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Full text of "Allgemeine Encyclopädie der Wissenschaften und Künste in alphabetischer Folge von genannten ..."

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fjz.m.) 



T- losk '"■(n.) 



^ 






1 



m~. 



^Hqtvxtint 

^ttc^Ho^äbie bet Siffenft^aften itnb Mnfte. 



allgemeine 

® n c D f 1 p d b i e 

b e I 

Sß i f f c n f (^ f t c tt ttttb ^ fl n fit c 

»on genannten ©(^riftfielleirn beatJeitet 

unb '^etauegegeben t)on 

3. @. ®rf(^ unb 3. @. ©ruftet* 

SRit ftu4)feTti unb (Statten. 



g r fl e @ e c t i n. 

A — 6. 

herausgegeben bon 



GUAOT:A— GÜLAI>ING. 



8cip a iß : 



1877. 



wi 



ungemeine 

mtt^fUp'dhit bct aSiffettfc^afteit ttttb Mnfte. 

e r ft c B t c t i n. 

A— G. 



ÖUAOT?A— GULAtlNG. 







^w^*^ 



ungemeine 

(Bnti^fUpUit bet Sifftttf(|aften mh Mttfte. 

©tftc Sectio n* 



GUANTA— GULAtlNG. 



G U A N T A. 



GUANTA ctex Huanta, ^roipin^ im tt)faxte» 
meiU avacud)o in *Ueru, rntt)rtll CO ßffliiaS in 6er Sönfl« 
uitb 18 gtfßuad in Itx Sreitc lm^ wirt bcflirn^t im Cfim 
»prt t« aJieiUann OBalblanb), im ©üCm von ben ^ro» 
'?in)(ti ©itanuuu^ii fjpuamaii^a) iinb Sa ÜDIar, im SBcßcn 
Bon ten *l'roDinjcii TaDocnju iin& SIttgarafd beö iJfpar* 
tcmfitte t'hiöiicavrlicvi (^iiaiicavelica). Sic Ivfireift tic 
2)itUtclc @iianta (^i:ania), Sarirodja, 5)iflt''iinl'a, ®ana, 
aiiöcataii, ;g>uamiiiiyviUa, (larftnarfjisMii, 9Kpntana tc 
Slcüii, ßljoiniQcota, 'jjarnifo. 2;ie '^rovinj beftel)t tljeild 
aitd teil faltfii ^Äbbdnacn tcc ^ortillcra, Ibeilö aud 
Montana, iheild aiid tiefen 8d)Iuc^Uii, irrdbatb in iljren 
«injcfneu Sbeiteti »tttima anb Öoi-ciurieiitjiiiiTc (cI« vuii 
cinonDer uerMMetcn fiiib. 3" i^^«-"" mincrülifi^cii '4JrD' 
burtcn ßcbörfn SRirfe[ iinb Jlobalt. !t:ic *4^rt)tin3 ivirD 
»cn ben UucUflüfffii bc6 Watanon iKmdffm. !t)er nruibisic 
eingfborcne Stamm bet g)qiiidjani> bat auf bie ©efrfjirfc 
bcc $rD»in) QTD^nt 6influ^ (iii^Deubt. 'SDIaii fiiitct in 
b(c ^JroDiiiJ beli'ä<t)lltd)e Otuincii au$ btr v;)i'fpatii((beH 
3cit. 23lffcl[)c I;at 27,400 (Siiuvobnet. — Ict cjlddj' 
namitje ^auptort ter 'i^romnj if) ein StÄbt<^eu am 3"* 
(ammenfluiTe beö 9iiü br eal unb beö 9iio ^«agaUo, 
7 ÜeflUfifl nörblirf) von ©uamarjia. 

CticUr. -.W. iVi; üoldan, Geografia del Peru. 
^m6 1863. {W. ßent/ieim.) 

GÜAl^UCO Pber Huanuco, ^i^tomnj im '5)pvat' 
tcmeiu 3i"iii> (Knft Sarma) in '4^etu, l^at von 9?crben 
nac^ Siiten 17, yon £^flen na* iffiefteu 22 ifenuad iint 
grenj! im 'Dtovbeii an bie '4}reuiii) Vocelo, iiu JCften au 
tie ^JtRi^ntana, im Stiöcn an bie *4>ro»inäeu ^^a^tc mib 
a^arnia, im ifiJeitcti an bie iptotinj ©UÄmalieÄ (^ua* 
malied). Sie (aibi'iU bie TiOricte Oluamuto (^tmmnco). 

tuaear, .^it^uetad, Santa ^Xlaria bei ^aUc, ^jana» unb 
bmef)ao. X>cx mäd}lij)e .S^naUa^fa cntfvrinnt in biefec 
^rocinj iinb fcnrdyfllicfit fie vim 3?orbcn notl) Suften; 
(iii(jcvbcm t'cioäifcrt eine ^Jcnge 9?ebeniliitK beö ^uallaga 
biefc fd)6nc ^JJrcpiuj. iDiefelbc bot ein milDcd imb ^e*- 
funbcd JtliniA unb gre^e STutt)lba[feit. Sir rrjcugt 
fflmmilidie *JJrobuctc ber ÜÄcntaiia in UebcrfIu0, nameni» 
lic^ @ctmBc, Obft, ^au* unb ^JJtöbelljoIj, ferner üör* 
jüglidien Äaff«; befonterö ifi ber Änffre be laö ^»cr* 
lad {Dil Oiditcit) 13011 feinem Duft nnb Olefdjmacf. 6oca 
(Erythrosylou Coca) unb Ouiniinina (int) ^leid'faOd 

Igcnjinnbrinöcntte tStjeugniffe. ^cr Stüpelarlifel ift tcbc(^ 
«. «Bfljn. ». 3B. u. Ä. fftPfe«tion. XCVI. 



I 



3ud(r. 'SJtan fltQt bcni'ctbcn <it')vöbiili(^ ald ^banrarad 
ber, einem ^wXn von bonigatiigem @cfcbma(f, mib 
befiillivt bnran* ben Kftro bc *4Ja«fo, einen Branntwein, 
meldjcr um 3—4 ^Piafter pro Slrroba (25 5Dfnnb) vtx* 
fauft wirb. ilRan bat Mangel au SBeibc, \iHdbalb 
iUfetto, 3)taiiltbierc, (5fc(, Äinbuielj rinaefübrt werben. 
iDaflCäcii iß faft bir mu},c wiiU %aum ^jjern'^ biet vor* 
banben. Giniflc ölüffc fi'ibrcn G'olbfanb; auii gibt cd 
ciniße Sill'eriiänße, bie aber biJbcr Feine lobnenbe 9luä' 
beute ßegeben. Sie ^pro^inj bat 18,(.KH) (5inwobner. — 
©uauuce ober ^uanuco, ^oupifiabi bn $tcoinj, 
am linfen Ufer beö ^nallaga unb bcr ^finbung bed ^io 
^[guerad, in einem irrgeii feincd ,<flimft'ß tinb feiner 
grud)tbarfelt acpricfcneu Zifdk, mit KtXK) Ginivobnern, 
ift regelmäßig flebaur, aber in Qierfall ßcfommcn, bat 
14 Äirdjen unb baß (ioUenio bc 99}inrria otet Serg» 
roerföfdjule, rtCßrünbet uou ifcon aJiarinno Miuero, »JJtd» 
fiberttcu bed l}ci>avicmcntd Snuin. 

Gueltc. M. Paz Soldan f Geografia dcl Peru. 
$arid 1803. (\V. Jlentheim.) 

Guapcbn ifl ibenlifcf; mit Labatia. 

Guapurium, eine von 3uf|ti'u anfßiftellic ^Jflünjfn' 
galluna, u>elti)f ibentffd) i|l mit Eugenia. 

GUAKANA (Giacomo), ^Äalrr unb OJabirer, ge* 
boren i\i ^mebig im 3. 1716. !t)cn Unterrid)t in bei 
Äunft «bicll er uon Seb. *Ricci, fprttcc »on ®iou. Sat. 
Uiepolo, bod) furiiJc er nidit bie 9}?anict bicfer feiner 
8ebver, fonbern bed darlo lignani ftd) iin^uciijnen. Xird 
geigte er in einem ©vraälbe, bad bie Cpferunii bet 3pbi* 
genia barftelltc unb für bcn tnfüfdjcn ^of gemalt tvar, 
wie ducb in brn ^anbmalereicn in ^Jjencbig, bie er in 
tim ^\^aU\^cn ^cntarjni unb dtcj^cnico, in ber Jl.ipelle 
bed X>ßgenpalaftrd unb in anbcrea Jt!trd,Tn feiner ^^aier* 
fiabt audfübrtr. Seine Sonippfttionen finb nid>t obne 
eine gewiffc greibcit unb Seid^iigfeit, atcr borij mcbr 
nur Sffianb&ccorfllioncn, benen <lnift nnb (Bebiciienbeit 
abgebt, wad inbejfen bie ganje dtidjtung jcncc ^<\t mit 
fi(i brachte. 

03uarana banbbcibie aue^ bfe 01ablniobe[ mit Scii^* 
tennttiiü; bie Solge bon fedjd Shltlcrn mijlbolojjifibeu 
3nbattd ftnb breit unb frei gcüjt. gr, ©artolojji ftad» 
nad) feinet ßrfinbung ein ^tiafcnbgemülbe: 3)iona, 3rta 
unb anbfvc ©ott^eiten; bieier Stieb etfdiien im Verlag 
bed 3. SSflgncr ju SJencbig; ber üHalcr wirb auf bem* 



4 



fÄRÄNA 



— 2 — 



ifii 



itlUm Sarana angr^ebrn. 3)I5i}[id>, ta§ (t fo ^irg 
unD tag baft @. ffiiird ^aiifnamcnd mit tcm ^atnidm* 
namrn rrft jii ciiicnt ®uarcimi jtii'ammcnflqcgfii ifurl«*). 

( We$seli/.) 

GUARANÄ ift ein pfiaiMlft^ctf ^tdparar, Ita« in 
mdjrmii ©r^icnbrn ^Braftlicnö ald @eiii[Omittrl, au^er^ 
bem in i^atij ^cariti^n hdufia ald .^eilmllttri btnu^t wirb, 
uttto in (e^rcTcr Siqeiifttaft \tit ein vaär 2)€rcniiicn aud> 
in (Sutcpa cinöpfubtt Worten ift. 1:fl|TcU'C brflfljt 
ivcfcntlid.* nuö ttw 'Bamtn trr ju trit Sapindineen gc 
^öriacn Paullinia sorbiUs Martim (Octandria, Tri- 
gpia). 

9Iad}t«m trrdtd iimtf 3af)r 1822 rinc von|ldnbi()( 
^Rnftcrptübe Ccr ©uataua nadj granfreitö (^efpmmcn 
trar, mit (iin|'(t]tu& jtne^ raul)cn giftbrnccbfiid, womit 
bic Snl-ianft bic l)rtrtc SÄüfie jii einem ^lUilvct rtiöpcln, 
etbiellen »>tt bie crOc« verloHlicffcn 'Dladi rirf)icn earüber 
buT* ÜJIartiuö (Hidfc in ^Staftlicn. IBb. 3. ®. lOGI un^ 
1098. I8:n). 9tatij ibm lercitrn bie iÄanlj^« öu« ben 
im Dciob« unb 91oueniber reifcnbcn 6anicn einer 
£d}lingt>flitn^c, bie et ald Panllinia sorbilis {jniauet 
befdirieben (nit, bie O^uaraiia ober bie <Duäranai)a|t( in 
fcicjrnber 3Brij>. '!^ie biinförmiqen inn>enbig jolliticn 
J^apfeln cntballrn iuimer jivei €amrn ocn ber @rö^e 
einer Jlaffecbobnr. S^irfc Samen loerben nn ber Sonne 
gcvtodn«, trdterljin in rteintrnen SRörfern ober mif auf' 
gebcMten 8anbftcinpl.itten unter (Sitiroirfunji eine^ töftrn' 
ben gcuerd ju einem feinen '^Juber jerricben, biei'c* 
!^nlvcr ater iciib mit etivad äijoiTer angene^t ober bie 
Äa4t über bem Jbaue dudflefegi, fobaß ee ftd) ju eitiem 
Scigc hictcn lü^t, bcm nod) (^atije €dmen unti ()röberc 
fflindjftürfc Ben Sflnieu sit^^efi'njl ttrrben. STJaficn folAen 
itrij;!^^ 'cn *4 — l *i'funb werben nun in bie §crm t>ou 
C^Iinbern ober Spinbeln, feltencr bon ^ngcin jiebrac&t 
unb in ber €cnne ober im 9{au((e grtrcefnet, wobei jie 
eine fieinartige ^ärte erlangen unb ^u einer Idn.qeren 
Slufbcivnbrung geeignet werben. 3>urcii S^f^iÖ »p" 6^' 
eaobcbnen unb ^JDfanbiocjuiet)! foUlcn geringere Sorten 
^hiarana erbaUcn werben. 3Jon boi SHauh^Ö lernten 
bie S9rüftlianer nnb bie tiviliilrlen ^iitianer bie @uiimna 
nid @ntugmiilel unb alA ein Mittel gegen ^iarrböe 
fennen. 3n bei *lVerinj ^ara war rt m ^arlius' 
Seilen ganj gebrducbli(b, f}^^ ((twer berjuOrUenbe ^^ulver 
ber (Muarana jum Sebuf augenblidlicber ^enu^unf^ tn 
einem aud Statumatlengeln (Marauta Joncbat) gc^od)' 
icnen Äctbd;ni brreii ju halten. — S?ri ^Äarliud finben 
fid; juit brreti6 vertdOÜdir eingaben über btc djemifdie 
(^onflituiion ber @narana. Sein "Sruber fanb barin 
(ine mit bcn Gigcnfdjaften ber vrgetabilifd^en iHIFaloibc 
audgeftaitcK Subftan), bie er ®naranin nannte, 
aufcrbem Saponin, ben wirffamen Seflanbibeil bcc 
Seifenwur^fl unb Seifenbecrcn, fcwic ®erb« unb (^T* 
traciirücffe, (5el!urofe, Stärfe unb fctteö Ce(. 

3n »euerer 3'il bot €flwi ^oulinbo (Noticia sobre 
o Narani. Rio Janeiro 18^) äKittbetlungen über bie 
Onoiona ober Karana gematfai. ^ftfelfcc witb n«d) 

^ TiieottS, Dttlonarlo. Did^t, Biegt. geo«r. 



gegenwärtig in übnlidier Seife jubereilet wie bei ben 
altm Snbianem. 5)ie ^üd^te werben infl ©äffet gflegtrj 
bamit fid) baö *4Jfrtfarp, weldjcö ifur Sereitun^ eine 
gelben gatbe bicncn foll, loidjter ablofi; bie 3"Flnncrung 
ber ßcröftetcn Samen erfolgt in bölücrnen fflloTfentj bie 
geformten 'ÜÄnffen werben juerfi on bet Sonne, bann im 
Cfcn gclrcrfnct. Xiic Samen muffen übrigcnd alöbalb 
verarbeitet werben, weil fic fonfi ju ®runbe geben, gür 
bie ^JWüu^^d ifl bie ©uarana ein nnentbebrlidjeö ©enuß» 
miilcU fic trin(cn fcifl ben ganjen Xag bie in Utuloer* 
form gebrachte unb mit falleni ^gficr angcrübrte ®ua^ 
ranapafie, welrfjr* ®elrnnf Agvia branca beißt; baM^ 
fmb fie wot^lflenilbrt unb frii'dj auöfcbfnb. — 93on ben 
brci Spetieö Paullinia, wel*e in Slniajionad Potfommen, 
wirb bie Paullinia sorbilis Martius (in ber ^uplfpratbe 
Narana, b. b. ®d>lingvflauje, genannt) tultivirt, ipor* 
nebntlid) in ber Umgebung ber Stobt ^lauc. ^te juni 
»^erfauf brflimintc Ci^uarana wirb nur auö ben Samen 
ber culiivirlen ^lüflanje berritet. Ü^ie 3nbianer jebed) be* 
reiten biefcd @enu$mil(rl für ben eigenen ®ebarf aud} 
auö ben Samen ber wilben Narana, einem 10 — 12 
ÜHctet bobfn t^ewoi^fe. 3n ber Kultur wirb bie Paul- 
linia sorbilis in uicbrigen Satibrn geballen, fobap fle 
nur 2V2 iSfetrr ^obe errri(bt, bamit fid; bfe ^üd^tc 
Ieid>ter abnehmen laffen. ^ie röcrmehrung ßcfdjie!)! 
burd) Samen, bäufiger irbcd» bnrd) Sit'rflinge. SL*om 
britten 3ahre nb bringt ber Straut^ ^"irtjte, unb ton 
ba on wirb er nad) iMrl bcö ai^einfiod? idbriidj bcfdjnitlen. 
%\< ölülbc crfdjeint im 3uti unb im 9Iorember reifen bie 
8rüd;te. *Bei .iwerfmÄ^igerSScbonblung bringt ber einieinc 
Sttaud), ber 40 :Jabre au^tauert, jäljrHd) 4 Jlilogtamm 
Samen, (?ou!inbo erwäl'nt au* bet bin unb wiebet 
vorfommenben 9Jcifä£fd»uiig bei Ö!uarano mit ^IRanbirca* 
meM. — !t)er ÖJcbrand) ber (i)uarnna bat luf iPom ©ebiele 
bet 3)laub/6 über ganj 9lmajonad, S&cUwa, S)?atlo groifo, 
©oöaj, aWtnaö, "iRaranbao unb liiaubi? verbreitet. l)a' 
$ret6 ifi übrigend feit bet 6infül}tung auf bem enro« 
pdif^en 9)farftc in bie ^bht gegangen. !3n ^alto 
fltoffö fofietc bie «rroba im 3. 18G2 nod> 30 3Ril-9iri« 
= 40 Oiulben, im 3- 1***>6 brreitö fiO aWil'Äeiö. 

^adj 5!ngabe brd braftlianifdjen itaialog« übet bie 
aBeliauSfieflung in %<xn9 (t>eutftbe «uögabe. Sic 3a» 
nrirc 1S67. S. 86) foUen bie Sni^if ini unreifen 3«' 
ftanbc gefammell Wciben; bie zubereitete no(0 naffc @ua* 
xanamoffe foU felir leidjt in d^ä^rung übergeben, Wf*' 
balb mdii mehr baoon jubcreiiet werben biirfc, alö gerabe 
ju ©naraußvaftc aufgearbeitet trirb. 2)ie von ber $ro* 
vinj Ämaicno* au^gefletlien *probeti galten bie §orm 
von Slnanadfrüd^ten. 

«Ott *4Jrofef[er 3ufiu« SEieöner (1>aS «uölanb. 1870. 
®. 249) liegen mifroffopifdjc Unierfu (jungen bet ®na« 
rana vor. dine 9ln|abl Tduflidjer ^trobcn, beten 9rag> 
mente in bcfliOirtcni S?af?er üi oufwei<fccn lafTcn , autjer* 
bem reife wobt erhaltene Samen ber Paullinia sorbilis 
an* ber brafilianifd^en SIbibeitung bet parifer SJellau*' 
ftellung lieferten junädjtt ba* 9\aterial, nnb bie 9iet' 
gleittfung fübrte \\\ ber Uebrtjeugung. ba^ bir ®uaTana beA 
^anbel* wirriitfe au6 bötfig reifen ober bcd» bet dteife gaitj 



■ta^ 



^^. 



s.v 



(317ARANI 



GUARAl 



$(a)a efnntmmt, 8500 SintuoBncr, mcifttntf ^Dtauttliifr^ 
ticikr. {W. Bcnthnm.) 

GUARANI, ein fübameTifa)iir*er aiclf^finnim, 
fcilbci mit b«n 3:u|?i fcic SJöIfcrgriippe Bcr 3:u»i*0Hiarij»(, 
«iclrfjp fitb flCjjcmvnttifl ükr bcn *)iaum jififdü'n bcm 
Stmajoiunfirome unö tem »ßflraöiiflv frftrftft. ^ic liipl 
ballen \)\tx teti nörblit^^n, t>ic ®uarani &en fi'iMicbrn 
gancnrid) imie; juc 3«** ^«r fpanifrfjepcrtuflicfifdjfii ^• 
tflcruiu) crilrodte fitb bieft ©rupyc jrted) tson ber ©rgenb 
bea jc^igen Sucncd ÜMitt atiftvättd über bad ßanje oft« 
lidje öicbici bc« Saptnla unb einen aro§en ^ijcil Sra» 
fiiien^. '^(m i^qplata nmfdjloffcn bic ^»laranifiämme bfi* 
Xnpi, ©uavaub, ??iiciri, 9labiciiQflua, ® iiafarapa, <3tämnie, 
rocldjc \o fet)r Don einanbcr, tvic »on bcn ®aorani, «fa* 

aifl gii bcM (Suarani fleliCnig werben vcn bca ältan 
fpanifdien Tutoren nameiitlid; foK^eube 'Stänimr an< 
ÖffülirC 

1)ie Oiieranbi unb bte 6t}<irrua am untern ^Uq' 
ran«, bic t>on 3uan Diaj be «clifl, bcm ©iitbcrfcr bcd 
!Hio be In H-Uara, in ber ÖJegenb von tBucnoö !?ivreö atu 
öeiroffcn unubeii niib »^ai unb ben Irnppfn ÄvuCd V. 
bie (Eroberung beiS fiantoed lange mit (^fclg Oi^^ttit^ 
machten. 

Xie J.imbu, (Sarflctira uiib 3?ibegna am redeten 
Ufer bed ^i^uauit, untetlialb bcö ^eiilii^cu ^anta ^i, 
Wcldje feftiüffi*! waren unb Saitbbau (rieben. 

!l)te ^Irad^iindd an beiben €rjlen bc$ mitUern 
Unifluav, wfl(öc alö fetir friebfertifl unb gutmiit^i}] ge' 
fd^Übcrl loetbcn. 

2)ie @uavanod am obeni llruguav, ti)c[cf}e von 
befonbciö IieUer ,£)auifatbe waren. 

CTte Siutiuefl im ©ebirjje am obem $arana, 
Wc(d;e fpäter uact) ^'cHeii gebrannt uub jerfptenai würben. 

"Xic (£I)iriguanaö, mcldje unter ber »nfül^runfi 
beö ^liürthijiffen fliero @arrta »on ötiiütra am '4^arara 
nad) *peru vorbrangen, nnd) bem unglüdlidjcu Slnddangc 
bieier Untenirlmuina nörblidi vcn 'i^ilcomauo ivof>nten 
unb imeterlioU in $eru einfielen, fid) b<r 9J?inton aber 
bel)an'lid) iviberfe^teu unb erfl im 3' 1^34 jum ?l)etl 
bcfcljrl würben. 

£ie in Srafilien fi^etibeu G^uarnnl wuibeii von ben 
U^OTtui^iefen frü&jeitip ju ^t[a\>en (^cmadil, vcrmifc^len 
fitb mit ttw einflclüoricn ^leijerfflawn, unb bit Slaffe 
ald fcld}e etlofd^. ;3m 'süben bcd Stinajonenftrome^ unb 
an belTen reclMen Slrbenflüftm finb jebof^ noc^ mehrere 
S^u^iit'tämmc wolnvtaft. 

%U ®unrvinift5mmE unt«|'dMcbcn fidf von anbern 
•Stämmen tti cft(id)en Sübamerifa burt^ l^nnbtan unb 
mel}r fe^&afte 9ebcn?tveife, aud) burd; verf)älini^mäöig 
milbere 6flten; fic iri^en jcbod) in J^örpcrbau unb in 
Stdudjen vielfad) von einaiibec ab. 

!Sie cigcnilif^en ©uarani, bicjeniöfn, tveldje 
feinen anbern 9{amcn ober ben bamit vcrmutblid; ibeni 
lifdjcn Warnen (5ario ober (ffarijo füljrlen, würben iuerfl 
in bemitanbc, wcldiefl fic nocft geßenwärtig inne Iiaben, 
bem Sanbc jwifdien ^aragua^ unb $arana, angetroffen. 
(£0 Ift blfd ba« @etilet ber gegenmärtigen Stepubtif $0« 



ragnav, \DeId)e i!)ifn Flamen jebod) von bem auÄgeftor» 
benen ^cirdfiammc 'X^avogua bat, ^veldier iiid)t ju it'x 
föuarnnl gehörte. Unter allen bortigen Stämmen jei^iten 
iid) tie eigeni[idM-n ©naroni für bic VVhren ber 9Jiill"ton 
am mdflen cmvfängltd); ftc eigneten fid] ObeTbauvt enrc- 
päifd;c6 9Brfcn viel leichter nn alÄ jene. 9hir mit ben 
eigentlirf;cu (Snarani treten bic bort fingewonbertcn ©pa* 
nier in gamilienvcriiölinlfff. unb onft biefcr aietHnbung 
ifi bie gegenwärtige varaguovfdje Station entfianbcn, 
unb ^niar audfdjlie^lid) and bcrfelbcn; von 3)ftld7ung ber 
Spanier mit anbern Stammen ift bort feine ©pur vor* 
tjanben. 

Jtörperbilbunn. !Die Ouarani finb von Iiclfgerb« 
brauner, mit etwaö Wottj gcmifdjter Sarfcc: fcoc^ fcmmt 
mitunter ondj bunfterer Steint vor. 2)cr 2önd)fl etrcidil 
nur feiten eine ®rö^c von ößuö; t'ic SBcibcr finb nod) 
beträdulidi Heiner. Sic finb ein brellfd}ultcriger, unter* 
fester ÜÄenf^enldilag mit flcifdiigcn GMiebcrn, febr Turjen 
.^änbcn uub öiiprn. Üer £d;iibel ifi fleiii ntiD bnÄ 
runbe ®efid>t im SJerfjältniö jiir ©tfeäbclcbcTflät^e größer 
al« t»eim (Juropier. 3>er ®e|tc()tdwinfcl betragt 65 bi* 
b6d)fienö 75*. Die ©ritn iil fdjmal unb nur ivenig 
gewölbt, ^afl ^^intcrljaupt erftrcdt fid) weit nad) rürf* 
wdrta, fein unterer Üljfil ift fafi eben. 2>ie l^odjbeine 
finb Oarf, ber Oberfiefer l'od) unb breit, bie .ftinnlabc 
bid unb lang, bic ^ugcul]öl)lcu größer alö beim (5uro» 
päcr. Xie äugen finb Hein, etwaö fdiicf^cljcnb unb am 
flu&ern Söinfel Ijinaufgejogen , bie Stafe ift nidjt breit, 
ober furj mit nur wenig offenen ?6(fcern, bie Singen* 
brauen fino gut gebof^en, bod) nidjt ftarf, ber 2)innb ifi 
mittel^ro^ unb eiwad vorftelicnb bei nidjt biden Sippen, 
bad 4jauptl)aar ift lang, fdjwarj unb grob, ber Öarl 
fcMt oft gänilid), bcfielit biHln'tenfl auö einigen furjen 
4jaarcn an Äiitu unb -Oberlippe unb fcf)[t immer au bcn 
SQangen, baö J^taar am Sctbc befiel)! nur an0 einem bünttett 
^^nflug. Jltrngger {^M befcnbc:* bie (5t)inefeu(il)nlii:^feit 
ber Äugenftellung, ben weiten 3wifd(enraum jwifdjen beu 
yiugrn, ben jieringen (Sinftbnilt ber Oberlippe, bic fleincn 
am Äopfe anliegenben JDliren bervor. I^ic S^^nc nu&en 
fidj ab, werben febod; nidjt cariöö. Xic ^i^tn werben 
oft gUidj ber ;^anb gcbraudjt, um elwatf ju galten 
ober vom '^ü^fx au^uEicbcn. 5)ie €innc finb von 
9klnr, nld}t blod butd) Uebnng au^erorbentlidj flarf. 
Sin SSuöIcltraft überlrifft fie ber ©nrop^er, ficftt ilinen 
aber in Vlnöboucr unb ®cwnnbt()elt nadj. ®4werc 
3Bunfccn Ijrilcn oI)ne nürfuljeiligc J5olgeii. Slngeborcnc 
3)ff er mi tüten fcmmen nid)t vor. %\t ©uarani errcidien 
ein holjeö, gcfunbeö 9(Itcr. 

■Ser ®efidjt0auöbTurf ifi crnfi, niebcrgefdjiagen, 
büfler unb tä^t feine ^fcibcnfi^aft fefecn. 2;ie SRebc ifi 
leife, mit nlebergefdjlagenen ^ugen. Sie fprcf^en feiten, 
fdjreien unb ladien nicmalö laut. ®ie errölljen nidjt, 
erblaffcn jebodi etwa« im yiffcct. <5mp finb Iid) feit gegen 
€d?merj unb 2?cfd)wftte fdjcint nur gering. 

2iic 9?cigung jum onbcrn ©efc^ledjt i(t uid)t fiarf 
bei ben Wännern, bie SMcnfiruation nur gering. 35ic 
9nid)tbarfeit ber ^i^an ifi nic^t beträd}tli4, man [)at 
bur(^fd^nUlli<^ nur brei Jtinbrr jur gamilie. ^ie SBeibrr 



GÜARANT 



— 5 — 



GÜARANI 



I 



Tinb im Sßcr'^Ättniß »pn 15 311 14 ia()Ircid)fr qIö bic 
3RdiinfT. 

a)i< 5WätKf)cu txr&cir(i(b«n ftd) fcbr junfl, flewofiit' 
(id} im SlUcr t)oii 10 bi6 12 3abrfn, bi< ÜKänuer etiunfl 
fvätft. (Sine ^odj^cit ottx foiiftiflc Seiet unt görmUdj« 
fdt ging bei bcn aileu Oduaratii Der ^i'trad) tiidjt vor« 
flu6, »ad efjflidjc 2J«rI)5Ilni^ n>ac übcvhiuvt äiMJcrft falt. 
(5ifcrfu(^t fdjicnfii [u luum ju fciimii. *^iit tn tjtöyteu 
Unbefanüfnbfit (labcti fic it)« ^raucii uriö ÜöcOlft Den 
fvaiiifd}cii tSimvanöermi i^rcid, «utli uadjbem fic bcreitö 
6l)riftcn gnvorten waren. 2)od) Ijattcii bie unccr^eiratljctc» 
5Rüt(I)m lim bie >4iubert(itöäcft graufame »proben jii bc 
flrljcti, int)cm ftc fe|1 ctngendH 1111b jlrtngrti Baßeu 
unlerwotfen lüucCcn. ßcBierefl faub für fcie grau aticl) 
»(ibrcnb Her ®(öroon(||erfd]flfi fta» unb für te:i ^JRann 
lind) bcr OifbuTt be« Jiintcö, fccffcn {^tfianfiiii!) tic Ltnt* 
i)oUiamtcii ber ganjcn aimranblfdjoft »ou Pen ^Jinbruiigö- 
mittelti nötl)iß madjle, meiere man bem Äinbe fdjdblidi 
glaubte. 

^ie Steife ber niten G)uarani beftanb au|er <in€ 
^Diiig imb ivitbrn ßiüd^tcn» Slffen uub nubcrii lutlbeu 
X^imn ^ul7t|ä(^li(^ aiiö ben SttidjteLi i(}rcd \!autbaucd, 
n>clcteii bic Spanier ^u ihrer Scrwunbcnmij ancgcbcljnt 
fanbcn. €ic bauien ^Öiniö, Saffaca, ©ol)ncu, ^iwift'fl't. 
Gtbnüffe, SSataten, Ijattcn ^»l)ncr, ^^^dDageien unb an" 
beccö .^auögefiüflel in 9)fengc. 2)ic Spanier er()ielten 
^on itmen überall Sebenf^miliel in Ueberfluü. ^iSiveiien 
fiaiien [ic wilbc ®d)weinc unb äal)mc ©iran^c (9Ianbii, 
Rhea). 3n teil glüffcn fingen fie 8f|d>e mit -4ifeiten 
ober höfjcrncn Sfugefn-, einige Iialtcn ^tad}en. 'iüeun 
nid?t mit Sldctbou" befinfiigt, gingen fie auf bic 3apb 
über äum (5infammeln wilbcr 5vfid)te, entfernten ^id) je- 
bocb nie fo ivcit vcn itjrcr ^^o^nung, tn^ ber fjtder 
»etldumt würbe, ipeä()alb ftc fefi augeüebflt waren iinb 
nic^t, wie anbete <3tämmc, umber wanbertcn. 

2)ie lllk^ntung wat eine (^rbbütic mit Slro^bcid}. 
I)er ^auörailj ivar äu^etfl bürflig nnb befianb fcifi nur 
ani einigen .1i[ürbi0fd,)ü(eii. ':^\xm Seti [)atten fie mit« 
unter .^änfiemaiten. Kein(id)feit ßc()örie nid}l 3U bcn 
Jlugcnben bcd Stamme?. "Die ^auptörter waren mit 
boppelten *l)fa^(^äunen, QJriibfn unb fpitjigen (Störfen 
ald gu^angctn befcftigt. 

Xie ^auptwaffe war neben ©Ojieu, *13feil unb Äeule 
bie Sdjleubcr, bie bie ©itarani mit großer ©cftfctrflidjfeit 
anwanbicn. Sic t)atien oft gc[)be mit 'J?a<^barflnmmen. 
Dm Äamvfe trugen ftc glänjenbe *ilictaüplattcn »ot ber 
gttni, um bcn geinb bamit ju bicnben. 

iSine ^orftellung con einer ®pttt)eit Ratten bie allen 
@uatani nid>t, letctüen audr feine ^bole; ftc glaubten 
jfbo^ au (SSciilcr, Plcfpcnfier unb allerlei €puf. Sie 
bauten ber 3nubfrf(a|:pe befcutcre .Ptütten unb fc^jtcn if)r 
Cffen for, bradjten bei gcwiffen *lifä(;lfn Otabcn bar, um 
bie böfen ©rifier ju i3fTföt)nen , i>ox benen fie bie dnöeriie 
%nrd)t hegten. ^\im Sdju^ gegen Slflnan, ben S56fen, 
fft^rten fie ^ladjte fteifl einen generfcMnb mit fii^. ®t' 
bete unb ?Inrufungen fanntm fie nidjt. Sic hatten 
Unßcrblld^Ieitdglaubcn. Die Seeleu ber Üapferen fliegen 
hinter bie bödjfien Serge, wo fit in ©emeinft^oft mit 



ifcren fflerfabren ein genufireiffteö Seben fii()ren, bie brr 
2rdgen unb gfigen bagegen werben rcn 91gnan gepeinigt. 
(^ewific QJögrt "galten ald bie Senbbcten perftorbenct 
greunbe unb SJcnpanble. 3)ie OTifticnare fanben bfe 
®uarani Piel empfdngÜdjer für reügiöfe ©inbrürfe nW 
bic anbeten Stämme im Oflen ber SInben. 

2/ie ®uarani fjatten ^aubcrorjte ober SBaftrfaget 
(*Püge), wclt^c bic (5ut ber Äranfheit biirdi *^ii3fagcn 
ober ^^nblnfen bcd leibcnbcn 3!:f)etl6 bewirften unb hodf 
vercljrt würben, cbglcid) iljntn falfdjc ^ropbejeiungen 
biöwfifen ba« 8eben foftete. *!)Ian befdnilbigt jtc, ba§ 
fie fiir entfpredjcnben ?o()n SJergiflungcn vornal)men. 
SBci gcwiifen gcicrlidjfeitcu bliefen bie 3anberer bic Arie* 
get mit JabnWraud) au, inbem fte fpradjen: „9?elimt 
l)ln bcn ®ciO ber Sopfcrfeit, mit bem itjt eure grinbc 
kftegt!" 

3Öre lobten begruben Re in brveu eigener S55o(jnnng 
in gi^ofen irbrnen 2.öpfen. Sfm ®rabc beö ^auptltnga 
foflen firt) in früßercr 3eii einige feiner Oktreuen geopfert 
baben. ißtan pflegte auf bem ^dupilingdgrabe p^ra« 
mibcnförmigc StcinE)aufen unb einen ^fa^f^aun jn et' 
richten. 

Xif ©uavani !>attcn tpftcr einen polttifd^en l<crbanb, 
nofft ein gcmeinfnmcd Oberljaupl. Sie jcrfieU-n in piclc 
Keine, Man einanbrr unabMnglgc Sippen ober ^orben, 
weldje fidt) je nnd) iijrent Äaiifen ober tbrein 3Üol)ncrtc 
benannten. ^cXic Sippe tjaite ihren Jgjäupiling ybet 
Jtajifen, beffen SBürbe erblid) wav. Txt Äajif finnb 
gewöljnlid) in einem flcwiffcn 5?lnfclien, uuterfdjiob fic^ 
jebod) webet in ai*oIniung ued) isiU-iPung, nortj biire^ 
Slbseidjen, unb empfing weDcr Sibgaben nod) fonftige 
!3>ienft(eiftungen ober ßinplummte. @r muple feinen 
S(rfer felbfi befteüen wie jebcr i'lnberr. 

CJ)ic ©uaranifpracftc feat ftdj nodj gegenwärtig er« 
Iialien uub ifl ncc^ je|^t bie Sanbedfprad)e in 'il^aragnav. 
£)bwo[ ftc nur wenig a(d Sd}rififptad)e benu^t wirb 
uub jeftt mit bem Spanifdjcn fclir pcrmifrtjt ift , and; nur 
Spanifd) in bcn Sd)ulen gclet)rt wirb, fo bebienen fie^ 
im Umgange bod} alle (llaffeu bed ©uarani. 

^a6 @natani weitet Bon jeber anbcrn fi\bamerf* 
fanifdjf'' Spradje bebeutcnb nb, bleibt fidj jebod) gicid) 
bei nlien «ir Station gebörenben Stämmen, foba^, wer 
©uarani fptad), früher bntd) ganj Srafilien^ bie iUata* 
länbcr unb ^^arognai) bia narf} ^Vru reifen unb üdj 
liberal! iserflönblid? mndjcn fonnte. I)aö ©uarani galt 
alö bic reid)baltigfte unter allen Sprachen ber wilbcn 
fübamcrifanifrijen 3iö((erfd)aflen, obwol eS aÜcrbingf} bo 
beutcnbe 3)?ängel bat. 5)ie ?lu6fprad)e ifl nufat unb 
gutturat. 2)ic 3e[niten, wcIdje verfdjiebeno MeliaicnÖ* 
büdjcr ind ©uarani übcrfetiteu, erfanbeu 3ei(l'»en für bie 
cigcntbüm(id)en i?aiile ^erSptad)C unb brudten ein t'erifon 
unb eine ©vammatif bevfrlben. 'Die ürleriiung ifi tro^'' 
bem fcfer ff^wietig unb erforbert, fagt Sljara, jebenfalld 
über ein 3abr. ^inc bcfonbere Sefcwtcrigfeit niae^en bic 
$artlfettt, inbem fie itjte ©ebcutung nadj ibrcr WuÖ* 
fpradje unb fogat uadj iljrcr Selcnuny änberu; bie von 
ben 3efuileu eingefäl>tte Sejeicfinung reidtt fcincßwcgd 
anö. 3;em ©uaroni fehlen bic ?autc f, bfdi, f, I. Sic 



st n g c m c t tt c 

fnti^tUpmt bcr Siffctift^aftcit nnh Matftc* 



GUARANI 



— 8 



GÜARAÜNOS 



unb einer bcfcntctn Stüijt beflaii^, einigen ^au6rA(E), 
ei» vaar Dd)fen, einlße 9Hil4filhe, opferte otft ©fei, 
^üljHcr unb wenigfleud ein Stfcirein. ^ic ÖJemcintcn 
Ijaticii fid; jum 1E}ei[ aufijelöji. Xit Otuaraiü fomiicn 
je0l *Ptioati;iaenl&um ecmetben. Sic trie&en eiiiiflc SJirl)* 
judjl unb fittnfcei. Sie lieferten »or!rcff(i(te ^anbrocrfcr, 
namendid) 3<ti)niCTEeutc. ^ie trugen ^leibung nad) fpa' 
nif<^eni (£$nitt. !£)er 9nann gaffte einen jdl^iliqen 
Stibut uoii 1 IVfo. 

3m 3- lÖtK) würbe ba? ©efammleiflent^um, baS 
bic Xötfcr ti6 babin kfeffen fenttcii, atifflehoteu imb an 
bie cinjclneu (Sinn>obuet a[f5 Uirivatfigenil^iim vcritjeilt. 

9Iad)bcm ^^JaragudV t)&ne ^Jlnftrengung feine Unab> 
Mngigfelt von Spanien erlangt I^alle, rrmicö fid) baS 
ÖJolf al6 burdjaitd unfd(>ig, eine eigene 9}egierung ju 
bilben. ÜJct ßinfluO ler ^efniten, bcren ^olHi^ war, 
bfld UJoif fo ^ilftoö unb obfjängfg wie möglidj jn machen, 
blieb uon laiitic an^altcnber 2i>irfiiiig. 9lud) fcie in' 
teUigenieflen ÜÜMnnec fccr 5iaiion waren blöd Ätnbrr in 
potttifdien 91ngelcgenf)eiteu, (jatlen feine anbete UJcrftcI' 
lung aid unbebingten @eI)orfam gegen bni 9]7a(^ltniber. 
ißie Station nMirbe baöcr leidjt bif*39eme eined letfpctcii. 

'S)ii Station erljieit fit^ iebotft in i^rer 9?aiionali(ar, 
i^tct 2}i6ciplin. 3n fem fünfiä()Tigcit 9JettlKiCi.iinng3' 
^i'd^ »l<^d^n ^rafilien, ^Irqeiuimeu nnb Unigiiat) lu'wied 
fic wal}ren ^cnnömud, bewicö fie, wAd eine aud) fdjitatbe 
St<\\ic\i im ©i'füble ibra ^Jtalionalildt bei fefter ^idcivlin 
)U leiflen oerinag. ^ri*^ ber €c^reden ber Seudje unb 
ber ^iingerönoU), weldje unter Cen ®u(iraui it>üit)eten, 
(eifielcn fie einer ßro^cn Uebcrmadjt einen SKüberftanb^ ber 
bie Sffielt in Grftaunen ff(jle. 

Durllcn. Antonio Riiis de Montoya, Tesorio 
do la Icngua Guarani. Madrid lü39. 4. — Id. Äxte 
y commcnturio de 1a Icngua Guarani. Ib. 1G35. 4. — 
Jd. Catccismo cn Icngua Guarani. Ib. 1640. — AV- 
coiao DepU'jaOy Explicacion del catccismo cn Gua- 
rani. It>. 1724. — Id. Scnnoaes y ejcuiplas cn 
leogua Gtiarani. Ib. 1724. — P. Velasquez^ Diccio- 
nario de lu Icngua (iuarani. Ib. 1024. — Iflbclung' 
'Öater,^J)itibiibau^ ITT, 2. S. G53. — De Angelu^ 
Collcccion de obras y documciitos rcl. a la histo- 
ria de las provincias del Rio de la Plata. Buenos 
Ayrca 1836. — ^.Stäben, 2Üal)tftnn*^ ^tftoria nnb 
^efdireibung einer ?anbfd?aft bcr ©Üben »n SJmcrifa. 
^avbura 15ö7. — Jean, de Lert/f Histoirc d'un voyage 
fait en la terre du Bresil, autrement ditc Amcriquc, 
contenant la navigation, Ics niocurs et fa^ous de 
vivre des sauvagcs Auicriqucs. La Rocbclle 1578. — 
Uulä. ScAmidelf Nnvigatio iu Auiericatu. Norib. 
1599. 4. — Joa. de Acoata, Hist natural y luoral 
do las Indias. Sevilla 1590. — «Sepp uno Söfjm, 
Seifebcfdjrctb., wie biefcllen auÄ ^iöpanian in '^J^Axa* 
quariam foinmcn. SiiUnt. 1008. — De Laet, Novus 
orbia 8cu descr. Indiae occid. Lugd. Bat, 1G33. — 
Lud. Ant. Muratorif H Cristiamsmo iclicc nelle 
Missioni de Padri della Compaguia de Jesu ael 
Paraguai. Venezia 1743. — Kbatlettoir, ®ef{^, »on 
"paraguai?. 9?ürnb. 1768. — Sbancj 3baquej, 3«' 



fuitif(^t6 SRcitfc in ^Jaraguaw. (Jöln 1774. — 35o6rij* 
lioffet, ®efd). bcr «biponer. SBien 1782. — FelÜB 
de Azara, Voyages dans TAmer. Merid. depui* 
17S1 iusqu'en 1801. Publ. par C. A. Waidccnet^ 
Notes par G. Cuvier. Paris 1809. — Fune4, Essayo 
la hist civil del Paraguay. Buenos Ayres 1810. — 
3RarimiÜan. ^Uinj i,ii ^ieb, 9}eiff nad) Sroritifn 
(1815—1817). &Tanff.l820. — iSerf. gjrafilien. «ac^> 
trdijc. ©('cnbaf. 1850. — ^nate, Meifc in bie SSiffion 
»cn q^araßuan (1749). SBien 1829. — D^Orbigny, 
L^honimc americain de l'Amer. merid. Paris 1839. — 
Sienagcr, Steife nad) *4iaraijuap. l?Iorau 1835. — Da 
Caatdnmi, £xped. dans les parties centrales de 
rAm. du Sud. Paris 1850. — Cabeza de Vaca, 
Commentarios. Historiadorcs prim. de Indias. Ma- 
drid 1852. — Weddell j Voy. dans le nord de Jft 
Bolivie. Paris 18.>5. — P<tgey La Plata, tbe Ai^ent. 
Confed. and Paraguay. London l;i59. — 'XE).3^aiß, 
81nll)ropolog(c ber ytaiurx>ö[fer. 4 ©öe. ^eipjiii 1859. — 
6. g. %\). t>on 'ÖUrtiua, ©eiiräge jur ^tljnßgrapljie 
unb ©priidjcnfunbc Srafiliend. 2 ©be. feipilg 18U7. — 
UBfllbemnt St^nl^c, Slatnr* nnb Gulturfinbten übet 
3iib*i?lmenfa unb f. ©ewobnev. ^iJrefccn 1808. — Ch. 
A. WasJkburny The bist of Paraguay. 2 vols. Boston 
1871. (IK BentheinL) 

GUARANPSCHE KEIIIE, eine ^:öfaciitnung, 
Welet^e man ben unlerfien, nui|l aw^ (ofen, jnweiltn 
Konglomerate bilbenben Sanbfieincn, bie mit Ebenen 
Qbwrrfifcin iinb ^crfteineruni^ölccr fmb, bcfielicnbcn Sdild)- 
ten in bcm grcpcu fübtimcnfanifdien Üertiarberfen bei« 
gelegt t:nt, welrt)c3 baö ganjc Stromgebiet beö »Rio l^lata, 
wie ^legro unb ber weiter ffitlirf) gelegenen Sliiffe ein« 
nimmt unb ben iinabfc^bairu Ebenen bcr Intnipad ald 
®rnnbltic)e bient. (C, RiinwariA.) 

GUARAPUAVA ober Japo finb eine inbigcne 
^orbe, wcld;'e jum ^tamut bec ®uarani grt)ört, in ben 
(Snnipotf be ©uarapunDa fn Srafitien. 

Onelle. ^. g. *Ül). v.9)?arliu6, ©fitr. ^dlbnogr, 
53rartlien«. 2 '$^X:<. ßeip^ig 18G7. {W. Benifieim.) 

GUAllAÜARA ober Quaruara fnib ein tnblgener, 
täei(ivej)e ctli>f<tiener ^.JJoirsftamm, bctfen Stefte notib bie 
Üüiialbung )wifd)cn bem 2:ccaniind unb bem Jingu be« 
wol)nen, aud) in ben SRiiilonen ber 3efuiten ^rirod, 
Combat unb Soujel unb beneu ber (Sapu^tncr ^arajebo, 
''BiUariulio bo SWonte unb *Ccrto be äWcj anfäffig tinb. 
!Bcr 9tame beCcntet in ber Singua gewl (Wuaraui) lliünf 
nei beö rolljcn 3biö, womit rreilid) nodj nid)t ecwtcfen 
ifl, bo^ bie @uarauara jum Ünpiftanime geboren; benn 
viele ^orben |inb nur unter bem ^tarnen befannt, u>el(^ 
ihnen in bcr Singua gerat beigelegt wirb. 

Dnclle. (5. S. Ujl). v.9)tarlin», Scitr. ;. ©Ibnogr. 
©rafilienS, 2 ©be. i*eipiig 1867. {W. Bentheim.) 

GUARAÜNOS ober Warrau, ein jahlreid^cr 
9)oIfdilamm in ®ui>nna, bewohnen bie 'Bellainfeln beö 
Crinoco unb ben niebrigen JTü(lcnftrid} jwitd>en Crinoco 
unb (Sfl'equibo unb get)ören nad) ätidjarb 64omburgf 
nid)t jn bem fonf^ im 91orbi>flcn ۟bameriFa'0 vor* 
tjeaft^rnben caribiff^en SBclfdfitammr. 



allgemeine 

® n c D 1 1 p tt b i e 

b e t 

2B i f f e n f (^ a f t c n nnfe Ä ä n fit e 

in a())fraBetif^eT 9oIge 

t>on genannten ©(^riftfienern (eat^eitet 

unb ^eraudgegeben Don 

3. ®. @rf(^ uitb 3, ©• @ruf>er* 

^it ftupfern unb <S^aiten. 



e t ft e (S e c t i n. 

A — G, 

herausgegeben Don 

^ermann 93i:o(f^aud. 

©ec^Sunbncunsigjicr J^ciL 



ÖUANTA— GÜLAtlNG. 



8 cip ji 8 : 

% a. 9 T d ^ a u «. 



1877. 



wi 







^ÖÄa'V*?^' 



a n fl c m c i tt c 
6 r ft c @ c c t i D n* 



ÖUANTA— GULAPING. 



GUARAYOS 



12 — 



GUARAYOS 



altf ^anbl}a6<, tie aubctc umgibt rfnr fleimu vor^iefdiric' 
Unt ?(njaf)t vi?n Slügelfrtftti ^efl Psittacus aeetivas, 
in tft ^ö^tunfl feffinbcn fi* Heine Steine, «ftatflüde, 
bunte Samenförner. 33iit(6 St^mingunflcn um ben Äo^f 
tifö 'ßiai irerben fcaiiu tie (MfiftcT bpfttrcrvn. "Daß Wml 
fcfö $iai erbt fort in fcfr gamilic unb gcljt firt« (luf bcn 
dltfflcn €cl)ii über. 

2)nr ©füubc an bic gorlbauci b«t Seele nadj bem 
Sobe ift aligrmein verbreitet. Sen üobten wirb im 
@tabc ber Äopf nndj Jfficficn tjeridjtct, "Die Seitfee wirb 
mituuler inS ©affer actuorfen, bamit bie gifdje bie 
(£feEel(irunfl öberarfjmrn, bie ®ebcine werben jebod) 
Ivätcr flciauimelt unb aitfbewn&rt. 

Duellen. Pedro Simorif Noticias historiales 
de las conqutstas de tierra finna. Cueuza 1G27 
(Kinf^boroagh VIII.). — .^umbolbt, Keife in bie 
SlequinocIial-®eflenben befl Stcucn ^onttncntÄ. G Sbe. 
etiillflart 1815. — Sit^arb 6d)pmburgf, Seifen in 
Srilifd) ©ulana. 3 ©bc. Seivjifl 1847. — Xfjfobor 
SßJniÖ, 9lnll)rc»)oIc9le. 4 35be. iJcipjifl 1859. — ff. g. 
appun. Uitiet ben Iropcn. 3ena 1871. — H.A. Wici- 
Äam, Rough Notes of a Journey tbrough the Wil- 
demesa irom Tnuidad to Para, ßrazil, by way of 
the Orinoco, Ätabapo aud Eio Negro. ItODdon 
1872. (W. Bentheim.) 

GUAKAYOS ober Guarajuz, ein fütnmfTifn« 
niff^er aSolfdftamm, bewoI)ncn in vüUfommcncr !?lbge» 
fd)icbenl}ci( bie tiefen SBälbcr gwifc^en ben 'ißrt'Sin^cn 
!SWprüö unb (^Ijiimitoö im gluffgebietc bed 6an 9Ki}3uel. 
3m Silben trennen fie audgebebnte SÖüfieneien t)on ben 
^fOiifTtonen ber (S^iqnllo^, im sterben Rümpfe unb tSäl" 
ber DO« ben ÜRorc«* 3nbiannn. 3fjre brei fletnen iJörfer, 
mitten im Salbe, jäl)len UOO Seelen. (Stil aWiffionar 
fie^i bei iftnen. 

Sie erinnern fitö fluS ©iibpfien, retmulljlicfe *ljara= 
fluav, »ufommcn ju fein, l)abfn iebotti feit beni 10. 3jtirl). 
il)rrn Wo^nfi^ nid}t meijr vcränbert. ^JHit wenigen Slb* 
weidiunf^en fpred)eu jle, gleid) ben Siriciguanoß, ben 
^iaieft firr ®uarani uon ^'nragua?. Sit finb nuflen* 
f(ftcinlid? eine abficfi)ifbcnf ^orbc bei Sfjirißuanotf. 

3n förvfvlidjcc SÖcfd^iöen^eit weidjen fic beiräd)tli(^ 
tton Den cigenilldjen ®uaram in *13araßua»? ab. Sie 
jeidincn fi* burd) fcl)r \^t\lt Hautfarbe, fräfriflen, eben» 
mäßigen Körperbau, offene, ongcnebme ©cfidjtejiige flu6. 
Sefonbcrd auffaUenb ift, bap bie 3JIanncr einen ftarfen, 
jebD(t nid]t Traufen Satt befi^en, eine in ber ameri« 
fanifci)cn JKafic fel)r fcllcne ßntwideliinq. Sie finb gröger 
unb feiner gebaut alfl bie isijuij^uaucö unb SirioneÄ; 
fic tt)rilen mit jenen ben Sludbrurf freier Sclbftänbfgfeit, 
ber ben untcrt^tSnißcn, apat^ifc^cn ©uarani non ^Tara" 
yuav fe^lt, ^aben jcbod^ nit^tö i;on ber fdjriien unb 
»üben Riirdjti'amfeit ber Sirionoö. Sie fnib (natfe 
b'Crbignu) ?Rufter »on @üte, JDfffnf)<il, et)rli4feit, 
@aflfreitnblid>reil unb mannljaftcr Sclbftfdjtißung. 

Sic baufu ba* Sanb. 9iad)bem ber SBalb oon ben 
9Äänncrn gcrobet worbcn, fdül bie SefteÜnng be6 ©o» 
ben* ben Leibern ju, wä^renb bie SDMnncr ber 3aflb 
unb bem Stfrt^fnnß nJt^gttfn. 



3^TC .Rillten, aa^ ^ofii gebaut unb mit ^almbtdttern 
gebefft, bilben bisweilen längtid^e $ld)tfde mit jwel 
Spüren an ben fc^matcren Seiten, eine gcrm, berflteidjoi 
ie^I bei Feinem anbern Stamme erwdbnt wirb. 

Sie ucThfiral^en fii-^ früb, leben lebod) in bcm 
9)?a6e, al« bie erflen grauen altem, in *lJoIl?gamif. 3n 
boljem ®rabe eifnffidjtig, flrofen fie lff[icbru4 mit bcm 
itcbe. 8i?i(fet bie Sßdter, fonbern bie Brüter ucrgebra bie 
3Sdb(^en, bcren 3J?annbarfeit burd) einige ouf bie Arme 
tatowirtc Linien ober burcf) Warben unter bem Sufen 
ongcbeutet wirb. Xie ©rantwerbung gefd^ie^t, inbem 
ftd) ber ©räntigam i?rn -ffopf biö ju ben güßm bemalt, 
mit feiner Äriegöfenle CäWacana) bewaffnet, einige ^age 
vor ber ^ütle ber ©rwü^Itcn fcben Idöt. 

!Die ^llJAiiner geben auft religiöfen Gegriffen ganj 
narft, bie Leiber ebenfalls bid auf eine baumwoUene rurjc 
Süjurje (ÜauQa). 3tott)e unb fdjwarje HÄalrreien über 
ben ganjcn 2cib, ©«nber nnter ben Änieen unb über bie 
gupgelenfe voUcnben ben Änjug. ©ei gcficn fdjmürfen 
fi(^ bie ^dnnermit bunten ^l'^erf)auben unb einem burd} 
ben Ü)tafrnfiiprvel gcfterftcn ^'"^Kf). I^ic •^aare itageu 
fie ungcfdjnitien, bie •Kdnner rürfwärt« über bie Sdjufirt 
\<\\X<\i\), bie äßeiber gefdjeitelt. 

3cbe Sippe fiefit unter einem erblid^en ^iuptHng, 
weither jeboc^ in grietcn6ieiten nur ba« Oiedjt be« Äal&e« 
^at, wöt)renb er im Ariele bcfiebtt. ^icbfta^I, wtt (?b«' 
bru(^, wirb fireng beflraft. 

Sie Mreljrcu ®otl unter bcm 9iamcn Jamol (Ä^ne), 
ein 9ianic, weld)ei an ten ©oifdfiamm UomaDoö er* 
innert. Diefer ®ot( I)cit unter iljnen gelebt, fie ben 
Sanbbau gelel)rt unb ifjnen ©eiftanb üngefagt. t5r bat 
fiift gegen Sonnenaufgang crljoben, wdljrenb bie ©eiftrr 
mit ©ambuüftörfen anf bie ihbe fdjlugen. 3""^ ®f' 
bädjtniö nn biefe göHlid)en 'Üieripredningen verfamnieln 
ftd) bie ®uaraM5 um Die a(^tetfige l)eiligc ,^ülic. !Bie 
aRänner ftoen gaiij narft im Ärclfe, icber ein "Öambuft» 
robr in ber ^anb. ÜJie Hugen auf ben ©oben geheftet, 
fingen fie einen ürauergefaim, wobei fie wiebertjolt mit 
bfiu ©antbudrobr auf bie (Srbc fttlngeu, begleitet tjon 
ben Ijinler ibnen fnieenben QÖeibcrn. 5lad) bem üobe er* 
bebt fie Uamci gegen Sonnenaufgang vom SQJipfel eine* 
ficiligen ©anme«, ben ftc in ber 9idl)e ibrer äl*obiiung 
ui pilanjcn pflegen. Iiori genießen fie wifbcrcrwadjt alle 
greuben be* «ben*. 

3)ie Scidjen werben, feftlid) bemalt, ba« ?(ntH^ 
gegen Oft gnoenbet, in ber ^ötlc ftlbft in einet tiefen 
CTrube begraben, beten SÖänbe mit Höonlngern ob« 
3weigen audgefütlert finb. "Die 2ierwanbten be* 93er« 
ftorbencn trauern bnrcfe Saflcn. ®Icid>fiiUß haben ju 
faficn bie 37?äDdien fot Isrflürung bor 2)fannbnrfcit, bie 
3ünglingr »or bem Eintritt unter bie SWijnner, bie Siffän* 
ner »A^renb ber S^mnngerfcbaft unb nad) ber (Sntbin* 
bung iljrcr frauen. 3)fr *Pini (*Ön(e) verfiebt au(b ^ier 
fein 2lmt al* ©ciftcr&efrtjwcrfr. 

Duellen. D'Örbigny, L'homme am^rio. do 
TAm. mcrid. Paris 1831). - L^. g. %[>. \\ "iöiarliu*, 
©ettrdge jur (Stljuograpljie unb Sprat^enfunbe ©rafilicnö. 
2 »bf. Seipjig 1867. {W. Bentheim.) 



G U A N T A. 



GUANTA pfccr Huanta, *|Jrov[nj im Xiparte* 
mciit 8(Viicud]o in *JJeru, fntl}ä(l C0?fgua6 in ier ?änge 

Bon tet äÜcntana (iffiatbUint), im Sütcn i>on tun -ßro* 
finjcti GJucimaiiiia (öuamonga) «iib Ca äßar, im SBeftcii 
Bon ten *lJroBinjfH 3^a!?atüi(i unb !2(ngarard bcd ©rpar* 
tcment« ®uaiKvipf(iM (^ußiicaiwlica). 6if bfflrtift Die 
2)ifincie ®itanm (^unnla), ?arito(^a, ©jabamba, *5ana, 
SiÖMtaii, Jpuamjnfiilla, Satf)na»inmiii, ffllontana bc 
VIcüii, ßlioiniüCütiT, *4Jar<iifo. 2)ic '^Jiomnj bt\Ui)t tfeciW 
aud brii fallrti ^jlbbäiiacn ber ^orbillcra, tbeitS aud 
SRonliina, it^eild flittj liefen Stfcluiömi, itcöbolb in iljrcn 
einjehien !i[)pi£eu .Rlima unb ©c&nurjCUj^nilTc Kl>r von 
cinanber fcrfdjicti'» fiiib. 3ii 'fli'-'" mincralifd)en *4Jrü' 
buftcn fltf^orfn tRirfd nnb Jföbalf. ^ie Ifrotinj n^ivb 
bon bcn Oiieüftfifffn U^ ^IWatanon bcroäffrrt ÜJer mutbijie 
cingc&orfnc Stamm b« Slquidjano bat auf bi< ®efd)icfc 
bec '^roüinj firuyfii (Sinfluö nnöjici'ibt. SJiau fintrt in 
ber *4Jtüuins bi'iiäditlidje !)iuinen an^ bcc »örfpanifc^tn 
3(it. SifKltc l^it 27,4iX) ßinwoljner. — Xet j)(ei(l)' 
natnißc J^a)i)>tt>rl bec ^l^rovinj ift ein £täbtd)tnt oni 3u* 
famnienflniTc bcß Sio bc <5al uiib bpö 9ito ^nngoUo, 
7 ^r^iiad nörblid) vdh @ii(imaiu]a. 

Cncllf. jV. i^fli üoldanj Geografia del Peru. 
(pari3 1S6;1. (PK Bentheim.) 

GÜAMÜCO ober Huanuco, »jJtouiiiä im Xrvar» 
tcmeitt 3ui>iii (Knft Sütnifl) in *lleru, Ijat scn 9icrben 
nact Sücen 17, üon elften iiad) fficfteu t2 tenuaö unb 
grenj! im sterben un bie ^roviii) l'otcto, im Cflcn an 
bie ^JÜIcntAüa, im Sübcn an bic ^^rovinjcn UJa^co nnb 
JEnrnia, im äBijtcu an bie ^provin^ ®naniaUed (^ua* 
malied). £it; cntbtMt bie Xülricie OJnamnco (^uamu(o), 
fiuocar, .^Ifluetae, Sania i^iaviu bePüaüf , -iUnao uub 
Sf)mef]qo. %tx mäcf}iigc .f^iiüUada enlfprtn^^t in biefec 
?Ptoioiii3 nnb burdjfließt fit ven 5?ürbm wn^ Subenj 
au^evbem bciväiKrt eine 3)tenj]e 9{ebrnfliilT< b<^ -^nallatja 
biffe fdjönc ^rooiuj, Xiffelte bal ein mitbcö unb ge* 
funb(6 ^lima nnb große Snit^lbarfcit. 6Jr rrseugt 
fiSmmItidjc *lJrobi:c(e ber ÜHontaüa in Uebcrfluö, nanient* 
(i(^ ©ciuibc, Obft, San* uub yJiöbelbolj, ferner Bor» 
jüglidien -ffoff«; betcnfccrfl ifl bcr Änfffc be loö ^ucr* 
trtö (bcr öiiitlfii) üüu fciticni Xuft nnb ßlefdjmarf. (5oca 
(Erythroxyloa Coca) unb Duinijnina finb gfeid)fa((a 
gewinubringcnbc Öiseugniftc. Der Sta^jclartifel i» jebcd» 

lt. Üucvn.fc. üß.u. Ä. (Brflfff«tion. XCVI. 




3udcr. ?3(an fltKt bcnfetben gnvö^nÜdj (i(d (Ffxinrarad 
5er, einem 3"^" i^"» (jonigarligcm ©efdjmad, unb 
btfiillirt baraufl bcn ßerro bc iJaöco, einen Branntwein, 
n>eld)er um Ü— 4 ^Piafter pro ?(rroba (25 SPfunb) ver* 
fauft HJirb. 9Kan Imt 'äHangel an 2öciDc, ivcehilb 
iUferCc, 3)iaullhicrf, t5fcl, 9iinb»icf) cinacfnbri tccrbcn. 
^Dagegen ift faft bie ^nh^ ivilbc ganna ^jjfrn'd Oier Bpr* 
I^anben. (Einige ölüfie füljrcn (?o(bfanb; oud) gibt cÄ 
einige 6ilbergänflc, bic aber biöbcr feine lo'jncnbc ?lud» 
beute flcgeten. 'bk ^rovHnj Ijat 18,000 (5inu3obner. — 
@uanuco ober »^uauuco, ^ouptftabt bcr tPrcvinit, 
am linfen Ufer bcö ^naUaga nnp bei 9J?iinbnng bcd ?)tio 

tiigncraö, in einem irrgen fcincö Älima'ß nnb feiner 
rniljtlMrftil gc(3ricfcnen S^ljatc, mit 8u00 Giun>oI)nem, 
ift regelmäßig gebaut, aber in 9JerfaII gcfommen, ftnt 
14 Äirdjcn nnb baö (^oUegic bc 391iurriß ober Scrg» 
iverföfdjnle, gegrünbet von Xon ÜWnriano SHioero, i^rÄ* 
fibcntcn beS 3)tDaM«mcntfl 3«ntn. 

0ueUc. M. Paz Soldaii^ Geografia del Peru. 
*]3ariö 1803. {W. Bentheim.) 

Guupeba ifi ibentifd; mit Labatio. 

Guapurium, eine von 3uf(ii-n anfgifirUic *i^flanjcn» 
gallnnq, ttcld)c ibentifd) ift mit Eugema. 

GUAKANA (Giacomo), aBaIrr nnb atabirer, ge* 
boren jn SJcnebig im 3. 1710, i>en Unterrid)t in ber 
Jlunft ertjicit ccotMi 3cb. *Rifci, fpfltcr von ®ioi\ Sat. 
'^levoto, bod] fnd)le er nidit bie 9)?aiiier biffcv feiner 
'^c^rer, fonbctn bc9 (inrlo (ignani fid) anzueignen. Xica 
,^eiglc er in einem @cmälbc, ta6 bie Cpfi'tnng bcr 3)>f)i' 
genia barfielltc unb für ben Tnfiifrf)cn ^of gcmait war, 
wie audj in bfu SÖanbrnalereicn jn *iJcncbifl, bie er in 
^t\\ ^^aUifien C^ontarini unb dic^^cniro, in ber Kapelle 
bcö Xogenünlcficö unb in anbeten Äirdjcu feiner UJiiter* 
fiabt anöfüfirte. Seine ^ompofitioncn finb nid>t o^ne 
eine flftviffc Srcifjcit unb Srid}ligfeit, aber bodj mehr 
nur SlSaubbccorationcn, benen drnft unb ®(biegenl)cit 
abgcl)!, loaft inbcifcn bie ganje Ölidjtung jener 3c)i mit 
^(^ i^radjic. 

OJuarana baubl^able au(^ bie JRabfmabel mit €ad)' 
{enntniB; bie Solge von fed;d SMttcrn nit}iI)oIogifd)en 
3nbaüd tlub breit unb frei gcäjl. gr. 9)artolo.;jt \Xii<ii 
nadj feiner (Srfinbung ein *l>lafonbgemrtIbc: Xiona, 3nfl 
unb anbac ®oitt)eiten; biefcr 6tid) ctfd)ien im Üicrlag 
bc* 3. SSJagnec ä" SJencbig; ber SBaler Wirb auf bem* 

1 



lAäk. 



GUARDAFUI 



— 14 — 



GUARDIOLA 



Paris 1863. — Antonio Raimondif EI Departamento 
de Ancachs. Lima 1873. {W. Bentheim,) 

GUARDAFUI, (Sav, ob« Ras Dschcrdaflun, 
ba0 Aromatum Promontorium bec Slllcn, bic öfilidjpe 
epiee «friFn'd, l«flt in ©t. ir 50' «., ?. 49' 38' 
O. i*ariÖ, am (Siiigflnjje öeö nrafcifdjen ®oIf6 on brr 
91bf(i)nnfüpc itnb a« ßrr ^orboftfpi^c bcr Äüftc pou Vlbct. 
;!?(I0 (Sap ifl tin f)of)ed OJetir^c unb bKbet (iiK t>on tvcit^ 
t)ct flrfjlbnre ?rtnbinqrfe. {W. Bentheim.) 

GUARDEIN, Sßarbciu ober *l)robiter. Kleine 
äuf bell ^üttenivecreu vrrpflidjiete ^jcrioii, meiere bte 
Setö» uiiD ffinnflarteii, ble t^rjproben unb ®d)Iid)e auf 
ibrru ^RetallgcEjart unterfii(f}l. äßerbcn bie (Srje jti n'iicr 
^ültc abgeliefert »nb »on bicfcr in ffleltc auijcfauft, fo 
entfc^cibcl bet !?l«6fpriicf) teö ©luiibfitt befinitm übet bie 
@f()all^fcit, ^af)er und) wol bie ©rjeid^niinii 6djieb(J» 
marbein. ©le fo[d)e büKenmännifdjc *|!toben aiigeftellt 
tvexben, le^rl bie ^l^robirFunfl ober Sofimaftc; |ie U* 
nu^t bie d^tmifdjen ©iuwirfuuöeii ber Äörper, nieidjt nb« 
in miind)er ^iiifidjt von ber 3eTOö[)ntid)cn (tjemifdien 
3(nah)fc ab. (C. Reinicarth.) 

GÜARDI (Francesco), «Waler unb ©djüler ber 
uenetianifcöcn «djute. Oeboren ju QJcncbiö 1712, ipcrlicti 
er nie feine SSaterfiabi «nb ftarb audj bafclbp 1793. 
3Jelolto, genannt Ganalctlf, ivar fein ^(eifier unb ®uarbi 
abmte il)u in ber "lüaljl ber (SJeflcnflöiibe une in 5ül)tuitj] 
ccö "^Jinfelö alütflidj md). SÖic fein Sleifler, fietlt au* 
®uarbi fafl burdjmcj) piirorcÄfe ?(nfidjlen feiner iBatec 
fiabt barj fein löorlrag ifi effechjoll, wie fein Soibilb, 
bod) neigt er jicö bereitö bem SKanicvfdmu« ju. Seine 
©itbcr würben it)rer 3<i( in ffienebij) fe^r beiuunberl unb 
hod) bejaljU. I^a* 3Kiiffuin bed Souvrc befitjt fieben 
Silber oon feiner ^anb, bie früticr bem Sanalettt ju» 
gefi^rieben iparen. 6o mag nod) mand^ed unter bem 
Slamen feineö firörcrd geltentie ®emätbe auf ibn jurüd* 
infü^ren fein, «udj bte €amm(unfl ^ttgarotti bcfnö ®e* 
mdibe oon feiner ^anb. 9Ja(efi ftadi ua* ihui ardji- 
teftonif(^e 2:atPe«uuflen •). ( Wesselj/.) 

GÜARDIA, etabt in 3talien, 3 aJIcilcn eSO. 
Ttßu (Sbieti, l)at 4 (jJfarrlirdjen, 3 ÄWfter, 8000 (lin* 
wofjner. {W, Bentheim.) 

GUAKDIAGRKLE, ©labt itt 3tanen, tiegt 17 
Jtilonmec füböftlid» ron 6f}iet(, ift neuetbingd in äSerfall 
gefornmen, 6at jcbod) nodj 7550 @inwol)ner. 

(W. Bentheim.) 

GUARDIAN. !Een einacinen Jltoftergefpüldjaftcu 
^isit eigene Obere ober Sorgefe^te unter bem -Jlamen ber 
*3ebte, $tiorcn, Uiröbfic, ©uarbiane ober illeetoreu uor* 
gefegt, locldje bie ^lufterjut^t andüben unb bie 3nne* 
baftung ber Crbendregcin unter ben JT(ofierget|llid]en unb 
Saicnbriibem iu übeTmad}en ^aben. @ic fielen unter 
bem ^rovin.^ial und ben; ©encral bed betrcffenben Drbentf. 
93ci ben Uapujinern, gtanjiöfancrn unb ^inorileii fulirl 
Diefcr Alofterobere audfd}Iieglid^ ben Xitel: @uarbtan, 

*) Lanti, Stori«. Tieoixi, DUsionftrio. 



3n (Snglanb hei0l berienige, Jteld)er irdörcnb cincc 
geijllidjen 3iacanj bie geiftlidje 3urt^biciion in einer !l)iö« 
cefe rrrfieöt, ©uarbian; bei ccn XiUfen ciu «nffebct ber 
©otbaten unb £nai>en. (C. Reinwarth.) 

GUARDIOLA ober in golge eine« !l)ruiffel)letfl 
in Steubel'd Nomenciator aud) Guandiola genannt, 
ijl bie Sejeic^nnng einer uon ^umbolbt unb Sionptanb 
üufgeftrüten, aber crfl in neuefter 3fit 'ocn ?Ifa ©rov 
genau djqrafterifutcn Gattung ber Compoeiten mit fol' 
gcntcn 5Rerfma(en: 'Xxi» Äöpft^en ift vielblül(>ig, vn^ 
ff^iebenebig, bie Meinen 5""9^nt'I'"iH)en, 1 — 5 an 3^^» 
finb »cibli(6, bie 5—20 (Sd}cifccnl3lü((!fn jtveiöffd)Ied)tig 
ober burd) gel}Ifd]lagen unfrudjibar; bie ^iiüe ifi nadt 
(oljne Slugenfeld)), rötjrig ober glotfig, bcppett, bie 
öuöcrc brei&lättrjg, faft frantig, bie innere nuö 3 — 5 
trorfen!)äiitigen Sdjuppen gebilcet. T^n flat^e SBIiitM» 
toben ifl mit Idnglidj^Iineälifdjen, jwififcen ben Ölüt^cii 
(le^enbcu ©preufcöuppeu bebedt. 2)ie *ötral)l', aber be* 
fouberd bie €(4ribenb[itil)en ^aben eine fe^r lauge, 
fabenförmige 9l6^re unb eine länglidje, 2 — Sjäfenfflc, 
bie St^eibcnblntben ein rornig überragenbe 3utig(i ^<T 
6aum brrSdieibenbh'itben ift glotfenförmig, tief^fünffpaU 
ttßr l'^i'^f Sipfi'l fi'ib lincalifd), bie SiaubfäDcn febr reoUig, 
bie ©riffehltie ber Sdjeibenbtütijen vcrliingcrt, pfriemliA» 
fäbeuförntig, fleifl}aarig. Xic gtüdjK^en ber 6tTaI)U 
b(ülf}en finb (änglid), ein wenig jufamtnengeürüdt, bfe 
gtui^lfnolen ber 6(öribenb£iitt)en leer, ttx gebw* 
Feld) fe^it. 

JZa^te, äftige, frautarlige (ycioildjfr mit gegenüber 
ftel)enben, getieften, eiförmig'Ianjeltlid^cn, faft brcifad} 
generolen, fi^wielig - gefügten S3lättcm, enbftanbigcn, 
ebenfirän&igen ©lüt()cnföpt(*)«n unb weisen ©lüt()cu 
madjen bie Sitten biefer Gattung aud. 

1) G. mexicana Dg Candolle. ^Ijttrr lanjettlit^' 
eiförmig, am ®runbe fafl feilfcrmig ober abgefhi^t, 
breifad) genervt, angebrü(!t'fägejd[)nig; ^üUe längUd}' 
glorfifl mit Idngliiften, fiumpfen Sdsnppen; 3untKn''Iöt6'n 

3 — 5 mit am ®runbe woUiger SKöbre, Sdjeibcnblülljen 
10-15. 

3n SRtt'uo unb ^war in ber ^IJromnj üßii^oacan. 

2) G. atriplicifolia Asa Gray. !93Idtter breiedig' 
tanjetl(id) ober fpie^förmig, gugefpi^t, am ®runte 
5— 7 nervig, fdjaif gcfägt, Sdgejäfmc pfriemlit^, einige 
ber untern verlängert unb abftei^cnb, ^üQe fafl fllodig, 
iljrc £(6uppen breit eiförmig, ptööfid) fladjeffpiftig, 
3ungenbhit^en brei, mit fa^(er 9}ö^rc, 6<4eibenblüt^en 
15—20. 

3n aWerico in einer ^ö6e von 7000 gu§. 

3) G. Tulocarpus Aaa Gray. Stdtter Iiing({(^« 
Ianicttti(^, am ©runbf fiumpflid) ober fpift, fdiwielig* 
gefdgt; ©[üibenföpfrf)en biifdjelig^grfjduft; ^ütlc rt^Hn* 
brif(p, fdjmol, ©cftuppcn linealifc^'Iängli*. fpi&; 3»n3cn* 
blütbe einjelu mit ganj fo()(er SKcIjre; 6d)cibcnbliitben 

4 — ö. i^ieröet geijört Tulocarpus mcxicanus Z?ooi«r 
unb ArnoU. 

3TOifdjen ber Siabt SWerfco unb ÜKajallan. 



GUABEA 



— 15 — 



GUAREA 



4) G. pUtyphylla Asa Gray. 3>ie flanje ^flanj« 

ifl nietrörüii; bic SBIcltlfi finb ffljr furj flfjHcIt, nförmiß* 

runblict), mcl)r ober rccnigcr Ijcrjfömuji, flcjÄt)«*, bm* 

fadj'ö<n">'ti t'f «^üÜe ift fv(mbttf(fc, bie 6d;uv»eti fint 

Idtigtid), ftumpf, Die 3ui»flfJit'l»ti)fn» 1^3 an 3«I)I, 

Irabcii diie tjanj fa^Ie SRo^n, ait €d)eil)ciib[üt{)m finb 

I 5 — 7 vprEjanbtn; bie 9rüd}l((rn finb f(^n>ad} brijaact. 

L^ 3n ©onoro. (Garck$.) 

^b GUAIIKA, ciiK Ton Stitne auf^^cftrOtc @iitliing 

^■m Melisceen mft fof(|eiibcn 3)?erfmnlrn: ^clc^ fiirj, 

PHml^nfg, viert^cilig obri x>{erf;)atlig, frine 3>Dfcl ni b(i 

I ^mo^V^nlad^ badjjUgelig; Ätorvbtättrr vier, iinterfiänbig, 

frri, Iä>i{)It(f/, iit b<c Jtno^v anläge bac^jiei^elig, n>ät)renb 

b«r '©(ülbe Qufredjt; ©lQubfübcnröI)re cylinbcifd) ober 

tiri6niatifc6«t>ftT«_ bid ad^tfatilig, unter ber ungetbeiltcu 

; ober t>iid)(i<)en ^'px^t innen bie am @ninbe ober in bcc 

äÜitte auf bent Ötiirfcn cfngefüßtcn ®taii()teutel trogenb. 

2)cr ricrfac^crigc gntdjthiolen üei ciiif ber biömeilen ge* 

pieltcn St^cibe. (fidjeit in ben Söcöfrtt 6a(b di^etn, bem 

SeIltraIn^illf(:l eingcfii^t uitb aiiffteigeiib, balD }u \\\>ütix unb 

über rinn nberfleljenb. ®riffel furj, 3iarbe fdjeibcnförmia. 

Äapfrt fliatt ober gerippt ober audj öötfetig, «ierflappig. 

tarnen in ben ^ficDcrrt cinjeln ober gu ^rorten mit baud)< 

^änbigem 9Jabel. Samenfrim eiwe ifetoÄ, gcgenlrtufig, Äcim' 

blattet birf , libcreinanberlicgenb, 9Biirjel(tjfn nlrtenfMnbig. 

•ÖÄume ober ©iräudjfr beö lropif(^en Simerifa mir 

unpaarig grflcberten blättern, gegenübeifle^cnben, gang* 

ranbigen ^Idttd^en unb a d} fei Oii neigen, bidireilcn dbren* 

ober traubenförmigen 91idpen bilben bie 9lrlen Diefer 

®atfting, mit wentcr Elutheria loon *4^. Browne ju* 

fammenf^Ut. 

golqenbe $(rten finb aw^ biefet Gattung bcfanni: 

1) 'G. grandifolia De CandolU. Blätter grop, 
SBlÄtlAcn üielpaarig, 8— 9 3oII lang, eiförmig -(anglich, 
fiebemeroig, mit 10—15 unIcrfdiÄ fievvortretenbeu 
€eitennerven , 4 — 5 Linien langen, au^en feibenl)aarigeu 
JtronMättcrn unb langen Slütbentrnuben. ^ierljet ge* 
hören Melia Guara Jacquin, Tricliilia Guara LAnni 
unb ivabrfctjeinlid; au(6 Guarea trichilioides Linni 
unb G. macropliylla VnhI. 

' 3m fraii.^öfiitien 6)utana unb auf ben SInliUen. 

2) G. Swartzii I)e CandolU. ©Idltcr 2—4» 
paarig, Slättc^cn eiförmig «laniCtKic^, jugefpiet, fifber* 
nervig, mit 6 — 7 unterfeil6 benjoiragenben 6eirennenpen 
anb verlAngerten 33ltiltenirnubcn. ^ier^et getjötl G. 

I trichilioidcs Sioartz. 
^ auf ben VlnliUen. 

^P 3) O. brocbystacbja Mo^n unb SettL Glättet 
^4 — öpaaxig, ©ItStldjen eiförmig, fpi^j ©lüttjeutrauben 
at^frlftänbig, einzeln, viermal fürjer ald baö $Utt; 
, griüdjtf fimeiiti nebfi ben 3(eft(^en ^öcferig. 
^m 3)1 ^fericc. 

^B^ 4) G. ramiflora VenUnat. $(dt(er 2— 3 paarig, 
^BBlAttibeu eiförmig «tan^ettlid^, jugefpi^l; Slütbcntrauben 
^fldjfelfiänbig , fclir furj; JTapfeln fugelig, "acfidjcn U^.. 
\ fiierher gcljörl G. bumilia Bertero unb Dielleii^t audf 
vr. glabra Vahl. 
3ii 'CoTtorico. 




5) G. macrobotrys Poeppig unb Endlicher. 
Äinbe ber Stepe braun; ©lältt^rn längli*, Ihimpf, am 
©runbe, fpiö, auf ben 9lcn>en unterfeilfl bünn tt>ei(ft' 
fiaarln;*©Iüt^fntrauben einjetn, feftr lang, einfadj, loder; 
ÄronbIfiHer pulverig »wcid)ljaarig; giut^tfnolen fa^I. 

3n *licru. 

0) G. densiflora Poeppig unb Endlicher. !Rfnb« 
ber Slefie grauj ©Miter vierpaarig, ©lältcöen eOipttfi, 
furj Dugefpißt, am ®runbe fpi^, faljl; Midpen pufverig* 
»vei*I)Oflrig, breimal furser ald taö *ÖIatt; ÄronMätter 
ongcbrucfl»feibrnl)aarig-, grut^Ifnotcn gaii^ fa^f. 

3n 3Sa?na0. 

7) G. Valiliana A.Jximeu. 9iinbc ber Äefle grau; 
aStdtter 4 — 6 paarig, ©(ältrijen eiförmig, am ®runbe 
fpiO, am übern ^nbc jugefpilsi, falil, gKlnjenb; iHiöpen 
furj, lorferbluthifl ; gru<fetfnoteu fiibt. 

S(uf ber 3»ffl ©uabeloupe. 

8) G. ezoelsa Uumholdtf ßonpland unb KuntJu 
SWtter 2— 3poarifl, ©fdlttbcn eiförmig, finuipf, leber» 
artig, pbcrffitö faCl, unterfeilfl in ben 9Ien>eno(^feIn 
rccUig; 9li6peu odjfeinänblg, faft einfad?, furj. 

3n SRerifo. 

9) G. apiciflora A. Jussieu. Mtnbe ber SIcfic grau, 
rau^; 99(ätt^rn ivfc^felftänbig, lanjetüid)« eiförmig, furj 
gugefpi&t, fabl; Äiflpeu d^renförmig, Idnglif^; J?npfel 
glatt. 

3m füblidjcn Srafilien. 

10) G. Aubletii A. Jumeu. «Äiubc ber SIefle 
unb SBIflttftiele fi^njarjrotl), glait; Sldtter 6— lOpaarig, 
Sfättifcen Mnglid), eiförmig ober verfclnt'eiförmig, fabl; 
JRiflpcn lang unb fdjmal; grudjiFiiLncu rooUig; gtud)t 
birnförmig, fabl unb jiemlidj glatt, ^iet^r gehört 
TricUilia Guara Aubht. 

3n ®u{ana. 

11) G. multiflora A. Juwieu. Stinbe ber 8(efle 
uiel)lig ober EaM, fdjmarjroll); Blätter 4 — ti paarig, 
Sldlicöen Mnglid), verfchrl* eiförmig, am ®ninbe fpip, 
am Obern ^nbc furj- unb fiumpf'jugefpißi, föbl; iHiÖ« 
pm ad)fflitrt«big, lang, feljr öfiig; gru<ilfnoteu ruu^* 
^aaria. 

Uiaterlanb unbefannt. 

12) G. Bcabra A.Jvssieu. 9linbe ber 9(efie 6rnun; 
Slätter 4— 8paarig, Slätld^eu Idng(i(^, lanjeitüd} ober 
lanjettü*' eiförmig, furj* unb fpi^-jugefpiot, fabl; 
iHiflpen tnr^, äfiig; gruc^t freifelförmig, runjelig, raub, 
fpdrtitb iDcidibaarig. 

3n ©uiana. 

13) G. Perrottiana A. Jutaieu. Sinbe ber ?(e|le 
faf)l, unter ber Obnl^aut graubraun; 95M«er 3—4* 
paarig, ^Idttdjen Idnglid), eüiptifc^ ober rerfe^rt^eiförmig, 
furj jugefpi&t, fa^l; fflidpen jiemlic^ lang, d^renförmig; 
grurfjlfnoten fcibig* wollig. 

?Iuf ber 3tiffl @nabcloupe. 

14) G. pubeflceos A. Jumeu. SRinbe ber 9(efle 
bla^rot^ ober fa^I; Stdtter 2 — 4 paarig, Sldtt*en 
IdngliA, lanjeUlfd^^verTe^rt^eifÖrmig, ftumpf'jugcfpl^i, 



GVAREA 



— 16 



GUARI 



fut), dflio; Stiiifjlfiiotcu wollig. 

3» ®uiaiia. 

15) G. pubiflora A. Jutaieu. Sinbc b« Slffic 
biaun; Slältn: 2— Spaarig, ©lältdieu ItSnglid), lanictt« 
tid}, fiirg jiiqefDiCt. häutig, fnbl; 91idoen äljrcnförmig, 
ivenia* und loifinr&liit^iQ; $rii(^tfnotcn moUig. 

3n «rafHicn. 

l(j) G. vclutina ^. Jumm. Slefle, Statt * unb 
9fütl)eit0iclc unb 9ten>cn von einer bidjtm ^3ef)aavung 
fammetartigj Stältrr 1 — ß paarig, Slättdjm länglid}, 
ciförntig, fuij» iiiib ftumpf'iUfjefpt^t, obcrfcilfl tahl unb 
fltänaent, inilcrfcitö feftr tidit wcidjbaarifl; iKidpcn fucj, 
bf(^tb[ütbitr; ^nidjtfnoten ivotlig. 

3ii ©taftlün. 

17) G. affinia A. Jussieu. «cpf, Statt* unb 
S9ltit^cnfiic[e bi(l)t ' fammrtartig ; Sldttdien eiförmig, 
furj' unb flnaipf'ju^efpiQt, oberfdtd Fa^l, unterfeitd 
tt)fi(^baarig; Äidpen tat^; grud^t fafl bimförmig, uon 
rinrm furjni ^i^i^ fammct^aari^. 

3n Pluiana. 

18) G. Kunthiana A Jiuneu. Qlefte Fa1)( uub 
fdjWQVjrPifj; aidtter 2— öpaarig, 5BIätt(^eu breit, fi-- 
förmig, faum ^iigrfpiOt. Fabl. leberartit); Stidpen p'ifxa' 
mibenfönntg; Srudilhiülen Fal)t, geftleft; $ru(^t bün- 
förmig, fabt unb glatt. 

3n ©uiana. 

19) G. costAta A. Juttieu. 9{inbe ber Stelle braun 
unb rauf); Slätler 2 — Spaarig, Sldttt^eu (antettlid)' 
eiförmig. pIö^licE) unb flumpf jugcfpigt, fa^t; 9li0peu 
furj; grudjt fugritg, I2rippig, febr furj fnmmetartlg. 

3n ©uiana. 

20) G. Richardiana A> Jihük». Siinbe grau. 
ung[ei(f}; $ldtter :^ — 4 paarig. 9(ätt(^en länglid). lan* 
jeltiid) ' rerfeljrt ' eiförmig , augefpijjt , giänjfnb , fabi ; 
iBEüt^enfnäuel aftßänbig; grucbt apfefförmig, 12 rippig, 
i>on jerfireutcn paaren bffebt. 

3n SSraftUcu. 

21) G. tubcrculata A. Jutneu. iHinbe ber Strfie 
grau, rdulj; ©(ättdjen »crd>feli^änbig, lanjfttliÄ 'eiförmig, 
furj« unb fhinipf'^ugefpi^t. fa^I; *^i6pen traubenförmig ; 
Äapfel fa^(, börfcrlfl, weiiljaarig. 

3m fublidjcn 58ra'llicn. 

22) G. Lessoniana A. Jvsneu. *Rinbc ber Sleflc 
grau, ruuiclig; ölättcr 3 — 5paarig, ©littc^en gegen- 
überpebfnb, lanjcttli* --eiförmig, |ebr futj jugefplpf, 
unterfeild n^eidjbaatig ; Stidpm traubenförmig j ^apfei 
fafi birnförmig, börferifj^, famniet paarig. 

3m filbüÄeti Srajitien. 

23) G. megantha A. Jum4u, Slinbc ber Steflc 
unb Slatifiiele fammelbaati^; Sldtter 6paarig. Stdttcbcn 
grog, (änglid?, locrfeljrt' eiförmig, furj* unb fiumpf'ju^ 
gefpi^t, Iftcrartig, cberfeitö falji, unterfeit« wcit^^aorig 
unD nenjia, SB(att|licle unten lief gefielt; iRiöpen lotig, 
pijramitcnförmig; grurfjtfnoten feibigsiceidjljnarig. fiebeu« 
fdt^erifl. 

3n ®ulana. 



(Sine ul^t genau befanute $lrt ifl 

24) G. microphylla Hooker. ©Idtter 4— öpaarig, 

Sldlldjen ellipiifdf, jianuanbig, unterfeil* UIl^ tjcrjüglidj 
an tcu tieften rocidjhaatii]-, ölüt^cntrauben adjfcljtin&ig, 
n>enig(?lütl)ig; J^rld) rau[)E)aarig, viert!)eilig-, €taubfabrn' 
rö^re at^tiä^nig; Staubbeutel lang begrnnnt. 

3n $mi. (Gareke.) 

GUAHI, Unari ober Concbacos AJios, ^4}rovin| 
in $eru. 'Uepartcmenl ?Incad)d, crfircdt ftd) »on ber 
J(ainnilinie ber (^orbiUera 9{fi>aba bid jum 3)Iaranon 
unb grenjt im 9lorbrn an bie llrocinj ^ßornabambn, (m 
©üben an bie ?Jroninj ßaiatambo, im Cftm an bie 
iProbiniien @»uamalie« unb ^ofl bc "Sflavo bcö S^eparte* 
ment« iöiuanufo, im SßJeficn an bie *l>ro»inj ©uaraj. 

!Dic SAnge ber $rovinjt boti 9forben nadj ۟ben 
beträgt GO Seguaft unb bie Sreile 30 Segnad. 

^ie UJro)>inj enlbdlt i) £>iftr{ctr. ndmlid): @uart 
(<&uari), ^uontar. (5tja»in, »San SKarco«, ^uaffci^ U<o, 
9lamellin, «San ?uiö unb (ibacad. 

5>er ©oben ift raub unb gebrodien. 1>a^ ÄUma 
ifi febr loerfdjiebcn nad> bct febr »erfdji ebenen (Srljebung 
bcö ©obcnÄ unb begreift aüc Jempcratuten »on b« 
tropifd,^en ber (^iitfenfung brd 3)7aranon bid jui arftifd^en 
ber (ScrDilleragipfel. 

3!3rr ;^aiipiflu6 ifi ber *^3ucd)a, ujeldjer in ber Sor* 
biüeia 9?et)aba im ^übrn ber '^rotiinj enlfpringt, in einer 
tiefen (Sinfenhtng bie ganje an<ie brr *lJroMinj norbö{)li(^ 
butdjfcftneibft, eine gro^e ?lnjal)l uon OiewäiTetn auf» 
nimmt unb in bcn äRaraiton fällt. 3ni 92orben trennt 
ber g)onamapo bie *lJroDlnj von ber QJroriuj *lJomabamba. 

'Xiie n>i(ttigften Degrtabilifdini ^|iroburtc finb bie bet 
gemäßigten 3one, 3J?ai6, SBcijen, ®trftc, Änrioffeln, 
Dca, ÄürHe unb ©oljnen. 3)er STOei^en unb ^ai« Witt 
grö^tentbdlö nad> CMuaraj unb ©uanclica auSgrfübrt. 
3n ben im trarmen Älima gclegenfn £ctjlu*ten unb 
(Sinfenfungen f)rtt man tropifee gri"i(filf in Ueberflu^, 
unb uamentlid) in beni frud}tbaren !Il)alc bcd lUo ^udn, 
auö iDeldjcm befonbcr« Sranntwcin bcrgefieUt wirb. 3>eii 
belräcbtticbften flcfetbau babeu bie Se}irFe@uari. ^^avin 
unb 6l)acaÖ. ^er am SIbbange ber (Sorbittera 9?et»abo 
im „falten" Älima qrlegene Sejirf Sf)acnö (ber ^upl' 
ort glcidjen 9Iampnd bat 'S'dGb Bieter abf. ^öl») int 
befonbcrö frudjtbarcn ©oben unb erzeugt fe^r corjüglif^ 
Jflee unb äSeiien, loefl^alb er au^ ber beoölfectfl« ZitH 
ber *Urooinj ifl. 

£{e ^rovinj f»at bcträe^ttidje Stinbvief)' unb @<^af' 
judjt unb futjrt beren ^^robuctc nad) ber Äüfte au^. 

•Die *Promn^ i^ nttcraiid rci* an mertbvoUen Stinc 
ralien. 'S)n ^i^rict @uari Ijat itupfcr unb illbcrballigcn 
Slciglani, Sbatin '4.'ai?onobo (filbcrbaltigcn Änpferanti* 
mcngirtnj), *^ijriten, ^aco (filberöaltigen Söraiineifenftein), 
San fßiaxtc» ©ilberblei. Sleiglanj, Äupfer, SffiafferbW, 
uoruiglittic SieinfoMen, Uro Oolbauarj im f)oben Serge 
San ßriiiopal be Udjufinga, V» S^gua norböplitfe »oni 
^orfc Uco, unb ©olbfcifen in ber Duet^raba ??inamai;^ua, 
ferner ^^aco unb friiber au(^ *J3aoonabo, t'Iamcllin Silber 
im Serge Äatjufd) (merf würbig , weil in feinen unter* 



GUARl 



— 17 — 



GÜARIENTO 






itbif(^cn ^öMfn ft4 ©(^neemaffen fceftnbcn) unt Sal' 
pct«, San ?ui6 *Pnfo im 33erge IWtcfi (fo genannt in 
Änfpiclutiü auf tofl bcrübmie ^cToirfrf i*otofi in SBo« 
IWen), filbfrlialiiflf« SIci un6 3iiif, ©teinfohlcn, 6I)a' 
C(i0 Shum&f (^inffctfntc), ©Ifiglan^^, ^l^öuonabo, ^ncD, 
fämmtlitt» rciÄ filbcTbattifl, unö 6tfinIt;Hen. 

9Nit ^««naf)mf tft i)(iiH)t6orffd)flften bnrrfdjcn bte 
^ntigcnm in 6<r ^ctJölfcning por, unb ift &iicfl)ua 
feie alltiiiiae Um^anjj^fptad^r. ^bi^fne, bif nur Our' 
(t)ua f|>redDen, fuib "^ablrftc^. SMefe Cucdjua fmb ge* 
toö^nlic^ $einb< bed UnicrtidX^ uub allfr 9}nieningen 
nnb bänden i&\)c ibren fcroltctcn ^crfleQimoen au. Xte 
©tiDÖtffrnnü tfl grö§lntli)ei(fl mit Stcferbau bcfiöftigt, nur 
»rrnißf inir33crabau. Die ^Jlrprin^ bat 55,000 (Sinrecbner. 

®uari (ÄUflri), fine fBifln (gifrffn) Pon 20(J0 (Sin-- 
irebntrn, bcr |iauptert bfr ^ropin,», (icgr in 3158 Wclcr 
obf. ^öbe auf einem *ßEate<in nw Wbbanqe ber ©orbiÜCTa 
Wctata, 1*J ScQuaö norböfiUd) t)cn ©uaroA (^uaroj). 
2:w Xiftrift ®«ari bat 7000 einaobner. «bacae, b« 
bftJclffrlfle tJiftrict bcr *|lrDDinj, bat 11,500 i^niütbnrr. 

^Itertbtimer. ©fim torfe 6b*i^in. ifctAeÖ in 
3177 'äKeter ab)'. ^6t)c in dneni angeiiebmcn Älima an 
einem Sadjc, bem 9lio U ©batin, unfern bc6 linle» 
Ufetd ted '!)}u«^a unb unfern f(bn)cfelbalttger rcarmet 
OueUen (iegt, befiiibrt fid} eine aliveruanifdse €icinbtü(fe 
^ibtr bcn ^ait, weldje au^ brei großen ^ranilplntteu be« 
;ehi. Diefc flotten muffen au« großer C^ntfcrnung 
icrber gfbratfct woitcn fein, ba cö in ccr Umgegenö 
feinen ©rcsnit gibt. Xic erfie ^Platte ift 4,25 'SHetcx lang 
unb 0,54 Wltux breit, bic iiocite 0,50 3)Ietct (ang unb 
0,40 3He(er breit, bie brillc 4,33 mtUx lang unb 0,60 
SReter btett. tStnc befonber« intereffanie SKerfroürbigfeit 
ift baß „SaftiUo" bei (5ba»in, bie großartigen, obnjol 
tbeilTOfifc jerfaDenen unb mit ©rbc iiberbctften Äuinen 
eines alipetuanifdien ®d)toffefl. ÜJie äußern dauern finb 
von bebauenen, bid 24 gu^ langen @)rattilficinen ebne 
92örte(*, brri t>cn tiefen großen Slöcfcn liegen gegen* 
wattig al« *5(ljriltfteine im 35ettf be« *Pucd)a. lie innern 
®änbe fmb ron Sanbfteinen, tbeiEwfifc nu<b von ©ranit* 
fietncn mit Sebmmörtel. ^u« ben 3tuinen ift ju erfcben, 
ba^ bad (SafiillQ ein r^bh^infeliged @eb;iube mit jniei bt6 
an ben 'i^ufd)a rcic^enbcn ßliigeln war, alfo ein an einet 
€fitc pffcneö *4.*^ira[icIn(|Tflmm bildete. Ter (Eingang nm 
Ufer würbe burcft jroei fefte ^fjürme vertbctbigt. Xie 
©ranitfteinc finb gut erbitten. Xtx ^egeniüärtig erhaltene 
7bett ccr dtninen ift bad untcrirbifcbe @ef(4(>ß, iveld^eA 
auÄ einem labarinlbif^en ®croirr ton thalfäd)l'<*? f<ift 
unjäbltgen Sängen beflcbl. XiefWbfn finD 1 Bieter meit 
uufc l.ÄJ ^JÖJcict bo(b unb burdifreujcn n(b redittvinfelig 
Bön 9ll?T^en natb Sübrn unb ppti Oflcn naA) Sßi-ften. £ie 
fdbren )n flfinen ©cmädjcrn, 4 — 5 9Jfetcr lang unb 
2 fflictft breit, mit einem cinjelnen (Singange. 3n ben 
ffidnben iwifeben ben ®(tngen befinben fic^ tiierfeitige 
Äandle, 40—45 (Sentimeter töcit unb bc*, augcnfdjein* 
lid) jut Sufticitung. 23ic ©finge fmb nit^t fiämmttit^ in 
brrfffbcn ^benc, fonfcern mcbrcre fnufen, im ©infel rtcn 
20—25" geneigt, unter fitn anfeern butd?. Xie Suft» 
leitungÄfandle cffnen ftdj in bie untern ©dngc, »eldje 




bemnatfi brfonbfrß au<i} j«m ^mä ber SSrntitntion be' 
ftimmt ft^cinen. Xaö @anje bübet ein rotlftiinbigcö 
?abijrinib. Xic im Sanbe verbreitete 6age, bic aud) ber 
fonft fo umfidjtige $aj @clban no(^ ald eine ilbatfad^e 
anfübri, etf laufe ein @ang unter bem Seite bcd ^lur6a, 
gleit^ bem lonboner üunnel, nadt Um ienfeitigcn Ufer 
fjinburrff, bat ftdj nad) neueren Untcrfnrftunjrn ni(bt bce 
ftdtigt. @$ taufen nur ganj fcbmale 3Baffcrabjiigdfnnä(e 
au6 ben ®ängen weiter abwärt«, 3n ber ÜWittc ber 
®änge fiebt ein großer OitranilMocf, bebcdt mit ^a^f 
9^eli(fd, roelf^e bauptfdd)Iid? $lugen unb ^ünbc mit 
otogen Bäljne" barftellen, wabrfdjtinlid) eine SIrt S3irbcr« 
f(^rift. 9tu(b faub man im Stbloffc eine vicrcrfige ©ranif 
^jlatte, l,88^2Reter lang, 0,70 9J?etcr breit, 0,15 9Äctct 
birf unb iscDfpmmen glatt, auf roefdjcr eine qrotetff« 
mfnfd^li(^ gignr bargefielit ift, bie mit beiben |)dnben 
einen aufl <S^(angen jufammengefe^ten Stab bält unb 
einen groüen Jccpfvu^ trdgt, welcber aud Schlangen nub 
^ro^en äHünben mit langen B^bnen beftebl. 1>it Arbeit 
iti überaud faubcr unb fein audgefübri, baö @beuma§. 
ber fo complicirten unb verfcblungenrn Bfi^finu^g ^^' 
wunbevungSmürbig. (5ö ift augenfcb^inlict» eine f^m* 
belifAe XarfteUuug bf6 böfen Öiciftcö. ^k ©cfiimmung 
betf ®eb(Sube« ift im (Jinjelncn ctnjaö ftbnjcr ju erflÄrcn. 
(Sd nar wabrfd) einlief ein fefted €(t)Iog, bad jugleic^ 
}um (Scfdngnig biente. 

Duellen. M. Pas Soldan , Geo^rafiu del Peru. 
Paris 18(>vJ. — Antonio Raimondi, ErDepartamcnto 
de Ancacha. Lima 187;». (TK Jitntheim.) 

GÜARIENTO (audj Guarinetto ober Guariero 
genannO, 3)?alcr bcr italicnifdjcn «Sctulc, ber in bcr 
äRtite bed 14. 3al)tb- tbätig mar. €cin ®eburi6' unb 
lobefljahr ift unbcfanntj aud) über feine ®cburtöftdtte 
ftreiten fttf^ Q^erona unb ^l^abua; Crlanbi nennt ibn 
®uarinettD *]8abcoanD. 3Benn man ibn einen Sd^üter 
unb ^ladjabmcr bf? ®iotto nrnnt, fo ift bietf nidjt 
ftreng jn nebmen; bie Sdni(erfd;nft ift bif^o"frfJ nid?t 
envicfen unb watf bie 9ta(tat)ninng onbelangt, fo ftcbt 
©uaricnto bereit« auperbatb jenefl Äreifc6 alter, an bie 
griet^ifc^e Jtunft ftd) anlebnenber ^ünftler, ia er wirb 
gerabe old ber (Srfte genannt, bev eine ?lrt ©ewcgung 
in bie S^arfteHun^ bcr gigurcn bratt)te. ^in umfa|Tcnbc6 
35ilb feiner füntttcrifdien 3^bäligfcii ift f*tt>cr ju geben, 
ba bie meiften feiner Sirbeitcn ^crfiort finb. Jm 3. 13(15 
war er für ^enel^ig fcbr bi*fd:äftigt3 im $(uftragc be« 
©enaitf malte er im Saale bcd großen ^att^ed »ctfcfiebenc 
9red(en auö, wie ba6 ^arabicö, bie 6d)Iad)l i>on ^pc 
letto 1155, Äaifrr 3riebrirf) I. unb $apft SItrfanber, bic 
JTrönnng ^Karia. 2;iefc SHdlerricn würben fpäier mit 
©emälben pon *ß. Gagtiari QJercncfc, Üintcrctto unb 
anberen juijcbfcft unb baburcb bcfdidbigt. Xoii fcü bic 
le^lerwdbntc '^arftcllting mit bcr J^öuung ber ^atia 
noe^ jicmlid) erhalten jein unb bei ibr bie vierteilige 
€tropb< ftcben, bie t>ante auf tm^ ®emälbe gebi(^tet 
bat. 3n Saffano bcfinbct fi^ von ber ^anb unfere« 
Äunftlerfl eine .ffrcu^igung, ebenfaO« al frcflco; in ^abua 
ift bcr ganjc Ubor im Älofter ber (Iremiianer mit feinen 
greftPen angefüllt. SKan fiebt ba bie Jtöpfe ber jwelf 

3 



GüArINI (JOHANN BAPTIST) -- 18 — GÜÄRINI (JOHANN BAPTIST) 



91pofle[, M)d ^Jrop^eten, mebrere ^eilige unb 3]?ärtvrer, 

6^ri|ium, 9(u0fnTnt)[tf imb ^Jcrbamnilf, ttinn fcif ficben 
Planeten 0})tcrfut erfcfcemt in einer 9Ä6n(l)6(uttf !), ?tc 
perfpiiifidTifn 3fid)fn ^^^ ^ctUualUdUi, ttr menfdjlfctjcn 
^cibfnjd)aftcu unb Xfitk atiberc SlUcjioricn, bie maiKftfm 
gorfdjcr viel ju lalt^cn gaben. 2)iefe 9Irbdten bürftm 
Aller fein alÄ bic »cnelianifdjfn, bcnn bcr ^fleificr bc< 
flinnt ^icc crfi mit ben alten Äunfitrabitioiien ju bredicn; 
bi< .^eilificnfdjfinf finb von ®oIb iinb nodj von vrimi^ 
tiöft gorm. 3onflti nennt aber bcn Sultcnwurf an bcn 
Äiguteii für jene ßtit äe!cJ)irft, bte ÖCTOfgHnjj jieifi'ooll. 
Ginc ungefd)idtc Sieftauvaticu tjal im 3. 1589 Sßiele« 
Ddn bcr urft}rüni)lict}en ®<idn^(ft itcrfli^rt. 3in ^-l^alaft 
l'ajjQra ju ^abuci jcigt mau ein fleinefl ®ilb mit einem 
@ngel ald ein Serf @uacicnto'0 unb rodre bicd baö 
einjijjc &efonntf StaffcIeibÜb bejfclijcn *). (Weuely.) 

QUAKIKI (Johann Baptist), ilnlirnifd^rr Siebter, 
*P()ilofopt), 9ie(ijt«gelcl)rler imb ©laattfinann. Dir '9t<iiii* 
rillen übet fein Seben fiub bei weitem nidjt fo voUftänbig 
unb genau, ald man bei ffinei VcbendfieUung unb nad) 
bet liirracifdien Sebeutung, roeld^c feine 3c>iO*^iiof|en il)ni 
beilegen ju muffen glaubten, jh ermartcn beret^iigt luatc, 
imb bad ^JBenige, irnd feine Sd)riflen felbft bieten, rcid}t 
(aum weiter, a(d bie ©igen artigfeit i()rcd iBerfaffrrd an«^ 
^ubenten unb bad ^rgebniti feftsufteUen, bog ber 2)ict}lrr, 
ber in bcr iwlicuififten Sileramr neue Äidjiungen, iwnn 
nic^l einfc^lug, bod) oeifolgle, merfwüibig genug ifi, in 
ber Erinnerung erlhilten )u werben. (£r ftamnue aud 
einem befonberd in S^i'^'i^^i betmifdjen angeie{)eucn ®C' 
ffMcc^le unb unter feinen ^orfal^ren finb namentlich swct 
^iänner ju nwdljnen^ bie iuxä) iljrc aöiffcnfdjiift vcr« 
bienten Stubm geerntet haben. Xer -Stammvater feineö 
®ef(fcled)t* ift jener Ouarino ober ©arinu« auS 'öerona 
unb als edjiilcr beö (Jmanucl 6l)n)folora* Oen 9Hänncm 
8ujn}ä[)Ien, benen bie gele[)tte äßeii Die QBieberbcIcbung 
ber dafilftben Literatur in bcn 5lbenblinbern 6iiropa'i3 
verbanfte. @r leljrte anfänglid^ 3u äicnebig, bann im 
6i>0egium ju gerrara bie bumaniflifdjrn 3Biffenfd>aflen 
unb (tarb DOjäijrig im 5:ecember 1460 '). Unter feinen 
jTOötf Jlinbem folgte ifjm Sfbann ©aptift ®uarini im 
cefiramte ju ^errara, eueicbte ebenfalls ein [)of)c6 Sllter 
unb mag 1513*) geflorben fein. iJicfer ift berUrgrc^* 
twler bed jüngeren 3ol)ann löaptift ®uarini, unfered 
Diditerd, biirdj ben i£o^n ^Ipfionö (yiiarini, roe((l)er iwei 
Sö^nc ^altf. tDem <£inen, ^ranj @uarini, würbe von 

*) Vatari. — BalJinucci, Notizie. — Orlandi, Abcce- 
dario. — Rido^, Vit«. — TUsotti, Dixionario. — Cicognora, 
Memorle {\Atx V\t atlg*in. ©eftalttn). 

l] Rotmini, Vitk e dlBcipltDA di Oaarino. Bretoi« 1805. 
1806. 3 9tc. UiitcT feinen ^tTf<it bat cc btfonbfrt mit bfr Utcin. 
Urb<Tf<(und M0 tfutopa [nllHlt«n&(n Xfrcill brc 6«ugrttpliift loa 
€tr<ibD U\ IttctatifchfD ^Stll iin fct)a|bdri4 Orfdjtnt ^ruiadjl. 
3) Sr fdbtit^ fHtbeii. ^Tit-ff, QJaff. Urtfiie^unatn n\i€ '^tim^txitt 
unb ®Tfgor ton 'Jlajiati:, TVintr de Secta Epicuri, de ordine 
doc«adi, de R«giio adamiatraDdo, ittouti Gbft Ct)ib'0 ^dftm unfr 
ben QdruU, u. a. ^v. t<n Delitüa [talonun po«tanuD fiutm 
fid) P. 1. S. 1334 — 1:^ rinijt tfU^int an 3anu0 ^)aniu>niu4, 
Sif^cf DCB ^nfriTd}tr.. 



feiner ®eniat)Iin Orfohnn, einer Jlce^ter bc« ©rafen 
93a(tf)afar 2)iacc^iai>cni, am 10. Xec. 1537 ju fterrara 
ber ©cftn 3oljann SSaptijia ©uarini bet jüngere gebore«, 
über beffcn (5rjiiel)un^ unb bcn_®ang feiner wiüenfdjaft« 
lidjen ^uöMIbung wir nur wifien, bap er fct)t iunü na^ 
9{om gefc^idt würbe m\t einige ^t\\ in ^^ifa unb ^üXivax 
flubirte. wie etf ff^nnl, na((r ber bamaligen iffieifr ber 
üomeljmen 3taliener, oljne einer gacbwiffenfiijaft brfon* 
bern Serjug jn geben. Xo(i) mag er bie Keditöwiffen» 
fcftaft in i^rer praftifi^en Sluwenbung mit (5ifcr gepflegt 
haben, worin er nicht wenig btird? feinen ftreitluftigen 
Sinn, ber an SRectjl^IiänbcIn ©cfallcn fanb, unterftupt 
würbe. Sie war ed ja aud), bie ii)m nadi wcdifelboQen 
l'agen bitf and (Snbe feinet bebend fein fümnierlidirtf 
Dafein frifletc. (5inen 59en>ei? feiner gtrciltuft gab er 
fdjpn in feiner 3«genb. Sein Sater fiatie \\^ in jweiter 
61>e mit einer Tpprnc()men 93croneferin , v^ictene be @ipoUi, 
vernm^lt. !l)er Sotjn bftrad)tele biefeö j^amiliencreignil 
mit nngünfligen Slugcn, ba ed bafl Gtblljeil feine* ®rof» 
vatcrd Sllpbond Oiluarini unb feined Dheirad SlEeranber 
^uarini ju gefä()rben brotjte, wenn nrbere (Srbcn in 
TÄuöfic^t flanben. ©r flrengte be«f)alb gegen feinen Sater 
einen *^roce§ an, bef[en ärgerlichen Äudgang ber ^crjog 
gereute* II. T?on Serrara (gefi. 1558) nur burt^ einen 
aütlirfjcn SJerglrirt? hinbern fonnte. (SÄ ifi anffallenb, ba^ 
wuarint, wähtcnb er nadj biefer fRitbtung ^w bie (Se* 
fchflfie cineSSathWülterö ju feiner ßebendaufgabe ju madjen 
fdiien, feine unucrfeuubare Anlage jur 'iDithtfunfl faum 
nad) ®ebüt)r ju t>erwer(E)en Suft bezeigte. Seine bidite« 
rifdjen 9Bcr(c, weiche allein feinen Flamen nuf bie ?Racb^ 
well gebracht hat»en, währenb feine 'JJrocejie für unö 
nicht mehr widjfig finb, gehören in feine 3ugenbjfit unb 
in Ik erfte ©lüthe feinet Wanncöalteröi wa6 er fpäter 
noc^ btchtetf, \^i wcnigftenö fein ©treten nadj SJort« 
fchritt bemerlen. (Sr adjtete feine ^erfe gering; ^e waren 
ihm, ber fidj für feinen geborenen Dichter hi^t, nichtö 
ald @rjeugniffe jugcnblidjer ©ilelfeit, ober Aufgaben a(a* 
bemifdjer Hebungen, ober gcfdjrielien jur t*rhofnng uon 
anbcrer 9Irbfit '). Ijn eÄ ihm fcinctfwegö an hochftrcben' 
bem (Shtfif'sc fehlte, f(> läpt (ich tiefe eigenartige ^cr* 
fennung ffine« S^afentS faum anberö erfläre n , aW bur* 
bie ^erhältniffe, in weldje ihn feine ^ofoerbinbungen 
flebradjt hatten, ^eijog Sllfond IL »on gerrara, ein 
grennb ber .^ünfle unb 35Jiffcnfd)fiflen unb roll be« 
SKuhnieö, ein Öefdjn&er ber Talente au heilen, warb 
fehr halb auf ben jungen 3)id)ler aufmerffam, beffen 
liebliche Sonnette unb ^abrigalen in aller 'ÜKunbe waren, 
unb beffen 9iame überbieß nodj burd) feine ^Borlefungcn, 
bie er über bie 3)toral bed ^rifloiele^ am Kollegium du 
Scnaro hielt, einen guten Älang hatte, ^r ^og ijn 1566 



8) Sergl. ®iiiitint'tf 9H(f v^m 8. 3an. 15B2 an aornrito 
9(attvoj)ltti Slaci^rfe bi Oiialtim, rec ei (Letter« p. 95} fagi: 
„Qtianto aUa Muss non »ö, »« V. EüceUeoza ssppia, ch' io aon 
nacqni poeta, et ch' io non aono nn di eoloro, che altro aou 
sanno fir« cheTerii'*, — — unb wtitfr: nQael poeo di poesia 
che alirc aolle m' i pnr vsclto dl msDO, t itnto o T&oita 
giouanile, o eaerctzia Accad«mico, o ricreaxlOn? delle fitiobe** 
u. f. a. 



GUARINl (JOHANN BAPTIST) — 19 — GUARINI (JOHANN BAPTIST) 



aW ^ofcacfllia in ffine 9?ä()r; roenii cc aber l)offtc, irt 
i^m neben ^lorqualo %af\(> dncn jnjritcn iJicftlft ju ge* 
»innen, fo ntuötc et fi* tO{^ ^al^ übcneii»)ni, tap 
®uarini Mc ^(^tfuiifi nur a\i eine SSefAäftiflung, rote 
et fi(t aiiflbrüdte (Lcttere 1. c), contra il genio bf 
traite. ^r »ctroentJcte ihn Bdl)cr juudt^fl ju Staate» 
ßffiftäfttn. Woc^ in bemfetbcn 3i.i!)te ging ©luirinl nl6 
nerjcglif^er ©cfanblcr nuc^ 5Jencbifl, roo er Den frnjäl)llcn 
ioflcn 5Jiftro Snurftcino in öffentlidjer !Hebc *) ara lö.Dcc 
1666 ju begrüpen Ijatte. 3n jjleidjrr ei^mifcbaft irtir tx 
1572 in Dtom, um beii ^apjt ©regot XIII. ju feiner 
(htjebung auf ben €tul)l 5ßctri ju beglü(fnj;inf*«n *). 
€0 if) oE)ne ®runb behauptet worben, bop ber $apfi 
Wmot^ CMuiUini'd 'I)icnfic bei Dftfdjiebenen ÖeEcrten^eitcn 
in Slnfpruc^ genommen ^abc, \tai iibcrbicö ®uatini'* 
€teUung a" (einem »gj/rjogc, weiter auf bie ibm nOcin 
au (eiftenben Xlenfie feiner Untergebenen fct)r eifetfüdjiig 
JU fein pflegte, fnum ertaubt ftäite. ^aäi feiner 9iücf* 
lebr von 3tom fanbte ihn ber ^erjog an ben faifertici^en 
^of nad) aöieu unö uon ba im 3- lo"?^ "a(^ ^olen, 
um bem Jtönigc ^^einrid) reu ^aloift jiir übronbefteigung 
ben (^UudiE^uiifd) ted .^erjegd ab,;uftatlen. %a(4 luenigcu 
Monaten erlebigte Äöuig ^einrid) felbfl, um ta€ (Srbe 
feine« am 30. Ußai 1574 i>eTftürbenen 3)ruberd Jtari IX 
In granfreic^ anjutreien, beti polnift^en ^bron bur<^ 
feine gluckt, ©uarini DCVTOeilK nod) in Ätafau bi« jum 
fScpiember *), um ineHeirt}! bie Üage ber iDingc ju er- 
foTfd}en, ob fie ben niö^Iidier ^eife fd)on tamald vom 
^erjDge SllfonS geljegtcn SÜuiifd?, Äijnig dou "llüleu ju 
werben, ju bcgünfligeu geeignet fei. ^Mtn Staatdfccretäi: 
unb ^erjoglidjen "Mail) erncinnt, ging Ouarini in Se^ 
flleitung feincfl SSitgcfanbten ©ualengui im 3. 1^75 
abermaW nad) *UoIen, um bie Xljronbetrabung für^er* 
äog 91lfon3 crnftlii^ ju betreiben. 2;er (Srfclg entfpraA 
ab« ben geft^idten Unterbanblungen ber 6}ffanbtf(^au 
feinc^roegd, Jüoburdj töuarini, ehrgeizig wie er war, fo« 
wie but£ eine gefällt lidje jtran[l)eitr bie i[]n in SBarfdjau 
bem 3!Dbe nal)e bradiieO* unb burd) bie Umtriebe feinet 
I)eimti(^cn unb öffent[i<^en 9teiter unb {^einbe in an« 
^aitenbe ^idfiimmunß gerielb unb ifim, tro^ ber un« 
wanbelbaren ®unfi feine* ^erjpgd, ba6 ^ofleben mel)r unb 
mehr rerleibel würbe, '^cdi Ijielt er nodi melircre 3afire 
au«, ijatte lö77 bei ber für ben Äaifcr 9)iarimiliart II. 
JU jenara ueranfialleten ?eid?enfeicr bie öffentlidje l^eid]en' 
Tete roTjutragen •) unb wibmetc ben Staatögefdjäften, 
iWnjei(en uerfänglidjer Krt, beren möglidje« uRiÖtingcn 
nad) bec Slbüe^t feiner ®e^ner feine «Stellung am ^of: 
untergraben foUte, allen ©fer unb bie gewoljnte Um}td)t. 
Stube enblid) ber lAf^iger roerbenben ^b^ängigfeit, in ber 

4) Bft[)t. Guarint Juniori« Oratio a<l SereniM. Venecorura 
Frinoipeni Petrum LBuretano, pro Illturtrij. atqa« Bzoell. Duce 
P<rrknae V«netiU publice habita 18. Kai. Janoaril 15fi7. Fcr- 
raita« t5ti8. 4- 5) Oratio ad Gregoriiim \IU. Ferraha« 

1572- 4. 6) Siief d. d. CracoTia, 1. S«pt. 1574- Ovarini 

L«n«re p. 1 — 4. 7) 'Britf an ftinc (B(mal)lm d. d. Var- 

sonuia 2b- No». 1575. Lettere ). e. p. 61— ÖT». *-Deri^l, 99tt(f 
an brn <!Bifi4cf fMcfTflli ton Stnara d. d. 19. ÜÜtc. 1675 (b<nt>iif. 
(£. 66. 67. 6) Oratio in fuoere Imperatoria HaximlUani II. 
f erraria« 1577- 4. 



