratie" und „wahrer Humanismus" vermischen religiöse und politi- 
sche Vorstellungen. Die Dialektik der Freiheit und ihre letzte Voll- 



63 



} 



Proudhons Ansichten waren in diesen Dingen vielleicht tiefsdiür- 
fender. Er wußte aus seinem persönhchen Ringen mit Gott, daß der 
Kampf um die Religion nicht bloß Teil des größeren Kampfes gegen 
das Biirgertum war. Er rang mit Gott auf einer geistigen Ebene; und 
da er ein Mann von tiefer Einsicht in die Bedeutung der Verzweif- 
lung war, wurde sein Aufstand fast zu einer neuen religiösen Er- 
fahrung. Das ist deshalb sehr bemerkenswert, weil er sonst viele 
Ansichten mit seinen Zeitgenossen teilte. So glaubte er an ein Gesetz 
des Fortschritts, an eine dem Menschen als sozialem Wesen inne- 
wohnende Logik, der sich der Philosoph beugen müsse, um nicht in 
willkürlichem Subjektivismus irrend zu verharren, und an die Vor- 
stellung, daß nur die Gesellschaft ihren Instinkten sicher folgen 
könne, ohne die Furcht haben zu müssen, einem absoluten Irrtum zu 
verfallen. Aber Proudhon verwarf energisch den sozialen Pantheis- 
mus der Saint-Simonisten und den totalen Immanentismus der 
Positivisten. Er haßte die Vergöttlichung des Menschen und ver- 
spottete die Wiedereinführung des Mystizismus unter der Maske der 
Liebe; er widersetze sich der Unterjochung der morahschen Werte 
durch die Autorität von Gewohnheit und Sitte und der Beschränkung 
der Wirtschaft auf die Grundregeln des Kommunismus. Er sah in 
diesen Vorstellungen das, was sie waren: ein religiöser Dogmatismus, 
der, im Bestreben der Freiheit zu entfliehen, ein weit schlimmeres 
Maß von Autorität und Ausbeutung als je heraufbeschwören würde. 

Da er sich gegen alle Arten von Herrschaft auflehnte, griff er die * 
Idee von Gott als dem universalen Sinnzentrum an. Daraus sah er 
die Grundlagen für die weltliche Herrschaft und Knechtschaft, nach 
denen der Staat organisiert war, abgeleitet, und daraus sah er die 
Vorstellung vom Wahrheitsmonopol der Akademien entspringen. 
Trotzdem — oder weil — er die Hypothese von der Existenz eines 
unendlidien höchsten Wesens anerkannte, wandte er sich gegen den 
Universalismus seiner sozialistischen Kollegen. Er sah in diesem 
Wesen eine feindUche Macht, die er bis auf den Tod bekämpfen 
müsse. 

Proudhon behauptete, daß das Prinzip des Bösen in Gott, das 
Prinzip des Guten im Menschen liege. Das Menschliche und das 
Göttliche seien die beiden im Kampf liegenden Mächte, zwischen 
denen die Entscheidung fallen müsse, nach welchem Prinzip die 
Welt regiert werde. Er glaubte an die Pflicht des Menschen, Gott zu 
erobern, der, als das versklavende Prinzip, der Feind des Menschen 
sei, und an die Pflicht, an seiner Statt das Prinzip des Guten und 
Menschlichen zum Durchbruch zu bringen. 



64 

Proudhon war sich wohl auch klar, daß er in seinem Kampf mit 
Gott auch mit der Religion zu redinen haben werde"). Er wußte, daß 
die Religion eine der tiefsten Wurzeln und ein konstitutives Element 
aller organisierten Gesellschaft bildet. Nur um so mehr war er bereit, 
das Prinzip des unendlichen höchsten Wesens zuzugestehen, und nur 
um so wichtiger wurde es ihm, die christhche Transzendenzvorstel- 
lung zu zerstören. Wenn er dieses höchste Wesen besiegt haben 
würde, dann würde er die ganze bürgerhche Welt erobert haben. 

Proudhon war klüger als Marx. Von allen Sozialphilosophen des 
19. Jahrhunderts erkannte er am klarsten, daß eine totale Revolution 
die Struktur der Gesellschaft in ihrem Fundament angreifen müsse. 
Überzeugt, daß der Tod des Christentums seinem eigenen System 
Transzendenz verleihen würde, forderte er das Reich Gottes durch 
die Proklamation des Reiches des Satans heraus. Es war Proudhon, 
der als erster den Kampf der Revolution mit der Ausbreitung des 
Wortes Satans verband. - 

Nur Fachhistoriker lesen heute noch Proudhon; seine Ideen sind 
nicht mehr lebendig. Aber ein Echo seines radikalen Antichristen- 
tums ist nodi hörbar in den Gedichten Baudelaires, dessen Inthroni- 
sation des Satans genau Proudhons Krieg der Prinzipien entspricht. 
Baudelaires Satan ist der „Adoptivvater aller, die Gott, der Vater, 
in seinem dunklen Zorn aus dem irdisdien Paradies gewiesen hat. 
Das Reidi Satans ist das Reich Kains, des Mörders im Aufstand 
gegen den bürgerUchen Abel, der seinen Bauch am patriarchalischen 
Feuer wärmt"^). Baudelaire drückte den existenziellen Sinn von 
Proudhons rehgiösem Kampf genau aus, als er schrieb: 

Race de Cain, au ciel monte 
et sur la terre jette Dieu»). 

Der Gott der Kirchen konnte für Proudhon, wie für Bakunin, nicht 
der wahre Gott sein. Wenn er es wäre, so hätte er nicht das Elend 
und die Erniedrigung seiner Kinder zugelassen. Da Gott aber ge- 
flohen war, mußte der Mensch selbst den Kampf aufnehmen. 

Der moderne Charakter der Revolution erfährt eine interessante 
Bestätigung dadurch, daß Proudhons größter Gegner ein kathohscher 
Philosoph, Donoso Cortes, sein sollte. Dieser sah in Proudhon die 
Verkörperung des religiösen Charakters der modernen Revolutionen 

6) Vgl. Proudhon, Systeme des contradictions ecönomiques ou Philosophie de 
la misere, Paris 1848; Les Confessions dun revolutionaire, Paris 1850; De la Justice 
dans la Revolution et dans l'Eglise, Paris 1861. , ,, ,,^ „ ,^ « 

7) Baudelaire, Les fleurs du mal, hrsg. von Paul Valery, Paris 1926, S. 252. 

8) Baudelaire, Les fleurs du mal, hrsg. von Paul Valery, Paris 1926, S. 249. 



Duplikat 



9. 



65 



— den Erzfeind, den Antichrist. Trotzdem stimmte er mit Proudhons 
Beurteilung des modernen Liberalismus überein und bezeugte seine 
Achtung vor dem vornehmen und überlegenen Geist seines Gegners, 
wenn er ihn zum größten Feind der Kirche erklärte. Er schrieb: 

Die modernen Revolutionen haben eine unbezwingbare und zerstörerisdie 
Gewalt, die die Revolutionen der Vergangenheit nidit besaßen; und diese Ge- 
walt ist notwendigerweise satanisdi, da sie nicht göttlich sein kann*). 

So wie Satan ein gefallener Engel war, so „fallen" die modernen 
Gesellschaften aus der Gnade, entledigen sich des Schöpfergottes 
und beten sich selbst als den Schöpfer an. Die Philosophen wissen oft 
nicht, was die Sozialwissenschaftler in der modernen Welt überall 
entdecken: daß nämlich die Götter der industriellen Schöpfung zu 
Sklaven ihrer eigenen Werke geworden sind, von denen sie eines 
Tages erschlagen werden. Die Sozialwissenschaftler sollten in den 
Fortschrittsreligionen, die die Gesellschaft mit dem Sinn der gött- 
lichen Vorsehung identifiziert haben, eine Dämonie erkennen. Die 
Fortschrittsreligionen sind deshalb dämonisch, weil sie die Macht des 
Menschen für in sich vollkommen sinnvoll halten und weil sie nichts 
anerkennen, was die Natur des Menschen transzendiert. Die gegen- 
wärtige Welt ist dämonisch, weil sie die Macht hat, die Natur zu 
beherrschen. Und im Grunde sind Satanismus und Dämonismus das 
gleiche. 

Alle Fortschrittsreligionen lehnen sich an bestimmte historische 
Religionen an. Comtes Religion der Humanität verwendet das Sy- 
stem der katholischen Kirche für eine ireiiischeReHgion; den marxisti- 
schen Glauben kann man als sozialen Mohammedanismns bezeich- 
nen, und Proudhon hat man einen Manichäer genannt^®). Trotz dieser 
Unterschiede werden sie alle durch ein großes gemeinsames Merk- 
mal ausgezeichnet: durch die Verbindung von Revolution mit Reh- 
' gion. Die Fortschrittsreligiönen sind das Kennzeichen einer Welt, die 
ihr Gottesbild verspielt hat, um ihren Blick auf den geschichtlichen 
Fortschritt der Menschheit zu beschränken. 



9) D o n o s o G o r t 6 s, An Essay on Cathohcism, Authority, and Order, New York 

1925, S. 264. 

10) D o n o s o C o r t e s, An Essay on Cathohcism, Authority, and Order, New York 

1925, S. 111. ' 



5 Salomon, Fortschritt 



?. "^L 1957 



Fünftes Kapitel 

Comte und Hegel 

• Wir haben bisher besonders die Manifestation des französischen 
Geistes in der frühen Soziologie hervorgehoben. Die Entstehung der 
Soziologie bedeutet aber darüber hinaus ein besonderes Ereignis für 
die allgemeine Entwicklung der Philosophie im frühen 19. Jahr- 
hundert. Die romantische Bewegung brachte vieles zur Wirkung, was 
auch für die frühe Soziologie charakteristisch ist, so zum Beispiel die 
für die Romantik so typische Sehnsucht nach einem einheitlichen 
Kosmos. Die Romantik ist gewiß eine sehr komplexe, alle Gebiete 
des Geisteslebens, Philosophie, Dichtung, Politik und soziale Refor- 
men durchdringende, historische Bewegung. Aber trotz der radikalen 
Unterschiede zwischen den englischen Sozialreformern, den deut-. 
sehen Dichtern und den französischen Erzählern zeigt sich bei ge- 
nauerer Untersuchung, daß diese westUchen Intellektuellen alle die 
tiefe Überzeugung hatten, in einem revolutionären Zeitalter zu leben. 
Die Leidenschaft der Romantiker für die „Klarheit" steht in genauer 
Entsprechung zur Vorstellung der Soziologen von einer Welt ohne 
Ordnung. Die Dichter, die das Schicksal des einzelnen in einer täg- 
lich anonymer werdenden Welt beklagen, bilden das Gegenstück 
zu denjenigen, die Staat, Volk, Nation oder Rasse überschwengHdi 
preisen. Es ist eine widersprüchliche Zeit und doch voll tieferer Ein- 
heit. Schließlich war es der konservative Hegel, der an jedem 14. Juli 
in Erinnerung an die französische Revolution feierlich Kerzen ent- 
zündete. Und die Romantik bildet auch das Band zwisdien zwei 
Sozialphilosophen des Jahrhunderts, zwischen Hegel und Comte. 
Sie ist nur eine unter den Geistesströmungen, von denen sie beein- 
flußt wurden, und doch spielt sie eine wesentliche Rolle. 

Comte und Hegel waren die beiden ersten großen Philosophen 
in der Zeit nach der Revolution, die die Geschichte in den Mittel- 
punkt philosophischen Denkens stellten. Sie sahen in der Geschichte 
den Träger des Fortschritts des menschhdien Geistes. Als Wissen- 
scliaftler behaupteten sie, ihr Wissen um den Sinn der Geschichte 



67 



sei objektiv und könne in Analyse und Interpretation bewiesen wer- 
den Als Romantiker behaupteten sie, ihr System stelle die Synthese 
von Vergangenheit und Zukunft dar. Beide warten überzeugt, daß 
ihre jeweiligen Gesellschaftstheorien in die Praxis umgesetzt zu emer 
vollkommenen Gesellschaftsordnung führen würden. Und beide sind 
hervorragende Beispiele für den Größenwahn der Romantiker, denn 
sie waren die ersten heidnischen Philosophen der moc^ernen Welt, 
die in der ReUgion nur noch einen Aspekt ihres philosophischen 
Systems salien, das die metaphysische Vergangenheit mit der wissen- 
schaftlichen Gegenwart verbinden sollte. Wir haben es bereits^ an- 
geführt- für die Romantiker ist die Religion Ausdruck der fortschrei- 
tenden Bildung und Ausgangspunkt der Geschichte. 

Weder Hegel noch Comte kann man als reme Romantiker be- 
zeichnen. Ihre Hauptleistungen - der Idealismus von Hegel und 
der Positivismus vonGomte - tragen im wesentlichen kernen roman- 
tischen Charakter. Aber beide waren von dieser Bewegung tie ge- 
prägt, denn sie waren beide Kinder einer Zeit, in der die Intellek- 
tuellen zur Elite der westlichen Weif aufstiegen ""d Ar Ansehen 
durch das neue Prestige der Wissenschaften stark ^""f ™, MiUhrer 
auf diesem Prestige beruhenden Autorität wurden die lnte"ektuellen 
allen Gruppen, den Konservativen wie den Radikalen nutzlidi. In- 
sofern gehörten Comte und Hegel zu diesen neuen Experten, die 
den Gang des historischen Fortschritts mit Siche.heU aufzeigen 
konnten, die, um Jacob Burckhardts abschätzigen Ausdrude zu ge- 
brauchen, „das Gras des Unumgänglichen wachsen horten . 

Interessanter als die Verbundenheit von Comte und Hegel in der 
Romantik ist die Entdedcung einiger grundlegender Ahnhdikeiten 
1^ toen philosophisdien Ideen. Das ist insofern besonders bemer- 
kenswert als Comte, der zu einer Zeit mit seiner Philosophie be- 
gann als Hegel sein We^k sdion fast beendet hatte kein Sdiuler 
Hege'ls war Er verweist zwar auf den deutschen Philosc,phen in 
feLe Positiven Politik und in seinem Positivistisdic^n Kalender ) 
aber es Mt sich nidit behaupten, daß er von ihm emsthch beeinflußt 
worden wäre. Es scheint, daß Comte die Arbeiten Hegds bis 184- 
Ldi dil Übersetzung von D'EidithaP) kannte, und Hegel hatte 
iiSiseits offenbar von den frühen Schriften Comtes Kenntnis ge- 
nommen Trotz des geringen Kontaktes hatten sie jedenfalls leb- 
haftes Interesse füreinander. 

"TTFITr r e D u c a s s e, Methode et Intuition d'Auguste Comte, Paris 1939, S. 424. 
* P e e D ü a s s Ä. Methode et intuition d'Auguste Comte, Pans 1939, S. 424. 
Vgl a!d. ffiuv^es choisis d'Auguste Comte, hrsg. von Henri Gouhrer, Parts 1943. 



68 

Es mag überraschen, daß zwei Männer, deren Lebensrahmen so 
verschieden voneinander war, derart neue und ungewöhnUche An- 
sichten über die traditionelle Philosophie teilen sollten. Hegel war 
Protestant, begann als Theologe, wurde philosophischer Ideahst und 
stand in seiner Sozialphilosophie unter dem Eindruck der unglüdc- 
Hchen politischen Verhältnisse in Deutschland. Comte kam aus einer 
katholischen Familie, hatte Naturwissenschaften studiert und wurde 
durdi die Auswirkungen der Revolution in seinem Lande tief be- 
einflußt. Und doch haben beide mit der traditionellen Philosophie 
in einem wichtigen Punkte gebrochen: sie erhoben die Geschichte 
zum Gegenstand der Philosophie. 

Nachdem die augustinische Philosophie in der Zeit der Renais- 
sance dem Ansturm des RationaHsmus unterlegen war, hatte man 
von Madiiavelli bis Adam Smith den Gegenstand der Geschichts- 
wissensdiaft in den Beziehungen zwischen den Herrschern und den 
Beherrschten gesehen. Man konnte in Herrschaft und Unterdrückung 
kein philosophisches Sinnproblem entdecken, denn man sah darin 
nur die Manifestation der menschhchen AnimaJität. 

Hegel und Comte verwarfen diese Auffassung völlig. Beide waren 
von der französischen Revolution tief betroffen und kamen zur Über- 
zeugung, daß in historischen Ereignissen ein ganz bestimmter Sinn 
liegen müsse. Da nun der absolute Geist, der die Geschichte be- 
stimmte, die Geschichte selbst zum Mittelpunkt der Philosophie 
erhob, wurde der Historizismus der beiden durch die Vereinigung 
der Geschichtstheorie mit dem gesdüdithchen Geschehen gekenn- 
zeichnet. 

Comte prägte für diese neue Geschichtsauffassung eine sehr glück- 
hdie Bezeichnung, die auch für Hegels Ansichten zutrifft. Er nannte 
sife „abstrakte Geschichte" — das bedeutet, Philosophie der Ge- 
schichte. Damit wird gemeint, daß der Philosoph aus der Gesamtheit 
individueller Erfahrungen allgemeine Verlaufslinien und wiederkeh- 
rende Erscheinungen abstrahiert. Darin besteht seine Aufgabe, nicht 
aber in der Untersuchung der unbegrenzten Vielzahl einzelner histo- 
rischer Ereignisse, um dann für die Erklärung eines bestimmten 
Ereignisses eine ursächhche Interdependenz herauszuarbeiten. Ar- 
beitet man nur mit großen allgemeinen Entwicklungsvorgängen, so 
kommt man leidit auf den Gedanken, daß es eine große dynamische 
Kraft geben müsse, die unaufhörlich die ganze Geschiciite bewegt. 
Comte und Hegel sehen in diesem Dynamismus die notwendige 
Folge des sich fortentwickelnden Geistes, eine Wirkung, die weder 
aufgehalten nodi umgekehrt werden kann. 



■«■* 



69 



Die „abstrakte Geschichte" Comtes unterscheidet sidi natürHch 
von der von Hegel in einigen Punkten. Vergleicht man, wie jeder 
der beiden die Entwicklung der abendländischen Philosophie schil- 
dert — Comte im sechsten Band seiner Positiven Philosophie und 
Hegel in seiner Phänomenologie des Geistes — , so zeigt sich, daß 
jeder den historischen Entwicklungsprozeß so darstellt, daß er mit 
seiner Ansicht von der Wahrheit übereinstimmt. Die „abstrakte Ge- 
schichte" wurde subjektiv, partial und selektiv. Beide behaupteten 
jedoch, sie sei die einzig mögliche Grundlage für den Aufbau einer 
wissenschaftlichen Philosophie, da nur in ihr das historische Wissen 
mit der wahren Natur des ganzen sozialen Prozesses verbunden wer- 
den könne. Das wichtigste aber ist, daß die „abstrakte Geschichte" 
zur Voraussetzung jener einzigartigen und radikalen Methode wurde, 
die Comte und Hegel unabhängig voneinander entdeckten und 
„Dialektik" nannten. 

In ihrer modernen Form schuf die dialektische Methode eine neue 
Logik. Comte und Hegel waren gleidiermaßen davon überzeugt, 
daß die verschiedenen traditionellen Logiken — zum Beispiel die 
aristotelische oder die scholastische — für den Gegenstand der neuen 
Philosophie nicht geeignet seien. Ein dynamischer Gegenstand er- 
fordere auch eine dynamische Logik. Erst Hegels Logik ermöglichte 
das zusammenhängende System der abstrakten Geschichte, indem sie 
von der Position zur Negation und weiter zur Negation der Negation 
voranschreitet, wodurch wieder eine neue Position gebildet wird. 
•Die dialektisdie Methode — These, Antithese, Synthese — ist der 
Dynamik der Geschichte selbst nachgebildet. Comtes Logik, zuerst 
von Saint-Simon übernommen und später von seinen Schülern wei- 
ter ausgebaut, beruht auf einer Dialektik, die sich in den organischen 
und kritischen Perioden geschichtlichen Denkens entfaltet. Das beste 
Beispiel dieser Logik bietet wahrscheinlich das Drei-Stadien-Gesetz. 
Nach Comte entwickelt sich der Geist in einem dialektischen Prozeß 
vom theologischen Stadium über das metaphysisdie Stadium schließ- 
lich zum positiven Stadium, als der letzten und vollkommensten Stufe 
des menschlichen Geistes. Dabei ist, stark vereinfacht, das theologische 
Stadium organisch, das metaphysische im' wesentlichen kritisch und 
das positive Stadium auf einer höheren synthetischen Ebene wieder 
organisch. Wie Saint-Simon, so charakterisierte auch Comte das or- 
ganische Stadium durch die Übereinstimmung von Wollen und Glau- 
ben und durch die den Menschen gewährte Chance, ihre besten 
Kräfte zur Wirkung kommen zu lassen, weil sie auf die Wahrheit 
ihrer gemeinsamen Ideale vertrauen können. In kritischen Perioden 



70 

* — ' — — ' ■ 

hingegen leiden die Menschen, ist jeder Glaube in Frage gestellt 
und jede Handlung aus dem Glauben gelähmt. Das ist der Nega- 
tivismus, der notwendigerweise zur Wiedergeburt eines organischen 
Zeitalters führen wird. 

Die von den französischen Soziologen entwickelte Dialektik stimmt 
also mit derjenigen Hegels überein. Bei den Franzosen wie bei dem 
Deutschen integriert die Synthese (oder das Organische), was erst 
als Antithese (oder das Kritische) erschien, und wendet es ins Posi- 
tive. Zufälligerweise hatte Goethe, der Hegel gleichgültig gegen- 
überstand und von Comte nichts wußte, viel früher den gleichen 
Gedanken ausgesprochen: 

Das eigentlidie, einzige und tiefste Thema der Welt- und Mensdiengeschidite, 
dem alle übrigen untergeordnet sind, bleibt der Konflikt des Unglaubens und 
Glaubens. Alle Epodien, in weldien der Glaube herrsdit, unter weldier Gestalt 
er audi wolle, sind glänzend, herzerhebend und fruchtbar für Mitwelt und 
Nadiwelt. Alle Epodien dagegen, in weldien der Unglaube, in weldier Form es 
sei, einen kümmerlichen Sieg behauptet, und wenn sie audi einen Ailgenblidc 
mit einem Sdieinglanze prahlen sollten, verschwinden vor der Nadiwelt, weil 
sich niemand gern mit Erkenntnis des Unfruditbaren abquälen mag^). 

Neben den oben angeführten ÄhnUchkeiten zwischen Comte und 
Hegel — in ihren Vorstellungen, daß der Fortschritt den Sinn der 
Geschichte offenbare, die „abstrakte Geschichte" den Inhalt des 
Fortschritts aufdecke und die Dialektik die Methode sei, um ihn 
wissenschaftlich zu verstehen — gibt es andere Kennzeidien für die 
tiefen Parallelen zwischen ihnen, die uns" bestimmen, beide zusam- 
men als Exponenten ihrer Zeit aufzufassen. Eines der wichtigsten 
ist die Art, in der sie beide die Religion behandeln. In ihren frühen 
Schriften suchten sie nach religiöser Wahrheit, die ihren eigenen 
philosophischen Anschauungen entsprechen würde. Sie verwarfen 
dabei die Theologie, die das Heilige zum Gegenstand l;iatte, denn sie 
sahen in diesem einen Bereich, der ihnen keiner philosophischen 
Untersuchung zugängUch schien. Daher sind Entfremdung, unend- 
Hdie Liebe und Leid im System Hegels nicht theologische, sondern 
philosophische Kategorien. In der Phänomenologie des Geistes zum 
Beispiel findet sidi eine Beschreibung der Entwicklung der Religion 
vom Fetischismus primitiver Gesellschaften bis zur Vereinigung von 
ReHgion und Philosophie in Hegels eigenem System. Es sei darauf 

3) Goethe, Noten und Abhandlungen zu besserem Verständnis des West-Öst- 
lidien Divans, Israel in der Wüste (Erstveröffentlidiung 1819), Cotta Jubiläums- Ausgabe 
der Werke, 5. Bd., Stuttgart o. J., S. 247. 



71 



hingewiesen, daß diese Darstellung eine bemerkenswerte Überein- 
stimmung mit Comtes Drei-Stadien-Gesetz aufweist. 

Das wichtigste ist aber, daß sie beide davon überzeugt waren, die 
Religion erfolgreich in ihre Philosophien einbezogen zu haben, wo- 
durch unabhängigem religiösen Denken weder Raum noch Funktion 
mehr gelassen sei. Hegel gebrauchte den Ausdruck „Religion der 
Humanität" nicht, aber sein ganzes Werk hätte gut diesen Titel 
tragen können. 

Betraditet man die Philosophie des 19. Jahrhunderts, so muß man 
sich die Frage stellen, wieso zwei nach Nationalität, Herkunft und 
Bildung so versdiiedene Männer unabhängig voneinander zu so 
großer Übereinstimmung in ihren Anschauungen gelangen konnten. 
Man muß dabei berüdcsichtigen, daß diese Ähnlichkeit nicht bloß 
einen psychologischen oder intellektuellen Zufall darstellt, sondern 
daß sie der Ausdruck einer bestimmten historischen Situation ist. Die 
gemeinsame Lebenserfahrung einer Welt beständiger Revolution 
löste in Comte und Hegel eine gemeinsame geistige Haltung aus. 
Die Fragen der Zeit waren so dringlich, daß ein Franzose und ein 
Deutscher gleichzeitig behaupten konnten, die Philosophie sei ihrer 
alten Aufgabe entwachsen und müsse sich Neuem zuwenden — näm- 
lich der Geschichte. j 

Man könnte Hegels Selbstbestimmung eine umgekehrte Prophe- 
zeihung nennen. Einer seiner berühmten Aussprüche, der meistens 
als Zeichen seines Größenwahns angeführt wird, enthält den Hin- 
weis, daß er sich selbst für den „letzten Philosophen" halte. Doch 
das war nicht Ausdruck von Größenwahn. Hegel erfaßte den Gha- 
rakter seiner eigenen Zeit besser als irgendein anderer seiner Zeit- 
genossen. Seine frühen Betrachtungen über die Dynamik des Wirt- 
schaftsprozesses und über den unvermeidbaren Gegensatz zwischen 
den Besitzenden und den Arbeitern nahmen die radikalen Theorien 
von der historischen Krise vorweg. Die Phänomenologie des Geistes 
enthält zum Beispiel eine Analyse der Konflikte zwischen den Herr- 
schenden und den Unterdrückten, die eine erstaunliche Kenntnis von 
der Macht der totalen Revolution zeigt und die radikalen Ände- 
rungen schildert, die auf allen Gebieten des Denkens und Handelns 
eintreten würden, wenn die traditionellen Über- und Unterordnungs- 
verhältnisse zwischen den Mitgliedern der Gesellschaft untergegan- 
gen wären"*). Er wußte, daß seine Epoche einen revolutionären Cha- 

« 
I 

4) Vgl. Alexander Koj^ve, Introduction ä la lecture de Hegel, Paris 1947. 
Eine hervorragende Interpretation des Kapitels: „Herrsdiaft und Knechtschaft" in der 
Phänomenologie des Geistes. 



72 



rakter trug und daß seine Philosophie der Gipfel aller großen Lei- 
stungen des abendländischen Denkens sein werde. Er baute seine 
Philosophie zu dieser Vollkommenheit aus, indem er in sie die An- 
tike, das Christentum, den Idealismus und die Romantik einbezog. 
Seiner Dialektik gemäß konnte die nächste Phase der Philosophie 
nur radikale Nidit-Philosophie sein. Wenn er also der letzte Philo- 
soph war, so war er gewissermaßen auch der erste. 

So erkannte Hegel, im Bewußtsein des Anbruchs einer Zeit der 
Revolutionen, die grausame und unveränderliche Logik der Dia- 
lektik. Die Menschen waren natürlich nichts als Schachfiguren in 
diesem Kosmos. Wie Comte, so glaubte auch Hegel, daß der Mensch 
nur Diener des Fortsdirittsprozesses sei, gehorsamer Bote des Gei- 
stes. Weder er noch Comte sahen im Menschen den Gestalter des 
Schicksals; er war ihnen vielmehr das Werkzeug der Teleologie der 
Geschieht^. Als Hegel in Jena Napoleon begegnete, nannte er ihn 
— es sei in diesem Zusammenhang daran erinnert — „den Weltgeist 
zu Pferd". 

Obwohl Comte und Hegel gemeinsam unter dem Eindruck des 
Zeitalters der Revolution standen, bestehen zwischen ihnen einige 
bemerkenswerte Unterschiede. Comte verstand unter dem Geist die 
Ausdehnung wissenschaftlicher Methoden der Naturwissenschaften, 
während Hegel im Geist die Gesamtheit des Schöpferischen im Men- 
schen sah. Während Comte eine totalitäre Sozialordnung erstrebte, 
stellte Hegel die Forderung nach einem rationalen autoritären Staat, 
der durch philosophisch gebildete Beamte geleitet werden sollte. 
Beide kannten die soziologische Bedingtheit des Wissens, aber Hegel 
behauptete, daß, trotz der historischen Relativität, alles Wissen 
eine Manifestation ewiger philosophischer Entwicklungen sei (zum 
Beispiel die Typen des Stoizismus und Skeptizismus in dem berühm- 
ten Kapitel „Das unglückliche Bewußtsein" in seiner Phänomeno- 
logie). Folgende Gegenüberstellung mag den grundlegenden Unter- 
schied verdeutlichen: während Hegel immer den Weg der Kontem- 
plation wählte, ging Comte den Weg wissenschafthchen Handelns> 
Hegel sah die Aufgabe des Philosophen darin, die Entwicklung des 
Geistes in allen seinen Manifestationen zu verstehen und dadurch 
die Wirkhchkeit des Geistes in der konkreten historischen Situation 
zu bewahren. Seiner Ansicht nach konnte die Philosophie niemals 
das Gesetz der historischen Notwendigkeit verändern, sie konnte 
nur das wiederherstellen und fortsetzen, was der menschliche Geist 
aus den vorhergehenden Epochen lebendig erhalten hatte. Philo- 
sophie war Hegel ein Mittel zur Erhellung der Situation. Comte 



73 



hingegen wählte die andere Möglidikeit. Er glaubte, daß der Philo- 
soph, wenn die Philosophie das Wissen über den Fortschritt besitze, 
aufgerufen sei, die Umformung, die durch die Dynamik des Geistes, 
bewirkt würde, in Übereinstimmung mit dessen geistige^, sozialen 
und religiösen Aspekten zu lenken und zu unterstützen. Comtes ge- 
samte sdiöpferische Arbeit von 1822 an bis zu seinem letzten Budi 
1856 bestand im schrittweisen Ausbau seiner Philosophie des Fort- 
schritts und der totalen Organisation, war eine ins einzelne gehende 
Ausarbeitung der Aufgaben, die die Philosophen als wissenschaft- 
liche Verwalter, Direktoren und Geistliche zu übernehmen hätten. 
Durdi seine Schüler, so glaubte er, sollte die wahre Philosophie — 
die Fortschrittsreligion — die Welt erobern. 



SechstesKapitel 

Die Soziologie und die Welt von morgen 

Die ersten Soziologen müssen als Geschichtsphilosophen gesehen 
werden, das zeigt sich auch in der Verbindung, die zwischen ihnen 
und Hegel besteht, wie wir im vorigen Kapitel gezeigt haben. Sie 
waren mit Hegel der Ansicht, daß die Geschichte der Gegenstand 
der Philosophen — oder im Falle der Soziologen, der Wissenschaft- 
ler — sei, und damit bradien sie für immer mit der Vergangenheit, 
in der man das Wissen um den Menschen im Rahmen der Natur oder 
der götthchen Schöpfung gesucht hatte. Als zum Beispiel Adam 
Smith die Gesellschaftsstruktur untersuchte, benützte er die mecha- 
nischen Gesetze der Natur zur Erklärung des menschlichen Ver- 
haltens. Er wäre wahrscheinlich sehr erstaunt gewesen über eine 
Philosophie, die nicht die Natur, sondern die Geschichte zur Bühne 
des menschlichen Lebens erklärte. 

Die frühen Soziologen, deren Denken jn den Grenzen der Philo- 
sophie des Fortschritts verhaftet bheb, betonten, daß der Fortschritt 
nur von einer industriellen Gesellschaft getragen werden könne. Man 
kann es nicht oft genug wiederholen, daß diese Männer die WirkUdi- 
keit des Fortschritts im Kollektiven hegen sahen, und daß ihnen der 
einzelne ein geschichtsloser Unbekannter war. Sie verehrten die Ge- 
sellschaft als Schöpfer, Gestalter, Treibkraft und Hoffnung der Welt. 

Hegel' und Comte führten in die abendländische Philosophie die 
Idee von der totalen Immanenz der Gesellschaft ein, eine philo- 
sophische Position, die Natur, Geist und Seele in den Prozeß der 
historischen sozialen Handlung einbezieht. Wenn man nur in der 
Geschichte den Schauplatz der menschhchen Lebensentfaltung sieht; 
dann verschwindet die allumfassende Natur ebenso wie das Gött- 
liche als Wirkhchkeit; denn aus dem Bereich des GöttUchen können 
dann keine Symbole mehr gebildet werden, die dem Leben als Ein- 
heit einen Sinn verleihen. Das Ganze besteht nicht mehr aus konsti- 
tutiven Elementen, wie Gott, Mensdi, Mitmensch und Welt. Es wird 
zu einer Einbahnstraße, in der man nicht umkehren kann. Frühere 



m N 



75 



Philosophen hatten in der grausamen WirkHchkeit des historischen 
Geschehens den dauernden Kampf welthcher Mächte um die Vor- 
herrschaft gesehen. Ihr historischer Skeptizismus gründete sich aber 
auf den Glauben, daß Gott bei den stärkeren Mächten zu finden sei. 
Die ersten Soziologen hingegen verliehen der industriellen Gesell- 
schaft die Macht, die Natur vollkommen zu beherrschen und damit 
sich selbst zum Gestalter des letzten Sinns der Geschichte äufzu- 
werfen. Die Gesellschaft wurde omnipotent, allwissend; die Gesell- 
schaft wurde das kollektive Substitut für den Sinn Gottes. Eine der- 
artige Beschränkung der Vielfalt des menschlichen Lebens auf eine 
gerade und einseitig ausgerichtete Straße des Fortschritts mußte die 
tiefsten Folgen für das Schicksal des einzelnen haben. 

Die Saint-Simonisten griffen in ihrer Verhöhnung des Individuums 
auch die Qualitätsmaßstäbe der Denker, Künstler und Dichter an. 
Leon Halevy, ein Mitghed der Gruppe, war überzeugt, daß die In- 
tellektuellen nur noch eine soziale Funktion auszuüben hätten. Er 
schrieb: 

Die Künste für die Massen werden wissensdiaftHch so entwidcelt, daß alle 
Dichter und Künstler die Kraft besitzen werden, zu gefallen und zu rühren, und 
zwar mit der gleichen Sicherheit, mit der ein Mathematiker ein geometrisdies 
Problem löst und der Chemiker irgendeine Substanz analysiert. Nur so wird die 
moralisdie Seite der Gesellschaft fest gefügt sein*). 

Die Anhänger der Soziologie hätten, wäre ihnen die Möglichkeit 
geboten worden, jeden zeitgenössischen Intellektuellen, der so dumm 
gewesen wäre, dem Lauf des wissenschaftlidien Fortschritts zu 
widerstehen, mit ihren Ansichten durchdrungen und überzeugt. Da 
die wissenschafthche Methode sich auf jeden historischen Gegen- 
stand anwenden lassen sollte, konnte man nur solchen Dichtem ver- 
trauen, die als „Wissenschaftler" geschult worden waren. Dann und 
nur dann würden die Künstler mit der Gesellschaft in Gleichschritt 
fallen, nicht als „freie" Intellektuelle auf der Suche nach individuel- 
ler Wahrheit, sondern als kleine Rädchen im großen sich unerbittlich 
bewegenden Räderwerk der wissenschaftlichen Gesellschaft. Diese 
Soziologen konnten nicht glauben, daß es weiterhin Dichter, Denker 
und Künstler geben könne, die einen Sinnzusammenhang nach- 
hängen könnten, der die historische Struktur der Gesellschaft trans- 
zendiere. Sie verschlossen sich jeder Einsicht, daß der Mensch mehr 
sein könne als das Werkzeug seiner Gesellschaft. 

l)LeonHalevyin: Horace Kallen, Art and Freedom, New York 1942, S. 130. 



\ 



76 



Da die „abstrakte Geschichte" keine Fehler begehen konnte, der 
einzelne hingegen sich sehr wahrscheinlich irrte und damit den Lauf 
der Dinge störte, sollte die Anwendung wissenschaftlicher Grund- 
sätze das moderne Leben vor dieser Gefahr bewahren. Die Wissen- 
schaft, so behaupteten sie, würde esüberflüssig machen, noch länger 
auf „große Männer" zu warten, die auf Grund ihrer persönlichen 
Fähigkeiten die verwickelte Struktur der Geschichte zu durchschauen 
vermögen. Der Gesellsciiaft würde es durch die Wissenschaft mög- 
lich sein, das Individuum auszuschalten. Die Leistungen derjenigen 
vorwissenschaftliciien Persönlichkeiten, die durch ihre rein speku- 
lativen Fähigkeiten erfaßt hatten, was später die moderne Wissen- 
schaft durch Experiment und Beobachtung verifizieren konnte, soll- 
ten weiterhin gültig bleiben. Doch waren diese Männer zu unver- 
läßlich und zu menschlich, um dem industriellen Leben die not- 
wendige philosophische Klarheit zu verschaffen — nuj die Wissen- 
schaft konnte das leisten. 

Diese Verachtung des Individuums und der individuellen Vernunft 
verband sich mit einer Geringschätzung des Individuums als Realität. 
Bei Comte war das Individuum, obwohl ihm als biologische Einheit 
eine Realität zugestanden wurde, doch nur eine Abstraktion, nämlich 
ein bloßer s o c i u s. Alle Bemühungen der abendländischen Geistes- 
geschichte um die Bestimmung des Menschen als des transzendie- 
renden Elementes der geschichtlich-sozialen Situation wurden vor 
diesem Immanentismus der Soziologie gegenstandslos. 

Doch eben diese Vernachlässigung der Vernunft und des subjek- 
tiven Bewußtseins bewirkte einen Bruch zwischen den wissenschaft- 
lichen Methoden und der kollektiven Liebe, der trotz verzweifelter 
Anstrengungen der Saint-Simonisten nie überbrückt werden konnte. 
Es entstand dadurch eine Dichotomie, die auch kein noch so totali- 
täres Denken mehr beseitigen konnte, denn aus der „Wissenschaft" 
war etwas Irrationales geworden. Charles Renouvier, ein französi- 
scher Neukantianer, erkannte genau, daß die Einstufung der kollek- 
tiven Liebe auf eine der wissenschaftlichen Methode übergeordneten 
Ebene die notwendige Konsequenz der Ablehnung der politischen 
Philosophie und der Philosophie des subjektiven Bewußtseins ist^). 
Die Mesalliance zwischen Wissenschaft und Gefühl schuf ein Ge- 
dankengebäude, für das wir diese Soziologen verantwortlich maciien 
müssen: dadurch wurde jenen totalen Geschichtsphilosophien der 



2) Charles Renouvier, Esquisse d'une Classification systematique des doc- 
trines philosophiques, 2 Bde., Paris 1886. 



77 



Weg gebahnt, die den Menschen zerstören. Die frühe französisdie 
Soziologie fand fünf Hauptwege, auf denen man/^ine revolutionäre 
Situation in eine totale Ordnung umformen kann: die Verklärung der 
kollektiven Liebe, die Verachtung des Individuums, die Verherr- 
lichung der Wissenschaft, die Verneinung des konstruktiven Ver- 
standes und die Überordnung der kollektiven Neigung über die indi- 
viduelle Liebe. 

Wir sehen diese Soziologen heute im klaren Licht des Rückblidcs. 
Die Möglidikeiten, die das 19. Jahrhundert angelegt hat, sind in 
unseren Tagen in einem Ausrhaß verwirklicht worden, das die kühn- 
sten Erwartungen dieser Soziologen übertrifft. Man muß aber den 
Zeitgenossen Saint-Simons bestätigen, daß sie die Bedeutung der 
Worte Saint-Simons ungewöhnlich scharf erfaßten. Selbst zwei so 
verschiedene Männer wie Proudhon und Maine de Biran erkannten 
die revolutionäre Zerstörung aller menschlichen und sozialen Werte, 
die dieses neue Gesellschaftsbild implizierte. De Biran schrieb dazu 
folgendes: 

Nidit der mensdiliche Geist, nidit die individuelle Vernunft sind die wirk- 
lidien Träger der Vorstellungen und Wahrheiten über die mensdilidie Existenz. 
Vielmehr ist es die Gesellsdiaft, mit einer Art kollektivem, von dem des Indi- 
viduums unterschiedenen Geist begabt, die von dem Wissen erfüllt ist. Das 
Individuum, der Mensdi ist nidits; nur die Gesellsdiaft allein besteht. Sie ist die 
Seele der moralisdien Welt. Nur sie ist Wirklidikeit, während die Individuen 
nur Ersdieinungen sind . . . Wenn das zutrifft, war alle Philosophie der Ver- 
gangenheit ein Irrtum. Dann muß man das Versagen der Wissensdiaften vom 
vernünftigen und moralisdien Mensdien anerkennen, das Versagen der Psydio- 
logie, die ihre Grundlage in der primitiven Tatsadie des Bewußtseins hat, 
zugeben^). 

De Biran, der leider nicht so bekannt ist wie er es verdienen würde, 
war einer der ersten, die die tödliche Wirkung des kollektiven Totah- 
tarismus auf die Tradition der geistigen und emotionellen Eigen- 
ständigkeit des Menschen voraussahen. Proudhon kommt in dem 
folgenden Abschnitt aus Justice auf dasselbe zu spredien: 

Es gibt zwei Möglidikeiten, sidi die Gereditigkeit als eine Realität vorzu- 
stellen. Erstens kann man sie verstehen als äußeren Zwang, der auf die indivi- 
duelle Person ausgeübt wird, zweitens als die Fähigkeit, der Person, ihre eigene 
Würde in der Person des Mitmensdien zu empfinden. Auf diese Weise kann der 
Mensdi seine Identität bewahren und sidi zugleidi mit einem kollektiven Wesen 
identifizieren. Im ersten Falle ist die Gereditigkeit dem Individuum übergeord- 
net und äußerlidi; das Kollektiv gewinnt gegenüber der menschlidien Person 
die Priorität. Das führt zum Kommunismus. Im zweiten Falle ist die Gereditig- 
keit dem Individuum inherent, seiner Würde gemäß und entspridit der indi- 



3)MainedeBiran, CEuvres Inhaltes, Bd. 3, 1859, S. 207 ff. 



78 



> 



viduellen Würde, die mit der Gesamtzähl seiner gesellsdiaftlichen Beziehungen 
multipliziert werden muß"*). 

Beide waren sich vollkommen klar über den „Despotismus des 
Kollektivs", der in der Lehre vom universalen Altruismus und der 
wissenschaftUchen Wahrheit enthalten war. 

In unserer Darstellung der totalitären Züge in der frühen französi- 
schen Soziologie sind wir noch nicht auf die Psychologie eingegangen, 
die teilweise hinter diesen Vorstellungen liegt, wenn wir audi schon 
bei der Besdireibung der Persönlichkeiten der Männer, die „Anar- 
chie" durch Ordnung ersetzen wollten, darauf zu sprechen kamen. 
Aber eine Darstellung der Philosophie des Fortschritts darf erst zum 
Schluß auf das tiefe soziale Ressentiment eingehen, das den revolutio- 
nären Ideen ihren Schwung verlieh. Im Falle der Soziologen war es 
dieses Ressentiment, das die traditionellen Werte in eine neue Ideo- 
logie umformte. 

Nietzsdie, der seinen Angriff auf die christhche Ethik auf eine 
Psychologie der Ethik begründete, erklärte das Ressentiment zum 
Schlüssel für die Geschichte der Moral. Er behauptete, daß die hohe 
christliche Bewertung von Demut, Armut und Leid in Wirklichkeit 
nur das Ergebnis tief sitzender Ressentiments sei. Nach Nietzsche 
waren die ersten Christen sozial und geistig sehr einfache und be- 
sdieidene Leute, in jeder Beziehung kleinbürgerhch. Indem sie aber 
ihren Lebensstandard als Norm setzten, verheben sie ihrer eigenen 
sozialen Lage den Glanz der Tugend. Von dem unbewußten Wunsch 
getragen, die aristokratischen Lebenswerte von Macht und Edelmut 
abzuwerten und aus Haß gegen das Betragen, die Lebenseinstellung 
und die Würde der adUgen Oberschicht, errichteten sie ihr morah- 
sches System auf einer Grundlage von Neid. Nietzsche zog aus die- 
sem historischen Beispiel den allgemeinen Schluß, daß immer dann, 
wenn soziale Klassen um Anerkennung ringen, sie ihre eigenen Tu- 
genden zu absoluten moralischen Werten erklären und die Verhal- 
tensmaßstäbe der herrschenden Schidit verdammen. 

Max Scheler unterstrich die Bedeutung der Ressentimentthese für 
den Historiker und Geschichtssoziologen^). Obwohl er vergebens 
versuchte, Nietzsdies These bezüglich des Christentums zu wider- 
legen, wies er auf die große Rolle hin, die das Ressentiment beim 
Aufstieg der modernen Gesellschaften gespielt hat. Scheler hat sei- 
nen Gedanken nie ganz ausgeführt; er beschränkte sich auf die Dar- 

4) P r o ud h o n, Justice, a. a. O. - ^ 

5) M^x Scheler, Das Ressentiment im Aufbau der Moralen, in: Vom Umsturz 
der Werte, 3. Bd. der Gesammelten Werke, Bern 1955. 



~ M 



79 



Stellung des Wandels der christlidien Idee der Charitas zum moder- 
nen Humanitätsprinzip. Man kann aber diesen Gedanken in einem 
viel weiteren Sinne verwenden. Für unseren Zweck müssen wij die 
Wandlung untersuchen, die die Bewertung des Individuums und 
seiner freien Institutionen seit dem Entstehen der Soziologie erfah- 
ren hat. Die abendländisdien Gesellschaften lebten zweitausend 
Jahre in den Traditionen der antiken Philosophie und der jüdisch- 
christlichen Religionen. In diesen Traditionen lagen der einmaUge 
Wert der menschlichen Seele (im religiösen Sinn) und die Würde des 
individuellen Geistes (im weltUchen Sinn) fest verankert. Seit den 
Philosophen der Stoa hatte das Abendland stets die Idee der Frei- 
heit und der Selbsterlösung durch die Philosophie gekannt. Alle poli- 
tischen und sozialen Werte sind nach ihrem Einfluß auf die geistigen 
und seelischen MögHchkeiten des Menschen beurteilt worden. Poli- 
tische Institutionen sind gutgeheißen oder verdammt worden je 
nach ihrem Verhältnis zur Selbstentfaltung und Zusammenarbeit 
freier Gemeinwesen. Im allgemeinen hatte sich das abendländische 
Denken auf die Begründung einer Philosophie der Freiheit und 
Menschlichkeit gerichtet. 

Die französischen Soziologen, die sich zu Sprechern des Kollekti- 
vismus machten, waren von einem tief sitzenden Ressentiment er- 
füllt, als sie die Würde des Individuums und die Idee der freien 
Wahl als mit den Grenzen, die der Funktionalismus dem Menschen 
auferlegt, unvereinbar zurückwiesen. Deshalb betonten die Saint- 
Simonisten die Notwendigkeit von Hierarchie und Autorität im Ge- 
gensatz zu Demokratie und Freiheit. Sie wollten, ebenso wie Comte, 
eine vollkommenere neue Welt des allgemeinen Glückes errichten, 
die durch die Handlungen des Kollektivs verwirklicht werden sollte, 
nidit aber durch die stolpernden, unsicheren und zufälUgen Be- 
mühungen einzelner Menschen. Diese Philosophen versuchten im 
Zeitalter der Massen und kollektiven Bewegungen die Leistungen 
einzelner in der Vergangenheit in Manifestationen des „Zeitgeistes" 
umzudeuten und veränderten die Theorie der Werte, um die Stel- 
lung des Individuums zu untergraben. 

Die frühen Soziologen maditen einen großen Fehler: sie setzten 
ihre Hoffnungen auf die Methoden der Naturwissenschaften. In 
ihrem glühenden Glauben an eine geistige Revolution dachten sie, 
daß das Wissen um den Menschen von derselben Art und von der 
gleichen Genauigkeit sein könne wie das der Physik oder der Bio- 
logie. Im Verlauf dieses Prozesses würde der vorwissenschaftUche 
Denker irgendwann ausgestoßen werden, weil er in seiner Unsicher- 



80 



heit und in seinem individuellen Charakter überholt, ja gefährlich 
sein würde. Die Soziologen glaubten, daß eine neue Welt vor ihnen 
läge, in der wissenschaftliche Planung, technische Rationalisierung 
und humanitäre Erziehung nicht von der verdunkelten Autorität der 
Philosophen, sondern von den anonymen, den Gesetzen der Natur 
und der Gesellschaft unterworfenen Sozialwissenschaftlern gestaltet 
werden würde. 

Es gibt eine Unzahl von Beweisen dafür, daß die Begründer der 
Soziologie eine derartige Umwertung der Werte herbeiführen woll- 
ten, ein Vorhaben, das weitgehend aus dem Motiv des Ressentiments, 
wie es Sdieler beschrieben hat, entsprang. Aber die Verwendung des 
wissensdiaftlichen Fortschritts zur Umgestaltung der Gesellschaft im 
Namen eines humanitären Ideals endete in dem deutlich gezeich- 
neten Bild einer totalitären Gesellschaft. Dieses fürchterliche Para- 
doxon — daß Männer, die einen Kreuzzug für die Befreiung begon- 
nen hatten, einen rigorosen Despotismus fordern sollten — ist eine 
überraschende Ironie der Geschichte. Die Logik und die Tyrannei 
des Fortschritts gab der Welt den Fortsciiritt der totalen Tyrannei. 

Saint-Simon und Comte sollten zu einer Zeit, als die industrielle 
Welt noch in den Kinderschuhen steckte, den Totalitarismus um fast 
150 Jahre vorwegnehmen. Sie glaubten, daß sich die Revolution des 
mensdilidien Daseins als Evolution der industriellen Geschichte ohne 
die Katastrophe der politisdien Revolution ereignen würde. Sie sahen 
nicht voraus, daß der Fortschritt der Gesellsdiaft durdi einen Typ 
der politisdien Revolution stattfinden würde, der durdi den Totali- 
tarismus geprägt sein sollte. Natürlich betonten diese Soziologen in 
ihren enthusiastischen Hoffnungen für die Menschheit nachdrücklich 
die positiven Seiten der technischen Möglichkeiten. Für sie bedeutete 
das die totale Autorität ihrer eigenen Schule in der Ausführung ihrer 
Heilslehre der totalen Ordnung. Damit hatten sie die Prophezeihung, 
die Dostojewsky seinen Groß-Inquisitor sagen läßt, um fast 75 Jahre 
vorweggenommen: daß der moderne Mensch vor der persönlichen 
Freiheit in die 9rme derer flüchten werde, die ihm Sdiutz und 
Autorität bieten. 

Es ist sicherlich richtig, daß die technischen und kollektiven Ent- 
wicklungen in der modernen Welt die Möglichkeiten für die totale 
Herrschaft vergrößert haben. Aber zur gleichen Zeit ist dieser Ge- 
fährdung der großen Tradition von der Freiheit unter dem Gesetz 
überall von einzelnen und Gruppen heftiger Widerstand entgegen- 
gesetzt worden. Es ist ein sehr charakteristisciies Merkmal der Ge- 
genwart, daß Bolschewismus und Fasciiismus zu einer neuen und 



\ 



DupK^^* 



S 



81 



hohen Sdiätzung der Werte, die mit der Unabhängigkeit des ein- 
zelnen Menschen verbunden sind, geführt haben. 

Die Gründer der Soziologie sahen das Verhältnis von Individuum 
Und Kollektiv in der völligen Unterordnung des ersteren unter das 
letztere. Das war ein Symbol für den revolutionären Fortschritt. 
Es ist Durkheims Verdienst, die dynamische Interdependenz zwi- 
schen dem Individuum und dem Kollektiv in ihren positiven wie 
negativen Konstellationen in der Struktur des sozialen Beziehungs- 
gefüges wiederhergestellt zu haben. Das war ein Symbol für den 
evolutionären Fortschritt. Durkheim hatte den Gedanken deTocque- 
villes aufgegriffen, daß sich bekämpfende soziale Gruppen zur Er- 
reidiung des erforderlichen geschichtlichen Fortschritts vor einer 
Alternative stehen: sie können ihr Ziel als totalitäre Despotie unter 
der Herrschaft radikaler Massen und Parteien erreichen; oder aber 
es können die verantwortungsbewußten und einsichtsvollen Schich- 
ten die unvermeidliche Umformung als soziale Demokratie voll- 
ziehen. Diesen Fortschritt könnte man konservativ und liberal nen- 
nen. Es ist die besondere Aufgabe unserer Zeit, liberal zu sein, um 
konservativ bleiben zu können. Wir können die Kontinuität unserer 
sozialen und geistigen Welt nur als konservative Reformer bewahren. 
Ein reformerischer Konservatism^us ermöglicht es uns, die Alternative 
des Totalitarismus bolschewistischer oder nationalsozialistischer Prä- 
gung zu vermeiden. 

Es ist in unsere Macht gelegt, einen solchen mutigen liberalen 
Konservativismus zu wollen. Der Wille zur Freiheit und die Ent- 
sdilossenheit, das Erbe der Unabhängigkeit zu verteidigen, liegt in 
unseren Händen, Köpfen und Herzen. 



6 Salomon, Fortschritt 



--/. üKi. m/ 



Chronologie 



Turgot:^ber den stufenweisen Fortschritt des menschlichen Geistes. 

Saint-Simon geboren. 

Saint-Simon kämpft im amerikanisdien Unabhängigkeitskrieg. 

Condorcet: Vie de Turgot. 

Saint Amand Bazard geboren, führendes Mitghed der Sdiule Saint-Simons. 

OUnde Rodriguez geboren, engster Sdiüler Saint-Simons und die Säule 

der Saint-Simonisten. 

Condorcet: Esquisse dun tableau historique des progres de l'esprit 

humain. 

Prosper Enfantin geboren, führendes Mitglied der Schule Saint-Simons. 

Saint-Simon: Lettres d'un habitant de Geneve. 

Leon Halevy geboren, saint-simonistischer Dichter. , . 

Saint-Simon: L'Esquisse d'une nouvelle Encyclopedie. 

Saint-Simon: Introduction aux travaux seien tifiques du XIX siecle. 

Saint-Simon: Memoires sur la science de l'homme. 

Saint-Simon: Memoires sur la gravitation universelle. \ 

Saint-Simon: Reorganisation de la societe europeenne. 

Saint-Simon: De l'Industrie.' 

Saint-Simon: La Politique. * * 

Saint-Simon: L'Organisateur (Zeitsdirift). 

Auguste Comte: Sommaire appreciation sur l'ensemble du passe moderne, 

in: L'Organisateur. 

Saint-Simon: Les Bourbons et les Stuart. 

Auguste Comte: Prospects des traveaux scientifiques necessaires pour re- 

organiser la societe. 

Saint-Simon: Suite des traveaux ayant pour objet de fonder le Systeme 

industriel: Du Contrat Social. 
1823/1824 Saint-Simon: Catechisme des Industrieis. 
1824 Saint-Simon: Opinions litteraires, philosophiques et industrielles. 

Auguste Comte: Plan des traveaux scientifiques necessaires pour reorga- 

niser la societe (l'opuscule fondamental). 

Auguste Comte: Considerations philosophiques sur les sciences et les 

savants, in: Le Producteur, Nr. 7, 8, 9. 

Auguste Comte: Considerations sur le pouvoir spirituel, ebenda, Nr. 13,20. 

Saint-Simon: Le nouveau Christianisme. 

Saint-Simon stirbt. 

Die engsten Schüler, unter anderen Rodriguez, Bazard und Enfantin, 

gründen Le Producteur, Journal Philosophique de l'Industrie, des Sciences 

et des Beaux Arts als die wissensdiaftlidie Zeitschrift der saint-simonisti- 

sdien Schule. 



1750 
1760 
1779 
1789 
1791 
1794 

1795 

1796 
1802 

1808 

1810 
1814 

1816 
1818 
1819 
1820 



1822 



1825 



83 



Stendhal greift die Saint-Simonisten an: D'un nouveau plot contre les 
industries — Melanges d'art et de litterature, 1927 Calman Levy. 
1826 Im Oktober Ende von Le Producteur. 

Die letzten treuen Mitarbeiter wie Bazard, Buchez, Enf antin, Laurent, 
Ollnde und Eugene Rodriguez organisieren die Schule Saint-Simons, ver- 
anstalten öffentliche Vorträge und Zusammenkünfte. 

1828 Die Vorträge der Saint-Simonisten werden als Exposition de la Doctrine 
de Saint-Simon veröffentlicht. . - - 

1829 Comfe hält Vorträge über seine positive Philosophie. 

Bazard und Enfantin werden im Dezember die Führer der Saint-Simo- 
nisten. 

1830/1842 Auguste Comte: Cours de Philosophie positive, Band 1 bis Band 4. 

1832 Predications Saint-Simoniennes. 

1843 Auguste Comte: Traite elementaire de geometrie analytique. 

1844 Auguste Comte: Traite philosophique d'astronomie populaire. 
Auguste Comte: Discours sur l'esprit positif. 

1848 Auguste Comte: Discours sur l'ensemble du Positivisme. 
1851/1867 Saint-Simon et Enfantin: CEuvres completes, 47 Bände. 
1851/1854 Auguste Comte: Systeme de Politique positive ou Traite de socio- 
logie instituant la religion d'humanite. 

1855 Auguste Comte: Catechisme positive ou sommaire exposition de la reli- 
gion urifverselle, ou onze entretiens systematiques entre une femme et 
un pretre de l'humanite. 

Auguste Comte: Appell aux conservateurs. 

1856 Auguste Comte: Synthese subjective ou Systeme universel des concep- 
tions propres ä l'etat normal de l'humanite. 

1857 Auguste Comte gestorben. 



\ 



Literaturverzeichnis 

Texte 

Bakunin, Midiael: CEuvres, 2. Bd., Paris 1895. d • looß 

Baudelare, Charles: Las fleurs du mal, hrsg. von Paul Valery, Parrs im 
Carr, Edward Halle«: Studies in Revolution, erstes Kapitel: Samt-Simon. The 

Precursor, London 1950. ^ ioc!A_iRi<>. 

Comte, Auguste: Cours de Philosophie positive 6 Bde Paris 1830-1842 

deutsch von Kirdimann 1883, Auszug aus diesem Werk hrsg. von Rig, 

_ Sy!ttmeT°Politique positive ou Traite de Sociologie insütu^it la reli-- 
gL de l'humanite, 4 Bde., Paris 1851-1854; deutsA von Dorn hrsg. 
unter dem Titel Soziologie 1907—1911. v c u ^t 1Q1=; ^ 

_ Discours sur lesprit positif, Paris 1844; deutsd, von f »ebredit 1915_ 
_ CEuvres dioisies mit einer Einleitung von H. Gouhief, Paris 1943, enthalt 
eine wertvolle Einleitung und eine umfassende Bibliographie. 
Cortes, Donoso: An Essay on Catholicism, Authority, and Order, New York 

De BoS Louis: Theorie du Pouvoir politique et leligieux dans la societd 

^ civil demontree par le raisonnement et l'histoire, 3 Bde Konstanz 1796. 

_ Ei aTalytique^ur le lois naturelles de lordre social ou du pouvoir 

du ministre et du sujet dans la societe, Paris 18ÜU. 

De Maistre, Joseph: Essai sur le principe generateur des constitutions politiques. 

De To!qüeviUe!^' Alexis: CEuvres completes, hrsg. von Frau de TocqueviUe, 

9 Bde., Paris 1864—67. .., n • 10^.1 

_ Souvenirs, Nouvelle edition conforme au texte onginal, Paris 1944 
_ The Recolections, übersetzt von Alexander T. de Mattos mit vielen Er- 

_ S^den^^^^^^^^^ of A. de T. with Nassau William 

Senior from 1834—59, 2 Bde., London 1872. 
— La democratie en Amerique, 4 Bde., Paris 1839/40. 
Proudhon, Pierre Joseph: CEuvres completes, neue Ausgabe von C. Bougle und 

' H. Meysset, 2. Bd., Paris 1923— 1932. ,; p • loo^ 

Saint-Simon, Henri de: CEuvres choisies, hrsg. von C. Bougle Paris 1925^ 
Saint-Simon, Henri de, et Enf antin: CEuvres complMes, 47 Bde Pans^Sß^^«' 

Vgl für die Religion Saint-Simons die Bande 23, 27—29, 42-4Ö. 
Saint-Simon, Doctrine de: Exposition Premiere 1829 Neuaufl. mit einer aus- 
gezeichneten Einleitung von C. Bougl6 und E. Halevy, Paris 1924. 

Untersudiungen 

Charl6ty, S6bastien: Histoire du Saint Simonism, Paris 1931. 
Delvolv6, Jean: R6flexions sur la pens6e Comtienne, Pans 1932. 



85 

Ducasse, Pierre: Essai sur les origines intuitives du Positivisme, Paris 1939. 

— Methode et intuition chez A. Comte, Paris 1939. 
Gouhier, Henri: La vie d'Auguste Comte, Paris 1931. 

— La jeunesse d'Auguste Comte et la formation du Positivisme, Biblio- 
theque d'Histoire de la Philosophie, 2. Bd., Paris 1936. — Das ausgezeich- 
nete Werk von Gouhier hat die Grundlagen für neue und umfassende 
Untersuchungen der frühen Soziologie gelegt. 

Hayek, F. A.: The Counter-Revolution of Science, Studies in the Abuse of 
Reason, Glencoe 1952. 



*%' 



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Reprinted f rom 

THE REVIEW OF RELIGION 

March, 1950 

Copyright 1950 by Columbia University Press 

DEMOCRACY AND RELIGION IN THE WORK 

OF ERASMUS^ 

Albert Salomon 
Professor of Sociology, Graduate Faculty of the New School for Social Research 

IT IS TAKEN FOR GRANTED that rcligious motivcs play a decisive role in 
determining the frames o£ reference in which societies are acting 
and being acted upon. However, it remains an open question what 
specific effects religious elements have in building up the horizons 
which condition historical structures. These effects can be constructive, 
preventive, and destructive as seen from a religious or secular point of 
View. The messianism of the Franciscan Spirituals had consequences 
which were disastrous for the Church and precarious for body politic. 
The intellectuals of the imperial court jubilantly took over the Fran- 
ciscan radicalism as a most effective tool in their anti-ecclesiastical 
policy. Frederic II cynically transformed the spiritual messianism into 
messianic imperialism as the secular ideology of an anti-papal interna- 
tional policy. He inaugurated a development which was continued by 
Charles V and finally came to an end in the secular messianism of 
modern political and social revolutions. This effect is destructive for 

church and State alike. 

Many religious were strong enough to prevent the growth o£ secular 
ambitions for some centuries, at least. Religious convictions, m con- 
nection with other causes, prevented the complete expansion of politi- 
cal power into the total State at the beginning of the modern era. Re- 
ligious indoctrination had created habits which prevented the rise of 
industrial capitalism in Asia and the Near East. 

In the rise of modern Western civilization, religion became a con- 
stituent Clement in the foundations of all political and social institu- 
tions. However, there was not any longer a Christian religion, but 
Christian religious. The teachings of the various churches had different 
effects on the attitudes and patterns of conduct in the respective so- 
cieties. There is no doubt that the German Untertan, with all his nega- 
tive qualifications as Citizen and his positive sides as worker, is deter- 

• This article and the one which follows it are products of the Religion and De- 
mocracy section of the Columbia University Seminar on Religion. For other papers 
from this section, the reader is referred to the January. 1948 issue of The Revxew 
of Religion, and the September, 1949 issue of Church Htstory. 



lU^^ 



Ui 



f 



228 



ALBERT SALOMON 



mined by Luther's social teachings, whatever might have been the 
political and social causes which made up the German concatenation 
of conditions. In genuine Calvinistic countries, as were Geneva and the 
Netherlands after Dortrecht, a monopolistic aristocracy was the natural 
form of government. 

Perhaps it is a mistake to stress the influence of the churches as the 
most important one. It goes without saying that their teachings in ser- 
mons and schools and their strict disciplines had a strong and habit 
creating influence. However, there were many psychological and spir- 
itual escapes available. Already prior to the so-called "Reformation," 
there was a widespread lay piety, independent mystical groups, and 
Spiritual communions apart from the reform movements, which many 
monastic orders had attacked spontaneously. It is a problem of statistics 
whether these movements were quantitatively strong enough to be 
treated with equal attention as the churches. Unfortunately, we cannot 
answer such questions, because there are no Statistical data available 
for movements which could survive only by hiding their actual beliefs. 
The historian of liberal and democratic ideas, however, will give his 
complete attention to these movements, for the simple reason that they 
Started from a spiritual vision which made them antagonistic to the 
authoritarian control of the leading churches. 

Among these movements, Erasmus and the Erasmian movement, for 
which the Spaniards coined the term Erasmismo, have an important 
contribution to make. His spiritual liberalism, or better his liberal 
spiritualism, was centered around the idea of Christian liberty. This 
idea implied the principle of social and political democracy and, in its 
critical aspect, the grim and disillusioned analysis of disintegrating 
feudalism and rising military despotism. 

Erasmus had chosen freedom as the ruling principle of his life. He 
explicitly stated again and again that he could not serve. He preferred 
death to intellectual slavery. He refused the offers of popes and kings 
who implored him to take ecclesiastical or secular positions. He could 
not be Partisan and had to remain alone in order to preserve his in- 
tellectual integrity intact. He was keenly aware that his was a precari- 
ous Position between the hostile alignments of Catholicism and Lu- 
theranism. He was fighting for the indestructible unity of the Church, 
not for the existing ecclesiastical institutions. He predicted that Lu- 
ther's revolution would jeopardize spiritual freedom for a long time 



DEMOCRACY AND RELIGION IN ERASMUS 



229 



to come. Intellectual and social independence were one and indivisible 
to Erasmus. He had left monastic orders to get rid of external pressure 
by coercive institutions and of inner depression caused by his illegiti- 
mate birth. He recognized only one passion, the desire for freedom 
from established authorities. His was the eros of liberty for serving 
Christ and Logos independently and freely. He had dedicated his life 
to this Service. This voluntary service made him free. 

He could realize such independence because the new and revolution- 
ary invention of the printing press liberated him from the alternative 
of serving an individual or collective employer or starving. After some 
years of the usual misery as tutor to boys of noble families, he finally 
succeeded in winning the friendship of Aldus in Venice and of Frohen 
and Amorbach in Basel. These printer families were scholars and busi- 
nessmen alike and let Erasmus share in the profits of his books and 
editions. In particular, the Basel printers had established their prestige 
and reputation as Erasmus' publishers, and generously shared their 
wealth with him. They had made the poor and insecure tutor a well- 
to-do and independent scholar whose works were fascinating to the 
World of learning at the time. His followers, the Erasmians, said 
that he had improved them. They feit he had given them the courage 
to be independent beyond the pale of established institutions. They 
stated that he had delivered their spiritual spontaneity, which they 
turned to social and political improvements in the interests of their 

subjects. 

Erasmus was not concerned with philosophical and theological ideas 
and conceptions. Nevertheless, his religious anti-intellectualism and his 
moral intellectualism made him a forerunner of some trends in posi- 
tivistic and pragmatistic philosophies. His main concern was, as he 
frequently stated, a practical one. He desired to prepare the intellectual 
tools which enabled human beings to become free as Christians by the 
experience of learning. This principle made his work coherent and 
logical. It pointed toward a world of free Christian Citizens. 

He could have formulated his intention in still a different way. He 
aimed at purifying ecclesiastical and spiritualizing secular institutions 
in a social Situation in which all trends indicated the rapid growth of 
independent political and economic organizations. In such a moment, 
Christians had to make a tremendous effort to keep the Christian spirit 
alive against the pressure of unleashed secular powers. The hierarchical 



230 



ALBERT SALOMON 



and aristocratic Church which prayed for the laymen could not stem 
the tide. The responsible Christian thinker and teacher had to mo- 
biUze Christian people and train them as Christian soldiers. They had 
to fight the inner enemy o£ greed and passions and the outer enemy of 
lust for power with the weapons of Christian ethics and its ascetic 
requirements. Erasmus had escaped monastic orders for many subjec- 
tive reasons. Objectively, in the trend of his inner development, he 
had to leave in order to democratize spiritual aristocracy and the re- 
Hgious division of labor as established by the medieval Church. Eras- 
mus States frequently, most emphatically in the farewell letter to the 
Abbot of Steyn, that the whole world should become a monastery, and 
that all Christians should live as canons and monks in the world of 
everyday institutions. Erasmus conceives of the Christian religion as a 
way of life. It is a universal way of life valid and required for all 
Christian people. It is an inner-worldly asceticism which permits the 
control and overcoming of the secular world. 

In Erasmus' vision of a spiritual democracy, various trends of re- 
ligious thinking are merged. He turns the eschatological vision of the 
Franciscan Spirituals into the theory of inner-worldly asceticism. This 
was postulated by the historical Situation, the corruption of which is 
admitted by Cod in order to invite individual souls to improving and 
proceeding on the road of perfection. 

Secondly, Erasmus shifted the mystical experience of Christ as all- 
pervading Logos into the moral principle of the philosophy of Christ. 
The philosophy of Christ is the application of Christ's moral teaching 
to the Problems of social conduct as learned experience. It was Eras- 
mus' sincere conviction that we are able to follow Christ's ideals and 
to imitate Him in truth and spirit if we consciously affirm and under- 
stand His yoke as easy. According to Erasmus, charity and science are 
no alternatives, but are interdependent upon each other. Blind love 
without knowledge is as impotent as is science without spiritual eros. 
Erasmus transformed the knowledge of mystical experience into a 
theory of social and utilitarian piety which is deeply influenced by the 
moral intellectualism of Socrates and Plutarch. 

Erasmus' religion was an effort to ban magic from his path and to 
establish a religion of pure logos, thus opening the road for Zwino^li 
and Schleiermacher. It seemed to Erasmus that the Church had sub- 
mitted to the temptations of monopolistic power and had abused the 



DEMOCRACY AND RELIGION IN ERASMUS 



231 



natural inclinations for magic and superstition which will always pre- 
vail among the ignorant. The Church was, for Erasmus, the model case 
for exemplifying his Law of Degeneracy, which states that all social 
institutions are subject to the pressure of their Organization. For this 
reason Erasmus invited Christian people to make use of the wonderful 
invention of the printing press to spread and explain the Gospel and 
the Epistles. This will make possible the creation of spiritual democ- 
racy in which everybody is called upon to be a theologian, because 
everybody will be able to read and to understand the basic verities of 
Christian piety. 

Erasmus was aware of the sociological and historical conditions and 
possibilities of Christianity as a way of life for his times. He understood 
that Imitatio Christi could not mean the external mimesis of the 
apostolic lives and of the first communion. Under modern conditions 
it means inward living; to live in the world as if we did not live in it 
and to turn to the Spirit which makes transparent our societal rela- 
tionships and strengthens our acting and suffering for peace and recon- 
ciliation as the fundamentals of spiritual life. The mystical road leads 
toward the inward, says Novalis, in a truly Erasmian spirit. 

Erasmus was always aware of social and historical conditions of re- 
ligious attitudes. He objected to Luther that the times of Revelation 
and of listening to the Holy Ghost are gone. What remains is slow 
progress in the evolution of the understanding of Christ's truth. Christ 
did not want us to know His overwhelming truth at once. We gain 
more and more of his wisdom by continuous Interpretation and re- 
examination of documents and texts. Revelation is one and eternal; 
however, men's organs for listening and understanding are subject to 
error and deception. For this reason, we must see to it that the variety 
of religious experience makes for the whole truth, which includes the 
experience and Cognition of the heretics. 

Erasmus was striving for a spiritual pluralism founded on a few basic 
verities taken for granted by the most antagonistic theologians. These 
verities are the God of Abraham, Isaac, and Jacob, Creator of the 
Universe, Logos and Holy Ghost, Christ as Incarnation and Logos, 
both transcendent and immanent; they imply human obligations to 
participate in and to contribute to the all pervading spirit of which we 
are parts. The vision of Erasmus is mystical rather than theological, 
panentheistic rather than pantheistic. However, the mystical view is 



232 



ALBERT SALOMON 



not contemplative, but pragmatic and utilitarian. It leads toward a 
piety of social and democratic action which alone makes it possible to 
establish Christian liberty. 

Erasmus coined the term "Christian Hberty," not Luther. It indicates 
the goal of the Christian for which the Christian republic is the indis- 
pensable condition. The goal is the spiritual sovereignty of man, con- 
trol of Seif, and overcoming the world by inner superiority. Christian 
perfection is not different from the ideals of the pagans as practiced 
and described by Socrates, Epictetus, Epicurus, and Plutarch. For this 
reason Erasmus violently rejects Luther's radical condemnation of 
everything prior to Christ. "Some have been saved under the Natural 
Law, many under the Law of Moses, most under the Law of the Gospel: 
but salvation is properly due not to any law, only to God's pity through 
Christ." Throughout his work, Erasmus attempts to understand the 
God of Abraham and the Christ not as historical phenomena which 
split history into two irreconcilable parts. Erasmus could conceive of 
religion merely as a universal phenomenon. Religion is natural, not 
historical. It is a constituent element of nature, mirrored in human 
thinking and feeling at all times and in all places. It creates everywhere 
the same ideals and patterns of perfection, which must spring from the 
same and identical source of the all pervading Logos which is God of 
Creation, God of mercy, and Christ of pity. Erasmus was intrigued by 
the lives and sublime ideas of men like Socrates, Cicero, and Epicurus. 
If they can rightly be called saints, they must have enjoyed the mercy 
of God and the pity of Christ, the Redeemer. For this reason Erasmus 
dares to transform an historical religion into the natural religion of 
all times and places. 

Erasmus radically opposed Luther. Nobody has a monopoly of re- 
ligious truth; none is justified in practicing fanaticism. If we study 
the true art of piety, we will find that all spiritual roads converge to 
the divine mansion which is all embracing peace and everlasting rec- 
onciliation in all religions. How eise could it happen that all religions 
postulate the same ideal of perfection: gladness of heart, tranquillity 
of mind, and peace of conscience? 

Erasmian liberalism is irreconcilable to any kind of Christian or- 
thodoxy. To Erasmus it was the very essence of Christianity. He could 
not be a Citizen of a national State; he did not want to be a cosmopoli- 
tan; he was striving for the citizenship of Civitas Coelestis. 



