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Full text of "Albrecht von Halberstadt und Ovid im Mittelalter"

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Ve*T-6e*--&<i-ü/*« 






Bibliothek 



der 



gesammten deutschen 



National-Literatur 



von der filtesten bis auf die neuere Zeit. 



Achtunddreifsigster Band : 

Albrecht yon Halberstadt 



Quedlinburg und Leipzig. 

Draek nnil Terlay von C^ottfr« Basse« 

18 6 1. 



ilLBRECHT VON HALBERSTADT 



UND 



OVID IM MITTELALTEB 



VON 



HABI4 BABTi^CH. 



QUEDLINBURG UND LEIPZIG. 

DBUCK UND YERLAG YON GOTTFR. BASSE. 

MOCCCLXI. 



VORWORT. 



angeregt durch Jacob Grimm* Abhandlung über Albrecht von 
Hmiberstadt im achten Bande der Zeitschrift Jur deutsches Alterthum 
hatte ich den Gedanken mit ein»einen Theilen von Aibrechts fFerke eine 
Herstellung »u versuchen schon vor Bekanntmachung des Oldenburger 
Bruchstückes g^asst, wenn mir auch die Bedenken die sich einem der- 
artigen y ersuche entgegenstellen nicht entgiengen. Das Bruchstück 
erhöhte die Schwierigkeit statt sie %u mindern, denn es ergab die Ver- 
gleiehung mit Wickrams Texte, dau nur etwa die Hälfte der alten 
Beime vom, Bearbeiter Ifeibehalten war, die übrigen aber so entstellt 
sind, dass auch die schaff sinnigste Kritik das Echte mit Sicherheit a%f- 
iußndem nicht im Stande wäre. Daher konnte ich die Aufgabe, die 
sieh ein kritischer Text sonst %u stellen hat, ein dem Originale mög- 
lichst nahe kommendes Bild des Dichters zu liefern, in vorliegendem 
Falle nicht %u losen hoffen. Indem ich die Gründe, aus welchen ß^ick- 
rem die Beime und Ausdrucksweise seines forbildes änderte, an dem 
erhaltenen Bruchstücke pri{fte, ergab sich daraus, wenn die Herstellung 
nicht ganz willkürlich sein sollte, die Nothwendigkeit des Nachweises, 
dass Reime Wiekrams, die die Art und Weise des dreizehnten Jahrhun- 
derts schlechterdings nicht an sich tragen, an Stelle echter aus be- 
stimmten Gründen entfernter gesetzt worden. Das Ziel, welches ich in 
meiner Herstellung zu erreichen trachtete, war nichts zu geben was 
der Mundart des Dichters widerstrebt, was Albrecht nicht hätte schrei- 
ben können. Dass er in Jedem einzelnen Falle wirklich so geschrieben, 
dies mit Bestimmtheit behaupten zu wollen wäre thöricht. Auch bin 
ich mir wohl bewusst, dass ich keineswegs überall selbst das Wahr» 
seheinliche gründen, dass ich manche Wendung habe stehen lassen, 
die durch eine mehr mittelhochdeutsche hätte ersetzt werden können; 
aber es war schwer die Grenze ^er erlaubten Aenderungen genau inne- 
zuhalten. Manche Wendung die nicht mhd. klingen mag habe ich 
schon deswegen unangetastet gelassen, weil gerade der Landstrich, in 
dessen Mundart Albrecht dichtete, vielfach Erscheinungen darbietet, 
^ dem Nhd. näher stehen als der gemeinmiltelhochdeutschen Sprache^ 



VI VORWORT. 

An vielen Stellen glaube ich indes» dem echten Ausdrucke nahe gekom- 
men zu sein. Sollte auch nur die Hälfte der überlit^erten Reime, die 
ich wo sie iu halten waren nicht antastete, echt sein, so wäre der 
Gewinn für unsere ältere Literatur nicht gering. Ein nicht ganz un- 
ähnliches Spiegelbild der deutschen Uebertragting von Ovids Verwand- 
lungen gegeben zu haben darf daher die mühsame Arbeit wohl hoffen; 
in Jedem Falle ist es lehrreich zu sehen , und das ist auch durch die 
wickramsche Entstellung hindurch möglich, wie die Auffassungsweiee 
des deutschen Dichters von seinem Forbilde abweicht, und dies darzu- 
thun war ein nicht unwesentlicher Zweck des Buches. 

Ist auch Albrechts fFerk für seine Zeitgenossen von geringer Be- 
deutung geworden, weites ihnen auch in seiner theihoeisen Andeutsehung 
des Inhaltes fremdartig erschien, so verdient es unsere At{fmerksmmkeit 
in literargeschichtlicher wie in sprachlicher Hinsicht. Wo wir Bezie- 
hung auf Mythen und Sagen finden, die Ovids Metamorphosen behan- 
deln, da ist, wenige Fälle vielleicht abgerechnet, Albreehts Gedieht 
nicht die benutzte Quelle, Nicht unmittelbar aus Ovid, sondern aus 
abgeleiteten Quellen schöjiften die meisten deutsehen wie romanischen 
Dichter ihre Renntniss der betreffenden Sagen; die Verbreitung dersel- 
ben zunächst in Deutschland durch Sammlung der Beziehungen nachzu- 
weisen, ist die At^gabe die sich der erste Theil der Einleitung gestellt 
hat. Ich habe an mehreren Stellen darauf hingewiesen und wiederhole 
es hier, dass ich weit entfernt von der Meinung bin, es habe zumal 
bei Sagen, deren Ovid nur kurz erwähnt, während andere Quellen sie 
au^hrlich behandeln, wie die vom trojanischen Kriege und von Aeneas, 
das betreffende Citat Ovid im Sinne. Wenn ich trotzdem solche Sagen- 
beziehungen at{fnahm, sq geschah es weil eine derartige Zusammen- 
stellung noch nicht versucht worden ist. So un^fasst dieser Abschnitt 
der Einleitung beinahe die gesummten antiken Mythen, ein Beitrag 
zur Renntniss des Alter thums im Mittelalter, insonderheit allerdings 
Ovids. Absolute Vollständigkeit hierin zu erreichen ist fast unrnogUek, 
Jede neu entdeckte Quelle kann neues Material bringen, mir selbst haben 
sich nach schon vollendetem Drucke der Einleitung hauptsächlich aus 
handschriftlichen Werken noch eine Reihe von Nachträgen, zum Theil 
bedeutsamen, ergeben; doch wo eine Grundlage gesehqffen ist, da kann 
Jeder leicht das fehlende hinzu thun. In Bezug at^ die Citate hätte ich 
kürzer sein können, wenn ich es nicht vorgezogen hätte statt der ein- 
fachen Verweisung die Worte selbst anzuführen, da es daraitf ankommt 
zu wissen, in welchem Masse Jeder einzelne Dichter die Sage kannte. 
Denn ein Theil der Stoffe war, wie die Sage von Pyramus und Thisbe, 
sprichwörtlich geworden, und nicht Jede Erwähnung beruht auf gelehr- 
ter Renntniss. Auch schien der ohnehin etwas spröde Gegenstand an 
Lebendigkeit zu gewinnen, wenn ich die Dichter selbst reden Hess und 
dem Leser mühseliges Nachsehlagen in hunder ten von Büchern ersparte. 



VORWORT. VII 

Her rmnaniteAen Literaturen habe ich mehr im Forbeigehen gedacht, 
ab dass ich beabsichtigt hätte, in ihnen die Beziehungen at{f omditehe 
Sagen in gleicher FolUtändigkeit wie an der deutschen nacksuweisen. 
Nur die Anspielungen bei den Proven%alen gebe ich, weil sie nicht all" 
iMzahlreieh sind und zum grossen Theile früher Zeit angehören, voll- 
stand^, Dass Fauriels Stellenverzeichniss am Schlüsse des dritten 
Bandes seiner histoire de la po^sie provencale nur bei wenigen Steilen 
benutzt ist, wird wer die Mühe der FergMchung nicht scheut bald 
erkennen. 

Der dritte Abschnitt der Einleitung und das Glossar beabsichtigen 
eine möglichst vollständige Darstellung von Albrechts ^pracheigenheiten 
und fFortvorrathe zu gehen, zugleich als Beleg ßir manche in den 
hergestellten Texten gewagte Aenderung. In beiden Theilen meiner 
Arbeit habe ich ebenfalls versucht einzelne kleinere oder grossere Stellen 
ihrer echten Gestalt näher zu bringen. In dem Wortverzeiehmss wird 
man des sprachlich verwandten wenn auch mehr als \hO Jahre jungem 
Ernst von Kirchberg meklenburgische Reimchronik (im vierten Bande 
ron tKestphalens iDonameDta ioediU) vie^ach benutzt Jtnden, theils zu 
verstärkenden Belegen ßir Albrechis Text, theils als Nachtrag %u dem 
mhd. Wortschatze, der aus dieser Quelle noch keinen Gewinn gezogen. 
Die Chronik ist durch K., das erhaltene Bruchstück (Nr. XXIF meiner 
Auszüge) durch Br., der Prolog durch Pr. bezeichnet. EinMclnes ist 
auch aus andern Dichtem at^fgenommen. Die Bedeutungen habe ich 
wo es bekannte oder leichtverständliche ßf^orte waren mit Rüeäsicht at^f 
den ohnehin schon grossen Un^fang des Buches weggelassen: es sollte 
eben nur ein Wortnachweis, nicht ein Glossar sein. 

Zu spät, um für die Einleitung noch davon Gebrauch machen zu 
können lernte ich Choleviui fleissige 'Geschichte der deutsehen Poesie 
nach ihren antiken Elementen' kennen. Unsere Resultate sind an manchen 
Stellen dieseiben, so bei dem Ferhältniss von Konrads trqfa$tischem 
Kriege zu (hid, in Bezug a%i^ Helena und Paris, Medea und das Haus 
der Fama. Benofts roman de Troie kannte Cholevius noch nicht, konnte 
daher auch über seine Beziehung zu Ovid, wie über die Konrads zu 
ihm nichts Näheres sagen. Ist somit Manches nicht neu was ich gebe, 
so wird doch die Gegenüberstellung der Texte, indem sie die Art und 
Weise der U^tcrtragung nachweist^ nicht unerwünscht sein. Sie zeigt 
namentlich Konrads treue Anlehnung an seine lateinische wie romanische 
Quelle, die er in seiner Wort- undRed^lle nur zu häufig verwässert. 

Rostock, 10. November 1860. 

K. B. 



INHÄLT. 



EINLEITUNG. 
L Bat Studium Omdt im Mittelalter S. I—IF; die dem Ovid unter- 
getehobenen Gedichte S. IF—\I; de philomela IF; de pulicc F; 
somniom FI; epIgrammaU scholastica de XII libris Aeoeidos, 
contentio veris et hiemis FI; altercaUo ventri» et artaam, priapeia, 
de vetula FII; de excidio Trojae, de nvinmo FIII; de lupo, de 
pedicnlo, de medicamiDe anriam, de annulo, epiUphinm paitUci 
Corinnae, de meridie faelici, über trimn paellanim IX; de rastico, 
de mirabilibas mnndi, de biria, Pamphilns X. 

Erwähnungen Ovids in der deutichen Literatur S. XI—XFI; 
Kenntniu der einzelnen ßFerke S. XFI-^ CXXFII. 

Wie Briife der Heroiden S. XFI^XXFIII; französische und 
italienüehe Bearbeitungen XFI, vgl. S. CCXLIF; allgemeine Er- 
wähnungen XJFII, 

Penelope an Ulysses XFIII, vgl. S. CCXLIV; Phyllis an Demo- 
phoonXFIII, vgl. S. CCXLIF; Briseu anJehilhsXIX; Phaedra an 
HippolytusXIX; Oenone an Paris XX, vgl. S. CCXLIF; Hypsipile 
an lason XXI; Dido an AeneasXXI, vgl. S. CCXLF; Hermione an 
Orest XXIF; Castor und Pollux XXIF, vgl. S. CCXLF; Jriadne 
XXIF; Canaee an Maeareus XXIF; Medea an lason XXF; 
Laodameia an Protesilaos XXF; Hypermnestra an Lynceus XXF; 
Paris an Helena, Helena an Paris XXF—XXXIF; Urtheil des 
Paru XXF, vgl. S. CCXLF; Leander und Hero XXXIF, vgl. 5. 
CCXLFI; Acontius und Cydippe XXXFI. 

Ars amandl, remedia amoris, amores S. XXXyil—XLI, vgl. 
S. CCXLFII; Achilles und Deidamia XLI, vgl. S. CCXLFIl 

Epistolae ex PoDto XLI, vgl. S. CCXLFII; Tristien XLII; 
Fasten XLII; Lucretia XLIII, vgl. S. CCXLIII; Arion XLIII. 

Metamorphosen S. XLIII— CXXFII; Commentare XLIII; 
Uebersetzungen XLIF; allgemeine Anspielungen XLF. 

Erstes Buch S.XLFI^LIF. Der erste Fers XLFI, vgl. S, CCXLFII; 
Chaos XLFI; Namen der antiken Götter XLFI, vgl. S. CCXLFII; 



INHALT. IX 

vier ß^eitalter XLFJI ; Gigantm XLFIII; Lyeaon S. CCXLFII; 
jimor ÄLFIII; Python Lfll, ngL S, CCXLVIH; Dapkns LIH, 
vgL S. CCXLyill; lo LIF; Argus LIF. 

Zweites Buch S. LIF-^LF. Pkaeton LiF$ Aurora LIF; 
Sonnenrasse LIV, vgl. S. CCXLVIII; Mäander LIV; CalUstho LIV; 
Aeseulap LIV, vgl. S. CCXLnil; Europa LF, vgl, S. CCXLIX. 
Drittes Buek S. LF—LX. Cadmus LV, vgl. S. CCXLIX; 
Aetaeon LV, vgl. S. CCXLIX-, Semele LVI ; Tiresias LVI; 
Nareissus LVI, vgl. S. CCXLIX; Bacehus LIX. 

Viertes Buch S. LX-^-LXXIV. Pyramus und Thübe LX, 
vgl. S. CCL; Venus und Mars LXVIff., vgl. S. CCLII; Vulcanus 
LXVII, vgl. S. CCLII; Leucotkoe und Clytie LXVIII; Hermaphro- 
ditus LXX, ^l. S. CCLII; Tantalus LXXII; Perseus, Medusa, 
Atlas, die Hesperidenäpfel LXXIII, vgl. S. CCLU. 

Fünftes Buch S. LXXIV—LXXVIIL Pegasus, HeUeon, 
Musen LXXIV; Ceres und Proserpina LXXV; Sirenen LXXV, 
vgl. S. CCLIIL 

Sechstes Buch S. LXXVIII-^LXXXIL Arachne, Pallas 
LXXVIII, vgl. S. CCLIII; Jupiters Liebschaften LXXVIII; Leda 
LXXVIII; NiobeLXXIX, vgl. S. CCLIII ; Zethus, AmpkionLXXIX; 
Antiope LXXIX; Alemene, DanaeLXXIX; Pelops LXXX; Latona 
LXXX, vgl. S. CCLIF; Marsyas LXXXI; Progne und Phtlomela 
LXXXI; Orithyia und Boreas LXXXII. 

Siebentes Buch S. LXXXII -^XCVII. Medear und lason 
LXXXII, vgl. S. CCLIF; Androgeos XCVI; Proerü und Cephalus 
XCVU. 

Achtes Buch S. XCVIJ— XCIX. Scylla und Minos XCVU; 
Theseus, Ariadne, Minotaurus XCVU, vgl. S. CCLV; Daedalus 
XCVU, vgl. S. CCLV; kalydonücher Eber XCVIU. 

Neuntes Buch S. XCIX—CIIL Hercules XCIX, vgl. S. CCLV; 

Minos und Rhadamanth CII; Biblis CII; Yphü und lante CHI. 

Zehntes Buch S. CHI - CVI. Hymenaeus CHI; Orpheus 

CIV; Ganymed CV, vgl. S.CCLFl; Pygmalion CV; MyrrhaCV; 

Adonis CVI; Atalanta CVI. 

E(ftes Buch S. CVII - CVIII. Midas CVII; Hesione CVII; 
Hercules und Telamon zerstören Trqfa CVII; Neptun und Apollo 
helfen es bauen S.CCLVI; Thetis und Peleus, Proteus CVII, vgl. 
S. CCLFII; Ceyx und Aleyone CVIII; Aeolus CVIII; Haus der 
Träume CVIII, vgl. S. CCLVII. 

Zwölftes Buch S. CVIII - CXVH. Haus der Fama CIX; 
Trqfanersage CX, vgl. S. CCLVII. 

Dreizehntes Buch S. CXVH - CXVIII. Ulysses CXVH, vgl. 

S. CCLVIII; Sarpedon CXVH; Scylla CXVIII, vgl. S. CCLVIIL 

Vierzehntes Buch S. CXVIII— CXXIH. Sibylle CXVIH; 



X INHALT. 

PolyphemuM CXIX; Cyelopen CXIX; Circe CXX, vgLS. CCLVIll; 
tterbenderSehtoanCXX, vgl, S, CCLIX; AeneasCXXJJ; Iphis ttnd 
Anaxarete CXXIIL 

Fünfzehntes Buch S. CXXill— CXXf'lIL Pythagoras 
CXXIF; Phoenix CXXIF^ vgl. S. CCLIX; aligetneiner Friede 
unter Augustus CXXVI , vgl S. CCLX. 
U, Albreeht von Halberstadt, sein Leben und sein H^erk S. 
CXXVIII—CLXVL fTiekrams Umarbeitung CXXXJ; Ver- 
fahren ff^iekrams CXXXIV; Verhältmss Albrechts zu Om'd 
CXXXIX; die fTiekram vorliegende Handschrift CLXll; 
Albreehts lateinische Handschrift CLXIIL 
Hl, Albrechts Sprache S. CLXVll -^ CCXLllL Kurze Voeale 
CLXVII; lange Voeale CXCIV; Diphthonge CC; Umlaut CCl; 
Liquiden CCVll; Labialen CCVll; Dentalen CCVll; Gutturalen 
CCXIi j und 8 CCXV; Flexion CCXV; SubstanHvum CCXV; 
Pronomen CCXV!; Verbum CCXVl; einzelne Verba CCXXXIII; 
die Ableitungssilbe de CCXXXVI; Accus, e. If^n. CCXXXVll; 
rührender Reim CCXXXVIII; zusammengesetzter Heim CCXLllL 
Nachträge zum ersten Abschnitt S. CCXLIV-^CCLX. 
PROLOGUS S. 1—3. 
AUSZÜGE Nr. l- XXX VI, S. 4—302. 
ANMERKUNGEN S. 303—446. 
frORTREGlSTER S. 447 - 496. 
VERZEICMNISS DER STELLEN S. 497- 501. 



I. 

.Er Ut bekannt, dass im Mittelalter Ovid zu den am meisten gelesenen 
KloMtikem gehorte: namentlich gilt dies von der ars amataria und den 
Metamorphosen, Doch dürfen wir zwischen den Zeiten der i^olker- 
Wanderung und Karl dem Grossen keine genauere Kenntniss wie des 
gesammten klassischen Altertums so auch der f^erke Ovids voraus- 
setzen, wenigstens nicht in Deutschland und im nordlichen Frankreich. 
Anders verhält es sich mit dem Süden Frankreichs, Spanien und Bng^ 
fand, wo die klassisehan Studien traditionell sich fortpflanzten. In 
einem iateinisehen Glossare des sechsten Jahrhunderts zu Laon werden 
Belege aus Ovid sechsmal angifuhrt, wahrend dagegen Firgil über 
hundertmal citiert wird; sieh^Catalogue gSnSral des Mss. des bibliothe- 
ques des departements {Paris 1849 — 55) 1, 655. Schon damals also 
seheint Firgil ungleich hoher im Ansehen gestanden zu haben alM Ovid, 
Beda in seinem Buche de arte metrica entnimmt seine Belege neben 
firgil Lue&n Luerez Homer (d, h. der lateinischen Uebersetzung der 
llias) auelC aus Ovid, Wright biographia Britann, literar, \, 39, in 
seiner Sehr\ft de orthographia aus Firgil und Ovid, Das sind verein- 
zelte Beispiele von Bekanntscheft mit den ovidischen Schriften, In der 
karolingisehen 2^t wird das anders. Der Kreis von gelehrten Männern, 
den Karl um sieh sammelte, kannte Ovids IFerke,, wenn er auch nicht 
zu den Sehr(pstellem gehorte, die zum Studium a^f den Schulen empfoh- 
len wurden. Am meisten bekannt scheint die ars amandi gewesen zu 
sein. Karl der Grosse droht Angilbert in einetn Britfe nach Born, von 
wo er Beliquien mitbringen soll, mit einem Ferse aus der ars (2, 280) 

Sf nihil att^eris, ibis, Homere, foras. 
Beeren, Geschichte der klassischen Literatur S, 105. Aber auch die 
Meiawmrphosen waren bekannt. Aldhelm dichtete in Hexametern die 
Geschickte des Actaeon nach Ovid {Leyser S. 202, die Handschrift 
bandet sieh in der Kathsbibliothek zu Leipzig); daher ist es auffallend, 
dass er in der prosaischen Einleitung zu den aenigmata neben Firgil 
Juvenai Persins Lucan nicht auch Ovid nennt, IFright, biograph. 
Bn'taun. 1, 41. Auch Aleuin, der in dem Gedichte de pont\/tcibus 
eeeUsiae Eboraeensis eine Ai{fzählung der Yorker Bibliothek gibt, nennt 
zwar Firgil Lucan Statius, aber nicht Ovid, Ein Einfluss avf die 

[xxxviu.] a 



II EmLEITUNG. 

deutsche Literatur y die im netinten Jahrhundert durch Harh Bestre- 
bungen einen At^fschwung nahm, lässt sich nicht nachweisen : unter den 
in Fulda, S, Gallen und anderwärts glossierten Schriftstellern des 
Altertums findet sieh kein fFerk des Ooid, während %, B. VirgiU 
Aeneide und Belogen mehrfach glossiert, also gelesen wurden {Raumer, 
Einwirkung des Chrislenthums S, 119 — 120). Auch in den alten Hand- 
schrffteneatalogen findet sich selten Ovid erwähnt, in einem Constan^er 
Cataloge des neunten Jahrhunderts (Serapeum \, 84) findet sich Oaidius 
de amatoria arte I Item Onidii metamorfoseon ; vgl, Mones Anzeiger 
1, 419. Im Zeitalter der Ottonen war das Studium der alten Klassiker 
sehr belebt, das Latein des zehnten Jahrhunderts hat im Vergleich %u 
den früheren einen merklichen Fortschritt gemacht. In der vita Mein- 
werci (eap, 52) heisst es *Viguit Horacios magnos atque Virgilias, 
Crispus et Salinstius et urbanus Statius', also wiederum* Ovid wird 
nicht genannt. Gleichwohl dürfen wir voraussetzen, dass auch er ge- 
kannt war, nach Heinsius sollen sogar die Handschriften der Metamor- 
phosen bis ins zehnte Jahrhundert zurückgehen. In S. Gallen beschqftigie 
man sich hauptsächlich mit f^irgilf eine Stelle aus ihm führt die san- 
galUsehe Rhetorik an, ff^ackemagel, Lesefbueh 111, 15. Notker citiert 
ihn häufig, dagegen Ovid nur einmal (Hattemer 3, 210). Das glän- 
zendste Zeugniss für das Studium Firgils in S. Gallen ist der 
H^altharius. Dass auch Ovid in S. Gallen gelesen wurde, lehrt dieselbe 
Rhetorik, in der ein paar deutsche Reimzeilen {IFackemagel 112, 3) 
eine Stelle aus detn achten Buche der Metamorphosen nachahmen. Auch 
der Dichter der Ecbasis, ein Lothringer, benutzte Ovid, eobas. 723 

Dam nova creseendo reparabit corana Phoebe 
ist aus metamorph, i, 11 entlehnt, J. Grimm, Einleitung S. XXß^. 
Mit dem efften Jahrhundert beginnen die Hss. der Metamorphosen (s. B, 
in St. Omer 670 und 678. Hänel 263) und von da ab bis zum Ende 
des Mittelalters blieb Ovid ein beliebter vielgelesener und viel abge- 
schriebener Schriftsteller, wenn er auch niemals das Ansehen erlangte, 
in welchem Firgil stand: diesem kam einerseits die im Mittelalter all- 
gemein verbreitete Ansicht, dass er ein Prophet sei, andrerseits der üa^ 
seiner Zauberkunst zu Gute, Johannes von Garlandia, ein England^ 
um 1040 y nennt in seinem dictionarius unter den Erfindern der Kunst 
auch Ovid, vgl. Sinner catal. mss. Bemens. 1, 486. Setctus Amaretms 
ßallus in seiner epistola ad Alcimum erwähnt in dem Abschnitte gegen 
die Götter der Heiden der fabula des Tereus, Orestes, Polyphesnus, 
Latona, Leda, Danae, die Agenore natam QEuropa), Semele, Jo 
iSerapeum 6, 122) und sagt 6, 123 

Dane age Nasoni, nanc Gallo*), naoc Jovenali 
et parce parcant et gracia sit pia! 

*) fß^ohl Cornelius Gallus, dessen Gedichte verloren sind, damals 
also noch vorhanden waren. 



EOaEITUNG. „, 

/» tumfften Jahrhundert werden die Handschriften »mhlreicher: auffal- 
tend ist im einem Handtehrifteneataloge dee twofften Jahrhunderts 
iSer^emn 5, 238) der alie damals gelesenen romischen Dichter ent- 
hält, Stuüue, Persiusy Virgil, Lucan, Horas, den Ovid nicht erwähnt 
SU Mdam, Aher die Benutzung bei mittelalterliehen Dichtem spricht 
Jur die ^Verbreitung, Der Dichter des Isengrimus, ein Deutscher aus 
der ersten US{fte des Jahrhunderts, {Grimm, Reinhart LXT) scheint 
unter den Kiassikem vor%ügHch Ovid gelesen %u haben: auch der Dich- 
ter des Reinardus, der in der Mitte des n, Jahrhunderts lebte, benutzte 
hauptsäehUeh Virgil und Ovid (Reinhart S. XCI und XCFII), und 
unier den Werhen des Letztem namentlich die Metamorphosen. Jo- 
sephus Iseanu* für seinen trojanüchen Krieg benutzte Ovid, Statius 
und ClBudmn, fTarton, history qf engluh poelry 1, S. CLXIIL Petrus 
BUsemsis eiHert in seinen Briden Ovid, Persius und Seneca : aus Ovid 
s. B. ort amator. 1, 451. Das beste Zeugniss aber Jur die Kenntniss 
Omds im 12- Jahrhundert liiert Walter Mapes und die im Geiste nah- 
verwandten Carmina burana, W. Mapes rühmt sich, dass er, vom 
Weine inspiriert, so gute Ferse aU Ovid singe, Grimm, Gedichte attf 
Friedrich den Stat{fer 4, 14, 4; Nasonem post ealiees carmine preibo. 
In den eurwuna burana kommt nebst vielen Beziehungen at{f mytholo- 
gische, speeiell ovidisehe Stoffe, Thetü S. 17 , Hymeneus Thetis Ceres 
ProeerpiuaS. 116, TereusPhilomena Nardssus Orpheus S.WI, Morpheus 
S. 125, die Kämpfe des Bereutes S, 125 — 127, Adonis S, 128, Thisbe 
S, 132, ßqfpolytus S. 210, Corinna S. 219, atif folgende direete Be- 
ziekung at^f Ovids erotische Bücher vor 

S. 221 artes «matoriae jam non iostruaDtar, 

a Na^one traditae, passim pervertuntur; 
nam si qais istis atttar more moderaoram; 
'larpiter abnütar hac assuetadine moram*. 

Maso, meis artibas felidter instractus 
muodique volaptatibos et regaiis subdnetus, 
ab errore atadoit mnodunii revocare. 
'qui sibi notas erit docuit sapienter amare/ *) 

Die Thsiinahmefur Ovid dauerte im dreizehnten Jahrhundert fort : die 

Handsehfiften dieses Zeitraums sind zahlreich, aber verschlechtern sich 

dmreh Interpolationen. Man machte Blumenlesen aus seinen Werken, 

wie z. B. eine Bandschrift in Laon (JVr. 193. 13. Jahrh.) eine solche 

enthalt. Fineentius von Beauvais (f 1264) gibt im speculum historiale 

6, 106 — 122 einen Auszug aus Ovids Schriften, dem erfolgende Notiz 

voransehiekt: *De Ouidio poeta et scriptis eins. Eo tempore legitur 

Ooidios Nasö floraisse, qai scripsit multos libros metricos, ex quibus 

sunt de ouce libeilas nnus, invectiones in Ibin, epistolarum lib. /, sine 

titalo Hb. 3 (die amores), de arte amandi Hb. 3, metamor. lib. 15, de 

*) ars amat. 2, 501 qni sibi notas erit, solus sapienter amabit. 



,y EINLEITUNG. 

fastis Hb, 6, de Iristibus Hb, 5, de Ponto lib. 4. De bis omnibas 
pauca elcgaoter dIcU, et ea praecipue qu« moralia videntnr, eiccrpere et 
bis inscrcre volni.' *) Der Engländer Roger Baco (geb, 1214) kennt unter den 
römisehen Dichtern am meisten Ovid und Noras {Heeren a, a, 0. S, 245). 
Der Ferfasser der lateituschen Prosa von Herzog Ernst [Zeitschrift 7, 
193—252) nimmt in seinen Text nicht selten auch Ferse von Ovid, 
neben virgilisehen, horazisehen etc, at{f. Guido von Columna (1287) 
benutzte für seinen trojanischen Krieg vorzüglich Ovid, neben Statiut 
und Falerius Flaceus. Ulrich- Hagen sehrieb 1287 eine expeditio Ulyssis 
nach Homer, Firgil und Ovid {Hs. in Bamberg, Serapeum 4, 72). Im 
vierzehnten Jahrhundert schrieb AlberHnus Mussatus (f 1329) einen cento 
ei P. Ovidii Nasonis libris quinque de tristibus, vgl, Leyser S. 2041 
(1141). In Italien waren zu Jener Zeit die klassischen Studien über- 
haupt sehr gepflegt: ich brauche nur an' Dante, Petrarca und Boeeaecio 
zu erinnern. Ebenso in England, wo Chaucer und John Gower ihn 
benutzten : letzterer ahmt in seinen lateinischen Gedichten hauptsächlich 
den Ovid nach, Leyser 2057 (1167), die Tristien und die epp. ex Ponto, 
fFarton 2, 305. In einer lateinischen Erzählung von zwei Schülern 
wird berichtet, dass dieselben zum Grabe Ovids gegangen seien 'ut ab eo 
qaicqoam addiscerent, eo quod sapiens faerat' IFright, aneedota litte- 
raria (London 1844) S, 39. 

Die Forliebe für Ovid im Mittelalter spricht sich auch darin aus, 
dass man ihm eine Menge Gedichte beilegte, an deren einem Theile sein 
Antheil wenigstens ungewiss ist, während die andern entschieden einer 
viel spätem Zeit angehören. Ich nenne zuerst die Nox, die nach 
Bemhardy {römische Literaturgesch. S, 450) unächt ist, Fineentius 
Bellovacensis {in, der oben erwähnten Stelle) ßihrt sie unter den ächten 
Schriften des Dichters at^f; **) auck viele neuere Herausgeber haben sie 
noch als acht at{fgenommen. Ferner die coosolatio ad Liviam Augustam, 
die von einigen dem Pedo Albinovanus beigelegt wird {Bahr, Gesehiekle 
der rom. Litter. \, 280. 456. 458) ; das Carmen ad Calparnium Pisonem, 
Bahr \, 280. 456. Eine elegia in mortem Tiballi unter Ovids Natnen 
findet sieh in einer fFiener Papierhandschrift des i5. Jahrh, {Endlicher, 
catal, codd. philolog. latin. S. 120). 

Die elegia de Pbilomela, die in doppelter Gestalt überlitfert ist: 
die eine von Albius Ovidius Juventinus, nach andern schon 187 nach 
Christo verfasst. Letztere Angabe ist entschieden unrichtig, das Gedickt 
kann nicht älter als das 8. oder 9. Jahrhundert sein. Der Ferfasser 
war ein Deutscher, wie schon der Fers 

*DuIce palara sonat quam dicunt nomine droscam' 

*) Fgl. Martinas Polonus, bibl. Uffenbach. 4, 146. 
**) Ovidius de nuce in einer fFo{fenbüttler Hs. des zwölften Jahrb., 
Serapeum 18, 73. 



EINLEITUNG. y 

s«%t. Dtu Gedieht in iGoidasts) Oüidü erotiea et amataria opuicuim 

{Frane^. 1610) S. 71 — 73 beginnt 

*Dalcis amica veoi, noctis solatia praesUns: 
ioter aves eteDim oolla tibi similis.' 

Die Hmnäsckrifien sind zahlreich. In einer fFiener He, det elften Jahrk, 

erseheint das Gedicht mit althochdeutschen Glauen, eieh H^ffmanns 

f^enäciaun S, 368. Endlicher S, 212. !n ßTien ausserdem noch »wei 

Hss. dc9 15. Jakrh, Nr. 102 und 1496, Endlicher S. 7. 73. Femer in 

Middiekill iperg. 13. Jahrh, Nr. 1796) ffdnel 859; mit Schölten und 

Glossen, BibL Harldana Nr. 2565, Pergam. Hs. des 15. Jahrh., Cata- 

log 2, 100. Berlin, Papierhandsehrift nach 1476 (lat. fol. 49), Pertz 

%, 824. Fenodig, lat. 444. 445. (15. u. 16. Jahrh. CataL 2, 177). 

Das Gedicht seheint auch unter dem Namen des Planus {ab Insuiisf) 

vorzukamtmen in einer Papierhs. zu Basel (N. F'IIL 16), HSnel 595 

*Alaiii poetae philomela', ßir den es aber zu alt wäre. Es Juhrt auch 

den Titel de focibos aviam et qaadrapeduni (Leutseh in dem Artikel 

*OmdiMs* in Erseh und Grübers Eneyclop. i$. 91) und kommt so als 

Ofidii de Tocibos approprialis avibus et quadrupedibns Carmen in einer 

Papierhs. des 15. Jahrh. in der Harleian. Bibliothek (Nr. 5198) vor, 

Cataiog 3, 251. Ein anderes Gedieht versicnli de vocibus avium et 

qoadripedam, beginnend 

'Garms enim qaamqaam per noctem tinoipet omnem, 
sed soa yoi nulli jure placere potest,' 

1« einer Pergamenths. derselben Bibliothek (Nr. 261, Catal. 1, 100): 
ich kann nicht vergleichen ob es mit dem bei Goldast abgedruckten Ge- 
dichte stimmt. 

Die andere Bearbeitung, Julius Speratus zugeschrieben und ebenfalls 
bei Goldast S. 74 abgedruckt, (vgl. Leyser S. 2088) beginnt 

'Sum noctis soda, sum cantos dulcis amica: 
nomen ab ambigno sie Filomela gero.' 

Es Jinäet sich schon in einer Handschrift des neunten Jahrhunderts, 
worin es namenlos steht: Bibliotheque de PSeole de medecine zu Mont- 
pellier, Nr. 206 (catal. des bibl. d. dipart. 1, 409). 

Die elegia de poüce, sehr laseiv, wurde im Mittelalter ziemlieh 
allgemein dem Ovid beigelegt. Ihr Verfasser ist Qfilius Sergianus: die 
AeknUehkeit des Namens war hier wie bei der Philomela die Gleichheit 
Ursache der Verwechselung. Sie beginnt 

'Parve polex et amara Ines, ioimica puellis, 
carmine quo fongar in toa facta ferox?' 

Goldast S. 70—71. Die Handschriften sind zahlreich, vom zwölften 
Jahrhrnndert eine in Bern (Nr. 505. Pergam. 4*')^ Sinner 1, 505; vom 
dreizohnten in einer Hs. zu Middiekill mit echten fVerken zusammen 
(Nr. 1796. perg.) Hanoi 859. Die meisten aus dem ßir{f zehnten , in 
fVien (Nr. 102. per^.) Endlicher S. 73. Biblioth. Harleiana (2505. 



Ti EINLEITUNG. 

pap,), eatalog, 2, 696, und pergam. 2565. eatai, 2, 700. Fenedig 
Marc. lat. 444. {perg, fol. Catal, 2, 177); 445 {pap, %^. 16. Jakrh. 
CataL 2, 177). Beriin, lat fol. 49. Pertz 8, 824. BoMel (F. Flli. 
\), Uänel 537. In dem tiandsehrifteneatalog des Stiftes Bordesholm, 
Serapeum 10, 53. 

Ovidii somniam, unter dem Titel *Ovidü junioris somnus sive elegia 
de soinnio sW hei Goldast S. 46 — 48: nach Goldast von einem Wen- 
falls Ovid genannten Dichter, der vielleicht auch die nux verftuste 
{S. 13); aber, so viel ich sehe, un'rd Jetzt die Echtheit des Gedichtes, 
das amores Hb, III, eleg, 5 bildet, nicht angezweifelt. 

Es findet sieh selbständig in der vorher erwähnten Bemer Hand- 
schrift, Sinner i, 505; in einer Gothaer Pergamenthandschr(ft des 
13. Jahrh. (IL 120), Jacobs \, 248; einer Mardanischen Perg. Hand- 
schrift ilat. 444) des 15. Jahrh. Ccatal. 2, 177) von den Amores ge- 
sondert; in einer Papierhs, derselben Bibliothek ilat, 345. S^, 16. Jakrh,\ 
einer dritten {tat, 346. perg, 15. Jahrh. catal. 2, 178); in einer Hs. 
des 15. Jahrh. in der Harleian, Bibliothek (IVr. 4913. papO catal. 3, 
220. Ebenda ein Ovid beigelegtes Gedicht de somno , welches von desn 
somnium verschieden ist, Ovidius de somno findet sich in einer He, 
derselben Bibliothek, Nr, 2566. pap, 15. Jahrh. catal, 2, 700. Ovidii 
somnium in der schon erwähnten Middlehiller Handschrift des \^, Jahrh,, 
Hänel 859. Ovidius de somno in einer Pergamenths. des 14. Jahrh, in 
Toledo, Hänel 995, hinter den epistolae ex Ponto, Es lässt sich nach 
den Abführungen nicht entscheiden, welches von beiden Gedichten ge- 
meint ist: aber sicher dass wir zwei zu unterscheiden haben. 

Die epigrammata scholastica de XII libris Aeneidoa, bei Goldast 
S. 36 — 42, der der Ansicht ist, sie konnten von Ovid in seiner frühe- 
sten Jugend verfaut sein, beginnen 

*QiiantaiQ Yirgilias magno concessit Homero, 
tantam ego Yirgilio Naso poeta meo.' 

1^ finden sich in den Handschriften gewöhnlich vor der Aeneide, auch 
unter Octavians Namen. Ovidii tetrastiche in f^irgHU Aeneid, in zwei 
Bemer Hss, des neunten Jahrh. {Nr, 165 und 184), Sinner 1, 629. 631, 
des zehnten ebenda (Nr, 167) Sinner 1, 629, ar^fangend *Firgilius 
magno quantum', vgl, noch Sinner 1, 631; zu Montpellier (Nr. 253. 
9 — 10. Jahrh, pergam, fol,) catal. 1, 381; in Wien in vielen Hand- 
schriften (Nr, 208. 39. 71. 3199. 3104. 3171. 3117) alle aus dem 
15. Jahrhundert, Endlicher S, 57. 60. 61. 62. 63. 76; tu Gotha (eh. A, 
239) vgl, Jacobs 1, 276. 

JHe contentio veris et hyemis in laadem cacoli, die von Beda, nach 
andern von Milo vetfasst ist, wurde ebenfalls dem Ovid beigelegt. So 
in der mehrfach erwähnten Berliner Papierhs. {lat, fol. 49) des 15. Jahrh,, 
Ovidius de eueulo; in der Middlehiller Pergamenths, des 13. Jahrh. 
(1796) Ovidius de eueulo et de biria, Hänel S, 895, femer in der Bemer 



BINLEITUlfG. VII 

H^tnUckrifl iNr. 505. 12. Jahrh. perg. 4«) Sinner I, 547; in einer 
BreeioMter Päpierhandichrift »wischen 1476-- 1480 (//^. 4». 57) Ä/. 239. 
Anernym steht eonflietus veris et hyemis sive eueuius in einer Brüsseler 
Pergmmmsiks. des 12. Jakrh, {Serapeum 3, 136): unter Bedas Namen 
im emer f^ietur Papierhs. des 15. Jakrh., {Nr. 3116) Endlicher S. 110. 
/>! »oek Pert%, Archiv 1, 1000. 8, 535. 

Eim sehr wrhreitetes und Ovid beigelegtes Gedicht ist auch die «I- 
tercatio veotris et artuum. ff^ahrseheinlieh ist es dasselbe mit dem 
emrmem de membris conspirantibus van Johannes Sarisberiensis, welches 
h^imnt.*Coneilium eelebranf, denn ebenso beginnt das Carmen Omdü 
de aUereati^ne ventris et artuum in einer Bemer Papierhs, des 15. Jahr- 
hunderts {Sinner 3^ 115) 

CoQsiliara cetebraot btunani corporis artus: 
iuter se de se plarima verba fenint. 

Eine Hs, des 14. Jahrhunderts in der ehemaligen Amplonianisehen 
Bibliothek zu Erfurt finde ich Serapeum 11, 151 verzeichnet} eine 
Papierhs. des 15. Jahrh. (1493) in Breslau (f. fol. 161) Bl. 103^106. 
Unter dem Titel elegia de ventris et artuum dissensione in einer Hs. 
der PauHner Bibliothek %u Leipzig, Leyser 2069. 

Zu den Ovid zugeschriebenen priapeia bemerkt Bemhardy, rom, 
Literaturgeseh. 450 *uber Ovids Antheil an den Priapeia bleiben alle 
Fermuthungen bedenklich', Fgl, die diversorum poetarum in Priapum 
lasus in der Wiener Hs. 3108 (pap, 15. Jahrh.) bei Endlicher S. 64. 

JHe drei Bacher de velula, über deren f^erjasser HaasCy de medii 
aem studiis phitologids , S. 17 mit Recht bemerkt *qui Omdii de vetula 
libros eomposuit, vix eredi polest serio voluisse /also nomine hominibus 
imponere, sed Omdii personam propter vitam olim dissolutam ac deinde 
emendatam carminis sui eonsilio convenire ratus minime euravit, quam 
parum reliqua omnia in OvidU vel personam vel artem vel tempora 
eaderent/ sind bei Goldast S. 105—189 abgedruckt Den at{f der Hand 
liegenden Beweis der Unecht heit und eines christlichen Verfassers fuhrt 
Leyser, bist, poet. med, aevi p. 2089, und ist geneigt das Gedicht einem 
gewissen Leo beizulegen, der die pra^atio schrieb. Diese beginnt 

*0vidjas Naso Peligni niris alumnus, 
certus ab exilio se jam non posse reverli, 
et quaereos utcanique sibi soktla, libruni 
edidit bunc, in eo describeas quis modus ipsi 
vivendi fberat tunc, quando vacabat aniori.' 

Diese pra^atio findet sich bereits in einer Hs. des \2. Jahrhunderts zu 
Montpellier {Nr. 366. perg. 4°) mit der Ueberschrift Pr^ado sive ar- 
gumentum Leonis prothonotarii sacri palatii Bizantei sub Nalaetio 
prineyte in Ubrum Ovidü Nasonis PeHgnensis de vetula. ^Ovidius Naso', 
es folgen dann die vetula und die rhythmomachia , die einen Bestand- 
theü der vetula bildet. In einer Hs. der Bibl. Harleiana {Nr. 5263. 



T 



Till EINLEITUNG. 

tataL 3, 256) tUht vor der vetula die pratfah'o mit derselben Ueber- 

sekrift, nur *naihato principe in libro nasonie Pet. Andere ffss. sind: 

in der ehemaligen Amploniana zu Erfurt, Papier, 14. Jahrhundert, 

zwei Handschriften; in fFien {Nr. 3219. Papier, 14^15. Jahrhumderi) 

Endlicher S. 270; in London, hibl. Hurlei. 3353. Pergam. {catai, 3, 

19) Ooidü de vetula libri quatuor in fine *0 utinam ludus, und dann 

die rhythmomaehia; in der Middlehiller Hs. 1796 (l3. /oArA. Pergam,) 

Hänel 859; in Montpellier {H. 366), Pergamenths. des H. Jahrhunderts 

in A^, Hänel 241; in dem Handsehrffteneataloge des Stfftes Bordeehoim 

iSerapeum \0, 53) «. «. w. Die drei Bücher beginnen 

I. quam caras erat mihi qaamqae optabilis ille 
femineus sexus, sine quo nee viverc posse. 

II. Talibus atque aliis, ludo eicepto dedorum, 
sentibus a curis cum (me) relevare pararem. 

III. Istae sunt causae, propter quas amodo noio 
vivere, sicut eram solitus nee subdere coUum. 

Der Ferf asser ahmt stellenweise Ovid wirkUeh nach, so metamorph. 

1,1 im zweiten Buche, eap. 30 

in nova formas 
Corpora mulatas cecini. 

Als echtes fFerk Ovids citiert die vetula Richard von Bury igebo^ 
ren 1286), Serapeum 4, 135, ebenso fFalter Burley, vgl, Haase a. a. 
0. S, 17, Anmerkung. Die rhythmomaehia, die in mehreren Hand- 
schriften hinter der vetula steht, findet sieh, eber^falls nach der vetula, 
unter dem Namen des Hermannus Contraetus in der ebenang^hrten 
Hs, zu Montpellier, und auj sie folgt in der Hs. eine expositio carmi- 
nis de vetula, so dass es zu vermujthen erlaubt ist, beide Gedichte seien 
von Unem Verfasser, d. h. Hermannus Contraetus igeb. 1013) sei der 
Verfasser der vetula. — Eine französische Uebersetzung in Versen von 
Jean Ltfeore ßndet sieh in einer Pariser Handschrift des 15. Jahrhun- 
derts {Nr. 7068*. Pergament), vgl. Paulin Paris, les mss. franpais de 
la bibl. du roi, 5, 13. 

Nach Goldast 5. 31 wurde dem Ovid auch die von Benignus oder 

Bemhardus Floriacensis verfasste elegia de excidio Trojae {gedruckt 

bei Goldast S. 193^195) beigelegt Sie ist in vierfach gereimten 

Distichen geschrieben und beginnt 

*Pergama flere volo, fato Danais data solo, 
solo capta dolo, capta redacta solo.' 

Anonym steht sie in den earmina burana {ed, Schmeller'} S, 60^63 
und in einer Munchener Handschrift von 1461 {latfol. Nr, 61), Mass- 
mann, Kaiserehronik 3, 438. Dass man im Mittelalter Ovid ein Buch 
über den trqfanisehen Krieg beilegte, womit schwerlieh dies kurze Cfe- 
dicht gemeint ist, werden wir später noch sehen. 

Das dem Hildebert zugeschriebene Gedieht de nnmmo, das wohl 



EINLEITUNG. II 

mit grosterem Rechte Petrus de S, Audomaro mndieiert wird, eoll nach 
Gräsee 2, 3, 842 auch Quid beigelegt, worden sein. Ich beeehränke 
wdek a^f die Ferweisung und unterUuee es, Handschriften des Gedieh' 
tes asa%fuhreny da, so weit ieh sie henne, in keiner Ovid als Verfasssr 
gemsamt wird.- 

In dem oben erwähnten Cataloge des Stiftes Bordesholm iSerapeum 
10, 53) wird ein Ovidius de lupo ang^hrt: auch in einer Papierhand- 
s^trift des Eseurial iO ü T IL 16. Perl» Archiv S, 817) steht Omdü 
fmbmim de lupo. Es ist dies der von Jacob Grimm im Reihhart S, 410 
bis 416 herausgegebene Luparius, der in einer Handschrift %u Difon 
(Reinkart S. CUOUÜF) die Atjkehrift Ovidius de lupo hat, womu 
aber eine Marginalie bemerkt non suDt haec Ovidü. Ein paar Hand- 
sehr^ten hat Grimm {Reinhart S. CLXXXJF) verzeichnet: in Bezug 
e^f eine andere ßTiener Hs, (hist, prqf, 673. Pap. 15. Jahrh.) , s. An- 
%eiger 8, 108. Eine Hs. in S. Omer (Nr. 115) erwähnt Perf», Archiv 
8, 409; eine Strauburger, die ausserdem den Raparius und Asinarius 
enthält, Hänel 463; endlieh eine Berliner des seehszehnten Jahrhunderts 
(Dies, i9. 79), Pertz 8, 855. 

Das Gedieht de pediculo, bannend *LeDte sub undanti', welches 
sieh in der'Bemer Hs. (Nr. 505) des zwöfften Jahrhunderts (pergam. 
4**) ßndet, ist bei Sinner \, 543 abgedruckt, 14 Ferse; ebenda \, 546 
sieht das in derselben Handschrift dem Ovid beigelegte Gedieht de me- 
dicamine auriam, eine Nachahmung des Fragmentes de medicamine 
fadd; endlich \, 545 em drittes Gedieht de annulo 'Aonule formosae', 
d. A. die ßit{f%ehnte Elegie im zweiten Buch der amores, die als de 
mmnulo Ovidius auch in der fFietier Hs. 3116 (EndUeher S. 121) und 
in einer Baseler Papierhs. (F. Vlll. 1. Hänel 537), so wie in einer 
Mardanisehen U^t. 445. 16. Jahrh.") mit der A%fsehrift de anulo misso 
ad Corinnam amieam steht. In der letzterwähnten Handschrift folgt 
em ^iupluam psittad Corinoae und ein Gedieht de meridie faelid. 
Das Gedieht de medicamine aurium steht mit detn echten Fragm. de 
medicamine Jadei zusammen in der Pergamenths. zu Middlehill (Nr. 
1796) Hänel 859. 

Ein wie es seheint sehr verbreitetes Gedicht ist der Über trium 
paellanim, auch de dudUo sagad genannt, Leyser 2068 setzt die Ab- 
fassung des Gedichtes in das fut\f zehnte Jahrhundert; es gehört aber 
wenigstens dem dreizehnten an, wie die Erwähnung im Registrum 
multorum auetorum des Hugo von Trimbtrg beweist: 

Sequilar Ovidius dictas puellarum, 
qaera in seholis omnibas nun credo fore ranim. 
'sumnii victoris fierem cum victor amoris, 
sperabam curis fiDem posuisse futuris*. 

Dau beide Bezeichnungen eins sind, geht aus der fFiener Handschrift 
303 (pergam. 14. Jahrh.') hervor, in welcher Ovidius de nuntio sagad 



r 



X EINLEITUNG. 

9tekt, mit der Uebersehrift Incipit Ooidius pueiiarum, EndUeherS. 161. 
Andere Handschriften sind: in Erlangen (15. Jahrhundert, Papier , fol.\ 
Irmiseher S. 322, eine %weae in ß^ien iNr, 3116. Pap, foL 15. Jakr- 
hundert), EndUeher S, 121; eine Strasshurger vom Jahre 1470, wo da* 
Gedicht schlechthin Ovidius pueiiarum heisst. Auch in dem meksfaeh 
erwähnten Catahg des Stiftes Bordesholm {Serapeum 10, 53) kommt 
vor Ovidius de nuntio sagad, trium pueiiarum, und noch einmal 
Ovidius de nuntio sagaei, alias pueiiarum, Leyser S, 206S untersekes" 
det beide Gedichte, ebenso Grässe' 2, 3, 841. ich kann den alten Druck 
nicht vergleichen, der den liber trium pueiiarum a%f Bl, \, de nuntio 
sagaei at{f Bl, 6 hat, Ersterer beginnt nach Leyser: Ibtm forte viam 
quandani nullo comitante; das Gedicht de nuntio sagaei *8omnii vt«to- 
ris', was nach Hugo von Trimberg der Anfang des liber pueiiarum ist. 

Ein Ovidius de nistico, ar^fangend *Rure romans' findet siek in 
der Berliner Papierhandsehrift {lat. fol, 49) um 1470, Pert» Areki» 
8, 824; das Gedieht ist jedenfalls dasselbe das in einer Baseler Papier- 
handsehrift {F, VIU. 1) vorkommt iHänel 537) , die Ovidius de annulo 
puliee Baccho et in rusticum enthält: wobei Hänel ein Frageteieken 
macht. Das Gedickt de Baccho kenne ick nicht, Ovidius in ruetieung 
auch in einer Gothaer Papierhandsekrift iA, 869) vgl, Jacobs 1, 224. 

Dem Ovid wird femer in einer Pergamentks: der HarUianiscken 
BAUothek (Catal. 3, 18) ein (ractatas de mirabilibns mandi beigel^t, 
der den drei Büekem de vetula vorangeht und beginnt: 

Omnipotens opifex presens ab origine mandi. 
In widern damit die versus de miracuUs mundi in einer Erlanger 
Handschrift des zwölften Jahrhunderts (JPerg, fol, Irmiseher S, 101) 
stimmen, kann ick nicht beurteilen. 

Oben erwähnte ich eines Gedichtes de biria, welches in einer Hand- 

sekrift des drevteknten Jahrhunderts in Middlekill {Nr, 1796. Pergam. 

Hänel S, 859) dem Ovid beigelegt wird. Eben dasselbe Gedickt findet 

sieh in einer Harleianischen Hs, {Nr. 3949. Pap. vom Jahre 1431. Ca- 

talog 3, 98) mit der Ai{fschrift Biria sive P. Ovidii Nasonis Über de 

proeatione Jovis erga Alcmenam, BL 320 — 327. Es ist in Distichen 

gesehrieben und beginnt 

*Ardet in Alcmenam Saturnios atque beatnm 
Amphitruona probans ae dolet esse Jovem.' 

Ein Gedicht de speculo t» 21 fersen, beginnend 

Ne tibi displiceam qoum sie som corpore parvus, 
ortnlns iste brevis micia poma geril, 

wird Ovid beigelegt in einer Gotkaer Pergamenths. des 13. Jahrh, {II. 
120), vgl. Jacobs 1, 248. 

Endlieh ist tu erwähnen Pamphilus, eine Elegie, als deren Fer- 
f asser Goldast einen Pamphilus Mauritianus angibt. Die Handsckriften 
geben ikr gewöhnlich die Ueberschrift Pamphilus de amore. Auek Hugo 



EmLEITüNG. XI 

von Trimherg erwähnt das Gedieht tn Regieirum, nicht unter Ovids 
Namen, aber unmittelbar vor dem ' Über pueilarum, Pamphilut de 
amore in einer j4mplanianisehen Handschrift des %wö(ften Jahrhunderts, 
Serapeum \\, t45; Excerpte des dreizehnten in einer Handsehrfft tu 
Ltton iNr. 193. Perg. 8.)^ cätal. des mss. des bibl. des depart. l, 135; 
eina Handschrift des vierzehnten iPergam,') inß^'ien, Nr. 303, EnäUeher 
5. 160; des Xir - X^. Jahrhunderts ebenda, Nr. 3219, EndHeher 
5. 271; des ßhtfzehnten ebenda, Nr. 3116, Pap., unter dem Titei 
P nmphilus sive de doeumento Amaris; in Berlin itheoi. 381) Periz 
Archiv 8, 843; Pamphili earmina amataria »weimai in Strasburg, 
Hanoi 464 und 465; Pamphili flores metriee in einer Baseier Pergament'- 
handsehrift iE. IIL h), Hänel 520; elegia in Pamphilam amieam 
(daiseibe GediehiT) Basel F. FHL \, Hänel 537; Pamphilus de amore, 
ehgtaeo earmine eonseript., Papierhs. in Basel iF. VI. 15) Hänel 537; 
im ßseurial, Serapeum 15, 307; in Breslau iJF. 2®. 42) unter dem 
Titel de amore Pamphili et Galatheae Carmen, Bl. 184 — 190; auch in 
dem Catalog des Stiftes Bordeshokn steht Pamphilus de amore (Sera- 
peum 10, 53). Gedrucht ist die Elegie bei Goldast S. 75 und'beginnt 

*ViiIneror et claasumque fero sab pectore vnlniis'. 
Davon verschieden ist der Ovidius de amore in der erwähnten fFiener 
Handschrift 3116 (Pap. 15. JahrhJ) der unmittelbar nach dem Pamphi- 
lus Jo^t und beginnt *Si quem forte fuvaf. 



Einßuss Ovids at{f die deutsehe poetische Literatur des zwölften 
Jahrhunderts lässt sich nicht behaupten, wenn auch deutsche JHchter 
dem Ovid erwähnen: dagegen ist er in Sufffrankreich bereits in der 
Mitte des 12. Jahrhunderts bekannt und wahrscheinlich auch schon in 
die Volkssprache übersetzt worden, Diez, Poesie der Troub. 128. Auch 
in Nor^frankreich kannte und las man ihn im zwofften Jahrhundert, 
wqfur das einzige Beispiel Christians von Troies anzt^fuhren genügt. 

Ich will, ehe ich die Anspielungen at{f einzelne JVerke erwähne, 
zuerst derjenigen Stellen gedenken, die etwas über Ovids Leben und 
persönliche Verhältnisse berichten. 

Eine Biographie Ovids aus dem Altertume besitzen wir bekanntlich 
nicht, wohl aber mehrere im Mittelalter verjasste. fVenn schon in 
diesen sich fVahres und Falsches mischt, so ist es in noch höherem 
Grade in der Volksliteratur der Fall. Die rej^owische Chronik iS. HO 
Maeemann) erzählt von Augustus he vordr^f Ovldium dor sto uov6re: 
he iMdde Yirglliiim l^f, he makede im to love Eo^idam dat b6ch, wanle 
be vao Eo^as siechte geboren was. Diese Stelle hat Ulrich von München 
im Auge, wenn er sagt {Massmann, Kaiserchronik 3, 437) 

Bt Angnstft dem heiser was 
und lebt der man Yirgiliö, 



XII EINLEITUNG. 

der vil loubeHe treip alsA, 
und oach Ovtdias der meister gaot, 
der mit stnem wisen muot 
Troie daz baoch von tnie vant 
unde uns tet bekant. 

Maumann meint, der Verfauer habe hier die /beneide at{f Oeid 
übertragen. Eher wahrseheiniieh ist, dose Heinrieh von Manchen Otid 
frirhiieh ein Buch über Trqfa beilegte, Dass man Ovid ein tateiniaehea 
Gedieht über den trojanisehen Krieg Muschrieb, ist oben S, Filt erwähnt 
worden, Aueh die Gesta Romanorum dtieren Ovids trojanischen Krieg 
bei der Geschichte von Achill und Deidamia, vgl, IVarton, history qf 
english poetry \, S, CCXXXFIII. Ebenso erzählt eine Reimehronik 
über seine Verbannung, Grundriss 2Z(} , vgl, R, A, 701. Kaiser- 
Chronik 3, 437; 

ein heidenscb meister ist genant 

Ovtdias mit stnem nam, 

von dem von ^rst dix baoch kam, 

dax wir Troie heizen. 
5 verre in eins landes kreizen 

was ein künec gesezzen, 

an tagenden gar vermezzen: 

des selben kanzelnre was 

Ovldius, als ich las, 
tO and stn oberster schrtbere. 

nü saget uns daz mcre 

daz in der künec gev^ch 

mit der küniginne z^ch 

und wolt den meister drumbe sterben 
15 und tlif dem mere l^n verderben, 

als ich in nu sagen wil. 

ein schif wart in kurzem zil 

bereit, dar üf sazt man d6 

den meister Ovldi6. 
20 An segel, An ruoder und An stiure 

muoste er varn ungehiure 

hin Af des meres vluot. 

nu bat der meister guot 

den künec im niht anders geben, 
25 Sit er als6 stn leben 

umb unschult Verliesen solde, 

ob er im danne geben wolde 

niht anders zuo im Af daz mer, 

(daz wolt er haben dA ze zer) 
30 tincten veder und pirmtt. 

daz gab man im do an der ztt 

and lie in d6 hin varn. 

er mohte sich niht bewarn. 

Die Handschrift liest 1. haidenischer. 5. einer land. 7. vil reich 
an tttg. 8. 9. d. s. chAniges waz O. chantzler. 12. genech Hagen. 
14. dar umb. 30. tincken. 



EINLEITUNG. ,lll 

« 

wao die nnde Af dem mer 
35 die triben ii^ hin nnde her: 

des er doch aht vil kleine. 

daz schif gie tiI seine^ 

wan der wint was Diht gr6z. 

DU begunde der fröuden 16s 
40 sich DU dar zao rihten, 

daz er begunde tihten 

unde schHbeo dise geschiht 

von diser gr6zen stift 

unde onch disiu wunder. 
45 daz weste er albesunder, 

waz ze Troie und ooch dA vor gescharh, 

als disia rede beleip her nüieh 

sider von irm nrsprinc. 

d6 er disiu dioc 
50 i^f ein ort geschreip, 

der wint in d6 treip, 

als ez got d6 wolde, 

wtfn er genesen solde, 

hin zao einem lant 
55 ab dem schif gie er zehant 

nnd schreip diz buoch ^rst gar 

nnd sant ez d6 dem künege dar, 

der in ze verderben als6 sant. 

d6 dem daz buoch wart bekant 
60 and diu geschieht von TroiA, 

d6 sant er nAch Ovidios dA 

and gap Im hulde amb die geschiht, 

wan diu tAt von der gestift 

was dem künege liep and zart. 
65 ditze buoch genennet wart 

Ovtdius dA Pontus: 

wan ez von Ovtdius 

als6 wart in heidensch brAht 

und dar nAch ze lattn gedAht 
70 und von lattn ze tiutsche her. 

waz touc langer rede mAr? 

wir süln nu heben wider an, 

dA wir daz m«r vor haben lAn. 

Die alte Erwähnung Ovids in der Literatur des zwölf tm Jahrhun- 
derte ist meines Wissens bei fFernher von Elmendorf {Zeitschrift 4, 
302) 667 

weisto waz Ovtdius sprichit? 

Mer stn leit ze sAre richit, 

her machit sich selben schuldic' 

Wemher war in der römischen Literatur bewandert: er kennt und 
nennt ausser Ovid Juvenalis 585. 903. Seneca 587. 637. 698. 8t5. 854. 
908. Tullius 602. 644, Cycero 714. Oracius 658. 725. 83t. Salustius 
691. Lueanus 772. Therencius 849^ besass also eine ßir seine Zieit 

42. disew. 45. alz. 48. von im. 68. haidenisch. 71. daat langew. 



xir EINLEITUNG. 

ungewbhnliehe Beletenheit, Fon Dichtem des »wogten Jahrhunderts 
nennt ihn noch Bligger von Steinach im Umhang 31t Pfeiffer ^ 

m 

dA von sprach hie vor alsas 
ein hübescher man Ovtdius 
*amor amor amor 
duicis dolcis labor:' 

welche fForte aber in den echten Schriften Ovids in diesem Zusammen- 
hange nicht begegnen, Pfeiffer, zur deutschen Liieraturgesch, S. 12. 
Im dreizehnten Jahrhundert nennt ihn Wimt im fFigalois 30, 6 

hiet sich ie gevlizzen 

Ovldtus mit lobe dar, 

ern möht sie niht voUoben gar. 

Der jüngere Titurel hät^ßg, 99 Hahn, 

sam Aristoteles der wtse 

Ovidium und Hercalem: 

ich w»ne in doch zerünne an disem prtse. 

250 Hahn 

und daz sich nieman k^re 

an Ovidjom den lecker, 

der nam den frowen ^e 

und gab in meil, daz l^bart nie so schecker 

wart dann er die frowen hAt gemeilet. 

ich zel imz g&n unprtse 

und hazze in swer im pris dar umbe erteilet, 

mit Beziehung at^ Ovids erotische Dichtungen, wie alle ^Anspielungen 
des Titurel. 2489 Hahn 

Ovtdjus ob er lebte, 

dtn tugent w«r im ze prlsen unbenennet. 

5168 Hahn 

swer sin lichte lAter klAre varwe 

ze rehte prüefen solde, 

ich wene Ovtdius zerünne garwe. 

Der gelehrte Ferfauer kannte auch den Homer, 3496 Hahn, 

daz bin ich ofte lesende in dem buoche OmAre, 

womit ohne Zweifel die lateinische Uebersetzung der lUas gemeint ist. 
Hugo von Trimberg im Renner gedenkt Omds mehrfach: so 4597 

wan ez sprach meister Ovidius 
in einem stnem bnoch alsus 
*swer wol geloschet, der hAt wol 
gelebt', die werelt ist nu vol 
untriuwen . . . 

die andern Stellen sieh unten bei den einzelnen fFerken. Im Registrum 
sagt er von Octavianus {Haupt in den Monatsberichten der Berliner 
jieademie 1854, S. 146) 



EINLEITUNG. xr 

Suis in temporibas Rome fionieniot 
Yirgilias, Horatios, cmn qoibus scripserant 
Ovidius Salustius et Tullius facnodas, 
in quornm carminibus delectatur mandns. 

*JtifgezäAli loerden alle ovidüchen fFerke mit Ausnahme der medi- 
eamima faciei und der halieutiet^ (S. 147). Horaz wird auch im Renner 
4613 erwähnt. ^ 

Hermann Fressant, ein Augthurgtr mu Ende de$ 13. oder Ai\fang 
des 14. Jahrhunderts, 'f^g^ > Gesammtab. 35, 630, 

OYtdlns der sinne wls 

nnd al die meister, der ich 

noch aller versinne mich 

ie gevreisten von AdAmen, 

die künnen nimmer wtbes namen 

niht volprisen üf ein ort. 

Im vierzehnten Jahrhundert nennt den Dichter mehrfach das 
niedersaehsisehe Laiendoetrinal , dessen Verfasser viele gelehrte Rennt- 
mies »eigi, 

97, 9. des härten speigel sint de 6gen, 

de des mioshen h&rte t^geo. 

alsns l^rt Ovtdias, 

IsidAnis und H6rAtins. 
100, 7. des gellk sägt 6k sus 

Ovtdios Dod HArAtios. 
116, 15. fan nnküsheid sprak alsns 

de wlse man Ovtdios : 

*wil jt onkAsheid fl^n, 

fan lediggAnde shole jt Ag t^n, 

nigt alleine fan leddigheide, 

mir fl^t 6k wive unde meide/ 
176, 13. Ovtdius maket uns wis: 

*ein slange de gar kleine is, 

einen gr6ten ossen stäket d6t.' 

nog m6r sägt he uns al blAt, 

dat ein kleine hnndeltn 

behold ein gr6t äversurln. 

Fan mittelniederländischen Dichtem kennt ihn Dire Potter {um 
1414) der im minnen loep 1, 147 s€Lgt 

ende i^art denkende om end om 
nä Gallnm ende Ovtdfam. 

Bei proücnzalischen Dichtem sind mir folgende allgemeine Erwäh- 
nungen begegnet {vgl, auch Diez, Poesie d. Troub, 127); 

Im zwölften Jahrhundert nennt ihn Azalais von Porcaraiguas, 
deren Geliebter 1177 starb, Raynouard 3, 39, 

Ovidi o retrai, 

qn'amors per ricor no vai ; 



XTi EINLEITUNG, 

» 

ganz ebenso wie der noeh ältere Bemart von yentadom tagi. 
Mahn 1, 42 

quar ges araors segon ricor no vai, 
also auch nach Ovid, aber ohne ihn zu nennen. 

Amaut von Marolh (1170 — 1200) bei Mahn 1, 171, 

mas Ovidfs retrais, 
qii*entrels corals amadors 
non parat^ i a ricors, 

mit Bezug at(f dieselbe Stelle. Amaut ist nicht ungelehrt: er ktnni 
auch Firgil und Homer, Mahn 1, 376. 

Eine dritte Erwähnung begegnet bei Biehard von Berbezilh , der 
auch noch dem zwölften Jahrhundert angehört y Raynouard 3, 456 

qu*Ovidis ditz en uo libre noi roen, 
quo per sufrir a hom d'amor son gral 
e per sufrir son manht paubre montat. 

Im dreizehnten Jahrhundert sagt Bertran Carbonel, Bayn. 5, 99 

quim des Monpeslier, 

non parlera, qu*iea truep en Tescriptara, 

qu'Ovidis dis, qu'ieu feira desmezura. 

Holland macht mich at{fmerkiam, dass Guillaume de Guillevilie, 
der in der ersten Häffte des 14. Jahrhunderts seine trois peUrinages 
dichtete, in diesem fß^erke den Ovid eifie ganz ähnliehe Bolle spielen 
lässt, wie Dante den Firgil, ohne dass jedoch an eine Entlehnung zu 
denken ist; vgl. Grässe, Sagenkreise S. 464. In Italien, wo die klas- 
sischen Studien verhältnissmässig am meisten blühten, dürfen wir uns 
nicht wundem, Ovid erwähnt zu finden. Brunetto Latim, dessen 
tesoretto im 13. Jahrhundert verfasst ist, erzählt, dass er zu Amors 
Throne gelangt und in die Macht des Gottes gerathen, aber durch 
Ovids Hi(fe bereit worden sei. 

Die Bekanntschi{ft des Mittelalters mit Ovid, die schon aus diesen 
Citaten hervorgehen würde, lässt sieh auch im einzelnen an jedem 
fß^erke nachweisen. H^ir betrachten zunächst die Heroiden, unbeküm- 
mert darum, was die Kritik dem Dichter davon zu- wtd abspricht: 
dem Mittelalter galten sämmtliehe Briefe für echt. Bei den nael\fol- 
genden Citaten lässt sieh zwar keineswegs immer mit Sicherheit be- 
haupten, dass sie at{f Ovid gehen: namentlich ist dies bei den Steffen 
der Fall, die in andern lateinischen und deutsehen Bearbeitungen utn- 
litfen; aber es verlohnt schon einmal der Mühe, das Verwandte zusam- 
menzustellen , was noch Niemand gethan hat. 

Aiyranzosische Uebersetzungen der Heroiden mit Miniaturen 
beschreibt Paulin Paris, les mss, fran^ais etc. 1, 47 in mehreren Hand- 
schriften. Eine Übersetzung in französischen Versen in einer Perga- 
menthandschrift des 14. Jahrhunderts,, ebenfalls mit Miniaturen, in 
der bibl. Harleiana ßfr. 4867, sieh Catal. 3, 213. Eine andere von 



EINLEITCKG. XVII 

de Geiaüy der in der »weiten Hälfte dee fuf{f^hnten Jahrhun- 
derts iehte, befindet sieh in der Ars^nalkibUothek %u Paris {helles 
lettres'franf^aises W), Hänel Z\l : auch diese Hs. ist mit Miniaturen 
versehen; die Zahl der übersetzten Bri^e ist 22. Eine aus Le Cleres 
Bibliothek sunt Ferkanf gekommene Handschrift ist Serapeum 19, 197 
hesehri^en: sie fuhrt den Titel Ues epitres des dames illustres ete. 
dOvide^ traduites en vers franpais par le fameux Octatsien de St. Gelee 
eveque tTjingouleme, un de plus beaux esprite du tems de Franpois I,* 
pergam, gr. A.,' mit 21 Miniaturen, also nur 21 Bri^e enthaltend. 
Eine Dresdener Hs. dieser Uebersetxung besehreibt Fogel Art Serapeum 
19, 198, Jnm. In einem französischen Prosawerke {Bibl. Paris. 6925. 
pergam, foL XV. Jahrhundert) ^histoire andenne de Thebes et de 
Treyei ar. #. w, sind die Herolden benutzt. Paulin Paris 2, 318. Eine 
italiemisehe Uebersetzung des vierzehnten Jahrhunderts ßndet sieh in 
Paris und in München handschriftlieh: von letzterer Handsehr\ft (eed. 
ital. 148, Pap. 14. Jahrh. foL) handelt Thomas im siebenten Bandß 
des Münehener Cataloges S. 285. 

Der Britfe im Allgemeinen erwähnt Dirk Potter ^ minneii loep 2, 
1675 — 1690, 100 die meisten Helden und Heldinnen namentUeh at{f ge- 
führt sind; ferner Chaueer, zu dessen Lieblingssehriftstellem Ovid ge- 
körte, im house qf fame {Chaueer ^ed. R. Bell, 6, 206) 

eke lo how fals and recchel^s 

was eo Breseyda Achilles, 

and Paris to Enone 

and Jason to Isiphile, 

and eft Jason to Medea, 

Ercnles to Deyanira, 

for he le(t her for Yole, 

that made him cache his dethe, parde. 

how fals eke was he Thesens, 

that, as the atory telleth ns, 

how he betrayed Adriane . . . 

und ebenso 8, 53 

Hero Dido Landemia alle vfere, 

and Phillis, hangyng for thy Demophonn, 

and Canace, espied by thy chere, 

Ysiphile, betraysed with Jasoun, 

maketh of your trouthe neyther boost ne sonn, 

nor Tpermystre or Adriane ye tweyne, 

my lady cometli, that -all this may disteyne. 

» 

Ayf mehrere Herolden zugleich bezieht sich auch Gower im achten 
Buch der eoi{fessio amantis, 3, 361 - 362 ed. Pauli. 

Hawe, ein engUscher Dichter vom Ende des fuT\fzehnien Jahrhun- 
derts, sehrieb ein Gedieht ^temple qf glasi: an den Mauern* dieses Tem- 
pels sind Gesehiehten aus der Aeneide und den Herolden dargestellt: 
fVarton , histofy qf engl, poetry 3 , 47. 

[XXXYUI.] •> 



IVII, EINLEITUNG. 

1. Pmelope an Ulysses: die Beziehungen at^ Ulysses allein erwähne 
ich weiter unten. Auf die Heroide geht Thomasins Anspielung itn 
wälsehen Gast 1038 R, 

91 suln oueh Penelop^ 

der vrowen volgo und Oeoon^, 

wo durch den zweiten Namen die Beziehung ausser Zweffel gestellt wird. 
Ferner eine Stelle im Reif\fried von Braunsehweig i/trehiv für Nieder^ 
Sachsen t849, i^. 241), wo bei Gelegenheit von Yrkanens Britfe an die 
ähnliehen der Penelope an Uliwes, der Dido an Eneas, der Briseyda an 
Achilles, der Pillis an Demestieus, Helene an Paris, Medea an Jason, 
endUeh an Ovidius 

der miDDeclich von minnen schrelp 
erinnert wird, Bl. \SSd. Auch Dirk Potter im vierten Buche des 
minnen loep 1419--- 1560 folgt dem Britfe Ovids. Der englische Dichter 
John Gower in der confessio amantis 2, 6 — 8 {ed. PauU) gibt eine 
kurze Uebersetzung des Bri^es der Penelope, 

2. PhylUs an Demophoon. Die erste Erwähnung in der deutschen 
Literatur üt die in Gottfrieds Tristan 431, 34 

si belrArlen und beklageten 

daz Tillise von TrAze 

in der minnen namen geschach. 

Dann Rudo{f in der fFeltchronik \, 240, aber ohne Beziehung atif 
Phyllis : 

ze Athene was D^moph6n 
geweldic künic, 6 Samps^n 
wurde rihter, als er was. 

In Heinrichs von dem Türlin Krone (11590 Seh,) 

und d^ sich Phillis erhienc. 
Honrad von Würzburg, trojanischer Krieg 2308 

des grimmen t6des niht genas 
PhyÜis diu h6chgeborne, 
wan sie von leides zome 
n4ch ir frinnde sich erhienc. 

Der Stelle im Reit^fried von Braunschweig ist schon gedacht. An 
Phyllis dachte auch der Schreiber der Heidelberger Ht. des Flore 
{Sommer, Anm. zu 2434). Dirk Potter im ersten Buche des minnen 
loep 1, 325—449 erzählt als 'Easempef die Geschichte von Detmifon 
und FilUs, nach Ovid: der Inhalt des Briefes ist auf 415 — 447 zusam- 
mengedrängt. Ziemlich wörtlich stimmt 

Her, 2, b Inna quater laluit, 426. vierwarf is die lichte m^De 

tDto quater orbe recrevit hair ghecomen ende geghaen. 

Chaucer berührt die Geschichte mehreremal: 
8, 8. the philbert eke, that Iowe dothe endyne 



EINLEITUNG. XIX 

her bowes grene to the erUie doane, 
onto her kDyght ycalled Demophoone. 
S, 17. of Thebes eke the fils Ardte 

und DemophoD eke for bis slouthe, 

they had her lust and al that myght delite. 

Der Britf üt die Grundlage von Chaueers legenda Phillis in der 
legeode of goode women, ed. Bell, 8, 116-121. Der grosste Theii 
det Britfee ist poetisek überteizt, 

Beroid. 2, 1. Chaueer. 

Hospiu, Demophoon, Thyn hostesse, aaod she, o Demopboo, 

tna te Rhodopeia Phyi- thy Phillis, vhicli that is so woo begon, 

lis, ultra promissum of Rhodopey upon yov mote tompleyne, 

tempos abesse queror. over the terme set betwix us tweyne, 

romoa com Laoae that yene holden forvarde, as ye seyde. 

pleno qoater orbe cois- your anker which ye in oure haven leyde, 

seot, litoribus Dostris hyghte us that ye wolde eomen 4iut of doate, 

anchora pacta toa est or that the tnoene ones went abpute 

V. S. Vf. u, s, w, 

John Gower im vierten Buche der confessio amantis (2, 26 --31 
Ani/i) ersmkit dbe^faUs naek Oeid, den er wie Chmtoer gmm hte^mdert 
Hekt tmd auch in seinen lateinisehen Gedickten benutzt; sich oben 
S. iF. 

Bei den Pravenzalen kenne ick nur eine Erwähnung, im RomiQ 
de namenca, lexique romän \, 10: 

Taatre (contava) com tomet en sa forsa 
Phillis per amor Demophon. 

Eine Stelle daraus benutzt der lateiniscke Dickter des Gregorius at^f 
dem Steine, Zeitschrift 2, 487, sicut testatur Naso poeta, exitos acta 
probat et finis cuncU coronat (Her. 2, 85); eine andere der Fcrf asser 
der lateinischen Prosa von Herzog Ernst, Haupts Zeitschrift 1 , 198, 
30 sperayi melius qoia me meniisse putavi, Heroid. 2, 61. 

3. Briseis an Achilles. Ausser der erwähnten Stelle im Rei^fried 
weiss ick keine deutsehe Beziehung. In der Pariser ArsenalbibUothek 
(Nr. 253) ßndet sieh eine französische Uebersetzung in einer Hs. des 
Xr. Jahrhunderts; sieh A. Pey in Eberts Jahrbuch für romanische 
Uteratur \, 227. 

4. Phaedra an Hippolytus. Phaedra finde ich bei deutschen Dichr 
fern nicht genannt, wohl aber Hippolyt: zuerst in der Krone 11&98 
— II602 Seh. 

und d6 bt des meres sint 
Ipolitum die delphln, 
als ei diu stiefrauoter sin 
schuof , allen zebrAchen 
end sie an ime gerAchen. 

Femer bei dem von Gliers, Hagen \, 105a 



XX EINLEITUNG. 

sam tet Ptramos 

.und ouch der kiasche Ipoliti». 

Dirk Potter im minoen locp, 3, 443 — 552 erzählt die Geschichte 
mit Bettuf:tung des ßritfes. 

yon lateinischen Dichtem des Mittelalters bezieht sieh at{f den 
Stoff Ahälard, in der doctrina ad filium 244 

ni quo Phaedra suum fertur amasse modo! 

Hippolyts erwähnen die carmina buraoa S, 210; der Archiftaela 
bei Jae, Grimm, Gedichte at{f Friedrieh i, 10, 9 

Si ponas Ypolitum hodie Papie, 
DOD erit Ypolitus in sequeoti die, 

was Jacob Grimsn auf den Afartyrer des dritten JahrhvnderfM bezieht. 
Lateinische versus de Hippolyto stehen in einer S, Galler Handschrift 
des zehnten Jahrhunderts iPergam. Fol. S. 105) Hänel 677. f^on Petrus 
de Lunesana gibt es einen im Jahr 1414 verfassten complanctas Phae- 
drae de recessu Hippolyti, beginnend *Eumeniduni Dietuenda cohors' 
iPergamenths. des XF. Jahrhunderts inf^ienNr. 210, Endlicher S. 76). 
Fon provenzalischen Dichtem nennt ihn im %wo(ften Jahrhundert 
Guiraut von Calanson in seiner Unterweisung des Spielmanns Padet 
{Bartsch^ Denkmäler 99, 29) der zu singen wissen soll 

d'Epolibas e de Leus 

cui Doo volc lo sers obezir; 

und Guillem von Andusa, Raynouard 5, 179 

qu*ieu cre, si vis vostre cors graiPe gen 
Ypolite, qui \isquet castamen, 
fora floris de cor enamorat. 

5. Oenone an Paris, Im Beginn des dreizehnten oder am Schlüsse 
des zwölften Jahrhunderts begegnet Oenone nach PJeiffers scharfsinniger 
Vermuthung {zur deutschen Literaturgeschichte S, 1— 28) ^et BUgger 
vmi Steinach in der Form AinönA: aber nicht unmittelbar aus Otnds 
Bri^e entlehnt, sondern durch eine romanische Dichtung vermittelt, so 
dass nur der Name antik, der Stoff aber romantisch ist. Thomaein in 
der erwähnten Stelle spielt nach Ilfe(ffer at{f BUggers Umhang an: 
aber nach den übrigen Kenntniuen des Dichters und der riehtigeren 
Namentform (Oen6n^) wird man eher an drehte Bekanntschaft mit 
Ovid denken dürfen. Fgl. noch Ulrich Fürterer {Grundriss S. 537) 
awenteur . . . wie der Paris geporen ward und zu wald getragen, wie 
er Ton dem hirten funden ward, wie er in zoch, auch von der göuin 
Egonea. Ganz zweifellos aber ist die Benutzung Ovids in Konrads 

Trqfanerkriege: vgl. Heroid. 5, 21 — 22. 25 — 28 mit Konrad 778 

786 , und die Inschrift , die Paris in den Baum einschneidet. 



EINLEITUNG. xxi 

Her. 5, 29—30. Konrad 787 — 795. 

*Ciiiii Paris Oenone pot- die sprAcben sos ze tinte 
erit spirare relicU, ad *man sol daz wizzen hiate 
footem Xanthi versa re- und ^weclichen iemer ni6, 
cmrei aqua.' s6 PAHs und Egeno^ 

von ir minne scheident 
und beide ein ander leident, 
sd muoz diz wazzer wünneelicb 
ze berge fliezen binder sich 
und ividersinnes riuscben. 

Hier kßüsi wie auch 712. 731 die Nymphe (diu selbe feiDe wilde 
713) irrig EgenvA, aber das richtige OeD6n^ ateht 4379, wo wiedertim 
im 4382 — S7 Battg ai{f die Inschrift genommen ist; und Oenooem 22149. 

Dirk Potter, minnen loep 1, 1SS9— 2090 ersählt frei nach Ovids 
Briefe. 

6. Hypsipile . an lasen. Konrads Trojanerkrieg 22141 erwähnt 
Esipfil^, aber nicht aus dem sechsten, sondern dem sieb%ehnten Britfe 
(17, 193). Dirk Potter, minnen loep 1, 2133—2196 erzählt nach 
Ovid, Der Bri^ ist ausserdem benutzt in Chaucers legenda Ypsiphile 
et Hedee martiris, ed. Bell S, 86; nach des Dichters eigner aussage 

yel seylh Ovyde in hys epistles so. 

Au ss e rdem benutzte er dqfur das siebente Buch der Metamorphosen 

In Tessalye, as Ovyde telleth us, 
sowie Falerius Flaceus und Guido von Columna, 

7. Dido an Jeneas. Die zahlreichen Anspielungen at^f diesen Stqjjf 
beziehen sieh zwar zum kleinsten Theile atif Omd, sondern sind ent- 
weder direkt aus Firgil oder aus der Eneit Heinrichs von Feldeke ent- 
nommen: qft auch haben sie gar keinen Bezug auf ein schriftliches 
B''erk, weil die Sage allgemein verbreitet war. Doch stelle ich hier die 
Anspielungen auf Dido zusammen, um die Ferbreitung der Sage über^ 
haupt nachzuweisen. 

Die älteste Beziehung*) im zwö(ften Jahrhundert üt bei Friedrieh 
com Husen, MF. 42, 1-5 

ich muoz von schulden stn unfr6, 
sU si jach db ich bl ir was, 
ich mdhte heizen En^as 
and solle ab des wol sicher stn, 
sl wurde niemer mtn Ttd6. 

Eree Ibbijf. heisst es in der bekannten Schilderung eines lyerde- 
gesekirres 

d4 engegen ergraben was, 
wie der herre En^, 

*}'f^gL Notkers Boethius, bei Hattemer Z, 48 solih was Eneas 
Didool. 



XXII EINLEITUNG. 

der vil listige man 

über 8^ fuor vod dao 

und wier ze KartAg^ kam 

und wie in in ir gn&de nam 

dio Hebe frowe Dtd6 

unde wie er si d6 

vil ungesellecltcben liez 

and leiste nibt des er gebiez: 

sns wart dia frouwe betrogen. 

Im dreizehnten Jahrhundert hei Wolfram: Parzival 399^ II — 14. 

disin bnrc was geboret s6, 

daz En^as RartAg6 

nie 86 b^rrenllcbe Yant, 

dii froun Dldön t6t was minnen pfanL 

Got^ried in Tristan 431^ 40 lässt Tritten und hoide unter anderm 
sieh davon erMählon, 

daz ez der küneginne 
TOD Tire und von 8id6ne, 
der seneden Dld6ne, 
dar sene s6 jAmerltcbe ergie. 

In einer namenlosen Strophe, Hagen 3, 445 a heisst es 

8l ist scboener denne vronwe Dld6 was. 

Fiore 2430—37 

wan swer s6 swacbe sinne bit, 
daz er sieb verderben fltze, 
der maoz Itden wtze 
rebte ze geltcber wts, 
als DtdA and Biblis, 
Pyramos and Tlsb^, 
den Ton minnen wart s6 w^, 
daz sie in selben scbAten. 

Erlösung 6511 Acbilles ande En6as. 
tf^einsehwelg im Lesebuehe 583, 26 

vr6 Dld6 lac von minnen t6t. 

Rrons 529 in der Schilderung einer Decke, die verschiedene Dar- 
stellungen aus der alten Geschichte enthält; daran war abgekUdet 

der jsmerltcbe slac» 
der an DtdAne ergienc, 
d6 sie En^am enpfienc; 

und 11558^. 

and swie wir baren manic sage, 
dA vil jAmers gescbacb, 
sam d6 sieb brande ande stacb 
vroa DIdA ambe En6am. 

Der Tafüiauser, Hagen 2, 856 

swaz Dtd6 bete, daz wart geteilet liber al. 



EINLEITUNG. XUll 

FrmuemM, Spruche S54, 5 Sttm. 

durch die En^as vlöch too Ttr sd werden, 
ob »t noch Jebeude schöne wm*e. 

Im Rdj^ried \2\b iCodeke S. 213) heütt et von YrkAne, sie hätte 
nehfmst wie Dido gehabt, die sich erstach und verbrannte, als Kneas 
sich hetmUeh aus ihrem Lande stahl. Bestimmten Bezug at^ Didas 
Britf hat die oben erwähnte Stelle, Gödeke S. 241. 

im vierzehnten Jahrhundert lässt Ottoear von Steter 1686 die Frau 
Minne sagen: 

wiUe und guoter sinne 
der brAhle ich wol inne 
den wtsen SaiomÄn 
und den starlien SamsAn 
and Yfoun Dld6n die iLÜnegtn, 
diu von minnecltchem ptn 
ir leben verlAs, 
d6 st En^ verlies; 

und 787 b, nachdem er Pyramus erwähnt, 

und diu frouwe Dtd6, 
der ouch geschach alsd, 
als wir von ir lesen. 

Dirk Potter, minnen loep 1, 1023-— 1136 erzählt die Geschichte 
von Dido und ßneas htrz und trocken, 

Chaucer im house of fame bezieht sieh auf Didos Britff 6, 205 
ed. Bell, 

who so to knowe hit hath purpos, 

rede Yirgtle in Eneydos 

or the epistle of Ovyde, 

whai that she wrote or thai she dyde. 

und ebenso Gower, confessio ani«ntis % 4. 5 ed, Pauli, spielt auf den 
Bri^ an : 

but she . . . a letter unto her knight hath write . . . 

thus she wrote 

with many another word of pleint. 

Chaueer folgt in seiner. Erzählung von Dido und Eneas (8, 74 ^e//) 
dem f^irgii, wie er selbst sagt. Am Schlüsse jedoch fügt er den Brief 
an Aeneas bei, wenigstens den Anfang und nennt dabei Ovid 

bat who so wool at this letter have in mynde, 
rede Ovyde and in him he shaü hit fynde. 

Die üebersetzung des Brüfes ur^fasst nur V, 1 — 8. 

Bei den Provenzalen begegnen folgende An^nelungen, Im zwölften 
Jahrhundert Im Guiraut von Calanson, Bartseh, Denkmäler ^, 17 

e d'an 'amor qa'es de dolor, 
de IHdo, car s'en vole tocir. 



XXIV EINLEITUNG. 

Im dreizehnten im Roman de FUmenca, Ux, rom. 1,9 

Tautre coDtava d'Eneas 
e de Dido, coasi remas 
per lai dolenta e mesquina. 

ron norttfranzösisehen Dichtem des zwölften Jahrh, erwähnt Dido 
und Aene<u unter andern Chrestiens de Troies im Erec, an der Stelle, 
der die deutsche QErec 7551) entspricht, 

si fa entaillie Festoire, 
coment Eneas mut de Trete 
et com a Cartage a grant joie 
Dido en son lit le re^ut, 
coment Eneas la de gut, 
coment ele por lui s'ocist. 

8. Hermiane an Orest, Orest habe ich nur zweimal gefunden. In 
Rudolfs fTeltehronik \, 248 Schütze 

an der selben tage zU 

sluoc der freche wlgant 

Orestes d6 mit stnre hant 

Pirten (Egisten?) einen stolzen degen; 

und Renner 6419. Die darin erwähnten Castor und Pollux (8, 71) 
nennt Rudolf ^ Rarlaam 245, 21 

PoUux unde Persans, 
Rastor nnde Zttas. 

251, 38 Castor, Pollux, Persans. 

9. Deianira an Hercules; 

10. Ariadne an Theseus: die Stellen werden vfir unten hei Bespre- 
chung der Metamorphosen ar^führen. Einige Stellen aus dem Briqfe 
der Ariadne übersetzt Chaueer am Schiasse der Legenda of Adriane, 
8, 102 — 111 ed. Bell, %. B, 10, 55 — 58; mit ausdrücklicher Ferwei- 
sung auf Otn'd, 

in hire epistle Naso telleth alle, 
but shortly to the ende tel I shalle. 

11. Canaee an Macareus, In der deutschen Poesie kenne ich nur 
eine Anspielung, nämlich bei Gotifried von Strasburg, der mancherlei 
Kenntniss des klassischen Alterthums nerräth, Tristan 431, 36 

daz der armen Ran&ze 

in der minnen namen geschach. 

Dirk Potter im minnen loep berührt die Erzählung 2, 1685. 86 

hadde Ranates ghebruct wijshede, 

d(B stj hoirs brooders wille dede ' 

und erzählt sie ausfuhr Ueh im dritten Buche 983 — 1036, mitBeriifung 
atif Ovids Epistel, 1026, 

na dat Ovidius doet ferslaeh 
in sijnre epistolen, daer icf sach. 



EINLEITUNG. XIV 

12. MeiiHt an /a$on: auch in Be%ug a^ tketen Stqff verweüe itk 
ai^ ÜB Metamorphasen. Bier ist nur zu erwähnen die Stelle im Rein- 
fried, Godeke S. 241, die auf den Brirf geht; sowie Chaueers 
le^nda Tpsipile et Hedee martiris, 100 am Sehluss (8, 95 ed, Beil) 
der Bri^ Medeas benutzt ist: 

well kaD Oyyde hire letler in verse eodyte, 
urhich were as now to looge for to write. 

Fers 12 und die folgenden sind von Chaueer übersetzt, 

13. Laodameia an Protesifaos: in der deutschen Literatur begegnen 
gar keine Beziehungen, auch der französische Roman de Prothesilaus 
stimmt nur im Namen und hat nichts Verwandtes. Dagegen erzahlt 
Dirk Potter 4, 1363 — 1386 kurz die Geschichte der beiden Liebenden, 
mit ausdrücklicher Beziehung a%if Ovid, 1386, als Ovidlas scr^f. Auch 
John Gower, confessio amantis 2, 65 — 66 Pauli, erzählt sie, Jeden" 
falls auch nach Ovid. 

14. Hypermnestra an Lyneeus: ihre Geschichte erzählt Dirk Potior 
4, 999 — 1094, wo der Mann Hynus heisst; der Text sehliesst sieh im 
Ganzen an Ovid an. 

16. 17. Paris an Helena, Helena an Paris: auch die hierat{f be- 
züglichen Stellen werden unten avfgijlihrt werden;, hier aber sind 
zu nennen einige Stellen, die sich auf das Urtheil des Paris beziehen. 
Heimrieh von Morungen, Hagen \, 1266 

erst von Troie 

P4rls der si minnen sol: 

obe er kiesen solde nndem sehoensten die nu leben, 

86 würde ir der aphel, w»re er untergeben. 

Flore 1587 — 1607 

man mohte dar an schonwen 

erhaben drl schcene frouwen 

mit sehcenem sinne 

(ez wAren drl gotinne, 

JdnA nnde Pallas, 

y^nos diu dritte was),' 

wie sie PAHsen hkietk 

daz er einen apfel den sie hAten 

ir einer g«be ander in. 

daz dAhte sie iein goot gewin 

swelbiu des wurde gewert, 

wan diu wsre lobes wert. 

des bAten die zw6 ntt. 

dA Ton gehiezens im enstrtt 

JünA schätz und rlchtuom, 

Pallas Witze und wlstnom, 

YAnus diu gotinne 

Helenam die küniginne. 

die hAte PArts holde 

und gap den apfel tou golde 

üf die gedinge Yenerl. 



X^Vl EINLEITUNG. 

Darat^ bezieht sieh auch die Krone, 8285 — 8295: man möchte sie 

Tür Palladem die wtsen 

und JünAnem die Hellen : 

oucii mobt ir niht gelichea 

Y^nus, diu wider Pllrts 

under in l>ehabt den prts, 

dia sich nacket erzeigte, 

und in dA mit geneigte, 

daz er ir des prlses jach, 

and durch ein wort daz sie sprach. 

Darat^f bezieht sieh ferner der Tanhauser, Hagen 2, 856 

Jdnö gap rlcheit dar die minne, hoere ich jehen. 



und 916 



si gert des aphels, den PArls 
gap dar minne 
der gütinne. 



92 a 



deli aphel den PArls 

gap dar minne V^nas der gütinne. 

f^gl. auch Konrad von fTürzburg, Hagen MS 2, 313 a. 
In der Minnelehre 95 — 102 heisst es von einer Frau 

and h«te Pirts st bekant, 
er h»te ir in ir wtzen hant 
geleit den apfei galdtn, 
der der schoensten solte stn, 
die man fände übr ailio lant> 
als er dar an gesciiriben vant 
mit galdtnen baochstaben, 
die in den apfel wAm ergraben. 

Hans Folz, Fastnaehtspiele S, 1295 Keller 

noch werden drey schoener bekantj 
darch welcher erscheinang das lant 
mit der stat Troy wart amb kort: 
Helena wa/7 ir aller bort, 
vor Yenajff Jano and Pala)?, 
wan sie der ding ein arsach wa/7. 

Juch bei Dirh Polter \, 2007 jf. urird das Urtheil des Paris erzählt. 

Bestimmte Beziehung atitf Ooids Britfe verräth ausser der Stelie 
im Beifi/ried (5. 241 Gödeke^ Konrads Trqj aner krieg , der beide Bri^e 
in y, 20994—22374 verarbeitete, wie folgende genauere Fergleiehung 
zweifellos ergibt. 

Her. 16, 7. Konrmd 21014. 

sed male dissimalo : qais wer mac des heizen fiores rAst 

enim celaverit ignem, In- verbergen and verded^eB? 

mine qni semper proditar ez kan sich wol.enblecken 

ipse sao? and Öagen mit dem glänze stn. 



EINLETTUNG. 



X&vil 



1& ko€ mihi qwie snasit 
mater amoris iter. 

23. illa dedit faciles anras 
feotosqne secandos. 

19. praemia magna qnidera, 
sed Don indebita posco. 

33. nee veni Grajas veloti 
spectator ad nrbes. 

34. oppida snnt regni di- 
Yitiora mei. 

35. te peto, quam pepigit 
lecto Yenns anrea nostro. 

37. ante tnos animo vidi 
quam Inmine . vullus: 
prima foit vuUas nnncia. 
fama Ini.. 



21028. dia mir le dim verte riet. . 

daz ist dia vronire Y^nuSy 

ein mnoter aller minoe. 
21034. si gap mir Transpüetige vart 

und guoteo segelwint dA her. 
21048. ich vorder an iuch gr6ien solt, 

den ich doch wol verdienet hAn. 
21062. und bin dureh dai niht komen her, 

daz ich beschonwe diaia lant. 
21064. wan ich stet unde bürge vant 

dA heime die vil schoener sint. 
21066. ich bin durch ineh, erwdtez kint, 

gestrichen her in disen kreis; 

daz schuof diu Minne und ir gebeii. 
21072. der liumet und daz mere, 

daz mir wart von iu geseit, 

hAt mich in dise n6t geleit, 

daz mtn gemuete brenuet 

iuch hAt mtn herze erkennet, 

A daz min ouge sehe. 



Die dara^f /ölgende Ertählung von Helenas Traum, so wie von 
Paris A^ahrt und Reise ist bei Konrad weggelassen, weil dies seken 
früher, aber nicht nach Ovid, bei ihm vorkam. Der deutsche und 
iatenusehe Text trejfen erst wieder bei \^, 143 zusammen. 



16, 143. eredis et hoc nu- 
bis? minor est toa gioria 
vero: 

famaque de forma paene 
maligna toa est. 

145. plus hie invenio quam 
qnod proffilserat illa. 

146. et toa materia gioria 
vieCa sua est. 

147. ergo arsit merito qui 
noverat omnia, Theseus. 



151 = 21122 --29. 

152. tam bona constanter 
praeda tenenda fnit. 

153. ante recessisset caput 
hoe eenrice cruenta, quam 
tu de thalamis abstrahe- 
rere meis. 

177. sceptra parens Asiae 
qua nulla beatior ora 
est . . . tenet. 

184. vii populum tellus 
suttinet illa sunm. 



21086. der liumet und daz mcre, 
diu von iu dicke sint geflogen, 
hAt sAre mir an iu gelogen, 
wan si vil kleiner stn gewesen 
dann iuwer zuht vil dz erlesen 
und iuwer liebte clArheit. 

21092. ich habe an iu die wArheit 
erkennet mit den ougen mA, 
denne ich rede gehcsret A . . . habe. 

21100. wan iuwer Itp gelegen hAt 
mit sigenuft den Worten obe. . 

21108. dA von enwundert mich des niht, 
daz ThesAus der wtse man, 
der aller künste sich versan, 
leit an iuch stnes herzen muot. 

21134. wer solte als üz erweiten roup 

sA Ithteclichen wider geben? 
21138. ich lieze mir daz houbet 

mit eime swerte slahen abe, 

A daz ich alsA riebe habe 

von mir lieze An alle fruht. 
21198. in siner küneclicher haut 

stAt AsyA daz riebe, 

dem nie gestuont geltche 

kein lant üf al der erden. 
21206. daz stn bodem und sin grünt 

daz volc vil kdme enthaltet. 



XXVIII 



EINLEITUNG. 



173. npD ego conjaginm 
generosae degener opto: 
Dec mea (crede mihi) tur- 
piter axor eris. 

181. Ilion aspicies firmata- 
qoe tarribus altis moenia. 

189. nee mihi fas fuerit Spar- 
ten contemnere vestram: 
in qaa tu nata es, terra 
beata mihi est. 

191. parca sed est Sparte, 
tu cnltu divite digna: 
ad talem formam non facit 
iste locus. 



21214. ourh wizzent daz ich inwer niht 

wil ze hübischeite gern. 

weit ir der minne mich gewern . . . 

86 wil ich hAn ze rehter ^ 

mit triuwen iuch für alliu wtp. 
21226. ich lAze iuch Troie dA gesehen 

diu lieht von marmel sehtnet. 
21236. daz rede ich niht dar umbe doch, 

daz ich bestrafe disen creiz, 

wan ich kein laut so sslic weiz, 

66 diz, dar inne ir slt geborn. 
21242. swie rehte guot ez aber sl, 

doch ist ez iu vil gar ze swach. 

ir solten bezzer hdsgemach 

unde ein laut vil richer hin. 



16/ 197 — 216 hat Konrßd nicht übersetzt, im folgenden entsprechen 
sich wieder 



221. poenitet hospitii, cum 
me spectante lacertos im- 
ponit collo rusticus ille 
tuo. 

225. osGula cum vero coram 
non dura daretis. 

226. ante oculos posul po- 
cula sumpta meos. 

233. versa cervice recumbo. 
241. ah quoties lacrimis 

venientibus ora refleii. 
229. saepe dedi gemitus 

et te lasciva nutavi in 

gemitu risum non te- 

nuisse meo. 

243. ah quoties aliquem 
narravi potus amorem. 



21266. swenn iuch der wirt an sine brusl 

vil nAhe und minnecliche twanc, 

daz er umb iuch sin arme swanc 

und ich daz ane muoste sehen. 
21274. swenn iuwer munt durliuhtic r6i 

von im gelLÜsset wart vor mir. 
21280. ich hielt dk vür min ougen 

den köpf mit wtne dicke. 
21286. ich k6rte mich hin danne wert. 
21288. mtn herze heize trehene g6z 

von herzeclicher ungehabe. 
21296. vil siufzen ich von gründe z6ch 

und sach denn iemer zuo iu dar, 

ob ir mtn iht dk niement war . . . 

s6 wiegen ir den smerzen 

vil ringerden ich denn« leit. 
21302. ich hkn iu dicke vor gesell 

von minne senende blschaft. 



Iferoid. 16^ 247 — 274 sind im deutschen Gedichte wieder übergan- 
gen: dagegen stimmen 



289. aut faciem mutes, aut 
sis non dura necesse est. 



277. non mea sunt summa 
leviter districta sagitta 
pectora: descendit vulnus 
ad ossa meum. 



275. aut ego Sigeos repe- 
tam te conjuge portus: 
aut hie Taenaria contegar 
exul humo. 



21348. eintweder iuwer State gir 

geneiget wirt ein deine, 

old iuwer bilde reine 

verwandelt stnen clAren schtn. 
21354. min trüren und mtn sende n6t 

diu beide sint niht deine: 

si dringent mir ze beine 

und zuo der s61e gründe. 

mtn herzecliche wunde 

ist üzer mAzen bitterlich. 
21360. diz laut muoz Ane zwivd mich 

ze stetem Ingesinde haben: 

wan ich wil werden hie begraben 

old ich foer iuch von hinnen; bis 67. 



Hier fehlen wieder im deutsehen Texte 16, 279-288. 291-^298. 



EINLEITUNG. 



XX» 



303. eiU et *Idaei mando 
tibi* dixit itaras, *ciirain 
pro. nobis hospiti^ uxor 



306. cura tibi non est hos- 

pitis Ulla toi. 
309. falleris: ignorat. 

nam si bona magna potaret 

qaae Cenet, externo 

crcderet illa viro? 

319. te mihi meqne tibi 
eommonia gandia jungant, 
candidior medio noi erit 
IIb die. 

325. si padet, ant metnis 
De me videare secuta, 
ipse reus sine te criminis 
hnjns ero. 

353. finge tarnen, si vis, 
ingens consnrgere bei (am. 

355. nee minor est Asiae 
qnam vestrae copia terrae. 

347. Phasida puppe noTa 
Texit Pegasaens lason. 

348. iaesa nee est CoYcha 
Thessala terra mann. 

339. hei mihi, vix a me 
pars dicitnr nlla flitarf. 

334. teqne noTam credet 
▼nlgos adesse deam. 



21372. dai mtn der wirt hiei ahten, 

6k {lies d6) er Ton hinnen Ji^rte. 

er bat iuch unde l^rte 

deich lu bevolhen w«re. 
21376. nu bin ich in unmcre, 

wan ir mtn lötzel ahte hAnt. 
21384. trüeg iu stn herze trinwen iht 

nnd innecllcher stste, 

s6 wizzent daz er hete 

bevolhen niht in iuwer hant 

mich fremden man vi! unbekant. 
21408. din naht bt der an in gescbiht 

der minnegernde wille mtn, 

diu mnoz mir iemer schcener stn 

dan der liehtebernde tac. 
21418. und ob Ir iuch der verte 

und der minne wellent Schemen, 

s6 Unt mich zücken unde nemen 

iuch in roubes wtse, 

durch daz ... ich habe die schult. 
21441. ob nAch uns aller Kriechen her 

begnnde strichen über mer. 
21146. wan in mtns yater landen 

ist also gr6ziu ritterschaft. 
21456. MM^am foorte JAson 

von Kolcos ttz dem lande. 
21458. daz er dekeiner bände 

kumber 6f der verte leit 

von strtteclicher arbeit. 
21472. dann ich mit Worten, frouwe h^r, 

entsliezen müge ze tiute. 
'21474. wan mtnes vater Hute 

die wsnent algemeine, 

ir stt ein niuwe feine 

und ein götinne wilde. 



Noch treuer aU bei diesem Briefe ist der Inhalt des folgenden 
(Heroid. 17) in Ronrads Trojanerkriege wiedergegeben. Ich stelle aueh 
hier wieder nur die schlagendsten Beispiele einander gegenüber. 



Her. 17, 17. 

fama tarnen clara est, 

et adhuc sine crimine 

lusi. 
19. quo magis admiror 

qoae sit fiducia coepto, 

spemque tori dederit quae 

tibi causa mei. 
32. et JQvenem facti pocni- 

loisse patet. 
27. oscula luctanti tantum 

modo pauca protervus ab- 

stnlit: ulterius nil .habet 

iile mei. 
37. nee tarnen irascor: quis 

enim succenset amanti? 



Konrad 21526. 

mtn liumet und daz mere, 

daz von mir fliuget über lant, 

sint lütter unde reine erkant. 
21530. dA von mich iemer wunder uimt, 

wer iuch dar Af gewtset habe, 

daz Ir getürret brechen abe' 

min lop mit Worten vrevelich. 
21540. in was zehant geriuwen, 

daz er mich nam in roubes wts. 
21548. stn werder Itp von höher arl 

dekeines dinges mich betwanc, 

wan daz ich über mtnen danc 

geküsset wart ein deine. 
21576. doch ist ez ein unbilde niht, 

daz iuwer herze minnet mich. 



XXX 



EINLEITUNG. 



Her. 17, 39 •-- 50 /eA/eit hei Konrad, der hier die vorangegangenen 
Ferse dqfUr weiter au^hrt. 



65. manera UDta quidem 
promittit epistoU dives. 

79. et mode suspiras, modo 
pocala proxima nobis su- 
mis: quaque bibi, ta quo- 
qn« parte bibiq. 

87. orbe quoque in mensae 
legi sub nomine vestro 
quod deducta mero littera 
fecit *amo'. 

81. ah quoties digitis, qoo- 
ties ego tecta notavi 
Signa supercilio paene io- 
qaente dari. 

90. bei mihi jam didici 
sie quoque posse loqui. 

95. altera sed potius felix 
sine crimine fiat. 

93. est quoque (confiteor) 
facies tibi rara potestque 
velle sub amplexus ire 
puella tuos. 

97. disce meo exemplo 
formosis posse carere * 
est Yirtus placitis ab- 
stinuisse bonis. 



21620. ir hAnt mir ouch geheizen 
vil rtcheit unde guotes. 

21670. swenn ich dz eime köpfe tranc, 
s6 flizzenl ir iuch dA lestunt, 
SW& mir gestanden was der munt, 
daz ir dk trunkent ie nAch mir. 

21676. ouch nam ich des vil dicke war, 
daz ir niht müezic dk belibent, 
wan ir mit wlne vor mir schribent 
einthalben an des tisches ort 
'im6* daz minnecliche wort. 

21686. ich sach iuch dicke reichen 
mit dem vinger an die brüst . . . 
ir hicngent unde sluogent 
vil ofle nider iuwer brA. 

21700. sus hAn ich mit den ougen 
gelemet reden Ane munt 

21724. ein wip diu liebe pflegen sol, 
diu mac iuch gerne triuten. 

21726. vor allen werden Jiuten 
schoen unde cUr ist iuwer Itp: 
dar umbe ein minne gernde wtp 
von schulden werde an Iuch verdAht. 

21751. min blschafl sol iuch Idren, 
daz ir mangel mügent hAn 
der schoenen Sachen wolgetAn . . 
daz man des dinges mac enbern, 
daz guot ist unde wol gestalt, 
daz is*t ein tugent manicvalt. 



Her, 17, 99—100 = Honrad 21760 — 771. 



101. non tu plus cernis, 
sed plus temerarius audes: 
nee tibi plus cordis, sed 
minus oris adest. 



104. cum mea virginitas 
mille petita procis. 

103. tunc ego te vellem 
celeri venisse carina. 

105. si' te vidtssem, primus 
de mille fuisscs. 

108. spes tua lenta fnlt: 
quod petis alter habet. 

111-12 = froj\ 21808 

109. nt tarnen optarem, 
fieri tua Troica conjux, 
invitam sie me non Me- 
nelaus habet. 



21772. si sAhen alsA wol als ir 

waz an mir sttlikeite lac, 

wan daz ir zunge niht enpflae 

s6 vrler spruChe wider mich. 

ir muot schein als6 groezlich 

als iuwer herze schtne. 
21786. ir ist wol zehen hundert, 

die mtnes Itbes hAn gcgert. 
21702. und wsrent ir geswinde komen 

mit eime snellen schiffe. 
21796. ich hste in mtnc minne 

wol für tiksent man gegeben. 
21801. s6 komeot ir ze trAge . . 

ez hAt ein ander man enwec, 

dar nAch sich pinet iuwer llp. 

-813. 

21814. min herre MenelAus . . 
hAt mich niht als6 gar unwert, 
daz ich des wünschen welle, 
daz ir mtn sIAfgeselle 
werden t und ich iuwer brüt. 



EINLEfTüNG. 



SMI 



113. sed Sitte quam tri- 
bait sortem fortaot tuen: 
ncc spolium nostri torpe 
|»iidoris habe. 



21824. des Mnt besehirmet werden 

vor sebemelicher misseUt 

dai heil dax mir gegeben h4t 

Forldne diu vil lobessme. 

niht zückent mir von mtner scheme 

dekfinen lasterboren roap. 
21840. diu ^rste dio gelobte iu schaa 

und diu ander wlsheit 

diu dritte wolte iu lAn bereit 

mich werden leime wtbe. 



117. unaqne cum regnum, 
belH daret altera laudem, 
*Tyndaridis conjui' tertia 
diut, ens. 

Her, 17, 119—120 = troj, 21848 — 855; 17, 121 — 122 = troj. 
21S56— 863. 



123. non est tanta mei 
fiducia corporis, nt me 
maijlpa teste dea dona 
fuisse pulem. 

125. contenta estoculis ho- 
ninum mea forma probari. 

127. sed nihil infirmo: faveo 
quoque laudibus istis. 

128. nam mea vox quare 
quod cupit esse neget? 

135. ergo ego sum virtus, 
ego sum Ubi nobile regnum. 

136. ferrea sim, si non boe 
ego pectus amem. 



137. ferrea (crede mihi) non 
SBin, sed amare reeuso 
illum quem fieri vix puto 
posse meum. 

139. quid bibutum curvo 
prosdndere litus arena, 
spemque sequi coner, quam 
locus ipse negat? 

141. sum rudis ad Yeneris 
furtum, nuUaque fidele/n 
(dl mihi sint testes) luai- 
mus arte vimm. 



149. nee reor hoc falso, 
senü BMla murmura vulgi. 



150. et quasdam voces 
rettnUt Aethra mihi. 

151. at tu dissimula, nisi 
tu desistere mayis. 

153. lüde, sed occulte: ma- 
jor, non masima nobis est 



21864. vor witzen und vor golde 

wart ich dA niht geprtset sus, 

Ak diu götinne Y^nus 

ob allen feinen grcezlich 

niht wac s6 rehte höhe mich. 
21882. daz mich die liute rüemen 

dA mite dnnket mich sin gnnoc. 
21896. iedoch enist mir daz niht leit, 

ob ich si dunke lobes wert. 
21898. des dinges des min herze gert . . . 

war umbe solte daz min munt 

versprechen und diu zunge min? 
21916. des bin ich worden inwer tugent 

und iuwer künicrtcbe wert. 
21920. s6 muoz ich sin gar stehelln 

und herter denne ein Isen, 

wU iuch min helfe wlsen 

niht von senelicher cla^e. 
21924. swie vaste ich aber iu versage, 

doch ist min herze stahel niht . . . 

daz ich niht mac ze rehte hAn, 

des sol sich min gemüete wem. 
21932. mit eime pfluoge woltich em 

üf einem herlen griene, 

swenn ich ze herzen spiene 

daz dinc daz mir niht werden sol. 
21950. ich hAn der Akust niht getriben, 

der man sich vllzet Af ir spil. 

beziugen Ich mit gote wil, 

daz ich ze valsche wAnic touc, 

wan ich getriawen man betreue 

nie mit dekeime liste noch. 
21965. ouch IU min wAn unrehte niht, 

wan ez ist Ane zwlvel wAr, 

daz man stille und offenbAr 

von uns murmelt nnde redet. 
21970. EthrA, min liebez kamerwtp, 

hAt nu vil lange mir geseit 
21976. und mugent ir stn niht verlAn, 

s6 sult ir doch geltchsen. 
21983. und werbent heinlich iuwer spil! 

wir hAn zer minne State vil. 



XXIII 



EINLEITUNO. 



data liberUs, quodHene- 
laus abest. iiie quideoi 
procul est, ita re cogente 
profectus, magna ftiit sub- 
itae justaqae causa viae. 
157. at mihi sie jussnm est: 
ego cdm dubitaret an iret, 
*qaam primum' dixi *fac 
rediturns eas*. 

160. *et tibi Sit cnrae 
Troicus hospes' ait. 



dar umbe erstt doch nfht ze halt! 
der Wirt ist stne strAze, 
als im diu rehte schalt geb6t. 
in twanc dar üf urlinges n6t, 
daz er den wec niht mohte sparn. 

21992. er zvtvelt ob er wolte varn, 
dh von ich dö gefrAget wart . . . 
seht dd begunde ich wider in 
sprechen mioneclichen dA 
*var unde kam her wider sA'. 

22010. and Ift besunder alle wege, 
dir bevolhen stn den gast. 



17, 161 = trqf. 22014 — 17. 



162. nil illi potoi dicere 
praeter *erit'. 

163. vela quidem Creten 
ventis dedit ille secandis, 
sed tn non ideo cancta 
liccre pata. 

166. an nescis longas' re- 
gibas esse manas? *) 

Herotd. 17, 167 — 68 
22057—61. 

185. qaod male persaades, 
atinam bene cogere posses ! 

189. dam novas est coepto 
potias pagnemas amori. 

190. flamma recens parva 
sparsa resedit aqua. 

191. certns in hospitibas 
non est amor. 

193. Hypsipyle testis, tes- 

tis Minoia virgo. 
195. ta quoque dilectam 

maltos, infide, per annos 

diceris Oenonen desero- 

isse taam. 
197. et nobis omnia de te 

qnaerere, si nescis, ma- 

lima cura fuit. 

202. qai ferat in patriam 
jam tibi ventas erit. 

203. cursibas in mediis 
novititis plena relinqnis 
gaadia. 

204. cam ventis noster 
abibit amor. 



22021. und ich gereden mohte niht 

wan daz ich sprach 'friunt, ez gescffeht*. 
22024. sus kdrle d6 der känic wert 

vil snelleclichen über sA. 

dar6f sult ir niht desto m6 

gelürstekeite stn gewon. 
22036. ist iu niht kunt . . küneges haut 

diu reichet harte verre. 

ZZ Trqf. 22046 — 51; 173 — 74 == Tr^. 



22102. daz ich würd überwunden 

von iu gewallecli'chen noch! 
22114. ir crafl ist noch sA niawe, 

daz ich si wol geswache. 
22118. ein fiur daz Arste enzündet wirt, 

daz ist zehant zergenget, 

swer dröf ein lützel sprenget von wazzer. 
22131. diu minne fremder geste 

beltbet selten veste. 
22142. des ist geziuc EsipfilA 

und AdriagnA diu maget. 
22148. als ir durch unstste 

Oenonem euch liezent, 

der ir vil wol gehiezent 

und an ir triuwe brAchent. 
22156. swie deine ir sin geloabent . . 

ich hAn dick und ze manger stunt 

gefrAget iuwer tougen. 
22170 s6 k«me ein guoter segelwint, 

der iuch ze lande von mir tribe. 
22176. wan s6 diu minne ir süezen louf 

an mir begunde trlben, 

86 müeste ich beltben 

ir 16nes ttel unde wan. 
22188. wan iuwer minne fUcre enwec 

mit der winde süse. 



*) Diese Sielie führt auch, ohne Ovid »u nennen, die lateiniaeke 
Prosa von Herzog Ernst an, Haupts 2Seitsehrfft 7, 208, 25. 



BINLEITDNG. 



xmit 



tt7. qsto nihi, si bedir, 
PhffT^üs saeeairet io oris? 

211. quid Priamns de me, 
PrUmi quid sentiet uxor? 

217. ipse mihi qnoties 
inlns 'adoltera' dices. 

17, 218—219 ZZ Trqf. 

215. qaiconqne iliacos 
intniTerit advena portos. 



ts tibi soUidü 
timoris erit. 



causa 



22199. wer . . iL«me dA te Jidfe mir, 

ob ir dur iuwers zornea gir 

mich eteawenoe slüegent? 
22206. waz spreche künic Prtamoa 

und iuwer muoter danne? 
22223. mir würde manic 'bcese hüt' 

vun iu stille und überißt gesprochen. 

22226 — 235. 

22238. beksme in iuwer hüs ein gast, 
ir würdent denkend aizehant, 
min herze stüende &f in gewant 
und aller mtner sinne craft. 



17, 229 = Trqf. 22262 — 267. 



231. non erat Aeetes, ad 
quem despecta rediret 

237. fai quoque me terret: 
quam se peperisse cru- 
entam 

ante diem partus est 
tua Tisa parens. 
et Tatum timeo monilns, 
quos igne Pelasgo Ilion 
arsnmm praemonmsse fe- 
nint. 



249. tu fore tarn lentum 

jnsta Menelaon in ira 

et geminos fratres Tynda- 

reumque putasT 
253. apta magis Venen quam 

sunt tua Corpora Marti. 
235. Bectora quem laudas 

pro te jugnare jubeto. 
259. aui ego deposito fa- 

riam forlasse timore, et 

dabo conjunctas tempore 

victa manns. 
263. sed nimium properes 

et adhuc tua messis in 

herba est. 



22274. m^g unde vater beide 
getorste si d6 niht gesehen «. «. w, 

22290. wan ich ensitze sAre, 
daz sich der troum bewiere dA, 
den iuwer muoter EcubA 
k6s unde sach, vil saelic man. 
ich meine d6 diu vackel brau 
üz ir tugentrtcher brüst, 
ich vürhte daz vil gr6z verlust 
Troieren wahse noch dA von. 
euch muoz der tum Ylton 
noch Valien zuo der erden . . . 
daz ist für wAr gewlssaget. 

22306. min wirt der ist s6 trege niht 
und mlne bruoder lobelich, 
daz si von hinnen lAzen mich 
iuch füeren sunder alle wer. 

22324. ir sint zer minne baz gestalt 
denn ir getAn ze kämpfe stt. 

22326. H. sol vehten aUe ztt 
vnr iuch mit grimmen liuten. 

22344. wird aber ich genendic 
und wii mit iu ze lande komen, 
s6 muoz ich schaden unde vromen 
zeiner hende lAzen lAn. 

22372. daz ir dA wollet snlden 
von herzeclicher triuwe, 
daz ist noch in der niuwe. 



Lehrreich ist die Fergleiehurtg der Art und ff^eise, wie Konrad, im 
fergleieh %u Aibrecht, den Ovid behandelte. Im Ganzen kommen bei 
beiden tingtfähr iwei Reimzeiien axij einen Hexameter, aber Konrad 
verfährt ungleich freier und eelbständiger alt Albrecht: er schaltet 
käußg ganze Betrachtungen ein, was freilich zu der lyrischen Haltung 
der beiden Briefe besser passt als der mehr objectiven der Metamorpho- 
sen, Ein andres Beispiel unten wird zeigen, wie Konrad die Meta- 
morphosen benutzte und übertrug. Bemerkenswerth ist auch die vom 
lateinischen Texte abweichende Anordnung der Ferse, die viei- 
[XXXTUI.] C 



sutv 



BfNLEITUNG. 



leicht tehon in der Konrad vorliegenden ovidisehen Ifandtckrifi be- 
gründet war. 

SehUetsUch erwähne ich eine provenzalisehe Anspielung auf das Ur- 
theil des Paris bei Guiraut von Calanson, Bartsch, Denkmäler 97, 4—9, 

apren del pom, per que ni com 

Discordia lo fes legir; 
del rei Flavis e de Paris, 

com lo saup lo vachier noirir. 

18. 19. Leander an Hero, Hero an Leander. Begehungen as^ den 
Stoff enthält die Krone 11567 

und d6 Leander ertranc; 
der provenzalisehe Roman Flamenca, lex. roman \, 10 

Tautre (contet) d'Ero e de Leandri. 

Dante im purgatorio 28, 71 

piü odio da Leandro non sofferse, 
per mareggiare intra Sesto ed Abido; 

sieh Hagen, Gesammtaben teuer 1, S. CXXFIII — CXXXIII, wo andre 
Nachweisungen gegeben sind, und Liebrecht in i^eiffers Germania 1, 260. 
Das deutsche Gedicht, das diesen Stoff behandelt und das dem 14. Jahr- 
hundert angehört, ist in dem Gesammtabenteuer \, 317 — 330 nach 
Lassbergs Liedersaal 1 , 335 — 348 abgedruckt. Die Behauptung von 
der Hagens {\, S. CXXXI), dass dasselbe bis auf die Namen selbstän- 
dige Bearbeitung sei, wird die nacffolgende Vergleichung widerlegen, 
die zeigt, dass der Dichter beide Britfe kannte und benutzte. In Zeile 
119 — 208 ist der Inhalt des neunzehnten wiedergegeben. 



Her. 19, 5. 
urimur igne pari, sed sum 
tibi viribus impar. 

6. fortius Ingenium suspi- 
cor esse viris. 

7. ut corpus teneris, sie 
mens infirroa, puellis, 
defidam parvi temporis 
adde moram. 

9. TOS modo venando, 
modo ni5 geniale colendo 
ponitis in varia tempora 
longa mora. 

aut fora vos retin ent aut 
unctae dona palaestrae, 
fleclilis aut freno coUa 
ftigacis equi. 

nunc Yolncrem laqueo, 
nunc piscem ducitis hämo : 
diluitur posilo serior hora 
mero. 



Fers 122. 
swie daz wir beide dulden 
Itpltchen smerzen, s6 bin ich 
an kreften dir doch ungelich. 

125. diu vestcr 11p treit vesten muot. 

126. des min bloedez iierz niht tuot: 
wan sol ich lenger miden 

dich, 86 Wirt min Hden 
mit dem t6t sich enden. 
130. dar zuo mäht du wol wenden 
dtn n6t mit kurzwile vil. 
birsen beizen selten spil, 
diu wendent dir den kunibcr din. 
guot geselleschaft und win 
vüegent dir ouch gr6ze krall 
dar zuo mahtu ritterschaft 
suochen in den landen, 
ez ist vil manger bände 
vröud der du mäht trlben vil: 
schAchzabel ziehn und bretspil, 
schirmen schiezen mit dem bogen. 



EINLErnTNG. 



xtxr 



D0S9 die ^Kuntaeif an StelU der antiken BeseMfftigungen im mit- 
UUlierHehen Geigie gesehilderi üt, wobei nur einiges zusammentrifft, 
' Niemand Wunder nehmen noch gegen die Entlehnung sprechen. 



15. his mihi snbmotis vel 

si miniis acriter nrar, qaod 

faciam soperest praeter 

imare Dihif. 
19. aut ego cam eara de le 

nntrice sosurro. 
47. postque morae minjmain 

*jaiii eerte navigat' inqnam . . 

an raedio possis qaaerimiis 

esse freco. 
45. annait illa fere, non 

oostfa qaod oseala caret: 

sed iBOTet ol»repens som- 

DOS anile capuU 
31. qoid referam qnoties do- 

^esübos öscoia? quas tu 

bellespooliaca ponis itaras 

aqaa. 
33. sie obi lax acta est et 

noctis amicior hora etc. 



143. der kurzwile hAn ich niht: 
rotn herze ist alein verpfliht 
mit liepUchen gedenlien. 

150. min amme ist ein aJlez wfp, 
mit der s6 rdne ich naht oni tac von dir. 

156. dar nAch anlang s6 vrAge ich m4 
wsnst ob er iezuo halben weg 
geswommen st? dai sin got pfleg. 

16S. von slAf git si kein antwart mir, 
wan ez gAt niht ze herzen ir. 



165. ich küsse ooth dick mit minem mnnt 
daz kleit daz da ze aller stant 
an leist, s6 da geswimmest her. 

168. alsas mit gr6zer jAmers ger 
wart ich denn üf die mitten naht. 



19, 55 — 57 entspricht im deutschen Gedichte 176 — 177. 



59. nam modo tevideorprope 
jam spectare natantem: 
brachia nunc hnmeris homi- 
da ferre meis. nanc dare 
qoae soleo raadidis vela- 
mina membris,pectora tanc 
jancto nostra fovere sinn, 
maltaqae praeterea lingua 
reticenda. 

65. me miseram! brevis est 
haee et non vera tolaptas: 
nam ta cmn-somno sem- 
per abire soles. 

95. non ego tam ventos ti- 
meo mea vota moranles, 
qaam simiKs vento ne taus 
erret amor, und 104. 



177. s6 troomet mir vi! Ilht von dir, 
wie du swimmest her ze mir 
und ich dir biat der Ueider dtn 
und leg dich an den arm min. 
dA Wirt kas mit kosses tschast 
vergolten mit liepltchem last, 
dar zao getroumet mir gar vil, 
des ich doch niht sprechen wiL- 

185. wen ich s6 ich erwachen, 
s6 maoz min herze erkrachen 
von leit, wan da in kurzer vrist 
mir mit dem slAf entrannen hist. 

189. ich vürht ouch einez naht und tag, 
daz dir ein ander vrou behag 
ze liebe in dtnem sinne: 
von solher angst ich brinne. 



Ebenso ist der achtzehnte Bri^ in Fers 220 — 294 wiedergegeben: 
der Fischer, von dem 210. 216 die Rede ist, ist ebef{falis aus Ovid ent- 
nommen, \S, 10 a portu navila fecit iter. 

18, 25. rers 228. 

septima noi agitur, spa- ez sint siben jAr, daz mir 
tium mihi longios anno. nie kein zlt so lange wart> 

wo wohl siben naht zu lesen sein wird. 

59. luna mihi tremulum 244. ez was gar ein helle naht, 
lomeo praebebat eunti. d6 ich den (des?) Arsten swam die vart. 



lIXTI 



EINLEITUNG. 



83. jamque fatigatis . . la- 

ceriis. 

S5. at procol aspeii lumen. 
87. et subito lassis vires 

rediere lacertis. 
89. frigora ne possim geüdi 

sentire profundi, qui calet 

io cupido pectore, praestat 

amor. 

91. quo magis accedo pro- 
pioraque littora fiuot. 

93. protinus addis specta- 
trix animos, ut valeamque 
facis. 

92. plus übet Ire mibi : cum 
vero possnm cerni quoque. 

10t. excipis amplexu feli- 

ciaque oscula jungis. 
103.deque tuis demptos hu- 

meris mibi tradis amictus. 
105. cetera nox et nos et 

turris conscia novit. 
115. atqueita cootatus mo- 

nitu nutricis amaro. 
1 1 7. digredimur flentes, repe- 

toque ego virginis aequor. 
123. invitus patriam repeto. 
7. ipsa vides coelum pice 

Digrius et freta ventis 

turbida. 
vgL auch 26. 193. 



246. swenn ich von swimmcn roüede wart 

247. sA sach ich an daz zeichen dtn. 

248. daz gap Icraft den armen mtn. 

249. ich was von roinne s6 euzunt, 
daz ich niht ahte üf kalten grünt. 



251. ie m6 ich swam, ie ncher wart 
mir dtn stat. 

252. luo der selben vart 

sach ich dich von der bürge komeo. 

mir wart mtn müede gar benomen. 
257. und ich swam mit vllze gar, 

wan ez sAhn dtn ougen klir. 
259. sust wart ich sch6ne enpfangen 

und Ueplich umbevangen. 
262. du böte ouch mit der hende dtn 

mir einen mantel warm und guot. 
266. ich wil ouch gar Stil verdagen 

der guoten nahtseid die ich nam. 
269. i6 kam dtn amme und wacCe 

uns vil vast. 
271. schiet ich von dir an daz mer. 

du weintest unmdzen s^r. 
279. und swam unwiilicltchen hein. 
282. ach got! wie ist s6 gar benomen 

dem himel iczuo stn lüterkeit! 

wan er vil swarzer wölken treit. 

daz mer ouch swilt von windes ndl. 



Der Sehluu lätst nch meht wörtlich vergleichen, V. 286 — 294 
gehen die iafeinüehen 194 — 200 wieder. Aber an der Benutzung kann 
kein Zweifel sein: ich glaube auch nicht an unmittelbarer, denn der 
Text stimmt zu sehr, als dass ein französisches Gedicht dazwischen 
liegen konnte. Bemerkenswerth ist im Fergleieh zu Alhrecht und noch 
mehr zu Konrad die grosse Kürze, indem im Ganzen einer Reimzeile 
ein lateinischer Fers entspricht. 

Unmittelbar nach Ovid dichtete auch Dirk Potter, minnen loep 
2, 208 — 332, wo der Bri^ der Hero an Leander übersetzt ist: Omd 
selbst wird 2, 204 genannt 

also Ovidlus hoer legende 
in epistolen heeft bescreven. 

20. 21. Acontius und Cydippe: ich kann nur eine Benutzung 
nachweisen, ebef{falls bei Dirk Potter, minnen loep 2, 2615 — 2704, wo 
der Name Atonsius lautet und die im Argument des zwanzigsten Brie- 
fes mitgetheilten Ferse 

juro tibi sane per mystica sacra Dianae, 

me tibi venturam comitem sponsamque futuram, 



EINLEITUNG. xxxvii 

die im MUMmlter verfasst sind, IfSb^ — ^ folgendermatten übersetzt 



ic Cydipe ghclove dy, 
Atonsios, mine trouwe vry. 
dat 2weer ic di by der godynnco 
Dyane, mine meesteriDneo, 
end ic sal tot di comeo uut 
om te bliven dijo echte bruat. 

fß^ir wenden uns zur ars amandi, indem wir die verwandten Ge- 
dickte amores, ars amandi und remedia amoris susammetifassen , da 
sieh an den einzelnen Citaten nieht immer unterscheiden lässt, weiches 
Gedieht gemeint ist. Jedenfalls war die ars aoündi am, meisten ver- 
breitet. Sie war wie ich schon oben bemerkte den Gelehrten am Hqfe 
Karls des Grossen bekannt, ebenso kannte und benutzte sie im e{ften 
Jahrhundert yibalard, Sie benutzte der Capellan jisidreas Jur seinen 
tracUUis amoris, um 1174.- Grimm, Gedichte des Mittelaltere at{f 
Friedrieh 1, S, 44. Im zwölften Jh. erwähnen sie die carmina barana in 
der S, III angeführten Stelle, Ins Deutsehe übersetzt wurde sie, so viel 
bekannt ist, erst im füjf{f zehnten Jahrhundert von Dr. Ilartlieb, dessen 
Arbeit in Uandschr\ften und alten Drucken viel verbreitet ist. In Süd- 
frankreich ist sie wahrscheinlich schon in der ersten Hä{fte des »zwölften 
Jahrhunderts in die Folkssprache übertragen worden, wie die Citate 
nicht gelehrter Dichter zeigen werden. In die nonffranzÖsische Sprache 
übersetzte die ars sowohl als die remedia amoris Chrestiens von Troies 
nach seiner eignen Angabe im Cliget, Hollands Chrestiens S. 46 

eil qni fist d*Erec et d'Enide 

e les comandemenz d*Ovide 

et l*art d'amors an romans mist, 

indem unter den comandemenz die remedia amoris zu verstehen sind, 
wie Holland {S. 34) richtig deutet. Ob diese Bearbeitung noch vor- 
handen, ist ungewiss: Michelant \bei Holland S. 34, ^nm. 3) vermu- 
thet, die Dresdener Handschrift , die eine Uebersetzung beider Gedichte 
enthält, sei vielleicht Chrestiens irerk. Nähere Kenntniss der Hand- 
schrift fehlt mir. Eine andre französische Uebersetzung der ars ama- 
toria von mattre I16lie, die de la Rue, essais historiques sur les -bardes 
\, 151 abfuhrt, hat Holland (ß. 35) erwähnt: ai{f ihn verweise ich 
w^en der übrigen dort gegebenen Citate. Eine französische {doch wohl 
metrische?) Uebersetzung in einer Pergamenthandschrift des Arsenals zu 
ParU (bell, lettr. fran^. 21) citieri Hänel S. 347: doch üt dies wie die 
daneben stehenden andern Werke Ovids eine jüngere Uebersetzung aus 
dem fünfzehnten Jahrhundert. Christine von Pisa in ihrem Bri^e 
an dien d'amoar {Pariser Hs. 7087) benutzt die ars amatoria vielfach. 
Paulin Paris, les mss. fran^is b, 169. 

Besiehungen a9{f die ars und die übrigen fß^erke dieser Gattttng 
begegnen in der deutsehen Literatur des zwölften Jahrhunderts nicht. 



nxrin Einleitung. 

wohl aber im dreizehnien. Ich schicke die allgemeinen voraus. *) 
fTinsbekin 35 ffaupt 

ein wtser man Ovtdlus, 
der tuot uns von der Minne kunt, 
der giht si heize vr6 V^nus, 
sie mache süezia herze wunt, 
diu selben wider gar gesont 
und nAch ir willen aber siech: 

daz ist ir wehsei zaller stunt. 
ir willen niht entrinnen mac: 
si vert unsihtic als ein geist, 

si hhi niht ruowe naht noch tac. 

Rudoff von Rotenburg, Hagen 1^ 75 a 

Ovidtus der wtse man, 

dA der von ^rste minnen phlac, 

d6 kunte er uns den stnen ban. 

Die meisten Anspielungen begegnen im jungem THturel, deesen 
Verfatser die ars sehr gut kannte. Ich habe schon oben eine Reihe von 
Stellen aus ihm angeführt, die sich nicht at{f ein bestimmtes ßß^erk 
Om'ds beziehen, die aber auch keine Kenntniss der übrigen fFerke ausser 
der ars bekunden. Bestimmter auf diese geht folgende Stelle, Titurel 
5093 Hahn 

Ovtdius der wtse 

der sprach als6 von wtben, 

ir Wandel und ir prise 

Uez er underwegen niht beltben. 

A%f das unechte Gedicht liber triam puellamm («. oben S. IX) 
bezieht sich folgende Stelle, 180 Hahn, 

er frAgt den junger m»re, 

wer im von minne sagte. • 

'Ovldium puellsre 

las ich daz dem minne m^r behagte, 

woraus Massmann {Kaiserchronik 3^ 437) dureh Missverstehen ein 
poolare macht, 

Hugo von Trimberg im Renner 11448 

dA von sprach meister Ovidius 
in einem stnem puoche alsus 
'naht minne unde wIn 
künnen niht wol mnzic sin, 
wan die enschement sich niht.' 



und 20834 



uns schrlbt meister Ovidius 
in stnem minnebuoche alsus 



*) Fielleicht sind hierher aueh ein paar Ferse zu ziehen, die sieh 
in der St, Galler Handschrift 231 (Hattemer \, 416) Jlnden: irie sol 
der minnen werden rAt, de vetlos (Ovidius?) mir geboten hAt? 



EINLEITUNG. xxiix 



'icho weiz von welher euexen triuwe 
des mcDSchen vaterUnt ist niuwe 
in stoem herzen swA ez ist 
ze kurzer oder ze langer frist, 
daz ez stn vergizzet niht'. 

EndUeh eine Stelle im Liedertaal 1, 45 

doch spricht Ovidius *ez taot w^ 
Mmkrt sine spA': 
liep, alsns der l^rer giht 
*w6 tuot minne ka zooversiht.' 

Die Uebenetzungen des Cato gekoren, nur mUtelkar hierher^ da sie 
sieh alle a^f das lateinüehe Original, Ttieht unmittelbar at{f Ovid 
stutzen, in diesem heisst es 86 {Zameke S. 177) 

si quid amare übet Tel dfscere amare legendo 
Nasonem petito, 

und damaek in der ältesten deutschen Uehersetxung 247 — 249 

wil dn aber dtne sinne 
kiren an wtbes minne, 
daz so! dich NAs6-16ren. 

ebenso in der jungem, Zameke S, 77, 

wiltn aber deinen sin 

legen af weiber hin, 

so bit dir Nasonem zu lesen, 

und S. 79 

hasto alter in deinen sinnen 
wie dn lebst hofleichen, 
so pit dir Nasonem lesen, 

und äknÜeh in den übrigen Bearkßitungen, 
Dirk Potter, minnen ioep 2, 1227 sagt 

want Ovidius heefl bescreven 
*die ghene die in minne leven 
eneonnen hoaden gheen ghelaet'. 

und derselbe im zweiten Buche 2811^. 

• 

wan Ovidius wil dat lijden, 

dat joDghe maeehden tsomnughen tijden 

werden ontscaeet van goeden mannen 

ende volchden harde node nochtanne u. s.w. 

yon engHsehen Dichtem bezieht sich a%^ die ars John Gower, der 
im vierten Buche der confessio amanlis (2, 91 Pauli) von den lateini- 
schen Dichtem sagt 

among the whiche in poesie 
to the lovers Ovide wrote 
and taught, if love to be hote, 
in what maner It shulde akele. 
forthy, my sone .... 
behofd Ovide and take bis lore. 



XL EINLEITUNG. 

derselbe iin achten Buche, 3, 351 Pauli, 

bot npon this the grete clerk Ovide, 
of love whan he maketh bis remembraance, 
he saith *ther is the blinde god Capide, 
the which halb love under governaaDce . . . 
Ovide eke saith that love to performe 
stant in the bood of YeDos the goddesse; 

die Stelle von Cupido kann sich ebensogut av^f das erste Buch der 
Metamorphosen beziehen. 

Nun ein paar Stellen mit speciellem Nachweis: mehrere bei Herbart; 
707 — 710, vgl Frommanns Anmerkung, . 

den stonp er ir abe las: 
dk gestuppes nie niht was, 
dk b^te er die gebore, 
als dA stoup w6re 

nach ars amator. 1, 149 — 151 

otqne fit, in gremium pulvis si forte puellae 

dedderit, digitis excntiendus erit: 
et si nallus erit pulvis, tarnen excute nullnm; 

femer Herbort 43 — 46 ^ vgl, die Anmerkung^ 

doch erhull der tropfe den stein: 
von ander stner krefte dehein 
gewalt er an im stellet, 
i^en daz er dicke vellet; 

naeA'ars amator. 1, 475 — 476 

quid magis est saxo dumm? quid moUius unda? 
dura tamen molli saxa cavantur aqua. 

Noch älter ist die Beziehung ai{f dasselbe Sprichwort bei Hartmann, 
Büchlein i, 1616 

und merke swie herte ist 

ein stein, ob er etwA lit 

daz ein tropfe ze aller zlt 

emzedtchen dri^f git, 

swie kleine kraft ein tropfe hAt, 

er machet durch den stein ein loch. 

Auch Thomasin kennt es, vgl. wälseher Gast 1921 

den stein der trophe dürkel macht 
dicke vallent, nicht mit kraft. 

Hierher gehört auch ein Beispiel {des Strickers f), welches altd, JFälder 
Z, 22^ gedruckt üt. 

Ich kom gegangen eine 
ze einem herten steine, 
dar üf viel ein brunne kalt. 
ich het die trophen wol gezalt 
alle besunder. 
des nam mich michel wunder. 



EINLEITUNG. XLI 

daz er flAz niht eoetn 
und het gedurkelt doch den steio: 
daz kom von stner emzecheit, 
als uns ditze blspel seit. 

Bin rede zeigt ans einen man, 
der beide wil ande kan 
mit dieneste wesen bereit 
An aller bände valscheit 
einem edeiem wtbe 
and in mit mnote nnd Itbe 
deheiner dienest dunkt ze vil. 
der wirbet allez daz er wil: 
wan State dürkelt herten maot, 
als daz wazzer den stein tuot. 

DtB Stelle Ovids hat Bemhart von Fentadom im Auge, wenn er 
tft. Mahn 1, 27 

qo'ea al be trobat legen, 
qael gota d'aiga qae chai 
fer en an loc tan soven 
qae traaca la peira dura. 

Eine andre Stelle des ersten Buches (1^ 45 t) ahmt Mmerie von 
Ptptlkan 34 y 1—4 nach 

Atressim pren eam fai al logador, 
qu*al comensar Joga maistramen 
a petitz Joes, pois s'escalfa perden 
qael fai montar, tro qa'es en la folor. 

Die im ersten Buche 689 — 704 erwähnte Erzählung von Achilles 
und Deidamia war dem Mittelalter nicht allein aus Ovid bekannt. 
Heinrieh von dem TurHn, Krone 11588 — 89 gedenkt ihrer 

and dö Deidamia in daz grap 
lemtigia Tor leide gienc. 

Ronrad van Würxburg erzählt im Trqjanerkriege 14537 J^. die 
Gesekiehte sehr au^ßthrUeh. Enenkel hat sie in seine fTeltchronik ver- 
ßochten, aus welcher sie Hagens Gesammtabenteuer Z, 493 — 508 mit- 
tkeiiti vgL Hagen 3, 5. CXXFIIL Dirk Potter im minnen loep 2, 
2853 — 84, der den Ovid so unxähÜehe Mal benutzt, folgt ihm vermuth- 
Uek auch hier. Dasselbe könnte auch von Gower {2, 226^234) gelten, 
allein er ist zu au^hrlieh, als dass Ovid Quelle sein konnte. . 

In lateinischen Sehriftstellem sind Ferse aus der ars und den ver- 
wandten Dichtungen häufig, einen Fers aus den remedia amoris fuhrt 
z. B. die lat. Prosa von Herzog Ernst {Haupts Zeitschrift Band 7) 
196^ 34 an, remed. 369. 

Der epistolae ex ponto ist oben in der fabelh<{ften Biographie Ovids 
{S. XJII) gedacht worden. Der in den Briden 4, 10, 15 wiederholte 
Spruch gutta caTat lapidem kann ebetisogut hieraus als aus der ars 



xui ElPiLElTUNG. 

amatoria in Herborts Gedieht übergegangen sein, während die Stelle 
Bernhardt von f^entadom eher at{f letztere zu gehen seheint. 

Einzelne Stellen bei dem Verfasser der eben erwähnten lateinischen 
Prosa (l, 4, 21 — 22. 1, 3, 35—36), in der Zeitschrift 1, 243, 36. 244, 8. 

Benutzung der Tristien lässt sieh im niederdeutschen Cato (Zamcke 
S. 159, Zeitschrift für deutsches Alter thum 1, 545) nachweisen, 
wo \, 8, 5 

donec eris feiii, multos namerabia amlcos: 
tempora si fuerint nabila, soius eris 

so übersetzt ist 

DU h6re wat spreket Ovidia» 
an stnen b6ken.l6rt aldos 
*bistu luckich unde rlke, 
dat üp erden dtn geltke 
als dt dunket nicht ensi 
unde bist van herten vH, 
s6 machtn vele vrunde teilen, 
ein iewelk wil sie t6 dl seilen: 
mer antgeit dt weder dat lucke, 
al dtne vmnde t^n to rucke. 

Johannes Sarisberiensis benutzte für seine Gedichte hauptsächlich 
die Tristien und die epistolae ex Ponte : aber auch die Fasten scheint 
er gekannt zu haben. Albertus MussatuSy ein italienischer Dichter aus 
der zweiten Häffte des 13. Jahrhunderts, dichtete einen cento aus 
den Tristien. 

Auch in Sütffrankreich waren sie bereits im zwÖfften Jahrhundert 
bekannt. Bernhard von Ventadom ahmt eine Stelle daraus nach, wie 
schon Diez {Poesie S. 128) bemerkt hat. Trist. 5, 13, 1 

hanc tuus e Getico mittit tibi Naso salutem, 
mittere rem si quis qua caret ipse potest. 

Bernhard bei Mahn 1, 21 

en Proensa tramet joi e salutz . . 
car eu li man also don non ai gaire; 

und ebenso im dreizehnten Jahrh. Peire Cardinal, Bayn, 3, 439 

e qni yens son coratge 
de las desUals vohmtatz, 
d'aquel vencer es plus bonratz 
que si vencia cent ciutatz, 

nach dem ovidisehen fortior est qui se quam qui fortissima vincit moenia, 
nee virtus altius Ire potest. 

Die Fasten kannte der Dichter der Kaiserckromk , der 4354 bis 
57 M. sagt 

einir Trouwin er dA bat: 
wie schiere man im sie gap 



EINLEITUNG. XiUI 

die hiez Lucr^tiA. 

sie sUt in Ovtdtd .geschriben di, 

wtU Bezug at^f Fasten 2, 741—850, wo ihre Getehiekte erzählt ist; 
und ebeHso sagt die prasaüehe Kaiserehronik {S, 53) wer Ovidiam liset, 
der Tiadet drinne geschriben von ir, du sie Ovidias hoch gelobt hal; 
9g L Massmann Z, 716. Aiif die GeseluehtB spielt auch Fol» an, Fast^ 
naektspieU 1295 Keller, 

▼OD der Lacrecia man list, 

das rnnb ir merklich schon, ir wist, 

Tarqninus ir die er abnöt, 

dar durch die zart sich selber tot. 

Chaueer erwähnt sie S, b2 ed. Bell 

and thoa Lucreee of Rome tonne. 

Besonders hat er ihre GesehUhte behandelt in der legende of goode 
women, 8, 95 — 101 ed. Bell, wo er Ovid und Idtdus folgt, nach seiner 
eignen Aussage, 

as saythe Ovid and Tltns Livius. 

Auch Gower im siebenten Buche erzählt die Geschichte wahrscheinlich 
nach Ovid, 

Die Geschichte des Arion scheint dem Mittelalter gleicl^alls aus 
den Fasten 2, 79 — 118 bekannt gewesen zu sein. Ihrer gedenkt Meister 
Altswert 203, 2S 

waz half ArAnes dcenen, 

daz süeze und ouch daz helle? 

Eine andre Anspielung begegnet bei Gower, confessio amantis, 
erstes Buch, i, 39 Pauli 

bnt wolde god that now were one 

another suche as Arione, 

whiche had an harpe of such temprure 

and therto of so good mesure 

he song that he the bestes wilde 

made of bis note tarne and milde etc. 

Aus den Fasten eitiert u. a. einen Fers der mehrfach erwähnte 
lateinüeke H. Ernst, Zeitschrift 1, 2U, 6 =: fast. \, 493. 

Es bleiben uns noch die Metamorphosen übrig, die im Mittelalter 
ein melbeliebtes Buch waren: es sind bis jetzt schon mehr als 150 Hand- 
Sekreten bekannt. Auch ßeng man frühe an sie zu commentieren. 
Johannes Grammatieus, ein Engländer, schrieb um 1070 eine Erklärung 
der Metamorphosen, welche unter dem Titel integumenta super Ovidii 
metamorphoses in einer Bodleiamschen Handschrift steht: doch wird das 
fFerk mit grosserem Bechte Johannes Guallensis zugeschrieben, der um 
1250 lebte: das Buch wurde gedruckt Paris 1599; vgl, Karton, bistory 
of engüsh poetry 1, S. CXLIX. Nach Leutsoh (o. a. 0. S, 94) m^ 
standen SehoUen und Glossen dar Metamorphosen im dreizehnten Jahr^ 



XLtV EINLEITUNG. 

hundert: doch gab es deren im swöfften Jahrhundert gewiss schon, wie 
wir unten bei der Zergliederung von Albreehts fß^erke sehen werden. 
Eine eipositio fabularam Ovidii findet sieh in einer Pergamenthandsehr(ft 
%u Boulogne (4». Hänel S, 86), deren jllter leider nicht angegeben ist. 
Commentierte und glossierte Handschriften der Metamorphosen im drei- 
zehnten Jahrhundert sind nichts seltenes: %, B. eine Handschrift »u 
Montpellier {pg. 328. 13. Jahrhundert. Catal. des bibl. des depart. 
\, 425) in der Amplonianischen Bibliothek zu Erfurt, Serapeum \\, 
134; in einem Handsehriftencataloge des dreizehnten Jahrhunderts in 
fFessobrunn werden angtführt glosae in Ovidium magDum et libnun 
fastoram (Serapeum 2, 258) , die also wohl dem zwölften Jahrhundert 
angehört haben werden: unter dem Oridias magnus sind die Meta- 
morphosen gemeint. *) Hier ist anzttfuhren der Commentar des Jo- 
hannes Guallensis Cum 1250), dessen ieh eben erwähnte: seine Auslegung 
ist dem Geiste des Mittelalters gemäss allegorisch und moralisch. Er 
beginnt die Reihe der allegorischen Erklärer, die in den Mythen der 
Metamorphosen eine christlich -moralische Tendenz suchten und deren 
letzter Lorichius, der Commentator von H^ickram, war. Im vierzehnten 
Jahrhundert schrieb einen solchen Commentar zuerst Robert Holkot 
(t 1349), von dessen Moralia super Ovidii meUmorphoses Haäse (de 
medii aevi studiis phüologicis S. 22 Jf.) nähere Nachricht gegeben hat. 
Femer Petrus Berchorius, aus Poitou, (f 1362) schrieb einen comroen- 
tarius moralis sive aUegoriae in iibros quindecim Ovidii meUmorpboseon, 
fTarton a. a. 0. \, S. CCLX. Das bekannteste fTerk dieser Art ist 
der Commentar des Thomas fTalensis, moraliutes genannt, von dem 
sich zwei Pergamenthandschriften des vierzehnten Jahrhunderts in Troyes 
iNr. 1627. 1634. catal. des bibl. des depart. 2, 688. 690)^«<feii; eine 
Papierhandschrift des vierzehnten in Gotha (/. 98.) Jacobs 1, 252 des 
ßtUfzehnten in der Harleianischen Bibliothek (Nr. 1847. catal. 2, 262); 
eine in Breslau unter dem Namen Thomas Gavois (ir. 2*>. 42.) Ein 
anonymer Commentar des vierzehnten Jahrhunderts in einer Amploni- 
anischen Papierhandschrift wird Serapeum 11, 151 erwähnt. 

Fon deutschen üebersetzungen der Metamorphosen nach Albrecht 
üt im Mittelalter nichts bekannt: im Anfange des seehszehnten Jahr- 
hundertsverdeutschte sie Johannes Boemus, worat^f mich Prqfessor Reuss 
in Nürnberg at^fmerksam macht: er sehreibt darüber an Althammer 
am 8. Dec. 1520 *metamorphosin Ovidii teutonieam faeio {vgl. Ballen- 
stedü Vita Althammeri. fFolfenbüttel 1740. S. 65), aber seine Arbeit 
ist, wenn überhaupt vollendet, nicht gedruckt worden: wenn ich nicht 
irre, bandet sich die Handschrift in Ulm. Diese Arbeit üt ohne Zwei- 

,s *\,^°i***?» .5fi^"®\ ^^"f * Ovidias major genannt) auch in einem 
alten Handsehriftencataloge des Klosters Pegau : Leyser in den Berichten 
der Letpziger detttseh. Gesellschqft 1839, S. 34 jf: 



EINLEITUNG. XI,^ 

Jtl günsk unabhängig von Alhrecht, und hätte daher aueh wm keinem 
Nutzen Jur mich sein können. 

/» tdenehnten Jahrhundert übersetzte die Metamorphosen Philippe 
von FUry in französische Ferse: aueh er fügt eine aliegorisehe Deu- 
tung der Mythen bei; vgl. Paulin Paris y les mss. fran^is 3, 187, «90 
zwei Pariser Handschriften (6986. pergam. Ende des 14. Jahrh. mit 
Miniaturen f und 6986* > pap. 15. Jahrh,) atigegeben sind. Das Ge- 
dieht beginnt 

Ce Fescriptnre ne me ment, 
tonst est poar notre eDseigoemeDt 
qaan qu^W a es livres escript: 
soient bon ou mal li escript, 

und zählt gegen 71000 Ferse. Davon verschieden scheint eine andre 

JranzSstsehe Uebersetzung in Fersen, in einer Bcmer Papierhandsehr{ft 

des 15. Jahrhunderts iNr. 10. fol. Sinner \, 542), wo der Text beginnt 

Or Tuel comaDcier ma matiere. 

Um 1400 übersetzte Guillaume de Nangis die allegorisierten Meta- 
morphosen des Thomas jfFallensis ifis französische: vgl. fFarton a. a. 0. 
t, 421. Zu vergleichen sind ausserdem noch folgende Handschriften, 
über die ich Näheres nicht berichten kann. Metamoiphoses d'Ovide ea 
Ters francais, Hs. in Nevers (Nr. 1519) Hänel 250; le roman des fables 
d'Ovide le Grand*) mit Miniaturen, Pergamenths. in fol., Arsenal- 
bibliothek in Paris {bell, lettr. frang. 19), Hänel 347; les fables d*Ovide 
le Grand *} ayec moralit^s de Thomas Walleys du latin en roman , mit 
vielen Minialuren, Pergamenths. in Ronen, {Jbell. lettr. 30), Hänel 
429, «00 a^f Dibdins bibliographical tour in France and Germany {^Lon- 
don 1821) 1, 173 verwiesen ist. 

Spanische Untersetzungen des Ovid aus dem fürfzehnten Jahrhunr 
dert führt Hänel S. 972. 980 an. 

Fon allgemeinen Anspielungen at{f die Metamorphosen weiss ich 
nur die Stelle im Schatz des Meister Peire von Corbian ierste Häffte 
des dreizehnten Jahrh.) zu nennen, Bartsch, provenz. Lesebuch 150, 
17—20, 

faolas d'auctors sai ieu a miliers et a cens 
mai c'anc no fetz Ovidis ni Tales lo mentens, 
mas tan n'an fach anctors trobas e fenimens, 
non pogra comtar a totz mos jorns vivens. 

Aber auch in Deutschland waren die Metamorphosen im zwölften 
Jahrhundert schon deutschen Dichtern bekannt, wie die Stelle Heinrichs 

•) Der Name Ovide le Grand erinnert an den vorhin erwähnten 
Ovidius magnus in dem fFessobrunner Handschr(ftencataloge {Serapeum 
2, 258), aueh Gower, confessio amantis 1, 304 Pauli sagt tbe grete 
Clerk Oride. 



XLTI EINLEITUNG. 

von Morungen, MF, 129, 36 zeigt, die an Metam. 9, 663 erinnert; 
sieh Haupt S. 284. — IFtr wendeti uns nun zu Einzelnem, 

Erstes Bueh, Den ersten Fers des ersten Buehes ahmt der Ver' 
fasser der metrischen viU Oswaldi, ein Engländer, im dreizehnten Jahr- 
hundert nach, der sein Gedieht beginnt 

In nova fert animus antiqaas vertere prosas 
carmina . . . 

sieh fFarton a, a. 0. 1, S. CLXJX, Auch der Dichter der vetula hat 
sie im Auge, wenn er im zweiten Buche, Cap, 30 sagt 

in nova formas 
Corpora mutatas cecini. 

Die Schilderung des Chaos im Eingange hat dem Dichter der Er- 
lösung vorgeschwebt, wie schon F. Bech {Germania 3, 328) bemerkt 
hat. Namentlich stimmt eine Stelle, 

Metam. i, 29. Erlösung 17. 

densior his tellas elemen- die elemente besuoder 

Uqne grandia traxit, erzougent alle wunder, 

et pressa est gravitate sui : wan sich der erden bunder 

circumfluus bumor hhX gesetzet under 

ultima possedit. und daz wazzer al di neben. 

1 , 26. ignea Tis summa lo- 23. das für wil obe in allen sweben. 

cum sibi fecit in arce. 

28. proximus est aer illi 22. dar umb h&t sieb der luft gegeben. 

levitate locoque. 

Ich will hier die Namen der antiken GÖlter einsehalten, so weit 
sie nicht noch spater in einzelnen Mythen vorkommen. Bekanntlich am 
hät{flgsten begegnen Jupiter und Apollo, welche im Mittelalter zu 
Götzen der Sarracenen gemacht wurden: der dritte in ihrem Bunde ist 
gewöhnlich Tervigant, vgl. mhd. fFörterbuch \, 48. 777. 3, 32. Ich 
übergehe derartige Stellen ganz, weil sie gar keine Beziehung zu den 
Mythen des Alter thums haben als den Namen. Jupiter und Juno als 
wirklich antike Götter kommen vor im Erec 7658 — 61 

daz lachen daz was rieh gennoc 
daz Jupiter ze decke truoc 
und diu gotinne JAnA, 
d6 si in ir riebe hA 
ime brütstuole sAzen, 

worüber Lachmann zum Iwein S. 526 zu vergleichen ist. Ferner ver- 
schiedene GÖttemamen in einem Segen, guter Gerhard 2bblff. 

min lieber got Jupiter 
dich satledlcher vart gewer: 
Pallas unde J6n6*) 
machen dich mit seiden yrb: 

*) Fgl Parzival 767, 3 d6 diu gotinne iAn6 min segelweter ftiogte 
s6 in disiu westeniche. 



EINLEITUNG. jOsWU 

Maehmet and Mercurius, 

Thelis und Neptiinos, 

die der wazzer hhni gewilt, 

in der helfe st gesalt 

dtn hinvart mit diseoi her. 

mit ringer framspaot üf dem mer 

helfe dir durch sin gehet 

Eolas des windes got 

Ueber die antiken Götter vgL man noch folgende Stellen: Kaiterehronik 
65 if. 3725 J^. fFalther 119, IQ (öijAnc). Paetional 279, 77. 280, 43 
Hahn, [Mars). Pas*. 13, 38. 452, 17 K. [Diana). 178, 71. 275, 62 
[renus). 224, 75. 284, 61. 344, 34 {Apollo). 302, 78. 83. 499, 13. 
554, 36. 638, 28. 654, 10 (Jupiter). 452, 8. 553, 11 {Mereurius). 
563, 66 (der iileider eine gewisse gotinne d. h. Festa!), 575, 28 (Cy- 
hiUa d, A. Cybele). Apollo Martina Ad u. #. w. Artemis ebend. 225. 
Diäm^ 1806 etc. Zeus 221 b ete. 

Ün{fass9nde Senntniss der antiken Götter steigt Rudoff im Bar^ 
iaam 244—260^. wo eine Menge einzelner Mythen erwähnt und berührt 
werden, doch nicht aus antiken Quellen, sondern der lateinischen Le- 
gende. Der Dichter der Erlösung nennt neben vielen antiken Götter- 
und Heldennamen 6508 

her Ph^bus and her JApiter. 

Konrad gibt im Beginn des Trqfanerkrieges' eine At^zählung der 
antiken Götter mit sehr prosaischer Auslegung, ähnlieh wie sie schon 
cor ihm Rudolf *^ Barlaam 247, 39—248, 30 Nachor in den Mund 
gelegt hatte. Neben den gewöhnlichen Sarasenengöttem nennt Ottocar 
von Steier 4145 auch Jün6 und 4155 Mercarius. Es wäre leicht, die 
hierher fallenden Stellen zu vermehren : allein es kommt für unsem 
Zweck nicht viel darai^f an. Eine lange Schilderung der Götter gibt 
Gower, confessio amantis, BuchfUf\f, 2, 155 — \^^ Pauli. 

Die Schilderung der vier Zeitalter (1, 88 — 162) scheint Hugo von 
Trimberg vorzuschweben, wenn er tagt, Renner 13756 

dia werlt noch steheltn 
sol werden and adamantlo: 
si ist iezunt halp iLupferln. 

FgL da»u Mamer, Hagen 2, 251a 

hie bt sA magt ir merken wie ez na der werlde st^: 

daz golt was #, 

sill>er dar nAch md; 

nu haben wir ein Isnin w6. 

Neun, 3, 20a 

ein künec in stme troame sach 
ein werlt, dia was s6 schoene 
von golde, daz er diclie jach, 
si hst niht schänden meil. 



XLT11I EINLEITUNG. 

dia ander 16ter Silber was 

vil gar Ane hoene, 

geliutert als eia Spiegelglas 

und bete oncb sslde ein teil. 

diu dritte was sich Isentn, 

dia erscbrahte in Az dem troume. 

s6 mac sie nA wol kopfer stn. 

ßTiilav, Hagen 3, 80« 

dia werlt ziuht sieb nider baz: 

nu ist sie worden silbertn; d6 staont sie wol bt beiden. 

dar nAch wart sie ^rtn gar, 

na ist sie Worden kopfervar; 

diz ist bl unsen zlten scbtn, daz klagen kristen, beiden. 

dar nAcb sie birt 

tsen sie Wirt 

üf eine niqwe schände. 

Das erste Buch 151 jf. erwähnt der himmeUtärmenden Giganten, 
Der Ausdruck *) begegnet bei mittelalterlichen Dichtem nicht selten, 
vgl. Mythol, 491, mhd. Wörterbuch \, 5116, wo nachfolgende Sioilen 
bei%i{fligen sind: 

Alexander 4922 fT. 

wandiz wAren gtgande, 
nnde tragen an ir hande 
steheltne Stangen. 

Femer die Gigande im RuolandesUede 275, 21, aus dem sie Stricker 
und Karlmeinet entlehnen, und im Herzog Ernst, Lamelet 7534 

der selbe was ein guot kneht, 
der langeste gtgant, 
der ie mit wArheit wart bekant 
üf allem ertrtche. 

Gedicht vom Priester Johann 88 {altd. Blätter 1 , 310) 

ouch 81 nt in dem lande 

liate, die heizen Gtgande 

(man heizet sie risen dlatschen s6): 

der minneste ist vierzic elen hA; 

die sint mtn slrltgeselle. 

Eine sehr häufig wiederkehrende Forstellung ist die von Amors 
Pfeilen, .die im ersteh Buche 468—471 sich findet. Das Mittelalter 
gab der Fenus zwei Kinder, Amor und Cnpld6. Auch hier kann die 
Zahl der Steilen leicht gemehrt werden: vgl. mhd, fFb. \, 30. 31. 915. 
Ich will zuerst eine Stelle Guirauts von Calanson {Ende des 12. Jahrh.) 
ar{pihren, die der ovidischen am nächsten steht: Bartsch, Denkmäler 
100, 12—23 

*) Ihrer erwähnt schon Notker im Boethius (Hat temer 3, 154 a) 
s6 gigantes tAten, und besonders 3, 1546. 



EINLEITUNG. XLix 

sapchas d'Amor, 

com vol* e cor 

e com jai nuda ses vestir; 

e non ve reo, 

mas fer trop ben 

ab SOS dartz c'a fatz gen forbir. 

dels dos cairels 

Tos es tao bels 

de fin aar qa*om vc resplandir: 

rantr'es d*acier, 

mas tan mal fier 

cTom nos pot del sien colp guerir; 

vmd derselbe Dichter sagt in einer Canzone, Bartseh, Lesebuch 75, 29, 

e fier tan fort que res nol pot gandir 

ab dart d'acier fa doos colps de plazer . . . 

e pneis tra demanes 

sajeta d'aor ab son arc entezat, 

pneis ab nn dart de plom gent afinat. 

In der deutsehen Literatur ist zuerst ausser Notker, der im Marc. 
Cap, {Hattemer 3, 3 14) sagt: tax kezierta chint ist €apido, demo 
Capidini nngeilchiz, ten man nacheten mAlet, wanda er dens capidi- 
BJs ist, die au^ßthrHche Besehreibung in der Eueit zu nennen, 264, 
IS— 265, 4. 

dn hksi diclie wo! geseben, 

wie der b^re Amor st^t . . 

ein buhsen bAt er an der bant, 

in der ander zw^ne g^re . . 

ein g^r is Ton golde, 

des pbleget ber alle stunde. 

swer sd eine wnnde 

d& mite gewinnet, 

vil starkltcb er minnet 

und lebet mit arbeite. 

nebeiner nnstAticbeite 

ne darf man in zlen. 

der ander g^r is blten: 

Ton deme tun leb dir knnt: 

swer dk mite wirdet wnnt 

in stn berze enbinnen, 

der is der rebten minnen 

iemer nngeb6r8am. 

ber bazet onde is ir gram. 

swaz 86 Yon minnen gescbibt, 

des ne lastet in nibt. 

