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Full text of "Album der Deutschen Reichs-und Staatswappen, Flaggen und Kokarden. Nebst Beschreibendem Text"





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AD, M. HILDEBRANDT. 






DER 



DEUTSCHEN 
REICHS- 



UND 



STAATSWAPPEN 

FLAGGEN UND KOKARDEN. 



NEBST BESCHREIBENDEM TEXT. 



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LEIPZIG, 
TETER HOBBING. 






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Digitized by the Internet Archive 

in 2010 with funding from 

Allen County Public Library Genealogy Center 



http://www.archive.org/details/albumderdeutscheOOhild 



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Bemerkung über die Landesfarben. 

Die hier vorgeführten Landesfarben der einzelnen deutschen Staaten sind 
nach den besten vorhandenen Quellen angegeben. In welcher Reihenfolge die Farben 
auf den betreffenden Landesflaggen erscheinen sollen, steht nicht überall mit Sicher- 
heit fest Für das deutsche Reich ist die bekannte Reihenfolge amtlich verordnet. 

Für Preussen ist die von Schwarz (oben) und Weiss (unten) quergeteilte 
Landesfahne officiell und von altersher allgemein eingeführt; eine Ausnahme 
hiervon machen jedoch die Fähnchen der preussischen Kavallerie, welche gerade 
umgekehrt, oben Weiss, unten Schwarz, geteilt sind — ein Umstand, der schon 
zu vielen Missverständnissen Veranlassung gegeben hat. Daneben führt Preussen 
auch noch eine sog. Handelsflagge, bei welcher das Flaggen tuch dreifach quer- 
geteilt ist: oben Schwarz, in der Mitte Weiss, unten wieder Schwarz, der weisse 
Streifen mit einem Adler belegt. Ausserdem giebt es dann noch einzelne beson- 
dere behördliche Sonderflaggen. Ungeachtet mehrerer amtlicher Vorschriften herrscht 
hierin mancherlei Verwirrung; selbst die meisten Königlichen Behörden flaggen unvor- 
schriftsmässig und tragen dadurch noch zur Vergrösserung dieser Verwirrung bei. 
Die in neuester Zeit erschienenen amtlichen Verordnungen dürften geeignet sein, 
endlich auf diesem Gebiete Wandel zu schaffen. 

In Bayern, wo die Landesfarben blau-weiss sind, zeigt die Königliche 
Flagge das Flaggentuch ganz und gar in diesen Farben gerautet, so wie der 
Mittelschild des im Album dargestellten Wappens; das Tuch ist in der Mitte mit 
der goldenen Königlichen Namenchiffre belegt. Die Landesflagge ist (nach Sieb- 
macher's Allgem. Wappenbuch, Abt. Flaggen, nach amtlichen Quellen bearbeitet, 
Nürnberg bei Bauer & Raspe) ebenso, aber ohne den Namenszug; es werden 
jedoch vielfach auch einfach blau-weiss (oder weiss-blau) quergeteilte Flaggen ge- 
führt. Die gerauteten verdienen ihres schöneren, malerischen Aussehens wegen 
jedenfalls den Vorzug. 

Für das Königreich Sachsen giebt das vorgenannte Werk die Landesflagge 
von Grün (oben) und Weiss (unten) geteilt an. es wird jedoch vielfach auch die 
umgekehrte Reihenfolge geführt. Vermutlich liegt hier die Sache ebenso wie oben 
bei Preussen erwähnt. Ebensowenig ist man in den Sächsischen Herzogtümern 
über die Reihenfolge von Grün und Weiss allenthalben sicher, da es hier, wie 
vielfach auch sonst, an einer unzweideutigen amtlichen Feststellung fehlt. 

Neben den Landesfarben gibt es in einigen Ländern noch sogenannte 
Hausfarben, deren Führung jedoch nicht dem Publikum, sondern nur den Mit- 
gliedern des betr. Fürstenhauses zusteht. Auch die Farben der Kokarden 
stimmen nicht überall mit denen der Flaggen überein ! 



Heraldisehe Erläuterungen. 



Deutsches Reich. 