Umgebung i^m feiublid) gefinnter Höflinge, mübe brr 9(nf 
ftrengungen häujiger ®efiiiift Greifen, bie i()m mnnf^eS 9Jcc« 
mogenaopfer foftete, forberle ©uarini im 3. IÖ82 fetneu 
9Ibfdjieb, unter bem SSorgeben, ba^ feine ^Jrcce^gefdjdfic 
iljm nidjt erlaubten, tld) ber Xienfie bei ^yfc, wie e« 
ber .^erjog n>ünfd)e, ju untec^ielien ; glauoUc^ ifi aber 
alfl iral)ret @runb, toö er meinte, feine !I)ienfi[eiflungcu 
feien nit^l nngemeffen unb würbig genug belotjnt wor<' 
ben. 3)er ^erjog entließ ibn, wie e6 ft^einl, of)nc ®roM, 
um i^n fpätet jurüdjubcTufcn. ©uarini jog ii(^ juuddrji 
nat^ $abua }urä(f unb lebte im «Sommer 1Ö$2 auf 
feinem 1581 neuerbauten ?anbri0c la Gnarina, in bet 
Polesine de Rovigo gelegen, eine (sdjenfung bcd ^crjog* 
$orfo lü 'iDtcbcna an feinen Urgroßvater, ben diteren 
Saptifla O^uarini. Unfer ©uarini war inbeffen nidjt 
gemeinl, mit Aufgabe einer e^renooEen 6te[Iung fofort 
in ben *Jßrioatfianb ju treten j er fucfetc uielme^r neue 
93erbinbungen anjufnüpfen, roefc^e jund^ft jwar feinen 
6rfa& für ba« ^(ufgcgckne barboten, aber für i^n al0 
l;id}lei ntd^t loeuigcr wid}lig lourben. (Sr soUeubete jeßt 
fein am .^ofe ju gerrara begonnenes bidjterifdjeö ^aupl* 
werf, bie flragicomöbic , „il Pastor Fido", woran et 
bi6t>er bcgieiflif^cr ©eife mit mancher Unterbrechung •) 
gearbeitet hatte. (Sine näc^fle iBcranlaifimg ju biefer 
l)id)tung, wie fie ber 3){(^teT felbft ^dttr nehmen fönnen, 
Id^t fitb nid}t na(^u>eifcn ober entbehrt jcber Segrünbung, 
wenn nic^t @uarini I)icr etwa einem 3i>unfd)e bcd «^ctjcgd 
i^lfiMtd nod)gab, bap er mit üott^uato Üaffo einen poctifc^en 
aßetiLimpf w>agcn foHie. üaffo Ijalte im 3- l''>74 fein 
Sdjdfetipiei „Äiuinta" gefcfirteben unb mit feiner gldnjcn« 
ben ÄuffüI)Tung einer Äci^c oon Sßndja&mungen bea 
SEßeg gebaljnt, weldje für und al0 fpret^enbe 3<ugniffe 
für bie finfcnbe ©efdjmarfSritfitnng bct pociifdjcu Literatur 
3talientf im I7.3at)rb. ju gelten liaben. I'aörerfdjulbeten 
Weber *Xaf[o nod) ©uarini, ba ilc für bie 3rnocgc, wcicöc 
bie 3tatbat)mcr eiuftfclugeu, nidjt öciantwortlid} fein fonn* 
ten. U Pastor Fido würbe jucrfi jut 3}ermäl)lung0' 
feier bed ^erjogö Jiarl (Smonuel oon Saooyen mit bee 
(Diinieffin Äatfjarina, einer Xodjler beö Äönig« ^!)i' 
lipp II. pon Spanien, nm 6. 9Ioö. 1585 mit großer 
^a<iit aufgefi'i^rt '"). 2)er 3)i(^ter felbfl war jugegen 
unb erlebte bamaW einen (lt)rentag, wie faum einen 
iweilen. 3!)er SBcifoU, weldjer ber cramaiifdjen SluKi^c 
unb ?(u*fübTung, ber ItJarfteffung eine* (jeiteren, bie 
3taliener anmutöenben ?eben6, voll ib^Uifi^cn 8icb<*reiie9 
unb vor ^Qem ber bewunberungdroürbigen ^prat^e be0 
Xidjtertf gejoQt würbe, war ein fo nadjbaltiger, baß bie 
SKcinung ber S^it^^x^ff^'^ ^i^uin jweifeltiaft fein fonnte, 
©uarini t>abe I)ier ubci iaffo, bct bamalö no<^ im ®efdng« 
niffe fi^madjtete, ben Sifg bapongetragen '*). II Pastor 

9] fta Utt ^igiitfr ^mtUto 9lütia SiaUi^i jia XuriN fd)Ttc6 
(Suattni om 22. 3bU 15ö3 (Letter« 1. c p. CO): „II Paitor ndo 
paiiace tatita dilaxione, qaant' io patisco trauaglio d' animo 

— ." 10) 3n frinfnt 3>oiif(djr(ibfii an itv -^triog von 

«awoitra d. d. V<ti\ta. 16. 9loiv 1585 (Leucre I. c. p. 152. IM) 
trrcäljni er, ba^ tr poni ^jn^fiit rinc gpIbeiK Xtttt (um (fbrnu 
otfc^ etballtti itaJüt. 11) Uttin tDiiariniV iOttbältnig ^u 

Xaf» ift tl am füntit^ftfii itt fagcn, >(iE K*it ni(t)te bdniter tciffcn; 

3* 



GUARtNI (JOHANN BAPTIST) — 20 — GUARINl (JOHANN BAPTIST) 



Fido blieb »orcrfi ungcCrudl, cbgldd) bie @rlaubni^ juc 
.^craudijabe fdjun 1586 «langt war '■^), fanb aber ab' 
fdjtiftlid! ((ei&cr ju ©uarmi'ö axopun Äcrijcr tiiit »iclcn 
aieiunrtalluiiäfn) ^') unb r^apfobiftifd) mebr unb niel)t 
f5«unbc unb ©fn?unbertr. Xit erfic äuöflabc wirb in 
ba« 3nbr 1530 flefr^t, imb baö SHSctf. in rocl^cm ®iia» 
tini alle Sc^ön^eftm bcr italfrmfti^cti Spracör fntfaltrl 
lu gilben fcbicn, blieb forian eine fiieblingölecli'iu- ber 
3ialiencr, wie (djon baiau3 bctuotöcl)!, öai"; ci) bi3 ,\u 
beö gjerfafferö XoCe 4<) Sluflagcn erlebt b^beu foH. Siije 
Sluöj^tiben bibliograptnfdj ju rerjcidjncn tft eine reine 
UnmößUt^feit} nur bfr einen iß befonbeid bcd^alb ju 
gebcnten, roril ©uatiui felbfi unter fcem Warnen bcr due 
Verati fle con le Annotationi et con il compendio 
audjidtlcte. eic frff&ien in Venetia 1G02 in 4. mit 
Figuren, angeblid) aW Die 20, SmflaQc. lad augcföbtic 
(Sompenbium ift aber nur ein äBtebeiabbrud ber 6injcU 
ftfcrift unter bcm 3.itel: Compendio dclla Poesia Tragi- 
comica, tratto da i due verati per opera deir Au- 
tore de Pastor Fido, con Tag^nnta di molte cose 
gpettanti all' Arte. In VeneUa 1601 in 4- Unter 
bcn Uebcrfegunflen ftiib bcifpielö weife ju nennen eine 
franiofifcfce in ^J^tcSa, mit bem ilalleiiitd;cn 2!crtc jur 
erite. i^atiö 1622 in 12. ©ctübmt wirb nit liebet« 
ffpung bcö ?lbb^ be Jrodje in freien franjöfifiljen Werfen 
mit ünb o^ne ilalienifdjem icrt. Sologne 1677 in 12. 
unb öfter, 9?o(^ 1734 erft^fen ju 3ena in 8. eine fran* 
iöfif(^e UeberfeeuHfl in 93erfen. 6nfl(if<b überfcotc ben 
Pastor Fido »Hi^arb ganffcn». SonCon 1648 in 4. 
Unter ben beutfi^en Uebcrfe$r.ngen wirb bte i?on ^and 
Slpmann uon abfdjn^ unter bem Üiicl: „Der I)eulfrfj* 
rcßenbe getreue ©e^äfer" in SSerfen jeuet »cn fiofmann 
»on ^ofmannönjalbau votgejogen. 9Io(b im ly. 3a()rb. 
ttjurbe bie ©efanntfdjaft mit 11 Pastor Fido erneuert 



t* frl ritt fmtnt'fc6aftlid|e4 ^mcfra, wiib bcftauptfi. IDardn )u 
j)ie<ifc(ii möHfU aber txlauU }tia, M mir nii^eiiM Irffii, baf CSua« 
rini bti ffiati (ln|1u§miiKii €l(IIung ju •iptitoj fllfontf ftn ffircl 
bft Suifvtadft für bcn unglutflid^cn Xaffo, tun an^fblidrrn S^tufi^. 
l)int Idut mnbm laütn, unb laffo \ttth mag in ffincm ^rgirof^n 
in tSuarmi c^ rin» 3emb a\i einen ffrnitib fleft^tn 6at<fn. 9inr 
tinjige tia^tttmitit €ttUc über ta^o iü crutidllen in (Kudrint'« 
uibalitttm. abtt in tni 3>i^r 1595 gctj^rtnbfn fBtiefe an einen 
Cignor Sllbani }u Stom , ivelc^e altf ein ^leidiieiittfi'tf 3tU)^uig btt 
ntctFentfnett^ S<nu^ ijl, um l^ier mirgrtbtiit ju n?et»rn, ba n< leicht 
nbetfrijfn werben borfte. ©uannl (Leiter« I. c. p. 174) faijt batia : 
„L» norU oftturale d«l Si^nor Tuso, che »ift iii Cielo, delia 
quftle V. S. ni da p«rt«, e« '1 uoatro affetto non f&oMM oaia- 
eolo allt raj^one, ä me parrebb« piii tosto fiae dcUa aua morie 
aoodua e' bau«a Hemblaiiza di uiu, poiuh' egU « uiHuto poco 
al deiiderio noitro, troppo aUc snc miserie. et inolto alla saa 
gloria dl poecia, nella quäle V. S- ei lascja troppo ingaanare 
del motto affetto, ch' ella mi porta cumtDunicandola a ne: 
anoor che queato ai a stato oeoipre, dou to a' io debbia düe, 
bouore, iy carico, clie ml ha fatto il moodo riputando mi al 
mio ditpetto parallelo dl lai nella pocsia, che pnü btio' Mtere 
Ktata Tita uolta uio trattcnimenta, ma profeaaione noa mal. 
Certameate qaanto dol ci habbiamo a dol«» della sna p«rdita, 
taoto oi debbiamo pregisre d* hau«rlo bauDto a' dt aoetri, 
percha oel uero «gU e »uto vn gras Poeta.*< 

12) Scijl Letten L c. p. 152. 13) Anarini tejeii&net 

kiefe Hbf(f}tiften al« „itorplsta". Lcttere 1. c p. 135. 



butc^ bie beutfc^en Uebetfegungen von Smolb, ®oiI}a 
1815, unb ron SRüOer, 3tt>irföu 1*^22. (56 njäre irunber* 
bar gcwefen, wenn ein in bcr aUgemrinm ©nnft fo bocft 
flfiienbed SSerf olme aQe $lnfecbtung ijärte bleiben foUen. 
6ie flinjj uon übereifrigen gteunben bet iiaÜenifAen 
Slai'iuiiäl au0 unb betrar aiifäti^Uf^ im )?IUaemeineu bie 
Einführung bcr t©<^äferfpicle. Slotfe bevor D Pastor Fido 
erftfjienen icar, fdjrieb ein *l?ro|ef|cr tct ^lotal ju Ulabua, 
©infun be Äcred '*), ein aebortiicr 6t>pricr, nutmaii» 
iü[vl>cn (^ef(^lcd)td, einen Discorso intoruo k quei 

ErtncipÜ, causCi et acciescimenti, cbe la Comedia, 
i Tragedia, eM Poema Eroico, riceTono deUa Fi- 
losofia Monde e Civile, e da' GoTernatori delle 
Kepubbliche. In Padoua 1587 in 4. Oljne (Buarini 
iu eripäbnen, noniite 9?oreö in tiefer Sdjrifi bie Sdjäfcr» 
fpielc Jluögeburien \)ou foldjcn beuten, bie ftdj tjbnt 
Äeniitnip feö 'Jlitcrtbumö an bcn poelift^en ^Regeln befl 
Striftoteled verfünbigten. @uarini glaubte bicfen Angriff 
auf ficfe bfjiebcn ju möfien uub antwotifte in fo^fl^nber 
SäitiU : 11 Verato, o rero dlfesa di quanto b^ scritto 
GiasOQ de Korcs contra la Tragicommedie, e le 
Pastorali. In Ferrara 1588 in 4. 3)e 9iorcfl, feine*« 
weg« befiegt, i^cribeibigic feine Uebcrjcugung notfimal* 
in feiner Äoologia eontro V Autore del Verato di 
Giason de riorea, di quauto bä egii detto in un 
suo discorso delle Tragicommedie e delle Pastorali. 
In Padoua 1590 in 4., regte über ©uarini'« Sdeitlufi 
babuTdj fo nitSdjttfl auf, bap fein 3otii ftd) fclbft bann 
noäi nid)t bef(^n}i<btigen ließ, ald be 9Iored' nod} im 
3. 1590 erfolgter Job befannt u>urbe. Unter bem Xitel: 
II Verato secondo, o vero Heplica dell' Attizzato 
Accademico Fen-aresc, in dil'csa del Pastor tido, 
contra la seconda scrittura di Giason di Noras in- 
titolata Apologia. In Firenze 1593 in 4. gab ®ua' 
nni eine 9Intn>ort, ivclcbe ^Itlcd überbot, ivad an 6(^m<l' 
bungen unb ©cljäfrigfiitcn ein SdinftfieÜet bcm anbem 
fagen fann. (£d ((beim, ald t)Jbe (i3uarlni feinen (Gegner 
|u lobe ärgern woUen, wenn et lÄiiget gelebt bättc '■^). 
tiefer Streit founie ®uarini'd 9tul)m ebcnfo wenig 



14) „Krat'\ fagt Kothof in feinem Polybiitor p. 1012, 

„aninOBus V'et«rum legnm tragicaram comicaniioqae Tindaz, 
qua» cootemui ab Italis aai aevi uun »ine dolore animadrarta- 
ba(." l.*}) Xbnanu« ^tttali biefe« Stierte« im Ü3. !^ii(l)e feiner 
3tii9tT<^i(bte f^eim 3at;itr 1530, Wi>tiu0 ii>it iut ^Jetldiigun^ Ml 
O0c(a(;ten fut<tenbe SdilugflcUt mitll^eilen: >,Scd, dum alt«nua 
dfr«iisiODeiD mpditatiir 6uarimiK, mort« minime fatali DenorH 
ouuucfiüt. Qua« ni«) dilei^ti^siml filü (iici^en eine« 3tvtint awt 
SOenctig oetbannt — ) catanitate fuisaet praedpitaia, aUeriiu 
Verati lecdoae accelerari putnUae credlta est: tanta ilijuidMa 
tI eloqueatla Eimol et aeperitate, ac Terborum anaritodine, in 
JuoDen inTtotu« «st Uuarlnuü, ut Archilocbiun ipeum, io 
LTcambeu jamboi atringeoteai , eo ecriplo euperaw« ptsitoi 
jactaretur.*' Uns Slotbct I* c. betnetit: .,Üu<<tqatd antcis üt da 
•cerbital« OuarinJ , quae recllus band dubii^ omisEa tuissei : ia 
re ipM plna aaaeclartin iovenit per Italiam Guarinua, qaan 
de Nores: cum et Trajanu« Bociallnl ~ — (in luis ReUtJo- 
nibus ex Parauso) ~~ sibi a peratringendo Noreaio temperare 
non patuerit, aed, at f&stidioaum oimis, et praepostere tian- 
MButMD. uadacat: et obivia JJrama Guariai triumpbaTCiit; — 



GLAHIM (JOHANN BAPTIST) 



21 — GUAHINI (JOHANN BAPTIST) 



fd)mälnn, a[d ed bn liicratif<6e Sctriftenwct^fel vec 
mottle, ivdf^fr, nac^Dcm II Pastor Fido gebrud t , Der 
öffcniU^rn ^riiif pTridgcgrbin mar, bie ^reuiiOc unb 
@(gntr beffel&rn eine ^<\t (ang in Stufrügund U^te. 
©uatini betbeiligte n^ babei nictjt; wenn man uiifat an' 
juncbrnfii gcnfij^l ifi, öa^ er in feinem Compendio della 
Foesia Tragicomica, tratto da i due Verati per 
opera dcU^ Auiorc dcl Pastor Fido, con ra^gituita 
dl molte cosc speitandi all' arte. In Vcnctia 1601 
in 4., von feinem ®tanb)?unfte aud, tie birflen ^eribei* 
bigimtjd^rünbir für f. Pastor Fido aufteilen rcoUtc; « 
faft Dem (Stielte ijegen feine ©eipoljnljeit, wenn nit^l au« 
wat^fmter ©[ciigülrißfcii riibii^ ^ii, tJietieidjl m Ux 
Uebaieuflurv,, ba^ ber i?Iuötaiil"d) geaenfeiiiger iWctnunaen 
nit^ie au belli CStfoiae fdneö Uüetfed dnbern werbe, ifnb 
in ber Xljat ifl II Pastor Fido immer ald eine Ijervor' 
raijenbe ?eif)ung in bcc iialicnifd}cn l^iiciaiur anerfannt 
tootben, TOeöftalt) andj bie ßiiiridjl in tie fett 1598 bid 
1603 (Tcfj). 1608) erfdjiencnen unb tion Siccron ") foig^ 
fältig ser^eidineten Streittd^tiften fauin vermöiienb fein 
büifte, jened Urilieil in ein ge[]i;iul)ejlijied unijun>anbeln. 

tlei fleniiäi eö, »u bemetfen, oap fidj '.'Ingelo Onäccjueri, 
tOüan«$ietri> 3Ka(acreta, Sauftiiio <Sumnii;> unb Sui|}i 
b'iSrebia gegen ®uanni audfpiadjen, wä^renb ^olo 
^eni, o^ue ju ttrifdjweigcn, ma6 tx fabeln )u muffen 
glaubtr, £)Tlant)ß *Pe^ce«i unb ®iot)anni ©nvio bie 9Jer* 
tfieibiflunfl übemabmen. Unter Cen mruercn ©eurtbeiUrn 
finbei Sd^loffet @uarint'd ^jjceüe unnalärüdj. ^ürfiidii' 
lidj ber erbobcnen Slnllage, 11 Pastor Fido fei bcn 
(Eilten maiictjer grau unb Ijungfrau gefdbrlid} ^entelen^O^ 
ftnb füglit^er Steife alle übrigen nur ju bdufigen $ln' 
iäffe )u unrtllli(ben Steigungen unb Olebanfen nii^l aud» 
jufdtlieöen. 

@t)e no(^ II Pastor Fido DoUenbet war, fc^rieb 
©uarini im 3. 1583 nüi Sefeljl bf0 ^erjoaö ton ITian» 
tua, ©ilbelm ©onjaga, bie €omöbie „L'Idropica" 
unb übergab 'oai Ü)la»uHTipl bem ^eriOße bebufd einer 
Sluffübrung. Xieie unterblieb aud unbefaiinten @rünben, 
n>ie au(^ bie gebcffie 'AnHellung am ^ofe )u ÜRantua, 
nid}l untvabrfdieinlit^ t) in Vertrieben von feinen geinben, 
bie ibm auiti noüi einen anbctu ®(rcicb fpielten. Slld 
@uarini nacb -(^eiiDg Hiil^clm'tf Ze\>€ 1087 fein 3)Ianu' 
fcript com ^erjoge ^inicnj l?3on.faga jurürftteilangle, niar 
cd fvurLod fcricbiDunben unb Fonnte iroQ angebllcben 
<Sui^end nidjt u^i<ber aufgcfunbcn iverben. ^n eine 
Vertilgung beffelbcn iü [aum ju benfen unb eine ^inter« 
pcbuntt »rar ebne ©ifftn bcfl ^erjpg« möglid). Stfl 
) 3abrf fpäicr, unter .^erjog O^anj ^onjaga. fam txAi 
tanufcript iviebcr jiim Söorfdjein unb man erroie* ^em 
)td)ter TOenigftenö bie ©enugibuung, bai Stürf jur Scifr 
ber iüermäbiung bed .öcrio.id mit tct ^ptinjcfftn ^KaTfla* 
tctba von Savoijen ItiOy auffübren ju laffeii. ^eraud' 
gegeben n>iirbe bie Idropica nait) ©uarint'd Xobc t>on 

16) >icfl-«rj, Memoire!. Tome XXV. p. 190— 193. 17) 
Sai|ld)tifl fdflt 9ttriu« in Pinscotb. I. p. %: II Pastor fido fei 
grtKfrH n'QO'"'" fortaMK integrittti POD utilU". 3n "btn 8ob< 
Rhurn fcrt Pa»tor Fido flc^ütt aud) ÄulUB. 3u(coto in f. Trautto 
della Kminenza della Paatorsle p. 2&- 



®cegorio be 3Ronti. In Venetia 1614 in 8. Xen ^n« 
balt bat ber Xidjlec unlec bem 15. gebr. 1593 in einem 
Srirfr an ®(an dhnolö ^anijjari ju gcrrara audfubrild) 
mitgeibeilt >*). 

€eitbem ®uadni jum erflen 3)}al ben ^of gu Bet' 
rara rerlaffen batte, fiftfint fid) bad *iJetbtiltiiiö jum 
•perjcg 91lft>nd eigetitbümlid} liieftallct ^u babcn; e6 
fcbivanflc jiuift^en ®\\ii\)t unb Uugnabe. tOIiöfällig n»ar 
cd bem <^cr^oge. 1i<x^ ©uarini an anbcrn ^öfcn SJer* 
binbungen fudjte; man libctfab fein bocbfabrenbed unb 
anfpruoidopUed 2ßefen, ob>ie ibm wie (ruber volle« $er« 
trauen )u f(&rnfen, unb bocb wollte ibn ber ^erjog nif&t 
entbtbren. (Jr berief ibn baber nocb im 3. 1585 auf« 
9?eue alö 'Staatöfecvctär an feinen ^of unb betraute ibn 
wie fonfi mit uerfcbieöenen OJeianbiftbafteii, ^. S. uadj 
Umbrien, ^ailanb u. a. Orten, ^m ^^. 1.587 bieli er 
für ben Q!arbtnal AboHu« \>o\\ (^Re, einen Sruber befl 
^criogd Vllfon«, bie üeidjcnrebe "). ^a ©uarini'fl 6iel' 
lung bie alte blieb, \o emeucrttn ficb aucb balb bie frübe* 
ren J^lagen unb feinen Urberbrn^ vermebrten uucb anbere 
Umftänbe. ^on feiner OJemablin Jbabbea, einer Joibler 
bed ^titola« ^enbebet unb ber Vlleranbra :}tof|etti, vox* 
nebmec 9lbfunft aud gerrara, hatte er mebreTeÄinbcr*"), 
bereu iSc^iebuug bem ftrengen Siaier faum obne eigene 
©ebulb Slnla^ genug gab, unjufrieben gu fein. Slameni« 
lid} faiiben bie €öbne "bn^ 3$erbalten bed ^aterd gegen 
fic feinedwegö i[n5lerli(I^ liebreidj. 2)en dittfien ®obn, 
9lleranber®nflrini, einen talentvollen, flutiiearteten i\\\^* 
ling, biell bei ^ater in riötliger «IbbAngiiifeit, unb feine 
unangemcifene 'Sevorniunbung borte felb^ bann nid}t auf, 
ald ber Sobn fclbftdnbig fein wollte unb ftd; mit einer 
reicben (frbin. Virginia ilalmiroli, einer 9fid}te be0 6ar> 
binald Sanani, oetmdblte. Slnfängiic^ wobtKe er no((r 
bei bem ^aicr, aDein beffen abfioöenbrö, berrfcfifücbiigeö 
2ßefen unb wie eö f(beint feine eifirnnii^igc dinniifiljung 
in bie Slngelcgcnbciteii be« £obnr6 i^örte "^aü» ganiilien» 
leben in einer ^rife, ba^ ber 6obn ftd) gän^lid} vom 
$}ater trennte unb eine eigene ilDcbnung begog. 'Diefer 
€d}rilt erbitterte ben ^ater in b^bem ®rabe unb ver» 
leitete ibn ju einem SBagni^, bad ibm ni(^t allein eigen* 
nü^igen ®eii>iun vrrfcbaffen fonnte, fcnbern antb ein 
HRitlel gewähren foQte, ben <&obn enipftnblic^ ju fdjäbigcn. 
Unter bem 'äiormanbe, er babe nodj ^ieibetgelb unb 
au^erbem für ben ^odtjciidaufwanb @[Ufd}tlbi}3un|) gu 
forbern, lie^ er auf Dad <£infcmmen bed oühned Torrn« 
ii(b Sefcblag legen. 9{id;l« »crmofttc ben barlen €inn 
bcd Sßaterd ju beugen, unb alö ber Sobu, na* langer 
®ebulb, fid) enbliib an ben <&eTjC)i ülfond wanbte unb 

18) Guarini LetUre p. 69 — 72. 19) Stkrutfl wnUt bnn 
Sitrt : lo ftinere Alojnl Bsteosie S. R. E. Cardlnalt« Oratio, 
Ferraria« 1587 in 4. Ber^I. (hiarini Lottere p. 107-109. 111. 
löö. 167. aO) Ovarini Letter© zoxa 3aljtf 1582, p. 98, gibt 
bit Bo^l S an. ^a ihm aber fein löngfift €ol)n Onartno rrf) 
nad) l.'^S ^t^rfii tpuibc, fo ^aiit n me^t a\t ä Xinbcr. !8on 
birfrn A'.nbnn romtnot Z @ö[jnc unb 1 X0d])rr nanuntlid} t>0r. 
l'r|ltre, ißtltotla Ou<ittni , trat >&offis^ulriii bti bft ■^rriCiitti tfcn 
Urbino, Snctrjia PDn 9^x (I-«ttere p, ItiS)- <?irr iingtHannW 
X«d}»t (L«it«re p. 151) rnn>fiil)l rt bft •^rijogiii !nargJTtll?a v«» 
SaiwStn tbrnfalltr all ^offräulrlR. 



GUAHIM (JOHANN BAPTIST) _ 22 — GUARINI (JOHANN BAPTIST) 



b{efn einen Siedjldfpcud) )u ©unflen be^ Sobn<d er> 
Ibeilen lirg, l)atte bifd feine antcxt UBicfinig alö Me @t^ 
btttetunt} in (cm Ißater )u Weigern iinb i^n ju vnau* 
faffcn, jicar rtipcitUDU, nb« in fef)r entfdjicbnUT SBeifc 
an brn ..^fr^cfl jii fdjreitfn, fii) übet bie an ffinem ^efc 
etbulbctcn Jfränfitngen iinb namenlHcft übfr btc leptc 
Gnif(tetbunfl ju bcflagen unb feinen Slbfdjteb ju fcrbern. 
liefen «bfäieb gewährte ber .gifrjofl, aber mit bem 
Uiotfa^e, ben Unbanfbaren nif^t aud ben Stugen ju i>et> 
lieren. Xicd ßef<l}al) 1588. ®iiarini trat je^t in bie 
^Jienfic beö -ficrjogö öon £a\>p^n, mittle aber, fo moUte 
ed '^erjcg VUfonö con Sfin^^ra, fehr balb »icber cnl< 
lajlen iverben. X'itfft nadjfMÜigf Snfciö ber Uiignabe 
feineöi üorniiilfgcn (Mönnerä brmiitbigte feinen betfibiqd-n 
Stell feincdiregö, fonbern mii^le ibn nur miirrifcber 
unb unjufriebener mcidjen, wenn er feine je^sige ?age be« 
bad}te unb fid} ber @infi(l)t nitbi verfd} liefen fcnnte, bo^ 
für ibn, ber ed unter günftigcn ^Serljöltniffen uidjt ver« 
ßauben f)atte, su fvaren, bie $rcre^gt-f(^äf[f jUein nid^t 
aud^iebig ßtnug fein roürben, feine fierco^nten 3?ebm'f<' 
niffe iu brftreiten. 3n *llabua, irobiu er iidt} äutiitf' 
gejogeii i)alle, fiarb feine ©emalilm am 25. !Dec. 1590, 
nod} ju fxüfi für bie (Srjieljung feiner iüngflen Jtinber, 
ta ©uarino ^uarini bamatd etwa 6 3at)Te jäf)(le unb 
ber jwrile ©ofjn ®croninio, ein vielbegabter Änabe, erft 
nad; bem Zett ber Wutter fid) einem unregetmä^it^^cn 
Seben ergab, ben 5iaier bur(^ feine Siufffibrung jum 
hödifien UnnMlien teilte unb biittfc eine 33frmä(jlunii unter 
feinem eianbe bie ÜHrinung von fid\ gcivip iiidjr tcT' 
befferte*'). 6ö ifi nirtjl unglaublid), bap, »ie angegeben 
luirb, ©uarini in feiner bamoligcn Sage bcii ©ebanfcn 
brgte, in ben geiftlid^en Slanb ju treten unb fid) aUer 
Sßeltforgen ju eiiifc^Iagen. @^e er nod) ben G^ebanfen 
juni (5ntfdi[ug reifen ließ, warb ihm ober bad vermeinte 
®Ifid, fem ^erjoge pon 2Rjntua, ffiimenj ©pnjoga, 
im 3. 1W2 unter vortljeilfcaftcn ©ebingungen in feine 
Dienfie genommen ju werben. (Sr foüte afe ©efnnbtec 
nm ^ofe beö @rjhrr)og6 ^erbinanb von Cefterreicti ju 
3nflbrutf einige @efd)äfte erlebigen. Äaum wor biefe« 
gefdjetien unb @uarini nad) 9tanma jurädgefetjrt, aiö 
er bie ?age ber Xiinge ganj »eränberi fanb. ^exjeg 
Silfpiiö halte feinen €d)wager GBonjaga mit jwingenbeu 
©rüiiben ba()in ju befiimmen vermögt, ben ©efnnMen 
einfad) lu verabftfiieben. @uarini njenbete ftdj nun nat^ 
Äom, um möülid)rt weit ron gerrara entfernt unb ben 
Stngriffen bed ^erjog« weniger auö^efetjt ju fein. ©Ab« 
renb er t)ier weilte, bemül)ie fid) tein So^u Slleranber, 
am Aefe ju gerrara fehr beliebt unb gewi^ in ber freficn 
"Jlbfidit, bafl gute 2?ernebnien jwifdjen feinem SSaier unb 
bem .£)crjoge w(fon6 wiebcr berjupeUrn, unb in ber 3^bat 
hatte rer ®[anj beö ^oncbcnO für ben lOatei immer nod) 
Slniic^nngdfraft genug, ba^ er ben 33orf)eUungen bed 
©obned ©ebor fdbenfte unb 1595 naäj getrara gurürf^ 
febrte. Ch ber Srfolg ben tBemübungen bed 6ebneÄ 
vcQftänbig entfprat^, mug DabingefleUt bleiben, aber ber 
uuveitrdglid)e Sinn ttt 33ater0 lie^ e4 aut^ je^t ju 



21} Qjdcnlnip ttBatini itatb |a ÜRailiint 1611 c^nc Xinfe». 



fritier 9{uf)e fommen, benn jwifc^eu ®ater unb €oi}n 
erneuerten ^d) balb unb wicberi)oIt bie alten S^^ififfl' 
feiten, unb atd ber SJaler, nadj bem 3!obc beÖ ^erjoad 
1597, unangcmeffene Änfprüd)e auf ^ntfdjäbigung fiic 
angebltdi unbelofcnt gebliebene Xienftlcipunflcn erbeb, aber 
fdweilidj bif erljciidHe Senirf!ld)tigunö finben mc(^te, 
war feineö ©leibentf nt(tt länger. ®r verlief gerrara 
unb trat 1591* in bie Xienfte beö ®ro^£)eri|Cfld vtm ^c«* 
cana, getbinanb be 3ßebici. Da ihm ber ®rc^I)ei'jö9 
ijeiföutid) wül>IwoUte, fo fdjicn feinem ®Iurfc nidjlö *u 
feblen, aber fein Ungeflüm ^erftörtc fd)neü genug aUe 
feine .gtoffnungen. ißeraiilafftmg bajn gab folgcnbet 
3wifd;ciifalf. ©uarini i>atte feinen jüngiten löiäSrigen 
£obn ©iiarinc ncic^ ^ifa gcfcnbet, um ^afe(6ft feinen 
Stubien objulie«ien. ItÜefcr aber verliebte ftc^ hier In 
eine iunge 2Bmve, ffaffanbra Sponiabcri, unb vermäl)lie 
fi(^, voteittg genug, mit i^r, bie nic^tö in bie @t}c mit' 
brachte ald iliren Sbel, eben ald ber @ro§!)erjog unb 
©uarini, fein iüatcr, in *Cifn anwefenb waren. alÄ ber 
SSaier bie Sudie erfuhr, fa^te er ben watjrf{^einli<() un» 
begrünbeteii Slr^jwobn, ber (S)rc^t)crjog habe um bie ^o<^' 
jeit gewupl unb it>r fogar iüorfdjub gelcifiet. 3u erficr 
iilufregung h'tnbigte @uarini bem @ro|t)er)ege ben DIcnft 
unb teerte nad) S"tarii jurüd. Son hier nu-nbelc cc 
fi^ QU ben .^of Dcd .^erjog^ von Urbino, grani SJfaria 
be fRovere, mit bem er feit längerer 3"' wifTenfd>aflUd( 
verfel)rt hatte ")j e« läpt firf) aber nitfel fogen, weifte 
Stellung er bier einnahm, nur ba^ er frf'on nad) SSer* 
lauf eine« ^ai)xc6 1604 nad) gcrrara wicber iurücffi-I-ne. 
Äier warb ihm ber leßle ehrenvolle ^Auftrag, altf ®t* 
fanbter bem 5J<ipfic 53aul V. bei feiner (Erhebung ium 
*l?apft 1605 bie .^ulbiguug ber Stabt gmara barju* 
bringen. <Sr hielt eint mit aügenieincm ©eifall auf» 
genommene Siebe *•) unb fchlo^ feine fafi 40jährige, frei» 
ii(h cft untcrbrodienc biplomatifd)e SaufE^ahn in einer 
feinen Üafenttn cntfprc(h«nbcn Seife. 9Scn nun nn lebt« 
er nur nod» feinen ^Proceffen, bie ihn abwed)felnb ju 
gerrara, ©uarina, Äom unb ©cntbig befihäftigtcn, aber 
ben an ein beffere« ?eben ®ewöhnlen fd)werlt(h vor SWan* 
gel fd)üpten. 33erlafTen, frnnf unb in 3)ürfligfeit flarb 
er in einem SBirihisbaufe ju SJcncbig am 0. Cii. IG12 
im 75. 3ahre feined ?ehenÖ. Seiner iproteffe ift nbrigetiS 
nur in foweit ju gebenfen, aii noch einige barauf be* 
jüglid)e Sd)riften @unrini'fl erwähnt werben muffen. 
Wobetlo ^apnffava. Dtitter beö ^Jülitärorbenff be« 6. 
@tieune, beabfid^igte bie Stiftung eineft $ricratd, unb 
halte 1579 eine namhafte Summe ba^u niebergelegt. dS 
erhoben fid) ober Sebenlen bagegcn unb (*>uarini fd)rieb 
JU ^apüffava'Ö (5!unften ein n^eitfäufigeö @utari)ten unter 
trui Uiiel: Parere sopra la cauea Uel Priorato del 
Cavalier Roberto Papaffava. In Verona 1580 in 4. 
Xiefe« ®ntad)ten if) nebfl anberen barauf bejüglith^n 
3ufd)riften, bie ©uarini in *Papaffava*Ä "Samen an ver* 
ft^iebene ^erfcnlit^feiten, j. S. au ben Dr. ©uarino 

32) fln^rbturn in L«n«r« 1. «. p. 879. 23) Oratio in pn«- 
standa SancUsa. D. N. Paulo V. Pont Max. pro Civitat« Fer- 
rartsB Obedientis. Roicke ItiOÖ In 4. Sit »uilie aud) in0 3ra« 
litnifE^f übcrfr^t. BrrTATa 1606. 



GlARINI (JOHANN BAPTIST) — 23 — GUAHINI (JOHANN BAPTIST) 



M 



Soajja, ju Ti(t)r<u ()allf , aud) ten Lettere (1. c. p. 231 
— 327) dnwrieibt rootteu. ©in (inKrc^, trn 9?angft«it 
gwtfcftrn bfn CLocIorcn unD &cn Decurioni di spada 
lu ßtemoiia bflrerffnöE* ©utatfctcu (unler D«m 3ttcl: 
Parere per li Decurioni di spada della citta di Cre- 
mooa, conti'o la pretensioni de' Dottüri, di prece- 
dere nel sedere in Consiglio. In Mantoua L601 
in 4.) ivüiDc irol nur Pcrieuigp ju frffn wüntcf>pii, voeU 
d)et fennen lenitti mö*te, wie ©uariiü borj^Uittni (*>e^cn-' 
fiinbe ju bct)aubcln pffcä». Scfonbcrö ividjuö füi Öua« 
rini war tie ©trciifadjc mit fcfin nambofkn Outiftcii 
^©tovjnni ©onifacio, tretdjcr in riner Ärtc*^) öie 9iotb« 
mciaffii, Ut Kfliqiiün De« ftciligcn ©eUino, 33ifd)Dfd 
unfc HlMrlijrcrfl, in bie Äall)rbralfir*c von Hiowgo übet» 




a truspurtare a Rongo il vencrabU corpo di S. 
Bclliiio contra l*ora:idone del Dottor Gio. uonifacio. 



Ferrara per Vittorio Baldini lf300 in 4. nad) f«in«r 
®CttJO^nI)«l in ber befrigften Seife **). ©onifacio anu 
»oriele jwav nidjt, ircl aber fein 5?cffe Svilthafar ©mm 
ffldc, »eltfier unter bem ^krnen bcö Pietro Antonio 
^Salmona, Proiessor di Rettorica, eine Difesa dell' 
HErazioue del Sis. Gio. Bonilacio Giureconsulto per 
^Ho trasporto in Rovigo del corpo di S. BcUino contra 
^He ragioni del Caval. Battista Guarini (Pangi lÖOJ 
^Hi 4.) ausgeben Ue^. '^acbbem guarini nocb im ceplenf 
^^per 1601* bucd) eitt Manifeste del Cavalitir Battista 
' Ouariui per occnsione dclle cose passate, e scritte 
sopra la veuerabü arca di S. Bellino. Ferrara KiiXt 
in 4. fiel) fetbft «ribciDtQt boHe, blieb et aud> bcm Sat« 
mone tie 3Intn>ßrt ntd)t ((^ulDifl, beren Seicbaffeiihcit 
man fc^on nad} beni Xttel: II Barbiere, Kisposta di 
Serafino Col.ito di S. Bellino Barbiere alP luvettiva 
uscita contra il Caralier Guarini sotto il nomn di 
Pier Antonio Salmone, nella quäl risposta si acuo- 

Srono le menzogne, e le falsitä del vero antore 
ella detta Invettiva, in 4. o. 3. u. O. Dermuiben 
Faiiii, n'enn aud) fein 3»>tifel obwaliet, »ap ®uarini 
beffeie ®tüiitte tiufjufteUen n>u0te, atd SJcnifado ju btinqon 
vcrinodjt baue, ^lüßlidjet old buidi biefe Slteitfdjrifleu 
roirfte ©uarini, a(* ei in II Secretario, Dialogo di 
Batt. Guarini, nel quäle si tratta dell' Ufficio del 
Secretario e del modo di comporrc lettere. In Ve- 



M 



24) Unitr b<tn XitcI: Oimtion« di Gio. Bonifsclo DottAr 
delle leggi per irii»poruire in Rovigo, il miracoloso coipo dl 
S. Otllino Vesi^ova, e oisrtir«, e di Rovigo Protettor«. Pidovi 
per LorCDzo Pftgquati (ltj09) in 4. *Vtt^l. L«tt«T« d' aomüii 
iUuitri (\\'De2i»1744. 8.) S.fl7. Blnnwrf. a. Söt* Scrnnc Jlgnoria 
>^t €d(ttt anrab, bctofrlt ir m f. !Bii(fe dti %aelii (MiialbL'- uiiKrin 
SI51U 16ÜU mit btn SOcrKn: „e certo paie » inc che do- 
ria portor»! « FadoT«, v nun altruve, n^ so p«rvhe i Bodl- 
Di )o pTi>t«ndano. Mb V. 8. oon vboI rideie?*' 25) 

©iflnotia nrnni eirff Sdittft u»» morduoe riposta uiif m«inl, wie 
«■ an <Su<lIbc unlfrm 4 «ua- l*50i* f(6r*ibl: „Se il Bonifacio 
rapUcbera, abbiamo In campo una mischia cb« trascenderä i ter< 
oloi d«llo Krirere modenameoce.«' €. Lact«re 1. c. p. 109. llü- 



netia 1594 in 4. einen Unlcrridjt für ©lieffleUcr beraiid» 
gab. Seine ^Jriefe: Lettere, da Agostino Michele 
raccolte, ^uctft lu Venetia 1504 in 4. unt in ficbcnter 
StuflQije ebcnbaf. ItiOti in 8. erfcfiienrn, bilben eine bodi« 
flcfdjdtJteScifpielfammlnng baju, Hjicfdjon bie meljrmaltßen 
airude bcrfclbcn crfcnnen (ajjen. SBenn »er ^erauöt^eber 
von btcfen ©riefen eccellente la puritä della lingua, 
maravigliosa la vivacitä dello stile, sublime la uo- 
biltä de concettt riibmt, fo i|l bamil au6 ihr eiijigc« 
^er&teiift auögefvrodjcn, benn man loirb nidjt u<iti\ 
rönnen, ba^ Oe etbeblic^en litcrarl}if)ortfd>en Serib I)cibenf 
fic fmb arm an 3iibalt, fleroii nid)t ebne ©ejiebungen 
auf ^erfoncn unö gUerbdlini^e, bic aber für un« bimfel 
Heiben, mtil eö an öem Qßedjfel von sÄntirott unb 
Oeflenaniroorl fafi gänjlicb feblt. (§i finf ©riefe oti 
giirtlen unb gurfiinneu, ^äpftc unb ©ifdtcfc uiii» iSax' 
blnäle, an (trafen unb .jpevreu, für) an bi^diqefieUle 
^^erfönltibfeiten, iveldje utii ienet grrüljmten uobiltk de' 
concctti ju bebanöeln v^axcii unb bafjrr oönc 3nbalt 
fein fomttcn, n>enn fie nur bed S^orjugd nic^l enibebrien, 
üut )-jefrt)r(cbcn jn fein unb gern gelcfcn ju lucrtrn. 
löegrtiflicber iSfife fcljlcn riele ©riefe, fo j. ©. jencfl 
benfiviirbijie oifrcibcn vom 3abre 1588, worin ^martni 
bem ^erjpge Ölljonö \>on gevtara ben Dienfi auffünbigt 
unbniomil und ein ficberlid; werlbvoOer ©eitrag ^u beibi-r 
©euttbcilung uerloren gegangen ifl. %n freunbfdjaftlidje 
©riefe ifi nidjt ju benfen, weil ^iefc weniger rornebme 
Veute DOtauflfetjen, mit bcnen ©uarini, wenn anCcrö et 
greunbe balle, brieflidj uerfebreu fpunre. — Xk Rime 
del Caval. Batt. Guarini erfiienen in -oiilcn ßinjel» 
ausgaben, j. ©. Q?riiiTig H»01 , wurden ober aud; IniMfig 
ald Vlnbang &em Pastor Fido beigebcudt. Slu^erEiem 
bid^tete er nudi bie Intramezzi ja Antonio Cngato'0 
gifd)erfpiel „L'AJceo", weldieö in gerrara 1614 in 4. 
beraudgcgeben würbe. Ob bie von SIgpftino ?D?i(t}fle im 
3Jorwort \\i ©uarini'Ä Lettere erwäbnlen SBrrfe: un 
Trattato della varia perfettionc delP animc humane, 
una Tragedia nomata Cianippo scritta in prosa, unb 
Bopra il Genesi un voIume di nuove Questioni ge^ 
brudt würben unb in ber ^efammtaudgabe, weldie ©a* 
rotil unb Wppfiolo ^mo ^u IBencbig 1737, 17.^8 in 
4 ©Anben beforgten, Stufnabme fanben, läßt fidi nic^t 
fagen, ba biefelbe ju »orftcljenbcm ?lrtifct (eiber nidjt jur 
^(inb fein fonnte. @uariui'6 Trattato della politica 
Ubertii, um 1591) gcfdjriebcn, gab l'u^gieri nrbfi bem 
fieben bc3 ©ctfafferö jii ©cnebig 1818 bcranö. 

©orflebente ^JOJiltbeilinigen werben faum binretd^en, 
ein Ireueö ©üb ron ®iiatini'0 *PerfönIid)feir ju gewöbren. 
35enn ifi autft bariiber fein Sn^fifft, t'iiö ®uarini, viel» 
fa(6 (\ttiiU burd) bie 3RitgIifbfdjaft rerfctiebener Wfabe« 
mien, ber Umorißti ju Ijtom, ber Crusca ^u ^loren^i, 
ber Olimpici ju ©icenja, ber Innocainati ^u iiJnima, bet 
ßicovratx gu "^atua unb ber Elcvati (Intrcpidi) ju 
ferrara, unter ben Itid>tern feinet ^tit ein aWeifier war 
in ber Surif, unter ben SdiriflfteDern alä Stulift glänjte, 
unter Ben SRebnern wenige fcineö @*leid)en fanb unb in 
bei ganjen wilKnfd)afllid)en SludbilCung ben 3"babec 
beroerragenber Talente erfcnnen ließ, fo bürfien toii} bie 



CUARINO VON VERONA _ 24 — GtARlNO VON VERONA 



bebfnflirfjfii Stöaltftiffilcn in fcinnii üferfgen ?cbfn, vctiäjt 
cntdbnt wrrfcfn mu^tfn, nitftt fo fjinlSngltdie ©egrün* 
ftung bal'cn, um ein onfcsrt« aW fcfn uprfirfjtigc« Urthril 
anjnratfxn, weil wiv bic awin^entifn ®ränlc Dn limf' 
unö ^ontliing^weifc ©uariui'd nieift ni(^t mf&r rciffcn 
ebcr jii erforiäfn au^tr Staute fint, fo lange ni*t un* 

wrMtfttiß* 3f"fl"ifff ^^^ K^" 'Sf^'f ^'" ^i^^'^ ®alirl?fit 
ermitteln laffcn. 3ebenfalltf aber bleibt in ®u(itini'tf 
6&arafteT ?Wan(6f« üferifl. »aS mit Dem flrcnften Sitten« 
gefeß nidjt im Sinrintigc f)ebt. 

Sein ältefler €obn ?lteiQn6er ©uarini fonntc ihm, 
reenn öer Saler firfj nidjt fo feinbfeltfl f^egen ifen flejeißt 
bdlle, Die gröyte grcnbe madjen. @i: bcriei&etf an ten 
ßßfen ;(u gerrara, 9Wobena imb SJiniiliia aufcbnlidic 
SleUunflen, rour Sinfildfecrelöt unb mcljimal^ ^ffonMec 
}U Xoöcqna, Sencbtß, "Bien une SWünicu unb fAtieb 
unter anbern ^^erfen : Orazioue del Sign. Alessandro 
Guarini, Accademico Intrepido, detto il Macerato, 
latta in lode di I). Alessandro Crbo Marchese di 
Carjrara, e reoitata pablicamente nell^ acoademia. In 
Ferrara 1606 in 4.; ferner eine Apologia di Cesare, 
Imperadorc di Roma. In Ferrara 1632 in 4. unb 
mehrmals flebrudtr Fareri in Materia d'Houore e di 
Face. — 2)er jüntific ©obn ©uannD «ermöblte fid) 
na<^ bem 3!obe be« 3)alfrÖ mit ®tu(ia Sriafti, rcTne()men 
€tanbe0, in gerrora, iinb ^attc pon itjr einen Sohn 
3ofeVbf toen 53ater Don SHertitiber ©uorini, reeli^n: bad 
?«ben feinet llrgro&uaterd fdjrieb. ©ö bcfinbei fids im 
2. Cupplemenibant^e bed Giomale de letterati d'Italia. 
9ienebig, mit 3uf»i&fn im 35. ©onbe teffelben 3pnniar#. 
Uebri^en^ bat SIpoüotp 3eni> ein ?efcen fetf X*idJtere 
®uarmi in t>fV Galleria di Minerva mili^elbcilr. $frgl. 
Niceronj Memoires. Tome XXV. p. 172 — 196 unb 
bie bafelbft anöeführtc Ptteratur. (F. TL liichter.) 

GUAlilNÖ (nirf)t Guarini) ton 9Jerona, ber bc» 
rübmtc ^umanill, ftammie au6 einer cbetn Samllie jener 
€tabt, peren eißentlfdjer Sßome Varino nur burdj eine 
verfrbrte Su^fpradjc in bie jept liblidje gomi ferbfrbt ift. 
©eine ®eburtöjeit lägt fidj anndberiinßdreeiff brßimmen, 
benn rpetin er 1460 in einem SKtct xton 90 3(ibren ^c 
ftctben ifi, fo mu^ er 1370 geborfn fein. ®ir willen 
aüA ben SRonat l)fcembcr, aber nid?t ben 'tag. j^en 
erften Unleirit^t erljielt er von feiner SRutter; nad)bft 
fam er ju ©fovnnni ton iRatenna tti txt Sdjule, in 
roeldjfT bie beibcn alten 6prarf)en eifrißft betrieben wut" 
ben. ©ein Xn[cnt lirö i^n balb nntcr feinen "Sllter«* 
(jenoffen fjertortteten unb tenfte bie iflufmerffamfeil ouf 
il)n. tiie golge bobon war, ba^ *Baclo Sftti, ein !Pa« 
trider »on 5Jencb[g, ii)m bie 9ÄiireI ju einer Äeife nad) 
C^onftanrinopd gcwtihrtc, um an biefem .^auptfi^e ber 
gried}ifd}en €tubien tic @)elrgeu^eit jur grünblicbrn St' 
Itmung biefer $prad;e ^u bieten, 'fortbin (ocfte ihn 
bffonbetr* ber fllän^enbe Auf be* tSmanuel ^fjnjfdorad. 
6t wirb adjtjeljn bi« jwanjtg 3a^re alt geroefen fein, 
al6 er in bem allen 33i?iOnj eintraf. Um bem großen 
^ebrer n^ber }u forninen, trat er aI0 gamulud in be^en 

tau^ unb bcnußte ben Unteriidjt beffelben mit foldjem 
ifer, ba^ et fidi eine genaue Jteunlni^ ber Sprache unb 



Citerütur bet ©riedjen erwarb. SRii gtoger Siebe bing 
er an bcai perchrleu TOcifier, ber ibn nirftt bic« im 
SBiffen geförbert, fpnbcrn aud; mit j;iblrei(<irn ffioftllbatm 
iinterftöht bat. I?aber bie unbigrenjte »Pietät, bfren 
3eugniffe in ben ©riefen unfl vorliegen. Nam cum 
sim in ecribendo natura tardio&culns, fagt er >), cert« 
in Tebementer amando ncmini cedo, te maxime, 
ouius dilectioneni, nmorem, pietatem, rcvercntiam 
cbaritatemquo iam plunbuB anuis susceptam non 
Bolum conservo, verum etiam in dies augeo. Cni 
enim plus quam tibi deheam faabeo neminem, qul 
et stuuiorum meorum, qnidquid stnt, praeceptor et 
optimu8 iure magister exstitisti. Itaque ad te sem- 
per aspicio, ad te oculos, ad tc animum cogitatio- 
ncnxjue converto. (Sr nennt ibn amantiasimua ao 
dulcisfiiinus praeceptor ober iucundiBsimus unb sua- 
vifiGimos pater unb fprit^t firf) bei ber 9?adjrid}t von bem 
$Pbe be8 ^Jebrer« in ben trärmfien Wu^brötfen au6, fe» 
wo( gegen 9lnbere, al# brfonberfl gegen ben 6obn brfl ffler» 
ftorbenen '*). Il^en $Ian ein i?cbpu beffelben ;u fdjrefben 
— alio loco tota hominis euplicanda vita est — bot 
er wcl nid>t audgcfiibri. ;^n alciAcr SBeife bewahrte et 
auc^ ber Jtaiferflabt eine ebrnfo lebrnbige ald banfbarc 
^innerting; er nennt Byzantü urbem dnlcc sibi 
spectaculum nutricemqne henigniBaimam unb bei bft 
?ectiire ber laudatio utnusque Eomae, bie ßbrbfoloiflfl 
oeft^rieben Mite, tritt ihm nid>t bicö bie Siobl in aOer 
ilirer *Piiid5t Hat ^or bit Slugen, fonbern audj, wie n 
fagt, studioli mei diversorium, ber hortus penailis 
be? CebrerS mit feinen (Jvpteffm. @ern bäMcn ibn bie 
©Vifl"'i»fr '" fbffT Stabt juriirfgebolten, aber Wne 
Obren unb SJorihcfie fonnten ibn bewegen fein Sairr' 
lanb mifjugeben. X'ie Slnfunft ber 3:ürfen 1393 unb 
bie ^enbung be« (5br»fcIora« an bie falholifdjc« götfien 
bffd}(ennigrcn feine SRiirfffbr uod} einet Vlbwefcnljrit »on 
fünf 3abrfn. 3!;if ©efdnd^tc, ba^ ihm eine J7iftc mit gric» 
djiitben ^anbfdiriften bei ber lleberfabrt üerloren gegangen 
fei unb biefer fficvlu|i in einer S'Jadji fein .§aar geMetd^t 
haht, ifl Ungft wibrrlegt, aber bamit nod) immer nit^t 
au* bet Sitftatnrgefcbidjte terbrängt. 

Der inneren 'Neigung fotgenb, begann er nad) feiner 
3urürffunft im Snterlanbr ju lehren. ■I)if Stäbtc, in 
weld^en er biefen $enif auögeöbl hat, ficUt »J^aiinoniu« 
in fofgenbcn Serfen infommcn : 

Tu mare freniinte.« Venetos, tu Antenorie alti 
InitituU civee, tua u» Veroua leKMitem, 
Finis et Ilalia« btupuit sublime Tridentum : 
Ute i&iD flnnilDenm refereiu Floreatia noin«Q 
Ac FboeUo qnoodam, onoc sacia fioaonia Harti; 
TaDdein maoauruD placlda statiODe recepit 
Pacii et aligcri Perraria mater amorU. 

Jifönntc man mit ^mv annehmen, bap ber ^ichltt bie 
djronotpgifche golge ber BufcnthaltÄorte in« Äuge aefagt 
hätte, fo wiirbcn fid) UJenebig, *PQbua, 9Serona, Xriciit, 
glorcnn, ©ologna unb gerrara ergeben, aber wenigfien* 
bei einigen Orten wijfen wir gewi'i, ba$ ein^ foldj'e Sin' 

1) eti üodif, D« Grateis Utofttribot p. 46. S) Bo^ä 

p. 49. 51. 56. 



GÜARINO VON VERONA — 25 — 



GUAHINO VON VERONA 



na^me unuiögli6 ifl, unb baNt bltibi iiurbic>BamuiI)ung 
übrig, baS Ux Xiiijtrr fi* mir Putdj mrtrififit" Siidrid)teii 
tat DffHmmfn U\\en. (Sicidj inx »3tiime 5?cneCiö6 im erficr 
SkO? ifi iinfit^fT. SBcl mag ®iiarino einifle 3ftt fid) 
mit (Shrijfolorad in ©etirtig aufgcdnltcn feabcn, aber bie 
mädjiigf ^aiibcldftabl bot comalö fdjiwtUdj einen gün» 
ftigeit ^oteii fiir eine auögcbrfitetc Seijribälii^teit auf bem 
gebiete griedfifi^et ^iicratut. T'agegcu folgte er feinem 
Seferec 1405 ober \4(k\ ntid» Sinnen*. VconarDo 5}riini 
batte ibn bem 9iifolo Wcoli angefiiiibigt ') mit tm •okU 
VCTfcrettienbrn SEBorten: bic, ut gustare primo aspectu 
potui, iuvenis est apprime doctus et qm tibi pfucere 
Don immerito possit, unb g(crd) nat^ber*): Guarinus 
tibi praesto aderit, quem praescntem intneri ac 
perspiccre licebit. Expcctas ludicium meum? Ego 
et alias scripsi ad te et uuuc magis ctiam confirmo 
eruditissimum mibl videri et q'itu Lu probarc uon 
immerito possis. 9jjrcli ivarb aufb b<ilb fein @önner, 
^Ißoggio vttfebrte mit ihm ; feine @etebcfamfrit unb md) 
mt\)x fein UettenÄwütbijieö SBefen errentb itjm Seroun* 
berung unb ?iebc. Leiber aucb ^tit uiib ^a$, ber in 
jenen ^umuiufienfreifen ü'ii immer bei glumenbe» Si" 
feigen ^iu regen pflegte. 3)etfelb« 9?iioli, ber C^f^tufolotad 
unb dliiridta ron gloren) ^erbrängt bat, icac aud? Die 
iSJJernnlaffiing, bap ©uarino biefe «tobt mieber tjcrlieö*); 
IBiinuIac sensit aliquos per UliuB discipUnam doctio- 
Ires äeri, transTerao lirore correptus summis in- 
iurüs contumeliisque aöecit. Xa fid) von (^uarino 
ein am 2ti. gebr. 1414 in gloren) geftbriebener ^rief 
fitibei, Ftinn er crft nad} bieler ^iit von bort wegge' 
gangen fein. 

3m 3- 1-415 ifl et fitber fdiou in Senebig, bori 
befanb er firtj aui^ 1418, überhaupt bat fein borligcr 
91ufentbalt mebrere 3abte (coroplures annos) gebauert. 
Xer neubigftc Empfang würbe ibm iu Jbfil. gtanccJcc 
Slarbaro nabm ibti in fein .^aud auf unb warb fein 
«ifrigftcr Sd)ulet, ujic in fpäleten 3abi.cn fein treuer 
greunb. ^^abltciiic Stbüler (ammelten ftd> um ib» unb 
«erliefen bie aitbern Vebrer; aud aUen Sebenefreifcn fanun 
bie 3ubDrer. !21u0 ben cbel^en ^aniiüen ber 6labt l^m 
er unleirid^tet ^eonarbo ®iuflfniani unb beffen €obn 
©etnaibo (geb. 1408), 5tnbrca ©iulinno, ber gebor«! 
im 3. 138;i bereit« 23 3abrc alt war. »Jßiet bei ffllonte, 
fpöter ©ifdjt'f Don Sirflcia; Grmriao ©üibaro, ber 1410 

f;ebotene ^leffe granced(o'3, fonntc fidj fciiieö Umganges 
ct^cn bier erfreuen, 91ucb ^iltorino fam eon ^4Jabua 
berüber, um 01rie<bifd) r?on ibm ju lernen-, beibf waren 
frttbem in brrflid)er greunbfdjafi oerbunben. 

3m 3- 1420 ober 14:i2 ging er noA 93erona; bie 
Siebe gu feiner 93aietflabt unb bie Sitten feiner "Sflit* 
bürger bewogen ibn, bie glän^enbe Stellung in ^enebig 
aufzugeben unb fortan in IBcrona ju lehren. Seine 
Äußere Stellung loac nidit gldnuenb. benn er bejog 150 
^olbgulbrn, aber trc^bem blieb et, olO ®)an gcanc. 



@onjaga Ibn ald Scbrcr feiner Söbnc nacb SRantua jiebcn 
woUlo. Xiefe Slnbanulidjfcit trug Kiil;t trruiß fcrtju bei 
fein Sinfebc" bei feinen *Witbürgern jii crböben, bie flfi(^ 
feine« ÄitbeS unb feiner ^ilfe auib in politiftfjcn 8ln^ 
gelegcub^i'cn bcbienten unb bcn brrebten SKann beouf* 
iragien mit ber ^egtü^ung be4 bt})antinif(ben Jtaifer^. 
Unter feinen ©djülcrn war ijiex Srmolao Sarbaro, ®io' 
t>anni bt 9IicoIa Salcrno, 3ii^cp» ^avagnola, beibe fpdtcr 
eenaiorcn in JHoni, Jimcteo SKaffci, fptSter (?r,ibifd)cf 
ron Sagufq, Xobia bal Sorgo ber Xi<bter, Sdberto fon 
Sarjano, ber granjiöfanet, tt>e!d)er bereit« 39 3ab« alt 
war, al« er von ©uariiio in jebn 3)?onaten M6 ©riedjiff^e 
ctletule, unb anbete raebr. S^ur wäbtenb ber gcrien 
gönnte er fKb Srbolung auf feinem fdjön gelegenen ?aiib* 
baufe (Fumana villa nennt er ed) ju t^aftclrotto in 3^al 
ijjolifella, tpü er grcunbc gern um fid) fammelte unb an 
äirgü'ö Xitblungcn fttb erfreute. Xic l'cfi bertrieb ibn 
1426 *) auf längere ßnU Cb er roübrenö bicfer ^tit in 
Bologna geirbrt t)at, bleibt jweifelbaft, ftt^ec ifi, M^ ti 
in Orient ficb aufbielt, wel^e« er oppidum semibar- 
barum nennt; er lic^ aud) feine Familie bort notb ^urütf, 
ald er in bie äJaterfiabt jurüdFebrle. Unb bo(^ octlicf 
er aud} biefe, alS fkiulitbc ^Küdfiditen grgen ibn gettenb 
gema(bl wuiben, alfl ©rricumber itjn bcfrftulbigten/ ta^ er 
bie ni(bt in feinem ^auf« wobnenben Stbn'" "otma^* 
tdffige, unb 9Inflagcn fognr im Siatbe etboben würben, bie 
felbft ßie glÄnjcnben Äebcn feiner JSertbtibigcr nid)t jurüd« 
äuweifen rermcdjten. 

3ui 3. 1429 folgte er einem 9iufc be« SWartbff« 
9ii(olö b'Gftc nadj ßerrara; bort ift er bi« ju feinem 
Üobe geblieben, (^v foUtc ber ^cbrcr feine« luitürlicben 
Scbne« StoneUo fein. Marcliio vir Ulustris, bei^t e« 
in ben Annales Esteuäes^), Ouariniun Veraneusem 
vinun profecto in utraque Hngua Graeca et Latina 
callent«m, altcrum Italiae Itunen — gratia, bene- 
Tolentia, donis illiccre, quo Leonelli aDimom hii- 
manitatis studüs expolirct cxoraaretque, curavit. 
Unb fo bat er fid) junäcbft wol nur auf tm Untertidrt 
biefe« Sögling« befcbränft, ber bamal« bereit« 22 3abre 
dlt war (geb. 21. Sept. 1407) unb nur einen febr un^ 
tjoßfommcnen Unterrifbt genoffen balte. 5(bcr fein Sater, 
bec felbfi obne wifi"enfd>afttidje öilbung war, erfannic 
bod} bie 9Iotbweubigrcii bcrfelbm für ba« 8ebcn, unb 
au(b ber Soljn füblle, wie »icl ibm ju wabrljafter Üüdjlt^' 
feit abgebe. 93ei feiner Srgabung unb feinem genuifet 
maibi« er raftbf gortf^btitte. Scbon 1433 b'fit ft bor 
Äaifer Siegiömunb eine lateiniftbe SRcbc, fpöter au<^ vor 
QJapfi ©ugeniue. Slud) in ber (ateinifdjen SBerüftcation 
war er geübt bi« jum erlemporiten. 3n,^cn Annale» 
Estenses beigt e«: tanta cum eloqucntia, tanta rc- 
rum et scutcntiarum gravitatc alquc copia floruisse 
brevi curriculo coustat, ut versus ex tempore di- 
ceret ex oreque eiua melle dulcior flueret oratio, 
3(bcc bei Sibütn b^ng au(b mit $ietdt an feiticm iti^tn. 



3) EpUt. «d. Mtku9 m, 14. p. 90. 4) Epiiu Ul. 15. 

p. 91. 5) PhUephi Epiit. U, IB. Jf«AiM. Prast »d vltui 

TiftTCTs&rii p. 32. 

K, anif U. b. Q. u. Jt. «cjlt «foicB. XCVL 



6) Diirtini (DUtribe ad Epitt, Franc. Barbari p. 209) U^t 
bitftn 9(uftnti)Qlt in tut 3a^r 1480, abtx ^a icar (Üiariiip btititt 
in 9m<aia, 7) Muratori, Script rar. Ital. XX. p. 455. 

4 



GCARtNO VON VERONA 



— 26 — 



GÜARINO VON VERONA 



baten geben l>ic ©tiefe beteblefl ^tu^ni^, unb no^ mebr 
ba0 rctiraute SStrhältniö, wcIdfCÄ fn^ avLä) nnt^ ttx 
^ieenöi^unc) feiiieö Scfiramteö erbielt unb aud jafilrcittien 
©lürfwünficn, Sofrreten u. a. Ijevrorflebt. 3ße fceubtgen 
@rei9nif[e in bem Sebcn bcd ^(f)en bat er gefeiert: bie 
^amäljdinacn 1435 unb 1444, bte Geburten bei Stin* 
l-er, K*n Stegtciun^daiitriit 1441. Daß er auäi bcn 
iobrcn (et flarb 1450) tu Ueri'en ftefciett bat, ift fclbfi' 
»erfitSnbli*. 

<8ft}on neben S^toneUo hattt et ^ablreicbe anbete 
6*iller, bie fein 9?iif au6 allen (Begenben na(b Sertara 
10^. Unter ibnen finben |1(6 bie ^tiglänber 9tob. ^le« 
miitf) auöVinccIn, ^rea aud Sonbon, ©untbonie, fpäter 
Äan^Ier (Sbuarb'd IV.; von ten Stnlienern bet nac!)* 
betiae Gtibifcftof con iSavcnna unb Gaiöinal '^dü. $o» 
vtxtUa, gtflnc. 3lrii^fii IJJcÜeariin), ©itDlamo GafieÜi, ber 
beriibmte SItjt, granceöcü ^J(aTCßcal(fti, IXilo Bcöpaiianc 
Strojji, Sinei Sini» ?obooico (JafeÜa, i^obprito Uarbone, 
Ubetlitio »pudfulo; auö Unoarn 3obflnn dou ffiilnge, 
ber unter bem 9?aoien Janus rannomua beFanntc ©ifcbof 
von günffir^en, ber feinen bebtet in einem befuubetu 
^Janeg^ricu« vetbenlidjt bot. hieben tiefen £(feülern 
foÜ er nod) in feinem eigenen .^aufc eine auöericfenc 
3übl von Atmen wntcrtid>tct baben, bie er il)eiin>eiie 
ober ganä unterbi«'*; i(»Ren ivaren bie 9lbcnbitunben ge* 
ivibmel. 

äln ber Univetfttät begann er feine XbätigFcii nt(bt 
fcfott na(^ feinet Serufung, aber aud) nidjt mit Dem 
9{egietuttgdanttiiie SirneUD'd. dd ftebt fefl, ba^ ibni 
\4m bie ^ßtofeffut bct beibeit alten ©pradjen unb ber 
iÄtjetotif übetttagcn ift. 3m 3. 1433 mu^te et bei bem 
ßoncil ben t^olniclfrfiei mad;en jmift^en ©tiedjen unb 
Dtönietn. SÜm 22. 33iat 1441 routbe er auf roeilcie fünf 
3a6re für bie 'iUrofefFur gemonnen. ©ei bem 2obe fiio' 
iieHe'fl bofficn bie ©eronefet, i^n wieber in itjre ©tabt 
}ieben ^u fönnen. 9tm 3. Xec. 1451 tvirb beanttagl: 
quod G. Ferrariae docens invitetur, vocetur, ad 
patriam roconducatur in vita ad legcadum et do- 
eendum nostros studia humanitatia, secundum quod 
pridem apud uos residens faciebat, et hoc com 
provisione salario cooBueto ueotum et quinquaginta 
ducatorum auri in aano per omne euae vitae lem- 
pu6 percipiendo. 3!)er Eintrag ivurbe einHimmig an» 
genommen unb ^ranc. be la Xotrc mit ber Ginlabung 
nad) gerrora gefcbirfi. @iiarino fdjcint nidjt ganj ab- 
geneigt, aber bie ©efolbung flebt in Feinem $etF)ältniß 
ju ber, n<eid)e et berritd \)a\tt, unb ju bem urgens onus 
Dumerosae iamiliae, unb bedbalb forbett er 200 2)u« 
Faten. Stud) bied tvirb am 20. 1>t<. mit 34 gegen 11 
Stimmen gerodbtt unb om 8. 3an. 1452 erfolgte bie 
fötmlidjc ©etufung, Bie mit ben Sßottcn fdjiicit: venias 
omoino exspectatus qoideiu baud aliter quam a suis 
Atbeoia Demoathene«. Slbet er folgte bem !iHufe nidit, 
oud} nid}t 1454, ald bie ^-Geronefer neue 91n^rengungen 
mad)ten, jumal güt(t 93orfo nidjl unterließ, für ben 
©laitj bet Univerfttdt ju fcrgen. 3m SRaf 1459 l^clt 
«r vor %\üp\t UJiu« H. eine Siebe. 

3n Seiona Itattt fid} ®uatino auf Drängen feiner 



SRuttet unb feiner greunbe mit S^abbea ßenfcrata ver^ 
Iieiratbet, einer ebeln Sanbömdnnin, bie ihm eine treue 
^ebeuögefdljriin würbe unb alle ()»iu6U(fccn Sorgen, fo« 
gar in ber ©entirtbfdjaftung bcÄ Sanbgutcd, abuabm. 
lleberaQ gebenft er ibrer mit järtltd}er ^iebe. Die (S^ 
tvar xdif mit J^inbetn gefeguet ^), 6 Zö^iti unb 7 ®öbuc 
tverben angefübti. %ie Gattin mu^ vor ibm geOcrben 
fein, aber bad 3abt nirb nidjt angegeben. $on Pen 
aRöbdjen fiatb eine ftüh, eine trat in ein Älofier, jmci 
würben in gcttara, eine nad) SRobena verbeicatbet unb 
eine tvar nod) nubiÜa bei bem 3^obe ©uarino'ö in Dem 
vdterIi(b(H -^aure. $on ben Söbnen i)1 ber dlietle, 
©irolamo, in ipso aetatis flore immaturo fuuerc gc« 
Rotben, bocf) bürfeu mir bieft md}t ju früb fe^eu, rortf 
Guarini Veroneosia ad Uyeronimum ülium bypo- 
thesis in einer iBaticanifd»en ^anofv^rift *•) eine bifiotif^e 
Darftctlung von ben Jtönigen unb ©eamtcn iHomfl für 
biefen Soljn entbält. SWanuel, bct jroeite, nad) (S^r\)» 
foiotad genannt, u)utbe ^rieflet unb ^anomiud; ber 
britte bie^ @tegorio; ber vierte, Sgoflino, brachte ci ju 
einer Stelle am ^ofe ju Sertata ald domus diapen- 
sator; von 9iitoIo roijfen wir nit^tö; l*ioneüu würbe 
9?otat (tabtllio)i nut von bem jüngfien, ©aitifta, wirb 
nadjbff ju tfbfu fein. 

3)ut(6 cinfaAe unb nüdjterne fiebenöwcife batte Ttä) 
®uanno eine Frdftige (BefunDbeii bid in tüi höditie flUec 
bewabri. ($t a^ nur einmal bed iRbenbd unb jwar leitbl 
vetbauli(bc Speifen, um aud} nod} einen guten Xbeil bet 
91ä(bt ftubiren )u Fönuen. Slucb feine SQobnung veilirtl 
er nur, wenn ed feine Jlnitöpflidjicn ober ber Airdien- 
befu(ö [erbaten. Guariuum uostrum, fagt ITim. SÄaffei, 
nuuo iam graudaevuni omant duo potiseimum^ in- 
credibilia rideUuet memoria rcrum et indefessa lecti- 
tandi exercitatio, qua fit, nt rix edat, rix dormiat, 
rix exeat domo, cum tamen membra sensusque in 
eo iuTeniliter vigeaut. Unb bod} feijlie cd ibm niäjt 
an 3]7itteln üi) tai Sebeu angenehm ju mad?en. 9lu(b 
im Slllet beivabtie er fid) mcntem sauam in sano cor- 
pore; hilaritas et maicatas prägte üdj in feinem 8(fu&crn 
ab, bie 3p>'9t*npfffn rebcn von ivabtbaft '^JJlaiouifdjen 
3ügen. 6tfi im SßJintet 14(j0 ergriff ibn ein bcf»gcö 
gieber, Sungcnlciben traten binju. (Sr falj ben ÜoD Fom^ 
men, befieUte fein ^aud, uabm Slbfd)ieb von ben Äinbctn, 
emp^ng bie Fitdjli^en Sacramentc unb verff^ieb rubig 
am 4. 3)ec. 1460. Sei feiner Bertaimng entfianb eine 
lädjcrlid^e SiangftTeiligFeit unter ben 3)Iitgliebetn Der Ujt(« 
vetfität. 1)0 rief Sob. (Safella bie Öinivcfenben auf, bie 
©obre ju tragen, unb bie bcf^flen ©eamlen unb ebeltlen 
SWönncr brönglen ficb ju biefct ®bre. 3» bct Äirie 
@. $ao[o würbe et beftattct, ^oD. Satbone bielt bie nodi 
erballene $!eid}enrebc. !Dad ^itapbium fetned 8o^ne4 
lautet '"): 

Qnae (»er le vizit Iduiarum cara, Qusrine, 
Grieca, Latina simol, t« noricnte dol«. 



B) AnibD« baec viclt Pallada, prolo Btivatn, fogt 9amio« 
niuf (n tiatm ISvwamm. 9) PaiAe^, Prgef. Pomp. MoIh 

p. XIX. 10) Uaffti, Verona Illojtrata TL p. 74. 



GÜARINO VON VERONA 



— 27 — 



GÜARINO VON VERONA 



I 



Qnam rnp«riR tna caiu fides raoresqa« plA<:«r«Dt, 
Luatra tibi vitat nona bis rcm probant. 

Quod V«roo» dedit, rtpuit mor» Improbs corpus: 
Quod Tirtus p«perit, resMt io orbe decas. 

Äabn« ®rti(ftte Xnx Sritgfnoftm faai ©uiinflar ") an* 
gcfüf)rt) aud} an Um päpfittidten «^ofe ctrcgir DieS^o&eSo 
nad^cii^t f4mn)li(^e !£[)(i[ii ahme. 

I)en 9Iu[)m, Wfidien Die S^tg^noffcn ®uanno ßf> 
fp^^^ft t)al>cn, Mirfcn wir nidjl nof^ feinen f(trif!flfUe« 
rtfdjcn ßcifiungcn ermcfffn, foMjeit bkfciben unÄ ortrudi 
forlirgfn. %\xdi lit jahlrridj^n äuffiiftc unb Ub^anb« 
lunßen, »«It^r in ben itattrnift^fn 33tbIiot^efen jerflrtut 
finb, wüTbcn ju rinem anbcm <hgritninr nic^t fuhren. 
6t toflr mthx 8ei)tft aI6 SchnftpfUer, unb wo« n a(ö 
le^leteT gciban i>at, gebt au9 ben engen @(t)ranfrn feinet 
3tit nidjl hinauf unb teiv^t (id) ouf Dem ©ebicie bet 
Uebcrfc^ungen au6 Cem @ne(f)itd}cn, Der £d)ulbüd>er 
unb Der (Irftdtuni) bet Aden, roie er fic in feinen ajor- 
irfungen t>orttU}i; bojii famen Die ^ac^bilbungcn Der 
allen in Scben unb ®ebi(bten. ©eine ^aupttt)ätigfeit 
la^ in bem bebten, ruber bei^i e» in einem flUen 
9?rtefe; Guariuus domesticis, extraneis, suis, alieDis, 
familiaribus, litterariis, uegotiis immortalibus irre- 
tituä aut uullum aut porrarum scribcndi tempua 
nactus est, cum iat«rim docens, legeaa, audiens 
tantam familiam, tot liberos regat, alat, edacet, 
erudiat, parrum qnieti, miDUS Bomno, minimnni 
cibo tempus imp^rtiatf qaae cam sponte, tum io- 
vitos facit atque fert: quare non ad otium, sed ad 
oeKotium sese Datum, educatum, auctum esse in- 
telTigit. 

£eine Ueberfegungen aiid bem @ne(f)i)d^en beqnnn 
«t mit ben ^ebenftbefdjreibungen be6 ^Uulard;, i>on benen 
er n^eniflften« 14 üfeerfrßt fjcit, ble in bet 9lu0ßabe t»on 
3enfon (SJenebig 1478) \mt> ^xtim 1488 unb Öfter ge» 
brudt ^nb. Wu* ton ben fcgcnünnien ^TOoralia bat er 
Die Sbtianblung de liberorum educatione unD de diffe- 
reatia adsentatoris et amici überfeßt, bedg[etdJi;tt ^u- 
rian'6 calamuia, in quo prima poaai tirocinia; für 
feinen fürfHtdjcn Sögltng äfoftate«, für *Uai>fl tSugeniu« IV. 
^omilien be6 39a|(liu0. SOiditiger ifi Der ®lrabo, ju 
beiien Ueberfc^und ibn ^^apfi ^icrlau« V. fo btÄngte, 
ba9 0)uanno fcgar feine SebrtbätigFeit au^fe^en mu^te. 
^ad:^ Der qcttjöbnüdjen ^rjidblung fcfl er nur biÄ jum 
10. Sucbc gcfommeu »ein unb ©regotio tjcn 2iferno bie 
Ueberfegung uoUenbet boben. 3n4n>ifdien bcfaö 'iJiDPt ") 
baA tepte ^ud> in Der Ueberfe^ung @uarino'0 mit Der 
UnteTfd)tift: absolmimi «at anno Christi 14öt> tertio 
Idue Julias Ferrariae. ®eDru(ft ift ta6 ganje ffietf 
in Som 1470, 9Jcnebig 1472 unb öfter. Da^ Derfelbe 
*pflVft ibit öudj ^u einer Ueberfeßung Der ^cmerifiten 
©ebidjtc aufgefctDert habe, wirb etjablt. 

gut Unternd)ld),n>e(fe waten einige grammatiftbe 
€<&riften befHramt. 3)ie JSrotenuta Chrysolorae, bie 



11) Alda G. V. Carmen p. 15. 12) Aide Maauce 

f. XXXI. Sud) Vlalfd fiat im ganitn ^tratc vcr Ouarino'f 



erfir im Slbenblanbc geftfcticbene ©tammalif ber grif" 
(^if(^en i£pta<^e (jurrft 1484 in 5Scnebtfl gcttutlt), ^a* 
et in baß ^ateiniit^e ü^etfeßt; fie n>urbe öfter gebruift 
(9)eg(]ti> löOl , mit ben tumultuariae dcclarationee bed 
Ponticns Viruniufl gcttata 1.509, Tübingen bei Iljomatf 
9tn«I)«I>n 1512) unb fiel brnußt. Db er roitfliift in bem 
Sffiiberfpruibe gegen feinen ^f):)xix ju weit gegangen ifl, 
ttjte .^cnri (Sötienne ") bet^auptrt, ober ob et feinen SBor* 
ganger auSgefd; rieben t)at, wie ^c\}\} fagt, fann üb ni(6t 
rntf^ciben, weil batf $ud} febr feiten ift. ^en ^nfän^en 
beÄ fateintf^en UnieTt1d)td bientc bet Vocabnlanus 
breviloqnus cum arte dipfathongandi et de accen- 
tandi arte et punctandi, gtbtutft in Safcl 147H. 1480, 
@öln 1486, Stia^biitg 1491; ebenfo bie grammaticae 
institutiones (iöercuc 1487) unb bie carmina differen- 
tialia (*Benebig 1470), eine 8lrt ©ynonpmif. 

$fu0 feinen QBcrlefungen finb $emerfungen gu einigen 
Sireronianift^en Scbriften t)en>otgegangen, betfgleic^en ju 
^erßufl unb 3uwnal, ein (Scnimentüt ^u Den acbt crfien 
Stücfen bed *ßIautuÄ mit einer ^ebendbrfiftreibung Defl 
Dittjttx^ ^*) , befigleidjen ju Sainß. "Kur (Sinjelne« t>a> 
t»on ift herausgegeben. Audi jabircidje geftrrben unb 
feietlidje Slnfptadj^n finDen fi(t nodj in ben ©ibtiotI)efen. 
Ätitifi^e fielfhingen fennen wit fafl gar nidjt; roaft 
er in bet Naturalis bistoria bed $liniu0 get^an ^at, 
beten ^anbfd)fifl in bei Srnbruftoniff^en 93ibIiotf}ef auö 
bem 3abtc 1433 bie Unterfd)tift Ijal: omeudavit Gua- 
rinus VeroucDsia, erwü^nen bie ^eraudgctxr nidjt. 
^anbfd>tiflfn bat et gefammelt, wie aDc feine 3"" 
genoffenj et befonberd griec^ifdje. Xk lonbläufigc lieber^ 
lieferung, er Ijabe ßatuU'« (Sebitbte bei feiner 9iüdfe^t au^ 
®ried>enlanb mitgebrad)* ober fie in einet Streune ge^ 
funben, ifi IdngR wiberlegt »*); fie muffen fdjon 1323 
beFannt gewefen fein, in weitem 3Ql)fe Scnvenuto be 
(Sflnipffanid aufl Siitenja geworben ift, unb Dafl @pi' 
granim, wcld/eß in niandjen 9ii(^etn feinen 9?amcn trägt, 
ift älter, ©riefe «cn ifjm finben fid) in einigen ©amm» 
lungen, wie bei ©arbaro, Die Wefttjafel ifl ungebrudt. 
^ajfelbe gilt aut^ von )ai}(tetd)en ®ebid)ten jum Sobe 
fiioneUo'd ober SSetona'd obet beö ©arbafec« ober feinet 
greunbe. (Üxi elegifd}ed @ebid)t Alda, ta^ in 8etpMd 
1511, in ©afel lol4 gebrudt war, ift erfl jeßt i|ngän^v 
li(^ geworben, nadjDcm Sutingar in te^ben (18(17) nid?t 
nur ben üert au« ^anbfc^riften birgcftellt, fonbetn aud^ 
eine grünblit^e (Stfidning binjugefügt bat- 2)le SSerfe 
finb got nid>t übel, ber 3nMIt, anfnüpfenb an Opib'« 
@tjdblung vcn ^^t>ramud unb T^dbc, anfpredjenb, bie 
Älageit ber gefd^änbeten unb gctöbteten Sungfrou, weldje 
ibre ©eerbigung forbert, bet anlifen Slegic en(fpie<^cnb. 
1Ä10 treuer St^iiler ber Sitten erroied er \i<i) aü^, alß 
ber Sraniidfaner ©iooanni ba 5Jrato ni(tt Wo* gegen 
bie fiectüre ber alten i£d)riftfieUer auf ber Äanjel geeifert, 
fonbetn fogar Deren Verbrennung geforbert uut bieÄäufer 

13) De infidia graeese Itnguae oa^stris p. 157. 14) 3n 
ftrr 9)atiranifdKn unb in in •^orltianiKbrn Qitlidbff- 1Bfr4l. 
Ritsehl, Opoao. 11. p. 229. 15) Naeke, Opuie. I. p. 160. 

Schvabt, Ind. Bcbol. Dorpat. ]86&> p. 9i am gcnaufilrii tflll« 
in Im Proleg. CatolU p. XII — XV. 



i 



GüABTNO VON VERONA 



— 28 — 



CrARINO (BATTISTA) 



bctfdbcn für Ä*^« trHärt Mite. ®uQtinc'ö edjülcr, 
Sllberlö loon 6ariano IIn^ limouo SWaffei, etljötcti fi* 
mit ihm geqpn liefen ganatiömud. 

?llö Vf^ret uulj (Sijifln; fjat tb« Waumcr ") feljr 
cbfrflüdjll*, ciwad fingc^entcr Jtänimcl '0 ciwiirbipt. 
Spbfptü^c feine« gd)üler3 ®artot. gnäio (de viris 
illuatribua p. It") oln in 6er Seidifiircbe (5ar&t>iie'« 
balten fid) in Qllflemclneu $I)raf«n. ^cr erficte foi^t: 
artem riietoricam prolitutur, qua in rc supra quin- 
que et tri^nta annos se exercuit Ab hoc uno 
plures docti et eloquentes Tiri facti suut quam a 
cetcris Omnibus huius ordinis, ut non immerito qui- 
dam de eo dixerit, quod de Isocrate dictum fenint, 
plures ex eins schola viros eruditoB quam ex equo 
Xroiano militee prodiissc. ^'iueii näberfii 91nt)a!t 
bieten fdjcii bie regulae quaedam et vcluti studendi 
ordo, fcie er na(f) Der Slnleilunfl feiiied cißenen l.'cbrcrd 
6I)tvfolota« fi'iT t)cn fi'irfilidjen 3^ä''"fl ''"^ jufammett' 
oeflellt bat. '3>er ©rfolfl W bic Äidjtigfcit befidtifli. 
tsic be^ict^en fid) I)aup:fäd}li(^ auf bie grammatifd}« unb 
rtjetoriftte Siftuiig. ^aulcö Sptc*eti, baÄ fogar ber (Sie* 
funbhii fclu juirrtjilitfi ift, tviccerliolic SJetrat^tung einer 
8rffle, lim fd)ärfer in ben Sinn bctfeibcu rinjiibriiif^eii, 
©invrägen non guten ®e6aitfeu unb f(t)6iieit 'Äuöbrütfen, 
gcH^Iten burdi Äuf^eidinen in (5üüectanec»i (salubre 
probatumque praestat consilium, ut quoticns lecti- 
tandum est, paratum teneas codieillum tamquam 
fidcicm tibi depOBitarium, in quo quidquid selectum 
annotaTcris dcscribas et sicut coUcctarum catalogum 
facias). ?Rid)t eine ivornjeircue llebccfcöung verlangt et, 
aed sensuui tantisurr cxprimas, quasi corpus, non 
membra circumscnbas. ^n ber »Rbetorif gvib er nicöt 
auf Scifpietc aia nuf üRcgeln. 9IIö ©corfl won Irapt* 
^unt feine SKetbobe anjimf, fc^rieb er ju feiner iHe(fct> 
fertitjung eine invectiva in Georgium Trap. '*). X)« 
er bei bet örflärung bic djrirtU<t)cii ^iferiftfietler ni(^t 
vrrmidjljffigte, WiU eö nidjl \u vcureunbern, bog an* 
®eiftlid>e unb "äWönt^e unter feinen 3"ft^rern waten. 

tftit^t minber a(ö bafl SBIffeii Ing il)m bic er,iicf)unj) 
imb 3«*' *>nt Äerjen. 93if er clmjehenb bte *lJfli*t:n 
re« (ünfliflen giirfien für Sioncllo ^ufummenftcüt unb 
bamft bcn ^nfanß ber jafjlreirfjen €djrificn über bie <Sf 
«eSiitijj ber ^^rinjen matfct, fo roar er auÄ 93atcr unb 
Jrcunb aller feiner Sdjüler. ^t etjog mit gieunblidifeit 
unb ^Siilbe, ernfte SEGorte unb ftrenijc ®It(fc erfe&ten bie 
©trafen. 3&«i feinen eigenen Söftncn Ijat tie« freiliefe in 
Öejug auf fiitiidjc pbrung fel)r böfe golqcn gehabt '•); 
folrtjf (Jrfabrungeu haben ibn »ieücidjt veranlaöt, fnr 
beti ©itolamo te<^t ernfie fiebenöregeln aufiufetjen. iJer 
9Kann, ber fvibfl bie Äirdje t)c(tl»elt, fcnnte ben ®ottc«' 
bienft aud; bei feinen €d?ületn ni*t btntanfe(jen. 9(n 
jettem Worgen *?er bcni ^efiid'e beö Untertic^tÖ mu^tf 
bcifclbr befuifet werben, ^r feibfi fnüpfte (Stmabnungen 
über ^Qdcnbfefjln an unb crriäitr 6teUen bei £(fetifi. 



16) mt\<ti. Ut VibdgogiF L e. 29. 17) 3n €dtmlb'« 

<»iiOj(lc». IX. «. 735. 18) Hod> p. 120. 19) Pannouit 

Epigr. t nr. Ixi. 



!X)ie refigiöd'fittlif^e Silbung (ag ibm am ^erjen mtlHf 
aW wir bieö leibet fonfi in ben Äreifen ber ^«manifirn 
fetien. 

^ie ^auvt'djrift iil?er ihn i(i Vita e disciplina 
di Guarino Veronese e de' suoi discepoli libri 
quattro del cavalierc Carlo de' Üoamini RoTerctano. 
Sre«dQ 1805 unb 1B06. 3 ©be. in 8. einige« gibt 
W. H. D. Surinaar, Praet. ad Aldam p. 12—19. 
G. Onofri, Dfl (t. V. e de' suoi tempi in ber Nuova 
Antologia XXIV, i\ 9. ^a9 SScrjeiAnig ber 64nftcn 
in Fabricii Bibl. med. et inf. latin. lll. p. 119. ed. 
Mawi nüpt uidjtö. {F. A. Eckstein.) 

GÜAIUNO (Battista), ber jüngfie eefen be* 
Sorbergeljenben unb (Srbc feine« Subme«. 9?eti*na unb 
gerrara firitlen firfj um bie (S[)>e fein ©eburtöcrt ju feinj 
mir fdjeint unjifcifclbaft, }>a$ n in Der leplcren Stabt 
gebtren ifi, trobin fein S5aler 1429 berufen ift. 2)it 
ftKcren ©tiiber 9tifroIo unb Sionello fmb na(t ben Wit" 
gliebern bcd fiirfilid)eu ^aufed in gerrata genannt, alfo 
Dort erft geboren; bfe()arb bürftc aud) Süitifia'ö ®ebuil*« 
jal&T nid)t 1430, fouDcrn mettrcre 3abre fiM^ter fein. 3n 
ber 9}atcrftabl erlucll er feine (Jrjiefjung unt Sübung. 
Srfjcn früh begann er ^u lebren, iebot^ ift über bie 
Übdiigfeit in ©olotyia (145G) unfc Verena 9UI)ere« nidjt 
befanm. 3)ic gfUt'olmUdje Ueberlieferun^ läpt ibn al«» 
balb nad^ bem lobe feine« *8atpr* ouf beffen 8ebrfhi^I in 
genata berufen fein, aber quo ?3etona ifi 14^6 feine 
Heine väbagcgii't^c Sdjrifi fcalirl, fie mügie alfc ivährcnb 
eine« jcimn'iligcn Stufentliall* in iener Siabt verTüpi fein. 
3n gerrara blieb er unb erfreute fid? brr befonPern ®unft 
ber ^ericge Sorfo, (5r(cle unb 'Jllfonfo, bic ilin gu @c* 
fanbtidjaften, j. 39. nad) ^ranfreie^, unb ju anbcm 
i^taatdgctdjäften Iieranjoijcn unb tilfjfaift mit ®cfd?eufen 
unb SluSjcldjuungen bebad>tcn *). Xabei werben aber 
immer aud) in ®etta(it gebogen sive oratoriae sive 
alianim quarumcumque artium eximia doetrina, qui- 
bus omnem fcre baue nostram civitatem illustravit 
sive probatisaimi mores sive modcstia sive integri- 
tas sive animi religio, quibus claret, €eine .^tauj)»* 
tbdtigffit entroirfelte er in bem Sebramtc, in ipeld)fm er 
in bie guöftapfen be6 QJater« trat. Unter feinen ®(6ü< 
[eni ftnben wir $ico ^ella HKiranboIa*), bie ^rööer 
©iralbi unb ^Ibo ?Kauujio, ber banfbar biefe« Unter* 
TidilÖ in ber 9Jorrebc jn ßiccro {Epist. ad Attic.) ge« 
benft nnb ibm im gebruar 1495 (149IJ) fie eiftc 81u«» 
gäbe be6 Xheofrit unb ber Tibrigen ©ufolifer unb ber 
gnomifdjen 3)i(tter njibmete. 9!ou Slu$tänbem fennen 
wir Jodocus Badius ^on §lff(be bei Sräffel (Ascenaius) 
unb ben !Beuifdjen iJJeter Suber '). ^Hfb feine id?rift« 
ficDtrifdjen Slrbcitcn geben in ^en ©leifeu be« OJaier«. 
15« fmb lUbcrfcöungcn au« bem ^ried)ifd)en ypn *Keben 
be^ 1;cmc)iticnc6, 'Vio (5brtifofiomc« unb ©reger von 
9}ajian), lenovbpn'« SJgefilao« (al« studiorum primi- 
tiae); giicd}ifd)( ©ebif^te foU er juerfl in ba« Sateinifdjc 

]) TirnboKhi VI. p. 979 («d. Pir«nM 1809). 2) Poli- 

liaiii epiStola« L p. 31 («d. BuU. 1&22). 3) 3i.Uttciit>a(^ 

S. 7. 



GUAniNO (nATTISTA) _ 29 _ 



GÜARNRRI 



übftfe^l haktn. 9JJün f(^Htbt ibm tie editio princepe 
»f» 6ertiu« 3U, ba ab« Der ftflc !Etucf vieOcid)! uadj 
Sfra^buTtj apf)ört, cif rrrfrfjicbcncn Äuögaben bcö 3a^rc« 
1471 gar Uint Angabt rntbotten, wcldje einen fidjern 
^a(t ^^rndfiren fönnlc, fo mii& tie« tabinßfftelll binbfn. 
S)ie 33oltfiflVfd)e 8aitimlmtg bet praefationes et episto- 
lae cditt. principibus praepoeitae ftithält ni(tiid t>on 
{Sciroiuö unt Doit (Öuarinc ©beiifo ivenig i&$t üd) f oii fei» 
neu SIrbeiteii über Öuib, l'ucaii, (Cicero unr ^urenal ©((fco* 
KÖ faflfn, o6et oon ben €(l)rtficn de aecU Epicurea 
unb de regoo administrando, tpcldie Xriltenbdm unb 
aufl biffem ©eönet anführen. 3n EatriiiifÄfti lid^timgpn 
bat CT fi(tj vifl rerfiiAt, ftf finb aurf) in OToDtna 1496 
oetnidl unb einige in bie deliciae poetanira Italorum 
CT. I. p- 12-24 — 1221») aiifiienommen. Xa an bcra 
^cfe )u Setrarn bei Den glAnienbcn gcftUd)teitfn €lücfc 
bed ^ilaumd b<II^ lateinifd), balb ilalienifd) aufaefübrt 
würben, bat nud} @narino einige itt bie 3Ruiterfprad)e 

E«berff$i ♦). 
^efjr SntetefTe getDAbrt eine fleine bibactifdjc Srtjrift, 
»eldjc reegen ibrci €eltenbfir nuift nnbcacfcm jieblicben 
fjl, de modo et ordiue docendi ac discendi. Sic i^ 
vom 15. ^cbr. 14ti6 oud ^eronn bahrt uab feinem 
Ct^üler 9Ätiffci ©ambara au3 SBreöcia gcwibmet. Da 
4njn>if*fn ein 5^rief feincö 3iaterd »otauögcbt, in w>cl« 
Ibem bifi'er fidj liljrr biefe 6(t)ri(i ciuafuri^t un6 beren 
IBrrvieifältignng roünlUt (exseribantur igitur et uiulu 
conficiantur exemplaria, in c|uibu» Haptista G. ia 
dies ac magis elucescat inbtar Triptolemi vitalia 
diBpertiens semina), fo niujj fte cor 1460 ocrfafet unb 
erfl ipäter verönentlii^l fein. C^ebrutft ift fie bur(^ ^bt' 
nanu6 fn ^tradbutg 1514 in 4. unt buicf) @tiui>e in 
3ena 1704*). (St folgt ber SKelbece feine« ffialerö: ea 
coUegi quae uou meo tautum iadicio, sed doctissi- 
iDorum etiam Tirorum et imprtuiis optimi pareatis 
mei ad pra^ripiendi studendique rationem maxime 
conducere videbantur, unb an einer a^^crn oieUe: 
rraecepta quibus parens mens instrnebat. "Sliefe 
lieber ein ftimm Uli g lä^t n(^ au(^ nad} i>^ ^nroeifung 
fceiTelben au äionellD ganj bejHmmt nadjnieifen. 92a(l} 
nenigen Stegcin füc bie vdbagogifc^e ^racid rcicb juerft 
ton tem Unierridjte gefprodjeu nnt babei uön Ceni ele* 
mentrtren ju tem böljrri'n fortgcfdjtiitni, bann aber 
Vebreit für Dad Selbftflubium gegeben. iBurd) bad (Ban^e 
Mt fid) loie ein aolbener gaben bad Strebe», in bet 
äugenb ©iffendburft ju erwedcn unb fie für Bie f)unia* 
Tiiftifd;ien Stubien ^u bcqeiftern, Uominibus, fa^t er, 
sciendi cupiditaa tradita est, unde et üumamtatis 
studia sunt niincupata. Den üthut fteüt er febr i)od); 
er foU aber audj tiK^tigE Jlrnntniffe befioen; n(a 3"^'* 
mittel fennt er nidjt icdjiöge, fcnbem blanditiae unb 
▼erborum terror, unb legt auf bie aemulatio gro^ed 
®n»id)t. @en(iu wltD auf ben lateinifd^en Unterridit 
eingegangen; bcn 'Slu^tn De0 6}rie(Qifd}eu mu^ er etfl 

4) Tiraboochi VI. p. 879. 5) 9iata fetiixlb«,^«- Drntf 

vnt 1489 fätirt üSrntiii an. 3>ic (Sorrumel it4 Xiitl» in d« modo 
•t ordiue dJeendi ao diw«rdndi if| ni^t ftlun. 



l)frT>i>ift)cben , um biefem Unterrichte meljr (Jinqanfl ;ie 
vcrfdjaffcu, ber aber beut laicintfdjen na*fclgcn fcU 
unb nidjt übernjiegcn barf. giir bie Cectöre nciLut er 
nur Siierd unD SBirgilj SaÜuft, Säfar, SiöiuÖ, felbfl 
^oraj werben gnr nid)t cmxäbnt. gür ba6 ©etbfttlubium 
roirb fleißige i?crture, änferttgung von explanaiioucs iu 
libros, ©reerpte unb i'iir bad ©riedjifdje ^licrglcidjung 
genauer lateinifdjer lleberfe^unaen mit bem Urterte 
empfoblen. ^ Uctcrall füllen Mc jünf^Iingc im Hu^t be* 
balten, ut ipsi aliquando ee dociores 6eri cogitent. 
Sebrer ftfUen erjogcu lyeröen oncr bödjfiene foldje, bie ibr 
?«bcn in ioiffenfdjaftlidjer "Dinöe hinbringen lonnen. 

(Suarino foU in *Benebig geftnrben fein in bem crflen 
3af)ric[mi bee 16. 3aljr!^. 

Einige 93riefe oon iljm ftcljcn in Politiani episto- 
lae; Siograühiffbed g^ibt Loremo Bonetti, Memorie 
istoriche de* letterati Feirareai (1793) II. p. 44. 

GuahnOf Alcssandro, ber Sob" Sattiftn'd, gab 
1521 in ^■Srne^ig beraub: Kxposiliones in Catulluui 
Veronensem pet' Baptistam patrem oraendatum in 4. 
Ob bei ^pr ^frfleUimg bi-Ö 5^crtcÄ ber Cod. Vcronensis 
benuyt fei, ifl eine Sireilftagc; Sadjmanu unb Jpaiipl 
beljanpien e$, 'Sd)n>abe leugnet e6 tmb bat fid) n>ie&rr« 
bolt über ben ÜBertb tier Cei(lungen belber ouögefprodjen 
in ber ^orrebe p. Vn unb in bem Index acholarum 
Dorpat. 18415. p. 12 % <Biel ®en>fd)t ift auf «Icffan» 
bro nidft JU legen, liebet fein fieben rolffen wir nid)t«. 

{F. A. Echuiru) 

Giiarinima, eine von Seffiiifl aufgefielltc eefiion 
ber @)aitung Mntisia. 

GUAIUSAMEY, 6tabt in Werifo, Deparicmcnt 
Durango, 23 ifeauaö ®2S. von ber 8tnbi Durango, 
liegt in einem tiefen, warmen Ifjalc in einem ber reic^» 
fien ©ergwcrföbc^irfe in aiicrito, ^at 40tn) (Sinwohner. 

f \V. Bentheim.) 

GÜAKNERI, eine berübmlc iiaticnijdjc ©eigen* 
bauccfamilic. Deren O^liecrr mit ber gamifie 91malt unb 
mit älntonio @lrabivarl bie ^auptrepräfeniantru ber 
fogenannten ©djule »on (Jremono bilben, unb mit bereu 
bebeuteiiTiflem ffiertreter bie QUanjeDodje ber italienifdtcn 
©eigeMbaufunfi ubertionpt öbfdjlicpi. Der Stammraiec 
ber ©uarneri ifi 

ftnbrca* dJuarnctl, geboren in bet erfien ^dlfte 
beÄ 17. 3abrb. ju ^remona. ^r ipor ein ©djfiler be3 
9Iicolaud ^mati. l>e0 berübmleften (Beigenbaucrtf bicfed 
9Iamen6; feine ^tjäligfeit fällt jwifdjen bie 3abre 1650 
— 169.5. Seine änftruinente finb in ber .^auptfadie 
nn(^ %xt bet iSmali gearbeitet unb baben, wie tiefe, ein 
fleined, gefällig aböeruntetr?, todi hod) ficiyölttcd görniat 
unb einen tem entipicdjeuDeu licblid) fanfini 'Xon t>on 
geringer Sutenfitol. 3m ^anbel gd^len fic ju ben 3n' 
Orumenlen jweitcn 9Innged. 

©iufeppc ©uarneri, bet Älteflc So^n bed Vorigen, 
arbeitete in ben 3abtcn von 16tK) — 1730. Obwol g'd)ii« 
tcr befl Slnbreaö, bat er fidj bod) nt(^t au beffen SÄufter 
gehalten, fonbern näbfrte flc^ mebt bem Sttobieari, 

6) «nßl. $i)tIol&flii« XXIV. ®. 352. 



GUARNEni 



^«(Tcti ScitQcnoffc er war, unD »effcn Snftnimente r«*? tfl 
nctinger 3öölbutt9 tttDorfen butd) güllc, Äraft, (Slanj, 
inM un& flnmuit) bed :Ionc0 d^araFtcriftren. ®i)ätcr 
na^m rr bie Art unt» ffirife feincÄ nod? ju <r»ÄI>netibcii 
berühmten Vettere ®iu|>ppe Antonio an. O&irol er in 
Um gurmat unt in ten ©Injelheittn feiner Slrbrtl fid) 
nidjt glcid) gcbllebrn ifi, baben feine 3nftnimrnte benno* 
ßutc Öigenf^aftcn unt> finb im ^atitel feljr fleft^ä&i. 

'iUietto ©uatneti, ter jroeitc Soljn bc* Sntrcaö, 
fafettcittc öon 1690— 172f5. ©eine «fien *4irobu(tt finb 
uon Sremona batiit; fpdter eloMitie et fid) In ÜKanluo, 
TOP et eine flrofie Hn^abi Den 3nfirumcnten fcrferligte, 
bcnen man aber eine ju holje Sßölbung nnb brn 3)Iangel 
forgfdltiger Jlrbeit jum iBorrourf modjt. — @in anberer 

*lJietto ®iiarneri ift ber Sof)n Don ®iuffppc anb 
@nFel bed 9lnbrea6. ^JKan bat von ibm 3nftnimentr, 
weldie au« ßremoiia batirt finb von 1725— 1740 j fte 
rontnien tenienigen fcinc6 ffiater« nabe, t>tf\tn Schulet 
er war. — ©ntlid) entfproß aud einet €ettenUnic ber 
Ouarneri'gamtlic ba6 .^anpt Berfelben, ber ft^on er' 
tvAbnie 

®(ufeppc 9(nlonio ©uaineri, mit bem ftlt* 
famen Seinamen „del Gesft", geboren ben 8. 3uni 1683 
ju Sremona, jjeftorbcn 1745. @ein $ater, 3o^ann 
^aptift, war ein SSrubcr be* 8lnbrea6 ©uamtti unb bat 
oUet 9Babrfdjei»Ii(ifeit nodj ein anbered ®cf(i)fift bc* 
trieben, benn man fennt fein Snpnimenl tiefe« 9Iflmcn0; 
0111^ erlernte feinSobn bicSeigenbaufunft iiidjt bei einem 
ber ®uarneri'6, fonDern bei Strabioati. 3n brn ©ebiicen 
be« ©iufcppe $lntonio ©uarneri, be« bet'ten Scbüier« 
€trabi\)Qri'«, leudjtet ber fdjepferifd^ ®eift bicfcö SWelfier« 
nod) einmal bell auf. ®iiaincri iiat in ßremona In ben 
3abren 1725—1745 gearbeitet, ©eine erften fflerfudje 
jtid^nen fii^ burtö Wn diaraftcrffiifdje« Werfmal von 
Originalität auf, Diefclben bewjcifen vielmebt eine geipiffc 
®Ieid)gü(lißfeit in ber ffia^l ber Watetiülten fcwol, al6 
dud) in ben gormen, bie fcljr Derfd>ieben jinb, «nb in 
TBem ^irniB. — 6rft einige 3abre fpdler, in ber jnjei* 
tfn @pod)c feiner 1ll)ätigfeit, finbet man 3nfinimentc 
Ton ll^m, bif einen forgfditigen ©an, au«gcäcid;net fdjSne« 
^olj unb einen girni^ babcu, bet mit jenem beö Stra* 
bitjuri rirnlillren fanii. Xie jnftrumrntc au« btcfer 3"* 
finb von fleinem gormal wnb febr (dioner, geföUiger 3tidj' 
nung, wenig gerocibt; bie inneren !SbeiIe von gutem 
^annenbolj. (Sin eingiger 5abel trifft tiefe ©eigen: nöm* 
tid) bo0 fie in bem ©djaUpunfle )u flatf finb, weiter 
Umflonb einer freien unb energifdien ä^ibration ber Xafcin 
feljr hinberlid) ifi. Üro^ ber l^etfdjiebcnbeit ber gorm 
tragen biefe ®eigen im Jleuprrn ba« einbeitlidje (^rpräj^e 
iijre« SReifter«. ^affdbr vedeugnct ft* ffibft im trii^- 
ten «bfrfjnitte feiner fün!tlerif*en 'Jbätfgfeit nirgcnbö, 
obwol wir I)ier in ber äußeren ®eftaliung eine nod} 
grf^ere, aber immer geniale SWannid) faltigfett unb Un* 
gebunbenörit be« ®enie« roolten feben. «u« biefer 3^1* 
{äbrn wir einige 3nflrumente von größerem goimat, 
wefdie burd) ibre fdjönc Sridjnung, bie forgfdltige fflufl# 
wabl be« ^olje«, bie fidlere Seredjnung aller ^erbält' 
niffe, b«r(^ bie geinbrit, ^lafüriidt nnb ba« gnicr be« 



— 30 -^ GDARNEHI 

Jade« ben etelfien ßrjeugniffen ©trabivari'« gleidjjuf! eilen 
finb. 3a von ben erriufiven ©ctebrem ®uatncri'tf wirb 
i^nen fogar bie ©uperioritdt vor ben lebteren juertannt 
„3mmcr!)tn", bemerfl v. SJafieiewöFi („Xic ©iolfne 
unb ibre SKriftcr", ?eit>jig 1860), „muf bem Seftrct 
ein ajorfprunfi vor trm ©cfeüler, wenigfJen« in einer 
©ejiebung eingeräumt werben. 935ic n'idjtig unb ge* 
biegen aud) bie beften SJiitlinen ©uarneri'« gehaltet finb, 
ihnen mongelt nitbt feiten bie 3iollenbung ber Wrbeir. 
Da« 3:onvplumen tcr ®uarneri'®elgcn ifi im Slllafr 
meinen fi^cinbar breiter unb namentli^ für ben Spieler 
frappanter al« ba« ber €trabivari'®eigcn. Xod? feljU 
ibrn in ber Segel ba« conrentrifcft 3»l*ammenbaltenbc 
unb 3ntfnfive trr legieren. Surt? \iat er bei oller ?RoMe(ft 
nidit voüig ten vergeifiiglen (Jfjarafter te« ©trabivori» 
Jone«." — Unmittelbar nadi biefer rubmveUen ßdt 
feiner Äünftleriaufbabn baben bie 3nftrumente ©uatneti*« 
fafl plößlid) nidrt« inebr von ben etwäbnten S^orjügen 
aufjuweifen, unb man erfennl fie nur nodf an einem 
getriffeu eigentbümlitfren @eprdge, wcl^e« fid) felbfl in 
ben legten feiner SIrbeiten uidit verleugnet. (Sine fcldje 
©erwanblung würbe unbegreiflid? fein, »enn ta« un« 
glüdlidjc ©nbf be« Äünftler«, von bem wir nur burdj 
bie Irabition Äunte bobcn, nicfct bie Urfadje biefa 
großen unb bebaueningdwiirbigen ^erdnberung ctfennen 
fic^e. Die in Sla'ien verbreiteten ©erüc^te über btc S3e? 
trängniffe, mit tenen ^(uarneri in frincn legten 3flbrfn 
«1 fämpfcn battf, fint fdjwanfenb nnb fid? wibfrfprerfienb; 
fc viel aber erfennt man baraii«, ba^ taö C^nte tiefe« 
Qn«gejri(6iuren GicigenbaufiinftleT« ni^t ba« eined wobi« 
babcnten SHanneff war. ©ergonji (ber (?nfel bed daxle 
SJergonji, rinc« ©djüler« be« ©tranivari), ber im 3. 1788, 
80 3abrf alt, flarb, erjdftltc feinen greunben, ba§ ®aoT' 
neri del Geaü ein unregelmäßige« üeben gcfi'ibrt babe, 
tafi er faul, nodjläffig, tem 9Öein unb bem Vergnügen 
ergeben gcn^cfen fei unt mit feiner grau nic^t cjIödTidj 
gelebt babe, obfrfipn fie i^m oft bri feinen Arbeiten be* 
bilflid? gewefen fei. «u« unbefnnnten Urfadjen fei er 
einige 3abre im @efängniß eingefperrt gewefen unt barin 
im 3- 1745 aud? geflorben. untere ©eric^tc fürnmen 
ju tiefen gntbüllungen ©ergonji'6. 9Kan fagt, tag tlf 
2o(^ter be« ©efängnipträrtcr« ®uomeri ta^ nöt&igt 
^olj unb einige frfjtedMe SCerfieiige verfcbafft babe, mit 
weld?en er bie 3nf*rumenie bcroorbradjte, bie ifjm fo 
wenig @bre niadien. Daffelbe 3)fäbd)en bähe aut^ bie 
3nflvumentc herumgetragen unb ju geringen |ßrrifrn vn» 
lauft, um iljm in Teinem (Slenbc einige (Erleichterung jn 
rcrfdjaffen. Da fie Qud) balb bei bem einen, balb bei 
bem anbcren Sautenmarfier ben ?arf fanfte, womit er feine 
©ciflen uberimd*, fc fcnnte man au« tiefen Umftdnten 
bie «ierfdjiebenbcit ber §lu«aTbeitung unb ber garben er» 
flären, bie man an ben ^ßrotucten biefer unglüdlitfcen 
3eit bemcrft. ®uarncri fifteint natb aUetem eine« ien« 
bolt" unb djarafterlofen ®enic« gewefen ju fein, weldje, 
ibren Scibenfdiaften ergeben, {eber giürflidicren ®eftalrung 
ibre« Dafein« gewaltfam entgegenarbeiten. — Der Äubm 
®uaTneri'« entfiant in 3'*ilien erft nadj feinem 5obei 
vief fpäter erft in granfreidj unb Deutfdilanb. Snll» 






i 



GUASAHAPO 



Hlaumr, tfffrn von ^iüA te&igtrtem Sede übet 6trabi* 
* uari {5Jmonio Strabivan, ^aria 1S5G) Biofc SUdjritttm 
eitmominen fmb, Erimtctt f«^ au» fein« 3ugen&, frap 
bamold ccr *Utttd für <inc ttr bfften ©eigm ©uarncti'« 
ßi^ niil}i über 1200 grcd. ci^ob, n)ä^rcnb riitc f(^önr 
€ttü&t?ari 100 &i)uj»b'ßc fo^eie; fpircr jebo(f), al» man 
i^ren grogm 3!pn mefir fdfdQcii lernte unb fie t>edf)alb 
me^r fle[ud)t rourbcii, fiicfl il)c $cfiö auf G(XX) gtc«. 
flfineö bcr f(^öiiften iSrcmplarc, cljebeni iiajjaniui'» 
Sieblingöfleige , bic bcr fpoi^f madjcnbe aSitluwö t(t)cr,iroeife 
feine „Jtaiione" nannte, befinret fi<$. l<iut tejiamenra' 
rifier Serfüßuuij '^Jaganini'» unter ^s^tog unö Äiegel 
In beut 3){ufeum (Palazzo mtinicipale) feiner IQaterftabI 
^cnua. ®Uidf mand^cn SiraDicari'^etgen ijt ftc fomit 
bur* einen 9(fl pcti'önlidjcr (Siiclftit auf immer für bie 
auöii&enbe Äunfi beö üiicliufpiflfl oerCotcn. Si^ori ifi 
Itx einzige Jlünftler fleipefeti, roeld;« feitbem biefcö 3n« 
firumcnt roieber ertönen liep, inbem er 1854 tjor ben 
»erfammciteu 93itctn bec Stabi fpielte. — 5)ie Wai* 
länbrr $aul ^nton XeRDre unb 6at( getbinanb Sanbolfi, 
unb ber ^zemonefer Si^renj 8iorioni t)aben ©uarneri 
imttiri; jebod^ jäl}(rn ibre (Srjeugniffe nur ^u beit ^n« 
ftrumenten brittcn ÄauMPö*). (F. Stade.) 

^^ Guarocliiri, f. Huarocbiri. 

^B tiUASAKAPO ober Gnaobi (@ualfd}i), ein füb* 
^Himertfanifiter äjolfdftatnni von ber ©nippe ^ora^i ($a> 
^^rri), b. i. bie obrrn ^eute. [}aupi)äd)ti(b in ben jäbtü^ 
^ibcrfcttrtmmtcri Sdnbereicn unti an Den Öaguneii in ber 
fflälje von äJfiranba unb bem JRio Ätanianbij (Umboie» 
Icdjp), einem linfen ^ebenSup tcd obcrn '4i'Uaaimp, 
familfenipeife nertlrem wubnbafr, ünb »oblgebilbcte «ute 
mittlerer «Statur von uicf}t fet)r frdftifler rlRudfulatur, 
«incra fanfien, ftiUcu SluObrud ber Öefidjldjügc, IjeUer 
Hautfarbe unb eigeutbümlit^cr, von bcnen ber 9{acf)bat* 
ftämme roefenilich verf(^icDniet isptadje. <5ie flnb tpabr» 
fdjeindd) i?ernjanbt mit Dm ^»adji, einer ^iJöUerfdjafl bcr 
SKoro». 5)ie SKänner geben gcivöbnlid? gänilic^ nadi 
unb au4 bie SBeiber trafen nur einen ft^maten 6d)urj. 
Sie fluten fitft ba« ,g>aupll)aat fe^r furj, hüben leinen 
äari unb rupfen (id) bie auflenbrauen, Äugenmimpcrn 
uno füuti iebeß ^aar aud. ®ie haben rceber !Hetigton, 
nod) JliV^ilcn. Sic ndbreu (Id) bauptfädjUd^ von bem 
wilDcn 9teid, rodi1?er in ibten Lagunen jvidjfi, unb von 
tta Slidjen, tpclc^e fle mit ^^pfeilfdjttffen erleben ober mit 
Mngeln fanden. ®ie beftoen ^d^ne unb nnb trefflidie 
©diiffer. 3brc aßaffen (inb $fcil, 35ogen unb Acute. 
3hre Leiber babcn mit benrn bc» @baeo bie unnatür« 
Iidjc Sitte gemein, ftcfe ber Siadjfommenfdiaft vor ber 
@e6uct iu enilebigen, ivedbalb ber Stamm fid^ im Slud< 
fieiben bejinbet. 

Ouellcn. Don Felix de Äzara, Voyagea dans 
TAmerique Märidionale. 5 Tom. Pari» 18(X(. — 
Francis de CagtetnaUf Eepedition dans lee Parties 
Ceatrales de rAmörique da Sud. Tom. Paris 
1850. — g. *Bb. V. aWüttiue, Öeirtige jut «tbno^ 

*) Qnttf. aa<6-&.>btl<, S>ti QiDÜiir, tbic 9<t<l)i4u unb i^c 
Qau, a. aiufl. 9trut)uta a/l). 1874. 



—31 — GÜASTALLA (STADT) 

grapbic unb Spradjeufunbc ^merifa'd, befonberd i&x<i' 
»lien*. 2 ^be. ücipjifl 1867. (W. BeHtheim.) 

GÜASTALLA, Slabt im centralen 3talien, ©e* 
|irf gleidjen 9iamcn8, ȧroiMnj JReggio netT (fmilia, 
^nuptftabt betf frühem ^rriofltbumS glcirtjen 9lamfn6, 
Iieat uorböftlid» von bcr «taPt ^eggio in 33r. 44" 54' 
57'', «. 28* 19' 51", unfern ber 3)tünbung be« (5ro» 
ftofo in ben QJo, fn einet fumpftgcn, von vielen Äauilcn 
butd)fd}nittenen, jcbodj frud^tbaren ®egcnb unb f^at 
11,000 (Jlnwohncr. 1}ie ©tabt ift mit ölten Stingmauem 
umgeben unb hat ein atted Sd)Io§, eine Äalbebrale, 
ndjl on^erc Äit*en, eine 6ffcnllid>e ©Ibliothef mit \'2.00iO 
iövinben, verfdjiebcne milbe Stiftungen, mehrere Sdjulcn. 
3n bcr ^^iajja befinbet fid) eine gute ©ronieftatue bcÄ 
gerrante ®onjaga I., \>a6 einjtge Äimflroerf in ben 
©trafen ber Stabt. ^ie Stabt bat brei ^abrmdrrte, 
treibt Seibenfpinnerei, ©eibcn*, glanell« unb SaummoU- 
iveberci, .^anbel In Cel, Sübfrüdpten, 3Brin unb ^Kei«. 

Ouellen. Annnario Indastriale Italiano. KapoU 
1865 seq. — Dizionario dei Comuoi del Regno 
d'Italia. Fir«nze 1869. ( W. Benihexnu) 

GÜASTALLA, ^n^ frühere ^crjogtlium, bet^riff 
ein Häubchen, bad jn)ifd}en ben «^eriogthümrin tdtobena 
unb ^antua auf bem refften '}}oufer gelegen, im ^oc 
ben vom '4?o, im ffieften vom ßroftolo begrenjt war. G* 
hatte einen Sld(^cninhall von 24 itatienifchen(l Vi bculfdieu 
^cogr.) □Weilen unb iO reid) an Äorn, Äci«, Süd» 
trüd^ten, Oltven unb treibt SDiehjud^t unb Seibenbau. 

©cfrtjiAie. 3)ie (Dement, jdo gegenwdrlifl bie Slabt 
®uaftaUa ßeht, luar utiprünglid} eine von großen fugni' 
renben Sümpfen burt^jogenc, (beilioeife mit @eftrüpp bc« 
ßanbcne @benc, bie roährenb ber römifdien Seit nugcn" 
ft^einlid} ben Ueberfdiniemmungen beö %o fortroährenb 
audgcfe^t unb unbewohnbar war, n>ie oenn aud^ bei ben 
9(lten fein Ort in biefer (Segenb erwähnt wirb. I)er laiei» 
nifihe 'iWame Guadistallum ift nidjt altröniÜLl), fonöern 
m4ttellaicinit(h- ''^o ^egeuwätiig (^uaiialla ficht, mar bei 
9)obcn urfprünglid^ bet'onbcrd niebrig; bei Ausgrabungen 
ßnbet mau in be(tdd»t(id)cr Xlcfe ^Jtrftc von Räumen unb 
Sumpfgen>äd)d. 2)te 32amen ber umliegrnben Ilörfec 
erinnern mcifieit^ an bie Sümpfe, voit ^^alubano, !)}alu 
u. f. IP. 

(^uatlaUa würbe von tzw ^angobarben grgrünbet 
unb fühlt in bcu dlleilen llrfunbeu bie 9tamen äßarftaU, 
^arbifialla, ^arbaftatla, ©uarbaftalla, '^aftalia, wor< 
auö benn ft^licBlit^ @ua^aQa. mittellatcinifch @uabitla[' 
lum tpurbe. SBorb ift custodia, Stall aedes, atatio. 
$eibe SBörtcr ward nnb stall haben im gegcinväriigen 
iSnglifd) nc<^ genau benfelben Sinn bewahrt, wad, wie 
fo vielem Slnberc, baran erinnert, Ixi^ bie Engeln unb 
fiangobarben In ihrer urfprünglidjcn .^eimaih am Hufen 
(Slbufer benad}bartc Stämme, wahrfdtcinlid} nur ein unb 
berfelbc Stamm waren. Der $la^ würbe ungelegt ^ur 
^crtheibigung bei ^ißoübergdnge unb jur Sid)crung ber 
^erbiubung mit^JDiantua, wahifthclnlld) im3-tX)J unter 
3lgilulf uad) ber Sd]Ia(hr bei STtantua, nad)bcm biefer 
ben Sanbfhid) jenfeit bcd $o in feften Sefi^ genommen 



CUASTALLA (GESCHICHTK) — 32 — ütASTALLA (GB8CHICHTB) 



6altc. %ie iiuitic(\cntie, mit ^Icftrütip, lad iiuiimeE)t; ll}ci[' 
TOcifc niefterfiffcbniltcn rourcc, bcfianbenc (S&etie iM-naniilcn 
t)l« Sumbarten Mfiuncaiia, »ona* nod} ic^l rin Ütitil bcc 
Saiil>t(f}aft bei ®uaf)viUa Die Ronca^lia i}rigi; (d bc 
lunnle man im Sant^obaitiiid^en rin ^tit, mc ©eftctip)) 
uie^c^gefd)uittell Worten war, !£a« SBott ftflärt jtd) auö 
geflenwärtiflcm uicDetfädjrtfcbem (platiDculfdjcm) ninfcn, 
Ünrifen, l'cfdjnciDcn, i>ou tei: aüurjfl runcn, fd)iuiten, 
TOobft fliid) JRuite, cet cinflefdjniucne Sudjfiabt. 3n Mt 
€li[lunft?urfuntic ber Äiräe 6. ^flri, gtgenwäriifl ?a 
!j}ici>e benannt, bev ällefleii in ©uaflaüa, tie nott teßt 
oetDÖbnlid) tni Vorrang voi: bcn anDrrn .^i[(l}en (ec 
itotnot bat, I)fipl c« u. a. : „Capellulam quandam 
Sancti Pctri nomine constructam in loco, qui dici- 
tur Warstalla in Roucalia." 

3m 3. 781 tjetlieb Äarl 6er &xo^t W ^nrfdjaft 
SSSaibifialla Um Sifd^of von ^JJegtiio. Xie (^djlbeil bec 
noct] tjortjanbrnen «Sd^enfuni^SiuEunbc rclrb von ^^uialori 
mit triftigen ßJninben bejiiilt?ti; allein ftc beftötigt fid) 
cennod) butdj eine Urfunbc vom 3. 942, in n>e(d)ET 
?Dit)ar, Äönig yon 3trtlien, unter auflCrürflittjer öejug« 
nalinte auf jene U[fnn^e JTarl'd btm ^ifdjof von iNeggio 
Den ^cfi^ triebet jucrfannte. 

!tamii flrbt aber iebcnfalld in SäJiberfprud}, bog im 
3. 804 ^aifer ^uMcig 11- ebne iveitere Srjugnabme auf 
jene 8d)enfung Äatl'Ä bie ^ertfd)a|ien „Cortea", 
aöarbiflalla unb gujsara netfi beren Älrd;cii S. ^Jctri 
unb 6. ©fcrfl feiner ^emablin, ber J?nifcrin Slngilbcrga, 
ff^enftc („Qualenas t'ortes nostras, unani acilicet 
quae dicitur Guardistalla et alteram qune dicitiir 
Lucciaria quae ad eandem Cort«m Guardistallani 
aspiccre viaetur"). ©uaftalla roar bamald einfatb ein 
Xorf vcu audfd)lie0!id) von porigen beroo^nien .l^ütten 
mit einer Jtird>e. Singilberga [djenfte mehteten porigen 
be* CiieO bie Sreidclt, u'cber btnn einige (Familien ihren 
auffcbwuufl jii anfebnlidjer Stellung, fcgar jum S)bcl 
berfdnieben. Sie yerwanble bie (äinfünfte ber <5ottr6 
ääatbiflaUa unb ^ucctaria (Sujjata) jiim Sau bed gtc^en 
^tonnenflofierd <B. <£irti in ^jßiacenga unb trat biefem 
fobiinn Uli Sefift berfclben ab. Äniferin Slngilberga fiarb 
im 3. 8£>0, worauf it)rc Iod>ter, Äönigin 3rmengaiba 
(Sruicngarba), bem Äloftcr ben Bcfiß jener ^^oileö lefori 
befiätiflle. 35iefclbc ©cflätiqung erlbrittc im 3. 901 ^^üX>' 
n>ig lU. 3njH>ifd?en war aBarbiftallci felbft einigcrmapen 
uernadjldfrigt iporcen, roe^ljalb cer Seneiianer Ciatiumno 
gegen Uebertragung ber (Sinfünjte ber bortigcn Äirdjc 
h. $etti ben UßleberauÄbau bcrfelben aud eigenen 9Hii' 
lein übernabm, maÄ er iebod» crft fpdter mit llnierfiüeung 
bcÄ ilönig« Serengar auöfübrtc. ©ctengar cmeuerlc im 
3. 917 bem Äloficr ©. 6irli in ^liacenja ebenfcinfl bie 
IBrfldtigung bct ßoneö. 3)fr Äcnig n>ar jn biefer Untere 
0ü$ung unb SJcftoiigung um fo mel^r bereit, atö feine 
Sodjier Scriba jugleidj Äcbliflm be* großen 9Ionnen« 
Uvfitri 6. 3iili<i i<t ^teöcia unb bed SJonnenFIoflcitf 
€. Sirti in *Üiaccnja mar. 

3Dübrenb nun ?lebtiffin Serlba Pujjarü unb ®ua* 
ftalla in iKut)e regierte, trat plö^li^ $ifd}cf SIribalb vun 
Äeggio mit feinen §Infprüd^en auf bicfe ^cnft^aften auf. 



tnbem er im 3. 942 bem Iril>unal beö Jtönigö Subroig bie 
oben crträbnie Uifunbe Jtarr^ bed ©rogen vom 3. 781 
vorlegte unb weiter nat^mied, bop bi6 ju biefer ^tit 
gujjara ber Äirdje von Äeggio gr&ütt ^abe. (&& rourte 
ju ©unften bed Sifdjofö entft^ieben unb il)m ßujiara mit 
ber ilapcUe 6. ®eorgii ncbft *J}ertineruicn juetfanut. 

3)arauf gelangte aber ©crcngar II. auf ui\ Xbroti. 
2)erfe[bc war ein ^Jteffc ber Slcbtiitln S«tt)a unb gdnb 
Slbelarb'Ö, bernialigen ®ifd)of0 von fieggio, tvefibnlb im 
3. 9Ö1 ber ^ifc^of wiebcr nuö Su^ara audgnviefnt unb 
Sertba Im Srfi^ ber ;^etrt<6aft ®uaftatla unb ber Mju 
geböligen ^Mä$e (^amvomigliaccic, Sorieiiovii, ^eflcgnago, 
laefio, £ujiara, l^alubano anerfannt würbe. 5lud) reur* 
ben bie Srf)enfun9rn Vlngilbevga'ö neu bcftdiigt unb 
SSerlija al6 ficiige Sflebiifftu £. ©irli in ^iacenja wie« 
beruni anerfannt. 9ud) CttD I., Jtaifer von l>euifd}' 
lanb, befläliütc bet ©erdja ihr Amt alö Äebtiffin S. Sirti 
unb il)ren iBcfi^ ber „^orle SBnrbaftaÜa" nebfi jugt» 
porigen »lUä&en. 3)ie Slebiiffin Sertba fiarb um baö 
3al)r 960. 

Slbalberi, Berengar'6 II. aWitregeni, febtle im 
3- %4 l)eimlid) nad? Italien jurüd unb flifleie Aufruft 
gegen ben Jfaifer lütto an. (£r erhielt llntcrftü^ung von 
Ouibo, Öifdujf von aRobena, Sigclf, Sifffeof von *|Jia» 
ccnja , unb bcn 9Ionnen B. ©irti bafetb|), Qx fe$tf Hd) 
im gebiete von Öuafialla unb in anbem SBefi^ungen ber 
9ionnrn fef*. SBalpert (®uaibcrto), Urjbifdjof von SRoi* 
ionb, unb 9Balbo (tJJualbo), ©iK^of von ßremona, be« 
beuif(^en Äaiferö treue SSnliänger, eilten narf) I'euifdii' 
lanb, Cito bie gcfdbrli*:^e Sage in 3taIJeii )u beiidiien, 
worauf ber .^aifev ein ^eer unter Surffcarb, «^erjog von 
Sdiwaben , enifcnbcir. Xie )Uufnil)rcr würben jcrfprengl, 
Sibalbert flütfclig, Xer ©ifdjof von 9)?obena aber würbe 
flcfangeii gefegt, ber von *Biacenja vertrieben unb Sie 
frommen Sdjwcftrrn von ®. £irtu6 verloren einen $hrÜ 
ibrer ©üter, namentUd} au^ (^uaftalKi (um ba# 3al)r 
966), wc[d)cö Sßalpc«, bem (ir^bifdjof von "iKailanb, 
nebji anbem Sefif^ungcn jut üBelo^nung feiner Xreue 
verlieben würbe. 

Xie (£[jbifd}öfe von äKailaub blieben im 9tfi$ von 
@uaftaUa bitf auf ^rjbifdjof Sanbolf, So^n bed t^ran* 
nifd)en ©lalllialterfl ©onijio. Xtcfer ging in feiner Sei* 
gcwaltiflung fo weit, baß bie 2)iai(iinber fitft gegen iftn 
erhoben, ^x felbft murre erft^lagcn, Grjbilübot ^aubolf 
vertrieben. Xer tiritbiige Sanbolf verfaujic barauf einige 
Sefif^ungen bed @t|bi&tbunid 3)!ailanc unb unter anbern 
^uaflalla feinem 93ruDer Ulbcrlino, bem Dtto U. bcn 
©efi^ biefer ^crtfdjaft in golbener SiiKe befiätigte. 