Damit vergleiche yiibrecht 1, 885—894. Ferner im frigaiois26, 6—13 

An ir boabetlocbe vor 
was der herre Amor 
ergraben meisterliche, 
rebte dem gellche 

[XXXVIII.J " 



L EINLEITUNG. 

als er leben solde. 
ein strAle von goJde 
hH er in der zeswen hant, 
in der andern einen brant. 

Der minnen got, aber ohne Namen, wird Flore GIO erwähnt, 
Heinrich von dem Türlin, Krone 4953, 

d6 vol enzunde ez Amor. 



27251 ff. 



Amor, der Blinne kint, 

ez schtnet wol daz du blint 

bist . . . und daz dtn strAle ist sÄ scharf, 

den diu böge in min herze warf, 

der haftet noch dar inne, 

als ez dln muotcr Minne schuof. 



4843 



wan ez schuof Cupld6. 
jImort Fackel gedenkt der Grqf von Kirchberg, Hagen 1, 24 a 

6k ist y^nus gar An alle schulde, 
Amor, ist diu vackel heiz. 

Ulrich von JFintereteten , Hagen i, 160 a 

CupldA traf min herze. 

den wilden got Amur nennt Konrad von fFürzburg, Hagen 2,* 312*. 
Derselbe ^\Za 

slt man den süezen got AmAren 
an werdekeit hAt überstigen. 

und nochmals 313 a 

nn werA dich, vil werder vürste Amär. 
und 3136 an Venus 

din sun AmAr der beitet dln. 
Der wilde Alexander, Hagen 2, 365 a 

vür wAr s6 kumt Amur geflogen, 
der bringet vackeln unde bogen, 
sin strAle vert dur ganze want: 
dar nAch sd wirfet er den brant. 
s^ kumt ein viur und ein gelust 
bald under minnegernde brüst, 

und noch weitere sieben Zeilen. Der Dichter des Jüngern Titurel, der, 
wie sich schon mehr/ach ergab, Ovki recht gut kannte, gedenkt Str. 
699—700 Hahn des Herrn Amor und der Konigin Frau Minne. Frauen- 
lob, ebef{falls ein gelehrter Dichter, nennt Amor, Sprüche 355, 8. 
Ebenso ein ungenannter Dichter im Liedersaal 1, 33 

Amor du hast alArst gewert 
mich des ie mtn herze gert, 

und Hadamar von Laber S. 171 



EINLEITUNG. LI 

y^Dus Amor und Cnpldft 
weoeDt gewalt and wander zaigen. 
SiteAenwirt 30, 161 macht aut Cupido eine Frau 

dA Süllen halden ander chr6n 
vrow y^nas and vrou Chapld6, 
die machen sende herzen vr6. 

Die Attribute Amors, I^eile und Bogen, werden häi^/tg genannt: 

ich wiU von den vielen Stellen nur einige ßj^fuhren, f^gL ßf^aither 40, 

36. 41, 6. Neidhart 10, 8 und Haupte Anmerkung. Tristan J26, 25 

al nAch der minnen qu&le 

die viartnen strAle. 
166, 40 

dar üfe sloont dia strAle 

der minnen. 

Gottfried von Neffen, Hagen l, Abb 

irexk daz mich ir minne strAle 

in daz sende herze sch6z. 
Heinrieh von Stretlingen, Hagen 1, 111« 

sfieze minne . . . schioi din strAle. 
Ulriek von J^intersteten 1, 1546 

Minne, heile mtne wanden, 
din mir in vil knrzeo standen 
Ton der strAle din geschach. 
Derselbe 1, 154a 

als6 trif diu Bfinne mich 
mit ir strAle grimmeclich 
in min herze toagenlich. 



1, 158a 



1, 169a 



mich hki der wahsen Minnen strAle 
▼erwandet niht zem Ersten mlle. 

zeinem mile 

schAz ir minnecltcher schln 
in daz sende herze mtn 
ir minne strile. 



I, 171a 



niemer wirde ich rehte vrA, 
Sit ir StrAle mir die kwAle 
zailem mAle vüeget sA. 

Wahsmuot von Mülhausen, 1, 3276 

din mant der minnen wAfen treit. 

Honrad von Landegge, 1, 3556 

wan mich Minne 8ch6z aldA. 

Der Durine 2, 27 a 

wanden mir dia Minne sch6z. 

Der tugendhafte Schreiber, 2, 152 a 

der minne strAle and al ir kwAle 
mich taot want. 



LII EINLEITUNG. 

Reinmar von Zweter 2, 1816 

si hAt mich verwundet als6 s6re 
dor min hene mit ir minneg^re. 

Hadlaub 2, 2856 

Minne sch6t 

mich, daz ich mlnen sin so gar verlies. 

Konrad von Wünburg X, 3136 

schinz den pftl ond ouch die strAle. 

Meister Alexander 3, 30 fr 

stt ich trage 

den slac von der minnen striile. 

Der Meitner Z, 92a 

da schinz der Hinnen strAIe mit gewalt 
durch wthes ougen in mannes herze. 

Bei einem ungenannten Dichter 3, 432 fr 

und wen diu Minne vers^ret, 

wer sich ir nAht, den kau ir strAle verwunden. 

3, 438fr 

dA hilfet in diu Minne; 

durch des mannes llp si schiuzet. 

Mai und Beaflor 64, 7 

sA hAt mich iuwer minne enzunt 
und mit ir strAle sus verwunt. 

Johann von Brabant, Hagen \, 16 

daz tuot mir ir minne strAle, 
diu ervrischet mtne wunden. 

Heidin 808 CGetammtabenteuer i, 410) 

wan du mit der minne strAle 
mich hAst in daz herze troffen: 
diu wunde st^t noch offen 
baz denne einer spannen wtt. 

Fast wortUch ebenso in einem andern Gedichte, Gesammtab. 
26, 400 

mit der minnen strAIe 
habt ir min herze troffen: 
diu wunde st4t noch offen. 

Altswert 248, 10 

hAt dich ir 8ch6z vergift 

mit irem scharpfen strAle, 

daz sage mir sunder quAle (twAle?). 

Als Übersetzung einer lateinischen Stelle sagt ein ungenannter 
Dichter, Liedersaal \, 34, 



EINLEfTCNG. LIH 

anima mea Ii<|ueracta est 

ip amoris jaculo. 

liep, daz merk in tiutsch als6: 

ich hän dtns tröstes gnozzeo. 

mtn sM die ist zerflozzen 

mit vröuden zuu der suezen str41, 

mit der die Minne hAt ein mAl 

gestochen in daz herze min 

und ekenso 1, 55 

wan die Minne irn seharpfen strAl 
hAt dar tn gestAzen: 

Dieseiben Allegorien werden at^f f^enus angewendet: von ihr wer" 
den wir noch einmal im vierten Buche handeln. 

Apollo» Sieg über Python gemahnt an die Stelle in Rudo{fs ff^eil^ 
Chronik 1 , 222 , wo mit Beziehung atff Josephus getagt wird 

Phito {der Druck liest Phiro) daz wsre Apoll6, 

ein touber falscher got, dem d6 

diu sinnenl6se heidenschaft 

mit wArheit jach alsolher craft, 

daz man an ime antworte vant 

und er den lioten tel bekant 

swaz man mit zoube rüsten in 

ze sagenne twanc. 

vgl. noch Barlaam 255, 23—30. 

Die hei Ovid dann folgende Erzählung von Daphne finde ich nir- 
gend im Deutsehen erwähnt: denn Krone 11593 und d6 sich Dafnes 
ersluoc meint ohne Zwe\fel Daphnis. Die Umwandlung der Daphne nach 
Ph'Upp von yitry theili P. Paris 3, 187 mit: ich lasse sie der ß^er- 
gieichung mit Albrecht wegen hier folgen, 

a peine ot dit ce que je di, 

que tous li cors li eovredi: 

son ventre qni point n*iert anciens 

fo tout de tendre escorte ceins: 

ses crinz dorez et flamboians 

devindreqt fenüles verdoians. 

ses bras sont en Ions ratns mn^s, 

tont son cors li est tresmo^s. 

les pies isnaoi de la mescbine 

sont tenns k ferme racine. 

eile (a belle avant en cors, 

eile est arbre aossi belle encors. 

Phebus l'airae comme devant. 

At{f Daphne spielt Chaucer an, 8, 8 ed. Bell 

I sawe the Daphne closed under rynde, 
grene laurer and the hoisome pyne. 

hhn Gower, confessio amantis, 1, 336—337 Pauli, erzählt ihre 
^f*chichie nach Ovid. 



Liv EINLEITUNG. 

Die Geschichte der lo hat ebet\faib Goteer im vierten Buche 2, 
113—114 mit ausdrückUeher Bert{fun^ auf Ovidi 

Ovide telleth in bis. sawes. 
Atf die darein verwebte des Argas (1, 624^.) bezieht sieh ein mit- 
telniederländisches Gedicht, von dem ich nur die erste Zeile kenne, 

*Argus diet al siet, dorp en slot, 

Mone, Uebersicht Nr. 4Ö0, Hoßmann Nr, 63. 

Die Erfindung der Rohrj^effe durch Pan (1, 690—712) kennt der 
Verfasser des provenzatischen lucidarfas, mein Lesebuch 181, 15, 
d'aqaest (nämlich der Flöte) uzo aytertal pastres, quar ovelhas Taiuo 
dossament, et manjo am major talent, perque aqoel qui trobet caramels, 
nomnat Pan, fo dit rey dels pastors et aqvel instrament fo apelat 
pandor. 

Zweites Buch. Auf Phaetota Geschichte spielt Chaueer 6, 223 
an; ebenso kennt sie Gower, der sie im vierten Buche der confessio 
amantis (2, 34 — 36 Pauli) nach Ooid erzählt; einen halben Fers daraus 
(2, 65) citiert die lateinische Prosa von Herzog Ernst, Zeitschrift 7, 
2t6, 12. 

Aurora {Metam. 2, 113 u. qfter) kennt Gottfried von Strassburg, 
Tristan 208, 32 

AmrAren tohter und ir kint 
Tyntarides diu msre. 

Statt der von Ovid genannten Sonnehrosse (2, 153. 154) gibi Not- 
ker (Hattemer 3, 286) andere Namen, Eritreus, Acteon, Lampas, 
Philogieos, tax chtt rubeus, splendens, luddus, terram amans, äberein' 
stimmend mit dem Schol. zu Germanicus (vgl. Heinsius zu Metam. 
2, 153). 

Unter den ausgetrockneten Flüssen nennt Ovid den Mäander 2, 
246, dessen er auch anderwärts gedenkt und den er S, 162 a/r Bild 
des Labyrinths gebraucht: auch dem Mittelalter war er bekannt. 
Guillem von S. Didier, Mahn 2, 56 sagt 

de la gran mar tro lai on cor Menandres, 

womit der Mäander gemeint ist. 

Die Geschichte der Callütho (2, 401 — 530) wird erzählt von Gower 
im 5. Buche, 2, 336 — 339 Pauli, wo sie CalUstona genannt ist. Die 
Fabel von Phoebus und Coronis (2, 542 jf.) ebet^falls bei Gower 1, 305 
bis 306, der sie Comide nennt. Die dazwischen eingeschaltete Ver- 
wandlung der Krähe gibt Gower 2, 333—335 nach Ovid, *as Oride 
Saide'. 

Des Aesculap*} gedenkt, ohne ihn zu nennen, Ovid 2, 642 jf.; auch 

*) Ihn nennt Notker, vgl. ff af temer 3, 267 und besonders 3, 354 
arzetaom saget Grecia Asclepio filio Apollinis et Coronae. 



EINLEITUNG. ,.v 

m^f »eine Sekieksaie kann iek wemgsten» Sine Begehung bei deutsehen 
Dichtem naehweiien , bei Rudolf ^^ Barlaam. 244 , 30 

gesnotheit gtt Ascl^ptos, 
Et helfe er li6he witze treit: 
nAch siechtuome gesuntheit, 
nAch ankreften kreftic lebea 
kan er helfltcbe geben. 

vos« noch folgende Stelle gehört , 253, 23 — 29 

AsclAptus ein arzAt was. 
durch stne D6tdurft er las 
xe arzenle manege von . . . 
ein blicsch^z in ze jungest siuoc. 

Endlich Europa : ihre Geschichte erzählt kurz Rudo{f im Barlaam 
250, 30—35.- 

iuwer buoch veijehent mir 
vil mcre, diu sint trügelich, 
daz er verwandelte sich 
zeinem stiere dnrch ein wtp, 
diu hAte minnedtchen Itp, 
diu was Eur6pA genant. 

'-i^f sie spielt Chaueer 8, 47 an, wo er sagt 

as rede as rose 
that in the brest was of the beste that day, 
that Agenores daughter ladde away. 

Drittes Buch. Die Geschichte des Cadmus habe ich in deutsehen 
Dichtem nirgend erwähnt gefunden: dagegen spielen provenzalisehe 
ein paarmal auf sie an, Flamenca, lex. rom, 1, 10, 

Tus dis de Catmus qnan fugi 
e de Tebas con las basti, 

mit bestimmter Beziehung auf Omd, Guiraut von Cabreira sagt, 
Bartseh, Denkmäler 93, 23 ' 

ja non sabras 

ni de Tebas ni de Caton, 

was sieh 4S%f die Gründung Thebens ebensogut wie auf die Belagerung 
durch die sieben beziehen kann, auf die eine Stelle bei Bertran Paris, 
Denkmäler 86, 33 und ebenso Peire Corbians Schatz, B. Lesebuch 150, 
25 geht tfenn sich Guirauts ff^orte at^f Thebens Erbauung durch 
Csdmus beziehen, so ist für de Caton ohne Zweifel zu lesen e d'Acteon, 
weii dann, wie gewohnUoh, zwei verwandte Stoffe n^en einander 
stehen. 

Die Fabel von Aetaeon (3, 137—252) wurde, wie ich schon oben 
erwähnte, bereits von Aldhelm in Hexametern bearbeitet. 

In der deutschen Poesie begegnet nur eine Anspielung bei Budoy 
im Barimam 245, 25*- 29 



LTi EINLEITUNG. 

AdAnides und Act£6n 
hAnt onch goteltchea 16n 
g6n dienestllchem muote; 
sie pUegent in ir huote 
der tiere gewaltecltcbe. 

und 256, 18—19 

ir jeht des onch daz Act^An 
Tor stnen hnnden wurde ein hirz. 

In der provenzalüehen kann darauf eine Stelle von Bertran Paris, 
Bartsch Denkmäler 87, 2 gehen 

ni d'Ateon lo fol orat qne fe, 
wo aber, was %um Sinne vortrefflich passt, de Phaeton zu lesen sein 
wird. Die wahrseheinUehe Besiehung bei Guiraut von Cabreira at^f 
Aetaeon ist eben erwähnt worden. Seiner Geschichte gedenkt auch 
Chaueer 8, 9 in folgenden Fersen 

nor lilKe the welle of pnre chastite, 

which als Diane with her nimphes kept, 

whan she naked into the water lept, 

that slowe Acteon with his hoondes feile, 

oonlj for he (/im for that he) cam so nigh the welle. 

Gower, confessio amantis 1, 53 — 54 Pauli, beri{ft sieh bei der 
Erzählung ausdrücklich auf Ovid: 

Oyide telleth in his boke 

ensample tonchend of misloke u. s, w. 

Auf die Geschichte der Semele iZ, 253—315) bezieht sieh Rudo{f 
von Ems im Barlaam 251, 16 — 18: 

ein vrouwe din hiez SAmel^, 
dnrch die wurd er zemAIe 
ein snellin donrestrAle. 

Die Sage von Tiresiaa (3, 320-338) kommt vor bei Gower 1, 291 
bü 292, der sich dabei atf Ovid bezieht: 

Ovide after the time also 
tolde an ensample . . . 

Tiresias Verwandlung bald nachher i, 304 — 305, mit der Be- 
merkung: 

wherof the grete clerk Ovide ... 
maketh in his bokes mention. 

riel verbreitet war die Fabel von Narcissut (3, 339—510). Ihre 
frühe Verbreitung beweist am besten eine Stelle aus Petrus Cantor 
{Arfang des zwölften Jahrhunderts), die Fauriel, hist. de la poes. 
proven^. 3, 489, arführt, hi similes sant cantantibos fabnla et gesta, 
qni Tidentes cantilenam de Landrico non placere auditoribos, stalim 
indpinnt de Narcisso cantare, woraus hervorgeht, dass es damals schon 
ein französisches Gedicht über diesen Stcff gab. In Deutschland seheint 



EINLEITUNG. 



IiVII 



Ae S^e kaum bekannt gewesen zu sein : die einsige Betiehung enthalt 
Beixrieh van Morungen, MF. Hb, 22 

sam ein kinl daz wlsheit unversannen 
sloen schalen ersach in einem bmnnen 
und den miunen« muose unz an stnen t6t, 

der einen provensalitchen Dichter nachahmte, wie ich in ^eijfers 
Germania 3, 304 nachgewiesen: hier heisst es 

qne per mos olhs tem que perda la via 
com Nardsi qae dedins lo potz der 
vi sa ombra el amet tot entier 
e per fol 'amor mori d'aital guia. 

Aelter als diese Stelle ist eine bei Bernard von Fentadom, Mahn 
1, 32, 

qn'aissim perdei, cnm perdet se 
lo bels Narcezis en la fon, 

eine andre Anspielung begegnet bei Guiraut von Cabrbira, Denkmäler 
93, 25, wo unter den epischen Stoffen vom Jongleur verlangt wird, dass 
er singen, könne de Nersisec. Endlich im Roman de Flamenca, ^«07. 
roman i, 10, 

Fun dis com neget en la fon 
lo beiz Nards, quan s*i miret. 

Eine andre Beziehung, vermuthlich eines deutschen Dichters, ßndet 
sieh in den carmina burana S, 117. Nach Mone {Anzeiger %, 560) fre- 
ruht auch die im^ Asinarius vorkommende Entdeckung der Gestalt im 
Spiegel des Flusses ai^f der Narcissussage. 

Es gibt nun ein französisches Gedicht von Narcissus, welches nach 
Ovid gedichtet ist und dem oben erwähnten Petrus zugeschrieben wird: 
aber es ist augenscheinlich nicht so alt; gedruckt steht es bei MSon, 
eontes et /abliaux 4, 143. 

ßfaeh einer allgemeinen Einleitung über die Gtfahr der Liebe (1 — 40) 
sehUesst sich die Erzählung an Metam. 3, 339 an. 



Melam. 3, 339. 
fama celeberrimiis. 
346. de qao eonsaltus an 



tempora matnrae visams 
longa senectae, 
fatidicns rates *si se non 
nderilf inqnit. yana diu 
Tisa est TOK anguris: 
ezitns Ulam resqne pro- 
bat. 

351. jamqae ter ad qiiinos 
rnrnm Cephislos annum 
addiderat. 



Fabliau 46. 
por ce estoit de haut renon. 

49. que li die ce qu'il en sent, 
se yiyra pon on longnement. 
et dl 11 dist tot sanz yoisdie, 
*gart bien qvCW ne se voie mie: 
ne vivra goeres s'il se voit.' 
cele Tentent qui pas nel croit: 
gabant s'en tome, si dist bien, 
qae sa parole ne vant rien . . . 
et en la fin yint la provanee. 

59. Narcissus crut et devint granz, 
et bien pooit ayoir quinze anz. 



LVIII 



EINLEITUNG. 



Et folgt dann im franiösisehen Gediehte 61 — 114 eine lange Schil- 
derung des schonen Jünglings im gewöhnlichen mittelalterlichen Stile, 
Ovid hat an anderer Stelle 3, 420 eine ungleich kürzere. Auch Albrecht 
33 o ist hier au^hrUcher als der lateinische Dichter und stimmt in 
einigem zum franzosisehen , ohne dass deshalb eine ßekanntseh4{ft mit 
demselben vorausgesetzt werden dürfte. 

stn hAr hAte reiden schto, 95. caviaus crespes, recervelez, 
sam von golde gespunnen. qui plus luisent c'or esmerez. 

Die lateinischen Ferse Z, 353—355 sind im franzSsisehen wie im 
deutsehen Texte insqfem mod{/teiert, als die Beziehung at{f die Knaben- 
liebe weggelassen ist, 

er aber achte ir nicht 121. d'amer n'a soing ne rien n'en set, 

undengerteminnenphlicht. dames en cambres fuit et het 

Die Liebe der Echo, deren Name im französischen Gedichte nicht 
genannt und die hier in eine Königstochter Dane (131) verwandelt wird, 
hält sich nicht an den lateinischen Text, Im französischen wird die 
Jungfrau von Amor mit einem Liebespfeile geschossen, als Nareissus 
an ihrem Pallaste vorübergeht und sie ihn vom Fenster aus erblickt, 
Sie klagt den Liebesgott an, kann nicht schiefen, findet (wie Dido bei 
Heinrich von Feldecke) ihr Bett hart und weckt ihre Kammetfrau, um 
es neu zu machen. Sie hält einen Monolog, worin ihre Liebe und ihr 
Stolz als Königstochter kämjfen: am Morgen endlich entschliesst sie 
sich in ein Gehölz nahe bei der Stadt zu gehen, um ihn dort zu er- 
warten: während sie überlegt was sie ihm sagen wolle, kommt er. 
Sie schlägt die Augen nieder, erfragt wer sie sei, sie gesteht ihm ihre 
Liebe : er aber verlacht sie und geht fort. Sie fleht die Götter v m 
HUfe an und kehrt heim. Nareissus erblickt einen Kirsch und jagt 
ihm nach : von der Hitze ermüdet (studio venandi lassus et aesta Meiam. 
3, 413 =: Narciss. 633 jf.) kommt er zu einer Quelle: hier erst trifft 
der französische Text wieder mit dem lateinischen zusammen. 



3, 407. fons erat illimis 
nitidis argenteus undis. 

415. duroque sitim sedare 
cupit, silis altera crevit: 
dumque bibit, visae cor- 
reptus imagine formae, 
spem sine corpore amat: 
corpus putat esse quod 
umbra est. 

423. ipse 

se cupit imprndens et 
qui probat ipse probatnr. 

430. quid videat nescit. 

454. quisquis es hnc eii. 

455. quove petitus abis? 
448. nee nos mare separat 



639. lors a trov6 nne fontainne, 
qui mout est eiere et douce et sainne. 

648. et quant il vaut son soif estaindre, 
d*un autre soif est escaufös, 
qui graindre mal li fet assez. 
quant il se baise et il boit, 
dedens en la fontaine voit 
Tombre qui sort de Tautre part. 

672. il se loe, si ne Tentent: 
c'est la biaut^s qu'iloques Toit, 
et il m^ismes se decoit. 

671. ne sait qu'il voiU 

687. quique tu soies, vien c« fors- 

690. vien c«, que te trais tu ariere? 

700. entre nos deas n'a nule mer, 



EINLEITUNG. 



LIX 



iogens . . . exigoa prohibe- 
mar aifiia. 

461. et qaaDtam motu for- 
mosi suspicor oris, 
verba refers, aares non 
penreoieDtia nostras. 

459. qumn risi, arrides. 

460. lacrimas quoqae saepe 
notavi me lacrimante tuas. 

437. ooo illoin cereris, non 
illmn cura quietis. 

475. et lacrimis turbavit 
aqnas obscnraque moto 
reddita forma lacn est: 
quam qoam vidisset abire 
*qiio fugis, o remane! . . 
damaviL 

465. quid deinde rogabo? 



mais an pea d'iave qoi 

m'ocK. 
705. je li Toi les ]evres movoir, 

mes Foie n'en pais avoir, 

Tiave ne lest la vois venir 

et fet qne ne la pais o'ir. 
713. car quant je ri, je U vois rire. 
715. et quant je plor, el 'aulretel . . 

je vois les lermes en la face. 
803. onques ne menga ne ne bat 

vgl. Alhreeht 10, 205. 
805. les larmes troblent la fontainne. 

et por Tiave qui troble estolt 

ne pot veoir ce qu'il voloit. 

ha las! fet il, qu'est devenue, 

oü est alöe? 

925. et qai dou-jou proier? 



Daa die auffallendsten Uebereitutimmttngen , die eine unmittelbare 
Entlehnung' aus Ovid beweisen. Im (/übrigen ist der fran%osisehe Dich- 
ter selbständig, auch der Sehluss, wo die Königstochter zu dem ster- 
benden Jungling kommt. 

Englisch erzählt Nareissus Geschichte John Gower in der confessio 
amantis 1, 118 — 121 PauH, nach Ovid, wie er selbst sagt 
so as the clerke Ovide tolde. 

Im ßii\tten Buche, 2, 280 — 283 behandelt er ein Stuck aus der 
Erzählung, nämlich die Rache Junos an der Echo. 
Chaueer spielt at^ die Sage an, 8, 8 Bell, 

the water was so holsome and vertuous, 
thurgh mighte of herbes growinge there beside, 
not liebe the welle where as Nareissus 
isiaine was thargh vengeaunce of Cupide, 
where so covertly he did abide 
the grejne of cruel detbe upon eche brinke, 
that deth mot followe who that ever drinke; 

vgl. auch 1, 62. 

Bacchus, von detn Ovid 3, 511 — 733 Sagen erzählt, wird in Ru- 
dolfs Bari. 245 , 1 — 6 mit den andern Göttern genannt, von ihm 
heisst es: 

Bachus hAt gewaltes vil, 
des ich ein teil bescheiden wil: 
ez muoz nAch dem gewalte sin 
üf reben wahsen ans der wIn, 
der uns in slner kraft üfgät, 
dh bt sin kraft vil helfe hkU 

und daratif in der /Widerlegung Nachors 254, 17—31 ; 

Bachus in iawer lant entran, 
der was alda der ^rste man. 



Lx EINLEITUNG. 

der leite uode büte reben. 
vil UQvertic was des leben: 
er was ein tobender wüeterich. 
ze allen ztlen vleiz er sich, 
daz man in tobeCmnken sach: 
d& von dia tumbe diet des jach, 
im wsr ondertAn der wtn. 
er k^rte ouch daz gemüele stn 
an der nehsten manne wtp. 
vil zouberliste phlac stn 11p, 
her an k^rt er gar den sin; 
ze jungest d6 ersluogen in 
TitAnt durch vtentschaft. 

251, 37 Liberus meint gleicl{falU diesen Gott, 

Fi er t es Buch. Die grösste Popularität aus diesem Buche hat 

die Sage von Pyramus und Thisbe erlangt : daher sind die Anspielungen 

sehr zahlreich. Zwei lateinische Dichter des Mittelalters behandelten 

den Stoff: die eine Bearbeitung (in einer Helmstädter Handschrift des 

fünfzehnten Jahrhunderts, Leyser 2088) beginnt ihren Prolog 

Carmina fingo licet jam nobis carmina cudet, 
und die Geschichte selbst 

Narrigur Babylon urbs dicta duos aluisse. 

Diese erwähnt Hugo von Trimberg im regislram multorum auctoram. 

Die andere {eberfalls in einer Helmstädter Handschrift, Leyser 
2088) beginnt 

Quaerat nemo decus ibi quae vult fingere cecus, 
und die Erzählung 

Pyramus et Thisbe fuerant cives Babylonis: 
beide Bearbeitungen gehören wenigstens dem dreizehnten Jahrh. an und 
werden von Leyser mit Unrecht erst ins 15. gesetzt: für die erste be- 
weist dies schon das Citat Hugos. Auch die carmina burana S. 132 
beziehen sich at{f die Sage. 

Die Anspielungen deuten nicht alle direkt at{f Ovid hin, aber doch 
ist es keine Frage, dass die Henntniss der Sage aus Ouid stammt. Die 
Liebe des Paares war sprichwörtlich geworden, wie Tristans und Isol- 
des und anderer. Die älteste Beziehung in der deutschen Poesie ist, 
meines H^issens, im Erec 7706 — 12, 

ze guotem anblicke 
was dar an entworfen sus, 
wie Tisp^ und Ptramus, 
betwungen von der minne, 
behert rehter sinne, 
ein riwic ende nAmen, 
d6 si zem brunnen kAmen. 

Lachmann (z. Iwein S. 527) meint. Hartmann habe seine KenntrUss der 
Fabel vielleicht aus Bliggers Umhang entnommen. 
Tristan 92, 14 — 17 



EINLEITUNG. LXl 

rtitehe haop er aber an 
einen seneltchen leich als A 
de U cnrtoise TispA 
Ton der alten BAbil6ne. 

Flore 2435 Pjramiis und Tisb^. 
Krone 11574 

and d6 vron Tisp^ den llp 
Terl6s and ber firanras. 

f^einsehwelg , Lesebuch fTaek, 583, 30 

Ptramas and Tisp^, 

den wart von minnen sA w£, 

daz si sieb rigen an ein swert, 

/««/ woriüeh wie bei ÜT. Flecke. 

Der von Gliere, Hagen \, 105 a 

sam tet Ptramas. 
TanAtuer, Hagen 2, 86 a 

Hspi was Elion bekant, 
gegen Piramns staont ir maot. 

Komrad, Trqfanerkrieg 2^14-^11 

wie stacb mit stnen banden 
Ptramas ze t6de sieb, 
and sin amte wanneelieb, 
dia Tlsb^ gebeizen was. 

ReinfHed S. 213 Gödeke {BL 121 c) wo es von Yrkane heisst, He 
hätte sieh fast so gehabt wie diu gebiure Tysab^, die sich an ihres 
Friedeis Sehwert mit bitterltebem jAmer r^cb, (von rtben, also derselbe 
Ausdruck wie bei Flecke und im ff^einschwelg) , als sie den werthen 
Priamus (sie!) in seinem Blute liegen sah, 

Hemrteh von Neuenstadt im Apollonius {Grundriss S, 206), tu 
einer Strqfrede an Frau Minne 

wie mort ir niht Tristanden 
and Is/^ten Yon trlanden, 
PyramAs and TiswA, 
den gescbacb von iwerm rite wl. 

Die Heidin (Gesammtabenteuer \, 413) 897—900 

wan mir ist m6re w6 

dan PtramA and Tisb^: 

ein swert sie beide ze tAde staeb, 

d6 was Yolant ir-angemacb. 

Frauenlob, Sprüche 146, 13—18 

Piramas leit darcb Tisben nAt, 
ein swert er getn dem berzen b6t: 
von blaote r6t 
vart er sieb t6t: 



txii EINLEITUNG. 

daz wac durch minne niht ein \öi. 
«am iet vrua Tisbd oach nAch im: 
daz bscbach durch minne liebe. 

Spruche 147, 14—18 

durch minne niemen so! stn leben 

dem t6de geben. 

ein widerstreben 

daz sol er halten unverweben, 

sam Plramus und Tisb^ daz in kumber iht begrüeze. 

Otiocar 787 ft 

des wart leider wol inne 
Piramus der m«re, 
der von solher swsre 
den t6t selbe k6s 
und daz leben verlos. 

AltMwert 209, 6 — 11 

ein duchlin wiz und rein 
von siden dar und fin, 
das man nent sleigerlin, 
durchsprengt mit menschen blnt, 
als Piramus der gut 
frau Dispen sleyer fand. 

Hätzlerin, Liederbuch 1, 119, 227—230 

Pyramus das edel herz 
mit seinem p8len umb liebes scherz 
rigen sich beide an ein schwert: 
ir beider herze des begert; 

die dritte Zeile wie oben im fTeinschwelg. Hätzlerin 2, 47, 129—132 

von Tramons (lies Piramus) und von Tyspe, 

die litten all recht wee! 

von Werder minne not 

lag ye ains für das ander tot 

j4uch Karlmainet 75, 45 Keller scheint au» der Sage von Pyramus 
und Thisbe da$ *metzloch' entlehnt zu sein, durch welches sieh Karl 
und Galie unterhalten. 

Das deutsche Gedicht, welches Haupt in der Zeitschrift 6, 504 — 
517 herausgegeben, ist eine freie Bearbeitung, die sich zwar im Ganzen 
an den VerlaMf der Erzählung bei Otn'd hält, aber vielfach erweitert, 
anderes dagegen weglässt. Einzelne Stellen stimmen. 

Meiam, 4, 89. ^ers 141. 

arbor ibi . . erat. ein boum vor dem walde st4t. 

96. recenti caede boum. 201. er het ein rint gezzen. 

lOl.velaminalapsarelinquit. 204. die fronwe ir kleider Valien Ue. 

104. ore cruentato tenues 210. mit bluotegem munde er sie gevie, 
laniavit amictns. von ein ander er sie zarte. 

105. serius egressus. 214. vertwelt het er sich in dem hAs. 



EINLEITUNG. LXIII 

107. Qtvero vesteni quoque 215. er Tant din kleider blnoticTar. 
sanguine Unctam repperil. 
UO.egotcmiserandaperemi. 232. durch mich h&t er den Itp veriorn. 

113, vgl. 259 de* deutschen Gedichtes, 

112. nee prior huc veni. 276. wan (ff, waz, tts, var) was ich niht 

kumen ^? 

119. demittit in ilia fernim. 298. sin swert er durch sin herze stach. 

155. o mnltam miseri, mens 393. ach min liebiu muoter, 

iiliusque parentes. künic vater guoter! 

157. componi tamnlo . . 415. und würde uns ^in grap bereiL 

eodem. 

$9. arbor ibi ardua morus 423. ein boum stuont dA, biez mAms 

eraL 

162. aptato pectos mucrone 434. si stach ez kreftecllchen 

sub imum incubuit ferro, mitten an die werde brüst . . 

quod adhuc de caede 439. sie viel hin üf den warmen. 

tepebat. 

166. qoodque rogis superest, 467. ^in grap wart in bereit, 

nna requiescit in uma. dar in sie wurden geleit. 

iHe Uebereinstimmung , namentlich an manchen Stellen, seheint 
eine direkte Bekanntschaft des Dichters mit Ovid vorauszusetzen: aber 
Ovid ist wohl nicht alleinige Quelle , sondern ausserdem entweder ein 
französisches, oder eins der erwähnten lateinischen Gedichte, 

Uebereinstimmungen, die schliessen lassen, dass der Dichter dieser 
Erzählung AOtrechts ff^erk gekannt und benutzt habe, finden sich kaum : 
ich will das wenige zusammenstellen. 

fTiekr, 37 e damit scherzt er nach 211. von ein ander er sie zarte. 

seiner art, 
welchs Yon seim maul gantz mit bluote er sie bewarte, 
sefaweissig ward. 

wo jübrecht vielleicht denselben Reim hatte, den fTickram als unver- 
stänälieh en(femte, 

37 li der grimme t6t mit im ranc. 323. swie s^re er mit dem t6de rane. 

37<f ach soll ich dich in solchen leiden 383. warumb sach ich niht ander leit? 
sehen : das will mein hertz durch- wan ez mir in min herze sneit. 
schneiden. 

aber diese Anklänge betoeisen nichts. 

Bestimmte Entlehnung aus Ovid zeigt nur ein Fers {Metam. A, 68), 
den ein niederrheinischer Dichter um 1300 kannte und dtiert, Zeit- 
sekrift Z, 10. 132 

ein alder beiden sprach hei vor 

*quid non sentit Amor?* 

minne ist gar behende. 

ich wAne alle wende 

dei minne umbe Kkge. 
Auch mittelniederländüch ßndet sich die Erzählung: Hqffmann 
Nr. 396. Mone 114. *van tween kinderen, die droeghen een starke minne, 
een ontfannelijc dinc\ 288 Ferse. Sie beginnt 



LXIV EINLEITUNG. 

*wileii een stuc hie te voren 
wAren tw6 kinder ghcboren. 

In Dirk Potters minnen loep 2, 961—1166 Ut die Geschichte Wen- 
falls at{f genommen: sie beginnt hier 

In ouden gesten van Babylone 
heb ich ghelesen historien schone. 

Diese Bearbeitung schliesst sich untnittelbar an den lateinischen 
Text an. 

Bei den Provensalen erwähnt die Sage im %wö(ften Jahrhundert 
Guiraut von Cabreira in seinem mehrfach erwähnten Lehrgedichte, 
m. Denkmäler 92, 29 — 31 

de Ptramus, 

qiii fors los mars 

sofri per Tibes passioa. 

j4maut von Marolh, Lesebuch 116, 15 

Tibes ni Leida ni Elena. 

Raimbaut von Faqueirasy Mahn \, 366 

e Tarn al seu conselh 
mais que Tlsbe non amet Piramus. 

Im dreizehnten der Roman de Flamenca, lex, rom. 1, 9 

e Fautre diz de Piramus. 

Arnaut von Carcasses, Lesebuch 26, 35 — 37 

ni de Tibers cant al pertus 

anet parlar ab Priamas (so!)^ 

c'anc nulhs hom non lan poc tomar. 

Nor^ramosische Citate sind eberfalls sehr hät^fig: im Arfang des 
roman de la poire wird Pyramus und Thisbe neben Tristan und Isot 
erwähnt: Hollands Chrestien S, 53. Chrestieti sagt im Chevalier de la 
charette 3802 

Lanceloz 
qui plas ama que Piramus, 
s'onques nus hom pot amer plus; 

Holland S. 263. — ßf^ackemagel , altfranz. Lieder 6, 3, 5 

a savoir iere si sanee 
com Priamus, (sol) quant 11 moroit, 
navreis en son flaue de sespee, 
a nom Tisbe les ieux ovroit. 

Ein altfranzosisthes Fabliau, das diesen Gegenstand behandelt, ist 
bei Mion 4, 326—354 abgedruckt (885 Ferse). Dieses bezieht sieh aus- 
drücklich ai{f Ovid, r. 10 

qu'Ovides en son livre nome 
el dist qu'il fürent apele, 
Tuns Pyramus, l'autre Tysbe; 



EINLEITUNG. 



LXV 



ä*e Kinder zweier reichen Bürger in Babyion, sie Heben sieb schon 
seit eie^n Jahren: ein Diener bemerkt ihre Liebe und verräth sie This- 
bes Mutter. Es wird den Kindern verwehrt sich »u sehen. 

Met. 4, 60. 
tempore crcvil amor. 127. croist lor amor . . seloo lor leiis. 

Sie klagen beide in Monologen: es sind lyrische Ferse ^ mit vier- 
faehdn Keimen, Dann heisst es weiter 



4, 65. fissus erat teoui riroa, 
quam duierat olini, quum 
fieret, pariesdomuicomtna- 
nis Qtriqiie: id yiUam nalli 
per saecola longa Dotatum — 
quid non seotit amor? — 
priiiii sensistis amantes. 

74. Qt sineres nos . . juogi. 



297. si escreva le murs fendans . . 
Ja crevace n^ert gueres granz, 
et fu cel^ par quatre anz, 
dttsques amor la fist traver, 
vers qui rien ne se puet oeter. 
quels chose est ce qu'aoiors ne sent? 
li dtri . . apercorent iceet pertus. 

379. quant nous leras joasler? 



fFiederum klagen die Liebenden in vierfach gereimten Fersen, deren 
erster jedesmal nur Hne Hebung hat, Sie verabreden eine Zusam-' 
menkui\ft. 



4, 91. hii tarde decedere vis^. 

96. audacem fadebat amor: 

venit ecce recenti 
caede leaenaboomspoman- 

tes obliia rictus, 
depositara sitim Ticini 
ibntis iD uoda. 

102. Qt leo saeva sitim 
malta compescait uDda, 
dura redit in Silvas, in- 
ventos forte sine ipsa 
ore craeotato tenaes la- 
niaWt amictos. 

105. festig^a vidft. . . ferae. 

111. in loca plena metns 
qni jnssi nocte venires. 

125. arborei foetus asper- 
gioe caedis in atram 
verlontnr faciem: made- 
lactaque sangnioe radix 
poeniceo tingit penden- 
tia mora colore. 
ecce meto nondum posito, 
ne fallat amantem illa redit. 

130. qnantaque Titaril nar- 
rire pericola gestit. 

157. componi imnalo non 
inf ideatis eodem. 



576. trop lor est vis que eil jors dure. 
608. tel bardement li done amor . . . 
635. quant uns lions d^une montaigne 

qni ot ocis uoe compaigne 

de bestes, car il ot besoingoe, 

por ce que il avoit grant sologne, 

qneroit Teve de la fontaine. 
651. et li lions a grant effrois 

a la fontaine estint sa sois: 

et quant il ot bien saoul^ 

V« s'en deduisant par le pr6, 

trovä la gimple par la sente, 

defoule la et ensanglente. 
662. connut la trace del Hon. 
699. qui de venir vous fis s<$ure 

et seule aler par nuit obscure. 
753. sus les branches raide li sans, 

noircist li fruit qui ere blans, 

toz tens avoit est^ la meure 

blanche dusques a icele eure: 

adonc regut noire color 

a testemoine de dolor. 

Et Tysbe repere entretant 

que ne decoive son amant. 

molt coYoita qu'ele 11 die 

de quel peril ele ert garie. 
850. que nos retiegne un tombeax, 

andui ups recoive un vaisseax. 



Der Zusammenhang mit dem lateinischen Texte ist also evident, 
aber die Enählung , namentlich in den Reden und lyrischen Stellen, 
erwestertm 

[xxxyiii.] e 



LlTl EINLEITUNG. 

j4ueh die engliteke Literatur hßt ein paar poetische Bearbeitungen 
at^f:tuwei*en. Zuerst bei Ckaucer, der auch sonst mehrfaek auf die 
Sage anspielt, 8, 17 Bell 

what shall I say of yonge Piramqs? 
8, 53. and thou, Tesbe, that hast of love such peyne. 

Das Gedicht, das die Gesc fachte der beiden Liebenden zum Gegen- 
stände nimmt, führt den Titel legenda Tesbe Babilon inartiris (S, 67 — 74 
Bell): es sehliesst sich ziemlich genau an den lateinischen Text an, 
und ist zum Theil wörtliche (lebersetzung , wie an folgender Steile 

. Met. 4, 81. Chaveer, 

postera nocturnos Aorora til on a dav, whan Phebus gan to dere, 

removerat ignes, Aurora with the stremes uf her hete 

solque prainosas radiis had dried ape the dewe of herbes wete, 

siccaverat berbas, uoto tbis cliflc, as it was woot to be, 

ad solitam coiere locum: come Piramas and after come Tesbe, 

tum murmure parvo and pHghten trouthe fully in hir faye, 

"multa prius qnesti sta« that ilke same night to steele awaye 

tuunt Qt nocte silenti and to begile hire wardeyns every one 

fallere custodes, fori- and forth out of the citee for 

busque excedere tentent. to gone. 

Dass Ovid Grundlage ist geht übrigens aus Chaucers eigner' eingäbe 
hervor: er sagt 

this yonge man was cleped Piramus, 
Tesbe the maide hight: Naso saith thus. 

Gower erzählt die Geschichte 1, 324—329 P. ebei\falit nach 
Ovid, — j4uch die Kunst nahm den Stoff zum Gegenstande: eine Elfen- 
beinarbeit, Pyramus und Thisbe darstellend, erwähnt Lerseh in den 
rheinischen Jahrbüchern 11, 123, ß^ackern. Litt, Geseh. S, 95. 

Die Liebschqft von Fenus und Mars (4, 171—189) kannte Heinrieh 
von reldeke, der sie Eneit 157, 38 — 158, 33 erzählt. Die Ueberein- 
stimmung mit Ovid ist nicht zu verkennen, wie folgende Stellen steigen, 

Metam. 4, 181. Eneit 158, 14. 

et Iccto circumdata eines Abendes spAte 

collocat apte. über daz bette her cz hienk. 

182. ut venere torum con- 158, 16. und alse Mars dar in gienk 

JUX et aduiter in unum. und bt Vönikse was gelegen. 

!!$• ■?™'8"^« <*«08- 23. wander brAht al die gote darc. 

184. illi jacuere li- 28. daz si ensament Ugen ein ander vilc nk. 

«[■*' iedoch was etellcher dA 

turpiter: atqne aliquis de der gerne offenbAre 

dis non tristibus optat bt Y^nüse wAre 

Sic fieri turpis. dorch soihe sache gevangen. 

^uck die Aeknliekkeit der Eneit mit Albreckts Texte läset sieh 
noek durek fTiekrams Ueberarbeitung erkennen, 

AK 38«?, I. dar nAch rief er den got«n dar. 158, 23. wauder brAbt aldic 

gote dar. 



EINLEmiXG. LXYil 

38c, 7. etlich do zu sagen begnnden, 158, 30. iedoch was ele- 

*wcr wolt docb nit die gflihr bestohn Itcher dA 

das in auch Tern» liebt die schon f der gerne offenbare 

mancher wünscht das er solcher gstaJt bt Y^nAse wAre 

gcrangeo leg in liebe gwalt. dorchsolhe Sache gevangen. 

Utker j4ibreehts nicht unwuhrseheinliehe Bekannttehßft mit der 
Emeit werden wir später noeh sprechen. — - j4u€h Rudoff van Ems im 
Bari. 254, 5 — 9 bezieht sieh at^f die Erzählung, wenn er von Mars 
sagt 

den gevle Yalcftnus 
and der jnnge Cupidos, 
dA er nnd Y^nus lAgen, 
ir geselleschefte pblAgen: 
sie banden in vi! s^re. 

i^L 259, 37 von Fenus: 

Mars und Adftnides 

ond einer, hiez Ancbises, 

an die hAte sich behaft 

Ir muot mit steter trütschaft. 

Ebenso eine Stelle Chaueers 8, 25 Bell, 

for that joy that thou haddest whan thoa ley 

with Mars thy knight, whan Yalcanas you fonde 

and with a cheine nnvisible you bonde ^ 

iogedre bothe tweine in the same white, 

that at the coart aboTe celestial 

at yoare shame ganne laughe and smile. 

Chitueer hat den Stoff ausserdem noch in einem besoTideren Gedichte 
behandelt, the complaynt of Mars and Yenas, 8, 29 — 41. Auch Gower 
erzähit die Geschichte im füllten Buche der confessio, 2, 148 — 151 P., 
nach Ovid, wie er selbst sagt 

Ovide wrote of many thinges. 

Gottfried von Strassburg erwuhnl Fulcans Sehmiedearbeiten 
iß^aekom. Leseb. 449, 20. 450, 20} vielleieht nach der Eneit. Rudolf 
im Bari, sagt von Fulean 944, 21 

YalkAnns ist ein h6her got, 
des gewalt fn stn gebot 
betwnngen daz gesmtde hAt, 
daz sich nAch stnem willen lAt 
smiden nnde giezen.. 
glüejen ande vliezen 
maoz ez sich lAzen, swie er wil. 

damit vergleiche man was Nachor darat{f erwidert, 252, 27 --253, 10 
wo auch seiner Lahmheit gedacht wird. AU Tet{fel a^ijgrfasst erscheint 
er Tundaius 53, 57 

dirre ttvel heizet FtilcAnas. 



UTIU EINLEITUNG. 

Die darauf folgende Erzählung von Leueothoe und ClyHe (\, 
190—270) erzählt Gower 2, 353 — 356 ebe^falU nach Ovfd: 

Ovide 9aid as I sball say 
and ia his metamor he tolde 
a tale wbich is good to holde. 

Für Clytie schreibt er Climene: die Abkürzung metamor ist die 
gewöhnliche in Handschriften, namentlich in den Seitenüberschriften, 
Gower braucht sie immer. 

Ich will hier die Beziehungen at^f Mars und Fenus zusammenstel- 
len. Mars kommt nur noch an ein paar Stellen als Gott, als Planet 
Öfter vor. Rudolf im Barlaam 244 , 35 

swer von gr6zer überkralt 
in n<Bten ist von ritterschaft 
in stürmen oder in strtten, 
dem hilfet zallen ztten 
Mars der vil gewcre, 
der kemphen n6thelfere. 

und 253, 34 

ir jehet, dnrch stritltch gesigen 

sult ir ^ren einen got, 

der heizet Mars . . . 

er was ein urliugcre u. s. w. 

Passional 654, 10 Venas, Mars und Jupiter. 

Honrad von ff^ürzburg, Hagen 2, 3126 

Y^nns diu feine ist entsUfen, 
diu wllent höher minne vielt . . . 
her Mars der rthset in dem lande, 
der hki den werden got AmAr 
verhert mit roube und mit brande. 

Fenus allein wird häufig genannt : ihr werden zum Theil dieselben 
Attribute wie Amor (s. oben S. XLFIII) beigelegt. Auch hier beschränke 
ich mich dara^f von vielen Stellen einige anzt(führen. Antike Stoffe, 
wie die Eneit, die Trqjergedichte , übergehe ich, weil dort das For- 
kommen selbstverständlich ut. Das älteste Beispiel in der Lyrik üt 
wohl eine Stelle Heinrichs von Morungen, MF. 138, 33 

ich wsne, si ist ein V^nus h^re die ich da minne. 
Ferner im Athü C*, 102 

die vrouwe ist über die minne, 
die was d6 V^nus genant. 

fFo{fram, Lieder 10, 9 

y^nus diu götinne, 

lebt si noch, 

si möest bt ir verblichen stn. 

fn einer namenlosen Strophe (Hagen 3, 4446) heisst der R^rain 



EINLEITUNG. j^^jj 

nft stn hovesch uode stolz: 
y^nas schiuzet ireo bolz; 

ebettso 3, 445a 

y^nas wil mich schiezen: 

uKä fm einem andern Liede, Hagen 3^ 4456 

mtn froQwe y^uus ist 86 guot, 
si kan vröude macheo. 

3, 4466 

dar kam y^nus als6 fram. 

Daniei von Blumenthal {Strickers Karl S. XXFI) 

es moese hÄn y^ous schadeo, 

wäre sie bt ir gesehen. 

y^nus müese ir der schcene jehen. 

ff^hubeekin 35 Haupt 

der tuet ans von der minne kunt, 
er cpht si heize vr6 y^nos. 

Rudolf ^ Barlaam 246^ 17 

y^nas der höchsten minne phligt, 

ir wort an minnen kraft gesigt, 

der name ist minnen riebe. 

si wert ans minnecllche 

mit vriantsehaft minne sonder haz. 

Erlösung 6510 

fron y^nus and fron Pallas. 
Krone 10830 

des scheide ez vroawe y^nus. 

j4ueh die Verkleidung und Irrfahrt Ulrichs von Liechtenstein als 
Frau f^enus darf hier erwähnt werden. 
Im Jungem Titurel 5298 heisst es 

dia da y£nas hiez and Pallas diu gotinne, 
' far der aller wirde 

woltens niht enberen stner minne. 

Johann von Brabant, Hagen 1, 16 a 

nein vroawe y^as lAze erbarmen dich, 

iriiif derselbe in dem R^rain eines Liedes , Hagen \, 176 

genAde y6nas ein künigtn. 

Heinrieh von Breslau in fTack, Lesebuch 752^ 25 

ieh klage dir, y^nos, sendia leit, 

undl^, 14 

ich y^nos wil ir alles daz erleiden. 



hXX EINLEITUNG. 

Der Dürine, Hagen 2, 2ba 

der vil wtsen ze mftle 
die y^DOS verschriet. 

Konrad von H^ürzhurg, Hagon 2, 3136 

y^ons, vil werdiu künigto, 
wache, eio vronwe, 6st an der z4t. 

Gesammtahenteuer 26, 518 

dln wunden, die y^nus 
mit ir str^Ie dir schöz. 
64,676 — 78 ich wene daz in stach 

ein strAle in stn herze « 

von vrou ydnas smerze. 
746 — 47 ich w«ne im hole gesant 
vrouwe y^nus einen brant. 

Ein Minnegerieht der Frau Fenus schildert ein Gedieht im Lieder- 
saal 1, 235; ebenso ein anderes 3, 243. In einem Gedichte, Liedersaal 
3, 7, heisst es 

wan ez ist mtn Uhen 
Yon y^nus der götinne, 
diu ist ein frowe der minne. 

J^gl. Rudolf von Rotenburg MS ff. 1 , 83 6 

si sagent von gütinnen, 
die hie vor der miunen 
pflAgen zallen ztten. 

Eine Besehreibung d&r Frau Fenus gibt ^ittenweilers Ring S. 61 ff, 
Hermann von Sachsenheim in der Mörin nennt die yenus cupi«, Lese- 
buch 998, 32. Im Meister Altswert 32, 32 heisst es 

fron y^nus die keisertn, 
dar zao die fünf küngin fln, 
die h&nt sie in im hof geschriben. 
14, 10 — 12 ich fraget vil hin unde her, 
ob ieman wüste rechte mer, 
wA w«re fronwen y^nus lant. 

vgl. Mythol. 1230 und Altswert 83, 7. 

Den Hermaphroditus, dessen Geschichte Ovid 4, 285 — 388 erzählt, 
nahm ein ungenannter lateinischer Dichter des Mittelalters zum Gegen- 
stände einer Dichtung. Das Gedieht steht in einer fFiener Pergamenths. 
des zwölften Jahrhunderts (iVr. 2521), EndHcher S. 170, und ist ge- 
druckt in Burmanns anthol. lat. 3, 177. Ein Gedieht von einem 
Dichter Pulex unter dem Titel Pulex poeta de ortu et obita 
Hermaphroditi steht in einer Harleianischen Hs. des 15. Jahrhunderts 
(.Nr. 3568. Pap. Catal. 3, 42). 

Ebenso in einer Gothaer Papierhandsehrfft {B. 1047), Jacobs 3, 14 
versus PanormiUc, alias Pulex poetae antiqui. Der hier genannte A- 
normita üt Antonius, der einen andern Hermtphroditos sehrieb und 



EINLEITUNG. LXXI 

äem wtti Unrtekt {vgl. Jaco^ 3, 10. 14) diäter Hermaphroditus auch 
bestiegt wird. Gegen diu Gedieht des Antonius eehrieb Mapheus Fegius 
eine poetische invecliYa {Jacobs 3, 8). 

Dsu Gedicht des poeta Pulex (Pulce?) beginnt 

'Cum mea me genitrii gravido geslaret in alvo! 
Es scheint dasselbe %u sein, das auch in einer ffs. %u St. Omer vor- 
kommt (Nr. Wh), Perfz Archiv S, 409 ^ wo es ai\fängt *Cnm mea me 
UMtei'. Als epiCapUam Bennaphroditi steht es mit dem Anfang 'Dum 
mea me mater' in einer andern Harkianisehen Handschrfft (Nr. 2621. 
Perg. 13. Jahrhundert), vgl. Catal. 2, 704. 

In einer Berliner Papierhandsehr^ft des Jüt^fzehnten Jahrhunderts 
{tat. JoL 49) kommt ein anderer Herroifrodita vor, vgl. Pert% Archiv 8, 
S24. Ich lasse dies Gedieht hier folgen, von dem mir mein Freund Dr. 
Ernst Strehlke in Berlin eine Abschrift genommen hat. Er und Dr. 
Joffe haben derselben gleich die meisten Berichtungen der schlechten 
Handsehr^t himugqfügt. Bl. 217 

Hermafrodita. 

Uror et occultis ardent praecordia flammis: 

o ego si sileam terque quaterque miser. 
duleis ameua fni, mullis mea facta placebant: 

sed praeter precium nil mihi dulce fuit. 
5 diruit haec eadem quae me construierat uoa, 

una meae vitae causa uecisque fuit. 
quid qnaeris, quid te tanto merore fatigas, 

spes mea, blanditiae deliciaeqae meae? 
quid gemis et tociens singultns peclora rampnnt? 
10 quid lacrirois tociens lumina mesta madent? 

sume animos, lux nostra, animae pars altera nostrae, 

qui vitae arbitrium mortis et unus habes; 
sume age, sume animos, o vita dulcior omni, 

duleis amor, vita carior ipse mea. 
15 pone, meis lacrimis tantos compesce dolores, 

Angelina rogat: quod rogat obsequere. 
ferrea non ego sum neque sum de tigride nata, 

al placidus sanguis nobile corpus alit. 
te clare exornant mores, te vivida virtus 
20 te decoratque altae nobilitatis bonos: 

et tibi frons laeta est et amica, virentibus annis, 

ingenuusque tuo splendor in ore sedet. 
illa gerit silices et clausum in pectore ferrum, 

quüe talem imprudens nescit amare virum. 
25 hoc nnum superest ut roei miseratus amantis 

excipias nostros in tua membra sinas. 



1. occulte redeunt pr. flammij gebessert von Jaff^. 2. ti'qz qdqz] 
g^. von Jüffe. 6. merisque fuit. 9. rumpant. 13. uite. 14. vite. 
ipsa meo. 17. nato. 18. sagwis. 21. virfilig. 25. ut Strehlke] 
fehlt. mei mit Synieese zu lesen: Jaffe. 



I^Xiii EINLEITUNG. 

ta me ardere facis, tu me langaere fürentem: 

causa meae viUe causaque mortis eras, 
ta nostrum sidos, tu gemmaque nostra perhennls, 
30 omnia tu nostrae jura salulis habes. 
forma fuit teoeris semper suspecta puellis 

di tibi perpetuent cuocta et per saecula laetum 
reddaat sane viae stamina louga tuae. 

Die ahd. UeberseHung von Hermaphroditus üt widello, vgl. Hatte- 
mer 3, 2S9 er habet wlbes lide, doh er man st. tannao heizet er wi- 
dello, samo s6 wibello, daz chtt ter wthlido. 

Die Qualen des. Tantalat {Metam, \, 457 — 458) nennt die Eneit 
104, 16—39 

dA inae sitzet ouch Tantalus 
in eime wazzer unz an die kein 
und müz iedoch vor durste queln, 
swie her in dem wazzer st u. «. tr. 

Eine anonyme Strophe, MS ff, 3, 468 es 

Tantalus geselle bin ich nu gesln, 
den turst vil s^re unde tuot hunger w^, 
doch s6 vliuzet toufle vor dem munde stn, 
grAuAt menger leie und ein tiefer s£. 

Ulrich von Liechtenstein 385, 32—386, 13 

dem marteraere vil gel Ich, 
den man dA nennet Tantalus. 
des n6t ist ouch gestalt alsus: 
er swebet üf einem breiten sA 
und ist im doch vor durste wi. 
ouch hAt er vil gröze quAle 
von hunger ze allem mAle, 
swie nAhe slnem munde st 
der wünsch von edelem obze bl: 
waz danne? ez fliuhet ie von dan, 
sA swanne er wil reichen dran, 
sus s6 kumt im ze aller stunt 
sptse und trinken an den munt 
und aber sA von danne. 

f^on provenzalischen Dichtern nennt ihn im zwölften Jahrhundert 
Raimhaut von Faqueiras, Mahn 1, 366 

e fam murir si cum mor Tantalus; 

von noriffranxösischen Chrestien von Troies im ff'ilhelm von England 

tout ansi comme Tantalus, 
qui en infer soffre malus, 

mit näherer y4uiführung: vgl. Holland S. 4. 



27. lagwe ftireti. 28. uite mee. 29. que fehlt. 33. Dil. 
34. vite. tui. 



EINLEITUNG. LXXIII 

Auek John Gawer erwähnt im fünften Bnehe (2, 139 — 140) der 
Qttaim det Tantalus» Sehlie$slieh gedenke ich noch der m'genthümliehen 
ß^erweehseluTig des Tantalus mit Tundaius, die sieh in einer Corveyer 
Handschrift des Juf{f%ehnten Jahrhunderts »efgt (Serapeum 3, 104) 
die enthält *die Gesehiehte eines Ritters genannt Tantalus non den 
Staaten der andern ßFelt de 1 149'. 

yon den übrigen hei Ovid genannten, Tityas und Jxion, finde ieh 
nuT Kunde bei Notker, der die Andeutungen seiner Quelle weiter aus- 
fuhrt {Hat temer 3^ 159); auch Tantalus wird ebenda erwähnt. 

Direkte Beziehungen auf die Sage von Perseus kenne ieh in der 
deutschen Literatur nicht; doch nennt ihn Rudo{f im Barlaam 245, 21 ; 
251, 38, der auch die MedAsA kennt 246, 4. Aber Atlas, 'dessen Ver- 
teandlung A, 626—661 erzählt ist, kennt der Dichter des Reir^fried, 
der auch sonst Bekanntscheft mit Ovid, namentlich mit den Herolden, 
verräth. 5. 243 Gödeke iBl. 194 c) vergleicht der Dichter Riesen der 
Heldensage iCyprian, JFitolt, Asprian) und des Alterthums mit Riesen 
seines Gedichtes und nennt 

Enschelades 

and Atlas den langen, 

den dö hAt gerangen 

JoYis bt langer zH hie vor, 

d6 sie an der himel tor 

sieh alle vollen Afen, 

berg üfe berge h6fen 

man si gewaltecllchen sach, 

als Phenstis fabelHchen sprach ■ 

gAn der wandeis firlen 

joncfrowen Alacten, 

die hAten an den standen 

wol ir gen6ze fanden 

ander disen Unten hie; 

vgl. Metam. 1, .151 — 162. Die Hesperidenäjfel {Met. 4, 637) erwähnt 
Notker im BoetMus, Hattemer 3, 210. Die Erzählung von dem Gor- 
gonenhaupte, Metam. 4, 771 — 802, berührt Mamer, Hagen 2, 245 a 

ein wunderltcbez wander, 

Gorgftn ez geheizen was 

wUent: swer daz houbet sach, der wart ein stein. 

b1 der zit ein ritter lebte, der hiez Ant^as: 

den nam des michel wander, 

daz nieman vor im genas. 

er wart in stnem mnote des enein, 

daz er machte ein kristallinen schilt and traoc den sas 

Tor sinen oageo, er ersach ez darch den schilt and streit 

mit im, er slaoc ez s6 mAnllchen, 

daz man ez noch von im seit, 

wie es scheint, mit direkter Entlehnung aus Ovid, wenn auch der Name, 
Anteus für Perseus, in den Hss. entstellt ist. 



LXXJ? EINLEITUNG. 

Unmitieikar naeh den Metamorphosen enähU Gower, coofessio 1, 
55 — 56» too 08 keitst 

and for to proven it is so 

Ovide the poete also 

a Ule, which to this malere 

accordeth, saith, as thou shalt here. 

in metamor it telleth thas u. s. w, 

Fün/tes Buch, Aus ihm sind wenige Sagen bekannt. Den Quell 
des Pegasus (5, 262) erwähnt Notker im Marc. Cap, 1, U (Hat temer 
3, 332) des pranoen, dea Pegasus üxer dero erdo sluog mit stnemo 
fuoze. Ferner Gottfried von Strassburg, der von Heinrich von Fetdeeke 
sagt, fFaek, Lesebuch 444^ 18 

ich wsne er sine wtsheit 

üz Pegases urspringe nam, 

Yoa dem diu wtsheit elliu quam, 

und Frauenlob, Sprüche, 26b, 13 

stt von dem edelen braunen 
P^Ase kumt ir beider vluz. 

Auch Chaucer bezieht sich ai{f den Pegasus, 8, 9 Bell,' 

ne liehe the pitte pf the Pegaee 
under Paraasa, where poetys siept 

Den Helicon, at{f dem die neun Musen wohnen (b, 254) ebet^falls 
Gottfried, Lesebuch 447, 33 

hin wider Elik6ne, 

ze dem niunvalten tr6ne, 

von dem die braunen diezent, 

üz dem die gAbe fliezent 

der Worte und der sinne. 

der Wirt, die niun wirtinne, 

Apolle und die Kaminen, 

der 6ren niun Sirenen, 

die da ze hove der gAbe phlegent u. s. w. 

und ebenso 448, 24 

die selben gotes gAbe 

des wAren ElikAnes, 

des oberesten tr6nes, 

von dem diu wort enlspringent. 

Die neun Musen als Töchter Jupiters nennt Rudotf im Barlaam 
252, 6 

der selbe got niun tohter liez, 
die heizent ir die sängertn. *) 

Der Pamass wird als Sitz des Liebesgottes geschildert in einer 
provenzaliseh'en Novelle, Barisch, Lesebuch 35, 11. 

*) Fgl. sangarln, camena, Grqffe, 254. 



SINLEITITIfG. LixT 



Cere» und Proserpina (5> 385) erwähnen die carmiiu bannt S, 116. 
/Are Getehichie ersählt Gower im ßtf^ten Buphe O, 170 — 171) 
nacM Ovid. 

Der Verwandlung der Sirenen {b, 551 — 563) wird nirgend gedacht: 
aber die Sirenen waren dem Mittelalter keineswegs fremd, eine Anspie- 
Imng %eigt die eb^n erwähnte Stelle bei Gottfried, zu der noch eine 
zweite kommt 204^ 11 

wem mag ich si geliehen, 
die 8ch<BneD sslden riehen, 
waa den Sirenen eine, 
die mit dem agesteine 
die kiele ziehent ze sich? 

Jndre Erwähnungen sind: in Notkers Uebersetzung des Boethius 
iffaitemer Z, 19) Sirenes sint meretier, föne dero sänge intsUfent 
tie Terigen et patinntur naufragium, im ahd. Physioiogus, Fundgruben 
\y 19, 17: de sirenibtts. In dem mere sfait vnndertthin wihtir, diu 
beizzent sirene nnde onocentanri. Sirene sint meremannia *) nnde sint 
wtbe gelth unzin ze demo nabilln, dannan Af vögele, unde mugin vile 
sc6no sinen (/. singen). s6 si gesehint an demo mere Tarin, s6 sinen 
iL singen) sio vilo scAno, unzin si des wunnisamin lides s6 gelustig6t 
werdin, daz siu insUfin. sA daz mermanni daz gesihit, 86 verd ez In 
ande birigit sih. Und ebenso in dem jüngeren, Fundgr. i, 25, 15 — 21. 
In dem gereimten, üarqfans Denkmäler 81, 2—9, heisst es von ihnen 

si sint Yon dem houbet unz den nabele 

alsA wtp geschaffene, 

danne unze an die fuozze nidine 

get4n sam die vögele. 

si singent ein sanch , heizzit MusicA, **) 

dA mit beswtchent si die schefman. 

s6 die vergen si geh^rent, 

ir sinne si dar chArent, 

von ir suozzem sänge 

entslAffent si danne. 

is6 varent si dei tier an, 

unde A si erwachen, s6 zebrechent si si gar. 

womit auch der altenglisehe alliterierende Physioiogus in den altd. 
Blättern 2, 113, Fers 555 — 587 zu vergleichen ist: 

In de se senden seiendes manie: 

de mereman is a meiden like 

on brest and on bodi, oc al dus ge is bunden, 
fro de novle niderward ne is ge noman like, 
oe fis to lütiwis mit fiunes waken. 

u. s, w, 

im dreizehnten Jahrhundert bei Herbort 17699^. ivgl. Metam, 14, 87) 

*) Sirenes merimin, ahd, Glosse bei Hattemer 3, 604. 
**) lies musicam. 



Lui'i EINLEITUNG. 

friget ir wu Str^nes sl, 
daz wii ich ü bedielen, . 
als ichz YOD den Idten 
ia dem lande veraam, 
der ich dA zu quam. 
Syr^nes hlnt snlche gewalt, 
ir stimme ist vil manicvalt 
und ir klanc s6 süze u. #. w. 

tttidoff von Ems in der fTeUehronik 1, 247 Schütze: 

ouch Uzen an den mcren 
daz Sirenen wieren 
lebendic an den selben tad^n, 
dft von ich daz h6rte sagen 
daz si noch legen in dem mer 
und die liute An alle wer 
• mit ir gedcene ertrenken 
and diu scbif versenken 
gehes, niht ze lange, 
die liute mit ir sänge 
und mit ir saqges süeze lebent 
daz si ir lebens niht entsebent 
unde entsUfent sA zestunt: 
sus ziehents an des meres graut 
diu schlf , hoer ich mit ^Arbeit sagen. 

Rudoff von Rotenburg, Hagen 1, 86 a sagt 

dln lop die Streu und die Itren 
harpfen rotten künden niht volbringen. 

jüngerer Titurel 3972 Hahn 

gellch dem wurme Salomander, 
diu geitch Syr^ne. 

und 5151, 1 

aller vögele süezen sanc, 
dar zuo Syr^nen singen. 

Engelhart 2216 

si tuot als diu SirAne, 
der stimme ist als6 schcene, 
daz si mit ir gedoene 
die kiele an sich ziuhet 
und si dan under diuhet 
mit liute und mit getreide. 
der wilden meremeide 
min frouwe sich gellchet wol. 

goldne Schmiede 14S 

swaz diu SirAne trugesam 

verdenke vil der schiffe 

mit süezer doene griffe, 

die leite, frowe, du ze Stade . . 

trqjan. Krieg 2668 K. 



EINLEITUNG. htxrn 



nfl sich; vie diu Syr^oe 
ODd ir suezes dbues grif 
ziehe an sich vil manic schif 



tbeMä. 3776 



er hete Af stnem helme 
daz houbet der Syr^nen clAr, 
daz tmoc Ton golde reidez hAr 
und ein antlitze silbertn. 

Ktmrad in einem Leiehe, Hagen 2, 311fr 

Sirenen klaoc, der dAnes vanc 

ze gmnde z6ch der Sünden kiel. 

9gL ebenda 

heize ans leiten üz dem bade 
der vertAnen wazzernixen, 
daz uns ir gedoene iht schade. 

rgl. MythoL 456. 2, 334 fr 

in Yuorten überz lebermer der wilden grtfen zw^ne, 
dA Urte in underwegen doene singen ein Sirene. 

Mamery Hagen 2, 252a 

ich sunge wol ... 

wie sueze ist Sirenen dön. 

Der wilde Alexander 2, 367 a 

wan ez (das Wunder) hÄt der Sirenen sanc. 
Boppcy 2y 3S5fr 

si wil ouch hcefen der Sirenen stimme. 

/m Rei^M^d (S. ' 238 Gödeke) hört der Held des Gedichtes von den 
Sirenen enählen und' Jährt, seinen Leuten die Ohren verklebend, an 
den Matt gebunden, grade wie Odysseus, %u ihnen, 

fTartburgkrieg Str. 166 Simrock 

Syr^nen h6rle man d6 singen vil, 
der stimme sUfen glt. 

Hermann Fressant {Hagens Grundriss 330) 

und sünge baz wap Sirdne. 
AltMwert 130^ 23 

daz von Sirenen munde 
nie süezer stimme erhal. 

Im niederdeutschen Brandanus (Bruns S, 194) 591 heisst es 

dA bürden se echt wat, 
dat was ein Syrdne genant, 
w^ de stempne hAt erkant, ■ 
de mAt van yrouden sUpen. 



,,^^^111 EINLEITUNG. 

Jueh in die volksimmlichB Poesie gieng die Kenniniae von Bremern 
über: das Gedieht van Orendel (93), dessen Grundlage ins atwo(fie 
Jahrhundert zurückreicht, sagt 

d6 kam ein Syr^n geflozzen. 

Sechstes Buch, Die Gescidohte der Arachne 6, 1—145 erzählt 
Heinrich von Feldecke, JFa«? 162, 17—38; bei ihm heisst ne krknie 
162, 20, dagegen KT9L<^e& 28, worin % die französisch -provenzalisehe 
NominaHvform ist. Heinrich folgt Benoit, vgl. Eberts Jahrbuch 2, 17. 

Die letzten Zeilen stimmen ziemlich zu Atbrecht: 

Eneit 162, 35. Aibrecht, fT. 58 rf. 

dar nkch ergieng ez ir iedoch. und alsus vil schiere wart 

des phleget al ir kunne noch, zeiner spinnen \erkart, 

daz si spinnen unde weben: die ie ir webbe werket, 

dar ane verliesent sie ir leben. als irz an ir merket. 

Ich stelle hier andere Erwähnungen der Pallas zusammen. Hart- 
mann im Erec 8202; Rudolf von Ems im guten Gerhard 2559 in der 
oben erwähnten Stelle Pallas unde Jdnö; derselbe im Barlaam 246, 6 

von höhen witzen ist vil wts 
Pallas, diu der wtsheit 
urhap unde kr6ne treit. 

und 258, 29 

ouch hAt iuwer schrift geseit 
diu gotinne der wtsheit 
ein vrouwe st, hiez Pallas, 
wan si von künste wtse was. 

Der Dichter der Erlösung 6510 fron T^nus und frou Pallas. Krone 52SS 
vür Palladem die wtsen. Rudo(f von Rotenburg 1,' 786 Pallas diu wtten 
m»re. J. Titurel 5298 diu da VAnus hiez und Pallas diu göUnne. Tan- 
huser, Hagen 2, 856 des half mit wtsheit vrou Pallas. Ottokar 4466 
Pallas und Tervaganden. 

In der provenzalischen Literatur kenne ich nur eine Erwähnung, 
bei Guiraut von Calanson, Denkmäler 97, 16. 

Die verschiedenen Liebschaften und fTandlungen Jupiters (6, 103 — 
114) berührt Rudoff im Barlaam 250, 21—29: 

ir saget von im daz er den Itp 
verk^rte dicke durch diu wlp, 
daz er bt den möhte ligen 
und in mit zouber angesigen. 
s welch wtp er mit zouber twanc, 
daz si in minte sunder danc, 
durch die k^rt er sich schiere 
mit zouber zeinem tiere, 
daz er mit vuoge kerne zir. 

Leda, die Metam. 6, 109 erwähnt wird, kennt ebenfalls Rudolf, 
Bari. 251, 7 — 11 



EDfLSnUNG. LlirK 

daraAch saget !r Yon im sA, 

daz ia dia schoene LtdA 

s6 henenltche twuoge, 

daz er mit wandeluDge 

darch ir mione wurde ein swao. 

undHeiena, als Ledas und Jupiters Tochter, Bari, 252^ 3. 
Heniriek von dem Türiin, Krone 229 

und ooch Ton vronwen L^deo, 

wo aber keine Beuehung avj die Sage gegeben ist und nur dsr antike 
Name benutzt seheint, Fgl. noch Notker im Marc, Cap, {Hattemer 3, 
310). Dagegen kemnt die antike Leda Amaut von Maroth im zwölften 
Jakrkvndert, Lesebuch 116, 15 Tisbes niLeyda nl Elena. 
Niobe i6, 146—312) nennt Chaucer, S, 11 Beti, 

o Nyobe, let now thy teres reine 

into my penne and help eke in this .nede. 

Nichts als den Namen gemein hat mit der antiken Niobe die in 
einem Bruchstücke aus der Artussage (Zeitschrift M, 500) vorkam'- 
mende, 284 

dd wart der süezen Niob^ 

▼on gr6zen jAmer 86 w6 

daz sie noversannen saz, 

der Aren schrtn, der s«lde ein vaz. 

in näherer Beziehung zu der Sage steht der von Budoff, Barlaam 
245, 22. 251, 37 erwähnte Zttns iZethus), der Bruder Amphions, der 
Sohn des Jupiter; vgl, Metam, 6, 271. 403. Ampht6n selbst nennt 
Budo(f 251 , 39. 

Die Geschichte der Antiope (ßj 111 NycMSida) berührt gleichfalls 
Budoif, Bari, 251, 12—15; 

daz der trügehafte man 
durch einer vrouwen minne State 
wurde ein wilder waltscfarate, 
diu was genant AntiopA. 

An derselben Stelle gedenkt Ovid der Alcmene <6, 112); auch diese 
Beziehung hat Budo(f, Bari, 251, 19—23 

sA saget ir von im anderswA, 
daz in diu sciioene AlcmAnA 
mit minnen triuten began 
vür AmphitriAn ir man, 
dem er geltches libes was. 

Ekenso die auf Danae (6, 113), Bari, 250, 36-- 251, 6 

dar nAch tuot ir von im erltant, 
er würde einer vrouw|)n holt, 
sA holt, daz er wart eingolt 
durch st, biz daz er zuozir kam 
und daz si in le Yriunde nam. 



l,xn EINLEITUNG. 

DAnA^ diu vrouwe hiez, 
der er ze klein oede liez 
mit zouberitchen dingen 
alsam ein golt sich bringen, 
unz er nAch stnem muote an ir 
bejagete stnes herzen gir. 

Die Sage von Peiops (ß, 401 — 411) bearbeitete Chrestien von Troies 
nach seiner eigenen Aussage im Eingange des Cliget, Holland S. 46 

eil qui fist d'Erec et d'Enide 
et les comandemenz d'Ovide 
et l'art d'amor an romans mist 
et le mors de Tespaule ßst, 
del roi Marc et d'Ysalt la blonde, 
et de la hupe et de l'aronde 
et del rossignol la muance. 

Die Fabel von der Verwandlung der Mensehen in Frosehe (6, 317 — 
381) enählt Miehel Behaim im Buch von den Wienern, mit Bettung 
at{f Ovid, aber mit Entstellung der Namen, Barqfan 285, 26 — 287, 
16: daz exempel von dem iupiter. 

In ist peschen als Aphidius 
im funffczehenden schreibet, süss 
da stet in metamarphasias, 
alz der poet peschribet'das, 
sam ich euch kunt wil tune. 
Jupiters hawsfraw June, 
Des apgotz , dem dv haiden glabin 
und in in im geschrifften labin, 
dy waz ains tages ganzen dau 
mit irn juncfrewlein in ain aw 
da sy ainn prunnen vande. 
gen dem gieng s^ zu bände. 
Wann sy und ir juncfrewlein zart 
waren turstig aun diser varL 
dy wilden graben pauren tumm, 
dy da sa/7en und wunten umb 
decz selben prunnen pache, 
da sy horten dy sache, 
Da traten sy gegen ir her 
und sprachen Vaz ist dein peger?* 
sy sprach *ir lieben nachgepaur, 
der turst hat mich bestriket säur, 
aus eures prunnen flnsse 
ich hie nun trinken müsse/ 
Sy sprachen *unsers prunnen du 
nit solt trinken noch kummen zu.' 
sy sprach *ir lieben, sagent wy 
und waz euch daz Qiag schaden hy, 
daz ich trink eures prunnen? 
weit ir mir dez nit gunnen? 
Nun seit ir doch die meinen, wie 
mögt ir mir solches weren hyf 



EINLEITUNG. mxi 

dj paaren sprachen *zwar, da warst 

hy nit trinken, wy vast dich türst!' 

8j gnnd dem brunnen nahen. 

da daz dy pauren sahen, 

Da lieiTen sy zo mit gewald 

and sprangen in den prunnen pald, 

daz er wart trüb pis in den grant, 

daz sy sein nit getrlnken kant. 

mit turstigUchen leiden 

most sy von dannen scheiden. 

Do daz der apgot Jupiter 

erfur, do wart er zürnen ser. 

dy graben pauren sa verrucht 

er zorniglicheo da verflucht 

und auch machet zu fröschen 

in dises prannen fläschen. 

Und dar umb siht man dy frösch dach 

gern in den wassern siezen nach, 

wann ez van wölken würt so vil 

petrabet, daz ez donren wil, 

so flaben sy furpasser 

and springen in daz wasser. 

^tis der ErzShlung von Marsyas 6, 382—400 hat ein Citat der 
unier dem Namen Goiias bekannte Dichter iCrimm, Gedichte at{f 
Friedrick /, S, 111) 

et si nammis praestitum non sit aliquanti, 
respondet *haec tibia non est mihi tanti'. 

r?/. Metam. 6, 386. Jueh können wir an Rudo{f» Bartaam erinnern, 
vo et von Apollo heittt, 255, 19 — 20 

dar zuo kunder seilespil, 
harphen, swegeln gar stn zil. 

Dau die Sage von Progne und Philomeia dem Mittelalter geläufig 
«ar, zeigt nicht nur die Erwähnung in den carmina burana S. 117, 
*ondem auch die hät{/ige Umschreibung der Nachtigall durch philomeia, 
0^ wie viele Bes. lesen, philomena {vgl. latein. Gedichte des 10. und 
H. Jükrh. S. 322). Der provenza tische Roman Philomena hat nichts 
niV der Sage zu thun, denn sein Stoff ist dem kerlingischen Sagen- 
breite entnommen; s, mein Lesebuch S, X. Dagegen gehört eine Stelle 
^ Guiraut von Cabreira, m. Denkmäler 92, 26 hierher, wo Ytis, 
^rttgnes Sohn iMefam. 6, 636), erwähnt wird. Dass Crestiens von Troies 
^ Stqff bearbeitete geht aus der oben mitgetheilten Stelle im CUget 
^treer: aber die Bearbeitung scheint sich nicht erhalten zu haben. 

Die Zusammenstellung von Nachtigall und Schwalbe, bei Heinrich 
fon Morungen, MF. 127, 34 

ez ist Site der nahtegal, 

swan sie ir liet volendet, s6 geswtget sie. 

dar daz volge ab ich der swai, 

dia liez dar liebe noch dar leide ir singen nie. 

[XXXVIII.] f 



Llixil EINLEITUNG. 

wird man um so eher als eine Erinnerung an die antike Sage fassen 
dürfen, als der Dichter mehrfach Kenntniss des Alterthums zeigt 
(Haupt S. 2S4). 

Chaucer erwähnt die Sage 8» 17 

and Tereus rote of uokindenesse: 

er hat ausserdem ein besonderes Gedieht über den Stoff in der legende 
of goode women (8^ 111 — 116). Zwar wird Ovid nicht als Quelle 
genannt, aber dass er *u Grunde liegt beweist schon die erste Seite: 

Metam, 6, 428. Chaucer 8, 111. 

non pronuba Juno, tbough Juno list not at the feste bee 

Don Hjmenaeas adest, Uli ne Ymeneas, that god of weddiog is. 

non grätia lecto. bat at the feste redy ben, ywis, 

Eomenides tennere faces the furies ihre, with al hire mortal bronde, 

de Ainere raptas, the owle at nighte abont the balkes wonde, 

Eumenides stravere tornm that prophete is of woo and of mischaunce. 
tectoqae profanns 
incubuit babo thalamique 
in colmine sedit. 

j4ueh Gower 2, 313 — 330 erzählt die Geschichte nach Oeiä sehr 
auiführlieh, nach seiner eignen j4ngabe 

2, 314 the derke Ovide telleth thas. 

Die den Sehluss des sechsten Backes bildende Erzählung von 
Orithjia und Boreas (6^ 677 — 721) kenrit, vermuthlieh aus Ovid, 
Rudoffs fFeltchronik l, 69 Schütze: 

ze Athene truoc die cr6ne 

mit gewelde sch6ne 

der künic Enricius (Erechthens), 

von deme diu fabel sagt alsus 

daz irae bt den ztten 

stn tohter Ortten 

nsme der snelle BAr^as, 

der 86 snel und behende was - 

daz diu tumbe diet in nande 

ze Kriechen in dem lande 

des Windes got und einen wint. 

der winde noch zwelfe sint 

nich ime geheizen B6r^. 

von dem er gebom was, 

der was Astrius genant: 

Traci& hiez stn laut, 

als uns diu fabelschrift gewuoc. 

Siebentes Buch. Am bekanntesten daraus ist die Geschichte von 
Jason und Medea. Ihrer erwähnt Notker im Marc. Cap. 2, 5 {Hatte- 
mer 3, 327) mit iro herten grifele schreib si zouverllchiu carmina, 
alsolchiu Colchi uobent, tie in Sdthia siizent, timnan Medea was tia 
handega galsterAra. Heinrich von dem Türltn, Krone 11568 



EINLErrUIfG. Lixxiil 



uod oueh MMtem ir gedanc 

dar ino leider nAte, 

daz sie ir leint l6te: 

dai nieman knnde erretten. 

der Tanhuser, Hagen 2> 856 

M^dM swaz dia noch ie begie, 
des half ir mit wlsheit vrou Pallas. 

Eim lierzoge JAson kommt im Wittig van Jordan vor (Grundriss 
S. 203); aber ohne Berührung mit der antiken Stige. 

Herhort von Fritslar und Konrad von fVür%burg haben sie in ihrem 
Trojanerkrieg aiifgenommen. Doch teir müssen vor Herhort erwähnen, 
dass sie auch Benoit von S. Moore, dem Herbort folgt, in seiner de- 
stnirtion de Troies erzählt. Da Frommann diesen Abschnitt des fran- 
sosisehen Gedichtes vollständig aus der Wiener Handschrift hat abdrucken 
lassen, (Germania 2, 65 — 71) so können wir eine genauere Fergleiehung 
mit (hfid und Herbort vornehmen. Wir vergleichen xuerst Benoit mit 
(hrid: eine direkte Benutzung des letzteren ist, so weit die Auszüge bei 
Frommann reichen, nicht anzunehmen, es stimmen nur einige wenige 
Zeilen: 

Metam. 7, 200. Benoit 17. 

amnesinfoDtesredieresaos. les eves fesoit corre ariere. 

46. et dabit ante fidem. 40 t. 8^urt6 voll qne je en aie. 

99.1aetii8qoeinte€tareces8it. 554. droit a son lit est repairiez. 

Wichtiger und bedeutender ist, wie sich denken lässt, die Ueber- 
einstimmung zwischen Herbort und Benoit, Sie ist indessen nicht so 
gross als man darnach annehmen sollte, dass Benoit, wie Fromtnann 
swe(feiios dargethan, Original von Herbort ist. Eigentümliche Züge 
sind bei Herbort 701 jf. 952^. Ich setze zuerst die Stellen einander 
g^enüber, in denen beide stimmen, 

Benoit 3. Herbort 543 {vgl, 546). 

c*est ane fille q*!! aroit. . der kanic ein tohter hite, 
emoltcstoitdegransavoir. harte wlse an rAte. 

7. molt 80t d'angin et de 547. wen sie wol wiste 

meistrie. aller hande liste. 

11. d'astronomie et nigro- 551. sie künde arzedten 

maneie und von nigromanzten. 
Ol tot aprise. 

13. d*art aaroit molt e de 555. und beswemisse. 

conjure. , 

n.leseresfesoiCcorrcaricre. 571. sie beswör daz wazzer daz iz ginc 

wider an stn ursprinc. 

20. atoma soi plus bei qne 596. unde streichle ir 8ch6ne vaz. 

poiL 

49. molt en avoit oi parier. 588. ir was von stner hnbischeit 

harte tU dA vor gesaget. 

141. Mars i a mis d'araln 981. Mars der ffot der des wlgis phllt, 
dos baes: der enwil zu deheiner zlt 



LIYYIV 



EINLEITUNG. 



qant ire e maltalent les toche, 
par mi les Des et par la boche 
geten de lor cors feu ardant. 
ja de la mort n'aura garant 
qi n'est ataint et cons^u, 
qe il n'arde ausi come feu. 

158. qe un serpent tot jorz i veille, 
qi point ne dorm ni ne sameille. 

434. autre conte ne vos en fax . » 
453. si en a traite une ßgure, 

faite per art et per coojure. 
459. apres li baille un ongement 

ne (sai) con fa faiz ne comeat. 

*de ce' fait eile *serais oinz, 

car de ce fest grande besoinz, 

piiis n'aurais ja del feu doutance, 

ne q'il a ton cors face nuisance. 
465. or te baillerai mon anel. 
469. soz ciel n'a home qi soit vis, 

des q'il l'aura en son. doi mis, 

qe ja puis criembre enchantement, 

feu arme yenin ne serpent. 
477. ancor a il autres vertuz, 

se tu ne voiz estre veuz (Hs. 
uencuz), 

la piere met de fors ta main : 

de ce te faiz je bien certain, 

qe ja riens d*nels ne te yera. 
491. apres U rebaille un escrit. 
504. or te baillerai ceste glus, 

per tel mainere destenpr^e. 
551. entre ses braz Jason la prent, 

cent fois la baise doucement. 
569. qant Oetes {ffs. Orestes, wie 

auch 44) voist qil volt faire, 

bonement li prist a retraire. 
582. si sai qe blasroes en seroie. 

Diei diu Uebereinatimmung: folgende jlbweiehungen Jtnd hei Herbort 
zu bemerken. Die Beschwörung skun$t der Medea ist viel ausg^krter 
aU beiBenoit, nämlich von 551—584, bei B. nur &wö{f Zeilen, 7 — 18. 
Die Schilderung ihres Anzuges und ihrer Gestalt stimmt zwar im ylll- 
gemeinen, aber einiges ist bei Herbort, einiges bei dem franzasigehen 
Dichter mehr ausgifuhrt. Die Entstehung der Liebe in beiden bei BenoU 
nur kurz, bei Herbort dagegen eingehend entwickelt, 643—693, wobei 
nur einzelne Anklänge sieh berühren. Ferner ist, wie schon Frommann 
bemerkt hat, die rohe Art, wie Jason der Medea den Hqf macht, dem 
deutschen Dichter eigentümlich und zeigt wie ungleich roher noch «u 
Af^fang des dreizehnten Jahrhunderts die Sitten in Deutschland waren 
ab in Frankreich. Im deutschen Gedichte macht Jason eine lange 
Liebeserklärung (732—779), von der Benott nichts hat. Bei diesem. 



bt dem guldlneo steren 

zweier starken ohsen enboren, 

den g^t daz fdr Azra munde. 

nie dehein man enkunde 

sich des behüten, 

ern rodste von den glöten 

gar verbrinnen an den t6t. 
999. dA vert umb ein trache, 

man saget daz er wache 

beide tac unde naht. 
975. hie enspreche Ich niht mfre. 
1015. ein bilde sie her vur tele, 

besungen rojt irm gebete. 
1021. sie gap im eine salben 

und hiez daz er sich allenthalben 

gar d4 mite bestriche, 

swA in daz füir anblicbe, 

so enkundez im niht geschaden. 

1027. d6 gap sie im ein vingerlln, 

1028. daz wider den zoiiber solle sin 
und wider eiter und furgill g^t, 
wider den Wurm und wider des 

füres glAt. 
1031. eine tugent er dar ane fant, 

swenn erz besIAz in der haut, 

s6 daz des iingerltnes stein 

deheinez Itcht beschein, 

daz zeichen im geschach, 

daz in nieman ensach. 
1037. ouch gap sie im einen brieb. 
1040. die fünfte gift ein klAwen was 

unde von beche ein klAz. 
1048. die frouwen er umbefine 

und kustc sie an im munt 

eines zwir dristunt. 
1060. dar quam der kunic Oertes 

und sprach *JA8on, mir ist leit. 
1066. ouch hAn ich es schände. 



EINLEITUNG. 



LIXIY 



bewegt sieh das Gespräch um die zu bestehenden G^uhren, von denen 
sie ihn durch Rathen abhalten will. Die nächtliche Zusammenkui^t 
geschieht nicht, wie bei Herbort, schon am ersten Tage. Bei Beno(t 
wird das Erwarten der Jungfrau ^ ihre Sehlaßosigkeit und Sehnsucht 
au^pihrlich gesctälderl : bei Herbort heisst es bloss, nachdem ein langes 
Selbslges/fräeh der Medea während des Essens vorangegangen (802 — 892), 
ton dem B. nichts hat, 946—951 

als Jason die ilt veste, 
die ime bescheiden was, 
d6 sie ich er durch daz palas 
und quam hine an die stat. 
die frouwe gegen ime trat 
von der slat dA sie sin bette. 

Aber der Schwur Jasons im deutschen Texte (957 — 970) isl wieder 
eigentämUeh , wo Benoit ungleich kimer ist. Am Morgen gibt ihm 
Medea die verschiedenen Zaubermittel, die ihn schätzen sollen: hierin 
stimmen beide Dichter. Bei Herbort geht hier die vom französischen 
Dichter früher gegebene Schilderung des ehernen Oc/tsen und des Dra- 
chens noran. Der von Frommann mitgetheilte Text sehliesst mit der 
Abmahnung des Königs am Morgen, die im allgemeinen stimmt. 

fergleiehen wir Herbort mit Ovid, so finden wir nur einen Theil 
der bei Benoit fehlenden Stellen dadurch erklärt: Bekanntschaft Her- 
boris mit Ovid ist nicht zu leugnen, wie Frommann in den Anmer- 
kungen zu 43. 407 gezeigt hat. leh nehme bei der Fergleichung at{f 
den deutsehen Text Bäcksicht, der dem lateinischen Schritt für Schritt 
folgt, 

ff\ 69« der kunec sie minneclich H. 534. und triste sie und fr4gt 

eophie d& mite 

uiide vrüffte in m^re, waz ir gewcrp w^re 

waz er suchende w^re. und saget in sine m^re 

d6 er h6rte umbez vlus, beide übel unde g6t, 

des gewan er kummernus. als man fremden lüten tut. 

69«. die tochter inn der zauberi 551. sie künde arzedten 

war scharpff und irer kunst fast frei. und von nigromanzten. 

hier reimte Albrecht unbedingt auch zouberle : nigromanzle. 

Das lange Selbstgespräch def Medea bei Ovid 1 , 11—71, das zu 
den sehSnsten der Metamorphosen gehört, entspricht dem Monologe 
bei Herbart 802—892 nicht: wohl aber lehnt sich dieser an einigen 
Stellen an die nächtliche Beschwörung Medeas, Metam. 7, 191 — 219 
an; mehr noch stimmt die erste Schilderung der Medea mit letzterer 
Steile bei Ovid, wie folgende Stellen zeigen. 

M^.lXa Ak mite ich dicke betwun- 571. sie beswür daz waizer daz iz 

geo hAn ginc 

die wazzer la berge g4n. wider an sin ursprinc 

und. zu berge wert sch6z. 



LXXXVI 



EINLEITUNG. 



l\b den mon dareh kaust mach 
ieh auch voll. 

716 die erde spalten ich 
unz in die tiefen helle: 
svaz geiste ich dar üz urelle, 
die müzen zu mir üf varn. 



575. des nahtes si den mAnen be- 

swür, daz er hinder wert f\lkr. 
837. üz dem helle gründe 

die tAfel ich alle beswür, 

daz ich an in enrAr 

al daz üf der erde was. 



ff^ir wenden uns %u Konrade Trojanerkriege. Seine Bekanntaekqft 
mit Benott hat meines Wissens noch Niemand nachgewiesen. Sie mrd 
sehlagend durch folgende Gegenüberstellung dargethan. 



Konrad, 
7416. sns hiez der wolgemaote 
Icünic einen boten gin 
nAch stner tohter wolgetAn, 
diu was genant MAdAA. 
7424. an ir lac witze unde lugent 
nAch TollecHchem prIse. 
der swarzen buoche wise 
diu rütche maget was. 
swaz man beswerung ie gelas, 
der künde si den Überhort . . . 
si was vil gar behende 
mit zouber und mit lAze . . 
si künde üz einem clAren tage 
wol machen eine vinster naht. 
7464. in einen schoenen pltAt 
diu schOBne was gesloufet, 
dA wAren In getroufet 
Yon golde tropfen deine. 

Ronrad gibt eine ungleich aurfuhrUehere Schilderung ihrer Klei- 
dung y in der nur einiges stimmt. 



Benott. 

1. 11 rois es chanbres envoia 
et si tramist por Hedea : 
cTest une fille q'il avoit, 
qe de molt grant blaute estoit. 

6. e molt estoit de gran savoir, 
molt sot d'angin e de meistrie, 
de conjur e de sorcerie: 
assez i ot s'entente mise. 
molt estoit sage et bien aprise, 
d'astronomie e nigromance 
ot tot aprise en sa enfance. 
d'art saToit molt e de conjure: 
del jor fasoit la nnit oscure. 

20. atorna soi plus bei qe poit, 
dHme porpre inde a or gotee : 
richement e bien lü ovree. 



25. coTert d*un paile outramarin. 
33. bendee fu d'un trecheor, 

onqes nus hom n'en vit meillor. 
39. par mi la sale vint el pas. 
41. plus fresche et plus enco- 
loree 

que n'est rose, quand eile est nee. 

44. Oertes Ta lez lui assise. 

45. eile a enqis e demandA 
dont il sont et de qel regnA. 

49. molt en a?oit o¥ parier. 



748 1 . j ensit dem mer was er geweben. 
7494. gebunden in ein gestricket häe- 

teltn, daz man sA wehes nie gewan. 
7536. M. lancsdme kam geslichen tu. 
7528. reht als ein yrischiu rAse 

diu naz von touwe triufet, 

und üz der boUen sliufet. 
7566. diu fkt)uwe (/t^diefrouwen) 

hiez er zuo slner stten i . dA sitzen. 
7602. diu maget begunde vrAgen 

ir vater wer si weren. 
7632. ir was sA vil von im veijehen. 

IHe EntWickelung der Liebe üt auch bei Konrad wie bei Herbort 
auißhrlicher als itti französischen Texte geschildert. 



54. la forme esgarde de son cors, 
chevoix recercellAs et sors. 

60. bians menton biaus cors et 
biaus braz. 

62. vers ot les iauz outre mesare. 

68. son euer de fine amoresprent 



7719. ir muot der was üf in geleit, 
stn hAr schein goltvar unde reit. 

7724. stn arme und stner hende sditn. 

7723. diu lüterbnren engen stn. 

7758. vor der vü heizen minnebninst, 
dA mite ir herze enpflanunet was. 



EINLEITUNG. 



LXXXVll 



7X aoc mais oul jor entendi 
ne veut amer n*en ot ami. 

89. uo jor qani vint apres man- 

gier, 
si Tut U rois a lai mandee, 
ea la sale pavirnentee. 

91 asaci l'acole et enbra^e, 
baisa li euU e boce et face. 

102. li dist Vasans, ne tenes mie 
t raauvesüe ni a foUe, 
se a vos me veing acointer: 
ce ne doil pas vos annoter. 
droit fet et bien , ce m'est avis, 
<|i voit home d'aatre pais, 
qil li per ]oial araissont 
e (|e loial conseil li dont. 

110. dame, dit U, vos diles bien. 

112. qani U vos ploit q'a moi per- 
hstes e qe primes m'araisonasies.. 
a u» les joffs de mon ae 
TOS en saarai james bon gre. 

120. biante avcz molt e franqise. 

122. Jas4tfi, dit eile, bien savons, 

veons estes por la toissons. 

134. essagie snnt ja li pluissor 
qei fiuent mori au cbief del cor: 
onqes n'oi qe n'escapast. 

138. li dea i ont lor garde mise. 

141 Mars i a mis d'arain dos blies: 
qant Ire e maltalent les tocbe, 
par mi le Des et par la boebe. 
gelen de lor cors fen ardant: 
ja de la mort n'anrm garant 
qi n'est ataint et consen . . . 
Mars K poissans den de bataille 
les i a miz issl sanz faiUe. 

158. qe un serpent toz iorz i veille, 
qi point ne dorm ni ne sumeille. 

164. qe fen gete o le venin. 

1S3. ja mais ne m'en qier retorner, 
car a toz jorz boniz seroie, 
si qe james bonor n'anroie. 

194. dnel e peine me prent de toi. 

196. mais se de ce senre fusse, 
qe ja f amor avoir peusse, 
q'a ferne spouse moi preisses, 
si qe james oe me guerpisses, 
qant a ta terre revendruies, 
e qe toz jorz o moi seroies, 
et moi porteras loial foi. 



7746. wan ir enwas hie worden w^ 

von rebter liebe gründe. 
7992. nu kam ez eines tages s6, 

daz sieb der wirt üf stme sal . . ni- 

derliez und aber stne tobter biei 

vür sich besenden aJzehant. 
8002. und umbevienc si bt der stunt 

er kuste ir ougen unde munt. 
S039. trdt herre, tugentrtcber beH, 

Unt mir niht werden hie gezelt 

vür ein dörperte daz, 

ob ich mit iu red etewaz 

di von in kurz diu stunde wirt . . . 

ez gtt dem fremden manne 

tr6st unde rät, daz man im sich 

mit Worten machet heimelich. 
8057. vrouwe, ir habent wir geseit. 
8066. daz ir mir kurzewile geben 

geruochet hie mit Worten, 

daz wil ich zallen orten 

an iu verschulden mtniu jAr. 
8071. wan ir hAnt scheenbeit unde 

zuht. 
8086. dA von weiz ich daz ir sint 
komen 

durch Aventiure in disen crelz. 
8137. vil manger hAt den Itp verlorn, 

der umb den sehsper 4z erkom 

sin leben hAt gewAget. 
8131. der göte kraft hAt si bebuot. 
8154. her Mars der h6chgelopte man 

und der vil werde strites got 

hAt über in sin starc gebot gesetiet 

. . zwAn ohsen von Are pflegent sin . . 

die sint mit zouber s6 gemäht 

. . daz si des wilden fiures brunst 

ikz blAsent alle stunde 

ze nasen und ze munde. 
8183. einen serpent . . man siht 

inzallenzlten dAIigen unde wachen. 
8200. er wirfet üz dem rächen gift 

unde fiures flammen. 
8253. und tlte heim ze lande: 

daz wsre mir ein schände 

und ein Aweclicher spot. 
8292. wan ob iu leides iht geschlht, 

daz tuot mir inneclichen wA. 
8314. w»r iuwer muot als6 gtetAn, 

daz ir mich weiten t minnen . . . 

weit ir nüch niht verkiesen . . 

ist daz ir mich ze lande 

mit iu fuerent hinnen 

und mich gemochent minnen 

als ein Allchen frouwen. 



LXXXVIII 



EINLEITUNG. 



, 208. mes je sai tant de nigro- 
maoce. 
210. qe tot ce qe je voil puis fere. 

219. sor toz les dex vos jureroie. 
223. sor tote rien vos amerai. 
228. metroie vos en ma contree, 

oa vos serois moU honoree. 
240. la moi feruiz tel seartaoce 

qe je de vos n'aurat doutance. 
242. pais vos dirai sanz dotement, 

coment le baes e le serpent 

vaincre porois et justisier. 
246. dame, dit il, ensi Totroi. 

248. qe je n'en sauroie oa j'alasse 

ni a qelie ore me levasse. 
251. coDgie a pris, si s'en revet, 

ariere en ses chanbres entre. 
253. molt li tresant el cor del ventre, 

esprise est de grant amor. 
255. et molt li poise , qe li jor 

ne s'en veit ä greignor esploit. 
276. ice, fet eile, qe sera? 

ceste gent qant se choncera? 

278. ont il jare <(\\ veilleront 
et qe il ne se chonceront? 

280. ne vit mes Jens qe taut 

veillassent, 
qe de veiller ne se laissassent! 
maaveise jent, foUe et provee. 



8348. ich hAn dia swarzen buoch 

gelesen. 
8361. daz ich schick allez daz ich 

wil. 
8402. bt den gdten ich in swere. 
8406. ich wil inch minnen iemer. 
8426. ir sult in mtner h^rschalt 

gebieten nnde Aroowe stn. 
8448. wird ich von in da sicherhaft 

mit trinwen nnd mit eiden. 
8454. mtn rAt lach underwtseC dA, 

wie man die wilden ohsen zempt . . 

wie der slange t6t geltt. 
8485. diz lobeich, sprach der werde 

gast. 
8498. wan ich enwelz niht war ichsol 

hie kAren vinsterlingen. 
8504. svs gie si von im aizehant 

mit orloub in ir palast 
8508. ir herze in süezer minne bran 

unde in senelicher n6L 
8512. daz der tac enpfienge 

ein ende An alle sAme. 
8567. waz hAt diz tobende liat 
gedAht? 

sol nieman hie ze mowe brAht 

werden? 
8578. ich w»ne slAfen st verswom 

nnd alle raowe in dirre naht. 
8570. ez wart üf al der erden 

s6 tamp kein Ingesinde nie, 

s6 diz volc daz htnaht hie 

sus üppediche wachet. 



Dann folgt bei Konrad ein langer Monolog der Medea, von dem 
Benott nichts hat. 



299. vint a son lit, si est assise. 

302. relieve se, ne pnet plns estre. 

303. si vait ovrir nne fenestre. 

304. voit la Inne qi est levee. 

305. adonc li est Tire doblee. 

307. ja est passe la mie nuis. 

308. clot la fenestre, arriere tome 
molt iree pensive et mome. 

312. la noisse estoit molt abaissee. 

316. as schamberlains vit les 11z faire 
et lors li fui bien a viaire, 
qe josqa pon se chonceront 
et qe mes gaire nlsteront 

321. si regarde par an pertas. 



8895. het an daz bette sich gelelt. 
8897. d6 stnont si wider (kf zehant, 

wan si dekeine raowe vant. 
8900. An ein venster si d6 trat. 
8903. dia schcene sach den liebten 

mAnen. 
8906. dA von die clAren dAhte 

vil angefiieger alzehant. 
8914. diu naht ein ende hAtgenomen 

schier nnd in knrzer wUe gar. 
8930. ir herze in nngemöete seic . . . 

si gienc . . von demvensterllnedan. 
8936. na was der hoveschal gelegen. 
8940. k6s ande sach. 

daz sich die gesU leiten 

nnd daz man in bereiten 

begnnde ir bette Wunnedich. 
8932. si gienc an einer wende loch . . 



1 



EINLEITUNG. 



LXXXIX 



Uni qe trestmt se sunt choneie. 

325. vne soe mestre apella. 
toi son conscil li t gehi. 

329. iraiz tot soavet le petit paiz. 

332. dame, fet eile, primerement 
TOS eboocerois, si ert plus gent: 
de la Boit est alee partie. 
Sil tendroit tost a vilenie, 
s'a coucber ftistez a tel ore, 
qe lea e tens (est) eo est ore. 

340. eo lit se coucbe tait d'argent, 
ODqes DOS hom n'eo vit si gent. 
car H pecol et H limoD 
farent tuit fet d'or enfiron, 
as csmeraodes Terdoiaot 
et a rabins clers et loissant. 
eoQtre i ol large de paille; 
onqes tel a'i ot en Tesaile. 
K coTertors fii assez riehes 
d'uBe beste q'a nom enices, 
qe soef flaitent cum plumenz. 
assez i ot autres dedenz. 
dos fti d*an draz Saragocant, 
d*or esUrit tot e d'argant. 
ÜDCieiis i ot qi sont de soie, 
ne qit qe bome james tez voie. 



dar daz si laogcn d^ began, 
ob iemao sMfes wolle pflegen. 

8946. si rief ir meisterioDe 
der al ir toageobelt was kant. 

8961. s6 ganc vil toagenliche z'im. 

8985. s6 legent nider loch zehant . . 
daz er loch niht sus vinde bie! 
er mdbte denken daz ir nie 
gewonnene ganzer ststekeit, 
ob ir niht hctent inch geleit. 
als er nn kerne g^nde ^ti. t. w, 

9014. nnd leite sich diu Trouwenider 
Af ein spanbette reine, 
gedrAt von helfenbeine 
und Azer mAzen wunnevar. 
ez was gezieret unde bar 
den ougen liehtebsren solt. 
gesteine silber unde golt 
die glizzen dnüz 86 vaste, 
daz von ir drter glaste 
diu kemenAte wart erlüiht. 
ez möhte drinne bin gedAht 
diu naht ein wunneclicher tac. 
ein purper ob dem bette lac 
geworbt von riehen Sachen, 
ez wart nie deckelachen 
86 wehe noch 86 tinre efe. 



ff^^enn auch bei allen solchen Besehreibungen von einer tüört liehen 
Uetereinsiimmung nieht die Hede sein kann, so ist es doch nicht schwer, 
muek hier das Forbild Konrads in Benott %u erblicken. 



358. el lit se coucba la pulcelle 
ki molt estoit cortoisse et belle. 

364. tot bellement e sanz effroi 
le tret par mi la main a soi. 

374. Medea le santi venir, 
si a fet semblant de dormir: 
e dl qi ne lü pas vilains 
le cnertor licTe a ses malus. 

408. une pelice Ysire et grise 
Test Hedea sor sa chamise. 
41t. si a une pnage aportee. 
412. de Jupiter *) 11 den puissant. 

418. sor rimage ton doi metras. 

419. e sor li deu me jureras. 

436. edle nuit la despucela. 
438. et qant vint al' ajomement 
44t. nl porai mes gaires ester. 
444. ke TOS penses de ma besoigne. 



9030. H6da diu gehiure 

dar under sich d6 leite. 
9036. si nam des werden gastes llp 

bl der bende tougen. 
9042. sam si geslAfen solle hAn: 

sus tet diu minnecliche maget. 

Jiison . . nam dekeiner bliucheit war. 

daz deckelachen wunnevar . . . 

daz huop er üf mit stner haut. 
9086. ein rllich beiz v6ch unde bunt 

wart an ir bl6zen llp geleit. 
9094. si tnioc her>ür ein bilde. 
9104. der vil werde got her J6piter. 
9120. sus leite er 6f daz bilde dA 

die vinger. 
9108. s6 swerent mir des einen eit 

üf der figüre beileclich. 
9146. schiet von ir roagetuome. 
9 1 68. biz man gesach den clAren . . tac. 

9182. und muoz ich hinnen k6ren. 

9183. daran gedenket, frouwe min. 



*) Frcmmann Dempirer. 



xo 



EINLEITUNG. 



45 t. an escrin d'or prist Medea*) 

453. si eo a traile une figure. 

459. apres li baille an ongement: 
ne (sai) con fu faiz ne coment 
de ce, fait eile, aerais oinz, 
car de ce fest grande besoinz, 
paeis n'aarais ja de] feu doutan^e. 

465. or te baillerai mon anel: 
onqes nul bom n'en Yit si bei, 
et si sabes bien qe la piere 
nepuetestreen nulsens pluschiere. 

470. des <f il l'aara en son doi mis, 
qe ja pais criembre encbantement. 

477. se tu ne voiz estre veoz, 

la piere met de fors »ta maio, 
de ce te faiz je bien certain, 
qe la riens d'nels ne te vera. 
491. apres li baille an escrit. 

500. et dementre qe tal feras . . . 
trois foies contre Orient. 
504. or te baillerai ceste glas 

per tel mainere destenpree, 
qe ja a rien n*iert adessee 
dont ja mes deseree soit. 

508. grant alenre va tot droit, 
es neiz et es boaches de bues 
l'espan tonte, car bien fest bues. 

512. ja**) fensde lorneis n'istrapuis. 

513. arer les ferais qatre roies. 
515. puiz t*en va tot seurement 

conbatre encontre le serpent: 
bataille grant i trovcrais, 
mes ja mal rien i douterais, 
car vers toi n'aura pooir. 

521. trestotes les dens 11 trarais, 
en la terre les semerais, 
qe o les bues aurais aree. 

526. senpre veräis . . neslrc 
de dens Chevaliers toz armes. 

540. aprez iraiz ver le monton. 

543. isneiement fai ton afaire. 

544. et isneiement t'en repaire. 
551. entre scs braz Jason la prent, 

Cent fois la baise doucement. 
573. onqes ne vi q'om i alast 
qi arriere s'en retomast. 
U deu i ont lor garde mise. 



9196. si gienc dd zeioem schrloe. 

9290. daz bilde wunneclich gestalt. 

9232. ottch wil ich eine salbeo 
iu geben zeiner stiure . . . 
swer sich dA mite bestriebet, 
friunt herre, dem entwichet 
des wilden fiures flamme. 

9198. ein vingerlln iiur unde h^ch, 
darinne lac ein edelsleio, 
der bezzer denne gaoft erschein 
und aller beste mohte sin. 

9224. swer ez an stner hende Ifelt, 
dem schadet keiner slahte dinc 

9210. und als ir wellent daz loch 

spehen 
kein mensche künne üf erden, 
s6 lAnt gek^ret werden 
den liebten stein iu iawer hant. 

9299. euch ftierent ^einer hande 
Schrift. 

9304. die schrift die lesent drlstani 
und k^rent iuch g^n Orient. 

9257. dar zuo wir! iu von mir 

gegeben 
ein lim, der kau s6 vaste debeo, 
daz sich von stnen kreftao 
kein sache mac entheften, 
diu mit ime beriieret wirt. 

9266. s6 werfent, helt gehlure, 
in beidiu naselöcher in 
den Hm s6 rehte vaste hin. 

9272. s6 wirt daz fiur verstretet. 

9275. daz si zehant beginnent em. 

9278. dar nAch sd wirt der wilde 

slange dA von Iu gesehen. 

und als ir den beginnent speben, 

s6 k^rent balde ikf stne trift. 

er wirfet üiz fiur unde gift: 

daz schadet iu niht umbe ein ei. 

9326. s6 sejent alle stne zene 

in manige furch dk uAhe bt, 

diu von den ohsen geret st. 

9331. s6 wahsent ritter ta in dl. 
9338. dar nAch 66 k^rent drAte 

hin zuo dem wider alzehant. 
9349. noch sdment iuch niht langer. 
9352. und tlent her ze hüse dan. 
9370. ir munt durlluhtic rAsen rAt 

güetliche dA geküsset wart. 
9406. wan ez enkam nie mensche wider 

der nAch der wollen ie geranc. 

der göte wille und ir gedanc 

hAnt si mit kraft behuetet. 



*) In der folgenden Zeile lies veant. 
**) Frommann Fa. 



EINLEITUNG. 



ICt 



5S3. lai eo toi ee.qe tu foldnlz. 9418. dar über toont ir «U ir weit. 

lek habe nur die wortiiehen Uebereinstimmungen ausgewählt : im 
aiigamuiMeH enteprieht der frantÖsisehen eine deutsehe Reimzeile. Das 
Ferhältniu ist also hier ein anderes als wo Konrad dem lateinischen 
Texte gegenübersteht, dessen grossere Gedrungenheit den deutschen Be- 
arbeiter zu grosserer Ju^ührlichkeit bewojg; so dau auf einen Hexa- 
meter durehsehnittUeh mehr als zwei Kurzzeilen kommen, Aber doch 
ist der /ranzSsisehe Text immer noch ein wenig gedrungener als der 
deutsehe. 

Für das Selbstgespräch der Medea {trqf. 8618 — 8792) hat Konrad 
den Quid benutzt, und zwar 1, 11 — 71, ziemHeh genau dem Texte 
folgend. 



Omd. 

7, 10. et loctata diu 
postquam ratione 
ftirorem 

Tiocere dod poterat 
*frastra, Medea. repugnas*. 

13. Disi boc est ant aliqnid certe 
siniile baic qaod amare vocatar. 

15. cur quem modo denique ytdi, 
■e pereat timeo? qoae 
tanti causa timoris? 

17. excute virgineo eonceptas pec- 
tore flammas 

19. aUiidqae Copido . . 
suadet. 

20. Video meliora proboque: 
deteriora seqoor. 



22. et tbalamos alleni concipis 

ofMsT 
21. quid in ho&pite regia Tirgo 

omis? . . Tivat an ille 

ocddat, in dls est: 

Tivat tarnen! idqne preeari vel 

sine amore licet: qoid enim 

eoniBiisit lasen? 
32. boc ego si patiar, tarn me de 

tigride natam, tarn femun et 

scopolos geslare in corde fatebor. 



39. nescio qois advena. 
41. virqae aÜ allerins . . aliam- 
▼• potent pneponerenobis. 



Konrad. 

8614. und dA si bt der ztte 
ir willen und ir zaoversibt 
Yon im gescbeiden mohte nibt, 
dA spracn si wider sich zehant 
*mit stHte bin ich an gerant 
vergebene min gemüete. 

8628. mich dunket swaz mich twinge 
daz si diu Minne und anders nibt. 

8642. ein gast der lützel mich besUt 
und den ich seiden ie gesach, 
durch waz sol ich des ungemacb 
erwenden. 

8652. ich tumbiu 8innel6se magt 
sol den gedenken widerstreben, 
die mtnem herzen sint gegeben 
von der minne r&te. 
ich wil hie von mir drite 
ir flammen trfben alzehant. 

8660. ich h4n daz weger spil ersehen 
und daz unweger euch dA bt . . . 
daz guote ist mir unmcre 
und daz arge lieber vil. 

8676. waz touc diu friuntschaft wilde, 
die man an vremde liute treit? 

8680. ich sol mich tuon des willen abe 
der üf den gast von gründe senet. 
Wirt er des tAdes hie gewenet, 
daz st gar Ane mtnen haz. 
warum^ t»te ich aber daz, 
daz ich in lieze sterben? 

8688. ein tigris bete mich getragen., 
ob ich sA reines mannes llp 
g»b in des tAdes smerzen. 
ich were an mtnem henen 
gellch den horten vlinsen. 

8703. der komen ist alr^rst du her. 

8745. daz er dA kehse mtnen itp 
und er dA neme ein ander wip. 



YCIl 



EINLlßlTÜNG. 



43. sed non is vultus in Ülo, 

noD ea nobiliUs animo est, 

ea gratia formae, 

ut timeam fraudem. 
46. et dabit ante fidem cogam- 

que in foedera testes esse deos. 
62. quid qnod nescio qui mediis 

concurrere in andis 

dicunlur montes ratibasque 

inimica Cbarybdis. 
67. nempe tenens quod amo 

gremioque in lasonis haeren» 

per freta longa trahar : nibil 

illuni amplexa \erebor, aut si 

quid metuam, metuam de con- 

juge solo. 
51. ergo ego germanam fratremque 

patremque . . relinquam? 



8748. docb wttne ich niht daz er . 
daz tuo: 
sin 11p der ist s6 tugenthafl, 
daz er mit ganzer st«te kraft 
mich triutet iemer m^re. 

8754. bt triuwen und mit eiden 
muoz er mir geloben ^. 

8760. wie sol ich aber komen dar 
üf dem mere tief und wit, 
dA wildeiz wunder inne llt 
den kielen zeiner lüge? 
dk wil ich Af dem w4ge 
mich zuo Jas6ne smttcken. 
swenn ich beginne drücken 
mich in sine linde sch6z, 
so wirde ich aller vorhte bl6z 
und aller sorgen eine. 

8786. wan ob ich mit im über sk 
von mtuen friunden kdre. 



j4ber auch im weitern Verlat^ der Geschichte von Jason und Medea 
hat Honrad den Ovid benuht: %war seheint er in der Schilderung der 
Käntjife, die Jason zu bestehen hat, noch Benoit zu folgen, wie eine 
Stelle {Germania 2, 72) wahrscheinlich macht. 



Benott, 

s'un poi durast plus la bataille, 
senpre fust mors Yason sanz faille. 
les dens li trait, se n'a semee 
la terre q'il avoit aree. 
senpres en sont Chevalier ne, 
de lor armes bien adobe. 
en es le pas le corrent sore. 



Konrad. 

9961. die (zene) warf er unde sAte 
in manic furch vil drAte, 
diu von den pfarren in den wert 
was vil schöne und ebene gert . . . 
d6 wurden starke liute Az in, 
die wol verwApent wftren, 
und . . vAren begunden kampfes. 



Aliein schon die folgende Zeile bei Benott oucis se sont en petil 
d*ore seheint zu beweisen, dass der französische Dichter sieh hier kürzer 
fasste als Konrad, Bei diesem stimmen einige Ferse der Kämpfe mit 
Ovid, was. aber auch so erklärt werden kann, dass Benott den lateini- 
schen Text benutzte. 



Ovid, 

118. suppositosque jugo 
pondus grave cogit aratri 

ducere et insuetum 

ferro proscindere campum. 
121. galea tum sumit 

ahena 

vipereos dentes et aratos 

spargit in agros. 
124. fiuntque sati nova 

Corpora dentes . . . 

simul edita coneutit 

arma. 



Konrad, 

9748. ein pfluoc an si geheftet 
was mit starkem tsen, 
den si begunden wlsen 
unde ziehen durch den wert, 
er wart dA von in beiden gert. 

9961. die warf er unde sAte 
in manic furch vil drAte, 
diu von den pfarren in den wert 
was vil schöne und ebene gert; 

9966. nu daz der ritter unvenagt 
die zene sus gesAte hin, 
dö wurden starke liate Ai in, 
die wol verwApent wAreo. 



EINLEITUNG. 



XCIIl 



Damit vergieiehe man die eben ettierfe Stelle Benoits. Den Emgfmng 
des Paaret bei Pelias hat Benoit noch : aber die Bache der Medea fehlt, 
er sagt {Germania 2, 72) 

de sa vie ni de son fait 
ne sera plus par moi relrait. 
je ne la trais mie eo sest liure 
ne Daires plus n'en velt escriure, 
ne Beneois pas nes alonge 
ne ja n*i acroisira mensoigne: 
Daires n'en fall plus mendon; 

wodurch die Fermuthung, BenoU habe den Ovid gekannt und an dieser 
Stelle im Auge gehabt, an tf^ahrseheinUehkeit gewinnt. Konrad da- 
gegen folgt dem Ovid noch weiter, zwar nicht so treu wie bisher, aber 
doch so dass die Anklänge noch emjfunden werden können. 



Ovid. 

162. sed abest gratantibus 

Aeson, 

jam propior leto fessusqoe seni- 

libas anois. 
168. deme meis annis et deinptos 

adde parenti. 
170. dissimilemque aninram aubiit 

Aeeta relictos. 
176. arte mea soceri longum 

tentabimns aevam. 
1S2. Testes indota recinctas. 

185. homines Yolucresque feras- 

qae 

soWerat alta qnies. 
181. et solida terras spectavit 

imagine luna. 

194. tnqne triceps Hecate, quae 
eoeptis conscia nostris 
adJQtrixqne venis cantusque artes- 
qne magamro. 

219. aderat demissus ab aelhere 
carms. 

220. quo simul ascendit frenata- 
qae colla draconum permulsit 
manibnsqne leves agitavit ha- 
benas, snblimis rapilur. 



221. Tbessala Tempe despicit. 



Bon r ad. 

10288, wan daz stn vater Esod 
dekeiner wanne nnohte pflegen, 
stn hAebgemäete was gelegen 
in unkrefte manic jAr. 

10398. daz ir mtner jagent 
ein teil beginnent i^f in legen. 

1 0422. ich hAn verworht ^r unde leben 
anmlnem vater leider, 0/c. — 10435. 

10452. s6 Wirt er von mir widerborn 
an kreften und an jugende ; vgl. 55. 

10494. und zierte mit der wate sich, 
der si bedorlte üf eine vart. 

10505. daz alliu crAAtiure, 
gehiure und ungebiure, 
an ir gemach sIeich unde zAch etc. 

10510. und schein der mAne wun- 

neclich 
durch die wölken tAsö dhr. 

10528. ein gtfttn Eckaten genant, 
diu mit ir meisterschefte pflac 
der zouberle manegen tac, 
seht die beswuor si tiure, 
daz si geruochte ir stiure . . . senden. 

10566. ein wagen der wart ir gesant, 
den vier snelle tracken zugen, 
die vor im üz dem lüfte vlugen. 

10574. Af den wagen und dar tn 
gie sie da balde sitzen 
und schuof mit h6hen witzen, 
daz sich die trachen ruorlen 
und si von dannen f^orten. 

10604. Thessaliä daz wilde laut. 



Die Ltiftfährt der Medea, wobei viele Oertlichkeiten berührt werden, 
kürzt Konrad ab: er setzt für Ossa Pehon Othrys Pindus Olympus nur 
10605 di Tfl der h6hen berge st4t, und sagt dann 10608 ich wil die 



XCIV 



EINLEITUNG. 



rede künen: grade so wie AWreeht auch bei Auf%ählung antiker Oeri- 
h'ehkeiten abkürzt, f^eiter heint et bei 



Ovid. 
236. Dec eraDt tacti nisi 
odore dracones: 
et tarnen aonosae pel- 
lem posuere senectae. 

Bei Ovid bleibt sie neun 

238. constitit adveniens ci- 
tra limenque foresque, 
et tantum coelo tegitnr 
reftigitque viriles 
contactQS 

247. aeneaqne invergens te- 
pidi carchesia lactis. 

273. quibus insuper addit 
ora capatque novem cor- 
Dids saecola paasae. 

272. nee deftiit iUi sqaamea 
... teanismembrana chelydri. 

273. vivacisqae jecar cervi. 
2S2. et qnacunqne cayo spa- 

roas ejecit abeno 
ignis et in terram gottae 
cecidere calentes, 
veraat hntnns floresque et 
mollia pabnla snrgunt. 
279. ecce yetas calido versa- 
tus stipes abeno 
fit viridis primo, nee 
longo tempore frondem 
induit: et snbito gra- 
vidis oneratur olivis. 

252. Aesonis effoetam pro- 
fern corpus . . juttsit. 

256. procul binc jnbet Ire 
niinistros. 

253. et in plenos resolntum 
earmine somnos 
eianimi similem stratis 
porreiit in berbis. 

259. multlfidas faces in 
fossa sanguinis atra tingnit. 

285. quod simnlae vidit 
stricto Medea recludit 
ense senis jugulam. 

286. veteremque eiire cm- 
orem passa. 

287. replet succis : quos 
postquam combibit Aeson 
aat ore acceptos aot vol- 
nere, barbt eomaeqae 



Konrad. 
10616. in was ir altez vel entrisen 
von der guoten würze tugent. 
ein ander bot von niuwer jugent 
was in gewabsen üf der vart. 

Tage fort, bei Xonrad 10627 vierzehn Tage. 

10630. dd lie sieb diu getrinwe nider 
für die stat üf einen plAn, 
durcb daz die würzen möhten hin 
luft nnde vriscbe winde. 
An allez ingesinde 
beleip diu guote aleine. 
10645. ein niuwrr baven irin 
dA leite si diu kriuter tn. 
10670. von ir gewunnen was ein kri 
diu wol bundertjeric scbein . . 
der scbedel und des kopfes bein. 
10679. oucb betes einen slangen 
begriffen und gevangen. 
10698. oucb eines alten birzes hom. 
10708. swaz tropfen Az dem walle viel, 
Ak wurden kriuter öz iesA . . . 
der scbüm der ab den würzen trouf 
der scbuof daz er zebant gebar 
kröt unde bluomen lieht gevar 
und er sieb muoste emiuwen. 
10711. eins dürren tfleboumes Hs, 
mit dem diu küniginne wts 
dA ruorte ir arzente, 
und d6 diu wandeis frie 
den ast ber üz dem baven tete, 
d6 wart er . . 9h grüene von dem saffe gnot, 
daz an im wuobs loup und bloot. 
10736. dA biez diu wolbedAbte 
bringen ir den künic dar. 
10742. si treip daz ingesinde 
von ir allez in die stat. 
10746. si rünte im einer slahte wort 
dar in stn 6ren beide, 
d4 von er zuo der beide 
viel in marmels und entslief. 
10750. gemachet wart ein gruobe tief 
von der frouwen in den hert. 
10754. ein mezzer . . gesetzet wart an stnen 
kragen und im gestochen und geslagen 
durcb ein Ader an der kein. 
10760. swaz in im altes bluotes was, 
daz lie si von im triefen. 
10780. und g6z im in die wunden 
der tiurcn arzente saf. 
und d6 diu selbe in Arst getraf 
und im diu lid«r stn durchgiene. 



EINLEITUNG. 



xev 



caoitic posita oigram 

rapoere colorem. 
293. antequalQordenos hanc 

se remiDiscilar annos. 
301. Colehis amicitiae men- 

dacis imagfae coepit. 
297. odiam cum conjuge 

ralsQin 

Pbaslas assiDinlat: Peliae- 

qne ad limioa supplex 

coofugit. 

305. arte saam parili re- 
fireseere posse parentem. 

312. proünas inDumeris ef- 
foetns laniger aonis 
atlrahitnr. 

313. fleio drcnm cava 
icmpora cofdu. 

314. et tener aaditur medto 
balaias aheno. 

321. lascmtqae fuga. 
320. balatum miraDtibus. 
342. caecaque dant saevis 

aversae valoera dextris. 
346. quid facitis, gnatae? 

quid TOS in fata pareotis 

armat? 
350. qaod nisi penoatis ser- 

peotibus isset in aaras. 



dA Dam der künie und enpfienc 

dar in sin berze blüende jagen t. 

er was an kreAen und an tugent 

als er vor drizic jAren was. 
10927. MMH was in beiden trAt. 

ouch Seite si dai überlüt . . . 

JAson der tet ir manic leit 

und breche an ir sin £re gar. 

da von si wxre komen dar 

und wolte da bellben 

biz er von ir vertrtben 

begnnde vientlichen baz. 
10954. alsA daz unser vater alt 

werd OQcb von in gejnnget bie. 
llOlO. st giengen und gewannen 

scbier einen wider ungestalt, 

der was unmaezeclichen alt 

und bete sine krafi verlorn. 

an im was anders nibt wan bom, 

unde ein büt zsb als ein wide. 
11044. oucb b6rte man in biAren 

alsam' ein jungez lembeltn. 
11053. erjunget und ergeilet. 
11056. daz dübte ein wunderlicbez dine. 
11108. daz si diu swert d6 bt der vrist 

durcb in stAcben alzebant. 
11113. waz went ir Wunders ane gAn, 

vil werden tobter mtn, lAnt stAn . . 

went ir sus micb ermürden bie? 
11140. dA biez diu frouwe komen dar 

die wilden tracken und den wagen. 



j4n Benoit sehiiesst tick auch die mittelnied&rländische Bearbeitung 
des Trojanerkrieges, von Jacob von Maerlant, an, wie schon Jonckbloet 
bemerkt hat. Es möge genügen eine Stelle su vergleichen, vm die Art 
und IVeise der niederländischen Behandlung des französischen Originals 
erkennen su lassen. 



Benott 
{Germania 2, 65). 
Li rois es cbanbres envoia 
e si tramisC por Bfedea, 
cfest ane fille q^il avoit, 
qe de molt grant bia ute estoit.. 
molt sot d'angin e de tneistrie, 
de eonjur e de sorcerie: 
assez i ot s'entente mise. 
molt estoit sage et bien aprise. 
[d'Jastronomie e nigromance 
ot tote aprise en sa enfance. 
d'artsavoitmoU e de conjure, 
del Jor fasoit la nuit oseure 

tf. s. w. 



Jacob von Maerlant 
(Blommaert 2, 75). 
Die coninc deedse in die camere gaen, 
omme Media sendde bi säen, 
dat was sijn docbtre, als ict las, 
die utermaten scone was, 
ende meer ioverien conde, 
dan iemene dede in dien stonde. 



nigromancie badsoe geleert 
ende baer van kinde daer an gekeert: 
daer af wiste soe sulke cracbt, 
van dage maecte soe wel nacht 

u, s. %o. 



Man sieht aus diesen wenigen Zeilen, dass die Bearbeitung Maer- 



xcvi EINLEITUNG. 

ianis eine viel treuere i$t als die der deuteeken Dichter, wie denn 
überhaupt die Niederländer sieh viel sklavischer an die französische 
Poesie angeschlossen und geringere Selbständigkeit zeigen. Eine andere 
von Maerlant verschiedene mittelniederländische Bearbeitung folgt eben- 
falls Benoit, Hoffmann, Uebern'eht (2. Ausgabe) Nr. 33. Kurz erzählt 
die Geschichte Jasons und Medeas Dirk Potter (mxxiuen locp 1, 552 — 713); 
derselbe hat im vierten Buche 495 — 590 die Rache Medeas an Pelias (er 
heisst hier wie bei Konrad Peleus) so wie an Creusa und ihren eignen 
Kindern (Metam. 7, 297—403). 

p'on englischen Dichtern gedenkt der Sage Chaucer, S, 17 Bell, 

bul false Jasooo with his doublenesse 
that was uotrewe at Colkos to Mede. 

Gower erzählt (1 , 365) wie Medea ihre Kinder ermordet; dasselbe 
nochmals mit der übrigen Geschichte Jasons und Medeas im fünften 
Buche (2, 236 — 268). Auch Lydgate, Gowers Zeitgenosse, behandelt 
den Stoff nach Ovid. 

Wir haben noch die romanischen Bearbeitungen der Sage zu er- 
wähnen. Von provenzalischen Dichtem spielt auf sie an Guiraut von 
Calanson, Bartsch Denkmäler 96, 13 

pueis aprendras 

de Peleas, 

com el fetz Troja destrair: 

doch gehört die Stelle, wie die Beziehung ai{f Trqja zeigt, wohl kaum 
hierher. Dagegen eine andre in der Flamenca, lex. r'om. 1, 10, 

l'antre contava de Jason 

e del dragon que non hac son. 

Bekannt ist die französische Bearbeitung von le Fivre im fuf{fzehn- 
ten Jahrhundert, wovon sieh unter andern eine Handschrift in der 
Arsenalbibliothek zu Paris {bell, lettr. franf. .227. Pergam, Fol. mit 
Miniaturen) bandet: Hänel S. 353. Eine andre ich weiss nicht ob 
poetische oder prosaische Bearbeitung ist der Uvre de la toison d'or vom 
Bischqf fFilhelm von Toumay, vgl. Hänel, catalogus p. 1031. Eine 
prosaische histoire de la conqu^te de la toison d'or steht in der Pariser 
Handschrift 6953 {Pergam. 15. Jahrh.), P. Paris TL, 336. 

Dass auch die Kunst den Gegenstand liebte beweist ein französischer 
Teppich, der die Geschichte darstellte: vgl. Pfeiffer, zur deutsehen 
Litteraturgeschiehte S. \\. 

Die Erzählung von Minos Sohne Androgeos, die Ovid {1 , 458) nur 
berührt, berichtet, in Uebereinstimmung mit Albrecht {ß'iekram Hb) 
au^hrlicher Dirk Potter, im minneu loep 1, 1351 — 1370. Sowohl 
der deutsehe als der niederländisehe Dichter hatten daher wohl einen 
eommentierten Ovid vor sieh, aus dem sie die weitere Au^hrung nah- 
men. Dass Dirk Potter unmittelbar aus Ovid schöpfte, geht unter 



EINLEITUNG. ^CVU 

änierm au» Metam. 7, 458 hervor, weichen Fer» Dirk Pötter \, 1374. 
75 so übersetzt 

om te wreeken sinen sooe, 
die so jamerlijk was yermoort. 

Dirk Potter hat auch die den Sehluts des siebenten Buches bildende 
Gese&ickte von Proeris und Cephaius {Metam. 7, 690—862) im minnen 
loep 4, 2033-2210 augenscheinlich nach Ovid erzählt, 

j4eAtes Buch. Die erste Geschichte desselben, von Scyllas iM^e 
zu Minos (8, 1 — 151) erzählt Dirk Potter nach Ovid im ersten Buche 
»OS— 2335. 

Die Sagen von Theseus, die Ovid an verschiedenen Stellen der 
Metamorphosen berührt (z. B. 1, 404) kommen auch im achten Buche 
ror, «M» die Besiegung des Minotauren (S, 171 — 182) so wie die Ent- 
führung der Jriadne erzählt wird. Fon diesem Punkte seines Lebens 
scheint auck das Mittelalter die meiste Kenntniss gehabt zu haben, wie 
die j4nspielungen zeigen. In Lamberts Floridus (um 1120) Jindet sieh 
die Gesekiehte des Minotaurus, in der Uaager Handschrift (17 c) mU 
einer Abbildung, Serapeum 3^ 149: als domos Dedali m einer andern 
Bs,, Serapeum 6, 61. 

Ariadne als Wirten d. h. *Frau des Bacchus erwähnt Notker, 
Marc. Cap. 2, 1 (ßattemer 3, 319). 

Fon deutschen Dichtern bezieht sieh attf die Sage Heinrich von dem 
THrlim, Krone 11576 

uod d6 der künec Thte^us 
wart ouch in den t6t versant . . 
oDd dt sich mit dem t6de räch 
jcmerllchen Adriachnes. 

j4uek Ronrad, Trojanerkr. 22143 spielt auf Ariadne an, aber nicht 
neck den Metamorphosen, sondern den epist. heroid., vgl. oben S. XXXII, 

Dirk Potter, minnen loep 1^ 1405 — 1632 und noekmals Z, 168—221 
erzählt die Geschichte mit Benutzung der Metam. und des zehnten 
Britfes, aber abweichend im Schlüsse, indem sich Ariadne (Adriane) 
ertränkt. Auch Chaucer erzählt sie in der Legende of goode women 
unter dem Titel legenda Adriane de Athenes, 8, 102 — 111. Ebenso 
Cewer, 1, 302—311 Pauli, der die Geschichte des Minotaur, und von 
Theseus und Ariadne benchtet. 

F'on provenzalischen Dichtem kennt im zwofften Jahrhundert die 
Sage vom Minotaur (hiiraut von Calanson, der ihn, Denkmäler 96, 28 
semit«ar nennt. Das Forkommen von Theseus im französischen Roman 
9on Atkis und ProphiUas, wo Pyrithous sein Sohn ist, hat nur antiken • 
.Vffflteii, aber keine Beziehung zur Sage, 

Der Sage von Daedalus und learus (S, 183 — 235) wird bei deutschen 
Dichtem gar niekt gedacht. Zwar begegnet ein alter weiser Meister 
Bedelus im fFilkelm von Oesterreieh (Zeitschrift \, 220), aber auch 
[XXXTIIL] g 



xevui EINLEITUNG. 

A'«fe EruMMM9g kmt nur den alten Namen und niekts von der aiten 
Sage. *) f^on engiisehen Diehtem erzählt sie Gower, im viertem Buch 
der eonfessio, 2, 36—37 PauU. 

Zahlreich nnd die Ampielungen bei provemalisehen Diehtem. im 
zwölften Jahrhundert bei Bertran Paris von Rovergue, Barteeh, Denk- 
mäler 87, 20—24, 

ni com issi Dedalas de voUn 
dins de la tor, on sofri man türmen, 
ni com passet Perdici son mandamen, 
car se ders tant ques cujet enantir, 
per qu*en la mar Tavenc mort a sufrir. 

Die Ferweehselung von learut mit Perdiex beruht dara^f, dass 
bei Ovid (8, 236 — 259) unmittelbar darai^f die Feru*andlung de$ 
Rebhuhns (perdix) erzählt un'rd, 

Guiraut von Calaneon, Denkmäler 96, 25 — 27, 

de Dedahis, 
de Jacams, 
com voleroD per graa dczir. 

Im dreizehnten Jahrhundert gedenkt der Sage die Vlamenca, lex, 

roman 1, tl 

Fantre corotet con Dedalas 
sanp ben volar et d'Icams, 
CO nenget per sa lei^ria. 

Guilhem Magret, Raynouard 3, 423, 

qu'en la maiio de Dedalas 
m'a mes amors aman reclos. 

Ricard von Berbezilh, Raynouard 5, 434, 

ben sal qa'amors es tant grans, 

qae lea me pot perdonar, 

s'iea failli per sobramar, 

ni reignei cum Dedalas, 

qye dis qu'el era Jhesos, 

e volc volar al cel oatracaidans: 

mas dieus baisset Forguelb e lo sobrans. 

Jus der Geschichte des kaly donischen Ebers (8, 260—545) kenne 
ich nur eine Beziehung, aber die älteste überhaupt in der deutsehen 
Literatur a^f Ovid: die Besehreibung desselben (8, 282 Jf.) scheint dem 
bekannten ahd. Fersen der sangallisehen Rhetorik {/Fackem. Lesebuch 
112, 3—8) zum Forbilde gedient zu haben: 

Imo eint i&oie 
HftodermAze, 
imo sint barste 
ebenb6 forste, 

*) Das Labyrinth erwähnt Notker im Boethius (Hattetner 3, 155), 
we sich auch eine datafi^ bezugliehe Zeichnung Jtndct. 



EINLEITUNG. xcii 

Wide len« stne 
xwelifeiot^e* 

im dtr BesekreAung stimmt aueh mehrfaek mit Ovid und Aikfekt 
am in, dem Mbem weisen Meistern gegebene, vgl, Kelter, altdeutsche 
Gsdiekte S. b»--GO. 

Neuntes Buch. Hier gedenke ich zuerst der Smgen von Hercules, 
Er wird erwähnt von Rudo(f im Bar lamm 245^ 7 

Hercules sol g^ret wesen: 
swer Yon lorne wil genesen, 
der sol minoen stn gebot 

emd 251, 39, so wie 255, 3~tO; ^ 

ein trenker was Hercules, 
von dem stt ir bewiset des, 
dtt er dardi tobenden uofuoc 
stn iiut und stn kint ersiuoc 
und daz der verworfate man 
an stnes Itbes zil verbran; 
vll jimerltchen er verdarp, 
In einem viure er erstarp. 

Ferner com Dichter der Erlösung 6512 
Pirts Hecior Hercules; 

tu der Krone 115S2— 87 

und der küene Hercules 

in einem hemede verbran, 

und ouch umb den selben man 

vrou J61es t6t geUc, 

diu ir und ime einen slac 

des i6de8 von ir schulden gap, 

veas eine direkte Bciiehnng a^f Ovid recht gut sein kann. 

Der jüngere Titurel 99, 4 erwähnt Ovidium und Herculem. 
Ebenda 313, 3 wird ihm Kenntniss der Edelsteine beigelegt, 

die von PlUgoras der allen kunsle 
und von Hercules der sleine krefte 
von natüre erkanten. 

Im Lohengrin 215/2. sagt Klingxor: 

des kunst ich verrer suoche danne ein Hercules. 
Passional R, 499, 12 

nAch helfe er gote anerief, 
Herculem und Jupiter. 

In einem NeidhartUede des alten Druckes, Hagen 3, 768«, aber 

ohne Besiehung auf die antike Sage^ 

er H^t mir in dem henen, 
Hercules Ist er genant. 

Eine seltsam missverstandene Beziehung avj die Sage hat Volker 
im Boetkius {Hattemer 3, 120) wo Aldbiadss erwähnt wird; wir ne 



c EINLEITUNG. 

wizen wer diu scAna Alcibias was, toh cnuoge rAtisc6eD daz si Herculis 
muoter w^re, wanda er Aleides hiez : eine Bemerkung die nach Hatlemer 
in der Hs, geltigt tet, wohl vom f^erfauer gelbst, der seinen Irrtum 
nachher erkannte. Des Hercules erwähnt Notker noch ebend. 3, 141. 
192. 353; seine »wö{f Arbeiten 3, 210—211. Dass bei den Sagen von 
Hercules Notker auch Ovid benutzte geht aus Z, 210 a hervor, wo er 
von den Harpyien sagl: aber Ovidius heizet sie Siiphalidas, a Stiphalo 
fluvio, pt deroo Hercules mit in faht; vgl. Metam. 9, 187. 

Die Geschichte des Hercules und Nessus, so wie die Verbrennung 
des Hercules hat auch Konrad in seinen Trojanerkrieg atifgenomfnen, 
wo er sie von Filot|i6tes (Philoetet) erzählen lässt. Es liegt nahe auch 
hier wieder an Ovid als Konrads Quelle %u denken: in der That ßnden 
sich Uebereinstimmungen , wenn auch im Ganten die Darsieliung 
bei Konrad den Eindruck einer freien Behandlung macht und daher 
wohl nicht auf Ovid suriickztjuhren ist. Man vergleiche fönende 
Stellen bei 



Ovid. 

9,104. venerat Eveni rapidas 

Jove natos ad undas . . 

vorticibusqoe freqoens erat 

atque impcrvias amnis. 
107. intrepidnm pro sc, cn- 

ram de conjuge agentcm 

Nessus adit. 
109. ofßcioque meo ripa sis- 

telur in illa. 
127. et missa fugientia ter- 

ga sagitta 

trajicit : extabat ferrum 

de pectore aduncum. 
130. miitus Lernaei tabe 

veneni. 

132. et caiido velamina 
tincta cruore 
dat munus raptae. 

140. Amphitryoniaden Joles 
ardore teneri. 

152. Omnibus illa 
praetulit imbutam Nessaeo 
sanguine vestem 
mittcre, quae vires defecto 
reddat amori. 

155. ignaroque Licbae quid 
tradat nescia Inctus ipsa 
suos tradit : blandis- 
que miserrima verbis 



Konrad. 

379S0. nu daz er Af der strAze fuor, 

d6 kMn er an ein wazzer tief, 

daz alsA rehtc balde lief, 

daz man ez gar unsanfte wuot. 
37992. und d6 der ritter äz genomen 

dis angest umb ir Itp gewan, 

d6 kam ein ungetriuwer man. 
38030. mit senftebsren dingen 

Wirt si ze Stade von mir geholt. 
3S089. schöz er in kurzer wtle 

mit einem snellen pftle . . . 

diu strdle im in stn herze brach 

und dranc im dur stn rückebein. 
38098. verlüppct mit vergiften 

was der pfll, der in dö traf, 

in eines slangen eitersaf. 
38108. nam . . stn hemdc bt den stunden 

und naztez in der wunden 

mit bluote genzlich unde gar. 

er b6t cz Dtantren dar. 
38186. dar nAch begunde er . . . 

ein ander vrouwen minnen, 

diu was geheizen Jöld. 
38268. des hemdes . . daz ir Nessus 

der tAte dA gegeben h«te . . 

und wolle gerne daz gewan t 

ir frlundc senden bl der ztt, 

dar nmbe daz er würde slt 

gereizet üf ir minne als k. 
38283. hiez einen knehl d6 vür sich komen . 

Llcas der selbe was genant . . 
si clagle ir höhen swnre 
und ir vil strengoz jAmer im. 



EINLEITUNG. 



€1 



doo« det iJla viro 

mandaC. 
157. capU ioscius heros: 

ioduiUirqiie bumeris Ler- 

naeac virus eehidnac. 
tBl. incaluit vis illa 

mali resolutaque Oamniis 

Herroieos abiit late dif- 

fiEM per artiis. 
Itv't. dum potuil solita gemi- 

tuoi %i flute repressit. 
166. nee mora: Iclifcram 

conator sciodere vestem. 

qua trabitar trabU illa 

futem, Toeduinque relatu, 

aat baeret membris frostra 

tentafa revelli, 

aut laceros arius et gran- 

dia detcgit ossa. 
iTo. ipse cruor gelido ceu 

qaondam lamina caudens 

lineta laca stridit coqui- 

tarque. 

173. caemlensque fluit toto 
de corpore sudor. 

174. caecaque medaUis tabe 
liqoefactis. 

2i>4. perqoe altam saucius 
Oeteo . . graditur. 

230. arboribos caesis quas 
ardua gesserat Oete. 

211. ecce LIcban trepidum 
et latilanlem rupe cavata 
aspidt: utqoe dolor ra- 
biem collegerat omnem 
'tane, Licba,' dixit, *feralia 
dona tolisti?* 

217. corripit AJcides et 
lerqoe qoaterqae rotatum 
miitit in Euboicas, tor- 
mento fortios, undas. 



231. ioque pyram struetis. 



*dii bemde, tröt geselle, Dim . . 

brioc im die selben Itnwit, 
38393. daz hemde r6t von bluote 

nam Hercules der guote 

mit willen unde leite ez an. 
38404. dö der verworbten gifle saf 

an stner hiute erwärmte . . . 

wan er gewan den smerzen, 

der im biz Af die s^le dranc. 
38502. und b«te stner swcre 

dö widerstanden gerne. 
3S510. d6 zarte er mit den hcnden 

daz bemde von der biute stn . . 

brät unde vieiscb bracb er dermite 

ab stme vlcische linde, 

und zarte so geswinde 

die veigen engesHchen wAt, 

daz im daz verb biz üf den grit 

wart scbiere endecket und enbarl. 
38532. sin bluot von starker bilze s6t 

reht als ein bll von glüete. 



384 18. von angestbsren dingen 

verg6z er dö bluot unde sweiz. 
38414. diu gifl begunde 

biz df daz marc da dringen; vgi. 38504. 
38500. daz velt lief er (d uode nider 

als ob er tobic waere. 
38576. boum unde stüden manicvalt 

die roufle er ta der erden. 
38549. db slouf er in ein tiefez hol . . 

dö saeh in zuo der scbrunden 

geswinde gilben Hercules . . . 

du ^arnest' sprach er *zwAre 

den jämmerlichen prisant, 

den mir dtn vrouwe hAt gesant. 
38563. sus warf er in geswinde . . 

von dem gebirge bl der ztt. 

verr in daz mer tief unde wtt 

wart er von im geswenket 

und in dem wäge ertrenket 

von slner starken bende. 
38580. est unde hohes wunder 

begunde er legen an den r6sl. 



231—233 ZZ troj. 38602—3. 38636—41. 



235. coDgeriem silvae Ne- 
maeo vellere summa m 
!4enits, et imposita ciavae 
crrvice recombis. 



38695. eines grimmen löwen hat 
die spreite min geselle trüt 
des mAles üif die beizen koln . . 
and leite zuo dem boubte stn 
ouch stnen kolben stehelln. 



Es kann demnach nicht %wcifelhitft sein, dass Konrad den Om'd 
wenigstens mitbenutzte. 



Cif EINLEITUNG. 

Hereuiei Tod enäkU John Gower, eonfestio 1, 23t— 237 nach 
Ovid, wie er eeihet sagt 1 , 236 

and as the clerke Ovide telleth. 

Den Kamjif des Hercules mit Aehelous, so wie den Tod des Nessns 
derselbe 2, 70 — 73, im vierten Buche der confessio. 

fTahrscheinUch aus Ovid kannte die Sage Notker, der im Boethius 
{Hattemer 3, 53) sagt: fabale sagent taz Achelovs amnis Üv lo Greda 
rinnet le faire worteniu mit Hercule fuhte unde Hercules temo farre daz 
hörn abe sluoge ande er iz kAbe Gnnhte, diu ministra ist Fortune, daz 
si iro vrowün guot mit temo üz kAbe. Notker berührt sie noeh einmal, 
3, 21 ly wo eine der mittelalterlichen Anschauung gemässe Deutung 
hinzug^gt wird, 

Auch die lateinisclie Poesie des Mittelalters besehqftigte sieh mit 
Hercules; ein kurzes Gedicht über seine Kämj^e findet sieh in den 
carmina bnrana S. 125 — 127, und noeh kürzer sind die Ferse de duode- 
cim virtutibus Hercules S, 127 (12 Ferse). Hier ist als eine nahe stehende 
Dichtung auch des Fitalis von Blois Geta %u nennen, dessen auch Hugo 
von Trimberg im registmm multorum auctorum gedenkt. Es behsmäelt 
die Geschichte des Amphitryon und der Alemene, und findet sieh in 
vielen Handschriften, Zu erinnern ist auch an das oben erwähnte dem 
Ovid beigelegte Gedicht de procatione lovis erga Alcmenam (^. X). 
Nach dem Gedichte des Fitalü dichtete John Gower seine Erzählung 
*or GeU and Amphitrione' 1, 242—243 Pauli, 

Auf diesen Stqff bexieht sich auch die Stelle Rudoffs im Barlaam, 
der im iateinisehen Texte nichts ähnliches entspricht, 251 , 24-726 

und G^ti was Archas, 
wie diu mit trügeltcher art 
von disem man betrogen wart. 

Fon provenzaUschen Dichtungen erwähnt des Hereulee nur die 
Flamenca, leof. rom. 1, 10 

l'us comte d'AIcide sa forsa. 

Im fünfzehnten Jahrhundert wurde die Geschichte des Hercules in 
spanischer Prosa bearbeitet: diese trabajos de Hercules, die in einem 
alten Drucke aus Zamora erhallen sind, folgen hauptsäehUeh dem Ovid; 
vgl. Serapeum 1, 59—61. 

Auch die mittelalterliche Kunst nahm Hercules zum Gegenstande: 
F. Michel, recherches sur le commerce des Stoffes de soie 2, 397 er- 
wähnt einen Teppich, der Hercules Thaten darstellte. 

Jupiters Söhne, Minos und Rhadamanthus , die 9, 435 — 36. 
439 — 440 genannt werden, macht Rudoff im Barlaam 252, 3 — 4 mu 
Töchtern, die er Hln6A und Radamantis nennt. Ein fingierter Name 
ist Radhnant im fFartburg- Kriege 120, 7 Simrock. 

fFohl bekannt war dem Mittelalter auch die Erzählung von Bibiis 



EINLEITUNG. CHI 

tfiiif CmunuM (9, 451—664). In Lambert Fiaridus («m 1120) üt «tii 
libdhis de moliere mala a^fgenotnmen, der die Getehiehte der Biblis 
mmrk Ovid in f^ereen erzählt, vgl. Serapeum 3, 165. Im lateiniseken 
Gregvrius at{f dem Steine {Zeitsehri/t 2, 488) Aeitst es 35 at Bybiis 
fratrem dilexH, Uyrrha pareDtem, und ebenda {2, 495) 285 — 286, ego 
SQiD JocasU vel ipsa infelix Myrrha vel Bybiis adaltera fratris. 

fon deutschen Dichtern erwähnt sie Gotifried, Tristan 431, 38 

daz Bibltse Ir hene bracb 
durch ir bmoder mione. 

Fiare 2434 

Dtdd onde Biblis. 

Jedenfalls ist auch an folgender Stelle Biblis gemaint: Minnen- 
lehre 905 

dar nAch Ybilis und Ts6t, 
dar zuo alle mande r6t, 
die ie begerten rolDoe. 

Bei den jtraeenzalischen Dichtem fi$ulan sieh gleie/^alls mehrere 
.Anspielungen: die älteste bei Guiraut von Cabreira, Denkmäler 92, 
26-28 

ni sabs dTlis 

ni de Biblis 

Di de Caumus nuilla faissoD. 

Amaut von Marolh erwähnt, m, Lesebuch 116, 13, 

e Rodocesta ni Biblis. 

Aimerie vonBelenoi, Fauriel 3, 488 

aoc Hytis jom de Biblis 
DO fo tan envejos. 

Die Geschichte von Yphis und Jante {Metam, 9, 668—796) findet 
sieh erzählt bei Gower, confessio 2, 16—18 Pauli. 

Zehntes Buch. In der Ai{fsählung der Götter, die Konrad 
seinem Trqfanerkriege voranschickt, wird auch des Hymenaeus gedacht, 
durch den Ovid den Uebergang vom neunten zum zehnten Buche bildet 
(9, 795. 10, 2). Konrad, trqf. 994 

ein got biez Emin^us, 
der aller briateloufle wicltf 

vgl. Albrecht 31, 513. Auch die carmina burana S. 116 erwähnen den 
Hymenaeus. Notker (Hattemer 3, 263) sagt von ihm: himeneum, den 
alte Mute habeton fare hlgot nnde fare machire allero natürllchcro 
mitewist. 

Konrad, indem er die Fenus schildert (vgl. Metam. 9, 795), legt 
ihr bei ein i\min fackel Ane rouch: damit vergleiche man Metam. 10, 6 
und Wiekram 99» 



Civ EINLEITUNO. 

mit anheil Hymenius quam: 
stn schln enwolde lüchten niecht. 
er hielt eio viwer Ane Hecht, 
rouches vollez obe in. 

Die Sage von Orpheus, die auch die carmioa barana Ä 117 berüh- 
ren, war den devUchen Dichtern eber^ailt bekannt. Aus seiner lateini- 
schen Quelle entlehnt die Kenntnüs Notker {Hattemer Z, 158 /g"), der 
seine Prosa bei dieser Gelegenheit durch Reime unterbricht, un'e schon 
ff^ackemagel (Leseb, 147) bemerkt hat, 

nnde in der waoft scanta, 

der luzzel gemahta 

unde in des wlbes minna I^rla 

diu imo den wuofl rahta; 

daz sang er unde r6z, 

unz ir hella erdr6z, 

unde sus suozo bat er gnAd6n 

die harren dero 8^16n. 

vgl. auch vorher schon 

keteta den wald kAn 
ande die ah4 gestAn. 

f^gl. noch Hattemer 3, 333. 

In der Eneit 94, 40—95, 5 sagt Charon 

her was oueh wUen gevaren 

Orpheus der mAre, 

der gute harphAre, 

her woJde hie holen sin wtb: 

dar umbe heter stnen Hb 

selbe vil nAch verloren. 

Tristan, Lesebuch JF. 445, 38 heisst es von Reinmar dem alten, 
der Nachtigall von Hag^au, 

ich wene Orfenses zunge, 
der alle doene künde, 
diu doenete üz ir munde. 

Bei den Provenzalen begegnet nur eine Anspielung: in der Flamenca, 
lex. roman 1, 10 "»^»^^y 

Vns dis de Pluto, com enblet 
sa bella moiller ad Orpheu. 

Frühe fear die Sage im Mittelalter verbreitet: der Mönch Frou- 
mund von Tegernsee (im zehnten Jahrhundert) sagt in einem Gediehte 
ad^Penngerum abbatem Tegernseensem {Pez, thesaurus anecd 6, 1, 

dulcifer aat fabulas possem componere mendas, 
Orpheus ut canuns Euridicen revocat. 

jotgenden Stellen entnommen sind.). 



EINLKITUNO. CT 

Altfrawuküek gab et wahrteheinlieh schon im »ttolften Jakrhundert 
eine Erzähhtng von Orpheus, wie aus dem roman des sept sages 
27 — 34 zu sehUessen ist: 

et bien aves oi cooler, 

com Alpbeus ala harper 

en iofier por sa femme traire. 

Apollos ra si debooaire, 

ku li reodi par tel cooYeot, 

8*ele oe s'aloit regardaot 

femme est tous jors plaione d'eovie : 

regarda soi par mesproisie, 

wo also Eurydice sieh umtieht. Im Lai de Graelaot {ff^o{f S. 55) 
heisst es 

apres celi d'autre commeoche, 
DOS d'iaas oi noise oi oe teoche: 
Je lai lor sooe d'Orphey. 

Erhalten hat sieh eine französische Bearbeitung des vierzehnten 
Jahrhunderts, von Guillaume Machaut, der 1370 starb (ß^off, S. 239). 
j4ueh ein mittelenglisches Gedieht von Orpheus gibt es: laj of Sir 
Orpheo, bei Riison, metrieal romances 2, 248 — 269, welches auf ein 
bretonisehes FolksUed zurückweist, 

harponrs io Britaio afler thao 

herd how this mervail bigao, 

aod made her of a lay of gode likeiog 

aod oempoed it afler Ihe kiog: 

ihat lay Orpheo is yhote: 

gode 18 the lay, swete is Ihe oote. 

Ji^f die Sage von Ganymed (Metam, \0, 160) bezieht sieh Chaucer, 
6, 212 Bell, 

I oeither am Eoook oe Elye 
ne Bomnlas oe Gaoymede, 

mit Bezug atj Metam, \A, 821. 10, 160. 

Pygmalions Geschichte (10, 243 — 297) erzählt Gower, coofessio 
2, 14 — 16 P. nach Ovid. 

Die Sage von Myrrha (10, 298 — 502) kannte der Dichter des 
latdnisehen Gregorius auf dem Steine {Zeitschrift 2, 4S8. 495) 35. 286, 
vgl. 5. Cfll; so wie Heinrich von dem Türlin, der einzige deutsche 
Dichter, der ihrer erwähnt: vermuthlich direkt aus Ovid, aus dem er 
auch andere Anspielungen entnommen. Krone 11591 — 92 

ood d6 voo der leide gart 
MirrA zeioem boome wart. 

Auf sie spielt an Dirk Potter, miooeo loep 2, 1687 — 88 

had Blirra rcioe miooe ghedragheo, 
doe sij horeo Tader woude behagheo: 

ausfuhr Heh, nach Ovid, erzählt er die Geschichte 3, 363—442, und 



CTi EINLEITUNG. 

noehmalt 3, 695 — 776, wo die Er%ählung von Adonis gieick ango- 
sehiossen ist, wie hei Ovid. 

MyrrKoM erwähnt auch Chaucer, S, 8 Bell, 

tbe Dijrre also that wepeth eyer of kinde; 

und S, 11 

thott woftil myrre that feiest my herte blede 
of pitouse wo. 

Einer Beziehung auj die Sage von Adonis (10, 503 — 739) aus 
Dirk Potior ist eben gedacht worden. In der deutschen Poesie begegnet 
nur eine Beziehung bei Rudo(f von Ems, Barlaam 245, 25, bei dem er 
Ad6nides heisst und als Gott der Jagdthiere bezeichnet wird. f'gL 
nametttiich 256, 5 ~ 11 

Adftnides des selben phlac, 
daz er durch stnen bejac 
durch jagen ze allen stunden 
lief mit stnen hunden, 
da mite er tjere vie genuoc. 
ein eher in ze jungest slnoc, 
daz er lac vor ime t6t. 

und noch 259, 37 

Mars und Ad6nides, 
und einer, hiez Anchlses, 
an die hAte sich behaft 
ir iß^enus) muoL 

Fon englischen Dichtem erwähnt der Sage Chaucer, 8, 18^ 

for trewe Adon was slaioe with the bore 
amidde the forest in the grene shade, 
for Yenus love he feit al the sore. 

Die carmina burana S, 128 nennen ihn gleiet\falls. Noch will ich 
eine bemerkenswerthe Stelle aus einer Glosse des neunten Jahrhunderts 
zu Prudenlii passio Romani f^. 228 *meretrix Adonem vulneratum scenica 
libidinoso plangit afTectu palam' ar^/uhreH. Sie steht in einer Bemer Us, 
(Sinner 1, 173) und lautet Ado Aiit amans Yeneris, quem interfectum 
ab apro plangebat Yenus, secundum fabulam. Re autem vera ado solem, 
aper hiemem, Yenus terram' significat. Yenus itaque et terra plangit 
adonem. 

Die in Adonis Geschichte verwebte Erzählung von Atalanta (10, 
560 — 704) kennt Chaucer ebenfalls: er sagt 8, 18 Bell 

also the yonge fresh Ypomones, 

so lustly fre as of bis corage, 

that for the serve with al bis herte ches 

Athalant so feire of her visage; 

but Love alas! quyte bim so bis wage 

with cruel daunger pleynly- at the last, 

that with the dethe guerdonlesse he past. 



EflCLElTUNG. CTtl 

Blftet Buth. Dw Fabel von Mid«u enähU Gawer, oonfesslo t, 
132 — 139 lUM* Ovid, wi« er wibst tagt 

9B teile th OS the clerke Ovide. 

Ferwandt üt die Sage von dem Goldessen des Claudius oder Crassus, 
von der Massmann, Kaiserekr. 3, 632 handelt; vgl. die daselbst mit- 
getkeiUe Erzählung Enenkels, Vgl, aueh Frauentobs Kreuzleieh S, 6 

hartes erge, 

der mit golde was betroffen. 

wntjflbreeht 23, 209. 

Die kur% und vorübergehend erwähnte Hesione (Metam. \\, 217; 
vgl, das Bruehstüek 119) nennt Konrad im Triy'anerkriege 22964 
BsjodA was si genant Tr^jas Eroberung dureh Hercules und Telamon 
erzählt Gower, 2, 375, wo dann die Gesehiehte des irqfanisehen Krieges 
gleich angeschlossen wird. 

Bekannter ist die Erzählung von Thetis und Peleus: wem^stens 
werden die Namen qft genannt, Thetis mater Achlilea erwähnen die 
cannina harana S, 11, und nochmals S. 116. in den deuteehen und 
romanischan Bearbeitungen des Argonautenzuges {Trqfanerkrieges^ wird 
Peleus gewöhnlich an die Stelle von PeUas gesetzt: so bei Konrad von 
Wurzhurg, Budoff von Ems im guten Gerhart (2562) nennt unter 
den heidnischen d, h. sarrazenischen Göttern auch Thetis; als wirklieh 
antike Gottheit im Barlaam 246, 22— -26 

noch minnen wir vürbai 
eine gotinne guot, 
dio ist über des wAges vluot 
gewaltic, des sis gewis, 
diu ist geheizen Thetis. 

Im jungem Titurel 2433 heisst et 

weder T^tis noch Sibille 

wAren niht s6 rlcher künste in wAne. 

Des Proteus gedenkt Konrad im Trty'anerkriege 454S— 49, 

geheizen was er Pr6thAus 
und weste künfteclichiu dinc, 

er weissagt bei der Hockzeit der Tketis und des Peleus die Gehurt des 
Achilles: vgl. mit Metam, 11, 221—223 und dem Bruchstücke Albreckts 
130- \Z1 folgende Stelle Konrads, iblOff. 

diu vrouwe sol gewinnen 
ein iLint daz lop und tn birt: 
wan si- noch hlnaht swanger wirt 
und einen sun wirt tragende, 
der h6hen pris bejagende 
muoi werden in dem lande . . . 
er Wirt des Itbes gar ein helt . . . 
er sol mit slnes henen krafl 
rtlichez wunder stellen u. s, w. 



Gviii EINLEITUNG. 

ProvensaUsehe j4nspieitingen hegegnen schon in der ersten Hä(fte 
des 12. Jahrhunderts, Bernart von Fentadom sagt. Mahn 1, 17 

atressi m'es per semblansa, 

cum fo de Pelaus la lansa, 

que de son cblp Don podrom guerir, 

si per eis loc do 8'en fezes ferir. 

jluch Gniraut von Calanson erwähnt Pelaus, Denkmäler 97, 13. 

3fit den Metamorphosen direkt »usammen hängt die Erzählung Gowers 

von Peleus, i, 364—365 PauU: 

I rede, as the cronique saith 

how Peleus 
hls owne brother Phocus slough, 

foo mit der cronique ohne Zweifel die Metamorphosen gemeint sind. 
Damit hängt aueh die Erwähnung des Aehastus {Metam. 11, 409) bei 
Gower l, 365 zusammen. 

Gower hat auch die dann folgende Erzählung von Ceyx und Aleyone 
(11, 410—748) in seine confessio aufgenommen: 2, 100—106 Pauli, 

Hierher gehört die Erwähnung des Aeolus als Königs der Winde*), 
dessen Toehter Haleyone ut (11, 430^.). Rudolf nennt ihn im ßar- 
laam 245, 17 

des Windes got, llolus, 

und 257, 9—11 

j^olus phlac snelheit: 
durch daz hal>et ir geseit, 
der wint wcje als er welle. 

Die vier Hauptwinde mit antiken Namen nennt der H^artburgkrieg 
151, 9, Simroek, 

Zephirus unde 4quü6n, ir heben und ir Mn 
Bornas und Auster beide Icunnenz niht bewar, 
ich wizze ir aller ende sAn. 

und ebenso 157, 6. 11. 12; Aquilon allein noch 81, 8. 

Die dazwischen liegende Schilderung des Schlqfes (11, b92 ff,) fehlt 
aueh bei Gowet nicht: schon vor ihm hatte sie Chaucer im house of 
fame (6, 196 Bell) nachgeahmt. Morpheus erwähnen auch die carmina 
burana S. 125. 