Der hier dargestellte Adler mit darüber schwebender Kaiser -Krone, der 
deutsche Reichsadler, ist das Wappen des deutschen Reiches; er darf nicht 
in einem Schilde, sondern muss frei schwebend dargestellt werden. Dagegen ist 
das Wappen des deutschen Kaisers ein goldener Schild, auf welchem die 
Kaiserkröne ruht und welcher von der Kette des schwarzen Adlerordens umgeben 
ist. Im Schilde befindet sich der Reichsadler ohne Krone und ohne die Ordens- 
kette. Dieser durch Allerhöchsten Erlass festgestellte Unterschied ist wohl zu 
beachten! 

Königreich Preussen. 

Das hier dargestellte Wappen ist das sogen, mittlere Königliche Wappen, 
nach dem Allerhöchsten Erlass vom 16. August 1873. 

Die einzelnen Felder stellen dar: 

Mittelschild: Preussen. — Hauptschild: 1. Provinz Schlesien. - - 2. Provinz 
Brandenburg. — 3. Provinz Rheinprovinz. — 4. Provinz Posen. — 5. Provinz 
Sachsen. — 6. Provinz Pommern. — 7. Provinz Westfalen. — 8. Provinz Han- 
nover. — q. Provinz Schleswig-Holstein-Lauenburg. — 10. oben: Nürnberg, unten 
Hohenzollern. — 11. Provinz Hessen-Nassau und Frankfurt a/M. 

Der rote Schildesfuss ist das sogen. „Regalienfeld", das Zeichen der König- 
lichen Rechte. 

An Stelle Hannovers, welches sonst als Provinz ein laufendes weisses Ross 
im roten Felde führt, ist im Staatswappen das Wappen von Lüneburg (ein blauer 
Löwe im goldenen, mit roten Herzen bestreuten Felde) gesetzt. 

Die rotgefütterte Krone (statt der bisherigen offenen Königskrone) ist auf 
besonderen Befehl S. M. des jetzt regierenden Königs eingeführt. 

Die häufig vorkommende Anbringung der Devise „Gott mit uns" an der 
Konsole ist in dem erwähnten Erlass nicht vorgeschrieben. 

Ausser diesem Wappen giebt es noch das Königliche Majestätswappen mit 
64 Feldern im Schilde, Baldachin u. s. w., und das kleine Königliche Wappen, 
welches im Schilde nur den Preussischen Adler zeigt; Krone und Schildhalter 
wie bei dem mittleren Wappen. Dieses kleine Wappen führen die Königlichen 
Prinzen. 

Königreich Baiern. 

Mittelschild: Stammwappen Baiern. Feld I : Pfalzgrafschaft bei Rhein; 
2: Herzogtum Franken; 3: Markgrafschaft Burgau; 4: Fürstentum Veldenz. 

*) Die Wappen, welche die betr. Provinzialbehörden führen, weichen hiervon z. T. erheblich ab. 



Bei dem grossen Staatswappen umgiebt das Ganze ein reich verziertes 
Wappenzelt und von der Konsole hängen der Hubertus-, St. Georgs-, der Max- 
Josefs- und der Zivilverdienst-Orden herab. 

Als kleines Wappen wird nur der blau-weiss gerautete Mittelschild geführt. 

Königreich Sachsen. 

Das hier abgebildete Wappen ist durch Königliche Verordnung vom 7. Juni 1889 
festgestellt worden. Der Schild enthält ausser dem Mittelschilde „Sachsen", welcher 
auf dem roten, sogen. Regalienfelde liegt, 10 Felder, welche folgende Landesteile 
vertreten : 

1. (schwarzer Löwe in Gold): Markgrafschaft Meissen. — 2. (rot -silberner 
gekr. Löwe in Blau): Landgrafschaft Thüringen. — 3. (goldener Adler in Schwarz): 
Pfalz Thüringen. — 4. (goldener Adler in Blau): Pfalz Sachsen. — 5. (gold- sil- 
berner Löwe in Blau): Herrschaft Pleissen. — 6. (goldener Löwe in Schwarz): 
Vogtland. ■ — 7. (schwarzer Löwe und rote Herzen in Gold): Grafschaft Orla- 
münde. ■ — 8. (zwei blaue Pfähle in Gold): Grafschaft Landsberg. ■ - 9. geteilt; 
oben (Mauer): Markgrafschaft Oberlausitz, unten vorn (Rose): Grafschaft Alten- 
burg, hinten (Henne): Grafschaft Henneberg. — 10. (3 blaue Balken): Herrschaft 
Eisenberg. 