®uaOa(la fam balb barauf in $efi& ber mäditigen 
gamilie <5onie. €« war Sltio (Stjjc) (£onte, wcldjer bie 
venvitwete Äönigin 9lbclbeibe fo bebarrlid) bcfdjü^ie, 
welcfcc Otto I. \)ax<t\ii jur (Scmablin ertor. lebalbo 
C^onte inad)te ftdj juni ®rafen von Sßobena unb jum 
®rafcn von Sleggio, unb er war cd wabrf<^einlid} auc^, 
ber ©uaflüDa erwarb. ®uafiaQa geljörte nunmelir jum 
@)cbiete von 9leggio. 

aiö im 3. 907 qkpfi ©regor V., bet Xeutfdjc 
©rune, Otto'« HI. Setter, biirdj btn ©egenpapft voii 



GÜASTALLA (GESCHICHTE) — 33 — GUASTALLA (GESCHICHTE) 



fect Partei fcefl ^airiciu« <Stföieiufu5 auö fRom vertriebe», 
ritt na(^ bcr Som&atOcl juiüiffcß, erEjcb er untcrivegd ju 
©uaflaUa "bit bortige JtapcUc €. ^^etri ^ut ^fitrrfird^e unb 
fegnetc fie «t« folc^c t)ft|6nU£^ Hn. ©uafiaUa fcftä^tt eö 
fiep j^eW jiir hol)en (fl)re, bap ifjrc ^Jfaufircfec öon einem 
*Papfi in ^erfon einßcnjfibt roorten unb beding Me in 
bie neueftc 3<»1 "ii jäbrlidjeö gefi jnm ?lncenfcn an tiefen 
Sotgand; aud> würbe fortan mit ^dc^ug baiaurbie Jt\xi}t 
®. ^etti fie(4 einfach ia '•J^itoe (bie ijjfartfird)e) genannt. 
X)er J^aifcT eilte baniald aldbalb nac^ 3t(t[ien, fü[)rtc 
©regor narf) Äom jwtüd unb fe^te i^n auf ben ®tuM 
€. U'etri. 

?^onifajio, Ücbafbo'tf 6o6n, tre((^cr feinem 9?atcr 
im 3. 1012 nat^folgte, war Orof ber ^arf HoStann 
unb bcr lomborbifeften 3ÄarI, n)et<^e Sfteggio, ÜHobena unb 
*Kantua befaßte. 3bm tvutbe im 3. 1040 jene 9Jta* 
tWtbe, bie ßonteifü 9??aiilba, geboren, weldje alö Uni* 
rcrfatcrbin bcÄ grcpen Üerrilcriolberi&ctf unb bct großen 
lflet((>tliiimfr bcö ^öatetd bainit tinen )o trrhüngniöooÜen 
(Sinflufi auf bie firdjlicteu ^iücTbältniffe ausüben fofftr. 
Slai Söniffl.nic'5 meuct3lfrif(t)cr dnuorbung im 3. 1052 
wanbte feine fflitroe, ®räfin 59eatri«, ®uafiaüa i^te be* 
fpnbete SJufmcrffamfeit ju. €ie banic neben ber 6. ©ar* 
i^otomäudriT(^e eine fefle $urg unb befefli^le bie €tabt 
mit dtingmauecn. @uaftaUa gi-Tani^te unter li^r unb unter 
ifcrcr 3!o((?ter, bfrSJJiufgtiifiii OTatfiUCc, ju einer nie wieber 
erreichten SBIütöe. ^k aSorgö, wetdje fi<^ txjm (SnfVcUo 
l)tÖ jur *l?iei>c (®. *Bctfrafir4e) erfhecfte, war bidjt mit 
^dufem bcfeoi unb uon einer ßTO^en ©traöe burdjjogen. 

^larFgräftn 9)?aib{Ibe, eingebenl, ba^ (SuaflaUa einft 
ein Sefi&lbum beÄ S. Sirttflortcrd in 'iiiaanja gewefen, 
fc^cnfle tiefem fcic ßorte (Sortenoua bei Sujjara ald ab* 
folutc6 (Sigent()um. Salb taraiif bef^ab fte firf; bei bcm 
Mömerjugc Äaifcr ^eintid)'d IV. mit ©regor Yll. auf 
i^re Stammburg (Sanojfa. 

$11« fobann im 3. 1090 ^einridj IV. SBcIf, Tin* 
Iftllbe'ö ®cmaf)(, grff^lagen unb SWantua genommen halte, 
ieifieteu ©uaftnUa unb bie anbcrn feften *pid(jc im ©üben 
b(ö $0 fo Iräftigen Iffiibnfianb, ba^ .gieiuritft ^wei uofle 
3at>re bort aufgeballen ujuroe. 

3m 3. 1095 hielt ^apft Urban II. auf anregutig 
ber 3)?arfgrQfiu ein (Soui;!! in ©uafiatia, niffdjeö tatauf 
in ^incenja beenbigt rourbe. Sei biefer Octegen^eit er- 
birlt bie Aixiit ton ®uaftaUa, weifte bamald aud ber 
^ieue unb fern Äirdjen €. SSattiioIümai , ®. ®corgii 
unb 6. Martini beflanb, bie @ttTe, unter ben unmitleU 
baien Sc^uß bcfl fjeil. £tul)(d geficüt ju werben, eine 
9Iu0)eld;nung, welche mit fcrfdiiebenfn für bie bortige 
^rije orificii fcaften iBom-diicn rerbiinben war. Xiamit 
waten bie Änfprurfie beff ©ift^iofd rion Steggto auf ben 
Gerrit orialbeltt» von ®uaftaQa t^atfdd^Iid; aufgel^oben, 
fic waren in bie ber l)cbcm, ber päpfllid]en Iftutoritdt 
aufgegangen. (Sin C^apitel von 6ttfrdl)erreii würbe in 
bet^Piere gegrünbet: wccaud bernctgcbt, baö bie Äirdje 
bamal0 in SBefife beitä^itidier, ihx augenfieinlidj ba« 
mal« Don bet "äWarfördfin näf)rr jugcwiefaicr Üinfünfte 
Farn, ^ie Stitite ®uaf)atla'« ert)ie(t mit jenem fbr buTi^ 
SButte Utban'fl n. uom 3. 10% ertl)eitten 3Jriüilegium 

31. ViK^n. >. fID. IL St. Siflc errricB. SCVI. 




voUflänbige IXrennung vom Sidtbume Stegaio unb von 
jebem unberu Sprengel, fic war „Nullius Dioeccsis", 
ftanb au«fc^lie^Ii<^ unter ber unmittelbaren fircfjtidien 
3nri«biflion brö hrif. Saterö. tiieffö ^rivifciiinm würbe 
von liugen III., Slbrian IV., ßöleftinuö III. unb fonft 
wieber^olt von ben *päpficn bcfldtigt. 

3n5Wifdfen erneuerte bie Webliffin von 6. Siitu« in 
^iaren^n ihre Stnfptttfke auf ^uaftaDa unt bie 'SRaxl' 
gräfitt 'äWalI)ilbe verweilte im 3- 1 102 Itingerc 3^* "i 
®uofta(la, wo fte tiefe Slnfprüdjc forgfältig untcrfudjcn 
liep, worauf fic ber 3nielba, Slebtiffin von S. £inu0, 
bie Surg unb bie Jprrrf<fcaft ^hiafialla (Castrum et 
Curtem Wanlestalla) .^unicfftcllte. Xk ?lcbttMln 3ntflba, 
bie neue ÖJebietcrin, würbe von bm CSJnaftallefen bereit* 
ivinig mit föelbmitteln unterftufti bebufö SSJicbererlangung 
anbcrweiliger früt)erer Serien ngcn, wofür fic itjnen ver» 
f(f}iebene ^oU- unb Slbgabmfreibeiten gewäljrle. 

9{act}tent Äaifcr .^^i"'^'* ^^- ""b ber ©egenjjapft 
Gilbert verfiorbcn waren, Ijoffle ^itapft 'i'laöqualc il. bie 
€a(6e ber Äirdjc miebcr leidjt in Ortnung bringen, 
grieben unb (£inn:ad}t wieber ^erfieüen ju Finnen, unt 
fd;rieb bedljalb im 3- 1104) ein 6oncU ju ®uaftaUa aud. 
Sotfd)after ^einridj'd V. «nb eine gro^e SRenge von 
'Jlrätateu au0 3tütieii nnb beiu 9lei(^e fanben fi^ bem* 
nad) in ©uaflaUa ein. 

Xa« Verbot ber Saieninvefiituv würbe emenert, bie 
noct übrigen fdjiömatifdjen SSifdjöfc fiir nbgefetjt rrflärr. 
Xie Erneuerung bed ©efctscfl über bie Saicninveftitiir war 
aber ber $untt, wo in iturjem ^ni^it unb Jtönig feinb« 
lld) auf einanber treffen foUten, unb ba $afd)al bicd 
voraudfef)en lonnte, madjte er von ^uaflaUa aud eine 
Steife nad; granfretd), um auf jeben ^all am fraujöfifdjen 
^ofe einen St^uö ju finben. ©t bebanbelte ben Äönig 
von Sranfreid) gpwifffnna^en alö 9?ndifoIgcr Äarl'tf be« 
©regen unb forberte il)n in tiefem «Sinne auf, bie Äirc^e 
in if)rer Wottj ju vertl)eibigcn. 3n ßljatou« traf ber 
Spapft auf bie ®efanbten beS beuifdjcn Äöm'g« unb bie 
Serljanblungen über bie ^aieninveflitur würben ivciier 
forlgefeei. 

^lad) bem lobe ber Slebliffin 3melba, ©ignora von 
®ua(ialla, folgte Stchiffin (^ebrcnia, weldje ben f)eiligen 
Ort berma^en turdj 5(udfd;weifungfn entehrte, bü6 ein 
oHgcmcinc« Äergerniö enlfianb. SWatbilbe erctfetete, ba« 
cinjige 3]?itlc[ jur ^er^cUung ber 3u<:^t fei, anftatt bcr 
^tonnen TOöntJe einjufe^rnj wenn autft ju vermutben 
itt, bn^ bie iOfi'ndre, fiatten fte ba« Unwefen ni^t gc 
förtett, c« audj nidjt gctjemmi fjatten, ba e« ibnen fcbr 
genehm fam, um in ^eft^ be« reidjen ^fofter« ju gc 
langen, tn $apfl ftimmte ber Si(Ien«mdnung ber 
SRarfgrdfin bei, worauf benn im 3- IH^ bie unglötf« 
liiten 9?ünnen auÄgetrieben unb ©enebictinet vom Älofier 
!ßolirone \u ®. 6irtu« eingefegl würben. ®uaftaUa, 
ta« fo lange unter weibli^ftem 9tegimmt geftanbcn, fam 
atfo unter männlif^e ^errfdiaft. 

^atbilbe ftarb auf iljrcr ©itrg SPontcno be Sioncori 
am 24. 3«li 1115. 23ie ®üler, weitet fie fidj in ©ua* 
fiaUa jurüdb ehalten hatte, al« fie baffelbe ben 97onnen 
jurütfgab, fielen nunmehr bem SIbte Dbo von 6. Siriu« 

ö 



GÜASTALLA (GESCIIIGHTE) — 34 — GüASTALLA (GESCHICHTE) 



jw. Soti QSafdjal ü. v>urU ifjm ba« flffammtc Scr^ 
mdd)tnip l>fr Äaiferiti Sfugilbcrgn bfftätigt. 9ilu 0^o 
bcfiäligie fcin«ffitö beii Öimvoljncrn ron ÖJuaftalla aüc 
ibnftt oon licti SttbiifftmiPTt venDiUtijtdi grcibfiten: „War- 
stallengium pro multimoda caritatis humanitate et 
Buarum pecuniaruni lamtate quam tempore Imildis 
Abbatiäsae ad Terrae B. ^ixii jamduduui perditae 
libcrationem exhibueruiit". ßr krteit fie naniciulidj von 
*äinful)r» un& 'üWarfl^öden (Ripatico et Toloneo) unö 
gibt ibnen Ben communalen 9iicgnu9 tcr Seen, SBiilbcr 
unb glupttxrbcr iii bcr ^crtfdjflft. (Sr macfit !id? anl^rifrtjig, 
bad ®cbici nie, web« itifoljic von Jtticti ober auö [0»!= 
ftigen ©tünbrn, abjutrel«« oljnc bic tShumlllgung bcr 
12 (Spiifiiln (SÄöffeiO, wddje bie ßffcntlidjen Vliigekgcn- 
()<itfti unb bie iHc*tflpflffle vermalten. Süir crfehen alfo, 
b«6 ba« ^nfiitut ber 12 (Sonfuln, bic ©runblasje ber 
rcpnblifanifdjeu (Stäbteuerfaffunjjen ia 3tnlien, fi* au(fi 
bctrild in ©uafialla feftgemurjelt Ijatte. 3)ie (Sinwobner 
bfd GflfteUö uub ber ©wbt CÖorgo) werben für freie 
8eiite erffärl nnb finb nur )ui (Sntridjlung iljrcd jähr? 
lidjtn ©elbttibnlö an bcn 91tn oerpflidjtet. 3I?er SSJnifcn 
unb $feib liilt äiir 3Jcrtl)fiMaung bcrÄirdje, brö SBater« 
(anbeö unb bcr verfönlif^cn grei^rit, in brffcn üÖe(i& 
foüen fic mit allen 61>reu afbal«" njerben. 3)ie SBnucm 
(ßöri^e, Uustici) baben bageflen eine Innjic iKeifie von 
aogabeu in Natura ju entrid)ten: 93iet, ©eflööcl, (»c» 
treibe, ^ein, ^ot} unb bergl. 

^ie abgefegte gebronia benu^tr aber bie Slnfunft 
bed ^aiferd in platten, um mit ibrcn 9tonnen vor i[)m 
ju erf(bein<n. (gic et^ä^lte roetnenb, ivic fie flcwnftfam 
tind ibrem retbtmä^igen Sernj flu6jiefto^en icoröcn fei, 
unb flehte um ffliebcteinfeßUHfl. ?Jon 3)iitleiö ßenilm, 
ertldrte ber 3)Ionard), bie ungliitflid^e ^amt füble mit 
died}t fd)mcrjti(b, n>ie febc fte in ibrem iKufe unb ihren 
Äedjten fiefränft werben fei. (^r erfebe, iagte er weiter, 
baö bic iSuflfepung Icbigltd) auf Sefeijl ber (%(Sfin Whv 
tbilbc grfdjeben fei, wrld)« bnju feine Scfuqniy b^tie 
ebne ®cjnqnabme auf feine von feinen Qiovi'atircn ilim 
vererbten ^atronatdrccfitc über baö JJloftcr unb beffen 
geubalgut. @r ^iep gebtonia gute« SKur&c« fein unb 
lie^ buid} Jtriegdvclf ben Übt :Cbo unb bie SRöncbe aud' 
weifen unb gebronia unb bie 9ionnen ein(e$en. ^iefc 
€a(I>e jwifd)cn ben 5)tön(fien nnb ??ouncn würbe im 
6onri[ in Otbeimö, weldjeö ^inipft (»aliriuö U. im ^V 1119 
betief, mit Gifer verbanbelt. 3orbanud, (Irjbifdiof von 
3]?aiianD, weldjem bem Xeftament ber Jtaiferin Slngilberga 
pfolge bic $efd)ü$ung bei 'DIonneu oblag, nabm fid) 
ifirer <Sa(be fo felir an unb mad}le bie Legitimität i\)tn 
Slnfprüebe fo naibbrüdli:!} gcitenb, bag iro^ bed un* 
günfligen Umftauted, bap bie ^tcbiifftn butcfi ben bem 
Keil. Stuljlc fo verbaptei; ^einrid) wieber cingefeftt wor» 
ben war, ber ^^vipft nitbt umbin fonnte, ju itjrem @unflrn 
ju entfibeiben. $116 barauf ber (Sr^biftbof von ^lailanb 
mit 6omo in gehbe gcrietb, trat auf ^Inregung ber banf' 
baren ^ebtifftn ©uaftaila mit ^tantua unb ij^arma in 
ben (ombar^ii'd)eii Siäbtebunb gegen 6omo unb trug bie 
aSaffcn liir Wailanb. 

ftbt Obo matfcte bem 5?nvft ober unabhifüfl ^Jor- 



fielfungen gejien Slebtiffm gebronia, ^einridj'e warme 
Slnbängeriii, unb ber Q>apR erflärte enbli(fi baö von ibm 
ju 9tbeim6 gcfiUlie Urtlieil fiir etfd)li<l>en unö ertbeille 
ber «cbtiffm neue SBeifung, baö Älofier ju täumca. 
gebronia verweigerte ben ©eborfam, unb injwiftfieti flarb 
ber UäüPfi im 3. 1124. Unter |»onoriud II. würbe tiefe 
Wuflivcifung mehrmalö wieberöolt, jebocfi immer vcrgeb- 
litf); bcnn wätjrenb bie Streiimacfit bcr lombari-ifien 
6iäbte im gelbe ftanb, bielt bcr $apfi e6 nidji für an* 
flfjf'fltf flCyl'^n fci< VlcbtilTtii mit (licwali vorzugeben. !£o 
alfo mit |(finftlitben Jtüubigungeii nicbld audjurii^ten war, 
fo verfiiAte .^onoriud in ßongregntion von ^ifdjöfen 
unb ßarbindlen gegen gebronia unb aüe ibre flnhängcr 
auÖgelprodjcnc (Srcrmmunication; allein nu* foltbe Sli^' 
itrablen lonnten gebronia nidjt bewegen, ibrÄlofter auf« 
jugeben. 

3nbem (Fremona in feiner Im % 1131 gegen Q^arma 
auÖgebrod)encn gebbe e6 febr wünfdjeiiöwerib fanb, jenfelt 
be« »|3o guö ju faffcn, *l?iacenjQ aud) mit ßrcmona ver* 
bünbet war, fo miicfite biefe StabI ber Slebtiffin ben ftu' 
trag, ibt einen brilien 2bei[ bed ®ebicleö von ÖMiaftalla 
unb ?u)i,ara abjufaufcn. gebronia war bamal? in ®clb« 
verlcßcnbeit, bcfonbcrö wegen fucrglfrtjer ©eireibung ibrer 
*Wedjtöbantel, nnb ber -fiaufocrirag fam am 8. 3an. 1127 
3U €tanbe. 

3m 3. 1129 ließ bcr *|iavfi eine ©ijncbe ber ©uf» 
fraganbifcfiöfe ber Sombarbci unter bem ^orftg jweier 
ßar^inöIe ju i^avia berufen, um gegen ben (Srjbiftbof 
von IKailanb ,iu verfabren, weirfjev fid) unterfangen baKf, 
(£onrab, ben SÖruber Snftncb'ö von Stfiwaben, wiUfom' 
men ^u btiöen. 3"fllf<rf) be|djäfiiflte fiA bic Sunobe mit 
bcr ©adjc gebronia nnb Ote, 3I)r ©efdjiuö cntfdjteb 
ju @unÖen Cbo'd, gebronia'd @rrommnntcalion würbe 
erneuert. Siacbbem bie ßatbindle fid) fobann nadj ^^ia* 
ceuja begeben unb firt) nocb mit bem bortigen SBifdfof 
Vlibuin beraiben bitten, würben tit 'Xmmtn jum ^weiten 
■äSal flu« ibrem Älofter mit ©rwalt auögefcftt. Die 
VIcbtifün bcfdjulbigte ben 91bt jc^t nocb einer '}teibe von 
ajergeben, nnmcntlid) beffen, Öinfunfte bed Älofiertf ver* 
lauft unb verfdjlenbert ju boten, weöbalb nodj ein lepter 
*ürofe0 eingeleitet würbe, in weldjcm Cbo fid) redjtfertigte, 
worauf enbgülii.j bo« 6. SittuöfloOer nebfi beifen Söc 
fi^ungcii tiem Slbi unb beffen Siadifotjjcrn juerfannt würbe. 
2>er Slbt bcftättgte (iiemona ben SSeiip bed von gebronia 
getauften &lnt[)eild von (Üuaftalla. 

9luf bem Stömerjiige be« beutfcfieu itönigd £otf}a{ 
fdjiog fi(b bemfelbcn äHailanb an, bad mit ^.remona in 
ge^be ftanb. 3» Sotbar'ö ftegreidjem gclb^nge würbe 
benn audj Mi^ von Cremon.i bric&te ©uafialla, ,?Oppi- 
dum niuuitissuiium War»tal^^ in ben Annal. Saxon. 
genannt, nnb jipar ni(bt obne Slnfhcngung eingencmmen. 
9Iad;bem bic SBcfatjiing aufl bem SSorgo vertrieben war, 
würbe ba« ®d>(o^ um^mgcit unb befianb eine rcgelmd^igc 
93ela^entng. Sowol 3Ibt Obo, wie (Sremouo, verlor ie$t 
©uottnlin, weldjeö ßotbar bem J&erjoge .^einrid> von 
€adj!en gab. 8otbar f*lug fein ^auptauqrnrr ju ©ua« 
ftalla auf, wo bie (5remone|er mit ibui Unterbanblungen 
anjufnüpfcn fuditen, waö feinen ©rfolg baue; benn 



CÜASTALLA (GESCHICHTE) — 35 — GÜASTALLA (GBSCmCHTB) 



I 



I 



Soibar war gcflcn fie, q(6 grirtcnöfiötcr, jii ff[)r etAurnt. 
Uli Öciliar Ktodj nat^ '^cuifcfclanb, wo tct Äöniq uon 
Toiftcn SdjTOierigfciten in Stni'prucb gcnomnifii »ctirbc, 
fteimjjcfefiri a>ac, jog oucö fc« ^fTiPflDon ©nt^fm wie- 
Ux ?cn @ua^aUa ab, baö '^Ibl jObo unb bu (SKtnoncfei: 
fobnnn wietnr in 93cfie »aftmen. 

3m 3. 1152 war bcrcflÄ Rrfrtrid) I. Äenig ooti 
Italien gcwoittTi. unD Im 3. 11;'»^ f)Qiic tiefet bercild 
Icöcano, Spclcti, Sartinim imC frtmmllldjc ^Ulatiiil' 
birtifi^e (kütn feinem Cbeim ©elf jufiewicfen, q(6 bie 
lombatbifdjen Stäbte nodj imm« mit iifxtn ^c^ben fort' 
ftibrcn. I)ie (Stemonefer unb ^armeginner flanben im 
gelbe gegen einanber, bie erftercit würben bei Safaluccblo 
geft^lagen unb bie Icf^lcren lüdteit t>oc M9 von beit (^»> 
monefern unb ^^iarciitinem befegte @uafloUa unb natu 
men e« nad) (npferer ®cgenwei)r. 3m 3. HiH famrn 
nb«t gfif^'i*^ ""^ ®*'f- ^'ff*r naijm baö 'äJNiitjiibi« 
nffcf)e C^be in ^efig, milfiin aud) ©uaftoU^- 3>i tinrr 
Urfunbe fom 3. 1154, in wcIcöct er ter *PieDe (ber 
ijit*e S. Pctri de Varstalla) feinen £d)uo rett)ie^, 
nannte er ftd} ^^DomiDUs totiiis domiis Comitidsae 
Matbildis". 3nöem Ter Vltt T>on S. Sirtu^ bcni Äaifer 
iebod) aiurfteüungen nuid}(e, reftilnirtc tiefer il)n in ®ua' 
fiaUa unb Öujiarci. 3ni 3. llöö lägt ftd) eine betrac^t^ 
iit^e Sunafjme ber ©euolferung unb Sefferung ber 9Ser* 
ftdltniffe bemerfen. 3n ber 9JtÜa SJoncagliö truibc bie 
€■ 3a(obdFtrd)e gebaut. I^ie J?lr<^e von @uaf^alla jablte 
Jamale bem tjeil. 6tu^le ial)t(iift 3 (ÖcIb'Sijanler für 
gewäfirie gtcihcitcn. 

®pbolb Der »ffiiifer rnitfi 3;eui''d)(Qnb hcimgefcbrl wor, 
begannen bie^änbd ber knnbarbifdjen ctäbte ton 9ieuem. 
Siemona beeilte fidj, ^om $lbt ©erni^arb ton @. Sirtn« 
fein £tittt)eit von ^uaftatla unb 8uj)nT(i wicber jii er« 
|lel)en, wofür Sremona ifjm feinen ©djuß unb ©cifianb 
gelobte, 'darauf jog ed ju S^lbc gegen 3)?ailaitb unb 
ireedii. Sviebrid) febtte fAlciinig nadj 3t^ti<n ?uiüd, 
ging aber ben ^jo unb bcfei^te ^uaftdila, um bie ^e^te 
^remona'd ju wabicn, bie er fiimniilid) anerfanntc, wot'' 
auf (X vor ^Blailanb jog. 3ni % 1159 befehle ^erjog 
SBelf von @poleli @uafta(Ia, bem ber $at>ii fd)rie6, er 
möge tofb @uaf)aUa unb Suj^atq, bie Jtloflergnter von 
©, 6irtuÄ, vor ®(taben tjüten unb ben rcrfjimäpigen 
©igentftnmetn crtiolten. 

?lnd> bem giille 'iDIniianbÖ im 3. IIC'2 war c« wegen 
't«r 8-i<brid) erwicfcnen unverbnidjlid)en Xrciie (Sremona 
oBcin unter allen (cmbatbiff^en Släbten, weldjem ba6 
$otred)t ^u Xhtü würbe, unter ber 9{egicTung feiner 
eigenen @onfuln (Sdjoffen) ^u verbleiben. @lol) unb 
übenniitt)ig geworben, feßtc Gremonn ftd) wifcerred)lIidKt 
tSeife nad} unb na<^ in ^^eftQ ber ganjen .^crrfc&aft 
©unf^alla, vetbriSngte unb vertrieb fd)lie&Ii{ft mit Gewalt 
bie JHofterbeftörben ouÄ ©uafiaUa, l*uu(iro unb iSufitU 
nuovo bi ©occn b'Sfttba. 3n «inet im 3. 1177 ber ©tabt 
(Sremona sut ©eflätigung ibtcr ^Brivifegien unb Sefißun- 
ßen ertfjeilten Urfunbe Tbridit Sriebrid) nur von einem 
ibrittbeile von ©unfiaUa (tertia parte QuardistalH). 
3m 3. 1183 legte 3(bl ©anbolf '^on ®. Sirtuö icbot^ 
bittere ©efdjwetbc beim Äaifer ein beirefffl bet Ueber* 



griffe ber Sremonefer. 3m 3. 1184 Wieben biefc Älflßcn 
unberürffidjngt. 9llö Sncbricö im 3Anui]r 1185 nad) ^Jia- 
cenjrt tum, crf<^icn SIbt OJanboff aber perfönlidj vor jbm 
unb legte iljm einen auöfüftritdjcn ©eridJt übet bie 6ad)e 
vor. Xcr Äaifcr verfügte jept, bec iäbt müffc in bcn 
Sefi^ bet von ber Jraifciin t^ngilberga geftiftcten vRlcflei« 
gut« wictct eingefe&t werben, inbcm er alte ftcittgcfun* 
benen Sicrfüufc un& ^JlUcnationen betfelben für ungültig 
erHärtc, bii ^c o()nc faifrilirfjf ö'cnfhmigiing gef^cben 
feien, burd) weldjc atlrin foI*c SJetöupeningcn ©ültigfett 
etijalten fönnten; jene Stiftung unmliegc specialiter 
imperiali juri. 9?nd)bem fomit flbt ®anbolf burd) faifcr^ 
Iid?e Vlutoritdt wiebct in Scfiß von @)uafialla unb $uj« 
jiara gefegt werben war, erl)iclt er im 3. I18G nud) 
fcitcnö oc6 *yapficö Urban III. 95eftaligung feinet 9Icd)lr. 
Cremend, bie treue 5?Iiilnin»jp.lii ^tifbridj'ß, ergrimmte 
aber gegen Ifcn in bitterer Sembfdjaft. ®ci ber i^odjjeit 
feim-e golmrö ^ciniic^ mit Gonftanje, Äönig SDJonfreb'd 
von ^sirilien !£oditer, crfd)tencn SIbgeorbnete von allen 
6tdbtcn be* ^nnbeö außer von (ircmona, roafl ber 
Jtaifer föt eine fd}were Selelbigung rtad}letc. (Sremona 
würbe in bie iScidjöadjt gctban. Unb ta (Srcmona bem 
fd)riflltd)en ©efeWe, ßluoftnürt ju tnumen, nccfi nitfct 
nndjgefommen war, fo jog ber Äaifer baMn unb trieb 
liie ßremonefet mit ©etvnli aud. Die CSremoncfet muö- 
ten ibren ©if(^of €ied}arb fenben, temütt)ig Sibbitte t^un 
unb würben bann begnabigt. Xa ber Äaifer aber nun« 
me[)t ®uafiaUa befe|»t t)attc, fo gab er ed feine^wegS 
ben ^tcmonefetu tjcrauö, ebenfo wenig jcigtc er fidj bc 
reit, i'6 bem Äbte ju übergeben, 6ö würbe icßt eTf(arf, 
bie (£adje bebürfe nad) bciben Seiten fjin nod) ndberer 
Unterfuc^nng. ^iermutbüd) war er icpt gefonnen, feine 
9liifvrüd}e auf bcn ÜKatbilbinifdjen 9?ad)lap bei ®uafiflUa 
in Slnwenbuug ju bringen. @d war anbcrd befd?loffcn. 
grlebrid? begab lldj fdjieunig auf bcn Äteujjug unb fanö 
plöeiid) feinen üob (IIUO). 

Die in (iJuaftaüa augefteUten faiferlidjen S^eamten 
midbraudjtcn ibrc '^ludn unb madjitcn fid) namenitid) 
mandjcr (Singriffe in bie 95efugnifj"c ber ^'ievc fd^ufbig, 
wetdje, ba fte «umittclbac unter bem *Covftc fianb, be* 
fonberd bcvorreditet wat. ©ci ^einridj'S VI. Slnwcfen* 
^eit in ber Jombatbei begab fid) ber ;£>auBfprie|icr lArci- 
prete) ber guoflaUer Vfarrfirdje ju ibm, nnterbrcircte 
bem Äönigc ffine fcctreffenbe -Rlagcfdjrifr unb funb vclU 
fiänbige Sinerfennuna, inbem laut Urlunbe vom 3. 9Iov. 
nOl bie Siebfrei n ff pung bet *Bicve in bie 93orred)te 
unb ©efugniffe, brrcn bte raifctlit^en Seamten fie tfottcn 
berauben wcUen, verfügt würbe. 

3m 3uni 119.^ ^ielt ^eintit^ feinen ©injug in 6rc^ 
mona unb ficKle in Slnetfcnnuug ber von ber BtaH 
feinem ißater bezeigten Slnb^nglit^feit biefelbe wiebcnim 
in ©cfi^ pon Q}uafla[fa unb $Ujjara. llJarnnf wanbtc 
Äbt ©anbolf fi^ an ben $apft, bem fr nadjwiffi, wie 
dremona burcb einen nngefeplidien J(auf von ber $lcbtiffin 
gebronia ein Dritt^cil ber ^enfi^aft crfianbcn unb fid) 
bann t>urd) 91nwenbung von ®ewalt aflmältg bie beiben 
anbern Xritlbfilc jugceignct batte. 3nnoccnj HL über« 
trug bie llnterfud)ung ber 6ac&e bem $ifd}of $rtcr von 

5* 



GUASTALLA (GESCUICHTE) — 36 — GÜA8TALLA (GESCHICHTE) 



iSeggio, VHliitx md} dnge^enber 9}cr()<inblunc| utib 9Jot' 
labung bt^ ^jjotcfia unö meftrcrer ©inirobncr (Jrfmona'Ä 
taljiu cmfcfcicB, bfl& Ut 5lbt in "Seiiö ce^ €djlufff4 unD 
ber (Sunt @uaftciUa tiiib ber €utte Suj^ara eiiijufi'Orii 
fei. giimiiuIlD, bcr 9gcnt 1^ Sifdiofd, begab ftd) am 
fotgrnbcn Xage nad} @tui|laQa mit Sdjreibem, traf [)irc 
bcn Slgcntfii bed Slbleö «nb gut ibm in dJegeniDarl bcT 
<£*rfiber am Tliorc uiib riiigöuni am ®raben bcd 
«ädfloffcö in fllUr gorm ©cftp bfficlbni. 'Sarauf bt* 
gaben fit^ beibe SIgcntcn mit bcu Scfjreibern nadj i?uj« 
aara, toö bei SIgcnt be* Sibtc« burc^ ^ßehanbigung vun 
@tbe utib ^aunijivci^en in Sefi^ biefer 6uitc gefegt würbe. 
^Uetii bie @remunc|er belädjcllcn nur biefe geric^üif^cn 
Sörmlid} feilen intb gaben it^rerfeild bcm Stbtc Fcinedn>egd 
ScfiO' ^iinocen) übergab nun bie Snd)C Don steuern brm 
©ifi^of um 9)tcbcna jur ©erfianbliuii], roeldjer raö Ur" 
Hiell beö Sifd}ofö 130« SHeggic beftätigtc. Crcinona ge^ 
bDrcble nocb immer ni<^t, «nb cd xvnrbc bann tad 3nterbift 
übet tie Stabt auflgefprcdjen. 2)ic Srcmoncffi: beadjieten 
bif J(ird)t'nienfur nie^t; fegar bie @etfllid)feil ber €tabl 
^aite ben SRnil), iroö bc6 3nterbiclö ^cffe nnb 6acra' 
mcnt offenilitij ,fu (wge&cn. (SniTüfiet breite ber *43abft 
bie fit^TOcrften ,ftirdienftta(en bei läntenben ©lorfen nnb 
breunenceu Siexi^en ju i>erhängen. Slücin er hielt ed 
filicglid) bocb für baö ÖJecignetfle, fo fejiem SBibetftaubi; 

Jegenübec nadijugeben. $luf ben dlatl; ic^ fingen ^apfied 
am eö jwifdien ben *lJrtr(eicn ju einem (Sompromiö, bad 
^bt ®anDolf um fr bereitwiUiger annahm, ald eben bamald 
anCb »Ciaccnja, feine eigene Stabt, fii gegen il)ii empört 
nnb ilin nnb feine 3Kcndje aufgetrieben battc. Xemnad? 
fertigten im 3. 1205 bie *I3artcicn eine Uebcreiiifunft, 
natö nwUljer ohne 'l^rdiiubij ber 9ted)tc bcd SlbtcÄ gegen 
idbtEid) am ^Maeli^tage feitend (Srcmona'd bem Sibte 
iu euiridjtenbe 3*it)lu"!i "o^^ lG0 3mperinI»l?ircn ßvcmona 
bid jur nddjften J^aiferfrönung burit ben ^apfl im ^eft^ 
von ©UQt'talla unb ^uj^ara ucrblicb. Sltö fobann im 
3. 120» Otto IV., ^einiidj'ö bed Üöwtn €ofjn, vom 
^npttt 3nnoccnj in ber 2)arilica Siuticana bie rDmif(te 
Jlaiferfrone empftng, war bamit bie nnberauinte Srifi nb* 
gelaufen; ta itbod) injroift^en (Siemona ber *13artei brr 
©uelfen beigetreten n>ar, fo ifitU e6 ber *15apfi gegen* 
wfirtig für bnrdjau« nidjt nngcmeffen, fid) mit ber inäd)* 
ligen €labt einjulaffen, unb bewog ben ?Ibt, ben Xermin 
weiter ju vrotongiren. 3nt 3- 1212 fdjlo(j ffremcna fidj 
ober ben ©bibeUinen nn unb gab griebrld) H. auf feiner 
^urtt^reife einen ptad?tvoUen Gmpfang. 3m 3. 1213 
erlitten bie 3)^li(Anber (Quellen) buidi bie (Sremonefec 
eine gro^e 92ieberlage. 

m xßat in ber 'SKitte ber JTriegdwirrcR, ba@ ein 
Einfang mit ben Jtanalbauten im guaftaUifilicn ®ebietc 
gemadit tunrbe, weldjc bie burd) ^intenuaffer ^rö ^0 
nnb burd) Äegenwaffer gcfpciften flagnirenbcn, funipfigen 
6cen unb Sadjrn, bie bort grc&e Strrrfen einnahmen, 
troden legten nnb ben frud;itbaren S3oben ber dultuc ac 
wannen. Der gröptc unter Jenen Seen war ber $0 
mono, cieUeid)t ein früberrd $o>33ette, welcher ftd) von 
Steggfclc im Gebiete von Sleggio bid nad) ©uaflalla, 
bermalen im @ebitic von ßremona crftrcdle. 3m 3. i2I8 



trat dremona tn ein 6(^u&' unb Xru|)bimbni0 mit 
Äeggio, wäbrenb e# an6 bnn ©ünbnig mit bem iKeggio 
feinblif^en ^i)Ianrua audfd}ieb. 9teggio war bed Sdju&ed, 
welttjrn (Ercmona ibm gew^tbren tonnte, fe^r benötbigl 
gegen ^Kantua, bem ed eine anjaW von Ortfrf>aflen ab» 
genommen batte; wc^balb ed benn 'gegen ^xm^t tiefrtf 
^d^u^e^ ben ©au bnS SagliatafanalS jur Urodenlegung 
Ui $0 mcrto übernahm unb bie 9tufgabe aud) aud< 
führte, obglrid? bie Arbeiten burdj bie Ueberfällc ber 
Wanlovaner fortroäbrenb geftört unb bereit^ auögcfübric 
S33fr(e wieber jer|iört würben. 

$apft «^onoriudi HI. ließ eö fid) crnfilid) angelegen 
fein, ben griebeit jwifdjcn ben lombarbifdjen Stöbten, 6ic 
burd) itjrc unaufi;örlid)en gcbbcn fidj gegenfeitig ju 
@runDc riditclrn, wicbcr lj"iufieircn , unb fo veranlagte 
er benn aurfj, taß im 3- 1219 bie £a*e jwifdien bem 
6, Sirtnöfloilcr unb dremona wicbcr aufüfnommen 
würbe, um birfclbc cnblidj jum äu6glcid) jn bringen. 
3u bem ©el&ufe würbe ein gdjictögeridjt cingcfc^t, be» 
ftel)enb auÄ 9iuftico, 'iUrior von dolumbario, *piinberampo, 
^auplpriefler von 9)iobena, unb Sljjo, ^bt ber SSene* 
butiner von 6. ^olirono, vor wcldjcm QJroruratoren 
feitenö be« Stbte« ©anbolf unb ^ngo'« ba ^rcdcia, qjo» 
bffta von ßremona, erfcbicuen. 

Sluf gefdjctjenc ^Sorlabung erftbicnen aber weber bfr 
*liobc(iü, nod) bie JRathöherren, nod) aud) bie ^liroeura« 
loren von Srcmona vor bem ®eri(fttc, weltficd fobann, 
wie vom ^apjle ermncbtigt, ^obefta unb £Hati> erroni' 
muniiirte unD bie ©tabt unter tn^ 3nlerbicl legte, ^re« 
monu, eingcfd)üd)tcrl burd) bie '5)emonftralionen, meldje 
griebrid) ll. ju ©unftcn bcr Äirc^f j" mad)en fdjien, 
unb befürd)ienb, bie Äirdje gebe mit OJenebmignng be* 
Äaifcr6 gegen bie ©labl vor, madjte Stticne, uadjgeben 
lu wollen, unb fanbte Scten nad> 3)7obena, wo Päd 
®eridn fa§, welche um ?lbfolu(ion von ben verbängien 
ÄirAcnfirafen baten unb bie Stabi jnm Slntrill ber Sscr* 
banblungcn bereit crlläitcn. 2)cr Aauptpfarrcr von 9Ä0' 
ima ging nad) (Sremona, um Die Scrbanblungen wieber 
ciujuleilcn. (5r fccfanb bie ßrcmonefer ober fojäbe, wie 
nur je, nnb fc^rte rntniftet nad) SKobcna jurürf, wo et 
mit 3ität<!?ung bcr ttjm bcifitjcnbcn 'Jtidjter t>a& Urtbeil 
fdllte, Slbi ®anboIf fei in ^Befip ber Sanbe ffluafiaüa 
unb ?u3jara ju fe&cn. 6ebann würben Slgciilcn bf« 
®erid.nf6 nad) bem £d)lo|ie von Qluaftafia entfanbt, 
Wfldjc bort Slgcntcn bcp ?lblc? in aller gorm In 39cfi(j 
von ©nanatla festen. 

3njwifdjen bratftic ßremona in Grfabrung, bog frit 
bcr Äaifcrfrönung bad grcunbf(^aiiöbanb jivifdjcn Äaifer 
unb *4Japft fid) febr gelodert babc, unb fa^te OTntb jn 
fernerem 5Bibcr|ianbe gegen tad püpftlicbc ^elegaliontf« 
gerid)t. ©Ö entfanbtc feine Synbici nad) SRobcna. wcld)e 
gegen 1>\it gefAUte Urtlicil protcftirtcn , bie Diicfcter ber 
^j?arteilid)fcit nnb Scfted)Iid)feit jiebcn nnb allen ©ebocfai 
verweigerten. 9?un würbe ein 6d)iebÖgerid)l cingefc( 
befiebenb au6 ©cmarbo, ^auptpfarrer von 9/onantol 
aibcrt bi Suralotto unb .gtugo bei ßcntc. liefe« foUtr 
ent)d)elben, naß ju gelten babe, ob ber €pru(^ br« De- 
Iegfltiontfgerid)teö ober ber ^^tctt^ ber gtabt. SRtCfOl 




GÜÄSTALLA (GESCHICHTE) — 37 — GüASTALLA (GESCHICHTE) 



K 






$fancr t)on ^aftrU ^cauato und bcr ^facenttner ba 

Sibbiano wurcrn nod) (linju.iejoflftt. 5(Id baö ©tfciebö» 
gerieft aber jufammcnacfomnifn mar, fonnte es* über feine 
®c((tdftÖorbuung fdbft nicfet lum ßinuemebmett gelangen 
;nb af»g audeiuanbcr c\}nt irgenb ehvatf ^u entft^eiben. 
ie Sonbüi doii ßremona fleOten nun beim Dele« 
gationögcrii^tc bcn Slntrag, cniwfbct neue ®<^i«bdii(ft(et 
lü roähiexi ober nucb an Den ""Üapft ober an E>en Aaifet 
^icbrit^ jii vippclltrcn. 'Ikr .^aiiptpfarvcr tjon ^obcnn 
unb ber ^Priot Don 6olumbario crUärten, ibr ©eritfit 
IjiiU aiidi'c^Iie^Iid) (Sompetenj in ber €n<^e, ti fönnten 
weiter leine Sdjiebflgeridjte gcnjÄfilt werben. "Der *]3apfl 
beftdtigie biefe @rf(drung. Dm Sremonefem gelang enb» 
m ihre *lJcIilif, burd) li)te ^dbigreit bic ©cbult ihrer 
(Segnet ju erftijüpfcn. 'Jladjbcm nodj einijje njfilerc SJer* 
fjqnMungcn fiattgefitnben galten, jog (lAi juvütbtrü btc 
IMbt von *Pottrono auö bem ®cridjle ^urütf unb fub» 
ftimirte einen ?Könc^. Die S^nbtci »on (Srtmona pro^ 
tefHrtcn barauf gegen t^anbecantpo, ben ^auptpfarrer von 
ÜHobena, olö atiä'er aucE} gegen ben bei ben ^er^anb' 
luugen finuiiouirenbeii '•Jlotar SetracaiPonD, »eil beibc 
notorifcfc iicfd^irori'uc geinttc (Jremona'S feien, n^orauf 
benn audj ^i^anttcampo fit^ jurürfjog. (*nb(idf legte notft 
er l'inor ron (Solombario unb ber vom Slbtc von ^Pc' 
ono fubftituirte ^Wöndj ifcr Äi(^(framt nieber. 

$apf) i)oncriu6 belegirte ein neue6 ®ertd)t von 
reien jur ^ntfdjcibung ber ©adje, befle^enb au« bcm 
iftftof von i^iücenja, bem 9lbt von ©. <Savino unb 
lern ^^orflanb von (Santa (^uvbemia in 'iMacenja, tvor« 
auf C^remona Den ^eVLilImäd^itgteii C^irarbinu Wanaio 
von 3?olI>ijone mit ber l^rfl^nnuj ciitfanbte, er foUc mit 
bem ^blc von 6. €irtu« jum güiücben Sludgleid; forn^ 
nten. Da« gefäUle Urlt)cil gefiel aber toieberum gar nl<iH, 
unb Sejjo (loUroni, *ßobefia von Sremona, cntfanbte 
nun ^[ßcuratoren nad) 9)oni, um von 91euem nt appeU 
liren. Der *Papfi beauftragte fobann feinen (Sarbinaf* 
Icgaten in ber Combarbei, bermalen mit ber Beilegung 
ber in ^^iacen^a «rvifd^en ben ^tobitrn unb bem 3JolFe 
eittfla üben eil ^trettigfeiicn befd}äftigl, auü} ben Sricben 
jwifd^cn Srcmona unb S. 6irtuÖ ju ertvirfen. 3n' 
5wif(^cn batten jebod) bie (Sremonefer an ben itaifer appel« 
lirl, bem fie in ber tjftat fic^ in ber Sadje allein ju- 
f^änbif) erachteten, gricbrit^ gab bem ^btc ©anbotf funb, 
bei Strafe ^rrmona nid^t roeiter in biefer £ac^e mit 
*Ber^anMungen vor bem fir(Öli(ften ^otiim ju beI)eUigen, 
n?cil bicfetbe vor bad nteltlidie ©crit^t gehöre. Der *Papfi 
crtl)ei{te t)ierauf bem Sifc^of von Pacenja SoUmadjt, 
$obefta unb 9tat^ von Sremoua ju etcemmnniriren unb 
tu 6(abt mit bcm 3nlerbtrt jn belegen, I?i6 ben 93er-' 
fügungen be« von ibm cinpefepten ©eriöbtefl golge gf 
Uiflet fei. ®(t)lieilidj ettbeiltc er bur* ^reve vom 14. 
3Rai 1223 bem envdbnten 0Jerid?ie iöoUmadjt, ben 9tbl 
von €■ €irtud in Seft^ ju fef^en, tubem er juglelc^ bie 
über ^remona verhängten JTird^cnflrafen bejldiigte unb 
CTnenertc unb jebe Stabt befl CScborfam« gej^cn ben 
*Bobffla von (Sremona enlbanb. Da bie Iir(^lidbcn ©c 
hörten in ^iareuja wegen be« großen (Sinfluffcd, weldjen 
ßrrmona bort befa0, ienen ^Serfügungen be« $apf^ed 



xiiäit uat^iufommen vermodjten, fo ertftcift« er bem 53ifd)of 
von iortpua Prn Sluftrog. 

3njirifd!cn folgte im % 1227 »ßapft ©regor IX. auf 
bem päpfllii^rn Stuhle, welcher old Sarbinallegat bic fo 
lange anhängige @a(^e in ^dnben gehabt hntle nnb mit 
ihren @d)n?ierigFclten befanut toax. (Sr bcwog 3t()t (Ban^ 
bolf (id) geneigt ju erflären, bcn (Srcmoncfcrn ©uafiafln 
unb Üujjara ju cebiren, faUö ftc ihm einen geeignelen 
'4Jrciö bafür bcjalilcn tvürbcn, fielKe ben Gremonefcrn vor, 
eö fei nur rct^t unt» billig, fall« (it bic abfolute ^crr- 
fi^aft über bic beibcn Sanbc ju haben wünfdjien, fie an* 
xufaufen, unb veranlagte fobann, ba0 bic ^cfietitel in 
feinem, befl *ßapM, tarnen beim SÖiftftof SBilljelm von 
SRobena bcponirt würben. Der JfaiiffdnlHug rourbc nun 
auf 3*J<.)0 ^utperiaUVircu, glcid) «(KX) ©clbfjulben bama-- 
liger äöälfrung, vereinbart, eine beträd)tlid)e @umme 
nai^ bamaligcin @clbirerth, Wo j. S. in riner großen 
Xheuerutig ber *ßrei« von 10 imperial' Sotibi für ben 
©djeffel Sßeijen für höc^fl erccfftv galt, ©emarbo ^io, 
*l?obefia von ßremona, beponirte biefe Summe beim 
©ifdjof von 9Sobcna, unb ber Äbl von ©. Sirintf cebirte 
ber €tabt gremona feine fümmllidjen ^td)tt unb ilitcl 
an bie beibrn Üdnber unb eiilfai(tc aücn fernem gcmäfj 
päpfilidjer 58erorbnungen vrranftaltcten Jirdttöhänbeln. 
Die vereinbarte ©aorf^aft rourbc in 15 ©eutcin bcm Slbtc 
auögefe^rt, unb ber ^obefta nahm von beibcn ^anbcn 
Sefiß, nac^bem ber Siftfccf von SWobena iljm bie Sdjiüffcl 
ber ®urg unb ber Dl[cni(id>en ®cbäube in ffluafialla unb 
SUiiiara übergeben i)aUc. Der *pobefto von Wuniiolla 
unb ber von ^ujjara gelobten ber SiaM (Srciiuma Jreuc. 
'''{adibcm im 3- 1231 dremona für bie Sadjc ^ricbrid)*« II. 
bie aSoffen ergriffen haue, legte c« eine fiarfe Sefupnng 
ncKi} ©uaßalla, burd} iveld)e c« bad STfantuanif^c unb 
bie manhianif(^e ^obrütfe br^crrfc^te. 

3m 3. 1247 tvurbe in qjamta ber gbibcmnifdje 
$obcfta Ärrigo 5efta bi Slrroüc von ber empörten guel* 
fifrtjpu Sevölfcrung crfd)lagcn unb ber Oluclfe t*)erarb ba 
^orrcggio (vergl. ben VIrt. Correggio) ald *^obcfia ein* 
gefe(jt. Darauf mad)te fid) Midjarb bc S. Sonifüciu«, 
ber guclfifd?c gül)rer, in 33crona auf, um *|?arma ju ^ilfe 
ju fomuicn, unb würbe bnrch ben Seiflan» ber (Savaf* 
cahc, STmati unb®uajjoni, frcmcnefer Simitien, ivelt^c 
ber pdpfilitbcn *Partci anhingen, in ©cfip von ®uaftalla 
gefegt. Ofidiarb befetitt bie £laM mit guclfitUem .flricgd' 
voll unb hielt fobann feinen Üriumphcin^ug in ^l^arma. 
Äönig ©njiuö verlor fobann viel ^ät vor bem ftarfen 
®uaftaUa. 91I& Sriebric^ ieboih hcranrücfte, fd)lo9 ®raf 
Äif^arb (i(^ bem Sarbinal ®regor bc SÄontelungo an 
unb räumte ©uaftalla, rocldjrö eijelln mit ben Äaifer« 
liefen befeOtc unb ben eremonefifdjfn Sebörben tvicbcc 
übergab. Slud) nadj bfr S^n^^niitg von yjitloria blieb 
infolge befl Siegcö bc^ Äönigd Ucnjiuö über bie^fanto' 
vaner ®uaßalla im Bcfi^ ber JiaiferliAcn. grifbridi bc 
fudjie hier dnjiuff unb ernannte itjn ju feinem Stella 
Vertreter in ber Sombarbci. 

9lad) griebridj*« ü. lobe unb 3nnofenj' IV. triumph* 
voller iRürffcbr na* 3talicn fcbnitt Sremonn, »veld)e« 
aupct bcm ftarfcn @uafiaUa au(^ SredccDo erworben 




GÜ.ISTALLA (GESCHICHTE) — 38 — GÜASTALLA (GESCmCHTE) 



%<üU, t\c ©crfeMllitie jn»if<^fn ten @uc(fc« von SRan» 
tiM iint *C^rma flt>. Sonifio ßiiueüi, lürälpr von 
ffirfflcia, (FarPinal Cctattan Ubalfini, ®iaf *Hi(&art 
»on (£011 ©üiiifatiiiö unt tie 9?Äi^e »on 2)tanma, jobi 
unb IDkilanD |d)[p^en Cedf)alb eine Siga g^^en Sremcna 
ab. ;3brc .^rcrc foUtctt bei ©uaftoUa )U|ammenfto^cn 
un& biofcn iUoQ angictfen. (Srtmcna »langte jc&0(^ 
«inen Separaifric&en mit ^^larnia, mccin efl tcmfdben 
9?«ecfllo abtrat, roorauf tie Operationen brt Jiga gegen 
©iiaftalla bantald nntctblirben. 

3ni 3. 1277 jog eine iRotte empÜTter ßrcmoncfcr 
nebfi juge^r^cnen fNotten au6 ^atma, liHcggio unb SRo' 
bena nact) 0)uiirta(la, überfiel &a6 <cd}lo^, erftblug ben 
39efcI)Wl)Qbcr unb einen 3:ieil bev Scia^in^. tit ©c* 
faßung bcr bcmictjbarten iremoncüfdjni 1?uvfi Wuallicri 
eilte icCot^ tjtrbei, nal)m @uaßalla wicCec uub fübtte bic 
Sfufrübrcr nad> ®uaflaUa, no tie btiigcricf^tet n>uiben. 

3m 3. 1290 cnuarb Öbi^jo, "aWarfgraf b'^fie, €ignor 
von genara unb tcn Sleggio, btc ^arf(^aftcn 3{eggioIo 
unb l'uiijara bei 0)uafta(la. 

3m 3. ia04 gab SSarfgtaf «h» VIII., Obijjo'd 
Soljn, betn (Sfibert bc (Jprrabi bi Qtonjaga, ©ürger in 
'^fflflio wnb in OTantiia, unb bem SHobert be (Jacitale, 
39ürger in iHeggio, bie 33rii5nngen, gift^creicn, ^öUk unb 
©diiopeinlnnftc •oov. Otcggiolo, ©ujiara, ?ujjara, ©cn» 
jaga unb ^agnoto, inbem er 04 nur batf €(^lop von 
ÄeggiPlo unb freien Durd^jug uorbebieU. 

3m 3. 1306 btadj Ärieg and itbifdien ben ^äuferu 
b'Sftc unb (Sorrcggio (ticrgl. htn Slrt. Correggio, ga» 
milie). ÖJibert ba L^orrcggio nahm JHeggio, feine 3Jer« 
bünbeien "Wantua unb UJcrona gingen über ben ^l^o unb 
nahmen Strggiofo. (5remoita fal) betlücjt biefe Umgriffe. 
(Sd vrrftärfle fdileunigft ®uaficiUa unb befehle ^uj^ara. 

3ni 3- 1307 ging ®iberl ?i!ö^lid) nad? ©reßccüo, 
njnftrenb bie SRantcuaner nn ber ©rüde tton 5)efo(o, 
©uaftaüa gegent'ibcr, giiö fapten. ©ibert IjaKc bamit 
ben ^^cübcrgang gcnjoniien unb bie SJerbinbunfl ^ivifrtjcn 
Uiarma unb ^J)fatttua ju SBaff^c unb jn ^kWü gefiebert. 
2)a0 gcfammle cremonefiftfte ©ebict würbe Mtwriftet, bie 
?anbc ^onteroffo, 9)iabana, ($afo[maggiore, S^icarolo 
unb Söaigajola bem getier unb bem Sdjnjerl preisgegeben, 
avdi &uj;ara grnommeu unb ferbeert. ®uaf[aUa fal) ftd) 
bem ftöljen ©ibert &i(fIoÖ »reidgegcbcn. Ginroofjnet unb 
SÖcfaenng tjiellen c* fiir ba« ÖJeralhenftc, ber ^JeiüOlt, 
bem (Mlude au meinen unb unnü^ed ^Slutvergic^en ^u 
»ermeiben. ©CDot bie ©anner ©ibert'ö ild? ber iStabt 
nod) nabten, rntfanbten fte ©oten, tveltbe ibm funb 
gaben, ®uafia(la fei bereit, fi<^ feiner befannteti üapfa* 
lelt ju ergeben, unb um Onabe für bic Sinnjobner baten, 
tDel(tie nur burt^ ben 3n^ang ber ^remonefer fo lange 
ttnter ben ©äffen gefiantcn hätten. ®ibcn ))\t\t baranf 
feinen ^injug in ^uaftalla. 'X>n er ftd} ober teinedwegd 
baxauf verlief, ta^ bic grentonefei ben ÜUag nl(^t vaiu 
ber einnebmen unb ftd) bort fejtfe^en niüxbeu, lie^ et 
fead 6d}lo^ td^Ieifen, bie SQäQe abtragen unb bie 6(^lo$' 
graben audfitllen, fobap ton ber fo ftarfen 5epe nur bie 
©opentladK übrig blieb. So batte Crmona benn ©uo' 
ftalla vetlcren, nm beffcn 9efi^ e« fo lange Jtdmpfe be* 



fianben unb fdjHeflid} fo ft^wete @elbfumraen enirfd^tet 
batte. 

8(13 im 3- 1308 ®iber( au« *ßarma x^crtricben »urte, 
befebte @remona ba6 je0t offene ©uafialla unb nötbigte 
bie Ginwobncr ju erncuier Slncrfeunung feinet ^errftbaft 
^ie ©eronefer unb 3)lantovanrr famen jebod; beran« 
gebogen, trieben bie ^rcmoncfcr reiebcr aiiit unb rerbecr« 
icn bod ^axit. 3m folgenbrn ^abrc fe^rtc @iberi »riebet 
nacb ^lUrma jurüd unb n^ibmrte bei ^ufbiife befl vcr« 
obeten unb bocb fo fruchtbaren ©ebiae« i}on ^uafialia 
feine SJufmcrffamfeit. 

3nbcm ©ibert plö^ltd) m ben ©bibeOtnen überging, 
bei ber Ärönung .^einridj'd VlI. mit ber eifemen Ärone 
in SKaitaub anwefcnb war, von ibm jum ?lIeidjÖrittcr er« 
nannt würbe unb anberc ^^u0iti'''(^>umgcn etbiclt, eraditeie 
(Sremcna bieö für eine günftigc öielegcnbeit, roiebet in 
ben ©eil^ @uaftalfa'ö ju gelangen, unb frf)Io6 beÄbölö 
einen guclftfd}en Separalbunb gegen ®ibert (13U)< ^n 
bie Spi^e ber Bewegung trat ®uf)Iielmo (^aralrabo, 
Waii^efe be Sjiabana. @ioanni trifft, @ibert'« (Som« 
manbant ju ®uaflaUa, würbe br|lcd>en, bec ^\a^ er* 
liartc ftd) gegen ©ibert unb bie (S^remonefer jogen mit 
ftarfem fieere ein. Xa rürfte Jpcinrid) ror dremona, 
nnleriparf e«, unb bie Stabt mu^le ihm ©uatlalla ab' 
treten. 9lun befa^ ^axma ein bod){)etd)äpted Äleinob, 
bie Ädiferfrone griebridj'fl H.; nad> ber Ueberrumpelung 
©ittoria'Ö batte fte ein gemeiner 2Künn Flamen« ßurro- 
pofto acfunben, unb bie 6tabt 'il^arma bflKc T« il)m für 
lOÜO jmpi'nal'i'ircu unb ein öaud abgefauff, tlc wuibe 
in ber 6atvifiei bcö !Dümö aufberoobrf. Um üdj ^ein* 
rid) gefällig ju eriveifcn, madfte ^nbert ibm bie ^rone 
juni ®cf<^enf, unb .^einrid} jeigte feine ^rFenutfi^bf^ü 
baburt^, ba0 er ®ibert bic Snufftitur von ©uaftaUa -on* 
tie^ unb i^n j|u feinem iStattbatter in ^^ma unb ^eggio 
ernannte, (fr trennte jeboc^ Su^mro von ©unflaUa unb 
verlieb e« bem Q3a|Terin ©onaccofft, Signor von 3Kanina. 

iMrauf Aing aber ber ränfevoQe ®ibert wieberum 
|u ben ®uelfen über, bo^u junüdjft angeregt bur* 
föuglielmo @avalcabo, einen ber leitenben Rubrer bei 
©ueifcn, iveldier barübet ergrimmt war, vom .Röntge 
nntertrorfen roorben ju fein, unb roeldiem er fortan ein 
wamier brennt war, fowie audi burtft bie vcrforfenben 
QJerfptedjungcn ber guelfifdjen Stäbte CSrcmona, Bologna, 
ftlorcnj, *Rr^^fliü, ?ucca, Sicna unb ÜJ?obena. ^remona 
ficUte ihn auf fünf 3ai)« an bie Spi^c [einer Stcgierung 

(1312) unb trat i^m alle feine Sfnfprücbc auf <S\iaft<ilia, 
Su^ata unb Üiefolo ob. ^einrieb crflörte ibn bcö ?e^n« 
brud}0 fdiulbtg unb bed ©efif^ed von ©uafiaUa, fowfc 
aller i^m crttjeitten (Sbten perluftig. @ibert ftftlop ficb 

(1313) innig an Mobert, Äönig von 5?favcl, bamal* 
M^ Äaupt ber ®uelfen, an unb trat ilim bie ©iguorie 
von ^arma uub (Sreniona ab, bebielt ftd) iebocb ®uaf)aUa 
vor, auf wel(t}ed ^remona ibm alle feine alten Hnfprüd^c 
eebirt batte. 3m folgenbcn 3abre erllärte ^apft (Sie* 
mend V. bic von Äaifet ^einridj über ©ibert au«* 
gefprot^ene ^fld^t fi'ir null unb nicbtig, wie er autt bra 
Äönig SRobert jum faiferlitbm UJicor ernannte. 

3nbergc^fce, welcbc jwifcben ben ^onjoni unb beit 



GUASTALLA (GESCHICHTE) — 39 — GÜASTALLA (GESCHICHTE) 



^avalcabo in ^renicua audbract, na^m Qii^m bir$actn 
feinetf greuiiDcd (^'asaUabo, loorauf 6»mona ibn (1316) 
obennald jum Signor htx €taM etnaiint*r. Xie mm« 
melit veibannten rrcmonefrr @f):beUmen flüd)lc(cii {i(^ 
wnttr trn ®(^u$ uon Sffalttu SSiSrontc, ©i^nor \>on 9Haü 
lanft, danc tfUa >£cala, Signor von Sßerona, tln^ *Uaffe» 
rin IBoiiarcofft, Si^not \>on ^Kantua. W\t Untaftiii^ung 
biefer güljrev frl)t)lcu firtj tic (ShibcIIiiifn in ^l'arnin, 
nKld}e4 fid) fobann Der ^eirfdiafi ted C^itcrt C^orreggio 
[ebig rtfidrle. IHucb in (^cemDna gelaitf^tc ^Joiijouc ^ur 
^errfd>afl, @it)crt aber an tix €pi^« bcft vcteiiiii)len 
guclfifchen .^tetffl oon Solo^na, ^abun, ^(orcnj, ©icna, 
$erutjia, bfr 9{oma))iia mit 3u}ug au6 ^rcmona unb 
Qnbcrn (ombnrbifdjen Statten iiifl ntid) bfr Srüffiung 
bcr 'ä)icbcnfrer bei tjatpi nad) ®uaftaUa, fc^top fid) ^\n 
eine 3e'l 'önfl *i». fdjlnfl bann plöBlidj eine ©türfc über 
Den *^i), veteintgte fic^ mit 6a!?alcabo, bitli einen XriumvV 
)ug in C^reuiona, vertrieb ^onjonc unb fe^te @a)>aIcabo 
jtitUx ein. 

$anna fa() ben lapfern geinb mit Seforgnip in 
feinet 9JäI)c iinb Dcvbanfc fiit t^eflen ihn mit ^vileaj Siid' 
tonte, Signot von "lÄüilanb unb *Üiflcenia, ber bereit* 
wiUifl beiiroi. 3>«rfelbc Eam in ber 5iod)i »om '.i. Ü)iÄTj 
i^jlöglid) über bcn *4Jo beranflejogcn, überfiel ÖJuaftaUa unb 
Werfte bie 6tabt in S3ranb unb ))Iünberte fte; bod) uer« 
iiDd)le er bem feflcn, n)ot)l befegten uub bewat^ten ^ittoffe 
lii^t bcijufoDimen. ^n^wifd/en flarb @ibert al^ Scftf^cr 
»er ^frri"d)a|tcii ßaftcinupuo, ®uartafontr, Gampegine, 
■^o^ano unb Öuafialla auf bem 6(6!offe ßaftcinncvo am 
). 3uli 1321. 

9ladjbem im 3. 1322 Ot(anbo bc Mofft im ©ünb' 
ni§ mit (SJibcri'd ©öbnen ^imon, OiJuibo, VIj^o unb ®io» 
anni btn gbibeUinifdjen *3obef)a @ian Duilico @anviia(e 
aud ^4-^arnia i^ertiieben t)atten, fel^rteu im % 1325 bie 
(5crrpggcöcl)i Sljjo unb ©nibo babin jurüd. Slic aljibcU 
linii'dien (5^ef3 ^-Ua[[criu ©onaccofü unb aiiöconte v^ei^Un 
büß 3*PTbabcn flfgfn ©aaltieri unb SSorotto bei ©iw» 
ftüüa, 33enoungen beÄ SBifdjofd ton *JJarma, von SKantua 
au0 vorjubringcn. 3)a bcn Gortc^geörtji ber ^jjlnn funb 
trurbe, maif^irtcn jte mit il^rem gefammten ^eete nacQ 
(Suaftaüa unb fd)lugen bort unb bei ^cedcello^oger auf, 
fobati Ipafferin nic^t loagen fonnic, über bcn *J^ö ,^u 
geben, ma6 vtn^erreni burdj bei ©uaftalla unb SredrcÜo 
aufgefieUte Ärici^dbocte venpelirt »ourbe, !Der3ugang jum 
©uäpallifcben übet iHcggioIo ivurbe burd) einen tiefen unb 
breiten ©rabcn abgeft^nitten, mel(^en bn$ parnieglanifdie 
^CCT jog. 3)agföett gingen bie ©ebtnber Sl^fo, ©imon 
unb @uibo über bcn üagtiata, rüdlen ind 'Jfcggianitdje unb 
b>Tangen in Sujjara unb bid ind @(biet von 91?antua 
tor, wobei bieJpcrrfdiaften iReg^volo, Sfoln bi üura, 6uj' 
jara, ©. ^Scnebeiio ivüft gelegt, baö 9Jic^ fortgelrieben, 
bie (Sinwcljucr gefangen genommen würben, vim baft 
©djlof von Oicggiolo blieb in llafferin'd Sefit- (Irfi nadj« 
fcem Im 3. 1327 Üubivig ber Öaicr bie eiferne Äronc 
rtbalieu balle, fi^öpfte itiafferin tvieber 3Rut^, erjivong 
bcn *Doübcrgang unb [cgte ftA vor ©uafialla , aufbellen 
aSw Ibeibigung bie Iforreggeflc^i ftt^ nun bf!d?räntten. 
p^ubem Cremend ^ü) tviebn ju ben ©fjibefiinen f)iclt 



unb im % 1329 Subivig ben Saier empfing, mad>tf c0 
ibm^orficUutigen betreffe feiner alten 9lnfptüd)e auft^ua« 
ftalla unb l'n^ara unb ivurbc von ibm mit birfen i'aiiben 
neu belehnt, inbem ber Äaifrr bie gorreggeöd)] für SReid,»8« 
feinte unb aller iljrem SBater auf jene fianbe verlietjenen 
SinieÄte für verluftig erfläne. 

ßtuibo ba (Sorreggio, ^ßiftro ffloffi, ®iau Üuilico 
6anvitali unb Sljjio SOifanfrebi würben unter einem fal» 
fd^en 3}orn)anbe vom (Sarbinallegaten vor fid^ nad) ^or 
iogna befd^ieben, verbäe^tiger Umittcbe mit ben @()ibel' 
lincn ?l!bert unb 9Ka(lino bcUa Scala gejiel)cn unb 
ptö&li(^ gefangen genommen. 3!:ie anbern (torreggcddif 
flüd)tften fidj auf ibre ©dilöjfer Öaftclnuopo, ©rcöieUo 
unb ©uaftaüa unb erlljeiUcn ber Santbeurlfening Öefebl, 
biefe *4.^lä&e ju vrrproviantiren. Unierbeffcn Crang 'i>ieiro 
Hiofü, bfc tvifber enifommen, mit eigenen unb vomÄaifer 
Subwig gefielltcn bcutfdjen ^ilfötruppen vor in bie &C' 
biete von (^aHelnuovo, SredceUo uni; @)ualtieri, ptünberte 
ba6 Canb au4 unb gab, waÄ nidjt fortgetragen werben 
tonnte, ben flammen prei0. 

3m 3. 1335 (am OTaftino brOn Stala iu Sefiö 
von ^^Darma mir ^ilfe ber (5oticggc?d)i. Giner von bcn 
©fbrübern (Sorreggio rcfibirte je^t ftetd ju ©uaftaüa, 
weldjed, nun ber ixu^c genie^enb, feine fo vielmal ver« 
brannten Sßobnfidtlen unb verbeetien (^efitbe wieber ber^ 
jlujleUen vcrmodjte. IBeriuulljlid} würbe jcgt bie ftarfe 
Surg in ®uaf)aUa gebaut, welche um bad (Snbe be6 
17, 3abtb. von ben Spaniern ier)iört würbe. 

$aö ©ebiet von itarma bilbetc t>ü6 ^Jerbinbungfl* 
glicb jwif{ftrn ben vcrfcbiebcncn, bem Signor von Öerona 
:ä)ia[tino biUa Scala unterworfenen Ödnbern cieffeiiö unb 
jenfeild ber @tfd}. Um bed @el}orfamd i^arma'd 06 beffrc 
lu Vfrftdjcm, gab er c3 feinen mülicrlidjen Obeimen, ben 
Sorreggeödji, ju fieljcn. @r eradilele wegen i^rcr ©lulö^ 
vetwanblfcQafl fid) auf fie verlaffen }u fonnen, fowic 
wegen ber 2>anfbdrfeit, bie fic iljin fct^ulbig waren, uub 
wegen beö Jpaffcö, wcldjen baö Jpauö Gcrreggio gegen 
bie Äoffi begte, weldje SÄaftino auö 'jJarma vertrieben 
Ratten. SlÜein Äjjo, berbriite unter ben ©ebrübetn, war 
ui(^t jufricben mit bem Diange eine* gebnömanneS, nur 
bie @cuvcränctät fonnte iljm genügen. (Sr fiiftfic ein 
ßöuiploi gegen feinen 2iBoHtl)iiter. (St bewarb fid) um 
23eiftanD bei'Jiobeil von ^kapi-l, Sud)ino 'iBi«'i"cnte, Signor 
von SKailanc, unb bei ©onjaga, Sianor von "JWautua. 
SIm 14. äl^ai 1341 würben il^m von feinen ä)rübern bie 
£i)ore von ^axma geöffnet, unb er burd^jog bie Strafen 
an ber €pi(^e feined ^riegdoolfö unb lie^ |ic$ jnm €ignor 
von $anna erflären. £)le UJerbinbung ;)Wifc4en Succa 
unb ben übrigen Staaten STJafiino'ö war jegt unter« 
brodien unb, von einem gefaljrvoUen J?riege mit ben 
6ignoren von ^aifanb unb ÜJkntua vollauf in 9[nfprud) 
genommen unb nidjt weiter erwartenb, ilJarma wicbcr er« 
langen unb Succa behaupten )u fönnen, entfd^log er ftcb, 
le^tercd au BIoi^^^j ober an $ifa, weldje beibe ed )U 
<)abeu wünfc^ten, ju verfaufen. S^orcnj bot eine beträdit' 
lidje Summe, aber *l*ifa, äu^erft enlrüfiel über fold^eö 
äJorliabcn, brad^te barauf eine mäd)tige i'iga gegen "^lof 
renj ju €tonbf^ ber aud^ bie (Sorreggeödji, bie ©onjaga 



GUASTALLA (GEsiCHlCHTE) — 40 — GUASTALLA (GESCHICHTE) 



uit& Sudjttio SiöcDUK fif^ anfd)lcfT«n. ÜDer Arieg fiel 
für glotcn* unglütflidj ci««; Vucca imicbe ^ßifa über- 
gtben am 6. ;^um 1342, wotouf aBaller oon Srienne, 
^njpq »on aitjen, 6iiinor con glomi^, mit »pifo grie^ 

3m 3. 1340 tjfiMtbtic Vlijo ßuneggio bic Jodjtcr 
bc« 8uij|t ©oninfla, worauf eine m}< SlHianj awift^rn 
bcn 6orte}ji)c3d)i unb ©onja^hi cnifianb. 

?Iad)bem im 3. 1344 Simon ba (Sorregnic gefioTbeii 
«ai, Derfaufie afj^o nad) aJaftänbigitttfl mit feinem ©ru* 
ber ©ioünni unD feinem Steffen Gagiiuolo, Simon'Ä 
€o{,m, aber o^tie 3)onpiffen feiiied ^cuberd 0)uibo '^^orma 
für 7000 lEufatcn an Cbi^jo b'Sflo unb jo^ ftd) uadj 
Sufifinuoflo jutürf. gilippinp Oouiaga mcUie [idi gegen 
bie Gl^enf« sut ffieljr feCcn*, allein biefe i:>etl)eetten feine 
®nter Keggiolo, 6ujjara, San Scnebctto mtb Sermibe. 
Ija aber im % l'MO bic Sorrcggeöd)! ein Sönbnip gegea 
TOaflino bella Scala mit 8udjino 33i6cijut«, ©ignot von 
Wailanb, obgefd^Iojfen unb bicfem babei jugefagt Ijaiten, 
i^n narf) Sierlauf von t>ier 3dbren in ©efi^ von !ßacma 
fe&en jn rocüen, Sudjino ftd) alfo jeijt, nudjbcm biefe 
Stift uciftTÜcn »car, getäufdjl Uh, gnff er zornentbrannt 
^u bcn Sßaffcn. ®uibo ba dorreggio entfaltete frinc 
Sonnet nu ®uaftaUa unb feine anbern Sefi&ungen ju 
®unßen v'ud;ino*a. @t machte mit gilippino @on)aga 
ben iSnfcftlag, bem Obij^o b'ßfic einen ^intert)alt ju 
legen, wenn berfelbc con ^!^arma, tco er fic^ a[6 61gnor 
auerfcnncn (äffen n>olIttr, uad> SDiePena .uirüdfeliten iverbe. 
3((« bemnarf) am fi. Xec. Dbijju fid) auf bicfci Jütütfreife 
befanb, rcnrbe bet Sortrab beim Uebergang über ben 
Sroftolo plö$li(t} überfallen unb viele ?euie nicbetgeme$e(t 
ober 3« ®efaugcnen gemai^t, unter ben (entern ©ioanni 
M (Sccreggio. $taT(f]efe £)btijo unb 9I))q M 6orreggto, 
roeld^e bem SJorirabe folgten, eröielten jebo* no* icitig 
J!unbe von bem Einfall, um ftd} nac^ $arma jurüff ju 
pürf^ten. 

Xa bic U.^armigtancr fal)cn, ba^ fte von Stcdcello 
unb ©ua^ülla aud foriroöljrenber S9e^eOiguug buc{^ bte 
(Sorregge$d}i au^gefe^t waren, fo t>erfu(^ten aud} fie einen 
SJuffinnb ju @nnt>en 9ii0contc'd. ben @fienfe jeboc^ nieber^ 
l(Mng. 3m 3- 1345 ftarb ber tapfere unb beliebte Öuibo 
ta ßoneggio unb binterliep feinen Söhnen ®ibert unb 
!Wj)o (bein jüngeren) ben äßunfdj, bie SiiÄconti in bie 
^ertfiaft Don *|.^arnia eingefe^t ju fcben. 

Ti<x ber iDlarfgrof b'(5lte aber gicidjfaüö erfa^, bo^ 
bie Jtetie, welche bie 6orTeage6{t;i am guaftaller ^loufrt 
aufgewogen bellten, unb tbel^e bie 3$erbinbung mit bem 
'Darmigianifcben abf))errte, fo fdircer gu fprcngen fei, fo 
ffiibmetc et biefem Umflanbe feine befoubere Slufnierf« 
famfett. @c bielt ^u f^etrara t^agnuolo ba ßoneggio, 
Simou'd ®ohu, in ®efangen|d;aft, ber ^btrünnigfeit 
tjom eftenfct S3anner bcftfculbigt. 'Derfclbe öaite früljer 
ba« Bibioi ©ualtieti bei ©uaftaßa unb Sre^ceUo bc 
feffen, ^eft^nngcn, welcfae bernialen ©uibo'ft ®öi)ue in 
^änöen hatten. i)er SWarfgraf befdjieb Sagnuolo not 
fid) unb rerfprarf), ihm fein ^Üe^eben ju ferjeibcn unb 
ibn in feine Öcfi^uiigen mit ffiaffcngetoalt einjufc^en, 
mofern er il)m feinen Setflanb gewägten u>oUe. Ch: führte 



Öagnuolo olfo mit jablreid^fm ^eere tJor (Rualtteri un^ 
nabm ed ein trcß be« tapfetn Siberftanbcd, iveliten 
@tbert unb 91j)0 (ber jüngere) mit i^reu @uaßaUefem 
(eifteten, morauf er eft fofort ftatf befefHaie unb be« 
toaffnetc. @ibeit unblSjiio blieben jcbof:^ ben^idiontt treu. 

3m 3. 134»i »urben nod) bic im *|)armigianifd)en 
gelegenen ®üter ber Gorreggcffdji pon bcn (Silenfem uer^ 
VDiiittt. Öbij^o beforgte itio^ juleßt, er motzte nidjt 
im Stanbe fein, $anna auf bie Xauer gegen bie ^ii* 
(ontl ju be{)aupten, Fnüpfte butd} bie SJctmiitelung be6 
@ioanni Siidconie, (St^bifftcfd von änotlanb, mit beffrn 
Srubet Sud}inD Uulei^anbluugm an unb fd)[og grtebcti 
mit bicfcm . inbem er Ibm acgen ^r^altung be6 tttm. 
allein ^jjo ta dorreggio gejapdeu Äowffd)iKingÖ ^anna 
abtrat. 

3n ber SlnfK^t, ba^ eine fo gro^e ÜJIenge von ?e^n«' 
leuten unb (leinen dürften in einem fo befd)tdnften Sanbr 
^(^ Ieid)t verbinben fönnien, um bte äRad/t be6 regferou 
ben dürften ju fd>n>d(^en, jumal In U^arma, tvo bic 
6oneg9edd)i, bie Sanvitali, bic ^Jjalavfrini, bie dZofft, 
jene reichen unb ntdffttigcn Familien, von ieber Bni' 
jmigen, ber i^nen am meiften gefiel, nat^ belieben 
emporgebradjt ober erniebrigt betten, naljm Sudjino fid^ 
Toor, bicfen ^crrfdjafien bie a)Jad)t ju benehmen unb feine 
9)tad)t auf bie l^auer ju begrünben. @uaf)aUa fam 
bemnad} beteii6 um ba0 ^a1)x 1347 in ben Sefio l'udji« 
no'd. 2>a et bem Dbk^o b'<5flc bcn von fciefcm bem 
3Ij}o ba ^orreQgio für $arma gezahlten Setrag ju er* 
ftaiien hßttc, jo motzte er bic ©cfi^ungen ber (Jorreg* 
gcedji ald (Sntfc^äbignug in Sfnfprud} nehmen. 9I(d faifet' 
lidjcr UJicat in Stallen motzte er bie von J^aifer ^ein* 
xid} VII. über ben altni (Bibert audgefprodiene 9d)t, bit 
ihn bc« S3cfi0e« ®uaftatta*d i>erluRig fprad), in Änwen* 
bung bringen. 3)a et au(^ in Sremona heirfd}te, fo 
Eonnte er bcffeu alte 9lnfprüd)e geltenb matten. So gut 
lolc alle anbern Signoti in ^Jarma mußten tilfo aud} 
bie ($crreggedd}i ihrer 6d)[öfter beraubt ntcrben. {udfiuo 
begünfiigie jcboth bic (Sorrcggeödji, irelthe ju (hm ne' 
fianbeu hatten. Unter ?lnberem enlfanbte er bei ÄarC« IV. 
dtdmergug bcn jungen ©ibert Sorreggio alfl ©efcfcWbabcr 
ber (Söfcrte beö Äaifcrd. ©ibett nahm bic Gelegenheit 
roaht, ten freunblithen Äaifer um Slufhebung ber rom 
Äaifct ^einrid^ VII, nudijejprodjeneii Sldjl, bad wefcnt» 
[id)c ^inberni^ in feinem 'Kerijt^ntel auf ®uaftalla, unb 
um SBiebereinfetung in tiefe« Mcldj^letjen ju bitten. 
Xer Äaifer TOtUfahrte ber ©iiie gegen ®elobung bei 
Sehnötreuc, feine ©elehming fe(jte Gilbert ba (Sortcggio 
icicber in alle SSethte ein; allein bic ®d)uncriftfeit roar, 
wie in Sefi^ jU gelangen, benn ber Scfi^er mar ber ^ar 
gemoltigc ^err Sudjino. Xa« Xiplcm ha£f nitbtö; tdicU 
mehr icurbe (Bibert nat^ bed .ßaifer« üHüdfehr au« Sud}i' 
no'« ©ebiet oerbannt. 5ludj bie anbern (5orreggc«d)i 
mußten fid) irttt findeten. (Sognuolo ba @orreggio rrat tn 
bie 3)ieniie bc« 3Rar(grafen Obiäjo b'(sfie in fflfobeno. 
©ibert fanb ®(^u$ bei bcn Scoligeri unb W^o bei ®io» 
annt $opDli. 

Slud) gegen gilipplno ©onjago, ber ihm fo fehr bei* 
geflanbcu haue, jcigte ^uc^ino fiq ie$t burt^au« unbanf' 



GÜASTALLA (GKSCIUCH TE) — 4l — GliASTALLA (GESCHICHTE) 



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bar. SJäfcrcnli Siltpvin» im 3- 134S bcn Jlönig con 
llnßaTn nadj 9Ieapcl b<jilciKtc, rtTimlapte Siivfcino tie 
Stäble (Stemonfl unt> ©rcöcia, von SKantua alUScfaloif« 
©onjaQO'tf, n)eld)c htcfer in ftübetem ©ebietf Diefcr StäMc 
etraorbcii hatte, jurücfjufortcrn, uiib ta Ültaittua fi(^ 
Tücigette, lüfteten beitc SläMe jef^rt, iintccftti^t von 
Sudjino, befeDteu (Safalmaggiote, ^\oia, 'SDfontc.^hiaro 
unö liidteii biß öorgoforic ?ot, n>di)ren& i*u(f)ini> &na* 
fttiüa ftcirf befehle, gilippino ©cnjagq fcl)rtc ietod) bolD 
fedcauf na(t> ST^aiitua jtirüd iiuD vertrieb mit tapferer 
^ant Mc gfinbe aiifl feinem ®cblete. 

am 24. 3an. 1349 ftorb Ciidjino 9}i«contc, \>on 
fein« grau vevßiftct. ©ein 5Jad)folfler ÖJioanni 93ifl» 
ronie, C$rjbiid)ef r<on fDfailaiiti, i^udiiiio'f} Stußer, jei^te 
fid} pon teifelben uiier|att[idreu •^nbqiet u\\t> Sänccraicr 
eifüUt roic tiefer. 3m i. 13ö4 fdjloffcn iüenc&iü, iüe* 
Tona, 93iccnja, Snaiilua, S^i^rara, SRotrna unb dteggto 
eine ^iga ge^eu ii)ix, weldje .^jblrciibcn 3><j>itl ^(>n Slben^ 
teurem unter bem bculübea Öitafen (Sonrat SanbP er* 
hielt. 3)ie @onwiia enJffneKn bie geiiiüfeliflfeilen, inlifm 
Tic mmliiiiber Sdsiffe nuf ftcm i^o wcöiuibmcii. 'X'er l^rj* 
bifdjof verftärtic (MnaftuUd Purd) auöjjeCeljntc Sdjanjen 
unCi äluBcnmerre unb befe^te e^ mit einem jal)Ireid}en 
^rere unter 0)toanni Da Ole^^io, ©iiqliclmo ^alla» 
pieino unö SiK^ino Wi UJnrme. äld Der Jeinb unter 
gcancedco It @arrnra unD ^raf ^anto tie ©c^anjen 
anijriff, luurbe er junidfleiporfen , worauf ^anlo, um 
Fein« 3fit S" rerlieren, über ^Hfflüio na* ©uaftalia mar-- 
fdjirie. (Jr erfa^, fa^ bie 3Jtau"crn ju iffi unti btc ©c« 
fagung ju fiarf maren, um Den iMaQ mit Sturm üu 
nebmen, unO begann eine cegelmd^idc ^tiagetung. 8ein 
^cer jAbllc ou 30,1XX) «Wann. Da« Üanb murftc ircit 
unb breit f^cplünbcii unb oerbeeri. älUein bie ®tabt Ejielt 
fidj. Vlud) ein Eingriff Sanbo'ö auf bie »Hobrüde bei 
®u»ifta(Ia nti?!anq. Panbo jog fd)(ie6lid> unrerridjtcter 
'Einije ron (^hiaftalla ab unb f^iiu} bei '©orjjofortc über 
ben 'i^d ^iirürf. 

Oni»viid)en ftarb bcr l^rjbifdjof ©ioanni, unb feine 
bri'i pfeifen 'JSkcteo, ^ernabo unb 03alea) bebietien in 
ungeiheiltct aJtilEierridjaft cad a^Iaildncifd)« uub ®«iiue» 
fiffbe unb (beuten tai übrige C^kbiet in brei ^lieile, "ocn 
ipr(d)en $cniabt) C^remcna uub ®uaffa[|a erbietr. 

Äarl IV., reu beibeit Iriej^fnl)renben >!lJar(eien natft 
3tatien gerufen, empfing pcn beiben l^btenbeuigungen, 
mpie4 beiben fein S^oblnu^lfen ; bcnn beibcr <£ad;c mar 
ibm g[ei(tgüitig. ^n äHantua bciläii^te er ben @un,}agbi 
Ut SDclebunug von i'ujjara unb iReggiolo, 3n ^ai(anb 
empfing er bie eifecne Ätone unb im 3. 1355 in SKom 
bie Äaifcrfrone. Sonft übte fein Stömerjug auf fcmc 
ler ^Jßarteien einen (Sinfliip an*. 8cbalb ber ron ibm 
aufnlegte ^affenftülftanb tierflrid)en rcciv, begannen bie 
geinbfeligleitcn uon 9icuem. C^uattatln tcbanpicte fid> 
im Qefiß ^Bemabo'd, Dem burd} ben ^ob fcined ^ruberd 
SERatteo aud) ilJarma (uficl. Xa Scmabo fidj cbenfo 
ftTeitfüd)iig unb hcrrfd)füd}iig, ebenfo blulbürftig unb 
nirannifd), roie feine SJorgönger, erroieö, fo traten in bie 
Sign gcgtn ihn weiter iwdj ber OTartfecfe r>on SRonfenato, 
bie '^veft, Silbroanbino b'^ftc unb fogar auät @ioanni 

a.9acifn.t.31}.a.X. (Ir|l( Crttien. XCVI. 




ba Cileggic, it>el(^tr unter bem @rjbifd)ofe bie Sefa^uu}) 
vcn ®na^aUa befefttigt halle. 

3ni 3. 1357 jog 39emabo mil 500 ÜHitlem, com« 
DianbJrt von feinem ^^Ibbauptmann Vudjino bal QJerme, 
nad; ©uaftaUa. ©iiibo Torello aui ^antiia, brr fid) 
mii ben Wonjaghi perfeinbet halle, fiie^ unienpeg« ju 
Ibm. 9iad)bi'm SSernobo eine ©rüde über ben %\o gc» 
fd}lagen unb jcnfcild nrd) anbete ^ecrrörper jufammen« 
gejogen batie, jog er unter ÜctclIo'Ä ®eleii über ben 
iwincio unb nahm batf gattäe mantovanifd)c «Scrraglio 
ein. l^r warf fiarfe €d}angen auf, nm ben gln^übcr* 
gang bei ©orgoforic jn reihinbeni. Sllbroanbino b'(5fte 
fam jebod) mit 8(^iffen unb frjipang ben Slupübcvgaiig, 
Uiiterbeffen würbe pom 9)i^conti|d>en ^ccrc, taff üd) pon 
OluafiaUa bi* in ba6 *Jjannfgiaiiifd;c außbieitelc, bad 
feiublid^e Gebiet, namentlich bad:Keggianiid>e , coUftänbitj 
audgcplünbert unb vcrwüftet. 

IBer J!atfer, bie furd^tbarc 3Jenpüfiung ber fdiönen 
^emboTbei, pon ben eigenen llinwohnern angeriditei, bc« 
mitlcibenb, fanb(e jur Siicrniittelnng ber J^änbel ©urdjarb, 
39urggrafcn i>on ^IWagbeburg. (Sin triebe fam benu aud) 
jn >Äianbc im 3- 1358. Xer griebc wiSbrte jeboc^ uidii 
lange; benn beiu ©etnabo perlangtc nad) ©dogno, wel» 
d)ed wiebcc in ä3efi$ bc^ ^^apfted gcfommcn war. ^egen 
ihn ijog (Smbinal (Sgibio ^^ibronvjio ju gelbe, loerbünbel 
mit ben ganara, «scaligeri, (^fitenfern unb @onjagfn. 
(§« wor ein fnrcbterlidjer Äricg. 't>tx Job, gefeüi mit 
ben enlfetili*ftfn ^teucin, burtt^jog ba« ?anb. 5lJameiU' 
Udi würbe boö @ebict wn (*>uaiiaUa fd)wcr betroffen, 
^ie ^t^l fam bin^u, bcnicnigeu hinjuraffen, ntn Clifen 
unb glamuien »erfchont hatten, i^ic reldje Äirdje von 
@uaf)aUa Perlor in biefet &d>redendjcii Piele @runbfiüde, 
inbem in bem tterwüftelcn ?anbc \i[<ije in Sefi^ nehmen 
(onntc, wer baju ?ufi hatte. Sleltere Wnfprüchc fonnten 
nic^l gcllcnb gemad]t werben ^ weit bie ISitelurFunben wr* 
loren gegangen waren. 

3m' 3. 13<J;J ereomraunifirie ber *papfi ben böfen 
grifbenefiöter ©criiabo. Xicfet veribeibigic mit ISrfoIg 
bie $erfd}atHung ©olara, fanbte eine giotilie auf ben 
Uio unb ein fiatfed ^ca ju guß unb ju ^^ferbc nac^ 
^uafliiUa, um ber 3>erf(^au}ung ju ^ilfe ju Fcmmen. 
gellrino ©onjoga br»id)te bem ©crnabo \<tod} eint ent* 
fdjiebenc ^iicbcvlngf bei, worauf burc^ ißcrniillclung ticÄ 
.ffaiferd unb ber JTcnige )>on granlrcieh unb Ungarn ber 
gtiebe Dom 3. aJtnrj i3(U gu Staube fam. 

6ine neue, beffir vorbereilete Piga bilbcte fidi gegen 
bie ©ebrüber ©i0conti. ^apfl llrban V. rati^eirtr im 
Slugnf} 1367 ju Siitrrbr ben ©nnbni^lrartat, burd) weU 
dien Äönig iJubwig ron Ungarn an bie «Spipc einer Stga 
gefteOl würbe, an weldjcr au^er bem heil. 93aiet aiiiii 
ber Äaifcr Äarl IV. anb alle ilalienifdieu ©taalen, mil 
ciujiger $tudnal)me ber bella Siala uub ber glorenliner, 
Üheil nahmen, ^ie SJerbanblungeu würben vor ben 
^iftconti geheim gehalten; fie nahmen fcbod) balb wahr, 
Wöö Porgegangen fei. ©ie fammelteu fofort ^Sriegölcnte 
in Stenge unb fdilcffen eine neue $erbinbung mit (§ane 
ttlia «eala, ^ignor Pon 9Jerona. 

3nt 3' 1308 perbeirail)ete @aUai begli ^idconti feine 

ü 



ÜLMSTALLA (GESCHICHTE) _ 42 — GlASTALLA (GESCHICHTE) 



2ed)in SSiclantc mit Siioiul, S)tx\cn üon Gtarcnce, bc* 
Äöni^d von Uufilaiit £otiii, weldjcr fid) fofoK feinem 
Obfiin ScrnabP aniitiloy. Sifrnat'O bc\e^t< ju\>öi:bertt 
©unftaüa mit crlcffiier SJUiiufctaft. 3m ^Apiil erelTuclcn 
CT tiiib @anc teUa 8cala ben Srl^jll9} fie Iiaitcn fid> ;iir 
(STcfctruiifl U)Juntuci'ö, jtir 2)rim*ubi3uii(i Jcfl iliiKii fe 
bffoiit(rfi< tfrfHigit'n ^cltrini' ©ciiivi^ja vnt'unfcfn. 'Zic 
glcrllle ^3etnabo> fubr tcn *Ijc biimb. SMantua folKc 
alfi(tscitlö roii aUtn Scltoii anjjtflrifffii werten. SJen 
©oiijäaa panben fofort bie @|le^ iinb tie antein Sigifteti 
bei. Jlaifcr Aarl IV. filterte ein inäcQliged ^>eer aud 
S)culfdjlanb l)fr6fi. Der *i*apfi feilte iibei'lc emc neue 
^cinnduUc ^e^en Sernabc uiib tief alle tauten (ffirifleu 
juni .tamvff ^^nx ^ernal'ü auf. D'ßftc'ö (Maleonen 
flinflen ben SJiflfontifdjen bei ^Öprciofertc entgcfi'^n, wo 
eine HutiiK SSajferft^Ifl^t fteliefirt UMirJe, in tpcl*rr bic 
ffltdconli Sicflcr Mieten. "Diefc befefcten bic SlaPt ^orgo<- 
forte iinD belagerten bie ©urg. Scrnabo flinfi mit reidjer 
$eutc m<l) (^uaflallfl ab. '^n'btm bie Gruppen in bcr 
3Jcrfd)anjuug vor bcr borgoforicr 3)urß ibeilß ai\6 Seul« 
fdjen, llieitfl iiufl ^tcilienern bcftonben, cntfianbcn ctrcitiji^ 
feiten aii>ifd}en bdten *i*rtvtfifn, in trnen ber nlie OikUieiial* 
bap liivifdjen ^euifdj unb 52Öelfd) oulloberie. ßine flreöe 
SnjaW ^lalicuer fiel bcm benlf(ben<£cbircilc, bic ^Detitfrtjen 
waifen TCiO Italiener In ben *Uo. 3)ie in IBorfloforic 
nnfaffiflen »poblbabenben Scute, SibcÜßc, ©camle, Offidfre, 
Jltiufleuie, fitfben inWeng«; nad) föuaftaUa. ^etnabo fließ 
fofoK ju ^IHerbe, ffibtle tie Sirid)t(i:i{je nödj Sorj]o|crtc 
üurüd unb bcfdjividiiiijlc bic ^j)lcuicrer, tcvcn er ju fclji 
brnpif)iflt tvar, nm fif jn btfttrtfcn. (Sr flab je6ed) l>ic 
©flajierunfl t<t borflcfcrter iBiirii onf imb ^C)l M) nadi 
®uafiailö jurüd. iSr njurbc biei uom Aaifer beUi^ert; 
flUi'in bie Iieuifrtjen waren in ber Öclaaerunjiefunfi weit 
biiiier beu 3l<ilienern ;uriid unt ©ua^nlfa UMitbc nidit 
genommen. Jlaifer unb l^iga le^tuemicn fid; fd^liefdicb 
gum grie^en i>f>m 11. gebr. läG'J. 

3)urd} bic in biefem Jtiifae nenuidMcn (Jrfabrnn^teii 
belebrt, war 93er«iibo in birfcm nnb foUinibcn 3ol;ro 
«mfirt bed SÖurflbnued befliffen. (Srcmoua, (Saftelnnovo, 
©orea b'Slbba, *Bljsinfc"pne, l^rema, SSre^cia erbiclten 
fiaife Surgen. 5)aÖ CafieÜ von (Mnaftolla würbe nc(b 
mehr verjröBett unb «erfuuft. "äJcn biefer 3dt fdjrcibt 
eö fid) ber, bafj bie Slatubeile beim €(blofte in Öiitaftafla 
ald 6aftrl verebio i:nb (SaHrt uuoi^o unterfdncten werben. 

3m % 1374 bradj wieber eine furdjtbare -i^eft au«. 
$eniabo befabl, alle ^eftfranfe iiacb bem offnten Selbe 
iu bringen unb bott ibrem böfen ®efd)ide ^u nberlaffen. 
9tad)bfiu bie 4petmfud)nng i^orübet gegan^jen, war Da« 
(Srfle, vüai bie übcTlebentiet; (^nwobnet vornahmen, baö 
wübrenb ber Jtriegr jerftörtc S. üo.jaruöljotfpiial beim 
GaputinrrfloftcT vor ter 8taPl wietcr bergnfiellen. 

3m 3. l-^Hfi fanb ter boöbof*^ S^vann Semabo 
fein wobtverbienied (Inbe im ®efängnip beft 6d}lo{|e« 
Srejjo. 

Dm 3- 1395 würbe Diovan (Baleaj %i«conte. bet 
^.Sugenbgraf", vom Ceutfd^en .ftöni^e ^enjel Aum ^ettog 
von ^aüanb ernannt unb mit (5tcmena unb @uctt>aüa 
neu bclebnt. 



3m Ärirge beß ©fouan ©alcan ijcflcn granceöco 
©onjaga würbe biefer butd) niadüißc Sieil'ünbeie unter« 
ftü^t. Die ßortffbritie be6 mailäuKr gclbbauptmann« 
3acob bei Sicrme wurt'en gebeumil, er erlitt bti Qjorer* 
noio eine Dolltlänbi^c 9IietErla}]e mit IBerlufi fämmtlidjni 
ßjfporfß, unt) (djä^tc fK^ d'"<f'itb, ftd» nadj X>tm fefien 
©naftnüa junirffiebcn ju fönnen (l.S^'8). 

9Iad:6em im 3. 1402 ®ibcrt ba (sorreggio obne9?a(&# 
fommenfdhift verftorben war, hatte bcr ^erjoi] i»on äWai* 
laiib i^oUig freie ^anb bcäiiqlid) ÖJuaftaUa'ö unb belebnte 
bamit unb ben anbeni licnenCeu ^eft^ungcn ®ibert'd 
Otto Snono, 3acob unb 3ob«nn iJerjo. 

Otto Suono Zet^c war gtattbalter bcd ^erjogd 
von ^JD^ailant) in ^^arma unb verbünbete ftcb mit ttta 
rcidjcn *4.iftcr bc l-Woffi bafdbft j« bem 39cbufe, bic Sou« 
verÄiietät von ^^-^arum nn fttb AU reißen un& mii-einanber 
ju tljcilen. 3m äHärj 1401 iiberfiel taber ^Jcter be Sioffi 
plöolit^ bie i^uelfifdieu Gruppen bcd ^tr^oqd nnb befeMe 
6tabt nnb ^iiabcUe. Darauf wanrie Cito Suono fid} 
gCiirn ben @enoffen, ^icb tbn bed Sicualb^ 0<^fl<it ^^^ 
^erjog unb vcrliieb ihn im "iDIni ou? tcr Stabl. ®raf 
Wnibo Uorello, einer feiner .^anptleute, batie ibm ^abci 
wcfentlidie Dienfte iieleiftet. Um fid) ferner fernem Dienfte 
jH verfid)ern, übcrlrufl er bem ÖJrnfcn ©uiDo fein Sebtn 
@uaftalla. C^raf @ulbo war ein (Epröpling be6 ^laufed 
ToreUc, einer reidjeu unb angefcbcnen S^milic au& bcm 
©ffebleite .^einricb'ff befl 3'^»'«^*/ ■^^'^jogö »on Saiern. 
Xiefelbe bebauplctc «om 3. 1 118— folO ik aSnibe be« 
'iUHiefta in (S'morfl» worauf baö .^aud (Ifite mitb einem 
bunbcriidbrigcn blutificn J^ampfe fidj ben ©efi^ bcr ^eri' 
fdjaft aneignete. Die SorcUi joflen fid/ tarauf nad) 
aWantua jurürf, wo üc fdjon von früberbev anfdififl 
waren, unb and) unfer ®uibo U. SoreÜo war au6 

fludi grancföco O^ou^aga, SKaifnraf von Wantua, 
war ein tbäligcr ^-Öcrbnntelcr Cilo 5Buono*Ö gegen bic 
JHoffi. i3ümmt!id)c von ben Sicrbunbelen gtmad}lc Seulc 
wur&f nad) ©naftalfa al« bem frfieften unb fidierften 
^la^e flebradjt. Die dtoffi ()ielten jitb n\ C^aftrlnucvo, 
^elebolo, Gogorujjo, ^oviglio, fflreöccllo unb SSorctto. 
Die ^Dlaniovaucr unter ibreu ^auptleuten (Sabbaoneta 
unb ^Uliraubola unb bie (^uaftatlefcr üoacu nacb bicfen 
Ottfdmfien nnb feinten beim mit (iro|Jcn iÖicbbecrben unb 
fonfiij^er reicber^eute, ivoranf fid? biefc Crtfdiaftcn untere 
warfen, Dtto SJuono envarb je^i audj *4-^iacenäa unb 
^Ncggio, foba^ er binnen (ebr Furier B^it ein mäc^tign 
^err fieworbcu war. i&x macbie ficb aber übecaU burd) 
feine ^artc unb G}raufam!cit verbaut. 

Slld im 3- 140Ö lier ^erjog von 3ÄaiIanb gegen 
granceero ba ßarrara, 6ignor von aicroua, gu get^c 
jofi, trat ©uibo 'XcTello unter bem niüilrtnbet ^dbbaupt* 
mann 3<ifpb be äjerme alö Gonbodicrc ber Seilerei ein. 
Die SRailänber nnbmen UJcrona öm ö. 3fln. ein, wur« 
beu aber von 3afob ta ßarrara wiebet audgeirieben. 
HercUo, wcitbcr in ber Statt geblieben war, würbe ®e* 
fangencr. Darauf würbe äJcrona wiebet belagert, wiebet 
eingenommen und ÜoreUo befreit. iDito Suono fcbenfte 
!^oreQc ^ut @ntfd}äbigung für bie erbulbetcn Seiten 




CIASTALL.V (GESCHICIITB) — 



- GUASTALLA (GESCHICHTE) 



mrbrcre ©mnbßüde unb ®nteT im ^armegiano, rctidii 
t Slnhänfl«rn ifc Soffi ntgcnomm^u haue. 

3ni 3. 1J07 rief ^criOfl ©tan 9»aria öen ®raffii 
ffluibo lorcllo nad} SSatlanb iiub ktcturtc il)u jur ©er 
lol)iiun{) Kincr aii^o^)^'^"^'^'^ Xajifevfcit untfc htm \}tx* 
iogli(^en panier mit ^cr „€iiViom" ©iiaßaUa unter 
Ißerrr&uiin im "äRaiindfiammc nfbft fämmtlidjcn iHcgaticn, 
bcm ©liitbfln» unB «ntcfdjräiiftcr 3"nöBitlipn. 35ie feicr« 
lidje ^infe$iiii$t im Slamcii tcd •^ctjof^d q(6 Si^nor unb 
Patron Den ©uattalla funö fiatt am 3. £)ct. biiVi^ graiu 
»0CO Uitoitjaga, ^Üfarfftrüf von ^D?anma. Q^IcJt^jriti^ wutbc 
et qW ^crr betf 't'oiiiinio ajionicdjiaruflolö im ©f^trfc 
$arma cinijefeljt. Ohiico fcijt'; ti»«» StatihaÜct jur Uier* 
traitunft von Qluafiiiila eiiT, intern £)tiß $tioni> '2mc i^n 
juin (lonimanbaitten ooii iSepflio ernannte, feincö ^rmc6 
bebürftin Mir ^crifjeibijjuni) biefed ^-l^lo^d !]C9cn brn äTIarf« 
flrafen Cbijio b'tjfie. 

EIio Cito S3ucno feine Uebeniriffe fortfeftte, fo l'ilbeten 
b'Öile, ^Senediti, Öianfratircöto ©onjagn, aWarfflicaf uon 
SHontua, i'anbulfo 'älRaliiieftu , Siflnor locn ©reäcia, 
(Stikiino gontolö, (Mebieiet von (Srcmona, im 3. 1408 
eine ^ii^a gegen bcn griebendftörer, tvelibet fcblie^lid) ber 
^erjog von ^Dlaifanb beitrat. ®uiCo bdeb bem Ctro 
Suono ftetr«u, ba er if)iii feine }]aiije tiegfnn)ärlic)e 3te(« 
Jung verbanftc, trop ber brchcnben Ölefabr, ©naftaUa 
anb ^Hontedjiarufloto n>iebct einäubiitien. (Sr mfld)rc von 
Slejjgio au3 fortwdbrcnb Slrciniis^e in feintlidje« ©etiet 
unD entführte ßtoye 'iJeutc. Otto ^iicno erfatj, bay 
€foc)a, b'($|lc*d gelbbauptmann, ind ^armegtano ein« 
jubret^n h^i^c"^^* ""^ l^tl'^ erlefcne unb Üaxk S3efa^un' 
gm in (Jaj^cInuovD unb bcfcnbecfl in ©uqflaüa, \\>o 
}immt{\<i)t<& vom ^einbc ßcnmbrc UJiei) jnfammenjjebradbt 
würbe. 3m 9^orcmber untcrnal^m «Äforia feinen ÖlUiiriff. 
©«gleitet von Satob balla 33iiranbö[a unb ÖJibert ba 
Gcrtfgoio, marfdjirtc er ^iadji^ von *Siopena nad> ber 
gtaM dcrreggio, n>i> er fein ;g>cet in jmei Jljeiic fdjieb. 
iit fniiMe einen Xbeü ind Gebirge, um bie bortifien 
erMfd)cn ®üter jii plüntcm, in ber (lrn>artuuf[, cd 
Würbe tabutd) ein beträdjKidjrt Zijcii tev Scfa&uniicn, 
um iene ©ütcr ^n fd^ü^en, ^erauögelßdt unb tic 9>f^ 
fa^UHflen babnrd) aefi^ip^Sdjt werben. Xieö ivar benn 
aurf» ber galt, unb Sforja führte febann bie cinbercSlb« 
tljeilung fdjlennijit^ vor Safielnuovo unb ©uaftaUn, wo 
er an 12,<KMI Stütf ^ieli, tljeilö erbeutete*, Ibeilö gua« 
ftallift^c«, fortfübrie. 1)arauf führte Cito SSuono iebo(^ 
einen fo flenjatliflcn angriff auf if)n, ba^ er weichen 
miifte. *PiirantrIa unb öorreggio liefen Sforja auf 
bcm 'Selbe im Slirf) unc biefcr mußte fid) flteirfjfaüö 
juvürfjichen. tSr mar(d)ir[e iiad) ^Hcgoiolo, wcle^e* yen 
ben !Xruvvcu ttt Siga befe^t ivar. I)ie Cttobuonifd}en 
l>attcn iebod) bie 5Peta$uiig befioAen unb mit Äauoncn 
verfemen, eine äSaffengaltung, bie bamald nocb feinetf' 
»CR« aUftcmein in ©ebraucf) Juar. ^ie ^efa^uni) empfing) 
©forja'0 6d?arrn mit einem foldjen ©efdjüUfeuer, bap 
fie iurüdprallten unb bic glud)t ergriffen. 3forjn (ie^ 200 
^ann Sieiicrei auf bem geloc jurücf ,^ur SBebedunfl teS 
«beuleten $iebe6 unb ging im (Silmarfd) nad) 9Ioyi unb 
^ann nac^ ÜTlDbenci jurüd. Vluf cte geuerfignale vom 







6o^n Surntburmc ^n 9ieg>)io(o eilten fobann ^cer[)aufen 
reu JReggio unb ©uoflaüa berbei, rocld;e^ nadjbem llc 
bie prüden abgebrodjeu, bie Steitcr von jnjei Seiten an« 
ftrifen, an lOU »JÖiaun ciidjlugen, Pic anbcrn 100 icr* 
fprengten unb bie groüe ©eute wieber in SBefi^ nafemcn. 
Xie ^ftenfer iii<\a. erfannie, ba^ bie ^etväliigung 
Icrjö'd eine fiireierigcie Vlufijufae war. ald tle ern>nrtct 
(latte. SlÜein audj Jerjo ivar von Seforgni^ crfüfltj 
Denn fein ^i'tv ronr burrf) ftftwete 93crlufie jufamnien:' 
gefdjmo^eu, unb er, bec von alten Seiten umjiugell ivor, 
verniotftte feine neuen SÄannfdiaftai nudAubeben. 3m 
3. 14011 tvurtc alfo eine 3"(<im'iic"tii'»ft 3" tKubiera 
vereinbart bct)nf6 Sticbcntfunieilianblungen. Sfcrja be> 
oab üd) tabin mit loo ?){ii(etn, Ctto Suono ivar von 
iSuibo 2oreUo unb So ?Kiiicrn uuö Ärie^crn beiileitel. 
SSeibe €(^aren begegneten fid) ju ^ubieia auf ter (Strafie. 
Ctto Ifiuono ging ben <Sfinigen einige «Bcbtiltc voran?, 
um ©forja ju begrüpen, wcldjer auf ttjn juging. 3n* 
bem fc fo j« freunbff^afilitbcm ®ru^e ben 9(rm erbob, 
fiie^ Sforja ibm feinen ^old) lief in bie Sruft, fobap er 
cnlieelt ju Öotm lauf, ^nirüftet über fo fc^nöben Säer» 
rall), rief li^orcUo bic ©einigen ;um Jlampf; aUein 
Sforia'd (SqvQliete waren auf beu Änmpf vorbereitet; 
foforl ringd von feinblid>eu 6d)n)frlern umiingelt, mu^te 
©uibo iid) mit feinen ^ beuten ergeben unb n^urbe uad) 
ä)?obena jum ■üKarfgrafen abgcfübvr. lad SSolf jubelte 
über ben flob tr3 verhapten Üijrannen Otto ^uono 
Ztxi,o. 2)ie ff^iedlidtc "Öei^attung (eiiicö Seidiuamfl bc* 
fricDigte l>iefen ^a0; unter allgemeinem ®efpött n^uitc 
er imd) Ü&7i)bena gcfd)lcp))t unb bort verftümmelt nub 
geviertelt, J^anbc unb %ii$e an bie 3inii*n beö ©rf)lo(fe6 
angefdjlagen. ©forja i^atte ben Worb auf ba» ©eljci^ 
bcÄ ^JJfflrfgrafen voÜbra*t. (hfreul iibet bie gelungene 
llbat, frob be« gcinteö lebig m fein, bei feit 3abrcn 
feine Santc ufutpirt balle, tvarf er ein gün|ltgc6 Vluf;e 
auf S^oreUo. ^ lobte bie üreue unb ifci^alitat, mit 
ivelt^cr biefer bem ^ierfiorbcnen gebleut hatte, unb bot 
ibm feine ®untl unb bie Srcibeit an, tvenn tt fortan 
unter feiner (?al>ne fämpfen unb mit feinen in SKonledfiar' 
ngülo m\t> ^)uattal(a ftf[)niben Gruppen i&m jur SfCieber* 
etiverbunij ber von ^en 'Jerji eingenommenen 8anPe tc« 
bilflid) fein ivolle. ©uibo nahm M^ §Jnerbieten an, 
ftetlte SÄarfilio, feinen SJater, CrRua, feine gtau, unb 
(Srifiofcro, fein S6bnd?en, alöföeifeln, iveldje Itn mnrfr 
gräflidjen 'Jjolafi in gctrara jur 993ohnung unb eine fürft« 
liebe SBcwiribung erhielten, unb Aog unter Sforza ^u 
Selbe gegen 3aeo6 3^erjo, Ötto'ö ©ruber, ber im ^ünt>* 
nip mit Äarl gogliano bie duficrftcn 'Änflrcmiungen 
machte, \isif '^^axma unb ^Heggio ju erbalten. Vlliein ber 
!30Iarfgraf nabm ibm fcfort mehrere Sd^lijffcr, fd)IoB i^n 
in ^Jorma ein, brong in bic Stabt unb fd)io0 ihn in bir 
ßitabefle ein. 9iod) befapen bic Ücrji ^nftclnuovo, ©uar* 
bafonc, Sorgo Sau X^auuino unb ^iorcnäola, fonnten 
aber aud) biefc l^tä^e ntdjt länger hatten. ®ic fuduen 
öurd> bie OJermittelung UJenebig« ben gtiebcn uarfi. l'er 
3Äat(graf envibertc, t<xi ?3erlangen ber JKcvublif trfdjeine 
ibm njd)t gert^t. !£)le :tte|>ublif crfldrte biefe Antwort 
für eine ©elcitigung uuD fanbte .^eer unb flotte gegen 



GUASTALLA (GESCmClITE) — 44 — GüASTALLA (GESCHICHTE)* 



b'iSfte. ©uaftatlii, tffTcn ©cfa&unji jiröjjtfntficU« mir tein 
fibtigfn ^Scfrc inö *l'aTm«fliaiic abiiinrfcluTt wüx, fiel bali>. 
2)a icDod) öteivi) rmriuf grirtf ?n.'itd!fi> 4ifnf^r3 iinB ^f^l 
*>Jiatfgrafcn ciutcat, io wur^c CMuaflalla von öcu SJc 
itetififrii qerdumt tttiD ÜDrcUc ^og (ort iuift>cr eilt. Xcr 
33invfrtrcif gab tan« aud» tiic ©eifcln frei. 

3m 3. J4I0 fauftc lortllö cinm OiuaftüÜa geflcii» 
rtbct an tct linfeii €titc t(i *lto gelPöeuen äBcrtfr 
iMezznuo) tim 3(J!) Üiifiilen, »ermdcn tn9 ^iiKulbiim 
tft Oicl-rüPrt SfUrino unb ^moh ©ciiviciii. 1:cv UÖa^ 
Der Ijatte nitfte 'üJicbvctbe ; ^oreUo'ö 3<vr<f M tfm Äauft 
t«ar jrtud) jundcfcÖ, fcic gaiuiUc ©oiuafla vom Sfrii* 
torium @uajialla niiH^Iidjfi fern liU haltrii. @uaflall.i 
war ^f flciimärii j , wie audj *üatnta uiib !K«ggto, uiitci 
bcni *c(i)u^e bcö ^3}?avftiraffu _t)'(Sfte iinabfcrtnöifl "com 
J^n^cat vpn 3}iai!an5 iinö Pftim futdittiirer Ttjrannci. 

©alt) tifld) t« (Srmortuni] Pc(* fdirerflidicn QHnn ^aria 
im 3. 1412 fdjlop ®wibo Icrfflo ftd) ictt*^ an feinen 
SMdjfoIgcr ^«jpö i^^i'iVV SWaria oon 5!Kiilliinb an. ^6 
lag ihm Difd um fo wihtt, alö Drfma, feine C**cmiit!lin, 
fine SiiÄCMiu war. iDicfc fd)önc, ferftüntij^c, tljai« 
fräftiflf Jrraii, tie ©uibo im 3. 1400 gcchfliii i)aue, 
war bic iodjter tnS Jlnttmio ti ^eccrUinD ^idccntf mib 
6er ieiviiiira, 5ocbtet Ui (Siafrn ttun aSollpcrflj ifir 
UrflvpByaieir Ubcrto 95i^(onlf renr öer ^^riitirr öe* *JWat' 
leo ^lU^conie, 6it]nev von ^J02ailant. ^l^iilivv ^^oria 
wtlieb ZoxtUo im 3- I41ö 6if 3nveftilur von aÄonH- 
d)iaru()oto. 

Snöem im 3- 1418 SiioDana ftd) gegen feinen ©c 
biftfr. ?iWiirFgraf (FrtvalMbo, erbob u«b Pen '9>IarfgTafen 
®ian granii-*vo öionjaßQ von 3)tantua jut öitfe rief, 
erlangte tiefer ten 33ffi(i von ^iUiabnnn ucbft Biivarolo. 
5Der ^erjog von 1Ü)ai(anb bcanfpmdjtc iePodj ie^t tiefe 
'Öefißungm, »Vfil lle feinem ^am zugehört dtittcn. Ö^on* 
jaga etl}ielt von ^Jetiebig 3nf»i3^ ««>" ©eifianb, verbünbelc 
fid) mit ^^>uferralc> un& belebte ©uaftalla, wo et t<urd) 
SBe|ied)unö ciiujiet Dffiriere 3uö*i"i) erliiell unfc man 
feinet Eingriffs getvärlig tuar. (^oujaga räumte jcbodt 
(Bnaftalla balb uub filop grieben mit bem fierio^c, 
Iteffen SGBnffen ftd) injtvifdjen nadj allen ©eiten fiegreidt 
Qudbceitften. ÜSJcr ^(rrjog ernannte ^ocello im 3. 1420 
jum gelbbauptmann unt) tm 3- 1422 jum Somman" 
Danun von @enua. 

@uaf)fltla, n)el(fceö unierbeifcn von ber Orftna rc* 
giert ivucpe, erhielt von ibr eine liberale UJerfafliing. Sie 
OcUte nn bie fSpipe bcr iöenttnliung jroei von ihr er? 
nannte Öonfoti, weldjen vierSiiibid, bic in aUgemeiner 
SJerfnnimlung fdmmtUc^er ganülienväter geiräfett würben, 
bei bcc ^eratbnng fdmniilic^ei öfffnilid}cr VlngrUgcnljeilen 
jut Seite ftanben. 

3ni 3- l-JSiJ erhielt ÜJoreffo vom ^erioge feen Cber» 
befe^l ber gtotle, tveld)e biefer bet Äönigin ©iovana II. 
von 9?fapel jur .^ilfe fanMe, ein Cberbefe^l, auf iret' 
(ben ^rancedro ba @armagnota, Hd^er nac^ bem .^erjoge 
ber inddjHgfte 9Hann im Sanbc, bem bet ^erjog in bet 
übat feitie gegenwärtige 3)?a(f)tgT6^e vrtbnnrte, feft ge« 
red}ncl batte, ivorand et benn erfah, ba^ er in bie Un* 
gnabe betf Ui^ebtetetd gefallen fet. ®nlbo na^m ®aeta, 



QJtociba, daftefl a SÄare, Sorrcnto, HKaffa unb legte 
feine Slotrc vor 9Icavcl. Slm l'i. llpril 1424 ivutbe 
d?eape[ eingenommen, unb bie wieber cingcfeßic Königin 
i'tberhäufie lorello mit ikiivctt. Sforjn «ttenbolo Xki dol' 
lignola fanb feinen 2ob bei 9Ieapd, Seine« Sobneö 
gtanceöco SforjO Xienfle würben von XoreUo beim ^er» 
^oge bcfonbeiff belobt, unb ti war biefeö S*cb, tocldjrt 
ben jungen .f)flben auf Di? Scitcr ftelite, bie ihn fcfalief« 
Iid> jum .^"i^g^ft"*'' Pt-n äWaÜanb fiibrte. i2forja er« 
hielt im näd)ftihl;rigen gclbäuge gegen glcrenn ta^ dorn' 
manbo einer Wbthcilung von 200 9)Iann Äciiercl unb 
400 üKann gu^volf. 

^oteUo fehlte nad) @uaf)a[ta jnrütf, bad et ftotf 
in ajerlheibigungdfionb fepic; benn bie mit Slorenj »et* 
bunbelen SJenebigcr uMirbm etivartrl, wobei bie ©n* 
ivohner eifrigft bvhilflidi wnien. "Die ©efahr war btin* 
gcnb : bic ^-Örnebiger unter bem Sranceöeo @armagnola 
hatten bereiiä 39rc6cia (Stobt) eingenommen unb bie 
^ct.^oglidjcn auf bic i£itabcllc be|d)rdnft; biefe fonnlen 
^Juafialla feinen Sd)ut^ getvähren. Xie große venebigcr 
^X^ofloite belflgaie aSrcßccÜc unb <SafiaUn. 9Jon bcr rinen 
Seile war öJuaftatla von ben ÜJcnfbii^cm, von ber an» 
bern, von ^ujinra au0, von brn ^lantovonein bebrobt. 
3)atb war and) @naftalla von ben ^^enebigern nmütngelr, 
wähtenb ®uibo unb Orfina, anberöwo beim ^ccre bc* 
fdjdftigt, beibe abwefenb waren. SBie bie mulhige Ziame 
jebodi von ber OJcfahr Jtunbc hatte, fiellie fie firfi in 
!:lJarma an bie Spipc von gu^volf unb Sdurff^ü^en 
uup jog nad) (MuafiaUa. 3n bli$enbem ^atnifdi jn 
*i*ferbe teiietc fic bic Sd)Iad)t; wie ein 9Brtter brang \i( 
burdj la^ S^elagcningöbeer. ÖOO Ü)?ann bcö geinbf« 
blieben auf bem *l'la5e, viele von ihrer eigenen .^anb 
getroffen. 2;ie ©clagcr^r flohen. !taö befreite (SuoftaUa 
begrüßte bie ^elbin mit uncrmcölidjem 3ubel. &in gvcÄco» 
gemälbc in ber ^artholcmäii^irird^e i^u @uaflaUa, btd ind 
18. 3nhtb. erhalten, ftelltc Crfma im ^arnif* ju H.*fcrbe 
an bet Spi&e bed ^nlfa^hecrcö bar. 3ht ^civiiifdi würbe 
in ber Ärmorie &ct boriigen Äocro alö ©UviftaUa'Ö toft* 
harfter Sdiap aufbewahrt. 

Untabeiien hatte ®uibo ein §fer von 4000 9)?nnn 
Seilerei unb 3500 'äKann gu^volf na* ©reficia geführt 
unb bic (SitabeUe neu vervroviantirl. 3m 3. 1427 fÄloffen 
bie glorentiner unb b'C^fte, aSarlgraf vi?n gcnara, gric* 
ben mit bem ^erjoge. 2Jcnebifl fe$te ben Jtrieg fott unb 
©uaftalla wurPc abermnlö angegriffen unb von Otfina 
mit ©rfolfl vrrlhcibigt. 3m 3. 1428 führten neue Siege 
be* (äarmagnola jum grieben mit üBenebig, baö Öet* 
gamo unb ^teöcia erhielt. 

0)uaftaUa erholte ftd) wichet etwad. l)fe Stragen 
übcrff^ritten bie Stabtgräbcn, unb bei *Uala^jo bet U.<ub' 
bllro, baö ?)iaihbau?, würbe erbaut. 3"v S9cloImung in 
tvührenb bed Äriegeft von Signot unt !:Bolf von @ua* 
fiaUa erwiefencn ^rciie unb Japferfeit cvnönnic bcr ^et* 
jog bie Signorie ©uaftalla jur ®rafid)aft (Contea) unb 
erflärtf biefelbe vom ©etirf ^remona, ju welt^em bad 
©ebiel hiöfjer gaee^nei würbe, unabhängig, ftud) wutbe 
9}}onted)iarugoio von $atma unabhängig etfläti. ^er 
Qilraf erhielt bad Privilegium, ta^ Wappen bed ^aufed 



GÜÄSTALLA (GESCHICHTE) — 45 — GÜASTALLA (GESCHICHTE) 



fflidcontf in tad feinlgr ju quotrircn. 3m fctbigen 3rt6T« 

roar toppeltc J^edjieitdfmr im grrtftirf^m *^aiiff: ^rifty* 

fftü, Der alKfic «ohn, beiralbcic "laDtea, Ic^ 3)?arco 

io, <Sigiioc Dou i&awi, Zoibtn, imb ^ntontci, H< 

etiler, uerifeiratEjelc fid) mit %V\et 9Ror(a bf Äotfi. 3i» 

trobct begaben beiße ^4-^aarc ftd) nad) 3}fai(anb $ur 

riiim ^^ocb^eilSfcie^, fccr beö «ÖfH^fl* >"'' Stma&eo'Ä öon 

aroDcn 2od-ter ÜJiotia; eine ^roöf &tcibc qUinjcnbtr 

efie, (ätuoiifdö, intiuere, wurtV Ccrt becjotiRen. 3n* 

icm graticeöfo Sforü« ö<r Umtriebe gcßcn tcn •^erjCj) 

bcfc^ulpiöt unb befd)Io|Ten wiirtc, ibn ^ii wrbaften uub 

ju lüDkii, Mriljeiöigte (»^raf Öuibo, von feinet Uufdjutt 

überjeugl, ibn fo beE)critl, ta^ er tbn rettete, beffen ttx 

.gtcr^cij im gUidj bariiiif tvicber einlretenben Kriege mit 

^loxenj fehr bcnotbiiH »var. 

3m 3, 1431 umr tann irieber ,ftricfl *))?ailanbfl mit 
9Jenebig, welcher fiir SScnebiq unalüdlid? nblief. HoreUu 
bcfu'gic ^atmagnoio in ber iio)'d)fad)[ bei (Srcmcna. 3nt 
3. l'*32 würbe lorello jum glatibaltcr »un ajalteüina, 
Salcamonica, ^rc^etano unb IBerganiadco ernannt. 3n 
(Suaftnlla crftanben Diele 9?eubaiilen, ireldje aber burd) 
ben ftrenflen SÖinter 1443 imietbrodicn icnrCen, in t»eU 
cfecni bcr *]3o gefror, fob«^ et fiafiroagen trug unb 3)?enl"(^ 

IVnb Uiieb groöcö ?fib batte. 2)od) büeb infolge ber 
Umfidjtigen y)ia^vegeln beö ökajen OiunfiiiUa im 3- 1444 
von ber ^jjcft !c<ct|{^ont, welche tu ber Unujegenb um ftt^ 
ißriff, wie midj wieber im 3. 1447 ber galt war. 
[ 2Bäbrent) ber nat^ Dem Sobc betf ^etjoßd Silifpo 
S^citia im 3- 1447, Ded legten ^c^ .^aiifrft begd $i6conli, 
nanicnilirfj uon ißenepig unb von ©antua ber bebrol)* 
lidjfu 'ißerl)älimffe gelang e9 bem ©rnfen Öuito Toreüo, 
fid) bic 9?cuiralitat von ©iiaftalla jn erfaufen bnrttj mit 
bem äRarfgrafcn »on 3Kantna veteinbarlen ^Jcttrag, wo^ 
oegen ^uaftaUa ftd) an^eifdiig mad^te, alle Jtaufmannö' 
fdnffe gegen 3*if?lu»3 bct Slbgabcn auf bem 'X'o pafilren 
ju luifeu. 'IiT Uictirag würbe einerfcitö von Uienebig, 
a^^eterfciIö öon 9fiailaii6 unb ^l'arma gutgeheißen. 3""' 
€d)«9 von 3Jionlcd)iarugolo iaiibtc »Bioilanb lOO ?!)iann 
©efa^nng. @raf ©uibo 6atte ftd) alfo mit beiöen ilJar* 
teien auf guten gut; geftellt, tiejtiglitb ^uaOaUn'ft mit 
SOiüilanb nnb QiencDig unb bcjAglid) «Wonicdjiarugoto'« 
mit ^JOtüilauC unb "üatma. -Xeffenungead)tet trat @raf 
ßiificfero in 3forio*ö ^eer ein. (it comman&irte bie 
fianbariilletif, jwan^ ble vetiebiger flotte ,?iim Äürfinge 
bei QJaoia unb beüegte börauf bie vcncbiger Canbarmec 
in bcr blutigen (£(^ladjt bei C^arattOj^io. 5Mud) ©forja'fl 
onberet geiub, liloboviro von «Savo^en, würbe von llrt* 
flofero gefdjlü^en. 