Zwölftes Buch. Den Affang scheint Konrad wieder in seinen 
trojanischen Krieg verarbeitet zu haben. Die Erzählung von der Schlange 
und den neun FÖgeln hat Konrad mit Ovid gemein : folgendes sind die 
Uebereinstimmungen. 

Ovid. Konrad. 

12, 14. in platanum coeptis 24162. dA stuont ein boum schon unde lanc. . 
quae stabat proxima sacris. ez was ein velwe sA man seit. 

*) Fgl. Notkers Boethius, Haitemer 3, 20, Yirgilias w4nda daz sie 
(die feinde) Eolus Az Ueze. 



EINLEITONG. 



cix 



13. serpere caeralemn Da- 
nai videre dracoDein. 

15. nid US erat Yolueram 
bis qnaiaor arbore somma. 

17. corripait serpens avlda- 
que recondidit alvo. 

16. et matFam circmn 
sua daraoa volantem cor- 
ripuit. 

18. obstapoere omnes: at 
?eri providus augor. 

19. Thestorides Mnceinns' 
ait *^udete, Pelasgi : 
Troja cadet, sed erit nostri 
roora longa laboris. 

25. et sunt qai parcere 

Trojae 

Neptannm credant, quia 

moenia feeerat orbis. 
28. sangaine Tirgineo pla- 

eandam Yirginis iram 

esse deae. 

31. flentibns ante arani 
stetit Ipbigenia ministris. 

32. victa dea est: nubeni- 
qne ocnlis objecit. 

34. sapposita fertar ma- 
lasse Blyceoida cerva. 
36.pariter marisiri recessit. 



24176. nn kam ein slange Ilse 

geslichen zuo dem boume hin. 
24168. ein vogel hete drüf sin nest 

gemachet . . und l^en ahte 

Togeitn dar inne. 
241S7. und az vil gar in stnen mnnt 

dis ahte vögele bt der stant. 
24192. ob in di sweimen nnde s weben 

begunde er . . dA von ouch gezücket 

wart d6 von dem slangen. 
24200. des nam si michel wnnder. 
24208. nu wonte ein wtssage under in 

24223. ir herren alle, wesent geil! 

uns n4het ein vil h6bez hell . . 

wan Troie gar zerstöret wirt . . 

doch wirl >il manicvaltic n6C 

6ä vor niun jAr geschehende. 
24130. des meres got Neptünus . . 

half Troie wider machen . . 

sA wAnden si daz er si nider 

niht wolte JAzen brechen. 
24332 so muoz man vür die binden, 

die der kunic hAt gejaget, 

ir bringen z* opfer eine maget. 
24574. dA von hnop sich ein trtkren grAz 

und ein vi! starkez weinen. 
24598. DiAne . . den schaden llez erbarmen 

sich . . 621. ein wölken und ein nebel kam. 
24643. dA wart ein blankiu binde stolz 

des mAles funden und ersehen. 
24658. daz gewiler wart geleit. 



ff^enn schon in diesem Zusammentreffen BenvHung erkannt werden 
mtiss, so ist es noch mehr der Fall in der bei Ovid folgenden Beschrei- 
bung des Hauses der Fama (vgl. Mythol, 849—851), Metam. 12, 39—63, 
wie die folgende Gegenüberstellung %eigt, %u der man den von mir her- 
gestellten Text Mbreehis {Nr, XXrill) vergleiche, *) 



Ovid. 
12, 44. inouraerosque aditos 

ac mille foramina tectis 

addidit et nuJIis indusit 

liraina portis. 
46. nocie dieque patet. 
62. ipsa quid in coelo re- 

mm pelagoque geratur et 

tellare videt. 
53. atria torba tenent, ve- 

niant leve vulgus euntque. 



Konrad. 
24688. wol tüsent venster manger slaht 

diu sint dar In gehouwen. 

sin hof lAt sich beschouwen 

vil ofTenbsre und Ane tür. 
24692. man g^t darin . . tac unde naht. 
24694. den himel siht er und daz mer 

und aliez daz üf erden ist. 

24700. sin volc und sin gesinde, 
daz lAget unde lAzet, 
ez löschet unde tikzet etc. 



*) Die Schilderung von Benoit de S. Moore im Roman de Troie 
(A. Peu in Eherts Jahrbuche 2, 41) schUesst sich nicht an Ovid, sondern 
an rirgil (i4en. 4, 173 — 188). 



ex 



EINLEITUNG. 



48. DulU quies intuft nulla- 
qae silentia parte. 

54. miiUque cmn veris 
passim commenta vagantur 
millia nimoram: coofasa* 
que vcrba volatanl. 

56. e quibos hi vaeaas iiii> 
pleat rumoribas auras. 

60. vaoaqae laetitia est, 
coDsternatique timores 
seditioque repens dabio- 
que auctore sasurrf. 

57. hi narrata feruDt, alio 
mensaraque ficti 

crescit et aaditis aUqnid 
Dovas adjidl aaetor. 



43. Fama tenet summaque 
locum sibi legit in arce. 

64. fecerat hoc Dotam 
Grajas cum militc forti 
adventare rates. 

65. oeque ioeipectatiis in 
armis hostis adest 



24704. io stnero hiks muoz ande wU 

Yil harte gr6z uaraaoze stn. 
24706. dar siner weode vensterltn 

vil maoic miere fliuget. 

man seit wir unde trioget 

üf stnes hoves pUoe ete, 
24734. DU rüne mir, 86 rüne ich dir. 

daz sprichet al slo hoveschar. 
24737. fröud unde leides grimmedich. 

des eiaer dinne fröwet sich, 

des ist der ander leidic 

stn volc ist gar ze freidic 

und alze missehelle. 
24742. ez machet zeioem speUe 

die littterlicheD wArheil 

und Wirt ein löge von im geseit 

vor ein gewislich msre. 

stn rede sagebere 

diu wahset unde m^ret sich. 
24748. sus kan der Liumet irreclich 

hAs in den lüften halten. 
24750. er sach die Kriechen schalten 

mit schiffen üf daz wilde mer: 

des wart von im daz starke her 

schier und zehant vermeldet. 
24764. des wirens ungewarnel niht 

beliben an den stunden. 



Die Gesekichte des Protestiaus, den Ovid 12, 67—68 kur% erwähnt, 
wird V0JI Konrad sehr auifukrlieh er%ählt. Die Schilderung de§ Pal- 
lastet der Fama benut:tt auch Chaueer im house of fame, 6, 227, und 
namentlich 6, 257. 

fTas nun die Beziehungen amf die Trojanersage in der deutsehen 
Literatur betrifft, so gehören sie *u den verbreiteisten, und es ist %u 
bemerken, dass dabei wohl nur in äusserst seltenen Fällen an Ovid *u 
denken ist, der von den Sagen, was seinem Zwecke diente, in die Meta- 
morphosen aiifnahm. Gleichwohl stelle ich hier zusammen, was sieh 
in deutscher und provenzaHscher Poesie von Erwähnungen der Troersage 
findet, indem ich di^'enigen Dichtungen übergehe, die ihrem ganzen 
Inhalte nach dies Gebiet berühren. *) 

AnnoUed 349—350 Bezzenb. 

von Troie der altin, 

du die Griechin di burch civaltin. 

Kaiserchronik 4114 — 16 von Nero 

der kunie sprach er wolde sehen m«re 
wie den kuonen Trujinnren w«re, 
d6 sie die Kriechen qoetten. 



*) Fgl. zu den folgenden Stellen noch eine m Notkers Boethius, 
Hattemer Z, 209 und 3, 562. 



EINLEITUNG. Cli 

ßamriek von Morungen, MF. S, 2S3 

ersi voD Troie 

PAHs der si mlnnen sol. 

Eree 7544 

an disem gereile was ergraben 
daz laoge liet von Troy4. 

ßTaUher 119, 10 

sist schffine und baz gelobet 
deone Elöne und DtjAne. 

Trittan, W, Lesebuch 449, 38 

min frou. Kassander, 
din wise Troyerinne. 

Thonuuin, wäUcher Gast 33S8 

Heetor wart ouch als ein wagen 
nmb sin stat gezogen t6t ete, 

is 3406, vgi. über Helena 774. 823. 

Anonyme Strophe, Hagen 3, 445 a 

sl ist schcener denne Trouwe HelenA, 
si ist schoener denne vronwe Pallas, 
si ist schcener denne EcubA. 

Flore 1608 — 1643 

an dem napfe stuont dl bt, 

wie PArls den Kriechen n«n 

die kiiniginne Helenam, 

d6 Menelaus was nnderwegen n, s. w. 

Rudolfs fF'eltehronik 1, 249 nennt Heetor und Anthenor von Troie, 
vor der bekannten Berufung at^f das verlorne Troierlied Rudoffs, 
£^/Snij«^ 6511—6513 

Achilles unde En^s, 
PArls Heetor Hercules 
und ouch der wlse OUxes. 

Der fTeinsehwelg, AT. Lesebuch 583, «21 

wie starp der künic PArfs, 

der durh Helenam wart erslagen? 

des tumpheit sol man immer klagen. 

Krone 523 

dA was von golde geworht an, 
wie von Kriechen entran 
von (mit?) PArls vronwe HelenA: 
ouch was geworht aoderswi 
wie Troie zefiieret lac. 
11549. gr6ze klagt diu kriechisch diet, 
d6 ElenA mit PArls schiei 
ze Kriechen üi dem lande: 



CXII EINLEITUNG. 

dar umb man Troien brande, 
swie diz allei wäre 
genaoG klagebsre, 
wan maoeger dA den Itp verl6s, 
^ sie wurden sigeI6s: 

daz engltchet sich niht dirre klage. i 

11595. daz Agamemnon wart erslagen. 

Rudolf von Rotenburg, Hagen 1, 83 6 

jA Ugen tüsent hundert 
ze Troie von EUnen t6t. 

Der Tanhäser, Hagen 2, 876 

diu wtte Troie lanc 
diu wart gar Ane ir danc 
zerstört: dA muose stt 
diu R6mAnte sin. 

Verselbe, 2, 856 

HelenA was ein küneges wtp: 

zuo der kam ein DiscordiA, 

daz gienc in beiden an den Itp, 

des engalt ouch AmarodiA: 

ez schuof ein wlp daz Troie wart 

zerstoeret, diu hiez Avenant (avinen?). 

Heiler, altdeutsche Gedichte 2, 6 

Troie ist lange nu verbrant 
und durch ein wlp zerstceret. 

Der Marner, Hagen 2, 237 6, lässt einen ßTächter ein Tagelied 
beginnen 

Troie wart zerstoeret d. 

Der wilde Alexander, Hagen 2, 3656 

dem dAne, 

den uns PArts über sA 

brAhte Yon den Kriechen 

an die rainnesiechen: 

d6 die Kriechen -gwunnen Troie, 

swer dA truoc der minnen boie, 

des croie 
was niht danne ach und ouwA. 

Honrad von fFürzburg, Hagen MS, 2, 313 a 

d6 Troie bran 

und der vil werde künc PArts 

in krieges wts 

verl6s den Itp: 

daz schuof DiscordtA daz wlp. 

H^ack. Lesebuch 697, 29 

lebte noch EIAne 

Ton Kriechen, si seit im ir danc. 



EINLEITUNG. eilii 

Passional 194, 29 Hahn, von Nero 

er hdrte von der Troien sagco 
Yil eodeltcher m^re, 
wie schöne ein vAwer w6re, 
d6 man mit stürme sie gewan. 

Fraueniob, Spruche 356, 15 

si t6t durch minne Hector dk vor Troie. 
359, 11 swie lüte schrei der Troier schar. 

¥"ack. Lesebuch 792, 9 

Troi diu stat und alz ir lant 
wart durch ein wtp zcrstoeret. 
Achim dem geschach alsam. 

iieinzelin , Minnelehre 74 1 ff. 

Ak stuont an der slten 
die Kriechen, als si strlten 
weiten dur die minnc 
umbe ir kuniginne, 
die ciüiren schoencn Ilelcnam, 
die in künic Paris nam, 
und si fuorte über mer 
g^n Troie hin An alle wer, 
als in diu werde Minne, 
V^nus diu kuniginne, 
hiez d6 er den apfel ir 
gap al nAch ir herzen gir, 
den diu schoenest solte enpfilin, 

die man roöht id der. erden hAn. 

< 

Der Dichter des Reif{fried S, 195 Godeke (BL 69^) lepte HeUn von 
Griechen; derselbe sagt (5. 213, Bl. \20d) von Yrkane, *sie gab auch 
nifht dem und Jenem Trost, wie Helene üz Kriechenlant; S, 235 (BL 
159(f) erwähnt er 

Secureis und Hector 
PArls Achilles, die hie vor 
ze Troie pflegen ritterschaft. 

Renner 15830, mit Beri{fung auf Dar es, 

daz (lies des) Priamus und ElenA, 
Pftrls Hector und MenelA 
sint geziuge und Achilles, 
Patrocles und Dyomides, 
Ulixes und her En^as, 
den'y^nus half daz er genas. 

Ottokar 421 a 

$6 harte nie besczzen 
wart der künic Priamus, 
d6 in von Kriechen MenelAus 
dA ze Troie besaz, 
nmb den toetltchen haz, 

{XXXYIII.] ** 



cxiv EINLEITUNG. 

daz im stn sun Pürts nam 
sin schoenez wtp Elenam. 

Ein ungenannter Dichter, Hagen 3, 4426 

ich bin ime geltcher wtse 
holt, als Heldn^ P4rtse. 

und Z, 4276 mit verwirrter Beziehung 

Hector von Troie geschach atsam, 

do er die scheinen Dld6 muoste varen lün. 

Die Heidin, Gesammtaben teuer \S, 4 IG, 

daz weder Hector noch PArts 
nie s6 grözen prts gewan. 

Boner 57, 108 Pfeiffer 

von wlben Übels vil beschict: 
Troie wart zerstöret. 

Brtint S. 337 eagt Hector: 

ek hebbc vochten menigen slrlt: 
Achilles slöch ml, dat was ntl. 

Friedrich von Schwaben (Grundriß S. 188), unter vielen an- 
dern, auch 

En^as und Parts. 
Hätzlerin 1, 119, 221 

Achilles unde Tristram, 
die zwene kecke edel man, 
Hector und Paris waren hell, 
Troilus der jung nsscrwelt, 
haben ir leben und leib 
geben umbe lust der weih. 

Hugo von Mon(fort, ff^, Lesfbuch 951, 13, 

Helen die schcen von Kriechen, 
umb si wart Troj zerbrochen . . . 
Hector mit andern fUrsten 
verlor auch da sein leben. 

Fastnaehtepieie 1128, 1 Heller 

wen hören sie lesen die geschriflft, 
wie Hector ist ein herczog gewesen, 
der manchem streit hat vor gewesen. 

Dirk Potter im minnen loep 1, 899—913 erzählt die En^uhrung- 
der Helena. Ein aiiegorisehee mittelniederländüehet Gedicht *die vijf 
vrouwen wenschen' bei Blommaert, oudvlaemsche Gedichte, 2,' 117 
ßihrt Eeuba, Elena, Poilexima, Yeaude und Adromiea alt im Gesprärk» 
mit Fenus begriffen ein. Das Gegenstuck zu diesem Gedichte *de vijf 
heren wenschen' Blommaert 2, 119 nennt Menelaus, Hector, Parir^ 
Troylus, PalHdamas. 



EINLEITUNG. CXV 

Attek im der prwfenzaiüehen Literatur sind die Anspielungen at{f 
diesen Stqff zahlreich. Die älteste begegnet schon im efften Jahrhun- 
dert, im Guirart van Rossillon^ Fauriei 3, 490 

de ]o tems en sai don Cleophas, 
qae fo en la baUJha de vilh Troas: 
no Yistes una gen que si enras, 

doch ist hier die Beziehung ai^ Trqfa ungewiss. Im zwofften Jahr- 
hundert sagt Amaut von Marolh, m. Lesebuch 65 , 50 

plas blanca es que Elena; 

Derselbe in einem Bri^e, Lesebuch 116^ 15 

Tibes ni Leyda ni Elena. 
Guiraut von Cabreira, Bartsch, Denkmäler 91, 24 

del setge que a Troja fon; 
und 91, 33 nennt er Paris. Bertran von Born, Mahn i, 290 

noa blanea fresca Elena. 

Bertran Paris, Denkmäler 86, 17, 

de Priamus lo rei no sabetz re 
oi de SOS filhs, si fero mal o be. 
87, 1. ni no sabetz d'Adamelon lo gran, 

womit tpohl Agamemnon gemeint ist. 

87, 7. ni no sabetz que fetz Hector aucir. 

Guiraut von Calanson, Denkmäler 96, 15 

de Peleas, 

com el fetz Troja destruir; 
97, 8. del rei Flavis 
e de Paris, 
com le saup lo vachier noirir, 

wo der rei Flavis vielleicht durch Missverständniss aus dem *flaTUS 
MenelaiisT zu erklären ist. 

99, 5. de Menelau, 
com el a frau 
fei mirail de Roma fremir, 

mit einer mir unverständlichen Beziehung. 

Raimbaut von f^aqueiras, Lesebuch 112, 36 

fag an dutat et an li mes nom Troja. 
Im dreizehnten Jahrhundert, Flamenca, lex. roman 1 , 9. 

quar Fns comtet de Priamus . . . 
ras comtet de la bell 'Elena, 
com Paris l'enquer, pois l'enmena, 
rautres contava d'Ulixes, 
rautre d'Ector et d'Acbilles. 



ex VI EINLEITUNG. 

Aimerie von Pfgulhan 1, IG2 blaue* Elena, ßaimon Jordan, Fatf- 
riet 3; 493 

c serai li lejais,- 
mielhs qu'Elena no fo al frair 'Eclor. 

Pcire von Corbian im Schatz, f^esebnch t50, 25, 

de Troja e de Tebas co fol destraiiueus. 

Arnaut Guillem von Marsan, Lesebuch 134, 61, 

apcnretz d'en Paris, 
com Elena cooquis, 
las penas eis malstratz, 
los cossiriers eis falz, 
aissi com iels sai totz, 
quc no m*en falh as motz. 

Guiihem de Mtir, in einer Tcnsone, Mahn 4, 242, 

et yram mielhs c'a Pari, 
s'ap grat m'acueih silh qu'ien non dezampari. 

Mit besonderer ror liebe verweilt Ooid auf Achilles: das Mittelalter 
kannte, wie schon mehrere der ang<föhrten Stellen zeigen, Achilles 
sehr gut und nicht nur die gelehrten Dichter, wenn auch sein Name 
nicht gleiche Popularität erlangt hat als Ifector, der noch mehr als 
Ideal der Ritterlichkeit und Männlichkeit hingestellt wird. So in einer 
provenza tischen Strophe, iye\ffers Germania 2, 455 

et Ectors fon lo melher ses falhensa 
de cavaliers en fatz et en parvensa. 

Ein epitaphium Hectoris findet sich in einer Erlanger Pergament hs. 
(10 rerse), Irmischer S. 221; ebenda ein epitaphium Achillis: auch in 
einer Schiet tstädter Hs, des zwölften Jahrhunderts steht das epitaphium 
Achillis, beginnend 'Pelides ego sum', vgl, Serapeum 1845, S. 31. 
Beide in einer Gothaer Papierhandschrfft {Ch, B, 1047) des Ju/(fzehnten 
Jahrhunderts, Jacobs 3, 44. Zu Achill vergleiche ausser den schon 
angi^hrten noch folgende Stellen, Tanhuser, Hagen 2, 86a 

daz er mich reche an ParcivAl, 
der Hectore sin veste brach, 
er nam ze Karid61 den GrAl, 
d4 des Achilles niht ensach, 

wo absichtlich die Stoffe durch einander geworfen sind, Frauenlob, 
Hagen 3, 1506 man sagt . . . von Eckart und Achillc. Ottocar b'Sb 

Hector und Achilles, 

wie Stare und manhall si wAm, 

si enchunden sich des niht pewarn, 

ez wurden an in mit chraft 

diu wtb sigehaft. 

Bei den Provenzalen: Bertran Paris, Denkmäler b7, 3 

ni d*Achilles no cug sapiatz re. 



EINLEITUNG. cxrii 

Ohne Zweffei wurde Konrad, wenn er sein Gedieht sh Ende g^krt 
kitte, auch aus den bei Ovid erzählten Episoden der Troersage s. B. 
ton Cygnus^ noch manches aufgenommen haben, was der weniger ge- 
iekrte und nach andern Quellen arbeitende Fortsetzer weg Hess : an einer 
Stelle seheint er noch cid gefolgt zu sein, JUelam. \2, 159. Konrad, 
Irej. 37866; wo Konrad auch merkwürdig mit Albrecht stimmt. Ich 
will die Stelle hersetzen, 

yHttrecht. Konrad. 

29, 13G. dA die recken idre 37866. du kam ez eines mlies 86, 

tranken unde Azen, daz die Kriechen sAzen, 

ir arebeit vergAzen . . . und leides gar vergAzen 

d6 Giengens eine rede an von bovelichen mcren. 

Ton roanegem türltchem man si wurden öz ir sweren 

üz kriechiscber jugende, mit werten und mit rede briiht. 

^on roaniteher tugende ^il manfges wart von in gedAht, 

der Kriechen und Troi^re, der bt den alten ziten 

vie di gestriten w£re . . nAch wirde künde strtten. 

ZQ jungest ein alder man, Nestor der grise küene belt 

Nestor, reden sus began. vil recken bete dö gezelt. 

Dreizehntes Buch. Auch den Streit um Achilles f^ äffen hätte 
Konrad gewiss ausführlicher erzählt als der Fortsetzer und sicherlich 
m'fht unterlassen, die sehr charakteristischen Reden des Ajax und 
ilifsses bei Ovid wiederzugeben. In der Erzählung des Ulysses, wie 
er Achilles rerklridung erkannt habe, {Metam. 13, 162 — 176) stimmt 
einiges zu dem Berichte Konrads, Troj. 2^21ifff., mehr noch mit 
Albrechts Tejcte als mit dem Originale. 

Albrecht. Konrad. 

3'», 260. ich berichte minen krim : 28270. dar under hetc Uliies 

dl Yeilde ich wlbes ziere nAch stncm krAme dA gesant . . 

nnd mannes zimiere. kleinceles ein unmAze . . 

ich bM im icslich slachte gcziuges vil des ritter gereut . . 

uod sin mit vltze achte. 2S405. und achte fllzeclichen des. 

er greif in den krAm zuhant: und d6 der wisc Ulixes 

svaz er dar ane wAfen vant, die wandelunge an im ersach, 

die nam er, sper und Schilde . . dd sIeich er zuo zim unde sprach 

271. sprach ich, Troie beitet dtn. 'dtn beitet aller Kriechen laut'. 

Auch Dirk Potter % 2883 — 3030 erzäliU die List des Ulysses, aber 
nickt nach Ovid, sondern vermuthlich nach einer französischen Quelle. 

Sarpedon, Jupiters Sohn, den Ovid 13, 255 vorübergehend erwähnt, 
macht Rudolf im Barlaam 252, 5 ebenso wie Minos und Rhadamantus 
{egl. oben) zu einer Tochter Sarptd6nA. 

Die Geschichte von Polyphemus und Galathea (13, 750 — 897) er- 
zählt Gower, confessio 1, 163 — 166 P., mit Bert^fung at{f Ovid 
as Ovid in his boke recordeth. 

Ulysses Irrfahrten, von denen das dreizehnte und vierzehnte Buch 
der Metamorphosen handelt, erzählt Herbort am Schlüsse seines Trojer- 
liedes, wo er die Abenteuer der heimkehrenden Griechen erwähnt. 



CXTIII 



EINLEITUNG. 



Andre Beiiehungen a^f Ulysses sind in der Erlösung 6513 der wise 
Olixes. Ottoear 747 a 

der küDie Ulixes 

96 vil schalcheit künde niht. 

bei Nicolaus von Jerosehin \%, 36 

an manheit er sA h6he trat 
als Ulyxes unde Hector 
dl vrecbin beide di bevor. 

Fon provenzalisehen Dichtern erwähnt ihn Bertran Paris, m. Denk- 
mähr 85, 32 

ni d' Aluxe qni fo ni que saap far. 

Guiraut von Calanson, Denkm. 97, II 

d'Artasenes 

e d'Ulixes, 

com dea Venns fes perir. 

Flamenca, lex. roman \, 9 

Tautres contava d'Ulixes. 

Gower in einer französischen Baiade (in Paulis Ausgabe der con- 
fessio amantis 1, S. XXFII) erwähnt Ulysses, Circe und die Sirenen: 

Rois Ulyxes, si com nos dist la geste, 
vers son paus de Troie qui sigla, 
n'ot tiel paour du peril et moleste, 
qnant des Sereines en la mier passa 
et la danger de Circes escbappa. 

Scylla, deren ^Verwandlung Metam,. 13, 730 etc, erzählt wird, 
nennt Herbort 17718 — 30, der in einigen Ausdrucken zu Albrecht 
stimmt. 



Herbort, 
17719. der weste waz Caribdis 
unde ScillA w6re . . 
in einem creize ex umbegAt, 
daz nimmer bestAt, 
einen starken kiel ez nAme. 



Albreeht, 
32, 111. dA Cbaribdis zeiner stt, 
ScillA zu der andern Itt . . 
unde loufet die twer 
her und dar manic ende, 
und ist ein schefewende. 



Deutsehe Glossen übersetzen Scylla durch merminne, merwunder, 
Di^enbaeh, gioss, lat, 5186. 

Fierzehntes Buch, Die cumäische Sibylle und Aeneas Aufent- 
halt bei ihr erwähnt Ovid 14, 104 #. Es kann nicht meine Absieht 
sein, hier von den Sibyilen zu handeln : ich eitlere die folgenden Steilen, 
ohne eine Beziehung ai^f Ovid oder Birgit darin zu erblicken. Dem 
meisten deutschen Dichtem, vom Ende des zwölften und im dreizehnten 
Jahrhundert, ist die Sibylle wohl aus Heinrichs von Feldecke Eneit 
bekannt gmoesen. Eree 5215 

stt daz 8ibille erstarp. 



EINLEITUNO. exix 



Laiuelet 8866 



von CAmis, dA Sibille 

diu alte wtssage was, 

was der zobel, als ich cz ]as. 

Panioal 481, 30 

do gewunne wir daz selbe rts, 

dar Af Sibilte jach 

Entgas fiir hellesch ungemacb. 

F/ore 959 

bt mlaer swester Sybillen. 

Der Dichter der Erlösung hat (1772 — 1825) das Gedicht der 
erythrai^ehen Sibylle in deutschen f^ersen wiedergegeben. Im Jüngern 
Tifurei 2433 heisst es: 

weder Tdtis noch Sibille 

wAren niht s6 rteher künste in wAne. 

Lohengrin 24, 1 

. FelicU Sibillen kint. 
Der Tanhuser, Hagen 2, 856 

SibilU was ein listic wip, 
bt der AmAbiliA, 
si rietn M SenAtdren llp, 
daz lete diu leide Iiividi^. 

Marner, Hagen 3, 468 A 

SibillA hit gesprochen 
lange hie vor manger lU. 

tpgl. noch ff^ernher vom Niederrhein 2, 14. Kindheit Jesu 67, 36. 
Barlaam 74, 34. Passional H, 2t, 32. Pass. K, 677, 2. Frauenlob 
Kreuzleich 15, 15; Spruche 329, 1. Reinmar von Zweter, Hagen 2, 
1766. Sigeher 2, 3636. Marner 3, 468A. Br. Philipps Marienleben 
4279 ff. 

Polyphemus, dessen schon das dreizehnte Buch gedachte, erwähnt 
Ovid noch einmal , Metam, 14, 167 — 222. Nach den Andeutungen 
•eines Originals erzählt die Sage von seiner Blendung Nolker im Boethius, 
Hattemer 3, 209. Herbort erzählt Ulysses At^fenthalt bei ihm wesent- 
lich abweiakend 17579^619. lieber die Sage verweUe ieh at^ff^, Grimms 
Abhandlung 'Die Sage von Polyphem*, Berlin 1857. Der AehnUehkeiten 
im Daniel von Blumenthal mit der Polyphemsage habe ieh in Strickers 
Karl S. XXXIF gedacht. Der in den Kindern von Limburg vorkom- 
mende Polqfemus ist identisch mit Polyphem. Die Cyclopen kennen 
die deutsehen Gedichte vom Herzog Ernst, und schon vor ihnen das 
Annolied 360 — 370 B., wo auch auf Ulysses angespielt wird: nach 
der Zerstörung Trq/as 



CXX EINLEITUNG. 

irri v6riii d'aader^, 

UDZ Ulii gesindia 

der ciclops vraz in Siciljin: 

daz Ulixes mit spiezin wol gerach, 

dur sUfinde imi s!n ougc ikz stach. 

daz gesiebte der cicI6pin 

was dannoch in Siciljin, 

alsA h6 s6 cinipoume. 

an dem eindo häten si ein ouge. 

nd havit si got von uns virtribin hinnAn 

in daz gewelde hinehalf IndiAn. 

Rudolf von Ems in der ff^ellekronik {Massm. Kaiserehr, 3, 492) 

mit wArbeit unde kn allen wiin 
sint gcsezzen oucb dA bi 
die wilden Arimaspt, 
die einstirnen, die Ciclopes. 

^ueh Enenkel erwähnt sie {Massmann 493); ferner Heinzelins Minne- 
lehre 805 M, 

Cyclopides die guolen smide 
di beten in von mangem lide 
alsus zesamene geleit. 

Priester Johann (altd. Blätter !, 31!) 108 

oucb sint in dem lande 
liute einer bände, 
die sint gebeizen Yclopcs; 
von den wencn die beiden des 
daz sie würken die blicke 
die wir seben als6 dicke 
als iz üz mit donren sal: 
und daz ist zwAre gelogen al. 

Der bei Ovid 14, 234 erwähnte Antiphates stimmt im Namen su 
Hudoffs fTeltchronik 1 , 249 

in AtbAne oucb cr6ne truoc 

bl der ztt Antipbates (Seh, Antpbiatcs), 
womit indess wohl der athenische Archonl gemeint üt. 
,,^/*"'^ ^'^"•' ^««A«Mii/f bei Circe 14, 253—440 erwähnt Uerbort 
17620—695. Die Sage berichtet, ausführlicher aU seine Quelle, Notker 
m Boethius, Hattemer 3, 179. Die dasiwisehen liegende Erzählung 
vem Ficus und Canens gedenkt 14, 430 des sterbenden Schwanes. AMf 
Ae Verbreitung der Sage im Mittelalter hat schon fTaekemagel {«//- 
fran^sische Lieder S. 242) und Haupt (MF, S. 284) atifmerksam ge^ 
macht: die nacl^olgenden Stellen*) sind zum Theil schon von ihnen 
citiert. Heinrieh von Feldeke, MF, 66, 13 

gescbibt mir als6 deme swao, 
singenteÄrzeS* '^'''*'^ '"** ^^''"'^'*- ^^^- (^«^^^''«- 3, 285) Äfcn 



EINLEITUNG. c\xi 

der singet als er sterben s«l, 
s6 vliuse ich ze vif. dar an. 

der wm Giiers, Hagen 1, 104a 

alsus lilage ich mtoe not 
mit sänge unz an den lAt, 
alsam der elbez tuot, ^ 
der lehret stnen muot 
ze süezem sänge 
^ dest lange 
A er erwende. 

Konrad von fß^urzburg , Hagen 2, 3116 

ich zel dich zuo dem swanen blanc, 
der an stm ende singet sanc. 

Der wilde Alexander, 2, 364 a 

reht als ein swan 

der wizzen kan 

daz in an 

knmt stn t6t, dem singe ich glich. 

Frauenlob, Lieder 4, 4, 1 

jA singe ich als der swan der gin dem ende 
s6 süezen sanc gewinnet. 

Nieolaus von Jeroschin 5, 16 

als der swane singit, 
^ in stn sterbin twingit. 

rgl. auch tnhd, fForterbuch \, 22a (albiz). 

Fon provenuilitchen Dichtern brauchen das Bild Cercamon, Eberlt 
Jahrbuch für roman, Literatur \, 97 — 98 

non puesc mndar nom cofort, 
CO fay can conois sa mort 
lo signes qne bray e crida 
e'n moQ son sonet pns fort, 
car li cove fenir vida; 

und Peiroi, Mahn 2, \, 

atressi col signes Ai, 
qaan dei morir chan. 

Mateo de Ricco, ein italienischer Dichter des 13. Jahrhunderts, 
*^gt, poeti d. p. sec. 1, 322, 

ma vadomi alegrando, 

si come fa lo cigno qaando more, 

che la sna Yita termina in cantando. 

f^gl. auch mein provenz. Lesebuch 163, 8 lo signe a tal natura 
qae can den morir canta tan dar qne si hom li ve denan ab esturmcns, 
el si acordara ab los esturmens: adonx conoys hom que den morir: 
woraus die FolkstümUchkeit der Sage hervorgeht und an eine Entleh- 
nung nicht tu denken ist, wie schon Wackemagel gezeigt hat. 



cxxil EINLEITUNG. 

Die Ampielungen auf die Getchiehte des AeneaSf die ins dreizehnte 
und vierzehnte Buch vertheilt ist, beziehen sieh zum kleinsten Theiie 
at{f Ovidy sondern meist auf Virgil und die mitteialterliehen Diehtrr, 
die ihm unmittelbar oder mittelbar g^olgt sind» Die Stellen, die Dido 
und j4eneas betreßten, sind oben S. XXI ff, zusammen at{fg^ihrt: hier 
folgen die übrigen, namentlich in Bezug at{f Turnus und Lamnia. 
Erec 7570—80. 

von der ztt unz an den Uc 
daz er Laurente betwanc . . . 
jenhalp staont dar an 
wie er die frowen Lavlniam 
ze ^Itchem wtbe nam 
und wie dA ze iande was 
gwaltiger herre En^as 
An alle missewende 
unz an stns Itbes ende. 

Rudolf »» der fFeltchronik 1 , 240 

von Troie flirste £nAas 

von trdisehem rtche schiet. 

mit gr6zer stnre crefte diet 

fuor er und mit im sin her 

mit zw^nzic schiffen über mer 

und quam zItaliA in daz lant. 

einen ellenthaflen wtgant 

ersluoc er dA, hiez Turnus. 

des vater hiez DAnus, 

dem was daz lant ze DuschAn 

in küniges namen undertAn. 

Turnus der degen üzerkom 

hAt einen degen wo! gebom 

erslagen, der hiez Pallas, 

Evandrus sun, den En^as 

mit beides muote an im räch, 

want er im mit wArheit jach 

fnuntschefle und nAher sippeschafl. 

der wlse degen ellenthaft 

Aior an den künic Lattnen sA 

und bleip an stme riebe dA, 

unz daz der unverzagete 

s6 höhen prts bejagete 

mit den menllchen siten sin, 

daz im der künic Latin 

gap die tohter sine, 

diu was genant Latine u. s, w. 

vgl. auch \, 243. 244, wo Aeneas fernere Thaten erzählt werden. 
Ulrich von Gutenburg, MF. 77, 12, 

Turnus der wart sanfte erlöst 

von kuroberllcbem pine: 

daz was sins herzen sunder tr6st, 

daz er lac dur LAvIne 

s6 schöne tot. 



EINLEITUNG. cxxill 

Krone 532. ' 

man sach ooch dA schlnen 
von der schcenen Lavtnen, 
wie sie En^as ervaht 
und der R6nicre slaht. 
17265. als ir En^am Ute, 

do er nAch iuwerrii rAte 
nmb die schcenen Lavlen, 
sine suezen amlen, 
solte Yehten mit Tom6. 

Rudolf von Rotenburg, Hagen \ , ISb 

daz dio maget Lavtne iht wcre 
sclioener dan mtn vrouwe sl. 

Renner 1479. 

Tirnns, En^as nnd Evander. 
6419. Tydeos nnd Polinites, 

Orestes nnd Pilades, 

Patroclus nnd Achilles^ 

En^as und AchAtes. 
19505. Eneas, Cr^sns und Evander. 

Bei den Proventalen begegnen folgende Beziehungen : Gitiraui von 
Calanson, m. Denkmäler 91 , 16 

e de Pallas 

e d'Eneas, 

com el anet secors querir: 

d'Escanens 

e de Tomus, 

cum sanp de Hontalban issir: 

de Sibilla, 

de Caroilla, 

com sabia grant colp ferir. 

Flamenca, lex, rom, 1, 9. 

rantra contava de Lavina, 
con fes lo breu el cairel traire 
a la gaita del auzor caire. 

Chrestiens von Troies tagt im £ree, wonach die Stelle Ifartmanns, 

iHolland S. 4) 

coment Eneas pnis conquist 
Laurente et tote Lombardie 
et Lavine qui fti s'amie. 

Chaueer in der legend of goode women, 8, 52 Bell, 
thy faire body lat it not appere, 
Lavyne. 

Die Geschichte von Iphit und Anaxarete, 14, 698—764, erzählt 
Cower, confessio 2, 119—125 P., treu nach Ovid. 

Fünfzehntet Buch. Die bekannteren Sagen desselben greifen 
schon so in das historische Gebiet hinüber, dass ein Nachweis aus den 



cx\iv EINLEITUNG. 

Dichtern unmthig ist. Die Lehren des Pythagoras biidcn einen grossen 
Theil dieses Buches (15, CO — 47S). Pythagoras wird erwähnt von 
H^o{fram als ein Kenner von Steinen, Par». 773, 25 

der wlse Pictagoras, 

der eiQ astronomieire vas, 

der künde wol yon steioen sagen. 

Damit vergleiche man, was im Jüngern Titurel von ihm gesagt wird, 
313, 2 

die von Pltagoras der alten künste 
und von Hercules der steine krefte 
von natüre erkanten. 

Nichts zu thun hat damit der aus Entstellung von *podagra' ent- 
standene Pictagor4 bei Heinrich von München, Massm. Kaiserchrom'k 3, 
749. 750. 

Zu bemerken ist, dass ähnlieh wie bei Ooid Pythagoras, so bei 
Guillaume von Guilleville («. oben S. Xri) Ovid selber den französischen 
Dichter belehrt, was aus der menschlichen Seele nach dem Tode des 
Körpers wird. 

Beim Phoenix, dessen Seltfsterzcugung 15, 392 — 407 erzählt wird, 
erinnere ich an das dem Laetantius zugeschriebene Gedicht de phoenice, 
das sieh in vielen Hss. findet^ vgl. Bahr 1 , 290. 694. 

Beziehungen mittelalterlicher Dichter avff die Sage sind sehr häi{fig; 
vgl, mhd. fForterbueh 3, 298 a, wo noch folgende Sielten beizt^/ii- 
gen sind: 

Physiologus in Uoffmanns Fundgruben 1, 36 ein vogil heizii 
f<ynix ... er ist in einenie lante, hcizit India; sd er finf hundert jAr 
alt Wirt, s6 vert er in einen walt, heizit Libanus, unte fullit stne fedrach 
bcidiu der biment6ne, die in. dem walde sint; er machet ime mit den 
bimcnten ein nest und samenet ein michel teil dürres holzcs, legit daz 
dar unter unt fert üf zuo der sunnen, nimit daz fiur unt inbrcnncl daz 
holz; sA sliuffit er selbe in daz nest unt virbrinnet dar inne, daz tuot 
er allez in dem merzin. damAh wirdit er ze ascun; s6 wirdit er in deme 
Fristen tage zi eineme wurme, an dem anderen tage wirdit er zeincm 
vogilc, an dem dritten tage s6 wirdit er alsor 6 was; und ebenso im ge- 
reimten Physiologus {Hartmans Sprachdenkmale 106, 4 — 18). 

Die Zeichen des jüngsten Tages {Zeitschrift 1, 121) 144 

ein vogel heizet F^ntcüs: 
iüf einem berge h&t er häs . . 
der berc heizet Gelbö^. 
dar üf s6 komet nimm^ 
kein vogel ander. 

Reinbots Georg 753 jf. sagt, niemand könne 
den f^nii ergehen, 



EINLEITUNG. CTXT 

der dk in den lüften s webet 
and nifat tnder spise lebet. 

jüngerer Titurel 4756, 1 

den ftniK penikikme- 

und salomandr in fiure, 

al ir natör mit rAme 

vant er gar mit solher wisheit stiure. 
5145, 3 alsam der fönix swenne er sich verbrennet. 
(>172, 3 Jaspis und silex ist er genennet, 

von dem der f6nix lebende wirl, 

swenne er sich selben ze aschen brennet, 

Manier, Hagen 2, 252a 

der ftn'n der verbrennet sich und wirt lebende nAch dem 
viure wider. 

Derselbe 2, 252 a 

ich sunge ouch wol wie sich der f^nix junget iki. 
ßoppe 2, 3^56 

drtc f^nix niuoz ich mit ein ander bringen. 

Der Kanzler 2, 396ft 

f^nix ein vogel ist genant, 

der wunderlicher arte pfligt: 

er lebt al eine sunder par, 

dekeine vruht er birt. 

swen sin nAtüre im tuot bekant 

daz im daz alter an gesigt, 

diu Schrift betiutet uns vür wAr 

wie er gejunget wirt: 

in \iure er sich verbrennen Ut, 

ze solcher nAt in sin nAt6re twinget, 

der sannen kraft, der fiubte tki 

den ft^nix Az dem pulver wider bringet. 

Frauenlob, U. Fr, Leieh 12, 17 

diu gloot du der vil alte f^nix inne sich erjungen wolde: 

Atinneleich 17, 6 

noch süezer dcnne dem f^nlc^ sin wandel nAch der biime. 

Spruehe 192, 1 

Der fdnix sich verbrennen muoz, 
swenn er ze hundert jAren kumt. 

Ueder 4, 4, 3 

si tuot mir als der fftnix, den sin brende 
in tust verbrennenl. 

Der kieistter, Hagen 3, 1006 



cxxvi EINLEITUNG. 



vnd 101a 



swer stnc daz der fftnii verbreone sich ia viure 
und werde wider lebeode, der sanc ist angehinre. 

von dem f^Dix tuon ich ooch die wArheit schto. 

sweon der wirt alt, nu merket tumbe diet, 

der verbrennet sich und wirt ze aschen, sagent die pfaflen, 

ikz der aschen ein ander. 

Heinzelin, Hagen ^, 409 a 

d6 du mit dlnem bluote r6t 
ans wider weitest jungen, 
alsam der ftnix in der gluot. 

Auch der Teichner berührt die Sage, Karajan S, 27. 

Priester Johann (altd, Blätter \, 311) 116 

ein vogel ist in mlnem lant, 
fiftnix ist er genant; 
er hAt ein cirkil um daz houbet, 
des man kdme doch geloubet; 
er ist als di snnne clAr: 
daz ich iu sage daz ist wAr. 
daz selbe vogclln 
wil Ane gegaten eine sin. 
129. daz vogeltn mac werden alt, 
und als slns alders gnuoc ist, 
so g^t ez sitzen an sin gnist, 
daz stecket ez an mit eime viure; 
dA zuo s6 trlbet sin natiure 
daz er aldA inne 
ze pulvere verbrinne, 
von dem pulver Wechset dar under 
ein ander: daz tuot euch daz wunder. 

Altswert 223, 4 

y^nix der vogel zart 

der jungt sich in dem fiure. 

vgL auch Renner 19597, Martina 87, 41 — 100 und Konrad von ff^eissen- 
burg in Hagens Germania 2, 307. 

Albrecht schliesst, worat{f er im Prologe schon hingedeutet, sein 
fß^erk mit dem allgemeinen fTel^rieden unter Augustus, wie alle 
Dichter und Chronisten desselben gedenken, wo sie ai^ Augustus Zeit- 
alter kommen, Fgl, Mythologie XL. Massmann, Kaiserchronik 3, 
548—549. Die Andeutung für Albrecht lag bei Ovid schon in 15, 832 
pace data terris animum ad civilia vertet jura suum. Die Ut^ereinstim' 
mung mit andern Dichtem bei dieser Gelegenheit erklärt sich aus der 
gemeinsamen Quelle, die alte benutzten, Jesaias 2, 4. Bekanntlich 
geht Heinrich von Feldeke am Schluss der Eneit in einen trockenen 
chronikenartigen Abriss der römischen Geschichte über, Mehreres klingt 
hier an Albrecht an. Schon in der Geschichte der Konige, vgl, Eneit 
349—351 und Wickram 145 a. 



EINLEITUNG. 



CXXVII 



Feldeeke, 
349, 19. sint'bet der knnich Elijas 
daz lant, als ez gelegen was, 
alliu tUischen rtche 
vil gewalderhiiche. 
stoem snne Asdiiij6 her liez 
die borch die AlbAoe biez. 



Wiekram, 



i45a nAcb im gewaldecltche 
daz tUliscbe riebe 
bielt sin sud AscAnjus. 



Ferner tu der Geschieh te des Julius Cäsar, 



351, 11. von dem kanne R6malt 

and TOD AscAnjA Jäil 

wart ein b^re geborn . . 

daz was Jüljus Cftsar. 
351, 27. 66 wart keiser Augustns 

di ze R6me erkoren, 

der von sinem kunne was geboren. 

351 , 35. ez wart bt stnen ztten 
Til steter fride nnde gikt. 

352, 6. erlöste Az der freisltcben not, 
wandern Ewigen tot . . ersterbete. 



36, 1. JAljus zu keiser wart erkorn, 

der von dem könne was geborn, 

daz mit En^ase quam 

vlnchtec in Italiam. 
W, 1536. do wart Augnstus key- 

ser zwar Welcber von Julius 

gsebiecbt war. 
36, 33. dö wart als6 guter fride. 

36, 41. der uns erwande den t6t 
nnd die belliscben n6t. 



Albrecht. 
36, 33. d6 wart also gAter fride, 
zu sicheln man begunde smide 
swert unde halsberc. 



Auch mit andern Dichtungen stimmt Albreeht, 

ffernhers Maria. 
192, 9. d6 wart ein krefliger fride: 
diu swert versluogen die smide 
b^din spieze nnde sper. 

Passional \1, 5 — 10 Hahn 

in der selben ztt 

Wirt der vride also gut 

daz man die sper hin tut 

und si an sichelen virsmide. 

die swert virdrucket oucb der vride, 

wan man plAchlsen machet drabe. 

Ganz ebenso tagt der Dichter der Erlösung 1509 die swert sol man 
zu Sechen slagen, zu houwen die gl^vtnen, und 2030 man sol ouch in 
den selben tagen die swert zu sensen alle slagen nach der Prager Hs. ; 
die Xiirnberger liest zu pflüge, vgl. Albrecht 36, 36. 



II. 

trat wir über Albrechti Lehen wissen , verdanken wir zunächst 
den eignen aussagen des Dichters im Prologe, wo er seinen Namen 
und seine Heimat angibt, Prot. 42 — 55, 

der stn sinne an ditze btkch 

zu rechte hAt gevlizzen, 

der er ist sult ir wizzen: 

en weder dirre zweier, 

weder SwAp noch Beier, 

weder Düilnc noch Franke. 

des lAt iüz stn zu danke, 

ob ir fundet in den rimen, 

die sich zeinandcr Itmen, 

valsdi oder unrecht: 

wan ein Sachse, heizet Albrecht, 

geboren \on Halberstat,* 

A ditze bAch gemachet hAt 

von lattne zu düte. 

Nach dieser Angabe sollte man erwarten in dem Prologe wie in 
dem erhaltenen Bruchstücke die niedersächsisehe Sprache zu finden : dies 
ist aber keineswegs der Fall. Seine Mundart ist vielmehr die thürin- 
gische, die Sprache des Landes, in dem er lebte, und wir dürfen nach 
der fcut ganzlichen Abwesenheit niedersäehsischer Spracheigenheiten d. h, 
solcher die nicht durch den thüringischen Dialekt zu erklären wären, 
sehliessen, dass der Dichter schon frühe aus Halberstadt nach Thüringen 
kam. Zwar sagt A Utrecht ausdrücklich, er sei kein Thüringer: aber 
das bezieht sich nur auf die Geburt, nicht auf die Sprache. Indem er 
Schwaben, Baiern und Franken nennt, will er ausdrücken, dass er 
kein Hochdeutscher sei, mithin auch nicht in reinem Hochdeutsch dich- 
ten könne. — Die nahe Beziehung zwischen der Probstei Jechaburg, in 
die Albrecht als Mönch eintrat, und dem Bistum Halberstadt ersehen 
wir unter anderem auch daraus, dass der Probst Burkard IV, der in 
Urkunden 1213 — 1228 erseheint (auch in der von J. Grimm, Zeitschrift 
8, 464 mitgetheilten) , zugleich Domherr von Halberstadt war, vgl, 
Leuc/feld, antiquitt. fValkenried. \, 139. Lenz, Hist. von Halberstadt 
87. Dass Albrecht in Jechaburg lebte und dichtete hat J. Grimm 
(Zeitschrift §, 10) aus der Ferderbniss der UeberU^erung zuerst 



EINLEITUNG. CXXIX 

erkannt: ihm verdanken wir auch die urkundtiehen Naehweiee (8, 464), 
nach welchen unser Alhreeht ale Albertus scolasticas Jeehaburger Ur- 
kunden von 1217 und 1218 bezeugt Sein Amt war, wie aus den Jeeha- 
burger Statuten von 1372 hervorgeht (8, 465} , den magister seolarum 
in seinen Ausgaben zu controliieren , so wie ßir das Schreiben der 
Klosterurkunden und für den richtigen Gesang an Festtagen Sorge zu 
tragen. Sein Vorgänger in diesem Amte htess Friedrieh, der es noch 
1206 war und, wie J, Grimm vermuthet, wahrscheinlich zum Decan 
befördert wurde, als welcher er in der Urkunde von 1217 erseheint. 
Ob Albrecht noch im Jahre 1251 am Leben war, wo ein Albertus sco- 
Usticus ebenfalls eine Jeehaburger Urkunde bezeugt (8, 465 ), bleibe 
dahingestellt. Die Überschrift des Prologes nennt ihn *meister', womit 
einerseits seine bürgerliche Abkur^ft, im Gegensatze zu dem ritterlichen 
*berre*, andrerseits seine amtliche Stellung bezeichnet sein kann, Wurde 
Albrecht nach 1210 erst Scholasticus und bekleidete bis dahin etwa das 
Amt des magister scholarum, so könnte die Bezeichnung ^vatisA«!^, die 
wie die ganze Ueberschr\ft des Prologes vermuthlich schon* in der alten 
Handschrift gestanden, eine Uebersetzung seines Amtes sein, 

Die Zeit, in welcher er seine Bearbeitung der ovidisohen Metamor- 
phosen unternahm, gibt er selbst im Prologe an, 83 — 86 

zwelf hundert jAr und zehen bevorn, 

sU unser herre wart geborn, 

ergangen wAren an die stunde, ^ 

daz ich des bAches begunde. 

Aus dem Schlüsse des Prologes scheint hervorzugehen, dass er in 
einem und demselben Jahre den Plan fasste, die At^fuhrung begann 
und das ff^erk vollendete: was allerdings viel in einem so kurzen Zeit- 
raum ist, aber seine Analogie in Thomasin findet, der an seinem wat- 
schen Gast nur zehn Monate dichtete. Die Anregung zu dem fTerke 
scheint ihm vom Landgrqfen Hermann von Thüringen geworden zu sein, 
dessen er im Prologe preisend gedenkt {Sl ff,), und der zu den bedeu- 
tendsten Dichtem der Zeit in einem nahen Verhältnisse stand, 

Albreehts Werk scheint bei der Mitwelt keinen Befall gründen zu 
haben. Wenig bekannt mit der gleichzeitigen Literatur und dem darin 
waltenden Tone, sch^f er unmittelbar nach dem lateinischen Texte, 
indem er zwar mancherlei Freiheiten sich erlaubte, aber doch sein 
antikes Original mit einer Treue wiedergab, wie sie sonst im Mittel- 
alter selten ist. Aber eben diese Treue schadete ihm und seinem Ge- 
dichte. Uns scheint freilich (und die Zergliederung des Werkes wird 
es im einzelnen zeigen) die Darstellung wenig antik und mit vielen 
mittelalterlichen Zügen und Anschauungen durehflochten : bei Albreehts 
Zeitgenossen war der Eindruck umgekehrt, Ihnen mochte das Ganze 
ein zu fremdartiges Gepräge haben, es versetzte in eine unbekannte 
Welt, in die sieh zu erheben das verwöhnte Publicum keine Lust hatte: 
[XXXVIJI.] > 



exxx EINLEnUNG. 

die Menge wollte {und darin sind die Zeiten sieh gleieh geblieben) dau 
der Dichter %u ihren Aneehauungen herabsteige, nicht sie zu sieh erhebe. 
Doch wir denken wohl zu gross von Albrechts dichterischer Begabung, 
wenn wir in der mehr oder weniger antiken, dem Zeitalter zu antiken 
Haltung Absicht erblicken. Hätte er es verstanden, sieh dem Ge- 
sehmaoke der SMt zu bequemen, so würde die Manict{faltigkeit der 
Erzählungen gewiss Beifall gründen haben, da ja Ovid zu den belieb- 
testen Klassikern gehörte. Die so fremdartige Haltung erklärt zunächst^ 
dass wir von keinetn Zeitgenossen und keinem spätem ein lobendes ffort 
über Albrecht hören. Zwar dass Gottfried ihn nicht nennt, kann darin 
eine Entschuldigung finden, dass um 1215 Albrechts Werk im Elsass 
ßiglieh noch nicht bekannt sein konnte, und dass Gottfried überhaupt 
nur die bedeutendsten Dichter aufführt: aber auch Rudotf von Ems, 
der in seinen beiden Diekferverzeiehnissen manchen unbedeutenden 
Dichter erwähnt, nennt ihn nicht; um 1240 war also Albrecht in 
Oberdeutsehland vergessen, wenn er überhaupt Je dahin gedrungen war. 
Sowohl Gottfried als Rudoff erwähnen mit hohem Lobe Bliggers von 
Steinach, der, nach allem zu schliessen was bis Jetzt über ihn ver- 
muthet worden, ebertfalls antike Novellenstoffe in seinem Umhang verar- 
beitete. Bliggers fTerk ist wie Albrechts verloren gegangen : wir dürften 
daraus schliessen, dass es auch keinen Betfall gifünden und dass 
Jene beiden Dichter ihm nur ah beinahe Landsleute ein dichterisches 
Denkmal setzen wollten. Dies konnte für Rudotf seine Richtigkeit haben, 
nicht aber für Gottfried, dessen Urtheil, wo wir es controllieren kön- 
nen, sich durchaus als richtig erweist. Bligger hat vermuthlich es 
besser verstanden, das Alterihum ins Mittelalter zu übersetzen. Ja er 
hätte, wenn wir nach dem einzigen Beispiel der Aintftnd urtheilen, das 
jye(ffer mit Evidenz nachgewiesen, von der antiken Sage nichts als den 
Namen behalten: doch wird wohl bei' anderen Sagen die antike Grund- 
lage bedeutender gewesen sein. 

Doch nicht die Nennung eines Namens allein entscheidet darüber, 
ob ein Dichter beliebt gewesen oder nicht, sondern lauter und ver- 
nehmlicher spricht der Umstand, ob er viel abgeschrieben wurde. 
Bruder Philipps Marienleben wird von keinem gleichzeitigen oder spätem 
Dichter genannt oder gerühmt, aber es wurde vietfach im vierzehnten 
und fünfzehnten Jahrhundert abgeschrieben, und wir dürfen aus der 
grossen Zahl von Handschriften mit Recht attf grosse Beliebtheit 
schliessen. Aber weder Albrechts Ovid noch Bliggers Umhang wurde 
viel abgeschrieben: es würde' sich doch sonst eine einzige Handschrtft 
erhalten haben. 

Die neueste Zeit hat, unermüdHeh im Nacttforschen , nicht nur 
von Bliggers Umhange ein schon bekanntes Bruchstück an seine rechte 
Stelle gewiesen d. h. dem Dichter vindieiert, sondern- auch von Aibrechfs 
verloren geglaubtem Werke ein freilich trauriges Bruchstück entdeckt. 



EINLEITUNG. cxxxi 

das uns den Ferlust des ganiten Gedichtet in mehr aU einer Beziehung 
schmerziieh bedauern läset. W. Leverkus fand auf dem Olderiburger 
Rathhause *einen Pergamentbogen, als Umsehlag eines Einquartierungs- 
registers vom Jahre 1625^ der attf jeder Seite seiner beiden Folioblätter 
zwei Columnen von je 35 Zeilen enthält, Ihre Sehr\ft ist eine schöne 
und krijftige M<i^uskel aus der letzten Hälfte des dreizehnten Jahrhun- 
derts* , Leverkus gab davon in Haupts Zeitschrift W, 360 — 367 einen 
wortgetreuen Abdruck, Das Bruchstück zählt 279 Reimzeilen, die die 
Uebersetzung von Metam, 11^ 156 — 290 enthalten. 

Erst im sechszehnten Jahrhundert lenkte sieh die Atffmerksamkeit 
wieder auf Afhrechts Werk, Dass die Zeit der vfiedererwachten klassi" 
sehen Studien Gif allen an Ovid fand, und dass sieh der Gedanke regte, 
auch dem grosseren Publicum durch eine Uebersetzung den Inhalt zu- 
gänglich zu machen, nimmt nicht Wunder. Leider gerieth a^f den 
Gedanken ein Mann, der dem Werke durchaus nicht gewachsen war. 
Er war des Lateins nicht kundig: aber eben diesem Umstände verdan- 
ken wir es, dass er sieh nach einer älteren Uebersetzung umsah, um 
sie in die Sprache des 16. Jahrhunderts zu übertragen. Ein gebildeterer 
Dichter hätte unmittelbar nach dem Latein übersetzt. Erst der 
Umstand, dass ihm eine ffandsehrfft von Albreehts Werke vorlag, wird 
den Plan es umzuarbeiten in Wiekram erweckt haben, Jörg Wickram 
lebte in Kolmar: wie kam dorthin eine Handschrift des albrechtisehen 
Ovid, der in Oberdeutschland gar nicht bekannt gewesen zu sein scheint? 
Wiekrams Umarbeitung erschien in Mainz bei Ivo Sehcffer, und hierin, 
glaube ich, müssen wir die Erklärung des sonst auffallenden Umstandes 
suchen. Jechaburg war ein unter Mainz stehendes Archidiaeonat : auf 
diese Weise kann die Handschrift Alöreehts oder eine Abschrift davon 
nach Mainz und in die Hände des Buchdruckers Ivo Schöffer gekommen 
sein, der sie vielleicht zum Beh%ife einer Umarbeitung an Wiokram 
mittheilte. Die erste jetzt sehr seltene Ausgabe, von der mir Wiechmann 
sein Exemplar bereitwilligst geliehen hat, erschien unter dem Titel 
'P. Onidij Nasonis Atß aller sinnreichsten Poeten Ifetamorphosis, Das 
ist von der wunder barlicher Yerenderang der Gestalten der Menschen, 
Thier, vnd anderer Creaturen etc. Jederman lüstlich, besonder aber 
allen Malern, Bildthanwem, vnnd dergleichen allen iiünstnem nützlich, 
Ton wegen der ertigen Inuention vnnd Tichtung. Etwan durch den Wol- 
gelerten M. Albrechten Ton Halberstat inn Reime wei/f Yerteatscht, Jetz 
erstlich gebessert vnd mit Figuren der Fabeln gezirt, durch Georg Wick- 
ram zu Colmar etc. Epimythium. Das ist Der lustigen Fabeln A%ß ob- 
gemeltes bSchs Au/^egung, jederman kürtzweilig, vomemlich aber allen 
liebhabem der Edeln Poesi stadtlich zu lesen Gerhardi Lorichij Hadamarij. 
Getruckt zu MeinU bei luo Schöffer mit keyserlicher Maiestat Gnadt vnd 
Freyhelt nit nach zu Trocken. Anno M. D. XLY.' Ausser diesem Titel- 
blatte gehen den bezifferten Blättern, die mit III arfangen {indem I 



cixxil EINLEITUNG. 

und II mitgexählt, aber nicht beziffert sind) noch U Blätter voran, 
die Wiekrams Widmung, Alhrechts Prolog, Wiekramt prosaischen Vor- 
herieht {Colmar den 28. Deeemkris) und poetische Vorrede, Loriehius* 
*Zb8chreibang sampt dem bericht Der Poetischeo art', *datum zu MeynU 
iiü Aagustiner Kloster. Anno auffDinstag nach Bartholoniei. Anno 1545' 
und unterzeichnet *Der Kirchen Christi vnwirdiger Priester Ewer Ehm- 
nesten gutwilliger Gerhardt Lorich von Hadamar', und endlich den An- 
fang des ersten Buches {nämlich die beiden nichtbetifferten Blätter I 
und II) enthalten. Die Ausgabe zählt 155 römisch bezifferte Blätter: 
abgesehen von mehreren falsch gesetzten Zahlen, die aber die Zählung 
nicht beeinträchtigen, bemerke ich nur die Ueberspringung von drei 
Blättern, indem aMf 133 gleich 137 folgt. Das Buch ist *Dem Edlen 
vnnd vesten Wilhelm Buckle Ton Bucklinsaw, Oberaogt zu Rufach vnd 
inn der Hondat' gewidmet. In dieser Widmung spricht sieh Wickram 
über sein Ferhältniss zu Albrecht und zu Ovid foigendermassen aus 
*Dan ich m^ß bekennen, dise mein arbeyt ring genng, vrsacb, da^ mir 
vnder neun götlinnen der freyen kunsten kyne (keyne B) nie zft gesiebt 
kaiu: Auch das solcher reijche vnd lieplich Poet wirdiger gewesen wer, 
mit höherem verstand, bessern reimen, vnd zierlicherem teütschen an 
tag z abringen, hat mich doch der lust, so ich zfi disem Poeten getragen, 
auch geneigter vnderteniger willen zä eüwer Veste, verursachet, allen 
müglichen ütiß hieriA anzuwenden, vnd dise lieplichen Fahlen inn meine 
schlechten vnd gewonlichen reimen z8stellen, wiewol eüwer Teste nit 
meynen soll, mich so erfaren sein inn Latinischcr sprach, daß ich diß 
Buch iuß dem Latein transferiert hab, dann ich deß Lateins gar vnkun- 
dig binn. Damit aber eüwer Veste vemem woher mir diß Bilch behen- 
digt, hat sich der gestalt z8getragen, als man zalt von Vnsers Herren 
vfi Seligmachers gebSrt 1212 Jar *), zfi den zeittcn des löblichen Fürsten 
vnnd Herren Lantgrauen Harmans (Hermans B) , eyn Lantvogt in Türin- 
gen. Diser hat gehabt auff eynem seinem schlo/f Zechenbuch genant, 
eynen wolgelerten mann, mit namen Albrecht von Halberstatt, tuß dem 
landt Sachsen, der selbig mit grosser arbeyt dise fünfzehen B&cher inn 
reimen gesteh, wie aber semliche reimen geschriben seynd, werden an 
volgendem blat inn seiner Yorred, die ich nit hab enderen wollen, 
gelesen, wiewol ich die inn keynen weg schelten kan, so sind sie doch 
mit solchem alten Teütsch vnd kurtzen versen gemachet, so da/? sie mit 
keynem verstand gelesen m^gen werden. Die selben reimen hab ich nit 
alleyn geendert oder corrigiert, sunder gantz von neüwem nach meinem 
verm&gen inn volgende Ordnung ,brocht, vnnd auch mit schlechter kunst, 
als eyn selbgewachsenenr (selb gewachsener B) Moler mit Figuren ge- 

*) Statt 1210. In der 'Nota' zu Prolog 83 *So lang ists das diss 
Buch erstlich verteutscht, nemlich 335 Jar' steht das Richtige i auch B 
hat 1212. 



EINLEITUNG. CKXlllI 

kleidet.' Die Fersieherung aus fTiekranu eigenem Munde da*» er kein 
Latein vertiehe ist für uns von fFichtigkeit , weil wir dadurch sein 
Ferkältnist %u Albrecht und auch das Ferhättniss Albrechts zu Ouid 
genauer bestimtnen können, fFiekram* hatte, wie wir sehen, keine hohe 
Meinung von seiner dichterischen B^ähigung, und in der That sind 
seine Ferse nicht weniger schlecht als die gräulichen HoUsehnitte, die 
er seinem Buche zur Zierde mitgab. Gleichwohl fand es Beffall: aus 
dem (Imstande dass schon im Jahre 1551 eine neue Ausgabe veranstaltet 
wurde sehen wir, wie gross da* Interesse für das klassische Altertuth 
im Publicum war, da man sieh selbst durch' diese aus altem und neuem 
Deutsch wunderlich gemischte Bearbeitung nicht abhalten Hess, in ihr 
den Oüid kennen zu lernen. Die zweite Ausgabe erschien *Meynlz bei 
Joo Schofler' 1551 , und stimmt in der äuisem Einrichtung ganz mit 
der ersten, auch in der Ueberspringung dreier Blätter nach 133. Die 
spätem Ausgaben, die zum Theil die bei fFiekram fehlenden Fabeln 
ergänzen, findet man in Godekes Grundriss S. 370 verzeichnet, wo aber 
der Titel der ersten Ausgabe unrichtig abgedruckt ist. 

ßFir fugen noch ein fFort über Lorichs Auslegung hinzu, Sie ist 
nng^ähr in demselben Geiste gehalten, der schon die mittelalterlichen 
Ofsid' Erklärer {s, oben S. XLIII) beseelte, und es ist nicht unwahr- 
scheinlich dass Lorieh einige derselben benutzt hat. Mir stehen zur 
Fergleichung keine Handschriften zu Gebote : doch kann ich aus dem 
fFenigen, was ff aase über Bobert Holkots Moralia mitgetheilt hat, 
eine Uebereinstimmung mit Lorich nachweisen, Lorieh Bl.' 7 sagt bei 
der Erklärung der Sage von Daphne vom Lorbeerbaum *Diser baam* 
ist hitziger oatur, der Trsach er dem Apollini, das ist-, der SooDeo 
geheyligt wirt, ist- allem Teufelischem gespenst zu wider, wirt von 
kejnem donderschlag berilrt': letztere Eigenschtft des Lorbeers erwähnt 
auch Holkot, Haase S. 23. 

JFas nach dem Drucke aus der von fFiekram benutzten Handschrift 
geworden, wissen wir nicht. Doch hat sie vielleicht noch am Ende des 
sechszehnten und selbst im siebzehnten Jahrhundert existiert. Cyriacus 
Spangenberg, der am 10. Februar 1604 zu Strassburg starb, nennt in 
seinem Buche von der Musiea und der Meistersänger At{fkommen, dessen 
Handschrift vom Jahre 1598- zu Strassburg liegt, unter andern altem 
Dichtem auch Albrecht von Halberstadt (Hagen, Minnesänger 4, 893); 
und in einem Meistergesänge vom Jahre 1630 wird ebej\falls *Albrecht 
von Halberslal' unter Dichtem erwähnt, deren fFerke {oder vermeint- 
iiehe) vorhanden waren, Hagen 4, 894. 

fFir haben an dem Drucke von Konrads Engelhart ein Beispiel, dass 
man im seehszehnten Jahrhundert alte Gedichte in zwar ungenauer, 
aber doch nur- leise überarbeiteter Form druckte. Dasselbe Ferfahren 
hat fFiekram nicht beobachtet, er konnte es noch weniger als der 
I^rucker des Engelhart: denn ein rein oberdeutscher Dichter Hess sich 



cxxxiv EINLEITUNG. 

sum groMsen Theil noch im techszehnten Jahrhundert verstehen, seine 
reinen Reime blieben, auch ins Neuhochdeutsche übertragen, überwie- 
gend noch immer Reime. Anders war es mit dem mitteldeutschen 
Dialekte Albrechts, dessen Reime wegen der eigentümlichen Lautver- 
hältnisse in die Sprache des sechszehnten Jahrhunderts treu %u über- 
setzen unmöglich war, Albrecht selbst klagt sich im Prologe falscher 
und unrechter' Reime an, weil sie, in reines Hochdeutsch übertragen, 
allerdings falsch und zum Theil überhaupt keine Reime sein würden. 
Innerhalb seiner Mundart aber sind die Reime durchaus rein, wie das 
Bruchstück sowohl als der Prolog zeigen. 

fFtr müssen das Ferfahren, welches fFickram in seiner Ueber- 
tragung beobachtete, an dem erhaltenen Bruchstück erläutern und den 
Gründen seiner Aenderungen möglichst nachzugehen suchen, denn nur 
atif diese fFeise.wird es möglich sein. Regeln ßir die Rüokübertragung 
zu gewinnen. Unter den 279 (280) Fersen des Bruchstückes sind 120, 
in welchen fFickram die Reime seiner Forlage beibehalten hat, eine 
kleine Zahl von Reimen laut sich oder Hesse sich auuerdem durch 
Conjectur herstellen : aber im übrigen weicht fFickram von Albrecht ab» 
Oft sind Stellen von zwö{f oder mehr Zeilen hinter einander bei fFick-' 
ram lesbar, an denen wenig zu ändern ist als die eingeschobenen Flick" 
Wörter, mit denen fFickram die fehlenden Senkungen zu ergänzen 
suchte. Die Gründe der Aenderung haben wir, wie schon bemerkt, 
zunächst in Albrechts Mundart zu suchen. Am meisten und häi^figsten 
tritt die Apocope des e tut It^finitiv hervor: hier musste fFickram 
überall ändern. Man vergleiche 

Albrecht. fFickram. 

46. und torste doch nicht rüge, 111 c und dorfft doch solchs n{t 

daz sin herre trüge offenbaren, 

eines esels Aren an. das sein herre trage esels ohren. 

78. stne m^re bnrch nüwe \\\d und bawete an Troy der statt, 

Troje begnnde büwe. damit er grossen iiosten hatt. 

82. sie ne mochten dar zu iWd sonst mocht er zu wegen 

wan mit grüzer habe nicht getü. bringen neut. 

do kamen auch dar als werckleut. 

102. unzes meres got begunde were \V\d hxß (das fehlt B) Neptunus 

einem wunder üz dem mere. aup dem meer 

eyn epffer begert zu verehr. 

132. soitu müter werde, 112a frawenThetis, wie das sie boldt 

daz üf diser erde. eyns Jünglings mutter werden solt, 

ist vielleicht wegen des klingenden Reimes geändert, weil sonst die 
Besserung werden : erden nahe gelegen hätte.- 

170. d6 müster sie mit nMen 1 12 <l und griff sie gantz manllchen 

mane ahn : 

und greif sie manltchen ane. sie aber sich nit lang besan. 

214. untsüb yaste halde, 113 a Peleus aber keyns wegs ab- 

swie sie sich verstalde. stundt, 

er hielt sie fast, do halff keyn Arndt. 



E»<LEITUNG. cxxxr 

216. d6 begandes luftc XVia Als Thetis semlichs gsehen 

ir arme und ersuAe. holt, 

ihr hendt (sie fehlt B) vff gehn 
himel bodt, 

wiewohl hier ersolte auch der It^finitiv sein kann: in diesem Falle ist 
das n dieses Portes Ursache der Aenderung. 

2«'i4. durch daz hiez in striche 113 a deshalb er hxkß dem landt 

sin vater von dem riebe. mxiß streichen, 

vxxß dem reich vor selm vatter 
weichen. 
260. wen begunde mache 1136 ein lugen er dem fcunig für 

eioe lugensache. wandt, 

er wer vertriben au/i[ dem landt, 

ausserdem wegen des klingenden Reimes, 

272. und ist Ji^piter dln ane, 1136 dar zu ist Jupiter dein ahn, 

daz mach mich wol gemaue. darumb soltu nit zweiffeJn dran. 

Fgl. ausserdem noch lAze : strAze 50, welche Ferse bei ff^iekram 
ausgelassen sind^ gebende : verwende 210, hei ß^ickram ganz ab- 

m 

weichend. 

Ein weiterer Grund zum Aendem war der mangelnde Umlaut, 
den Albreehts Mundart zeigte, und durch den seine Reime für Wickram 
untauglich wurden, 

Albreeht, Wickram. 

4. und allen wichten h6ren. 1116 do hinzu kommen sonder 

er selbe von den 6ren . . streich. fokren. 

er selber auch von seinen obren . . . 
30. der die richte solde hören, lllc Phebus schuff bald Mida 

daz wdren des mannes 6ren. zwen obren 

die wolgezimpten eynem thoren. 
11$. ime wart zu 16ne WVd deß kftnig tochter jm zlohn 

EsyonA die sc6ne. wardt 

Hesione die schon vnd zart; 

vgl. noch 56 h6ren : Aren, ff^, lllc ohren : roren. 

Andere Eigentümlichkeiten der Mundart, die zur Aenderung ver- 
anUusten, bellen folgende Stellen: nü : ü (ZZ in) Br, 9, von fTiekram 
ganz weggelassen, 

90. schiere stunt die mtkre 111 tf also bald die mawr Von grundt 

geworcht, ir zweier stdre. von ihn beyden gebawen stundi. 

Tetis : 18 206, bei fFickram kein besonderes Reimpaar. 
Ebenso waren unverständliche und ausser Gebrauch gekommene 
ßf^orte und Formen Ursache der Aenderung, z. B, 

Albrecht, fTickram. 

23. daz der harpfen sdzecheit 1116 also der harpffen s^ß anre«en 

I^Dolus selbe wart beweit. thet Tmolum aujff der mo/J be- 

wegen, 

ufcgen beweit; 



CXXXTl 



EINLEITUNG. 



40. ein bAben von xindAle' 
trüch er laüem. mAle. 

wegen xind&le; 

42. da .er die 6ren ander stach, 
nnz sie der linecht eines sach. 



Itl c eyn haub gemaehi Ton lendel 

rieh 
trag er vff seim hanpt stetililich, 

nie die vas seiner langen obren 

lach, 
bi/f sie eyns mols sein knecht 
ersach, 



w^en stach; 

74. Ph^bus nnde l(£rte dan, 
nnz er sconven began. 



111 d do macht er sich von dann 

znstnndt 
bi/^ er von dem Infft sehen iLundt, 

wegen dan, das fß^iekram allerdings 111 d (Br. 114) gelten lässt, aber 
solcher üngleichmässigkeit begegnen wir qft bei ihm, breit : üf geleit 
80^ bei Wiekram weggelassen, 

124. vron Th^tis, Awer minne, 
des mores knniginne. 



1 1 1 <2 wann jm zn eynem gmahel 

wart 
frau Thetis Atß meers Iconigin 

zart. 



wegen minne, das fTiekram meidet ^ 



112 e das die wallen zuzeiten gro^^ 
das port bedecl^en das nichts blo^. 



152. alsA nidere daz die nnden 
scupphen under standen. 

wegen nnden, wenn auch 113a nnde : za stände stehen geblieben ist; 

182. als ein wisent vreissam, 
daz sin PeUus erqoam. 



11241 wart sie inn eyn grojff tiger 

thier 
Peleos sich hart entsatzt dafür, 



wegen erqnam. 

184. and liez von ime die hende 
zu stner missewende. 



wegen missewende; 

186. d^ vlÄhet er NeptAne 
mit maneger bete rune. 

wegen rAne; 

208. in den wonitchen walt. 
er hAte kdme sie bestalt 



113 a vnd Meß von jr baldt ab sein 

hendt. 
sie sprang hin inn das meer 
eilendt, 



113a Peleos Neptannm bitten wardt 
das er im hulff vflT rechte fart. 



113 a l&am aber inn den grAnen 

waldt 
Polens der griff sie an gar baldt. 



wegen bestalt. 

Fgl, noch anplech 62, ontswere 94, vremen 124, künne 142, betrAgen 
148, gewalt 180, abe {aber) 192, verjach 220, alsns 228, zetragen 232, 
gest^t 274, PeleA 276; wAte : hAte 66, H^ickr. 111 c schreibt wegten 
: regten, weil er das Präteritum hAte nicht kennt; art : wart 98, fart 
: wardt ^. lllrf. 



EINLEITCNG. cxixvii 

JfifiM weitere durch den Reini veraniasete Aenderung bezieht sieh 
auf die klingenden Reime, wie schon Jacob Grimm {Zeitschrift 8 , 402) 
bemerkt hat, ff^iekram hat wie die Dichter des seehszehnten Jahrhun- 
derts überhimpt eine ForUebe Jur den stumj^fen Reim. Das Ferhältniss 
klingender und stumjifer Reime in dem Bruchstück ist etwa wie 3 : 5, 
etwas gunstiger Jur die klingenden im Prolog, aber immer noch mit 
üeberwiegen der stummen. Die klingenden Reime sucht Wiekram %u 
entfernen, entweder indem er das schliesiende e wegläset, oder die 
ganse Reimsilbe ändert, Wenn schon die stumjifreimenden Ferse AI- 
brechtt wegen der fehlenden Senkungen dem Umarbeiter zu kurz waren, 
weil er überall acht Silben braucht, so musste' dies bei den klingenden 
Reimen noch mehr der Fall sein, wo er zur Ausfüllung 3 — 4 Silben 
in jeder Reimzeile gebraucht hätte. Wo sich diese leicht ergaben, 
behielt er den Reim bei, falls nicht sprachliche Bedenken im Wege 
standen: sonst änderte er den ganzen Reim; z. B, 

Albrecht, Wiekram. 

224. tet sfe stnes Villen 113 a an jr jmall sein will ergieng, 

lud nntfienc Achillen. AchiUen sie von jm empfleng; 

ebenso 60, 78, 130, 154, 156, 212, 222. 

Den rührenden Reim, den Albrecht ziemlich häufig hat, entfernte 
Wiekram überall, weil er der Kunst seiner Zeit nicht gemäss war: 
nur wenige sind in dem ganzen Buche aus Nachlässigkeit stehen geblie- 
ben. Fergleiehe 

Albreeht, Wickram, 

16. dich bewegete MydA, 1116 den torechten konig llidam. 

wen da w^re von geschiclit dA. welcher von vngeschicht dar kam, 

150. in Emonte an einer stat 112e In Emonyen an eynem ort 

h4t daz mere slnen stat. hat das meer so eyn nider port. 

190. Pr6th6ns, der wtssage, 113 a Proteus der weissag so alt 

und sprach *vemim waz ich dir sage. und sagt Peleus vemim mich baldt. 

isgl, noch urteil : teU 28, türe : AventAre 226. 

Femer ändert Wickram wo bei Albrecht ein Wort im Reim steht, 
das zwei Hebungen ohne dazwischen liegende Senkung autfüllt, gotin 
: in 144, UBfr6 : d6 244. Auch wo die Construction ihm nicht nach'- 
ahmUeh schien, änderte Wickram den Reim, so bei dem Accus, c, Ir{fin, 
69 — 71, wiewohl er selbst, in der prosaischen Dedication *wie wol eüwer 
Teste nit meynen soll, mich so erfaren • sein' sagt: aber die damalige 
Prosa lässt solche dem Latein nachgemachte Constructionen zu. 

Die direkte Anrede an handelnde Personen, was Albrecht zu lieben 
scheint, hat Wiekram ein paarmal entfernt, wohl weil diese Wendung 
ihm fremdariig vorkam, so Br. 16 dich bewegcte MydA, wendu wAre 
Yon geschieht dA, 124 vrou ThAtis, Awer minne, 226 dich edele rittet 
tAre, alle drei Stellen auch aus andern Gründen geändert, Ovid hat 
11, 238 diese dir^te Anrede, Albreeht, Br. 166, hat hier nichts ent- 
sprechendes. 



cxxxvifl EINLEITUNG. 

Das Hervortreten der SulQeetimtät , das Albreeht wie alle mittel- 
alterliehen Dichter zeigt, hat »war auch ff^iekram, aber einigemal 
seheint er es %u meiden, so 72 als ich hAn gesprochen, wo vielleicht der 
klingende Reim Ursache der Aenderung war; 126 Yernemet is gescach 
alsus, vielleicht wegen alsns. 

Unter die hier at{fgeslellten Gesichtspunkte lassen sieh Jast alle 
von ff^ickram vorgenommenen Aenderungen bringen. Es bleibt nur eine 
kleine Zahl von Reimeti, die willkürlich geändert sind, Br, 44 pblac : mac, 
fr, nie pflag : Ug; ferner Br, 48, 54, 76, 96, 106, 108, 122, 134, 
146, 164> 172, 178, 218, 230. 

Im Ganten folgt fFickram seinem Forbilde, auch wo er die Reime 
ändert, Zeile für Zeile, nur begegnet es manchmal, wo aus zwei Zeile» 
Albrechts eine gemacht ist, dass die Verkettung der Reime in den fol- 
genden Fersen nicht zu Albrecht stimmt, fFeggeUusen hat JfFiekram 
nur wenig, zwei Zeilen 9. 10, weil er sie wie schon erwähnt mit Albreehts 
Reime nicht brauchen konnte und auch die vorhergehende missverstand; 
femer fehlt Q4. 85, wohl nur aus Nachlässigkeit, und 248. 249. 
Albrechts 279 Zeilen entsprechen bei fFickram 265, was eben durch das 
ilftere Zusammenziehen zweier Zeilen in eine sich erklärt. Zwei Zeilen 
eingeschoben hat fFickram nur einmal, nämlich nach 255, wo er das 
Reimpaar umstellt, 

fFiokram spricht in der fFidmung von ^kurtien versen' die 'mit 
keyaem yerstand' gelesen werden könnten. Dies ist allerdings von dem 
rohen Standpunkte aus richtig, auf dem sich die deutsche Metrik im 
seohszehnten Jahrhundert btfand. In der That aber steht Albreeht in 
Bezug auf Handhabung des Reimes und auf den Fersbau in gleicher 
Linie mit den besten Dichtem seiner Zeit, Fon ^ungenauen Reimen 
(Zeitschrift 1 1, 359) kann nach dem, was man gewöhnlich unter dieser 
Bezeichnung versteht, nicht die Rede sein: ungenau sind die Reime nur 
vom oberdeutschen Standpunkte, in seiner thüringischen Mundart reimt 
der Dichter so genau, wie man es joon seiner Zeit erwarten kann. In 
einem Punkte steht Albrecht noch nicht auf dem Boden der ausgebU* 
deten höfischen Poesie, im Brechen der Reime, das bei ihm nicht als 
Gesetz, sondern wo es begegnet zt^fällig at^f tritt. Die Behandlung von 
Hebungen und Senkungen dagegen ist ohne Tadel, Zufeisilbige Auftakte 
finden, sich nur dann, wenn beide Silben von geringem Gewichte sind^ 
mit ir 8, daz die 15, wen du 17, wen mit 83, Onies 102, der nAch 128, 
aU6 152, Ues sA, daz er 156, Azem 162, an so 174, ob sie 196, unz sie 
199, sie begnnde 211, und ergap 220, und entfienc 225, an der 227, 
ich geswtge 269, und im Prolog die ich 7. — Die fFeg lassung der 
Senkungen geschieht ebenfalls nach den Regeln der besten mhd. Dichter : 
at^ffällend ist nur daz mach mich wol gemane 273, wo wenn man nicht 
diz mach mich wöl gemäne lesen will, ein vU vor wol zu ergänzen sein 
wird; mit als erste Hebung ohne naclfolgende Senkung steht 239 mit 



EINLEITUNG. cxxxix 

fr^de stnot stD lant, wenn nicht etwa mit gAtem frede; aber ähnlich 
steht xü 248 zd d^me konhige gieng, wo man nicht etwa köD^iige lesen 
darf, denn 271 bildet von koniDges art den Sehluee des Ferses. Bc" 
merkenswerthe fTeg-iassung^ von Senkungen zeigen im Prologe 53 geboren 
von HälberstAt und 67 nftch ir gelouben vil. 

Ein zweisilbiges fFort mit langer PenulHma steht in der Senkung 
nur einmal und zwar vor folgendem Voeal, hb solta sie vast umbe- 
Tin 194. 

üeherhät^fung der Senkungen ist, wo sie nicht vom Schreiber her* 
rührt, nicht nachzuweisen, denn sie volgeten alle der urteil stn 27 wird 
man nicht dahin rechnen. Nur die Eigennamen machen bei Albreeht 
wie bei den meisten Dichtern eine Ausnahme; nie LAomedon bl dem 
mere lanch 77 ist darnach untadelhqft, 

KUngende viermal gehobene Ferse werden wir Albrecht zutrauen 
dürfen, da sie kein guter Dichter versehmäht hat: der die richte solde 
h6ren, daz w4ren des mannes Aren 30: auch in der zweiten Zeile, denn 
wAm hat keine Analogie in den übrigen Fersen, unde saget ime rechte^ 
wie h^re w6re sin gesiechte 256; und begunde weinen s^re. er vrAgete 
waz im w6re 278 > wo man aber die erste Zeile besser mit zweisilbigem 
At{ftakt liest, wie sie begande 211, und in der zweiten vrAgte schreibt. 
Im Prolog ergangen w&ren an die stände, daz ich des bdches begunde. 
Nur die erste Zeile ist viermal gehoben in seht wie r6ren dk entsprun- 
gen, die riefen onde sungen, wcTin nicht r6r da entsprungen zu lesen ist. 

fFir haben fFickrams Ferhältniss zu seinem Forbilde betrachtet, 
wir müssen auch sehen, wie sich Albrecht zu Ovid stellt. 

Durchschnittlich braucht der deutsche Dichter für einen Hexameter 
zwei Kurzzeilen: Ovids 135 Hexameter hat Albrecht in 11^ Fersen 
wiedergegeben. Im Ganzen folgt er seinem Originale Sehritt für Schritt, 
Manches hat er ausgelassen, so den Schmuck, in welchem Phoebus zum 
Ramjfe gerüstet erscheint: nur den Lorbeer hat Albrecht 20 beibehalten. 
Ferner die Beschreibung der Gegenden, durch welche Phoebus seinen 
Flug nimmt, Metam. W, 196 — 199, wohl weil sie dem deutschen Leser 
fremdartig erschienen wären; die fForte Ovids W, 219—220 

siquidem Jovis esse nepotem 
contigit haud uni, conjux dea contiglt uni, 

ebenfalls aus diesem Grunde. Die griechische Art des Opfers W, 247 
bis 248 ist aus gleicher Ursache weggeblieben: Albrecht 187 sagt nur 
mit maneger bete rAne, mit mehr deutscher Anschauung. Auch von der 
antiken Art des Bittens 11, 279 

velamenla manu praetendens supplice 

hat Albreeht nach 255 nichts. Die Umschreibungen der Gotter durch 
ihre Beinamen wendet Albrecht nicht an, sie wären unverständlich ge- 
wesen, DeHas 11, 174 heisst bei ihm 29 nur Ph^bas, auch für Alcides 



CXL EINLEITUNG. 

11, 213 tagt er 106 Hercules; /«r Aeacides 11, 227. 246. 274 hei»9t es 
144. 183. 249 PeUas; man vergleiehe JAn6 Wh mit Saturnia Metam. \, 
722; Mercurius Wh mit \, 713; Perseus 45c mit Abantiades 4, 673. 

Einmal ist der Name entstellt, ßir Trachinia tellus 11, 269 keisst 
es 237 io Tracyam. 

Zusätze macht Albreeht nur selten zu Ovids Texte: dem Namen 
Telamon fugt er 117 die Abstammung von Aeaeus hei, wo Ovid W, 216 
nichts hat. Eigentümlich ist Albreeht der Zusatz 3—4 

er geb6t dem walde 
and allen wichlen h6ren, 

dem hei Ovid 11, 156 — 157 nichts entspricht: die deutsche Anschauung 
von Waldmännchen und Wichten bricht hier wie qfter durch. In 
Folge des Reimes ist vielleicht 24 mit walde, mit berge hinzug«*fugt, 
oder wohl nur sinnlicher ausgemalt, weil Albreeht hier an den Berg 
dachte. 52 di niemen Wen er eine was möchte Albrecht für einen zur 
Deutlichkeit nothigen Zusatz halten: auch die Bemerkung dau Thetis 
die Fähigkeit hesass sich in drei Gestalten zu verwandeln hat Albrecht 
176 allein. Eine Reimautfullung ist 185. 215 beim deutschen Dichter : 
die Worte 191 vernim waz ich dir sage sind im Geiste mittelalterlicher 
Dichtung, die gern eine Rede so einleitet, wo der römische Dichter 
kurz und gedrungen ist. So sind auch die Ferse 226. — 27 aufzufassen; 
vgl, in m,einen Auszügen IX, 154 — 155. 

Die Uebergänge von einer Erzählung zur andern vermittelt Albreeht 
ebetfalls nach Weise der mittelalterlichen Dichter durch eine eingestreute 
subjective Bemerkung, wie 72 als ich hka gesprochen ; 126 vernemet iz 
gescach alsns; 146 — 149 

wie Pel^as der kdne man 
die gotinne gewan, 
ne wil is üch nicht betragen, 
sA h6ret iz Ane vrAgen; 

vgl, bei Wiekram 21 a, 1; 97a, unten, 1066 ff. qfter. 

Waren die Abweichungen in den übrigen Theilen von Albreehts 
Werke nicht bedeutender als in dem Bruchstücke die erwähnten, so 
müssen eine Reihe selbständiger Aenderungen, die wir im Fergleieh zu 
Ovid wahrnehmen, von Wiekram herrühren. Ai{f einiges der Art hat 
schon Jacob Grimm at^fmerksam gemacht: eine genauere Fergleichung 
des Wiekramsehen Textes mit dem Original scheint nicht überflussig, 
doch wäre jede kleine Abweichung anzuführen unnofhig. Heineswegs 
aber stammen alle Zusätze von Wickram: das werden die Auszüge im 
einzelnen darthun. Namentlich gehören Albreeht, was sich schon 
sprachlieh erweisen lässt, einige Erweiterungen, in denen deutsche An- 
schauung und deutsches Gemüth durchbricht: dieser Art ist die Be- 
sehreibung des Hochzeitfestes von Perseus und Andromeda, der Tanz 
der E(fen um den Baum der Ceres 'und anderes. Ehe wir zur Fer^ 



EINLEITUNG. CXLI 

ghiehung übergehen, mu$$ ich der van Laekmann (««m Iwein S. 527) 
unerortert gelaesenen Frage erwähnen, wie weit Aufrecht /raniösische 
Vorgänger hatte oder benutzte. Auf Laehmann ben{rt sich Hoberstein 
(ly 219 Anm,), der ee dahingestellt läset ob Albrecht unmittelbar oder 
mittelbar Otrid folgte, und meint Albreeht nenne »war eine lateinische 
Quelle, aber nicht Ooid mit Namen. fFir haben nicht nöthig an der 
unmittelbaren Benutzung zu zweifeln: die Fergleichung lehrt, daes 
zwischen Ovid und Albrecht weder eine lateinische noch französische 
vermittelnde Quelle Raum hat. Vermuthlich hat jedoch Albrecht auch 
Ovids gedacht, denn es ist offenbar, dass zwischen dem Schlüsse des 
Prologes und dem Beginn des ersten Buches bei fFickram der vermit- 
telnde Uebergang fehlt. Wickram schiebt dazwischen seine poetische 
Forrede ein, die recht gut an die Stelle von älteren Versen getreten 
sein kann, wenn man diese auch nicht zu errathen vermag. Die von 
ß^iekram genannten neun Bücher, die Ovid verfasst habe, sind zwei- 
felsohne dieselben, die Vincenz von Beauvais anfuhrt (oben S. II I).- 

Das erste Buch übergehe ich hier, weil ich es unter den Auszügen 
vollständig mittheile und in den Anmerkungen dazu die bedeutenderen 
Abweichungen, bespreche. 

Im zweiten Buche ist folgendes zu bemerken. fVickram IZa, 5 — C 
sind hinzugesetzt: die vorhergehenden und folgenden Zeilen übersetzen 
Metam. 2, 2. AT. 136, 12 sind Thetis und Nereus wohl schon von 
Albreeht eingeschoben, vgl. Metam. 2, 8. Ausführlicher als Ovid, der 
ihnen nur vier Hexameter widmet 2, 27 — 30, schildert Albrecht die 
vier Jahreszeiten: auch hier klingt deutsches Gemüth durch, dem die 
Freude an Frühling und Sommer, die Herbst- und fVinterklage durch 
alle Lieder weht. Albreeht braucht zu der Schilderung 20 Zeilen. 
Au^hrächer ist Phoebus Abmahnung, Metam. 2, 54 — 55, bei IVickram 
Ha, 4 — 15 wiedergegeben. Eigentümlich ist, wie schon Jacob Grimm 
bemerkt hat, im Deutschen die Ausführung von dem Mühlrad, um 
welches ein Fliege kreist, womit der Dichter die Kreisbewegung der 
Gestirne sehildem will, 14a, 49 — 146, 2. IVeggelassen dagegen sind 
die Hören, die den fVagen des Sonnengottes schirren, 2, 118, wahr- 
scheinlich weil sie dem deutschen Dichter zu fremdartig erschienen, 
sieh II, 24. Die Erwähnung des Zodiacus iAd gehört dem Bear- 
beiter. Dass die Sonnenrosse an die Schranken des Thors schlagen und 
diese von Tethys geqffhet werden, Metam. 2, 155 -—157, erwähnt der 
deutsche Text 15a nicht. Die Triones nennt Ovid 2, 171 — 172 nur 
kurz : den Grund warum sie nicht ins Meer tauchen dürfen fügt Al- 
brecht 156 hinzu. Die Lage des Bootes 2, 176 hat Ovid gar nicht 
erwähnt: der Bearbeiter 156 in vier Zeilen. Der Inhalt von 2, 178—200 
ist im Deutschen 156 in dreissig Zeilen nur unvollständig ausgedrückt: 
manches fehlt,* anderes wie das Selbstgespräch Phaetons hat das Original 
nicht. Metam. 2, 213. 215 sind im deutsehen Texte 15c (bei mir III) 



cxLti EINLEITUNG. 

nicht wiedergegeben. Auch unter den hrefinenden Bergen 2, 217—226 
fehlen mehrerey nämlich Athos 2, 217. Tmolue 217. Ide 21 S {der 
ganse Fers), Helicon 219. Mimas 222. Dindyma Myeale Cithaeron 
223. Alpe^ 226. Die weitere Schilderung von Libyen 2, 237 im 
Deutschen 15 rf fehlt im Lateinischen: die Namen der verdorrenden 
Quellen, 2, 239 — 240 nennt 'Albrecht nicht, weil er hier wie überall 
an die Stelle der nymphae die deutschen wazzervroawen {IF, 1) oder 
wazzerwtp setzt, zu denen die antiken Namen nicht stimmen wollen. 
Die Namen der Flüsse 2, 241—259 gibt Albrecht in anderer Ordnung, 
zum 7*heil mit näheren Beziehungen, die aus anderen Quellen entlehnt 
sein müssen. Beim Phasis 2, 249 erwähnt er ibd Jasons und Medeas 
in vier Zeilen ^ beim Tanais 2, 242 sagt er 16 a dass er Asien und 
Europa scheidet, beim Caystrus 2, 2bS, den der deutsche Text Cro- 
maneus nennt, weiss er die flamineae volucres richtig als Schwäne zu 
deuten, woraus auf eine glossierte Handschrift des Ovid zu schliessen 
sein möchte: er fügt den Schwänen noch antrogele und wilde gense bei. 
Neben dem goldreichen Tagus 2^ 251 weiss er auch von dem Golde des 
Pactolus aus Metam. 11, 87 (XXIII, 140) zu erzählen. 

Die Cycladen 2, 264 Hess er als fremdartig 16 fr weg und redet 
nur von Steinen. Nereus und Doris 2, 268 — 269 werden nicht genannt. 
Die Rückkehr in das *alte Chaos' 2, 229 mochte Albreeht nicht christlieh 
genug erscheinen. Das Begräbniss Phaetons, dem Ovid 2, 325 nur 
wenige Zeilen widmet, bei dem deutschen Dichter 16<2 {IF) ausfuhr- 
Hoher: ein Sarg von Stein, drauf die Inschrift mit griechischen Buch- 
staben, dais jedermann es lesen konnte. Die Namen von Phaetons 
Schwestern 2, 346^. werden im deutsehen nicht erwähnt. Ovid lässt 
sie nur in Bäume, Albrecht in *bappeln' IIb verwandelt werden: aus dem 
Bernstein den er vielleicht nicht kannte macht der deutsche Text* edlen 
Balsam*. Cygnus 2, 367 üt ein König in Tuseien, IIb, vgl. Met, 2, 
370. Die virgo Nonacrina 2, 409 ist dem deutschen Dichter 18 a nur 
'ein schöne meit' und so ist hät(/lg statt des individuellen Ausdruckes 
ein allgemeiner gesetzt. Aber die Schilderung der Jungfrau ist wieder 
nach mittelalterlichem Stile: sie hat goUvarwez hAr, das bis zu den 
Füssen herabwallt und ungefiochten dem Golde gleich hängte die vitU 
des lateinischen Dichters ist ein Mbe wlz als der sd6 186. Ihre Jagd- 
beschqftigung beim deutschen Dichter autführlicher , bei Ovid 2, 414 
nur eine Zeile, im deutschen Text acht: die Freude deutschen Weid- 
Werkes, an dem sich auch die Klostergeistlichen trotz vielfacher Ferbote 
mit Eifer betheiligten, blickt hier und überall durch, wo er auf H^ald 
und Jagd zu sprechen kommt. In der Geschichte der Callistho folgt 
eine Lücke: es fehlen Metam. 2, 418 — 446, 27 Hexameter, also etwa 
54 — 56 Kurzse/ilen. Doch nehme ich hier keine Lücke in Albrechts 
Texte an, sondern erbUoke hierin eine absieht liehe Auslassung fß^ick- 
rams t« Uebereinstimmung mit den ff^orten seines f^orberiehtes (hinter 



EINLEITUNG. cxLiii 

dem Prologe Aibreehh) *htb ich . . aach hierinn alle Toiucht yermitten, 
damit A\ß buch von Jangen vnd alten Frawen vnd Janckfrawen, sunder 
allen anstojff gelesen werden' wenn er auch im weiteren f^erlat^fe manche 
obtcone Geeehiehte ai^fgenommen. Bei Albrecht wird schwerlieh etwa» 
gtfehlt haben: wer die mittelalterlichen Dichtungen kennt, der weiss 
dass solche •Schilderungen beliebt waren, nicht am wenigsten bei den 
Geistlichen : ich brauche nur an Herbort »u erinnern. 

Die Beziehung auf Argus Sehzeksal, das Quid 2, 533 nur andeutet, 
erwähnt der Bearbeiter 20fr eingehender, in füi\f Zeilen, mittelalter- 
licher Manier gemäss, die lieber wiederholt als dunkel lässt. Der 
Ermahnung der Krähe an den Raben 2, 549^ die ihre eigne Geschiehte 
erzählt, gehen im Deutsclten 2\a einige allgemeine Bemerkungen voraus, 
wodurch die folgende Erzählung als blspel eingeleitet wird, in neun 
Zeilen, Die Ferse 2, 5S4— 585 fehlen im deutschen Texte 21 c. Bei 
der ^Verwandlung des weissen Baben in einen schwarzen braucht Albreeht 
22 a das bekannte Bild swerzer denne agestein, wovon im lateinischen 
nichts steht Phöbus Klage 2, 62t —627 fehlt im Deutsehen 22a, daher 
auch das Bild von der geschlachteten Kuh, das dem deutschen Dichter 
wohl nicht zusagen mochte. Bei der nochmals erwähnten Verwandlung 
des Baben ist die Vergleichung swerzer denne ein scharwe (: Yarwe) onde 
swerzer denne ein kol 22 a wieder Albrecht eigentümlich. Bei Chyron 
erwähnt der deatsche Dichter seiner Gestalt, die Omd als bekannt 
voraussetzte. Die Sehilderuftg der weissagenden Jungfrau, die dem 
Deutschen fremdartig war, ist etwas anders als 2, 640 Jf. bei Albrecht 
22b {V, 2), die vatlcinos farores und das incalnit deo ist kaum ausge- 
druckt. Dass Aeseulap gemeint sei, wie der deutsche Text {F, 18) 
ausdrücklich sagt, mochte Albreeht wieder sein Commentar gelehrt 
haben. Das Bild vom fVeihen 2, 716 — 719 hat der deutsehe Dichter 
23a {n, 23) auch, aber nur in zwei Kurzzeilen: sorgfältige Aus- 
führung der Bilder war überhaupt nicht Sache der mittelaller liehen 
Dichter. Dazu kommt die Fremdartigkeit des' Bildes, das dem heidni- 
schen Opfer entlehnt ist. Der deutsche Dichter dachte an den Raub- 
vogel, der dem Heere nachzieht und axtf der verlassenen W^ahlstatt 
seine Speise sucht. Das Bild von detn auf der Schleuder erglühenden 
Blei 2, 727 — 729 bei Albrecht 236 (VI, 43) etwas anders: Albrecht 
meint nur das im Feuer schmelzende Blei, ein bei mittelalterlichen 
Dichtem häufiges Bild für den Liebenden, In der Schilderung des 
beides 2, 760 jf. Jlndet meist Uebereinstimmung mit Ovid staH 23c 
bis 2Zd {FI, 118), mit einigen Zusätzen im deutschen Texte. Er ver- 
nichtet bei Albrecht auch das Getreide 24« {FI, 190) wovon Ovid 2, 
792 nichts sagt, — Europa, a^f dem Ochsen schwimmend 2, 873 — 875 
ruft ihren Gespielinnen und klagt , vergisst aber dabei nicht mit der 
Hand ihr königliches Gewand aus den Fhithen zu heben, ein echt mit- 



CXLI? EINLEITUNG. 

telalterlicher Zug, indem die Anetand^lehre den Frauen dergieichen 
vorsehrieb, 24 <f. 

Drittel Buch, Die Namen der Gert liehkeiten, wohin Cadmut der 
wandernden Kuh folgt 3, 19 läset der deutsehe Dichter weg. Das Bild 
des von der Sehne fliegenden Pfeiles, welches der Bearbeiter 27 fr von 
dem Drachen braucht, hat Ovid 3, 79 nicht: ich habe es in der ver- 
suchten Herstellung weggelassen, wie auch die vorhergehenden Zeilen, 
vgl, Jnm, zu IX, 32. .4ls unverständlich Hess Albrecht Tld das von 
Ovid gebrauchte dem Theatervorhange entlehnte Bild 3, 111 — 114 
weg: dagegen schildert er ,die Rüstung der aus der Erde steigenden 
Männer genauer *jedem hieng das Schwert an der Seite, in den Händen 
tragen sie die Speere, die Schilde am Halse (IX, 95#)'. Die Ein- 
mischung der Pallas 3, 127 fehlt im Detitschen, ebenso 3, 132 die 
f^erwandschqft von Mars und Venus mit Cadmus. Den Namen des 
Thaies 3, 156 lässt der deutsche Dichter gleic/{faHs weg. Die Schil- 
derung der Quelle IX, 187—202 ist wieder deutschem Gemüthe mehr 
angemessen als streng nach dem Originale. Die Verwandlung Actaeons 
in einen Hirsch 3, 194—197 hat der deutsehe Text 29c, IX, 260 — 263, 
nur kur%. Die Namen der Jagdhunde 3, 206 — 224 stehen wie gewohn- 
lich bei solchen Aufzahlungen in anderer Ordnung: der Reim musste 
hier die gleichklingenden zusammenstellen. Ob die an Actaeons Ge- 
schichte geknüpfte Moral, dass Buhlschqft, fTeidwerk und Federspiel 
manchen Jäger zu gleichem Ziele bringe 30 tf, schon von Albreeht her^ 
rührt oder erst von IVickram eingeführt ist, wäge ich nicht zu ent- 
scheiden: der Reipi yederspi) : zil mochte fast das erstere glaublich 
machen. In der Erzählung von Semele wird die himmlische Mqjestät 
Jupiters, in der er seiner Geliebten sich zeigt, 3, 298 — 307, im deutsehen 
Texte 30 <f mit wenigen Zeilen abg^ertigt: auch hier liegt der Grund 
wohl in Unverständlichkeit der antiken Gottervorstellung. Die Erklä- 
rung warum Semele des Donnerers Anblick nicht ertragen konnte 31a 
gehört dem deutschen Dichter allein und zeigt, wie fern er seinem 
Originale und dem Verständnisse stand. Unverständlich musste ihm 
auch 3, 355 nulli illum juvenes teligere sein, weim auch das Mittelalter 
von solcher * Männerliebe zu erzählen wusste: Albreeht, Hess es weg, 
32 c, X, 25. Ihm fehlt auch 32 rf das Bild, welches 3, 373—374 von 
Echo gebraucht ist, der Schwtfel der sich dem Feuer nähert und ent- 
zündet wird: war ihm auch dies unverständlich? Schwer nachzumachen 
war das Echo 3, 380^.; hier hat der deutsche Dichter 33 a, X, 88j0^. 
freier gehandelt: ähnliche Spielereien finden sich auch in mittelalter- 
licher Poesie, mehr bei Romanen als bei Deutschen. Die Besehrdbung 
der Quelle 3, 407—412 üt bei Albrecht 33fr, X, 134—152 auiführ- 
licher in 23 Zeilen, wie alle Stellen, wo der Dichter die Stille des 
ß^aldes, oder einen verborgenen Bronnen, im kühlen fVa Idesgrunde 
schildert. Die Gestalt des schönen Jünglings, der sein Bild im Quell 



EINLEITUNG. CXLV 

erbb'ektZ, 420—423 ist bei AUtreeht ZZ e , X, 163—185, ins eiiueiiie 
geschildert, mit manchem eigentumiichen Zuge, der auch bei andern 
mittelalterliehen Dichtern begegnet, $o das goU{farbne Haar, das eine 
Jungfrau ah Goldfaden at{f ein jffellemes Kleid nähen konnte, der 
Mund der sagt *kilsse mich", vgl. Flore 2031 und Hezbold von Weiesen- 
see, Hagen 2, 25 6 

ir mundeltn . . . 

daz 8t^t als et welle sprechen 

*jA (niz, wer tar küssen mich?' 

Die Af\pihrung des Apelles X, 18^2, den also der Dichter kannte, 
mochte aus f^erwechselufig mit 3, 421 dignos et Apolline crines zu 
erklären sein. Die Betrachtungen des hineinschauenden Jünglings, der 
seinen Irrtum erkennt, 3, 430 — 436 (vgl. X, 20^) fehlen beim deutschen 
Dichter. Dagegen ist die Lehre dass Minne nicht ohne Frucht minnen 
soll 34 a, X, 281, dem deutschen Texte eigentümlich. 

Den Atfzug der Bacchanten 34 <f, X, 405 — 415 gibt der deutsche 
Text au^hrlicher: die geistc ungefaiare so wie die begleitenden Instru- 
mente sind in den magicae fraodes 3, 534 und in tibia comu tuba nur 
angedeutet. Nach 3, 571 fällt eine grosse Lücke, das Bild von dem 
durch Balken und Steine gehemmten schäumenden Strome hat der 
deutsche Text 35a noch, aber mit 356 stehen wir bei 3, 702. Da da- 
zwischen liegende Ferwandlung des Bacchus in den Aeoetes so wie seine 
Erzählung von den tyrrhenisehen ScKiffsleuten und seine B^reiung 
fehlt ganz. Es sind also 130 Hexameter übersprungen, etwa 260 Kurz- 
Zeilen : zwei Blätter der Handschrift von Albrechts ff^erke, die darnach 
zweispaltig geschrieben war und einige 30 Zeilen atf der Spalte ent- . 
hielt: 35 wie das Bruchstück hat, ergaben 2S0 Kur'zzeilen, die bei 
kleineren Zusätzen recht gut den 130 Hexametern entsprächen. Aber 
wir können uns die Lücke auch anders erklären. Schon in der Hand- 
schrift des Ovid, die Albrecht benutzte, konnten zwei Blätter fehlen, 
und dann war der lateinische Codex mit 32 — 33 Zeilen atf der Seite 
gesehrietken. Bei nicht allzugenauer Leetüre kann man die f^erse 571 
und 702 zusammen rücken, ohne eine Lücke in der Erzählung wahr- 
zunehmen : vielleicht indess war schon 701 nicht mehr at^ dem fehlen- 
den Blatte des Codex, denn das ipse in 3, 701 seheint durch 356, 1 
er lieff selb willig za dem gott ausgedrückt zu tein. ' Eine dritte An- 
nahme, die Gbdekes Grundriss S: 370 bei Gelegenheit einer andern Lücke 
als mogHch darstellt, es könne das Manuscript ff^ickrams in der Druckerei 
ausgefallen sein, ist deswegen nicht wahrscheinlich, weil auch in der 
gereimten Uebersehr\ft der dritten Figur (Bl. 32 a) nicht mehr von dem 
Inhalt erwähnt wird als der Text bietet. 

In der Bestrtf ung des Pentkeus fehlen die laieinisehen Ferse 3, 
706 — 711, so wie auch 728 — 731 das Bild von dem fallenden Laube, 
[XXXYIII.] k 



cxLVi EINLEITUNG, 

das der Herbstwind herabweht. Aber am Schluss heisst es mit echt 
mittelalterlicher Ferwirruitg der Zeitalter 35« 

de/Thalben man Doch immer seit 

herlich begehn thut sein hochzeit, 

bei Teutsch noch Welschen mangelt nit, 

wodurch Z, 733 umsehrieben wird. 

Der Anfang des vierten Buches 1 — 54 ist im deutsehen Texte un- 
genau wiedergegeben. Die ersten Ferse 36c drücken 4, 5. 9 — 10 aus: 
es fehlen dann alle Bezeichnungen des Bacchus, ■ die wohl absichtlich 
ausgelassen sind, weil sie dem deutschen Publicum, für das Albreeht 
dichtete, uninteressant gewesen sein würden. Erst wieder mit' 4, 32 
schliesst sich der deutsche Text an, bis A, 42. Die folgende Einleitung 
der Erzählung von Pyramus und Thisbe 4, 43 — 52 fehlt im deutschen 
Texte 36<f 37 a. Die Erzählung von Pyramus und Thisbe folgt Ovid 
mit ziem lieh genauem. Ansehluss : aber wieder mit besonderer Liebe wird 
des Brunnens kühles Bauschen *im grünen Walde 376 geschildert, wo 
Ovid 4, 95 ganz kurz ist. Auch das einsame Sinnen und Träumen der 
Jungfrau am Brunnen, die den Geliebten encartet, der von der *huote' 
gehindert noch nicht kommen kann, nach dem sie *dicke vunschet' im 
hellen MondUchte, 'ist ein dem deutsehen Dichter zukommender- Zug. 
Pyramus hat sieh getödtet, A, 121: das Blut springt wie das ff^asser 
aus einer Wasserrohre, deren Blei schadhqft geworden: diesen ihm 
fremdartigen Fergleieh hat Albrecht Zld, wie so manchen andern, 
weggelassen, dagegen ist die ' Forstellung der grimme t6t mit im ranc 
ganz deutsch, vgl. Mythol. B06; wo dieser ohne Zweifel Albrecht ge- 
hörende Fers nachzutragen ist. Den Schrecken der zurückkehrenden 
Thisbe, den Ovid \, 131 jf. so schön malt, hat der deutsehe Dichter 
ganz kurz ausgedrückt; bei ihm bricht sie 37 </ gleich in Klagen aus. 
Der lateinische Dichter hat an dieser Stelle nichts entsprechendes; die 
Klage hat ganz deutschen Charakter: sie rift die kleinen ßFaldvÖgeleirt, 
den fFald mit Laub und Grase herbei, ihr klagen zu heffen. Hierai^f 
38a rt{ft sie nochmals, was Metam. A, 142 — 144 entspricht; und nun 
richtet Pyramus das Haupt empor, 38a. Dass durch die zweimalige 
Klage hier die fFirkung verloren geht, hat der Dichter nicht bedacht. 
Die andere Klage bei Ovid, A, 148 — 161 hat auch Albrecht, 38 a. Die 
Wandelung der Früchte des Maulbeerbaumes von weiss in roth sucht 
der deutsche Dichter anschaulicher zu machen, indem er 38 o sagt, das 
Blut sei in des Baumes Wurzeln geronnen und habe sie geröthet. An 
die Erzählung knüpft der deutsche Text eine Moral an und ermahnt 
alle Liebenden mit den Beiden Mitleid zu haben 38 a — 38 b. 

Die Liebe des Mars und der Fenus: als Fulcan davon erfährt, da 
entbrennt er 386 



EINLEITUNG. cxltii 

von zorne abd von leide, 
im envielen beide 
hamer unde zange, 

wovon Qvid ftichts sagt, Fulcans fTerk vergleicht Ovid 4t, 179 und 
nach ihm Aibreeht mit dem Spinngewebe : aber der deutsehe Dichter 
denkt dabei an die Sommerfäden, die im Herbste at{f der grünen fß^iese 
flattern 

als daz webbe in sumers ztt 
Af der gränen wisen Itt. 

Ovid 4, 202 redet die Sonne an nee tibi quod Lunae terris propioria 
imago obstiterit paDes: der deutsche Dichter ZSd, der hier den Mond 
weiblieh fasst, also als m«ninne, drückt es anders aus mit Bezug auf 
die Sonnenfenstemiss : der Sonne Sehein werde so bleich sein, dass die 
ff^elt meine, es habe der Mond sein Licht an ihrer Stelle gebreitet, wie 
man es <(ft noch sehe. Bedenkt man, welche Schrecken sich im Mittel- 
alter immer an Sonnenfinsternisse knüj^ten, so musste dem deutsehen 
Dichter diese Ax^ffassung nahe Hegen. Ovid denkt bei dieser Gelegenheit 
der früheren Geliebten des Sonnengottes, A, 204 jf., nichts davon- im 
deutsehen Texte 38 <f. Zwei Ferse, die Abstammung Leucothees be- 
treffend, i, 212—213 hat Aibreeht nicht wiedergegeben. Ein MisSver- 
ständsUss von A, 241, ob voti Albrecht oder ßFickram herrührend müssen 
wir unentsehieden lauen, bezieht hünc at^f den Fater und lässt ihn von 
Phoebus 'durchseheinen 39 i. An die Entstehung des fFeihräuches 4, 
254 — 255 knüpft der deutsche Dichter eine Ehfmologie des Wortes, 
indem er es mit Wein {dem ^himmlischen Wein , neetar i, 252) zusant' 
menstellt, 396. 

Die Ferwandlung der Clytie in den Heliotrop 4, 266—270, erzählt 
Aibreeht 39«; er spricht aber ausführlicher von der Eigenschaft der 
Blume, die er solseqnium oder wegewise nennt, in achtzehn Reimzei' 
ien , 39 c« 

For der -Erzählung von Salmacis ist die Erwähnung verschiedener 
anderer Erzählungen wie auch oben übergangen. Die Schilderung der 
Waldquelle 4, 297 — 30t ist'S^d ausnahmsweise kurz. Ja ganz ausser 
Acht gelassen. Beim Anblick des schönen Jünglings denkt die Wasser- 
minne (: ione 39 d) 

wan w^re ich die tnktinne dtn 
nnde du der vriedel mtn; 

wovon nichts im lateinischen Original: auch wieder ein deutscher Zug. 
Die Jungfrau schaut bewundernd dem schönen Manne nach und wünscht 
sieh von ihm geliebt zu werden. Sie schmückt sich und schwingt ihr 
goldfarbiges Haar zurück: auch davon hat Ovid nichts. Der Knabe, 
der Minne unkundig, erröthet bei den Anträgen der Wasserminne (40«) 
'wie eine Rose die a^f dem Felde steht': Ovid 4, 329 nur pueri rubor 
ora noUvit; aber nachher hat der lateinische Dichter ein anderes Bild, 



rxLVill EINLEITUNG. 

dai im deutschen fehlt, A, S31— 333. Bat Bild von der im Spiegel 
wiederttrahlenden Sonne i, 348 — 349 hat Jlbreeht 40 fr etwas anders 
gewendet: er spricht von einem Lichte, das man dem Spiegel entgegen- 
hält. Die den Knaben umschlingende Jungfrau vergleicht Ovid A, 365 
dem-Epheti: dies Bild hat j4 Ihrecht ' nicht , auch das folgende Bild- 
366 — 367 hat er missoerstanden, denn er ii bersetst polypus durch *nider'. 
Die ^Verwandlung der drei Sehwestem in Fledermäuse, ihres Gewebes in 
Weifir^en, A, 389—415 er^iählt Atbreeht 40i/ verhältnüsmässig kurz 
in 38 Fersen, Nach dieser Fabel fehlen die Ferse bei Ovid A, 416—431, 
aber man sieht aus der Überschrift der * andern Figur' 42 a Judo lurnt 
vber die Ino hart' so wie aus Loriehs Erklärung 44 a, dass die Lüeke 
nicht ursprünglich war, keinetfalls bei Albrecht sich fand. Hier könnte 
man Gödekes Erklärung gelten lassen, es sei durch Fersehen ein Ab' 
schnitt in der Druckerei ausgefallen. 

Bei der Besehreibung des Höllenweges ist im deutschen Texte 42a 
ein Zusatz 4>on vier Fersen über den Taxus, Die Erwähnung Charons 
A2b fällt dem Bearbeiter allein zu: das lateinisehe Original hat nichts 
davon. Den von manchen Kritikern für unecht erklärten Fers 4, 446 
'eiercent, aliam partem sua. poena coercet' hat Albrechts Text gehabt, 
er umschreibt ihn durch zwei Beimzeilen 42 e. Dass Juno at^ dem 
Pfau zur Hölle fährt sagt Ovid nicht: Albreeht wusste aber dass der 
^11 ihr Fogel war. Die Namen der drei Furien nennt Ovid A, 451 
nicht, auch der Bearbeiter keine antiken Namen, sondern ailegorisehe, 
zu denen ihm vielleicht sein Commentar die Hand frof HAUich herzenleit, 
vergezzeDheit, tobesneht*. Die Höllenqualen beim deutschen Dichter zum 
Theil ausführlicher, A2d Tantalus in zwö{f Zeilen, bei Ovid nur 
\\ Hexameter : Albrecht schien es nöthig auszt{führen , wo Ovid nur 
■ afutudeuten brauchte. Ebenso bei Ixion : die Danaiden fehlen gänzlich, 
vieileieht weil Albrecht die Beziehung A, 462. 463 nicht verstand. Mit 
der HÖllensehildening vergleiche man die in Eneit 104, wo Tantalus 
104, 16. Ti/ius 1«5, 13 genannt werden, 7'isiphone A, AU üt' die 
Tobesueht des deutsehen Dichters, 43a, XJ, 1 ; dagegen bei Heinrich 
von Feldeke, Eneit 103, 37 die frouwe Tisiph^ne. Die Schilderung des 
ins Meer ragenden Felsens bei Ovid 4, 525 — 527 un^faest im deutschen 
Texte 43 c nur eine Beimzeile, Die Fürbitte der Fenus für Ino und 
Melicertes 4, 531 — 542 fehlt bei dem deutsehen Dickter ganz: aber 
Lorichius in der 'an/HegUDg* weiss dass Neptunus sie verwandelt hat. 
Die zwei Beimieilen 43 c 

ertraock sampt irem kiod im meer. 
ir gspielen ir nacheilten sehr 

gehören nieht zusammen, die erste entspricht 4, .530, die zweite A, 543. 
Alkrecht seiteint sieh hier die Aenderung erlaubt zu haben, dass er 
Mutter und Sohn ertrinken lässt. Die Ferwandlung des Cadmus und 



EINLEITUNG. ciMX 

seine» ßf^eibes in Schlangen ist verhaltnisemiusig kurz behandelt: bef 
Ovid 4, 563 — 603 in 41 Hexametern y im deutsehen Texte nur 
52 Reimzeileh, 

Perseus und Alias: die Ferse Ovids \, 632—634 fehlen im 
Deutsehen 45 a. Der Verwandlung des, Atlas in einen Berg begegnete 
im deutseh&n Volksglauben ein ähnlicher Mythus, vom Riesen Ymir. 
Die Verse bei Ovid A, 685 — 688 sind 45 c nur durch %wei Zeilen aus- 
gedruckt Das Meerwunder ist nach deutscher Vorstellung halb Fisch 
halb fVeib, wie die Meetfrauen. (hrid hat keine nähere Beschreibung, 
weiterhin 46 a hdsst das Meerwunder auch wirklieh merveine. Im 
Ramgfe von Perseus mit dem fVunder fehlt der ovidisehe, Vergleich 
4, 714 — 717 vom Adler, viel leicht weil Albrecht das JoY» pracpes 
nicht verstand. Die dann folgende Hoch»eit \%b, XII, 1 — 58 ist, wie 
schon J. Grimm bemerkt hat, ganz im mittelalterlichen Stile: Ovid 
hat nur neun Hexameter, 4, 757 — 765. 

Die Erzählung von der Erwerbung des Medusenhauples , die Ovid 
in indirekter Rede gibt \, 772 — 789, hat Albreeht 46if, XII, 70/1 
direkt: im Sinne der mittelalterlichen Aventinre ist hier das Ereigniss 
ausgemalt. In der Geschichte der Medusa die Albrecht auch dem Per- 
seus zutheilt (4, 794 — 801) ist die Besehreibung der schonen Jungfrau 
mit den detn Dichter geläi{/igen Farben geschmückt: ihr Haar ist 
gesponnenes Gold, ihr an Schönheit keine gldeh. Dass Pallas das 
Medusenhaupt at^ dem Schilde trägt, A, 802 — 803, Hess Albreeht 
weg, wohl weil ihm die Beziehung dunkel war. 

Der Anfang des fünften Buches ist mangelhaft übersetzt: es fehlt 
nnter anderm dsu Bild Ovids vom Meere b, 6 — 7. Die Rede des Cepkeus 
5,- 13—29 ist verhältnissmässig kurz in sweiundzwanzig- Zeilen 48«, 
XIII, 25 — i^ wiedergegeben, mit nicht genauer Beibehaltung der 
Reihenfolge der Verse, Phineus wirft sich bei Albreeht 48* at{f die 
Erde, bei Ovid b, 36 flieht er hinter den Altar: vgl, Anm. zu XIII, 60. 
Die Kleidung des Athü h, 51 — 53 hat Albrecht AS b nicht at{fgenommen. 
Der Vergleich mit Eberschweinen 48 c, XIII, 142, der bei deutsehen 
Dichtem in Kampfschilderungen sehr beliebt ist, fehlt bei Ovid, Pro- 
thenor wird bei Albrecht iSd, XIII, 163 ein 'kundiger m^' genannt, 
wenn hier rächt eine Entstellung fViekrams zu Grunde liegt: Ovid hat 
nichts entsprechendes. Den erschlagenen Spielmann Amphieus 5, 110 
nennt Albrecht Alphieus 4Sd, XIII, 189: die Form A^hitus findet sieh 
in der Thal in om'dischen Handsehr^ten, Auch die folgenden Namen 
sind entstellt: für Pettalus 5, 115 heisst es Pendeus XIII, 195 und 
msuge Zeilen später Peeulus; Petalus wird in dem Ms, Alhreehts gestan- 
den haben. Für Clanis 5, 140 heisst es mU leicht erklärHcher Ver- 
wechselung Danus 49 a, XIIJ, 238; für Aethion b, 146 Eehion XIII, 
243, Thoactes 5, \ AI ist mit Agyrtes, der Ogyges heisst, verwechselt, 
XIII, 250 jf. In Ovids Vergleielie 5, 164—166 ut ein Löwe an die 



CL EINLEITUNG. 

Stellt det Tigert geseUt 495. Nach b, 235 ist eine Lücke im deutschen 
Teaate: es fehlen 5, 236—249: Loriehs Auslegung Bl. 53« bezieht sieh 
wenigstens ai(f 2ZQ , woraus aber noch nicht zu seh Hessen ist, dass in 
Wichrams Manuscripte die Lücke nicht vorhanden war. 

Den Gesang der Calliope gibt ff^iekram b\d in Sfrophcf^orm , in 
vierzeiligen Strophen (ab ab) deren letzte Zeile im Gesänge wiederholt 
wird. Schwerlich hat wohl Albrecht hier etwas ähnliches gehabt, was 
dem Geiste der mittelalterlichen Epopöe ebenso wenig entsprochen haben 
würde als wenn Ovid hier ein anderes Fersm^iss angenommen hätte. 
Auch gibt Wickram die darai^ folgende 'Erzählung 5, 346 #. 52 a 
t'n Reimpaaren. Die Bestrafung des Typhoeus, den der deutsche Text 
hla Cepheus nennt, stimmt zu Omd. Die Schilderung des Sees und 
eeiner Umgebung ist bei Albrecht wie die meisten Natursehilderungen 
wieder au^hrlicher, im Latein 5, 388 —391^ tu» Deutsehen 52 e sind 
17 Zeilen darat^f verwendet. Die f^erwandlung der Cyane in eine 
Quelle h, 425—437 ist im deutschen Texte b2d kurz erzählt, in nur 
acht Beimzeilen. Auch die Irrfahrten der Ceres und die ^Verwandlung 
des Knaben in eine Eidechse b, 438 — 461 ist namentlich in der letzten 
Näffte im Deutsehen ungenau wiedergegeben. Dass b, 487 unter der 
Eie'i's Alpheias die Arethusa gemeint ist, wusste Albrecht wohl aus 
einer Glosse. Die Verwandlung der Sirenen b, 551 — 563 fehlt im 
deutsehen Texte, ob durch Wickrams Nachlässigkeit oder durch Aibreeht, 
oder ob schon in dem Albrecht vorliegenden Manuscripte läset sieh mekt 
entscheiden. Dass Proserpina der Mond ist bba, XIF, 6> der den 
halben Monat sichtbar, die andere Hä(fte gewissermassen in der Unter- 
welt ist, steht im lateinischen Texte nicht: Aibreeht wusete es etwa 
aus einem Commentara. Die Schilderung Arethusas und ihrer Schönheit 
*die einer Krone und dem Kaüer geziemt hätte bbb (XIF , 27 — 30) ist, 
wie -Grimm schon bemerkt hat, ganz deutseh. Der romische Dichter 
hat nichts entsprechendes. Das Bild von dem veifolgenden. Geier und 
denßiehenden Tauben b, 605—606 ist im Deutsehen 55 e nieht ausge- 
drüekt. Der Lat^f, den Ovid b, 607—608 angibt, ist im deutsehen 
Texte nur allgemein bezeichnet. Das Bild von dem in der Sonne 
schmelzenden Schnee bbd, XIF, 135 — 136, hat Aibreeht allein. 

In der Erzählung von Araehne im sechsten. Buche wird ihres Faiere 
Idmon ß, 8 nicht gedacht, auch die folgenden Ferse 6, 8 — 13 süul im 
deutsehen Texte bl b, XV, \bff. nur angedeutet. Das Erröthen Araeknes 
6, 46—49 bemeht der deutsche Dichter bld, XF, 86—88, nickt übel 
itt^f die gott liehe JSreekeinung Minervas, die mit der Morgenr^tke ver- 
gUehen wird. . AehnUeh vergieieht Heinrich Klusner Marias Ersekeinmng, 
564 — 568, 

daz morgenröt wart nie sA cUr, 
sA di SQone iiAch ir ger 
dringet durch di walken her, 



EINLEITUNG. CLI 

dat 61 diircUAcliteii wil den tac, 
. dtz si mit schände wol vermac 

Jeh mochte an dieser AuffoMeung im hergettelUen Texte nichts 
andern , weit ich glaube dau sie von Atkrecht* herrührt. Die Hanthie- 
mng des Webene und die verwendeten Stoffe besehreibt Ovid 6, 53 — 69 
mu^fUhriieh, mit Einfleehtung eines Bildes, wovon Albreeht nichts hat, 
6, 63 — 64. Auch im Uebrigen ist hier der deutsehe Dichter kurz, aber 
er vergleicht mit der bunten Seide die Blumen, die im Mai hervordrin- 
gen, was im lateinisehen fehlt, im Gewebe der Pallas 6, 70 — 102 sind 
wieder manche Abweichungen. Albreeht laut Pallas %uerst die %w6(f. 
Zeichen des Thierkreises in einen Zirkel weben, in die Beken die vier 
ßTinde, und' in der Mitte des Zirkels Htzt Jupiter {XV, 114 - 129). 
Nichts von dem bei Ovid: hier ist Athen, Neptuns und Pallas Streit 
um das Patronat der Stadt dargestellt, ausserdem die »woff Gotter, 
in deren Mitte Jupiter. Die Abweichung erklärt sich leicht: das bis 
MI coelesies betog Alkrecht at{f die Bilder des Thierkreises , die beiden 
ersten Zeilen mochte er gar nicht verstehen. Aber die H^inde sind ein 
Zusatz. Die Bemerkung h%b, das Bild war *als ob es lebte', XF, 192, 
ist eine bei mittelalterliehen Dichtem ganz gewöhnliehe, um die Treff- 
lichkeit eines Kunstwerkes auszudrücken: vgl. mhd. Wörterbuch \, 054. 
Ein MissveretSndniss von 6, 200^ welchen i^ers Albreeht in seiner Ovid- 
Handschrift an dieser Stelle hatte, scheint in b9e zu Hegen : 

auch \oß ich meine kinder nit 
.voD nander briogen omb kein bitt, 
dann wärdes sie voo nander gnoromen, 
zn ein möchten sie nimmer kommen. 

Dass das Mistverständniss schon von Albrecht herrührt, geht wohl 
aus ra ein n SU einander in der letzten Zeile hervor. Die fß^ettrennen 
6, 2iS^. schien Albrecht nicht zu verstehen: das ^rosaemBStern' 60c 
war auch nicht der von ihm gewählte Ausdruck, eher brüeven. 60 tf 
ist vom Bitterspiel die Bede: also dachte sieh Albrecht hier Turniere 
im mittelalterlichen Stile. Den f^ergldeh des Sirius mit einem Steuer- 
mann 6» 231 — 233 hat Albrecht 61a weggelassen. Bei der klagenden 
Niobo vergisst der mittelalterliehe Dichter %ib nicht zu erwähnen, "dau 
sie wdklieher Zucht vergaes und H^'. Die bezweifelte Zeile 6, 2S2 
hatte Albrecht, der sie übersetzt. Bei der Ferwandlung der Niobe 
6, 305 üt die f^ergldchung mU den Streifen Hn Marrnnr 61 e eut Zu- 
emtz dm demischen Dichters. In der Erzählung von den Fröschen hat 
schom J. Grimm den deutschen BedUsgrundsatz 

waner hrft and sannen sebln 
sol ai der werlt erloobet sto 

61 a bemerkt: hier begegnet die deutsche Anschauung dem latdmschen 
OriginsUe, 6, 349—350. Die FöBter- und Städtenamen S, 414—421 
gibt der deutsche Tesst 92d in anderer Ordnung und wnvolkttändig : es 



CLll EINLEITUNG. 

fehlen Cdlydon Orehomenos Oeonae Troezen, einige sind entstelle, Bare 
d, t. Bari, welches auch im Rother wtrkommt und als Hefenstadt für 
die nach dem Orient fahrenden namentlich %ur Zeit der Kreujutüge sehr 
bekannt war, für Patrae, Mirenfür Messen«, 

Der Ai^ang der Erzählung von Progne und Pkilomela gibt die 
ovidisehen Ferse nicht in gleicher Ordnung: Philomelas wird schon 
gleich im Af{fange 63a gedacht: die üblen For»eichen bei der Hochzeit 
werden im Deutsehen erst nachträglieh erwähnt, nachdem gesagt ist, 
dass sie schon ein Jahr vermählt gewesen. Der Empfang des Tereus 

< 

bei seinem Schwiegervater QZb, XF1, 25 — AI, ist wieder ganz im 
mittelalterlichen Stile: der Wirth erfährt, dass Gäste ankomtnen, er 
eilt ihnen entgegen und emjfängt sie at^fs Beste. Der Gast sagt so- 
gleich nach dem Empfange die Ursache weswegen er gekommen. Auch 
dass die Tochter des Hauses in das Zimmer tritt, ist dem mittelalter- 
lichen Gebrauche gemäss: hier stimmt zwar der römische Dichter, aber 
die Aussehmüekung ist ganz im Sinne von Albrechts Zeitalter. Hier 
kotnmt Phxhmela, begleitet von ihren Frauen, herein, ihre Kleider sind 
so reich, dass sie einer Kaiserin geziemt hätten (wie fehon oben 55^); 
an sie hatte Gott seine Gnade und Gunst gelegt. Sie leuchtete vor 
andern {den begleitenden) Frauen wie der Morgenstern vor allen übrigen 
Sternen, wenn das trübe Gewölk von hinnen weicht. Sie trägt atif 
ihrem Haupt eine Krone, und leuchtet unter ihren Gespielen wie die 
Blumen im Mai aus dem Grase hervor, f^on allem dem nichts bei 
Ovid: weggelassen hat Alhreeht nur den Fergleiok mit Naiaden und 
Dryaden 6, 453. Auch der Eindruck, den die Jungfrau a^f Tereus 
macht, ist im Stile mittelalterlicher Dichter. Albrecht läset die Fer- 
gleiche Ovids mit Stroh und Laub weg: bei ihm geschieht dem Tereus 
so weh von Minne, dass er kein fFort sprechen kann. Im geheimen 
getobt er bei sich (wohl aus G, 468) die Jungfrau, wenn sie sich ihm 
nicht willig ergebe, mit blutigem Schwerte zu drängen 63«, XFI, 
92-<96. Er heisst des Tettfels Genoss (XFI, 97).- auch das ist eine 
bei andern Dichtem häv^ftge Avsdrueksweise. Auch die Bewirthung, 
die bei Ovid 6, 4S8 /n zwei Zeilen abgemacht ist, malt er nach Sitte 
seiner Zeit aus, 64a, XFI, 144 — 153.* die Tische werden bereitet, 
schone Tücher darai{f gelegt, nun kommt köstÜehe Speise, wie es einem 
Konige ziemt, der fFein wird aus goldnen Geschirren getrunken. End- 
lich nähert sieh die Zeit des Schlafens: die Tische werden at{fgehoben, 
sie legen sieh zur Ruhe. Die Nacht verwacht Tereus in Liebesgedanken : 
hier stimmen deutscher und römischer Dichter. Am Morgen wird Ur- 
laub begehrt, der Fater begleitet den Gast bis zum Schiffe: alles das 
ist wie in mittelalterlichen Epen geschildert. Der Abschied ist kürzer 
als bei Ovid: die Küsse 6, bOA fehlen, bei Ovid sind es 7 Heemmeter, 
6, 504 — 510, im deutschen Texte nur 8 Kurzzeilen. Der Fergleieh des 
Tereus mit dem Adler 6, 516 — 517 fehlt On Deutsehen 64fr; ebenso 



EINLEITUNG. CLiti 

m . • 

m 

4ms Bild von fFo\f und Sckqf 6, &27 — 28/ von Taube und Geier 
5^-530. Die Landung geschieht bei Albreekt 64», Ml, 222 — 223, 
vom Sek^e mittelst einer Barke, nicht so bei Omd 6, 518. Die Ver- 
stümmelung Philomelas, namentUeh das Jusreissen der Zunge 6, 
557— > 560 ist ungenau wiedergegeben: das Bild von dem Sehwanze der 
Sehlange 6, 559 fehlt gan%. Dem deutsehen Dichter mochte es su 
sehreekUeh seheinen, die ruinierte Grausamkeit auszumalen, wenn es 
auch an ähnUehem in deutschen Gedichten nicht fehlt. Das inape 
sepulcnim eonsütiiit, falsisqae piacola manibns iafert 6, 568 fehlt im 
Deutsehen 66a, weil der deutsehe Dichter die antike Sitte nicht kannte: 
es heisst blas *sie ofiferte* XFI, 347— -48. Progne wird vor Leide ohnr 
mächtig und sinkt zur Erde, 66 a, XFI, 374.: ein gewöhnlicher Zug 
in mhd. Gedichten. Ovid hat nichts entsprechendes. Die, Besehreibung 
des Baeehuqfestes 6, 587—593 üt im deutsehen Texte 66», AFI, 
377 — 410, manc^fach anders: die Mutter, die ihren eignen Sohn »er- 
reisst, hat Albreeht hinzugefügt, ein Vorspiel des nachher geschehenden. 
Progne kommt mit ihren Begleiterinnen %u einer * Grube* 66», XFI, 420, 
bei Ovid 6, 596 sUbula avia; doch nachher 66e, XVI, 429 ir ^wedtar 
Üb. Der Vergleieh Prognes mit einer indischen Tigerin 6, 636—637 
üt weggeblieben. Die Verse 6, 662—664 fehlen ebet\falU. DU Ver- 
wandlung der beiden Schwestern in Vögel behandelt Ovid in wenigen 
Zeilen 6, 667—670, er nennt nicht einmal^ Nachtigalt und ^Schwalbe, 
sendem umschreibt sie nur, weil die Sage allgemein bekannt war: 
Albreeht hat 34 Zeilen, »u denen ihm wahrechsinHch auch ein Commen- 
tar den Steff bot. In der Erzählung von Boreas sind %ld die 'Spatzen' 
wohl a%ts Missverständniss* von 6, 708 hervorgegangen: oder rührt das 
erst von fViekram her, der ein fVort bei Albreeht falsch deutetet^ 

Die Fahrt der Argonauten im siebenten Buche hat Albrecht 69 a 
nicht im einzelnen angegeben: er spricht nur allgemein von * grossen 
Grfahreti. Dagegen gedenkt er, als Medea genannt wird,- gleich ihrer 
Künste 69 a. Bei Erwähnung der Meeresgtfahren , die Medea sieh vor- 
hält 7, 62 jf. kann der Bearbeiter Q9d' nicht umhin, der Scylla und 
Charibdis eingehender zu erwähnen. Beim Anblicke , Jasons erkaltet 
. Bein und Mark Medeas 70a, ein Zusatz des deutschen Dichters. Jason 
bietet ihr eeht im ritterlichen Stile seine Minne und seinen Dienst 
an, im latdnisohen Texte 7, 90 fleht er nur um Biffe und verspricht 
ihr die Ehe. Dem Kampfe schauen Männer und Frauen in grosser 
Menge zu, der BSmg sitzt auf einem mit Teppichen behangenen Ge- 
stühls: wieder im Stile des Mittelalters. Das Säen der DraehenMähne 
ist im Deutschen ganz kurz erzählt, bloss *die seen er nam von dem 
aeipeot, sehte in den gnindf 70», »e» Ovid 7, 121 — 130. Der Vergleieh 
der emporwachsenden Krieger {bei Albreeht sind et Biesen) mit der Gb- 
bort des Kindes fehlt. Die Flucht Medeas, die Ovid nur berührt, wird 
70c — 70tf auiführlicher erzählt, die grausame Todtung des kleinen 



CLiv EINLEITUNO. 

Bruders. Der Ausdruck Medeas^ sie woile Aeson wiedm* jung machen 
'als d6 er £rste schar stneD hart' 10 d, der gewiss echt ist, hat im La- 
feinisehen nichts entsprechendes. Die Lt^f^ahrt Medeas 1, 222^233 
ist im Detitschen ungenau : wie gewohnlieh fehlen mehrere der Namen. 
Die Zuthaten beim Zaubertranke 1, 242 — 247 stimmen im deutschen 
Texte 71 e ebet^alls nicht genau. . Bei dem Strix (hdweT) erwähnt 
Aibreeht lid seine Ferwandlung, aber nicht aus einem Commentare wu 
Ovid, sondern aus Missverständniss von 1 , 270. Die Zuthat der Sier- 
nenschiessen (sterrenscli6z? sterrenschieze?) gebührt Albrecht: Otdd 1, 
275 hat' nichts davon. 726 heisst es von Aeson, er war vorher 'grA 
als eiB stnVz (: üz); so schrieb doch wohl Albrecht auch, Ovid hat hier 
keinen f^ergleieh. Nach dieser yeijüngung hat der deutsche Bearbeiter, 
wohl schon Albrecht, drei Zeilen, 1, 294—296 ausgelassen. Die Flucht 
Medeas von PeÜas 1, 351—401 ist im deutsehen Texte 12e^l2d sehr 
kurz: nur einiges daraus wird erwähnt, Pelion 352, Cerambus 353, 
Aeolien 357^ Bacchus 360, dann fehlen aber 361 — 393 gämUeh. Die 
Verbrennung der Isyphile durch ein vergiftetes Gewand, nach anderen 
durch eine Krone, welcher Fereion Aibreeht 73 d folgt, deutet Ovid 1, 
394 nur an: Albrecht benutzte ht/sr also eine andere Quelle, aus der 
er auch den Namen der Isyphile (Verwechselung mit Uypsipyle?) ent- 
lehnt hat. Nach dem deutsehen Texte heiralhet Jason dann nochmals, 
und bei diesem *Brautlat^ (74«, 1) todtet Medea ihre eignen Kinder, 
vgl. 7, 396 — 397. Es, fehlen dann wieder einige lateinische Ferse 7, 
398—401 . Nach mittelatterlieher Sitte wird bei der freudigen Rückkehr 
des Sohnes ein *H^ ausger%fen 746, 1; vgl. Met. 7, 431: aber es 
folgt keine auifuhrÜehe Besehreibung, wie tonst übÜeh ist, D.er Lob- 
gesarfg auf Theseus 7, 433—^450 ist wohl schon von Aibreeht ausge- 
lassen. 

Den Tod von Minos Sohne {den Namen Androgeos 7, 458 nennt 
der deutsehe Text erst später) erzahlt Aibreeht nach anderer Quelle 
{vgl. oben S. XCFI): er sei in Athen zur Schule gegangen und als er 
einst studierend im Fenster sass ins Meer treulos hinabgestürzt worden. 
Die Bundesgenossen von Minos nonnt der deutsehe Dichter nicht (7, 
4^1.^471); es heisst nur *er ver^ammeHe ein grosses Beet^ 746, Aibreeht. 
'sagte wohl 'stn her er besande, was anf ande reimte (daz tote lüiios 
«öde?)! Den Besuch dos Minos in Aegina hat Atbroekt: ebenso die 
Fahrt der Athener nach Aegina 7, 490. Durch Missverständniss von 
littten {mitteldeutseh lüten) üt 74 c ein Eigenname LAten (: BAteo) 6ct 
fFiekram entstanden. Dos Bönigs Sohne empfangen die Gäste nach 
mtttelaiterUthem Brauch, indem sie ihnen von der Burg Mnab emt" 
gegeneilen: sie heissen sie willkommen, nehmen sie bei der Band und 
fuhren sie zum KMge, "vor dem, sie ihre * Botschaft werben' Die echttp- 
fengehenden Gäste 7, 662 nehmen nach mittelalferUeher Sitte Urlaub 
vom Wirthe 76«; ebeneo am Morgen bei der Abreise. 



EINLEITUNG. CLV 

Di9 Besfiehufig auf OMpus 1, 1^9 — 762 hat Alhreeht weggeiassen, 
foohl weil er sie nicht verstand. Der deutsehe Bearbeiter sehiiesst das 
siebente Buch mit 1, 862, das achte beginnt 79c mit 1, 863, den drei 
letzten Zeilen des siebenten Buches sind noch »woff KurMMeilen (XFIil, 

I — 12) gewidmet 

Die Belagerung dauert bei ßFiekram nur sechs Tage, bei Ovid 8, 

II sechs Memate, ich habe daher sechs mAnde XFIII, 22 gesehrieben. 
Die Rüstung des Minos 80 a, XFIJ/, 51—68 üt ganz mittelalterlieh, 
wenn auch das ein%etne im lateinischen Texte vorgebildet ist, Namen t- 
Heh der *schone weisse Casielan', den er {nach meiner Herstellung) ohne 
Stegereif besehreitet, ist etwas in allen h^/Uehen Dichtungen wieder^, 
kehrendes. Die schöne weisse Hand, womit er den Zaum des ifferdes 
rührt (Xyiii, 73) »eigt wieder den höfischen Dichter, der at{f schone 
Hände Werth legt. Die Ferse Ovids S, 49—50 fehlen im deutsehen Teaete 
80fr, XFUI, 99. Die Erwähnung Europas nach 8, 66 -tn vier Zeilen 80e, 
XFIII, 135—138, hat Ovid nicht: sie üt wohl aus 8, 120 heraf^ge^ 
nommen. Die Gesehiehte des Theseus und der Ariadne berührt Ovid 
8, 172 — 177 nur ganz hur», im deutsehen Texte au^AhrUeher 
%\e — S\d: aber ihre f^erwandlnng in einem Stern ist wiederum im 
Deutsehen nur mit wenigen Zeiten erwähnt. 

learus Spiel mit den Federn 8, 196—200 fehlt bei Albreeht 82«, 
XIX, 20 : A«0r fragt der Sohn bloss den Fater^ was er da mache. 
Auch im folgenden fehlen einige Ferse S, 20^—210. 

Nach Albrecht 83fr, XJX^ 169 bUeb auch Phoebus ohne Opfer: 
nach Ovid 8, 277 — 278 nur Dinna. Der Kergleieh .des Ebers mit 
einem geschleuderten Wurf steine 8, 357 — 358 fehlt im deutschen Texte 
84«, XIX, 316. Die Namen von Castor und Pollux 84fr, XIX, 
339 — 340, die Ovid weder 8,, 372 noch %, 301 mit Namen nennt, 
mochte Albreeht aus einer Glosse wissen. Die Eumeniden 8, 482 heissen 
hier, abweichend von früher iS.CXtyill), Heneoleit Unsia Vergefzenhrit 
87fr, XIX, 555—556. Der Tod des Meleager wird kürzer aü bei Ovid 
8, 514—525' erzählt, in nur ebenso vielen Humzeilen als Hexametern 
bei Ovid, Nach 8, 541 fällt die schon von J. Grimm bemerkte groe^ 
Lücke, indem der Fers %%d 

die dohwesterD weynend do bei standen 
iioeA sti 8, 541 gehSrt, die folgende Zeile dagegen 

nilMadt sieh von der erden nnden 
8, 719 übersetzt. Es fehlen dawwischen also 177 Hexameter, etwa 
354 Kur%%eilen. Die Annahme dass hier ein Paar Blätter in der Hand- 
schrift Aibreehts fehUen ufid dass der gedankenlose fFiekram die Lücke 
nicht bemerkt hat, seheint mir mit J. Grimm die annehmbarste: 
Albreeht eine solche Gedankenlosigkeit »uxmtrauen, kann ich mich nicht 
emUckUessem. 9Fir haben oben {S. CXLF) eine Handschrift AibreehU 
ueeispmitig mii einten 30 Zeilen angenommen. Auch hier steht dieser 



CLTI EINLEITUNG. 

Annahme nichts fFesentUehei im W-ege: 32 Zeilen at{f der Spalte ergäbe 
drei Blätter dieser Handschrift mit 3S4 Zeilen des alten Textes, So 
gross kann die Abweichung von 30 Zeilen ai{f Ml Hexameter vertheilt 
schon gewesen sein. Die • Annahme Godekes {firundriss S. 370) die 
Lacke sei in der Druckerei durch Nachlässigkeit entstanden ist un-. 
statthqft: denn, in der gereünten Inhaltsübersicht der ^dritten Figur 
(BL 65a) wird von dem Inhalt der fehlenden Fabeln nichts gesagt: 
Loriebius freilieh in der Auslegung BL 88 r«'* nimmt at^f Philemon 
und Baucis Bezug: aber er arbeitete nach dem latSinisehen Texte. ' 
Auch die Ueberschrift des Abschnittes 86 e sagt: *Meleagers Schwestern 
seien %u Bäumen geworde^ und zeigt somit die gleiche, Verwirrung 
der Fabeln., 

Die deutsche ForMtellung von dem Tanze der fFald{frauen STa, 
XX, 54 — 60, um den heiligen Baum der Ceres, vgl. S, 747 --748, hat 
schon J. Grimm . hervorgehoben. — Die Anrede des Herrn an die in 
einen Fischer verwandelte Jungfrau S, 858—864 ist, im Deutscheu SSa, 
XX, 250 — 252 ganz kurz:' und ebenso die Antworte, 867—871, im 
Deutsehen 88 a, XX, 258-* 262 nur fui\f Kurzzeilen. 

Das Benehmen Deianiras, als sie von Hercules Untreue erfahren, 
9., 141 - 143, ist im Deutschen 916 eingehender in neun Zeilen geschil- 
dert, und erinnert zum Theil an andere Dichtungen des Zeitalters: 
namentUeh der Gedanke 'die Frauen, wenn ihnen etwas Böses begegnet, 
lassen es ihre Augen entgelten, der z. B. Flore 454 ausgesprochen wird: 

das ist noch gnoler fironwen site: 
sweon in getuot gr6s herzeleii 
ein mao durch stoct törperheit, 
80 enblandent siez den ougen. 

Hereules zieht das Gewand des JVessus an: im lateinischen Texte 
fuf{f sehn Hexameter 9,. 158 — 172, im deutsehen nur 20 Kurzzeilen, also 
viel gedrängter. Die H^ehklage des Hercules 9, 176— 204 dagegen ist 
im Deutsehen 91^7— 92 a viel ausgeführter: denn bei Jeder der at^f ge- 
zählten Thaten folgt eine kurze Geschichte, die zum Theil ai(/* andere 
Quellen hinw^l' Hass Hereules den Himmel trug, bei Ovid 9, 198 
nur eine halbe Zeile, bei Albreoht fut\f Ferse. Die Verwandlung des 
Liehas ist wieder kürzer, bei Ovid vierzehn Hexameter, 9, 216—229, 
bei Albrecht 92iir— 92^ nur füi\fzehn Kurzzeilen. Die Fertauschung 
des Scheiterhat^ens mit einem Rosengarten 926 hat J. Grimm scharf- 
sinnig erkannt und gedeutet: das Missverständniss rührt wie viele der- 
artige von fFickram her. 

Die Ferwandlung der Driope ist zum Theil gekürzt, namentlich 

die Ferse 9, 354—364. 385 — 393, vgl. 94 a tut deuUehen Tesste: aber 

.ohne dass etwas besonderes weggelauen wäre. Es seheint dass hier im 

Allgemeinen sei es bei Albreekt oder erst bei fFickram ein Zug zum 

Kürzen sieh geltend mmaht, da die Arbeit dem Dichter ermüdend zu 



EIiasrnJNG. clth 

werden begann. Die Be%eiehnung der Jugend des loUus durch *ala er 
w^ sechilii j4r alt, d6 im ^te enspranc der btrt' 94 c ist wieder eine 
dar im Miitelalter gewöhn liehen Umeehreibungen, die »um Theii gewiss 
Aibreeht gehört, namentiieh die zweite Zeile, wenn er auch wohl grao 
(: mao) statt bart brauchte: Ovid sagt hier ähnlich dubiaque tegena 
lanvglne matas 9, 398. In der Fabel von lolaus fehlen eine 2^hi tfon 
Versen 9, 401 — 417, ob von Albreekt oder ff^ickram ausgelassen, weiss 
ich nicht %u entscheiden. Auch in der folgenden Bede Jupiters ütvon 
436 an fast alles weggelassen: der Inhalt von 9, 441 — 449, der in 
drei Reimteilen ausgedrückt sein soll, ist noch Jupiter in den Mund 
gelegt. Mir scheint dass diese Ferwirrung und gewaltsame Kürzung 
erst von IFickram herrührt. 

Das Selbstgespräch der Biblis 9, 474 — 516, bei Ovid 43 Hexameter, 
%ahit §m deutschen texte 95a, ,XXI, 62 — 118 nur 54 Zeilen, üt also * 
wesentlich kürzer. Die römische Art des Bri^schreibens 9, 529. 
565—566 hat Aibreeht nicht beibehalten, aber nichts entsprechendes 
an die Stelle gesetzt: die Art und IFeise des Britfschreibens im Mittel- 
alter lernen, wir aus andern Gedichten kennen, ebenso wie der Bri^ 
gtfaltet und gesiegelt wurde (vgl. Eneit, JBracHus). Fon den drei 
Bildern, die Ovid 9, 659 — 662 für die sterbende Biblis braucht, hat 
Aibreeht nur das -letzte und auch dies nicht ohne Abänderung 97 n, 
XXI, 364—366, angewendet. Die Erscheinung der lo als Göttin Isis 
nUt ihrer ägyptischen Begleitung ist im deutschen Texte nur kurz er^ 
wähnt 97 ^, XXI, 402 — 411: acht Hexameter 9, 687—694 entsprechen 
zehn Reimzeüen. Auch das Selbstgespräch der Iphü 9, 726—763 üt 
ziemlieh gedrängt 97 c, 2UCI, 458 — 506 wiedergegeben. Ebenso' Thele- 
tusas Gebet 9, 773 — 781 60t Albrecht 98«, XXI, 534— 542. fn nicht 
mehr Reimzeilen als Hexametern. Das Opfer welches die Erhärten 
bringen, so wie. die Inschrift 9, 791 — 794 hat der deutsche Bearbeiter 
weggelassen, nur in Hner Zeile {XXI, 573) Hegt eine Andeutung: 
fragHeh üt ob Aibreeht die anh'ke Sitte ganz begriff". 

Im zehnten Buche singt Orpheus seinen Gesang vor den-GÖHem 
der Unterioelt bei Wickram 99 o — 99 <f wieder in strophücher Form, 
wie früher Calliope: auch hier wird Albrecht so wenig aü Ovid etwas 
Analoges gehabt haben : at{f eine Herstellung dieses Textes, muss man ■ 
daher von vornherein verzichten. Die Wirkung des Gesanges auf die 
Bestrqften in der Unterwelt 10, 41—44 üt bei Albrecht 100 a wieder 
au^führüeher in 22 Reimzeilen b^chrieben. Den Fergleieh bei Ovid 10, 
64 — 71, in welchen zwei Fabeln verwebt sind, Hess Albrecht weg, 
wahrseheinUeh weil ihm die zu Grunde liegenden Fabeln unbekannt 
waren. Im deutsehen Texte lOOe legt Pluto dem- Orpheus aU Strqfe 
at^y alle Frauen in Zukunft zu meiden: wovon Ovid nichts meidet. 

Die Gesehiehte des verwandelten Cyparüsus üt im Deutsehen aus- 
führlieher erzählt. Den Zusatz dass in ItaHen die Cypresse bei Leichen-' 



CLTlil EINLEITUNG. 

Jmem gehraueht wird, beruhend a^f 10, 142, hat der Diekter vietteiekt 
aueh einem Commentare entlehnt. In der Erzählung van ifyadnthus 
sind die Ferse 10, 171 — 175 weggeblieben. Das schöne Bild von den 
geknickten Blumen 10, 1S9—193 fehlt eber^falls 1026. Die Entstehung 
der unglüekUchen Liebe Myrrhas 10, 311^. hat Alhreeht 104 e als un- 
verständlich weggelassen, vgl. XXII, 143. Der erste Theil von Siyrrhas 
Selbstgespräche 10, 321 — 340 üt itii. deutschen Texte 104c, XXII, 150, 
nieht ausgedrückt. Das Gebet, welches sie vor ihrer .Ferwündlung an 
die . Votier richtet 106a, XXII, 460^466^ vgl. Metam. 10, 483-^467, 
ist im Deutsehen anders gewendet: hier betet sie Jur ihr noeh^ unge- 
bomes Kind. Der Ferg laich mit dem feuerjangenden Zunder 108 a, 
XXII, 626, fehlt im lateinüchen Originale. Die Ferse 10, 686—695 
sind 109 a nur kurz ausgedrückt. Die Erzählung von Adonis Tode 10, 
* 708 — 739 ist im deutschen Texte 1096 ai{f vierzig Reimzeilen iusam- 
mengedrängt. 

Im e(ften Buche schiebt der deutsche Bearbeiter 1X0 a, XXIII, 28, 
nach 11, 14 gleich 11, .22— 29 ein. Die Bestrqfung und Ferwandlung 
der Bacchantinnen 11, 67 — 84 enthält der deutsche Text UOe, XXIII, 
121 >— 132 in sehr gekürzter Gestalt. . Bei der Erwähnung der hesperi- 
sehen Aepfel hält der Dichter 110</, XXIII, 185—188 eine kleine Er- 
klärung für nothwendig ; vgl. 11, 114. Die. Erzählung des Hirten bei 
Ovid 11, 352—378 tat im deutschen Texte, XXF, 30—48 nur neunr 
zehn Reimzeilen, ist also sehr . stark gekürzt» . Die Ferwandlung des 
IFolfes 11, 401—409 wird XXF, 87—90 nur fluchtig erwähnt. In 
der Schilderung des Seesturmes ist auch viel gekürzt: 116«, XXFI, 
79—92 entJ^chl den lateinischen Fersen 11, 524 — 543, also bei wei- 
ietn nicht so viele Reimzeilen als- Hexameter ! So finden sieh auch im 
Folgenden zählreiche Kürzungen,' die sich aber mehr aef die ganze 
Darstellung, als at^f IFeg lassung einzelner Ferse erstrecken. Man 
sieht dass dem deutschen Dichter das Meer fremd war: wo der latei- 
nische aus lebendiger Anschauung dichtete, konnte er nur- mühsam sieh 
die Sache zu eigen machen. Die Ferwandlung in einen Taucher tl, 
784— 795 t#f ebet^falls sehr kurz, 119a — 119fr in dreizehn Reimzeilen 
erzählt, namentlich fehlen 11, 791—794. 

Im zwofften Buche ist das Forzeiehen der Schlange 12, 13-^21 
etwas au^hrlich l20e tVt 23 Reimzeilen wiedergegeben: ihre Ferwand^ 
lang in Stein dagegen 12, 22 — 2Z ist ausgelassen. Das Opfer, das 
Achilles nach der Schlacht bringt 12, 150 — 151 hat der deutsche Text 
\2ld, XXIX, 136, als undeutsch übergangen. Aueh dann fehlen zwei 
Ferse 12, 157—158. Der deutsehe Dichter will 1246 die schöne Braut 
schildern, er weiss es niefit besser als in der bekannten formelhs^ften 
H^eise 'ihre Schönheit hätte ein ganzes Land geUer^ XXIX, 247; 
. nichts ähnliches steht bei Ovid» Im Kampfe der Centauren fehlt wieder 
manches: aus 12, 245—249 sind nur. »wei Reimzeilen 124o, XXIX, 



BHO^EITUNG. CLix 

305—306 ffew&rdffn',' t2, 254 — 257 fekion gatu. Daf Bild 12, 
274^279 üt in sechs Zeilen XXIX, 337— -342 wiedergegeben. Dann 
sind wieder ausgelassen 12, 310—326, so wie 393—430^ vermutkHeh 
weil ff^iekram, nicht Alhreeht, die lange Kampfkehilderung ermüdend 
wurde. Femer sind die Ferse 12, 434 — 438 tii %wei Kur%%eilen sv- 
sammengezogen : es fehlen die ovidischen Fergleiehe, ffeiter sindgam 
übergangen 12, 449-^45S. 462—469. Eine grosse Lücke üt 527—576: 
ob sie von Albrecht heMihrt, möchte ich be^weffeln, da Wiekrant gegen 
das Ende des Werkes unmässig kürzt, Albrecht dagegen noch im elften 
Buche sich treu an Ovid hält. Die fForte Neptuns 12, 586—596 sind 
127 c — t27rf aij" siebenzehn Reimzeilen beschränkt. Fon der Ver- 
brennung des todten Achilles 12, 612 — 616 stehen im deutschen Texte 
128a nur zwei Reimzeilen! 

Die Beziehung at{f Philoctet im dreizehnten Buche 45—46 ist 1296, 
XXX, %b^^%%' ganz missverstanden , die folgenden Ferse 13, 47 — 55 
sind ausgelassen : ebenso fehlen in den Reden des Ajax und Ulystes noch 
eine Reihe von Fersen ^ namentlich 13, 58 — 62. 80 — 90. 189 — 191. 
204 — 209; 230-237. 251 --254. 270 — 274. 296 — 305. 310 — 319. 
328— 336> wo jedoch der deutsehe Bearbeiter 131a einige Ferse über 
das Palladium, aus einem Commentare vermuthlich, einzusehieben 
nothig erachtete. fFeiterhin fehlen 13, 407—421, auch das übrige ist 
\%\d nur kurz wiedergegeben. In der Klage der Heeuba sind die Ferse 
13, 521—526 nicht übersetzt; ebenso in der Geschichte ihrer Ferwand- 
lung 13, 545 — 560.- das Uebrige auch zusammengedrängt. Die Er- 
zählung von Memnon 13, 576— 622/eA/< 1336 im deutsehen Teofteganz. 
ff^o so viele kleine Auslassungen vorhergegangen sind, werden wir auch 
diese grossere als eine fFillkür des späteren Uebsrarbeiters , fFiekramSi 
betrachten dürfen. 

Aeneas Ankunft und Emj^fang in Athen 13, ^Z% ff, lässt die Ferse 
13, 634—639 weg, wo Albreeht schwerlich die Ferzierung des* PalUutes 
mit Tapeten zu erwähnen unterlassen hat. Die Gastgesehenke des Anius 
werden kurzer besehriehen: namentlich fehlt die Beschreibung des Bechert, 
dem im deutsehen Texte 133 rf, XXXII, 94—98 nur füf{f Reimssilen 
gewidmet sind, 13, 681 — 701. Die Irrfahrt des Aeneas 13, 705 — 729 
Ut bei Albreeht 137 a, XXXFI, 104—109 m wem'gen Zeilen abgemacht. 
Die dann folgende 'Geschichte der Galathea dagegen sekliesst sieh genau 
an den lateinischen Text an: von besonderem Interesse ist die lange 
Anrede Polyphems 13, 789—869, vgl. XXXII, 231—376, weil sie zu 
den am wenigsten überarbeiteten und im Tone glücklichsten Stellen 
gehört. Die Rache Polyphems 13, 870—897 ist im deuisehen Texte 
f39a, XXXII, 377—408 at^f 32 Reimzeilen reduziert. 

Im vierzehnten Buehe ist die Fahrt des Glaucus, dessen Ferwand- 
lung 13, 898-958 #icA im Ganzen, kleine Kürzungen abgerechnet, aet 
das Original anschUesst, 14, 1 — 10 ä^^f Bl. 141« wieder nur summar 



CLJC EINLEITUNG. 

risefi hekahdelt: dtr ßem^beiter erwähnt Aetna, Scylla und CharibdU 
(14, 6) und das T^trhenermeer (14, 8); vgl. XXXJII, 2--7. In der 
rerwandlung der Scylla fehlen die Ferse 14, 66—69. Die Irrfahrt 
des AeneasM, 75—153 wird im deutschen Texte XXXII! , 101 — 119 
a^f 19 RdmMcilht wiedergegeben. Es heisst da 

des wll ich nA melden niet,. 
wi^ En^as dannen schiel, 
wie sie {Dido) in zu manne k6s 
und wie sie den Itp verlos, 
wie er gesprach SibiUen 
und wie er quam zur hellen. 

Aus diesen fFarten mochte zu sehliessen sein, dass Albreeht an der 
Stelle mit Rücksicht at^f Heinrichs von Fcldeke Eneit kürtte, dte Ja 
gerade am thüringischen Hufe am meisten bekannt sein mussie. 

Die Ursache weshalb Macdreus aik Ufer zurückblieb, und die (hid 
14, 440 erklärt, gibt der deutsche Bearbeiter 141 c, XXXIII, 131 gleich 
hier. Die Erzählung des Achemenides (Achimedes Wickram') ' 14, 
167—222, ütbei Albrecht U\d, XXXIII; \U--t2A gedrängter. In 
der Geschichte des Macareus fehlt wieder. H'^b, XXXIII, 248, die Be^ 
. Schreibung ihrer weiteren Irrfahrt 14, 233 — 246; nur nachträglieh 
wird des Honigs Antiphates (im Drucke 1426 Auriphates) XXXIII, 256 
gedacht. Die IFangen der die Gäste empfangenden C&ee (142 c, XXXIII, 
296) werden rftsenvar, wovon Ovid 14, 272 nichts sagt. Die Verwand- 
lung von Ulysses G^Htten.- ist wieder kurz erzählt:, die Ferse \A, 
277—307 sind im deutschen Texte Ulc, XXXIII,. 302—324 durch 
23 Meiinzeilen, . also weniger als Hexameter sind, wiedergegeben. Ebenso 
die Gesphiehte des Picus, wie fast alles Folgende. Ich muss mich be- 
schi^änkeri nur auf die wesentlichsten Lücken at{fmerksam zu machen, 
die sieh in dem letzten Buche hätten. Die Ferwandlung der Canens 
14^ 416— 434 hat im Deutschen 144 c, XXXIII, 498—512 ebet^alls 
■ weniger tteimzeilen, ah es Hexameter sind. Die weitere Geschichte des 
Aen^as wir4 wieder übergangen : dct deutsche Dichter folgt mit Aus^ 
lassurig von 14, 441-:- 444 seinem Originale bisW, 453 (vgl. 144c, 
JOX///y- 524—542); aber 14, 454—580 siud ganz weggelassen, wie 
ich glaube schon von Albreeht absichtlich, weil der Inhalt wenn auch 
' atif^ andere Weise schon von Heinrich von Feldeke erzählt worden und 
also bekannt war. Zwischen 14, 622 und 623 schiebt der deutsche 
Text, üb a — 145 6 ein Stück weiterer romischer Geschichte ein, aus 14, 
173— > 828 verkürzt, aber schon von Alirecht herrührend, wie 1456 
der von Jacob Grimm bemerkte Reim neben : heben beweist. 

Die Ferwandlungen des Fertumnjus 14, 643 — 651 gibt ^ deutsehe 
Dichter 146 c, XXXIF, 51—71 etwas aurfuhrlieher als sein Original. 
Die Lehren die Fertumnus als altes JFeib der Pomona gibt 14, 663 Jf. 
weichen namentlich im Af{fange voln deutschen Texte XXXIF,. S'^ff. ab. 