Im Majestätswappen ruhen über dem Schilde fünf Helme, das Ganze um- 
giebt ein Hermelinmantel, aus der Königskrone herabwallend. 

Das kleinere Wappen zeigt nur den Schild mit dem Stamm -Wappen 
„Sachsen", dazu Krone, Schildhalter u. s. w. wie auf der Tafel. 

Königreich Württemberg. 

Die Hirschhörner bilden das alte Württembergische Stammwappen; die drei 
schwarzen Löwen gelten als das Wappen von Schwaben. (Lange Zeit erschienen 
die rechten Vorderpranken derselben rot" gefärbt, als Erinnerung an Konradin von 
Hohenstaufen. Seit einigen Jahren ist diese, heraldische Spielerei ausser Gebrauch 
gesetzt.) 

Die amtliche Feststellung des Wappens vom Jahre 181 7 bestimmt, dass der 
Schild oval und von einem Eichenlaubkranze umgeben sein soll. Diese unheraldische 
Bestimmung wird vielfach nicht mehr ausgeführt. Unheraldisch ist auch, dass der 
Helm nach der genannten Feststellung keine Decken haben soll. Wir haben auf 
der Tafel solche in den Wappenfarben hinzugefügt. 

Grossherzogtum Sachsen. 

Mittelschild: Stammwappen Sachsen. Feld 1: Landgrafschaft Thüringen. 
(NB. Die verschiedenen Sächsischen Herzogtümer führen die rot-silbernen Streifen 
des Thüringer Löwen verschiedenartig.) 2: Markgrafschaft Meissen: 3: gespalten; 
vorn Grafschaft Henneberg, hinten Grafschaft Arnshaugk; 4: gespalten; vorn: Herr- 
schaft Blankenhain. hinten Herrschaft Tautenburg. 



Das grosse Wappen zeigt über dem Schilde drei Helme, um den Schild den 
Orden vom weissen Falken und um das ganze einen aus der Königskrone herab- 
wallenden Fürstenmantel. 

Als kleines Wappen wird nur der gekrönte Mittelschild, event. vom Mantel 
umgeben, geführt. 

Grossherzogtum Oldenburg. 

Die Bedeutung der Felder ist folgende: 

Die roten Balken in Gold: Oldenburg. — Das goldene Kreuz in Blau: 
Grafschaft Delmenhorst. — Das goldene Kreuz mit der Bischofsmütze: Fürsten- 
tum Lübeck. — Das Schach von Rot und Silber: Fürstentum Birkenfeld. — Der 
goldene Löwe in Blau : Herrschaft Jever. 

Das grosse Staatswappen hat ausserdem noch einen Rückenschild mit den 
Wappen von Norwegen, Schleswig, Holstein, Stormarn, Ditmarschen und Knyphausen. 

Grossherzogtum Baden. 

Nur das alte Stammwappen der ehemaligen Markgrafen von Baden, der rote 
Schrägbalken in goldenem Felde, wird gegenwärtig als Wappen des Grossherzog- 
tums geführt. Bei dem grossen Staatswappen ist das Ganze noch von einem aus 
der Königskrone herabwallenden Mantel umgeben, und unterhalb des Schildes 
hängen von der Konsole herab die badischen Orden. (Die schildhaltenden Greifen 
sind silbern, nicht, wie vielfach irrig angegeben wird, schwarz.) 

Grossherzogtum Hessen. 

Seit Annahme der grossherzoglichen Würde im Jahre 1 8ob bildet der zehn- 
mal von Silber und Rot quergestreifte Löwe in Blau, das alte Stammwappen von 
Hessen und Thüringen, die alleinige Schildfigur des Grossherzoglich Hessischen 
Wappens. Als - - nicht sehr glücklich gewählte — Zuthat wurde dem Löwen 
eine Königskrone auf den Kopf gesetzt und ein Schwert in die rechte Pranke 
gegeben. 