DEMOCRACY AND RELIGION IN ERASMUS 



233 



From Antibarbari to the posthumously published edition of Origen, 
Erasmus has pursued the idea that the best religion comes to its high- 
est perfection and has its greatest effect when supported by the best 
learning. Best learning is to Erasmus the humanities, not philosophy, 
for the humanities deal with God's manifestations as expressed through 
and as logos; to Erasmus they presented the immediate and spon- 
taneous presence of the Divine. This is the inner meaning of his 
philology. 

Erasmus formulated his position most articulately in the prefaces 
to the Fathers whom he edited or translated into Latin. His selection 
is already indicative. He chose those who, like Jerome and Origen, as- 
sumed that man is a free intelligence, and that the eros toward God 
and the Good is inherent in the natural moral conscience. These Fa- 
thers knew that many approaches lead to God; they loved their co- 
theologians in spite of dissenting opinions. They were keenly aware 
that dogmatic formulations were the product of a sociological emer- 
gency, strengthened by hostile pressure from without and by com- 
peting sects from within. Erasmus believed it possible to find in their 
writings his own conviction that faith was a way of life rather than 
a conceptual frame. According to Erasmus, the Fathers connected faith 
and learning in order to be the educators of the Christian people, who 
had the task of turning faith into living piety of social action. For this 
purpose, he unified Christian faith with pagan spiritualism as the 

true synthesis of the good life. 

Ambrose had established the ideal of the Christian educator whose 
conduct and work should bring social peace. "Magnum pondus habet 
morum integritas, magnam habet auctoritatem coniuncta mansuetudini 
constantia. Plurimum valet eloquentiae copulata prudentia." This was 
the ideal Erasmus hoped to realize in his life and work. 

It is of no avail to investigate whether Erasmus interpreted the 
Fathers correctly. He certainly did not. He understood them as he 
wanted himself to be understood. He wished to connect Christ and 
Epicurus, Socrates and Paul. His concern was to educate free Chris- 
tian Citizens and to make the elite devoted servants to the realization 
of Christ in the here and now. In this daring enterprise he stimulated 
and promoted all trends toward liberal and democratic institutions 

and patterns of conduct. 

Erasmus' religions position implied three postulates. First, he was 



/* 



234 



ALBERT SALOMON 



deeply concerned with the social Standards of society and, in particular, 
with the lot of the poor and suffering classes. Second, his spiritualism 
makes possible an analysis of the prevailing social institutions which 
is as grim and disillusioned as that of Macchiavelli. Third, his social 
and utilitarian piety recommends the transfer of monastic rules to 
social institutions in order to create the conditions under which Chris- 
tian liberty could be realized. 

Erasmus anticipated the theories of political liberalism by recog- 
nizing society as the bearer of social evolution. Society is the sum total 
of the diverse rational activities of man which make possible security, 
well being, and peace. Farmers, burghers, urban Citizens in commerce, 
industry, and crafts work toward these goals. The urban societies are 
the resources from which the professions draw their best and strong- 
est forces. Among urban groups arose the enthusiasm for the New 
Learning. In the urban centers, Erasmus found the liberal attitudes 
which required participation in and restriction of political power. 
He had studied experimentally the world of patrician and bourgeois 
societies in London, Antwerp, and other cities. He was intimately as- 
sociated with the scholar-printers of Venice and Basel, to whom he was 
friend and business partner. His practical experience enabled him to 
compare the new economic developments in modern Industries, such as 
printing, with past economic institutions, and to reconsider the rela- 
tionships between economic societies and the State. 

It would be as easy as misleading to understand Erasmus' attitudes 
as determined by his bourgeois interests and his class Situation. His 
piety is, indeed, conditioned by his having grown up in the lay mysti- 
cism of Dutch urban societies. However, his "vested interests" are the 
growth of Spiritual democracy and the progress of intellectual liberty, 
both united in his Socratic and Christian piety. 

In his analyses of various social strata, Erasmus discloses a definite 
sympathy for the poor and lower middle classes, for two reasons. They 
are the productive classes whose labors produce the wealth of society. 
There he finds a thoroughly urbanized population, many small and 
middle-sized towns which are well and intelligently administered, be- 
cause a steady and moderate well-being prevails in all strata of society. 
This can easily be explained. They are the markets for the abundant 
rural products and Import just as many goods as are necessary for 
balancing the prices. Erasmus praises the character of these classes. 



DEMOCRACY AND RELIGION IN ERASMUS 



235 



Labor, being the center of their lives, has constructive effects on their 
conduct and mutual relationships. Labor has an "influence on disci- 
pline of the individual and on the control of his passions." Labor fre- 
quently contributes to making man moderate and considerate in his 
relations to his fellowmen. Labor is sacred because it is the tool for 
building up the family. It is sacred because it maintains the blessing 
and happiness of a family by the mutual co-operation of husband and 
wife. Labor is an indispensable device of inner-worldly Christianity. It 
is as relevant as frugality and thrift for establishing Christian liberty 
and for avoiding the pitfalls of wealth and luxury for spiritual inde- 
pendence. 

Erasmus never ceased to praise such character traits as belonging to 
the modest middle classes. He was not aware of the political implica- 
tions of his analyses. Throughout his work, he describes the societal 
relationships between husband and wife in a family, between friends 
and partners in business, in such a way that all differences in authority 
and Status are eliminated by the emphasis on co-operative labor for 
realizing religious values. Erasmus suggests a social democracy which 
we could easily call Christian Social Democracy. 

He was much concerned about the political and social Situation of 
these groups under the control of disintegrating social classes and in- 
tegrating absolutistic institutions. He was familiär with the plight of 
the peasants and of the urban proletariat. His sympathies were with 
the oppressed, although his reasoning was for preserving the Status 
quo. He was of the opinion that a conscientious scholar could not rec- 
ommend a revolution which would serve the progress of more cruel 
and oppressive despotism. However, he longed for the renascence of the 
extinct race of Brutus, which had its distinct function in epochs of 
despotism. Erasmus even recognized bravely and frankly, against his 
own preferences, that revolutions might have their own legitimacy in 

situations of despair. 

He watcheJ with deep sympathy the uprising of the peasants and 
the Proletariat. He was personally attacked by a French Carthusian 
(December, 1524) and by the syndic of the Sorbonne (May, 1525), Noel 
Bede, and described as the author of the religious and social revolu- 
tions. His was the responsibility for the disintegrating society, because 
he had spread the libertine spirit of humanistic philosophy, according 
to these critics. He serenely rejected the accusations and cleariy hinted 



236 



ALBERT SALOMON 



at the social and political motives at the roots of such desperate actions. 
He had rather impeach the rulers than blame the people. He suspected 
all the time that feudal lords and princes would welcome the uprisings 
as an opportunity for strengthening their domination and exploitation. 
He was keenly aware that the German feudal class, in its State of de- 
composition, would gladly make use of all possibilities for overthrow- 
ing the wealthy elite of urban societies and take over their riches. In 
this connection, as in his analysis of Luther, we find remarkable ob- 
servations on the German character. There he asked himself why the 
Germans are so much better in violent punishment of evils than in 
their prudent prevention. 

In contrast to these sympathetic analyses, Stands Erasmus' extremely 
critical description of the bourgeois elite, the patrician, the honored 
rieh. Though with Aristotle he recognized that perfect happiness re- 
quires a material fortune, he criticized those who praised Roman law 
because it established security in business by regulating commerce and 
interest rates. He thought that these commercial societies combined 
daring and reason. The new forms of interest seemed to him reasonable 
and he did not blame the various groups of bankers. He admitted that 
these men could defend their activities with a clear conscience. Christ 
has forbidden, not clever activity, but the tyrannical lust for profit. 
However, he condemned the daring of international commerce as prac- 
ticed by the patricians of Antwerp, for he could study in detail the 
effects of these emancipated economic forces on the common people 
and could observe everywhere the ruthless exploitation of the masses 
by economic monopolies. He complained no less of the free competi- 
tion in new industries, where anyone could undertake an enterprise, 
and where the law failed to protect already existing ones and did not 
question the need for new establishments. 

His attitude toward the new world was characteristic of a conserva- 
tive liberal. On the one band, he recognized the positive and construc- 
tive Clements in the new urban societies, their efforts to control nature 
and to build a better economic and social world. Anticipating Veblen, 
he remarked that the new branches of financial and commercial specu- 
lation are completely independent of the economic needs of the com- 
mon people, and that they gamble on the urgently needed goods of life. 
This is, in Veblen's terminology, a new leisure class; in Erasmus' 
language, the most wicked and the most honored group of wealthy 



DEMOCRACY AND RELIGION IN ERASMUS 



237 



people— honored by the political elite, because their wealth is needed 
to stabilize the rising national State. 

Erasmus was Struck by this aspect of the interrelationship of State 
and Society. He saw society Splitting into the working classes on the one 
band, and the strata of economic power joined to the political and the 
princes, on the other. He was haunted by such visions and spoke of the 
conspiracy between the nobility and the rieh to exploit the people and 
establish an absolute State for the destruction of civil liberties. He was 
fully aware that this unholy union of power and wealth would have its 
implications for foreign affairs. There were too many warmongers striv- 
ing for economic gains and exploiting the ideology of the Crusades for 
profit, for example, by manipulation of the sugar market. He drew 
conclusions from these facts, and, in a formula as Marxist as that of 
Thomas More, he stated that the body politic was nothing but a tre- 
mendous business machine. 

But, in spite of complete disillusionment on the trend of political 
evolution, he insisted on government interference in economic and 
social affairs, in order to maintain the lowest level of Standards, at least, 
for the common people. It was a main concern of his to protect con- 
sumers from exploitation by tradesmen who manipulated prices in a 
criminal manner. The State must intervene for purely utilitarian rea- 
sons, to prevent violent rebellion. Throughout his works, Erasmus de- 
manded control of prices, weights and measures, economic combines, 
market procedures, and quality of food. Without such regulation, the 
Situation of the common people would be disastrous. 

Equally important seemed to him a general reform of taxation. From 
1517 to the end of his life, he never ceased to draw the attention of the 
rulers to the continuous threat of revolution implicit in the unequal 
distribution of taxes, most of which were paid by the common people. 
He suggested three expedients for the intelligent ruler: first, limitation 
of the expenses of crown and court; second, a heavy import tax on lux- 
ury goods, to be borne by the rieh; third, a kind of excess profit tax to 
prevent the concentration of wealth in the hands of the few; and fourth, 
light taxation of necessary commodities, such as bread, wine, beer, and 
clothing. for, actually, it is the poor who bear the heaviest bürden from 
taxation of consumer goods. And this load is further aggravated by the 
methods employed by the framers of tax laws to enrich themselves. 
Frequently Erasmus raised his voice against their unjust practices. 



238 



ALBERT SALOMON 



Attacked by his enemies for infringing upon the authority of die 
emperor, he made a distinction between the rights of a ruler and the 
misdeeds of his administration. He braveiy maintained that, in abso- 
lute monarchies, the people are completely broken by disastrouo taxa- 
tion, and called attention to the tradition of the Dutch Provinces and 
Burgundy, where the provincial assembhes must give their consent to 
all taxes. He recalled the fact that Charles V and his brother, Ferdi- 
nand, had never objected to his independent suggestions on tax reform. 
In his old age, Erasmus extended his ideas of reform still further. In 
discussing the possibility of war against the Turks, he warned the 
rulers to redistribute the tax bürden. The poor, being completely ex- 
hausted already through monopolies and taxes, should not be forced 
again to bear the entire war tax. This would only increase the spirit of 
revolt. The rulers can appease the masses only by introducing radical 
parsimony in their own economy and moderate taxation of ecclesiasti- 
cal wealth. 

Erasmus anticipated modern liberalism by limiting the State to the 
function of integrating, unifying, and protecting the different groups 
of Society. The State is a necessary aspect of society. Erasmus granted 
its positive function as long as the body politic remained instrumental 
to establishing the conditions for spiritual hberty. He was well aware 
that such Postulates derived merely from spiritual hypotheses. He was 
too well versed in the history of the Roman Empire (he had been the 
editor of the Scriptores Historiae Augustae) and of the Church to have 
any doubt about the collective dynamics of institutions of power. As 
early as the first edition of the Encheiridion, he had established the 
Lex Degenerandi for all social institutions and described how, neces- 
sarily, all institutions are subject to the laws of expansion and power 
in Order to maintain themselves. As in many other observations, Eras- 
mus set the pattern for another liberal from Basel, J. B. Burckhardt, in 
his analysis of power. 

For this reason it is not surprising to see Erasmus, like Macchiavelli, 
following the classical tradition of political philosophy as estabHshed 
by Aristotle and carried on by Polybius and Cicero (in De Legibus), 
which proclaimed the mixed Constitution or the monarchical repubhc 
the best political Constitution. 

The fundamental differences and the final affinities between Mac- 
chiavelli and Erasmus are obvious in the perennial ambivalence be- 



DEMOCRACY AND RELIGION IN ERASMUS 



239 



tween State and society. The phenomenon of power was the principle 
of evil for Erasmus, the principle of reality for Macchiavelli. The 
fundamental difierence from Macchiavelli led, however, to the political 
ideal of a limited monarchy or of a mixed Constitution. Erasmus, the 
councillor of Charles V, had never failed to express frankly his deep 
contempt for the rufe of an absolute monarch. From the Adages until 
his old age and the essay on the Turkish War, he openly proclaimed 
the irrationality and self-centered character of monarchs; he ridiculed 
the so-called heroic kings of Homer, and complained of the barbaric 
temper of modern monarchs who never enjoyed a careful education 
for their responsibilities. The feudal classes are no better than the 
kings. Both together are eager to exploit and destroy the wealth pro- 
duced by the people's labor. The dynamics of power which do not 
refer to a frame of spiritual meaning lead again and again to the pur- 
suit of unleashed desires and insatiable greed. For this reason, Erasmus 
sees the image of the tyrant as the eternal possibility of unlimited 
monarchies. A tyrant will treat his people as property and make him- 
self absolute master. He will inspire fear and breed mutual suspicion. 
This is despotism. According to Erasmus, every sort of despotism de- 
grades human beings and destroys human dignity. It is, like anarchy, 
beyond the pale of political institutions. Political control is adminis- 
tration, never domination. Almost Hterally, Erasmus presents the thesis 
of a liberal sociologist, Max Weber, that control means administration. 
His proposals for checking arbitrariness and despotic tendencies are 
sociological rather than political or legal. Erasmus is neither a Mac- 
chiavelli, nor a Montesquieu, because his main concern is not the 
World of secular institutions, but Res Christiana. Social alliances, how- 
ever, might create a balance of power in the State. He suggests, first, 
that the City states should enter an entente cordiale with the mdustrial 
classes. Such power might enable them to limit the tyranny of the 
feudal and military classes. Second, he thinks it indispensable to re- 
strict political authority by constitutional bonds. A mixed Constitution 
is the wisest form of government. It is the wisest because it takes into 
consideration the fundamental mutuality of societal relationships and 

1 , . .1 ui ^ ^f v^rnnrilinff the individual with collective 

the lastina: social problem ot reconciiing uic 

• • • TT u oc fViP rnnstitution on the mutual consensus of 

institutions. He bases tne consiiiuLiun ^ , . a ^ 

ruler and ruled. Princes and peoples should respect each other and rely 
,tual good will. By introducing the idea of mutuahty and con- 



on mul 



240 



ALBERT SALOMON 



sensiis, Erasmus transfers his idea of spiritual democracy to the political 
plane. Authority and liberty should be distributed in such a way 
among the different social sti ata as to secure the harmony of the whole. 
For this purpose, intermediary groups should be organized and local 
self-government should perform political functions. 

These suggestions follow classical traditions, as mentioned above. 
They are, however, not bookish but, realistic, as were his debunking 
analyses of society and political elite. Macchiavelli had referred his 
mixed Constitution to the legal institutions of France. Erasmus could 
have illustrated his idea by describing the autonomous Constitution of 
the Dutch Provinces within the Habsburg Empire, as an almost inde- 
pendent body politic within the Empire. The executive power was in 
the hands of the Chancellor of Burgundy, who was supported and 
elected by the Councils of State which represented the noble families. 
The General Estates represented the people as a whole. They were the 
delegates of the Provincial Estates and voted the taxes for the whole 
body politic. Such a System of checks and balances will prevent anarchy 
and tyranny. It follows the general pattern of medieval constitutions, 
which are based on the mutual obligations of rulers and Estates. The 
ruler takes the oath to preserve the liberties and rights of the Estates, 
and these promise to defend the common good. When the Dutch re- 
volted against Spain, they acted as true Erasmians. Philip II had 
broken his pledges-and thus broken the constitutional bonds. 

There is still another source of Erasmus' liberalism. It stems from 
the religious sphere, which is constituted by the lasting interdepen- 
dence and interaction of ecclesiastical authority and Christian liberty 
of the individual. Both belong together for securing the continuous 
growth of the spiritual life. Here, again, a mixed Constitution of mon- 
archic, aristocratic, democratic elements in the Organization of the 
ecclesia deeply influenced the thought of Erasmus. The institution 
should see to it that the human being has a fence and a guide for 
Coming into his own. The individual should watch the objective insti- 
tutions to prevent their becoming ends in themselves. The individual, 
of course, is not an end in itself, but the representative of a Divine 
meaning whose kingdom the person enlarges by establishing spiritual 
liberty. Erasmus' thought is centered around Res Christiana, which sets 
the pattern for all societal relationships and social institutions. Mixed 
Constitution means to Erasmus exactly the political establishment that 



DEMOCRACY AND RELIGION IN ERASMUS 



241 



makes possible the freedom of the spiritual person in his devotion to 
the religious goods. 

It is a specific aspect of Erasmus* spiritual liberalism that he requests 
the political ruler to establish a pattern of ascetic life as most appro- 
priate to his secular position. It is appropriate for very pragmatic 
reasons. The common people have lost respect for the professional 
asceticism of the orders. Widespread are the movements of rnystical 
lay piety which preach voluntary asceticism to transform Christianity 
into a general way of life. The prince is the highest representative of 
Society whose conduct establishes the consensus of the people and the 
unity of the State. He is subject to the same laws that bind his subjects. 
He is more responsible to the moral laws, because it was his duty to 
protect and improve the lot of the common people. His is a "secular 
calvary" in the decisions and actions as ruler. For this reason, the 
Christian prince cannot divide his secular and spiritual behavior. The 
truth of Christ appears in our conduct. It is the privilege of the prince 
to set the pattern of the indivisible unity of secular and spiritual life 
in his ascetic conduct. In his letter to Francis I, Erasmus uses the 
Symbol of the two swords for describing the duties of rulers. However, 
he applies the term not in the sense of legal delegation. Legal thinking 
is unfamiliar to Erasmus. He turns it to an interpretation which indi- 
cates subjective and objective aspects of participation in Christ. The 
ruler who carries the blessed sword is obliged to promote the objective 
goods of Christ as peace, concord, reconciliation, and to defend such 
Status. The foremost example of Christian liberty is the ruler's total 
devotion and subjection to the obligations of patriarchal care for his 
people. This is the objective aspect of the spiritual theory of politics. 

There remains the subjective side of the Erasmian theory. Erasmus 
interprets the term as indicating the subjective Obligation of the ruler 
to follow Christ. The political ruler should live in the imitatio Christi 
in Order to direct and unite the consensus of ruler and people to the 
spiritual meaning of the organized life of society. Against the irration- 
ality of human passions which strive to satisfy individual or collective 
selfishness, Erasmus creates a barrier in a social spiritualism. The ruler 
as Saint is an Erasmian postulate which indicates a new trend m the 
relationship between temporal and spiritual spheres. This is no longer 
the traditio« of medieval political philosophy, which carefully dis- 
tinguished political and ecclesiastical realms. Erasmus maugurated a 



242 



ALBERT SALOMON 



new attitude toward the world. His social spiritualism closes the dual- 
ism of die medieval world between the spiritual and sccular areas. It 
indicates the indissoluble unity of the religious and temporal as inte- 
grated by the practical Christ in all social institutions. Princes, clergy, 
and the Christian People are one republic, not a hierarchy. This world 
is a republic, because Christ is the center of the social whole and in- 
tegrates the varieties of functions into the unity of living action of 
Society. All members of the republic should refer their tasks to the 
living spirit of Christ, which is peace, concord, and reconciliation. It is 
Erasmus' main concern to point out that peace is the telos of divine 
creation, because it is the inner meaning of Christ and Logos alike. 
Peace is never a social Status, but a lasting process, a problem which 
all groups have to solve again and again. Erasmus has illuminated the 
conditions for peace on all levels of society. He analyses relationships 
among friends, husband and wife, dissenting clergy, rulers and ruled. 
In all cases he comes to the conclusion that peace can be established 
when enough prudence and wisdom make possible sympathetic under- 
standing. This can be created by that part of the relationship which is 
capable of the stronger educational eros. 

For this reason Erasmus turned all social and political analyses to 
the Problems of war and peace as the fundamental problems of individ- 
ual and collective relationships. He dealt with the problem of war 
and peace in church, State, and social institutions. He recognized three 
valid motives for going to war in an emergency Situation. He protested 
violently against the charge of having preached total pacifism. He 
never ceased investigating the causes and motives which disturb peace 
and produce wars. In these analyses he is as cautious and disillusioned 
as in the analyses of social and political institutions. He admits a 
strictly defensive war in order to repel invaders. He reluctantly grants 
the war against the Turks if it serves the purpose of protecting the 
survival of Christian civilization, or of spreading the Christian religion. 
For this reason, he develops a third category, which he takes seriously, 
although he seems to limit it to pre-Christian societies. He speaks of 
the war of civilized nations against barbarians as legitimate political 
action. He refers to pagan emperors who fought easy and unbloody 
wars and improved the social and economic conditions of the con- 
quered. Sometimes their clemency reconciled the vanquished and 
raised their Standards. 

He mentions the last category mainly in order to remark that these 



j 



DEMOCRACY AND RELIGION IN ERASMUS 243 

three cases did not play any role among the Christian princes during 
the preceding two decades. He classified the actual motives leading 
toward military conflict between states. (1) There are always personal 
motives among the rulers which still play an important role. Glory and 
prestige of the monarchs, personal superiority and pride, inferiority 
and anger frequently contribute to producing war. (2) There are vested 
interests among the advisors of kings to drive toward war; the military 
and young courtiers who want to make their careers, will always favor 
war. (3) There are the legal advisors and the learned statesmen who 
reinterpret treaties and alliances again and again. They are possessed 
by the idea of expansion, which is more an expression of fear and in- 
security than of strength and competition. He knows, although he does 
not formulate it, that these men are subject to the logic of the body 
politic. They contend that laws of nature, laws of society, custom and 
usage compel them to repel force by force and defend life, and money 
too, which is, to some persons, as dear as life. Erasmus is willing to 
grant such arguments as valid for pagan statesmen. He rejects them for 
the Christian world. He refuses to acknowledge the logic and necessity 
. of expansion. This is a never ending process if taken as necessary. He 
wishes to reduce the pragma of power to psychological motives of fear, 
anger, and ambition. However, he sees very clearly that there are mo- 
tives which cannot be reduced to individual psychology. (4) The ehte 
wage war for social reasons in order to break the unity of society and 
oppress and exploit it without resistance. (5) Similarly, the establish- 
ment of despotism is best secured by a victorious war which increases 
the material and moral power of the ruler and of the military. These 
domestic reasons cannot be reduced to individual psychology. They are 
truly sociological motives. (6) Finally, he sees that rieh and prosperous 
administrations and flourishing societies attract war loving neighbors, 
as did France twice in twelve years. 

Erasmus derived his critical analysis from a comprehensive observa- 
tion of his world. He was well acquainted with rulers and their coun- 
cillors: many Erasmians were in leading positions and gave him mfor- 
mation about matters of State which he was eager to receive. This 
material made him as disillusioned about the ways of politics as the 
statesmen who have practiced them. Actually, he developed all the so- 
ciological theories on military expansion which have been elaborated 
scientifically since the development of separate social sciences. 

J7 . ^«f^oficf in snite of his c mviction that the au- 

Erasmus was not a deteatist, in spue ui m^ 



244 



ALBERT SALOMON 



tonomous State is evil in itself, but he was certainly not an optimistic 
man of the Enlightenment, as he is frequently presented. He was a 
reformer, nevertheless, though he never believed that his political and 
social treatises would have any influence on the princes and rulers to 
whom they were addressed. However, he was well aware that his opin- 
ions, made public, would strengthen the position and action of the 
learned councillors and civil statesmen to come to a fair deal by com- 
promise. The sociologist might remark that one of his evolutionary 
accomplishments was the establishment of a kind of public opinion 
among the learned and educated classes, a remarkable contribution to 
democracy. This is conspicuous in his various suggestions on avoiding 
war and establishing firm and permanent peace. These ideas ränge 
from reconsidering legal and political habits to manipulating public 
opinion, and to elevating the sentiments of the common people. 

First, he detests the role of jurists in the conduct of foreign affairs. 
They abuse the spirit of law by distorting its letter, and are not afraid 
of forging documents in making legal claims. They have completely 
submitted to the political rulers. They applied the legal formulations 
of treaties to hiding their true purposes and providing for future 
Claims. They rationalize fear and suspicion in such documents. For 
this reason, Erasmus desires the utmost limitation of treaties and al- 
liances because of their psychological effects on mutual feelings of in- 
security. Second, he holds one specific type of treaty responsible for 
many wars, and condemns political marriages. Again and again these 
contracts lead to conflict on succession and inheritance rights; hence, 
he wishes them abolished. Third, he would like to see the princes sur- 
rounded by learned and responsible civilians, w^ho would be able to 
check the influence of ambitious generals and of young courtiers, who 
are always in favor of war for advancing their careers. Such advisors 
could turn the röyal good will toward the social and economic prob- 
lems of the people, the improvement of which would have its effect on 
the economic power of the State. Thus the princes would discover that 
inner prosperity is preferable to outer adventure. 

The most serious proposal of Erasmus is the postulate that no war 
should be waged which has not the füll and unanimous consent of the 
people. This is most indicative of his political stand, which is so fre- 
quently misinterpreted. Even if "people" does not mean the modern 
mass democracy, it means, at least, all political assemblies of the Es- 



DEMOCRACY AND RELIGION IN ERASMUS 



245 



tates, which would be a democratic device for the sixteenth Century 
anyway. These suggestions are constructive. They are followed by some 
negative recommendations which imply the positive attitude. If war 
is inescapable, it should be conducted in such a way that the severest 
calamities may fall upon the leader of those who gave the occasion. 
Repeatedly he states that in war the innocent and peaceful suffer most: 
landholders and tradesmen, manufacturers and husbandmen. People 
who have vested interests in war, however, such as courtiers, kings, 
bankers, remain in safety and get rieh. They are eager to forget that 
you can buy peace if you invest in just causes, and compromise with 
an unjust enemy in order to preserve the well being and the future 
progress of the people. 

Erasmus is aroused by the techniques of propaganda which the war- 
mongers use to incite the common people and to create hatred against 
enemies. He resents the idol of national glory. He takes it for granted 
that people everywhere accept their habits and mores as natural and 
those of the foreigner as funny and stränge, but he knows, as well, that 
people do not necessarily draw the conclusion that they are superior 
to others. Common people everywhere know that they live in a com- 
munion of suffering under the bad will of their rulers. Kings and their 
courtiers invented the phantom of national glory which is the identi- 
fication of their vain ambitions with the destiny of peace loving people. 
Erasmus is too sensitive a scholar of language not to be shocked by its 
manipulation for inflaming the sentiments of the common people. He 
mentions one specific case which anticipates Nazi methods against 
France and England, and was probably used by the Spanish-Dutch 
bureaucracy for breaking the national unity of France. These war- 
mongers addressed the civil populations of some northwestern French 
area and attempted to confuse the inhabitants by recalling their his- 
torical origins and calling them Germans. He despises this kind o£ 
warfare and demands its abolishment. He revolts against making peace 
loving common people the victims of sophisticated official warmongers 
and Propaganda chiefs. His formulation leads to contemporary content 
analysis: 

Such is the depravity of their minds that they seek occasions of difference where 
none is afforded either by natura or institution They would divide France 
against herseif, in verbal and nominal distinrtions of the inhabitants, a coun- 
try which is not dividcd by seas or mountains, and is one and indivisible, how- 



246 



ALBERT SALOMON 



ever men endeavor to carve divisions into it by distinctions merely nominal. 
Thus some of the French they will denominate Germans, lest the circumstances 
of identity of name should produce that unanimity which they diabolically wish 
to Interrupt. 

Finally, Erasmus turns his critical suggestions on Church and clergy, 
whose behavior was the hardest blow to a sincere educator of mankind, 
as Erasmus was. Popes and high dignitaries of the Church waged war 
and instigated military conflicts, instead of reconciling the adversaries. 
Young priests, like courtiers, were anxious to become army chaplains 
in Order to be promoted. Without legal coercion, they completely sub- 
mitted to the State and preached Christ on either side of the fence. 
Erasmus explains this perverse phenomenon by a sociological analysis. 
The Church has become the victim of its own imperialistic control 
over the political world as a body politic. The clergy could not avoid 
intercourse with the world; it could not escape accumulating and 
hoarding the goods which the world values. In this process, the men of 
the Church have gradually adopted the manners of the world, even in 
the retreat of the monastic Orders, where antagonistic "vested interests" 
clash with each other and raise violent conflicts among Christian insti- 
tutions. Erasmus never forgot the experience at Bologna when he saw 
the triumphant entrance of victorious Julius II, clad in shining armor. 
It is the urgent duty of pope and clergy to relinquish confounding 
temporal and spiritual values and to work continuously for realizing 
the Christian League and to ofler their disinterested Services as arbi- 
trators. This Suggestion refers to the Holy See and the diplomacy of the 
higher clergy. 

Erasmus offered yet two more suggestions which pertain to the na- 
tional clergy in the independent states. He was convinced that people 
and rulers would be deeply shocked and would reconsider waging war 
if the respective clergies would refuse burial in consecrated grounds to 
those slain in battle, instead of blessing their arms. The clergy should 
see to it that they debunk military romanticism and national vanity. 
They could do it easily if they would refuse religious blessings to the 
trophies of war. 

Clergy do not hesitate to hang up flags, Standards, banners and other trophies 
of war, brought from the field of carnage as Ornaments of churches. . . . These 
trophies ... all stained and smeared with the blood of men for whom Christ 
shed his blood, are hung in the churches among the tombs and Images of 



DEMOCRACY AND RELIGION IN ERASMUS 247 

apostles and martyrs as if in future it were to be reckoned a mark of sanctity 
not to suffer martyrdom but to inflict it, not to lay down one's own life for the 
truth, but to take the lives of others for woildly purposes of vanity and avarice. 
It would be quite sufhcient if the bloody lags were hung in some corner of the 
Exchange. , . 

These propositions indicate Erasmus' will to contribute pragmati- 
cally to the fundamental problems of war and peace. He stated time 
and again that his relativistic pacifisni was a constituent of his political 
thought and of his spiritual doctrine of man. The question of war is 
primarily a moral and human, not a legal, phenomenon. The just war 
is hell as compared to an unjust peace, for war is the most atrocious o£ 
all crimes. It corrupts all moral and religious Standards among victors 
and vanquished alike, it is an economic disastcr for both. Finally, it 
is the most terrible calamity for the common people, for whom Christ 
shed his blood as much as for the rieh and the princcs. For this reason, 
the sublime rulers and sympathetic princcs sliould overlook ofFenses 
and injuries in order not to jeopardize the trancpiiHty and wcll-being 
of their subjects. They are well aware that, in a Christian world, there 
is not domination, but patriarchal administration. Ruler and people 
are united by mutual confidcnce and triist, bccause they live in the 
orbit of Christian liberty to which evcry human bcing is called. Spirit- 
ual democracy is the basis for political deniocracy. 

The analyses of various social strata illuminate his religious concern. 
According to Erasmus, it is primarily a spiritual rcsponsibility of the 
ruling elite to secure Standards of Hfc for the niiddlc chisses whith 
make it possible to realize the Christian way of life. It must be em- 
phasized that Erasmus prcscribcs as religious duty what medieval au- 
thors considered political obhgations. It is, of course, correct to say 
that all social rules-as they appcar in EnisnuKs-focus on past philo- 
sophical treatises. Howcver, the frame of reference has changed. Eras- 
mus rejects the division of labor betwecn ecclcsia and laity. Laity will 
co-operate in establishing Christ's teaching and image in the hcre and 
now, and in the routinc of everyday life. This implics an Organization 
of Society in which elcmcnts of democracy are incvitable, whatever may 
be the distribution of Status and authority. 

His analyses of the State of socicties and of their political institutions 
led him to the conclusion that they were rushing toward ncw kmds of 
coercive organizations. He characterized them as victims of the strong- 



248 



ALBERT SALOMON 



est organized power, such as princes wealthy enough to hire powerful 
armies with which to establish a military despotism. This will be the 
end of political and civil liberties, of the authority o£ Estates, and of 
political consensus. This is not any longer a body politic, because any 
kind of despotism is, like anarchy, beyond the pale of rational political 
constitutions. Such a modern type of government can only be compared 
to the Roman principate and the regime of the barrack emperors. 

He summarized his findings on the grim logic of the autonomy of 
social institutions and of collective pressure in a grave Statement which 
is totally different from the serene discovery of this sociological rule 
in the Fraise of Folly. It is significant that he made this remark in a 
theological commentary. "Habet et hie mundus ordinem suum quam 
non expedit a nobis perturbari" is his conclusion. 

Erasmus is never mentioned in textbooks on history of political and 
social ideas. This can be justified because his main concern w^s Res 
Christiana, which meant to him the merging and unifying of spiritual 
and social spheres and the establishment of Christianity as a way of 
life leading toward Christian liberty. This last heroic effort of the 
Christian world was finally defeated in the Puritan Revolution. What 
remained were the elements of political and social thought which are 
the foundations of modern democracy and liberalism. 

For this reason, it must be regretted that modern histories of social 
ideas still remain silent on Erasmus and Social Spiritualism. This 
might even be considered a grave Omission, for Erasmus makes evident 
that democratic and individual liberties from despotism are construc- 
tive merely as freedom to serve supreme goods and spiritual Ideals. 
Erasmus knew that all social institutions may easily turn to despotic 
practices when broken loose from a philosophical or spiritual frame of 
reference. He was imbued with the spirit of social spiritualism. This 
was not a pattern of Utopian thinking. Rather was it the proposition 
of reiorm-quand memel He called upon individual souls to change; 
he did not trust a general transformation of social institutions. 

Hence he was not a political philosopher at all. What, then, was his 
field and contribution? He had refused to be called a theologian, and 
he was not a philosopher. He wanted to be a philologist and educator. 
As lover of logos, Erasmus feit himself to be in the service of God and 
Christ, who are all pervading Logos. He served society by preparing 
youth for listening to the logos in themselves and for taking it as 



DEMOCRACY AND RELIGION IN ERASMUS 



249 



traditions and learning. He explicitly distinguished his calling from 
that of a Scholar. The scholar is concerned with establishing truth for 
the sake of truth among fellow scholars. The educator is called upon 
to spread truth for the sake of its effects on our lives. Erasmus consid- 
ered its improving effects on human minds. He did not mean "moral 
improvement" in a narrow sense. As lover of logos, the educator should 
see to it that his students were enlightened on their social obligations 
and illuminated on their spiritual responsibilities. As a Christian Soc- 
rates, Erasmus was convinced that understanding these truths meant 
realizing them in our very lives. Moral and spiritual learning as a way 
of life lead to Christian liberty, tranquility of mind, and peace of con- 
science-ideals of human perfection on which pagans and Christians 
agree, Epicurus and Christ. 

Education opens the avenues to this goal. For this reason all social 
institutions are to be transformed into institutes of education. Church, 
State, and family are schools on various planes of living which should 
elaborate their respective logoi and stimulate the participation of all 
who share in the all pervading Logos. Thus the content of history is 
the Education of Mankind. From Erasmus a straight road leads to 

Lessing. 

However, there is no universal law of progress. Progress remains a 
lasting tradition of learning and interpretation. It co-exists with the 
lasting lex degenerandi in all social institutions. It has no lasting effect 
in transforming society. Human nature will remain the same: never 
will Pharisee-ism die out; never will the freedom of the Gospel not be 
attacked by ecclesiastics; never will the world stop persecuting the 
saints to the end of the world; never will pious and sincere people be 

more than a tiny flock. . 

The world o£ institutions is evil. Perfection is possible to the in- 
dividual soul dedicated to the imitation of Christ and Socrates, through 
whom he participates in a larger whole. For those souls, democratic 
institutions must exist in church and State in order to open the avenues 
to Christian people who are not afraid to take upon themselves the 
hardships of learning and the adventures of knowmg for the sake of 
realizing Christian liberty. 



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Marcel Welnreloh^Max Weber, L'homme et le savanti Etüde sur ses id^es 



directrloes 
Paris Libralrle Phllosophlque J.Vrin 1938 



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The formulatlon of the title pointe to the baslc end of the author.He 
is interested in the interpretation of the life and the work of a man 
of genlus who existentlally represents the end of an ep^ch.Suoh enter- 
prise has to be welcomed. For the fundamental Mography of Marianne Weber 
is available only In German and is a voluminous work, VYe in reich has dev©- 
ted fifty pages to the interpretation of Weber 's life and to the analy- 
sis of his heroic despair.He has Antorked. out very carefully Weber's affir 
matten of the fateful historical and social Situation of his times as 
the inevitable rationalization of all pattems of life.He points out 
justly^ow this historlcistio consciousness is the background of his sci< 

Without any explicit Statement Weinreich shows that Weber' s antimeta- 
physical attitude is no less dogmatic than that of Hegel or Marx. He 
justly applles the concept of humanism to Weber 's scientific and pollti- 
cal attitude. Frora his beginnings Weber has defined the purposes and ends, 
of the social scienoes as the analysis and investigations of the existen- 
tlal qualities of man as developing under the determlning pressure of s 
cial and political instltutions.of course,it is necessary to giv0 •: inere 
4t,>t^<y<^ specific formul«M#nit^ the term" Humanism". Human existence,indeed, is 

the Center of his work,but not in the senae of a rational clasical per- 
fection.The dignity of man.existence proper, becomes actual in the activ: 
ties of the will and 'the individual demon t* select the values and to de* 
cide upon thelr realization.This existential freedom may be characterizei 
as a nihillstic humanism, be cause these highest human effortm take place 
in a World without meaning ^ order f^objeotive norms and are determined 
by the qualities of the irrational and demonio will of the individual«. 



V 




2- 



Although seeln^ We/)ers afflnlty to Nietzsche, Weintelch does not mentlon 
their close relatlonship in regard to the ideal of intellectual probity 
(integrity)?Both have emphasized time and again this attitude as the 
highest moral -intellectual achievement.lt is the existential transforma- 
tion of the philosophical idea of truth in an epoch which has reexamined 
and questioned all values including the logical and philosophical pre- 
suppositions of moral and social existence.In the biographical chapter 
Weinreich has omitted one very important point, Webers participation and 
contribtion to the Constitution of Weimar. 

The sdcond part of the book analyses very carefully the unity of the 
theoretioal and practical work of Weber. The author develops first the 
basio epistemological ideas of Weber as opposed to the naturalism of the 
social sciences as well as to the spiritualism and (the idealism of the^ 
aerroÄft^radition.He introduces this chapter rightly with an analysls^ 
Rickert's work that shows quite correctly th^ ^^nd in what^^ ints Iveber^ 
has transformed the position of Rickert'a<ln analysing the different 
types of causation,the important concepts of Chance and objective poesi- 
bilities //einreich makes some excellent remarks on the problematic char- 
racter of thiA-conceptijonfl' as Subsumad under the -^ter« jfannuüallLy. 
Thaee critioal observations show thatWeinreich is ^ pornpio anl f^M n and ab 
Student of Weber 's work and it is to hope that he will add to this ana- 
lysls and Interpretation a thorough critical discussion of Weber' s epi- 
stemological Position. In particular, in his investlgation of the applica- 
tion of Weber 's methodological principles to the sociological conceptions| 
and to the historico-sociological studies he is compelled to admit that 
he transcends by far the realm of strictly causal relations and that 
acausal Interpretation plays a big role in the studies on Puritansm and 

the spirit of Oapitalism. 

The presentation of Weber !s sociological conoeptions and their context 
is oorrect and a good piece of research work. The author 's empha^is on 

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f f igliLlftg and competJaii^ as fundamental 
theory of social action is true as well as his tarnet the chapter on the 



Weber 's 



types of domlnatlon is the center of the fragmentaty sociology. 

The analysls of the historioo-soclologioal studies,especially ahe socio- 

logy of religion,po(rits out the various -"ria^*" that Weber applies in orde 



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to under: tand the individual character of Western rationalism or civlli- 






zation in general . Henae^-feheHbi 



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V 



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4<fiu^f^^^ pothetical construction of logical ideal-types»and\tfe»*r-^ verify the in- 
, ^/ dividuality of each moment.The authorAuestiona the neodssity of this pro- 
^^^:/u6c^»"-^<5ödure and points to the a,ntiinetaphysical presuppositions of this method 
/'. w//</ which may be overcome by another philosophical approach.For this reason 
^ ^ he d e scribes Weber 's work as a tragic fatlue ^ that was forced to becoi 
i .^'/^ fragmentaljy inspite of its encyolopedic all-embracing knowledge.He- irtlckl 
^r^tOLA^^f^ howev^r,€ohls purpose to give an Interpretation and analysis of Weber's 
^' work without discussing the implications of his thought extenslvely. 
/^^^ Ä^ As such his book is a valuable contribution to the knowledge of one of 
cU^ ' the most outctanding works in the social sclences.lt is,furthennore, a 
promise of a thorough discussion of the problematlc aspects of Weber •s 
work.It has to be noticed that the great achievements of German philoso- 
phical and sociologioal thought in the last twenty years have foun* a 
very remarkable comprehension and discussion in France. R.Aron 's books 
on German sociology and phllosophy of hlstory and the development of the 
phllosophy of existence among the group of the"Recherches Philosophiques" 
Points out emphatloally the tradition of the"Cjood European." 
The very rieh blbllography that Weinreich has added to his book is,un- 
fortunately,not ooraplete.It s a plty that he does not mention the very 
valuable artlcles of Talcott Parsone^nd his book on the structure of so- 



cial action. 



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Florian Znanieckl , The social role of the man of knowledge 

Columbia Univ. Press I940 pp.2I2 ^ 2,50 



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During the last deca3es nobody ras more contributed tho the progress 
of sociological theory and method'than Mr. Znanieoki.ror this reason 
It is highly important that Znanieoki has expressed his Ideas on the 
controversial ise:ue of the sociology of knowledge, in this book.The 
saall volume is remarkable for three reasons. First it shows the noble 
spirit of Znaniecki*s soholarshlp. He is not content with refuting the 
erroneous "sociological theory of knowledge" as proposed by ivlannheim. 
Me transforms his negative criticism into a positive Suggestion what 
a socioloOT of knvvledtee actually ought to be.üeoond,he insists on a 
strictly sociological analysis of the place and the function of the 
man of knwledge in his social structur e«Third, tiiis rigid methodologi- 
cal discipline makes it possible to be aware what history of philoso- 
phy and the history of ideas still might accomplish in Cooperation 
with this type of sociology for the most complete int\.rpretation of 
the intellectual phenomena In their very concreteness. / 
It is to be regretted that Znaniecki could not make up his mind to 
eliminate the term"sociology of knowledge^' completely although he in- 
sists on its problematic character. He suggests a divisipn of F:ociolo^ 

j that is a sociological theory of attitudes and types of thinking rath? 

{ than an epistemologi cailsociological. rrom the beginning, Znaiecki dis- 
criminates his contribution frora the imperialistic sociologism of Warn 

/heim's. e insists on the methodological principle that scientific va- 

t^lidity is a given datum for the sociologist, Throughout his life-work, 
Znanieoki has remaineJ true to the postulate that oociology ou>i:ht to 
be a special social cience dealing with ocial relai ionships and so- 
cial institutions. :ience as sociologist ne applies the "humanistic 
coef 'icienf'wv^en he tries to establish a sociology of knowledge. In 
other terms, the sociologist can only investigate the role and functioi 
of t'-e man of knowledge in his social worll.The social world is like 
a theatre in which all persons play a -pecific role.i'his role is irapo 
sed upon them b^^ their social vvorld3,not by their character.r'or this 
reason tne sociologi^ is mainly concerned with the institutiöns of 
learninr. This .: tartingpoint implies that there are social circles to 
whom the desire for knowledge and the intellectual efforts are the 
highOot value. These groups need inflividual selfs with specific quali- 
fications for accomplishing the ends of knowledge to v/hich f- 



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IS devoted.In order to attract people of th s kind,t'ne social circle 
must rtrant t>:em social Status. ..ociety , on its side,vvill make possible 
the continu'ty and in:rtitut -onalization of this circle by endowing 
the group with a valuable social function.As far as knowle5ge i ao- 
tualized in t're 'lere and Mow of the social /' process , the roles of the 
man of knov/led.^.e depend uoon the charaoter and the structur-- of the 
different aocieties. Intentionally , this sociological approacl^excludes 
■^/all those types and atritucles of thinklng.in particular ,of p^ilosophfr-l 
' cal reflection v.'alch are not endowed wlth a positive social evaluatlai| 
At least In the • Istory of tre man of philosophy there is a lasting 
negative svaluation by the coraxon sense oplnion of the most difi'erent 
societies.Thers is a contlnuous traditon from Thaies .vho was ridicula 
as the star-lo:.ker who feil Into the well to the confused professor 
of the comfc Htrlps.OomiLon . ense oplnion -.vas susplcious that there is 
no u e in speculation and for intelleotual dr ams.For this reason I 
doubt w ebner Znanieckl's Statement is correct that societles -.ave e- 
valuated knowledge for it. own sake...ooial appreclation of thinking 
will always praise knowlei3fee applicable to social action and its 
succeess.Tnis ouestlon,however,does not in 'olve the sociological app- 
roach of Znaieckl ' s. The author describes carefully the character of 
hl3 sociology of knowledge as a borderltne province to t -e history of 
ideas and of philosophy . T^:'e contact between these two Departments 
corr.es into existence w'-en t^e -^uestlon arises -ow far the changing 
metods and Systems of kno.-ledge are conditioned or better aelected 
among the variety of potential types by the social patterns .vith 
whlch sclentists are expected to conform. 

The System of categories whlch Zaniecki elaborates sharejthp ambl- 
gous character;|^etw en sociological and hlstorical concepts V>**Mlis 
tne charact -rlstic feature of "»ax .veber's sociology.lt is certainly 
true that t; e role of the technologist and of the partisan-ideologis 
(whom Znaiecki unf ortunately dubbs "sase"-what terra rernains for Pla- 
to?) are general and universal sociological categories. Ihey always 
will have a preferential evaluatlon in societles. Ihey need,:-owever, 
articulation for descrlbing the individual cases in .vhlch this gene- 
ral social role takes place. Znanieckl's dlscrimlnation betwe-n tech- 
nologlcal leacler.expert and inventor prepares a useful Instrument fo: 
Classification of the rieh oistorical material.lt makes it possible 
to distinguslJT^etween the subjective metaphysloal technologist of thü 
Yoga-type who knows the dlsease of life and its dlagnosls by sacred 






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te'ching and it3 heallng by the control of the organism.lt £ üfferenoB 
is evident v/ith regard to the pragmatic technologi-t of the I/iacchia- 
velli-type r-esulting fronk natural istic-p^bhetic society.lt is distiraf 
from the total itarink echnologist in a behavioristic society .These ]äf 
1 ines of developin nt can be con:tructed according to brief and s oat1^ 
ered remarks in the bo k« 

FroiL the sociolgical point of view the category of the "sage"may be 
justj^fied.It indicates men who provide intellectüal Justif ication of 
collective trend.They are either oonssrvatives who wish to preserve 
an existing regime. Or they are "novationiets^v/ho refuse even the prin- 
ciples of the institutional society and insist on radical and revolu- 
tionary Solutions. ohould it not be advisable to introduoe a third ca- 
tegory,the liberal, vv'O, since Arlstotle's times aims at the golden rule 
moderat ion and check and balances?-:e is not less critical and disill- 
usioned about reality than the revolutionist. As a scholar he Jknc3 too 
well the price which societies are going to pay for revolutio^ary chan- 
ges with the leteling down of all stondards and the destruction of aH 
still positive elem^ts in social institutions. le is an IdealiBt who 
trusts trat the norms of decency and human conduct can be realized in 
improving and reforming the existing institutions. ie is of the opiniofi 
that t'ne actuality of t" e right spirit is more^ important than institu« 
tions. :rrasmus,Eurke, DeTj/tcaueville, Lincoln, Jeff erson and .viont-squieu pe 
presented this role of reconciliat ion and conservative liberalism. 
From t; e sociological point of view it seems to me corrtrCt to coin a 
special category for the Ideologist. I wish only to raise the question 
w^ether this concept is not a specifioally modern concept related to 
the dynamic cocieties of the industrial world. In the pre- industrial 
v/orld there were always lawyers and rfeetors .vho w-re willing and eage? 
to justify and to support all successful rogimes. riowever the lawgivei». 
leaders like oolon, Piaton, Cicero, ot. Thomas intended to describe and to 
understan^the truth about ocial life^n its very beingj-They did not 
act as scholars,but as sages or advisers and wished to establish a per 
fect and ju> t world. :or t is reason there srould be still a supplemen- 
tary category like that of the wise for including that t^^pe of social 

thinker« 

In the second and third part of the bock, :-naniecki identifies historl- 
cal and sociological categories.de deals with viohools and öcholars as 
bearers of absolute truth, with empirical scientlsts and with a new tp 



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11 



of knowledge '.vhose r61e is deGoribed as exploror.Bis presentation 
makes it evident that these categories indlcate the historlcal sta- 
ges in tne development of modern thinking. They are ^istorical and s 
bociological.AcGording to naniecki,the trend towar d/fre dorn of th 
thought waö not finished w en secular scholars prevaile3 over agaih 
saored scholars and s ecured tr.e autonomy of knowledge. The following 
liberation of modern theoretic science took place ^n'nen Ve natural 
Sciences and mathematicsthrew off the yoke of metaphysical dogma- 
tism and of scholars v/ho were ainiing at absolute truth. Tnis is oer- 
tainly not a scientific ,but a philosophical statement. 
It 30unds like 3omte*s law of the three orders.This is correct only 
with a mental reservation. Znaniecki remarkS( with the noble attitude 
vvhich makes his work uniouejthat sacred knowledge although not appl 
cable toadaptation will always exi t in a complex civil ize3 society 
In rjuch societies all potential t,,pes of human self-realization and 
of knowledge should hav-a t'-^e opoortunity to come into existenc e. 
Znaniecki is philosopher and sociologist. He is «wäre t'-^at in all hu- 
min situations men can accomplish the ränge and the scope of their 
possib' llties. As soc lologiGt , he is convinced that those types of tn 
thinking will prevail the role of which is esteemed by societies ai 
Gorresponding to their material or spirltual needs.This impact of 
the social content:ffi:rge3 in the institutional and dialectical j)ro- 

ce3.::;es of thinking .This interaction of autonomous and social trend) 

in" the processes of intellectual change have been elaborated by Zna« 
nießki.This interdependence is so clo^e that sometimes one is incli 
ned to ask -ow far typical trends of development -ive still sociolo- 
gical or im-anent in typical ways of rational thinking* Znaniecki hai 
establis>^ed the rule that all schools which are controled by scho- 
lars aiining at absolute truth point to / closed Systems of ideas 
and logically ^arden in their inst^. tutionalization. ihis intellectua; 
elaboration of a System and of its being closed in rational deduct- 
ions Is combinei with t'^^e vested interests of the bearers of this 
knowledge. This rule is valid for all times.(lr is valid for interpre. 
ting the strug^-le between the oorbonne in the thirte nth Century 
against the professors of t;:e mendicant orde s,it is evident in the 
monopolistic positions of Hegel and his school and in many other ca- 
ses7ln these examples the intellectual and the institutional elemen" 
cannot easily be segregatod. 



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In classifying Vne attltudes vvhich make oos ible intellectual change 
Znaniecki again analyses the 'nterdspendence of t^^e inner dynamios of 
Problems with social attitudes and proferences. e dißtin^Auis es be- 
twe?n Intellectual tl^rill and the adventure in ideas,the humanistio 
spirit of returning to the sources aga'nst '^ardenlng soholastic prin- 
ciples and the radical social revolt again^it prejudioes whtch bar 
the perspective to reallty and to problems. This intellectual revolt 
is frequentlv supported and get3 its Impulses from a social and poli- 
tical ;thos for enuity and Justice. In this Jt4^feV:?ie4?5'f5tvy> of intell-c 
tual and social motives in the ophere of changing knovYledge|^|^feh'e aa4-^ 
scienti.t di::-covers new facts an 1 ne// problems which make oo? ible tre 
progress and t": e continuity of thinking. Znaniecki r-as 3tudied care- 
fully the social det::rminations with regard to tr^e personal oualifi- 
cations of the man of knowledge. oocl aties vhose etho:: is foousLed An 
t'-'e idea of et rnity and being viill require a specific type of Scho- 
lar. :is learning v/ill be centered around symbolic logic,his end will 
be to;6 co struct a deductive systematization of absoftely valid 
kno"-ledge. --e will defend t^'is truth in verbal|'di':^putiatin. 
In pragmatic and dynamic societies with a definite 'nterest in the 
Gontrol of nature, inductive metnods ,psyc^-^ology of knowledge and logic 
of science are nighly praised as socially valuable.The mont progress- 
ive type,acGording to ZnanieGki,is the explorer whOT; he defines as 
"inductive tneori. t". This nev/ type ioes not d-pend any longer on up- 
on the closed Systems of past scholarshlp and pr;ilosophie3. The Creati- 
ve thinking of the explorer is conent with establishing theories of 
relative validity which are transformed according to new facts and 
Problems. 



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It is a philosop' ical conviction v/hich is at the basis of this book 
which should be oalled "prolegomena to every future soclology of know. 
lede."There is no need to share in this philoso phical belief for re- 
cognizin^. the suggestive and positive value of this book for the de- 
velopment of this branch of 3ociolog.x> Znaniecki opens many new ave- 
nues which make it possible to analyse the interdependence of the va- 
rious strata on which uman knowledhe and thinking take plaee.He Vi- 
sual izes a modest Lociology of knowledge which attempts to contribute 
to the history of philosophy and of the human ethoÄ in cooperating 
with the immanent and a^^fTtmrp- autonomjj^us dynamics of their own 
spheres. n this Cooperation of two branches of research a complete 



Interpretation In the history of 'ideas will be oosp'isle. vt«/«' 



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The author «Irldea thla ¥ook into tti're« partBipart «ne «eals wlth 
**erTBan Soolety and the Protöstant Ithlo whUh prapares us f«r th« 
seeond and maln dlrlsloa oentered qround Society .Ä^liclon and the 
Secular Sthle.a eomparatlre study of elrllizatloBa.The thlrd part 
l8 an Interpretation of Weter'g Polltloal Soolelecy. 
The title and the chaptera'haadlngB are nftt too fertunate.Though 
Ureter pald attention to the oecupatlonal dlfferenoe« ^tween Pre- 
testants and Cathollo»,the rellglouB prolilem dld not play a »If- 
nlflcant role In hl» early atudle« whloh are iBasleally eeenoala 
and polltleal.THeae eaaaya anal^e the tranaformatlen of a patrlareal 
800 lal a^oture ^to e ttcha p ltnllotl a eoonomy and Ita Inner lefl«. 
Bendlx remarka that theae artlelea aontaln In the nutahell Welier'i 
Tiaale thenetwlthout alnlmlzlng the eeoneale tranaformatlen a and 
thelr Impaet OB aoolal ohan«e,the rerolutlonary foroe Inherent In 
Ideaa la equally lniportant.Unfortunately,*endlx ddea not cosment 
on ffelMr a eonorete example whloh la not rery eonrlnalns and nakea 
the theala qulte questlonalile. ^ 

Ihe greater part of Bendlx 'book deala wlth the expealtlon ef the. 
aeoular ethle of the world rellglona.Per the moat part It 1 
fair renderlng ef Wel^r'a Toluaea on the soolelogy ef rellglona. 
Bendlx earefully elaboratea upon Melier 'a aonstructlon of the rar- 
lablea whloh make spontaneou» ideas s^nerated T^y indlviduals and 
oolleotlres suoh aa prleststguilds of lawyer»,Brahman8 and ^anda* 
rlnee effeotlTe In the manlpulatlon of liehavior pattem«. i^ 

It would have lieen deslralile to mentlon the faot that there is no^lnj 
new In Welier's themeePontenelle and Montesquieu knew very well the 
Inpaet ef rellglous ethlos on human oonduot.In partloular Montesquieu 
has antieipated the methodologioal prinoiple ef a sooiology ef religier 
in the ¥ooks 24/25 of The Spirit of the Laws^Like Mentesquieut Weber nI 
developed the theaii that among the dlreree Tarialileß whieh determlne ^^'^''^' 
atibitudee and Heliefs of hietorioal meA»the religiGus faeter is ene s 
aide liy aide with politloal,military, legal. eoonomlo and eÄhnie elemts 

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It la not Intelllsilile ti the reriever that Ben41x praotitos InnerworKly 
aBcetialB« and refraina fron any oritlaiam af the famaua theaia^Ihere ia 
aapla naterlal that ahould lie taken aerloualy.Froai Tawney on ta the aon* 
temporary atudenta of Sir Lewla Namiertthere la none wha would take the 
We^r thesls for cranted;ln partlaular thase'hlatorlans who llred and llrej 
among the poor Calvlnlat flahermea of Sootland laugh at the grandloae den« 
gtruat» 

^endlx oorreotly atreasea the oompar-^tlve study of oiYlllzatlona aa an 
element in the soolology of rell(lona.This study Is indeed the prerequlalte 
for arriring at valld aooiologloal generallsatlona.ffelier ealled auah aon* 
oeptlona Idealtypea.He underatood liy theae terma oonstruots whioh Ton da » ^^'^ 
the element^ of a aoolal,eaonoHla or historloal pattem or prooeaa late a 
loglcal aequenoe.The prociedure had already lieen applied liy Simnel.The tera 
idealtypo waa ooined \»y Weher« 

For ülTelier auoh generallzations are toola for understandlng the unlqueneaa 
of Weatern Capltallam and of Freedom ander Law«Thla nesuia that Weher w^a 
really not intereated In aoolology aa an Indlapenaahle dlaoipllne.Ho dld 
not sign the petltlon of aome oolleaguea who auggeated ohalra in aoolology 
Jisät the Norman unlTeraitlea.He douhted that aoolology waa a füll fledged 
dlaolpllno In aplte of the Durkhelm SohooltSlmr^ol.and USA Soololoigy^ \ 
For Weber, sooiology,hl9 aoolology waa a method whioh made It possllile tf 
ritty at more aoourate and aolentif Inally valld historloal Judgmenta»For thla 
reaaon the luold pec^antlaa.he uaed In deflnlng hla conoepta and their 
applloatlona ia not a good in Itself ,TMt servea hla ultlmate goal to 
understand himaelf and hla place in a world of Indus trlal rational Izatlo», 
of unlTorsal hurooraolea euad of potentlal slavery. 

It Is most unfortunate th t in ä* brief revlew we eannot enter into a füll 
dlscuaalon of JRendlx*treatment of Weifrer*a Polltloal Soolology »There are maxi 




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Interpretation a that I would question.I will mentlon only one^Aocordlng to 
iober,oharlamatlo leaderahip la a unlrersally valld oategory,ref erring to 



» ■*: .• ,* I' .: 



■ore thaa great hlatox*loal eventa.In general,thl8 oonoept needa oareful 
reexamlnatlon aa to 8truoture,lnteraotlon and acope.There ar# certalnly 
pattema of leaderahip whioh do not need the halo of irrational ity wlth 

Weher tenda to Inveat thea. ; 

In apite of auoh apeolflo critlolaaa,Bendlx'expoaltlon of the two ir 
parta of Weher* a work aeeaa to ae to he well dono and alght aerre ar 
IntroduotloB to aoae parta of Woher a work« ^ 

But what ahout the • Intelleotual portralf? 



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Suoh ploture would have to preaont tho aan in hla ontlrety.^ 



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.UU.t.. rro. «.. Wlnnl., th. .tili .r..i »"" "^Ji.::'^:"riT.U. 

»,1. Interpretation of Weber. The will to atlek to tbe emplrloai p 

:rt:*r r.::. o/::^^^^^^^^^^^ - ar- rar rr«. .ein. a. e.pirl..X 

.. hlB .an, hlatcrleal an* ^««''Vf^"*'; ^, ,^^^,,. ,eth.dol.«l..l 

Mr..an«lx ahoul* *• a«. t. know the rele^an.t .t Weber • 

•SSW. for bis «emplrlaal-studlea.The poaltlr. ar ne.atlye Ju« • ^ 

T^r^oteltant Ethl. .n* the Splrlt of Oapltalla. do.a -* ««P«* ^^«^ 
Th. wow ^a the.pl8temolo«i«al questl.n wh.ttejp 

^ .«plrl.al oTlden.. •l"**'^* !^^^' /"^^ ,^,„,ed %o eoenomi. «i* »••1«1 
\itorl.al Ideal typ.B haT. ralldlty aa eonpareu • ..,^,^. 

o.lts t. ..ntl« th. «>»» l.p.rt»nt •<>"* " ••*" » '"■ „. 

nuou.l/ t. "«lann. «.»er' . hUral*, of H« «.»T « . »«r« f» -• 

"" • ••-»"" ::::-r.LT:mr:n:«.tu. ^ ».«.« r,.p..».H. ».i-f 

t. . -...eratlon whl.h "^\*'^^^^l'^S ^,^„ th.«, of .0.11 ..tl«l. 

r. th. ''-'-• «'^n^rtr^ora tau.. ,at..orl..tlon «.a «.. .«» «r 
„4 human ..t«rl.n<...ana th. „ar«...l. of th. «ItU.' „, 

.-or *l.h«,. .oho.pt. .«.» „.3,,.,it^ th. .on..Ptl.. of/ 
fl.rlMi.. to e«. a troa. n«. fr,.*« 1« It- 

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Als Max Ttber im ^oiaaer 1920 starb, riss ihn der Tod aus 
intensivster Arbeit an der Vollendung seiner Poziologie, wel- 
che eine T^usammenfassune und systematische Durchdringung sei- 
ner Lebensarbeit bedeutet haette* Was er vorher im Verlauf 
dreissigjaehriger unermuedl icher Taetigkeit veroeff entlicht 
hatte, war in Zeitschriften zerstreut, in Handwoerterbuechern 
verscnuettet, in Bammel Publikationen schwer zugaenglich« \^n'» 
bekuemmert um den Ruhm und die Anerkennung hatte er aus dem 
ueber quell enden Reichtum seines Geistes gespendet und nur der 
Sache gedient, der Wahrheit und der Bildung, ""^x^ wir heute 
eine gesaiomelte Ausgabe seiner Verke^) besitzen, so verdanken 
wir das der pietaetvollen Arbeit von Frau Br. Mari anne 
Weber, welche in der Herausgabe von Herrn Tr* Palyi ua- 
terstuetzt wurde* Femer half Herr Professor Kroyer bei der 
Herausgabe der nachgelassenen IlusiksoziologieS) und Professor 
Hellmann und Dr. Palyi gaben in mustergueltiger 7; eise eine 
Rekonstruktion ^^r letzten abgeschlossenen Hucnchener Vorle- 
sung auf Grund von üotizen ^'ebers und Collegnachschriften 
heraus^). 

Die Ausgabe der ^/erke umfasst sechs systematisch geord- 
nete Baende. tiWirtschaft und Gesellschaft* , das Fragment der 
Soziologie, erschien im Grundriss der Pozialoekonomik (jetzt 
in 2, Auflage vermehrt um die vorher gesondert erschienene 
Musiksoziologie)^). T^ie religioncsoziologi sehen '^erkc, das 
Zentrum von Webers Lebensarbeit, uaifassen drei Baende. Der 
erste Band enthaelt neben der grundlegenden Arbeit ueber die 
protestantische Ethik und den Geist des Kapitalismus einen 
ergaenzendcn Aufsatz ueber die Bedeutung der protestantischen 
Sekten in dem gleichen Zusammenhang und den ersten Teil der 
Wirtschaftsethik der Weltreligionen, Konfuzianismus und Tails- 
mus; der zweite uiafasst die grossen asiatischen ^rloesungs- 
religionen, Hinduismus und Buddhismus, der dritte das antike 
Judentum mit einem ^Tachtrag ueber die Pharisaeer* Die frue- 
heren Arbeiten sind in drei weiteren Baenden gesammelt, und 
zwar enthaelt der Band »Gesammelte Aufsaetze zur rissenschaf ts- 
lehre" sacmtliche methodologischen Arbeiten, Vielehe der Selbst- 
besinnung auf die logischen Probleme der eigenen und der ge- 
samten Kulturwirsensc haften gewidmet sind* In den Aufsaetzen 
zur Soziologie und Sozialpolitik ist dankenswerterweise eine 
bisher nur als Manuskript gedruckte methodologische Einleitung 
fuer die Erhebung des Vereins fuer Sozialpolitik ueber Auslese 
und Anpassung (Berufswahl und Berufsschicksal) der Arbeiter- 
schaft d^er geschlossenen Grossindustrie aus dem Jahre 1908 



\ 



^) Erschienen bei J, C* B. !£ohr-Siebeck, Tuebingen« 

^) Die rationalen und soziologischen Grundlagen der Musik. 

Muenchen 19^1, . , r, 4 ^ 

3) Wirtschaftsgeschichte. Abriss der universalen Sozial- 

und Wirtschaftsgeschichte. Muenchen 1923. 
*) J. C. B. Mohr-Siebeck, Tuebingen. 



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pul3llzlert, anschlleBsend die alt demselben Gerenstand sich 
befassende Arbelt uebcr Psychophyslk der industriellen Arbelt. 
femer eine fuer die Goettlnger Arbelt erb! bliotheJc 1894 ge- 
schriebene Broschuere ueber die Boerse, eine sozialpolitische 
Abhandlung zur preussl sehen Fideikommlsgesetzecbung aus dem 
Jahre 1904, ein Vortrag ueber Soziallsmus (1918) und Gebers 
Diskussionsreden auf den Tagungen des Vereins fuer Sozialpo- 
litik und den Sitzungen der deutschen Gesellschaft fuer So- 
ziologie. In den nGesammelten Aufsaetzen zur Sozial- und 
Wirtschaftsgeschichte" sind endlich die rechts- und wirt- 
schaftshistorischen Arbeiten enthalten; die rein rechtsge- 
schichtliche Promotionsarbeit: „'^ur Geschichte der Handels- 
gesellschaft im llittelalter"; die sogenannten «Agrarverhaelt- 
nisse im Altertum, in i?/lrkllchJceit eine vergleichende ivirt- 
schaftsgeschlchte des gesamten Altertums, und die historisch 
und sozialpolitisch bedeutsamen Arbeiten ueber die laendliche 
Arbeitsverfassung und die Entwicklungstendenzen in der Lage 
der ostelbi sehen Landarbeiter, endlich das heute noch unueber- 
troffene Referat ueber den Streit um den Charakter der altger- 
maal sehen Sozial Verfassung in der deutschen Literatur (1905). 
Vorher hatte Frau Dr. Teber bereits eine Sammlung der pollti-* 
sehen Schriften^) herausgegeben, welche die Prelburger An- 
trittsvorlesung aus dem Jaiire 1895 ueber den ^Tationalstaat 
und die Volkswirtschaftspolitik und die Schriften zum iMbau 
und ^Teubau des deutschen Staates aus den Jahren 1917/19 und 
einige Proben aus der politischen Korrespondenz enthielt. 

Von den In die gesammelten -erke nicht aufgenommenen 
Arbeiten wird man wohl am sclimerzlichsten die Schriften zur 
russischen Revolution von 1905 vermissen: „Russlands iJeber- 
gang zum Scheinkonstitutionall smus»*^ und »Zur Lage der buer- 
geriichen Bemikratie in Husslachd", welche noch heute ganz eben- 
so unentbehrlich fuer eine Soziologie der russischen Revolution 
und der russischen Parteien sind wie fuer die Kenntnis der Per- 
soenlichkelt und des Pathos von lÄsx Weber selbst. Auch die 
«Roemische Agrarge schichte in ihrer Bedeutung fuer das Staats- 
und Privatrecht»* (1891), seit langem vergriffen, duerfte in 
einer Sammlung der Terke nicht fehlen. Vielleicht waere bei 
weiteren Auflagen noch zu erwatgen, ob man den fragmentarischen 
Charakter des Werkes durch Itestellungen und ergaenzende Anmer- 
icungen abschv^aechen kann. Denn zu verschiedenen, vor allem 
religionssoziologischen Problemen finden sich weiterfuehrende 
oder ergaenzende G edankengaenge durch das ganze ^erk zerstreut. 
Z.B. gehoeren die Diskussionsreden ueber Nation und Rassenira- 
gen als Ergaenzung der frag aentarl sehen Abschnitte ueber diese 
Gegenstaende in die Soziologie. Der In die politischen Schrif- 
ten aufgenomxaene Aufsatz ueber die >Tobilitierung der Kriegsge- 
winne setzt den Kampf gegen die Fldeikommisse fort, welchen 
leber 1904 gegen den preussl sehen Entwurf gefuehrt hatte usw. 
üeberall finden sich verbindende, zurueckwel sende und weiter- 
fuehrende G edankengaenge, welche untereinander verknuepft die 
grossartige, trotz alles Fragmentarischen tief einheitliche 
Struktur dieses Werkes deutlicher hervortreten Hessen. 



T-eber, Gesammelte politische Schriften. Iluenchen 1921. 




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Die universelle Beherreehung de» hi8tori8oh-ge8ellschaft--> 

Hohen iCoemos» welche diesem ^erlce ei{rnet, ^ar aur moeglich 
durch einen imperatorischen Gestaltungs- und f^chaffenswillen« 
Niemand, dex^ auwh nur einmal ein ^erk von Weber gelesen hat, 
wird sich dem Eindruck haben entziehen icoennen, dass hier eine 
nur mit Balzac Tergleichbare Lebenskraft am ^'erke ist, immer 
neue Provinzen des geschichtlichen und gesellschaftlichen Le- 
bens zu erobern, sich einzuverleiben und zu neuen Eroberungen 
nieiter zu eilen« Ein draeng ender stuermischer Geist treibt 
von Problem zu Problem, von Gebiet zu Gebiet, nirgends Ruhe 
findend, ueberall unbefriedigt. Oft sind diese Buecher gar 
nicht geschrieben, sondern gesprochen Tie ein Monolog oder 
das Plaidoyer vor einem unsichtbaren Gerichtshof des ^elt- 
geißtes» 'Sas a-fcer trieb diesen unersaettlichen Blick umher, 
von den Gutshoefen Ostelbiens zur roemi sehen Villa, von den 
Gartenkulturen Chinas zu den Ufern des Euphrat und Mil, was 
fuehrte ±}in in die Arbeitsraeurae modemer "Webereien und auf 
die antike Sklavenplantage? Was suchte er in den kahlen :Cir- 
chen puritanischer Sekten, und vas zog ihn zu den Propheten 
Israels? ^as zog ihn iamier wieder zu Tolstois Frage nach dea 
Sinn der Cultur und zu Dostojewskys akosrais tisch er Liebesethik? 
T^elches «ar der Cirm dieser universellen Ausbreitung, worin ist 
die Einheit dieses Gestaltungswillens zu finden und welches sind 
Inhalt, Richtung und Ziel dieses v.erkes? 