Unletbetien flacb @ulbo üoreQo alterdfd^wa(^ am 
8. 3uli 1441* fu ^Äaiianb, nod) e()c er feine« gieunbed 
Sforza wie feineö Sotjnetf ^numpti fd^aute, unD wurtc 
mit boben C^b"n in ber gamiiiengtuft ;u 3)faimin bei-- 
gefeQt. ^u^er (^uaftaUa unb ä)?onted)iarugcto binterUe^ 
er tat Sicahat <£ett1mo bei $ai>ia unb mehrere @ütei 
im 'SDlantuani|(^en unb i>armanifd)en. Sein !£eftament 
rerfügtc, &Qnf''>f *^f'&f" "Söhne Gtiftofero untt 'iliieltüguibo 
feinen ^«di!a§ ungetljeilt alö ^onbominium übcrnebmen 
foUtrn. 3tn 3- 1450 ftatb Dann aud) Otfina ju 9}iailanb. 




"Die Gonbomint verotila^ten ^uvörbcrft bie Slbfaffnng 
eine« 6ober bcr giatuten von ©uaftaUa, wcldjer bi« 
(SnPe fcc« 18. 3QtivK in ®ülligfeit blieb. Xiie guaftaKer 
^itd}e, weld)e wäl>renb ber unrufnoen ßtiten gt^njüc^) in 
Ölbbänglgfeil vom Sifd)of von inr^gio gcraiben imu, 
ftcüie ihre alle Unabböngigfeit, bie iie unmittelbar unter 
Hn ^apii unb von jcbcm ©ifdjof unablj»ingig ftellte, 
wicber ^er. 

3m 3. 14Ö3 war abevmald Ärieg jwil'rtieu aiencbig 
iinb Sforja. Xie ©raten rüficien unb bie (Sinwohner 
burften batf ?flnb nidjt verlaften, um }u beffen Sertltei* 
bigung bereit ju fein, fflraf (Sriflcffvo bclogecte Waner* 
bio, nabm ed tro^ längerer ta)>ferer 3jertheibigung ber 
aJenebiger ein, mu^te cö jcbDrfj, ba er nidjt bie bruutbigte 
UJerftärfuiig crbielt, unb natftbem er ein bteiiägigc6 un» 
aiiögeff^ieö ^ombarbement auögehqlten balle, bem venc» 
tiger ^clbbanptmann ^jicenino wieber übergeben. 93or 
ber Uebergabe würbe not^ ®entile ba ?eoneffa, ber vene« 
biger (Sawitano ber anilleric, von ©riftofero'd eigener 
Öanb )o fdjwer venvuncet, ca^ berfclbc nadj wenigen 
Sagen ju Sredcia vertd)ieb. 

3m 3. 1404 trat wieber griebe ein. ^Dagegen er* 
boten fid) Slreitigfeiien im (Sonbomininm, befien Üljei» 
Inng ba6 vaterlidje 5eftameni untetfagi botte. 3)le Orb* 
nung ber 6a(6c würbe bem 6(bi«bdfpn:d)e bed ©rafen 
Silippo Scrromec unb be« ber^oglidicn isenaiord $ran* 
ccöco SRaletli unterftellt, weldjc entfdjieben, ba^ bie hti* 
6en ©rqfen jwtit bie Trennung ber välerlidjen 9fÜobten, 
nid)t aber bev geubalien vorncbnicn fcnnicn, unb bo^ 
ibnen in ben ©utgeii vor UhiaftalM unb Ü)?oiitrdMarugolo 
getrennte SBobnungcn anberaumt wei&en follteu unter bcr 
IBrtingung, baß bie betreffen&en daftellane von beiCen in 
Ucbcreinftimmung ernannt würben unt beiben gleidien 
©eborfam erjeigten. ^em jufolge würbe ein entfvred)cn« 
ber äJertrag vereinbart, bcr aud) vom J^erjoge Srameöco 
Sforja beftdtigt unb unterfertigt würbe. !Darauf würbe 
von brei ie vom ^pvjoge unb von ben beiben (Strafen 
beflaUten Delegaten bie bctrcfrenbe ^lu6fonbcrung in ben 
©lilern *i3erorilc, Warano, 3)?onlicetli , ^}Äartorano unb 
S^otiiano, weld)e im ^armegianifd)en lagen, unb in ber 
^eiTfdjaft 3)Ionied)iQrugoIo vorgenommen. 81(d hierauf 
aber ®taf Griftofero vom .^erjoge gegen $irtni"ö nad) 
lodcana gefanbt würbe, begab üd) i^ieiroguico nad) 
*JOton(cd;iariigolo unb fcrberte ben bortigcn ßaftellan 
Simon ba 4arcano auf, itm bie Sdjlüffel bcr Öurg ju 
i'ibcrgcben. Dtcfet weigerte (1(6, inbcm er crfldrte, er 
erfcnne ibn ^war aia feinen ^etrn an , aber nidji in bet 
iHrt, baß er feiner aUeinigen ^ut übergeben büife, waS 
fein trüber mit iljm gemeinfiiaftlicb bcfi^e. tirt ©raf 
horte hierauf nidjt, fonban nahm iljm bie €d*ltifTrl mit 
©cwalt unb gab (ic einem Äricgöfnrdjte, bnn er befahl, 
er foUc ba« Sdjlo^ in ©emeintdjaft mit Simon bewachen. 
3n 50irflidjfeit waren bie Sdjiüffel jfbod) im 33erwabr« 
fam bed grance^cc bi ^'{ontigUo, <!ommanoanten Mon 
$arma, ber tai 6d}to9 mit 6olbaten Der giiabeUc 
vcn ^arma befe&tc, bie fdmmtlic^e tiortige Munition itt 
3)cfi^ nahmen uno Befehl ballen, nur SJfontiglio ju ge« 
hord^en. Ütic @räfin ^abbca begab fid} von (BuaftaQa 



«1 



GÜASTAIXA (GESCHICHTE) _ 46 — GCASTALLA (GESCHICHTE) 



nad) iOIonUd>iarut}oIc); iruiDc aber iM^n 9)tciitiaI{o iti(^t in 
tu Sutfl juijelotfcn, mpfm_cr ycrgal, c? *\eftl!cbe auf heu 
joglidfon ^t|cl)l. Slefjnlidjc «djritie imicrnaljm 'iUf troguiDo 
iwUx ^uTsi ßrtftllc im aiicatial Sttlimo bti ^|!attia. 2)a 
®ta| ßrifloKro Uic Strntec nid)t ijcrlaffeii (ciintc, bcf(^»ertc 
er iid} beim ^ctjo;], n)fl(^<r ten ^pieiroßuibo nadj SÄai* 
Icinö »er fidj (ut. UJer ^ftjeg, reel*« HJictroguiPo'« 
g^etfabren für (fldjalfrf) unö fine^ gerirtjtlidjoi ^erfa&ienö 
nitfii wml) {jielt, gab ^s'c'f^au't» u>^^ Cttiftofcru'ö Jlgcit» 
tm Sliiticn,), wdl)rcn& er ju ^HiKag fvciftt^i tarfjtc übtt 
^UicttoguiUo'ö (Jiilfdiufl'igungfn unö bffaljl, tic S^ingc 
n>tci)CT in ii)ren Vürl)<ri()eu tsianb jutfidjui^erfe^eu. :3Ia{5' 
fe<m (JripofcTO ^on 3!ci6cana natf) @uaflaE[a jutiiifgcfebri 
war, «raöfttcte <t felbft für bad 5Jcftf, um ferner» ^afccr 
,fu rmneibcn, t»i< H^eKunjj mit tem ©riibfr tjorjuncl)' 
meii, un& bfflab (ic& im 5. I45<j nu ^cn^ 'i8c()iifc niirt) 
SWailant, mo er mit bcm ^orjeae cmn "Sc^eipungöplan 
aiidarbeitcte. ^aiiad} <rl>teli ^rillofero fiiie iäbtlid)« 
SRtiUe tien 200 3mvcria[*?ireii au^ bcu guaftnUcr ^ÖU 
len, bic Jpälfte bei in bfii ©ebieren ©uafiaUa iinb SRcn^ 
tedjianigolo geiegmcn ©üter unb 6djIoti unb 3?urg t5a* 
feUc ncbfl bon 5)orMdJafien ßurnalc unb ßprcllo. (Svaf 
^iJicircguibo erhielt fic aubcrc 4?ä[flc bcr ®iutx in (iJna* 
ftaUa unb ^otued^iatugoli) uub bad ^djlc^ ^eiiinio 
nebft bcr Bijrfftftaft äJiifauo. Sdjlotf unb Mocca ^?on» 
l(d]tarngclü fiel bem ®rafen C^rißofcro ungctf)e[U ^u, 
utäl)tenb ^uaflaUa unter ben Sefeltl bed @räfen $tclri)« 
giitb» gefleUt mürbe. 'Sjii SlUpbien trurben in glrit^fr 
weife gitbeilt. (Sriflofrro jog tarauf mit Samilie nad> 
SRonicdbiarugcIc. 

3m 3- 1-lUO fiatb Stifiofero, balb barauf »jiimo^ 
gutbo unb balb barauf aud^!£abbea, ^riftofero'd Sitivr. 
Xie 3Jorntunbfd)aft ber juuöeu Äinber unb bic »tegent^ 
fc^aft ber ®raff(l)aft (^uaflafla iibernaf)m (Gräfin fÜIabba« 
lena, ^ßiclroguibo'd äSttwe. :Xcr »cn ibrcm OemaH 
eingeffOtt* ^JJobff^a (Sdombo b« (jnrrano blieb, bic beibcu 
ßonfolt TOurcen bagegen fortan nbgff*taffi. Ti( Wer 
>£inbi(i UMirten fort.iu nidjt melit iit allgemeiner *^oltö' 
ijerfauimlung, fonbern je in einem bct vier guaftaUer 
Se.^irfc ätoncaglio, ajorgo beUu 'i^Uat, a)2ar4}i unb (^a- 
fiello jenjdbil, 

tii fromme ffirÄfin aSoCbüIena ftiftete im 3. 1473 
bad 97euuenflofter <5, Vtuguftin, iveid;ef, unfänglid) nur 
giliaie bffl 91 onuenf (öfter« €. Ipflti bcö 'ÜKärlijrerÄ in 
äteggic, balb gro^c ^ebculung ertangtr. 

3m 3- 147-1 erlangte Qlraf QJuibogaleDttü feine 
äjotlidbrigfcit. 3n feinem etßen t^ilag »erbot er ber 
©emcinbe bei 20i) Q)o[bgu(ben Strafe in bcn ^}on?älbern 
^0(3 }u fäüen unb f&ith ju mibrn, wit jtc »on ici^cr 
Im« iRctöt gebabt l}atien. ?(W ben £inbi(i biefer ©rlap 
»om -iVteita vorgetragen »rurbc, etfUuten fif, ber ®raf, 
ber betmaUn fid^ in SKailanb befattb, fonne an einem 
foldjen ^rlaß feinen Xtitil gebobt baben, unb fanbten 
33eten p ibm mit ber $ilte, ec möge üt mit feiner 
iHutocität befd^üben, bamit fie nidjt in inren alten !iHcd)trn 
gefränfi würben. X)ie 33otcn crbielten bie trorfnc ?int» 
wo«, ed fei ta^ SiUeÖ Sadje be« ©rafen. Xie Sinbici 
appetlirten fobonn an brn ^erjog. (S6 ifi ni(bt näber 



befannt, Wit tiefer in fcer ©adjc beid)icb. tcd) »urbe 
infolge folc^er QJorgdngc bie gräflidte äuloritdt bamal« 
w^fentlid) befd^rdnFt. ^uaftalia umrbc audfd)lic0!i<^ tnx<Si 
örlaffe be« berjcglidjen (Sommiffarö in iliarma regiert. 
3)cr .^erjog Iie§ fcmn geheime Unterfudjungni burt^^ 
feinen (fornmifTar in ©redreüo anfletlcn, Wobei ber ^O' 
bcfta von ®uafta(la »om ^rrjogc ben geft^drften ©efefel 
erl)ielt, Ccn ^Verfügungen biefe« Gommiffar« 5o(flf JU 
leiftcn. I)eifflbe 6ommif[vir !ie^ adit bcr angefebenften 
guaftaUer ^Bürger ^u ft(b fommeu , um fKb mit ibnen ju 
bcrntbid)lageii. 'Da ßoramiifar von i^arma beibciltgte 
fi(b gicid)faUd an biefen gcbcimen Unterfutbnngen unb 
bntte )n fclcbem S9rbufc jjcbeimc 3>ifammfnfünftc mit 
angrfeljenen ©uofiaÜern. ^eibe ©rafcn würben ron ber 
SU'gicrung von (SuaOaWa au«gffd)(o|ien. (*nbe 3ult fqm 
3acob bi ©ovenjatr, Gomniinar bcr bcrjeglicbcn Äammcr 
jU 3Riiilanb, uadj ÖJuaftalia, nafim ?Kon;a unb ßaftclf 
in Sefi^ unb legte fämmllitbe ^eü^ungen bed trafen 
grancc«comaria, fowol äRobiiien wie 3mmobiiien, unter 
$efd)lag unb bedeute einen Sibminijlraior bcrfclben. 

@iaf ®HibogaIcotto bcirat^ctc im 3. 1475 SKarflbC' 
rita, Socbter beö bcrjoßlidjcii Siaat«fccrcidcÖ See« 6i« 
monetta. 

3;er »liobefta Golombo ta (Sarcano wutbi: nadj 20» 
jdbiigcr trcffliibci iMmtöfübrung in grdflidjcu Xienrien 
voui 4l>^)i^d^ enllatfcn unb ftuionio be @ua^amigli ba 
IBigevano ali H^obefla eingefe^t, g^anredcomana bei« 
raibete^oboviea, 5od)tcv tc« etnffuöreidjen Stoben €ßn-- 
fcvcrino. "iJurcij beffen ©influfi würben bie ftrengm 
tOIaöre;>in gegen bie 'lorcüi gemilbcrt. ©uibogalcotlo 
erijielt wicber tätlaubnip, nad^ Q*uafiaUa )utü(f;uFebren. 
CDcr im -Jiamen bed .^erjogd fungircnbe ipobcfia ^uafta* 
migli würbe nad) Ü0}ailanb ^urü(fgerufeu; bie 0)uaftallet 
entließen ilMi ungern, vetlieijen ibm ba6 (Sbrenbürgcnedjt 
unb erwiefen ibni anberwcitig aüc (^brcn. ©raf ®utbo< 
galeotto ernannte 3aiob ^cruffino jum *)jcbcfla. 

Sei ber Slmncfiie, weldjc balb nadi ber (Srmorbnng 
beä ^erjog« ©aUaüio 3)iaria bic »cnvitwete ^crjogin« 
üHegcntin im 3. 1477 crtbcilte, würbe ®raf örancedeo* 
matia wieber in bcn Ü^Iiibcnt^ ^^^ ^lllobicn eingcfe^t unb 
Febrte mit feiner ®emablin i^obucira nac^ ©uaftalla beim. 
Seinen Sfutbeil an bcn ^eubalicn er()iclt er aber nid)l; 
benn fein ©ibwiegerüaicr l»atlc fid) bcn ©rütcrn P<? er* 
morbctcn ^er.^ogö bä bcren fcinblidjent i^erfabren gegen 
beffen unmünbigen Sohn angefd^lotTen. grancedcomarta 
bielt um feinen ^(ntlieiE aw ben ^cubalien in 3)tai(jnb 
an unb erbieü eine ablebnenbe !2(ntwoit. 6r fdilcjs fuf) 
nun offen bem ©t^wiegcrruter an, weld)fT bic 23afNR 
gegen ^erjogin 9ona unb bcn iungen @ian ©aleajjo 
erboten batte. iRndi Sanfetienno'«^ ^Wieberlagc mu^tc 
benn a»{b Srancfötemnrta bic Solgen bcrfelbcn tbeilen. 
^ie ^erjogin fanbtc i^cfelil nadj O^uafialia, bem ®rafen 
©uibogalcotto allein Unierlhaiicntreuc m erweifcn mit 
^udfd}lu8 iebwcber anbcrn i^crfon. ^lebrcren anbem 
teutrn, bie fidj granceöromaria angefcbloffcn ijalten, wur* 
ben bie ©eft^ungcn tonfifliirt. 

aie Im 3. 1479 bie wunberbar ploölidje Äuöfö^« 
nung ber ^crjogin ^ona mit Bobowco, bem äÄobtoir 




GUASTALLA (GESCHICHTE) — 47 — liUASTALLA (GESCHICHTE) 



tti in^irifctcn ^jcrflotbfnen Sfotja, ^cr^cfld rcn ©eti, 
Sia^fcifler, fift'lgte, bcr a[tc, ircuc, inclbciiull^ric 3)Kiicr 
6(1(0 ^imonciia aufticDpfat unti rnl^au))l(t tt^UI^(, fam 
bann au<!tf ^rontedrönmrici tviettr ki t>er .^er^ogin jit 
©iiafccn. Sic Iwrjoglittjc *B(trorbminij lux ^ihfi'wng b*r 
Sef(Uimd«ti tcr ®tbrütn crfolgtf. ©niccjiflteotto <if}\tU 
tir 6iiV»^"^ Scttimo unt gtanceöfomarici rrbiflt ®ua* 
ftiilin, ivo jener feinen Jtaujlet l*iclro ^Jelij^ari tn *4>ontrr* 
nioli iilö i^oteßa ciugcifUt IiciKe. ÜJarnuf crfoli^tc nod) 
^_ciu offener ©rirf ter^cv^ogln, ttx gronctföcomiüla aller 
^■nljßbenen $(nfri)ulDit)un(]en freirprad) mit i^ii in tfn ab« 
^Holutcn Sefiti bed ganjen ©uoftoUa cinfcpte. Sruncrflro« 
^pwaria fanbte 'iOJaffco Ü.Mfiolo, einen von benen, TreldKn 
^^0l6 Sinbdngetn gianeeöcomaria'ö rorljer bie Sefipungcn 
' tenfiörirt woibeu waren, ölfl feinen *procnrator, wcldjem 
lei daßeUqn Suigi ba (Sarcano bie €d)IüiFel ber Dtocea, 
bie SlrtiÜerie iinb bie ^uuilion überliefeue. ®uibo« 
gdeotlo etlMett fein t^erfönlid^eö (Sijjent^uui unb gca nad) 
iS^ttimo, wo er bie ifinie ber ©rafcn JoicUi vcn ^^^awa 
bcgrnnbetc. lic guafiatler 3o Hein fünfte revbliebeii bem 
flotiitn gräflirfien öaufe, foba^ bie IJorelli pon ÜWon» 
jce^ianigolo, »on Setrimo unb von ffluviftaUa Je ein 
tibell empfinaen. 
3m 3. HhO nad) ©uafiaUa jnrürfgcWi«, empfing 
ranceöromaritt l)ier bcn ©(&wiegfr?aiec. SBeibe fonnfen 
ter ^ofge froh fein. Cufgi bi Oninjo rear *|JobcPa. 
n bie Sv'öc tcv ©emeiube \pnrben ^Jröübenten gefieflt. 
n bie ©teile ber gcfammien Öienicinbepertnminlnng (rat 
dn 8?fltb von V2 »on ber CÜemeiubc getväHtcu 9Wit« 
Hebern, 

3n bem im 3. 1483 burdj bie SRoffi jwifd)cn 9)lai- 
innt unb 3Jenebig angc|ii|tefcn JIriegc blieb ©tof gran« 
leöcomaria bem fierjoge getreu, llr legte eine fiarfc 
S^efa^ung in bie «ccra unter bem ßaftcUau granccöco 
?Ki<»ie, genannt Std^illino, nnb ^og ju gelbe, ^ie 93ene^ 
bi.icr brongcn inö geivarifdje uor unb ©uaftalla gerietl) 
in'öiefdlir. liie ?HolTi überiiogcn tafl föebiet von ^iJarmn. 
2;ic Örafen ©uiCo nnb «uiuiVitc 3^oreUi ju Sftontcrtjiar' 
ogcio ergriffen bie U'artei ber Sloffi unb würben von 
tcn ^erjoglidjen an« SWontedjiörugoIo >jerlricfcen, Indien 
^0 jebocfj barauf fo tapfer, baö fic bereit« Refften, "SSUn- 
teAiarngoIo, vielloicöt fogvir ©nnftallii ivicber ju neljmen. 
Slrnnrene gviff baö Sdjlo^ Sala bcd Onkrt Sanvitali in 
bcfien ?lbtvelentjeit an. ©ilert'« (üemoHin 'Bonclla tc' 
9tofn, ber oben rülimlidjft erwät^ntim ©räfin Orfina (Sn« 
fclin, jeigte fit^ bnnn von beren ©etfle befcdl. Sie 
füljric einen $ludfaQ in eigener $erfou an unb erfdjof 
mit eigen« .^anb bcn 93etier. 

91(0 barauf nad) bcin grieben von ©agnnolo ®raf 
granceöcomaria nadj 6)uaflaUa l>eimrcI:>Ke, mar injjvifrfjen 
Soboviea Sanfcverina, bie ^emablin, geftorben. 6ie 
hatte in ben legten Sagten ein traiirigefl ?ebcn gefnljrt, 
weit ber ®raf fte ber Uutrcnc befdjnibigic unb ben SldjiU, 
beu ^weiten ©ct)n, für einen ©afiarb etflarte. 3)« 
®rQf fom in fe^r gcfd)reäd>ter Oefunb^eit an, n>edijalb 
er bcnn im % 1485 fein !Jefiament madjie, in n>etd>em 
tx ben ültefien Solin l'ietrogutbo ^nui Univerfal erben ern- 
annt«, nnrimgaUe, bog berfelbc obne @rben veifterben 




tvütbe, foUie ber 9?ad)Iafi bem SldjiU ^ctmfaircn. ©röfin 
ÜKabbalena, bie (Mropmutler, erhielt bie SoimnnbfAaft 
über bir jungen ^inber. $llö im folgenben 3abrc bie 
Äranfbcit bcö ®rafen ftd) nod) webr uerfd,ilimmerlr, bt* 
gab er [nÜi auf ben Siatt) feiner StQutter und) ^antna 
jur Sdjwefter fiurreua, vcreljeliditen ©räfin bi Öiaiiolpo, 
unb biefe Samen berebcten ilni, ein nencft Üeftameut nu 
madien, in »vel^em er Sldjill j-iä^i^'d) von cer (Srbfd'aft 
aud(d>Icß unb ihm nur ."WO Sinfaicn vcrmadile; für ben 
gaU, baß $ielrpguibo fitrbrn folJte, oftnc 9ta(fcfominen« 
fdjoft ju hinterlaffcn, reurbe giameöromaria'ö 53nibcr 
®uiboga(ectto jum Univerfaierbrn dngcfe^t. Ser ®raf 
verfügte ferner, feine Wnttcr, ®täfin ^äKabbalcna, foUe 
bie licrn*ottung bcv genbalien bie jum '60. iiclH'nfljalire 
iliiftiognito'iJ fonfühen mtb uid}t geliollen fein, al^bann 
JRcdjcnfdjafl über ii)re ^-üernfiiltung abjulegen. Sabd ift 
;u bemerten, bci$ bie ®räfin Ü)(abbotena bamald über 
üO %\\)H alt n>nr. ©rnf grancföcomoria ftarb nod? im 
felbigen 3atfrf. 2)if mailinber fflegiernng f*ie^ jebcd) 
baO 'Icftamenl old ungered}t um unb erflärte i?tcluU jn 
gleirfiem '^Inlheilc mit fdnem Srubrr bcrcdMigt, bie ^ab* 
batcna oiit^ für verpflid'let, beibe £öl)ne unter gleid>e 
ajormunbfdjaft ju nefimen. 

3m 3. 141t4 gerietl) Wabbatena in 3wtft mit $aoIa, 
venvitwften ®räfin SD?arfi1io S^orefli bi 5Wpnted)iatngolc, 
iveldiet fte bie Beträge an« bcn guaftaller 3fWfinfunftcn, 
bie il)r Ibeild aud ihren dgenen, tbdlö auö burcli ISrb« 
fd)an ^ugefaUenen 9ln!heilen juftanben, vorenlt;idi. 3)ic 
ber^oglid^c JKegietnng cntfdjicb ju C*Junricn UÜaola*^ unb 
bcanftragtc ben $obef)a von ®naflaUa, berfdbrn bie btf 
treffenben Scträge auöjufffiren. SSabbafena fönbte hier* 
auf *i.Me(roguibo nad; SWailanb, gegen jenen Sefdyeib 
©nrebe ju erbeben; ber 3üngling erfronftc aber unb 
madjie dn Xefinment, in n?ddiem er, nad»bem er fdneu 
natürlidien S^hivefleni ®eranea unb Crfina erhöh'f *^"ö' 
ftcucr vcrinad)! Ijatte, feinen trüber Slt^iü jum Univer* 
faletbrn dnfe$te. 

S)er Ärieg be* 3flhre6 1495 gab bem (ebf^aflot 
9rd)iH fcic erfeljnte ©degcnheit, fidj ber läfiigen Slb^Ängig* 
feil von brr ®ro^mntler ^u cntiielien. i&x rnftete ein 
ftarfe* ^eer nnb beftellte einen (Sommijfar jur ffierwal' 
lung ber SRed^tÖpflcge mit fo nutfgebehnten üÖefugniffcn, 
baß bie ®ro^mutter baburdj ber Stegierungtfgm^alt im 
2Cefentli(^en enthoben ivurbe. !l3iefflbe jcg fidj in bie 
SRocca änrürf unb SldjiU jog ju gelbe. 91m brnfivürbigeu 
6. 3nU fodjt rr bei gonmovo unter graneeSco ®ou);aga, 
SKar!grrtfen von SWnntua, bem lopfern gdbbenii ber 
?igiflen. Sei Kovara fe^Ioö er einen engen greunb^ 
fdjafiöbnnb mit ©alcottc »Pico, ®raf bella'aniranbcla, 
auf btffen Siernnloffung er dnen Soten an bie ©roß» 
mutter fanbte mit ber Sliifforbenmg, fie möge bie SHe* 
gifTung ber ©raffdjoft niebcrlegen, um bie tornigen Sage, 
bie fte nocfi jn leben habe, iii Än^ jujubringcn. 5Wab* 
bnlena gab dne anönteie^enbe Äntrocrt unb fdjrieb an 
itjren Sohn ©uibogalectto, ©rafen von 6cttimo, unb bat 
um feinen Srifianb; er foUc mit feinen Xruvpen na* 
©uaffölla fommen, tvo er Iddjt burd) bie äußern Shorc 
unb bann au<^ ohne grope 37}ühe in bie (fitabefle ge« 



GÜASTALLA (GESCHICHTE) — 48 — GÜASTALLA (GESCHICHTE) 



langen unb fic^ )um ^enn von @uaf)aüa madiPti fönnc. 
C^itit>o^nl(Otto rüdtf aii<tf To\tfii<b vor Q)uaftatla, fan^ 
fft jcDod) fo flut bcntadjt, taf er fcfott obne roeitcr ctiun 
QJeifud) }U machen xokttx abmurfdiirt«. 1)ic all? ©täfin 
Wffiflflflie. ®i« bewarb ii(f) bonn um Heu 35eiftanb öeö 
(Stafen ti(Farpi, fanb aber aud) I)i« fein ®<l)ör. 9iif* 
manb ivoütc fid} dnet alten grau au Siebe, tie bo(b nur 
fur^e 3^<' ^<^^(^ föitne, in bcilci Unternehmungen ein* 
la^en. Da atfo atle bici'e 'Ijetfudje nid){ gelingen u>dU< 
ten, io rcrft^rooren fidj juEc^t bic iimaen 2)amcn Sin* 
tonia »nö SJueifäia IcreOa, bic fidj fbcnfaüö in ber JRocca 
befanben, mit Xon ®iergio be' 6ucfi &a ^aianja, Än^ 
Vlan Der dontcffa, unb einem ?Keiier 35<rnarbinp, um 
Bni lÄd)i(I aü^ Dem SÖSeae ju räumen. Ü)« *lUan reur, 
bie ®:dfin foUc bei ^d^iU'd 'Mdteht i^n fceuuMId) 
empfangen, tid} jut Siieterleguujj Der ;)tetjentfd)oft bereit 
jeitjen unb ii)m bann, menn er in tie ^Koica eiugciretcn, 
ÖJiti geben. Sollte bicfcr ^lan midlingtn, fc ninglen 
tic SJerfAreorenen mit iljren ^reuuben bcn S(d?ill in 
Stade bauen. 23fm ^erm Scrnarbino füllte bie Sipovic 
@uafialla übergeben iverccn. 6in treuer Diener bed 
trafen, @iatpe[Ione ba (Srcmolino, erUmgle Jtrnntniß 
von biefcn faubern iUanen unb gab oor, ftd* ber 'i'atici 
tvr Gräfin anfdrlie^en ju rooUen, um mit l<en Vlujctlc« 
lungen nod) ndber befannt ju merbcn. 9tad)t>em er fic^ 
Don bem Sorbabcn oollf^änbig übcrjeugt i)fltte, er aber 
bei ber ftrengcn Sperre ber ^eftnng feine JtunDe an$ 
bfifelben entfenten fonutc, fo nnbni er in ber 3iad)t be6 
2. 3Iug. eine günftige Q)elegenbcit wahi, Iie| fid) vcr« 
mitteld cincd 5tt:|de6 von ben beben .Rinnen bec JKoeca 
bcrab, eilte jum SteUpcrtretcc bc6 (i)rofen unb tbciltc 
it}m bie lUdne 6tiid für €tüd mit. Dem @rafen n>urDe 
aldbalb $eitct)i erfiatlct unb biefer fcbrie Dann gleid) na(^ 
®uafralla jun'itf. Die @)räfin ipurbe l)iervDn iebod) jctlig 
benadjridjtigt unb fltid)tetc fidj fnmmt ihren S(nf)ängern, 
ohne JldjiU'fl Slnfunft abiuiv.iricn. ?(d)iU voar nun frei 
unb unbcfd'ränfl alö .^crrfdjer vcii Oiuaitalla. Die ®räfin 
madjle in ^iailauD einen geiidjtlidfeu ^>rccc^ g^gcn ütn 
anl)ängig. 9tod} ebe berfelbe ittoib jnc ($nifd)eibung gc* 
laugte, jtarb im ß. 14i)6 t)ie Gräfin Wabbalena. 

9ld)iU blieb in ruijigem ®efi6 t>pn @uaftalla. 3n« 
jtpifdjen ipor grictc unb iSufie im Zantic eingetreten unb 
Hdjill beiratbetc ^Berunica, S^odjter bcÄ SJIarfgrafen SSaÜa* 
vuino fc' *l^aUavidni, Sigucr von Stiffelo. $ld!ill er* 
^tclt fid) in ber beijogUdicn @unft, iniibrcnB bie Xorellt 
von Wonted)iarngclo in Ungnate fielen unb if^ic SBe* 
fi^ungeu einbüßten. 

3nt 3. H98 ftarb Dr. »Cnolo ©oniani ju ©uafiaUa 
obnc licibeöerbcn ju binterlaffen , roeldjer feinen 9}a(bla^ 
Dem *13riefter Don Cobofico 3)iufoni au* Äiparolo per* 
madjt öail«. Diefcr jog tarauf narf) (MnafldUa unb fetjle 
fid) in SefiO bed Slac^laffcd. ^ra( VldjlU erFldrlc ict>od?, 
ed fei uad) guafiaUct G^efe^ verboten, cag Sluörcärtige 
(ort (Srbfdjoft ucl^men, worauf er fid) felbft mit @rn>alt 
in S^ffie unb bcn ^Hefter audfefttr. Der ^.^apfl Slleran' 
ber VI-, an Un Itt ^riefier fub nun ivanbte, brobte 
mit Dem unterbiet, fall« ber ®rof ten ^Hadjla^ nidit 
loieb« ^erauögebe, unb verhängte c« ivirtlit^, fllö ber 



@taf Ccr ilufforberung nidjt uadjfam. Dem (Brafen vet* 
urfad)tc bieö fo viel Scfdjnjfrbe, boö er ein 6ompromi$ 
anbot; bie (BciflÜd^feit ging aber nidjt barauf ein, unb 
9ld)ill faf) fi* fd)lie01idj genötbigi, bcn 9?adjlaö öfrou«# 
jugcben. 

3n bem Jlriege, welAni im 3. lÖ(Xi tcuid XIL 
von ^anfreid), verbünbet mit bem *3apfic unb 95enrbig, 
gegen i'obüvito Sforza, ^er^og von ^ailanb. fütjrtc, 
unb tpefdier für biefen einen |o unglüdlidjen SluÄgang 
faattc, ftljlop fldjiü fid; an aScnebia an unb behielt Dem« 
nad» feine ^^efif^ungen, wäbrenb ®raf (Srifiofero Xorctfo 
bi 9Konied>iarugoIo, ben ber ^erjo^i tpieber in feine Se« 
Übungen «ingefeCt batte, treu mit biefem gegen granlreiift 
balteub, bie feinigen jcpt abermnlö verlor. Vidiill fanö 
ftdj jebod? in ber linvartuuvj geidutd)!, et biaudjr bem 
^JÜ^Mited^iatugoIo uicbt mebr brffcn 3cl'anti)nlr )u b<« 
jablen; benn (^arbinal bi Soano (Giorgio b'Ämbo^fe, 
Gouverneur von 'SRailanb, entfd)icb, ba^ jener 3c>llanihdi 
fortan bem ©rafen J^rancedco, Sniber b<6 audgeioiefeiien 
®rafen (Sti^ofero, gebübre. Segen bet fdjtreren, von 
Den gran^ofen aufcrle|.itcn 'Bteuern unb bet fonf^igcn 
Äricgelaften hatte G^taf Sldiill jeboc^ Sdjulben jura ©e* 
lauf von 2(XXt DuFaten ioiiiral)irt unb war genötbigt, 
mehrere Zaubereien ^u verfaufen. 

Daö ©ebiet von ©ußft.iUa ipurbc fortwdferenb von 
Seilen ber gcgenivürtig im Sffuje bcö ®rafcu ®iam» 
pietro ÖJonjaga bffinbli(^en ^errfdjaft ^lovetliita bcbcliigl, 
mit ipcldjer ©uaftalia alte (SrenM'trciligfcitcn balle. Die 
aCibeiiuärtigteiien fleigerien fidj fo lebt, ba^ bet oljnebin 
ftreiimd)ii|3e ViduU fid) m ScfehMinn bcö Ö'onjaga rüüete. 
Auf Vliitaiben bpibetieitigct greunbe fanb eine 3ufammfn« 
fünft in aJiailaub jrolfd)en Sldjill unb ©inmpietro CHon« 
jaga ftatt in CMegeiireart von Stiomonte unb Sanfevnm*, 
bencn C^onjnga bann bie Sntfdjeibung ber €ad)e über« 
ileff. DEffcnungend)ter wiebetholten fidi balb n>ierct blu» 
tige Sitauöe ^wiKtfii ben @ren,?nadjbarn. 3m 3- 1607 
fnnb ein £d>armüycl ftatt, in wetdiem ,i|ivQi fein @ua* 
ftaller (d^wer vcrlcßl, jebod) adjl 9?oveÜarfr unb viele 
ißferbe gctöbiet würben; unter Slnberem würbe bem Orafen 
©iampictro (Öonjoga ba« ^pferb unter bem Seifcc etfdjoffni. 

allein bülb würben bie friegerifdjen Gräfte Wieb« 
auf einem größeren gelbe in Knfprudj genommen. 3m 
3. 1508 würbe ber Vertrag von ^flmbrai swifd)en IHori* 
milian, üouitf XU. unb Scibiiianb gegen ffienebig ab« 
gcfc^loffen. Der ®raf von ©uaftalln hielt e« wicber mit 
bem Stürfcren unb ^og mit ben J{öntglid}en gegen bie 
Sepublif. Die 5Jnicbiger brangen in bad guaßaUet @r* 
biet ein, bie fiarf befeßk geftung ®ua|iaUa blieb jcboi 
ungefä^rbct. 

SBährenb fm 3. löI2 batf ^erjogthum Sffailanb 
unter '});jrimi[ian Sforza, Sobcvito bcd 3Wohren ®obn, 
wiebcr hcrgefiellt amibe, gewann '4.?aDft SuÜnfl H. ^arma 
unb iPiacmja. ®taf SldjiU hielt fid) beöhnlb für ifoHrt 
unb fd)lo$ fid) ebenfalls an Un ^nipfi an. @r trat in 
bad päpf)ltd)e ^eet unb verpflichtete fid), BO bid 100 
Sttann fd)wcre Seiterei ju ftellen gegen jilhrli<6e ©eja(^* 
lung von 1400 Dufaten für feine eigene ilicrfon unb 
von 120 DuFaten für jebcd $ferb. (Sr würbe alfo Qapifan 



nüASTALLA (GESCHICHTE) — 49 — CÜASTALLA (GESCHICHTE) 



* 






^i davatli bcft ^a;>fied, unb nEjielt vdii i^m )>erfd)iebene 
©fgünfücjimiifn, unter 9(nb«em baö 9Jcdjt, &cn ^aupu 
pfvitrcr »on ©uafiatta ju ernennen. 

3m 3. 1Ö13 hxa<Si tit W in ©uaiwlia auö; boiO 
war man jcftt beffcr tarauf i>otbercitei, flid fcieÄ in frütjetn 
Reiten 6ct gall geirefen mar. tiic fiajarclb« wartn l)€r* 
gtfipni, eine (SonimiiTicn wn aitgtf eigenen ©urflern wuvte 
(tngefefkt, bic \cnii uöt^igcit ^iUürfeliTUiujcu ju befi>ij}cn, 
iie leer ftcftcnbcn i^täufcE ju öcroadjcn, Selber ä^"" 33cflcn 
brr !JJcfi(ranfen aufiune[)nien. t5ö würben öffentlitfce @e« 
bete an bcn ^eil. 'Jiot^u* geljalten, worauf bie Sfiicfje 
benn au(^ nad^Itf^ unb (Suaflalla vor grö^rrem 6(^abcn 
behütet reurbc, Wffl()al(> bi« S.9lo(^u0nrd)c in ®uafiflUa 
nbau! würbe. 

(Sä baue fi(ft ber ^auplvffltrcr von ©uaftalla $lct« 
antonio teßli ?lralti famml (einer öati^cn gamilie Den 
^flp Öcd ßJrvifesi iugtjogeu, weöfialb biefer bur(fi einen 
gebundenen 3)2 eu<^c[ mürber bcn ^viulstpricficr umbringen 
Ik^ (löU). 2)cffen Sriiber würben i^rer fämmtliicn 
SefiOungen beraubt, weltbe jebod) auf bad nad}btü<nid}e 
@ei)etö teö -^iapfleö 8eo X. benfelbcn juiücf^ejjeben wer- 
ben nuipieu. "öei blefcr ßrmorDung SIralbi'd baue Oirnf 
SfcbiU ivol iindi im @inn, bic ^auptvfarrc für feineu 
natiirlidjen Sobn ^erculed XoreUi frei jU machen, wcl* 
(^cr bie SieHe fpdter roirfttcft er^ieO. SSjegen biefer unb 
d^nlif^er 9Jorflängc, audj wegen feineiS audfrf)weifenben, 
|)dd)ft ffanbalöfen Sebendrounbelö erhielt ^d]itl in dtoni 
einen fe^r f(t)Ummen 9tamen. StRan ging bort bamit um, 
ibn von ^Juat^aUa auü^ufil^Eie^cn, wobei man (id} brd 
üeftameiue* feinet iüaterd erinnerte, wclfljcr iftn für 
uuecbt erüärte unß i[)n enterben wAlU, unb crflärte S'^ 
berigo unb Soboviio SoreUi ald cie ^rben be^ <^rafen 
®utbogateotto SoreUo bi €ettinio für bie alletu bered}' 
tiflten Grbcn von öJuaftntla. ^Darauf bin woHte man 
aldban» jene bcibcn jungen Seute veranlaffeti, il)re Stn^ 
te<i}tc auf ÖJiiaftaUa bein £djiveijev QJeter 6cl)iner, Sru^ 
let beö (SarbinotS a)iatbäuö bi Sioii, beä *ficfei]läbabcrÖ 
fceö pävftlitften .i^eerc^, ju verfaufen. i'Kletn bevor biefc 
" nfJ)Iäge uutb irgenb inö SÜcrf gefegt werben fünnteu, 
aerOoben fie plöglicb )u nid)td. Röiüa '^tan^ I. von 
$ranfrcid) fiieg mit ^eerediua(bt nat^ Italien binunter, 
jwang bcn USapfi, $arma unb ^Piatenja wieber berauß* 
jugeben, unb ß)raf SlcbiU, ber ibni fofort frinc ^ulbigung 
batbracbte, war großer ScQwierigfcitcn cntbcbcn. 

3m 3. IÜ16 vetcöelidjte M? l^oboviui, 2(d)iira %o<ii' 
ttx, mit 8obovii'o ©tangW, ©rafen von (Safielnuovo bi 
^occa b'^bba, efnent aemonefifcöen €brlniänn. 

Da um biefe ^iit griebc im Sanbe war, bemühte 
p(^ ber fflraf, bic vetiährte blutli^c (Srbfebbe awif(t)en ben 
Familien €carbui, 9^ij}oU, Xrimilji unb anbern, fSiw 
TOobnern von SreÄceUo, ©oretto unb (yualticri, welche 
ba6 Sanb foiiwä[)rcnb mit fbrcn !Rauferdcit bebeUigten, 
audjugteif^en, wad ibm benn aucb gelang, ^ic Soffa 
ted dfoncaglto würbe burd) einen ^b^ugdfanaf unb ben 
51u& 6avc, fpdter Srofioto vectb'o genannt, in ben ^o 

fieleltcr. ^m ®ü()ne bej an bem Jctöwp^f^n^" verübten 
t^niben ^lorbed fdjcnfic ber C%af beu Ü(uguftincr*3ion' 
mn in @ua{laUa bic 6. $artbo(omäudFapeUe. 

ffnivn. k. SB. 1. Jr. drftt teiitiea. XCVI. 




granj L, Äönig von granfreirf), crfannte fe()r batb 
bie ®efnt)r, bie itim von Äaifer Äarl'ft unb Ceo'ö X. 
6eiten bebrcljte, unb f»d>tc fid) bei 3«'*^" jw n'iften, 
vor Sillem ®elb ju ma*en. 3m 3. 1520 fam benn 
audj eine förnglicb^ftam^ftfcbc Gommiffton nad» ^uaftoßa, 
befiebeub auö bem föniql. ^laalöanwalt Dr. 3iI{p)>o 
ajiötoute, l'nolo boüo «nbrea ?i (Sntone unb Sitippi^ 
Soavti, unb faub bn JReöifion ber Otcdjnungen, ba^ 
Giuafialla feit fünf 3ahren mit gewiifcn J?(bgabcn im 
Küdftanb fei. 3)ie (^uaftatJcr wiefen jebod) ibrc atren 
ipriviiegien nad) unb erlangten bieflmal einen ®ieg über 
ben giÖni6. 

3m 3. 1521 begann 9(*iU ben ©au bc« *PaIaffe« 
an ber ^ian^a, weldjer fpätcr von ben ®onwga voHenbel 
würbe, aöäbrcnb er mit tiefem floljen Sau fid> be- 
fdjdftigte, würbe er betf fdjinipflidieit aSerbred)ena au* 
geflagt, faiffbeö @e!b in Umlauf gefegt ju babni, unb 
vom maiiänber ©ctidjtSbof audj wirftid} ju einet ©u^e 
von 3000 €nibi @olb vcruttbcitt. Tie ®rcn3fiteitiafeitcn 
mit bem ®tafen von 9?oveUara würben um biefe 3"! 
beigelegt unb bie |rcunbfduifili(ben S^erbältniffe bann nodb 
näl)er vcrfnüpft, inbem Vlrtiili fein lT?ünbcI, bic junge 
ÜJtabbiilena, lodjtcr fceS vcrfiorlenen *ßiermaria SoreÜo, 
dJrafen von Setlimo, tcm Gnolc, Sofjn betf ©rafen 
Sigoflin von ^oveüara, jur ©emaljlin ^ah. 

3m gebrunr 1522 war bie ^otfejeit unb Sldjiß ver* 
weilte einige S^age ju ^ovellara. 2;a wiirbe (Srcolc eifcr« 
ffldjiig unb bictt fid) für befdjimpft. 3n bec 3Äiite bec 
^Irtdjt fdjlidt er ftcb in fein Sdjlafjimmer, wo SldjiU, vom 
Üanjc mübc unD von Spcife unb 2ranf voll, im tiefen 
Schlaft: lag unb burdtbobrie ilytt mit wiebetboltcn Iiold]"« 
jiidjen. 9Ini folgenben Zaqc würbe bie i?eid)c nnd) @ua* 
fiaün gcbrad}t unb in ber 6. ©art^otomäifird^e feicrlicb 
aufgelegt. Q$ war eine fd)redlid)e ^ccbjeit, ein cnlfeß* 
lieber XoP, bodi ©uaftaUa'd Trauer nidjt eine tiefe. ®raf 
S(dii(l gab burd) fetneu ouöfdiweifenben iijib babci fdjam» 
lufeti Sebcndwtinbei flctd gropcd Stcrgernip. (*r war fcrt^ 
wabi'enb von einer 'JWenge grauen^immer umgeben, bic 
er, wenn er ibrcr mübe, auö^uflaiten unb ju vcrbeiralbeti 
})fiegle. €tetd gelbbebiirflig unb gelbgierig, ^atte er feine 
nnierl[)anen ftelö garten, ungcreebten örpreffungen unter* 
Wolfen. 

Gräfin Sobovica, 9(d}itt'd SÜcdjter, fam mit ibrem 
@emabl ^obovico £tanghi altfbatb nadi ^iia^aHa un& 
trat in baö vätcrlidjf (Srbc ein, obwel feine 3nvc(i(tur 
bic loreüi jur ?ebnöfo(ge in ber weiblidjcn Sinic be* 
Tedjiiflic. Sic madjte jid) fofort bei ben (Sinwo&nern 
beliebt, inbcm fie biefelben einer JRcibc vom ^ater auf« 
erlegten Mafien entbanb, ibncn aud? ibre ^rivilrgien be« 
fidligte. 35ie fflräfin wcbntc mit bem ^obcfia unb bem 
daftcüan unb Stiogolenrnte ber allgemeinen ^ürrfamm' 
lung bec giiiniliciivdlcr bei, welche am 24. gebr. l.'')23 
in ber ©ortboIomäifird)C bcbufß ber ^cuwab' ber 3{atbd' 
bertcn abgcballen würbe. 3)et erbitterte Slßa^Ifampf, ber 
feit einiger ^tH bcjüglic^ ber ©rfeUung ber eTlebigleit 
^auplvtarrflellc jwifdjen 9?egri, welcfeen ®raf ^Idjitl er* 
nennen wollte, unb ®uibo, weldjer vom $apfl Sco X. 
empfoblen würbe, gefül^rt worben war, würbe von bei 



GUASTALLA (GESCHICHTE) — 50 — GÜASTALLA (GESCHICHTE) 



©räfin auf ben Äal^ itjrer IButtn-, ter ucmnnvcten ®räfi» 
ajctonica, baturctj entfdjieten, t>a& fur bie Strlle n'f^cr 
feem einen, ncdj fem viuCern verlief, fonteni fccin ßrcole 
SorcÜi, bcm notütlidjeu Sol)ne teä verftorbciim SldjiÜ, 
n'c^ec beim viud} butd) SuUc bed ^(qjflcfl Stbriau l>(« 
flätißt tvuibf. 

!^ie 97a(&Foinnicii te& ©iiibogafeotlo ^creDc, bed 
fräl)cni ©wfen von &i\\i\talU iiiib fpätcrn Vcfmömqnnö 
ipon Scttimc, Nltfn crlieHirtje Slnicrt}» nuf ©iiaftallaj 
fif l)ülten fi(i> rtlie;- ju üt>r ucrme^rr, ihre Ävdfte ju i>l)r 
ictfpültert uiib flefdinjäc^t, um einen Otcditdfirdt mit einet 
^ame ju fiilncti, bic mit einbeitlidjcn Gräften unb 3)ttt* 
lein im t[}al|'äd)li(t}eit 35cRo bet ©cafidjaft, fomie bct 
3und0Unfi ifirer UiUetthancu (id» tcfatib. 3» (Stivar* 
lunfl btr fcmincnbcn iHed)! öl) anbei nn^ni fte (id) in äl^ai* 
laiib auöüfjiciitMiflf Slnroille, ben Dr. ©ioiniiiiu ©iuß^ 
fano, Otriflofero b'Slvpifliio, ©iaiifliorglo bi L^aftino iinb 
@[uljc ^tanoM- €>( >ourbe 3un(ld)|t ton 6<imilla iShix' 
tinengo, äBiin^e bed Sobovico S^orcllo imb üßprmmib bcr 
^D<jne ßrcDle uiib ©oleollo, in 5)iflifrtnb ferflagt. 5)te<= 
felbc ftanb »cteinjelt; of)uc lUbercinfiimmung mit ifjt 
TDer|uE)ren bie 9ieflfcn bed ßtbcrido SiotfUo, inbem fie, an* 
ftait fid) ilir aniuidjlieficn, iid) ri>n ©vAfin ^rivulji ron 
SHuntetlnnrugoIo verleiten liefen, i^rc 5ln[pru(l]c bereu 
©oljn !l*rtDlo üu leertaufen. SÖitive (Somilla fab fid) burd) 
i^rt aJcrljältniiK l'djlie^lid) fleucthißt, einen 93erglcjd) flU/ 
junef^men, weither bic ÖJräfin Üoboviea ßfßen Uebertragung 
rined guaflaliei 3o[I<i>tt{}eiId unb S^^'l'i'tid f<>i" iii{)t[id}en 
Ärnte QÜer weitem Vlniorberunßcn Iodfi>Tnc^. ®räfin 
Soborira felirie fcbann nnd) Ifjrec ©ta^fdtcift jiirürf, weit 
injwif(t<n ihre HÄulter, bie tvegen ifirer Sromniififcit nnb 
«ÄilbtliQtijifeit brim SSoIfc (illßemcin beliebte ©räfin ajf 
ronica, bort aefiorben war, 3ni 3. 1524 fiarb bann 
au(^ Cobooicaö ®emvilil, fioboijico Stangbi in 6ciftcl* 
nuouo bi SÖofCj b'iMcpQ. 

9tüdj ber "SdjUidJt »ou Qlfli>ia unb bei ffiefangen» 
naf]mr %xii\\\' 1. tuutbe PluoflaKa »on ben J?ai)frlidien 
befetit. ©iflmbatifta (iaflvilbo fnm ^ucrft mit leid;ter 
iWeiterei, bami fanien *3dwrcn guöwK. X'ie t5inwoljner 
mußten auV" bet ffiofinuna uX^Wü} jebem Dieiirt lu <2olbi 
unb jcbem gu^fne*t« 5 ^olbi jablcn. 2)if €p[bate«fa 
verübte fiicr, wie fenft überall im Sanbe, ®reucl in SReiigc, 
Äeine ^abe, feine iSbic war fidj« »ot il)ten Oiriffen. 
lieber foltfcc Selianriung ergrimmt, rerf^altcn bic ©liri^er 
mandtmal ©leidjeö mit ©leidjcm, u'aö bcnu ju iveitern 
Oretieln führte. So wurbe eine ©cfcUfdjaft lucrni^djcr 
JDffirieTf beim Ueberfc^en über ben $0 ron WuaftaÜent 
anoefaUen unb bic meiften erfdjliiflen. 3cnc (^ucflallet 
icurbcn gröOtenibeil^ ergriffen unb bin|)eri(^tel, für bic 
übriijen mnftc bic ®räfin fdjwcrc ©elMm^en erlegen. 
Xer i^apfi, weld)er tld) b<n Äaifctlicften ongcft^Ioffen 
battc, ircflte ibncn liinfidjtlid) Ürpreffnngcn nitfct naü)' 
fieljen; er forberlc ton &en @eiftli(tjen (Fontribniicnra, 
unter SInberem fom quaftultec ^^Quptvfarrer ben 3cbntPn 
feiner (äinfünfte ; bic fluaftallcr föciftlidjtctt «rflärte ifbod), 
man werbe nidiid be,)aMen. Sei bec gereijten Stirn* 
mung in !£D^ai[anb. ^tecbig, ^itdieiiftaat, im ganjen 
nötblit^cn Italien »artn bic fpanifdjen ^rfa^ungen tnb' 



(id» einer oifgenuinen pIö^lidKn ^rbebung geirilrtig. ^a 
Sefefjld^aber brr SefaOung von (^uarialla I^iclt bedbalb 
bei bem Uaftellan iin, 3iiB""i1 \^^ fftoua lix ert}a{tcn, 
ivad tiefer tenveigrrte, rxi bie »octa audf^lie^ltdr bet 
©rdftn gebore. ^^Ji^D^fia unb 9{atb Don Q)uafialla ga^n 
bicfclbe Srfiärung. Xie Jlait'erlic^en , bid^tr ftift nur 
fuaiiilfte SruDpen, crliiellcn injunfdjcn bctrödftlidje SJcr* 
fiätfnngni ouö 2:p»tfdjlanb unter L^rjtjerjog ^erbinanb. 
9ifue fpanifdic 3!ruppen würben bann in ®uafiaUa ein* 
quariirt unb mußten i>on ber unglüdlid}en @emdube cr< 
ndtirt werben. 3uv ©cjablung ber buid? tiefe SaficB 
coulrä^irten 6c^ul^en mugtc biefelL'c mit @enc[}miguiig 
bct ©täfin mcljrcrc Bänbcreieu am '4^0 »erlaufen. 

3)ic ©rdfin uerhciratbelc fidj wicber im 3. 1525. 
3l)r nenet ©cmaM, ^Intonio ÜÄ^aTlincngo aiid SÖreÖcio, 
wnr ein bodinn'ilbiger, iäl^iprniijfr, roljcr SHenfJt, ber jld) 
in tiiuaftalla fofort q(ö Jpecr gfbaljrtc unb fi* auib fo 
nannte, fobap bic ©räfin ibm erflären mii^lc, bie ^i« 
ratl) [)abc il)m [einedwe^d ein ;)tcd?t jU bicfein Sanbc 9c 
geben. Sie Ijatte fobann in Srcflria, wobin fic fidj mit 
ihm begeben, uon ibm ft^nötc 'iDiie'fjaiibtung ju erbulbett. 

3m 3. 1528 mußte GhioftciÜa noc^ anberc 6)runb» 
ftilrff Deriluörrii , nnb jwar um Octtcibc für tcn Untere 
Öfllt beä UiiMfeä gu faufcn; bcnu infolge ber uncrirÄg« 
ltd}en 'Sebrüdung hatten ftd) bie dauern in foId)er Vlnjalil 
fliid bem @uaf)aUifd}en geflüc^lct, ba9 grc^e Strcden 
l'anbed nnbefleUt geblieben waren. 'S)k fortwälircnbcn 
Durc^matftfcc tcr ilruppcn brätelten bann fortwßbrcnb 
neue Sciäfligung. Unb falld alle birfc Seiben nod} ni<^i 
I)inrfitfctcn, fain nod) bic $efi Ijiuju, bnd SÄa^ brr 
Sdjrcdcn voH ju ma*eu. 

Seit bem S^obc beö ©rafen *4d)iU hatte Öräfiu Iri* 
vuUi ftd) eifrig bemüht, für ihren Sohn $aolo, @rafcn 
bi 3J?onted)iarugclo, bic Slnrec^tc auf bic ®iaffdjafi ©ua» 
ftüUa s» erwerben, wcld)t ben Söhnen bed getcvigo üo- 
tfUc, bem Sohne trd fflrafcn ©ui&o^aleclto, .^nTn von 
©naftaüa, juRanten. OJiiitT, gcbcrtjjo'd Grfttiebcrener, 
haue bcreitö im 3. 1522 bie (Scffton leincvfciiiS jugefagi, 
bie anbern $rübcr, ^arfilio, füfqrcantonio, ^murotie 
unb @iaronta))o, holten bann ebenfalls jugefagt. ^acle 
hatte fxdi ^öi genommen, bic (Sntfdjätiguiig, bic er »on 
feinet Seile gewöhttii wollte, feft^ufe^en, unb injwififcra 
war Öuibo gefiotben. ^aolo ftcUic fein tilngebot im 
3. 1529, nnb fobann erfolgte andj i)om Äaifcr bie Se* 
vcUmä(btignng }nm '^bfdjlu^ bed ^erlragd, worauf 
äWatcantonio, SImnratte unb (iJiatomojio bie 91blreiung6« 
acte fertigten. 3)2ärrilio hatte feinen SBiUcn gcdubert, 
weil bad ^ttgoglbum ^tailonb unter Sfotja wicbcr I>et« 
gefleUt werben follte. unb Dertveigettc ben Seitritt. iDicfer 
Umfianb vetwirfette nod) mehr ben ocrwiifelten $roce^, 
weldjer im 3. 1530 |nr (Snifcheibung lommcn follte, wcī 
Ijolb ®rafin Sobomca fi* nach SWaitanb begab. 

C^tiinn Cobcvicn war jum iweiten SWal SQJitwe unb 
ihrcö rolfcu ®ctnaljl6 lebig geworben. Xcrfelbe hatte feine 
erfle @emahlin, eine Scmaglia, umgebracht, unb einet 
ihrer äJerwanbteu gab ihn bcmfelbcn ©efd^iife anhrim. 
Üoböüica, petÄ '&cii fchr lebhaftem äBefeii, war wcltlichett 
unb finnlii^cn @enüffen jügellod ergeben. 3tOt woUte 



GÜASTALLA (GESCHICHTE) — 51 — GÜ.4STALLA (GESCHICHTE) 



• 



fie fi{ö ooU(iäntiifl änbcrn, Sie f«^nlc ftt^ mid) fccr ^ulD 
beS ^immclö unb bcfhcbtc firf) butdj gute SScrfc 6nfcne 
für iljrcii btöhfttgcn gctcnönjcintut ju alaiipcn, Sic 
würbe in f^rtm Öot^abcn befonberö Imrcft bic frcmmc 
ffliatEgrdfm (Slata iJjaUapifina, Siflnora uon Siiffi'to, 
fowic turd) tic (SimQljnunöeu iljreö ^-Seicötrntcrö *4*. Sa» 
fifla befiörfr. 3« ?JIatIaii& maitc fic Mnii bic Sffannt* 
f<^cifl bcr frommen SSir^inia ^it'öii, ^cnüntil *4)aülo, 
mirfjc bcfonfterö dtü^fu (»inftiip über fie erfangle. €ie 
entid&(o& fid), fid^ not ber 3Ö«U (jäitjHdj ju »ctfAliepcn. 
Sit t\l\e nad) ©uafialla iwzüd, bffd^icb itjrc @IätibJ(i<r 
JU fid) unb fifUte lljncit il)r (Sulfeßbcn nuö, «ntlebfgte fidj 
aUn UJrcK^t in tcr ÄldDuiit), ktjtc eine einfache, bcmü* 
J^ige !trad}t an unb rtaniiic fid) uad) bcm liJor^^an^c i^rec 
jttjrerin ^cgri fortan Ikcia, ircölialb jic fid) \i^t unter* 
fi^neb: ,,C.oinitissa Paola, alias Ludovica Taui*cUo 
de Martlnengo/^ Sie madjie fcbann i^ren Beamten 
unb Wienern anfe()nlidic ©efrfienfc unb fetjtte nad) Sßai* 
lanb Äiirürf, voo ter *Öroce^ i&re 9(nw«fcn()cit crforterte. 
'3>ev iHi(tl« war 3acepü Rilippo Seceo, UirdfiCcnt bed 
Scuatö )u ^aiianP. 3Jor ihm rtfiliica Wraf ^arftlii; 
Üjorcüo mit fceit ©cbiiibcrn uns crdättc bic fem Ohiifen 
SÖaolo flefetlifltc (Sefjion für null unb tiidjlig, weil von 
brcl nodj unmünbißcn ^Urrfonfn auögcfieüt. ©rcole unb 
®aUajio, ihre SJettein, erflArlen, büß i^ncn bic fialbt 
®rafföbaft ©uaflalla gehöre; jit bätten nur beren 9?ic&' 
braud) fcer Sobooita ^ugeftiinbcn; bic iMnfvrüd^e 'Ü)inrrilio'Ä 
unb Ok'brübcr erflAricn fte bogcgtn für nid»tig. 2)arauf 
erhoben fidJ 3^^ ntc Januar ia unt Warcantonio, bic lcßi= 
limirtcn nalürlict'rn Sö&nc brtf @rofrn ^iUermaria, unb er^ 
{lärten, fcßp if)rc Ofjfimc gebcricp, ^cbof ico unb SKcffanbro, 
bie Söbnc be« (ilwfen ©uibOi^aleotto, alte tbre VlnredKt 
nuf ©uiiftalla nn ^ßiermaria, ihren ©ater, ecbirt, bfl& alfo 
flüc 5lnred:tc auf la^ Sebn fid) au*|d)[ic^lidj in iljtien 
»creinTjjteii; wetev Warfilio unb beffen ^Brüter geberico, 
tirctflc unb (Maleajjt), tic Sl^Iiiic Vübcmep'ö, uodj (Sefürc 
unb ?ld)iUc, bic £öl>tie VIIeifnnbrö'0, hallen irgenbrnelt^ie 
Änfprüdje. Sotaii» fpradj ®raf *liaolo te Wontcrtjiar« 
ugolo, ba6 gegcnmärtii^ Hlnimilid)eet Sfnredjl if;m Iicim» 
(((faUen fei, ivcil Die beibcn Saftartc ihm ta6 i^rif^c 
cebirt Ijdtien: jene cntöCfluctcn ober, bie (feiTicu fti un^ 
gültig; benn fic fei burrf) Jtuufiflriffe erpreßt unb er* 
mangeln ber rtfff&Iid)en gormeu. 3ri]ließlid? ffilmc ÖJrÄfin 
Sobofira ouö, fatlö bie Satfte fid) fo rer^alt«, TOic bar* 
flifirlli ivorben fei, fo gehöre bie Signpiie ibr aUdn; 
btnn nad) ber ungüliigen ßeffton (tu ÖJunften betf ®raf«n 
$ao[o bitten bie ^aftarbe ihr eine anbrrc in oolt gültiget 
$orm au^geftellr. 

Sie |dmmind)c Ißaitcien bcd ^roteffed, war aud) 
fcet -^erjog Don 3)ifii(anb gegen bcn @rafen ^i-'aclo; Denn 
c* ront ilim febr unlieb, M$ ber l^acfo, burtö ^Q^ von 
5Jarma öbfjängige 3Wcnie(l)iflrugcIo Umcrlban bcd ^apfir*, 
fid) in ©uaftalla feftfepe, ba« bem ^crjogthtime 9Kailanb, 
JU bcm e6 bermalen nodj geborte, nur ju leidjt verluftig 
geften fonnie. 2)« .^crjog hieß infolge beö fdilimmen 
winfluffed, ttii er auf ben U.^rocc^ ausübte, im i^aufc 
?Wontec^iarngp(o fortan nur „11 Duca Francesco Slorza 
di mala memoria". 3n ber (Snoartiing, baö fi« i^te 




®r«tfd)aft fdflicö(id) wol »erbe berauögcben muffen, 
icbenfaüö jeborf) eine rcicblid)c(5ntfd)äbigung erhalten n*crbc, 
fauftc bie ®räfin ftdj miltlenveik im SKailänbifrficn an. 
3n ©uafintta bedeute fte fobann einen neuen ^ijjobefta, 
behielt ben ftrengen 3>ominifanct $• 'Salifta <iü^ interna 
flld ©ctdjtDater, niacbtc tcr SJicnerfdjafi reiebci beirfitftl' 
lid,ic ©efd)cnfc unb jog jit^ in ein fcbr einfameß ?eben 
jurütf. 

3ubcm im 3. 153] Äarl V. al6 6(^iebÖrid)tfr 
jwifdjcn bcm ^apfi unb bem ^erjog t>on gerrara betreffe 
ber ©ebtetf 9Wobena unb Seggio ju fnugiren hatte, iiitlt 
er biefc beitcn ©ebiete in Ocnivation. Xiefelbc» ivur* 
ben mit fvanifc^cn Gruppen betest, unb aud) ©uaftoUa 
erhielt eine fpanifd)c (^inquariirung. 3)iego ^ilcrej, ber 
i8efebl6baber ber Ic^lcrn, n>at laiim ongclangt, ald er 
von ber ©räfin 21.K) OJoIbfcnbi Sdjabcnerftii für bie 
Sad)cn ttfilangte, ivclf^e feinem 33ern)anbten !l;on Sil» 
T>an> bi ^orleio im 3. 1525 beim Angriff ber ®ua' 
fiallcr auf bic fpanifdjcn jDfficiere geraubt »torben fein 
follten. l;ie Olrdfin erfläile rergeblitft, bop fic burdiouß 
»idilö mit bem 91nj5riff auf ^^lorlfto ui il)un gehabt babej 
Sppolito Cuin^io, ber faifcrlidic ÖViicraf'Slnbitor, ttcr^ 
urthfilte fie jut 3ßl)li>>ig ber vrilaugicn Summe. ?(u(^ 
hatte bie ©emrinbe große Kontributionen anfjubringcn jum 
Unterhalt ber löefa^nng. 3)ie ©ebrürfuug ftcigerte fi(^ 
bennafien, ba^ abermalö uiele Sanbleuic ihre ©ehöfic 
T)crlie^en, fobaü bie Jletfer unbcfteüt blieben. 3nt 3. 1532 
crlieü be<Jhtilb ber *JßoPefia einen aufcuf, ba§ bie ^Jnuern 
bei fd)u)crcr Strnfe gehalicn fden, ihren äldei ju heftet* 
len. Tic ®emcinbc rcidjic bei ber ©räpn eine Supulif 
ein nm tirleichterung te^ un er trü glitten ^nirfe6. ilMe 
@räfin oeifiigte, iebrr, ber }>it 3Hiltel ^abr, niüffc bie 
Abgaben entridjten ohne 9tü(fiitbt auf irgenbn)eld)e '^ri* 
isitegien, bamit bie ^lufbringung ber ((h'pcrcn Saften für 
bcu ^in,i|chi£u möglithft erleidjietl weiten mötje. VllU 
nad) bem Slbfd)hiy ber iUerljanClungcn jivifd>cn i^aijft unb 
Jllaifer bie einquartiiten Xiu|>pen i>on @uaftaUa abjogcn, 
»erorbneie ber ^liotcfta, bic (Einwohner foüien rodhrenb 
beö §lbuiarfd)etf alle @efttiäfle abbrrdien unb fid) ju ..^niifc 
f)nlten, um firf) niri)t ber ©efaftr au^iufe^en, pon ber 
abjiehcnben Solbatedfa beraubt unb ermorbet ?u werben. 

3m 3. 1535 erhielt bic (Mröfin vom *13üpfl *4Jfl»l 11^ 
bie (^eitchinigung, in ÜVailanc ein ^Jfonnenfloftcr vom 
Crben S. Slnguflinufl ju ftiftrn, worauf fie jur Äuö* 
fübrnng beö fflJcrfeö, nurörberft nxx 9luffüörung br« ®e> 
bäubed in einem iljt gehörenbcn ©runbftüdc in ber *l?orirt 
9ierceUina, fid) nad) SKailanb begab. Sie erfuhr hi« 
heftige Singriffe t>on ihren ?Ignatcn, mit beuen fie in 
dtcdfi^fireii war. Sic würbe in ber S. ?lugufiinfird)c 
in ?!?ailanb »on bewaffneten aRdnnern umringt, weld)c 
fie jwingen wollten, ihren ^ilufprüdjrn ju entfngcu. 3tn 
3. 15.36 würbe bn^ von ber ©rnfiu in 3Kailanb gegiftete 
9lonncRfIoficr S. $flnli eröffnet unb ton ihr felbfl bc 
jogen. !£;a aber jugleid) einige ber ®räfin befonbcr« 
bcfrcunbcte mdnnlid)e ®elfilid)e , nämlid) SIntonio ^Mrla 
3fltforia, Bartelonieo gerrari unb 3flCppantonio 'üDJorigia, 
im .Rlüfter Slnfiiühmc fanben, fo Bcranlaöie tiefl, Xmi 
fid) fpäier bie Sage entwirfeltc »en ber ©rdfin wn 



GÜASTALLA (GESCHICHTE) — 52 — GüASTALLA (GESCHICHTE) 



©uaftaUa, »cldjc eine utrmifü^t^ ©ffcOf<taft von SKtSnnern 
unb grauen ^ur lUberroinbmifl tf6 glfifcfceö gfpiftft I)abf. 
gellet (Storia degU Ord. Monast. IV, 15, 3) föfll: 
„Guastallae Comitissa mulicr Mantuana ex viris 
panier et foeminis sacerdotalibus constttutt ordali- 
tatem." 2)ann fagt Sobov. Gaflebctro (in HJ^UKalori): 
„Questa e8pcrien?:a Platcmioa, Bimilc alla espericnza 
della Contessa di Giiastalla, <|ueUu ta prova dclla 
continenza degli tiomini c delle donne, lasciaudogli 
prima toccare insieme o poi corioarst c pol dor- 
mirc." Unb *JJIeite SÖa\)W (Dictionaire Historique et 
Critique, Sanb IV, SRotlnbaui 1720, Vln. Saver, ^In* 
nicrfung, S. 2784) fagl, inbcm er Mappamondo Pa- 
pistko, 1567, nitit, bie ®riifin von ^uaftalla bcibe 
eine „Coufrairie de \a Victoire de soy-mesme cootrc 
la cbair" fifftiflef. ,jPour gagner cette victoire, 
une certaine danic nonimec Julie mettoii dans im 
lit im jeune homme aT^c une jeuno fille et leur 
mettoit au milieu un crucifix comme une barro 
entrc deux, afin qu^ils ue sc donuasäeut des coups 
de pied, tout-aiusi qu'oa tuet des pcrchcs ou borrcs 
entre lea cbevaux, et c'estoit la rcspreuve.*' 2:ic 
Fratemite t)abe fid) fdjnell rcrmcijrt; fiele 5)amen bcfl 
CrDenS, Qfincinigtid^ @uaftvillinertnncn ober Slnfirlica^ 
netiiinen gcnünni, pflesjten im Sanbe wmljer ^u reifen 
unb bic ilJricfiet unb ßcifKif^en ffiäier j^ü befiidjen. (5d 
unievliegt aber wd feinem Sweiftl, ba^ biefe @ct(6i(t)te 
eine blo^e foklbafle Sage i|t, unb man weiß fe^r mot^I, 
\vi< beiici '3)l9ll)cn ft(^ bilfcen. iS6 fc^lt bafüt an allen 
glau&irärbiden )eirgenöfrifd;m belegen, mäl)renb bie fo 
3a6lrei{t)en, einflugreidjrn, pctfönUcbcn gcinbe bcr ©röfin, 
^ätte ein foldjer 2)ilebraurfj iftatfAt^tidj beftanben, fidjcr* 
Wüi iii6t i>(rfel)lt gaben würben, bation enrfprec^enben 
@ebräU(t} ju mad}en. 

3m 3. löiJti befehlen bie gransofen ®uaftalla mefircte 
äQodjeu lati^ unb tiepeu e^, uld fie bann abniavfdjirten, 
in ®efol)r, vom ©rafen von 9?oveUara einjjcnoianun ^n 
werben, ler ein ^eer im Süntni^ mil ben granjofen 
auftjjerüOet ^allr, fobnö bcr $obeOa erl'djrcden im ©c« 
griff f*anb, alle ®ci"d)äfte in ber Stabt ju verbieten unb 
bie dinroo^ner jur Sertfieibißung aufjurufen. ?Iu(^ in 
''JKiranbofa rüftele ©raf ©uibo Staujone ein ^cer für bie 
granjofen. SJafl bradjic bann bie Äaiferlidjen nadj ®ua^ 
ftalla. (iiuebeul|'d)c «*Irmee unter ©rncralSilitipoÜoinirllo 
rourbc in ©uotMlKi unb ber Otadjbarfiftafi einquartirt. 
Xicfe !Xruppen lagen l^icr niügig unb tefc^äniiitcn fic^ nur 
tamit, greunbed' unb griubcdlanb ebne Untrt|'d?irb ju 
pliinbern, nnmenlUdj baö aiieb fortuilceibeu. ^cfonbetÄ 
[diwer tJlt bad guaflaller ^ant. Dr. @iu|'e))pe Sclini, 
ber ^oDefia, licH bie (fniie fo ft^nell wie nur irgenb 
möglich eitibtingen utib in brr 91o»a vor ber dtaubgier 
bet Solbatcn bergen. 

UnterbefTen jog fid) ber 2oreUi''4?rocef fo fet)r in 
bie fidnge, jeigte ficb fo venvidell, würbe von ben 
IJJarteien mit fo leibenfdjafitidjet SBitrerfeit geführt, bag 
üudj bem Äaifer Äarl V., ber fonft, felbfi inmitten witft* 
liger @cfd;dfte, ben guaftaUer 91ngelegeiif)eilen ein ge* 
neigtet O^r geiferen Ijatte, Die Ba<bt juwiber würbe. 



iEiefc Stimmung bemerfte Xen gerraule ©onjflga, 93tc</ 
lönig von «Siriiien, einer ber einflufreidipm Männer am 
faifcrlicöen ^rfc, weld;er bem Äaifcr taute, ba« bcfie 
SRittel, eine fole^f Unmaffe von Stei^t^hänbfln jn fd)lid^' 
tcn, bürfie fein, alle Parteien ju vcrüiilaffcn , lijre bf 
treffenbcn 9!nrcd)te einem Sin^clncn ju vcrfaufeu, weldjer 
bad ©ebici von ©napaUa rrwerbm unb aW Srinct 2Ko' 
jefiüt l'elin I)alten würbe, ßr erfali, bap ber ©ebaufe 
Seifall gefunben l)abr, unb mad^tc ftd} al6balb baran, 
ihn felbfi nnb für fttfi fcIbR au6jnfiiliren. (?r bcfa^ im 
®rbie(c *lJarma bie vom fflater ererbte geftung QJoviglie 
unb war babur(^ genötbigt, ben $avft al^ feinen Ober« 
betm anjuerfennen, Kni ibm unbequem war, ta er in 
laifcrlit^en EEicaften fianb, unb bei ben Mufigen Jtriegen 
be« Ädifei? ficlö fidj in ©cfaljr fal), bie ^unfl JRomÖ 
unb büniit y^oviglio jn verlieren. Um fitlj alfo bicfcr 
ölcfatjr JU entlebigeii, wünftbte er ''^.^ooiglio ju verfaufen 
unb bafür ein $e^n ju erwerben, weld^cd ilm nit^t vom 
Jfatfer trennen würbe, unb ald ein fold^e6 empfahl ft4 
ganj bcfenberö ©uaftoüa. (5r ttiüpfte beöljalb Untre« 
banblungen mit ber Olrdfiii an, bie er alö bem getfllid^en 
i*efccn ergeben geneigt glaubte, bnr(^ einen SScrfauf iljrer 
3lnfpTÜd)c fid) aiiß aülcn Sd)nMCTigfciten l)eranejn;ieboii 
oleicbjfitig würbe mit iRobolfo ©onjaga, Signor von 
Sujjarn, tetreffd beö itaiifd von ^ioviglio, verbanbrli. 
tiefer dtobolf von Suj^ara ^alle in Sejug auf @uaftalla 
bereitö Sdjritte gett}an, von ber ©rdfin audi bie Suf^iH^ 
crl)altcn, bay, foU6 fic ®uaftaUa verfaufen follte, jic efl 
feinem nnbern old iljm geben würbe; alö Diobolf [ebodj 
3)Dn gerrante'd 33cgei)r f unb geworben, äuberte tt fdum 
*Ü(an, bn er einfa^, iia^ nnt« ben Umfiänbcn ber Äauf 
ÖJoviglio'Ö von bem reidjcn, vicfbegüterten ^errante fid) 
für ibn nur um fo vonheiltjafler fteUni würbe. Xiefe 
Vorgänge veranlagten unterbeffen ben ©rofeu (SaUajjo 
Üorcito, bcr (idj bcrmalcn in 2?iüniua befanb, ju bem 
vcriwfifelieii Uuletiicljmcu, fid) ©iitifialla'iS burdj einen 
(Sewallfiicidj ju bcmäditigcii. (St begab fit^ mit einer 
Slii^iibl ^redcianer nad; ©naftuÜQ unter bem UJonvanbr, 
feine 3*^f'"'""f'f cinfafßren ju wollen, jcbod) mit bem 
93orl}Q(>en, ben (5ai>eUan SaTtoIcmeo ßiajia ju über* 
tauen, iljn entwcbrr gefangen ä" nehmen ober ju tobten 
unb fi(^ in Öcfi^ ber SHocea ju feßen. Die von ®ü* 
leajio gebungenen ©ravi verloren aber beu 5Äut^ unb 
baß UnierneGnicn mißlang. (5(J beweg lion gerrantc 
unb bie ©räfin jebocfc, ft^uellcr jum Slbfdilup jn fom' 
nien, jumal aud) bet ßongre^ von 9?ij3a bie SBieberfc^ir 
be0 gricbend unb rul)igen 0)enu|i bcd Scjt^ed in Vludfi^lt 
ftellte. 'Sien {fenantc erhielt auf fein Vlnfuf^en vom 
Jtatfcr volle ^tmä(bttgung, OluaRalla ungea^tct bed an* 
bäitüigeu iWedjtÖftreitcd von trn JoreÜi auiuFaufcn, unter 
ber Scbingnng, bie CbcTbcrrfdjaft boö ^eiligen iHömifdjen 
9ieid)ö anjnrrfnnirn. 3"^rm er fotaun gegen bie Üürfeti 
iu gelbe aog, übergab er bie weitere Sluöfüfening be* 
Jtaufgefi^äfted feinem 9Igenten Vlnbreaft. lim ftd) jU' 
udd}fl mit guter ^rt au« bem bem Stcbolfo ®ougaga 
gegebeneu ißerfpredjen !)erau6jujiel)fn, veranlagte Wt 
®riifin bie ©uafialler jui Grflärung, baß, fatld ftc ibrm 
^erm ju wed^feln ^(ten, fie ft(^ viel lieber bem 'S>on 



GÜASTALLA (GESCHICHTB) — 53 — 



GUATEMALA 



genanle qW bcm Mobolfo unt?rn>erf«n wiUben. 5iu(^ Hf^ 
man im mofldiitier Senat «fldren, top bic ®iiaftaü?r 
nicmalö jum 3Jcrfauf ter fflraffcftaft an ÜRobolfo ein* 
oeiriUi]]! t]al>cn tvütbcii, tveit er in jivei brnac^barteu 
(äJeHeten, im maiititanifdjen unD im niailäuMfdKii, Söti' 
betcien anflffauft (jabe, mau ftd) tt'öljalfa iiicmaltf ouf 
itin a(ö rillen getreuen ?(ut)Än3rr 3Jiailantö in iinni^iqrn 
3?itfn tterlaffen (önne. 9'lobclfo pant nwn ron feltfi 
»om Sliifflufe ®uafiaUa'# at iinb tvanbte fid> ber ISr* 
iretbun»} QjDVijiIio'ö ju, ipclfteö ^on ^firante nodj me^r 
ju vcifaufeu alß er eö i(u fnufen lyünft^Ic. ^a\\ war 
au(^ ^irftid) in ©uaflalia fctjr eifreut, ttn betAtjmiett 
gelbfifttii iiuiu t^ctieler ju etl)altcn. 

Xfr SIgfiit Jlnta-afi bcßönn feine Utilerhanbluiigen 
mit bem ©rafen SRarfilio, bcm dltcRcn unter ben ©öljnen 
geberiao'Ö, unb mit Grrote, fem ältefle» ©oljne Sobe* 
ufco ^oreÜo'd, intern er i^nen Sänbcreien im !D7antua' 
ni(i}0\ ium 9riidtauf(i) bot. ÜJiefelben nahmen tieö an, 
unb aJinifiEto enilai^tc für fi* unb feine ©ruber 9)?arf» 
antonio unb OüacopnjiP, ebenfo (Srcoie für fidj unb feinen 
©ruber ®a(eajjo aUcn Änrcdjten unb Slnfprüt^'cu in Qiua< 
flflUa. 3)ic ®räftn Sobouica jögerle, eö tvartn nt»^ 
^anc^crlci fiinberniffc ju bcfeitigcn. Gnblidj etfldrte fie 
i<if jum Slfefc^hip bereit unb rerfaufte bcmfiemdf am 
Cct. 1589 i()K fämmtlii^fn allobialen unb feubalen 
»efUjungen in ©uoftalla, beficlicub in 988 59iolcl)i Sicfcr- 
lant, beut von il)rem ^atcr ijrbauten 'ilalaft in (.i)i[iaftaUa 
unb fämmllic^en autern ijräilid)cn (Sücfcöuten, 5 ?Kül)tcu 
im *Dd, in bcr fHocta, in ben ©eftilgcu unb SBcflen, in 
len befd)rdnftcn unb iinbefcftränftcn ^D6fildtc<^ten, ben 
SRtgnlicn, bem ©lutbann, ben Slbgaben, laven unb 
Steuern, bem ©efdjö? unb ben Ärleg^Dorrdilfien, iveldje 
ffiefiftuntien von ©onjafla'd *lJrccura(or ^um SBtrtbc von 
22,280 ©DlDöulteii gef*ä(jt unb bamit baar be^ablt »>ur* 
btn. Der Slu&ßlciiö mit *l^iamaria 3!oreUi>, trafen von 
©cttimo, mit itii ®rafeu von SKontcdjiaruaolo, mit 
9}Inrcantomo unb ®uibo ÜoteOo in Wmttua Hieb no(f) 
auögeff^t. 

SobalB tcn Sertante ©onjaga im ©efi^ itxir, btieb 
©uaftalla mit ber fpanifdjen Ginauartirung verfdjont, 
obsjleid^ tie fvanifc^cn ^ruvv^'i bamald iccii unb breit 
in ^cr Umacgenb lagerten. Um bicfclbe 3*'t mürbe ber 
J?auf vcn U^oviglio mit Otobolfo @onjaga, Signor von 
luiifl^fl. abgeit^loffen. 

Sllö Slnbrcaft bnrauf ben Watfj von ©uafinfla br* 
*rlef unb ihm ben Gintrirt beö neuen ^errn fiinböab, 
iDurbe bic6 mit großer grcubc aufgenommen, eine Steube, 
t)ic ü(b nic^t nui mit 'ISi^rten, fonfcru auc^ mit ber 
Slarfcrinßung von Cpfcrn Qufl)vrad). 9lm 12. Xcc. er* 
folgte bie fcierlidjc Üebergiiiibc ccr lüccca, 6er Scftung 
unb ber gcfammten ©crctljlfnme unb 3uridbiction von 
©uafiattn burd) bic Sßrocuratoren ber ®rdfiii an SInbrcofi, 
ten SJaentcn 2)on gcaantc'3. 3)atauf bielt 1)on ger» 
rante feinen (Sinjug in ®£aat unb wutbe mit firoßen 
Öljrenbejeigungen empfangen. Sie Öemeinbe f<f)enfte ifcm 
ßOO ®cltfcut)i unb einen großen filbernen ^ofal unb 
gab iE)m ein praditvoUed geßmabt, n>orauf er \i<b wie« 
■»et naä) 2)euif(t)lanb begab. 



Xie ©röfin Cobotica SEoreßo jog fid) fi'ttaii giSnj« 
ti(^ in ba9 von il)r erbaute €. ^auldflofler jurücf, batf 
von ihr nocfc tveitcr vergrößert unb vetfc^önert lourrc. 
Gin djarafleriftifc^er öricf von ihx finbet fid) abgebruilt 
in Lottere di molte valorose donue. Venezia 1548. 
Sie würbe von Äaifcr Äorl feftr ()0(^ gcft^ä^t, ber ifjrem 
Äloflcr gropc ^Privilegien verlief, fomie von iSon ger* 
rantc ©onjaga, ber bem Äloflet fc^r nnfe^nlidje ©efdienfe 
verebrtf. 2:te ©rAfin ftarb am 28. Oct. 1509. 3l)c 
©rabftein in ber Äirdie S. gebelc bc' ©efuiti in ffl^aüünb 
nennt fte: „Paula Maria, aute LodoTica Taurclla, 
Comitissa önasl-allac, clariesima ac religiosissima 
focminn, morum sanctitate et sunuuaruin virtutuni 
laude iusigois.^^ 

3nbcm wir bejüglid? brö weitem QJerlaufö bet ©c 
fdjidjtc von ©uciOana auf bie 9(rlifel Gonzaga, Parma, 
Maria Luise, Äaiferin, unb Modena venveifen, bleibt 
nur nod) ju bemerfen, bti§ baß ^terjogt&um ©uafialla 
ncbft ber ganjcn (Smilia bur* Siecrct ^JÖictor (SmanucI'Ö, 
bfltirt Jurin IS. Wärj 1860, bem Jtönigreic^e 3talien 
cinverEeibl würbe. 

Duedcn. Irenco Ajfo, Istoria dclla citt^ edu- 
cato di Guastalla. 4 Tom. Guastalla 1785. 4. — 
Lodovico Ant07tio Muratori, Annali d'Italia. 12 Tom. 
Milauo 1744 — 1749. Jol. — Sierfelbe, Aatiquitates 
Italiao uicdii aevi. G Tom. Mcdiolani 1738- fol. 

(W, Beniheim.) 

GUASTALLINERINNEN ober Angelicanerin- 
nen (J?ird)engefd)id)le), ein Stonnenorben, ^egrünbel von 
SJobevica, ©räfin von ©uaftaHa, im 3. lo3ö. f. Gua- 
stalla, ©ef*i(^lc. (TK. Bentheim.) 

GUATEMALA ifi bic nörbiidjfie bet SRcpublifen 

(?cniralamertfa'd unb wirb im ©übcfteii von bcr Äcpublif 
»HaLviiror, im Cften von bet 9tepublif ^onfuraö, im 
9?orboftcti von bet ^onburaSbudjl nnb brilifdj ^onburatf 
obct 9?e(ije, im 9torbcn vom mericanifdicn Staate §)u* 
eatan, im ^eOen von ben merira»ifd>en Staaten !ta' 
baöco, 6()iap(i^ unb Soronnöco, im Süben vom Stillen 
Ofcan begrcnji. (56 ()at 1700 a^II^eüen gl(i*enin(inli. 

SÖobengeflattHng. ©uatemnin bffieljt anä einer 
Sleiljenfolgc von gehobenen Sanbftufcn ober *4^Iaioaur 
ncbft beren ^ibbängen unb ben ble (Stufen Irenncnbcn 
Sljälem. Xiefe Stufen ert)eben ftd) im Cpen beö ©olffl 
b''^mabfque ober innem ^onbiiradbudit unb jieljen fi(^ 
im *5>fl(bfreife nadj Subreefien, Sücen nnb 9?orbweflen, 
worauf fle fi(^ in 2)u«tQU in verminberter ^öljc weitet 
nnd) 9Iorben unb i)iortoften forife^en. 

(§iuc gerate füDöftliftic Öinic von tiefen ©ewiffcrn 
unb angcfdjwenimtem (nid}t get}obcncni} ^anbe, bie liefe 
unb weite gonfcrabui^l im Sübo^rn ber fNepublif Sal- 
Vflbor, bie grcpen Seen von 9?icocflgua, bcr liefe 9lio 
bc San 3uan be ^licaingua, bilbct bic öfilid)e (Sd)cibe 
bcfl flto^cn im OHcn bet ;^onburadbuc^t anfepenbcn 
?anbl>cbungöfvfiem?. 3n gleieifcr SÖeifc wirb eö im 
aBcfien burrtj ben 3flbmud von Xc^uantepec, — bie 
großen ^affc ber Üebuantcpei'budjt, 9tiebcrungen , ba6 
niebrigc Xljal bctf 9tio ©uajacuolco — vom Sanbfvfieme 



GUATEMALA 



^ 54 — 



GÜATE.MALA 



9R«r(io'd unb 9?otbametifa'ö gefc^iebfii. 'Eicfc gaiij« 
^fbung ficlli fid) rtlö jwoi ju beiden Seiten ttt ^on^ 
buradbucbt rabimatlig von einanber abflelieube Sonb* 
fc^enfel vcn faf) fileidjec Sdtige unb 93reite bar. 

tii6 (ichofccitc l'anb Olicnriiijurt'Ö unb bcß ürili<I)en 
^onbura6 wirb aber biir<^ bafl tiefe Ülial bed Sio Ulim, 
bc6 waffcrreidjfirn unb bcteuirnbficn Jlnffi'ö in 5)iittel' 
amcriici, unb tie j^roien unb niebrivjcn (ftencn von 
£ula unb (Somavagita, bcr Äouytfiabt von ^onburaß, 
abgcfdiieben a[6 ein an fid) felbfttitibiaed @lieb, bad n>ir 
Ijicr clfo nid)t toeiiet in 23cttüd.U v«!)*«- 

'Daffelbe f}i(t vom l^vinbe £a[?obc<r, welt^cö n^cid)« 
faQ6 ein an ftc^ fel&ftänbttjf« &li<t bcd ^ebuiiii$)>fiein($ 
ifl, treöfiatb bie ^cbunflüritfjtunji in ©atioabpr mit ber 
4juatcmala'd nidjt unmittelbar cöngruirt; ba« ^orfjlonb 
unb bie baintt pataUele ^i'ijie <2alQabOTd jieben von ber 
gonfecabudit an6, wo fte anfcofu. einen Sogen nad? 
Slorbrocflett , wälnenb baft ^od)Ianb unb bie Äüfte ©ua» 
temaia'd an bcn ^enifjrumidpuiiften mit benen Siiloabord 
einen ffipflen in entßeflcngcleiteriKicfeliinfl na(6 Sfibrocften 
iieljeit. Taö cieftcbeiic SJatib Salnibcrfl fdjcibet \tdi con bem 
©uatemola'? unb ^cnburaö burdj baö liefe 2()al bed 9lio 
be [od (föciavod (im ^übcHcn @uatemaln'd) im ^^tOen, 
bcn ätß^cn See be ®uija unb bad ireite unb tiefe ^^al 
bc« 9liü liempa (ein glnp, iveldjer bei ß^imanca, 100 
J(i(ometer von ber 33ftinbuno, nur 9 guß iiber bem 
;£eefpiefjfl fteljl) im 9ioiben niib im 9?oibwc0rn burd) 
bie 93ulfanrei[)c von C^ljiquimula, ivcfdjc bort in einer 
1(X) Äifemeter fangen gerabeii Sinic yon Sübiveücn luä) 
9JotbP!len liebt nub, wit gnvöfjnlicb bei berlei 'üinlfan' 
reiben ber %a\l ifl, eine Spalte ober HiSc im gcl)obencn 
8anbe au^fiillt. 

lad (^eljobcne Saiib oen ^Jnatemala fc^t jwifcEien 
ber Ulnamnnbuiirt unb bem ®olf b'SUnabique alö jroci 
tnmmarii]} iiinijgrfl reifte ^l^Uilraufiufcn nn, bie eine 
iraift^en Äio lllna nnö 9iio ^JJJoKijjua mit bem tSoy be 
^oito @abaUo vor ber 3Kcta^namnnbunfi, bie anbere 
iwifrfien Otio 3)?olajjnn unb bem ®clf b'^Imabifluc mit 
bem (5av ^vinobiauc tjot bem (*JoIf b'Stmabiitne. 3Seibe 
^lateauftufen werben burd} bad tiefe unb iveite Zifal 
bed 9iio ^Jl^otaQua von cinanber gefd^iebcn. 

tEie Stufe ^mifcben nina unb 'SERotagua I^it eine 
ftarf flereefite OlJfrfIäd)e unb an beiben Seiten etliöl)te 
gebirg^arrige SRänber, bie rcrfrfilebene 9?nmcn fuifrcn, 
wie «iena be (Söpititu Santo, Sierra be ©rita, Sierra 
SJcrenbon an ber 3Jiota^uafeiie, 3)orrnmbabero, ^orconetf 
an ber entariiengcfegten fiibltt^en Seite. £ad '4-^lateau 
fcebt lldj allmäliö nadj Siibe«. ^ic größere noTböft(id?c 
^älfle burdjiielü fon Sübweilen and ber 9itP (5f*anicli^ 
con, rocldjcr jivÜdjen lUna unb Wotaflua miiubet unb 
ueü uon StromfdjneUen unb, ta fein ©eblet jwifAen 
bra bfiben Seitenrdnbern bed IMaieau eingeral>mt wirb, 
nur feiert ifi. liefet ^l)ei[ be« ${atcau ocl)üit ju Aon« 
bura6 mit ^Kudnalime bed weftlidjcn ^^bliangd am wto* 
tagua, weldier ju Guatemala gel)ört; erfi im Süben 
&er (.^IjamcliconqueUcn, wo bie ^ouburaSgtcn^e, c^Hi) 
von ben Xirfcrn (5öqnipu(Qö unb JUotcpeiine, fnbwärtfl 
nQ(^ €ababet läuft, betritt btc gan^e Stufe bafl ©cbiet 



Ton Ouatrmala. 35iefe Stufe befe^reibt eine regelmäpigc 
(£urve, ungefähr V* -ftteiÄfegment, unb läuft om ^o^« 
t^a(e \>on Guatemala (Stobt) au6. 

2)ie jweiie^odjflufe, wcldjc weft(id) com Mio 9Rc^ 
lagua am ®olf b'!?tmabiaiic unb am (^olfete, bem fdjma» 
Icu iMbjugöfanafc beö @olfo 'Iiolcc, be« ©mnenberfend 
U& Simabique, anfc$t, bffdjreifct einen \>oÜfidnbigeu 
eüiprifdjen ^rei« jwifd?cn bem 9tio 9Kotao>'a «»b ^^^ 
fübltdjcn ^auptquelifliiffen beö Kio 6fti|oij ober Kio 
Ufumadnta, beö bebeulenbfien gluffed bed wefilidjea 
äßittclamertfa'd, weiter im OJcgenfnoe $um 9{io ^Dfota* 
(^ün unb inta Iliio ^oloctic, weldje ber ^onbura«bucöt 
ji!,iiclicn, fid^ in ben ®oIf von ITierico ergießt. JJit 
Stufe fiteirt^t cifi fübweüli(fc am iRio 3}?otaflua, bann 
iiortwefliid) an ber weiten Hbcm von Salama, wele^e 
ber Mio Slabinal, brr öftlid)e Cuellfln^ be6 »Rio (j[f>ifov 
(Ufnmafinta), in berfelben Öiidjiung burdijiebt, bann 
nörblidj am tiefen J^ale bcÄ iHio 6I)ifc«, baiin norb« 
oftlid) unb fübHi'id) ani Äio be Santa 3[abe( be (a 
HJaffion, großen red)kn ^Jiebenflup txi Ufuinaftnta, enb« 
lid) fübiiiböftlid) ^urfirf ;um (Solfetc unb §imabiauf,irlf. 
3m fnbiidjeu .^alüftrife ift ber äußere ober füblictic 3iaub 
am iiödjften, im (übwetHi<^ ftreidn-nben Segment Sierra 
bei 9Kiro, im norbweftlid) firetdjcnbeu Segment am iRa» 
binal (Jcrro Serbe genannt 2;aÖ Segment am Äio 
6l)lfoi), bie Sierra be San ßriftobol genannt, «nb bte 
Segmente am ;Vio Sfobel, Sierra be Gnjabon unb 
Sierra be Sljidjcn genannt, fdjernen bagegcu an ber 
innern Seite am (lödifien; bofti fcfjleu Iiicr nod) bie 
nä()em QJermeffungen. i^ie (Sbenc innerhalij ber Stufe 
umjicbt ber dtio ^oloc^ic mit jwei großen Sdmen, weldie 
\\<ii cm innern Äanbe ter Stufe l)Qltenb, bereu Ärei«# 
form ^iemlid) genau wteberljoten, itnb mfmbei in ben 
Oiotfo 3!;olce, bie in ber nitftt gehobenen 2Rittc oerMifbcnc 
tieffic (yinfenfung. Üßir woUen biefe Stufe nad> ihrem 
giuffc al6 lic tlJoIcdiicftufe, bie rrffe, ben ;Hio ÜWotagua 
umjie^enbe, a\i bie SPtotaguofinfe uuterfdjeiben. 

3m ©eftfu ber *]3oIocöicfiufe , jenfcitö be« tiefen, 
ftcil flhfnltenben Xhalcö te^ ^Hio ßhifov ober oberu Ufu* 
maftnta ftrcidjt bie trittc *£)od»finfe, bie ber Sllioß, welrfie 
in il)rer rau[)en, ftarf gemellun Cbcrfläf^ic eine weit 
mäd)iigere *}^[ateaui>cbunii, alß bie beitrn öiilidjen ent* 
wideit unb, wie aud) fd>on biefe beiben oftliti'eu Stufen 
an itjren Sübränbcru in ber belrädjtlidjften JQcht auf« 
treten, in ihrem Sübranbe bie größte .gjöhc beö ?anbeö 
crreidfi, bie Snifaue om podfiidKu 91£>t)angc bcä ?anbe« 
auögenommcn, roaö hier iebod) ncdj nirtjt in ©etradjt 
fommt, bo wir je^t nur »ou ber normalen ^cbiing be« 
Sfautrö rcbcn, ju weldjer bie ffiulfanc nidjt gehören. 
%(i \mi<i}(ix Um norbwefilit^ ftrei(^enbeu Segment ber 
^oIod)icftufe im 9Jorbcn ber Salama»Orbene unb bem 
Vludlaufe ber äRotaguaftufe ein weiter fKaum verbleibt, 
fo tritt hier bereit«, am fdböfilic^en (^nbe ber Salama« 
(Sbcne, ö|iltd) um ihrer ^auptgrcnje, bem ßhifoDthafe, 
bie 9llto«ftufe auf, inbem fic fid? fomit in ibrem Slnl^nb 
^wifdjen ben beiben öftlichcu Stufen cinfeilt. (Sine gerobe 
fübwfftlifhe l'inie, l^k rom Süboftenbe ber Salama' 
(*Äabinal') ebene, ben Mio SWotagua burt^fiftneibenb. 



GIIATE9ULA 



— 55 — 



GUATEMALA 



nac^ tmx ^od}II)t]Ie von @uatfmala, tann wtUex IAitg6 
\}tm, tiefem ^octil>ak entfit cmenben !Kii> SJiUatcbDd 
nß<^ beni ^matitlan«Sce läuft, krjeidfnet t>cn i^liitjnb, 
mit npfldjem btc Slltoöftufr, mitftin in einer örrit? x>on 
3G Scgun*, in ein« fd)icffn (Sbene oÜmiSIifl nud) 9lütö' 
tvefien cmpoifteijit. <£ic fdjivcnft barauf, bcn 91nfan;-|6' 
uunlt bcd tiefen (Sbifo^^cliaUd jum ^^ii^ot nebmcitb, iiad) 
korben I^cnint, wobei fie ifjre größte ^4^[a(eaul>öt}e er* 
reicht, unb fireit^t fobann weitet i)id jum untern l\\ü» 
ma^ntn. 

3nbfm trir anf baö ÜEeiJatlement *ßclen, ben nnr 
tl)eiln'eifc bclannten norblidjftfii Sejirt ©natemala'Ä 
unten juriicfFcmmcn werben , baten wir mitbin flegcn* 
»Artig ^u bctracbtcu: a) bic ÜDfotaguaimfe, b) baS 2Ko/ 
tägitail^ttl, c) bie ^olotticflufe, d) bie$IIIodfitife, e) ben 
©übfec'Slbbang. 

tt) 3)ie ©tufc iui ©üben bcö 9Rotiigua rogt mit 
i^Ttn rteitcn SBanben n&et 3000 gug über bie 3;i)a[foblc 
beö Öluffeö emvor. ffienn man Don bcr Qbtnt tpn 
Öiuatcmala (Stabt) fid) iiadj 5lorbrn begibt, fo fieiijt 
man butd) bad Übal von 6!iimaiula mit San SIntcni*) 
in baö {\T0^t a)tottii)iiat()äI l)inab, unb rcdjid ftebr ber 

Ifldte granitene SIb[;aug bcr Dnefaba au, bad audlaufenbe 
ßnbe bet Stufe. 2)iefelk befielit hitt nuö ©ranit, wel< 
djer mit an einzelnen SteÜen in ben Stufen Botfomml, 
wo udmiidi anjunebmeii ift, bA| burd> befonbcm ÜS^rud 
fcer 4j)ebunö M^ Urgefiein an bie JD&erflädte cmVor« 
fleliieben ifi, wie i)ier am audlaufenbeii (Snbc bei Stufe. 
leitet uad) Cllen, im Sübcu con 6auoa, wo bie 
f$äl)re über ben 'Woiatjua fid) befinbci, l)at ixii iplatcau 
am SBcijinn beö uörblidien $lbfaUd bei ben Wlnad be 
San *4}antaleon 442r> ^u^, bei bet .gtacicnba €an !Ka« 
facl 4248 guB, bei bet ^arienba bei uarrijat 4085 gug 
tibf. ^öU. 53id iim SutJ ift bcr ?lb|aU fdufi abiiäiiflig, 
weiter unten fteii ntjidjufl'iji, ju untrrft am ^fjale ftdn 
er wie eine fenfred)te 3Jkuet. ^(lü:; Jponbura« unb 
weiter uiitb ber ^cnbiiradbuc^t ju )cn[i ücS bad ^l^tateau; 
bei e^quipulaö, wo efl von ^onbutad in boö ©ebiet 
von ©uatemala cinirill, t)(tt bcr Söeftraub nur 2730 
bift 3300 %ü^ ^ö[;e. iDage^en l)at ber Sübranb, wie 
bei aOen Stufen bcr gaU ift, eine •cid eiitfdjiebenere 
^öbe. Sei ?Uotepei|ue nn ber ^cnturaögrcnje, (5öam» 
piilaft fleflcnüber. bat ber Snbranb 415^ gup, am ^i^ 
nula^i'ay 5727 %üv (Gipfel uod) ööher), bcr ÜJetrU' 
uebabao 4;>08 gu^, worauf ?od ^oreoneö, wcldjc fortan 
ben Siibraiib bilben, 3324 guf ^ö\}t baben. 91uf ber 
Cberflädjc beö ^(atcau liegt Tötl)li(^' brauner 3bon in 
flroöer 53iä*tiiifdt. Slm nörblid,^cn 91böangc (ritt mit 
getingen Uuu'tbrcdjiingen ©Ummerfdjiefet in gropet dnt* 
widdung auf. Scr untere 2beil bed Slbbangeö ift eine 
^auct tion fafl reiner 3)tica, bie, wci^, gotßgelb, metall* 
grau, in wuuberbaret €d^ünl>eit glij^ert. %ü\ Siibranbe 
tti ^(ateau tritt bagegcu an aßen böbern Stellen ^4^or< 
pfy^x auf, ber überbauet bie widiligfirn (Sontouren bed 
SanbcÄ abjeidjnet. ^ie ^orconeö befteben jebodj au« 
€anbfieiK. ^ic Stufe ift übetaU 5on bidjter Söalbung 
beftanben. in wetdjer <5i(^en, an böbera Stellen git^ten 
tn. 




b) a>a« 9)iülagufitl)a[. Der Mio ®ranbc, yoU ber 
gluß gewcbulid) in @ui.ttema(a genannt wirb, ober fRio 
^otagua, weldjer auf ber ©benc Santa (5rnj bei Duic^e 
auf ber .^öbe bcr Slltoö eulfpringt unb eine gro^c (Sutipe 
ucn 200 Äilometern befdjreibt, betritt, nadjbera er ben 
fübÖftIid)en Slbbang ber Stlioö, bie fdjrdgc gltüdje, in bet 
bie Stufe nuffieigt, butdjjcgen \}at, bafl cigenllidic SHo* 
taguQtbfll, wcldjcö bie oben beiprocfeenc Stufe im 9?orben 
bcgtcnjt, bei Oianoa im Slörben bcr ©tobt ®uatemala, 
lÜÜ Äitometet von bcc Duelle, in 1398 gug Sccböl)«. 
2)et cigenili(^e Anfang bed a}2otaguatbaIrö ald Begren« 
juug bcT "äDtotaguaftufe belratfetet, tft bie ebene pon 
©uatcuialn (Statt), weldjc fid) nörblid) burd) bie Ubäler 
rou Gbimaiitta unb Santo 9lntonio in baö ^J^olagimthal 
oberbaib ßanoa iMuunterjicbt. 2Mc eigeullidje Sibalfoble 
ift eine tiefe (Jinfcafung in bcrSKiite beö Sbß'cS, überall 
völlig eben unb mit febr fiinflem ©efälle. Sicaro liegt 
528 gup, 3ocapa 390 guß über bem Scefvieael. Sie 
3!balfoMe bcflebt autf Sanb, Sebm, Äieögerollc «nb 
fonfligeni ^Hturium. iRn mcbrercn Stellen liegen ^aw 
fen gewaltiger ©limmeifdHeferblödc wie ein riefigrr 
Sdjutt, burd) einanber geworfen, in berfelbcn. ffion ber 
3^bnlfoblc jiebt fid) eine fiftiefc @bene, einige bunbctl 
guß bod) bitJ an ben fieilen äBafl ber ^odjftnfen, von 
ben jabireicfreu ?Iebrnflü||en beö SRotatjuö bnrrtjfcbnitten. 
iBiefelbe ifi ber untere gug ber ^odjitufen unb beftebt 
meiftenö anft Sanbftein, bebedr von märt:tij]cn ?cbm» 
fe^idjten. ©ei ^a<apa fommt bicr ©ranli gitm i^orfdjein, 
Wübrfdjeinlid) wicber eine Sßirfung vcrmebrtcn SJrurfeÖ, 
inbem bie ^cbungdcurve fidj bicr von ber fübmeftlirffen 
nad) ber weftlidien Siit^tung umbrcbi. Sluf bem Sanb* 
fteinc liegt bler nnfeni ber ^oribura^ieujc (^a'van mit 
berübmien, eine einfiige vcrgefdfrittenc (?ullnr bejeugenben 
JHuinen in UiöO gup Seel?iil)c. Sind) ba« üDJcmguatbal 
ift übftatt bid>r bewnlbet, am norbUdjen Ufer fiubet man 
jcbotb aiid) auöiiebcbnte SBiefen unb offene Sßeiben. 

c) 2)ic Stufe beö SHio iiJplod:ir. Xxr Sübranb ber 
Stufe, wcldjcr, wie bei ben önbern Stufen, ftA beträd)t-- 
litb über la6 anliegenbc *4Jlateaii erbebt uttit nn ber 
lüu^crn Seite fteil aufilrigt, fe^t an ald dap STfanabiqur, 
welcbeö, gleid) einem langen, balbfreidförmigen $7olo, 
ben @olf von ?lmabiciuc ober bie innere ^p^^uraöbnd)t 
an ber Oftfeite einfotii unb fr!:riu fid) böljer im Cftcn 
beö ®oIfo SDoIce. $(m SHotagua nennt man ben iSHnnb 
Sierra bei fflüco, im Salamaibale Uerro 93erbc ober 
@uefta bc J^adnl. SIm 37}ieo beftebt baö ©eftein baupt^ 
fdcfjlidr auö ®limmcrfd»iefer, irie im Süben beö ÜÄo»^ 
tagua, im Gerro 93erbc nuö grünem Ualffiftiefer, in ben 
Sergen von San Sriftcbnl," ber Siemi Gaiabon, ber 
Sierra Gbiiec, nebft ben bajit gehörenbi-n ^v^ni «oti 
Soloreö unb Sau ^uiö nu6 Jtalfftein. Daö anliegenbe 
^4J[ateau ift ftatf , febod) gewöl)nl{cb in abgerunbetec gorm, 
gewellt. Die ^öbe fteigert ftd) im Süben von Cften 
nad? IHJeften unb fällt bann wiebcr nadj Siorben. 3>ie 
Sierra bei «Olico am Äio 3)?ota9ua Ijai 3600 gup abf. 
^öb«, bie JTadjilböbe im Üerro Serbe an ber Salama« 
ebene 4734 gu^, bie Sierra be San (Sriftobal 44i'X) 
gup, Santa S^Iofa unterhalb Jtadjil am SInfange bcr 



[tem: 



33[at«uflä(tc 4563 Sui, Sattit 4320 gu0, eobaii 3984 

aud Mauern ^alfflf in, unUrmtfd;t mit DuaijcDuglcmcrat 

unb Sanbfifhi. Sowie man, vom Stitranßc fümmcnt), 
ben Änlfftirin betritt, tritt plößUd) ein »ollftänbiöfr Ußec^l'cl 
in ber Saiitff^aft ein: im OJIimmfrfrfjiffet wub 2alf' 
fc^tef« t)attc man jlcilf, I)oI)e, fcfcarfc grlfen^ö^cn, 
bünncn Jtraut».ntd9d, veTCiujelte $dumc, \)iix <iuf 
einmal btdjtcn Jtrjunimdjd, bidjte Selaulninj:), bit^tcn, 
fianmimdd)tiflcn 3EalD, ftarc, ticfeluti: öädje, bic ptdd)= 
tiae t)arfät)nli((ie (Jbcnc Ccö I)ßhfn SJera '4>aj- 2ier 
StcflcnfiiU il'i ^ict ff^i teid)(i(fc, bcr poiöfe Aalfflcin beö 
®Tii«b(ö r«it<t irtürf) bic überflüffiöc Seitdjtigfeil ab. 
2)ic übcrauö ftifie, flldnjfnb« g(ora erinnert (larf an bcn 
Silben (Siitcpa'd. iieSanbfdjaft fdjeint mitunter ein voll* 
fidnbifler Guftäattcn, tvic jtvi|'d)en ben S^örfern Üactic unb 
Santa toj, wo Die mit bcm frifdjefien, feinften (Bt<iit 
bcficibete ^lui Qcn Siquibambaren mit Cuvttfid^iiitfnt 
^Qiibc bmd)äü()cn ifi, tie auf bie clcßantcPe ilüeife in 
,^aintn grupv'irt fmb. Sin ötoücc 2bri[ beö '4J(atwu 
ru^t auf immenfcn •AalffteinßciDÖlbeti, bie mit etnanbec 
in Sßerbinbung ftf^fn unb bcm rcitfilid^ fattcnben Saffer 
gcftattcu, fid) an tiefern Stellen ju fammeln. '^n ciiiit^cn 
SteUcn fiel)«» bio'e wnteriröifdjen 0)croäij'ec alö ®ümpfc 
über Sadjcn an bic Ebctfldcftc uer, n?cld)c <inf eine rem 
tfiißm unafc^nflioc ilßcifc fteineu luiD falieu. l^iituntcr 
befuiben fi(^ Ceffnungen foltfter J^öljlen an fcer Cbcr» 
flö^ie, bic von ber UJraetation übcnvadjfcn unb ceröcrft 
finb, fobap Cdjfen, *^Jferbc unb fonftigr S^bicrc juwcilen 
barin verloren ßcben. ©ei foft^er nouftänbigen !I)rainag« 
bed lobend btil bic Qieifeiation aüox ^^ort^eil t>on ber 
SScnge bcö Sicßcntf, o\>nc tom UebcTmop ber geuc^tlß* 
feit ju (elbcn. !3)ie Cberfladjc te3 *4jlii(eflu ivitb fnft 
überatl von tem biefen Öiegenben eiöcni^ümltcteu aclbcn 
8c^m in jiemlid) flarfrc ^iIKäd^tJgfeit bebcdt. IJlnt ^^Dbcn 
fon Sinfcnfuugen finbet fidj viel ^umuö unb ÜiUuoium. 
@an Stiftobfll, 4245 Suö über ber See, im IHJcftcu bcö 
^i^kteau. wo bie 5)omini(ancr ein Sltifftonat mit autfi^ 
9clcl)ntcn c*>aricnDa3 bffa^eii, liegt nn einem runben See 
vüu 5 Äilomclfrn X'urf^mfifcr, trctitcr con einem ©anCe 
[)5d}^ f[ud]lbarcn ^Illumumd umgeben ifl. Ü^ad @ebirgc 
Den 6an (Sriflcbal, weldjcd bie tSbene begrenzt, Ifl 
mehrere bunbert gu^ böb^c oid blefelbe. 3}ie €tufe fällt 
^ier mit itSber ©teilbfit in bie tiefe ©djludjt ob, weldjc 
ber (Sdifoi) wutbfdjÄumenb burt^iiftrmt. ^er @runb bei 
San (Siriftobal bcflcbt augct nuö gelbem &el)ni unb Äalf^ 
flcin üuÄ ÜbiMifdjiefcr mltSlbern sott filberbal tigern födcn. 
Xiefe ®egcnb befiel präd^lige (Sid^cnwalbung; bie (.hieben 
finb uon loerfdji ebener 2!rt, einige baben crftaunlid) große 
(Sii^eln. 3n ber ^Salbung ber mittleren unb ncrblicbcn 
^^eile, mtc bei Tactie unb 6'oban, l)txi)<Sn ber Siqui^ 
bambar (Styrocistia) yor, ein fi^ijntr, 45 biö 55 gug 
bober ®Qum pon rcgelmdpig pHramibalifdjer %cx\n mit 
aerobem, tdjlanfcm Stamm, rölblidjen 91eften, jicrlidiem, 
fafl buid)fid)tigcm, bem ber lUantane Ab'i'idjcm, aber 
rötbli(^ geabcrtem Saub; bie ^Idttet geben beim Xiudc 
einen bcrnfieinartigen Qicrudj ab. 3n ber bottigen ®e* 
gcnb finbet fi(^ Aut^ bäufig ber ^qd^dbuff^ (Myrica 



cerifera), »eldjer einen beliebten 6onfumtion0artif(t 
liefert. 

d) Die 9I(lodflnfe. ^ängd bem norbivefllitb ftreit^en' 
bcn ^crvD QJcrCe crf^rerfl fid) in ber 'Breite x^on 12 Äilo* 
meiern, im !JtDrbmef(cn nad) bem (Äfjtfo^j, im Snboften 
nacb bem SOIotagua offen auölaufenb, beiben Sfüffen 
9?ebenfiüffc, bem Sbifo« ben fÄio iHeibinal, bem SDletagua 
bcn töadj von San ®eronimo jufcnbenb, baÄ Sbnl 'ocn 
Salama, wcld^cd bie Stufe bc0 ^otodjic 'oon ber an 
bec Sübfcite bctf Übale^ mit bem Sbnacud anfe^enben 
SMIlüdftufc fdjcitct. t^tf liegt 2i\n %u% über ber See 
unb bilbet eine %l^d)e, bie au0 völlig boiijontal lagerti« 
bem (angcfdjroemmtfm) 5uff nebfi einer Xerfc von gelbem 
?ebm bcftcbi. 3)er ©oben ift ftbr frudjtbar unb eö finbrt 
beträcbtlidKt Sudecbau Oottj ba bad Xbal jebcc^ jivifcben 
l^cileu ©ebtr^öwdücn, bic fidj 20üO gu^ barübcr er* 
beben, eingeic^loffen iü, fo bflt f^ ffbr b^il^c^ Älima. 

i:cr ^buacuö ift 4890 guä über ber See I)o(ft unb 
fallt nä<ii bem Salamatbalc ftcil ab. Dad Qeflein 
beffelben ifi ®limmerfd}iefer. 'Sflit bem (C^uacuS ^ebt au 
biefer Srite ber dunere diano ber Stufe an unb fe$t 
barauf nadj bem QJlateau ron 3acflVufflÖ. 3!)tt Mio 
©raube jiebt »on berööbc ber Stufe, ber großen Öbenc 
pon Santa 6ruj bei Uufd)e, wo et in ber ^öbc ron 
(X)20 guy entf))riugt, bic rninje fdjiefe Sbene, mit ber 
bie Stufe auffleigt, eine Strede x^ou 100 .flilometcrn, 
binuntcr biß (lanoa (131)8 guö bodj), too er in fein 
rigene* %\iai eintritt. 3Jörblid} t>on Santa €nij bei 
Ouid)f, bei 3'if'>''l>ul^^» 4500 guö bo(ö, ift ber innere 
SBenbevunft ber Stuf«, »on wo fic nad) 9iorben weilet 
giebt; bort entftcbt burd) bic ©creiiiigung ber beiben 
Oufllflüfff, beS iÄio ©lauco unc bcö SKio 9tcgro, ber 
Gbifi'V unb tritt in feinen tiefen, jwifdien ffiiEiedjlen 
gelfcnwäubeu verlaufenben ITIjalwcg in 1695 guy ^öbe. 

Der Sübronb ber mddjtigcn Stufe beginnt im 
Sßefien Dec (Slaßi) ©uatemala-Öbcne in entft^ieben au6' 
gcbriidtcr ^ebung. 2;ie a)!irfo^Scrge im SBeften ber 
(Stabl) ®uaiemala*6feenc ^ben (J480 gnö ijiöbe, \jeT=^ 
breitem fidj bann iveitcr nad> 3Bffleu in ber ^od)ebenc 
rou Icfpan^G/uatcmala (etnft .(pauptjlabt beö Äöni^« 
rciebö ber Äadjeiiuel) unb i^niefiUa, 0342 gufj l)0(ft, bie 
bann wieber ju ber .^od)ebenc lyon Siotonifapan, 745S 
gu0 bod), auffieigt. Sn^ild^n biefer gioeen ^od)«bfKe 
unb bfr nörblit^ baten gelegenen von Santa CStuj Ui 
Cuicbe, wo bic Duelle bcd 9tio ®ranbc entfprlnat, 
liegt ein ^ötjenrüden, weltber burdjgeljcnbö über 9300 
gug, an feinem bütbfteu l^unftc bic größte ^ebuitgÄ' 
böbc im ?anbe, an U),5(.)0 guö, b<it. Sie Weite ^c^* 
ebene von Santa (5mj bei tlui<^c Ijat G024 gn^, bie 
von Duciolteuango im Sübwefteu von 31otonifapan 
7038 guß, bic von Solala am Sltiilan^Scc im Silben 
von Jotonifapan 6-138 guß abfoluier ^öbe. 93et &0' 
lala (eben wir bcn gclfengrunb vlö^ilid) al* eine 1800 
guß über bem Spiegel ced '^Ititlan^Sccö cmporragente 
fenfrediie ©lauer in ben bec iBolfÖfagc nadj bobcnlofen 
See abfallen, ^iermit jcidjnet fid? und alfo ber Süb* 
ranb ber «ItoÄ in feinem breitefien unb fjöAfien Sbeile 
ab: Solnia G438, Dueaaltenango 7038, Stotonifapau 



GCATB3ULA 



— 57 — 



GDATEIHAI.A 



7452, ©fpfcl atttift^en ITotonifapan utib€aii(a Grus tel 
Duidjc an 10,5(X», Snnta druj Ul Duicjic C024 guf. 
Jtn öJrunt» ttlrfe* flefammtcn ©tufcnronCfS ifl ttatftv 
lifcfter *Pün?I)i?r, trcl^cr jebot^ nur an einjfincn l)of)fn 
€letlen )um S^otfd^ctn Fommt} bfnu bei: ®runb ifl foiift 
i^bnad in nxc^et 'Sl^ibti^Uxt , oft Dott niet}rcron I)unbert 
guö, t)pm SÖianlfl Icfl in tiefem SJanbe fafl überall gcflcn« 
wäitiöcn gelben ?ft)m« bctetft. Her ?e|)m »picbcrboit 
bic fleweDtc gnltunji, ben Ifficdjfel pon tanggefiredten 
^Dfienturfen unb (jinfenfunge n , TOtrtfee bic gefammtc 
ßbetflddjc biefer ^etungflftufen finniinmr. Wan ftc^t, 
»ie (jier gat nit^t »on alpciiförmigcii ©ebirgdformen, wie 
man fi« gewö^nlteft bicfc» ?(ÜoÄ jufc^rcibt, bie Scbe fein 
fann, fo menig, vok von einer (äorbtücra, bic \)itx in 
9)?ittclnmenfii fie ^orbiüereit Süftamcrifo'fl mit tenen 
9Iorbamerifrt'fi i-'crbiuben foU. !Dic ®ebitge cDer „€i«* 
ra«" finb tjier nur bie geroüien SBcrtrnfctiläflc bct %a> 
tcauert)ebung in ben $I(to9, nur fiärfer ald in brn beiben 
öfilid^cn Stufen Qluatemala^d. IHJIr nienig man t)irr 
at)3ine formen f^at, geigt ftd) barin, baß gerabe auf bem 
^cdjftfn iRürfen, bem jroifi^cn ben ^odjebenen oon 
iotütiilapan unb Santa (fruj, bie ^auvifainflro^c bet 
IHdod, eine bn bcquemften unb befiid^teftni im ganzen 
8anbe, gcjogeu i|i. SDie Safn bc gonfuelo ober 3"' 
fTudjldtiaud an bot Strafe jwiffteu S^otonifapan unb 
S^erpan« (Guatemala liegt in ber ^ö^e von 9387 SuO. 
T^er @ipfelpunft bei !totonifapan hegt 80 iTifouicIer Pom 
6(ilien Ctean. 2)ic fütlicften .^ütftebfucn, n)(c bic »on 
3!^o!cnifapan, Duqallenaugi), ©olala, iMben eine »et« 
bälinipmäpiji bidjie unb beiriebfamc Sepölferung. 5)te 
SBegetalion ifi fafi curopäifdjj man baut 3ßi*iien, 9Raitf, 
®crfie, ^afer; Dnejflltenangt», bie ^auptftnbl bcr ^i^ro" 
Piui SoÖ 9lltoö, ift ber J£iawptgetv:ibemarft bc6 8anbe6. 
2)ie SSic^weite ift vovtrcfflid), nanienHitö auf ber weiten 
Qbtm vcu Santa 6ruj bei Cui(^e, wo einfi bie grr^c 
^auptfiabt US Duidjelönigrcicbd lag. 2)aÄ Sonb ifi 
fqft übaall ww 3ÜalD befiaiiceii, in bem 6i<(»cn, Sidjten, 
Pannen fcrlKtvft^eii. $Iiif ben ^o^cn üKürfen f]at man 
^öciffi prad}lvoüe ''}Iabe[E)o[}n>a(bung, 

?luf bir ^JPt^Jf^f"* '""1 ©ania Üritj bei jQuicfcc 
folgt jenfcitö bcö 9?io SSlanro, rceli^er fid) fticr bei ^aca- 
pula* in 3480 guti -^öfte mit bem Mio ^t<\xo vereinigt 
unb ben 9iio 6^ifüp bilbet, ein .^i^^enjug, ber von 
3aiapulvid Mng3 bc6 JRio 9Jlaiuo nadj SSJeften ftreic^t, 
bie fogenannte Sierra SWabre, bereu (^rljebung bcr $In< 
k&^t jtvifd^en !lotonifapau unb Santa drnj bei &ui[I}e 
ivettig nae^ftc^en, vieOeie^ft äbertreffen foQ, bie jebcc^ nvd) 
nit^t ndber venneffen ifi. 3n benifelbcn tritt plöftlirfj an 
bic Stelle beö ^iorp^yrö, ivddjcr im ganzen ^Jianit ber 
Stufe, v:>n Solala unb tem ©uatemalatl^ale bid )üm 
9li» IMnnco, büfl @ruutgcftciu auömadjt, @iauit, bc* 
fliritet von ®ueid, ®Iimmcrfd»icfcr unb Üalfft^iefer. SSJic 
wir bei 3''f"*''i ^^^ innern SBiegungdpunfte ber Stufe 
im Süben beS iOIotagua bemerft, wirb au<0 h^^h ^^ 
innern 93iegung*punflc am Anfang bcÄ tiefen (Stjifop* 
lf}afc0, wo bie älto^ftufc fidj nad) ^iortcn umbrc^t, bnr<^ 
ben babui(t entfiancenen iDrud ba* lltflcftein an bie 
Cbetfläf^c gehoben. 3n bec @bcnc bei 3ic^t>t^^Q^ I><dt 

«. <liif»n. K ©. n, Ä. «tfteCtrticn. XCVI. 



Üfjonfcbicfcr unb rompactet blauer Äalffiein, bcr foriön 
bfl« Jptiuprgeftrin ber Stufe gu bilbcn fd)eint. 2ln ben 
an 3000 gup tiefen SBdnben beö Csl)i|opil)aleö bei 3aca- 
pulad unterfc^cibet man» unb jn^ar an beiben Seiten, 
et|l mätfetigc Sdjidjtcn von ^onglomeiat, bann in einer 
5Käd)tigreii vo« 12(X) gu§ Sdjidjten von Salf- nnb 
6I)lorf($iefcr, enblidj ju unterit qbetmal« @ranii, welcher 
hier von pradjIcoClcr gärbung ift. 8tn ber Sol?te beÖ 
Stjalifcg« beö <5f>ifoy ^at man Sanb, JJiedgeröÜe unb 
fonftigrö Sllluvium. Unfeni von 3a(apnlad bcfinben jit^ 
warme Duellen unb Salinen, mtld^e von ben 6fnwoV 
nem crploitiit werben. 

äßeiter flugabwdrtd am Q^hifot) fomuit bie ftarf gc< 
wellte uub bi(^l beroalbetc .^oc^ebcne von San ^lliigucl 
Ufpantau, .'töl-'O giip Ijcdj, worauf ntan bann nad) 9(or« 
ben wieber aümälig in eine Öinfcnfung Mnabfieigi. i;'ic 
Dberfl(id)e biefer .^otfirbenc ifi gelber Sc^m unb weiter 
Sanb, bad ®Tunbgrf)cin blauer unb bunfelgraucr StalU 
fiein, abwet^felnb mit Sdjiefern. 9Ktt biefer SÖaucrt 
fdieincn bie weitern .^öl^enjüge ber ?tltod größten tl)ei[d 
übereinjufiimmcn. Die ?Qiibf(iaft iji im ^anjcn au^trfl 
rauf). 8ln vielen Stellen Irin ber .JTalFilein narft ju 
2agc unb bilbet jertiffenc, jadige ^öbrn. !liefe Sttlünbe 
nniTurc^en bic ^ö^en, burrij weicht fidj wilbe ®ie^bä(^f 
ftürjen. Da« ^anb ift meiftenö von biestern Unvalb bc 
ftanbeu, inmitten bcffen bie flcincn SS^eiter ber 3nbianer 
jerfireut liegen. Sd)male ^IfaBc fül)ren über bic ficil 
abfc^üfftgen ^öf}en, am 9{anbe tiefer Sdjlfinbc uub Sb/ 
grünbc entlang, anwerft fc^wer jugönglidi, felbfi für 
4Raulefel, fafi nur für^nbianer, bic ftetö ju gu^c reifen. 
3)ie iSniorität ber Stegierung von Guatemala i^ in ben 
nörblid;cn $lltcd nur rein nominell, bad Sanb im (iin* 
jclnen faft nod) unbefannt. ©citcr im Vierten gelangt 
man nad) ber getjeimnt^voüen 9iegion bcd ^Vten, bcr 
wtlben, ben Öuropicrn äußcrft feinblit^cu Sacanbouen 
uub ^fava, Gebiete, bic im (finjclnen ncA ganj un« 
befannt ftub. 