EINLEITUNG. ^LX! 

fTat bei Ooid dann folgt, 14, 772—828, ut schon oben (145ä— 1466) 
eingereiht, wo die römische Geschichte erzählt wird. Aber die Geschichte 
der HersiÜa 14, 829—851 fehlt an Jener Stelle wie auch hier. 

Im letzten Buche sind nur die ersten acht Reimzeilen XXXV, 1—8 
nsuik Ovid. 15, 1—6 gearbeitet: dann fehlen 15, 7 — 59, die Heise 
yumas zu Pythagoras. Die Lehren dieses Philosophen 15, 75 — 478 
sind in das deutsche Gedicht zum Theil at^fgenommen, Zietnlich treu 
sind 15, 75—129 durch XXXV, 27-117 ausgedrücht: aber dann sind 
15, 130—152 nur durch sieben Reimzeilen XXXr, 118-124 wiederge- 
geben. Die folgenden Lehren 15, 153—213 sind in XXXF, 125—234 
ziemlieh enthalten: nach einigen fehlenden Fersen 214 — 217 beginnt der 
deutsehe Text wieder und drückt 15, 218 — 238 wenn auch zusammen- 
gedrängt durch XXXF, 235 — 270 aus. Die lateinischen Ferse 15, 
239—269 enthält XXXF, 271—314 dem Sinne nach, nicht getreu über- 
setzt; 15, 270— 286 /cÄ/e« wieder und 151 c, XXXF, 315 beginnt erst 
mit 15, 287. Fon dort bis 15, 339 üt der Text des deutsehen Gedich- 
tes XXXF, 315—380 der Reiher\folge nach mit kleineren Kürzungen 
entsprechend: mehr Auslassungen aber auch kleiner Art begegnen von 
15, 340—391, die 152a, XXXF, 381—428 in 50 Reimzeilen wiederge- 
geben sind. Ebenso fehlen 15, 382—386. 388—391. Die Sage vom 
Phönix 15, 392—402, die auch das Mittelalter sehr gut kannte 
(vgl. S, CXXIF—CXXFl), hat der deutsche Text 152c — 152^ beibe- 
halten: dann aber fehlen die Ferse 15, 403—410. Der Text 152</— 153a 
enthält wieder die Umschreibung von 15, 411 — 417: der Rest der Lehren 
fehlt 15, 418 — 478. Der deutsehe Bearbeiter sagt *es würde ihm zu 
viel werden, alles zu erzählen: ob Albrecht oder IFiekram weiss ich 
nicht, vermuthlich schon der erstere. Die Ferse 15, 479 — 486 sind 
153a ziemlieh kurz ausgedrückt: dann aber kommt eine grosse Lücke, 
15, 487 — 744, wobei fFickram ar<^ *Titoin Liuium' verweist: fFickram, 
wohl nicht Albrecht ist diese Auslassung und Berufung zuzuschreiben. 
Die folgende Geschichte Cäsars 153a, XXXFI, 1—26, lehnt sich im 
Anfang an 15, 752 — 755 an: aber der Schluss, sieht wieder nach 
fFickram aus. Fon der ovidischen Apotheose 15, 765 — 842 ist nicht 
die Spur geblietfen. ff^enn sich auch bezweifeln lässt, dass AUtrecht 
diese Tendenzstelle des rotnischen Dichters wörtlich aus Ovid übertragen 
haben werde, so war er doch wohl nicht so kurz und trocken als 
fFickram. Freilich fällt auch Heinrich von Feldeke am Schlüsse der 
Kneit in denselben trockenen Chronikenstil. Aus SZOff. sind einige 
Reimzeilen in 153 ü, XXXFI, 29 herausgenommen: der Schluss ist ganz 
ehristUch. Das Ende des fünfzehnten Buches, an dessen Schlüsse sieh 
fFickram nach Sitte des sechszehnten Jahrhunderts \b2d im Reime nennt, 
ist Zuthat des Ueberarbeiters : der Albrechtsche Text, so weit er mir 
erhalten seheint, schliesst mU XXXFI, 52: vielleicht folgten in der 
Handschrift die ff^iekram vorlag, noch einige Schreiberreime: 
r^XXTIII.] I 



CLXil EINLEITUNG. 

hie hAt dii buoch ein ende: 
got uns stn gnAde sende 

oder ähnliches,, was ff^iekram noch %u Albreehts ß^erke rechnete und 
verarbeitete. Aber 'die Beziehung anf Christus und Maria überhaupt 
mochte ich als Albrecht gehörig festhalten, da sie namentlich einem 
Geistlichen sehr nahe liegen musste, wenn er at{f das Zeitalter des 
Augustus kam (vgl. S. CXXFI). Der Dichter würde sich damit an 
seinen Prolog anschliessen , in welchem auch des Augustus und des zu 
seiner Zeit herrschenden allgemeinen Friedens gedacht war, zum Theil 
mit den selben Ausdrücken, wie hier am Schlüsse, Oder sollte H^ickram, 
diesen Schluss aus dem Prologe entlehnt haben? Aber Metam. Ib, 832 
enthielt für Albrecht die Andeutung zu ähnlichem auch an dieser 
Stelle. 

Betrachten wir am Schlüsse die Behandlung Ovids durch Albrecht, 
so scheint es, dass er mit derselben Treue, die im Mittelalter den 
Dichtern eigen ist, seiner Quelle folgte, und dass er nur da einiges 
wegliess, wo er seinen Zeitgenossen oder sich selbst die antike An^ 
schauung und Sitte nicht klar machen konnte. Seine Zusätze, so viel 
wir deren von wickramsehen unterscheiden können, zeigen das deutsche 
Gemüth des Dichters, der sich nicht ganz von der Sitte seiner 2^it und 
der deutschen Natur- und Lebensansicht losmachen konnte und sie ohne 
Scheu auf seine antiken Helden und Verhältnisse übertrug, bei weitem 
jedoch nicht in dem Masse, wie es andere Dichter thaten und wie es 
der Geschmack der Zeit forderte. 

Von der Bescht^ffenheit der Handschrift, die fVickram vorlag, haben 
wir nach einigen Lücken versucht uns ein ungefähres Bild zu machen. 
Es waren zweispaltig geschriebene Blätter, mit einigen 30 Zeilen a^f 
der Spalte, Ob die Handschrift Bilder hatte, nach welchen, wie J, Grimm 
nicht für unmöglich hält, fViekram seine Holzschnitte fertigte , bleibe 
dahingestellt: soviel steht fest, dass er dann im Costüm, namentlich 
in den Rüstungen, die Art und fVeise des 16. Jahrhunderts befolgte 
und nicht die älteren Formen bewahrte. Eine andere Frage ist, ob die 
Handschrift wie fVickrams fVerk in Abschnitte getheilt war und ob 
diese Abschnitte Ueberschriften führten, Ersteres ist wohl unbedenklich 
zuzugeben, wenn auch in dem erhaltenen Bruchstücke nur iin Absatz 
72 mit fVickrams Abtheilung 111 rf stimmt. Der andere Absatz bei 
Albrecht 126 stimmt wie der erste mit Ovid 11, 221: der lateinische 
Text hat noch einen dritten, M, 266, wo das Fragment keinen zeigt. 
fVickram hat ausserdem bei 150 einen Absatz, wo weder Albreeht noch 
Ovid 1\, 229 abbrechen, und den letzten bei 23S, wo er wiederum 
allein steht. Eine Ueberschrift findet sich vor 72 im Br, wie Uomcdon 
mein eide wart : eine andere ist uns über dem Prologe erhalten, die ich 
aber nicht mit Jacob Grimm dem Dichter selbst beilegen möchte: 



EINLEITUNG. CLXlll 

meister Albrechts prologus 
hebet sich hie alsus, 

denn eine Verkürzung Albrechts traue ich dem Dichter nicht %u, wohl 
aber einem Schreiber vom Ende des dreizehnten oder j4t\fange des vier- 
zehnten Jahrhunderts y denn so alt mochte etwa die Handschrift sein, 
die ß^ickram benutzte: auch das erhaltene Bruchstück gehört der zwei- 
ten Hä{fte des dreizehnten Jahrhunderts an. Dass die Ueberschr\ft nicht 
von Wickram herrührt gehl aus der Kürze der Zeilen und alsns hervor, 
welches Wort Wiekram meidet und an manchen Stellen getilgt hat, 
wie die Auszüge und das Glossar zeigen. Zwei ITerse darin zu erblicken 
erseheint mir unbedenklich, und nun wäre die Frage, ob nicht 
vielleicht in der Wickram vorliegenden Handschrift die Uebersehr\ften 
überhaupt gereimt waren, wie in der Berliner Handschrift der Eneit 
(vgl. Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit 1855, Sp. 273), in 
Wemhers Maria «. i. w. Damit hienge wieder zusammen, ob es eine 
Biiderhandschrfft war, da dann die Keime zu den Bildern gehört haben. 
Eine Spur davon scheint mir noch die Uebersehr\ft Bl. 19^ zu tragen 
Calisto gentv^t eynes jangen sons der wirt Areas genent Jano inn 
zom vber Calisto erbrent, wozu vielleicht noch verwaot für ver- 
wandlet gehört. 

Noch schwieriger ist es ein Bild von der äussern und innem Be- 
schaffenheit der Ovid- Handschrift "zu entwerfen, welche Albreeht bei 
seiner Bearbeitung vorlag: ich habe oben (5. CXLF) die Fermuthung 
auf eine Lücke im deutsehen Texte gegründet, es möchte die lateinische 
Handschrift 32 — 33 Zeilen auf der Seite gehabt haben. Wenigstens 
dem zwölften Jahrhundert muss sie angehört hohen : weiter hinauf sie 
zu rücken sind wir nicht berechtigt, lieber das effte Jahrhundert zu- 
rück gehen die Handschriften der Metamorphosen nicht {Haupt, Ein- 
leitung S. XII) ; schon die ältesten sind nicht ganz frei von Zusätzen, 
Handschriften des zu>Ö(ften Jahrhunderts gehören nicht zu den seltensten. 
Auch die Beschaffenheit des ovidischen Textes, nach dem Albrecht 
arbeitete, war nicht die beste. Ich will hier zusammenstellen, was sich 
oben und in den Anmerkungen zerstreut findet und was über die Ge- 
stalt des Textes einigen Atfschluss zu geben scheint. 

Metam. \, 89 — 112 in der Schilderung des goldenen Zeitalters war 
die Reihenfolge der Ferse vermuthlich nachstehende, 89 — 93. 97 — 100. 
94_96. 103 — 106. 101 — 102. 109 — 112. 107 — 108. Fgl. Anmerkung 
zu I, 167 der Auszüge, Der Anschaulichkeit wegen will ich die Ferse 
in dieser Reiherfolge hersetzen. 

92. nee supplex turba timebat 

jndicis ura sui, sed erant sine judice tati. 

97. oondum praecipites ciogebant oppida fossae, 
non tiiba directi, non aeris cornua flexi, 
non galeae, non ensis erant: sine militis usu 
roollia securae peragebant otia gentes. 



CLXiv EINLEITUNG. 

94. nondum caesa suis, peregrioum ul viseret orbein, 
räoDlibus in liquides pinus descenderat undas, 
nullaqiie mortales praeter sua litora norant. 

103. contentique cibis nullo cogente creatis 
arbnteos fetus montanaque fraga legebant 
cornaque et in duris haerentia mora rubetis 
et quae deciderant patala Jovis arbore glaodes. 

101. ipsa quoque immunis rastroque intacta nee ulüs 
raucia vomeribns per se dabat omnia tellus. 

109. mox etiam fruges tellus inarata ferebat, 
nee renovatus ager gravidis canebat aristis; 
flnmina jani lactis, jam fluniina nectaris ibant, 
flavaque de viridi stillabant ilice mella. 

107. ver erat aeternum, placldique tepentibus auris 
mulcebant zepbyri natos sine scmine flores. 

Für t, 646—547 katte j4lhrecht$ HandscJtrifi nur einen fers 
qua nimium placui mutando perde Hguram. 

3, 400—401 {Anm, zu 10, 169) werden seit Heinnus ßir unecht 
erklärt, Alhrechts Handschrift scheint 3, 401 enthalten zu haben, nicht 
aber 3, 400, in welchem f^erse hauptsächlich der Grund zum Zwei- 
fel liegt, 

3, 418 — 419 (Anmerk. zu 10, 193) hatte die fh, nach 3, 424, 
was einen ebensoguten Sinn gibt. 

3, 430—436 {Anm. zu 10, 203) fehlten vielleicht schon in der 
lateinischen Handschrift. 

4, 446. Den ßir unecht erklärten Fers hatte Albrechts Hs.^ denn 
er wird im Deutschen durch zwei Zeilen umschrieben {S. CXLFIll), 

4, 768. Auch diesen Fers und den damit verbundenen Unsinn ent- 
hielt die Handschrift (Anm. zu 12, 63). 

5, 110 {Anm. zu 13, 189). Den yamen des Spielmannes las die 
Hs, Alphitus, wie N auger conjieierte. 

6, 282. Diese bezweifelte Zeile enthielt die Handschrift {sieh oben 
S. CLI), denn sie ist im deutschen Texte übersetzt, 

7, 862. Hiermit sehloss in der Handschrift das siebente Buch; und 
die Verse 7, 863 — 865 waren zum achten gezogen {S. CLF), 

8, 65 las die Hs. durus, während Heinsius nach den besten Hand- 
schriften dirus {Anm, zu 18, 130). 

8, 66 {Anm, zu 18, 133). Nach diesem Ferse hatte die Handschrift 
8, 49 — 50, dagegen 8, 67 — 68 nach 8, 80 oder an der Stelle von 
79 — 80. Diese Ordnung der Ferse seheint manches für sich zu haben, 
namentlich die Einschiebung von 8, 49 — 50 nach 8, 60. 

8, 2\% fehlt im deutsoheji Texte {Anm. zu 19, 43) und kann dem 
Sinne nach auch im lateinischen gefehlt haben. 

8, 221 {Anm. zu 19, 58) las die Hs. wahrscheinlich Paphos 
für Faros. 

8, 222 las sie Caljdne, wie auch wirklieh Hss. des Ovid lesen: 



EINLEITUNG. CLXT 

die Form stimmt zu dem homerischen naXv^vai liia* 2, 677. (j4nm. 
SU 19, 60.) 

8, 307 (.4nm, zu \9, 229). Hippotheus wird die Ih. gelesen haben, 
was offenbar nur SehreHffehler für das richtige Htppothous ist. 

S, 314 (Jnm, %u 19, 237). Eudicion ßir das richtige Earjtion. 

8, 334 (j4nm. zu 19, 275). Die Ferse 334 — 337 seheinen nach 8, 
330 g^olgt zu sein, wenn nicht diese Umänderung eigenmächtig von 
j4ibreeht unternommen wurde. 

8, 421 ist ausgelassen: ob der Fers in der Hs. fehlte lässt sich 
nicht entscheiden. 

8, 813. Eamooiam für das richtige Haemoniam (Anm. zu 20, 182)* 

10, 644 {Anm. zu 22, 741). Damasenum ßir das von Heinsius 
h ergestellte Tamaseum . 

11, 14^. {Anm. zu 23, 29). Die Anordnung der Ferse scheint eine 
andere gewesen zu sein: nach 11, 14 folgte wohl 11, 24 — 30, dann 
11, 15 — 25, was einen ganz guten Zusammenhang ergibt. 

13, 144. Aorisias ßir das richtige Arcesius: andere Hss. haben 
Acrisius, und so las vielleicht Albrechts Hs. auch; sieh Anm. zu 
30, 228. 

13, 829 (Anm. zu 32, 293). Die Ordnung der Ferse war die, dass 
829 — 830 nach 826 kam und dann erst 827 — 828, 831 jf. Diese An- 
ordnung scheint mir ganz vortrefflich, indeta 829 sich an 826 am 
besten anlehnt. 

Ich gebe den Kennern der klassischen Literatur zu erwägen, inwie- 
fern sieh eine oder die andere dieser Abweichungen rechtfertigen lässt. 

fFelche Quellen Albreeht zu seinen Zusätzen und Erweiterungen 
des lateinischen Textes benutzt habe, wissen wir nicht. Am eirfachsten 
ist es an eine glossierte Handschrift zu denken, deren es im zwölften 
Jahrhundert ohne Zweifel schon gab. Ob eine vollständig commentierte 
Handschrift ist zweifelhafter, da die Angaben von Commentaren des 
zwölften oder gar efften Jahrhunderts nicht zuverlässig sind {s. oben 
S. XLIII). Auf handschriftliche Glossen habe ich oben in der Fer- 
gleiehung des deutschen mit dem lateinischen Texte mehrfach hinge- 
deutet, bei Metam. 2, 253. 2, 640. 5, 487. 6, 667-670. 7, 394. 
7, 458. 8, 235 (Anm. zu 19, 92). 8, 372. 10, 142. 13, 336. Aus 
einer Beziehung (Anm. zu 5, 30) scheint sich zu ergeben, dass Albreeht 
auch die Fasten kannte: somit enthielt seine Ovid- Handschrift vielleicht 
auch dieses fFerk. 

Fon der gleichzeitigen Literatur kannte, so viel sich mit einiger 
JFahrseheinliehkeit vermuthen lässt, Albreeht nur die Eneit Heinrichs 
von Feideke, wie ich aus der oben erwähnten Stelle (S. CLX) ge- 
schlossen habe. Auch sonst verrathen einzelne Spuren Achnlichkeit mit 
der Eneit. 



GLXVI EINLEITUNG. 

Eneit WO, 34. d6 quAmen sie ze j4, 33, 528. er quim gestrichen in 
lande ein habe, ' 

da die Tiber in daz mere gAt. ' da die Ttber flüzet in daz mer; 

denn wenn auch Omd (14, 447) hier aus Firgil Aen, 1 , 29 entlehnt 
hat, iso ist die Uebereinstimmung doch zu gross, als dass man nicht 
an Bekanntscht^ft glauben sollte, zumal da Heinrich nicht unmittelbar 
nach dem Latein dichtete. Ebenso 

Feldeke Albrecht 

114, 36. zu Laurente sie quAmen, 32, 531. gein Lanrente dA hds 
dA was der kunech Latin, hielt der kunec Lattnus. 

der sie vile wol enphienc. der kunec im engegen gie 

und in mit züchten enphie; 

wo der deutsche Text dem ovidischen nicht genau entspricht. 



III. 

Es bleibt uns noch übrig eine Darstellung der Mundart Albrechts 
zu geben, die die Eigentümlichkeiten zusammenstellt, so weit sie von 
der rein hochdeutschen Sprache abweichen. Grundlage dieser Darstel- 
lung sind zunächst das Bruchstück und der Prolog, von denen nament- 
lich das erstere eine Reihe dialektischer EigenlümUehkeiten aufweist, 
yiber nicht alle: manches ist aus vereinzelt stehen gebliebenen Reimen, 
anderes nur aus der Analogie sprachlich verwandter Dichtungen zu 
ffflgern. Ich gebe im Folgenden die beweisenden Stellen in gereinigter 
Form, aber ohne die Lesarten des fF'iekramschen Textes. Meine Aus- 
zuge eitiere ich nur und verweise in Bezug auf die Rechtfertigung 
meines Textes at(f die Anmerkungen. 

Kurze yocale. 

1. a steht als eine Art Rückumlaut für k im Präteritum und 
Partieipium bei k^reo l^ren bei allen mitteldeutschen Dichtem, 
vgl, ß^, Grimm zu Atkis S. 18. Frommann zu Herbort 60. mhd. 
ffHarterbuch 1, 798 a und Kirchberg ' B\A, 43 bewarte : vcrkartc, 
616, 36 wart : gekart, 621, 29 bekarte : scharte, 634, 25 wart : gelart, 
653, 36 vart : gelart, 677, 5 verkart : wart, 689, 43 larte : bewarte, 
737 , 38 sparte : karte «. *. w. Beweisend ßir Albrecht ist der Reim 
art : gekart Br. 270. wart : verkart Prot. 9. Ausser Reime steht kerte 
Br. 74. H^ickram hat, wiewohl die Form mit a seiner Mundart und 
Zeit nicht zusagte, die Reime häufig stehen lassen, an andern Stellen 
aber sind sie von ihm entfernt worden: solche Ungleichmässigkeit datf 
nicht auffallen, da wir sie schon in dem Bruchstücke selbst wahrneh- 
men. Fgl. die folgenden Stellen, verkart : art 1, 731. 743. geart : ge- 
kart 1, 887. verkart : wart 1, 1059. 1403. verkarte : harte 1, 1065. 
wart : verkart 5, 73. 9, 149. 9, 259. 

30 e Jdo^ zur erde quam gevlogeo, 
mit einem nebele bezogen, 
vor die tar Semelö. 
den nebel enlie sie nicht k, 
anz sie sich hAte verkart 
und zeinem alden wibe wart. 

verkart -. wart 10, 6a. varU : karte 10, 64. arte : karte 12, 75. 



CLXVlll EINLEITUNG. 

40 c sie wachsen an einen Hp, 
beide der knabe und daz wtp, 
als sich mit ir stammen 
zw6ne boume verklaramen: 
doch bäte iewederez sin art, 
' swie sie wSren verkart, 
wan dirrc samenwarhsen lip 
was ein man unt ein wtp . . . 
und was geschaffen enein 
beide vieisch unde bein 
und doch underscheiden. 

harte : verkarte 13, 113. : karte 13, 275. 

49 c und beleip alsA stdn 

mit stnem swerte, daz was schart, 
zeinera steine verkart. 

51c DiAne zeinem hirze wart, 
Bachns in einen boc verkart. 

wart : verkart 15, 169. 

58 if einen dicken bdch sie gewan, 
dar öz sie ir webbe span, 
unde alsus vil schiere wart 
zeiner spinnen verkart, 
die ie ir webbe werket, 
als ir an ir merket. 

626 ein bach von ir ougen vl6z: 
zu himele sie die karte 
und den goten harte, 
daz sie sie gewerten. 

harte : verkarte 16, 477. wart : verkart 16, 571. 

71 <f mit vederen und mit vleische. 
der striz, als ich vereisehe, 
was ein man, der verkart 
zu vögele von den goten wart. 

art : verkart 20, 7. arte : verkarte 20, 33. varte : verkarte 20, 267. 

90 c mit slnen vingeren zwein 
d rächte er min halsbein, 
als ich l^e gevangen 
. In einer tsenzangen. 
sus gelac ich unden, 
von Im überwunden, 
zohant ich anderweide wart 
zeinem stiere verkart: 
daz was der dritte gewalt, 
an den ich wurde gestalt. 
do begreif er mich mit zome 
bt dem winstern hörne 
und warf mich unwerde 
nider zu der erde, 
daz hom beleip im in der bände: 
daz tet mir vaste ande. 



EINLEITUNG. CLiix 

90 d Nn was ez umbe mitten tac, 
dft dtz waz2er gelac. 
die geselieschaft dan karte 
und schichte sich zur varte, 
8^ daz wazzer sie liez. 
Achel6ns gestiez 
nnderz wazzer stn hörn, 
dk von ich seite bevorn. 

92 a Der arme harte erschrachte, 
sin hende dar rächte 
und üf stn knie nider sanc. 
Hercnles in sunder danc 
warf bt einem beine hdch, 
daz er in die luft vl6ch 
und gewan einen val 
schiere in daz mer zutat, 
doch 6 er qnam niderwart, 
was er ame Hbe verkart 
zu berten slözsteinen, 
mit vleische, mit beinen, 
alse in noch h6te 
sehent scbefldte 
und sprechent ime Ltchas, 
der k des ein mensche was. 

101^ Alsus der jungelioc wart 
zeinem boumc verkart, 
der nAch ime wirt genant 
cipressns über allez lant. 

102 a Ich hftn gesungen lange 
von leideme gesange, 
wie gote striten mit den risen. 
von schönen biAmen in der wisen 
lustet mich nu singe: 
von eime jnngelinge 
Hyacinthns, wie der wart 
zeiner blAme verkart 
von slnem vater Ph6b6. 

wart : verkart 22, 131. 23, 1T5. 23, 209. 25, 21. 

1266 unser manheit ist verkart 
zwAre an eines wlbes art. 

wart : verkart 31, 11. karte : warte 32, 429. üf gekart : wart 32, 
465. wart : verkart 32, 485. verkarte : harte 32, 507. verkarte : warte 
34, 33. karte : harte 34, 169. : warte 34, 241. rgl, noch kart (Jur 
karte) : wart Wickram 50a. 

Ebento findet auch bei bew^ren, tote Jibreeht seiner Mundart 
gemäss ßir bewcren sagt, ein gleicher Rückumlaut mit Ferkürzung 
des Focales statt; daher habe ich geschrieben bewarte : karte 29, 275. 
Gleiche Ferkisrzung in gebarte ßir gebArte, gebArte : verkarte 16, 
301 und 



CLXX EINLEITUNG. 

37 if klagelich sie gebarte, 
ir hAr sie zuzarte, 
die jAmers rtche vrouwe. 
sie begunde blouwe 
mit benden ir broste. 
sta ougen sie kuste 
und sto wunden tief und gröz, 
dar üz daz blüt Hlich vI6z. 
mit zAren sie daz m^rte, 
die se üz ir ougen r6rte, 
und sprach *trüt liep Pyramus, 
wiltu mich hie lAzen susT* 

a steht für ^ d. h. a in salde für sslde. Dass der Focal gekürzt 

wurde zeigen alle mitteldeutschen Reime, ». B. hei Kirehberg, Salden 

: behalden 631^ 10. halden : unsalden 657, 65. behalden : unsalden 

663, 9. halden : Salden 785, 54. ffickram meidet das Wort, aber 

ich zweifle nicht dass es mir gelungen ist dasselbe an einigen Stellen in 

sein Recht einzusetzen: nur 105c steht selten rieh d, ». seiden rieh. 

So Albr. 13, 37. 21, 250. 22, 586 und Anm. zu 19, 268; ausserdem, 

43 (f D6 sich JAn^ gerach 
unde Cadmus gesach, 
daz im Unsalde 
tac und nacht stalde, 
und daz sinen vrunden 
die gote salde erbunden, 
d6 wolde er dannen vliehen, 
mit stnem wtbe ziehen 
verre in ein vremdez laut, 
dA sie wAren unerkant. 
er sprach zu stnem wtbe 
*ich sihe an rotnem übe 
daz niwan unsalde 
mtn wil iemer walde. 
des ich die gote biten wil, 
daz sie ir setzen ein zil 
und mich verschaffen sus gestalt, 
als ich ez horte in dem walt, 
daz ich wurde ein serpant'. 
Cadmus zur erde viel zuhant 
und lac alse lanc er was 
gestraht in daz grüne gras, 
du er den goten harte, 
sin Itp sich verkarte, 
der wart lanc wtz unde siecht, 
allenthalben sprinkelecht, 
die hüt dicke und hierte. 
der munt dannoch werte. 
SOS wart er zeinem slangen 
vreissamen onde langen, 
stn wtp er herzenltche bat, 
die wtfe er b^te die stat, 
daz sie in koste zostunt 
an stnen menschlichen munt. 



EINLEITUNG. CLixt 

*wan die ztt nAhet, 

daz mtn Itp hinnen gAhef. 

Ob Aihreeht auch \kxt für litt (doctrin«) tagte, wie Ernst von 
Kirehhergy ist ungewiss, vgl. Kirchberg gar : Ux 649^ 50. j4re : I4re 
689^ 64. 14re : Y4re 691^ 25. 14r : war 692, 47. 

a steht Jur o in dem Bruchstücke gar nicht, auch nicht in dem 
Prologe. Man sollte es nach Albrechts Heimat und den übrigen Hin- 
neigungen zum Niederdeutschen erwarten. Doch sagte Albrecht mähte 
neben mohte, das durch den Reim (mohte : tohte 22, 191) gesichert ist; 
mähte begegnet aber auch bei rein hochdeutschen Dichtem, wie Hart- 
mann, y lecke, ist also nicht niederdeutschem Eif^usse auszuschreiben. 
Da der Reim im Bruchstücke und Prologe nicht vorkommt, sind wir 
at^f dien übrigen Text verwiesen, mähte : ahte 1, 1277. 1359. : betrahte 
l, 1517. Femer 

16if die wölken er erwachte, 
swaz er ir haben machte. 

22 a er woldes gerne vristen 
mit arzente listen, 
die h4te er 6rste vunden. 
er streich in ir wunden 
wnrze manger slachte: 
daz doch nicht vnimen machte, 
wan sie begnnde l&alde. 
nn sach er Til balde 
ouch daz vAwer bereit, 
durch brennen nich gewonheit. 

dachte : machte 6, 213. machte : strachte 8, 43. 

31 a dar nmbe mochte sie nieht dol 
daz die gotinne wol 
J4n6 Itden machte: 
des sie die list erdachte. 

376 sie offenete tar und sl6z 

daz sie nicht rüschte noch endöz, 
und quam znm bmnnen schAne, 
der mit lAtem d6ne 
Idanc darch den grünen walt. 
ir vronde die was manicvalt, 
86 sie ir vriedels dachte, 
der noch nicht komen machte. 
der m4ne schein nl helle: 
d4 Ton ir nngevelle 
begnnde n4hen harte. 
db sie nAch im warte 
nnde wünschte dicke^ 
d6 sach sie gein ir blicke 
einn louwen vreissam gestalt: 
der rÄschete durch den walt. 
Yon blute sweizic was sin giel. 
vAchten : machten 13, 121. machte : brachte 17, 15. 



CLXXll EINLEITUNG. 

94 a ich z6ch, als ich machte, 
die rioden die sie dachte, 
nider von ir nrnnde: 
daz doch Dicht vnimen konde. 
DU quam ir vater und ir man. 
der valer vrAgen began 
'wa ist dtn s wester Driop^?* 
ich sprach *hie muget ir sie s6'. 

machte : machte 2{, 169. : voUenbrachte 26, 21. : acht^29, 227. — 
j4n einigen Stellen rührt mocht wie VTickram immer schreibt wohl von 
diesem her, 10 a 102 c 1266. In andern H^'^orten h Jür o ansunehtnen 
trage ich noch Bedenken, ein sal für sol, das %. B. Kirchberg hat, 
sal : wal 699, 26, und ähnliches ist nicht nachzuweisen: doch ist viel- 
leicht 16 a wanen /r/r wonend anzunehmen, wenn man schreibt 

und CrAman^us di vil swanen 
und vil antvogele wanen, 

indem wanen für wonent nicht stört, van /tir von haben auch rein 
oberdeutsche Dichter, vgl. mhd. fVorterbuch 3, 369 a. an : da von das 
77 a reimt ist in an : dan zu bessern und ebensowenig ist dar uon : an 
146 c Albrecht zuzuschreiben. So bleibt kein sicheres Beispiel ßir van, 
während von im Reime begegnet, Deucalion : von 1, 639. von : Lesbon 
21c : Echton 20, 372 u, s. w, (sieh o). 

ßf^as die Bindung a : 4 betrifft, so sollte man nach dem auffallenden 
Reime HaJberstat : hAt Prot. 53, den sieh nur wenige Zeitgenossen Al- 
brechts erlauben, grössere Freiheit erwarten als sieh im üebrigen findet: 
namentlich reimt an immer genau, an : began Br, 48. : dan 178. 
dan : began 74. : gevan 114. man : gewan 146. an : Herman Prot, 
91, dagegen getAn : gAn Br. 96. umbevAn : getAn 194. Ich habe daher 
auch kein an : An, das bei fFickram ofl vorkommt, gelten lassen und 
in den Auszügen immer geändert. Sehr häufig begegnet man : hAn 56 
21a 44 6 616 69a 76</ 80c 91c 117a 1256 : bestAn 146(f : stAn Ihd 
138<J dan : hAn 34a 48a 80 6 131a an : getAn {%d 51a : understAn 
35 a : verstAn 766 91 <f 147 tf und qfter. Nur einmal ist es stehen ge- 
blieben, man : hAn 19, 395, aus Noth, gestehe ich. In dem sicher 
echten castelAn : man 18, 67 ist vielleicht ein castelan anzunehmen. 

Vor Liquiden, namentlich vor n, ist bekanntlich die Bindung a : A 
6ct den meisten Dichtern gestattet; nicht dagegen vor n und folgendem 
Consonanten, was sieh von guten Dichtern etwa nur tf^o{fram erlaubt' 
fTickram reimt hAnt : laut 646 64 <f 576 hAnt : sant 118c: aucA diese 
Bindung scheint mir zweifelhaft, doch habe ich sie 1, 67 gelten lassen 
und an folgender Stelle, 

46 </ sie wolden alle nicht enbern, 
daz er in des gewAge, 
wes se üf ir houbet trdge 
vreisltche slangen vur hAr. 
er sprach *dnz sagen ich ü var wAr. 



EINLEITUNG. CLUXIII 

Medi!ksüi was ein sch6ne maget, 

alse mir hAnt gesaget, 

die sie noch gesehen hkni. 

ir gelich mau nicht envant, 

ir h^r was als gespunnen goH. 

NeptAnus wart der meide holt^ 

dem daz mere ist undertAn. 

der sach sie seinem mAle gAn 

unde volgele ir nAch. 

in ein tempel was ir gAch, 

daz der gotin Pallas 

durch Are gebüweu was. 

Neptiknus mit gewalde ' 

dA die maget valde. 

f^or m habe ich a : A einmal stehen lassen, krAm : quam 30, 259. 
flß^ie vor n bindet auch vor r Wickram sehr häufig langes und kurzes 
a, hAr : gar 8a 13c 19c 386 40</ 105c 121a 125fr : dar 19fr 54c 66c 
146c gar : fürwAr 50<f 117a 120c : klAr 17c 40fr 115if : jAr 130fr 
152 c hAr : yar 67 a : war 133 a : gevar 131c. In dem Bruchstücke und 
im Prologe begegnet der Reim ar gar nicht. Die meisten Stellen sind 
zu verwerfen, namentlich die in denen gar reimt. Ganz aber ist 
ar : Ar doch wohl nicht abzuweisen. Ich habe hAr : gar 1, 1031. 14, 35 
nur aus Ermangelung von Besserem gelten lassen, halte es jedoch auch 
hier nicht für echt, wohl aber die folgenden Reime jAr : dar 10, 151. 
hAr : gevar 17, 187. getar : hAr 18, 153. 

27 a wan sie herte als stahel was 

und gJanzer danne ein Spiegelglas: 

da enmochte slac nicht hafte. 

mit swerte noch mit schatte 

mocht er kein leit im vage: 

swie vil er geslAge, 

daz enschatte noch enwar 

dem wurme nicht umbe ein hAr. 

Kine Form mit kurzem a scheint anzunehmen in gebar (ZI gebere) 
: dar 7, 58 und in dar : zar (ZI zäher) 23, 79. — ror anderen Con- 
sonanten als Liquiden: hierher gehört zunächst die durch das Br, be- 
stätigte Bindung at : At. Sie wiederholt sich mehrmals, gehat : rAt 
1, 641. stat : hAt 1, 1035. hAt : rat 2, 3. 

19 d die selben er nü h6he hAt 
gelich den sterren gesät: 
s6 die nacht zA gAt, 
mit ir sune sie ame himele stAt 
andern sterren gelich. 
mit den beiden zükgen ich 
daz ich ü die wArheit sagen, 
billlche mta ich zom tragen. 

stat : lAt 7, 14. : slAt 9, 33. hAt : stat 9, 201. phat : wiltbrAt 
9, 357. stat : StAt 10, 360. 



CLXXiv EINLEITUNG. 

50 e dA vant sie swester DÜne. 
sch6ne was ir gesÜDe 
und wAren Sinnes rtclie. 
man vant nicht ir gellclie. 
kunste wArens wo! gelart. 
Pallas sprach *ich bin her gekart 
zu z*A joncvrouwen, 
durch den brunnen schouwen, 
den in einn stein hAt geslagen 
ein ors, als ich h6re sagen, 
mit stnem hAflsen. 
dar sult ir mich wtsen, 
daz ich sehe daz wunder/ 
die gespr^chest drunder 
die hiez UrAnte, 
'ich w6ne ez alsus sie, 
dar umbe du her körnen bist, 
ich sagen dir An arge list, 
dirre sache ist alsus. 
daz ors heizet Pegasus, 
daz disen brunnen vunden hAt, 
dar tn ez mit dem vAze trat.' 
Pallas besach ez allez gar. 
daz gras stunt dA blömenvar 
geteilt Yon varwen schöne, 
der Togele gedöne 
in dem walde iAte erschal, 
ein lüter brunne dA quäl. 

62 c PhAbus in bestroufte, 

daz vieisch von beinen loufte, 
daz stn schinebein lAgen bl6z. 
daz bl6t von im zur erde vl6z. 
man mochte stne rippe zal 
und stn bein über al. 
in begunden bt den tagen 
alle gote gemeine klagen 
von walde und von berge, 
stn brdder die getwergc, 
elbe und eibinnen 
und alle wazzerminnen 
weinden obe der bArcn. 
niit trehenen und mit zAren 
die se von ir ougen rArtcn, 
daz wazzer sie mArten, 
daz dA von wart ein brunne kalt, 
der dA vlüzet mit gewalt 
kreftecllche von der stat. 
durch Troier lant stn vluz er hAt 
und Wirt MarsiA genant, 
TroiAren wol bekant. 

bat : hAt 16, 259. gesät : hAt 25, 39. gebat : stAt 30, 215. 

8 1 b daz er vlieze in daz mer. 
so vlüzet er hin unde her 



EINLEITUNG. CLXjr 

in dem lande umbe 
irrestm die krurobe 
iiQd kamt aber an die stat 
dan er stnen vluz hkt. 

P'gl. noch Ylld wo aber der Reim schwerlich echt iit. Vor z 
reimt ^ : k in vaz : g4z 16, 527, wo aber /llbrecht wohl gaz sprach. 

Am wenigsten auffallend ist die Bindung a : A vor mehrfacher 
Consonanz, da die mitteldeutsche Sprache in diesem Falle wohl k 
kürzte. Ganz sicher ist dies anzunehmen vor bt (cbt), daher ich diese 
Reime meist habe gelten lassen, wo nicht andere Gründe zur Beseiti- 
gung waren. In dem Bruchstücke begegnet der Reim aht gar nicht, 
im Prologe brAbten : unbedibten 26, geddbt : voHenbribt 97. Dass aber 
Albrecht den Focal hier kurz sprach, geht schon daraus hervor, dass 
die Hs. cb vor t schreibt. Daher ist unanstössig nacbt : bricbt 1, 407. 
macbte : br&cbte 16<f : dAcbte 6, 213. 

27 a nu was ez über mitten tac, 
der $cbate die velde dacbte. 
Cadmus im d6 dAehte 
Vaz wirret den gesellen minf 

arhten : entvlücbten 9, 217. trachte : brächte 9, 331. 

38 tf In den western angen, 
6k uns der himel hangen 
donket üf die erde, 
dk sint des Sunnen pberde 
üf eine wisen gesetzet, 
6k iegeltchez etzet 
unde rüwent die nacbt. 
no hAte Ph^bus sieb bedacht, 
wie er sin minne verande. 
zubant er sich verwände 
und slnen Itp verwilde 
in eines wtbes bilde, 
als er w6r Eurimöne, 
der maget müter sch6ne. 
er gienc schiere an ir gemach, 
da er sie ncchten sitzen sach 
mit zwölf meiden dinnen 
bi Hechte am rocken spinnen. 

40fr sin schäm der knabe dachte und spranc 
in daz wazzer daz ez klanc. 
sin wlze büt dar üz schein 
als üz dem glase ein helfenbein 
unde als ein gilgen blat 
schtnet durch ein lüter spat: 
dem gelicbe was stn schln. 
die gotin rief *nust er mtn!' 
zubaut sie zu zim gAchtP. 
der jungelinc erschrachtc. 

vAchten : machten 13, 121. achte : brAehte 14, 81. vlacht : vollen- 



CLXXVi EINLEITUNG. 

brAcht t5, 195. dichte : achte t6, 101. brachte : achte 19, 163. 
dAchte : machte 21, 49. 137. endachte : brachte 21, 235. dAchte 
: slachte 21, 397. eodacht : widerbrAcht 22, 331. nacht : bricht 22, 
433. dachte : versmAchte 22, 4SI. dichte : machte 23, 197. achte 
: gedachte 25, 49. 

1186 sie sprach *du trärigez w4p! 
hie vldzet dtnes mannes Itp: 
dir ist geschehen als mir geschach, 
gellch Wirt unser ungemach.' 
nu treip vaste dar wart 
daz mer den korpel an der vart, 
daz er der vrouwen nAchte. 
^rst nam sie in ir achte 
daz ez w^re ir selber man. 

bricht : nacht 30, 140. bedicht : nacht 34, 199. — ror nnfaehetn 
ch ohne folgendei t reimt ff^iekram nicht selten, nich : sach IIa \bd 
Z\d 46 rf : geschach 38 a 77 a gich : brach 77 a, ich habe den Reim 
ein paarmal gelten lasten, nich : sach 1, 12S7. zubrach : gich 17, 19. 
dar nich : räch 22, Si3, da es nicht unwahrscheinlich ist, dass Al- 
brecht auch hier nach gach sprach. Eine yerkürAung ist W9hl auch 
in blast /ür blist anzunehmen, das ich 35, 387 (blaste : verlaste) habe 
reimen lassen, doch kann man leicht ändern ob es in nicht vaste die 
starken winde verzigen. Kirchberg reimt bestinde : Liiande 714, 51. 

2. e steht ßtr a in raen ßir man, Bruchst, 105 und in wen ßir 
wan Br. 17. 52. 83. 198. 244. 246. 260. e für i in frede Br. 239, dar- 
nach habe ich mete für mite im Reim ai{f bete 1 , 681 gewagt Es 
wäre SU verwundern wenn Albreeht von dieser Hinneigung zum Nieder- 
deutsch'en sich frei gehalten hätte, Fgl, noch neme : eme {für ime) 
1, 1231. gesegen : legen 19, 217. swert : wert 32, 101. und stede 
: frede Kirehberg 714, 7 ?/. qft. 

Das stumme e, welches im Mhd, nach Liquiden in der Regel 
weggeworfen wird, bleibt in dem Br. stehen, verhelen 45. mere 97. 
103. 151. 202. ane 66. 160. merewunder 20O. 

Noch ist zu bemerken die rermischung von e und i im Reime, 
welche sich vor Liquiden bei Herbort findet, vgl. Frommann zu 61. 
Da im Niederdeutschen e und i sich vie(faeh berühren, so ist auch 
wohl für Albrecht diese Fermischung zuzugeben, Kirehberg z. B. reimt 
herre : erre 777, 4 und qfter. Ich habe geschrieben willen : wellen 1, 
529. Ferner 

\Ad wiltu schaffen dtnen Krumen, 
sone li dtnen wagen kumen 
nordert nicht al zu ui 
noch li dir sAdert wesen gi. 
var nicht zu ni der erde, 
daz sie icht heiz werde. 



EmLEITUNG. tixxvu 

dem himele nicht zu iiAhe, 
daz er icfat vAres rkht: 
oAeh mtner 16re soUq var. 
der strAze nimestu selbe war, 
wan sie enist nicht enge 
die breite noch die lenge, 
den himel sie umbekreizet: 
z6diacus sie heizet, 
nu gedenke lieber san, 
waz du dar umbe wellest tAn. 
die stunde beginnet nAhen, 
daz ich m(kz hinnen gAhen: 
^ wand ich die vinster sibe dort 
schuphen westen über bort, 
der himel lachtet r6senvar. 
wir mAzen zwAre hinnen ?ar. 
iedoch machtu beliben wol 
und mich lÄzen als ich sol 
der werlde ir Hecht bringen: 
sone mac dir misselingen. 
die ors stAnt in den stellen: 
nu tA nAch dinem willen. 

ASd springen wolt die eine: 
die wart zeinem steine 
und stAt noch ais6 stille 
als ein wip daz springen welle. 

49 e doch mochte den recken tAre (: gebAre) 
gevrumen nicht stn h6cbyart, 
wander schiere wart verkart 
zeinem steinbilde, 
mit liecht gemAlem Schilde 
sieht man in bl der stunde 
an zenden zungen munde 
als er reden welle. 
*wie muget ir s6 stille' 
sprach Eryi 'und s6 zage wesen? 
jA trAwet ich wol vor im genesen, 
enw^re wir nicht so trAge.' 
dA erz wolde wAge «. «. w. 

ende : winde 15, 12t. stille : welle 29, 175. welle : Achille 31, 53. 

Die Scheidung von 6 und e im Reime ißt jedef^aUe strenget* ah 
die von A : a. Ich weiss nur einige nicht gam» sichere Beispiele anzu- 
führen. In geert : verkArt 1, 455 'ist wohl Rüekumlaut des ersten 
ßf^ortes anzunehmen und geart ;, verkart »u schreiben. Femer gedAch 
: vrech 6, 75 ist unsicher. 

31 d iedoch solde disen strlt 
richten Tlresias, 
wan im wol künde was 
beider nAlAre. 
do er von AventAre 
zwAne slangen gesach 
(daz lichte durch haz geschach 

rXXXYIII.] m 



ci<XK%'lii EINLEITUNG. 

den er allen slangon trüc), 

mit einem steclien er sie slikc, 

den er bt im hAte: 

da von der man vil drlte 

zu wtbe sieb verk^rte. 

siben jAr ditz werte 

daz er was als ein ander wtp. 

44 </ süidert was stn geverte: 
dar nAch er nordert k^rte, 
nu dar die sunne iüfgAt, 
nu dar sie sieb nider Ut. 
sus sweimte er bin unde wider, 
unz die sunne seic der nider. 
d6 die nacbt zu bimele quam, 
stnen vluc er gein der erde nam, 
wan er sich an des bimelcs strize 
durcb vinster niebt mi torste I4ze. 
er quam zutal dA AUas 
der starke rise kunec was 
an einem Abunde 
und bat daz er im gunde 
herberge unde rA. 
er sprach jm vrAntltche zA 
*mecbtiger kunec rtch, 
durch mtn kunne bite ich dich: 
herberge mich gewer. 
min vater ist Jupiter, 
des soltu mich geniezea Mn. 
verre her kum ich gegAn 
nAch gastlichem gemache 
under dinem dache. 

5Se dA mochte man nicht merken, 
dar nAch mit vltze werken 
sie dar ane begunde, 
wie der got der unde 
NeptAnus sich verk^rte 
durch selts^nez geverte. 

596 wand ich vierzehen kint haben, 
siben meide und siben knabeu, 
die ich in mtme Itbe trüc: 
des bin ich riche genüe 
«nd sAU« mA dann« vU. 
dar zA ich sieber wesen wil, 
daz min Unsalde 
niemer mac gewalde. 
lA sin, sie mich beswArte, 
und etesllcher beherte, 
sie lAt mir doch daz mArre teil^ 

tu der ersten Reimzeile konnte man auch mit rUhrendem^ Reime schreiben 
ob sie mir wurde berte. Femer werte : mArte 16, 135; in 19, 479 i^t 
varte : karte mit nicht umgelautetem^ Dativ oder mUt Umlaut verte 
: kArte zu lesen. Endlich die fremde Stelie 



ElNLBITUNa. CLiux 

llGif sie 6rte sie j^eioeine, 
swie sie gotin deheine 
var iikn^De ^rte; 

hier reimt fTickram verahrt : widerfafl; wMm auch AiJbweeht ein arte 
Jlir trit {wie liarte) zuzutrauen? dann ist etwa zu ieten 

swie var JAnAoe keine 

gotin von ir wart verart: 

daz tet sie durch sin widervart. 

3. i. Hier ist zuerst die Fermisehung von langem und kurzem i 
und von i mit ie zu bemerken, denn die j4nwendung in iz ßir ez Br, 126 
kann ebensogut dem Sekreiber als dem Dichter zukommen. Lang braucht 
j-tlbreeht denVocal in In (ein), wie die Reime In : stii Br, 26. : delpblo 
1 (»3 beweisen. Die Endung der Feminia in , die neben f nne vorkommt, 
hat kurzen Focalj vor in : gotin Br, 144. Darnach sind auch die 
yblgenden Stellen zu beurtheilen. a. \u, 

16 c na sich doch wie Atlas 
treit den himel swArlich! 
der solde doch erbarmen dich, 
wan im der angestitcbc sweiz 
dz dringet als6 heiz, 
des erbarme dich stn, 
Jdpiter, und tA im schln 
din helfe unde dtnen thi. 
obe daz vdr nicht zugAt, 
wir mAzen alle zugAn.' 
dö die rede was gctAn, 
sie zAch ir houbet aber tn, 
wan sie nicht (ue mochte stn. 

magetin : to 6, 173. 9, 231. schtn : tn 10, 149. In : stn 13, 229. 14, 59. 

40 (i die dritte swester zahant 
hAte ir rede sus verant: 
daz was Af BachAses tac. 
iegeltche ir arbeit phlac. 
do geschach ein m^rez wunder: 
ir vademe al besunder, 
di mite sie phlAgen webe, 
wurden grAne wtnrebe 
mit wirbelen über al 
and mit blaten Ane zal. 
die stden die sie trAgen in 
wurden sch6ne tr Abelin. 

61 a Damasichth6De ein wände 
wart ame schenliel unde. 
do er die strAIe dar As ranc, 
ein anderr phll dar drane 
und gie im zu dem gorgen 1« 
und erwant an dem gevidere stn. 

Sl r d& mAste daz wunder tn. 

zwAn man durch die oerde stn 
tegellehen ez vras. 



CLXXX EINLEITUNG. 

tn : dtn 18, S3. : swln 19, 421. : sta 19, 477. 

93 a die gole beschalt ich alle samen 
unde Jupiter benamen, 
wand ich nicht mochte genesen, 
ich w^re gerne t6t gewesen 
durch daz angestltche mort. 
h6tenz steine gehört, 
ez mAste sie erbarmet hh. 
die hebemüter stunden dk 
und tristen mich gemeine, 
miner diernen eine 
die hiez benamen Galantls. 
sie was listec unde wls: 
swaz man sie hiez daz was volbrAcht, 
h es ein ander h^te gedAcht. 
sus lief sie üz unde In. 
in dem dieneste min 
woldes holen eteswaz. 
dö sach sie w4 LuctnA saz, 
ir hende vur die knie geslagen. 
smeichende begundes sagen. 

10\d nu gesdiach Af einen mitten tac, 
der hirz ime schate lac, 
er was durch der sunnen schin 
zum walde gevlohen In. 

tn : wtn 23, 207. : schtn 29, 401. 

I2bd er sprach Vrouwe C^nis, 
nu saget waz üwer meine is, 
ein vrouwe eteswanne, 
daz ir üch als die manne 
strttes habt yermezzen. 
hAnt ir gar vergezzen 
war zu ir gebom slt? 
lAt den mannen den strlt. 
zwAre A gez^me baz 
sAberen uwer vaz 
unde spinnen unde nAn 
danne hie zu strtte gAn.' 
daz tet Cen^A ande 
und schöz in behande 
durch die satelschellen sin 
traf er in zur lanken In. 
d6 reit er mit zorne dar 
und schöz in under dongen bar (?) 
mit einer hellenbarten laue 
daz wAfen dar abe spranc 
als ein slöz slahet nider 
und springet abe eim dache wider, 
sus spranc sie wider mit krefte. 
ern mochtes nicht behefle. 

131c dA viel er mit kreften tn. 

daz swert dranc durch den Up sin. 



EINLEITUNG. CLXIXI 



b. Feminia in io. 



19</ J6n6 begunde in klage. 

sie sprach *veriieiiit daz ich A sage: 
ich der himele kunigio, 
zu z'ü her abe körnen bin. 

22 e die vedere trdgen mich enbor: 
alsos vloue ich schiere hin 
and wart der vogel der gotin, 
unze mich verstiez ir zom, 
als ich dir seile bevorn. 

gotin : in 6, 21. 

306 harte zomen sie began. 

sie sprach 'mich hit mtn scheiden 

noch geholfen seiden. 

obe ez aber wese s6 

daz ich heize Ji\n6, 

des himelrtches kunigin, 

und swester und gemahcl bin 

des h6sten gotes JApiter, 

bt dem zepter ich daz swer, 

daz ich tragen enhende: 

den hüir wii ich verende. 

der gellen teilen ich ein spil, 

die nu roAter heizen wü 

von mtnes mannes sAmen. 

rfttes mta ich rAmen 

wie ich ez ane gange, 

k ztt verswlne lange. 

42 e dar oAch rief sie zur phorten In 
den grimmen nachtswestern drin: 
die eine kambte ir daz hAr, 
die ander ir slangen schar: 
die alden und die jungen 
alse nAtern sungen, 
gr6ze unde kleine, 
der swester hiez die eine 
tdtitcbez Herzenleit, 
die ander Vergezzenheit, 
•die dritte heizet Tobesucht, 
iedoch bewarten sie ir zucbt 
und leiten ir wAfen hin. 
si enpbiengen die gotin. 

52 if die schände tet CyAnA 
in ir herzen als6 w^ 
die ir der hellen kunec b6t, 
dar zu der juncvrouwen ndt, 
daz sie nacht unde tac 
niwan weinennes pblac 
unde vl6z die gotin 
alsus gar zu wazzer hin. 



cLxxill EINLEITUNG. 

55 a Proserpioi die kuncgin 
verschuf zcioeni vögele in. 

gottn : bin 14, 97. 33, 47. in : louwin 23, 841. kunigin : hin 27, 
115. gotin : hin 33, 393. kanigin : sin 34, 107. 

Doch seheint wie bei andern Dichtern die Quantität »u sehwanken, 
denn mehrmal wird tn {ein) anf kur% i gereimt und die Feminina ai{f 
in mit t. Dies scheint bei folgenden Stellen der Fall mi sein, gottn 
: magettn 9, 239. 

Ahd iedoch müz sie mtn stn.' 
der kunic und die kunegtn 
sprachen 'du slst gewert, 
one sie wirt von dir ernert, 
du solt in mtneni rtche 
gebieten mir geliche.' 
d6 wart ein vreissamer d6K, 
daz mervunder dar schAz; 

wenn nicht die ersten Zeilen zu lesen sind 

iedoch mAz wesen mtn die mett.' 
sie wAren vrA und gemeil, 

indem W, den rührenden Beim und gcmeit zu en{fernen suchte. 

52 <2 sie greif dar mit ir heude. 
'hie müz dtn vari sieh wende, 
wan du macht nicht eidem stn 
Ceres der gottn 
wider ir mAte, 
übe du sie nicht mH gute 
dar zA mugest bringe, 
daz ir Itche der gedinge/ 

80^ dtn mAter zewAre nicht 
was Eur6pA die sch6ae, 
geboren von Sid6ne: 
ein waltgrimme louwtn 
von Armenje was die müter dtn. 

schtn : keisertn 16, 47. gottn : tn 20, 45. stn : kunegtn 30, 301. 
— Es sind also wohl Doppe{formen mit langem und kurzem f^oeal an- 
zunehmen, beim Femininum ausserdem noch die Form in inne, wovon 
später. Eine andere Ungenauigkeit des Reimes ist die f^erbindung von 
hoehd. ie mit kurzem i vor doppeltem Consonanten, die der Reim 
gienc : jungelinc Br. 248 belegt. Die Beispiele bei Wiekram sind sehr 
hämfig (namentlich mit ding, das W, als Flickwort braucht), aber 
schwerlich alle echt, da Albreeht auch die Formen gie, hie braucht, 
die Wickram überall entfernt, gienc : jungelinc 10, 58. swingen 
: giengen 19, 41. begienc : jungelinc 19, 585. gienc : dinc 21 , 301. 
jungelinc : gienc 22, 561. 

125e er hitio orses slachte. 
des nam Perseus achte 



EINLEITUNG. CLXiXfli 

und sch6z anderweide 
, durch ors und man beide, 
oucli engalt es Dorilas, 
der mir zu st6ze kernen was 
und mit grözen hörnen gienc: 
er worchte wunderliche dinc. 

begienge : ringe 30, 37. jungelingen : gicngen 33, 411. jungelinc 
: giene 34, 245. Bei Kirehberg undergieage : geringe 6C29, 46. jungelinc 
ergienc OSO, 27 ». «. w. 

Eime ähnliehe Reimbindung findet vor ht (cht) 9t(ttt: zwar hat 
jiibreekt weder in dem Bruehstliehe noch im Prologe einen solchen 
Beim, aber er ist aus Analogie des vorhergehenden und der übrigen 
miiieideutsehen Dichter mit Bestimmtheit %u folgern, feh habe daher 
lieht : nieht (besser wäre licht : nicht, was dem vorltergehenden analog 
wäre) \, 1533 geschrieben. Ebenso in den folgenden Stelien 

%\d dte kumt sie nicht an tages liecht: 
sie schämt sich s6 man sie sieht, 
wan swA sie sich sehen Ut, 
die TOgele meldenC ir tit 
und beginnen! alle 
über die üwcin schalle, 

wo man mit anderer Freiheit auch lieht : siet schreiben darf, niecht 
: liechi 6, 165. 

49il and klageleu d6 vaste. 
von jAmers überlaste 
vluhen sie des tages liecht, 
alse man noch an in sieht. 

990 d6 die h6chztt was Yerant, 
d6 vlouc daunen zuhaut 
der got Hjrmen^uS, 
alse in bat Ovph^ns, 
d^ er Euridic^ nam. 
mit Unheil der got quam: 
sin schln enwolde lochten niecht. 
ez was ein irfwer ine liecht 
daz er hielt obe in. 
daz was unsalde begin 
und ddte ein bitter ende, 
der tdt begunde in phendc 
geluckes an der bröte. 
wan sie in dem kr6te 
stach ein eiterslange, 
sine Zunge lange 
stach die Trouwen in den vAz, 
dA sie gie barvüz 
und mit ir manec juncvrouwe 
durch kurzwil in dem touwe. 

100fr iedoch mit dem gedinge, 
ob er zu rucke warte, 
daz sie wider karie: 



CLXXXIT EINLEITUNG. 

des solde er hinder sehen nieeht, 

uoz er sie brachte an daz liecht 

ande an den hellen tac. 

die vinster die man grlfen mac 

begunde sie bergen dA. 

er gie vor, sie gienc im nA, 

nnz er des tages warte. 

stn anlliz er dö karte, 

als im riet die minne. 

d6 vür sie schiere hinne: 

er greif mit armen nAhen 

und wände sie vAhen 

oder gerte daz se in vienge, 

Ak sie in der vinster gienge: 

doch enwiste er war er greif. 

üz den banden sie im sleif. 

d6 h6rte er lüle zustunt 

rAfen 'iiep, wis gesunt!' 

niecht : liecht 29, 153. 32, 353. 33, 403. liecht : enwicht 33, 465. 
35, 237. 

In ähnlicher H^eise wie in den vorher besproohßnen Fällen findet 
Bindung von i und ie statt vor r. tier : ir 1, 1187. : mir 1, 1198. 
25, 63. Fielleicht ist auch schilt : zuspielt erlaubt: sieh Anm. %u 29, 
83. Auch vor nd kann i und ie gebunden werden; aber nur bei un- 
eigentliehen Diphthongen, in vlende, das in vtnde zusammengebogen wird, 
binde : vtnde 1, 859, wenn nicht diese contrahierte Form erst vom, 
JFickram herrührt. Bestimmt ist vlande an einigen Stellen herzustellen, 
und ich glaube, dass im Reime Albrecht nur so gesagt hat: sieh das 
Glossar unter vlant. 

Eigennamen in is werden bald mit langem bald mit kurzem i ge- 
bunden, wo also der Dichter wohl nach Bedürjniss den Namen baid 
lang bald kurz sprach. Im Bruchstück nur einmal Tetis : is 206. 
Den Gebrauch des kurzen Focals belegen zahlretohe Reime, gewis : Co- 
rAnis %\d : Cereris 52c : Galanthis 936. ungewis : Biblis 21, 295. 
gewis : IphU 21, 435. : Ad6uis 22, 515. : Salamis 34, 277. Für lan- 
ges i sprechen folgende Stellen. 

406 s^ umvienc in nAch luste 
und helsete unde kuste: 
swier wAre envlohen gerne, 
doch toch^e im nicht zu werne. 
sie hAte in umbevangen 
geltche einem slangen, 
den ein ar enbor treit. 
sich hAt der slange gebreit 
umb vüze hie, umb honbet dort, 
dA mite er wider unde vort 
stne veteg^ irret: 
und ab ein rdder wirret 
einem swimmenden man, 
dai er swimmen nicht enkni. 



EINLEITUNG. clixxt 

in der mAie und in der wts 
tet d6 dem'kiiabeii SalniActs, 
swie er d& wider vochte, 
als er beste mochte. 

61 d ledoch ires vater art 
euch an in schtD wart, 
wan iQ wüchsen zallen enden, 
an TÜzen und an henden, 
vedere grA als ein ts: 
Cethes unde Calais, 
die TÜrte stt aber s6. 
JAson mit geverten mft 
in die insel Colchds, 
di manec hell stn Itp verl6s. 

816 zuhant sie ein voget was, 
der heizet kriechischer wls 
der h Arechte Cirts: 
der name wart ir zwAre 
von ir Yater hAre. 

Aulantts : prls 19, 247. Galantts : wtfl 93# {sieh S. CLXXX). 

Die Silbe lieh brauekt Albrecht wahrsekeinlieh mit kurzem Foeale, 
wie die zahlreichen Reime bei ff^iekram zu ergeben scheinen, im Bruehst. 
begegnet kein Reim in lieh. Ich habe gesehrieben gelich : sich 1 , 29. 
7S5. : dich 1, 655. : mich 1, 745. vnintlich : sich 1, 1461. 

17 c die sonne er nicht m^ wolde 
vüren als er solde, 
wan bare sich vil tongenKeh, 
als er noch dicke birget sich 
so er stnes snns gedenket. 

19 e rAch nnde vreislich. 

ir hende begunden biegen sich 
und wurden scharphe kJAwen lanc. . 

gelich : ich \%d (S. CLXXIIl). 

246 unze ich hAn vertriben dich.' 
Mercnijos sprach zorneclich: 
*daz sol bellben st4te hie.' 
nicht ungerochen er ez lie: 
mit siner gerten er berein 
die tur daz daz sl6z zukein. 

sich : gelich 1, 36. 

30 a gein stnen gsellen stalde er sich 
einem bitenden gelich. 
done half nicht soften noch bite, 
wan sie nAch jegerischem site 
die hunde reizten vaster an. 

mich : minneclich 10, 176. : gelich 10, 244. gelich : sich 10, 328. 
hrefteclich : sich 13, 53. billich : mich 16, 113. FgL noch 156 17 c 
196 21c 23a 306 34a ». s. w. Hier will ich auch bemerken, dass die 



CLXXlTi EINLEITUNG. 

Form Hebe die einsige klingende ist, liehen begegnet nicht, rtche 
: wiilecHche Prot. 1. billtchen steht ProL 02 AB ttriH Haupt, ich habe 
billlche gesetzt. Ebenso ertrlche : gcitche 1, 511. : jdmerllche 1, 635. 
: algeliche 1, 751. gellche : riebe 1, 1067. algellche : riebe 10, 400. 

46a der kiinee Ceph^as gap sie d6 
in gewait Pers^6, 
dar zu sin lionecriehe 
gap erm gewalteclicbe. 

b\d Calliop^ sich undemant 
za 16sen unser alier phant. 
sie rArte ir harphen daz sie klanc 
unde hdp ir gesanc 
von Ceres der gotin Hebe 
begundes singen süzecltehe; 

besser rieb : sAzeeltcb, wovon nachher. 

52 c die vögele sungen über al, 
daz ez durch den walt bal: 
die bldmen wunnecitcbe 
gelieret stunden riebe 
in Yarwen manger leije. 
d4 was ein 6wic meije: 
daz schdf die vAcble von dem s<^. 
schöner stat enwas nicht m^. 

b\b sine wiste wA sAeben. 

dem laut begundes vlAchen, 

du sie den gurtel inne sach. 

alle phlAge sie zubraeh. 

gAbes sterben d6 began 

bt dem pblAc der aekerman 

und die ochsen die in zugen. 

die fruchtbernden velde lugen 

der arbeit die dran was geleil. 

SicanjA eine nicht enleit: 

sus wart hebert gellche 

allez ertrtehe. 

die vögele allen sAmen 

von der erde nAmen: 

der rate wuchs h6he enbar, 

und dempbeten daz körn gar 

wieke unde winde. 

regen unde winde 

wurfenz mit gewait zu tal. 

der sunnen bitze maehtez val, 

eteswan was ez ervrom. 

die ehere stunden sunder körn. 

sus werte dise bungers n6t, 

unz uz dem wazzer vnr bAc, 

dA Ceres über solde, 

ir boubt ein warzerholde, 

die was Artuse genant. 

daz wazzer streich sie mit der haut 

vott ir grftDem hAre. 



EINLEITUNG. cLxiini 

mit manegem wizen zAre 
sie sprach *iiinter, sti dii 
die werk hAst gepMget nii, 
allez lant wit unde breit, 
s6 gemdze diz leiu' 

striche : geltche 14, 47. gelich« : vlcfae 16, 61. kitnecrtclie 
iobellche 16, 89. 

59 a ir snlt nch arbeit bewegen 
und ytren h^rltche 
durch dfe gotin rtehe 
.nnd durch in ir kiode. 
ir sult daz h&r bewinde. 

75 <• do bevalh man die Itche 
uobescheideoltche. 
d6 wart vergezzen der phllcbt. 
man aehte man noch wibes nicht, 
die kint trftrden kleine. 
d6 w&ren grap zn beine, 
daz holz zu dem YÜre 
durch n6t worden tftre. 

Sin swer dÄ saget daz Jupiter 
dtn vater ie gewesen st, 
dem wonet wArheit latzel bl, 
und in ochsen gestalde 
dlne ronter valde: 
der lüget Jupiter an. 
ein wilder ochse dich gewan! 
6 vater burc nnd riebe, 
ir muget w^rllche 
nu wesen Yr6 und gemeit 
durch min gr6zUchei icit. 

90 a durch schäm enwolde iclf wiche, 
wan ich 6 vrevelltche 
mit Worten Yacht wider in. 
min grunez kleit Warf ich bin 
unde sazte mich zu wer. 
d6 er zu mir wolde her, 
d6 warf icb in under mich, 
unser ieslich wolde sich 
zu dem andern smucken 
und brüst zu brüste drucken, 
wir sazten bein zu beine: 
iesltches arm der eine 
dem andern an der stten lac, 
der ander umbe den nae. 
Hercules mit renken 
min bein wolde schrenken, 
ouch künde er listedtche 
ftz mtnem Yramen wtebe. 
er versiichtez zaiien enden, 
mit Yfizen und mit benden, 
ob ich gevallen w^re. 



CLXXiviii EINLEITUNG. 

d6 war im die swAre 
und der last den ich hin 
daz er mich nicht mochte drAn 
noch gebringen von der stat: 
unze ich in mit kreften trat, 
des musten wir uns scheide, 
iedoch wir anderweide 
manlich liefen wider ein, 
als ich ez sach an stieren zwein. 

rtche : jAmerltche 23, 71 u. m. tr. liehen steht vor Focalcn, nian- 
lichon an Br, 171. vltzecllchen an 1, 1486. minnecitchen an 10, 63. — • 
Aber die Silbe -ich Vfird auch mit iang^em Foeal gebunden, wenn man 
nicht in den folgenden Stellen rieh mit kurzem i schreiben will, was 
Analogie bei andern Dichtem ßndet, idi : rieh t, 1149. rieh : dich 
45a {S. CLXXFIII). rieh : minneclich 34, 7. : sich, sieh Anm, zu 35, 216. 

4. steht für u nach niederdeutscher fFeise in worden für wurden 
ßrtichst. 35. sones 142. Im beweisenden Reime son : Telamon tl5, und 
da der Umlaut h fehlt auch für diesen, koning 71. 87. 92. 95. 104. 117. 
237. 248. 266. 271. koniuginne 125. Bei Kirchberg ifolde : scholde 614, 
62. 643, 10. : holde 624, 16. 676, 35. worden : morden 626, 65. 644, 
26. zuTorn : kom 636, 36. gevolt : solt 644, 19. vort : gebort 647, 56. 
kost : virlost 650, 63. gebort : virst6rt 653, 29. geslori)en : worben 
654, 4. solde : holde 659, 14. wolden : verscholden 670, 7. scholt 
: holt 690, 14. storm : form 756, 1. 780, 50. Damaeh habe ich ge- 
schrieben vlozzen : begozzen 1, 497. bevlozzen : dozzen 1, 551. 

16 fr ir gote, hAn ich verscholt, 
daz ich durch fiwer ungedolt 
mit vfire müze zergAn, 
s6 Ut mich nicht s6 lange stAn 
in jAmerllcher twile, . 
wan sendet uwer strAle. 

* 266 dA sie Cadmus nieren vant, 
veriiez er vater unde lant: 
der swester' er sich verz^h. 
uf den Parnassus er sUch 
und gie in daz belhfts 
dk der got Ph^bus 
saget künftige dinc. 
dA vrAgte der jungelinc 
wir er buwen solde, 
wand er slns vater holde* 
sus veriorn hite. 
der got antworte drAte 
'von dem berge du gf : 
dA soltu eine kfi sA, 
die noch nicht joches entruc, 
weder den wagen noch den phliic. 
der selben soltn volgen nA. 
swA du «ie sihest ruwe enphA, 
dA soltu slahen dtn gezelt 



EINLEmiNG. CLisxix 

unde bttven dax velt. 
dA Wirt BattiA daz lant, 
die stat Th^b^ geiiaDt/ 
Cadmas gie vrAltche dan. 
er rief mit Yltze Ph^bus an, 
daz er der bete rüchte 
UDd hälfe im des er sdchte. 
stn bete schiere erh6rt wart, 
6 sich veraote die vart. 

' scheide : golde 18, 37. boten : goten 19, 161. »olde : holde 
2t, 161. golde : scheide 23, 143. verscholt : ungedolt 25, 115. 
snorn : bevorn 31, 151. vlogen : betrogen ^5, 73. Fgl, dagegen 
\iuchte : entuchUe 30, 107. Endlich die BeitpieU von son. Phaeton 
: son 1 , 1493. 

44 e daz er in eime goltregen 

Dana 6 mit minne h^te gephlegen, 
dA sie wurde swanger von: 
Persans w6re nicht ir son. 
daz wart Persens anm^re: 
ern wolde bellben mftre. 

946 alsQS sprach JM^. 

flin mochte sich enthalden m^, 

ir ougen wurden wazzers vol. 

AIcm^nA weinde als6 wol, 

doch nam sie einen trAst d& von, 

was J6Uus ir son 

gewannen hAte die gestalt, 

alse sechsz^n jAr alt, 

d6 im Arste enspranc die gran. 

dar zu wart er ein küner man. 

die gnAde Jupiter tete 

an im durch Alcm6nen bete. 

113e er was ouch mtnes vater son 
unde hiez D^dalion. 

1131/ dA wider wart PhAbt son . 
genant Philammon, 
dem nAch stnes vater art 
geltch mit harphen nieman wart. 

118r na merke cz was ein kuneges son, 
ein sin an was LAomedon, 
Ilus und Assaracus 
und von Troie Prtamus. 

118J d6 sie in sach, d6 wart ir gAch. 
der jungelinc lief ir nAch. 
ir snelle vlucht mich gemant 
als ein habech einen ant 
Afm wAge bezühet. 
er jaget, der ant vlfihet. 
die geltch geschach hie: 
daz er minnde, vorchte sie. 
d6 sie liefen lange. 



rxc EINLEITUNG. 

nu was ein eiterslange 

verborgen in dem krüte. 

der stach sie an der hüte 

und lie dar tn stn eiter. 

daz vlacht sich umbe ie breiter, 

und wart mit t6de zuhant 

ir magetltche zucht verant. 

12Sa dd wären niwan zweine. 
Ajai was der eine, 
der was ein san Telamon: 
s6 was stnes brüder son 
der tAre helt Achilles, 
der ander was Ulixes, 
ein vurste gespr^che unde wts. 
der wAnde durch slnen prts 
Achilles wäfen eine habe, 
daz widerreite Ajai abe. 

son : Laomedon 30, 49. Im Plural sone/ür süne. 

145 a die wAren Tibertnt sone. 
nu was Remulus gewone. 

In Bosug at{f die Bindung^ von o : 6 üt iunäehst das wkr häufige 
bei allen mitteldeutschen und gelöst bei einigen oberdeutschen Dichtem 
begegnende hörte und gehört %u erwähnen, das mit kurzem o gebunden 
wird; vgl, noch Kirchberg, vort : verstört 612, 50. erhört : mort 622, 
42. erhörte : ermorte 626, 53. gebort : verstört 653, 29 u. s. w., 
daher auch orte : hörte 1, 323. 1197. 1251. : gehörte 1, 625. worte 
: gehörte 1, 699. wort : gehört 5, 55. erhörte : orte 8, 29. hörte 
: Worte 9, 59. 

30 <f Semelö was der worte vrö. 
sie sprach *als du Jänö 
tratest, soltu tröten mich 
unde nicht verwilden dich.' 
sine wiste wes sie gerte: 
daz was der tot herte. 
dö Jupiter ez hörte, 
er erquara ir worte. 
ö die rede Vollengfe, 
wolde er hin xesweiget sie. 
dö was die rede voIlentAn. 

gehörte : antworte 10, 34. 10, 56. wort : gehört 10, 92. 

35 fr er tet als ein stolzes phert, 
daz zu strtte höbe vert. *) 
stn herze höhe sttget, 
so daz her dar stget 
und ez die bouken hAt vernomcn. 
DU was Penthöus komen 
dk sin selbes müter lief. 

*) Besser vielleicht phörit : strit. 



EIMLEITÜNCr. cxci 

za zir svestern sie rief 
*ir swester, hAni ir gehört? 
sehet ir den eher dort, 
wie er wfistet unser velt? 
im Wirt zwAre ein widcrgelt/ 
dA mite liefen in an 
beide wip onde man: 
sas räch Bachos stnen zorn. 
sie h^ten aHc gesworn 
er w^e ein eher wilde, 
nieman menschen bilde 
an im mochte schoowen. 
in begunde ronwen, 
daz er der rede ie dAchte. 
dA mite stn base her gAchte. 
er hAp sin hende unde sprach, 
do er sie gein im komen sach 
'denke dn mtn base bist, 
dtn swester mtn mfiter ist: 
des solta mich geniezen lAn/ 
sine künde sin nicht verstAn. 

ort : gehört 15, 1. Worte : geh6rte 16, 299. 17, 117. Worten : hörten 
20, 291. mort : gehört 93 <i (S, CLXXX). Worte : hörte 22, 249. 22, 
297. hörte : orte 22, 463. wort : gehört 28, 17. 29. hörte : orte 33, 193. 

131a wA wAren die ir hAnt gehört 
dö die kunen mannes wort? 

Ein Sehwanken des Foeale» zwUeken Länge und Küne Jlndei »tQtt 
bei Eigennamen at^ on^ die bald o bald ö haben. Beweisend ist Tela- 
moR : SOB Br. \i%, daneben LAomedön : \bn 92. ^aher habe irh ge- 
schrieben Devealion : voa 1, 639. 705. Python : ungewon 1, 762. 
Fhaelon : son 1, 149S. Femer 

15 a Pirols und Aeton, 
EÖU6 uode PhiögoB, 
sint des Sunnen wintsneUe phert, 
dA mite Phöbns umbe vert. 

Echion : von' 10, 372. Ammon : gewon 13, 243. Eehlon : gewon 
13, 243. Pygmalion : gewon 22, 17. gewon : Pactolon 23 v 139. won 
: Triton 32, 439. 

118^ der jungelinc hiez Esacon, 
der was gejeides gewon. 
eine er in dem wdde 
wilden tierea ilalde. 
er quam zu geräl« 
seiden zu dem Ifite. 

Andrerseits wird der Gebrauch des langen ö durch folgende Stellen 
bestätigt. Triton : dön 1 , 621. lön : Dolön 30, 141. 

42 fr ein vinster genibele git 
üz dem Stix der^niemer stAt. 



cxcii EINLEITUNG. 

die sile die dA nider varn 
inugen sich nicht dk vor bewarn, 
sine irren alsA lange 
und liomen mit gedrange 
dar sie vfiret umbe 16n 
der m^re Yerge ChAron. 

OS wird erklärlicher ff^eise immer at{f 6s gereimt. Aglauros : müter- 
16s 6, Itl. sigel6s : Minos 18, 119. k66 : Colchos 30, 53. verk6s 
: Lemnos 30, 89. 

5. u steht ßir e in der Fortilbt unt ßir ent. ontsagete Br. 93. 
antswere 94. untgalt 112. untwachele 167. untsüb 214. untfieng 225. 

u ßir i in der Silbe nus. 

69 a zuhant er vur den Itunec gie. 
der lianec sie mioneclich enphie 
unde vrügte in m^re, 
waz er snchende w6re. 
d6 er h6rte umbez vlus, 
des gewan er iLiimmernus. 
er ouget im die vAre, 
die dar verborgen wAre: 
dA wAre angest unde n6t 
unde vreisltcher t6t. 

Hb mit slAfe ich den trachen sluc, 
daz er nicht entwach te, 
unz JAson dannen brachte 
die ephel unde daz vlus 
zu liriechen Ane hindernus. 

Die Eigennamen in us braucht das Br. kurz, alsns : Peleus 126. 
228; aber daraus folgt nicht, dass es im ganzen Gediehte so vtar, 
vielmehr sind wir berechtigt nach der Analogie der obigen is und ts, 
on und 6n auch hier eine Doppelform anzunehmen, je nachdem es das 
Reimbedür/niss Jordjert. Daher habe ich gesehriehen Olympus : hAs t, 
287. Mercuijus ': hüs 6, 73. bethüs : PhAbus 265 {S. CLXXXß^III). 

A2d sie sach daz hellische hüs: 
dA lae der arme Tytius. 

45 a als6 faiez er PersAus 
rfimen hof unde hus, 
wand erm stn kunne seile: 
dar umbe er in verjeite. 
swie er vlAhte unde bat, 
sin bete vant neheine stat. 
ouch mochte er im nicht widerstAn, 
wan der rise was gr6z und ungetAn. 
er sprach *du tust unrehte, 
daz du smAhest min geslechtc.' 

\hb durch die dünne luft er vl6ch. 
manec tier er bez6ch, 
berge und vluzze breit und lanc, 
A danne er zur erde swanc. 



EINLEITUNG. cxcili 



daz was in M6reii lande. 

einn kanec er dk bekande, 

der hiez benamen Cepb^os, 

ande saz dA mit hAs. 

stn tochter hiez AndromachÄ. 

die sach Persans bl dem s^ 

gesmit zeinem steine. 

doch hAtes schulde keine, 

wan daz se ir miiter enga(t, 

die Jöpiter den got beschalt. 

do er der meide warte, 

sin engen er dar karte 

und winde ez wAre ein mermelstein, 

der dA sitzende schein, 

nnz im tochte zn sAne 

ir hAr und ir trAne. 

PhinAos : hils 13, 9. Cepheus : hüs 13, 71. 

51 a wir giengen in gemeiner schar: 
dA rief uns valschltche dar 
der knnic PyrenAos. 
'ir meide, kAret in mtn hus, 
nnz der regen nberslA, 
wan mtn hns ist hie nA: 
des lAt ftch nicht belangen. 
jA sint dicke gegangen 
grAze gote durch gemach 
under Ideinez obedacb.* 
sas liezen wir uns erbiten 
ande volgten stnen triten. 
daz weter tet uns ange. 
dA wAren wir nicht lange, 
der himel Ifitem began. 
wir standen üf und wolden dan. 
er jach ez wAre noch zu vru. 
er sparte alle tur zu 
and nnderstunt uns nAtzogen. 
dA wAre wir im gerne envlogen. 
er steic fif einen turn hA. 
*ir envliehet mir nicht sA' 
sprach er üz grAzem zome, 
and viel her abe vo^e, 
daz er zuspielt unz iif den nac 
und tAt üf der erde lac. 
sus wurden wir alle 
erlAst mit sinem valle. 

Alpheus : hüs 14, 69. Lineas : hüs 14, 171. 

61a der sibende hiez IljAneus:' 
der enphie des grAzen gras. 

67 e Der tochter ungevelle 
brachte zn der helle 
A ztte. PandiAnen. 
dA gewan stn krAnen 
(XXXTlfl.] 



cxciT EINLEITUNG. 

und sta kaneeltchez hAs 
nAch im Erith^us, 
der nicht hAte h&res breit 
ritterschaft und rtcheit. 

74 a uberlanc quam zu hfis 
des kuneges sun Thesftus. 

816 im hÄte gezimbert daz hns 
der kunste Hebe DMaius, 
der listigiste wercman, 
den die erde ie gewan. 

hAs : Caunus 21, 311. : Priamus 31, 109. : Picos 33, 347. 3G5. 
: Lattnus 33, 531. : PIrilhAus 34, 113. Stefien in denen die Endung 
US kurz gebraucht ist, sieh im Glossar unter Sus. Wie us wird auch 
wohl um doppelt gebraucht H^brum : phlöm 23, 89. Wirkliche Bin- 
dung von u : ü ßndet statt in wAs (zr wuobs) : 8US 20, 63; vgl. 
Yicelinus : wüs Kirchberg 649, 20. Andere Berührungen von u und A 
werden wir bei u besprechen. 

Lange Focale. 

1. k steht für 6 in zwA : Teg6Ä 19, 245, vgl. Strickers Karl 
S. XCIII. Berührungen von k mit a haben wir bei a erwähnt. 

2. ^ steht nach allgemeinem mitteldeutschen Gebrauche Jur «, 
beweisend ist s^re : were Br. 278. m kennt die Hs. gar nicht, daher 
du wAre 17. quAme 62. mÄre 78. 180. n^me 144. wÄre 172. 257. 
277. Salden 230. gebrdcbe 231. Deshalb habe ich geschrieben swcre 
: k^re 1, 127. s^re : were 1, 303. 1165. 1499. »were : m^re 1, 701. 
mere : mAre 1, 1141. Im allgemeinen freiUch ist su bemerken, dass 
viele derartige Reime wohl von Wiekram herrühren, namentlich das 
häi^fige sAre, das er als Flickwort gebraucht, um einen veralteten Reim 
SU ersetzen. Doch hat auch das Bruchstück noch einmal sAre : mAre -60. 

14a daz er mich vftret umbe 
ame himele die krumbe, 
swie Taste ich der wider strebe, 
des wil ich dir ein bilde gebe: 
als ein vliege umbe ein rat 
wAnet loufen ir phat, 
doch wirbet ez s6 s^re, 
ob sie noch sneller w»re, 
daz rat sie vüret mit im nider 
und bringet s'aber mit im vider. 

216 ein kint hAte Pallas, 

daz mfiter Ane gebom was: 
daz s]6z sie in einen schrln 
und bevalh meiden drin 
den schrln in hüte halden 
und ir gebotes walden, 
daz sie mit ougeo niemer niA 



EINLEITUNG. ^^^r 

in die lade solden 8^ 
wai dar ione w^re. 
d6 seites in niciit m^re. 
Ich aaz üf einem aste, 
der was gelonbet vaste: 
dA begunde ich achten 
waz die drt machten. 
zw6 hielden daz gebot: 
daz was der dritten ein spoL 

sw«re : mto 10, 114. 

45 e die maget schr6 von leide, 
ir altem stunden beide 
hl ir «nd mochten helfen nicht, 
swie leit In w^re die geschieht, 
sie beganden sAre 
klagen ir tochter swdre. 

52 a die wegete er 66 s^re, 

als die erde erbidemet wAre. 

dicke er schein nnz an die knie: 

doch mochte im helfe nicht gc^e, 

want im Pel6nis harte 

sin winstem hant beswarte, 

Pachjmns nf der zeswen lac, 

Aetnü beswarte slnen nac, 

Lilib^os die gebeine. 

er beiz dicke In die steine, 

daz daz vür her dz sch6z. 

swie die berge w^ren gr6z, 

die wolder abe hAn getriben. 

des began die erde biben 

von arbeit die er worchte. 

der helle knnec vorchte 

daz ertriche zaklnen, 

den tac zur helle schtnen, 

der shi gesinde ersehrachte. 

gereite er sich d6 machte 

ande spien vor stnen wagen 

▼ier swarze ors wol besiegen 

nnd Tur fife an den tac. 

aldA daz geblrge lac, 

mit Yllze warte er vmbe 

Sidlili die krombe, 

obe ez mochte valle. 

do er den bodem metalle 

nich aller nAttnrft besieh, 

nn h6ret mi waz d6 geschach. 

62 n Yrigen ich begunde, 
durch welhes gotes Are 
gewtht der alter wAre. 

swAre : wäre 16, 33. mAre : swere 16, 123. HMure : Are 16, 151. 
«Are : w«re 16, 229. gAre : w»re 16, 555. 



cxevi EINLEITUNG. 

70* daz Tfiwer braste sArc, 
als ez ein oven w^re. 

were : g^re 17, 163. m^re : m«re 18, 49. swxre : ^re 19, 165. 
werc : s^re 19, 191. raare : g^re 19, 409. s^re : b«re 19, 577. m^re 
: mere 20, 3. s^re « anm»re 20, 67. klagebere : m^re 20, 89. m^re 
: were 20, 207. : ]»re 20, 225. : vischsre 20, 257. : msre 20, 275. 

92 c die gote klageten sAre 
des Tandes er1ös6re. 

s^re : msre 21, 41. verk^ret : vermsret 185. s6re : were 357. 
insre : l^re 483. s^re : were 22, 303. m^re : gebere 641. ^re : ?er- 
bere 733. : unmere 23, 247. m^re : mere 25, 91. w»re : m^re 27, 
171. 29, 75. swsre ; m^re 29, 251. *re : wäre 30, 45. enberen : Aren 
81. b»re : m^re 151. m^re : l«re 209. he ; lere 31, 57. wsre : m^re 
32, 159. : s^re 32, 265. 33, 137. 

130 (i er rdmet sich alleine 

der schef die wir gemeine 

schirmden vor dem vüre 

and hAt ez im s6 iure, 

daz er mit Hector eines strite. 

na was im doch daz here mite. 

er vrAget weihe ^re 

erworbe der vecht^re, 

der s6 mÄren helt bestunt. 

no schiet doch Hector ungewunt. 

leider muz ich, swie ich dol, 

mtne gedanke wider hol 

za der gr6zen triire. 

dA der Kriechen mAre 

Achilles lac erschozzen, 

dA trüc ich unverdrozzen 

den tAren edeln Itchamen 

und stn wAfen allesamen. 

die mac ich nu von rechte tragen, 

obe ich hAte dö den magen. 

^re : mere 33, 335. m^re : beswsre 34, 205. Urt : were 35, 17. 
25. unwandelbere : m6re 35, 299. h^re : mare 36, 27. Eine Ferkür- 
%ung die$es h für e ßndet statt vor bt, knediten : brechten (br«hten) 
35«. brechte : rechte 21, 467. Zweifelhaft bin ich in Bezug a%{f dai 
Präteritum von reden, ob AOtreeht neben reite das vorkommt auch r^te 
sagte. Ich habe es einigemal stehen lassen, gerate : hAte 1, 1483. 1503. 
rAte : h^te 1, 1495. tAte : rAte 16, 327. FgL noch 

S6d ob ich tüsent znngen h^te, 
der ieslich sonder r^te, 
doch mochte ich nicht genüc sage 
von der armen swester klage, 
von jAmer und von rüwen, 
von zerren, herze blüwen. 



EINLEITUNG. cxctii 

ir brüder sie kusten, 

und druchten io zu brüsten, 

die wtle und sie in mochten haben. 

Andre Stellen sind zu bessern, vgl, 26c 32</ 57c. 

3. t. Die Berührungen mit kurzem i sind oben erwähnt worden: 
zu andern Bemerkungen bietet 1 nicht Anlass, 

4. 6, auch hier ist nur at{f die Mischung mit o au verweisen, wovon 
ich oben handelte, 

5^ d hat im Dialekte Albrechts verschiedene mhd, Diphthonge %u 
vertreten. Zunächst steht es Jur uo. Das Bruchstück schreibt 8, 
rSrte 18. schfif 29. trfich 41. rage : träge 46. 58. gräp 53. grübe 54. 
zft 60. erhfib 98. stAt 109. 254. brnder 122. mfiter 132. der k&ne 
146 u. s. w,, also fi aueh Jur üe. Aber schon nach Analogie der 
übrigen Laute würde zu schliessen sein, dass Albreeht A sprach. Auch 
begegnet daneben A- diu soze 15. siuecheit 22. stnnt 90. 239. Be- 
weisende Beime bietet das Bruchstück nicht. Dagegen z, B, bei Kirch- 
borg fram : farstentom 635, 14. du (ZZ dt) : zu 660, 22. : tu 721, 22. 
▼öeren : swnoren 679, 1. geAiort :. besürt 679, 6. Af : ruof 696, 65 
ti. s. w. Daher ist ohne Ans toss üze : rAze 6, 119. tAn : sun 19, 497. 
suchte : bedächte 21, 523. Andere Beispiele sieh unten beim Umlaut 
yor mehreren Consonanten wird dies ü für uo gekürzt, so in Urkunde 
: tiinde 13, 73. bedächte : vluchte 17, 33. vfuchte : dächte 17, 53. 
: sAchte 22, 547. Femer in stuont und im Coiy'unetiv stüende. Zwar 
reimt Albreeht im Br, und Prot, stnnt nicht at^ kurzes n, aber dass 
9fiiDt Br, 90. 239 geschrieben steht, während fast immer sonst 9i, 
läset aiif Kürzung schliessen. Bei Kirchberg hät^ widerstunde : künde 
623, 36. stunde : künde 625, 20. kunt : stunt 629, 16. 633, 47. 665, 
44. 667, 12. : widerstunt 639, 40. verstunden : künden 655^ 9. wider- 
stunden : künden 686, 28.* widerstunde : vunde 687, 47 u, s, w. Daher 
grant : stunt 3,5. 

17 6 die mäter stunt beroubet 
ir tochter allersamen gar. 
sie lief klageltche dar 
dA die boume stunden, 
mit loube bewunden 
und mit rinden was ir Itp. 
dh stunt daz eilende wtp. 

stunt : munt 9, 49. : grünt 9, 113. unden : stunden 9, 187. zu 
stunde : erstünde 9, 77. stunden : stunden 9, 349. hunden : stunden 
19, 281. grünt : stunt 19, 203. wunt : gesinnt 19, 357. bunt : gestunt 
407. stunde : enphunde 21, 69. : unde 237. verstünde : begunde SS2, 
209. munt : widerstunt 23, 205. stunt : munt 25, 79. gestunt : grünt 
26, 43. gewunde : understnnde 29, 161. stunden : gebunden 30, 9. 

91 a ttnen bogen spien er wol. 
er nam den kocher sträle vol, 



GXCVJii EINLEITÜNCr. 

sto louwen hAt er gurte, 
slnen bogen er vArte 
uDd stnen starken kolben. 
mit zome er was betolben, 
d6 er stne amten 
h6rte alsas schrten. 

94 a Der Itp ir bedacht stnnt 

naze an oogen und an niiint: 
ir engen vlozzen als ein bach. 
mit kranker stimme Sie sprach. 

125^ und Riph^s dem der mont 
obe allen bonmen stnnt. 

Doeh »weifle iek ob die Steilen in denen stunt : gmnt reimt Jlibreekt 
gekoren, vgl. noch die folgenden ^Xd SZd II60 1396. A steht ferner 
für den Umlaut üe, Vfovon beim Umlaut, EndUeh eowohl für dem 
Diphthong und den Umlaut in. Ich trenne die beiden Laute w den 
folgenden Beispielen nicht. Beweisend üt n^ i h (ZZ in) Br, lO^ wohl 
auch nAve : bAwe 78. mAre : stAre 90, wenn man nieht annimtni dose 
Albreeht biuwe minre sagte, was .nur bei einigen rein oberdeutschen 
Dichtem vorkommt. Ausserdem nntrAwen 112. Awer 124. iure : Aven> 
tAre 226. ich bAten : lAten 266. gebAt 276, daneben %eigt das Br. i«> 
linte 86. stinre 91. Unrer 134 und die Artikefform dia 15. 90. 109. 
119. 158. 180. 203. 262, daneben verein%elt die 206, was man allein 
Albreeht zutrauen darf da die mitteldeutseken Dickter das Femininum 
und Neutr. Flur, in im nicht kennen. Jenes in gehört, wie die Reime 
zeigen, nur dem Schreiber an, nief^t dem Dichter. Damach ist mu 
schreiben gebAre : ungehAre 1, 985. grAne : gesüne 9« 189. gebAre 
: tAre 49c. slAne : sAne 14, 1. dA (Dienerin) : ntt 14, 145. 

61 <r einer sprach dar nnder 

*ich wil A sagen daz geschach 
der gotin Lat6ne . ith sach 
eteslTche gebure, 
den geschach die AventAre. 

71c d6 vielen hin ir hüte 
Yon der kraft der krnte, 
daz sie wurden gestalt 
alse eines jAres alt. 

946 sie lArez sch6ne gruzen mich 
nnd mit vlize baten sich 
rts brechen iemer mA, 
daz im icht als mir gesehA. 
wan die bonme allesamen 
h&nt gotelichen llchamen. 
vater swester liebe man, 
ich man Ach als ich beste kan*) 
mtner este hAte 

*) Oder mit rührendem Reime man : ich man? 



EIlfLElTUNG. Gxcix 

vor w&fen uod vor liite 
daz sie mich oben iroch UD<len 
dehein wls verwanden, 
ouvr^ durch den boum rate ich 
nicht m^re gebacken mich: 
des bietet mir fivern munt, 
küsset mich and stt gesant, 
die wtl mtn munt offen stA: 
wan ich enmac sprechen ro^.* 

brate : krute 99a (5. CLXXXIIJ). nUe : bedute 22, 89. dachte 

: vdchte 91. gerure : ture 22, 365. hdiren ) schttwen 23, 31. lAte 

: glfiU 137. antüren : gebaren 27, 106. krftte t bftte 118rf {S. CXC). 

120fr die vart za leide manegem wart. 

des erwachs die hervart 

die Kriechen tÄten über mere 

mit tusent schiffen und mit here. 

des Troie nicht gen^re, 

ob nicht NeptAnus wAre, 

der die stat nüwe 

hüte helfen böwe: 

der woldes dannoch bewar. 

dkr umbe er ir verte war 

und sande ein wint iif den s6. 

des musten sie in Aaltdft 

lenden nAhen bl dem mer. 

dA opherten sie Jupiter 

durch senflen slnen willen 

und daz mer gestillen. 

d6 wart enzunt ein vure. 

ein trache ungehnre 

hup sidi dar uz zu stunde, 

den manger sehen begunde. 

in einen boum, der was zukleben, 

siouf der warm und sach dA oben 

vögele in dem neste. 

die begunde er erheste, 

swie sie noch nicht wAren vedere rüch. 

er vraz sie alle in stnen buch, 
barcmikre : tftre 29, 135. wA (= wiu) : dft 33, 139. trat : Kit 
223. Aventure : möre 33, 249. lüte : ungute 257. ich betAten : rAted 
33, 301. dA (diu) : uA 34, 175. lAte : krAte 35, .71. nAtArc : vAre 

35, 285. 

ror zwei CoMonanten wird dies A gekürzt. Beweisend üt lüfte 
: ersofte {Jur ersiufte) Br. 216, ebenso bei Kirehberg, firunde : Vormunde 
606, 20. : künde 624, 13. frunden : verkünden 626, 13. 678, 38. 
sande : frande 633, 29. 649, 47. verkünde : frunde 634, 35. front 
: Terkunt 659, 44. DaHer ist aueh suiäseig Uifte : schAfte 9, 295. luft 
: sult 17, 151. zustunt : vrani 19, 387. gewunt : vront 19, 391. 
vnmde : erbunde 19, 449. lüfte : sufte 20, 199. gcvronde : künde 21, 
191. ersofte : luft» 27, 153. vrunde : künde 30, 219. geouchte : vuchte 
35, 401. 



ce EINLEITUNG. 

36 a er gebot sloen knechten, 
daz sie Bachom brachten 
gefangen und gebunden, 
ern mochte von stn vrnnden 
des nicht werden erwant. 

vninden : erbunden A^d {S, CLXX). 

92 a er hAp mit tiefem safte 
stn arme gein der Infle. 

1336 Hecubd den meineiden man 

sach vi! grimmeeltchen an: | 

der zorn in ir herzen wieL 

in die ougen sie im viel 

mit Tingern and mit neilen scharf^ ^ 

die engen im üzme houbet warf (?), 

daz er sach lieinen stich m6 | 

ande jAmerltche schr6. 

von (usme gebrechte I 

qnAmen sine knechte 

and liefen der vronwen ni, 

mit stecken hie, mit steinen dÄ. 

sie begeinde den steinen, 

als der bunt den beinen. 

zahant sie als ein hant bal, 

unze sie wart ober al 

zeim schdhltchen bände. 

ir vtnde and ir vrande 

es ir wol verganden. 

Diphthonge.. 

Sie bieten der Betrachtung wenig Stoff, zumal da sie durch die 

langen F^oeale bedeutend geschmälert sind, ei vielleicht durch ^, in 

durch ^, ao durch A. Eine gewisse Forliebe scheint Albreehts Dialekt 

für ei zu haben. Neben allgemein übUehen Contractionen hat das Br. 

beweit (: sAzecheit) 23. Daher habe ich gesehrieben beweite : reite 16, 

165. : gereite 17, 161. gereit : beweit 34, 261. Andre ungewohnUehe 

Contractionen sind vreite {ßir vrAgete, vregele) : geseite 12, 65. en> 

geine : gemeine an folgender Stelle, 

126 a wan im brast die klinge 
als an eim kiselinge 
an Genuas racke 
zastant in zwei Stacke. 
d6 er im lange genAc 
slnes slahennes vertrAc, 
er sprach *ich bin gestatet dir, 
Latr%6, na gestate oach mir, 
daz ich oach versuchen möge, 
obe min swert zu strtte tage/ 
er stach in darch den Itp zastant, 
daz er an dem kruze stant: 
daz swert im llbe er wände 
als einn g^r mit der bände, 



EINLEITCMG. cci 

unde vramle in t^ts^. 
nun« wolden beiteo m6r 
die risen algemeine, 
sie liefen im engeine 
alle mit ir spiezen. 
swie sie üf in stiezen, 
sicli leiten die gArtsen wider 
fif slner hiit und vielen nider. 
swie taste man df in treip, 
stn hat anges^ret bleip. 
des nam sie alle wunder 
und Maniehiim besunder. 

Da9 Fräteritum von reden lautet reite {wegen r6te tieh S, CXCFi), 
leite : reite 14, 2t. seite : reite 16, 201. seite : gereite 17, 123. leiten 
: reiten 19, 503. Noeh bemerke ich die Form zweine ßlr zwÄne (vgl. 
Berthold von Bolle S. LFI) im Reim auf eine 128a (S. CXC). 
In einem thüringitchen Mariengedichte von Heinrich Clüzen^re begegnen 
gan% ähnliche und noch auffallendere Contraotionen selten : beteiten 
456. sein : dein (dagen) 1018. geslein : dein 1096. 

oa sieht ßir in in rouwen : vrouwen 16, 315. vronwe : blonwe 
(= bliuwen) 37^ (5. CLXX), schouwen : rouwen 356 (S. CXCiy 
Jur ouw schreibt die Hs, ow, vrowe 124, während scouwen 1^ ßir 
scowen aus metrischen Rücksichten %u lesen ist. 

Um la u t. 

1. Der Umlaut e /Sr a ist naturlich auch in Jlbrechts Dialekte, 
wie schon der Reim hende : missewende Br. 184 beweisen würde. Allein 
nteht ganz scheint das ursprüngliche a verdrängt und an mehreren 
Stellen wieder einzusetzen. Ich habe banden : serpanden 1, 859. bände 
{Plur.) : erkande 1, 1269 geschrieben^ und ebenso varte : karte 10, 64. 
art : vart (l= yert) 14, 229 (?). yarte : karte 19, 479. : verkarte 20, 
267. bände (Dat. Sing.) : ande 90c (5. CLXFIII). 

Ihd mir begunde troume 

von dem eichboome: 

dA liefen Ameize ane. 

iesltche hAte ir baue. 

der boom sich schütte vaste. 

oben in die aste 

Ameize üf und abe stigen, 

etesUche aber eigen 

und lAgen nf der erde. 

die sadi ich grAzer werde. 
916 da ist min brüder Meleager, 

der aller küneste jager. 

2. Das nicht umgelautete A ßtt e {nehen A) begegnet ziemlich 
hät^fig. DiAne : die wolgetAne (subst., mhd. wolgetsne) lOßd was un- 
»weifelhqft echt ist würde dies A beweisen: ausserdem ist e$ an vielen 
Stellen einzusetzen. wAge {ahd. wAgi)^ bAge 1, 15. hAt : wAt (wojet) 



cell EINLEITUffG. 

1, 113. gew^e : drAte i, 671. hite : Ute 1, 803. gAhe (Su^L) 
: ich Yeram&he 1, 871. geUze : gemlize t, 909. geUne : Ane 5, 39. 
Ute : drAte 9, 45. 13, 153. 14, 101. rAte : daz er sAte 9, 75. versmAle 
: stAte 10, 110. versmAhest : enphAbest .10, 391. sAhe : nAhe 12, 88. 
hAte : sAte 14, 165. phlAgen : oAgea 15, 29. wAre : gebAre 33. lAze 
: gemAze 16, 5. hAte : gewAte 16, 339. mAze : entsAze 17, 11. hAte 
: ensAte 19, 195. : tAte 525. da genAre ! zwAre 603. Ane : getAne 20, 
133. drAte : bAte 21, 131. zAre : gebAre 259. wAt : zngAt 365. allAre 
: hAre 531. gutcAte : hAte 22, 271, wo aber hAte auch h«te sein kann. 
DlAne : iroigetAne 543. wAge : ensAge 751. hAte : tAte 23, 123. )Age 
: wAge 26, 101. swAren : wAren 29, 285. getAoe : Ane 32, 339. wol- 
getAne : Ane 33, 419. gebAre : bAre 34, 267. mAne : getAne 35, 195. 
trAge : wAge 273. 

19 a dA von liebet ir die stat. 
in den bmnnen eie trat 
und sprach *ir meide, drAte 
zieht abe üwer gewAte, 
wan uns hie nieman mac spehen 
noch in dem brannen baden sehen.' 

40 fr er saz nider in daz gras, 
stn Schenkel enbart was 
nnde in den brannen hie. 
daz wazzer im dar nber gie. 
do er entsAp den brannen 
warm werden von der sunnen, 
d6 leite er hin stn gewAte, 
wan er badennes willen hAte 
d6 daz Salmaeis gesach» 
von minnen ir wA geschach. 

43 d etliche sieht man leine, 
verkart in herte steine 
die swester alle wAren, 
in allen den gebAren, 
die sie an in trugen A: 
alsns stAnt sie bi dem sA. 

626 dnrch ir nntr6we gr6z, 
daz daz lAt Aren bl6z 
iemer in dem wAge 
vllezennes phlAge. 
ir bete schiere erh6rt wart: 
die gebAre wnrden verkart, 
Az* menschen wurdens vrosche grAz (?). 
der ein hie, dort der ander vl6z. *) 
dar nAch vdren sie znstnnt 
obenAn nnz an den grant. 
QU bietent sie ir kophe 
her vur unz za dem schophe: 

*) Fielleicht reimte AWrechi vrosche : losche(n), mhd, fForter- 
huok 1 , 1043. . 



EINLEITUNG. cciii 

▼eriborgeo to dem r6re 
sieht mans siek enböre 
. und swimment hin nnde wider 
Tome Stade im wazier nider. 
sich beganden smnclie 
ir hoobet an den racke, 
der racke grAne, dez ander wts. 
dannoch hint sie ir yIIi, 
daz sie iemer scheiden, 
des svtgeni sie Til seiden, 
die kei lU in nnden, 
von schrtenne znschmnden: 
ir munt ist von schrien wtt, 
heise sint sie alle zlt. 

69a vAre : wAre (S, CXCII). 

IZd JAson vemomen hAte 
von maneger missetAte, 
die von IfedAA geschach. 
die sorge durch stn herze bracht 
und wolde ir nicht mA nAhe, 
daz im icbt arges gschAhe: 
er nam im ein ander wtp. 
des wAgte MedAA ir lip: 
van d6 die brüktlonft geschach, 
ir beide kint sie erstach« 

l^d min vremdez gewAte 
zAch ich abe drAte: 
des erkande mich min trüt. 
dA schrA ich uberlAt 
*ich hAn nA bevnnden wol, 
wie man wtben truwen sol. 

9ie sie bat in daz er gAhte, 
ez HercnlA brAchte. 

3. 6 $t9htjur den Umlaut <b. Beweisende Reime sind hAren : Aren 

Sr. 4. 30. 56^ ausserdem steht hAret 149. mit nAten 170. die scAne 

206; daher ist %u schreiben erlaubt der hAete : trAste 1, 991. krAne 

BchAne t, 1011. hAre : rAre 1, 1403. vrAne : schAne 6, 48. schAne 

8idAne 7, 20. 9, 133. : ActeAne 9, 257. : vrAne 10, 126. gehAre 

tAre 10, 258. ^ nAte : tAte 12, 3. PlatAne : schAne 14, 3. schAne 

krAne 14, 27. : AmphitriAne 15« 219. : krAne 16, 51. 63. hAne : ge- 

lAne 16, 297. bAse : kAse 16, 475. schAne : SidAne 18, 135. : AdAne 

22, 537. rAre : hAre 23, 259. schAne : krAne 29, 245. 33, 279. hAren 

: Pd/dAren 32, 15. : rAren 219. schAne : PonAne 34, 3. tAren : hAren 

191. bAse : sinnelAse 35, 49. brAde : tAde 125. MilAoe : sehAne 255. 

30 e daz er sin gotlich bilde 
niemer verwUde. 
des volge mlnem rAte: 
sA vindestn drAte, 
obe er Jupiter ist. 
bite in, sA da bl im bist, 



cciF EINLEITUNG. 

du er sich icht verstelle 
und dir erschtoen welle 
in susgetAner schAne, 
als er pbltt Jün6ne, 
sA sie an stnem arme Itt 
und er ir mit minne phlU. 
so bevindestu daz m^re, 
ob er st ein got gew^re. 

37 a d6 was zu Babil6ne 
ein jungelinc vil schöne, 
Pyramus was der name sin. 
euch was dk ein magelln: 
an magetllcher tugende 
was nicht gelich ir jugende. 

ZSd Yon einer meide minne w6. 
die hiez als ich Leucotho^, 
ir m fiter Eurimdne. 
der jnncvrouwen schöne 
was vil m^re und bekant 
verre über allez lant. 

sch6ne : gedAne bOd (S. CLXXIF), r6re : enböre 626 {S. CCIII), 

69 a zir selber sprach die schöne 
*ergip dich JAs6ne, 
wan im die Minne wonet bt. 
mich wundert vaste wie im st. 

schöne : Sid6ne SOd {S. CLXXXII), 

92 e sus wart der recke tAre 

gelfitert in dem vAre 
und erlöst mit dem töde 
von menneschltcher brödo. 

93 c des antworte ir J61Ö. 

*dlnem herzen tAt wo 

daz einer vremden geschach. 

ich sage dir wunder daz ich sach 

an mtner swestek* einen, 

ob ich ez mac durch weinen. 

die was Driopö genant. 

sie was wtten erkant 

aber allez Italiam. 

ir magetum ir benam 

Phöbns durch ir schöne. 

dar nAch bt Andremöne, 

der was ir öltcher man, 

ein schönez klnt sie gewan. 

1006 sint er stn wtp böte vlom, 
so solder mtden alle wtp 
unde kesten stnen Itp 
drt jAr oder mö. 
Hömus unde Rhodopö 
die ligent in thrAzischem lant: 
i dar wart Orphons gesant 



EINLEITUNG. ccv 

vorne hellen f ote Flut^ne. 
swie maoic maget ach6ne 
OrphA6 gr6ze minne trAc, 
iedoch er alle verslüc. 

101 e die baten dar ir 6ren 

und wolden in h6ren. 

101c der jangelinc schAne 
wart Ton ApollAne 
geminnet üzer mäze. 

101«/ doch mochte er in nicht tr6ste. 
er smalz üf trürens r6ste. 

102 a nnd wart ein are sch6ne: 

der treit der vogeie kr6ne. 

113e sin iochter hiez Chy6ne, 
die manec reclie sch6ne, 
manc knnec wolde Trlen. 
doch künde in nicht gedten, 
wan er deheinen werte, 
der der tochter gerte. 
na sAhens gote zw^ne: 
der eine von CylUne 

3aam: daz was Mercnijas. 
az ander was Ph^bas, 
der qaam von dem PamassA. 
Ph^bas begonde beiten d6 
onz sich tac und nacht schiet. 
Uercarjas enbeit niet, 
liran er mit der gerten sin 
r&rte daz magetin, 
mit slner slAmite. 
sUfende er sie trüte. 

4. on Jur öa, im Br. daz geboume 16; an einem beweisenden 
Reime fehlt es. Bei Hirehberg toQwen : fröawen 840, 26. Ich habe 
gesehrieben loawe : ouwe 1, 967. loawen : houwen 9, 37. vroawe 
: droawe 15, 13. schoawen : toawen 19, 465. loawen : oawen 22, 553. 
ton : hoa (höa) 34, 59. 

37 c er vant den trit des loawen 
and die wAt der joncvroowen 
bemAset and besprenget. 

51a des maget ir Ach wol vroawe.' 
d6 sprach ein jancvrouwe. *) 

58 c and schrachte die vroawen. 
stt wart er zeinem loawen : 
dar nAch er als ein hirte 
troffeltchen irte 
IssA die wandemschAne meit. 
dA. sach man Bacham gereit, 

*) Oder gemeit : meit? 



ccTi EINLEITUNG. 

• 

gestalt als ein wtnrebe> 
Yur ErigAnen swebe. 

756 in velden wart geschonwet 
lAt als die sch&f gestrouwet, 
als die eckern von der eich 
vallent nnd die ephel weich 
durch YÜle von dem boame. 
swar man wolde gonme 
oder sin antlutze bAt, 
dA lac daz volc siech onde t6t. 

Ibd d6 qnam mtn sun Telamon 

und sprach *du solt dich vrouwen, 
daz nuwe lüt beschouwen^ 
des der palas voller sUt. 

5. u steht in dem Br. durchgängig für ä. über 70. 79. 276. 
lugensache 261. gewunne : kunne 142. Beweisende Reitne sind die 
unden : understunden 152. unde : begunde 188. lüfte : ersufte 216, 
wenn nicht auch der zweite Reim Infinitiv ist. Damit vergleiche man 
unden : begunden 1, 143. gunnen : gewannen 1, 283. drucken : tmcken 
1, 487. vluzzen : regenguzzen 1, 499. den unden : begunden 1, 541. 
unde : gründe 1, 629. brüsten : kusten 1, 911. vunden : unkunden 
8, 23. künde : künde 10» 46. gelüste : brüste 10, 308. begunde : unde 
314. Urkunde : tunde 13, 73. gunde : unde 14, 19. unden : enmnden 
15, 135. verwunde : enzunde 18, 131. künde : stunde 21, 151. unde 
: dunde 26, 35. : munde 27, 137. künden : aberwunden 29, 179. 
überwunden : unden 29, 207. koste : brüste 31, 123. unde : begunde 
471. unden : zustunden 489. künde i durchgninde 35, 13. onde 
: stunde 35, 187. brüste : kuste 37 <f {S. CLXX). 

46 a risach unde gerten 

begunden schiere herten: 
daz nam die gote wunder, 
swie vil sie leiten drunder, 
daz wart den andern gelich 
und verkarte in steine sich, 
dar lik swaz ür dem mere vl6z, 
wart steine kleine unde gr6z, 
als man mac an koraUen spar: 
daz selbe kri^t weich unde mar 
Wirt ime mere vunden. 
kumt aber ez äz den unden, 
s6 hertet ez met alle 
und Wirt ein koralle. 

6. A steht für die Umlaute üe und iu; die Beispieh ßir in sieh 
oben S. CXCFIIIfWo auch %ugleic1i viele Beweise /ür üe.' Andere sind 
hüte : mute 1, 1221. ubermüte : mAta 1, 1377. sAne : rüne 10, 256. 
blüme : rüme 16, 171. rüne : sAne 347. vAre :-aBv4ro 461. vüre : vikre 
18, 99. vAze : süze 22,- 325. rAme : magetüme 22, 711. vAze 
: bilze 23, 23. blute : gemAte 35, 111. mAte : gAte hUd (5. CLXXXII). 



EINLErrUNG. ccTii 

27 a der wurm walgete nf in 
io wunden und fin blute, 
des gwan er ongemate. 

39 a. die maget hku ein gespil, 
der sie getrüwete yil 
vnr allen andern meiden, 
der begnnde ir minne leiden : 
des yerjach sia dr&te 
ir vater, daz sie hAte 
verlorn Ir megetlich 6re. 
des wart der Tater s^re 
ergremt in stnem mute, 
als er wolde wüte. 

94 a sie sach einn bonm der blute, 
seinem schatebute 
sie der blümen abe bracb. 

Contonanten, 

t. Liquiden, m scheint mit n im Reime gar nicht gebunden %u 
werden: die einzige Stelle die ich abführe ist unsicher, man : quam 
1, 419. — r steht zuweilen, aus s hervorgegangen, in du genAre : zwAre 
19, 603. lüren (lAsen) : wiren 33, 287. gen«re : wnre 120fr {S. CXCIX). 
In name wird das sehUessende e zuweilen im Reime abgeworfen, nam 
(nomen) : quam 1, 1253. 1447. : Tlresiam 10, 6. ; vreissam 21, 333. 

39 e Alcitbod was der dritten nam, 
der nA zu sagenne gezam 
eine nüwe gescbicbt. 
sie was üf arbeit geriebt 

2. Labialen, b steht nach niederdeutscher Weise für t in nebe, 
das im Reime verkommt 22» 295. 30, 64. 226; in beben /ür beyen 21, 
402. jinm, zu 26, 38, vgl. bei Kirchberg iieve : brieve 628, 53. nebel 
: vrebel 668, 29. 736, 21. 748> 30. prnebet : üebet 670, 32, und in 
höbe (: obe) 25, 75. Nach b wird sehUessendes e abgeworfen in ab für 
abe: ich habe diese Ferkürzung, die sich der gleichzeitige Herbort 
erlaubt {Herb. 13969. 14903 ab : gap), tigl. EneU 21, 21 gab : ab. 
Kirchberg 678, 11 anbap : ab. 713, 58 ab : gap, auch für Albrecht in 
Anspruch genommen, ab : begap 1, 1425. bin ab : begap 23, 97. dar 
ab : nrhap 34, 87; aber die meisten Stellen bei Wickram sind zu besserny 
vgl. 176 19a 27c 35fr 91 a 142<f u, s. w. ▼ berührt sieh mit f in dem 
Reime hJive : geschüfe 1, 1279, wenn ich richtig h^gestellt habe, 

3. Dentalen, d für t wäre niederdeutschetn Gebrauche gemäss 
und wird auch von mitteldeutschen Dichtem angewendet {zur Erlösung 
303, vgl. Berthold von Holle LXII), Im Präteritum schwacher Ferba 
und sonst nach 1 und n setzt das Bruchstück d, soide 56 ebenso wie 
da gildest %. halde : verstalde 214; nach r dagegen t, werte lOl. 
Jenes d allein ist Albreehts Sprache gemäss, doch hat er nach r wahr- 



1 



CGViii EINLEITUNG. 

seheinHcher i als d gesprochen : ich habe d nur einigemal gelten lassen. 
Für d nach 1 beweist der Reim der aide : walde.2. feh habe gesehrieben 
ande : besande 1, 311. verstaide : balde 1, 403. gezalde : behalde 457. 
landen : sanden 817. bände : erkande 1269. sande : erkande 1281. 
bescbeinde : geinde 1449. verbrande : lande 3, 21. walde : stalde 10, 

28. 348. balde : stalde 368. spilden : milden 12, 17. , scbande : Terande 
16, 361. landen : besanden 379. walde : twalde 417. wände : schände 
437. nnsalde : gezalde 17, 203. sande : lande 18, 11. sanden : landen 
19, 139. Yalde : walde 20, 97. velden : vergelden 107. 

101c wan er s6 siize spilde. 
die Togel und daz gewilde 
stunden umb den wtssagen. 

Mbd ^ zwir der mAne wurde vol, 

qu^me er wider: sie mochte wol 
sin aUsb lange beiten. 
er hiez daz schef bereiten 
und yAren von dem lande, 
der kunegin wol ande 
daz ir geschehe leide, 
sie weinde anderweide 
und umbeyie in an der stat, 
h er an daz schef trat. 

1186 nu hüte in mit gewalde 
daz mer getriben zu lande, 
daz sie in bekande. 
sie schr6 mit luter stimme, 
hAr unde wAt üz grimme 
zarte die arme 
und bAt gein im die arme. 

Nach r habe ich d nur gesetzt in gerde : swerde 16, 177. 17, 201. 
werde : gerde 21, 443. Fraglich ist ob Albreeht auch nach Focalen 
im Präteritum schwacher Ferba und sonst d statt t sagte. Ich wage 
es weder %u behaupten noch %u verneinen: die thüringische Mundart 
scheint diese Erweichung in d kaum zu kennen: dagegen hat sie 
Kirchberg, dessen Mundart viel Verwandtes mit Albrecht hat, verrAden 
: ungenAden 625, 51. 626, 2. genAden : verspAden 632, 53. ungenAden 
: tAden 638, 41. 663, 6J. genAde : spAde 647, 1. Itden : ztden 654, 11. 
655, 31. gereide : beide 659, 55. erbeiden : beiden 664, 27. hAsrAde 
: genAde 665, 33. brtlder : milder 687, 19. frede : stede 714, 7. feh 
habe einigemal d g^etzt, weide : leide (1^9^) ^ ^^33. meide : gejeide 
1374. meineide : leide (legte) 11, 61. meiden : seiden 14, 33. eide 
: leide 16, 39. brAder : mAder 19, 523. 22, 171. magede : behagede 

29, 197. nAchjeide : eide 29, 209. 

22 e Ph6bus was in MessAniA: 
Af eime berge saz er dA 
nnde hAte des vies. 
sine phlfen er blies 



EINLEITUNG. ccix 

• • 

durch vrouwen sin gemfite. , 

stn vihe sie sonder bäte 
Af der grünen weide. 
Mercunos sich bereide, 
do er aaz vihe erblichte, 
und sich dar zu schichte: 
er treip schAf und rinder 
schiere den berc hin hinder. 

46 a duz stn gevider ichl swarte. 
von dem wAge er Icarte 
äf einen stein nicht verre dan, 
onz er ein lutzel luft gewan. 
den selben stein man geslt, 
sA daz mere stille lU. 
ob aber ez beginnet tobe, 
stAt daz wazzer wtten obe. 
dar uf begunde er leine 
und stach die merveine, 
unz er sie tätlich wunde, 
daz sie den buch begunde 
zu berge k^ren und was t6t. 
des quam die maget uzer not. 
oQch wAm ir altern beide 
vr6 und gemeide. *) 

Ein Sehwanken zwischen Tennis und Media Jindet statt im Aus^ 
laute: die Hs, sehreibt solt : goU Br, SS. wart 99. 110. untgalt 112, 
dagegen schied 115. 

In den mit d und t auslautenden Stämmen findet heim Präter. und 
Partie, präter, schwacher Ferha eine ganz gewöhnliche Syncope statt. 
Beweisend ist im Prolog ist : gevrist 57» Dazu vergleiche man tx. ge- 
breit : hin geleit 1, 55. bekleit : breit 1, 71. 493. geart : gekart 1, 
889. gebreitten : zuleitten {oder gebreiten : zuleiten) 1055. znstunt 
: enznnt 1433. machte : betrachte 1517. achten : envIAchten 9, 217. 
gewant : munt 10, 174. gemeit : bereit 12» 1. bist : gevrist 13, 31.' 
gehaft : kraft 205. nicht : gericht 15, S9. liste : vriste 19, 117. be- 
halt : kraft 271. 23, 237. 29, 41. 395. : Schaft 28, 49. beite : gereite 
20, 1S3. nicht : verphlicht 29, 269. manheit : geleit 323. gebat : stAt 
30, 215; versmiC : lit 32, 65. üz gebreit : treit 34, 91. 

2\b daz sie begunde rüiwe 
daz sie gap ir trAwe. 
sie saz under die tur 
dA der gast woMe vur. 
sie sprach *daz ich dir hAn gesiet, 
daz dir werde die meit, 
daz Wirt dir niemer gestat. 
vur dir besläzen ich daz gat. 

39 if Salmacis begunde brinne 
nAch des knaben roinne: 

*) ß^enn nicht meit : gemeit. 
[XXXYIII.] O 



^cx EINLEITUNG. 

dannoch enwoldes dar nicht, 
uoz sie hAte ir hAr geslicht. 

69a daz sie Dicht enwiste 
wie sie sich gevriste. 

tlS« von b^den goten sie enphie. 
6 nun mAnde ztt ergie, 
gelac sie zweier Icinde. 
Autolicus vi] swinde 
and Azer mAzen iistec wart, 
nAch dem yater stn geart. 

1266 dA von kurzllche Otris 
slnes schalen geronbet is. 
als6 wart der ganze walt 
fif Cen^um gevalt, 
daz er von dem laste 
lac besw^ret vaste, 
want er uf stnem rucke 
trüc s6 manic stucke, 
daz im swein des Itbes kraft, 
d6 er alsus lac behaft. 

Eine ähnliche Syneope ist gebrist ßir gebristet, gebrist : ist 1, 154. 
5, 53. 30, 246. 

1026 zuhaut der jungelinc wart 
zeiner blüme verkart, 
die sint stnen namen bar, 
r6t unde blütvar. 
dem gilgen sie gelich ist, 
wan daz dem gilgen gebrist 
der varwe von dem blute. 
dA mite er wolde betfite 
den kumber den er hAte. 
er schreip dar ane drAte 
hyA unde aiA sint, 
deist Ajax unde HyAdnt. 

Nach t wird ein unbetontet e am Schlüsse abgeworfen in mit : lit 6, 
205. 35, 423. vermit : lit 35, 27. Aber die meisten Stellen wo mit 
im Reime erseheint rühren wohl von ffiekram her. t. wird abgewotjen 
vielleicht in kraf /ür kraft, wenn es atij saf reimt. Es wäre sprachlich 
nichts dagegen einzuwenden, doch scheint es bedenklich, da die Reime 
kraft : saft »u sehr wie jüngere auuehen. Ich habe es ein paarmal 
stehen lassen, l, 1001. 3, 9 13, 87. 32, 475. Fgl. noch 716 S76. 

t steht für zt im Participium von setzen, gesät : stat 1, 49. 1, 167. 
18, 147. 19, 331. 21, 143. hAt : gesät 19i/ (5. CLXXIIl). 

69 a daz ort sie doch vunden 
dA Phasis vlfizet in daz mer. 
dar uAmen sie ir weges kAr 
gein des kuneges houbetstat. 
die segele wurden gesät. 



EINLEITUNG. ccxi 

75 ^ eiD goldtn ar ist dHkf gesät, 
di -vl^hete unde bat 
nmbe ir trötman daz wtp, 
der vater nmbes kfndes Itp. 
^ die bete vollenquam, 
der t6t sie alle hia nam. 
die betenden i stürben 
dan die darch die sie warben. 

ßf^ohi auch im Präteritum satte für sazte, satte : schatte 2, 31. 
Kirchberg sagt saste tmd gesast, gesast : rast 662, 31. vast : besäst 
()65, 10. vaste : besaste 681, 33. 

4. Gutturalen. $ steht für h in sAgen /r/r sAhen; vAge : ensAge 
22, 75 K geschAge : gelAge 17, 57, und für j in nAgen (nejen) : phlAgen 
15, 29. Im auslaute schwankt die Hs. zwischen g und c, ersteres ist 
hät{figer, sang 14. lang 37. itODig 71 und qfter. ding 139. untficng 
225, dagegen gienc 51. 62. Für die gewöhnliehe Tenuis (c) im Auslaut 
setzt die Hs. auch ch, was mittel- und niederdeutschen Dichtem gemäss 
ist (Berthold von Holle LXFI), phlacb : mach 44. : tach 204. tach 
: lach 242. trSch 41. enwech : uDplech 62. swanch : lanch 76. belach 
114. sAlech 228. wAnech 247, vgl. auch maaechvalde 127. 174; aber 
an einem beweisenden Reime fehlt es. Nach der Zusammenstellung 
stach : sach, pblach : mach 42 — 45 sollte man eher schliesseu, dass 
Albreeht c und ch nicht im Reime band. *) Doch habe ich einigemal 
nach Analogie seiner Mundart beides reimen lassen; vgl. auch Kirch- 
berg betrouch : zonch 677, 53. — zeuch : gevlouch 1, 885. phlach : ge> 
sach 1, 1255. stAch : verzAch 9, 71. mach : verjach 10, 54. gelach 
: sach 316. nach : brach 13, 65. geschach : gelach 16, 381. mAch 
: blAch 34, 173. stAch . verzAch 266 (5. CLKÄXFIII). 

^Id daz blüt Az stnem herzen schAz 
nnde machte ein lachen grAz, 
dA ton wone unde gras 
mit bl64e genetzet was. 
der grimme t6t mit im ranc. 
dA die maget her zu dranc 
and bt des mAnen Hechte in sach, 
onmAzen sie erschrach, 

wo man wohl besser liest war nam : erqoam. 

ch am Ende wird hat^fig abgeworfen: wenn auch das Bruchstück 
keinen beweisenden Reim hat, so würde das von vornherein aus der 
Mundart zu schUessen sein, vgl. bei Kirehberg nA : AdylA 613, 61. : dA 
633, 22. 635, 20. 640, 22 u. s. w. Ich habe daher ohne Bedenken 
gesehrieben PirrA : nA i, 711. sA : y16 1259. dA : nA 1337. nA : gevA 
13S9. : gA 1393. gA : oacbrA 6, 177. stA : nA 9, 325. HarpjjA : nA 

*) Doch stellt Heinrich von Feldeke ebenso zusammen, Kneit 262, 
37 — 40 mach : tach : gesprach : mgemach, und dock reimt er ander- 
wärts lach : Uch etc. hätifig: derselbe Fall En. 325, 5—8. 



GGXll EINLEITUNG. 

329. dA : ArethüsA 14, 67. \k : nk 14, 221. slA : nk 17, 17. nä : sa 
17, 139. :dk 18, 141. : nä 19, 335. z6 : zd 19, 517. gä : Emnooii 
20, 181. nk : wk 20, 247. ; sld 21, 313. Arabid : gd 22, 331. Ama- 
tanU : gA 749. dö : z6 23, 127. MtdA : gA 235. verz6 : dö 29, 107. 
vl6 : Neptün6 205. oA : dA 365. z6 : d6 373. d6 : vl6 30, 99. 32, 519. 
EoboeA : nA 32, 55. GalatMA : nA 129. dA : nA 209. dA : dA 3S0. 
dA : slA 33, 271. : wA 399. nA : gA 14(/ (.S^. CLXXri). uA : enphä 2rM' 
{S. CLXXXFIJI), 

37 c sie stunt Af unde vl6. 

ir gebende lie sie vallen d6. 

A\d swA von dem grdzen liophe 
zur erde ran ein trophe, 
dA wiichsen in dem sande 
nAtem manger bände: 
der sint noch vil in LibiA. 
Pers^6 wart dannen gA. 

51 e dö sie ein wtle twalden dA, 
volgete in Typhatus nA, 
der lie sie nicht beltbe. 
wilder tiere llbe 
sie wnrden manger bände. 
Jupiter sich verwände 
in eines stern ffestalt du, 
JAn6 in eine ku. 

lOOi^ dA : nA (5. CLXXXir). 1336. 

cb schreibt das Bruehsüick immer für b vor t, was mhd, Gebraucke 
gemäss wäre, richtend 11. richte 30. richtere 1. richten 37. nicht 
45. mochte 36. knecht 43 u, s. w., dagegen seht, weil es hier nicht 
die Ferhindung ht ist 64. 

Im Frateritum und Partie, prät, von machen wird das nach ch 
folgende e wie bei allen mitteldeutschen Dichtern so auch bei Albreekt 
ausgestossen, machte für machete, gemacht für gemacheL Ich habe ge- 
schrieben gemachte : achte 1, 155. bracht : gemacht 1, 249. 10S9. 
bedacht : gemacht 1167. achte : machte 1171. gemachte : rächte 1521*. 
bedacht : gemacht 12, 47. machte : dachte 21, 137. : brachte 30, 275. 

21 6 dA begunde ich achten, 
waz die drl machten. 

9\d zu dem tAde ich bin erkom 
and nicht mA genesen mac. 
do ich in mtner wagen lac, 
zudruchte ich zwAne slangen 
als in einer zangen. 
daz mere ich sicher machte, 
daz lant zu vride brachte, 
swar du mich santes durch haz. 
BAslrAn der die lüte vrai 
hAn ich überwunden. 



EINLEITUNG. ccxill 

936 diso rede machte 

daz sie aber gedachte. 

tt^ie eh wird auch h in der Mitte ausgeworfen, so dost Worte 
mit h at{f andere ohne h reimen dürfen, Beweisettd sind vlien : lien 
(für vliehen : Ithen) Br. 262. vi Ast : gest6st 274 {vgl, vl^het 186), 
weniger nmbevÄn : getAn 194, sieh W, Grimm in Haupts Zeitschrift 
n, 209. Bei Kirchberg Vtceltnus ;. wüs (wuohs) 649, 20. ic : vie 
671, 8. b6steD : grasten 672, 66. antworte : vorhte 682, 8. hoste 
: grAste 692, 3. yorhteo : werten 711, 21. nnervorht : vort 785, 12- 
mh : vi 6 787, 66. wahs : vurbaz 830, 59. Ich habe darnach unbedenk- 
lich geschrieben schiet : lieht 1, 45. gesdn : slAn 187. 6 : s6 451. 
vle : sie 545. : nie 1293. was : sahs S91. drAte : ergÄhte 955. gA : vÄ 
969. vliest : verziest 983. der h6ste : tr6ste 991. genAte : wAte 1029. 
verslA : j4 1199. riet : niet 1209. gAhte : drAte 1261. uA : gevA 1389. 
drate : nAhte 1405. versmAte : drAte 1497. spien : zien 2, 27. 

21 a ditze tongen vemam 

der wtze rabe und dar quam, 
im tet die schände harte w6: 
sim herren wolde ers verjA, 
im was zu vliegenne gAch. 
die krA im volgete nAch. 
^geselle, bedenke dich baz, 
verschulde nicht sinen haz. 
ob du die minne vermeldes, 
ich vorchte dus engeldes. 

ged! : sl 5, 3. vies : blies 22c {S. CCVIII), gön : jAn 6, 101. 
nAr : dAr 7, 64. gA : sA 26 c (5. CLXXXFIII), nA : enphA 26 c (ebenda). 
dA : dA 8, 11. 

30 c dA mite ir zorn noch vaster bran. 
sie riefen in gepieiner schar 
ActA6ne komen dar. 
dA luphet er daz houbet: 
doch wart im. nicht geloubet, 
daz er dA selbe wAre. 
die jcgere kleiten sArc 
daz er nicht wAre dA. 
jA was leider al zu nA 
ir aller trdtherre. 
er wolde er wAre verre. 
dannoch hAte nicht verhorn 
DiAne ir grimmecllchen zorn; 
sine wolde von im lAzen, 
uns in sin hnnde vrAzen 
und mit scharphen bizzen 
t6ten und zurizzen. 

ensA : LiriopA 10, 12. envlie : sie 88. versmAte : stAte HO. hAte 
: versmAte 122. versmAte : drAte 132. gesA : A 137. geschA : engA 268. 
stA : nA 274. 



GCxiT EINLEITUNG. 

396 er sprach *swie du Itst begraben, 
doch soltu die kraft haben, 
daz dtn rouch zu bimele gA 
und in die gote riechen dA.' 
znhant der himelische tranc 
in die erde tiefe sanc 
unde von der liehe alsus 
eine starlie rüle wüs. 

gAn : twAn 11, 13. nberslA : nk 51a. knie : gedie 52«. hire 
: zAre 54 c (S, CLXXXFIiy drAte : gAhte 14, 53. 149. hAte : nAbte 
65. ort : geworht 15, 127. was : wahs 141. orte : worhte 179. 

61 d triben heim unser vie. 
sA zuhant ez ergie, 
dar wir den wec nAmen, 
daz wir zeim alter quAmen, 
der was von alder miesvar, 
nüt r6re bewachsen gar. 

bAren : zAren 62e {S. CLXXJF). galten : gedien 16, 21. swAre : w^re 
16, 33. swAr : sAr 109. swAre : zAre 199. hAte : nAte 217. Progn^ 
: sA 375. nA : PhilomAlA 529. nie : vie 17, 3. gAhte : hAte 39. niel 
: verschiet 205. drAte : ergAhte 19, 393. geschA : mA 471. sA : rA 4S5. 
wAs : sns 20, 63. niet : schriet 95. stAn : sAn 165. 

91 e daz eiter alsA herte wart, 

daz im der swetz troof niderwart 

von der stime nnz Af den vAz. 

er wart gelwer danne ein rüz: 

daz tet der eiter arge 

an Ader und an marge. 

zu himele er stn hende bAt 

und schrA *nu vrowe dich mtner nAt, 

ntdige JAnA! 

sich von dtnem himele hA 

und säte dtn herze! 

nu solde dirre smerze 

doch mtne vlnde erbarmen, 

ob sie mich sehen s6 armen. 

nu sich wie ich dir vtent bin: 

ichn ger euch lebennes des min. 

gip den tAt, nim mtn leben; 

die gebe die stiefmüter geben 

ir stiefkinden, die gip mir! 

hazzes ger i<ih von dir. 

nim ot hin die sAle mtn 

und lAse sie von disme ptn. 

mA : geschA 946. dA : nA 21, 75. zAre : gebAre 259. zAreu 
: klAren 317. nA : dA 359. CynarA : nA 22, 245. gAn : verjAo 
461. verzien : vlien 845. hAt : versmAt 23, 13. gAhte : drAte 171. 

118 c der ander sprach *fch sagen dir 
ein wunderltchez mAre 
von dem tüchAre. 



EINLEITUNG. cciv 

mir tochle nie in stoe 
edele vögele zwöne 
trageo solche mione. 

120 c aoch was der stürm nicht verant. 
den wtssagen dd zuhaot 
vrAgte kriechische diet. 
er sprach *ez endet sich niet, 
wan an uns gert DiAue 
ein opher zu slAne^ 
IphigenU die meit. 

knien : lien 29, 111. gehört : entwort 183. geschA : st^ 2L5. 
ge«^n : st^n 30, 11. gebore : z^ 30, 201. mt : ges6 31, 77. wAren 
: zAren 95. vlAte : röte 177. nA : nA 32, 3. sie : vergie 143. versmAte 
: hAte 201. hAnt : hAnt 275. hAt : wAt 335. vlA : sA 355. twAn : vAn 
501. niet : schiel 33, 109. vorhte : hörte 161. nA : nA 209. gAn : ge- 
sAn 263. nA : engA 383. hAt : bestAt 457. ich vergie : hie 521. ge- 
schö : snö 35, 19. vie : sie 43. A : geschö 69. gedien : zien 101. 
wahs : Pytbagoras 163. 

f^0n h für f, was AlbrBchU hmmisehtr Mundart gemäss wäre, habe 
ick keine Beispiele ßnden können: Kirehberg reimt käufig stihte : nihie 
6S3, 36. : df rihte 737, 22, u. äknUekes. 

5. j wird ausgewatfen in wAt (zz wejet) : hAt 1, 113. müt 
(=: mäejet) 1, 664. drAn : ich hAn 90 a (5. CLÄXATIII). nAn (= nsjen) 
: gAn I2bd (S, CLXXX). 

w wird ab' und ausgeworfen in rA (zi raowe) : yrü 16, 157. : zu 
Aid (5. CLXXFIJI). rüte (mowete) : bedAte 22, 89. 

s stekt für seh tu den Präter. u, Partie, von leschen, wischen, 
mischen, laste 1, 896. 29, 342. erlaste 1, 1420. misie : liste 14, 143. 
Bei dreif ackern Reime 102fr ist : vermischt : brist ist der mittlere mi 
streicken, siek S. CCX. wiste 17, 23. 30, 203. 

Flexion, 

1 . Substantivum, Der Dativ Singul. der Mose, und Neutra erscheint 
okne e im Reime, Af ir -delphtn Br, 163. von Duringe laut : bekanl 
Prot. 89. in stnem lant : genant 94. Daher habe ich gesehrieben obe- 
dach : gemach 16, 561. lant : genant 17, 1. sturmwint : sint 25, 129. 
strtt : bAderstt 28, 53. hüs : Plciis 33, 365. 

396 dar ane wiK die wArheit schtn, 
wände wtrouch von dem wtn 
slnen namen noch treit 
und ist genant von der meit. 

Im Genit, Piur. habe ich naek Analogie anderer Dicktet gewagt 
der wort : dort 21 , 125. Die Eigennamen filetiert Albreckt tkeits in 
dmttseker tkeils in lateiniseker Form. IfydA : dA Br. 16. Mjdam : ver- 
nam 71. Thetim 141. PeleA : nft 276. (FgL PhlneA t nA 13, 151.) 



CGXvi EINLEITUNG. 

Oder deutsch, Em6nte (so lies statt Emonien) Br, 150. Neptiloe 
: rAne 186. 

2. Pronomen. Die Artikelform daz wird mit geschwächtem Foeale 
angelehnt, ainbez/«r ambe daz Br. 7. 20^ bei mir 2b, 59; ebenso der 
Genitiv des, unzes für unze des Br. 102. umbes ßir ambe des 756 
(iS*. CCXI). Im Dativ steht zuweilen deme wo das Metrum nur dem 
erlaubt, Br. 3. 15. 235. Dagegen dem 87. 95. 103. Des Metrums wegen 
steht deme Prot. 78. fm Femin. Sing, und Neutr. Flur, immer die 
ßir diu Br. 38. 42. 67. 

i^a« Personalpronomen der ersten Person betriffend habe ich den 
thüringischen und niederdeutschen Plural wi für wir einmal- gelten 
lassen, wl : bt 1, 665. Für mir steht mt im Reim at{f bt bei Cluzenere 
842. 1239. dt : st in einem andern thüringischen Gedichte. In der 
zweiten Person bemerke ich ü ßir ia , was durch den Reim ü : du Br. 
10 bewiesen wird; dazu vergleiche \0, 222. 19, 553. 29, 993. Im 
Accus, lieh Br. 148. In der dritten Person, Dativ ime Br. 44. HS. 
184. 256. 263. 279, daneben im 172. 220. Erstere Form wird durch 
dof Metrum ebensowohl (263) bestätigt als die zweite (279) wo die Hs. 
fme liest. Im Neutrum iz für ez 126. 149. 198. 277. Im Genitiv is 
148. Der Plural lautet immer sie 37. 43. 61 u. s. w., was auch die 
Reime bei Wiekram bestätigen: bie : sie 10, 88. 15, 79. sie : nie 16, 
523. : Die 20, 111.201. :ie 633. : knie 27, 123. :)At \\%d(S.CLXXXIX). 

92 <f siben tage und nechle 
lac icfa in Amechte, 
daz mir begunde swtnen. 
d6 Yl6het ich Luctnen: 
die quam schiere geg^n. 
iedoch was sie sus geUn, 
als sie mich wolde t6ten 
in mtnen kindes nöten, 
als sie sunder beite 
Jdn6ne zi\ seite. 
sie saz uzen vur der tur: 
dA hörte sie mich süflen vur. 
sie hAte beide ire bein 
geslagen ein über ein, 
ir beide bende hAte sie 
zusamen geslozzen vur die knie. 

115 c mit sAzen Worten tröste er sie. 
AIcionö sich nicht enlie 
trösten in dem leide, 
unz er ir swAr mit eide. 

Das Possessivpronomen der dritten Person Plur. erscheint in dem 
Bruchstücke schon flectiert, üf iren solt 88. Iren lön 93. Ob Albrecht 
angehörig lässt sich nach diesen Stellen nicht entscheiden. Af ir delphln 
163 zeigt daneben die ursprüngliche Ausdrucksweise. Ich habe in den 
Auszügen die unflectierte Form durchgiführt. 



EINLEITUNG. ccxvii 

3. Ferhum. Die erste Person SinguL im Präsens geht auf d aus. 
Beweisend ist ich bäten : lAten Br. 266, doch nicht strenge, da man 
ieieht ändern kann ich hüte iW krenkerem l&le: daneben steht wtssage 
: ich sage 191, was aber auch Co/yttnctiv sein kann, und ich sage : tage 
Prot. 7. Ich habe eine Doppe(form angenommen, mit und ohne d: 
immer aber heisst es ich hün, stüo, gAn; auch Kirchberg hat diese 
Doppefform, ich neoneo : erkennen 607, 55. bern : ich gern 637, 8, 
dagegen ich sage : tage 639, 64. ich wsne : zw6ne'6SS, 25. Die Form 
mit n nehme ich in folgenden Stellen im Reime an : ich sagen : gedagen 
1, 395. ich jagen : tragen 1, 1081. ich gehalden : walden 1155. ich 
sagen : geslagen 12, 70. ich rechen : erstechen 16, 449. ich genenden 
: henden 16, 451. ich biten : strtten 18, 123. Sachen : ich machen 19, 
573. ztten : ich btten 20, 281. sagen : ich tragen 22, 569. valden 
: ich behalden 25, 155. ich sagen : erslagen 29, 385. gewagen : ich 
gesagen 30, 249. zügen : ich enlögen 30, 103. erslagen : idi klagen 31, 
81. bern : ich gewern 32, 307. ich erkennen : nennen 33, 149. ich 
konden : unden 25. ich betAlen : röten 301. ich schämen : samen 305. 
i<^ minnen : gewinnen 431. ich sterben : werben 34, 207. ich machen 
: lachen 34, 217. ich sagen : getragen 35, 329. 

14 a wände ich dir zwAre sagen, 
du bist zu vAren mlnen wagen 
zu kindesch unde zu kranc:- 
dar umbe U den gedanc. 

ich sagen : tragen 19 d (S. CLXXIJJ), ich haben : knaben 59fr 

(S. cLXxyni). 

• 

h%d min Ikit ich sAIde walden: 
niwan durch 4ch ichz sprechen, 
daz ich üch welle rechen 
an dem vreyelen wtbe, 
die mit ir stolzen ktbe 
ir kint Tur Ach enb6ret 
und min böchzlt st6ret. 

696 sicher ich in machen 
vor dem ydrtnen trachen: 
ich hilfe im wundernsnelle 
zu des wideres yelle. 
sol sin sch6ne sns 2UgAn, 
des muste ich iemer trürec stAn 
und jAmerllche weine. 

min herze w^r von steine • 

und harter danne tsen, 
ob ich nicht gnAde bewtsen. 
doch ist ez unwtse getAn, 
daz ich in nicht werden lAn 
den ochsen zu teile 
oder den rittern geile 
und \k den wilden trachen 
stns lebens ein ende machea. 



rcxviii EINLEITUNG. 

er var stoe sirAie: 
mlner helfe ich in erlAze. 

69 ü ouch mac ich in nemen in phlieht, 
daz er mich verlAze nicht, 
er miiz mir swern Af die gote, 
daz stn trilwe niemer rote, 
nn wes ger ich daz er swer? 
ich bin gewis daz er 
mich verlAze niemer m^. 
er vAret mich aber s^ 
mit im in stn rtche, 
dk ich ein kunegin rtche 
wirde und lande and lAten 
alle ztt gebiiten. 
da so] ich schöne vrouwen 
in mtnem dienest schonwen. 

92 a waz half den vdrtn trachen 
stn iemer werndez wachen? 
ich nam swie vil ich wolde 
der ephel von golde. 
des louwen hül die ich tragen 
den selben hin ich onch erslagen. 

Die Form ohne n nehme ich an folgenden Stellen an. ich swer 
: mer 1, 349. ich beger : gewer 915, wo man aber ebenso gut lesen 
kann ich gern : gewern. ich geselle : welle 1, 37, oder die daz wizzen 
wellen : ich gesellen, hüte : ich bedüte 239. snelle : ich velle 1, 855. 
gAhe : ich versmAhe 1, 871. hdte : ich enbAte 10, 232. tage : ich sage 
14, 37. 22, 357. gevrande : ich künde 21, 191. ich bedAte : rAte 22, 
90. ich bitbe : übe 29, 13. ich bite : mite 30, 39. ich gevreiscfae 
: Yleische -35, 57. wtssage : ich trage 32, 197. ansalde : ich za- 
spalde 367. 

Die »weite Person SinguL bildete Albrecht wohl mit abgeworfenem t. 
Ich habe gesetzt prJs : gls 19, 451. bis : Thetis 29, 3* 

/ft der ersten Person Plur. wird n vor folgendem wir abgeworfen, 
waz wtze wir Br. 9. Die zweite Pers. Plur. geht in dem Bruchstücke 
.nicht in nt, sondern in i aus, vernemet Br. 126. hAret 149: e# scheint 
also dass die Form in nt, die ff^ickram hat und die Haupt in detn 
Prologe beibehalten, nicht Albrecht angehört, sondern alemannisch ist. 
ich- habe nur beibehalten ir sint : kint 35a. Kirehberg reimt tagent 
: ir mngent 675 , 45. 

Die dritte Person Plur. wird zuweilen das t bei Albrecht abgeworfen 
haben. Vgl. sttgen. : swtgen 14, 114. Mzen : entsAzen 19, 127. 
stAn : Lymir^n 21, 325. neben : leben 22, 295. 

ff^ir kommen zu einer sehr verbreiteten EigentSmliehkeit in Albreehts 
Sprache, die Haupt im Prologe richtig erkannt hat, nämlich dem In- 
finitiv mit abgewotfenem n. rAge : irAge Br. 46. lAze : strAze 50. 
nAwe : bAwe 78. zA : getA 82.« were : mere 102. werde : erde 132. 



EINLEITUNG. ccxix 

mane : ane 170. gebende : verwende 210. halde : ferstaide 2l4. tufle 
: ersnfte 216. striche : rtche 234. macbe : sache 260« ane : gemane 
272. Im Prologe künde : snnde 19. walde : gewalde 33. fride : smide 
71. werde : erde 75. Auch Kirehherg hat einigemal diesen If^nitiVf 
tQO : frao 610, 40. sU : Ba(hu6 625, 43. phaffe : schaffe 671, 46, 
toohl auch entwichen : hez2icltehen 692, 9, indem Kirehherg wie Albreeht 
nur die Form in liehe zu kenneA eeheiHt. Daher habe ich geschrien 
erde : werde 1, 11. 47. 54. 94 u, e, w, gemeine : eine 1, 20. geachte 
: achte 1, 27. lunde : darchgninde 41. sn^ : gestÄ 91. ger : erwer 
377. bAie : mtae 383. tele : ane bete 409. brinne : sinne 449. i : a^ 
451. mAze : lAze 491. vrame : kome 547. grimttie : swimme 561. zu 
heile : teile 610. beide : gescheide 645. gewinne : gotinne 703. zucke 
: zu rucke 719. binde : vinde 799. pblle : lle S55.' gestalde : behalde 
923. krefle : hefte 1047. rinde : swinde 1054. erwer : ger 1077. zwl 
: st 1065. obe : lobe 1097. welle : ungevelle 1111. ervinde : kinde 
1129. verslA : jA 1199. weide : leide 1233. smAhe : gAbe 1259. klage 
: sage 1275. erbarme : arme 1319. vol : dol 1321. gevAge : slüge 1329. 
Iritze : sitze 1353. uA : gevA 1389. s^re : kdre 1431. gerAwe : trdwe 
1519. st : st 1525. werre : verre 1539. 

13 e ilian mochte dA schouwen 

vil manege wazzervrouwen, 

Thetis unde NerAus, 

Triton unde ProtAus, 

die swummen hin unde her. 

die wazzerwlp in dem mer 

sach man vr6iiche bade, 

etesUcbe sitzen ame. Stade, (staden?) 

und ir hAr trucken; 

df delphlne rucken 

eteslicne fAren durch daz mer. 

strebe : gebe 14 a. 

146 alsA hAt ouch timon 

slnen hAnischen (hAmonischen?) bogen 
mit grimme gegen dir gezogen, 
ich swlgen anderr dinge, 
machtu die ors twinge? 

14 e doch wiltu nicht abe lAn, 

ick wil als ich gesworn hAn, 
obe noch gestAt dtn ger, 
dlner bete dich gewer. 

Tar : war 14 <f, : rAsenvar Ud {S. CLXXFll), 

\hd wan alle v Achte dinne 
mm die hitze hinne. 
dA moeht man jAmer schouwen 
an den wazzervrouwen. 
mit zustrowetem hAre 
saeh man sie leide gebAre. 



ccxx EINLEITUNG. 

traeken w4ra ir brannen 
YOD hitze der suDnen, 
dk sie lange wonden 6. 
d6 enhüiteD wazzers mö 
die schiffe riehen vltuze. "^ 
die gr6zen wazzeiigazze (?) 
wären sichte lachen. 

« : zug^ 3, 33. klage : sage \dd (S. CLKXXJ), w« : veij« 21a 
{S, CCXIIl). vrume : käme 5, 5. queme : geyreme 81. striche : sA- 
berllche, hende : gewende, getn : schü 6, 57 — 62. alle : schalle 2\d 
iS. CLXXXIJI). kaldc : balde 22a (S. CLXXl). rüwc ; tniwe 24« 
(5. CCIX). 

26 a (lie) sin gotheit rechte schouwe. 
nu sach die juncvrouwe. 

gA : s6 26c {S. CLXXXFIIf). smucke : zu rucke 8, 39. vuge : ge- 
sluge 27a (S, CLXXJII). lende : wende 9, 7. enkunde : wopde 43. m^re 
: erv6re 69. rtfe : grlfe 103. tage : jage 169. g^re : k^re 177. bade 
schade 255. ende : wende 263. belibe : wlbe 281. helle : belle 291. 
lüfte : schufte 295. träge : wäge 351. 

30 (/ und Yrägte ob er wolde 
einer bete sie gewer. 
daz gelobte JApiter 
der minnecltchen meide 
mit kreftigem eide. 

dol : wol 31a (S, CLXXI). bringe : jungelinge 10, 68. minne 
: gewinne 128. gesä : i 138. gemdte : wüte 190. habe : abe 196. 
sdne : rAne 256. gehöre : t6re 258. geschä : engö 268. bltbe : llbe 
288. schrä : gä 300. röte : schrote 312. streiche : bleiche 318. swlne 
: schtne 320. arme : erbarme 333. klage : wtssage 364. blinde : under- 
winde 380. 

356 nu quam die miiter her zä. 
*trdt swester, also tA, 
wand ez liehet mir sus.' . 
vergebene bot ir Penthöus 
engegen sin böde arme. 
*da solt dich min erbarme, 
als von rechte müter sol.' 
daz wort was nicht gesprochen vol, 
sin houbet sie im abe sneit, 
unde warf ez i\f gemeit 
die alden und die jungen 
mit dem houbet Sprüngen. 

dicke : blicke 376 (5. CLXXI). vroawe : blouwe 37 d (5. CLXX), 

Zld sie wären blAtes nazze. 
die begunde er vazze. 



EINLEITUNG. ccxxi 



38 a ich wil mit mtoer hende 

mtn s^le niich dir sende. 

uns mochte scheiden i^eine n6t, 

unz der bittere tot 

mit gewalde ez understunt 

3Sc y^nns wolt die schände 
an Ph^bus harte ande, 
der sie verraten hkie. 
sie enzunte drMe 
stn herze mit der minne. 
er begunde brinne 
nftch einer maget schöne. 
*dich hilfet nA dtn schöne, 
noch dtn hörltch geb6re nicht. 

39 c sie begunde swlnen als der sn^. 

sie tranc noch enaz m6 
und vierte niwan alle tage 
eine jAmerltche klage, 
vur sptse nnde vur tranc 
schowete sie des Sunnen ganc 
und enmochte ir ougen wende, 
ir gemiUe sich sende 
und saz also witze wan ' 
und kaphte den Sunnen an, 
unze ir vAze nnden 
haften begunden 
mit würzen in die erde, 
ein blAme begundes werde 
weder röte noch brAne: 
misitch ist ir gesAne 
und ist solsequiVim genant, 
wegewtse in dAtschem laut. 

40 a sie sprach *Az erweltez kint, 

dln geltch was 6 noch sint, 

daz sagen ich dir sunder spot. 

ich hin dich vur einen got. 

ein wunder zw&re wöre, 

ob dich ein mensche höre. 

dtn muter mac wol sin gemeit 

unde mlden allez leit: 

nn wol ir die dich hit gezogen, 

den brüsten die du h^t gesogen. 

s^lec mAzen ouch stn 

brAder unde swester diu. 

s^lec mAze stn daz wtp, 

die da rainnet dln Itp, 

unde der du ligest bt. 

ich wünsche mich dtn trAt st. 

wir stn hie beide eine. 

obe du habest keine 

die du minnes, so nim mich.' 

der knabe harte schamde sich 

und began von schamede nöte 

als ein rose röte. 



rcxxii EINLEITUNG. 

40 a 66 ste im wolde nAhen, 
mit armen umbevAhcn, 
und sich zu zim smncke, 
d6 weich er zu rucke. 

AOb ich vil dannen k^ren 
und dir nicht enwerre.' . 
nu gie sie alsA verre.. 

40 c dich vrumt nicht dtn eilen, 
swie du dich mugest stellen, 
s6 machtu nicht envliehen mir. 
so liep mac nicht geschehen dir, 
virn werden ^in 11p beide, 
den nienian mac gescheide. 

42d s6 er aber dar greif, 

der boum im zuhaut ensleif. 
der hunger tet im ange: 
doch mochte er nicht erlange. 

webe : wtnrebe iOd (S, CLXXIX). dArc : trftre 11, 9. leide : leide 

11, 33. 

43 e Athamas begunde tobe 
ime ht^se unden unde obe 
*hei, min liebe gesellen, 
hie sult ir netze stellen 
und seilen dem wilde! 
ich sihe ein louwin wilde 
und mit ir zw^ne weife, 
die h6re ich vreislich gelfe.' 
in diichte in slnem sinne 
ski wfp w^r ein louwinne. 

43 c in der mdter ane vie 
der gift nu ouch erwarme, 
sie greif daz kint bl arme. 
dö sie daz ander t^ten sack, 
obe ir dA von w^ geschaeh, 
ode siez tete von tobeheii . . . 

446 sie wAren als6 schieche, 

zu walde begundens krieche. 

tobe : obe 46 fl {S. CCIX). spur : mur 466 (5. CCnil). 

465 der sieht man noch vil dA lige. 
d6 Persans gewan den sige. 

vrAge : betrAge 12, 61. habe : abe 13, 23. hA : dA 33. salde : ge- 
walde 37. gAre : sAre 57. rebe : lebe 127. mAre : ervAre 157. rechte 
: veclite 169. bringe : gedinge 173. böte : spote 211. vlecke : docke 
217. Kmme : stimme 281. 

51a des muget ir ilch wol vrouwe.' 
dA sprach ein juncvrouwe. *) 

Oder gemeit : meit. 



EINLEITUNG. ccxxiii 

51a wan du grdzer ^re 

liAst iD deme htmele obe. 
doch machtu billtcfae lobe. 

knie : gedie 52 a (S. CXCF), 

'526 UDde sch6z der helle got 
durch stner mAter gebot, 
daz von der starken minne 
stn herze müste brinne. 

53 a einen geniancten brl. 

sie tranc: der knabe stunt dli bt 

und begnnde kaphe 

wie sie ax äz dem naphe. 

bringe : gedinge b2d (S. CLXXXII). klage : sage 14, 15. striche 
: geltche 47. minne : brinne 77. vaste : haste 79. spnr : vur 12 t. 
zng^ : sn^ 135. miste : vriste 143. engelde : scheide 219. U : nk 221. 
spotte : rotte 231. erlange : lange 15, 7. vrouwe : drouwe 13. wAre 
: gebAre 33. obe : lobe 39. mache : sache 107. webe : rebe 109. 
loobe : geloube 111. juncvrouwe : scbouwe U9. stA : ThraelA 153« 
gestechte : vechte 165. s^ : AntigonA 167. tage : jage 177. weine : steine 
ISl. zirke : wirke 193. merke : werke 207. 

58 tf nieman torste ir widerst^ 
wan die stolze NiobA, 
ein hAre knniginne. 

h%d PhAbus sprach *1A din klage: 
Wim wellenz ir nicht vertrage. 

60 e sie vAren sunder beite 
durch die luft gereite, 
mit einem wölken bezogen. 
über Th^bas quAmen sie gevlogen. 
ein velt vor der stat lac, 
dA man die ors brAven phlac, 
als manz noch hAt bl den steten, 
die bau was harte getreten, 
dar quAmen ir kinde 
eteltche knaben swinde, 
die künde lutzel bevil, 
wand in liebte ritterspil. 
etellche sAzen Af die ros. 
einer hiez IsmAnos, 
slner mAter Arstez kint, 
die Doch die liebesten sint: 
der quam üf eim rAvtte. 
dA er uAch der stte 
daz b^se ors drAte, 
dd sch6z ein phll drAte 
durch stn brüst, daz er nicht mA 
schrien mochte danne ^ouwA!' 
und lie den zugel gltten 
und viel her abe zur slten 



ccxxiv ^ EINLEITUNG. 

tot üf des saades griez. 
der aoder Sipylus hiez: 
der gehörte den schal, 
alse er in der lüfte hal. 

61 6 zu jangest doch die arme 
must ir viande erbarme, 
sie viel üf die llchamen 
und naodes alle beriamen, . 
swiez deheiner hörte. 

Hl c von leide sie erharte, 
zu steine sich verkarte. 
daz bliit an ir woogen 
sach man über al hangen, 
als man noch gemeine 
niac an mermelsteine 
blutege strtfc spur. 
da schinen wange und ouge ^iir. 

02 a daz mochte nieman underkumen 
in allem ertrlche, 
unz sie quam zir geltche: 
daz lant was D^los genant, 
dA sie herberge vant 
und zweier kinde genas. 
Ph^bus daz ein was, 
daz ander was DiAne. 
nu quam die wolgetAne 
gotinne dar gevarn, 
unde trAc die zwei barn, 
ieslich «\f einem arme, 
der tac begunde warme: 
des wart sie verzagende 
'von mAde und von tragende, 
wan ir speicheis zuran. 
harte dursten sie began, 
erdorret was ir zunge. 

62 a LAtöne was des wazzers vrö: 
doch was ir der stat zu hö, 
des leite sie die kint abe 
und wolde ir durst geleschet habe. 

626 ich ma'c der stimme kiime haben, 
nu \il tnich mtri herze laben ! 
wazzer w6re mir »no wtn. 
ich wil hütez leben mtn 
von A h4n zu lohen 
und ikch dar umbe vl^hen. 
lät üch doch erbarme 
mtne kint arme, 
die sich zu gnAde erbieten 
und sich durstes nieten, 
wen mochten nicht erbarmen 
die kint an mlnen armen?" 
swaz sie dö gereite, 
die gebAre se nicht beweite: 



EINLEITUNG. CCKXT 

sie hiezen sie gAn yerre dan 
nueh benügtes nicht dar an.. 

smacke : rucke 626 {S. CCFII), zal : ober al 62 e (5. CLXXIF). 

62 tf des machten sie im eine 
Az wlzem heirenl>eine. 
swaz kanege d4 wAren, 
die sach man gebAren 
klageiich dorch daz nngemach, 
daz ir herren geschach: 
von SparU und von Argos, 
von Hic^ne und von Pvlos» 
von Corinth dA man phltt Silber grabe 
und von BAre Azer habe» 
von Kriechen und Hir^ne, 
der knnec von AthAne, 
wan Minos eine nicht dar quam, 
dem ez sorge benam. 

lAze : gemAze 16, 5. geltche : wiche 61. drambe : tumbe 101. 
minne : gewinne 107. PhilomAlA : gA 115. : ergA 137. blAme : rAme 
171. swAre : zAre 190. sdme : kAme 215. rtclie : striche 219. bescheid« 
: meide 231. lAte : bediUe 281. künde : sunde 287. gebAre : hAre 307. 
rucke : zucke 311. PrognA : sA 365. gelAze : mAze 375. jAre : gebAre 
383. dar : gevar 397. swerde : werde 447. arme s erbarme 483. hilze 
: sitze 539. 

67 e die ander Ortthte. 
die begunde vrie 
B6rAas ein starlier wiot. 
der warp umbez sch6ne kint. 
6.b sie ime wart versagt, 
unde in verslAc die magt, 
und stn bete was verlorn, 
daz was dem winde vaste zorn, 
der dA blAset norden her. 
wird ich verzigen miner ger, 
wes brAche ich nicht min eilen? 
ich mac daz wol gesteilen, 
daz ichs mit strlte bestAn, 
wan ich solchez eilen hAn, 
daz ich die wölken trtbe 
und zusamene rtbe, 
daz die vAres blicke 
dar Az schiezent dicke, 
ich mac den donre gevrumen, 
s6 wir brAder enein kumen 
und ich zusamene st6zen 
mit mlnen wintgenözen. 

67 e der bete wil ich abe stA, 
diech tet umb OrlthlA: 
ich var zur erde balde 
und vAres hin mit gwalde. 

fXXXVUI.] P 



ccxxvi EINLEITUNG. 

69 a lÄ dich nicht krenlien vasle 
von dem ?remden gtste. 
waz beiiambert dich stn n6t, 
ob er gewinne den t6t? 
solt ich mtns vater holde 
Verliesen und verschulde 
gein mir selben stnen zom? 
nn hAn ich doch geswom 
den golen und dem vater mtn, 
daz ich belibe magedln. 
solt ich mit einem vremdem man 
von mtnem vater verre dan, 
s6 wurde ich in der vremde gast 
und allem lAte ein überlast, 
mir Wirt in minem rtche 
ein roln geltche, 
des Un ich Az dem herzen 
sus vergebenen smerzen, 
wand ez ubele wdre getAn. 
ouw6 ich mac nicht widerstAn: 
swaz rAten mlne sinne, 
daz wendet die Minne, 
der ich nicht mac gestemen. 
ob ez die gote nicht gevremen, 
er stirbet sicherllche. 

69 if de bekam ir üf der strize 

JAson, des sie unmAze 

enzunt wart von vüre, 

do sie sach den recken türe, 

und begunde ir minne 

aber Hechte brinne, 

als ein kol der verdacht 

mit eschen ist und wirt enblacht 

von einem starken winde. 

70 if JAs6n, daz mac nicht crgAn, 

daz müz an den goten stAn. 

wie mochte ich kürten dtn leben 

und ez einem andern geben 

und stn leben lengeni 

des mugen die gote nicht beugen, 

HecAt« die drivalde 

mac dirre dinge walde. 

71 a mit Worten mac ich binde 

die ungestümen winde, 
ich mac sttgen in daz mer, 
alse dicke ich des ger. 
ich mac den wAc gestillen 
und nAch mtnem willen 
daz wölken zusamen jage, 
swie ez st ame mitten tage, 
und her und dar trtben. 
die berge mache ich schtben, 
den walt Aue wint wAn 
und die starken boume drAn, 



EINLEITUNG. ccxxvil 

mit wanen ta der erde 
IQ bodem gevellet werde. 

73 c sie TolgteD ir drAte 
in ir vater kernen Ate 
da er an stnem bette lac. 
doch schükchte iesltcbe den slac 
and vorchte ir vater sterbe. 
M6dAA manege werbe 
begundez in wize 
und sprach in zu mit vUze. 

75 a ir helse nnd ir zungen 
znlclaben nnd znsprungen, 
sien mochten vur der bitzc 
geligen noch gesitze. 
kein bette von slden 
deheiner mochte Itden: 
sie mAsten sich enblecke 
und warfen abe ir decke. 

tu : zÄ 17, 5. netze : hetze 9. verdrieze : spieze 63. labe : nnge- 
habe 127. gar : ervar 135. ger : swer 187. Hte : rAvtte 18, 51. gemAte 
: wüte 69. trüwe : rikwe 97. verwände : enzunde 131. 

SOe d6 sie ir des gedachte, 
zahant begande ez nachte. 

mA : gestA 19, 1. Sterke : merke 35. splse : prlse 141. her : her 
201. 16rber : Terber 205. werfe : gewerfe 207. minne : brinne 265. 
netze : hetze 279. wiche : ellentrtche 293. gehafte : Schafte 311. schr6te 
: t6te 319. mit alle : valle 327. vaste : taste 427. bame : erarue 461- 
s^ : r6 485. 8ch6ne : 16ne 583. sterbe : erbe 591. 

86 e daz viwer sich zum herzen vlacht, 
dA von stn leben d6 zuran, 
als der brant ime vüre bran. 
d6 begunden weine 
za CalydAne gemeine 
stnen stolzltchen Itp 
beide man ande wlp. 
riebe ande arme 
müste er dö erbarme. 

sage : klage S^d (S. CXCFI). vii : bevil 20, 29. ringe : singe 59. 
slage : sage 81. schole : dole 93. gesinde : vinde 125. käme : gevrume 
129. hie : sie 167. met alle : valle 169. 175. 