Es 



ist kein Zufall, dass verschiedene Antworten auf diese 
Fragen laut geworden sind* Troeltsch, mit ^eber lange Jahre 
hindurch in Freundschaft verbunden, meinte in seinem Fachrufc, 
dass dies ganze geitaltige wissenschaftliche ^erk fuer Teber 
ge^issermasscn nur ein »Aussenwerk" gewesen, dass er in ^"^ahr- 
heit seiner inneren Lebensform nach Politiker sei, der Herr- 
schaft und eigene Verantwortung im Dienste seines Volkes er- 
strebt habe» Jnd Jaspers, dessen Rede^) noch immer die schoen- 
ste und tiefste Deutung von Max "^^ebers ^ esen darstellt, hat 
diese Auffassung zurueckgewiesen und !Iax ''eber als den einzigen 
Philosophen seiner Zeit hingestellt. Trotzdem ist zifcischen 
diesen verschiedene» Standpunkten noch ein "eg zu finden moeg- 
lich, wenn man den Begriff des Philosophen nicht in dem sehr 
spezifischen Sinne eines modernen Relativismus benutzt wie 
Jaspers, sondern in dem alten antiken Sinne, fuer den Philo- 
sophieren eine Not der Seele war, den Sinn der ^elt zu begrei- 
fen und ilenschen als Buerger seiner Stadt zu erziehen* In die- 
sem Sinne ist reber ein I%ilosoph gevesen und einer der grossen 
Erzieher und Bildner seines Volkes • Und sein Verk, das vor- 
bildlich ist durch die unerbittliche Strenge und Schaerfe seiner 
Methode und das fuer lange Teit den Geschichts- und So«ialwissen* 
Schäften Inhalt und Richtung ihrer Forschung bestimmt hat, geht 
weit ueber den nur wissenschaftlichen Vert hinaus, indem es den 
Punkt fixiert, an dem wir geschieht^ philosophisch gesehen ste- 
hen und daraus bestimmte Forderungen als notwendige Konsequen- 
zen zieht, Daher sind wissenschaftliche, politische, methodo- 
logische und sozialpolitische Arbeiten alle der Ausdruck einer 
einigen geschlossenen Persoenlichkeit \md ergaenzen und bedin- 
gen einander» 



1921 • 



®) Jaspers, »lUüi Veber". J. C, B* Mohr-Siebeck, Tuebingen 




V 



^a» Weber selbst als Ziel seiner Arbeit ansah und welchen 
Platz er diesem in einem groesseren Ganzen angewiesen wissen 
wollte, hat er selbst in seiner Preibur^^er Antrittsvorles mg 
„Der llatiomastaat und die VoUcswirtschaf tspolitik" klar und 
deutlich ausgesprochen« Und da er die Orundposition dieser 
Rede beibehalten hat, so ist es erlaubt, aasf lehrlicher ihres 
Inhaltes zu E^^^^J^en^ zumal sie auch fuer die Richtung und den 
Gegenstand der spaeteren Arbeiten wichtife Aufschluesne vermit* 
telt« In Jahre 1897 hatte ''eher einen syntemn tischen Ucberblick 
ueber die Terschiedenen Formen der laendlichen ArbeitsTerfas?»ung 
in Deutschland gegebm und im Folgenden Jahre auf Grund einer 
Enquete des Vereins fuer ^ozi' Ipolitik die Entwicklungstendenzen 
in der Lage der oßtelbischen Landarbeiter dargestellt» Dieser 
Arbeit hatte Knapp das Lob gespendet, dass sie durch den Reich- 
tum der Celani^en und den Tief sinn der Auffassung ueberrasche« 
.Dies -erk Tor allem hat die rmpfindung geweckt, dass es mit 
unserer "ennerschaft vorbei ist, dass wir von vorn zu lernen 
anfangen muessen." Den Inhalt beider Arbeiten fasste die An- 
trittsvorlesung zusfuaiaen und ergcvcnzte sie fuer '' estoreussen« 



Das Schicksal »leB Uebergangs zum "-Tochkapitalismus hatte 
aucfe vor der ostelbi sehen Gutsherrschaft nicht Halt gemacht, 
der Ruebenbau und ie zunehmende Anwendung Idttvirtschaf tlicher 
Maschinen waren nur der tcc^mische Ausdruck fuer die ockonoTni- 
sche ITaigestaltung, welche unaufhaltsam die alte laendliche Ar- 
beitsverfassuug der Insten aufloeste und die polnische-russi- 
schen Wanderarbeiter ins Land fuehtte» ^aren die Instleutc 
durch ihre Gerech tsaiae in gleicher Weise aia F.rtrag und Gedeih 
der iJindwirtschaftlichen Produktion interessiert wie die Guts- 
herrschaft, 60 fuenrte der Jebergang zum reinen Geldlohn die 
HLaesenscheidung und die Proletari eierung der deutschen Bauern 
herbei und brachte die billigeren polnischen Wanderarbeiter an 
ihre Stelle» Und ebenso verschwanden in ' estpreussen die deut- 
schen Tagloehner von den Ouetern besten Bodens, waehrend die 
Polen auf den Doerfern geringerer Bodenguete zunahmen* Dieser 
Vorgang var aber nicht nur ein oekonomschex-, er war in doppelter 
Beziehung eninent politisch^, denn er bedrohte den deutschen 
Osten in seiner militaerischen T/iderstundskraft durch Yordrrven- 
gen der f^lawen auf deutschem Boden, und er mo.chte die Kaste, 
welche in Preussea regiert hatte, zu einer reinen Unternehmer- 
Schicht in dem Augenblicke, wo die 8trvatsT)oli tischen Aufgaben 
neue ICraefte und neue lethoden verlauf ten. Diesen Tatbestand 
stellte ':eber in seiner Antrittsrede in einen grossgesehenen 
politischen Zusammenhang, ^'^'s vnr die tragische Tituation, in 
der 3ismarck sein " erk verliesß, v eiche Teber ifiie niemand sonst 
daraals aussprach. Die politische Einigung der TTation war ge- 
schaffen, aber waehrend Bismarck den ?au def? ne.ien Staates auf- 
richtete, hatten sich schon seine Fundamente verschoben ^ hatte 
das reissende Tempo des Uebergangss zur hochkapitalisti sehen 
^Virtschaft die Grundstruktur erschuefctert, auf welcher das staat- 
liche Gebaeude ruhte. Und veder Bismarck noch die preussi sehen 
Junker waren ihrer einsieht nach und mit den lethoden ihrer Poli- 
tik imstande, die neuen ^ohleme zu beviaeltigen. To laesst ^eber 
den Blick sorgenvoll umherwandern und fragt, welche soziale Schicht 
nun bestimmt sei, die t)oliti8che Fuehrung zu uebemehmen; aber 
weder bei den oekonomisch „satten" Fchichtcn der Bourgeoisie, 
noch beim Kleinbuergertum, aber auch nicht bei der Arbeiterklasse, 
- nirgends findet er auch nur einen Ansatz zur Faehigkeit po- 
litischtr Leitung« 



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»Das Drohende uneerer Situation aber ictt das» die "bucrgcr- 
liehen dassen als Tracger der -^achtinteressen t^r Nation zu ver- 
wellcen scheinen und noch iceine Anzeichen dafuer yorhanden sind,- 
daes die Arbeiterschaft reif zu uepden beginnt, an ihre rtelle zu 
treten • • • • An unserer ^'icge st nd der schtifrfite Fluch, den 
die Geschichte cinera Geschlecht als An^p^binde mit auf den "er ?u 
geben venaaf : das harte SchicJcsal des politischen T^piptoncntums«* 

Die schTrerc und due??tere Ansicht von der Bedrohlichkeit der 
deutschen rituation hat auch t^n Inhalt dessen bestimmt, was ^e- 
ber als VollcsKirt 8chpftS]:»olitik bezeichnet. *^icht die Not der 
ULacsen, vie schv er die auch sei, kann das letzte 'Üel einer Volks- 
wirtBchaltspolitik sein, senilerer als alljo soziale Not lastet die 
Verant¥/?rtun£ vor der Geschichte auf dera Gewissen des?.tn, der sein 
Volk in solcher Lape sieht. Unter solchen Jiastaenden kann allein 
die politische '^rziehunp der Nation das letzte '^iel der Volkswirt- 
schaftspolitik sein. Und analog heisst es von der Volksrlrtschafts- 
lehre: 

«Abwechselnd hat man in ihr das techni^ch-oekonomlsche Problem 
der Guetererzeugunf: und da^ Probleni der Gueterverteilung der nsozia- 
len Gerechtigkeit" als - ertaassstaebe in den Vordergrund perueckt . 
und ueber beiden erhob sich doch isnier vieder die Erkenntnis, dass 
eine rissenschaft vom :!enschen, und das fe t die Volkswirtschafts- 
lehre, vor allem nach der Oualitaet des ;^enschen fragt, Vielehe durch 
jene oekonoiii sehen und sozialen Taseinsbedingungea heranpezuechtet 
iR^erden.** 

Ks ist eine seltsa-ae Nationaloekonomie, Y.'elc;he hier fefordert 
nird? nicht Gesetzt, nicht Theorien sind ihr Gegenstand, sondern 
der -lensch als soziales '^esen in der Bedingtheit durch die sozialen 
und historischen Gegebenheiten seiner ^^xictenz. Diese Auffassung 
der ^Vissenschaft entspringt einer Persoenlichkeit, beif^egt i.von den 
grossen Leidenschaften, ^'elche die Matur in uns gelegt hat" • tief 
getroffen von der Konstellation der historischen rituaticn. 



Die T^kenntnisse, v»elche sich fuer reber aus diesen Tatsachen 
ergaben, haben in zweifacher -Dichtung sein weiteres ^erk bestimmt. 
Seine DOlitif^chen und sozlolpolitischen "rbeiten standen konsequent 
unter der Fragestellung, ob diese oder Jene Massn?>iae geeignet sei, 
Charaktere im i:>oli tischen Pinne zu erziehen und ob die Art der 
politischen ^' iilensbild^mg in Deutschland nicht Jede ^Toeglichkeit 
der Veltnolitik ausschloesse. Und die vissenscha tliche Arbeit 
behielt nun den Gesichtspunkt fest ia Auge, Y:f Icher in ^^n^r Rede 
angeschlagen war, die Lcbensfonaen in ihrer sozialoeiconoi^il sehen 
Bedingtheit zu untersuchen oder anders gewendet, die groesste 
Schicksrlsaiacht der -^eit, ^.en Kapitalisnun, in seinen Bedingungen, 
Ursachen und *-olgen zu ericennen. Diese Präge hat seitdera die \4'io- 
senschaftlicne Arbeit ^ebers beherrscht, und kein rein Juristisch 
rechtshistorisches Verk ist mehr von ihm verfasst xrordcn. Die 
soziologische Fragestellung, denn das var d^'.s , vas 
er von der Volkswirtschaft verlangte, hat bereits in vder sogenann- 
ten antiken Agrargeschichte, in "ahrheit eine universale Gozial- 
und Wirtschaftsgeschichte der asiatischen und mediterrr.nrn Antike 
im Hinblick auf die mittelalterliche Entwicklung in ^uropa, eine 
beherrschende Kolle ges-iclt, um t'^-nn durch die religionssozio- 
logische u Entdeckung* der Bedeutung der protestantischen ^thik 
fuer den «Geist" des \apitali8muB einen entscheidenden Impuls 
fuer die Vertiefung und Erweiterung soziologischer Problemstel- 
lungen zu erfaliren. 




• 



Pas Problein als polchee hatte als erBier ^ d u a r d 
Bernstein gesehen, als er den Charaictcr der Aslceae 
alB eine buergerliche Tugend erkannte. T)ie volle Traf^eite 
der .innerri eltlichen AsJcese" des JcalTinlstl sehen Protesten- 
tisiauB fuer die Entstehung des «'buergerlichen'' ka^italis tischen 
Geistes entdeckt zu haben, ist aber allein das Verdienr^t von 
Max Weber* Die Praetit^tinationslehre, das 'Zentrum des kal- 
Yinistischca Glaubens, hatte in einer grossarti^en heroischen 
Pathetik die f^pannung zvinchen der üajestaet de? deus abscon- 
ditus (verboreener Gott^ und der einzelnen Teele aufs aeusser- 
ste eestei^rert. iTach de i unerforscalichen und menschlichen 
Einsicht nie zugaenglicnen Ratschlüsse Cotter ^aren die Teelen 
zur Gnade oder zur ^loelle vor aller 'xistenz bestimiAt, und 
daher die leils^ev-issheit not\. endig ein interrierender Bestand- 
teil dieser ^ehre fuer die Claeubigen* Aber nicht darch „ßute 
^erke", nicht durch konteraplative Versen^cung v/eltfluechti{;^er 
Kystik wurde der puritE>..aische Christ seines Cnadenstandes irine, 
sondern allein durch sein aktives Eingreifen und landein in der 
TTelt zum Ruhae Gottes, i.ls ':erkzeu£^, nicht als Cefaess der 
Gnade diente der Kalvinist seineui rotte als ein christlicher 
Kriegaauuin. Bas bedeuiett aber ein Ergriffenv, erden der ge- 
samten Lebensfuehrune, welche seitdem mit dem Begriff des Puri- 
tanismus unloesb. r verknuepft ist und deren Charakter ..lax "eher 
mit dcia Ausdruck der innerreltlichen Askese vorzueglich in Bei- 
nern 'ZusaimenhanE mit dera :Tittclalter gezeichnet hatte. T.ß var 
so, wie Febastian Pranck es ausgf drueclct hatte, dasB mit der 
Reformation das ganze Leben in der ^ elt kl^osterlich geworden 
war und alle protestantischen Christen eingeladen \iaren, .'oenche 
zu werden. 



Der '^ustufflaenhang mit der ^^irtschaft wurde nun dadurch be- 
wirkt, dass in der Beruf sbewaehrung sich Gottes Gnade deutlich 
offenbarte. Daher wurde der T.rfolg im TTirtschaftsleben nicht 
wü des Gewinnes willen erstrebt, sondern um der Gna e Gottes 
sich immer von neuem zu vergewissern. :jnd, fuer die kapitalisti- 
sche Wirtschaft im besonderen bedeutete dies: einmal die :ioeg- 
lichkeit der Tapitalakkumulation und ziReitens die Organisation 
wirtschaftlicher Arbeit ueberhaupt. Da naemlich aller Verdienst 
im Erwerbsleben ein '^eichen der goettlichen Gnade darstellte, 
so vaere es gottlose Cre ^turvergoetterung gewesen, ihn zu per- 
soenlichem Genuss weltlicher Gueter zu vensenden. Bondern Y.ae 
gewissermassen in Gottes !famen verdient w ir, musste auch der 
wMtc ren LIehrung seines Ruhmes zugefuehrt ;7erden. '^o fuehrte 
die Anhaeufung von Reichtum zvangslaeufig zu einer Investitixon 
des Kapitals in den wirtschaftlichen Betrieb oder in eine er- 
weiterte Organis tion der oekonoiai sehen Sphaere ueberhaupt. 
So wurde eine weltablehnende heroische Form religioesen Glau- 
bens ger de durch die Art ihrer ^el tabl ennung, der Verdammung 
von Lebensfreude, Lebensg< nuss 'ind '"choenheit als frecher Ilrea- 
turvergoetterung, einer der Paktoren, welche die stampfende 
unerbittliche :ia8chinerie des gottfernsten '':eitalters des Ka- 
pitalismus bilden halfen. 

W9T 90 ein entscheidendes Motiv entdeckt, durch v eiche« 
rein religioese Ideen das oekonomische Leben beeinflussten, 
„oekoaomisch relevant" wurden, so lag es nalie, weiter zu for- 
schen, ob andt^re religioese Gedankenbildungen aehnliche oder 
entgegengesetzte ^irkimgen ausgeloest hatten. 'Jnd zwar war 
das Entscheidende fuer :iax ^*eber nicht die intellektuBlislerten 
und dogmatischen Lehren, sondern die Antriebe zum praktischen 
Handeln, Teiche von den religioee lebendigen Glaubensvorstel- 
lungen ausgingen. So fand :!ax ^eber in den chinesischen und 







indischen Magie- und rCastenvorstellungen unucbcrwindliche 
Schr^au^en fuer die '[oeflicVikeit einer rationalen orar^^nieation 
der ' irtöchaft, vio ßie das Abendland icennt: oo hcntntfrn auch 
im axitiiieu Judeutitii Kitualgebote und die Trennung: von Binnen- 
und \uBS3ea.ioi*a.l die Ansaetze einer spexifipOi ra ionalen ' irt- 
schaftt'.fiesinnung, obTRK)hl die altjuedische ^roT^hetie die ^*rund- 
laf:e einer methodisch ironsequenten Lebensfuehrunr entwickelt 
hatte. Und alle diese weitpes^annten veltumf aasenden IJnterßu- 
chungen zielten darauf, die brsondere Kif'^enart der eure paci fachen 
Kultur in ihrer verschiedenartigen Bedinftheit, vor allem durch 
nicht ociionoinißche Itoiaentc , in eirier Ceraüitheit darzustellen. 



» 



r?o inuenden die rtroeme dießcp universalen 'Mssene und der 
ebenso umfassenden Problemstellunr^n in eine ?oziolo£^ie, welche 
den Titel: «Wirtschaft und CesellBchaft" trapen sollte, Mes 
"^evk blieb unvollendet, aber noch die Fr^finente ßind von einer 
Xuehnheit und Crosrartifkeit der Conzeption Y,ie Icein zv.eites der 
Epoche. Denn es versuchte nicht nur die Prcitc, sondern auch 
die Tiefe des e^^^ellnchc^f tlichen und hi3torischen resaLatrrozes- 
ses durch eine neue sorinlogii3che P.efrif fsbildimp zu durchdrin- 
gen und zu verknuepfen. Vas in der Religionssoriologie bevusst 
beiseite £:elaB3en \ar, die T irkunf fresellpchaftlich-oe-conc bischer 
VeraaeltniBse auf die I-ntväcklunf! relirioeser Ideen seilte hier 
au seineia Rechte koscnen. •Jeberhaurt sollte die kontinuierliche 
ITcchselifirkunr des YdrtGchaftlichen rrojresBef mit der rpontr^nei- 
taet und ^^igenfosetzlichkei t der nicht oekonomischen fepellscnaft- 
lichen :iacchte und Ordnunfen - der milit^ieri scheu " ehrverf assung, 
der politischen lOynamk des Staate??, der ^irkunp religioeser For- 
men und der Autonomie des Rechtem - durchcefuehrt werden. I^as 
hat seinen ^ufespitzterten begrifflichen Ausdruck in dem re^en- 
satz von „Allt' f" und „Charisiaa" gefunden. Taehrend der oej^ono- 
miche ^^rozese der nllta ertlichen ty-^isch vded erkehr enden Beduerf- 
nisbefriedifunr dient und daher eine :^.eihe t/pischer Verhaltens- 
weisen hervorbrin^H, i^^ird das durchbrechen dieses traditionalen 
oder rationalen Alltr f es allein dirch charismati ches Handeln 
vaeeglich. Charisma bedeutet fuer ^^'ebe- nicht allein die fakti- 
sche Begabung- eines hervorragenden L^nnes, sei dieser ein krie- 
feriecher Held, ein prophetisches relit i "»escB 'i^enie o<ler ein 
frocser politischer Demaeoge, sende »^n die Bevaehrung dieser Gabe 
und Infoicedessen seine Anerkennunr ' Is Tuehrer und ^^errscher. 
Diese Conzeption steht im enfsten ?asafTmienh'\ng mit dem stets 
betonten Charakter der PlpengeBet-^lichrceit, vor allem der poli- 
tischen und religioesen Sphaere. Denn in ihnen treten zumeist 
difse ,.6cnoet)feri sehen*' Menschen hervor und schaffen eine neue 
Idee, sei diese staatltc- politischen oder religioes pro heti- 
scaen Tinnes. "eher sali diese ^urchbrueche des Alltager, als die 
eine rrosse revolutionaere lacht im histori5-'chen Prozess an, als 
zweite, nicht minder ^jmv.aelzonde die vor allem in der Sphaere des 
oe^onoaiscixen ^roj^esses stattfindende Rationalisierung, Reiche 
alle magischen, irrationalen, tr-ditionalen Bindungen aulloestc 
und an ihre rtelle rationale Formen set^.te. Beide haben die in 
ihren Ordnungen rtehenden ^lenschcn vcrf^chi eden geformt und es ist 
eine immer wiederkehrende Blicicrichtimg in der ^'eberschen Betrach- 
tung, wie die gesamten menschlichen Lebensformen durch die be- 
sonderen Zonstellationen des ?:u8ammentref ^ ens von ^Alltag' und 
eigenff setzlichen „Charisma'' bestimmt und bedingt werden. 



/ 



/ 



\ 



8 



Der Cci^ensatz toq «FachrüenÄCh** und «Xulturaensch*' entspricnt d 

vom HAllt,ae»' und „Charia^aa" . A"ber niciit auf die historlßche Dar- 
stellunt icaa • s an^ dirse eollte nur zur 7rlaeut^ run^ and als 



iCasui^stiiC dienea. Die 
rißchen Ftoffes "ber u 



oziolopische '»urckdriiiiguii^;; dieses iiieto- 
r die gestellte Aifgatie* 



"^"as bedeutete nun aber fu r ''eber ToTiologie? T^iese Veber- 
©che Soziologie \\aehlt sich ihren ^^^tandpunkt ganz persoenlich, 
ohne die oeglichKeit anderer "os^iologien zu bestreiten oder ueber« 
haupt zu disicutieren« ^ oran er nur iaBner ^tieder erinnert, ist der 
Charaicter seiner 3oziolof ie al© einer rein e::apiriBchcn Tisjpenschaf t 
Es ist veder eine dofmatiBcne, noch feachichtsphiloBophische Wis- 
senschaft, aber auch keine PB/cholcfie vie die Toziolcfie Ton 
Simmel. Kb ist eine empirische ^-issenschaft, uflche menschliches 
Handeln in s<;iner :Culturbedeutunf deutend v< rst^hen und er^laeren 
Hill. Auch die rreBchichte i?5t eine *' isrenscnaf t vom Handeln, aber 
ihre Aufgabe ir»t die kausale 7urechnunf individueller Jrsachen zu 
individuellen rrfol^^en, v.aehrend die oziologie t^ ische Herein 
des Handelns auf g teilt, 

"^eb< r hat einmal .uit leii?em Tpott von den Historiicern pe- 
sprocren, welche die Vuerde ihrer \Us enschaft gerad* von dea 
herleiten, ^as ihnen unz ifaenflich sei, dem irrationalen T^ern 
der Persoenlicakeit, Dciage^en ieber ^knr dit; Absicht seiner Po- 
ziolofie, ihre Idfnitaet aufzubaj.ea auf die moeglichen Tonnen 
mensdlicnen subjektiv sinnhaiten Sich Verhaltens f/egenuebrr an- 
deren Personen oder fegenueber ^rdnun^-en ind Ideen, 2\n welchen 
das menschliche Handeln orientiert ist. Dem eine solche Bezie- 
hung 'war ihrem, gemeinten Finn nach zu verBtehen und also auch zu 
crklaeren. Tie vermp^g: in ideal typischer Reiniieit darger^tellt 
zu Yi'erden und die Abveichunf ' n vom Ideal typ:-4S eii7ioe£'lichen, die 
kausale :!urechnunf: des realen Verhaltens. 

Mese ideal typische Betriff sbildunr menschlichen 5=^ichver- 
haltens ist der beg^riffliche vern der " eberschen ^^oziologie. 
Er hat lange um die lo£^i'^che Struktur dieses Be^-rifles gekacmpft 
und endlich im «Ideal tjpus** diejenige Form gefunden, 7;elche am 
schaerfßten und saubersten Begriff und ' irklichkeit seh ed und 
durch den stets bev.usst konstruktiven Charakter nier^Ioeglichkcit 
einer Abbildtheorie oder eines Begriff srealis:nur> aufkommen liess* 
^enn ' eber in seinen fortlailenden methodclugi sehen Untersuchun- 
gen die Begriffsbildunf:en sozival'Pfissenschaftlicher und histori- 
scher Autoren analysiert hatte und uebt rall Reste, 0< i es einer 
«•anatisti sehen Hefelschen Lopii oder biologistischer Metaphysik 
gefunden hatte, so var es gt'^^ ^ <^e^* Z'ccck dieser Untersuchungen, 
demgegenueber einen gaenzlich eindeutigen Begriffsapparat zu 
schaffen, dem keine me^aphysieohe oder irgendv^ie dograatische Her- 
kunft anhaftete. M^s erfuellte ihm der „Ideal typus^^ in seiner 
nuechternen '^,v^eck:ma.essigkeit am besten* Denn der Ideal typus ist 
ein genetischer Begriff und v.ird gewonnen durch Auslese bestimm- 
ter .dericmale einer "Irscheinxmg und deren f^teigerung zur logischen 
Konsequenz, vobei die Auslese durch die w^Vertbezogen3rieit»' des zu 
untersuchenden Gegenstandes bestimmt. wird. Stadt^-irtschaft, yeu- 
daltsmus, Christentum, Traditionali &mu6 sind solche ideal typischen 
Begri ff sbil dangen. 

lUchte aber waere ve^^kehrter, als diese» T>egrifien ihren 
Mangel an Individualitaet vorzuv.erfen, denn es ist ihr - inn, 
relativ inhaltsleer zu sein und typische Verbal tensv eisen aus- 



V 






zuimeok&n* Vielleicht Icann man den Charrüctcr dieser ideal* 
typischen so r.iolofi sehen Bc£:riffe dahin zusr.-uaeajTaßson, dass 
ßie wie ein unendliclief« loordlnatensyctei in die peeellechaft- 
licU-histcrische imterie einftesenkt sind und dadurch fucr die 
Geschieht svisaenschaft eine s5UTerl!icnsie:#^und plaetiBchere 
Herausarbeitong der kauetalen '^urechnunf en enaoeglichen und aus- 
serdCiA die vertiicale Schichtunf des historischen Lcrbenöt gleich- 
saia seinen geologischen ^ufrlB*2, :mfr:uzeit:en erlauben durch die 
moegliche J^irkenntnis der uebereinanderliecenden Schichten in ei- 
uea einiselnen Vorgänge o^^er einer einzelnen Tlrscheinun^*t Zml^. die 
in dem begriffe „Buerpertica" oe :ononi sehen, politlöchen und staen- 
dloc.iea I'leaiente durch einzelne ideal typische Begriffe voneinander 
scheiden au Jfcoennen. Vv>ber selbst hat den Charakter seiner fosio- 
logie als Hllfs^Tisßenrxhaft fuer die fcnchichtlichen ••inzelwissen- 
schal ten betont und v»ohl fesehen, dasc dif^rc. seine So^iolofie viel- 
leicht aar neue Problem?^ tellun^^en fuer die Ceistcsuisecaac.-aften 
zu stellea in der Lafe sei. 



$ 



Es üiuss noch eininj^l betont werden, daSB diese soziologischen 
Begriffe unter dem besonderen nefsichlnpunkt der '^eberschen rxage- 
stclioa^eu entstanden sind: warum r^ht es nur im Abendland -Capi- 
tctliöiauü, nur hier einen politi3chen, oecono'd sehen, viseenscnaft- 
licuen uationalismuB, nur hier Fachmenschen, Buerfcr, pplitif.che 
Parteien und einen rational e^n r.ozialisrra?'' Ita diese uniii^rsellen 
Fra^ en beantworten zu ;coennen, musr^ten alle historischen Analysen 
nur Voraussetzungen luid Vorarbeiten darstellen und nur f,enerelle 
dyucuaische Begriffe verflochten die :^t^^iciclunf:s5linien in sich zu 
fassen, innerhfilb v, elcher sieli dar? rchiclüsal de:^ Abendlandes in 
seinei bt sonderen Ftruktur plof^tisch heraushob. Aber der Charalc- 
ter dieser Befrif^e nlv> 7^ ec^aetisickeitsrebilde machtt ihre Zahl 
schlechthin unendlich und so vairdc diese ro2:iolo£ie eine Tysteaa- 
tiJc ohne Fystem, ein "oordina tensystera ohne feste Achse, da ilim 
der aeatrale Ausfangspunkt fehlte. To tru£ das ''erk den 'haralcter 
des Prc^mentarischen in sieh, und srvar nicht nur clei? Jn voll endeten, 
sondern auch der< fnvcllenc^baren, ein Schicksal, v.elclies ^r nicht 
zufaellip ifiit dem I,ebenswerr:<e Georf rimmflF teilt, dem Vebe- phl- 
losojüiisch weit naeher nteht o.ls dem suedv/er^tdeutschcn ^TeulcantianiS' 
raus, dessen Geschichtstheorip fuer ihn z\-r:T ein brauchbares Hand- 
wericszeug bedeutete, ohne seint letzte philosophische Position 
irgendwie zu bestiramen« 



An keinem Punkte kann diese?? 7ehlen eines centralen festen 
Konstruktionsprin?5ipr deutlicher auff p\ ieBeii werden als an " ebcrs 
Stelluaf zur oekonomi fachen ^eschichtsauf fasBun^, Da? ist um cc 
bemerkenswerter, als kein buerrerllcher /belehrter ruecksichÄoser 
die oekonomlsche Pragestellimf als Methode angewandt hat als ^"eber 
selbst, Ja man kann ?^?fen, dann er di*: Arbt it von 'larx auf neue 
Gebiete uebertr- imd deinen '^erk fort(Tei3et^t hat. "Denn waclörend 

y^axx durch »eine /vjialyse der pesellschaftlioh-nekonomindi en ftruk- 
tur vor allem die ".ntzaubeninr <3er buerr ertlichen Cescllnehrftsord- 
nung erreichte, hat ?eber darueber hinaus die staatlich-politische 
Spbaere alles ideolofi sehen ?:nubrrr, entkleiiet und die antriebe 
und itotive politisch-gesellschaftlichen handeln?« In ihrer nuech- 
ternen JnteressenkonBtellation blorBg:elfrt - auch darin Balzac 




10 



\ 



» 



nicht unaelinlich, Weber hat, wie niemand sonst in Deutschland die 
Ideologie der deutschen Staatsidee" gegenueber der .westlichen 
Staatsauffassung als das entlarTt, was sie ist, eine Legende ▼on 
Bueroiraten, welche in der unkontrollierten Ausuebung der Macht 
nicht gestoert sein wollten. Er hat die tatsaechlichen Motive der 
preussischsn Pideikomaissgesetzentwuerfe serflueckt und schonungs- 
los die Pfruendner- und Rsntnerinteressen enthuellt, welche zusam- 
men mit der Rich»rung der konserTativen Parteiherrschaft den Ent- 
wurf hestimmt haten. Und ebenso «eigen die wissenschaftlichen yer- 
ke ueberall den unerbittlichen Blick fuer die realen :iotive politi- 
schen und gesellschaftlichen Handelns. Er hat die massiven oekono- 
mischen Interessen der roeaischen Steuerpaechter an einer imperia- 
listischen Orientpolitik fuer ebenso wichtig fuer die historische 
Entwicklung Roms erachtet wie die oekonomi sehen Monopolinteressen 
der mittelalterlichen Schwurverbruederungen fuer die Entwicklung 
des europaeischen Staedtewesens. Er hat als soziologisches Gesetz 
aufgestellt, dass die Veralltaeglichung des Charisma durch die 
materiellen und ideellen Interessen der Anhaenger und des Verwal- 
tung sstabes notwendig erfolgen muss, sei es in Form der Rationali- 
sierung oder traditionellen Stereotypisierung. «Immer ist aber 
diese Veralltaeglichunf des Charisma identisch mit der Anpassung 
an die Bedingungen der Wirtschaft als der kontinuierlich wirkenden 
Alltagsmacht. Die Wirtschaft ist dabei fuehrend. nicht ge- 
fuexirt.« Und in der Religionssoziologie hat er das VerhaelSiis von 
Interessen und Ideen folgendermassen praezisierti 

„Interessen (materielle und ideelle), nicht Ideen beherrschen 
unmittelbar das Handeln der ilenschen. Aber: die «T.'eltbilder .^-ei- 
che durch Ideen geschaffen wurden, haben sehr oft als Weichensteller 
die Bahnen bestimmt, in denen die Dynamik der Interessen das Handeln 
fortbewegte." 

Kein marxistischer Soziologe haette die Beziehung von Lieberbau- 
Unterbau schaerfer und plastischer zusarmaenfassen koennen. ^enn 
Max v;eber trotzdem die oekonoraische Geschichtsauffassung, sofern sie 
mSr sein wollte als eine moegliche -lethote ^i^^o^J^f ?:„^°^"; 
pretation, naemlich eine Gesaiatauffassung des historischen Prozesses, 
ablehnte, 80 gruendete diese Stellungnahme einmal in seinem methodi- 
schen Bubi ekti vi smus und ausserdem in dem historischen Relativismus 
seiner Geschichtsbetrachtung. Die Anwendung der transzendentalen 
MeEltode auf die Erschaffung des historischen Gegenstandes »i'd fuer 
WebiV durch die „Wertbezogenheit", die .Interessiertheit" des For- 
schers bestiamt. Dieser Gesichtspunkt wird ausscnlaggebend fuer die 
Begriffsbildung und die Auswahl aus dem unendlichen Material des 
historisch Gegebenen; nur auf dieser .subjektiven- Grundlage ist eine 

Obiektivitaet" der wissenschaftlichen Arbeit moegl ich. Aus kei- 
nem Begriffe laesst sich jemals ein soziologischer Zusammenhang de- 
d^ierln, geschweige dass es • i n letztes ''toji^ß«^^» ^;j^/*« 
man immer die Motivati onszBsaMenhaenge zurueckfuehren koenne. 

.IPenn wir uns die Kausklkette ▼°rl«f«'^» fo/«^^*«"",f ^„Jl"^ 
bald von technischen zu oekonomlschen und politischen, bald ▼«" po- 
litischen zu religioesen und dann oekonomlschen usw. Mngen. An 
ir«lner «stelle haben wir irgendeinen 
i u h e p u n'^k t . und diejenige immerhin nicht »eltene Auffas- 
sung der «aterialiitischen Geschichtsauffassung, als ob das Osko- 
noalsche in irgendeinem wie immer gearteten Sinn «^'^8 "^^*'*«f , 
in der Ursachenreihe sei. diese Ansicht ist m. E. allerdings wis- 
senschaftlich vollstaendig erledigt," 



11 



\ 



> 



Dieser theoretischen AeuBserung entspricht ^^'o^^f^« *^*. f^^i"* 
»eiche '^eber in seinen historisch-soziologischen Arbeiten uett, in 

Welchen dies ruhelose Einandertreihen und ^°<^»li°5% ^"^i^t fm^"* 
flochtensein der Motive den L. »er wie in einem Ptrudel fasst und 
davonreiSst, ohne ihm einen Halt zu bieten, die Lat^erun« der lotiTe 
nach ihrer Ordnune uebersehen zu koennen. 

v.orauf es ihm aber in erster Linie in der Geßchichtstheorie 
ankam, zeigt eine Beaericun£ ueber die oelconomische Deutung religl- 
oeser Yorgaenget 

.... dass ich den . . . Einfluss der * i r t s c h * J * " 
liehen Entwicklung auf da. Schicksal der religioesen Gedan- 
kenMldunren fuer sehr b e d • u t e n d halte und spaeter dar- 

iSegen sucSen werde, rie in unserem Falle «^i^e^f^fjii'f " nS? 
Bungsvorgaenge und Beziehungen beider sich gestaltet l^a^e«« J"' 
J^en sich jene religioesen Cedanlceninvi.lte ^"« *if?^,^;«^i^SJr- 
dincB nicht «oekonomißch deduzieren . , . (unö.) "a? en inre 
E Je e n g e 8 e t z 1 i c h k e i t und z»ingenae ^acht rein in 

sich," 

Piese I^ynamik und Autonomie aller Formen der Cultur getont 
▼•ber staerker als ihre Zusa^engehoerirkeit in «^»«"L?;,^*^^"- 
chen historischen Prozess. Und waehrend es fi««?^^^"^f iff J^^^^ 
Soziologen aufgegeben ist, zu untersuchen, *'i«/,i*l °^«^ /^'.erbaS 
diese TerBchiedenen ,^ert«sphaeren von dem 8°'^i°l°?i^*=^^^„„'"J^^°^" 
Straren, geformt und les timrat werden, wie stark sie „oe.onomsch 
beSt" Bind und T.ie andererseits ihre Eigeagesetzlicnceit «oe^o- 
noml?ch relevante" -irkungen ausloest. wie sich das ^e^P« f«^ »°- 
zSen Dynaraik zu dem der politischen, ^«1^^^?^ «^» J^^^'^^J^t^*'^^ 
in verschiedenen Epochen verhaelt, »aenrena mit einem .o'^- f^« 

i?nln Marxisten di? Einheit ^^^^^f ^^f J^f^^^eb^r Jas 
riech sozialen Gessrntprozesses gegeben ist, ist fuer ^«^^ aas 

Simaere der Kampf der eigenen J«f ^=^«? f^^^^-^Ses uicJ? nut 
Tiiltur untereinander, Jnd so sind es letztea '^ndes .ucni nur 
mSiodolSgiBchersonaern .weltanschauliche « 5*agen. *«1«^^%^^;,' 
v^rozialJsmur trennen und ihn die Malektik und das -'T'J^i'i *f 

I^iaJSuschen Gesellschaft aus der ^-yji«\ir^tSen'?SeiperlicJ;n 
orie herausbrechen lassen, so dass man ihn f ^.«^^^S^^^^JI^J^^f ^'^ 
Marx bezeichnen kann, um das Paradoxe seiner Stell'onß scharl zu 

beztichnen. 

Bein aio .AaachauunE der Telt". »'J«';«,'^^^". "'J"rr rt^^" 
foreelien der historischen ^-.It und aus dj« ^«»'■»^*" J^rt^t. t^ 

*iJ aber dieser impHeweils ende, darueber konnte niemand etwas 
:igen!oie;:in^^b aktiven Binn in der C^eschichte i;^^-^-^^^. 

fulr einen Menschen schlechtkin nicht f „^^^"J'f iJ^J^J^rBla" 
gionsBoziologische Entdeckung die eines ^Jt.ire ^ 

nhemle eines vernuenftigen -Zeitgeistes oeaeuxete -'"^ ""= -^«chen- 

Sstoripche intersuchnngen zu dem Res^atat ^«««n, dass die en^cnen 

gescSchte den Sieg niedriger «^^'^io^^f f .'^''S«? ^eaueSlebenS^ei- 
Ind das Absterben hoher Blueten des Geistes- und GemuetBlebenBken 

ne, wenn die menschliche Gemeinschaft, welche deren Traeger war. 



12 



Äie Anpassungsfaehigkeit an ihre Lebensbedingungen verlor, sei es 
ihrer sozialen Organisation oder ihrer Rassenqualitaeten wegen« 



\ 



set 



Er lehnte darum auch jede geschichtsphiloBophische Theorie, 
es, dass man sie khs einheitliche EntT:icklung oder organischen 
Kreislauf konstruierte, ab. Und wenn man bei ihm doch von einer 
Geschichtsphilcsophie sprechen kann, so wird sie nicht vom histo- 
rischen oder sozialen Prozess aus geschaffen, sondern von dem gros- 
sen Individuum. Der „leidenschaftliche Persoenlichkeitsglaube" 
Carlyles beseelt liax ¥eber und war die gestaltende Kraft seiner 
Geschichtßphilosophie. Niemand hat mit tieferer r.rgriff enheit 
immer v/ieder die Torte Carlyleo ausgerufen: h Jahrtausende mussten 
vergehen, ehe du ins Leben tratest, und weitere Jalrir tausende warten 
schweigend, was du mit diesem deinem Leben beginnen wirst." Und 
wenn irgend et¥r b geeignet war, ihn leidenschaftlich zu bewegen, so 
\^ar es die Bedrohung der «P ersoenlichkeit", welche er in der uni- 
versellen Herrschaft der Bureaukratisierung und lechanisierung als 
unentrinnbares Cchicksal heraufziehen Bslim 

Er hatte in der Soziologie, als die z\ ei revolutionaeren I^Iaech- 
te im historischen Verlauf schlechthin bezeichnet: 1. die Rationali- 
sierung als die aeussere, 2« das charismatische Heldentum als die 
innere, und ausdrueciclich den »wertfreien" Charakter innerhalb die- 
ses Rahmens feBtgestellt. Trotzdeia ist die Verbindung dieser beiden 
Maecnte miteinander, ihr Gegeneinander der Gegenstand der Geschichte. 
Der Prozess der Rationalisierung und Intellektualisierung der Telt, 
ihre Entzauberung der V;elt ist unaufhaltsam fortschreitend und sie 
veraendern „von aussen'* die sozialen Ordnungen und die Ilenschen, wel- 
che in diesen Ordnungen stehen. ITur der Traeger eines Charisma, der 
religioese oder politische Held, der grosse ^Demagoge, der kuenstle- 
rische Gestalter, das moralioclie Genie venüioegen die lenschen von 
innen her zu verwandeln, eine geistig*seelische Revolutionierung 
der Menschen hervorzurufen. Aber diese beiden ewigen ilaechte stehen 
nicht in einem gleichen statischen Verhaeltnis zueinander. Vie die 
Rationalisierung zunehmend die emotionalen Lebenemaechte zurueck- 
draengt, so wird auch der Lebensraum, die Lloeglichkeit fuer die ITirk- 
saaikeit und die -Irkung des charism^i tischen Helden ein immer sclima- 
lerer und engerer. Immer gewaltiger schwillt der „Alltag" an und 
immer schwerer wird der Platz fuer den Tra^^ger eines Charisma. 

«Je entwickelter aber die zv.ischen^irtschaf tlichen Abhiiengig- 
keiten der Geldwirtschaft sind, desto staerker wird der Pruck der 
Alltagsbeduerfnisse der Anhaengerschaf t und die Tendenz zur Verall- 
taeglichung, die ueberall am Werk gewesen ist und in aller Re^ el 
schnell gesiegt hat. Charisma ist typische Anfangs ersehe inung r#- 
ligioeser (prophetischer-) oder politischer (Kroberungs-)Herrschaften, 
weicht aber den Gewalten des Alltags, sobald die Herrscha t gesichert 
und, vor allem, sobald sie Massencharakter angenommen hat,** 

Von hier aus erfaehtt auch die Betonung der ^igengesetzlichkeit 
der mannigfachen Kulturformen noch einen bes nderen Sinn. Sie re-- 
praesentieren in dem unerbittlichen Gesetz des sozialen und oekono-' 
at sehen Allt-^.gs den ]ninsc>ilag von Freiheit, y^enn auch nur fuer einen 
kurzen l©ment. Aber dieser genuegt, um auch dem oekonomi sehen Pro- 
zess eine andere Richtung zu geben. „Der Puritaner wollte 
Berufsmensch sein, wir muessen es sein.** Um dieser Iloeglich-* 
keiten des Einschlags von charismatischen, heldischen, freiheitlichen 
Lebensformen willen in die scöliicksalhafte und verhaengnisvolle 7£acht 
der Gesetze des nAlltags" - wird ^eber zu eine^ leidenschaftlichen 



/ 



\ 



13 



Kacaapfer fuer die rreihelt, die ismer mehr In die Gefahr geraet, 
in deia rationalen Gehaeuse und Betrieb von ineinander und ueber- 
einander geschichteten Organisationen und Ver^-altungen zu. ersticicen* 

Max ^eber sah die Taoderne ^^elt in einem historischen F^tadiuat 
das dem aegypti sehen Liturgiestaat sunehmend aehnelte. 

»Es hat nie eine Bureaukratle gegeben, bis heute nicht, die 
an die aegypti sehe Bureaulcratie heranrerelcht haette. Bas steht 
fuer jeden fest, der aegyptische Venraltungsgeschiohte kennt, und 
es steht ebenfalls fest, das?? '^i^ir heute unaufhaltsam einer Ent- 
wicklung entgegeneilen, die recht genau diesem Vorbilde, nur auf 
anderer Grundlage, auf technisch yerbesrerter, rationalisierter, 
also noch staerker mechanisierter Grundlage folgt. Die Frage, die 
und beschneftigt, ist nun nicht: ^ie kann man an dieser "Mtwlclclung 
et^ftas aendern? - denn das kann man nicht - , sondern was folgt aus 
ihr? • . • (die ijnaufh?;ltsa?ne universelle Bureaukratislerung) • • • 
dass die '^'elt nichts vjelter als solche Ordnung smenschen kennt - in 
dieser Entvficklung sind vdr ohnedies begriffen, und die ?:entrale 
Frage ist also nicht, wie ^ir das noch vveiter foerdern und beschleu- 
nigen, sondern v/as wir dieser Maschinerle entgegenzusetzen haben, um 
einen Rest des -Tensc "entums frei z\i halten von dieser Parzellierung 
der Seele, von dieser Alleinherrschaft bureaukrati scher Lebensideale»" 

In der gleichen tiefen T^insamkeit, aus der heraus seine warnende 
Stlntme politische Uingestaltungen tauben Ohren gepredigt hatte, aus 
der tiefen ^insa^^eit, in welcher er die ungeheuren Cuadern seines 
wissenschaftlichen Werkes auftuermte, aus der gleichen tiefen Ein- 
samkeit heraus fuehrte er auch den ICampf um die Frfefcheit» 

Er kaempfte fuer politische FrtBheit, fuer „soziale Beiaokratie* 
in einem kapitalistischen Zeitalter. I^poert und aus einem tiefen 
sittlichen Gefuehl fuer Henschenmirde kaempfte er gegen das Arbeits- 
recht des Obrigkeitsstaates, das die Feigheit belohnte und das le- 
bendige Cefuehl fuer T^re und ^Kameradschaft in den arbeitenden Has- 
sen, das aufbauende und tragende sittliche Moment in der proletari- 
schen Bewegung 2U untcrdruecken und su knebeln versuchte. Er stritt 
fuer Parlamentarismus und Demokratie, weil sie allein die Cualitae- 
ten er^oeglichten, welche keine noch so vorzueglich arbeitende Bu- 
reaukratie hervorzubringen vermochte - solche politischer Fuehrer- 
naturen, 'vielche tut zur Verantvortung, d. h. su persoenlicher Ent- 
scheidung besitzen. 

Darum sah er mit tiefster Innerer Bewegung und Sympathie den 
Freiheit sk'impf der russischen Devolution von 1905. Er begruesste 
ihn als die vielleicht letzte loeglichkelt fuer den Aufbau einer 
von unten herauf freien Kultur in einer :^poche zunehmender Erstar- 
rung in bureaukratischen Orggnisationsformen. Denn die gesetz- 
iftaeseige*^ l^ntwicklung der oekonomi sehen und gesellschaltiichen 
Kraefte trieb vm sich aus immer neue Bildungen von Verbaendcn, 
Organen und Vereinen hervrr, durch deren Gehaeuse immer mehr Men- 
schen in ein soziales Raederv/erk verflochten wurden, um selbst 
wie ein Raedchen in dieser Tlaschine «u funktionieren. Jnd die 
straffe rati nale ArbeitsdiEziplin, die Pangordnung und Kompeten- 
zto, die Keg' Ima^essig^eit und :!echani»ierung leisteten wohl ein 
Hoechstmass an ^^aJctheit und "^uvcrlae^^sigkelt des Betriebes, aber 
die Lebensordnung v.aere gerade das Gegrntell von uBe^nokratie" und 
^Individualismus". 



14 



\ 



uLIocchten doch angeslchtB dessen diejenigeiif welche in etcter 
Angst davor leben, es koeimte in '^.uicunft zuviel „Demokratie ♦» und 
«IndiTidualiomuß" ge'ben und zu wenig „Autoritaef ', „Arittokratie»» 
und ^Schaetzung des Amtea" oder dergleichen, sich endlich hemhigeni 
08 ißt, nur allzusehr, dafuer geeor^^tt dass die Baeuae des deaolcra« 
tischen Individuali sau s nicht bis in dea Iliiaael vachsen, „Die Ge* 
schichte« gebiert, nach aller l^fahrung, unerbittlich „Aristokratien* 
und «Autoritaeten' neu, an v»elche sich iClamaiem kann, wer es fuer 
sich oder - fuer »^das Voli^' fuer noetig findet . • . alle oekonomi9 
sehen ' etterzeichJ^n weisen mich der Rlchtunr zunehmender Unfreiheit« 
Es ist hoechst laecherlich, dem heutigen Hochkapitalismus, wie er 
jetzt n^iich Russland uiaportiert wird und in Amerilca besteht - dieser 
„ invenaeidlichkeit** unserer wirtschaftlichen Entwicklung • ^ahlver* 
wandtschaft mit „Berao^iratie'* oder gar mit ^Freiheit'' (in i r g e n 
einem 'Vortsinn) zuzuöchreiben, waelirend doch die Frage nur lauten 
kann: wie sind, unter seiner Herrschaft, alle diese Tingc ueberhaupt 



d • 



auf die Dauer Miaoeglich"? 



T.as jetzt, im Laufe 



der 



naechsten 



Generationen, solange die oekonomische und geistige „I^evolution'*, die 
Tielgescliiaaehte^Anarciiie" der Produktion und der ebenso geschmaehte 
„Subjektivismus*' noch ungebrochen bestehen, dem d irch sie, und 
nur durch sie, auf sich selbst gestellten Individuum der 
breiten lassen nicht als ^^unveraeusserliGhe** Persoenliclikeits- uiid 
Freiheitssphaere geTfci?onnen"\ard, das wird ihm, verm die " elt erst ein- 
mal oekonomiöch „voll" und intellektuell „satt** ist -vielleic 
nieaials erobert werden« • i 



h t 



u 



Darua sah er in di 
zialen rntwicklun^ eine 
gen das unvermeidliche 
Verfassung und soziale 
BEBtpf allein focut und 
einzig und allein fuer 
leiden wusste, der prol 
d€BL Glauben Vebers, das 
80 die Hoeglichkeiten a 
blickliche Entwicklung, 
treffen koennte« 



eöer Revolution eine loeglichkeit, der ao- 

Richtung zu geben, die ein Gegengewicht ge- 
Schicksal der Yerbeamtung durch freiheitliche 
Deiaokratie bilden sollte • ^ enn er diesen 
nicht Seite an Seite mit der OLasse, welche 
diese freiheitlichen Ideale zx Ifben und su 
etari sehen Arbeiterbewegung, so la^ das in 
s die „Sozialisierring*' der r.rtschaft genau 
er Freiheit verschuetten wuerde wie die augen^ 
ja diese an Bureaukratisierung noch ueber- 



Aber alle politisch« Freiheit war iiua nur Moeglichkcit, Vor- 
stufe jener geistigen Freiheit, um die er in dem :\aapf uai die »Wert* 
freiheit»' der 7issenscnaft hartnaeckig gerungen hatte, ^'as war der 
Sinn dieses rl£-4ii)>f es? TCr erwuchs aus einer methodologischen Ausein- 
ander Setzung ueber die moeglichen allgeiaeinverbindlichen Aufgaben 
der Sozialpolitik. Die /Cathederso7,ialisten und die historische 
Schule der national oekonomie hatten versucht, ihre Ideale in einer 
Wissenschaft der fielUiiBchen TIationaloekonomie" niederzulegen, indea 
«ie die ethischen ''Normen ihres rein formalen Charakters entkleideten 
und eine ^lengQ verschiedener Kulturinhalte in sie miteinbezogen hat- 
ten# Dagegen wandte sich Tebrr im Interesse der Wissenschaft und 
der ^ertsühaeren* liur positive Religionen seien imstande, dem In- 
halt von kulturwerten die Dignitaet ethisch unbedingt guclti^er Ge- 
bote zu verleihen, N\ir ein kirchlich-religioes fest verankertes 
'Zeitalter kann von seineia religioesen Zentrum aus einer allgemeinen 
Hierarchie der Kulturwerte zu universeller Anerkennung verhelfen. 
Aber das eben waere die historische Voraussetzung fuer eine wissen- 
schaftliche Begruendung von als wertvoll zu erstrebenden ''ielen. 
Heute ist es nicht einmal mehr moeglich, einen scheinbar so formalen 
Wert wie den der Gerechtigkeit als gemeinschaf liehe undiskuti erbare 
Grundlage sozialpolitischen Handelns aufzustellen. Penn ob es gerecht 



15 



\ 



ist, jemandem Tiel Rechte suzubilligen, der riel leistet oder ob 
der Besitz hervorragender Taehigkeiten bereits einen solchen Vor- 
zug bedeutet, dasa man dies nicht mehr zu privilegieren braucne, 
ist eine Antinomie, welche in keiner Weise durch wissenschaftliche 
Mittel aufzuloesen ist. Und wohin wir schauen, ueberall erbliclcen 
wir im ""-iereich der Werte unaufhebbare, unloesliche Vidersprueche, 
welche keine Vernunft dialektisch uebcrr-inden kann. Tiena ei i Pazi- 
fist durch Propaganda *'\ehrend eines Krieges sein Vate-land unter 
Unstaenden in seiner militaeri sehen T'iderstandskraft schwaecht, ei- 
nen Sie^ der feinde und schmaehliclien lYieden fuer sein Volk herauf- 
beschwoert, so wird ihn auch die Ueberlegung all der Polßen »eines 
Tuns, naeialich die Diskreditierung seiner Idee, nicht davon abhalten, 
wenn er wirklich von dieser Idee besessen ist, nemen Glauben zu 
propagieren. Diesen moralischen Standpunkt nennt \7eber Gesinnungs- 
ethik und setzt ihm entgegen die Verantwortungsethik, ^reiche ;^on- 
secuenzen und moegliche ITebenerfolge des eigenen Handelns »1* i» 
Erwaeguiig zieht. Aber zwischen beiden Formen moralischen Handelns 
gibt es keine Br '.ecke - und keine ^'issenscnaft kann einem sagen, 
»ie man handeln solle. 

Denn es ist der Charakter der modernen "issenschaft, Fach- und 
Spezialarbeit zu leisten. Der Abglanz goettlicnen Geistes, den das 
18. Jahrhunrert auf der Tatur, das 19. in der Geschiciite zu finden 
waehnte. ist erloschen - und auch die Wissenschaft hat dmit ihre 
^uerde als Traegerin und Verkuenderin dieses Glanzes emgebuesst. 
unser Schicksal, in einer entzauberten reit leben zu auessen - 
macht auch vor der Tissenschaft nicht halt, auch sie hat nun All- 
tagaarbeit schlicht und sachlich zu t m. lind trotzdem yermrg man 
ihr eine -ürde zuzus-?rechen, ^selche mehr wert iat rIs aller sneoa- 
physischer Schein: naemlich die im Dienste sittlicher aaechte zm 
stehen. 

Denn sie vermag, v.enn sie dit der Strenge und dem 7;rnst be- 
trieben wird, .•.eiche 'Vebcr als einfache Pflicht „intellektueller 

RechscSaffenheit- forderte, zweierlei - ^'^^^^^^^^^i* f ^f^einem" 
antwortung zu erziehen. Sie kan« lehren, v.elche .üttel bei einem 
erstrebten Z7.eck anzuwenden sind und %velches voraussichtlich die 
unvermeidlichen Tlebenerfolge sein v.erden. Pie l^onn darueber auf- 
Sleren^ reiche letzten Stellungnahmen bei gewissen Zielen allein 
moeglich sind, und vklche letzten " erte man durch J^« f i"« ^i«^; 
lungnahme verletzen muss. Immer ist es dieser so ^^^'^f ^"^J^^^"" 
fl^nschnft moeFlich. ihre Schueler bis zu der Scnwelle zu fuehren, 

Tder Glau?f iegiAnt und persoenliche ^^--^!-.J-f„^,^jrfrihren 
Entscheidungen fordert. Diese aber kann keine .issenechalt mren 

Juengtrn abnehmen. 

Wir kennen keine wissenschaftlich beweisbaren Ideale. Ge- 
wiss- die Ir^etx ist nun haerter, sie aus der eigenen Brust holen 

Verblichen ist der Schimmer ^«^f ,<l^^,fi^«;^?"^J?iott^*-ir 
Weltgeschichte nuechtern und g- Jüchen die Jjf .^^^^^^J^^f tiner 

raSrren'^urunf?^-"el1hr as\JfsSl?^nJe B^^rgertum bei seinem 
Auftretendes entscheidender gesellschaftlicher Faktor am Horizont 
der JescMciL au?gluehen sah, ist einer dunklen ITacht gewichen. 



f. 



iCZ 




/ 



16 



\ 



Und doch ist jener Al>glanz goetlliciien Geistec nicht ranz Ter- 
Bchvviinden: er umleuchtct die einsame r>taette, den Ort der Freiheit, 
dae Gethsemane der Seele, no die letzten Kntscheiduggen aiensclili- 
chen Vollen 3 fallen« 

rieser IndividualiRiauß l!nx Tet^ rs ist so fem vcn d^ des 
harmonisierenden 18* Jahrhunderts wie der Todesei^nst scineß Pathos 
abliegt von den zukunftsf rohen Cptijiisiiiuf diei-' b Jahrhunderts • Sr 
ist auch nicht mit deza icantischen Rigorismus zu identifizieren. 
Denn der ^ebrrsche PreiheitshcfTiff transzendiert die mcr?aische 
Sphaere und hat seine Heimat an einem in Be£riff nicht menr zu 
fassenden Ort. Vielleicht ict ee erlaubt zu sߣen, hier sei das 
dunicle Rauschen von rn£:elsfittichen zu vernehmen und die ringende 
Stijame Jakobs. 

DasB eine f?olche Stinzmt uncehoert verhallte, lenkt unsere 
Gedanken irimer von neuem zu jener Prophezeiung von Doste jevskis 
Grossinquisitcr an den schiftei£enden Christus, dass die Henschen 
bald bettelnd und kriechend inn anflelien werden, ihnen die Prei* 
hcit abzuneiimen, um aus seinen Kaenden Trot, Autoritait und Ge- 
t^issensruhe zu empfanccn^ Ccheint nicht mehr als eine Erschei- 
nung der Zeit ein Meilenstein auf dietit-ia T ege zu sein, der Schrei 
nach dem Fuehrer, das Joiamern nr:ch Gemeinschaft, das krampfhafte 
Suchen nach geistiger und seelischer Autoritact? üirgend^.o fin- 
det sich mehr ein Publikum, in descen Herzen der Ruf des sterben- 
den Goetz nur irgendeinen ^ iderhall erveckte. ^Tnd gerade darum 
iPt es an der Zeit, den Schatten eines lanneB zu beschi^oeren, 
dessen Leben seinen "inn empfinr durch das streben, der Freiheit 
ihren neualten heroischen Cinn durch vorgelebtes Leben und durch 
sein T'erk und sein ""ort uleder zu verleihen. 

rie immer man die historiche -^tellung ^* t berr^ auszudruecken 
vermag: als buergerlicher 'larxiot, alo heroischer Buerfeer in ?.eit- 
alter der Bourreoisie - es ist IHicht auBzusprecien, dass mit all 
diesen Kategorien ein Letztes und J'ntscheidendes unausEeerrochen 
geblieben ist. ?,rst v.ena lüir dite Begriffe des Bedingenden zer- 
brechen und aus dem Raum des historisch Wandelbaren in die E^phaere 
des Unwandelbaren treten, koennen diejenigen Begrifie gefunden wer- 
den, welche allein eeinem Thesen angemessen sind: Scnicksal und 
Croesse. Diese Begriffe korrespondieren miteinander, ^er eine 
entspricht dem anderen und kann ohne ihn nicht gesetzt werden. 



Denn rcr-icisal ist das ;rer«ifeQ des I^iecn im r.eäXicr.en icraft 
persoenlicher Ceetaltuiu?. das «Pinn-'-Schaffen aus den Anlaeseom 
und ^ufaellen der- stroemenden irrationalen Lf-bens. Ks Bibt oCiiicJC- 
sal nur dort, wo ieine Vraeiiung und kein Heilsplan den .,oinn 
■enschlichen Handelns lenken und Tjestiameu. -'^^um ist ScMclCBal 
mit Recht der LeUensrauia der Trafeoedie und den heldischen Jlenscnen. 
Und nur einer frosseu Seele kotnncn Beteenunfen und ufatlle, ^l' 
sionen und ^-rlcenntnisse, Glueck und Leiden zum ^chicksal werden. 
Der grosse '.ensch ist in einem feans scalicr.ten -inn imer ein 
Held - denn kraft der Integritaet seines intelliflblen Ich. dank 
der eine e'borenen ioralitaet festaltet er sein Leten als . rfuellune 
einer Idee, als Diener eines hoehereii "einf It. öeeensatz ^^\^l^' 

monischen. getriebenrn. losgelassenon -«^^«f««' *«^ fi^rp^iS «ei- 
Goethe sagt eimaal von Schiller, er erscheine iamer im Besit« »ei- 
ner erhn-benen Matur, „er ist sc gross a.n Teetisch, *ie «^/^„^^ .^„ 
Ftaaterat pewesen sein »uerde. :iichts geniert in, nichts engt ihn 
ein, nichts zieht den Flug seiner Gedanken herah? ^as i" if^^J«^ . 
grossen Ansichten lebt, geht imaer frei heraus ohne Ruecksicht und 
Bedenken. ' 



/ 



17 



\ 



) 



In dieeem Sinne war 3ilax ^eber gross, und die Groesse yar das 
MaBC und die innere Form eeince Lebens. "Darum trug jede Aeusserung 
von ihin den Stempel seines eingeborenen Adels aufgepraegt. '"eil er 
gross war, wurde ihm jede Entscheidung zur Scnicksalsfrage, zu ei- 
nem Taehlenmuessen zwischenHGott" und ♦»Teufel'*, weil er gross war, 
musste er in jedem Augenblick aT)8olut sein und mit cllerletzter Hin- 
gabe auftreten, denn in jedem Moment Icaempfte er vor dem aufgeschla- 
genen Auge Gottes um die Bew ehtunp seiner wwiren unsterblichen 
Groesse. Von hier aus gewinnt das, was "eber seit seiner Jugend 
aufs tiefste bewegte, das Bewusstsein der Verantwortung vor der Ge- 
schichte, erst sein wahres Leben* Denn nur der Groesse kann man 
das Recht zuerkennen, sich so zu aeussern, und Groesse allein le- 
gimitiert dieses Pathos, Weber hat die :nchtheit und '^.aJtirhaf tigkeit 
dieser Haltung als unmittelbaren Ausdruck seines Wesens in jedem Au- 
genblick bewaehrt, von den ^Torten der Antrittsvorlesung: «nicht das 
lJ7ohlbefinden der IJenschen, sondern diejenigen Eigenschaften moechten 
wir in ihnen emporzuechten, mit v/elchen wir die ^pfindung verbinden, 
dass sie menschliche Groesse und den Adel unserer ^Tatur ausmachen" 
bis zu den Reden an eine zusammengebrochene Jugend, welche er zur 
Freiheit und '^ucht aufrief. 

Groesse war der Sinn dieses Lebens, Inhalt seiner rissenschaft, 
wie es moeglich sein wird, unter den heutigen und kommenden Lebens- 
bedingungen noch gross und adlig zu leben. Von hier faellt noch ein- 
mal ein Licht auf die entscheidendan Problemstellungen von Kapitalis- 
mus und Charisma, Alltag und Fachmenschentum, von hier aus leuchtet 
der Glanz ueber dem Kainpf fuer die Freiheit tiefer auf: schlichte 
Helden, Helden des Gewissens moeglich zu machen, d-s Y.ar der Sinn 
seiner Arbeit und seines vorgelebten Lebens. Denn dieses Leben 
empfing den vollen Zauber des Charisma dadurch, dass es in jedem 
Augenblick exemplarisch var - in voller Identitu t mit sich selbst. 
Dies macht ihn heute noch zum Tassstab fuer T^chtheit und Groesse, 
und wie einer der (Gerechten und wEfcsen Richter der Unterwelt lebt 
er unter ans. Fein Schatten noch laesst die frechen Lueg enpropheten 
in ihrer Armseligkeit zusammenschrumpfen und den Gauklern mit der 
heroischen Gebaerde versengt noch sein Schattenblick das heldische 
G ewand • 

Am ^nierdigsten wuerde man sein resen in der Sprache des «maenn- 
lichsten Volkes der Erde** ausdruecken, mit denselben Torten, welche 
Johannet^) in seinem »choenen ^ ssa/ ueber 0. Sorel dem Andenken die- 
ser letzten heroischen Ceele Pranicreichs vidmet. Denn ^ort fuer 
Wort koennten sie .lax T.eber gegolten haben: „Man hat keine rechte 
Vorstellung von ihm ohne die Agora im lUntergrunde des Bildes oder 
ohne einen Creis von Schuelern um ihn. Sein ^'esen laesst sich nicht 
in zeitgenoessische Begriffe pressen, und das zarte Spiel des Geistes 
ist seint^r Haltung ganz unangemessen. Mit griechischen Porten muess- 
te man diese archaische Seele beschreiben, d^ren Werte, "^lele, Ideen 
hoch ueber unsere Koepfe hinausragen- Vielleicht koennte man noch 
im Cicero einige ^:endungen finden, durch welche der grosse Redner 



7) Johannet: Itineraires d'intellrctuels , Paris 19P.1, ^^eite 181 
(freie Uebcrsetzung) . 



18 



i 



seine Vorgaenger chareiicterislert: Vir acer nee non disertup, 
egre£:ie DUl^tilis. .iUlta ab eo fxayiter, multa leniter, multa 
asperct zaulta facete dicta sunt: plura etiam dicta ouam »crlr>ta^)* 
Und alle diese lebensvollen antiiCen orte, unuebersetzbar in 
unsere blutarüien sprachen» eilen *» sozusagen - wieder zu den 
i'aiinen, sobala es sicii um einen solchen ann handelt: puctoritas, 
urbcUlitas, labor, industria *^ ) . 



^ 



1 1 



> 



h 



w^ß-' -AHMlbB 



Ö) Ein gewaltiger Mann von hoecliBter Bereds miceit und hervorragen' 
dem Scharfsinn. Viele seiner Aeusseruncren '^nren von feTichtigem 
Ernst» viele auch voller ülde. Manche scharf und witzig im Aus- 
druck; iiamer aber t^aren sie mehr ges7:>rochen als geschrieben. 



) Hoechßte Bedeutstiiakeit, HoeflicrJceit des Herzens, Muehe, Plel 



BS« 



\ 



f "'^ . Mu^ ftUruif^ 



^hK 



I 



Karl Jaspers, Max Weber, BLae Gedenkrede. 

Marianne Teber, Äax Weber« Rln Lebensbild, 
J.C.B lohr (Paul Tiebecic), Tueblngen, 19:6. 



Verlag 



(Rejüension) . 



] 



\ 



f 



i 



% 



Die Rede» welche Jaspers bei der Trauerfeier fuer 
Max Teber vor der leidelberger r.tudentenschaft gehalten hat, 
erscheint zum zv.elten :iale in unvr raenderter Gestalt. Es Ist 
das bleibende Verdienst dieser Ansprache, zum ersten Male den 
Punkt unverrueckbar fixiert zu haben, welcher die weitausge- 
breitete und mannigfaltige Taetlgkelt Hax -ebers in ''ort und 
Schrift zu einer notvcndigen inneren Einheit gestaltet. In 
Ihm sieht er allein in dieser Epoche die Idee einer philoso- 
phischen Existenz verwirklicht , und in dem existentiellen 
Philosophen sieht er den Repraesentanten der Zeit. 

„Der Philosoph ist das Herz im Leben der Zelt, aber er 
Ist es nicht nur, sondern vermag die 7,eit auszusagen, ihr äien 
Spiegel vorzuhalten, und indem er sie ausspricht, sie geistig 
zu bestimmen. Darum ist der Philosoph ein Mensch, der Imraer 
mit seiner Persoenlichkeit haftet, sie ganz einsetzt, wenn er 
sich ueberhaupt Irgendwo einsetzt. Taete er es nicht, so w^uer* 
de ihm das Material fuer seine originalste 'Erkenntnis fehlen, 
er Viiierde nur intellektuelle Bewegungen ausfuehren.** 

In der Tat - %enn man diese Lebensform mit Jasptr» als 
rhilosoph bezeichnen will, so ist Ilax >eber ein Philosoph ge- 
vesen und hat ein ganzer. I^eitaltc r in seinem Tlerk ausgedrueckt 
und ueberu'unden. 

Dass dieser Prozess des Sichselbstbewusstverdens der TJeit 
eich nicht in den Formen der reinen Philosophie, des absoluten 
Begriffes abspielte, sondern seinen repraesentantiven Ausdruck 
in der Soziologie fand, dolcumentiert den sozialen und geistigen 
lÄftlagerungs vor gang, in welchem sich die zerbroeckelnde kapita- 
listische Gesellschaft mit dem Sozialismus und seinen Frage- 
stellungen auseinandersetzt. Jaspers hat diesen Gedankengang 
mit wenigen und treffenden T;orten aufgezeichnet und am Schluss 
seiner Hede darauf hingewiesen, dass erst nach Veroeffentlichung 
der V'erke, Briefe und Lebenserinnerungen das Gesamtbild der in 
diesem lanne Leben gewordenen Idee erscheinen werde. Inzwischen 
sind die wichtigsten Verkc gesammelt und veroeffentlicht worden, 
und diese - wir hoffen vorlaeufige - Ausgabe wird durch die 
Biographie abgeschlossen, welche Frau Marianne leb er 
verfasst hat» 

Niemand wird dies Buch ohne tiefe Ergriffenheit aus dmr 
Hand legen koennen. Es ist durch Inhall und Form gleichermas- 
sen etwas • inzigartiges. Als Llacdonald dem Andenken seiner 
Gefaehrtln das schoene und zarte Buch widmete, welches wir 
alle lieben, war die zu gestaltende Aufgabe, den neuen Lebens- 
stil einer Ehe durch die kameradschaftliche Verbundenheit des 
gemeinsamen Kaapfes fuer gleiche Idfale darzustellen. Dadurch 



/' 



/ 



) 



} 



^BLT die Porm dee Buchet ge%l88erma8sezi schon Tor der Gestaltung 
in eine Sphaere des Objektiren gehoben worden* ^'ieTiel schuie« 
riger aber ^^ar es fuer die Frau, dem Hanne ein Dentaial zu setzent 
das aller ^'elt sichtbar sein wuerde, losgelofst ron den persoen- 
lichsten und heiligsten Bindungen eines langen gemeinßamen Lebens, 
Und doch ist dieses T/erk gelungen dank einer geistigen Craft und 
eines seelischen TakteSt welche mit unbeirrbarer f^ioherheit den 
Stoff zur rkjbnsten Porm reirwandelten. So wird das Buch zu einem 
durch hohes Menschentum geweihtes Bewirkt und der Begriff der 
„reinen Menschlichkeit" wird einmal wieder Ereif^nis. Vielleicht 
ist aber dieser klassische Begriff irrefuehrend* "s ist nicht 
die llumanitaet des deutschen IClassizismust welche diessB Buch 
geformt hat, Bieee buergerliche Publimierung einer feudalen 
und hoefisch-repraesentativen AdelstoüLtur ist nicht die geistige 
Haltunc^ des v:erkäl,ep. Buergerliche Ritterlichkeit und demokrati- 
e^cher H roismuß formen eine andere Humanitaet, deren buerg erlich- 
protestantiBche '^urseln ]iax Weber in seinen Arbeiten aus^-gegraben 
hat. 



i 



i 



Weber hat sich selbst stets mit ftolz als Buerg* r gcfuehlt, 
denn er war tief verwurzelt in seiner Familie t die reich an be-» 
deutenden und lebensvollen ^iaennern und Praisn war, Der Hross- 
vater Gallenstein, der nach bevegter Jugend und nach Teilnahme 
an den Freiheitskriegen als TiUetzover Jaeger in den preussischen 
Staatsdienst getreten war, hat seine strenge Rechtlichkeit und 
ein Hoechstmass moralischer Anforde imgen an sich und andere dem 
Enkel unverkennbar als Erbe eingepraegt, freilich in einer durch 
die tiefe Herzensfroemmigkeit und Lebent^liebe der lutter ver- 
klaerten und geloesteren Form. Durch seine ^e Mit einer Frank- 
furt er in und seine Uebersiedlung nach Heidelberg hat Fallenstein 
in engster Ber^uehrung mit dem sueddeutschen demokratischen und 
liberalen Geist in politisoher und religioeser Besiehung gestan- 
den. Gervinus wurde Helene T^eber, der Iiutter von Max "eber, ein 
guter Freund und Lehrer, Hermann Baumgartea, der GegXner Treitsch- 
kes, wurde sein Onkel. Der Vater, aus einer Bielefelder Patri- 
zierfamilie stammend, war schon in seiner Jugend zur politischen 
Laufbahn uebergeganren und hat in Berlin in der Hationalliberalen 
Partei die f^telle des „Einpeitschers*^ eingenoncaen. Freundschaft 
verband ihn mit Theodor vioxmsen, Rickert, Kapp. Me bestm Tra- 
ditionen des liberalen Buergertums hab^n hebere Jugend umgeben. 
Jnd er hat nie verkannt, was an geistigen und seelischen ^erten 
in dieser feinen und gebildeten Gesell Bchaft steckte und bedau- 
ert, dasB nie Jemand ihre Geschichte - ein tragisches Capitel 
deutscher Geschichte - schreiben wuerde. 

Freilich war diese Gfcsell Schaftsschicht im Aussterben und 
der Auistieg des neuen Reiches hatte auch in der bucrgerlichen 
Gesellschaft ein geistiges und kulturelles ParveÄtum widerlich- 
sten Geprafges entstehen lassen. Niemand hat diese neue Fchicht 
mit groesserer Leidenschaft und Verachtung bekaempft und ihre 
politische und soziale Feigheit an den Pranger gestellt, wie 
Max ^'eber. ^r hat die Demokratie begruesst, damit der «Regen-«» 
•chirm des Gottesgnadent^jms nicht mehr das Gottesgnadenporte- 
monnaie der Bourgeoisie*' vor Naesse schuetzen koenne. Dem alten 
liberalen Buergerttim aber fuehlte er sich nicht nur entsprossen, 
sondern er bejahte auch seine Ideale individueller Freiheit. 
Es war ein sinnbildlicher Vorgang der Tradition unn der Verbun- 
denheit von Geist zu Geist, als der silberhaeuptige ^OBOdscn bei 
Uax V^ebers Promotion die Torte spracht 



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,,Al)er %etm ich einmal in die Grube faliren raus«, eo wierd« 
Ich Iceiaem lieber «acen: F^ohn da hast du meinen '^peer, meinem 
Ana wird er «u Bch^^er, al» dem Ton mir hochfeeohaetzten Max 
lehcr.** 

teber hat diesen rpeer aufgenommen und ihn sein Leben lang 
mit Kraft und Adel gefuehrt. ^Tur blieb er nicht in dem libera- 
len Pathos der loramscn-Ceneration befanfen* Fr ^mrde Demokrat, 
nicht im Terfassungsrechtlichen rinne - er hielt die englische 
Verfassung üit einer aonarchis tischen f^taatsspitj^e, welche dem 
politischen Wettbewerb nicht auF^ecsetzt war, fuer die technisch 
brauchbarste ftaatsform -, iber rr war es aus sozialen und macht- 
politischen Gruenden. In der absolutistischen ^lerrschaft "il- 
helra Tl. und der preussißohen Bureaukratie sah er schon seit 
seiner Jugend ein Verhaengnis, das weitschauende und stetige 
Weltpolitiic unmoefjich machte. Das war fuer ihn ein Grund, fuer 
Parlamentarismus? und rControlle der staatlichen BureauJcrati e 
einzutreten. In diesem rinne hat er seinen Fre^ond 7riedrich 
Kaumann immer wieder beeinflussl und belehrt» 

Aber noch ein rein idealer Grund fuehrte diesen scheinbar 
so positivistirchen Politiker und Gelehrten 35ur T^emokratie: 
er konnte es nicht irtra^ en, dass sittliche Freiheit und mensch- 
liche '"uerde, persoenliehe P3ire und Gewissensfreiheit nur das 
Vorrecht einer durch Besitz ausgezeichnet«! dasse sein sollten. 
Vena diese Bin^e hoechste "^ erta waren, so verpflichteten sie 
Jedei^mann, Und es \.r.r ein sittliches Gebot, den proletarischen 
Hassen die materiellen loerlichkeiten zu dief?en menschlichen 
Zielen zu schaffen. In dieser Gesinnung ist das relieioese 
Erbe der :utter, welche aus ihrer perscenlichen Relipiositaet 
heraus in die soziale Arbeit getrieben w^rde, unverkennbar, 
tfber hat sich zwar selbst als veder antirelie:ioes noch als 
arelifioes bezeichnet, vielmehr war das Rclieioese iiim dauern- 
des -roblem. Lnnec bevor Rudolf Otto den Begriff des nHwainosen" 
in die Religionspr ilosophie einfuehrte, hatte 'cbcr die Zuep 
des iiTremendum" und ^Fascinosum" in dem Gott des f rueheren Kal- 
vinisiauB als historisches rhaenomen entdeckt. ''Jnd in den -^lapi- 
teln seiner Religionseozioloßiet velche die alttestamentari sehen 
ProT^feeten behandeint ist das gewaltige Pathos dieser zwischen 
Gott und ihrem suendigen Volice in duesterer Pinsamkeit stehen- 
den Gestalten mit magischer Craf t.pestaltet, Tenn ""eher auch 
in der Historie den <^toff seiner Werkes fand, so ragt dieses 
doch ucbcr seine einzelwissenschaftlichc Bedeutung liinaus. 