Der wefilidie SIfcljang bcr 9Itto«, weidet fidj nadj 
ber 9tleberung brö ^ftbmuö von iTcljnanteprc binuntcr- 
3icbt unb jum mcricanifdjen 3)cpaTtement Qhiapa6 fic* 
iört, wirb von tiefen unb breiten ©nfcnfungen burdj« 
3og«n. 

e) Der pficififdje Wbbang. ?lu ber Spige bc6 
pacififdjeu ?lb()angeö, in weld)cm ftd) bad Snnb von ter 
;^ö()f bet Stufen nadj bem Stillen Ocean ljinunterjtcl;i, 
in bet ^öftc von 4584 gu^ über bem SKeere, liegt ta9 
ftftone $1)01 von ©uatcmala. Daffelbf gehört jebodj nur 
tbeilwcife jum paelfifd)en SIbbangc, iubcm cd eben auf 
ber äßaffctfdieibe felbft liegt uub fowol bem 91tlantifd}eu 
wie bem StiÜen Ocean ©ewäffer entfenbet. Die Ober* 
pdjc ift eine völlig ^orijontulc g(dd)e, bad JTfniijeit^cu, 
bo§ ungcadjtet feiner bolicn ^agc r>Q6 Zhal ni(^t bur(ft 
^ebung, fonbcrn turdj Änftferoemmung eniflanben ifi. 
Der S9obcn bcftebt nur aua angeft^wemmrer ÜÄaffc, ©e* 
röUe unb weitem, gelblichem ober rot^lidjem Suff. Datf 
l^al wirb an ber ffieftfetie von brn anfcpcnben ÜlKilen 
ber aitod, an Cer Ofifellc von ben auSIaufenben Ttjci« 
Im ber fübltdjcu 3){otaguaftufc umbogen, wä^ienb an brr 

8 



GUATEMALA 



GUATEMALA 



SRorb' unb Sübftit« fc&mal« Otfiiungcn jiriftftcn bti&en 
Slufcnentm verblieben finb. ^^dler cianj analoger ©il* 
bung finb ba^ ^crfji^al t»on 2eno(l>ttltan ober äRerico 
unb baö !ll)al von Salama jwifdjen bcm iuiicni 9lnl)ul> 
Crc ^U»d aui (Siiatutf uiib bcm C^erro ^cibc, beibc gaii) 
Ijorijontalc, burd) Juffüul't^wemmiingeit iitii((4cn ctljobf« 
nen Mtinbetn enlftanbciifn glädjen. 2)a3 isolautot^fll 
l'tnbet au(6 einen 3ufl"P ni4 SJortwcften jum (Jhifcn 
unb einen anbcrn in entgegengcfefttfr Midjtunß jiim 3Ro' 
tdgua. 33om ©iiatematait^afe läuft nac^ 9fürt>often burt^ 
bad üüO Su^ fteil abfallcnb^ ^^imanilaibat dn fcböner 
liflrct ©ad), bei Mio be 33acca6, jum 'iWotagua. Vtn 
bct cntgcgengefeplen Seile jieijt nod) £nbm tu aJilla» 
lobod in einec ©arxanca, etnei; fd)ma!cn £(^(u6l mit 
fcnfrccfiten äßinben, beim 9(iidtritt vom ©ualemnlatt^ale 
in 3H76 gnö |>öbe. 2)iefe 7a) gii0 tiefe ©arranca bc 
^iUalobod täitit uu ber Öpfeiie ber ?tl(odt7ufe entlang 
unb münbet in ben 91mntitlan'6ee am <Sübranbe bec 
Vlltodilufe. 

^ier begegnet und bic gro^f Äeibe ber ©ulfanr. 
3>icfe Qiulfanc luib ^ier, abgefelien von bcu ©ebcuiung, 
t)ie fie an ftd; haben, von fe^r gcoficr (iinmirfung auf 
bir @ef)allung bei ^bl)anged gen>efen. 

3)ie gto^c ?lltodftufe fdlU an ifirem ©übrnbe fenf* 
re<^l in bie üeufe ab, wie n?ir ed nod) ou bei ^tet^e 
»on Seen fe^en, bie jivifc^en bcn ^ulfancn unb bcm 
(Bübenbe tit ^^od^ftufe verblieben ftnb. parallel mit ber 
^Of^fiufe iinb in einigem Slbftanbe von berfetben jog 
lic^ bann eine urfprnnglid) niebrige Äüftenfiufe lÖngÄ 
bem SWeere J)in. 3n 6er Spalte jTOifeöen ben beiten 
©tufen hm baraiif, jcbod) in einer vet^llnifuuittjifj fehr 
neuen 3'i^ bie 5Julfanteil)e jum Üiurftjbtuct) unb füllte, 
tl>eild mit ibren ei^enrn rieügen itegeln, theild mit ibren 
mächtigen Vluättütten, t(]eild aud] tuxdi ^bpauung ber 
von ber cbern !Senbe I)eruninge[rif)rteti $lu)d;ivcmmungen, 
jene 3)>aftc aui. 3n analoger SOcife fmb an vielen 
anbein SlcUen berlei Spalten jum Scl^auptat; beS ^nl' 
canidmu6 fieivorben. tSin crpgvavfii|((u"t 3ufa'"n>enftang 
bet 9)u((ane nuicr einanber fiiitet librigend nic^t ftatc, 
ftc ftnb cntmeber von einanber getrennte Äegel oter bo(^ 
von einanber getrennte @)rnppen. 9Iuc^ ifl Me ^Innabme, 
bie man geiuölnilicf} angcfüt^rt ^nbet, ba^ bie ^tilfan» 
reibe von ©unlemaia eine unmittelbare ^ortfel^ung ber 
©ulFanteif)en von 9Iicaragua unb Salvatior fei, nicf)t 
begrnnbfi. (Ter 'iüacaija, iveirfjet bie Kcitje ber grotlen 
iÜulfanc in ÖJuatemata eröffnet, fteljt in einer Entfernung 
von 125 Kilometern von ben Salvabor'iBulfanen. Vtudj 
fmb Die eingcbaltcnrn Linien burdjaud nid}t conform; 
bie ber SaIvabor«9Sulfane ifi na* £übn>e(lcn, tie ber 
®uatema(a^Snlfane nadi 9torbweflen gerid^let^ in 6aE' 
vabor flehen bie ©ulFane an 100 Aiiometer von ber 
^aupdiefcungölinie feiner .§od)ftufe, in ©uatcmata roirb 
bie ^auptl)cbungfllinie ber VlltoÖ faft unmittelbar von ber 
^Jnlfanltnie berübrt. 9ludj flefat bie ©ulFanreit}e von 
(^l^tquimula im Süboflen von Öluatemala in einer auf 
bie angenommene Sinie ®alvabor<(BuatemaIa gan) per* 
pcnbicutdren 9ti(^iung. 3ie ^öbe ber Juliane in ®ua« 



temala beträgt 7500 bi« 12,000 guf. Ifflir fommcn 
unten auf Diefelben nö^rr juräcf. 

3n ber erroä()nten, burd} bie ©ulfane au^gefüUten 
Spalte finb einige Hdcn verblieben, ivcldie icßt von 
Seen eingenommen werben. Unter biefen fuib bic Seen 
von SImatitlan unb Sltitlan befonberö ju bemerfen- ^r 
See von 9Imatittan liegt am 9}orbfuge ber Suffane 
^acat^a uut) Sfgua unb im SiJben ber @6cne von äfoia« 
titiftn in 3555 Su^ ^öfte unb ift 16 Kilometer lang 
unb G itilometer breit. Sein Saffrr i\t fü^, bod; tviib 
ed burdj einige fid) in ibn ergie^cnbe, Sdjtvcfel, Scba 
unb ÜÜ^agneftum boltenbe Cucllen fiellemveife bradift^. 
2)cr See ift beffenungeadjiel fel)r fifdjreit^. !l>erfelbc ifl im 
füblidjen ^[}cile feid;t, voU von äßafferpflanjen unP feine 
©djlammufcr (jaudirn fcfcäblid^e Iiünfie audj in feinem 
nörblidjen T^eilc ifl bie Üicfe beträdjtlid), in iveld^c batf 
Seifenufer &er ßbene von 93iÖfl 3lu^n im Silben ber 
Statt öinaiemala fenfredjt abfallt. 3)iefer %di ifi öer 
^iorpbvr ber ^odjftufej im 9?orben ivirb bie dbmt, 
bereu Cberfläc^e übrigend von SlUuvien unb gelbem Ül^on 
beberft ifi, von ben ^öl)cn von Santa Wiaxia umgeben. 
21n ber 9?orbfeite be6 Seeö münbet ber JKio be UJißo' 
loboö, ber an ber entgegeiigefe^ten Seite alö JRio be 
tDli(^atoya ivieber abfliegt. Derftlitlan'Sec liegt jivifdirn 
ber (Sbene von Solalo im SloiPen unb bcm Sltitlan* 
©ulfaii im Suren in 4674 guH ^öl)e unb ifi von un« 
regelmäßig runbev gorm, 20 Jlllometer lang unb lö JTilo' 
metet breit. 9(n ber 9icrbfeitc bcd Secd ragt Die ^lor* 
Pb^nnauer von Solala voüfommen fenfred)t 1800 %u$ 
über ben Seefpiegel hervor, eine ber grogartigfien ?ln-- 
ftc^ten, bie fic^ irgenMvo finbet. 3)ie iicfc be6 Seefl ifi 
jebenfatlS enorm, jePodj no(^ ni(^ft vermeffen; mit Seinen 
von über ÜOO gu^ Songc bat man Feinen ®runP ge« 
funben. C&ad SSaffer ift fel]r rein, iveic^ unb trinFbar, 
entbäll ober nur wenig Sifdje. 3)er See empfangt aal)U 
reid^e 3uflü|fe, I}at aoet Feinen fidjtbarcn ^ilbfluß unb 
behält ftetd gleid?ed 9tiveau. 3BaI)rfd)einli<^ filtrirt baS 
SBaffcr in t)cr Üefe nnD fpei|t Die jal)(rcid)en ©ädje, Die 
iveitrr unlen am Äbfiange bem SÄecrc siiftromen. 

3)er Slb^ang ift oben bei ben Seen unb ©ulFanen 
ftett, weiter unten fanft geneigt. 2>ie ^ablreivfcen Bluffe 
fmb niciflend nur ®ießbiid)e, ber belrdt^tlid^fte unb ivaffer« 
rcid)fle ift ber 3Jio De afiidjaloija, bie gortfe^ung DcÄ 
Dtio bc ©iWalobcÄ. ©ei *Patin In 3432 gup ^ö^e ip 
febr fidler 9IbfaU. ber Sßidjato^a jiet)t I)ier in einte 
tiefen Sd)ln<bt nvifdien ^t'örpl^iitrfcifcn- *J?OTpIivr ifl mc 
ber taö OJrunbgcftein in bem gebotenen iS^bciU ber Jiüflen* 
flufc. Sei *l*ebro ^iarlor in 168;' gu^ ^öbe finbet 
man ^liorpljörconglomerat, an ber Cberflöd)c mddjitige 
SIblagerung von gelbem ^el^rn unb vulfanifd>cr Slfd^e. ©ci 
©ffcnintla in 1326 gnjj ^ö^e brfinbet fid) ber grcfie 
SBafferfall be« Wit^atoya von 300 gup frnfrec^tcr ^öfee 
unb 00 guB ©reite inmitten einer praÄtvoIlnt gnlle von 
33f!anjcnivud)Ö, einer ber fdjönften SßaffcrfäUe ber SBelt. 
Sic Üdigegcnb ift liier überhaupt febr reiienb. ^ter ifl 
ein ^auptfi^ be^ Jlaffecbaue«. Üier ^^l^orpbyr tritt biet 
iviebcr ju läge. SBeiter unten I>ai man eine f4)n>ad) 
geneigte (Sbene, bur(^fd;nitten von einigen ©ä(^n, unb 



Guatemala 



— 59 — 



GOATEIHALA 



\i\ bcKn 9Jd^e mit tidiicr aöalbung &ef!anben. Tk 
£)berflä<6e iß mdOciid MgetabÜifcbe (ixlt, darunter gelber 
unb ff^warjfr ?cl)m , Santmofffn, l^orpb^rconglDmcrQtc. 
Sßei ©an 3ofc bc ©uatrmala am ©epabt* hat man eine 
uollfomnten nnrfle iinb öbe glÄcftc uon feinem, wcipein 
€anbe, bic fidj chrn in ter ^Breite T>on einem Äilometcr 
Ianbeinu>drtd erfiredt. An bet Äüfte biftift firf) and 
©anb unb Xinun ein dußereT Stranb, innerhalb bcffen 
ftd) bie weiten (Sßecod, ^affc ober SoDuncii aiidbreilcn, 
liefert mit bid^ter SBalbung son ^K^ijov^oren, moeöoi^n 
Ärofobilen «nb @iftfd)[vingen wimmelt utiB bcöarlige 
Riebet fif^ ausbreiten, 'iln inebTeien Steflen im 9öepen 
tritt jcboe^ bnö Oeflcin ber gehobenen J^nfienfiiifc an tad 
SRcet I)eran. 2)Qffelbc bcftebt, ivic wir bereite bcmcrflen, 
votneljmlicb auö $orpfjttr. 93eim 3(n^nb ber ifüfienftufc 
im ©eflen beö tief ließcnben 9iio ce lo* ^«clarcd be* 
meirfen wir ieboef) ein fe^r audgebreiteted Softer von 
9afa(t. Sie^ ift eine genaue 9Bieb<rt)Dlung ber ^ebungd* 
fhtfe »pn SaluabPt, bfe an ber genfecobudjt gleit^foüÄ 
mit 35afalt anhebt. 

lie 5iiilfanc. 6d gibt in (j)uatema(a jlrei 9ieiben 
uon ©iilfanen : a) bie auf bn Spalte jwifdjen feer *A(toö= 
ßufe UU& ber Jtüßenflufe, in einer Siitie vrn Ofien nadj 
Slorbweftcnj b)bie9iei()eber(5öi<iuimula=^ulfanc, weld)c 
auf ber Spalte jwift^en ber Salfnbutnufc unb bcn C^ua« 
temalafhifcu in einer i'inic uon 9?orteii nad) SüCen ftcl;t. 

a) 3n ber etfieu 9ieil)e befinben fie^ bie folgcuben 
SSuIfane : 

2)er Sulfan be ^ßacn^a, 7650 gim ^ot^, freljt 
ttor ber fuböplicben Qät ber $!ltoöftufe am ^matiilan' 
©ee, 5 Cegua3 »on ber Stabt Slmatitlan. (Sr ip nodj 
t^äiig, bod) fteigen »om Ärater mir fdjwadje gumerollen 
auf. (Sr ()atle aber furd)tbarc Sluöbrüt^e jur 3«»' ß«c 
fpanifd^eix (Sroberunti unb feitbem cirotie ^u6brü(f)e in 
bcn 3abrcn 1650, 1(>64, 1668, 1671, 1677 unb am 
11. 3uli 1775. 

3)«r SJulfnn be^gun, 11,250 5«0 (jocfc, rin maic 
ftätifdjer, überaus reöelmnyiger Äcgel, beffen 6d)5nljnt 
fi(6 noift <rl)el» butd) ^ie bi<iic, prndHvcUe l'eiieratiou, 
bk faft bid jum @ipfel im reidiflen Sarbciifpiele ber 
iiberauö fdiarf abaemarftcn 3»"«" ft^ht. 2^er ©erg 
ff) tfel leidster jii erfteitfen, ald man naii ber fe^eiu' 
baren Sieilljeit annehmen fcüte. Auf bcm ©ipfel be* 
Pnöet fid? eine feffetförmige tiefe ^infenfunp, ber itrater 
Mefeft allen 3Jiilfand. Xiefe nidjt fc^r tiefe Sinfeitfung 
war tixtft mit 33affer on^cfitCIt. Sei einem (Sibbeben 
im 3. 1541 cntftanb pli>ijltd) eine Spalte in ber Ärater« 
wanb, unP baö S5?nfier ftürjte fidi/ IHiefenbäume, getö» 
Mdrfe unb (SibmaiTfii mit fidj führeub, aUcÄ »or ftd> ber 
lerfiöreub, gerabe auf bic bamaliiic Aönuptfiabt, bic Stelle, 
»0 je^t bae 2)örf ßiutab ajieja ftebt, ri^ fafJ aDe ^dufet 
rin unb beanib eine gruge SCnjat)! ber (Sinwo^ner 
unter Pen JKuiuen. 9Son jener Äaiafttopbc ()at ber 
^ulfan feinen fellfamcn 92amcn. @d bebatf tpct faum 
ber ®emcrfunß, tap bic Slngabe, bie man freilidj 
forlroä^renb ivicberftolt finbet, ber 93ulfan ^abe feinen 
Samen von oulfaniftten ©a^erauflroürfen, (jänjIitO ob* 
furb ifl. Vlu* iP ganj gut möglidj, ba^ ber 3Ju(fnn 



unb fein Ärater an ber ÄotQProptje ganj unfd)ulbig 
waren, unb ta^ biefelbe blod burd) eine nad) anfallen' 
bcm iRegen cnljJanbcnc Sturjflutl) enifionb, wie ä^nli(^c 
9}crfälle fdjon Wieber^It vorgcEommen finb. S^ic an 
feinem %u^c in enormer iffiddjtigfeit logcrnben ©Ujffn 
Dulfanifdjcr Slfc^c unb 8apini bejeugcn genng, baö ber 
$utfau friiljfr, unb jwar in (angen B^f'^^umen, in ee^t 
Puffonifd)er ffieifc Ibdtiß war. @r ift jebot^ fdjon feit 
langer ^tit, jcbfnfaüö feit SBnfunft ber Spanier, et^ 
Iof(6en. 

3?cr ffiulfan begucgo bilbcl eine Gruppe von brei 
©ipfetn, ya^oictö, 3lcatcnangp, 12,450 gup Ijorf», unb 
bem eigcnindjeii SJulfan be gnego, 12,0*33 gujj bo{^. 
Der leitete ip nort^ gegenwärtig t^älig, unb war c« au(^ 
fdjön jut 3*** ^fr fpanif^en (Srobtrung. l>ie größten 
S(u6bru(tc fanben fialt in ten 3a*)wn 1526, 1541, 
1581, i582, 1585, 1586, 1G14, 1G23, I68G, 1705, 
1706, 1707, 1717, 1731, 1739, 1829, 1855, 1856, 
1857, 1860. 

2;er SJnlfan be«tillan, 10,719 gu^ fiodi, an ber 
Sübfeite bed Ätitfan«SeeÖ, ift ncd) gegenwärtig lt)dtig. 

Der ®ulf(tn bc 3u»ll, an IKXK) gup t)od), in ber 
^A^e ber Stabt Cuejaltenango (42 Seguad weftlid; von 
Guatemala), ifl erlofdjen. 

2)cr iBnlfan be Santa a)?üria, 10,500 J^up Ij*»^, 
in bet 9IiiI}e ber Slabt Duejalicnango, i|i ctlofiljen. 

Der gjulfon (Jcrro be Cuemabp, 93:^0 gu^ l)od), 
in ber 9Idfte ber Statt JDueialtenango, Ijat eine jer* 
riffene, untegflmd^ige ©eftalt, fobnö er in fitfe äufammm» 
geflürjt fd)eint, Ijatte feinen legten großen Sluöbrudj im 
3. 1785 unb \)at ftd) feitbem ruhig »erhalten. ?lm gu0c 
befl ßerro liegen tninienfe yaeafelbcr. 

3>er aiulfdu bc Zaicmulco, 10,500 guß ho*, 
60 Äilcmetet norbwefilidi rom (Jcrro Oucniabc, ein regcU 
mäßiger ^egel, ift crlofdicn. Stn feinem Slbhanoe bc^ 
finben fidj große Sdjwefelbettcn, wcld^e von ben 3nbianern 
erploitirt werben. 

3;er Sulfan bc Xacana, 10,500 gug hod;, ein 
regelmdijiger Jtegel, ift nodj ilidtig. 

b) Xie norbfüblichc 9}uiriinieil^c in (fljiauimula cnl' 
hdlt bie Sulfane ?lmago, tfiuna, Santa ßatarinn, 
^enteric» uno 3palä, weld}e fdmnillic^ in eitiem regcl«' 
mäßigen Slbftanbe von 20 bi0 25 itifomelern Don ein? 
ouber fichen. Xcx QJnIfan Santa Tatarin« hatte früher 
beu einheimifd^tt 9famcn Suc^itepef, unb hatte nad) cin^ 
heimifd)en Angaben einen furdjtbatcn 9luÄbru(^ im 
3. 1469. I:er Spola hatte einen großen 9(u3bru(^ im 
3. 1660 unb ift nedj mit ?rtDa unb ?Ifdje bebcrft. tn 
Wonicrifo ift nur flein. Slllc SSulfane biefcr 9lei()e finb 
ießt erlcfehen. 

a;er 5Julfnn be (l&ingo weftlid) Pen 9lio $aj, 
6000 8u0 hoch, ein fdjöner, regelmäßiger Äegel, bem 
^ulfanc von San 3)2tguel tu Salvabcr [ehr dbnlid), ge« 
hört mit jur iRcihe ber Satvabor«$ulfane, wie baß fanb 
bi8 jum ^io be loö (Jtfclapoö mit jur Salvaborfiufe ge* 
hört, cbgleid) bic ©uatemalagrenje bi6 jum ndc^ften 
gtuffe, bem 9tio ipnj, porgcrörft ift. Der QSuIfan be 
^^ingo ift crlcfthcn. 

8* 



GTATEMÄLA 



— 60 -^ 



GUATEMALA 



Qrbbeben auößcfcot. "^it (Jinivobncr finb aiiA fo fctjr 
taxan flewöljnt, bap einjcliif Sic&c faum beatfctet »vcf 
ben. 3Dtc Crttbcteii uiib in ®uaiemala jtretcrUi ?lrl; 
fo{(^C, tocidie inil eitieut vutfani((^cn Vtuäbrudic ixtbutt' 
ben, gnvöbntit^ auf tie llnißcgeitb bc^ *^ulfand bt* 
fAränft Tmb, unb bmii 5öfti>cgiinfl ^Quvifüdjlidj m6lößfn 
»on untfn nadj oben bracht, unb bic weitet vcrbwitcten, 
cifl entließen Grbbrbcn, mitbc eine uubtilircttbe ©civrjiunfl 
Imbcn. Sulfaniftftc ^uöbrüdie ivfiben utlerbiiuid ofi uyn 
tSrbbcben angcfünbigt unb umgefebtl; blc ()(ftigilm Srb' 
beben fuibeu ab€c fdiudmc^d in ber ?Ube ber tbdiigcn 
Xulfane ftatt, tioifj fallen Die ^eftigflen @rbbebcn mit 
ben ilärffien ^Sudbrüdifit jufaDimen. Sic unbuliccnbcn 
(Srbbfbcn sefjen ttei ©uatemala (Stabt) immer von Süb' 
ivffien na(^ ?RoTCoften. Xic Ijeftidrtcu Grbbeben iporeix 
bic ber ^abu' MGO, 1526, 1541 (^criliiruiig von (iiubab 
Sieja), 1505, 1576, 1577, 1581, 1585, 1586, Xmi, 
1614, Kiöl, 1657, 1659, 1663, 1679, 1081, 1683, 
16»4, 1687, 1G89. 1717, 1737, 1751, 1757, 1765, 
1773, 1775. 1783, 1784, 1798. 

SSon febr jerftörenbei SJirfunfl für bic Stabt ©na' 
temala irar baa ^tcbcben ycm Slpril 1830. Die unbu" 
iaiorifdjen ffi(n'C{|imßen ivaren ungemein anfcaltcnb. Die 
Unbulnilonen begannen am 1. Slpril unb fe|>teu fitfe 
fdjwfldj fort bi« jum 12., nio eö 35 gab, am 21. fanbcii 
52 Ort", unb am 23., 9 Übt Vlbenbö, murCe bcr ffiogen* 
fcftlag bea SubenÖ fo Ijeftifl, ta^ nur roenigc ^dufer iu 
ber Stabi fteben biiebcii, lociauf fd^mdt^ere Unbulaiionen 
bitf jum 18. ^lai foitbauerten. 

Seit Qjiünbunii ter 6tabt 31ntit|ua (i^a $tnligua 
@uatemala, bie friiterc ^aupiflabt) ifi beren ®e|d]i(^ic 
ein fortroä^renber ©eridft von fdjrcrflicben Grbbeben, wie 
fit fclbfi tn golgc eincö ©rbbebenö, in golfle ber fcnburt^ 
im 3. 1541 oerurfadjten 3«trörun>( oon 6inbab Sieja, 
Cer erftcn .^auplftaPt, il)ten Utfptua^ balle. Die @rb* 
beben Don 1565, 1575, 1576, 1577, 1581 u>aten bc* 
fonber* tjon jcrftörenber aBithing. ^äbrcnb bct 3abrc 

1585 unb 1586 ^^erging feiten eine *i3nufe toxi adtfi 
^aj)en, c&nc Inp (5rbbeben povfamen, unb am 23. Dcc. 

1586 veiroanbette ein ^eftißeö Grbbebcn fnft bie QM^e 
©labt in einen ^inmmcrbaufen. ?tm 18. gebr. 1651 
»ernabm mon »lö^lidj ein fcitfame* unterirbifdjf? ®e' 
töfc, worauf brei iiitdjtbarc Slö^e in furjcn 3^i'H*cn' 
räumen auf einauber folgten unb eine "iWaffc uon ®C' 
böubcn umfturjtc. ©eiuoitifle gelöblörfe tviirfcen »on 
Pen umlicßenbeu .^lil^en in bie §bent* ncfdjleubert. 3m 
3. 1717 catK man 4 'Ü)Ionflte lang felji Wufig <5rb' 
beben, unb enblic^ in ber Statut beö 29. €epi. würbe 
ea fo hc\i\a, baß man glaubte, e« fei mil bcr Siabi 
vorüber. Ssiele Aittfien unb örößcrc ®ebdube fiürjten 
ein. Da« 3obr 1773 war, ivie ber ©efdjidjlfdjrciber 
Quarre* fagl, bie fdjmerjlic^jnf (^ocfte in ben 9(nnalen 
b« ^auptftatl. „Sic würbe bamaCö ^erfiöri, biefe ftfeone 
.&auptf)abt, unb erbob fid) nicmald wiebrr von i^rcn 
»Jiuincn." 9»m 29. 3uU, 4 U()r «at^miltag«, verfpärte 
man f(^re(flid}c tBibtationcn unb bann begann icnc (Sow 
vulfton, bit bad ©rfc^irf ber unglü(fti<^en 8iabt cntft^ieb. 



SIm 7. €cl»l. fam nct^ ein anbere« (Stbbebcn, weltfee« 
alle ©fbdube umfiÜTjte, bie, wenn auiii befdjdbigt, noc^ 
ftcijcn gebtleben waren , unb am 13. Dcc. fanb nod) ein 
brilleö ftatt, welcbed ba* äBcrf bcr 3«ftütuttg vottenbete. 
3n gol^e jener Äataflropbc würbe bic ^auptftabt be« 
(lanbeö m ta^ X^al be lad 33accad na^ brr Stelle ver« 
regt, wo gegenwärtig bie Smb( Oualemala fiföt. 9?adj^ 
bem icbcdj in neuerer ^s\t eine vcrijnllni^mft^ig rulugere 
grift in bcr @egenb cingelretm war, feattc fttb wc^en Der 
großen grudjtbarfcil beö Ufjaleö, nanientliU) Tür bic 
ilorfjniiQfjuctjt, ivieber eine betröc^ilidjc ©inwo^nerfdjaft 
in 9lu(tgua cingefunbcn, unb bic Stabt fdjicn tviebtr 
ju ii)rcr allen Siülbe cmporfommen ju wollen. Do(^ 
ber ülte geinb jeigte fid) wicbet in feiner allen Stäiff. 
3m September 1874, 101 3a^« nach ber Ie$t cnvÄbn» 
ten ÄalaOropbff fanb ein gro^eö (^rbbebcn ftott, we[d)cd 
einen gropcn %\)t\i ber Siabt icrftörte unb einer gropen 
Slnjabl ber Sinwo^ncr ^tx^ ßeben naljm. £>I)ne 3Jot« 
anjettben trat, tinb jraar in bcr iWc^mn^ von Oßeit 
nadj SJeflcn, eine golgc von Unbniattonen ein, bei benen 
fid) bcr (SrDboben einen vollen gup tiecfc erfiob. 5Rur 
wenige ©cbäube fonnien ben ftarfen, .jugleie^ verlicalcu 
unb £)priionfa(cn St^^cn wiberflff)cn. 3fber 37fcnfä| 
würbe ju ©oben geworfen. Der Umfianb, bay, »ple 
bie« mciftcnfi bcr gßU 'flf bae iSrbbeben in ber Üicfe 
ber SRadjt ftaitfanb, vcrmcl)rtc bie angp unb OJcnvirrung 
ber unglüiflidjcn einwol)uer. 

Die glüffc. Die atlantifdjc Slbbac^ung befl ^an« 
beö jerfdllt wieber in bie 8lbbad)ung ber .^onburaöbuc^l 
mil &en gluffen 9}fotagua vnt itrlodiie unb in bie Stb* 
brtd)ung bvö ®oIf« von "ifflcrico mit bem gluflc 6l)ifoy. 
Die gUlffe »er vacifif*cn ^Ibbadjung finb äwar ja^Ircic^, 
bo(^ fonft von feiner SÖebcutung. 

Der SWoiagna entfpringi olö 9iio ®ranbc bei San 
!£cmad be (S[>id;ficaötcnango auf ber .giodubcnc Santa 
(Sruj bei Duidjc in ben 31Itoö in ü(X)0 gup abfolntct 
Jnöbc, 30 Scgiia? nörblicft von ©natemalo, 16 bfuifefee 
wilcn von t-cr Sübfec, fliegt jwifdjcn bcr »^Jrovinj 
9Jera i'aj unb ben Deparicmcnlen 3iit»tfpc'!Wf unb 
(Guatemala nadj Oflen, in (5biiiuim«(a, wo er ben 
Flamen 9.l?otagua annimmt, na* 9?orboften «nb bcf(^reibt 
fomil eine ßurvc von 80 Ücguaö C<>0 bCHlidjcn üReilen) 
bitf jur 3)h"inbung. 5IaAbcm er ben öfllic^en Wbl>ang 
bcr 'ältoö hirAflcffcn hat, tritt er bd ^anca C^afo bc 
la Sanoa), 13 bciitfdje SÄcÜen von ber JDuelle, in fein 
eigene« tiefe« %^a{ in 1398 guy nbfolutcr ^öbc; er i|<t 
bier in ber trorfncn 3a^re«ieil 21u guö breit, 3 gu& 
lief unb bat eine Strömung von 330 gu^ in ber ^i« 
nute; in bcr Stegenjeit ifl ber glu^ natürli^ viel flärfeT, 
»ei 3icüto flc[)t er in 528 gu§ abfcluter ^öbe; er ifl 
bier fetir breit nnb bat nur geringe iiefc, bie Strömung 
beträgt 240 gup in bcr ?5?niutf. 9Jei äacapa in 390 
guö obf. ^öbe nnnibet fein waffcrrcidjfier 9ictienfluf, 
wcldjcr feinen SBaffergebalt beträdjtlidj vermcbtl. ©et 
S3arba«co ift er 9U0 guf breit, 18 bi« 30 guö tief unb 
bat eine Strömung von 345 gug in ber Minute. Sin 
ber Snüiibung bilbcl bcr glu^ ein Delta; ber öflltt^e 
*Wünbung«ürm I)at bic Üiefe von 10 guß, fobfl§ er für 



GCATEMALA 



— 6 t — 



GUATEMALA 



I 



9Ii 

i 



(£eef(5iffc mittler ®rö6f aug5ng(i(fi ifi. X-cr SKotagua 
jfl n>a[)tt't^einli(6 füi ^arftrn ti6 SJarbadi'o fd^ifF&dc. 

IDer ÜRio ^pplcx^ic um^ie^t mit fcinnt än>ef Atmen 
fafl im JTreifc bad innere *!]Jläteaii )>on ^exu $a). 2)ec 
füfcHrfjc 8lrm, bet JRto ^Jolodjü, cnlfpringt auf ber I)oi)cn 
iFucanab*©bcne, ncrötvci'tlidj von Salama, Idufl in einer 
(Surve TDou 30 ^eguad nadj Dftcn biö jum Xcrfc 5elc* 
man unb empfängt f)jer bcn n6rbü(^en Slrm, ben 'SHo 
b« (Sajabon, roelAct bei (ioban entfpringl, bei Snn 
$ebro Öartfta, 8 bcutfdje Wltikn nett ber Duelle 60 
gup breit unb für bic ÄAbne ber 3nbianer fa&tbor wirb, 
füöatni aSaficrfäUc unb Stromfdi neuen Ijat. Sei lele* 
mou, 15 2)icilcn pbcrljaib bei aJtunbunß im (SJoIfo Spelte, 
»irb ber Otio *J3(jIpcl>ic fdjiffbar für otößerc Scoie. 3)ie 
€lrömnnf) belrAot bier nur 75 $u^ in ber 3)Iinuie unb 
n)irb ireiter unten noc^ fdiroäcber. Sin ber ^üubung 
im ©olfo Dolee ifi ber »IJoIotfcic 300 gu^ breit unb 15 
bie 30 %ul tief. Xer ®oIfö 2)oIce ober finguna be 
3iabül ifil 11% 9)?etlcn lang «nb Iteflt faft im 9iiDcau 
be« SMened, mit un-ldjem er burd) ben 2'/, ÜReileu lau' 
ßen fdjmalen Äanal, Sa ©elfete, in iüeibinbung fieljt. 
jtiefcr Sluöflu^ Ifi eine feljr malerifdjc Sirape, inbem 
iu beifcen «eilen 300 bid 400 gufe fiotje gelfenmänbe 
fleil auffteigen. Sa ®olfet« ift minbeften« 21 guö, ber 
@olfo l^olce nilnbefien« 36 gup tief, ^er ^afcn 3jnbal 
oui ©olfo Xolcc fönnte alfo für Srfjiff« »on greyerrm 
Sieftjang aI3 ben bct ©oote, welcfcc bcrt gegcmcärtig 
i;erFc[;ren, burd) Olectificatton bcfl gütjrroafj'erÄ jugdnglii? 
grnmdjt werben. 

!Dcr JRio (SI)ifo\) bilbet ftd» 6«i 3*if''purafl burc^ 
en 3"f«"*"'fnO"6 ^^^ beiben rei^enb firömenben Cvell' 
üffc »Rio Slanco unb Otio 9tcgro, n>elctje •ocn Sßeficn 
er tjcn ber ,£töf;e ber Sierra üWobre ber Slltofl fommen, 
tri» in fein licfeä ^ett in ber J^öbc von 1G!)5 guS unb 
rcUl, jwifc^en ben 911tcd unb 3Jcra ^ai nad) Siorben 
lie&enb, fortwäljrenb im ftatfen @ef5(Ie, fein breitet unb 
liefed Gaffer in braufenber Strömung burd^ ben VIbgrunb. 
3n biefnn an bciben 6citen von fletler l&3anbung ein« 
gcfdjtoijencn liefen %\)aU erblidt mon einen nberrofchcnb 
plö8li(fccn Uebergang von ber Siegetation ber gemäßigten 
ju bcrjenigen ber ^elpen ^om: unten am gtuffe ftefit 
bie *öatme, eben an ber gelfenfante bie gi*te. ?Iad) 
Slufnalime ber großen glüjfe Dito be ©an iiebro unb 
io be Santo 3iafcal be la ^Jaffion, weldjc bie SQiJilbni^ 
Dn ^cten, bad gebeimiii$i?ciUe (ScMet ber Sacanbonen 
nb 9Kai?a burdjjiefien, bilbet bei (5()ifoy bann Öen Ufu* 
afinta, ben m^ditigftcn gluß im meftlldjen Mittel« 
amerifa, Jüeld)er in ber Öagnna be 3!erminod münbet unb 
weit tjinauf für gro^c 5öootc frfjiffbar ift. SSJir fomnien 
unten bei Rieten attf ben llfumafmta jurücf. 

Älinia. Sßie in 3)irrico nnb in anbcrn X[;eilen 
^ittelamtrtfa'd unterft&eiben fidj nad) ber Sobenerbcbung 
bie f(imatifdjen 3<'nen ber Sierrafl calienta6, Uierratf 
temptabaö unb J^ierra« friaö; bei ber uiel größeren 
SRannid^faltigfcil ber oroöTCipbifd)en ©liebcrung bcftebt 
Ijier jebo«^ ein viel rci(terer ÜJec^fel tiefer ßcncn unb 
it^rcT ^robucie. 

1) Sierra ealtenta, bie ßone ber ^ialmtn, rei(bt 




bii 1200 guö abf. ^öbe. Xie mitifere Jlemperatur ifl 
25—28' S., boc^ überfteigt baö Jftermometer oft 40^ 6. 
?lm ©eflabe »e^t be6 SÄorgend unb Slbcnbö bie fü&» 
tenbe ©eebrife, am SWittage fönnen felbil bie 3nbianet 
nitfet im greien auöboiiem. ^ie Äegenjeit bauen 8 9No* 
nate, in ben übrigen ^bnaten regnet eö feiten. 3" 
tiefer ^^ne gehört ber untere pncifiiiie abbang. Ober« 
Ijalb ber oben, ungefnnben unb fafi nnberoofinten 6tranb/ 
flädje finb bie glu^ufer fon btdjier ffialbung bcfianbcn; 
aUein bie glüffc finb burdj trorfne 6treden getrennt, n?o 
ber i)eefmgie ©oben hcdjfienö Slcajien unb aWimofen 
erjeugt. äudj bicfer Strid) i|l tünn bewubni unb wenifl 
angebaut. J^öttx t)inauf werben bie I^trftr lalilreicfj. 
^(er ift bet "^^au beö 3nbigo (Indigofcra tinctoria) 
unb beö Q.acao (Theobroma Cacao), rocidie tiie ^ölje 
von 1500 gu^ nid)t überfieigcn. 3n ber blf^icn äBal» 
bung fammell man bie 2JaniUc (Epidendron Vanilla), 
iret^e jcbodj nur bi« 1350 guö gelangt. 3luf ber atran* 
tift^en Slbbadjuug jjcbören ju biefer 3ptie bie glufnbäler 
bee 2Rotagua, GbifoVi *l^oIod)ic unb (iiclfi> XoUe, ivo 
bie ^ifje um fo großer ift, weil |lc fldj ntciftend jwifdien 
fieilen unb bi)l)en gelfenniünbeu concentrirt. 

2) Sierra Icmplaba, Die 3onc ber iBanane, be« 
3udtm)l)re«, beö Jtaffeefl, reidjt von 1200 bi« 4500 
gu^. 'S>ie mittlere SBdrme ifi 24— 2S'* S. Der Äegen- 
faü ifi fiarf, bie iNegenjelt bauert 6 ÜHonate, unb aud) 
in bcn onbern ^tOion^ijen ijt ter Siegen nidjt feiten. 3u 
ber reid)li*:^en Öewäiiernng fcmnit bie vorjüglidje 99e» 
fdjaffenljcit befl ©obenö, bie »ulfanifd^en Slußwürfe ber 
pacj^fd}cn, ber poröfc .Salfboben ber ai[antifd}en $tb' 
badjung. 2)al)cr bie rei^e grud)t[)arfeit, bie blübenben 
gelber, bie prac^tbotten Sßälbcr biefer ^Itegion, ^u weither 
Ut bei weitem größte Ubeil ber Cbcrflädje ber brei ^cift» 
fiufeu unb iiircr obern Öebdnge, mimenllidj tn^ füböfi« 
lit^e ®ol)nnge ber ?UtoÄ nebft ber @bcnc i;cn Ciiuatcmala, 
bnö langgeftrecrte *JJIateau im Süben befl SKytagua, Die 
(Sbene von Salama, bie audgebeljnten gewellten €tredi-n 
be0 Obern fflera 'äiaj, bie obern ©ebdngc be« untern 
3Jera ^!l.*aj gehören. 3>iderrol)r unb Stnonad geben von 
1800 gu0 bid 3()00 gug, ÜafTee, 5abaf, Saumwoüe, 
iRicinuö, 9JopaI (Cactus opuntia) biö 4350 gup. 3)ic 
SBanaue gebt burt^ bie ganje Sierra templaba. ^ai« 
unb fdjwarie ©otjnen (Frijoles), bie und)tigfien *t)flanjen» 
fpeifen ber Sevölfetung, gebcitjen l)ier am bcfien, geben 
iebodf aud) in bie ^ei^e unb in bie falte ^ont über. 
SBo bie Kultur nidjt gelittet bat, befleibet ber tropifd)e 
Unvalb," ber ficb bier in feiner ganjen *BraditfülIe jeigr, 
fafi übetnll bie Oberflfli^e. ^ie Oberfiädje ber Sierra 
templaba ift in ©uatemala auftgebelinter olö in bem 
großen ^4}Ialcau von 3)2erico, welf^ed mcifiend ju bi^d? liegL 

3) Sierra fria, bie 3oiie be« SBci^entf, rei<bt von 
4500 biö 7500 gufi. .&ier wirb bie 9?ad)tf*i[te unb aue^ 
bie IBinterfälte fd^on bemerflit^. 3)ie fflegenjeit ifi, wie 
in ber Sierra templaba, bie trorfne 3 ei t aber völlig c^nc 
Siegen, ^irrber geboren bie ®ivfel ber 93ulfane, bie 
i^öben ber 91Ito6, cinffbücplit^ ber (Jbcnen von Setoni» 
Fapan, Due}oItenangc unb Santa 6ruj bet Cuidjc. Sid 
7200 gu& ift 15^ 6. mittlerer Södrmc. «uf fieileit 



GUATEMALA 



— 62 



'GUATE3IALA 



^ö^cn t(l fcer ©üb<n oft f(^U(^t, ber ge(« narft. «iif 
fdfWüd) ütt^dnfligfit Slrerfcn, voc bnö ISr&rcid} nidjtvom 
SBajTct fLirit[cful)rt luctben ifl, fiubet fidj rtcivöbnlidj gut« 
9(rffrboD«n, reo 9Rai6 unt griiolcit, äöcijeu iitto «uro* 
pdifrfjcö Dbft, wie 8Iepf<l, Sitncii, Äirfcftcn, '^firfK^f, 
get>eit)fu. ®txiie, Reifer «nb Jtartoffcl gc^tn biö 8400 
gug. 3m ®albc benfiftt feie ©id;e öor, obertjalb 7500 
^ui bt^(\)t bie äBalbun)) ßrö^irntlKÜd aiiö ^id^ten unb 
3!aniTen, 9In bcn ^öt^ftcn BtiWtn ftnbct man mttfien« 
®tö|cr. 

!D[e 3(it)ti:6$eil u^itb ald Xicntpo be ^fl^uad, bie 
JRegniicil, unb ald Xicmpo bc Secatf, bie trocfiic ^cU, 
«ntfrfiifbcn. ÜEic Stegtnjeit ivAfjrt in bcn Jieno* Irm* 
p(ab«6 unb bcn Xien:a6 (riaa ron Wai biß Octobcr, an 
bcn Äüftcn bis X'CKmbtr. 53fr SicgenfaU ift fcfjrorr, 
jcbod) mdficnd bei 9?iiclft, bir 3!tt|ic Hnb aud) TOäf>urib 
befl üfinpo bf Sgunö groplfnilxtld fcetter. 3n bcr 
irorfnen 3«' 'A^mt bie ^igc bk Segctation, bic Matur 
ru^t. @eiDittcr finb bAujig unb {}cftfq in bcr tHegenjcft, 
oft mit ^aQelfd}(ag. Selten verge()t em 3abr, cf)ne ba^ 
im September pbec Cftobec ein üeuiporal ober 9Äat 
3:iempo eintritt, ein met)rere 3Ü(ifle ober foßar SBocfeen 
befiiinbig ontjaltenber SRcticn obne elfftrifdK (Siulabiin;i, 
au0er am täube, wo sieivötjnlitt? ein Öcwiilcc fmttfinbet. 

3;ct äßinb ift Dorberrfrfjenb 9lcrbofi, am Iidufigfien 
vom ۟biueiticinbc unierbiocfjcn. 

^ie ^eiüc Jtüftentlufe audgenommen, iji bad ^lima 
im ®anjen übcraud milb nnb gefutib. 

!5)ie mineralifdien ^ßrobucte finb beira&c nod> 
flän^Iirf) nnbcfönnt. ^r^jiünjie fommen meiften6 im ^op 
»Ijijr, im ©ranit nnb im (^limmerfrf)iffcr vor, unb TOd^* 
renb bcr fpanifdien ^tU TOutb« Öifeii, ©Ict imb <iud) 
Silber j^eivonnen. 6päier wiirbfu bie filbertjaltlijen 
@(i{enc bcc iSlincn bei ^Uotepeiiue von cfuec cngltfdjen 
©tfcUfdjafi undgebeulet; flegenwxSriiö finbei aber gar fein 
betjimännifdjer Seiricb flali. ^iw \m$ev fiSrntger 9)Iftr* 
mor, an Sc^önfieit bem carrarifiljcu nid»t vid notfe* 
fif^cnb, (agrrt in groper ÜO^ädjtii^ffit im '^(ateau norb* 
iid} T)on ©iiafratoya. Gini)]c Salinen tvnben von 3n« 
biancm andgcbeutet. ^eific iOtineralaueUen ftnbet man 
überall in groper Slnjobl. 

^anbel nnb S^eiFehr. (3o groß unb fo mamücb« 
faltig ber Dteidji^um an "Urobucten ift, iveltbc fcer im 
©anjen fo frnd)tbnrc nnb fo mannid^fattig geglicberte 
Soeben ö>uatenuila'ö iu erzeugen rermag, fo nimmt ÖJua* 
temnia in comnierrictler nnb inbii|trieQer ''^e^iebuiig bod) 
nur bcn britten $ta& in 'üDtiltrlametiFa ein unb ftebt 
binier \>tii viel fteitteren StepubliT^fn €a[v^abor unb @ofta 
Ätca weit ^urüd. 3n bcn weiten Slreden ber Jiena 
caliente fann man wdbrenb ber dtcgengeit 3 biO 4 iSiai^f 
ernten alongcti, bodj Teld)t ber tljalfäd?lidjc (Ertrag an 
(Serealien faum für fcen einbelmiftben ©ebarf au6. Un* 
geatzte! bcr unermct!ltd;en SCnbelrrerfen in bcn ^odj* 
lanbcn ift bie ^ieb)ud;t bodi con geringer ^ebtuiung. 
9hiT einjcine gro^c ©utebefi&er fpanifdjer sJIbftammung 
betreiben bad febr cintrnglid^e <^efd)ä(l, ba^ ftc Sieb aud 
^onburad unb 9}icara^ua einfübrcn, auf it)ren äßeiten 
inäfttn unb für ben emi?eimi|d)«n 6onfum wicbcr «er? 



faufen. 2ang an^altenbe ^emmniffe ^aben bfu @fn>erb' 
fleiö beS Sanbcd gelrtfimt. Spanien untcrbrnrfte ihn 
wdbrfnb ffi»fr ^^errfc^aftj ed lie^ (eine 3nbuftrie unb 
Feinen ünbau auffommcn, bereu @r,tcuanitTe von Spar 
nien geliefert tvecben Fonntcn; bie ^äfcn waren bier, 
wie im fpanif(^en Slmerifa überhaupt, bcr gangen 3B<U 
gefpcrrtj einige ©alionen brachten ber Solonic i^tf 95t«f 
bürfniffe unb nahmen bafüc i^re Uolonialwaaren. 9?ad) 
ber Unabluingigfcit fnm bann bie furd;tbflrc S^trüttung 
unb 93crlieeruiiji ber 3üiäl)rigen ©ütjicrfriegc. 

Gin befonberd gro^ed ajcrfel)vdbinber»i^ ifl in ©ua» 
tentala bcr ä)Iangel an llrandportmitteln unb bie Un: 
wegfaniFeit bed iJanbed. !t)ic vielfältige grofe Slbwcdjfc' 
lung ber £cbenerl}rbung, bie man für einen beben 
SBorjUi] bcd fianbcd «ragten mu§, weil ftc eine grogc 
ätlannidifalligfnt bcr ^robuctc bietet, ifi bi^ber ein 
wefrntlicljfd ^inberni^ ber fcmmerrieUcn (Sntivicfelung 
gcwefcn , weil bie 9Begc baburt^ ju fel)r coupirt werben. 
3)cr innere SScrFcbr in bem beDölFertftcn Übellc bcÄ 
?anbed wirb tmd) bte Öjnbftro^e uon Dueiolfenango 
unb ^otcniFapan nad} ber ^anptflabt unlert)altcn, weftibe 
Sarrcra über bie bödjfic Äammtafel beö Sanbcd fübrte; 
fie lann in allen 3ahreeicilcn mit Cdjfenfarrcn , bem 
gcwehnlirficn Xrandpcrimilifl im Sanbe, befabrcn werben. 
Sonfi finb bie Sanbftra^n faft idmmilic^ nur gu^fobe 
burd} bie bi<^tc Vegetation. Xic SiBaarenbefdxberung 
con Guatemala nacb 3jabat am ®o(fo ^tUt, bent 
frü[)crn ^auplftofen, 6it ?fguaö entfernt, Foiinte nur 
burd) 5)?autcfi'l bcmcrfftclligt werben unb crfcrbrrle in ber 
trcrfncn ^iit 4 2ßod)en, in ber ^Hegfnjeit brfräditli* 
Itingcr. Seitbcm San 3oi^ nn bcr pncifticben Äüfte 
juin ^iniptt)affn geworben, ift eine für Cdjfentancn 
fabrbare Sttaüe von ©uatemata über $alm unb @d* 
cuintla bortbiu gefnbrt werben; oUein aud? bicfe 2aub« 
prafic wirb in bcr SRcgcnjcit oft unfatjrbar. Ocine wefent* 
lidje Sd>wicrigffit ifi i-nblid) aud) bie rrfcffipc ^ii^t unb 
bie fclbfi für bie 3nbigcne» große Un^ulragtidifdt Ui 
Äfima'd in allen ^afenpläpen bcr parififtf'cn fowct wie 
bcr allanlifd)cn vtJäftc. 

2ier Stapclariifel bcr 9ludfuhr unb bed lanbwirtlj' 
fdiafdif^en ©ctriebed ifl bie Godjenillc. ttx «nbau 
bed 3fopnlbaumcd (CactuB opuutia), auf weld)eni bad 
(5od?emUe»3nfefl gcjogen wirb, würbe im 3. 1818 «et» 
©rncrnlcapitän Xcn 3ofc be ^ufiamenre von bcr meri» 
canifd)fn *ßrorinj Caraca in ÖJuiiicmala eingcfiibrt, unb 
bicfcd ^Jrobuct erlangte fo groyen 2Öertb, ba^ er ge« 
wiffcrma^en bcr einjigc ©egen^aub 'ati $Inbaued würbe, 
^erfelbe brad)ie bem I^anbwfTlb unb bem J?aufWann 
wa^rbaft fabelbafte ©ewinnfie. Slüein bicfer glänjenb« 
Erfolg pcrminbertc fi(fi, SBanm unb 3nfeFt würben fx* 
bro^Iidrcn ?lnc5Ttffen anöfieffft, bie (Sodtcnille würbe 
ibcilweife burd) anbcre biüigert ^arbcftoffc etfegt, wcd« 
^alb bie ^fianjer fid) auf bcn Äaffce warfen, welAei 
neue Sdjä^e Dcrfprad). 2)er f»aup(fi(j ber (FodjcniDe» 
jurfjt ift in bcn Ebenen von SImatitlan unb Slnligua, 
wo bie für bcn 9?opaI befonberd geeigneten Steffen fe^r 
bo^c greife frjiclen. ÜJie (Jrntc finbct gewöbnli(^ im 
SRai flott, vor Anfang bcr heftigen Äegenj brnn ein 



GUATEMALA 



— 63 — 



GUATfiMALA 



cinjiflcr fifftiaet JReöcnftunn reiifet bei t>tx gediciiiUc liln, 
Die $lc6eit «inrd danjcn ^ai^xd )u gecftören. !X:er 3Bcrtb 
brt (SodjtniÜf loco ifl burt&fdjnitUi* 75 ^Uiafltr (375 
^tancd) pro 50 Attogcamm. ^ie ^^cobuction von 
ßytfccnitle betrug: 

im 3. 1850 l,00(V'>r)OÄi!iJ9r., werl^ 6,159,900 gtanc«, 



» 1851 


340,050 




» 


2,840,ti50 


r 1852 


266.775 




t 


1,617,055 


« 1854 


1,298,600 




s 


8,786,500 


« 1855 


G05,180 




i 


4,548,850 


* 1856 


890,475 




* 


6,906,400 


« 1857 


735,070 




a 


6,090,350 


/ 1858 


1,409,120 




* 


7.850,200 


/ 1859 


893,235 




f 


6,840,500 


. 1860 


839,060 




% 


6,470,000 


. 1861 


779,890 




t 


3,926,350 


> 1862 


809,090 




f 


4,200,500 


. 1866 


690,373 




f 


5,177,625 


* 1867 


762,890 




t 


5,721,075 


^ 1868 


636,750 




w 


4,775,625 




Sik ttut(ijftt}nttllid)c 'Crobuction tvar atfo 782,295 Äilc 
gramm ium ©crtftc ron 5,-^27,325 granc«. 

iCct Äaffec ift t^cilroeife an bie Stelle ber god^e* 
iUc getreten tinb bat an cim^en Stellen einen niiö« 
fbchnten SInbau erfamjt. @r gebci[)t in ber gemäi^igten 
'— « fion 1800 biö 3000 gup, am beftcn in 2500 bl« 
gu6 obf. ^ö()C. 2)ie .öauvtfi&e ffiner guttut 

bie Ebenen fcn Stntigiia, 03uotcntafa, VltiiiillHan, 
^cuinlla, ber äUefiab^ang betJ ^^uIFunö San ^^ebro 
von 9lht[an, ber ^anbftrid^ im ۟ben ber Stabt Ouc^ 
aaUenango, ber fcobc ©era %^i, 3)ie Slnftfiitjr betrug 
im 3. 1«56 nur 7300 graneö, im % 1857 8500 gr., 
im 3. 1858 5000 gr., im 3- 1859 23,000 gr., im 
3. 1860 78,000 gr., im 3- 18«1 160,500 gr., im 3. 
1862 619,000 gr-, im % 18(>3 1,200,000 gr. 

3)ie «udfuljr »on 3uder betrug im 3- 1856 27,400 
giancd, im % 1857 311,390 gr., im 3. 1858 406,000 
gr., im 3.1850 315,700 gr., im 3- 1860 107,000 gr., 
Im 3.1861 103,000 gr., im 3.1802 475,000 gr., im 
3. 180.3 3CO,000gr. 2;er 3«rf" wirb meiftenö benuOt 
jur ©eiciiüiig von Safia (ißrnniuwein) inib beä bc* 
raufdjcnbon 0)clrtinfi3 6i)ico. ^er bclrrtd»|[i<^fte ^^»cil ber 
3u(fcrauömbr geiji noc^ ßbile. 

2)te 9iu0fu^r von Sacao betrug im 3nl)rc 1856 
2700 granc«, im 3. 1857 17,000 gr., im 3. 1858 
1000 gc., im 3-1859 1400 gr., im 3.1860 1500 gr., 
im 3. 1801 öfögr., im 3- 1862 3700 gr., im 3- 1803 
8500 gr. 2icr (Facao toirb meififü« im £anbe felbfl 
fonfumirt. lia Ertrag ifl 3 — t^OOOCFarga« (i 0O*Pfunb). 

3)ic Sluöfuftr von SJnnitle betrug im 3- 1856 
7Ö00 granr«, im % 1857 2300 gr., im 3. 1858 1500 
gt., im 3. 1859 1400 gr., im 3- 1860 1000 gr., im 
3.1801 1000 gr., im 3.1862 1400 gt., im 3.1803 
1500 gr. 

^ec Sltaid liefert in bct Xierra calientc ftibrlid; 
2 — 3 ^nlfn. 2)et aSeijcn gebeibt nur in ber Xicrra 
fria, über 5500 gu$. %\t Sßet^rnernle liefert an 



150,000 ganega« (k 155 qjfunb). Xer TOcbfccnfum 

betrögt an 90,000 ganegad jäbrlit^. 

Die ftefammie Sluflfuljr betrug im 3. 1865 10 'SixU 
Uonen grancd. 

%\t gefammle ©infubr betrug im 3. 1865 8V, 9Si(* 
lioncn grancß. iDie ^dlfte ber ©nfuftr befte^t in eng* 
itfd^en ^duufacteu, ^auptfdttjlic^ fBaumivoUenmanren. 

2)ad Unterrfd^tdtvefen I)at in neueres ^txX 
einigen gorlftfcritt gemadft. ÜJie im 3. 1690 ßegriinbete 
Unluerrttät San uarlpfl ifl bie einjige ^oojfcbulc in 
?Kitlflamfri(»j unb bat ifclmlnble für Suri^prubenj, 9He« 
bitin, *l-ii)iIolcgic l^biltfcplfie unb Söcologie, wirb aber 
nidjt viel unb faft nur von fiabinotf unb 3nb>iTifra 
frequentirt. Xie Sö^nc ber I}öl)ern Slaffcn bcfudjen 
geu^öbnlid) europtlifdjc Univcrrtldteu. Die SibliotbcE 
öer Unirevfilät befttit widjtigc hanbfcljrlfiildjc 5ßerfc über 
Die (iJcfdjidjic ber fpanifdifn Eroberung, fctric bie ältere 
fflef(pi(l)lc ber 3nbiancr unb it)re ©ptadfen. 3" ber 
$iMioiI)ef brr «D?nnicipalftnt t>cn (^uotemafa brfinbm 
fidj bie ^anbfdjrift beö äöcrfcö über bie Eroberung »pn 
^Keufpanien oon SBcrnal Diaj bei ffaftiflo, bem aöaffen' 
geftüt)rien bed @orte), unb bie .^onbft^rift ber <^efd)i(f>le 
i^on (^tiaicmala von ^ueiited be^ujman, beraudgegeben 
üon Dr. SRariana "U^biUrt. Da6 ßoüegio Xribentino 
ifl '^^t erjbifil)öflid)e Seminar jum Slutium ber fat^iü* 
lifcfeen ^bci^logif, cd ftebt »ntor ba ftilung ber3n'uiien, 
bie liberljaupt brträc^tlid>en @tnflu^ tu ©natemala haben, 
\\x^ \i^\ Oarfe grciiueu) aud ailen ^l)eifcu SRittcIamcrifa'd. 
Die im 3. 1795 gegrünbetc Sofiebnb economica ifl eine 
9lrt ^Fabemie, bie fid} jtvar l)auvtfäd:li(^ beu fd)Dnen 
Äünftcn ifibmet, in i[)ren monaliid}en Si^ungcn »üb 
ifjrem 3onrna( jebod) aud) mit roifj"nifffiafllidjni, fcrialcn, 
iiibufiricüfn, commrrrieflen gragni bffdjnfngt. DiT 
QJoIfdunierridit ift gdnjiid) in ben ^Änbcu ber ®eifilid)fei(. 

Die ^irc^r. (Guatemala ifl ein SBi^tlmm feit bem 
3al)re 1534 unb ein (Srjbltfibnm frit brm 3ö&re 1742. 
Unter brui GrjbifdK'f von ÖJiiatrmaln ftünben ^ur fpani* 
fdjpu 3''' bie SuffraganbiStbümer ficon (9?icaragun), 
6t}tapaö, 6amn'.>agua (Jponburaö), Snn Salvabor unb 
dcfla 9tlca. Die SJerliältniffc mit 9tom fiub burd} bad 
Goncotbat oom 3al)vc 1852 georbnei. Sadj ßiujictjung 
ber Äirdjcngüter unb Sluffjebuug ber Älöfler ifl bie ®eifl« 
lid)feit arm. $(ud,> ben 3efuiten, bie burd) (Jarrrra 
TOiebcr ^«nicfgcnifcn irurben, fonnteu ibre friibfrn ©üter 
nie^t jurürfgegcbcn jceitcn. Die römifd} * fatboIifd)e 
itir(^c i|l i^ivar bie aUein anerfaunle beö l'anbeö, bod^ 
berrfcöl gegen frembc ^rotefianteu gro^e Dulbung. 

Da« aWilitir. Dafl ficbenbe ^eer wirb gröölen* 
if)ci(6 unter ben Snbiauern rccrulirt. Die ©ornifpufn 
von Guatemala, ^^ntigua, Duetaltcnaugc*, ^(luatitlan 
unb 3iatcl betragen jufammen an 500 Wann. Durc^ 
Siufgebct ber Sabinoß faiin baö .^ecr iebodj auf 40,0(X) 
5Kann gebrad)t werben. Der Solbat rrljält 2 *Realen 
tdglid) ©clb unb beföfiigt unb befleibrt (idj felbfi. 

Staaldcinfünfte befielen einjig in bem S3rannt« 
wein* unb bem labafflmcnopol unb in ben 3öllcn, bie 
betf^alb fe^c ^od) ftiib. ©uatcmala ^ai feine €taatd« 



GUATEMALA 



~ 64 — 



GUATEMALA 



fcfaulb; eö ßi&t nur H0n)citcn Cbltgaticncn au«, auf beuen 
(fl 3inffn ju 10 — 15 $roc. äaljtt. 

i^ic ajetfaffuiii). 9la(b ber in ©uaicntala gül- 
tigen SJcTfnffuna vom ^a^n' ISöl ift cd eine rcvtdlen- 
lattvf dtcpublif. Der ^i^rätiEiciit, bei ^laaiöutl) unt) bie 
SItgcorbucicnEammer RuC bic öffctitlidjtni ©«cattcn. 3)ct 
^rifibeni tciib auf oirt ^ntjrc »on einer ®encraU 
öcrfammfung acrcäfilt, weldje au3 bec Slbjjeorbnelcnfam' 
incT, bem ^rioifc^of, bfn ü^itjiliefcfrn bcö Cbcraciirfjtff* 
t)ofc6 unb bem Staatfiraih beficlit, unb ift njicber wibU 
bot. 3)« QJtdfibcnt leitet bic auflroärliflen Jdigelfgenfieitcn, 
fdjlic^t sailianj^ unb ^ßubelöpetträßc, wadjt über bic 
Slufref^tballung bei öffentitdjcn Ctbiiung, über bcn öffent^ 
li(f)m Uutmidjt, bie Sorvorattoucn unb ^iribuiialc. 3n 
lle&ercinflininmng mit bem Staatörotl^e l)at cc bad ^e* 
gitabigun})drcd)l, ben ^crfd^diif unb bie Q}ene[)migung 
Icr ©effpe, in briiiglidjcn göfifu auib baö !Re*it, 5;c- 
frclc mit iiefeplidiec Mocftt jucrtajTeii, Ärit\i ju crnärni, 
baö QJrafcncaticn^rcdjt für bic Iiö^ern fitc^Iitien Stenilcr, 
baö SRfdjt, mfl()rcnb ber abjprfen&eil ber abgeotbiieten* 
fammet in Slol^fädert älnfei[;en ju machen, cie Kammer 
au^crotbciuticfter SBfife iufammen ju rufen. XciS 95c(ratl)ö 
beö Staalöraiftö bebarf er ferner jur (5rtieiinun{i ber 
t)übtn biplomatifdifti SJfienten unb ber Obenjemalter ber 
Binnnicn; jur Grncnnuurt aller ctnberu Scanitcn ift er 
nidjt an ben Siaatdtatt) ^ebuuben. ^cr '^Jräfibent uei' 
fügt allein über bie bewaffnete äRad)t unb fauii ft( tu 
^^erfou befebligen. 3in Salle bed Xcbcd wirb ber '*)^xä> 
ftbeni but(6 ben dliefteti aßiitifter erfegt bid jur 3ti* 
[ammcnruiift ber Jtamuier, bie ftd) unntitlelbar ^u ver> 
fammefn tiat. — 3)er ^taatdraif) beftcf)t aud brn 
Slaatflfccretären, ac^t »on ben Kammern crn^äbfti'n Stäitjru 
unb au^ 9KitgIiebern, bie ber *3rflritent nactj SSdifbcn 
auö früfjcrn 6l)ef* ber erccuticcn ©civatt, fnitjein '^irä- 
ftbcnieu ber Slbgecrbnctcnfammcr, Staatäfecretärcu unb 
^vdribenten befl OJeridjtähefö ernennt. Üier Srjbifd^of, 
Die 93ifd)öfe, ber 'JJrdfiteut bcö fiitöüfften ffa^jitclfl, bei 
ffieetPc ber Unicrrülät, ber *präfitent bei öfonomife^rii 
ÖJffcilfdjaft fönnrii clicnf.iflö m ben ciaaiötdlfi berufen 
»erben. Xet Staatöratb wirb auf vier ^nijrc gereaf)!». — 
Üc Stttgcorbnctenfammer beftetjt au9 öö Xepurirten nnb 
»ritb auT vier ^atjre gewdblt; fie figt jätjrlic^ uom 25. 
9?cr. bid jum folgenben 31. 3««. 

!Bic 3uftij wirb burdi ben CbcrgeriAtÖ^of unb 
SRid^Ier crfter 3nftanj ütrwaltet. 3fner be(ifi)t au« einem 
^röfibenten unb fec^fl SHic^ieni, iveldie von ber Äiimmer 
ernannt werben. Xie ^ncnnung ber Oiirffter erftcr 3«' 
ftanj ftebt bem $rdftbenien ju. 

iic Sommunalverwaltung wirb von einem ober 
mebrecen $t(calbeu unb einem (lommunalral^ geleitet; 
bie Sllcalbeu unb bie IKilglieber bed Scmmunalraib^ 
werben von ber Oemeinbe gewäfjll. SBo in einer Orl= 
fdjaft 3ubianer unb S^vibinoö neben rinanber (eben, wäi)lt 
jeber Stamm feinen eigenen SKcoiben. 

9t(r lEBaf^Un gcfeftc^en burd; aQgemetne^ Stimm« 
let^t. 

iMeSevöIterung belauft ftd) auf l,800,(H)0*Uer. 
fönen, von weiften GOO.OÜO im fallen Jtlima, 340,000 



im gemäßigten Jtlima, 240,000 im beiden Jtlima wob« 
nen. 3Jon ber ©evölfcrung finb SBei^e rein europdlfdjer 
Slbftammung 10,000, Sabinod ober Wcftiien ^cniifdji 
europäift^cr unb inbianifdjcr iMbftammung 3a>,000, 3n' 
bianer S30,00O, SflQtboÖ gemifd)! iubianifc^er unb Sieger« 
Slbftammimg 3Ct,000. (iigcntlit^c 9Ieger finb fnum vor« 
Öanbeu. Xie Didjtigfeit ift 1 auf 14 fettarm, wäbrenb 
in .^onburad 1 einwoljner auf 10 ^ettaren, in SaU 
»aber 1 ©inwcljuer auf 5 ^ectarrn fommt. 

UJon ben ^KJci^en wobnen wcnigften^ GOOO in ber 

tauptftabt ©uatcmaia unb in Sntioua; in beu anbcm 
tdbten wof)nen nur einjclnc gamilien ber 3ßeigen. 'Xtic 
^aufleute unb großen (Surdbefigcr ftnb gröptent^citd 
SBei^e. 

a)ic 2abinofl fiub ^anbwerfer, Schreiber, 'Sit* 
ta itliften. 

Xic 3»bianer in ben föblidjen Xftetlen be« fianöe« 
finb meiften« ^anborbciter. 3n bem nörMidjea Jbcilc 
bei Slltoö nni) in Rieten finb fie nodf iinvetmifdjl, un« 
vcräntert unb it^atfädjlid} auc^ unabf)dngig. 

2)tc ÄIcibung betf 3ubiüncr« beftcbt in einet »ol* 
lencn 3jrfe mit furzen, nur bi» an ben (Stnbcgen 
rfid>enben Slcrmedi unb in weiten, furjen, bi« an bö8 
Änie rcidjenbcn SSeinfleibern, bie am ®urt mit einem 
%aii, bei eleganten and; wol mit einer feibenrn Sdjärpe 
befeftiflt finb. Xa6 gu^jeug beftebt in ©aubalcu ober 
aud) in einem um bcn gu^ gcivunbeueu gcberftreifen ; 
viele gel}en aud) barfuß. i)en Jfopf beberft ein breiter 
Stro^^ut von bunller garbc, unter wetdjcm bie SBe* 
Wötjncr bed .öodilflnbcö, bie bf6 SSJintcrtf cfi von bet 
I)ei§cn Icmptratiir plö^lid) in frfjarfc J?älic fi(6 begeben 
muffen, nod) eine baumwollene 2Wü$e tragen. Xic 
grauen tragen einen fnrjen Unterrorf unb baö ®uipÜ, 
ein liaumwotieneö ^embc, befeßt mit geftirftem Äribca* 
banb von reidjen bunten garben. 3cbeö Xotf tjal feine 
beftimmicn garbeu, wie bcd aud) bei ben bcutfdjcn 8nnb* 
(euten üblid> ift. 3n ber flieira calieule ift bie grauen« 
fleibuug febi Ieid>t unb bünn, L>ft faft burdjftdjiig. 

Xie 3»biJ!>« ber Sierra fria ftnb Hein, fiämmig, 
fiul gebaut, gr^per Snftreijgunflen fdbfg, aber fct)r ter 
trunfenbcit ergeben, ÜJie ber iüerra caliente ftnb groß, 
mager, feijr träge unb ebenfaUd fc^r ber SrunFenbeit tt' 
geben. 

I^er 3nblaner beftcüt ba« fleine SWaiÖfelb, ba« feine 
fiütte umgibt, obne eö ju pftügen, unb lebt jum großen 
Ibeil von bcn wilbcn grüdjten uubaüurjcln, wett^e tie 
9?atur rcirtjlid) barbietet. Itie grau mQ(^t bic Jlleibung«-- 
ftüde ber gamilie aud ber S3aumwoUe, wcldje ftc felbft 
baut, ernict, jubcrcilet, fpinnt unb webt. 2)ic V(n« 
wobner ber Äüfte beftgcn Ädljnc von auegelKiftlten Saum« 
ftdmmeu unb leben großtentbeilö von t'fdjcrfi. äUe 
3nbianer babeii gropc'geibenfdjaft für3)?ufif nnb fpicicn 
mit @rfd)irf auf ber MaromEtn , einem f)armonif<ten ^olj« 
inftnimente. 3brc ©efängc finb dußcrft monoton, itjrc 
Stimme ift frctfdjenb. 

IBiele 3ubianer wanbern im Sanbe aU Sunfearbcitcr 
umber unb »erbingen ftd) auf ben ^acienba«, wo aOc 
Slibriten von if)nen verrid}let werben, unb wo fte in von 



GUATEM.\tA 



— 65 — 



GUATEMALA 



* 



tra GigmifeÜTnfrn ibncn jcitroeilig übcriaffencn ^liittn 

ive^nen. i)icfc 9(rbctter finl> frhr iiüc^tfin iinö fftjr 
untmoürfid unb gebctfam. 3(jr ^iag^Iotin bftifigt 2 — 3 
Kealen. 3n bet ©tobt fmt viele Jnfcifliifr Süftttilöcv, 
^aufburft^en, Srieftrdacr unb aibeiten um geringe VöV 
nung. 9ii(tt feilen finbei man uiilet i^neii gcfd^idte 
^anbmerfer. 

Xcr 3nbianer tri» nur freinjitlig in ben aRililih? 
bicnft unb fntridjtet bcr iHcflifning »on ®iiatemnfa feine 
abgaben; et gilt für unimmbig vor bem ®efe$c unb 
Tann oljnc ©eifeiu eineö ©eamtcn feine SJerbinblii^fcit 
eingeben. £fe einzigen von lf)m verlangten Seiftunarn 
ftnb, ba^ er bafi ®epä(! ber S^ruppcrt auf bem ^Karft^e 
lu tragen &at unb jdbtlid? vier oltv fünf IJage an ber 
Wcisaratnr ber feinem l^crfc bcncidibarlEii Vüntfirage 
($fab) arbeitet, «n feine 3?iunicipalitäl Mt er ji^^r* 
li^ eine Äopfftcncr von 4 iRcalcn biß 1 $iaftcr. 

^ie inbt(inifd]e ^unicipalitdt if^ in brn Slnbtcu 
unb 'Dörfern gcwöfjiilidj unabhängig von ber 3Wunici/ 
Tpaliiäl ber Iffiei^eii nnb ^abiucd. i^dmmtli(t;e äRÜgtie'' 
Itx werben bur(^ bic Söabl ber ©emeinbe befc^t, weldjc 
jcbo* ber ©eneljmigung beö ßorrcfliborö (l^röfctieu befl 
■Devartameuto) unterworfen ifi. "Die inbianlfiic 'Silim^ 
cipalität beftrbt au« bem ®obernabor, roe^tr bie rberftc 
Äutoritdt f)al unb oft ein 9?ad)fommf ber aften Äajifen 
iji, jreei ober brel S(Icalbc6, reeldje al3 iSicbter fungiren, 
unb j»ci bitf brci Stegiboreö. ^a bie Snbianer ge' 
wöE)nIi(f} nidjt €panifQ verfleben, fo ift ber 6ccrctdr 
ber 9JtunicipaIitÄt gcwö^nli(^ ein ?abino, ivelifiet Pen 
?Ber(ehr jwifdjcn beiu Öiobemabor unb bcn JHegierunjjö' 
fcebörben vermitleti. Sei jebem itibiaitififten Wunid* 
polilätöamtf fiefjen einige ÜHaijorrö, eine 8(rl von ©c« 
rtdjtöbiencrn nnb '^ofijififn. Xie ©erit^löpflege brftefjt 
Ijauptfädjiid) in *Pt Ägeiitrafe , wd<i)c einer ber ÜKat^oreS 
mit ber lebcrnen IJJcitfcbc, mit ber |le ftet« bewaffnet 
ftnb, auf bcu enibtö^ten 9{ütfen bed 6cl^ulbigen aud« 
titeilt; nu^crbcm werben @elbbu(ien, ®efäugiii^ unb 
pranget juerfannt. 2iie eioilifirteren Sntiancr ber füb« 
[id)en 'Drpartanientod gefrören meiflen^ jum 6taminc ber 
)Dnf(&e unb ifad}eauel. 

3n ben norbliifeen Süftoö, unb itamenttic^ bcn bidjten 
ffidlbem unterfentb beö Snf^itninfnf^i'fl«* ^f* ^i» (Sbifp»? 
unb bcd 9iio 3jabel, be« öfttid^en ^auplnrmd be6 llfii* 
mafinia, wobueu bie witbcn Jacaiiboncn vom Stamme 
ber5J?a»a, bic nocf> nlcmnfö unterworfen nnb l^atfäcfjlidj 
aüi} no(^ ganj unbefannl finb. 3br ?anb iü biöt)er 
no<^ ni(tt erplorirt worben. iDie S(uiorilät b?r JÄegie^ 
mng ifi bort rein nomtneU. 

3)ie 3biome ber 3nbianer finb, wie überhaupt in 
aBittelamerlFa unb in ^erico, überau« .»ablreic^. 3)a6 
JTat^equcI unb ba<S Ouit^e, beibe nut !Dialeftc berfelbeu 
Spracht, finb bie 3biomc bed eigcnt[id)eit Guatemala. 
3Üad 3"! iti ^^lorbofi» Guatemala, bü5 i*aeanbon unb 
bic anfrern iTiaiefte von Ujeten verbinben ba« Duid)e 
mit bem 3)Iana. ^a« ^ofomdji, $ofoman, @af(^i in 
Hmatidan unb in (Soban gcfprodjen, ba« dhol ober 
(S^orti im JDfien von 6oban, lai Binca unb $apa(ura 
bilben eine ®ruppe, weld)e au* eine ©^twefitr br* 
«.tfat^n.». OB. u. X. 8iRiet(ti0ii. XCVI. 



Äat^cqufl ifi. Dn«SÄamc ober SoffcV^fl'aV im meri* 
fanif<tirn 8taotc Soronuöco unb in (?)uffiuttcnango unb 
ber Sierra 5Rabre in bcu weftUrfien 5l(to« Ifi eine be* 
fonber* oltc Spradje. SMUe biefe ©prac^cu finb ^wti^e 
einer 3)lultcrfprad}c, weI6e ftd} im SRa^a (in ^ucatan) 
in ber größten SRein^elt erljalten ^at. Xatf '^atfH ift 
in gef(^id)t(id)er ^ejiebung ba« (Zentrum ber wefimittel' 
amerifanifc^en Spracben, wie 3)uffltan brr Urfip einer 
ber ödefien Sivilifa Honen in Sinicrifa ift. !Daö ^Q'tfa 
bcäeid^net fid) alö eine SRutterfpra^ic, iu fofem ber beut* 
f(6cn Spraf^c analog, bur* (SinfaAtjeit beÄ ©aue?, 
grammatifd}e dtegelmdfiigFeit unb burt^ bie Scicbtigfeit, 
mit ber bie SBörter fi<^ auf bie äBur^cIn jurüdfübren 
[äffen. 3n allen Spradbeu bed ^ai^aftammeß l>errfd]cn 
bic gutturalen ?aulc, e5 feblt bafl f unb baö ij (franjcfiftfe 
unb en^(ifd) ö). 9Iu(ft bae v feljtt im aJIa^a, jrbort) nidjt 
im Onicbe, j. 33. Cuidjc rai, neu, Wia\ia yax; Cuitb« 
nin, gießen, ?Watja yiin, bewegen. !t)ie SÖurjeln finb 
cinf^Ibig. ^ie 91bleitung fjat gro^e @nttPidetung, niei' 
pcnd burdj Slffirc. ÜJurd) ein einfadje* SIbIcitungÄfpiel 
entwidelt fid) im SJIa^a autf 1400 Sßurjeln ber gefammie 
febr reid)e McrlfAa^, j. S. can, aufzeigen, can, 
Sd)lQnge, caaal, [)cä:j, canalcan, erbeben, canalcan- 
zah, vergrößern, canzah, crmiiben, canan, ^arf. pint. 
von <:an, canan, Sorge, canandu, beforgt, cananbal, 
3nftn. 5pflff' beforgt fein, a(^t geben, fiw unierrcben, 
canbal, lernen, canzak, lebren, canbalrah, untcrrtd)» 
ten, ahcambczah, Schüfet, ahoambal, Seigrer, com- 
bezahan, gelebrl, cambezabal, Unterrid)t erboden, 
cambczftbil, ju belet»ren. Ungead)lct biefcr (^ntwideding 
ber 9(blfitung fcfilt eö nic^t an 3nfammenfc5un9en, j. ©. 
kak, gcuer, anab, 35ampf, kakanab, ^Oteer. 

Slopoßrapljie. ^ad Oebict bet Dtepublif wirb in 
atfct -Departamentc« ober (Jorregimicntoö eingcll)eitt, näm< 
lid): Qbitinimula, Guatemala, Si^catepeque, Solala, 
Duejaltenango, Xotonifapan, 93era ^ai unb *!ßeten. 
3ebed 23epottamento ftebl unter ber SBcnvüItung eine« 
(^orrcgiöorö. 

1) Taö ITepartameulo (?()i(iuimula grcnit gegen 
Ojten an ben Staat ^^onburad, gegen ^iTorben an bie 
Aonbura66udjt unb batf ^epartamento SJern^Joj, gegen 
äBefien nn bo« 3)fpartammto Guatemala, gegen Süben 
an ben Staat San Salvabor. e« hat «0,0<X» (Bin^ 
wof]ncr. 

abtquimufa bc la Sierra, In SBr. 14* 54' 10" 
9L, S. SO" 32' 17" 2B. ©reenw., im 3baU be« 
Heiiien Stuffcö gleichen 9?amenö, ber 2 $tgua6 nörblid) 
bavon fi(0 in brn 9?io 3<i(apa (G^opan), einen rechten 
!Re6enf!u6 be* ^Äotagua, ergießt, ift bfe ^aupiftabt be« 
iDepartamcmo'd mit 3000 einwo^nem einer großen 
itirc^e unb einem 9]larFtp[a& mit ein^m jdiönen Spring* 
bruunen. (56 liegt in 1737 gufi abf. ^ihe auf Sonb» 
fiein; in ber frud)tbQren Umgcgcnb ifl bcitädulidjer Sin» 
bau von 39ai$ utib Bananen. @od>cnilEejud}t. 

Sftquipulaö (San ^ago (l6q!), fnbfüböfHict von 
(S^iquimula an ber ©renje von ^onburaö, liegt am 
9lerbabbange ber ^odtfhifc In 273Ü gufi .^6^e in einet 
auögebe^nten Sbene, wo ber 5Jorpf)^r ju läge tritt, Ijat 

9 



66 



ATI 



1500 (Stmvoltnct unb ifl c!n bnühmtcr SÖaUfabrt^ott. 
Dit flTope SQ3a[|fjI)iiöfitd)e flef)t am Gute einer lattgen 
Strafe auf eincc frtjpiicii Xcrtaf[c, \)<it jwci Slmtmc ju 
htitiw teilen lex jeidi mit Oinanicntcn iin& Statiicu 
flef^mürftcu öa(i&< unC ifi im 3nncrii prdctjtiii mit ©e^» 
mdlfeen unl ©tatuen auäfitfiattet. ^ox Um 'kUüxt iH' 
fiuDcl fidj in cincin reidjen Sd^rctne baö im 3. 1595 
cinflettieil)le ©natenbill) ocd (Sdofetö am Äteuie (Nuestro 
Seüor de Esquipalas), ,}u ivelcbem iäl)t[i(I) 'oitk Üau' 
fente 'oon ^Jilgern, felbf) von ^^eru unt ^J)tcricD, Ivcr« 
fommen, njrtt^e bic ju bei ilarofle führcnbc fifinernc 
3;iei?pf auf i^Tcn Äniceu (jinaufiieigcii. ^ie jvpcimal 
ted 3a6reÄ getwitenen SKrffen tvaren frü6cr fc[}t bcfui^t. 

^lotepeque, 7 ?efluaö fubfübtuefiCit^ üon (Stfqui' 
Ijulad an ber ®renje von San Saftobor, in 4152 gnp 
flbf. J^ö\)i auf tcni ^orvbvr ^^ Sübaböange bcr ^c^' 
jtufe t)tfd) unb gefuttb gelegen, ifl ein von 92aCiil)oli< 
ivälbein iinigc&en(d 1)orf mit 1500 (5!myoI)nfrn. iBic 
früher von enflUfdjcn 33i'rölcuten tcarbdieien icilfcetflvuben 
finb ieftt tüiebet aufflefletcu. 

Dueialtepeciue jivifc^en @^qui&nta6 unb 6f)i()ui' 
mula an einem in einet tiefen 8d}lu(l}( flie^enben $a(l}e, 
hat 4000 @inn)o^ner. 

(5an3uan ^crmita, ^ocatan, Somatan luib 
Dörfer mit ie 15(X) — 3000 (Sinn?ul)netn unfern bcr l>c« 
rühmten :^Iuineu von ($opan, iveld^icö jenfeitd ber @renjc 
von £onburii^ liegt. 

Sacapa an» Mio 3«'^''t'fl' Witwer au* bem 3"* 
fammenflu^ bed 9tio ßopan unb be* ^'Xio (S^ictuimula 
etiifte^t, tn einer gut on^^ebauten @bene von 450 gufi 
^ö^e a\\ ber Saubfirape von Guatemala naib bem ^afen« 
orte 3jaba[ unßcfdbr baUn^cg^ gelegen, ifi eine Slabt 
npn GOOO (£introt)ucrn, regdmdgig gebaut mit einer 
großen Rixäic im maucifd^en Stnie. üEec Ort I)at 
i^temlid) regen ^eife[)T. li)te t)icrtgen Waulttiiertreiber 
bepeen juittmmen über 2000 Saumlljierc. HRiin vre 
jerrigt Ijlet »orttefllidje ßiflarren. 

@ua[an am 9tio 'Stotagua auf einer fleinen 'Slw 
\:ö\)t an ber iliünbung tcS 9tio ®nalan, clned reificnben 
6lromc5, Ijat 50<X) öinwobncr, mciOenö Sabincd. 
©roye Jllrd)c mit gotblfdjfm *l^otlal. Der Ort liegt 4() 
Segua€ vom 3)iecre. !Dei Oiio ^totagiia wirb hier ft^iff' 
bar für jtä^nr, t}at in bcr trorfnen Seit an 35 (Stntu 
mtttx üiefe. 

@ncuentri>* am dtio ^J)Zotagua ()al eine %i\)xt. 
3n ber 9?i&e liegen blc Ruinen von Cuiriguo. 

3jnbat in'fer. 15" 24"St.. 8.89" U' 20. ©recn* 
wiHit am fübl. Ufer bed ®olfü 'i)oIcc, 10 ?egua6 vom 
SWeerc, ber ^auptl)afcn ber Äepublif am atlaniiftfecn 
Ccean, ifi ein Heiner Ort mit 500 ©intvoljnern, meiften« 
3nbianem, reijenb gele^ien, aber ^ei§ nnb ungefunb. 
I)er 5pla0 l>at nur roenig St^iftöverfe^r jur ©ec, iveit 
bie 33ürrc an ber SRünbung tii ©olfo galjrjeiißcn von 
über 7 %nv Zicfgang nid)t .jugdnglfd^ ift, bie Vlud* unb 
(Sinfutjr tvirb mriflenS vermiltelö rieiner C^celcllen uttb 
XampT^octe über Sciije, weld^ed beit ganzen überfecifd)eu 
Aanbel ®ualemala'Ä auf biefer Seite vermittelt, beivetf* 
Migt. ^labai tft 69 Seguad von ©uatemata entfernt} 



ber 3Baarenirandport auf SRauIefeln btd babin erforbert in 
bet Irodnen ^dt an 4 9So(ften, in ber *Hcgrnjeit länger. 

Sivingficn auf einem 9Jorgc&irge an ber 5?orb!eite 
tcö ©olfelc, ein im 3- 1^32 neu angelegter ^afenvlaf), 
nad) bem befanntrn nocbiimcrifanifc^en 3uriflm, SBerfaffcr 
bed unter bem *4^räftbenten 3)2araian eingeführten neuen 
©efegbu^ed ©uatcmala'd benannt, I)at ben bavon ac> 
t)egten Ünvartungen ui(^l entfprof^eu unb W nur 200 
(Siun)oI)ner, meifteud Jfaraiben, bie legten 9Iii(bfommen 
ber cinft über bie SlniiÜeu verbreiteten iHaffc. 9?on bcn 
^ngltinbetn von bet 3nfcl >2t. äJintcnt im 3- 17S»8 in 
3)Iaffc anßgcitiebcn, ivurben ftc von ben Spaniern in 
Srurißo nufgencmmen unb haben Rtfe fp^ter 0100110* 
tf)eil0 t^ier in ^ivingflon angcfiebett. Sie leben t^ier von 
Siderbau, einigem fleinen ^anbel mit ©eltje unb iruriUc 
unb von ^ot.udtlerei In bcr Salbung. Sic haben ihre 
Spradjc , bie 'Polygamie unb il)tc fonfttgeii Sitten bctpa^rt. 

Santo iomaö {Santo üomaft bc ßofiillc) an bcr 
Sud}l von ^imuttque, ungefdl}r in ber '^litu jtvifd;en 
ber ^JOiünbung bed ®cIfo 'JDolre unb bed fKio 3)^ota(iua, 
an bcr Stelle von SRiio, ber crfien von ßriftcval bc Duo 
an ber ^onbnradbud)t im 3- 1523 gegrünbeten fDant* 
fdfcu Slieberlaiiung, früher ber ^aupihafen von ®ua» 
temala, ivic aud; ber tn (fchlgcfdilageneu) brlgif^^ 
bcutfd)cu Golouii'aiionögefcUfdjaft übeioebene ^tafen, ift 
gcgenivärtig ganj unbebeuienb. Die ©u(fct von Santo 
2oma6 ifi ohne ißergleldj ber gerdumigfte unb fifcönfh 

tafen ber Ofifüilc ©ufltemala'fl. <Sine (500 gu§ breite 
infahrt füljrt in ein weite« runbcÄ SÖafiiu von einet 
Segua im Duvchmeffcr, ringd gcfd)ü0t von einem ^mpbi' 
thcaier bcivalbeter ^öhen, bie ftd) hid 3000 gu^ ererben. 
■iDieljrcre !Iare, fühle ^Bddje liefel« von ben ^öben )uat 
iftafen. 3n 900 gii^ Ctnlfcrnung vom Sunbe hat ta6 
SBnfTcr teö ©afiniö 3 gaben liefe auf vorjüglidiem 
?ln!ccgruube. "äiic gloiicn brr SlBelt fönnten in biefcm 
herrlich''n ^afen, gegen alle Sßinbc ftdjcr gefdiüßi, liegen. 
tflUein bie laugen ÜHcgen uub ber forliüähreubc3!hflu halten 
ben tSrbboben fictö in einem fumpfiacn 3nftanbe, unb 
tiefe groftc gcuihligfcit, verbunben um bcr großen Äi$e, 
erieugen gefähiliri)e g'fl'ci'. Uiitci(cibiSbe|'d)iPcrbcn, Sujr. 
9tur eine grünblid}e Olobung ber untaebenben äSalbung 
unb eine grünb[i<^e ^Drainage bed lobend föunte ben 
$10$ für (Europäer beivohnbar mad)cn. !Da4 bei^ 
nniere fXhal bed tRic ^otagua ift unbeivoI)ni. 

2) ^a6 ^epaitomenlo Guatemala grenzt g^Ri 
Cflen an 6l)iquimula, gegen 9Iorben an 9Sera ^aj, 
gegen Sßcflcu an 3acatcpci-)uc6 unb Solola, gegen Silben 
an bie Sübfce unb an bcn Staat Salvabor unb bat 
00,000 (Siiiwoljner. 

®nfltema(a (Santiago be Guatemala ober ®uar 
tematfl la 9}ucva), bie ^auptflabl ber 9iepublif, in Sr. 
14° 36' SR., e. 90* 30' 47" SB. ®rcenn)., in 4584 
{^u0 abf. ^öh«, Hegt anmuthig in ber weiten @bene 
^ad 3)accae, fo benannt, weil ^cctor be la IBarreba, 
bem bie (Sbenc uriprüugli* verliehen werben war, fie 
,^ur 3}iehweibe beuußtc. Xie Slabt bilbel ein rcßcU 
uid^iged SJiered von redilwinfelig fit^ burdjfdjueibenben, 
36 bid 40 5uö breiten Strapen, ausgenommen bie 



GUATEMALA 



— 67 — 



JCATEMALA 



I 



nöttlit^f SSorfiabt, weldjc «en Bnbianern imb Sabine« 
btwobnt, untpgedniS^ig unb eng iiif-immcnjirf-aut ift. 
Äud bec gerne wen ben Sn^öt^ni, njfl&t- tic (^tcnc itm* 
ocbeii, gcfc[)cn, nimmt W €labl ficf) pcä(l;tt{; aud mit 
iljrcn ttteipfn ^ßufern unb iljrcu jjIibcruDen 2)omcn unb 
^irc^t^nTmrn , nxt^rcnb im ^intcrgrunbe bic g^tualtigcu 
93ulfanfcgr[ ftc^ am xtinm .^immc(0blau fdjarf abjcic^nrn. 
3m 3nncm {jlddjt bic ©tobt brr SWclirjn^I ber ctnUaU 
nmcrifnuif(^<n Stdbtc. 3)if nn* bcr 6d)niiT <jfjOj^fiKn 
gerübfu Straßtn, mit ^ier wnb ba von cinfm JTird}t^urmc 
iinictbrcd)frt, fmb dufjcrfl cinförmisj, man fi^bt von 
tintm tfnbc fc« ©tratJc NU an baö anbete, in baö offen« 
gelb t}mdn^ eine (Sinförntififcit, bie burd} bie (^infamfett, 
ben ^anflfl an SBelcbtljeil erhöbt witD. (Sbcnfo ein« 
förntiii finb bie •^Aufrr, toelc^e nnd) bem bereite bei bet 
erfien ©ri'intunn nadj bcr 3fff*^r""n ^t'" 91nligua er« 
l^cilten ©cfcpf ntdjt über 20 yu^ f:>üdj fein türfen. IDie 
ffflMben fmb otjnc aDen 6djmu(f, Sin 3!rottoir iii nur 
Pedeniücife votbancenj taU ijiflaf^« tfl abf(beiili(^, ab* 
ft^üffia, and nctuen, fptQigcn Steinen fd}lrcbt gefügt. 
S)ie .^Äufer fmb aber benncc^ geri5iimi()c unb mh Sc 
rürfiid^tiflung beö Jllimtt'ö fü^l nnb luftjrt gefiallene (He» 
bÄube; fie beftefjen jicipöEinlitb and vier ghlgrtn um bcn 
Sßatio, bcn innern oictfrfigeu ^cf, beffen "SJiitU aentübn* 
lit^ ein mc()r cbcr weniger ornamcntirte« tüBarff^bcrfen 
giert. ?ln ben vier (ärfcn bcd ^ofeö befinbcn firf) Ilelnc 
Sfumenbeele, tt>eld}e aber getxtö^nlid} veniad;[<i|ftgl flnb. 
*S>en ^of umgibt ein bebetftei $Dtlicü, burdb beu man 
in bic 3>°ii>c'^ B^Iontl^- ^kU werben Durt^ S^nfict' 
ßffnnnflen, wtldye nn(^ bem i^orliio I)irtrtu3gcben, bc* 
feud^trt, uad) ter Strapc öffnen fidi nur njenij^e ßenfter, 
TOeöftalb bic 3immer cnpa« bunfe! finb. 91)ep[cn biefft 
®tü{;c ber ^vinfcr ^tit ©urttoniflla bic ?tnöbet)nang einer 
euroväifdjen Stabt uon 100,l'00 (SInwobnem. 3n bcn 
äJorftäbten toi^^nt bic $c)>ölfemng [cbodb viel jufammcn' 
gcbrrtnßtcr. 3n bcr tlHitle ber €labt (icflt 2a ^Plaja, 
ber groöc .^üniJtptay^ ein 5GI gu0 lan^iefl, 405 guß 
breited ^icrcrf, in teilen 9)iittc ein impofanter OE'^ffiff 
©V^ingbrunncn ft<b be^noet, auf rocidjcm frübcr eine 
Otcitcritfltue Äarl'tf IV. ftanb, weldjc in ber JHepoiuIion 
jctftiJrt reurbc. 3iii bcr Ofrfeitc bcr JJ^la^a flebt bie 
Äailiebrale, ber erjbif(töflld)e ^^ah^, ba« er jbifcböf tiefe« 
(^oUeginm, an ber ^cflfctFc ber ct^emotige ^a[<i^ bed 
^iceFöiiigd, jc&t bcv ^tatioiiafpalafi, bie cfiemaiigc STu* 
bicnda/jcftt bad aKinifterlciIgebäufce, bic50iun,?e, an ber 
??i>Tbfeite ba* (Sabilbo (Smbihaud) ncbfi bem ©efängnip, 
an bcr Stibfeitc ta9 £tcueramt unb bcr %\[<ift beö 
SKarquid iM>n ^prinano, ber uomcl)mRcn alifpanifdjen 
gamilie. — !3)ie J?alt|cbrflle ifi nid>t febr gto^, ober in 
ft^önem, reinem 6lVle vcn einem {laEienifd}en ^[(^itefien 
erbaut. ^3 gibt im ®anjfn an 20 Äird)en (fnifter nodj 
einige me^t), t)on n>«l(6en jetocft ^ödjflcnS fünf an^cc 
bet Äatbebrate von einigem ard)itcftonifd)en 3nteteffc 
finb-, für bie ft^Önfton gelten bic Äloftcvfirf^cn San 
granjiöto unb be In aKcrceb. ler 9?ationa[paIaft, bic 
Unicerfitüt iinD filmmtlii^c anbere dffent[id}e @!cbdube 
ftnb gro^e, niebtige, reetangulärc Strueturen cl^ne ben 
minbcflen ardiitcftoniff^cn €d}mud. dn>ei ^affetleitungen 



liefern rei^Iidjed ^rinfwoffct. 9tn fltoöf", onfchnlit^en 
fficrfanföläbcn fehlt c? nirf)t. 6fl gibt mcbrere Zigarren* 
fabrifen, 95tcnncreicn , S?aumwoU' u:ib ^Bollwebercicn. 
Wn^er ben beicitfl oben crwäbnicii böbetii UntctriffetU' 
aufiatten (ja* bic 'StabI eine a)iittcffd»u(c, mctjrcrc ^lUitat- 
ftfeutc«, 11 asolföfc^ulen für Änöben unb IG bergleidien 
für SKäbdjen, (ebtcrc (jTÖpteutbeil« mit .^ilfe Don iferiuat« 
fonbÄ erholten. (S6 etfd)eiiien jroei poIitifd»c 3f'tun9"*< 

©uqicmala I)atlc im 3. 1865 öO,<.KX) ijinwcbner, 
gröötentbeile fpanifdjc <5reclcn unb gabtncfl. 2;ic (Sin* 
njol;uer jfidjnen ftd) burd) ein cigcntbümlid) fmifted unb 
ftcunblidjcö SBefen auö. €ie leben fcl)r bäuölidj unb 
juttidgcjogcn, trcber au(b bie auffaUenbc 6tillc tu bcn 
Strafen rührt. 2)cn erfien Mang in ber ©rfcUft^aft 
nebmcn bic fpanifdjcn ßreoicn ein. 3" *^"e« ßctjörcn 
bic crften @utÖbi*fi$er, Äapittiliflrn nnb Äouncuic bed 
Sonbe«. ©untcmaia i\\ ber ^^auiilfiopelplap bc? .^antclö 
im gflnjni ?anbe. 

®uatfmnla ift enifetnl \>oii 3j<>bül am ®olfo to\(t 
GO Scguad, von San 3ofc be @uaiemala an bcr Süb' 
fec 28 ?fguaö, »ou glotc», ber ^Quplftabl fon ^clen, 
156 ?eguae, vcn ber ©rcnjc ppn ^onburad 7G Seguad, 
oon Dmoa, bem ^«fcn »on ^onburaS, 165 Scguaö, 
fom 9tic 8a *pflj, bcr Orcnjc \>t\\ San Saltsabor, .Jö 
Segiinff, von 6aii ©alvabor (Stabt) GO 8egua6, ucn 
Sa Union, bem ^afcn »on ^an £alpabor, U5 ^ffluflö, 
»on Der ©reujc fon 2)Icrito G9 8egua6, »on Slliferico 
(Stabt) 369 geguae. 

Sbimanlla, 3 Scguaft norböfllic^ von Guatemala, 
am Kit) bc lad ajaecaö, 9?cbcnflu6 bc6 *Hio 2J?otagua, 
in einem liefen nnb engen Xbale, COO gu^ unlcr Per 
Gbcnc pon (Suatemola, ein 3iibiflucrbprf, nT!d)c6 Jlcblen* 
btcnnctei mit 3!jpfctct treibt, if^ ein, uamentlid) roälj' 
renb bcr iemporale^ (befligcn fltcgcnjcit), »on ben (Sin* 
tvübnern von Guatemala viel befu(^tet ^abc unb 9!cr* 
gnügungÄott. 

SImattiran (8an 3uan bc), am Sludfluffe bcd 
^io 3)^id}atoV*i nu^ bem 91niatitfanfce, 7 Seguad fub- 
ivcf^Iid) von ©uaiemvila, in 32G7 g«:^ abf. ^öbe, Statt 
von 13,000 t^inivrhnern in einer frudjibatcn (Jbenc, ifl 
ein ^anptfiu ber Stöpiiljudjt unb (jodjcnillcbcteitung. 
?1ud) audgcbcbntei 3>«f^<^^<iu. 3>er £)rt war utfprüng« 
lic^ eine ^acicnta bcr 3jomiutfaucr, n)eld)e im 3. 1549 
angflcijt n-urte, nnb bie f*on von frübcrbcr anfdffigc 
S3cvölffntng befief)* anfl Samboö, ben 9Iarf?fommcn ber 
9?cgerffl«vcn ber ^ocienta; bet übrige Xbeil bcr ©c^ 
völfcrung, ungcfdljr bie .^Älfle, bcfiebt auÖ Sabiiio?. 
3nbianer finb bier nur in geringer 3^01 woljn&aft unb 
feine UBeigcn. ©emcrfenöroetib ifi eine gro^e (Jeiba 
(Eriodendron Saumanna), bie ben gonjcn ^arftpla$ 
bcftbattet. 5)ie ^ngct nm Slmatitlan finb mit einem 
reichen ©tuTiicnflor bcberft, in wcidjem bie in nnfcre 
©Arten nbergefiongcne Zennia violacea vorbenfdjt. Gine 
ftcincrne ©rüde fitl^rt über ten gluH, welche von bcn 
3)omfniFaitern erbaut rourte. 

*^Qtin, Dorf, 10 Scgua« fübmefilidj von ©ufllc 
mala, am *Kio tWidjalo^a, bet (jier in einer tiefen ©ar* 
ranca fliegt, liegt an bet Sübgrcnjc bet Sierra lemplaba 

9» 



GUATEMALA 



— 68 — 



GUATEMALA 



in 3432 gug abf. .gobc. ^uc braintil ein fteiler 9lbfaa 
tfd aSebcnfl iiarfj ©an ^Icfero 'SDiüitisr, einem 2)orfc 
^ ScQuad l'üblid} von >4^alnt in I08i) gui abf. .^ö^e. 

(EdquintU (Sa l£oncei>tion be), 3 l'cgua« fübwef)<' 
lid} Don *!paUn, im reijienben Ültalr bed RaTcn dtio 
^JKic&atDVti. neldjer l}iet einen vtddjtifieu 3&a[tcrfa(l, 300 
guü bod), 60gu6 breil, macbt, in 132(1 gnp nbl*. ^öl)c, 
eine QJiUa (gUrfcn) Don 3Ü<X) tSinroohncin, mtijiend 
Sabinoö, ift feit Dem 3a^re 1860 bet ^aitplfit Befl Äaffce* 
baue«, unb ber l)ieilge Sacao ift nac^ bcm uun i£cfo> 
nudeo in äRertco ber be^e in ^itlriamerifn. Der Ort 
ttor früher Raupte« einer »Sucöins unb Siefibenj rinefl 
®out?erneurd, ift aber nur eine planlofe 6ammluni|i von 
SitoI)l)üncn. ^eU .J^ültc wirb icbodj t>on btrtlicfeen 
gtudjtbaiimcn beldjQttei. (5* ifi ein im Januar unb %(* 
btnac be|nd}ter SSabeort. X^ie Unige^enb ifit übecaud 
teiaenb. "Siu bicbtc Süalcung, fcie Ijier nnb ba anficbcn* 
ben Seifen, bie rieielnbcn Ssädfc bilbeii I}ö(Vfl maUrifdjc 
£dnbf4aftdbtlber. 

3«tapa O^neelo be la 3"bepen&cnciaX ^afenort auf 
ber fanbiflcii Sanbjunfle jwifdjen ber 9)irinbung bed JRio 
9)fid)ato«a nnb bem altfcre, roirb acflemvättig nur feiten 
befudjt, ift beii unb ungefunb nnb roirb nur von einigen 
6aml>od bemobut. 

6an 3of^ b« @uatema(a, I ?cgun wefilid» »ou 
3«tova, in ©r. 13^ M' 10" «., «. 00' 40' 27" SB. 
®teemv., ber ^aupttjofcn ber 9tepubUf, ifi ebenfalld Iiei^ 
unb ungcfunb unb beflebt nur aui einer Saminhing von 
ungefiil)t lOtt^ütten, beivobnt von<Sanibo6, Onbianeni 
unb bcn 3öübeamlen. 'Xat Ort ließt auf ber natften 
unb oben «iTanbflddK von feinem weisen ©onbe, welche 
fid} 1 Jtilomt'ter iwi ^anb er^rcrft nnb von mit unburt^- 
brinflUdifr9??aiu]lctHiumivaIbnng befcßten, bööartigc HuÖ' 
büniningen verbrcitcnbcn (Fftcroö erfüllt ift. Set .^afen 
ift nur eine offene iWbebe , fobap baö ?öfd)en unb Üaben 
fei)r f^wierit) ift. me 14 Sage legt t)ier ein Ü)ampf' 
fd}iff ber '>l)anama«@ireubabngetetl(d>afl an, unb gegen« 
ivdrtig finbcl l)iet fafl bie fitnmtlid)e iiberfccifdie *^n(5» 
unb 0*infubt ber ^Kepublif flati. Sie eingcl)(nbcn SBaatcn 
werben im 3''U|peirf>cr gelagert nnb geben auf DAfen* 
tarren nacfe ber ^anptftobt, woju 8— 10 läge crforbert 
n^erben. !X)ie gradjt beträgt bur<^f(^nitlli4 2 Realen 
pr. 91roba, 

@dclavo0 ($uebIo be Id6) an ber Strafe »on 
Guatemala nad> San 6a(rnbor, mit einer Srürfc über 
ben Wie be Ictf tSöelavoö qu9 ber ^tit ber CCominifancr, 
bie grofiartigrte 3)rü(fc in 3)?tttclamerira, ein X^orf in 
einem liefen I^ale mit auögebebnteai 3iidcr', Äoffcc* 
unb Sleidbau. Itie ^inmobncr finb, gleii^ benen von 
Sfmalillan, grö^tent^eil* Sambo?, bie von ben 9Ie^er' 
fftaven obilammen , n^elc^e bie Xomtnifanrr Ijier in einer 
großen ^adenba \}uU(]\. 

3) 'tiai Departamenio 3acatepequ«* grenjt gcgeu 
Often unb Snbcn an ba* ^Departement ©uotemaia, 
fjegen Sieben an<£>ola(a, gegen 9torben au !lotomfapun 
uub $era $aj unb I^at 200 G8eguad SlÄd^eninljali unb 
&6,000 ßinroobner. 



©ualemala Sa 9Intigua, genjdf^nlicö btofl fia 
«ntiguo genannt, in Sr. U' 32' öS" 9f., S. 90' 
44' 50" gß. ©recntt). unb in 4400 guf abf. ^ö^t, 
9 Seguae von ber ^auplftabt. ^at 15,000 (Sinnio^ner, 
nififtend ^abinod. 3n ber Umgegenb nio^nt eine la^ü 
reii^P 55fVöifening von 3nbianem. 3m Umfrcifc »eniatr 
Stunben liegen nieftr ald 30 ^tö^ere unb Heinere ^Jörfer. 
'SXt Stobt l)at eine übriaud jc^önc iaüt in einer ivciten 
^bcue am iHio l^'fnfailvo, )vcld>cr jtvifdjen ben IV« 2c- 
guaö entfernten Sultanen bei Stgua unb bei guego nad) 
©üben abjief}!. !Der IBobrn ber @brne, eine iUfifdjung 
von vegelubilifdjcr Srbc nnb verwittertem vnifanifcbem 
Slutfrourf, ift von auegejei(^neler grudjtbarfeit. 'S>\c (5b<nc 
^at mehrere roarme CueUen; am Äorbranbc bafelbcn 
tritt ber ^orp^ijt ju Üagc. :Scr ^opal ivuipe Her 
juerft eingrfül)ri, unb hier ift aud? nodj jc^t ber ^auprft^ 
ber Soeben tUejU(^t. 3kan bat au^gebebnte Sudenobi* 
(jflanjungcn; bnö 3urferrcl)r bcbarf bicr jebotfc ly, Sabte 
jur Steife; awii} ber Kaffee gebeifji nod». Sie &tabt t}at 
mebrere ^aumrooUfpinnereieu. iDie ^nbianrr t>n Um' 
gegenb treiben beltdrt)tlid)e Äüd)engdrtncrci unb liefern 
ben größten übeil ber grüdnc unb ®emüfe für ben ^er* 
brau% ber ^Saupifiabt. 9ln 'iSfarfiiagen, ivenn bicfe 
Sanbleule ftd} auf tcr ^4^ia)a veifamnieln, berrfdjt Ijier 
ein reged Sieben. iJie ctabt würbe im 3. 1541 na(fe 
ber ßcrftörung be0 urfprdnglidjm (Guatemala, je^i (^inbab 
SJieja genannt, gegriinbei unb er&iell ben Seinamen 
Santiago be lod ^aballcro6. Sie enifprad) and} bafb 
biefem ftoljen 9tameu. ^m ganjen fpanift^en Slmetlfa 
riibmle ma\i bie Sage, bie bfjaul?t'cnbe Gegenb, bie $rad}t 
t>er Öebäube, bcn Öiuuö. WId fic im 3. 1773 jeiftört 
würbe, Wüx fic eine ber fdjönften ©labte 'flmcrifa'ö mil 
100 Airdjen unb .JtlLiftcrn unb mef)r nid 00,000 @ta* 
wo()nern. ^ie Slabt wuibe bamald bi(i auf einige 
^Äufcr jerfiÖTt; bod) bejeugen groparlifie Kuincn noi 
beule bie rinftige *Prari)t, freilieft an* bie ©efdunadlofig' 
feil, mit ber fcieOkbänbe, meiftcnfl im ?RoiefofHiI, au6« 
gefübrt waren. 9?amenilidj von bct Äattifcrvile, bem 
granjidfancrllofter, bem $alaft bcd @encraUapitdn^ ünb 
nod) foId)e großailiae Siuinen ftebcit geblieben. Die 
Jtatbebrale im gotI}i|d)en Sti?! i^^i^ ^ebauenen Steinen 
CTbaut, von 300 gu 6 Sänge, bilbefc cm Isoppclfrenj mil 
rcidj versierten ©ogen nnb »Öfcilem. !Det 5|Jalaft , eben' 
falle von geE)auenen Steinen erbaut, baue f;wci StocC' 
werfe, 600 gu^ Sänge, einen von forinibifdjcn Säulen 
getragenen liorlieuÄ. 5)a6 wieber ^ergefteUte frübere 
äefuiten'^oUcginm ift feit mebteren 3a^ren ba6 ®ebAubc 
einer gropen SWnfdjinen « ©aumwoÜfpinnerei unb « SQrbecti. 
Sonft ftnb bie vielen Äirdjen nnb Älöfter grö^tentljeiW 
nit^t wieber aufgebaut werben. fUon ben alten fd)önea 
Springbrunnen fmb uodj mebterc etbalien, weldjc bie 
Stabt ceit^Iid} uiii >lBaf|er verteilen. 

(Siubab 3}ieja obet $(lmaIonga, l'/aSegua füb' 
Weftli<^ von SIntimia am guüe beö SÜuifanö bei 91aua, 
jc^t ein fleined 3nbiancrbprf, war baö urfpnmglii^ 
Santiago be Guatemala ober genauer Ouautematan, 
Weltted von Stivarabo unb ben Sladcalanen bie i^n 
auf [einem (froberungd^uge begleiteten, am ^acobitagc 



I 
I 



GUATEMALA 



'i- 69 — 



GUATEMALA 



1624 ßcgtüntet rourte. 9?o(^ fielen bie 3Wau«ni b(t 
alten ^auptlirdje, ia tocIc^« tie ®e6dnc itx bn ber 
3er0öruii{) Umgeromuicncii begraben [fei)en ; au<f) bie 
gqcnroüttiflc ücogc ^Jjarrfirdjc fiomml üuÖ jener 3<f(. 

^anta URaria, ein 3nbiümTtorf am 21bl)üiige bed 
ajiilfanö Cel Signa in 7000 guö obf. ^ölje. X)ic Siu« 
wofjner treiben .^anbcl mit beni (Sid, wclc^cd fte tom 
®\^itl bed 33ulfan0 ^olrn unb nad^ ®natemafa bringen. 

gl)inia[tenango, 4 Scguad nörblid) von Antigua, 
ajiflQ (gleden) in einem fdjonen ^^(jale mit 40(X> ein* 
n}oI)ncvn, metflend ^nbianetn. 

3acate»equcö (San 3uü« be), 2 Ceguad nörb' 
lid) t)on Gtjimallcnango, 2)otf uon iJOOO Gimrclincni, 
meiftenö 3nbinaern, tvcldje ÄadKOUfl icben, Sßeijenbau, 
S8ie^au(^t, äBod' iinb SaiiinrooUroeberei treiben. 

!lecpfln»®untemala (b. b. oberbalb e^tmtemala), 
einft •^aupiftabt bed 9tei(f}d bcr Jtadiequeltn, ^nbianer^ 
borf tu 9507 guy ^fbe mit 3(XKi einreobnern (Äadjc* 
quclen), welAc 3)iaid, Sßciieu, eutopäifdjce iD&ii bauen, 
ift ber jwcitälteiie von ben Sbanicrn in ^}??iticlQmetita 
angelegte Ort mit groöer J?ir(f)e unb fdjöncm ^Jiarfiplatje 
unb ben Äuinen bcr atten einfteimifcben ^auptfiabt. ^ier 
<ntfpiingt ein ^anpiquellflu^ bed dtio Qjranbe. 

4) CS)ad 2)ei)ariam(nio Solaln grenjt gegen Cflrn 
an 3^(3i<^pc*ined unb ©uatemata, im ^fiben an bie 
£übtee, im Scficn unb 'Jiörblüeftcn an ducinltenango 
unb Jotonifaban, flegcn Siorboflen an töcra '4ia(, Ijai 
400 aifcguüß SlätijeninfHiU unb 40,000 ^imycljner. 

ۧl<i(a (?Iuef)ra 8enora be Ia Vlfuucion be) in 
C438 gu^ abf. J^vi^t am 9?orbnfer Ccö 3(tii(önfecfi, t>on 
beifeu Spiegel, bet in 4ö74 gu^ abf. ^öf)e liegt, ba« 
8?orbufer 1800 gu^ fenfredjt emporfieigt, bcr ^auptort 
beö XepQitemcntö, ein 3nbianerDct| von 2500 (5in» 
wjobnern (Duidje) mit einer großen Brennerei, aBebc 
reten, Xövfereicn unD bctriid)ilificm Sliei.ienbau. Xic 
66ene t)i>n.8olaia roirb im äBefien unb Often vcti tiefen 
€(^lUnben begten)t, burd» toclcfee ber diio ^gnajacbcl 
unb ber 9iie 3bov fid) fdjäumenb unb lofenb feinbnrd)* 
flürjeu. 3)ie (d)6ne frudjtbare dbene nnb bie gan^e Um* 
gegcnb Pe* SltitlonfceS ifi jiemlid) birfjt l)en?ol)nt. 

Santa Katarina 3rllöl)uncan, 3 fieguaö uorb' 
wefilid) üon 8clala, in Qbgeid)icbcuer Sage, ring6 um> 
aeben vcn ftcilen ^ö\)in unb bid^lem SBalbe, ijl bad 
Äir^borf einer Duic^c--®emeinbc von 20,000 ''^Jctfonen. 

©anta Sruj bei Duitfte, an ber gleüe be« 
ftlten Utlatlan, ^ouptfiabt be^ Jtönlgteidjd Ouidier in 
G0y4 Su^ JpMje auf bcr OHpfeiebciie rer Sflllotf, ifl ein 
3)orf «DU 4r>(Xl diniDobnern , ju 2 Dxiitlicitcu SabinoÖ, 
ju 1 ^litlUil Ouicfir, meldte 9)ic^jud)t auf ber weiten 
üdft bcr iifaene nnb "^Jiciöbau treiben. iDic 2)emini' 
Tanerfirdje, gegrünbet von Sllvorabo im 3. 1524, ifl mit 
bem ba^u gdiciigcn Älofla fe^r ftorf unb maffio, wie 
eine Seftung, gebaut, .^ier cntfptlngt bie ^nuptqueüc 
be» *Hio "iDiutvigua. Die großen 9tulncn bcr alten ©tobt 

I Hegen in Der unmitlclbarcn 9M[}c bed Seifet. 
Santiago SltitUn am Sübnf« bcd Seeö unb 
im O^en bed unmittelbar am €ec ftet]enben ^IJuUand 



wettfte Slderbau, SaumwoÜnjeberei, Üöyferei, gifc^erei 
treiben. $(lte grami^fanerfird^e. 3n ber 9idbc ift ein 
Sauerbrunnen, bcfjcii SBaffcr n)eiihtn verfd^idt roirb. 

SOiaraltenongo, 7 ?cguaö füMrefilidivomÄtiilan« 
fee, 93illa (gleden) uon 5O0O ^inircbncrn, Ijat ßatao* 
unb S&aumnioßbau. 

5) 2)a6::£:rvartamento D nrjaltenango grenjt gegen 
Oflen nn Solota, gegen Sübm an bie Söbfee, gegen 
ffiefien an SWerico, gegen SRorben an S^otonifapan, bat 
500 aßeguafl glä<fteninl)alt unb 50,000 ßlnwobner. 

Oucjalteuango (bei C^dpirilu Santo), bad Xc 
labub Der üKcn Dni*e, »elcbcö über .'MX),000 ßinnjob* 
ner gebebt baben foü, in Sr. 14' 51' 82" 9?., ?. 91" 
:J4' 20" 9ß. ®refnro., 40 gegua« SBeftnorbmcfi von 
Guatemala, ift noc^ je^t bie gmcitn^it^tigftc Stabt betf 
8anbc*. Sic liegt in einer fdjönen ipeiten 6bene in 7038 
9u@ abf. ^ö^e unb bot l(j,400 @inn>o[)ncr, meificnd 
Cluid)e. 3n ber ©bcne ifi bclräd)tlld)et Slnbou von 
2ßci)en unb fonftigem @e(rcibc, von Obfi unb OJemüfe, 
unb Gucjaltenango ifi bei .^auplijftieiticmarft ber JKe? 
bnbtif; femer tvirb bciräebtliibc SdjflfjudJt getrift?en unb 
bie bomit erjcugU Söolle ju 3ergn unb anbeni groben 
äöollfioffcn »erivcben unb nad) allen 3^bcilen bfd $anbe* 
vertßt)tt. iDie Stabt bat 20 äSoUtvcberclen, augerbcm 
eine gro^e Srenncrei; man verfertigt I)iei' au6gf,^eid}nete 
CMuitanen unb fonflige niurifalifdjc Onfitumcnle. Xit 
fjicfigen 3abrniörfte u^cvrcn ftarf bcfudji, unb eö gibt 
meljtere reidje Jtanfleute, reeldtc, ivie bie Seamten, fpa' 
nifci&e Areolen ünfc. Sd ift überljoupt ber betrieb* 
famfie $Ia& in (Snatemala. !Die .^anptfircbe an bem 
großen , mit einem Springbrunnen vevfcbcnen ÜKatfrpIabe 
ifl ein impofanteä ÖJeböube mit rei<^ becoririer ga^abe 
nnb vriid)lii^em .^^tauptaltar ; bie Siabt b^t viele anfebn* 
Ud)c *i!ti?utl,u^u|'er, ein gran^iöfanetflofiet. 3n bcr ))Ulic 
befiuccn lirii &sc ^Biilfane j^üiiil, be Scinta SSaria nnb ber 
nod) tfiäligc O'rrro Duemabo, aud] ntebtere irarme Ouel* 
Icn. 93ci bcm Dnemaßo liegt eine merfmütbigc 3)?affe 
*BljonotitI), eine Slrt vitrificirtcr gelbfpatb. OucJrtlienango 
ift mit ber ^aiiptflnbt ®uQtcmala mittels einer l'anbftra^c 
vfrbnnben, rccMic über bie Äammlinic be3 ^öbcnjugeö 
lauft, bie fabrbarftc l'anbfirattc Im l'anbc. 2>ic ^6ben 
ftnb von prddjtiger Sid)iemvaltung bcflcibel. 

3uni[ (Santa (Catalina), 3 Seguad füblic^ von 
Ouejaltenango, am gn^e bed gleld^nainigen ^ulfand, 
mit 3000 ©inmoljncrn, Dui(^e. 

Xaiumulco, lU ^eguad norbiveftlit^ von Ouc^al« 
tcnango am gu^e beö gleid)nQniigen 3)uirand. St^mefef' 
gruben. 

0) 5)a« 5;epartamfnto S^olonifapan flrenjt gegen 
Siicmcften nn Ouejaltcnnngo, gegen Süboficn an Solala, 
gegen ^orbrceften an SOierico (Sbiapafl), gegen 9iorb« 
often an $elen, gegen Often an $eta ^!]3aj, entbdit an 
GOO □yegua« Slftdjeninljalt unb bat 70.000 (Einwohner, 
grögleutbeild Cuid)e unb 3)ta^a, ive[d)e nod) ibie alte 
Sprad}c fprcdjeu. 

Xotonilapan (San HÄigueO, in ©r. 14" 58' 
18" 9?., g. 91' 2V 45" ©. (SJrcemv., 5 gegna« norb* 
öftlic^ von Durjaltfnango, 10 Seguatf norbtveftlit^ von 



GÜATEÄWLA 



— 70 



GUATEMALA 



€oIaI<i, in einer @brne von 7452 $u& abf. ßöl)tf, i)at 
18,CtOO öinrochncr, mcißcnö Duidjc, viutfi Slbfcmmling« 
^Er $taötafanfu (^ÄeriMucr), mliiic Sltvarabo auf ffiucm 
(Srol)crunä«iiUi)f beglfirclcn. 3;tc tetatt ifi fltt in\& fcfjr 
unregelmäßig gebaut. !^ad ^(itita ifl nemd^idt, &ie 
äJegetaiiou fafl curepäift^-, man gen?tnnt ^ei^en, "SRai^, 
©elfte, ^afct, Äauoffiidi, ?lcpfel unb ©itnen. 3(u§er* 
Um wnttn »i)ctrcfT(id)c ^tr^a (SByÜjeud)), ®uiiarren, 
SKarimbo'Ö j>erfern'rtt. 3ii ber (Sbcne befinben fiij mclirerc 
roaimc DufUcii. Vluf ber ^öljc tle^t filjüiK 'Tannen^ 
ivatbunß. Xte S<if)TfiT(i6c von iDiiejaltenanoo na(i} @ua' 
teniala läuft auf ber .^c^c bei !£otonifapan. 

San grancföco el 9ilto, 3tibianerborf t)on 5000 
(Sintrobnctn, 4 8ejiuad tiorbivefitid^ roti lotonifopan. 

IBtomoflUnanflo, 3ubianetDcrf ton ÖOOO (Sin* 
looI}nera, 3 Sct^imd ÖftU(t> i^ou SctDiiifapaii. 

®ue{tuclcnan^oi (obt'r Jjufljuciciianjji?, ^o ^tni» 
cepcfon), 17 Jfdguatf norbtvefiltd) ton ÜtMcniTapan in 
einer au^gebebiiten Grb«nr am ^e^jinn ttS iveftlidjcn ^Ib' 
füUe^ mit iropifdjen !^robucten, ringd umflcben uou bcn 
fteiten ^öben ber Sierra 3Rabte, am dtio 6i)inaca, einem 
DueUfluffe betf Mio Sdagua uon 6f)iavaö, Oubianet* 
borf mit 2000 @inirol)ncrn. Auf bct fiül)c liefen bie 
Suineit bec nitcu ctnbl, tvcldje nldjt Ti> gut erl)otien 
finb n^ie bie 'ovn Oniftc. 

lUpantnn (Sau SKiflud) am iHio (itjifoij in 
ÖÖ20 gu| abf. ^ö&f, 10 Segua« norböfllirf) von ®uf* 
gnetruanflo, einft ber Si& eincö mrtt&ltijen Äajifeu, ber 
ben Spaniern lange n?ibcrf)anb, je^t ein eleubed JDuid^e' 
borf mit 1200 (SintvotMirrn. dtuineti Frr alten Statt. 

6l)inntla, i ^egua uotblid) vcn ^Juegnetcnnuflo, 
mit HJOO (Sinivobnet», ift ein bcfurfjler aBuIIfal;ttßort mit 
»unbcitbätiflem SJIaricnbübc, treibt Cbiljucftt, ßCTOinnt 
©lei, öud) filbcrftaltiöetf. 

3acapulad (San ^^omingo br), 10 Srgiiatf füb* 
eftlid) 'oon (^Juciiuctcnango, ou ber fflliinbuttn beö 9iio 
95!anfo uub i)lio 9iegtü, itetdic I)ier beu Dtii? (Sbifoi) 
bllDeu, iu 3-läO guH $öf)e, I)at tropift^'c 'jjrobuctc unb 
3500 (Sinwofener. lontinifnnerflüßer. 

7) 'Dad^epartamenlo33ert;!l>ai grenjt gegen Sübm 
an (iijiqiitmula, ©uairmala unb 3^*^^i"P^*li'>-'^' R^H^^ 
ISeftcn an Sclain unb Xotonifapan, gegen Sterben an 
(Sijiapaö unb ^eten, gegen Ci^en an Sritifcf» ^uubnraö 
unb bie ^onburaSbud^t min I)al 50,004) ($ittwoI;ner. 

SaUmn (Sau 'SWaico), bie ^aupifiaPi teö Xf 
partemeuitf, 3*") fieguad nörbli* von ®iiatfmal(i, in 
2613 Suß «Öölif, in einer 12 Äilcmeter weiten, wad) 
bem fft'w ßbifcv unb bera 9?io ^Rotngua offenen, fefir 
fruchtbaren, aber aud) fe^r beiden ISbene mit t)criiontat 
(Irgenbem inngrunbe^ bat ßOOO (Siuroobner, unter wel« 
djen fid) viele fpani|d}e Q^teolen bcfinbeu, iued[)alb ber 
*Bla(j längere ^dl ge^en Sarrera auöbicit. -yjlan gc« 
»uinnl ''^robucle tn heitjcn 3on*^ in b« i^benc, an ben 
Slb^üugeu aui^ bie ber gemäpigten ßom, ^ottcniüe, 
Seibe, 2Bein, ber ^auptartiffl ift iebodj ßiidn-j bie 
oanjc (Sbenc ift von Tt^önen 3udertoI)rptantagen eifüUt. 
Xie gro^e von brn Xominifanern gegnnibete ^acienba 
San @ercmmo, cfilic^ von bec Slabt, ifl jr^t im $ef($e 



einer cngfifd)M"paui|(Öen ©efeUfdjafi, weldjc IjauptfäAIt*^ 
3urfcrrolir baut unb 1500 inbianifdje 9!rbciler befdfdftigt. 
I:ie Stabi bat eine oto&e Äirdje «nb einen grölen 
SJIarftpIa^ mit einem |d:c«cn Springbrunnen. 3n ber 
Umgegenb befinbcn fid) iRuinen aus» ber Duid^eieit. 