90a dar z& weiz ich im mAre, 
em dorfite nicht vermAre, 
daz in sin mAter gewan: 
wan die hAte oach einen man 
do se in von Jupiter enphie. 

90e er spotte mtner liste. 

Ma macht dich nicht gevriste. 



Gcxiviii EINLEITUNO. 

waz ist mir dar ombe? 
d6 ich was ein tumbe 
unde lac in der wagen 
in mtnen kindischen tagen, 
und mtner mfiter spnne sonc, 
ein slange sich zu mir smouc. 
dehein wort ich d^ sprach, 
wan den slangen zubrach, 
ich twanc mit minen banden 
Hydram den serpanden. 

9t a und sprach *D^jantrft, 
du solt mlnen rAt verst^. 
wiltu daz Hercul6 dtn Itp 
liebe vur alle wtp, 
86 nim ditze hemede sAn, 
daz ich abe sezogen hAn 
und gib ez dinem trnte. 
son mac er ander trnte.' 
sie behielt daz hemde und den rAt, 
unz Hercules manege iki 
mit manltcher bände 
vrumte in allem lande, 
er quam von OechaliA 
und hAte gesiget dli. 

916 so in etwaz wirret tougen, 
daz enblandent sie den ougen. 
^rste weindes unde schrei, 
sie brach ir reidez hAr enzwel: 
dar nAch sie zu ir selber sprach 
'wes weinen ich mtn ungemach, 
da Ton mtn kebese ist gemeit? 
sie ist nicht verre, ist mir geseit. 
wie mac ich iemer gesehe, 
daz ir icht liebes geschehe? 

91fr des sol'mln kebese verstA, 
wie ez mir zu herzen gA, 
daz sie bt mtnem tnite Itt.' 
mit ir selber manegen strtt 
sie hAte in ir gedanke 
mit wunderlichem wanke. 

91 c üz smerzen wief er grimme, 
daz ^ch6 slner stimme 
zallen orten widergalt 
über berc tal walt. 
daz hemde er Yome llbe 
zarte, daz bekllbe 
begunde an im harte, 
daz vleisch er abe zarte, 
daz ez enstucken von im viel, 
stn bldt s6t unde wiel. 

91 if AnthAon der rise grAz, 
der aller risen was genAz 



EINLEITUNG. CCXKIX 

und eio sqd der erde, 
dem mochte besiget werde, 
die wlle er itf der erde stuot. 

93a d6 enmochte ich nichl geber. 
ich leit gr6zUche swer 
ande michel arbeit 

936 des erquam die gotin ska 

und liez ir hende von ein gAn : 
d6 der knoph enslozzeo was, 
mlner arbeit ich genas, 
des lachte Galaniis. 
Locln4 sprach *nu wis gewis, 
du must ez zwAre buze.' 
sie warf sie vur ir vuze 
und verschuf sie durch w!ze 
in eine wisel wize. 
der ist beliben iedoch 
ir behendikeit noch. 
LuctnA schAf euch zustunt, 
daz die wisel durch den munt 
noch genist ir jungen, 
wan sie mit ir zungen 
mir d6 half daz ich genas 
des kindes des ich grAz was. 
die wisel suchet durch gemach 
bt den luten obedach. 

Driop« : 8« 94 a (S. CLXX/I). hfite : lAte 9Ab (S, CXCriII). minne 
: brinne 21, 31. 509. abe : habe 57. tu : zu 113. 455. schribe : bibe 
121. minne : gewinne 147. gewer ; ger 149. gewalde : behalde 177. 
trowe : biiwe 183. ziehe : vliehe 245. halde : salde 249. stA : ich hA 
2S7. klage : verzage 341. schöne : schöne 463. zweige : leige 473. 
gesage : trage 475. A : ergA 489. spur : tur 545. ende : phende 99 a 
(5. CLXXXiri). 

99 e der gift zum herzen iif warp, 
dA von sie vil schiere starp. 
OrphAus an dem tage 
begunde jAmerMche klage 
slnen slAfgesellen. 
er vur hin abe zur hellen 
durch die vinster zutal, 
und quam vur Plütönes sal 
durch die vleischlöse diet, 
daz im daz nieman widerriet, 
triireclich gestunt er dA 
vur Pluto und ProserpinA 
und rurte sunder beiten 
stner harphen selten 
durch senden ir grimme 
und sanc mit süzer stimme. 

tröste : röste 101 rf (5. CCr). singe : jungelinge 102a(.y. CLXIX). 
bllbe : wlbe 22, 5. minne : brinne 33. 143. : gewinne 37. veijA 



ccxxx EINLEITUNG. 

: m^ 75. lAze : gemftze 155. Mini : U 185. : hA 203. tage : trage 
211. Talle : met alle 233. zu : tu 279. 795. geyüge : klfige 281. ge- 
denke : krenke 291. dinge : bringe 327. gerfire : ture 363. Uze : mize 
377. IfirrA : TerlA 379. bringe : gedinge 381. 463. trage : % tage 431. 
stete : bete 533. jangelinge : gelinge 581. salde : walde 585. uberwinne 
: minne 60]. benenne : scheme 663. minne : verwinne 695. riime 
: magetnme 711. schalle :niet alle 727. verre : merre 769. 801. Yroove 
: scbonwe 789. m6re : ^re 23, 7. verre : werre 17. bgume : goome 
37. steine : weine 75. swimme : stimme 93. zene : gene 105. steine 
: geine 113. zu : tik 153. bite : mite 159. arme : erbarme 219. Midi 
: verstA 227. r6re : h6re 259. darme : erbarme 25, 17. zu : tA 47. 
zu steine : geine 87. dar : var 99. gezalde : walde 105. rar : bar 121. 
wftge : wAge 125. winde : binde 135. 

115e der jAmer den sie kleite 
den kunec CAyi beweite: 
doch bleip er dar üf bestAn, 
stne Tart mnste ergAn 
üf dem wilden wAge. 
daz wolde sie nicht wAge. 

115tf er woldez gerne gelAzen habe, 
wan daz die mamer üz der habe 
daz schef mit kreften schielden, 
daz mer mit rAdem spielden 
linde vüren hinne. 
db stunt die kuniginne 
dennoch bt dem Stade ie. 
dem schiffe volgete sie 
mit den oagen af den sA, 
iiiuce sie nicht mochte sA 
wan die segele wlze: 
die sach sie verre gltze. 

met alle : valie 26, 65. beide : geschelde 26, 71. 

4 

\\6d dö wolt der morgensterre 
den himel rnmen verre, 
daz mochte er dannoch nicht getii: 
wan ez was noch zu vru. 
d6 bare er in daf wölken 
sin ougen betolken. 

tA : zik 27, 53. zumAle : mAle 89. echate : bäte 131. 

118 a du lieze mich nicht lebende varn. 
nune machtn dich nicht bewarn, 
ich envar mit dir t6t, 
nu Unsalde über dich geb6t. 
des sol man unser Uchameu 
in ^in grap legen beide samen 
und unser beider buchstabe 
nf einen stein lAzcn grabe: 
die stAn an einem steine, 
swie Dicht mac daz gebeiae. 



EINLEITUNG. ccx»l 

doch mta dtn name und der mtn 
ie bl ein beslozien slo. 

1186 der tac za himele nfthte. 
Alci6n£ g&hte 
zuhaut bl des meres stat, 
dA sie iD zu jungest bat 
nicht uf den wilden wAc ?ar. 
nu sach sie gein ir swimmen dar. . . 

Diiwe : bttwe 1206 (S. CXCIX). nesle : erheste 120c ebenda. 

]20e sA daz opher geschtt 

der sturmwint zuhaut gellL 
swie erz t^te ungeme, 
doch tochte ims nicht zenberne, 
wand ez iesch des Volkes vramc. 
er hiez daz lAt zusamen'kume 
und antworte in die maget. 
dö wart gemeine geklaget 
die sch6ne juncvrouwe, 
daz sie soldc tonwe. 

121a den mochte niemAre 
dehein wAfen sAre. 
d6 manz Achillen seile, 
d6 reit der unverzeite, 

121a und wAnde daz ern Talde. 
*dich minnet die 8alde, 
jungelinc, swer du bist: 
wan man dar nAch alle Trist 
von dir sol singen nnde sagen, 
daz dich Achilles habe erslagen.' 
den gAr wolt er mit krefte 
in sine brüst verhefle. 

g6re : sAre 29, 31. 165. gellche : wiche 89. zu rucke : drucke 91. 
lAze : strAze 125. lobe : obe 149. sl : vrt 155. gewunde : understunde 
161. denke : krenke 189. geschA : stA 215. walde : balde 253. erlAze 
: unmAze 271. zd : td 273. enzucke : rucke 2S1. trüge : vuge 345. 
gebe : hirnrebe 355. 

125A do er in sus zudrumet sach, 
er schütten gAr unde sprach 
*owt Crantor, lieber man, 
wie ubele ich dir des tAdes gan! 
dlm vtnde wil ich 16ne f 
er schAz DAmeliAne 
in sine brüst den langen schafl. 
dar nAch zAch er in mit kraft 
wider Az mit zorne. 
doch bleip daz tsen vorne 
stecken in der wunden. 

125 c daz dir dtn hom nicht entngen 
zu wer gein mlnem spieze. 
dA mite begunde ich schieze 



ccx&XU EINLEITUNG. 

gein stner sUme iiAch der knr. 
er b6t stn heade der vur. 

125ü Peleos stn swert erhebte 

und spielt in mit einem slage, 
daz im leber ande mage 
zur erde mfisten valle. 
daz sloufte er hin met alle. 

125 if C^neus der onverzeite, 
dA von ich ü seite, 
der erslüc mit stner wer 
vnnve üz der risen her, 
Bromins und Stiphilas, 
Pyracmos und Antimachus, 
Helenus die geltche. 
sie wAren krefte rtche 
und hAten grAze Sterke. 
ir wunden ich nicht merke*) 
mochte die er in gap. 

1266 waz touc uns unser eilen, 
ob uns ein halpman vellen 
mac und überwinde? 
nem ieslich swaz er Yinde, 
berc und walt met alle,- 
dA von er mfize valle 
und im die sw^re trtbe 
die sAle uz dem Itbe. 

habe : abe 1286 (i^. CXC), 30, 17. gebe : nebe 63. gewer 

: ger 135. phlege : wege 139. gA : A 149; sltche : riebe 155. erg^ 

: mA 167. bt : st 211. vrume : vrume 217. bevil : wil 221. weibc 
> erbe 237. dol : hol 130rf (S. CXCFI). 

130 if Inan hAte uns gewtsseit, 
Ttoie enwurde nider geleit, 
ob PalamAdes nicht dar kume. 
daz mochte Ajax wol gevrume 
mit stner liste kerge. 
sA wazzer gAt zu berge 
und loubes lAre wirt der walt, 
sA wirt ez von im gestalt« 

13t a diu bilde, Pallas, 

dar ane al ir trAst was, 
daz selbe ich in verstal. 
obe die werlt über al 
Troie belAge, 

daz wAre doch nicht wAge, 
wan sie kan nicht gewinne, 
die wll daz bilde ist dinne. 

131a doch wider spriche ich nicht des: 
bt mir was Ttttdes 

*) Oder eilen : zelten? 



EINLEmiNG. ccxxiiii 

mit manUeher hande. 
dö man die schef verbraade 
^ die da vor vdre kundes war, 
half dir d6 nicht ein gr6ze schar? 

131 e ditie svert muz mtn st. 
nn gebet ez Ulisst 
«z mtn selbes vieische, 
obe ef ei eische. 

erg6 : 8^ 31, 25. var : gar 49. bertue : mtne 83. vergieie : lleze 
87. ta : zu 93. nnsalde : gewalde 127. n6 : ^enelop^ 155. gea^ : h 
167. her : ner 32, 51. yeine : meine 147. lenge : henge 215. wel 
: gel 277. gestate : schate 279. beide : scheide 313. himelriche : geltche 
329. gieze : genieze 373. met alle : valle 385. tit zucke : stucke 393. 
lA : zA 397. Stade : bade 413 (oder stadenT). küwe : nuwe 479. ende 
erwende 511. minne : gewinne 517. tu : zu 33, 33. 561. gewalde 
erkalde 35. minne : brinne 37. sitze : hitze 77. wol : dol 129. abe 
hab^ 159. geselle : stelle 185. leide : bescheide 221. winde : entbinde 
231. 525. saflTe : schaffe 293. sine : bertne 311. nä :engA383. gedinge 
: singe 433. verstA : gA 439. werbe : werbe 443. betAte : brüte 535. 
alle : yalle 547. wer : Jupiter 549. 

144(f daz t6tlich an En^A 

wAre, allez abe twA (hiez). 

zweige : leige 34, 9. twerge : berge 41. verwilde : bilde 49. tA 
: lA 117. warte : garte 141. erwer : er 17]. winne : meizoginne 173. 
mer : gewer 189. niem^re : besw^e 205. reche : gebreche 225. tage 
: sage 229. strAze : lAze 283. künde : durchgrunde 35, 13. algemeine 
: mireine 29. bi : st 37. unbllde : nlde 81. kA : tA 95. sterbe : ver- 
derbe 135. gar : var 153. btspelle : zelle 207. kqr : spur 209. viere. 
: teiliere 271. kAre : swAre 283. rechte : vechte 335. drucke : rucke 
337. EtaA • gestA 381. vride : smide 36, 33. 

Der If^jätiv wird in dem Bruchstücke mit nd flectiert statt nff; 
diese Flexion gehört wohl schon dem Dichter an. zu richtend A als 
let%te Senkung Br. 11. zu soumende phlach 44. manendes 168. zu 
schlnend 242. zu gebende 274. leh habe daher einmal reimen lassen 
verzagende : von tragende 61a (S, CCXXir), vgl. auch Anmerk. zu 
\0, 126. 

Das Partieipium in ende habe ich einmal ai(f hende reimen lassen, 
bcnde : llende 6, 9: der etwas alterthümlichen Weise Albreehts wäre 
ein solcher Reim nicht zuwider. Aber JFickram hat diesen und ahn- 
Uehe Reime qfter, und das macht mich zwe\felhqft. hend : eilend 113 a 
behend : eilend 85 tf 49 fr : tragend 127 e, welcher letztere Reim gegen 
Atkreekts metrische Gesetze wäre. 

Einzelne Ferba. 
Fon ich bin lautet die zweite Person meUeieht du bis {vgl. du 



ccxxxiv EINLEITUNG. 

bis : ungevis Clü%enA^ 650)^ wie eUe dritte is /»r itt, das durch 
Reime gesichert ist, ist : vrist Prolog 13. : gevrist 57. Fgl. ist : vrist 
1, 89. : gebrist 1, 153 ». jr. w. Aber auch is toird durch den Beim 
bestätigt; is ^ Thfttis ßr. 206. Ausserdem begegnet is hät{fig, theiis 
von ff^ickram beibehalten, theiis entfernt, Cecropis : is 6, 175. is 
: gewis 9, 145. : P^meDis 309. : Ithis 16, 523. : AUltotis 19, 437. 
: Thetis 29, 19. : Cdois 213. : Chr6mis 399. : B^ris 32, 137. : Acts 
145. : J6vis 230. : Iphis 34, 165. : gellchnis 35, 205. : Stlmaeis 361. 
Olris : is 1266. Chilis : is 125<f (5. CLXXX^. 

14 a 8w4 ich k^re zu tal, 
dA 86 swinde der val 
ande als6 g^he is, 
des die vroawe Th6tis 
vnrchtet daz ich valle 
in daz mer met alle. 

30 c wan w^rez, tochter, gewis, 
daz ez keine trage is 
umbe lApiter den got. 
ich rAten dir sunder spot, 
wie du macht bevinden sAn, 
wiez umb in si getAn. 

130£/ zwAre mir gesaget is, 
wie die gotin ThAtis 
den schilt hAt sch6ne gezierot. 

14*5« dem volgte Tibertnos nA: 
der ertranc in AJbnlA. 
der yIuz nAch im genant is 
und heizet nd Tiberis. 

In der zweiten Person Plur, ir sint im Reime at{f Idnt 35 a ist schon 
oben bemerkt worden. Ob im Partie, Prät, Jlbreeht die Form gewest 
brauchte lässt sieh nicht entscheiden, 

Jm Cory'unctiv habe ich ein paarmal die Form sie angenotamen, 
Besperten : slen 23, 185 und ste : UrAnte 50<f (S. CLXXIF), 

haben. Im Präteritum liest das Bruchstüeh ich bete und reimt 
darat{f wAte, aber es ist zu lesen hAte : wAte Br. 66^ und hAte scheint 
in der That die einzige ßir Albrecht zulässige Form, die durch hAten 
: tAten ProL 19 bestätigt wird, weder hete noch hAte ist zulässig, 
fTickram hat namentlich den Beim drAte : hAte überall getilgt, auch 
sonst ändert er, weil er nur hett im Präteritum sagt und ausserdem 
den klingenden Beim zu entfernen sucht, Fgl. hAte : drAte 1, 139. 345. 
1183. 1471. : kemenAte 6, 63. : drAte 9, 265. : rAte 283. : versmAte 
10, 122. : drAte 12, 55. : wAte 15, 211. : gewAte 16, 339. : ensAte 
19, 195. : güttAte 22, 271. : drAte 27, 83. : missetAte 73cr. 

\ha sie vlugen als die winde, 
unie sie vfl swiikde 



EINLEITUNG. ccxxxv 

den himel erreichet hAten. 
daz wölken sie ratiiten. 

36 if wan sie der arbeit phlAgen, 
die sie zu schaffen hAten. 
sie wAben unde nAten. 

63 a daz geschach vor einem jAre, 
wart air^rst offenbAre 
nnde der gote ntt, 
den sie in A nnde stt 
ie getragen hAten, 
wan se in kein Are tAten, 

wenn nicht tragen, wan sie den goten nicht Are hAten erboten. 

67 rf do er sos gesprochen hAte, 
stn vetege schütte er drAte 
an dem orte dA er lac: 
dA von al die erde erschrac. 

90 tf do er sie Af im hAte, 
er Tiei inz wazzer drAte. 

94 a nu wart sider mir geseit, 

daz der boom was A ein meit, 
den sie gebrochen hAte. 
daz wart ir leide drAle: 
wände d6 sie wolde dan, 
dA haften sich ir Tuze an, 
daz sie nicht wichen mochte, 
swie sie dA wider Yochte. 

12Td PhAbos gewerte in drAte 
des er gebeten hAte. 

Die Form hAte habe ich nur einmal angenommen, CrAte : hAte 18, 
19,* an einer andern Steile hebte, hebten : strebten 15, 1S3. Unbe- 
denklich ist im Cojgunctiv hA, was ich 21, 287 geschrieben. Im Par- 
tieip Prät. ist gehat eber^falls zu rechtfertigen, gehat : rAt 1, 641. . : rat 
22, 127. : bat 34, 109. rgl. bei Kirchberg gehat 632, 35. 641, 6. 

Fon stAn und gAn scheinen die A und A Form nebeneinander ge- 
bräuchUehjiU sein, stAt : hAt 1, 371. 1151. 1225. : lAt 381. widerstAn 
: getAn 547. : lAn 1201. sUn : getAn 68S. 1489. Dagegen stAn : sAn 
20, 165, und ebenso gAn. Die niederdeutschen Formen steit und geit 
habe ich nur einmal gebraucht, geit : breit 32, 205; vielleicht 

30 ü das da gewinnest Sicherheit, 
wiez ombe dtnen vriedel steit, 

doch vgl. S. CCXXXJF. Auch 43o ist vielleicht tobeheit : steit henustellen. 
sieil (iH^fi slahen) habe ich at{f iitii 1, 1063 reimen lassen. Die Prä'te- 
rita(form von gAn, gie, hat fFiekram überall getilgt, weil er nur die 
Farm ging kennt. Man vergleiche folgende Stellen, ergie : ie 1 , 237. 
gie : ie 1175. : lie 1383. : wie 1407. gie : ie 15, 47. veriie : engie 
67. Tergie : ie 16, 587. ie : gie 17, 75. nie s ergie 197. ie : missegie 



ccxxxvi EINLEinmO. 

18, 27. lie : gie 19, 413. gie : nie 21, 35. ergie : sie 21, 381. gie 
: zulie 501. : ie 22, 83. ergie : sie 22, 339. : ie 25, 97. 

Im Partietpium scheint xuweiien die Farm gegin vorzukommen. 
ergAn : sftn 1, 205. gegAn : sAn 1507. engAo : h&o 9, 273. ergAo : sAn 
35, 249. gegAo : lAn 44rf (5. CLXXnii), 



In Bezug at{f Ableitung bemerke ich die mederdeutsehe Bildungs- 
Silbe de, die sieh in sciiamede Br^ 39 ßndet. Ich habe verstiekt an 
einigen Stellen diese bei Albrecht gewiss hat{Pge Bildung herzustellen. 
schamede 16, 432. 442. 21, 141. 22, 333. kulde 1,^ 118. 14, 57. 
trnrde 1, 704. 1458. 16nde (?) : d6nde 1, 1411. sch6ode 1, 1493. gerde 
: swerde 16, 177. 17, 201. swerde : werde 16, 447. {FgL gerde Cluze- 
nSre 755). nerdc 81c (S. CLXXIX), 

21a der rabe was wtzer dan ein swan, 
daz ein tube nie gewan 
als6 gröze 8ch6nde. 
ein juncvrouwe. wende. 

37 a sie biez Tisb^ benamen. 

des landes meiden allensamcn 
wac sie vnr mit -scb6nde. 
dise maget wende 
nA bl dem hiise PIraml. 

Die Verkürzung des f^ocals stellt sich dem oben besproclienen b^rte 
gehört an dif Seite^ 

Die Doppe{fQrm der Feminina at{f in und In habe ich schon 
S. CLXXlXff, besprochen: hier trage ich die dritte in innc nach. Im Br. 
erscheint koninginne : minne 124, und ausser Reime gotinne 147, dagegen 
gotin : in 144. Dazu vgl. gewinne : gotinne 1, 701. tnUinne : sinne 
1, 1479. gotinne : minne 11, 3. minne : meizoginne 16, 83. inne 
: gotinne 20, 9t. gotinne : sinne 22, 77. triitinne : inne 109. vuge- 
rinne : sinne 367. gotinne : minne 519. kuneginne : hinne 31, 63. 
gotinne : inne 33, 9. : minne 19. 61 sinne : louwinne 43c 
(S. CCXXXfll). hinne : kuniginne (S. CCXXX). 

53 a unz sie von der varte 

begunde müden harte. 
d6 sacb se ein hus kleine, 
ime walde eine, 
dar gienc die gotinne. 
dA was nicht Idtes inne 
wan ein jnngez kindeltn 
onde die muter stn. 
dar In wart sie gelAzen. 

54 c ob du ervarn wilt dtn heil, 

s6 verlA dtn trdren. 



EINLEITUNG. vcxxxvii 

ich sage dir Aue tArea, 
do icli quam in ditz rtche 
und begunde sllche 
durch manic tief gevelle, 
d6 quam ich zu der helle: 
dA sach ich dtn tochter inne. 
diest der helle kuneginne: 
doch tut sie nicht alle zU, ' 
wan daz sie iemer trfirens phltt. 

59 c sie sprach Hut hin die kr6nen 
und mi nicht Lat6nen.' 
ir botes wart zuhant gephlegen. 
die h6chztt bleip underwegen: 
des zumde die gotinne 
und hup sich schiere hinne. 

f^on syntaktischen Erscheinungen eritähne ich nur den Accus, cum 
li^fin., der mhd, sehr selten begegnet {vgl. Gramm. 4, 119): Albrecht 
gewährt in dem nieht unyfangreichen Bruchstücke zwei sichere Beispiele: 
daz man esels 6ren haben über al daz laut wol vernaro den tumben 
koninc Mydam 69 — 71, 100 im latein. nur \\, 193 dominique coarguit 
eures, also keine entsprechende Construction: an der zweiten Stelle, 
unz sie sich den snelien untsüb vaste halde Br, 213 hat der latein. 
Text 1\, 261 donec sua membra teneri sentit. Ich zweite nicht, dass 
das Latein auf Albrecht hier eingewirkt hat. Besässen wir sein ganzes 
ßf^erk, so würden wir zahlreiche Belege finden. An folgenden Stellen 
habe ich ihn wieder einzusetzen versucht, \, 272. 1^ 894. 10^ 188. 
17, 119. 21, 496. 21, 555. 22, 14. 22, 30. 22, 293. 22, 421. 
23, 136. 27, 2. 28, 1. 30, 139. 35, 69. f^/. auch Annurk. zu 
29, 383. 

14 a gedenke dich ein mensche stn. 
nust susgelAn die bete dtn, 
daz ir kein got engerte; 
der keinen ichs gewerte. 

Einmal hat sogar Wickram. den Ace, e. If{f. beibehalten, 126fr, wo 
so herzustellen ist 

d6 sAhen wir von geschieht 
ein sch6nen vogel vliegen: 
den w^ne ich sunder triegen 
Cto^um gewesen stn, 
wan wir stt noch A stn ' 
wurden gewar nie.' 
d6 die rede vollengie 
von Nestor an ein ende, 
sie karten sich zur wende. 

Bei Kirehberg habe ich zwei Stellen mir angemerkt 721 , 60 als her 
vlruam s6 mechticltche den keiser komen mit ritterschaft, 804, 15 nu 
meinte dar selbe Parkenttn stnn herren vur dem tore stn. 



ccxxnTiii EINLEITUNG. 

In Bezvg af{f die Behandlung des Reimes ist die FarUebe Albreckts 
Jiir den rührenden Reim zu bemerken : was ff^iekram, der den rührenden 
Reim tneidet, häufigen Anlass zu Aenderungen gab {s, d, IL Absehn, ), 
doch ist er in vielen Fällen mit mehr oder weniger Sicherheit zu er- 
kennen und herzustellen. Ick behalte bei der Ai{fzählung die von 
fF. Grimm (zur Geschichte des Reims S. 11 ff,) gemachte Einthei- 
lung bei. 

1. Foller Gleichklang, stat : sUt Bruchst. 150. habe : habe 1, 181. 
willeo : welleo 1, 529. m^re : m^re t, 1141. A :^ 1, 1299. ich st 
: st 1525. 4, 13. 

166 daz ertrtche znkein, 

daz daz liecht her abe schein 
in die vinstern helle. 
dA von der knnec der helle 
mit slnem wtbe erwachte. 

\^d ir hAt ouch wol gehört ^ 
daz Jupiter brach sin ^. 

21 c nn qnam er mir s6 nAhen, 
daz er mich mochte vAhen, 
d6 rief ich .die gote an. 
d6 was aber nieman 
wan Pallas die reine, 
die begnnde ir helfe erscheine, 
wan do ich mtn hende fif rächte, 
mit vederen sie sie dachte 
und wurdn in Tetege gewant. 
d6 ich abe warf min gewant, 
dö wArenz vedere alle. 

ane : ane 5, 13. ougen : ougen 6, 53. richte : die richte 7, 74. 
9,3. dachte : dAchte27a (S.CLXXT). ronch : ronch 9, 19. sige : sige 
53. sin : stn 171. wint : wint 327, standen : stunden 349. 

31</ er Seite in tougen m^re. 
des wart stn name m^re 
über allez Aeoliam. 
allez lut zu zim quam, 
swer wtssagens gerte: 
zuhant er in gewerte, 
wände alse er gespracfa, 
sicherliche sus geschach. 

6 : 6 10, 40. künde : künde 46. sin : stn 194. richte : die richte 
210. stat : stAt 360. 

39 a d6 sie dto got bekande, 
d6 seic ir Az der hande 
Spille und kunkel her abe. 
Pii^bus verwände sieh abe 
in stn gotltche art. 
al daz hus erluchtet wart. 

leide : leide 11, 33. 



EINLEITUNG. ccmix 

4Zd JAn^neo sie schulden, 
daz sie nicht von schulden 
als6 schiere sich räch. 

45 a Atlas der l^unic rtche 
hAte in sinem rlche 
einn schönen boumgarten. 
des mdsten ie. warten 
zw6n« starke trachen: 
die hiez er iemer wachen, 
dar zu er in geveste, 
• als er mochte beste. 

Abb Persans vlooc zu ir. 

er sprach *juncvrouwe, sage mir, 
wer dich hie gebunden habe 
an die vreissamen habe: 
wan dir baz gez^me, 
daz dich, ein recke nAme 
und t^tes durch minne 
des man pUtt beginne, 
swA liep an liebes arme 
beginnet erwarme. 

winde : winde 54e(^. CLXXXVI), lande : zu lande 14, 179. was 
: was 15, 141. drAte : drAte 60<f {S. CCXXJF), 

6t d wir quAmen zeinem alter, 
der was miesvar von alter. 

mAre : mAre 16, 395. gestumbet : gestumbet 495 {neh die Anmerk.), 
wint : wint 17, 13. mAre : mAre 137. 18, 49. vüre : vAre 18, 99. richte 
: die richte 19, 63. bürgen : bürgen 211. nA : nA 335. was : was 381. 
441. hie : hie (Ateö) 385. mAre : mAre 20, 3. 275. 

l\d lutzel ztt lie sie swinen, 
A sie mit swArer suchte 
al min riebe suchte, 
sie sande eine swarze lufl 
als eines vinstem regens tuft. 

916 ez wart von im gemeine sage, *) 
als noch tut klaffAre klage, 
sie wurde im unmAre, 
ern gerte ir nicht mAre, 
er hAte zu sinne 
niwan JAles minne. 

916 dA sie vernam daz mAre, 
dö vrAgte sie nicht mAre, 
sie getrüwet im zustunt, 
als noch die minnAre tönt 
die wtp sint sus geslachte, 
sie trdwent solchem brachte. 

*) Besser mAre : klaffAre. 



GCXL EINLEITUNG. 

machte : machte 2t, 169. böte : böte 197. sch/^ne : schöne 463. 
weich : weich 22, 95. abe : abe 237. wtze : wtze 829. trüge : tröge 
C/rocAren) 23, 215. 

WZd daz sie was zweier gote amte 
and Jupiter was ir ane: 
di iac zu yil 6ren Ane. 

wer : wer 25, 43. m6re': m^re 91. wftge : wAge 125. 159. 115(*. 
29, 53. gereite : gereite 29, 221. hie : hie 317. stnnt : stAot 126a 
iS. CC). 

1286 des woldens komen zu rechte 
unde erteilen rechte, 
wem die sprAche zAme; 
daz der die wAfen n^me. 

her : her 30, 3. sin : sin 61. vrume : vrume 217. hAnt : hAnt 

32, 275. du wilt : wiit 305. nA : nA 389. wunder : wunder 431. nn- 
künde : unknnde 449. stat : stat 33, 11. werbe : werbe {Maly 

33, 443. 

2. Compotita und Ableitungen: urteil : teil Br. 28. wlssage : sage 
190. walde : gewalde ProL 33. Darnach habe ich ffeitchriebcn geachte 
: achte 1, 27. merwunder : wunder 561. Itben : beltben 601. über- 
wunden : wunden 861. walt : gewalt 1147. gen Arne : nAme 1223. 

\Zd der vater harte d6 erquam, 
do er slnes sunes bete vernam: 
im begunde leide, 
daz erz swür mit eide. 
er sprach *in kindes wtse 
und rechte unwtse 
hAstü die bete dir erkprn« 
unversunnen hAn ich geswom. 

14 & aller bände rtcheit, 

dA von die werlt wirt gemeit, 
daz wil ich dir allez geben, 
. ob du die bete wilt begeben, 
die du an mich gegert hAst. 

rösenvar : var 14rf (S, CLXXFII). 

16 c Jupiter die klage vernam. 
durch zAgen er die gote nam. 

21 d wan hAtestu gebeitet, 

daz ich des kindes wAre genesen 
(mtn sterben müste lichte wescn) 
und dan gerochen dtnen zorn! 
nn sl wir bAde verlorn, 
mit ein wir muzen sterben, 
von dtnem zorn verderben.* 
die wort kAme ergiengen, 
die ougen ir vergiengen 



EIKLEITUKG. fCiLi 

nnde lac alsA t6t. 

des qaam Ph^bos in nAt: 

er lief und wolde sie laben — 

ver^beoe . er beschält den rabea 

durch stoen klaffenden munt 

stn var verschfif er zustunt. 

• 

meit : gemeit 5, 67. vergAt : ergAt 9, 63. zu stunde : erstünde 77. 
regenbogen : bogen 249. worte : antworte 10, 70. getAn : volgetAn 182- 
minnen : waltminnen 240. 

39 a tochter mtn, ich bin gemeit, 

daz ich dich vinde, schöne meit. 

A3d ichn lAnz nicht nngewizzen, 
daz solt ir schiere wizzen. 

geiam : zam 12, 7. vrouwe : juncvrouwe 51a lange : erlange 
15, 7. wunder : merwnnder 21. sigen : gesigen 105. loube 
: gelonbe 111. widerwende : wende 185. tochterman : ich man 16, 181. 
gewilde : wilde 227. bem : enbern 403. vAre : unvüre 461. 

fnd unz er mit slner briite 
zu cicönischem liite 
quam, dA er sie umbevienc. 
zwAne sune sie d6 emphienc. 

74 o dtn vrüntschafl und dtn trüwe 
die soltü machen nAwe 
und sende in dtner ritterschaft, 
des gemAret werde ir l&raft.' 
do er verjach der worte, 
der kunec im antworte. 

geselleschafl : schaft 17, 83. eiuAte : gen6te 109. liehe : jAmerllche 

19, 89. lArber : Yerber 205. werfe : gewerfe 207. bevil : vil 20, 29. 

war : anderswar 261. 

92 a als6 rief er mit gewalt 

und lief tobende in den walt. 

minne : wazzerminne 21, 1. prlste : unpriste 133. böte : geböte 

197. vüz r'barvOz 99b (S, CLXXXIII). 

102 c die der schrifle sich verstAn, 
die vindent an der blüme stAn 
daz leste x, daz Arste A, 
daz mitte sprichet lA. 
dise blume enspruzet 
und sich Arste ensluzet, 
so die erde nAch des winters zlt 
die Arsten bliimeltn gtt. 

rouche : wlrouche 22, 63. geliehen : Heben 207. gemeit : meit 383. 
775. quam : erquam 407. Übe : bellbe 22, 465. 23, 233. jungelinge 
. geling» 22, 581. gereite : bereite 721. torwarten : warten 27, 35. al- 
ramAle : mAle 89. begunde : gunde 29, 93. wlcwer : wer 133. man 
: icb man 217. bewar : war 120» (S. CXCIX). 

[XXXVm.] q 



ccxtu EINLEITUNG. 

130e and hiez inz riimen balde: 
daz Uten junge und aide, 
na sagt wer daz erwande 
ond sie zu raeke wände? 
ich sach dich selben vliehen, 
zu dtnem schiffe ziehen. 

Itbe : beltbe 31, 133. 32, 369. herzogen : gezogen 31, 157. koro 
: bekom 32 , 45. werte : gewerte 85. dln : magedtn 375. gemeit : meit 
415. anevie : enphie 33, 225. walt : gewalt 477. ^wecltch : Ifch 34, 
137. meit : gemeit 201. bire : gebire 267. bellbe : Itbe 35, 165. 
Wirt : yerwirt 281. gen^me : n^me 369. 

Besonders erwähne ich die Silbe lieh, liehe: m der Reglet bindet 
jllbrecht hier nur wie die besten Ih'ehter, wenn in dem einen ff^orte 
dem I ein e vorangeht, seitner gestattet er ein t oder andre Consonan- 
ten, nach f^ocalen steht lieh : lieh fast gar nicht. Fgl. die Jotgenäen 
Stellen : toagenitcbe : angestUche 1 , 305. minneclich : gellch 1 , 939. 
jimerllche : innecltche 1455. schAhlich : minneclich 1469. gelich : rreis- 
lich 6, 23. wunnecUche : geltche 9, 247. minnecUche : gellche 10, 18. 
geltche : smdllche 15, 59, wird gliche zu lesen #6iA. geltche : spottet- 
liehe 157. : vreisllche 16, 473. gelich : bermedich 19, 533. heinlich 
: minneclich 21, 21. klageltche : vllzecltche 22, 459. schedelich : kref- 
teclich 25, 45. gellche : ^wecltche 27, 181. : hoveschllche 30, 193. 
tougcnltche : algellche (7) 32, 53. minneclich : gelich 33, 349. minnec- 
Itche : gellche 34, 291. ^wecHche : gellche 35, 181. 

Q\d dö min geselle dar gie, 
zuhaut viel er uf sin knie 
und bette and^htecltche. 
ich iet die gellche 
und bat sie mir gen^dic sin. 
sin bete ergie und die min 
mit swtgendem munde. 

766 des morgens ime touwe 

d6 quam AurAre, ein Trovwe 
der morgenr6te genant, 
und bat mich minne zuhant 
unde triktschefle. 
sie taste mich mit krefle 
und hiels mich minnecllche. 
mich d Achte spöttelt che 
getAn in mtnem sinne, 
daz Ichs nicht .solde minne. 
doch lac mir in dem herzen min 
Pr6cris der ^en schrln. 

3. Eigennamen und Fremdworter: MydA : da Uf*. 16. tAre : Aveo- 
tAre 226. £^enso d6 : GuptdA 1 , 835. Lynctdes : des 12, 63. tilrc 
: nAtilre 9, 199. LAdon : gedon 3S7. Amphimedon : gedon 13, 119. 
Eumendes : Lynctdes 165. DiAne : Ane 19, 313. Dryades : des 20, 99. 



EINLEITUNG. rcxLiii 

Najades : des 22, 513. AventAre : türe 683. h : Banaft 23, 193. DolAn 
: 16n 30, 141. Dtd6 : d6 32, 107. Polyph^mus : Telemus 187. Aven- 
iure : Iure 513. ad : UllssA 33, 125. 183. bl des : Achim^des 135. 
R6m^re : anm^re 36, 15. nAture : Aventüre 316 (S. CLXXni). 

1306 ich vorderste Helenam, 

den roup den ans PArls nam. 

130 il obe der ungeviige 

sA rtcbei werc trage, 
er erkande nicht den list, 
der an dem schilt gebildet ist, 
mer erde himelrlche 
nnd alle sterre gellche, 
din siben sterre, Arct^on, 
din liechtez swert, Orion, 
und die vrouwen Pleiades. 
Ir vursten, nu gedenl^et des, 
ob im diz wAfen zAme, 
dem iLunst nie was genAme? 

131 a wan Httdes weiz wol, 

der starlie dem wlsen wichen sol, 

SOS bAte er im die wAfen geben. 

onch stunde Enripilos eneben 

dem strtte, den ich mit dir habe. 

ouch enliezen es nicht abe 

Idomenens nnd Meijones 

mid der mAre Atrldes, 

der heizet Agamemnon. 

jA enlieze nicht dA von 

ab dirre Aventdre 

Ajax der recke tAre: 

die sint sA' tAre sA du bisL 

iedoch mac äch mtner list 

mit eilen keiner mAzen: 

den sige sie mir lAzen. 

du hAst die kraft, ich hAn den sin. 

obe ich nicht s6 starc bin, 

des sige in dtner hende stAt, 

sA vindet man an mir den rAt, 

dA mite ich ordenen kan, 

wA man sule grtfen an. 

Der zusammengesetzte Reim begegnet ein paarmal , ein ander : en- 
band er 1, 611. brüsten : kusten (kuste in) 1, 912; vgl, auch 40 A sie 
arovienc in nAch lusten. sie hiels in unde kusten, wo man aber auch 
luste : koste schreiben kann. 



NACHTRÄGE. 



S, II, 10. 0(fHd in der Dedieation an Liuthert {Kelle S. 7) nennt 
als *genUlium vates' Virgilius Lucanas Ovidius. 

S. II, 27. Auch Gunzo benutzt und eittert Om'd, vgl. Graste % 
\, 836, 

S. III , 25. Ohne Zweifel ist auch eine andere Stelle der Carmiiu 
boraoa at{f die ars zu beziehen, S. 251, 

stilns nam et tabule 
suDt feriales epnle 
et Nasoois carmina 
vel alioram pagina. 

5. XFII, 17. rielleicht identUeh mit der Ueberset%ung des Phi- 
lippus Crffi, der um 1320 schHeb, vgl. Grässe 2, 2, 738. 

S. XFIII. Penelope wird irrtümlicher H^eise unter den aus Liebe 
gestorbenen Frauen genannt im cod. Lassberg. 179, Bl. 67 b; die Stelle 
s. unter den Nachträgen zu Pyramus u. Thisbe. 

Auf die Geschichte von Demophoon und Phyllis bezieht sich die 
Stelle des eben erwähnten Gedichtes der Lassberg. Hs. 179, BL 676; 
femer ein Gedicht der Kolmarer Hs. 617«, unter Müglins Namen: 

DA Demophon genam 
Phylis die schAn und von ir qaam, 
von leide wart sie witze lam 
und sich herhing an einen ast 
daz wart den goten ') liunt 
daz solcher schade wdr eniunt 
von niinn und gAben ir zustunt 
worzeln est rts laup unde hast, 
sus wart Phylis die sch6ne zeiner linden, 
' daz ich vor wür in den poAten vinden. 

S. XX. Die Geschichte von Paris und Oenone berührt Ulrich von 
Bschenbach im Alexander, Bl. 60 der Stuttgarter Handschrift: 

Alexander aber sach 

ein bapilboum im virjach, 

dar an er gescrebin las 

>) Hs. gottern. 



NACHTRÄGE. CCXLV 

ein ding daz vor geschehen was, 

^ Troi4 wart zest6ret. 

gerüchl irs, sd höret. 

dk was bt ein branne. 

ich w^ne ouch ein bach dar ranne 

der des brunnen vI6z enphienc, 

wanne er in daz wazzer gienc. 

des wazzers fluz der ist tief. 

PArts ein juncfroun da beslief, 

Oeönes *) di cUre hiez, 

di er durch Elenam sint liez. 

Peleon hiez di selbe stat. 

S, XXI. AeneoM und Didos Liebesgeschichte behandelt ein 
rhythmisches lateinisches Gedicht des 12. Jahrhunderts, Carmina burana 
S, 56 — 60, oder vielmehr drei verschiedene Gedichte, die sich aber im 
Inhalt aneinander reihen. In den deutschen Citaten wäre noch etwa 
eine Stelle des Ambraser Liederbuchs S. 244 nachzutragen, wenn nicht 
die Gedichte desselben %um Theil schon über den von mir behandelten 
Zeitraum hinausgiengen. 

S. XXiy, Caslor und Pollux erwähnt unter den antiken Göttern 
Rudolf ^^ch in der fTeltchronik, bei Scherer, St. Gallische Handschrif- 
ten (Ä. Gallen, 1859) S. 1, 

Pollux unde Gastor, 
die diu tumbe diet enbor 
tnioc in ir herzen s^re 
nnd b6t in gotlich ^re. 

S. XXV — XXFI. At^f das Urtheil des Paris beziehen sich ausser-, 
dem noch /olgende Stellen deutscher Dichter, Virich von Eschenbach 
erzählt im Alexander nach der eben erwähnten Stelle, unter Bert^fung 
auf Ovid, Bl. 60 cf 

Peleon hiez di selbe stat, 

dA selben Pel^us «) höchztt hAt 

mit Achilles miüter di er nam. 

Peldus des gezam 

daz er drt kuniginne 

(man nante si golinne) 

dar zu der h6hztt hdt geladen. 

dk von slt in jAmer baden 

sich moste manig herze 

daz des jAmers smerze 

und gröze rüwe s6 versneit 

daz iz ein sterbin nicht vermeit. 

Jikn6 unde Pallas, 

di dritte gotin Vönus was. 

DiscordiA was dA heime blebin, 

von der ein apphel wart getrebin 

dA si in der ouwe sAzen, 

1) Meones die BasL Hs. 

*) ouh fügt die BasL Hs. ein. 



ccxLTi NACHTRIgE. 

di gotioDe ^), ande Azen. 
DiscordiA des gedachte: 
(61) den apphel den si brAcbte 

ansehende si den vor sich warf. 

nicht vi! ich dh von sagen darf. 

Ovidius der gepHsit 

der rede 6ch baz bewtsii. 

galdtn der apphel was, 

dar an man gescrebin las 

daz daz wannecltche golt 

Qnder in di schönste habin solt. 

an PAris di urteil wart gelAn 

der sich unrechte dran versan. 

Pallas wtsbeit im gehiez, 

daz er ir den apphel liez. 

JAn6 gebftt im rtcheit, 

daz er ir den apphel icht verseit. 

y^nus der apphel wart gegeben 

durch der minne süzez leben. 

als6 erginc di h6hztt, 

von der wart sint vil vroiden qutt. 

di zw6 gotinne des gewügen : 

den rÄt si sint an trägen 

daz TroyA zust6rt wart. 

Das Urtheil des Paris ersäkit auch Enenkels tTfltchronik. Im Jahre 
1468 beim Einzyfe Karls des Kühnen wurde das Urtheil des Paris der- 
gestellt: Cholevivs S, 147. 

Ein Lied, das aber erst dem 16. Jahrhundert angehört {j4mbrestr 
Liederbuch S, 228), beginnt: 

Rosina, wo war dein gestalt 

bei könig Paris leben, 

da er den apfel het in gwalt, 

der schönsten solt ern geben. 

für war glaub mir, 

het Paris dich mit deiner sch«*n gesehen, 

Venus wer ni't begabt darmit, 

der preis wer dir gegeben; 

in niederdeutscher Fassung in einem L, Uhland gehörigen Sammelkandt. 
vgl. Kellers Fastnachtspiele S, 1471, Nr. 14. 

S, XXXir. Benott braucht die Geschichte von Hero und Leander 
als Vergleich, den ff erbort nicht nachahmte, Pfeiffers Germania 2, 3lt^ 

tot autresi com Leandes 
qi noia en la mer d'Elles, 
, qi tant ama Ero sa mie 

qe scnz batel et senz navie 
se mist en mer per nuit oscure 
ne redotoit mesaventnre: 
tot autresi Achilles fait. 

S. XXXyjJIff. Fon Titurel erzählt die ß^anzosische Sage, dssi 
di got.] truncken die Basl. Hs, 



NACHTRAGE. CCXLVH 

er bei Nennung des Namens * Minne' sieh bekreuzte und darüber b^ragt 
angab, dass die Lesung des Om'd ihm einen Jbscheu vor der Minne 
beigebracht habe {vgl. Museum ßir aitd, Liter. 1 , 504). — Ein Zeug- 
niss des Jur\fiehnten Jahrhunderts findet sich in dem Leben Wilwolts 
von Schaumburg (Keller S. 60) *Na ist es woll war, wirt auch dick be- 
wert, wie Ovidias schreibt, das ein ieglich fraw von ehrn sonderlich lieb 
und lust auch wolgefallen za menlithen, unerschrocken und kecken 
ernsthaften mannen tragen. 

Die ars ist vom Erzpriester von ffita benutzt; vgl. F. ff^off, Studien 
zur Geschiehle der span. u. portug. Nationallit. S. 108. 

5. XLI. Deidamia wird genannt in dem oben {S. CCXLIP^) erwähn- 
ten Gedichte der Lassberg. Hs. 179^ Bl. 67 5. 

At^ die epistolae ei Ponto bezieht sich eine Stelle der bataille des 
VII arts (in Jubinals Rntebet^ 2, 430), 

le primat d*Orliens et Ovide 
ramenoient en lor aide 
X. m. vers de grant randon, 
embrievez en lor gonfanon, 
qn*Ovlde tessi de ses mains 
en Fessil ou il fu du mains. 

S. XLIJL Folz spielt at{f Lucretia noch an einer andern Stelle 
an, Fastnachtsp, 1313. Sie erwähnt auch ein Gedieht des Ambraser 
Liederbuches, S. 244. 

S. XLFL Den ersten Vers der Metam^nrphosen parodiert ein la- 
teinischer Dichter, mit Bezug at{f die vornehmen Herren, die ihre ab- 
getragenen Kleider nicht den Fahrenden schenken, sondern in neue 
Formen umwandeln, Carmina barana S. 75, 

in nova fert animus 
dicere mutata 
vetera, vel potius 
sint inveterata. 

S. XLFH. Eine ähnlich prosaüohe Deutung der antiken Götter, 
wie im Barlaam, gibt Rudoff in der ff^eltchromk , wo er Götter und 
Göttinnen, Heroen und Herolden ai^zählt. Scherer, S. Galt. Hand- 
schriften S. 7. 

S. CLrilJ. Der Sage von Lycaon (i, 163—252) gedenkt ein 

Meistergesang der Kolmarer Hs. (614 1/) unter Müglins Namen: 

Sytame mit gev^r 

der kvDg zu hüse Juppiter 

lAd and hervaren wolt die m^r 

ob im w6r knndig >) alle sach. 

der kung die werde rot *) 

mit menschen fleische snoder spot 

spiste. d6 nu der selbe got 

des Wirtes uppikeit hersach, 

>) Hs. knnig. *) der werde rat. 



1 



CCXLTlll NACHTRÄGE. 

stn Kom in mtcbl zu einem wolye wilde 
und lief in haogers macht Af dem gevilde *) 
witen *), zn einem bilde 
ArdiadiA dem lande breit. 

Ganz ähnlich wird Amor in den Carmina bnrana S. 164 geschildert, 

Inter hec aspicitar 
Citheree natos, 
vnltas est sidereus, 
Tertex est pennatus, 
arcam leva possidet 
et sagittas latus; 

und ebenso S. 192 est amor alatus puer et levis» est pharetratos «. s, w. 

S, LI. Auch Ulrich von Esehenboch macht Amor zu einer Frau, 

Alexander Bl. 4, 

vronwe Am6r was dA nicht laz: 
si twang des herren herze daz 
er umb ir minne sin lebin 
willecltchen wolde gebin. 

5. Llll. Eine Entstellung aus Python ist der gr6ze warm PfeUn 
(: getAn) im fTigalois 129, 12. Ueber den Namen Phttonisse sieh mhd. 
ff^b, 2, 495. At{f Daphne bezieht sich ein Gedicht des Ambraser Ideder- 
buches, S. 39, 

Phebe, dir gschach auch also gach, 

du eiltest nach 

Daphne der jungfraw ungezam, 

die dir entgieng» 

zn stund anßeng, mit laub umhieng, 

und ward ein schöner lorberbaum. 

dir nit me ward von bletleiu zart 

denn nur ein kränz, 

den du noch tregst umb Ire liebe ganz. 

Die Sitte sich nach dem Siege mit dem Lorbeer zu schpfücken be- 
rührt Ulrich von Eschenbach, Bl. 23a, 

daz ist noch al der beiden Site 
und volgit in werde mite, 
wenne si von strite komin 
und den sik habin genomin, 
s6 müz or kunig eine krAne 
von lörboume enphAhen schöne 
und di achte tage tragen: 
daz wlst in strit prislich bejagen. 

S. LIF. Dieselben Namen wie Notker ßir die Sonnenrosse hat ein 
latein. Gedieht, Carm. bur. S. 129, 

Act^on, Lampas, Erichtheus et Philog^os. 

S. LF. Genannt wird Asklepias auch in Konrads Pantaleon 1065, 
zugleich mit Gallien und Ypocras. 

•) Fgl. bei mir 1 , 453. 454. *) lyden. 



NACJBTrRAGE. CCXLIX 

S, LV, Europa erwähnt Rudoff noch in der fFeltehronik unter 
den Göttinnen, Scherer a. a, 0. Seite 7. Ulrich von ßtchenbaeh im 
Alexander 49 <f sogt 

ez was der furste m^re 
ubir Europam kemer^re. 
Europa ein juncfroa was genant, 
dA von dise lant den namin hAnt. ') 

Die Gründung Thebens durch Cadmus erwähnt ehef^falls Ul- 
rich, Aid 

nn lac dk nider Cathmas werc. 
ez hete s6 wunnecltchen berc, 
dar umbe er stifte Th^bas. 
den namen vant ir Pallas. 

S. LFI. Eine zweite Beziehung auf Actaeons ^Verwandlung ßndet 
sieh bei FoU, Eellers Fastnaehtsp. 1253, 

ond in Egipten bei Theba 
ein bad ist, dar in Diana 
die schon und edel badet ie, 
von der man also list das sie 
dar mit bego^ ein edel man, 
Alchon genant, do von gewan 
er schnell einen hir)?en gestalt, 
des an in vielen also bald 
sein bunt und in zoorijSen schnei, 
des er all weil wart schreien hei 
*ey fre)?et ir dan euern hern?* 
di/> dnt Ovidios erklern. 
ein sülches sie hnß ha/Te det 
den sie zno disem ritter het 

S, LFI ff. NarcUsus erwähnt auch Herbort 11209—222 

mir w^re als6 m^re 
daz ich Nardssus w^re, 
der harte sch6ne jongelinc, 
der nber einen brnnnen ginc 
und sine schAne drinne sach 
onde wider in sprach, 
er wAnde ein wtp ersehen h&n. 
üflTe genAde und 6fie wAn 
üf dem brunnen er lac 
einen sumerlangen tac 
unde llAhet ande bat, 
onz er an der selben stat 
von swAre und von leiden 
muste vurscheiden, 

itn Ansehluss an Benoit, Germania 2, 308, 

Narcisus sui, ce sai et voi, 

1) BasL Hs. di von disem laude den namen vant; wohl sti lesen 
di disem lande den namen vant. 



cci^ NACHTRAGE. 

qi tant ama Toinbre de soi 

q'il ea monit sor la foDtaine ete, 

Haiienüeh üt die Geschichte in den cento novella antiche bekanäeU, 
vgl. Dunlop (von Uehrecht) S. 213. FgL auch Graue 2, 2, 1088. 
<S^. LXI. Der miDne frtgedanc bei Doeen, MiseelL 2, 186 

wan mir ist wirser danne k 
Pyramus and Tisb^, 
die DAmeo jAmerllchen t6t, 
dA mite geendet was ir n6t. 

In einer Donaueschinger Handäckrift, (Laeeb, 179) BL 67 fr tu einem 
Gespräche zwischen dem. *tuniben' und dem Sinn wird Pyramus und 
Thisbe's Geschichte folgendcrmassen erzählt: 

daz ist an manegeo worden schtn >) 

die ir Itp *) durch zorn 

unbescheidenltche hint verlorn, 

als Pyramus und Tisp^, 

Circ6 und Penelop^ *), 

Phillis und AriadnA «) 

und diu schoene OyadAniA, 

Pyramus und Tisp6. 

daz hAstu wol vernomen m^, 

die wArn ze Babilön ^) lange 

under dem minne twange, 

daz si zesamen niht mohten körnen. 

diu huot bet in die stat benomen. 

doch machte si diu minne halt *) 

daz si erkurn einen walt, 

der stuont bt der bürge nA 

in was beiden alze gA ')» 

wan dA von in beiden 

wart stat und stunde bescheiden, 

dA si ein ander sollen wem 

des diu minne niht wolt enbem. 

TispA kam zem Ersten dar, 

eines lewen wart si gewar, 

der <*) was michel unde starc. 

diu juncvrouwe sich bare, 

üf einen boum steic si h6ch 

an dem wege. d6 si vI6ch, 

do enpfiel ir iIcs gebendes ein teil: 

daz was ein michel unheil. 

daz nam der lewe in stnen munl. 

sAn ') zuo der selben stunt 

kom Pyramus gegangen. 

er wAnde er würde enpfangen 

wol von ^^) slner triutinne. 

nu hcerent waz diu minne 



>) Hs. sein. *) liebe. •) Cirte vnd Penolpe. *) aria. 

*) BabiloDi. «) so halt. ^) nahe : gohe. •) Des. •) Sam. 
>«) in. 



MACHTRIGE. cfLi 



II 



wooden taot and hüt geUn. 

dem Jungelinge inrandels An 

begnnde nAhen nngemach 

von dem tier daz er ersach 

tragen daz gebende. 

er wAnde daz ir ende 

diu juncvronwe het genomen, 

dia durch in dar was komen. 

daz tet stme herzen w6. 

ow6 wie jsmerltch er schr£ : 

*ach mir vil armen man! 

ach got waz hAn ich geUn 

daz du des hAst gestatet 

daz sich der lewe hAt gesatet 

von der friundinne min: 

des muoz ich immer tr6ric stn. 

nu wil ich leben noch enmac 

hinnen fiiii)az keinen tac/ 

als er daz wort voUensprach, 

ern >>) weste leider waz er räch i*). 

mit sin selbes swerte 

des iödes er sich werte. 

d6 daz was ergangen, 

die jnncvroun begunde belangen 

aldA si verborgen saz. 

diu liebe tet daz si vergaz 

der vorhte vor dem tiere. 

an die stat kam sie schiere 

diu ir dA vor was benant. 

den jungelinc si d6 vant 

ligen In stnem bluote. 

diu juncfrowe vi! guote 

kande sich des wol enstAn 

durch waz er daz het getAn. 

si rief vil lAte VA mir wA, 

min trdtgeselle PyramA, 

daz ich ditz ie solt geleben. 

moht ich min leben für dich geben, 

daz tcte ich gerne und ringe. 

nu hAn ich kein gedinge 

daz daz müge gewesen. 

Ich sihe wol du mäht niht genesen: 

daz triuwe ich niht erwerben. 

ich wil nAch dir ersterben, 

des duokestu mich vil wol wert.' 

sAn ' *) zehant nam si sin swert 

unde stach ez in ir Itp. 

daz merke man unde wip: 

swer sich 86 vergAhet, 

daz im-, min rAt versmAhet, 

dem ^*) muoz in allen dingen 

harte misselingen. 



) Er. >•) lach. »») 8am. »<) Dez. 



CCLII NACHTRAGE. 

Ztoet 9päte Beziehungen im Ambraeer Liederbuch, S. 250 

ich trag io mir Priamus herz, 

der tot sich selbst beim brunnen, 

da er fand blut, und meiot die gut 

wer von den löwen gejffen. 

ich armer gauch mag 1)i]Iich auch 

mein leiden im zumessen. 

Ein eignes Gedicht darüber S. 363 Jf.^ ohne dass Namen genannt 
werden, Thisbe heisst hier eins königs tochter, und Pyramue ein jun- 
ger graffe. 

S, LXIF, Im Roman de la Poire, aus dem Holland in EberU 
Jahrbuche 2, 365 — 368 einen Auszug gegeben, ßndet eich *eine An- 
spielung auf die Geschichte des Pyramtis, nach dem vierten Buche der 
grande somme d'Ovide'. 

S. LXVIL Fulcanus auch in Rudows H^eltehronik, Scherer a. a. 
0. Seite 7. 

S. LXFIIIff. Carmina burana S, 145 

Venus me telo vulneravit 
aureo, quod cor penetravit. 
Cupido faces instillavit, 
Amor amorem superavit 
juvenculCf pro qua yolo mori. 

Ferner Rudoffs fTettchronik , Scherer S. 7 VÄnus und Diknk. In 
dem ungedruckten trojanischen Kriege, Hagens Minnesinger 4, 2216, 

VAnus, dlner racte 

bedarf dln minnekempfer vol. 

Ein Gericht der Frau Fenus als Fastnachtspiel bei Keller 258—263. 
FgL auch Keller 1407 der fraue Venus und der frouwe State bricf von 
der alten und neuen minne. 

S. LXXI. Eine deutsche Erwähnung des Hermaphroditus , unter 
Ben^fung ai^f Ovid, ßndet sich bei FoU, Fastnachtspiele 1254, 

ein bad bei der stat Tarran ist, 
ward im land Licia gesucht, 
welches ein Hermodit verflucht, 
macht es zuo merwayffer zuo stunt, 
welchs auch Ovidius dut kunt. 

S, LXXIJJ. Verwandtschaft mit dem Mythus von Medusa ßndet 
Zingerle (German, Pf. 3, 39. 40) im Garel vom blähenden Thal. fTer 
das Haupt des Unkunders fTalganues erblickt, ist verloren. Garel ver- 
senkt es in die Tiefe des Meers. Ganz ebenso im Daniel von Blumen- 
thal, vgl. Strickers Karl S. XFl. — Der stemwarter Atlas wird von 
Rudolf in der Weltchronik, Scherer S. 7 erwähnt. Gervasius vom 
Tilbury 2, 12 (/». 920, Liebrecht 5. 11) sagt tradunt antem Gorgonen 
meretricem fuisse, quae sua pulchritudine homines mentis impotes red- 
debat. ejus caput Persens in mare projecit. 



NACHTBIGE. CCLIII 

Danae, deren Gesehiehte Ovid mekrfaeh berührt {A, 6tt. 6, 113)^ 
erwähnt ein Gedicht der Kolmarer Ht. 616 tf, unter Müglins Namen, 
in welchem Mereur als Danaes Sohn bezeichnet wird: 

Danes ein maget was, 

der > ) sch6n und tagent eio *) Spiegelglas, 

üf einem höhen turne saz, 

daz nieman minne von ir n6m. 

her Jfuppiter zustunt 

in irer ^) minne wart enznnt 

und sachte manger hande funt 

wie daz er zu der meide qu6m. 

in goldes tr6r von himmel zu der frauwen 

er viel und barg sich in irs herzen auwen ; 

von solcher minne tauweo 

Mercurius geboren wart. 

S. LXXVff. Syrenarum merimenni vel calstrun, Hattemer \y 2286. 
Carmina bur. 16 mit Bezug auf den römischen Stuhl 

Syrtes insunt huic profundo 
et Sirenes toto mundo 
minantes naufragium. 

Die Gesta Romanorum {Keller S, 146) enthalten ein CapHel von 
drein syrenen, die vil schif ertränkten, aus der Sage von Ulysses ent- 
nommen. j4uch Suchenwirt 21, lll kennt die Syrenen. In einem 
Meistergesänge *das goldene hörn' {Germania Pf. 5^ 102) wird dasselbe 
alt *aus der Syrenen lant' kommend geschildert. 

S. LTLXyill. Pallas und Minerva werden von Rudoff in der ff^elt- 
Chronik {Scherer S. 7) als zwei verschiedene Göttinnen genannt. 

S. LXXIX. Die Geschichte der Niobe erzählt Ulrich von Eschen- 
back, Bl. 35 der Stuttg. Handschrift des Alexander, folgendermassen: 

Aphion ein kunic was, 

der daz riebe Th^bas 

vil gewaldecitche hielt. 

sin wlp höhverte wfelt, 

Nyobes was die genant. 

einen site het daz laut: 

zu ^ren und zu minne 

LAthöne der gotinne 

daz volc opfer brächte. Met. 6, 164. 

NyobS daz vorsmAchte 

daz si die drte mit gebete 

und ir selbe die dre entete. 

Nyobes wart des enein: 

eins tages doz volc in opfer schein, 

von golde und stden rtche cleit 166. 

die vrouwe gAhes au sich leit. 

dem Volke si enkegin quam, 165. 

daz opfer si in nam. 

1) Hs. de. •) tiu fehlt. ■) yre. 



CGLiv NACHTRÄGE. 

ir züchte si forgiz. 

*LAth6oA habe mlnea haz 

und wer des immer beginnet, 

daz er ir opfer bringet 171. 

oder bütet keine 6re. 

ich wAnde daz ich vrouwe w^re 

des rtches und der lande. 

nu erbiet ir mir die schände 

daz ir üwir sinne 

k^rt an ein gotinne 

der hilfe üch ist vore verspart 

und doch nie üwer vrowe wart/ 

LAtbAnA daz s^re clagete, 2f)4. 

ir tohter DyAnen diz sagete 205. 

onde Ph^bö irme sun. 

deme gunde ir laster wA tun. 

gr6zen zorn stn herze bevinlc. 

sulche rAche er begink, 

der wir h6ren gliche ninder. 

Nyobes het vlrz^n kinder, 182. 

sibin meide, sibin knechte. 183. 

si wArn von edelme gesiechte, 172^. 

als ich die rede hörte. 

der lebin Ph^bus störte, 

alle er zu töde slük. 

dar umbe Nyobes in herzin trAk 

kummer unde rAwe. 

der was ir als6 ntüwe 

daz si umme ire Itben kint 

ummermA was claginde sint 

si wart zu eime steine; 309. 

also ich daz meine, 

daz irem senenden herzen hart 

vroide und wunne wart verspart. 

nicht daz künde erweichen 

daz froide mochte reichen. 

Eine andere Beziehung auf Lalona findet sich in Rudo{f» W^eit- 
Chronik, Scherer S. 7, 

und einiu hiez LAt6nA, 

von der Appoll6 wart geborn. 

1^. LXXXIIL Medeas Geschichte ist in einem Meistergesänge 6e- 
handeit, dessen erste Strophe in Magens Minnesingern 4, 5346 aii^e- 
Juhrt ist: Inn dem gülden Mamer Die Ifedea mit irem prüder. 

Jotes der war ein kunig reich 
in Colchos, der gar minnicleich 
ein uberschune dochter het, 
war Medea genande k. s. w. 

* Philipp der Gute Hess 1453 die Kämpfe des Jason mit dem Drachen, 
mit den Ochsen und die Zaubereien der Medea ausfuhren . Cholemus 
S, 147. 



NACHTRÄGE. CCLV 

S. XCFIL Eine fabula HiDoUori aua «iner S. GalUr Handschrift 
des zehnten Jahrhunderts erwähnt Mattemer t , 239. 

yiriadne wird in dem oben S. CCL erwähnten Gedichte unter 
dm aus Liebe gestorbenen Frauen genannt. Fon Theseus erzählt 
Enenkels fTeltehronik (cod. gm. Mon. U, JfL 142 i) 

ein künich hiez Th^sus, 

der Stift ein lant, biez Argas, 

wan er herr dar inne was. 

Ein Meistergesang der Rolmarer Handschrift (ßl, 577 a) unter 
Mi'iglins Namen berührt die Sage von Dedalus: 

waz die natäre leukent, des cDberen muoz 
menscb uode tier, daz vorhte niht Icarias, 
des muost er sterben in dem wilden mere. 
er Aoac und* was kein vogel nibt. 
her Dadalus im smitte daz gevider. 

j4uifuhrlic/ier noch in einem andern Gedichte, ebenfalls unter 
Mag Uns Liedern, 615 fr 

Her Dadalas genant 

ein knnster saz in Kröten lant. 

in raenscben art er fliegen vant, 

als der polten lire spricht. 

der smittte im finge I ganz 

in Witze flammen sunder scbranz, 

mit den er b6her berge cranz 

beflög in kurzer stunt geschieht. 

zu nider noch zu h6ch sA fl6g der reine; 

zu einem got in weite die gemeine^ 

daz mittel fl6g er eine, 

des kam er an die höchsten schar. 

Die vetich Dedalus 

gab sinem son Icarius, 

der swang zu hoch des floges schuz 

und Ute zu der münden kreiz. 

zuhaut der hitze fräst 

in kreflen von der sunnen glast ') 

und widerstiez den bilden gast 

und im die flugel abc reiz. 

des tödes baut die h6vart strHrie sider 

und warf in ta der lüfte first her uider, 

in und slns rAms gefider 

verslant des grimmen wAges mar. 

S. XCiX, Auch in Rudoffs fFeitehronik wird Hercules genannt, 
Seherer a, a. 0. Seite 1, 

ApoUe und Ercules, der craft 
gediende alsolhe h^rsehaft 
daz sie wurden ouch genant 

>) Hs, kraft. 



CCLTI NACHTRÄGE. 

über alle erfecheschen lant 
an helfe crefte rtche gote. 

Ulrich von Esehenbach, Alexander IIa, $agt von teinmn Helden: 

di aventAre tut noch m6, 

si glichet in Alctd^. 

Alcldes beddtet schAnen man. 

Bl, 47a sagt Aristotiles in seiner Unterweisung an Alexander: 

ht was AIctdes wonhafl, 

des tugent hAt s6 grdze kraft, 

daz al di werlt was undirtAn 

dorch sine tugent dem werden man, 

den man noch vil söre cleit 

wA man von dem forsten seit. 

Ein Lied des Tanhausere in der Kolmarer Hs. 52a sagt: 

und ouch die sül die Hercoles 
gesl6zen hete zuo der werlde ende, 
brsht ich ir beide diss und des, 
si tet mir trürens wende. 

Bei der Fermählung Karls des Kühnen mit Margareta von York 
wurden die Arbeiten des Hercules gegeben, vgl, Cholevius S, 147. 

S. CV. Der Sage von Ganymedes gedenkt von deutsehen Dichtern 
Ulrich von Eschenbach, Alexander 60fr, 

noch m^ ich üch sagen wil 

daz Alexander virnam. 

zu YdA in den walt er quam 

dA Ganim^des hAte gejeit, 

als uns di Aventiüre seit, 

daz sin reine sAze art 

von eime am gezucliet wart 

Af in di lufle h6ch, 

dar umbe manigen frönde vlAch. 

ob iz im mochte stn geschehen, 

daz er in bl im hete gesehen, 

si rou doch stn höhvart, 

wl er der gote schenke wart, 

des Eb6 di juncvrowe pflac. 

S. CVII, Der Hilfe Neptuns und Apollos beim Bau von Jlion ge. 
denkt Ulrich von Esehenbach im Alexander Bl. 60 a, 

der nönde *) htz Laumed6n, 
der hielt daz rtche Yli6n. 
der kuoig grdzer rlcheit phlac. 
zu büwen er sich bewac 
ein bös daz er nande 
Yli6n nAch stnem lande, 
er het nkch meistern gesant 
allinthalbin in di lant. 



*) der n. der Basl. Hs. 



NACHTRAGE. CCL?II 

er b^t zwei maz mit golde 

wen im voibrenf^n wolde. 

zw^ne daz virndmiD 

wtse mao di dar quAmio. 

für den kunig si gingen. 

daz gelobte si eophiugin. 

w1 man si vor mourer sach, 

gr6zer wirde man in jach 

dA beime in irme lande, 

di man si herrin nande. 

der eine htz Pb^bus, 

der andir NeptAnus. 

von ir zouber des si wielten 

vor gote di lAte si bielten. 

d6 daz werk wart volbrAcbt, 

JLanmed^n sieb als6 *) bedAcbt 

daz er si wolde trtgcn 

und an deme geinbde Itgen, 

alsA daz er in nicht engap. 

des wdcbs im sorgen nrhap. 

wir h6ren von dem kunige sagen 

daz er dar umbe worde erslagen: 

von Achille daz geschach; 

womit j4lbrechts Darstellung 24, 77 — 94 zu vergleichen üt, 

S. Cß^IL Thetü nennt Rudo{f auch in äer H^eltchronik , Scherer 
S. 1, unter den antiken Göttinnen. Der Beziehung af</* PeleuJt und 
Thetü Hochzeit in Ulrichs Alexander ist oben (S. CCXLF) gedacht 
worden. 

S. CFIIL Das Haus der Träume ahmt Odo in seinem Ernestus 
S. 322 — 323 nach, Birgit folgend. 

S. CXff. Zu den Beziehungen avj die Trqjersage sind noch fol- 
gende Stellen nachzutragen. Priamus Hector Hecuba Jndromache bei 
Hattemer 2, 528 a. Enenkels JFeltchronik (cod. germ. Monac. 11, Bl. 
Ibd — 96<0 erzählt die Geschichte des trq/anischen Krieges amführlich. 
Der Hitterspiegel 1^1 ff. (m. mitteldeutschen Gedichte S. 119) erzählt, 
dass der Bitterorden vor Trqfa grossere Ausbildung erhalten habe. In 
dem JVeithartspil (Kellers Fastnachtsp. 408) , das seinem Ursprünge 
nach älter als das furf zehnte Jahrhundert ist, sagt der Ritter von der 
Hose 408, 6 

eur trau ist als gewis 

als der schone Paris, 

der ie mit treuen ist gewesen. 

als mir noch oft von im lesen. 

In einem andern Spiele, Keller 1039, heisst es 

durch eebruch kam der schon Paris 
umbs laben, durch dschon Helena zart 



«) 4t» Basl. Hs. 

[XXXTHI.] 



CG L V 1 1 1 NACHTRÄGE. 

die stat Troy zerst«*ret wart 

und kam Priamus umb sin leben. 

In einer Reimchrontk von Augsburg, Kellers Fasinae/Usp. 1359, 
wird Trqfas Zerstörung kurz berichtet. Im altfran», Parthenopeus 
(Massmann S, 133) werden Troja, Priamus und Hector genannt. Hec- 
tor als Bild der Ritter lie/ikeit {S. CXTI) in einem mittelniederl. Ge- 
dickte 'das andre Land (Mone, Quellen und Forschungen S. 12S) neben 
Karl, Alexander, Julius und Artus. 

Achilles nennt Ulrich von Eschenbach mehrfach, Bl. I6<l 

stn Sterke man geliebte deme 
werdem . . Acbilleme. 

Nach der vorher erwähnten Stelle lässt Ulrich Laomedon durch 
Achilles erschlagen werden, Alexanders ff^orte bei Achills Grabmal, 
dessen epitafium er liest, BL 61. 

S, CXVIII. Der Dichter der Vetula macht Ulysses zum Erfinder 
des Schachspiels bei der Belagerung von Troja, IV. Wackemagel in 
Kur*' Beiträgen 1, 35. 

S. CXFIII. Die Ferwandlung der Scylla berühren die Carm. bar. 
S. \ß in dem vorhin ermähnten Gedichte: 

Canes Scyile possunt dici 
veritatis inimici 
advocati curie. 

At{f einer Steintqfel in der I^farrkirche %um h. Daniel in Cilii liest 
man (Anzeiger für Kunde der deutschen f^orzeit 1856, 70): ein mer- 
wander baizzet Scilla , das hat auf di gaertel ein schon junchvranen ge- 
stalt und daz ander tail gar fraissam. in dem gar grozcen nngewiter 
rechet is den czagel auf, der ist als ein segel, und bebt sich an die 
cbiel und trenchet den. dem tuet die valsch werlt geleicb, die trenchi 
manigen. 

iS^. CXX. Circe nennt unter den antiken Göttinnen Rudolfs ff'elt- 
Chronik, Scherer S. 7. Ein Gedieht der Lassberg. Hs. 179 (in Donaue- 
schingen) Bl. 67 6 nennt Circe (Ks. Cirte) unter den aus Liebe 
gestorbenen Frauen, vgl. oben S. CCL. Folz in dem mehrfach be- 
nutzten Gedichte (Kellers Fastnachtspiele 1254) erzählt von Circe, mit 
Bert^fung at{f Augustin und Boethius, 

man sagt ein bad in Kriechen ste, 
dar inen bat die schon Cirtze, 
die auch au^ irer Zauberkunst 
und sunderlicber zornes prunst 
Ulixe diner all zuoma), 
wol zwen und zwentzig an der zal, 
in eitel wilde tier verkart 
iden nach angeborner art. 



NACHTRÄGE. €€LIX 

In Besug a^\f den singenden Schwan vgl, Dietrich in HaupU Zeit- 
sehrifl n, 462. In der Carm. bor. 217 heisst es: 

. nunc me solor, velut olor 

albus neci proiimus; 

und S. 229 

sie mea fata canendo solor, 
ut neci proxima fach olor. 

In einem Meistergesänge, MSH. A, 507 a^ der sich auch in der 
Koimarcr Hs. hXbd unter den Tonen Konrads von ßß^ürzburg ßndet, 
teird gleicl{falls der sterbende Schwan erwähnt. Ick gebe die Strophe 
hier nach der Handschrift: 

ich präf es bi dem swane, 

wer singet gein dem ende sin, 

gein sinem sterben ist ^) er nnverzeit : 

sins libs tut er sich ane, 

er vorchtet nit des todes pin, 

auch Yorcht ^) er nit des todes bitterkeit. 

^uch Hermann von Sachsenheim gedenkt des singenden Schwanes, 
ff^ackem, Lesebuch 1002^ 42. 

S. CXXIF. In einer Basler Handschrift (IFackemagel S, 36) wird 
als Spruch des Pitagoras angtfführt 

spil unkiuschez leben 

kan dir ein bcesez ende geben. 

Im Fastnachtspiel von den siben meistern {Keller 741, 1) heisst es: 

Pitagarus leret practiciren 
und kan auch wol an)? zifferiren 
wie sich jeder numerus gemert : 
die arismetica das lert. 

S. C XXIV ff. Zu den Stellen über den Phönix trage man noch 
folgende nach. Carm. burana S. 77. 175. Erlösung 2543. In einem 
ungedruckten Gedichte vom Priester Johann 315 

den vogel von dem man list, 

der f^nix geheizen ist. 

stn wart nie niht m^r dann der eine. 

sin nAtüre ich dir bescheine. 

er hAt ziere unmAzen vil. 

swenne er sich jugenden wil, 

s6 kumt er, s6 man list, 

swA diu sunne aller niihest ist, 

und dA st hitze hAt nAch ir craft, 

daz geblutet im sin meisterschafl, 

und machet im ein nest dA 

und rehte nindert anderswA. 

swann er ez danne bereitet hAt 

und in daz alter bestAt, 

') \aXfeklt, «) vocht. 



CCLX nachtrIgr. 

so ist er der sunoeii BÖ niheo 

daz io diu hitze beginnet vAhen. 

von edeln würzen ist daz nest sin. 

sd vihet in der sonne sehtn, 

swenne er an dem neste Itt. 

diu snnne im die hitze gtt, 

ze aschen brinnet er sA ze stete: 

daz was vi! nAhen A stn bete. 

swenne er danne verdirbet 

und der alte lip erstirbet, 

so gewinnet der asche solhe crafl 

daz er wirt werhaft 

und Wirt dar nAch lebentic wider. 

Der vorher erwähnte Meistergesang der Kolmarer Hs. h\hd {vgl. 
Hagens Minnesinger 4, 507a) nach der oben dtierten Stelle: 

daz glichet sich gar wol der abentnre, 
der fenix brint sich selber in dem füre 
nach sinem sterben wirt er wider nnre. ^) 

FgL noch Fastnaohtspiele 1294; Weimar. Jahrbuch 2, 106; H\ 
ff^aekernagel, über die mittelalterliehe Sammlung %u Basel S, 15. 

S, CXXril. Rosenblut in Kellers FastnachtspieUn 1127 vom 
Oetaviantts : 

wer die wibel bot gelesen, 
der vind anch in seinem wesen, 
das er so grojffen fride kont pringen, 
versmiden rnost man swert und dingen; 

und ganz ähnlich Folz, Fastnaehtspiele 1313 — 1314. 

1) Der Reim war wohl ursprünglich nüwer (: füwer, AventAwer). 



PROLOGÜS 



^rme unde riebe, 

den ich willecltche 

mines dientlcs bin bereit, 

zu löne miner arbeit, 
5 verneinet alle befunder 

die manicvalden wunder, 

die ich ü in difem buche fage, 

wie vor manegem altem tage, 

dA die werlt gemachet wart, 
10 die lAte wurden verkart 

und manege wis verfchaflen: 

daz leijen unde phaifen 

ungeloubqjich ift. 

doch wizzet ir wol, fit dirre vrift, 
15 daz got gefchdf Adimen, 

unz ik( Abrahamen, 

der fin 6rlte holde 

was, daz er nie woldc 

fleh iemanne künde, 
20 durch der lAtc Funde, 

die fich verfenket hAten. 

fwaz fie dd täten, 

lie betten an die abgote. 

in der tAvele geböte 

25 Itunden fie gemeine. 

holze unde tteine 
I XXXVIII.] 1 



ALBRECHT VON HALBERSTADT 

ir opfer fie brachten. 

die ftumben unbedachten 

hdtenz an den m^ren, 
30 daz die von goten w^ren. 

fie wdren unverfunnen 

und geloublen an die brunnen 

und an die boume im walde. 

des mfifte ir gewalde 
35 die tAvelifche meifterfchaft, 

der an in wtfte fine kraft 

durch manger hande pine, 

wan fie wären fine, 

des mochte er mit in haben pblichi: 
40 er erliez es die werlt nicht, 

wände d6 was gröz fin f&ch. 

der fine finne an ditze buch 

zu rechte hdt gevlizzen, 

der er ifl fult ir wizzen: 
45 en weder dirre zweier, 

weder Swdp noch Beier, 

weder Dürinc noch Franke. 

des Mt ü fin zu danke, 

ob ir Yundet in den rimen, 
50 die fleh zcinander limen, 

vaifch oder unrecht: 

wan ein Sachfe, heizet Aibrecht, 

geboren von Haiberttat, 

ü ditze buch gemachet hat 
55 von latine zu düte. 

fö vil guter Idid 

an tichtenno gewefen ift, 

daz fie ez an mich habent gevrift, 

daz wil ich Uzen ftne haz, 
60 daz man ouch eteswaz 

genuzze mtner finne. 

in dem £rften beginne 

faget ez wie die werlt wart, 



PROLOGUS. 

(an ir wart nicht gefpart), 

65 wie den lAten gefchach 
Wunders, als ich k fprach, 
nüch ir gelouben vil, 
wie daz werte unz an daz zil» 
daz Augultus zu kam, 

70 der zins von al der werlde nam 
und machte fö getanen vride, 
daz man die fwert bcgunde fmidc 
in fegenfe unde werken liez 
zu den flcheln den fpiez. 

75 dA wolte geboren werde 
' und erfchfnen der erde 
Kriftus unfer heilant, 
von goie deme vater gefant, 
von einer juncvrowen geborn, 

80 dar zA funder Az erkorn. 

Dar nAch über lange ftunt, 
als ich A iezA tAn kunt, 
zwelf hundert jir und zehen bevom, 
fit unfer herre wart geborn, 

85 ergangen wären an die ftunde, 
daz ich des bAches begunde 
bi eines vurften *ziten, 
in allen landen witen 
von finer tugende wol bekant: 

90 daz was der voget von Dürenge lant, 
der lantgrdve Herman. 
ich hin billiche dar an * 
den vurllcn iezA genant, 
wan ditze bAch in finem lant 

95 Af einem berge wol bekant, 
(er ift zu Jecheburc genant), 
wart zu tichtenne gedächt, 
begunnen unde vollenbrächt. 



(I«) W^ iwer wazzer luft wint, Metam. i, h 

die nü fus gcfchafTen fint, 

daz iesiichez finen grit 

n4ch gotcs ordenunge bit, 
5 daz was ungefcheiden dA. 

erde und wazzer ftunden h6, 

wan fle die lufl begriffen 

und durch ein ander fliffen. t 

die erde fwftre nider feie, > 

10 als ein bli in einen teic. 

done mocbte ouch die erde 
(Ib) gefatet wazzers werde: 

daz tete dem wazzer ange. 

unze ez quam zu gange, 
15 ttritens umb die wAge. 

fwAr unde Hebt enbAge 2<» 

Kunden, trucken unde naz. iti 

die bitze tr&c der kelde baz, 

ieslicb dinc dem andern war, t«^ 

20 daz die elemente gar ^ 

alle gemeine 

ficb nicht mochten eine. 

funne unde mAne n» 

die wAren Hechtes 4ne. 
(Ic) iedoch wie daz ft gefcheben, 

desn mocbte dehein menfche jehcn. 

fwie ichz muge geachte, 

irre wirt mtn achte. 



•♦ 



ALBRECHT VON HALBERSTADT. I. 5 

eim tören dunket mich gelich, 
30 der des underwindet fich, 

daz er ez wizzen welle. 

dem narren ich in gefeiie, 

der vogelen gät zu walde. 

fwie vremde fi die halde» 
35 er g£t ie m^re und m^re 

und wildet fich fö fAre, 

daz er enweiz war er foK 

wan w£re er hie beliben wol, 

da er die wege wifte. 
40 tougenlicher lifte 

wunder gewinnen künde, 

die niemen mac durchgrunde. 

Dö got, als er folde, MeUm. i, 21 

den ftrtt teilen woide» 
45 erde und wazzer er dö fchiet, 22 

vinftemis unde lieht 

lud mer himel erde, 23 

den mAfte ir (tat werde, 

als got fle hdte gefat: 25 

50 ieslichez vant ftne (tat. 

fwaz höhe ime himele fwebet, 

niemer gein der erde ftrebet: 

fwaz ilt üf der erde, 

mac ouch niemer werde 
55 in den lüften dz gebreit. 

fus wart der Itrit hin geleit 32 

von dem fcheph^re. 

er umbefiöz die fphAre 34 

mit dem wilden wAge: 36 

60 daz ift der winde lAge. 

ouch fchüf er daz die brunnen 38 

Az der erde runnen, 

die YÜezent alle ir gcnge 40 

ndch breite und nAch lenge 
65 und koment aber alle 41 



45 



46 



6 ALBRECHT VON HALBERSTADT. L 

mit gemeinem valle 

zum mere, fwenne lie daz lant 

mit vüchte genetzet hAnt. 

er machte die berge hoch, Meum. i, 4i 

70 die tal er der nider zdcb, 43 

die boume wurden bekleit 44 

mit zwten und mit eften breit. 
(N) Der himel wart zu mAze 

geteilet in vunf Iträze, 
75 dar umbe ift der mitter kreiz 

brinnendc als ein viwer heiz, 

die Azern flnt fus geftalt, 

dA hdt kelde gewalt: 

zwftne temperieret, 
80 Yil ebene geteilieret, 

weder zu heiz noch zu kalt: 

d& ift gelicher gewalt 

Yunf teil dem geltche 47 

hAt daz ertriche. 
85 der 6rlte ift von vüre 49 

(6 rechte ungehüre, 

daz da kein menfche wonen mac 

weder die nacht noch den tac. 

der zweite und der dritte ift 50 

90 fö kalt daz dd zeheiner vrift 

durch daz ts noch durch den fnA 

dehein menfche mac geftA. 

der mitter teil der erde 51 

mac gebiiwen werde. 
05 er getchüf ouch in die luft M 

wölken rifen unde tufl: 54 

werme unde kelde 

[ich breitet ime velde, 

S6 fie obene nider gät 51 

100 unde Af die erde fl4L 

ouch wart gefchaffen der wint: ,sti 

fwaz winde in der lüfte fint. 



ALBRECHT VON HALBERSTADT. I. 7 

die bringent dunrc unde regen: Metam. l, 55 

ieslichem ift fin art gewegen. 57 

105 obe fie under Itunden 59 

ftriten begunden, 

dazn mochte wunder werde, 

daz fle mer und erde 60 

met alle zurizzen, 
110 die erde zuflizzen: 

h£ten fle die gewalt, 

des wurdcz ertrtche gevalt. 

Eurus ölten hAs hdt, 01 

der geteniperieret w4t: 
115 Eolus in heldet wol 

beflozzen in eime bol. 

er ift milte, fwenne er git 

kAlde zu finer ziL 

ein fenfter wint ift Zephirus. G3 

120 den heldet ouch Eolus: 
(2«) der wdt weftenAn her. 

nu kumt der trübe Aufter gg 

fundenAn her geviogen, 

mit fwarzem wölken bezogen. 
125 fin vetege Cnt im lazze 

und von regen nazze 

und ouch von wazzer fwAre. 

gein im nimt die köre 65 

der vil kalde Böreas: 
130 der vAlet loup unde gras 

mit ife und mit fnöwe 

norden von dem fftwe. 

nu die himeles ringe 67 

von irdifchem dinge 
135 gefüberet wären, 

die liechten fterren bdren 70 

zuhant lAterlichen fchin. 

d6 got ndch dem rdte fin 

diz befcbafTen bäte, 



76 

78 



S5 
S4 



8 ALBRECHT VON HALBER8TADT. I. 

140 dd wart geordent drAte 

dem himele funne und mdne. Mecam. 1, 73 

vogcle wol getane -^ 

in der luft f weben begunden, 

die vifche in den unden, ;4 

145 die tier beßlzen den walt 
fwie ez w6re geftalt» 
doch was ez al vergebene, 
unze got zu lebene 
den menfchen erkuchte. 
150 mit finnes genuchte 
hiez er in aller dinge 
Waiden üf dem ringe, 
der menrche üfrecht geftail ift, 
daz andern tieren gebrift. 
155 got in fus gemachte, 

daz er der wunder achte. 

Die ^rfle zit ift fus erkant 
unde guldin genant, 
wan menfchlicbem geflechte 
160 liebte dd daz rechte. 

(16 hielt man trüwe und wdrheit 
ine gelubede und äne eit 
done was dehein twanc: 
done was zu kurt noch zu Jane 
165 vafte ftunt dd daz recht: 

gelich was herre unde knecht. 
dd was kein beflozzen Hat, 
dd was nicht bürge gefat 
noch höhe turne üf erhaben. 
(2b) done fach man niender burcgrabon 
noch krieges gefchreige, 
noch wdfen manger leige, 
heim unde harnas. 
kein ors dd gefatelet was. 
1 75 dd wart arbeit nicht gepflegen, 
der h^ten fie fich gar bewegen. 



8H 



90 



92 



99 



ALBRECHT VON HALBERSTADT. I. Q 

der walt flunt unverhouwen. Metam. l, 94 



done mochte nieman fchouwen 


95 


galten holchen nachen. 




180 durch keiner hande fachen, 




gelt g&t oder habe, 




flgelen üz des meres habe. 




nicht fchifferte dö gefchach. 


90 


nieman niwan £in lant fach. 




185 in was der fpife genüc, 


103 


die die erde felbe Ir&c, 




done wart anders nicht gefAn 




wan hagebutten unde fl£n 


104 


unde fwaz die eich bar. 


106 


190 und ertber was ir lipiiar. 


105 


würze manger wtfe 




daz was ir hefte fptfe. 




done fach man egeden noch den pflAc: 


101 


doch wuchs in vruchte genüc. 


102 


195 ir arbeit die was lutzel gröz, 




wände in milch wIn honec viöz. 


111 


der fumer werte iemer, 


107 


dö fach man winder niemer. 


108 


der minnecliche Zephirus 




200 wAte üf erden alfus 




über boume und über gras, 




daz felden blümen 4ne was. 




Dö zu dem tiefen Tartarus 


113 


geftözen wart SAturnus, 




205 dö was die guldin zit ergdn. 




die filberfn hAp fich tAn, 


114 


dö Jupiter eine hielt 




daz himelriche des er wielt, 




dem golde nicht geiich mör. 


115 


210 dannoch baz dannez ör. 




dö wart verwandelt fchiere 


116 


daz jAr unde enviere 




geteilet als wirz noch hAn. 





10 ALBRECHT VON HALBERSTADT. I. 

(2c) die zit was ungelich getAn: 
215 ficb htlp not und kummer. 

winder unde fummer, Heum. l, 117 

herbeft und lenzen wunne. Us 

do gefchach des menfchen kunne 

6 des nie wolde r&chen. 
220 fle begunden fftchen 121 

ieslicher fin gemach. 

boume unde fteindach 122 

in zu hüfen lochten, 

mit rüten geviochten, 
225 mit leime geltrichen. 

dd gie der pllüc ^ytftcAeit, 12t 

des die erde ungewon was. 

dö wart gerütet daz gras, 

wände lie d6 fiten kom: 123 

230 daz trAc die erde bevorn. 

fich hüp 6rft der ochfen leit 124 

ime pflüge und arbeit 

Sit wart daz menfche harte 125 

und 6rfner arte. 
235 fie hüben fich an den ftrit 126 

und triben mit wäfen hin die zit 

doch was in bi noch gutes ie, 

unz die ifern zit ergie, ri~ 

die wert dannoch hüte, 
240 als ich ü bedüte. 

dem ifenin geflechte 

verfmAchte tugent rechte. ^ t>9 

du wart verfpulget wärheit: > * 

daz was der Trüwe ein herzenleit, . 
245 dar umbe (ie karte wider 150 

zu himele, dannen lie nider 

zu der erden 6 gie. 

gewalt fie hinder ir iie, 130 

unrecht unde kriegen, 
250 untrüwe unde liegen, i:m 



ALBRECHT VON HALBERSTADT. L 1 1 

hai gitckeit unde bracht. 

die hänt in eine (tat gemacht 

und die werlt befezzen. 

d6 wart daz velt gemezzen Meiam. i, 136 

255 mit rüten algemeine. 

man fazte marciteine. 

der walt wart geveilet, 133 

dem wazzer zil gef teilet 131 

des mochtens nicht genüge haben. 137 

[2<i) fle begunden tiefe graben 138 

durch die berge klAfller lanc: 

daz was bercwerkes anevanc. 

fwaz man ifens dö vant, 14 1 

daz wart an wAfen gewant, 
265 mit lilber und mit golde 142 

dem foldier man folde. 

fwie riebe fie dö wären, 

dannoch m6 woidens vAren. 

braut und roup gemeine 144 

270 wart durch gut alleine. 

der galt finen wirt trouc, 

dem fwehere fin eidem louc, 145 

brüder triwe wart kleine, 

untrAwe Blüten gmeine. I4(i 

275 der Fun den vater Iterben 148 

vrü wAnde durch erben 

fwaz er gAtes gewan. 

die ftarken rifen fach man 152 

gröze berge tragen dar. 
280 über die wölken woidens gar 153 

Af zu himele fin geftigen : 

wan daz die gote fies verzigen 

unde ins nicht wolden gunnen: 

fle hAten in in ane gewunnen. 
285 JApiter inz niht vertrAc, 154 

wände er fle der nider flAc 

mit den blicken der er wielt: 



12 ALBRECHT VON HALBERSTADT. 1. 

dA mite er die berge fpielt Metam. i, t5o 

Pelion, Olympus 
290 und OITd da die rifen b&s 

6 des haben pflAgen. 

dar under lie gelagen 150 

ungehüre unde gröz. 

von dem blute daz dd vlöz 157 

295 und in daz ertriche ran, 

enfprungen andere man, lös 

die uppecliche lebten itio 

und wider den goten ftrebten: i6i 

die gote in verfmAchten, 
300 vil mordes fie voibrdditen, 

daz was ir fin und ir müt, 

wan lie bar menfchen blAt 162 

(3«) Dö Jupiter nu gefach, 163 

waz vreveles von in gefchach, 
305 do begunde in rüwen f6re, 

daz die werlt gefcbaffen w£re. 

doch tr6c erz tougenitche: 164 

er was ot angeftliche 

dar üfe gevlizzen, 
3iO wie ez wurde gewizzen 155 

dem ubelen Lycd6n6. 

fö er des gedachte ie m6, 

ie m6 tet ez im ande. 166 

die gote er befände: 167 

315 die quAmen dar mit Cchalle 

die himeles ftrlze alle, IGS 

die twerches durch den himel gät 

und fich nechten fehen 14t, 

fö die liechten Ilerre 
320 ame bimele fchinent verre. 

difen wec die gote gAnt, I70 

fö fie zu rAtenne hiut. 

dö fie alle fAzen 177 

nach gotelicher mäzen 



ALBRECHT VON HALBERSTADT. I. 13 

325 ieslicb an nnem orte, 

der flner wirde hörte, 

wan JApiter faz enbor, Mciam. i, 178 

als der in allen gienge vor: 

ein zepter helfenbeintn, 
330 daz tet flne macht fchin. 

Itn hoobet er driltunt wac, 179 

des himel unde erde erfchrac. isu 

fin rede er alfus ane vie I8i 

'war umbe ir fit befehdet hie, 
335 daz wil ich üch wizzen lAn. 1S2 

mirn hlt tö w6 nicht get4n, 183 

d6 die rifen ir gewalt 

gein uns hAten fus geftait, 

daz lie berge trAgen 
340 unde des gewAgen, 

fie wolden Af zu himele fligen : 

difle lafters wil ich fwigen. 

wes ich mich nft bedacht hin, 
(3I>] daz lAn ich fchiere üch verftdn. 187 

345 ich wil ertöten drAte 

fwaz menfchen leben hAte: 

fwaz der himel beflüzet, 

fwaz der wie umbvlAzet, 

Ocöanus daz gröze mer. 
350 bt dem wazzer ich daz fwer, 18S 

daz dA Stix ift genant. 

fwer dar fetzet Dn phant, 

der eit belibet (töte. 



189 



355 iedoch wil ich fchönen der, 
die getün nAch mtner ger. 

fwer fnidet daz wunde, 190 

der bewart daz gefunde. 19 1 

ich hän gotinne unde gote, 192 

360 die volgcnt minem geböte, 

waltmennel und getwerge 193 



14 ALBRECHT VON HALBBRSTADT. I. 

in waldc und in berge, 

eibinnen unde veien. 

nu die lieh wolden zweien Metam. l, 194 

305 und in ir tumpheit benam, 

daz in der himel nicht gezam, 

und wir in hän die erde gegeben, i«)5 

da fie gerne mugen leben, 

wie mohtens Ine forgen 196 

370 nu leben und geborgen, 

fit mir LicAAn widerftdt i»s 

und ein TA wildez herze bAt? 

nu bin ich doch ein Aarker got 197 

unde It^nt Af min gebot 
375 donres blicke unde regen: 

die mac ich als ich wil gewegen, 

nAch mfnem willen unde ger: 

daz mac deheiner mir erwer.' 

Die gote riefen alle hnj 

380 mit gemeinem fchalle 

Ver underwindet fich der idt, 

daz er dem höften widertUt? 

daz müz er zwAre büze: 

übel er liden müze!' 
385 J6piter Troude enphie, 204 

daz in Hn leit zu herzen gie: 

daz tete ir gAter wille. 

er geb6t ein Ilille, 2110 

(3c] doch müfte er dicke wenken dar, 
390 unz er fie mochte fweigen gar. 'im\ 

dö ein ftille gefchach, 207 

anderllunt er d6 fprach 20s 

'ir gote, hdnt gedulde: 

er hdt gezalt fin fchulde, 201) 

395 als ich ü zu rechte fagea. 

dar umbe muget ir wol gedagen. 210 

do ich von 6rfte h6rte, 211 

daz fich die werlt enbörte 



ALBRECHT VON a4LBER8TADT. I. ]5 

unde lebte in bAsheit, 
400 daz was mir innecliche leit, 

doch wolde ichs nicht der wArheit jehen, lieum. i, 212 

unze ichz felbe h^te gefehen. 

mtn gotheit ich verftalde 2i3 

und vAr her nider balde 
405 und fach in allem lande 2U 

niwan funde und fchande. 

nu hlte mich die vinfler nacht 219 

hin zu LicAAne bricht, 2iH 

da ich ein gotlich zeichen tete. 220 

410 daz volc begunde ane bete. 

d6 Lieft An daz vernam, 221 

daz ich ein got zu menfchen quam, 

dö fprach er vrevellich durch Tpot 

'^ich vinden obe er li ein got 222 

415 oder fus ein ander man: 

wände ich zwlvcl dar an/ 22a 

in den gedanken tiefe 221 

tete ich als ich [liefe. 

LicAAn flAc einen man, 220 

420 den er zu gifel gewan. 227 

6 er was begarwe tot, 22s 

er gebriet in unde tot 229 

und trüc mir dar die Tpife. 230 

do ich fin unwife 
425 und flnen ungelouben fach, 

dö fante ich viwer in daz dach. 23 1 

durch daz ftarke vüre 

lief der ungehüre 232 

Lied An dan Af daz velt: 
430 daz was fin Arfte widergelt. 

fchrien Wolter grimme: 233 

dA gienc ein wolfes ftimme 

üz finem hälfe vreiffam: 

d& von allez volc erquam. 
435 er wart ein wolf zu ftunde 



16 ALBRECHT VON HALBERSTADT, f. 

an zenen hälfe flunde, 

da mite er unze üf difen tac MHam. i, 235 

flindet fwaz im werden mac. 
(3d) dd er üz dem viwer fpranc, 236 

440 Rn roc was grd unde lanc, 

der wart ein balc begarwe : 

des fchinet noch die varwe. 

im wurden fine beine 

tApen nicht zu kleine. 
445 im bleip niwan mannes mAt, 237 

den er mit roube fchtn tut 

fwaz er vindet treil er mite: 

des h^t er lutzel gebite. 

Hn ougen ficht man brinnc 2:v^ 

450 dz dieplichem finne, 

als er was gewon L 

man mac in dannoch hüte f^ 

ungezamt und wilde 

fwifen ime gevilde. 
455 Swie er fin fchulde zaide, 24n 

daz ich die werlt behalde, 

daz hAnt fie nicht verdienet noch : 242 

wan fie flunden alle doch 

bi dem ungetrAwen man. 
460 obe ich fie behalden kan, 

des hArte ich gerne Awern rflt, 

fwie min urteil geftdt: 243 

dft komen an ein ende.' 

daz lobtens in fin hende, 244 

465 wan daz manege jAhen, 245 

daz fie menfchen f4hen, 

die in ir opfer brachten: 249 

daz fie der gedachten. 

dö Jupiter ir unmüt fach, 25o 

470 er getrAftes unde fprach 251 

HAt hin Awern unmAt: 

ich fchaffe ein kunne, daz wtrt gut 252 



ALBRECHT VON HALBERSTADT. L |7 

und baz daone ez 11 gewefen 

vrum und gerecht und Az erlefen.' 
475 alfus Wolter hAn gefant, Meum. l, 253 

daz himeles viwer über die laut, 

wan daz in forge wände, 254 

daz fich der himel enbrande. 

des begunde er denken, 260 

480 wie er tie folde ertreoken 

mit wazzeres unden, 26t 

daz lie ir ende vunden 

und mAften alfus undergAn. 

difen rät behielt er fän. 
485 er biez mit ftarkem binde 262 

den kunec aller winde 
(4«) AquilAnen drucken. 

der ift dürre und trucken 

und derret Azer mAze. 
400 er biez ledec Mze 264 

den Aufter, fwarz unde naz, 

der ift ein recbtez regenvaz. 

im ift (In lip al bekleit 265 

mit wölken dicke unde breit, 
405 här und hart von regen naz. 266 

der nebel an Hner ftirne faz: 267 

flne Yetege viozzen 

mit regene al begozzen. 

den vinftern wölken rief er dar. 268 

500 die quAmen in gemeiner fchar: 269 

dA von der himel was beflagen. 

die luft enmocbte lie nicht tragen 

und vielen fus mit ganzer macht 

der regen feie als die nacht, 
505 unz er den liechten regenbogen 270 

mit nebele bäte bezogen 

und vertunkelt garwe, 

daz nicht enfcbein fln varwe. 

die wölken Azme mere ftigen 

IXXXVIIL] 2 



Ig ALBREGHT VON HALBERSTADT, f. 

510 und ftz der luft nider figen, 

unz fie daz ortrfche 

beftrichen al geliche. 

die vruchte wAren nider geflogen. ifeum. i, i'i 

der ackerman begunde klagen 
515 fine grAze arbeit, 2t; 

die er bAte dran geleit. 

habere weize unde kom, 

daz was allez verlorn. 

bi der zit Neptünus quam 27 j 

520 dar daz wilde mer gram : 

die unden gemeine, 27«; 

grdze unde kleine, 

derne wolder keine erldn, 

fln müflen al geliche gdn 2^0 

525 unde ir tur enfliezen, 271« 

ir wazzer üz giezen. 27 «^ 

ieslich nAch Dnem willen 

fold üf daz laut wellen, 

unz ez die erde ertrancte, 
530 als er in gehancte. 

Die wazzer wAren willec gar 2^1 

und quAmen in gemeiner fcbar 

alle dar gerunnen. 2^^-: 

(4b) beche unde brunnen 
535 vreisliche wielen 

und üf daz lant vielen. 

Neptünus die erde flüc 2^.. 

mit dem zepter daz er trüc 

und fchüf ein ban den unden. 
540 vliezen die begunden 2^4 

und dachten gevilde, 2^:, 

ecker wifen gewilde, 2^> 

hüs menfchen unde vie: 2st 

daz allez befouften fie. 
545 dün mochten zu deheiner vnimc 

die bethüs der gote kume. 



ALBRECHT VON HALBERSTADT. f. IQ 

fwie vefte ein bi!is wftre gefdn, Metam. i, 288 

dazn mochte nicht widerftAn. 

die turne wdrn beviozzen: 289 

550 die wilden wazzer dozzen 290 

über berge und buhel grdz. 

ein r6 mit ganzen kreften vlAz 292 

dA man bäte 6 geert: 294 

daz was alf6 verkert. 
555 da der boc die reben 6 299 

nüc, da lägen c6t6, 30o 

delphine walre merfwfn. 302 

dö fach man bi dem lembelin 

den wilden wolf grimmen, 304 

560 bi hafen winde fwimmen. 

üf bergen merwunder -301 

lAgen, die nam wunder 

menrchlichcr werke: 

den half nicht ir fterke 
565 noch erbeten veften. 

der walt mit finen eften 302 

lac under wazzers fchoube 

bedacht mit fime loube. 

dem lewen enhalf ßn eilen nicht: 304 

570 des ebercs zant was enwicht, 305 

dem hirze nicht gebäte 30ß 

die fnelle die er hdte 

in der vreiflamen vlüt. 

done half dem bern ftn mftt, 30s 

575 den vogelen ir gevidere. 

He vielen alle nidere. 
(4c] Debeinen berc man envant 309 

den der wdc nicht verflant, 

daz man ßn nicht enfach. 
580 daz wazzer fchüf in ein dach, 310 

dar über ez allenthalben lief 

bt vierzic klafteren tief. 

wan eine der Parnaffus: 316 



20 ALBRECHT VON HALBERSTADT. I. 

der was mit finen fcheiteln fus 
585 gein den lüften Ar geftigen, 

daz die fterren üf in ligen: 

doch was er fö gefofien, Meum. U 'l\' 

daz nicht beleip ofTen 

wan fln fcheitel zweine. 
500 der fach man da ein kleine: 

der eine heizet Helicon, 

der ander Cit^ron. 

die gotin Temis dar quam 32i 

in einem fcheffel irrefam 3I9 

505 und brächte varnde und irre 

Deucalion und Pirre« 3is 

die von vil tAfent Ane zal 325 

beliben eine über al. 

dö nu Jupiter gefach, 324 

600 wie leide der werlt gefchacb, 

von hundert tüfent liben :r2t> 

niwan zwei beltben, 

Deucalion und Pirr6, 

(done lebte anders nieman mi) 
605 des hAte er ir vor leide, 

wan fie got verebten beide. 32: 

Daz wart der werlt zu heile: 

die fwarzen wölken teile 3^ 

begunder von ein ander. 
610 den Aquilön enbander 

der fie alle zutreip, 

daz kein bt dem andern bleip. 

er hiez die vlAt tän zergAn, 

daz fleh mAften fehen lAn 32^ 

615 himel unde erde 

ein ander flchtic werde 

begunden die d6 I4gen 

under wazzerwdgen. 

dA liez der blAwe TrttAo -^i 

020 flnes herhornes dAn, zii 



ALBRfiGHT VON HALBERSTADT. I. 21 

(4d) daz er wften erfchal Metam. 1, 33S 

über berc und über tal 

an der werlt vier orte. 

dA den fchal erhörte 341 

625 daz wazzer, tA zuhanl ez feie 312 

an die Hat dan ez Ilteic. 

die wilden meres unde 343 

funken zu gründe. 

f6 lie m6re gefigen 344 

630 ie mft die berge ftf Aigen, 

unz allez gevilde, 346 

dorf, holz, gewilde 

trucken wart unde bidz, 

dA bevom wazzer vlAz. 
635 DA daz ertrtche 348 

flunt fö jAmerliche, 349 

dA weinde Deucalion. 350 

lin herze unmAtec wart AA von: 

zu flnem wibe er trArec fprach 
640 'nu h4n wir vroude und ungemach 352 

unze Af difen tac gehAt, 

wände uns iemer unfer rAt 

nach unferm willen orgie. 

nu lebte wir in vrouden ie, 353 

645 dA wir junc wAren beide. 

noch mochte uns nicht gefdieidoi 

fwiez ergA umb unfer nAt. 

trüt wip , wAre ich nü tAt, 358 

wer mochte getrAften dich? 360 

650 wAreftuz, wer folde mich 361 

vrowen in mime leide? 

nu häntvdie gote uns beide 354 

bewart vor menfchen kinden: 

der mac man fus nicht vinden 
655 Af erden wan mich unde dich. 

vihe und menfchen al gelicb, 355 

fwaz die funne ie befchein, 



32 ALBBECHT VON HALBSB8TADT. L 



der nn wir eine mit ein 


Mdam. 1, 366 


zeim exempel behalden. 




660 wan liezen Iie uns alden 


363 


nüweliche jungen, 




da von kint enfprungen! 




daz wirt nü nie märe: 




daz alder m&t uns före. 




665 den goten vlöhen welle wi. 


3f.: 


daz uns ir gnAde wefe bt.' 




zeinem wazzer (ie (ich zugen, 


369 


dar inne fie ir hende twugen 


3T1 


antlutze und gewAte. 




670 nu giengen fie dräte 


37» 


zeinem tempel der dl w^s. 




dar ane hienc mos unde gras: 




(5a) fine bäten vüres nicbt 


3H 


Af ir opheres phlicht. 




675 doch vielens nider beide 


rro 


und betten in ir leide. 




des belhüfes eßerich 


3T»i 


kuften fie vil inneclich 




unde vl^en da mete 




680 'ir gote, höret unfer be(o 


3:: 


und Idt fie üch weichen. 


37> 


gip ot uns ein zeicheo» 




Temis, die gemftdec bift» 


371» 


und zouge uns durch welche lift 


>i 


685 wir kucken menfchen kunne wider: 




daz lit aliez der niden 




wirt daz niwan von uns getan, 




f6 mAz die werlt löre ftAn/ 




dö die bete fus gefchach, 


:m 


690 Temis die gotinne fpracb 




Ir Tolt beidefamen gAn, 


>1 


die kleit ungefchuniet lAn 




und üwer houbt bewinden. 




fwaz ir muget vinden 


>■ 



ALBIBCHT VON BALBERSTADT. I. 23 

005 ikwer altern bcine, 

werft hinder üch gemeine' 

dA mite fweic fir worte. 

d6 Pirrd daz erhörte, MeUm. i, 3^4 

fle fprach 'daz wirt uns fwtrc. 385 

700 wir mugen nimmer m^re 3$o 

unfer altern bein gewinne, 

als uns larte die gotinne.' ^ 385 

PirrA und Deucalion 

gewannen trürde d& von. 
705 dicke fie bedächten, 388 

wie ße ez vollebrAchtcn, 

uriz zu jungeft der man 390 

eines rätes fleh vertan 

und fprach 'triüt wip Pirrd, 
710 alreft fpur ich den Worten nä. 

die gote gebent dicke rdt, 391. 2 

des menfchen wisheit nieht verlUt 

der rät mich dunket guten 

die Erde ift unfer müter, 393 

715 tö fint ouch die fteine 

der erde gebeine. 
(S^) die welle wir üf zucke 394 

und werfen fle zu rucke/ 

fus giengens zwivelende dar 396 

720 unde nämen rechte war, 

des die gote woldeti, 

daz fie fich bullen folden 398 

und niht enfchurzten ir gewant 

fwaz ieslichez fteine vant, 399 

725 die wurfens fchierc hinder fle. 

zuhant daz wunder ergie: 400 

die fteine wurden balde 

als menfchen geftalde, 

linde wart die herte fän, 401 

730 als mermelbilde getan, 405 

in menfchen w!fe verkaft. 



24 ALBRBCHT VON HALBBR8TADT. 1. 

fleiTch und blüt daz v&chte wart, Metun. i, 407 

daz herte gelteine 409 

wart zu menfchen beine. 
735 fwaz der man der fteine 411 

warf, daz wart gemeine 

allez niwan mannes lip. 

fwaz dA fteine fch6z daz wlp, 413 

daz wurdei% vrowelin wolgetän» 
740 die lebten unde mochten flAn. 

an menfchlichem übe, 414 

an manne und an wibe, 

ift noch beliben fteinin art 415 

ir müt ift dicke lus gekart 
745 unde ir herze, dunket mich, 

kifelinge geli^h. 

DA menfchen kuune Af erden 4i6 

aber begunde werden, 

und daz wazzer zugie, 417 

750 und die funne anevie 41$ 

fchinen Afz erlriche, 

do erwarmdez algeiiche, 4i9 

d& von vil wurme und tiere 

lebende wurden fchiere, 420 

755 als der fime von der funnen 

leben böte gewunnen: 

daz noch dicke gefchicht, 

fw4 man gr6ze wazzer ficht 42t 

louTen Af der erde 
760 und aber trucken werde, 423 

fö die funne fchtnet. 

da von gewurme kinet, 425 

daz von ubervAchte kumt. 

die hitze und die kelde vrumt, 430 

765 daz die erde beiz wirt 

unde vil unreines birt, 431 

dA von werdent algater 432 

krote flange unde naten 



ALBRECHT TON lIiü.BER8TA]>T. I. 25 

(6c) Sus was die erde geWn, Mciim. i, 434 

770 d6 fie daz wazzer hAte geiän 

und die funne dar an fchein. 435 

dA von vil gewurmes kein: 43^ 

des was ein teil hie bevorn. 

ouch wurden ander nAborn, 437 

775 der fach man grözez wunder. 

einer was dar under 

lanc Azer mAze. 43g 

vreilTam was fin geldze, 

er hiez benamen Python, 
780 dem nAwen lüte ungewon: 439 

(6<i) dem tete er fchaden unde ieit 

nieman im geftreit, 

unz Phfthus zur erde quam 441 

unde ir n6t war nam: 
785 den bätens alle gel ich 

daz er des underwunde lieh 

und wolden ferpant tAten 

und hülfe in Az den nAten. 

4les fach man in ilen 443 

790 mit bogen und mit phtlen. 

bt tAfent phile er verfehAz, 

unze er des figes gnAz, 

fwie er 6 finen bogen 441 

nimmer hAte Afgezogen 
795 und in nicht brAchen wolde, 

wan dA er fchiezen folde 442 

rieh hirze binde. 

fwaz er der mochte vinde, 
(7«] der enquam deheinez dan. 
800 do er den tige nu gewan 

und den wurm betwungen hAte, 

dA vrowet er (ich der tAte. 

dar umbe daz die gefchicht 445 

wurde yergezzen icht, 
805 hiez er zeime bilde 446 



26 ALBRECHT VON HALBERSTABT. L 

üf richten ime gevilde 

einen fcbioiphlichen ftrit. 

der wart gehalden ftne nit: 

durch Python den ferpant Metam. t, 417 

810 wart er P^thiA genant 

dA von beleip die ftat bekani, 

dA Ph^bus in uberwant 

von geluckes gelinge. 

fit quämen jungelinge 44s 

815 dar üz allen landen, 

die dar ir veter fanden, 

die dem gote z6ren 

fln lop begunden mftren, 

liefen unde fprungen, 
820 fchirmten vAchten rungen: 

ieslich dbte fine kraft. 

fwer da wurde figehaft, 440 

dem wart ein kränz espin: 

der tete finen fige fchin. 
825 fin manheit man erhebte 

die wtle und er lebte. 

der fite beleip lange her: 

d6 was noch vremde I6rber, 4^ 

dA mite man krAnens hüte phlit. 
830 fwer gefigete einen ftrit» 451 

dem wart eines boumea ris: 

des hAte er lop unde prta. 

DA PhAbus mit fturme 454 

hAt an gefigt dem wurme, 
835 von ungefchichte quam d6 455 

Y^nus kint GuptdA 

mit ftrAlen unde mit bogen. 

gein im begunde PhAbos brogen. 
(7b] ein meit was DapbnA genant, 452 

840 der man nicht gellcfaez vant: 

von ir minne PhAbus bran. 

fwie er minne nie gewan, 



ALBRECHT YOK HALBSRSTABT. I. 27 

(loch wart er dö zu m^le 

wuot von m innen flrAle. 
845 nu hAret wi von daz gefchach. Meum. i, 453 

ez fchüf ein zorn, ats ich verjaeb« 

den Guptdö ime trüc, 

wand er in fpotte fin gewAc. 

dd er lach Gnen bogoa 
850 gefpannen unde Af gezogen, 

er fprach 'kint, waz bii&t dich 456 

d!n gewäfen h^rlicb, 

kocher böge phile? 

dune macht doch nicht iie 
855 gellche miner fnelle: 

wand ich die r6ch velie, 458 

eher hirze binde 

und dar zu mine vinde. 

ez zimt baz minen banden, . 457 

860 want ich den ferpanden 459 

dl mite h4n überwunden: 460 

dem gap ich tüfent wandeii. 

fusgetAne £re 462 

machtu nimmer m6re 
865 mit dinem wäfen vügen. 

des iä dich benAgen, 461 

daz daz Itki brinne 

von vüre diner minne.' 

Gupid6 fprach üz zorne 463 

870 ^du hih gereit beorne 

von dines fchozzes gäbe. 

nu ich dir fus verfmAhe, 

ich Tage dir &ne twAle^ 

dune kumft von mber ftrAle» 
875 dune werdes alfö wunt 

und von minnen ungefunt, 

daz du bekenneft da bi, 465 

daz m!n gewalt grdzer 0, 

wände ich vihe meofchen. gole 464 



28 ALBRE€HT VON HALBERSTADT. I. 

880 hAn in mtnem geböte.' 

dl mite GupIdA üf Twanc Meum. i, 466 

unde durch die wölken dranc: 

zum ParnafTus er lieh zouch. 467 

Af nnen fcheitel er vlouch. 
885 zwdne phtle er hftle erkorn : 46$ 

blijtn unde ftumph bevom 471 

was der eine, fus geart, 

an den er wurde gekart, 4G9 

daz der minne Aue was. 
(7c] der ander fcharpfer danne ein fas 470 

was guldtn : fwar er den iie gAn, 

der fcbüf daz herze anevdn 459 

von minne brinnen vafte: 

don half nicht fwie man lallte. 
895 die ftrAle fchAz Guptd6 473 

in fln herze Phöbö: 

mit dem bli fchöz er die meit, 472 

daz die minne verjeit, 

daz fie mannen wart gehaz 474 

900 m6 dan dem t6de, wizzet daz. 

fwenne daz gefch^he, 471^ 

daz fie deheinen fdhe 

ode man von minnen feite, 479 

fie rote und verzeite. 4S4 

905 ir vater dicke began 451 

^ich mdz dich geben einem 1- 

fchöne ift dtn gelAze: 

du bift manne gemdze.' 

dö viel fie im zun brüllen, 4^5 

910 fie hiels in unde kuften. 

'ich wil nAch dtnem willen leben, 

dune folt mich keinem manne geben, 4ge 

wand ich deheines enger. 

einer bete mich gewer, 
915 daz ich volge DiÄne. 4g7 

die bleip ouch mannes äne 



ALBREGHT YON HALBERSTADT. I. 2g 

und übet ir gejeide. 

der l& mich üf die weide 

volgen: ditze ifl mtn ger/ 
920 er fprach 'der bete ich dich wer, Mtunn. i, 488 

doch biftu fus geftalde, • 489 

ichn mac dtn nicht bebalde, 

dune werdes manne undertAn/ 

Daphn6 begunde trürec ftAn. 
925 Dö lief fie zeime gerüte, 475 

verre von dem lAte: 

ein tieres hAt vur ein kleit 

häiea umbe ir lip geleit 

ir hlr unz üf die erde hie. 477 

930 dA fie durch den walt gie, 

ein vil fchönez lörzwt 

trüc fie Afe da bt. 

ir liechtez hAr lac vil eben, 497 

als ez von fiden wAre geweben, 
935 von golde gefpunnen. 

ir liechten ougen brunnen 498 

als der tagefterre,' 
(7d) f6 er fchinet verre. 

ir antlutze minneclich, 
940 ir hende fiiAwe gelich, 500 

ir vinger begarwe 

als milch und röfen varwe, 

finwel ir ermelin, 

wtz als ein hermeltn. 
945 dö PhAbus an fie buchte, 490 

fln herze fich verftrichte 495 

unde bran in vüres glAt 

als brinnendez Itrö tut 492 

er (treich dem magetin nAch, 
950 fwie ir dannen wäre gAcb. 

d6 fie fln wart gewar, 

fie gefchamte fich tö gar, 

daz fi fiieller danne ein vogel vioac 502 



30 ALBRECHT VON MALBGR8TABT. I. 

und fich in den tan verfmouc. 
955 Phöbus volgte ir drite 

unze er lie ergähte. 

er rief ftz herzen tiefQ. 

fwie vil er ir riefe, Metam. l, 503 

dö wart ir ie m6re gdch. 
960 er rief ir feneltche nAeh 

'belip, maget, reine vrucht, 50i 

jft häftu nicht vor ytnde vlucht, 507 

vil Az erweltez bilde. 505 

ich jage nicht als der wilde 
965 wolf nach einem lambe tut, 

durch vergiezen fln blAt, 

ich jage nicht als der iouwe 

den hirz üf der ouwe, 

als dem adelare iCt gd 506 

970 daz er eine tAben tA. 

mich twinget jagen minne, 507 

d& von ich harte brinne. 

nu louf ot nicht fd fnelle, ho^ 

daz dich von ungevelle - 
975 icht ein dorn f6re. 509 

tA die widerk6re, 

vil minnecliche, wan der RrAöh 5to 

da du glft ift harte rAch. 

ob rAwe ft din wille, 51 1 

980 ich ttän euch felbe Kille. 

nu denke, minnecliche meit, 512 

wer nAch diner minne jeil, 

gedenke aber wen du vlreft 515 

unde wes du dich verzieft. 
985 j& bin ich kein gcbAre 5ia 

noch hirte ungehAre, 514 

der bAwet daz gerAte. 

ich bin allem lAte 515 

bekant, mir dienent alle lant 
(8>) min vater ift dir wol erkant, 517 



ALBRECHT VON BALBERSTADT. f. 31 

Jupiter der holte. 

ich hin der werlt zu tröfte 

ouch gevunden feitfpil. Metam. 1, 51S 

fwaz ich mit phtlen trefTen wil, 519 

995 daz mac ich wol gevdhen: 

ich w6ne ez licht ergehen. 

wan daz mich nü wunde 520 

der baz fchiezen künde: 

der fchöz mich in daz herze mtn. 
1000 fwie mir wol kunt ftn 521 

krüter und der würze kraf, 522 

iedoch weiz ich keinen faf 523 

der mtn wunden heilen muge 524 

und zu dirre kunfte tuge.' 
1005 DA mite lief Daphnd, 525 

daz er nicht mochte reden m^. 526 

alr^ft wart ir fchAne fehtn, 527 

wände ir Hechten wengeltn 

gewunnen r6fen varwe. 
1010 dA düchtes in begarwe 

der minne h6Ile kröne. 

do er fie fach tö fchöne, 530 

begunde er brinne iemt 531 

nAch der fch6nen DaphnA 
1015 von der minne twange. 

er tete ir alfus ange 532 

als dem hafen tut der wint. 533 

fwenne die geloufen fint, 

kamt im der wint fö nlhen, 535 

1020 daz er in w6net vAhen: 536 

iedoch kumt der hafe hin. 

des ift zwivel under in 537 

che er fl gevangen 

ode dem winde engangen. 
1025 alfus gefchach dö den zwein: 539 

von verebte fnel was daz ein, • 

der wAn daz ander jagte. 



82 ALBHECHT VON HALBERSTADT. L 

■ 

Phdbus der unverzagte 

zu jungeft ir genÄte, Metam. i. 540 

1030 daz (in ätem w4te 541 

umbe ir nac und umbe ir hAr. 542 

des erquam fie fö gar, 543 

daz ir alle kraft entweich 

und geftunt von forgen bleich. 
1035 nu was fie komen an die (tat, 544 

(8b) dA ir vater hüs hat 

in einem wazzer tief und grdz, 

daz zu tal nider d6z. 

fie fchri 7waz gote hie fin, 545 

1040 die tun mir ir helfe fchin, 

daz ich hie ertrinke 

und in den wäc verfinke: 

ode nemt min forme hinnen, 547 

daz ich muge entrinnen, 
1045 wand ich f^re in nAten fUn/ 

dö die bete was getan, 54s 

ir vüz began mit krefte 

fleh in die erde hefte: 

dA wart die maget fA zuflunt 549 

1050 von vfizen Af unz an den munt 

umbewachfen mit rinde. 

ir hAr begunde fwinde, 550 

und wart zu fchözen langen, 

mit loube behangen. 
1055 ir arme fleh gebreiten, 

ir vinger fleh zuleiten 

in zwtge und efte kleine. 

fus wart die maget reine 

zeinem boume verkart, 552 

1060 dar ane nicht gefpurt wart 

von menfchen geftalde, 

wan milch, die mit gewalde 

äz dringet, fwer den boum fleit, 

der nü daz lArzwt ((etreit. 



ALBRECHT VON HÄXBERSTADT. I. 33 

1005 DA fie fich fus verkarte, 

Ph6bus klagete harte, Mcum. i. 553 

doch liebte er im geliche 

als die tugeode riche. 

filftende er He umbevie, 555 

1070 iQDecliche kulle er fie: 556 

fie liebte finem herzen. 

üz herzenlichem fmerzen 

kufter fie m6 dan tüfenl (tunt. 

fam der juncvrouwen munt 
1075 fi;h Achte er ab den kuITen noch. 

er fprach 'dun macht dich iedoch 55-7 

mtner minne nicht erwer. 

fit zu dir fteit min ger, 
(8c] des mültü der boum mtn 55g 

1080 iemer ^wecllche Hn. 

twi ich ime walde jage, 559 

wil ich diner zwtge trage 

itt minem houbet einen kränz. 

fwä lAte fint in vrouden glänz, 5G0 

1085 d& müftu felbe und dln zwi 

an wegen unde an hüfen fi. 563 

noch fchafien ich dir m6re: 56i 

fwä man vürt durch 6ro 

[9d] zu RAme confules mit bracht, 

1000 da wirt din ein zwi gemacht: 

fwer da höhen pris bejeit, 

der felbe dines rifes treit : 

wan du bift Aren kröne. 565 

daz gibe ich dir zu löne.' 
1095 da mite er finer worte fweic. 566 

der boum mit finen bletern neic 

und fchutte fine zwte obe, 567 

wand ern nicht anders mochte lobe. 

(Oc) B] dem Pindus zeiner fit 570 

1100 ThelTali« daz iant lit: 

eb walt den berc beflüzet. 568 

(xxxviii.] 3 



34 ALBRECHT VON HALBERSTADT. L 

Pen6as dA ylüzet Heum. i, 50 

mit einem ftarken phlAme 

und mit wizem fchüme: 5:1 

1105 fwft er r&fchet zu tal, 

der walt dönet über al. 51^ 

Penius des wazzers herre 

hilt fin büs nicbt verre 5U 

under eime fteine. bn 

1110 du kleite er alterseine 

flner tochter ungevelle. o^^ 

nn ougen begunden welle 

als ein brunne nazzer. 

alle waltwazzer, ^'> 

1115 do in fin leit wart kunt getAn, 

die quAmen dar geviozzen fAn. 

durch bappeln ran SpercbAus^ 

der fnelle Enip^us, 

der fenfte Amphrtfe, 
1120 Aeas der lUe, 

Apidanus der aide. 

die wazzer von dem walde 3.' 

dar qudmen algemeine, 

wan Inachus eine •'>''^ 

1125 umbe daz nicht dar quam, 

daz imz der jdmer benam, 

wände er hAte verlorn sm 

fin tochter 16 hAch gebom, 

und mochte nicht ervinde h^ 

1130 von finem lieben kinde, 

w6re ez lebende oder tAt ^< 

da von leit er grAze n6t. 

von dem weinen daz da vl6zy 

wart daz wazzer alf6 grAz. 
1135 nu hAret wie daz gefchach. 

Jupiter die tochter fach 5"^^ 

üf ir vater ftade gAn. 

fie dAchte in alfA wolgetAn. 



3. 

5v 



ALBHECHT VON HALBERSTADT. L 35 

er fprach Vol dem heile! Metmn. 1, 589 

1140 dem fie wirt zu teile, 
wÄr er ein got möre, 
fln vroude wurde mdre.' 
er gie dar ßln zuftunt: 
von minne wart fin herze enzunt. 
(9<1] er fprach 'juDcvrouwe wolgetdn« 5g9 

wes wilt in dirre hitze gän? 592 

ganc an den fchate in den walt. 590 

forchte keinen gewalt 593 

von wilden tieren, wände ich 
1150 bin ein got fö krefte rieh 594 

der fchirmennes macht hAt 
die werlt in mtnre gewalde Mi: 
ich gewegen dicke 59f^ 

die fwinden donres blicke: 
1)55 den himel ich gehalden. 595 

dun darft nicht vorchte walden/ 
dd er fus gereite, 

ein nebe! er dar leite, 599 

dar !n er die maget zdch. 
1160 Twie fie ungerne nicht enviöch, 597 000 

doch ougte er die gewalt fin 
und tr&te daz megetin. 

dA daz lafter gefchach, lioi 

JAnd vorne himele fach, 
1165 dA nam fie wunder f(6re, 602 

daz mit nebele wAre 

b! liechtem tage der walt bedacht 603 

dazn hdte wazzer nicht gemacht: 
ouch was die erde nicht fA fwar 604 

1 1 70 von vAchte daz fie nebel bar. 

dA nam fie in ir achte 605 

obe JApiter ez machte, 

daz er fin willen hAte, 6O6 

als er dicke tAte, 
1175 wan fie des was gewon ie, 



in. 



f..: 



3ß ALBRECHT VON HALBERSTADT. L 

daz er nach vremder minne gie. 
von himele nider fie gefwanc. jfeum. i, *M 

uu dar &f ftunt ir gedanc, 

fie hiez den nebel fwinden. ^' ' 

1180 fehlere begunder vinden 
einen vAi der im gezam. 

do er ir kunfte war nam, 'i' 

er \erkartes dräte 

zeiner kü, die häte «li 

1185 wize varwe als der fn6: 

menfchen forme enhdtes m6. 
dö JAnA gefach daz tier, 
harte liebele ez ir, 
und vrdgte mit lifle, 
1100 obe er nicht enwilte, 

wie fie w^re komen dar. 
ir mütes wart er nicht gewar, 
und fprach dazs Az der erde quam. « ^ 

d6 daz Jün6 vernam, 
1195 dA fprach fie 'nu gip mir » 

ditze fn^wize tier/ 
do er ir bete hörte, 
do erquam er ir worte, 
(10a) wand ers nicht mochte verflA. oi 

1200 obe er nu fpr^che ja, 
fA müfte er fin tr&t lin. 

wold er ir bete widerftAn, t,i 

fA wurde fie der minne 
von arcwdne inne. 
1205 fus gewan er einen flrit •>! 

mit im felben b^derfit, 
wan die minne werte 
des fin wip gerte: 

ander fit die fcham riet, i 

1210 daz er fies verzige niet. 

mit befw&rtem mute i 

bevalch ers in ir hüte. 



ALBRECHT VON HALBERSTADT. L 37 

er vorchte obc crz b^tc verfagot, 

föne blibcn nicht verdaget MeUm. 1, 621 

1215 line gr6zen b'fle dö. 

alfus wart ir 16 

gegeben, als er wolde 

der fie befchermen folde. 

Der gotin wart d6 lange 623 

1220 umb einen hirte ange 

der der kü hüte. 

zu jungeft wart ir mute 624 

dirre vAt genfime, 

daz fie Argus n^me, 
1225 wander hundert ougen hdt 625 

der fln houbet voliez fUit: 

der zwAne ie fläfes wielden. 626 

die ander wachte hielden: 627 

alfus flief er niemer gar. 
1230 dem brachte fies in fin gewar 

unde bevalch fie eme, 

daz ers in fin hüte neme. 

den tac liez er fie weide. 630 

nechten er fie leide 
1235 an ein feil, daz was lanc: 63t 

daz er umbe ir hals fwanc. 

fie enaz niwan gras. 632 

ir tranc Az böfen hui wen was: 634 

da en mochte fie nicht wider. 
1240 er vürtes Af unde nider: 632 

bitter krüt und wurzelin 
(10t>} müfle ir befle fpife fin. 

Af der erden fie lac. 633 

dicke fie fich bewac 635 

1245 bitennes gegen Argö. 

fA fie erhAp ir arme dö, 636 

geltche einer kAje 637 

begunde fie dö lAje. 

fin mochte nicht ir leides klagen. 



38 ALBRECHT VON HALBERSTADT. L 

1250 ouch mülles dicke verzagen, Meunn. t, ti3^ 

fA Fie ir ftimme h6rte 

durch vorchte ir felber worte. 

zir yater unden fie dö quam: ^ 

Inachus ift On nam, 
1255 da fie Tpilnes dicke phlach. 

iD dem wazzer fie gefach ^ 

ir felber bilde vorne. 

do fie war nam der home, 

dA tet ir fö w6 die fmAhe, 64) 

1260 daz fie begunde dannen gAhe. 

Dö fie dannen gite, ^^ 

d6 fach fir vater drAte 

und wart im heinlicbe gar. 

d6 Inachus ir wart gewar, ^ 

1265 d6 nam in wunder daz die kd 

gienge alf6 nähen zu. 

er nam ein krüt dA zullunt 

unde bAt ez an ir munt 

fie Iahte fine hande, b^^ 

1270 durch daz er fie erkande. 

mit den henden er fie ftreich : 

die kü nicht zu rucke weich. 

ir ougen wurden zehere vol. ^' 

künde fie fprechen wol, ^^ 

1275 fA hAtes im gefeit ir klage. 

nu fies nicht enmochte fage 

und nicht reden machte, 

fie begunde achte, 

nu fi Jupiter fus fchüfe, 
1280 daz fie mit ir hüfe 

ir namen fchribe im fände. 

ir vater tän erkande, 
(10c) der dem hüve fpehte nAch: 

wände er dA enmitten fach 
1285 t gefchriben und ein A: 

daz bed&tet lA. 



b^ 



M: 



ALBRECHT TON HALBERSTADT. L 30 

der vater jAmerliche fchri Meiam. t, 651 

'nu ift mir alrAft wA! 

ich hdn dich vunden und verlorn: 653 

1290 ouwft deich ie wart gebom 

das ich din leit müze fehen I 

mim künde leider nicht gefchehen, 655 

dann daz du worden bift ein vie. 

du enmacht nu fprechen nie 
1295 in menfchen wife leider I 

der t6t w6r unfer beider 
/ ein tr6(t! nu gicht daz Iftjen din 656 

du doieft inneclichen pin. 

zewAre ich doch winde 6 658 

1300 ich g6be dich zu rechter 6 

eime jungelinge. 

w6 dtner ungelinge, 

nu ein ochfe hütet din! 660 

daz ift mir leide, tochter min. 
1305 w6 daz ich nü ein got binl 661 

YÜre ich zu der helle hin, 662 

f6 wurde doch daz mtne leit 

DÜ nicht alf6 f^re breit, 

wände ich Awecltchen pin 663 

1310 mftz dolnde umbe dich fln.' 

dA Argus der hAt^re 664 

hArte dife fwAre, 

dd treip er fie aber vort 665 

an ein anderez ort, 
1315 dA weide was unde gras. 666 

&f einen berc der höhe was 

bi er, daz fie iemer icht 667 

qu^me liz finer geficht 

DA begunde erbarme 668 

1320 JApitern die arme: 

fln herze wart leides vol. 
(lOd) er enmochtes nicht mA dol, 669 

daz fA fchAnez bilde 



40 ALBRECHT VON HALBERSTADT. L 

liefe alfö wilde, 
1325 und h6te niwan krfttes nar. 

finem fune rief er dar, Mcum. i, ^ 

der von im geborn was o 

und von der Hechten PIejas. 

er hiez in daz gevdge, 
1330 daz er Argum flüge. 

Mercurjus rüste ficb zuhant: q 

zw^ne vctege er ane bant. 

er nam die rAte die machet s:: 

fldf dA von man nicht erwachet 
1335 fus quam er zu Arg6. 

eim hirte gelichte er fleh dA, in«. 

der der geize pflege dA, 

nu gie im ouch fin herte nä. 

er nam ndch hirtes art üt: 

1340 eine phtfen Af die vart: 

die was gemachet von ftr6. 

Argus wart des harte vr6, f>> 

do er gefach die phifen. 

der got begunde grifen: 
1345 dd von Argüses zorn fwant. 

7wie du mir fift unerkant, (ii^ 

wer larte dich die nüwe lift, 

der du zwdre ein meifter bift? 

beltp hie und wis gemeit r>^> 

1350 die weide gülez vAter treit: fi^i 

des trip dtne geize dar. 

hie muge wir uns wol bewar 

vor der funnen hitze/ 

Mercurjus nider fitze fi^: 

1355 begunde und aber phifen, 

und lie d& mite enflifen i<> 

den tac kurzwilende fus, 

unz die ougen Argus 6M 

kAm offen halden machte. fi^' 

1360 Mercurjus nam in achte: 



ALBRECHT VON HALBERSTADT. L 41 

fwie roanic ouge wÄre McUm. i, 686 

von flAre harte fw^rc» 

eteltche wacheten doch. GS7 

nu gerte Argus wizzen noch, 688 

1365 wer phifen kunft vunde, 

daz erz im fagen gunde. 
(11«) D6 began Mercurjus G89 

finer rede aifus: 

'in Arcadiä was 
1370 ein fchAne Hamadrtas, 6t)0 

zu düte ein wallveine. 

ime walde eine 

ftunt daz hüs der magedc. 

dicke fie gejagede 
1375 fwaz tiere ir zu handen quam. 

man hiez fie Syringam. ogi 

die meit was ubermAte 

und üf gejeide vrftte: 694 

des was daz volc in wAne 
1380 fie w6re Diane: 695 

wan ein dinc den zwivel brach, 696 

daz man fie hurntn bogen fach 697 

in ir henden tragen ie, 

fö fie durch den walt gie. 
1385 dA wider tr6c DiAne ir bogen 

al mit golde bezogen. 

durch walt und durch berge 692 

waltman und getwerge 693 

dicke volgten ir flA. 
1390 iesitcher winde fie vA, 

unz Pan der got der geize 699 

harte ageleize 

jagte der meide nd. 

M die vlucht was ir gA 702 

1395 zum vluzze LadAne: 703 

der lAzet dA vil fchAne 

fine unden (trieben. 



42 ALBRECHT TON HALBERSTADT. I. 

dA fie nicht mochte entwichen Heum. i, 704 

und nicht entrinnen künde, 
1400 biten fie b^nde lOh 

die wazzergotin türe, 

daz fie ir töte ftftre. 

ir bete fchiere erhöret wart: 

fie wart zu r6re verkart 
1405 nu lief Pan TA drAte, 706 

daz ir fln Atem nAte, 707 

unde gehörte wie 

ein ddn von finem Atem gie: 7ms 

des vrouwet er fich fftre, 7» 

1410 unde zAch ie mAre: 

ie füzer ez dA dAnde. 
(IIb) ''nu wirt mir minne lAnde 7io 

nu du fus verwant bill. 

phtfen kunft nu vunden ift 
1415 und von dir enfprungen, in 

die alden unde jungen 

hie bevor was unerkant" 

alfiis er die phtfen vant' 

DA die rede was verant, 713 

1420 dA gerürte er in zuhaut 7I6 

mit finem fläfgarte. 

des enfiief er harte. 

do er enfwebet was genüc, 

er nam ein fwert daz er trAc 717 

1425 und II Ac im flnen hals ab. 71s 

dA er finen geift begap, 

dA warf in Mercurjus fider 719 

von einem hAhen berge nider. 

die Hecht er fus erlalte, 720 

1430 die A brunnen vafte. 

des zumde JünA fAre: 722 

dar begundes kAre 

und nam die ougen Az dem man 723 

und fatte die ir vögele an 



ALBRECHT VON HALBERSTADT. L 43 

1435 und lie fe in fime zagele brehen: 

als wir noch den phdwen fehen, 

der in flnem fwanze 

treit Argus ougen glänze. 

daz tet Jün6 umbe daz, 
1440 daz fie ir hirtes dachte baz, 

fö lie den phAwen C6he. 

6rlt wart ir U fm^be : lleum. i , 724 

der fände fie die tobefucht: 726 

dl von gewan fie eine ylucht, 728 

1445 daz fie durch die werlt fweif 

und niender rAwe begreif, 

unz fie zeime wazzer quam: 729 

NIlus ift des ?luzzes nani, 

iä ir got helfe befcbeinde. 
1450 in der felben geinde 7S0 

leite fie fich üf ir knie. 731 

den goten vifthete fie 

mit herzen 9 wan mit munde 732 

fie nicht reden künde. 
(lie) fie lüte ot jftmerllche 733 

und fufte innecllche. 

dö daz Jupiter yemamy 734 

von trürde fin herze erquam. 

zu finem wtbe er dar trat: 735 

1460 minnecitche er fie bat 

und kufte fie vruntlich, 

daz fie lieze erbarmen fich 736 

daz yil eilende wlp, 

die fus keftigete ir itp. 
1465 dö lie fie von ir grimme 739 

und gap ir wider ir ftimroe: 

die üter lie fie fwtnen, 740 

die ougen Hechte fchtnen, 741 

die £ wAren fchühlich: 
1470 die wurden aber minneclich. 

dA fie ein mül hAte, 742 



44 ALBREGHT VON HALBERSTADT. I. 

daz wart ein mundel drätc, 

daz als ein rubtn bran. 

die hAve vielen fchiere dan Meum. i, 743 

1475 und wurden vinger zuhant. 

dö was ir ungelucke erwant 744 

und wart fchdner dan fie was, 

dö lie Jupiter las 

zeiner trütinne. 
1480 fwie fie nu hAte finne 74f; 

und in menfchen wis gerate, 

fie wände ie noch h£te 

rinderln gel&te. 

in Egipten hüte 
1485 beten t wip unde man 74s 

lAnen vitzeclichen an. 

DA wart Epaphus geborn, 749 

den fie von J6ve enphie bevorn: 

der hAt bt der mAter fMn 750 

1490 einen tempel wol getAn 

dA fie im Are bAren. 751 

(lld) dem was geltch an jAren 

unde an fchönde Phdeton, 752 

Ph6b! des funnengotes fön, 
1495 der rAmecliche gerate, 753 

waz Are er von fim vater hAte. 

EpaphA daz verfmAte: 

er fprach zu zim drAte 

'du rAmelt dich zu fAre. 751 

1500 waz obez ein ander wAre 755 

und fiez durch daz gerAte, 

daz fie Are hAte?' 

dd PhAeton daz vemam, 75^; 

fin herze in grAzen zorn quam, 
1505 iedoch tet die fcham daz, 

daz er nicht reite vurbaz. 

fwigende gienc er dan fAn 757 

und quam zur roüter gegAn: 



ALBRECHT VON HALBERSTADT. L 45 

die was Glimen6 genant. 
1510 er verjach ir zubant; 

wie fln gefpil Epaphus Metam. 1, 759 

in behifte alfus. 

'Pb^bus fi min vater nicbt, 

icb babe eines andern pblicbt, 
1515 von dem du micb habes geborn. 

daz tAt mir üzer mAzen zorn, 

wand icbs nicbt lougen machte. 76o 

din tre icb d6 betrachte: 

des lA dich nicht rüwe 761 

1520 und fage mir durch din trüwe, 

obe ich ß des Sunnen fun. 762 

du folt mir helfe fchin tun, 

daz ich felbe dar queme 

und ein zeichen vememe, 765 

1525 daz ich fln fun zwdre fl: 

des wil ich gewis fi/ 

der müter w6 die fchande tete: 766 

dannoch mft des funes bete 

trürec fie machte. 
1530 ir hende fie Af rächte 767 

und fprach 'ich fwer dir, fun min, 768 

bi der Hechten funnen fchin, 7G9 

da von die werlt hAt ir iiecht: 770 

dune hAft anders vater niecht 
1535 wan Phftbum alterseine. 

fi min rede meine, 771 

fö müze ich niemer genefen 772 

und fines fchines Ane wefen. 

doch fol dir nicht werre: 773 

1540 jA lit nicht fA verre 

dines vater hüs und lant: 
(12a) daz ift IndiA genant' 

der fun vroude gewan 776 

und fchiet vrAUche dan: 
(12b) er gie durch allez MArlant, 778 



I 



46 ALBBECHT VON HALBEBSTADT. ff. 

unz er in Indiine vant 

ein den fchAnften palas, Veum. u 779 

dA lin vater Afe was. 



II 

(14c) Der vater nam in bt der hant 2, 105 

and vürte in da er den wagen vant: 

YulcAnus in gefmit hAt loe 

im wdren dtchfel achfe rat 
5 beflagen al mit golde, 

als ez wefen folde. 

die fpeichen filber wAren: 10s 

Hechten fchtn fie bAren 

von dem gefteine daz dA was: 109 

10 daz 1 Achte als ein fpiegelglas. no 

dA PbAeton der jungelinc ni 

rechte fach dife dinc, 

dA nam in gr6ze wunder 

umb ieslich werc befunder. 
15 nu enllAz AurArA ein tur: 112 

der morgenrAt fchein her vur 

wiz unde rAfenvar. tia 

die fterren verftuben gar, ti4 

wan der tagefterre, ji5 

20 der lAchte alfA verre 

unz der tac gar erfchein. 

der andern wolde dehein 

des tages kunfte beiten. 

nu hiez dar PhAbus leiten tis 

25 die viere wintfnellen voln. 119 

er hiez ouch die zoume hoin, 121 

die man den orfen ane fpien, 

und den wagen dar zien. 

PhAbus in allenthalben 122 

30 beftreich mit einer falben, 
(14d) daz im die hitze icht fchatte. 123 



ALBRBCHT VON HALBERSTADT. III. 47 

dar nAch er im üf fatte ifecam. 2, 124 

die vürtne kr6ne. 



m 

(15<:) Von PhAetAnes verte 2iO 

die erde wart fö herte, 

daz Ce YÜchte nicht behielt 

und Geh genzliche fpielt 2t i 

5 von obene nider üf den grünt. 

der walt jAmerliche ftunt 216 

fwarz und befenget über al. 

flu loup was bleich unde yal: 212 

euch gefwant der brunnen kraf. 
10 dd verlurn allez faf 

die vrucbte unde daz gras. 

vil bürge unde ftete was 214 

von der hitze verbrant. 

ein berc ilt EtnA genant, 220 

15 der in Sicilte Ilt: 

der bran zu der felben ztt, 

und brinnet unze üf difen tac, 

daz man flu vüre fehen mac. 

du bran ouch O^tes, 217 

20 dA der m£re Hercules 

finen Itp verbrande. 

ouch brunnen in dem lande, 

daz heizet TheflaliA, 

Pamaffus und OffA; 221 225 

25 Otris unde Pindus 225 

und der grüze Gaucafns, 224 

Taurus unde Gilix, 217 

Cintus und Erix: 221 

du bran Apenntnus 226 

(15^] und flu gendz Olympus. 225 

HAmus unde RhodopA, 222 

den hatte nicht ir tiefer fnt: 



48 ALBRECHT VON HALBERSTADT. IV. V. 

fwie lange er was gelegen 6, 

von hitze mi!^er dd zug6. 
35 daz vür die erde gevie, 

die hitze in die wölken gie Meiam. 2, 229 

mit vreilTaaier glüte. 

der wagenman ungem&te 227 

faz tröftes &ne ilfme wagen. 
40 die hitze in machte verzagen. 



IT 

[IQd) Die wazzervrouwen allefamen vjt 

begrüben finen Mchamen 320 

in einen farc von fteine. 
dar tn On gebeine 
5 klegeliche wart geleit. 
die gefcbrift ez fus feit 
mit kriechifchen büchftaben 

'hie lit Phdeton begraben, 32' 

Gnes vater wagenman. 
10 die erde von im verbran, 32s 

do er die funne vüren wolde, 
die der erde l&chten folde. 
des folt ir Ane zwivel fi, 
daz er Vhthi tun R/ 



(22b] Dö fle Phftbi kint erfacb, 642 

der geilt üz der maget fprach 641 

'nu wachfe, kint, und gedi: 642 
ich wtoe din geburt fi 
5 ergangen durch der werlde vnime. 

du folt zu helfe mangem kume, 643 
der dem t6de ift gegeben : 

dem gevriftestu fin leben. (>44 

daz wirt den goten harte zom, 645 



ALBRECHT VON HALBERSTADT. V. 40 

10 kindelln Az erkorn, 

und Jupiter zu nadle: Metam. 2, 646 

der dich mit Iiner ftrAle 

tötet, fwier fi din ane. 

d& lit doch lutzel fchaden anc, 
15 wan du n4ch dem töde din 047. s 

folt zwdre ein got fin/ 

nich ir worte gefchach aifus. 

daz kint hiez EsculApius, 

daz fit aller krAte kraft 
20 ervant unde ir eigeofchart: 

dA mite er tAfent fiechen fider 

ir gefunt gap wider. 

dannoch fprach fie vurbaz 

'^trAt vatcr, waz hilfet daz 049 

25 daz din lip nicht fterben mac? 

wan du lebeft folchen tac, 05 t 

daz du dir wunfches den tot 

durch die vreisllche nAt, 

die dir kumt funder twAle. 052 

30 ein gelupte ftrdle 

fchaffet dir die fmerze: 

die dringet durch din herze/ 

dA die rede fus ergie, * 655 

einen fwiren fuft fie lie, 
35 Az ir ougen trehene wielen 056 

und über die wangen vielen. 

fAflende fie gefprach 

'ouw6 der rede der ich jach ! 658 

menfchlicher getane 661 

40 wirde ich fchiere äne: 

ich enmac nicht m6 fprechen. 

die gote wellen t rechen 659 

mtn wtffagen mit gewalt, 

wand ich ir tougen hAn gezalt. 660 

45 ouw£ der unwtfe! 

mich lüftet rode fpife, 662 

[XXXVUL] 4 



50 ALBRECHT VON HALBERSTADT. Y. 

daz ich gras folde roufen 
(22<^) und dt daz velt loufen. 

ich wirde ein vcllftriche 
50 ndch mtnes vater liehe: 

doch wirt min leit zwir gröz, 

ich wirde metalle ein ndz, Metam. 2, (•'' 

fo er doch halp ein menfche iH: 04 

der genAde mir gebrift' 
55 diz was daz jungelte wort, (>• 

daz von der maget wart gehört, 

ir ftimme began fleh zweien. »hö 

man hörtes liüte weien, 

fwie fle wolde gereit tni; 

60 und geklaget hän ir leit: 

Ge rülde gltch den pferden ti^m 

und walget üf der erden. 

üf dem velde grAnez gras 

ir hefte kurzwile was, 
65 ir negele wüchfen vorne <>> 

zufamene zeime home: 

hfive gewan die meit, r,\ 

die 6 was fchöne und gemeit 

ir hals fleh lanc ftrachte, 
70 ir mül die zende blachte, 

ir reidez hAr wart ein mane. <;:% 

einen mantel trüc fle ane, 

der felbe metalle wart 

zeinem zagele verkart. 
75 alfus ir witze fle entgalt, 

daz fle meofchliche geftalt 

jAmerllche verlos. 

dd Chiron an der tochter k6s 

fusgetdne wize, 
80 er bat PhAbum mit vlize, 

daz er im -zu helfe queme. 

iedoch mocht er niht gevreme, 

wan fle von Ji^piter quam. 6 



Ml. 



il,' 



6r 



ALBRECHT TON HALBERSTADT. Vf. 5| 

(23a) der ftein ober allei lant Meum. 2, 706 

menneclicho ift bckant, 

wand er von Batti mifTeUt 

den namen noch behalden hAt 
5 er Wirt gcheizen Melde 

und ftdt noch 6frne velde. 

Dö ditze dinc was verant, 708 

Mercurjus fine vetege bant 

an v&ze unde an hende 
10 und vlouc tiende 

in der bfthe unze er quam 

über halp Munichiam: 709 

in der geinde ie gerne was 

die gotinne Pallas. 
15 dö nam er üz der lulle war 7U 

einer juncvrouwen fchar: 

die wären fchöne an geleit 

jA woide iesliche meit 

vorn andern fin gezieret baz. 
2ü fie trAgen ir ophervaz 7i3 

zu Aren der gotin. 

Mercurjus vlouc obe in, 714 

einem wihen gelich, 7itt 

den der hunger vreislich 
25 heftet und nimt eins dfes war: 

fus fweimde er her unde dar 720 

umb die juncvrouwen hö. 

im wart w6 von minne dö 

von der angeflehte. 
30 dö er nider buchte, 

ein maget under in gie, 

des ßn herze vroude enphie. 

Herr6 hiez daz megetin. 

als des mAnen liechter fchin 722 

35 gAt vur dem tagefterre, 

und als die funne verrc 723 



52 ALBRECHT VON HALBERSTADT. Vf. 

den niAnen uberfchinet gar: Heiam. 2, :n 

fus fchein fle in der vrouwen fchar. 716 

fie was fchAne alfus, 
40 daz den got Mercurjus 

Kre wundern began. 

fin herze in grözer minne bran, 
(23b) alfe daz bii tM, :r> 

daz Tmilzet in einer glükt. 
45 Mercurius fwanc zutal :;>< 

in der junevrouwen fal, 

der gote böte vröne. 

mit gotelicher fch6ne tm 

was nn 11p gevieret. 
50 von golde gezieret Txi 

leit er den mantel rechte, 

daz Az den valden mochte :n 

(ich daz golt ougen 

und g6be den ougen 
55 einen riltchen glänz. 

des wart der Tal erlAchtet ganz. 

er begunde llriche 73> 

nn hdr fijiberliche, 

und trAc in der hende 7:i; 

60 die rdte die gewende 

mac den fldf und getü, 

und bant zu rechte fine fchd. :>'■ 

Daz häs dri kemcndte :?,: 

iesh'ch befunder hjte, 
65 gewelbet mit geflcinc 

und tiirem hclfenbeine. 

zur winftern wondc Agiauros, ly 

zur zeswen hende Pandrofos, :> 

Herf6 in der dritten, 
70 die (lunt den zwein enmitten. 

Agiauros mit lifte tj^ 

dA die m^re wilte, 

wie der got Mercurjus 



ALBRECHT VON HALBERSTADT. VI. 53 



w6re komen in daz hüs. 




75 fie was vrevel unde Trech: 




dar umbc (ie an in gedieh, 




mit Worten in erfechte, 


Metam. 2, 741 


wes er dA gerächte. 




'daz wirt dir fchiere gefeit: 


742 


80 ich bin der in die werft treit 


743 


mines vater heiz unt bot. 




JApiter der höfte got 


744 


felbe min vater ift. 




ich fagen dir An arge lift. 


745 


85 daz ich durch dln fwefter kume. 


747 


des machtu fchaffen dtne vrume: 




ich gibe dir golt zu minnen, 




ob ich fie mac gewinnen. 




(23c) ouch wirt ez dir zu rüme. 


746 


00 miner kinde müme 




wirft du und ich der fweher din: 




des machtu wol gemeit fin/ 




Agiauros fach in tougen 


748 


twerches an mit ougen, 




05 als fie Pallas ane fach, 


749 


daz kurzliche £ gefchach. 




fie iefch golt zu miete. 


750 


daz fie HerfA verriete: 




dar umbe woldes flille 




100 fchaffen flnen wille. 




fie hiez in vur daz hAs gftn, 


751 


dar woldes im der mAre jin. 




da mite fl6z fie die tur: 




Hercurjus beite der vur. 




105 DA daz Pallas gefacb. 


752 


alfA wA ir gefchach, 


753 


daz fie fchutte Az zorne 


754 


den fchilt, den fie trAc vorne, 




die gotin der wtsheit 




110 von zorne was fie beweit, 


755 






bl 



7li^ 



54 ALBRECHT VON UALBERSTADT. VI. 

daz die maget Aglaoros» 

die geborn was müierlös, Mecam. 2, 7d>> 

durch golt und durch miete 7 j^ 

ir fwefter verriete. 
115 dö wart nicht langer gefpart: 

fie gAchte fchiere an die vart, 

unz fie quam zu der klüa, 

d& der Ntt hAt fin hüs. 

daz was beltrichen üze 
120 mit eiter und mit rftze, 

unde fwarz als ein kol. 

daz hAs ift innen jAmers vol 

und Itt in eime tiefen tal 

nider bt der erde val. 
125 dan ift mdne noch funne, 

vroude noch wunne: 

die yinfter dA hAs hat, tm 

(23d) kein fenfter wint dAr wAt, thi 

vroft und tätliche kelde Zic. 

130 ime bi^fe und Af dem velde. 

vor der tur beleip fie ttAn, TOr, 

wan ir nicht zam dar in gAn. 

mit ir g£res orte Tt.T 

ftiez fie an die porte, 
135 daz die tur Af gie. 76% 

den Ntt dA gefach fie 

der in einem winkel faz 

unde nAtere vraz: 

daz was flu hefte fptfe. 
140 Pallas die gotin wtfe, 

von dem vreiffamen man 

karte ir antlutze dan. 

d6 fie der Ntt erblichte, 

feine er fich Af richte, 
145 und leite nider die flangen 77^ 

und quam dar gegangen. 

er fuite von ntde, 77; 



i-'j 



77" 



71 



ALBREGHT TON HALBERSTABT. Yl. 55 

das er alCA bHde Meum. 2, 773 

fach die gotin vor im ftAn, 
150 mit ir wApen an getAn« 

der Nit dürre und mager fach, 775 

daz bein im durch die hüt ftach, 

ÜB brufl mit galien beviozzen, 777 

mit eitere begozzen, 
155 mit der gift der arclift 

fin zunge undergozzen ift, 

fln ougen krump unde fchel, 

fin zende roflec unde gel. 776 

niemer er lachet 778 

160 wan fwA er kumber machet 

(wa er ficht angeüt unde leit, 

da ift er vrö und gemeit. 

von ubeler gelinge 

hAt er gut gedinge. 
165 er vifthet des tages liecht: 

er gunnet in gutes niecht: 780 

fwa er menfchen glucke mac 

vrezzen nacht unde tac, 

des ifl er vrd und gemeit: 
170 ir gelinge hdt er leit 

Pallas fprach 'höre wes ich ger: 783 

einer bete mich gewer. 

du folt einem magetin 7S4 

(24«) diner gifl giezen in, 
175 daz ift ein tochter Gecropis: 785 

Agiauros ir name is.' 

d& mite wart ir dannen gA: 7S6 

der Nit durch fin oucbrä 787 

ir grimmecliche nAcb fach. 
180 murmelende er cteswaz fprach, 7S8 

als er es ir erbunde: 

des fie nicht m^ h6ren künde. 

zu ftabe er einen dorn trüc, * 7M) 

der was rüch und ungevAc, 



(9:; 



791 
79^ 



56 ALBBECIIT VON HALBERSTAOT. VI. 

185 mit fwarzeQ wölken bezogen. Mcum. 2, :% 

fwä er her quam geviogen, 79i 

da ftrouwet er daz loup zutal 
und machte die wifen vaJ. 7qh 

fwA fin fnöder Atem gie, 
190 gr6zen fchaden es enphie 
habere gerfte unde körn : 
daz wart ällez Yerlom. 
fch6ne büwe und gemach 
neit er vafte fwA ers fach. 
195 vride unde einekeit 
was im innecliche leit. 
alfus er finen wec nam, 
unze er zu dem büfe quam, 
da er Agiauros inne vant. 
200 fin gift bereite er zuhant: 
daz was des Nfdes galle. 
er beflreich ir lip metalle: 
die gift üz Oner zungen 
blies er in ir lungen, 
205 dannen teilet ez Och mit 
durch ir lip in alle lit, 
des fie ir fwefter bilde 
begunde harte nide 
unde ir fftre erbunde, 
210 daz ir Mercurjus gunde 
finer minne vafte. 
vor nide (ie nicht rafte, 
fA fir fwefter dachte, 
nicht Yr6 (ie werden machte. 
215 von nide wdndes tot wefen, 
von nide mochtes nicht genefen, 
von nide was ir rechte w6, 
von nide fmalz fie als der fn« 
den die funne berinet, 
220 als Arö in vAre Twinet. 



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«*10 



ALBRECHT VON HALBERSTADT. YIL 57 

(24c) Dö daz Jdpiter veraam, Metam. 2, S36 

er hiez in komen viir Tich. 

er fprach 'min fun, verniin mich. 

du folt dem geböte min S37 

5 gehörfam iem^re fin. 

des var gdhes widere 838 

zu der erde nidere, 

zu Sidöne in daz lant 839 

da ft^t obe zur winftem bant 
10 die vil liechte PIejas, 

die din felbes müter was. 

da vindeM ein herte: 841 

die trip mit diner gerte 

fchierc an des meres ftat: 842 

15 dd din vluc lieb nider lit.' 

als Jiipiter gerte, 843 

treip er die felben herte 

an den ftat bi dem mer. 

dA facb der got Jupiter 
20 gin die tocbter fcb6ne 844 

des kunges von Sid6ne 

nAcb gelulte durcb daz gras, 

dA fie fchöne biAmen las 

und wolde mit ir vrouwen 845 

25 des meres breite fchouwen. 

fwie zwei dinc in eime namen 846 

nicht wol gevügent zufamen, 

got und minnftre, 

der der menfchen w£re 848 

30 und der gote berre 

und geweget verre 849 

die fwinden donresblicke, 

der die werlt dicke 

mit finem zorne fcbrachte, 
35 der felbe bedachte 850 

mit eines ochfen liehe Geh. 



S52 



S5o 



S57 

85'J 
860 



58 ALBRECHT VON HALBERSTADT. VII. 

einem rinde gelich Mciam. 2. S5i 

lAte fine Itimme: 
doch fchein er nicht grimme. 
40 fin var was wwer danne fnA; 
fchdnerr ochfe enwas nicht m6. 
er hAte ein ftirne wtze, 
und hörn als iie mit vlize 
kunftliche w6ren gedreit. 
45 Dn ougen liecht und gemeit 
lüchten als krillallen. 
Eur6pä gevallen 
der ochfe begunde^ 
(24d) wan daz irs vorchte erbunde, 
50 daz fie nicht ndher dar gie. 
zu jungeft genande fie 
und bdt im ir biAmen dar. 
der ochfe oam der maget war 
und iachtes an ir dAmen. 
55 er mochte beiten kAme, 
daz er fie nicht enkufte. 
er gie von gelufte 
fpringende her unde dar, 
vrölich was fin gebar, 
60 nA die lenge, nA die twen 
der ochfe y got Jupiter, 
was vr6 von der minne. 
des gie die kuniginne 
dem ochfen iemdre nAr. 
65 fie Areich in hie unde dAr 
mit ir fn^wizen hant. 
fin hörn mit biAmen fie bewant 
und Iie alle vorchte fider. 
der ochfe leite fich nider: 
70 d6 was ir fAmen nicht lanc, S6S 

Af finen rucke fie fpranc 
und faz dar Afe gemeit, 
und enwifte doch wen fie reit. f^c^ 



862 
SG3 

Stil 



sab 



S67 

hm 



ALBRECHT VON HALBERSTADT. VIII. 59 

der ochTe ficb Af richte Meum. 2, 870 

^75 unde gie die richte 
feine an des meres ftat. 



Till 

{2ß^) Gadmus den goten wolde 3, 26 

ophern, als er folde. 
{26<l] des fände er drAte fine boten 2S 

in einen walt ungeroten, 29 

5 der was Yon dickem hurfte rüch. 

dA fchein durch wait noch durch flrdch 

mAne noch funne. 

Az einem fteine ein brunne 31 

ran bl einer linden. 
10 dar quAmen ftne gefinden 

und wolden wazzer holn da. 

nu wonde ein grözer ferpant nä 31 

bt dem brunnen in eime hol, 

Itankes unde eiters voL 3a 

15 fln kamp r6t als ein YÜre, 32 

ftn füne ungehAre, 

fin ougen. brunnen als ein glAt, 33 

und fcbinen verre r6t als biftt, 34 

ein drivach ordenunge 
20 von zenden, fin zuoge 

fcharpf als ein naide, 

geteilet drivalde. 

d6 die boten vunden 35 

den brunnen unkunden, 
25 den eimber hafitens an ein feil: 3(> 

daz wart Mi ir unheil. 

wan ton des eimbers vajie 

und von dem lAten fchalle 

der flange fie erhörte. 37 

30 er begunde zu dem orte 

krettecliche brAfen, 38 



(27b) Öadmus begreif mit krefte 
flnes g^res hefte 
und fch6z in dar die richte, 
der wurm (ich üf richte 
5 unde harte erfchrachte, 
wan der g^r ftachte 
tiefe in finer lende. 
den hals begunde er wende 
und woldez tfen Dingen: 
10 doch mochte im nicht gelingen, 
wände ez ftachte in der hüt. 
des fchrÄ der wurm uberlAt, 
do er der wunden enphant 
her und dar er fich want 
15 und reiz üf fln wunden, 
fln hals was im zufchruiulcn, 
die Ädere gefwollen. 
fwarzez blüt envollen 
üz des Wurmes müle rouch. 



3» 



60 ALBRECHT VON HALBERSTADT. IX. 

zu dem brunnen füfen, 

daz fin ungevüger fchal 

an allen enden widerhal. 
35 des viel den eilenden Äeiam. 3, 40 

der eimber üzer henden 

und ftunden fus verzagete. 

der wurm Ce umbe jagete, 

er begunde fich fmucke 4i 

40 und warf den zagei zu rucke 

unde fpranc vil fwinde 

an daz ingefinde: 

alfe lanc er machte, 43 

gein in er fich ft rächte. 
45 durch vorchte keiner vliehen 47 

torfte ode bogen ziehen. 4^ 



42 



65 



fi- 
es 

69 
71 



'A 



74 



ALBRECHT VON HALBERSTADT. IX. 6| 

20 wizer fchüm ftanc unde roucb 

ime üz dem flunde fch6z, Meum. 3, 75 

als eiD nebel dicke und gröz, 

f6 er üf dem wAgo g4t 

oder &f der erde &Ai, 
23 des erdorret daz gras, 70 

fwie ez 6 gröne was, 

unde Wirt geftalt zuhant, 

als von vAre verbrant 

nu want er lieb die krumbe 77 

30 als ein fchibe umbe, 

nu ftunt er ftrac und üfreht, 7S 

als er w6re ein balke IlechU 

als ein wazzer an den ftat 79 

nu hie, nu dl geflAt, 
35 alfö burte er unde Itiez. 