Kein Ilensch, es sei denn Kierkegaard, rorauf Jaspers mit 
Rtcht hinv^eist, hat die Kraft gehabt, in solchen fpannungen 
«M sehen Rationalen und Jeberrationalf n zu leben. Aber v/aeh- 
rend Kierkegaard sein ganzes Leben lang den Tprung suchte, wel- 
cher ihn von der Vernunft hinweg in die Geborgenheit eines 
Absoluten fuehrte, hat :iax "^eber diesen Antagonismus als sol- 
chen bejaht. In einem "^elblter, das »ich dem Trrationaliaiaus 
in die Arme geworfen hatte, hat reber allein die vi elgf schmachte 
Vernunft und Ratio verteidigt, war es doch das Ergebnis seiner 
wissenschaftlichen Jntersuchungen, dass gerade die rationalen 
Gestaltung skr aefte das spezifische Vermoegrn des Abendlandes 
gewesen sind. Der moderne abendlaendischc rtaat und die christ- 
liche Kirche des Okzident sind das t'erk roemischer Juristen, 



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die rationale WissenBohRft hat nicht nur den modernen Betrlebw- 
kapitalisaius mi tgeeohaf fcn» eondc :n auch die abendlaendisohe 
Kunstentiviclclun^^ venigsteno die luBik iind die hlldendeM Kunst, 
sehr vtßentlioh in ihrer Knti^icklung bestimmt • 

aieser europaeiBche RaionalimuB v»ar ihm ein Fchiclcsal, das 
man nioht nur hinzunehmen, sondern letsten "^des auch zu bejahen 
hatte» Denn nur rationale Gestaltung war in der La^re, die un- 
endlich komplizierten und ßch\ilerigen sozirlen und politischen 
Verhaeltnisse des modernen Lebens zu ordnen und zu fo men« Das 
fresse Pathos dce emotionalen Lebens hat abf r heute nur noch seine 
Staette in dem kleinsten /Creise durch ^debe und Treundschaft Ver- 
bundener, ^s waren letztlich philosophische Fragestellungen, 
welche in Gebers soziologischen Analycm historisch untersucht 
und dargestellt wurden. 

llax Teber hat beabsichtigt, nach Vollendung seiner wissen- 
schaftlichen Arbeiten noch ein Buch ueber Tolst#i zu schreiben. 
Sicherlich ^ar e© nicht so sehr der Kuenstler, dem sein Interesse 
galt, wie der beiraengte, um ?elbstgestaltung ringende Menech, 
dessen Irapej uas sollen wir denn tun? die Frage des ganzen 
T^eitalters geworden ist. Auch dem ^'erke von linx ^>ber liegt 
unausgesprochen diese Frare zugrunde, wenn es auch keine formu- 
lierte? Antv.ort gibt. Aber es zeigt die scnicjcsalhaften *Tot?.en- 
digkeiten unseres 'eges, und ^'ebers Leben selbst lehrte, \ie man 
Jedem Schicksal gewachsen sein cann. 

Ersohuetternd ist die Geschichte di^tra« Mannes, der, fast 
Kwanzif Jahre lang durch nervoese Erkran^cung gehemmt, den guten 
Stunden seine Verke abringt und aus einer rchaffrnsperiode, Tei- 
che er fselbst als zvieite Jugend empfindet, durch einen Jaehen 
Tod herausgerissen wird, ^r selbst hatte diesem Leben gegenueber 
eine Tollendete rouTeraenitaet, auch den Formen gegenueber, in 
welchen sich sein Leben vollzog. Ob er als ITniversit-^.* tsprofessor, 
Polltikert Lazarettoffizier oder in welcher Taetigkeit auch immer 
arbeitete, immer setzte er sein Leben ganz ein, und es gab fuer 
ihn nur den Begriff der Bewaehrung, vor de i jede Lebensform rela- 
tiv gleichgueltig wurde. 

Mmx ^eber hat die religioesen "urzeln des Berufsgedankenß 
hervorgehoben, aber auch sein Begriff der BeT,aehrung hat eine 
religioese ^urxel und empfaengt seinen Finn nur durch eine hoech- 
ste Instant., vor der steh die menschliche Peele zu bewaehrcn hat. 
Vielleicht vermoegen die Dichter^orte, Teiche Frau Marianne ^eber 
dem ^vcrke vorangesetzt hat, ain besten den rinn diese? einem un- 
bekannten Cotte geweihten Lebens auszusprechm: 

Das war der jL^ ^[11X9 der iaaer wiederkehret, 

wenn eine Zeit noch einmal ihren '"ert, 

da sie sich enden will, zusaamenfasst. 

Da hebt noch einer Ihre ganze Last 

uni vlrft sie in den Abgrund seiner Brust, 

die vor ihm hatten Leid und Lust; 

er aber fuehlt nur nooh des Lebens ITasse 

und dasa er alles wie ein Bing ximfasse •* 

]fur Gott bleibt ueber seinem ^111 cn weitj 

da liebt er ihn mit seinem hohen '^asse 

fuer diese Unerreichbarkeit. 



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Zur Soziologie des Genieljefriffs )• 



Eb iet bisher wenig bemerkt viorden, dass der Begriff der 
Lebencfo ritten in dem -innc von Typen vollendeter PereoenlichJceit 
dae geistige Leben der Epoche aufs tiefste bevegt. In den ¥.iB- 
senschaf tllchen Arbeiten von Inx '' eber und Troeltsch, in den 
V.erJcen von Gpranger und Scheler, • ber auch in da^n beienntnis- 
haften Aeusserungen der Jugendbev^egungf auch der proletarischen 
und Jungsoziali ßti sehen, ist manifest oder latent ein Ringen um 
die inhaltliche Gestaltung und Formulierung menschlicher Lebens- 
ideale zu spueren« Darin offenbart sich ein legitimes unver- 
aeusserliches BeduerfnAs d^er menschlichen Seele nach einer sinn- 
bildlichen opraesentation menschlicher Gemeinschaft, ein tiefes 
Behaan, die eigene gesellschaftliche Verbundenheit im positiven 
Sinne zu be\^erten und anerkannt zu sehen durch den schoepferipchen 
illOk\eines exemplarischen Lebensideals, welches zu erfuellen 
Pflicht und Gebot der Gemeinschaft ist. Ob nun vom „sozialisti- 
schen .lenschen" oder vom iTPuehrer" gesprochen wird, ob ferner 
Jae£ er von ixamer neuen Ansatzpunkten aus ein neues lebendiges 
Humanitaetsideal zu praefen versucht, ob Rudolf Borchardt einen 
neualten Typus des ritterlichen Menschen darzustellen unterniriimtt 
ueberall ist ein TVille vorhanden, aus den mannigfaltigen Bach- 
lichen Verschlingungen und Verstrickunf en des modernen lenschen 
zu einem Typ vollendeter menschlicher Totalitaet durchzubrechen. 
Es kann aber nicht genuegen, diese Symptome aufzuweisen und zu 
deuten, es ist Pflicht, sie zu ktitisiercn und zu ihnen Stellung 
zu nehmen« Denn wie sehr man auch diese Tendenzen begruessen 
mag aO-s ein deichen positiven Willens zur '^.ebensgestaltung, vle 
kraeftig sich namentlich in der so7.i* listischen Jugend ein glue- 
hender rifer regt, dem noch gestamraelten "ort vom neuen llenschen 
Ausdruck und Inhalt zu verleihen: diese Tendenzen zeigen auf buer- 
gerlicher Seite zum grossen Teil ein konservatives reaktionaeres 
Gepraege, Und darum soll von vornherein festgestellt Tiverden, dass 
heute soziologisch kein Lebensideal sich wird verv irklichen lassen 
und das ist Ja schliesslich sein Sinn, nicht seine literarische 
Existenz - , das nicht in irgendeiner ^ eise demokrati- 
e i e r b a r ist. Die bestehende soziale Ordnung des Hochka- 
pitulitsmus hat die Bildung des Geistes und der Seele zu einem 
Privileg der besitzenden CLas!?en gemocht und Jedes Lebensiceal, 
das deren Grundlaren unanget^'stet laes t, kann nur eine Ideologie 
und Legitimierung der bestehenden sozialen 'errschaftsordnung 
werden. Darum v.ird "erner J^ eg^ r vielleicht ein Hunani^tenideal, 
aber nie eine neue Konzeption der Humanitf^et Bcha.ffen, darum vird 
Borchardts ritterlicher Held ein romantischer Traum bleiben» Und 
auch die Belegungen, welche theoretisch antikapitalistinch sind, 
wie z/3, die Beilegung um Stefan George, fuehren notwendig zu ei- 
ner Verklaerung der herrschenden Gesell schalt, v/elche auch be- 
gierig diese Gelegenheit ergreift, sich seelisch zu feudalisieren, 
da George sich um die sozialen Grundlagen der gegemtaertigen 



'^)l!:dgar Zilsel? «Die Entstehung des Geniebegriffs, " 
^in Beitrag zur Idecngeschichte ^^t Antike und des Fruehkapitalls- 
mus. Verlag von J.C.B. Mohr (Paul Siebeck), Tuebingen 1926. 



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!^oche nicht jsu kuemmem Torri'bt« Man kann aber da» Ideal einer 
edlen und ritterlloJien LebenpeneinBchaft nicht aufrichten vollen » 
ohne die Grundlagen zu bedenken, auf welchen sie existieren 
muesete« Jnd da der neor£;e*>IreiB die Verachtung der lasee, eine 
tiefe Unbruederlichkelt und Jnbekueiamertheit um das Bo?;lale Rin- 
gen der Gegenv rt zur Tchau traeft, so v/ird sein ^^ebeilldeal zu dem 
Geepenet eines schoenen - enaiseance-Juenf linf s rait falscher Aristo- 
krat en^ebn erde» die typische Ideologie einer Rentner- und Beamten- 
schicht« 

I^ie unerbittlichen Aufen Llax "ebers haben am tiefsten pese- 
hen, dass dieses Ideal eines heldischen Juenrüngs roziologisch 
un2Uoec:lich ist und nur als Ausdruck persoenlicher Groesse des 
Dichters zu bewerten ist, welcher den rtcrnen nilier als der Erde 
eine zeitlose Horm in der 7.eit trotzig verv. irklichen will, ohne 
die Ptruktur der '^eit zu bedenken, Jnd doch ist der leid nicht 
aus der "^elt vcrschvunden, f^enau so venif ^ie der -'eine oder der 
Heilige, aber er hai sein Aussehen vrra< ndert, er ntol^iert nicht 
mehr im Prunioaantel der :oeni£^e und im noef lochen Geif;ande der 
grossen Herren, er triegt das ArbeitBkleid des Alltrifes und er- 
fuellt sein schlichtes -^^eldentum in der Hingabe an eine r)Oche, 
welcher zu dienen er sein Leben einsetzt • üax 'eber T/ar ein sol- 
cner Held, vde Timmel ein Veiser und Peruy ein Heiliger» In wel- 
chem Geviande diese ev^ir^n Pormen menschlicher Vollendung auch auf- 
treten, sie sind iramer vorhanden. Freilich, der Toiiologe kann 
nur ihr Gewand ergreifen, die Formen selbst sind in ihrer tJnbe- 
dingtheit fuer ihn ein Gtgebtnes» Denn sie durchbrechen die f^phae- 
re des nur Gesellschaftlichen und stehen unmittelbeir zum Taigen 
genau so vie die tiefsten Bindungen deß menschlichen Herzens in 
Liebe und Preundscha : t dem Bereich der Toziologie entzogen sind. 

Anders steht es mit jenen Lebennidealen, welche im Bereich 
des Gesell r-chfutlichen bleiben und als reine ""tandes- und Beruf b- 
ideolofien auf^-ufassen sind. Per Ritter und der Hofm<ann, der 
wCortegiano'* und der :iavalier, der Gentleman und der ^choengelst 
sind zvar auch Ideale, Wunschbilder einer Vollkommeniieit, aber 
diese ist durchaus im geBellr^chaftlidhen Raum zu erfuellen und 
fuer Jeden Angehoerigen dieser rtaende und Berufe prinziriell zu 
erreichen moeglich. -an kann sie soziologisch als den Ausdruck 
Ter J?chi edener Formen einer staendlschen und aristokratischen Ge- 
sell Schaftskultur bezeichnen, wr^ ehrend die heutige Zeitendenz in 
ihren oben geschilderten Idealen die tiefe resellschaf tliche Crise 
der "poche ▼♦:rraet und nur ganz ungefaehr eine soziol gii^che Um- 
schreibung zulaesst, vann man sie als Jebergangserscheinungen von 
einer zerbrechenden buergerlichen lultur zu einer noch nicht vor- 
handenen sozialistischen Gesellschaft bezeichnet. Auch der Be- 
griff des Genies und des Genieideals bezeichnet soziologisch ei- 
ne Krise des europaeisc.ien Lebens« 



II • 

. Spricht man von Geniebegriff und Geniekult, so denkt man 
«Wrillkuerlioh sofort pjj bestiiaate geistige Bewegungen des deut- 
schen Lebens. Man gedenkt der turbulenten litermrischen Jufend 
des nturm und Prangs, welche dem feinen und zarten '"ieland pIs 
d«n dichterischen Ausdruck der hoefi sehen und adligen ^elt den 
Krieg machte, ü-n sieht die Romantik der Hchlegel, Tchleiermaohe 



HoTalie Tor eioh, welche dem Genie die Veihc der ▼ollendeten 
IndiTidualititt verliehent und laan erinnert eich des exzenei- 

▼en TubJektiTiBiauB des n Jungen Deutscnland'** Versnobt man 
nun den eozioloei sehen rinn dieser ^rscheinufi^en zu fassenp 
so ^ird mfin In ihnea verschiirdent 5^tadien des Unr^ns um no- 
dernc buergerliche Kultur, um einen Auodruoic des \)uerperli- 
chen Geistes erblicken: ia rtnrrn und Dranr den Kampf um den 
£cistieen und seelischen „Irelixandel**, um das Recht "es in- 
dividuellen Gefuehlr^ geeenueber einer objektiven Tiebcnsf o -a 
st- endischer Culturp in der Fruehrcma itiic den prossartifsn, 
wenn auch f^ef^cheiterten Versucht die soziale und politische 
Revolution der Franzosen vom Geist und den schoepf eri^'cnen 
Kraeften der feele her zu unternehmen und ein meßsianipches 
Reich der 'lenschlichkeit und liebenJlcr Geia-inschaft zu schaf- 
fen, im jungen Deutschland weiter die Tendenz zur Oripinali- 
tael als Repraesentation de« Geistes in einer Ceaellpchaftt 
welche im Ailtae sich zusehends verbraucnt. Jnd endlich 
musß .'oan des Jebermen sc aen voa üietzscne f:;edcni£en, in v^el- 
chera sich das buergerliche Individuali t: et sideal vollstaen- 
dig von Jeder Grundlage losloest und wie ein rasender i\mok- 
laeufer sinnlos die "^ elt durchirrt, ein ,ebcnsideal, das von 
der Idee der lumanitiet in der iclassiochen Ef^oche um die 
Jahrhundertwende sich unterscheidet v^le ein pstrizischer 
Handelsherr von einem Generaldirelctor ne:^ modernen Tchver- 
industrie» Und t^eiter gehen die Gedanken zu soldhen Figuren 
wie dem Dandy und dein Snob, in welchen die tiefe fehnsucht 
nach Darstellung und Gestaltung les acViO' nen ".cbens in einem 
^,eit Iter sich kund tut, welches, immer mehr nach innen le- 
bend, die Craft zu den Formen der Hepraesentation allmaehlich 
einbueSBte. Von all diesen Dingen ist in dem Buch von ?:ilsel 
nicht die .ede? sie sollen erst in einera kuenftigen "erk be- 
handelt werden* Der vcrlieg^ndc Band ist f e\ issenaaBren ei- 
ne Einleitung und sucht die ^urzel]^ des Geniebegriffs in der 
Antike und der Renaissance und die Ursachen, auofc welchen s 
zu einer :*".ntv.ioklung dieser Idee nicht gekommen ist* 

Zilnel nennt sein Buch meinen Beitrüig zur Ideengeschichte 
der Antike und des Iruchkapitalismus" . Diese *^.usa]iienBti:llung 
eines historischen und sozial oekonoMi sehen Begriffs kcnnzeiox' 
net die sich in der Arbeit kreuzenden lethodcn: einmal eine 
philologisch-hiötorinohe von Begriffsuntersuchungen und eine 
soziologische der r^inninte: pretation und Verknuepfung dieser 
Begriffe mit der Totalitaet des sozialen Lebens. Der Autor 
ist entschiedener Anhaenger des histori'chen late -ialismuB, 
Und darum lauss seine soziologische liethod© kritisiert Verden* 
Aus Begriffen ^ie „Fruehkai^italismus , „gcld\virtBchaftlich% 
„Ski aven'viirt schaff folgen unmittelbar ueberhaupt 
keim Tatsachen fuer das geir.tige und seelische Leben einer 
Fpoche, %enn man nicht einen scholanti sehen ^^egrlf f srealis^nus 
treiben will. In Behrings „Lessing-Legende' kann man vor- 
trefflich beobachten, wie die Vcrrvcrtung soziologifcher All- 
gemeinbegrifle als KausBlfaktoren immer da beginnt, yo ihm 
das historische Material ausgeht. ' enn der Verfasser z.B. 
meint, die lissachtung der bildend«» KueÄstler in der Antike 
beruhe auf der rklavenvdrtschaft und ihrer geringen sozialen 
rtellung, 80 entspricht das nicht den Tatrachen. Tohon Jakob 
Burckhardt verwunderte sich und konnte nicht begreifen, dass 
die ^erke grosser Bildtiauer uebrrliefert seien - er spricht 
wa Berliner Pergamonaltar - ihre Namen aber der Vergessen- 
heit anheimgefallen und keine Biographie und kein Lobgedicht 



ihren Ru^im leuendetet dass sie fuer dfen -^ riechen nur Banausen 
P^evesen seien. Und doch hat das einen sehr tiefen r?ina, der 
ja bis in die Gegenwart fortwirkt: dem Franzosen sind Uifon- 
taine und Victor Ilueo riirareioher als Claude und Cczeamet dem 
Deutschen Goethe ehrv;uerdiger aln Duerer, Rudolf Borchardt 
hat diec^es Phaenomen in einem hisher un^tedruckten Vortraf 
ueber den Dichter und das Dichterische schoen und vollicoinmen 
eindringend erklaerti 

„Vorauf es .tnir ankor^imtt i^t dieses, dass der laier und 
der Bildhauer fuer den naivea und urspruenglichen enschen 
Jemand ißt, der ein Han^werk kann, der die^eß Handwerk hat 
lernen mues^en, der es weiter lehren und uehergeben lamn und 
Jemand, dessen Arbeit fuer den naiven Zusahhuer zwar den Ge- 
genstand der staunenden Bewunderung, de?: e^'^ecldicl en Bei- 
falls, aber kein Haeiscl bildet. ?ie sehen Ja, Vvie tr es 
hervorbringt» lei dem Dichter sehen sie es aber nicht. Is 
hat es keiner gesehen. P^s fehlte bei den sinnlichen Cueneten 
fuer den Griechen und fuer den Hf nschen der Urzeit an all 
demjenigen, was ich Ihnen hierueber angefueurt habet am Ge- 
heimnis, ara Problem • • . ^'ae ihnen fehlte, war der Rausch, 
jenes IBewusstsein von etwas. T^ie .Tuse der bildenden Cuenst- 
1er helBst nicht luse, sie heisßt Technik . . • "^e blieb der 
Unterschied, den die antike ^'elt ebenso Yrie gewiss die Urwelt 
«Pfunden hat und der bis in die Zelt des {enaissance-Virtuo- 
»«ntums hinein die Veit beher seht hat. Auf der einen reite 
ein durchsichtiger Vorgang, auf der anderen Teite ein undurcn- 
sichtiger - , auf der einen Feite ein Vorgang, der innerhalb 
der Grenzen des menschlich uebersehbaren bleibt, auf der an- 
deren Feite ein Vorgant:, der hinter die reit zuruecicfuehrt 
und mit gewoeiinlichen itteln, mit gevoehnlichen Begriffen 
ueberhaupt nicht kommensurabel und calculabel ist.»* 

Also nicht aus der »o^ialen Ptellung der antiken bilden- 
den <:uenstler folgt die geringere Kinschaetrung Ihrer ^ er son, 
Bonde-^n aus dexa BeYUf>stsein der Griechen, daes der ^f^®^^^* 
mittelbar nur Im Dichter Ausdruck fin^ et, und dass die bil- 
denden Kuenstler nur Techniker seien. T^er Kausalzusammenhang 
ist also gerade umgekehrt. lan glaube nicht, da^^s diese kri- 
tirx5he Haltung in den l^ingen der Methode einem pedantischen 
Fchulmeistertrieb entspringt. Ger:de als f^^^J;«^^^^^'^^ ';^^^^^- 
logen haben v^ir heute eine besondere Aufgabe: }^aohde?a die Re- 
lationen vom gesellschaftlichen Pro^ess zu den ^»^^'^^^^^^^^^^ 
des Rechts und der Politik geklaert und vunh von ^^^^ff^^^^J^^f^ 
gelehrten kaum noch bestritten werden, ist der ^^«^^f «^J,^^^* 
ration aufgegeben, die funktionalen '^usanimenhM enge und kausa- 
len Verknuepfungen %wiBchen den Gebilden des .Geistes ^^^ 
der Kultur mit dem gesellschaftlichen Lebensstrom herzustellen, 
d.h. die Zv.lBchenstufen aus dem historischen Gestein heraus- 
zuschlagen, welche zv;ischen das unmittelbare «ö^'^^J-;^^^^^^;^^^ 
sc Je Geschahen und die geistigen Gebilde eingeschaltet j^erden 

muessen, um zn einem realen ^^^^»^Jf^f -"»^^^^^^f '^^^^ 
langen. In Emil L e d e r e r s /^^«^^;^^^^^!^,i^i^^,^,^^^^ 
die Ansäet »e und ::ichtungen fuer eine sozialistisch« Kultur- 
soziologie vorgezeichnet*^). 

, . ....^.— — — — — «— 

2) Vergleiche Tjesondcrs: L e d f r e r i :^elt und Kunst, 
>reue Rundschau Oktober 1922, Aufgp.-bcn einer Kultursozlologie, 
Frinnernnpipa^). fuer Max -eber IT. "^um BO.lalpByohi.cnen Habitus 
Sir JiS^a^t (1«14), zur So!=iolopie des ^'l^^f^^«^^» ^^^^^^ » ^**^" 
tere im ArohlT fuer roxialwissenschaft und Sozialpolitik. 



5 



Base in der Antike ein Crcnleideal unmoeflich v/ar, stand 
auch fuer den Verfasf^er fest, nr sucht aber die Aneaetze da- 
zu und f lüdet sie in der Enthupiaßmuslehrc der Dichter, der 
Ytierdi^unc angeborener Befr^bung (Eep .bunfskult hei Lonf-inus) 
und der Einschaetzunr dcB Ruhiaea. Der Glaube an die goettli- 
che Inspiration verlieh den Dichtern V'uerde und frevaltlpe Au* 
toritaet, die f^choenheit ihrer ^erke bewiricte ihren Ruhm, 
\Jnd trotzdem /connte es zu keinem Geniebegriff kommen, denn 
T;ie die literarlFchen Pormen fest und traditionell und die 
verschiedenen Bichtungsinhr Ite ihren adaequatcn Formen zuge- 
ordnet v.riren, so waren auch die sozialen Ordnungen fest ge- 
fuegt und der Dichter hatte in ihnen seinen Platz, desnen 
Khre und "^/uerdc seine dichterisclie Funktion, nicht «eine ]3e- 
g-'bunf betraf. Auch 711 sei sieht, dass die v:n ihii beobach- 
teten Ansatzpunkte zu keinem Genieidell fue^xrten, und er 
glaubt dafuer die Eigenart der Beziehungen zi?ri sehen Auenstler 
und Publicum vcranty;ortlich m:^.chen zu laueBnen* Und zv^ar fehl- 
te dem dichtenden und cchreibenden luenrtler jedeB Beduerfnis, 
eine engere Fuelrilung mit dem Publikum zu suchen, er lebte re- 
lativ geborgen inmitten der Ptadtlicrrcnschicht, es fehlte eine 
heftige literarische <:onkurrenz und das Fehlen des Buchdruckes 
beschraenkte die oeffentliohe Meinung noch auf einen kleinen 
Kreis teilnehmender Geioter, Aber das ist ein ganz sekundaeres 
Problem und nur aus einer absonderlichen Konzeption de? Genie- 
begriffen' zu erklaeren, auf welche folgende rtelle ein bezeich- 
nendes hicht virft: 

,,Fchon jetzt aber m^ir der IlinT.eis vielleicht einleuchten, 
dass auch in unserer -eit Genievorstellungen unter den geiftig 
taetigen Menschen, die vom breiten Tiiblikum abhaengen, %ie Xon* 
zcrtdirigenten, freien Bohrif tstellern, Virtuosen und 5^ch«u- 
spi eiern staerker verbreitet sind als unter Domkapellmeisti rn^ 
Fachgelehrten, Hofdichtrrn unr Akade^Tiieprofessoren. Die sozi- 
ale f^pitze des Genieideals ist eben n-^.ch unten gerichtet, nicht 
nach oben." (r.l04.) 

Das ist durchaus abtegig. Das Cenieideal kann, wenn man 
nicht die geschichtlichen ^laterialien v;illkuerlich anordnet, 
nur als Ideal der subjektiv-individuellen -loechstleistung in 
einer }'poche gelten, 7;elche eine feste soziale Ordnung nicht 
mehr kennt und nur Individuum neben Individuum sieht« iJnd 
darum gibt es in der Antike, aber auch in der Renaissance und 
bis zum 18. Jahrhunde-t kein --enieideal, Tfil der Charakter 
dieser Xulturen statisch und st: endisch-aristokratiBch ist. 
Jede staendische Kultur hat ein inh- Itlich fest umrissenes 
Lebensideal, innerhalb dessen der einzelne sich vor dem stacn- 
dischen Genossen auszeichnen kann, ohne als »Genie" ausEer- 
halb dieser Ordnung zu stehen. Tollte es nicht zum nachdenken 
reizen, dass gerade in aristokratischen Kulturen das grosse 
Drama, die Tragoedie, anzutreffen ist? 'arum entfaltet sich 
hier die Idee, daes Oroesr^e r!chuld ist? ?Tur in einer solchen 
Kultur vermag der Grosse, der einzelne zum tr- rtschen Melden 
zu v.erden, wo sein Uass die Form reiner Lebensgemeinschaft 
sprengt und die Gefahr in sich birgt, diese staendische Kultur 
zu vergewaltigen oder zu durchbrechen. Dies ist der Finn der 
Groesse und des Helden in einer feudalen Gesellschaft. Unab- 



loeelioh iet Tom }'>ci^rifl dcB Helden der Rulua, und re ißt ein 
Irrtuiü zu glauben, daes ^v^enn t£tn»ohen in Rtaedtcn ^rcldinfirt- 
BOhaftllch und dichtgedraenft 1)ei»ammen>\ohnen •.. bo werden 
sich «unaeohet stark reoteigrrte Rulunes* und rnBlerbllchkeltB« 
Ideale ••• entwickeln". In natur>ilBoenBchaftlich-ls endlichen 
Feudalkulturen ibt daß Streben nach Ruhm ebenBo verbreitet vie 
in einer PoliBtcultur oder in einer italienischen RenaiBBance- 
Btadt, in v eichen tatiaechlich der Adel auch regierte und eioh 
dit reichgewordenen landeleherren aBBimilierten, welche die 
ritterliche Lebenßfuehrung naohalunten. D« r Ruhm gehoert Rum 
Leben deB Kriege«B, dem die Fittiche des Tode» bei Jedem Aus- 
ritt ume Htiupt schwirren, er iBt h« ine irdiechc^ Verklaerung 
und die Vollendung seines ^'eBons. IJnd Ruhm zu erwerben ifit 
nur dort mocglich, wo ein Kanon ritlerlich-heldi roher Aufga- 
beb inhaltlich allgemfetin anerkannt ist. Die kommcrrielle Oe- 
oellijchaft Icennt den Ruhm nicht mehr, wie ßie den ^(elden nicht 
kennt, nie hat an noine P teile den Tuechtigen ge« 
Betzt, und ihm winkt der K r f o 1 g • Trostlos und sinnloB 
Bteht das V/ort „Ruhm" in unserem Sprachschatz: „Rodln war ein- 
Bam, bevor der Ruhm kam. Jnd der Ruhm, der kam, hat ihn noch 
einsaaer gemacht. Denn was ist der Ruhm anderes als eine Rei- 
he von ilisoverBtieridnlsBen, die sich um einen grossen Mamen zu 
bilden pflegen. •* Die v.orte Rilkes bezeichnen genau die Situa- 
tion. Nur in einer festen Gf sellf^chaftsfimm vermag der Ruhm 
zxx bluehen, und nur v;o das Leb n eingesetzt wird, um es zu ge- 
winnen, koennen seine Xraenze nicht verwelken. Darum sind 
auch die hoeficchen Ideale der Renaissance und des Barock schon 
lebensfenK r und r'.ivilisierter, und ihr Gloriaideal ist oft 
vom Enolf nicht zu unterscheiden. 



» 



Dasß ein Literatenntand Truerer (ües Gloriaideals und das 
Ruhmverleiherjijrat die wichtigste sozinle Grundlage der lichter 
ißt, gilt fuer Antik© und Renaissance gleichermasBen. Aber 
auch fuer die ritterliche fCultur des ili ttelalters kann die 
soziale Funktion der "»Dichtung und de« Dichters nicht uner- 
Waehnt bleiben. Denn nicht nur den Ruhm cinee kriegerischen 
AdclB vermittelt ihre Kunst, das 'uerde- und Prestig erefu« hl 
der herrschenden Klasse findet in ihren '"erken seinen Ausdruck, 
und in einem idealisierten ^ild erblickt sich die feuc'.ale Ce- 
sellschivft, Ks lauss hier angemerkt werden, dasB diese soziale 
Funktion der Dichtunr noch nichts uebei" ihren ^'ert aussaft, und 
daBB eine andere soziologische Fragestellung auch moeglich ist, 
naemlioh die nach der For ixbedingtheit der Pichtung durch sozia- 
le Strukturen, w^rura in dieser "Rpoche das Rpos, in Jener die 
lyrik und in einer anderen die Tragoedie vorherrscht. Die Pro- 
bleme aber liegen Jenseits des ?uches und koennen in diesem 7.u- 
sammenhang nicht eroertett werden, '"ie sehr aber die "Einstel- 
lung des Verfassers auf den nur sozialen TuB-vmmenhang zvisohen 
Maecenaten und Literaten seinen Blick truebt, zeigt die Def 1 li» 
tion der lumanistenj 

^Huiaanlsten sind also wtenschen, die mehr sind als die an- 
deren^ well sie besser reden und schreiben koennen, weil sie 
mehr von der Vergangenheit wisBen und deren Stil und ''lesen 
die Kraft Innewohnt, seine Foerderer und Besitzer beruehmt zu 
machen," 

Und doch hat diese ■TumÄnlstenfelndBchaft ein Gutes: Man er- 
faehrt von den schon im 16. Jahrhundert auftretenden antlhuwanl- 
Btl sehen Btroemungen und man lernt, dase diese Tendenzen von den 



I 



Kreisen der „^erktaeti gen •• ausgingen, dase "bei ^uenetlern, Incen- 
ieuren, rirfindcrn, Feeleuten und Handelsherren ein autonomes Kul- 
turbeYusötBetn Rieh zu reicn "beginnt, daes hier J ugendt efuehl 
herrsclat und ^Tcuhcitsideale auftauchen, reiche zu sachlichen Kül- 
turi Realen fuehren; TTajfcur'beherrschunge- und Fortschrittsidealen? 
und diese brachten Antilcenfeindschaft und ^Yschuetterung des Glo- 
ria.! deals mit sich. 



Diese Charaktcri Stile zweier vcmcV.i edener '"troemungen und 
SÄlchtungen innerhalb der {enoiosancelcultur ist um so intt res* 
•anter, :i1b auch in don heutifen ""ch'ilicaeraT^fen in j'ranrcrcich die 
Rechte 'Uf dem luiojxnisrauß und der roenlM-^hcm Vergr^nrenheit ihr 
rchulprogra^ara aufbaut, vi ehrend die denokrMtlBchf Linlre dem als 
Ideologie die alt <:eltiBche üerkunft der Callic r entf egenßetzt« 
Und aehnlich v,ird die ehrv.uerdige hinani^tiBche Tradition von 
Oxford durcVi demokratinohe Tendenzen all:iaehlich ximtrehildet* 
Hier ^Ird deutlich, daBS dnB Bor^iolofi'^-chc Cesetr, des Verfas- 
sers zu Hecht besteht: d:\B3 Liit zunenmeader RationjÄr.lif^ierung 
der Gesellschaft Jedes lehendige 'ersoenliciiiceitBi eal einem 
rein fonmlen iiüialtlosen Ideal sich naehert, vie der ^enie- 
begrifi ein s bedeutet. Alle ctaeadinchen und htunanis tischen 
Idefile Bind Iconkrete und erfucllte Formen iuer die per»amte \e- 
"benegestaltung. 3em modernen Buer(^t rtum ernt gelang rr. , dies?e 
gesellschaftlichen }"oiiaen und ihre Tdeolo{?:ien zu ^.ernchl fen 
und das entfes8clib«<> Individuum an neine *^tellG zu netzen. Und 
yicrm rase vom Cenie die "-ede ist und gar vcn einer Gi niereligion, 
so moege man heden-ccen, v;as es bedeutet, renn man ''.ouIb 'lapen und 
Freund, Stlnnes und T;instein, "^icnin und *"tefan Ceorge in gleicher 
\Tcise als „genial '^ bezeichnet. Die t^cheusp-liche Tprachinflation, 
welche alle grossen europaeischen Tprachen erfasßt hat, v^irkt sich 
auch an diesem "ort aun« Das neelische 'Capital, yelchom das 'ort 
Ausdrucicsmittel bedeutete, ist laengst aufge^enrt, ab( r aan druckt 
es unverminie-^'t v;eiter, und Je mehr sein r ehalt zusammenschru-apf t , 
um so toller vird sein Imlnuf und um so rrocsr.er Reine 'ntvertung» 
Hb ist T^eder Gedanlcenlosigkeit noch Gel uehl s tau bheit, welche sich 
in solchem Genickult aussr^richt, d ndem die Anarchie de buerger- 
lic^-en 'Todu^tion im Geirtifen und üoralif^chen imd die Jnfaehig- 
keit, einf Ordnung und Hierarchie wesentlicher Daseinsformen ru 
sonaffen un^^ eine ilangordnung menschlicher "rrte aufzustellen. 



ITf. 



V 



Die persoenlichr verttmg und ^tcllungnrJimc des Verfassers 
vird im Buch uebcrall spuerbar: solche ^endungcn vie Fortschritts- 
ideale, nachlicne tulturidrale und Naturbeherrschungsideale sind 
durchaus positiv bevrertet, die -!uhmv.; rlriher leisten keine ;Cultur* 
arbeit und die Antithese ron Handverk und lundwerk schmeckt rchlecht 
nach einem proletarischen Ressentiment, welches man uebenunden 
w-^ehnte* Am deutlichBten ulrd der Ausgangspunkt des ^ erkes an 
folgender f^telle: 

^Une breite Tchiekt vcn gebildeten Beruf strietig^n Jedoch- 
die d?e offizielle Ktrche nicht befriedigt, denen halboffizielle 
Nebenreligionen nicht zur Verfuegung stehen, die abf r Tthrfurcht 
und Erhebung br uchen, um Im Alltag ^.cs Berufslebens nicht zu 
verkucmmem. Jene ^chicht, die heute der eigentliche '"itz der 
Genie Verehrung, Ja der Genierellglon ist, fehlt in der 'ntike* 



8 






So ist kB kein Tuiider, dasB eich der Glau'be nicht ?.usMldet, 
eine winsige Schar von ganz aussergewoehnlichen -flanschen, von 
alles ueberragenden Kuenatlern, ForBchern und Thiloeophen stuer- 
me durch irdische Muehsale, durch Verkennunr und Ppott, fest 
zusaHEienfeschloQßen durch eine gemeinsaie Berufung, vorwaert^, 
um der lenschheit da» ewige Lichl, die TTrloesung.su "bringen." 

?!b ist offenbar diesem Erlebnis, welche?^ den Verfasser zu 
den Probleiaen der Arhrit gefuehrt hat. TJnd es ist erstamlich 
zu sehen, dass der Huina listenfein ' durchaus in (ien Bahnen hu- 
manistiBcher Verehranf grosser . .aenner \n.ndelt, wennnauch seine 
religioese Indifferenz wnd sein unbegrenzter Tcrtschritteglauhe 
seine Haltung als die eines Icleinhuergerlichen Freidenlcers ]^enn- 
zeichnet, 

Vou dem reichen Inhalt def^ Buchen konnte hier nur ein ganx 
ungefaehreo Bild gegeben werden; und wieviel im einzelnen falsch, 
schief und ungenau nein mag, es v;ii^d ein dauerndes Verdienst die- 
sea Touches bleiben, das Problen einer ro-.iologie der Lebensideale 
ueberhaupt oeff entlich eroertert zu haben, und hilosoihen, ^ozio- 
logen und milologen verden den Anregungen dieses Buches mit Freu- 
den nachgehen, 

^s gibt Buecher, welche durch die ^raft und ^^lastik ihrer 
Darstellung entzuecken, es gibt solche, deren sy^tematiBche 
rchaerfe fasziniert, es ver-den T'^erke verfasst, die schlicht 
neue ^Erkenntnisse mitteilen und belehrea, 7nd es gibt ^^erke, 
denen :aan den ehrenden Hamen einer moralischen Leistung zuspre- 
chen lauss. Zu Ibetzteren gehoert die Arbeit von nisel. ^r hat 
mit vollem Bevusstsein ein fragmentarisches Buch geschrieben und 
selbst uebtrall Frage- und ^^^rnungs zeichen aufgerichtet, .^einge- 
geben an die Tache, laesst er alle Autoreneitelkeit und jedes 

T)eraD enliche Gloriaideal hinter sich, um einera „sacriliohen 
:£turideal« - der Erforschung der ^Virheit und der Bereicherung 
der Erkenntnis - zu dienen. 






\ 



) 



'11^ 



Hleser: Der sentimentale Vensch* 



?• Am Perthes A*-G. Gotha/S tut tgart 19:4# 



(R«s«nslon) 



'j 



Die oeffentllche Eruaehnung eines Buches, in welchei nichts 
Lobenswertes zu finden ist als eine fleissige Bibliographie ei- 
niger mystischer Theologen und lystilcer des 17* und 18. Jahrhun- 
derts in Holland und an Iliederrhein, kann sich nur dadurch recht- 
fertigen, dass der Gegenstand der Arheit und die moeglichen Ge- 
sichtspunkte seiner Behandlung ein allgemeines Interense bean- 
spruchen duerfen. "^s handelt sich nun in diesem Buche ii* nichts 
Geringeres als eine Darstellung und Analyse der emotionalen Le- 
bensformen dee europaeischen -Culturkreises» i:er Versuch, ein 
30 ungdb.eures Problem zu bewaeltigen, ist micsglueckt, iiiissglueclct 
durch eine heillose Verquicicung verschiedenartiger lethoden, 
durch einen absoluten .I-ingel an phaenomenologischem Ttüct und durch 
die Yollendete Ahnung slosiglceit gegenueber den delikaten Problemen 
der katholischen Renaißöance im 17. Jahrhundert, wie sie sich im 
kirchlichen und mystischen Leben Frankreichs und Spaniens abspiel- 
te. Vor allem aber macht die Vermischung von Geschichtsphilosophic 
und einzel wissenschaftlicher Analyse die Arbeit selbst als Hatcrial- 
Monlung unbrauchbar, da der Verfasser die geschi cht spnilosophi sehe 
Konstruktion eines f^cheaas von naiv - sentimental - sentimen tausch 
in der v^illkuerlichen Bedeutung seiner Terminologie auf die von 
lim darzustellenden Personen so uebertraegt, dass dieselben in 
dem starren Kleide dieser Begriffsbildunp urberhaupt nicht zu er- 
kennen sind. 



/ 



Trotzdem muss man es begruestMB, dasE hier ein Anlauf genom- 
men %urde, Probleme von grosser Bedeutung anzugreifen und in ein- 
zelwlssenschaftlichcr Analyse zu beschreiben und zu interpretieren, 
welche durch die Arbeiten von Max "eber, Troeltsch, ^cheler, 
Jaspers und Tpranger in den Mittelpunkt der geistesvissenschaft- 
lichen Arbeit geraeckt sind. Tie verschieden auch Ausgangspunkt 
und Intention dieser Ilaenner ist, so ist ihnen dies gemeinsam, 
dass sie den Geist in seinen Lebensformen zu konzivieren suchten* 
.Waren in den Untersuchungen der vorig n Generation dogmati^ he, 
dogBMn- und problemgeschichtliche l^oblcme von hoechstea Intcresss, 
Arbeiten, welche sich in dea Formbereich der betreffenden Sphaere 
btöiaupteten, so haben die ?erke dieser versucht, die in Dogma und 
Idee, in Gesetz und rationaler Ordnung Form geif^crdenen Lebenskom- 
plexe zurueckz itauchen in die lebendigen Kraertev^uellen, i^elchen 
sie entstaamten, und anderseits verfolgt, welche innere rynamik 
•aotionaler Art den Form gevordenen Gehalten innewohnte und wie 
diese ihre "irkung bestimmte. s ist nicht zu leugnen, dass die 
Tendenz, vifelche einen starkXen Impiils von der Bergsonschen Lebens- 
philosophie her erhalten hat, der soziologischen Prarestellung, 
Tfie sie durch Üarx entscheidend aufgevorfen vurde, sehr nahe 
konaateund das Problem „Unterbau - IFeberbau**, Ideologie und Heali- 
taet dauernd in sich schliesst. ""ie weit vor allem die Arbeiten 
von !lax 'ebfr, Troeltsch und Scheler eine Auseinandersetzung mit 
Marx bedeuten, ist hier darzulegen nicht der Ort, In diesem 



1 



t 



) 



^ 



Zusajamenhang ecnue^t es festzustellen, dass auch fuer eine ein* 
«elwissenscliaf tliche Analyse und J^arstellung der emotionalen 
Lebenskraefte und Bewegungen der europaeiocnen Geschichte die 
soziologische ethode von groesster Dichtigkeit ist* Die 
Soh¥/ierigkeit "bei 3ev eltigung dieses Gegenstandes beruht viel- 
mehr auf der psychologischen Interpretation der zu analysieren- 
den Lebensformen und der wenigen vorlaeufig zur Verfuegung ste- 
henden ICategorien« Es kann z.B. durchaus nicht gerechtfertigt 
werden, eine literarische Spaet er scheinung der hellenistischen 
Literatur als „sentimentalen Roman** zu bezeichnen, selbst v.enn 
dieser Ausdruck durch die Autorit?et von "^rwin Rhode gedeckt 
uird, da dieser Terminus fuer den Roman des 18, Jahrhunderts 
festliegt - und diese Identifikation ganz falsche Vorstellungen 
von einer gleichen Gefuehlslage dieser Hpochen erwecken muss. 
Vielmehr kann man an diesem Beispiel eine andere neben der 
Fentimentalitaet auftretende emotionale Inhalte bezeichnende 
Kategorie entv/ickeln, die der nnpfindsnjakeit» 

Kß scheint ein sorial^s Oesets: zu sein, dass innerhalb 
von herrschenden Klassen, welche ueber einem befriedeten und 
autoritaetsgebundenen sozialen Fundament durch Rentencin commen 
und kontinuierlichen Aemterbfciitz eine hoechste Leb^nsßicher- 
heit geniessen, ein kon enplatives Verhallen dem Leben, der 
Kunsi , d«a eigenen Basein gcgenueber Platz greift» Hier ist 
der soziologische Ort fuer die .^Empfindsamkeit' , ein zarte* 
und scheues Betasten, ein aesthetische© Geniessen und wirk- 
lichkeitsfernes Traumspiel, ein Ppielen mit der lona um der 
]?orm v^illen ist ihr Inhalt. In der Gesellschaft der helle- 
nistischen Gtaedtc^ in ^ eichen Theokrit und Kallimachos 
glaenztcn, in det A'els-^elt der hoefischen Tchaefereten und 
noch juengst des russischen Halletts findet sich die gleiche 
spielerisch -melancholische, gesc^imaecKlerische und sthnsuech- 
tige Spannung, welche die Leere des Lebensraumes und die F*nd- 
losigkeit der Zeit in dieser Gefuehlsbewegung zu uebeinrinden 
trachtet. 



f 



In aehnlicher Teise muss Bian unterscheiden zwischen dem 
Pathos der spaetantiken stoischen Fnilosophen und der Rezeption 
dieser Lehren bei den loralisten de?^ 17« und 1 . Jahrhunderts, 
Es ist falsch, v enn Tcheler diese roemlsche 'liilcsophie als 
«»paetroemische Bourgeoisphilosophie** mit den :iIoralisten des 
18, Jahrhunderts verbindet. Denn das I'ath b eines f^eneca und 
liark Aurel ist durchaus der Ausdruck ari^^tokra tischer Fclbst- 
erloesung der in der fMlvernunft eingebetteten '^eele, eine 
Wel t ent sagung um des "eilo der Vollendunf willen, \mehrend das 
Pathos der buergerlic len Philosophen agitatorisch den ^igenwert 
buergerlicher Tugend gegen die Coralitaet der zu bekaempf enden 
Klasse ausspielt, r eltge^innung durch bucrgerliche Tugenden* 
Jeberhaupt wird eine genaue soziologische Analyse der Lebens- 
formen aristokratischer und buergerlicher Kreis« die Geschichte 
des europaei 3chen Geistes sehr weitgehend erhellen, wenn man 
nur die fttrukturformen von Adel und Buergert^om in den verschie- 
denen Phasen ihrer Geschichte sorgsam scheidet, ^s ist gewiss 
kein Zufall, dass die Geschichte des ITeuplatonis aus in "^ropa 
seit der Renaissance in der Luft hoefi scher ü&agebung sich ab- 
spielt, im Florenz der ?5edici, in Tlngland ia 1". und im Deutsch- 
land des 18. Jahrhunderts* 



/ 



f 






Pucr eine Soziologie der buergerlichen modernen resellscliaft 
alDer werden vor allem die Fragen brennend werden, welche mit dem 
Problem der Sentimentalitji.et gegeben sind, einer Gefuehlsf orm, 
welche dem 17, und 18, Jahrhundert eignet als individuelles ein- 
maliges Faktum, Biese Jahrhunderte bedeuteten den oekonoml sehen 
und kulturellen Aufstieg der westeuropaei sehen Bourgeoisie. Ihre 
Lebeneaeusserungen tragen den Stempel und das Gepraef e der Da- 
seins- und Arbeitsformen^ in denen ihr Leben verliel* 'Jnd der 
entscheidende Unterschied gegen die Lebenshaltung der herrschen-* 
den Feudalit et liegt im Folgenden: Selbst noch in den lebens- 
fernen ormen des hoefisch geYfordenen Adels blfibt als essentielle 
Lebensform dieses Stande? bestehen, was man Repraesen- 
t a t i n nennen kann, die jederzeit zum ganzen Einsatz des 
Lebens verpflichtete menschliche Person, die P^arstellung und 
augenblickliche Identitaet dee ei^^enen Tertes, die Wirksamkeit 
aus der gesammelten Einheit des Menschen heraus* Demgegenueber 
bedeuten die Lebens- und :^pfindimgsf ormen des Bieergertums einen 
absoluten Bruoh: Der Begriff des „Berufes« steht an ler Schwelle 
des buerfeerlichen 7.eitalters, zvischen der einzelnen Person und 
ihrer Leistung liegt Jene ungeheure Spannung, welche sich am 
grossartigsten in der buergerlich-calvinisti sehen Konzeption 
der Praedestinationslehre widerspiegelt. Und hier duer^te auch 
ein ;Iotiv liegen fuer das Kardinalproblem der neueren Philosophie: 
Das Subjekt - Objektverhaeltnis* Das Leben ist a^lso nicht mehr 
Darstellung, sondern Leistung. 7mt Leistung, sei es der oekono- 
mischen, der akademischen, der bureaukrati sehen - gehoert eine 
gewisse Lebenssystematik, eine rationale Gestaltun^^ der persoen- 
lichen und sachlichen Sphaere, welche moe^ ichst alles Irrationale 
ausschliesst. So bewirkt die Trennung der Lebenssphaeren im ge- 
muetliohen Leben jene auf Innerlichkeit, mystische und sekten- 
hafte Oemeinschaftsblldungen hinstrebenden Gefuehlstendenzen, 
welche man als Sentimentalitaet bezeichnet. "Denn diese bedeutet 
nichts anderes als ein Cissverhaeltnia von Gehalt und vorm der 
inneren "Plxistenz, einen langel an Ausdrucksvermoegen, die Ver- 
mischung getrennter Sphaeren, ein schweifendes massloses Cefuehl, 
das durch Traenen, Brief und Jmarmung vergeblich Fona zu finden 
sucht. An Stelle der Leidenschart tritt das Gefuehl und die Tu- 
gend, d.h. die Gesetze buergerlich-rationaler Lebensgestaltung 
erheben den Anspruch, einer neuen gesellschaftlichen Lebensge- 
staltung, und natuerlich einer besseren, zum Siege zu verhelfen. 
Es ist die heroische Stunde des Buergcrtums, jener einzige Augen- 
blick zwischen Traiimglueck und Tagewerk, welcher keiner geschicht- 
lichen Epoche fehlt, ^s ist der Lloment, in welchem das Gefuehl 
noch voll es reichen Ueberschwangs ist im Glauben an die Hission, 
w-elche die eigene ICLasse zu erfuellen sich anschickt. Fs ist das 
Pathos der Aufklaerung und die Sentimentalit-iet die adaequate Ge- 
fuehlsform dieser beginnenden Epoche des modernen Buergertums. 
Von hier aus sieht man nun auch, wie mit dem Zusc'imaenbruch dieses 
Glaubens sich emotionale Lebensformen zunaechst im Buergertum 
selbst herauskristallisieren, welche in der gesamteuropaeif^chen 
Romantik, im gesamteuropaeischen Pessimismus ihren Mederschlag 
finden, bis der Sozialismus einen neuen Glauben schafft. 

Diese Bemerkungen erstreben weder Volle taendigkeit noch letzte 
methodische Schaerfe. Sie wollen nur Prolegoaena srin zu Arbeiten, 
welche laengst notwendig geworden sind und sie wollen auf einige 
Epochen der europaei sehen Geschichte hinweisen, welche soziolo- 
gischen Einzeluntersuohiuigen besonders guenstig sind. 



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A-^ 



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Geor£^ von Below, UelDer historische 

Periodisierungen, 

Mit einer Beigahe: Wesen und Ausbreitung^ der Homantik, 
Deutsche Verlagsgesellschaft fuer Politik und Geschichte 
m.b.H., Berlin ¥8. 1925. 

(Rezension) . 



Die kleine Schrift stellt den erwfeiterten und umgearbeiteten 
Vortrag dar, welchen Below auf dem Frankfurter Historikertag ge- 
halten hatte. Der Titel trifft nicht genau den Inhalt des Buches. 
Es handelt in seinem groessten Teile von den Grenzen zwischen 
Mittelalter und Ueuzeit und nimmt die Schrift von Heussi-^) nur 
zum Anlass, die Frage der historischen Periodenbildung kurz auf- 
zurollen. Der Hauptteil der Arbeit widmet sich der Aufgabe, an 
einem konkreten Beispiel die Moeglichkeit solcher Einteilungen 
darzustellen. 

Heussi hat bestritten, dass Universalgeschichte darzustellen 
moeglich sei, da das historische Universum nicht mehr durch eine 
umfassende Id^ee zusammengehalten wuerde, vrelche ein Ordnungs- 
und Gestaltungsprinzip bieten koenne. Es gebe nur noch monogra- 
phische Darstellung, sei es objektiver Kulturformen, sei es natio- 
naler isolierter Erscheinungen. Mit dieser Behauptung hatte 
Heussi die andere verbunden, dass es auch keine universalen Perio- 
disierungen geben koenne, da diese vom Historiker in der «IVirklich- 
keit nicht gefunden, sondern vom Historiker gesetzt werden". 
Perioden seien daher subjektiv, nicht objektiv, relativ, nicht 
absolut. Dass nach der erkenntnistheoretischen Arbeit der letzten 
30 Jahre auf dem Gebiet der Geßchichtstheorie noch solche Banali- 
taeten geschrieben werden koennen, ist sehr bedauerlich und zeigt 
wieder einmal, dass man ein vorzueglicher Einzelv.dssenschaf tler 
sein kann - man denke an Heussi s schoenes Buch ueber Mosheim - 
ohne ueber die Prinzipien der eigenen Arbeit sich aeussern zu 
koennen. Offenbar wollte Heussi die Rickertsche Geschichtstheorie 
auf die Kirchengeschichte anwenden und sagen, dass ohne Fertbe- 
ziehung - er nennt das leitende Jöee - Gestaltung historischen 
Stoffes uebe-^haupt unmoeglicb sei und dass Periodisierungen nicht 
nur von diesem Ausleseprinzip, sondern auch von Werturteilen des 
Historikers mitgeformt werden. U7enn er den Periodenbegrif f en nur 
typologi sehen Charakter zuspricht, so duerfte da eine Erinnerung 
an den Begriff des Ideal typus vorliegen. Below hat die Ausfueh- 
rungen Heussis vom Standpunkt des politischen Historikers berich- 
tif;t o^me die prinzipiellen erkenntnistheoretischen Grundfragen 
auch'von seiner Seite aus scharf zu formulieren. Seine Ansicht, 
dass universale historische Darstellung moeglich sei als Geschich- 
te einer nationalen Kultur, dann aber auch im Sinne Rankes, z.B. 
als Geschichte der germaniech-romani sehen Voelker, entspricht 
durchaus Heussis Idee monographischer Darstellung. Und wenn 



1) H e u s s i : Altertum, Hittelalter und ITeuzeit in 
der Kirchengeschichte, Tuebingen 1921. 



ä^ 




\ 



Below als universalsten Gesichtspunkt der Werfbeziehung den 
politischen einschliesslich des nationalen "bezeichnet, so 
liegt auch hei ihm, wie sich aus dem Zusammenhange ergibt, ein 
Zusammenwerfen von Wertheziehung und Werturteil vor. 

Der Wert der Ausfuehrungen Belows liegt daJier ausschlieq^ch 
in dem, was er als Historiker ueher die Grenze zwischen Mittel- 
alter und Neuzeit zu sagen hat, Wofern man ueberhaupt von einer 
Einheit des Mittelalters sprechen kann, so beruht sie auf der 
kirchlichen Einheit und der Selbstaendigkeit der lokalen Gewalt, 
Der Beginn der Neuzeit, das 16, Jahrhundert, zeigt in allen Ge- 
bieten die Aufloesung dieser mittelalterlichen Besonderheiten, 
Below zeigt, v/ie auf dem Gebiet der Verfassung und Verv/altung, 
im Gebiet der Technik, der Geldv/irtschaft , des gewerblichen Le- 
bens, sich ueberall neue rationale Formen und Organisationen bil- 
den, welche den Zustand der Zersplitterung und der gesellschaft- 
lichen Labilitaet des Mittelalters zu uebervdnden streben. Die 
Beseitigung des Eehderechtes, die Reorganisation des Kammerge- 
richtes, die Entstehung eines Beruf sbeamtentums sind einige der 
neuen rationalen Formen, v/elche zum Ruin fies mittelalterlichen 
Feudal Staates gefuehrt haben. Aus dem Reichtum seines grossarti- 
gen Wissens streut Below einige Brocken hin, ohne sich darueber 
zu aeussern, wie weit diese verschiedenen Neuerungen des 16. Jahr- 
ÖLunderts unter sich einen inneren Zusammenhang aufweisen und wie 
weit hier ein neuer „Geist" sich in verschiedenen Formen ankuen- 
digt. Es ist darum nicht moeglich, sich kritisch zu diesen ganz 
vorlaeufigen Aeusserungen und Anmerkungen zu verhalten. Es er- 
uebrigt sich auch, auf die Art politischer Anzueglichkeiten und 
unsachlicher Polemik einzugehen. Wir koennen uns aber nicht ver- 
sagen, Herrn von Below selbst zu zitieren, um zu zeigen, wie er 
glaubt, ihm unsympathische Gelehrte behandeln zu duerfen. 



iiY/enn Troeltsch dem Calvinismus s 
und dem Luthertum gern etwas am Zeuge 
kein Unrecht durch den Hinweis darauf, 
zum erheblichen Teil (vergleiche seine 
Stimmung des linksliberalen Theologen 
preussische Regierung und insbesondere 
ministerium der vorrevolutionaeren Zei 
dass er das alte Luthertum seinen Unwi 
laesst." (Seite 72.) 



eine Sympathie zuwendet^ 
flickt, so tut man ihm 
dass in seinen Urteilen 
„Soziallehren") die Miss- 
und Politikers ueber die 
das preussische Kultus- 
t zum Ausdruck kommt, und 
llen ueber jene entgelten 



Diese Art gehaessiger Polemik richtet sich von selbst und 
es mag nur daran erinnert werden, wie auch Toennies^) die Art, 
in welcher Herr von Below zu zitieren pflegt, festgenagelt hat. 



2) Toennies: Rochschulreform und Soziologie. 

Jena 1920. 



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JahrlDUch fuer Soziologie. Eine inter- 
nationale Sarnmlung. Zweiter Band. Herausge^e'ben von Dr. 
G, Salomon, a.o, Professor an der lTniverF?itaet Frankfurt 
a.M« Verlag G. Braun in Karlsruhe. 1926. 

(Rezension) . 

Das zweite JahrTDuch fuer Soziologie, dessen erster Band 
im Ifeiheft dieser Zeitschrift hegruesst wurde, haengt aufs 
engste mit den Grundsaeteen der Sammlung, Wahl und Begrenzung 
des ersten Bandes zusammen. Beide Baende "bilden eine innere 
Einheit und dokumentieren in der Mannigfaltigkeit ihrer Bei- 
traege, in der Verschiec'enartigkeit der Standpunkte den Willen 
zu einer allgemeinen Orientierung, weitester Ausbreitung und 
iLmsichtiger Pionicrarheit. Wenn es die Aufgabe von Pionieren 
ist, Bruecken und ^ege zu hauen, so verdient dies Unternehmen 
durchaus den ehrenden ITamen einer Pionierarhei t . Und zwar in 
zwiefacher Hinsicht: einmal will der Herausgeber durch inter- 
nationale Zusammenarbeit an gleichen Gegenstaenden eine Aus- 
sprache und Diskussion ueber die verschiedenen nationalen For- 
schungsmethoden herbeifuehren und dadurch in die soziologischen 
und ideologischen Zusammenhaenge des wissenschaftlichen Be- 
wusstseins der ITationen Licht bringen, er will ferner durch 
TTeutralitaet sein Jahrbuch allen soziologischen Theorien und 
Doktrinen oeffnen und keine ausschliessen, um durch methodische 
Sroerterung der moeglichen Standpunkte die weltanschaulichen 
Ausgangspunkte und Wertungen der verschiedenen Richtungen zu 
formulieren. Es soll dariom auch heute mit dem Herausgeber 
nicht darueber gerechtet werden, ob eine soziologische For- 
schung notwendig zu einer ^^ron ihm als Soziologismus bezeich- 
neten Weltanschauung fuehren muesse, oder ob nicht soziologi- 
sche Betrachtung mit verschiedenen letzten Weltanschauungen 
zu verbinden ist. 

Wie dem auch sei, diese Organisation eines internationalen 
Sammelwerkes verdient schon als organisatorische Leistung hoech- 
stes Lob. Sie ist aufs dankbarste anzuerkennen als Dokvunent 
kosmopolitischer Gesinnung eines guten Europaeers, der gegen- 
seitiges Verstehen der Voelker foerdern will, und als Soziolo- 
ge wird der Herausgeber des Dankes all derer gewiss sein duer- 
fen, die schon lange eine gemeinsame Forschungs- und Arbeits- 
staette ersehnten, um welche sich die zerstreuten und so ver- 
schiedenartigen deutschen soziologischen Bemuehungen sammeln 
koennten. 

Waehrend in der angelsaechsi sehen und franzoesischen 
Welt die Soziologie schon lange Heimatrechte geniesst und 
legitimer Gegenstand des akademischen Unterrichts und wissen- 
schaftlicher Betaetigung ist, war und ist i^.^^^^^^^^^^^J^^,?^ 
Wissenschaft zum mindesten verdaechtig oder immer noch ^strit- 
ten. Es ist kein Zufall, dass der Soziologie gerade m dem 
Lande der hartnaeckigste und verbohrteste ^4^?^^^^^^,^^^^^^^?" 
besetzt wurde, das dem Staatsbegriff einen Heiligkeitscharakter 
luFesproSen hattin dem der Begriff der Gesellschaft verschwand. 
Sf SzJologieist die Lehre von der Gesellschaft; als solche 
entstand sie im 18. Jahrhundert als Oppositionswissenschaf t der 
buergerlichen Gesellschaft gegen die politischen und staatlichen 
Lebensformen des Feudalismus und Absolutismus, in J^^?\^^%^^^^^ 
mehr den angemessenen Ausdruck fuer ihr gesellschaftlicheB Dasein 



V 



^ 



I 



fand. Von den Philosophen, von Adam Smith, Ferguson, den En- 
zyiclopaedisten, Voltaire, Rousseau, "bei Garve, Meiners, Schloe- 
zer, den Verfassern der moralischen Wochenschriften in England, 
Frankreich und Deutschland v/erden soziologische Fragestellungen 
aus dem buergerlichen Selhsthewusstsein geboren, das die Frage 
des Ahh^ Sieyes fuer alle Gebiete des Lebens beantwortet und 
das Wesen der anderen Staende an diesem buergerlichen "Wert- 
und Kulturbewusstsein misst, "Daher war diese neue Wissenschaft 
dort zu Hause, wo die Gesellschaft eine schicksalhafte histori- 
sche Rolle gespielt hatte, in England und Frankreich. Es war 
die buergerliche Gesellschaft, welche in ihrem 
Kampf um die Freiheit die Soziologie als Wissenschaft schuf. 
Es bedarf keiner besonderen Hervorhebung, dass, nachdem das 
Buergertum politisch in den grossen westeuropaeischen Kultur- 
staaten die Herrschaft erobert und sozial das System des Kapi- 
talismus geschaffen hatte, auch der Charakter dieser neuen Wis- 
senschaft sich veraenderte und die neue Gesellschaft die Geset- 
ze ihres Daseins als notwendige und ewige Weltgesetze dazustel- 
len unternahm. Es war auch kein Zufall, dass die soziologischen 
Entwicklungstheorien die geschichtliche EntVi^cklung von einem 
kriegerisch feudalen Zeitalter in ein friedlich industrielles 
hinueberfuehrten und das Dreistadiengesetz von Comte die Herr- 
schaft der positiven Wissenschaften als den angemessenen Aus- 
druck des buergerlichen Zeita,lters hinstellte. Aber diese 
buergerliche Gesellschaft hatte mit sich selbst ihren kuenf- 
tigen Ueberwinder, das Proletariat, gezeugt, und das 19. Jahr- 
hundert hat der buergerlichen Soziologie die marxistische So- 
ziologie entgegengestellt. Und so falsch und kurzsichtig es 
ist, von buergerlicher und sozialistischer Wissenschaft schlecht- 
hin zu reden, so gewiss gibt es eine buergerliche und soziali- 
stische Soziologie. Und es ist heute die paradoxe Situation 
eingetreten, dass, waehrend die verschiedenen Kulturwissen- 
schaften, v/ie Rechtsgeschichte, Philologie, politische Historie 
und Religionsgeschichte, mit groesster Unbefangenheit, vor allem 
in Amerika, die oekonomische Geschichtsauffassung handhaben, 
die soziologische buergerliche Theorie den Marxismus von neu- 
em ueberwinden zu muessen glaubt. Die geistige Restauration 
hat auch die Soziologie zu ihrer Verteidigungswaffe gemacht 
und diese Wissenschaft, welche einst der Revolution, dann der 
Herrschaftsideologie diente, zum Kampf gegen die neue revolu- 
tionaere Soziologie umgeschmiedet. Die soziologischen Arbei- 
ten von Herrn Spann und seiner Schule, welche diesen Kampf 
hauptsaechlich fuehren, haben zu dem letzten Verteidigungs- 
mittel herrschender Klassen gegriffen, im Irrationalismus und 
in irgendeiner I\i[ystik ein Beschwoerungsmittel gegen das helle 
und kalte Licht rationaler und analysierender Wissenschaft zu 
finden. Vergleicht man aber diese Art geistiger Restauration 
mit jener vor 100 Jahren, die immerhin Leute wie Bonald und 
de Maistre zu ihren Fuessen zaehlte, so kann man nur ueber 
das bodenlos gesunkene Niveau staunen, auf dessen Ursachen 
einzugehen hier nicht der Platz ist. Wenn auf den Gegensatz 
zwischen buergerlicher und marxistischer Soziologie hier nae- 
her eingegangen ist, so geurchieht das aus dem Grunde, weil in 
beiden Baenden des Jahrbuches dieser Gegensatz sehr deutlich 
zutage tritt. Waehrend die sozialistischen Beitraege sich im 
wesentlichen an die Loesung bestimmter konkreter Probleme be- 
geben, wie in diesem Bande Bourgin an eine Analyse der 
Kommune in ihrer Bedeutung fuer den Klassenkampf und die sozi- 
ale Mythenbildung, C u n o w einen wichtigen Beitrag zur 






Geschichte der Klassenlcampftheorie vor Marx liefert und 
H "b s n eine soziologische Analyse der Kolonialpolitik 
und Mandatstheorie der Nachkriegszeit heihringt, liegen ¥on 
nicht sozialistischen Beitraegen wiederum wie im ersten Bande 
eine Reihe methodologischer Arbeiten vor, von densn gilt, was 
Marx einmal von Bruno Bauers ^^Philosophie des Selhsthewusst- 
seins" sagte, es sei eine „Kreiselhev/egung auf dem spekulati- 
ven Ahsatz". 



Wesentlich weiter fuehren einige kritische Beitraege, 
unter denen drei Arbeiten hervorragen: Die Kritik der Genos- 
senschaftstheorie von Haff, eine glaenzende und schv;er- 
wiegende Ablehnung der organischen Genossenschafts- und Koer- 
per Schaftslehre, Menzels Auseinandersetzung mit Kelsens 
Allgemeiner Staatslehre, welche die Ergaenzungsbeduerf tigkeit 
einer rein juristischen normativen Staatslehre durch eine sozi- 
ologische Staatslehre aufweist und die sehr vorsichtige und 
abwaegende Arbeit von Walter ueber Max Webers Soziolo- 
gie, ein fruchtbarer erster Versuch, die Luecken in Webers 
Systematik zu zeigen und die Unterschiede zv;i sehen seinen 
theoretischen Aeusserungen und seinen eigenen soziologischen 
Arbeiten zu erklaeren und zu deuten. Walter kommt dabei zu 
einem aehnlichen Resultat wie Brinkmann, dass die Typen so- 
zialen Handelns nicht in den Formen zweckrationalen und wert- 
rationalen Handelns erschoepft seien, sondern dass auch die 
reinen Ausdrucksformen ihrem Sinne nach soziologisch ver- 
staendlich seien. Ferner bedarf ein Aufsatz von H a 1 b - 
wachs der Erwaehnung, "welcher einen wichtigen Beitrag zur 
Theorie der Arbeiterklasse und zu den klassenbildenden Elemen- 
ten der modernen Gesellschaft ueberhaupt darstellt. Es ist 
ein gedraengter Auszug aus seinem Werk: „Die Arbeiterklasse 
und die verschiedenen Lebenshaltungen. Untersuchungen ueber 
die Hierarchie der Beduerfnisse in der modernen industriellen 
Gesellschaft." Halbw^achs versucht in dieser Arbeit auf Grund 
der Statistiken eine Reihenfolge der Konsumbeduerfnisse der 
Arbeiterschaft aufzustellen mit dem Ergebnis, dass die soziale 
Bedeutung der Wohnung von der Arbeiterklasse noch nicht genue- 
gend gewuerdigt wird. 

Zwei sehr bedeutsame Untersuchungen zur Theorie und Ge- 
schichte des Sozialismus sind die Arbeiten des Heraus- 
gebers : Historischer Materialismus und Ideologienlehre, 
und Dr. Karl Mannheims Aufsatz ueber ideologische 
und soziologische Betrachtung der geistigen Gebilde. Beide 
behandeln denselben Gegenstand, Entstehung, Funktion und er- 
kenntnistheoretische Struktur der Ideologien. Waehrend der 
Herausgeber seiner Untersuchung einen weiten historischen 
Rahmen gibt und sie mit dem Problem der marxistischen Er- 
kenntnistheorie verknuepft, beschraenkt T-Tannheim seine Ar- 
beit, welche aus einem groesseren Zusammenhang herausgenom- 
men ist, auf eine phaenomenologische Analyse der moeglichen 
Interpretation geistiger Gebilde. Dieser Aufsatz stellt den 
wichtigsten Beitrag zur Methodologie der Kultursoziologie dar, 
welchen die letzten Jahre gebracht haben. Er sieht naemlich 
in den moeglichen Stellungnahmen zu einem objektiven geisti- 
gen Gebilde nicht eine jeweils umwechselbare theoretische 
Haltung des reinen Erkenntnissubjekts, sondern zwei letzthin 
moegliche Grundeinstellupgen, die der soziologischen Aussen- 
betrachtung und die der immanenten Innenbetrachtung. Beide 



f 



Betrachtungen sind durchaus moeglich, "beide "bestehen zu eige- 
nem Recht, und doch erheht sich die Frage, wiev/eit die sozio- 
logische Aussenbetrachtung durch Betonen des funktionalen Zu- 
sajnmenhanges der geistigen Gebilde mt den realen gesellschaft- 
lichen Sphaeren mit der immanenten Innenbetrachtung konfron- 
tiert werden/ kann. Es wird also entscheidend sein, von dem 
Verfasser zu erfahren, welche von den EirB tellungen jeweils 
eine angemessene ¥esenshestimmung der geistigen ©ehilde er- 
moeglicht. Es waere zu denken, dass der Verfasser hier zu 
einer Relativierung des historischen Materialismus kommt. 
Doch wird man abwarten muessen, bis Mannhein die Arbeit in 
dem urspruenglichen Zusammenhange vorlegt. Auch die Arbeit 
des Herausgebers bildet nur den ersten Teil einer groesseren 
Abhandlung und soll daher vorlaeufig noch nicht behandelt 
werden. Zu wuenschen waere freilich, dass in den kuenftigen 
Jahrbuechern Einzelauf saetze nicht zerrissen v/erden und die 
Einheit eines jeden Bandes gewahrt wuerde. Von den biblio- 
graphischen Aufsaetzen verdient besonderes Interesse die Ab- 
handlung von B 1 a h a ueber den Stand der tschechischen 
Soziologie, in welchem er eine Analyse der Werke von Masaryk 
und Benes gibt. Es waere von Interesse, die Arbeiten des 
tschechischen Aussenministers ueber Demokratie und Aussen- 
politik und ueber die Schwierigkeiten der Demokratie in 
deutscher Sprache einmal kennenzulernen. 

l^enn zum Schluss noch einige Wuensche geaeussert werden 
duerfen, so moege das nicht als eine negvitive Kritik gedeu- 
tet werden, sondern als Wunsch, positiv an dem Unterneh^nen 
mitzuarbeiten. Um den internationalen Charakter des Jahr- 
buches ganz durchzufuehren, v/aere es erwuenscht, fuer die 
kommenden Baende auch die Mitarbeit spanischer und suedame- 
rikani scher Gelehrter zu gewinnen, ohne welche ein wahrhaft 
internationaler Zusammenhang nicht bestaende. Und es waere 
vielleicht auch zu erwaeifgen, gelegentlich aus den einzelnen 
Kulturwissenschaften Beitraege zu veroeff entlichen, welche 
demonstrieren koennten, wie natuerlich der Geist der Sozio- 
logie auch dort eingedrungen ist. Denkt man an die Arbeiten 
von V s s 1 e r und Jordan zur Sprachsoziologie, 
an literarhistorische Arbeiten wie die von Schoeff- 
1er ueber Protestantismus und Literatur, an die Arbeiten 
von Naumann zur deutschen Volkskunde und an Werner 
J a e g e r s geistesgeschichtliche Studien zur antiken 
Philosophiegeschichte und zur Geschichte des Humanismus, 
so ist der Kreis weit genug gezogen, innerhalb dessen sich 
das Jahrbuch bewegen kann. 



» 



4» 



\Qll 



Otto Kunze: Der politische Protestan- 
tismus in Deutschland. 
Dr. Franz A. Pfeiffer, Verlag, Muenchen 1926. 

(Rezension. ) 



Fuer den Charakter der Arheit ist der Rahmen ihres Er- 
scheinens nicht ohne Bedeutung. Sie ist in einer Schriften- 
reihe „zur religioesen Lage der Cregenwart" veroeff entlicht 
worden, welche vom Lektor fuer Religionswissenschaft und 
Apologetik an der philosophisch- theologischen Hochschule des 
Franzi skanerordens in Bayern herausgegeben vdrd. Der Stand- 
punkt des Verfassers ist also einmal durch Lehre und Welt- 
anschauung der katholischen Religion und Kirche, andererseits 
durch eine politische Haltung hestimmt, welche ungefaehr dem 
legitimistischen Fluegel des Zentrums entspricht. Diese 
Distanz zur preussisch-protestanti sehen und kleindeutschen 
Geschichte und Geschichtsschreihung fuehrt den Verfasser zu 
einem Urteil und einer Kritik dieser Epoche, welche in der 
sozialistischen Literatur bereits lange vor den Kriege zu 
finden war. Uenn der Verfasser den Abbau der Hohenzollern- 
legende,des kleindeutschen Kaisermythus und des heidnischen 
Nationalismus verlangt, so darf wohl bemerkt werden, dass 
in den Schriften von Marx bis Mehring diese Wuensche voll- 
staendig erfuellt sind und dass die Sozialisten nicht »das 
goettliche Gericht des Weltkrieges" brauchten, um zu diesen 
Einsichten zu gelangen. Allerdings werden die sozialistischen 
Schriften fuer den Autor keinerlei Beweiskraft haben, da sein 
orthodox katholischer Standpunkt ihn auch in der Methode sei- 
ner historischen Untersucht'ung auf eine extrem sriritualisti- 
sche Geschichtsbetrachtung verweist. Gegenstand der Arbeit 
ist der politische Protestantismus im Gegensatz zum religioe- 
sen Protestantismus, und zwar immer unter dem Gesichtspunkt, 
dass das Aufhoeren des politischen Protestantismus, das 
Zurueckgehen des Neuprotestantismus auf das alte orthodoxe 
Luthertum den „wahren katholischen Glauben" staerke. Denn 
„der Katholizismus allein vermag umzuschaff en, w?.s der Cal- 
vinismus nie ergreift und was das Luthertum mit seiner Pas- 
sivitaet nicht gestalten kann". Diese religioese Grundueber- 
zeugung bestimmt auch den Gang der Untersuchung und beugt den 
vassenschaftlichen Charakter der Arbeit unter ein religions- 
politisches Ziel. Schon die Definition, welche der Verfasser 
dem Begriff des politischen Protestantismus zuteil werden 
laesst, trifft das Charakteristische des deutschen Luther- 
tums in keiner Weise, denn Missbrauch der Religion zu poli- 
tischen Zweeken*' ist keine Besonderheit des Protestantismus 
in seinem Verhaeltnis zum Staat. Auch ein katholischer Histo- 
riker v/ird es nicht abstreiten koennen, dass der Katholizis- 
mus im Herrschaftsbereich der romanischen Staaten als inner- 
politisches Herrschaftsmittel zur Behauptung der staatlichen 
Autoritaet und auä^senpoli tisch als diplomatisches Mittel in 
der Politik eine sehr erhebliche Rolle gespielt hat. Die^ 
Problematik im Verhaeltnis von Protestantismus und Politik 
liegt vielmehr darin, dass unter allen christlichen Bekennt- 
nissen in Deutschland das Luthertijim allein eine konsequent 
reaktionaere Politik getrieben und unterstuetzt hat. In 
aller Erinnerung ist noch das Auftreten der deutschen Ver- 



>f 



/• 



4 



treter auf der Weltkonferenz fuer praktisches Christentum in 
Stockholm 1925. Dort wurde von den Deutschen die Entschlies- 
sung zugunsten des VoelkerlDundes abgelehnt und der rheinische 
Generalsuperintendent Klingemann konnte die fuer einen Theo- 
logen immerhin kuehne Behauptung aufstellen, dass die grossen 
Fragen von Krieg und Frieden sich nach eigenen unabaenderlichen 
irdischen Gesetzen vollziehen. Oder man nehme die politischen 
Schriften der fuehrenden neulutherani sehen Theologen wie 
Carl Holl oder Emanuel Hirsch, welche die 
Hohenzollernmonarchie als gottgewollte Ordnung hinstellen. Dies 
ist politischer Protestantismus und seine Definition muesste 
naturgemaess lauten: die dauernde Verhindung und Unterordnung 
der Kirche unter die staatliche Autoritaet. 