Bei dem grossen Staatswappen ist das Ganze von einem aus der Königs- 
krone herabfallenden Hermelinmantel umgeben; vom Schilde hängen die Insignien 
des Ludwigsordens und des Verdienstordens Philipps des Grossmütigen herab. 

Grossherzogtum Mecklenburg-Schwerin. 

Feld 1 (Stierkopf): Herzogtum Mecklenburg; 2 (Greif): Herrschaft Rostock; 
3 (Greif und grünes Feld): Fürstentum Schwerin; 4 (Kreuz): Fürstentum Ratze- 
burg; 5 (Arm): Herrschaft Stargardt; 6 (Stierkopf schräg): Fürstentum Wenden; 
Mittelschild: Grafschaft Schwerin. 

Nach der Feststellung vom Jahre 1 87 1, bezw. den durch den jetzt regieren- 
den Grossherzog befohlenen, jedoch mehr nur rein künstlerischen Abänderungen. 

Das grosse Staatswappen zeigt über der Krone fünf Helme, um den Schild 



hängt der Orden der wendischen Krone. Das ganze umgiebt ein reichveizierter 
Purpurmantel. 

Als kleines Wappen wird nur der Stierkopf (wie in Feld i) im gekrönten 
Schilde geführt. 

Grossherzogtum Mecklenburg-Strelitz. 

Bedeutung der Felder, grosses und kleines Wappen wie bei Mecklenburg- 
Schwerin. 

Herzogtum Braunschweig. 

Im gespaltenen Schilde vorn Braunschweig, hinten Lüneburg. 

Das grosse Staatswappen enthält zwölf Felder, auf dem Schilde ruhen fünf 
Helme, Schildhalter sind wilde Männer mit Keulen, und das ganze umgiebt ein 
Wappenmantel. Vielfache Varianten kommen vor. 

Als kleines Wappen wird bisweilen auch das weisse Pferd im rotem Schilde 
geführt. 

Herzogtum Sachsen-Koburg-Gotha. 

Mittelschild: Sachsen. Feld i: Landgrafschaft Thüringen; 2: Markgraftum 
Meissen; 3: Grafschaft Henneberg; 4: Herzogtum Koburg. 

Das grosse Staatswappen enthält 19 Felder, einen Mittelschild und 3 Felder 
im Schildfuss; Schildhalter sind zwei goldene rückwärtssehende gekrönte Löwen, 
das Ganze umgiebt der Fürstenmantel. 

Das kleine Wappen zeigt nur den sächsischen Stammschild mit der Krone, 
bisweilen auch mit Schildhaltern und Mantel. 

Herzogtum Sachsen-Meiningen. 

Mittelschild : Sachsen. Feld 1 : Landgrafschaft Thüringen ; 2 : Grafschaft 
Henneberg; 3: Herrschaft Römhild; 4: Markgrafschaft Meissen. 

Das grosse Wappen zeigt einen mit sechs Helmen bedeckten Schild mit 20 
Feldern und einem Mittelschilde; als kleines Wappen wird nur der Stammschild 
(Sachsen) mit Krone oder Fürstenmantel geführt. 

Herzogtum Sachsen-Altenburg. 

Mittelschild: Sachsen. Feld 1: Altenburg; 2 : Grafschaft Eisenberg ; 3 : Graf- 
schaft Orlamünde ; 4 : Herrschaft Pleissen. 

Das grosse Staatswappen enthält ausser dem Mittelschilde 20 Felder; der 
Schild wird von zwei mit Herzos;skronen crekrönten <roldenen vorwärts blickenden 
Löwen gehalten, welche je eine von Grün und Silber geteilte Fahne an silberner 
Stange tragen; das ganze umgiebt ein Fürstenmantel. 

Als kleines Wappen wird nur der Mittelschild unter dem Fürstenmantel 
geführt. 



Herzogtum Anhalt. 

Mittelschild: Anhaltisches Stammwappen. (Derselbe, mit der Herzogskrone 
bedeckt, wird auch allein als kleines Wappen geführt.) Feld i: Sachsen; 2: Pfalz 
Sachsen; 3: Herzogtum Engern; 4: angebliches Stammwappen der alten Grafen 
von Anhalt („Bäringer"); 5: Herrschaft Ballenstedt; 6: (Schachbrett): Grafschaft 
Askanien; 7: (Gold-rot geviert): Grafschaft Waldersee; 8: (goldene Schrägbalken 
in Blau): Grafschaft Warmsdorf; 9: (silberner Adler in Blau, richtiger Rot): Graf- 
schaft Mühlingen; 10 (leer): Regalienfeld; 11: (Bär auf Mauer): Herrschaft Bernburg. 