Gadmus bAt dar finen fpiez 82 

und die büt des louwen. 81 

er begunde yatte bouwen 
(27c) und gie manitcbe engegen 8» 

40 finen fchuzzen unde flegen. 

fwie Gadmus üf in berte, 84 

mit zenden er fichs werte, 

daz er fin nicbt enkunde 

mit dem gAre wunde, 87 

45 fwie w6 er im tite. 

er viir zu rucke drite S8 

unde üz allen fliehen weich, . so 

unze in Gadmus an ein eich, 9<) 

die hinder dem wurme ftunt, 91 

50 durch hals unde durch munt 9*2 

hafte alfü yafte, 

daz der boum von dem lafte 93 

ich w6ne zu der erde fige. 

fus gewan er den fige. 
55 NAch fusgetAnem fturme 95 

ftunt er bt dem wurme: 



62 ALBRECHT VON HALBERSTADT. IX. 

des in före wunder nam. 

zuhant ein gotelich ftimme im quam, Meum. 3, % 

daz er fle niwan hörte, 
60 die jach im dirre worte. 

'wes Mflu, recke türe, 97 

bi dem Hangen ungehi]lre? 

wan 6 lulzel zit vergdt, 

fus geliche ez dir ergAt: «js 

65 du folt zu wurme werde 

und kriechen Af der erde 

alfe dirre flange.' 

daz tete Gadmd ange, 99 

do er vernam die m^re. 
70 ez begunde in fus erv^re, 

daz im ün här zu berge ItAch. i<H) 

aller vroude er fich verzech 

unde enwifte wie im was. 

zu jungeft in Pallas loi 

75 tröfte mit ir rAte: lu:* 

fie geb6t im daz er fAte 

die Wurmes bein zu ftunde: 

dA von ein nAwez volc erftunde. 103 

(27d) Cadmus zuhant arte, 104 

80 als in die gotin larte, 

durch verfÄchen daz wunder. 

die bein teter under id^ 

eines veltackers breit, 

als ez mit körne w^re gefeit. 
'85 der acker fchiere lebete, uüj 

an allen enden hebete 

görifen fcharpf unde fmal, 107 

die wüchfen vur über al, 

dar ndch die ftarken fcheite. 
90 fit wüchfen mit krefte lus 

üz des ackers melme 

die gllzenden helme, 

brufte unde üchfen I(i9 



ALBRECHT VON HALBERSTADT. IX. ©3 

phile und kocher wAchfen, 
95 daz fwert hienc zur fiten, 

als fle wolden ftriten. - 

gewApent fie üf giengen: Mctam. 3, iio 

zu hals die fchilde hiengen, 

in heoden trügen fie die fper: 
100 ein wol gezieretez her 

undo ein Itritb^re fchar. 

d6 fle gewachfen wAren gar 

und zur erne rife, 

Cadmus begunde grife II5 

105 nach finer ItrHIichen wer 

gein dem nüwachfen her, 

daz er wider im komen fach. 

der wApenöre einer fprach iie 

'CadmA, M von dem ftrtte. 
110 er ergAt enzite, 

6 fleh verendet der tac' 

dA mite gap er einen flac iig 

dem er nabelte ftunt, 

daz er viel Af den grünt 
115 des flages er aber nicht gendz, it9 

wände in ein ander fchöz 

mit eime fcharphen phile. 

nu giengen fle zu bjle 120 

unde fturben ^lle 122 

120 mit gemeinem valle. 

d6 lief man wider man: 

ieslich greif den ndften an, 123 

unze fleh die ganze fchar 

under ein ander war, 
125 dA niwan vunf beliben von. 120 

der einer hiez Echton, 

der durch tAdes verebte 

mit rAte daz worchte, 

daz fle ein ander liezen leben. 
130 er bat auch Gadmum vride geben 12s 



64 ALBRECHT VON HALBERSTADT. IX. 

(28>) und lobten im entrAwen, 

daz fie im hülfen büwen Meum. 3, \}*j 

Thftbas die fchöne. 

alfus der galt von Sidöne 
135 die (tat ftarc und vefte 

büwet alre befte, 

als im riet PhAbus uberlanc: lau 

daz was ThAbas anevanc. 

Gadmus fchein ein fölic man, ut 

140 do er die gute Itat gewan. 

dar zu gewan er fint 

fch6ne wtp unde kint w 

im gie die Saide enhende: 

wan daz vor flnem ende w 

145 dehein menfche fftlic is. 

des wart ouch Cadmus gewis: 

wände im leit und ungemach 13> 

an flnem mAge gefchach, 

der von einem menfchen wart i3v 

150 zeinem hirze verkart 

unde enphie vil wunden uo 

von finen jeithundeUf 

die in jAmerlich zurizzen. 

ob ir daz wellet wizzen, 
155 daz wil ich ü fchiere Tagen. 

in gelufte eines jagen I4:t 

üf einen berc , der nähe lac, 

da er gejeides dicke phlac 

mit garne und mit hunden: 
160 d& wildes vil gevunden 

und manec hirz wart gevangen. 

dar quam er gegangen h« 

mit finen jeitgefellen. 

ir feil begundens ttellen. 
165 fin hunde hite er alle famen, 

der ieslich hAte finen namen. 

dö fie nu lange bazten, 



ALBRECHT VON IIALBERSTABT. IX. ($5 

und vil wildes lazten, 

d6 was ez gein mittem tage. Metam. 3, 145 

170 nune wolde Actöon nicht mA jage 

und fprach zu den gefellen fin 147 

'nu lAt daz gejeide fin: 149 

wir hAn uns wol ergetzet 

und genüc gehetzet. 
175 unfer netze und unfer feil 14g 

hAnt über al fweizes meil, 
(281>] blAtec flnt unfer g^re. 

wir wein zu r6we k^re 

unde heben unfer garn, 
180 und die nacht mit vrouden vam, 

unze morne fchlnet der tac. 150 

fö kumt aber in den hac: 

dö hebe wirz mit vrouden an.' 151 

dem Täte volgte ieslich man 154 

185 und was zu rüwe bereit 

und leiten hin ir arbeit. 

Bi dem berge unden 155 

vil fchöner tannen ftunden« 

von dicken eften grüne 
190 ein fchAne gef&ne. 

da ftunt ein feipwachfen katle, 157 

dar innen vil brunnen vafte I6I 

fprungen und vluzzen Ane zai. 

er was befchatewet über al: 
105 die unde gAben füzen klanc. 

dA was daz gras kniewes lanc, 1(^2 

die Aeine geformieret, 15g 

als lie gepolieret 

böte ein wercman türe. 
200 ir meifterfcbafl NAt6re 

gewurket an den fteinen hat 

fchAne was die felbe ftat 

dar quam dicke in den walt 163 

zu dem brunneline kalt i64 

[xxxviii.j 6 



66 ALBRECHT VON HALBERSTADT. IX. 

205 DiAne unde ir meide, 

f6 fle VOD gejeide MeUm. 3, 163 

müde und hellec wAren. 



DiAne z6ch abe ir gewant. 
210 dA geltunt ein meit zuhant, I6^ 

die den kocher enphie, 

der ir an der fiten hie, 

den g£r und den goitbogen. 

ein ander häle ir abe gezogen 16> 

215 die fchüch, die dritte was bereit igt 

unde enpbienc fchöne ir kleit. 

ir dienites alle achten. 

zwo ir hdr envIAchten: Hi 

die ein was Grocali genant 
220 nu zugen abe ir gewant iti 

(28c] juncvrouwen viere. 

die fprungen drtn vil fchiere, 

Ism^nis und Hyaift, 

Pf£cas und PhyalA. 
225 die twugen die wolgelAne i^ 

golinne DiAne. 
(29«) Bi der zit Actton quam i';4 

gein dem walde irrefam its 

von gefcbichte zu dem bade. i? 

230 des gewüchs im gr6zer fchade. 

do er gefacb zum bade in, i:: 

Diane mit ir magetin 

fin fchiere war nAmen. i> 

des fie harte erquAmen 
235 unde fchrirn alle i?- 

mit gemeinem fchalle. 

fie hAlen ir vrouwen, iv 

daz er nicht mochte fcbouwen 

die nackede gotin. 
240 dA ruochte ot ieslicb magetin 

wie fie Dianen dachte. 



ALBRECHT VON HALBERSTADT. IX. 97 

iedoch fie üf rächte Mctam. 3, I8i 

(20b] einer achfeln lange. ']g2 

fie ftont in dem gedrenge 
245 bibende von zorne. 

des fchein die Azerkorne 

alf6 wunneclicbe, 1^3 

dem morgenr6t geltche 

und dem liechten regenbogen. 
250 dö fie begrtfen wolde ir bogen, iss 

d6 lac er zu verre dan. 

des fprenzet fin mit wazzer an 189 

und fprach 'nu machtu verjehen, 193 

du habeft Dianen gefehen 192 

255 nacket mit ir meiden bade: 

daz wirt zwAre din fchade/ 

Die wort an ActeAne 193 

vrumten daz fln fchöne 

wart metalle verkart 
(20c) fin Itp mit hAre bewachfen wart: 197 

daz fchüf der wazzertropbe. 

ouch w&chs üf finem kophe 194 

gehumes manic ende. 

fich begunde wende 
265 fln kAnbeit die er hAte. 

Yon vorchte er wunderndrAle t9s 

lief, des in felben wunder nam. 199 

zu jungeft er geloufen quam 

an eine lAtere bach. 
270 do er dar inne fich gefach 200 

und der hörne war nam, 

alfö f^re er erquam 201 

daz er gefchrirn wolde hAn. 

d6 was im menfchen ftimme engdn, 
275 daz er nicht mochte rAfen. 

er künde niwan wAfen: 

des erfufte er tiefe. 202 

em Wille war er liefe 204 



(}g ALBRECHT VON HALBERSTADT. iX. 

ode waz er tun folde. 
280 ern torfte , als er wolde, if ettm. 3, 205 

ime walde nicht belibe, 

noch k^ren zu Um wibe 

von vorchte die er hAte. 

dA er wart zu rate, 2oe 

285 war er wolde glhen, 

fin hunde in erfflhen. 

der wize leithunt üf der fpor 

z6ch den anderen vor: 

der was Melampüs genant. 2ib 

290 ouch quam Ichnobates zuhant: 2«: 

die b6de klaphten helle. 

d6 fie die andern belle y^* 

hörten, qudmen fie dar 

alle mit gemeiner fchar. 
295 fneller danne lüfte 

begunden fie dar fchufle. 

die ^rften drl die wAren dA 2i" 

quAmen von ArcadiA, 

DorcAus und Pamphagus, 
300 und ir gefelle Oribafus. 

Theron mit Tigrlfe, 2i" 

Agr6 mit fmacke life 2>- 

zu dem wtItbrAte. 

dar quam geloufen drAte ?t- 

305 Pterelas und Alc6 2i2 

und der lichte Ganachft, l\' 

Dr6mas der grimme, 

Hilactor, des flimme ^^ 

life unde kleine is : 
310 mit im lief P^menis, 2i^ 

Asbolus und Leucon, iis 

(29<l] und der ftarke LAcon, i\^ 

MelanchMes dA bt fpranc, 232 

dar nAch Nebrophonos dranc, 2n 

315 Thöus unde Z6ne, ^ 



ALBRECHT VON HALBERSTADT. IX. 60 

fnelle ruden zwAne, 

fneller danne pbfle. 

dar gie ouch zu bllc 

der vieckechte Gypriö: 
320 mit im der Itarke Aell6 Meiam. 3, 219 

und der rücbe Labros. 224 

dar quam geloufen Uarpalos 222 

b6cbbeine und lancflte, 

Agiaodes der gite 224 

325 die liefen recbte üf der IIA, 

einer vor, der ander nA. 

oucb quam ftiebende als ein wint 

ein fneller unde edeler wint, 215 

der biez benamen Harp^A. 
330 dem volgeten zw6ne nA, 

die wären finer tracbte, 

wand ers zur werlde bracbte. 

die quAmen durcb daz tai geviogen, 

als ein pbil von dem böget). 
335 Melanftus der wtze 222 

fpurte dar mit vlize 

und der fwarze LAdon 216 

und HylAus, der gedon 213 

dem ebere dicke bAte getAn, 
340 und niilicb was von im geflAn. 

dar quam oucb LeMpe, 217 

Stictd unde NApe, 214 

der von dem wolfe was geborn, 

und TberidAnus üzerkorn, 233 

345 der des vibes bftten pblac. 

einen fumerlangen tac 

mocbte er immer mire jagen. 

icb müz der andern gedagen, 225 

die d6 bi den (tunden 
350 nAcb finem libe flunden. 
, dem was debein fö trAge, 

daz erz nicbt wolde wAge, 



^0 ALBBECHT VON HALBERSTABT. X. 

fin irte IlAde noch ftrAch. MeUm. 3, 2'2f\ 

dehein vels was f6 rüch, 
355 fine volgten ir berren nAch. 

dem was üf die vlucht gAcb 22S 

und füchte mangen knunben phat, 

da er 6 jagete wiltbrAt. 

den jegeren quam er nAhen 229 

360 und wände belfe enpbAfaen, 

daz fie in erkanden 

und die bunde wanden. 



(32c) Der Tach die maget drAte: :U3 

umbe minne er mit ir ranc, 

unze er lie zu willen twanc. 

des enpbies ein kindelin, 344 

5 daz nicht fcböner mochte fin: 345 

NarcilTus hiez des kindes nam. 346 

LyriopA Tirefiam 

vrAgte, obe ez mochte leben: 347 

''des roltA mir künde geben/ 
10 er Tprach 'ich gibe dir den rAt, 34s 

fwiez dar umbe geftAt, 

daz ez ßn bilde icht enft.' 

der rAt was Lyriop6 349 

al geliche als ein wint, 
15 unze (ie ervant flnt, 350 

daz er ir gefeite wAr. 

nu wart der knabe fechzehen jAr 351 

und fchein f6 roinneclicbe, 

daz man fin geltche 
20 nirgen mochte fchouwen. 

vil fchAner juncvrouwen, 353 

die ßn wurden innen, 

gerten ßner minnen. 

iedoch enachte er ir nicht 354 



ALBBECHT VON HALBEHSTADT. X. 7| 

25 und engerte minnen pblicht: MeUm. 3, 355 

unz zu jungelt gefcbach, 356 

daz in ein waltvrouwe fach, 

dA er ime walde 

den wilden tieren ftalde: 
30 die maget hiez EchA. 357 

der verbünde Jünö, 

daz fle nicbt fprecben künde, 358 

wan dazs üz vromdem munde 

A fprecben borte: 
35 dem fcballe lie antworte. 

Sie was ein maget Itphaft» 359 

t lie wurde fus verfchaft, 360 

(32<l) die als ander lüte fpracb. 

zeiner ztte gefcbacb« 362 

40 daz oucb was gefcbeben 6, 

daz Jupiter bracb fin 6. 363 

f6 daz gefpurte Jdnt^ 

do began die maget Ecbö 364 

fie mit Worten fümen, 
45 unz Jupiter ez rAmen 365 

mit flner trütin künde. 

des gwan die gotin künde 

und wart alC5 grimme, 

daz lie fpracb 'din Ilimme 366 

50 mAze dir werden enzogen, 

d& mite du dicke bAft getrogen.' 

d6 wart geftrAfet zultunt 368 

die maget f6 daz ir munt 

dehein wort fprecben mach, 
55 wan des man ir £ verjacb. 

fwaz fie der geborte, 369 

dem fcballe fie antworte. 

Narcilfus ime walde gienc, 370 

mit im manec jungelinc: 
60 d6 Ecb6 fin gewar wart, 37 1 

von der minne was verkart 



72 ALBRECHT VON HALBERSTADT. X. 

ir herze, daz fle barle bran. Meum. 3, 373 

fle fach in minneclichen an 

und volgte im an der varte, 
65 fwar NarcifTus karte. 37i 

doch was ir ein fw^rer bAz, 375 

daz (ie im deheinen gräz 376 

mit Worten mochte bringe. 

von dem jungelinge 377 

70 beit fle etlicher Worte, 

daz fle im antworte. 37S 

Dar ndch was im unlangen 379 

fin gerellefcbalt engangen: 

des wart fin verebte manecvalt, 
(33a] do er gie eine durch den walt 

er rief lüte '^ifl nieman hie?' zsn 

'nieman hie' antworte fle. 

er beleip flille ftdn 3Si 

und lie flu ougen umbegin, 
80 wand in twanc vorchte fus geftalt 

er rief aber in den walt, 

Tage wer du bift' er fchr*. 3S2 

'du bift' antwortes alfe A. 

er (tunt als ein tumbe 3S3 

85 unde warte umbe: 

noch dan fach er nieman. 

I&te rief er in den tan 

*^ich bin ein menfche, nicht envlie!' 3S4 

'nicht envliel' antworte fle. 
90 'beite m!n, ich kum zu dir!' 3S6 

'ich kum zu dir!' daz liebet ir 3S7 

m6 danne dehein wort, 

daz fle hdte 6 gehört. 

'ich kum zu dir!' fprach Echd: 
95 fle was herzenllche vrA. 

Az dem tanne was im gAch: 

die maget im volgete nAch, 38^ 

herzliche fle in umbevie, 3^9 



ALBRECHT VON HALBERSTADT. X. 73 

mit ir armen an im hie: 
100 des quam er in grdzc nftt Mctam. 3, 390 

er fprach 'mich müze 6 der tAt 391 

nemen von der erde, 

A ich d!n werde/ 

'dtn werde' fprach Echo. 392 

105 da mite karte Ce d6 393 

zu berge und zu walde: 

dl fle ie fit twalde 

in einem holn fteine. 394 

daz fch&f der unmüt eine, 
HO daz fle im verfmAte. 395 

doch bleip ir minne lUte 

unde recht durch daz, 

wan fie Hn nicht vei^az. 

doch gefchAf die fwftre, 39$ 

115 daz ir beleip nicht m^re 

dan die ftimme eine. 

fus wart fie zeinem fteine: 399 

ir ftimme dicke hAte 401 

hArent noch die lAte. 
(33^] NarcifTus der jungelinc, 402 

als er A dehein dinc 

geminnet rechte hAte, 

die meide er verfmAte 403 

die finer minne gerten: 
125 unz die gote gewerten 404 

eine maget fchAne. 

die bat die gote vrAne, 

daz er folche minne 405 

mAfte gewinne, 
130 dA im nicht mochte zouwen: 

wand er die juncvrouwen 

alle verfmdte. 

daz gefchach vi! drAte. 406 

ime walde ein brunnelin 407 

135 vlAz lAter filberin, 



74 ALBRECHT VON HALBERSTADT. X. 

daz was küle unde klär. 

man mochte dar inoe ein bAr 

an flnem gründe gefA. 

dar was nicht gevallen 6 
140 von rife noch von loube. ifeuun. 3, 4io 

in hAte mit ftoube 

weder hirte noch vie 4os 

noch dan getr&bet nie, 

weder vögele noch wilt. 409 

145 die boume wären Dn fchilt 412 

und werten der funnen fchiDy 

daz er icht quäme dar tn: 

desn mochte er warm werde. 

da vüchte die erde 4t t 

150 beide biAmen unde gras, 

daz ez iemer grAne was, 

fwie geftunde daz jär. 

zu dem brunnen quam dar 413 

Narciffus der holde, 
155 wände er trinken wolde. 415 

dö er viel üf flne knie, 
(33c) ein vremden dürft er gevie, 

des der ander im zuran. 

f6 er fach den brunnen an, 4t6 

160 fö bot fich her vur fln fchate, 

als er w6re fin gate, 

im geifch gellalt gar: 

fln antlutze milchvar, 

kel unde hals fchein 422 

165 als ez w6re helfenbein : 

fln här bäte reiden fchtn, 421 

daz mochte woi ein magetln 

Af ein phellerlne wät 

vur goltvadem hän genät, 
170 fam von golde gefpunnen. 

fln liechten ougen brunnen 420 

alfe zweier fterren fchin, 



ALBRBCUT VON HALBERSTADT. X, 75 

di mite er maneges magettn 

bäte dicke gewunt. 
175 minnecliche fchein fin raunt HeUm. 3, 422 

als er fpr^che 'kuflet mich 

an mtnen munt minneclichr 

an nnen wangen die var 423 

wunneclichen fchin bar, 
180 daz röte und daz wlze 

gemifchet was mit vlize, 

als ez Apelles böte getAn. 421 

minneclicb und wolgetän 

fin antlutze fcbein: 
185 dane was wandel nefaein. 

Der fcbate in dem brunnen 424 

tete in unverfunnen, 

er winde ein menfcben bilde 

wonen ime gevilde, 
100 dA von fin gern Ate 426 

von minne begunde wüte. 

in nam der fcböne wunder, 4is 

die er facb dar under, 

und was niwan der fcbate fin. 
105 fwA er was, da müfter fin. 

er bAte daz er gerte babe, 425 

daz er lobte was er felbe abe. 

dicke er von gelufte 427 

daz bilde im brunnen kufte: 
200 dA wider kufte ez oucfa in. 

er bot fine baut hin 
(33<i) unde wAndez vAhen: 428 

fin hant begunde im nAben. 

von der minne er vergaz, 437 

305 daz er entranc noch enaz, 

wan er allen den tac 

daz bilde kuITende lac: 438 

nicht ander dinges er wielt 

gewaltes er nicht behielt. 440 



76 ALBRECHT VON HALBERSTADT. X. 

210 ein lutzel er lieb Af richte 

gein dem walde die richte MeUm. 3, 441 

unde kleite fus geftalt 

76he du, grüner walt, 442 

A des folche minne, 
215 die alfö fftre brinne 

und die nicht erkenne 

des dinges daz fie brenne. 

von minne fwine ich als der fni. 

nu (thet ir doch minne m^, 443 

220 ir boume, d6 ir ftundet hie. 444 

doch fAht ir folche minne nie, 445 

fwes man phldge under ü, 

nacht und tac, unze nA 

hAt ir minne nicht gefehen, 
225 als mir armen ift gefchehen. 

die minne mir wirret 447 

und mich finnes irret 

ein dunnez wazzer ift die wer: 450 

michn irret nicht daz tiefe mer, 44s 

230 mich enirret tur noch flöz, 449 

michn irret dehein berc gröz, 

wan alfe dicke ich hAte 450 

mtnen munt dem finem hAte, 451 

16 bAtet ez den finen wider. 452 

235 ez envIAbet nicht nider 

und wirt mir doch niemAre. 

ine weiz wer ez verkAre. 

trAt liep, wes vlAheftA mich? 455 

nu doch alle meide fich 456 

240 vrouwen mtner minnen, 

dar zA die waltminnen 

mich ie gerne fAhen. 

du folt her Aze gAhcn 4^4 

unde nicht enfchiehen mich. 
245 ich bin an alder dir gelich. 455 

nu gibeftu mir doch dicke 457 



ALBRECHT VON HALBERSTADT. X. 77 

r&zen wänes blicke: 

nu bftteftu dicke mir Metam. 3, 458 

din wizen arm alfe ich dir. 
(34a] ich lachen, du lächelt wider. 459 

fwaz ich ti^n, daz tültu fider. 

des müz ich leit und trAre 

in mtn herze müre. 

du fchlneft als du weineft: 460 

255 ine weiz waz du meineft. 

nu ift dtnes mundes fAne, 461 

als du welleft rüne. 

doch mac ich nicht gehöre. 462 

ich wirde zwAre ein tdre, 
260 wand ich bin worden inne, 463 

daz ich mich felben minne. 464 

wer mac mir rAlen hie zA, 

daz ich daz w^gefte tA? 465 

bit ich od bitet man mich? 
265 fwes ich biten daz hAn ich. 466 

lieh mifchet vroude und herzen leit. 

fo erbarmet mich mtn brAdecheit: 

mir mochte baz nicht gefchA 467 

dan deich mir felbem eng6, 
270 diz ift ein vremdez mAre! 468 

wer fach ie minnöre 

wunfchen daz er liep hA 

daz daz verre von im gA? 

fwie min ger zu zim ftA, 
275 daz ez mir immer wAre nd, 

alle nacht und alle tage, 

doch ift daz mtn grAfte klage 469 

und machet mich der fmne 

Ane daz ich minne 
280 daz mir nicht werden mac. 

Af vergebenen bejac 

minne doch nicht minnen fol : 

daz ich an mir felben dol. 



471 



472 



473 



474 



475 



476 



78 ALBRECHT VON HALBERSTADT. X, 

des müz ich zwÄre fterben Metam. 3, 470 

285 und tr6fles Ane verderben: 

mich tröftet nicht wan der iöU 
noch dan m6ret Cch min not: 
fol min trüt lebende blibe, 
daz wirret minem libe. 
290 des mAze wir beidefamen 
fterben in eim lichamen/ 
dA er fus gereite, 
mit zäheren er beweite 
und trAbte den brunnen, 
295 die im von ougen runnen. 
daz wazzer wabete ffere, 
des Tacher des tchate nicht m^re. 
(34b) Do er des fchalc nicht m« fach, 

herzh*che w6 im gefchach. 
300 mit lüler ftimme er fchr6 
'war wiitu von mir hin g6 
und mich ungetrdftet Un 
air6 eilenden Mnl 
nu gunne mir doch den tac, 
305 daz ich dich noch fehen mac, 
fit du mir bift verfeitT 
er zAch abe fine kleit: 
Az j^mers gelufte 
flüc er fine brufte, 
310 daz dar an begarwe 
bl der wizen varwe 
fchln wart die rAtc, 
als der ein aphel fchrAte 
von einander begunde. 
315 die trübe der unde 
aber fchiere dö gelach, 
daz er fin bilde aber fach, 
do er war nam der ftreiche, 

dö begunder bleiche. 4^- 

320 fin lip begunde fwine, 45^9 



47' 



479 
47S 
4 SO 
4SI 

482 



4S3 



4St> 



ALBRECHT VON HALBERSTADT. X. 79 

als von der funnen fchiDe Ifetam. 3, 488 

der rtfe allez zugdt, 

fo ez umbe mitten tac Mi. 

nu was er nicht 16 Dchöne dö 492 

325 als dd fin gerte Echo: 493 

fin fchöne was gewichen, 

fln röte varwe erblichen, 491 

im reiben was er nicht gelich. 

fwie Ech6 6 zurnde ßch, 494 

330 doch müfte fie der arme 

durch fln eilende erbarme. 

alfe dicke er rief 'ouw6 1* 495 

'ouwA' (ie immer wider fchrö. 49G 

fA er fine brofte flAc, 497 

335 EchA den fcbal her wider trAc, 498 

als fie fich hHe geblüwen 

durch Narciflus rAwen : 

er fprach , do er fchiet hinne, 499 

']A Fol neheiner minne «oo 

340 alfe ich hAn getin: 

zu C6re ich geminnet hAn/ 

'ich geminnet h^n I' rief d6 

aber klagende Echo. 

NarcilTus fprach 'liep, wis gefunt!' 50L 

345 'liep, wis gefunt!' fprach fie zuftunt 
(34c) dA mite gelac er unde ftarp. 503 

fwaz gotinne umbe in warp, 505 

Yon wazzer berge walde, 

ieslich ir klage ftalde. 
350 dö macheten einen rinc 

und weinden den jungelinc 

waltminnen unde veine. 507 

ir klage algemeine 

half ouch klagen Ech6: 
355 die was Ans tddes nicht vrö. 

dö fie in wolden begraben, 508 

don mochtens nicht mi trAtes haben. 509 



^0 ALBBECHT VON HALBERSTADT. X. 

er was verkart zu flunde: 

ein wtze blüme begunde Meum. 3, 5io 

360 wachfen an liner flat. 

ein gelwe butze enmitten Mi: 

zitelöfe ift lie genant, 

TchAnen meiden wol erkant 

Lyriop^ begunde klage, 5t i 

365 daz der m^re wfffage 

war hAt umbe ir fun gefeit 

des wart fin kunft wilen breit 512 

in al der werlde balde. 

wan ein fich wider ftalde, 313 

370 der was PenthAus genant 

kein vrecherr man was über daz iant 

nn vater hiez Echlon, 

da ich & b Tagte von, 

der was des flangen kinde ein, 
375 die leiten den Arften ftein 

an die mire Thftbas: 

Pentb^us ftn Tun was. 

er enacbte nicht der gote. 514 

TireliA begunder fpote 
380 und fprach Vie tar ein blinde 515 

fich des underwinde, 

daz er Xich dunket wtfe?' 

des antwort im der grffe 516 

^nim war! ein nüwer got fol komen: 520 

385 w6rn die ougen dir benomen, 51T 

daz du in nicht mochtes fehen, 

dirn künde nicht baz befchehen. 

der got heizet Bachus. 520 

(34<1) ich verkünden dir fus: 
390 obe du in verfmAbeft 521 

und nicht Arliche enphAheft, 

du folt zw4re wizzen, 522 

enftucke wirt zurizzen 

von diner mäter din lip. 523 



ALBRECHT VON HALBERSTADT. X. 81 

395 Ge und aDdere wtp, 

die dem gote volgen, 

werdent dir erbolgen: 

des wirllu gelouben fän, Meum. 3, 525 

daz ich blinde gefehen h4n/ 
400 Penth^us flüc dem blinden 526 

einen ftreich fwinden: 

der wart fchiere gerochen. 

er bäte küme gefprochen, 

dö quam des wines got dar. 527 

405 im volgten mit grAzer fchar 52S 

die lüte algeliche, 

arme unde rtche, 530 

die alden und die jungen. 529 

fie riefen unde fprungen 
410 über daz gevilde, 

als fie w6ren wilde 

geifte ungehüre. 

vioiten und tambüre, 533 

bufinen unde hörn lanc, . 537 

415 dA mite daz volc dem gote fanc. 

Penth^um harte verdröz, 

daz daz lüt fanc unde dAz. 

'ir törechten knechte, 531 

von natere geflechte, 
420 wer wurket an ü die macht, 

daz ir yüret folchen bracht 

und traget Afme houbet 

krenze grüne geloubet, 

und fchrtet als die trunken wtp 536 

425 und gebet gevangen üwern Itp? 

A gez^me zwAre baz, 541 

daz ir trüget helmvaz 542 

unde Hechten harnas, 

als ^ Awer fite was. 
430 daz ftunde ü mk zu prtfe, 

dan von boumes rife 

[XXXVHL] 6 



82 ALBRECHT VON HALBERSTADT. XI. 

dife krenze grüne. 

gedenket, beide köne, Meuin.3,543 

von weme ir doch [it geborn. 
(35a) von dem flangen der bevorn h\\ 

mangem man daz leben nam» 

der zu Onem brunnen quam. 64j 

nu fit ir doch ftritb^re 

unde witen m^re: ^ 

440 daz weit ir nü verkiefen. 

ful wir die Hat verliefen b^ 

ThAbas den ritterlichen namen? 

des wurde wir allefamen 5J2 

der werlde zu fpotte. 
445 ir habt ein fchemelich rotte: 

an üwerm übe ir nacket fint. 

Ar houbetman ilt ein kint 5^ 

und weiz nicht waz zu fige zeme b'>\ 

und an ftrit zu flate queme. 
450 er hdt gelernet ttrites nicht, 

fwier unfer ftat uberficht 5S3 

nu ift doch der heim fin ^ 

von reben loube ein krenzelfn, 

er treit ein phellerine wlt 
455 mit golde kunfUiche gendt, 

die er vur ein wAfenkleit 

an fineme Itbe treit. 



är» 



(43«) Die Tobefucht grA unde bleich 4, 4:^ 

die nAtern von ir munde ttreich 4T> 

und fprach zu der gotinne 

'ich weren dich durch minne 4'* 

5 des du uns hAft gemant: 
daz wirt fchiere verant 

des machtu hinnen glhen, \*i 

wände bt uns nAhen 



ALBRECHT VON HALBERSTADT. XI. 83 

mac kein vroude dAre, 
10 niwan widermüte und IrAre.' 

JünA vAr zu himele wider: Meum. 4, 479 

iedoch 6 lie f^ze nider 

hiez fie den regenbogen gtfn 480 

und den ftanc abe twdn. 
15 nu faz fie aber fch6ne 

in ir h6ren trAne. 

die Tobefucht nam ein blas, 4SI 

daz blütes allez voi was: 

ouch trouf ir kleit von blAte. 4S2 

20 dar n^ch die ungute 

zu gurtel nam ein flangen 483 

grAzen unde langen. 

die Vorcbte und der Vreife 485 

ir volgten an die reife. 
25 fus quam fie zu AthamA. 486 

der funnen was zur vluchte gA, 48S 

wan fie fchAhet ir Itp. 

Athamas und Inö fln wip 489 

erquämen von dem gafte 
30 und wolden vlieben vafte, 

wan daz fiez bewarte 490 

und die tur verfparte: 

den ftzganc fie in leide. 

die flangen die die leide 491 

35 hAt umbe ir hals gewunden, 

hAtes Af gebunden. 

ein teil tr Af den achfeln lac, 493 

(43b) die andern umbe den nac, 

ein teil hienc an ir kel, 
40 die wAren grüne unde gel. 

ir Zungen fie blachten 494 

und Az den mAlen rächten. 

die gift Az ir kein vlAz 

in der Tobefuchte fchAz. 
45 fie warf die nAteren dan, 495 



84 ALBRECHT VON HALBERSTADT. XII. 



eine verre üf den man, 




die andere Af daz wip. 




die krachen umbe ir beider lip 


Metam. 4, 496 


unz fle fle fus enzunden 


49«; 


50 unde ir herze wunden 




daz fle von Annen wären komen. 


499 


Ouch hätes gift mit ir genomen 


500 


und fcb&m der üz dem flunde 


501 


viel dem hellehunde: 




55 dar zA daz ifen was getan, 




daz die hAr zu berge gdn 




machet, und vergezzenheit, 


M)2 


weinen unde herzenleit, 


b«.\ 


manflacht und gr6zer zorn. 




60 von morderie dri körn 




und von meineide 




fle dar zA leide 




in ein befunderez vaz. 


504 


daz wart zu einem bulver naz 




65 mit bilfenraf gemachet, 


5<»5 


der die Anne fwachet 




und bringet dachte verluft. 




der falben göz fle in ir bruft 


.it'hi 


unde ftiez dar daz blas, 


Mn^ 


70 daz mit blute vol was. 





(46b] Nu hAte der kunec gemeit 
der tochter bnSitloull bereit, 
die Perf6us üz nAtc 
Idfte, dA er tdte 
5 die merveine leite, 
die hAchzit er bereite 
als einem kunege gezam. 
dA was wilt unde zam, 
vögele vifche wiltbrdt 



/o. 



ALBRECHT VON HALDERSTADT. Xll. 85 

10 unde aller bände r^t. 

dar quAmen vurflen edele, MeUm. 4, 764 

den man fchüf ir fedele. 

da was manger bände fpil. 

dar quam fpillAle vil, 
15 die nAcb beidenifcbem fite 

Abten ir fp^he trite, 

nAcb ir art fie fpilden 

vur dem vurlten milden: 

dirre vacht^ jener fpranc. 
20 man bdrte meilterlicb gefanc. 
(46c] zwine facb man vecbten bie, 

ein ander &f den benden gie. 

d& facb man mange fcb6ne meit, 

koflltcbe an geleit, 
> 25 gAnde an dem tanze, 

under blümen kränze, 

gezieret mit berlin 

und mit gefmtde guldin, 

der fchAne nicbt gebraft. 
30 manic ritterltcber gaft 

gewApenet dA was 

in finen glänzen barnas. 

manlicbe fie ranten, 

ir fcbilde und fper zutrauten, 
35 daz fie von einander kluben. 

die fprlzen gein den lüften (tuben. 

nu rief in ir boubetman: 

dA ritens aber fcbiere dan. 

der pbifen und der trumben fcbal 
40 über den palas erbal. 

dA wAren glgAre 760. i 

unde bMinöre, 

dA blies man daz wifentbom, 

deift binden wit und fmal bevorn. 
45 oucb wart dö nicbt verlAzen, 

wege unde IlrAzen * 760 



86 ALBRECHT VON HALBERSTADT. XU. 

mit tepechen wAren bedacht, 

mit bilden riebe gemacht. 

dA was kurzwile vil. 
50 daz m6re ich A nicht lengen wii. 

nu was zit daz man az. MeUm. 4, 765 

dö trüc man fchdne hantvazy 

drüz man wazzer üf die bende nam. 

ieslicb faz als im zam 
53 und als manz gordent bAte. 

nu trüc man trinken drAte, 

den aller richelten win, 

in fcbaln, die wAren guldin. 

des landes fite Perfiftd 7^ 

60 wAren unkunde d6, 

des begunder vrdge 

^obe in nicht betrage' 

einn vurften, hiez Lyncides, 

daz er in berichte des. 
65 Dö im der gefeite, 769 

des in PerKus vreite, 
[46<1) dd fprach er 'fage mir, vurfte vrume, 

wannen dir diz houbet kume 770 

und wie duz abe babes geflagen.' 77t 

70 PerCftus fprach 'als ich dir lagen, 772 

zw6 fwester hAten hüs 774 

ime walde in einer kl&s 773 

undr eime holn fteine: 

den allez was gemeine. 775 

75 fie wAren einer arte: 

f6 lieh ir ouge karte 

gein eime lebenden dinge, 

daz wart zu kifelinge. 7^] 

Af AventAre quam ich dar : 779 

80 zuhant nam ich bt in war 7^ 

vil Iteintner bilde 

von menfchen und von wilde. 

zu zin gienc ein ftrAze, 77^ 



ALBRECHT VON HAXBERSTADT. XIII. 87 

gebant in ebener mAze» 
85 ich quam liftecliche dar, MeUm. 4, 776 

t lie min wurden gewar, 

dem hüfe alfA nAhe, 

unz ich die fwefter Cfthe 783 

durch ein holez fpiegelglas. 
90 daz larte mich Pallas, 

die mich hAt dt den wec geleit. 

mit forge ich des Abundes beit, 784 

unze fie der flAf bevie. 



X.III 

(47<l) Dö der degen Perf^us 5, i 

gereit hAte alfus, 

dö hüp lieh über al den fal 

ein vil vreilTamer fcbal, 2 

5 und wart ein murmel under in. 5 

(48«) die tifche ftiezen (ie hin 

und griffen nAch ir [werten. 

dA quam mit lin geverten 8 

des kuneges brüder PhinAus 
10 zornecliche in das hüs. 

flnen efchinen fpiez 9 

fchutte er durch widerdriez. 

Mch bin dir zu leide komen, lo 

Per[6, wan du mir hAft genomen 
15 die ich zur 6 folde nemen. 

din gevider mae dir nicht helfe vremen il 

noch din vater JApiter, 12 

quAme er felbe nü her 

mit nnem lugelichcn regen, ii 

20 des er dö hAt gephlegen, 

do er zu diner mftter quam.' 

dA mite er Onen bogen nam 12 

und wolde in gefchozzen habe. 

dA fchrA der kunec abe 



15 






88 ALBRECHT VON HALBERSTADT. XUL 

25 'brüder, wer gap dir den r4t Metam. 5, I3 

üf folche vreiiTame tdt? 
du folt im danken fchöne, 
der miner vrouden kröne 
unde mines alders tröft 
30 von dem tdde hAt erldft. 

die maget der du veter bift tt 

hat er vorm tdde gevrift, 
die du zu wfbe woides hA. 
wan w6re du dd nicht d4, 
35 dd fie in ir nAlen faz? 

wes biftu nu dem gehaz, 2) 

der gefchüf ir Talde? 
mochte er des gewalde, 
däz ers I6fle von t6des zil, 
40 dunket dich des zu vil, 23 

daz wirs im zu wlbe I4n? 

wan mocbteftu geholfen h<n! % 

ob fie nu tAt wÄre, % 

föne wurdes dir nicht möre. 
45 des roac ir rechte walden, 2^ 

der lie h4t behalden/ 

PhinAus gedagete. ^ 

fln Wille dannoch wägete, 

ob er fin brdder wolde 's\ 

50 fchiezen oder folde 
(48b) PerfÄum töten 6. 

nu beit der tumbe nicht m6 3^ 

und TchAz ndch im krefteclich. 
iedoch der fchuz wände fich 
55 und traf die banc da er üfe faz. 
Perföus enwas nicht laz: 
mit Phinöüfes göre 3» 

wold ern zu töde före, 
wan daz er unwerde 
60 fich leite üf die erde: 

d& von der fchuz nicht vervie 



y'i 



M 



> 



ALBRECHT VON HALBERSTADT. XIII. 80 

unde über in hin gie Metam. 5. 38 

R^löfen in die Itirne. 

daz ifen durch daz hirne 39 

65 gie im hinden in den nach. 

daz blüt gAhes vur brach 40 

und her und dar fprAte. 

nu b&p der ftrft fleh drdte: 41 

dö gie flac umbe flac. 42 

7U hie ein, dort der ander lac. 

bi der ztt Geph^us 43 

rAmete fin hüs, 

doch gAbens im Urkunde, 44 

daz erz nicht wAre tAnde 
75 durch keinen argen willen, 

wan durch den ftrtt ftillen. ' 45 

Perfißus arbeit was grAz: 

manec Af in Itach und fch6z, 

doch wAne im zur fite was 46 

80 die gotinne Pallas, 

die was ouch fin fwefter: 

des wart fin mAt ie Tefter. 47 

Athis lac libes 4ne, 

der quam von IndiAne 
85 zu der wirlfchefte. 

er trAwete mit krefte 54 

wol fchiezen den fchar, 

dd mite er ie daz zil traf. 

fwier dar Af mochte brogen, 
90 doch künde erz baz mit dem bogen 55 

unde mit der ftrille. 

nu gefchach zu dem m4le, 55 

do er fin bogen fende, 

dazn Perf<6u8 durch die zende 58 

05 flüc mit eim vAres branda 57 

'den roup trac zu lande!' 

6A mite fpielt er im daz kin 

unze an den nac hin. 



00 iXBRECHT VON HALBEaSTADT. XIU. 



den fach yoq SyrjA Lycabas, 


Metam. 5, 60 


100 der fln herzenvrunt was, 




walgen iroe blAle. 


59 


'dazn kumt dir nicht zu gäie, 


65 


(48c) daz du in bAft erflagen. 




dune folt nicht prifs an im bejagen.' 


66 


105 er begreif einen bogen, 


63 


den Atis hAte üf gezogen: 




üf Perfftum er in fchöz. 


67 


PerfAus flner wAt genöz. 


68 


dar was der phil gegangen 




110 und bleip dar inne hangen. 




Perfftus keiner twAle wielt: 


69 


daz houhet er im dar hielt. 




des erquam Lycabas harte 




unde fich verkarte 




115 in einen ftein herte. 




er viel an der verte 


72 


üf finen gefeilen 




und vür mit im zur hellen. 


73 


Ph^bas unde Amphimedon 


74 


120 den vtnden tAten gedon, 




und manliche vAchten, 


75 


unz fie nicht m6 machten, 




wan fie fiipheten ime fal, 


i6 


dA fie giengen durch daz waL 




125 dö daz PerfAus gefach, 


77 


den einen er durch die kein ftach. 


7S 


den anderen durch die rebe. 




daz er nicht m£ mochte lebe, 




unde t6t dA gelac. 




130 Elicius vrumt einen flac 


79 


üf Perfeum mit der harten. 




desn wolde Perfeus warten, 




wan dA er flahen wolde. 




nam er ein koph von gölde 


?il 


135 unde warf in an den man, 


83 



ALBR£CHT VON UALBER8TADT. XIII. Ql 

daz er fwindelen began 

uiide zu der erde feie. Metam. 5, 84 

Perfßus über in fteic 

und gie umbe fchr6ten. 
140 er trat üf manegen tAten: S8 

dö vacht er und die fin 

alle wilde eberfwin. 

dö lac t6t SemiramiSy S5 

Phlegias und Abaris, 86 

145 Lycfttus unde Elyci^. S7 

Phinius engerte md 69 

mit Perfeft nAben ftriten. 

er fcböz ein ItrAle wtten, 90 

die vAlde fln und traf Idam, 
150 der A nie zu ftrite quam. 91 

er fchrA lAte 'PhineA, 93 

dar hAftü mich brAcbt nü: 

des I6ne ich dir der tAte/ 94 

er zAch den phii üz drAte 95 

(48<1) und wolde in gefchozzen hAn. 

done mochte er nicht mA lUn. 96 

noch was der vinde mire, 

die in ane vAchten {6re. 

von LibiA Odttes 97 

160 flüc den mdren Ciymenes, 98 

den heften Turften in dem Dal 

und den tArften in dem wal. 

dA was ein kundiger m6r, 98 

der hiez PrAtAnAr: 
165 den fl&c Eumendes, 

HypfAus flAc Lynctdes. 99 

Emachion der ie vorchte loo 

die gote und rechte worcbte 

und minnete daz rechte, 
170 en wolde nicht vechte. lOi 

er gie vlAhen unde biten, 102 

obe er die dA ftriten, 



02 ALBRECHT VON HALBERSTADT. XIIL 

ZU vride mochte bringe. 

in folcheme gedinge Metam. 5, t03 

175 gap im Drömus einen flac, 

daz ün houbet üf der erde lac. 104 

d6 fach man die zungen 105 

Az dem hoübt gefprungen, 

die den mortlichen gewalt 
180 mit fcharphen worten befchalt. 

dA was leide in allen. 

zw^ne brüder fach man Valien, 107 

Broteas und Ammon, 

die wAren fwerte nie gewon, 
185 wan fle mit langen gerten lOS 

lieh ir vtnde erwerten 

in der (tritlichen not: 

doch Idgens vor Pamplne t6t. 109 

ein fpilman Alphicus genant iio 

190 Ilne harphen in der hant lu 

durch korzwfle bäte. Ii3 

den flüc ein recke drAte. 116 

'ich fenden dich zur hellen, 

dA fpil din gefellen.' iks 

195 Pendöus was der man genant: 

daz räch Lycornas zubaut, 119 

der nam den rigel von der tur 120 

und fprane gAbes her vur 

und fpielt im koph und (Urne I2i 

200 unze üf daz hime. 

PilAtes greif mit der hant 124 

an der tur tfenbant 123 

und woldez hAn gerochen. 

dA wart fin hant durchftochen 
(49<) und von eim fwerte gehaft 126 

an die tur mit ganzer kraft. 

dA wart MelanAus erf lagen: 12«. 

den begunde PerfAus klagen, 

wände er ein vrumman was. 



ALBRECHT VON HALBERSTADT. XIIL 93 

210 (16 wart getötet Doryclas, Heum. 5, 129 

der acker vil in finem böte 130 

h^te: des begunde fpote 

der Doryclam uberwant: 135 

der was Alcyones genant. 
215 'dir mac hie diner erde 136 

nicht hande breit werde. 

benüge dich an dem viecke, 

den du hie macht decke.' 

er fprach 'hie Ht Doryclas, 
220 der grözes veldes herre was.' 

der fpot und die fchande 

tet Perfid ande, 

daz er Doryclam erflAc 

und fpottende fln gewAc 
225 unde im fin velt weiz. 

er zAch ein gAr blAtes heiz 137 

üz einem den er wunde 

und fchöz in obe dem munde 

Halcyoneus zur nafen in, 138 

230 daz im durch daz houbet fln 

daz tfen durch die fwarten brach, 139 

daz manz zu biden flten fach. 

fus lief er als ein tumbe 

in dem fal umbe, 
235 twerches als ein fchtbe. 

doch rAmte er zweier libe: 140 

der eine hiez Clitius, 

der ander ftn brüder DAnus: 141 

den einen durch die lenden, 143 

240 den andern an den zenden 

traf er mit dem g6re: 

da namer die widerkire. 

einer hiez Echlon, 146 

der was vögele fA gewon, 
245 daz er mocht an ir vluge fehen, 147 

fwaz iemer folde gefchehen: 



94 ALBRECHT VON HALBERSTADT. XIH. 

doeh was ditze tougen 

unkunde flnen ougeo, 

daz er tdt wurde geflagen. 
250 Og:fges der daz fwert tragen Meum. 5, 14S 

folde bt der höchzit, 

der nider mit dem töde llt, 

wan in TAactes erflüc, 

do er des kuneges fwert trüc. 
(40b) der kunec und die kunegin I52 

liefen fchriende under in: 153 

fam tete AndromachA die brüt. 

fwie fie fchrirn uberlüt, 154 

doch h6rte man ir ftimroe 
260 nicht vur dem ftrtte grimme 

und vur dem grözen valle, 

der dA gefchach met alle» 

und Yur der f werte klingen: 

des mochte in nicht gelingen. 
263 die phtle vielen als ein regen: i5b 

phil vlouc phtle dA engegen, 

daz man der luft nicht enlach, 

die wll und der flrtt gefchach. 

Perf^us gefellen lAgen tot: 157 

270 des gwan er angeft unde n6t, 

dö er fich fach eine. 

an ein fül von fteine I60 

enmitten in dem palas, 

die den fal tragende was, 
273 finen rucke er karte 16 1 

und werte fich harte I62 

als ein ftritb^re man. 

Ethimon lief in d6 an, ie3 

anderflt Molph^us. 
280 des begunde Perfftus 1^4 

als ein louwe limme» 

der zweier ochfen ftimme 1^5 

h6ret hie unde dort, 



565 



ALBRECHT VON HALBERSTADT. XIV. 05 

unde beide bekort: 
285 fwie in der hunger ubergÄt, Meum. 5, 166 

dannoch er zwiyelende lUt, 

an wen er Arfte welle, 

daz ers b^de velle: 

alfA ftunt Perf^us. 1^7 

2!]0 £rfte er Molph^us 168 

mit dem fwerte beftreich, 

daz er hinkende entweich. 



(55a) Jupiter flAne 564 

machet eine f&ne 

Gerert und Plutöne: 

daz der maget fch6ne 
5 wAre zu ItAne 

ame himele (deift der mäne) 566 

ie zeinem halben mAnde. 

r6 der w6re ergAnde, 

tö müftes in der hellen 568 

10 Plutöne fich gefellen. 

dar ndch (ie aber üf gäi 

unde bf ir müter Mi 

als mans ficht alle mAnde obe. 

die Mne begunde Geres lobe 569 

15 unde verlier ir klage. 

fle bat ir Aretüfen fage 572 

wie fie wazzer worden wÄre: 573 

des hArtes niemer m^re. 

AretMe es ir wol gunde, 
(55b) fie verlie die unde, 574 

ir hdr fie trucken leite, 575 

daz fie baz reite. 

fie fprach 'ich was ein fchöner maget 577 

dan man vunde üf der jaget, 
25 m£ deheine ftalde 579 



96 ALBRECHT TON HALBERSTADT. XIV. 

durch gejeide im walde. Meum. 5, 57S 

ich was alf6 fchöne, 580 

ich z6me wol der kröne. 

ob mich der keifer h^te genomen, 
30 ezD w^re im zilewize komen. 

des lobes achte ich kleine, 582 

fwie daz algemeine 583 

liebet den meiden. 

fwaz fle mir prtfes leiden, 
35 dar umbe gap ich nicht ein här 

und düchte mich ein fchande gar. 584 

eines ame mittem tage 5S5 

gefchach mir, alfe ich dir fage. 

ndch lüfte ich in den walt gie, 
40 min kocher an der fiten hie 

und mtn böge wol bereit 

von der funnen arbeit 586 

was ich alfö heize, 

daz mir von dem fweize 
45 min l!p wart al nazzer. 

dö fach ich ein wazzer 587 

gegen mir her ftriche, 

einem zin geliche, 

fd lAter daz man künde 58S 

50 den fant zain ame gründe. 589 

dA ftunden wlden bider fit, 590 

die gAben fchate alle ztt. 591 

zu dem brunnen drite 592 

ich vil fehlere gdte, 
55 daz mir hitze wurde bAz. 

ich fazte drin einen vüz. 

do ich der külde wart gewar, 593 

d6 enblözte ich mich gar « 

und viel metalle dar tn, . 5d5 

60 wand ich dA ficher wände fin. 

ich fwam wider unde vort: 596 

zu jungeft hArte ich Af ein ort 597 



ALBRECHT VON HAJLBEBSTADT. XIV. Q7 

eine ftimme vreife, 

grimme unde heife. 
65 von vorchte die ich hite MeUm. 5, 598 

dem ftade ich ie baz nAte. 

66 rief ez mir zwir nA 599 

Var wiltu ArelAfA?' 600 

daz was der got Alph^us, 
70 der hAte in dem wazzcr hüs. 

ich gAchte nacket M die vlucht: 601 

(55c) des twanc mich magetliche zucht. 

do vergaz ich ame andern ftade 602 

miner wAt: daz wart mtn fchade. 
75 wan do er mich aneblichte 603 

nacket, fich verllrichte 

fin herze von der minne, 

und begunde brinne 

und lac mir an vafle. 604 

80 ich begunde hafte, 

deich nicht des weges achte, 613 

wan fwar der louf mich brAchte, 

über berc und tal tiefe. 6t2 

fwie vafte er geliefe, 609 

80 doch er eine ftunde 

mich nicht beziehen künde, 

unz zwifchen uns die lenge Cio 

der wec wart alfö enge, 

daz niwan bleip ein wftnge lucke. 
90 die funne fchein mir zu rucke: 6t4 

ich fach vor mincn ougen ie 

den fchate der von im gie, 615 

und fines Atems enphant. 617 

min hAr fich zu berge want. 
05 in dirre ioufendcn not 61 8 

min hende ich gein DiAnen b6t. 

*'hilf, heilige gotin, 

wände ich nü gevangen bin, 

die zu mangem mAle 6I9 

[XXXViil.] 7 



gg ALBRGCHT VON HALBERSTADT. XIV. 



100 vollen diner ftrdle 


Melani. 5, 62u 


minen kocher täte!' 




• 

die gotin hörtez drAte. 


021 


einen nebel fie machte. 




dA mite fie mich bedachte. 




105 des AlphAus wunder nam. 


622 


war ich dö tö fchiere quam. 




in dem nebele er zwir 


625 


begunde lüte rufen mir 




und lief umbe dicke. 


623 


110 ich vorchte fine blicke, 




als ein fchAf den wolf grimmen 


626 


vreislich h6ret limmen 


627 


nAhen bf der fligen: 




die fchAf vil ftille fwigen: 




1 15 oder als ein hafe lit 


tr> 


in einer hecken lange zit 




und fich nicht in finer lAze 


6N 


rAret durch die hunde üze. 




alfüs was mir zu mftte. 


62r 


120 er flunt mir an der hüte, 


^> 


do er im fände nicht fpur 


6:il 


mochte di ich liefe vur. 




ich ftunt : der fwetz (U mir brach 


iCst 


unde vidz als ein hach 


6:U 


125 zutal an allen enden 




(55d) von vingern negelen henden. 


K,r. 


von arme und von beine. 




dehein hdr was fö kleine 




daz ftunt an minem kophe, 




130 dane hienge ein fweizes trophe. 




ich hüp den vüz unde trat 


W4 


ein lutzel dan von der ttat: 




dö lac der fweiz gerannen 


' 


geliche einem brunnen. 




135 ich begunde zug6 




als an der funnen der fn^, 





ALBRECHT TON HALBERSTABT. XIT. 99 

die fchtnet umben mitten tac. 

als ein wazzer ich dö lac. Metam. 5, 636 

dd AlphAus marchte daz, 
140 dö enwas er ouch nicht laz, 

(in bilde er verftalde 637 

und wart zu wazzer balde, 

durch daz er fich mit mir mifte. 638 

dö bat ich mich Dianen vrifte: 
145 Vas ich ie din du, 

daz bewaere du nA.' 

DiAne dö trAwen wielt 639 

und under mir die erde fpielt: 

dar in verflouf ich drAte 
150 unde dannen gäte, * 640 

als ich noch den fite hdn. 

einen verren wec ich gän 

unden, unze ich kume dar 641 

da du min nftme war/ 
155 Dö die gotin des komes 642 

vergezzen hflte ir zornes, 

nu woldes aber dannen. 

in ir wagen gefpannen 642 

hAtes trachen zwöne. 
160 fus vür fie gein Ath6ne 645 

durch luft und durch wölken hö, 

unz fie quam zu Triptolemö: 646 

den hiez fie fitzen üf ir wagen, 

die vrucht vAren unde tragen, 
165 die lim gegeben bäte, 

daz er die erde fäte: 647 

wan dem lant gebraft an körn, 
(56a) daz lie verderbet bäte bevom. 

Triptolemus vür balde 649 

170 in Scitiam daz kalde: 

da hörfete kunec Lyncus. 650 

do im der böte quam zu hüs, 

dö vrdgte ern nüwer m^re, 65i 



(uu 



100 ALBREGUT VON HALBERSTADT. XIV. 

wanne er komen w6re 
175 und umbe fines felbes namen.' 

des berichte ern alles famen 

unde fprach alfus 

'ich heizen Triptolemus, MeUm. 5, r:y\ 

von dth^nifchem lande. o:>2 

180 ich vür zu wazzer noch zu lande, (.:>; 

wan durch die luft bin ich komen. ß*! 

min kunft Fol al der werlde vromen: 

des fAmen des ich bringe dar (;:>:• 

hat die werlt gebreften gar, 
185 weize habere gerfte körn/ m 

die rede was dem kunege zorn 

und vorchte von dem gafte, 

daz er begunde vafte 

fleh lieben dem lüte« 
190 fo er aber die erde büte. 

dar umbe wart er im gehaz. 

doch gehiez er im daz, 

daz er in Af n6me. 

fo er zur rüwe qu^me 
195 und fliere, als er foldc, 

er wände in töten wolde. t.> 

wan Geres die riebe 

ir dieners vlizecliche 

gute hüte bäte 
200 und hiez in vliehen drAte. r.-" 

den kunec fie behande 

in einen luchs verwände, h ' 

der mit fcharphem blicke 

ficht durch mAre dicke. 
(56b) Dö Galliop« verant u: 

ir rede bäte, zubaut 

die waltvrouwen alle i*'- 

feiten mit fchalle 

die nüne überwunden. 
210 fchelden fie begunden 6ri 



lu'* 



ALBRECHT VON UALBERSTADT. XV. 101 

ZU anderm ir grözcm fchaden, 

d& mite fie >vdren überladen, 

wan fie fd vrcvclliche gar 

durch ubermAte quämen dar. 
215 zu zin fprach unfer eine Mctam. 5, 665 

'dunket üch nu kleine, 

daz ir den fige hat verlorn? 

ir fchuldet uns hie bevorn: 666 

nu mAzet ir cngelde 668 

220 iHT hömütigcr fchelde.' 

dannoch woldens nicht U, 669 

fine fchulden vor unde nd, 670 

unz in vedere drungen vur, 67 t 

die wären blütec unde mur 
225 als andern vogelen jungen. 674 

fwarz und wiz fie erfprungen, 

als wir noch bi unfern tagen 

die agclltern fehen tragen: 676 

die hänt dannoch die art, 677 

230 fwer vur fie rltet oder vart, 

daz fie fln phlegen fpotte, 67S 

als fin gemeiner rotte 

phlägen dA gebären, 

d6 fie meide wären. 



(57a) D6 Pallas unze an ein ort 6, i 

die rede bäte gehört, 

d6 lobete fie den fanc zuvorn. 2 

dar nach prifte fie den zorn 
5 da mite fie daz rächen 
daz fie wider in fprächen. 

'ich wil ouch prts erlange, 3 

wan wider mir hat lange 

ein wip ir r&men getan, 5 

10 die mich mit wurken wil beftän, 6 



102 ALBRECHT VON HALBERSTADT. XV. 

(57b] fwie ich Ii ein gotinne 

und dirre kunfte ein vinderinne/ 

Arachn6 hiez die vrouwe, Heum. 6, 5 

die ir begunde drouwe: 
15 die was witen m6re. s 

fie häte gröze 6re 

in Libid uiid gröze gunft: ii 

daz gefchüf ir riebe kunft. 

dar qudmen die waltvrouwen n 

20 durcb ir arbeit fcbouwen, M 

* dA mite fie ftifte wunder. 

alle merwunder H> 

fach man üz wazzern gAhen 

verren unde nähen, 
25 durch fehen ir arbeit, 

dar ane ir kunft was geleit \'> 

nicht mit wurken eine. 
(57c) allez werc gemeine, i» 

des die wtp ie phldgen, 
30 fpinnen wurken nagen, 

des wart fle geprtfet, 

als fie underwtfet '^' 

von Pallade wAre. 
« des begunde fie gebdre -^ 

35 gein ir uppecltche. 

^ift fie fö kunfte riebe, -^ 

fö überwinde fie mich. 

He vlize arebeite Tich: 

lit He mir mit kunfte obe, 
40 fö mac man fie von fchulden lobe, 

und Itde ich ftrAfe und fchande.' 

die rede tet Pallas ande ^'^ 

und nam an fleh die geltalt, 

als fle w6r hundert jAr alt. 
45 ir bdr was grl, ir rucke 

gebogen, ir ftAre ein brücke, \ '- 

dö fle vur AraohnA gie. 



ALBRECHT VON HALBERSTADT. XV. |03 

fie fprach 'ich hän gehört ie Mcum. 6, 2S 

daz alder muge nicht gevremen. 
50 doch mac der jugende wol zemen, 29 

daz fie neme finen rdt: 30 

föne riwet fie Felden keiner t^t 

alfus riten ich dir, 

obe du wilt volgen mir, 
55 daz du dich benügen lAft, 31 

daz du der werlde vur gAft 

mit dtner arebeit 

nicht fchephe dir von den goien leit, 32 

den du dich wilt geliche. 
60 du hält gereit fmAIiche: 

des Pallas nicht gedoln mac. 

bite fie Af difen tac, 33 

fA wirftu des Yon ir verzigen.' 

d6 fie der rede was gefwigen, 
65 Arachni fach fie zornec an. 34 

ir antlutze als ein viwer bran. 

ir arebeit fie verlie: 

flegen fie vil küme engie. 35 

fie fprach 'du witzel6fez wip ! 37 

70 daz YerwAzen fi din lip! 

dins rdtes mac ich über fin. 40 

ganc und rät den kinden din 39 

ode fwem du gunnes gutes. 

ich bin noch des mAtes» 4 t 

75 daz ich mit Pallas ftriten wil. 

♦ 

ir gotheit achte ich nicht vil. 
mit arebeit biten ich ir, 
(57<i) ir zäkunfte ich begir. 42 

wan kumet fie? wes bitet fie?' 
80 Pallas fprach 'ich bin hie.' 43 

ir gotheit fcheindes balde. 44 

junge unde aide 45 

vielen üf die erde 
und betten an die werde 



104 ALBR£CHT VON HALBERSTADT. XV. 

85 goiin durch vorchte mit ein. 

Pallas lüterliche fcbein, 

als der morgenr6t brunne, HeUm. 6, 4: 

fö Af gät die funne. 4s 

Arachnö envorcbte ir nicbt: 45 

90 fie was üf den ftrit geriebt 52 

wider der gotinne. 

an dem anbeginnc 54 

die vrouwen ir wercremen 

begunden beidefamen nemen. 
95 daz warf was von golde, 55 

dAr ieslicb wurken folde. 

daz wevei bunte fiden was, 56 

als gezieret ÜAi daz gras 

mit blümen manger leige, 
100 fwenne kumt der meige. 

luft und gewonheit h^ 

treip fie Af ir arbeit. ao 

göt was ir wille. 

ir fpAle unde ir fpille 5T 

105 durcb die netze drdte figen. 5S 

iesitche wolde gefigen. 

ieweder begunde macbe 09 

eine funder facbe. 

Pallas begunde weben 
110 einen fcbönen winreben 

mit trAben und mit loube. 

des mocbte man geloube 

daz werc w6re lebende. 

dar nach was fie webende 
115 die zwelf zeichen nAch ir art. 

ieslich dA geworcht wart, 

louwe, krebez, fcorpion, 

ftier, wider, vifcb, chtron, 

wAge, hoc, juncvrouwe: 
120 die mochte man dA fchouwe 

geflalt in vier ende. 



ALBRECHT VON HALBERSTADT. XV. 105 

da fach man die winde 

elientriche bläfen, 

den Itarken BörA^fen, 
125 Aulier unde Zepbirus 

und den vierden Eurus. 

enmitton was ilif ein ort Meum. 6, 72 

(58«) der hfire JApiter geworht 

Af flnem kuneges iröne. 74 

130 üfin houbt er trüc ein krAne, 

ein zepter in der hende. 

an dem andern ende 75 

NeptAnus des meres wielt, 

der mit dem tridenten fpielt 
135 alle meres unden, 

daz fie fcbiere erwunden 

von dem lande in daz mer 77 

vlöz daz wazzer aber her. 

lieh felben fie d6 bilde 78 

140 vur der bruft mit dem fchilde, 

Af dem houbte ein heim was, 70 

ir g£r fcharph unde was, 

den fchilt fie hielt enhande. 

daz werc fich di wände. 82 

145 da bt folt ArachnA verftän, $3 

waz fie IAne9 folde enphin 84 

umbe ir felber arebeit, 

daz fie mit der gotin ftreit. 

nu worchtes vier Itrite, 85 

150 ein an ieslich fite, 

in ieslich winkel einen, 

mit fchAnen bilden kleinen. 86 

ime örfiien hörne fach man tXä 87 

zw^ne berge in Thracid, 
155 H6mus unde Rhodop^. 

die wären rifen b 88 

und wolden goten geliche. 89 

des wurdens fpottecHche 



106 ALBRECHT VON HALBERSTADT. XV. 

verwant in Iteinwende. 
160 an dem andern ende Mctam. 6, 90 

ftreit iiknö wider ein wip 

unde verwände ir lip 9i 

in einen kranen fdzuhant 

den ilt noch hüte fus gewant, 
165 daz fie wider ir geflechte 92 

iemer mAzen vecbte. 

d& mochte man ftrtten fft 93 

JünA wider Antigond, 

die mit ir volke wart n 

170 metalle in florke verkart, 

die man noch kriegen licht, 

fwd in widerdriez gefchicht. 

d6 fie verwände JdnA» 

nu mochte ir nicht baten dö 
175 ir vater LAÖmedon 96 

noch der tum zu Ilion. 95 

fie klaphent noch zu difme tage, 97 

f6 maus wil von nefte jage. 
(58b) an dem vierden orte^ 9<^ 

180 Gynaras fie worhte 

herzenitche weine khi 

fln tochter, die zu fteine 

verwant die gote hebten, 

wan fie in wider ftrebten 
185 und wdren wider wende. 

bt des bethMes wende 

lac er üf den gr6den breite 

da er fln leit kleite. 

diz meifterliche bilde 
190 der gotinne milde 

fich üz der ram hebte, 

rechte als ez lebte. 

von oltven ein zirke loi 

begundes drumbe wirke, 
105 die fich umben Itam vlacht: 



ALBRECHT VON HALBER8TADT. XYI. 107 

fus was ir werc vollenbrlcht. Metam. 6, 102 

Arachnö weben d6 began. 103 

dA was fcböne gewurket an 

vil kunfte rtcher bilde: 
200 wie zeinem ochfen wilde 

lieb Jupiter verftaide 

und vürte mit gewalde 

die fchAne Euröpen über f6. 104 

die maget jAmerliche fchrö 
205 and fach mit leidem blicke 105 

gein dem ftade dicke. 

man mochte an dem werke 

zewAre nicht merke: 

wan als üf einem ochfen 
210 ein maget qu6me gedocbfen: 

daz mer den fchln hAte, 104 

als der wint drüfe wflte. 

ouch worchtes an den tepieh, 109 

wie Jupiter eines fich 
215 zeinem fwanen verftaide 

unde LAden valde: 

wie er fich yerwilde iio 

in eines fchrazes bilde 

und die fch6ne Nicteide 111 

220 trAte ein maget bilde: 

wier Alcm6nA die fcböne 112 

geliche Amphitriöne 

minnecltche trAte. 



(63a) D6 fie bt ein wAren 439 

ndhen bt vunf jAren, 

dö bat die vrouwe PrognÄ 440 

ir man, er foldes über f6 
5 zu zir fwefter lAze. 441 

ouch d&chte fie gemAze, 



108 ALBRECHT VON HALBERSTADT. XVL 

daz fie ir vater foide fehen, 

obe ez mochte befchehcn. 

'obe ez aber mac nicht enfin, MeUm. G, 442 

10 fö biten ich dich, herre miD, 

daz da min fwefter bringes her. 

durch daz min vater dichs gewer, 443 

gip im din eit zu phande, 

daz du fie aber zu lande 
15 fendelt in vil kurzen tagen. 

von grözen vrouden mac ich fagen, 444 

foi der wille mtn ergdn/ 

der bete volge wart get^n, 

wan er funder beite 
20 zur verte bereite 445 

vil fcheffe und galien. 

der wint im gedien 
(63*>) begunde rechte an finer var: 

des quam er kurzliche dar. 44«) 

25 Dö der fweher fin yernam, 447 

daz ftn tochterman quam, 

und in heimfüchen wolde, 

dö tete er als er folde, 

und enphie die gefle 418 

30 als er mochte befte. 

Tereus enfümde lange. 

fän nAch dem antvange 449 

feite er finem fwöre, 

durch waz er komen w6re. 
35 'üwer tochter, mfn wfp, 

gert daz ir fwefter lip 

Philom6IA mit mir var: 

des kumen ich felbe dar. 

ich fwer ü daz mit eide, 450 

40 daz ich fie aber leide 

heim zu liwerm lande: 

des M min 6re zu phande.' 

In der zit quam gegin 451 



ALBRECHT VON .HALBERSTADT. XVI. 109 

durch die die bete wart getdn, 
45 die maget minnecliche. 

ir wdt was goldes riebe Metam. 6, 452 

unde bar liechten fchin. 

obe zu Rdme ein keiferln 

folcbe kleit folde tragen» 
50 ßn mocbte nicht von fcbulden klagen, 

fwie fie trüge krAne. 

iedoch gie die fchAne, 

die got hAte an fie geleit, 

vur der kleide rtcheit. 
55 ir minneclicher fchöne lip 

wac vur alle ander wip 

mit fchAnde alfö verre, 

als der tagefterre 

vur allem gefUrne gAt, 
(63c) fo in daz trübe wölken Idt. 

dem müzen geliche 

alle Herren wiche: 

alfus fchein ir fchöne. 

eine riebe krüne 
65 trüc die maget, als ir gezam, 

d6 fie mit ir vrouwen quam 

zuchtecliche in den fal. 

dö wart gekaphet über al. 

vur ir gefpiln was ir fchin, 
70 als man des.meijen blümelin 

ficht üz dem krütc fchinen. 

Tereus begunde fwinen, 455 

do er die maget ane fach. 

f6w6 von minne im gefchach, 
75 daz er nicht fprechen künde. 

ir fchöne in enzunde 

und tet in alfd brinne, 4go 

daz er vergaz der finne 

und gewan gedenke manecvalt, 
80 wie er mochte mit gewall 4t>4 



1 10 ALBRECHT VON HALBERSTADT. XVI. 

vur Pandion dem alden 

die tocbter behalden. 

ouch riet im die minne, Metam. 6, 462 

daz er ir meizoginne 463 

85 yerkarte mit miete, 

daz fie die meit verriete, 

obe fie zu I6ne 

iefcbe Iine kröne 

und fln kunecriche. 
00 fus bran er tobeliche 465 

in valfchlicher minne. 

er nam in flne finne, 

obe die maget nicht töte 

allez des er böte, 
95 er twunges an der reife 

mit fwerte und mit vreife. 

alfus des tüveles genöz 

machte in felben ören blöz, 

daz in dirre gefchicht 
100 allez bevilde nicht, 

waz er töte drumbe: 

fus begunde er tumbe. 
(63<i) Dö nn fwör fweic f6 lange, 4gt 

daz tet Teröö ange. 
105 anderflunt er gewüc 

der ger die fin wip trAc, 46^ 

wand in die valfche minne 

nicht rüwe lie gewinne. 

des bat er dicke finen fwör 469 

HO und ftalde klageliche för, 

in aller der gehöre, 4Tii 

als ez durch fin wtp wöre. 

er fprach ^mich dunket billich 

des fie hat gebeten mich.' 
115 ouch bat in Philomölä, 475 

daz der vater ir gA 

über mer gunde. 



ALBRECHT VON HALBERSTADT. XVL 1 1 1 

dannoch was ir unkunde, Metam. ß, 477 

waz ir fweher unvüge 
120 in nnem Anne trAge. 

fle kufte ir vater an den munt 476 

und bat in md dan türentitunt, 

m^re unde ie m6re: 

daz wart ir vater fwftre. 
125 dd daz Ter^us gefach, 478 

flm herzen aICA w6 gefchach, 

daz ers nicht kuITen mochte, 479 

als doch ir vater tochte. 

die fchamede und die vorchte 
130 in zagehaften worchte. 

dannoch warte er der ftunt, 

daz ers an ir röten munt 

kufte nAch dem willen flu: 

die twäle brächte im grözen ptn. 
135 Dd ße Pandton werte, 4«3 

ir beider vroude er mArte: 

doch.enwifte PhilomölA, ^ 4S5 

wie ez flt folde ergA« 

des gnAdete fie fchöne 484 

140 ir vater Pandiöne, 

und was vr6 und gemeit. 

d6 wart zur verte bereit 
(64«) des man dorft bäte. 

nu was ez alfö fplte, 48B 

145 daz man die tifche bereite, 

die twehelen üf leite 

und trüc koftliche fpffe 488 

ndch kunecllcher wtfe: 

in mangem guldinen kar 
150 wart der wfn getragen dar. 

dö bot der kunec m^re 

(Inem eidem Are 

und fwaz er gutes künde. 

nu ndchte die ftunde, 4S9 



1 12 AI.BRECHT VON HALBERSTADT. XVI. 

155 daz ieslich folde tt&ten gftn. 

die tifche erhaben wurden ftn, 

unde leiten fleh durch rü 

unze an den morgen vrA. 

TerAus die nacht lac, Meiam. 0, Am 

löO daz er lutzel fläfes phlac: 

der maget er ie gedachte. 

er nam in fin achte 49t 

ir hende, ir füze wife 

unde ir fpruche liTe, 
165 do fe mit ir vater reite. 

dannoch md in beweite, 492 

daz fin (6 lieplich ane liich: 

d& von im harte w6 gefchach. 

die nacht er fus hin brächte, 
170 daz er ir ie gedächte. 

aller meide bidme 

begunde ers hdhe rüme. 

die nacht unz an den morgen 493 

vacht er fus mit forgen. 
175 d6 der morgen was betaget, 494 

Ter^us mit der maget 

urloubes an den vater gerde. 

fwie gr6z was On herzen fwcrde, 

doch leite ers bt der bände 
180 beide zu dem fände. 

er fprach ^lieber tochlerman, 4% 

bi dinen trAwen ich dich man, 

daz du dir die tochter min 

wol bevolhen läzefl fin. 
185 bi den goten man ich dich, 41H) 

daz dus vArell trüwelich 

unde in dine phlicht nemes 

und aber fchiere heim vremes. soi 

dun folt fle nicht behalden, 
(64b) wände fle mir alden o«ki 

in mines alders ztt 



ALBRECHT VON HALBEBSTABT. XVI. 113 

tr6ft vroude lancltp gtt 

liebez kint» ich biten dich, Veum. 6, 502 

daz da nicht lange läzeft mich 
195 und kumeft wider balde/ 503 

dö der vater aide 

die rede hAte verant, 

er faz nider in den fant: 

die vart begunde im fwAre. 
200 ftzn ougn im wielen zdre, 505 

daz er nicht m6 reite. 

fln herze im w6ne feite, 510 

daz er fie aller jungelt fach: 

da von im leide gefchach. 
205 Nu was He in daz fchef genomen. 511 

die fcheflAte wdren komen: 

die fegele wurden üf gezogen. 5 12 

zuhant quam ein wint geviogen, 

der fie treip iüf den f£. 
210 'nune ger ich nichtes mA' 5i3 

fprach der välandes man. 

er fach lie valfchlichen an. 515 

'ich hAn allez des ich ger. 

f^lecliche quam ich her: 
215 wes fol ich langer fiime?' 

er mochte bIten kAme 514 

von vrouden die er hAte, 

do er ie m6re näte 519 

finem kunecrtphe. 
220 er hiez die fegele ftriche 

unde lie lieh in ein habe. 

fie träten von dem fchiffe abe: 520 

ein barke trAc fie an den (lat- 

zuhant dö Ter^us trat 
225 von dem fchef zu lande, 

er zAch bi der bände ^21 

die maget in ein gewilde 

von boumen dicke und wilde. 
[XXXVUL] 8 



114 ALBREGHT TON HiXBERSTADT. XVI. 

fie weinde und vrigte f6re Meum. 6, äi3 

230 wA ir fwefter wAre. 

des wolde ers nicht befcheide. 

dA phlac er mit der meide hi\ 

alles des er wolde, 

des er doch nicht enfoldoi 
235 wen ir fwelter was fin wtp. 
(64c) ir minneclicher fchöne lip 

twanc in daz er fie trüte. 

fwie fie riefe Mte 52^ 

vater und fwefter benamen 
240 und die gote allefamen» h% 

lutzel ez fie vervie» 

wan fin wille an ir ergie» 

d& in niemen warte. 

die maget klegelich harte 5i2 

245 VA mtner Are leider!' 

fie zarte hdr und kleider ii\ 

mit jimerltchen fmerzen 

und flAc fich zu dem herzen. S32 

7chamel!cher bAfewicht, iv^ 

250 mochteftü die fchande nicht 

gelAzen durch die fwelter min, 5w> 

die ift die hAsvrouwe dtn? 

ob dich nicht r&wen wolde 

mtn magetüm, als er folde, r^ 

255 der eit den du hAft geboten 

bt den himelifchen goten, 

folde dich hAn enthalden 

und die zehere mines vater alden, 5 ; 

der dich vnintltche bat 
260 und mich dir bevolhen hAt, 

dem du fwfire einen eit 

und h&tt dicke gefeit 

du welleft Ane fchande 

mich bringen wider zu lande.« 
265 nu biftu meineide: 



ALBRECHT VON HALBERSTADT. XVL 1|5 

trüwe und Are beide 

mültu DÜ verlorn hAn. 

du hdft trüwelAs getAn: 

des nim ouch den Itp mtn, Metam. 6, 539 

270 wand ich müz Aren äne fln. 
(64^) dune folt dich nicht erbarmen 

über mich armen. 

wan fl&ge dA mich nicht t6t 540 

A du mir tAte die n6t? 
275 doch weiz ich, obe die gote fehen, 542 

waz mir gewaldes ift gefchehen, 

und deheine macht hdnt, 

daz fiez nicht ungerochen Idnt, 544 

als man feit von ir tugende, 
280 daz lie ez wol fln mugende. 

kume ich zu dem lüte, 545 

den wii ichz bedüte 

daz du hält begangen. 

wird aber ich hie gevangen 546 

285 in dem vinflern tanne, 

den tieren wil ich danne 547 

die gewalt künde, 

den meineit und die fnnde, 

daz fie min nemen goume. 
290 Iteine velfe boume 

klagen ich mlne fwAre. 

ich hörte ie Tagen mAre 548 

von goten manger hande, 

ftf bergen , in dem lande, 
205 die fuln min klageliche wort 

zu herzen vazzen an ein ort, 

daz dir dirre hone 

eteswer gelAne/ 

da mite fweic fir worte. 
300 dA er diz gehörte, 549 

tobelich er gebarte. 

fln minne fich verkarte 



116 ALBRECHT VON HALBERSTADT. XYL 

in einen vreilTamen zorn, 

fwie er fie lobte bevorn. 
(65c) Der drouwe er erfchrachte: MeUm. G, j^d 

dar zu der zorn machte 

vreisliche in gebAre. 

er nams bi ir reidem häre svi 

und machet ein gebende. 55'< 

310 er bant ir wtzen hende 

Philom^lA zu rucke. 

ein mez begunde er zucke: sm 

da von die juncvrouwe fi$n 

gewan ein trdftlichen wHo, 5M 

315 daz er fie wolde t6ten 

und hülfe ir üz den n6ten. 
(65<l] den hals fie rächte willec dar öö*) 

unde befchalt in .gar. 5v^ 

er reiz mit einer zangen .vt; 

320 ir Zungen Az dem wangen 

und fneit fie mit dem fwerte. 

fwie fie des tödes gerte, 

der fchalc dannen gdchte. 

ein wint in fehlere brächte 
325 heim zu ffner vrouwen. 'M 

daz mort begunde in rouwen, 

fwie erz nicht fchln töte 

und nicht dar umbe rdte. 

do er zu Arne wlbe quam 
330 und fie nicht von im vernam 

umbe ir fwefter möre, 

fie vrdgte w4 fie w6re. 

ein lugenmAre er ir bot. :><-> 

er fprach ^fie ift borlange tot' 
(66a] flu valfchez herze twanc in ie, 

daz* er ein fwAren fuft lie 

unde weinde f6re. >'* 

fie trAwete dem m6re, 

daz fie vernomen hdte. 



.\>. 



^h." 



ALBRECUT VON HALBER8TADT. XVI. 117 

340 ir kuneclich gewAte Heum. 6, 567 

gap fie Yurein fwarzez kleit, 568 

"wan ir was umbe ir fwefter leit. 

lin wolde I4zen tröften fleh: 

ir fwefter kleites herzenlich 570 

345 tac und nacbt alle ftunde 

üz herzen jdmergrunde. 

mit maneger bete rAne 569 

bat fle die gote füne. 

Pbilom^lA die eilende 572 

350 ime walde want ir hende : 

fln mochte ir nAt niemen Tagen 574 

noch mit ir zungen klagen, 

wan die was verhouwen 

der eilenden vrouwen. 
355 des worchtes einen gartel wiz. 576 

dar ane leites ir vitz: 575 

dii was ein fchrifl ane erhaben 

von fldinen büchltaben, 577 

da mite fle Urkunde, 
360 waz Ter^us begunde 578 

vreveles unde fchande. 

dö fle daz werc verande, 

den gurtel fle zufamen want 

und fände ein wtp dA bi zuhant 579 

365 zu zir fwefter Progn6. 580 

iö die daz werc begunde fd, 581 

dö verftunt fle fleh fän, 582 

waz Terdus hAte getAn. 

mit jAmer fle den gurtel fach, 
370 dehein wort fie gefprach, 583 

daz leit ir erbunde, 

daz fle nicht reden künde. 584 

durch gr6zen jAmer fle fweic 

und Amechtic nider feie. 
375 finnelAs was ir gelAze: 

fln künde ir leit nicht mAze. 



118 ALBRECHT VON HALBER8TADT. XYI. 

(661>] Hie müz ich A melden mite. Meum. 6 »«i- 

ez was ein heidenifcber fite, 

daz fich in den landen 
380 alle w!p befanden: 5^s 

durch Bacbus 6re daz gefcbacb. 

dife b6chzft gelach 

driftunt in dem jAre. 5^; 

dö fach man fie gcbdre, 
385 (6 fie wines wAren vol, 

als fie alle wären toi. 

ditze was ir landes fite. 

da dorfte kein man wefen mite, 

wan der wart zurizzen, 
390 zubouwen und zullizzen, 

und würfen in ber unde dar. 

ein mftter wart ir funs gewar, 

dem reiz fie Ane barme 

ein ftucke Azroe arme 
395 und klagete dannoch märe, 

daz fin nicht was märe. 

unfalde trAc in dar: 

ern mochte wirs nicht gevar. 

fie trügen wider gewonheit 
400 alle feltfäne kleit, 

die hiengen zu der erden: 

hAte von pherden, s^p 

von hirzen unde von bem. 

ir grAzes mac ich wol enbem. 
405 dar zA was ir boubet ^91 

mit wlnreben geloubet: 

fchefte fie trAgen. 5«^ 

alfus die ungevAgen 

rAfeten über al, 
410 über berc und über tal. 

Die kuneginne mAfte mite bn 

loufen nAch des landes fite 

in der winnigen fchar, 



ALBRECHT VON HALBERSTADT. XYI. 119 

wan alle wArn gellche gar. 
415 fwie leide w6re ir finnen, Metam. 6, 595 

doch lief fie mit in hinnen 

gegen deme walde, 

dft ir fwefter twalde. 

zuhant fie entf6ben 596 

420 einer tiefen grüben, 
[66c) die ir fwefter bAte. 

dö fchr6 PrognA I6te 597 

fwefter mtn, wA hilstu dich? 

kom undc tröfte mich. 
425 du bift lange hie gelegen, 

daz dtn niemen hAt gephlegen.' 

dA mite liefen fie vort, 

unde quAmen an daz ort, 60 1 

dA fie ir fwefter hAs fach, 
430 dA die fchande gefchach. 

PhilomAlA tet ez ange 

von fchameden getwange. 604 

Prognd nam ir gebende 

und bot ez ir enhende. 603 

435 trArec fie fie ane fach, 

daz fie dehein wort enfprach. 

Die maget ir ougen wände 605 

durch die gr6zen fchande, 606 

die ir fweher hAte getAn. 



440 



fie bAt ir hende weinde dar. 607 

von fchameden titunt fie röfenvar 

und dAte mit der hant den eit, 609 

daz ir die fchande w6re leit 60S 

445 dA daz PrognA gefacht 

fie ftArte ir fchiere unde fprach 6io 

'mit trehenen mac dtn fwerde 61 1 

nicht gerochen werde. 

den gwalt ich anders rechen. 
450 ich wil in erftechen 612 



614 
619 



120 ALBRECHT VON HALBERSTADT. XTI. 

mit mtn felber benden. 

oder ich genenden 

im mit gifte vergeben: 

alfus nim ich im daz leben. 
455 oder ift ez der wille din, 

ich ftiche im üz die ougen fin, Meiam. 6, 6i>< 

ode fnide im üz die mifletAt, 

da mite er diz begangen hat 

ob aber dir des nicht liehe, 
460 tö in der fläf befliche, 

ich brenne in ime v&re 

durch On unvAre. 

fwiech trabte mit vifze, 

ichn vinde nicht wfze, 
(66<i) da mite ich die unvüge 

reche genflge/ 

dö lie fus gereite gar, 

dö quam zu zir geloufen dar 

Ithts ir knebelin 
470 und umbevie die müter fin. 

fie fprach 'nu hAn geyunden ich 
' wie ich tA den gerich/ 

fie fach ez an vreisltche. 

Vie biftu [6 geltche 
475 dlnem vater bdfe!' 

fie lie von ir köfe, 622 

wand ir gemAte harte 

von hazze fich verkarte. 633 

Daz kint zu der mAter gie, eii 

480 mit armen fie umbevie, 62:' 

vruntitche ez fie kufte 626 

und fpilde Af ir brufte. 

do begunde fie daz arme 62: 

kint zu rechte erbarme: 
485 dar zA fie mAter trAwe twanc. 

der regen Az ir ougen dranc, 62> 

doch bran der zom ie vefter. 



62i» 



621 



ALBRECHT VON HiüLBERSTABT. XYL 121 

fie fach an ir fwefter Metam. 6, 630 

und fach aber an ir kinl. 
490 fie fprach 'mtn vroude ift ein wint. 

kint, wie machtu On gemeit, 631 

nu min fwefter doiet leit! 
W9S heizeftü müter mich, 
no din vater fchantlich 
405 min fwefter hat geftumbet 632 

und ir zungen geftumbet 
des libe ich dir nicht möre, 
du engildeft ir 6re/ 

fie YÜrtez an des hüfes ende. 636 

500 daz kint rächte M ftn hende, 639 

als ez f6he nihen 
den TAt her gäben. 

j6merlichen ez fchrei. 640 

die mftter hie ez enzwei 641 

505 und vrumte im einen fwertes flac, 
daz rede unde leben gelac. 

die fwefter räch d6 ouch ir leit: 643 

daz houbet fie im abe fneit» 
(67«) ffnen llp fie fchrieten, 644 

510 ein teil an fpiezen brieten, 646 

daz ander bi dem vAre futen. . 645 

dife wirtfchaft fie verhüten 649 

dem gefinde gemeine. 

wan TerAd eine 648 

515 ditze mU was bereit. 

fie ladete in nAch gewonheit, 647 

daz er mit ir folt ezzen. 

dA er was gefezzen, 650 

nu trftc man ikn fpife dar. 
520 TerAus wart nicht gewar, 651 

daz er fin felbes vleifch az. 

er fprach 'wA von gefchicht daz» 652 

daz mtn fun Ithis 
nicht bt mtnem mAle is?' 



658 
657 

659 



661 



122 ALBRECHT VON HALBERSTADT. XYL 

525 PrognA dA nicht mÄ dagete McUm. 6, 653 

und im daz mAre lagete. 05^ 

fie fprach 'du trüwelAfez vaz, 
den du wilt, hdftu gdz: ^5 

er ift dir wArliche nl' 
530 nu fpranc dar PhilomAM, 
ir hAr zuftroubet garwe, 
ir kleit nAch blütes varwe, 
und warf daz houbet under lie. 
fie hAte wArltche nie 
535 gemer danne dA gereit. ^^ 

TerAA wart harte leit, ^5 

dA er fach daz houbet 
der finne beroubet 
und durch zornes hitze 
540 enmochte er nicht mA fitze, 
den tifch Itiez er von im Ctn 
unde wAnde PrognA flAn. 
üf ir tAt was im glich, 
fie vluhen Tchiere , er lief in ndch 
545 und wAndes an der jeide 
flahen alle beide, 
doch wart im fines willen nichts 
wände dirre gefchicht 
die gote begunde erbarmen 
550 und fchermden die armen, 
er wart ein witehophe. 
im wuchs üf flme kophe 
ein helmes zimiere. 
ein langer fnabel fchiere 5^3 

555 wart Az finem gAre, 
(67b) als er gewApent wAre. ^^^ 

PrognA ein fwalwe wart: 5^9 

die ift ie von der art, 
daz lie dannoch hüte 
560 wonet bi dem lüte 
under hüfes obedach, 



666 



674 



672 



ALBRECHT VON HALBERSTADT. XYH. 123 

durch herberge und durch gemach. 

fwarze vedere fie hAt, 

als lie noch trAge die wAt, 
565 dö fie ir fwefter kleite, 

als ich ü 6 feite. 

von blute fUt ein tlerre Metam. 6, 670 

ir munde nicht verre, 

der von ir kindes blAte quam, 
570 d6 fie im daz leben nam. 

nu hört wie Philom6l4 wart 

an ir libe verkart 

He wart zuhant ein nachtegal, 

die man über berc und tal 
575 noch höret klagen ir ungemach, 

daz ir in dem tan gefchach. 

Ce vionc fchiere in den walt 668 

und Abte ir klage fusgettalt: 

fö der meije üf dringet, 
580 loup und gras erfpringet, 

fö höret man fie helle 

klagen ir ungevelle. 

fich yerwande ir fchöne 

in fözez gedöne, 
585 wan fie mit fözem fchalle 

wigt Yur die vögele alle, 

als fie ö den vrouwen ie 

mit ir fchöne vurgie. 



(76^) Der hnnt was Lölaps genant 

nu was ein tier in unferm iant: 7, 763 

vreiffamer tier enwas nie. 
(77a) wand ez an lAte unde an vie 764 

5 begunde grözen fchaden tA. 

d& gefamneten fich zA 765 

vil tArer jungelinge. 



767 



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775 



124 ALBRECHT VON HALBERSTADT. XVII. 

die ftalden im zu rioge Mctam. 7 , 766 

feil unde netze, • 
10 dar fiez begunden hetze. 

kein feil was in der mlze, 

daz ez daz tier cntfize. 

ez fpranc dar über als ein wint. 76S 

d& newas dehein wint, 
15 der ez ergäben machte, 

unz ich Lel4ps dar brächte. 

dö der quam üf die fl4, 

er ftreich im fA vafte n4 

daz daz wintbant zubrach. 
20 ndch dem tiere was im gAch 

und quam üz miner lichte. 

der ftoup fich üf richte, 

der von fin füzen wifte, 

daz ich nicht enwifte, 
25 war fich fln louf zdch. 

ich fteic üf einen bufael buch 

durch des hundes louf befehen. 
nu mac ich zwAre verjehen, 
kein phll noch vogel ift fü fnel 
30 noch hagelftein finewel, 
der gAbes zu der erde fldt, 
fü der wint mit krefte w4t 
alfö mich bedüchte 
an des tieres vluchte 
35 unde an des hundes jaget, 
fie liefen b6de unverzaget: 
fo er ez wände grlfen, 
kundez im enflifen. 
daz tier vil lifte bäte: 
40 nicht die richte ez gAte, 

wan twerches und die krumbe. 
der bunt ez jagete umbe 
und lief im mit lifte vur. 
do erz wände haben an der kur 



779 



778 
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7S0 



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7S2 
783 
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ALBRECHT VON HALBERSTADT. XYII. 125 

45 unde woldez grifen an, 
dö was ez enwifchet dan: 
als ein vogel ez im enfleif. 

mtnen g£r ich begreif Metam. 7, 787 

unde warte umbe mich. . *7S9 

50 d6 bAten verwant fich 

beide tier unde bunt 790 

in mermelfteine zuftunt 

daz tier fcbein an der vlucbte, 791 

der bunt bellende dücbte, 
55 als im zur volge w6re gdch. 
(77b) icb bin gebArt nie dar ndcb, 793 

von welcbem gote daz gefcbAge. 
ine weiz oucb wer gelAge/ 792 

da mite Gepbalus zubaut 
60 fln rede bAte verant 

Des kuneges Tun fin trürde facb. 795 

zu GepbAIe er dö fprach 
^nu \ä dicb nicbt verdrieze 

und Tage uns von dem fpieze, 794 

65 wes er dicb trürec macben mac' 

er fpraeb 'icb bin manegen tac 799 

gelebt mit mtnem wibe. 

hn mocbte vor mim libe soi 

Jftpiter nicbt bän genomen. 
70 w6re V6nus dar komen, 802 

icb b6tes nicbt geaiinnet. 

mtn berze was verfinnet 803 

niwan üf PrAcris fcbAne. 
die trAc tugende kr6ne. 
75 wan einen tac klag icb nocb ie. 

Af die jaget icb iemer gie, 805 

morgens fA die funne üf gdt 804 

und ame gebirge wider flAt. 

wan micb min jugent dar zu treip, 805 

80 daz icb nicbt beime beleip. 

icb nam zu deheiner ftunt 806 



126 ALBRECHT VON HALBERSTADT. XVIL 

weder feil garn noch bunt Meum. 7, 80T 

noch dehein gefellefchafl;. 

ich hAte niwan difen fchaft: 
85 fus dorfte ich nicht m^re. sos 

mit dem einen g6re 

willbrAtes ich genüc fchAz. 

dö mich der arbeit verdrdz, S09 

d6 leite ich mich an daz gras, 
90 da der fchate breiteft was 

unde küle die ftat. 

die luft ich herzenliche bat sii 

durch hitze die ich hdte, 

daz Oe mich an wAte. 
95 daz was gein mitteme tage. si2 

ich rief mit inneclicher klage 

'kumt und nemt die hitze mir, si3 

vrouwe Luft, w* fit ir? 

ir muget mir geben ftftre su 

100 vur der funnen vAre. 
(77c] mich machet hitze verzagen: 

fterket mich mit üwerm magen. 

habet nicht langer beite: 

ich ligen hie bereite 
105 iuch zu enphine in min fchöz. 

g^Q d ift min fene gröz: 817 

ich bin A herzenliche holt 

durch &wem minnecitchen folt. 

ir liebet mir gen6te SI9 

110 walt und ein Ate. 

mich müden machet ir gefunt: Sis 

daz mir nü an mtnen munt S20 

üwer Atem gienge! 

vroude ich des enphenge.' 
115 die wlle ich fus klagete dA, $2i 

ftunt etefwaz ine weiz wä 

daz mtn rede gehörte. S22 

daz verftunt nicht miner worte, 



ALBRECHT TON HALBERSTADT. XVU. 127 

wan fie mich wAnde fchreien Hetam. i, 823 

(77d) einer waltveien, 

die ich gerte minneD. 

fie h'ef fchiere hinnen 824 

und miner yrouwen feite 825 

al daz ich gereite. 
125 dö fie der m6re gefweic, 

mtn vrouwe Amechtic nider feie, 826 

daz man fie fchiere müfte labe. 

nAch ir gr6zer ungehabe 827 

gewan fie ir krefte ein teil. 
130 fie klagete vafte ir unheil 828 

und enwifte doch umbe waz. 

fie trAc grözitchen haz 

üf ein unfienllchez w]p 830 

und einen namen funder lip. 
135 fwie fie noch zwivelete gar 832 

unde ez wAnde noch ervar, 833 

doch triwetes mir nicht mAre. 

nn h4ret leide m6re. 
(78b) * An dem tage dar nft - 835 

140 gefchach ez mir armen £i, 

daz ich mich nAch arbeit 836 

durch r&we hAte geleit 

an külen fchate durch gemach. 

von Avent&re gefchach, 
{78e) daz ich vroun Luft rief aber an, 

wan mir ir helfe zoran. 

\rou Luft, irn fult verziehen 837 

und mich nicht enviiehen. 

lAt iuch min leit erbarmen 
150 und helfet mir armen.' 

die wile ich rief der vrowen Lull, 838 

hörte ich einen tiefen fuft 

als von grözem leide. 

dö rief ich ander weide 
155 'vrou Luft, ir bitet lauge: 839 



128 ALBRECHT VON HALBERSTADT. XYII. 

nAcb & ift mir ange, 

ich D^me üch vur alle wip, 

daz ir tröltet mtnen Itp 

und bAzet mir die hitze: 
160 vur Amacbt icb erfwitze.' 

die wile ich fus gereite, MeUm. 7, 840 

eteswaz ficb beweite, 

ich wAndez ein tier wire 841 

und fchöz dar mit dem gftre. 
165 klageltcben ez fcbrä: 843 

ich enhörte nicht m6 — 

wtplicbe, nicht grimme, 

ein klagelicbe ftimme. 

dar abe verftunt ich mich gewis, 844 

170 daz ez was min Procris. 842 

in grözem jAmer lief ich dar: 

dA vant ich ir kleit gar Si5 

mit blute berunnen. 

fie hAte gewunnen 846 

175 den gör üz der wunden gar 
(78<1) ich bAt ir min hemede dar • S4S 

und Itiez ez in ir wunden. S49 

'daz ich dich hie hAn vunden, 

trAt liep vur alle wip! 
180 des mAzc verwdzen Ho min lip, 850 

daz du mir g£be den g6r, 

der dich vrumte t6tC6r/ 

nu was lie dd halptöt S5i 

in der jungeften n6t 
185 ir fwachen zungen fie betwanc, 

fwie ir ftimme wäre kranc. s52 

fie fprach 'nu tA des ich ger. 

daz foltA mir tAre fwer, 

bi der trAwe meifte, 
190 die ich dir ie geleifte, 

und durch din gröze minne, $55 

nu du mich fendeft hinne 



ALBRECHT VON HALBERSTADT. XVIIL 129 

t6t za der hellen, 

dune welleft dich gefeiten Meiam. 7, 856 

195 der Luft, *der du gerüfet bift, 

ich biten daz dus nicht enlAft 

an min bette komen nie/ 

nu hArte ich, dö die rede ergie» 857 

daz fie betrogen was benamen. 
200 ich feite ez ir allez famen, 

wie ich durch hitze fwerde 

külde und luft gerde. 

ich klagete min unfalde, 

mtn unfchult ir gezalde: 
205 daz mochte doch gebaten niet, 85S 

wan fie jAmerlich verfchiet 859 



(79c) Dö Gephalus fin grAze leit 


863 


bäte unz an ein ort gekleit, 




ir liebe fim befcheinden, 




wan fie mit im weinden. 




5 nu quam Eacus drAte 


864 


iki finer kemenAte: 




• » « 
urloup fie dö nAmen. 




(79d) On zw6ne fune quAmen 




mit vil grAzer berskraft 




10 und mit er welter ritterfcbaft, 


865 


die er mit in fände 




zu helfe Kriechen lande. 




dannoch belibens einen tac, 


8, l 


unz der 6fterwint gelac: 


2 


15 nu quam ein ander wint geviogen. 


3 


die fegele wurden Afgezogen. 




fie quAmen über meres liram, 


4 


6 ein mAnöt ende nam. 


5 


die zft der kunec von Gr^te 


6 


20 ein burc belegen h6te, 


7 


IXXXVIIL] 


9 



130 ALBRECHT VON HALBERSTADT. XYUI. 

d& kunec Nlfus twaldc, 

febs mände mit gewalde. Metam. s, n 

der kunec an fime kophe < 

vorn hAte an dem fchophe 9 

(80a) ein wanderiichez hat Mn: m 

daz was alfus gelin, 

die wile erz üf trAc ie, 

fim lande nicht miilegie. 

ez lüchte üz den grAwen, 
30 als vedere eines phAwen ^ 

üz den andern eine. 

ein turn von quAderfteine m 

ftunt vur der bürge tor. 

der reichte in die lud enbor, 
35 die quAder füze klungen 

und als die feiten fungen : 

daz quam von folcher fcholde, 

daz Iln harphen üz golde i^' 

Phdbus da eines ligen lie: 
40 des klingent noch die quAder ie. i^ 

des kuneges tochter eine n 

dicke I1ÜC die fteine, i^ 

daz fie klungen als ein glas, 

die wlle du noch vride was. i^ 

45 fam tet Iln krieges ziten, 

durch fehen daz her wtten. ^* 

Ge erkande der vurften namen, t\ 

ir ors und wAfen allefamen. tt 

doch liebet ir m^re t\ 

50 Minus der kunec mAre, 24 

f6 lie in fach rite 

üf fime ravite: 

vil fchöne daz ors was. 

liecht fchein fin harnas, 
55 ein heim fin houbet dachte, r^ 

dar üf er vedere Itachte 

von phAwen gevidere. 



ALBREGHT VON HJkLBERSTADT. XVIIJ. 13 1 

von nnem hälfe nidere Ifeum. 8, 26 

ein fchöne buckel6re hie. 27 

60 daz ailez rümete lie. 

tö er fch6z Ilnen fchaft, 28 

lobetes flner arme kraft. 29 

Twenne er fchAz die ftrdle dö, 30 

lobetes in vor PhdbA. 3i 

65 fö er ungewApent reit 34 

und 4ne ftegcreif befchreit 

finen wizen caftelAn, 

lobetes in vur alle man. 35 

von minne ir gern Ate 
70 gein im begunde wüte. 

daz ors daz er vürte, 

den zoum den er rArte 36 

mit finer wtzen hande, 37 

C6lic (le in nande. 
75 fie nam dicke in ir fin, 38 

fie wolde tougen zu zim hin 

nnder die viande. 39 

ir (in Ce aber wände 

und wolde gAlingen 40 

80 von dem turne fpringen, 
(80b) oder zailen orten 41 

offenen die porten 

und die vtnde Uzen in. 

fie dächte 'w6rz der wille din, 42 

85 daz t^te ich funder beite, 

fwer ot ez mir leite.' 

dA mite befach fie daz zeit, 43 

daz hftriich gleiz über velt 

''des ungeinckes vrouwe ich mich, 44 

90 daz der kunec von GrMe fich 

mit her leit in dem lande, 

wand ich Ein nicht erkande, 46 

enw^re der flrtt nicht befchehen: 

ich Mie in niemer gefehen. 



132 ALBRECHT VON HALBERSTADT. XVIIf. 

95 ich woldc ez dar zu qu^me, Meum. \ \' 

daz er mich zu gifel n^me b 

und tele mir fchin ftn trüwe: 

fon mochte mich nicht rAwe, 

daz er durch (trit her vüre. 
100 h^te ich vögele vüre, si 

mit vederen wolde ich vliegen hin . ;>: 

und bevinden finen fln, 

ob ich im fi genöme. ^ 

wie lutzel mir daz zAme, 
105 daz ich im die burc üf gebe ! »i 

6 wil ich die wtle ich lebe 

iemer mannes Ane fin: .=^i 

des dol ich Ewigen pfn. 

doch Fol man Az zwein bAfen 
110 ie daz belte Afen. 

untrAwe höre ich dicke kumc >< 

dem GgelAfen zu vrume. i' 

Minös hAt nicht unrecht dar an, > 

daz er des krieges began, 
115 wände in ßnes funes tAt 

hAt getriben in die nAt 

mtnes vater vechle m< 

ilt wider der gote rechte: 

des wirt er zwäre figelAs. 
120 bite ich unze MinAs ti 

mit gewalt die burc gewinne, 

fA verfmdhct im min minne. »•: 

obe ich langer biten, 

fA wirt ein grimmez ftriten. k' 

125 des kdre ich minen vl!z dar, 

wie ich den (trit undervar, 

wan ich vorchte zailem male, ^^ 

daz in icht ein ftrAle 

wunde unde fcherte. 
130 wer mochte fin fA herte, ». 

daz er den lip verwunde, ^ 



ALBRECHT VON HALBERSTADT. XIX. 133 

der Iteine mochte enzonde? 
(80c) crlt fchAneft über alle man. 

dA iit doch Uitzel wunders an, 
135 wan fin mAter fchdne Heum. 8, 49 

was EuröpA von Sidöne, 

durch die in ochfen bilde 50 

Jupiter Fich verwilde. 

ich'hAn es gedacht f6 vil, 
140 daz ich ez zwftre wdgen wil. 

nu wol dar! der wille ift dA. 69 

doch mac ich im nicht kumen nd: 

min vater flüzet die tor, 70 

dii flnt vil hüt^re vor. 
145 mir wAre nA unmAre, 

deich vater dne w6re, 72 

16 w6re min burc unde (tat. 

nu hdn ich mir vur gefat, 75 

daz ich töte den vater min: 
150 wes folde ich zagehaft ßn? 76 

77 



nu ich der deheinez nicht 
vollenbringen getar, 

fA roufe ich mines vater hAr, 78 

155 dar an tiu kunecriche IMt. 
fwie ez mir dar umbe ergdt, 

16 wil ich mines vater leben 66 

und mich dem viende üf geben.' 



(82c) Dedalus enwolde m6 t83 

dA zu Cr6te geltA, 

wand erm daz lant hAte erkorn, 184 

dannen er was gebom. 
5 er fprach Twie mir der kunec wer 185 

beide lant unde mer, 
doch mac er mir nicht werren 186 



134 ALBREGHT VON HiXBERSTADT. XIX. 

noch die luft verfperreD/ HeUm. s, h: 

tine kunfl er leite is> 

10 an nüwe vetege breite: 

dran was er vedere klebende. b? 

er leites unde ebende 

ie eine nAch der einen, iim 

die grözen nAch den kleinen, 
15 die kleinen er bant mit wacbfe, is3 

die grözen mit ylachfe. 

kunfteriche er fie bouc, \u 

daz fleh die luft dar In fmouc 

und er fle fwunge defte baz. m 

20 Icarus bi im faz. 

do er daz werc volbrdchte» :hk' 

in die luft er gdchte '' m 

und fwanc hin unde her. 20j 

'lieber fun' fprach er, jö 

25 'achte rechte wie ich tu. 

dA wende dtne Anne zA, 

daz du tüft air6. 

Fun, envIAc nicht zu hö: 2»^ 

des fmulze dtn gevidere. 
30 vlAc euch nicht zu nidere, N^ 

daz din gevider icht nazze 

und von dem wAge lazze. 

du folt nAch mir vliegen. 2o" 

lA dich nicht betriegen 
35 dlner jugende fterke. 

die lÄre foltu merke/ »»* 

mit armen er in umbevie, 211 

nach dem kuTFe ein flift gie. 21'' 

do er gefprochen hftte, 
40 nu begunden fle drAte 212 

in die luft fwingen. 

vifchAre unden giengen, 21: 

die mit dem angel vifche zugon. 

die fAhen wie die zwtoe vlugen 21? 



ALBRECHT VON HALBERSTADT. XIX. 135 

45 und jAhen in den innren, 

daz fie gote wÄren, MeUm. 8, 220 

Van fie fpaltent den wint' 

der vater trolle fin kint 215 

und fach dicke her wider, 216 

50 obe er zu hö oder zu nider 
(82d) vluge und wände in fus bewarn, 

daz er nicht mochte miflevarn. 

er vlouc als ein adelar 213 

fin jungen l^ret vliegen gar. 214 

55 nu bäten fie zur winftern hant 220 

in gefichte dril lant, 

Samos unde Papbos 221 

und daz dritte Dolos: 

Lebinthos zur zeswen fit, 222 

60 Calydnö daz den honec git 

unde bien Ane zai. 

der vater vlouc d& zutal 

da enzwifcben die richte. 

den fun fln fin richte 223 

65 zu höhe dne witze, - 225 

des im von der hitze 

daz wachs begunde erwarmen. 226 

des vielen im vonn armen 

die vedere, daz er alfö bl6z 227 

70 zu der erde nider fch6z 228 

und brach in iüfent ftucke. 

der vater (jach zu rucke, 231 

der dö nicht m£ vater hiez. 

fin klage er trArec hAren liez 
75 'nu heizen ich nicht vater mi: 

wA biftu, min fun IcarA? 232 

Icar«, wA biftA? 

wi fol ich dich fAchen nü?' 

nu warte er dar nidere. 233 

80 d6 fach er fin gevidere 

unden fwimmen Af dem mer: 



I 

\ 




130 ALBRECHT VON HALBERSTADT. XIX. 

daz treip der wUc hin unde her. 

den Tun fach er ligen dort 

zubrochen bt des meres bort 
85 der vater viouc zur erdeo gar 

uod r&chie her unde dar Meum. s 231 

die ducke zufamen in ein lade. 

die begrftp er bt dem ftade. 

er klagete obe der liehe 
00 und gebArte jAmerliche. 

des wirt daz mer und daz laut v& 

noch Icar^uro genant 
(83a) Daz rephAn warte unde fach 23: 

Dedalt ungemach i^ 

05 Yon einem boume dl ez faz. 

ez befcheinde finen haz 

DedalA zu flunde. 

von vrouden ez begunde 1.^ 

rftfen unde vederflagen. 
100 daz rephün was 6 kurzen tagen u 

ein man liftec unde wis: 

er fwachete Dedalus prts. 

zu Kriechen in Athiftne 

vant er lifte zwtne, 
105 wand er bt %ifche8 grMe 244 

die fage vunden hAte. i^ 

dar nAch er den zirkel vant, 24: 

den der wercman in der hant 

brAchen unde haben müz. 
HO Itilie ftAt der eine vüz, t» 

der ander gAt die krumbe. 

dA wart im Dedalus umbe 25" 

gehaz, daz er die kunite vant. 

er ftiez in von der bürge want, 23! 

115 daz er mAfte ligen t6t, 

wan daz im Pallas helfe bot, 252 

die gotin aller lifte: 

vor valle fie in vrifte, 



ALBRECHT VON HALBERSTADT. XIX. |37 

wan fie in behande McUm. 8, 253 

120 in ein rephün verwände. 

fin gevidere in bewarte, 

daz er icht viele harte. 

doch wurden die lifte Hn 254 

ouch an flm gevidere fchtn, 
125 an vüze ond an beine.* 255 

die rephAn gemeine .256 

(ich nicht hÄhe turren Mzen, 257 

wan fi ie den val entfdzen. 

ez phlit niwan in hecken 258 

130 nefl und ei verdecken, 

wand ez ie vorchte fider 259 

von der höhe vallen nider. 
(83b] Dedalus vlouc unze er quam 260 

heim in Siciliam. 
135 dö wAren AthAnAre vr6 262 

und gnAdeten Th^föA, 263 

daz ers von untrölte 

und Ton dem zinfe I6fte, 

den fle zu Gr6te fanden 
140 Az allen Kriechen landen 

dem wunder zeiner fptfe. 

Th£fi6um Dlan prffe 267 

begunde durch fln manheit. 

die wart gefungen und gefeit 
145 beide zu lande und zur fft. 

dannoch vrumte er helfe m£, 269 

fwA er fach deheine nAt, 

(In felbes lip er dar bot: 

des trAc er lobes ein krAne. 
150 daz lAt Yon CalydAne 270 

durch finer manheit gelfe 

gerte ftner helfe, 271 

fwie bt in der m^re 270 

Meleager w6re. 
135 wan in ir gevilde 272 



138 ALBRECHT VON HALBERSTADT. XIX. 

gie ein eher wilde, 

den hite Düne gefani 

g£n GalidAne in daz lant 

durch ir grimmeclichen zorn. 
160 daz lant trüc weize unde körn: Meum.'S, 2T.\ 

dar umbe fie ir opber boten 

gemeinlicbe allen gotem 

ieslichem gote man brachte 276 

gebe nich Oner achte, 
165 Cerert garben fw6re: 274 

durch BachMes 6re 

brichtens wtnes volle kar 

in des gotes tempel dar: 

wan Phibus und Diane 277 

170 beliben ophers Ane, 278 

den wart dehein gibe brUcht. 

'unfer ill hie nicht gedieht, 

iedoch fuln lie w^nen nicht, 279 

daz an in die gefchicht 
175 beltbe ungerochen.' 2^0 

dö fle daz hdte gefprochen, 2Si 

d6 fandes einen eher dar. 2S2 

fin ougen wären viwervar, 2M 

fln borlte fich üf ftalden, 2S5 

180 fcharph alfe naiden. 2<i6 

nne zende er vur warf, 2S7 

die wAren als ein mezzer fcharf, 

fchiere einer eile lanc. 

den fchüm üz flnem rodle blanc 2ss 

(83c) Tchöz er ikme Hunde. 

fo er die zende begunde 

wetzen unde in zorne d6z, 

der boum roüfte wefen gr6z, 

fo er dar an geriete, 
190 daz er in nicht zufchricle, 

als er gefeget wAre. 

die ackerlüte fftre 291 



ALBRECHT VON HALBERSTABT. XIX. 130 

klageten ir arbeit, 

die an den acker was geleit, 
195 den er geweitet hAte, 

als man dA nicht enfAte. Meum. 8, 293 

fo er fich üf begunde denen, 

fchriet er allez mit den zenen: 
. rif und unrif wart unvermiten, 292 

200 als ez mit fechen w6re gefniten. 

den win er begunde her, 294 

beide ftoc unde ber 

fchriet er unze an den grünt 

die vrucht die an den boumen ftunt, 
205 olber noch I6rber, 295 

enwolde daz Twin verber, 

und begundez nider werfe 

mit finem gewerfe. 

dem vihe ez harte fchatte, 296 

210 nfcht bunt noch hirte im hatte. 

die lAte in den bürgen 298 

lieh Yur dem fwtne bürgen: 

unz fie fich baz bedachten 299 

und zufamene brachten 
215 edeler jungelinge vil, aoo 

der ich ein teil nennen wil. 

der wAnde ieslich gefegen 

und daz fwin nider legen. 

Meleager was der ein, 
220 der an dem gejeide fchein. 

der verm^rten Helen A 30 1 

wAren zwine fune dA. 

JAfon was ame gejeide, 302 

PelAus und Telamon beide: 309 

225 dar quam der fnelle Idas 305 

und zwAne fune Theftias, 304 

der eine hiez Toiippus, 

der ander Plexippus. 

dar quam Hipotdus, 307 



140 ALBRECHT VON HALBER8TADT. XIX. 

230 Acaftus Drias Genius, Metam. 8, 306 

der was ein wip etwanne 305 

und wart fint zeinem manne. 

dA was der (tarke TheCftus, 303 

und fin vrunt Piritbdus, 
235 tin vater was Ixton. 

dA was der fnelle Echton 31 1 

(83d) Hyl6us und Eudicion 

und Dn Tun Ipodion. 314 

zwAne fune Actor, 308 

240 Ph^nfces Fun Amintor. 307 

der aide Neftor was ouch dA, 3i3 

der was dö junc, noch nicht grt. 

noch vil ander quAmen dar, 

der ich nicht genennen tar. 
245 dar qudmen juncvrouwen zwd, 3iT 

die ein hiez Teg^A, 

die ander Atalantts, 

die vil dicke höhen pris 

ime walde und üf der heide 
250 bejagete mit gejeide. 

tie was ein wundemfchöne maget 

und quam gefchurzet an die jaget 

in einen roc als ein man. 

den brifte ein guldin vurfpan 3is 

255 an ir brüllen vorne. 

fie trAc ein bogen von home, 321 

kocher unde ftrAle 320 

an ir flten zailem male. 

ir hAr was zeinem knophe 319 

260 gebunden üf ir kophe. 

fie hAte minneclichen fchin, 322 

daz nieman daz magettn 323 

fehen mochte, wan den fie 

mit ir fchönde gevie. 
265 des begunde von ir minne 324 

Meleager brinne. 



ALBRECHT VON HALBERSTADT. XIX. 141 

do er fach die juncvrouwen. Metam. 8, 325 

'wie wol mac im zouwen, 326 

dem du gunnest diner minne.' 
270 fus wurden fine finne 

mit ir minne behafl, 

daz er vergaz finer kraft. 

D4 was ein unverhouwen walt, 329 

von boumen maneges jAres alt» 
275 dd mos und r6r unde 336 

wftcbfen in dem gründe. 

fwaz regenes von den bergen fcböz, 334 

in daz tal zufamen vlAz. 335 

dA Italden fle ir netze: 331 

280 daz fwin begundens hetze 

zu ringe mit ir hunden. 332 

(84«) zu wer bereite ftunden 333 

die andern unde volgten mite 

finer fpor und flnem trite, 
285 und reizeten ez üf ir fcbaden. 338 

der eber mit zorne überladen 

vur in fpranc ungehüre, 

als ein blic von vüre, 339 

der üz dem wölken dringet her, 
290 nu die richte, nu die twer, 

fchilimende üzme flunde, 

und Itrouwete die hunde, 343 

die im nicht wolden wiche. 

die treib er ellentriche 344 

205 an die widerk6re. 

Echion mit dem g6re 345 

dem ebere eine wunden fchriet. 346 

der fchuz im dö mifferiet, 317 

wand er im enebene ftreich 348 

300 und gehafte in einer eich. 346 

i&ton fchöz im ouch nach, 349 

iedoch was im zu gAcb, 

in die erde vlouc daz drum. 



142 ALBRECHT VON HALBERSTADT. XIX. 

Meleager rief PbAbum Meum. s, 330 

305 'hAn ich din willen ie getAn, 

fö lA difen eher ÜAn 351 

in m!ner gewalde.' 

do er fich zu fchuzze ftalde, 

Itner bete er genöz, 352 

310 wände er traf dar er fch6z: 3^3 

doch mochte er nicht gehaile, 

wand im von dem fchaile 

daz ifen nam DiAne, :(5i 

daz er dar quam ifens Ane. 
315 daz Twin zornen began. 355 

(In houbet 6z den ougen bran. 35ti 

ez lief gein EupalamAne, 3r.<) 

der rtunt bi PelagAne. 

die beide begundez fchröte 36 1 

320 und warf fie nider töte, 

daz daz gederme üz viel. 

daz blüt Af die erde wiel. 

Enefimus vl6ch drAte. mü 

der eher in ergAte 36:i 

325 und fchriet im mit finen zenen 364 

beide Ader unde fenen, 

mit vieifche, mit alle, 

daz er mAIte valle. 

NeltAren h^ter ouch erleit: 365 

330 dem was Arft der tot bereit 

Yur Troie der mftren (tat 

Neftor ftnen fchaft gefat 366 

in die erde hAte 
(841>) und fpranc dannen drAte 36: 

335 äf einen ftam, der was nA. 
"^ der eber im rAfchete nA, 369 

den boum er zuworchte, 

dA Neftor faz mit vorcbte. 

Caftor und dem brüder fln 37? 

340 Pollux was üf daz fwin 



ALBRECHT VON HALBERSTADT. XIX. 143 

Af ir gengen pherden gAch. Meum. s, 373 

der eher vl6ch in ein Ilüdacb» 376 

dazn lie ors und g^re 377 

die richte volgen m^re. 
345 fie böten in fus erleit 376 

und wtten ir lop gebreit 

und gedienet ein kr6ne. 

zu gdcb was Telam6ne, 378 

des rtrüchte er, als gefcbehen mac, 3*79 

350 an einer ronen , die da lac : 

dar viel er mit der Itirne nider. 

fin brAder bite in aber wider 3S0 

volleclicbe üf gezogen, 

k TegöA ir bogen 
355 mit kreften bdte gefpannen. 38 t 

fle fch6z Yor allen mannen, 

des wart des eberes Are wunt. 382 

die rtrdle dar tn geftunt 

des nam Meleager war: 385 

360 die borfte wAren fweizvar. 383 

des vrouwet er tich m6re, 384 

dan ob flu w6r die 6re. 
, er fprach 'dir wirt zu lAne 387 

Yon fchulden figes kröne 
365 Yor allen mannen benamen/ 

des begunden fich fchamen 388 

fwaz manne dA wdren. 

mit ftolzltcben geboren ^ 

alrelt fpienens f^re 389 

370 und fchuzzen g6r nAch g6re, 

einen nich dem andern. 

die fach man dicke wandern : 390 

der keiner doch daz fwtn twanc. 

zu jungeft her vur fpranc 391 

375 Areas mit der harten. 

'hie müz man vlizes warten 393 

und nicht jagennes abelAn. 



144 ALBRECHT VON HALBERSTADT. XIX. 

fus mochte lichte ergAn 

daz man ein wtp prtfte M«tam. 8, 392 

380 und ir bre bewifte/ 

fln harten die er trüc was 397 

unmdzen fcharph unde was. 

er gie dem fwtn manliche engegen. 3ds 

daz begreif den künen degen: 399 

385 eine wunden ez im hie, 400 

(84c) daz daz geweide her Az hie. 402 

daz fach Pirithöus zuftunt, 403 

On gefelle und ftn vrunt, 

der fpranc dar mit ganzer kraft. 
390 er fchutte Dnen langen fchaft 404 

und woldez fwtn hin gewunt. 

Thef(6u8 fprach 'trüt vrunt, 405 

mtner f6le halbez teil, 

gAhe nicht üf din Unheil. 
395 l& fol ein unverzageter man 406 

fines fchaden ie forge. hin, 

wan tumpitche künbeit 401 

bringet dicke grdzez leit' 

er enfprach nicht m6re 40^ 

400 und fch6z dar mit dem g6re. 

ich w6ne im wol gelunge, 409 

ob in nicht ein aft verdrunge, 410 

der an eim mifteiboume hienc 

und nider unz üf die erde gienc. 
405 JAfon fchöz und traf ouch nicht»- 41 1 

wan der g6r von gefchicht 

zur fiten gie durch einen bunt 412 

(S4d) und in die erde geftunt. 413 

Meleager der m^re ' 414 

410 fchdz zwöne lange g6re 

dem fwine durch den rucke. 415 

des g^res vorder ftucke 

fich durch des eberes buch lie. 

d& von er enfprunge gie 416 



ALBRECHT VON HALBERSTADT. XIX. 145 

415 und lief umbe in tobeheit. 

d6 was ein jungelinc bereit Metam. 8, 418 

und quam geloufen f^re 

mit einem fcharpben g^re. 

Meleager begreif den fpiez: 419 

420 zuchtliche er in finken liez 

und tliez in zum büge tn. 

dA mite valte er daz fwln. 

die jegere fchrim alle 420 

mit Yrölichem fchalle 
425 Meleagre zu lobe. 

fie ftunden bi dem tiere obe: 422 

des nam fie wunder vafte. 42;) 

doch torlte keiner tafte, 

wan daz ieslich finen fpiez 424 

430 mit krefte dar In fliez. 
(85c) Meleager der kirne man 425 

mit finen vüzen ftiez dar an 

und wegetez houbet her unt dar. 

er fprach 'gefellen, nemet war, 
435 diz ubergröze houbet 

fol mir ßn erloubet, 

wand ez zu rechte min is. 

des habez Atalantis 426 

zeiner gUbe von mir.' 
440 er fchriet ez unde gap ez ir, 428 

fwie rüch und fweizic ez was, 

die zende fcharph unde was. 429 

die gdbe ir was gen^me. 430 

doch düchtes ungezAme 47i 

445 die man unde tet in zorn, 

daz er fie 6rte zuvorn. 

den haz fie doch verbAren: 

wan zwAne, die wiren 432 

fin vetere und fin vrunde. 
450 Plexippus irs erbunde, 

er fprach 'mich dunket unpris, 433 

[XXXVIIL1 10 



146 ALBRECHT TON HALBERSTADT. XIX. 

(laz du unfer jegerrechi hin gis: 

des bringe ich He wol innen. 

du ne treift daz houbet hinnen: 
455 din fchöne dich nicht helfen mac Meiam. 8, 4.V4 

noch der dirz gap difen tac/ 4X1 

fus züchte er hin daz houbet. 

der gebe fle was beroubet, 4> 

Meleager Dnes rechtes. 
460 nicht langer er des geflechtes 4.1: 

fch6nde an Theftias bame. 

'du mäft ez erarne.' 43<) 

Dnen g^r er durch in fchAz, 44» 

daz fin blüt zur erden vlAz. 
465 d6 mochte man in fchouwen 

Valien unde touwen. 

Toxippus Itunt und fach die not, 441 

wie ßn br&der lac tAt. 

er enwifte waz er wolde, 
470 ob er in rechen folde: 441 

doch verebte er im alfam gefch^. 
(85^) Meleager beit nicht m6, 44:i 

die wile er fus ftunt zwivelhaft, 

er z6ch fchiere finen fchafl 
475 PlexippA Az der wunden. 

fus warm fchAz ern im unden 444 

zu dem bruftleffel tn, 

daz er dem tAten brflder fin 

volget an der varte 
480 und zu der helle karte. 

AlthAA hAte dA den goten 44:> 

mit opher Are geboten, 

daz der fige vor allen 

ir fune was gevallen. 
485 dA begunde fie fA 446 

ir brAder beide fif dem rA: 

des wart ir vroude in leit gewant, 44": 

als die die vroude wirt verant. 



ALRRECHT VON HALRERSTADT. XIX. \4^ 

ir wart wirs danne w6. 
490 die gote die fie lobete i, 

die fchalt fie nu harte. 

ir vroude in ]eit fleh karte. 

alr^ft dd fle begunde entfeben, Meum. 8, 449 

daz in ir Tun nam daz leben, 
495 dA verbarc fie den zorn, ^ 450 

und begunde bekom, 

waz fie darumbe folde tun. 

dö geborn wart ir fun, 45t 

dö fach fie die dri gotin ßn, 
500 den daz leben ift undertdn, 

zu zir hüfe gihen. 
' dö fie daz kint ßihen, 452 

ein ftoc inz vür fie leiten 

und dife wort reiten. 
505 'kint, din leben ift dir befchert, 454 

die wil der ftoc im v&re wert.' 455 

da mite gefwunden fie zuhant. 456 

die mAter züchte den brant 

den daz \Ar befände. 
510 mit wazzer fe in befprancte 457 

(86a) und hüte On unz an die ftunt. 458 

die wile beleip ir fun gefunt, 459 

der fnelle Meledger. . 

nu trüc fie den brant her 460 

515 unde zunte ein viwer an. 46i 

dö daz mit kreften bran, 

den brant fie vierftunt vur zd 402 

und wolde in hdn verbrennet dö. 

fö aber er brinnen began, 
520 zuchtes in vil fchiere dan. 463 

alfus vAchten zufamen 

in eime herzen zw^ne namen, 464 

die fwefter vur die brüd^r, 

vur daz kint die müder. 
525 nu wart fie bleich der Uite, 465 



148 ALBRECHT VON HALBERSTADT. XIX. 

die fie zu fiune hAte, 

daz fle mit dem brande 

ir funes leben ande. 

dar nAch fie bedachte 
530 daz mort daz er volbrdchle: 

des wart fie röt und zornvar. Meum. s. w^ 

des fchein ir antlutze gar 4«: 

einem drouwenden gelich. 

nu fchein fie aber bermeclich. 46^ 

535 der herzenliche fmerze 

dorrete ir herze, m 

fwie ir ougen w^ren naz: 4:0 

ir eilende fchüf daz. 

als ein fchif von winde 4:1 

540 üf und abe fwinde 

von porte tribt zu porle, 

von einem zanderm orte: j'' 

fA leite fie den zorn nider 

und begreif in aber wider. 
545 fus Itreit die wankelmüte, o 

die müter vur die gute, 474 

vur den arc die fwefter: 

doch wart der zorn ie vefter. 4T> 

DA daz viwer was erbrant, 4tt 

550 fie h6p den ftoc in der hant 4:^1 

und fprach \erbrinne als die glAt, 47^ 

fwie du nit min vieifch und blAt, 

ir hellifchen gote, A 4S\ 

(86b) gebiete ich fchiere komen nA, 
555 tobeltchez herzenleit, 

unfin und vergezzenheit, 

wol dar, ir fwefter alle dri, 4S2 

wefet mit üwerm rite bi. 

ich riebe die mifTetAt, 4^3 

560 die mtn fun begangen hAt, 

wan mich nAt twinget, 

tAt wider tAde dringet, 4^4 



ALBRECHT VON HALBERSTADT. XIX. 140 

ubel wider ubeltAt 

ich weiz mir engegene (Ut Meum. 8, 486 

565 min 6man Oen^us, 

den ich kindes roube fus. 

iedoch foliu, vater min, 487 

diner fune Ane fin» 

Theltias, daz rnüiftu klagen. 
570 ouch müz min man ieit tragen. 

mtner brüder f^le, kumt her zA 488 

und rdtet wiech dar umbe tii 

unde fecht mit welchen fachen 489 

ich ü ein f^legeröte machen: 490 

575 min fun, min einigez kint. 

AlthM, neinA, erwint: 491 

du gAheft zu f^re, 

den fun den du bire 490 

mit angeft unde mit n6t, 
580 den giftu fchiere in den t6t. 

brüder, ir fult michs verheben 491 

und der müter vergeben, 

obe fie ir kindes fchöne. 493 

fol ich im nicht lAne 494 

585 des mordes des er begienc? 

der ligehatle jungelinc 

fo! wefen des riches h^re? 

jA treit er nimmer m£re 495 

zepter unde kröne 
590 hie zu Calyd6ne. 

der knabe müz fterbe« 497 

nnes vater erbe 498 

unde trült, des landes val 



595 daz Tagen ich von unfinne: 499 

w6, war quam die minne, 
die müter zu ir kinde treit? 

war zehen mAnde arbeit, &oo 

do ich in erarnde türe 



150 ALBRECHT VON HALBERSTADT. XIX. 

600 und lölte von dem vfire. 

ich wolde er wAre dA verbrant, Heum. 8, .vh 

fA wAre ditz mort erwant. ' 

von miner helfe du genAre, 5')2 

und ftirbed von din fchulden zw4re: w 

605 des antworte mir din leben, jot 

(86c] daz ich dir zwir hAn gegeben, i 

dö din lip zur weride quam 

und do ich dich Az dem v&re nam. 

der leben gip mir einez wider .v)^ 

610 oder lege mich tot nider, 

daz ich zu min brüdern queme. 

ine weiz wes mich gezeme: 

ich wolde geben unde enmac. 5<«^ 

dirre tötliche flac vi: 

615 und min fun bftderfit 5i^ 

hdnt mit ein ander Ctrtt. 

nu wol! min brAder mAzen (igen, > 

ich wil mit in dar nider ligeo, 5i" 

daz ir tAt werde gerochen/ 
620 dö fie fus hAte gefprochen, 511 

fie karte ir ougen anderswar: 

tr&rec unde zornvar 

warf fie den ftoc in die glAt '^v. 

nu bedAchtes in ir uiAt, 
625 daz er fufte als ein man, 5ir 

dö er in dem vAre bran. 5i4 

Meleager enwilte nicht 510 

dannoch umbe die gefchicht 

und bran doch in der m^e, 5h 

630 als ein vAres rAze. 

er wolde demphen den pin: 51: 

daz enmochte iedoch fln. 

er leit fA grAzen wtogen, 5i' 

den er nieman künde fagen. 



ALBRECHT VON HiXBERSTABT. XX. 151 



(86d] Daz m^re beweites allefamen MMam. 8, 725 

unde ThefAum benamen, 726 

der bat im lagen noch märe 

von der gote wundern mAre. 727 

5 Achel6u8 fprach zu im 728 

'türer helt, nu vernim: 

ez ift manger dinge art, 

den ir Itp ilt verkart, 729 

daz fie belibent fus geftalt. 
10 eteliche hAnt die gewalt, 730 

daz fie fich mugen verftellen 

in fwaz dinge fie wellen: 

als Proteus üz dem mer 731 

dicke kumt zu lande her. 
15 der mac verfchaffen fin geftalt 

an manecvalden gewalt, 

wand er wart eteswanne 732 

zu louwen Az manne, 

dar nAch ein eber wilde 733 

(87«) ode eines hirzes bilde: 

daz werde nicht lange. 

er wart ein grAzer flange: 734 

dar nAch wart er fchiere 

zeim hornechten ftiere^ 
25 bi wilen er als ein boum erfchein, 735 

dar nAch wart er ein ftein 

und ein wazzer eteswan. 736 

dar nAch er als ein vüre bran, 737 

und ander geltalde yil, 
30 der üch mochte bevil. 

nu hAte ein tochter fchöne <38 

ein man, Erifichthöne, 

die nach ir vater arte 

fich manege wts verkarte. 
35 dA von Tagen ich ü hie. 

ir vater lebete daz er nie '7^9 



152 ALBRECHT VON HALBERSTADT. XX. 

den goten deheinen dieneft tele Metam. R, T4o 

weder mit opher noch mit bete. 

dar zu er houwen torfte 
40 ir weide und ir vorfte, 

die in behalden wAren 742 

fit vil langen jAren. 

er hiez ein weit houwen 74( 

Cereris der vrouwen, 
45 die ifl des kornes gottn. 

dd ftont ein grAze eich in, 74;; 

die was felbe als ein walt, 744 

air6 breit unde alt: 

dar mit andichte 
50 daz lantlüt opher brachte, 74s 

wan man fuchte dA genas. 

fwie heilic der boum was, 

den hiez er nider houwen, 

da man die waltvrouwen 74f; 

55 hat dicke hdren lachen 

und ein getemcre machen 

unde ßngen fAze. 

man fpurte im touwe ir vAze 

und hArte fie zu ringe 74; 

60 umbe den boum finge. 74^ 

fie was als daz buch qutt 

funfzehen eilen wtt: 

dar under mA grafes wAs 749 

danne in dem walde fus. 
65 iedoch wolde ers nicht erWn, 
er hiez fie fine knechte a&fL 
die knechte in vorchten Wre. 
daz was im unmAre, 7^ 

wan do er ir vorchte gefach, 
70 er nam ein MI unde Tprach 7M 

Vaz Taget ir mir von Cereri? 
(87b) ob ir der boum liep fi, 
16 Mze ir einen werde: 



75J 
752 



755 



ALBRECHT VON HALBERSTADT. XX. 153 

difen houwe ich zur erde.* Heum. 8, 756 

75 dA mite er in den boum hie, 757 

daz daz faf dar üz gie, 758 
und erfchutle die eich. 

loup und zwige wurden bleich, 759 
die eichele lägen unde. 
80 als es der boum enphunde, 

er erblüte von dem flage. 762 

doch torfte nieman nicht fage, 765 

wan ein einiger man. 766 

d6 lier den boum und lief in an 768 

85 und flüc in daz daz houbet kein. 769 

767 

den boum er aber ane lief. 769 

nu feht wie Az dem boume wief 770 

ein Itimme klageb^re. 
90 'ouw6 iemer m6re! 

hie wone ich maget inne 771 

Ceres der gotinne. 

du bilt mines tAdes fchole!' 77H 

die gwalt der boum multe dole: 

95 fln gemAte erlie in niet, 774 

unz er den boum met alle fchriet 775 

und zur erde valde. 776 

do daz horten ime walde 777 

die waltyrouwen Dryades, 

100 dA weinden fie alle des. 779 

'wA ful wir nu tanzen bi?' 

Ce klagten ez Gerert, 778 

wie fie wAm beroubet. 

Geres fchutte ir houbet, 780 
105 wand ez was ir harte zorn. 

des mufte daz rtfe körn 781 

biben in den velden. 

fie dachte ez im vergelden 782 

mit jAmer und mit eife, 783 

110 mit hungeres vreife. 784 



154 ALBRECHT VON HALBERSTADT. XI. 

fwie der hunger unde fie 

6 zufamen körnen nie Metam. 8, >) 

(wan den beiden von den goten 7^f> 

ilt von ein ander geboten), 
115 doch fände lie binnen 'V, 

eine bercminnen. 

'nu var wundernbalde :>^ 

in Scythiam daz kalde: 

da ilt unberhaft die erde. >^ 

120 dA mac nimmer werde 

weder vruchte noch körn: 

wan dA ilt immer gevrorn. 

d& ficht man tegeltche '^^ 

(87c] Froft und Eife bliebe, 
125 des Hungers gefmde. •.*! 

ganc den Hunger vinde: 

dem foltu erneftitche tagen, 

daz er Erifichthönes magen . '9: 

mit hunger uberfchuten kume, 
130 daz im muge nicht gevrume 

fwaz fptfe üf der erde fi. 

dA fol er fines gAtes bt 

alles werden äne 

umbe ftn getane, 
135 daz er mit vrevelen fionen ''^? 

mich w^net uberwinnen. 

du folt dich dannen machen, '^ 

fitze üf difen trachen: ^^ 

dd mite kumftu fchierc dar. '"^ 

140 fpar nicht langer die var.' 

daz magetln faz üf in 

unde vAr fchiere hin, 

unz fie durch daz wölken quam 

in daz kalde Scythiam 
145 an den höhen Gaucafon, '•'' 

da der Hunger was gewon 

mit hüfe haben ein katdez hol, 



:* 



?.'■ 



ilLBRECHT TON HALBERSTADT. XX. 155 

als ir muget h6ren wol. 

Die maget fach den Hunger wol Meum. 8, 799 

150 6f einem acker Iteine voi« 

d& fchar er mit grAzer ptn 800 

mit zenden und mit negelcn fin 

würzen Az der erde, 

fwaz im der mochte werde. 
155 fin hdr zuftroubet was unt grA, 80i 

fin ougcn fcbüiliche blA, 

fin hant niwan von beine, 

fin lefefe dürre und kleine, S02 

tätliche bleich fin geficht: 80i 

160 da enfpurte man vieifches nicht. $06 

befchaben und fwarz was fin kei, 

fin zende roftec unde gel, 802 

daz bein im durch die hüt Aach, 804 

daz man es genüc fach. 803 

165 d& der bAch folde (t£n, 805 

dane mochte man nicht fön. 

die hüt im an der bruCt hie. 805 

(87<i) man mochte an finem rucke fie 807 

rippe und bein metalle, 
170 als fie wolden valle. 

dö die maget in gefach, 809 

fie flunt Yur in unde fprach 

'an dich min vrouwe vr6oe 810 

gert daz du Erifichthikie 
175 ane welleft valle.' 

nu hAte noch met alle 81 1 

ir wort die maget nicht gereit: 

von hunger fie dö pln Jeit, 812 

daz fie begunde fwaofaen. 
180 fie wände fchiere ir irachen 813 

unde wart ir dannen gä, 

unz fie quam geio EumoniA. 

der Hunger dö nicht behe, 814 

er vlouc dan gereite 815 



156 ALBRECHT VON HALBERSTADT. XX. 

185 und ftunt vur den palas, Mcum. 8, Si6 

dA Erificbthon üfe was. 

do er in fldfende vant, ^17 

er geblies im ztihant c,iti 

des hungers fucbt in den magen. s^n 

I9U done mocbter langer betagen 

in berhaftem lande: «^21 

an ein dürre er fich wände. k22 

Erificbthon dannocb lac, s>3 

daz er flAfennes pblac: 

195 ime flAfe im was gem^ze, H24 

als er iemer 6ze: 

die zende beiz er wider ein. s^^ 

troumende er wtten gein 52ti 

unde vraz die lüfte. ^2t 

200 von bunger er fufte, 

d6 er wacben began, S2S 

der in im wüte unde bran 8^ 

in gederme und in magen. 
fin gefmde hiez er vur tragen (^o 

205 fwaz lie fptfe mochten hAn. 

daz dücbte in allez fusgetAn S3t 

und vrumte im nicbt m^re 

dan ez ein ertber w^re. 

von fpife, der ein ganze Hat 83? 

210 benftgte, enmocbte er werden Fat hx\ 

mA dan von einem eige. 
mit fpife manger leige 
beleip er iedoch ungAz, 
und wart ie gr6zer fin vrdz, S34 

215 als daz mer von vluzzen, g3s 

von regene und von guzzen, S3i> 

und als ein vAr daz nieman k37 

mit holze gefatcn kan: sas 

ez wirt ie grözer unde breit, S39 

(88«) Fwaz man bolzes dar treit. 

fus wuchs ErifichtdnA S4(k 



ALBRECHT VON HALBERSTADT. XX. 157 

fin huDger mft unde mi, 

wan von der wirtfchefte Metam. s, S4i 

der hunger gwan mft krefte, 
225 und wart Rn buch ie mAre 842 

itel unde l^re, 

unze er erbe unde gelt 843 

hÜ8 hof unde velt 

allez hAte verzert. 844 

230 noch wart dem hunger nicht gewert, 845 

unz dem vr^zigen man 846 

alles des er ie gewan 

niwan Rn tochter beleip. 847 

zu koufe er fie zu jungeft treip, 848 

235 daz er fich mit ir nerte 

und Onem hunger werte. 

nu was daz edel magetin 

nie gewon maget ün. 

zum mere ir hende fie b6t 849 

240 und fprach 'nu hilf mir üz der nAt, 

Neptüne, dem die blüme 850 

wart von mtm maget&me.' 

er gewerte fie der bete, 85 t 

wände fie wart zu ftete 853 

245 eim vifch^re gelich getAn, 854 

fam die mit angel vifchen gin. 

ir herre ir volgete uä 852 

und warte umb und enwifte wä 

fln maget wftre hin komen. 861 

250 \ifch£re, hAftu nicht vernomen 

miner gekouften meide? 

die gie in fwachem kleide.' 859 

do entfüb fie daz ir bilde 862 

fich vur im verwilde, 
255 und was gemeit daz der man 863 

fie nlch ir vrAgen began. 

d6 fprach der vifch^re 

'ich fach nieman mftre 867 



st:} 



158 ALBRECHT VON HALBERSTADT. XX. 

an miner vifchweide, 
260 wan dich und mich uns beide. Motam. b, st,v 

(88b) ich nam niwan der vifche war si,;, 

und warte nicht anderswar/ *^i4 

Der man gie fine Aräze, jif,9 

trürec üzer mdze: 
265 die tochter quam zum vater wider. 

der verkouftes dicke fider, 

wan fie an der varte 

ie ir lip verkarte, 

zu vögele, zu manne, 
270 zu orfe eteswanne. 

fus nerto fie in lange. «,-4 

zu jungeflt wart im ange 

von hungeres ungehabe: 

er vraz fin felbes vieirch abe. 
275 doch wart des hungers m6re. 

mangen nimt der m^re 

wunder die ich hdn gezalt. 

nu hAn ich felbe doch gewalt, 

daz ich mich verwilde 
280 in drier bände bilde, 

in einen man bi ziten, 

dar nach ich lutzel biten 

und wirde ein grözer flange, 

vreiflam unde lange, 
285 dar n^ch ein ochfe vreislich, 

als ir nu muget fehen mich 

an difem einem hörne. 

daz ander mir bevorne 

wart abe der ftirne gebrochen.' 
290 do er diz hAte gefprochen, 

er fufte bi den Worten, 

daz ez alle horten. 



st; 

STr; 



ST«^ 



SSI» ' 



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ALBRECHT VON HALBERSTADT. XXL 15g 



(04<1] Milötus phlac mit minne MeUm. 9, 449 

einer wazzerminDC 

Menanders, der die krumbe 450 

nnen vluz leitet umbe: 
5 dt von gewan die maget tän 452 

zwei kindelin wol getdn. 

ein tochter was der kinde ein, 

ein knabe daz ander, daz dehein 

fchöner mochte gefln. 
10 Biblis hiez daz magelin, 

der knabe Gaunus benamen. 

ir fchöne verwan allefamen 

knaben unde meide- 

die minne in quam zu leide. 453 

15 dar umbe alle meide lieh 

hüten fuln vlizeclich 

vor ungez^mer liebe: 

dieft aller zucht ein diebe. 

durch ir brdder holde 454 

20 Biblis ttr dolde, 

fle wart im dicke heinlich, 

und umbevie in minneclich 457 

mit ir armen wlzen, 45s 

und began fleh vlizen, 
25 wie Ge verante ir argen danc. 

er hite keinen valfchen wanc 

gegen liner fwelter nie. 

dirre dinge phlac fie 460 

mit im alf6 lange, 
30 unz fle von getwange 

ungez^mer minne 

begunde ie m6re brinne. 464 

fch6ne fle fleh wierte 461 

und gein ir brAder zierte, 
35 als dicke fle zu ime gie: 

des verwände er fleh nie. 



100 ALBRECHT VON HALBERSTADT. XXL 

allen meiden fies erbunde Meuin. 9, 4(.:! 

den er liebes gunde, 
und tet in vitzecitche leit. 
40 doch triic ir minne die meit 4tf 

tougenliche fdre. 

ir was ein lieberz m^re, ^u». 

daz er ir Biblis riefe 



45 unde ^herre' nande fie 4i> 

in lieber danne 'brAder* ie, 

daz fie der fippe endacbte, 

die ir minne erfchracbte. 

daz fie tages dachte, \*\: 

50 daz troumde ir bi der nachte, 4..^ 

daz fe an fim arme I6ge ^u 

und bdfer minne phlige. 
(95«) fö fie aber entwachte, 4:1 

der troum fie tr&rec machte, 
55 wände fie dA mite betrogen 

unde ir vroude was enzogen. 

fö gerte fie flAfen abe, i:^ 

daz fie vroude mochte habe: 

daz mochte doch nicht ergAn. 
60 des gewan fie trürde t&n 

unde zu zir felber fprach 

'^ouw6 des troumes des ich fach! 474 

folde nü der bräder min 47«; 

iemer u\b min vriedel fin? 477 

65 wan wftre ich fin fwefter nicht! 

tö mochte ergAn die gefchicht, 47^ 

die nu nicht wefen mac noch fol, 

fwie mich es gelufte wol, 

daz mir zu fiäfen flunde 
70 und der vroude empfunde, 4^4> 

der ich flAfende phlac» 

der mich nieman vermelden mac, 

und ift doch folche vroude dH, 4*«:* 



ALBRECHT VON HALBERSTADT. XXL 161 



der rechten wArheite n&. 


Mefcam. 9, 483 


75 ow! daz er nicht werte 


484 


alfe lange ich gerte. 


485 


ine rüchte waz gefch^he, 


479 


ob ichz nicht wachent f^he! 


478 


Tolt ich mtns vater Tnur fin 


487 


80 unde er der fweher mtn, 


488 


daz wäre ein uberic yruntfchaft. 




enh^te wir nicht difen haft. 


489 


daz er ift der brüder min, 


493 


16 mochte ich fln gemahel fin: 




85 doch bin ich fin fwefter. 


492 


des wirt mtn leit ie vefter. 




nu fint doch den h6ften goten 


496 


ir fwefter nicht verboten: 




JApiter nam JunAnen. 


498 


00 fol ich der fippe fchönen? 




Tithyn nam Oc^anus. 




wie bin ich verirret fus, 


500 


daz ich geliehen herre und knecht? 




die gote hdnt ir funder recht, 


499 


95 den muge wir nicht gemäzen. 




Biblis, des foltu idzen 


501 


unreine gelufte 




begarwe üz diner brufte. 




ich wil 6 drumbe fterben 


502 


(95b) danne anders werben 




unde minnen dan ich lol 


509 


und gefwefter zimet wol. 




nu 14 fln , daz mir behage. 


505 


daz ich minne zu im trage. 




105 und ift im unm6re! 




ich woide daz er wAre 


510 


üf mich mit minne verquoln ! 




daz mochte ich lichteltche doln. 


511 


fwes er mich durch tobeheit 




110 b£te, des wir ich bereit. 




[XXXVIIL] 


11 



162 ALBRECHT VON HALBERSTADT. XXI. 

folde ab ich mit unflten Meum. 9, :)V. 

in folches laffcers biten, 

wie mochte daz min zunge tu? 

dd twunge mich die minne zu. ■< • 

115 fwie min zunge gedaget, 

ich künden imz ungefaget, 

wand ich mit fchrifte in inne v: 

bringen miner minne.' 

der gedanc fie dächte gut :i 

120 unde nam in ir mAt, 

daz fie ir tougen ane fchribe. 

ir hende begunden bibe, ^: 

von vorchte ir Vernunft zufpielt, 

daz fie küme gehielt ii 

125 die tavele hie, den grifiel dort 

iezA erquam fie der wort :v. 

und liez ein lutzel hüben: 

fin wefte waz fchriben. 

f6 fie fchreip eteswaz, 
130 zuhant verdilgete fie daz 

und gedachte drAte, 

wie fie in baz bite. 

ir getichte fie nu prifle, 

dar ndch fiez unprifte: 
135 nu warf fie die tavele nider, '^-^ 

und hüp fie Af fchiere wider. 

fin wefte waz fie machte, ' 

fchribe oder dachte. 

fus wart die minnewunde 
140 dicke in einer ftunde 

des willen bleich, der fchamede rAt, '>• 

daz fiez dem brüder fus emböt. 

'fwefter' hdtes dar gefat, :-■ 

daz dilgete fie an der ftat, 
145 unde fchreib unz an ein ort ^> 

an die tavele dife wort 
(96«) 'Dich minnet die fus minne y> 



ALBRECHT TON HALBERSTADT. XXI. 163 

niemer mac gewinne Meum. 9, 530 

und bite du wellelt mich gewer. 
150 obe du vrAgeft wes ich ger, 531 

des wirt dir niemer künde 532 

unz an die felben ftunde, 

daz du mich hAft erkennet. 533 

Biblis man mich nennet 
155 nu tetez dir vil dicke fchtn 534 

ouch £ die bleiche varwe mtn, ^ 535 

der regen miner ougen, 

und daz Tuften tougen, 

mtn drucken an dtn bruTte» 536 

160 und deich dich dicke kufte, 537 

m6 dan ein fwefter folde. 

durch innecliche holde 

und durch minne tet ich daz, 

daz mtnes leides wurde baz. 
165 }A wAnde ich 6 lange 542 

mich zien von dem getwange, 543 

da mite mich GuptdA baut 

und mich fwachen uberwant, 544 

daz ich im mit machte 
170 nicht an gefigen machte. 

nu mac ich nicht langer doln 

unde verre minne erholn: 

du bift zwAre eine der, 545 

des ich herzenitche ger. 
175 mit dir hAt minem linne 

an gefigt die Minne. 

nu ft6t in dtnre gewalde, 546 

obe du mich behalde 

oder wilt verliefen: 
180 der einez foltu kiefen. 547 

fwie ich dir geflppe fi, 548 

ledoch ger ich nAr b! 549 

durch minne und durch trüwe 

dir iemer m6re büwe. 



164 ALBRECHT VON HALBERSTADT. XXL 



185 daz Wirt uns nicht verkiret. 


Metam. 9, Ir 


nieman uns vermöret, 




obe ich helfe od kuITe dich 


• * 


oder obe du helfeft mich. 




obe man daz an uns erficht, 




190 man verw^net fich arges nicht, 


i 


wan wir fin gevrunde. 




min minne ich dir fus künde: 


• 


(06b) daz ich dir goffenet hAn, 




daz foltu glouben funder wdn/ 




195 D6 ez was gefchriben gar, 


t^ 


eime ir knechte rief fie dar 


> 


unde fprach 'getrüwer böte, 


ö* 


tu ndch mineme böte 




und brinc nAch minem wille 




200 dife tavele ftille 




mim' dö fin nennen folde. 


• 


einen fufffie holde 




tiefe üz herzen gründe, 




6 fie 'brüder' fprechen künde. 




205 dd fies im wolde reichen, 


1 


d6 wolden mit zeichen 




irz die gote leiden: 




die tavele viel beiden 




fchiere ftz der bände. 




210 iedoch fie in fände 


• • 


unde in vlizecliche bat 




warten ztte unde ftat 




er gie da er ir brüder vant 




und gap die tavele in ftn haut. 




215 dö er die geschrift las. 




fin gemüte ergremet was 


m* 


und warf die tavele daz fie brach. 


• •1 


zomeclichen er fprach 


Tj 


'nu fin verwizen von gote 


51 


220 beidü min fwefter und der böte. 




ein botenbröt fol dir werden, 


5> 



ALBRECHT VON HALBERSTAOT. XXI. 165 

die wil du lebeft üf erden, 

daz habe du dir zu minnen! 

nu hebe dich fchiere hinnen!' 
225 der böte gdchte dan zuhant Meum. 9, 579 

und lief dA er Biblis vant: 

allez er ir zaide. 5So 

als ein !s kalde 5g l 

feie fie zu der erde nidcr. 
230 d6 fie fleh erholde wider, 582 

fie fprach 'mir ilt recht gefcheben. 583 

ichn foldes im fus hdn verjehen 584 

und an ein tavele gefchriben, 586 

daz tougcn folde fin beliben. 585 

235 ouw6 deich imz endachte 

unde in innen brachte 

wie mtn wille ftunde! 

fwer Af des meres unde 9u 

Rn fegel alf6 verre 14t, 
c) daz er allen wint enphät, 591 

und hat nicht bevunden k 

wannen der wint gA, 589 

der tribet lichte üf einen ttein. 592 

nune weiz ich helfe dehein, 
245 wie ich in wider ziehe: 593 

ich lien zu verre vliehe. 

mir betAten die gote, 594 

d6 weder ich noch der böte 595 

die tavele mochten balde, 
250 daz es uns erbunde Saide. 596 

ich folde im mtn tougen 600 

mit rede offen ougen, 601 

daz min gefchadet h£te, 

dan min fchriben t6te. 
255 min bete h^te gevrumet m6r, 

wände er hAte tich Ar 

erbarmen lAn mtn weine. 602 

fln herze itt nicht von fteine. 



V. 1 



V? 



t:: 



166 ALBRECHT VON HALBERSTAOT. XXI. 

der regen mtner zAre, 
260 die jAmerlich gebire, 

die ich h£te geftalt» 

und min helfen mit gewait HeUm. 9, i 

und kuITen, als ich mochte, 

obe des nicht entochte 
265 und er mich von im ftieze, 

zu fin viizen ich mich lieze 

und beteltcher böte. 

da mite ich w6ne töte (**> 

daz er mich zu gnaden nöme. 
270 der böte wöne quöme ^ 

zu unzftiger Hunde, f: 

do er nicht lefen künde. 

daz fchadet nu mir armen I t 

doch wöne ich in erbarmen, 
275 f6 ergangen fl der zorn. 

er ift von tigere nicht geborn, 

und hit nicht fteininen mAt. f* 

er hAt vieifch unde blüt 

und ift von w!be gezogen. 
280 er hAt nicht louwen milch gefogen. t 

des Itdn ich nicht der bete abe, r 

die wtle und ich mtn leben habe. 

wolt ich gewerbes abe ftAn, 

daz (olde ich 6 hAn getAn, 
285 6 ich imz goffent hAte. 

daz ift QU zu fpAte. 

folde ich nü abe ftA, 

er wAnde ich in verfüchet hA. 

mlnes willen ift genAc, 
290 wände ich der bete gewftc 

und die gefchrift hAn getAn. 
(06d) ich mac nicht funde mA begAn: (^it 

der wille gellchet fich der tAt, t^ 

wan daz fie mö vroude hAt.' 
205 Alfus reite Biblis. ^.1 



ti, I 



h[-' 






ALBRECMT VON HALBERSTADT. XXI. 167 

dannoch was fie ungewis, 

wie fiez folde anevin. 

der werp den ße h4te geUn Meum. 9, 030 

begundes iezü rüwen. 
300 doch woldes in gen&wen. 

zu zir brAder fie gienc. 631 

6 aber der bruder dife dinc 

begieoge und die fchande, 

k vIAch er Az dem lande 632 

305 und lie fwefter unde gut. 

alrött wart Biblis ungemüt 034 

und linne beroubet. 635 

fie zarte kleit und houbet: 

dA mite begundes ougen 637 

310 dem lAte ir fchande tougen. 

fie iiez iant unde hüs 638 

durch ir brftder Gaunus 

unde volgete ni, 639 

fwar er vidch, finer RA. 
315 fwA fie üf der ftrdze lief, 

algeliche fie wief, 64o 

als Bachum fint lobende, 

r&fende unde tobende, 

die w!p von Ismariä: 641 

320 alfus hülde fie dd. 642 

alfö tobeliche fie 643 

zw6 ftete hinder ir lie, 

die eine heizet Garas, 644 

und die ander Leiegas, 
325 die beide in LicIA flt^n : 

dar nAch Gragon, LimyrAn 645 

und den vluz Xantus. 

mit unfiten lief fie fus 

unde gAchte unz fie quam 
330 dA daz gebirge ende nam : 

da ein vreitfamez kunder 646 

wont in eim hol befunder: 



168 ALBRECHT VON HALBERSTADT. XXL 

Ghim^rd ift des tieres nam. 

ditze wunder vreiffam Meum. 9, er 

335 eins louwen houbet voroe hat, 
(97a) enmitten als ein boc gät, 

binden alfe Dangen 

treit ez ein zagel langen. 

d6 Biblis dar quam» 64' 

340 von vorchte lie harte erquam, 

dar zA mftde unde klage 

täten fle fus verzage, 

daz Ce dmechtic feie. 549 

ir antlutz in daz gras neic, 660 

345 ir hir lac zuftrouwen. 

fie wolden die waltvrouwen 65i 

von der erde hin gebaben 652 

unde mit trAfte laben 6^3 

und wenden ir Anne ^i 

350 von ir brAder minne. 

daz was vergebene getdn: 

ir r6le dannen was gegän. 

dane half tr6ft umb ungemach, 

wan fie enhorte noch enfach 6->j 

355 und lac als fie w6re erflagen. 

dö begunden fie fie klagen 

und weinen alf6 fdre, 6S5 

als daz gras touwec w6re. 

fus gie ir leit den vrouwen ni. 
360 fie w6re gederret d4, 

obe fie nicht fchüfen daz, &v; 

daz fie ie belibe naz. 65: 

des begundes vAchte werde, 

als fn£ lit üf der erde, e^i 

365 den der Aufter ane wAt: 

dA von er fanfle zugAt. 6^i 

fus fwein fie von ir z4ren 662 

in einen brunnen klären, 6«3 

der ift noch Biblis genant, 6$4 



ALBRECHT TON HALBERSTADT. XXI. 169 

370 und in der geine wol erkant. ^ 

Diz wunder wllen erfchai Metam. 9, 665 

dA zu Gr^te über al. 

nu h6ret ouch befunder 666 

ein wunderlichez wunder, 
375 wie ein wibes icunne 667 

mannes bilde gewunne. 

ein man faz in PheffciA: 668 

Lyctus nande man in d&, 669 

Theleti!de fin wtp : 
(97l>) geliche edele was ir Itp. 670 

eines tages daz ergie^ 

der man fprach wider fie 67 1 

'mtne forge ift aller meift 

umbez kint daz du treift» 
385 ez gewinne wibes namen. 

die wip fint kranc allefamen. 675 

man zAhet fie mit n6ten. 

Uz ein meit» die foltu töten: 677 

fiz ein knabe, den lA leben.' 
390 die yrouwe bat in fies verheben, 681 

daz fie ir man icht 682 

nAte dirre gefchicht: 

doch mochtes nicht vervAhen. 683 

nu was die zit nAhen 684 

395 und des wibes bemder tac. 

d6 fie eines nachtes lac, 685 

her und dar fie dachte 

mit danken manger flachte, 

ob fie gewerte den man. 
400 iedoch wancte fie dar an. 

dA mite begunde fie enfweben. 

DU quam zu zir Azme heben 686 

ein gotinne wol getAn. 

die gie yur ir bette Mn, 687 

405 Af dem houbete vorn 

trüc fie zwei kAhom 688 






1 70 ALBRECHT VON HALBERSTADT. XXL 

unde fcheiD als ein man, Meum. 9, tiv 

wan ße trAc mannes kleit an. 

daz was die riebe 16, 
410 die durchAchte Jun6 

durch al die werlt als ein kd. 

fie fprach Theletüfen z& 

'des dich din man geheizen hftt, 

des tu nicht: daz ift min rAt. 
415 enachte waz des kindes wirt 

daz z&ch, wan dich nicht verbirt &j^ 

min helfe: da enzwtvel an. 

ich bin ein gotin die dich man 

und gAn dir nicht helfe abe.' (V/* 

420 tu daz ich geheizen habe/ 

dA mite die gotinne fwant. iw 

daz wip entwachte zubaut 7ui 

unde nam ez in ir müt. 

fie dachte 'dirre troum ift gAt 
425 nu muge mir alfö gefchehen, Toi 

als ich in troume hAn gefehen.' 

über lanc daz wip genas tm; 

eins kindes, daz ein maget was. 'M 

doch was gemeinez m^re, toT) 

430 daz ez ein knabe wAre. 

nieman nicht dirre liffce ;«»> 

wan amme und mAter wille: 
(07c] und wart daz kint fus gezogen 

daz der man beleip betrogen, 
435 und wAnde es wefen fft gewis, 

daz er daz kint hiez Iphis: T^'- 

nAch Onem anen hiez erz f6. T(^ 

Lyctus wart des funes vr6: 

der wuchs und wart wol geftalt. 7n 

440^ nu was er drtz6n jAr alt: ^'< 

A6 warp im der vater ßn 'M 

ein wolgetAnez magetin. 

Janthe hiez die werde, 'i^ 



ALBRECHT VON HALBERSTABT. XXL 171 

der er zu fnur gerde, 
445 Iphife gelich an jAren. MeUm. 9, 717 

die gefpiln wAren 718 

bi ein zallem m&\e, 

unz von minnen ftrile 719 

Janthe enphie ein wunden. 720 

A50 fchimpben fie begunden 

dicke in der geb6re, 

als er ein man w6re. 

Sus was die minne under in 721 

Ane debeinen gewin ^ 

455 unde gie die zit zu, 

daz man die bAcbztt folde tu. 

des began ficb Iphis fchamen. 

'wie fol ficb enden dirre gamen? 725 

fol wtp mit w!be minne pblegen? 726 

460 icb wolde tAt fin gelegen» 

alfe micb mtn vater hiez» 

dö mich min müter leben liez, 

wolden min die gote fcbAne, 727 

daz mocbtens tun vil fcböne. 
465 wolden aber Ce min leben 728 

verliefen und dA wider geben 

daz mir den tAt brechte, 

daz müfte icb doln zu rechte. 

fol ich nu wider natüre 729 

470 minnen, daz wirt mir füre. 

dem ochfen ift ein kü gewert, 730 

dem hirze ein binde befcbert, 731 

die vogel ficht man ficb zweige 732 

und tier aller leige. 
475 iedoch hArte icb nie gefage, 733 

(07d] daz wfp wtbe minne trage. 

des wurde Gr^te daz lant 734 

von minem hirAte gefchant 

PafiphaA borlangen 735 

480 fchande bAt begangen 



1 72 ALBRECHT VON HALBERSTADT. XXI. 

mit einem ochfen , iedoch MeUm. 9, 736 

minne ich tobeifcher noch. 737 

wan Dedalus der m6re 741 

mit lilte und mit l^re 740 

.485 mich nu von wtbes arte 742 

zu manne verkarte, 

f6 die brAtloufl; quAme, 

daz ich Janthe n6me 743 

mit vrouden zu rechter 6! 
490 daz mac iedoch nicht ergo. 744 

wes mac ich mit ir begAn? 

unde wie wil ich gelMn 756 

Yur mfnes vater ougen, 

der nicht weiz mtn tougen, 
495 unde vur dem fweher mtn, 

der mich einn man wAnet ftn? 

nu kumet fchiere der tac, 7oS 

dar ane mtn hoffenunge lae, 

daz mir Janthe wirt gegeben. 759 

500 wie gelichet Geh unfer leben, 

als ich fl in wtn verfunken 760 

und doch ungetrunken 

bi gr6zen durftes quAle! 

daz gefchicht funder twAle, 
505 fö ich Janthe trAte: 702 

wan wir fin beide brAte.' 

Stn rede er fus verante. 763 

die fchAne maget Jante 

begunde von der minne 764 

510 gein Iphtfe brinne: 

(in wifte daz er was ein wtp, 

und winde in haben mannes Itp. 