Die Entstehung dieser religioes politischen Erscheinung 
zu erklaeren und zu verstehen, ist nun die Aufgabe der Schrift 
von Kunze. Im Gegensatz zu den protestantischen Kirchenhisto- 
rikern und Soziologen setzt er die Entstehung eines politischen 
Protestantismus nicht mit dem alten urspruenglichen Luthertum, 
sondern erst mit dem Uebertritt der Hohenzollern zum Calvinis- 
mus im Jahre 1613. «Mit dem Uebertritt von 1613 wurde den Ho- 
henzollern die Tendenz zur Union der beiden protestantischen 
Bekenntnisse. Sie schwaechte in beiden die Glaubenskraft und 
machte die Religion zur Magd des Staates und der Uation." 
Von dem Uebertritt der Hohenzollern zum reformierten Bekennt- 
nis an datiert fuer den Verfasser der brandenburgisch-preus- 
sische Imperialismus und der Versuch, das alte habsburgische 
Reich zu zertrueramern und ein protestantisches auf seinen 
Ruinen zu errichten. Ebenso soll auch dieser einzelne Vor- 
gang fuer die religioese Gestaltung in den norddeutschen pro- 
testantischen Laendern von entscheidender Bedeutung gewesen 
sein. „Durch die Bresche, die er (der Calvinismus der Hohen- 
zollern) damit in das geschlossene Luthe^^t^im riss, drang der 
schwaermerische Pietismus ein und weichte die dogmatische 
Glaeufeigkeit auf." Endlich sieht der Verfasser in der 1817 
von Friedrich Wilhelm III. vollzogenen Union den Hai ptstuetz- 
punkt zur religioesen und politischen Unterwerfung Deutsch- 
lands. 

Diese Geschichtskonstruktion laesst sich in keiner Weise 
wissenschaftlich rechtfertigen und ist nur aus den oben ge- 
kennzeichneten religionspolitischen Standpunkt des Verfassers 
zu erklaeren. Der Uebertritt Johann Sigismunds zum Calvinis- 
mus hatte religioes ueberhaupt keine Folgen. Nur der Hof, die 
Domkirche und die Landesuniversitaet Frankfurt wurden refor- 
miert, und der Kurfuerst hat ebenso wde alle seine Nachfolger 
auf das Jus reformandi verzichtet. Religioese Veraenderungen 
hat also dieser Vorgang in dem Leben der brandenburgisch- 
preussischen Bevoelkerung nicht hervorgebracht. Und die pie- 
tistische Bewegung ist ganz unabhaengig davon in den verschie- 
densten protestantischen Gegenden und in den verschiedensten 
sozialen Schichten aufgekommen als Reaktion gegen die unbe- 
friedigende und immer mehr erstarrende kirchliche Dogmatil. 
Hat also der Uebertritt z^om Calvinismus religioes keinerlei 
Bedeutung, so kann seine politische '^'■irkung nicht leicht ueber- 
schaetzt werden. Es ist sehr mit Recht darauf hingev^iesen w^or- 
den, dars Luthertum und Calvinismus daials nicht bloss verschie- 
dene religioese Bekenntnisse, sondern ganz entgegengesetzte po- 
litische ?/eltanschauungen bedeuteten. „Das Luthertum haengt 
damals in Deutschland untrennbar zusammen mit dem kleinstaat- 






liehen territorialen Stilleben, .nit dem landscho.ftlicli "beschraenlC' 
ten Partikularismus, in dem Staende und Fuersten eins sind, mit 
der AlDneigung gegen alles, was zur Stoerung des Friedens fuehren 
koennte, mit der aengstlichen Vermeidung aller Verwickelungen 
in die Haend"61 und geschwinden Laeufte der Zeit ..• Auf deut- 
schem Boden war dieser politische Kleinmut hei den lutherischen 
Fuersten infolge der engen und unfertigen deutschen Verhaeltnis- 
se eine eingewurzelte Eigenschaft und sie wurde durch die miss- 
trauische Ueherwachung der fuerstlichen Politik seitens der 
Landstaende immerfort hestaerkt und erhalten"-^). Mit dem Ueher- 
tritt zum Calvinismus, der aus rein politischen Gruenden voll- 
zogen war, wurde allerdings eine politische iTeuorientierung 
vollzogen. Aber es heisst die Dinge auf den Kopf stellen, an 
Stelle der politischen Ursachen die ideologischen religioesen 
Momente als die treibenden Faktoren anzusehen. Das gilt fuer 
die ganze weitere brandenburgisch-preussische Geschichte und 
braucht hier im einzelnen nicht belegt zu werden. Es muss nur 
noch ein Tort ueber den vom Verfasser sehr wenig geschaetzten 
Calvinismus gesagt werden. „Der Calvinismus ist das revolu- 
tionaere Prinzip gegen die alte organische, chri stlich-roemisch- 
germanische Ordnung Europas. Ihr setzt er die franzoesische 
mechanische Ordnung entgegen: den Wettbewerb ... zentralisti- 
scher nationaler Machtstaaten". Es geht aber schlechterdings 
nicht an, den Calvinismus als eine franzoesische oder romani- 
sche Angelegenheit zu bezeichnen, waehrend zweifelsohne seine 
groesste Wirkung im Bereich der angelsaechsi sehen Welt gelegen 
hat. Und zwar muss dem Verfasser gegenueber betont v/erden - 
nicht aus irgend einem Vorurteil, sondern um der Wahrheit die 
Ehre zu geben - dass die menschenbildende Kraft des Calvinis- 
mus fuer die soziale und politische Ent-vvicklung der europaei- 
schen und amerikanischen Welt ein sehr positiver Faktor gewe- 
sen ist und sich als solcher noch heute bev^aehrt. „Die be- 
schaemenden Reste von Barbarei, die uns von anderen Kultur- 
voelkern mit Recht vorgeworfen werden: Saufkorament, Mensur, 
Zweikampf, ^«/lilitarismus, zynisches Bekenntnis zum Faustrecht 
zwischen den Voelkern" - wie der Verfasser schreibt - wird 
er gerade in den Gebieten genuin calvinistischer Kultur nicht 
finden. Und wenn er im Calvinismus mit seiner strengen und 
pathetischen Lebenshaltung eine schwere Gefahr fuer das iiedle 
deutsche Gemuet" sieht, so ist darauf folgendes zu entregnen: 
die seelische Bereicherung, welche das Luthertum mit all sei- 
ner Beschaulichkeit und Gewissenerforschung dem deutschen Le- 
ben geschenkt hat, hat auf der anderen Seite die Bildung eines 
maennlichen Charakters und T^ersoenlicher Wuerde aufs schwerste 
gehemmt. Der Einfluss, welchen der Verfasser dem Calvinismus 
in Deutschland zuschreibt, hat gerade in dem Gebiete, fuer wel- 
ches er ihn behauptet, nicht stattgefunden, und nirgendwo in 
Deutschland ist der „Untertan" so unausrottbar geblieben ^le 
in Brandenburg-Preussen. 

Und damit sind wir an dem Punkte, wo eine ernsthafte Un- 
tersuchung ueber die Entstehung des politischen Protestantis- 
mus einzusetzen haette. Sein Ursprung ist durchaus mj t dem 



^)Otto Hintze. Historische und politi'^che 
Aufsaetze. III. Band, Seite 127; 






alten orthodoxen Luthertum geee-ben. Freilich darf das nicht so 
verstanden werden, als oh Luther hewusst seine Kirche dem Staate 
auspeliefert haette. Aber in den politischen Verhf^.eltnissen der 
kleinen norddeutschen Territorialstaaten mit einer erossenteils 
hoerigen Bauernhevoelkerunp v.'ar die fuerstliche Landeskircne 
die eegehene Form des Kirchenregi^nents . Und wie «^r reperende 
Fuerst als Landesvater ^alt, so hat man in diesen^Oehieten den 
fawLliaeren Ton des „liehen Gottes" erfunden zu einer ^ij» ^'^ 
die Heilire Therese in ihren Geheten Gott nie anders alsEure 
Majestaet^' anredete, und die duestere Konzeption des calvinisti- 
schen Gottes iede Vertraulichkeit mit ihm unmoeßlich machte. 
Me ?dee der ^taatskirche feht also his auf die Entstehung des 
Luthertams zurueck und hat von da ah die Geschichte des deut- 
schen Protestantismus heherrscht. Sie hat den Aufstiec des 
preussi sehen Staates hegleitet und im Wandel ihrer Kirchenver- 
fsssunp die staatsrechtlich-iDolitischen Umcestaltunpen des 
Staatslehens ah^ehildet. Tmracr wurde ihre innere Ordnune - 
vor rllem im 19. Jahrhun'^ert - im Einklang mit den liheralen 
oder reaktionaeren Stroemungen des resamten politischen Lehens 
vorgenommen. Erst mit dem ^ussmmenhruch des preussisch-pro- 
testantischen Kaiserreiches ist auch die Staatskirche aufge- 
hohen worden. Damit ist die letzte Stuetze der Fi!ction_ eines 
christlichen Staates gehorsten und der weltliche Staat m sein 
Recht eingesetzt. 



/^z^ 



i 



Carl Brinkmann, Gesellschaftslehre. 

(Enzyklopaedie der Rechts- und Staatsv;issenschaf t . 
Ahteilun^: Staatswissenschaft. Herausgeher Arthur 
Spiethoff. Band 48.) Verlag von Julius Sprin^/er, 
Berlin 1925. 

(Rezension) . 



Dem Versuch einer Gesellschaftswissenschaft" laesst 
Brinkmann" eine Gesellschaf tslehre folgen, welche im Rahmen 
eines Sammelwerks den Charakter eines Grundrisses und Leit- 
fadens notwendig tragen muss. Wie in dem frueheren '^'erke 
sucht Brinkmann auch hier von verschiedenen Gesichtspunkten 
aus Ouerschnitte durch die Gesamtheit soziologischer Erschei- 
nungen zu legen und ueher die einzelnen Schulen und Richtung-- 
gen hinaus die jeder Soziologie gem.einsamen Begriffe und 
Erkenntnismoeglichkeiten zu formulieren. Daloei ist zweier- 
lei zu "beachten, erstens dass dieser Versuch von einem 
Historiker unternommen wird und zweitens eine ?/endung in 
seiner erkenntnistheoretischen Grundeinstellung ist. Diese 
fuehrt ihn von dem mehr oder weniger transcendentalen Stand- 
punkt des frueheren Werkes zu einer staerkeren Betonung der 
Ergebnisse phaenomenologischer Forschung. Wiederholt be- 
tont er, dass allein eine kritische Hiaenomenologie der Er- 
scheinungsformen und Beziehungen individuellen und univer- 
salen Lehens in der Gesellschaft einen sinnvollen Ausweg 
aus der Unvereinbarkeit der verschiedenen entgegengesetzten 
Methoden bieten koenne, er spricht an anderer Stelle dagegen 
von der Aufgabe der Soziologie als einer Kritik der sozialen 
Vernunft im Sinne der Kantischen Fragestellung. Zwischen 
diesen beiden erkennthis theoretischen Moeglichkeiten sucht 
Brinlanann wiederholt zu vermitteln, ohne dass eine einheit- 
liche ü^ethode fuer seine Systematik sich ergaebe. Darum 
liegt der Wert seiner Arbeit nicht in der Einheit eines so- 
ziologischen Begriffssystems, sondern in der Mannigfaltig- 
keit und dem Reichtum der Gesichtspunkte, durch welche er 
kritisch die verschiedenen Formen der Soziologie analysiert 
und noch aus ihren Gegensaetzlichkeiten Wege zu einer hoe- 
heren Einheit zu finden vermag. Er ueberbrueckt die schein- 
bar unversoehnlichen Gegensaetze von Individualismus und 
Universalismus durch die psychologische Theorie von Litt, 
die kurz als Perspektivismus bezeichnet wird, naemlich, dass 
die Individualitaet nicht als atomisierte Monade zu denken 
ist, sondern bereits in ihrer Grundstruktur aus der Verbun- 
denheit mit anderem Leben aufgebaut ist. Er vermag ferner 
das Verhaeltnis von Psychologie und Soziologie aus dem Be- 
reich endloser methodischer Diskussionen herauszuloesen, in- 
dem er nachweist, dass „die absolut gedachte Grenze zwischen 
Einzelseele und Gesellschaft gerade im Uebergang zwischen 
sozialen Seelen - und seelischen Gesellschaftsfunktionen vor 
der unaufloeslichen gegenseitigen Durchdringung beider Ge- 
bilde" verschwindet. Mit Recht weist er darauf hin, dass 
der Widerstand gegen den Psychologismus sich mit Recht gegen 
die Experimentalpsychologie gewendet hat, dass aber die neu- 
esten Entdeckungen, vor allem Wertheimers Gestaltpsychologie, 
fuer die soziologische Forschung von hoechster Bedeutung sind. 



2 



I 



So konrnit er auf Grund der 
gi sehen Forschung zu einer 
der sozialen Antriebe, wel 
gie" in gluecklicher Weise 
Di ese sozialpsychologi sehe 
Begriff der „Motivzweideut 
chologische Interpretation 
rie darstellt und fuer die 
gischer Motive nicht wird 



Ergebnisse der neuesten psycholo 
sehr interessanten Psychologie 

che die alte „Vermoegenspsycholo 
zu ersetzen in der Lage ist, 
Dynamik fuehrt ihn dann zu dem 

igkeit", welche Lehre eine psy- 
der marxistischen Tdeologietheo 
Erforschung realer und ideolo- 

enthehrt werden^^koennen. 



Die Grundlegung des sozialpsychischen Organismus ist 
die neue und hoechst fruchtbare Leistung dieser Arbeit, 
welcher der Verfasser auch den erheblichsten Raum gev/id- 
met hat. Die Darstellung der formalen und materialen 
Grundlagen des gesellschaftlichen Lebens, von Gemeinschaft 
und Kultur, Wirtschaft und Recht, bringt eine Reihe wert- 
voller kritischer Auseinandersetzungen mit Toennies, Alfred 
Weber und Schmal enbach , deren Theorien durchwegs relativiert 
werden. Es ist der Historiker in Brinkmann, der bei allem 
Willen zur Systematik doch niemals um einer begrifflichen 
Konstruktion willen nicht den dialektischen Charakter alles 
historischen und sozialen Geschehens anerkennte und die Ueber- 
gaenge und inneren Verbundenheiten der im Begriff getrennten 
Tatsachen dauernd vor Augen haette. So ist man versucht, 
seine Gesellschaftslehre methodisch in die üTaehe der Arbei- 
ten von Max Weber zu ruecken, der ja auch von der Geschichte 
her zu den soziologischen Fragestellungen vorgedrungen ist. 

Es waere sehr zu wuenschen, dass nach dieser allzu ge- 
draengten Grundlegung bald ein umfassenderes und erweitertes 
Werk ueber die Grundlagen der Gesellschaftslehre aus der 
Feder von Brinkmann erschiene. Denn es gibt heute in Deutsch- 
land nach dem Tode von Max Weber und Troeltsch niemanden 
ausser Brinkmann, der so universale politische, historische 
und rechtliche Kenntnisse besitzt, wie sie fuer eine frucht- 
bare Durcharbeitung soziologischer Probleme erforderlich sind. 
Aber damit nicht genug. Es hat vielleicht auch niemand einen 
so tiefen Blick in die soziologischen Differenzen der ver- 
schiedenen europaeischen nationalen Wissenschaften getan wie 
gerade Brinkmann in dem oben angefuehrten ersten Versuch ei- 
ner Gesellschaf tsv/issenschaft. Das waere nicht nur eine 
wesentliche Bereicherung der deutschen Wissenschaft, sondern 
es waere eine politische Leistung durch Erkenntnis der Ver- 
schiedenheiten nationaler Strukturen, Verstaendnis und Ver- 
staendigung zu ermoeglichen, eine Aufgabe, welche wohl des 
jjSchweisses der Edlen" v/ert waere. 



^_ / 



i 



Ferdinand Toennies: T h o m a 
III. vermehrte Auflage. 
Verlag (H. Kurtz) . 

Thomas Ho'b'bes: ÜT a t u r r e 
nes Staatsrec 



/nc 



s H o b "b e s , Leben und Lehre, 
Stuttgart 1925. Fr. Fromraans 



cht und allgemei- 
h t i njd en Anfangs- 
g r u e n d e n . Mit einer Einfuehrung von Ferdinand 
Toennies. (iQassiker der Politik, Band 13). Verlag von 
Heimar Hobbing, Berlin SW 61, 1926. 



(Rezension) . 



Toennies' ¥erk ueber Hobbes erscheint in der dritten Auf- 
lage wieder im Rahmen der TCLassiker der "Philosophie, wo er vor 
30 Jahren zum ersten Male an die Oeff entlichkeit getreten war. 
Heute wie damals ist das Werk grundlegend fuer das Studium des 
englischen Philosophen und des europaei sehen '^Taturrechts , und 
wer zu den Problemen der Geschichte des modernen Denkens einen 
Zugang sucht, wird immer wieder zu diesem Buche greifen. Dil- 
they und Frischeisen-Koehler , Gierke und Jellinek haben die Be- 
lehrung und Anregung dieses Buches empfangen und aus seinem 
Reichtum geschoepft. Darum darf man es getrost zu den klassi- 
schen l/7erken des deutschen Schrifttums rechnen, wenn es auch 
nicht mit den grossen Biographien unserer Literatur in eine 
Reihe gestellt werden kann. Justis Kunst, seine Felden in den 
Rahmen der Epoche zu stellen, Diltheys dichterische Kraft, ein 
Menschenleben aus der Tiefe der Seele zu gestalten, Lehma^nns 
souveraene Faehigkeit, gewaltige Massen zu durchleuchten und 
Meineckes zartes Einfuehlungsvermoegen eignen dem Biographen 
des Hobbes nicht. Die Darstellung des Lebens ist knapp und 
von asketischer Zurueckhaltung in der Schilderung der politi- 
schen und gesellschaftlichen Umwelt des Philosophen. Und doch 
war dieses Leben, wie sehr es auch der Erkenntnis und der Phi- 
losophie geweiht war, nicht dasjenige eines duerren Stubenge- 
lehrten, sondern bewegt und voll grosser Eindruecke. Der Sohn 
eines Landvikars, der durch seine Begabung in Oxford rasch die 
Aufmerksamkeit erregte und sein Leben im Kreise des hohen Adels 
und der beruehmtesten Gelehrten seiner Zeit verbrachte, der ei- 
nen grossen Teil der Welt bereist hatte, hat gewiss kein all- 
taegliches Leben gefuehrt. Er war Zeitgenosse Cromwells und 
Richelieus, er erlebte noch die englische Restauration, - und 
diese Ereignisse haben sein Denken und seine Schriften lebhaft 
bewegt. Toennies berichtet davon mit taciteischer Kuerze und 
Knappheit und kennzeichnet die Form seines Lebens als einen 
„Typus des modernen Literaten in hoeherem Sinne". 

Vielleicht aber waere es angezeigt, diesen Begriff des 
Literaten erst einer neueren Lebensform schreibender Menschen 
zuzurechnen, welche erst im 19. Jahrhundert voll zum Durchbruch 
koJTimt. Es scheint das Charakteristikum des Literaten zu sein, 
entsr)rechend den Formen der kapitalistischen Wirtschaft fuer 
den Markt zu produzieren und sei es als intellektueller Unter- 
nehmer, sei es als geistiger Arbeiter, seine Produktion als 
Ware zu veraeussern. Es duerfte ferner als den Charakter des 
Literaten bestimmend anzusehen sein, dass seine Klassenlage 
nicht eindeutig bestimmt ist, dass zwischen seiner so^iialen^ 
Stellung, seiner oekonomischen Basis und seinem geistigen ITi- 
veau keinerlei Zusammenhaenge notwendig bestehen und dass daher 



/> 



f 



das Entwurzelt sein, die Heimatlosigkeit zwischen den Klassen, 
ein Kennzeichen des modernen Literaten ist. Es moechte daher 
vorgeschlagen werden, fuer diejenige Lebensform, welche den 
Gelehrten und Schriftstellern von der Renaissance "bis zum aus- 
gehenden 18. Jahrhundert - d.h. im Zeitalter der sozialen Herr- 
schaft der Fuersten und des Adels - eignete, die Bezeichnung des 
Humanismus als soziologischer Kategorie zu waehlen. Der ent- 
scheidende Unterschied in der aeusseren Lehensgestaltung zum 
modernen Literaten ist darin zu sehen, dass der europaeische 
Humanist in dem angezeigten Zeitraum als Rentenempf aenger und 
Pfruendner nicht unmittelbar in den oekonomi sehen Prozess hin- 
eingezogen wird, sondern als ein Nutzniesser der bestehenden 
gesellschaftlichen aristokratischen Ordnung erscheint. Denn 
die Tradition der fuerstlichen und adligen Maezene band die 
Kreise der Philosophen und Schriftsteller eng an die Schichten, 
welche mit einem gewissen gesellschaftlichen Respekt fuer die 
Welt der Bildung deren Vertreter unterstuetzten und unterhiel- 
ten. Und wenn man beruecksichtigt , dass auch bei diesen Maen- 
nern die Klassenlage keineswegs eindeutig bestimmt war, v/ie 
z.B. bei Hobbes, so v;ar anderseits der Wert der klassischen 
Bildung fuer die politische und soziale Stellungnahme der Ge- 
lehrten von nicht leicht zu unterschaetzender Bedeutung, und 
die humanistische Bildung war damals noch staerker als heute 
klassenbildend. 

Der Lehre und dem Gedankensystem von Hobbes ist der zweite 
Teil des Buches gewidmet. Auch diesen Abschnitt koennte man 
eine Biographie nennem es ist die Lebensbeschreibung der Ju- 
gendzeit des modernen Denkens. In Hobbes ist deutlich der 
revolutionaere Bruch zu erkennen, welcher das Denken der Men- 
schen aus den geheiligten Bahnen der Tradition herausriss und 
den einzelnen auf die Vernunft verwies. Mit unerbittlicher 
Hartnaeckigkeit und einer manchmal pedantisch anmutenden Zae- 
higkeit bricht das Denken des Hobbes mit den alten Ueberlief erun- 
gen, um die Welt in Gedanken neu aufzubauen. In ihm vollzieht 
sich wie in einem Symbol jenr^ Wandlung, welche Toennies als den 
Uebergang von der Gemeinschaft zur Gesellschaft in anderem Zu- 
sammenhange systematisch dargestellt hat. Und zwar ist es die 
junge buergerliche Gesellschaft, deren geistige Tendenzen im 
Werk des Hobbes ihren Ausdruck finden. Er steht am Anfang der 
grossen buergerlichen Bewegung, v>. eiche wir mit dem Hamen der 
Aufklaerung bezeichnen, und mit Recht hat Comte von Hobbes ge- 
sagt, er sei der wahre Vater der revolutionaeren Philosophie 
gewesen. 

Und zwar waren es die Entdeckungen im Bereich der TTatur- 
wissenschaften, welche dem Denken des Hobbes die Richtung^ ge- 
wiesen haben. Die Gesetze der mechanischen >Taturerkenntnis 
auf die Politik und das gesellschaftliche Leben auszudehnen, 
war Wille und Ziel des englischen Philosophen. Daher haengen 
die einzelnen Grundsaetze und Grundbegriffe seines Philoso- 
phierens wie die Glieder einer Kette zusammen, welche eine 
unloesliche Einheit bildet. Dass die Probleme der Grundlagen 
des gesellschaftlichen Lebens sein Denken maechtig anregten,^ 
hat er selbst geaeussert, und in seinem Naturrecht und in sei- 
ner Staatstheorie ist er fuer die gesamteuropaeische Entwick- 
lung bahnbrechend gew^orden. Im Gegensatz zum christlichen 



\ 



und stoischen Naturrecht, welches im Hrzustand das Reich der 
Vernunft "bereits vorhanden ansah, setzt Hobhes an den Ursprung 
der gesellschaftlichen Entwicklung den Krieg aller gegen alle, 
welcher nur durch das Naturrecht, d.h. die Herrschaft der Ver- 
nunft, ueherwunden werden kann. Es liegt im Sinne der Vernunft, 
um des befriedeten Privateigentums willen den Frieden zu wollen 
und Sicherheit und Vertragstreue als von der Natur gebotene 
Tugenden zu erstreben. Von diesem Punkte aus wird die ganze 
Gesellschaf ts-und Staatslehre, vor allem der Staatsvertrag, 
aufgebaut. Bei Hobbes zuerst finden wir im neueren staatstheore- 
tischen Denken die Ueberwindung staendischer Denkgev/ohnhei ten, 
welche den Staat aus dem Einungs- und Unterv;erfungsvertrag kon- 
struierten. Hobbes erst hat den Staat als absoluten Staat und 
als Recht spersoenlichkeit begrifflich gefordert. Er hat wenig- 
stens andeutungsweise den urspruenglichen Staatsvertrag aller 
mit allen zu einer verfassunggebenden Nationalversammlung ge- 
macht, wenn auch in den verschiedenen Passungen seiner Staats- 
lehre in der Konstruktion des Staatsvertrages verschiedene An- 
sichten geaeussert v>rerden. Das Bedeutungsvolle an der Staats- 
thebrie des Hobbes ist fuer uns die Einheit des Staates als 
eines Rechtssubjektes, welche Konstruktion geradewegs zur re- 
volutionaeren modernen Staatslehre Rousseaus hinfuehrt. 

Als das Buch von Toennies zum ersten iTale erschien, knuepf- 
te sich gerade an die soziologische Interpretation der Hobbeschen 
Staatstheorie eine sehr lehrreiche Diskussion in der nNeuen Zeit"-*- 
zwischen Gunow und Toennies. Waehrend Cunow die Staatslehre von 
Hobbes %ls reaktionaer ansah und ihn ziom Theoretiker der Adels- 
partei erklaerte, hat Toennies bereits damals mit Recht darauf 
hingewiesen, dass diese Präge keineswegs ganz eindeutig zu be- 
antworten ;iSei . Und liest man jetzt die vortreffliche Ausgabe, 
welche Toennies in den Klassikern der Politik von des Hobbes 
„Naturrecht und allgemeines Staatsrecht in den Anfangsgruenden" 
herausgegeben und mit einer erleuchtenden Einleitung versehen 
hat, in welcher er die verschiedenen Passungen der Staatslehre 
analysiert und die Abweichungen erklaert, - so wird folgendes 
klar: Hobbes hat mit der Konstruktion des absoluten Staates die 
notwendige geschichtliche Entwicklung vorgezeichnet, v/elche sich 
aus den Bedingungen des Pruehkapitalismus, der technischen Revo- 
lutionen, der Umrestaltung des Heerwesens und dem Beginn eines 
ausgebreiteteifen Handels und Geldverkehrs notwendig ergaben. 
Sein Denken vollzog im Begriffe bereits die notwendigen Polg 
aus der soziologischen Dynamik, und gerade das Beispiel des Hob- 
bes beweist die unerbittliche Dialektik des historischen Materia- 
lismus. Zu einer Zeit, da noch Adel und Buergertum geneinsam 
die Tendenzen zur Konzentration der Staatsgewalt mit Leidenschaft 
bekaempften, musste der kuehne Denker bereits den schicksalhaften 
Gang des sozialen Lebens erkennen. Dass er mit seiner Staats- 
konstruktion fuer die royalistische Partei wirken wollte, aen- 
dert nichts an dem soziologischen Sinn seiner Theorie. Bestimmmt 
man also den soziologischen Ort. der Staatstheorie von Hobbes, 



) 



en 



^) Neue Zeit" 1896/97, Nr. 46, 51, 52 



\ 



so kann man ihn nur in der gesellschaftlichen Ordnung des 
merkantilistischen Buergertums finden« Dessen Geist hat 
seinem Uaturrecht den Stempel "buergerlichen Denkens aufge- 
drueckt. Es ist die Epoche des Fortschrittes von Ziel zu 
Ziel, des persoenlichen Wagemutes und der grossen kaufmaen- 
ni sehen und industriellen Unternehmungen, aher infolgedessen 
auch eine Zeit des Beduerfnisses nach gesteigerter Rechtssi- 
cherheit, nach Frieden, Ordnung und persoenlicher Freiheit. 
Meinecke hat das Treffendste gesagt, was man zur Soziologie p 
des ITaturrechts und der Staatslehre von Hohhes "bemerken kann ) : 

So strahlen vom Denken des Hohhes Wirkungen aus bis zu 
Kant, Rousseau und Comte, den Denkern des buergerlichen Zeit- 
alters, und nicht zufaellig haben die »philosophischen Ra^di- 
kalen" in der Zeit der Reformbill - Bentha.n und J.Mill - 
Hobbes fuer England neu entdeckt. 

Die Haerte und Unerbittlichkeit seines Denkens, die 
bohrende Leidenschaft seines Erkenntniswillens und die Leucht- 
kraft seiner Vernunft machen ihn auch heute ehrwuerdig und es 
waere nur zu wuenschen, dass der Geist dieser Aufklaerung, der 
Wille zur Helle, zum Verbinden des Getrennten und zur Wahrheit 
einer Epoche wieder zuteil wuerde, welche in der dumpfen Be- 
fangenheit des Irrationalen, Bachofenscher Mystik und aehn- 
licher Tiefen und Untiefen ihr Heil sucht. 



^) Meinecke, Die Idee der Staatsraeson. Seite 269. 

Hobbes» Staatslehre ist eines der merkwuerdigsten Bei- 
spiele fuer die Dialektik der Entwicklung, fuer die Uebergaenge 
der Ideen ineinander und wie gerade von dem Kulmina tionspuiLit 
der aelteren Idee es hinübergehen kann zur juengeren und mo- 
derneren Idee. Unter der Decke des schroffsten Absolutismus 
lebt hier bereits das Neue: der westeuropaeische buergerliche 
Individualismus und Utilitarismus, der den Staat den Beduerf- 
nissen der buergerlichen Klasse anzupassen suchte und ihn da- 
bei je nachdem moeglichst stark oder moeglichst schwach sich 
vruenschen konnte." 



«1 

11 



f^l^ 




1) 



Bürgerlicher und kapitalistischer Geist 



Die ökonomiBOhe Geschichte des modernen Kopitalismus ist seit dem 
Erscheinen des Uarxschen "Kapital" namentlich für seine Frühepoche durch ^ 
die Arbeiten von Brentano, Schmoller, Sombart, Strieder, Ehrenberg, und 
ihre Schüler in Deutschland, durch Haievy, Mantoux, Espinas in Frankreich, 
durch Ashley, Rogers in Engiend bekannt und erhellt worden, und jede künf-,d 
tige Wirtschaftsgeschichte kann »uf diesen Werken aufbauend weitere Ab- 
schnitte der kapitalistischen Entwicklung darstellen. Die soziale Geschich- 
te des Kapitalismus hingegen, also die Lebensgeschichre des modernen Bür- 
gertums als seines Trägers, ist noch ungeschrieben und harrt der Darstel- 
lung. Nur Ansätze finden sich in den Arbeiten von Max Weber, in einem frü- 
hen Buch von G. Lukacs über die Soziologie des modernen Dramas und in theo^ 
logischen und philologischen SpezialuntersuchungOt.. Und doch ist ohne sol- 
che historischen Analysen als Vorarbeit jede soziologische Theorie un- 
fruchtbar und eine Spielerei im luftleeren Raum. Vor allem wird eine 
ernsthafte Theorie der Klassen und Stände sich auf unendlich vielen Ein- 
.eluntersuchungen historischer Art aufbauen müssen. Uit Recht hat Schum- 
peter die Forderung nach systematischer Ausnutzung der bürgerlichen Fami- 
liengeschichte erhoben, um zu klaren Erkenntni^.sen über Kapitalbildung, 
bürgerliche Konventionen. Gestaltung der Familie, Aufhebung und Neubil- 
dung ständischer Schranken zu komaen. Anschliessend wäre dann die Geschick 
te der bürgerlichen Lebensformen, ihres Geistes, ihrer Kultur zu behan- 
deln, um endlich einmal den gesamten Fragenkomplex der Neuzeit einheit- 

lieh enzufsssen. 

Es hat überall kapitalistische und bürgerliche Ansätze gegeben. 

in China und Indien nicht minder als in Hellas und Rom, aber nur in Nord- 
wasteurop» ist ein Bürgertum entstanden, weiches sich selbst als "Men- 
schen an sich" setzte und die gesamte Welt revolutionierte, ihr Gesicht 
entscheidend veränderte. Dieses Bürgertum aber ist keine Einhe.^ebl.e- 



9 



/» 



# 



2) 



ben« Was zwischen Adel und Böu^rn im Mitteleiter sich sis Bürgerstand in 
6en St'ädten niederliess.'war zwar zunächst eine in sich homogene Masse von 
Handwerkern und Gewerbe treibenden^ die fcn den Zünften ihre gesellschaft- 
liche Organisation fand. Aber die ökonomischen Chancen der Städte trie- 
ben auch Adelsgeschlechter in die Stadt, und die handeltreibenden G-e- 
BChlechter standen bald in erbittertem Klassenkampf mit den bürgerlichen 
Zünften. Deren Sieg und die Städteeinungen haben^feann später im Zusammen- 
hang mit den technischen und geographischen Entdeckungen, den militäri- 



schen und politischen Umbildfungen und den rechtlichen Veränderungen die 
Grundlagen für die Entwicklung geschaffen, welche seit dem 16. Jahrhundert 
immer deutlicher zu diner Verbürgerlichung des europäischen Lebens^ührten. 
Das mittelalterliche Bürgertum war ein Stand, d.h. durch seine Lebensfüh- 
rung, seine Lebensbedürfnisse und rechtliche Schranken von den anddren 
Ständen geschieden. Es war durch die Beschränktheit und Enge seines Le- 
bensraumes, die Einfachheit seiner Sitten und die Genügsamkeit und Schlicht- 
heit seiner geistigen Bedürfnisse der Kirche besonders teuer; und wirklich 
sind alle grossen religiösen Bewegungen in Europa von den Städten ausge- 
gangen, die Bettelorden haben in ih/^nen ihren Ausgangspunkt, und der Hei- 
lige Franziscus war eines reichen Bürgers Sohn. (Der Bauer ist ja stets 
ein nur durch die Magie der Kirche gebändigter Heide gewesen, und das 
ritterliche Christentum fand nur durch die Todes-und Frauenmystik in dem 
Bezirk der Katholizität seinen Pl^tz.) Diese ständischen Elemente des 
mittelalterlichen Bürgertums haben sich bewahrt, wo das Handwerk sich 
noch zu erhalten gewusst hat; und auch wo sich e inkommensmässig der Hand- 
werker vom Proletarier nicht unterscheidet, sucht er durch seine Lebens- 
haltung, seine kirchliche und politische Gesinnung einen deutlichen Strich 
zwischen sich und dem Arbeiter zu ziehen. Und noch ein anderer Bestand- 
teil der bürgerlichen Welt, aus diesen Schichten hervorgegangen, trägt 
deutlich das Stigma dieses ständischen Geistes: die BiWungsschichten 



I 



3) 

(wenigstens in Deutschland), die Professoren, die Verwaltung, die Pfarrer 
habeni^as Bildungsmonopol als ständische Schranke aufgerichtet, beharrend 
im Tradition?^llsmus ihrer bürgerlichen Lebensführung und in den geisti- 
gen Konventionen ihrer Abkunft. Diese ständischen Elemente des Eürger- 
tums ragen aus dem Mittelalter bis in die Gegenwart hinein und erklären 
auch vieles in der politischen Gesinnung des Kleinbürgertums: dass immer 
die Toten über die^Lebenden herrschen. 

Diese "goldene Mittelmässigkeit" stellte zwar im Mittelalter 
die eigentliche Masse des Bürgertums, aber eine ökonomische Elite ragte 
darüber hinaus, welche in ihrer Lebenshaltung bis zum Fürsten aufsteigen 
konnte, wie die Mediui in Florenz, die als Wollhändler begannen und als 
Bankiers ihren Reichtum schufen. Die grossen Händler und Bankiers waren 
freilich ein Eleiiient, das in die engen Schranken ^ständischer Ordnung, aber 
auch in die soziale Theorie der Kirche schlecht passte. Dass ein Kaufmann 
Gott schwerlich gefallen könnet war ein in der Kirche durchaus geltender 
Grundsatz, und der gegen Zinsen Geld verleihende Bankier handelte un- 
christlich. Beide geTahrdeten durch ihr Handeln dauernd das Heil ihrer ^ 

Seele. 

Es ist vielleicht die grosssrtigstc Leistung der katholischen 

Kirche im Mittelalter fee^esen, die sozialen Grundlagen der Zeit so in ihr 
Moralsystem einzubeziehen, dass es zu einetn Herrschaftsmittel T^urde. mit 
dem die Kirche jahrhundertelang die europäische Ordnung aufrechterhielt. 
Sie sicherte dem Bettler und Armen das Himmelreich, sofern er demütig in 
sd.nem Stande bliebe, und sie bedrohte den Reichen mit dem Fegefeuer und 
Höllenstrafen, ^enn er nicht seinen Reichtum als Treuhänder der Armen 
verwaltete. Sie gab dem Bürger seinen Platz, heiligte seine ehrbare Ar- 
beit und billigte seinen bescheidenen Lebensgenuss. Mit dieser sozialen 
Theorie Konnte die .ntholische Kirc^ auskommen, solange die gesellschaft- 
lichen Ordnungen sich diesem sf^ndischen Rahmen einfügten, solange die 



4) 



übersehbaren Formen der europäischen Terrltorifll-und Stadfwirtsch«ft die 

Einfachheit und Klarheit des sozialen Systems nicht verwirrten. Aber 

Zins/ 
schon im Mittelalter hatte sich das/Verbot nicht halten lassen und wie 

sollte die Kirche noch weiter eine soziale Welt beherrschen, in de* Händ- 
ler und Bankiers einen immerg grösseren Rahmen einnahmen''? Hatte die Kir- 
che die mittlere Lebenshaltung des städtischen Bürgers als eigentliche 
Stätte christlicher Tugenden gepriesen, die verschont blieb von den Ver- 
suchungen der Grossen, so sah sie nun ein neues Bürgertum auftreten, des- 
sen Verdienste scheinbar ohne Mühen erworben zur Ansammlung von Hiesen- 
vermögen führten, dessen Lebensführung ohne das Anrecht der Geburt mehr 
dem der Fürsten als dem ihres Standes glich. Die katholische Kirche liebt 
und legitimiert die Ordnung; sie sah in diesem neuen Bürgertum einen 
Feind der alten Ordnung, ein Element revolutionärer Unruhe., das die al- 
ten ehrwürdigen Ordnungen gefährdete. Sie hatte zwei Wege offen: den Ver- 
such zu machen, diese neue Gesellschaft in ihre Sozialethik geistig ein- 
zubeziehen oder sie zu bekämpfen. Beide Wege sind gegangen worden: am 
deutlichsten in Frankreich, wo der alte katholische Glaube und die neue 
Bourgeoisie der Steuerpächter, Staatsbankiers, Seidenindustrieller und 
des bürgerlichen Amtsadels in einem leidenschaftlichen Kampfe stehen, der 
bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts zugunsten der neuen Gesellschaft ent- 
schieden ist. verfolgt man die Predigtliteratur des 17. und lö. Jahrhun- 
derts, so wird einmal des Bestreben der Jesuiten deutlich hervortreten, 
die Dogmatik der neuen gesillschaftlichen Situation anzupassen, die Recht- 
mässigkeit des Reichtums anzuerkennen und die Armut als eigene Schuld hin- 
zustellen.Die allzeit modernen Jesuiten hatten auch hier die geistige Hal- 
tung ddr neuen Geldmächte am ehesten verstanden, welches nichts anderes 
bedeutete als die Zersprengung der katholischen Gemeinschaft in eine be- 
sitzende und eine nichtbesitzende Welt. Der Reiche und der Arme gehörten 
im Mittelalter zusammen wie Himmel und Hölle, sie waren Bestandteil einer 



5) 



ewigen Ordnung und von der Vorsehung eingesetzt. Nun aber wurde der Reich- 
tum nicht ein Geschenk Gottes, sondern ein eigener Tüchtigkeit folgender 
Gewinn; er wurde die Frucht langer und kühner Berechnungen, angestrengter 
Arbeit und aufregender Mühen: der Erfolg war also rechtmässig erworben, 
richtig errechnet - und es war kein göttliches Geheimnis dahinter, und 
men brauchte die Gnade nicht zu bemühen. Hier liegt der entscheidende Un- 
terschied bürgerlichen und kapitalistischen Geistes: dieser verabsolutiert 
die Ökonomische Sphäre, während jener die materielle Basis seirtes Lebens 
nur als Voraussetzung eines von nichtbkonomischen Formkräften gebildeten 
Lebens betrachtet. Hier ist der Sinn jenes einzigartigeh. Prozesses, der 
vom Bürgertum zur Bourgeoisie führt. 

Man hat diesen Vorgang oft als Verweltlichung im Gegensatz zur 
mittelalterlichen Christliohkeit bezeichnet, aber damit wird das Charak- 
teristische an ihm nicht getroffen. Weltlich und lebensfreudig waren die 
Welt des Adels uiif' der Höfe ebenso wie die der Pstrizierhäucer. Ws-^ aber 
ihre soziale Welt von der Lebensordnung der neuen Bourgoisie schied, war 
ihre Unbefangenheit und Natürlichkeit, ihre Freiheit und Sündhaftigkeit, 
ih- üeborcensein und Gebundenheii an eine geistliche Ordnung. Die Bour- 
geoisie hat aber gewisse rmassen die Rolle des Schöpfers selbst übernom- 
men, sie hPt tet sächlich eine neue Welt geschaffen, und mit ihr ein ei- 
^ems Bewu«^stsein: das ökonomische Denken. In der polemischen Literatur 
z^'ischen Geistlichen und Bankiers über die cLristücne Rechtmässigkeit 
der Kreditgebarung und der Zinssätze tritt mit erschütternder Deutlich- 
keit zutage, wie sich hier religiöses und ökonomisches Bewusstsein über- 
haupt nicht mehr begegnen. Prietter und Laie reden verschiedene Sprachen. 
"Du bringst dich um das Heil deiner Seele" - warnt der Geistliole ; und 
der Bankier entgegnet: "Ist es etwa kein Verdienst, durch meine Kredite 
«ine entstehende Industrie zu finanzieren, Hundorten von Arbeitern Brot 
zu verschaffen und den Volksreichtum zu vermehren?" Das ist eine babylo- 
nische Sprachverwirrung, und wenn man einen Anfangspunkt für das Selbstä. 



6) 



* 



dig^rerden der e-n^dnen Lebensgebiete finden will, so ist er hier zu su- 
chen, fast auf ein Jahrzehnt (um 1740-1750) genau zu bestimmen. Das öko- 
nomi^che Denken ist der rationale Ausdruck eines Lebensstils, der die al- 
ten mittelalterlichen Bürgertugenden heroisiert und autonom gemacht hat. 
Sie dienen nicht mehr 4inem "Nahrungs ideal«, sondern dem Schaffen einer 
Wirtschaftswelt, wie si« die Geschichte noch nie gesehen hatte. Und dies? 
Welt zerbricht nicht nur die alten Ständeordnungen, sie schiebt sich als 
Welt der "Kultur'.' zwischen die Seele und Gott. Die alten Welten waren eine 
Gottesfrucht im ganzen wie ein Apfel oder eine Blume. Die neue ökonomische 
weit der Bourgeoisie hat erst eine VKultur" geschaffen, welche einen eige- 
nen Wert verkörpert wie ihre Wirtschaft, eine Kultur, in der jede SpJlftiäre 
ihren eigenen Gesetzen folgend ein "ungebundenes" Leben führt und alle 
Kreise auseinanderrollen. Diese Kultur ruHt« auf dem Selbstbewusstsein 
ökonomischer Tüchtigkeit, auf dem schöpferischen Formwiiieh des mensch- 
lichen Geistes. Von hier aus führt ein gerader Weg zum kritischen Idealis- 
mus Kants, dessen bürgerlicher Charakter eben in s-^iner Autonomie des 
Geistes bestöi t. Dadurch wird der alte ehrwürdige Begriff des"Christen" 
soweit er eine Lebensform bezeichnete, aufgehoben, der moderne Bürger ist 
Philosoph, er ist tugendhaft und moralisch, er sorgt für s'-ine Familie, 
er schafft Volksreichtum, er fördert Handel und Verkehr, gründet Industrien 
^- kurz er arbeitet an dem Bau der Kultur statt am Reiche Gottes. 

ES kann garnicht eindringlich genug betont werden, wie dieser 
BegriM des "schöpferischen" Menschen das eigentliche Wesen des modernen 
bürgerlich-kapitalistischen Geistes ist. Rationalismus hat es - ebenso 
^ie kapitalistische Ansätze besonders in der Handelssphäre - zu allen 
möglichen Zeiten gegeben, in Indien und Griechenland, in Rom und Byzanz. 
Aber das Individuelle und Einzigartige des kapitalistischen Rationalismus 
ist die unausgesprochene Annahme"^ dass sich schlechthin alles Nichtratio- 
nale allmählich zu einem Grenzbegriff oder "als ol." verflüchtigen lasse. 
Die göttliche Vorsehung wird als Schicksal in der eigentlichen Sphäre des 



7) 



Bürgers, der Ökonomie, nicht mehr geduldet, msn "versichert sich" im flle]>- 
praktischsten Wortsinne geg^n jeden möglichen Einbruch nicht berechenbarer 
Mächte, um dem Leben Sicherheit und Berechenbarkeit zu verleihen - nicht 
zufällig beginnt im 17. Jahrhundert die Blüte der grossen V« r siehe rungs- 
zweige. Man schafft ein Recht, des Eingriffe der Willkür ausschliß sst und 
Rechtssicherheit garantiert. So entstand eine neue Gesellschaft, die alten 
Ständeordnungen durch© inandervürfeind, gleichsam als neue und unheimliche 
Zwischenbilhne auf dem ewigen Welttheater, gespenstisch in ihrer B4trieb- 
samkeit:und grossartig in der Entfaltung immer neuer Einfälle und neuer 
SchaustT^oke. Ihr erstes grosses Spaktakeistück gelang ihr n«oh iang«n Vor- 
bereitungen in der franzÖPischen Revolution. Und es war eine denkwürdige 
Erstaufführung: der bürgerliche Staat der kapitalistischen Gesellschaft 
trat in Erscheinung. Von hier aus hat er den Siegeszug durch Europ« begon- 
nen und in seinen Verfassungen das eigentliche politische Geheimnis des 
Bürgertums enthüllt, seine Sendung offenbart, das Religiöserem ökonomi- 
schen zu substituieren. Die Heiligkeit des Privateigentums, die Ewigkeit 
der bürgerlichen Familie und die Unumschränktheit des Erbrechts sind die 
pseudoreligiösen Fundamente des bürgerlichen Staates. Auf ihnen wird die 
bürgerliche Kultur errichtet. Alle ihre Ideale, persönliche Vervollkomm- 
nung und Humanität, ein nie endendes Fortschreiten und jede Art subjekti- 
ver Kultur sind nur auf dieser .oziolo^ischon Basis möglich gewesen, haben 
in dieser Weise nie vorher existiert, jemals vorher hat auch die Senti- 
.entali*..sierung der objektiven Lebensformen in irgendeiner grossen Kul- 
.urepoche stattgefunden, .un aber drängen die abgelenkten religiösen Ge- 
.ühLströme in die weltlichen Lebensgebiete ein; aass die Ehe nur zwischen 

.. ^-irf. h.t vor dem WJrgerlloMn 18. Jshrhun- 
Ll.UenJ.n »esohloss.n «eräen d„rf.. M% vor a « s 

d,r. .,ln U.n.o. ..el-t.. .nd dl. r.U.«.. ".!>.• -" "»" 1" •'"' 
,euar. B„«tU.^ .«r die sa.uX.ri*r„^ de, re^i.i.,en «.».es. Uer - 
.„.dU ..er u.d .„.=c.lu..retc. UU -e dieser W.U «Kn.Uc. «hlt: d.e 



Fähigkeit Symbole zu schaffen, Zeichen für die Totalität nud Universali- 
tät eines gesellschaftlichen Gebildes. Diese Bourgeoisie hat ein tech- 
nisch unerhört grosssrtiges Werk geschaffen, die moderne W ir tschaft sma- 
schine, sie hat nicht eine Gestalt, nicht einen Mythus hervorgebracht, 
es s^i denn den Nationalstaat. Und noch dieser ist mit der Idee des na- 
tionalen einheitlichen Marktes auf? engste verknüpft. 

Jedes Gemeinwesen beruht auf der stillschweigenden oder ausge- 
sprochenen Zustimmung der seiner Herrschaft Unterworfenen. Auch der bCr- 
serliche Staat ist diesem Gesetz Untertan. Und jede Kritik an seinen 
Grundlagen erschüttert auch seine politische Form und enthüllt seine Ideo- 
logien, wenn man von einem "guten und schlechten Gewif^sen" auch in der 
Geschichte spricht, so darf man sagen. <'ass das Bürg-rtum von 1740 - 1840 
ein sehr gutes Gewissen hatte, und dass erst die sozialistische Kritik 
diesen Seelenfrieden gestört hat. Indem hier die Klasseninteressen als 
die wahren Antriebe der bürgerlichen Gesellschaft aufgedeSiTt wurden, er- 
schien plötzlich^hre Kultur in einem fahlen durchsichtigen Licht, wur- 
den die Ideen zu Ideologion, dem Herrschaftsinstrument einer sozial und 
politisch regierenden »«« Gesellschaft. Und wichtig ist, dass nach die- 
ser Kritik, d.h. nach dem Werk von ü«rx, die bürc^rliche Gesellschaft 
sich immer nur in der Defensive befunden, nie mehr ihr Dasein durch eine 
Idee zu rechtfertigen gewagt hat. Ihr Gewissen ist vielleicht wieder ru- 
higer, aber nicht besser, v^'^lleicht robuster, aber gewiss nicht reiner 
geworden. Wie wenig noch von der Idee einer eigenen Würde und Aufgabe in 
dieser Gesellschaft lebt, mag zum Schluss an der Stellung ihrer Kunstkri- 
tik ^u radikalen Künstlern wie Dix und Gross illustriert werden. Deren 
werke finden Billigung und Zustimmung als ausgezeichnete Kunstwerke. Nie- 
.els hat eine Gesellschaft mit eigenem Selbstbewusstsein und Ehrgefühl 

^ ^ ^4^ r/*t5t<* de<? Richters noch ästhe- 

sich je so verurteilen inss^n uu^ 

vertreten werden kann^ da sie sexü. 






f 



Dönkbßr sei des Buches gedacht, welches den Verfasser zu obigen Zei- 
len anregte. Bernhard Groethuysen, vielleicht der einzi^^e Freund und Schü- 
ler von Simmel, h?^t im Verlgg der Nouvelle Revue France ise ein Buch er- 
scheinen lassen: "Origines de iSesprit hourgois en France" I* "L'Eeli^^se 
et la Bourgeoisie", ein ?:e^k, gleich ausgezeichnet durch geistigen Charme 
und profunde Kenntnisse, dn einem so kostbaren und reizvollen Französisch 
verfasst, wie es seit Grimm von keinem Deutschen mehr geschrieben wurde. 
Es ist weder ein historisches noch soziologisches Werk. Groethuysen tritt 
als Philosoph vor die bürgerliche Gesellschaft und fragt: wie ist der 
Bürger möglich? Zu kritischen Erörterungen ist hier nicht der Ort. Die 
entscheidenden Fragen, wie gerade das industrielle Bürgertum entstehen 
konnte, tauchen nicht auf. 



i^>ri 



1) 



Karl Vorland« r. Vom ICaoklavelli bis Lsnlu« Nauzeitlioha Staats- 
und C^aaallschaftsthaorian* Varla^ von Quelle und Mayer in Leipzig, 1926, 
Der Verfasser hat seinem Buohe eine Einleitung vorangesohickt, in wel- 
cher er sich Ober den Zweck der Arbeit äussert und die Formulierung des 
Titels erläutert» Das Werk beansprucht nicht, neue wissenschaftliche Er- 
kenntnisse zu lieferuf es will überhaupt nicht so sehr der Wissenschaft 
dienen wie dem Leben# Denn dieses ist aufs tiefste aafgewnhlt; es befin- 
det sich in seinen sozialen^ Skonomischen imd geistigen Formen in einer 
offenen oder latenten Revolution. In solchen Situationen sucht der Mensch 
gern einen Standpunkt zu gewinnen, indem er die Dynamik derjenigen histo- 
rischen Mächte zu erkennen strebt, in deren Schnittpunkt er sich stehen 
sieht, sei es um sie zu bekämpfen, sei es um sie weiterzutreiben* Daher 
will das Buch "den gebildeten Deutschen eine ihnen heute noch vielfach 
fehlende und doch in der heutigen Zeit besonders nötige Kenntnis der 
grossen politischen Theorien der Vergangenheit unter ständiger, wenn 
auch oft latent bleibender Beziehung auf die Gegenwart vermitteln. "Po- 
litische Theorien der Vergangenheit will Vorländer schildern, aber er 
schränkt den Begriff der Vergangenheit ein. indem er als rückwärtige 
Grenze seiner Arbeit den Beginn der Neuzeit festsetzt. Mit dem Beginn 
der frühkapitalistisohen Wirtschaft, des rationalen Staates, der sich 
allmählich der kirchlichen Herrschaft entwindenden weltlichen Kultur 
beginnt seine Arbeit. Und weiterhin präzisiert er sein Thema dahin, dass 
er nur die systematischen Formulierungen der Staets-und Gesellsohaf ts- 
theorien darzustellen unternommen habe, also wader rechts-und geschiohts 
philosophische Systeme noch einzelne mittelbar wirksam gewordene Ideen 
berücksichtigen wolle. Endlich ist zu bemerken, dass er weder eine hi- 
storisch-dogmengeschichtliohe Darstellung dieser Systeme ^ibt. ntch ei- 
ne staatsre^htssoziologiBche Analyse: die verschiedenen Systeme sind 
nebeneinandergereiht. Das Buch ist in 15 Abschnitte geteilt, welche In 



8 



ich abgeschlossen Je eine Person oder eine Gruppe geistig .usammen- 



(0 



r 



2) 



hängender Personen behandeln« 

Es beginnt mit einer Darstellung des Lebens und Werkes von Mä- 
chiavelli^ stellt in die Mitte, eis Ende und Beginn einer Epoche, die 
revolutionäre Staatslehre Rousseaus und schliesst mit den Gesellsohafts- 
und Staatslehren der verschiedenen Formen des Sozialismus. Diese drei 
Namen und Begriffe fixieren in der Tat die entscheidenden Punkte in der 
Entwicklung der neueren Staatstheorie. Der Staat als autonomes Wesen^ 
der Staat als einheitliches organisiertes Volk^ der Staat als soziale 
Gesellschaft sind die Angelpunkte, um welche das staatspolitisohe Den- 
ken der neueren Zeit sich dreht. Machiavelli hat als erster den Staat 
aus der Umklammerung der Kirche gelöst und als autonomes Gebilde mit 
eigener Technik geschildert» Er hat die eine Seite des Staates, Macht- 
organisation zu sein und als solch* Macht zu erstreben» mit allen Mit- 
teln rationaler Beweisführung unerbittlich konsequftnt herausgearbeitet. 
Dieser Staat bber war ihm nicht nur ein Instrument der Herrschaft, son- 
dern ein der tiefsten und leidenschaftlichsten Hingabe den einzelnen 
würdiger Gegenstand* Hier taucht auch zum ersten Mal in der neueren 
Staatstheorie der Staat als Gefühlswert auf, dem das Opfer nicht nur des 
Lebens, sondern auch des eigenen Seelenheils zu bringen nicht unbillig 
ist. Dieses Pathos entsprang dem Sehnen nach einem staatlich geeinigten 
Italien, und es war daher kein Zufall, dass Fichte in der Zeit der na- 
poleonischen Herrschaft auf Machiavelli zurückgriff. Machiavelli hat 
keine eigentliche Staatstheorie geschaffen, aber es war doch ein bemer- 
kenswertes Symptom, dass er die alte aristotelische Dreigliederung der 
Herrschaftsformen: Monarchie, Aristokratie, Demokratie zugunsten einer 
Zweigliederung aufhob, und als die allein möglichen Formen die der Mo- 
narchie und Demokratie bezeichnete. Es sind die beiden Formen, welche 
für die Zukunft von entscheidender Bedeutung waren. 



3) 



Hehr als 200 Jahr« vergingen« bis Rousseau durch den ^Oesell" 
Schafts vertrag" eine das politische Denken noch jetzt hestitnmende 
Staatslehre sohuf« <*!• d^r radikalen egalitären Demokratie. Innerhalb 
dieses Zeitraumes spielen sich zwei grosse Revolutionen ab J die Ver- 
nichtung der feudalen Mächte durch das Königtum auf dem Kontinent, als 
deren Folg© der nationale Einheitsstaat und die absolute Herrscherge- 
walt der Fürsten sich durchsetzte. Dieser Tatbestand findet seinen theo- 
retischen Ausdruck in der Staatslehre von der Souveränität des Herr- 
schers« welche mit mehr oder weniger grossen Abweichungen von Bodin, 
Hobbes, Spinoza und Pufendorf formuliert wurde. Die andere Revolution 
vollzog sich in England, dort vermochte der ländliche Adel gemeinsam 
mit dem städtischen Patriziat in der "glorreichen Revolution" die 
Machtansprüche des rdnigtums zurückzuweisen und damit die Vormachtstel- 
lung der im Parlament vereinigten Stände für lange Zeit zu behaupten. 
Mit der sozialen Konsolidierung des ökonomisch erstarkten Bürgertums 
setzt dann ein neuer Abschnitg im Kampf um die Teilnahme an der Staats- 
gewalt «in, der über die Ideen Rousseaus hinweg zur französischen Re- 
volution führte. 

Immerhin^ die historische und soziale Situation dos 16. und 17. 
Jahrhunderts gab ein einfaches Gliederungsprinzip fnr die Darstellung 
der Staatstheorien der Epoche, entweder dogmengeschichtlioh: Herrscher- 
souveränität gegen Volkssouveränität. Widerstandsreoht gegen absolute 
Herrschaft, Gesellschaftsvertrag i»gm Herrschaftsvertrag - oder histo- 
risch soziologisch: Staatatheorien des fürstlichen Absolutismus, 
Staatstheorien der durch die Stände zu beschränkenden Monarchie und 
Staatstheorien revolutionärer Radikaler. Die Einteilung von Vorländer 
ist aber unbrauchbar. Das Haturrecht als Einteilungsprinzip muss auch 
abgelehnt werden: die Monarchomachen, Althusius, Rousseau, sind trotz 



4) 






entgegengesetzter Resultate für die staatliohe Willensbildung genau so 
Anhänger des Naturrechtes wie Hobbes, Bodin und Spinoza. Als Konstruk- 
tion des die rechtliche Grundlage des Staates formulierenden Staatsver- 
trages ist das Naturrecbt nicht mehr als eine rationale Hilfskonstruk- 
tion - "eine Staats theoretische Torrn für politische Id^en" -^ welche so- 
wohl der radikalen revolutionären Demokratie wie der absolutistischen 
Monarchie gedient hat* Das Bedeutsame in dieser Epoche des Naturrechtes 
ist darin zu sehent dass hier ein inniger Zusammenhang mit dem positi- 
ven Hecht des Ständestaates vorliegt* Und darum ist diese ganze Epoohe 
leidenschaftlicher Kämpfe tim die Selbständigkeit feudaler und ständi- 
scher Gewalten nur vom Boden des mittelalterlichen Dualismus des stän- 
dischen Staates zu verstehen* in welchem sich Herrscher und das in Stän- 
den repräsentierte Volk als gleichberechtigte Vertragskontrahenten ge- 
genüberstehen* Die Formen des ständischen Staatsrechts: Eidesleistung 
des Fürsten* dann erst Huldigung der Stände ist die sehr reile Grundlage 
für die Auslegung dieses Rechtsverhältnisses als eines Vertrages* Dass 
die •• Volkssouveränität", welche bei Althusius* Milton u,a, ouftauchtt 
die Souveränität der Stände bed«iutet,t ist allgemein anerkannt, strittig 
ist nur die rechtliche Befähigung der Stände, sich als ••Volksvertretung" 
auszugeben* Es ist sehr bedauerlich, dass die Werke von Kern und Wol- 
«n.or,/'vor.^d,r «h.in..r .n..^.« ..«l..,n sma. In i.«.n l.t 
der tiefe Zusammenhang zwisohen dem positiven Recht d*8 Ständestaates 
mit den Steatstheorien des 16. und 17. Jahrhunderts an einem unendlich 
reichen Material einleuchtend erwiesen wofd«n. Nicht minder bedauerlich 
ist die Tatsache, dass Vorländer auf die Zusammenhänge der Lehren der 
^«f»r«atoren n.^ t. den Staet «t>,«nrlen wenig Wert legt. Im ppBitiven und 
t) KernJ &otte8gnadentum und Widerstandsrecht im früheren Mittei- 

""2rWo!zendSr«:*Sta.tsrecht und Naturreoht in der Lehre vom Wider- 
stand sre^htd^s Volkes gegen rechtswidrige Ausübung der Staatsgewalt. 

Breslau 1916. 



6) 



negativen Sinne wer der Kinfluss der oalvinischen Doktrin^ de« lutheri- 
schen Steetskirohentums und der puritanischen Sekten ein ganz einschnei- 
dender. Oliver Cromwell schreibt einmal: 

»•Obrigkeit und Gewalten sind eine Einrichtung von Gott. Die je" 
weilige Art aber ist eine menschliche Einrichtung, und begrenzt mit mehr 
oder weniger lockeren Ferment je nach der jeweiligen Verfassung. Darum glau- 
be ich aber moch nicht# dass die Obrigkeit sich alles erlauben darf xmd ihr 
doch immer solcher Qehormsam gebührt, sondern es feibt nach allgemeinem Ur- 
teil Fället in denen es d«s Rechte istt sich zu widerset zen Ich möchte^ 

dass dert welcher den Grundsatz des leidenden Gehorsams vertritt, solches 
nicht allzu gering schätzt. Ich verachte den nichtt der diesen Grundsatz 
hat; aber wir müssen uns in acht nehmen, dass nicht fleischliche Erwägungen 
uns diesen Grundsatz sicherer erscheinen lassen als das Handeln. Ist denn 
der, der handelt, nicht bereit, mit Gottes Hilfe alles für ihn zu opfern? 
Unser Herz trügt uns leicht, nach der einen wie nach der anderen Seite," 3) 

Diese Äusserung ist nur aus dem Geiste Calvins zu verstehen und 
wäre im Luthertum uxunbglioh. Es sollen hier gleich einige Einzelheiten be- 



richtigt werden. 



#) 



Der auf Seite 34 geminte Plockboy - Oorell schreibt Plockhoy - 
war ein holländischer Täufer, welcher seine organisatorischen Pläne ge- 
nossenschaftlicher Siedlung aus der menonitischen Gemeinde Ordnung ableite- 
te. Thomas Münzer (Seite 37 f.) war kein Sozialrevolutionär, sondern ein 
religiöser Radikaler: die ganze Täuferbewegung ist eine lediglich von rein 

religiösen Antrieben bestimmte soziale Erscheinung, welche man sehr glüok- 

5) 
lieh als "apokalyptische Propaganda der Tat** definiert hat* Dass die Er- 
eignisse in Münster den Charakter von Kriegskommunismus tragen, hatte 
Kautsky richtig erkannt. Die Revolution des Bauernkrieges war keineswegs 
kommunistisch, wie die Forderung der 12 Artikel deutlich beweisen. Die un- 
ter dem Pseudonym Junius Brutus erschienenen Vindiciae contra tyrannos 

entstammen (nach dem heutigen Stande der Forschung) der Feder des Du 

6) 

Plessis-Mornay . Die innere Revolutionierung der europäis chen Staatsver- 

3) Oliver Cromwell 2 Briefe und Reden, Seite 146. Basel 1911. 

4) Coreli: Das schweizerische Täufermenonitentum. Tübingen 1925. 

5) Hans von Schubert^ Der Kommunismus der Wiedertäufer in Münster und 
seine Quellen. Heidelberg 1919. 

6) Elken: Publizistik der Bartholomäusnacht und Mornays Vindiciaey 

Heidelberg 1905. 



6) 



f8ssung©n endete mit dem Sieg des absoluten Königtums^ das allmählioh mit 
Adel und Klerus sich aussöhnte. Die Bewegung auf Beschränkung des König- 
tums ging dann vom dritten Stande aus» 3«? T^ird mit Recht von Vorländer 
der innere Zusammenhang der bürgerlichen Staatstheorie mit dem wirtschaft- 
lichen Liberalismus betont^ wenn auch die Bezeichnung •'Liberalismus der 
Aufklärungszeit" für die Staatstheorie nicht korrekt ist. Denn es gibt 
keine liberalen Staatstheorien: Liberaiismas ist eine Weltanschauung^ wel- 
che sich mit einer Demokratie ebenso verträgt wie mit einer konstitutio- 
nellen oder parlamentarischen Monarchie. Es gibt auch demokratische Siaats- 
theorien tief illiberalen Charakters. 

Es ist nun sehr lehrreich zu sehen, welchen Funktionswandel die 
Ideen durchmachen, welche dem Kampf der Stände wider das Königtum als po- 
litische Waffe gedient hatten und nun als theoretische Schwerter in den 

Händen des Bürgertums vor König und Adel aufblitzen. Die Idee einer alt- 

7) 
germanischen und altfränkischen Freiheit wird nun, des positiv rechtli- 
chen Hintergrundes beraubt^ zu einer Forderung des Naturrechts und führt 
geraden Wegs auf diejenige Staatstheorie, welche allen Zusammenhang mit dem 
positiven Recht verloren hat, die radikal na turre cht liehe Staatstheorie 
Rousseaus. I^as Kapitel über Rousseau und die französische Revolution steht 
mit vollem Recht im Mittelpunkt des Buches. Rousseau hat die letzten und 
schärfsten Konsequenzen aus der na turre chtliohen Vertragsidee gezogen. Be- 
stand der Staatsvertrag bei den meisten aoiner Vorgänger aus zwei Bestand- 
teilen, dem aesellschaftsvertrag und dem Herrschaftsvertrag, so strich er 
radikal den Herrschaf tsvertrag aus seiner Theorie und liess aus dem Ge- 
sellschaftsvertrag und dem Gemeinwillen die vollkommene Einheit seines 
Staates erwachsen. Er stülpte die absolutistische Theorie des Hobbes um. 
indem er die Staatsallmacht in den Gemeinwillen des durhh Gesellschafts- 

7) Hölzle; Die Idee einer altgermanischen Freiheit vor Montesquieu. 
Berlin und München 1925. 



V 



7) 

vertrag vertundenen Volkes legte. Es ist die antiliberalste Staatstheorie 
der Demokratie # die man sich denken kann. 

Dankbar sind die Abschnitte über die französische Revolution 
und die Anfänge des Sozialismus in ihr zu begrüssen^ da sie ein nicht all- 
gemein bekanntes Material einem weiteren Leserkreise zugänglich machen. 

Die Wirkung der Staatslehre des Rousseau hat das 19. Jahrhundert 
Oberdauert.Sie hat nicht nur aufs tiefste die Staatsphilosophie des deut- 
schen Idealismus beeinflusst# auch die sozialistischen Theorien bis zum 
Bolschewismus sind ihr als geistigem Ahnherrn verpflichtet. Dieser Gedanke 
bestimmte die Gliederung» welche Vorländer dem letzten Teil seines Buches 
zuteil werden lässt. Er behandelt die Staat^anschauungon der Klassiker der 
deutschen idealistischen Philosophie und der Romantik, lässt in der Dar- 
stellung der Hegeischen Philosophie eine Gäsur deutlich werden# um dann 
in den sozialistischen Theorien des utopischen und romantischen Sozialis- 
mus, des marxistischen Sozialismus, des Syndikalismus und Bolschewismus 
die zur Macht drängenden Kräfte des Proletariats zu enthüllen. 

Die Darstellung der Staatslehren von Kant und Fichte ist das 
reichste und ergiebigste Kapitel des Buches. Die aus dem kategorischen Im- 
perativ und dem unerbittlichen Rechtsbewusstsein logisch konsequenteste 
Staatstheorie hätte bei Kant notwendig zu einer radikalen Demokratie füh- 
ren müssen. Wie dieser aber zu Repräsentativverfassung mit Zensuswahlreoht 
kommt, ist von Vorländer mit der ihm eigenen ruhigen Klarheit und der Fä- 
higkeit, komplizierte Zusammenhänge Obersichtlich zu analysieren, geschil- 
dert worden» es ist ein wichtiger Beitrag zur Soziologie der deutschen 

••Intelligenz". 

Dem Rechtsitaat Kants stellt Vorländer Fichtes Sozialstaat ge- 
genüber. Während Kant aus dem atomistischen Individualismus des 18. Jahr- 
hunderts nur in Ansätzen zu einer Sozialphilosophie kommt, ist bei Fichte 
ein utopischer Sozialismus angedeutet, vermengt iilt Elementen bürgerlich- 



8) 



1 



politischer Formen der repräsentativen Demokratie, Im eigentlichen Sinne 
kann man weder bei Kant und Fichte^ noch bei Hegel von einer reinen Staats- 
lehre sprechen^ es ist durchaus eine spekulative Staatsphllo^ophie, deren 
Charakter mehr durch den logischen und metaphysischen Ausgangspunkt des 
Systems bestimmt ist als durch politisches Wollen. Das kommt in der Ana- 
lyse Hegels nicht genügend zum Ausdruck* Der Begriff der "Wirklichkeit" bei 

Hegel ist niemals das empirisch-historische Geschehen^ sondern 4ie "konkre- 

B) 

te Werterfülltheit"; sie ist das wahrhaft Wirkliche, das vernünftig ist. 

Auch wo Hegel über den Staat, auch wo er über Politik spricht, ist er von 
dem lebendigen Oeschehen seiner Zeit weltenweit getrennt* Geheimnisvoll 
und dunkel iönt seine Stimme über die Zeit hinweg: er allein durfte es 
noch wagen, mit einem so grossen Pathos davon zu spre^-chen, "das heilige 
Feuer der Philosophie zu hüten". Will man die Grundelemente seiner Staats- 
lehre erkennen, so findet man den Zugang eher durch eine soziologische 
Betrachtung des akademischen Humanismus als in den Gr\indpositionen seiner 
Philosophie. Dass nicht notwendig aus seiner Philosophie eine preussische 
Staatsphilosophie folgen müsse, haben die Jung^hegelianer und Marx zur 

Genüge gezeigt. 

Wie verschieden auch alle sozialistischen Systeme sein mö- 
gen, gemeijl^sam ist ihnen allen, dass sie den Staat nur von seiner Innen- 
seite her betrachten, in seiner durch Klassenherrschaft und Klassenkampf 

bedingten Dynamik. Die politische Funktion des Staates, nach aussen Träger 

9) 

von Macht zu sein, kommt zunächst überhaupt nicht zum Ausdruck. Wie stark 

die vormarxistischen französischen Theorien, vor allem Fourier, Lnuis 
Blanc, Bazard, aber auch Proudhon von der nie ganz vom Handwerkergeist 
freigekommenen Struktur der französischen Industrie und der Stellungcdes 

französischen Bankkapit ela ^Kreditorganisatign) ^o^l^lopi ^^^^ ^/>^^^^^^ 

8) Lask: Hegel in meinem Verhältnis zur Weltanschauung der Aufklärung 

(Gesammelte Schriften Band l). ^ , , , »^«v,«^ ^«t. ««^^a-i- 

9) Emil Lederer: Zur Soziologie des Weltkrieges. Archiv für Sozial- 

Wissenschaft und Sozialpolitik 1915. 



9) 



i 



kommt bei Vorländer vorzüglich zum Ausdruck« Die Darstellung von Marx und 

Engels ist korrektt ohne den doppelten Staatsbegriff bei Marx erkannt zu 

haben. Es ist der Staat der Ausbeutung und Klassenherrschaft t welcher im 

10) 
verwirklichten Sozialtsmus abstirbt, nicht der Staat überhaupt. Heller 

hat auf die doppelte Funktion des marxistischen Staatsbegriffes hingewiesen« 
einmal Funktion des Klassenkampf es« der Ausbeutung, andererseits Funktion 
ddr politischen Organisationt Zusammenfassungsfunktion zu sein. Der Sozia- 
lismus ist durch die Umwälzungen der im Gefolge des Weltkrieges entstande- 
nen Revolution in eine neue Phase getreten: Er wird zum '•konstruktiven So- 
zialismus", und dieser wird euch die Steatstheorie weiterführen und dem ge- 
sellschaftlichen Begriff der sozialen Demokratie eine politisch angemessene 
Form schaffen müssen. Die in Russland entstandene Räteverfassung, welche 
Vorländer am Schluss noch kurz streift, bietet für die Staatslehre eine 
Fülle von Problemen, welche theoretisch noch keineswegs durchgearbeitet 
sind. Zunächst aber liegen die entscheidenden staatstheoretischen Probleme 
in der Auseinandersetzung zwischen VolMssouveränität und Parlamentssouverä- 
nität. Diese Fragen aber überschreiten den Rahmen des Vorländerschen Bu- 
ches und können daher in diesem Zusammenhange nicht diskutiert -werden. 

Das Werk Vorländers ist e^n ausgezeichnetes Nachschlagewerk 
und vermag durch die Kenntnis entlegener Autoren auch dem Kenner der 
Staatslehre mannigfache Belehrungen zuteil werden zu lassen. Ob aber die 
Form der Darstellung der pädagogischen Absicht und dem sachlichen Gehalt 
des Gegenstandes entspricht, muss bezweifelt werden. Denn es ist wider den 
Geist der Staatstheorien, welche doch auf politische Wirkung ausgehen, sie 
isoliert und vereinzelt zu behandeln, als wären sie erkenntnistheoretieche 
Spekulationen. Alles positive Recht - sowohl bürgerliches wie öffentliches 
Recht - ist ein Waffenstillstand im Klas senkampf, gewissermassen die Dia- 
10) Heller : Die politischen Ide.nkreise der Gegenwart. Breslau 1925. 