Äabinal, 10 ?eflua« norbroefilit^ von Solama, in 
berfelben ^orijontaten tSbenc, am Mio Siabiual, ber ficft 
15 2egun6 weiter norbroeftlidj in ben iHi& (S&ifov ergieß, 
ein Ouid)eborf mit TOOOßimvobneru, baut ^uiStT, ©a« 
nanen, Craugen. 3" ber 9MI)c firgcn bie 3iuinen bet 
alten Stdbtc (Javinal, JcviaE unb ^fimpcforn. 

lactic, S geguaö nörblit^ von Salama, in 4320 
gii^ abf, ^6I)c auf bem ftarf getvelltcu lUatcau von 
Sera *|3aj, ein 3nbianetberf von 120oeinivolinern, bad 
von Crangegärtcn umgeben ift unb bebcutenbe Sdjweinc» 
jut^t treibt, liegt in febt veijcuber @cgenb. 

leleman, 10 Seguaö öftlid) von ^atlic qn ber 
5Rünbuug betf iKio (Sajabon, am iKto *lJoto(b(c, ber von 
t)ier ab iu bei irodncn 3cit 4 — Ö gu^ ga^rwaffer iiat. 
3n ber 9M6e bie Sefte von Jlbbotöville, einet von einer 
englifdicii Solonifationegefellfdjafi im 3. I83ü unter* 
nommenen mißlungenen Äiebetlaffung. 

Sau (Sriftobal, 5 l'^guod uorbttefilidj von Jacttc, 
am roeftlidjcu iKaubt* Ceö -i^Iatcau, ein fteinttf 3nbianer' 
borf mit einem Domintfanerfloflcr, ta6 ^ter gro^e ^f 
fi^ungeu Ijat. an einem runben See von 5 Äilonietera 
im X)urd)mefffr, ivcldjer ringöurn von einer Sirerfe von 
reidjem SlÜnvtum umgeben i(l. 'JJnldjIigc 6idje:»valbung. 
(5« liegt in 4245 gup ^cljc j om ive|t!id»en (Snbc fäDt bafl 
$laieau fteil 2VA)0 gu0 iu bie Sdjludjt bcö ^T*io 6bifo»j 
ob. 3ii ber 9iälic lagert ftlberl)ül(i}jcö iMei, weldjcd von 
ben 3nbianern in itner rohen 3ßei|c abgebaut wirb, 

(Soban, U Seguaö norböfllidj von Xartie, 45 i<t 
fluüö von ®notemqIa, iu 3984 guß abf. ^Ö()c, auf ber 
innem Slfcbadjung be6 ^fnteou gelegen, hat 13,000 
©inwoljnn:. tk Stobt liegt auf einem lauft abgerunbeien 
^ügel, bie 33Iaja auf bem (Mipfel, bie Strafen iteljen 
fid) an tttt. Seiten Ijinuntcr. Siic ^äufer finb niebrig, 
haben 3iegelbädH'r unb fiub von l'crranba'ö ober Sänlcn* 
giängen umjogcn, eine Öanart, t>k banptfädjlit^ auf bie 
lange iKegcnjeii berechnet ifi. t;ie Käufer fielien in ber 
3Kittc von grnd;tbäumen unb großen ®(irten, um »velcfe 
fi(^ biegte, von ollerJei SBfuraen bunte ^eden jichc»/ bie 
(o i)od) Kub, baö bie ^aufer vcllftiintiq verborgen ivet* 
ben. 2;ie Stnbt mar früher bie .ipauptftabt von SUera 
»Jpöj unb füljrte ttn Xitel (^inbab imperial, ivel(t)er von 
Äaifer J?arl V. im 3. 1537 verliehen ivurbe, wie ber 
Äaifer aud) ber *4?rovin) ben 3?amen äJera *l*flj verließ 
in Wnerfennung ber frieblicten Eroberung burdj bie ^iv 
bigt Defl frommen Sifdjoftf ?aö (Jafaö, nadjbem bie 
biefigc inbigene ©evölferung tcn SBdffen SUvarabo'ö lange 
beljütrlid) »vibcrflanben Ijflite. ^ier war früher ber 
.^tinpirtö ber fOiifften ber l;ominifaner, unb bie Spuren 
ber frühern gcifilii^eu ^errfd)aft finb audj ncdj viclfadi 
verblieben. Hn jeber Straqenerfe ftetjt eine fleinc Äauelle 
mit einem (§{)rifiudbilbe. ^ad ehemalige grofe Afo^er 
ber Dominifaner ift jeßt jebot^ verlaffen. Xic ^au|>ts 
fird»e ifi ein großeö ©ebäubc. Son ben ^intvo^nern 




GUATEMALA 



— 71 — 



GUATEMALA 



fittb 2000 SdWno«, bi« übrigen 3nbtaiKr (Ouift^e unb 
Duidje). 6t«Ieu ftiit nur in geringer Sfnjo^I i?or^cin« 
»en. 2Jic gabinoÄ fiub mciftcntf iifjdjirfie ^autroerfer ; 
fie übertreffen bie ätibtoncr oaerbfnaö an 3ntel!igenj, 
jebtfd) feinc0)ceg0 fn morälifd^ei ßtnftdjt. ^if tjiieiigen 
Snbinnnr jeitfenen fid) burdj gleif wnb 9)irtpig[cil ft^t 
rortljeiltjaft aiift. €ie finb ärbeitrr in lun ^ciclcnbaö, 
mandje nudj S'mmertcutc, gätber, SEBeber, SdjneiiieT, 
bü^ gctvü&nlKt^ nur a(9 ®eff£len; tic SKcifter jinb Sn* 
binoÄ. 93icle ^uCianer »erfcrliflen ^angemalten au^ 
Sfgavefaferii, ble jte fe^r fcbön in ^ierlicben äßuflern 
färben, ober verfertigen funfheid) gcfAnipte Äolobaficn 
rinb ftrben mit biefen 9IrlifeEn im gonjen tfanbc unb 
brn ?Ha(bbar(iinbcrn, biö Nikaragua, Iiaujicni. Stnberc 
treiben Vogelfang, namcndtd) auf ben Duejal. 'oon 
tvetdjen jnörlidj an 300 ©älge anögcfüfirt werben. 2)er 
Ouciial (Trogoo pavoninus, franjöüfd) Couroucon 
resplendissant) ift befonberd in ^icftger ®egenb ju 
^Qufe. (Er hat ein überaus vra(^ti0oUed ^efieber ^on 
morborirtein ®rün, bcr Sd)Wünj 3 ^iiö long. 2Mc 
©dfTOanjfebern waren einft ein Iribui ber ÄaTfer von 
SWerifo, bir fte bei gropen <£inQtöange[cgcn!jeiten (rügen. 
Gö ivar bamalö vcvbelcn, biei'e Sögcl ;u tobten, gegen* 
ipärlig wirb il)niTi aber fc fetjr nfld>gcftelll, ba^ fie an« 
fangen feiten ju werben. SKon ficl)t bic 3nbianer von 
@oban beö Scnntagd im weiten äRantcl, weisen $ein« 
ficibern, i)C^tm, ftfiwatjem StroI)()uie einl)crgehcn. 3)ic 
Sßfiber baben einen eiv^enlt) um liefen Jttpfpuf^. Xad ^aar 
wirb in B^vfen aufgebunben unb biefe von einer SJlfngc 
X'Cn rotten Säubern umwirfeit, bie auf bad wfipe ^emb 
berabfaUen. 3[;rc JTlcibung \]t ein Unrerrorf i>on blau 
conlrtem Äüttun, woju ein furjed weiöeö ^cmb fcmmi, 
wenn fie oudgefien. Sie fvinuen unb färben ©oum« 
woüe, uä[)en, flrirfen, ftirfen, fuib oW 2)ienftmiSgbc, 
•ffod^inncn, Slmincn t>iel begehrt. 2!ie Umgegciib von 
(?cl'cin ift dcdbft rcijenb unb fnirfjtbar. 'iSJian gennuni 
iiinnriu-rlfi JDbfr unb (?cmnfe, wie 9Ii>oghibe (Lucuiua 
saliciiblia), ^njertcö, ^ima« (Citrus medica), Orangen, 
[©renobiUen, Stnanaö, Duiitcn. ^er Jlaffee wirb in 
2ieui[td:ec Vludbef^unng gebaut, ift von Di}rsfiglid)er &\iu 
unb Wnnte ein widjtlger Slrtifel werben, wäre bie ^Jer* 
fenbnng nidjt burd) ben äVangct an l'oubfira^en ju feljr 
crfiroert. ÖJegeiiwärlig gilt 9Saiö aW bcr ^laupltjan* 
bcISariird , taueben ainniHe, iSafTavarilie unb bic er» 
^ä()uten ^dngcmatten. 1>ü6 ^lima ift übcrand mi(b 
' \t angenebm. 

San *i.Ubro ^atdja, 2 Seguafl öfilid) tcn Co« 
han, Jtirdjboif unb ^larFti^la^ einer ^emeinbe von 
40,000 Dnidfc, welrtjc in btn aBdlbctn verflrcut leben 
unb HRaiöbau, 6d)wfinein(^l unb 3agb treiben, ^kt 
ift gewiffernui^en bic ®renje ber (lirilffaticn. 

£au Slgcftino Sanguin, !S ^mia^ ncrböftli<^ 
von (Soban am ^io (Sajabon unb am gu^e ber 6aja« 
t)cu'^öl}en, WD ficb bie bcrübmte .^olile befinbet, wc(d}e 
aud me&rercn großen, mit €tatafiilcu rcid) auögeflalle« 
len €loUen beftcljt, unb au« weldjer fidi ber 9?io iJonguin 
aW ein 30 gu^ breiter ®trom braufenb t) error ftiirjl. 

(Eajabon, 8 ^egua6 norböftltd} von €an $(goftino. 



3nb»anerborf von 3000 (Sinwofinern mit aller 3)ominf' 

(anermiffion. Xtc feiefigcn 3nbianer [int febr tevfdiieben 
von benen CScbantf, träge, trinFfudjtig, unftätcn aöcfcnd. 

8) 2)ad Tievariameuto U^eten grenjt im 6üben an 
iBera ^*as, von welttiem cß burdj ben Dtio ©anta 3jabel be 
Ux Rafften, ben öft(i(4en ^anvtqueQflu^ bcd Ufumafinta, 
getrennt wirb, gegen Often an ©rltifdj Jponburad, gegen 
Würben an 9)ucatan, gegen 9Beftpn an ßbinvaö. 

9Bir haben in ber obigen €(bi(bernng ber ©oben« 
fleflaltung unb natürlid,ien 59efdjafffnf)eit bc? Sanbeö 
$el«n nnerwilint gelaffcn, iheilff weil e6 nidu umnittel» 
bar nix orograp[)i)d)cn @Iieberuug ®uatemala'd gebort, 
befonberß aber, weil eö im ©anjen nod) ^u weni^ br* 
Faitnt tfl, namentlid; I]vpfomelri)d^e unb geognoftifdje 
Unterfndbunijcn npd) gänjlidi ffljicn. 

3m Suboftcn liegen i>i< jerftüfteten Äalfftfinbcben 
von San ^ui3 unb iDoIored, weldjc aber ein Hopcr 
©orfpruug ber roß iplateau 93era *13aj beraubcnbcn 
^öben von dajabon ober Sierra (St)id)en ftnb. 3)ort 
entfpringcn bcr SHto 3jabel unb ber *Hio ^JJov«"- 

!Dcr JRio be Santa 3jabel be la ^liaffion entfpringt 
beim 3)orfc 6an ?ui9 unb fliegt, bie CMrenje von 9Srra 
QJaj bilbenb, gewunbeucn Saufe* nad) ?Beften jnm Mio 
6()ifov. 35if(er, ber eigeniltdjc ^anviflnfi, jiebi in feiner 
bidbcrigen uöib[id)en Mid}tung weiter an ber ^eHgrcnfe 
von 'itelen, nimmt jebotft ben 9?anicn feined 9Icbcnpuffc« 
on. 8In ber ®renje von ^uentan beim SBerber (Hanta 
SInna, 4 Seguaß oberfrnlb ter @iabt Salaman (35alan, 
brr 3agunr, 6nn, bie ©djiange) nimmt ber ging feinen 
^weiten red)len ^auptneberiflu^, ben iHio be San ?l5ebro, 
auf, welrt)cr in ber 3)Jitte von ^IJctcn eiufpringt unb in 
weitem ^ogen in einer ÜKcific von (gtromfdjnellen burd> 
ein anwerft frudMbarcö, abrr nndj änfictft hciöeß Sanb, 
bem 9?otben von ^clcn, jicl)t. 2)er ^aui)tflu^ crbilt 
je^t teu 9?amen Ufumafinta , fällt bei Xeuoflque in 
6tromfcf)nfflen auö ben gebobcnen ?onbftufen, gräbt ^lä) 
ein äufjcrft gewimbcneö, aber tiefeö ©ett bnrdj bie 
?IIInviatuicberuiig von ^abadro unb mnnbet in brei 
Firmen im (Helfe von 9)?etlco, al« 9{io Ufumuinita unb 
alfl SHio ©an ^pcbvilo im @olfc birect, alö !)tio ^lialijabo 
in bcr yaguna be 5lcrminofl. Sßon ber SrrcmfdjneÜc 
von 3!enofique biß $ur Saguna be Üerminoß ift eß in 
birecter IJinie nur 30 ^eguaß, mit ben ßln^ldtlingungen 
über 80 SeguaS. ga6r;(eufle von V2 gup Uiefgang geben 
biß ju ben Slromfc&nellen wA&renb 10 ^lonate im 
3a()re, im Slpril unb 9Kai nur Ääbnc. 3Bährenb bcr 
Äegenjfit ift bic ©trömung fcbr Ijefilg. 2;ie ^inberniffc 
nn ben vcrfe^icbenen ©tromfdjneOcn I^inmegjuräumen, 
fdjeint fefncöwegß eine febr fdiwierige Slwfgabc, woburc^ 
biefeß grope ßlnügebiet be« Ufumalinta biß 5^eten, bi# 
ÜJera $aj, ja biö in bie ^öbe bcr 'MItoß fe^iffbar ge»- 
mad)t werben fönute. 3e|Jt jieticn bie liefen regen we* 
wäfffr nur burd) in liefer @tnfamFdt fdjEafenbc, cbwol 
brr l)cd;fien gruc^tbarfcit fäijißc fflJoIbwitbnig. 

!DeT dtio ^opan biibet fid) auß einer 9(njaf)I von 
SBät^en, bie fafi unmittelbar neben Kr Duetle beß 9iio 
bc ©antn 3iabel, faum burdj fteinc 9ln()ööen bavon 
gefdjieben, entfpringen, von gelb jn gelb but* Äfeß* 



GUATEMALA 



-^ 72 — 



GUATEMALA 



bellen munnclnb tiefelit uub ild> 6ei Iiolcretf »creinfgcn. 
^er 5Rßpan flicpi l-arauf notDöftlid) mid) ^elijf, ©rilift^ 
JrjOiiMirae. Xir|cm glufTc piirii[kl bilb<t fcd) im Cftcii 
loon *4J<'<n QUO einer 9ift[;c son Heinm iScm icr Sto 
^onbo, n>rf(^CT |](ei(^faUö ttorböftUd) nai^ 99ritif(^ ^on« 
t)uca6 jie^t. 

3n 6€t ÜÄittc be« 2)ft)artfmtnt« ließt fcrr inert* 
würCige Ofta^Sec i>on 28 Seguafl Umfang, bei i>en 3n' 
tlanctn 9tol)iiffii, ttx %'ieltriiifcnte, flenannt. 5)erfflbc 
ift t)on osakrgorm, wirb icbodj burcb et» an Der 'Siorb* 
feite bcgcuförmt^ VDrfpriti()eiitcd ^Jorgetir^c in jwci Scdm 
gct^etlt; Xia^ füblid)c fleinerc Seifen ij'l 8 ^eguod iang 
iinb V4— V« ?cgua breit, fcoö nörtlidjc gre^cre ©edm 
t>on ®<fi?n iia(^ Oftm 10—12 ?€gua8 lang, P/j Segua 
breit. 3n öer SRilte brö fubli<ftcn Seifen» erhebt fit^ 
baö ^fien 3ea, b. t?. tie 3nfcl 3^«, ein ^amc, brr 
fi(^ fpAler anf bafi ganjc 8anb übertragen hat, ein 
regclmdgig ovaler, ftinft nbgcninbetff JtoUfteinfeltf von 
rinrr 9?ierie[fiiinbe Umfang, 15<X>guü über bem ©piegol 
be* ©aller«. 23er iSee ift ringsum von bewalbelen 
JTafffieinfiöben iimbämmt. ^aö Ufer fdllt i'iberaü fenf' 
reitt ab. ^aum iO biet unb ba eine Stelle fnr (£(t)i(f 
mn Ufer. "Dod) gibt c* einige fleine ffierber, bic für 
Cbfl unb @<müfe fcbt frutfctbar ftnb. ^ie ^iefe betragt 
übetall 30 gaben, jjl jebocf) nod} nid]t genau verineifcn. 
Der ®ee hat iveber 3"P"6/ ""'^ S(bfluy burd) irgcnb 
ein ©ewätfer, tteritnbert wdijrenb ber trcdnen ^tit fein 
9IiMnu nid)t, ift aber ivährenb ber JHegenjcil oft au^er* 
CTbcnilid) ftarfem Sdjwelien imter^vorfeii. ?hid) verfängt 
ber 3?orboft fi(ö mitunter juMfdjcn teni 5ettenrflhn"^n brö 
®eed unb briÄt in furdjtbar ivüllKubeii Stürmen über 
iljn her. "Der See ift fifd)tcid?, aber auri) voU ron, nnc 
ed fd)eint, cdjteu Arofobilen. Jn ber JÜalffteinhöhe an 
ber Sübfeite befinbet fid) bie C^neva be 3o^i&i)ial, etne 
gto^e ^ö()le mit fd}önen ^talaftitcn. 

2Ran hält ccrgfeirfjen Seen oft für vulfanifd)c 
©Übungen; allein oon iJJiilranidmitd i|i hier, ipeber am 
See norij in ber 9Ml:c beffeEbrn, eine Spur, e6 finbet 
fld) nur Äalfflfin, ®v»Jö, ilhon, Siler. Xer 36afce 
jeigt vielmehr, fcivie bie in Ihm unb um ihn ewpct« 
ragenbeu Jltillfteinhöheii, ba|t aud) ''^eteii, u>enn ed gleid) 
nirgenb« eine bec 6)renje ber Sierra calienie erreid)enbe 
£)6he enthält, bod) ein'®lieb bed \veftlid)en ^ebungd* 
(Jftemfi aSiitelamerifo'tf i|t. 2Bie ber ©olfo 3)o(ce in 
Wt benadjbarten Stufe )>on 5Jera *l'ai(, mit bcm ber 
30afee and) im äußern UmrttK >^copc !^ehnlid}feit hat, 
♦ •Kiarinfad) ber inmitten bft [reiöförmigrn, rcfpectiDC 
dj^iiji^ ^cbnng rerbliebeue unb mit 3l>a|ier angefüllte 
igi|qA»b<ne 9taum. 3m Cften bed 3^0 ^"^^ <" ""^^ 
CmB MM dtio bc Santa 3jabel bid jum 9tio ^^onbo 
«vlWt Reiner, theilmeife mit cinanber in QJerbinbung 

Sx ipütc S^heJl von U^clen jn^ifdien ben glünen 
laffK ^ iin lieUl jid) iebod) a[6 eine flad^e (^bene 
nb SlQuvien bar, bic fid) in uuabfeh' 
a^tfl. X>arand taud)(n, tvie autf 
unadhlige Heine, fegclförmige, 
|»f(cnf6rmigen dlcifKn geotbnet, 



empor. Sterblid) vom fkio be San $ebro erf(^eiaen 

wieber giö^erc ^öhen^üge. 

Xic ccniralcn ÜhcÜc von ^eten fifteinen mehr qu4 
offenen Savannen ju beftchen. Sonfi aber erfirerfi Rtfe 
überaU über (Jbcne, %el& unb Sumvf unberührter Ur^ 
TDafc, eine pfaBIofe Sßilbnip. SBebe bem Weiter, bet 
lid^ hier md}t vor ben Dianen in Vltht nimmt, bie, ben 
SBcg quer vcrfperrenb, ihn ivic in einer gaüe fangen 
unb ihn jum gefährlid)en gallc bringen. Xtefe Dianen 
ftnb nod) ba^ii gewöhnlid? mit 'Dornen, Vtngcin, 92aDdn 
unb alleriet fonjtigem €d}neiben?erEiieug betvaffnet. Hü' 
bnc Sianen , nie CissuB cordifoUa, Hydrephana, 
enthalten bagegen eine SRenge von Saft um an felellen, 
bie häufig v'ortommen, wo e« an ffiafier fehlt, ben in 
ber bumvfigen ©albfd)n>ü(c burftenben ffietfcnben ju 
laben. 5)ad *ßflanienvciib fchdnt hier aber nid;t an 
3)urfi iu leiben, eö ivudicrt in (djivel^crifdKr Uepvigffit- 
Wlan finbet viele :Hicfcnbäumc von großer Stammmadjtig'f 
feit. 3n ber glota madjt fi(^ bcfcnberß Arißtolochia 
grandiflora frcmerflich , von 40 biö 50 Gentimelern 
3)urdimeffer, bic Mootera del demono, ba* 3.eafel«ne$ 
ber Spanier. 

!£er ©oben ift im hohen fflrabc frudjthar. 3Wai6 
gibt ohne Düngung bad 20üfad)c Jtrrn. !^?aid blanco, 
im aWärj unb *iftai gcfäei, reift in brci 3Jfonaten, Sudct» 
röhr unb Äoffce gebcihen vortrefflich, (Jacao unb Sabal 
wadjfen ȟb, man gentinnt in Ueberflu^ SJaniUe, Saffa* 
pariüc, *Uiment, gdrbehöljer, SOiahagoni unb anbere 
9iu$höljer. '^i< Savanne gewährt rcirfjc ®eibe, man 
hat gro^c ivilbe (wilb geworbene) Jj^ieerben. I)cr SBafb 
ift reid) an äjiilbprct, aber aud; au dtaubthieren, wie 
3aguarfu unb bcigleichcn, «nb an Äepliüen. Ärofobile 
fmb häufig im 3&af«- ^f« fft F'hr läftigen 3nfe!ten 
haben eine gro^e @niwidelung. Xiei S^afec enthält 
l.ö Slrteii 3ifd)e, fämmtlid) eigenthümlid); biefeiben tlnb 
ttm ©arfdje ähnlie^, ftehen ber (5htomid unb $occÜie 
am ndd)ften, hoben jebo^ nur eine iKiitfenfinne. Sier 
Sidila Manco ilt ber größte unb gefdjäßtefte. 3n ben 
Haien ©ärticn von Doloreö wohnt bie merfwütbigc fleine 
Salmoncibe Hhillan, von beu Spaniern Saobina ge' 
nanal; ihr Sötpn (fi vom reinften Stjurblau, bic glopfebem 
ftnb burdjfithttg unb mit orangefarbenen gletfen bcfeji, 
bie Sd)Wünjfll'>nP atn nntern (5nbc hcUgflb mit fdjmarjer 
ßtnfflffung unb löuft in ein (iJetvebc qu6, baö fo lang 
ift wie ber gifrfj felbft. I'er CebipiiÖ ift ein fcltfamec 

anoid?. 

ißeten enthält 2180 DC'fluae "nb an 20,000 ein* 
TOobner, X'ic Sln^nhl brr Siaconbonen ifi nidjt befanni, 
wie bn Stamm ja überhaupt fafl gdnjilidh unbefannt ift. 
3)ic Sacanbcnen ftnb ein ^\m^ ber ÜÄatja; ftc wohnm 
am meiften concentrirt unterhalb bet 6onfluenj bed Äio 
(Shifov unb ?Kio jjabel. Sie fd>eiuen hatmlcö, vermei* 
ben aber aufd Sorgfältigfte allen S^crfchv mit t^iropdem 
unb bleiben bcharrlid) bei ihren allen Gebräuchen. Sie 
haben Sogen unb ^-ßfrile, ^^^olvgamie. X'ic SSeibet 
haben alle ftfewerc 8!rbeit ju verrichten. 8(u(^ bie 3n» 
bianer vom Stamme ber Ouiche ober Ouifehi verhalten 
fid} anwerft mt^trauifd) gegen QEreolen unb Sabinotf; 



OÜATEAIALA 



— 73 — 



GCATEi^IALA 



K 



(ratn if)Kn Slrfft nirf)t in Ur 9?ä6c iftrcö 'Sorfe*, fon* 
teni la tintx im IiinM fccö SBfllKe «aboröfucn 9?0' 
fcung. SlKeii etnrco^nctn, ^nbiancrn, fiobinoß, ßrcolcii, 
grmrtnfam ifi eine augercrbenKidie liäüt^ett. 3)rt 
jpiUUJiniuert) ift bie SonMxMttfcfdjaft, wiiD afcct mit 
äui«rftet ^a(f)I<!ilTt^fcil ifmieben. Xatc'i vatiid}(et bic 
fiöfce ler 3.ranÖVürifv«fcu ben Ufbctfluß im nädjftcn 
SDIarfftla^t'. 3)i'6^alb ttat man benii cfi ^^lon^tit inib 
i'iirfli^feit inuiilicn be« Uebetfluffcd. Titibfi ift jebodj, 
»wnigiicnö im ^auprortc, beö Janäcö unb ber SOhifif 
niminct ein ($nbe. !Rad) aiidtväTtd f;at bad 8anb ^ar 
feiiim ^cife^r, ed ift ooliriäitbi)) abgefdjloffen, übf)Ici(^ 
bie 3Scrt>inbunfl burdi fd)iffbarc glüffc na* allen ©citen 
offen fifbt. "Xif Sie^icrung fe^t einen Cfortc^ibor fut 
bad Departement «in, tot^ ift feine 'ilutoritüt nur nomi« 
ne(J, aumal eä ber Äfflierung fctl'ft ou näljerer Äennt* 
niß bed Sanbed fcf}lr. 

giorcd Oiuefica ©eiiora be lo« 9iemebio# » ©an 
$aMo), ber ^aiivtm bed I^etjartcmentd, 15G Qc^uad 
Bcn ©uatemala, I)al fiOOO (Sinwüljncr. !tiet Ctt liegt 
auf bem criväfcnlen ^Jeten, bei 3nfcl im i^pafec, Tic 
Äfrrfjc, ein fiaiilidje? ©el'äiibe, rfon einem ßocü^v^li"'»* 
Ijaine umßctien, frönt bcn ©ipfcl. ^ine Bnü^< ikhi 
fidi) tingd um bie 3n|et, eine anbere, mit treppen tltifen 
octfchcn, quer über biefelbe. 3lu§cc fcer Äirdjc iinC bem 
SKunieipalildl^Oebäube finb fdmmtlif^e ^äufer mit drm* 
lid;c .^ütten, mit feiner Cefnun|} außer ber :il>iir. Xer 
Crt ttat roebiT SßerfftcUen, nod) Vüten, nirfjt einraaf 
finen 3Warftp(a0. Wlan mn^ fid) alle ©ebnrfniffe burd» 
eine 91rt Don itaufdj^anbel rcrfcftaifen. Uie alte ctabi, 
toafat ijennnnt, würbe im 3. 14ä0 »on beii 36« nn* 
ber 3'TfttMun0 von ^IKo^apan angelegt unb ^atte, alö 
Wc Spanier famen, 25,(XXJ (Sinu)pl}ner, wäljrcnb bic 
Umget^enb tidjt ben^obnt war. 1)ic 9IudM)t Dom ©ipfel 
ber 3nfel auf ben roeiien 6ecfpicfle[ mit ben fühn Bor? 
fpringenbeu 93üri|ebir}ien, Un liefen ©ut^ten, ben bf 
dbeicn J^öficn ift pradjtreU. 

9Jon gtoreö fiibrt eine ^(tatJe, obct, genauer Qi* 
'ptß(f)en, ein SSJalbpfab, nac^ (Samp^dje, bie man In IG 
CEagereifen juiütflegt. 3)hn getaugt von gloreö burd; 
eine unbcirohnte unb aud> wafferarme ^inöbe nac^ bem 
Xffrfc Soncepcion in 8 'Tagen, bann folgen mfl}tevc 
anberc ficine Dörfer in bcftimmten SIbftänbcn biö 'Slioh' 
htion, bem ©rcn^borfe von *petcn, 10 Jagereifen von 
glcrcd, von ba nad} ^ampet^e finb U IXageteifen. Titt 
^crfebr mit ^elijc, 93tilifd} ^onbucad, ift lange nit^l 
fo rege, role man wol rrivarten füllte. 3Ran gelangt 
von ö'or^ö notfe ©clijc in 10 klagen. 5rft ge()t ber 
äßeg gerabc öfilid) burcfe bcn ffiatb, »3 Jlagereifen bi6 
jum erften englifdien ©anco (?i*inn,ii), bann fdtm man 
4 S^age mit bem 3)octc auf bem 'iOJopon iiad) ^^elijc. 

@an 8utd, ein Ileined ^nbianerborf am guge ber 
gölten im feigen Jtlima an ber Ouelle tt& ^Jlio ^^aUl, 
roeldjet fofort ein fiarfer 6(rom, 45 guf breit, ttjirb. 

I)olorefl (9IurfJra ©enoru bc \c^), ein 3nbiancr^ 
borf von 300 ^inn?c[)iiem mit einer 2;onunifaner'9Mif* 
fton, gegrünbct im 3. 1695. 3ii ber Umgcgenb befinbet 
fl<^ l)crth<^e SlMbung vongid^n, aemifi$t mit ^4^almen 



nnb ?Kdaficnicn. 2;ie gii^lc ifi f)ier ein erf)t iropifdjer 
33a«m, fo(ö( bem SRepan in feinem ganaeu Saufe unb 
fleigt nu(^ fübroärtd bitf an baS Ufer btö Oolfo Xolce 

®ef<tid^(e 'oon Guatemala. 

Xie einl)cimifd;cn J^önigrcii^c. ^nx ^tH bec 

ipflnifcfcen ^robrrnn[i ivar (Jentrnlamcrtfa son mcf?r al6 
30 groycn >^olferfdjaftfu bcivotiiir, weldie in Slbfunfl, 
Sprache, Sitte, iRegicrungSform von einanber vetf<6ieben 
luaren, n)ie benn noif gegenwärtig eine grc^e Sln^ahl 
ein^eimifc^er Sprad^en bort beßel)t. Unter it)nen t)alleit 
bic £*uidic*) unb bereit 8lamm^enotfen, wdäjc ju bem 
einige 3al)tbunberte vor 'iinfunfl ber Spanier üufl altern 
Si&en in 9??erico in (Seniralmnmfa etngereaubertcn 
ZoUtf gehörten, eine eigent^iimlidie gorm vcn (Jivili* 
fation crreidit. £ic waren über ben 3uftanb von 3a^b« 
völfcrn iinb von ^omaben, wie wir fic fonfl in Slmcrifa 
mcifienö finben, weit vocauflgefdjritten. 3I)rc 6idbte, 
ie^t vcn l)idid;t unb äßalb bebedt, f)egten bamald eine 
bidjte 9?ci>ölferunä. 6ic lebten von ÖIrferbau, üHen 
auögcl)i(bclc Äünftc, führten Jtrieg unter feft ;iecrbnrter 
Seilung. Sie Ijolten feftc, im 91Ugcmeincn milbe ©efcpe. 
Gin reicher Slbcl bcfcoie aufii'djlie^lid) alle ?lemler bc« 
Siaaieö. Xie Äajifen waren bie großen ©afallen. 
@ine mddtiige C^cifiUdifeii bewcljnte bie ja^lreid»en gro^^ 
artigen Hempel nnb JUcjlcr. dcß Iiiatte fid) eine fpuf 
boIifd)e *öd)riftfpra(öc entwirfett, Jpierpghjphtn waren im 
©ebrnudf jum SBevieidjni^ aftronomifrfjer, mcleorotogifd)cr, 
poIitif(tcr Xenfwürbigfciten. (Id waren bewunbernngfl* 
wnrbige ßulturanfäiige, weld)c bk Zoltefftdmme feit 
il)rer (^tnwaubenmg bin enlwidelt hotten, ald bie @r« 
oberer fameii unb biefc ^an^i ei gen tl) umliefe Hultur auf 
immer jerftötten. 

3weigc ba Hottef Rotten augenft^einlich früher Si&< 
in 9iorbjmerifa, wo fic nm 5??ifftfiippi mib O^io bie 
Srbwälle aufführten, bie benen m G)uatcniala über» 
rof(^cnb äbnlid) finb. 

Unter ben jerfalleuen ^labten bei Sloltef in Sentral« 
amcrifa. von benen dtuinen nod) erhalten fmb, beft^t 
^olenque im fianbc ber ijciifcaleu an bot ©renje von 
)i)n(atau bie gro^arii(]ften unb reidjhnüigfteuj ftc h'tl'^u 
t> l'eguad in Ümfung. Sie würben um bie ^IHijic bed 
18. 3ahrh. von reifenben Spaniern in fca 'iWitte eineö 
2Üalbefl cniberft unb gegen (Snbe beö lö. 3flhrh. vom 
Hauptmann bei 9{io im Sluftrage ber fpanifdjen iHegic« 
rung unterfud^t. SSeilcrc @nlbcduugen fügte bann tcf 
fonbcr« V. SBalbcd hini«, ben rrftcn eingchenben Seritöt 
lieferte aber erft ber SImerifaner 3ohn ^. Stephen?. 

!j?alfnfiuc war iebod) bei feiner ©ntberfun^ nitftt 
mehr bewohnt, wogegen bie Stäbte brr Ouid^cftämme 
in ®uolemoIa bei Snluuft ber Spanier von ihren jahl* 
reichen Sevölferungeu belebt Waren unb auf Um ®ipf(i 
ihrer Sivilifation ffanben. 

*) StJr ninnrm batan, (a^ tT«ir i<x UtbtrcitißiminunA itdbtt 
Vit ftianififft Dr1^D>itat^I< t)tr cJnbHinifilren Olamtn ttibtft^Utn. 
Tian ^)>xt<ht tabtx Aitfdie, Aalft^rltl, ({^«la^ii^ füt Dulder, Sta^t: 
iiucl, XtlA^ub a. f. f. 

10 




GUATEMALA 



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GUATEMALA 



Äüiii^tddjö Ciiittje, bffinteu \\<ii auf bem ^tatrau 
©ania Gtu^ öe Driif^c in X>tn ^Uo6 nod) jaljlrcicbc 
iiiO gut ecl)alUiu 'Jtuiiicti, leftd^enD atid ^ofräunun 
uitD i}QtämibaIifcl;cn $I(idKn, wfldje au^eiiftbeiiitld} aud* 
fc^Iie^ticQ re[i)]iöfeu 3tv*^^^n biciiien. 1}k SSauart utib 
iaqt VI bcn ^immclögtjjcnbfit ftiuiml im SJcfentlidjcii 
Ulli *Palenquc, befonbcrö ie&Cvf) mit l^aliiuimit fibcrtiii. 
•Die Sßnufrn, ireld)e t>ie ^offtSumr uon einanbcr trenn* 
teil, ilnt) jcrftört, ihre «Spur ifi jrtHK^ no(^ teutlid» er« 
fennbar. 3)ie «(tärc iM)m ned^; fic finb von bct üb* 
lidjen gotni unb befielen auö Steinen unb Äled mit 
Simöftcinvliilten belfät, finb üon 30 — 50 guß «£>iJljc, 
breite ©tiifcn führen ju il)nen Ijinauf. 9Ran finbet in 
ben 9?mnrn 3toIc von 6tein unb 2crra (Jolla, ujcldjc 
ten 3bofen , bie noc^ ijc^fnroärtiß in Un SSergm vcr* 
tflirl werben, flanj nt)n(id) finb. 

25et alte fpanif<^c ®efcöi*lfcln'ci()rr graneidro be 
gnented bcfdirelbt Utattan folgenbermapcn. Xie tiefen 
SBarraucQÖ (Sd^ludjtcn), trelc^c bie €tabt nmgabcn, 
bilbcien einen nalürlid^en Slabltjraben. 9tur jWvi fdniuile 
aSäcgc öen>ät)rten 3"3öitg inbieSiabl, beibc vom 5buim 
9ieö0uarbo vcnlicibiat. 3)en SKittetpnnft bet Stabt 
natjm bet (öniflUd)c %iiaft ein, Ting* um bcnfelben joflsn 
jitlj tie SBeljnnnacn be* SiueW unb ben äußern Umfvei* 
benjo&nte baö Solf. 3)ie Strapen waren fcfit eng. 
iSic ^auptg^bAube ber ©tobt n?nten: bie Stbulc, wo 
600.1 Stfcüler anf Äoficn bctf Äöni^e erjo^en unb von 
70 fietjrern unterriditet würben, ber 5;i)urm Sltalaijo, 
4 Stodwerfe ho*, bie Äaferne bcr iBefa^nnfl, bie ©urti 
;Kc«QutitOo, 188 Sf&ritt breiL 230 6djritt tief, ö Stotf' 
werfe l)0{t, ber (oniglitfie »ßalafi, welcher alle «.inbein 
(Seb<5u^e bet gtabt übertrat, wie Sortiuernnba faßt, an 
9iei(t)t()um unb *lita(^l bcm *JJa[a|lc 'JRontefuma'ö in 
SWerico unb bem bcr 3tifa in 'l^etu glei(ft[nm. 't'ic 
gjcabc map o7i> SdjritI, bie Xiefc 720 St^ritl. 2)n5 
®ebäube war au6 bcljanenen Steinen tjerfdiicbcncr gurt^c 
crriditct unb in Duartierc flcttieilt. ^aö rcfic Önar- 
tier cm^iett bie ©efaßung von $ifenleuten, Scflcnfctjiißfn 
unb bie föniglidje Ceibtjarbe, bad jweitc Ouartiec war 
bie 2BoI)nunö bec untjerlieirailjcten l^ritijen, ba« britte 
Quartier war bie ffloftnung bed Äönigfl mit »erfdjie« 
benen SRcil^cn von Ocmädjcrn für Txn "üWorgen, ben 
9lad)mltta9 unb bie %id)t. 3n ber ßropen ^alle finnb 
bcr I^ron auf einer 'JJlaieform vcii mehreren Stufen 
u:»et einem vicrfadjen Snlbadjin von gebcrbüfcften ; in 
bicfem ildeile beö ^alafieß bcfanben fiifc tic €djaijfam' 
iner, bie ©rrlt^lÄöiJfe, ba6 Müftöan«, bie®drten, avia* 
Tien unb ^^ieröiUten. I^a« vierte unb fünfte Duartier 
bed$alafied enthielten bicgf^iuengeinäc^er unb waren fc^r 
auöfjcbebnt wcfleu ber aJieiiflc ber Ginwoljnctinneiij bamit 
waren ebenfaUß Giärtcii unb "Sateplä^e verbunbcn. Da# 
fr^dte Ouarti« enthielt bie SJBo^nung bcr unverljcirat^c 
im ?Prinje|finncn. 

$atinamit, bie ^auptftabt bed Jröni))rei(^d itu(^e' 
auct, Ijalte eine ä()nlid>e ('age, wie Utallan, auf bem 
^^(ateau bed je^igen iDorfed itcipanguatemata (b. i. ober' 
t)alb Guatemala), ^an bat auf biefem $(ateau nod} 



fieflenwärtig ßrbwäUr, wrlAe im *P(an mit verftftiebenen 
8leini?auten in $a(cni|ue, fowle mit bcn ^bwäflen am 
SOiiffitfippi überetnftimmen, au* uot^ Irftmmer von 
SteintMUten, ®rab' unb Cpfcrbögcl. 3u Ouartoft' 3tit 
beftanbeu \)itt uot^ bie iRiiinen eincö gropcn @eMubeö, 
wfldjed ein regelmä^igetf Öiercrf von 100 Sdjrilt Sänge 
an ieber Seite unb and befianenrn <Slrinrn erbaut war. 
5Jor bem ©ebäube bcfanb fit^ ein jirr^rr vierediger ^(a$. 
Sluefe Ijalte mau ncd) Maine« eineö t3ropcn palaftartigeii 
@cbäube6 unb gunbamente von '4Jriv alba ufern. 5Die Stabt 
war eine gefluug von großer, nalürlif^rr StärFe. ^it 
^acraucad, weld)e fie ringß untjcgen, finb 700 gu$ 
tief, iXX) gup weit unb babcu fcnfrecfctc Seiten, fte 
bilbcten mitl)iu einen griraltigrn ©lablj'^rat'en. 'Jlur ein 
einjciner fdjmaler 3)önimweg, wcltfefr fi£^ im 3'rfsfl<J ^ 
nbwdrtö, bann aufwärlö jog, führte jum ©tabtibor. 

(Sopan, tix^ nad} ^atenque bad bebeutenbftc, neÖ) 
erhaltene 9?uincnfelb befiijt, war bei ?(nfunft ber ©pa» 
nier ebcufalld eine volfreit^e ^aupiftabt eined Jtönigtrid}^, 
weldje* Z\:icik ber gegenwärtigen JKepublifen ^onbura^, 
ScilvabiT unß ©uateninta begriff. "I^er 'Öaufti:»! i^ brr 
allen attceniralamerifanifdjen ©outen eigentjiümlidje. 
aßeitc, ummauerte, viererfige ^ofröiimc flehen mittel« 
gewölbter iDurdjgänge mit rinauter in SSerbiubung. 3u 
wfitfn Xerrüffcn führen Stufen hinauf. Vtbgefiumpfte 
U^prainiben flehen auf natürlithen ober fünfiiid} gebilbeten 
.^ügeln. 3)2itten unter ben Krümmern jerfiörter ®ebäube 
ftehen viele viererfigc Säulen, meld}t auf ber SJorberfeile 
eine befleibelc gigur in SaSrelief, auf ben anbent brti 
Seiten ©ilbcrfehrift haben, ffior ben «sAulen ftcben 
meiftena f leine, ebcnfallö mit ^ilbiverf verjicrte ?lltire, 
woraud hervorgebt, baß bie giguren auf ben Säulen 
©ötterbilber fmb. 

'X}(t einheimifd)en @efd}i(hte Aufolge regierten von 
Tanulan, weither bie XoUel auö urfprünglidjcn nörblid}en 
SBoIjnfiytn nad) S^uln in ^Werito führte, 20 gürfien. 
9Inmaauid,»c (Duic^e ber Oro^e), ber fünfte .firnig ber 
Xoltcf in 2nla, wanberie mit feinem ffiolfc von Hula 
Weiter uae^ Süben unb grünbete ba* nadj ihm benannt« 
Jtönigrcid) OuidH am Vftitlanfee. Sein Sohn Sictopit 
breitete baß JHcid) weiter auö uub war ber crft« gürfr, 
weldjcr in Utatlan refibirte. Später iheiltc er baö Üanb 
in brei Königreiche, Duidje, wetdjeiS er für feinen Jbcil 
behielt, Äadjeguel, weldjed er feinem altem Solmc 
j^iulemal (oon tvctdjem wahtfdjeinlid; ber 9?ame ®uatt' 
mala herilammt) übertrug, unb3uiugil, weld)e4 feinem 
Jüngern Sohne SMtriquat jufiel. Dui^f begriff nun- 
mehr bie füböftlidjen SilloÄ, iHahinat, Jotonieapan, Cuc 
jalicnango, Sapoliltan, Sudiiltrpef, wo nod) gegen' 
wärti'0 überall bie Duichcfprndje \)en\<i)t. Äa^equcI 
begriff GhiniaUcnangc, Sncatepeqiieö unb Solala. 3u* 
mgil begriff Vflitlan unb Sudjitiepcf. 

9Sot bem tSinjuge ber Cuidjeflfininie bewohnte biefe 
S.'Qrtbc bcr groge Stamm ber 9Ram ober *l(ocoman, 
wctdje bet ^iujug mitten burd]f(hnitt. Sm heften bcr 
Duirfie vabiieben bie OTnm in ben fübwefllidjen SSttoÄ 
mit bcm ^auptorte ®ueguelcnango, einem SheÜc tton 
Ouejaltenango, Soronudco, tm Oflen brtfclben in Mma* 



GUATEMALA 



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GUATEDULA 



tman, 3Ktrfc, 'fofapa, <5ha(djiuipn, ?D?itci, 3nt»ipo, ßfji' 
loifpef inif Öbiduimiila. ^ii tcn fütlittfii Äiiftcngcgeti* 
ben woljnten lit ^ipllcfl, SJnfiebIcr aüi 3Wcri(o. 

Die Cuid}e < Jtünioreidje wardi tihUdit feiittale 
^onard)kn. Xec Jt^nia n)ar befdjränft bur(f} (inen 
StaatÖtatt) i>on 24, ivelojet ccn JSömg wegen @rautam^ 
feit iinb 2«rqniict ntifc^cn fcnnte. 9Iut ?lte(ifle erftielicn 
®laatöämtcr. 9tiif ^ocii>Erra(&, SÖiort, 'JIotliiuc(}t, ^J)?orb' 
branb, cacrilemum, tiermal ȟifcerljolien '.Kaub ftunb 
Sote«ftTflfc. Sie äcclfflcti fleibeten lldj in ßJewjäntcr 
iiiib ^cinFteitei son tmntem itattun. 3n beii biird}' 
bL>l)tlen Obreit unb Sippen tturbc 3i^(iil) deiragen. 

2)ic 3!^eilung in bic brei Äpnigieidjc tu&itc, wie 
wo! )ii crn>aTten war, jti l?ie(jä^rigen iCricgen jWifd}«!! 
JTaiauat luib ^iiitemot, tereu S(^aup(a& feaupiiVidjltd) 
bic Ufer beö ?(tt(lanffeö waren. Äcropil ftedic cnbtid) 
I bcn Srieben ,twi)Xien ben Srübern ^er; iod} tinute ^tu' 
lemal, bcr bic ©ineueruna be6 Äriege« befiirdjtete, bie 
Sefliino ^Jatiuamlt. 3iu>4-'nial folgte feinem 3Jatet al6 
Stitii^ vcn Duidie nnb erbaute bie fiacfen $nrgeti in 
Utätlan iinb met)i:eTen anbnm ^fätjen. Die Jtriegc wur« 
ben erneuert iinb baiiertcn fori unter 3iutemal «nb beffen 
®o!m ^umolpu. 3uiu3iIcbpob, ÄiJnia von 3«tuflil, 
entfül^rie fpäter 3rcunforil, bed Jtönigd Satam $l<an von 
JDuif^e !Xod)tet, wocauö neue bluliae ilriege enifprangen, 
bic bur(^ metjrerc Generationen förlbauetlen, biö bie 
Spanier Famen. Xie S'!'''!)^^ Würben in mehreren 
€d)Iad?ten Don ben Ouii^e gefcl,*Uigrn, in einer ^aupl- 
fd)lad}t liegten jebod) bie 3t>[ugi( burt^ einen gcwadigen 
^lanfenongriff ber *]3{[cnleure un:« Salam $kan felbft fiel. 
Die 3"tu}iit waren tu bicfem Jttiege mit ben ^ipil unb 
!Kam verbünber. itcnig ^icab Xanub con Duidje ec 
otiette @ueguetcnango unb bad gan^e Sanb bei Wlam 
unb (rieb bie ^inwofmer iu ba& ©cbirge. Unter il)m 
«TTeic^tc Duicfce feine größte SRutfctenlwidelung. dt be* 
fanb ftt^ auf einem 3"9^ flfßci^ Sulugii, atö er bie 
Slae^ric^l von ber i^nFunft ber ^tenlen, b. i. ©ötter, wie 
fic bie Spanier nannten, ton bencn 3J?ontejuma ifjm 
fdjcii •sexUt warnenCe Jtunbe beiidjtet hatte, an bcr 
[©tcnjie öon Soeonuöto erl)iell. 

J{a(^equc{, bad mit Duidje vetbünbet geblieben war, 
f^atlc iniwiid}en bie ^i^ipii unterworfen. Oegeti 9Iima» 
bnina, ^önig «cn Äadjeqiifl, cmpötli; fidj aber Ccffen 
@d}a9mciftcr Sfcpccaquil unb erlangte, ttetbünbet mit 
Sutngil, ©cfto »Ott ^Jaliuomit. Dnidje petweigeric Sei^ 
ft^nb gegen bie (Empörung. Sinocain, ^at^foiger 9Iima« 
f)uina'd in ^ne^equel , wanbtc fid) beö()alb an bie beulen 
in ber Hoffnung, mit beten ^i(fe bie geraubten SBc 
fi^ungen wieber ju erlangen , wad benn bic Spanier ind 
Vanb brad}te. 

Die fpanifdjc Eroberung. ?lm 10. gebr. 1519 
frgelte gf'^binanb ^ortej son ^avana ab, um 'Jleufpanien 
^u erobern, unb im 3. 1521 E}atie er ^ilcrico eingcnom« 
inen. 3m 3- li>22 Iwtte ®il ®onja(ei Daclla bereits 
9Ncaiaaua entberft, unb im 3. 1523 würbe (Sottej oon 
Ättrl V. jum ©ouoerneur unb ©encrflicapitdn aller Cän« 
lier, welche er erobern werbe, ernannt, worauf Sortej ben 
ll^rjfio)}^» be Clib naü) ^onburad eutfanbie, n><Id)cr 



an 6er 93üi Xtiuufo bc la (?tuj, 50 Segua* öftlid* rem 
®oifo Dolee, lanbeie. 6o ijerbreilete fitfi fc^neÜ ber JSnbm 
von (Sortej' Hf^aten burd; aUe Canbe (Sentralamerifa'fl. 
ö)Iei(^ na* bem gaüe SÄerico'« fanbtc 6t)inpa eine 5Joi* 
fe^aft an (Sortej mit beut Stnetbielen, ihm )U ^u((iqcn, 
worauf er eine ÜD2annfttaft Spanier Cfoiilnu fanbte. Die 
(SMapanefen fauben freilid» balb bic fpanifdie ^rrrfdiaft 
nid)l genebm unb empörten fid?, weS^alb dortej im 
3. 1524 Diego bc SKajariegeö mit VA') Spaniern ju 
SJup, 40 Spaniern ju *)?fCTbe unb einem ^ecre con 2Jieri» 
fancr» unb !Ilaöcal(efen fanbte, um bie Untenuerfung 
ju erjwingcn. Sil« aSaüariegoÖ focann nadj 2Wcritü 
iu tu df ehrte, fanbte er Sui6 SKarlin mit ?iO Spaniern 
unb mcrifütiifdjcn ^^ilfötruppen uad) ß^iapa, welcher bic 
m)iapflnefen audj befiegie, ftd) jePcd) bort nidjt galten 
fonnie unb nai^ SKeriio )iurürffr()rle. (Snblidj marfd)irte 
im 3. 152G Diego bc Sl^ajaricgod wicbcr in 6biapa ein. 
Die Sinwofsner Icifictcn, im töebirgc v^crfdjaujt, »er- 
jweifelteu SÖiberftanb, unb ttlö ftc bieö nid;i länger fort» 
jeDcn fonnten, fliiriten ftc ^{^ mit ^eib unb ^inb tom 
gelfen in ben glup, 9Iur ein paar laufenb *Petfcneu 
blieben am l'eben. 93?iijaricflo« grünbetc im 3- 1528 
bie Sinbnb 3lral be @(^iapa in ber ©bcnc ©uciiaeat» 
Inn, wo bie ©panier fid) anfiebellcn. Dm 3. 1530 er* 
I)ie[| @[)tapa Siablprivilegien i>on Stau V. 

A6nig lEinaram cou ^ad}cquel fanbte im 3* 1523 
$olfd}aft au 6orlej mit beni ^ncrbicti'u feiner Uiiiec 
werfung. ISorlcj empfing bitfclbc frcunMirfjft, nahm ta6 
5Inerbieien an unb rahicp bcm Könige Sdjut gegen 
feine geinbe. (Sx enrfanbtc barauf ^^jffro be Slbarabo, einen 
feiner au^gejeid)neiften Cffidetc, um ifadtequci in ^cfiß 
äu neljmen. ?llvarabc morfdjirte am 13. ^cx>. 1623 von 
3Kerico ab mit 400 2)tann €paniern unb 4000 2»unn 
3)2ericanern, Xlaötallcfen unb (5i)oCutcfen. dt |og über 
Ilcbuantcpet unb Soionnöio, reo er ben itjm gebolencn 
SEiberftaub nieberfiljlng , unb erreidjte baß ®ebict ron 
Duic&c am 24. gebr. I5i?4. 

9ild Äönig Äicab Xannb bic Äunbe tcn bcm Sin* 
iuge bcr Spanier erl)icll, rief et fein ^cer auö 3_"'ugil 
jurüd unb bot alle bcnadjbartcn gürften |um Süntnig 
gegen ben weisen geinb auf. 6inacam r>on Jtad}c.iucl 
iDcrweigeric ffleiflnnb, weil Cuic^e i[)m gegen Jlrpocaiiuil 
feinen 93ei(iunb 0cn>äl>rl i)atle; er crflarte fidj i>irlmel)r 
fiir ben greunb ber SIeuIcn. 9Iud) 3"1"9'1 »eiweigerte 
Seiflaubj er fÖnnc, fagtc bcjfen JtiSnig, fein Sianb oud) 
gegen ein jaljlrcid^erea unb weniger verijungcrtcd ^eet 
ocrttjeibigcn, altf badjenige fei, wcl(^e6 i)CTanjiel)e. 
Dem ajerbru^, bcm Plummer, ben Wnüreuflungen erlog 
Äicab 3!anub. 3l)ni folgte fein ölteflct *^o[)n $ecum 
Um am. 

Der junge JTönig con Duid)e jog von feiner ^aupt* 
ftabt Ulailan mit 70^000 3!ftann auA, ging nad) (fljemc' 
qucna (Dotonifapan), wo aJafaKen mit 00,000 9Kann 
ju iffm fliegen, bann nac^ it*elaf]u^ (Oueja(tenango), wo 
nnbcrc 93afaflen unb urrbünbetc gnrften mit 24,000 5l?ann 
unb mit 40,000 ^nnn ^ujogen, fcba^ Tecum Umam 
an ber Spiee Don 230,000 ajtann ftanb. (Sr ftelMc ^üf 
auf bei ^bene voit S^aeettba bei 3^clabul) in einem bc 

10* 



GITATEMALÄ 



— 76 



GUATEMALA 



fcfiigtfn Sajcr auf, wmjoßfn loon Wjiifrn von loff« 
6(ei«cn, vergiftclc« *IlflUifalicn mit einem ticrVu ©rnbcn. 

aw yil!>araro von (Sixoiiudce au^ in Ciiid>f fiir 
riirfK, nalun er fofDrt Mc ©rciiifeftuiiä iViuliiI {Bmao' 
titlan) unb bffianb auf Bcoi aßcitermarfdjc bi6 .Tdabu^ 
(Dufjaltfnango) ffdjö b(uti(jc !lrtffcn; im lc|)tfn bft' 
feiten fiel atii«mau(f)c, bcr CberbeffhlöijabCT bet Duidje. 
SIm 'iJfiniifitaiie , bem 24. ^,ii lb'24, fanb fotana bte 
©iiti'cf7cituii{(öf*la(l:'t bei Aclabut? ftalt, in ivcldjer Zt* 
tuti: llmam in U\'r|on Mc Cuidje anfüljctc. Sit fpa- 
nifttjf iHcitftei, 13.') Wann uniet *J>eDto bc *iJottciflncTC 
unb ^ernaubo bc (Jliaueö, ttwrf in ücwaltijj rafcficn Vln^ 
flrifffn bic SdiOTcn bei Duicfce auf baö fpunifdtc gug^ 
folf. Ztaim Umant griff SUvarabo pctfönlid? an unb 
verrounPftc bflfeii IM^ö, ber Äönifl erli« aber ben .Reiben* 
tob burd) einen Canjcnfiidj dpu !?llvaratp'^ J^anb. 5)ie 
Duidfc vcrboppelten fpbanii bie .^eftißFcit ibreö Eingriff*, 
bpd) rouTben iljrc €(ftaten ftfclif^lidj gebrodjen. Sic 
Spanier befe^jlcn ä'claljulj, bic äwelic Stabt befl Äonig- 
teiibS, weldjc an 300,00ü ©intvotjner fcattc. 2)ic fiarf 
befffiigte Slabt |)atte sablreirtie ©elajiftunfien beftaubru 
unb war uod) niemals eingenommen werben, tie ispa* 
uicr fanifu in SÖefiO, weit bie ginivclnier, vcn 8*tc(fen 
vor bcn ^^culeu erfüllt, inö ©cbirijc 8eflcl)eii waten;, 
Die 6»anier naljmen bie leer ficljenbe Slabl. 'Stit &in- 
wotjncr TOurbcn icbod) balb jur Mnrffc^r benjofleu unb 
frcunblicft bebanbilt. i'ela^ulj blieb fortan brn 8paniftn 
getreu unb bellieitiiite fidi an feinen Slufftiiuben. Ouc- 
jial(enan9o (ber J^fijiel bcr Ouejal), eiiicnilict) bad fpa- 
nifrfjc 2Jörf bei iclabub, erbicli ben ©einamcn bei (j?- 
^jiiitu Santo juni Ölnbenfen jeneö »J^f'^iötltaged bcc 
<BA>ladH. 

3nbfm (Sl^ij^nauivcelut, ber neue iCönig t>«r 0ni(b(, 
nun bic Uebermnc^t btr fpamft^en Sßaffen erfannte. Kr* 
fu4te CT ßifl. Untenverfnng anbietenb, »wldjc JU^^arabo 
annahm, lub er tiefen na^ ber J^auptftabt Utatlan ein, 
in ber Äbfit^t, fcie Stabt in ©ranb 3U fterfcn unb bie 
®tani« i" übcr[anc«. Älvorabp cnibctfic jcbc* ben 
^tan, ließ brn JTönig (^rfanf^en nebmeit unb il)u IjAngcn. 
2)arauf fanb ein wniijencä auötiff ber Duidjc ftair, 
nt\i)i älbarabo von allen €eiien nm)tnge[tnt, aber auf 
allen Seiten nieberi^eworfen unb bingcme^ett würben. 
Sllfarabo rvax nunmehr im ?5eri$ beä .^onigtcitliff Dnidic; 
er erfanure befienungeat^let Sciruedjul alö Äönig an, 

•fiarfjbem ?JIrarabü Utatlan bcfept liatlc, crijielt er 
bort eine Sctfdjaft von 3inatani, Äönig von .ffa<ijc*iufl, 
weldjer ÖcfebenTe von ®olb fenbenb nnb fi* auf* ?i?euc 
ttld 5Jafüll €i3Qnlen6 erfennenb, .^ilffltrupöen unb fen^ 
fligf J^HfÖIeiPungen jur ßortfröinift beö Äriejjed erbot. 
UJou 20(X) Wann ^ßadieiincl gelcitcl, untcnvegtf von 
Sinacom im Staate cmpftingen, biell SHoarabo feinen 
(Sinjug in ^Jatinomit am ^age St. 3arobi (25. 3uli) 
1524. (5t f(f>Uig fein Hauptquartier ouf ju SJtmuIunca, 
bem fpdtern Sllmotouga ober Siubab SSieja, nngejogen 
burd) ^ad ^errlld^e Jrlima, bie reitet ^eibe unb bie 
prac^tvcDe Sage jwiidjen ben beiben botjen ffinlfonen. 
t)ie t^rvebition lulilc hier eine SBeile von ifcren Sln^ 
ftrengungen aud; nidft gar lange, benn nocfr in felbigem 



3a()re mürben {(Smmilidie Äüftenfirimm« im gegenwiSnigen 
ÖJuatcmola unb San Salpoboc im f(^ueUert 3"9« unter* 
worfen. 

?lIvarabo ging olfl UJerlünbetcr Sinaram'ff nadj 
^ttiilün, ber ^üupifiabt von 3i""9'I, wicil biefeö tk 
Gmpöning beS Äüjifen Stcpocafluil gegen Sinacam untere 
fiü^t Ijatle, mit 250 Spaniern ju gug, lUO Sponiern 
ju ilfctbf unb ßOOO SÄann Jlad)c(iuelen, 5Wericancm, 
'iiaSealtefen unb IS^olutefen. :rcr_ 3)iorfd) war febr 
fdm>tcrig wegen ber rauben ©tfctartcnbcii fcr6 ®ege6. 
!Madj einer Sdjlad)t am Slllllanfec nahm ber JTönig wn 
3ulugil ?llvarabo'Ä g rieben da ntrdge an unb unterwarf 
Ü(^. Sllvarabo baute ein gort am Ätillanfec unb legte 
eine SScfapuug ein unter ^erior bc 6l?aoe0. Sie 3"' 
tngil vcrbielten ft* fortan ruhig. 

Xic *l.'ipilni (Äinbcr), eine (Felonie von ^Wcricanem 
ber fanfiuännifdjen Äafte an ber Jtüfte, fanbten 9lirarabo 
©oien, wcldic b«en Uuierwerfung überbradjten unb rael* 
beten, ba0 bie (FinwoI)ncr von (55n;intrpcf {(Sdcuintia) 
ben $ipitfn ben 9Beg nac^ 3"H'9il unb Äa*caucl böfl» 
wiüig fperrien. Sllvarabo bradj alfo fofori gegen t^it 
l^öfuintcperen auf. Der SSarfe^ war änperft uiühfam, 
weil Tetne äßege vorbauten waren, erft Sahn gebrodjm 
wetten muöte, fotafi bao .^eer tcn ^ag nur 2 l'eguad 
lurürfiegte. SIKurabo errfid>tc tcn .^auptort (5?fuiniepef 
in ti-r briiteii 9tad?I. 2>ie ßinwolmer, tie unvorbereitet, 
feinet ?lngriffa gewörtig, im ©djlafe lagen, würben 
iiberfaflcn, ter Ort abgebrannt, tcr Sßiberftant, Den bte 
Ufberrunipelten ^u leiftcn verfuctjten, fdincU bewältigt. 

9llvarabo (d^lng eine $rüde über beu tDtidiatoQa 
unb feßie feinen IVarfd) (ort. (5r fdjiug bie ^ftiquipafcn 
unb bann bic Üaridro, beren ^auplftatt ®uajacapan mit 
Sturm genommen wurt'c. "X^er Uebrrgang über ben 
großen unb tiefen ginfi be (Söclavo6 war fdjwierig. i)fe 
»Pajeeo legten vergiftete gu^fallen, wcle^e einen anaU 
vollen 2ot vcrnrfacfcten. Sic würben in blutigen ®rtjla(fc= 
tcn gcfdjiagen unb bie volfrcid:c Stabt 3!erutla ringc^ 
nommen. Der gefammtc 2)iarfd> betrug 400 8eguaä 
unt begriff bic iceigeu ^Ikovinjeu ber "yJcpublir San 
©ababor, 3t>"i'>»aff/ Guöcatlan (San Salrator) unb 
(FbaparraÖiaue (San SOIignel). 9(m 8. ^an, 1525 febrte 
Sllvarabo nadi feinem ^anpiiiuartifr ©uotemcila (äi» 
mulunca) junid. 

i'llvarato blieb wdbtenb tf5 3al)rrd 1525 in (Sufl' 
temnta. Die fptinifdjen SSBaffen rnliten jebott» teM>alb 
nidjt. ^ine dmpörnng ber 3uniaiö ienfeilÄ bc« *Rio te 
(5«clavoö wnrbc von 3uan ^ercj Datbon mit 80 Spa» 
uiem JU guö, 'M Spaniern ju $ferbe unb JOOO 5Kunn 
3nbianmi unterbrürft. 5L'egen ibred barinärfigcn ©itw 
OanbcÄ würben bic 3umaifl gcbianbmarft unb ju Sflaven 
gcmadjt, wovon ter glufi fortan ben Flamen erbielL 
Die Sotalepffen im SBcfteu von 3"*iiÖ*l n»iterfeO'c" fi^r 
worauf mcbrfadj SBcrftörfung na(^ 3wl"9il ß^f'*"^' ""^ 
tcr 9luff*anb unterbrürft würbe. 3n Aadjequcl felb^ 
empörte fidj bie ftarfe geftung aWirio, »ele^e auf einem 
ftcUen, fatl unjugdnglidjen gelfen, 9 J!efl«a3 vom icpigm 
Dorfc 9)?irco, weld^e« von SHvorabo gcgrfintet trurtc, 
lag. Die ©cfa^ung Vfrl^eibigte fi(^ mit ftfcrocrcn Stel« 



GUATEMALA 



— 77 — 



GUATEMALA 



nm, €{^t€Ubeni, Pfeilen unb SBurflVie^en. 92a(^ (dn> 
atxtr ©clagctuiiö uerf*rti(jten fcic ©»ani« fid; \iath 
©(^ilftc unb ©d^irmc, mU bcnen i()ncn ettbUd) bie @p 
ftüTmitng brr gepiinfl flfinng. ^ux ISrobrrung von ÜJIam 
int 9?orlDW«ftfn von Guatemala, fceffcn roiltfö @eh\T^i* 
Dolf bic fpanifd)<n ©ffipunflcn fcfljfülgte, »riirte ©on* 
ja(e« be Slloarobo, 513fbro'6 Vorüber, mit einem ^cc« von 
€vanicni, Jfad)cquclrn unb Ouidien cntfanbt. 6r traf 
fiarfcn ffitberftanb. Wad) bcttdt^ilidjem *JJerIuftc an 
^Dtannfdjaft in blutigen ©efedjren «nb burd^ ©eud>cn 
wiiibe ©nrguetenanfto, brr •^aiiptoit, jebod^ genommrn. 
^er gütft !)on ^nm flüchtete in bie ftarfe Sfftunß ©<>' 
ccito unb würbe «0 nadi lÄngerei ©clagetung buidj 
^ungetäncilj jur lUbergabe gebrat^l. 

9Ia(^bcm '^lt>arabo nunmrbr &uid)e, ^atfiequrl, 
3urugil, (Sdtuintta, 30'Möiatc, O^uöcullan, Gljapar« 
taftiqu«, 9Rani erobert (jatle, gebadjle er fit^ nac^ Spa- 
nien äu begeben, um Äaifet Äarl V. pctfönlidj Seridjl ju 
nftallen. l^n^wifdicn begab ^crtej firfi nncft iJruriUo in 

tonburaö unb JllvaraPö ipüni'djte tort nnienrcgä mit 
m eine 3»tammenfunfi ju Ijoben. Sllvacabo gdiinfiic 
jcbod; nuc bid (St^oluteca unb mu^te fdjiennig gurüd' 
ffljren, benn bnfl ganje üanb fianb In Sluftubr. 9IIoa» 
TQbo hatte n>äl)renb feiner Slnwefenbeil feinen ©ruber 
©onjale« jum Statthalter befieüt, «nb biefer Ijottc fitft 
öuperotbcntlidjc (Sruteifungen unb ©cTOalltbdrigfciien ju 
Sdjulben fommen laffen. §tuperbem ftatte Sinacam, ber 
mit Jlbarabo alfl greunb unb äJcrbtmbcter ju Ijanbeln 
geglaubt ^atte, gefunben, bay Stli?avaco ibn mit alfl 
Untert^an betjanbelc, unb bereute ie$t, feinen UnterbrfnJer 
fo leidjt jugelaffen ju Ijabfn. (5r ti(^iele einen Slufruf 
an feine JTajifen, gab Sequc(^ul, Äönig von Duirfje, 
tcn er gefangen jieiialten trotte, frei, roeldjer bann eben« 
faUfl [eine Jlajifeu aufrief. Äadjcpuel fteUrc 30,000 
WlawTt. T>te SBefa^ung vcn ^limulunca nax nur fttjrcad}*, 
jie würbe 3 ^Konnte, 3uni, Ouli unb Slnaufl 1526, he* 
lagert. ^ebri> be SKwarabo muple ftcfi auf feinem Stüd* 
Wege bnrtt baS emiiörie 6n0aitlan ^inbnrÄfdjfogen. 3n 
Äat^equel würbe er jiroörberfi buretj bie gclfcnburg *lial» 
pataqua oufgefialten, bie er na* 3 ^^flsieu erftürnttc, 
wobei er ober eine Slnjalj! feiner befien fpanifdjen Arie« 
ger scrlcr. ©r fanb baranf auf ber (Jbenc von ßfluaieö 
baö .gircc ber Könige vor fidj. (5r fd}ien fdjwct bcbrobt. 
3)a fiel ber Jtasif Gaj^aulan ucn *UclQpa, mit ben 
©paniein fcrbünöei, jenem ^eere in ben iHi'idfii unb 
gwang cö jum iKüdjuge. .giieranf traf Slbarabo ouf ber 
ebene »ön *l?and)ol bnö flarf t>etfdjau,uc ^cev Sequc« 
dbvX'i, S!m (). Sing. I52fi erftfirmicn bie Spanier bie 
€(l^anjen, jerfprengten baö ^eer unb erreid)len atmu* 
(unca am Sbcnb fclbigen ^ageö. Senecom unb Seque* 
djlit rermaTfeu Äbarabo'ö gri eben San träge unb jpgen 
fid) in blc S3cTgfefnmg SJimadje, 10 CcguaS wefKid) ron 
Seepanguatemala, jurfid. »JJcbro *JJortocanero marfdjirte 
juvötbetfl in baÄ empörte Satatepef, wo et in ber 
frfien Sdifac^t mit SSerfufi jurüdgctrieben würbe. 3n 
ber iWciicn oditatfct vcrnioditeu bie £acatepefcu bem 
fketigen gener ber StttiÜeric unb ber ?Ö?n8feten nidjt 6tanb 
|U falten, flehen unb gaben töte Unterwerfung ein. 




Cbwcl bie beiden Jtonige fid) nod} ni(^t ergeben 
[fallen, wollte ^JÜthxe be 8l(»araCo feine 9ieife nadi ®pa* 
nien nid)I länger au6fe&eu, benn er beije^rte, fic^ vor 
Äaifer Jtarl V. be^nglicfa rcrfdjiebenet emi>li<)er, von 
feinen geinben veniebrariilen Jlnflngen ju verantworten. 
(St ließ tßebro 5ßovtccarrero ald feinen Siellveriretet jurürf. 
tiefer marfdjirte mit 215 fpauifd;eii y)tuöfciicren, 108 
fpanifi^en Weitern, 12o 'lla^talti'fcn, 2'ä) SHericanertt, 
jufQmmen 674 377ann, unb 4 J?ancnen na(^ ^atinamit 
unb erhielt unicrwegö üon ber treuen nnb tjolfteidjen 
©tobt Duejallenango eine Setfiärfung ron 2000 99ogen* 
fdjii&en. sßad; mchrrrcn treffen, in einem berfclbcn 
9tutam *Üoecm, (Seneral ber rerbünbetcn Jtonige, fiel, 
würbe ^^atinamit genommen. 3;ie Spanier belagerten 
fobann bie Sergfefte Kimadjc 2 SJtonate, worauf fie mit 
£lurm genommen würbe am 22. 9foi\ 1526. ^ic bei» 
ben Jfönige würben 15 ^al^xe lang gefangen gehalten. 

Um Dicfelbc 3^'* hatte Ocnjafee be »(natabo, ber 
von *lJcbro jum Statthalter von Sudcntlan eingefcor 
werben wot, ben boriigcn Sluffianb gebämpft. ^nx 
Sid)erung ber Unterwerfung beS ?anbeö grünbetc ®on« 
jalefl bie Stabt San ©alrabor, weldjc er fo benannte 
jum antrnfen on bie Sd>Iad)t, we!rf|e fein ©tuber am 
tj. $lng., bem 5dgc ber XranÄftguration, übet bie vet' 
bünbeten itönige von Duiihe un^ JJac^equd gewonnen 
nnp bie ^Belagerung von ?ltmulnnca, wo' er, (SonjateS, 
SSefebl^haber war, cnifeßtc. San Salvabor erhielt am 
1. Slpril ir>2!* von Äarl V- bie ^l^rivilegicn einer Giubab. 

am (^ccilieiitage, ben 22. 9tov. 1.527, bem 3ahn*d* 
tage ber (Sinnahme Stima^he'ß unb ber fchlie^lidjen Se* 
jwingung Duid^e'd unb .ftachequeld wot gro^e jlird)en<' 
parabe gu 91tmu(uura, bie neue ^auplftabt von (Sua* 
icmata würbe in aller gotm gegnmbet unb nadj bem 
Sfh>i6^«iiöfn Spaniens, wie audj jum Slnbcnfen an 
ben Jag St. ?acobi (25. 3:uU) 1524, ben 3.ag bcä 
@iu)uge6 in ^^atinumit, San ^ago be lod ^aballerod 
bc Guatemala benannt. St. C^erilia biirb jeboi^ fottatt 
bie befonbere Sd^u^beitige ber Slabt @natemala. Il^iego 
be iHoratf unb Sallbafar be 3Renboja würben jn ^Irulben 
ernannt. 3m 3- 1532 würbe bie neue Stabt burdi eine 
^euertfbrunft eingeäfd^crt, inbem eine Sdfmiete bie 
StrühBÄ(her ber Käufer in SJranD geftedt hatte, wed» 
halb feine Sdjmiebe fortan in ber Stabt gebulbet wnrbe. 
Xie jahUeiien inbianif(6en Dörfer ber f'mdjlbnren Um' 
gegenb lieferten ber Stabt bie mannirtfaltigfien ßebenfl* 
mittel, fowic ^anbwerfer unb SIrbeiter aller Slrt. 2iie 
erflen drobcret vertheillen baö ?anb ber Umgegcnb unter 
fidj nad) bem toofe. 3m 3- 1528 bcfd)lc6 bie (iabilbo 
von ©nateniala jebcc^, bie (JJrunbOütfe mehr nlcirfiföfmig 
jn bemeffen. Sie theilte bie ©runbftürfe in tsabelleria«, 
1000 Sehriti lang unb 6Ü0 Sdjtitt breit unb HJconeria«, 
halb fo groö; ein Gleiter erhielt eine Gabelleria, ein 
9)?udfelier eine i^eoneria. Sei au0gc}eid)netem SBetbienfte 
würben S^crgröi'u'rungen anberaumt. Xie L^inheimifdien 
würben in 'JDorffd)aftcn gcfammelt unb bomirilirl, ibtct 
60 biö 3(X), unb aI6 Sfrbeitet verwanbt. 3)ie fflüfer 
unb Iiotffdjaflen wutben nad? bem Sc6u(jheiligen bea 
(Siflcnlhümcr« mit bem 3"fa&e be« Familiennamen« 



«■ 



^ 78 =^ 



GUATEMAM 



KiTctfccn tcnannt, wie 3.^. 8t. ®aöpar SSivar, Santa 
ßatarina 33cbfti(ra, Si. 9Wifluel eeco&or. Sei antem 
toiittc tu SBJürte ober taö aml &eff (Jigentfjünicrö nii- 
flcfcpt, wie j. S. St. 3uan bei Cbiöpo nadj bcni Sifdjoft 
gtantiflco b« Ularrcquin, St. *yetTO XtfoTiro mirfj beni 
Scfia^nieifter !]^cbro te Sejcrru. S^janialpii am Q^ulFau 
bei ^gua tvuibe von bcn 9)ftriiaiicm, ÜladcoUefcu unt> 
^^oditcfen StluatöCo'« bcfirtclt mit) irurb« wegen tcv 
t?ßu bieffn ^nftcbtcru tcn Spaniern im Äricgc crwiefencn 
%i(m unb Xapfcrfclt btirdj f. (itUt »i>m 3al)rc ir)32 
ron aßen SIbßaben unt perföntic^en Xienftldftunoen frn 
ftcfprocljen. Xa6 Xorf Santiago Utateta mar fia ®ut 
6efi *Uebro be aipovabo, wddjer eine Slnjatjl gamilien 
auft Utalian Dort onfietelte unt für frei erHärtc. Ulateca 
nmtbc fpäler mit bem benachbarten 3oco(rnango rercinigt, 
wo eine V(nja[)( t^on Jtat^eqnclen angcfiebelt wotbeti war. 
^dö gant) würbe *]r6gtenll?«il« alö ^Kilpatf (ÜKaiÖfcIC") 
lln^ Jliidjcnflärten brfifüt, ciaetUlicIje SBict)3Üt^terricn, 
^adenba?, wurten erfl fpaler anjjcifat- la? 9anB 
wutK bal& i?on wilben ^nbianern, wfldje im ©eblrgc 
unb SDalbe umtietflric^eu , feljt befieüigt. @in F. @bict 
vom 3a[}re 1540 befal}!^ bie ^nbianer fämtnt(id) in 
Dörfern ju bomicfliren, nm fii^ )>■ nntertii{)ten unD ju 
riDiUüren. 3)3 jene 3nbianer fiel) aber webet bomicilireu 
unb elfilifircn laffen, noe^ aud) bi« *]3rebi^tcn ber ^RiffiO' 
narc anftorcn woUtfn, enteilte bie iMegierunfl bie (Sr* 
laubnig, i^ne 3nbiäner mit Gewalt aud ihren Scf?Iupf^ 
winfeln )u jaaen. Vlblbeilunßen 'oow einem Z^fficterc mit 
10 ober 12 ^j)tanu madjien ftd) alfo unter ber Leitung 
fnnbiiKT güftrec in bunlein 9Iäd:ten auf, überfielen bic 
inbianifdjen ©e^aufungen, iTcjriffcn bic Snbiancr unb 
frfjlepvlen fic nad) ben 'üÄilpaö, wo fie iid) uieberlafTen, 
livütfiren (äffen unb arbeiten mußten, ^ie SiabtpriDi^ 
le^ien von GJuatemala würben im 3. 1527 von Äarl V. 
bctiätiqt. 

'itadf aiuatabo'd Stnfunft in Spanien würbe ber 
faifeilidie iliifilor Ctbima nad} ^luatemala gefanbl, unb 
auf feinen 33cti(fci würbe ÄIi?arabo, weldjer bid!)fr nur 
in (Sorlej' 3iamen ge^anbeit öaltc, von jtari V. im 
3. 1527 ium ©rnerfltcapitnn be6 ^iceföni^reid;« ©ua* 
teniala (mannt, eine SSJiirbe, weldje er b\6 ju feinem 
Jobe im 3- lö^l befleibele. Xü« ^icefönigreid) ®ua^ 
lemaia würbe von ^txUo unabhängig erflärt, ba^iegen 
Oluatemaia, San Saluabor, Jponburad, 9Ii(ara9ua unb 
6ofia "SaUa barin ringeredinet. 

Üie Sarapulad in ben öfltjd;eu 9([rod waren ß(ei(^ 
Ifcren wefilirtjcn 5?a(^barn, ben Wam, ein tuilbc« ®c* 
birg^Dolf, wrld^eö bie fpanlfd]en SeftOungen fortwd[)Tenb 
bc^eUiate; il)rc ^auptftabt lUpantan, bad je^igc San 
SDIiguel Udpantan, war ber Sit^ eined mäd^iigen JZauFcn. 
3m 3- li>29 jod ©aöpar be KriaÖ, «(catbc fon ®ua< 
temala, gegen ftc inö gelb mit 60 Spaniern «nb 300 
3ubianern unb war nad) Verlauf eineö I)alben 3abTe6 
bttf vor bie 3)ianem lUpantand vorgebmngen, ald et 
vom 9iifilor Crbuüa obpcrufen würbe, ßlmoö, fein 
9la(öfolficr, wante einen u&crcilien angriff auf bü6 florl 
befeftigte unb Offerte Uflpanlan, weldjer mit großem 
iOcttuile abgefe^tagen würbe. Xtm ®otte (Söblaanquen 



würbe ta^ lebenbig auögeriffene ^erj joljlreic^ec ©efan* 
gcncr geopfert. Xic Spanier traten brn Sliicfjug an, 
welker burtfe ein ^ecr von GOOO SRann Sacapulad 
vinfgrlialten würbe. Itie Sptinier würben in bie gludjt 
geff^iagen unb von ihren inbianifdjen ©unteÄgen offen 
veriaffen. !>lur eine fteinc fpanifdje 'i37annf(^aft gelangte 
na<ii UtaXan jurüef. darauf marfdjirte ein anbered 
Aecr, 40 Spanier ^u Suß, 32 Spanier ju ^ferbe unb 
400 XlrtÄcaliefen nutet Srandöfo be dalleflanoe, ber 
bie Sacapulaö bei 9iebql) fd)Iug unb einen 'Xl^di ibte« 
^caeö in bie gefiung 9Iebah trieb, weldje balp barauf 
eingenommen würbe. Xorauf folgte Idngere 25elögcning 
von U^paniau, bie 9[udfAUe ber ftctrfen ^cfagung. bic 
fic^ iebod} lange ni^ig abwarienb Derl)iel[, mbigten in 
^iebettagen unb Ildpanlan fiel im Xecember 15.30. 
9rad) bem 3Sorgangc Xarbon'ß am 9?io be G^datoö lieg 
audj C?afteIIanoÖ bie ^ßricgögcfangenen branbmarfen unb 
a(^ Sflaven abfütjrcn. 

6bii)uimu[a, biid Sanb ber^^orti, würbe im 3. 1539 
von 3un« ^erej Xarbon erobert. 3m 3- 1530, wä!)renb 
Ürbuiia'ö Vlnwefenlieii, frI)oben bic d&orii (idj wiebec 
unb Jernanbo be G^avrö jog watii CSÄquipuIad, i&ret 
.^fluptftabi, fdjlug bic Gborti 'untcrwegÄ bei lOÜtlan nnb 
nMrf weiictfrin beim SUarfdje turdi bie (Ingpäffc einen 
nä(^tlid)eii Uebcrfall Aurürf, worauf (SöquipulaÄ fid) clme 
weitem ©ibcrffant ergab. 

ajoii (Söiiuipulaö jog 6^ave0 weiter naäi ßopon, 
beffen Jtajif @alet er bef^ulbigtc, bic (Sborti jum Sluf^ 
ftanbc aufgereiht gu Ejaben. (Fopan war eine groge, 
volfreicfic nnb reidie Stabt. t)cr Äajif, mit bem 3**' 
capa, Scufenii, @uirar nnb llf>ua verbünbet waten, 
Ijatte ein ^ecr von ^O.CHX) aMann. Gopnn war ftarf 
fcffeRiflt mit (Srbwall, i^aüifaben unb tiefem ®rübfn. 
(Salel madjtc einen fuid}lbaren Eingriff auf bie an* 
rürfcnben Spanier; ein Sturm von Steinen, $feUfn 
unb Spießen fc^Iug auf fie ein. Xie Spanier bcüürm* 
len fobann bi« Slabt einen gnnjen Xan lang, würben 
aber fortwälirenb äurücfgelricbcn. Xie Spanier erneuer' 
len brn Sturm am nnbcrn Sage, legten enblid» ©reftfrc 
in ber *13a(Iifatc unb biangcn In bic Slabl. Said fdjlug 
)i(^ jeboi^ burd), bielt fit^ eine ^tit lang an ber ©retii« 
unb rüdtc enblic^ wieber na(^ Sopan vor, um ed wiebrt 
ju nel)men. 9IUefn |e tapferer fein Jtampf war, um 
befto voUjlänbiger war feine 91ieberlage. Solei ergab 
fi^ f(^lic|{i(6 unb würbe von 6i>avc9, ber feine Japfcr» 
feit bewnnberte, freunbüd) bcbanbc[(. 

5lld \pebro be SUiiarabo im 3- 1530 al« ©encraU 
capitän betf 93iceröniördd.M5 ©uateraala jnrürffcljrtc, bc 
gab er ficfi juvötbcrft nad) (5uÖculIan, wo jur Steuerung 
bcr ^l^roPinj fdn Sruber ©onjalefl bie Stabt San Sal' 
oabor angelegt battc, unb gnnibete fobann ju äfinliicm 
Sffiufe San Ü??igucl in ber 5>covinj Stjaparraftif. Gt 
brac^ barauf auf jur Unterwerfung von Äonburaö, ba« 
er bereits im 3- 1526, al« er fi^ jur 3ufanimenfunfi 
mit (Sotteä nat^ SruriHo ju begeben gebort«/ ßrofcn* 
(t}eiie bur^iogen liaUe. 

.^onburae, bei ben ßinbeimift^en Ouaimura atß 
nannt, war ber crfic ü^ril beft gefltanbeö von Ämerifa, 




GUATEMALA 



— 79 — 



GUATEMALA 



Voo bie @VQnier S"&i>ng cr^altn; ()atleit. (Solumdid fanbrtc 
auf Ux üUrtcn SÄcifc am 17. Slug. 1502 Ui 6ap ßa» 
fmad an tet Stufte von ^onburad unt) natim ^fi^ 
»um ?antc im 5fiimcR fein« fat^oliftöcn Waiffiät. ^m 
3. 1:>22 ciUbcrftc ®i[ ©onjolcj 2;a9i(a bie Sai uon 
gonffca, frcfdjiffte bann bic S^orbfüftc t»on ^onburaö, 
cntberftc !l>ucrto (SabflUod, fo üfnantU, n»etl Dai?i(a biet 
wfi]fn fdjlff^tcn 5Ü!ettetd feine ^Pferbc iitft Sorb wetN 
mitpte, fubr in ben OJoIfo 3)üUc unb grünbete bei (Sov 
Siedvuntad €üu ®ilbc Suena 2Jlfio. 3m 3- lö23 rourbc 
6riftoöa( be Clib ison t^oripj nad) .gnJubucod enifanbt 
unb lanbetc an btt Sai Iriuufo be (a (?rut. SBcil 
Clib jtdf abft gegen (SoTtfj empörte, fanbrr Mefev firan^ 
cidco be las ©afad öfflfn i^"- 3w''t^f" bfiten ScfeHö' 
Ijabein fonb ein iSeefltfedjt fiatt, in ivetcfteni Saö @afa6 
in golgc cincd ®luime6 geftjftagen würbe. Olib füllte 
ft(t betrogen, bic fd}tffbni(l}ige 9?}aitnfd}aft, foweit er 
Bcnnodite, ju retten, würbe aber von berfeifcen »er* 
tii(lierif{^ erniorbet. ?a6 6nf(i«, im ©efift be6 SanbeÖ, 
flninbete Ürurillo, lange bie &eceutenb)tc €tabt in ^on- 
buraö, fo na(^ feiner ©eburtflftabt in Gjitemabuva bc^ 
nannt. 3m 3* 1520 mocbtc (Sortej feinen benfwurbigen 
9R<irfd) über Üaub von OTericö nad) JruriUo, bei welket 
@elcgenl)eil aud; 9IlDarabo einen Itteil dou ^onbnrad 
burd'jog. 9?a[fcbcm nun dopan i^c|allftt, fanb SHunrabo 
im 3. 1530 roeiter feine StJjivieriafett, bcii flrööien Jfieil 
von ^cnburaö ^u unterwerfen, 3ni 3« I5^'J beauftragte 
5IlDaraCo 3wan be ütjacee, einen ^ur ^ermittelung bt« 
$crfe[)rd geeif^neten Vtt nnjulcijen. ?1Id wast) längerem 
Sudjcn ein folcfier !ßla& in einet weiten Sbenc gefunben 
würbe, tiefen bie 2ruppeu „Grazias aDios!" wenad; 
berfelbe benannt wurbe. 23er '4Jla& würbe wi*tig butd) 
bie reicfien ®oIbfcIber bet Unigef^cnb, ©olfcfetber, welcfcc 
gegen iSnbe beö 17. 3abrb. jebod) gänjiid) erfcfcöpft 
waren. 3ni 3- ^ÖSH er^ob \ni} Scmpira, ifojif von 
ßorqnin, unb an bcr Spiö« vcn 30,0CK» SJIauu unb in 
gut vcrfdjatijlet Stellung im OJebitge wibcrfianb er bcn 
Spaniern ein ^albed 3aE)r, bid er biird) einen ^üfull 
getöbtet würbe. 3i» 3- lö42 wnrbe »on 9)iontiie, ®ou< 
terneur von ^cnburaö, in ter großen IStene ^omatjagua 
bie Stabt (Santa ÜWnria be ßomavagna ober ^Teu^SSaUa^ 
boUb, bie ießige ^auptftabt vcn J^ionbnra*, gegnnibet, 
in ber Erwartung, baö fie, weil balbireg^ ^ivifwen bcn 
bfiöen Oceanen in einer gropen unb frudjtbaren Sbene 
gelegen, ein €tape{p(a& von Scbentuna werben werbe. 
Nicaragua wurbe friibäcitig ven i'anama auö rr«^ 
plotirt unb in Bcft$ gcitcinmen. 3'« 3- 151*^ entbecf=- 
len ^ernan ^ionce unb Sartolome ^utlabo, ^nd JDffi' 
eiere bcö ^Pct-ratiuö Xavilo, ©ouvcrneurd von !^ürrien, 
ben Öolf von 9iicotja. 3m 3. 1522 motzte ®il ®cn« 
aalfj 2)avila eine Steife inS ©innenlanb. Der Äajit 
Stico^a lie^ ftc^ taufen unb [(^enFle ^avila eine 3tfenge 
feinen Oolbeö, 14,000 'SioiL. an ®€rtb, nebft fed)» gol- 
benen 3bolen, inbnn er fagte, Xavita foBe fte weg= 
nehmen, et habe fie nieftt meljr nöltjig. lEorauf würbe 
aud} bet mdd)lige Jtajif 92tcaragua getauft, ein Wann, 
Reffen vecnünftlged, etnftdjtdvoQetf iEBefen i)avila'd $e^ 
TOunberung erregie, weither von i^m ®clbgef(^fnfe jura 



©elrage von 25,000 Xoll. erhielt. S)avila entbctfte btit 
(See von 'Äicaragua, wo im folgenben 3abte, 1523, 
^ernanbe) be 6orbova im auftrage bcd ®ouverneutd 
ÜJebrariaÖ Davila bie Stäbtc ®ranaba unb ?con grünbete 
unb befefiigte, worauf er brn ghi0 £. 3nan biö jiir 
9)?ünbung verfolgte. 9?icnraijua irnr atfo im Söefent* 
lidjen fc^on im fpanifrfjen S3eiib, ald Slloarnbo aia ®e« 
ucralcapitän bed UJicefonigtiidjö Oinatcmata ctf in Scfi^ 
nabm. Sllvarabo entberfte im 3- 1534 ben ^afen von 
^)teateio, wo er Schiffe baute unb, bie ^or^üge beS 
^afen* etfenncnb, eine Sln^o^I ftluüttemaltefcn anflcbeU«, 
Xie SctiffÖwerftni von ^Itralei'o cibielten balb Sebcutung. 
^ofla ^liica war glcidffallö fd^on vor Slivarabo alö 
fpaiu'fd^c IVfÜJnng bcaiifprurfit. (iartago ift bie ältefte, 
von ben Spaniern in (5entralnmcrifa gegriinbete Slabtj 
c« batte bereit» im 3- 1522, alö @il fflonjolej Iiavila 
biefc Jtflften bereifte, eine fpanifc^c ©lablcrganifation. 
5)ie Unterwerfung ber ^jitoviuj würbe im auftrage be« 
©enKattapitänd von beffen ©ruber (Seorg be Sllvarabo 
voüenbet. 

2)a« SSiccfönigreidj. %[i im 3. 1541 bet Oe* 
uera(capit(In *Bcbro be 9IIvarabo parb, ernanute am 
9. €ept. bie Stabtbebötbe (?ljiuntamienio) von Ouate^ 
mala feine 3Bilwe Sealrice De la (Su^ba ju feiner 9Iad&* 
folgetin ad interiiu, bid ber Jfaifer aiiberft befdieibe. 
Sie beffeibetc biefc Sürbe nur jwci 3:aße; tnm am 
11. Sept. erfolgte bie ^arafircpbc, wcldie bie Siaot jer* 
ftörte, wobei aud> ^onna 'Öcatrice ii>r Seben einbüpie. 

«m 20. 5iov. 1542 erliep qjbilipp U., Äönig von 
Spanien, ein Dettet, wfld,'eß bie f. aubienctn aW obcrfle 
iHegierungä bei) erbe beö SBicefönigrcic^d Guatemala ein* 
fegte. 9)ittglieber berfelben waren ber *Prd(ibent, 2 Cbcr^: 
riditer, (> JKid^ter, 1 Äronanwalt. 3>cr ©encraUapitdn 
war ex oÜBcio ber ^Braübent otrr Jlan^Ier lex Slubicnda 
ober Äanjlci. tSr biittf fi'H'n 3abrgebo!t von 12,UüO 
ÜEufaten unb. wenn aud^ nid)t bcn !litei SJicefönig, &cd) 
biefelben aRadubcfnaniffc wie bie 93icefi3nige vonSNertco 
uub 5ßeru, II>aö Ujicefönigreidj ®uatemaia würbe, wie 
fdjon früljer gefcfeeljen, vom ^itcfönigreidje SHerico ('Jieu' 
fpanien) unb allen anbern fpimifdjen (Jolonialteidien in 
Mmerifa unabl}ängi;i erfldrt uub bec Stnbiencia bcö SBicc* 
fönigrcid^i* würben untcnvorfen bie 3ntenbancien (Gua- 
temala, (5iubab JHeal ((SMapa), (Fomapagua (^onburaö), 
©an Salvabor. ?eon (^iraragna) unb baö ©ouverne» 
ment Sofia 9iiea. 3)ic SRltgliebec ber Mubienda unb 
tie 3ntenbanten wutben unmittelbar vom Äöntge et* 
nannt. Xie 3titenbani Guatemala fl^nb unmittelbar 
unter bem ©eneralcapitän o^cr ^'rdftbenten; er war ber 
3ntcntant berfelben. ^iefc Sntenbanj tbciltc (tH) in bie 
9(tcalbiad Üotonifapan, Solata, d^imaltrnango, Sara^ 
tepeque*, 3onaonate, Sudjiltepegueö, 6?(uinila unb 
SBcra *Baä unb bie Gorregiboriafl öucjaltenongo unb 6bi« 
ciuimula, bie unter ^llcali^e? maijoreö unb ^orregibore« 
fianben, wcltfce gldd;falfd tlreet von bcr itrone ernannt 
würben. 3" jeber 3ntenbani bcfanb ftd) ein Cber- 
oeridjlöfcof. Die localen fidbtiftfeen unb borffd)aftti<^en 
Seftörben waren, wie not^ gegenwärtig ber gatl, bie 



GUATEMALA 



— 80 — 



GÜATEBULA 



Sflcaibcd unb tit ^taltott», wett^e bie Slutotiidt von 

5iicti'nÖriii)icru unb nlfpIiVicomnuffniim übt«»; bicfe Se* 
Jcrbeu luurtfn ron ten (Sinjrcfjiiem auf ein 3ahic ge- 
tvdbtt. 

3)ie t $(ubiencia trat im 3. 1543 gufammrn, unb 
jtoür in <!^ftmat;a))ua, ba bic 8Mbt ©uatemnla jerftört 
mar. 3"i 3- lf>44 vcrleßt« tic Slubienda il)vcn SiU 
nad> ©raiifle a ÜJicÖ, bann Im 3. 1549 iiat^ bfr Statt 
©uaicmola (bem KOlfien SIiKiguii), bann im 3- 1550 
nad) ^onamrt, cnblid) im 3. 1570 roifbcr nac^ bcc 
Stabt @uat(mafa, wo fi^ fortan ver()Uc&. 

93eta ^aj wor iur 3f» ber fönff^ung btt Slubifmia 
nod» faiim «ine fvanifc^c S9eü0unfl. QBifbcrtjüUf Sin» 
ütiffc auf Üujuhillün, wie bcv cinbcimift^e 9?ame bf6 
^anVeA \vnx, Wären midUiimen, ive$I)al^ bad 9anb bei 
bell Spaniern txa 9tamcu iiieira be ©uena fubrle, alö 
im 3. 1536 bcr Doniinifanet ©ütibolonuiud !?aÖ Kafofl in 
©uatemafa anfam. (Sr tourbc Slicar bcö tjaiiiJlfläbtifdH-n 
ÄlPilcr« feine« Orbcnö unb ftfttieb ba6 Sßcrf: „De 
UDico Tocationis modo*^ um nac^AUweifen, bap bie 
SBefct)runfl jum t^vanöetium auSfdjIie^lid) burd) lic $rc.' 
bifll unb auf ftinc 'iüeifc burd) Ociyalt bewirft werben 
fönne, eine Seine, bie bamalö nllflemeia für falfdj, ja 
für Ue^erlid^ crdäit würbe. Üaö ^.<i\n6 übernahm nun 
bie 39efel)runfi, beiie^ungöweifc bie Untcnperfung wen 
Sujnlutlan. (Er f<ilo$ mit bem ©ijuttemeur 3)IaIbonabo, 
welcher bamald in ^(rarabo'ft Slbwefen^eit in ©uateniala 
funviirte, im 3. 1537 einen 95crtrafl ab, bfl& bod von 
ben' Dominifanetn ju unterwerfcnbe Sanb feinem Baien 
jur Verwaltung übcrt3el>cn_unb ba0 innetl)alb 5 3al)re 
ifrinem Saien bie 9^ieDetIu||unij im born'flcn taube ßc» 
fiattet werben foflf. ÜJer Äönig befiätiqie unb erncurrle 
biefcn ^erttofl im 3. 1540 nnb 1543 unb gab bem 
l'qnbc in Slnfvicüing auf feinen biöljerigcn Flamen „Vieira 
be ®uetra" unb bie (jegenwärtitje SBeife feiner ©cfe^' 
rung ben Slamcn „Vera*4Jaj". Sic 3)ominffancr conu 
ponitten ©efängc in ber Ou id]efpr ad) e , in weld^eu Die 
St^ßpfun^, ?lbom'ö Sali, bie 15rlöfuna, bie ^aupt» 
br<]eben^eitrn im ?e6cn beß ßricferö beftprieben würben. 
sie fnnbtcn barauf einige bcfefcrtc £luidjc, wetc^ie biefc 
lieber gelernt Ratten, nacf) !tu^uluttan. Xie &uid)e 
fanden bie Sieber i>or bemÄaiifen, weldjer weitfre Sluö* 
fünft übet bie bartn crjdbltcn wunbersoDen ©cgebcn' 
beiten begegne, worauf bie Ouidje fagien, bap bie 
ißatrea il)m weitere 9lu6fHnft crtljfifen fönuien unb auf 
fein Segcljten fommcn würben. <5r lie^ a(fo bie 2)0' 
mintfaner einlabcn. Suerft ging $aier tuid Cancer bin. 
(Sr leljrte ben neuen ®lauben unb befe^ite ben Äa^ifeii, 
wcrtbec in bct Saufe ben Warnen Don 3uan empfing, 
feint 3bofe perbranntc unb feinen Unttrlbanen bie neue 
jefjre prebigtc. (Santer febrte barauf nud) ^^uatemala 
jurüd unb bie ^ßatreS ?aö Gafa? unb SJngulo gingen 
im 'i^ecember 1537 nat^ iiui^uhiilan. Die (Sinroeliner 
wobnten uid)t, wie bie Cui^e, in Sidbten unb Dörfern, 
fonbern jerflreut im Sanbe, wa^ hat 3)eref)rungdwcTE 
wcfenllid» crf^wertej 0« würben beflljolb dou ben 3nif= 
fionarcn in SRifftonaten unb nac^ fpanifc^er SBeife orga* 
ntflrten Dörfern gefammelt. Die ®emrlnbe 91abinal war 



bie erfle größere 9}tebcr[a|Tung; Oe würbe fpäiec eine brc 
blülKurflen Öcrtcr im l?iinbc. Dad boriigc 3nflenio San 
6)enjnimi\ wcldjeö tic 'iKönt^c tnit SCcycrffdiUfn unb ben 
anfäffigen inbiauifdjen Slrbcitern betrieben, war cind bft 
größten unb cinträglit^fren in ©uatemaia; A\i<it batten 
bie 9)lön<^e f)ier eine gro^c unb berüt^mtc Q^ferbejüe^terei. 
SRnbinal hatte im 17. unb 18. 3abrl). SOO (nbianifdjc 
Samilieu, weld)c fid) eine^ großen Soljlflanbed erfreuten, 
benu fie batten dletreibe unb Stüd}tc, iÜleifd) unb Sif^< 
fm größten Ucbcrflup. 9fad}bem tad Üßolf ton Xuiw 
lutfan, beffen Sa&ungen unb Sitten übrigen^ vcu £a9 
(Safaß hodf nepriefcn werben, ongeftebett werben war, 
mad}tc bie sSefebrung fd)neUen gurtfd)tttt. Saö Q.aiat 
brang biß doban unb (la()abon 9or. lim 1552 war 
wot ganj Xujulutlan befc[)rt; ob ed jebod) bamft gan) 
jur l^era ^>aj geworben war, fd}eint fragtid); vielmebc 
mad>lc \idi jc$t t>icifad) 3ßibcrfe^(id;feit bcmcrflid}. 3m 
3. 15ij5 würbe Domingo Sjico, *llrior bcr Dominifaner 
in ßobon, uom Stamme ber iticaia ermorbei. 3m 
3. 1674 begann ber Dominifaner 3ofc Dciga&o mit (St» 
folg bie ®efel)runfi bcr (Sljol, ein ©cbirgßrolt im 9?or» 
ben Pou (£al)abon, unb mat^lc einige 3abTe gute gott' 
fdjtitte. 3m 3- 1678 fcl)rten bie (Sl)o[ aber j« i^rem 
iiltcn ©tauben jururf, brannten bie SJiiifionntßbörfcr nie 
ber unb fpcrrien bie SEBege. Spätere SJerfudic bei ben 
dtjol mißlangen cbenfo. Die fiacanboncn flnd^teten fid^, 
wo i^neu ein 'fDIiffionar ju ©efidjt fam. Die Domini« 
fancr, wel(^e bie ^Kiffionate in Siera $0} gtünbeten, 
führten jwar ein mülje» unb gefabrpoüeß Seben , bod) er« 
taugten fte ben ^efi^ au^gcbcbnifr Srii^ungcn, bcren 
iljre 9in(ifolger fid) fpätcr fVfrcutcn. 

Der 39ejirf '^eten würbe erfl nm ßnbe be* 17, 
3a^rb., unb jwar von §)ucaian auö, erobert. Damit 
war benn baß le$te 33ollwcrf ber eint^eimlfdjm Kultur 
geftürjt. 3Ra»apan, bie ^auplflabt von ^n\)a. bet alte 
eenttalft^ jener gullut. fiel im 3- 1420. Sßon bort 
wanberte ber Stamm bec 3t)a nad} bem nunnirl]c nad) 
bemfelben benannicn 3&afec unb erbaute auf tem *4Jc' 
teu, ber größten ber Sceinfeln, bie .^aupt|>abt S^aijafal. 
Diefelbc entbielt bei Slnfunft bcr Spanier 21 6uc« 
(Scmpel). 3m ^aupttempel, wo ber Duincanef, bct 
Cberpriefter, ben ©otteßbienji leitete, fianb auf einem 
ptädjiigen *|3ofiamenic pon 'J Stufen eine folcffale Staiue, 
ein 3bol in menf(^li(^rr (Sefialt in fcorfenbcr Steßung, 
unb im 3nnern beö Xempelö befanb ftd) baß 6bot<6it)uit, 
bet bellige ®rünflrin, madre de esmeraldfl, Smaragb' 
muttcr, eine Spanne lang. @inc anbere Silbfdufc, bie 
Pon aiabafter war, baß ©cfidjt Pon ifterlmultcr, fteOte 
bie Sonne por. Der (Sanct (Äönig) perridjtete feine 
Slnbat^t in einem befonbem Xcmpcl, wo ber ^^Itar auß 
einem einjigen großen Steinblorfe beftanb unb eine große 
Slnjabl Pon 3bolcn üd) befanben. J^ier würben bie gt' 
matten SInnalen ber 92ation aufbewabrt. Die Scpölfc» 
rung beß 9anbeß war eine fe^r bit^tc. IXapafal allein 
nebft ben anbem Fleiuen Sitnnben beß Seeß I;atte an 
25,0(:K) einwohnet. 

Kuf ßortcj' 3Rorf<4 pon 9)?enco na(^ ürurlUo in 
^onburaß würbe Xai^afal im 3. 1525 pon if)m bcfne^t 



GUATEMALA 



— 81 — 



GUATEMALA 



■uiib tion i^m tefdjrifbtn. Xie granjiöfaner von ®. 3cfc 
in 9)ncatnn mat^wn iceraeHirf)e üBcrfurfjc jur 5Sefef)ruiiji 
ber 3&a- Sic ö^Iangren im 3. Ißl-^ nacfc Taijofal, 
»jurbtn fwuiiCIicö auföcnommcu, itlcd) jnnirfäcldiirft. 
!Dic 3&a »crbantfu fid) aber mit bcn wilben ?acnnbonfn 
in beten f)öufincn SlnfüÜcn »et d)ri|1ianifiitm ^nbianct in 
Ittbaöfo unb %txa ^üj, racfibalb bie Spanier beim gcqcn 
fir Ätieg fül)rtrn. 3m 3- löC2 neg eine ßivetiitiou 
ßCßfn fie iinlfT SWirone», rocfdje eine coüflänfciäe Sticbcv« 
Inge erlitt. 3m 3. 1605 jog SSelaflto cjfjien fie mit 
100 9)?ann fpanifd^en Gruppen unb flfinnaft biJ an bcu 
Oeafee, no bie nefammte ^JDiannf(öaft erfcfifaaen würbe. 
3m 3- 1697 matftöitte Xou 2)Iannel be Urfua v 5(nj' 
menbi mit fpanifdjcn Ü^ruppen gum 39afee, mc et eine 
freunblidje ©ctfdjafi Dom tSanef cmpSnij, VII6 tarauf 
aber bie Spanier auf bem See ctfdjienen, um nacl) 
Sßeten ju fahren, bcberfte ber 6ee fidj mit Äneaöfq()iifn, 
unb ein ununtctbrcdjener *4(fei(rf9en riefedi- auf bie 
Spanler. ^fe 36a n)urben bur<^ Had ©cmcbtfeuer in 
©djreden gefeOl; jie ctfltiffcn bie Slutfti. 95on $etcn 
ÜA jum €eeufer bilbcle ftd) eine lan^je utijebrod}enc 
^roceffion t»on Äepfen, fämmtlitfte (^inroobncr i'djirum* 
men Ijinüber. tie Spanier befehlen ^avuffli am LS. 
SWörj 1001. Sie erfannten banfbar an, einet gropcn 
©efa^r loie burd) ein fflunber enlfornmen iii fein, nnb 
benannten bie Stabt. baft gegcnroärtfae Slored. icxtaw 
Stuefha Setlora be Ü0 !>Hemebtod t) ^an $ablc. 2)er 
oro^e l^empel mürbe gut d)ripiid)en Üiic^e gemeibt. 
2)cn ßonjen fofgenten lag, von 9 U()r SMcrgenö bi^ 
5 Ubr 9?adimi(laflö, toaren tie Spanier, ©ouuerneur, 
Offiriere un& Soltaten, mit ber 3erfi6rung Ccr 3boIc 
Ueft^äfttgt. iDic Slaöt ronrtc befefiigl; lie @inn>oi)nfr 
TOurben gröptcnt^eifS jut Dtüdfebr bewogen. Xie um* 
wo^neitbcn JSajifen ergaben ftd) freiwiUig. ^er @ane[ 
unt ber Ouinranef unb bereu SJerroantte wurDen gleid)* 
faUd unter 3"R^^'^>i"t} ^" 3reun(fd;aft jur Stücffelir 
)!eran(a^t, würben jebod) gefangen gefegt unb bann 
getauft. 

3)ie wilben Sacanbcnen im füblidjen 5Peten unb in 
ben nörblid)en $lltce, bie no* gegenwärtig, obgleid) ber 
^epublif @iuiteniala nominelt untenl}an. llnab^dugigreit, 
beimifdjeit ^raudi unb @[auben ert)alten Ejubcn, matblen 
wäljrenb ber ipaniidjen 3^(1 foriwäbieuc Picl SJiü^e. Sic 
gefidren ber Sprache nadj jum Stamme ber geflttcten 
Xjenbaien (Ü)lrt»a), waren aber lyon jebrr wilDe, ben 
Stdbtern feinb[id)e SalDbcwctjner. 3I)te @ott[}ett ift 
Saliam (bie Sonne), weld]e fie in Xempcin, jfbodj oI)ue 
3bole, anbeten unb welcher fie in früherer 3eft SRenfdien« 
Opfer brauten, ßortej erwähnt, ba^ er auf feiner SSeife 
von HWfrico nac^ !lruriUo bie Crtftfeaften ber Sacanbonen 
Ott* rer ^etiie erblirfte, fie jebodj nicfct befucftte, weil fie 
tfdftöab von feinem 'iÜJege lagen, ^ei ben Slcala lam 
rr fobanu nad^ einer neu erbauten, t'tarf verpaUifabtr' 
icn Stabt, nad^ weiter bie (Sinmoljntr fitft sor ttn 
jacanbonen geflüd^tct hatten, von bencn jwri ibrer im 
offenen ?önbe licgenben Stdbte niebergebrnnnt unb eine 
röengc ^inwotjnet erfdjiogen worben war. Gr fa^ fett-' 
nad) bie Äuinen jener nieb er gebrannten Stäbte. i)ie 




dacanbonen Iiatten aifo fd}on bantald ben lirilirirterrn 
Stämmen gegenüber tiefelbc Stellung, wcldfc fie fcitbcm 
bcbauplei habe«. Xc(i) fianPcn fie in ber Ägriailtur 
unb antem Äüuftcn, fogar mitunter in ber Strdjiirftur, 
ihren 5?actbiirfiämmeu feinröwegö na*. Sic mad)ten 
fortwdbrenb rciwegrne SlnfäHe auf bie 3)Iifttonat?böriet 
in 93cra ^n^. 3Ör 2aub lag ieboc^ inneri)alb ber ®ren> 
üen ber nadb bem 9fl3 (Saia^«3jertragc ber Cb^ut ber 
'Dominifaner überwicfencn iHegion, wp üUc bewaffnete 
($inmifd)ung mit ben 3ubianern ftreng unterfagl war; 
bie ^Regierung ron @uütemata wor baburd) urr^inbert, 
©ewait gegen jene Uebergriffc anjuwenben, bie ungeflraft 
fortgefctjt wnrbrn. 3m 3- I5r>2 brangen bie Sacanboneu 
biö auf 10 ßeguad uon Sbmpa ucr, jeiftcrten 15 Ccrtet, 
erfc^Iugcn ifiefe SÄcnfdjtn unb fct^lepplcn viele in bie 
Sflaeeici. 9Sic!e opferten fie ööbnenb vor tcii d)riftlidjcu 
5Illüien unb (»rucifitcn. Xn ©ifd>of von ßljiapa, §ra» 
3;omaö be ^afittaö, bot bie 3Jiaiinft^aften auf unb trieb 
bie t*acanbonen in ihre ^eimqtl) jurürf. 6r hielt bar* 
auf bei ber Slubtencin um Srijut^ an, wetzen fie abet 
verweigerte j Se, aJ^ajeftitt Ijnbe verboten, gegen bie ?a« 
eanbcnen Ärieg jufiibren. l^ann tvurbeu wicber in QJrra 
''^■^ gro^c ©reuel »on ben ?acanbenm verübt. 3)er Jlömg 
wiciä nun im 3> 155.^ bie SInbicnria an, SERa^regcIn 
5ur ©efdjüftung ber djrijKid^en Snbiancr ju cwrcifen; 
bie Stnbiencin begnügte fidj, ben 33efebt bjn Iioniini« 
fanein iu^uflefleu. Sie S^ominifanet fanben ihre ^uU 
lung unEjaUbar. Xie 6onvettiten in ber 92ad)barfd)aft 
ber Varanbonen fielen wieber ab. Xiic l'acanbonen fübf' 
len ifjrc verbeercnfccn 3taub3Üge in aüen 9?iditnngen au6, 
ßonrertitcn unb 2Jiif|icinare würben gcmeßcll. 3m 
3. 155G (am eine neue föniglidje Gcbula on bie Jlu* 
bienria, bie d]rifilid}cn Untert^anen ju vertbeibigen ; bie 
Slnbicncia theüte biefeltc abermals ben IJDomiuifanern 
mit. Xit Xominifaner verfammKten fi(^ im 3- liJ-^ 
im (^onciave unb afldrten einftimmig, „e^ fei bie $fli(^t 
Sr. 3JIaieftö(, nidjt nur bie iftriftlidKU Ihilerlljonen gegen 
biete 3nbianct ju vertbeibigen, fonbcrn ftc ju befämpfen 
unb voüftdtibig jn vertilgen". 'Daö war aüerbing* ein 
voUftänbißcS Slufgebcn ber QJrintipien, unter benen Sa* 
ßafad bie ©cteljrung beö bortigen Solteö unlernommeu 
hatte! 3« felbigem Mxe (1558) marfi^irtc nun ber 
^i(en(iabo '^ebro ^amiitj be Cuinoneö, Oibor (STIitglieb 
ber ^lubienda) von ©ualcmaln mit einer ^btbeilung 
Spanier unb 20(KJ SKann 3nbiane[n unb nabm bie 
^auptflabt ber $!acanbonen. ^icfelbc lag, gleic^ lava' 
fdl, auf einem f)Di)cn gelten iu einem See; bie ^aufcr 
()atten gut gebaute Steinmauern. Xie llmgegenb war 
gut in SKlIpaö befteUt, eingelidgt mit Saunen unb brei' 
len ®räben. Duinonefl jerftörle bie Stabt, wie audi 
l|3uofurta, eine anbere, gleidifaüd auf einem @i1anbe in 
einem fleincn See gelegene Stabt ber Üacanboneu. Die 
l^acanbonen febrten jeboc^ nait) einigen 3ä^ren iviebrr 
natb iijren fefien ^I(S$en mrüd unb fe&ten iljte Streif* 
jügc na<^ wie vor fort. «Jera ^oä würbe fortwAfjrcnb 
auf« «eueerfie beunruhigt. 3m 3- 1G39 erblellen bie 
Slubiencia von ©uatemala unb ber ©ouverncur von 
S)uratan nbnrmald ben f. 9efet}I, bie Sacanbonen ju 

11 



GUATEMALA 



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GUATEMALA 



unicnvctfcn ; t>od} nichts flcWrtö- (5tft »nt 3. 1695 
rüfiete b« ^räfitent Ceal ^ardoö eine (5rpeDi(ton ficgen 
>ie SacQutcneu aufl. (Sine SfltiibeKmi^ ^e^fdbe^ jCß unter 
tOtrt<l}iot ^oDriguq fOJajaricgcd oon @ueauctciian^o tiu6 
iib« cic SUtod imb am Mio be la 9?offioti aunvüiifi. 

mtK^en. 3)ic altf» StoHtc in bpn 'Seen bcfianben niil 
mctjt. !E)ae ®ölf t)nttc fi<t iibtraü b<i ^titm (jcflüi^tcl. 
am (SI)ar frei tage cntlitfi 0mml)rtfn «inigc Cfficierc iinb 
SJtiffipnare Ik Spur barer güpc, folgten berfetben unb 
flctongtcn nadj einem Xotfc von 103 gut gebauten ^ül* 
tcn, mit finn 3J«fammIungdbaHe unb einem lemvcl. 
äSei( am Stjurfreitafle gcfnnben, n>urbc iöÄ 2)orf ^lueflra 
SeÄora be (o3 ÜDotore« ncnannt. ©arrioß, roeldjet in« 
jmlfdjen einen langen mü^evoücn SÄarfct) pon ß^iapa 
flud Durdj TöuM, bidjt bcwnlbete« ?anb jjcnmcijt, aber 
«u* (eine Saemitonen angetroffen öalrc, vereinigte fid) 
mit SKajariegüd ju Dolorcd, »o ein gort unb ein 3Äi|'' 
ftouat angflegl würben. "Die flüd)tigen (Jinwoijncr »ur* 
bcn nad) unb nadj jur ÜRiirffe^r bercogcn unb getauft. 
'5)a ftift icbüd) Unjufriebcn^eil bemetflid) motzte, uerfe^tc 
^arriod bte (^iimo^nei ven ^otored ecft nad} Slqued^ 
pala, bann narf) Santa galarina Ortlaviean. Xcr 
»^auptmafi«; ber Sacanbonen gelang cd IcbJd?, fitt) in ber 
Siafbung verborgen ju l}alteu, unb er(}ielt fi^ uuab« 
bdngift. 3n ben 3a^rrn 1831 nnb 1837 erneuerte bie 
iHcpuoIif von Senttalamerifa bic 93frfud)e, bie Vacan* 
bouen unter itjre ^oimä^igfcit ju bringen ; aßein ivicber 
vergebUd). ^oit) immer l^at biefeft ^oK feine Unab* 
bängiafeit, feinen alten $raud) unb @lauben betva^it. 
^a6 %onb ber Sacanbonen ift [e^t nid^t bejfer bcfanni 
flW ju Ouiüoneö 3"1- 

Xk fli(autifd)e Äüfie, namentlif^ bie von ^onburnd, 
9ii(Qragua unb €ofta SHira, rourbe fict« von tvilben 
gtämmen bemo&nl, »eldje bie 6pouier nie, iveber bur(^ 
bad <Sd)n>ert, uod} burt^ bad milbere Mittel ber ^t» 
fcl,itung, untairerfen fonnten. 3cnc Sntenbanden roaren 
fortrviiSTenb brn löer^cfiungen biefcr Stämme au^gcfcßt, 
namenttiÄ ber 'SOIoöcd (5RoÖciuitp), fceren man an ihrer 
ungefunben, von Sabijrintöen von ?agunen bur<^jOjienen 
Äütle jdjwer ^ab^aft iverben fonntc. 3tnf" geiellten 
firfj bie (Sngldnlcr inib ^oßänber, mit bcnen Spanien 
fo lange 5cinbfel'gffi"n hmk, nomcntlid* bie ^uccaneer« 
unb fonfligen grcibeuter. ^ie Vtoito gcfiattcten beu' 
fclbeu, an it)reu Lagunen frei cinaufcbrcu ober Ttdj anju* 
fiebcin, ttsäljrenb |k ibreit erbitterten Äampf gegen bie 
©panier fortfül)itcn. !Jtad)bem Querto ßabalioö von bcn 
Succaneer* tvieberijolt geplünbert tvoiben war, legte ber 
qjräftbent Mlonjo be (Safiißo im 3. 1604 ben ^afcn 
©anto JcmaÄ bc daflillo an ber Jtüflc von ©uatemalo 
an, tu ber Slbfii^t, ben ^anbef I)ier^ev jn gieljen, tcnö 
aber wegen ber Unjutit^^ilidifeit beö borlii^en Jllima'd 
(einen ßunfiigcn Grfclg Ijntte. 3m 3- 1G42 festen bte 
rng(ifd)en *|>iratcn fidj in ^fi^ bei 3iif£iii ^Hoatan unb 
®uania in ber 9ai von ^onburad, von rco aud fie 
wegen ber ?Iäbe ber 3nfeln juni geflianbe bort na<b 
belieben Eingriffe mad)cn unb ben fpanifdjen ^anbelS* 
verfe^r untcrbrecben fonnten. 3tn 3. lööO richteten bie 



diegierungen von Guatemala, @uba unb ®t. ^Domingo 
einen eombinirtcn Eingriff auf ;Roatan. ®eneral gran» 
citfto bc SiUatva o Tolebo ging mit 4 Ärieg«f4iffcn 
von ^avana ab; er gebac^tc bie ^ngtiinber in Äoatan 
JU überrumpeln, roa« iljm mißlang; ber Stngrlf ivurbe 
abgeff^Iagen. ^it ^erf^ärfung aud (Guatemala jurütf' 
fclirenb, na^ni er ba* ffeine gort von Moatan mit ©tutm. 
Xed ledjten 9Bege6 nai^ ber ©tobt unfunbia, »onberie 
$iUa(va mit ben S^ruppen neun Xage um^er. Slld er 
cnblirt) vor beni ^yioftc anfam, halten bie (Sngtänbrr 
benfelben gerduml. 3JilIalva öft^erte ben Crt ein unb 
verfeftle bic inbianifd)cn einiro^ner nat^ ©t. loma«. 
3m 3. 1742 nahmen bie (SngMnber ivieber ^efiß von 
^oatan unb würben im 3> 1780 vom ^rdftbenten von 
©imtemala baraud vertrieben. 3« 3- 1796 nahmen 
fie (tbermale ©efcö unb belebten cd mit 2000 9Rann 
Fliegern unb Äaraiben. Xicfe Sefa^ung ergab fid) bem 
fpauiidjcn ©cncral 2)on 3ofe iRofÜ o^ne SQJtberfianb am 
17. aWüi 1797. 

(Sofia ^J^ica erlongte im 17. 3(i^tf»- i^inen bttxddiU 
[id}en ^o^lftanb. @d tvar gut angebaut, i>atte gro^c 
J^eerben von Minbviel), opferten, aWaulefeln unb trieb 
einen lcbl)a(ten ^lanbcl über feinen atlaniifdien ^afen 
aJIaiina unb feincü pacifiit^cn fiafen Sa (5olbcra. tiefer 
aöo^lftonb veranlapte bie geinbe ju wieber^olten ^in* 
griffen. 3m 3- 1666 würbe 93(atina von 1200 «Wann 
vereinigter franjörifd)eT unb englifdjer Giraten überfallen. 
t?luf bem Seitermarfd)e von 6artago würben fie itirerfeitd 
JU ^turtialba vom 3iitenbanten überrumpelt, in bie g(ud}t 
nnb nad) ii)ceu Schiffen jurüifge trieben. (Einige @e' 
fangenc, bie gemadjt würben waren, würben gefoltert, 
um JU gcfteljen, baö bie greibeiiier bic gludjt fo plö^lidj 
ergriffen Htun, weil (le ein SBeib crblirftcn, ba6 ben 
©paniern ein groöe« Äeet ju ^ilfe fü^f- iJa^er 
fdjreibt fid) ba« 3ahreefeft ju Uiarraj bei ßartago, in 
weld>cm bad Silbni^ ber 3ungfrau 'SJlaxia in fcicrlie^er 
^loceffion herumgetragen wirb. Einige 3öbre fpäter »urbt 
bic voifreidjc ©lubl t^öparja von bcit 'Spiralen abgebrannt 
unb if) feitbcm nidjt wieber erfcaut werben. X>ie vei* 
wegenen SlnfJÜe unb *]3fünberunflen ber ©ufcancei« 
SKorgan, ?orenäiüo unb nnberer bauericn lange unge* 
bemrat fort. 

(S0 war ein mäcbiiger Slufftanb, in weldjem ficb im 
3. 1712 32 ©tobte bcr'dbiapa unb Xjenbalen erhoben. 
X^icfelben würben am 21. 9Joi?. vom ^^^rAfibcntm üoribio 
^ofio ge[(^lflgen unb (ihiapa wiebcr untcnvorfen. 

Xie Öntenbann Guatemala, burd} feine Bage gegen 
du§ete gcinbe meljr gefi^ü^t, obaleieb aud) mandien 
fdjwcren ^Uüfuugen unienvorfen, erfreute fii^ im @anj(n 
gebeiE)li(^er 3utlönbe. 9?ac6 ber ßctflömng ber ^aupt« 
ftobt am 11. Sept. 1541 würbe fie nac^ ber 1 8egua 
norböftlid) entfernten (Sbene ^pandjoi verlegt. 6d geftipab 
auf ben 9tatb ^c6 ougcnieurd Äntonclli, bei auf bic 
33orjügc von ^and}ot aufmerffam gemadit balle, ben 
9teicblQum an gutem Xrinfwaffer, bie vcUftänbige ^i&iiic, 
bic weite SluÄbcbnung, bic gro§c grud)tbarfeit, bic burdj 
bic Serge im sterben gefd]ügte Sage, ben l^ciditbum an 
im Soben befinMic^en Baumaterialien, bie 9Äenge b« 



GUATEMALA 



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GÜATEnULA 



■ 



lioTffT in ber Um^eßcirt». 3n beit 3aljrfn 1558, 1601 
unb 168G rafftea Scudjen eine llJcnflc (5inn?o!)net tct 
neuen .^au^ifiäbt f)in. ijtt^bcben jerirüntmerten fie 
ipifbnljoll. 3!ro$fcem wutfce fic eine fcct ötüd)ftöUficu 
€läble in 3Imetifa. *^6ilii;>p 11. ert^eiüe bcr Statt üic 
SScnfnnung „muy noble y muy leal". 3m 3. 1564 
TOurbf bae apuntamiento öct Stab! mit au^gcbfftntcn 
ilJrtpiUflien conftiluin. 35eKit6 im 3. 1548 wmtt bic 
lotciniidic Sdjiile rtcfiiftet, unb in bemfclbcn 3a()rf (jinttrr- 
lie^ ber Sifdjof 2)iürcquln ein aietnmdjtni^ jur ©n'in« 
bung einer Unitjetfilät. 9?atJ)bcni tonn im 3- ItJ^Ü 
jui?örberR ein fitjcnim in einem ®etdubc betf T-ominifaner« 
flofifT« St. üboma« in ©untemala eröffnet roorben ttar, 
rourbf fc^liffelid^ im 3. 1676 burrf) iJecret ÄönißO Jtnrill. 
ba« ßoüegium £t. "^fiomoö Slfluinuö in ®natcma(a jur 
„föniglitten unb päpillidjen" Uniomltät 8nn (5arlc3 
crfläri. Xiefeltc talte je eine ilrcfctfur für ^Ijeclogie, 
SRoraltftBPlogie, Jtirdjeured)! , ßitJilred)!, 6iriminalrc(^t, 
aRcbidn, Äodjequelfvrodjc. 3m 3. 1742 tyutcc bafl 
biöl)erlijc SÖiÖtljnm ©natematn juni STjbiÖdjiim erljo&en. 
3ur Seit ibxfx ©Intöe in ber aRitte be« 18. 3al)ri). I)a(te 
bie Stobt ®uaiemala 00,000 Siurco^ncr, «ine JfatbetraU", 
100 Stitdbcn, 20 Älöfier. 