Bei dem grossen Wappen wird der mit 6 Helmen besetzte Schild von zwei 
schwarzen Bären mit goldenen Halsbändern gehalten; um den Schild hängt der 
Orden Albrechts des Bären; das Ganze steht unter einem Fürstenmantel. 

Fürstentum Schwarzburg-Sondershausen und 
Seh warzburg - Rudolstadt. 

Mittelschild: der Reichsadler, auf der Brust ein goldenes Schildchen tragend 
wie ein Fürstenhut; — Kaiserliches Gnadenzeichen, bei der Erhebung in den 
Fürstenstand verliehen. Den Schild teilt ein von Schwarz, Gold und Blau ge- 
stücktes Kreuz. — Vordere Hälfte, Mittelschild: Stammwappen Schwarzburg; Feld 
1 und 4: Herrschaft Arnstadt; 2 und 3: Herrschaft Sondershausen. — Hinten, 
Mittelschild : Herrschaft Klettenberg ; 1 und 4 : Grafschaft Hohnstein ; 2 und 3 : 
Grafschaft Leutenberg. — Schilderfuss: Herrschaft Leutenberg. 

Als kleines Wappen wird merkwürdiger Weise nicht das Stammwappen mit 
dem Löwen geführt, sondern der Mittelschild mit dem Reichsadler und mit dem 
Schildesfuss Leutenberg. 

Das grosse Wappen hat über dem Schilde sechs Helme, als Schildhalter 
rechts einen wilden Mann, links eine wilde Frau, beide mit je einer silbernen 
Lanze, an welcher ein von Rot und Silber geteiltes Fähnchen. Um das Ganze 
ein Wappenmantel. 

Fürstentum Reuss (ältere und jüngere Linie). 

Das 1. und 4. Feld - — der goldene, rot gekrönte Löwe in Schwarz — ist 
das Stammwappen des Hauses Reuss; der goldene Kranich im 2. und 3. Felde 
bedeutet die Herrschaft Kranichfeld. 

Das grosse fürstliche Wappen zeigt über dem Schilde, welcher von zwei, 
schwarz über weiss quergeteilten rückwärtssehenden Löwen gehalten wird, drei 
goldene Helme; der Mittlere trägt einen Fürstenhut, darüber 3 Pfaufedern, der 
Rechte einen von weiss und schwarz längsgeteilten Brackenrumpf, der Linke den 
Kranich. (Beide nach Innen gewendet.) 

Siegel der älteren Linie zeigen in neuerer Zeit statt des heraldisch richtigen 
Fürstenhutes eine fünfbügelige rotgefütterte (grossherzogliche) Krone. 



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Fürstentum Waldeck. 

Der Mittelschild zeigt in Gold einen schwarzen achtstrahligen Stern : das 
Stammwappen Waldeck. Im Hauptschilde bedeutet Feld i und 8 (das Ankerkreuz) : 
das Fürstentum Pyrmont; 2 und 7 (3 Schildchen): die Grafschaft Rappoltstein; 

3 und 6 (die Hahnenköpfe): die Herrschaft Hoheneck; 4 (der silberne Löwe in 
Blau): die Grafschaft Gleichen; (Löwe und Schindeln) die Herrschaft Geroldseck. 

Im grossen fürstlichen Wappen ruhen auf dem Schilde fünf Helme. Das 
kleine Wappen hat einen von Gold und Silber gespaltenen Schild, vom der Wal- 
decker Stern, hinten das Pyrmonter Kreuz. 

Fürstentum Lippe. 

Mittelschild: Stammwappen Lippe. (Wird auch allein als kleines Wappen 
geführt.) Feld 1 und 8 (Mühleisen): Herrschaft Vianden in Holland; 2 und 7 
(Stern mit Schwalbe): Herrschaft Swalenberg; 3 und 6: Herrschaft Ameyden; 

4 und 5 : Grafschaft Sternberg. 