10} 



I. 



4 



gonale im Perallelogreirmi der sozialen Kräfte, Staetstheorien aber haben die 
Funktion anzuzeigen# naoh weloher Richtung sich die Kräfteverhältnisse zu 
verschieben beginnen. Sie stehen daher im genauesten Verhältnis zum posi- 
tiven Recht und zu den gesellschaftlichen Kräften insgesamt, wie Wehrver- 
fassungf besondere Struktur der intellektuellen Schichten, Bedeutung des 
Beamtentums usir.Dess zu den gesellschaftlichen Mächten auch die Stellung 
der christlichen Kirche zu den sozialen Phänomenen gehört, ist Vorländer 
scheinbar wenig sympathisch, aber trotzdem nicht aus der Welt zu schaffen* 
Die tiefgöwurzelte "Untertänigkeit»' der protestantischen Deutschen hat ei- 
ne seiner Wurzeln durchausin Luthers Stellung zum Staat, während die leben- 
dige Freiheitsgewinnung der Angelsachsen im caivinisch-purltanischen Sek- 
tengeist^ in der Tradition der englischen ••GeVur tsrechte" und in der Be- 
deutungslosigkeit der Armee und des Beamtentumsxge gründet ist. Es wäre da- 
rum das gegebene, wenn men nicht als Rechtswissenschaftler eine dogmatisch- 
problemgeschichtliche Darstellung der Staatstheorien geben will wie Gierke 
in dem klassischen Werk über Althusius - und für einen Sozialisten gewiss 
naheliegend, die Staatstheorien soziologisch darzustellen: ständische 
Staatstheorien im Kampf gegen den Absolutismus, bürgerliche Staatstheorien 
im Kampf gegen Königtum und Adel, bürgerliche Staatstheorien im Kampf ge- 
gen das Proletariat, proletarische Staatstheorien im Kampf gegen dU Bour- 
geoisie. Dadurch würde einmal eine grössere Lebendigkeit und Einprägsam- 
keit erreicht werden und zweitens der ideologische Charakter politischer 
Ideen deutlicher zum Bewusstsein gebracht werden. 



1^;:^ 



1) 



I 



Herbert Kraus» Gredankeu über Staatsethos im internationelen Verkehr. 
Schriften der Königsberger Gelehrten Gesellschaft. Geisteswissenschaftliche 
Klasse. 2. Jahr, Heft 3. Deutsche Verlagsgesellschaft für Politk und Ge- 
schichte, Berlin 1926. 

Die mendlich im Druck vorliegende Rede vor Kraus macht dem weiteren Pu- 
blikum einen Vortrag zugänglich, welcher im Rahmen der Königsberger Gelehr- 
ten Gesellschaft gehalten wurde. Die Sch'Tift ist durch Gesinnung und Ge- 
dankenreichtum zwiefach bemerkenswert. Sie ist einmal dadurch hocherfreu- 
lich# dass sich der Verfasser trotz aller Bedenken, welche die allgemeine 
auswärtige und Völkerbundspolitik zu erwecken geeignet ist, in ganz posi- 
tivem Sinn zur Anwendung des Rechtsgedankens auf die internationalen Be- 
ziehungen bekennt und dem festen Glauben Ausdruck verleiht, dass die ••Ver- 
tiefung und Erweiterung des Reohtsgedankens über die Welt auch gegenüber 
der Politik" eine unaufhaltsam fortschreitende Tendenz darstelle. Und wei- 
terhin ist der Inhalt des Buches höchst anregend durch eine Reihe lässig 
hingeworfener Gedanken zur Problematik moralischer Ideologien im Verkehr 
der Staaten untereinander und in den Begründungen staatlicher Handlungen 
überhaupt. Unter "Staatsethos*' will Kraus verstanden wissen den ••Inbegriff 
der nicht nur vorübergehenden staatlichen Vorstellungen und Auffassungen 
von den dem Staat obliegenden Rechten und Pflichten'*. Es soll sich also 
nicht - und das wird ausdrücklich betont - um eine philosophische Erör- 
terung des Themas Politik und Moral handeln, sondern um eine empirische 
Systematisierung der moralischen Ideologien staatlichen und zwischenstaat- 
liohen Handelns. So führt die Abhandlung an den Grenzen von Ethik, Völ- 
kerrecht, Politik und Soziologie entlang und wird daher ••manchem etwas 
bringen". Dass der Schrift ein sehr reiches LitJJTreturverzeiohnis und eine 
Reihe von hemerkenswerten Anlegen beigegeben sind, sei dankend erwähnt. 

In diesem ZuseMmenhang en"brigt es sich, im einzelnen auf die Syste- 
metisierung einzugehen, welche Kraus an dem überreichen ideologischen 



6 



t 



2) 



J^ 



Sprachschatz der politischen Welt vorninmitf zumal darin nur eine inhalt- 
liche Rubrizierung ohne festes Ordnungsprinzip erblickt werden kann« Im 
Rahmen dieser Zeitschrift interessieren aber gerade die Enthüllungen der 
Ideologie auf Grund soziologischer Analyse, und darum sollen drei Probleme 
herausgegriffen werden, welche in der Arbeit zwar angedeutet, aber nicht 
weit genug vorw&rts getrieben worden sind, um in ihrer wahren soziologi- 
schen Bedeutung zu erscheinen* einmal das Verhältnis moderner Diplomatie 
zur öffentlichen Meinung, ferner die soziologische Struktur des Nationa- 
lismus und Internationalismus und endlich das Verhältnis von Staatsmacht 
und Staatsgr'dsse zur moralischen polit ischen Ideologie. 

Das erste Problem ist vielleicht das interessanteste und erhält 
seine volle Bedeutung, wenn man die mod erne Diplomatie mit der diplomati- 
schen Aristokratie des !?• und 18. Jahrhunderts vergleicht. Diese Kabi- 
nettspolitik des ancien rögime vollzog sich in den gesellschaftlichen For- 
men des höfischen Lebens und benutzte skrupellos alle diejenigen Mittel 
und Methoden, um erfolgreich zu sein, welche auf diesem Boden zu blühen 
pflegeni Kabelen, Intrigen, Korruptionen und Protektionen aller Art. Und 
dann schuf die internationale Verwandtschaft der Dynastien und des hohen 
Adels eine gewisse Familiarität der Beziehungen zwischen den Höfen und Ka- 
binetten, als Frucht derer sich eine feinste Kenntnis aller psychologischen 
Faktoren und Wirkungsmöglichkeiten ergab, welche zum Erfolge oft nicht un- 
wesentlich beitrug. Alle diese Mittel und Mittelchen der diplomatischen 
Technik sind wohl auch heute noch im Gebrauch, wenn sie sich auch abge- 
stumpft haben und bei dem zunehmend bureeukratischen Betrieb und der Be- 
deutung der Sachverständigen für die Einzelprobleme der diplomatischen 
Verhandlungen des persönliche Moment eine andere Bedeutung hat: nicht mehr 
die Feinheit und Eleganz des aeiste», sondern die Kraft und Zielbewusstheit 
des Willens treten in den Vordergrund. Der entscheidende Unterschied zwi- 
schen diesen beiden Epochen der Diplomatie ist darin zu sehen, dass die 
alte Leitung der auswärtigen Politik eine faktische Verantwortung nur der 



3) 



ik 



Krone gegenüber trug# auf 4ine breite öffentliche Meinung iJber keine 

Ri3oksicht zu nehmen hatte. Wie verhielt sie sich denn# wenn das Spiel der 

Verhandlungen und Bündnisse zerriss und der Krieg ausbrach? In Riohelieus 

"Politischem Testament** findet sich folgende Betrachtung: 

"Es ist das erste^ was zu tun nötig ist wenn man gezwungener- 
massen zu den Waffen greifen muss. Recht und Billigkeit des Grundes^ der 
sie in die Hände legte^ zu untersuchen, was von Doktoren von hoher Fähig- 
keit und anerkannter Rechtschaffenheit geschehen muss." 

Die Re Union 8 kämme rn Ludwigs XIV. sind eine französische Illustra- 
tion zu dieser Staatsmaxime. Und genau nach dieser Vorschrift verfuhr 
Friedrich II. als er in Schlesien einfiel. Die Berliner Kronjuristen moch- 
ten der Welt und den empörten Kabinetten die rechtmässigen Erbschaftsan- 
sprüche juristisch beweisent und waren sie noch so weit hergeholt. Die öf- 
fentliche Meinung der Zeit, welche sich auf die anderen Kabinette und Re- 
gierungen der Neutralen, der Verbündeten und der Gegner beschränkte, lausch 
te auf juristische Argumentationen. Und das wurde nun freilich im 19. 
Jahrhundert, im Zeitalter politischer Demokratie ierung und der allmählich 
alle kontinentalen Grossmäohte umfassenden allgemeinen Wehrpflicht anders. 
Keine leidenschaftlich und politisch bewegte Masse wird sich durch subtile 
juristische Beweisführungen gewinnen und durch sie ihr Handeln bestimmen 
lassen» Daher entsteht unter den neuen sozialen Bedingungen einer demokra- 
tischen öffentlichen Meinung auch eine neue Aufgabe der Diplomatie, ihre 
Handlungen und ihre Entschlüsse dieser öffentlichen Meinung«» verständlich 
zu machen und von ihrer Billigung sich tragen zu lassen, um dann bei den 
politischen Verhandlungen die Zustimmung des Volkes und die Gewalt der öf- 
fentlichen Meinung in die Wegschale werfen zu können. Es bedarf aber, sol- 
che Massen zu gewinnen, anderer Mittel als derjenigen, welche der juristi- 
sche Formalismus zu liefern in der Lage ist; man kann auf politisch leb- 
haft interessierte Massen nur wirken, indem man sich an ihre unmittelbar- 
sten Gefühle, an die Spontanität des Empfindens wendet, und dazu bedarf 
man der moralischen und pathetischen Phrase. So bekommt die Arbeit der 



4) 



> 



Diplomatie ein doppeltes Gesiebt^ in dem Masse, in welchem die Geschäfte 
des bürgerlichen Imperialismus nüchterner und sachlicher werden, müssen 
die moralischen und ehrberen Motive der politischen Aktion unterstrichen, 
und zuletzt als wirksamste Mittel die Ehre und Würde der Nation vor dem 
Volk zur Ideologie ganz realer Interessenkämpfe gemacht werden. Wie dieser 
Kreislauf von politisch-ideologischer Propaganda und ihrer Rückwirkung 
auf die Politik aussieht, haben wir im Krieg und den sogenannten Friedens- 
verträgen; mit Entsetzen erlebt. Wenn man aber diese Erscheinung der Demo- 
kratie in die Schuhe schieben will, so ist darauf zu erwidern: nicht weil 
es zuviel, sondern weil es zu wenig echte Demokratie gibt, war dies mög- 
lich. In der wahren Demokratie hat die Reohtsidee und das Verantwortungs- 
bewusstsein, mit eihem Wort die politisch^iliung. viel zu sehr die Massen 
durchdrungen, um einer so unglaublichen Aufpeitschung aller Instinkte ei- 
nen günstigen Nährboden zu bieten wie sie im Kriege überall mit Erfolg be- 
trieben wurde, nicht zuletzt im Deutschen Reich, das noch keine Demokratie 

zu sein sich zum Ruhae rechnete. 

Auch die Geschichte der nationalen und internationalen Ideolo- 
gie hängt aufs engste mit den Strukturveränderungen der bürgerlichen Epo- 
che zusammen. Die Idee der Nation und des Nationalstaates wurde in der Ge- 
burtsstunde der modernen Demokratie - in der französischen Revolution - 
im Gegensatz zur Idee des absoluten Staates geschaffen. Während der alte 
Staat nur Untertanen kannte, schuf die Revolution in den Staatsbürgerreoh- 
ten ein die Gesamtheit gefühlsmässig verknüpfendes Band. Die Franzosen ha- 
ben dafür das unübersetzbare Wort "civisme" geprägt, welches die politi- 
sche Staatsbürgerqualität als Einheit der Nation «t».k.xx4w.lix«lezeichnet. 
Wenn in Deutschland der Begriff der Nation stärker durch die Besonderheit 
der geistigen Kultur bestimmt ist, so hat das seinen Grund darin, dass 
hier nichts anderes die Nation einigen konnte als die Literatur und Phi- 
losophie, während in Frankreich die Politik und Revolution das Schicksal 



5) 






der Einheit bewirkten« Die Entartung dieser Idee zum Nötionölismus setzt 
denn genau in dem Augenblick ein# in welchem die Konkurrenz der fortge-» 
schrittenen mit den zurückgebliebenen Industrien zum Ruf nach dem^Schutz 
der nationalen Arbeit" führte als der Freihandel allmählich durch den 
Schutzzoll verdrängt wird« Hatte in der Aussenpolitik Louis Napolemxons 
hinsichtlich der preussischen und italienischen Probleme die nationale 
Ideologie lange Zeit eine erhebliche Rolle gespielt^ so wuchs die natio- 
nalistische Ideologie vor allem in der Sphäre der Oekonomie, und zwar wa- 
ren überall Rüstungsindustrie und Militärs, Schwerinduitrie und Exportka- 
pital ihre mächtigsten Träger« Hier wurde das Nationale zu einem Selbst- 
wert wie die Produktion auch# und die Mission des Nationelen in der Welt 
beschränkte sich auf Verbreitung der nationalen Produktion. Es wurde nur 
noch ein Aushängeschild für gelungenes Dumping, für errungene Konzessio- 
nen und für die Dividenden der Stahlplattenfabrikanten der Flotte. Und was 
ist heute von diesem stolzen Begriff noch ührig geblieben, ein Klümpchen 
biologischer Erbmasse für die Propheten der völkischen Erlösung. Die Idee 
der Nation, welche einst die ganze bürgerliche revolutionäre Gesellschaft 
verbunden hatte, wurde ungefähr um die Mitte des Jahrhunderts zur Ideolo- 
gie führender kapitalistischer Interessentenschichten, und wird heute nur 
noch in der Versteinerung der nationalistischen Bewegung deklassierter Of- 
fiziere und Rentner eine vergangene Epoche bürgerlicher Geschichte konser- 
vieren. Und nun ist andererseits ungeheuer lehrreich zu sehen, wie sich die 
neuen internationalen Ideologien für eine internationale Zusammenarbeit 
langsam über die realen wirtschaftlichen und sozialen Interessen lagern. 
Wenn heute grosse Teile der einst nationalistischen Industrie für inter- 
nationale Verständigung, Befriedung Europas und den Völkerbund eintreten, 
so wissen sie aus den Erfahrungen der letzten zehn Jahre, dass nur rt. ne 
stabile und beruhigte Welt die kapitalistische Arbeit wieder fruchtbar ma- 
chen kann. Die Solidarität Europas entspricht der neuen Epoche kapitalisti- 



6) 



scher Wirtschaft, welche der Hereusgbber dieser Zeitschrift als die Perio- 
de des organisierten Kapitalismus bezeichnet hat. Und nun fehlt es natür- 
lich nicht an Ideologien für diese Bestrebungen zur Befriedung Europas. 
Die Historiker besinnen sieht dass Ranke die Geschichte Europas als die 
der germanisch-romanischen Völker konzipiert hatte. Vossler verkündet die 
Priorität aller Kultur vor jeder nationalen Differenzierung, und Thomas 
Mann deckt schamhaft den Mantel des "guten Europäers" um die kühlen Lenden 

des internationalen Eisentrusts. 

So verblasst die nationalistische Ideologie ökonomisch, aber auch 
politisch verliert sie an Bedeutungjr Zwar hatte das demokratische Selbst- 
bestimmungsrecht der Nationen zu einer Reihe neuer Staatsbildungen in den 
Friedensverträgen geführt, aber gerade diese werden erst erweisen müssen, 
ob dies ideologische Recht des Nationalen zur Staatsschöpfung genügt, und 
ob ihr ökonomisch-sozialer Körper kräftig genug ist, den Panzer der Eigen- 
staatlichkeit zu tragen. Die kulturelle Autonomie im Rahmen des Minder- 
heitenschutzes wird dem Nationalen endlich den von aller JIdeologie befrei- 
ten, ihm gebührenden Platz einräumen. 

Diese Tendenz zur Überwindung der nationalen Ideologie ist natür- 
lich bei den kleineren, militärisch weniger mächtigen Staaten namentlich 
im Völkerbund deutlicher zu beobachten als bei den Grossmächten. Mit Recht 
weist Kraus darauf hin, ähnlich wie Richard Thoma, dass die neutralen 
Staaten, die skandinavischen Länder, Holland, die Schweiz, aber auch das 
entwaffnete Deutschland der Entwicklung der Rechtsidee natürlich eher zum 
Siege zu helfen bereit sind als die militärisch vollgerüsteten Grossmäch- 
te. Das Bewusstsein ihrer besonderen politischen Stellung prägt sich in 
Ihrer Ideologie oft darin aus, dass sie ihre politische Mission und ihr 
Prestige, ihre Verantwortung vor der Geschichte als Motiv Ihres Handelns 
anzugeben pflegen. '•Die Staaten von heute leben - soweit Moral und morali- 
sche Vorstellungen überhaupt eine Rolle dabei spielen - tatsächlich nach 



7) 



einem Koiafelomeröt von bürgerlich-ethischen Pflichtvorstellungen und 
ethisierten politischen Klugheitsregeln." Kraus nennt diesen Dualismus 
des "ethische Prinzip des doppelten Registers," 

Mit dieser Formulierung eines doppelten Registers des Stasts- 
ethos wird die Grenze überschritten^ welche die ideologische Klassifi- 
zierung sittlicher Vorstellungen von den absoluten Fragen nach der Gel- 
tung des Sittengesetzes im staatlichen und zwischenstaatlichen Verkehr 
scheidet» Und damit sehen wir uns in die Region eines Buches versetzt, 
dessen persönliches Hingen um die Erkenntnis des Verhältnisses von sitt- 
lichen Normen und Staatsleben zum Symbol einer geistigen Kripe im deut- 
schen Büfgertum geworden ist. Friedrich Meineckes "Idee der Staatsräson" 
sucht das Erleben des Krieges und der Nachkriegszeit durch eine Darstel- 
limg der Geschichte der Staatsräson zu klären und das Recht des Staates 
und das Postulat einer den Staat überwölbenden Sittenlehre in Einklang 
zu bringen. Und es gehört mit zu den tiefsten Eindrücken dieser letzten 
Jahre, dass dieser Kampf zu keinem Ende geführt werden kann und sich dem 
kämpfenden Geiste die Lösung versagt. Meinecke sieht keine Möglichkeit, 
den Dualismus zwischen Sollen und Sein, zwischen Forderungen des Sitten- 
gesetzes und Forderungen der staatlichen Selbstbehauptung durch ein end- 
gültiges und dauerndes Rangverhältnis zu beseitigen. Indem er beide Postir 
lÄte als gleichwertig anerkennt, kommt er zur Formulierung einer tragi- 
schen Situation, welche den Staat iifcier wieder zwinge, des Sittengesetz 
zu durchbrechen, um den ihm innewohnenden Notwendigkeiten zu dienen. Und 
wenn auch das höhere Recht des Moralgebotes anerkannt wird, so kann das 
tiefe Wissen des Historikers sich doch nicht vor der Erkenntnis verschlief 
Ben, dass der unmittelbare Daseinskampf der Völker immer wieder gegen 

die höhere Ordnung fehlt. Es ist mit Recht von höchst geistvoller und 

1) 
scharfsinniger Seite darauf hingewiesen worden, dass das Verschieben 
1) Carl Schmitt, Zu Friedrich Meineckes "Idee der Staatsräson". 
Archiv für Sozialwissenschaft und Sozialpolitik, Bd. 56, Heft 1, 
S. 226 ff. 



8) 



des Problems in die Sphäre des Tragischen keine Problemlösung bedeutet 
sondern hinter einer ästhetischen Fassede die unerlöste Problematik ver- 
berge. Schmitt betont sehr scharfsinnig, dess eigentlich zvei konkrete 
Fragen in der philosophischen Frageste 1 lung Meineckes enthalten seien: 
einmal^ was ist als normale Situation zu beobachten, und zweitens, wer 
entscheidet über die Normalität oder Anormalität der geschichtlichen Si- 
tuation? Diese naturrechtlichen Gedankengänge vermögen das politische 
Denken vorwärts zu stossen, freilich in anderer Richtung wie Schmitt 
wünscht. Gerade in bezug auf das Völkerrecht meint Schmitt, dass jedes 
Recht in sich zwei Möglichkeiten berge, einmal die Legitimierung des 
Status quo - also Dienst an der Macht der Besitzenden, ?oder es begrün- 
det Ansprüche der Nichtbesitzenden und erscheint dann als ruhestörendes 
revolutionäres Prinzip". Es ist der Unterschied von positivem-und Natur- 
recht. Hierdurch wird das Problem auf den entscheidenden Punkt hinge- 
führt. Wenn oben gesagt wurde, die Hoffnungslosigkeit der Mefeeckeschen 
Lösung entspringe einer Krise des bürgerlichen Geistes, so wird das 
jetzt klar. Das Bürgertum kann aus sich heraus nicht mehr zu einer na- 
turrechtlichen Fragestellung kommen, es kann seinan Besitzstand innen- 
und aussenpolitisch neu organisieren und solidarisieren, aber alle sei- 
ne Ideologien und sein positives Recht werden aus den Antrieben der Le- 
gitimierung seines Besitzes stammen. Man wird der Rechtsidee gerade so- 
weit dienen, wie sie mit der Interessenlage übereinstimmt. 

Und darum hängt das künftige Staatsethos der Welt an dem 
Schicksal der sozialistischen Arbeiterparteien. Denn indem diese inner- 
halb des Staates um die Verwirklichung des Rechts, ihrer historischen 
Aufgabe, kämpfen, können sie nicht umhin, die Idee ihres Kampfes auch 
auf die zwischenstaatlichen Beziehungen auszudehnen und den Götzen der 
staatlichen Souveränität dem Rechtsgedanken zum Opfer zu bringen, die 
Staatssouveränität zu relativieren, um die Rechtsidee zu erhöhen. Da- 



> 



9) 



mit ist 8uoh dos Problem des "ner richtet^ wo^ cntBCheidet übar dlo 
Normalitat oder Anormelität der Situation'' erledigt. Die Normalität iwird 
durch denjenigen bestimmt, der die geschichtliohe Notwendigkeit auf sei- 
ner Seite hat« Aus der historischen Dialektik wächst der Richter im Be- 
wusstsein der eigenen Aufgabe hervor, getragen von den Kräften des Le- 
bens, welche das Kriterium des Rechts in sich bergen. »'Wer nie sein Brot 
mit Tränen sss'' - und "nur der erwifbt sich Freiheit wie dos Leben, der 
tätlich sie erobern muss", können als die Pole des Lebensgelten, inner- 
halb derer das Leben des sozialistischen Arbeiters um sein Neturrecht 
kämpft* Denn nur wo Menschen um die Behauptung ihrer Menschenwürde, um 
das Recht der Humanität ringen, kann das Recht der Geschichte wohnen, 
nicht bei denen, welche um der Höhe der Dividende und der Zinsen willen 
ihren Besitzstand verteidigen. So dürfen wir mit den Worten schliessen, 
welche Marx in der Inauguraiadresse im Jahre lö64 dem Proletariat zu- 
rief; sie bestehen heute zu Recht, wie sie damals galten: (die Politik 
der europäischen Kabinette) "hat die Arbeiterklasse die Pflicht gelehrt, 
sich der Geheimnisse der internationalen Politik zu bemächtigen, die 
diplomatischen Aktionen ihrer Regierungen zu überwachen, ihnen, wenn nö- 
tig, mit allen ihnen zu Gebote stehenden Mitteln entgegenzuwirken, sich, 
wenn sie ausserstande sind, ihnen zuvorzukommen, zu gleichzeitigen An- 
klagen gegen sie zu vereinigen und die einfachen Gesetze der Moral und 
des Rechts, die die Beziehungen von Privatpersonen regeln sollten, als 
die obersten Gesetze des Verkehrs der Nationen untereinander geltend zu 
machen. Der Kampf für solch eine auswärtige Politik ist eingeschlossen 
in dem allgemeinen Kampf für die Befreiung der Arbeiterklasse." 



^-a7 



1) 



< 



Ernst H. C o r e 1 i: Des schweizerisch» Tauf ermennonitentum. Ein 
soziologischer Bericht. Verlßg von J.C.B. Mohr (peul Siebeck), Tübin- 
gen« 1926. 

Die Derstellung und Bewertung des Täufer tums wer lange Zeit be- 
herrscht durch die blutige H«upt-und Staatsaktion des Wiederfauforrei- 
ches" zu Münster, das 1535 ein furchtbares Ende fand. Im Schatten dieses 
gewalttätigen chiliattischen Radikalismus blieben die friedlichen weit- 
abgewandten Formen täuferisoher Bewegung im Hintergrund. Dazu kam, dass 

dauernde Verfolgungen und Zerstreuung über Mitteleuropa, Russland und 

\ 
Amerika einerseits und das mangelnde Interesse an dogmatischen und lite- 
rarischer Formulierung des eigenen religiösen Standpunktes andererseits 
der Forschung sehr grosse Schwierigkeiten bereitete. Endlich bestand 
für die orthodoxen Theologen der christlichen Kirchencnur ein geringes 
Interesse, einer Bewegung nachzugehen, welche ihre Existenz als un- 
ohristlich betrachtete. Von zwei verschiedenen Richtungen aus gewann die 
Forschung und die Beschäftigung mit dem Täufertum neues Leben, einmal 
von den Vertretern eines liberalen und spiritualistisohen Protestantis- 
mus und zweitens von den Historikern des Soziaidsmus. Aus dem echtesten 
historischen Erleben ist dies Interesse erwachsen, dem ehrwürdigen Be- 
dürfnis die eigene der Welt fremde und daher verhasste Idee durch den 
Aufweis einer Ahnenreihe zu rechtfertigen und sich selbst dadurch als 
Träger einer historischen Kontinuität zu erweisen, welche als unterir- 
discher Strom scheinbar verschwindend doch In die lebendige Gegenwart 
mündet. Zog die liberalen Protestanten die persönliche Frömmigkeitsge- 
staltung der Täufer an, so sahen die Sozialisten in den kommunistischen 
aemeindeorganisationen und in den radikalen Sektm. die Vorläufer und 
Märtyrer ihrer eigenen Sache. Irst nachdem dieser Gegenstand durch einen 
Akt politischen Erlebens in den Bereich lebendiger Geschichte einbezogen 



2) 



nsTf hat denn die Objektivität philologischer und kritischer Quellenun- 
tersuchungen das erste Bild mannigfach verändert. In dem Schnittpunkt 
beider Bewegungen liegen die Arbeiten der deutschen religlonssoziologi- 
sehen Forschung, welche die Verbindung und Wechselwirkung von sozialer 
Struktur und religiöser Idee an den verschiedensten historischen Er- 
scheinungen nachgewiesen und eine Fülle neuer soziologischer Probleme 
aufgeworfen hat# welche der Durchforschung und Analyse harren. Auch die 
Täufer oder, wie man heute allgemein sagt. Tauf ermennoniten, haben sich 
seit einiger Zeit an der wissenschaftlichen Forschung beteiligt und ihre 
Archive auszubeuten begonnen. Aus diesem Kreise und angeregt von den For- 
schungen von Max Weber und Troeltsch ist die Arbeit von Correll hervor- 
gegangen, welche an einem Einzelproblem die Beziehungen religiöser Le- 
bensformen zu der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Struktur auf- 
klären will. 

Correll nennt seine Arbeit einen soziologischen "Berichf. 

Dieser formlose und unscharfe Ausdruck ist bedauerlicherweise das Kenn- 
zeichen des ganzen Buches. Und wenn sein Erscheinen trotzdem willkommen 
geheissen werden muss, so ist dafür der Umstand bestimmend, dass hier 
ein weitverstreutes schwer zugängliches Material mit grossem Fleiss zu- 
sammengebracht wurde und auch eine Reihe soziologisch wichtiger Fragen 
richtig gesehen und aufgeworfen wurden, wenn auch ihre Beantwortung 
durch einen Mangel an systematischer begrifflicher Schärfe weder inhalt- 
lich noch formell befriedigen kann. Das Buch handelt von den schweize- 
rischen Täufermennoniten und deren Emigranten im Elsass, in Baden und 
der Kurpfalz. Warum Correll gerade die Gruppe der friedlichen Täufer be- 
handelt, wird sich aus dem Folgenden ergeben. Da die Schweizer aber nur 
einen kleinen Zweig der Täuferbewegung darstellen, gibt der Verfasser 
in den ersten zwei Kapiteln seiner Arbeit eine Beschreibung der Oesamt- 
bewegung und eine kurze Charakteristik der verschiedenen Ausstrahlungen, 



3) 



in welchen das Täufertum sich auswirkte. 

Die Täufer bilden den radikalen Flügel der religiösen Refor- 
mation des 16. Jahrhunderts. Sie haben im Gegensatz zu den Neubildungen 
der reformierten und lutherischen Kirche eine neue Form religiöser Ge- 
meinschaft herausgebildet. Während die Reformatoren Calvin und Zwingli, 
ebenso wie Luther^ im Prinzip die Idee der Kirche unangetaxiet liessen, 
haben die Täufer gerade dieser den heftigsten Widerstand entgegengesetzt. 
Die soziologischen Unterschiede beider Formen sind von Max Weber und 
Troeltsch scharf herausgearbeitet worden und liegen auch der Correll- 
schen Arbeit zugrunde. Es ist der Gegensatz von Anstal^l^kirohe und Sekte. 
Während jene ein an keine Person gebundenes von Gott eingesetztes Insti- 
tut zur Vermittlung des göttlichen Gnadenschatzes darstellt, ist die Sek- 
te eine freie Vereinskirche, ein freiwilliger Bund religiös gleichgerich- 
teter Menschen auf geno?=?senschnf tlicher Grundinge. Ihr Vorbild ist die 
urchristliche Gemeinde^ die reine Befolgung der Lehre Jesu ihre Hoff- 
nung, und die Verwirklichung der apostolischen Lebensformen in der Ge- 
genwart ihr Ziel. Sie lehnen daher allen Kult und alle Priester als Ver- 
mittler der göttlichen Gnade ab, hoffen vielmehr, durch ihren Lebenswen- 
del im Sinne der chi*iBtlichen Liebe der Gnade teilhaftig zu werden. Der 
grundlegende Unterschied zwischen den reformierten Kirchen und den Täu- 
fern beruht in der religiösen Auffassung vom Glauben. Die Täufer warfen 
Luther und seinen Freunden vor, dass sie die Lehre der Rechtfertigung 
allein durch den Glauben zu weit getrieben hätten und damit die sittli- 
che Vervollkommnung in der Nachfolge Christi auf sich beruhen liessen, 
dass sie "auf Christi Kreide zechten". Ihnen selbst aber kam es allein 
auf diesen christlichen Lebenswandel an, den sie in ihrer durch Liebe 
und Zucht geeinten Gemeinde verwirklichen wollten, um die Gemeinde der 
Heiligen als sichtbares Reich der Gnade Gottes im Leben dair^tellen. 

Diese;^ radikale Bewegung der Reformation hatte ihre Logik in 



4) 



der Selbstbewegung der christlichen Idee^ sobald diese sich von dem An"" 
Spruch einer nationalen oder universalen Kirche gelöst hatte. Denn so" 
bald sich der Kompromiss von christlicher Idee und Wdlt» wie er in den 
offiziellen Kirchen immer wieder seinen Ausdruck findett lockerte, wa- 
ren radikale Sekten# die auf die Bergpredigt und auf die Urgemeinde zu* 
rückgriffen, mit der Idee selbst gesetzt. Hieraus erklärt sich auch die 
Mannigfaltigkeit der täuferischen Sektenbildungen, welche jede mit Recht 
ihre "Existenz aus den Lehren des neu^n Testaments ableitete. Sowohl die 
geweittätigen Täufersekten, welche das Nahen des Gottesreiches mit dem 
Sohwert vorbereiten wollten, als auch die passiven sich von der Welt ab- 
sondernden Täufer suchten und fanden ihre Rechtfertigung in der Schrift 
und vor allem in der Bergpredigt. Darum ist auch der Kommunismus der 
Täufer, wo er überhaupt auftritt, nicht sozial-revolutionär, sondern re- 
ligiös bedingt. Das darf freilich nicht dahin verstanden werden, als ob 
die religiösen Bewegungen gänzlich unabhängig von den gesellschaftlichen 
'und politischen Verhältnissen ihrer Umwelt entstanden seien. Der Unter- 
schied fortgeschrittener geldwirtsohaftlioher Verhältnisse In Westeuro"" 
p8 und zurückgebliebener Agrarverhältnisse in Deutschland haben die Aus- 
gestaltung der calvinischen und lutherischen Doktrin sehr fühlbar beein- 

flusst. Nur sind ihre Ideen primär spontaner Ausdruck religiöser Erieb- 

1) 
nisse • 

Diese Art der Bezitohung zwischen religiöser und sozialer Sphäre 
kftnn heute eis gesicherter Besitz der Forschung engesehen werden, wie 
oft sich euch täuferische und revolutionäre Bewegungen treffen, kreuzen 
und ergänzen. Daher bedarf gerade dieser Fall der sozialistischen Dar- 
stellung der Bauernkriege und der Reformation einer sorgsamen Beubear- 



beitung» 



i) Vergleiche die sehr lehrreiche Diskussion zwischen Ufx Weber, 
ToeSies und Troeltsch auf dem ersten Sotiologentag über das 
Verhältnis von Reformation und sozialer Struktur. 



5) 

Unter den passiven friedlichen Täufermennoniten sind drei Zweige deut- 
lich zu unterscheiden: erstens die schweizerischen Brütfer, zweitens die 
mährischen Huterer und die holländischen foopsgezinden. Von diesen sind 
allein die Holländer eingesessen, während die Schweizer und Huterer dau- 
ernden Verfolgungen ausgesetzt waren. Von diesen drei truppen sind die 
holländischen Täufer zweifellos auch sozialökonomisch weitaus am interes- 
santesten. Sie gehören in der Mehrzahl dem kapitalistischen Typ des Gross- 
hPüdels »n, sind sehr frflh zu Reichtum gelangt und haben «uch politisch 
durch die Finanzierung der holländischen Revolution eine bedeutende Rolle 
gespielt und später ihren Einfluss wiederholt auch aussenpolitisch im In- 
teresse ihrer verfolgten schweizerischen Brüder eingesetzt. Sie haben am 
Niederrhein sich ziemlich weit ausgebreitet und die Krefelder Seidenin- 
dustrie z.B. ist von Mennoniten gegründet worden. Es wäre daher sehr wün- 
8Che«irert gewesen, diesem Zweig der Mennoniten eine eingehendere Darstel- 
lung zuteil werden zu lassen. Correll macht aber die Geschichte der 
schweizerischen Brüder und ihrer Emigranten zum Gegenstand seiner Arbeit; 
Was ihn an dieser Aufgabe besonders reizte, war folgendes. Wo immer sich 
täuferische Emigranten, aus ihrer schweizerischen Heimst ausgewiesen oder 
geflohen, niederliessen, im Jura, in den Vogesen. im Elsass. in Baden und 
in der Kurpfalz, überall zeigt sich als typische Erscheinung eine den Orts- 
eingesessenen überlegene landwirtschaftliche Anbauweise, eine rationalere 
Bewirtschaftung, dauernde Meliorationen, eine höhere Rentabilität der 
Pachtgüter. Seit der Mitte des 18. Jahrhunderts haben vor allem die Men- 
nonitenwirtschaften in der Pfalz durch intensive Wiesenkultur. Kleeanbau. 
Sommerstallfütterung und Kartoffel-und Runkelrübenbau mit angeschlossener 
Brennerei die traditionelle Betriebsweise der Dreifelderwirtschaft gänz- 
lich umgestaltet und sind zu rationaler Betriebsorganisation und Markt- 
produktion übergegangen. In allen kameralistischen und physiokra tischen 



r 



6) 



Schriften der Ipoche werden die Musterwirtschaften der schweizerischen 
Täufer als Vorbilder wirtschaftlichen Fortschritts gepriesen. Es lag nun 
die Frage nahe, welche Motive diesen ökonomischen Ration«lismBS der Men- 
noniten bedingt haben, ob hier vielleicht eine Analogie zu der von Max 
Weber beschriebenen Einwiklnng religiöser Vorstellungen des englischen 
Puritanismus auf di4 Wirtschaftsgesinnung des KapitPlif^mus vorliegt. Die- 
ser Frage geht Correll in seiner Arbeit nach, ^ie ist das lentralproblem 

des Buches. 

Correll selbst bemerkt das Missliche und Schwierige dieser Un- 
tersuchung, das durch den Emigrantencharagter gegeben ist. Denn überall 
in der Welt zeigen Gastvölker und Emigranten gewisse soziologische typi- 
sche Erscheinungen in ihrer Wirtschaftsweise und bilden einen bestimmten 
Typ von Rationalismus aus. Es wäre also nötig gewesen, die ökonomische 
Struktur der schweizerischen Brüder vor ihren Wanderungen kennenzulernen, 
um aus dem Vergleich zwischen den Wirtschaftsformen der Eingesessenen und 
der Emigranten bestimmen zu können, welche Elemente in ihrer Wirtschafts- 
weise durch ihre Besonderheit als Täufer und welche durch ihren Emigran- 
tencharakter bestimmt sind. Infolge des Fehlens von zureichenden Quellen 
für die Wirtschaft der schweizerischen Brüder, welche hauptsächlich als 
Bauernwirtschaften existierten, war die Arbeit für Correll ausserordent- 
lich erschwert. Auch die Darstellung einer täuferischen Wirtschaftsethik 
begegnet den grbssten Schwierigkeiten, da syiiematische Darstellungen der 
täuferlschen religiösen und ethischen Ideen selbstverständlich bei dem 
antiintellektuellen Charakter vollständig fehlen. Wenn man eine ungefähre 
Charakteristik der täuferischen Wirtschaftsethik geben will, so kann man 
sie vielleicht als ein eigenartiges Gemisch aus Motiven des Naturrechts, 
der Bergpredigt und solchen einer uralten bäuerlichen Naohbarschaftsethik 
bezeichnen. Aus der Bergpredigt leiteten die Täufer ihre Absonderung von 



7) 



der Welt her, ihre Ablehnung von Waffemdienst, l4d und weltllohem Amt. 
Aus Ihr folgte des Ideal schlichtesten und genügsamsten Lebens, das wirt- 
schaftlich in einer bEuerliohen Selbstgenügsamkeit verwirklicht werden 
sollte. Aus dieser Stellung zur Welt folgte die Abneigung gegen Zins und 
Handel, die Zurückhal^-ung im "Kaufen" und "Merokten" . Die Arbeit selbst 
jedoch war als von Gott gestellte Aufgabe angesehen und Fleiss, Arbeits- 
treue und Gewissenhaftigkeit in ihr als religi'de und sittlich wertvolle 
Werke betrachtet, über welche die Oemeindezucht wachte. Trotzdem blieb 
die Tendenz der Bedürfnislosigkeit bei d«n Schweizern massgebend und es 
führte von hier aus kein Weg zu einer wie immer gearteten kapitalietischen 
Wirtschaftsgesimmng. Wohl aber wurde für ihre ökonomische Entwicklung 
die Idee des christlichen Liebeskommunismus von weittragender Bedeutung, 
Zwar war die Stellung zum Privateigentum keineswegs einheitlich, und es 
ist interessant zu erfahr«, dass im Gegensatz zu der städtisch gewerbli- 
chen und HandwerkerbevBlkerung der Täuferanhänger ihre bäuerlichen Sekt« 
streng am Privateigentum festhielten. Im allgemeinen darf man sagen, dass 
sich der einzelne Täufer nur als Verwalter seines Besitzes, sozusagen als 
Pächter Gottes, fühlte, dass das ökonomische Hauptgewicht bei der Gemeinde 
nicht bei dem einzelnen lag. Die Gemeinde hat durch die Pflichten der 
durch christliche Liebe verbundenen Gemeinde ökonomische Organisationen 
geschaffen, welche damals als genossenschaftliche Verbände nirgends exis- 
tierten. Sie hatte die Landversorgung ihrer Armen sichergestellt und sie 
schuf später "einen Bruderschaftskredit" auf religiöser Grundlage, der die 
Gemeinde schliesslich zu einer Unter stützungsgenossenschaft machte, die 
das Wesen des Personalkredits auf höchste vollendete." 

Es braucht selbstverständlich nicht weiter betont zu werden, dass 
aus der schlichten Lebensweise, der Ablehnung aller weltlichen Kultur und 
der Betonung des religiösen Werts der Arbeit sich sehr früh ein erhebli- 
cher Reichtum der einzelnen Gemeinden entwickelte. Es wäre aber nach den 



{• 



8) 



Zeugnissen, welche Correll beibringt, nicht angängig, deswegen auf eine 
kepitelistische Wirtschaftsgesinnung der täufer schliessen zu wollen« 
Dieselbe hat sich erst in der Zeit ihrer Emigration im Zusammenhang mit 
den neuen wirtschaftlichen Bedingungen, ihrer unsicheren privatrechtlichen 
und öffentlich-rechtlichen Situation und den finanziellen Anforderungen 
der Fürsten herausgebildet* Denn die merkantilistische Toleranzpolitik 
war ja keineswegs ein Aki der Humanität, sondern man nahm die Täufer, wel- 
che religiös selbstverständlich Ketzer waren, genau so wie die Juden als 
eine Quelle finanzieller Ausbeutung auf. Man duldete ihre Religionsübung, 
man gewährte ihnen Befreiung vom Waffendienst, aber alles gegen besondere 
aebühren, welche ihre Ausnahmestellung auch steuerlich bezeugen. Ihre wirt- 
schaftliche Überlegenheit in der Viehwirtschaft ergibt sich von selbst 
eus ihrem heimatlichen schweizerischen Herkommen. Der Übergang zur kapi- 
talistischen Marktproduktion bei den Pfälzer Mennoniten wird im Wesentli- 
chen durch die Nähe von Mannheim zu erklären sein. Im allgemeinen fehlen 
die Einwirkungen b'=^stimmter religiöser Vorstellungen auf die Wirtsohafts- 
gesiönung der Täufer, deren bäuerlich kleinbürgerlicher Charakter bis an 
die Schwelle des 19. Jahrhunderts erhalten bleibt. Nirgendwo ist das gros- f 
se Pathos zu spüren, das die puritanische Prädestinationslehre ihren An- 
hängern mitgibt und das diesem Zeitalter des frühen Kapitalismus den 
Stempel einer heroischan Epoche verleiht. 



'^2^1 



V 






Edward Alsworth R o ßJ Das Buch der Geeeaischaft. Grundlngen der Sozio- 
logie und Sozialreform. Aus dem Englischen übersetzt von Dr. Rose Hilfer- 
ding, mit einer Vorrede von Leopold von UTiese, Professor »n der Universität 
Köln, 1926. Verlag G. Braun in Karlsruhe. 

Das Buch von Roß ist 1920 in Mew York unter dem Titel "Prinoiples of 
Sociology" erschienen. Die deutsche Übersetzung verzichtet mit Recht auf 
diese systematisch-philosophische Bezeichnung und gibt dem Werke jenen 
zwanglosen und anregenden Reichtum in seinem Titel wieder, welcher den In- 
halt des Buches auszeichnet und »us der methodologischen Dürre heraushebt, 
welche leider allzu oft die deutsche soziologische Arbeit k« nze ic hne t . 
Es ist zu vermuten, dass in zünftigen Kreisen sowohl die zwanglosigkeit als 
auch die mangelnde "Wertfreiheit» des Buches lebhaften Widerspruch hervor- 
rufen werden, und dass die Verbindung von empirischer Tatsaohenforschung 
und Sozialreformer isohem Pathos beanstandet wird. Aber gerade diese typi- 
sche amrrikanische Haltung, die naive Frische und Selbstverständlichkeit, 
eigene Wertungen als allgemein verbindlich und als allgemein anerkannt zu 
betrachten, der unersohütterte Glaube an sozialen und politischen Fort- 
schritt durch Demokratie und antiplutokra tische Sozialpolitik, durch anti- 
militaristische und antiklerikale Staatspolitik sind für den deutschen Leser 
eine Erquickung und ermöglichen es, die 600 Seiten des Bandes wie einen Ro- 
man zu lesen. Und gerade diese soziale Gesinnung des Verfassers bestimmt 
sein wissenschaftliches Denken und infolgedessen auch seinen Stil und die 
Art seiner Darstellung. Sein Bestreben, zunächst einmal elementare, sozio- 
logische Grundeinsichten an Hand eines weiten historischen und gegenwärtigen 
Materials zu verbreiten, sollte für die deutsche Wissenschaft vorbildlich 
sein.Das Buch von Ross ist für einen Arbeiter, der die Volksschule besucht 
hat, genau so lesbar und belehrend, wie aufschlussreich für jeden Akademi- 
ker, denn es geht von der unmittelbaren Lebenswirklichkeit aus und unter- 
nimmt es, ihre sozialen Lebensformen als solche zu)^be schreiben und durch 
vergleichende Beispiele aus Geschichte und Gegenwart ihre konkrete Gestalt 



hervortreten zu lassen. 



/ 



t 



2) 



4 



Das Werk ist in fünf Abschnitte gegliedert, welche nnoh ümfnng und Wert 
durchaus verschieden sind. Bezeichnend für die amerlkenisohe Herkunft des Bu- 
ches ist des erste Kspitel, welches Aufbau, Gliederung, Zusammensetzung und 
Wanderungen der Bevölkerungen unter wesentlich amerikanischen Gesichtspunk- 
ten behandelt. Das letzte Kapitel, Prinzipien der Soziologie genannt, hat 
als theoretisch- fundsmentaler Abschluss des ganzen Werkes auf diese Bezeich- 
nung keinen rechten Anspruch. Es enthält eine Reihe von Einzelanalysen 
menschlich-gesellschaftlicher Verhältnisse, wie Voraussicht, Verstellung 
(Antizipation. Simulation) »Individualisierung und Gleichgewicht, und zwar 
unter dem Gesichtspunkt der Bedeutung dieser psychologischen Einstellungen 
zur Leitung und Führung menschlicher Gesellschaften. Es wäre ohne Schwierig- 
keiten m-dglich gewesen, diese Untersuchungen in den Hauptteil des Buches 
einzubeziehen. der den Titel soziale Preise führt, aber auch soziale Le- 
bensformen genant werden k'^nnte. Dieser Abschnitt nimmt fast zwei Drittel 
des Werkes in Anspruch und stellt einen gross angelegten Versuch dar, die 
Totalität der Formen der Vergesellschaftung sozialpsychologisch zu beschrei- 
ben. Roß gehört wie die meistenjbohöler Wards zur psychologischen Soziologie. 
"Für ihn ist Einheit und Mittelpunkt jedes soziologischen Systems eben die- 
ser soziale Prottes. Das Gruppenhandeln sei zu analysieren, indem man es als 
eine Verbindung von sozialen Prozessen dartue. Diese Prozesse aber wiederum 
fänden ihr Ursachen in Vorgängen des menschlichen Geistes. Die äusseren 
Faktoren ständen den inneretf ewegenden Kräften nicht koordiniert gegenüber; 
unmittelbat bestehe nur der Zusammenhang zwischen menschlichem Wollen und 
sozialem Handeln In <^em menschlichen Begehren lägen hingegen die un- 
mittelbaren Ausgangspunkte des Sozialen.- Indem Roa scharf den Begriff des 
Woliens und des Begehrens von dem ökonomischen Begriff des Bedarfs abhebt, 
gewinnt er die Möglichkeit, jene psychologische Einstellung zu den Formen 
.es gesellschaftlichen Lebens durchzuführen, welche in ihrer Beschreibung 
eine Hauptaufgebe der Soziologie erblickt. 

Simmel hat In Deutschland in seiner Soziologie als erster ver- 



3) • 



% 



4 



sucht^die Formen der VergesellBChaftung geiriBBermesscn von ihrem soziel- 
ökonomischen Körper loezulSsen und sie als reine Formen zu beschreiben. 
Ihn beschäftigten die Probleme von Obtfr-und Unterordnung^ ^i® quantitative 
Bestimmtheit der Gruppe, Treue und Dankbarkeit als soziale Kategorien, der 
Adel als soziale Gruppe, All diese gesellschaftlichen Gebilde v;urden von 
Simmel in den Kreis seiner bohrenden und tastenden Untersuchtfng gezogen, 
aber wie geistvoll und sublim auch diese kostbaren Analysen waren, es war 
schlechterdings soziale Psychologie, aber keine Soziologie, Hält man gegen 
Simmeis Versuche die soziologischen Arbeiten Max Webers, so wird/iman erken- 
nen müssen, dass eine fruchtbare soziologische Analyse nur dort möglich ist, 
wo die sozialen Lebensformen auf ein gesellschaftlich ökonomisches System 
bezogen sind und nicht aus einem solchen herauspräpafiert werden. Es wäre 
einmal zu untersuchen, wie weit die geistesgesohichtlichen Grundlagen die- 
ser Art formaler Soziologie mit den Fundamenten der Grenznutzenschule zu*-* 
sammenf allen, welche es auch unternahm, die Ökonomie als reine Wissenschaft 
losgelöst von den Grundlagen der sozialen Machtprobleme, darzustellen. Das 
Werk von Roß muss also eher als sozialpsychologischer Versuch über die For- 



men der Gesellschaft, «X» denn als Soziologie betrachtet werden. 

Sieht man aber von dieser terminologischen Differenz ab, so kann 
man sich mit grösstem Genuss dem Werk des amerikanischen Gelehrten hingeben. 
Wenn es sich auch an Feinheit und Zartheit des Geistes mit Simmel nicht ver- 
gleichen lässt, so überrascht es durch die Trisch^ zupackende Kühnheit, alle 
möglichen Formen sozialer Prozesse und Institutionen zu beschreiben und dar- 
zustellen. Einsamkeit und Geselligkeit, Herrschaft und Wettbewerb, Ausbeu- 
tung und Klassenkampf, Anpassung und Zusammenarbeit, Organisation der Kräf- 
te, des Willens und des Denkens, übersoziale Regelung, Kommerzialisierung 
und Professionalisierung scheinen die gelungensten Analysen des Werkes zu 



4) 



I 

I 



ZU sein. Es ist nicht möglich^ an dieser Stelle den Reichtum nn Einfällen 
und Durchblicken an;^zudeuten, welche Roß vermittelt^ indem er diese reinen 
Formen gesellschaftlichen Lebens am Stoffe der Sozialge schichte konkrete 
Gestelt gewinnen lässt. Hier führt ihn sein sozialre formerischer Wille über 
die Psychologie hinaus in den Bereich tiefer soziologischer Erkenntnisse. 
E^äre sehr zu wtlnschen, dass dies Werk an deutschen Bildungsanstalten den 
soziologischen Übungen zugrunde gftlegt und unter Umstanden eine kleinere 
Volksausgabe als Übungsbuch hergestellt würde. Unschwer liesse sich eine 
passende Auswahl auch und gerade für Arbeiterhochschulen zusammenstellen. 
Leopol^d V. Wiese hat dem Werk ein Vorwort geschrieben^ das Leben und 

Werke von Roß darstellt und ihm seinen Platz in der amerikanischen Soziolo- 

* 

gie zuweist. Darüber hinaus zeichnet er die Wege, welche seine eigene Be- 
ziehungslehre mit dem Werke von Roß verbindet und wendet sich mit Recht ge- 
gen die Vermengung von metaphysischer und philosophischer Spekulation in 
der deutschen Soziologie, welche nur als Einzelwissenschaft ihre Aufgaben 

erfüllen k'dnne. 

Die Uebersetzung hat die zum Teil sehr schwierigen Probleme der ame- 
rikanischen Begriffsbildung aufs glücklichste gelöst und vermittelt die 
höchst lebendige und anschauliche Sprache des Amerikaners in einem anmuti- 
gen und fesselnden Stil. 



>^u 



Anna Siemsens folitische Kunst und Kunst- 
politik." Jungsozialistische Schriftenreihe. Berlin, 
Lauljsche Verlagsbuchhandlung 1927. 



(1928) 



Diese glaenzende soziologische und politische Studie von 
Anna Siemsen verdient nicht nur in Kreisen der sozialistischen 
Jugend weiteste Beachtung. Sie bietet auf knappstem Räume eine 
Analyse des Kunstphaenomens als solchem, eine soziologische Deu- 
tung der Bedingtheit aller Kunst, eine Soziologie des Kuenstlers 
als Beruf und eine politische Auswertung der erzielten Resultate. 
Jede Kunst entsteht und ist zu hegreifen als Ausdruck hestimmter 
gesellschaftlicher Verhaeltnisse. Volks- oder Gemeinschaftskunst 
hat einen anderen Charakter als „KLaBsenkunst". Und eine aristo- 
kratisch-hoefische Kunst pflegt andere Formen wie huergerliche 
Epochen. Das grosse Drama und die Tragoedie hahen immer nur in 
gesellschaftlich feudalen Zeiten gehlueht, die huergerliche Kunst 
hat diese Formen psychologisch zersetzt und innerlich aufgeloest, 
sie hat an deren Stelle den Roman als repraesentative Kunstform 
gesetzt, wie Lukäcs in seinem Buch ueher die Metaphysik 
des Romans nachgewiesen hat. Und ferner hat die huergerliche 
Gesellschaft durch die allgemeine Arbeitsteilung und den Charakte i 
ihrer Produktion als Waren- und Marktproduktion den Kuenstler vor 
ganz neue Lebensbedingungen gestellt. Er schuf n«n nicht mehr 
fuer homogene Gesellschaft, deren Ruhm und Lob er yerkuendete 
und deren Dasein er idealisierend darstellte, er dichtete sein 
eigenes Schicksal, er vjandte sich an jeden einzelnen; und nicht 
mehr unmittelbar vollzog sich seine Wirkung, eine neue Kategorie 
beruflicher Kritiker schob sich zwischen Kuenstler und Publikum 
und vermittelte die „Wertung" und entschied «eher marktgaengige 
und nicht gewuenschte Ware. So verlor die Kunst den ^"^^^^^^^^f «" 
sozialen Zusaimuenhang vergangener Epochen und konnte zur «Kunst 
um der Kunst willen" werden, eine zugleich J^^^wei feite und 
trotzige Idee. War die buergerliche Kunst des 18. Jahrhunderts 

revofutionaer gewesen, Ausdruck einer ^^^P^ «"J«" f"?^^!.'« - 
denke an Lessing, Voltaire, den jungen Schiller und Goethe 
90 mussten mit der errungenen sozialen Herrschaft die konser- 
?Se?enden und beharrenden Elemente auch in der Kunst zum Durch- 
SucSkolen, es mag an Flauberts grandioses Werk, auch an 



iSaltlich das Schicksal des Proletariats darstellende Werke 
sSd dlim noch keine proletarische Kunst und die gutgemeinten 
Versuche nicht zu nennender Autoren verdienen nicht dieserBe- 
lelcSnuSg! Am ehesten geht von den Komoedien Shaw« ei„ Weg 
zu eS sozialistischen untragischen Theater. Auch der Film 
St aurseinen technischen Bedingungen heraus die Moeglichkeit, 



¥ 



4 



grosse symbolische Kallektiverlebnisse in ihrem unmittelharen 
Ausdruck zu gestalten. Einige der russischen Filme sind hier 
v;egweisend. Und noch aus einem anderen Grunde hat der Film 
fuer eine proletarische Kunst unendliche aesthetische Moeglich- 
keiten: er als einzige Kunstform nehen dem Tanze setzt unmittel- 
bar bewegtes erfuelltes Lehen in Ausdruck, Geste, Handlung um, 
unmittelbar in der menschlichen Gestalt spricht sich die Seele 
aus, nicht das Y/ort als Traeger des Geistes, der Leib als Trae- 
ger der Seele wird zum Ereignis. Spricht die Seele, so spricht, 
ach schon die Seele nicht mehr" - aas konnte nur ein Dichter des 
Wortes schreiben, dem der Weg von der Unmittelbarkeit der dich- 
terischen Erschuetterung bis zur Praegung des sprachlichen Aus- 
drucks eine Ewigkeit duenkte. Der gute Filmdichter kann das 
spontane Leben unmittelbar ausdruecken und darum auch grosse 
Massen ergreifen und fesseln. 

Koennen wir den soziologischen Analysen und den politischen 
Folgerungen von Anna Siemsen durchaus folgen, so bleibt als un- 
befriedigend die Definition und Beschreibung des Kunstphaenomens 
als solchem uebrig: „Wer wie wir Sozialisten ueberzeugt ist von 
der Einheit alles Lebens und alles gesellschaftlichen Geschehens, 
wird es ablehnen, in der Kunst etwas Wesensanderes zu sehen als 
in allem Ausdruck menschlichen Lebens. Kunst ist der hoechste und 
lebendigste Ausdruck unseres jeweiligen gesellschaftlichen Lebens, 
aber eben immer nur Ausdruck dieses Lebens •••" Dies ist mar- 
xistisch lAmgebogener Dilthey und fuehrt in letzter Konsequenz 
zu einer Aufloesung aller Formen ueberhaupt. Uatuerlich ist 
Kunst ein Ausdruck menschlichen Lebens, aber dadurch, dass er 
Kunst geworden ist, wesensmaessig etwas Einziges 
und Andersartiges. Auch Religion, Froemmigkeit und philosophi- 
sches Denken sind Ausdruck und Formen des Lebens, aber ihrem 
„Sinne" nach ganz verschieden struktiiert (aufgebaut). Es gibt 
gewiss dort, wo Menschen in voller Geschlossenheit und Reinheit 
des Wesens sich im Wort oder im Brief aeussern, Erschuetterun- 
gen und Wirkungen, welche einer aestheti sehen Wirkung sehr nahe- 
kommen. Man kennt Briefe ganz schlichter und einfacher Personen, 
die zu den schoensten Denkmaelern deutscher Prosa gehoeren - 
und mancher Dichtung ebenbuertig sind. Dies ist gewiss unmittel- 
barer Ausdruck des Lebens - aber keine ^unst. Damit dieses 
Kunstwerden sich vollziehe, muss das nLeben" erst in einem 
aestheti sehen Raum projiziert, verwandelt sein und Form gewon- 
nen haben. Das phaenomenologische Problem der Kunst kann im 
Rahmen einer Rezension schlechterdings nicht eroertert werden. 
Aber so sehr wir mit Frau Siemsen davon durchdrungen sind, dass 
es die grossartige soziologische Leistung von Marx war, die Ein- 
heit des gesamten Lebensprozesses' wieder erkannt und die ausein- 
ander strebenden Sphaeren aneinander geknuepft zu haben, so wenig 
sehen wir eine Moeglichkeit aus der Boziologi sehen Analyse des 
Gesamtprozesses etwas anderes auszusagen, als die jeweiligen Ver- 
knuepfungen innerhalb der einzelnen Lebensgebiete nach dem jewei- 
ligen Stande der gesellschaftlichen und oekonomischen Daseinsbe- 
dingungen. Was aber Bewusstsein, Froemmigkeit und Kunst seien, 
kann eine soziologische Erklaerung niemals erhellen, ihr «Sinn" 
kann nur durch die Erkenntnis ihrer Wesensstruktur erkannt werden. 



Und v/as im besonderen die Kunst "betrifft, so duerfte eine 
soziologische Deutung zwar sehr wichtige Gesichtspunkte zu 
ihrer Erklaerung "beitragen, aber doch immer nur im weiteren 
Abstände von der aestheti sehen Interpretation verharren. 
Wollte die Soziologie noch mehr leisten als das, so waere 
sie eine Metaphysik und verloere den strengen Charakter der 
Wissenschaft, ihre johanneische Sendung. 



Ill^ 



<f 



UEBER ALTE UlTD NEUE DIPLOMATIE 



(1928) 



Dass die Feder verderlje, was das Schwert erwor"ben und 
das Schwert mit seiner Schaerfe aufloesen muesse, was die 
Faeden der Dipi^omatie verwirrten, ist eine sorgsam gehuete- 
te Legende und stets bewahrte Ueberlieferung der Militaer- 
kaste aller Laender gegen ihre „zivile" Diplomatie. Und 
schien nicht der Ausbruch des Weltkrieges wie aller frue- 
heren Kriege diesem Glauben Recht zu geben? Stand nicht 
der Diplomat verfemt am Pranger, verurteilt durch die Ver- 
zweiflung der Voelker und verachtet durch die Maenner des 
Schwertes, deren Stunde nun gekommen war? Jedesmal wenn 
die Waffen zur Entscheidung aufgerufen wurden, zeigte das 
WerÄ des Diplomaten seinen chimaerischen und problemati- 
sehen Wert, und auf der Suche nach den Schuldigen bot sich 
seine schwierige Stellung der Kritik am ehesten als Objekt. 
Sei es, dass man einzelne Maenner unmittelbar verantwort- 
lich machen zu koennen glaubte, sei es, dass man die In- 
stitution als solche verurteilte - immer schien sie nur 
pefehlt zu haben. Mit der Formel der „Geheimdiplomatie 
hatte man in einem Schlagwort Kritik und Urteil zusammen- 
gefasst. Was aber ihre positive Leistung war, das wurde 
meist uebersehen. 

Mit Recht bemerkt C a m b o n , dass die Geschicht- 
schreibung eher die Erinnerung an Feldherrn »^"^ Generale 
lebendig erhaelt als der Maenner zu gedenken, welche <iurch 
sewaltlose Mittel des Verhandeins in harten geistigen Kaempfen 
fSem Staltfdienten. Das hat zweifellos seine guten Gruende 
und findet seine Erklaerung in dem elementaren Beduerfnis po- 
litisch und geistig noch ungebildeter Massen, ^egenstaende 
der Verehruni und Verkoerperungen ^at^rlaendischen Ruhmes 
zu finden. Und ist nicht der Sieg auf dem Schlachtfeld die 
Jahre ErfuellSngmaennlichen Ruhmes? Es ist eine furchtbare 
^nd grSe^afte^Tatsache, der man ins Auge f^^^-;" ^^f^^ ^ 
sie wirksam zu bekaempfen - dass die siegende Gewalt der 
Sysischen und materiellen Machtmittel immer noch m der 
rio?ie des herrlichen Ruhmes strahlt, wenn sie unter dem 
Sbäschr^i fer't?genen Anhaenger J- unterlegenen den Fus 
des Siegers auf den Nacken setzen darf. Die psychologiscnen 

V^JaussItzungen dieser romantischen ««if ^^«"Jn^meScS-" 
«setzen durch die Achtung und Bewunderung fuer die menscn 
licSSen Agenden des „nur" zivilistischen Staatsmannes 
ind MpLmaten ist eine der bedeutendsten Aufgaben politi- 
scher Bildungsarbeit in der Demokratie. 



(f 



'f 



♦ 



Daher darf man es vielleicht als ein Symbol neuer Gesin- 
nung shil düng und veraenderter Wertung betrachten, wenn die 
Schriftenreihe der beiden deutschen politischen Hochschulen - 
der Deutschen Hochschule fuer Politik in Berlin und des In- 
stituts fuer Auswaertige Politik in Hamburg - als erstes Heft 
einen Vortrag vom Beruf des Diplomaten veroeff entlicht. Diese 
Rede, von Albrecht ]\iendelssohn-Barthol- 
d y bei der Jahresfeier der Deutschen Hochschule fuer Politik 
1926 gehalten, ist ein Bekenntnis zu den positiven Aufgaben und 
Leistungen der Diplomatie, der Versuch, ihren Anteil am deutschen 
Wiederaufstieg schon jetzt zu formulieren. Niemand war vielleicht 
berufener eine solche Rede zu halten als dieser Mann, der, lange 
Jahre die Herausgabe der Aktenpublikation besorgend, die Schatten 
toter und lebender Diplomaten an sich voru eberziehen und ihre 
Bemnehungen und Sorgen, ihre Irrtuemer und verhaengnisvollen 
Entschluesse entstehen und fortwirken sah. Aber bei dieser 
Vergangenheit verweilt er nicht, er sucht nicht den Wirkungs- 
radius dieser alten Diplomatie im politischen System der Staaten 
zu bestimmen, seine Gedanken draengen zur neuen Diplomatie im 
demokratischen Staate. Er gebietet der Hast unseres alltaeg- 
lichen Lebens Einhalt, um uns zur Besinnung zu rufen und zu 
zeigen, wieviel unsere neue diplomatische Vertretung fuer die 
neue Weltgeltung Deutschlands getan hat. Sie hat den Mut und 
den Willen zu ihrem Volke gehabt, in einer vor Feindschaft er- 
starrten Welt hat sie dem neuen Deutschland wieder Vertrauen, 
Gewicht, Sympathien geschaffen. 

Freilich: „auf das Volk das den Botschafter sendet, faellt 
die letzte Verantwortung. Dies Volk sei mutig, hilfreich, ge- 
recht, damit er es den Leuten im Lande seiner Sendung so dar- 
stellen koenne." Indem der Diplomat hier als Repraesentant 
und Vertreter des Volkes erscheint, als seine Verkoerperung, 
wird ihm eine Rolle substituiert, in welcher der Begriff des 
Staatsmannes den des Diplomaten ueberwaechst und ^^^^^^^^ ^^^'^ 
nimmt. Die neue Diplomatie wird dem Werk ^^r verantwortlichen 
Staatsmaenner gleichgesetzt. Wer daechte nicht bei ^^^^^^1^^^" 
den Schilderung an die Zusammenkunft von Thoiry: „... J^^^^J^^^^^ 
um die Oeffentlichkeit geht es, aber um ^^^ Offenheit Jwischen^ 
Mann und Mann, nicht um die Form der Muendlichkeit oder Schrift- 
lichkeit, aber darum, dass die beiden Auge in Auge stehen, 
iaeSend sie fuer ihre Voelker sprechen. Und darum vor allen 
Dingen, dass ihre Hede ein Tun sei, fuer das sie selbst Kraft 
ihrer Puehrerschaftsverantwortung einstehen muessen. Diese 
SaeSe bezeichnen Wort fuer Wort die Rolle des Staatsmannes 
in der Demokratie, nicht aber die des Diplomaten. 

Hier ist die systematisch schwache Stelle der formvoll- 
endeten Ausfuehrungen Mendelssohns. ^\^?^^^^J^^^Ji^J^^^\ 
•HiT^lomat sein Volk, nie tritt er als politischer Fuehrer ner 
?i?f als ?er?rauen;mann von Parteien und deren Anhaenger, son- 
derA stets als Vertreter und Organ seitier Regierung. Er ist 
weSer Politiker wie der regierende Minister, noch ein verfas- 
sunßsmaessig selbstaendiger Beamter wie der Richter. Er ist^ 
in die sLatliche Beamtenhierarchie eingegliedert , nimmt frei- 
lieh in ihr eine Sonderstellung ein, die zwar nicht verfassungs- 



/ 



>> 



rechtlich festgelegt, aber durch die Tradition und Eigenart 
der Aufgaben und die dadurch bedingten Anforderungen "bestimmt 
ist. Auch der Offizier nimmt eine Sonderstellung im staatli- 
chen Beamtenico erper ein, aber gerade im Gegensatz zu ihm wird 
das Bild des Diplomaten I^riss und Klarheit gewinnen. Der 
Offizier muss den Krieg wollen, er kann ihm nicht nur als 
„ultima ratio" erscheinen, sondern als das dauernd geeignete 
Mittel zur Gestaltung und Loesung der politischen Probleme, 
Er muss darum aber auch dem Tode dauernd verbunden sein, des- 
sen Existenz staendig in seinem Leben bejahen und daraus Wuerde 
und Haltung staendi scher Absonderung herleiten. Der Diplomat 
muBB d^a Er i Oden muss den Frieden wollen, er muss in Verhand- 
lungen und durch Formulierungen, durch Kompromisse und Zuge- 
staendnisse die Interessengegensaetze der sich hart im Raum 
stossenden Staaten beizulegen und zu ordnen suchen. Vielleicht 
darf manx ueberscharf formulieren: Setzt der Soldat seinen Tod 
fuer den iStaat ein, so der Diplomat sein Leben. Der Blanko- 
scheck, den die militaeri sehen Kasten durch ihren moeglichen 
Tod dem Volke in Form des Verlangens nach besonderer Anerken- 
nung praesentieren, kann vom Diplomaten nicht benutzt werden, 
er muss gewissermassen taeglich bar zahlen. Denn sein Amt 
fordert den taeglichen und stuendlichen Einsatz aller geisti- 
gen und moralischen Kraefte. Und gerade diese Anforderung an 
die menschliche Person, nicht an einzelne Eigenschaften des 
Intellekts, der Bildung oder fachlichen Schulung, verleiht 
dem Diplomaten seine Sonderstellung. Es ist kein Zufall, dass 
zwei so wesensverschiedene Uaturen wie der deutsche Gelehrte 
Mendel ssehn-Bartholdy und der alte diplomatische Praktiker 
Cambon in dem, was die Eigenschaften des guten Diplomaten aus- 
machen, vollkommen ueber einstimmen. Dass sittlicher Ernst und 
Wahrhaftigkeit, T/irklichkeitss^inn und innere Disziplin, Urteils- 
faehigkeit und Selbstbescheidung, Diskretion und Takt, die mensch- 
lichen Aufbauelemente des „normativen'' Diplomaten sind, mag viel- 
leicht dem Publikum als Ideologie erscheinen und ist in der Wirk- 
lichkeit auch hoechst selten anzutreffen, aber als notwendige 
Elemente dieser Lebensform sind sie logisch unerlaesslich. ^enn 
der Sinn seiner Bemuehungen geht auf Verstaendigung, er sucht 
Kommunikation, er ist von Berufs wegen guten Willens. ^Und sol- 
chen Aufgaben ist nur gewachsen, wer diese menschlichen Voraus- 
setzungen mitbringt. Wie in privaten Beziehungen das Mittel der 
Unterhaltung und Diskussion dem Zueinandergelangen dient, wie 
Ueberzeugung und Verstaendigung die einzigen gewaltlosen Mittel 
zwischen Menschen sind, so bedienen sich ihrer die Diplomaten 
fuer den Ausbau und Aufbau des Friedens zwischen den Staaten. 
Ist ihre Mission eine humane, so sind auch ihre Mittel und ihre 
Wirkungen bestimmt durch die von ihnen ausgehende Ueberzeugungs- 
kraft* 

Wenn dieses reine Bild des Diplomaten in der Wirklichkeit 
oft ßetruebt erscheint, so ist schuld daran nicht nur die 
Schwaeche und Unzulaenglichkeit menschlicher Personen, sondern 
das politische und gesellschaftliche System, m dem ihre Taetig- 
keit sich vollzieht. Man denke nur an die Rolle, welche die 






Militaer- und Marineattaches in der Vorkriegszeit bei uns spiel- 
ten, sie machten ihre eigene Politik und ihre Berichte gingen 
unmittelhar an den Kaiser, so dass die Botschafter ihre Politik 
oft konterkarriert sahen. Oder die Regierung verschwieg miss- 
liebigen Diplomaten die erhaltenen Geheiminformationen, um sie 
dann der schlechten Berichterstattung zu zeihen. Das war frei- 
lich ueherall dort moeglich, wo die Regierungen sich nicht durch 
parlsanentarische Kontrolle bedroht fuehlten und sie keine Ver- 
antwortlichkeit der Volksvertretung gegenueber zu fuerchten hatten. 
Mit Recht weist Mendelssohn als einen Anlass zu dauernden Miss- 
verstaendnissen auf die Methoden der mittelbaren Verhandlungen 
hin. Von der Instruktion zu einem Staatsgespraech ueber die er- 
innernden Aufzeichnungen bis zu dem Bericht an die Regierungen 
ist ein weiter Weg, und der Dokumentenanhang zu der Mendel ssohn- 
schen Schrift gibt eindrucksvolles Material dafuer, wie verschie- 
den zwei Gespraechspartner sich ueber Inhalt und Sinn einer di- 
plomatischen Unterhaltung aeussern koennen. 

Aber auch die gesellschaftlichen Lebensformen, unter denen 
die Diplomatie steht, sind nicht immer fuer die wuenschbaren 
Eigenschaften ihrer Vertreter die denkbar guenstigsten. In 
allen Laendern, auch in England, wo sonst die Ministerien ziem- 
lich durchdemokratisiert sind, ist der Auswaertige Dienst ein 
Reservat fuer die alte und neue Aristokratie des Blutes und Gel- 
des, und nur selten gelangen Angehoerige anderer gesellschaft- 
licher Schichten in diese esoterische Laufbahn. Darum wird sie 
von den einen mit dem Schimmer des Geheimnisses umgeben, von 
den andern mit Misstrauen und Argwohn betrachtet. Man spricht 
ganz mit Recht vom „diplomatischen Korps" als einer eigenen 
gesellschaftlichen Koerperschaft im politischen Leben, das 
einen eigenen „Geist" und seine eigenen Lebensformen hat. Es 
ist eine aristokratische Boheme, ueberall zu Hause und doch 
dauernd von der Heimat entfernt und wie jede festgefuegte Form 
immer bereit, sich autonom zu machen und auf eigene Eaust Po- 
litik zu treiben. Hier hat die „Geheimdiplomatie" ihre Wur- 
zeln • und nur in diesem Sinn kann man von einer solchen spre- 
chen! dass auswaertige Politik ohne Verantwortung und ueber 
den Kopf der Volksvertretung hinweg getrieben wird. Und nur 
dies kann der Begriff: „demokratische Kontrolle" m der Aussen- 
Politik bedeuten, dass die Regierung und ihre Organe keine 
aussenpolitischen Massnahmen treffen, welche dem ^^^^^^^^^^ 
verborgen bleiben. Es waere utopisch zu glauben, ma^n koenne 
nun jede aussenpoli tische Verhandlung vor dem Parlament in 
allei Einzelheiten fuehren, das ist natuerlich ^^^^^f^^^J^.^f 
das Gesetz der kleinen Zahl hat, wenn irgendwo, so hier seine 
Rechtfertigung. Durch die Einrichtung des „Auswaertigen Aus- 
schusses" St das Parlament an den I^in-elheiten der auswaer- 
tieen Politik teil und vermag diese zu kontrollieren. Entschei- 
dt^ist dass in der Demokratie das Volk durch seine Vertretung 
unä Representation in der Regierung Inhalt und Richtung sei- 
nes politischen Willens kundtut. Dass dieses Wollen vernuenf- 
??g 5nd klar sei, nicht von dumpfen Instinkten getrieben, be- 
herrscht und verantwortungsvoll - ist die Aufgabe der politi- 
sehen Bildungsarbeit unserer Epoche. 



> . 