HymenA6 fie harte, 

daz er fich nicht enfparle 
515 unde dar qu6me, 

daz ein ende n6me 

die brütlouft und die höcbzit, 



ALBRECHT VON HALBERSTADT. XXI. 173 

wan er der brAtloufte phllt 

dö die brütleite quam, Metam. 9, 765 

520 Iphis fleh fachte an nam, 766 

und twalte ez mit lilte: 

des Jante nicht enwiAe. 

noch mA h'fte er füchte, 767 

er jach in bedachte 
(98>) die ztt ungen^me, 

wan fle nicht hAchzit zAme. 

iedoch enmochte im nicht vromen. 76S 

nu was die brüte aber komen. 

du gie Theletüfe 769 

530 mit ir zu bethüfe, 

mit zuftroubtem hAre. 771 

die müter den altäre 

umbevie unde fprach 

'Arft hebet fleh unfer ungemach, 
535 gotin von dem Nile. 773 

Alt nü ein lange wile, 775 

daz du mir des gewüge, 777 

daz ich mtn kint nicht [lüge. 

daz fle noch daz leben hAt, 778 

540 daz ill din gAbe und din rAt 779 

des hilf daz fle werde erlüft: 780 

fle lebet niwan üf dinen trüft' 

dö fle ir bete dar hüten, 

fAhen fle den alter fchuten 781 

545 unde wAnden ouch fpur, 782 

daz fleh wände die tur, 

fwie fle wAre ungewegen. 

dA fAhen fle in engegen 783 

gltzen zwei glänze hom, 
550 die die gotin trüc bevorn, 

dA fle ir nechten erfchein. 

dA fle beide mit ein 
(98b) dife zeichen fAhen an, 

die müter vroude gewan '^84 



174 ALBRECHT VON HALBERSTADT. XXII. 

555 und wände in ir mAte 

die zeichen wefen gute. 

fie begunden üf Rän Meiam. 9, 7S5 

unde fchiere dan gän : 

Iphis der müter volgte mite 
560 mit einem manlichen fchrite 7S6 

anders dan fie 6 gie. 

ir wibes hir lieh zulie, 7^s 

ir antlutze wart verfchaft tst 

alr^ft manliche kraft 7s9 

565 fle gewan und mannes namen. 

obe dem houbet lief zufamen tn^ 

ir hdr, daz 6 was lanc unt flecht 

Iphis wart ein ftarker knecht, i% 

verkart an ftnem libe 
570 von manne zu wibe. 

die müter wart des funes vrA, 

daz die maget alfA 

den goten leiften folde ir recht 

f6 was ouch Iphis der knecht. 
575 des anderen morgens vrü m 

richte man die höchztt zft. 

dar quam vrouwe Yftnus 795 

unde Hymen^uSy 

dö die brAtlouft ante 796 

580 Iphis mit Jante. 



(102d} Pygmalion wart des gewar, 10, 243 

daz fie wdren fteinin gar 

und trügen valfche finne 244 

in ir herzen dinne. 
5 des wolde er Ane blibe 245 

fusgetAner wibe. 246 

er fnitzete ime eine 247 

von fchönem helfenbeine 



ALBRECHT VON HALBERSTADT. XXIL 175 

nich kunftertcher meifterfchaflt, 
10 als fie w6re liphafl; Meum. lO, 250 

und h6te fin und Vernunft. 

dar ane lac f6 gröze kunft, 

fwer ez nicht betafte, 

der winde leben vafte 
15 daz bilde unde fich geregen, 251 

arme unde lip wegen. 

dar z& was Pygmalion 

an dem bilde gewon, 
. daz erz fazte üf fin fchöz 
20 alfö nacket unde blAz, 

als ein maget fchamic gar, 

die nacket w6re geftellet dar. 

daz bilde er nie vafte 254 

mit finen henden tafte, 
25 in end Achte ez leben h6te 258 

unde im w6 t6te, 257 

fo er dar mit henden r&rte an. 

alfe dicke er des began, 

daz er fie mit henden ftreich, 254 

30 er wAnde ir vieifch wefen weich: 255 

milchvar daz bilde erfchein, 

wizer danne helfenbein. 

zu jungeft er von minne 252 

(103a] begunde harte brinne. 253 

35 und als man meiden bringet, 259 

kleinst d& mite mans dringet, 260 

fam tet er durch ir minne, 

als er fie wolde gewinne. 

er krAmte ir vögele kleine 26 1 

40 unde bickelfteine, , 

hübefch finwelle, 

fchAne gemile belle, 262 

bl&men manger flachte 26 1 

er finre amten brachte. 
45 fchapeltn geloubet 263 



176 AXBRECHT VON HALBERSTADT. XXII. 

fazte er üf ir houhet 

durch fln ougenweide. 

er zierte fle mit kleide 

unde an den vingern fln 
50 mit guldinen vingerltn. Meum. lo, %\ 

ir bruft wart behangen 

mit kleinAt und mit fpangen. %' 

ir arme er hienc gefmides yoI: 

daz flunt der maget rechte wol. 2ti*> 

55 er lac ir bi in der gebore, ^i 

als lie fin am!e wire. %'* 

Daz geftunt unz an den tac, 2> 

daz man in Gyprus, als man phlac, 

VAnus h6chgezit begienc. 
60 an der küje hörnen hienc 2:1 

daz golty dd man nich lantfite v. 

der gotin opherte mite. 

die ftat von wtrouche 3:? 

ervuilet wart mit rouche. 
65 Pygmalion der m^re 

ftunt Yur den altere. m 

d4 vlAhte fus der jungelinc 

'ir gote, muget ir alle dinc 

geben der man an üch gert, 
70 fö biten ich daz ir mich gewert !::> 

eines wfbes eine/ 

ern torfte 'Az helfenbeine' 27^) 

fagen, als erz dachte. 
(103b) do er dar die rede brachte, 
75 daz ers folde verjd, 

er enreite nicht m6. 

die riebe gotinne 2t: 

marchte fine Finne 

und wifte waz er meinde. 2> 

80 ein zeichen Ce befcheinde 

flner vlAhelichen bete. 

der rouch ditze zeichen tete, i:^ 



ALBRECHT VON UALBER8TADT. XXII. 177 

der von dem wtrouche gie 

höher danne er pbi^ge ie. 
85 danneo gienc Pygmalion Metam. 10, 280 

und kniete, als er was gewon, 

vor daz fpanbette flu. 

er kufte fln tr&teiin, 28 1 

die an dem bette rAte: 
90 unz lie, als ich bedAte, 

Pygmalionen düchte 

wefen warm und vAchte. 

aber er lie kufle 

und leite üf ir brufte 282 

95 fin haut: die dAchtenn linde und weich. 283 

daz vleifch vur finen henden weich. 

dannoch vorcht er daz wunder 287 

und vrowete fich doch drunder, 

fwie er dirre gefchicht 
100 dannoch trAwete nicht, 

unz ers mit finen henden 288 

begreif an allen enden, 

herze unde arme 

bevant er allez warme 
105 als an menfchen lichamen. 

die Ädere klophten alle famen. 289 

nu begunde er funder wAn 290 

der gotin V^nus danken t&n 291 

und kufte fin trAtinne, 292 

110 da nicht m6 trüge was inne. 

die maget des kuOes enphant 293 

unde blichte Af zuhant: 294 

fie fach in vruntlichen an. 

der wart fit ir 61ich man: 
115 y^nus die brAtlouft felbc hielt, 295 

Pygmalion vrouden wielt. 

nu wAren nicht ergAnde 296 

eD?oIlen zehen mAnde, 

dö fie bt dem manne was, 
ixxxviii.] 12 



178 ALBRECHT VON HALBERSTADT. XXIL 

120 daz fle zweier kinde genas: 

daz wären knaben ziere. 

die wurden man fchiere. 

der eine Paphus wart genant, Metam. 10, y 

von ime dar nach ein lant 
125 Paphos geheizen was. 
(103c] der ander hiez Cynaras. > 

der befftze geluckes rat, ? 

(103<1] enhite er kindes nicht gehat. 
(104b) Cynaras gewan ein kint: 
130 die wart ein maget finnes blint, 

die durch ir unküfche wart 

zeinem boume verkart, 
(104c) der die mtrren nA treit. 

der boum müze uns Terfeit :" 

135 nA und iemcr m^re fin. 

mufchAt unde zinemtn y- 

und der edele wtroucb 

DiAzen uns verbem euch, 

daz icht in disme lande 
140 won fusgetdne fchande, 

daz wir des icht begän 

des d6 Mirrä hat getAn. 

fie trAc ein valfcbe minne, 

wan lie begunde brinne 
145 gein ir yater harte, 

fwie lutzel er gewarte 

daz fie ftn gerte zu man. 

einer rede fie dicke began 

mit ir felber 'ouw6 mir! 
150 wannen kumt mir dife gir?' 

fie gap fich uberwunnen. 

alfe unverfunnen 

woldes anderweide 

lant und lAte beide 
155 durch daz lallter Mze. 

nu dAchte fie gemdze, 



,v 



J«' 



.;? 



ALBRfiCUT VON HALBERSTADT. XXII. 179 

obc ir valer w6re 

Vernunft und finne I6re, 

daz er fie unnbevienge 
160 und daz lafter begienge. 

Vaz fprichet min zunge? Metam. 10, 335 

verboten hoffenunge 336 

kume üz minem mute. 

und rate mir zu gute, 
165 als tochter gegen vater fol. 337 

die tut z6me nicht wol. 

fold ich verk^ren allez Famen 345 

g&te m^re und guten namen 

und mines vater kebes fin, 347 

170 die gelle der miiter min? 

mins k indes fwefter, müder 348 

mines felbes brftder? 

die fwcfter uz der hellen 349 

mir dar raten wellen. 
175 daz fic fin verwüzen! 

ob' ichs nicht wolde Uzen 354 

und minen vater b^te, 

zwäre er es nicht t6te, 

wand er ift nicht unfinnec 
180 noch At minne winnec. 
j04<l) ich wolde daz er wfire 355 

vernunfl und finno lAre, 

f6 mochte er dirre bi&fen gir 

willeclicher volgen mir/ 
185 noch mö reite Mirr^, 

daz ich wil undcrwegen \L 

Der meide vater Cynaras 356 

der dinge ungewizzen was. 357 

Jungelinge dnc zai 
190 der meide gerten über al, 

dar üz fie welen mochte, 358 

wer ir befte tocbte. 

der vater nande ir allefamen . ' 



IgO iULBRECHT VON HiLLBERSTADT. XXIK 

die Jungelinge benamen, 
195 wer ir geviele zu man. 

fle fweic unde fach in an. Metam. 10, ' 

ir ougen wären trehene naz. ^ 

dannoch enmarchte er daz, 

er wAnde ez fchamede worcbte 
200 ode magetlicbe vorcfate. >■' 

er fweiget unde kufte fie, ^: 

dA (ie getruckenten nie. 

vur den kus enwolde MinA 3» 

goldes laft genomen h&. 
205 fie fpracb, obe fie folde ^ 

welen als fie wolde, 

Tö müz er dir gelicben.' 

die rede begunde im lieben, :^ 

fwie er ir nicbt verftunde. 
210 loben er fie begunde, 

'fus müftu, tocbter, alle tage > 

dinem vater minne trage.' 

ir antlutze bienc zu lal, 31^' 

dd fie \aler' an der wal 
215 fA dicke borte nennen. 

der mocbte nicbt erkennen 

nocb gemerken ir gedanc, 

unz dar ndcb über lanc. 
(105») Der tac was bin, die nacbt gie an, ;j> 

220 Mirrd wacbete unde bran > 

von fchantlicber minne. y* 

fie liez ire finne 

ber und dar wenken. 

nu begundes denken, 
225 wie fie ez verande: 

wan daz fie fcbande wände, s: 

daz fiez ungetan lie. 

ir wille dem geltcbe gie, 

als ein boum, der an dem zil 3> 

230 ftAt daz man in bouwen wil 



.• ' 



ALBRECHT VON UALBERSTADT. XXII. 181 

und ift gerichtet ii( den val: 

des forget man über ul, Meum. 10, 374 

war er welle valle. 

dem gelich metalle 375 

235 ftunt ir minnefiecbcr niAt. 

lie fach wol daz ez w6re gAt, 370 

daz Tie der dinge ftunde abe. 

nu riet ir die minne abe, 

(ien foldes nicht abefUln, 
240 folt ir der Tot engegen g4n. 377 

ein feil fie dö ftrichte 378 

umbe ir kein die richte 

eines balken an ein ort 379 

dar nAch fprach lie dife wort 
245 'trAt vater Cynara, 380 

wis gefunt! und fleh wie nA 

mir gange dine .minne. 

den tot ich drabe gewinne/ 

der jAmerlichen worte 382 

250 ir amme ein teil horte: 383 

die enflAz zuhant die tur 384 

und gie fnelleclich her vur. 

dö fie die maget wol getdn 

fach mit dem TAde umbegän, 385 

255 dö zartes hAr und gewant 386 

und fchrö lAte zuhant. 

mit einem mczzere fie 387 

fdn den flric enzwei hie 

und vrdgte durch welche not 388 

260 fie fus gdchte in den tot. 

MirrA als ein ftumbe fweic: 3S9 

ir houbet tiefe geneic 

an die erde zutal. 

ir herze von leide quäl, 31M) 

265 daz fie was fus vunden 

und von dem lödc enbunden. 
flOöb) die amme ir gräwe [här] zarte 39 1 



.}' 



182 ALBRECMT VON HALBERSTABT. XXII. 

undc ir brulte enbartCi 

dio Mirrä bäte gefogcn, Mctam. 10, 

270 da mite fle Tic bäte gezogen. 

fie mantes der guttäte, 

die He von ir bAte, 

daz fle ir alles folde zeln 

ir fwörc tougen funder heln. 
275 die maget fufle bleicbvar 3ji 

und karte ir ougen anderswar. 

die amme ir bete nftwen 

begundc und lobte entrüwen x^i 

heln und helfe dar zä, 
280 allez daz fie mochte tä. 

^ch mac ez wol gevüge. n^ft. 

ja Mi m!u alder kiftge. 

bekumbert dich tobefucht, :}v: 

die jagen ich von dir in die vlucht, 
285 mit Worten und mit krAte kraft. 

Wunders m6 hdn ich gefchaft h^ 

doch müz dich nieman b4n gefehen: 

fus enmocbtez nicht gefchehen. 

fint die gote dir gebaz, o." 

290 mit ophere füne ich daz. 

ich kan nicht gedenke, 4'" 

daz din herze krenke. 

ich weiz in dem kunne din 

nieman dir viant ßn, 
295 weder nifteln noch neben. 

din vater und din müter leben' — 4t«i 

do fir vater nennen horte, v: 

fie fufte bi dem worte. 

dannoch enmarchte fie 
300 war dirre fuft gie: 

iedoch entfüp fie genAc, i*t 

daz Mirr4 tougen minne träc 

des bat fie ir f6re 41 * 

fagen waz ir wftre: 



ALBRECHT VON HALBERSTADT. XXII. 183 

305 'wan din not iflt harte gr6z/ 

dA mite nam fies üf ir fchöz Meum. 10, 406 

und umbevienc die armen, 407 

die fie mufte erbarmen. 

'du minneft: daz entfebe ich wol. 408 

310 nu fage mir, vrouwe, waz fol 

diz Yur mir verborgen? 

tik hin alle forgen! 

ich grife ez an mit folchcr lilt, 409 

deiz dinen vater verholn ift/ 
315 dd feie fie unwerde 4to 

nider üf die erde, 

und fprach *^trAt amme, ich biten dich, 41 1 

lA des UDgeyriget mich, 4 12 

(105<^) wand ich mac min iebetagen 413 

320 dir diz tougen nicht gefagen/ 

des gewan die amme not. 414 

ir hende fie dar bibende bot 

von alder und von leide 

unde viel der meide 415 

325 nider vur ir vüze 

und bat mit werten fiüze 416 

ir verj^n der dinge: 

fie woldes zende bringe. 

der maget houbet geneic 419 

330 und ii( der amme brufte feie. 420 

nu wolde fiez ir hdn endacht. 

des wart fie fchiere widerbracht 

von fchamede und von leide. 

fie dachte ir ougen beide. 
335 doch fprach fie tougenliche 421 

V£r ich f6 f^lden riebe, 422 

fam min müter ift zu man, 

wie f^lic' — unde fweic dan. 423 

dar nAch ein fuften ergie. 
340 die amme verftunt fie: 

da von fie fus erfchracbte, 424 



184 ALBRECHT VON HALBEBSTADT. XXH. 

daz rieh ir hAr üf rächte M«taro. 10, 42) 

von der unv6ge. 

fle widerriet irz gnüge. 4ü 

345 die meit fprach ''ich wil fterben 4.i 

oder m!n ger erwerben/ 

'des trAwe der helfe mtn: 4S 

dir wirt noch zu teile dtn' •— 

ir wort fie d& mit abe brach, 4^ 

350 daz fie 'vater' nicht eniprach: 

des irrete fle die fchande. 

doch gap fe ir eit zu phande, 

daz fle ir trüwen folde, 

wan fle ir helfen wolde. 
355 Dar ndch begie man wtte 43t 

Geres h6chgeztte: 

die höchgezit nun tage 

werte, alfe ich ü fage. 

die wip fleh alle vitze 431 

360 begunden üf kleit wtze, 

ouch giengen fle behangen 4^ 

mit weize und mit fangen. 
(105<l) ir opher tr&gens reine. 

die ztt endorfte keine 434 

365 vrouwe ir man gerAre« 

daz was verboten türe. m 

die aide vügerinne 4:> 

befcheinde dA ir Anne. 

dA fie entfüp daz Gynaras 
370 mit wine vol getrunken was, 

do gehiez fle im h6lingen 43j 

eine maget bringen 

an daz finc bette, 

die töte in minne wette, 
375 und w6re fchöne und wolgeflalt. 44' 

Gynaras vrAgte 'ift fle alt?' 

"^daz wil ich dich wizzen Idze: 

fle itt rechte in der mAze 44i 



▲LBRECHT VON HALBERSTADT. XXU. 186 

als dtn tochter MirrA/ 
380 dö bat er lies nicht verlA 

und im die maget bringe. 

daz lobetes mit gedinge. 

fie gie dannen gemeit Meiam. lo, 442 

und feitez allez der meit 
385 dö lie vemam daz m^re d6, 

des wart fie herzenliche vrö, 443 

dar under trürec eteswaz, 445 

wan vrumkeit meine ift gehaz. 

ir ande nicht gutes 444 

390 und was verzagetes mütes. 

dö die ftunde nachte, 445 

flu liecht der m^ne dachte, 448 

und wölken daz geftime. 449 

die amme und die dime 
305 quAmen vur des vater tun 

drlltunt ftiez fie fich der vur, 452 

driflunt tchrö der hüw6re. 453 

bt folchen zeichen fw^re 

erkande fie ir ungefchicht: 
400 iedoch enliezen fies nicht 

dA was met alle vinften 454 

nu hielt der maget winfter 455 

die amme, dö fie nAch ir fieif. 

mit der zeswen fie vur fich greif. 45e 

405 fie verlos varwe unt fin, 459 

do fie gie durch die vinllter hin. 

d6 fie dem bette ie näher quam, 457 

ie m^re die meit erquam. 460 

vafte bibeten ir die knie: 458 

410 vil gerne vluhe fie, 461 

wan daz die amme hAle 

enflozzen die kemnAte. 
(106a) des was ir vlucht unphlec. 

die aide floufte fie den wec 462 

415 unde leite dö zufamen 463 



<^ 



186 M.VREGHT TON HALBERgTADT. XXII. 

ein blöt unde zwApe namen. MetMn. lo, m 

der namen wurden fcfaiere 

dA an der zai viere, 

und wAren niwan zwei lip: 
420 vater, tochter, man, wip. 

daz magetin die vorchfce 

trftrec wefen worchte, 

als billiche gefcbach. 

der vater tr6Iles unde fprach 46h 

425 'wis Yr6, tocbter!' wan fie wären 46T 

beide ungeh'cb von jären. 

ouch fprach fie 'vater' alfe wd. 46^ 

d& mite wart die funde vol. 

6 die nacbt was ergAn, 4^» 

430 hlte fie ein kint enpbAn^ 

daz muftes von ir vater trage. 4:0 

fie fcbiet dannen b tage. 

in der anderen nacbt 4TI 

wart im die tocbter aber bracbt, 
435 unze er gerte wizzen, 4;i 

wes er ficb h£te gevlizzen, 

und biez ein liecbt bringen dar. 473 

nu er der tocbter wart gewar, 414 

von zorne enmocbte er fprecben. 
440 er wändez fin rechen 4:.> 

und züchte ein fwert von der want. 
die tocbter dan vlöcb zubaut. , 4T(i 

fie genAz der vinfter die d& was, 
daz fie vor im dö genas. 47: 

445 fie lief durch manec gevilde, 
durch berge und durch gewilde, 
durch daz laut Aräbid 4:k 

was ir mit vlucbte gd. 

fus was fie irre gAnde 4:-* 

450 nicht min dan nun mdnde: 

d6 bleip fie in SabÄ4. 4^) 

nu was ouch die zit da, 4^1 



ALBBEGHT VON HALBER8TABT. XXU. 187 

daz fle geledeget wurde 

ir Xcfaantlicher bürde. 
455 doch was ir arebeit tö gröz, 

daz fie des libes verdrAz. Metam. 10, 482 

durch die lipliche n6t 

und durch vorchten den t6t 

weindes klageliche 
460 und bat vlizecliche 483 

die gote ir leide ein ende gAn, 

wan fle ir funde h^te verjin, 4S4 

und die vrucht zu l^iechte bringen. 

'noch hin ich den gedingen, 
(106b) daz an mfns kindes libe 

die fchande nicht belibe/ 

ine weiz waz gote fie horte. 48S 

ir YÜze an dem orte 489 

würzen begunden. 
470 die rinde bez6ch fle. unden. 490 

ir hüt die 6 was linde 494 

wart ein herte rinde, 

zu holze ir gebeine, 492 

ir yinger zwige kleine, 494 

475 ir arme gr6ze elte: 493 

daz blAt beleip daz belle, 

want ez zu faffe wart verkart. 492 

ir grdzer bAch bedacht wart 495 

M unz an die bruftelin. 496 

480 die rinde daz magetin 

unz an den hals dachte. 

daz leben ir verfmachte 497 

und lie fle gar dar über glo. 498 

ir Vernunft entweich fän. 499 

485 fwie fle ir finne veriur, 

doch vluzzen zehere her ?ur: 500 

die mirre mit dünnem pbloume 50i 

rinnet Az dem boume, 

der nAch der maget ift genant 502 



188 ALBRECHT TON HALBERgTADT. XXII. 

490 fin ruch ift witen erkant 

Nu h6ret von dem kinde. lieum. 10, j*i: 

fleh zufpielt die rinde 

und denede vafte daz fie brach. .v>j 

dehein fcbrien d6 gefchach, .v»: 

495 als billiche folde wefen, 

fwA mAter kindes wil genefen. 

fusgeUne arbeit .y»^ 

der boum vur die mAter leit, 

die lie folde hAn gellten. 
500 der boum nAch roüterltchen fiten 

weinde und kar vafte hv^ 

von des kindes lafte. 

dö er fus in nAten was, sm 

kreftege wort LActnA las, 5U 

(106c) dA von fich der boum zulie b\t 

und die vrucht her vur gie, &i» 

und was ein knabe bilde. 

nn antlutze ouch dem ntde 5ij 

mufte liehen fchAne. 
510 man feit von GupidAne, 51^ 

der was ein fun V^neris: 

doch mufte er ime Idn den pris. 

die waltvrouwen Najades 514 

phlAgen vlizeciichen es 
515 und hiezen ez AdAnis. 

daz mAre tAt mich gewis, 

er was der fchAneft in dem lant 

do er die jugent uberwant, 519 

y^nus die gotinne 524 

520 enbran von ftner minne, 

dA fie Gupiden kufte: 5l> 

dA wunle er herze und brufte 52*; 

mit einer guldln ftrdle. 

fwie fie in Ane twAle bV 

525 von ir ftiezc mit der hant» 

doch was die wunde fAn enbrant. 5^ 



ALBRECHT VON OALBERSTADT. XXII. 189 

da yon der fchAoe jungelinc Hetam. lO, 529 

ir liebele vur alle dinc: 

er liebet ir vur Gntdon, 531 

530 er liebet ir vur Paphon 530 

und vur AmathuntA, 531 

(ir was Af fln minne gd) 

und vur alle houbetftete, 

di man fie phlac ane bete. 
535 fie lie varn geliche 532 

bethüs und birnelrlche 
(106^) und volget Ad Ane 533 

dem Jungelinge fchöne 

Af berge und in walde, 534 

540 fwa er den tieren ftalde. 

fie richte fich üf die jaget, 

alfe ein Dianen maget 536 

oder als DiAne. 

durch Du wolgetine 
545 brüchtes wAfen unde fchilt. 

fie jagete aller hande wiit, 537 

daz gäbet mit vluchte. 

fie jagete unde fuchte 

binde hirze unde rftch. 53s 

550 eines fie in verzieh, 

daz er icht, als er wolde, 539 

dem fwtne (teilen folde, 

dem bern noch dem louwen, 540 

wan fie üf der ouwen 54 1 

555 dem vibe dicke Italden nich; 

daz erm icht lieze zu gAch, 542 

des im zugienge Unfalde. 

fie erloubte im daz er ftalde 

tieren die vluhen gerne, 543 

560 den nicht touc zu werne. 

fus larte fie den jungelinc, 

do fie mit im durch den tan gienc. 

'AdAnis, trüt gefelle min, 



100 iLLBBECRT \OS HALBERSTADT. XXIL 

eoM dich Af die manbeit dtn^ Metam. lo, 344 

565 daz mir icbt din künheit 543 

vrume herzenlichez leit 

mit die wilden tier gar. 54^. 

den louwen funder bewar. 54^ 

(107«) ich wil dir zu rechte Tagen, hbi 

570 wes ich im vtentfcbaß; tragen. 

doch bin ich von gejeide laz. hn 

daz duz mugeft hören baz, 
(107h] fitze wir an der bappeln fchate: 555 

fö Tagen ich dirz mit gAler ftate.' 
575 Ge leite fich durch gemach 557 

an fine fchdz unde fprach. o5> 

(107c] Dir ill funder wdn gefeit 5^;» 

von einer wundernfch6nen meit, 5«v3 

die Atalant6 was genant 
580 mit loufe fie uberwant 56i 

die fnellen jungelinge: 

der keinem mochte gelinge. 

die maget zeiner ftunde 5&4 

vrdgen die gote begunde 
585 umbe heil und umbc falde, 

waz mannes ir folde walde. 

der got antworte ir 

'mit minem rät der manne cnbir: oC^ 

obe dir einer wirt befchert, 
590 fwie du dich lange habes erwert, 

fd m-ftz ez zwäre dar komen, 5iwi 

daz du dir felber wirft genomen/ 
(107d) der rede erquam fie fÄre 56: 

und engerte mannes mÄre. 
595 manec jungelinc fie warp, 5ß> 

der ellendecliche ftarp, 

wan fwer ir begerte, 

die magt fich fin erwerte 5m< 

mit eime geteilten fpil. 
600 mit im lief fie zeinem zii: 57» 



▲LBRECHT VON HALBERSTADT. XXH. 191 

mocht er fie uberwinne, Metam. 10, 571 

fö wurde im ir minne; 

fö lie im aber liefe Yur, 572 

finen lip er verlur. 
605 maneger man finen lip 574 

wAgte durch daz fchöne wip. 573 

einer biez Hypomenes, 575 

den wunderte före des, 

daz fie den lip durcb die maget 576 

610 wagten fus unverzaget, 

und fcbalt fie toube und tumbe. 577 

die maget trüc noch umbe 

gebende unde umbekieit. 578 

nu bäte fie daz bin geleil: 
615 alr^ft fach er fie rechte an, 579 

di von fin herze in minne bran. 
(108a) er fprach Vaz hau ich getan, 580 

daz ich üch befcbolden hAn? 581 

ir wäget ez billicbe 5S2 

620 durch die lügende riebe. 

obe mir daz heil gedige, 

daz mir geviele der fige, 

den lip ich wAgen wolde. 

vor filber und vor golde 
625 hdn ich die maget Iure/ 

als Zunder an dem vAre 

der jungelinc von minne bran,- 

und forgete lichte ieman 583 

ir loufes vur qu6me 
630 und im den fige n^me. 

er fprach Ves verfüche ich nicht 584 

fäzuhant die gefchicht? 585 

nu bin ich doch fö käne als fie. 

ein got half dem k6nen ie.' 586 

635 dö er von gedenken 587 

fus begunde wenken, 

quam Atalante gevlogen, 



102 ALBRECHT VON HALBER8TADT. XXIL 

fam ein ttrlle von dem bogen. Meiam. 10, ss^ 

noch wunderte in nicht (6 vil b^3 

640 ir fnellen loufes gein dem zil: 

in nam noch wunder m6re Sdo 

ir fchöne und ir gebore, 

wan fie alfö Hecht erfcbein 

alfe wizez helfenbein, 
645 als durch ein glas begarwe 593 

fchinet röte varwe 

liecht gemil mit vlize: 59(> 

fus fchein die rAte und wize. 

dö (ie loufende fwanc» 59i 

650 vlouc ir hAr zu rucke lanc 592 

alfe ein gefpunnen golt. 

des wart er der meide holt. 597 

eine kröne fie enphte: 59s 

d%T ander finen Itp lie, 599 

655 der mit ir gelouien was. 

houbte vollez lac daz gras: 

dannoch was unervorcht des 6uo 

der kAne Hypomenes. 

er fpranc dar und fach fie an 601 

660 'fwie du dife tragen man 602 

mit loufe uberwindeft, 

an mir du bevindeft 

der den fige dir beneme. 603 

doch darllu dich min nicht fcheme: eoi 

665 Megareus ift der vater min, 603 

Neptönus was der vater fin, 6<k> 

(108b] di von kum ich der dritte her 

des kuneges neve von dem mcr. 

ouch hat fich mines vater art 60: 

670 an mir mit tugende nicht verkart 

fö du gewinneft den fige 

und ich loufes underlige, 

des hAftu grözer öre 60^ 

und wirt dins namen möre.' 



ALBRECHT VON HALBERSTAÜT. XXIf. 198 

675 dA er alfus gefprach, Metam. lo. 609 

die maget in gAtlich ane fach: 

man fach fie xwfveiende ftAn, 6to 

als fie den fige wolde Mn. 

fie dichte 'welch got ift daz, 611 

680 der der TchAne ift gehaz? 

das dirre man fus kAfet, et2 

daz er den ftp verlAfet 

an dirre AventAre? 

jA bin ich nicht fA tAre, 613 

685 daz dirre jungelinc den tAt 

durch mich lide und die nAt. 

twiech fchAne achte ringe, 614 

an disme jungelinge 615 

erbarmet mich fin kintheit, 
600 wan er noch linde wangen treit 

waz fiigen ich von Ilner tugent, 616 

finer fchAne und flner jugent? 

er ift NeptAnes flachte 617 

und hdt mich an der achte, 618 

695 daz er wil durch min minne 619 

flnen llp verwinne/ 

fie fprach zu dem gafte 

'ich wil dich biten vafte, 620 

fAche dir ein ander maget, 622 

700 die dir minne nicht verfaget: 

min minne fus zu wette fUt, 621 

daz ez dir an den Itp gAt 

doch wes rAchen ich dtn, 623 

nA ich doch des libes flu 
705 manegen hdn geroubet, 624 

der mir lie fin houbet? 

du fiheft nA din unheil: 

fA kAs felbe din teil, 

fit ez nicht ftAt zenbeme. 625 

710 du wilt fterben gerne. 626 

dune folt dich figes rAme 62S 

fxxxviii.i 13 



194 ALBBFXHT VOM HALBERSTADT. XXII. 



an minem magetüme. 




ich bin nicht dines tAdes fchol. 


MeUm. pi. ' 


wan w^re du beliben wol! 




715 doch obe mir gez^m^» 


•»' 


daz ich man n^me, 


» 


daz folteftü zwdre fin, 


1 


durch die fchdne gehöre din. 


•r.. 


(108c) dir wolde ich mtnen lip geben 




720 vur allen mannen die dA leben/ 




dA fie fus gereite, 




zu (Irit fie (ich bereite. 




Alfus was in beiden w6. 


1 


fwie keinez h^te geniinnet k. 


i 


725 fie minnet unde enwiftc noch 


* 


waz die Minne wAre doch. 


1 


ir vater bcgunde fchalle 


t,'r 


und daz volc met alle 




Var umbe fie Verzügen des.' 




730 dö vlAhte mir Hypomenes 


f» 


tougen mit dem monde, 


M 


als er bellte künde» 




durch aller minner Are, 




deich helfe nicht verbAre. 


1 


735 zuhant dA die bete ergie, 


» ., 


helfe ich in nicht erlie: 




die enwolde ich langer fpam. 


- 


ich quam fchiere dar geyarn. 


».' 


daz mich nieman wan er cnbch. 


tlVi 


740 dri guldin ephel ich brach 


111 


in DamascAner velden. 


*> i 


die mir zins gelden. 




den fie mir fit alden jAren 


t 1 


in mtnen tempel bAren. 


(! 


745 dA wart gebläfen ein hom. 


- »1 


ieweder wolde fin bevorn. 




fus liefen fie fwinde 


m 

'4- 


gellche dem winde. 





▲LB&ECHT \0^ HALBERSTADT. XXff. I95 

fwer ir loufe fpurte d4, 
750 dern f&he im fände keine flA. 

ob fie liefen üf dem wÄge, MeUm. lo, 654 

ich w£n man nicht enfitge, 

oder über koroes ar: 655 

die ftunden ungebogen gar. 
755 d6 fprAchens an dem ringe 656 

zu dem jungelinge, 

er folde loufen unverzaget, 657 

(I08d) f6 wurde im die fchAne maget. 659 

d6 lie alfus riefen, 660 

760 die bdde vafte iiefen. 

der juncvrouwen wA gefchacb, 661 

(6 fie den fchAnen knaben fach, 

dem fie lief fö nihen. 

Ge wolde vur in gihen, 
765 wan daz fin fchöne ez wände. 662 

dem jungelinc tet ande 663 

ir Atem ame munde. 

dorren er begunde 

und was daz zil noch verre. 664 

770 done wolde ich bicht md merre: 

ich warf ein aphel zuhaut 665 

b! der maget in den fant. 

die maget fleh gebuchte. 666 

die wil fin üf züchte, 667 

775 lief der jungelinc gemeit 66$ 

vur die h^rllchen meit 

des yrouwete fleh harte 

daz volc an der warte. 

fchiere fie erholde 669 

780 daz fie fümde mit dem golde 

und aber in zu rucke ftiez. 670 

den andern ich dö Valien liez. 671 

die wile fie in üf nam, 

der knabe aber vur fie quam« 
785 daz volc Az vrouden aber rief. 



196 ALBRECHT VOM HALBERdTADT. XXII. 



dar nach fie aber vur in lief 


Metam. hi. r 


unde liez in hinder ir. 




in dirre ndte rief er mir 


*.r 


'Vftnus, höre vrouwe, 




790 du Tolt min leit Tcbonwe!' 




den dritten apbel warf ich dar. 


* , 


der was glänz ndch goldes var. 




der aphel lief fö verre dan, 


t'~; 


daz fie zwivelen began, 


*'' 


795 wie fie dar umbe foldc id. 




ich reizete fie dar zA, 


c 


daz fie den aphel holde. 




do fie in begrifen wolde, 




ich fchüf mit miner helfe daz, 


rr» 


800 daz er lief aber vurbaz 




und walget alfö verre» 




daz ers begunde merre. 




daz m^re ich dir kurzen wil. 


\,','* 


der jungelinc begreif daz zii. 


t> 


805 do ich in fus gewerte 


•>.. 


der amien der er gerte, 




dehein 6re er mir tete 


kl^i 


weder mit opher noch mit bele, 


t^ 


noch mit wiroucbes kome. 




(109a] dö was mir von zorne 




billichcn alfö ande, 


'S 


daz ich fin vroude wände, 




durch daz ez hArten dar ndch, 




wie ich min fmdhede räch, 


hV- 


815 junge unde aide. 




in einem tiefen walde 


!•' 


ftunt ein aide kapeile. 


►,s 


dar quam er und fin 6gefelle, 


*'»>' 


d& vil gehouwen bilde 




820 ftunt ndch den goten milde: 




di trAte er Atalanden. 


!.>-> 


daz wart im enbianden 





ALBHECHT VON HALBERSTADT. XXIII. |9T 

mit gr6zem ungelucke. 

die gote ttn zu rucke Mctam. 10, 696 

825 uod karten ir ougen dan 

von dem wibe und von dem man. 697 

lie wolden fie ertrenken, 

in den helle wäc verfenken: 698 

zu Itchte düchtes ditze wize. 699 

830 ir kein fchdne unde wtze 

hubefch wären unde flecht, 

die wurden rftch und zottecht, 

ir negele wurden vorne 

kidwen fcharph von hörne: 
835 die wadele wurden in lanc. 70 1 

vreiiTam fö was ir ganc, 

zornlich ir blicke, 702 

ir brufte breit und dicke, 

iedoch von arte edellich. 
840 waz fol des mdre fagen ich? 

zeinem louwen fchüfens in, 704 

fin wip zeiner louwin. 

die foltu durch den willen min 705 

ungejaget lAzen fin 
845 und dich der tiere verzien, 706 

die fleh wem und nicht cnviien, 

daz dtn gröze vrumekeit 707 

uns beiden icht werde leiL' 



[109c) Dö mit füzem fange 11, 1 

und mit der harphen klänge 

Orpheus walt tier fteine twanc, 2 

daz fie hörten finen fanc, 
5 feht, dö quam ein wibe fchar 3 

von eime buhel geloufen dar, 4 

die fchriendo wolden m£re 
die höchgezit durch Are 



19S ALBHECHT YOli HALBEfiSTADT. XXIli. 

Bachö des wtnes gole. 
(109^) fuft liefens in gemeiner rote. 

ir eine dar warte Mccam. 1 1, * 

unde lüte barto ' 

'ich flhe der lange hit : 

wiplich kunne verfmAL' 
15 Tie TchAz dar mit ir lehafte: 

ime loube dez tfen hafte t 

und quam nicht alfA verre, 

daz cz im mochte werre. 

ein ander wip unreine ^ 

20 die warf mit eime tteine: 

der wart an (inem gadge 

beweit von dem gefange i; 

und feie vur fine vAze, n 

als er ez zu böze ;? 

25 im felben wolde hAn gegeben, 
110a] daz er im nemen woltaz leben. 

des gewunnen die wtp \4 

dannoch grözeren kip: 

mich gemant ir IriuinQ :i 

30 gemeiner vögele kunne, 

fwanne fie den hüwen t' 

fchriende fchüwen: 

alfus was ir gedinge. 

die ein warf kifelinge, v 

35 die ander einen erden klöz, 

die dritte den fchaft fch6z, 

mit eften von dem boume "^ 

begunden lie fln goume. 

daz in doch nicht enbatte 
40 noch Orphftö fchatte, 

wan al daz fie wurfea dar, 

fo ez fines fanges wart gewar, 

daz begunde weichen \'^ 

und mochte nicht dar reiekeo. 
45 wan die bouken und der lohai, i^ 



*< 
'>»» 



ALBRECHT VON HALBERSTADT. XXIIf. 199 

der von den bufinen hal lleum. ii, n 

und von den wiben tollen, 

trunken unde vollen, 

werte alf6 lange, 
50 daz man von dem gerange is 

und der harphen horte kleine. 

wAfen unde fteine 

wurden dar gefchozzen: 

£rll wart flu blAt vergozzen. 19 

55 nu begriffen fie gemeine 20 

vögele gr6z und kleine, 

wurm und tier im walde 21 

vluben dannen balde. 

üfm velde ackerlüte, n 

60 die hinten ir gerillte, 33 

ir arebeite fich verzigen 34 

unde liezen allez iigen, 35 

fcbd feien unde bouwen: 36 

die begriffen die vrouwen 37 

65 und nAmän in ir lebelagen. 

dar nAch gein dem wlflagen 38 

karte die vreilTame fcbar« 

er b6t flne bende dar 39 

und nam ein ende (in leben. 41 

70 daz multe er in dö üf geben 43 

und fin kunft riebe: 

die verdarp dd jAmerllche, 

die trüregen waltvogelin 44 

ir (üzen fanc dö liezen Itn, 
75 in begunden weine 45 

(llOb) tier unde fteine. 

der walt weinde linen tot, 46 

der 6 On 6ren dicke b6t 

OrphftAfes barpben dar. 
80 daz wazzer mörte fine z4r, 47 

dA von ez grözen began, 48 

und kleite Onen fpilman 



aOO ALBRECHT VON HALBERSTADT. XXUL 

durch fln unfalde. 

On iip tftfeDtvalde Meiun. ii* 

85 wart von in zurizzen, 

daz nieman mochte wizzen, 

wie er lac zullroubet. 

fin harphen und fln boubet 

wurfens in den Hebrüm: ;. 

90 fus genant ift ein phlüm. 

nu hAret von der zungen -»i 

und wie die feiten klungen 

ein klageltche rtimme, •. 

d6 fle begunden fwimme. 
95 dar zA hörte man den weit, 

der ir klage widergalt. 

dannen vluzzen lie hin ab, -j 

daz die harphe nie den döo begab, 

als fie ir meifler rArte, 
100 unz fle der wAc vfirte 

zu Lesbien an daz lant. %\ 

d6 fach fle vliezen zubant > 

ein flange vreiflam unde gr6z. 

fliellecHche er dar fchAz^ 
105 One bleckende zene 

liez er gein dem houbet gene y 

und woldez hdn verflunden gar. 

des wart Ph^bus gewar 

und wolde an Arne wiflagen 
110 der unbilde nicht vertragen, 

den er harphen iarte. 

den flangen er verkarte hi 

seinem herten fteine: 

den fach man dannoch geioe. ^ 

115 Orpheus vür zur helle, 

d& fin Agefelle, 

die wolgetAne Euridic^, f- 

alfe fie ouch tete 6 

bt im Af der erden. 



ALBR£CUT VON HALBERSTABT. ÜXtU. {Ol 

120 firllche hielt den werden. Meum. 11, 66 

(llOc) Bacbus enwolde nicht vertragen, 67 

daz er finen wiiTagen 68 

fus verlorn h^e, 

die fcholen dirre t^te, 
125 daz wAren alle wibes namen. 69 

die wurden bounie alle famen 70 

und wAchfen in die erde dA. 

fwie valier deheine zA, 76 

die würz wart delle merre. 78 

130 ich geftunt nicht verre 

in einem grünen walde: 

da fach ich daz ich zaide. 

dA die räche was getAn, 85 

d6 z6ch Bachus dannen Mn, 
135 di er bezzer ftate On 86 

winde und rtcheren win, 

zu tmAlifchem lAte, 

dft mit heizer glüte 

die funne fchinen was gewon» 
140 bi dem vluzze Pactolon, 87 

der vidz dö noch oiit golde nie : 

daz dar nAch doch ergie. 

fin fant wart rfch von goide: 88 

daz gefchach von folcher fcholde. 
145 BachA des wtnes gote, 89 

d6 er mit der twerge rote 

zu berge und zu walde 

jagete, wart der aide 90 

SilAnus eines abe gevAn. 91 

150 den brachtens vur den kunec flin: 92 

Midam man in nande. 

d6 in der erkande 94 

und daz er BachA horte zA, 

do enliez er im nicht leides tA. 
155 er machte ein hAchzit durch On klage, 95 

die gewerte nAn tage: 96 



iOS ALBRECHT VON HALBERSTADT. XXIIL 

dar nAch lie ern aber d6. Mccam. 1 1 , ti9 

Bachus wart des twerges rrö iot 

unde hiez den kunec bite. m 

160 7waz du wilt dA löne ich dir mite: 

wunfche des din herze gert, 

des wirftu zuhant gewert' 

er rprach 76 wer mich mlner gir c 

unde gip den wunfch mir, 
165 fwaz ich rüre mit dem lichamen, 
(110<1) daz werde golt allez famen.' 

Bachus ßip gewerte in: im 

daz wart noch fin ungewin, hi5 

daz er im dar umbe itt fprach, 
170 dan gewAchs im ungemach. 

Bachus dannen gtte: i<(6 

Midas verMchte drÄte, 

ob fich der wunfch bewerte. )•: 

er nam ein boumes gerte: I(^ 

175 dö die von im gerAret wart, 

fie was zu golde verkart m 

von der erde hüp er einen Itein: itn 

zuhant von r6tem goide er fehein. 

er riirte einen erden kl6z: ni 

180 der wart ein knolle goldes grAz. 

fo er roufte kom oder gras, 112 

zultunt ez allez golt was. 

den epheln alfam gefebacb, jj.t 

die er von den boumen brach, 
185 als fie in Hesperlen lU 

zwAre gewachfen fien 

ime garten Atlas, 

der ein ftarker rife was. 

fo er greif oben an die tur, 11 ^ 

190 zuhant l&chtez golt her vur. 

fö man im haniwazzer gAr, ii^ 

von finea benden golt vl6z: 

daz h£te ouch getrogen 6 11: 



ALBBECHT VOM HALBERSTADT. XXUI. fi08 

die minneclichen Danad. 
195 in angete fin geiuft: M«uun. 11, 118 

dannoch was im goldes brult 

da von er nicht gedachte 

wan daz er golt machte. 

flu diener fundor beiten 119 

200 hicz er den Itfeh bereiten. 

d6 er was gofezzen 
(11 |a] und berein daz ezzen, 121 

ez wAre fpife oder bröt, 122 

daz fchein zuftunt goltrAt« 
205 fö erz fchoup in den oiunt» 123 

finen zenen ez widerftunt 124 

r6 er im hiez fchenken tn 125 

in goldin vaz klaren w!n, 

dA der im ran dttreh den hart» 126 

210 er wart zu golde verkarL 

der arme riebe dar quam, 127 

daz er wart dem golde gram 12$ 

unde ez gar verliefen bat 

want er nie mochte werden Tat, 129 

215 fwaz man im fpife trAge. 

fin kel was iemer trüge» 130 

wan fwaz er trinken wolde, 

daz wart al zu goMe. 

dö rächte er üf fin arme 13 1 

220 und bat Bachum erbarme 

nmbe den wunfch den er tete. 132 

'Bachd, verzihe mich der bete 133 

unde nim von mir den fcbadeo, 

dA mite du mich fibft geladen.' 
225 Bachus den wunfch zubrach, 134 

wand er der funde im veijachi 135 

unde fprach zu MidA 

'du folt mich rechte verftA. 

wiltu des wunfchea fin entladen, 136 

230 du müft dich in dem wazzer baden, 137 



11, 1^ 



144 



m 



204 ALBBECHT VON HALBERSTADT. XXIII. 

den vluz zu berge dringen MeUm 

und ganzlich dar tn fpringen, 
daz an dinem Itbe 
icht ungelwagen beltbe.' 
235 alfus tet kunec Midi 

den vluz zu berge was im gA 
und twAc fich, unzes goldes kraft 
in dem wazzer bleip behaft: 
des wart ez goldes riebe. 
240 daz mac man richerltche 
an den unden fehen wol, 
wan die noch (int goldes vol, 
daz an llnem lande lll 
dannoch zu dtrre zit. 
245 daz gefchach funder wAn, 

wan MidA flcb 6ä hAte getwAn. 
(111b) Sit wart MidA unmtre 
richeit unde 6re, 
er wonde ie in den bergen, ' 
250 ime walde mit den twergen: 

iedoch beleip fin tumpbeit. ii> 

die wart im lint vafte leit, 
als im was gefcbeben ^ 
da TmAlus banget in den fö, I54j 

255 dar ane wtnwachs vollen Itt, 
unde niget zeiner ßt: 
da faz üf dem berge 
Pan der got der twerge ,53 

und fanc Af phtfen r6re. i5i 

260 daz begunden b6re 
^ die wallvrouwen über al. 

Pan lobete finer phtfen fcbai. y^ 

Tie lAtet füze und fcharphe 
mA dan Pbfrbus harphc/ 
265 dem wolde er ficb geliehen. 

do er nicht wolde wichen, i;^ 



//• 



i\i 



149 



151 



ALBRECHT TON HALBERSTABT. XXfT. ^fiQS 



fos fint fle zu rechte komen 



(lllb) und ift zu richter genomen 

Tynölus der aide. Metam. ii, 157 

der gebAt dem walde 

und allen wichten h6ren. 
5 er felbe von den oren 

daz geboume hine ftreicb^ 158 

umbez houbet eine eich 

mit ir eichelen gebunden. 159 

'waz wIde wir den ftunden' 
10 fprach er 'daz wir die fümen nfl? 

hie bin ich zu richten &.' I6i 

Pan begunde grtfen loo 

zu Oner rdrphlfen, I6i 

und fanc an ßnem halme, 
15 daz die iiiie von dem galme 163 

dich bewegete, M^dA, 

wen du w^re von gefchicht da- 162 

des rftrte funder beiten 169 

Ph6bus flne feiten« 
20 gefpannen umbez houbet 165 

einen lörboum geloubety 

daz der harfen fAzecheit no 

TynAlus felbe wart beweit 

mit walde, mit berge, 
25 und hicz den got der twerge ni 

(111c) fine phlfen ftdzen tn. 

(ie volgten alle der rede On, 172 

wen M^dA fchalt daz urteil. " 173 

Phftbus fchüf den einen teil, 178 

30 der die richte folde h6ren, 

daz wären des mannes Aren, 174 

der daz urteil befcbalt» 



206 ALBRECHT TON HALBERSTADT. XXIY. 



als eines efeles geflait 


IfeUm. IIJT 


der iA; ouch von tragen fionen. 




35 fie. worden rAch enbinnen 


T'. 


und lanc, daz er fie mochte wegen, 


it: 


richten üf und nider legen. 




die verhal er lange 


1- 


voo fchameden getwange. 




40 ein hAben von zindAle 


k 


trAc er zailem m4le, 




da er die 6ren under ftaeb» 




unz fie der knecht eines fiich, 


l^i 


der ime zu foumende phlae. 


M 


45 und als der nicht verbeten mac 


1*-. 


und torfte doch nicht rAge, 


IM 


daz ftn herre trüge 




eines efeles Aren an, 




der knecht dumphen began, 




50 folder die melde Uze, 




und gienc flne ftrize, 


IS» 


dA nieipen wen er eine was, 




unde grAp in ein gras 


ly 


eine grAbe mize tief 




55 und rAnte, daz er nicht enriet 


Jv 


daz ez nieman folde hAren, 




welcher bände Aren 


1^' 


Dn herre M^dd trAge, 




und ftopphete die rAge 


/^^ 


60 zA mit der erde fAre, 




daz fie niemer mAre 




Az ne quAme, und gienc enwec. 


by 


daz ftopphen was in unphlec. 




feht wie rAren da enfprungen, 


1,M 


65 die riefen unde fungen, 


l".: 


fwenn der wint fie ane wate. 


1^ 


die wort die er hAle 


H> 


underthalp in gegraben, 




daz man efeles Aren haben 





ALBRECHT VON HALBERSTADT XXIV. 207 

70 über al daz lant wol vernam 

den tumben kunec M^dam. 
(111(1) Als ich hdn gerprochen, Mctun. u, 194 

bäte fleh gerochen 

Ph^bus unde karte dan, 
75 unze er fchouwen began 200 

von der luft, d& er fwanc, 195 

wie LAomedon b! dem mere lanc 200 

Hn mftre burc nüwe 199 

Troye begunde b&we. 
80 er fach wol daz fie alfö breit 200 

und alfd lanc was üf geleit, 

(ie nemochten dar zu 201 

wen mit grAzer habe nicht getü 

und Ane arebeite vil» 
85 A ße Tie brachten an daz zil. 

des quAmen al[e lAte her 203 

er und der kunec üz dem mer 202 

und worchten da üf ir folt: 204 

daz was ein befcheideo golt 
90 fchiere ftunt die m6re 205 

geworcht, ir zweier ftüre. 

d6 der kunec LAomedon 

in untfagete iren lAn 

und begundez in untfwere, 200 

95 d6 fprach der kunec von dem merc 207 

'du gildeft daz du hAft getdo' 

und liez daz mer dar über gAn. 208 

daz erhftp fich an ir art, 

ir lant al ein fft wart 209 

100 unde trenket al ir körn, 210 

dannoch werte der zorn, 211 

unzes meres got begunde were 

einem wunder Az dem mere 212 

des kuneges tochter eine. 
105 die bant men zeinem fteinc. 

des erl^fto fie Hercules 2i.'i 



208 ALBRECHT VON HALBERSTJLDT. XXIV. 

und eifchete zu löne des, 

daz er ir half daz iie genas, 

eine ftüt die gelobet was. Metam. ii, 2u 

110 durch die wart anderweide 

LAomedon meineide. 21' 

der untrAwen er untgalt, 

daz Hercules mit gewalt 

Troye belac und abe gewan. 
1 15 nicht ne fchiet 4n Are dan, 2ti^ 

der fie half gewinnen, Telamon, 

kunec Eacus fon. 

ime wart zu I6ne 21: 

EsyonA die fchAne. 
120 die hAter wol erfwungen. 

dd was baz gelungen 2i> 

finem brAder Peleö. 

er was gemeit unde vr6, 

>rou Thctis, üwer minne, üo 

125 des meres kuneginne. 

Verneinet, ez gefchach alfus. 

der manecvalde Proth^us, 2!i 

der nach allen dingen wart geftalt, 
(112«) hAte der gotin vor gezalt 
130 \rowe dich eines dinges. 

eines jungelinges tii 

foitu müter werde, 

daz dt diller erde 

nie türer wart an ritterfchalt. 
135 der wirt fines vater kraft t^ 

(Il2b) erlefchende allefamen 

unde wirt von grAzem namen/ 

durch daz ne wolde Jupiter, m 

daz niemen grAzer dinc dan er 
140 in dirre werlde mochte vremen, 

Thetim nicht zu wtbe nemen, ^ 

ob fie fones icht gewunne. 

des biez er daz fin kunne tt' 



ALBRECHT VON HALBERSTADT. XXIV. 209 

fie n^ine, Pel^os, vur in 
145 und minnete die gotin. Metam. ii, 228 

wie PelAus der küne man 

die gotinne gewan, 

ne wil es ükch nicht betragen, 

fd höret ez Ane vrAgen. 
112c) in Emonien an einer ftat 229 

hAt daz mere ßnen Hat 

alfö nidere daz die unden 230 

fcbupphen under Kunden 

dar Af An ungeverte, 
15t5 und ift fin fant fö herte, 23i 

daz er trites nicht gevazzet 232 

noch vüzes nicht ne lazzet, 233 

und ift die ftat die krumbe 

geveftenet al umbe. 
160 ein fchöne walt dar ane itt, 235 

I12d) dA Thetis dicke und alle ztt 236 

Az dem mer quam gefwummen In, 

nacket df ir delphtn. 237 

d& hdtes flAfen fich geleit, 238 

165 nacket unde alf6 bereit. 

dö fie Pel^us vant, 

Iie untwachte zuhant 

do er vil manendes unde bete 239 

an ir minne verlete, 
170 dö muftcr fie mit n6ten mane 240 

und greif ße manlichen ane. 

fln baltheit wftre im zu vromen 242 

ergdn, ne w6re fie nicht komen 241 

an fo manecvalden bilde. 
175 fA fie fich verwilde, 

drier bilde fie gewielt. 

an einem vogel er He behielt: 243 

zeinem boume wart fie dan, 244 

da hangt er mit den armen an — 
180 die m6re maget wart geftalt 
ixxxviii.] 14 



210 ALBRECHT VON HALBER8TADT. XXIV. 



an den dritten gewalt 




als ein wifent vreifTam, 


MeUm. n,:! 


(113«) daz fin PelAus erquam 




und liez von ime die hende 


:l 


185 zu flncr miflewende. 




dö vl6het er INeptftne 


!l 


mit maneger bete rüne. 




unz üz des meres unde 


:l 


fich richten begunde 




190 Proth^us der wifTagc 




und fpracb ''vernim daz ich dir Tage. 


2 


fwenne fle fich flAfen abe 


2 


in den walt geleget habe, 




fö foltu fie valt umbevAn, 


i 


195 fwie fie werde getla: 




ob (ie tüfent bilde erliege, 


'J 


daz dich nicht betriege. 




wen halt ez vafte unverzaget, 


*j 


unz fie wider werde zeiner maget.' 




200 fus fprach daz merewunder 


tl 


und z6ch fin houbet under, 




daz fich daz mere ob ime flöz. 


^ 


die funne iezü zu tale fchöz. 


i 


vergangen was der mitter tac, 


t 


205 daz aber, fö fie dicke phlac, 




die wunderufch6ne Thetis 




Az dem mere gegangen is 




in den wonlichen walt. 




er hAte kftme fie beftalt 


i.. 


210 mit armen, mit gebende. 




fie begunde fich verwende 


:\ 


und manege wis verftcllen, 




unz fie Geh den fnellen 




untrAp vafte halde, 


» 


215 fwie fie fich verftalde. 




do begunde fie zu lufle 




die arme unde erfufte 


? 



ALBR£CHT VON HALBERSTADT. XXIV. 211 

'du ne tüfl nicht eine dife tAt, 

fwaz gote dir geholfen häV 
220 und ergap Ficb im, d6 fiez fprach. Mctam. U, 264 

dö (ich Thetis verjach, 

er helfete fie und kufte 

und anders fwaz in gelufte 265 

tet er fines willen, 
225 und untGeng fie Achillen, 

dich, edele ritter türe, 

an der felben aventüre. 

und wart ein fi&lec man alfus 266 

an wtbe, an kinde Pel6us, 
230 und h^ter aller fSlden teil, 268 

gebreche im et ein unheiL 267 

er Mte FAcum erflagen, 

den brüder fin, durch ein zutragen. 

durch daz hicz in ftrtche 269 

235 fin vater von dem rtche, 

unz der eilende quam 

zeinem kunec in Tracyam: 
(113b] der was G6yx genant, 

mit frede ftunt f!n lant 270 

240 der liechte tagefterre 271 

was On vater, der f6 verre 

phltt zu fchinend üf den tac. 

an dem föne ouch ein teil lac 

des vater fchin, wen daz er d6 272 

245 tunkel was und unfrA: 

wender On br&der verlorn 273 

bAte ein w6nec dA bevom. 

zu deme kuninge gienc 274 

PelAus der jungelioc, 
250 weges müde und Corgen. 

euch hAter 6 verborgen 277 

allez fin geverte, 276 

vibes eine herte 

unde pherde eine ftAt, 



212 ALBRECHT VON HALBERSTADT. XXV. 

255 unz er gehörte finen mAt. Meum. ii, .: 

unde fagcte ime rechte, 

wie h^re wtre fin geriechte. 

umbe den brüder die gefcbicht <> 

die nefageter ime nicht, 
260 wen begunde mache > 

eine lugenfacbe 

die in fin lant betwunge \licn, 

unde bat ime lien > 

des landes des er breit befaz 
265 in finem riebe eteswaz. 

der kunec fprach 'ich bdten > 

vil krenkeren Idten 

beide lant unde gAt ^ 

ich gefwige daz du mtnen müt > 

270 zu dinem willen häti gekart, 

daz du fift von kuneges art, 

und ilt Jupiter dtn ane. > 

daz mac mich wo! gemane 

zu gebende dA du umbe vl^ft 
275 al fulech f6 duz nu geft^ft, < 

dar über gebüt, Pel^A: 

ich wolde, w^rez bezzer nü/ 

und begunde weinen C6re. 

er vrdgete waz im wÄre. 



(llSd) Erft m^rte Heb fln ungemach, 
do er fln tochter brinnen fach 
nflch alder gewonheit. 
vierftunt wolt er durch berzenleit 
5 in daz viwer gefprungen hdn: 
vierftunt wir kundenz undedUn. 
nu fchichte er fich zu vluchte 
und lief in tobefuchte. 
fwer flnen louf ffthe an, 



ALDRECHT VON HALBERSTADT. XW. 213 

10 den ddcbtc er fncller dan ein man, Metam. ii, 336 

der vetcge hole undon 337 

an Iine vöze gebunden. 

fus entran er uns allen, 338 

unde wolde fich ervallen 340 

15 hän von einer rotfchen h6 

an dem berge ParnafTö. 339 

d6 begunde erbarme 

Ph^bum der arme, 

wände er ouch fin fweher was. 
20 Pb6bus half daz er genas, 

ob ez genefen (I, wan er wart 341 

zeinem hebeche verkart, 344 

[114^) der hdt noch an im die kraft, 34a 

als er hdte liphaft, 
25 und tut mangem vögele w6, 344 

als er tet den lüten 6. 345 

Do er zaite ditze wunder, 346 

nu quam ein böte dar under 347 

gähes geloufen her. 
30 er fprach 'daz vihe bt dem mer, 352 

daz tougen fldt bl dem ftaden, 

dem hat unzallichen fchaden 366 

nültche ein wolf getdn. 

PeleA, wie mach tu hie Mnl 
35 din vihe ift al erbizzen. 

ouch wart ein knecht zurizzen, 373 

der im wolde helfen. 374 

dannoch hat ez des gelfen 369 

wolfes hunger nicht gefat. 
40 fwaz er nicht vrezzen hAt, 370 

daz hAl er nider tot geleit, 

unde hii noch fus gereit, 

als er biten welle wer 

kume wider im zu wer. 
45 des w£re btten fchedelicb. 376 

ir fult alle krefteclich 377 



1k • 



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>' 



214 ALBRECHT VON HALBERSTADT. XXY. 

mit üwem wAfen grifen zd, Meiam. ii. ^ 

fus mochte er fchaden mAre tA/ 

PelAus des fchaden nicht achte, 
50 wan er wol gedachte, 

daz töte Thetis durch zorn, 

der er lange hdte enborn. 

der kunec funder beiten 

hiez (ich On lAt bereiten 
55 und gewäpent ziehen hin. 

er wolde ouch felbe mit in. 

dö Aicinoft fin wtp, 

die in minnet als ir folbes lip, 

umbez m6re vernam, . 
60 fchiere fie geloufen quam. 

ir herren umbevie fle 

und bat in daz er nicht engie 

hetzen daz vreiiTame tief. 

fie fprach XAyx, belip bi mier, 
(Il4b) belip, liebez trAt, belip 

und war zwo f6le und einen lip.' 

dö Pel6us ir unmüt foch, 

minnecliche er zu zir fprach 

'M, fchöne, von dim leide: y^ 

70 wim wellen alle beide j.: 

durch kein tier in die nAt, 

die uns bringe den tAt, * 

A wir hulde gewinnen ^ 

einer merminnen.' 
75 ein hAher turn ftunt d& zu höbe: ^' 

d& geflunden fie obe 

und £An daz vihe bt dem mer 

zuftrouwet hin unde her. 

fie fAhen wA der wolf ftunt, 
80 dem wären lo^ke unde munt 

befoufet in einer kA. i 

PelAus bAt fin hende zA ^ 

vlAnde gein der unde. 






A I 



3* 



ALBEECHT VON HALBERSTADT. XXV. 215 

daz Thetis ims gunde Bfetani. n, 398 

85 unde ditze mort racb. 399 

die rdche zuhant gefchach. 400 

der wolf wart zu fteine, 404 

den ficht man noch geina 

unde Tchinet blAtvar. 402 

90 den Tehet ir f6 ir kumet dar. 
noch höret vurbaz mAre 
von Ciyx trürde m6re. 

G£yx nAch dirre gefchicht 4io 

triirde unde enwifte nicht, 
95 wan im qu6me daz leit, 

enb^te im nicht Iln herze gefeit, 4U 

alfe ez noch tut ie, 
daz leit daz dar nAch ergie. 

des ftunt On gemüte dar, 412 

100 daz er wolt über mer yar 

zeim gote, der im befcbeinde, 413 

waz ditze trüren meinde. 

iedoch vrÄgeter Ä ^^^ 

die kunegin AicinoÄ. 416 

ll4cj dö er irz gezalde, 

fin mochte ir finne walde 417 

und feie ämechtic nider. 
dö fie quam zir felber wider, 

dö woldes drillunt hAn gereit: 419 

liO driltunt die llimme ir was verfeit, 
daz ir die wort envielen. 

die trehene ir wielen 418 

üz den ougen als ein bach, 420 

unz fie Cch twanc unde fprach 
115 'mich wundert ob ich hÄn verfcholt 421 

deheine dine ungedolt, 
liebeft aller manne. 

ich was dir eteswanne 422 

liep über alle wip. 
120 wie machtu ine mtnen lip 423 



216 ALBEECUT VON HALBERSTADT. XXV. 

iemer ni^re hinDen var? 
jA mochte ich forgen werden bar, 
vAreftA zu lande, 
nu tut mir aber ande, 
125 daz du üf wildem wdge 
wilt dinen Itp wlge. 
wan ich nülich gefach 
jdmer, der dar üf gefchacb, 
wände von dem fturmwint 
130 eteliche fchef ertrunken fint: 
dar zu fach ich üf haben 
die töten unde begraben. 
(114d) des wis dtns willen nicht su vrt, 
fwie Eolus din fweher fi, 
135 der kunec aller winde« 
der mac Ce \än und binde 
und nAch linem willen 
daz wilde mer geftillen. 
ob aber Eolus mtn vater 
140 nimt den winden algater 
die zoume von ir houbet, 
foft in mer und erde erloubet, 
dd fie mugen brüfen, 
diezen unde füfen, 
145 zufamen die wölken triben 
und an ein ander riben: 
des werdent vüres blicke, 
ich hin die winde dicke 
in mtnes vater hüs gefehen 
150 und mac des ficherliche jehen, 
daz (ie vorchtefam fint. 
fwie ich dö noch was ein kint, 
doch ifl mir vur ougen gar 
der winde vreilTame fchar. 
155 doch mac min bete nicht walden, 
daz ich dich hie behalden, 
fö nim mich, trüt, mit dir. 



ALBRECHT VON HALBERSTADT. XXYL 217 

alfe dir, gefchebe ouch mir MeUm. li, 442 

und lä mich üf dem wAge 443 
160 bös und gut mit dir wäge!' 



JLILWI 

(116a) Dö lie zu mere wAren komen, 474 

die regele hAnt fie fln genomen 477 

unde bellte Af gezogen. 

dö quam ein ftarker wint geflogen 470 

5 und warf fle mitten in den f6. 

halp unde ein lutzel mö 478 

ieweder (tat in verre lac. 479 

fchiere, als ich ü fagen mac, 480 

wart ein vinftere nacht 
10 ein weter krefteclich fleh vlacht. 

Eurus vafte bUte 4Si 

m6 danne er fus wAte. 

I&te rief der fchifman 

fine knechte alle an, 
15 daz man den Tegel nider lieze. 482 

fwie vafte er riefe und gehieze, 

doch was von winde folcher döz 484 

und daz rAfchen alfö gröz, 

daz fie nicht mochten hören in. 485 

20 dft mite wuchs ir ungewin. 

doch ieslich, als er machte, 486 

(In arbeit vollenbrachte. 

fie liefen her unde wider: 

eteliche liezen fegele nider, 487 

25 ander blanketen die fite. 
(116b) der wint mit eisitchem ftrite 

warf die unde üz dem mer 4S8 

dem fcheffe zailen enden her. 

der torment was fö vefl;e, 491 

30 daz der fchifman enwefte, 492 

waz er töte od hieze, 



4^. 
4'.« 

4yT 

5w 



218 ALBRECHT VON HALBERSTADT. XXVL 

verhüte oder lieze. Meum. ii 493 

die man lieh alle wurren, ^^^ 

die feil vafte kurren, 
35 vafle duzzen die unde, 

der himel buchte und dunde. 
des meres fant onde griez 
nAhen an den himel Itiez. 
nu l&chten helle blicke, 
40 nu wart ein vinfter dicke, 

daz fehef leit n6t an der vart, 5«,^ 

die bulgen vürtenz üf wart ^i,:; 

daz ez höhe geAunt, 
als man in der helle grünt 
45 von einem berge fifthe nider. 
dar nAch zu tal vürens wider 
mit folchem giBvelle, 
als man von der helle 
üf zu himele warte. 
50 daz fchif erd6z harte 
von unden ungevAgen, 
die dar ane fldgen, 

als ein müre ertchillet mit ein, 5os 

dar man wirfet einen ftein. 5^ 

55 als louwen phligent fchiezen 510 

gein der jegere fpiezen, 5ii 

fus fchöz daz wütende mer 
gein den fcheflüten her. 
dem fchiffe dö kein vrume was 
60 weder daz bech noch daz was: 
die vüge wurden wlte. 
zu iewederr fite 
die vlüt harte drin wiel. 
der regen kreftecliche viel, 
65 als der himel met alle 
wolt in daz mer valJu, 

und daz mer fUgen 5,s 

und den himel erkrigen: 



dOJ 



5ii5 



5C< 



5U7 



512 

513 
514 
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51(> 
517 



ALBRECBT VON HALBERSTADT. XXYI. 219 

alAis valte ez regende. 
70 daz mer dem regen begegende, Meiam. ll, 519 

daz man mochte beide 520 

küme gefcheide. 

durch die vinfter dicke 522 

eteswan vüres blicke 
75 gein dem wazzer fchuzzen: 
(116c] ein lutzel fir genuzzen, 

wan fe in dem liechte tähen 537 

den bittern tAt nAhen. 538 

zu jungeft quam dt ein ort 524 

80 ein unde und erkreic den bort, 

als ein foldier ein müre. 526 

dA wart ir tröft zu füre: 

in vergaz von leide 537 

lifte und Fmne beide. 
85 der eine weinde d6 erz fach, 539 

dem andern weinens gebrach 

durch die vreisliche var: 

On ougen truckenden gar. 

etesKches wille wart 540 

90 zu himele varen üf wart; 

der dachte fines kindes, 542 

dirre fins geflndes, 543 

der kunec fines wibes 544 

mA dan fines libes. 
95 fin fterben tete im nie f6 wA 

fA fcheiden von AicyonA: 545 

doch was im lieber anderswft 546 

fin wip dan fie w6re dL 

fin ougen wolde er kiren dar: 547 

100 dA enwifte er aber war 548 

fin lant iezü Mge. 

daz gefchach von dem wäge, 

der wider in tobete unde vacht 

dife lange wernde nacht 550 

105 was die vinfter zwivalt. 



5;0 



220 ALBRECHT VON HALBERSTADt. XXVU. 

Arft brach der wint mit gewalt MeUm. li, ob 

den masboum und die ftüre. 5,v 

ein unde ungehüre ^. 

ftunt nu obe dem fchiffe. 
110 der Olympum begriffe, ^^ 

der mochte mit Dm lafte 
rüfchen nicht fö valle, 
fam die wilde unde. 



(117a) Ein berc Itt in GimmeriA, 

da man Taget in gä 

ein tiefez gevelle 5<i; 

unze in die helle, 
5 d& des troumes got lit 

die funne dd deheine zit 5mi 

vrü noch umbe mitten tac 

noch fpite gefchinen mac. 

da rAchet nebel und vinfter 5;^> 

10 iiz dem hole dinfter. 5.^,, 

kein tages zeichen fihet man : 

d& enkr6jet der han, 597 

der den tac künde. 

dane bellent hunde, * 
15 dane licht man den antrechen 

des morgens JDtille brechen, 

16 er vlüget vrüje: 

dane fint vihe noch küje. 

da rufet kein gelinde, 
20 dane waget bonm von winde, ,jyo 

durch daz der Troum habe gemach. 

iedoch vlüzet dA ein bach 

üz einem fwarzen fteine. 

fwer des trinket kleine, 
25 der vergizzet alles des 

er wifte, und heizet LAthes. (kv^ 



59M 






m 



ALBRECHT \09i HALBE ASTADT. XXVII. 221 

der bach (6 fftze erklinget Metern, li, 604 

und durch die fteine dringet, 

da von der Troum vil fenfteclich 
30 IIAfet unde enreget fich. 

vur der tur mAgefAt 605 

und ander tAfent krüte (iäU 606 

(inb) die erwern daz wachen C07 

und iemer fläfen machen« 
35 dane licht man torwarten 609 

deheines tores warten. 608 

mitten in dem hAfe hö 6io 

ein bette ftAt von hebend, 

eim fus genanten boume. 
40 d& llt an fwArem troume 612 

des SIAfes got geftracht dort 

umbe in Itänt üf alle ort 613 

troume in m6 geltalde, 614 

dan loubes ime walde 615 

45 und fandes ame meres ftaden. 

dar gienc Iris funder fchaden. 616 

mit der haut fie in ftreich, 

zuhant die vinfter von im weich 617 

und der glaft dar flüc 
50 von dem kleide daz Tic trAc: 

dA von er harte erfchrachte 6is 

unde TAn enlwachte. 

die ougen wolder üf tA: 619 

f6 vielen fie im aber zA 
55 von fin felbes lafte. 

daz kinne feie im vafte 620 

nider Af die bruft alfam, 

unz er fich felben im benam 621 

und die maget trAge enphie. 
60 trlge dankete fie, 622 

und fprach 'merke, ich bin ein böte 

zu dir fenflellem gote, 

du rAwe aller dinge, 623 



222 ALBRECHT VON HALBKR9TADT. XXYII. 

du macheft herzen ringe 
65 und ledec aller forgen. Meiain. iif^n 

die nacht unz an den morgen 

der arbeit du die Idte vrtlt, h^: 

wan dun entriwen rüwe gift. 

ich biten du welleft benamen 
70 üz dinen troumen allen famen *;> 

fenden wundernbalde 

under G6yx geftalde, e 

der ilt ertrunken in dem f6, 

einen zu Alcyond, ^ 

75 daz fie müze dünken, 

ir man ertrunken: 

des hit mich Jün6 dir gefant' (t» 

d& mite vür fie dan zuhant, 

mit dicken wölken bezogen, ssi 

80 wider üf ir regcnbogen, 

* 

wan fie mochte küme i^ 

gedoln des flAfes l&me. 
(117c) Der Släf erwabte drAte, n^ 

fwaz er d& Troume hAte, 
85 der liftigeften einen, tsi 

der künde fich crfcheinen 

den lAten glich zwAre 

an rede und an gebAre, ^^ 

an übe alzumAle. 
90 man mochte keinen mAle 

der fleh geliehen künde fus. 

er was genant Morphftus, 6.^ 

der tougenliche lifte 

m6 danne ander wifte. 
95 der ander Hn bilde 63^ 

in vögele und tier wilde ^^ 

was verk6ren gewon 

und hiez benamen Iceion. 6^*^ 

Phantafös was der drier ein, ^! 

100 der mochte wol in einen ftein, üt 



ALBRECHT TON HALDERSTADT. XXYU. 223 

an wazzer erde boume 

verwilden fine Iroume. Meiun. ll, 643 

die dri kument vur geviogen 644 

kunegen unde herzogen. 
105 die liiten unt&ren 545 

erfchinent und gebAren, 

die lie dö ligen des Släfes got 646 

er bevalch Morph66 daz gebot 647 

und lac aber nidere. 648 

110 Morpheus nn gevidere 650 

bant ane und vlouc vil ftille. 

dar in trAc fin wille, 

begunder durch die vinfter fliehe 651 

und geflunt klagelfche 655 

1 15 vur daz bette der kunegin. 

d6 leite er fln gevidere hin, 652 

und fchein in der gebore 653 

als C6yx komen wftre. 

er entrAc kleides an, 654 

120 im vluzzen hAr unde gran 656 

von wazzer begarwe. 

bleich nAch tAdes varwe 654 

neic er unze Af fine knie, 657 

und weinde tirehene Af tio. 
125 'trAt liep, bekenneftA mich? 658 

oder hAt mtn Itch fich 659 

(IlTd) verftalt nAch tötlicher art? 

armez wtp , fich Af wart ! 

ich bin din GÄyx, Geh mich an, 
130 dirn wirt nicht mAre dines man 66O 

wan ein geilt und ein fchate. . 

din bete enmochte mir nicht bäte: 66I 

ich bin tot und gefofiTen. 662 

dun darft niemer hoffen : 
135 min fchef daz mer zufpalde. 663 

d6 mir nAhte unfalde, 

d6 nande ich dich mit munde 665 



224 ALBRECHT VON HALBGKSTABT. XXTII. 

und feie in die unde. MeUm. 11, 66^ 

des entrügen ich dich nicht. ef' 

140 ]ä bin ichz der dir die gefchicht 6^> 

und min unfalde felbe Tage. 

des flant üf unde klage, *>..< 

und lege fwarze kleit an, 

unde enIA dinen man, t>:s 

145 dtn lieben ^gefellen, 

ungeweinet zur hellen.' 

an der rede Morpheus fich cri 

ftalde harte klagelich 67! 

an (timme und an gehöre, 6t: 

150 als er GAyx w6re. 

DA fie fln rede horte ht4 

von Worte zu worte, 

flAfende fie erfufte, 

und begunde ir arme lüfte, 6To 

155 die wil fie troumde unde (lief: 

herzenitche fie im rief 

'C6yx, war vl&heftu mir? 676 

war wiltu? bit, ich wil mit dirl' 

von ir ftimme fie erfchrachte, 677 

160 daz fie fchiere erwachte 

und lofete ob dA wAre, 67s 

den fie 16 Tchinböre 679 

vur ir bette C§he kumen. 

nu was ir ftimme lAte erklumen: 
165 des brach tens ir ein liecht zuhant. («sa 

ir gefinde fie trürec vant 

dö fie ir herren nicht envant, 6M 

fie flAc ir antliz mit der hant, 

durch unmüt in ir hende beiz, 
170 hir und kleit fie zureiz. 6>^ 

fie vrdgten waz ir w6re. es^ 

'mir ift leider nicht m£re, 6S4 

min ift nicht' rief AlcyooA 
(118*) 'mtn herre und kunec ift nicht mA. 



ALBRECHT VON HALBERSTABT. XXTIlf. 223 

175 mit im liden ich den lÄt. Mctam. ii. 685 

ich h4n bevunden ttn not, 

ich fachn ertrunketi vur mir ft^n. 6S6 

ich erkande in und woldin hin 687 

begriffen: done was wan ein fchtn. 688 

180 ouwA des liehen -berren min! 

nie wart fchin m£ geltche . 

gefehen 6wecliche. 

Mt er gehdn wan fin fch6ne, 689 

die im glben die gote vrAne! 
185 doch fach ich in eilenden ftän, 690 

nacket bleich ungeUn. 69t 

naz, verworren was fln hir, 

er reibe tätlich gevar 

ftunt d& an dirre felben (tat/ 692 

190 fie warte da er hin trat, 693 

ob icht (in trite ftunden noch. 

d6 mochtes nicht gefehen doch. 

XXWWäW 



I20<1] Man w6net den palas fl, - 




12, 39 


du der werlde teil dri 




40 


mer erde himelriche 






fleh fcheident geliche, 






5 dA die FdmA inne wont. 




43 


fwaz in der werlt gefcbreiges dont, 




41 


daz höret man di unde ficht. 




42 


fwaz in der werlde gefchicht 






daz hAs an allen enden, 






10 an turen venftem wenden 






hlt mi dan hundert tüfent hoL 




44 


die tur ftänt nachtes aif6 wol 




45 


als tages unbeflozzen, 




46 


von melele gegozzen: 






15 daz gtt einen l&ten hal. 




47 


dar nach glt ein langer fchal 


_ ^^ 




[XXXVIII.] 


15 





226 iULMECHT VON IULBER8TADT. XXVIU. 

und anderweidet alle wort, 

diez in der werlde hAt gehört 

unrAwe ift da iemer, Ueun. [i 

20 fUlle enkumt dar niemer, 

doch rAfet es nicht grimme, 

wah ein lire ftimme» 

als man eine gloggen Mt^ 

der nian harte verre (tat 
25 nieman vur dem möre, 

ez n valfch ode gew6re, 

lieh mac Af erden bowiur. 

luge hie, wArheit dar! 

daz einer hie bAt gehört, 
30 daz bringt er an ein ander ort: 

ouch wil er bezzeren daz 

unde leit dar eteswaz: 

alfus mftret fich die luge. 

der eine ez wtoet wefen möge 
35 und hat ez vur ein wunder. ' 

fo ilt einer dar under, 

der es nicht gelouben kan: 

der zwtvelet harte dran. 

dirre trAret, der ift vr6. 
40 der MAre palas Mi tö hA, 

daz (ie dar abe mac alle dinc 
(121a) gefehen und allen bölinc, 

der in der werlde wirt getln: 

den vermeldet fie CAn. 
45 fus feite fie TrojAren, 

die Kriechen kumen wAren: 

des bt dem ftade gebeitet wart, 

durch erwem die zAvart 

dA fach man Hectores fchafk 
50 in einem ritter behaft, 

ProthefiMA, daz er viel 

tAt nider in den kiel. 

diz was der Arfte bAderfil, 



ALBRECHT VON HALBERSTAIKr. XXIX. 227 

der tot gelac in disme ftrtt: 
55 fwie noch manege ftarke hant MeUm. 12, 69 

Heclor manlich uberwant. 



121b) Gygnus Tprach 'ich hAn von dir S6 

tagen hören, A du mir 

zu gefichte kumen bis, 

fun der gotin Th^tis. 
5 dAne lit nicht Wunders an, 87 

daz mich niemen wunden kan. 

obe du wilt, 16 lege ich hin 9t 

di mite ich gewAfent bin, 

fchilt fwert und hamas glänz: 89 

10 dannoch beliben ich ganz. 92 

ich bins niwan durch zAfen, 90 

wan keiner flachte wAfen 

wirret mtnem übe. 

ungewunt ich blibe. 
15 achteftü daz ringe? 93 

dem alle wazzerfpringe 

und daz mer ilt underUn, 94 

Neptfinen ich zu vater hin, 

dem ouch undertAn is 
20 dtne müter Th^lis/ 

dA mite er Ar Acbillen fchAz. 95 

des g^res kraft was t6 gr6z, 

daz er mit gewalde brach 96 

durch des fchildes nAn vach. 97 

25 an dem zehenden er beleip, 

daz tfen nicht da durch treip, 

Achilles fich dA wände 98 

und begreif mit einer bände 

den g^r und fchAz gein CygnA. 99 

30 driftunt rAmte er fin dA, lOO 

doch mochte ern mit dem gAre 



228 ALBRECHT VON HALBERSTADT. XXIX. 

niemer in£re Cftre, 

fwie er bule ßn brufte bar. M^um. ü. i- 

des entbran Achilles gar 
35 und gewan eines ftieres zom, 
dem man kleit an die born 
wirfet fö er ItAzen wil: 

der fAchet ie daz felbe zil. h 

Achilles fach mit zorne 
40 ob fln fpertfen vorne 

hafte: daz was wol bchaft. 
er fprach 'mtn hant hdt kein kraft 
gegen difem manne 
und was doch ftarc etwanne, 
45 daz noch trüret da von 

Lernefid und Tenedon > 

und ThebA die ich nider brach, 
dA ich tö vil lAtes ftach, 
^ daz daz blüt als ein bacb vlAz. i: 

50 nu ftAn ich hie ellens bl6z 
und was doch nie gefwachet 
min hant unlange gemachet 
(I21c)^h4t veige houfen bt dem wAge, 
dö ez gienc an ftrttes w^ge. 
55 half fie,d6, tö helfes noch! 
ich wil fie verfAchen doch.' 
da mite fchöz er finen fchaft i 

an einen andern mit kraft, : i 

daz erm durch die bruft brach. i ' 

60 do in Achilles tot gefach, > 

er zAch den fchaft zuftunden ü 

dem tAten Az der wunden: 

'mit dem fchaft und mit dirre hant i> 

hAn ich mich figes nie verwant 
05 als ich difem daz leben nam, lü 

fol dir gefchehen alfam.* 

d4 mite fchAz er finen zein, ic 

der gie im Af ein achfelbein. ir 



ALBRECHT VON HALBERSTADT. XXIX. 229 

wÄrc ez öf ein ftein gegin, Metam. 12, 124 

70 ode htte in ifen gevAn, 

ern Mte fich erfwungen 

und w6re drin gedrungen. 

doch gwan er von dem zeine 125 

ein blutes mdfen kleine. 
75 des wdnde er Cyf^nus löt wAre. 126 

dA er blütes fach nicht m^re, 127 

von zorne begunder brinnen 

und quam üz finen finnen. 

er fpranc zu vüze an den man 128 

80 von dem karrich und lief in an 

mit einem ringen fwerte t29 

Irant er die ringe herte, 130 

Tchilt unde ftahelhAt 

er mit dem fwerte durchwdt 
85 unz üf die hAt er in fneit, 131 

dd daz fwert wart widerleit. 

er fliez in üz zorne 132 

mit fwertes knophe vorne 133 

eim tobenden geliche. 
90 dA von muflte wiche 

Cygnus zu rucke. 

Achilles nAch drucke 134 

vafte Af in begunde 

und im nicht rAwe gunde. 135 

95 fln houbet er im zuftiez, 

und fin antlutze biez, 

daz er deheinen ftich enfach. 136 

dehein wort er gefprach, 

wan Itunt bibende unde bleich. 
iOO fwindelende er hin weich. 

Achilles in dA nicht enliez 

Af komen, unze er in ttiez 137 

ftrAchende an einen ftein, 

dA fin ungelucke erfchein. 
I2H) im was ervallen der nac, 138 



SSO ALBRECHT VON HALBER8TADT. XXIX. 

üf der erden er lac. 

Achilles dö nicht verzö : MeUn. \l J 

ftf in nider kniete er d6 ii 

und druchte in fus zu rucke, 
110 mit mangem hertein drucke, 

mit dem fchilde und mit den knien. 

den heim begunde erm abe zien ,;i 

und greif in an dem gorgen, 

daz er mufte worgcn 
1 15 unde im Atems zuran. ij 

dA er in fus uberwan, 

dd wolde er im daz halsbant g 

und den heim hän zuhant 

enbunden unde abe gezogen. 
120 dar ane was ab er betrogen : 

harnas und wAfen wAren hin. :u 

Neptünus verfchAf in 

zeime fwanen wiz als der fnA. ,ii 

der enwolde fleh nicht mft 
125 harte drucken Idze 

und vAr fine fträze. 

Alfus hAte der flrit i« 

gewert lange b^derflt. 

dA (ie unz an die nacht geftrtten, ul 

130 TrojÄre in ir ftat riten, 

die Kriechen zu gemache. 

fie v&gten ir wache ;i^ 

an graben unde an wtcwer. 

TrojAre fazten ir wer n* 

135 an die burcmüre. 

d6 die recken tftre ix 

trunken unde Azen, 

ir arebeit vergAzen, 

durch rAwe fie fich leiten 
140 nAch ir arbeiten. 

doch enmochtens flAfen nichti 

als noch dicke gefchicht 



ALBfiECHT VON HALBERSTADT. XXÜL 831 

dA yiengens eine rede an MeUiai. \% 159 

von Dianegem lArltchem man 
145 &z kriechifcher jugende, 

von manlicher tugende 160 

der Kriechen und TrojAre, 
wie da geftriten wAre. 

Achillen begundens lobe, 163 

1*50 der w£re gelegen allen obe, 
122«) umbe daz er uberwant 164 

Cygnum mit liner hant. 

des nam fie alle befonder 165 

und ouch Achillen wunder 168 

155 wie dirre Cygnus mochte 11 166 

aller wunden iemer vrt. 167 

zu jungeft ein alder man, 

Neltor, reden Tus began 169 

'ich hAn erkennet einen, 
160 den mochte man mit keinen no 

wAfen nie gewunde, 
fwer ez undcrftunde. 

Genius hiez der recke wert. 172 

ich fach eines hundert fwert I7l 

165 Af in rUn und [hundert] g6re: 
der mochte in keiner f6re. 

noch hdrct wunder von im mÄ, 174 

er was ein wip gebom Ä, 175 

und wart uberlanc danne 
170 von wibe zu manne/ 
des nam fie alle wunder 

und bAten in dar under, 1*76 

daz er fie berichte des. 
dö fprach zu im Achilles 
175 'Neftor, wir twlgen ftille: ^7 

ich w6ne ez ieslich welle 
h6ren: des fage uns an, 

wie daz wtp wart zu man. 1*79 

den Itrit foltft uns kondeo, 186 



239 ALBREGHT VON HALBEE8TADT. XXIX. 



N 



180 dö er wart oberwunden 

und wer zu jungefl im gettreit' 

der rede was Neftor gereit 

'vil dinge der ich hdn gehört i«^ 

hAt mich daz alder entwort, !*: 

185 daz ich nicht hAn behalden, 

als ie gefchicht den alden. 

doch hin ich behalden vil, 

alfe ich A nu künden wil, 

des ich noch mac denke, {< 

190 fwie mich daz alder krenke: iv^ 

des man mir gelouben foi. 

zwei hundert j4r lebte ich wol: iv 

in der dritten werlde lebe ich nü. 

daz bewären ich &. 
(122b] Kein fchöner wip man envant i^- 

über ThelTAlifchez lant ivt 

geltch G6nis der magede. 

mangem fie behagede i«<: 

von ir fchönem Übe. 
200 dtn vater ouch zu wibe inc 

hAte ir wAne gegert, 

enw6re im Th^tis befchert. m 

doch bleip die wolgetüne i$9 

iemer mannes Ane, 
205 wan lie alle man vl6. \^. 

doch wart fie von Neptün6 i$: 

mit minno überwunden. 

unze in die unden 

er ir ndchjeide. 
210 doch lobeter ir mit eide, 

fwelcher gebe fie gerte, >m 

daz er fie der gewerte. 

dö bat in vrowe C^nis »\ 

'daz mir von dir gefchehen is, 
215 daz mir daz niemer mä gefchA. HR 

daz ich des dne mAge flÄ, 



ALBRECHT TON HALBERSTADT. XXIX. 233 

f6 gip mir daz ich fi ein man : 

anders ich dich nicht enman/ Meum. 12, 203 

der bete fie gewert wart: 205 

220 ir wlplich Itimme was verkart, 204 

manlich fie gereite. 

an allem ir gereite 

wart fie zeinem manne fus. 

ouch feinde fie Neptünus, 206 

2*25 daz fie niemer m6re 

von deheinem g^re 207 

verwunt werden machte. 

fit lebetes in der achte, 208 

als ein man leben fol: 
230 der bete ir was gelungen woL 
(124«) Dar nlch unlange ez dar quam, 210 

daz Pirithous zu wtbe nam 

die fchönen Bipp6d4men. 

zu dirre höchztt quAmen 211 

235 die gr6zen rifeu alle. 

mit yroudenrichem fchalle 

wArens dar erbeizet 

Centauri man fie heizet: 

fie lebent nu hie, nu dA. 
(124b} dA warn ouch von Aemonid 213 

riebe vurflen an der zai. 

gefte voller was der fal. 

bt der ztte dar quam, 215 

als ez rechte gezam, 
245 Hipp6damA die fchöne. 

fie z£me wol der kröne 210 

unde zierte ein ganzez lant. 

do ez in zu vrouden was gewant, 214 

dö fach der grimmen rifen ein 219 

250 die maget die fft fi)h6ne fchein. 

er was von wine fw^re 220 

und mochte nicht m£re 221 

Hner finne walde. 



%'" 






■i*. 



234 ALBftECHT VON HALBERSTADT. XXIX. 

die tavele ftiez er balde Metam. 12, 

255 .von im daz ez lAte d6i. 

der ungev&ge rife grAz 
(124c) greif dö unverfumen an, 

wan fln herze gein ir bran, 

Pirithous amten. 
260 die wtp begunden fchrlen, 

wir fprangeo &f gemeine. 

ThelAos, der ie üne 

tue mit Pirithous 

hdte, fprach zum rifen fus 
265 'mich wundert f^re, £urith£, 

wes dich nAt ane g6, 

daz du dich gein Pirithous 

erheben turrellt alfus: 

wan dich ift verborgen nicht, 
270 daz ich mich im hAn >erpbiicht 

des macht uns wol erlAze 

dtner unmAze, 

wan fwaz du im vügeft zu, 

daz foltu mir zwAre tu.' 
275 daz wort er wol bewarte t» 

und gein der maget karte 

und nams den rifen allen. ^y: 

dö fie in was empfallen» 

daz tete in harte ande. 
280 einer gein im rande su 

und woldes im enzucke. 

ThefAus weich zu rucke, 

fwie ungerne er wolda 

einen koph von golde, 13^ 

285 fch6nen unde fwAren, 

dran bilde ergrabeo wAren, . 2^"^ 

den warf er dar tt zome» 23' 

daz die ecken ItAchen vorne 

dem rifen an der ftirne. 
290 des centauren hirne 2*^ 



ALBRECHT VON HALBEBSTADT. XXIX. 235 

obene ftz der wunden tchöi. 

daz bl&t im tu dem munde yl6x. lleum. 12, 239 

Arft was" nn br&dern ande. 240 

ir ieslich dar rande 
2d5 und begreif mit Dner hant, 242 

fwaz er nAhefte vant 

nu wart der ftrit erneft gar. 

fie liezen vliegen her und dar 243 

teller unde kophe, 
300 pbannen unde tophe: 

von einer (tat zur andern 249 

fach manz gefchirre wandern 

UDde ftieben under fie» 

benke dort, fcbtben hie. 
305 Arlte Amtcus begreif 245 

der lüchle ft^linen reif 247 

und flilc an die wangen 250 

Celadon den langen, 
(124d) daz im die ougen üz fprungen. 252 

310 oberhalp der zungen 

fin houbet von einander viel, 251 

daz im ftime unde giel 

ougen unde nafe lac 253 

zufpalden Af fime nac. 
315 GrynAus fach den tifch an, 260 

dA der wtrouch üfe bran. 258 

'wes ftA^ ditze mäzic hie?' 259 

zubaut er dA mite hie 

BrotAan und Orton: 262 

320 des müter dicke was gewon 263 

hindern des mAnen ganc. 264 

Exadius dar fpranc 

und fprach 'dtn vrevele manheit 265 

Wirt dir noch hA(6 geleit' 
325 d6 er alfus gefprach, 266 

eins hirzes hörn er abe brach, 267 

daz dA hienc an der want: 



236 ALBfiECHT VON HALBERSTADT. XXIX. 



dd mite warf er zuhant, 




daz im zinken zwAne ftn 


Melam. 12, -^^ 


330 begunden in die ougcn fl4n 


51*5 


und daz blüt nider ran 


r- 


über fin antliz in die gran. 




Rhetus züchte einen brant, 


rr 


dar ane daz vAr noch nicht erwant, 




335 dA (lAc er durch grimmen fite 


r: 


Gharaxum in den hAt mite, 


r> 


daz Hn hdr zu berge hö 


r.'^ 


fleif und bran als ein ftr6. 


2T4 


inz houbet er in wunde. 




340 daz YÜr r&fchen begunde 


n^ 


fam glündez tCen vafte. 


2:: 


daz man mit wazzer lalte. 


2> 


Araxus hAp einen ftein, 


M 


der was fA grAz daz in dehein 




345 wagen kAmQ trAge. 




flu Tw^re ez künde vAge, 


tsi 


daz ern nicht lange Ar im trAc. 


2Si 


6 aber er zur erde flAc, 




begunde er fwdre vellen 


ISi 


350 ein finen trAtgefellen. 




des lachte Rhetus fAre 


2S5 


und fprach 'du mAft ie mAre 




nA und zailen ziten 


2^ 


mit folcher kunfle Itriten.' 




355 dA mite begunder umbe gelie» 


2ST 


daz im fin hirnrebe 


2^^ 


liefe im hirne gefaz. 


2«;^ 


dar nAch fchreit er vurbaz. 




gegen im gefprungen was 


290 


360 Euager Coritus Drias: 




(125«) die treip er fchiere hin wider 




unde flAc Euagrum nider. 


2S^ 


dar nAch^ liez er aber den braut 


• 


umbe gAn in Oner hant, 





ALBRECHT VON HALBERSTADT. XXIX. 237 

365 unde lief Driare nA. fifetam. 12, 296 

doch wart im widerftanden di, 297 

wan in begunde recken 298 

Medon mit einem Kecken, 299 

der was vorne verbrant. 
370 dA mite er im die bruft zurchrant, 

daz er Af rächte 

und alfA vafte ftachte, 

daz er in kAme Az zd. 300 

vorchtende vluhen dA 30i 

375 Pifenor unde Gaumas, 303 

Arneus und Orias, 302 

Licides und Imbreus, 3to 

Euricomus und Areus, 

die yluhen algemeine 
380 Yur MedAne eine. 

NelTus wolde ouch vliehen dan. 308 

den fchri der wiffage an, 307 

AAylos was er genant, 

'dir ift zu vliehen nicht gewant, 309 

385 wan du wirft von HerculA erflagen 

uberlanc, als ich dir fagen/ 

daz ouch uberlanc gefchach. 

ich Hunt dA nAhen unde fach 327 

Petrftum dar loufen: 
390 der wolde ein eich Az roufen 328 

mil würze und mit alte. 

dA er alfA vafte 329 

ranc mit dem boume, 

des nam Pirithous goume 330 

395 unde fchAz dar flnen Ictiaft, 33 t 

daz er wart an den boum gehaft. 

dar nAch flAc Pirithous 332 

einen, der hiez Lycus, 

und den andern ChrAmis: 333 

400 AA von tln name mAre is. 334 



238 ALBRECHT VON HALBERSTADT. XXX. 

Helops er fchdz zeim Aren tn, MeUm. 12, i: 

daz der g£r wart an dem andern fchin. 33» 



(128«) Der Kriechen furften fitzen, 13. 1 

an die ez was gei^zen, 

unde fluni dar umbe her 

ime kreize al daz her. 
5 Ajax ftunt hie, UlylTes dort. ! 

£ danne Ajax flne wort 

zu den furften gefprach, 

mit zorne er gein dem ftade fach, ) 

da die fchef ftunden 4 

10 zufamene gebunden. 

er fprach 'ir Kriechen hAnt gefto 5 

(128d) Ar fchef bt dem ftade ft«n, 

die hAte Hector verbrant, 

wan daz ez wände mtn hant ^ 

15 wA was dö Ulyffes? 

der fich nu underwindet des, « 

er welle Achitlen wAfen habe. 

dA enthielt er (ich dar abe 

unde liez uns daz fpil, 
20 fwie er nA unmAzen vil. ^ 

vechte mit der zungen. 

dft die fwert klungen i^ 

in manitcher vechte, n 

nu bedenket rechte, 
25 waz dA mA getAte, 

die UlyfTen rAte 12 

od ich mit mtme fwerte, 

dA mite ich Ach werte. 
(129a) ir wizzet alle waz ich hAn t3 

30 in Awerm dieneft getAo, 

des mAz ouch Ulyffes fln 

felbe der gezAc mtn. 



ALBRECHT VON HALBERSTADT. XXX. 239 

di wider üne getlt. M«Uni. 13, 14 

die er manlich begangen Mt, 
35 wie mocht er erzougen die? 

ern let dehein bi tage nie, 15 

wan die er nechten begienge. 
ich weiz den \6n nicht wefen ringe, te 

des ich nA von A bite. 
40 iedoch ift er nicht der mite n 

gefwachet, obe ir mich gewert 
der wüfen der ich bAn gegert 
mich wundert wie Ulyffes dar 18 

mit mir zu ftrften kumen tar: 19 

45 wan ob mtn tugent und Are 2i 

zwtvellich an mir w£re, 

doch folde er mir zu rechte 22 

wichen von gellechte, 
ich bin TbelamAnes fon, 
30 der dem Icunec LAomedon 23 

Troyen zuftArte A 

mit dem mAren HerculA. 

JAfon in zu gefellen kös, 24 

A6 er vür gein GolchAs. 
55 Eacus was der ane mtn, 25 

Jupiter der vater flo. 27 

airus bin ich zu rechte 28 

der dritte an Jupiters geflechte. 

des andern wil ich gedagen 29 

60 und nicht mA von Achilien fagen, 30 

wan daz wir zwAne mAge fin: 

min vater brAder was des fln. 31 

des wellet mir min erbe gebe. 

Sifyphus was Ulyffen nebe, 26 

65 der in der helle iemer quält 

nAch dem ift fin art geftalt, 

riiwan diebe untrüwe tröge 32 

ich wAne an im wefen muge. 

Sifyphus der veter fln 



240 ALBRECHT VON HALBERSTADT. XXX. 

70 und fin nevc hdtit glichen fchtn. 

ich was der 6rfle an die vart, M eiam. 13, a 

die gein Troje gefworn wart, 

der leite was Ulyfles. ^ 

wan daz in Naupliades 
75 mit melde bit dar zu getriben, t* 

er w^re binden beliben. 44 

der fol dife wAfen tragen 4« 

und wellet fie mir verfagen, 4 

der den lip ie dar bot, 4! 

80 die wlle er ie vlAcb die not? 
(129b] wir zwdre wol enbtren 

finer manltcher ^ren. 

nu gap er doch nie rüt 4^ 

df rechte ritterliche tAt. 
85 UlylTes finen rAt treip, 

daz ein furfte beleip 

durch vorchte Afme lande, 

im reiben zeiner fchande. 

die infel heizet LemnAs, 4r> 

90 dA daz her in verkös. 

enwAre nicht UlylTes, >- 

tö lebete Palam^des. ^' 

mit finer rede gienc er vor (^^ 

dem getrAwen Neflor: 
95 doch mac er wider mir nicht ftreben, ^ 

want ich erkenne fln leben. 

fwie er in gefellen biez, ^^ 

Neft6ren er fchantliche liez ht 

in kamphlichen nöten dd. 
100 von dem kranken er vl6, (* 

den fln ors wunde 

nicht mt tragen künde. 

daz mac Titides zAgen ^ 

daz ich nicht enlAgen, 
105 wand er in widerwande ^ 

und im verweiz die fchande, 



ALBRECHT VON HALBERSTADT. XXX. 241 

daz er fich hAp zu vluchte, 

daz im doch nicht entachte. 

ich vant in unwerde MeUm. 13, 73 

110 iigenden üf der erde 

under vinden, als ich Tage. 

d6 rief mich an der werltzage 74 

mit jdmerlichem gelfe 

und gcrte miner helfe. 
115 dö bAt ich minen fchilt engegen 75 

manegen vreilTamen flegen 

vur den herzelöfen man* 76 

der w4fen ich dir zwAre gan 

und wolde mich ir hAn verzigen, 
120 daz ich dich ffthe fus ligen 7g 

under vinden an der ftat, 

da ich dich mit vAzen trat, 

do du löge under fchilde, 79 

nicht als ein menfchen bilde. 
125 nu fprechet: ift ez alf6? 

die Trojöre quAmen d6 91 

mit fiwer unde mit brant 

zu Awern fchifTen gerant, 

die ftönt noch hüte bt dem fö, 
130 tAfent fchef oder m6, 

wer ernerte fie des? 

tete daz UlyCTes? 92 

29<:) zwdre nein, ich eine 93 

fchirmde fle gemeine. 
135 dA vur folt ir mich gewer 94 

6iner bete der ich ger. 

feht die wdfen gernt min, 97 

daz ich muge ir herre fin. 

ir wizzet euch Ulytfen phlege 
140 niwan dieplicher wege: 

und fprichet durch daz an den lAn, 98 

daz er t6te DolAn 

und Rhöfum hat zu tAde bracht 
[XXXVIII.] 16 



242 ALBRECHT VON HALBERSTADT. XXX. 

die künheit teter bi der nacht Mcun. i: 

145 und erfleich fie als ein zage. 

ich cnfach in nie bi tage 

du er gein dem ftrite fchrite, 

ezn gienge Diom^des mite. 

wellet ir im dnimbe gd 
150 die wAfen? fö gez^me ez £, 

DiomAdes fie b6re: 

der hAt teil dar an mire. 

UlyCTen zimt der heim niecht, 

wan er nechten dne Hecht 
155 phlit zu den vinden fliehe. 

der heim goldes riche 

mochte in lichte vermelden: 

des mufte er engelden. 

der heim zwdre w6re 
160 flnem houbt zu fwire, 

fln arme Tint im zu kranc, 

zu vAren den gör lanc. 

den fchilt enfol ouch tragen an 

alfus zagehailer man, 
165 dar ane die werlt ift ergraben. 

ern mochte in kftme Af haben. 

und obe fin ger folde ergA» 

wAnet ir man vorchte in mA? 

er wurde lichter erflagen, 
170 folt er die fwAren wAfen tragen: 

die vlucht enmochte im zouwen. 

der fchilt ift verhouwen 

von ftrftle gAre fwerte. 

fln fchilt gewan nie fcherte, 
175 er ift heil unde ganz 

und enphie nie von flage fchranz. 

min fc^iilt abe ift zubrochen, 

verhouwen und zuftochen, 

als ir feht, an tdfent orten. 
180 des volget mtnen Worten: 



ALBRECHT VON HALBERSTADT. XXX . 243 

rö wirt der vientlicho ftrtt 

hin geleit böderfit: 

die w4fen traget behande Mctam. 13, 121 

under die viande: 
20<l) fwer tie mac gereichen dort 122 

der habe fie an abewort' 

DA Ajax rede was verant, 123 

Ulyfles hAp an zuhant. 124 

ein ftille gebAt er balde: 
190 dA er die geftalde, 

er fach ein wil zur erde nider. 125 

dar nach bh'chte er Af wider 126 

zu den furften al geliche 

und fprach vil hovefchltche 127 

195 'obe die gote tAten» 128 

des wir felbe bAten, 

fA tnüge Achilles an den (trit 130 

fin w4fen felbe dife zft. 

nu mac doch nicht wefen daz, 131 

200 wan in tAte der gote haz.' 

er fchein in der gebAre, 132 

als er Rne zAre 

dz den ougen wifle, 

und fprach aber mit lifte 
205 'nü erteilet flechte : 

wem gehurt von rechte 133 

Achilles wdfen, dem der in 134 

d brachte durch klAgen fin, 

oder zimt ez mAre 
210 eim manne wisheit lAre 135 

und ungefprAche dA bt? 

lAt mir mtn fin nicht fchaden fi, 136 

wan mir ift dicke gelungen 137 

mit gefprAcher zungcn. 
215 fie hAt d dicke gebat: 138 

die urteil an d allen ftAt. 

nu faget waz mir muge vrume, 140 



244 ALBRECHT VON HALBERSTADT. XXX. 

(laz mtn vater w6re vrume? 

vrumckeit der vrundc 
220 ie lutzel helfen künde, 

fwen des wolde bevil, 

daz er vrumkeit Aben wil. 

nu hAre ich dicke tlnen hlc, Meuin. 

daz Jupiter fi fin mlc: 
225 fö Tagen ich daz dA eneben, 

Jupiter hAt mich zu neben. 

LAertes ift der vater mtn, 

Aurisjus was der vater fin, 
(130«) der was ein fun Jovis: 
230 des Jupiter mtn m4c is. 

ouch ift Mercurjus zuvorn 

mich von der mAter an geborn. 

fus hiiw ich gote b6derfit, 

doch gehöret an den ftrit 
235 daz gefiechte kleine, 

wan die tugent eine. 

weit aber ir dar nich werbe, 

wer fl der n^fte erbe: 

Achillen Tun ift Pyrrhus, 
240 Achillen vater Pel6us, 

waz hat Ajax dar an? 

gein Phthie und Scyron traget fie dan, 

ob ez fin mäc wefen fol. 

nu ift Teucer alfA wol 
245 fins veteren kint als Ajax ift: 

der vruntfchefte nicht gebrift. 

ful ez an den werken ftAn, 

der hAn ich m^rc geldn, 

danne der ich mac gewagen. 
250 niwan ein teil ich gefagen: 

Achillen mAter ThAtis 

wefte ir funcs tAt gewis, 

fo er vur Troje qu6me, 

daz in der TAt nAme. 



M 



ALBRECHT VON HALBERSTADT. XXX. 245 

255 nu hdte fin durch forgen Hetam. 13, 163 

in wibe kleit verborgen, 

cid mite wir wurden betrogen: 164 

wiplich fchein der helt gezogen, 

unz ich zu jungell dar quam. 
260 ich berichte minen krAm: 165 

dA veilde ich wibes ziere 166 

und mannes zimiere. 

ich bot im iesitch flachte 

und fin mit vlize achte. 
265 er greif in den krim zuhant. 167 

fwaz er dar ane wAfen vant, 

die nam er, fper und fchilde. 

an difcm ebenbilde 

wart ich fin inne. 
270 'fun der gotinne, 16S 

fprach ich, Troje bitet din. 

die wil unzubrochen ftn, 

dune kumeft unde brecbeft fie. 169 

wes wiltu gelougen hie?* 
275 mit der rede ich machte, 170 

daz ich in dannen brachte. 

fwaz er manlicher tAt , ni 

vur Troje begangen hat, 

von minen fchulden daz gefchach: 
280 daz er Th^bas zubrach 173 

130*») Chryfen, Cillan, Lesbon, 174 

S;ron unde Tenedon, 175 

Lyrnes wart von mir erftigen. 176 

ander tdt wirt hie gefwigen. 177 

285 ich hin bracht in daz laut, 

der Hect6ren uberwant: 178 

der lit von mime täte erflagen. 

ich hiez Achillen wAfen tragen 179 

und gap im mine wäfen. 
290 wer wil mich drumbe ftrAfen, i^o 

nü er lit mit töde nider, 



246 ALBRECHT VON HALBERSTADT. XXXI. 

das ich mto wAfen eifohe wider? 

d6 wir hielden ame ftaden, Metas. i^ i 

mit widerwinden überladen, :> 

295 und wAren helfe 4ne, ^ 

wan daz wir DiAne 

des kuneges tochter flügeo, ^ 

dö half ich daz gevügen, 

daz erz durch gemeinen vmmen - 

300 nicht enwolde underkumeo 

und opherte die tochter fin. \ 

ich riet ouch der kunegtn, i 

daz flez ir lieze gezemen. 

dannoch fuit ir mA vernemen. 



(I3ld] DA lie den ftrit veranden, 4 

ir fchef die Kriechen wanden r, 

nAch der heimverte 

was ir belange herte. 
5 Troje kreftecitche bran. :i 

man getAte die man, 

alle wtp man gevie 

und fmilte an die fchef fie. 

dA wart ouch Priamus erllagen. ^^ 

10 uberlanc in kurzen tagen^ 

HecubA fin wip wart 

zeinem hunde verkart. 

fle fArten fpotecitche 

die kuneginne riebe, 
15 dl fie mit grAzer ungehabe Ut 

gelac Af ir kinde grabe: 

die lAt fie d4 begriffen 

von UlyCTen fchiffen. 

iedoch A fie dan quam, 
20 Hectores bein fie mit ir nam <> 

und liez ir grAwen hAr dA ligen, }•' 



ALBRECHT VON HALBERSTADT. XXXI. 247 

mil ir zären bcHgen. Heiam. 13, 42S 

32«) Vernemet, ez gefchach alfus. 

der inAre kunec Priamus, 432 

25 A der (trit begunde erg£, 

einem kunec über fft 

lin jungeft kint fände, 

durch verebte der viande: 

PolydArus was daz kint genant. 
30 oucb bAte er gut mit im gefant. 433 

d6 der kunec borte fagen, 435 

TrojAre wÄren erflagen 

unde Troje verbrant, 

d6 t6te er daz kint zubaut, 436 

35 PolydAren , den er z6cb : 

von einem turne der was b6cb 43S 

32b) warf ern in des meres vlAt, 

durcb daz im belibe daz gAt, 

und daz vor menfcben ougen 437 

40 daz mort belibe tougen. 

nu b6ret aber wunder vort 

dö qulmen an daz felbe port 439 

der Kriechen fchef gettözen: 

d6 fAbens einen grAzen 44i 

45 man üz der erde gto, 442 

als Achilles getdn. 443 

da« fwert er enhende trüc, 444 

dd mite er Agamemnon flAc. 

er fprach 'war weit ir Kriechen var? 
50 bAnl ir min vergezzen gar? 445 

aller gAttit die ich bän 446 

in Awerm dienfte get^n? 

hört waz ich Awer welle: 

ir fult mir Acbille 448 

lAten an dirre habe 

Polyxenam tkt mime grabe, 

daz ez folber 6re ^^'^ 

icht belibe lAre/ 



248 ALBRECHT VON HALBBRSTJLDT. XXXI. 



da mite der geilt tän gefwant 


Meum. 11 - 


(132c} die Kriecbeo oAmeD znbant 




die tochter üz ir m6ter fchAz: 




dar ane in unmüte grAz 




lac die kuniginne. 


L 


die YÜrtens fchiere hinne 


1- 


65 dA man fie flahen folde. 




als der geilt wolde. 




dö lie gefach ir ende 


4- 


und daz fwert enhende 




Neoptolemum getragen, 




70 da mite ers wolde h4n gellagen. 




fie fprach 'die wal habe du dir: 


IT* 


ftich durch bruft od kein mir.' 


4^- 


da mite enbarte fie fich gar 


4;- 


und bAt ir lip willec dar. 




75 'mirn t&t der tAt nicht ange, 




wan er vrit mich von getwange: 


4h 


des begeren ich nicht m6 


4*^: 


wan deiz min mAter ichi gefA. 




enwAre miner mAter nAt, 


4- 


80 mich gevrewete der tAt 




wan obe ich hie wirde erllagen, 


\*4 


fie weinet mA dan ich klagen. 




ich biten Ach nicht berine 


4f>i 


dar nAch die lide mine, 


\f 


85 wan im ift mA genAme 




und reinez blAt gezAme, 


4^■ 


dem ir ez weit vergieze, 


4'* 


dan ob ichz rüren lieze. 




ouch biten ich Ach allefamen, 


4*. 


90 daz ir minen lichamen 




gebet miner müter. 




des wirt ü lAn gAter: 




daz fie mac mit golde tA, 


r: 


dA enfpart fie nicht zA.' 


4:- 


05 fwaz Kriechen dA wAren, 


4:t 



ALBRECHT VON HALBERSTADT. XXXI. 240 

beweite ir rede zu zAren: 

die maget eine enweinde nicht. 

der priefter leifte fine phlichl Meum. 13, 475 

ungerne und fach anderswar. 
100 ir bnift bAt die maget dar, 476 

die Itach er mit dem fwerte. 

noch was fie fö herte, 477 

kein zäher üz ir ougen wieL 

fin fufle ouch nie dö fie viel. 
105 alle Troj6re 481 

gewunnen herzen fwftre 

und wAren leides mütes, 

wände fö vil bifttes 482 

Yergozzen hAte ^in hüs, 
110 mit finen kinden Priamus. 

d6 wart die kunecliche maget, 4S3 

noch m6 die müter geklaget, 

daz fle iemer m6re 484 

(132^) kuneclicher 6re 
115 und gewalt enbftre, 

als fie nicht w^re. 

die müter obe ir tochter lac 487 

unde weinennes phlac, 

umbe laut fune man 
120 heize weinen fie began. 

ir tochter kiagetes alf6 wol 

und göz ir wunden zähere vol. 490 

fie hiels fie unde kufte 491 

und flüc fich an ir brufte 
125 und walgete ir här ime blute. 492 

dar nAch fprach die ungemüte: 493 

'Wie mochte unfalde 494 

m6re min gewalde? 

mir was beliben eine 
130 PolyxenA die reine: 

DU fihe ich trüt tochter min 495 

klagende die wunden din, 



250 ALBRECHT VON HALBERSTADT. XXXL 

(laz mfner kinde iibe Meum. 13, j'« 

deheinez heil belibe. 
135 ich winde dich daz wifen mite: 4i: 

nu hftt mit leidegem fnite 4'^ 

Achilles der viant min bip* 

mich armen beroubet din. 

PAndis fchiezen on. 

140 wAnde ich doch geniezen 
unde Achillen fln begraben 

unde riliwe vur im haben. 5«! 

^rft treit er vientfchaft mir. 5«^ 

din leben hit benumen dir, 
145 minem trüten kinde, 

niwan ein efche linde. .>•; 

fus bin ich eine beliben. 

des riches bin ich vertriben 5A7 

und gie doch eteswanne aus 

150 an kinden unde an manne, ji.« 

an eidemen unde an fnorn 
manger kunegin zuvorn. 
(133«) ich müz üf vremder erde ötu 

nft ein weife werde 
155 und mfiz fpinnen unde n6 5ii 

der vrouwen Penelop6, 
Ulyüen wip des herzogen. 
da wirde ich dicke vur gezogen 
durch daz die lantvrouwen 512 

160 mich armen mAter fchouwen. 

'dife bar Hectores lip, 513 

ditze ift Priamus wtp!' 

mich wundert waz belibe, 5i^ 

daz an mir alden wibe 51T 

165 die gote wellen wurken mAr: 5h 

wan daz ich nüwez herzenfiftr 
noch eines an mir mäz gefö. 
nu hin ich doch gelebet 6 
manegen jAmerltchen tac, 



ALBRECHT VON HALBERSTADT. XXXJL 251 

170 ßi Troje der aider lac. 

fAlec biftu» Priam6, MeUm. 13, 519 

daz du ligelt ftf dem r6. 520 

fam tun ich funder twäle, 52S 

fo ich flhe zeioem mAle 
175 Polyd6ren min kint. 530 

zehen jAr ergangen fint, 

daz ich den knaben vlAte. 

fchaz und golt daz r6te 

dem kunege ich zu miete liez.' 
180 da mite fie ir bringen hiez 53 1 

durch twahen ein hantvaz, 534 

daz fie Cch reinde defte baz 532 

von dem blAte^daz fie bar 

Ton ir tochter her unt dar. 
185 dar nAch fie zu dem ftade gie. 533 

fehet dA gefach fie 530 

PolydAren ame ftade ligen, 

t6t und mit blute befigen, 537 

als in daz mer zu lande 536 

190 treip gein dem fände. 

daz volc fchrei gemeine: 538 

HecubA erttumbet eine, 

der benam ir leide 540 

wort und weinen beide. 539 

195 daz leit fie verftarte, 

ir ougen ftf fparte. 541 

fie ftunt in der gebore 540 

als fie fteintn wAre. 



(133b) D6 nu Troje verbran, 623 

lutzel Volkes entran, 

wan die dem mere fAzen nA. 
(133c] daz half ouch EnAA. 625 

5 fines gutes er nicht behielt, 626 



252 ALBRECHT VON HALBERSTABT. XXXII. 

(lo er fin fchef von ftade fchicit, 

wan er nam Anchifcn, Meuim. 13, »ci 

nnen vater grifen, 

unde alle fine kint. ^-^ 

10 den fegel hienc er an den wint e>^' 

unde vür über mer. 

zur winllern hende liez er (^^ 

Polymneftöris rtche, 

der vil gitecliche i.^, 

15 erflAc Polyd6ren, 

als ir hdnt Tagen hdren. 

dane tocbte im nicht zu ft^ne, 

unz er quam gein Athene um 

da in Anius fchAne enpfie. ' ^^i 

20 mit im in fin biüs gie 

der kunec über Atbdnas, 

der oucb Pb^bus priefler was. ilv 

er bielt fine gelte, 
als er mocbte befte. 
25 oucb bäte er gute ftate des. ^^^ 

dö fpracb der aide Ancbifes hm 

'ber wirt, als icb gedenken mac^^^ ßu 

nt ift vergangen manger tac, ' 
dö b6teM vunf kint. ^[^ 

30 wä aber die nü fint, 

des foltu micb nicbt verdagen.' 
fin grdwez bär begunder wagen ^, 

und fpracb 'icb was vunf kinde vater: ^i 

die fint nA di bin algater. 
35 der fun der bi mir folde ftdn, ^j7 

des icb leider nicbt enbAn, 

der fwebet in den lüften bA. ^49 

der Wunfcb wart im von Pb^bA, 6^i 

fwaz in der werlt gefcb^be, 
40 daz erz in den lurien f^be. 

da wider bat Bacbus ^,< 

mtnen tocbtern alfus 



ALBRECHT VON HALBERSTADT. XXXH. 253 

den wunfch gegeben und die wal, 

fwaz fie rAren über al, Metam. 13, 652 

45 daz wir! M/in unde körn 653 

des wolde Menelaus bekorn, 655 

der Trojen zuftorte, 

do er die m^re horte. 

er biez mtne tochter boln, 
50 die gewalt mufte ich doln. 658 

fus begunden fle fln her 659 

mit ir gAbe allez ner, 

unz fic tougenliche 660 

vluben al geltche. 
55 zw6 bliben in EuboeA: 
(I33d) zwA liefen ir brüder nA, 661 

unze man (ie dd yernam. 

der kunec über den brüider quam 662 

mit roube und mit brande, 
60 unz er (ie wider fände, 663 

wan dA leider nicht enwas 665 

Hector noch En^as, 666 

die dem roube werten 

und fie vur gwalte nerten. 
65 mit ketenen wurden verfmit 667 

beide arme und alle Kt. 

do begunden fie ir arme heben 668 

zu Bachd, der in het gegeben 660 

zu machen win unde bröt. 
70 dem kleitens feneliche not. 

zwAre wir noch kiefen 

ir jAmerlich verliefen,' 

an dem mangel wir ez fpurn. 

doch wie fe ir bilde verlurn, 67! 

7) des mac ich alles wizzen nicht: 672 

wan die jungefle gefchicht, 673 

daz er fie verflalde 

in wtze tüben balde.' 674 

Der rede ein ende wart gegeben. 675 



254 ALBRECHT VON HALBERSTADT. XXXIL 

SO der Wirt hicz die tiTche heben, Meum. 13. *i'f 

wan ez begunde nachten. 

(Idfes fie gedachten 

unze an den niorgen vrü. 

nu bereiten fich d& i^t: 

85 die gefte zu zir verte. 

der kunec mit geverte «,79 

unz an den (tat fie leite. 

d6 was fin gebe bereite: 

Anchlfe er gap dem alden osh 

90 ein zepter wolgeftalden, 

Ascanius dem jungen 

von golde gedrungen 

ein kleit fchöne phelleltn. 

einen koph guldin ci^i 

95 dem herren En^as. 

dar inne verwurket was 7ot 

ein türlicher edel Hein, 

der als ein glünder kol fehein. 
(137a) die gäbe er wol verfcholde. tii^ 

100 einen g6r von golde, 

dar zu bogen unde fwert 

daz enphie von im der wert. 

d& mite Enftas urloup nam. 

er wolde in Italiam, 
105 wand im 6 lange was gezalt, 

waz im w^re geftalt, 

6 er qu^me zu DidA. 

lange vür er irre dA: 

manic lant er beftreicb, 
110 unze er in ein habe weich, t^> 

dd Charibdis zeiner ftt, 73a 

Scylld zu der andern Itt. 

die ift underthalp ein bunt, 733 

ein maget üf unz an den munt. 7:i:) 

115 fle phlit wonen in dem mer 

unde loufet die twer 



ALBRECHT VON HALBERSTADT.X XXXII. 255 

her und dar manic ende 

und ift ein fchefTwende. MeUm. t3, 731 

ScyllA was, als man Taget, 734 

120 A ein wundernfchöne maget, 

die maneger gerte minnen. 735 

die maget in ir finnen 

achte ir minne kleine. 

zeiner merveine, 736 

125 die fie h4te gezogen, 

fwam lie und begunde brogen, 737 

wie fie Jungelinge 

trüge mit teidinge. 

des antworte ir Galath^A • 739 

130 'fie gAnt dir doch iemer nA, 740 

daz fie wellen triegen dich. 

dar umbe \ä dich an mich: 

Nervus ift min vater, 742 

mine fwefter algater 743 

135 und ander merminnen 

wonent hie innen. 

oucb min müter DAris 742 

eine mervrouwe is. 

iedoch hAt die Minne 744 

140 getrübet mlne finne.' 

dö fie dife wort gefprach, 745 

der regen Az ir ougen brach. 

ScyllA getröfte fie 747 

und fprach 'dins leides mir vergie.* 74s 

145 dA fprach fie 'min jAmer is 749 

umbe den knaben Acis. 750 

den begunde ein veine 751 

minnen unde meine: 

doch liebte im min minne. 7r)2 

150 an Wangen und an kinne 
(137b] kAs man im noch lutzel gran. 754 

do er fechszehen jAr gewan, 753 

er was fchAne und minneclich. 



256 ALBRECHT VON HALBER8TABT. XXXII. 

ich minnet in, fam tete er mich. 
155 ein rife gröz und ungevüc Metam. 13. TV 

mir dö ouch minne trdc, 

fwie ich [in nicht enwolde. 

obe ich Tagen folde, :u 

wederez grAzer w£re 
160 unde w6ge m6re, 

fin minne oder des rifen baz, :y. 

f6 fpriche ich ficherliche daz, 

daz fie geliche wägen. :> 

fus kan die Minne I4gen. 7ät< 

165 min haz gein im was manecvalt. 

der rife vreiffam was geftait 

und bi finen tagen nie :>yi 

üz ßnem hol zu lAten gie. 

fin herze was an mich verquoin: tsj 

170 des flouf er üz dem Heine holn. im 

[in vihe er irre gAn h'e. 

fchöne geftrichen er gie, Ta 

daz ich im minne trüge. 

d6 began der ungcvAge Tt^ 

175 mit einer eiden ftriche 

fin locke vreisliche, 

rüch unde michel. 

finn bart er mit der flchel 7a 

fchar: fd er zum brunnen quam, Ti;; 

180 fin ungeftalt er im benam. 

im entweich der grimme müt, t«.^ 

den er trüc üf menfcben blAt 

fwaz fcheflüte minen namen 

künden, liez er alle famen 
185 varn und lenden dd er was, 

fwie deheiner 6 genas, 

in entöle Poiyph^mus* 

bi der zit quam Tclemus, ::« 

der an der vögele vluge fach, 
190 fwaz uberlanc dar ndch gefchach. 



t''< 



71 



ALBRECHT VON HALBSR8TADT. XXXII. 267 

der feite im folcbe vreife Meum. 13, 772 

'daz ouge daz du weife 

treift an diner ftirne, des 773 

beroubet dich UlyUes/ 
105 der rife in lachende ane fech 774 

und zu dem wilTagen fprach 

'du bift ein tumber wlftage! 

daz ouge daz ich eine träge, 

de» hAt ein ander gewalt 775 

200 danne du mir hAIt gezalt/ 

die rede im verfmAte, 776 

fwie er wAr häte. 

er gie an des meres (tat: 

der bibete dA er Afe trat. 777 

(138*) Ein bubel lanc hdch breit 778 

in daz mer wtten geit 

dA die unde bAnt ir Itrtt 779 

bl dem berge b^derfit: 

dA fteic er Af und fez dA. 780 

210 ßn hert im volgete nA 781 

und gie umbe in ezzen. 

dA er was gefezzen, 7S2 

leit er eneben flnen ftap: 

der hAte felchen uberhap, 783 

215 daz man an fine lenge 

ein fegel mochte henge. 

mit finen vingem grtfen 784 

begunde er Af der phtfen: 

die bAte hundert rören. 
220 man h6te mugen hören 785 

ir vil ungevAgen fehal 

über berc und über tal, 

verrer dan ein mlle. 

ich lofete die wtle 786 

(138b] hinder eim fteine verre dan. 

ich hAte mich durch rAwe an 787 

mtns gefellen fehAz geleit, 
[XXXVIII.] 1 7 



258 ALBRECHT VON HALBRR8TADT. XXXII. 

und mochte bören fus gereit Meun. \x '" 

Polyph^mum ÜDgen dort: 
230 mit vllze marchte ich alle wort 
'Maget, gr&ner dan der kl6, 

klArer dan der wilde fö, 

liechter danne ein fpiegeiglas» 

TchAner danne ein wifen gras, > 

235 vrifcher danne ein fumerlate» 

fAzer danne fumers fcbate 

oder winders funnenfchin, 

gelwer danne bidmelin, 

edeler dan der meige. 
240 daz wize an einem eige :' 

mocbte nicbt t6 weich geOn, 
(138c) gefmacker danne zinemtn, 

flechter danne ein eiges fchal, 

fAzer dan vrou Nachtegal, 
245 wtzer danne ein fwane blanr, 

alfe ein gerte ran unt fwanc, t/ 

flechter danne ein tanne: 

ach nim mich zeinem manne! 

dA wider ift daz herze din 
250 grimmer danne ein eberfwin, t^ 

als ein kifelinc herte, 

zdher danne ein gerte, ^' 

trugelicber dan der K. :y 

j4 mochte man gewegen i <• 

255 einen berc dan dtnen müt. 

fneller danne meres \\iit, 

ftolzer danne phdwen, 

fcharph als grifen klAwen, 

tobender danne meres fturm, 
260 unmilte als ein getreten wurm, 

lichter danne ein binde, >"> 

fneller danne winde, '*'' 

unflt^ter ift dtn trage, 

danne der wölken vluge. 



V'. 



vi; 



AXBRECHT VON HALBERSTADT. XXXII. 259 

265 weffeftu wer ich wire, Metam. 13, 808 

dune vluhes nicht fö fire 

und gundes mir dins libes wol ! b09 

min hAs ift ein ticfez hol 8t0 

und g4t unden in den berc: 
270 ein ftein gewachfen funder werc. 

kftlde er bf fumers zit 81 1 

und ime winder wenne gtt. si2 

nieman tar erftigen 

min ephel an den zwtgen, 
275 die den boum befwAret hAat, 

daz fie Af die erde bAnt: 

der machtu nach wunfche wel« ** 

trAben r6t oder gel 813 

brechen wil ich dir gefitate. 814 

280 die ertber machtu an cfem Tchate 815 

brechen mit gedinge: 816 

nespcin, fparlinge 

unde pblAmen eiges gr6z: 817 

die machtu lefen in dtn [chAz» 
285 nuzze unde keften: 8i8 

die mac man wol geften. 

alle werlt fol dienen dir, 8^20 

wirdeftu zu teile mir. 819 

mins vihes weiz ich keine zai, 823 

290 daz gAt zu berge und zu tal 821 

unde mugen g6n alle 822 

in mtnen berc zu ftalle. 

die hert TAze milch gtt 826 

]38d) zu winders und zu fumers zIt, 829 

295 dicke unde blanke. 

ein teil zer ich mit tränke, 

zu k^fe dez ander herte S30 

und zu anderm geverte. 

ich bAn bocke genucht ^28 

300 unde lamp, die minre zucht: 827 

dtn vroude wirt nicht kleine. 831 



260 ALBRECHT VON HALBERSTABT. XXXII. 

gdbe nicht gemeine, 

wiltbrAt bringe ich faoder zai: 

dar under habe du dir die wal 
305 unde nim fwie vil du will: 

hafen unde r^ch wilt, Metan. ix ^ : 

birze binde bocke bem. 

der tAben ich dich gewern 

und üz dem nefte vögele kleine. 
310 niweliche in einem Iteine ^i 

zw^ne bern icb gevie. 

alfus geifche fint fie, 

du mochtes fie beide 

nicht von^ ein ander fcheide. 
315 do ich die jungen weife vant, v- 

d6 gedachte ich fie zuhant 

dir durch kurzwtle bringen. v' 

lA mir an dir gelingen 

und ItAz dtn houbet Az dem mer. 
320 ganc, mtn GalathM, her '• 

und nim dankes von mir an 

fwaz ich gAbe bringen kan. 

in eime wazzer ich mich lach, s^ 

dA entrüwen verjach 
325 mir min felbes widerfchin, 

ich mochte vrouwen trtki fin. 
. wie gr6z ich fi, warte her! 

zw4re fich mac Jupiter 

in ftnem himelriche ^• 

330 tnir doch nicht geltche, 

fwaz man joch alle tage «^^ 

Yon im Aren gefage. 

fich wie vil ich hAres habe, 

daz mir Af die achfeln abe 
335 und under mtne ougen bdt: ^ 

als ein walt ez nider wAt 

nu nim doch in dtnen fin, 

fwie ich ungevfige bin ^ 



vi; 



< 



ALBRECHT VON HALBERSTADT. XXXU. 201 

und rAcb von hAre min getane: 
340 waz fol ein walt loubes Anel MeUm. 13, 847 

eim orte flAt ez ubele ane, 848 

obe ez nicht enhdt der mane, 

dem fchäfe baz die wolle ttAi 849 

dan ob ez befchorn gAl. 
345 fus ift ein zierde der man« 850 

130«) daz Ce hAr tragent an. 

mitten an der ftirne mir 851 

(Ut ein ouge, grözer zwir 

danne ein halpfchilt muge Dn. 852 

350 ziere ftAt daz ouge min 

und ficht als der funnen rinc 853 

in der werlde alle dinc. 

nune hAt die werlt doch niecht 

m£ dan einer funnen liecht 
355 GalathöA, mine vlA 855 

foltu genMecHche 16 856 

und daz ich dir bin undertAn. 

fwiech Jupiter unt6re hän, 857 

doch fcbreckent mich vil dicke 
360 fin dunre und flne blicke. 858 

iedoch wolde ich finen haz 859 

6 verdoln unde baz, 

dan daz du mich verllAges 860 

und Acis minne tr&ges. 86t 

365 ich weiz er liehet dir wol. 862 

ob mir die Itate werden Fol, 863 

daz wirt fin unfalde. 864 

wan ich in al zufpalde, 865 

daz an finem übe 
370 kein bein ganz bellbe. 

ich brinne Ais, des dunket mich 867 

als mit allem vüre fich 

der EtnA in mich gieze: 868 

doch wolde ichs 6 geniexe 
375 danne des vAres dln: 



262 ALBRECHT VON HALBERSTADT. XXXU. 

daz wigeft du ringe» magedio/ Mciam.13, ^ 

dö er klagende affus fpraeb, '* 

er Itunt üf daz ich ez fach 

und brach unde valde '': 

380 die boume ime walde. 

zu jungelt nam er unfer war: 

des erquAmen wir gar. 

dA rief nAch uns der grimme ^> 

ein vreisliche Ilimme, 
385 als der wall met alle \ 

zu h&fen wolde valle. 

des gefchreiges ich erquam ^> 

und zu dem (lade die vluoht nam, 

dA daz mere mir was nä» 
390 dA lief Actfe nA ^: 

der ubele vAlandes man. ''' 

mtne müter rief ich an. 

der rife begunde üf zucke 

eines velfes flucke, ''' 

395 daz er Af Actfen treip ^'1 

(139b) daz nicht heil an im beleip. 

wir tAten daz wir mochten tA: '< 

ieslich b6t ir helfe lA. >h 

dA von wart der jungelinc 
400 eines wazzers urfprinc. 

iedoch wir Arlte liezen 

daz biftt dar üz vliezen. 

über ein lutzel ftunde 

lAteren begunde 
405 fich der brunne leimvar 

und wart zu jungelt l&ter gar. ^> 

dirre vluz Acis >^' 

nAch minem trAt genant is.' ^^ 

DA mite fweic GalathAl ^ 

410 done fümden lieh nicht langer dl 

die wazzervrouwen in dem mer "^^ 

fwummens hin unde her. 



•kH, 



K>* 



vv. 



ALBRECHT VON HALBCRSTABT. XXXH. 208 

ScylM gie bi dem Itade: Metam. 13, 900 

dö gelufte fie bade. 903 

415 fie was vrö und gemeit:. 

DU gefach die fchöne meit, 904 

wie ein wunder dar fwam, 

daz nülich in daz mer quam 905 

und wart der merwunder ein. 
420 binden als ein vifcb fcbein 

unde vornen als ein man. 

er hiez Glaucus unde bran 906 

von minne, do er die maget fach 

nacket baden unde fpracb 
425 ''magetin, waz wirret dir, 907 

daz dii vlAbeft von mir?' 

daz batie nicbt, wan fie vl6cb . 908 

uode an einen berc b6ch 909 

bi dem mere karte: 
430 dar abe (ie nider warte, 912 

ob ein got wAr dez wunder: 

wan fie nam harte wunder 913 

tiner grünen varwe, 

unz fie gefach begarwe, 
435 daz er an dem zagele On 915 

trAge eines vifches fcbtn. 
[I39c] Glaucus der juncvrouwen gicht 916 

'ich bin kein merwunder nicht, 917 

wan ein got und ime mere won: 918 

440 doch nicht Proteus noch Triton, 919 

wan die mugent m6 dan ich. 

ich was A tötlich, 920 

d6 ich bt dem ftade pblac 921 

beide nacht unde tac 
445 den vifchen lAge Tetzen 922 

mit garnen und mit netzen 923 

und mit dem angel eteswan. 

bi dem ftade nicht verre dan 924 

ftunt manec unkunde, 925 



V.' 






264 iXBRBCHT VON HALBERSTADT. XXXH. 

450 des tugent mir was unkunde. 

des krütes wftne nie embeiz Metaai. ts, .1 

weder daz fchAf noch die geiz, rr 

ez was von bien unbefogen, y:* 

noch zu fchapeln erzogen, ir 

455 von ficbeln unverhouwen. h 

ich faz an der ouweo: ^ 

als dicke ich einen vifch gevie, 

der an minem angel hie, 

den warf ich zu rucke. 
460 ich hAte gut gelucke: v: 

daz habe du vur ungelogen. 

fwaz d& vifche wart gezogen, 

die warf ich alle hinder mich. 

die fwummen.dA gemellich ^ 

465 mit dem rucke Af gekart. rr 

do ich daz wunder daz d6 wart '/^ 

begunde rechte fchouwen, 

dd varnt fie von der ouwen «, 

mit vrouden in daz wazzer» 
470 und d&chten mich nicht lazzer 

zu laut dan in der unde. 

der dinge mich begunde w 

wunder üzer mAzen nemen, 

wer daz mochte gevremen, 
475 ob ez tete der khke faf ^\ 

oder eines gotes kraft. 

ich brach des krütes zuftunt ^13 

unde ftiez ez in den munt. 

do ich begunde kAwe, 944 

480 eine wife nAwe 
(I39<1) fAzuhant ich gewan. 

m!n herze klophen began: ^ 

ein ander luft ich gevie. ^ 

min aide gir mir engie: ^' 

485 an mtnem Übe ich wart 

in vremde wtfe verkart, 



iLLBRECHT VON HALBERSTADT. XXXII. 265 

van ich enhAte ander ger 

dan daz ich fprunge in daz mer Meum. 13, 948 

unde vär zu flunden 
400 tiefeft in die unden. 

die meres gote enpfiengen mich. 940 

ir gnAde befcheinde fich, 

wan fie von mtnem lichnAmen 950 

allez tdtliche nAmen. 
405 Thetis und Oceanus 95 i 

ir dinc begiengen alfus: 

nun ftunt fic über al 952 

mich Az einer merfchal 

ame übe allenthalben 
500 mit vltze begunden falben, 

und hiezen mich dar nich twAn, 953 

und zu mtner bruAe vAn 

hundert unde und nicht ro6, 

die dA ftrtchent in dem 16. 
505 dar nftch guzzen fie daz mer 954 

über lip und über houbet her 956 

dA von ich mich verkarte. 958 

an hAre und an harte 960 

grünen -ich begunde. 961 

510 ich gewan zu Itunde 963 

eines vifches ende. 

mac dich nicht erwende 

dife ^venture, 

fwiech fl den goten tftre 964 

515 und ein mergot felbe bin, 965 

daz ift mir ein ungewin, 

fol ich dtne minne, 

ScylM, nicht gewinne.' 

an der rede ScyllA vlA. 966 

520 des was er fus verwütet d6, 967 

daz er vür fAzuhant, 

da er die gotin Girc6 vant. 968 



266 ALBRECHT VON HALBERSTADT. XXXIII. 

er quam da lie büs bAt 
unde fftcbte an fie rät. 



(I4|a) Glaucus fcbiere umbefwam Metvn. < 

den vürigen Etnam» 

der lit in Siciliä, 

nicht verre d& nu ScyllA 
5 und Cbarybdis ftdt: dö fwam er 

über ein vil grözez mer, 

daz ilt TirrbAnum genant. 

zu jungeft quam er in daz hat, 

dA wont die gotinne, 
10 des Sunnen tocbter, inne« 

dö er gie an der (tat, 

dö fach er bt der felben Hat 

manger bände tier (Uin. 

durch die mufle er alle gAn, 
15 unz er die gotinne fach. 

er grAzte fie unde fprach 

'ich kum üf die genÄde dlo, 

du folt dich erbarmen mtn, 

vil riebe gotinne, i 

20 und fenfte mtne minne. 

ich wAnde keine gefchaft 14 

weite als ich der krAte kraft« 

wände ich felbe von in ]:> 

an llbe fus verfchaffen bin. 
25 min fchaden ich dir künden. i« 

bt itAlifchen unden i: 

fach ich ScyllA die meit: \^ 

waz fol des mftre gefeit? 

mit grAzer bete ich fle verlAs, i^ 

30 mit grAzem leide ich fle verkAs. 

fwaz Worte kraft muge tu, 2>* 

würze und krAt, dA hilf zAI i< 



II 



i: 



ALBRECHT VON HALBBRSTADT. XXXUI. 267 

doch foltu nicht gewalde, Metam. 14, 23 

daz min minne kalde 
35 noch fich von ir fcheide, 

wan mich und fie beide 24 

foltu von der minne 

tän geltche brinoe/ 

fie fprach Vie machtu des gern? 25 

40 minne nieman mac gewern! 
(141b) wan köreftA dfn finne 28 

d& du vindes minne? 29 

du bilt wol wert, danket mich, 30 

daz man minne bite dich. 
45 tö tAn ich, obe min werben 31 

du nicht \dSt verderben. 

ich bin ein riebe gotin, 33 

des Sunnen tochter ich bin. 

mit Worten tAn ich alf6 vil 34 

50 fö mit krüten daz ich wii. 

wiltu mich, ich gar dtn. 35 

Ift Scyllen dir unm^re Od, 

als du ir unm6re bift, 

und minne die dir holt ilt' 36 

55 dö fie gefprach alfus, 

antwurle b6t Glaucus 37 

'die boume 6 in dem mere ÜAnU 

die vifche an dem ftade gAnt, 38 

i ich lAze Scyllen 39 

60 durch ander minne willen/ 

des zurnde die gotinne, 40 

daz er ringe wac ir minobe« 

doch trüc fie Glaucö keinen baz, 41 

wan an ScyllA woldes daz 42 

65 daz er fie minde rechen» 

krAt begundes brechen 43 

der krefte ir wAren künde. 

mengen fies begunde 

und vAr wundernbalde 45 



268 ALBHECHT VON HALBERSTADT. XXXIU. 



70 durch manege tiergeftaide: 




die liefen fpilnde ir engeine. 


HeUm. 14. ^ 


ir kunit begundes dö errcheine. 




wan Yur ir v&zen entweich 


4* 


daz mer dö fle dar über (Ireich. 


i- 


75 (ie quam d4 die maget phlac 


• t 

••t 


baden umbe mitten tac 


- 


unde nacket fitze 




durch külen nAch der hitze. 


>: 


Gircft dA wazzer fprengete, 


.-u 


80 den faf dar zA gemengete 




mit wunderlichem krAte. 


•* 


■ 

eteliche wort nicht lAte 


i* 


fie mit geflozzem munde 


> 


nAnftunt fprechen begunde. 




85 Scylld quam nAch gewonheit 


i" 


unde wAt An umbekleit 




in daz wazzer an den bAch. 




zuhant entfAp fie fich rAch 


6" 


unde ir lenden unden 




90 wachfen zu hnnden, 




dft fie ime wazzer laz. 




dannoch fie fich nicht vermaz 


61 


(141 c) daz fie ir libes wftren teil. 


6i 


unz fie bevant ir unheiL 


«9 


95 fie beleip dd immer mAr: 


:>' 


Twaz fchiffe ndmen dar ir kAr, 


»M 


die tranctes an der urvar. 


7) 


unz fie wart zu fteine gar. 




den ftein die fcheflAte 


U 


100 TchAhent dannoch hAte. 




Für Scyllam geftrichen was 


Vi 


mit grAzer nAt Eniaa. 


ii 


do er begrtfen wolde 




den ftat dA er folde 




105 zur habe in Itali«, 


mm 


warf in ein wint gein LibiA 





ALBBECHT VON HALBBBSTADT. XXXIfl. 269 

in die ftat zu Gartdgd. 

da enphienc in vrowe D!dd. Meum. 14, 78 

des wil ich na melden niet, 
110 wie En^as von ir fchiet, 

wie fie in zu manne kös 

unde den Itp verlAs, 8i 

wie er gefprach Sibillen 104 

und karte zu der hellen 105 

1 15 und dar inne gefach 

allez daz im dt gefchach, 119 

und wie fie in von der vart 120 

wider brachte 6f wart, 

und er fich aber zu mere liez. 157 

120 zu juDgeft er zu lande ftiez: 

an dem ftade fflihens dA 158 

einen man von NariciA, 159 

ein Ulyffes geverten, 

der manegen fturm herten 
125 hdte üf dem breiten f6 

erliten mit UlylTA: 

unz er in ein facht viel, 

und hiez fich v6ren üz dem kiel, I60 

wan er mochte nicht wol 
130 des meres arebeit dol: 

des bleip er dA durch fiechtagen. 

nu was dA, als ich hArte fagen, 

ein Krieche mit En6afe« 

MacarAus faz ime grafe 
135 unde erkande bt des I61 

(141d) fin gefellen AchimMes. 

des nam in wunder t6re, 162 

daz er noch lebende wAre. 
er fprach zu im 'umbe wtü, 
140 AchimAdes, lebeftü? 163 

nu foltu mir fagen och, 
wie du dar Ilft komen doch, 
ein Krieche zu TrojAren/ 164 



270 ALBRECHT VON HALBERSTADT. XXXIII. 

'obe fie nicht enw^ren, 
145 min w6re vergezzen. 

mich h6te zwdre vrezzen MeUm. 14. ::■ 

der rife Polyph^mus dA. 

des gnaden ich EnM: 

mtn vater ich in erkennen i:- 

150 und minen frunt nennen. . 

zu grözer ftate er mir quam, 

do er mich in fln fchef nam: 

des danken ich im iemer mA, n 

daz ich hie fpreche unde (16, i:: 

155 unde noch hdn mtn leben: 

daz hAt Rn6as mir gegeben. i:^ 

wie was mir zu mute dA, ir 

dA man mich veHiez alfA? 

der Kriechen fchef fchieden abe. i> 

160 ich wolde gerne gerüfet habe, it- 

wan daz ich C6re vorchte, 

ob ez der vdlant horte, ]y> 

ez tete im zom und ande. 

der fchade und die fchande 
165 tAten im dannoch w6 

von dem m6ren UlylT^, 

der dem rifen vreilfam 

mit liften fin ouge nam. 

ich fach in alfö blinden iv 

170 mit einem zucke fwinden 

einen vels abe brechen: \^t 

den wolde er durch rechen 

nich dem fchef geworfen haben, 

unz er zu jungeft bäte entfaben, K 

175 daz ez zu verre was gegdn: 

d6 begunde er abe lln. 

dA er nü wart gewar, 

daz ez was entrannen dar, 

dA tet der rife grAze i^' 

180 im felben herle bAze 



ALBR£CHT VON HALBERSTADT. XXXfll. 271 

ZU houbet und zu beine Metam. 11, t90 

an boume und an fteine. 189 

lAte rief er gein dem £6 19 1 

'nu kum ot her, UlyiXft, 192 

185 ode ein dln gefelle. 193 

jd tr&we ich wunder ftelle: 
zu Hucken ich üch zurizze, 
(142a) mit zenen üch erbizze 194 

und woide trinken üwer blüt, 195 

190 durch gefenften minen müt, 

durch daz ich hin min ouge vlorn: 197 

fus gerftcbe ich mtnen zorn/ 

die wort ich bibende horte 19S 

und ftunt bleich an dem orte 

195 unde fach den vAlant an. 

daz blAt im zu tal ran 199 

üz den ougen nider Wart 200 

über m6l und über hart 201 

ich dachte ob er mich vunde, 203 

200 daz er mich lebenden flunde. 

mir ftunt noch vur ougen daz, 204 

wie er mine gefellen vraz: 205 

ich fach den vAIant 6f in ligen, 207 

dA ikz flme müle ügen 

205 ir gederme mit dem biftte. 208 

des quam mir zu mAte, 
mir gefchfthe des gelich. 

ein lange wile lofete ich 214 

daz ich horte verre unt nä. 215 

210 mich dächte ob er wAre dA 

vur ougen fehen minen t6t. 202 

ich büzte mines hungers n^t 216 

mit würzen und mit manger vrucht, 
der ich im walde vant genucht, 

215 unz ich difs fchiffes wart gewar. 218 

mit mtnen henden wencte ich dar, 219 

wan ez gie noch verre. 



s 



272 ALBRECHT VON HALBERSTADT. XXXIU. 

daz fach des fchiffes herre, Meun. li !3i 

der vrume varfte Enftas. 
220 er hiez mich holn d& ich was 

and lAIle mich von leide. 

nu foltu mich befcheide, ^: 

waz du lite, gefelle tr&t, an 

und UlylTes und fin lAt' 
225 Der ame ftade ane vie fr 

'der mAre UlylTes enphie, !^> 

der gefpr^che und der fwinde, 

von Aeolö dem kunc der winde t\ 

(142b] ein gift dd wunder ane lac. 
230 daz was ein lideriner fac, 

da er inne beflAz die winde. 

den verbAt er embinde, 

wan einen wint liez er her vur, 

der unfer fcbif nach vrter kur 
235 Iribe dar wir wolden. 

dö wir lenden folden, 

d6 was der geverten ein, 2^ 

dem der lidertn fac erfchein 

voller al mit golde. i < 

240 dar üz er nemen wolde 

unde lAfte die bant 

die winde vüren zuhant i^. 

üz ir engen hüfe 

mit wunderlichem füTe. 
245 daz fchef zu rucke wart geflagen : ixi 

daz wir i in nun tagen r.: 

vAren mit gelucke, 

treip uns der wint zunicke. 

wir quAmen von AventAre 
250 an einer kuneginne müre, 3^' 

die hiez GircA benamen. ^•^'^ 

des forgten wir allefamen, 

wände uns noch wonde bt ^^ 

der fite PolyphAmt, 






ALBBECHT VON I1ALBER8TADT. XXXIII. 273 

255 ouch gedachten wir des, 

wie der kunec Auriphaies 

vil unfer lüte 

erlrancte mit ungute. 

d6 wurden man 6z erlefen, Meum. 14, 25 t 

260 die die boten folden wefen. 

unfer wAren achzehen, 253 

die folden daz laut befehen. 

iö wir ndr begunden gdn, 254 

bt tufejit wolfe wir gefAn, 255 

265 di zA iouwen unde bern, 

die mochten wol ein lant behern. 

die liefen uns alle engegen. 2^6 

dane was dehein (6 tArer degen, 

im enphiele herze unt fin. 
270 iedocb giengen wir hin: 257 

dö quftmens fmeichende n& 258 

unde volgten unfer flA, 259 

wadelende gemeine. 

daz wunderte uns nicht kleine. 
275 do wir quAmen an daz burctor, 

di enphiengen uns vor 260 

juncvrouwen der dA vil was, 

und vürten uns M den palas. 261 

dA faz CircA die fchöne, 
280 gezieret mit der krAne: 
[142c) ouch bäte umbe ir lip geleit 263 

von golde ein wunnecitchez kieit 

die tochter dos Sunnen. 

genftjet noch gefpunnen 265 

285 wart von den vrouwen über al, 264 

die in dem kunecüchen fal 

rtliche gezieret wAren. 

blümen lie lAren, 266 

die leitens an ir fchAnen vaz. 267 

290 ir vrouwe under in faz 

und achte waz Ce töten, 268 

ixxxviii.] 18 



r- 



■♦•» 



274 ALBRECHT TON HALDERSTADT. XXXIII. 

waz krefle die bl&men faxten, Meun. 14, ^ 

wan mit der biAmen faffe r 

kundes wunder fcbaffe. 
295 dö fie unfer wart gewar, r. 

ir wengel wurden röfenvar. 

(ie biez uns willekomen fin 

unde fcbenken einen win, r 

da was gemenget under t.\ 

300 fafy der vrumte wunder, 

als icb ü betAten. 

eine lange rAten 

die kunegin in ir henden trdc: 

da mite fie unfer boubet flAc. 
305 fwie icb mich der rede fchamen, f 

wir trügen born allefamen 

und nigen zu der erde. 

wir muften ftiere werde > 

und beliben fus gevAn, 
310 unze Ulyfles quam gegAn i'^ 

und die gefeilen ftne. 

die woides aucb bertne 

mit ir zoubergerte, 

wan daz er mit dem fwerte -^m 

315 lief die kuneginne an. 

dö nam fie in zeinem man y 

und gebiez im wider Hellen ^* 

fine gefellen. 

ein faf fie mengete, ^ 

320 dd mite fie uns befprengete: > 

dar zA fie widerfinnes fprach >'i 

fwaz fie 6 worte jach, 

unz fie die tieres bilde 'm--i 

met alle an uns verwilde. 
325 fus was UlylTes unde wir ^^ 

dar nAcb ein jAr bt ir, 

dd icb vernam unde facfa '>•** 

Wunders vil daz dA gefehach. 



♦ii 



+■•• 



ALBRECHT VON HALBERSTABT. XXXIfl. 273 

[142^) In der ztt von einer maget Metam. 14, 3io 

330 wart mir tougen gefaget, 31 1 

bf der ich faz, under des 3t2 

Circ£ und Ulyfles 

an ir bette lägen. 

die begunde ich vrügen 3t3 

335 umbe ein bilde mire, 

dem buten fie gröze Are. 

daz was voii mermel ergraben, 3i5 

fchdne ftunt ez Af erhaben, 

an allem gedinge 314 

340 eime jungelinge 

geliche fchAne unde flecht. 

ditze bilde einen fpecht 3i4 

Af finer achfelen trAc. 

do ich der vrAge gewAc, 316 

345 Ge fprach 'hie foltu merken bi, 3i8 

wie mechtic mtn vrouwe (t. 319 

ein kunec hiez Ptcas, 320 

der hAte in ItAlte hAs, 

er was fchdue und minneciich. 322 

350 des alle gotinne gelich 326 

Az weiden und Az vliezen 327 

Hn minne wolden niezen. 

im begünde Az allen 333 

eine gevallen, 
355 die nam er zu wibe. 3.35 

Ge was an ir Itbe 337 

fchAne unde gemeit. 

ouch kundes fingen, als man feit, 

daz fie walt berge lleine 338 

360 beweite gemeine, 

die vögele vluges vergäzen, 339 

die tier nicht enAzen, 

die winde nicht enwAten, 

von vrouden die fie hAten. 
5^5 eines reit Pfcus 342 



;r 



^ 



l>« 



276 ALBRECHT VON HALBERSTADT. XXXIII. 

ZU Lärmte Az nnem bAs 

unde wolde ein eher jagen. Bfeun. 14. v: 

fln roc mit golde was durchllagen, »> 

enhende vftrte er einen gftr, w 

(143a) dA mite vrumte erz wilt f^r. 

in den walt ouch komen was ^ 

des Sannen tochter AA fie las 

krüter manger bände, 

der krefte fie bekande. 
375 dA fie Ptcum gerach, 

die minne durcb ir herze brach. 

daz krftt enviel ir drAte 

daz fie gebrochen hAte, 

d6 fie in begunde fehen. 
380 ir minne woldes im verjehen, 

wan daz fin ors ez wände, 

dar Af er hin rande. 
(143^) ouch was im fin lAt nA. 

fie fprach 'du macht mir nicht engd, 
385 Fwie dich enphAre der wint, 

obe ich fl des Sunnen kint, 

obe mtn krAt icht vermögen 

und mtn wort zu wunder tugen.* ^'' 

alfus fchAf fie einen fchtn •^'' 

390 alz ez w6re ein eberfwtn, 

daz was vreiflam geftalt. 

dA dickeft was der walt, 

dd lief dirre eher hin. 

daz gefchAf die gotin. 
(144a) Picus dem fchate volgte nAch, >^ 

wan im was zu jagenne gAch : 

nu rande er Af dem pherde, '^' 

nu lief er an der erde ^^ 

dirre trugenifie nA, 
400 daz er nicht enwifte wd 

der walt gie wider unde vort. 

CircA Tprach eteliche wort 



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ALBRECHT VON HALBERSTADT. XXXIU. 277 

und wände des tages liecht, 

daz man mochte feheo niecht. 
405 fie fchftf ouch daz der mAne MeUm. 14, 367 

wart [Ines Hechtes Aoe. 

die vil iiechten funnen, 368 

von der lie wart gewonnen, 

underz wölken fie begrüp. 
410 ein gr6zer nebel fich h6p 369 

vur den jungelingen. 370 

d& von fie irre giengen 

und Picus eine beleip. 371 

der nebel fin lüt von ime treip. 
415 d6 die gotinne ir ftate fach, 372 

fie gie dar unde fprach 

'ich man dich bi den ougen din, 

die l&cbtent als ein rubin, 

bi dlner wolgetAne, 373 

420 die mich machet witze Ane 374 

und deich dir undertin bin, 

fwie ich fi ein gotin: 

gunne dtner minne mir 376 

unäe nim zu fweher dir 375 

425 den Sunnen, der allez ficht 

unde mtn zu tochter gicht/ 

Picus enachte nicht der bete, 377 

die fie an in vertete: 

fä zuhant er fie verlie. 
430 'fwer du fift, tö machtu nie ' 378 

mir minne ane gewinnen: 

wan ich ein ander minnen, 379 

an die h^n ich gedinge. 

fie mac vil fftze finge/ 381 

435 fie fprach 'daz wirt dir leide, 383 

wan ich fcheiden beide 

Ach, die Singen unde dich. 

nu du hAIt verfmähet mich, 384 

des foltu fchiere verftA, 



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278 ALBRECHT VON HALBERSTADT. XXXIIL 

440 wie mir daz zu herzen gA/ Metan. u, > 

da mite Gircd umbe >. 

ime kreize die krumbe 
begunde driftunt werbe, 
ein bete lie fprach drt werbe 
445 und drl ftunt ttn houbet flftc >• 

mit einer gerte die fie trAc: 
(144b) dA wart er zeinem fpechte. v* 

fin gevidere rechte 
geiichet pheiledner w4t. 
450 der Yogel grAne varwe hat, 
fin houbet ift begarwe 
getAn nAch goldes varwe. 
der zorn in anget fusgeftalt, 
fwA er kumt in den walt, 
455 dA ftAzet er ie vorne 

finen fnabel fcharph von hörne 
in die boume dar er hlt, 
unz er dar inne beftät. 
Die wile fine gefeilen 
460 ime walde begunden fchellen 
unde riefen Plc6. 
fie quAmen zu der gotin dA: 
noch mochtens fin nicht vinden, 
fwie dA von den winden 4** 

465 unde von der funnen liecht 
der nebel worden was enwicht. 
fie umbefwiefen fie gar 4/1, 

mit ir gftren her unt dar ^ 

und wdnden fie betwingen 
470 ir herren wider bringen. 401 

Girc6 gAz ein eiterkrAt w 

den drouwenden Af ir hAt 
unde rief dem naohtgote. m 

der quam zuhant nach ir geböte : 
475 dar quAmen ouch mit im gevam 

die hellegote mit ir fcham. 4tö 






▲LBaECHT VON UAUIBR8TADT. XXXIU. 279 

dA von fpranc der grdUie walt M«um. 14, 406 

Az nner (tat von ir gewait. 

fin loup began bleich werde, 407 

480 fuften die erde, 

bftlen die fteine: 409 

gras unde krAt gemeine 408 

fcbein als ez fwitzete blüi. 

des gewannen trürigen müt 
485 des kuneges gefeiten. 

fle h6rten hunde bellen 410 

und nhen bevangen 

den walt mit fwarzen (langen. 

der helle geifte alle 41 1 

400 vlugen dar mit fchalle. 
(144c] za jungeft GiroA Ce flAc 412 

mit der rAten die fie trilic. 413 

fwie vil w6re der man, 

ieslich ein geftalt gewan 414 

495 von tiere und von wilde: 

alfus lie mit ir bilde 415 

märten der tiere fchar. 

do die Singe wart gewar, 417 

daz ir Picus nicht m6 quam, 
500 daz leit fie ir zu herzen nam: 420 

Ane fpife und dne tranc 424 

allez laut breit unde lanc 422 

durch berc und durch tal fie lief, 425 

daz lie niemer enflief, 424 

505 wan fie wart ir lebene gram. 

d6 fie an die Tiber quam, 426 

dö kleites mit gefange 428 

ir eilende alfd lange, 429 

gelicher wis als der fwane, 430 

510 fö er vfthet fterben ane: 

alfus begundes werben 

und fingende fterben. 

des Wunders fach ich dA vil, 435 



280 ALBRECHT VON HALBERSTADT. XXXHl. 

UDze ich quam Ar daz zil, 
515 daz wir an den fcbifTen Metan. ur 

zu den rAdern aber griffen, 
daz was der Sunnen tochter leit i> 

fie feite uns alle arbeit, v^ 

die wir liden folden, 
520 ob wir nicbt bliben wolden. 

der verebte icb, als ich dir vergie, ^ 

und bin fus beliben hie.' 

Sus fprach der an dem ftade was. w 

zubaut gebot En6as ^ 

525 daz fchef aber enbinde, 
den Tegel geben dem winde 
von Girc6 bAfe verre abe. o» 

er quam geltricben in ein habe, 4^ 

da die Tiber vlAzet in daz mer. 
530 d& flgelte er mit kreften her ^ 

gein Laurente, dA hAs 
hielt der kunec Latinus. 
der kunec im engegen gie 
und in mit züchten emphie. 
535 nu wil ich Ach betAte, 
(144d) wie En^as zu brAte 

gewan von kunec Latlne 
nn tochter Lavtne. 

EnÄaa dicke Dtrites phlac 4$ 

540 durch fie mit Turnd manegen tac. ^\ 

dA er Tumum uberwant, 

fchiere was der ftrit verant 453 

dar nAch lebte er lange, 

unz er von alders twange jxi 

545 nAch der werlde wlfe ftarp. 

V^nus On mAter warp ^k- 

an die gote alle. 

zu vAze begundes valle »m 

ir Telber vater Jupiter, 
550 daz er fie wolde ir bete wer. 



ALBRBCHT VON HALBBR8TADT. XXXIY. 281 

'vater, M dtn minne fchin Meum. 14, 587 

ao En6A dem fune min, 588 

und gip im diner gotheit» 589 

ez II fmal oder breit, 

555 gip im niwan eteawaz. 590 

lA dich ouch benügen daz 

er bat zeinem mAle 591 

gelehen der helle quAle.' 

die bete begunde gevailen 592 
560 den andern goten allen. 

Jün6 neic ouch dar zft, 593 

daz fie ez woldo tA* 

Jupiter fprach 'du flft gewert» 594 

des du an mich bAft gegert/ 595 



(146«] Bt diffe kuneges ztten was 623 

eine Hamadr^as, 624 

ein waltminne fch6ne: 

die was genant PomAne. 625 

5 die bAte an eine arbeit 

ir y\h ailez geleit: 

einen boumgarten vruchte rieb 626 

zAch die maget minnecitcb, 

dA fie begunde zweige 627 

10 vruchte manger leige. 

fien quam fus nicht zu walde 626 

noch den tieren Italde 

mit bogen noch mit gAre. 628 

fien hAte wAfen mAre, 
15 wan ein mezzer fcharph unt breit, 

dA mite fie die boume fneit, 629 

daz von tragennes mAde 
(146b) ir kein fich überlüde. 

fie fpielt die rinden dA bl 630 

20 und belzete ein nAwez zw!, 63t 



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282 ALBRBCHT VON HAXBERSTADT. XXXIV. 

• daz daz faf enphienge, 

daz von dem boume gienge. 

der würze machtes maoec grap, 

da mite fie ir wazzer gap, tf eum. u. <£ 

25 daz fie mit meiflerlicher kunft 

dar ane leite durch ein runtit. 

dA wände fie ir vitz an. / 

fie enachte keines man, 

iedoch vorchtes ir gewalt, 
30 wan ir lAge manecvalt 

fazten gote und twerge 

von walde und von berge. 

durch daz fir 6re warte 

und ir vorchte verkarte, 
35 machtes einen zun h6ch, 

den fie umbe ir garten zöch» 

von dorne fcharph und grAne. 

da wende die kAne. 

d& gelAgen umbe h.<: 

40 gote und wichte krumbe, k?« 

fchraten unde twerge: 
(146c) die fach fie fich d& berge 

und dar umbe ftrtchen, 

die wolden fie befwtchen 
45 und bringen zu valle. 

iedoch über alle m: 

einer von ir minne bran: 

Vertumnus hiez der felbe man, 

der mochte fich verwilde 
50 in manger bände bilde* 

bt wilen der jungelinc f4.> 

eim dorfman geltche gienc» 

ein korp an Ome rucke« (a\ 

er warte an einer lucke 
55 da er fie mochte grifcn an. 

nu wart er ein ackerman m> 

und trAc fln rütel an der bant. 



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bA. 



ALBRECHT TON HALBERSTADT. XXXIV. 283 

dar nAch quam er verwant 

mit flner gabelen durch daz tou, Metam. 14, 646 

60 als er wolde machen hou. 

na hAte er die gebore 

als ein garten6re: 640 

fln korp an einem feile, 

als er trüge epbel veile. 650 

65 fehlere quam er aber dar, 

als ein riter gevar: 65i 

diz werte unlangen. 

er quam mit einer angen, 

als er wolde vifche vAn 
70 unde h4te gehAn 

fin netze Af den rucke. 

fus übte er Dne tucke, 652 

unze er fich verftalde 653 

in ein vrouwen aide: 656 

75 fie hite grAwe locke 655 

und quam an einem ftocke 656 

in den boumgarten. 

da begundes umbe warten 

und prlfte ieslich befander 657 

80 und gap ir kuffe drunder, 658 

der Oe wol enb^re, 659 

ob fie ein wip wAre. 

fie kaphete Af wart: eeo 

ein wtnltoc vrenkifcher art 661 

85 vlacht fich umb ein elme wit, 

unde vielen b^derfit 

die trüben fchöne dar ab. 

der was ir rede urhap: 

Tiheftu, Pomüne, 662 

90 difen wlnftoc fchAne, 

mit finen eflen üz gebreit, 

der die fchönen winber treit? 

fwie fie grüne nü fint, 663 

(146d) die müzen vülen, trüt kint, 






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284 ALBHECHT VON HALBERSTABT. XXXIY. 