Das ganze wird auch mit Wappenmantel umgeben geführt. 

Fürstentum Schaumburg-Lippe. 

Der Mittelschild — mit dem irrig so genannten „Nesselblatt" — ist das 
Stammwappen des Hauses Schaumburg; die Rose in Feld 1 und 4 ist Lippe, der 
Stern mit der Schwalbe in Feld 2 und 3 die Herrschaft Swalenberg. Die fünf- 
bügelige Krone (statt des heraldisch richtigeren Fürstenhutes) ist neuerdings amt- 
lich angenommen. 

Bei dem grossen fürstlichen Wappen ruhen drei Helme über dem Schilde 
und das Ganze wird von einem aus der Krone herabwallenden Mantel umschlossen. 

Ein abgekürztes Wappen kommt auf Siegeln der Mitglieder des fürstlichen 
Hauses vor: im Schilde das Nesselblatt, in dessen Mitte, statt des weiss-rot ge- 
teilten Schildes, ein silbernes Schildchen, in welchem die Lippe'sche Rose steht. 

Freie und Hansestadt Hamburg. 

Die Burg ist ganz weiss; die öfters vorkommende blaue Färbung des Thores 
und des Daches ist unrichtig. 

Auf jedem der roten Fähnchen des Helmes wiederholt sich die Burg. 

Freie und Hansestadt Lübeck. 

Ausser dem hier dargestellten Wappen: der alte deutsche Reichsadler mit 
einem von weiss und rot geteilten Herzschilde, wird bisweilen auch nur der letztere 
allein geführt. 

Freie und Hansestadt Bremen. 

Wie hier abgebildet, ist das grosse Bremer Staatswappen durch Beschluss 
Aom 13. November 1891 festgesetzt worden, und zwar mit der Einschränkung, 



— -8 — 

dass es so vollständig nur auf den Flaggen geführt Werden soll, während auf den 
Siegeln, Stempeln u. s. \v. der Helm mit der Helmzier wegfällt und nur eine grosse 
fünfblättrige Krone über dem Schilde ruht. Ausserdem wird — für geringere 
Veranlassungen — nur der Schild mit dem Schlüssel und der darauf ruhenden 
Krone geführt. 

Bezüglich der Staatsflagge bestimmt eine Verordnung vom gleichen Tage, 
dass dieselbe von rot und weiss mindestens achtfach gestreift sein soll, mit 
Einfassung von rot-weissen Würfeln an der Flaggenstockseite (wie auf der Tafel). 
In der Mitte soll sich innerhalb eines weissen Vierecks bei 8 und mehr Streifen 
das kleine Wappen (Schild mit Krone) bei 1 2 und mehr Streifen das grosse 
Staatswappen befinden. 

Elsass-Lothringen (Reichslande). 

Dieses Wappen ist durch Kaiserlichen Erlass, welcher am q. Februar 1892 
veröffentlicht wurde, festgesetzt und seither das allein richtige Symbol der Reichs- 
lande. Der Schrägbalken mit den 6 Kronen steht für Oberelsass, der Schräg- 
balken mit der Rautenkranz-Einfassung für Unterelsass, der Schrägbalken mit den 
drei gestümmelten Adlern für Lothringen. 



Die in diesem Album enthaltenen Wappen sind auch in Gestalt einer grossen 
Karte (Tafel), kunstvoll geordnet, als 

Tafel der Deutsehen 

lieiehs- und Staatswappen 

gezeichnet von 

Ad. M. Hildebrandt 

nebst Textheft 
— zum Preise von gleichfalls 5 Mark — 

zu haben. In solcher Ausstattung ist die prächtige Tafel bestimmt, eingerahmt 
als "Wandschmuck zu dienen. Sie sollte in den Geschäftszimmern von Regierungs- 
behörden, in Kasinos, in Versammlungszimmern patriotischer Vereine, von Studen- 
tenverbindungen, in Kontoren, Schulsälen und ferner in Wohnzimmern kunst- 
sinniger Familien Platz finden. 

Zu diesem Zwecke sei sie angelegentlich empfohlen. 

Leipzig. Peter Hobbing. 




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