Die Schriftenreihe der Hochschulen fuehrt den Titel: „Poli- 
tische Wissenschaft". Dieser Titel "bedeutet ein Programm, wel- 
ches von den Herausgehern, Dr. Simons und Dr. Marc, gerade im 
Hinhlick auf unserelf Frage klar und entschieden formuliert wird: 

„Die diplomatische Handlung wird immer der Diskretion he- 
duerfen und den Fachleuten ueberlassen hleihen; die Bestim- 
mung der politischen Richtung und die Ueherwachung aber liegt 
heute heim Volke seihst: das Volk zur verstaendigen Erfuellung 
c dieser Avif gaben zu schulen und es faehig zu machen zu dem, 
was die Englaender democratic control nennen, das ist Auf- 
gabe einer politischen Wissenschaft," 

In diesem Sinne ist die politische Wissenschaft ein Kind 
der Demokratie, und demokratische Kontrolle die Legitimierung 
des Staatsmannes durch die Zustimmung der Mehrheit derStaats- 
buerger. Dadurch bekommt die Stellung des verantwortlichen 
Aussenministers eine gewaltige Staerkung, diese Demokratie 
allein hat Locarno und Thoiry ennoeglicht, denn hinter Jen 
Staatsmaennern steht der Friede heischende ^iH^/^^IJ J°^^^^^- 
in diesem Sinne musste Mendelssohn dazu kommen, den Staatsmann 
als den Typ des neuen Diplomaten zu feiern, die unmittelbare 
Verhandlung der Staatsmaenner an Stelle der mittelbaren - als 
die neue Methode zu charakterisieren. Ungeachtet ihrer Unent- 
behrliohkeit und ihrer Bedeutung wird also die Rolle der Diplo- 
matie eingeschraenkt, einmal durch die Machtstellung eines 
Aussenministers, der die oeffentliche Meinung hinter sich hat, 
und dann durch die Verbreiterung des aussenpolitischen Han- 
delns S Form von Zusammenkuenften der leitenden Staatsmaenner,^ _ 
endlich durch den Voelkerbund. 

wiP sehr diese Entwicklung von der alten Diplomatie als 

eine SnscSSenkung ihres Wirklns, als -i^^iJS^f-^JSscSln- 
im politischen Leben empfunden wird, ^estaetigt in ueberraschen 
der Weise das Buch des franzoesi sehen Diplomaten Cambon, der von 
noo7 his 1914 den Berliner Botschaftsposten mne hatte. Cambon 
i;Snt sliie PlauSe^ei „Der Diplomat", und fies, --er zur 
P^vcholopie und zur Geschichte des Diplomaten beibringt, ist 
Psychologie unazui ^^^^^ „g eines weltkundigen und sehr skep- 

SscLn Geistes ioecJstreizloll und belehrend. Wo er aber zu 
derJrobllien'Lf reuen Diplomatie Stellung n^^^^^ 

Schicksalsfragen des "«-«"f^J^P^i^f^^^'^ersucft^den Titefies 
gerichte, demokratische Politik, lot man ^^^^^^g^ ^^j^aten" zu 

Buches ^" -f ^^f tJ^f^f^^SiSstrS siehf dS S?e Botschafter 

dJrneien'^^enSenzenlucrifdie Sphaeren des ^iP^neriar^'" 
cies^^der BotBchafterkonferenzen einbrechen und den R^^ 

""achfen '^TTell Slrz^i^'^fg^nicft^def befechtfgten Kern 

sfn^raedSk: z^^ 

tlTen^'TnZSll'lfe ll^l\'AlTe\i,lo..tie der Staatsmaenner 



6 



i 

i 



Erfolge halDen - alDer auch nur auf dem Fundament vorgetaner 
diplomatischer Arheit. Fehlt diese, koennen allzu leicht 
ueherhastete und auf augenblicklichen Affekten beruhende 
Entscheidungen gefaellt werden, die nicht auf lange Sicht 
durchdacht sind. Das ist zweifelsohne richtig - und die 
stille und unermuedliche Berichterstattung nach Hause und 
die Einwirkung auf das Land der Sendung bleiben immer auch 
Voraussetzungen einer demokratischen Aussenpolitik, tech- 
nische Vorbedingungen fuer die einheitliche Fuehrung der 
Geschaefte in den Haenden des Ministers. Aber gerade diese 
Demokratie laesst Cambon an einer Zukunft der Diplomatie 
zweifeln; wie er das Gedeihen des Voelkerbundes sehr wahr 
an die Teilnahme und die Zustimmung der oeff entlichen Mei- 
nung der Welt geknuepft sieht, so erscheint ihm die Zukunft 
VC ellig bestimmt vom Geist der Demokratie, „die nebelhaften 
Zielen zustrebt". Mit leiser Resignation und deutlicher 
Mahnung schliesst er seine Betrachtungen: 

„Mag dem wie immer sein, das Werk der Diplomatie in 
der Vergangenheit war gross. Der Herzog Albert de Broglie 
sagt, dass sie das Beste war, was die Zivilisation haette 
erdenken koennen, um zu verhindern, dass einzig die Gev/alt 
in den internationalen Beziehungen den Ausschlag gebe. 
Das ist kein geringes Lob, und unsere Zeit sollte, so sehr 
sie auch ihre Schoepfungen von Genf und Haag ruehmt, Hocii- 
achtung vor den Maennern bewahren, die einst m bescheide- 
ner Zurueckhaltung und oft mit Preisgabe ihrer Volkstuem- 
lichkeit an der Ordnung in Europa und an der Erhaltung des 
Friedens zwischen den Voelkern gearbeitet haben." 

Niemand wird sich dieser Aufforderung versagen, so v/eit 
sie billig und gerecht ist. Und gewiss weiss der Geist einer 
wahrhaften Demokratie sich dem echten Geist der ^^P^^^^p'^rPi- 
naeher. als es Cambon glaubt. Dass durch die Demokratie frei 
lieh die politische Verantwortung gewachsen, mehr Menschen an 
ihr teilnehmen und in die Lage kommen, die Tugenden J^^ ^^^7 
plomaten zu bewaehren, muesste das nicht gerade das Herz eines 
Diplomaten erfreuen? 



/ ^ "^f 



4 



Carl Brinkmann, „Wirtschafts- und Sozial 
geschichte". Muenchen ixnd Berlin, 1927. Druck 

und Verlag von R. Oldenbourg. 



(1928) 

Die "V7irtschaftsgeschichte leidet in der Regel entweder an 
dem Mangel scharfer oekonomischer Begrif fshildung der Histori- 
ker oder an dem geringen geschichtlichen Interesse der theore- 
tischen Oekonomie. Zwar gibt es eine Reihe auch fuer ein all- 
geiheineres Bildung sheduerfnis bestimmter Werke, aber in ihnen 
reicht das historische Interesse meist nur bis zum Entstehen 
des Fruehkapitalismus, die Sozialgeschichte des Kapitalismus 
wird dann durdh eine Dogmengeschichte der Volkswirtschaftslehre 
ersetzt. Einzig Max Webers nachgelassenen Muenchner 
Vorlesungen ueber Wirtschaftsgeschichte draengen ueber die Gren- 
zen der Fachwissenschaft hinaus, da die Grundfrage seines Wer- 
kes, wie ist der moderne Kapitalismus moeglich gewesen, kein 
Problem einer Gruppe von Spezialisten, sondern eine Lebensfrage 
der gesamten Gesellschaft ist. 

Brinkmanns Buch empfaengt die Kraft und Staerke seiner 
Gestaltung aus einer wissenschaftlichen und paedagogi sehen 
Grundhaltung. Bewusst ist ein erziehBrischer Wille formend 
gewesen. Wie einst Theologie, Philosophie und politische 
Geschichte das Zentrum und den Kern schufen, um den sich alle 
Bildung herumlagerte, so ist der Gesamtumfang der Wirtschafts- 
und Sozialwissenschaften der Mittelpunkt jeglicher Bildung ge- 
worden. Indem der Wirtschaftswissenschaftler vom Praktiker, 
dieser von jenem lernt, indem beide Einblick und laarheit ge- 
wirf^n ueber die „Breite und Verwickeltheit der Voraussetzungen 
und Wechselwirkungen" der modernen Wirtschaftsordnung mit den 
anderen Lebensgebieten, kann auch die menschliche Bil<i^ng eine 
tiefere und umfassendere Verantwortlichkeit, Gerechtigkeit und 
Einsicht von der formenden Kraft sozialer und oekonomischer 
Erkenntnis Her gewinnen. 

Diese paedagogische Tendenz, von jenem hellen rationalen 
Demokratismus angelsaechsischer Provenienz getragen, is^ di- 
ametral entgegengesetzt dem duesteren ^^?^^^;J^i^^5^^^^S^^^^ 
tarismus, wie er Weber eigen war. Das Ziel der ^^ziehungs- 
arbeit, das Brinkmann vorschwebt, ist Ausgleich, ein Ausgleich, 
den er in der klassenlosen Staatsbuergererziehung Amerikas 
schon verwirklicht sieht. Es ist interessant, dass fast ßleich- 
!pi tL S c h e 1 e r im „Ausgleich" in Aussen- und Innenpolitik, 
im älssenka^pf und Unternehmermachtstellung, zwischen Orient 
und Okzident die loesende Formel findet. 

Bei Brinkmann aber ist diese geistige Haltung ^^f ^^^%^^^^ 
' politisch wie wissenschaftlich bestimmt. Das Buch ist ^em An- 
denken seiner grossen Lehrer Schmoller und Vinogradoff gewidmet. 



> 



1 



t 



\ 



der Meister der historischen Schule und der Meister soziologischer 
Rechtsgeschichte des Mittelalters, hahen Brinkmann jene heute 
ganz einzige Gahe ueherliefert, politische und soziale Geschichte 
zusammensehen und Rechtsformen soziologisch deuten zu koennen. 
Ein Name aber fehlt in der Widmung, welcher im Text immer wie- 
der auftaucht und dessen soziologische Entdeckungen neben Schmol- 
ler und Vinogradoff die methodische Arbeit von Brinkmann mit- 
begruendet haben - Karl Marx. Das ¥erk Max Webers war eine 
dauernde Auseinandersetzung mit Marx, ein lebenslanger stummer 
Dialog ueber Grenzen, Wert und Kritik der kapitalistischen Epo- 
che. Brinkmann vermag das Relative und Historische, und damit 
das Einzigartige der kapitalistischen Welt aus der Phantasie 
seines historischen Bewusstseins zu begreifen. 
Er verwendet die oekonomische Geschichtsbetrachtung als ein 
methodisches Prinzip seiner Erkenntnis neben und zusammen mit 
politischen, „geistig- vitalen und kulturellen'^ Motiven gegen- 
seitigen Aufeinanderwirkens. Er hat fuer diese im historischen 
Raum sich vollziehende Haeufung der Anlaesse, Bedingungen und 
Gruende eines sozialen oder oekonomi sehen Geschehens den sehr 
guten Ausdruck der ,,Motivver schlingung" gepraegt. So wird das 
Studium des Buches zu einer sehr lehrreichen, ja dauernd er- 
regenden und spannenden Mitarbeit des Lesenden, welcher sich 
gewoehnen muss, grosse Entwicklungen durch Jahrhunderte zu ver- 
folgen, die verschiedenen Verflechtungen geschichtlich-oekono- 
mi sehen Werdens in allen ihren Ursachenreihen gleichzeitig zu 
betrachten. Eine solche Arbeit kann fruchtbar nur von jeman- 
dem geleistet werden, dessen historische und oekonomische Bil- 
dung von gleichem Umfang und strengster methodischer Zucht sind. 
Brinkmann ist heute in Deutschland einer der Wenigen, dem dies 
^elinren konnte. Und ueber die paedagogische und wissenschaft- 
liche Leistung dieses Buches hinaus regt sie auch die I^orschung 
zu neuen Arbeiten an. 

Der Reichtum des Buches kann sich erst ganz erschliessen, 
wenn die von Brinkmann angeregten Quellenbuecher zur Sozial- 
und Wirtschaftsgeschichte dem Lernenden ein konkretes Bild 
wirtschaftlichen Lebens zeigen. Die Englaender und Amerikaner 
haben darin Vorbildliches geleistet. Mit dem Buch Brinkmanns 
wird das schon lange vorhandene Beduerfnis nach solchem An- 
schauungsunterricht besonders geweckt. Und ^""^^^ J^^'f^lll^^^^^ 
neben den rein wirtschaftshistorischen auch sozialgeschichtliche 
Cuellenwerke und Lesebuecher erscheinen. Die Soziologie aer 
Serlichen Klassen, des Aufstieges der ''^^^/^l^llf^^^^ . 

die Umschichtung im Mittelstand, Bauerntum und Handwerk, Ent- 
stehung; Pormuni und Differenzierung laendlichen und staedti- 
scSriroletar^^ - sind fuer die heute lebende Generation 
JSendlich interessanter als alle Haupt- und Staatsaktionen 
S^s grossen Welttheaters, - weil sie die Wege zeigen, die zu 
dem Standort unseres eigenen Lebens fuehrten. 



^^i4 



Franz Lepinski < ^D 1 e j 
Bewegung , ih 



ungsoziali stl soh 
re GeBChichte und 



ihre Aufgalsen." Jungsozialistische Schriften- 
reilie. Berlin, Laub' sehe Verlagsbuchhandlung, 1927, 

(1928) 



Die jungsozialistische Bewegung entsteht im Schnittpunkt 
zweier Linien, welche von der "buergerlich-freideutschen Jugend- 
bewegung und der proletarischen Arbeiterjugend gebildet werden. 
Dieser Zusammenhang wird von Lepinski in dem historischen Ab- 
riss seiner Schrift klar und unverhuellt aufgewiesen. Damit 
wird auch die Gemeinsamkeit und Uebereinstiramung mancher Ziele 
und deren Formulierung verstaendlich. Gemeinsam bleibt beiden 
Bewegungen der Kampf gegen das „Alte", ein Begriff, dessen Un- 
bestimmtheit und Ungreif barkeit nur durch die vagen und lyri- 
schen Forderungen ueberboten wird, welche man ihm entgegensetzt. 
Gemeint aber wird von Jungsozialisten und Freideutschen das 
gleiche: nicht allein die Lebensordnungen der Zeit sind ver- 
fallendes Gemaeuer, auch die darin hausenden Menschen erschei- 
nen verkuemmert, verdorrt, gespenstisch. Der Aufstand der buer- 
gerlichen Jugend gegen Familie, Lehrer und jede Art von Autori- 
taet nahm in der jungsozialistischen Jugend seine Richtung auf 
die Disziplin, Ordnung und Verfassung der Partei. Nachdem die- 
se die Jungsozialisten in sich aufgenommen hat, verlohnt es nicht 
mehr, auf Einzelheiten zurueckzukommen. Wendet man die KritiK 
der Jugend positiv, so kann man ihr Streben dahin charakteri- 
Sieren- es war getragen von einem absoluten Wertmassstab mensch- 
licher Haltung und gesellschaftlicher Umwaelzung. Von hier aus 
hat die' jungsozialistische Bewegung als Erziehungsderaokratie 
Vortreffliches geleistet und leistet dem Sozialismus weiter 
gute Dienste. Versucht sie aber ihre Aufgaben inhaltlich zu 
formulieren, wie es Lepinski unternimmt, so bleiben statt kla- 
rer und scharfer Begriffe verschwimmende formlose Worte uebrig, 
IZ wHl politische Menschen, sozialistische Menschen erziehen, 
aber keine Fuehrer. „Die Heranzuechtung vo!;'.Persoenlichkeiten, 
die auf vorderstem Posten und an verantwortlichster Stelle an 
der IMbildung der Gesellschaft zu wirken haben, ^^t nicht Zweck 
sozialistischer Jugendbewegung." Aber warum «^^«"^itS^^iS- 
Demokratisch sich selbst bildende Jugend hat die ^oj^^^jj-^^^-^. 
aten Mittel, aus sich eine Elite heryorzutreiben - J^s hat mit 
buereerlichem Persoenlichkeitskult nichts zu tun. Wenn statt 
delsln die Bedeutung neuer soziologischer Buendnisse und Kame- 
rad s Saft en! die KSft und formende Gewalt J«f,^esinnungen be- 
tont wird, so ist dagegen nichts zu sagen, fehlen nur leiaer 
?™mpr die sozialistischen Formkraefte. Und dabei ist eine 
s^ialisUscJe Jugendbewegung in einer unvergleich guenstigen 
Iteilunggegenueber den buergerlichen Bewegungen. Diese muss- 
len im lande verlaufen, da ihre radikale und revolutionaere 
Gesi« keinen gesellschaftlichen Angriffspunkt hatte und 



\ 



/ 



man etten durch Feste, Gedichte und Taenze ein neues Kunstge- 
werbe, aber keine neue Gesellschaft bildet. So zerfielen die 
buergerlichen Bewegungen in Sekten, Buende und nGemeinschaften" 
Gleichgesinnter, deren jede ihren eigenen 117eg zur Rettung der 
Menschheit suchte oder wusste. Dem hatte die sozialistische 
Jugend ein klares und festes Ziel entgegenzusetzen: vor der 
Gemeinschaft hatte sie erst einmal eine Gesellschaft, die so- 
zialistische Gesellschaft zu schaffen, zu erkaempfen, in har- 
ter muehsamer Arbeit des politischen Alltags schrittweise sich 
den Raum zur Verwirklichung des Sozialismus zu ertrotzen. Ihre 
revolutionaere Gesinnung hatte ihren Inhalt und ihren Fuehrer 
in Marx. Er weist nicht nur das politische Ziel und erklaert 
die sozialen Gesetze der kapitalistischen Wirtschaft, auch die 
Kulturkritik der Jugend findet im Werk von Marx und Engels Er- 
kenntnisse und Aufschluesse fuer die geistige und seelische Er- 
starrung der Welt der Bourgeoisie. Und darueber hinaus: bedeu- 
tet denn Marx der sozialistischen Jugend, die so leidenschaft- 
lich auch die Formung des eigenen Lebens ergriffen hat, nicht 
auch ein menschliches Vorbild? Ein wahrhaft heldisches Leben 
von einem Reichtum und einer Kraft, das den haertesten Schick- 
salsschlaegen gewachsen war. Als 1848 die deutsche Revolution 
zusammenbrach, klagte Marx keinen Gott an, noch versank er in 
unfruchtbaren Grimm, „weil nicht alle Bluetentraeume reiften . 
Er setzte sich an seine Arbeit - und revolutionierte allein 
die Geister der ganzen.Welt. Diese unerbittliche Ruecksiohts- 
losigkeit und Strenge.. des Denkens und die Zucht der Seele, wel- 
che ihm selbst Gesetz des eigenen Lebens bedeuteten, stenen 
auch heute der sozialistischen Jugend vor Augen. Es moechte aber 
oft so scheinen, als ob diese Jugend, die so reich an Gefuehlen 
und von einer so ergreifenden Bereitschaft fuer die Bildung ei- 
nes persoenlichen Lebensideals im Sozialismus ist, mehr der 
Haerte und Spannkraft beduerfe, um den Kampf fuer den Sozialis- 
mus - auch im Alltag - gewachsen zu sein. Denn ^lese Paehig- 
keit. auch in der nuechternsten Organisations- und Parteiarbeit 
nicht das Ziel des Sozialismus aus dem Herzen zu yerlieren, die 
SSt zur Geduld zu haben - das ist eine Aufgabe des Charakters, 
welches Wort freilich immer mehr auszusterben scneint. 

Soziologisch aber ist es hoch bedeutsam, wie gewisse all- 
gemeine Zeittendenzen sich abwandeln, wenn sie jo" ^J^em Jr- 
iprungsort zu einer anderen sozialen Klasse fortstreben, und 
dass auch das proletarische Bewusstsein sich noch nicht in 
einL eigenen Seelenraum entfaltet, sondern die geistigen und 
seensciln Bewegungen des „Zeitgeistes" miterlebt und mit- 
duldet. 



> 



Klassiker der Politik, Herausgegeben von Frledr. Meinecke und Hermann 
Oncken, Bond 14: Richelieu, Politisches Testsment und kleinere Schriften, 
Übersetzung von Fried« Schmidt. Eingeleitet und ausgewählt von Wilhelm Momm- 
sen. Verleg von Reimer Hobbing, Berlin i926. 

In der von Meinecke und Oncken mit vorbildlichem Verantwortlichkeitsge- 
fühl für Niveau der Einleitungen und Obersetzungen herausgegebenen Sammlung 
der Klassiker der Politik erscheint als 14. Band das Politische Testament Rl- 
chelieus^ nachdem unmittelbar vorher die Elemente des Naturrechts von Hobbes 
veröffentlicht waren. Es ist höchst reizvoll, diese beider. TJerke miteinender 
zu vergleichen. Beide sind erfüllt von höchster geistiger Leidenschaft, beide 
ringen um die Bewältigung der Aufgaben der Epoche;?!; aber während des Hobbes 
Denken bürgerlich-revolutionär ist, d.h. dogmatisch-naturrechtlich, ist die 
Grundhaltung der Aufzeichnungen Richelieus, der unmittelbare Geschichte selbst 
erlebt und gemacht hat, "konservativ-revolutionär", wie Mommsen in seiner vor- 
züglichen Einleitung die politische Gesinnung des Kardinals bezeichnet. Was 

auch/ 

aber bedeutet dies Paradoxon? Wie viele Revolutionäre glaubte/Richelieu, nur 
die alten Rechte seines Königs wiederherzustellen, intern er seine Souveräni- 
tät stabilisierte, ohne die unerhörte Neuerung seiner Sta.<.tssestaltung als 
umwälzend zu empfinden. Und doch war seine Umgestaltung des französischen 
Staates tatsächlich der Beginn einer neuen Epoche, welche über Frankreich 
hinaus die Entstehung des absoluten weltlichen rationalen Staates bedeutete. 
Das kommt im Testament auch klar zum Ausdruck, vielleicht nicht so sehr in 
der Rechtfertigung seines politischen Wirkens wie in dem Reformprogramm, 
welches er fllr die künftigen Friedenszeiten seinem König empfiehlt. 

Bedurfte dieser Mann überhaupt einer Rechtfertigung seines Tuns? Wie 
jeder grosser Neuerer war er bis zum Tode umschäumt vom Hass, Neid und den 
Intrigen der höfischen Reaktion, welche man am besten als klerikal- ständisch 
bezeichnet. Denn diese Kreise hatte er durch seine Politik aufs tiefs* ver- 
letzt, indem er ihre politische Macht zerbrach. Zwar hatte er die Hugenotten 
- ein Staat im Staate - selbst mit Waffengewalt niedergeworfen, sich aber 
dann mit ihnen versöhnt, um sie in den Staatskörper als positives Element 



^ 



/* 



I 



2) 



einzugliedern. Er hatte sich nicht gescheut, mit den protestantischen deut- 
schen Fürsten und Gustav Adolf Bündnisse einzugehen, und er hatte so das 
reine Staatsinteresse vom konfessionellen gesondert; ein SjraiptAm für den 
neuen weltlichen Staat. Er hatte ferner den hohen fürstlichen Adel und die 
Gouverneure der Krone unterworfen, indem er die königliche Kriegshoheit 
durchsetzte und die Gouverneure der Provinzen, welche Stellungen vom hohen 
Provinzadel als fester Besitz betrachtet wurden, wiederholt abberufen und 
ihre Stellungen von der Krone aus besetzt hatte. Der Kampf um den Einheits- 
staat gegen die Eigenstaatlichkeit der L&nder - diese Formulierung von Momm- 
sen bezeichnet aufs genaueste die politische Situation Frankreichs - wird 
von Richelieu mit strengster Konsequenz geführt. Und zwar entspringt sein 
politisches Handeln Motiven der Staatsräson, welche in gleicher Weise durch 
die aussen-und innenpolitische Ifcage Frankreichs bestimmt war. Die sozialen 
Grundlagen des Staates hatten sich vollkommen verschoben. Nicht mehr der ver- 
armte grundbesitzende Adel wsr die ökonomisch-kräftigste Macht, sondern das 
Bürgertum der Städte, welches in Manufaktur und Handel Vermögen und Reichtum 
angesammelt hatte. Dieses beherrschte durch die Käuflichkeit und Erblichkeit 
der Ämter die Parlamente, in welchen es einen neuen Finanzadel - die noble sse 
de la robe - bildete. Und da Justiz unö Verwaltung noch kaum getrennt waren, 
lag ein grosser Teil der Verwaltung in seinen Händen. Darüber hinaus hatte 
die neue bürgerliche Gesellschaft als Steuerpäohter und Finanzbeamte den 
Staat unmittelbar in Händen, denn er bedurfte ihrer, um für seine vitalt»»«- 
sten Interessen, das Heer, stets liquide zu sein. Dies Heer aber war nicht 
mehr das alte Lehnheer des ritterlichen Aufgebots; nur widerlich leistete 
der Adel, eine Horde undisziplinierter, schl-cht ausgebildeter Ritter, dem 
Heeresdienst Folge. Sondern ihn verdrängte mehr u nd mehr das Söldnerheer mit 
Feuerwaffen und der neuen rationalen Technik der Schweizer, die in geschlos- 
senen verbänden als taktisbhe Einheiten manövrierten und dem ritterlichen 
Einzelgefecht weit überlegen waren. Die Führer dieser Söldnerheere waren 



^ 



3) 



halb Kriegsleute und halb Finfln2Epekul''nten, und es lag im natürlichen In- 
teresse der Krone, diese Heere gsnz von sich abhängig zu machen. So ver- 
schwanden die alten Landmilizen der Provinzen, und das Recht, Truppen zu hal- 
ten, wurde dem Kb'nige vorbehalten. Daher wurde dieses Heer ein Sonderbestand- 
teil des Staates, ein Fremdkörper im Gemeinwesen, das eine ganz neue innere 
Organisation hervorrief. Dieser Zusammenhang zwischen Wehr-und Steotsverfas- 
sung ist bei Marx und Engels wiederholt aufgezeigt worden und stimmt z.B. mit 
den Arbeiten von Clausewitz überein. In allen kontinentalen Staaten ist mit 
der Entstehung des stehenden Heeres auch der Beginn der modernen rationalen 
Verwaltungsmaschine unlöslich verknüpft. Die bureaukrfctische Verwaltungsor- 
ganisation Frankreichs ebenso wie die kollegi^^le Verwaltung Preussens entste- 
hen aus den Bedürtfnissen des Staates, eine Kontrolle über das stehende Heer 
und seine ausgebreiteten technischen Notwendigkeiten zu haben. So baut Ri- 
chelieu das Amt der Kriegskommissare aus, in welchem man die Anfänge der 
französischen Intendanten und der späteren Präfekten zu sehen hat. Es war 
eine Beamtenkategorie mit festem Gehalt, nur der Krone verpflichtet und mit 
deutlicher Tendenz gegen die ständische Verwaitungsorganisation, wie sich 
aus folgenden Zeilen des Testaments ergibt: "Die besagten Heeresbeamten sol- 
len nur kommissarisch beschäftigt werden, denn verschiedene Erfahrungen ha- 
bet/gelehrt, dass nichts die königlichen Beamten so verderbt, besonders wenn 
es sich um einen Krifjszustand handelt, als wenn man diese Stellen in Amts- 
titel verwandelt, die genau genommen nichts anderes sind als ein Rechtstitel 
für Diebstahl und Straflosigkeit". 

Diese Sorge um den inneren Aufbau des Staates, um seine Konso- 

liMSrim&...se£erLAi2_E«rtil^^^ 

i) vergleiche zu dem P-51«Vre'"KencnusgLrirh;rt^rrrJ:nm-- 

die glänzende Studie von 0. Hl n t ?•♦«?;! J^^*^^|*^tin«tion: "Der Oommis- 
fas.enden Blick und die scharfe und SxcherheU^^ in der 

Sstsch^fft für Karl Zeumfr^Weiier, 1910; ferner desselben: Staatsverfassung 
und Heeres Verfassung, 1906, Dresden. 



A 



k 



4) 

im Testament «inen^ grossen Raum ein: und gerade diese Gedenken zeigen, wie 
berechtigt die Formel des "konservativen Revolutionars" ist. Es ist der feu~ 
dale Herr, der grosse Seigneur, der seinem König r"at# bei gleichen Verdiens- 
ten immer Männer zu bevorzugen, welche durch Geburt und Stand die bessere 
Lebensart und Umgangsformen haben. Der Adlige kritisiert rücksichtslos die 
Fehler seiner Stande sgenossen und zerbricht die Grundlagen ihrer Existenz, 
indem er die vollkommene Aufhebung des Lehnheeres durchsetzt und die Ablö- 
sung der noch bestehenden Dienstpflicht des Adels für Geld oder seine Ein- 
reihung in das Söldnerheer verlangt. "Der Adel mu?s disziplinieret werden 
derart, dass er von neuem seine frühere Reputation erwirbt und sie bewahrt 
und dem Staat nutzbringende Dienste erweist." Nachdem er ihn unter das Joch 
der Souveränität der Krone gebeugt hat, will er ihn aber dem Könige versöh- 
nen und durch ihn eine zuverlässige Elite für das neue Heer und das neue Be- 
amtentum gegen die vordringenden Ansprüche der Geldmächte schaffen. Die Re- 
organisation der Kavallerie soll dem Adel einen Ersatz für das Ritterheer 
bieten und durch die Aussicht auf Hofdienst und Beamtenkarriere soll er zu 
einer dreijährigen Dienstzeit in den neuen Reiterregimentern gezwungen wer- 
den. Dieser Vorgang wiederholt sich in Preussen unter Friedrich Wilhelm I. 
und Friedrich II., welche den unterworfenen Adel durch das Monopol der hö- 
heren Verwaltung s- und Offizierslaufbahn fest an die Dynastie ketteten. Bei 
Richelieu war nun diese Haltung zweifellos reaktionär und au? s^ nem Hess ge- 
gen die neue bürgerliche Gesellschaft zu erklären. Resigniert schreibt er: 
"Gold und Silber sind die Tyrannen der Welt, und obwohl ihr Reich an sich 
ungerecht ist, entspricht es manchmal so der Raisn, dass man ihre Herrschaft 
dulden muss." Und zornig ruft er aus, die Macht der Finanzleute werde den 
Staat zugrunde richten, und sch4n hätten sie den edlen Sinn des hohen Adels 
korrumpiert. Aber er sieht k«ine Möglichkeit, ihrer Herrschaft zu entgehen: 
er lehnt es aus Gründen der Staatsraison ab, Erblichkeit und Käuflichkeit 
der Aemter abzuschaffen, weil solche Massnahmen den Staat nur aufs schwerste 



5) 



erschüttern und seine Finanzen gänzlich zerrütten würden. Allüählioh - 
rät er dem Könige - werde man ein zuverlässiges, nur von der Krone abhän- 
giges Beamtentum schaffen» Und tatsächlich folgten den Kriegskommissaren 
Kontrollbeamte und StaatsMkiflttllt«räte auch in der Zivilverwaltung, wel- 
che allmählich die lokalen und ständischen Verwaltungs-und Gerichtsbehör- 
den! verdrängten. Nur die Parlamente konnten ihre Macht, wenn auch mit ge- 
wiss««n Einschränkungen bewahren. Und wie ihnen das Heer und die moderne 
Verwaltungsorganisation als eine feindliche künstliche Maschine in dem or- 
ganischen Staate erschien, so bildeten sie bald der rationalen Staatsor- 
ganisation einen Stein des Anstosses und Aegernisses als Überbleibsel des 

alten ständischen Staates. 

Indem Richelieu zwar den rationalen Verwaltungskörp;^er des moder- 
nen Staates schuf, ihn aber auf die alten politischen Stände zu stützen 
und die realen sozialen Kräfte des Handels-und Industriekapitals politisch 
in den Hintergrund zu schieben suchte, hat er selbst einen Grundstein zu 
der grossen Revolution gelegt. Dabei gingen seine handelspolitischen Mass- 
nahmen und Pläne durchaus in den Bahnen, welche den Interessen der bür- 
gerlichen Gesellschaft dienten und welche wir mit demxAusdruck Merkanti- 
lismus Zusammenfassen. Die aktive Handelsbilanz ist die einzige Weisheit 
dieses Systems und die strengen Einfuhrverbote hbben die nationalen In- 
dustrien überall gestärkt und die ökonomische Macht des Bürgertums noch 

weiter gesteigert. 

Es wer Richelieu gelungen, sein inneres ginigungswerk unter dem 
aussenpolitischen Druck der habsburgisch-spanischen Klammer zu beginnen, 
weiche sich um Franicre ich herumlegte. Und zweifellos hat diese Situation 
die innere Steatsumv^älzung mitbestioimt und sie beschleunigt. Anderseits 
hat aber auch die innere Situation die Methoden und Wege der Aussenpoli- 
tik aufs entschiedenste mitbeeinflusst. Die innere Schwäch« de. Staates 
zwang zu einer Ober.ertung der diplomatischen Uittel. zu dauernden Ver- 



k 



6) 



handlungen, schwierigsten Bündniskombinstionen und Sutsidien vertragen, um 
möglichst nicht selbst in einen Krieg gezogen zu werden, in ■welchem man 
auf mehreren Kriegfüschnuplätzen zugleich hätte fechten müssen. Daher war 
Richelieus Aussenpolitik defensiv und hatte vor allem den Gesichtspunkt, 
die habsburgische Weltmacht zu zerbrechen. Vfir sind heute geneigt, die 
französische Aussenpolitik nach den Massnahmen Ludwigs XIV. zu beurteilen, 
dessen Politik unter ganz anderen Bedingungen stand wie die Richelieus. 
Und Richelieu wäre auch als Minister Ludwig XIV. nicht zu einer Politik 
zu bewegen gewesen, welche die sozialen Kräfte Frankreichs masslos über- 
spannte. Sein politisches Testament ist ein Zeugnis für eine unendlich 
vorsichtige undxabwägende Politik, für welche es bezeichnend ist, dass 
er dem König keinen dringenderen Rat ans Herz zu legen weiss, als nach 
Beendigung des grossen Krieges das Werk des inneren Aufbaus und der Festi- 
gung des Staates jedem neuen kriegerischen Abenteuer vorzuziehen. Dieser 
neue Staat wer ein künstliches Gebilde, so künstlich und exakt wie die 
militärische Taktik seines Heeres und das Kunstwerk seiner Verwaltung. 
Aber diese Maschine funktionierte und hat nach innen und aussen produk- 
tive Arbeit geleistet, auf welcher sich jeder modernexStaat aufgebaut hat. 
Hier wurde nicht nur der interkonfessionelle und überständische Staat ge- 
schaffen: vor allem stammen aus dieser Epoche die technischen Grundlagen 
moderner rationaler Verwaltung, welche auch durch die Revolution nicht 

mehr zerbrochen werden konnten. 

Es ist mit Recht von Hintze darauf hingewiesen worden, dass das 
neue Staatswesen des absoluten Staates, der Polizeistaat, einer Rechts- 
grundlage entbehrie. Der alte ständisch-territoriale Staat war noch ein 
Rechtsstaat, und die Stände kämpften tatsächlich für das "alte gute Recht'. 
Aber es gibt Rechtsansprüche, welche vor dem Leben verwirkt werden, wenn 
die Formen des Rechts die sozialen Inhalte nicht mehr zu fassen vermögen 
und den Anforderungen einer neuen sozialen Situation nicht mehr gewachsen 
sind. Dieser Antagonismus von erstarrenden Formen und sie sprengenden In- 



y 



7) 



halten bestimmt die reale revolutionäre Dialektik. Und derjenige, der die 
neue Ordnung in neuen Lebens? formen aufrichtet^ schafft ein neues Recht und 
hnt seine Legitimierung aus dem Greist der Geschichte, Darum bekümmert sich 
euch Richelieu nirgends um eine Begründung der Staatsidee, In dem Ab- 
schnitt "Vom Staat sn sich" vfird von rein technischen Problemen der Ver- 
•waltung gehandelt und die unveränderte Rnngordnung der St'ände mit deutli- 
cher Spitze gegen den Finanzadel gefordert. Sein grosses Werk, das neue 
Frankreich, war für ihn kein Gegenstand theoretischer Diskussion, es war 
der Staat der Raison, das von den Notwendigkeiten auferlegte Werk ratio- 
naler Ordnung und Balanzierung widerstrebender Kräfte, Es wäre ihm unsin- 
nig erschienen, die Notwendigkeit zu begründen. Sie war ihm als solche 
heilig und in ihrem Dienst verzehrte er sein Leben. Das 'öffentliche In- 
teresse, das Interesse des Staates, muss allen Sonder-und Einzelinteres- 
sen vorahgehen: immer wieder beschwört er den König, diese Maxime als 
oberstes Gesetz zu befolgen. Und wenn auch die Formulierung, der König 
als oberster Diener des Staates, noch nicht erscheint, so ist ihr Sinn 
auf allen Seiten des Testaments vorhanden. 

Es wäre nun höchst erwünscht, die Quellen dieser Ideologie zu 
untersuchen, denn sie widerspricht durchaus der Souveränitätf^theorie des 
Absolutismus: bei Hobbes, Bodin und Pufendorf ist der Fürst gerade von den 
Gesetzen entbunden - legibus solutus. Er steht über dem Gesetz und findet 
nur am Privatrecht relative Grenzen seiner Willkür. Wie diese absolutisti- 
sche Theorie in der Praxis aussah, wissen wir aus dem Jahrhundert Ludwigs 
IIV. und dem El^nd in den deutschen Fürstentümern des achtzenten Jahrhun- 
derts. Umso erstaunlicher ist es, bei Richelieu den Fürsten als den fast 
asketischen Träger einer schweren Last und verantwortungsvollen Bürde zu 
sehen. Es ist anzunehmen, dass wenigstens zwei Motivkomplexe diese Ideo- 
logie geformt haben. Einmal ergab sich sowohl in der Wirtschaft wie im 
politischen Leben des siebzehnten Jahrhunderts die Erscheinung, dass die 
Häufung der Arbeitsfunktionen das Mass von Verantwortung und Entscheidun- 






8) 



gen Ausserordentlich nh^achsen liess und 6en Menschen immer mehr zum Skla- 
ven seines eigenen Werkes machte • Aber dieses Motiv dürfte nicht ausrei- 
chend sein, es batl^ibt zu sehr im ellgemeinen und trifft die besondere Si- 
tuation des Herrschers nicht genau. Man yj\r6 darum nicht fehlgehen, das 
entscheidende Motiv in der persönlichen Grrösse des Kardinals zu suchen^ 
welcher seine eigene Idee der Hingabe und des Dittistes am Staate als ein 
Gesetz für Könige auf stellte. Mommsens Einleitung weist wiederholt darauf 
hin, wie das Verhältnis Richelieu'^ zu Ludwig XIII, in sehr vielen Punkten 
dem Bismarcks zu Wilhelm I. glich. Es lassen sich aber über diese Paralle- 
lität hinweg eine Reihe von beiden Staatsmännern gemeinsamen Zügen finden, 
welche eine tiefe Wesen&hnlichkeit bezeugen. Die Leidenschaft für den 
Staat, die Besessenheit von ihrem Werk, die Qualen der täglichen Kämpfe, 
die Kraft ausserordentlicher geistiger Spannung gegenüber einem oft ver- 
sagenden Körper - all dies ist den beiden gemeinsam. Darüber hinaus aber 
ist die Grösse das ihre Aehnlichkeit letzlich begründende Moment, und aus 
ihr stammt auch diese Maxime, welche beide ihren Herrschern auferlegten. 
Denn es ist ihr eigenes Gesetz, dem Staat zu dienen, ihr Schicksal, in der 
Arbeit für ihn aufzugehen, und zwar aus keinem rationalen Grunde, sondern 
aus jener tiefen und absoluten Leidenschaft und Hingabe, welche allein 
der Grösse eignet und sie üi der Sache, dem Gegenstand ihrer Hingabe, auf- 

ehen iSsst. Dfees wird ganz deutlich in dem auch menschlich fesselndsten 
Kapitel "Vom Ministerium des Fürsten", welches allein von den Eigenschefs 
ten eines guten Staatsmannes handelt. Wir können sie in drei Worte zu- 
sammenfassen : Verantwortlichkeitsgefühl, Augenmass, Leidenschaft. 



£ 



(I^^ 



1) 



Klassiker der Polittlc ;HerauseegftbeD von Friedrich Meineck© und Hermann 
Oncken, Band 15J Ferdinand Lassalle, Reden und Schriften. Ausgewählt und 
eingeleitet von Ludwig Uaenner, Verleg von Reimor Hobbing in Berlin. 

Das Prinzip einer Auswahl politischer Schriften aus dem Werke Lassa lies 
kann nur darin bestehen, den Begründer des Allgemeinen Deutschen Arbeiter- 
vereins als sozialistischen Führer und Politiker darzustellen. Was aus des- 
sen Werk auszuwählen ist, kann auch kaum zweifelhaft sein, wenn man den 
Begriff des Politischen im engsten Sinne fasst und nicht alle literarischen 
Aeusserungen Lassalles, auch wo sie als Dichtung oder Philosophie, als 
Wissenschaft od-r Prozessrede erscheinen, als Ausdruck eines stürmischen 
ursprünglich politischen Temperaments ansehen will. Dies hat der Herausge- 
ber abgelehnt und er beschränkt sich auf die rein politischem Reden und 
Schriften, deren Text er vollständig ohne Streichungen und Kürzungen gibt. 
Der Band enthält den italienischen Krieg und die Aufgabe Preussens, das 
Arbeiterprogramm, die Verfa.sungsreden. das Offene Antwortschreiben, die 
Ansprache an die Berliner Arbeiter und die Ronsdorfer Rede. Zu erwägen 
wäre gewesen, ob man nicht durch Kürzungen im Text für einige Abschnitte 
aus den Verteidigungsreden und aus dem "System der erworbenen Rechte" 
hätte Platz gewinnen können'^ "Die Wissenschaft und die Arbeiter" und "dii^ 
indirekte Steuer und die Lage der arbeitenden Klassen" enthalten in sich 
geschlossene Teile, welche .ohl zur Aufnähe geeignet gewesen wären und 
hätten auf^enomneu .erden müssen, wenn es dem Herausge^ r daran gelegen 
,ätte. ein Bild de. Sozialisten Lassalle zu schaffen, aerade von diesen 
Hed.n ist eine unendlich tiefe Begeisterung «uf Cie deutschen Arbeiter 
ausgeströmt, gerade sie sind auch für den Politiker Lassalle von gr.ss- 

ter Bedeutung* . ^ . 

1. ^o« ip«v.TPn d^'pser Werke in Aubetmcht 
Aber wollte mön euch das Fehlen a-.eser 

.er son.Ug.u v„ns«..l..»U i. «r A.s,»M «. ^olu^^n« nur als .In.. 
Sc.»n«U».--r ...r,c«.n. so .nt»ll. .i- «"l.^"- «" -^ -" " 
C..„.«. ..r .US..,.. .»SS .e. H...us^..r .=- O.o«n.c..n .sss^XX. 



2) 



Biographie folgt, er also Lasselle möglichst na tional-deiuokra tisch dar- 
zustellen sucht, läset es erkl-nrlich er^chPinen, wenn die Arbeit über den 
italienischen Krieg in ganzer Breite abgedruckt wird. Denn gerade aus 
diesem Werke sucht man die Behauptung von der nationalen Politik Lasseiles 

« 

zu erhärten. Dabei vergisst mnn gefli^^sentlich, dass sup dDu Briefwechsel 
von Marx und Lassalle klar und deutlich der revolntionH,re Charakter der 
politirchen Einstellung Lasssllos in der italienisohon Frage hervorgeht. 

Wird so vom Herausgeber das politische Bild Lassalles verzeich- 
net, so darf man sich nicht -wundern, dass auch die psychologische Darstel- 
lung von Person und Charakter des soziaü-^ti^^ohen FTAhrers misslingt und 
selbst in die AuFdniokcweise eines äusserst primitiven und trivialen An- 
tisemitismus herabsteigt. Man kann gewiss auch al« Sozialint dem proble- 
matischen und komplizierten Charakter Lassalles, wie er jetzt in dem ver- 
öffentlichten Briefvechsel klar zutage trU.t, Gerechtigkeit widerfahren 
inssen, wenn man nur die gesellschaftlichen und politischen Bedingungen 
seines Auftretens mit in Betracht zieht. Es sollte doch zu denken geben, 
dass zu derselben Zeit, in welcher das J^uftreton de^ Juden Lassnlle in 
der Politik einen Sturm der Entrüstung erregte, ein anderer Jude zum Len- 
ker des englischen Weltreichs aufstieg, Disraeli.Wenn man nun durch Be- 
rücksichtigung der allgemeinen gesellschaftlichen Bedingungen des Auf- 
tretens eines politisch-bewegten und ehrgeizigen Juden in Preussen eine 
richtigere psychologische Einstellung zu dem Problem Lassalle findet, so 
wird noch immer genug Problena tische s ir seinem Wirken und seiner per- 
sönlichen Lebenshaltung übrig bleiben. Und trotzdem kann das seine po- 
litische Bedeutung für die sozialistische Arbeiterbewegung nur wenig be- 
rühren. Lessalle hätte mit all seinen Fehlern, Tugenden und Begabungen ^ 
aich vielleicht in anderen Parteien einen einflussreicjaeren, weniger müh- 
samen and sicheren Weg zur Einfluss-und aeltungsmöglichkeit verschaffen 
können, und keine psychologische oder psycho-analytische Behandlung sei- 



3) 



nes "Fßlles" wird in der Lage seitir seine Wendung und das Einsetzen sei- 
her Person für die Sachtes Sozialismus zu erklären, und ebenso kompli- 
ziert "Wie der individuelle Charakter LassaHas ist auch seine geistige Per- 
son zu erklären. Seltsam mischen sich in ihm die Elemente des deutschen 
Humanismus, bürgerlicher Revolutionsldeologie und die Erkenntnisse der 
sozialistischen Zukunft. Der Herausgeber hat alle diese Probleme nicht ge- 
sehen und die psychologischen Analysen grobschlächtig zusammengehsuen. 
Zum Sohluss noch eine Blume aus dem Stilblütenstrauss des Herrn Maenner: 
"Mit d'^m Deutschtum verknüpfte ihn (Lassalle) nicht seine Rasse und nur 
■xi eine erlernte, nicht vom Urvater her ererbte Sprache. Das deutsche VoÄ 
^urde von ihm nicht '^e ein lebens^»armer Körper geliebt, nur von seinem 
rechnenden Verstände als Stein eiiBS Schachbrettes erfasst." Dass eine 
vom Urvater ererbte Sprache noch keine Garantie dafür bietet, das man die- 
se Sprache auch beherrscht, dafür ist die Arbeit des Herausgebers ein zum 
Nachdenken anregendes Beispiel. 



iVm 



4 



H.4 



DIEf GEISTIGE GESTALT 
DES MARXISTISCHEN ARBEITERS 

Zum Buch von Gertrud Hermesl). 



(1928) 



I. 

Wer auch nur einmal Gelegenheit hatte, in der sozialisti- 
schen Bildiingsarheit Jiaetig zu sein, wird diese Arheit immer 
wieder suchen und zu ihr zurueckkehr^n. Denn diese Taetigkeit 
fordert wie sonst kaum noch irgendeine Lehrtaetigkeit den gan- 
zen Menschen, nicht nur Kenntnisse und stoffliches Wissen, 
sondern ein Hoechstmass an moralischem Verantwortlichkeitsge- 
fuehl und innerer Hingahe* Der grosse Sinn des Wortes: Bildung, 
in dem Goethe immer dieses Wort gebraucht, als eines Handelns, 
Formens, Gestaltens ist in den der spezialistischen Fach- und 
Berufsausbildung gewidmeten Schulen fast verloren gegangen. 
Er adelt nicht mehr die Arbeit der Universitaeten, in denen 
in heroischer Muehe und Arbeit immer neue Gebiete der Forschung 
erschlossen und Erkenntnisse erworben werden, ohne noch einen 
auf die Gestaltung des Menschen bezogenen Sinn zu haben* Fuer 
den marxistischen Arbeiter aber ist Bildung als persoeöliche 
Formung und Gestaltung seiner Klasse immer auf den Mittelpunkt 
seines Daseins bezogen, sein Bekenntnis zum marxistischen So- 
zialismus. Denn dies unterscheidet ihn von dem proletarischen 
Schicksalsgenossen, der in alten traditionellen Bindungen re- 
ligioeser, politischer, gesellschaftlicher Lebensformen ver- 
harrt, dass ihm die Wissenschaft ein Bewusstsein deiner Lage 
und die Moeglichkeit und den Weg aus ihr sich zu befreien gibt. 
Dieses Wissen, von Marx und Engels als Kritik der buergerlichen 
Oekonomie und Gesellschaft verbunden mit soziologischer Ge- 
schieh t^hilosophie mit ehernem revolutionaeren Pathos in ge- 
waltigen Werken aufgetuermt, bildet das geistige Leben der 
Klasse und gestaltet ihr Einheits- und Klassenbewusstsein zu 
der Kraft und dem Heroismus politischen und gewerkschaftlichen 
Handelns. So wird Wissen Macht, ein Mittel zum Licht, z^^ 
Sieg, zum Erfolg; aber doch nicht nur als politische Technik, 
sondern als Mittel der Weltcroberung auch im persoenlichen 
ßeistigen Sinn; Welten eroeffnen sich fuer den jungen Prole- 
tarier, wenn er die Werke der Geschichte, der Naturwissenschaften 
zu lesen ieginnt. Das herrliche Licht der Vernunft, die Kraft 
des Geistes als Formkraefte des Lebens sind ihm ^ cht problema- 
tisch, und verwundert wuerde er dem Gejammer von der Zersetzung 
des Lebens durch den Geist und dem Fluechten in Irrationalismus 
und Vitalmystik gegenueber stehen. 



1) G. Hermes: Die geistige Struktur des marxistischen 
Arbeiters und die Arbeiterbildungsfragen 1926. J.C. B.Mohr, 
Tuebingen. 



!■ 



Und trotzdem ist diese Urspruengliche Bildung seines gei- 
stigen Le'bens durch die Lehren von Marx nur die eine Schicht 
seines Personwerdens, Sie giht ihm den festen Halt und Blick- 
punkt zur Formung und Wertung der andraeng enden, ihn hestuer- 
menden Leheninhalte, sie ermoeglicht ihm auf festem Grunde zu 
stehen. Diese Lehren aher sind vor fast achtzig Jahren formu- 
liert worden, sie hahen hestimmte soziologische und politische 
Voraussetzungen; das Proletariat andererseits steht heute po- 
litisch, gesellschaftlich und kulturell in einem unaufhaltbaren 
Vormarsch, Diese Situation stellt fuer das Bildungsprohlem des 
Proletariats die neue Aufgahe, dem WahrheitsgehaÄund den For- 
mulierungen ihres Wissens die neuen Probleme einzuarbeiten, die 
Lehren der Meister fortzubilden und aus eigener Kraft den Weg 
des Sozialismus weiterzuschreiten. Diese zweite Schicht der 
produktiven Auseinandersetzung mit den neuen Lebensproblemen 
betrifft vor allem den Staat und die „Kulturwerte". Die Wei- 
marer Verfassung verwirklicht weitgehende Demokratie und ver- 
antwortliche Mitarbeit am Staat, und es ist kein Zufall, dass 
gerade Hilferding den Ruf nach einer neuen Staatstheorie erho- 
ben hat. Wie aber vermag der junge Proletarier, dessen Beduerf- 
nis nach Lebenserfuellung auch einen kulturellen Inhalt sucht, 
solchen zu finden? Hier gibt ihm die Grundlehre seiner Le- 
bensformung keinen Anhalt. Und verwirrt und dem Zufall preis- 
gegeben^ irrt er durch das grosse Warenhaus der europaei sehen 
Kultur mit seinem riesigen Antiquariat von Urvaeterhausrat und 
wieviel Irrwege muss er zurueckl egen, um etwas zu finden, was 
seinem Lebensgefuehl und seinen Bewusstseinsinhalten entspricht. 

Hier liegt eines der groessten und schwersten Probleme 
sozialistischer Bildungsarbeit und Kulturpolitik. Das Wort des 
Lukrez: „Vitai lampada tradere" (die Fackel des Lebens weiter- 
reichen) lastet mit ungeheurer Verantwortung auf der soziali- 
stischen Kulturbewegung. Denn wir werden heute und noch mehr 
kuenftig zu entscheiden und zu waehlen haben, was der Ueber- 
lieferung fuer eine sozialistische Gesellschaft wert ist. Ge- 
wiss dieser Vorgang vollzieht sich nicht im Rahmen einer Zen- 
surbehoerde oder einer marxistischen Indexkongregation, sondern 
als unmittelbarer spontaner Akt des Aufnehmens und Abstossens. 

Diese zweite Schicht der' Assimilation neuer Lebensinhalte 
an die Bewusstseinsform der Klasse fuehrt unmittelbar zu der 
dritten Schicht marxistischer Bildungsform, in welcher aie Be- 
wegung der zweiten Schicht zum persoenlichen Problem des Ein- 
zelnen wird: das Wissen als Angelegenheit des Gewissens m Er- 
scheinung tritt. Es ist schwer, dafuer eine ^^l^^'^^ZV^'^llr.r^ 
lierung zu finden; die Jungsozialisten meinen eben dies, wenn 
sie vom sozialistischen Menschen sprechen. Hier liegt die 
ganz richtige Einsicht zugrunde, dass doch die marxistische 
Soziologie auch nicht vor der Entwicklung des Proletaria^^ 
haltmachen kann. Und da in unserer Zeit die Welt der Bour- 
geoisie noch herrscht, so werden doch aucji die Gebiete des 
Ueberbaus Kultur, Staat, Religion das „Gesicht der ^errschenden 
Klasse" tragen. Wie also kann der junge ^^^^^^^^^^^^^J:^, ^^I 
zialist leben, was sollen wir also tun angesichts der ^ebens- 
und Geistesformen der Umwelt? Sollen wir uns laben anfen ab- 
gegessenen Schuesseln der buergerlichen Bildung und Kuitur oder 



muessen wir aus dem Uichts das Neue schaffen? Das sind Fragen 
des Gewissens, ein staendiger Kampf um eigene Lelsensformen, 
auch in den persoenlichen Entscheidungen. Diese aber koennen 
nur aus dem inneren Gehalt der einzelnen Person und ihrer Ver- 
wurzeltheit in der Klasse gefaellt werden. IJTas an sogenannten 
weltanschaiaichen und philosophischen Voraussetzungen im Werk 
von Marx enthalten ist, hat fuer den Sozialismus unserer Ge- 
neration keine Evidenz und ¥irkenskraft; sie muessen von jeder 
Epoche neu und ihrem Gehalt entsprechend anders formuliert wer- 
den. Sie werden auch in den verschiedenen Laendern ganz ver- 
schieden sein, wie der englische Sozialismus am deutlichsten 
"beweist, der trotz scharfer marxistischer Klassenkampf praxi» 
in der Theorie wenig marxistischen Geist zeigt, dafuer die 
religioesen Traditionen englischer Sekten in vielen Puehrern 
nicht verleugnet. Diese Lehenskreise vom Zentrum der marxi- 
stischen Bildung her zu durchdringen, ist die eigentliche 
Aufgabe unserer Generation: die Eroherung des Staates, die 
Formung politischer und kultureller Fuehrerschichten, die 
Verhreiterung und Vertiefung des proletarischen Bildungs- 
lehens. 



II. 

Vorstehende Betrachtungen sind heim Lesen des Buches von 
Frau Hermes entstanden, von ihm angeregt, nicht eine ^le^er- 
gahe. Man wird dieses Buch nicht ohne tiefe Bewegung aus der 
Hand legen koennen, wenn man nur versteht, die zum Teil recht 
schwierigen, aus den verschiedensten philosophischen und psy- 
cSgiicJen Systemen herangeholten Terminologien zu zerbrechen 
und dis luch als das zu lesen, was es ist, ein Bekenntnis und 
eine Selhstverstaendigung, „damit die wenigen Menschen buerger- 
licher Herkunft, denen es mit der Arbeiterbildung eris t ist, 
die Situation, in der sie diese Arbeit tun, Jl^VSfofSes 
Das Buch ist ein Bekenntnis des Glaubens an die Mission des 
iroletariats, an die heiligen Kraefte der Gesittung und Bil- 
dung in ihm. Es ist die Frucht einer fast zwanzig jaehrigen 
Arbeit fuer die proletarische Menschenbildung . Es ist zu 
gleich ein Bekenntnis eigener Kaempfe, eigenen geistigen 
Ringens, eigener schmerzhafter Entscheidungen. I^ieser per- 
Boelliche Inhalt des Buches, diese weitgespannte leiden- 
schaftliche Seinsucht und menschliche Groesse «^Jf ^«" «^.^« 
Verehrung und Achtung, welche gerade deswegen klar ausge- 
sBrochS werden mussT weil die systematisch-sachliche Lei- 
stung des Buches einer kritischen Analyse nicht standhaelt. 
?sKt aber wichtig zu erfÄhren, wie dieses Buch zustande 

kL S^d'dass "ie mfthodische U°f i^?"f ^^^^^^^^f ^e^es st 
*iZi- in der Verfasserin begruendet ist. Gertrud Hermes isv 

*+ f-^„^hLter Jueend in der karitativen Fuersorge einer 
'eSLeirschen'LandfsJtrche taetig gewesen, sie hat spaeter 
evangeiisci B Heimarbeiterinnen gearbeitet und zu 
SSseS.f".rt'"f="sLg,nuMSchul.e «in Berliner S.UleMent 

^^»»nrlfite zwei Jahre unter den Proletariern des Berliner 
osteSs gelebt! Dann hat sie lange Zeit in der sozialisti- 
schSBfliungkrbeit in Leipzig gewirkt. Diese lange Le- 



i 



"bens- und Schaffensgemeinschaft mit dem Proletariat hat den 
Anstoss zu diesem Buch gegehen. Die Bedeutung des Marxismus 
fuer den Aufbau der „geistigen Gestalt des marxistischen Ar- 
beiters" wurde das psychologische Zentralprohlem des Buches; 
und vielleicht waere diese psychologisch-soziologische Arbeit 
als schlichte Darstellung des Erlebten ein sehr fruchtbares 
Arbeitsmaterial geworden wie das schoene Buch von P i e - 
c h o w s k i : » Proletarischer Glaube" und de M a n s 
Buch ueber die Arbeitsfreude. Aber der Wunsch, systematisch 
und philosophisch das eigene Material und eine mit Hefler ge- 
meinsam entworfene Enquete in Leipzig durchzuarbä ten, hat die 
Wirkung und Fruchtbarkeit des Werkes schwer beeintraechtigt. 
Und zwar nicht darum, weil Frau Hermes von einem evangelisch- 
lutherischen religioesen Heilserlebnis her eine Verbindung zum 
Marxismus sucht (religioeser Sozialismus ist - wie England be- 
weist - moeglich, wenn auch innerhalb der norddeutschen luthe- 
rischen Kirche aus historischen Gruenden wenig wirksam), son- 
dern weil diese Grundhaltung ihres Denkens methodisch zu keiner 
klaren und eindeutigen Stellungnahme gefuehrt hat. Wird die 
kapitalistische Mentalitaet mit allen Mitteln marxistischer So- 
ziologie und Soziopsychologie geschildert, so wendet sich die 
Verfasserin in einem anderen Kapitel mit ganz naiven buergerlichen 
Bildungsforderungen an das Proletariat; betont sie kulturelle 
Ohnmacht und den Mangel an Puehrerqualitaeten der Bourgeoisie, 
so verlangt sie andererseits vom Proletariat einen moralischen 
individualistischen Heroismus illusionslosen Handelns, der we- 
der dem politischen noch psychologischen Habitus des Proletari- 
ats gerecht wird. Trotz aller aeusseren Systematik ist das 
Werk innerlich unscharf und unklar, weil es ungeduldig ist und 
zwischen marxistischem Denken und buergerlichem Philosojphieren 
hin- und herpendelt* Es gibt ein Wort von Bismarck, dass man 
zwar den Zeiger der Weltuhr vorstellen koenne, dass aber darum 
die Geschichte nicht schneller laufe. Man kann aus gluehendem 
Herzen dem Proletariat eine hoechste Stufe individueller und 
gesellschaftlicher Werterfuellung aufgeben, man kann damit die 
historische Entwicklung nicht beschleunigen und man stiftet 
eher Verwirrung und Unsicherheit, wo man gewuenscht haette, 
Segen und Gutes zu wirken. 



III. 

Den Mittelpunkt des Buches bildet die systematische Aus- 
wertung der Leipziger Enquete, welche im Jahre 1924 vom Volks- 
bildungsamt durchgefuehrt wurde. Ausser der Volkshochschule 
und der Arbeitslosenschule beteiligten sich die studentischen 
Arbeiterunterrichtskurse. Es wurden Fragebogen ausgegeben, 
welche ausser der Feststellung der Personalien und der Berufs- 
stellung den Besuch der Schulen und Volkshochschulen ermitteln 
und dann die Lektuere in den letzten zwei Jahren und den Grund 
der Wahl gerade dieser Buecher festzustellen suchten. Die 
letzte Frage lautet: „Wie fassen Sie den Sinn des Lebens auf?" 
Es wurden 1255 Fragebogen ausgefuellt, also eine sehr stattliche 
Zahl, wenn auch die Zahl der ausgegebenen Bogen nicht angegeben 
ist. Trotz der im Anhang versuchten Rechtfertigung muss man die 






Zweckmaessigkeit einer Fragestellung nach dem Sinn des Lebens 
bezweifeln. Solchen pathetischen Fragen gegenueber wird auch 
die Mehrzahl der Angehoerigen buergerlicher Klassen sozusagen 
Antworten im Sonntagsanzug geben. Es ist sogar anzunehmen, 
dass ein grosser Teil von Antworten aus dem Buergertum bis in 
die liberale aufklaererisch-optimistische Phraseologie hinein 
mit einem grossen Teil der hier gegebenen Ansichten ueberein- 
stimmte. Auch der Bankdirektor wird beteuern, den Sinn seines 
Lebens in persoenlicher Vervollkommnung und im Dienst an der 
Menschheit zu finden. Und die vorliegenden Antworten gemahnen 
lebhaft an die Verzweiflung unserer Schulauf saetze und die Vor- 
stellung, nur moeglichst unnatuerlich und wschoen" zu schreiben, 
weil man doch nichts zu sagen wusste. Die einzige zutreffende 
Antwort gab ein zwanzig jaehriger Klempner, der schrieb: „Eat 
das Leben in der heutigen Zeit ueberhaupt einen Sinn? Warum 
stellt das Volksbildungsamt diese Fragen?" 

Aber selbst diese Fragestellung zugegeben, so kann man 
eine allgemeine typologische Untersuchung nicht auf einem 
Material aufbauen, das ausschliesslich aus einem Orte stammt, 
in dessen Volkshochschule sich schon eine gewisse proletarische 
Aristokratie sammelt. Frau Hermes sagt selbst einmal sehr mit 
Recht, dass der marxistische Arbeiter in Stuttgart und Mannheim 
ganz anders strukturiert ist als der Berliner. Aber gerade dann 
haette man allgemeingueltige Resultate nur erzielen koennen, 
wenn die Untersuchung nicht regional beschraenkt geblieben waere. 
Fuer den geistigen Aufbau des Proletariats ist es von entschei- 
dender Bedeutung, woher seine Vaeter stsunmten, was es noch von 
ihnen weiss, ob sie schwer fronende ostelbische Landarbeiter 
waren oder schlesische Handwerker und badische Bauern, ob der 
politische Druck von oben die schneidende Schaerfe preussi scher 
Polizeiwillkuer hatt^ oder gemildert war durch eine traditionell 
demokratische Atmosphaere wie in Sueddeutschland. Darum ist der 
„entwurzelte baeuerliche Mensch" als Typ, Hintergrund und Hypo- 
these fuer die Konstruktion „des" Proletariers schlechthin nicht 
zu verwenden, vor allem weil der staedtische Proletarier auch 
menschlich einen ganz anderen Typ darstellt als der vom Land 
stammende Arbeiter. Gerade hier zeigt sich eine auch sonst 
durchbrechende Romantik; die „Stadt" hat durchaus nicht nur 
negative menschliche Qualitaeten herausgebildet, die Soziologie 
ihrer Gesellschaft kann nicht unter dem Gesichtswinkel eines 
sentimentalisierten Bauerntums betrachtet werden, welches uebri- 
gens gerade durch Luther literaturfaehig wurde. Das Mittelalter 
wusste, was es vom Bauern zu halten hatte. 

Es scheint daher notwendig, wenn eine solche soziologisch- 
psychologische Arbeit wissenschaftlichen Wert haben soll, sie 
?uiaechst durch eine Reihe historischer regionaler Vorarbeiten 
ueber Entstehung und Zusammensetzung, Herkunft und Stand des 
entstehenden Proletariats zu unterbauen. Dann erst wird sich 
auch feststellen lassen, wie stark und tief jeweils die for- 
mende Bildungskraf* der marxistischen Theorie gewesen ist, wa- 
?S geradeSIr Katholizismus sehr erhebliche Teile der Arbeiter- 
Schaft sich hat bewahren koennen - es waren wesentlich p o - 
litische Gruende - und welche Bildungsei emente neben 






der Lehre von Marx noch wirksam waren. Es ist zu wissen immer- 
hin nicht uninteressant, dass im Rheinland auch manche Kommu- 
nisten ihre Kinder zur Firmung schicken, und so werden oft 
Schichten verschiedener Traditionen und Einfluesse unvermittelt 
nebeneinander wirken, ohne sich zu heruehren. 

Gefaehrdet so der Ausgangspunkt eines entwurzelten haeuer- 
lichen Typs die Analyse des marxistischen Arbeiters ueherhaupt, 
so geling* doch die Beschreitung der Unvereinbarkeit von huer- 
gerlicher differenzierter Bewusstseinskultur und dem ursprueng- 
lichen, aus Kraeften einer Leidens- und Kampfgemeinschaft empor- 
gewachsenen Ethos des Proletariats. Die Elemente dieser Gesin- 
nung werden in vier Gruppen zerlegt, eine soziologische Theorie 
der Klasse, eine oekonomische Entwicklungsdialektik, eine poli- 
tisch negative Staatstheorie und ein „prophetisches »» Element in 
der Teleologie der klassenlosen Gesellschaft. Aber auch hier 
werden die marxistischen Ideen in ihrer Wirkung schief und un- 
billig gesehen. Das mangelnde Interesse des proletarischen Ar- 
beiters an ausA^aertiger oder Finanzpolitik duerfte wohl von den 
meisten Bourgeois geteilt werden und bedarf keiner theoretischen 
Begruendung aus Marx, es wird beim sozialistischen Arbeiter ue- 
brigens immer staerker sein als bei buergerlichen Schichten, und 
dass „das Wesen der Nation, ihre Lebensbedingungen, ihre Geschich- 
te, ihr Verhaeltnis zum Staat ... dem Arbeiter erlebnisfern blei- 
ben", ist nicht so sehr eine Folge der Schriften von Marx als des 
politischen Schicksals der deutschen Arbeiterklasse. So werden 
dauernd „ideale" Forderungen erhoben, die nie und nirgends er- 
fuellt sind, fuer die sich aber auch innerhalb des Buches ein 
einheitlicher Zusammenhang nicht finden laesst, deren Standort 
aber gewiss kein proletarisches, sondern ein akademisch-buerger- 
liches Bewusstsein ist. 



IV. 

Diese methodische Unklarheit der Grundhaltung ist um so 
mehr zu bedauern, als das Werk im einzelnen durch den Reichtum 
menschlicher Ärlebnistiefe und die Fuelle feinster psychologi- 
scher Erkenntnisse Anregung und innere Bewegung genug fiDt, 
mehr als viele klare und flache Buecher. Aber es musste auf 
die Gefahren dieser systematischen Fragmente ^^^S^^^^^f ^^T"^^!?' 
denn die Arbeiterbildung kann nur in langsamer geduldiger Taetig- 
keit ihr werk aufrichten, sie muss Geduld mit f^^^. ^^^^f.^^J."'"^ 
der Zeit haben- und Arbeit am Sozialismus ist Arbeit auf lange 
qfpVit Wer sich ihm hingibt, muss es im Bewusstsein tun, noch 
eiS^HglnlrltJon Scfifi^ee-^nzugeh^ ?^^^^.,'^fr: "'''' 

sicJ opfernden Generation fuer das Leben eines kommenden Ge- 

schlechte. 






vX 



fyl^ 



Alfred Weber, nldeen zur Staats- und Kul- 
tursoziologie 1927. •• Verlag G.Braun, Karlsruhe 



(1928) 



Die scheinbare Zusammenhanglosigkeit der in diesem Band 
vereinigten Aufsaetze zur Methode einer neuen Wissenschaft! 
der Kultur Soziologie» mit den Abhandlungen zur geistigen und 
seelischen Lage Deutschlands seit 30 Jahren schwindet dem auf- 
merksam Lesenden vor dem leidenschaftlichen Ethos und der an- 
dringenden Kraft einer auf Absolutes gerichteten Persoenlich- 
keit. Aus dem Zentrum dieses lodernden Temperaments bricht 
Klage und Verzweiflung und aus Selbstbesinnung Erkenntnis, und 
aus dieser Erkenntnis eine neue Form wissenschaftlicher Arbeit, 
seine Kxiltursoziologie* 

Wovon diese Aufsaetze auch immer handeln, von Theodor 
Mommsen, vom Beamten, vom Wandel des deutschen Kulturtypus, 
von der Bedeutung der geistigen Fuehrer in Deutschland, von 
Geist und Politik, in allen geht es um eines: die »Rebarbari- 
sierung" Deutschlands, die Entseelung und Entgeistung des deut- 
schen Gesamtlebens im Verlauf des 19. Jahrhunderts. Wie war 
es moeglich, dass ein Volk, das aus seinen geistig- seelischen 
Kraeften vor hundert Jahren die Totali taet seines Daseins for- 
men konnte, zu einer Nation glaenzender Spezialisten, tuechti- 
ger Organisatoren und geistloser Plebejer wurde? 

Die tragische Geschichte des deutschen Buergertums wird 
erkannt, die kulturelle Bedeutung der preussi sehen Vormacht- 
stellung und die persoenliche Verantwortung Bismarcks fuer 
diesen Prozess hervorgehoben - und noch manche andere richtige 
soziologische Beobachtung ueber die Vorkriegs- und Nachkriegs- 
situation ausgesprochen. Aber handelt es sich darum, aus die- 
ser Lage Polgerungen zu ziehen, Wege der R*bung zu z^iß^^» f^ 
umfloren sich die Augen, die noch eben so scharf und hart die 
politische, gesellschaftliche und geistige Sphaere durchschau- 
ten, und aus dem ganz persoenlichen Beduerfnis „einer auf Abso- 
lutes gerichteten Persoenlichkeit« werden Forderungen gestellt 
ohne Ruecksicht auf die Moeglichkeit ihrer Verwirklichung und 
auf die Projektion in die gesellschaftlich gegebene Ebene. 

Dies Absolute wird immer wieder bezeichnet als die Kra£^ 
der Seele zur Gestaltwerdung, als die Notwendigkeit zur Symbol- 
schaffung, als das „Transzendieren des Ewigkeitsgehaltes des 
Absoluten in dem besonderen Material, der besonderen Ausdrucks- 
form des einen und des anderen Geschichtskoerper«'*. Es is\«i« 
Massstab fuer die Vollendung historischer Epochen, also auch das 
Kriterium zur Verurteilung seelenloser, geistleerer Zeiten. Aus 
ihm entspringen dann die Forderungen nach .neuer Kulturanschauung 



^ 



^ 




f 



e 



der gebildeten Schichten", nach „Herausarteitung und Vertretung 
einer geistesaristokratischen Norm" im politischen Lehen, subjek- 
tive Wuensche aus der Not einer grossfuehl enden Seele, welcher 
das Bild eines vollendeten reichen Menschentums als hoechstes 
Gebot immer vor dem inneren Auge steht. Saraus auch muss Jene 
scharfe Wendung gegen Sozialpolitik, Kommunalisierung und Ver- 
staatlichung, gegen Verbeamtung schlechthin verstanden werden, 
welche in dem Aufsatz ueber den Beamten ihren geschlossensten 
Ausdruck findet. Dieses Menschentum aber ist gespeist von Ro- 
mantik und Nietzsche in seiner Seelenhaftigkeit, von buerger- 
lichem Liberalismus in seinem individuellen Preihei tsverlangen. 

Diese persoenliche Grundhaltung wurde zu erkenntnismaessi- 
gem Ausdruck gezwungen durch die charakteristische deutsche Si- 
tuation, in welcher Kraftlosigkeit des seelischen Zentrums 
gegenueber der natural triebmaessigen Lebenssubstanz" eine immer 
wieder von neuem zu loesende Aufgabe der Ueberwindung dieser 
Lage erheischte. Dieses Zusammentreffen einer bestimmten Kon- 
stellation mit einem gguiz persoenlichen Ethos schuf die von 
Weber Kultur- oder Geschichtssoziologie genannte Wissenschaft. 
Sie steht der Dil they sehen Formung in ihrer praktischen Durch- 
fuehrung am naechst« , und es ist zu bedauern, dass die Abhand- 
lung ueber das alte Aegypten und Babylonien (Archiv fuer Sozial- 
Wissenschaft und Sozialpolitik Band 55, 1/59) in ihrer «dichten- 
den" und gestaltformenden Ausdruckskraft nicht in diesen Band 
aufgenommen wurde. Denn wie Dilthey geht es ^eber lam das Er- 
lebnis und die Formung einer Geschichtsphysiognomie, um das 
Herausmeisseln des individuellen Gesichts einer Epoche, freilich 
mit anderen Mitteln und anderen Zielen. Webers Einstellung ist 
praktisch, d.h. seine Kultrusoziologie soll der Beantwortung der 
Frage dienen, wo stehen wir heute und welche Wege sind in der 
historischen Dynamik virtmell enthalten, sie soll ueber die 
moeglichen Entscheidungen orientieren. Sie stellt sich damit 
in bewussten Gegensatz zu den rein wissenschaftlichen Zielen 
von Max Webers Gesellschaftslehre. Sie lehnt aber auch jede 
Art von Geschiohtsmetaphysik, wie sie noch in Troeltschs Synkre- 
tismus lebt, ab. Der Strom ewigen Werdens der historischen Welt 
fliesst zu keinem Ziel, nicht einmal in einer bestimmten Richtung. 

Welchen Sinn kann diese GeschichtsozüLogie noch haben? 
Erst die Systematisierung und Ordnung der geschichtlichen Tota- 
li taet gibt auf diese Frage Antwort. Weber loest die Einheit 
des historischen Werdens in drei strukturell verschiedene Bewe- 
gungen auf, die Zivilisationsbewegung, die Gesellschaftsbewegung 
und die Kulturbewegung. Sie unterscheiden sich einmal durch die 
Art ihrer Dynamik, dann durch ihren Gehalt und letztlich durch 
ihren Sinn. Die Zivilisationsbewegung umfasst alle jene Akte 
menschlichen Handelns und Denkens, welche die rationale Herr- 
schaft und Beherrschung der Welt erstreben, von der Naturbeherr- 
schung bis zur ideellen Ordnung der Welt im begrifflichen Denken. 
Dieses Reich des Geschichtlichen befindet sich in kontinuier- 
lichem Fortschreiten, es ist die Sphaere des Fortschrittglaubens, 
es erstreckt sich horizontal durch die allerverschiedensten ge- 
schichtlichen Orte und Epochen und ist daher in allgemeinster 
Begrifflichkeit und unter typische soziologische Gesetze zu 






\ 



"begreifen. Dem gegenueber ist der Gescllschaftsprozess, der 
Aurbau der MologiBch-sozialen Welt, trotz vieler soziologischer 
Gesetzmaessigkeiten an konkrete individuelle Situationen, wie 
Rasse, KLima, Umwelt usw., gebunden, er bedarf anschaulicher 
Begriffe. Seine Dynamik ist entwicklungsmaessig gedacht, und 
in Anlehnung an Spengler morphologisch: Aufbluehen, Reifen, 
Altern, Sterben. Beider Stroeme aber werden nur zum Material 
und Substrat der Kulturbewegung, welche irrational und unbe- 
rechenbar, vollkommen eruptiv zu einer seelisch-geistigen For- 
mung des in Zivilisation und Gesellschaftsprozess gesammelten 
Lebens schreitet, der Epoehe erst Gestalt, Sinn und Physiogno- 
mie verleiht. Diese Seelengestalt der Zeiten ist fuer Weber 
der eigentliche Sinn der Geschichte, darum nennt er seine Ge- 
schichtsso ziologie lieber Kultur so ziologie. Ihre Aufgabe ist 
es, die Beziehungen der drei Sphaeren zueinander fuer jede 
historische Epoehe zu erkennen. 