95 uode IQ die erde lletam. u, »^ 

begraben lichte werde. 

dem geliche ich magt unt wtp, 

die bAde geltent ir lip 

und fiot DU grAne unt gemeit 
100 fie vlizent fleh fchönheit 

durch die man alleine. 

ir gelten w6re kleine, 

ob ez durch daz enwAre: 

ir fchAne wurde unm^re. 
105 nu tribeft du die minne 

üz herzen und Az Anne. 

ob HelenA die kunigin 

gehat hAte dinen fin, 

flne h6te nicht gehat 
110 f6 manegen der fie minne bat. 

ouch w6re der ftrtt gefpart, 

der durch HippodAmen wart 

von den rifen die zu hüs 

ladete PirithAus. 
115 fwie tAfent diner minne gern, 

einen machtu wol gewern. 

wiltu dtnen yrumen tüi, 

dA hilfe ich dir mit rAte zA, 

obe dir zu herzen gAt 
120 eines alden wibes rAt, 

die dir mAre gAtes gan 

dan alle die dich hArent an. 

des foltu nu volgen mir: 

lA nicht iesitchen lieben dir, 
125 wan Yertumum nim an. 6> 

der ift fchAne, ein trAwer man, 

der dir grAze minne treit: 

des nim mtne ficherheit 

fA ift er ouch entrAwen dir (>T9 

130 alfA wol bekant fA mir. 

fwaz er fach fchAner wtbe, <^y 



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t.:: 



ALBRECHT VON HALBERSTADT. XXXIY. 285 



doch liebet finem übe 




aller der deheine: 




er minnet dich alleine» 


MeUini. 14, 68t 


135 und hAt Itp unde leben 


682 


in dfnen dieneft begeben 


683 


iezA unde Awecitch: 




junc und fchAne ift fin Heb. 


684 


dar züi hiX er die gewalt. 


685 


140 daz er verk^ret Rn geftalt. 




nme böte mAz warte 


68S 


obez unde garte, 




des du dich hAft alfd er 


687 


ie gevlizzen unze her, 


« 


145 minnecllche fchAne meit. 




fwie fln herze minne treit, 




doch gehütet im zucht, 




daz er gert neheiner yrucht, 


689 


(147a) wan gedenket ie an dich. 




150 nu erbarme er dich durch mich 


69 t 


und t& durch trüwe des ich bite. 




als er dir felbe reite mite, 


692 


lA durch dtn herze brechen 


- 


flu minneclichez fprechen 




155 unde vorchte zuvom 


693 


der gotinne V^nus zom, 


694 


die herten herzen ilt gehaz. 




ich aide Tagen dir eteswaz, 


695 


daz bi mtner jugent gefchach. 




160 vil lAtes ez ouch gefach, 




dan die wdrheit ift bekant 


696 


über allez clprifchez lant. 




Hie bt merke ein zeichen 


697 


und lA dtn herze weichen: 




165 daz m^re ungelogen is. 




ein jungelinc, hiez Iphis, 


698 


fach ein meit, dAvon im w£ 




gefchach, die hiez AnaxarMft, 


699 






> 



286 ALBRECHT VON HALBERSTADT. XXXIX. 

an die er minne karte. MfUm. \i :* 

170 do er ir verfmAchte harle, 

der mione wAnde er fich erwer: :« 

iodoch enmochte er 'k 

nicht dA wider winne. 

an ir meizoginne 
175 gerte er helfe und rAtes nä. 

er vl6chte ir knechte und ir du 

und fülchte gnide an die meit: 

doch was im gnide verfeit, 

im enwart nicht minne bAz. 
180 dicke erbAt er finen grAz, 

dicke er vur ir tur gie, 

dar ane er grüne krenze hie, 

fwie der winder wöre kalt: 

dA lac er vur unde fchalt 
185 daz im der rigel werte :v 

des er von herzen gerte. 

]A was herter ir müt, tii 

danne ftahel in der glAt, :r. 

grimmer danne daz mer. Tii 

100 fie enwolde in nicht gewer :t; 

und fchalt in einen tören. 

fin wolde fin nicht hAren 

und gap dem jungelinge 'i^ 

(147b) vi! valfcher teidinge. 
105 do er gehAnet wart genAc Th 

durch die minne die er träc, 

dö quam er vur ir porte ti' 

und jach dirre worte, 

der er fich hüte bedacht: 
200 daz was umbe mitte nacht. 

^Nu machtu wol, fchöne meit, ti^ 

dtnes figes On gemeit, 

nu fetze Af ein lArzwi, :[" 

daz dtnes figes gezAc fl, '^*' 

205 wan dich nA niemAre :i^ 



ALBRECUT VON HALBERSTADT. XXXIV. 287 

verdriezen noch beFwäre Metam. 14, 719 

fol min minnewerben. 

willecliche ich fterben 721 

durch dtn ungAte. 
210 din rtehelin gemüte 

wil ich doch betwingen des» 722 

daz du mich lobeft eteswes, 

daz ich durch dich underfUn. 

ich wil den tAt ane gAn: 724 

215 des du mich doch loben m&fl, 723 

fwie duz ungerne tAft. 

min minne ich m^re machen. 

des machtu wol lachen, 720 

daz ich dir künden die gefchicht: 727 

220 des foltu zwivelen nicht 

dir wirt ein ougenweide, 72s 

mir felbem zu leide. 

doch gefehent ir gote wol, 729 

daz ich ez durch minne dol: 
225 daz wellet an mir reche, 730 

fwaz mir nu gebreche 732 

miner jungen jdre, 73 1 

doch fol man zwAre 

von mtner minne alle tage 
230 fchriben lefen unde fage.' 

dö er dife wort gefprach, 733 

der regen Az ßnen ougen brach: 734 

er zdch linen ftric her vur. 735 

die wile er in an die tur 
235 ftrichte mit finer hant 

und den knoph ane bant, 

dA fprach er 'unmilte maget, 736 

il47c] dirre kränz dir wol behaget, 

ich meinen an dem hälfe min.' 
240 er ftiez daz houbet dar in, 737 

daz er fin antliz karte 

und gein dem hAfe warte. 



' 



288 iiLBRECHT VON HALBERSTADT. XXXIY. 



dA er worgen began» 


Melam. 14, :> 


dö Iliez er mit kreften an, 


TSI 


245 daz die tur üf ginc. 


:;i 


nu fAhen fie den jungelinc 




an der tur bAhen. 




fie begunden dar gAhen: 


'i) 


daz was al vergebene, 




250 im tochte nicbt zu lebeoe. 




man trAc in zu dem hüfe Iin. 


• 4- 


dö tet fine müter fchtn 


:i 


klage und jAmers genAc. 




dar nAch man in umbe trAc 


> 


255 durch die ftat mit ungehabe. 




dö er wart getragen abe 


71- 


vur daz b&s und vur die tur, 




dA er (ich erhienc vur, 




dA quam der jAmerliche fchal 


T^-J 


260 in der juncvrouwen fal. 




dö was die räche gereit 


;ä* 


ir gemüte wart beweit: 




des fprach fie ^'ch wil fchouwen gAn, 


Tj 


wer im habe den tAt getdn/ 




265 dA mite warte fie zu tal 


tö: 


von einem venfter Az dem fiii. 




dA fie gefach die bire, 


T5> 


fich verwände ir gebäre. 


754 


(147<1) die blAtes varwe ir entweich 




270 und ftunt an ir Itbe bleich: 


:x 


ir houbet und ir beine 


T»»' 


wurden zu fleine. 


75T 


als A die ungAte 


75^ 


trAc hertez gemAte, 




275 daz nicht mochte weichen. 




daz nim vur ein zeichen 


75^ 


und wis der mAre gewis. 




die ftat heizet Salamis: 


;w» 


in CiprM ift ez gefchehen, 





ALBBECHT VON HALBERSTADT. XXXV. 289 

280 dA machtu noch den ftein gefehen, 

dt von ich dir hAn gefeit» 

und ift gefchaffen als ein meii 

die wartet nich der ftrlze. Hetam. 14, 76t 

des foltu dich lAze 
285 mtn bete erweichen der ich bite. 762 

gedenke wie der unfite 

an ir wart gerochen/ 

do er fos hdte gefprochen, 765 

dö leite er hin fln bilde San. 
290 als ein jungelinc get^n .766 

fchein er minnecltche, 767 

der funnen geltche, 768 

r6 daz wölken fwtnet 769 

und fie liechte fchtnet: 

« 

295 und nam die maget alfus 771 

zu manne Yertumnus* 



[148c] Nu wurdens alle zwlvelbaft, 15, t 

wer der grözen hftrfchaft • 

und des riches Tolde phlegen, 2 

daz der nider was gelegen. 
5 zu jungeft NumA quam dar an. 3 

der was ein kunfte rtcher man, 5 

der aller dinge eigenfchaft 6 

bevinden wolde und ir kraft. 

b! dilTe kuneges ziten was 60 

10 der wlfe P;fthagoras, 

der der nAtAre lifte 65 

und alle dinc witte: 
(148d] der er nicht Tehen künde, 63 

die mochte er ouch durchgrunde. 64 

15 er Tchreip dem kunege ein buch, 
dar an flunt aller finne füch 

Ton der nAtAre l^re, 6S 

lixxviii.j 1 9 



290 ALBRECHT VON HALBERSTADT. XXXV. 

wie die gefcfaaffen wAre, 

von welchen dingen gefchö Mcum. t 

20 donre blicke regen fn^, 

waz den wint regete, 

die berge gewegete, 

und wie der himel umbegie. 

dar nich er aber ane vie 
25 ein feltföne I6re, 

die übel zu tünne w6re, 

daz man ezzen vermit, 

daz blüt böte unde lit. 

'nu höret algemeine: 
(149a) ir fult üch nicht unreine 

mit folcher valfcher fpife. 

vernemt de^ ich üch wtfe. 

waz touc ü m6 zu gerne? :^ 

A wechfet haber und kerne, j 

35 bir ephel aller leige, :j 

die milch zu dem eige, i 

daz Mze honecwäp dA bt ^ 

daz fol ü erloubet It. 

ü hit der wtten erde rinc .l 

40 gegeben manger bände dinc, 

daz ü nutze ift und« gAt 

bewart niwan vieifch unt ÜIAt h 

von dem arbeitenden via s 

nu lebent fle doch blütes nie, 
45 wan nernt (ich an der weide 

von vruchte und von getreide. 

febent an die grimmecheit, ^ 

die an die tier ift geleit, 

die durch ir art böfe 
50 Gnt fö finnelAfe, 

daz fie vergiezent ander blAt. 

durch Awern grimmeclichen müt 

den tieren ich Ach glichen mac, 

wan ir alfA manegen tac 



ALBRECHT VON HALBERSTADT. XXXV. 2ftl 

55 vrezzet tier arme 

und renket darin zu darme Meum. 15, 88 

und meftet vleifch mit vieifche, 89 

als ich ez gevreifcbe ge 

von iouwen wolfen unde bern, 87 

60 die nicht ander fpife gern, 

wan daz fie von tieren leben 90 

und ein ander widerftreben. 94 

fwie unfer müter milde 9i 

manege vruchte zilde, 92 

65 die ir muget ezzen, 

ir wellet töte vrezzen, 93 

alfe tlten hie bevom 

die grimmen rifen durch ir zom. 

daz enhArte ich doch nicht 6 96 

70 b! der guldin ztt gekh6. 

dö nerten fich die Iftte 91 

mit vruchten und mit krüte. 

die vögele ficher dö viogen, 99 

done wart ouch nicht betrogen 
75 mit dem netze der hafe 100 

ime velde in garten und in grafe. 

kein vifch dö den angel beiz, 10 1 

keiner trüge man lieh \rleiz: 102 

daz was dannoch unkunt. 
80 ditze was unz an die ftuot, 103 

149l>) daz ein got unblide 

die tier begunde nide 104 

unde fchüf daz man fie flüc, 105 

den menfchen zu fptfe träc. 
85 dö wart tfen gewetzet, 107 

von tiere blute genetzet: 1O6 

dar nAch lutzel vurbaz 108 

wart ez menfchen blötes naz. 

daz Twin engalt des kornes 111 

SO und Dianen Zornes: 

BAchö man den boc flüc, 114 



292 ALBEECHT YOS HALBERSTADT. XXXY. 

wand er den wfnltoc genAc 

waz hAt abe daz lamp getAn, Meiam. n. i 

daz man ez ouch folde (lAn? 
05 waz mac der ochfe und die kA i> 

iemer fchedeltche« tA? 

die von einvalten liften 

niwan von arbeit wiften, t: 

dA zu Ce wdren geborn. 
100 billtcher folde daz körn \t 

vur den menfcben gedien 

den ochfen die den phlAc zien. i: 

nu fchouwet wie im daz zimi, 

der im daz joch von hälfe nimt 
105 unde aber nider dan 

(lAt finen ackerman, i: 

der im daz velt nüwen \i 

half und den acker bAwen« 

vil ubele ez w6ne lUt, t: 

HO daz man iier durch opher fUt i: 

und w6nei mit ir blAte \: 

fenften daz gemüte 

der gote, fo in tAt ande 

der menfchen funde und fchande. 
115 w6nent fiez genAme i^ 

der tiere blAt in zftme, 

die man zu opher zAhet? 

daz kein menfche fchAhet, )J 

fwie lutzel in gAt not an, 
120 er izzet finen ackerman. 

ich mane Ach daz irs nicht entAt. 

nu wil ich fpannen mtnen roAt 

Af grAzer dinc doch, 

der ir nicht enwizzet noch. 
(149c} Ir menfchen durch Ar brAde 

phlegent gein dem tAde 

grAze vreife Itellen 

und verebten die hellen. 



ALBBECHT VON HALBERSTAiyT. XXXV. 203 

ich Tagen ü umb die werlt dorl, 
130 daz fint allez niwan wort. Metam. 15, 155 

daz vieifch in der erde 156 

vAlet unwerde 

oder in vAre brinnet, 

in wazzer zuriDoet 
135 die I6le mae nicht Iterbe, 158 

fwie ir vaz verderbe 

linde fwie fie rAme daz. 

Oe vert in andere vaz. 159 

wan ich gedenke noch den tac, 160 

140 daz der Kriechen her vur Troje lao» 

dA Agamemn6ne8 fpiez 161 

in die fiten mich ftiez, 

der ich 6 Ephorbus was: 

ich bin nüi P^thagoras. 
145 idi lagen ü, nicht verdirbet. 165 

die fAIe alfus wirbet: 

fie vert wider unde vur 166 

nAch ir wal und nAch ir kur, 

etellche in menfchen Itp. 167 

150 Az manne dicke wirt ein wtp, 

Az wtbe dicke wirt ein man. 

jA des ich ir noch min gan 

und gefchicht doch dicke gar, 

daz die f6le mAz var 
155 in eines tieres hAte, 168 

Az tieren aber in lAte, 

Az lAten aber zu tieren: 

anders vert fie nieren. 

daz zel ich A zu btfpelle: 
160 fwer ein wachs nemen welle, 169 

ndch knr er dar Az machen kan 

tier wtp oder man, 

und ift doch iemer mAre was. no 

alfus wil ich P^tagoras, . 
165 daz die ffile bellbe, m 



294 AJLBRECHT VON HALBERSTADT. XXXY. 

fwie lie Az menfchen Übe 

i» ander tMent lip vert, Uttm. I5. it 

als ir ir vart ift betchert. 

des lAt die tier ungefidn, i: 

170 wände ez mochte lichte ergAo» 

daz ir daz felbe tier fldt, 

daz Awers vater f^le hAt» i: 

oder einen Awern m^ch. 

nu wil ich in des windes blAch i: 

175 mtnen Tegel aber Idn, 

Dt ich mich underwunden bin» 

daz ich gröze tougen 

wil offenifchen ougen. 
(1490} ich Tage nicht Af erden fi, 
180 daz wandeis belibe vrt: 

nicht wert dwecliche. 

allez vlAzet gliche: i 

daz wazzer daz vAr zert, 

daz vAr daz wazzer behert, 
185 der ein daz ander vlAhet. 

fus trfbet unde zAhet, 

als unde die unde, 

der tac und die ftuode. 

daz nA ift vil fchiere orgAn, 
190 die kunftic ztt beginnet £tn. 

airus fich jagent tac unt nacht, 

Twie ungelich fie fln geflacht 

die nacht ift fwarz und Tinfter gar, 

der tac helle und liechtgevar. 
195 alfus hdnt funne und mAne 

ungelich getAne. 

die funne rAt am himele ftAt, 

fA fie Af und under gAt, 

durch ir irdenifchen art. 
200 ie m6 fie fttget Af wart, 

ie fchöner fie fchtnet 

der mAne am himele fwtnet 



ALBRECHT VON MALBER8TADT. XXXV. 205 

unde wechfet alfd wol : Metam. 15, 197 

nu nimt er abe, nu wirt er voL 198 

205 daz }&r enviere geteilet is: 199 

daz mac man za geltcbnis 200 

und zu bifpelle 

menfcbiichem lebene zelle. . » 

der lenze ift weich an ßner kur: 20i 

210 daz mac man ouch an kinden fpur. 

nn krAt ift mur unde kranc, 202 

iedoch dar nAch über lanc 

ez an ftengel fpringet 203 

und über die erde dringet 
215 unde edele bifimen treit, 204 

dA mite die erde ift bekleit. 205 

noch ift ez allez äne tugent, 

als an den kinden die jugenU 

dar nAch g4t uns der fumer an: 206 

220 den geltche ich einem jungem man, 

der wirt als des krütes krafl 207 

■ 

witzec unde tugenthaft 

und fwinde an allen dingen, 20S 

als die biAmen fpringen. 209 

225 an dem dritten alder lit 

des warmen herbeftes ztt, 

d& der hitze wirt min: 210 

fus kület fich de; menfchen Tm. 

nu fehet wie der winder kalt 212 

230 dar vert trArec geftalt: 
(150a) Rn hftr treit grAwe varwe. 2i3 

alfus ift begarwe 

daz grAwe alder geftalt: 

daz geliehen ich dem windpr kalt 
235 Der menfche in müter übe 218 

von natüre tribe 219 

wachfet und kumt an daz liecht, 220 

der doch 6 was enwicht. 

fA er kumet an den tat, 221 



296 ALBRECHT VON HALBERSTADT. XXXV. 

240 fim übe er nicht ftüren mac, 

kriechende an allen vieren MeianL 1», ^ 

geltchet er den tieren. 

dar nAch er fleh beginnet beben, 

zu benken und zu ItAlen kleben, 
245 dar ane gAt er her und dar. 

uberlanc wirt er gewar, 

daz er der lide mac walden, 
(150b) und gftn ungehalden. 

nu lernet er loufen fAn. 
250 tö die jugent ift ergAn, 

dar n4ch kumt die mitte ztt, 

die zwifchen jugent und alder Itt. 

zu jungeft er verdirbet, 

er lit nider und fttrbet. 
255 fus wart von Milöno 

geweinet fine fchöne: 

flu arme ftarc und finwel 

die hiengen nü als ein vel. 

dö HelenA ir wangen 
260 mit runzen fach befangen, 

dö fie zu ir alder quam, 

harte wunder fie nam, 

wie ir in ir jungen tagen 

fö maneger minne hAte getragen. 
265 al daz fchdne ift geftalt, 

des hat daz alder gewalt. 

fö mac ouch nicht verwifchen, 

die elemente enmifchen 

ir eigenfchaft under daz: 
270 daz wil ich A bedAten baz. 
(151c] Die elemente viere 

mac man fus teiliere: 

zwei fint fwAre und trAge, 

zwei enhdnt nicht wAge: 
275 erde und wazzer Ogent, 
luft und viwer fttgent. 



ALBRECHT TON HALBBRSTADT. XXXY. 207 

wan Ire hAnt Itchte art: 

d4 von varnt Ce üf wart. 

die Yiere über der erden rioc Meum. 15, 244 

280 temperierent alle dinc. 

zu wazzer dicke de erde wirt, 245 

daz von der lüfte verwirt: 246 

daz wazzer mac fich ktre 247 

in lichte luft, fwie IwAre 
285 were fln ndtüre. 

die luft wirt zu vüre, 248 

daz vür wirdet wazzer wider. 249 

ez leit fln Itchte der nider 250 

und wirt fwAre eteswac. 
290 na wirt ez luft, na wirt ez naz. 251 

fu8 ift nicht Af der erde, 252 

ezn muge anders werde 256 

danne ez w6re bevom. 

diz dinc heizet gebom. 255 

205 ob aber ez verwerde 257 

und k£ret von der erde, 

daz wirt geheizen fterben. 

kein dinc mac alfus werben, 259 

deiz bitbe unwandelbare. 261 

300 dannoch fagen ich m6re: 

dö daz alder guldfn 260 

zugie, 66 quam daz tferfn. 

von einem lande ich fagen kan, 262 

daz was ein M eteswan. 
305 ouch wart daz mer zu lande. 263 

daz man dA bt erkande, 

daz fnecken fchaln hin unde her 264 

verre lAgen von dem mer 

und vant man den ebker dA 265 

310 ligen an den bergen hA. 

daz mer wart ein trucken lant, 266 

daz wazzer von der dorre fwant, 268 

Af ein ort ez nider feie. 



208 ALBEECHT VON HALBBB8TADT. XXXV. 

uf ein ander cz ileic. 
(I51d) AntiiTA unde PhAros MeUm. lü, ^: 

und in Phöntce Tyros, ^^ 

dA vil wazzers 6 vlAz, 

die lint nu trucken unde bMz. 

lUlje und Sicili^ r« 

320 die wAren ein ftucke 6» t< 

6 fle daz mer von ein fchiet t< 

und dA enzwifchen geriet 

ir muget ouch yinden Eiiotn 2:l. 

und Burftn under wazaer fttn, -5t 

325 die wAren ftete gebüwen wol ^ 

und kriechifcher 16te vol, 

aife noch hAte 

wizzent fcheflüte. 

von einem buhele ich A Tagen, m 

330 derlt nicht zufaoiene getragen : 

da was 6 ein gevilde. 2«; 

durch gr6ze unbilde 

in der erden unden 

die winde eins begunden w 

335 wider der erde rechte 

ftriten unde vechte: ^» 

dA durch fie wänden drucke. 

dA weich ez zu rucke, 

alfe fich ein blAfe blAt: 3as 

340 dA von noch der buhel flAL ^ 

Maneger dinge mich gemant, 3v: 

die mir alle lint bekant, 

in LibjA ich ein wazzer weiz, ^t^ 

daz ift vrü und fpAte heiz, 3io 

345 umbe mitten tac ift ez kalt. 

ein wazzer ilt fus geüUlt, 3t i 

r6 der mAne fwtnet, 312 

fwaz holzes ez berloet, 311 

daz enbrinnet zuhant 
350 ein wazzer hAt GicAner laol, 3i3 



ALBRECHT VON HALBEBSTAOT. XXXV. 209 

fwer dar Az getruoke, 

fwie lutzel ez in dunke, 

fin gederme wirt fAn 

alfe (leine geUn. 
355 fwaz ez rüret dinge, lletam. 15, 314 

daz wirt zu kifelinge. 

Ghratis unde Sibaris 315 

hftnt die art, des fit gewis, 

die tünt gltzen garwe 316 

360 hAr nAch goldes varwe. 

ein vluz fusgelAn is i 319 

(152«) (der ift geheizen Salmacis), 

fwer dar in badet finen l!p, 

des wirt zu manne daz wip 
365 und zu wtbe der mau. 

ich weiz ein wazzer» daz kan 320 

die lAte flAfen machen, 321 

daz fie nicht entwacben. 

ein wazzer ift fus geoArae, 322 

370 fwer des ein lutzel n^me, 

der trinket niem^r mAre wla: 323 

alf(& gut mac nicht gelln. 

ein fd ift in ArcadiA, 332 

fwer ein lutzel trinket dA, 
375 fA lutzel er nicht trinken kaa, 

er enneme fchaden dan, 333 

obe ez nechten gefcbicht: 

tages fchAt ez nieman nicht 334 

ein wazzer ie ftille ftAt, 338 

380 fwie vafte der wiat wAt. 339 

Der brinnende EtnA 340 

fol nicht iemer fus geftA. 341 

fwaz vAres üz im fchrite, 

daz belibet doch nicht fl^, 344 

385 wan ez in dem hol zugAt 345 

und anderswA üf ftAt. 

lichte ez yerlafte, 



300 ALBBECHT YON HALBERSTADT. XXXY. 

ob nicht mit ftarkem blaftd Metam. u, ^¥> 

1018 die winde veraigen. 
390 obe die winde geligen, 

fA Itt euch daz vAire, 

ob im nicht kumt zu ftAre »: 

mAtArje, daz ez brinna u« 

(152>>) obe im der zurinne, 3»! 

395 fd mAz ez allez zugAn. » 

von lAten ich gebArt hAn, u 

die tragent an in gevidere, 3&t 

daz Ce hin und widere 

mit zouberfe mugent wegen. 
400 wir fehen ouch wie von dem regen 362 

die erde mit genuchte 

hirt wurme Az der vuchte. 3C 

fwer den ochfen begrebet» m 

uberlanc er fich hebet, }& 

405 und gAhet vliegende hine 

und wirt allez niwan bine. 3« 

fwer des krebezes fchAre abe »8 

breche und in die erde grabe, z'a 

dar Az wirt ein fcorpion. 3:1 

410 an loube Ctzen ift gewon )75 

der vrofch, der in der Arften zlt nf> 

Ane bein in einer hulwen Itt: 

dar nAch wachfent im die bein 

Yome und binden mit ein, 
415 binden langer danne vom: 31$ 

wan fie zu fprunge fint erkorn. 377 

an dem jungen bem man licht 3«9 

wunder daz dar an gefchicht 

t6 Oe birt die birin, 
420 kein geftalt man ficht an in, 

unz fie die aide quecket ^ 

unde dick^ lecket: 

dA gtt Ce in geftalt mit 3Si 

unde wachfent in die lit 



ALBRECHT VON HALBERSTADT. XXXYI. 301 

425 fwer eine fchaln Mi enzwei, MeUm. t5, 387 

iätt halp ein vogel, halp ein ei. 
dirre dinge ficht man yiI, 
der ich nicht alles zellen wil. 



(153a) Julius zu keifer wart gekorn: 745 

der von dem kunne was geborn» 

daz mit En6afe quam 

yluchtec in lUliam. 
5 der befaz geluckes rat 

und hAte lange g&te ftat, 

wan er twanc mit finer hant 752 

allez britifchez laut 

im wart ouch zinsbare 755 

10 HithridAtes der m^re. 

Jubft ftalte fich zu wer: 

dem geftreit er mit her. 

im wart Egyptus undertAn. 753 

im mochte nicht widerltAn 
15 wan eteslich R6mAre: 

den wart er unmdre. 

PompAjus wart ir houbetman. 

die greif er fkrititchen an 

unde flüc über al 
20 Hner vtnde ein gr6ze zai 
(I53i>) und hielt römifch rtche 

fus gewalticliche, 

unz fie durch nit und durch haz, 799 

d6 er apoe gerichte faz, 
25 ir fchaden allen rAchen 

und in mit griffein flAchen. 80i 

DA wart des rtches h^re 

Auguftus der m6re: 

al die werlt er betwanc 830 

30 von Afganc unze an niderganc. 



302 ALBRBCHT TON HALBEKSTADT. XXXVf. 

unde fchein alfus Meum. ta, 

gern im kleine JAlius. 

dA wart alfö g6ter vride, 

zu flcheln man begunde fmide 
35 fwert uride halsperc 

und zu phlAge allez werc. 

in der zite Yridefam 

unfer tröft &f erden quam, 

der gebom wolde fln 
40 von einem reinem magedtn, 

der uns erwande den tot 

und die hellifcben not 

dA wart ouch den beiden 

gotes name befcheiden, 
45 und fAhen daz ir apgot 

wAren niwan tüvels fpot, 

die fie A gote nanden. 

einen got fie bekanden, 

des name gelobet werde 
50 fol niden Af der erde 

und in dem bimelrlche 

nA und Awecitche! 



**!,<• 



ANMERKUNGEN. 

Prologns^ Obersehrift Meyster AlbrechU Prologns hebet sich hie al- 
sus. 5. Yeraemend. 6. die] ich habe so, nicht diu geschrieben, wie 
Haupt und das Bruehstueh meist, weil die %U Albrwhts übrigem Foea'- 
lismus besser stimmt. 11. ande Haupt. 12. daz ez Haupt, 15. 
Adam. 16. Bi/S zft Abraham; man dürfte auch sehreiben qdi an Ab- 
rahAmen, vgi. prol. 68 unz an daz zil, 85 ergiengen an die Stande. 
17. 18. hold : wold. 19. niemand liänd. 20. sünd. 21. betten. 
22. thetten. da ^, do B. swaz Haupt, si immer Haupl. 24. teof* 
fe! AB, tlovel Haupt, 28. stammen. 30. die j4, sie B^ st Haupt. 
33. iii dem wald. 34. gewald. 35. Der teüfelischhe melsierschaflt; 
die {Haupt dia) habe ich nach Haupts Forgange gesehrieben; in dorn 
Bruchstücke begegnet nur rittersehaft 134^ wo das Geschlecht nickt er- 
tiehtlieh ist. 36. der mit Be%iehung at^ das in tüvelische liegende 
lA\t\ Haupt. 37. darch] mit? 39. Beß moeht er sicherlieh AB, 
die Besserung rührt von Haupt, vielleicht ist %u lesen des mochte er 
sieher wesen ie, die werlt er es niht erlie, wegen erlie geändert. 
40. tß der weit, von Haupt gebessert. 41. Wan do war. gesftch. 
wan d6 was gr6z sin saoche Haupt; vgL 148d. 42. sin Haupt, fehlt 
AB, disem buch AB, d. buoche Haupt. 43. Inn rechtem. 45. 
diser. 47. Türing. 48. Be/ff la^ ich sein, ioz Haupt. 49. fttn- 
den AB, lündent Haupt. 50. zSnander, 54. Each-di/ff. 55. zft 
Teötsche. 57. tichten. 58. siz Haupt, haben. 60. etewaz Haupt, 
64. wart fehlt, 66. als] wie. 67. ihrem. 68. hiß an. 70. aller 
weit. 71. IHden : schmiden. 73. Segen, hiez Haupt. 75. wer- 
den : erden AB, Haupt, vgl. das Bruchstück 132. 76. itf der erden 
Haupt, 78. dem AB, Haupt. 80. Banderlich. 

gl — g3. Darnach über lange zeit Als ich each jetz bedeit Aach 
da setz zä vor Zwelif hundert jor Vnd zehene bevom. Die Besserung 
Haupts Staat : linnt habe ich beibehalten, wiewohl mir nicht wahr- 
»ektinUeh ist, dass fFickram diesen Reim anlernt haben würde. 85. 
ergiengen Haupt. wAren fehlt. Ich habe dem Ferse eine Hebung mehr 
gfg^en, um des folgenden willen, weil die Kürzung gnnde nicht er- 
laubt üt {sieh Zeitschrift S, 404). 86. d$ß Bftch. 88. Der inn. 



304 ANMERKUNGEN. 

89. 90. vertauscht AB. 90. Türingen. 92. billicheD AB, Hmwpt 
dran Haupt, 93. Dem Forsten zJi band, von Haupt gebessert, ^. 
Zecfaenbach, geheuert von J. Grimm, Zeittehr. 8, 10. 97. f A didileiL 



I 

Oh wiek der Anfang hei ßf^iekram unmittelbar an den Sekiust äa 
Prologes anreihte, wissen wir nieht. Die ersten vier Veree bei Otii 
sind im deutsehen Teset» nicht wiedergegeben, weil sie stiM Tkeü m 
Prologe 62—- 69 umsehrieben waren, 

1 — 7^ Metam. \, 5 — 6^ aber nur allgemein umsehreibamd. l 
Ehe dann Fewr. ?nd Wind. 2. Inn eyn recht Ordnung besch. 3. 
4. Wie dafi jetz jedes inn sein grodt Nodi ordnnng Gots fli^ wegt nd 
stot; die von mir gegebenen Reime tr^en wohl nieht das richtige, uk 
glaube Albreeht reimte du ieslichei an stne stai nAch gotes willeB ist 
gesät. 5. Zftnor wars a. noch. 6. W. vnd e. die st hoch. t 
Dann sie domals den 1. Ich habe die Inft gesehrieben, weil den writ- 
teUeutsehen Dichtem das Femininum gelät^ßger ist, vgl. auch Zat- 
sehr. 8, 407. 8. Yngest&mlich d. e. lieffen. 9. 10. Die Erdt sid 
nidersenckt sehwerUch Eyn Bley Idotz inn eym Ey gelieh, wki wegn 
seie geändert. Der Moite Reim teic ergab sieh aus dem ersten; der 
Fergleieh gehört u4lbreekt, im lateinischen nur 1, 8 pondus inert. Un- 
passend setzt fFiekram ey /Fir teic Karl 3948 nn sazte em (ßuelemi 
den Sper) aber anderswar, dA sanc er alse in dnta teic (: neic). iL 
12. So mochl auch inn liein weg die erden Tor den wassern nieoMf 
satt werden. 13. 14. Dem wasser geschach von jr auch bang Das es 
mocht kommen inn keyn gang; die Redensart ze gange komen kann iA 
nieht belegen. Mit näherem Af^chluss kann man auch losem daz o 
nicht quam za gange: sus stritens. 15. Vnd stritten also vmb das gt- 
wicht, Metam. \, 9 non hene junetarum discordia semina rerume. 16. 
Die schw&re kempifet mit der licht; Metam. i, 20 «tji« pondero kobta 
tia pondus (pugnabant). 17. Da^ titicken war wider da^ nefi. 1$. 
Die HiU wider die kelün was; die häii/lge Reimbindung s:i bei iFidt- 
ram ist für Albrecht nieht zuzugestehen. Die Zeile ist unsicher, weit 
man nieht einsieht, warum IFickram daran geändert haben selUe, 
19 — 22. All ding starck wider naoder war Mit solchen kreftca 
deß nie gar Die Element kamen inn gemeyn Sie mochten Gebern kcjn 
vereyn. 23. 24. Kein sftfi noch mon noch scheinen thet, die Sastcr- 
nu^ jren fSrgang hett, wegen kne und des klingenden Re&nee geändert. 
25. 26. jedodi wie die ding geschaffen waren lut menschlich verannft 
nie erfaren, wegen jehen. yers 25 — 42 sind Zusatz des äeutsekm 
Bearbeiters, ich denke sehen Albreehts. 27. 28. Dafi so mehr maa 
dniff sint Tnd tracht So mehr jrrig wirt man ich acht, w^en des rüh- 
renden Reimes geachte : achte. 29. 30. Dramb ich den fftr eyn thoren 
halt Der will erwlgen* solcher gestalt, der Reim ist nieht eeht. 



ANMERKUNGEN. I. 305 

auch das von mir gesetzte nicht genügt, 31. 32. Die ding die nieAer 
seind zerfaren Ich gleich inn eynem tollen Narren, wegen welle geändert» 
33. der] So. jnn eynem wald. 34. Eyn vnhelianten weg vnd hald. 
35. Ynd geht doch für sich mehr vnd mehr. 36. Bi/? er verirret also 
sehr. 37. war] wo Kaß. 3S. Wer doch hie aussen b. 39. Die 
weil er Steg vnd weg noch wost. 40 — 42. Also jrt er sich aach vmb- 
snnst So heymiich ding meynt z& ergründen So menschlich vemnnfft 
nie mocht finden. 

43 — 72, MetavK, 1, 21 — 44. Demnach der ewig mechtig gott Den 
streit vnd span zerteilen wott, ven J. Grimm, Zeiteehr. S, 402 geheuert. 
45. 46. Schied er das wasser von der erdt Die finstenra/ff vom liecht ah- 
kert, wegen de» Heimes geändert. 47. 48. Den laut das meer himel 
vnd erden Niemer mehr anders gemacht (gemachet j4) werden. 
49. 50. Dann wie sie gott mit ersten band Also bleibt (bleib B) jedes 
inn seim stand. 51. 52. bei W. ungtfähr ebenso lautend. Die Verse 
Ovids, Metam, \, 26—- 31 sind durch 51 — 55 nur unvollkommen aus- 
gedrückt. 53. Beß gleich als das do (so B) ist anif erden. 54. onch] 
wesenliehen. 55. Hoch inn. 56. Also. 57. Durch den ewigen 
schopiTer schnei. 58. Die erden macht er gantz simwel. Meine Her- 
stellung beansprucht nicht das Richtige %u geben: aber offenbar ist 
schnei nur ein Zusatz des Reimes wegen, wenn auch sinwel echt sein 
mag. 59. Ymbgab die mit wallendem meer, wegen wAge und des 
klingenden Reimes geändert. 60. Draus sich die windt erheben seer. 
61. 62. Das erdtrich er mit braunen quallen Ruelich begobt vnd wasser- 
wallen; keines der Reimworte ist echt, geändert seheint wegen rannen, 
rütch ist vielMeht echt, man kann es vor rannen einschieben. 63. jr 
zirclc vnd geng, der Au^pillung wegen. 64. Als noch der br. u. nach der. 
65. kaß tieifem meer vnd kummen all. 66. Wider dorin inn jrem vall. 
67. 68. So sie die erdt durch wessert band Ynd feucht gemacht die 
tracknen landt; vielleicht reimte genetzet : geletzet? 69. Er ordnet 
berg vnd gipffei h. 70. Die Thaler {fehlt er) inn ebni z. 71. 
72. Die zweig an Beumen ordUch bereit Mit jren esten au/Tgeleit 

73—112, Metam. 45 — 60. 73. 74. Der himel ward geteilt gelieh 
Inn fj&nff gleich teil ordenlich; geltche : ordenliche käme Albrecht nicht 
zu; strAze habe ich aus der Uebersehrift Yon den fünff Himel Strassen 
entnommen, Metam. 1, 46 steht zone; vgl. den Lueidarius des %wd{ften 
Jahrhunderts bei fFackemagel, die altdeutschen ffandschrfften in Basel, 
S. 2t 9 disiu werlt ist in fünfiu geteilet; ein strAze gAt mitten durch die 
werlt, diu ist s6 verbrennet von der sunnen, daz dA kein menschlich We- 
sen mag sin . die üzeren strAzen zwuo die sint nicht erbüwen . . 
75. mittel, vgl. der mitter Uch Br. 204. 76. Gleich eim brinnenden 
fewr gantz hei/J. 77 — 82. Ausführung von Metam. \, 45 — 46, wo 
Ovid nur andeutet. 77. Die äussern himel seind so kalt 78. Das 
man nit kelters f&ndet bald. 79. Die leisten zwen seind t. 80. wer- 
[XXXYIII.J 20 



306 ANMERKUNGEN. I. 

den mittelmessig regiert geteilieret wie Tristan 76, 17 und begasde a 
teilieren: aber es kann auch ein anderes VTart in AettXdm gestamin 
haben, 81. noch] weder. 82. Dann der jedes (jeder B) lut (da- 
chen g. 83. 84. Nun ist das erdtrich ao^geteilet Inn drei tlieyl i4 
eß gar nicht feiet: vunf habe ieh geschrieben nach nomero eodem Metern. 
1 , 47. Der Reim kann übrigens echt sein, veilen Jur Tclen ist mittel- 
deutsch, dann hiess es etwa der erde niht enveilet, sine sten Timf ^ 
teilet, was mir aber doch bedenklich scheint, 85. Das erst Iheri ist 
so h&ß von f. Das Neutrum hätte ich hier und 89. 92 heihekettn 
sollen, da es mhd, das gewöhnliehe ist, 86. Ynd von der hitz s«i 
87. dA] jhn. bewonen. 88. An keinem ort bei nacht noch ut 
89. Der andren zweyer hiiüel ist 90. Alweg so grim vod kalt t« 
gefrist: vielleicht reimte aber is : gewis (des stt gewis?) uttd dttäsA 
änderte fFickram, 91. 92. Da^ niemaht do vor sehne nodi ci^ Wh 
wonen mag den selben kreijff, wegen des lr{ßn, gesU geändert. 
93. 94. Der letzsten himel theyl der erden Durch jr mittel bevoeet 
werden: die Herstellung ist unsicher, Jur bewonet habe ieh gebdici 
geschrieben, wie man auch 87 lesen konnte daz daz kein mensche htoi 
mac. 95. 96. Er hat auch geschaffen da^ vom lufllt Kummen solia 
reiffen vnd tufft tuft zu verwerfen schien kein Grund, da es bei mi 
Dichtem vorkommt: wölken habe ich aus Metam, l, 54 ergibt 
97. Darzfi die w. u. die. 98. So sich erspreit jnn allem leU 

99. von oben abher. 100. sich anschiebt 101. wurden geschafcB 
alle w. 102. So mit dem lufiTl vereinpart sind. 103. 4. Die bna^ 
mit jn regen tonder Ein jeder hat sein art besunder, w^em gewcfci 
geändert: denn dunder wäre für Albreeht unerhört, 105. 6. Dana 
wann sie etwan z& zejten All vier vrider eynander streiten. Man Hai 
vielleicht besser obe sie zu keiner ztte wider ein begunden stilte: widir 
ein wäre md, Sprachgebrauch gans angemessen (zur Erlasung 5112). 
107. 8. Worlich es nicht eyn wunder wer, Wann sie als das aaff crdri 
vnd meer: die Herstellung ist unsicher, wie auch die beiden Jolgemin 
Ferse, 109. 110. Ton boden au/? dem grund zerrissen Ynd auff dfr 
erden gar zerschmissen. 111. 112. Dann wo sie hetten gewalt geickk 
Sie st&rUten das gantz erdtrich (erdtreich B), wegen gevall g^Smierti 
schrieb Albreeht magen statt gewalt, so reimte dartt^f etwa daz mosta 
ertriche klagen. 

113—156, Metam, 1, 61—85. 113. 114. Evriis der liorf 

wont gegen osten Mit seinem temperierten plosen, wegen wAt ^i- 
dert: W, sagt meist iregL 115. beschlossen halt 116. Kui eyier 
sUrken hui mit gewalt Die Nabataea regna Persidaque Meiern, 
1, 61. 62 sind weggelassen: ein Zusatz dagegen ist du hol; mstd Vm 
117. 118. 117.8. Er ist gantz milt zft seiner zeit Demnach er dtvii 
kule geit. kfilde {d, i. küelde) habe ich geschrieben, weil es die ml 
Form ist, mhd. fFörterbueh 1, 7796. 119. ist fehlt, Z. f*t 



ANMERKUNGEN. I. 307 

120. den halt auch A. inn hftt : g&t üt i^ffenhar Flickwort, vielleicht 
reimte aber 8us : Zephinis. 121. Der selb wehet von westen her. 
122. So ktunmet der trüb vind Auster. 123. Von Baden trawrig her. 
124. vberzogen. 125. Inn sein fechtichen ist er \hß. 126. Dann sie 
jm seind y. r. na/7. 127. hart beschwert 128. Boreas jm entgegen 
fert, wegen de» klingenden Reimes und k^re. 129. Mit kaltem lufit 
über die ma)S. 130. Damit erfeult er. 131. Er weht doher au/Gk eys 
md sehne. 132. Ynd knmpt her von norden dem see; norden von dem 
s^we tagte Albreeht mit Recht, mit Uebertragung at{f seine Heimath, 
133. 4. Do n&n der himel geseobert war Von den jrdischen dingen gar: 
die Herstellung von 133 — 146 ist unsicher, nur um ein Ganges %u 
gehen habe ich sie versucht. Der Text hei W. lautet yn<j[ die grob 
dickheyt waj? dohien Do sah man schon der Sternen schien Inn allem 
himel schon vermengt Ynd allenthalben schon behenckt Als Got di/? 
als ersehaifen hatt Ordnet er jedes ann sein statt Dem Himel stemen 
Sun ynd Mon Dem loffl da/? edel gefftgel schon Die fisch gingen jnn 
Wasser flössen Das wiltpret wont ifl den wjltnussen. 136. bAren von 
Wiekram überall entfernt ist nicht unwahrscheinlich, 138. ganz un- 
gewiss, 140. drAte meist von Wiekram beseitigt. 144. onden, eben" 
falls von Wickram gemieden. 145. 146. ganz unsicher. 147. 
148. Noch mocht kein rechter brnch nit werden Dieweil keyn mensch 
nit lebt anff erden. 149. 150. Dammb got anch den menschen schaff 
Reich am verstandt inn sein berfiff: die Herstellung ist nicht unwahr- 
seheinUeh. 151. 152. Gott gab jm gwalt über alle ding So waren inn 
der erden ring. 153. gesteliet. 154. dai] welche gnad. 155. Dar- 
amb jn gott also gemacht 156. Domit er sthets sein w. bedracht. 

157^202, Metam. 1, 89—112. ist sas] billich wirt 158. Für 
gfildeo vnd also genant 159. Dann der zeit ala menschlich g. 160. 
knß gantxem hertzen liebt d. r. 161. man] man steiff J. 162. On 
alle g. forcht oder eydt: doch scheint vorchte da gestanden zu haben, 
Metam. 1 , 91 poena metnsqae , daher wohl Ane gelubde vorchte nnt eit 
163. So dorfft man keyn rechtlichen zwank. 164. keiner detht dem 
andren zokartz noch zalanck : das richtige Mass bezeichnend. 165. Au^ 
gantzem grand bestandt d. r. 166. der herr vnd anch. 167 — 202 
bei Albreeht in andrer Ordnung als im lateinischen Texte, nämlich in 
folgender, 93 (:= 166). 97—106. 94—96. 103^106. 101 — 102. 
109 — 112. 107 — 108: ich weiss nicht ob in ovidischen Hss. eine ähn- 
liche Umstellung der Verse begegnet: dem Sinne nach wäre sie recht 
gut denkbar. Aber die Umstellung im deutschen Texte kann erst von 
Albreeht herrühren, wie auch der Dichter der Erlösung die vierte 
Belöge rirgils 1904— 1980 nicht Fers für Fers wiedergibt. 167. noch 
kein verschlo/fne. 168. keyn gewaltig bergschlo/J niemant hatt: gesät 
vermeidet fFiekram, 169. keyn hohe dAm dorfft man nit haben. 
170. keynen tieffen gr. 171. vor noch steht Do war keyn vnfrid. 



308 ANBIERKUNGEN. I. 

172. n. w.] auch keyn gro/f rflstnng. 173. 4. veriausekt Domal keii 
ro/f nie g. war Keyn hämisch noch keyn helmlin gar, dann yeJkieu ä 
meinem Texte zwei Zeilen, die ich nicht herstellen kann nnd die tfsri 
im Original nichts entsprechendes haben, Do was kein ampt oorh rep- 
ment Keiner ward Tom andern groj? genent. 175. keiner a. wui 
anch n. g. 176. All hantierung blib vnderwegen; andenregen kest 
richtig sein, aber hantierong gewiss nicht. 177. Die weld noek «&- 
durchhawen standen. 178. kein schifiTnoch ma/n>aamward nie fondci: 
stunden : vunden wäre Albrechts Dialekte nicht zuwider, und ieä iabr 
es einigemal beibehalten. Nur der klingende Reim könnte Ursmeke dir 
Aenderung gewesen sein. 179 — 182 bei W. nur zwei F'erse: itk ^ 
stehe dass ich nur aus Noth vier gemacht habe, aber der rähmü 
Reim habe : habe ist wohl zuzugeben. Man könnte schreiben galka 
holchen üz der habe sigelen durch deheine habe. Niemant sUJt n^^ 
gelt gät noch hab Do war kein Hilck gälte nochnahab. In letzterem ß'ert 
scheint nache zu stecken, das im Mhd. nicht nachgewiesen ist; ich Jbät 
es in einer Erzählung des vierzehnten Jahrhunderts, Kellers RrzäklmB- 
gen aus altd. Hss. 635, 2 in ein nache n saz ich dl. 183. kein schif- 
fart über meer nie geschehen. 184. Eyn nation alleyn ward gescbn. 
185. Die weit hatt an der s. 186. So jn das erdtrich. 187. Vnb 
fisch Vügel thet man nit flehen; vl^hen : sieben wäre richtiger Rom; 
aber Metam. \, 104 steht nichts ähnliches. 188. wan fehlt. mi 
auch: 189. Die eycheln biren andre frucht; biren seheint Zusatz tee 
Wickram, vielleicht auch und eichele die die eich bar. 190. jr best 
gericht. 191. 2. Auch andre wSrtzlen au/? dem grundt Das war jr 
besten speis au/?bunt, wegen des klingenden Reimes. 193. Do bra«ckt 
man noch kein ehg. den fehlt. 194. Ynd wSehs jo dannock 
195. Ohn aller menschen a. g. 196. Milch h. w. inn becfaen 1 
197. DeJ? Summers zeit die w. i. 198. keynen w. 199. Die sanillei 
wind von zephiro. 200. Die giengen auff der erd so noh , wegen sm, 
das W. meidet. 201. Daß sie bewehten b. u. g. 202. Wdcks 
niei&er mehr ohn blAmlin wäß; vielleieht besser dazz oder deiz. Darnz 
noch vier Zeilen Die blum geziert von friicht vnd bläst Yod vürraea 
keiner (kleyner B) ward verw&st Darumb man billich mag genenneo 
Die gülden zeit für die erkennen;' ich habe sie getilgt weil OM mehts 
entsprechendes hat. biAste : wAste wäre nicht gegen AlhrechtaSpracke, 
doch scheint bluost ein jüngeres Wort. 

203 — 232, Metam. \, 113^124. Bald Jupiter dea Satnmaa 
Von himel trib do war schon rum Die gAlden zeit vnd auff der baa 
Die Silber zeit die fing jetz an. 203. 204. Nach Metam. 1, 113 mi 
mir hergestellt, wenn auch unsicher, aber Satumum : rum ist okme 
Zweifel unecht. 205. 6. W^en ergin (Partie.) : shn geämdsrt, 

207. 8. Wann Jupiter alleyn für sich Behalten thet das himelrich, wegtm 
wielt: aber auch diese Zeilen sind unsicher. 209. 10. Nach Metern. 



ANMERKUNGEN. I. 309 

1, 115. Do haben sich die jar silberin Warn g8t doch nit so gfit als 
jhen, wegen £r {Erz) geändert 211--213. Dann sich die zeit ver- 
eodert schier Ynd ward daj? jar geteilt inn vier Quattember wie mans 
noch jetz halt. 214. Do ward die zeit vngleicher gestalt. 215. An- 
fing engstliche not vnd k. 216. Der kalt w. der hei/7e s. 217. Do 
kam der herbst de^ glentzen schin: ob Albrecht lenze sagte weiss ick 
nicht. Man kann auch meien lesen, 218. Als das geschach kam die 
weit dohin, geändert wegen künne. 219. 220. Fertauscht, Das sie 
fieng wonung an züsuchen Dann niemant wolt der zeit gerSchen. 
221. Eyn jeder sächet. 222» Vuder bäumen vnd felsens tach. 223. 
224. Aach haben sie zSbawen fanden Heuser mit RAthen so lang stun- 
den, wegen tochten. 225. Geflochten vnd m. 1. bestrichen. 226. z& 
feld erstlichen, aber das Reimwort ist falsch, weil Albreeht immer 
liehe sagt: vielleicht d6 quam der p0üc gestrichen oder geslichen. 
227. 8. Solchs was der erden vngewont Da/? man jrs grilnen gra/f nit 
schont, auch meine Herstellung ist unsicher, es reimte wohl ungewon. 
229. Dann man dahin thed sehen. 230. Welch doch die erd selb t 
zu forn. 231. Erst hob sich an. 232. i. p. vngewitter u. arbeyt; 

233—284, Metam. 1, 125—153. 233. 4. Demnach das mensch- 
lich geschlecht erst hart Thet werden vA gantz meiner art: harte ohne 
Umlaut darj nicht bifremden, übrigens schreibt man besser hart :'art 
234. ^rtner habe ich geschrieben wegen kr 210, und weil messin nicht 
alt ist, 235. Schickten sich erstlich zS dem streitt 236. Mit wafiTen 
kurtzten sie jr z. 237. 238. Doch wa/ff etwas gutigs bey jn Bi/? das 
die eisen zeit brach trin; weil Albrecht In sprach, kann der Reim nicht 
echt sein. 239. 240. Die hatt gewert so lang ich sag Ja \Aß aufiT den 
heutigen tag: vielleicht ist %u lesen die wert als ich ü sagen mac unz 
üf den h Atigen tac 241. Do fing an das eisen geschlecht. 242. Has- 
set die tugent vnd das recht. 243. trew vnd w. 244. Solch bracht 
der tr. groj? h. 245. sie sampt der warheit w. !246. Inn himel 
kert d. 247. 8. Gestigen war auff erden (den B) grundt: Hinter ir 
\\tß sie zd der stund. 249. gewalt u. zanck hader k. 250. Falsch 
vntrew gro/f betrug vnd 1. 251. Mit h. g. stoltz. 252. Dise. 253. 
Auff erden vnd sindts gewaltig besessen. 254. Do hub man an das 
feld zftmessen. 255. 6. M. r. teilet man daj? au/? Ejn jeder satzt 
eyn marcksteyn nans: die Herstellung ist unsicher, vielleicht stand im 
Reime gesat. 259. Noch wolt die weit kein g. h. 260. Das erdtrich 
sie durch theten graben. 261. Hin durch. manch kl. 262. Do 
kam das Berckwerck in ein gang. 263 — 6. Zum waffen fand man 
eisen hart Silber vnd gold gefunden wardt Domit der kriegjffman ward 
verselt All weit jhe reicher werden wolt; die beiden ersten Zeilen schei- 
nen wegen gewant geändert. 267. 8. Je reicher do die menschen wur- 
den Jhe mehr sie noch der reichtum schnürten, wegen vAren geändert. 
269.^ 270. Rauben und brennen ward gemeyn Galt gleich wans nur 



310 ANMERKUNGEN. I. 

gab g. a. 271. deth offt sein virt betriegen. 272. deih sdo evis 
liegen. 273. Bei brudern ward die trew gar k. 274. all o. bei e f 

275. hofll aaff seins vatters. Metam. \, 147 üt gar nicht ausgedntkt: 
Albrecht Hess es wohl weg, weil es zu seiner Zeit nicht hät^/lg varksm. 

276. TrA, ante diem Metam. 1, 148. Domit er mocht sein gut enrcika 
278. 279. Do fand man risen starck on mo/? Die berg vnd hohen scM- 
fen groj? Begundens auif einander tragen : die Herstellung ist unsieier. 
280 — 282. Das sie an die wolcken wurden ragen. Vermeinten iiuifiiad 
zfisteigen Hetten die Gott eyn solchs verzigen. 283. 4. Ynd nil tir- 
kiimen solchen gewalt Den Himel hettens gewannen baldt. 

285 — 302, Metam. 1, 154 — 162. Den hochmftt wolt doch« 
vertragen Jupiter heß hemider schlagen Eyn grosses tunter (tmdcr f ' 
plitz mit gewalt Welcher die berg so manigfalt Spielt oben ab bi^ ri 
dem grundt DarauiT der risen wonung slundt Ossa und Felioo fic 
grossen Ynd den Oljmpum starck on mossen: 287. 8. geändert vt^ 
wielt, 291. 2. vielleicht wegen pflAgen oder wegen des klingenden Rama. 
293. 4. Darunden lagen die risen gfoß znrpressen do Til blut toh i«^ 
295. 6. Ins erdtrich draus vil andre man Entsprungen die fiengeo «sA 
ahn. 297. 8. Ein tirannisch ynd fppigs leben Theten gar feifitfid 
wider streben. 299. 300. Inn bochmöt schmechten alle gfttt Vüß lald 
vil mort vfi todtschleg teth, wegen versmAchten. 301. dann doluB vis. 
ir müt. 302. Weil sie kamen von m. b. 

303 — 380, Metam, 1, 163 — 198. 303 — 306. Bei f^iekram stA 
Zeilen Als Jupiter den mutwill sach Yon dem volck vnd derglckki 
Schmach So dann die weit gemeinklich pflag Fftrt Jupiter eyn grase 
klag Ihn ward auch sehr gerewen das Die weit zu vor geschallm vas. 
304 könnte auch heissen wes die weit vreveles pfladi (: sacfa), wet 
Albrechts Mundart gemäss wäre. 305. 6 sind unsicher: uielSeiekt d4 
begunde in rüwen daz die weit was gebAwen. 307 — 313. Soldi kw- 
mer er verborgen trug Ynd tracht wie er dij? lästern gnS|^ Hkfal 
straffen darzu die wirtschaflt So jm bereit hatt der bo/niafft Licaoi 
der sehr gro/7 tyrafi So vester er gedocht daran So mehr es jn v«^ 
schmohen deth. 307. 8 konnte besser anschliessend heissen Den kan- 
ber er tougen trüc und was ot angestltche gnüc 309. 10 wfgn 
gewizzen geändert, 311. 12 wegen L^fchönh : m6, 313. 4 «Mig-mi ande: 
doch dürfte man auch sehreiben ie m^re ez im versmAte. er berief die 
gote drAte. 314. Zu stund berfiffet er die g<^tt. 315. Inn eyn gemep 
sie kamen all. 316. Die himelische strojff mit schalL 317. zweifs 
hindurch. 318. Ynd nach der sich s. 1. 319. 320. So es eyn hdler 
himel ist Sicht man sie vndem Sternen gemischt: 320. scfalnent vent] 
Bruehst. 241 der s6 verre phltt zu schtnen. 321. Den selben. 322. 
Wann sie beynander zäschaffen h. Metam. \, 171 — 176 sind im demtsektn 
Texte nicht ausgedrückt: die Vorstellung mochte dem deutschen IHekter 
fremdartig scheinen. 323. Als sie nun jnn verstmlnng s. 324^ Ganti 



ANMERKUNGEN. 1. 311 

still VDd n. ; wenn mAze sehwaeh nicht Albreekt zukommt, muts man 
gotellcheD ieten. 325. 6. Zu rond haniA noch jrer wirde Ejn jeder 
demnaeh jm gebArte. 327. I. sa/ff alleyn e. 328. so jhn gieng allen. 
329. gemacht vod helflfenbeyn. 330. Hielt er dardorch sein macht er- 
scheyn; dann noch zwei Zeilen Domit wolt er erzeigen sich wie er eyn 
gott wer gewaitjgldich, vielleicht dk mite er knnt tMe waz er gewaldes 
h^te: aber ich habe sie ausgelassen, weil bei Ovid nichts entspricht. 
331. za dreimoln er bewegt. 332. Dardarch himel vnd erd sich regt. 
333. Jupiter fing z& reden an. 334. H&rt war nmb ich euch beschieltet 
han : an : h4n, erlaubt sich j4lhrecht nicht, W, änderte wegen ane vie« 
335. 6. So wissend das mir z& der zeit So gro/? leidt ist geschehen ntt: 
die Herstellung ist unsicher, 337. Ja do. 338. Abten, vielleicht 
richtig, solcher g. 339. 40. Als sie die berg trägen zusammen 
Darauff sie schier inn himel kamen: wegen gewögen. 34t. Ynderstun- 
den vns zu ersteigen. 342. Eyns solchen 1. kürzer als bei Ovid \, 
182 — 186. 343. Alleyn was jetzund für thut gon. 344. Euch ge- 
meinlich geben zunerston: beide Zeilen fehlen bei Ovid und bilden den 
Uebergang, 345. 6. Solchs will ich rechen mit gewalt Als menschlich 
geschlecht vAbringen bald. 347. Ja alles was. 348. Ynd was das 
weite meer. 349. Als Oc. 351. Welches der St. 352— 353 /eA/^ 
bei Ovid, Ich sag wer dar bey schwert (schert B) zfihandt De^ eyd soll 
vnuerbrilchllch bleiben. 354. Di/f wasser hxxß der hell thAt treiben 
(bleiben B)y kann ich nicht herstellen, Metam, \, 189 sub terra stygio 
laben tia hico. 355. verschonen. 356. So alzeit thun noch meim be- 
ger. 357. 8. Dann wo maus faul fleisch vnß der wund Thut nemen 
wirt das ander gesundt: vielleicht besser ichsntden Az daz wunde durch 
bewam daz gesunde. 359. manchen gott. 360. So alzeyt thun noch. 
361. Dergleich w. 362. So wonen thun inn weiden bergen. 363. Dar- 
zfi vil Ewinnen ynd freyen. 364. Die sich all Yon vns z. 365. Ir 
tnmmer mftt jn solchs b. 367. Dar umb wir jn d. e. band geben. 
368. Vnd lond sie gern auff erden 1. 369. So mAgen sie nit sein on s. 
370. Yon bAsen lenten sein Yerb. 371. 2. Wie man spArt an dem L. 
]>er mir mit truz thAt widerston: wildez, notus feritate. 373.Denckt 
nit da^ Ich eyn gewaltig g. 374. Bin der euch zu gebieten bot. 
375. 6. Donder vnd plitz stehn ifi meim gewalt Wann ich will mags 
erregen baldt: unsicher, 377. gefallen vnd begeren. 378. Da/? {fieß B) 
nun kein mensch nit mag erweren: 376 — 378 sind Zusatz zum latei- 
nischen Texte, 

379^456, Metam. 1, 199—239. 379—382. Die gAtter rufften 
all inn gemein Wer mag doch der weit mArder sein. Der semlich ding 
darff richten an Denk aller hAchsten wider stahn : ich habe nach Metam, 
\, 199. 200 gtbessert; 379. 80 scheinen wegen des klingenden Reimes 
geändert, die beiden andern sind unsicher. 383. Er sol bilUehen 
wArcken bAsz; doch kann auch der stumpfe Reim richtig sein. Die 



1 



312 ANMERKUI^GEN. I. 

Beziehung at{f Auguitue \, 200—204 Hess Aikrecht mit Reekt 
weil sie für seine Zeit nicht passte, 384. Yod tos er ii^ 1. m. 3%;i 
grosse fr. 387. Ir guter willen delh jm wol. 388. Z& scfaveifR 
rfifft er manig mol. 389. Ynd wiocket oflt mit seiaer handk 39"^ 
Ehe daan sie schwiegen alle sand: unsieher, 391. Als nno e. s. do$. 
392. Zä eym vnd andern mol er sp. 393. habend nur. 3M. Ick 
mein er hab bezalt 395. 6. Dar umb mögt jr wol schweigen baU 
So sag ich euch inn welcher gestalt, wegen gedagen geändert, 3ST 
So bald Ynd ist erstlichen. 398. so gantz e. 399. inn aller. 40'.'. 
sieherlicben. 401. 2. Wolt dodi der red kein glauben geben, Ich kft 
dann selb erlaren eben, wegen |ehen. 403. * gottlich wesen. 404 
hinab auffs erdtrich. 405. Ynd zog za nind vmb alle 1. AOß. fi» 
sah ich grosse s. n. s. Die loealen Beziehungen, Metam, t, 216. 2iT 
fehlen im deutschen Texte. 407. Do begab sich das. 408. WA 
hin zo dem L. 409. 10. Bey jm thet ich eyn gotlich zdchen Yad 
thet da/? volck zum gebet erweichen. 411. So bald. TeroimiiiMi 
i kummen. 412. zun. 413. Sagt er gantz fr. inn sp. 414. 5. \A 
will versuchen ob er Gott Sey oder sunst. 416. Demnach weil ick 
417. Dieweil er Shß inn g. t. 418. als eyner der do. 419. 20 ä 
vier Zeilen Licaon eynem maü on f&g Sein hanbt gantz elendikfick ab- 
schlug Y^elcher im was z& geisel geben Den brocht er schentlich mi 
sein leben. 421. Ynd ehe dann er war gentzlich. 422. Er jjt kq 
dem vewr briedt. 423. mir jn auff zu einer. 424. Mir gra^jSi ofc 
der m&rdrischen wei)?; statt unwlse wäre ebenso richtig Awlse. 4£- 
Ynd als ieh sein. . 426. eyn fewr oben jns. 427. Das hau/? feri»» 
der Q. 428. Auch vnden auff eyn mechtigs f.; das »weite Reimmmi 
er/orderte kUngenden Reim ; vüre (viure) ist ungewohnUehe Form, hesm 
wäre viuwer : ungehinwer. 429. L. lieff hienaujff zu f. 431. Ah 
aber sehr. 430. Gieng au/? seym hal/?. 433—436 fehU bei (hü 
Ynd heulet also grausamlich Das alles Tolck thet (Srchten sich, wegn 
ercjuam. 435. 6. Do wuchs jm an der selben st. Eyns wolflEi DUirf 
zeen hals vnd der s. 437. 8. Domit er noch frist diser zeit Was j> 
mag werden füchsz vnd leüt: vielleieht besser und vrizzet onie AT discB 
tae swaz im vihes werden mac, wegen pecudes 1, 235; eher der Ran 
ist unsicher. Wenn fTickräm nicht slinden sagte, konnte das urtpriMg- 
Üeh ««mslindet : vindet; vgl. \, 577. 439. Dann als er. 440. Trag 
er eyn growen rock war 1. 441. inn eyn wolffsbalg verwcnt, vtga 
begarwe. 442. Wie mann an jm noch die färb erkent. 443. WoUß 
topen wachsen jm vnd beyn. 444. Der schottet wadel nit za Ucio: 
wadele mag echt sein, die ganste Verwandlung ist im üeutuks» rkl 
auifuhrücher als bei Ovid. 445. An blib nichts dann. 446. ^"^^ 
er noch raubt vnd Stelen thut. 447. 48. Gleich wo eis fiat daift 
wenig bitt Was er nit frist das tragt er mit. 449. 50. Seia i«S» 
brennen inn seim kopfT Sicht diebisch vnder seinem schopff, *^ 



ANMERKUNGEN. I. 313 

Manen. 451. 2. Wie er dann Tor gewont war Lanfit vnberatlien hin 
TDd har, wegen %k. 453. Gantz n. dückisch u. w. 454. Sehweifet 
er vnib inn dem. 

455—530, Metam. i, 240—280. 455. Licaon halt sein seh. be- 
sali. 456. Das aber ich. 457. Hand sie worUch Y. niU 458. Dann 
sie hands all gehalten mit: die Hentellung üt unsicher, 459. Licaon 
dem n. m.; «<af^ standen -bt besser gestunden ohne hi. 460. Der halb 
ich sie nur behalten k. 461. Das ich darin hett e. r. 462. Jedoch 
m. Q. satt bestodt. 463. Die zeit schon kommen ist zam endu 464. 
Den rath lobten die Gott behend: unsicher, 465 — 468 abweichend von 
Metam. 1, 246—249. 465. 6. Jedoch jr etlich nit warn dran. Sie 
zeygten vil der menschen an, wegen jAhen. 467. o. vnd gaben. 468. 
die Selben onch bed. 469. d6 fehlt jren. 470. Drnmb er sie 
tr&sten thet. ' 471. Ach lassen faren den u. 472. Dann ich will 
schaflfen ein volck so g. 473. lies bezzer. st] jhe ist A, jhe B, 
Der Reim kann auch gewesen sein bevom : Az erkom. 474. So fr. 
gintz ao^. 475. er] Jnpiter; das Komma nach gesant ist %u tilgen, 
476. himlisch. 477< 8. Do sorgt er wo die erdt verbrandt Der himel 
m&cht an gehn zuhandt: unsicher. Die ovidisehen Ferse 256 — 259 
sind ausgelassen, jedenfalls schon von Alkreoht, 479. Dammn the( 
er sich "Schnel bedencken. 480. Das er das erdtrich wolt e. 48t. 
482. Mit eyner wasserfl&t so gro/^ Damit die weit so gar hulfflo)?, w^en 
finden. 483. So erbermlich mu^t n. 484. So bald er berathschlagt 
hat danon, wegen sAn. 485. H. er mit starcken banden binden* 
486. Aeolnm den konig der winden : vielleicht eher hiez er vaste binde 
Aeolom den knnec .der winde. 487. Nemlich A. den wind. ' 488. d. 
do i. gantz trocken vnd geschwind. 489. d. all ding an/f der. 490. 
Dargegen hie/7 er. 491. A. den schwartzen wind so n. 492. Welcher. 
493. Der selb hat seinen 1. b. 494. M. dicken schwartzen w. br. 
495. Sein har. 497. S. beiden f. vnd üoß wihoß, 498. Waren ganU 
näß von r. gro)?: vielleieht vlnzzen al von regengnzzen, doch ist o/ür 
u Albreehts Mundart nicht entgegen. 499. den] Aln. 500. bald 
inn. 501. Also der h. 502. Ton Wolcken der luilt mochts niia tr.< 
503. fiel also. 504. D. r. wie die finster n. 505. 6. Herab zn thal, 
den regenbogen. Hat anch der nebel aberzogen. 507. 8. Mit finstre 
gar vertuncklet gantz Das man nit sehen mocht sein glantz, wegen 
garwe. 509— 512 Ztf#4fo des deuUehen Bearbeiters, 509. 10. D.w. 
stigen an/J dem meer Die %oß der lofft nider so seer, wegen sigen. 
511. 2. Auir d. e. mit grossem hauffen All wasser theten iSberlaniTen : 
nnsieher, wohl wegen des klingenden Reimes, 513. gantz nider. 
514. zn klagen. 515. S. gr. muh vnd sein a. 516. h. an das feld. 
517. 8. Zusat» des deutschen Dichters: vertauscht bei W, Dann das 
war als zomal v. An habem wejtzen geraten u. k. 519. Inn dem N. 
auch dar kam. 520. Das meer von vnden aufif so gr. 521. Yerkundt 



314 ANMERKUNGEN. I. 

auch allen wassern g. 522. Sie weren gleich g. oder k. 523. D» 
sie kejns wegs nit sollen lan. 524. Mit voller macht insammen stoho: 
ufuieker. 525. thuren vnd thor aaff s. 526. Die w. ström mit hall 
527. Eyn jedes macht u. «. w. 528. Das trucken landt mit wancr fl- 
len. 529. Dar zu ertrencken alles gar. 530. Ejn solclis Neptaae 
befelch war. 

531^576, Metam, 1, 281—308. 532. Inlfen w^ß inn. 5». 
534. Sie machten newe nnß vnd flö^ Alle bninnen vod waaser gä^ 
wegen gerunnen und des kHngenden Reimet: aber mns mag ^^okJ etkt 
sein, 535. 6. Theten mit grossem vngestdih wallen Ynd die gmi 
erden Aber fallen. 537. auch die. 538. M. seinem z. den. 539. 
540. Ynd machet weg dem tieffen meer Daoon thet tß ao^aflcii sehr. 
wegen unden. 541. Es thet bedecken alles fald. 542. Die ickir 
wisen grienen weld. 543. Das gebew die m. sampt dem vich. 514 
Ertrenckt es als gewaltigklich: unsieher. 545. 6. Die tempel sanft 
jren abgölten Mocht anch inn keyn weg niemants retten, wegmt da 
Reims, 547. Dann kein gebew so gro/? noch schon, besser woki smu 
grAz ein hüs wAre dA : widersU und deswegen geändert 548u Mocte 
disen wassern w. 549. Die höchsten t. bedecket waren. 550. D» 
Wasser thet hinüber fareA, wegen dozzen. 551. Vber die b. 553. D. 
m. vor mit dem pflüg het 554. War jetz von wasser vmbg^ert: edtr 
besser geart : verkart? 555. ^] hatt. 556. Benaget an der scOci 
statt. 557. 8. Lagen die cete vnd delphin De/fgleich der walre vad 
ml^rschwein. 559. 60. Der wolff thet schwimmen bey dem iamb Ber 
schnell wind neben hasen schwam: die Herstellung ist unsieker. StsUi 
der vier Zeilen 553^-556 hatte Jlbreeht vielleieht. nur zwei tm't dem 
Reime pflAc : nAc, w€U W. wegen des »weiten ff^ortes änderte; 9gL ^ 
92; 561. 2. Hoch anff den gebirgen die morwunder {Nereides 1, 302) 
Schwammen vnd sahen thieff herander. 562. nam wonder] wegen 
mirantnr 1, 301: der ruhrende Reim wurde entfernt, 563. Die hohen 
thüm m. w. 564. Die mocht auch nit heliTen ir st. 565. noch ir 
e. hoen f. 566. grAnen e. 567. 8. Anch gantz vnder dem wasser 
schwam Sein schönes lanb ertranck alsam (Lamb B), wegen sckonbe. 
569. 70. Den 1. mocht sein sterck vnd griA Inn keinen weg gehetflta 
niia, wegen enwicht; lies den lewen, und ebenso 574 den bem, 575 die 
vögele. 57t. 2. Das Wildschwein sein gewerff nichts bat Den hirschrn 
anch sein schnelle hat, wegen baten, das jy, wohl nicht verstamd. 
573. 4 vielleicht zu streichen: vom Bären hat Ovid nichts, dach fehlem 
die tigres 1 , 305. Nichts geholfen in der grossen fl. 574. Noch den 
b. s. starcker m. 575. Die vogel mocht jr schnell g. 576. GelHslea 
nit, s. f. n., dann noch zwei Zeilen von fF. Erfindung Inn Samma wa^ 
anff erden war Inn solcher flfit ertranck so gar. 

577—606, Metam, 1, 309—327. Keyn berg fandt man mehr im 
der weit So nit mit wasser war verschwelt (geschwelt i9), wegen verslant. 



ANHEBKUNGEN. f. 315 

579. D. m. nichts mehr daaon mit s. 580. So wams bedeckt mit 

Wassers tach. 581. Das allenthalb darüber 1. 582. Zusatz; Gar nach 

bey. Metam, \, 311 — 312 fehlen, ebenso 313 — 315, worin loeale 

Be%iekungen enthalten sind, 583. AllejDig der hoch P. 584. Der 

S|ih mit zweien güpfeln nß : Pamassns : üz war nicht zu dulden, 

585. Dann er so hoch inn die laift ist g. 586. D. etlich st. darauff 

liegen, konnte beibehalten werden. 587. Noch w. e. also hoch bes.; 

vgl. fferbort 1109 besonf, versenkt war, 588. D. dauon n. was bliben. 

589. Allejn sein obresten zwen güpffel; zweine im Reime at{f ich meine 

Karlmeinet 4, 33. 590. Daran sah man zwen lüeiner ziplDTel. 591. 

592*1 Zusatz Albrechts; der ist genant. 592. D. a. zipffel. 593. Z& 

dem die g. t. Icam; abweichend von Ovid, 594. schiflflein gantz i. 

595. 6. Die P. nnd D. Brocht sie mit jr zwo alt person. 597. Weich 

ynter vil. 598. Warn überhüben. Metam. 1, 322. 323 sind im 

deutsehen Texte nicht ausgedrückt, denn 606 entspricht \, 327. 599. 

600. I. sah Yon oben mnder Wie die weit gar was gangen vnder: die 

Herstellung ganz unsicher. 601. 2. Ynd vnder so uil tiiusent waren 

AUeyn D. empfaren, wegen des rührenden Reimes; Itp als Neutrum wäre 

bei jilbrecht denkbar ; doch ziehe ich vor zw^ne zu lesen. 603. Sampt 

seinem atten weih P. 604. Sonst was Icein mensch anff erden m. 

605. Er behfit jrn leib vor schandt vnd 1. 606. Dann sie waren gott- 

f5rchtig albeyd. 

607 -—703, Metam. 1, 328—387. 607. 8. Jvpiter wolt jetz wider 
heylen Die weit vnd thet d. w. t. 609. Die schwartzen gentzlich v. e. 
610. Den windt A. den. 611. D. s. behend zerwarff z. 612. D. 
eyner nit beym a. b. 613. sAn] auch schnei. 614. Das erdtrich thet 
sich s. 1. 615. Also der h. n. die e. himel nnde tt^t gehören als 
Sulgecte zu zwei Ferben wie hät{fig; Begriffe die -zweien Sätzen gemein- 
sam sind, ebenso 15, 137. 29, 81. 31, 3. 32, 411. 616. e. begnn- 
den 8. 617. So lange zeit bedecket 1. 618. U. welchen vnd w. 
Metam. i, 330 — 340 tu» deutschen Texte nur durch för^f Zeilen aus- 
gedrückt: die Schilderung der bticcina (herhomes '620) fehlt ganz, 
619. 20. Tr. der himelische tmmeter Mit sein beer hörnern hUeß so 
seer: unsicher. blAwe, caemleus 1, 3337 621. So das der thon so 
weit e. 622. Gleich über. 623. Z& rings vmb aniT der. 624. Als 
Wasser so. 625. 6. Wich wider au sein rechte statt Do her es seinen 
saßünß hatt, wegen seic geändert. 627. 8. Das meer sich wider setzen 
begandt Zft aller tieifest an den gmndt, wegen uadt:- man könnte 
aueh lesen die wilden meres unden stgen begnnden. 629. 30. Ynd jbe 
mehr das wasser sasse nider So mehr das gebirg thet wachsen wider, 
wegen sigen. 631. Biß das in letzt a. g. 632. Dorffer h^ltzer 
vnd g. 633. Gentzlich wurden tr. u. b. 634. zft vor grosses w. 
635. kein Absatz. Als aber nun das gantz e. 636. On als volck 
stuadt gantz elendlich: melleioht staut lAre jAmerltche, wegen inanem 1, 



31« AMIERKUNGEN. L 

348. 637. der alt D. 638. FielUiekt Mde Fene so DeoealioD du 
velnde. stn irArde er bescheinde, do er u. t, w. 639. er] gaiiu. 
641. gar offi gehapt bijff diser stund, loegen gehAt geändert, 642. Ab 
TDSer beider sach begund. 643. Alzeit n. u. w. gfaan, wegen §m. 
644. 5. Wir bejd noeh waren jang yud schon Bo lebten vir jn grosser 
freiden. 646. Wie wol wir noch sind Yngeschdden : an^eseheidcn 
scheint eeht; wäre beide : nngescheiden Aufrecht gerecht, der da 
sehUessende n überhörtet 647. Inn vnsenn Tngefell wie es gohL 
Metam. i, 356—357 fehlen, 648. Sag mir mein weib. dv] jcti, 
649. Wer woit doch jmmer tr. 650. Ach werst du todt wer wolt dam 
mich. 651. Erfrejen jetzt inn solchem 1. 652. Doch haben ?iis d. 
g. b. 653. yor andren m. 654. Dann man slinst nieAanl mehr 
thut f. 655. Auf aller erdt dann m. 656. Es sei gleich menschea 
oder fich. 657. Als was. jhe hat beschinen. 658. Setod blibea 
wir iwey ynder jhnen. 659. Zu eym e. seind wir b. 660 — <»64. Bk 
Besiehung in patemls arübus 1 , 363 hat A. nicht verstanden und dm 
Gedanken anders gewendet. Ach das nur milgUch wer vns alten Za 
geboren andre kinder jnng Damit das menschlich gesciilecht enisprwil. 
Nun aber ists nit m^lich mehr Dann vns das alter krenckt sn sehr. 
664. krenket mag eeht sein. 665. 6. So wend wir Jupiter den gBtt 
Jetz raffen an inn ynser noth : die Herstellung ganM unsicher; naateet' 
Heh wl ßtr wir, was allerdings thüringisch ist. Der Beim kämt etat 
sein, wenti Älbreeht ot : At wie at : At band; wahrseheinUeher ist wnr 
dass der Dichter schrieb wir wellen an die gote digen daz uns ir helfe 
Iht st Terzigen. 667. Zft eynem wasser flu/T sie giengen Wuschen ir 
hendt vor allen dingen, dech ist der Focal ungleich, twikgen := twuognt 
669 — 71. Auch jr angesicht vnd kleider glich Damach sie zu dm tempel sich 
Mit einander fSgten der do wa/ff ; wegen gewAte : ddite. 672. Mit mo/^bewach- 
sen Tud mit gra)Sl; gras/»r grase wird A. kaum gesagt haben. 673. Kcia 
fewr noch wirrauch hettens nicht, Metam. 1, 374 sine ignibus. 674. Damit 
man dann zu opiTern pflicht; phlicht ßlr philget wäre Atbreekt niekt 
unangemessen, vgl. Bertoid von Holle S. LKFH: dann hiets es da mile 
man opheren phlicht. 675. nider] aulT ir angesicht. 676. Batben die 
g^U inn grossem 1. 677. De/^ tempels feuchten e. 678. k. s. oft 
so gantz hertzlich. 679. 80. Vnd sagten o jr gStter gemein Lond tb- 
ser gebet euch angenem sein. 681. Lond vnser tr&her euch erweydieB. 
682. Ynd gebet u. e. heyligs z. 683. O T; die du. 684. Zeyg vus 
durch was sinn oder e. 685. Wir menschlich geschlecht sott brin- 
gen w. 686. Welchs als ist drucket gar d. n. 687. 8. fehlt bei OvH 
vgl, 660—64. Dann mit vns zweyen wirts g. . 688. So wird d. v. 
dann gantz od st 689. Als semlich biU yon jn g. 690. zu jhn sp. 
691. bed mit eynander. 692. Yngesch. die kleider hangen 1. 693. 
bed ymbwinden. 694. Habt eben acht wo jr bein anden. 695. 
696. Ton eweren eitern, werifens zu stund Binder sich nau/T aolf erdeo 



ANMERKUNGEN. I. 317 

grand: unsicher, vielMeht wegen dee klingenden Reimes. 697. HieniU 
die gottin. 698. du] die red. /. Grimm (Zeitschrift S, 402) lUv 
gotin sweic ir worte. PyrrhA die rede erhörte. 699. ach es wird ras 
zu. 700. Wo verdt wir die bein finden m. -701. 2. Yon vnsem 
eitern inn dem gnindt Wie yns hat gelert der gj^ttin mondt, wegen des 
iHßm'tios. 

703— 76S, Metam. 1, dS8 — 431. 704. Trawrig von dannea theten 
gon; unsicher. 705.. Sie beid gar mancherley b. 706. Wie sie die 
ding erstatten mochten. 707. Jedoch zum letzten sich d. m. 708. 
gothen rathsehlags. 709. sagt o liebste P. 710. Der gottin wort 
denck ich erst nha. 711. Warlich die g. g. ofll eyn r. 712. So 
meDschlich. 713 — 16 in %wei Zeilen: Die erdt ist vnser mfttter zwar 
So sind die stejn das gebeyn f&rwar. 717. Die selben w. 718. sie] 
hioder sich. 719. 20. Also sie beid inn zweyffel gar Seind gangen vnd 
genommen war. 721. 2. Wie jn die gottin hatt gerothen Das sie sich 
gantz verhallen sotten: die Herstellung ist unsicher, die gote/ür die gotin 
nur ein Nothhelie(f. 723. Ynd gehn mit yngesehArtztem g. 724. 
Eyn jedes nam steyn wo es f. 725. 6. Ynd warff die hinder sich zn 
gnindt Z& handt menschlich gestalt begnnd: wegen ergie, aber ob A. 
hinder sie sagte ist zweifelhaft. 727. Au/7 disen steynen werden b. 
"2S. Die gewnnnen gleich menschlich g. 7^9. 30. Die herti ward ganU 
weich vnd lind Gleich steynen so bossieret sind, wegen sAn. 730. 
mermelbilde, uti de marmore coeplo 1, 405. 731. Zu bildern nach 
measchlicher art, kann richtig sein. 732. Das feocht an jhn bl. n. 
^ w. 733. Das ander so noch hart vnd st 734. Wurden gleich die 
menschlichen bein. 735. 6. Darzft geschach . vnderschiedlich das Deu- 
calion hinwerffen yfäß: unsicher. 737. Draus wurden lauter m. 1. 
% Dergleich wasz Pyrrha das w. 739. Hinwarff draus w. fr.- schon. 
'40. Sie 1. künden Ion vnd st. 741. Doher noch inn m. liben. 742. 
"^43. Etwas von steinen Aberbliben Wie maus noch spArt an weih vnd 
'^^o- 744. So gantz steynen gemftter han. 745. 6. Ir herU ist 
^^ >o hart ich meyn Ja harter dann eyn ky/Hing steyn. 747. Als 
OQB menschlich geschlecht. 748. Jetzundt wider anfing s^ w. 

"49. Ynd auch d. w. gantz vergangen. 750. Die 's. KreHUg 

hat angefangen. 751. Z& scheinen auff d. na/7 e. 752. Thet es wider 
erwermen gleich. 753. Also da/7 v. gewürm scheulich t. 754. Sich 
'^n w. leben seh. 755. 6. ungenau, Dann jr som von der wenn 
*vflgieng Als wans inn mfiter leib empfieng, besser vielleicht als «ie 
den simen üf trtbe als in mAter Itbe, denn es heisst oeu matris in alvo 
1« 420. 757. 8. Das leben, wie maus dennoch sieht Wie ofll bei 
«"»««n wassern geschieht.. 759. So sie mß 1. die e. 760. Ynd 
«lemnach wider. 761. So dann d. s. das ort besch. 762. Die erd 
**n«heriey wArm gewint, .wegen kinet. 763. übriger, könnte bei 

^em Auftakte stehen bleiben. 764. So hiU vnd feucht gegen- 



318 ANMERKUNGEN. I. 

ander brampt: unsicher. 765. 6. So kocht die hiu die neß abo Bc 
vil vnsaubers wachset do : unsicher, vielleicht wegen birt. 767. S. V« 
maden v Armen über die mojS Von krStten nottem schlangen pcf. 
Die Herstellung kann richtig sein, wenn nater kurzes a hat; das m&i 
ßFb. 2, 317 gibt keinen beweisenden Reim, in der Martina M, 81 ma; 
nAteren : bUteren; Stricker in einem ungedruckten Gedichte ebnm 
nAter : bUter; Pass, H, 185, 5 nfttere : blAtere. Im Barlaam 249, ^ 
nich der nateren siten, wo der Fersbau auch auf n4teren yiirr. 
Bei Ovid nur omnes res 1 , 432. 

769^832, Metam, 1, 434—451. Also das Erdrich domal tb«: 
Als es das irasser glossen het. 771. 2. Ynd da/? die sonn gehntd 
hatt Do gewan es vil wurm an der statt, wegen kein. 773. 4. Dem 
e. t. was gewesen vor Doch wuchsen vil der newen zwor, wegen bcv^i. 
das aber an andern Stellen geblieben ist. 775. 6. Btß sich gnß b 
vcrwnndem war Dann vnder disen wurmen schar, vielleicht wegen k» 
^tt für wunder. 777. Do wuchs ein wurm vber die mojff. 77$. Ds 
war so vngehewer lang vnd gro)?, wegen gelÄze. 779. Mit seim nion 
hie/? er. 780. volck gantz u. 781. 2. Grossen schaden thei er da 
leuten So das jn niemandt dorfft bestreiten: unsicher, vielleiekt wtfa 
gestreit. 783. 4. Bi/? daz Ph. der sonnen gott Von vngeschichi iv 
erden wott: auch dies unsicher, von geschieht stand wohl im elta 
Texte. 785—88. fehlen bei Ovid. Das volck jn' alles bat gemeyafk- 
lieh Ja das er wolt erbarmen' sich. 787. wolden d. t. wolde den] äsa 
grossen. 788. Damit sie kemen au/7. 789. Also Phebos in schodlcr 
eil. • 790. Sich rust mit. pfeil ; besser wohl d6 nam er sonder twlk 
bogen unde strAle. 792. Eh er den wurm mocht legen blos: untiektr. 
793. Wiewol er seinen starcken b. 794. Dauor so fast nie viT hatt i- 
795. 6. Vnd nie nichts vor jm bleiben mochte Als was er je zu scUcsscn 
gedoeht: unsicher. 797. 8. Das Rhe den Hirtzen und die h. Bracht 
er vmb durch sein geschos so geschwind, wegen des Jf^finiiivs. 799- 
800. Auch ander wilpret so er fand Der keyns mocht gnesen vor soBcr 
band, wegen dan. 801. Als er den wurm angesiget hat: an gesi^ 
scheint aber echt; vgl. 1 , 834. 802. Frewt er sich gr^fiäeh solefcff 
that. . 803. Damit das aber dise g. 804. Alters halb inn verge/» kern 
nicht: durch alder könnte noch vor wurde stehen. 805. Doch scknff 
er das man bald eyn b. 806. a. r. thet inn dem. 807. Seatlidß 
war eyn seh, st. 808. Den mfist man h. sonder. 809. Zu gedeeht- 
' uiß P. deß s. 810. Das spiel ward P. 811. Damit das ort Ub$ 
blib b. 812. in] den wurm. 813. bei AT. drei Zeilen, die iek fe^ 
strichen, weil ohnedies hier der deutsche Text viel weitläufiger ist: 4tm 
deutschen Dichter lag die Beziehung auf die ritterhehem KampftfitU 
nahe. 814. Do kam zamme eyn grosse zal. 815. Von jjlnglingei i. 
a. enden. 816. So ir eitern dar theten senden. 817. Welche den 
g. Phebo. 818. s. 1. und prei/f fast theten m. 819. Inn giofisen 



ANHERKUNGEN. I. ßlQ 

freuden 1. sp. 820. Sie seh. f. vnd aach r. 821. Bo braucht ejn 
jeder. 822. Welche dann do wurden. 823. Deo satzt man auff e. 
e. kr. 824. Der jm den sieg bezeuget gantz. 825. Ynd ward s. m. 
hoch e. 826. er Tff erden 1. 827. 8. Solch kronung war damal der 
sitt Von lorberkrentzen wust man nilt, wegen der Betonung l^rb^r. 

829. So man braucht zft solcher zeit, hätte vielleicht bleiben können. 

830. Welcher siegt inn schimpff vnd st. 831. Dem wirt eyn krantz 
von lorberast Dardarch sein lob war gepriesen fast: aste : vaste kann 
ee/U sein 9 aber die Beziehung auf die f^ergangenheit habe ich nach 
Metam. \y 450. 451 hinein »u legen für nöthig gehalten, 

833 — 868, Metam, 1, 452 — 462. Als Ph. sich frewt inn. 
834. Das er a. g. hatt d. w. 835. 6. So sieht er v. u. her gon C. eyn 
kiud Yeneris schon, wegen de^ rührenden Beimes: vielleicht 836 von 
geschichte quam d6. 837. 8. Mit seinem b. pfeil vnd st. Dar ab Ph. 
thet heutig schmalen , wegen brogen. Die Anknüj(fung der folgenden 
Fabel ist im deutschen Texte nicht recht geschickt. 839. Nun was 
eyn jungfraw D. 840. So schon das man jrs g. n. f.; vielleicht eiii- 
maget hiez DaphnA, s6 schönes enwas nicht m^. . 841. 2. Zu deren 
Ph. eyn liebe gewan Wie wol er zuvor nie lieb hat ghan. 843. 4. So 
ward er doch erstlich verwundt. Mit liebe strol ions hertzen grundt. 
845. 6. Was aber solch vrsaeh hat bracht Das seh. der vnwill ob ge- 
dacht, wegen veijach. 847. 8. So er zum kind C. tragen Dann er inn 
Spot zu im thet sagen; wegen gewüc. 849. Als er jn sein gespan- 
neu b. 850. Sach tragen vnd schon auff erz, besser wäre schöne 
g4)spannen und erzogen. 85t. Du kind (sagt er) was h. es d. 852. 
Bas du gehst gewopnet so h. 853. Mit dem k. b. vnd pfeilen. 
854. damit nichts ereilen. . 855. 6. Mir gleich du weyst das rhe so 
schnell Ich mit meim geschos dar nider feil. 857. Das schwein den 
hirschen ynd die h. 858. Erschies ich d. z.; der Beim binde :'vtnde 
ist unwahrsehrinlich, eher eberswtn : vtande min, aber diesen Beim zu 
entfernen wäre für H^. kein Grund da gewesen. 859. Eyn semlich 
geschos ziert b. mein hend. 860. Dann dich, die weil ich den ser- 
pent. 861. 2. Erlegt vnd auch erschossen hab Dem ich bei t. w. gab, 
■wegen des rührenden Beimes. 863 — 66. zwei Zeilen Derhalb meß dir 
nit zu mein ehr haß aber dich ben&gen mehr. 867. 8. An dem daß 
du die leut machst brennen Inn liebe fewr so gar zerrinnen, wegen 
mione. 

869—924, Metam. 1, 463—489., au/? grimmem. 870. Phebe 
du hast erzalt dauom; lies bevome. 871. 2. Wie du seist deines ge- 
schos so gschwind Yerachst mich dmiH ich bin eyn kind, wegen gAhe; 
auch das Ferbum konnte gihe sein, wenn man sehriebe wie din gesch6z 
gdhe. 873. 4. I. 8. d. das zu disem mol Du nit hinkumpst von 
mekiem st. 875. Ich mach dein hertz dir a. 876. Das du inn lieb 
bist gar u. 877. 8. Ynd mu/?t bekennen das ich mehr Gewalt vnd 



320 ANMERKUNGEN. 'I. 

macht hab dann da so sehr: unsieher, vieiieickt j6 {apac. I^/imh 
statt jehen) daz ich habe gewaltes m^. 879. 80. Thik ich die fia 
ineDScheD vnd fich Mit meim gebott hersehen gewaltigklich. 8S1. skl 
auff. 882. Mit seim gefider durch. 883. 4. Yff den obristen berf 
er floch Parnassum aoff deo gflpffel hoch; Hes üt stne scfadldo. 
885. hatt er jm auss e. 886. Der ejn was bleieoe st. douom. S^T. 
888. Der selbig die art att jm het Welchen er damit schiesseo tbi« 
wegen gekart. 889. 90. All lieb er Anß seim hertzen last D. a. stnl 
war gescherpffet fast, wegen sachs. 891. 2. Von gold beschlagen iir 
der gieng Vnd was er traff zu stand anfieng: vieiieieht treuer bcsl«n 
mit golde: swar er gienc, zahant daz. herze ane vienc. 893. 4. In 
liebe gantz za br. sehr Das an jnn halff keyn leschen mdir, vtga 
laste. . 895. 6. Den selben pfBil C. scho/^ Inn Phebom , entzibdt je 
on mo)?, wegen der Betonung Ph^'b^. 897. bletene. 898. Weld» 
mß jr all lieb v. 899. So das sie alle man ward hassen. 900. des 
todt semlicher massen: uneieher. 901. 2. Das sie keyn man ofhr 
mocht anblicken Wann sichs dann ongeferd thet schickere: uunektr, 
enrnochte : gevaochte (statt geyaocte) wäre nicht undenkbar. Die kerm 
Ovids 1, 475-^477 folgen später, 92b ff, 903. Das man jr tod dff 
liebe sagt. 904. Ward sie schamrot vnd gantz v. : tielieiükt nnd ^ 
deite. 905. Beiweil jr v. redt daruon. 906— 10. Sagt Tockur 

du bist gewachsen schon Ich maß dir g. eynen m. 8o hob D. n 
klagen an Ynd fiel dem vatter an sein haljff Sagt o yatter ich iriH 
sanst als , wohl wegen geUze und kästen : aber ich bin der HerstsUM9$ 
nicht gewiss, 911. 2: Thun was da wllt inn all meim L TU 
hur nar keynen mann nit g. 913. Dann idi worlich keyns naas 
beger. 914. A<^ vatter mich meiner bitt gewer. 915. Tod lo^ 
mich nachaolgen D.* 916; magt vnd m. 917. Welch eyn (nktiB 

dtß gelgens {so A B!) ist 918. Ach \oß mich jr za aller frist, wtgn 
gejeide. 919. Noch v. das i. m. begern. 920. Der vatter sp. k^ 

wolt es gem. 921.. 2. Da bist aber so schiWr gestalt Das ich dich 
inn die leng nit behalt. 923. Eym mann mast werden. 924. Die 
tochter thet inn trawren st 

925 — 1004, Metam, t, 475 — 477, 490-524. Daphne die thet in 
eynen wald Hin von den leaten laaffen bald, wegen gerinte und i» 
klingenden Reimes, 927. Eyns wilden. 928. Trag sie. 929. Uß- 
930. lüi wald sie nach jrm last vmbgieng. Metam, l, 476 ist mtkl 
ausgedrückt, 931. 2. Eyn schAnen krantz eyn lorbers zweig tfh 
sie aulf jrem haupt freydig, wegen zwt; das \bnw\ entspricht der vitts 
1 , 477. Dass ihr Haar bis at{f die Srde ßel üt ZusaH dm dsetstkn 
Dichters, den Deutsehen galt es als besondere Schönheit, ff^mMi 
S, 141. 933—944. Die Schilderung der seltnen Jungfrau hei M 
passender da wo sie'Phöbus sieht: beim deutschen Dichter wie geweksMe^ 
im Mittelalter vorausgesehiekt, mitZusäteen und eigeniOmliehenlsf»' 



ANMERKUNGEN. 1. 321 

von slden geweben, von golde gespanneo heisst das Haar: 942 — 944 
sind zugesetzt, 933 — 35 zwei Zeilen Ihr schSnes bar het man wol 
neben Gospunnen gold vnd seiden geweben. 936 — 38 zwei Zeilen 
Ihr a. br. jr von fern Gleich dann durchleuchten morgen stern. 939. 
940. Si<$ hatt eyn zierlichs angesicht, Ihr hendlein weij? dem sehne ver- 
glicht, wegen rainoeclich. 941. 2. Ihr fingerlin getrungen waren 
Vermischt mit m. u. r. fam, wegen begarwe. 943. 4. Ganti rund 
wolgeschickt warn jr e. Gantz wei/7 vnd lind wie. Man liest wohl 
besser arme : härme. 945. Ph. als er die schon erbl. Metam. X, 
491 fehlt, ebenso 493—496. 946. sich inn seim leib erquickt 
947. Er br. in grosser f. 948. Gleich so man strow zu gluten th. 
949. 50. Er folgt der maget noch behendt Wo sie hin (loch an alle 
endt, wegen gAch. Metam, 1, 501 und die erste Hälfte von 502 
fehlt: dagegen uf 949 — 952 hinzugesetzt, 951. Als aber B. gewar 
(fehlt wart J Bf), 952. Scham vnd forcht sie erschrecket gar. 953. 
954. Sie s. d. die vogel fliegen Floch vnd thet s. i. waid verschm. 
ocior aura 1, 502. 954—957 Zusatz, 955. 6. Ph. jr aufT dem f&ß 
V. noch Eilt seer bijff das er sie bezoch, wegen ergAhte und h. 957. 
jr au/7. 958. So mehr er ruift sie fester lieff. 959. 60. Er schrey 
jr gantz schmertzlichen nach hoß dir junckfraw nit sein so gach. 
96t. Ach wart doch mein du edle fr. 962. Dich treibt doch keyn feind 
zu der fl. 963. Ach wart mein au/?. 964. wie der wolff so w. 
Die Trennung des Ai^ectivs vom Substantiv durch den Reim begegnet 
ebenso l, 428. 16, 483. 19, 153. 22, 364. 23, 148. 25, 38. 29, 
160. 262. 344. 31, 44. 965. N. e. lemblin lauffen th. 966. Domit 
ers fteß vergie/?. 967. wie d. I. den hirsch. 968. thut jagen feit 
jtt auiT dem pirsch, wegen des Umlautes, 969. Noch wie der adler 
hanget nach; lies adelam. 970. Eyner t. das ers £reß vnd f., vbegen 
gA. 971. Die lieb, mich zw. dir noch zu jagen. 972. So ich dir lang 
zeit hab getragen, wegen minne. harte] lange ? 973. Ach junckfraw 
nit 1. also s. 974. Das dir nit begegne u. 975. Vnd dich etwann 
e. d. vers. 976. Ach schone D. w. 977. Vnd wend dich von dem 
dicken str. 978. Dann d. d. bist do ist es r. 979. So dann zu 
ruwea wer. 980. So thus ich stand meins lauifens st. 981. 2. Ach 
denck jm nach o junckfraw gut Wer dich doch jetzund jagen thut. 
983. Oder bedenck doch. 984. Das du o junckfraw nit v. 985 — 87. 
Ich bin keyn bawr keyn zwerg noch hirt So inn dem wald thu bawen 
firt Ich bin nit vngestalt noch rauch, wegen gebäre und geriute: aber 
rüch (horridns 1, 514) nuig eekt sein, incola montis könnte ein twerc 
sein: dann hiess es etwa ich bin twerc noch gebüre. 988. So kent 
die gantz weit mich auch. 989. M. d. a. reich vnd 1. 990. bekant. 
Die loealen Beziehungen 1, 515. 516/eÄ/en wieder, 991. I. ists der 
h. gott. 992. Der höchst ob (so^) andren sAnder spott, w^en hAste: 
der zweite Reim ergab sieh aus dem ersten. Die Beziehung at^ die 
[XXXYIII.l 21 



3*22 ANMERKUNGEN. I. 

fß^eusagtifig l, b\l/g fehlt. 993. Ich hab erf. seyten sp. tnwbkt 
war beizubehalten oder vunden %u schreiben, das dem Verse grui^ 
Die Form gevunden begegnet übrigens bereits im Passionai 363, V 
Hahn, und in dem niederd, Calo (Rostoeker Bruchstück) dtt sc Bt<il 
üp desser erden an snnden gevnnden werden. Das mir bekannt ilikk 
Vorkommen dieser Partieipiafform ist in einer niederrheimsckm S^^' 
beitung der Apocalypse, die noch dem 12. Jahrh, angehört, [Beem 
Germania 10, 160) inanich n6t de wi seien llden alle atiindc, ^il 
werden in deme^ rechten gevunden. 994. Auch treff ich mil mm 
schnellen pßl: unsicher. 995. 6. Als was ich nur begeren bin Da 
vor mir mag nichts kuramen hin; vgl, Iwein 3275. 76^ wegen ergibn! 
geändert. 997. Der aber so m. hat gewnnt. 99S. Forwar h. d« 
ich seh. k. 999. 1000. Er hat mich gewunt bi/f inn mein hertz Wii 
wol ich ftinden hab on schertz: unsicher. 1001. Der kr. 1001 M 
w. i. hie k. rath noch s.; lies kein saf. Die Jbwer/ung des i i»\xi 
ist nicht zuzugeben, sondern kraft : saft «v schreiben, so reimt Bfivitk 
Clüzen^e schon {in der 2. Hä{fte des 13. Jahrh.) mitteld. GtHektel 
1221. Allerdings findet sieh in einem niederdeutschen Gedichte, det im 
12. Jahrh. angehört, {Magens Germania 10, 182) gaf : craft; «kr& 
ungenauen Reime dieses Gedichtes können nichts beteeisem. IMfl 1 
So mir m. w. b. mag So gar bin ich verwunt den tag, wegea ts^ 
vgl. Metam. i, 524. 

1005 •— 1064, Metam. \, 525 — 552. Von laoffen ward D. p 
schon Das nit zu sagen ist dauon , wegen der Betonung Dipko^: i^ 
Metam. \, 525—26. 1007—9. Dann sie zweymal schöner v«d Ab 
jre Hechten wengfling zart Hit rosenfarb Termischet woren, wegen 9^ 
und begarwe. Bei Ovid 1, 527 — 529 sinnlicher, wohl schon vomJ.m 
gemildert. 1010. Erst daucht sie Phebum ausserkoreo. lOIl. lu 
seim hertzen die h. kr.; vielleieht eher der meide h. kr. 1011 Dn 
keyn auff erden mucht verston, wegen des Umlautes. 1013. 14. Pfccte 
ward erst noch mehr innbrünstig D. der schonen maget gunst^ «i^n 
der Betonung Diphn^. 1015. Das er noch schneller anff sie tmc 
unsicher. 1016. Ynd macht der junckfrawen also bang. 1017. Gkick 
wie d. h. geschieht vom w. 1018. So sie beyd trSstiick g. s. trosüifk 
üt wohl türstecltche. 1019. Ja da/7 d. w. jm k. s. n. 1020. Tai 
meynt jn inn eym griff a& t 1021. 2. So wuscht jra doch d. k w« 
mundt Den er z8greiffen meynt zu stundt: unsicher. 1023. 4. S« 
dajff man zweiffein mocht dabei Ob der ha/7 Io/7 oder gfiiBgen Mi, leeg» 
des klingenden Reimes. 1025. Also g. auch dlsen. 1026. Ans i 
vnd schäm war schnei. 1027. Die bofftaung aber sonder {d. A. d» 
ander) j. 1028. Also thet Ph. n. 1029. Bij? daß er jr m paXt 
lieh n. 1030. D. er mit a. an sie w. 1031., Der gieng jr an dcts- 
vnd h. 1032. Dauon D. erschreck s. g. nac : erscfarac U^e »Sktr, 
aber das hätte AT. beibehalten. 1033. kr. Tnd machl^ 1031. Sit 



ANMERKUNGEN. I. 323 

St. vor grossen s. 1035. Vnd war schon k. 1036. hAs] sein wonung. 

1037. 8. Ion e. lieffen w. sehnel Das feit zft thal mit grossem gewe), 

^wDeffen dtii beide Ferse sind Zusatz des deutsehen Bearbeiters. 1039. 

40. S. s. hilff mein vatter geschwind Wo anders gött inn wassern 

sind, wegen schtn. 1039 vielleicht besser obe gote in wazzern stn, si 

flumina nnmen habetis. Für 546. 547 hatte Albrechis Hs, des Ovid 

rxur einen Fers, denn tellus wird nickt bei Htm erwähnt: dies bestätigt 

Uaupts Fermutbung {Anm, %u 1 , 547) der eine Hexameter sei durch 

ein Glossem entstanden. 1041. So schaffen d. 1042. Ynd bald vnder 

das Wasser s. 1043. 4. Oder verwandle mir mein gestalt Damit ich 

mocht entrinnen baldt : unsicher, vielleicht wegen des klingenden Reimes, 

1045. 6. Dann ich aJhie benottig standt Ir emsig gebet ward gehört 

ZQ handt. 1047. Bald sich i. v. m. gantzen krefften. 1048. Sich 

vnd«r L d. e. heilten: vielleicht mit krafte : hafte {Präter.)*t 1049. 

Vad fieng ao zft der selben st. 1050. an YAfi an. 1051. mit eyner 

dünnen r. 1052. Das h. auff jrem haupt geschwind, wegen des Ir^ß' 

nilivs; doch ist rinde nur als schwach belegt, und daher wohl rinden 

: swinden zu bessern. 1053. 4. Zu jungen dünnen schössen ward 

Tmbhieng sich behendt mit blettlin zart, wegen des klingenden Reimes. 

1055. Ir weissen a. sich bald mß br. 1056. sich inn &st. 1057. 

IHe gewannen andre zweiglein k. 1058. Also w. das jnngfrewlin r. 

1059. Gantz schnell inn ejnen b. 1060. An dem gar n. mehr g. w. 

1061. noch blieben an menschlicher. 1062. Alleyn die m. so m. g. 

milch, Metam. 1, 552 nitor: hatte Albrecht eine andre Lesart? oder hat 

nur W. missverstanden? 1063. Raus dr. thut man d. b. sehlagen. 

1064. Welcher jetz thnt die lorber tragen Die haben yon der Daphne 

jung Irs ersten anfangs eyn vrspmng. 

1065 — 1098, Metam. 1, 553 — 567. Als Daphne also stund veN 
kert Do ward Ph. bekiimmert hert. 1067. D. 1. er den bäum jnnig- 
lich Inn namen als: vielleicht als die minnecUehe. 1069. Er vmbfieng 
jn mit seufltzen gro)( Ynd käst jn fast on vnderlos, wegen nmbeyie. 
1071. Der bamn noch liebet inn seim h. 1072. Ph. den banm an/? 
gantzem s. 1073. thet kAssen mehr. 1074. Gleich gegen der. 
1075. Der banm scheuhet noch a. d. k. 1076. Welchs Ph. thet so 
gantz geflissen: unsicher. 1077. 8. Er sprach du magst dich nit er- 
wehren Mein lieb werd ich nit yon dir keren. 1079. Dann dn must 
dannocb. 1080. Jhener vnd e. 1081. Vnd wa. gang jagen. 
1083. so will. deine zweiglein. 1083. für eynen. 1084. Auch 
wo jung lenth inn fr. gantz; ganz zu entfernen wäre nicht nothwendig 
gewesen. 1085. Wend sein do selbst must du auch schon. 1086. 
Ajn weg vnd vor den h. stoho , wegen st. 1087. Darzu will ich dir 
seb. m. 1088. 9. So man zu Rom wirt füren her Die c. inn grossem 
pr. 1000. Inn eym triumph soll werden gemacht: trinmphum 1, 560 
wird auch bei A. nicht gefehlt hüben, 1091. 2. Ton dir eyn krantz 



324 ANMERKUNGEN. I. 

den soll dann tragen Eyn jeder so tliat pr. erjagen. 1093. Dan 
aller e. 1094. Eyn semlichs sei von mir dein I. lOd». Mit 4n 
er s. w. thet schweigen. 1096. wart seine bletter neigen. 1097. s»t 
güpffel. 109S. Sonst a. mocht er jn n. I. 

1099 — 1218, Metam. 1, 568—622. An deß hohen P. eja s« 
1100. Th. an dem land 1., Haemoniae Metam. 1, 568. 1101. Gm 
grosse weld d. b. bschliessen. 1102. that do selbst abfliesv: 
U03. 4. Mit eynem st. fall so gro/7 So das er schäumet vber die ^ 
wagen phltüme. 1105. 6. Also wann er z. t. nah falt Es ins dm 
waidt vnd berg erschalt: unsicher, melleiehi Yliuzet : diozei. 11^ 
dises. 1108. behausung dauon n. 1109. Am wasser a. lliak 
selbs saj? er gantz a. IUI. Ynd klagt s. 1112. 8. a. wie eyn Im» 
nen quell. 1113. Von grossen zehem ausser wallen: 1112 — tS/oftfei 
bei Omd. 1114. Solchs leyd den waltwassem allen. 1115. Za wma 
ward auch sein elend. 1116. Sie kamen all geflossen behend, wt^ 
sAn. 1117. Bappelbenm der ünß. 1118. Herflo/? auch der. Uli 
Auch schleicht daher der. 1120. A. kann auch geflossen L tül 
Auch kam A. 1122. Ynd alle w. 1123. K. zosammen afl imt 
1124. Ersuchten jn au^ lieb alleyn. 1125. Der tkvß J. dmmb mi i 
1126 — 28 VOR fFiekram müsveretanden. Peneus j. jm b. Das rrs« 
jamerlich v. Daphne sein t. wol g. 1129. 30. Dan& mocht er ^\ 
wegs verstohn Wie es der Jo m^cht ergohn, wegen de$ It{fiMäm 
1131. Ob sie inn leben wer ald tot 1132. Drumb leit Peneus. tt^' 

1134. Zutat». 1133. Y. seim w. vnd beiher üoß Wardeo die« 

1135. Inn kurtz darnach ein semlichs g. 1136. Das J. 113S. S^ ^ 
Jupiter also schon. 1139. Er sprach dem man mag verdco W4 
1140. sie] dise jungfraw. 1141. Ynd ob er schon eyn goU wirdt gciki 
Noch dannocht wird s. fr. gemehrt, wegen m«re und dm rSkmie' 
Reimes; doch könnte der Reim auch echt sein und es Miete mh er eii 
got ge6ret, sin vroude wurde gem^ret 1143. 4. Jupiter i9i der tocUff 
kam Sein hertz entzundt inn liebe flatu: unsicher. 1145. Er sagt« 
edle j. schon. 1146. Was thustu an der h. vmb g. 1147. ao sAA- 
ten an grünen w. 1148. Darffst dich nit fiirchten keyner gestalt, wfm 
des rührenden Reimes. 1149. Yorn. wi/? das ich. 1150. B. der 
mechtigste g. so r. 1151. So dich wol schirmen mag vor not Ü^^ 
Dann alle ding inn meim g. stoht. 1 153 — 56. Den starcken hinel kai 
ich wegen Die schnellen blii thu ich erregen Btß tonders ha «acb 
gewaltig ich Darumb darffst du nit furchten dich , wegen blicke utl 
ich gehalden. 1157. 8. So bald Jupiter semlich gret Eyn fiBSteinae- 
bel machen thet, wegen gereite. 1159. Ynd ward die jongftav J^jß 
ziehen. 1160. Er hub die so begert zu fliehen: unsieäer, eieHtieät 
z6 : swie sie gerte vliehen d6, wegen z6 (=: zöch). 1161. 1 '^^ 
braucht an jr seinen gewalt Die magt thet er beschloffen bald, *t^ 
roegetln. 1163. So bald d. 1. von jm g. 1164» Juno sein wob t« 



ANMERKUNGEN. I. 325 

1165. 6. Verwandert sich was semlich wer Da)? der nebel den wald so 

secr. 1167. 8. Bey hcytemi hitnel bedecket gar Wüßt wol das oi( 

vom urasser war, wegen bedaht 1169. 70. So ward d. e. auch nicht 

so feucht Das sie solch nebel brecht vileicht, w<^eH swAr. 1171 — 4. 

^Wirdt Jupiter den nebel gemacht Haben damit sein wiln volnbracht 

Etwan an eyner andren wirdt Damit jn niemandts daran jrt, wegen 

ahte: 1173. 4 unticher, vielleicht wegen des klingenden Reimes, 1175. 

1176. Dann sie w. d. an jm gewan Das erthel fr. lieb noch gähn, wegen 

^e. 1177. Juno v. h. sich herab s. 1178. Bald sach sie dauon ir 

ward bang, wegen gedanc: dock bin ich nicht siolieTy vgl. 1192. 

1179. Sie macht d. n. zu versehw. 1180. Jupiter schnelien rath 

ward f. 1181—84 zwei Zeilen Als er seins weibs zukunfft ward ge- 

war, Jo er gantz verkeret gar, wegen zam und hkie : dr4te. 1185. 

Zft eyner khu weij? als. 1186. Keyn menschlich gestalt hat sie nit m. 

1187. sach d. schone. 1188. Gewan sie also gro^ begier: unsicher. 

1189. Z& diser khu vnd. 1190. Als ob sie nichts Yom handel w. 

1191. 2. Von wannen kern die khu so blanck Jupiter merckt nit jrn 

gedaock; unsicher. 1193. Sagt sie wer a. d. e. kummen. 1194. So 

bald J. die red vernommen. 1195. Sagt sie ach (auch ff) Jupiter g. m. 

1196. Die sehn, khu eyn sdiones t. 1197. Als Jupiter die. 1198. 

Erschrackten jn seins weibs w. 1199. Dann er jrs dorffl versagen nit. 

SoU ers dann geweren jrer bitt. 1201. M. e. s. schönes lieb verlohn. 

1202. Solt er dann jr b. 1203. 4. So würd Juno inn argwon grojS 

Kommen vnd sporn die lieb on majff, wegen minne. 1205. Danimb 

hatt J. e. 1206. selb dann vff eyner s. 1207. 8. Die lieb jm vnder- 

stundt zu weren mit kreflten seines weibs begeren. 1209. 10. Am 

andrem rieth jm grosse seh. So da)? er seins weibs bitt annam. 1211. 

Schanckt jr die khw mit schwerem m. 1212. Bat da)? sie die woU 

ban inn b. 1213. 14. Dann wo er sich des gwidert hett So würd 

Juno zustund hau grctt, wegen verdaget. 1215. 16. Sie merckt den 

bedrug vnd grossen list Also Jo verschencket ist, wegen der Betttnung 

r^ 1217. 8. Worden von Jupiter dem gott Welcher sie beschirmet 

haben sott, wegen des klingenden Reimes, 

1219—1260, Metam. 1, 623—641. Juno crdocht gar manchen 
fund Vmb eyn hirtten inn sorgen stund. 1221. 2. Da)S die khu recht 
verhi&tet würd Vnd Jupiter semlichs nit spürt, wegen des klingenden 
Reimes. 1223. 4. Z& stund kam jr A. zii sinn Da)? sie zum huter 
neme in, wegen des rührenden Reimes. 1225. Dann Argus h. 1226. 
An seinem heupt an aller stat. 1227. 8. Deren allweg zwey schloffen- 
iheten Die andern gfit sorg vnd wacht betten, wegen widden ; lies zwei. 
1229. Also das er schl. n. 1230. Juno bracht jm die khu inn g. 

1231. 2. Befalch jm die inn sorgsam hftt Argus nams an inn freiem 
mftt, wegen eme, wenn sich das Albreekt erlaubte; eher wohl wieder 
hAte 1 mute wie 1221. 123;3. 4. Des Ugs auff feyster weyd sie fUrt 



326 ANMERKUNGEN. I. 

Z& Dacht sie von jm beschlossen wnrt, wegen des Ii^^MUhm. \V 
Eyn henf&n s. %voß starck vnd 1. 1236. Band er vmb jren hals u 
blanck: unsicher. t237. Aach nehrt sie sich aHeyn mit gras. 123^ 
Mftst dar z& trincken alles das. 1239-40 vier Zeiien bei W, Dahe 
sie Argas fSrt Tnd leyt Au^ wiisten pßitzen vff der uejd Tranck «y 
wiewol jrs war zuwider Argns fürt sie berg vffu. n. 1241. Das k l 
voll staub vnd mo)?. 1242. Mö)?t sie essen on vnderlos: ««cMtr. 
1243. A. harter e. was ir leger. 1244—46 nach Metam. 1^ 635. 63b 
gebessert. Beß sie sich offt erbarmet seer Offi hett sie geni aogenA 
den gott Jupiter so bald sie dann wott. 1247. 48. Ihr arm vff hthm 
tnd danra Bitten so lugt sie wie ein khw. 1249. Sonst kont sie f 
lejd gar nit kl. 1250. Das macht da/? sie gro)? fordit thet tr^a 
unsicher. 1251. Wann sie solch khi&isch st. erb. 1251 V(A jr 
selbst vnd keyn menschlich wort; Albreeht reimte verwutHtÜek bortr 
: vorhte, tot'e alie mitteideutsehen Diehter. 1253. Za jrs vatlen vfi- 
ser s. k. 1254. Welcher Inachi beyst mit nam. 1255. Do sie ot 
gespilt hatt als eyn kind. 1256. lo saeh inn das wasser gscbviad 
wahrseheinlieher als phlach : gesach ist mir didte : blick«. 12dT. > 
Do Sachs inn wassers Widerschein Eyn weisse kha mit boranera feia. 
1259. 60. lo thet also whe die schmoch Das sie eUens xu ruckeo U 
Eii)armbt sich selber jrer not Das sie so thierisch leben sott. 

1261 — 1318, Metam. 1, 643 — 667. Jo ersach jm Tadff lü 
Z& jm thet sie sich fugen baldt. Fielleieht besser D4 mite sie dioBB 
glJite nude ir vater nAhte. 1263. Yfl macht sich jm gantz h. 12^ 
dö] bald. 1265. N. i. seer w. an der k. 1266. Das sie so aik kit- 
gieng her zu. 1267. Inachos rafft eyn kraut z. 1268. Rcychets fe 
khu zu jrem m^ 1269. Sie a/? nichu sondern 1. 1270. Zey|t imA 
das sie jn e. 1271. Peneus sie m. der band str. 1272. B. k. abs 
keyns wegs n. w. 1274. -Die stimm jr mangelt do zu mol: fomtkir. 
1275. Sonst hett sie wol jr not geklagt. 1276. Ihr elend jrem vitter 
gesagt, wegen sage. 1277. 8. Sie kunt jrn namen nit erzaleo JMack 
jr zu letst inn sinn thet fallen, wegen mähte : ahte. 1279. 8^ Dtf 
sie in trug an jrem huff Welchen J. also schuff. 1281. Sie trada dn 
ftts bald inn den sandt • 1282. sAn] sie zu stund. 1283 — 86Z«<i^ 
Als er dem hui&chlag noch ward spehen Inn mitten er inn thet schea; 
unsicher, 1285. Zu rund herumb so gieng ein o Das vaßffspm^ 
beyst io. 1287. D. v. schrei mit lauter stimm O iocfater mdo idk 
erst verniiH, wegen schr^. 1289. Dich so ich lang zeit hatt Terlom. 
nach Metam. 1, 653 gebessert, 1290. whe mir das ich. 1291. itb 
das ich dich also m. 1292. Wie m6cht mir jmmer 1. g. 1293. ikk 
1294. Ach das ich nit mag boren dich: unsicher. 1295. 6. Kack 
menschlicher wei/7 mit mir reden Vil weger wer der todt vns bei«: 
ganz unsicher f w^er ist wohl echt 1297. 8. tder Zeilen Ach bM- 
test du mir antwort geben Ynd bettest nidit so kibsch lebeo Ej« 



ANMERKUNGEN. I. 327 

seyclftco gibi das haapte dein Das dir solchs bringt schmerUiiche pein : 

unsicher. 12d9. 1300. Zwor icli eyner andren hoffnong was Meynt 

dich ZQuerbeyratben bajff, w^en des rührenden Beitnes. 1301. 2. Hit 

e. j. scboner gestalt So bistu vndter viebes gewalt: unsicher, 1303. 

Ejn ocbs muß dein bescbirmmer sein, wofil eher ein ochse mÜ2 dln 

irüt sin. 1304. Das krenckt micb seer o. t. 1305. Ach warumb bin 

ich jeU e. g. 1306. Ynsterblich so icb lieber wott: unsicher» 1307. 

Hinab zur bell damit m. 1. 130S. Vor äugen wer n. a. br. 1309. 

Baon icb ewig inn scbmertz vnd p. 13l0. M. deinet balb o tocbters. 

1311. 2. Als nun semlichs janier spirt Argus der bundert eugig birt, 

toegen des klingenden Reimes. Doch ist daz jAmer wohl seht; vgl, zur 

Eriosung 4793. 1313. 4. Nam er Jo die kbu bebend Vnd fürt sie 

an eyn ander end, kann echt sein. Meine Herstellung ist unsicher. 

1315. Do selb war ander weyd o. g. 1316. Vff eynem boben berg er 

saß^ vielleicht bei A. ein rühr^fder Reim weide : ander weide? statt 

h6he Ues b6cb. 1317. 8. Damit die kbu au/? seim gesiebt Inn keynen 

weg mocht kommen nicbt. 

1319—1366, Metam. 1, 66S-^688. Jvpiter ward sieb fast e. 

Vber die Itbu Jo die a. 1321. 2. Gro/f mitleiden vnd scbmertz er 

trug Wolt nil mebr dulden den vnfug, wegen doL 1323. D. eyn s. 

Jungs weiblicbs b. 1324. 8olt lauffen wie eyn ander wild: vielleicht 

in der wilde. 1325. 6. Tnd sieb des gra/? vnd kraut emehreu Er 

nifft seim sun der tbet jn b&ren, wegen nar. 1327. Slercuijus welcber 

geboren was. 132S. Yonf Jupiter vnd d. P. 1329. Jupiter tbet jm 

erostlicb sagen Far bin vnd tbu A. erschlagen, wegen des Infinitivs. 

1331. JH sieb bereyt; rüste traue ich Albrecht nicht »u, eher garte von 

garwen. 1332. flugei wolgerüst an sich b. 1333. 4. eyn r. damit 

er m. Ein schloffen das er nie e., beide Zeilen wohl nicht echt 

Metern. \, 673 — 675 im deutsehen Texte nicht ausgedrückt. 1335. 6. 

Zum A. kam er vff das feld Gleich wer er auch eyn birt sich stelt, 

wegen der Betonung Argö. 1337. 8. Ynd wolt aldo d. g. pflegen 

Dann er eyn gey/Hiock hatt zugegen, w^en uA. 1339. Nun hatt er 

nach der hirtten. 1340. £. pf. genommen zu der f. 1341. von 

weychem stro. 1342. Dauon A. on mo/7 ward frö, wohl besser un- 

mAzen vr6. 1343. So oflfi llercurius ward pf. 1344. Ynd artlich 

mit sein fingern gr. 1345. Argus zorn ward inn gut \erwant: wohl 

besser wart gewant. 1346. Er sagt o Jüngling u. 1347. Wer bat 

dich doch die. 1348. Gelert der du eyn. 1349. Ach bleib hie bei 

mir vff der weyd. 1350. Für dein geys sibe gut futer. 1351. mß 

ort do wir jetzund thun faren, wegen bewar. 1353. 4. Yor bitz d. s.- 

an der kb&l Mercurio die red gefiel, w^en sitze. 1355. 6. Er setzet 

sich zum Aigus nider Hub an zu singen pfeiffen wider, wegen ensltfen. 

1357. 8. D. t. inn kurtzweil brachten hin Zu lest A. d. a. sin, wegen 

sus. 1359. 60. Yor schloff kaum m. h. o. Daniff M. tbet hoffen. 



328 ANMERKUNGEN. I. 

wegen mähte. 136t. 2. Argas äugen waren beschwert Ejus theffe 
on mossen schlieffeo hert: unsicher, vielleieht dee kiingenden Bmmn 
wegen. 1363. E. aber w. noch. 1364. A. begert ni w. dsck 
1365. 6. Wer doch das pf. f. hett Das er jm semiichs sagen weit. 

1367-- 1418, Metam. 1, 689—712. M. noch Argus begier Der 
gestalt an hob zu reden schier, wegen alsus. 1369. Argns merdi hu 
1370. Nimphe die schon. 1371. Welches zu teutsch hej^C eyn v. 
{Uee wallfeine). /. Grimm {ZeiUehr, 8, 403) liest wie iek, mber 1372 
sie bAwet den tan aleine. 1372 — 75 sind Zusatz, Dir wohnaBt 
was iia w. alleyn. 1373. 4. Eyn wald jungfraw gantz ao/lerieMa 
Gantz frech freudig inn jrem wesen: es reimte vielMekt meit : gencü 
1375. Sie greyff an was. 1376. Von gewild die magt hie/? 8., Utr 
dem wilt sie jagte dicke nA : die maget hiez SjringL 1377. 8. Sie nr 
vber die moj? gantz mutig Yff jagen vnd weydwerck so fratig. 13T9 
D. V. o£Ft kam inn solchen whon. ^80. Vnd meynt äe w. D. schM. 
1381. Wiewol eyn solchs d. z. 1382. maus eyn h. 1383. AHzcit ii 
i. h. tragen. 1384. Wo sie iük wald gieng vff dem jagen« wegen pt. 
1385. 6. D. bogen aber was Ton goldt gemacht schon vber die maß 
unsicher. 1387 — 89. Diser Siringa folgten noch Ton weiden nKl rvc 
bergen hoch Waldmenlin Zwergen md die gfttt, w^en sU : v& mmd 4a 
klingenden Reimes. 1390. Eyn jeder hoffet sie \&k sott Zn la^a 
werden inn dem walt Sie aber kam von aU«i iMld : wenm Üe beütn. 
letzten Zeilen echt sind, reimte wohl walde : stalde (von stcüa;. 
1391. 2. Bi^ das zulest P. der g. g. Irem |espur nacb gesrnmen hott. 
wegen ageleize. 1393. 4. Er lieff vnd jaget Ir schell no^. Se aber 
wolt nit bleiben doch, wegen %k. 1395. Vnd lieff zu dttn wisser L 
1396. Das was so lantter vnd so seh. 1397. Gantz sanflt vnd find 
sein fhxß thet schlichen : sllchen wäre ebensogut. 139S. Das wr 
gantz gro^ sie m. n. w. 1399. vorher zwei Zeilen Alslkald 
das ersach Das ir Pann so schnell folget nach, die eckt eem 
wenn auch der Reim ersach : nAch ai^ffällt. Ynd sie jm nim e. t 
1400. Gar herUlich b. 1401. wohl die wazzervrouweo, liquidas sonns 
1, 704. g. das sie ir Schnei wolten tbun jr hiüff vnd stör. 1401 
lies tAten. 1403. Das geschach gar bald sie ward erhört Sie «ard 
geschwind inn r. y. , wenn nieht sie begunden sie erbAre und yeikartce 
sie zu r6re. 1405. P. was jr fast gelauffen noch Sehnulll fast sdo 
othum an sich zoch: unsicher, doch wäre drüte ein Grund %ur Jenät- 
rung gewesen. 1407. 8. Do bort er eyn kleglichen thon Yen sein 
othum au/? dem rhor gohn, wegen gie. 1409. P. frewt sieb des ob 
mossen s. 1410. Ynd z. sein othum m. ynd m. 1411. Die siiii der 
rhor je süsser tonet. 1412. P. sagt jeUt wirt mir wol gdonel: wee» 
16nde nicht erlaubt üt, (vgl. S. CCXXXFI) lese man d6 wart ie ster to 
d6n. er sprach *nu wirt mir minne 16n.' 1413. Weil dn inn Aor 
verwandlet. 1414. Des pfeiffens k. jetz f. 1415. Durch didi vwi 



ANMERKUNGEN. I. 329 

mieh ^nß lieekt e. 1416. Welchs Yor verborgen alt 1417 8. Also 
PiDD eratmal pfeiffea fand Machts an/? dem rhor mit seiner hand: 
unsieher, 

1419—1486, Metam, 1, 713—748. Noch dem Mercorios sein 
red Cregen dem Argo beschlossen bei, w^en verant. 1421. Heren- 
rius in raren ward. 1422. Argns zu stand e. so h. 1423. Als er 
des war yergewisset gnng, vielleicht d6 Mercoijns des entsüp, ein stn 
swert er td hikp. 1424. Nam er. an trug. 1425. ab sein hals 
geschwind. 1426. I>em hart schlolfenden vnnersint. 1427. 8. Also 
Argns sein geyst vffgab Mercnrins warff jn hinab Tom berg vber eyn 
hohen schrolfen Argns lag inn seim blftt ersoffen. 1429. Also m. 
mß L 1430. Hundert lieehter so zünten f. 1431. 2. Jano danon 
betriebet ward Ynd klaget jren hirtten hart: vielleicht in Iclagte J. harte 
: rahant sie dar karte. 1433. Sie nam. 1434. jrem. 1435. 6. Inn 
seinen schwantz wMer ^nd för Wie noch d. pf. sehen wir, wegen 1>rehen. 
1437. Welcher i. s. langen s. 1438. Zierlich "Ir. A. a. ganU. 

1439—41. Zusatz, I. daramb anschicket d. Wann sie d. pf. sehen 
was Das sie jrs hirtens dencken mocht. 1442. Jo aber ward ganz 
verechmecht 1443. Ton Jnno welch jr die tobsncht. 1444. Znsant 
domlt sie nam die 11. 1445. 6. Jo vmbschweyffet alle weh Das sie 
an keynem ort sich stelt. 1447. 8. Bi/f das sie kam an den gro/fen 
fln/T Inn Egypten genant der Nilos: unsicher, vielleieht ein rUhrender 
Beim nam : nam. 1449. 50. Do selbs jr arbeyt eyn end nam So 
bald sie jnn die gegent kam. 1451. sich nider auff die k. 1452. 
Rafli an die gdtt inn gantzer trnw: oder wäre ein knAwe (Injin, Jur 
kniewen) : trAwe geetattett 1453. wann der khAisch mnndt. 1454. 
Keyn mensehlichs wort nit r. k. 1455. Dann das sie IJiget j. 1456. 
Senflzend gegen dem Infft schwerlich. 1457. 8. Jnpiter solcher klag 
nach dacht Seim hertzen es groß trawren bracht, wegen erqnam: viel- 
kickt aber d6 sie als6 harte (von baren), des wart er thkrec harte. 
1459. weib Jnnoni trat. 1460. Ihr frenndtlich fleth vnd darzo bat. 
1461. Sie darzn halst md knst lieblich. 1462. Domit sie weit e. s. 
1463. Vber Jo das e. 1464. also. 1465. Also lies Jnno jren grim. 
1466. Gab Jo w. menschlich st 1467. 68. Die khA Atern giengen ir 
ab Menschlich engen jr wider gab, wegen swtnen. 1469. 70. Die 
Tor warn gewesen schilich gro/f Bekamen wider rechte mo/S, w^en des 
rührenden Reimes, 1471. e. schaligs khnmanl. 1472. Wachs ein 
rots mSndlein an der statt. 1473. Welches do brant wie e. r. 1474. 
D. khAhAff f. schnell dahin. 1475. F. w. jr da z. 1476. Ihr n. 
sich miteynander w.; oder balde : nnsalde (unsalde). 1477. Ward 
Bch. d. s. ror w. gewesen. 1478. 79. Als do sie d. an/ferlesen FAr 
seinen bnlen vnd sie geschwecht, wegen trintinne. 1480. Noch wolt 
Jo nit reden recht 1481. 2. Dann sie sorgt stetz die kdiseh stiA 
WArd sie ewig verlassen nim. 1483 — 86. Dmmb in E. w. u. m. 



330 ANMERKUNGEN. I. 

Betten die Jo fleissig an Wirt von jbQ för eyn gittio gro^ Evig geekt 
obn voderla^. 

14S7— 1548, Metam. t, 749—780. E. von Jo g. j4uek tob den 
Jupiter zu fom. 1489. bei seiner. 1490. E. eygnen i. gezierel schon. 
1491 — 96 acht Zeilen bei W. Inn dem Epaphos mit jm geineyii SUtt 
velclier jm an gestalt gleich scheyn Dar 2n sie beyd ejns alters warca 
Ph. rumpt sich sein gebom Von Phebo der Sunnen welch» a«ch vas 
Darumb er sich hoch venna(3 Rnmielch wort Ton jm selb redt Q/mf 
ehr er von s. v. hett. 1497. 8. Welchs Epapham verschmohei hoch 
Vnd sagt zu jm inn grosser schmoch. 1499. Was rvmpat da dich 
deins vatters s. 1500. Wie meynstn wans eya a. w. 1501. 2. Tad 
dich dein matter semiichs het Ihr ehr znsdiirmea dich beret 1563. 
Als P. die wort. 1504. Inn grossen z. er darauf} k., «eAtvarficA eckt. 
1505. 6. Jedoch die schäm jm sollichs verbott Das er dauon Bichtsredcs 
wott: foohl besser von schamede er doch deite, daz er nidit vorilMz raiir 
1507. 8. Gieng gantz stillschweigen von jm hin Vnd sudiet bald die 
mutter sin. 1509. Welche. 1510. Bald Ph. sein matter landl: utt- 
sieAer, eher wohl die was genant Climen^ : der begunder veij6. 1511. 
Sagt er wie jn £. 1512. So schmehlich hatt gerichtet ans. IhlZ. 
Sagt Ph. 1514. Do hebst mir jn zum vatter gedieht. 1515. Vb4 
hebst mich mit eym andern g. 1516. wohl tet? 1517. Ich mochi 
es wider reden nit. 1518. Dann ich d. e. b. damit. 1519. Ich bit 
vnd man dich aach dabei, wegen, des Ir^nitivM, 1520. Aller dciacr 
mütterlichen tr. 1521. Sag mir bin ich der. 1522. Dam waist 

mir eyn beislandt thun. 1523. 4. Das ich zum vatler selber mag 
Kämmen damit er mir recht sag, wegen queme. 1525. 6. Eyn gcwises 
zeychen das ich sei Sein san vnd das mtg wissen frei, wegm^ äme rüh- 
renden Reimes. 1527. 8. D. m. th. w. solche schmoch Tnd ward 
dauon geursacht hoch, wegen bete. 1529. 30. Das sie jrs suns hegen 
erstreckt. Die h. s. ghen der Sonnen reckt, wegen rahte. 1531. o sei. 
1532. Bei diser. 1533. So all weit dordi jren glanU erleachu 1534. 
Das da hast. 1535. 6. Allein Ph. die Sann so glantz So ich nit sag 
die worheyt gantz, wegen meine. 1537. 8. M^ß ich sein schciD vd4 
Hecht auch nimmer Gesehen drumb dich nicht bekümmer, wegen 
1539. 40. Ynd far frölich zum vatter dln Da hast doch nit so fair 
wegen werre. 1541. 2. Dann bald da kumpst äoß MocenlaiMk So 
Wirt dir J. bekant Jnn welchem land des volckes siu Ist vnder dciacs 
vatters hitz, vielleieht ist zu lesen }k 11t er nicht s6 verre: s6 da kuist 
^ M6renlant, wirt dir IndiA bekant : ander stner glihe wooent 4k die 
lüte. 1543. 4. Ph«ton inn ser grossen freoden Thet bin tob seiner 
motter scheyden» vielleicht wegen dan. 1545. Darch wandert a. 

1546. Ynd Indiam bi|} das er f. 1547. Den vberschonislen. 154s 
Daraolf die sonn sein vatter sa/^. 



AI91IEIUIUN0EN. II. IH. 331 

II 

1^33, Metam, 2, 105—124. 2. waA fehlt 3. Welcher standt 
■n seiner eygen Stadt. 4 = 3 tu meinem. Texte, geschmidet Für 
dtchsel sagte Albreeht wohl seiner Mundart gemäss dtssel, vH>rü%f 
teissel hei ßf^ickram hindeutet 5. 6. Die teissel echsen waren goldt 
Die reder beschlagen wie sein soll. 7. 8. 60t ff^, vier Zeilen, wegen 
bAren geändert: Mit feinem Silber wol verwart Die speycheln auch 
künstlicher art Von feinem Silber waren geschmit Gegerbt nach mensch- 
licher sitt: letzte Zeile mag vielleicht echt, wenn auch entstellt, sein, 
9. 10. Wo man dran blickt nicht anders was Dann sehe man lauter sp.: 
das gesteiae habe ich nach Metam, 2, 109 erst in den Teaet gebracht, 
11. Alis nun. 12. Mit ernst beschawet. 13. aller grosies. 14. eyn 
jetUche arbeyt. 15—20 von J. Grimm hergestellt, Zeitschr, S, 414. 
Do schlo/ff iL yff. A. Af entslöz Grimm. 16. Bald seh. die m. 
schein] brach Grimm. 17. Gantz milch wei^ vod auch. mikhwtz 
Grimm. 18. zestnben Grimm. alle gar AT. u. Grimm. 19. Son- 
der aileyn der. moigenstem ß^., -sterre Grimm. 20. Welcher do 
scheinen thet von fem. als6] von Grimm. 21. Yff den tag er zum 
lesten teh. 22, Sonst bUb genUlich d. a. keyn. dehein ßir deheiner 
im Reime, ebenso ein 10, 374. 27, 99. 29, 249. 32, 419. 33, 237. 
dehein 21, 7. Anderer Art ist die sin (: swln) 13, 30. 141, was aber 
auch gan» unbedenklich ist, 23. Ja der d. t. selb wolt erb. 24. Ph. 
h. bald heransser e. 25. v. starck w. 26. E. h. die scharppfen z. 
auch h. 27. pferden bald anleyt, wegen spien. 28. Vnd spant sie 
inn den wagen breyt 29. 30. Ph. m. e. köstlichen s. B. sein son 
gar a. 31. Damit nichts nit. 32. Dem n. e. i. vffgesetzet hat, 
^egen satte. 33. Vff seinen kopif d. f. k. . 

m 

1^40, Metam, 1, 210—229. faren jrr. 2. Ward die gantz 
erden also diirr, wegen verte. 3. Von f. sie gantz n. b. 4. Drumb 
sie ganti durchnider zersp. 5. ab bi^ auff. 6. gantz j. 8. das 
was ganU bl. 9. Auch was ii& br. all sein krafft. 10. Verloren halt 
er alles safft. 11. D. fr. erdorrten sampt dem gr. 12. Welchs dann 
eyn grosser schaden was. 13. 14. An gar vil orten bArg vnd landt 
Von hitz der sonnen gantz verbrant. 15. 16. Der gro/7 berg £. zu der 
z. Bran welcher. 17. noch bei disem. 18. S. f. vnd rauch man s. 
m. 19. Es braut auch der bekant O.: sagte Albreeht Oetes des Rei- 
*iat wegen ßir Oete, oder bot ihm seine ffs, diese Form dar? die Be- 
ziehung a^f Hercules (20. 21) ist im lateinisohen Texte nicht enthalten, 
dher die Kenntniss des Faetums konnte Albrecht aus dem neunten 
Buche haben. 20. AuiF welchen sich hat H. 21. Selber inn eynem 
fewer v. 22. inn Thessalien 1. 23. 24. Die beyden O. u. P. Welchs 
grojf berg sind v^emß, wegen der Betonung O's^h', 25. Es braute 



332 ANMERKUNGEN. lY. T. 

«ach O. 26. vber mß grojff. 27. Desgleichen T. 2S. C. der bep; 
dann der E. 29. Es br. A. der grojff. 30. Y. auch O. s. g. 31. 
Die beyden Heniis. 32. mocht nit fristen jr. 33. 4. Welcher sehne 
lang gelegen war M^fii von der h. lerschmeltsen gar, ufegen des inJbu- 
tivi, 35. D. f. so starck vff erd anfieng. 36. Sein h. hoch tna. 
37. Die branten wie eyn heysse gl. 38. Üer arm furman ward «■ 
39. Er s. ganti trostlosi inn dem. 40. macht jn gantz zn t. 

IT 

1— 14, Metum, 2, 325—328. 1—2 bei fT. vier Zeiien D. w. a. 
Za seiner leich sa hanffen kamen Begraben seinen leiehnam doit Ao 
de^ ehgemelten wassers port, wegen Itchamen. 3. Do hatten sie ejo 
s. V. st, aus saiam entstanden 2, 326. 4. D. legten sie s. g. 5. H 
Ynd schrieben darauff an der standt Das allmenigfclich das les^n koiidL 
6. geschrifl, carmine 2, 326. 7. Mß geschriffl waren griechische h. 
Zusatz des deutsehen Dichters. 8. Sagt hie. 9. Der was seiasu 
10. D. gantze erden er t., vielieieht ist nach 2, 32S eher »u lesen grtea 
dioges er began. 11. Als. heramb f. 12. Welche. 13. 4. Der 
halb darif niemandts zweilTel nan Das jes sei gewesen Phebos son, 
wegen des rührenden Reimes, 

W 

l-~83, Metam. 2, 641—678. Sobald. 2. D. weissagest g. 
euß jr. 3. O kindtlein nan w. 4. Dann da bist zwör geboren frd: 
st kann if^finitiVf das ganze ein Ace. e. It{fln. sein. 5. Der gantm 
w. zft nutz Ynd fr. 6. Noch m. da z. h. solt k. 7. So schoa d. t. 
jetz ist ergeben. 8. So wirt durch dich gefrist 9. 10. Dorab werden 
erzürnen sich Die gotter gro/nich vber dich: unsicher, eher wohl du 
t4t den goten ande, /ür weichen Ausdruck W. gewohnUeh erzonicn 
braucht. 11. Dann wirt J. aaff eyn mol. 12. Erschlossen dich m. 
eysem. 13. 14. Welcher er doch dein anher was Doch soll dich sit 
bekümmern das, wegen des rührenden Reimes. 15. 16. Dann da nach 
solchem deinem todt Aach werden solt zft eynem gott: unsieiur, bester 
wan da nAch llbes br6de ein got wirst von dem t^de. 17. es aisos. 
19. Welcbs nachmals. 20. Erfanden hat vnd e. 21. D. ol manch 
t. krancken. 22. Ir kraffl vnd gesandtheyt geben w. 23. Ocyroe die 
sagt f. 24. V. mein was hilfft dich d. 25. D. 1. gar nit erater b ca. 
26. Doch wirstu leben. ' 27. dir oflt selb w. 28. die meifkliche 
grosse. 29. So dein leib vberfallen sol, wegen twAle. 30. Dana d« 
nit eym vergifften strol: tote Ovid in den Fasten 5, 397 erzählt, üar- 
nach würde Aibrecht auch diese gekannt haben, wenn er nicht die 
Fergiftung durch Hercttles P/eil anderswoher nahm. 31. Ycnnmdft 
wirst inn grossem s. 32. So dir darchtiingen wirt d. h. 33. Ab 
sie semliche wort geredt, wegen ergie : lie. 34. Sie eyneo seoflaea 



ANMERKUNGEN. VI. 333 

lossea thet. 35. trelier. 36. Ynd jr. 37. Mit grossen senfftzen s. 
do spr. 38. O mein vitter der schweren sach, wegen jach. 39. 40. 
Menschliche gestalt weicht von mir hin Ton meiner red ich liommen 
bin: wegen getiine, doch konnten beide Ferse bei W, auch echt sein. 
41. Dann ich schier nit melir mag gespr. 42. Ich sorg die. 43. An 
mir mein. 44. Dann ich hah kuniRig ding orz. 45. Weh mir was 
hab ich för eyn w. 46. seer nach der pferd sp. 47. vaß der erd 
solt 4$. A. dem feld hin vnd wider 1. 49. 50. Zeitschr. 8, 419. 
Weh mir ich wirt. 50. Ynd meinem y. chyron gleich : liehe /. Grimm. 
51. Jedoch ist grosser mein Ynfall. 52. Dann ich eyn pferd wirdt vber 
al, wegen n6z. 53. 54. So doch mein vatter halber ist Eyn mensch 
vnd mir Atß gar g. 55. waren jre letzsten. 56. So man die jnnck- 
fraw sprechen hört 57. Dann sich jr menschlich st. enzwey Thet 
brechen Tnd fVirt pferdls geschrey, wegen weien. 59. 60. Wie fast sie 
gern jr klag geredt Man sie doch niemmer mercken thet, die »weite 
Zeile Metam. 2, 666 intellecta param: geändert wurde wegen gereit, 
aber 60 ist unsicher, 61. Dann sie gantz rubelt wie eyn pferd: ob 
Albreeht im Reime pferde' brauekte ist mir noch zweifeltujt; melleieht 
als ein ph^rtt at^ slt reimend. 62. Aach w. sie sich. 63. Dan/f 
anlT d. f. inn grünem. 64. Jetznnd jr. 65. 6. Jr n. an den henden 
V. W. jr zamen zä eym h. 67. 8. An hendt vnd fassen hüff gewan 
Die Tor eyn magt was wundersam, wegen gemeit. 69. nach der leng 
erstr. 70. Jr zeen tuß eyns roj? maul sie bl. 71. 2. Jr goltfarb h. 
die menni ward Sie trug an eynem mantel zart, wegen mane. 73. 4. 
D- 8. ward zft eynem ro^schwantz Mit aUem anch verkeret ganz, wegen 
verkart 75. sie jr wei^^eyt. 76. verlor m. 77—82. Ch. darumb 
betrübet ward Als er verlor sein tochter zart Mit ernst bat er Ph. den 
gott Da^ er jm darinn helfen sott Er aber sieh de^ nichts annam, 
<Mg>6ii k6B, wlze und gevreme. 83. Dann solche straft von Jone kam. 

VI 

1—62, Metam. 2, 706—736. 1. Der seU>ig st. noch inn dem 1. 
2. Von aller meniglich wirt erkant 3. Welcher von. 5^6. Zeit- 
*f^kr(ft 8, 403. Von jederman w. e. genant 6. Ynd st noch daussen 
in dem f. 7. 8. Als Mercorins die ding volnbracht Er sich eilens 
^on dannen macht, wegen verant Doch könnte es auch heissen Dö er 
diz voUenbrüchte, schiere er dannen gichte. 9. 10. Bant flügel an sein 
hend vnd faß Demnach sich inn die hohe lie/f, w^en ll^nde. 11. 
Ynd flog so lang bi)? das. 12. Hin vber. 13. An der g. wonet vnd 
V. 14. All weg gern die. 15. Do ward er von der hohe gewar. 
16. viler j. eyner grossen seh. 17. Die hatten seh. geschm.ncket sich, 
v^e» an geleit, vgl. mhd. H^orterb. 1, 9916. 18. Yor den andern 
gar kostbarlich. 19. Eyn jede wolt sein. . 20. Ynd tr. inn der hohe 
die hß. 21. Do sie jr opffer hatten inn. 22. Zu e. Palladi d. g. 



334 ANMERKUNGEN. VI. 

23. ob jn her. 24. Gleich wie eyn weih den hungert sehr. 2S. Vnd 
wirt hunden eyns ^ gewar: die Herstellung ist etwa» ßrei, 26. Alio 
schwebt er auch hin vnd htr. 27. inn der höh. 28. Yor frosecr 
lieben was jm weh, ioegen h6. 29. Sein gesiebt rieht er von oben nk 
30. Der anblick jm grosse frend gab, wegen blihte. 31. JongfraT. 
32. Danon er sonder fr. 33. die jungfraw schon. 34. An sdion di 
andren vor thet gohn, wegen inegettn. 35. Gleich wie der mon den 
morgenstern. 36. Ynd wie d. s. dem mon so fem. 37. YorgchBl 
so weit jr schöne gar. 38. FürtraiT der andren jungfrawen s. 39. so 
schon das' sich danon. 40. M. des Joni son, wegen alsns. 41. Gtr 
gro/Hich. 42. liebe. 43. 44. Vnd schmalU wie eyn blei tIT eyncr 
glut Von grosser hitz zerschmeltzen tbnt. 45. schwang sidi. 46. 
Vnd kam inn. 47 — 54 hei W. nur sechs ganz abweichende ZeOea: 
meine Herstellung ist frei, aber enthält nichts was gegen Aikreekis 
fFeise verstiesse* 55. So schon das er gab e. g. 56. Vnd ■■»»» dem 
sal. 57. 8. S. h. er glat vnd eben strich Bafi es lag glat ganlz 
ordentlich. 59.60. dreifacher Reim beifF. Die mt tmg er iim 
hant Damit er den schloff macht vnd want Sein flugel von sein 
bandt. 61. 2. Darnach butit er jm selb sein schu Gants senberlich 
rieht er sich zu: meine letzte Zeile ist unsicher, wenn auch das Reim- 
wort nickt anzutasten ist. 

63 — 104, Metam, 2, 737-- 751. drei schöner kaätera hatt Der 
jede an eyner sondern Stadt: kemenAte stark fleetiert Jtndet sicA amek 
sonst vereinzelt, 65. Warn köstlich g. von edlem g. 66. 'Dws taftl 
gemacht von h. 67. Inn der lincken. 68. Inn der rechlen was. 
69. H. die wonet inn. 70. Welch vnder andren st inn m. 71. 71 
Darinn jr beyde Schwestern waren Nun hatt A.. schon eiftrcn, 
wiste. 73. got] jüngling. 74. So sch&n was k. 75. 6. 
die frenelst vnder jn dreien Drumb sie an jüngling thet gedeten: dtr 
Reim vrech : gedieh ist mir zweifelhaft ; aber gedthen gehört wohl 
yilbrecht an, drlen : gedfen wäre durchaus nicht gegen Aikreekts 
Sprachgebrauch; oder war der Reim die vrevele nnd die vreche (: zeche 
:r zechen)? 77. Mit fragen sie jn scharpff e. 78. Was er thet vnd 
w. e. g. 79. Er sprach das will ich dir bald sagen. 80. th«t tragen. 
8t. geheys vnd gebott. 82. Welchs ist t. 83. Derselb m. reehler v. 
84. Anch sag ich. argen. 85. Ich bin deiner schwesler zlieb her- 
kummen. 86. Dammb m. wol deinen fr. 87. 8. Schaffen ich schenck 
dir reiche gaben Hilfft mir vmb das ich lieb bin haben, wegen mamem. 
89. Dn magst auch sein han grossen rhnm. 90. So du wirst m. 91. 
Vnd ich mich nen. 92. Dammb. frolich. 93. 4. A. 8. den jiing- 
ling an Zwerchs mit äugen do sie began, toegen tongen. 95. Die 
gottin P. anzusehen. 96. Welchs dann knrtz damor was geschehen. 
97. eyn anzal gold. 98. Dafür jr Schwester sie v. 99. Die weR sie 
heymlich inn der stillen. 100. Bringen gentzHch in seinem w. 101. 



ANMERKUNGEN. VI. 335 

fjn wMI gehn f&rs hmß* 102. Den bscheydt woll sie jm bringen 
nao/f, wegen j^n, dann bei fV, noch zwei Zeilen Ynd jn m reehter 
leit inn lohn Mercnrios liin«i/7 thet gohn. 109. Agiauros besehln^ 
bald thar vnd thor. 104. wart besebeydts dauor. 

105 — 170, Metam. 2, 752—782. P. disen bseheyt hört ynd 
sach. 106. Von grossem lorn jr weh. 107. Sie erschutt jren leib 
von z. 108. Aaeh d. s. so sie tr. danom. 109. aller w- vol. HO. 
V. z. erbebet do zn mol, wegen beweit. 111. Vber die selbig A. 
112. Welche geboren m. 113. 4. bei fFiekram sechs gan% verschiedene 
Zeilen, Was ich gebe steht nur da um die sonst entstehende Lücke 
austf^fullen, beansprucht aber keineswegs das Wahre zu sein, 115. 
Pallas sich dramb nit 1. sp. 116. Vnd macht sich eilens. 117. Das 
sie kem z. d. finstern. 118. Hin za dem Neid bald inn sein h. 

119. aossen mib. 120. Von gifll vnd eyter grosser suA, wegen des 
Reimes ü : QO. 121. Schw. anzusehen. 124. Zu nidrigst an. 125. 
Dabei seheint weder m. 126. Dabei ist weder fr. 127. finstemus 
mit hanff da wohnt 128. K. sanflle Infft noch w. do gohnt: wegen 
w4t. 129. Vil todtlich frost vnd grosse k. 130. Ist inn dem h. 
131. Pallas bleyb vor d. thuren. 132. Dann jr z. n. hinein zu g. 
133. Daranib sie m. i. spiesses. 134. 8t. freneniich ans Neides p. 
135. So d. d. thuren schnell. 136. Do erblickt sie d.N.gehling, wegen 
gie. 137. Welcher. 138. Die gifltigen n. — lies nAteren. 139. 
berlichste. 140. die heylig g. 141. Als sie sah den grausamen. 

142. Wandt sie zu stundt jr gesiebt hin dan. 143. Als. sehen be- 
gnnd. 144. Von der erd er langsam vff stund, wegen erblichte. 
145. die notern schl. 146. kam gantz langsam hinaujS g. 147. n. 
vnd ha/?. 148. Das sehen m8/ft die Pallas, 100^0» bilde. 149. Inn 
solcher schSne vor. 150. Vnd also gewapnet. 151. Scheulich dürr 
mager d. N. s. s^en in der Bedeutung * aussehen y wie no^h heut in 
niddeutschen Mundarten, in der Erlösung 1320 wie ein mensche üf 
«rden sibet, aM soitu sehen. 152. durch all sein haut jm., dann 
s»ei auch bei Omd fehlende Zeilen Sein bor gantz graw vnd fast ver- 
worren Aller seiner leib war inngeschmorren. 153. m. eyter vberfl. 
\h\. Gtntc grAn m. giflt vnd gal b. 155. Auch nit dem g. d. argen. 
156. zuag gantz. 157. danfi seh. 158. lang r. w&st vnd. 159. 
ZI keyner zeit er n. 1. 160. Dann wann er leyd vnd k. 161. Dann 
wo. a. leiden I. 162. Inn aller weit so hat er fk^d. 163. 4. 
Wans allen menschen vbel geht Sein hertz inn grasten freyden steht. 
165. Er sucht die finster fleucht das 1. 166. Mag auch inn keyn weg 
leiden nicht Wann andern menschen gftts geschieht, mit dreifachem 
Reim. 167. 8. Vnd wo der schnj^d neid fressen mag Der m. gl. so 
D« so t 169. Das ist seins hertzen grftste freyd. 170. Inn alln 
Kl&ck/Kfelien h. 

171— 2iNr, Metam, 2, 783-«8t2. sagt weysta was ich beger. 



336 AICUEREUNGEN. Vli. 

172. merck mich Tfi meiner b. 173. Far hin md gie^ ddns neiu im 
hertz A^anros das sie kiim inn schmerlx, wegen megetln. 17S. Weich 
ist C. t e. 176. Die freael A. ieh meyn, wegen is. 177. Di^ gnl 
Pallas von dannen floeh« 17S. B. N. sach jr grim hinden noch, wegm 
gi. 179. Gantz nubMg durch s. a. sach. ISO. M. elUiche wwta 
spr. 181. 2. Als wann er jr vergnnt der eiiren Doch mochl Pallas 
der wort nit hören, wegen erbnnde. 183. Eyn rauhen d. tarn st er 
tr. 184. Damit stifltet er groj? vnrug: melhiekt onTOOC 1S5. 
schwartzem- gwulck was er b. 186. Ynd wo er dann l(. h. IST. 
Str. vnd warff er ab -z. t. 188. Das lanb vnd. 189. Woran acte. 
190. Gar gr. 191. das kom. 192. Durch sein zukonfil w. gar t. 
193. Die schunen gebew. 194. er die s. 195. Auch wo er Ir. 

196. Ersehen thet so was jms 1. 197. Also der N. s. w. sdmel a. 
198. hau/ff Cecropis k., Metam. 2, 795 — 796 fehien im deuUeken Tesete, 
vielleicht schon in Alhrechte laMnieeher ffandsehrffif 200. er be- 
reyten thet. 201. Er bestreyeh sie mit der. 202. An jrem leib gaata 
Tberali. 203. Das neidig g. 204. Aglauros inn die I. 205. Do d. 
mit] wider. 206. glider; ich habe mit : lit geeekrieben, weU Mweffel- 
hqft ist ob Albrecht den Plural lider brauchte. 207. 8. Also das sie 
jre Schwester ward * Gantz gridä neidig vnd darzfi hart, wegmn bUde. 
209. 8o das sie jr hertzlich mij^gahn. 210. Da]? sie H. lieb soll haa. 
211. Sie fthß sich selb vnd eifer fast. 212. Der Neid \i%ß jr kejn ihr 
noch r. 213. Wann sie jr s. gluck bed. 214. FrSiich sie niflUMrv. 
215. wer sie gern todt gew. 216. mocht sie nünmer. 217. schmcrti- 
liehen w. 218. gleichwie. 219. Thut sehmeltzen wo die bobb Üb 
sehint. 220. Ynd wie eyn stro von f. verbrifit. 

Tll 

1—76, Metam. 2, 886—870. So bald. 2. BeraJfel er ja baU 
f. s. 3. Ynd sagt du mich. 4. 6. Mein gebot solt da gebocsaai 
sein Ynd ahreg thon den willen mein. 6. Doramb schiring dich 
eilendts Un w. 7. Hinab ans meer zur. 8. Far ghen S. 9. Do 
oben steht 10. D. Hechtend scheinende. 11. Welliches gesliro d. 
m. 12. An dem berg f. 13. Fichs das selb tr. 14. Gantz eüeodls. 
15. Gleich do sich d. f. 16. 7. Bald geschach Jupiters will die hard 
Ward behendt getriben wie er begert 18. das gesUdt noh bei. 19l 
Do selbst 20. 1. Des k&nigs vaß Tyri t seh. An meercs gestadt 
beim fih vmbgohn: 8id6ne wegen Sidonida 2, 840. 22. N. tast spa- 
eiert sie inn dem g. 23. Draus sie die schonen blftmlin. 24. do 
sampt jren junckfr. 25. Aber seh. vor 26 noch tner ZmUm hei 
ff^iekram, massigen Inhalts, von denen Qvid nichts hat. 26. 7. Wie> 
wol sich, nit fast reümel zamen Eyn Uebhaber vnd gottmit namen: das 
Ferbum des Nachsatzes ist bedabte 35. 28—31. Wellich vor eodfco 
gftltem war Der mechtigst vnter allen gar. 32> Welcher die tander 



ANMERKUNGEN. VII|. 337 

kneUen p. 33. Durch seinen gewalt beweget d. 34. Yad so er 
et seinen lom All ding durch fewrs gewalt wirdt verlorn So das er 
e weit erschreckt. 35. B. s. Gott Jupiter b. 36. Sich selbs inn 
0. gesuldt 37. Ynd kam vnter di/? fih gar baldt 38. Lieget inn 
Des ochsen sL lieget bei IF. ist lüejet und to isi auch lüte at^fzu- 
uen, 39. Jedoch erzeygt er sich n. 40. dann der. 41. Weissem 
liseo fandt man. 42. Sein st. vnd horoer warn so w. 43. Als 
u man sie balliert mit f. 44« Vnd waren rund als werens g. 45. 
lioen alle beyd. 46. Ino seinem haupt wie eyn ehr. 47. E. ge- 
m sein gro/ff g. 48. Jo ob diß ochsen gestalt so schon. 49. Wolt 
ch äüß f. nit lo jm gohn, wegen erbnnde. 50. 1. Zu lest sie aber 
rtz empOeng Das sie jm etwas n. g. 52. Ynd rauflt der bL bot 
s d. 53. junckfrawen. 54. sie ann jrem.» wenn die Herstellung 
'htig ist, folgert nicht ein starkes dikm für /llhrecht, sondern es ist 
genauer Reim, wobei n unberücksichtigt ist. 55. Jedoch thet er 
rarteo k. 56. jr nit gab eynen ku^. 57. Dann er sie sunst liebt 
enis. 58. Ging mit seim springen. 59. Als eyn frolicher er g- 

• Jeu inn d. I. dann noch der zwer. 61. Inn dem ochsen. 62. 
I freod regiert jn Aber die mo/7. 63. So das der k. freud ward 
»A 10^9» miniQie. 64. Sie nehert jm so mehr vnd mehr. 65. Ynd 
'. deo ochsen hin vnd her, w^en nir. 66. zarten w. 67. M. 
unlein jm sein gehom vmb w. 68. Ynd hat a. f. verlossen s. 69. 
bs Jupiler. 70. Europa säumet ^ch n. 71. Gar bald sie auff s. r. 

72. Dacauff sie sanIR in freyden sa/?. 73. Wust doch nit w. 

reiten was, wegen gemeiL 74. 5. r. s. auff vnter jr GaaU sitlieh 

{t heymlich wol mir, wegen des rührenden Reimes. 76. Gemach 
(Dg er an m. gestadt. 

TIO 

1—46, Metam. 3, 26 — 47. opffem w. 2. Als er das selbig 
Uidi 8. 3. Eilens er s. b. s. 4. Inn eynen w. gaptz vngebanL 
hinten. 6. Gantz finster war der w. vnd str. 7^ Keyii s. n. m. 
fia nit schein. 8. Eyn brunnen inn eym runden stein. 9. Inn 
Mm wald stund wassers tieff. 10. Dahin sein gesind als samen 

f: ick habe die linde, von der weder Ovid noch fFickrstm etwas 
^, üi den Text gesetzt, weil bei deutschen Dichtem Brunnen im 
'^iäe gewöhnlich unter einer Linde entspringen. Der Reim gesinden 
krte ausserdem darauf. 12. E. g. s. woneL 13. B. disem. 14. 
ir war gestanck vnd gifftes v. 15. Er trug eyn kam r. wie e. f. 

• S. anblick war gantz u. 17. wie. 18. von ferr. wie. 19. 
ino seim mund. 20. Yon scharpffen zeenen rund vmb stund. 

• 8. z. wie e. nodel sUch. 22. Ynd warn die spiU g.- drlliich, w^en 
Me; dann noch sioet Zeilen, von denen auch Ovid nichts hat Damit 
)Ql er sich kieillig waren Ynd alle ding zumol verseeren. 23. Als 

[XXXYUI.] 22 



338 ANMERKUNGEN. IX. 

aber Cadmus b. 24. jn noeb vncrk. 25.. 6. Do Hessen ^e nab m 
eym seyl D. e. welchs jn bracbl n. 27. Dann als der eymer um mh 
fall. 28. Er inn dem bronnen laat erscball. 29. D. b. ioo sen^ 
hol das b. 30. Eilet fast zA des brannes o. 31. Blit eym mecbtif-f 
grossen pr. 32. Begnnd er za.> 33. 34. Zu*atz itn deuttehen Terif 
So das. 35. Gro/7 angst begegnet den. 36. D. e. fiel au^ jrpts 
37. Sie wurden also gar v. 38. Als sie d. w. so grausam j. 39. za- 
sammen s. 40. nam den schwantz.vflT seinen r. 41. Inn ewr 
Scheiben sp. er geschw. 42. Gantz grimmig a. d. frembd g. 43. Tei 
strecket sich so lang er was Gegen jn inn dem grünen gra/ff Omd» BßA 
3^ 44 — 45 ist we^ekusen, 45. mocht jr k. 46. Auch kont kcpn 
sein b. z. 



1_54, Matam, 3, 65*93. erwascht mit gantxer kraSt t 
Sein scharplfen spie/ff bei seinem schafft 3. jn aiso geschwint tob jb. 

4. Vff die seit inn den wurm so griia, toegmi des rükrenden Reim«. 

5. 6. Das der spie/ff inn der Seiten stackt Der sehn/? den wann m 
mofi e. 7. Sein haupt vnd h. 8. Ynd greyif nach dem spie/f ina 
den lenden. 9. 10. Hey/? jn entzwei gar inn der mite Ifodit abrrs 
eisen gewinnen nit, wohl wegen gelingen. 11. es jm tieff st. 12. D 
w. Meß manchen schrey so I. 13. d. tieff^en wand. 14. Olli tos 
vnd wider. 15. tieffe w. 16. S. langer h. lag jm. 17. Doran d 
a. g. grojff. 18. Ynd s. b. voll vber die moj?, wegen enToflen. 19 
Der schaam äuß seinem maul gantz blanck. 20. Gar miktaweijf gifne 
rnd tbel stanck, wegen des rührenden Reimes. 21. Der rancdi so nf 
seim s. her s. 22. Sah wie e. dicker n. gr. 23. So etwann waß dfc 
Wasser. 24. offt Yff. 25. Wo solcher othum rart d. g. 26. Ter- 
dorrt es behend w. g. es w. 27. ward nit anders g. 2S. Bann vrr 
es Tv eym f. 29. Itz w. sich der schlang macht sich k. 30. Drehft 
sich glefeh eyner seh. 31. Dann st. er gantz str. 32. Als waao 
er w. , damn noeh sechs Zeilen, von denen nur etwa die beiden ieMet 
Metam. 3^ 80 ausdrüeken^ Jetz scho/ff er behender dann eyn pfdl Toa 
baam zu baam inn sdineller eil Ynd steuert sieb hart mit seiner brasi 
Yil schneller bin tnd wider wast Dann eyn pfeil fert von eyner säum 
Die beam mit seim flock thet er trennen, wo aus