Xa6 l'anb befcpte fitft in bet erflen ^41^1« bc« 18. 
3a^t^. bidjt mit großen (Sfinnciad, weldje auögctcljntc 
?Rinbtif6', ^ferbe*, Snoulefel^ unt Sdjarjudft trieben. 
SWandje efianciaö bcfn^en über 60,000 6tiirf ?Winbi?ict 
Ütud) trieben ilc au6(iebebnten aRaiö* unb aßei^enbnu. 
3Dic ßTo^e (Sbene ton i^incla am iSlo be (afl 9Jncca6 
war toliildnbig etniiencuinun loon üanbwitttj^nften mit 
prödjiiöcn äßeijenfetbetn. 3)fan jnl)Ite bort niete l^anb* 
iriilbe, bie on 600,000 Iiutadn SJeimegen befa&cn. 
5)ie Slrbciler ouf ben fianunjirtftfdjaften waren griJölen* 
t^eil0 9tfgerfffni7en-, bic 3nbianrT befleDlen ibie eigenen 
?Diilpa« unb Äücfe entarten nadj jjeu^oIjnKr SBeife. ^iid) 
hatten bie Xominifaner mit 9?eger|'nnven betriebene 3«^^"^' 
p(an(agen mit tSrfula cingefüt)rt-, ifire Snflentca San 
Ocronfmo bei dtabinal, bei IJkcopa unb IJlntatiiLin ivaren 
gio^artigi' Einlagen. @d ergab fid) bereite eine nombafte 
3ui(etaudfu[}r nad^ Spanien. Hudi Säunin^oUbau fanb 
jtatt. Xod) ging tomalö bie fpanifdje 99efiebf[ung nid)t 
über Slmatitlan in bie ^ietroe Sattibufl ftinab. 

Xie Stabr Guatemala trieb einen lebf^aften ^anbel 
mit SÄerico, Shiapa, 9?icaragua, (Soflarica, mit QJeru 
wtib Spanien. "äWan jälilte um böö Safer 1700 in Ö»ua« 
lemala ö Äanfleute, bie ein IBermögen pon 500,000 
Dufaten Ratten, unb picie, bie 20,iX)0 biö 100,000 
Xutaten befaßen. Xer SBerfebr über iant bcf(baffle fit^ 
au6fdilteölid) butdj "JKauIefcI, beren ©efieet bofeer groöen 
SJerbienft erwarben. 3äI>rUd} lamcn 3 Sdjiffe im ®olfo 
3)u(ce an, nrldje bic fpanifie ©infufir Wft^len unb bie 
guaiemal{|dje ^JIuefuf)t hiben. 

©efcnfcer6 füllten fi(fr bie Älöftcr mit 3?cic^tf)um. 
fi€ gab in ber Stabt ®uatemnta nur eine ^Jfarrfird^e, 
bie Äati)ebra(e; bie gro^e 3aM ber übrigen Äfrdjen ge- 
I)örie ju ben Äl^ficrn ber Xominifaner, granjidtaner, 
^ercenerianer, ^uguftiner, 3efu[ten unb ben ii^eiben 
Wennenflöflern. 3n ben Äirdjtn prunften faft fabelfeafte 




St^df^e. 3n einer Xominifanerfirefae ftanb ein foloffaletf 
fitbevneö (Fantrlabnim ijcr bem ^^ct^aKarv', bet \c fdjU'er 
roat, baß brei Spännet i^n faum ju beben Bermodiien. 
2Ran ^atle Statuen ber Sungfrou ^faria in Öcbcnägröße 
uon maftltJem Silber, iööt ben .^elligtbümern flim- 
merten Äeliiiuicnfiifit^eu unb Xuf^enbe r>on fÜbernen 
Ifampen. XieÄIöfier bntten bie pTodjtigPen ®ärlen mit 
reiienbrn 5lntafien, Springbrunnen, mit großen Cbfu 
baumfdinlcn, Äii(^engdrten, wo bie mannidjfaltij^ften 
©emiiKPlianjen gejogen würben. Xatei waren bie sit' 
ten ber ®eiftlirt;en bier fo [orfer, wie nur fonfi wo. 
^an erjäblt ft<^ gar 9}tand}eö ton ben Siebfdjaften ber 
OTöntfce, ja ber $ifd)öfe, mit ben 9lonnen. 

3n ber statt (Guatemala root ber überaü per« 
breitete Soijlfianb um fo grc^er, alö ber *preia oUer 
l?eben6miltfl ein äu^erfi Hriigcr war. Xer Urbcrflufi fin 
t'cbeudmittcin, an Chft, ®emiife, Odjfeu', ^ammel*, 
Jtalb*, 3'P0"iTl'^if<t), JlQnind)en, ®eflügel, inbifdjem unb 
fpüiiifdjem SBeijcn, erregte bad ßrftounen beö grembcii. 
^om Sd>(nd»tod)fen war ba« gefl brr wcrtbroüfte 'I^eilj 
ber «blicke l^reiö be* 9tinbfleifdje« war IS'/a ^fr-. um 
•/a Äcat (2V4 ®rofdjen). 9)?it \'^ Meal föi g(eifc& unb 
Va Seal für (Semüfe unb SOialöme^I war alfo eine ga* 
miUe auf bic SBot^c t)erprcü>iiinliii. ®6 war baber lein 
^unbcr, baß bie .){[eiberprad)t augeiorbenllieb ftieg. 
Xad ganje i'eben in Guatemala war ein äußerft üppigc6, 
bie Sitte äußerfi [oder. 

Xic Kegiening ging mit bem böfen 99eifpie(e feftr 
voran, Xer i^rdfibcnt unb bie SÄirgliober ber ^ubiemia 
i?ertcppeltfn iljre ßinfiinftc butd) fd^amlofe 35efiect)lid>Feil 
unb (Jipreffunfl. 3.^and}e IJ-^räfibenten rafften wöOrenb 
ibrcr Vlmt6jeit 'iDfiUioneu ^ufammen. Xer $räfibent 
Xon ©ujmon bc ^^Jaj t) ?orencanü ((jegen (Snbc beö 17. 
3a()T().) ging fo writ, baö, obgleich tai Äarlenfpiel in 
^rioat^diifern ftreng nnterfagt war, er ndcfttlid) ©efell« 
fd)afien von reidjen ^Ucrfcncn bei fidj gum Äartcnfpiel 
üerfammelfe, wobei iliuen große Summen abgenommen 
würben. 3Kit rcid'cn Seuten, bic fid) weigerten, feine 
Slbeupgcfeüfdjaflen ju befud)en, fing er Streit an, unP 
biefclben Famen j,u Sd}abcn. Xic *Kid}ter verfuhren auf 
gtei(6c 2Belfe. Xie 3?id)terfieUfn in ^erieo unb ?ima 
geilten für cfirenftafter «nb bnttcn tiöbere ©rbalte, bie 
in ®ualfmala galten iebod) für eintrdglttber. ^erbredjer, 
bic bie 3)Illlet jur ^cilecbnng ballen, gingen fvci auö. 

Unter bicfen 33erbä(tniffen muptc e0 wie ein Straf' 
geridit erf<^einen, alö burdj tAi drbbebeu tom 13. Xec. 
1773 bie prdd^tigc ^auplftabt serftöit würbe, worauf 
man bic ^auptjtabt nad? ber gegenwärtigen Stelle im 
gelbe ia 93irgen in ber großen (Ibenc am 9Iio be lad 
^accaff »erlegte. Sefonbcrd in ben böber gelegenen 
Ufieilen war bie 3etfiÖrunfl groß, niinbcr in ben niebri* 
geren. SSom 3a^re 1776 biö 1779 erfolgte ber Unijug 
au0 ber alten, gegenwärtig SInli'gua genannten, nci($ 
bet neuen Stabi ©uatemoln. Xo(^ würbe bie alte 
Stabt erft auf ben pcfillven Sefebl beö ^räftbenten be 
®ulpej PöKig verloffen, wcld)et bort jebeö (Sefdjdft bei 
fiwcrer Strafe untctfagte. @3 fiebelten fid} irboe^ oU« 
mdlfg bort tpicbrr (Sinwohnct an. 

11* 



GUATEMALA 



— 84 



GUATEMALA 



3m 3- 1795 fiifteten bcr Citet t)on 3aco6o b« 
gjitta Umitia, Dr. Slntonio ®axm, Ux $. 3ofc Sit 
toiiio ©oicopc^M unD onDcte IciuiiCe *l.'erfi)neii bie 
^o<^ vfrtintle Ccfönomifd^c ©cfcUft^aft i^ut görteruitg 
In Äüiifte, >fT l*antn>irt!i|'d)afl unb b« aUgtmcincn 
3Üc6lfa1)tt be» Äonigrcid)«. 3)ie ©efeüfc^afl ffiljilc fc 
fort Spinnräbet ein unb unierritttctp inbianifdje SBcifcft 
in Deren ^Jtbraudj, fcßic greife aiiö ffir tag bcftf ®arn 
wnb 3n)itn, für ßatao' unb S3aumn)cUpflanjungcn, für 
©aujc unb Wuffettnc. 3m 3- iVJl ftcffneie lie bann 
fine 3f>*«"f^w'f- •>" 3. 1798 eine 9HQtI)ematiffd)ulc, 
im 3. 1800 eilte aJicbeUfdjulc. 3m 3. lTi)9 empfins 
bic ®pfcüft^aft b«n fönißfidjen ?Iudbru(f ber ©enugr 
timung für iftre palriotifcbfn Slnfireugiuiticn unb bic %U' 
bientia »utbc vom ÄiSnijje anjiemit'fe n , ibni (bem ÄonifjcJ 
bie SDiapnalMuen anjubcuten,' wetiljc biefelbc jur Unter- 
OriQuna bei ®cfeU|d}aft am angemcffenften evac^ten möd)te. 
^Darauf traf — bcjet<t)ufnb genug für baö fpanif(^|C 
Sefliment. - ber f. ©efefei Dom 14. 3uli 1^*00 ein, 
wtiäitx, ebne irgenb einen ®runb anjugebcn, bic ©cfeU* 
fdjafl üufl'ob unb Iferc ferneren Si&unjjen rerbot. 3)ic 
Eefonomift^e ©efetlft^aft würbe unter ber 5iepublif luiecer 
IjerflefteUj unn gewann einen gtoöen SBitfungAfreid. 

liit Bereinlfltcn Staaten von (Sentto^?(me« 
cifa. 911« im 3- 1B08 bic Äunbe oon ber 3'ifutrection in 
Spanien nad? Sentraiamcrifa gerangrc. rerfc&ic fie bort 
alle @emüil)er in Bewegung. Offene 3"c6cn ber öU« 
gemeinen Stimmung bratbeu bann im ^Cerember 1811 
«erx>or. 2)ie Stäbtc San Sal^abor unb ©ranaba (9?ica* 
Tiigua) pflanjlcn bic yiufrul)ifabne auf. Xie Uneinigfrit 
bei 6tinnnfü^rer mad)te icDcd) bem ^räfibenten l)on 
3ofe ©ufianientc *) ©uetra bie Unterbiüdung beö Auf* 
ftanbe« (eie^t. ©ufiamente'ß fttcuge !Hed^lli*feit l>atic 
ibm bic ?Ibge«eigt6cit bcr vernehmen gamilicn, bcrcn 
Wi3brviu(^e ' er befdjränfle, jugeiogcn; bf^balb war er 
bei ben anberit Stdnben beliebt. Ür war \t<t6 bemnt^t, 
bem ^anbe alled ®ute ju)un)enben, ba« mit bem fpa' 
nift^eii 6ufteme nur vereinbar war. 

3m 3. 1817 wurte 33uftamente abberufen, ©ein 
9lad}folger, ®eneia[ ^on @arIod Urrutia, war ein 
(iwaier alter Wann, bcr aUcn bcfdjWfr liefen l^ingcn 
buid) Sluffcbub glaubte au6 bem SBcge gclien ju fönncn. 

91m 26. 3uni 1820 veirünbigtc bei @c:uralcöpitän 
Urrutia bie neue fpanifcbe Son^itulion. Damit würbe uic^t 
nur bie ^xtifin^tit, fonbern audj bie 'treffe felbft ein* 
geführt-, bcnn außer fllmanaf^cn unb @fbclbü4>lcin 
waten bicrju ?anl)e bid^er feine 2)rurffd)Tiftfn etfdjie« 
tien. Die treffe fdjrieb nun fofort mit einer Ungcbnn^ 
btnf)dt, bie bei bcr 9lcnbeit ber Sat^c boppcltc« Sluf» 
fcbcn erregte. iJaju famcn bic 9lbgccrbnctcun?at}tcn für 
bic (Jorteft. Xie blöbct fdjlummctnben feinblidjen ®e^ 
füfele würben watft gerufen; bie ^Parteien bilbeten fie^ 
unb btfämpftcn ft(^ mit (Jibitlerung in bei *Preffe. 

3m a»ärj 1821 lie^ Urrutia ßdj übcrreben, feine 
©cfunb^cii erbeifdje, baß er fid) eine SJeile von ben 
©efdjdflen jurüdjtcbe. 6r ernannte tcn ©encral 'J'on 
@a»ino ®atnja ju feinem 9lad)fo!gcr ad interün. 9(m 



15. Sept. 1821 pcodamirte @aittja bie Unabhängig feit 
befl Üanbf«, „weil baö 9Jol( c* wönfiftc". 63 war ein 
i^djritt, ber fc^on lange lyon ben vornel^men Familien 
ttorbercitel war, wel<^e «arfftcten, bap ifjncn bic ganje 
®t«jult jufaflen werbe. 9lat^ ben UnabfeängigfeitÄetfld« 
ruii^cn SÄcirico'ö unb Solumbicnö war ubrIgcnÄ bie 
hicnge eine fafl noiljwenbigc gclge. 3)ie !eo«irennüng 
von Spanien war ot)ne ©lumctgleöen bewirft. 2)er 
erfle (longrc^ würbe auf brn 1. 3)jfdrj 1822 einbreufen. 

3)0 jcbotö in SDferico bie 2Rünat(ftir bcfl Xon 9!u* 
gufiin 3turbibc ju 6tanbe gcfommcn ft^ien imb bie 
äicbcrübod, xt>ic Üc fid) felbft nannten , ober bie ©cruilcn, 
wie fte von ben liberalen genannt würben, bie bcfonbcrS 
in Qinatemata mdrtjtige arijtofratifdie i^atlri bic monot« 
d>i!(^e Dicgicrnn^efprm altf iljrcn 3ntere|fen günfligct 
vprjog, fo wu^te bicfclbe e« ba&in au bringen, baö ©UQ* 
icraala fid} für ben Vln[d}lu0 an '^tnico ecfläctc. 9!u4 
Scon, 6omavagua, Duc^altenango, ßiubab Dfeal et* 
närtcn fid) für ben anfd)(u^. »m 19. Ort. 1821 ridj» 
tctc aud) 3lurbibe frlbft eine 3uf4"ft an bie provifotifcje 
JHcflicning von (Guatemala, in welcher er bic 93ereinigung 
mit 'aKcrifo empfabl. 3m Januar 1822 ernannte 3tur* 
bibe fobann ben (S^encnal fflüinja jum Ocncrofcapitän 
bed bidberigen SSicefönigicit^d Guatemala unb jum 
^eneiallicntenant bcr 91rmce bcffelben. 

«m 19. Wini 1822 würbe 3turbibc affl 91ugu|hn I. 
jum Äaifer von ÜWerico auößcrufen. galvabor, wo bie 
i'iberalcn vorberrfditcn, crflärtc fid) aber gegen bie Untcf 
wcrfnng, trat aud Guatemala aud unb fe^tc eine ciaene 
republifanifdje Regierung ein. @Ö fam jum Äncge. 
3>ic ©uateniü liefen jogen vor bie Slabi €on ©alvobot 
unb eröffneten am 3. 3i>ni il;rni Eingriff auf birfelbr, 
würben jebodj voUftönbig befiegt, fobap fic fofort ibren 
SKüdjug nad) ©ualcmaln antrotcn. 3niwif(i?en hatte 
Äoifer «ugupin jur ^örberung bc* 91iifdjluffcö ein Gor^* 
unter ©cncral gitijola nad) ©uatcmala gcfanbl, wddjet 
jeet nadj bcr £tabi <£an ©alvabot niarfibirtc. (5r blieb 
Mer (ine 3dt lang liegen, um Unlerbanbtuitgen an}U' 
fnüpfen; bie 6tabt weigerte aber ben 31nfd;lug bcbacclt4). 
81m 7. gebr. 1828 gri|f et olfo bic f«Ivaborifd)e ©trcit- 
mad}t an, welche eine vortf)filf)afte SleUung im @ebirge 
batte, fdjiug ftc tro(jbem unt befe^te 2J?fricano«, bie 
Sicrfiabt von ©alrabor. Xic £tab( unterwarf fi0 nun, 
unb bamil war bcnn bic (Einverleibung bcd ganzen vor* 
nialigen ^iccfönigreidjß ©uatemola in ba« neue ÄaijCT« 
Tcid? SHerico bewirft. 

@inc SInjabt Slbgcorbncter auö ben fünf *Brovfnien 
©uatemaln'ö batte fid? betcilö auf ben Songrc^ in ÜJierifo 
begeben, nlö 3t>n"bibe'6 goll erfolgte. I^iefer ßongrep 
bi'tdjlpp mmmct)t am 1. ?lpril bie (Sinftcllung aDct 
militdrifdjen £)perationcn, welche bie Bereinigung bor 
^toviiijcn ©uülemala'Ö mit aWcricc jum 3wede hatten, 
worauf gilijola fetbfl einen (Kongreß biefer ^Jrovinjen 
jur fdbftdnbigcn i^onftituirung bcrfclbcn berief, weldbec 
am 24. 3uni feine Sipungen eröffnete unb am 1. 3uli 
bcaetirtc: „I)ic ?lerciniqtcn Staaten von ^cniro*9lmcrifa 
fmb frei unb unabbfttigtg vom alten Spanien von 
2Wctico unb lebet anbern SRatbt." 3n bet (Sinuitiing 




GUATEMALA 



— 85 — 



GUATEMALA 



I 



j^u bicfem Denrete \\>üxU erffärt, bog bir Union mit bcm 
uorniQliacn Äaifcrtljum SHctico, ivetdje de facto befian» 
ficn bare, aiidt(l}I><^Ii<^ burd} ung€t>$(tcbe 3Hitte[ )u 
€lant)e gebraut tporbcn iinb tion ber nationalen 9}ei' 
trrtung nie bfftätitjt rcotben fei, unb bog ade von 3tur« 
bibc jum Sfbnf biefcr Union getroffenen ffierfügungen 
nuU unb nidJliü feien. ?(m 2. 3"[i crfldrte ber ^onmep 
fidj jnt conftituiunben Ufaticnalrexfammluty. Ilirfclbp 
becretitte fobann : Unabf)änflig(eit bet btci eiaatSflewat' 
len, ber ereculiioen, bet legiölalleen unb ber jubideüen, 
von cinanber, 'fludfdjlug jebcd @ottedbieiined au^er beni 
iömiftb*fattjDlif(^en, UnMtlcßlldjfeit ber Slbgeorbnelen, 
Stnerfennunfl ber 99atlenalfdjiilb, fflefidtigunö aller be^ 
ft<l)fnben, bem (ifO^nwärtuen Staatöfpftemc nif^t mlber- 
^eitenbcn ©efe^e. Stilen ^Beamten wnrbtr ein bie 9?plf«' 
tout<etäuetd( ancrfennenber @ib abf^encmnten , n?ügegen 
bie Biftfcflfe, üoran bet ?3if(ftof von Öcon, unb bie^Könrfie 
fi(^ lange flräubten. 9udi würben ade Slitel abgefdiafft, 
«lufirr ber Benennung bürget nnb ben mit bem l^al' 
f4(jlid) bffleibeten SSmte Krbunbenen 5;itel. 

?lm 8. 3uli würben *öebre üOiotina, 3uan 5)inete 
SiÜatorta unb ?lutonio 3ilrcra ßabcia« ju SWitgliebern 
ber proi^ifcrtfdjen erecutiven 91e«jtcrun^ gen>äf)lr. 9uf 
3)efeM be6 merivauifdjen (Sonjjrejfed mart<^itte ®enerai 
giliiola ton (Guatemala ab unb natb 9Rehco jurticf. 
diaM SIrtja, ein guatemalifc^er Officier, ber fitfi jurüd« 
oefe^t glaubte, perfudjie eine fertcegene (SmpÖrung. iJurd) 
iBpfierf)ung iinb Ueberrebung gewann er einen beträtet» 
Iid]fn ^ijeil Cer (SarmTon vpn Guatemala unb marfdjirtc 
nun am 14. ©ept. vor ben (5ongre^v«laft- 2)ie Bürger 
bet <Stabt festen n(^ manntjaft jur 'SBebr, erlagen aba 
benSolbaten, unb im ®eft&e be6 ^olane* würbe Wrija 
Veit ber SIegierung jum ®enetalroniDianbanteii ernannt. 
Slo4 fd)on nac^ einigen ilacjen fiel fcer größte Ü^eil ber 
emiiörten Scibaten T>on Slriju ab, einige (eilenbc ißer* 
frfiwörer würben crfrtjojfcn, "Ärija felbft entfam iebot^ 
ibec bie ®tenje. Unterbejfen war ein fnlvabcrif^eö 
(forpÄ unter ®en«al Slloaö im Kniuge, um ber gefeö* 
lidjen dtegietung jU ^ilfe ju fommen. XieÖ war ben 
@uatentaliefen liSdbfl unangenehm , unb ba bie älegiecung 
ben bargebotenen S3eiflanb bereitwillig angenommen l)alte, 
fo wußten bie 1D?pbetaboa c« baljin ju bringen, ba^ bie 
Äegierung abbanfte, worauf O'^oran, ijofe Antonio 
SRiUa unb ^tutonlo 'Jtiocra (Sabejad ju ^IKiigtiebexn ber 
Äegcntft^afl gcwäljlt würben. Dicfelbe fccfteUlc "iJtünufl 
9}?Qnlefe ^um ^ricg^minifter, welcher ald erbitterter @cgf 
net €alQaboTd befannt war unb eine lange €orrrfpon< 
tenj mit SioaÖ führte, um beijen (Sinjug in ©uotemala 
m verf)inbem. 9tivad beftanb jebod) barauf unb ^og ein. 
Ss fpra* von vornljcrciu febr fcljlimm fiir bie Vebend» 
fibigfcit bet Ctonfobcration, ba^ bie Staaten eine fo gc' 
Kijle (Sifcrfudjt gegen einanber Regten, unter feinet SBe« 
kingnng and) nur bie Infffte gegenfeittge Uebetttetung 
ifiret ifnab^ängigfeit bulbeten, juntal fic je ibr eigene^ 
Siiliför batten. Uebrigcn« war tjicr unter bcm Slnfdjcin 
ker föletotiioen SBeifianbölcittun^ gewiffennaßen Itiulfäd)' 
lidi fd^oit 5trt(g. SUie (Guatemala fiel} feiubfelij) gegen 
9Hfiad »erhielt, fo ocrftielt aud^ et fi(ft feinbfelig gegen 



®uatcmafa. ©atvabot flanb für bie libetate gartet ein 
unb fab rci^t woljl voran«, tag in ber confütuitenben 
SJerfammlung bie Servilen (2)?obctabo6) ©natemala'tf 
obenan ju tteiben famen. dnbtid) eil&eilten Regierung 

unb 33erfümnilung gcmeinfdjafili* bem Dtivaö ben pcfi* 
liven ©efebl jum Mürfjuge natfe £ntvabov, worauf 
9tivß3 15,000 X>pIIoi6 a(Ö itoficn beö üliürfui^eö unb bie 
5Iu0lie|fTung mehrerer Jlancncn, bie er aiö (iiijenttinm 
©nlvabotö beanfprud)«, forberte. 

ßrfl im 3. IS24 trafen übrigen» bie «bgeorbneten 
von ^onbutöö, 9ticaragua unb ßoftarica bei ber ton* 
ftituiicnbcn Sßerfamnilung in ©untemala ein. Xad von 
gilijola bc)e^}te (fbiapa erfldrte fidj bagegen für ben »n* 
fdjlup on 3)?rrifo. am 1. Cri. e. 3. beflötigte bie 
IßerfammUmg mit @in|'d)luö jener neu angefommenen 
SKftglieber bie UnabljÄngigfeitöerlMrung vom 1. Suli 
vorigen 3al)ced. 

3uVDrbetfi fam in ber 9?erfammlung bie grage jut 
lebljaflen 2;ebatte, ob bie Otegietung eine centrale ober 
föterale fein fofif, unb würbe am 18. 9Iov. ju ®unfien 
be6 Böberali6mu6 cntfdjieben. Slm 22, SRov, würben bie 
®tunbrifie bet Öonftitutton angenommen. CDfefe festen 
fefi: bie Äepublif fceficbt autf fünf Staaten, wcldjc je 
an fid) fouverän unb unabhängig finp, außer in Pen 
@tüden, welctje bie ßonflitution an bie Söteralregterung 
abtritt; alle ©iirger finb vor bem (Sefepe flleid); bem 
(Songreffe, jn weitem 1 S^ltglteb auf ic 30,000 (Jin* 
woljner gewählt wirb, fmb jugewiefen Orgonifation ber 
nationalen Äriegömadjt, Seial)lung bet Megierungöfofien, 
Scfiimmung ber 9lbgaben, JTricg unb griebc, .fjanbel, 
3Äünje, ®d)ule. Der Scnal hat 2Witglieber für jcbcn 
eiaat, iltjt baff ganjc 3ahr liinbnrt^, tjot bie Öeflöti» 
gung bet ©efefie, ertheilt ber (SreiuiiK S3eiratb, ftcflt 
a ßanbibaten fuv bie Sefeßung bet höijetn SIcmter, bat 
bie Mnflage bet böljem SSeamten. 2)ie (Srecuiivgewalt 
übt ber *4Jtäribcnt Der 9tepublif, weld)er im %aüt feine« 
9lbl«ben6 vom Öifeprdfi beuten vertreten wirb. 6tSmmt« 
lit^e ;)iegicrungögcwalten werben vom 33olfe gewählt, 
bie ÄbgcDibiieicn auf 2, bie ©enatcren auf 3, ber *lJrä* 
fibent auf 4, bie 9iid)ter auf G Sa^re. 9ladi bem et« 
wähnten SRage von 1 aRitgllebe auf je iJO,000 (Sin* 
wo^ner erhielt ©uatemala 17, 6on Salvabot 9, ^on* 
butaö t), Siiiarügua 0, (5ofiarita 2 Slbgeorbnetc für bea 
göberaUongreö. 5;ie ^infünftc ber goipcralreoiernng be« 
ftanben öauptfä(fclid> in bem Soll, wcldjer berfelben über» 
wiefen war. '^ic (Jrecutivgewalt in ben (Siu^u'lflaaten 
übt ber 3«ff (6hef) ober (Souvcrncut. Guatemala hatte 
18, ^onbuta« 11, Slieotagua 13, ^oflatita 11, €al< 
vabot 11 9}titglicbcr ber &taat«legieiatut. 

Slm 17. april 1824 bcf*lo0 bie 9Iation«toerfamm* 
lung bie Jlbj'djaffung ber Slcgetfflavetei , bie eifie ©Karen* 
emandpalton, bie in Slmetifa vorgenommen worben ifl, 
3n ber ganncii ^Kepublif gab e« iebo(^ nur an GOO Sfla« 
ven, weldje gtöptentheil« ben SJominifanetn gehörten. Um 
31. Dec. lub bie ^erfammlung ^udwärllge jur (Sin« 
wanberuug ein unb jldierte ihnen gteidje 91ed)tc wie 
ben einheimifdven ^utgctn ju; eine ÜRainah^fr bi? 



GÜATE3fULA 



— 86 — 



GCATK3IALA 



rillen f(ftarffn ®Mfnfaft ^u fctm fpätcr ftcgen gtcmte 
ftetö bcobaditctfn $ftfobrcu Hlbci. 

am 23. San. 1825 |*Iop bic (onfHluirenbe ©«* 
fammlunfl i&re eieungen, 19 SRonatc nattj iörcm 3ur 
fammcnlrill. 6ic Ijutt« in aUfn 3n'"apn ^" Slaaiä« 
BfnvQltung cinr groöe anjafil ron rortTCfflit^en frfiiintii' 
gen ajeifügunficn flctrofteii. SeiDct foflien fie flröpicnttjtil« 
auf bcm Rapiere ficbm bkibeu! 

3(m 0. %<ti. 182.') rourle bcr «fic geberalco«iirc(j 
fipffncl. ®<iictal 9lr« war bcr ccfic UJtäfibcnt ber iHc« 
ynblif, SRartano ScltTaneno iBicfpfäribcnl uub ^cv 
fiOcnber bed Sciiald, ein güljvcr btr SRcbcrabod unb ein 
leiienbeö 'iWitiilicb bct alten ^loMcffc. Obalctd) bie Staut«» 
cinfünfte fid) feit fcet SIbircimung vom iWuttfrlanbe Der* 
mintert hatten, weil mcbterc «Ib^aben au|'öct)oben motben 
roarcii, wäfttcnb btid göbctntitMijItcm bic Seljörbcn ver- 
t)ifIfQd)tc ui;b baö'ÄcflieKii baher Foilfvieliger mat^tc 
al0 beim ffubevn (5otoniü(fi?iiem , ]o I)al(c fid) bcdj ber 
matcricUc 3ufianb beS Sunbeö bur* bif Unabijdnaigfcit 
flcbcffe«; man erinnflic ieet für bcn 3nbl8o befTcrt greife, 
ald bct Kaufmann in (5abir gcioflbrt botie, bic neu ein* 
geführte 6od)cniUcjiidjt bclofcntc Cie Arbeit tcidjüdj, bic 
3iirfcrQuöful)r nad) ben lYibamcrifiinifrfjfit JKfpublifcn )>tf 
mebilc M). Xie ilüttfiiitciibfn giruiPoMen fielen aiuifti^ 
füc bie liberale i^artei aiid. 

«m 1. 9Kiitj 18:20 eröffiieie bcr $räfibent bcn ßon« 
gteS mit einer JRebe, »uclt^e bic flünftigften Stuefirfjten 
auffieOte. ^ie ?(uerfciinung bct Äepubllf biirdj 9)tcricy 
unb Gnglanb war erfolgt unb 'oon bcn anbern cutcpäifdjeii 
ffidd)tcn juiicfagt, tie giiianicn worcn im gebei^Iicljcn 
6tanbc, tjon uue»uäilK|cn Qirfeflfcbaftfn erfolgten M' 
xciiit Slnerbictcn jum betriebe ber Serr,ivetfe, bev ^Pcrl' 
fifdjerei, Uefl ?anb&auc«, bc* Saue» Wö intcroceanifdjcu 
6$iffdfanalÖ. Xo^ beflanbcn bereitö bie brci ^Parteien, 
bic fidj flcgeiifcitig mit bitterem ^affc ju ®runbe ju 
ridjlen ira(?ietcn unb bamil axnii bad 6laatÖgebäubc 
iü duunbc Tid}ietf» : ber «bei unb bcffeii 9InI)ängcr, bie 
®dfilidjfeil unb bic (au« Spanien flcbüttigen) Spanier, 
bie *JJarici bet 9Koberabo6 ober Setcilen, jnjciiciiö bie 
guaiemalifdjen liberalen, weldjc unrerfüönlitfce geinbe 
ter rornf[>mcn gomilien waten, icbodj für bie 9Joncd>lc 
bct ^auptfiabt cinftanben, bie falienborifdjcn Ciberalcn, 
»eldje mtn tiefen ^ai gegen ©uatemala Ijegten. ©an 
€alvabor galt aW ber ^auplfio bc8 ^iberalidmuö, bod) 
Ijie^ bifö bort fafl nur fo viel ivic ^w^ gegen ^iuatc 
mala. Der ®eifl bc6 falpnbcrifdfcn iKcgietuiig^fvflcniö 
im eignen Staate enlfpratfi fuldjem liberalen !?Iuflreten 
fcineörocg«. iöefonbet« madjtc ber ^abcr bcjüglid» be* 
Sißtbum« San Salvaboi uici böfe« ©tut. aßd^renb 
Veou unb Gomavagua i^rc eiacnen ©ifdjöfe Ratten, rcot 
ba« rirl bebeulenteie San Safcabor in fir<l)lid?cn fingen 
unmittelbar vom (Srjbifi^ofe Don Guatemala abbdngig. 
€ali?abor fe$tc befl^alb au« eignet SRadjt einen $ifd]of 
ein . rccrauf bet ffougteg bet SepuMif nad) einge^oltet 
©einung be« ^jbifd?ofe ber bottigen ©ebörbe bic ©c» 
fugni^ baju abfptatb, wie audf ber $apfi in gefdjärften 
Sludbtüden tbat. So verbittert mar aber Salvabor in 
brt Sai^e, baß cd aOc biefc @infptnd)e unbeat^tct lie^. 



SRitatagua rear in bem furt^tbarilen 3ui)anbe. !&ic 
Slet0en, n}cl<^c fid) bie ^öberaleu nannten, unb bie gar« 
bigen, »cldie fidj bic ?ibera(en nannten, fianten fid) in 
offener gtfjbe gcflcnübcr, lieferten fic^ blutige ©cfedilf, 
übctbctcn finanber in IMünbenmg, SBctijeerung , Stanb» 
fhftung, @fn?alttljaten unb ®reucln aller «n. 

!^tcinbcni fircc, von ben guatemalifcfjen Vibetalrn 
geioiffer llnregelmäftig feiten in bet ginnnjvenoaltuug bf< 
ft^ulbigt unb anberroeitig »on il)ncn aligegtiffeii , ron 
ben fal&aborifdien nur t<4toad) unterfiüoi, verließ bie 
liberale Partei unb fudjte Untcrfiü^ung bei bcn 9^obc« 
tabo«. Xie StaatMeai0(aliucvon ©uatemala, in nxi(^ 
bic Sibetolen in bcr a)?ebrl)ett n>aicn, verweigerte unter 
bicfen Umftdnben bem $r(ijtbcnleu bie il}m gebü^tenbcn 
(Elnfiinftc ber 3:abaf6regte. Xarouf lie§ bet $täfibcnt 
in bcr giad^t befl i;. Sept. 1826 3ofc fflortunbia, ben 
3eff von ©uaicmala, verijüften, legle 35ef*Iag auf fein« 
'Japicrc unb töfie bic Staatöniili^ auf. ®ei[ ber *Pt4» 
fibcnt iebodj nitfct, wie ba6 ®efco vorft^rieb, ben 3ffe 
innetE)aIb ö !Xagen bcr Segidlative vorfieUte, um ftA vot 
betfelbcn \u verantworten, fo i'etjle fic il)n oljne fficitcrefl 
in grdbcil unb vertagte fid) nad; bem 12 Seguatf cnt* 
fernteu iJorfe San 3J?artin. Xet Wfibent appeüirte 
fobann an lad 3}olf bet dtcpublif unb fd^ricb am 10. 
Oct. einen außcrorbenllidjcn, fpeciell jur .^ctftcllung bet 
confiitutionetlcn Crbnung bcvoUmädjtigtcn @ongre& au9, 
wctd^ct in (Scjutcpef im Staate San Salvabot jtufam« 
mcntteien foUc. 2>ad ju ©uatcmala fißente ^omitt' 
be6 beftclKubcn, bcrmalen »ertagten ^onqreffe« erfiärtc 
icneß beeret beö ^Präübcnten für uni"onf^itutit?ncII unb 
ungültig, unb bcr Staatögcrtitlöljof von ©uatcmala pro* 
teftirtc g(eid>faUö baflcgcn. Sau Salvabot befi^lof» ba« 
gegen, bcn ^tänbenien ju unievftüocn, unb rüfleie. 

'S>it guatemalifr^e Segidlalivc vertagte fid) na4 
einigen Xagen von San läÖIartin nad) Cne^altrnango, 
wo fic am 13. Cct. mit einet flcinen Sfbtf^eilung ber 
Staatdmilij einttaf. 3nbem bic SÜbgeorbnelni einige 
*Cfcrbc von bcn Jliöftem rcquirirr tiniicn, cniflanb eine 
3nfammcnT0tiung bc« 9Jolff«. 2)er SSicejefc gloted, ein 
güi)rer üct fiibctalen, würbe bei einer Jllofletfitdie an' 
getrogen unb mi$l)anbell. @r ftddjteie fid) in bic Stnäft, 
auf bie itangcl; wo ein SRond} if)n mit bem ßrurifit jb 
befd)nt}en vorgab, ^ic ^tupprn, bie injioifdjrn vor Ux 
Äirdie ^ofto gefaßt fiaticn, feuerten, würben aber von 
bcr ivütticnben 3)icnge übcrroöliigt. 5>ic SBuil) beö Itclfetf 
in bcr Stix<i}t flieg nun aufö ^6d;fle. I^cr 3)?cnc{} fticg 
mit feinem Sdiüijling von ber ^anjel, bicfet wutbe i()m 
enttijfeu, in einen !pof gefd)leppt nnb auf bad ©tou' 
fam^e ermorbrt. X^ad erlxe $(ut in bem langen Sarget' 
hiegc war gefloffen. 8m 18. Ort. riirfte aber ba6 wie» 
bcr concentrirtc ®rod ber Stantdmilis unter Spirfon in 
Ducialtcnango ein unb ftellte bie Vlutorildl ber Segi$latut 
in einem blutigen Slra^cnfompfc ber. 3njwifd)en iog 
Stigabicr (Fadcaratf an bcr Spt$c bet föbctaten !itupt>en 
!)cran, unb bic Wcöriübl ber Staalömilij bcfertittej ber 
Sejl TOwrb« auf bem 5Begc nac^ ber mciicanifc^en ®tm|C 
eingrf)olt unb jetflreut. darauf ging aud) bie Icgi^ 
lative SJerfammlnng aufteinanbct. I>er *ßtdfibent fi^^rirt 



GVATEmALA 



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GUATEMALA 



bann 91cun)af)(rn für ttir Scgidlätive unb @r<cut{ve btd 
€taulrd ®iiat<tnula nu6 iinb fticfflK-n erfotgtfii im 
gfbniat 1827 witler Um (Siiifluffc ^cr "üDioberatio« Cflri' 
ficfrarte unb ©dftlidjfcit). SDiariano bc 5lidncna, dn 
Ifüenber arifloftat, ißurbe 3efc boii Guatemala. SBo* 
lina uub ac^t anbete gül)Yrr ber Sibetalen, aud; bet 
Cflida €a4et, tnucbeii vnbannt, dotünel ^irfon, bet 
flcfangen ocnpinmrii toorbcn roar, würbe oftne wcftent 
*&T0«6 erf^offcn. 

Sababor, baö fo enlft^ifben auf bic ©eitc be« *Prä' 
ftbntten getreten war, eifannte je^t feinen Smtjum unb 
machte »oUftdnbifl Äeb« gegen ibn. ©ö verroarf baö 
33ecret bed ^^irÄfiöcnten beljufe beÄ außerorbcntltdjeit <5on? 
greffetf unb lub bie anbcnt Staaten jut ^cfdjidung einetf 
anbctn ^on^tcffeö in ajjuütfra^jan in San ®alT?aboc ein, 
in 'SdIqc bcpeu lucbcr bct eine no^ bcr anbete (^ongie^ 
ju Stanbf (am. SIm 16. '?Stin übetfdjriit bic foloo» 
borifdje Sitmce bie ©renje i^on ®uatema(a, inbem fie 
nfldtt«, fic lommc qW ©eft^irmcr beö ©efe^f« jur 
SSiieber^eifteUnng ber gefe^mdgi^jen ^ct)öiben im 6taate 
(Guatemala. Sm 23. ßie^ aber ^lUäfibent SIrce bei fix' 
raiola, 4 ^Keilen ttn ©uatetnala, ouf bie fairdborifdje 
ffiotl)ut unb fd^tug fie in bie gludjl, worauf aud; ba« 
®rofl bcn SRüdjug antrat, ^«tte Strce fdnen Sieg «er* 
fülgt, fö würbe er fi(^ wnbrfi^einlid) jum ^erni ton 
'^alvabcr gema<^t bfiben; allein er war bei aritlofra' 

Ifc^en *4Jartei, ber er fi<i uerbünbet I)ütte, feinedweg« 
^vnbecingt ergeben; et rücfte nut langfam vor unb blieb 
;u Siinta Slnnn flehen. Qrft im SJIai rüdte et vor bie 
Jpanptftabt San Sababor unb griff am 18. 9Mai bic 
»crffiaiiiten ^öben ron 9Helingo an, wo er mit groäeni 
^Jerlujic jurücfgcf(blagert würbe, foba^ er fidj nadj Qua* 
giniquelapa j\utücfiogi Sö würben Untcrbanblungen an* 
gefnäpft, bie Diet)tete 'Q^enaie in $lnfprucb natjmen, je* 
[lioi ohne (Srgebni^ blieben. Xa injwif^cn bct ^räfi' 

>ent ^etftätfung ett)alten Italic unb bennod) tti(I}td Sc 
tcutenbfä unlernni)m, fo würbe er ft^Cic^lid) bewegen, bad 
GiMumanCo bet Sirmee nieberjuicflcn, weldjeö ber SBri* 
gebiet ßaecara« erhielt. !£iffcr rüdte miecer vor unb 
würbe am 17. Der. plöptic^ ton ben Satvoborcrn unter 
3RcTino bei Santa $lnna angegriffen. @in blutige«, 
lange unentfdjicbcn !)in unb b" roogenbefl ®cfed)t ent* 
ftanb, weldita mit einer Convention fiftlop, wcl(f)et ju^ 
folge fceibe ^ecte fit^ jurürfjieben fotlten, weld)c itbot^ 
ba« (Stgcbni^ Ifaüt, baf Merino im ©efi& von Santa 
Sfnna blieb unb ISadcarad fid^ nad; @uatema(a jurüd' 
jog, wo er am 26. Uec. eintraf. 

SQfil man in Guatemala fowoi in politift^et wie 
in militdrifd^er ^ejiebnng <iUei IGertrauen in ben $rd« 
fibenten Ärce verloren \}aUe, fo fab er fidj gcnölljigt, 
am 14. Sebv. 182H abäubanfen, unb ber ©icopräiibent 
.iBettrancnc, ein entfdiiebencr 9lriftoftüt, trat an feine Stelle. 
3neem bie göberalen unter Srigabiet Slrja aber» 

ial0 in San Salvabor einrüdten, würben fie am 
1. SKdri 1828 plö^lid) von ben Sülvabotern unter 3Rc' 
Tino bei (Sbal^fiiapan angegriffen, bradjten birfem jcbcd) 
«ine vcUi^iinbige S^iebedage bei. !l)ic Salvabcrcn batten 
G00 2obte, mdftend nacb ber S<^ia<^t bingeme^tlt, weit 



!dn ?l?arben gegeben würbe. Slrja legte fit^ in bie Soc< 
fiabt SJIeriranoö bei San Salvabor unb faubte Coronet 
■Dominguej mit einer Slbtijdlung Gruppen nadj San 
Sfftguel, wp bie guatemalifdje *4Jartei ftarf war. ü)iedno 
verlief itn 3)ifnft Salvaborö unb, inbem er lldj in 
einem gabrjeuge elnf(biffte. bad uuterweg(5 bei (Sond^agua 
anlegte, fiel er bem Dominguej in bie .^änbe, ber iftn ju 
San 9WlgueI vor ein Ädegögcndji flcliie unb itagö bar* 
auf wiber alleö 9?ü(ferredjt erftbie&cn licö. 't)i< llr» 
ftfeie^ungen ^irfon'ö unb Wenno'* ftnb jwri uiiveiant« 
wörtliche 9)?orbt&aten, bie bdbe bet Partei ber gitate* 
mallft^en ^lobleffc unb Äleruö jur £afl faüen. Seue 
33erbanblungen würben angefnüpft, bie wtebcr feinen 
<StfoEg batten; bie Salvaboret waren cntrüflet über bit 
J^ö^e ber guatemolifdjen gcrberungcn. 

doronel Ilominguej beorbert, Salvabor an ber San 
löiiicent^Seite anjugrrifcn, ftieö am 0. 3ult au} eint 
S(fiar von ^onburaö» unb Siicaragua'Xruppen, wel(be 
Salvabor ju Allfe jogen. 3lir Sefeblöbabet war Wc» 
rajan. S-aÄ ßon>6 be« morberifd^cn Obnrflen iDomin- 
guej würbe von "ilHDrajan vcllftdnbig ictfptmgt. 

3ebt wanbte fid> bnd 9&affcnglüd. Salvatorer 
©ueriüabanrcn unter Üetrelongc finitten ben ©uatema- 
lern vor Salvador bic 3uf"br ab. Xarouf fdjnltt 3Ko» 
ra^an ien ®uatemalent ben !){üdjug ab unb bie ^c 
logeret von Sau Salvabor unb bic Sel'af^ung von San 
9Äiguel mußten bie SBaffen ftreden, ÜJie SWannfdjaften 
eibielten jetod) freien Stitjug unter ber ©ebingung, 12 
Cfficiere, fämmtlid) ju tien großen ßamilirn (Suatemala'd 
gebötig, al« ©eifeln jurürfiul äffen. 

3m ^tovcmbct flaut Worajan an ber ©pi$e bet 
vereinigten ^rete von ^ouburaÄ un» Salvabor ju Ägua* 
djapa an ber ©renje von ©natemala. 3n ?lngfi unb 
9fotl) mad^te Guatemala $neben9anrräge, bo(^ fanb e4 
jebt feinerfdt« bie gotbcrungen Salvaborö ju bcd». 
VlUc männlid)en ßinwoöncr von 14 bifl 50 3a!)ren wur» 
ben )u bcn ffiarren gerufen. 5)tan fdjanjtc emfig «n 
ben geftungöwcrlcn, fdbft "äKöndjc unb SDamen arbdteten 
caran. Die .Rirdjen fleuertcn ibr Silberzeug ju Cen 
.ftriegßfpften bri. 

(Snbe 3«nuar 1829 panb 5Rora*nn vor (Guatemala. 
3n Antigua würbe SKorajau mit offenen ^/Irmen aufgc 
nommen. Die vom ^Bräfibentcn ?(rfe verfprengtc alte 
liberale Segi^latut trat in ^Intigua wicbet jufammen, 
brachte !lruppen auf tie Sdne, wctd}e ^lidco, 3 geguatf 
von Guatemala, auf ber Strafe von 9(nligua beteten. 
8(m 18. gebr. würbe bic ^efabung von Witfco Uiyiüi}t 
von ben ©uatemalcm unta ^Jadjeco überfallen unb 
mußte fdmmtlid) über bie Älinge fpringen. ^acbeco 
nitfte barauf weiter aufJlntigua vor, würbe aber unter* 
wegd can 20. gebr. bd San 'Öiigucliio in bie glutbt 
gefd)tagen, worauf bic Salvatorer ^^idco wicber bc 
legten. 91m ].'>. SHärj würbe dn Stuöfall bcr @uate« 
mater mit ft^werem ^erlu^e bcrfelben ^irüdgef<^ lagen, 
am 9. läpril eröffnete ^Korajan ben ©tnrm auf bic 
©labt unb r6 würben bie SluBtnwerfe genommen, am 10. 
war Strapenfampf in bcr Stabt, am 11. nfolgte bie 



GUATEMALA 



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GUATEMALA 



QapiluEotion unb am 12. Sprit tjielt SRorajan fdnrn 
(Sinjiiü an bct Svißc fein« 3;tupp<n. 2)afl 9Berf tcr 
^rpcinjcn (jcflni bie Jpüu|Mnntt irjc »püjprtcn, bie ver-- 
Ijaßlcn a6clif»fn ©ef^lfc^tcr roaien gebemüjmgt. 

Xic ^ödjflcn ffiüibtntrtSgcT »urbcn fofert gefangen 
gefegt, am 19. SJpril bann nodj »cit« 60 ^croorragenbc 
ÜSitgUcter b<r guaitmal« SRoberabpß verljaftft. 8lm 
23. »uröe bie ab«fdj(ojf<nc Sonocntion ffit nidjtig er« 
fläri unur bcm ^onvanbc, ba0 nii^t alle ÜH^affcn ab^ 
gdrefctt iDocbcn feien, wie bebungen trotbcn. 3)ur(t 
ten 6lab(ljcf jRaouI wjutfce uod) einmal bie Slbliefcnmg 
flÜrt ffiaffcn bffol)Ien ixi 4 3al)ten ©efdngnip unb ©in* 
itebung fämmtli<^<n ^efipe«. 3n tcr betrcffenben ^roda' 
malion biefcÄ Maoni, eine* frübcrn fjöficni Officierö 
^iapolcon'«, finbft fidj bet merfwütbigc *13affu«: „ÜJle 
^auptfiabt, burd) bie fflaffeii ctobert, tfi baö (Sigenlbum 
bet Slimec." fKaoul tiieb e0 \o tueit, ba^ SJtocajan 
ftrf; gcnöt^igt faf), i(}m bett SIbfdjicb ju ertljeiien. Xeccc« 
liit ftjucbc ab« bic (Sinjal)(ung an bcn (£d}o(j bet 3iC' 
jDubUf atlct im Sefi^ ^tittet brfinbiif^en .ßapitalien uiib 
oQei: jwifdjen ^atceien getic^tlid) ficeitigen Jtapilofien, 
kniete 18 äRonaU nad) bet ridjtcclic^cn ^ntf^eibunit 
von ber SepuMif jtitücfju^aljlen. Sußcrbem mufitcn bic 
^lilglitber ber gcfallcncu ''Jarui eine gejivungcne Slnlei^c 
aum Seirage fon 70,000 Üfealetn auöfeliten. ©ci 2ßibet» 
fc^tidffeil würbe ^auö unb ^abt* mit Scfd)lag belegt. 
S(m 21. SJpril trat bic alle legifllatioe SJerfammlung 
»om 3a[)re 1826 wieber in ber ^auptfiabt äufnmmeu 
unb am 22. ^uni ivurbe au(^ bet alte (fongtr^ fom 
Srttjre 1826 roiebet etcffnct. 33ftfel&e bfcteriric bem 
©cucral aWorajan fofett befonbcrc l^ijrenbcjeigungcn ; 
eine golbfue €(^aunuin}c tvurbe jum Vlnbenfeit friued 
6iegefl gcfcfilagen, fein l^ortroit rourbe in bet ffongre^* 
^dUe aufgefjängt. Ü^er ß^ougrtB erHärte aQe iväl}reiib 
feiner Slbwefenfwit ertaffenen ©efe$e unb getroffenen 
Verfügungen für inigüllig unb bie vom G. 'Apxil 1826 
bi« jum 12. SJpril 1829 befieficube Kegieiung für eine 
unfonfiitutjonelle Ufurpation. Senator 3ofe 'gtanriOro 
5Barrunbia, bet ©ruber bcö ©laatöiefen von ©ualemola, 
rourbe jum *4ird|ibcnten ber Otcvitblif crnaniu. Xie \mU 
lidK @recutivmad)t befanb ft(b jcbod) aiidfd)Iie^tid} in 
ber ^anb brft ©encralö 377otajan. iDiefer bepotrirte am 
9. 3iili auf einem langen mübfamcn Umtuege bic Jtriegfl» 
jiefangencn nad} 'äReriro, nur $lrce unb Vlidnena würben 
jurürfbcbalten. 3n bet %i<iit betf II. 3ii(f begaben fidj 
bffifiere jnm ßtjbifdjof Stoman ^afauö unb in bic 
ÄlePer, xoo (it bic SRöndje, von bcnen fie 9tamenliften 
I)atten, verfammeltm, biegen bann nflr biefc gciRIiien 
fetten ju ^ferbe ober ju 3)taulcfel ileigen unb cdrortit' 
U\\ n« »>irf) Omoa, von wo fie nad) ^avana fd)ifften. 
?Rur ber 3Äcrtcborben würbe belaffen, fpdtet föculatirul. 
Mm 28. 3uli becretirtc bie ®taatdlcg(fl(atut bic Sluf* 
I^cbmifl ber TOöudiönöfier, beren fönimtfidje Sefi^unsjrn, 
licgenbe unb bewegli(^e, fonfidrirt würben. SIm 1. <tept. 
würbe blefe« ®ffet vom (longre^ befidligt. 9(m 22. 
3(ug. würben burd) dongre^bef^iug fdmmllic^e Staat«* 
orfangenrn über Obctftlieutenantrang verbannt unb ein 
a)ritt?<U ii^rc« ©igenibum« tenfiaclrt. 5Jr(e unb Slici* 



nena würben am 8. @ept. nat^ Ottioa abgeführt, von 
wo fie ^df nad) SBelise begaben. 

auger votübcrg dienten Störungen in ^onbura« 
erfreute bic Mepublif ft(^ iept ein paar 3abrc befl gric« 
brnd unb mjd)tc unierbcffen )tenilid; bcträd^lU^e ^cw 
fd)Hlle. lX)er ^nbau bet Sot^cniQe in Guatemala, M 
Äaffeea in ^ofiarica, bc0 3»bigo'ff in <Ban €aIvabot 
bob fid^. Das Sanb würbe von ben ;Häuberbonbcn, von 
brnen cfl fdjwärinte, gefdubert. iJic 6efc$unq ber 
Äirtfcenwürbcn würbe bcui ^rdfibcntcn ber Sepublif gn* 
flcwiefen, ber SSerfauf bet päpftlid>cn ©uUcn verboten. 
l)agcgcn würben jwri neue llnivcrfitdten gegrünbet, eine 
iit ean Salvabor unb eine in ?con. 3n ©uatemala 
würbe eine ©olföfdjulc na(b bem goncafterfvficmc eröffnet. 

Dctft nt^tm bie Servilen nidjt gdnjlic^. 3m 3. 1831 
mae^te 9ltcc vom mcricanift^cn C^^ebietc nn^ einen din* 
fall in fie ?llto«, würbe icbodj fofort jurrirfgetriebcn. 
S^oniingue^ in ürurillo unb ©ujman in Omoa erhoben 
bie gabne beö ^lufru^rd. (^rjicrer würbe ergriffen unb 
erftftoffen. ©ujmnn baue fic^ bcö gortd ju Omoa bt* 
mddEftiflt unb lieg bort bic fpüiiifdje glögge Rattern. 
3)ie Sruppfn ber Mepublif nabmcn bic gefte, unb bie 
fpanifdje glaggc ;(i)g, einem 2J?aulefd an ben Se^OMini 
gebuuben, burd) bie Sitaßen ber Stabt. 

Ättum waren aber bic Servilen niebcrgcicorfen, fo 
veruneinigten ft(^ bie liberalen unb befdmpften fid> aU 
Sentralifiaß unb göbetaüf^a«, jene für eine fiarfc au« 
gemeine Kcgictung mit 9fationaIreprdfeniation, biefe für 
bie Souverdnetdt ber Staaten unb bie ©eft^rdnfung ber 
göberalrcgicrung auf bic auswärtigen Singdegen Reiten 
unb bic aicrljältuiüe ber Staaten ju einonbcr. ijJie 
fd^Iumnierncen Samen ber 3">*elradjt fdjoffen auf mit 
erneutet Äraft, Üiic ?cgi«latur von San Salvabor 
crfldrtc am 7. 3an. 1832, bag ber göbcralpaa abflclaufen 
fei, unb ba^ fie ben Se^örben ber 9{fpublif bcn ®cbct' 
fam auffünbiflc. 9Korajan vüdtc in baö Gebiet von 
San Salvabor ein, fdjiug am 14. 9J?ärj bie ürnppen 
bc6 Staates bei San 3Siguel unb griff bic Stobt San 
Salvabor am 20. an, worauf fie ftd) am 28. rrgab. 
3ur Vludgleidjung be6 3n'if*eö ließ ^Vorajan fl(^ ium 
yiräfibenten beS Staate« San Salvabor wäf)len. 3« 
gleidjem SBetjufc vcdcgte er ben Si& ber göbcrolregie* 
Tung von Guatemala, gegen weldieS bie vier anbem 
Staaten fdmmilid) eifctfud)tig waren, nad? San Salva* 
bor. ^latii bem SBcifpide ber bereinigten Staaten 9?orb» 
anierifa'ö würbe ,ber Sejirf innerbalb eincS Jlrcifed von 
10 Sffluaö ringS' um bie ^auptfitabt ^um giJteralgcbielt 
erflärt. Die 9(uljc fehlen jept wieber Ijergeflcllt. Die 
tdigiöff dmandpation würbe angenommen , bic Äircben* 
lehnten aufgeboben. Da» blöl)er gdtcnbe fpunifdje 
feriminatgefcj würbe abgcf^afft unb baS von Sanunbia 
übcife^lc daffifdie Scrf fceö 9iorbamrtifanpr0 Stving* 
fion*) alö Sidjtft^nur bei ben Uriminalgerii^ten ber 
dtrpnMif ringefüE^rt. Dann würbe bad SitliPurgaif^t 

•) Edward I^vingtlon, A System of Penal L»w for Ütt 
Uniltd Sutes of Americ», pnuFDlcd t« lli« Hoose o( K«pr** 
BCDlfttlTee of tba UoiMd Sutet. Wathington 18S8. ibl. 




GUATEMALA 



— 89 ^ 



GUATEJLALA 



I 



dnflcfü^tt. GnMid) tvurtc Cic Giuileljc cinßcfiifjrt, eine 
SJcueruiiij, »vcldjc Pic (Jititurung Ut Ö(tii(i(t)frit auf« 
91«u€ftfie f(cit)eru\ aöfti« war eine b<n Sluömiiriiöen gc* 
tod^Ttc ScraünfHfluiui, fcefonberö bic JHeli^iitfnflfKi&Pi^ 
«in Uhx {^m^ntt^^ Wittci )ur Stufrei^uni) bcfl bigiMlirn 
l^offc* bnt(^ tic IVicfier. 

9(m 24. 3i''i l^'iS fam eine butd) bic TJtifftcr un« 
aefiifteie audficbrcitftc 93crfitivörunfl bcr 3nbianfr jum 
«uöbniJ^. Unter 81nfiif)tunQ br^ Onbiaiictd SInaftafio 
Slquuii) jogcii Raufen von 3iibiatwru biiidj bie 6rta|jeii 
l?(m Süfotiboc uut« bfm Sufe: „Muerte contra Blan- 
C09, Kstranjeros y Meetizos" uiib wdljteit ftd}, ju 
^otbcii annjacljfenb, fn bie 9iaif)barfrijaft. Sic Ratten 
eme b<\i&\ii\[\d)t Slnjabt Steige rrfd^Iagrti, ald bic 
3^nip|jcn fie b<i San 93incfntf jafprcnalfn iinb bcii 
Sliifüftrcr «fdjcffcn. 3»r ©efirafimji bcr @fif(Iic^ffit für 
ifjtc Sciljciltaitiig all biofem öcfa&rlidjcu 31ufftanbc 
fdjafftc bic Äeflierunfl mit SIiiönat)mc bcd «aonntaflö unb 
bcr fiinf ^aiH)lfcflc oßc fird^Iid)«! gefttafle ab, wad 
aber bei bcr bigotten, certtniioendfüt^tigcn unb arbeite« 
fcficiim tpcvölferimg nie jur aiuöfüljruiig fam unb nur 
ber ($einiid)ftit ein ncurS 9(ufrejjuii^6mittc! an tie 
i^anb gab. 

3ni 3. 1836 (am ba« unglücriitftc ^ürojcct bcr in 
^ußlanb gcbilbcten „Agrlciütural aud Commcrcial 
Company of tbe Eaat Coast oi Ceotral America" 
jur Sudfü^rung, wietcr eine Md^c faufmäntiifd^e €pccu< 
tatien, bei ber t^ an t^cr nötl)iflen (Sinrt(fct unb Umfidjt 
fcljlte. ÜJic (Jonipaflnic f?otte rcn bcr Äcflierung eiuc 
Anberaumung nu^jictcftnter S?änbercifu crfialten ju iSuca 
"iliit^a im Xieparlcment 5iera *l\ii in ÖuaUmala, wo 
bic Stübt ?lbbö{5i?i(lc auflelcßt »vcrbcn foUrc. 9ln 1000 
Ginwaubcrcr, meificiiö Selgiei, würben Mnaefc^irft, an 
200,000 *ßefü3 ücrauöflobt. 2jic (Sinwaubcrcr, gröBten* 
if)eild Qii^ ber untent ftilbtifrt;»en Sco6tfcrtiug, icareu 
fiöübft nniiceiguet, l\e Viualitiii in bcr fdjujiilcn, uuge» 
funben, I^eipcii 3one war i)6ci)fi uuflcetflnct, bic %enten 
ber ©cfcllidjaft ivaren bc« Sanbeö unb bcr lanbe^flcmtigcn 
ßanbivirtbfdjafl burdjauö inifnnbia. ^ie(c (Sinwnnbercr 
crfvanftcn unb ßarbeu, bic übri^cu jerftieulen fid) unb 
nad} jwet i^alircn war bic Kolonie adu^ftd} verlaffctt. 

«m Ui. 5ipri( 1837 brad) bic (Iftoleta in ber€labt 
®ualnnala aud unb erlaitjitc im 9Jtai uub ^uni gic^c 
^eftigfcii im üanbc, befonberö in ?Imatitfan unp Um> 
flCfienb. Xic iHcijicrimo ma(fctc bie griJpten Slnftrenfliiuv 
gm unb traf ttfflid)c a*orrcl)ruußcn. Die ®eiflUcftfeit 
nfannte il^re (^clcgcnbcit. Sic fprcnutc tu ben inbiani' 
f^en ^cmeinbcn bnö ®erii(^t au0, bie SRcßtcrung Ijabc 
iic ©aller fcrqiftet, um ta& 93otf ju «cTuic^ten unb 
tafl ?anb mit ^remben ju bevölfcrn, wobei auf bie er* 
wd[)nte neue (Jdonic tu 9?cra ^aj tiinofwiefcn würbe. 
lEad 93olf erbeb ftd) wiitl)enb mit bcm cdjrci gcß^n bic 
SScrgifter unb 3lu*l(Snber. Xic Sicrjtc würben etöriffcu 
unb crinorbet, mußten ibre fdmmtlidbcu Slrjncien ju ftd) 
nef)mcn, bid jle baran unb nn ben ^iöbanblungcn ftar^ 
Jen, womit i^rc ©c^ulb benn für erwicfcti aalt. ®ro§e 
Aorten i)attcn ftd) bcfonberfl bei Santa 9iota im Scjlrfc 
SHitQ in ben nbffi^üfti3fit Stfchidjten beö Ändfilgebirgce 

S.ax(9fl.b.ffl.ii.A. «rflt€toios. XCVI. 



ndrblidl von Safama aufammengerottet, ein wi(bc^, 
rduberifrfK* ^crgvolf. 3;cr Siicalbc ^ling 0c<jcu fic mit 
40 ÜBann Ü^ragoncru uut einer 31bil>cilu:ig guyi^clf 
unb fließ auf fic am ü. 3uni bei Santa IHofa. Uiivor' 
ftt^tiger SSJcifc ging Itt Slltalbc mit ben Dragonern allein 
öor; tiefe wurtcn Pou teiu wüt^nben 9Jnra(lc ber 3n* 
biancr in bie 8lud)t j^ctriebcn, unb und) ^ai guöfolf 
muptc fid) jurüdiirticn. Xcr güfjrer ber ficßreidicn 3n- 
bianer con Santa ÜÄofa war *Rafact (»ancra, bamalö 
21 Oa^re aft, ein bunHer Sabino mit Samboblut. 6r 
war feineö ©efdjäftö ein maroncro, ttfcld)cr Sd)Weine 
für bic ^aublcutc ju ^arfte trieb, batiebcu ein montero, 
falfd)et Spieler. iSt foniue Weber Icfcn noc^ fdjrriben. 
lS3ie ©eiftlidjeu fdjicffen ftd) fofort fcfl an (Sarrera an, 
in bem fic ein fo tüdjiifjefl wie ücfügigcö ©crfifug ge* 
fuubtu ju haben meinten. Sic' rrflärten, ßarrna fei 
gewiffermaljen ber (5ngfl iRavijafI, vom ^immcl gefanbt, 
um bic 3nbio« ju rdc^cu gegen bic feöerifdjcn liberalen 
unb 91u€ldnber, ftc befcftigtcn in ben inbiauifd)cu Cit' 
fd)afteu SilDer an bic Äirc^t^üren, in weld)fn bic 
Jungfrau ÜRaria Sarreta ticauftragt, ben Jluffiaub an^ 
jufuRrcn, unb i^m ben Scifianb beö ^immel* iufagr. 
3war CTlittcii bie 3nbio* am 15. 3tmi eine 9?iebcrl.ige 
bei ^ataqticdiuintia, bie 9{cgjerung6trupvcu vlüubettcu 
bad Xorf unb begingen große @icue!. !l;effcnungcad)tct 
»ergrößertca ft(^ fortwdijrcnb bic Aorten ber 3ubiiiner. 

33ic S ob etat regier ung nufd}tc ndj anfdiiglic^ itid)t in 
bic Uuruf)en »on Guatemala, fd)on neu e6 i^r an ben 
crfürbcilidjcn 3JfitteIn gebrad). ÜKorajan jog enblid) im 
SRdrj 1838 gegen bie 3nfurgciiten non 9)Iira iuö gelb, 
ÄUein naefc euCicfen ^JMrfdH-n unb ©egenmäri'djen, ®c' 
ie(^ten unb Sdjarmüücln fa^ bcr ^^tdftbent, obgleid) 
fiegrcid) in iebcui ©cfcdjic, ben geint fottwd[)rent ju* 
ue^men. Xie 3^crf(^lagen^eit unt Scweglic^feit beS 
Sarbaren crwieö firf) alö binreid)enb, eö mit bcr tapfer* 
fett unb @efd,MdIid)feii SHcrajaii'U aufjunel)nicn. 

3m Siugiift würbe ^Diorajau ^tlö^ilid? narfj San Sal- 
vabor abgerufen, um bort eine vom ranfifdjen ör<inciSco 
3)?aleöpin angeftiftetc Dtcbellicn xu uutctbrüdcu. Sobalb 
3J?orfljau abmarfcbin war, jog Öarrcra feine 3nbioÖ ju- 
fammcn, fdjlug bic fc^wadje, im Staate ffluatemala »er« 
bUebeuc 9iUaunfd»aft göbcralipen unter Goronel Sonilla 
auf ber (Sbcite rou .falapa unb jog in bie ^aui^tftabt 
©uaicmala ein, ol)ne Sibcrftanb ju ftnbcu. Xic Statt 
würbe ben wilbeu gerben prciögcgcben, weldje plünber* 
leu, motteten, noit;jüd)tigtcn unt fonfl tte fd]eu^nd^ßcu 
©rcuci begtugeu, unt nur mit 9KüI)c »crl)intert werben 
fonnten, bie Statt abjubrcnncu. Xod) Hieben bic 9?o« 
&tejfl, bcr Älcruö unb überl;aupt tie Srrviicn unbct)el-' 
ligt. Xarauf würbe 9(ntigua genommen unb geptünbcrt. 
9Im 11. Sept. würben tie 3ntiaucr bei 2?illa 'ühicva 
wdfjrent eiucd Dtebelö vom Stigabict Salajar überfallen 
unt in bie glud)t gefd^logeu, worauf ($atrera fic^ in 
lüfl ©cfcirgc von 3«ita jurürfjog. Sdjnelt wie&er ge* 
fammclt, machten tie 3ntio6 einen (^infaU in ba0 ©c 
biet von Sau Satoabor unb gelangten bid Santa 9nna, 
ta* fic plünbfrtenj auf tem 9tüc!juge würben fie ieto(^ 
von b«n Äegicrungötruppen unter ßoronel Sarball ein* 

12 



GUATEMALA 



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GUATEMALA 



at^oU unb in tfc gfiitfet qeft^lagen. ßarreta madjtc 
je^t grictenöanträgc iinb fdjlo^ am 23. 5)ec. einen 9Jcr= 
ttafl_intt 3)ipriiäan' ab, tem jufolgc tie 3nfurgenten bif 
SBütr^n abtlefeitcii, tie Icficijcnlicn 5Bcb6rbcn anertann* 
icn, ^arrcra bartf(jfti Gommonbant von 3)ffta wutfcc: 
ein S^eid, tute fd^tratt ^L^ajan ftd) füMen mu^lc, um 
ju einem foldjen 2icilrügc mit (einem ^obfeinte, ^em 
ft^lduen fjinterli fügen aßilteii «eimod}t ju KiexCc«, n)el< 
djer biffem eine cj^cieKe ©tcUung einräumte unö Pen 
S9efct)l von Innjpen geiuätjrrc, 

Am 30. SKai &ieie« ^dfire« öaite au(ft ier göberaU 
tcngrei oerfügl: jcbe SlaatöredcTung i)> befugt, ©efctjc 
nad) eigenem ®utbünfen ju erfuffen obnc ©encljmigung 
ber i56bcralregiecung; bie ^Iiuotilär bet J^^bcvnlrfDierung 
beft^ränfl ft**) <iwf bie auSii?ütii|jen Slu^iclcjciibcitcn unb 

göbcralrepublif. tjic Seffion würbe audj fd)on am 20. 
3uU aef(^IolTen. (Sä mar bie jWPlfte unb lebW Seffion 
be0 CoDgreso federal. 

«m 1. gebr. 1839 mar SWornaan'ö Icrmiu oi« 
?BrA)tpentcn bcr ?WepubIif abgdaufpu. ^r war iept cigcnt^ 
lid? nur *Präftbent beö i£töüicÖ Bau Sa!i?atür, fuIit 
iebo(6 fort, ft(0 ^tiräfibent ber Sicpubüf ju nennen unb 
alfl foldjcr jU fungiren. ßeiiarica, ^onbura^ unb 9?ica' 
tagua traten au« ber gcbcraticn, unb bie belbcn teptaen 
vcibimbcten fit^ ju bem SSebufe, ben Staat (San <2al- 
vabcr von bcr uncouflilutioneUen .g>errf^aft bcd @enc< 
talö ^orajan ju befreien. ^n^TOd^ rürflen 2000 9Jlünn 
SRicataguer in lai ©cbiet toti sau ^aLvabcr ein, fdjlu^cn 
«m 15. bie göbcralen an ber yempa unb rüiftcn out bie 
€tdbt €an Salvabcr, njurbcn ^ier iebcdj jUTÜrfgeft^lagcn. 
Sim 6. 9(prit griff 9Äoiajan ba« vereinigte .^ecr von 
fionburflS unb 9?icnragurt an bcr ?empa an unb bradjte 
ipm na(( jweinünbigem fd^werem Jtampfe eine voOflän' 
bijie 9liebctlaßc bei. '3)iccawn geigte bicr große perft^n* 
lidje Üflpferleit unb würbe fdjwer «erwunbct. Der fore» 
Tiilifiifi^e ©rigabier ^abanaö verfolgte bie ^onbnraö' 
ttuUpen unb na^m (lornnvagua, bie .^auptfijbt von |>on» 
burad. Serrera, ber geibberr von ^onburatf, umging 
Gobafiaö unb bran^ im Salvaborifdjen vor, bi« üHora* 
)an i^n mit nur 600 ^ann, weniger al6 1 ju 3, traf 
unb in bie Sludjt fd>Iug. Untcrbenen nahm ßabanad 
Tegucigalpa, bie grofic unb wid?iigfie 6tobt in ^on- 
burad. 9llö i(bod^ im Januar 1840 bie vfrtinifitcn 
Stuppen von .^cnbura« unb ^licarogua unter (icroncl 
Ouiiano t)erancürfirn, mu^te aiid; (Sabanad aud ^cn^ 
buraö weidjen. Selbfl in ber ©tobt ^an. Salvabor 
brad^ om 16. Sept. 1839 ein Stufflanb gegen Worajan 
QUO; bod? genügte bier nod; fein perfön[id}e0 @rfd}dnni, 
um bi« 9iube iricbcr tjerjujleflen. 

Unterbfffen tjatten bie OTobcraboÄ ©uatcmalciV^ bie 
®eteßenl)cit tenu^t, bie il)uen SKora^an'tf €(^wicTigfcilcn 
boten. <2ie traten in ein offenefl Sünbni^ mit bem 
„®enetül" JRafael (5arrera. 91n bcr Spi^^e von 5000 
3nbiod eilte er in fi^neUem Warfd;e nad} bcr ^auptflabt 
unb erfdjien um 21.3Käri 1^39 vor ben ^^oren. tJie 
fleine Jöberaltcfaljung von SOOSWann, von ben ©ürgan 
nft^t untnflü^l, fonnte feinen SBiberftanb Ififlen, unb 



(Fatrera fcielt feinen jweÜen Üriumplieinjufl in bie €tabt. 
alle Se^örfccn würben abgefegt unb SWariano Slivera 
QJai bei gorm nac^ jnm ^röftbentcn cingefcpt, aUt 
SJcrfügungen ber biöfierigen Regierung für unftültig n* 
tlärt. €arrera war Üciabor, fein Sdjwert ®e|c&. aUe 
^itglicbcr ber liberalen ^i^artei unb alle , bie man irgenb 
oI3 Wegner anfa^, würben verbannt unb, wo mau ibr« 
babiiüft würbe, getöbtet. 3)o(fe begniiate (larrera n<6 
mit einer Scntribution von 20,000 'Dollar^ unb jcigte 
ubciliaupt viel umpt^tige ^Wä^igung. Ginc 3unt« ber 
äfloberabod trat jufainmen unb etflärte am 17. $lpri( 
bie göberation für aufgelöfl unb ben ©taat (Estado) 
OJuatemala für fouverän unb unabhängig; wa^ bie 
aldbalb einberufene, uatürlid? nur oud nnbängcrn ber 
jKöenwflrtigen JKcgicrung jufiimmengefe^lc Icgidlative 
«famblea betätigte. !t)ic S'ripcUiga bei 9?oWf|ie, be« 
Äicrud unb ber Sarborei triumpliirte. ÜJer librraU 
(Sfiabo bc to« Slltoe, ber fl(^ gebifbft 6alte, würbe von 
Garreta in ®eft(j gencmmcn, ber am 21.3an. 1840 in 
Ducialtcnnngo, bie .^auptfiobl, einjcg. ®U}man, b<c 
U^räflbent brd Staalefl, unb bie gefammtc STIunidpalildt 
von Dufjalli'iiango würben unter langfamcn SWarlern 
flftöbtct. 

€alvabcr blieb ber cinjigc, bem göberatfufierac gf 
treue Staat, unb SWorajan en(f*rop fiti ju einem legten 
SScrfutfe jur aBicbcrtjcrfteÜung ber »Republif. 9»it 1200 
9)Ninu Salvabcrctn niarfd|irie er nad) ®uatemala unb 
ujl>in am 18. 5Värj n«dj einem ®efed)te von 28 SRi» 
nuten bie Stabi ein. ^ier würbe er von bem 5000 
OTonn ftarfen %n\]H umjingtti. 93cn ben guatemaler 
Srcunben, bie iljn ju fommrn aufgemuntert hatten, 
würbe er feige im Stlt^ gclaffen. Seine bc^en greunbe 
waren ja verbannt ober umgefomracn. @r ft^Uig fid) 
burdj mit 600 Üßann, bie anbere ^ölfte feiner Sd?« 
würbe niebcrgerae^elt, fein Karbon würbe gegeben. 
SiUcin, alö er Salvabor wieber erreicht balle, crnoben 
fidi bort ade iljm feinbiidun gdctionen. Qt crfannte, 
ta^ eö mit feiner Sat^c ju (Snbe fei. 3n bet fiünuii'djen 
9Iad)I beö 5. Slpril fc^ifftc er jltb au Sibertab ein nacft 
äJatparaifc in Sl)Üt. 

l)ie Ütepubtif Guatemala, ^ie reactiondren 
Xtnbcnwn bcr ^ouptftabt, bie üü^ ber fpanifdjcn ^dt, 
wo bicfelbc ber Sip be6 vi(efÖnig[id)en ^ofeö, fio^er 
*Crrtlaten unc einer begüterten Slriitofratic war, fi(6 er* 
fallen öatien, madjten fid) feit bcr Sluftöfunfl ber g6be' 
ration immer me^r gcitenb, unb bad Vanb ^cl in einen 
3ufllanb jurüd, bet von bem unter ber fpanifd)en Ärene 
wenig verfd>iebrn war. Die Servilen (^oberabod, 
SIrificfratcn ) hoben aÜc liberalen 93erfüäiingen ihrer 
SBorgänger auf, einfcblir^lid) bcr religiöfcu Toteranj. 

6flTrcra war jcboth im obfpiutcn ©cfi^c allct 
Staaldmadjt. (Sr entfpratfc ben (hirartungen unb Hn» 
fprüd)en ber ^lobleifc unb beö Älerufl nur fo weit, otd 
ed il>m felbft genebm war. C^r war weit entfernt, i^nen 
einen 5Waditjuwod)fl üugebciticn ju laffcn, ber unter 
Umftänbfn pegcn ihn felbft cingcwanbt werben fonnt«. 
Die leglÄlattvc S(famblea mu^te bei ihrer ©efe^gebung 



GUATEMALA 



— 91 



GUATEMALA 



feine 95cfffi(e »crfjfv «inbcltn. Xie (SeifHit^ffit ^atte tie 
aöebercinfiftliinti Ux coiin^dtt^n Äirrtjeiitiütcr unl) US 
3clMUCii beftimmt crircittcl, ^t verbot ober rer ?fgid(atut 
it^aü> du feldjctf ©cffiß ju erlaffen. „2Bec tcn Sei« 
fttinb ciiicö 'ipriefmd beßcttt, möge bafür bqaljlcu", 
faatt er. Srblllert erfannUu bie ®en)ilcn, Cap baÄ 
©erfjfug, bad fie ju benu&fn unb bann wcöjuwcrfen 
vermeint galten, iftr .^«n war, bap (ie felfcfi "»^ l^i" 
SBecrjeug, n{<^t nur bem Flamen mäi, fonbem in $Bir{' 
lid^feit fcrvil waren. 

3)ie SöicbcTkrftellunji ber göbcrodcpublif würbe 'ckU 
fadj, bci'onbcrö in Bau ©alvobur, Slifaragua unb ^on* 
burafl, angefhebt, war icbod) fc^on bedwegeu nid)t wctjl 
audfübrbRi:, weit ©iiatemalti, an Scvöirerung unb 'iDIadjt 
üHen anbem Staaten ^nfammenflenommen fafi ßlcit^, 
bucd) feine Steüunü unter (Sarrna nd} anöf.'^lop. 5Ro* 
rajan, burcd feine unb bcr ^öb^ration grcunbe aufßcfor' 
bert, Um im SIpril 1S42 auö ^Salparoifo in ?a Union in 
lean Saioa&uc an int doquimbc, wonad;! feine Sinljäußer 
fortan bic (Soquimboö genannt würben. (Sr fanb einen 
aewaltfamen ^ob in ®an 3ofe in (Soilarira, wo er mit 
feinen leiten Sö&nen erfdjoffen würbe, ben 13. 2)ei'. 
1842. 3Rit bem jobc beö gelben, eine? ber teßabtefien 
unb ebclfien Sotme ^entralamerifü'Ö, luar bort auf (an^e 
3eit l)in aUi Sln^ildjt yctloren auf (JrlangunQ einer auf' 
geFIdrten unb fveir'innigen ^egieruutt. 

Sairera, barüber et^ürnt, bap !iD7a(edvin, ber $rä' 
Hbent t>on <5att €aIi?abor, bcn (^oquimbcd Slufnal)me 
unb SlnfieÜung gewätjrt ^alte, fanbte im 3. 1844 ben 
©enerat Ärcr — einft ber erfie ^Jrdfioent unb bcr crfle 
„traidor" Jet Si^beralrepublif — anö, einen Einfall in 
®au «alvabor auöiufiihrcii. ?lrce wutbe jebci ge^ 
fdjiagen unb jurürfßctrtetcn, unb 2}faledpin rürflc feiner* 
feitd in bad @ebiet @uatema(a'd ein, mupte aber wegen 
9^eulerei feiner Gruppen umfe^ren. ^er ^rieg blieb 
cljnc ISrfoIg, unb am 25. ?lug. würbe griefcc ^ef^Eoffen. 

3m 3iini 1844 (öfie (Sarrera bie legialntiöc 9Ifam< 
blea auf, bie unter ben Umfidnben outtj wirfEirf) gaiij 
unnüt war, iebodj mitunter einige 2ßibcrfcgli(6fcit ge» 
jeigt fcatte. 3n biefcm 3al)r< fanb eine (fmvöruug unter 
StnfülKung bed ^rigabierd 377onte 9ti}fad ^alt; biefelbe 
würbe e^nc 9Jiül)c unicrbrüdt unb 3){cntc Sofafl ind 
@efängnip geworfen. Spdtcr fanb eine Meuterei eine^ 
3nfanterie«$atai(lend ftatt, bic gfeii^fatt« fe^neU unter* 
briirft würbe. 

91m 1. 3an. 18-15 naijm Gatrern ben lud ^rd* 
ftbrnt bed 6taated Guatemala an. !Da (Sarrera feit 
5WÄT4 1839 bie gefammte Äegierungömat^l in bcr ^anD 
gffiabt, eine abfolute ÜJirtatur ausgeübt !>atte, bcr nomi« 
neUe ^ßräfibent aHariano Stncca ^fjai nebfi beffen SRiui* 
Pern unb bev im vorigen 3a(>Te aufgelöflen fiegiölatiue 
fietff nur feinen Sefebfen nacbgefommen waren, fo war 
mit biefet officicUm Slnnabme be9 Jitelfl ^J^räfibent eine 
t^atfä<^Ud}C Ujcränbcrung in ber D^edciung freiließ bur(^= 
aud nit^t verbuuben. 'X)odi befdiTeunigte fii^ baburtf; 
brr Sludbrud) einer eritftlidren Empörung, wcl(^e ben 
^röfibenten in bie duperflc ®ffa^r brachte. (Sine 9(n< 
2al)t grifft« unb Äriftofraten in ifirem 3""» barübcr, 



bap „el Indio 'S Wie bie @uatema(lccod Sarrcra im 
fiemeinen Scben ,jn nennen pflegten, na^bem er burd^ 
i^ren Seiftanb fo f)od) cmpotgefcmmcn, fic fo wenig 
berü(ffi(^tige, »erfcfcworen fi(ft unb gewannen bic (*iar* 
nifon bcr Stobt, SCO 3Jiaiin. S(m 2. gebr. in ber ßrutjc 
ftijob fic^ ta6 3)tililär in jwri JTafernen, fe|jtc bic Cffi* 
rierc ab, cffnetc bie ©efdngniffe unb befreite Die (je* 
fanaenen, unter i^ncn SKonlc iKofaß, ben jje an bic 
Spffte ftiÜlen. Sarrcra war abwefenb ouf einem ent* 
femtfn Sanbgutc, o^nc 5Baffcn, (BelD unb ÜSannfct)aft. 
%m 3. würbe S^otero ffarrera, be« lUäribenicn Srubcr, 
bcr auf ©uatcmala marfdjirk, bei afiiUco iurürfgcworfen. 
Allein nur ein geringer Zi)tii bcr ^evÖIferung bcirigte 
Snft, U<ii SRonte 3Iofad anjufd^liepen, ben fie für fwlim' 
mcr al0 feEbfi (Sarrrra t}ielt, unb bie abeiigen 3In^ifter 
be^ SUnfftanbfö ioflen fic^ feige iurüd. ßarrcra geigte 
fic^ fo feige, bap er bei ber 9?aii)rid>t Don bcr (Empörung 
Kjcr Si^rerfen erfranfie. 911« fotann ein CvcrpÄ »on 
2(X)ü SKann, bad contentrirt Worten war, obwol faft 
unbewaffnet, beim bic SEBaffen waren gröptent^cild im 
©cfi^ Icd 9Honte SRofa«, gegen ©uateraaln ronurfte, 
verlor and) SWonie Mofa« ben ÜWut^. 9?a(tjbem er fi(t) 
von ber SSunicipalitdt 5000 XoÜflrÖ bülte jabicn laffcn, 
f(6(op er mit Sctcro ßarrera eine Kapitulation ab, be» 
nu^te jebcd} iujwifd;en bie Oelegcnheil , um mit ceni 
©elfcc unb einigen ©cnoffcn nacf> ÜÜictiio ju enlwcid;en. 
9110 ^ie empörte Sefaf^ung bic SQafen ftredtc, würbe im 
9Bitfrfpru(^ mit ber (Sapilntalion ein grppcr 3;^ei( bet* 
fclben niebcrgeme^eitj audf würben fpätt-r Txcä) 10 *)3er* 
fönen, bie man fi'ir ÜJIitanfiiftcr ftieli, cf|ne weitem 
^^rocep [jingeri(^tct. Xod; eifannte (iarrera an, bap bic 
©etJölferung ©uatemala'ö fidj an bem Sufftanbc nid)t 
bct^ciligt ^attc, unb würbe in met^rfat^er ^iiifie^t 
(tberaler. 

Sei ber im 3Rai 1B4ß flatifinbenben Seifegung beft 
in Kuba »crftcrbcncn Srjbifc^ofö aon ©naicmala in ter 
.ffflthebrale btr J^ciuptfiabt beabfK^ (igten IBerftfcwörer ter 
abclig^geiftlii^en Ipnrtei, ßarrera, wenn er auö ber ^<ta* 
tEjcbrale fornnien werbe, ju erfefeiepen ober ju erftcdicnj 
bic Slegicrung war jcbodj uorbercilet, unb bie €ad)C fam 
nid}t jur 9IudfüI)rung. Xott wutbe barauf ^tn eine 
Vlnjal)! ißctfoneu gefangen gefeßt. 

3m 3. 1Ö50 würbe 3ofc Xrinibab (Sabona« ^J^räfu 
bent uon ^cnburaS, ber ^e unb unb 3?ad)foIger SRcrajan'« 
aW gül)rer bcr liberalen (Senirolamerira'e, unb ald foldjer 
von Sarrera unb ben Scroileu Ö^uotcma.'a'« ongcfciiicel. 
3in 3. lft-'>2 fommelte Tid) räubcrifdicö ©eRnbel in ^In* 
la^E und bcm (gebiete Guatemala'« in ber @egenb von 
(Sopan in SGßc^^onbura« an, würbe jeboc^ von ($abano6 
über bie ©renje (SJuatcmala'Ö jurürfgetriebcn. 3tn CctO' 
ber biefefl 3al)reö iibcrfie(en bie Wdubetbanben bie Stabt 
®nalan in (Shiquimula unb plünberten biefelbc unb bie 
Umgegenb, würben aber von ben guatemaUfdjcn üruppcn 
unter Solared vertrieben, wcldic itincn nad) ßopon in 
.^onburad folgten unb l)ier bie abfc^fulid)|)en ©reue! 
verübten. Gntrüfiel über ein fo uner^örie«, inmillcn bcÄ 
grieben« begangene« Unwcfcn, verlangte ^onbura* 
8<^abIo6f}aItung, wel(6e Sonera aucb in einer im 9(pri( 

12* 



GUATEMALA 



92 — 



GUATEMALA 



1853 gefccli^tni (Convention äuflffliinb, troetscm aber, 
nad)beni er iiijivifdjfn feine 9iii|iiinöcn vclimtet, ju cni- 
ti(ft(cn MriKirtcitc. OiiU'anaö beft&tc bicroitf GHciut» 
mul», tiiüxtt jtbocb int ^uli vom ^ualemalifdien 0)cncial 
(Srenatioß aefcblaflCii, wthi)tr Santa üKofa In ^onbuta* 
cinnabm, pfünt'crtc vnt jetfiörtc wnli fid) fobaun fdjlcu^ 
nigft na^) @uatntiii(a jutücfjog. 0)lci(^jciti9 ivucbe &ad 
fdjwad) bcfeptc Dinoa von flUflicmnliftljfii Xrnpprn unter 
ßavita genommen, weirfje tie ^fcfiiiii.^^ werfe fdjleiftcn l^I^ 
bnö Dortige fdjwcveöcfrtiüt »vejit'fttjrtcit. iSantcöÖuatMoUi, 
bcr gurret tcr Servilen in JjonPuraÖ unB ttx ScrfeinB 
be^Sabaüad, or^anifirte hierauf mit (^arrcradUuievfti'iöunQ 
ein fieer in Ctuateumla uub fiel im Stovembci 1854 in 
t)ad Departement @ranad iii ^ondtrad riti. 3m Januar 
1855 remxXK ©luir&tola jwar von Gatonaö siim dtfidjut^c 
nad) ®uotemala ijtjivnnjien, Bctfelbc feinte über talt mit 
neuen, In ®ua(emalrt .ingejo dienen ^^erfiärfungeii junid 
unt beging bic fdjredllAftcn ©reuel in Ccctavaque. (5a* 
brtüaö nui^tc fidj t'djUeiilidj nadj Bun SalvaCot flütöteu 
u\\\) (Suarbiola ivurbc *JJräfibeni von ^onbura?. !l)ie 
Servilen ®«fttema!a'd fiaHen bie ©enugtljuung, i(>rc 
'i^arteigenoiTen aiidj im benat^bnrteii ^onburafl fcftgcfc^t 
u!ir> beit güljrer ber Siberaleu befcitigr jn fcljen, 

3m 3- !**>! trat ®aatemala feine fktmmtlit^eu Sin* 
fprüdic auf SLUonu^i'o uub 6^iavad um bir Summe 
von 420,0(X) 1)olIard bcfiuitiv au SBerico ab. 

Am 18. SRai 18r>4 verfammeltc fi4 bie ©evölferung 
bcr ^auptftabl ju einem gropen ^nniunetamettlo unb 
«rdärte (Farrera jum i^vefitcnle 5iitaIico (lebentJlüuglitbcn 
*i]lräübcnten) mit bem Siecfie, fclbft feinen Ülactfolger ju 
ernennen, eine (hfläiunii, bie fofori von fämmtlidien 
Äörverfd?afteu unb ©elnnben DCÖ Staaieö befiäiigt würbe. 
(Saneta'^ voller 3itel, wie er in officicUen 'I^ovumenlen 
gegeben ivurbc, war jept: „ber euellenteftc Senot ^on 
Äafncl Sarrera, lebenölänglicOer "lirdfibent ber JReisuMif, 
@cneralcai)itäH bet Slrmec, (^Jenerulfiipcriutentent ber 
Sdjaofnmmcr, ^ommanbeur betf fÖnii^I. Orbcuö Seopolb 
von Belgien, ^üuorarvrilt'ibcnt ted Slfrifa'3nftitut6, beco' 
tirl mit verfdjiebeneu Orbeii für JtricgÖtbaten a. ic. ic." 

2)ie (*)eiftlid)Feit wurDe bnvd) neue 3"3'-'ft^"*'n'lTf 
Y>erföbnt. "Der ®olie«bienfl ber nidjlfallrolifdjen Sctten 
würbe nlt^t gebulbet. Ätöfict wutten wieber geöffnet 
ober neu gegrünbet. I^ie 3^fuiien, an6 9}eugranaba 
unb anbetu liberalen fiibtimcrffantfcten Staaten vertrif- 
bcn, fanben 3unii(&l unb SillFommeu in (Huatemaia 
unb würben mit ber Leitung bcr Ofti|ielmug betroul. C^inc 
^cnfur bet *l}reffe würbe eingeführt. ÜDer ^rjbifdjof 
würbe erniät^tigt, bie @infut)r von ^üdjeni 3U verbieten, 
bie nac^ feinem drmeffen gegen bic 3)2oral, gefunbc $^i' 
Iofepl)ie unb bie fiel^ren ber ÄiiAe fiub. 

3)ic *Rut)c würbe wibrenb ßarrera'ö fHegierung«jeit 
wellet nid)t wefcntli* gcftöri. Sdi^rcnb Ciefcr langen 
griebenöjeit gewann bie llrtfiofratie, fcic iljn umgab, all» 
mälifl einen io großen Ginilup über iljn, ta^ er, obglfid) 
fi fi(^ oft fjeftig unb rigenfinnig )eigie, bo(^ ein wirh 
fameö ffierfjeug in ifirer ^anb würbe. Seiner ßilelfeit 
würbe burdj $od|tönenbe Ütel, feiner Habgier burdj 
SSerwilligung von ßanbgütem, Sonfi«cationen unb bie 



unbef^^rdnfte ÖJerfügung über bie Sc^aßfammfr gefröbnr. 
Umgeben von beuten, bie ibn an Ö*cifi, Äennlniffen, 
Säbigfeiten, 3)?aiiieren weil übertrafen, bcftrebic er fidj 
immer mebr, aufii einer von if^nen, aud; ein feiner 
ffielimann ju fein. ®cr „Jiger beö ©ebirgeß" (tigre 
de la montaüa), wie man il)n wol nannte, würbe jnbm. 
3wüi blieb fein Privatleben fietö ein ungeäilgfllcej er 
blif_b ftcld bem (Jognae, wie einer UnjaM von SWai» 
ireiKU ergeben, liefe nad) wie vor feine 9tebenbiibler in 
einer Siebf(^aft umbringen, ^od) wuiite er feine böfen 
Vcitrnfdjafteu unb ®clüfie mcljr ju verhüllen. 2)ie fiei» 
ler, öuf ter er feine gegenwärligc ^o^e crHommcn, bie 
Sad)c ber 3nbioÄ ftlep er vollftäntig hinweg. (Sfl ge* 
fdjab nidjtft im görberung ihrer betonteren 3nln:effen. 
Seine frübcrn greunbe unb (^cnoffen von Santa *Wofa 
würben wegen Straf,enraubeö ohne SBeilereÖ gehängt 
unb erfdtDffen. llebcr!;aupt wutue er, wo nlcftt feine 
eigenen *J3rivatinterctien unmitlelbat betroffen waren, bie 
allgemeine Ordnung ftreng aufred}t jn erballen, ^cflaub 
gleit^ Weber grcibcii, no^ ®efeö unb i)Ud)(, fo beftanb 
bo4 weit mehr »>erf6nlid)c Sidjerhrit in Guatemala alt 
in ben anbern Staaten (Senrrnlametifa'fl. 

SBel iWube unb gricben gebiehcn Öanbwirrbffftafr, 
©cwerbfleip unb ,^anbel, ber allgemeine ^ijoMfianb 
ftcigcric ftd). Vlu* td)ienen aüe Glaffeu vollfomnien ju» 
frieccji mit btr beflebrnben Drcnung bcr XInge; feine 
Vrofranjöfifdjen ober marimilianifdjen SunH)atbien jeigtcn 
fid} in ber ^eoölferung. 

tn (Srfotg begleitete (Sarreta bi* ju (5nbe. Qx 
würbe in ben Icplen 3abren beunruhigt burd» einen ge* 
fürd'teten ©egner, ^Sarricö, ben gührer bcr liberalen in 
(Guatemala unb Sau Salvabor; cd gelang . feinen 39e« 
uiühungcn, 'öarriod in ftürjcu, unb betfelbe würbe et* 
fdjcffen in San Solvabor am 29. ?fug. 1865. 

ßfltrcra erfranfte Slnfaug 3Rärj ISGö fdjwtr an ber 
9iuhr uub ftatb in wenigen Sagen. 33em ihm xnt* 
liebencn ^'crredite gemä^ ernannte er ben ®eiieral»9Kar* 
fd?all l^icentc (Jerna, (Scrrejibor von Ubijniniula, ju 
feinem 9?adjfolger, waÄ burdj conftitutioncllc 2Babl vom 
3. SÖUrj beftäilgl würbe. 3m 3. IHCJ würbe ^cma 
gum jwciten fDfal jiim ^räfibenlen crlväblt. X'tc gährci 
ber l*ibeialeit, SeröiJio 6ruj unb iRufino Sarrioö, vet' 
fud>ten nad) ber letzten 9Iem»aht rinc Kevoluiion uub 
fielen mit ffiuctillabanben von 3»bioe iu bie yiltofl ein, 
jucrft im ^IpriC von @bia)>ad unb Soconudeo aud, wor> 
auf fic im ajlai wicbcr uitüdgctriebcn würben, bann im 
3uli abennold von ^biapaS aii6. Stm 6. 2)ec. 1869 
verfud)te 6ruj (^ueguetenango mit Stnrm gu nehmen; 
ber Singriff würbe nmi} einem blutigen ©efcdjte juriid« 
gefcttugcn unb cnbi'gte mit ber votlpänbigen iRiebctlage 
bcr *RcbcUen, worauf Seraplo ßruj unb bie übrigen 
gübrer erfdjoffcu würben. 

3nbcm baö Sanb fonfl wdhtenb einer 9teibc von 
3abten tlth t^er ?^K^t erfreut hat, hat cö in ?anbwirtbr 
fdjaft, 3nbuflric unb ^anbcl fieligcn gorlf(^rilt gemadjt, 
freilich feinen fo fdjnellen, wie man bei ba ®rö^c feinet 
Äilfeaurllen envarten follte. 3)fc langen, fi^weren 
©ürgerfriege tintergriiben fo geinslit^ bafl öffentlfd?e l*cr* 



* 



OCATEM.\LA 



— 93 — 



GUATEMALA 



I 



trauen, H^ auf lange 3a()rt aflfv UiitmKi)mim0ögrifl 
geläfjmt war. ^ann liciit 3Kiiime( an Untcrndinmiijiö' 
gcift, an SlfjotiolicnögciK, an (ilffctjäft^fln») »UifrNiiipt 
in bfr 9(rt ticr ®ua(cmaltc(ö*. Gin ^auptljfn&frni^ tct 
^ntTOicfflitng obfr \\i, bap volle ^\vd Srittbcflc tct ©e» 
vö(f«uug auß 3nbianfrn befldjt. Dft inbianifrtjcn 
Stämme jtnti im ©anjen ^Kax fricbüdj unb fl^Uljri^, 
allein fie fiaften floc ju jäbc am ?llt!)crgcl'r atzten. Sic 
fcaucn i^r betreibe unb ftfewaric iBotyneii, w\t fie fie 
tffti iflier üttgebaiU Ijabfn; fie vmventen ihre SQJodc iinC 
58aumn)oUe jtö^lentbeiW ju i^ter eigenen gering fiuiigen 
JtleiPung. eic jirobucircn »ebcr einen Öiuefuljrartifel, 
nod} confumiren jie einen (^tnfii^rdrtifcl dcii ^cbeutung. 
iCod? jftqcn fc^oii ber erweiterte Slragetibau, bie ja^U 
teidjeu tobanten t*on 3liifi'(^n>nng. tie cifcrnc Stti' 
Wnbe ju San 3ofc, 84« » guö lang, 50 gug breit, im 
3. 1868 voUfnbet, ift ^ 35. ein groiarrigrö ®crf, baß 
bie 9)?idfiäiibe beß ^saetfifdjen ^auptfiafenß beß l*anbeö 
»cfentlid) befeitigt. 'Iiie im 3. 1HG7 von bem «nglifc^en 
^aufc 1^. 3ump gegrünbete, von bet ÜRcgierung con* 
fofnonirte ?Ratioiia(banf ift ein bie gfüfllgmodjniig ber 
nviinrlidjen Äilfßqueilen beß Sanbeß U^x fötbernbeö 3n* 
Hilut. 2)ic güdieniUc^u*! 6at jwar abgenommen, bafür 
3nbigo unb Äofce nd) gctjoben. 

ClucKen. £• Ch. Bramur de Bourhourgy Pojjol 
Vuh. Le ÜTre sacre et les mythes de Tantiquite 
Am^ricaine, avec les livrcs heroiqucs et hUtoriques 
dns Quicbes. Ourrage original des Indigenes de 
Guatemala. Texte Quich^ et traductiou fran^aiso en 
regard, accompa^^ee de notea pbilolomques et 
d'une commentaire sur la mythologie et Irs migra- 
tious des pcuplee anctens de rAmeriqun. Paris 
IgGl. — üierf., Manuscrit Troano. fitades aar le 
Systeme graphiqoe et la langue des Mayas. Paris 
1863. 4- — l^erf., Hiatoire des nations civilisees 
du Mexique et de rAmerique Centrale durant les 
si^cles antäricars k Christophe ('olomb. 4 Sbe. ^^^ariß 
1857 — 1S5'J. — l^erf., Grammaire de la langue 
Quichö Espagnole-Fran^aisc mise en parallele avec 
Bes dcuxdiiüectes, Cakchiquel etTzutuhil. Ouvrage 
accoaipagne de uotes philologiques, avec im vo- 
cabulaire, et sulvi d''un eas&i sixr la poösie , la mu- 
eique, la danee et l'art dramatique chez les Mcxi> 
caius et les Gtiatcmalteques avant le conquöte, ser- 
▼ant dmtroduction au Raoinal -Achi, drame indig^ne 
avec sa mußique originale. Texte Qaichä et tra- 
dnction faranpaise en regard. Paris 1861. — Icrf., 
Lettre ä L. de Hoany sur la ddcouverte de docu- 
ments r^latifs k la haute antiquitc Amöricaine, et 
sur le d^chifirement et rinterpretation de recriture 
phoQetiqne et ögurative de la langne Maya. Paris 
18G9. — 2)crf., Lettre pour servir d'introduction 
& rhistoire primitive des nations civilisees de TAme- 
rique Septeutrionale. Mexico 1851.4. — FrancUco 
^iiMnez^ Las Historias del origen de los Indios 
de esta provincia de GKiatemala, traducidas de la 
lengaaQtticbe al Castellano publ. por el Dr. C. Scber- 
«er. ffiten 1857. — l)<rf., iie Spradjen ber 3nöianer 



ßentrat'Simerifa'ß. gSirn 1855. — M.Jomard, Rap- 
port sur la geographie et les antiquitcs de 1 Ame- 
rique Centrale. Paris 183G. — Fitderick de Wal- 
dedcy Voyage Pittoreaquc et archeologique dans la 

firovince d^'ucatan, Amcrique Centrale, pendant 
es annees 1834 et 183Ö. Paris 18;t8. iol. — John 
(jalindOy The Ruins of Copan in Central America. 
Transactions of thc Americau Antinuarian Socioty, 
©anb n, — John L. SUphem, Inciacnts of Travel 
in Central America, Chiapas and Yucatan. 2 35tf. 
■Jtcwocrf 1841. — Brinton, On the Maya gronp of 
lan^uages. Procecdings of thc American Philosoph. 
Society. Banb XI. — A. de Herrci-a Tordesiliavy 
Histona general de los hecbos de los Castillanos 
en las Islaa i tierra firma del mar oceano. 8 De- 
cades. Madrid H".01 — 1015. fol. — Juan de Torque^ 
mada, La Monarquia Indiana. 3 Sbe. Ib. Kilo, 
fol. — Ant. de RemestUy Historia gen. de Chiana y 
Guatemala. Ib. 1620. fol. — Ant. de J^on Pinelo, 
Rcl. sobrc la pacificacion de las provincias de Manche 
i Lacandon. Ib. 1030. fol. — Antonio Vasquez de 
£j»;>mo*a, Viagc y navigacion. Malaga 1(32.3. — Tho- 
mm Gagej Joumey irom Mexico tbrough the pro- 
vinces of Oaxaca, Chiapa, Guatemala, Vera Paz, 
Tniiillo. London IGWö. — Juan de Sotomnyor, Hist. 
de la conquista de la jurov. de el Itza. Madrid 
1701. fol. — William Patenon, Central America. 
From a MS. in the British Museum , 1 701 ■ London 
18Ö7. — Gonzales Barcia j Historiadores primitives 
de las Indias Ocidentalcs. 3 SStc. 9Kabtil) 1749, — 
F, de P. Garcia PelaeZj Mem. para la hist. del 
antiguo reyno de Guatemala. 3 Ste. (I^uatemnla 
18Ö2. — Domingo Juarr 08, Compendio de la historia 
de la ciudad de Guatemala. 2 Ste. (Guatemala 1808. — 
//. Dünn, Guatemala, or the U. Prov. of America. 
Newyork I82S. , — G. A. Thommony Guatemala. 
London 1829. — J. Raefkens, Reise naar Guate- 
mala in 1829. Dordrecht 1832. — Gvatemalteco (Jose 
Montufar)j Memorias para la hist. de la revolucion 
de Centro-Americo. Jalapa 1832. — John Galindo, 
The Rio Usumasinta. Journal of the R. Geogr. 
Soc. of London, ©anb III. -- Xerf-, On Central 
America. Journal of the R. Geogr. Soc. ot Lon- 
don, "^lixwt W. — E. Legh Page. K Journe} from 
Belize to Guatemala. Ib. Sb. vm, — P. F, A. 
de Eecobary Acc. of the Prov. of Vera Paz in Gua- 
temala and of the Indian Settlements therein. Ib. 
$b. XI. — A. Äfumre, Efemerides de los hechos 
notables acaccidos en la Rep. de Ccntro- America. 
Guatemala 1844. — F. de Binkum, L'Amörique 
Centr. et particulierement la prov. de Vera Paz et 
le dist. de Santo Tomas de Guatemala. Paris 1844. 
— R. G. Dunlop, Travels in Central America. Lon- 
don 1847. — G. Byam, Wild lil'c in tlie interior 
of Central America. Ib. 1849. — J. Bailyj Central 
America. Ib. 1850. — H. T.d'Arlach, Souvenirs de 
TAm^riquc Centrale. Paris 1850. — (5. %. Äcic^arbt, 
^entro * Simerifa nad) bcn gegenwänfgen 3"Pntcn- 




GUATOä 



95tinmf<ftlMifl 1851. — Rclaoion Historica concer- 
niente a la Junta Publica General de la Soctedad 
Economics de Quatemala. Guatemala 1852. — '2S. 
^eine, ©aiiDerbiltcr aiiö (5eiitral ^ Stmerifa. 5civjig 
1853. — £' ('. SquieFy Coinpcndio de la Uiatoria 
Politica de Centro- America. !Pari8 1856. — ArtJtur 
Moretet, Voyage dans rAm^rique Centrale. 2 ©cc. 
'Cntie 1857. — W. V. Wellsj LjploratioiiB in Hon- 
duras. Newyork 1857. — 6'. F. von Tempshy^ Mitla, 
or incidents and personal adventiires on a Jounicy 
in Mexico, Guatemala and Salvador. London 1858i 
— 6. vcn Sdjctjcr, 9lu6 Dem Staiiir* unb SJöIfer' 
Ubtn im ttovi|d)cii Ämctifa. ^ri^ig 1864. — Roubiau, 
Note 8ur les Etats de l'Äm^r. Centr. Bull, de la 
Soe. de Göogr. Paris 18G5. — Berendt, Report of 
Exploralions in Central America. Ännual Keport 
of tbe Smithsonian Institute. Washington 1868. — 
&. 33ftnouiHi, ©riefe au6 0>uatema(a. »ürtamnmi'ö 
2)ii«()cilunfl<n. ®Dt^« 1868, 1860, 1870. — F. iioyk, 
A ride acioss a Continent. London 1868. — A. Doll- 
fua et E. de Mont- Serrat y Voyage gdologique dans 
les Republiques de Guatemala et de Salvador. Paris 
1868. 4. — 3)?. SBrtgna, ?(Ialurwiffenf(I)afin*e Äeiicii 
im iropift^en Slmerifa. 6iultflart 1871. {\V. Benikeim.) 

GUATOS üöer Vuatos, fütamfrifanif^er ^c{t€^ 
flamm, ivobiit in Der lUoriiij ^^t6 ®rofTe, SJrafilicn, 
namcntlid) au rrn CueÜen bed Xaccarv, auf &et 3^a|Kr> 
fdjeibe Diefcd i^liiifcS au bcn DueUcu &e6 SIraguaua, 
n^rMid^ t*ou <iamapudo, am 3}Jo \}i <B. Sourciico, am 
QJaragnaQ fcIb?iE imb an ten großen, mit ihm in iBer« 
bintimg ftef^enöfn Seen Uberai?fl, ©aiioa unb San^. ©ic 
finb albfirt in lex 9Mf)e fon ^llbnaucTifuf. 

6ic gftißren nidjl ium 3"uvi' (^iucrani») Stauimc 
unb fmb audj mit anbcrn bcnacfcöartf» Stammen, wie 
brn ^jjoragi« (*Parerid), nid)t »etwanbt; fie geboren «jcber 
mit len SJölfern im ß^aco, nocfc mit benen in 9Äoro« 
unb 6t)iquilod aufammcn. 6ie fmb ivabrfdjfinli* aui 
Storboftcn in biefe ©egenbcn gefomrae». SJor allen bürf» 
ten einige auf bem ^alcgcbirgc i)cn $ovto ®cguTO unb 
9al)ia [jaufcnbe Stämme, n)le bie SRalalid, mit il}nm 
ju tjetgleidjen fein. 

Sit tDo{}nni in neinen ®cmeinf(4afren an brn 
gliiffen, wcl^c flc in Reinen JJä^nen bcfa()tcn, unb fiub 
auögeicidjncte Sdjiffcr unb gifdjcr. 2110 SAtlJVopIjagen 
lebten fie von icfyer auöfdjIicBÜd) am, ja großentlKÜ« 
auf bem Saffer; benn baö fütlidje 5Hato ©roffo, baö 
fid) in unabfc^Iidjen gluren oudbteilet, ifi itfrmögc fcined 
au$etotbenili(^en ^Jtetdjil}um0 an bluffen voäbrcnb ber 
naffen 3al)reöjeil von feenartigen aBaffetflfldjen beberft 
unb bllbct aud) tüdljrenb ber trodnen SaljrtSjeil ein 
SBafletrei* ton ijiel terft^lungeuen glüffcn unb Seen. 
Ifii ÖJuatoö baben fein miticnale^ S9an&, rocfynen aud^ 
nl(bi in Xcrfern; jebcB^niilie tvobnt pereinjett unb baut 
itjre glitte in ben unjugdngli^fien ©tcUen. 3nmilten 
unabfcblldjer ©ümpfc ober übcrfcfcioemmier ©tteden er« 
bticft man eine fleine Stobung im äßalbbicfidjt: ^ier bat 
ber ®uato feine leitet bebac^te ^ütte au fgefd; lagen, ^nlge 



•Solebaffe; einige Cn^eufeOe bilben feinen ^audratb. 
aSenn nsä^rcnb bet gluiöjcit feint ^üKe überfd^ronnrnt 
wirb, begibt er fid) mit feiner gamiüe in ben Äa^n «nb 
bleibt barin ai?pd)cn lang oljnc ju lanbrn. tiiefe Ädbne 
ober ißtrogen finb furj unb ft^mnl unb »erben ftait bec 
9tuber mit langen, s^igefvigten Stangen gefübrt. ^atf 
2Qeib, im ^intert^nl bed Sal}rjrugd ^ufammengeFauert, 
fteueit. 

!£ie ®uatod roeld^en im Jtdrpetbau tuefendit^ von aUen 
Stammen bottigcr Sonbe ab. Sic finb uon fd>cneii3"9fu» 
(idilcr ^dutfarbe unb überhaupt Den febr eurcpäif(^rm ^\ii* 
fcljen. Sic Jjaben eine gebogene 9?afe, gro^e, gerab« 
gefd;li^te, am äußern dtanbe nic^t binaufge&ogenc klugen, 
^ie 2ßcitcr finb oft reljenb fd)ön, bodj von einem fdjioer» 
müttjigen Wuöbrud. 95or Slflem aber erinnert ein ftarfet 
Sari auf Sippe unb ^iiin ber Scanner an europäifd}e 
tBilbung, wcflliatb bic ©raftllaucr ben 9Jol(öfiamm 5<it» 
babofl nennen. 2(ud^ am übrigen Äötper finb fie bebna«. 
iEa« lange, uubefdmittcnc Jpauptbaar fällt beim ©eibr 
auf bic vsd)nltern bcrab, b« SWann trägt e* in einen 
Sd^opf gebunben, barüber bidiveilcn einen Sirct^fjut. 
Sonfi aber finb ftc biö auf Un Janga (furzen Sd)urj) 
um bie Scnben unbefleitret. Um ben ^alö tragen fte 
bäußg ein Sanb au6 JTaimandjähnen, in ber burtt' 
bobrten Unterlippe Itn 3'cmbft.i (.»jjrijptlorf), in ben C^T' 
läppdjen einen fleinen ge^eTbufc^)t'l. J^änCc nnb güßt 
fmb flein, bie 95finc ujegen beö vielfn SiöenÖ im fdjma» 
len $irog IjiSufig gefrümmt. 3l)rc fdjrecrcn SBalfen, 
Sogen über 7, Saujen über 12 Juß lang, jeugen pon 
groget *KuareIfldrfe. *t)ie 2bcile betf W'ö [»nb mit 
gifd)leim ancinanber befcftigt, bie 9ogen|d)uiirc nü$ 
gafern ber Xutum'^alme ober ben 1)ärmcn bctf 33rüQ' 
offen gcbrebt. Xer ©uato ifi ein nifificrltaftet Sd^üfee, 
welcher ben Sogel im gluge etlegt. Sbenfo greift er 
bie f^redlitftc Cnje fülju mit ber Sanjc an. 3)iefc ge^ 
ffl^rlicbe 3agb mup ber 3üngling mit Erfolg be|ian&m 
jiaben, um für ÖeiratböfJljig erflärt m rorrben. 

Öbgleid) ein rüftiger uub mutbigct 2)ienf(fcenfd>Iag, 
babcn fie toi) feine feinblidjc SleUung gegen bie Suic» 
päer eingenommen. Sic perbingcn [i<b namenllidj ju 
SJocifcn' unb Sc^ifferbienß in bem üabprintl) bet oberii 
^araauai^gcipäffer. I)ie Dotiert fd^cnbc Seibcnft^aft bd 
ben ©uaioa ift bic Siferfut^t. ia« gamiltenljQupl t)at 
4—12 SBcibcr unb buIbeJ feinen anbem Sffiann in ber 
^ülle. Scbatb ber Soft n mannbar eiflört ifi, trenttt et 
fid), baut in brr ©attlic^hiug, am Sumpfe ober am 
gluffe, feine (eiditc .^ütte unb bilbel eincu eigenen ^au«« 
fianb. 2)iffe ifolirte Sebendvueifc flebi in mcrfroüibigem 
©cgenfage ^u bet (Seiftefienttuidelung, in ber ber ®uato 
bic meificn 3nbigenen Sübamerifa'd, bie in volfreftiöen 
©emeinfdjafien leben, übertrifft. Seine Spra(^e ift wri(ft 
unb ipobllautenb unb f^ein 3oÖf«nfi?ftfin f^flt entivideTl. 
■JJie mciftcn fübamfrifcniifcöcn Stämme jdblen nur biö 5, 
Ijödjpen? mit ^ilfe ber Singet bi^ 10, worauf benn fo» 
fort ein ®0Tt mit ber ©ebeutung „Blei" fomml: ^.9, 
bei ben Sbavantetf ka-o-ki, me^r altf 5, ka-o-o-o-o-Ü, 
viel mehr altf 5: bei ben ^otocuben n-ru-d«cfau. me^r 
aI6 5, n-ro-decüü-u-u, »fei mc^r a(« 5. 2)if ©orero« 



CÜATTANr 



— 95 — 



CrATTERIA 



jät)lcti fogat nur fciö 3. 2)tr ®uato hol jmar auift nur 
biÄ 5 ®runbja!}(irörter^ von ba an jaf)!» er weiter mit 
3ufa&reörtcrn, ble fid) nadj fialbcn ober ganjen I)efabfn 
änbcrn. 3-®- Ucheneh 1; du-uniä; toera 5; tsche- 
neb-kebkehra 6 (ni(f)t tacheneh-toera); du-uni- 
kehkehra 7. So fccjcidjncn fic^ bie günfjü^Icn 5, 10, 
15, 20, 25 u. f. f. nid)l burdj rolie ®ifbeit)o(uim, fou' 
brrn bnrd? »crfttiebcne SßörtiT. ®ccjentt?Ärlig fprfdjen 
tlft« ©uatofl ^liiTtugiffifdj. 

tie ÖUQtP? verebten ein fiöcftflefl SSJefen, fordeten 
einen fetnblidjcn ®cniu« unb glauben, baö bie 6ee(c 
beö fflöfen nad) bcm Üobe ternit^tct wirb, bie be^ ®utcn 
fcrtbefieljt. 6ic I^ben erblif^e Äajifen, ijcrwaltcn i^re 
nllgcmrinen ?Iniiftcgen&eiteii jcbodj \Hhft in 5on ben Äa* 
äifcn anbcraitintcii ^etfiiinmtungcn. 3'^finial beö 3abrcö 
fommen blc SRanner on entlegenen, von bcn Äajifcn 
beftimmtcn Orten m gröpern QSerfammlungen jnfammen, 
iceldif an 2—3 Soge bauem. Sie finben gewöljnüc^ 
an gewiffen für I^eüig gehalietien Stellen ftalt. 

93on obiger naat ben Slngaben neuerei 9tet(enbee 
jufamntengefteUtfr Sdbitberung iweidjeu öltere 33erid}ic 
wejentlid) ab. 9la<^ Stjara waren bie Hrtneren Stämme 
im Öluellgebielc beö *Piirai]nviv nur wenig entfernt von 
ben wilben ^^iercn ibreö 2)idtd}t3, auf ber niebrigfien 
Stufe flanbcn iebcc^f bie ©uotoö. 2)iefc waten fo un* 
nabbac wie rci^cnbe S^biere. ^liemanb, 3nbiancr ober 
(Siiropäer, fonnte fi(^ il)nen naöett, obue bog fie fit^ 
flnd}telen unh in bem unjujiäiiglic^ftcn Tiidicfct vcrfiecften. 
Sie Ijatten feit 9J?enfd)cngcbenEfu biefeiben Sumpffcfteu 
bewcbnt, o^nr fid) ju vermehren ober j» vermincern. 
Sic l)atten eine •oon leiten tbrer ^lac^barn wefenttic^ ver» 
fdjiebenc Spra(tje, lebten o^ne Religion, ®cfe^ ober 
Cberbaupi. 

CueKen. Don Felix de AsarOi Voyages dans 
rAmörique McridioDalc Publiiis par CA. Walde- 
naer. 4 Tom. et 1 Tome Planches. Paris 1809. — 
Francis de Castelnau, Expedition dans iea Parties 
Centrales de l'Amprique au Sud. 6 Tomea. Paris 
1850.— grlfb. $öil. v. Warttuö, Beiträge s»t ßtV 
nogravljie unb SpradjenTunbe 9(merifa'?, jumal Sra- 
filiend. 2 Sbe. Setpütg 18C7. — Charit* A. Washburtif 
The Hiatory of Paraguay, 2 Vols. 1871. 

(Vf. fimtheim.) 

GUATTANI (Carlo), (Jtjirurg, in bentff^en Site^ 
raturvrrjeidjtiifTcn uiirit^tig alö Gtiatani aufgefübrt, würbe 
ju San ©artolomeo S3agni im ®ebicte von 9?ov^ara am 
30. SIpril 1707 geboren. 3«'« ©el)uf bet (Jr^iehung 
fam er, 16 3«bre alt, natfc Som unb erbielt mit 19 3a^ren 
im ^eitiqen<idfifpita[e 3"*"" i"r dtirurgifcften 3Iu6btt-- 
bung. SÖearitö nad) einem 3alire erliingte er bafefbfi eine 
fite 9lnftcIIung. 3m 3- 17.'J8 würbe er fum fienvcrtrc* 
unten (»birurgen unb jum Opctatent ernannt, nnb «(^ 
im Cf tober 1742 einer bet crbinitenbeti Siiinitgen befl 

triligcngeiflfpltölö flatb, rörfte er in beffeu Stelle ein. 
nattani befiidjtc wcitctljin mit püpftlidiet Untetfiü^ung, 
nntfcbem er ncifc bcn 3'itpl cineö pdipfllit&en i?cibar^leÖ 
trtjolten t)ntte, granfreid), um fidj in feinet 2ßificnft^t"ifi 
)tt verPoUfommnen; anberthalb ^ahxt brachte er in ^arie 



w, wo er jum SRltglfeb ber Acad^mie royale d» 
Chirurgie unb num forrcfppnbirenben SWitglieb :>tt Aca- 
demie des Sciences ernannt würbe. 

sai« Ültimrfl brtf §eiligengeiftfpital6 ließ cfl ®uat« 
tani fi* angelegen fein, bie QSfthdncc ,fu rcrbefTcrn: fJatt 
ber gcbräud^lidjen complitirten Sallcn'grin er ju einem 
tcinigenbcn SJcrfalircK, unb eö beburfte bann feine« fo 
bAufißcn 33ctbinben3 ber äOunbeu. Die großen Cpc* 
ralionen fübtte et mit ®efd)idlid}Feit ati6. (St war aud) 
ber erflc orbinitenbe Gbirurg, ber ben Steinfinitt im 
^eitigengciftfpitale auöfübrte; benn tiefe Opetatiou ivar 
biöljet Icbiglid) in brn ^önbcn einer gamilie Slorcini 
gewefen. ^ut<^ igttranbilDuiig von Sd)iitern forgte er 
nud) bafür, bap bie Silbotoniic ben ^änbcu ber (jljirurgie 
nidjt wiebct entrijfen würbe. 

3m 3uni 1773 erlag ©uüttant einem ficberleiten, 
ju bem fitfc ein o^ne (trfelg paracentöefitter Ascites 
gefeilt p. 

iDic M^moires de TAcad. royale des Scieuces 
unb bie M<^moircs de l'Acad. royalc de Chirurgie 
entballcn folgenbc ^bbanblungcn von®naltam: Obser- 
vation aoatoniiquc sur uu Polype sanguin dans le 
ventricule gauche du coeur. 1750. Observation 
auatomtque sur deux anenrysmes, Tun sur Taorte, 
et Tautre h Tartere sous-claTi6re gauche, daus la 
m^me personne. 1750. Observation d'une veine 
azygos double. Memoire sur roesophagotomie. 
Observation anatomique sur une graude quantit^ 
d'h^datides, sortiea d^une turaeor survenue h la 
region du foic. 1767. 

®uattani'd frlbftAnbigc Sit^riften finb: Historiae 
duae aneujy smatum , quorum alterum in brachio per 
chimrgicara operationem sanatum, in femore alte- 
rum p.iucos iutra dies lethale fuit- Romae 1745. 
De extemis aneurysmatibus manu cbirurgica mctho- 
dice pcrtractandis, cum nonnulüs circa aueurys- 
mata interna observationibus. Romae 1772. 4. (iin* 
weifung, wie bie *i*ulön^früefd)wülfie ju heilen finb. Slu« 
bem 3ial. Slltenburg 177(. 8.) (Fr. Wtlh. TAeile.) 

GÜATTERIA, eine von 9tuij unb *Pavon bem 
®uattcri, dnfi *ötofcfTor ber Sotanif in $ßrma, gewib« 
mete ©altung bet Anonaceen mit folgenben Wetfmalcn; 
Äeldj btnt()eiMg, abfällig. lüe frdiS Armblätter finb 
untetfidnbig, jweireibig , bie innem biöwcilen größer, 
fellner fleiner ober cbenfo grop al« "^it übrigen, aufred)t 
obet abflebenb. Die jab'rei^en, untetflänbigen, nage!« 
artigen Staubgefäße finb ben Seiten bcö napfförmigen 
ober (»>liiibrifd>en, oben floi^gebtürften ©lütbcnboben« 
eingefügt, bie gäben fei>r futj, bie SPcntel jtreifäf^crig, 
bie öäAer linralifdi, bem oben abgeftufttcn 9)?iltetbanDe 
vorn angewadjfcn unb fpringen ber tänge na(^ auf. 
Die iablreidicn, freien, einfädjerigen grud»tfnplen fi^en 
auf bet Spi^ic bc« ©lütbenbobenfl. Dafl einjige, gegen« 
läufige hieben in iebem Srud)tfnolen fieigt aud ^em 
®rnn6c ber Saudinaljt auf. Die furzen ®riffel Ijöngcn 
äufatnmen, bie 3?arben ftnb enbPänbig, fopfförijut^^fontig, 
vetwadjfen. Die jablreic^en Seeren finb gefhelt obei 




GÜATTBBL4 



— 96 — 



GÜATTERIA 



faft rißenb, ciförmia ofcet fußtliß, fleii^iß oUt ttcdtn, 
finfiSdieriö, dnfamiij. gamcn aiifrcdji. eiförmig, mbd 
am ®cn»t< öc« eamcn« faft fhilicf), Samcmtaln linfö* 
Ufi ober futieiiactiß, Samfiifdiate papicrüttig. 6amcn* 
Wm am ®rutiD< beö fnotvclifl'fltifd^inf" (Siwcipt« ii"D 
fcl)v flein, ©ötjfldjcn tcm Slabtl iußcwanM, nat^ unim 

Xie ()ia^ct flcl)öti9fn ancii M.>at^f«n im tropifdjcii 
Slfien unö Sluutifa; <6 fmb ©öiimc otet ®näud)cr mit 
roeifclflänliiflcn, ganjranbiiica Slättctu, furäcn. am 
®mnlt gcfllictctlen SlattftifUn, itnb adjfcU unb feiten- 
fldii&iflen, cinjedicii ober Qcbduftm, ein- btÄ Didbiritl)iöen, 
am ©tuntr ßcglicbcrten «iruljenfrieleit. 

golgenbe ftrtni finb aiiö biefer ®atmng btfanni: 

1) O. Aberemoa Ihinal. S9Iättcr eiförmig -Iditß* 
»4, fpi$, ftljig; ^lütlieiiftielc ac^fflitänbig, eiiiMütbig; 
SBccrcn fc^t furj geftifll, etföTmig, ftadielfpi&ig. ^ier^er 
ncbÖrt Aberemoa gtiianensis Aubiet, 

3it ®iiiana. 

2) G. breTipes De CandolU. Sldtter eiförmig, 
futi jwflffp'^tr beiöeifcitfl fafil, glÄnjenbj 95Iüll)enflifle 
a^fclpdnbig, finblütf)ig; ^Beeren eiförmig, furj gcfiitlr. 

3n ®uiana. 

3)G. Ouregoii Dunal ®lältcr län.^H^'ClIipn'ft^, 
juflcfpi^^t, fal)l-, Silütbcnfticle 1 — 3, adjfctftäntig ; 33eereii 
eifSmilg, fpiß, lang gcfHeli, im trorfencn 3ufiaiibc tebet* 
anio, gdblld). ^icr^er gci)ören Cananga Ouregou 
Aubl^ uiib üvaria monosperma Lamarck. 

3n ©uiann. 

4) G. potlocarpa De CandolU^ IPldttcr eiförmig* 
Idnglid), plößlirfj jugcfpl^t, faM; ^tiitdcnfticle adjfei« 
flanbig, finjeln; SÖerren eiförmig, (urj ftad)elfpieifl,_ ihr 
©licl loeil fleiner alö bie ©cere. SIenbcrt «b : a) oligo- 
carpa, beeren 14—20, ft^wadjgcrippt, uiib b) poly- 
carpa, beeren 40, tippenloö. 

3n Gniiciine. 

5) G. cerasoidcs Dunal. Sldtter ianje«Ii(fc, fpif, 
unterfcitfl irctd)banri^; Slültienfiicle adjfelftänbig, einjefn; 
Äronbidtter fuft glei* gro^j Seeten eiförmig »fugcli^; 
i^r Stiel Iduget olfl bie Secre. hierher geijörl Uvaria 
ceraeoTdes Roxburgh, 

3« ßcromaiifcel. 