Die Problematik dieser Konstruktion ist deutlich. Einmal 
liegt in der Verabsolutierung der „Kulturbewegung •• ein histo- 
risch-soziologischer Forschung unerlaubter wldealismus*» - eine 
Geschichtsphilosophie, welche man am ehesten als irrationalen 
Humanismus bezeichnen kann. Sie zerreisst durch ihren Einbruch 
in wertfreie Betrachtung die Gesamterfassung des historischen 
Prozesses. Ferner ist nach Marx die Trennung von Zivilisation 
und Kultur nicht mehr moeglich. Auch die Seelenhaftigkeit ei- 
ner Epoche ist mitbedingt durch Art und Hoehe ihres zivilisa- 
torisch gesellschaftlichen Daseins. Und ebenso wirkt die psy- 
chische und geistige Disposition einer Epoche und eines Volkes 
auf die beschleunigende oder retardierende Entwicklung deriage- 
sellschaftlich-zivilisatorischen Bewegung. Man sollte doch 
die deutsche Ideologie, welche Kultur und Zivilisation durch- 
aus wertbetont trennt - keine andere ITation kennt sie -, auf- 
geben, nachdem sie bei der „Deutschen Bergwerkszeitung •• ange- 
langt ist, wo man den Arbeitern klarmacht, dass sie durch ihre 
Verwechslung von Kultur tmd Zivilisation sich in falsche Bah- 
nen draengen lassen. Kultur, d.h. Bereicherung des Gemuetes, 
erwirbt der Arbeiter am Sonntag in der Kirche, waehrend die 
Kaempfer fuer gewerkschaftliche Aktion und Organisation «nur 
besser leben wollen - „nur»« Zivilisation wollen. 

Weber lehnt die Marxistische Soziologie ab, das Ideologie- 
schema: unterbau - Ueberbau sei heute nicht mehr zu brauchen. 
Aber gerade seine eigene Kultursoziologie ist ein bedeutendes 
Beispiel fuer die Hoffnungslosigkeit einer buergerlichen Ideo- 
logie, welche ins Irrationale fluechten muss, um einen Weg ins 
Freie zu finden, der aus der Verstrickung der historischen Si- 
tuation retten koennte. Zweifellos ist die R^^e^^^^V^« f,^^/^^^ 
den historischen Aufbau relevanten Faktoren dauernd im Fluss und 
muss fuer jede Epoche neu festgestellt werden, aber das Jst eine 
empirisch-soziologische Fragestellung, keine ßf^^^i^^J^^^^J^^^" 
phische. Und ebenso duerfte die an sich fruchtbare Idee einer 
Phaenomenologie der gesellschaftlichen Lebensformen sehr be- 
deutende soziologische Ausblicke oeffnen. Aber gerade dies 
sind Probleme der modernen Marxistischen Soziologie, zum min- 
desten ohne sie nicht zu loesen. Denn erst, wenn die soziolo- 



* 



gische Forschung ihre Grenzsteine in den Reichen des philoso- 
phischen Denkens, der Kunst und Religion aufgerichtet hat, ih- 
rem Alejcandermarsch Einhalt gehietend, hesteht die MoegLichkeit, 
die „reinen" Formen der Seele und des Geistes zu erfassen. We- 
her aher schwingt das Zeichen der Seele vorschnell, und diese 
Beschwoerung wird an ihm niederfallen und die rationale Forschung 
nicht aufhalten. 

Zu Seite 73 sei bemerkt, dass die aus dem alten Aufsatz von 
1906 stehengebliebene Anmerkung irrefuehrt. Die Schrift ist er- 
schienen und ist betitelt: „Theodor Mommsen. Eine biographische 
Skizze von L.M. Hartmann. Mit einem Anhang: Ausgewaehlte politi- 
sche Aufsaetze Mommsens. Gotha, F.A. Perthes, 1908. •• 



h^ 






Mitgau. .Pamilienschicksal und soziale 
Rangordnung ." t^nt er Buchungen ueber den sozialen 
Aufstieg und Abstieg (Plugschriften der Zentralstelle fuer 
deutsche Personen- und Familiengeschichte »Heft 10). Leipzig 1928. 



(1928) 



Die Schrift von Mitgau, gering an IBnfang und ahseits der 
Heerstrasse wissenschaftlicher Puhlizistik erschienen, verdient 
einem weiteren Leserkreis "bekanntgegeben zu werden. Denn sie 
stellt einen ersten Versuch dar, grundsaetzlich die Familien- 
geschichte in den Bereich der Sozialwissenschaften einzube- 
ziehen und ihr grosses Material soziologisch auszuwerten. Die 
Familiengeschichte war bisher gewissermassen eine Privatwissen- 
schaft, welche allein den Biologen und Genealogen kuemmerte. 
Selten verirrte sich ein Soziologe in dies abseitige und un- 
entwirrbare Gestruepp wie Fahlbeck oder Mombert, meist blieben 
deren Bemerkungen aphoristisch und der genaueren Kenntnisse 
ermangelnd, man denke an Sombart und Schumpeter. Und doch 
kann nicht oft genug darauf hingewiesen werden, dass eine 
theoretisch begruendete soziologische Durchdringung des fa- 
miliengeschichtlichen Materials namentlich der buergerlichen 
Familien des 19. Jahrhunderts fuer eine moderne Klassentheorie 
unentbehrlich ist. Aber nicht nur wissenschaftlich waere sol- 
che Forschung verdienstlich. Ihre Erke.nntnisse wuerden auch 
einen wirkungsvollen Hintergrund abgeben fuer die Sozial- und 
Bevoelkerungspolitik der proletarischen Parteien, welche ihrer- 
seits unbedingt dazu uebergehen muessten, eine proletariscne 
Familiengeschichte zu begruenden, um den P^o^ie^^ti sehen 
Charakter der Familie im modernen Gesellschaftsleben scharf 
herauszuarbeiten und weiterhin auf Grund ^?f ^«*^° ^^*^"*^^ 
festzustellen, ob und welche Aufstiegsmoeglichkeiten, sei es 
luer Sen einzknen, sei es fuer FamiMen, «%i^^^?"?»J^^^. 
gibt. Es waere gewiss wichtig zu erfahren, dass nicht inner- 
halb der sozialen Struktur der kapitalistisch-buergerlichen 
oJeellschaft ein Aufsteigen fuer den Proletarier "»eef IJ«^ i^* ♦ 
d.h. die groessten persoenlichen Faehigkeiten zu wirtschaft- 
licher Fulhrung den proletarischen Arbeiter nicht zum Fabrik- 
diJeklorSinauffuehren. Sondern nur auf dem der buergerlichen 
Gesellschaft im harten Kampfe abgewonnenen Neuland, äer Ge- 
we?kschafts- und der Genossenschaftsbewegung, f/^« i'^^^f"*'" 
der politischen Partei in der Demokratie gibt es fuer den 

ProlKarier als einzelnen einen Aufstieg Jji«^* ^^P^^f ^^;. ^ 
sondern neb e i der kapitalistischen Gesellschaft. Wie 
weit dJeses Emporsteigen auch die Familie «it^«e"if*» °Li>,. 
ueierhiup? die'^Familil im Proletariat noch eine oder dieselbe 
Funktion hat wie in den 'ergangenen sozialen Epochen, dies 
festzustellen ist nicht nur keine theoretische Spielerei, 
sondern fuer die politische Arbeit der proletarischen Par- 
Se?en in jeder weise richtungweisend. Dieses Problem ist 
Sie Grenze der Arbeit von Mitgau. es liegt wie ei« Schatten v 
ueber Sr Betrachtung, die Aufloesung der ^"^,^f^f J^^^" ^le 
familie in Russland wird immer nur als das andere und Frenae 
gSreift, an der „einzigartigen Mission" ^«' ««^^^^iJ^J^**'^ - 
Familienform in biologischer, oekonomischer , kultureller 
Beziehung festgehalten. 



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Diese Wertung l)eeintraechtigt aber in keiner Weise die 
wissenschaftliche Leistung des Buches. Sie "beruht in der Durch- 
fuehrung des Gedankens, dass Form und Schicksal der Familien, 
ihr Aufsteigen und ihr Absinken an die Struktur der herrschen- 
den Sozialordnung gebunden sind, dass aber ausserdem zwischen 
Familie und Gesellschaftssystem ein Verhaeltnis gegenseitiger 
Wechselwirkung Plajz greift. Sippenordnung, Geschlechterfaailie, 
Gross- und Kleinfamilie schaffen sowohl die Grundlage fuer eine 
Sozialordnung, wie sie von ihr mitgeformt und in ihre Wandlungen 
einbezogen werden. Mit Recht werden daher analog zu einem ge- 
laeufigen Einteilungsprinzip der sozialen Epochen zwei Typen des 
Familien Schicksals gepraegt: statische und dynamische. Die 
statische Gruppe umfasst vor allem die auf Grundlage eines kon- 
tinuierlichen Grundbesitzes, festen Anerbenrechts und mit die- 
sem Besitz verbundener Aemter beruhenden Familien, im wesent- 
lichen also Adel und Freibauern mittelalterlicher und staendi- 
scher Zeiten. Ueber sehen wird aber von Mitgau, dass mit der 
Kommerzialisierung des Bodens ebenso wie durch Aenderung d es 
Erbgangs und der Aemterstellung die Sicherheit und Ewigkeit 
dieser Familien erschuettert wurde, dass ihre Statik also im 
kapitalistischen Raum nur noch als Fassade erscheint. Anders 
liegt es bei einer Reihe von Berufen, vor allem Pfarrern, Ge- 
lehrten und Offizieren; hier scheint sich durch Jahrhunderte 
eine gleichbleibende soziale Hoehe und Geltung zu behaupten. 
Allein in der Provinz Brandenburg existieren 255 Pfarrerge- 
schlechter (Pfarrer in mindestens drei Generationen), auch bei 
Universitaetsprofessoren lassen sich sehr haeufig mehrere Ge- 
nerationen beruflicher und sozialer Kontinuitaet nachweisen. 
Hier aber wird die Dauer und Stetigkeit der Familien solange 
durch das Prestige gestuetzt, wie ihnen die soziale und poli- 
tische Ordnung dieses erhaelt. Im allgemeinen wird man vor- 
laeufig nur sagen koennen, dass die soziale und politische 
Ordnung des mittelalterlichen Lehnstaates die Existenz der 
Geschlechterfamilie beguenstigte, dass der Staende- und der 
fruehkapitalistische Staat in der Grossfamilie (man denke an 
die Handelsgesellschaften der italienischen Staedte) eine 
bedeutende gesellschaftliche Lebensform seiner Entwicklung 
fand, dass die Zeit nach Aufloesung der staendischen Ordnung 
der ELeinfamilie, der Atomisierung, den Schwankungen, Ver- 
Schiebungen und Veraenderxingen im Familienschicksal foerder- 
lieh war. Daher werden die typischen Faelle dieser Epoche 
als dynamische bezeichnet. 

Wie verschiebt sich nun das Bild jetzt, im organisierten 
TTar^italismus der Kartelle und Trusts? Mitgau weist mit Recht 
S^auf LT dass auch kapitalistische, also fl---^i^;J^,^^J|, 
Epochen Tendenzen zu staendischer und ?i<>^?polistischer sozialer 
Ringordnung aufweisen, dass die Akkumulation sich »Iff ^?;™^.^y. 
klSnere Schichten beschraenkt und dass der ^^f^S^^^^^^^J^^: 
telttand. aus dem bisher meist ueber das Prestige des akademi- 
schen Seru? es Sstiegmoeglichkeiten sich ergaben, zunehmend 
in Se oekonomische uSd staatliche Verwaltungsbureaukratie 
sozial gebannt bleibt. Hier ergeben sich ganz neue Probleme, 
welche Irst durch Einzeluntersuchungen geloest ^£^^^^^^^^^^«"- 
nar zu uebersehen ist heute nur dies, dass die Epoche des 



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\)uergerlichen Liljeralismus im 19. Jahrhundert der huergerlichea 
Familie einen Wert und eine Bedeutung l)eigelegt hatte, welche 
nur aus der gesellschaftlichen Gesamtsituation zu verstehen ist. 
Nachdem man die Staende des Berufes, des Amtes, ^fs Blutes zer- 
schlagen hatte, hlieD tatsaechlich die Familie allein als Traeger 
elfe/l^i eitleren sozialen Lebensordnung uebrig, '^f °5« «^«J "J^^^^ 
Generationen erstreckte, konservierend, J^^'^i«^?"^' Jf *'Äion 
Aber die oekonomische, auf Erwerb am Markte 86^^«^^«*%^^*^^*;°" 
dieser buereerlichen Familien machte den Anspruch auf Vertretung 
tiner GesSeit zm Schein. Erst die Entstehung neuer Koerper- 
schaften öffentlichen Ch^^rakters, aus dem Proletariat erwachsend, 
fSsst Sie private Zuf ..igkeit und mangelnde J«P^^«?f J?*^«" 
der buercerlichen Familie klar erkennen und macht damit die Form 
der buerlerlicheS Familie ueberhaupt zum Problem. Denn je staer- 
ker der Mensch in ueberprivate Lebensformen «i"|f *' ^^^^^^f ^^^ 
Leben formen, je mehr Gewerkschaft, ^'^rtei, Staat einen Teil der 
Aufsahen uebernehmen, welche im Buergertum der Familie fufiel, 
Ä mehr wird die Moeglichkeit neuer Familienformen^tuell - 
und das soziale Leben in seiner Gesa^atheit ^on einer dem buer 
gerlichen Zeitalter ganz fremden Oeffentlichkelt. 

Mitgau betont den vorlaeufigen Charakter seiner Arbeit. 
<^ie hat Sie Fehler eines ersten Versuches, aber die Initiative;^ 
^d EnerSe! mit welcher er die Probleme angreift, verdienen 
^hr Achtung ml Anerkennung als die Unsicherheiten, Unkonse- 
aSnzen u^ Widersprueche Tadel. Die ruhige Besonnenheit und 
SeSe des Urteils, welche seine Einleitung zu der '0°.^^. ^^^ 

Spirischen Untersuchungen viel Anregung 8^^^*' „^^" ^l^^iS 
Arbeit ueber Berufsschicksal , zu der die besprochene Schriix 
nur theoretische Grundlage bedeutete, also aufmerksame Leser 
verspreclien. 



4zV 



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Rudolf Kaulla. Der LilDeralismus und di 
deutscfien Juden. Das Judentum 



als k 



nservatives Eiern 
Muenchen und Leipzig, 1928. 



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(1928) 



Man erwartet eine religions-soziologische Arbeit oder 
wenigstens eine politisch-soziologische Beschreibung der Be- 
ziehung der deutschen Juden zu den liberalen Parteien oder zum 
konservativen Geiste. Genug des Interessanten waere dabei klar- 
zustellen. Was bedeutet zum Beispiel die geistige Haltung 
Stahls? Ist sie lediglich ein Produkt vollendeter Assimilation 
oder ist noch in seiner konservativen Staatsmetaphysik etwas 
vom theokrati sehen Geist altjuedischen Denkens? Wie verhaelt 
sich diese geistige Haltimg zur Politik Disraelis, in dem jue- 
discher und englischer Missionsglaube eine romantische Ideologie 
des englischen Imperialismus schufen? Oder ist der Weg von 
Stahl zu Erich Kaufmanns wilhelminisch- imperialistischer Staats- 
philosophie nicht auch ein Weg der deutschen Juden, wert einer 
soziologischen Analyse? Nichts dergleichen, das Buch will weder 
wissenschaftliche noch historische Erkenntnisse vermitteln, es 
will als Politik gewertet sein und politisch wirken. Und zwar 
wendet sich der Verfasser an die Juden und die Konservativen, 
lies: Deutschnationalen. Es ist der politische Zweck der 
Schrift, den Juden die Augen darueber zu oeffnen, dass ihre 
politische Stellungnahme fuer den Liberalismus, worunter alle 
nicht autoritaeren Parteien, auch die sozialistischen, verstan- 
den werden, nur historisch bedingt sei, dass religioese Auf- 
klaerung, politischer Liberalismus und demoXkrati scher Kampf 
um die Rechtsgleichheit als Etappen der Emanzipation die Juden 
auf der Seite der radikalen Parteien gefunden haben. Diese 
Emanzipation vom Ghetto war aber vielfach auch eine Losloesung 
von der Gemeinschaft, die durch Synagoge und Kult lebendig war. 
Der religioese Liberalismus lockerte die innere Beziehung und 
Gebundenheit ans Judentum, die Teilnahme am deutschen Kultur- 
leben verwischte die Formen eigenen Charakters, und die Taufe 
wurde immer weniger ein Akt persoenlicher religioeser Kaempfe, 
sondern eine „Massenbewegung ••, in der die Assimilation ihren 
Abschluss und ihre Kroenung fand. Es ist daher nur ein Ata- 
vismus, wenn die Juden öich immer noch einreden lassen, dass 
reaktionaer und antisemitisch dasselbe sei und wdass es die 
Sache des Judentums verlange, durch dick und duenn mit den 
Linksparteien gegen die Reaktion zu kaempfen." Dies war eine 
historische Situation, die heute keinerlei innere Berechtigung 
mehr zu haben braucht. Geflissentlich versichert K.: «Jeden- 
falls ist nichts verkehrter als zu glauben, das Judentum habe 
heute als solches noch ein besonderes Interesse an dem politi- 
schen, wirtschaftlichen und kulturellen Programm auch des 
Liberalismus.'' 



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Alle diese Ausfuehrungen richten sich natuerlich wie an die 
Juden 80 an die Deutschnationalen, den einen sollen sie zur Er- 
klaerung ihrer Situation, den anderen zum Verstaendnis historisch- 
psychologischer Hemmungen und deren Ueberwindung im Interesse ih- 
rer Partei dienen. Besonders unangenehm ist es K, , „dass die jue- 
dischen Mitglieder, insbesondere der ReYolutionsparteien, eine so 
verhaengnisvoll in die Augen springende Rolle waehrend der Revo- 
lution gespielt haten". Das muss den Konservativen als Ausdruck 
des Kampfes um die Rechtsgleichheit verstaendlich gemacht werden. 
Andererseits muss den Juden der Antisemitismus der Deutschnatio- 
nalen als Atrappe „na eher •• gebracht werden. Wahrhaft ruehrend 
ist das Bekenntnis ueber den fiktiven Charakter des Antisemitis- 
mus der Deutschnationalen. „Wenn zum Beispiel heutzutage in 
Deutschland Agrariertum und Schwerindustrie ... der antisemiti- 
schen Bewegung offen oder versteckt Unter stuetzung leihen, so 
waere nichts verfehlter als die Meinung, als ob diese Politik 
bei jedem einzelnen unter den fuehrenden Maennern der Ausfluss 
eigener antisemitischer Gesinnung waere. Vollends beiden In- 
dustriellen kann hiervon gar keine Rede sein. Vielmehr handelt 
es sich um ein rein realpolitisch ueberlegtes Manoever, um den 
Angriff des vierten Standes, der sich sonst mit besonderer Vor- 
liebe ... gegen jene beiden Gruppen wendet, zu zersplittern und 
zu schwaechen." Sorgsam wird dieser Pseudoantisemitismus von 
dem Rassenantisemitismus der auch politisch radikalen Voelkischen 
getrennt, damit Juden und Deutschnationale langsam nach dem Ge- 
setz des Grenznutzens sich finden koennen. Dieses Zusammentref- 
fen der beiden Kontrahenten wird sich ohne Schwierigkeiten er- 
geben, wenn die Deutschnationalen den Antisemitismus, wie Helfferich 
vorgeschlagen hatte, aus dem Parteiprogramm streichen. «Die Poer- 
derung des Antisemitismus ist aber auch vom konservativen Stand- 
punkt aus eine verfehlte Taktik. Denn alles, was an Waehler- 
stimmen durch eine antisemitisch gefaerbte Agitation fuer die 
konservative. -Rechte gewonnen wird, kann niemals den ideellen 
und materiellen Schaden aufwiegen, den die gleichzeitig hier- 
durch verschuldete Schwaechung der Rechten infolge der Abdraen- 
gung der Juden auf die Seite der politischen Linken bedeutet." 
Dies also ist des Pudels Kern. Dies ist mch K. der Sinn der 
Emanzipation. Sie war ein staatspolitischer Akt, kein humani- 
taerer. Sie zielte darauf, das Gastvolk im Wirtsvolk aufgehen 
zu lassen, den nationalen Staat zu staerken, durch die Assimi- 
lation „vollwertige Deutsche" zu gewinnen. Dieser Prozess ist 
durchgefuehrt und vollendet, und es bestehen also fuer die Juden 
keine Bedenken, deutschnational zu waehlen, fuer die Rechtspar- 
teien keine Motive, programmatisch den Antisemitismus zu pflegen. 
Welcher Jude aber fuer K. vollwertiger Deutscher geworden ist, 
wird nicht gesagt, gewiss nicht Hugo Preuss, Bamberger oder gar 
Karl Marx. Sollte die „Vollwertigkeit« vielleicht mit einem 
politischen Bekenntnis zu den „staatserhaltenden" Parteien ver- 
bunden sein? Nach dem Inhalt des Buches muss man es glauben, 
und dieser politische Zweck der Arbeit wird, wie die angefuehrten 
Stellen zeigen, mit der trivialsten und vordergruendigsten Argu- 
mentafion erreicht. Bis in die sprachliche Formulierung hinein 
zeigt sich eine unertraegliche Laessigkeit und Oberflaechlichkeit. 
Es ist wirklich nicht huebsch, „wenn diesem oder jenem Getauften 
die Eierschalen seiner Vergangenheit erkennbar anlBaften", und es 



f 



ist liederlich, zu sagen, dass „Kulturgeschichte im grossen gan- 
zen nur Geschichte sozusagen fuer den Feinschmecker ist". Man 
koennte ueher solche Entgleisungen hinweglesen, ohne sie zu "bean- 
standen, waeren sie nicht symptomatisch fuer das üTiveau des Buches, 

Jede Partei hat die Juden, welche sie verdient, und wir wuen- 
schen den Deutschnationalen aufrichtig Glueck zu den Juden, welche 
ihnen K. zufuehrt. Es "bedarf auch gewiss nicht der Bemuehungen 
des Verfassers; denn die Klasseninteressen sind ohnehin stark 
genug, die oekonomisch und sozial arrivierten juedischen UiTirt- 
schaftsfuehrer politisch dorthin zu stellen, wo sie ihre Besitz- 
interessen und die »Heiligkeit" ihres Eigentums am sichersten 
gewaehrleistet waehnen. Hier aber beginnt erst das eigentliche 
Problem einer Soziologie der deutschen Juden. Welche Schichten 
haben sich ganz assimiliert? Haengt das mit der Art ihres Be- 
rufes oder, mit der Klassenlage zusammen? In welchen Schichten 
ist die Assimilation rascher, in welchen langsamer fortgeschrit- 
ten? Zweifelsohne haben Ewei Momente in der Regel den Prozess 
des gewollten Angleichens beschleunigt, einmal der Erwerb von 
grossen Vermoegen, der gesellschaftlichen Verkehr in einer klei- 
nen exklusiven Schicht zur Pflicht machte, und zweitens die An- 
passung an staendisch orientierte Lebenskreise, wie Richtertum 
und Universitaeten. Dass dieser Drang zur Vollv/ertigkeit cha- 
rakterlich die traurigsten und beschaemendsten Verwuestungen 
hervorbrachte, dass man nicht rasch genug die Herkunft vergessen 
und verleugnen konnte und sich moeglichst rasch den Schneid des 
Eeserveoffiziers und die Eroemmigkeit eines Kirchenvorstandes 
beilegite, ist die Kehrseite der sogenannten Assimilation. Dieser 
ganze Prozess wird aber soziologisch erst entwirrbar, wenn man 
ihn in der gesellschaftlichen Gesamtsituation betrachtet. Drei 
Typen in diesem Prozess lassen sich unterscheiden: erstens der 
Typ des deutschen Staatsbuergers juedischen Glaubens, der aus 
der Epoche des optimistischen und harmonisierenden Liberalismus 
stammte und Deutschtum und Judentum ohne Problematik miteinander 
verbaöd, zweitens der Typ des nationaldeutschen Juden a^^sjier 
imperialistisch-wilhelminischen Zeit und der voelkischen Hach- 
kriegsinflation, der das Judentum seinem Deutschtum opferte, 
und drittens ein noch namenloser Typ in der heutigen Jugend, 
der Deilitschtum und Judentum gleichermassen bejahend, in einem 
staendigen Spannungsverhaeltnis beider gegeneinander ihre Ein- 
heit immer von neuem erobern und fordern muss. Hier ist in aer 
Besinnung auf die Quellen des Lebens, die die junge Generation 
sucht, der Traditionalismus des Judentums durchbrochen. Die 
Schicksalsgemeinschaft ist nicht nur eine Leidensgemeinschaft, 
deren heilige Staett\en die alten Eriedhoefe von Prag und Worms 
sind, sondern eine Aufgabe menschlichen Handelns. Die gross- 
artige Spannung, in welcher der juedische Prophet zur ¥elt und 
zur Stimme seines Gottes steht, der er entflieht und die ihn 
doch immer wieder zwingt, diese Spannung zu tragen und zu er- 
fuellen. bleibt dieser neuen Generation als ewige Aufgabe jue- 
dischen Handelns ins Herz gebrannt. Sie ist als Bestimmung und 
Idee schicksalhaft und unaufhebbar. Aus dieser Hältung aber 
entspringt nur eine moegliche politische Stellungnahme, die von 
Karl Marx. Die leidenschaftlichste Liebe und Dankbarkeit fuer 
Deutschland, um dessen twillen, was wir in unserer menschlichen 
und geistigen Bildung ihm schulden, ftann uns nicht hindern, auch 
das nationale Leben auf ein Letztes und Absolutes zu beziehen. 






< 



dessen Verwirklichung wir dienen müssen. Darum kann es in der 
gegenwaertigen Weltsituation fuer den Juden dieser Generation 
nur eine politische Entscheidung gefeen, die fuer das Proletariat, 

Herr Kaulla weiss von alledem nichts, er hleiht, an den 
Zweck seiner Arbeit gebunden, am Vordergruendigen haften. So 
bleibt eigentlich nur eines an diesem Buche interessant: was 
Herrn Dr. Peuchwanger, den klugen, hochgebildeten und verant- 
wortungsbewussten Leiter des Verlages von Duncker und Humbio t, 
bewf^ogen haben mag, diese Schrift zu veroeff entlichen, der ein 
wissenschaftlicher Wert nicht zukommt, die weder durch Geist noch 
Anmut ausgezeichnet ist und deren Resultat nicht einmal aktuell 
ist. 



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Hedwig Hintze* ^Staatseinheit und Foedera- 
lismus im alten Frankreich und in 
der Revolution**. Deutsche Verlagsanstalt, Stutt- 
gart, Berlin, Leipzig, 1928* 



(1929) 



Die Klassizitaet einer wissenschaftlichen Leistung im 
Bereich der Kulturwissenschaflfti wird hervorgehracht durch eine 
Harmonie von Forschung und Darstellung, von erforschtem Mate- 
rial und der formenden Kraft seiner Gestaltung. Sie wird her- 
vorgehracht ferner durch die Faehigkeit, in einem Einzelfall 
ein Ganzes hegreifen und gestalten zu koennen. In diesem Sin- 
ne ist das Werk von Hedwig Hintze zu den wenigen klassischen 
Werken zu zaehlen, welche die juengste Geschichtsschreibung 
hervorgebracht hat. Drei Problemgruppen werden an Hand des 
Foederalismusgedankens in der im Titel angegebenen Epoche der 
franzoesiechen Geschichte behandelt: einmal dass staatliche 
Werden des modernen franzoesischen Staates, und zwar unter je- 
nem methodischen Gesichbspunkte, welcher die Schule Otto Hintzes 
auszeichnet, naemlich Staats- und Verwaltungsrecht nur als die 
verschiedenen Seiten des gleichen staatlichen Kleides zu behan- 
deln, zweitens die endgueltige Erschuetterung der ehrwuerdigen 
Tocquevilleschen Autoritaet in bezug auf das Verhaeltnis der 
staatlichen Struktur des vorrevolutionaeren Frankreichs, und 
drittens in der ersten breit ausgefuehrten marxistischen Dar- 
stellung des Kampfes und Sturzes der Girondisten. Die Durch- 
fuehrung dieser drei Probleme an Hand des Kampfes um den Ein- 
heitsstaat oder einen Foederativstaat wird zu einer grossen, 
soziologisch unterbauten Geschichte der letzten Epoche des 
vorrevolutionaeren und der ersten Periode des revolutionaeren 
Frankreichs. Es wird ein dauerndes Verdienst des Buches blei- 
ben, die neuesten franzoesischen Forschungen ueber die Staats- 
und Verwaltungsstruktur des ancien regime so durchgearbeitet 
zu haben, dass Tocquevilles Theorie von der bereits vor der 
Revolution durchgefuehrten Veinjiraltungseinheit und Zentralisa- 
tion endgueltig erschuettert sein duerfte. Vielmehr weist Frau 
Hintze in ganz scharfer Formulierung darauf hin, dass gerade 
die Inkonsequenz des alten Staates, gerade seine ünfaehigkeit, 
die Verwaltung in einem den modernen oekonomischen und sozialen 
Anforderungen entsprechenden Sinne durchzufuehren, die Revolu- 
tion mit herbeigefuehrt hat, eine Beweisfuehrung, welche die 
marxistische Revolutionstheorie glaenzend bestaetigt. Im Laufe 
der Revolution spielte der Kampf um die Gestaltung des Staates 
und die Ausgestaltung seiner Verwaltung eine fuehrende Rolle 
in den Auseinandersetzungen der verschiedenen Parteigruppen. 
Die eine und unteilbare Republik war zwar das Ziel aller re- 
volutionaerer Gruppen, aber ihre Gestaltung war zum mindesten 
umstritten. Das Vorbild der nordamerikanischen, revolutionaer 
entstandenen Republik wirkte selbstverstaendlich ebenso wie die 
amerikanischen Manschenrechte auf die ideologischen Formulierungen 



/ 



der franzoesischen Revolutionaere ein. AlDer eine solche Poe- 
derati v-fiepublik konnte unter den damaligen Verhaeltnissen nur 
als Staatenbund, nicht als Bundesl^staat gedacht werden. So wur- 
den notwendigervveise alle foederalisti sehen Tendenzen, die in 
der Regel mit dezentralisti sehen Ideen zur Organisation der Ver- 
waltung verknuepft warden, auf das Erbittertste bekaempft von 
den Anhaengern des Einheitsstaates, der auch Verwaltung smaessig 
Zentrali stiöch geleitet war. Dieser Gegensatz wurde ausgekämpft 
zwischen den Jakobin/ern und der Gironde, und gerade an diesem 
Gegenstand ihres Kampfes wurde die soziologische Bedingtheit ihres 
Gegensatzes voellig klar. Die foederalistischen Tendenzen der 
Girondisten waren hauptsaechlich bestimmt durch die regionalen 
Interessen der grossen Wirtschaftsprovinzen, die sich nicht von 
Paris und der Pariser Demokratie vergewaltigen lassen Vvollten. 
Die vornehme buergerliche Jugend der grossen franzoesischen 
Wirtschaftszentren, welche die Fuehrerschaft der Girondisten 
darstellte, verlangte, treu ihren liberalen ideologischen Grund- 
saetzen, sowohl in der Staats- wie Verwaltungsgestaltung den 
weitestgehenden Liberalismus auf Kosten der Demokratie. Ihren 
Untergang gegenueber der den Massen verbundenen demokratischen 
Ideologie der Jakobiner schildert der letzte Teil des Buches 
zum ersten Male in deutscher Sprache in einer wuerdigen und brei- 
ten marxistischen Darstellung ueber Jaurös hinaus, die Anregungen 
von Kautsky und die Forschungen von Mathiez verwertend. Dem 
Verlag muss gedankt werden fuer die Herausgabe eines so umfang- 
reichen, mit einem sehr zu begruessenden wissenschaftlichen 
Apparat ausgestatteten Werkes, und man moechte danach wuenschen, 
dass der Verlag es unternaehme, die vielfaeltig zerstreuten 
Schriften von Otto Hintze einmal zusammenzufassen und einem 
weiteren Leserkreis zugaenglich zu machen« 



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1 



Dt. Hans Kapfinger, «»er Eoskreis 1828 bis 183 
Ein Beitrag zur Vorgeschichte des politischen Katholizismus in 
Deutschland (Zeitung und Leben, Band II), 1928, Dr. Franz A. 
Pfeiffer Verlag, Muenchen. 



2. 



(1929) 



In den Studien zur Vorgeschichte der Zentrumspartei schreibt 
Bergstraesser: „Von einer Reihe katholischer Blaetter, von der 
nDion?, der iiUeuen Sion" sowie der Muenchener „Eos" will ich in 
diesem Zusammenhang deshalb nicht sprechen, weil eine eingehende 
Wuerdigung ihrer Taetigkeit und ihres Einflusses nur mo^ich ist 
in einer Gesamtdarstellung der katholischen Regenerationsbewegung 
in Bayern, An diese Gesamtdarstellung ist aber bei der augen- 
blicklichen Darstellung der Quellen noch nicht zu denken." Das 
war im Jahre 1910. Seitdem hat die bewundernswuerdige Arbeit 
katholischer Gelehrter in der Darstellung und Erforschung der 
politischen und geistigen Geschichte des Katholizismus viel 
neues Material zutage gefoerdert. ITeue, gross angelegte Dar- 
stellungen- man denke an die ersten Baende von Bachems Geschichte 
des Zentrums - wurden hervorgebracht. Es boten sich ferner durch 
die neuen Institute fuer Zeitungsforschung viel mehr Moeglich- 
keiten als frueher, auch die grosse Menge der literarischen und 
politischen Publizistik in ihrer ganzen Breite zur Erkenntnis 
einer Epoche oder einer geistigen Bewegung heranzuziehen. So 
ist es ein Verdienst dieser aus dem Muenchener Institut fuer 
Zeitungsforschung hervorgegangenen Arbeit, wenigstens in grossen 
Umrissen Inhalt und Geschichte des Muenchener Eoskreises oder 
Goerres-Kreises, wie man frueher sagte, bekannt zu machen und 
zu erhellen. Die Eos" war urspruenglich eine kleine literarische 
Zeitschrift in Muenchen ohne irgendwelche Bedeutung, bis sie in 
den Jahren 1828 bis 1832 zur Tribuene eines Kreisen wurde, wel- 
cher eines ^lizistischen Organs fuer seine politisch-gesell- 
schaftlichen Ideen bedurfte. Es waren Maenner, die durch nichts 
verbunden v^aren als durch ihre Sorge vor den Auswirkungen und 
weiteren Erschuetterungen der Revolution, die fuer sie durch die 
vordringende Macht des liberalen Buerfeertums in Permanenz er- 
klaert war. Diese oppositionelle Haltung dem Zeitgeist gegen- 
ueber erwuchs aus einem neuen religioesen Selbstbewusstsein des 
Katholizismus, der seine kirchliche Freiheit und Macht durch die 
Ideen der Revolution bedroht sah. Wie stark auch oekonomische 
Interessen sich bedroht fuehften, ergibt sich am besten aus den 
sozialpolitischen Abhandlungen in dieser Zeitschrift, welche 
mit Leidenschaft die alte patrimoniale Herrschaft und Grundherr- 
lichkeit als gottgewollte oekonomische Ordnung hinstellen und 
sie ideologisch der neuen buergerlich-liberalen Wirtschaftsord- 
nung gegenueberstehend verklaeren. üeberall in Deutschland 
bildeten sich Zentren aktiver katholischer Geistigkeit, in 
Muenster um die Puerstin Amalia Gallitzin und Graf Stollberg, 
in Bonn um Windischmann, in Wien um Friedrich Schlegel und Adam 
Mueller. In Muenchen scharten sich um Baader und Goerres eine 



> 






\ 



Reihe von Professoren, hohen Beamten und Adligen, geeint durch 
den leidenschaftlichen Willen, den falschen Ideen der Zeitepoche 
die Autoritaet der wahren katholischen Doktrin entgegenzua*zen, 
entschlossen, auch fuer ihre Ideen politisch zu wirken und zu- 
naechst die Kirchen- und Hochschulpolitik der liberalen basi- 
schen Regierung zu "beeinflussen. Ueher diese unmittelbar poli- 
tische Taetigkeit hinaus sollte die publizistische Wirksamkeit 
in der nEos" Anhaenger und Mitkaedpfer gewinnen. Diese Erwar- 
tungen erfuellten sich aber nicht. Die Gebildeten waren zum 
ueberwiegenden Teil liberal, so dass die Zeitschrift nur eine 
sehr geringe Abnehmerschaf t hatte. Es kam hinzu, dass die Schaer- 
fe ihrer Opposition die bayerische Regierung und vor allem Lud- 
wig I. aufs schwerste verstimmte, was den Ruecktritt des Kreises 
von der Zeitschrift zur Folge hatte. Trotz dieser wenig erfolg- 
reichen aeusseren Geschichte ^ar die Bedeutung dieses Kreises 
durch die Personen, die ihm angehoerten, und deren geistigen 
Rang eine ausserordentliche. Mit Recht klagten die liberalen 
Zeitungen, dass ihre Sache publizistisch nicht einen Vertreter 
habe, der Goerres an Gewalt und geistiger Kraft erreichte, oder 
die daemonische Leidenschaft Baaders, die Universalitaet und 
geistige Souveraenitaet eines Doellinger besaesse. Daher kon- 
zentriert sich auch die Arbeit Kapfingers auf eine systematische 
Analyse des Inhalts der Zeitschrift. Die geschichtliche Dar- 
stellung laesst manches zu wuenschen uebrig und befriedigt nicht 
durchaus. Man wuenschte die Wandlungen des Kreises von der in- 
transigenten Opposition zur konstitutionellen Opposition schaer- 
fer herausgearbeitet und die Wege deutlicher gezeichnet, welche 
von diesem esoterischen Zirkel zum katholischen Klub der Pauls- 
kirche und zur katholischen Fraktion im Preussischen Landtag 
von 1852 fuehrte. Dem Soziologen aber bietet die systematische 
Darstellung der Gedanken dieses Kreises eine reiche Fundgrube 
fuer eine Soziologie des konservativ-romantischen Denkens in 
Deutschland, vor allem fuer die verschiedenen Tendenzen des 
katholischen politischen Denkens, welches schon hier in den 
Anf aengen politisch autoritaer auf der einen Seite und sozial- 
politisch radikal auf der anderen Seite sich darstellt. Was 
hier ueber die kuenftigen menschlich-zerstoerenden Wirkungen 
der neuen liberalen Wirtschaftsordnung vorausgesagt wird und 
publizistisch ohne Wirkung blieb, ist dann im Kommunistischen 
Manifest mit ehernen Worten fuer die Weltgeschichte festgehal- 
ten worden, nur mit dem einen Unterschiede, dass Marx die so- 
ziologische Erklaerung brachte und damit die Moeglichkeit der 
Ueberwindung dieses Zustandes gestaltete, waehrend diese ka- 
tholisch-konservativen Politiker zwar die gesellschaftlichen 
Konsequenzen der gegenwaertigen Lage richtig sahen, i^"/^^^^" 
Windung aber von einer Ideologie erwarteten, welche einen aus 
sterbenden Gesellschaftszustand zu verewigen unternahm. 



I^Z ö 



Friedrich Glum, „Das geheime Deutschi and. 
Aristokratie der demokratischen Gesinnung." 147 Seiten. 
Verlag Georg Stilke, Berlin 1930. 



Die 



(1930) 



Wenn ein Mann von dem geistigen Range und in der hervor- 
ragenden Stellung Friedrich Glums sich zu den bewegenden Fragen 
des oeff entlichen Lehens aeussert, so hat eine solche Kundgebung 
Anspruch auf das genaueste Interesse aller politischen Schichten. 
Denn es ist anzunehmen, dass seine Stellungnahme nicht nur fuer 
weite Kreise des deutschen Buergertums repraesentativ ist, sondern 
auch eine tiefe Wirkung ausueben wird, zumal Glums Ueberlegungen 
unabhaenigig und kuehn vor keiner bestehenden Position unkritisch 
haltmachen und alle Erscheinungen unseres oeff entlichen Lebens 
kritischer Beurteilung unterwerfen. Glum bezeichnet den Standort, 
von dem aus er kritisiert, als den eines liberalen Konservativen. 
Aber diese aus der Politik des 19. Jahrhunderts ueberlief erten 
Formulierungen geben uns keine Anhaltspunkte mehr fuer den Inhalt 
der politischen Entscheidung des Verfassers. Es muss daher kon- 
kret nach den Massstaeben seiner Kritik und nach den positiven 
Ideen zur Beseitigung der kritisierten Missstaende gefragt werden. 
Das Kriterium, an dem die politischen Ordnungen Deutschlands ge- 
messen werden, ist ihre Eignxing, das deutsche Volk zur Nation zu 
integrieren, eine Gesinnungs- und Gesittungsdemokratie zu ver- 
wirklichen, wie sie Glum im Italien der Diktatur verwirklicht 
sieht. IMso ueberraschender ist nach dem Hymnus auf Italien die 
rationale Selbstdisziplin des Autors, der keine der in der Wei- 
marer Verfassung geschaffenen Organe zu beseitigen oder in ihrer 
Position 2U schmaelern wuenscht. Da die erbliche Monarchie nicht 
wieder herstellbar ist, eine Diktatur das Volk noch weiter zer- 
klueften wuerde, ein beruf sstaendisches Parlament den kleinlichen 
Interessentengeist noch wirksamer zur Geltung kommen liesse, ein 
amerikanisches Praesidentschaf tssystem eben nur in USA. mit dem 
Zweiparteiensystem sinnvoll durchfuehrbar ist, so muessen wir an 
der Demokratie und dem Parlamentarismus festhalten. Und diese 
Institutionen werden sich bewaehren, wenn ihre Traeger sie mit 
einem Geist demokratischer Bruederlichkeit ausfuellen. 

Von den drei Forderungen der buergerlichen Revolution Frei- 
heit, Gleichheit, Bruederlichkeit scheint Glum die Verwirklichung 
der Bruederlichkeit unter dem Gesichtspunkt nationaler Integration 
am wichtigsten. Was hat das Entstehen einer solchen demokratischen 
Gesinnung in Deutschland gehindert? Es wird mit Recht betont, dass 
es kein grosses europaeisches Kulturvolk gibt, das in seinem so- 
zialen Aufbau so kastenmaessig geschichtet ist, in dem die einzel- 
nen Schichten sich so fremd und mit Hochmut auf der einen, Miss- 
achtung und Neid auf der anderen Seite gegenu eher stehen wie in 
preussen- Deut sohl and. Denn in den sueddeutschen Laendern und im 
Rheinland ist teils durch den Katholizismus, teils durch ein mil- 
des politisches Regiment demokratische Gesinnung als menschliche 



\^ 



r 



Haltung vorhanden. Glum sieht auch einen Teil der Motive fuer 
diese Xastenordnung richtig, den lutherisch- evangelischen Staat 
und die preussische Militaer- und Beamtenschaft, welche mit Pleiss 
diese kuenstlichen Kasten schuf und darin ein vorzuegliches Ent- 
politisierungs- und Domestikationsmittel sah. Was er aher nicht 
sieht ^ das ist der historische Ort einer solchen Kastangesellschaf t, 
Sie ist die Perversion der staendisch-fruehkapitalistischen Gesell- 
sch?.ift im ahsoluten Polizei staat. Und es waere Aufgahe und Pflicht 
den deutschen Buergertums gewesen, diese Kueimnerlichkeit und Duerf- 
tigkeit der menschlich sozialen Beziehungen in ihrer Revolution 
/zu sprengen, wie das in Frankreich gelang, wo der Geist freier 
menschlicher Haltung und Wuerde seit 1789 nicht mehr verschwnnden 
ist, wofuer Glum seihst ein schoenes Beispiel giht. 

DasB "bei aller Freiheit und Schaerfe der Kritik die Ursache 
dieser undemokratischen preussischen Gesinnung nicht in dem Schick- 
sal des deutschen Buergertums gesehen wird, hat seine sehr guten 
Gruende. Denn der Verfasser glauht, dasß aus der Jugend des heu- 
tigen Buergerti;ims, des Adels, der Arbeiterschaft eine demokrati- - 
sehe Elite herauswachsen koenne, eine politisch-geistige Aristo- 
kratie, welche die Erziehung des Volkes zur Nation, zur Gesinnungs- 
demokratie durch Verantwortungsgefuehl, staatliche Gesinnung und 
Idealismus bewirken werde. Der Weg zu solcher Volksgemeinschaft 
soll durch eine grosse staatsbuergerliche Partei bereitet werden, 
welche alle buergerlichen Kraefte ausserhalb des Zentrums zusam- 
menfasst und mit diesem gemeinsam und in verstaendiger Zusajnmen- 
arbeit mit den Gewerkschaften das deutsche Volk zur Uation eint. 
Daher lautet auch die letzte These des Verfassers: 

«Aufgabe der Zukunft ist in erster Linie eine Erziehungs- 
aufgabe, Individualitaeten da zu entwickeln, wo das Individuum 
im Kollektivismus zu ersticken droht, vor allem der grossen 
l^asse der Arbeiter und Angestellten wieder Kulturwerte zu 
vermitteln, deren Besitz ihnen ueber die Oede ihrer Situation 
hinweghilft und sie wieder mit dem Leben verwurzelt. Kunst 
und Religion werden als die staerksten Kraftquellen vom Staat 
daher besonders geschuetzt werden muessen." 

Dies also ist der Weg zur deutschen Nation: Die Ausschaltung 
und damit Zerschlagung der politischen ^^If.^^^^^^.t^^^JJ^^J^!;^-^' 
das unbekuemmerte Hinwegschreiten ueber alle ^^^^t^^^^^i^^^^J.^^ 
weßuneen. Wir wissen uns mit Herrn Glum in sehr vielen Punkten 
sefnS Kritik an der Handhabung des deutschen Parlaiaentarismus, 

IS Ser ^r Schiebung der Verantwortungen, ^V^'-^hSn'SeSS^s 
Schaft und an vielen anderen Punkten eins; Einsichten uebrigens, 
welche Seute von Menschen mit Verantwortungsgefuehl und geistiger 
??eiheit ienseits aller Partei schranken ausgesprochen werden. 
Iber Gerade Jen wir in Unabhaengigkeit und kritischer Distanz 
dem virf asser In gleicher Stellung gegenueber stehen, glauben wir 
uns zur schaerfsten Kritik berechtigt. 

Glum hat es vermieden, die Erhaltung der deutschen Kasten- 
ordnuJg^it all ihren vergiftenden ^ndentwu erdigenden ^enschli- 
chen Erbaermlichkeiten - mit dem deutschen Buergertum i^ Bezie- 
hung zu bringen. Und doch ist es dieses gewesen, das auch als 



revolutionaere Klasse in Deutschland nie mit dem Volk eins wurde. 
Die "buergerliche Intelligenz hat auch als Vortrupp der Revolution 
nie die staendischen Elemente der deutschen humanistischen Bil- 
dung straditionen abgestreift, und «Volksmaenner** waren sie nie* 
Diese alDgeleitete akademische Bildung, der Mangel einer hreiten 
politischen Buergerschicht, diese huergerliche Revolution mit der 
Angst vor dem Proletariat, und die Niederlage durch Bismarck haben 
im deut sehen Buergertum echte demokratische Besinnung niemals auf- 
ko^en lassen. Und da jede Bourgeoisie das Proletariat hat, wel- 
ches es verdient, so sind auch hei diesem manche Eigenschaften wie 
Mangel an Welt, Hang zur Buerokratie und menschliche Unsicherheit 
/aus dem Zusammenhang und Vorbild huergerlich-kleinbuergerlichen 
^ Daseins zu erklaeren. Was man dem deutschen sozialistischen Pro- 
letariat aber nicht absprechen kann, das ist eine echte demokra- 
tische Gesinnung und gerade im Sinne von Glum der Ansatz zur na- 
tionalen Integration. 

Es gibt heute bei d er ungeheuren Spannung der sozialen Gegen- 
saetze gewiss nur sehr schmale Fundamente fuer das, worin das deut- 
sche Volk als Staat eins sein kann. Das ist zunaechst und vor allem 
der Kampf gegen den Versailler Vertrag, gegen die Vergewaltigung und 
Ungerechtigkeit dieses Friedensschlusses. Darin ist das ge- 
samte politische Staatsvolk eins. Aber schon in der Wahl der 
geeignetsten Mittel, diesen Kampf zu fuehren, treten die innenpo- 
litischen Gegensaetze scharf und krass zutage. Die deutsche Sozial- 
demokratie hat in ihrer politischen Aktion seit 1918 oft bis an den 
Rand des fuer die Partei Tragbaren eine nationale, d.h. auf Zukxinft 
und die Staatsgesamtheit gerichtete Politik getrieben. Das wird 
von Gliom ebensowenig gesehen wie Eberts, gerade in Glums Sinn, na- 
tionale Leistung. Es wird nicht gesehen, weil „nicht sein kann, 
was nicht sein darf". Oder vielmehr nicht sein soll. Statt dessen 
wird die Integration von einer chimaerischen Aristokratie, die nir- 
gendwo Ort, Zeit und Raum ihrer Existenz hat, vollzogen. Dass man 
Stickstoff aus der Luft gewinnen ^.kann, hat uns die Chemie gelehrt, 
dass man aber politische Homunculi in den Phiolen nationaler und 
moralischer Phraseologie produzieren kann, davon hat Herr Glum uns 
nicht ueberzeugen koennen. Das deutsche Buergertum hat sexne histo- 
rische Stunde versaeumt, und das ist unwiederbringlich. Das Prole- 
tariat erst wird sich als I^Tation konstituieren. Ein Vorgang, der 
sehr wesentlich auch von der Entwicklung der Aussenpolitik abhaengt. 

'^Das geheime Deutschland'» - wir kennen das Wort von Lagarde, 
aus der Jugendbewegung, dem Georgekreis und von den rechtsradikalen 
Buedden. Wir kennen auch die Tat: beim Georgekreis ein Eindringen 
in die Universitaeten, beiden Buenden die gewaltsamen Poli^if,^-^®?^. 
Aktionen. Das ist - was heute von dem „geheimen Deutschland lebt 
und wahrlich so bar jeden Geheimnisses ist. Das „geheime Deutsch- 
land" isttetnö phrale: des utopischen Bourgoisismus. 

Nicht der Kapitalismus, sondern der Sozialismus ^^t unser 
Schicksal, und allein um seine Gestalt, sein Gesicht, seine Wuerde 
und Ehre geht heute der Kampf. 






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(7^U^ /kt/«tw Xt^^^-wJ( 



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1) 



Innenpolitische Bildung 



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dsss sie die z"wei in sicn icBrxiscncn urunurit^m-uiiecu ^.^ x^^ u»»>^ v..-,,,.. -^w 
gehe, ^ie erstlich «lies Geistige, auf weloh-m Gebiete «s «uch wahrgenommen 
werde, eine geschichtliche Seite h>^be, an welcher es als Wandlung, als Be- 
dingtes. Als vor'lhergeh-ndes Moment crscheir-t, des m ein Grosses, für uns 
unefmelsliches Ganzel aufgenomni^n ist. und wie zweitens «l^^^^f,^?^*!?^? «i"" 
Listige Seite habe, von welcher aus es an der Unverganglichkelt teilnimmt. 

Senn der Geist hat Wandelbarkeit, aber nicht V^^^'^^l^J^^^^i^-^^.^.rdt. 

I. 
Jede Bildungsidee und ihre Verwirklichung empfHngt ihren Sinn und ihre 
Wirksamkeit aus einem bestimmten gesellschaftlichen Lebensraum, für den al- 
lein sie Gesetz und Richtschnur zu sein vermag. Welche Idee aber vorzugswei- 
se in der Lage ist. die integrierende Funktion in einer Epoche wahrzunehmen 
und repräsentative Gültigkeit zu erlangen, hängt von der Koasteliation und 
Rangordnung ab, in welcher die verschiedenen Aufbauelemente einer histori- \ 
sehen Situation sich befinden. Ob die Bildungsform einer Zeit sich um eine 
religiöse, ästhetische, moralische oder politische Idee kristallisiert, kann 
nur aus ihrer Gesamtanschauung erkannt werden. Wie s'hr auch jedes Bildungs- 
ideal auf eine gesellschaftliche Schicht ausgerichtet ist, immer meint es 
doch eine persönliche Vollkommenheit, zeigt es Wege, durch Hingabe an ein 
verbindliches, weil verbindendes Ideal, zu einer menschlichen Bildung zu 
gelangen. Es scheint, als habe erst das 19. Jahrhundert diese Idee der Bil- 
dung zerstört oder mindestens in Vergessenheit gebracht. 

Das Id««. klassischer Humanität steht den höfischen und humanisti- 
schen Idealen des Cortegiano, »ie sie von Castiglion» und Gracian formuliert 
worden sind, näher, als es den Anschein hat. Freilich: zunächst ist diese 
deutsche Bildungsidee erfüllt von den Gehalten des aufsteigenden bnrgerli» 
ch-n Lebens, von seiner spontanen oder säkularisierten Frömmigkeit und Ge- 
r„h<sinnigkeit. seiner Vernunft-und Freiheitsidee, seiner Kritik am politi- 



«r 



2) 



sehen Ststu*. Aber die wirkende Kraft der bestehenden Ordnungen» patriarcha- 
lischen Herrschaft, beschaulicher Lebens*icherhelt, handwerklicher Übung, be- 
ruhigten Daseins sog die revolutionären Möglichkeiten dieser Gehalte in ihre 
eigenen Lebensformftn und schuf so jenes Zwischenreioh aus hb'fischer Welt und 
bürgerlichen Gehalten, au=3 Rokokosensibilität und Bürgeraentimentalität, das 
für die geistige Welt des deutschen Klassizismds charakteri'=tisch ist und in 
dem Ideal eines universal harmonisch-ästhetischen Menschen seine Verbindung 
mit der herrschenden Ordnung vollzieht. Aber dieses Ideal, unieuchtet von 
dem Schein der zur Freiheit führenden Vernunft, hat seinen Glanz verloren 
und geistert heimatlos durch eine fremde Wirklichkeit. Diese wird bestimmt 
durch die zunehmende Dif ff rerzierung und Spezialisierung der gesellschaftli- 
chen Bedürfnisse. Sie wird konstituiert durch den entfalteten Prozess der 
kapitalistischen Ordnung, ^ür den die Person ersetzbar, die amortisierbare 
Maschine das Produktionsmittel und der Lohnakkord der Antrieb s^^orden ist 
für jene Überwertung der Leistung, die in dem stets überholbaren Rekord ih- 
ren typischen und repräsentativen Ausdruck findet. Nicht mehr die persönli- 
che Vollendung, das in sich ruhende Werk, sondern jener stets überholbare 
Rekord bestimmt den Rang und die Höhe einer Leistung. Die funktionale Tüch- 
tigkeit in einem imuer weiter sich verär.telr.^en Betriebe gesellschaftlichen 
Daseins wird heute zum liasstab und Kriterium der Bildung des Menschen. Es 
ist darum zwangsläufig, dass sich auch die Universitäten und Hochschulen 
diesem Bedürfnis angepasst haben. Den Charakter der Fachbildung trägt heute 
^edes Studium an sich, und hinter dieser Versachlichung der Bildung tritt 
der aktive Sinn des Wortes Bildung im Goetheschen Sinne als Formung und Ge- 
staltung menschlicher Kräfte zu einer P^r^onal.n Einheit e^nz zurück. Es 
ist darum auch kein Zufall, dass der Begriff des Dilettanten im iö. Jahr- 
hundert einen durchaus positiven Wertakzent hat. im Verlaufe des 19. Jahr- 

1 ^^A -tTÄr*TT#»rt lind heute einen eusge^ 
hunderts an Würde und Ansehen zunehmend verliert und n u^ 

*r.-Ar.i- '^n Rrheint der Fachmann und Spezialist 
sprocheu negativen Charakter tragt. So scheint 



3) 



restlor: Plle Bezirke des Lebens und Geistes erobert zu haben^ und fachliche 
Tüchtißkeitt snchliclie BeV^hrun^, het Rang und Gehalt der menschlichen Per- 
son zu bestimmen« Mit gro^^sarti^em und hartem Pathos hat Max \Veber einer 
romantischen, dagegen reb^iellierr^nd^n Jugend zugerufen, dass auch die mensch- 
liche Vollendung heute nur durch Hingabc an eine Sache, durch den uneitlen 
Dienst in irgendeiner Sphäre des Lebens erreicht werden könne. Je mehr nun 
aber die Spezialisierung und Technirierung menschlicher Berufe zunimmt, um 
so schwieriger iiird die Möglichkeit einer inneren Hingabe und damit der 
Sinnerfnllung des persönlichen Lebens. Nicht zufällig wird darum in allen 
moderne. Gesellschaftsddeologien der Sinn der individuellen Tätit,k^it in 
dem differenzierten Gesellschaf tsprozess lediglich in der Bedeutung dieser 
Arbeit für den Gesantprozess des gesellschaftlichen Lebens gesehen und - sei 
es als Ideologie der Volksgemeinschaft oder der sozialistischen Gesellschaft 
- das in sich selbst für die Person nicht mehr sinnvolle Handeln in der Be- 
zogcnheit auf ein kollektive c Handeln geadelt und zu einem n^erthaften Le- 
bensimhalt erhöht, rie Konstellation von Fachbildung und Menschenbildung 
steht also heute in einer unerträglich schmerzlichen Spannung. 

^uch keine der erw?^'hnten Gerne inschaftsideologien vermag diese Proble- 
matik aufzulösen, jede von ihnen umgeht sie. Wohin aber ^rendet sich heute 
der Mensch, 6er innerhalb seiner Ldbenssphäre ganz sein will, nach d-r Idee 
eines Vorbildes? In der ständischen Gesellschaft wusste der Ritter, der 
Bürger, der Handwerker, wie er zu sein hatte. Und noch in 6er Abweichung von 
den für ihn geltenden Normen bestätigte er durch Sühne und Busse die Ewig- 
keit und Lebendigkeit dieser Ordnungen. Dem Menschen der klassengespaltenen 
Gesellschaft hilft auf dem Wege zur persönlichen Vollendung kein gesell- 
schaftliches Ideal, zwar wird immer die ehrwürdige Weisheit der katholischen 
Kirche Menschen zu führen und sie in dem ihnen zugewiesenen Lebensraum zu 
einer geformten menschlichen Haltung zu bilden wissen. Aber diese christlich- 
katholische Bildung hat einmal keine universelle Geltung mehr und ist zwangs- 



M 



läufig dörnuf ausgerichtet, in jeder bestehenden Ordnung zuviel Schicksal 
zu sehen. Die bürgerliche Welt der kflpitslistischen Gesellschßft hnt die 
ständische Ordnung zerschlagen und den Menschen die vorgegebenen idealen 
Formen zerbrochen^ in denen ihr Leben Gesicht^ Sinn und personhaft igkeit be- 
kam» Haben die neuen Lebensformen der organisierten kapitalistischen Gesell- 
schaft - die politischen Parteien, gewerksch^ften, Untern© hnerverbände us^.- 
eine ähnliche Funktion wie die sozialen Lebensformen der ständischen Gesell- 
schaft^ Das ist generell nicht zu beantworten. Sicher ist, dass weder für 
den Unternehmer, noch für einen Teil der Mitglieder bürgerlicher Parteien 
diese Organisationen mehr sind als reine Zweckgebilde, denen sie angehören 
wie unzähligen anderen Vereinen auch. Anders liegt es zweifelsohne bei der 
gesamten Arbeiterschaft- Die Gewerkschaften sind für das gesamte Proletariat 
nicht nur eine Kampf-und Abwehrorganisation, sondern innerhalb dieser Auf- 
gaben und über sie hinaus menschenbildend: schwere, ungelenke, aber Menschen 
von Einsicht, Nüchternheit und Gewissen in ihren besten Vertretern^J. Ähnliches 
gilt von der Bedeutung der politischen Parteien für die reinfin Arbeiterpar- 
teien. Auch innerhalb ihrer ist die Wendung zur Menschenbildung deutlich 
sichtbar, wenn auch gebrochen durch den Glauben an den "wissenschaftlichen^ 
Charakter der politischen Doktrin. Hier aber wäre in der Tat eine einzigar- 
tige Chance gegeben, persönliche Vollendung in einem individuellen Sinne mit 
Hingabe an eine Sache 7U vereinen; in der Identität von gelobtem Leben mit 
der sachlichen Arbeit für die Idee, deren Wahrheit vorzuleben und personhaft 
zu beweisen. (Einen ähnlichen wenn auch nicht gleichen Gedanken findet man 
bei WÄlter Benjamin: Einbahnstrasse, S. 17: "Je feindlicher ein Mensch zum 
Überkommenen steht, desto unerbittlicher wird er sein privates Leben den Nor- 
men unterordnen, die er zu Gesetzgebern eines kommenden gesellschaftlichen 
Zustandes erheben will. Es ist, als legten sie ihm die Verpflichtung auf, 
sie, die noch nirgendwo verwirklicht sind, zum mindesten in seinem eigenen 
Lebenskreise vorzubilden. Der Mann jedoch, der sich im Einklang mit den äl- 



5) 

testen Überiie/eruiige» seines Standes oder seines Volkes weiss, stellt gele- 
gentlich sein Privatleben ostentativ in Gegensatz zu den Maximen, die er im 
öffentlichen Leben unnachsichtlich vertritt und würdigt ohne leiseste Beklem- 
mung des Gevvissens sein eife^nes Verhalten insg-heim als bündigsten Beweis un- 
erschütterlicher Autorität der von ihm affichiertem Grundsätze. So unter- 
BCheid-r. sich die Typen des annrchosozialistischen und den konservativen Po- 
litikers".) 

Lerchtet hier nicht aus der Sphäre der Politik ein Licht mensch- 
licher Bildungsmögliclikeit auf? Und sollte 'jich vor. hier nicht ein Weg ael- 
ge» in der politischen Sphäre gerad* in dem jetzigen historischen Moment, 
die Form zu erblicken, welche zur Bildung menschlicher Perr^on ^11« Ki-äfte 
zusammenschiessen lässt? Die Integrstioix durch und in den Formen der Poli- 
tik kPnn sich soweit in der gegenwärtige« Weltstunde vollziehen, wie die um 
die kPCht ringenden Gruppen eine Idee gerechter und wahrhafter Ordnung mensch- 
lichen Zusmmenleb-ns vertreten, für die einzutret-^n uicht irgendein parti- 
Itul-res irteresse. sondern sittliches Vf rantwortlichkeitsgefühl und Not des 
Gewissens verpflichtet. Dan vermag tat^äc:.l-ch in elTier rpezi'-lisierteii. in 
funktioneTle Beziehungen aufgelösten Vfelt durch die Politik und die Hl«gnba 
an sie eine personale menschliche Einheit als Bildungsidee wieder möglich 
zu werden, und dadurch bckomoit die Idee politi^^cher Bildun» ei« höcüst ak- 
tuelles Gepräge. 

Die Deutsche Hochschule für Politik hat die Idee der politische» 

Bildung in den Mittelpunkt ihrer Bcstrebung<^n gestellt. Die Gestaltung des 
Lehrplans, die Methode des Unter richtsj die Be.lelirn^ von Lelireuden zu Ler- 
nende» beruht auf dieser Idee, dass politische Bildung möglich s-i. Was eber 
kann politische Bildung in der gegenwärtig-» Epoche schärfster gesellschaft- 
licher Gegensäfe« unc' r^a^n^.n^en -edev.t-nV Zi^näch-t eir,m«i: Politische Bil- 
dung ka»n keine Fachbildung sei», de»» ei» »och so gebil3et-r Mationalöko- 
»om. Historiker oder Jurist bri»gt deswege» »och lan^e nicht diejenige» 



6) 



Qu!^litäten mit, di^ ihm zu eiififtm politlsoh^ii MeTftsch'^'Ä iüschen und ii« r:e5n« 

politisolic Bildr'nj oT'ai^^^fiicliaiÄ* 

Ler politische Mensch iit der gftceTPL-W^'.rtig^^Ä ?5tv'^t'o)3 l^t selbst- 
verständlich Äicht ?^u!5SChlif5?^slicL Fiihrer, TeÄ^ d*^ wir nicht aur i» eiÄer 
Epoche des orgamisiertea KapitJ^lismus^ so^dcrüi «uch der or^^aicierteÄ Poll"* 
tik leoeÄ, sind die verschiedenstem FumktioÄeÄ umd Arbeitste llungsprozesse 
euch im Bereich der Politik erforderlich geirordeÄ. Der politische FaiaktioÄ'ar 
cc- politische Jourmnlist, der C}eT7erk£:ch^ftr.sckr^ tEr, d^r P^riam^ifttf^rier - 
sie eile milsseK heute politische Memscheisi sd m, wo immer sie stehe», ohne 
dPSS dflrum schon das Charisma des politische» Führer- i^i der Massendemokratie 
sie uirlerrh'.et. Trotzdem werden an pic alle gewisse Anforderungen gestellt, 
wel^xie üian in dem Begriff "politischer Mensch" zusammenfassen kann . und de- 
ren formale Qualität durch die soziale Struktur der heutigen Wirklichkeit 
und ihre politische Organisationsform "bestimmt wird. Diese Qualitäten aber 
sind durch Bildung zwar nicht zu erzeugen, aber zu wecken, zu stärken und zum 
bcwussten Ausdruck zu bringen. Politischer Wille, d.h. Entschlossenheit, Par- 
tei zu ergr«. f en und der Partei zu einem gestaltenden und mitbestimmenden 
EinfluES zu verhelfen, kann nicht gelehrt werden, wohl aber k?n n jene "in- 
tellektuelle Rechtschaffenheit" erzogen werden, welche Klarheit darüber 
schafft, was man bei bestimmten politischen Voraussetzungen wollen muss und 
wollen kann, aber auch, welchexFolgerungen dann auch wirklich gewollt werden. 
Neben dies-r intellektuellen Rechtschaffenheit und aus ihr folgend kann der 
Sinn geweckt werden für jenes Vermntwortungsbewusstsei n und jenen persönli- 
chen Mut zur Unpopularität, ohne den keine Demokratie existieren kann, näm- 
lich die Verantwortung dafür, dass man nicht immer nach den Parteigrundsätzen 
handalnjkann, ohne diese Grundsätze selbst aufs schwerste zu gefährden, dass 
man den Mut haben muss, auch den eigenen Anhängern ihre Forderung zu verwei- 
gerk, um die Existenz des Staates nicht zu gefährden. Es gehört ferner dazu- 
und das kann durci^rziehung durchaus bewirkt worden - die Unbestechlichkeit 



7) 



des Blickes für koulcr^te Situotiome», die sich frei hält vo» WünscheÄ oder 

BefürchtUÄge» und rücksichtslos die Koitscqueiizex sus vorliegeitdeii Ereigmisse» 

zieht« Diese Idee der Formung eimes politischem MeÄSChem durch politische 

Bildung im der gegenwärtige» Situßtiom der deutschen Demokr»tie ist eine der 

Bilduiigs/ 
wenigen Möglichkeiten - von religiösen/Möglichkeiten sehe ich hier völlig 

ßb -^ in denen noch die Gesamtkonzeption eiii.es Menschen geformt werden kann« 
Der politische Mensch unserer Tage wird zwar weitgehend auch fachlich vor- 
gebildetxsein müssen. Aber es ist heute schon zu sehen, eine wie grosse Ge- 
fahr darin liegt, wenn die Politik immer äehr zerfällt in eime Summe von 
Fachausschüssen, über denen nicht mehr der entschtedeme Wille zu einer poli- 
tischen Gesamtgestaltung schwebt. Der politische Mensch muss auch Fachkenner 
sein, aber er darf sich darin nicht erschöpfen. Er kaÄH nur dann wirklich in 
jene Personea. nheit des politischen Menschen hineinwachsen, wenn er aus der 
persönlichen ^Politischen Entscheidung heraus noch getragen *st von dem Wil- 
len, diese seine politische Idee zu verwirklichen, und si^ als Gesamtkonzep- 
tion des feesellschaftlichen Lebens werbend zu verbreiten und durchzusetzen. 
In diesem Sinne wird es tatsächlich eine Schicksalsfrage für die deutsche 
Demokratie sein, ob sich politische Bildung in diesem Sinne wird verwirkli- 



chen 



und der deutsche politische Mensch, von dem erst jüngst der 



Re^ chsinnenminister Wirth in seiner Verfassungsrede gesprochen hat, sich frei 
wird gestalten können. In diesem sehr bescheidenen Sinn wird man bestimmte 
geistig-seelische, intellektuelle und moralische Anl^'gen bilden können, die, 
wenn Leidenschaft und Augenmass vorhanden sind, einen politischen Menschen 



ausmachen. 



II. 



Soll der unübersehbare Kreis innenpolitischer Probleme in diese 
Bildungsidee der Hochschule einbezogen werden, so ergeben ?^ich für die sach- 
liche und pädagogische Arbeit e% ihnen verschiedene Möglichkeiten. Nimmt man 
den Begriff der Innenpolitik im engeren Sinne unter Ausschluss der gesamten 



8) 

WirtschPfts-und Sozi»lpolitik - fllso beschrämkt auf Verfnssuußspolitik, di« 
Orgnuisnti/oii des politischft» Lebens betreffend, so vermag ma» diese» Stoff 
als Historiker, als Jurist, als Soziologe amzugre ife». Während der Histori- 
ker seine Arbeit an der Entwicklung eines politisch-staatlichen Gebildes 
orientiert, der Jurist an den Rechtsnormen und Rechtsgrundsätzen einer Epoche 
versucht der Soziologe, die Gesamtstruktur einer historischen Situation oder 
Entwicklung zu bestimmen. Seine Vor^ussetzu»« ist, dass alles histars ch- 
relevsnte Geschehen geseilscv.«ftliches Geschehen ist (»eibstversfändlich gibt 
es zwischenmenschliches Handeln höchst persönlicher Art, menschlich« Ent- 
scheidungen und Beziehungen, Opfer, Trme, Vertrautheit, welche dem Zugriff 
des Soziologen durchau«^ entzogen sind und sich in einer rein moralischen- 
tr«gischen Ebene vollziehen), und zwar in dem Sinne, dass auch der höchst 
entfaltete GesellschaftsT^zess in aller Differenzi-rung noch immer eine Ein- 
heit, eine Totalität bildet und alle Formen des gesellschaftlichen Lebeas in 
einer bestimmten Relation zueinander stehen. Des bedeutet eine entschiedene 
Abkehr von der Idee der Autonomie der einzelnen Lebensspäären, welche einer 
bestimmte>i Erkenntniochance der liberale-, kapitalistischen Gesellschaft ent- 
sprach. Nicht iTiCo-^ern, als würden nun «»lle Formen und Äusserungen eines ge- 
eellschaftlichen Prozesses in eine formale "gesellschaftliche" Ferblosigkeit 
getaucht, soi.dfr^ ^ur, soweit der spezi-^icche rnrt be".on''ere Charakter ihrer 
Funktionen iöujer an Gehalt, R'-ngordnunfe und Lebensrhythmus der gesellschaft- 
lichen Ordnung gebunden erscheint. Gesellschaftswissenschaft ist also einmal 
historische Strukarerke^tnis durch Funkt ion^-^.uordnung der einzelne» gesell- 
schaftlichen Lebensformen. Für die Politik bedeutet das die Verifizierung 
und Zurechtweisung der Theorien, welche Staat und Gesellsc^Rft ause inand^r- 
zureiss-n suchen. Es murs viclm-^hr versucht werden, die Form der politisch? 
staatlichea Ordnung in Beziehung zu setzen zu der Einfalt pder Keife des 
gesellschaftlichen Daseins r'iner Zeit und eines Raumes. Nicht als ob ledig- 
lich aus einer ökonomisch-sozialen Struktur eine einwandfrei. Zurechnung der 

, •• +- wr^-wn ab^r aus der Konstellation 
politischen Organisation folge« konnte, wohl ab r 



9) 

öko»omischer, sozialer, geistiger, religib'ser Tendemze» fie M*-gliclik«it oder 
ÜÄinHgllchkeit bestimater politischer Lebemsforme». Es lässt sioiax soziolo- 
gisch die Ju»ktioTt 'be«»tim:nter Herrncli^ft'^forme* durchflu?3 .fentstftllCÄ; ihr« 
rcle, ir'eriie u»/' i''eolo,::isoue Aafg'^De bocchi-eibe» umd des Absterbe» ihrer 
Fu»lttio»^Ä beeründe». So k«» i« VJert, Sinn u^d BedeutuAg der Moußrchie u*d d«s 
AOt^endi^e Scheiter» d»r Idee der "sozislei« Mo»archie" soziologisch begrü»- 
det werde»: ihr«- positive Aufgabe i» einer agrsrisch-kriegerischftÄ-p.Ttrinr- 
chPliECh-religiöse» Welt, i» der Glaube». Poesie u»d PerEo»h«f tigke it u&mit- 
telbsre AufbPueleme»te der Gesellsca'^ft Tr-re»: ihr Absterbe» i» ei»er sich 
rPtio»alisier»»de» u^d org««isiere»de» Welt, dere» primär öko»omisoher Cha- 
rakter de^ ^ill*,äricche>. u»d feudalen Forme» der Mo.archie, ihrer Irrationa- 
lität, ».r lii.str.ue», Hass u»d r.tion^l^^ ^e»^«* e»t,-.ge. setze» muss u»d 
,ie dadurch .uszusch«lte» vermag. Diese Zurechnung der Politik, und zwar 
»icht »ur be.timmt^r He^rsch.ftsordnunge». sonder» auch bestimmter Verhal- 
te»sweise» zu bestimmte» gesellschaftlichen L^.e» - W. dur^h die Funktio» 
u»d Eon. des Kr'eges im Gesel lechaftsprozess a. e i.dri»glichste» erhellt 
.erde». Hat der Krieg bei primitiver u»d u»entfalteter Mrtsch...sgest«lt.»g 
»och eine unmittelbare ökonomische Funktio» für den Bevölk.rungsübersch