G) G. suberosa Dunal. ©Idtter ldngli<fi, fpi$, 
faöU 33littl;euftiele ben ©Iditet» fafl gefleniibcrfte[;cn&, 
einblüthig, diiöerc ÄronMdlter freiner-, tfcercii Eugelig, 
ibt Silfi bopvflt länger alÄ bie ©eere. Jpieiljer gehört 
Uvaria suberoea Roibwrgh. 

3n (Sotomanbel. 

7) G. rnfa Ihtnal. Sldtter eiförmig, iiiflefpl^t, 
am @runbe hcrjförmig, nnlnfeit« ncbp bcn Sfeftiben 
toihfiluö- Slüthenfliele fe^t furj, feillitft ober beii ©Idt» 
lern g'egetiüberftebenb; Äroiibldtter ^lei* lang; ©ccreit 
gepielt, fammct^atig. ^ictijer gejjert üvaria tomcn- 
toia Vahl 

3n Cftinbicn, auf ben 3nfetn iJimor unb 3ai?«. 

8) G. cordata Dunal. Sldtter am ®runbe berj« 
förmig, Mngllt^, aiemlidj fpif, unterfeit« nebft ben «eft- 



4)en fditvad; fil)ig; Slüi^entrauben Für), wenigblüit^ig, 
ben Slditetn gegen überfieljenb. 
3n 3ava. 

9) G. eriopoda De CandolU. Sldtter IduflliA' 
lanjeltlicb, dm ®nmbc ein »venig cerfc^mdlcrt, jugefpitt, 
in ber3uQeiib woüig; Slüt^nftiete feillid?, einzeln, ein* 
blütljig, fU|ig^ftcifl)aQrifl. 

3n a^etu. 

10) G. hiraula Ä»« unb Pavon. Sldtter lan* 
jcttlid), jwgefpi&t; Sliitf)enfticle adjiclftänbig, faljl ; Slüt^en 
raufy&anrig. 

3n >Üeru. 

11) G. pendula Ruiz unb Pavon. Stdiler lan« 
jettlid); Stütt)enfticU at^felfldnbig, fc^r lang, ^ngenb. 

3n 5Scru. 

12) G. ovalis Ruiz unb Pavon. Sldtter längtitft 
ober eiförmig; Sliilhenflielc adjfelildnbtg, 

3« i'eru. 

13) G. glanca Ruiz unb Pavon. Sldtter ldnflll<fe 
ober eiförmig, gwgffpiOli Slül^enftiele ndjfflOänbig. 

3n 5Jeru. 

14) G. virgata Z>«na2. Sldtter eiförmig, jugefpi^t, 
ganj fat)l, faft r»eenb; Slöthenfiiele adjfeljidnfcig, ein* 
blüt^ig; Seeren lui) getüell, letcrmtig, eiförmig, ^umpf' 
lt(^, hierher geljört Uvaria lauccolata Svcartz. 

3n 3«maica. 

15) G. laurifolia Dunal SldHer Idngtid), an 
bfibfn enbeii ^ugefpi&t, faH, fe^r furj gefiielt; Sliilhen* 
lllele ac^felftdiibig, etwa« gebduftj Secren hirj geftidt, 
eiförmig, fiadjclfptpig. ^iert^er geljört üvaria excelsa 
Veit. 

3n 3amßica. 

Ifi) G. sempervirens Dunal. Sldtter riförmfg» 
lönglid), fat)l, gldnjrnb; Slij|l;ciifiiele einblütl)igj Ärou« 
Mditer längli(f*, fpig; Seeren gefiielt, fugdig. 

Stuf aWalabar. 

17) G. Korinti Dunal Sldllcr eiförmig »längli*^, 
fa^l, ßldnjenp; SIntlienfiielc ütbfelfidnbtg, eiiiblülliiii; 
JTronbIditer Idnalf*, ftumpflid?; Seeren gezielt, fugelig. 
hierher gehört G. acutiflora Wallich. 

§(iif Walflbar. 

18) G. montana De CandolU. Sldtter lan^etlll^« 
Idnglii, fdjmol, fafcl, gldnjenb; Slnt^enfHete ju j»ei 
ober brci beifammrn, l~3blüthig; ÄronMdtter ringe* 
bogen. ^icrf)er gdjört G. malabarica Dunal. 

Muf ^Rdlabnr. 

19) G. acutiflora Dunal Sldtter eiförmig 'läng« 
lid>, fpip, bicf, fahl; Slüthenftieie ad^fdfldnbig, furjj 
Ädt^jipfel fiumpf; Äronbldlter fe^r fpiß; Seeren gefHdl, 
fugeliß. 

Sin ber ffieftfüfte pon Dfllnbien. 

20) G. umbilicata Dunal Sldtter IdngHcft'eUip- 
tifd), iugrfpi^t, faljl; Slütljeiiftirldjcn einblüthig, »on 
Derfbldttt^en beoleitct; Scercn geftidt, am ®runbc gc* 
nabfit, an ber Spi$e gebrütft. 

3m »drmern ämerifa ober auf ben üntiCfen. 

21) G. se&quipedaÜB ColebrooJce. Sldtter ein« 
anbrt fef^r genäl)eri, fe^r lang, Idnglid), jugefpi^t, glaU, 



GIÜITERIA 



— 97 — 



GÜATTERU 



aldngmb, unlctfdtd fil^tncrtr? Stütf^enftklr faß a^\tU 
ftänbig, meiß einjdu, eiiiMütfifg-, tir iniKun JTrou<- 
bldtter in ein« ^oblfc&iippc jufammcnncißenti j Smcn 
ffföcmig ^ängtid}, fajl fißeiiD. 
3n Dftinbifn. 

22) G. longifoUa Wailich. glättet läng[i(^*[inca' 
Itfdr, AUgrfDi^t, am dlanbc tvcOenfötmig, Taljl; $(iill}cn' 
fHc(e fdl(i(^. sel^duft, faf) boniig} Jtmtbldttcr lin<alif(t]' 
lanjttllidb. fpi?; ©ffren gcfticlt, «förmig, ^icrljcr flf 
Öört Unona longifoUa LamarcL 

3b ©enualeit iinö auf "i^axxi. 

23) G. bifaria J/p/i. De CandolU. aidlltt jwci« 
jetliß, eUiptiff^, jugcfpl^t, am Q^iuiite fpiQ, punftirt, 
«ticrfettd faf)[, unterfcitd tTfic^hamif}-, !Blüt()fiifiie[e a(^f([' 
fWnbig, narft, cin&Iüifj-io; Äroiiblättcr tittealif^'lanjc«- 
M; (laTpeße (ang lUHi^ft, eiförmi)]. 

3m Seiefcc t<i ©iimanen. 

24) G. globosa Alph. De CandolU. SJlälter 
eUiplifd), juße^iot, faft fccrjfötmia , furj gefHelt, fa^(, 
fcbniacb punftirt-, tBiütbenfliele at^felftänbivt, cinjeln cbet 
oepaact; Ad(f}jipfc[ eiförmig, jugefpigt; ^arpdle gefite(r, 
'ugelig. 

3m 9teic&e tcr SBirmancn. 

25) G. unonaefolia AlpJu De Candoüe. Sldtter 
Ifitiiilicö, iugefpipt, fatjl, untetfeitö mcprgniu; ©Iiubcn* 
fhelc außftt}a[b (er Slättiuinfei, fuij, mit einem Xid* 
(Idttf^en verfemen; ^arpeDe roeufgc, gefitelt, eiförmig, fpiß. 

3m 91ei(te ^ei Birmanen. 

26) G. nitida Alph, De CandolU, Stdtler läng« 
lic^, jngefpipl, .iiemlidj U\){, untcTfeitß blaffer; Sliit^eii* 
jiicic jut gruditjpit lang; SarpeUc lang flfftifit, ja^treiife, 
«(förmig, fammctfiaarig, grof. 

W\X i»«r rprigen. 

27) G. membranacca Alph. De CandolU. Stdl« 
ter Idngli^'tan^cttlld), jugefpiQi, auf bem 3)tiltelnnn>en 
obetfeitÄ (ammetljaang, unterfeitö rau^aotigj Slfitljen* 
fhelf^n af^feli^dn&ig, furj, voit einem eiföniiigeu, fpi&en 
2)cdblaite begleitet; @att>e[fc fut^ geftielt, tveiiige, ü* 
förmig, fammeifeaariti. 

3m S^eidie ttr S^itmanen. 

28) G- macrophylla Alph. De CandolU. Die 
*PfIanje ift ganj faftl ; Ölättcr lang laniettlicfc, fpi?, fet)t 
groO, leberartig; ©Uitf^eiiftielc atöfelflänbig , furj; Jtcld)» 
jipfei eiförmig «breiecf ig, cirog, blattartig ^ ^arpede fuTj 
grfiielt, wenige, eiförmig* ci?linbrif(^. 

SRil ber vorigen. 

29) G. velntina Alph. De CandolU. ©lätter ei* 
förmig, fpio, obcrfeitö fdjiyn* betianrt, untcrfeit« grau, 
fammetl^aarig; ^SliitlKnfticIe au0erl)alb bcr ^latnvinfel, 
oielblütljig; ^[üibenflietd)en lang unb ne&fi beu SBlüttjeu' 
flicien bidjt roeicfcfiaarig ; Äelc^jipfel pfriemlic^j äußere 
^Tontldttec bem JTeld}« d^nlirf), innere größer; darp^de 
bimförniig, am ©runbe ein wenig wnuarfjfen. 

3m SRcid)e ter Sirmancn. 

30) G. micrantha Alph. De CandolU. ©Idlter 
«niptifd), jugefpißt, tat]!; Stfitbenfiiele ben blättern 
fleaenüberftel)enb, 2 — 3blötl)ig, S9!rit!)enfiiel(^en nebft ben 
SBmt^enflielen furj, loeic^ paarig; Setf blattet unifaffenb, 

a. (Snivn, t. OQ. u. Jt. «ijlt e«iun. aCYI. 



TOtidj^aatig, btc unteni eiförmig, fpift, bie obfvn fiumpfj 
Äf[*jipffl breit eiförmig 'fpife; Äronblätier flein, fafl 
gleid) grop, bie du^etn ninWi(i, bit inncrn fpi&j grü(^ie 
unbefannt. 

9Kit Per verijjen. 

31) G. imbricata Blume. 3traud;'ariig; flauer 
eiförniig^Iänglif^, an bciben (Snben vcrfefcmdlat, oberfcilft 
fa^I, unterfeitc nebft ben Äefidjen filjig; SBlütfjeiiftiele 
oberhalb ber Slattadjfeln , einblutf)ig, ton badj^icgelig 
fi<4 becfenbcn ^erfbtdttern UttAV, (Sarpelle eiförmig, fa^ 
fißenb. 

3n 3aii)a. 

32) G. macrophylla Blume. Sldlter länglid}, an 
bciben <5nbeu »crfdjmdlert , leberartlg, unierfcitfl roeicft» 
E)aarig, Slütbenfttcfe feljr futj, it)cnigblüli)ig; dufere 
Äronfcldtter fürwr al6 bie Innern, ^ier^cr gehört aut^ 
G. Jiragma Blume. 

3n 3aDa. 

33) G. pallida Blume. ©Idtter Idnglid), an bciben 
@nben verft^mdlert, Fa^l, unicrfeitd b{a^; Slütljenftiele 
einjehi, einblütl)ia, lang; Sriidite geftielt, Idnglicfc, an 
beiben (Fnben t)er|o)mdlai, n>ei<^baarig. 

3n 3ara. 

34) G. littoralis Blume. 6trau(^artig; ©Idtlet 
fafl fiöcnb, lanjettlirf), an beiben ^nben rcrfrfimälert, 
fa^l; ^lülbPnftiele feit(id) ober ben blättern gegenüber« 
defKnb; ßarpeUe wenige, furg gcfHelt, eiförmig, fhimpf, 
glalt. 

3n 3aon. 

35) G. iuccrta Bltme. Sttaudjartig; $ldtter 
ldngli(^, jugefpitjt, am iBrunbc laum verfdjmdlert, fa^l, 
untecfdt6 neOaberig. 

3n 3ai>n. 

36) G. lateriflora Blume. $ldttec Idnglid), iuge* 
tpi^i, fa^t; ^lüt^enfhcle einzeln, cinblüt^ig; gcüt^te 
rcrfel)« «eiförmig rldngti*^, hujer ald i^r €riel. 

3n 3aipa. 

37) G. biglandulosa i?i»ffw. ©irauttarlig; 95Idt» 
ler eüiplifd)4ängtid\ jugefpi^t, am ®runbc fpi$, jwei* 
bröfig, pbafeit* fa&l, meergrün iinb nebft ben SIefien 
fe^r bünn feiben^aarig; SBlüt^enftiele ben ©Idttrrn gegen* 
wbcrfte^enb, einbliitfiig ; ßarpelle gct'iielt, eiförmig, jicm« 
Ii<^ U\)L 

3n 3a»a. 

38) G. Toralac Blume, ©aumartig; ©tdtter 
Idngtid), an beiben (Silben T?erfd)mfllert, fa^h Slüiben' 
ftt'ele finjeln, fettli(^, cinblüt^igj Sarpelle Furj gcßieli, 
rerfe^rt * eiförmig * Idnglid». 

3n 3aiDa. 

3f>) G. cxcelsa Poeppig. 9(cfl(fcen, Slfltl]enßtele, 
Slatißfelc unb Sldtler untetfcitö auf bem ^auptnerten 
raul)|jaarig; Sldllrr fdjmal* längli(^, Rl^fpi^^ ^im 
®tunbe abgcrunbet; SBIütftenfiictc gepaart, hA)H\^ ober 
enbftdnbig, wenigbliiiftig, gegliebcrt, bcdblattipö; Äcltft 
roßfarbig^rau^^aarfg^^rcnbldtter breit 'oerlehrt'ciförmig, 
vom gejdl)nt, faminett^aarfg; beeren wenige, ci^linbrifm, 
Idnger ald bad Slülljenflieufcen. 

3r $tru. 

13 



OÜATTBniA 



— 98 — 



GÜATTERIA 



40) G. macrantha PresL ©(dttfr fap ft&ent, 

oberfeitd faf)l, unterfeitd von ftctiif^cmigrr Qebaaruiig 
raul), auf bcr STfiin-Uippc uuD an txn ^t^üjtn Dcn 
€tcmljaürfn fitjitjj Slü(t)cnftiplc b«m Blatte ocßenüber/ 
ftefiftiti, «inMöIIjtji; Jffl(ftb(iitter ftebfnnmiiß, ItSngrr al« 
t)ie J{ron6fdtter, au^rii füjig. 
3n ©frico. 

41) G. lucida PresL ©Idtter 3«fiic[t lÄnalidj'Iaiu 
)ell(id}, jugefpi^t, am OJrutibe ftumpf oDer fpio, Ictier^ 
artig, ganj !al)I, cberfeitd gldnjcnb; ^Iütl)enflieie ad)|>[< 
ftdnbig, einjeln, einblütljig; (laiDcUe gefiielt, birnformig. 

3ri «Peru. 

42) G. Scbomburgkiaua Martins. 2){r gtinjf 
$flanj( ift jiemliff} fabl; $ldtter länglid) oticr brrit tan« 
jetUii^, am oberen (snbe iiugefvi^t, am @ninbe fpio, im 
jungen Suftanbe unter)'eit6 gclbgelb'feikn^aarig; Blütbeiu 
ftiele ad»'etfldnbtg, einzeln oCer gepaart, mit ben Slall« 
ftitlen gleid^lang , in ber Witte gegtiebert unb i&on fleiiira 
Xnfbldttern begleitet; J7el(f)bldlter eiförmig, fpi^, ange« 
briicft*rofifarbig«treit^&aarlg; Äroiibldttcr faft gleiÄ gro0, 
(incalifc^ < iannetttid} , i>umpflt(^ , befonberd am ®runbe 
roftfatbig*f<il>eHl)aariß, boppelt Idnger alö bfe Slüttjen ftiele. 

3;m britifdjcn C^uiana. 

43) G. Gomeziana St. Bilaire. Snumartig ) 
9(eftd;en rauf^'^aarlg; $[dtter längtit^ ober eUiptffc^^Idng' 
lid), jugefpi^t, am ®ntnbe fpi&, im Sllter obetfeil« faM, 
unterfeild behaart; äußere Jfronbldtler eiförmig, fpi^ ober 
flumpf, littietr Idnger unb fd^mdler, eiförmig ober tdng^^ 
llif}*(anjettU(f}, fpi^. 

3n Bratllien. 

44) G. flava St. Hilaire. 6iraud}artig^ Slefld^ea 
an Ver €pibe faum n;ei(^I}aaTtg; Sldtter (dngli<6, febr 
ftönn tüeirfjcaarig; Slütljenfliete «d^felftänbig , cinidn, 
einblittbig ; dugere JtronblAtter eiförmig , fptg, innere 
etwa« läiiaer unb ft^mälet, Idnglif^, fpi0. 

3n ^rafilictt. 

45) G. australia St. Hüaire. ®lrau(tartig; Slefl« 
(^en R)el(^haartg ober fat)l; SEditer ldngItd)<eUiptifd), 
jugefpi^l, fahij Aroubldtter ia\\ g(ct(b gro^, eiförmig, 
ftumpf; 6eeren uerWirt» eiförmig, iiumpf. 

3n Sraftlicn. 

46) G. (erruginea St. Bilaire. Baumartig ; ?left« 
(6en an ber Spi^e roftfarbig^weiAbaarig; Slditer ellip» 
Hf«*!, fpift. oni ®nnibc faft feilförmig, n>cid)£jartrig, tiuf 
tem lÄittcIncrrcn unb ben ©eilenabern roftfatbig-weidj' 
haarig; dunere ^roiibldtter tdnglt(6<(inealif(t, fpib* innere 
breitere, €troa6 fiirjer, eiförmig * trape)ofbif(^ , f^«nipf, 
fnri jugffpiftt. 

3tt Braftltcn. 

4") G. TÜlosissüna 5^ Hilaire. ©aumnrlig; 
^eft((en fe^r motlig; Blditer längltc^-lanjcttliüb, jtige- 
fpl^l, conver, an ben DMnbern umgeroUt, oberfcitd h^I 
mit wolligem SJtittelnercen , untetfcitd rcoüig, auf bem 
37httclnenoen unb an ben 9tdnbern bii&ter tpoUm; Slütben^ 
f*if(c ai^felftdnbig, oft lief-jrecit^eilig, jroribliitibig, dunere 



^ronbtdttcr tanjettti((, fpi$, innere ein tt>enig fdrjer unb 
fcbmdler, eiförmig, fpi^. 
3n ©taftlieu. 

48) G. psüopus Afartiui. 3>ic jungen Äefii^n 
iinb abftetjenb « rou^tjaorig ; 93ldtter verfe^rt * eiförmig 
übet Idnglitfj, jugefpi^t, am ®runbe äufammengejogm, 
unterfeirö angcbrüift'Weif^^arig, fonft }iemli($ fabtj 
Blütbrnftielc fdjfanf, nirfenb ober gentunben, länger at0 
bie Bliitbe, nadj bem ©ninbc ju gcnüeperi ncbfl ben 
jungen blattartigen ^erfbldttdicn vau^baarig, obeiljolb 
ber ®Iieberuna faljl; Äronbldrter fafl gleiA lang, eiföi« 
uiig, fpip, roftfarbig^woüig. 

3n Broftlien. 

49) G. macropue Martius. (?in lorfcrer, hängen« 
ber Strauff) mit ipdrlit^ abftebenb'raubbaarigen Slefli^cn*, 
Bldtter häutig, breic ober Idnglidi'tanjettlidi, jugefpl^l, 
am @runbe fluinpf ober atgerunbft, unterfeite, vordügltt^ 
auf bem SRittcIncrocn fpätlid) nbfteäeiib ' rauhhaarig; 
BlfittjenOieie einjeln, fteif, faft fo lang ald bie Blätter, 
unterhalb ber ^itte jweimal gegliebeit unb meift betf« 
blattloÄ; Äelfhbldtter frciörunb' eiförmig, fpip, fpdrtitft 
behaart; Jtronbldrter Idngliih 'eiförmig, fpi$, gro^, WoQig, 
bie duneren faft boppeli f(^mdler. 

3n ©rafilien. 

50) G. Pohliana SckhchUndal. SIeftdjen unb 
Blätter unterfeitd fpdriid) angebrü(ftMPetd)haarig ober 
faft fahl; Blätter laujetilich occcfaft eiförmige lanjeitlid), 
turj> unb ftumpf^jugefpi$t, am ®runbe fpig; Blüthen« 
fKele einjeln, ungefdijr fo lang a(« ber Ducrburcfcmejfer 
ber Blüthe, am ®runbe f(huppig*bc(fblättrig, in her 
Witte gegliebe«; Äelcfebldtter breit -eiförmig, fpi$, etrea 
halb fo lang ald bie linealifth'Idnglid^en, ftumpflt(t)en, 
oft ungleid}fcirigen unb ungTeith großen, fpdilid} n>ei(b' 
haarigen Ätonblötter; Beeren 15—20, Idnglid), flumpf# 
[i(h, \o lang ald ihre @ticl(hen. 

3n Braftlien. 

51) ü. Martiana ScidechUndal. 3)ie gonie 
$f)anje ift fahl; Blätter lanjeitlid} ober breit lanjettUtq, 
an beibcn ttnben jugefpi^t; Bliitbenfticle adjfel» unb 
enbftänbig, Turj, am ©runbe vmi fdjuppigcn <De(fblätt(^en 
umgeben, fauui geglieberi; J!tonbIätter uubeFannt; Beemt 
wenige (4—6) eliiptifth, feigenartig, auf fehr furjen 
©Helen. 

3n Brafilicn. 

52) G. aubsessilis Martius. ÜMe ganje *ppan)e 
ift fabt; Blätter lanjcttUd; ober länglidj'lanjettlid!, lang* 
unb ftumpf ^jugefpißt, am ©runbe fpip, lebcrartig, ober* 
feite flidnjenb; Blüthenfiielc fehr furj (nur uon ber lldnge 
be« Blattftielfl), über bem f(huppig*berfblätterigeu ©runbe 
gegliebert; Aronbläiter unbefannt; Beeren jahlreid) (15 
—20), cplinbrifd) - Idnglid) , brcimal länger alfl bei 
Blitthenftiel. 

3n Brüfilien. 

53) G. inaequilatera Garcki. Sungc Äeft^cn 
fpdriifb rauhhaarig; Blätter länglich, )ugefpi$t, am 
©runbc abgerunbet, au ben furien Blattftielen unb an 
bem ÜHiltelnerven auf ber Unterleite ber Blätter jerfJreut 



GÜATTERIÄ 



— 99 — 



GCATTERU 



^ 

h 






behaart, fonfi )teuili(^ fat)(i $lütI)tnfiK(« (tiueln, feilen 
gepaart, am Grünte mit fletnen X-edblaitc^cit , fpärltd) 
an^cftrücftTau^fiaatifl, hUjcr a(ö fcirr Xurc^mcffet tei 
9Iutf)e; ^TcnMättcr breit cifoTmi}], oft iin()leic^fdtiß, an 
Nr <$t)iße &rcietfit}'fptß, bräutilidi'fribaibaarig, uni)ici(^, 
doppelt länger alö taS ^lül^enfiieldjen. ^icT^rr j)cf)öct 
G. acutifiora Martiva (nic^t Dunal). 

3n SSrafllien. 

54) ü. CandollcQna SchlecMendaL ^itngc 5(eft» 
d)cn abjlcbcnb rcfifarbia-raubf^aaiit}; Slöttcr (änglid}' 
lanjcttlid) ober lanjcliiicü, juäffpi(}t, um ©runtc fpijjlidj, 
unttrfeitS, uorjüälit^ auf bcm SHittclnerffn unb am 
9{anbr ToflfarbijjTau^baang, fonft giemltd) fa^I; 
SBlütfjmflielr einzeln, nebft bent Jtel(^e a^O^^^nb raub' 
IjaoTtfl, son bcr Sdnßc bcr örüi^c; intfMättd)Ctt 2—3, 
blaltartit}» JtcoRbldtter eiförmig ^laii^citlif^, fpit^, aufcn 
rof)farbi9'fcitia'ti:&aait, innen faiuuuibaarig. 
I 3» Srarilicu. 

r yOJ G. apodocarpa ASartius. SIcfidjcn, 92Iut^cn' 
iiiele nnb SliSitcr unterftitö auf bem ^auptnerPen unb 
Un Slberu roftfarbifl^ftriefltHö^filiifl; Slällfr ciförmiß 
ober eiförmig 'Mn^liti, fpiß, am @ruubc fpiQltd;, t}dutiß; 
33lültenfticte feitlirf), Turj (breimal Iiinget aI3 ter Äcldj), 
am @3[unbt; mit äu^erfi fUlucn XecfbMttdieu befetjt unb 
faum gcglicbert; J(el(l)iivfel breit [)erjfi^rmi^ , fpiQ unb 
nebfi bcn ciformitjen Jlronbläiiern rcflfatkjg'rau^[]aatig3 
SBeercn 8 — 12, perfcl)rt«eifcrmig, fi^cnb. 

3n S3tafiHen. 

ö6) G. Sellowiana SchUchtendal. Slefldjen Tofi» 
'arbifl ' fi(jig ; ©lättec ciförmin« ober breit ^lan.iettlicf), ju* 

?,efpi5t, am ®runbc fpio, tebcrartig, obcrfcitfl faljl, unter* 
i\\t roftfarbtg > filji^ ; ^lütfienftielc einjeln, füricr a(« 
tic ©lüttjc, libcr tcm mit Xerfblüttcöeu bcfegtcn ©runbc 
ocglieteit; Jtele^ unb JtronblAtter roflfaibif] ^ tvoUig; 
ÄronbWlter lönglid), fpitjlidj, reflfarHa^ffiDia; SSeeren 
wenige (8 — 12), Pcrlebrir eiförmig, roftfarbig'fifjig, mit 
(Sinf^hi^ Itt €tiel(^end fo lang ald loA Slüt^en- 
^cltbcn. 

3n ©rafilien. 

57) G. nigreecens Marttua. «eilt^en unb ©Idttcr 
angebnlcftMUeicbE^aatig ober fal)!» Blätter bitf^bäutig, 
Idu^Iirf} ober länglid)*ianjetilid), jugefpidt, am @runbe 
fpi^} ^nodpeu n?ei^ ' raul)bäarig ; ^fütbenftielc a^fel' 
ftänbig, einjeln, unter ber OTitte geatiebert, am ©ninbe 
mit fleincn lecfblätidjen -perfc^n, faft fo lan^ ald He 
5&lälbc; JtronMiütier örauM'ümmelbaarig, fpi(j, bie duneren 
Iinealif(i[}*[ängli(4, bie inneren iän^Iid) oDer trape^cibifd); 
Stiele joUlang, brcimal langet a(d bie ja^reidien (30 

40) vetfe(}rt'e)fdimig'Iängtid}en Serren. 
3n Srafilien. 

58) G. densicoma Martins. 9(ef)(f)en unb Stdttcr 
l)t fein angebrürftMpcitöljaarig ober fablj 33lätter (ebcx- 

örtig, anö eiförmigem ÖJrnnbe lansettlirfi, jws^fp'&l. "tn 
®TUnbe fpiu; ilno6peu faft iofifarbig»fetbcnbaatigj 
Slütbenftiele ac^iel^dnbig, einzeln ober gepaart, über 
bem mit Fieincn l;ee(blältd}en befehlen @runte gegüebert, 
lottlang, ein wenig Idngcr oXt ber Xurt^mejfei ber 
SBlüt^ej .RTC>nbIältn;giau'n7ei(6baanß, flumpf, bie ändern 




I{nea[ifd)i[änaU{^, bie innem eifötmig'Iänglid;; Stiele 
ioniang, mclir aW boppell lönger alö bie jaljlreie^fn 
(30 — 40), fdjmaMdnglie^en 33ccren unb fo lang al« 
brr ©(iilbenfiirr. 
3n Sraftlien. 

59) G. laevigata Martins. l»ic ganjc 'liflanje tft faf* 
!a^I; Qldller bi(f>bäutig, ((bmal'ldngli^ ^ugcfplf^t, am 
^runbe fpi^(i4}; ^lütbcnfliele adifeiftänbig, geglle^crt, 
lurj, am @tunbc mit fleinen 1)e(fbldttd}en bcfe^tj beeren 
8—10, einen Ijalben 3^^^ lang, rcrfel)rt' eiförmig, eUip> 
lift^, fo lang atft i^re Stiele unb länger at0 tri 
$Iütf)cn|lirl. 

3n SBrafilicn. 

60) G. lUotzschiana Martius. $lefl((}en unb 
SÖldttcr fpdrli^ö ünßebrii(ft«furjbaarig, fonfi fobl; Släticr 
häutig , lAnglJd] ctct t>rrf(bmälert ' Idnglicb , ^ugcfpigt, 
am d^ruubc Feilfövuitg'fpi^i SlütI>enOieu fcblauf, lal^I, 
einzeln ober pcpaarr, über bem mit 2>ctfb(dltcin befehlen 
©runbe gegliebert, fo lang ocer länger al0 ber Duct* 
butdimeffer ber ©lüibc; Äronblotter gcau*foui«tct&ßflria, 
flumpflid), bie äußern linealifd}' länglich, bie Innern tu 
förmig unb breiter. 

3n 99rüfilicn. 

61) G. odootopetala Martius. ^efic^cu unb Slat« 
let fein unb fpdrlic^ angetrüeft -- behaart, fon^ Fafjl; 
S3tätler länglid} ober [ineaIif(b'(äiigEiit, jugefpi^l, am 
©runbc fpiß, fdjioaet) gerippt; SBIütfjenfticIe gepaart, 
meid) haarig, unter ber 3)litte gegliebert, am ®runbe mit 
2;edblät[d>cn befe&i, etwad fürjcr al8 ber 5)ur(hniejfer 
ber 99li'ill)c; JTronblättcr rerfehrl-eiföimig* ober Hnca(if(^« 
längtid) ober faft ountralifdj, ipärlidj roftfarbig'fanimet« 
haarig, oorn ungleid? gc^ähntj beeren jahlreidj (30), 
verfehri' eiförmig 4dngUd}, mit ihren Stielen fo lang ald 
ber Slüthcnftiel. 

3n Sraftlicn. 

62) G. oligocarpa Martiu«. gafl Fahli glätter 
Krfehrt'eifi'rmig*längli(^ ober längfidj mit furjer fiumpff 
liditx Spißf, am ©runbe fpig, fait (etetartig, gerippt; 
©Uithenftielc cinjeln oter gepaart, fi'ujer alö ber Ü^urd)' 
meifer ber Slüihe, über bem @runbe mit Ileineu 'Ded* 
blätieheu be|e0t unc gegliebert; Aronbläller fafl gleid) 
gro^, linealifd) ' ellipiif^, ftumpf , grau « fcibenhaatig; 
tBeercn voenige (6—8) elliptifeh mit ihren eine ?inie 
langen Stielen fo lang al0 ber Slüthenftiel. 

3n Srafilien. 

63) G. SchlechtendalioDfi Martiw. 'S^k ganjtc 
^flanje ifi fahl; ©Idtter Uiiiglid) oPer ceirehrt'ciföimig' 
Idnglld), jugcfpiyt, am ®ruube faft fcilfötmig, fpi&lldj, 
gerippt; ^(üthenftirte einjcln, fürjcc al6 ber IBur^nteffec 
ber ^Inthe, über bem ®ntnbe mit fleinen !!)edb[ält(hen 
unb gegliebert, boppett länget alö berÄeldj; ÄtonMdttet 
faft gleidj grcp , «etfehtt - eiförmig , linc alif(h' Idnj^lich, 
ftumpf, grau-fammelhaarig; ©ecrcn jalilreid) (20—24), 
ellipiifd?, mit ihren Stielen länger al0 ber Slütheuftiel. 

3n Stafilien. 

64) G. Teneliciomm Martius. %\t ^ßanje ift 
mit Sludnahme ber fd)tva(h behaarten jungen 9Ießd^en 
fat}t; Slditer vcrfehrl'eiförmig, jugefpi^t, am (9runbc 

13» 



GUATTERIA 



-^ 100 — 



GCATTERIA 



feilförmig, ^öurig; «taHfhel furj, bidj «lüiöeüftift« 
meifl eini((In, jut BnitJjtjeit ober einen 3oB lang, )>om 
®ninbc bt$ iur @lt(beruna mit ncineii SJerfbldtlüpiii bf 
fc5l*, SJceren 18— üO, eiförmig, flumijf, über einen IjQlben 
3cU lang, fo lang ald it^r €iie[d)en. 

3n ©raptien. 

65) G. pogouopue Martin». aefi(ften unb Slötter 
in ber3"jlf»b fp^rl»^ ftricgcli^.'Wfictj&aarig, fpöter fa^l; 
©lätter eifptmiß'länflliit, furj* unb ftumpf'jiijiefpiür, 
am Örunbe abgerunbet, lebcratligj 53(ütbentiUU 2 — 3 
ober feltn« cinjeln. bopjjcU fürjer a\^ ber Xurctmeffer 
bev ©lültje, am @runbe mit flcinen Terfblättdjcn , an 
ber ffltiebrruni) bidjt roflfarbiß^birtig; Äeld) rnib Äton* 
bldltet ftuinpfj tSuSere Äronblätter retfcl)ri ^ ciförmig- 
Idnßli^, innere eiförmig, rofifarbfg'Weidj-ülbrn^arig. 

3n ©tafilien. 

OG) G. HUariana ScHIechtendaL 9leßd}en rofi' 
farbig 'raubftnarigj Slälter Wn^Iitfc, jugcfpi^t, am ©ruubc 
fiumi)|, übctfcitö auf bcm ^Rillelnerren nnb unlcrfeilft, 
aber oorjüglid} auf Um 9)fittelnen>en imb ben Slbcrn 
rulifarbig'WoUigf 93(ii!^cnfiiete nieift gepaart neb|> beni 
Aelilie abflebenb'rauhbaarig, ehvad fürjcr alS bie ^lütbr, 
am ©ruiibe mit flcinen SJeabltSitdjen befetjt unb geglieberf, 
5'ronblättei eiförmig oßer eiföimi^^länglik^, ftumpilid}, 
rofifarbig * fciben^artg. 

Die $flanje dnbert ab: 
a. angitstitolia mit 5 — 6 ßoÜ fangen unb 12 — 18 

Sinirn breiten SÖWtleni. 
ß. latifolia mit 6—7 ^Ml (angen unb 24—30 8i* 
nien breiten blättern. 

3n töraftlien. 

67) G. cauiifiora Martitu. ^itmiiä) taUj 93lätter 
febernrrig, eifcrmtq»lanjettii(b ober lanjettlicb, am ©ninCF 
abgerutibet, tlunipflidt, in ber 3ngenb unterfeitÄ fpatlicb' 
weidjbaarig-, ©lülbenfiiflc einieln, ju jroei ober brei aii« 
bem Stamme ober ben ^auptäften entfptingenb, am 
(9cunbe gegliebert; ©l&t^cn unbefannt; Seeren i^ablreid) 
(30—40), uerfebrt ^eiförmig, fo lang aW ibr Stielttjen 
unb mit bem Stielfben ehpod für^er ald ber Sirnbciiftiel. 

3n ©railltrn. 

68) G. inundaU Afartiu». 3iemlid) fab(; ©(ötter 
bid<l)äutig, lkln()(i(f), sugefpiftt, am <^runbe in bcn €tir( 
ein wenig Derfdjmdlert; ölülbenitielc einjeln ober gepaart, 
am ©runbe mit fleinen IDerfbläiicben, bürüber gegliebert, 
doppelt fürjer al6 ber l)urd)mef[er ber Slütfje; Äron* 
bidtter f^umpflid}, am ®ninbe gniu'feibenltaorig, Idnglidf 
ober nerffhrt'Piförmig'U'inviliÄ, gmimpert, bic duöcrn 
ein njenig frfjmäler; beeren 6 — 10, oerlelirt-' eiförmig, 
fpi&, fo lang ti(4 ibre Stiele unb faj) fo lang al« brr 
Slülbenfliel. 

Die ^flanje dnbert ab: 

ß. longifolia Poeppig. ©fdlier Iinealif(fc»ldngli(^, 

lU 3t>H lanß, 2'4 3«>ß breit. 
3n SrofUicn. 

69) G. Poeppigiana Martius. 3i^nilic^ fabl; 
®Idltn leberartigr linenlifdj'ldnglid) ober f%ma['Iänglf(4, 
furj jugcfpiftt, nm (Srunbc ungleicb unb in ben Slattfhel 



I 

I 



« 



^ufanimengejogen, unterfeitd n^eit^^narfg, meergrün, 
((t^ivacb gerippt; ^lütbenftirle ad>fr!ilöubig, einjflu, fürjer 
o\i bie Sliilbcn, unter ber '2)Iitic geglicbtrl, am @runbe 
mit Fleinen Dedbldltdjcn bcfcpt; jfelAbldtler eiförmig, 
fpiU; Äronbtdtter rerfe^rt 'eiförmig, ungleid) geferbt, 
ivcllenfönnig, gflMic^^fctben^oaTig. 
3n ©raftiien. 

70) G. cauiflora Martivi. Sletlcb^n jiemlid} faMi 
SUttcr in ber Sugcnli unterffitö angetnirft'irefdjboarig, 
{dnglic^, Migffp>0tr am @runbe ein n^rnig in ben ^latp 
ftid vcrfrfjmälert, bäutig; SlütbcnfHele meifi gepaart, ani 
®runbe mit fleinen Deifbiäitd^en befegt, ungefähr in ber 
SÄitte geotiebcrt, bcppelt ffirjcr alÄ ber Durdjmeffer ber 
Slütbe; Äronbldttet faft gfeidi groö, flumpflicb, uerfebrt««' 
förmig« ober lincalifdj'iängUd), itcbft bem^elibe bid}t grau« 
feirenboanaj ©ceren jablreidi, oerfcbrt' eiförmig, juglei<b 
mit ibvcn Stielen fo lang a!d ber jcUIange Slüt^enftiel. 

3n Sraftlien. 

71) G. blepharophylla Martivi. Junge 8rfl(ften 
«nb Slätter mit einer roftfarbigcn angebri'irfien ©ebaa« 
rung, fpdter fabl; ©Idtter tjerfebrt - (anjeilUdj' ober 
fdjmal ' »crfebrt - eifeilföi-mig, jugefpi&t, am yerbirften 
Äanbe gcmimpert; ©lüibenfiiele 2—3, faft fo lang ald 
bic Slatiftiele, am ®runbe mit Dcdbldttdjm befe$t unb 
gegliebett; JTeldj unb bie eiförmigen, fpi^en JCionblätter 
bidit «jei^'fcibenbaarig; Seeren bitf^fpinbelförmig, fpig, 
breiniol länget i\{& ber Stiel, ^ietber gebort G. oxy- 
carpa Poeppiff. ^M 

3n Srafilien. ■ 

72) G. Hookeri St. üüaire unb Tulame, Äcft* 
djen loffcr raubbaarig; SMiter Idnglid), jugefpigt, am h 
(Hrunbe fpi^, oberfcitd fabl, untcrfeitö rcflfarbig'bcbaart; H 
Slütben|lielr adifcfftänüic; , ntiteln , jiemlicb lang unb ' 
fdjltinf; .ftcldjbldridien breit eiförmig, jugefpißl, vorjüalicb 

am fRanu «»oUtg; ÄronMäitcr länglicif, fd>ma{, fpig, 
an^en etn?n« fitjifli am ÖJrunbe febr njcUig. ^ierljer 
gebort G. maypurensis Hooker (ni(bt Humboldt, Bon- 
pland unb Kunth). ^J 

3n SraftUen. ( 

73) G. elongata Bentham. Die jungen SIepdjen 
nnb bic jungen ©Idtler auf ber Unterfeite angebrürft^be* 
I^aart; Sldtter Uinglidf, jugefpigt, am @runbe fpj^; 
SIütbenfKele mcift gepaart, febr futj, bid, über Dem 
fd?uppig:'beib[ättngen @runbe gegUebert unb nebfi bfit 
ÄelÄen roftfarHci'icibenbaarig. 

3n 5Jip 91egro. 

74) G. foliosa Bentham. Die %eftd)en unb bie 
Sldtta auf ber Unterfeite biinn<'angcbrü(ft'n>eid)baarig; 
Sldtter bid'fidutig, au« eiförmigem ©runbe lanfcttliä, 
jug^fpift^ ai" ®ninbe abgeninbet, oberfeiiÄ qldnjenb; 
©tütbenfViele einzeln ober gepaart, über bem mit fleinen 
Dedbldttdjen befeoten @ninbc gegliebert, nolllang, fürjer 
Ol* ber Durtbrneffer ber 33lüibeti; Jtronbldticr flumpf, 
feilförnitg' Idnglid), etmad ungleitb, am @runbe au^cn« 
feit6 unb nebft bem Äeldje rofifarbig«feitienbaürig; ©eeren 
länglicb, fürjer ald ibr einen halben SoD langed <&tiel(6en. 

■ 3n 9lio gjegro. 



I 



* 



OüATÜLCO 



10t — 



GÜATCSOS 



I»* 



75) Q. beteropetala Bentham, $tcft(^en uitto 

itinßc Sfflttet auf bn Unictfeite feör fein iveiüfcbaatig 
uiiD balö fahl ircTbenfc; ©lätter fcbmal I^nglidj, furj 
jUgcfpi^t, am ©runbc rtcrftfimätcrt, öttfr-fetfrarlig, glfin' 
jenD-, »Slül^cnfticU i>I)t lurj, rü|ifatbi3'TOfi(^l)aarig, über 
^fm f£f)up))i9cn ®runbe ßcglictert; Äel*- unti äu^ttt 
jRionMitwr augcii fafl ropfntbig*Kibfnt)aar(g, innere 
ÄTonbldttcr fcftr grop, t)i(f; eiförmig*laiijfttlt(^, grau. 

3« Sio 9?cfiro. 

tjine 3(nmtil anber« in ^Ifien »orfcmmenbet, von 
^oofct unb lt)oinfon bierljrr gered^neier Slrtcn gcljötcn 
maen bec Happigen Sage ber ^ronbldttet gut Gattung 
Polyalthia. {Garch.) 

GÜATULCO, Hoatulco, ein ^afenort an b« 
Äüfte Don Döjaca, fübwjefiUdj »on ^e^uantepec, xoai vot 
Sdtfunft Cer Spanier bei fcen «jtefen eine rcitfie ^anbclö» 
fiabt; uon Stra(ien unb ©ebduben ber allen £tabt flnb 
nodj einige Spuren ßor^nben. 33ie XcUtUn, bie »on 
Galifuniien bet ju ©cftiffe famen, foHen bei lljrer Sin' 
toanbetung (jicr gelanbet fein. 3)ie alten fatljolifrfjen 
Tutoren erjÄ^len Bon einem Ijirr beftnbUdjfn rounber* 
»Ttfenben Ärtuje, wcltficd loom t)eil. ^boma« raöbrcnb 
feincd Sliifentijaltctf in Slmerifa Ijier Ijinierliiffen werben 
tt>ar. Sltic iSiAdiU brr ^nflctniß Tpetmotfcien c« nidjt ju 
jerftören, fogar ni*t ber fe^crifdje (SngEdnbct £ir granci« 
iDrafc, welttjer eö brei Sage lang uergebli^ bem ^efltgfien 
euer audfcjtte. 

OiieiUn. Fernando de Alra Txtlxixochiä, Re- 
laciones. Kingsborooffh, Antiquities oi Mexico. 
9 ToU. io\. London 18i8. — DrMieur de Bourhourg, 
Histoire des Nations civilla^s de Mexique et de 
rAm^rique Centrale. 4 toIs. Paria 1859. 

(W. Bentheim.) 

GÜATÜSOS, Indios Blancoa, Pranzaa, ein in^ 
higener SSolMflamm, TOobnen in ben Sergen unb 3B(S!' 
*ern jwiff^en ßöparfa uub ©ajafe«, am tWicaraguafee, 
am Sio 8rio, \rel(^a an ttx \s:übfeite bcd ^Itcnragua* 
fccÄ miinbet, aufwarte, befonberö über an ben Duell» 
Tpaffern beö 9?io grio im notböftlidjeu 6ofta 9iiia. Sie 
finb ein fü!jne6, früftigcö !8oir, «etljaltcn fic^ gegen 
%tmtt fo fdnbfelig, ba^ il)r ?an& nie bcreifi werben ifl. 
fkUt von beu *Kiffionen unb ber Wegierutig »on ^lica* 
tagwa ju bem ©eliufe gematftten QÜerfudje miefangen immer. 
Gine bewaffnete (^rpetition, weldje unter bcm C^omman» 
banten Ui ftort* Sau ßatloÄ in ilir fanp einjubringen 
»etfudjtc, würbe iuriicfge tri eben. "iöirUeidjt fiiib fie mit 
bcn a.jtefen, wcldje am ©efhifer be* ^iicaraguafec« fa^en, 
Derwanbt. Sie foUcn ftelle Hautfarbe, blonbed ober rJi^* 
lic^e* ^aar unb blaue ?lugcn haben, Sie finb uon 
Binflfuiöfcm Äi>rperbau unD mittlctcr ®röpe, bie SBeiber 
jetüd; (lein unb t>on jarlcn gorraen, im atter jur Se* 
Iribtbeit geneigt. 2:ie 9Iafe ift fnrj uub pla». Sie 
Äleibung " bejlebt \)[i>i im Üenbentut^ ron Äaltuu ober 
gUinbeuieug. Sie tragen eine 3Kenge von 3ierath: alö 
^RafcngcbiSnge, eine ^ibmcnbfßrmige Sdjeibe uon ®ol& 
obtr Silber, wclAc an ^cfttagen fo lang ift, baö 
jie über ben "Wunö Ijeiabljiingt, D!)rringe, ^alöbänber 
»on ®plb, Silber, 3aguarsdt)nen, farbigen hörnern, 




3}Iuf(^elfd)alrn , JtoraUen. 'Die wo^l^abenbeu SBeibee 
tragen unter bcn Srüfien, um fie emperju^cben, ®ol6* 
ober Silbctfpangeu, bie an über bie SdJultern gcljcnben 
Sd}nüren bcfefiigt werben. Um ilarfe SBaben ju er* 
tjalten, umwirfcin fie bie Seine mit Säubern, ©eibe 
®ef*Ic(^ter bemalen ftdj ben Scib mit ccrftfti ebenen giguren 
in grellen garben. Ärteger ftnb befonbcrö greß angc 
geftridjen. Sctbc ©cfAledjIer befalben ftc^ mit Öel unb 
beftrcuen ben Adrpet batübcr mit bunten Üiunen. Sie 
raufen R* augcr bem Äcpf^aar aUeÖ ^aar am 8cibe 
aufl unb reiben fidj mit Jlräufan ein, weldje ben Aaar» 
wudjd «erbinbetn. X)a« Äopfbaar fdllt lang auf bie 
St^nlleru (»erab, an ber Stirn wirb eö furj abgei^nitlen. 

2)ie fflobnuna ifi eine fleinc ^fittc uon Mobrgefletbt. 
gn'tber pflegten fic in ber Stcgen^cit ^üttc^eti in ben 
©Äumen ju bejieben. 3b" 2>crff(fcaf(fn biltcn lange 
Slra^enjeilen, in benen bie einjclnen Jpuitcn jum Sdjufr 
gegen geuertfbrunfi i« in betrfli^tlittirT ©utfcrnung »utt 
finanber fieben. Die ©ettcn finb ^rtugcmatien. ' Xic* 
felbrn finb fübl uub treffltdj unb in jietli^en 9»ufifrn 
au« r>erf(bieben gefärbten ®rÄfem gefiDdjien. ßalebaffcn, 
6ocodnu^fd)aleu , irbene Äodjiöpfe unb JTriige, Stein» 
meiTer, Steinbeile, Sofen, au^ ^almblättmi geflcdjten 
unb mit ^itid)ftU überwogen, bitten ben ^audratb. 3n 
biJIjfrncu 3Ji orfern jcrftampfen fie ben 9)u«a, aud bem fie 
ibr (JaffaöfbroD bereiten, ^ux S9eleu(btung bienen gacfeln 
ttud in Oel unb SBadjd eingetunftcn *l^almfi6rfen. Sie 
brcben flarfe Stride au« ber SÄinbe bed SRabrebaume«, 
Swim and ^italaub, aud welkem fie aud) trefflidie ^6rbe 
Äcdjten. !Die iBeiber fpinnen bie ©üumwoUe, färben 
bad fflarn in uerfi^icbrnen gatben unb weben baraud 
trefflifbe .Rattune. Xie Jtäl)ue &rr ©ualufod finb bid 
35 gu§ laug unb 3 guö breit, tragen eine gtoöe «n- 
jatjl ^affagiere unb eine betrieb tlit^e ?abung unb baben 
babei febr geringen Tiefgang. 

Xie aöaffen finb »ijfeil unb Sogen, Spiep, fflßurf* 
fpieß, Äeule mit Steinbcfdjlag, Sladn^br. Der 99ogen 
ift 7 gui lang, au3 bunflem, Ijaricm ^olj. tit Sogen« 
fenne üon flarl gebrebtem Seibengrad, btr febr lange 
$fcil au* bemfclbeu bi^rren *polje, bie 5Jffi(fpi&f ein 
ägelfiodHl. Die befonbcrö beim Sogelfang febr wirf- 
ferne Slaftröbre ift cbenfalld 7 gup lang/ ibr ®ef(bc^ 
ein fd)mfllfr $feil anfl bartem -^olj. 

Die ©uatufoö treiben ^cgö, gififang unb bauen 
"SKaitf, Sobnen unb Sananen. Die Sananen werben, 
wenn grün, gcpftücft unb im Sanbe begraben, um ju 
reifen. 

Sie taufdjeu ®otb, »Perlen, Sdjilbpat, ßorrojjonüffc 
(t>egetabilifd)enÖIfenbein, biegrucbt ber prd(btigen qjialme 
Phytelephaa macrocarpa), goceönüffe, gcbörrtcö SJilb' 
pret, S^malä, gelic gegen Salj, (Sifenwaaren «nb 3ie* 
ratb ein. 

Sie balfcn SHaven; jcber ^audcater bat teren 
mebrere. Diefelben werben mit ber HÄarfe beÄ i^errn 
tätowlri. Die Äinber ber SHanen finb ebenfotlö Sfla»en. 

Gö beigebt ^olpgamie; bo(^ wirb bie ^odjjdi bet 
erfieu grau mit einem ®afhnabl unb onfcern gejilidifcilcn 
gefeiert, wdbrenb bie anbern grauen obne befonbere geft< 



GCAVE 



— 102 



OÜAYAOUIL 



lit^frittn geljcitail)« njetbtn unb ber crften gtau ®e^or* 
fam fd)ull)ig finb'. aut^ «bcu nur bie Äinb« tex erOcn 
grau. Unjiittjt ber SDeibet ifi feine ©(^ünbe; bic Sßleiber 
«ben ff* )(bcm leidet ftin. 5)if iuußcn fficiber ^abcn 
\)ia fbenfaUfl bi« Uniuie, bif Scibcäfrurfjt abjutteibcn. 
„aitc aßfib«", fagcn fft, „foUpn Äiiib« gtbäiccn, ni*t 
junge, bie fi* gu üccgnügcu Ijab^n." 

l)it ©uQlufoö glauben an ©eiffer unb ^ererei. 

2^xt £pia*e i^ Bon ber ber SJadfbarfldmme gänj' 
li* rttft^iebcn. 

Duetten. STIcriQ Sßagnei unb ^ail S^et^er, 
Xic Äepublif (Scfta Äica. Sripjig 18ö7. — KG. Squier, 
Central Amerika. New -York 1858. — Frederiek 
Bovl«, A Kide across a Continent 2 Vola. London 
1868. — Hubert liowe Bancroft, The Native Kacca 
ol the Pacific States oi North Amerika. 5 Vola. 
London lH7(i. {W. Bentheim.) 

GUAV£, Guabe, üuave, ein mrritaiti|tt?ct3Joir^' 
ftamm, tvclt^cr am 3Jicabufen »on Ictjuantcpec im Staate 
Caiacn TOobnt, bilbrn einen eigen lfm mUdjen SHntfdjcn' 
fdjlag, in bem man auf bcn cxfien ©lief einen »on bem, 
ben grö^ttii iJbeil oon Oataca beroobncnbcn , eingeboren 
nen ©(anime bct 3'ipiHf'-"0Ä öerfdjicbcncn Utfprung eifenuL 

3I)ret Stammfagc (ufolgc iDctintcn ftf einft in *JiCru 
unb ^ohtn infolge von itcicgen, nad) (Einigen int'olge bcc 
Sierljeerungen ^^tgario'ö. and il}rer {)eimall) unb gelange 
ten in ibren Jtä^nm lÄnge bcm ametiFanifdjtn ®eflate 
nad) if^ten gegenn>ärhgen $Bol)nft^en. Sic ^aben attcr^ 
bing6 and) einige ©ebräud^e, bie eine 9)erbinbung mit 
*ßctu aniubeuten fdjeincn; fie feiern j. 99., wie bie allen 
^Peruaner, ben 21. 3uni, bcn 2ag be* ©olfiiciumS unt 
bie 3%eumonbnad}t. Sennocf) erfdjei \\\ bie 6age un' 
begrünbel; bcnn bic Spradjc ocr ÖJuqoc, Die j»ar »on 
bctjentgen ber S^P^tt^^''^ u<^b t'')^ weiter nörbli* feg« 
^a^en inbigenen Stämme ffierico'd raefenilid} abmeii^t 
unD eine eigentf)ümli(^e if^, gehört jur Samilie bed 
3naijfl'Duid3c unb wciff nur auf Guatemala ober SJica* 
ragua, feineöwegfl ciuf ^etu Mn. 

3m Slcupern unterf<bciben fie fid) beträtfctlidi ron 
ben übrigen inbigenen Stämmen ^erico'ö. Xir ^aut 
hat ni*t bie Jtupferfarbe bet le^tern, fonbetn i|l mebr 
von einem ind @rauc [pielenben ^ti%, jebo* o^ne 
9ßangenröt[)e. Sie ffnb gemöhnlid) Don robufiem J75rper' 
bau uub großem, fiattli*em ^u*^, wa^ iiud} nidit an 
bie *ßcruant'r «innert, roelcfee burdjgängig nur Hein, 
(auiu \) gu^ grog fmb. Sie ftnb )?fn einem ruhigen, 
gemütljlitten Sßefen. 9)^an trifft ^injelne, welche »icl 
änteöigcnj «igen, bie grc^c aHc^rjafel ifl jcbod) fe^r uu« 
Wiffrnb. SBfibe ©ef^le^tcr ffnb grtvöbnlic^ beinahe 
unbeHdbet. 3^re «njatjf beträgt nn 3000. 

Sie näferen ftd? uon ber gift^erci, »eltfce in ben 
au^geCcbnten ^offen (Sficro'fl, bie ben ^intergrnnb be* 
"äRecrbufend »en Uebuantepfc einnebmen, fcl)r ergiebig 
ifl, unb mit beten ^^^lODucten fic einen ausgebreiteten 
^^anbel tieiben. l:ie von i^nen bewolinien Dörfer, 9{e« 
Qublifen, wie ffc Don ibnen genannt werben, ffiib: San 
*Watec bct 3Rar am nörblidjen Ufer bet ßaguna bc San 
^iaieo, Santa iRaria bei SRri am »filit^en Ufer ber' 



felbcn, San graucidco, an ber Djlfeite ber Sotra Sanr. 
ber 3Jii'inbung ber fiaguna re ÜiteDia, ber ffieftfpi&c Ut 
fdjmaleu Santäunge iwifd)eu bot üagune unb bcm i^Utxt, 
San Xionific am iffieffufec bcd Jtanalö von Santa %nt> 
fina, rcr nörblidjcn Ceffnung ber ?aguna be Xilema, 
3aöuatan an ber SKünbung beS gintte« Obutulla in 
bie (ange Saguna br S^onala. 9}ur im l^oife San 
granciöco Ijat ff* ba« 3biom ber ®ua»c (^uave) tein 
crf)alten, in ben anbern lörfern ifi e^ feljr ccrrumpitt. 

2Jergleicbc: Orozco y Berra, GeograGa de l&a 
Lengnaö de Mexico. Mexico 1864. — Brat^ew de 
Bourbour^t Coup d'oeil aur la nation et la langne 
des Wabis, populatiou maritime de la cote de Xe- 
buanlepec. Kevue Orientale et Am^caioe. Tome V. 
Paria 1861. {W. BeiUkeitn.) 

Guayana, Sanb, f. Guyana. 

GUAYANAS, ein Stamm ttt Sölfergruppe Zvüpi* 
(Muaroni, »rotjnt am obctn Uruguay untcibalb be« 
3guviiu. ^in anberct Stamm biifcß 'Jkmcne, au* 
©uapanajeö genannt, woljnt in gerftrculcn Meften in 
®mjana (®uai?ana), weldje« oon itjnen feinen 9tamra 
bat; biefe ©uai^anaa gctj^ren ebcnfatld ju ben Xupi, 
it)re Spra*e (ff ein ^ialffl ber Lingua gerat ((Suaiam'). 

OucIIe. 6. g. %^l). SDiariiue, tStl)nograpbie unb 
€l>ra*cnfunbe Sraffticn«. 2 33te. L'cipjig 1^67. 

(W. Bentheim.) 

GUAYAQUIL, Santiago de, ^auptbafen bcc 
Sepubtif eruobor, Uegt in ber $rouinj ®uayaö, 226 
jtitometer fübweffü* t>on Onito, am @oIf i?f»n ©uaua« 
quit nnb am ünfen Ufer bcd gtnffeö ©uui^aquil, nalj« 
untrrbatb ber SKünbung beö iRio itaulc, uub 20 Äilo* 
nieter 'ocn ber äJtfinbiing brd @ctfcd in ben Sfifien 
£»cean. Xcr GJoIf ifi im ber Slabt an 3 Jtitometec 
breit. 23ie Stabt bat eine aCaffeifrcnte von 2% StWo* 
meiern. Sie wirb non vier Säctcn bur*sogen, über 
wet*c brci ^olj&rürfen fötjren. 3wei von bicfen 33cüd«i 
verbinben bie Stil* unb 9icnfi(tbt (Citade vieja unb 
Citade nueva). Tic Strnöen ffnb mcificnö (rumm, 
einige \cho^ gerabe unb burd)f*nciben ffd? tcd)ireinfclig. 
2)ic aitfiabt, wet*e nur von ben ärmcnt bluffen bt* 
wot)nl wirb, tiegt weiter na* oben am guge eined vom 
Ätcffer San Uominßo getrönlcn ^ügetö. Xiic 9teuftabt 
iff t^eitweife feljr niebrig unb Uebcrjdjwemmungen au** 
gefegt. 3)ie Aäufcr ffnb meiffcn* von ^otj mit Sifg'l' 
bä*er'.i uub fetten über jwet Stoiiverf 1)0*. ^lortofe 
ober bebedfe Srraben umgeben jcfccß ^äuffiflutibtat 
@ü«bclcu*tung ift ic$t aUgemrin. SSiele (^inwoljner 
woöncn auf bcm gtuffc auf S3aljae ober gtöpen, »>ttd)e 
iX)— 80 guö tang ffnb. 2;ie bebeutenbffen öffentli*ai 
®cbäubc ffnb bie ^at^ebtale unb fe** anbere JtiT*en, 
ba6 ®ouvernementöt)au«, bafl Stabtbau?, baö 3otlt)au8, 
jwei ^oöpitalcr, bic itaferne, ba6 ^cfdngni^. (So bc 
fteljcii .jWci OkIelKienf*ukn, eine nautifdie e*nlc, eine 
neucrbingö gegrüubete gro^e 5Diäb*cuf(^uie, mehrere 
g3i>lf«f*uten, eine ®cfcüf*aft für gegfnfeitigcn Unterri*!, 
ein 9Baifcnl)au6 unb fonfi meljrerc wobltljntigc Slnftolten. 

Der bur* bic gtupminibung gebtibcte .^^afen ifi fc^t 
bequem unb ^at guten ?(nfergrunb für S*iffe von 




CÜAYCANANS 



— 103 — 



GfüÄYCDlUH 



I 



I 



I 



gröfitem Hiefgang. 3ebfn TOonat faufeit ati 17 S<e« 
bampfcr ein. 3m % 1870 lirfm aupet&cm 125 €<geU 
fctjiffc uon 55,310 tlcnncn ©rlwlt ein. größer fanb 
tift bftrdt^tlirfjcT (cc^ifffciiu f*a». 3ni 3. 1373 tPucbm 
jmet Seitc^ti^iirme erbaut, einer auf ttt 3nfei €anta 
e^lara, ein« auf öer 3nfel *l}una. 2)rri gort« vertief ^ 
blgcn €tabl unb ^afen. 

(Sä befielen me^retf gabrifen mit 23ampfmaf(^inen» 
fraft, barunlcr eine für füuftlit^cö tSid, eine eifen^ifpftri. 

Ouawat^uil ifi ber IKtttcIpunft be? |§anCel« »Ott 
iSfuabct. i-ie Sluöfubr befiebt liauptfädjlid) in ^acao, 
SBrtumtooUe, JTaffee, labaf, bluffen, Db\i, ^ipi\apa' 
OjJanamaO^fittnf Sarfapflrifla, Äflu(f(^«f, 'JJerlmutter. 
Stn 3- 1872 TOUtben 181,973 DuintaW dacao. 75,000 
Düiatal« Äauifcfcur, 58,541 Ouintalft qjetlmutter, 
22,531 Duinlal« ^ötrojJicnüfie (reactaMlifdjer (Slfenbrin), 
C600 Duinlald Äaffcc, 39,728 'Jjfunb Satfaparina Dcr* 
f(^i(ft. 3>er SBcrtb bcr au^fu^t nadj ©rofbritaniucn 
»om 3. 1868 — 1872 betrug jufammfn 5,130,500 5)oU 
lard, bet fflettt) btt iSinfiiijr von ©roßbritannien in bcm* 
ffiben 3eittaume 1,422,045 'BeUor«. iReuerbingfl ifi eine 
neue ^anbfüta^e unb eine @ifrnbabn nadi Ouito erbaut 
ivorben. 9Iu^ ftnb Ouedfilber' unb Steinfo^Ienbetten 
in ber 9?»S()c t)on ^ua^aquü gcfunbcn worcen. 

2;ie ^ipe in ber Stabt ift erceffip. ffidbrenb bet 
beiden 3"' frfüflnt bie Stobt bie bösartigen Sluöbün' 
pungen beS glu^fcblammcö bei (Sbbe unb bcr binter ber 
€labt liegenben auögcbebnten HÄnrfd), »eltfee, befcnber« 
für grembe, gcfäbrü^c gieber erifugen. Äucb ©»ibemicn 
fommen bäufig ror. (50 frbtt ber gtnbt, welcfee gröpten' 
tl^eild in einer fladjen (Ibene liegt, an !flbjug. Vlucf) an 
gutem 3:rinfwoffcr gebridjt eö. ffidbrfnb bcr Stegciiieit, 
t>on Dccember bid 3)Iai, finb ft^äbliffje 3iife[ten unb 
iÄeptilien in ©tobt unb Umgegenb eine große ^*Iaae. 
iodj finb feil bcm 3a^Tt 1872 namljafte ^^gienift^e mt* 
formen unb ©efferungen eingeführt TOorben. 

ffluatiiqutl ^at 26,000 (Sinirofencr. 

!^ie Siabt rourbc im 3- 1535 von ben Spaniern 
unter Sfbaftiiin SeUKajar ercberl, Sic litt «vicberbolt 
von großen gcueröbtünften, ijon welchen bie com 3- 1764 
bie größte war, totlüit bie Stabt gdnjiid} serfidrtc, unb 
reorouf bie Stabt von ben (Sinwobncrn vcriaffen unb etfi 
im 3. 1770 auf fönig[i(^en ©cftW ivieber IjcraepeUt 
nuTbe. (W'- Bentheim.) 

QUAYCANANS ober Ounfaftoas, Gnauhsnas, 
Guaunanas , eine ^orbe ber £ub * Xvpi (® uarani), 
teotjncn in ben (SampoS be 53accarta bcr ^JJrouinj 9iic 
tSranbc bo ®»l. 

Duelle. 6. g. $b. SXartfud, 1$t^nogTapf)ie unb 
epra^cnlunbc SSrafUientf. 2 «bc Sfipjig 1867. 

iW. B«ni/ieim.) 

GÜAYCABIS, ein Stamm ber «öölfergruppc (Ja* 
raibcn (Sariben), mobnen am obern Orincco, cbetbalb 
bcr Surtüfe beß (5"udjiBeTt>. (W. Bentheim,) 

GüAYCURIS, Guaicuria, Guaycuras, Wai- 
coros, finb ein inbigener ©otfÄftamm in Untctfalifornien, 
»eltljct ^n)if(tcn «r. 26' unb 23' 30' 9J., föblit^ bcn 
bm dot^imid unb nörbtlfb i>on ben ^ericuid n^ot^nt. 



ÜDif ©uabcutid finb Don kräftigem JFörpcrbau, gutcnt 
aSut^d, geläufig unb niußfulöö. nidjt ^ur ©fleibtbeit ge« 
neigt, jic ©cfidjtSjüflc finb ((^TOcrfflÜig, bie £tit« ifl 
nicbrig unb fdjraat, bic 9?afc gut gefe&t, aber bid unb 
fleif(6ig, bic inneni 9(ugcnwinfel runb unb nidjt ju* 
gcfpiQt, bic S^^ne fefir u>ei^ unb regclmd^ig, bad Jtopf^ 
haar bunfetfdjwarj, grob, firaff, glönjcnb, ber ©arlmudj« 
fcljr fl^ting, fein ^aam)ud^ä am Selbe. 

3)ic 3}tdnner ge^cn narft, bic SPeibcr tragen rinfu 
Jutjcn Stfeurj. Sic tragen eine 3)icngr 3'^ratb, einen 
Jtopfpug Don weifen gcbem, ^alö' unb SlnnbdnbfT von 
*JJctlen, HKuft^cIn, gnidjtfernen, itömcm, Änodjcn, 
Äotjpp^rfc in bet bUTCbbobrtcn Unterlippe, ber 9lafe, ben 
Öftren. Sic bemalen fidj ben ?cib, befonberö im Äriege 
ober ju gcfilicbfciteni ^ätowiruug ifl aber n\in aUge« 
mein. 2;ie SÄüttet bebecfcn bic Ämbei jum SAup gegen 
bie ^uft uiit einer bldcu itrufic von ifoblcn^aub unb 
Urin. Xad ^aar wirb bon beibrn ®cf(^(ed;tern fang 
getragen. 

<l» ift ein im du^erften €lcnb ticrfornmcner Stamm. 
!Die ^ültc ift immer obne I^acb- Sie (d^ivärmcn bed 7age0 
in bcr 9Mbc bcr Duellen, Inbcm fte in S(^lu(bten oDcr 
unter Dotragenben gclfcn Scbattcn fiidjen; beö 9Iü£l)t» 
ft^Iafen fu in ^Dt)lcn ober Sfödjern in l;cr <§rbe. 2ßäb' 
renb tei 2ßiiilet6 crrtrfjten fic eine an 2 gu^ ])cU bogen* 
förmig« TOaucr tton Steinen unb (Befirüpp, tjinier wcldjcr 
fie, ben ^immcl jum Xad), ben narftcn ©rbboben jum 
Sett, ibrc Sti^lafftelle auffcbtogcn. gfir Äianfc matfcn 
iic mitunter eine nrjittttigc ^ütte, inccm fic einige Störfc 
in bic (hu ficdcn, fie am obern (Snbe jufammcnbinbcn 
unb bad ©anje mit @rad un& dtöftrid}! bcbeden. Sie 
finb fcbr unfliSt unb wedjfeln ibr ^ladjtquarlier mitunter 
an bunbcrtmal im 3at!tc. 

3ftre Slaljrung beflebt in *Hobt*, aioe/ unb SWeöcql* 
wurjfln, Wilbcn ^cljten, *PaIm(otjl, geröjieten Samen- 
förncrn, ber [iin bduftgcn fetten *Biläbaba, bcr 'gru(t}t 
bc6 Cereus giganteus, ibrcr t'ieblingflfpeife, bic fie Toiten, 
Sie TOan&rrn fortwäbrcnb umtjer, bicfc *X^fIanicn|'pctfen 
ju fudjen. (k^tlien biefelbcn iljnen anö, fo recnbfn fw 
fi0 JU 3flflb unb gifcbfang. 3^*rc animaiif(^c Äcft be» 
fiebt bauptfädslicb in bcm oleifdje von ^unben, Außen, 
iiJferbcn, (Sfcin, *aMaulll)icren , JKa&cn, 'Käufen, glebct* 
mdufen, ©ibedifen, St^longen, ©rad^üpfem, ^^aupcn 
unb einem fdjeu^lidien mefgen 9Burme ron rer ?änge 
unb Dide cinc^ Xaumenfl. Tod) cffen fie nötbigcnfaü* 
tcbcd Xbier, unb jn>ar alle Siibcfle, glrifd}, ^aut unb 
ISingcmeibe. Sic t>erabf<^cuen icbod) fotool ^Oienft^cn« 
roic 81ffenfletf(^, unb iroar le$tcrefl, weil ber 9!ffc bcm 
^enfi^en fo fcbr dbnlit^ ifi. Xie @efrä|tafeil ber ®M^f 
am« ifi fo aufierorbentticb groß rofc i^r ?ri(^tfinn. 

3>er Webiäger tdufd)t feine ©eute, fnbem er fic^f 
einen SÄetjfopf auffegt, ^afen werben in gallen gefangen. 
3Kan fdugt bic gific in ben bei (Jbbc am Siraiibc jutürf» 
bleibenben iUfuWen, auf bcr See mit ??c$ unb Spiep, 
Sic fammeln 9Iuflern, bic Tic röficn. Sic haben fein 
Äo(bgcftbirr, fonbem röfien ibrc Spfifcn am ober im 
geuef. Woupen, 3nfcftfn unb bergl. werben In 9nufd)c(<' 
fdjalfn auf aufgebrannten JToblcn gcröflct. gifd:c effcn 



GUAYCÜRIS 



— 104 — 



GtAYCÜHtJS 



fir Tol). 8if trinffn nut SBaff« unb njaf^en Sd) nif 
mald, au^rr jtuiceilen mit Urin. 

^ie SEßaffen ftnt) $feil unb Sogen, W&m^pit^, Sttüit, 
€(I)(cubet. tJer Soflrn ift 6 gu5 lanfl, in ßer 3»itic 
ffbt tirf, 6if Senne oon ©ctoörra, ber iJfcil oon SRoIjt, 
30 Soll Innß, mit gehärteter ^oIj|>i$e. ®renjl)äntcl 
rerrtnIaiTen oft bittere gefcren mit ben Siatfefeaifiämuifn. 
Die 'Sfeifer finb von Äiefetftein, bie 9tabeln vn\ i»- 
geipiUieit Jtndd^en. 3udOPiOtc <3>tö(fe bienen )iim ^u^- 
graben ber 3QuT,^efn, Slafen ,^u Sßajtabel^ältein, Sdjilb" 
ftötenfc^alen ju ©djüffelii unb ju äBicgcn. €ie fledjtcn 
fladje Jtörbe au0 !B}eibmjn)eigcn, aud} vpOig n^affeibtt^te 
Äörbe nnb 9?«9e auö Sltoefcifern , um Scbendmiilel oDcr 
Äinber ouf bem Miicfen ju trqaeit. 8ie bauen %iii^c 
»on -Kohr, jnrceilcn aut^ oon 33aunuinbf ober Soum^ 
flammen, auf meldjen jwei, brei 3Wann meirenwelt iu0 
ÜlTIeec rubern. 

€re ^aben webcr ®tammgenoffenf(^<ift, nod} $äu;»t' 
tinge, nöcb Irgtnb ein ©tfeg. ®ic iiaben feine (Sbe. 
€ie freien fid) jeboc^. <^ief]t ein junaer 9Kann ein 
SÄäbrfjrn, bn« iljm gefäüt, fo gibt er ihm einen Äotb 
cbft eine Xrtnffdiale; nimmt fie ba6 ©efdjenf an, fo 
etflärl fie fid^ ber gceit geneigt unb i^ibt ihm einen Äopf' 
puß, ntorauf fic jufamnienjiet)en. Sigentlidie ^4Jc(vgamie 
ivirb oerbinbert, weil ed mehr äRdniier ald ^ibec gibt. 

S3ei iljren gefigetagen aeben ftc ficft maglcfer ©*u>el« 
gerei f)in; babei hab^n ticffliettfpifle, JHiniifiiiitpfe, Sd^nell^ 
laufen. 3hrlanj ift ein n^lbrö Springen, begleitet mit 
gewallfamen ©ebdrteii, mit Gemurmel unb (^jeheul. Cb> 
u>oI fie fein beraufdienbed @etrdnf halben, beraufc^en fte 
fi(^ bod) mit bem !Kaud} eined JPrauted, brn fte burt^ 
ein Kohr einjie^ett. 

3)ie Ouamoö, Si^u^f^ff. i^riefter unb SJerUe in einer 
Werfen, tragen lange gellroben, ornamcntirt mitlVcnfdjen' 
haar, unb n^erben vom Sjolfe mit l'ebendmitteln nerforgt. 
®ic bcfiöe» bie 9Hadjt bc« ©effftreßrenö. Sie begeben 
fid) in ^öhfrn unb 9BaIbf(^[n(^ten unb (äffen ^ier feit« 
fame Älagetöne erftbaflcn. 

Xic bAufigfieii Ätanflieiten finb giebet, SSerbauungö» 
fdjttiä^e, «ud)(blag, 9)iafcrn, 33tattern unb 6i)Phiiiö- 
Se$tere rid^tei oft gro^e €trTblid}feit an. ^anFe ober 
i^nai^t Sllle werben oft uernat^idftigt, man entlebigt 
fi(^ i^ter oft burrfj Sobfdjlag. 

®enn ber ®unflcuri fiirbt, tüirb er mit Älogegefang, 
t)crmtfd}t mit bem ©ehenl ber SJerrcanbten, betrauert. 
5;ie iBerreanbten fdjlogen fid) bnbei mit fiöarfen Steinen 
auf ben Jtopf. bid ^lut fließt. Xie IJeit^e wiib glcie^ 
nad) bem 2obc in ein geU eingewirfelt unb begraben, 
foba^ lebenbig begraben hfiufig Dorfommt. 3)tituntec 
toitb bic ?eid}e oerbrannt. 3"°^ 3<^ic^cn ber !£rauci ivirb 
bad J{!opfbaar Fuij abgef<^nillen. l)er Ouama (3au« 
bercr, ^riefier) erhält Scben^millct »on ben iBeriDanbleii, 
um ^e bem ^erfirrbenen auf ben SSJcg mitzugeben. 

!X)ie @uapcurid jdhleti nur bi6 5. Sit thciten batf 
3ahr in fedjö ^ahreöieitcn: OTejibo, ^od?fommer, *ßita* 
baijajeil, — lÄmabbappi, ^ufbtreifc, — ämabbappißfltia, 
Gnbe uex Studslreife, - 3»fliibel, 3Bint«r, — aWajiben, 



grühling, — SKajübcnnmaji, ^unger^eit (vor btc grut^l* 
reife). 

Sad @UQOcuri ift neben bem ^od^imi unb tcm 
*PcTicii eine ber brei Spratfeen ber ^jalbinfel Untrreali' 
fcrnien, auf mdii)t man bie jahlreidten ^ialeftc ber' 
felben, bic man früher für ocrfdjiebene Sprachen i)itU, 
jurüdgefübri hat. 3uin ^uaveuri gehören bie Dialefte 
®uat>curi, @ora, 3){onquf, £tciu, (iuur, @bu unb 
Udjili, I:ic Sptadjc ifi rauh unb arm. Xic SRifiic 
nare rermoc^ttn feine ilßörtCT ju finben, um ^en kehren, 
iveldfe fie prebigen lOoEIIen, iSuabrud ju geben. Xii< 
?ante e, f, g, I, r, i, t fcfjlen, nid>t jebodi tftt. Sit 
geben einige flrtne groben ber Sprache: Bedare, ein 
ffiater; Edare, bein Sßaterj Tidare, fein aJoter; Kepe- 
dare, unfer Ö3atcr; Minamu, eine Haft; EinamOi 
bciue !nafe^ Tinamu, feine Wafe. I^ad Sub^anti? wirb 
nidjl tcdiiürt. 2)a« fflerbum unterfc^eibet ^rdfcnö, ^tv 
fect unb gutut burdj Konjugation. 3^ie petfönliirn 
^.Pronomina ftnb: be, id|; et, bu; tataa, er; cate, 
ttit; pet«, ihr; tacava, fie. *J3räfcn6 amukinre, id} 
fpiele. $erfectum amu^irikiri, habe gefpielt. gutu» 
vum amukirime, itcitc fpieirn. Kepecun bue kepe 
ken jatupe uutaTri, unfcrc Speife untf gib biefen %<i^. 
Catc buitscLarrake taj tacbie, und hilf bu unb 
Kepo kakuuja pc atacare, un6 behüte pot Uebtf. 
!Da6 ®ua»curi jeigt fith mit feiner anbern Sptadje rtr* 
waubt. S!ie californifdien ©uajjcurifl unb bie fübamcri' 
fanifdjen ®uaijcuruö o&er 3Hbavad unb ebenfo bcren 
Sprachen ftnb von einanber gänjlich oerfthieben. 

3um Stamme ber <Sua^ciiriö gehören bie fclgt■n^cn 
Sorben: bic ®uaveuri3 im engere« Sinne an ber ^RiI^e 
beö StiUcii Cceanß jtrifdjeii Son 35nmabe unb ?o 
3Ragbaleiui, bie (5ora6 an ber Jlt'ifte bc6 ®o[f6 bicS 8a 
*J3aj, bie Uthitaö eber UchitiÖ im Innern jnjifthcn ben 
(Suapcurid unb ben 6ora6, bie (^ondjoft ober ^onaujof 
con ?a ^a^ biö fiorele, bie «ripaö im 9iorbcn bet 
©uavcurid. 

Duellen. JoannU de Laety Novus Orbie. Lued. 
Batav. 1G33. — I:eloporte, Seifen eine« granjoien. 
Scipjig 1772. — Francisco Saverio Clavigero, Stoiia 
deÜa California. 2 Tom. Venezia 178!>. — Jacob 
ßägertj An Account of tbe Aboriginal Inhabitanto 
oi' the Califomian P«ninsula. Smiuisonian Reporte. 
Wasbington 18(J4. — Orosso y ßerra, Geografia 
de las Lenguaa y Carta Etnografica de Mexico. 
Mexico 1864- — Francüco Pimentel, Cuadro Dc^ 
gcripÜTo y Comparativo de laa Lengnas indigenas 
de Mexico. 2 Tom. Mexico 18C5. — (Sb. SWühUn- 
pfcrDt, Serfuch einer getreuen Schilberung ber 9{epublif 
3)iciico. 2Sbe. ^anover 1844. — 3ohann Äarl 6b. 
S5ufd)mann, 3)ie Spuren bei Vt^tefifdieii Sprachen im 
nörblidjen SRerito uiib höhcvcii 3inerifiinifd;en 9?orbeti. 
»crlin 1859. — Hüben Howe liancro/t, The Native 
Races of tbe Pacific States of North America, ö Vols. 
London 1876. (W. lientheim.) 

GUAYCURÜS, Ouayacorus, Len^aaa ober 
Linguae, Mbayas, Oackakalot, finb verfd)iebenc fttf 
men eiuefl inbigcnen Siolfdflammcd, beffen ^auplfi^ ia$ 



CÜAYCÜRUS 



— 105 — 



GÜAYCCRÜS 



I 



IBcIta bed ^ilcomatjo unb boö ?anb jiri|d}rn bem uiilcin 
^itilcomiii)o unb bcm ^loMiinav tft, unb ircld}er au^a* 
bcm ficbfn Sllccaö in iSiato Ö>rpffo bcirchnt. 3" '*"0'*^' 
rem Ibdic gefjött bic ^ortc ^liatro, nlDcirt bei aitm* 
auerqiic, bie .^orbc Sltirfo, altrirt bei üHiranba. 3n 
früt^etcr 3^'* rouxten TOcitrr im 9?oib«n tic ®uana3 unb 
antere ©öUerft^aften Don tcn ©uaiKunift untfTJcdjt. 
SluÄ ifcKn früljern iffiobiiftpcn im ifpii^fn ^^arafluac, 
nötblld^ von ^£iUa ^Kral uwb am ged^o b?d 3)birod, 
wurttii [li DO» bt*n 3}?aniplufcn (Srafi(tt'in) i?cr(ncbcit. 

Xfn ??amcn Senguaö frI}itUen fie «rn beii Spaniern 
negcii bfö breiten ^ol^ppPtfÖ, wfldjen fie in tcr burd)* 
bi-|)ilrn Unlrrliptc tia<\(\i, unb ivcicbrt gtcicbfani tvie 
tiiu jwfttc 3w"rt« auffiel)!. D« 9Jamc ©UüiKurufl 
ßammt ciiiß tct ^upi* (ÖJiiaraniO Sprat^c unB bebcmet 
®(bnclUäu|(r; fic crljiefifii ton 9iamcn ivabrfdieinlicjj, 
itetl r« f»(b NI) ouf bie i'fcrCfjudjt legten unb fld) be« 
ritten ma(i}ten, rot^Ijalb fte von tcn ^raftlicrn aud) C^a* 
UQÜfirod genannt njerbcu. 2)(iÖ Sßprt 'äJtbaija ncljört 
rbenfaUd pem Jupi an. Xiie wilben Jporben ber ®uüd/ 
curud icnten mit bcn ©uaroniö in fteirr %t\iX)t mxh von 
biffen fo flefiitdjtcf, bfl^ fic2)^bae-aubü, Sdjrecfni^, Uebrl* 
t()at, flenanni wuifen, üdii njeldtcm aöoilc bwrd) 3"' 
fammen.^icl)untj -DUMiia cntfianb. 3» ilner eigenen Spracfcc 
nennen bie 0)uai>cuiu4 fld} Oacfaralot. 

Xiic 3nima0 bei Clvmpo ((TÜf)tc S<^i^I Sorbon) unb 
Ean <Saloabcc am rechten Ufer bed 9<ic be ^arngua?, 
unb bie (Sntmaga<3 nebf^ ihren 9k(^barn, ben ®nenbul'e, 
im 6I)a(o, genören gleid^faUd ^u ben Senguad ober 
©uawnirn^. 

Xie Ouaucuruö finb ein (lorfgebauter, fieiidjigcr, 
tvoI)lpropfnionicter Sdviag con mittlfrer, o\t l)of)er 
Statur, buuflcr Jlupjcrfiitbc, crnfien ®efid)if}rigcii, iJie 
ÜSMnnec fdieeien bad ^aupibaar ringsum, fo^a^ c6 nur 
auf bem Sieiiel ftc^eii bleibt; fte Dufben feinen ©ort. 
'Xfe aßeikr tragen bad Jgjaar f(h(idjt. Xie Unterlippe 
iritb aeniöi^nlitb furc^bohn unb mit einem cpliubrirten 
•^oljpPiifd^en (^embetara) audgeftatlet. Xer $eib n>irb 
mit weisen unb fdjuiarien glfrf^n pbcr Sinien bemalt. 
Xad B^imiUenoberiiaupt tätoipitt benäiJeibein feine (iigen> 
ti)um$marfe auf bie Sruft ; bie $ferbe unb ^uube wtx* 
teu ebcnfo gemorft. 

Die Sßeiber tragen über bet Srobcnfe^ürje, welche 
ba« 2J?Qbd)en nie ablegt, ein Sauinrcellluti. Xie 33?än' 
«er gellen biö auf bie Sanga narft. "Der J?opf wirb mit 
einer gebcrliaute, &et Xaumcn unb bie ^Bafc unter bem 
Änic mit Öctcibinben gpjiert. 3m Äriege trägt bet 
9Hünn einen Ueberreurf von Cnjenfcü. Xie SBafTen finb 
^fcü unb Sogen, Äeule, lange fiomf. Xie fflofjnung, 
früher fe^r rot) unb nnr für ben SHomcnt erridjtet, ift 
jegt eine mef)r flAnbigc iKolHtjütte. Xie Selten finD 
^dngematten. Unter ben ^JjflüHjcnipeifen iifl)en fie bie 
melilTeic^en Samen rer *i'almen Acrocomia unb Atta- 
lea, bet Snpucaio' unb *^t*iui 'Säume Dor. ©cwoljiit, 
aüi ÜRütjfüI unauögcfe^ter SttSanterungen, junger unb 
3)urfi, Äülle unb J^i&e ju ertragen, bebüft ber ©lui»* 
nmi fic^ im galle ber Stottj mit wenig Speife, nimmt 
ßudj mit 3nfeften, ©emünn ober Meptilien perltcb. (S« 



ifi ein frirgerifd)c$, tapfere^ Seif, voll von UncibEidiigig' 
rcit^finn. 

3ut fdiarfen ©egenfa$ ju cen 3^upi<®uaYani, tvelt^e 
im n<ilDcn 3iifiQnbe 9Balt^beu>ot)ncr finb, {int bie @uai;' 
curud 3nbianer bcd gclbcd, beö offenen, unteftanDencn 
Sanbed, ^rmoben. 6ie finb ju ^aufe in ben unab' 
fctjbaren ®raöebrnen bed (stjaeo, eine Sebenöwcife, bie 
nc<^ mcOr geförbert roiirbc, fciibem (le *l?ferbejüd»cr rour* 
ben. Sie eigneten Rd) früh ben ®ebraud> teö in tin 
*4)ampa6 vcrwilberten Utfctbeö an unb treiben ic^t qu«# 
gebei)nte $frrbejud}t. Xurd> abgcriditeie ja!)me Stuten 
TOMben bie *3f"6c abgehalten, von ber in ber 9Idf)e ber 
aBobnung bfpnblidicn Sßejtc reegjuloufen. HÄann unb 
Wiüb fint (ecfe dteitcr: gemötinlid) ebne Sattel unt> Steig« 
bügel leiten ^e it^re «ßirpper mit einem einfad]en Icbcr« 
nen ober an* bem ^auptbaar ber SSJelber geflodjienen 
3aum. Set iljren Sd)eingefed>ten unb ^>tingflficd,ien |u 
$fcrbc jeigt ftdj il)re crftaunlidje ©civQiibt'bcii. Xicfc 
Siritferligfelt fommt iljnen bei cet 3agb feljr ju ftatten, 
aber auC^ bei ben häufigen, gemötjnlif^ bei ^adit au0« 
geführten rttubcrifdjen Uebcrfällen, bie biefeö roilbe fficiter- 
volf fo gefilhrlid) machen. Sie erfd}einen oft plöolicf) 
unerwartet in ivrircr (Snrfernung von Ihrem übrigen« fo 
häufig reräntcrtcn aBcb:ifife unl» fmb bann fpurlofl wie* 
ber verfd)wunDen. Sieben ten uferten jichen fte häufig 
aud) Sd}nfe unb bauen einnid idiaii unb SaumnoUr. 
Sefilere mit von ben SBeihern auf ber Spinbel gefponnen, 
mit Saumrinbrn grün ober braun gefärbt unb ju Äaitun 
vetroobrn. Sie rledjlrn ^-änjiemaiten, Sdde, Jtörbe, 
idhmen Sögef. Xie ^orbe Äriabeo bei Sllbutiuerquc hat 
t>M ^hriftenthum angenommen, bat Feuerwaffen unb 
treibt beträd)tlld)en SMcferbau. 3hTC ^ütteu, in einen 
Aolbfieitf geficUi, obne Seitenwdirbe, mit Stroh geberft, 
finb ber Sdnge nad> von einem einige gu9 über Dem 
gußboDen jtehenben ©etöfcl Huttftjogcn, baö, mit SRatten 
betcift, jut ^agerfidtte bient. 

Xie ©uapeurud pflegten in ihren Kriegen mann» 
lid)en ÄriegÄgefaiigenen nur feiten *parbon ^u geben; 
bagegen nahmen fic bie unmünbigen Äinbcr mit hinweg 
un^ liefen fte von ihien grauen aufjiehen. Xie fo ent* 
ftanbene Sflavenfafie wirb bei ben ©uaijcuruÄ jebodj feht 
gut gehalten. lHaw led^net tie Sflai^en mit jur gamitte; 
fte nehmen S^hfÜ an allen ®efd)äflen unb geften be$ 
^aufe?. ÖÜein biefer wohlwollen^cn Schantlung uu« 
geüi^Iel würbe man eine ebelidje *BabinDiing tcfl greien 
mit einer Sllavin alö eine Sd)an6c anfeheu. 

31u^ei' ben Sflavm unlerfdjeibet man jwei Stdnbe 
ober Jtafien unter ben ®uatjcuru6: freie Jtrteger unb 
<5ble. fießtere erhatten von ttn *Certugiefen ben 9?amen 
.^auptffute (Capitaes), unb ihr« grauen werben XonnoÄ 
lltuliit. Xie eolen gamilten erhalten eiferfüfhtig ihre 
^Uimaiic im Solfe, vornüglicfe burd? ^cirath ihrer ®lie» 
ber unter einanber. )Aud ben Sblen werben bie .£)dupt« 
linge vom UJoIfc gewählt. 

Xie ®uat}ruruÖ hfibcn eine SJtt von Hegemonie 
unter ihren 9Iadjbarfiämmcn. Sie frf)li*lrn Streitige 
(eiten, finb bie ®cwAhrömännct befl grieben^j ihre 
Sunbeögenojfenft^aft, ihr Sd}u6 »itb gefudjt unb burt^ 

14 



GÜÄYCimVS 



— 106 — 



GUAYMAS 



©nlabungm ju bcn gcficn ober ftiirdj ®cf(^enfe, wcldje 
man Den Slnfiiljrern barbrinijt, fpvrnjnlirenli cr^aUrn. 

Sttin Ulli ®uflwcuru6 unb (Surcpilcni cntfprcfTcncö 
Sn[t>blut ift bcFannt; bi( cutopäifdie t&Hfrfjrafye in bcn 
t)iarai;uanlänbcrn (^c^öit audfdjlic^litb t<i\ @)uarant att. 

iäi tt^cht 'SÜciio^amk. ^ie ^mu tt>(rb bur(^ b<ii 
Äal^m, ©raiitfauf, criüorbm, welcher gm'öljnlidj in bcn 
©(twU(icvöUfrn cnttid^iftcn *Hfprbcn ober 6flayfn bfftcl)t. 
3uiu SmHiö ber nlö niljmlid) eraditetm (SntfcaUfanifcit 
mu6 bet öräuHiiam ti< 3?raiitiifl(fct in bor ^iiitf bcö 
©cfciulcgrtflQtcrd neben bcr Srnut, Do* o^c tic ju bf- 
rfibrcR, jubtiugen. Tic Ü)Iitgift bcr SÖraut beftet>t Hofl 
in bcn SRcid)ibti!itern ib(cr Zoilctte, bcn .^ald' unb Cht' 
getmngcn, bcn Sd)min(fri)äld}cn mit lolbct iHocou- unb 
|;tn>ar:icr (Scnipapcfarbe unb einigen .ßlclbungdtlücfcn. 
2>od) bleiben bcr vcrbcirat^ctcn Üodjtcr, gleidjmä&iij mit 
bcn übrigen ®cfd)nMftvrn , bic Äcdjtc nuf einen lljcil bcr 
üBcrlaiKnt'tfcvift Ccö Siaterö an *lV'crbcn, Sflaren u.f. w. 
flcfidjcrt. 2)ic ^o(bicit roicb mit einem großen %xinU 
gciag, an bcm oft met^ccre bunbert ^^ctfouen Ibcil neb' 
men, gcfcicTl. S)ie vom aßcibe gebrodjene e^elit^c Ircuc 
wirb nitt» fo ^arl gcfiraft icic bei Dielen anccrn füb- 
amcrifanifAen «StAmmen. ÜCer gemeinfte >^all ift fficr* 
fto^uhj] ßcc (Sbcbrcdjcrin. *5ebr bdufig ift Trennung bcr 
Q\}t unter gcgcnfcitiger Serftänbigung unb @iunMlligung. 
^ad Vafter) bie i^eibcdfcutbt ju lobten, ift aud) bicr im 
St^rennge. Iiic 9ßeiber fangen im Slügemcincu erfi Dom 
30. 3kibrc an Äinöcc ju gcbdtcn unb gro^jujicbcn. 3)ad 
ftübicitige unb an^altcnbc Seiten ebne Jllcibcr unb igaltcl 
imt oft ein ^crbArtcn bcö Steißbein« vn^ bcßfialb fdinjcrcft 
©cbÄrcn jnr SoL^c. "Die SÖeiber finb minber n)0tjl.]ebilbcl 
ald bie 3)^änner.' 

33c[ ben ®uai)rurud, tuie a\i<li bei ben @uaianjd 
unb bei bcn ^araibcn, finbct (ic^ bic feitfamc ^rfcbei^ 
mmg, ba& in gcreiffcn Sludbrütfcn bie €pia(be bcr 9ßci« 
bcr von ber bcr SKännct gönjlicb ncrftbieben ift, j. S. 
ein ^Kvinn ifi bei bcn ^JJfännern felbfi ^ulegre, bd ben 
SBeibcrn Slguinn. VJiif ben SlnttUcn, wo bie diiraibrn 
»obnien, »vnr bic Sage Verbreiter, ienc bdtten bei ber 
Stnhutfl vom gcftlanbeoic männli^cn Urcimuotjner vcr* 
tilgt unb mit bcren ©eibern fid) fortgepftanjt, ipcöb*iib 
bort bic Leiber ibre ^I>fänner nie beim ^^tarnen nannten. 
6A bürfte jene £vrad}0ctfd}icbcn()elt Der ©efdilec^ter aud) 
bei i>tn ®üav<ur\i9 von einem gcmifcbtcn Urf)}runge nb* 
juleiten fein. 

9iud) bei bcn ©uaiicnrnö werben , wie bei mcbrcren 
anbern füb* unb norbamcrifantfdjcn Stämmen, fic von 
einem fdjimpflidien ßafict jeugcntcn 3)iannn3eiber crwibiit, 
tvc(d}e fi(^ ald $Qcibet fleitcn unb fid) b[ci treiblicben ^t» 
fdfiiftigungen hingeben, fpinnen, weben, ®e|d)irre madjcn 
une betgl. Sic werben vom QJoIfc Cudiaas (93crf(^nit« 
tene) genannt unb in großer äJeradilung fiCbaUen. 

^ann unb 2üeib werben im gfberfdiniutf, jener mit 
ben SBaffcn bcgtaben. Suf bcm ©rate beö Slnfnbrcrö 
wirb fein Sicblingöpfcrb ftcidblac^tct. 

^ie ®uat^cuTud babcn Unfterb(i<^fcitdg(aubcn unb 
DÄmenenbienft. 3>ic 3<»uberer f^nb Sicrjtc nnb >t>riefler. 
@tnma[ im 3at}re, wenn bie 6onne iu ia^ ^tiiftn bed 



€(iere» (ritt, feiern fie ein geft mit gropen %x\nh 

gclagcn. 

!liic ©uavniruö ober StMuiyaß breiteten ibre t^robe« 
Tungen unb SSerwüftungen im jDften l>ed Stic be UJarii« 
guoij, wcldje im 3. Ititil begannen, ii^on fcrui in 9?r. 
2V bii jum ^acuari in ©r. 18',^^ fl^ätcr bi« jn ben 
Gbi^nttofl aufl. Seit bcm 3. 1746 bielten pc ictodi mit 
bcn Spaniern uniinterbrodjcn grieben unb würben all» 
mölig auf \><i$ 2öeftiifer be6 Rlufieö ^uriidgebrÄngt. 

2)1? gropeu Stämme ber Vibiponcn unb ^JÜIaiagütittcfl 
finb in Jlörperbau, Sitten unb Spradjc nalie Stamm« 
vcrwanbte bcr ®uü»icuruö, fludj bic ^tatcfcbit (XobaO), 
Öiinorebir, anocobicfl unb 3)iJbi(oI«fn3. 

25ie Spradjc ift wcit^. ßö festen bie ?autc f unb r, 
fic Ifi rcid) an b, 1 unb g. 

Cucflen. 3>obriä&offer, ®cfd). ber Jlbiponer. 
SSJien 178^1. — Asara, Voyage dans rAmcriquo 
merid. Paris 1809. — D'Orhigny^ l/'hooimc amer. 
de I'Amerique m^rid. Paris 1839. — Hodriij. do 
Pradoj Historia dos Indios CavaUeiros. Journal o 
Patricia. Uio de Janeiro 1814. Revista Trimensal I. 
— Wedddl^ Voyage dans le Nord de la ßolivie 
et du P^rou. Pari« 1S53. — Paye, I^ Plata, the 
Argentiue Confederation and Paraguay. London 
18öy. — ©ater, a)?ilbn5aiea III. — (SqtI griebridi 
^t}it )?• SRartiud, ^3ciiräge )ur (Stbnogcapfjic unb 
Sprad)en[unbeVlmeriFa'0, iumai^raftiiend. 2S3be. ^eipjig 
18G7. {W. Bßntkeim.) 

GDAYLOPOS, ein norbmcrlrauifdjer SBolf** 
flamm, ift i'ri San Slnbreö ßbinipaö wobnbaft. 

Oueltc. Orozzo y Berra. Geografia de las 
Lenguas y Carta li)tnogra6ca ae Mexico. Mexico 
1864. {W. Bentheim.) 

GDAYMAS, GuaioiaSf mcricanifdte ^afenftobt, 
liegt an ber 2)aquf'3}fli, (s*oIf ^on Kalifornien, Staat 
Sonera. S9r. 2V 54' 91., 8. 110' 52' «ffi. ^Jer Ort 
ifi ringö öon 5)ergen umfd,Moflfen, fieip nnb ungefunb, 
bie Straßen finf m'eiftena eng unb fdimujig, bie igjäufn 
grcöit-nt^filö Vcbrnbiittcn. 2>ad ncuercingd erfianöcne 
amnifanifcl>e Ouartier beßcbt jcbed) auÄ f(ati!i(beren 
^Bauten, benn eö liabeit fid) bicr neuerbingö mehrere 
amcrifnnifdie J?aufleutc angeftcbclt, unb finn amerifanifcfte 
.Sa)>italien ^ier angelegt worucn. ^ua^matf ift Der ein« 
jifle ^flfen bcr Staaten Sonera nnb (fbihuabua, ber 
bcftc am ®olf von 6aIiforiiicu unb einer ber brften «n 
bcr ganun pacififtbcn Jiiiftc ?lmerifa'(?. CSr ift 4 engl. 
a)Mlen lang, wito on bct Ginfalirl biird> eine rcrliegenb« 
lange 3ntel gcfrf)öpt, enthält eine außen* «nb eine 
Sinnenbai, ift gegen alle SQinbe DoUftänbig geborgen 
unb bat bequemen «nfagrunb für 200 S(^iffe uon gre0« 
tem Tiefgang. iSie jäbrlidic Ginfnbr, tauptfÄ*[id) in 
cnglifdfcn, franjÖftf(^n, teiiifdjcix unb flmcnfaiiifd)en 
SWantifnclrn, bclänfl fiit auf o iVill. 3^ütIar{f. SJtc Slu6» 
fubr bcftebi liauj.MMd)lid? in Ü'ci.Kn, 2Jkhl, iiöulen, 
®olb« unb Silberbarren. S^er §afen wirb wel Don 
amerifanifdjen Sdjiffcn bcfudH. ©tf befte^t regclmd^ge 
3)ampffdjiffabrt jwifdjcn ©an granclöeo unb ©uavniQ«. 
6000 ^inwoljncr. 



* 



GUAYMAS 



— 107 — 



CUAZAPAnES 



CuelU. 'S. Afowrt/y Arizona and Sonora. 
New -York 1864. {W. Bmtheim.) 

GUAVMAS, öußimas, ein wcxtmtiicanii^ex 
^oW^ftamm, tint bei Der ^tifeiiflatt f)lcid}cn Staniend 
am ©elf fon Galifornicn , Staat Soitora, wpt)n!)iiff. 
Sljie «pradje ifi ein 2;ia(r(( U6 6eri, xicn meldjcm nur 
wcnifle ffiörtcc bcfannl ßcworöen, n>«il bir JReifcnDcn 
feine SJocabeln fammeUcn, intern tie überauö rauben 
ui)H fituituraleu Sauic ju |'fl]))>ieri^ ju fafftrn fint) im» t>ie 
SctJDlfcrung ju wilö ift. lad Ueti ftfccint mit (einem 
anbtrii mcriranifd^cn ^vradjfianniif DenvanM ^a fein. 

Duellen. Jose Francisco Velmco, Noticiaa de 
Sonora. Mexico 18Ö0. — Orozzo y Berra, Geogra- 
fia de las Lengiias y Carta EtnograBca de Mexico. 
Mexico 1804. {W- Bentheim.) 

GUAYMIES, HuaroicB, eilt inbigenecSJolf^fiamni, 
woijueii um ißr. 9° 9t, in Cer $rciMu^ ^eragua, Staat 
3ft(imo Cttanama), ftnt sou ftäfti^iem, ntftiflcm Jtöipertau, 
mittlerer ®rc^c, ftirjcr, flatficr 9t(ife, bron^nu't .&aut« 
färbe, ernähren ftd» böuvt|Md)lld> oon njilDcn TOurjeln un& 
m $irböer, einer ber l^ciite! dtjnlidjen ^iidjt, «elcfte 
geröftet eine anßenetme unb uitrüglicte Svetfc flfivü&rt. 

CucKen. Lorenzo HervaSj Catalogo de las 
Leoguas de loa Nacioues Couocidas. ü Vols. Ma- 
drid 1805. — Hubert IJowe ßanct'oß, The Native 
Kacc9 of tbe Pacific States ot North America. 
Ö Vols. London 1876. ( ^V^ Bentheim.) 

GUAYNETAS, ein inbigener IBoKöfiamm, njclv 
neu in ben ^rpcinjcn tHio ^dia, Upar unb Santa 
9Äattn, 6iaat 3[tI)mo Cl3aiiama). 

Duellen. Roquetie, Noavellea Annales des 
Voyages. Paris I8öO. — Hubert Howe Bancrot'tjlhe 
Native Raccs oi the Pacific States of Nortn Ame- 
rica. 5 Vols. London 1870. (W- Btnlheim.) 

GUAYRA (La), La Guaira, franjöfifcl) La 
Goajre, bie .O^upt^oti-nfiart Senejiiela'd, Itefit in £r. 
10" 3Ü' 42" 9?.. ?. m" -06' 30" 3B. 5 engl. 'üÖUlUn 
iiorböf)li<^ von Sfirarn^S am ^arttibifd^en 3}leece. Xad 
©cbirfle, weldjeS bcii ^nfcn rem jljalc von ßaracafl 
(rennt, ertsett fiel) 4Ü<-)0 gu& ftodj au einem 53lfltcaii. t><i^ 
fottwäbrcnö von falten unb bid)ten Dimfim bebcdt ift, 
fällt nadj beni aKecrc ju fcl)r ß"l ab unb UUh^t jwifdjen 
feinem ^'i^^ unb bem ^^etie eine nur an 4öO @u|j breite 
^lufc, »30 bie 6tQbt erbaut ift. 2;iefd6p hat nur jwel 
cnfle, Irummc, ((blectjl iiepflafime, meftcfiltd) Inufenbc 
^auplftragen, unb im fübltd)en !Ihetk tet €tcbt ünb 
Mc Jpäufcr in bcr 9[ßei|e an bcn Serqabbang anflefeßt, 
^a6 bcr gelö bie Wintere 2J?auer bilbet. 'X:ie .^duftr fmb 
meiftenö unanfrlmlid^, bc(^ gut cjebaut. Sefonberd nen« 
nendmertljc ÖJcbdubc ftnb nidjt vorljanben. Der ipia^ 
ift ftcfunb, obgleidj bie 9 9Konate anbnlicnbc ^i^e nach 
aHariUüibo bie größte am (iaraibifdjen SWeere i|t unb 
100 m 110" %. erreii^t. 

91iÖ .^auplbofen ber 'Jlepublif l)at 8a @luaQra leb« 
baflen ^anbelöverfe^r. 3äl)rlirf) laufen an 200 St&iffe 
»on an 40,000 ilonnen ©e^all ein. iJie »uÄfuhr bc» 
fifljt bauptfi^Iid) iti Äflffee, ßarao, 3nbiao, Raulen, 
«Saifaporilla ; bie lSiuful)T in europäifdKn iüianufartur* 



waaren, ©ein unb anbcrn OetrÄufcn, SWafdltnetie. ^t 
jäbriidje ^efummtbetrag bet üia* unb äludful)r belauft 
fi(^ auf 8 mu. I^oUartf. 

I/ic Äauficutc iDP&nen mciiienö in (»arafa?, bem 
eiqrntlid^en Stapclpla^e, ipcbin bie haaren fileidj na(^ 
Slnfunfi ßcförbert »erben. !Dort bffTnCm fic^ aut^ bie 
gilialen ber tjamburfler «nb bremer Raufet, grööer iiing 
ber ä3}aarenjnt1 Q"f äJIaulefcIn gerabe über ba* Ö?ebir9« 
narf) Saracaö; ber SInftieß erforberte 2, ber SIbftieg 
1 €tURbc. ^c^t gebt ber ^erfeljr nad} ber ^auptflabt 
auf einer becjuemen SBagciifaijrfira^e von 12 engl, ^d« 
len fiöngc. 

3>cn .^ofen bilbet eine liefe S9öi mit verfd)icbenen 
9Jcbenimd?ten, von tvridien bir ^iWacntobuAt an ber Cfi- 
feite bie iridjtigfte if). Xer 'änferflninb ift gut in 6—70 
gaben ZUU, U nad) bcm $lbflanbe vom Üanbe. SNnn 
(lal 15 gup Sijafffr in einer Kabellänge vom Stranbc. 
^er ^afcn ifl aber ni(bt fel)r fiul, tnbcm er gegen 9Iorb», 
Oft» unö SöeRwinte feinen Stfcup ftcn'dtirf. 2;er vor? 
berrftOfube Dftroinb verlebt bafi SBaffer in forttvü^renbe 
Unruhe. 3^00 l'nnben Ift bedbnlb mitunter fe^r flffäljr' 
lidj. Cbflleid) Ca ®uayra ber ^anpiljofen ift, flctjen bie 
Sct?iffe bcd} meiflen«, nadjbfm fie (jclöfdjt hoben, nat^ 
*]jucric (iabello, wo fie rubiijcrc Viegeflellen fiiibcn. 

Xie £iabt wiro vcm" gort (Serro (Joli^rabo unb 
mehreren Salterien vctib«biflt. Sie tviberftanb uiii (Sr* 
folg einer Belagerung brr tSngldnber im 3. 1739 unb 
abermal3 im 3. 1743. iTurd) 6n? gro^e drbbrOe» vom 
3. 1812 Tvurbe ftc fafl nänjlid) jerßörr. 

l'a ©uarra hat 6000 (Sinrooljncr. (TT. Benthnnu) 

GUAYTECAS, eine ^nfelgrupve, liegt an btr 
^efifüftc von iniingonien, am ^torbenbc beö (SlionoÖ» 
SlrcfefpeW in S3r. 44' S. Siälrb viel von Jüobben be» 
fudjt. (IK. BenUteim.) 

GÜAZAPARES, ein norbraeric^inifdjer tBolfÖ* 
fiamm, bcrt'Obnen ^netlo Santa Serefa bc ©uojapareö, 
20 l*fguad iptfllid) von Sorcto el Sur, unb K^^ ©ebirge 
von Qihihunbua unb Xurangc. 

Xie JlleiPung brr älijnner ift ein bcmaltcfl, vier» 
erfigeö Siüd ^iifdjlcber, »vcldjcd vcm ald Sdjiir^c vor« 
gebauten wirb. X)ie ^JEßeiber tragen einen Unterrod von 
ÖemfenfcH ober JSatiun, iveldjrr biö auf Dicgerfen reidjl. 
3m 3J3inter tragen bfibe @efdjled)ier SKdnicl. Stirn, 
Sippe unb iSSnnge rverben täioroirt. 

^ic im gelfengebirgc fi^enbcn gerben Wßl)iien iti 
tiefen ^5E]len. 

^Ue ©uajcipqrc^ treiben Slderbnu, SSirb' unb ^ffrrbe' 
jud)t. Die im S'ebirge jagen batf IBilb in iRotten, in* 
bcm ür ed burd) (SngpäjTe treiben, ivo 3ägfr aufgcficUt 
»erben, »eldje ed erfdjiegen. 

Sie fcdjen ober baden i^te @rri(^le in ^Üi^rrn in 
ber (Srbe. 

@igenlt)üiiilid} ift ein kberned Sanb um bad linfe 
£)anbgelenf jum Sd)ut^ Qf^ir^i bie Sdllägc ber ftarfen 
Sogenfrnne. Sic fpinnrn au^erorbenllic^ ftaxU^ ®arn 
nuft QJferbebaar. 

"tiad ©uajQpare ift neben bem S^arogio unb brm 
^at^era ein ^auptbialetl bed :?arabumara, bet Spradje 

14» 



GUAZAVES 



— 108 — 



CCAZÜMA 



ber wilbm ^ö[fcrf<^aflcn in bcr ©ifrra üHabre, in ßljir 
huafeiui, ©onora unti Üiiitaugo. !DaffeI6e i^ mit tcm 
Slitcf, ^od) nit^t mit ttn 5Ia(tjbarfptadjen vfnuantt. (53 
\)at eine f(6ivimgr 9(u6fvrndf<. Äu^lautrntc utili mit' 
Ulli« Qnlautmbe €i?lbm rctrUn abgcüo^fn. Woinina 
tixrbtn auf t>cr $«nuUima, 'üftba auf bcr GnCfylbe ac 
centuirl. See 'iUturat mad>t ficQ burd) !')Icbup[icatton: 
muki, SOrib, mumuki, ^Ißeiter; bcr ^j^DJTcffivfaU burdj 
Sln^Anguna b«r (^nCung ra an ^a6 Öbjcft: Pedro 
bakara, ^jrbro'd ^aud. Neje, mujc, senu tura, i^, 
bu, et jü^te, ramuje, emeje, quepunatara, wir, ibr, 
fic jdblctl. Taraca, fcabe flejÄMt. Tarara, werbe »(Sfcltn. 

Ouellen. J«a» Ortiz Zapata, Relacton de las 
Miifiiones qac 1a Compaäia de Jesus tiene en el 
Keino y Provincia dt- la Nueva Viacaya. 1G78. Do- 
rumentos para la Uistoria de Mexico. 20 Tom. 
Mexico 1853 — ia^7. — SSaler, SKilhribatcÄ IIX. — 
©ufcbmann, 6pUTcn bft 2Ijtef^3prarf]cn. tBcrlin 1859. 
— Hubert Hotve Bancroßt Tho Native Racea of 
the Pacific States of North America. 5 Vols. Lon- 
don 1870. (W. Bentheim.) 

GUAZAVES, Goazabas, etu norbmerUaiiifdier 
SSdfölbmm, ivobmn am (Bun ^rbro ©uajapo unb nm 
^amajula, Duellflüfffii bcd Mio Sinaloa, an 12 Se^miö 
uon bcr Siabt Sina(oa. 

Sie JlUioung Der WAnner ift eine furje Kattun' 
fibfirje, bic Icr ^Beibcr m langer Untcrrorf unb 'äWantct. 
Sie tragen C^ren« unb 9{afenge[;Anqe. 

£ie effen eine autJetorbcntllc^ (jr^^c ^J)Ienfle (£alj. 

€le fmb grogf Süger. TOitunt« brit^t doÖ (janjc 
3)orf auf, nmjinflelt ben bi(f)tefteii Xhiil bftf aßalbctf, 
jünbct bJd ©eftriipp an unb erfdjie^t öad SBüb, luenn 
efl ju entflitfben fudjt. 6ie effcn autt ^aS Sguana unb 
foniiiiic Meptliien. 

Sie tveben Jtattun unb $((intietu(^ autf verftfiieben 
fleförbtem ®arn in ^iibft^en 3Jituftern, fieti^Un Sinfeiw 
unb *JpalmbIuttmailen, j^icden Srtjafe, Winter unb ^^ferte. 

'S)\e Sprndjc ifl ein Dialtfl beö Cpata, ein itüifc^en 
bem ^ima alto un^ bem *^ima bajo eingefcilter ^wti^ 
ber Sljtef'-Sonortftljen Sprndjcn. (Sä ift eine iierlidjc, 
nid)l fel)r fdjroieriflc Sprartje. 'S>it SBörter enbigen in 
9Jocale. Wan hat unjemein lange 3ßörter, j. S. ku- 
suesaguatagoikide, grüljling, nakoisenignabussaui- 
begua, 17. 3)er Plural ipirD 6urd) JKebuplication ^e* 
bileet: Temachi, ^nabc, Tetemachi, Rauben, bore, 
(Si^^örn*cn, bohore, (Sic^börnt^rn, *iJ[ura(. Slbftractltic 
iverben burdj baö yiffir ragua gcbilbet: maasi, 93ater, 
mossiragua, *Üaterfiiaft; Oettlidjfett tuiib burt^ ba* 
Slffir de bejcidjnet: dcnidc, Ort bed 8idjte«, neo- 
xnachide, fdjwieriger Ort. !Die ^letfonalpronomen fmb: 
ue, ma, i, — ta, eniido, me. !l)äd SSerbum: hio, 
male, hiokaru, malte, hiosia, ^abe gemalt, biosea, 
werbe mafcn. 

Ouelle. Hubert Howe Bancro/t, The Native 
Kaces of the Pacific States of North America. 
5 Vols. London 1870. (\V. Bentheim.) 

GUAZUMA, eine öon ^piumier oufgefieUtc ^Jat- 
hing bcT Büttneriaceea unb jwar ber eigentlidjen Bütt- 



nerieen. 3)iefe Iribufl ift burtfc folgenbe Werfmale 
djarafterifirt: .flronblättcr lißenb ober benogrlt, concav 
ober genjölbt, fcfjr bäiifif[ na* eben in einen jungm* 
förmigen gotlfap erroeiiert. Stau bfaben röhre an bet 
6pige in mel^rere Sipfel gefpallcu, Sic unfruttlbaren 
3ipfcl mit ben Jtronblätlern abn^edrfelnb. bic fnidjtbaren 
ilmen t^egcnübcrftebctib, einen biö brei Staubbeutel Iragenb. 
ßriKtMfnctcn fiinffäd?erfg, gvicber gmei^ biövieleiig. ^u(^P 
fapfeiartig, fad)^ ober fdjeiben^cintfpnltüi aufiprfnj^enb. 
Samen natft ober mit einer SiabcUvarjc. Samenfnm 
fireei^Ioe, mit gefalteten ober jufammciißcroüten Äeim* 
blättern ober in ber $Ire befl flcii'djigen (firoeipcö flerabe 
mit Mattatitgcn, flauen Jteimblätlern. 

I)lc bierbcr gcbörigen ftaut^ ftrau*« ober bnum« 
artigen ®eieäd)fc Eommcn in Slften ober l)üufigcr im 
tropifdjen SImmfa »or unb finb biirc^ folgenbc ©nttungen 
vertreten. 

A. Staubbeutel jroifiöen beu uufruffetbaren Staubfttbfii 
Ärt>ei biö viele. 

L Guazuma PiunUer. 

Äe[(ft tief jTOt'i' bid breillieilig, feine 3't^ffl unglef 
feilig, in ber .flnoöpenlage fliippig. JlrcnttlJtter fö 
unler^ilnbig, benagelt, verfeljrt'^ eiförmig, an ber Splft« 
capujenförmig , bic Spi&c ber Sapuse eingebogen, natS 
oben in einen linealifdjen, siDcifpaltigen jungenförmigen 
^ortfag crmettett, unten smeifpaltig unb mit bet Staut>^ 
fabenrö^re .fufammciilslngenb, in ber .ßncdpenlage flappig. 
Staubfabcnröbri' glorfcnförmig, an ber Spi^c ^«bntbellig, 
bic fünf unfrudjtbarcn 3ivf'l ^'^ bLMi .itronbiättern ab» 
ivet^felnb, riförmig, iu-jefpi^t, gansranbig, bif fünf frud)l' 
baren ben ^ronbldtlcrn gcgeiiiibcrffet)enb, linenlifd?, an 
ber Spißf in brei furje Staubbeutel tragenbc Bipf'l Ö*" 
Ibcilt; Staubbeutel nad) aiiycn geroanbt, jmeifädjfrig, 
gepaart, Staubbcutelfdtber (^uer, getrennt. ju>einappigj 
ßriidjtlnotcn fioenb, fünflapviß, fünffddierig. (ffid>cn in 
ben gt5d>ern jablreidj, fafi Ijcniontal, gegenläufig, bem 
verbidtcn (Sentralwinfcl in jirci Sicilien eingefügt. (Griffel 
fünf, venoadjffn, iHarbcn einfad). Äapfet fafi fngelig, 
Mjig, »vürfelig-liöderig, fünffddjerig, an ber Spipe un« 
voUftdnbig fa0fpaltig fünfflappig. Samen ^ablreid), 
fantig, Samenfdjale leberarttg, bid, am {53runbe genabelt. 
Samenfeim in ba 91rc bed fleifcbigeu ^iircißeö reit 
Iduftg unb fo lang ald baffelbc; Keimblätter blaltartig; 
qutr elliplifd), jiemlidj fla<ii 3Bürjel(^cn fiielrnnb, ern» 
trtpelal. 

^ier^er gehören fBduinc beS tropifdjen Sfnierifa vott 
fiemförmiget SÖehnarung mehr ober weniger filug mit 
n>ed)felflänbigen , eifönnrg*IAngli<4en, ungleid) gcjäbnten 
Slättem, fdtli(^cn, gepaarten, abfälligen 9Iebeiiblättern 
unb adjfelfiänbigcn ^faenfi raupen, hiermit ibeniifii;! |int> 
BubroDia von Sd)reber unb Diuroglossum von Sure« 
janinon). 

1) G. ulmifolia I^marck. ©lätter eiförmig, om 
@runbe bidmeilen fd]n?a(^ t^erjförmig, fdnglid^ ober lan« 
jettlicb, «iigcfpi^t, ungleiii gejdbnt, in ber 3ugcnb faum 
auf ben ^lervcn von einer ftetnförmigcn Sc^aarung filjig, 




GUAZTMA 



— 109 — 



GÜAZUWA 



fpäter beibfrfeit* fabl. Ainr()«t gcbörfn Bubroma Gua- 
zama unt B. Invira WiiJdenOic, Theobroma üuaztima 
Lfinni unt) trat)rfd^einlit^ att^ Guazuma Bubroma 
Tiutac. 

3n €iibamenf<i. 

2) G. tomentoea Humboldt j Bonpland unb-^unM. 
SSIättn oberfcftö fdjivad) bftjaort, uitU-rfeild biinn filjig, 
iveipd}. ^icfe Slrl, »^clcbc i>icUci(i}t ntd^t fp^dfiftt^ von 
titt oorbcrgc^enbcn jii trennen ifl, fommt in ixoü Sot' 
mcn Dor: 

a. moopoxensis Uumboldty Bonpland un& Kunth. 

Slütbctiftraup boppelt Idmjcc ald bad ^latt; .^cld) 

jweillicilia; fö um 9J?onpor am 3RagbaIcnenflrom 

unb in 9(cu*3InBQlujien. 
ß. cumancnsis Humboldty lionpland iinb iTuntA. 

9ti*Vcu bopptlt länger ot« ÖdÖ 93(att; Ädrfj tircü 

t^ejli^]; fo um Sumana. 

3) G. polybotrya Cavanillea. SSMkh unlerfeitfl 
tion ftcrnförmiqfr SJftiacTun«] ftimmetaTti(^'fi(jig, ober* 
fiilÄ im iunäeu 3ii|t«tibe TOeidjbaflriii, im 9I(teT fa^L 

3n *3Kcrico unb Si. 2)üiningo. 

4) G. Blumei O. hon. glätter eiförmig ffänglld), 
jiigrfvitjt, lim Orunbf ^criförmig, ungteicbfcitig wnö un* 

f|lei<^ gcjöbnt, oJ'nfpitö fimiförnii>i*>Vfi*^<iting, iinter- 
tüd pernförmig > laiig^atig. ^^ittb« gebött Gr. tomen- 
tosa Blume., 
3n 3at>a. 

5) G. grandiflora G. Don. ©Idtter groi, Mng* 
litfe, ptö^Iict) iiigcfpißt, faft gnnjTanbig, breinctvig, untcr- 
fdtd Moffa; ©lütbenftielc faft traubig ncbft ben Jtett^en 
bidit filMg- •^iettjer gehört Bubroma grandülomm 
WUldenow. 

3« Srarilini. 

6) G. parvifolia A. Richard. 93Wtler fUin, nm 
©runlie Ijfrjförmio, fr&r unglfitöfeilig unb gCeidjfam fdjicf, 
f(Öorf gefaxt, oberfeit« fiernförmtg''TOei(^haartg, iintcr» 
fett6 u>ei^[lc^^ftljig; Slütben in ben obern Siatt<id}[eln 
Uaubig. 

Vluf ber 3nfel (Suba. 

7) G. crinita J/orrt'u*. Stfllt*, S(üt£)enflieU unb 
tif Unterfeitc bet Slätter von ®lerul)aarfn rtOfarbig« 
filjig; Sßlüttei eiförmig, fpi^, am ®runbe ung(ei(^, fc^atf 
gefägt; Jtapfcl fugelig, mit fe^r langen, woUtgen S9or« 
^en befe$l. 

3n ber Sldlje »on Sie 3onciro. 

8) G. rosea Poeppig «üb Endlicher. Sldttcr fafi 
^erj'ciförmig, fettner uiigteiffefeitig, fiiimpf boppc(t*_fle# 
aä^nt, untcrfritd fiCji^^mcid^baortg; Stippen äfttg, mcU 
mal Idnger nid ber ^laitfittei unb nebf) ben tieften it>ci(^' 
^aaiig ' ftljig ; Jtiipfeln raitbEjaadq. 

3" Sfiiübern Der ^Proyiiij 9)iavna« in Örnfllien. 

Ü) G. utilis Poeppig unb Endlicher, ©[älter 
Idngtid), an bem fpijen (?)runbe ungleid)fettig, am obent 
<Snbt jnnefpi^t, fein gefägt, brcinenjig, beibcrfeite fpdr* 
lid^ fteTnförmig^nmtbhflatig; Jrugbolben fo lang a\^ln 
aötaitftiel nebfi ben Äeldjcn roftfarbig^filiig. 

3ti 2B(tlb<rn ber ^itcfinj SÄapnaö in Srafilicn. 




IL Theobroma Linni. 

■Äelifi fünftbfilig, gefärbt, abfällig, feine ß'Pfel äf<i*, 
in ber ÄnoSpentage fiappig. Äroubläitcr fünf, unter* 
fidnbig, in ber Änoäpenlagc flappig, capu^euf^tmig^con' 
c^'Q, bfe C^apuje un ber iSpi^e cinmdrtdgebogen, oben fn 
einen fpaielföniiigen gerlfap erweitert. SlanbfabenTÖfjrt 
furj, frugförmig, ,(c[)iifpaliig, bic fünf linealifdj'pfuem* 
(idjcn ficrilen 3ipfcl uir*feln mit ben Jlronblättrrn ab, 
bie fünf fe^r fiirien friic&tbaren flehen ben Äronblällein 
gegenüber, jebeg 3ipfel(feen trögt jicei Staubbeutel; biefe 
fmb nad) auöen gerennbt, jroeifädjerig, gepaarl, in ber 
dapujc Der Äroiiblältcc »erborgen, bic Slaubbcutelfäd>et 
|tel}cn (liier unb ftnö getrennt, jnjeiflappiö. gru(6tInotcn 
fi^enb, fünff fieberig. !3)ic borijoutoleu (Jitieii ftetjen in 
bcm ^entralroinfel ber ifiötöcr ju 8 — 10 in jnjei SReilien. 
®riffcl an ber @piße fünffpaltig; Tlarbcn einfad). grn(bt 
lebrrartigsöo'iifi» eiförmig 'l«ng[tdj, nn ber Spipe ocr* 
fdjmölert, ffinffantig, an ben Äanten ruujclig*l)örferig, 
fünffäc^erifl, nidjt ouffprtngenb. Samen im Srudjtbrci 
iiegenb, eiförmig, fauiig, «cameiifdialc fruflig, jerbted)-' 
Üd;, bie innere Samcnbaut tjäutig-- breiig. Samenfeim 
eiwcillod, Jtetmblättec Did, lappig^runjelig; Sürjcldjen 

Aierber geboren fleine, im tropifdjcn Stmcrifa ein* 
f)eiroltd}e unb bäufig ruitivtrte Säume mit geftielten, 
wedjfelftänbigen, großen, eiförmigen ober länglidjcn, u\\* 
^eil)dltcn S3tät[ern, gepaarten 92ebenb[ättern unb adifcU 
Itdnbigen o&er bucd) Ky^ VIbfaUeti ter Blätter fcitlic^en, 
balb einfachen, cinb!iill]igcn, büfil)e[ig>ge[)äuften, balb 
äfitgen, Dielbliitljigen SBIutbcnfiiefe«. !Die ©amen manrfjer 
iÄrtcn finb cpbar unb entbalten ein butteviirtiged Cd. 
Slu0 ben Samen Dort Theobroma Cacao roirb Uljoco* 
labe bereitet 

1) Tb. Cacao lAnnL Slätter ganjranbig, eiför* 
inig*(äng[i(^, jugefpi^t, bdberfcita ganj (ab[, gleidifarbig. 
^ierbet geboren Cacao sativaLamarcA, C. Tlieobroma 
Tuisac unb C. minus Gaertner, 

3n Sübamertfa. 

2) Tb. guianeusis Wüldenoic. Slätter jugefpi^t, 
gefdnneift'gejähnt, unterfeitö filjig; §rud)t eiförmig* fünf' 
fanttg, filzig, röli^lii^. ^iecljct gebort Cacao giüanen- 
sis Äublet. 

3n ®uiana. 

3) Th. bicolor Humboldt unb Bonpland. SBldtter 
Idngli^, fdjief berjförmig, unterfcitÄ ivet^Iid;, Vncroig; 
prud*t eiförmig, nidjt auffpringenb, Derfd^iebcn au^gei^öblt, 
feibeiii) aarig. 

3n 9(eu'®ranaba. 

4) Tb, angustifolium Jtfopin unb Sessi. 93lältn: 
Idng(id), an beiben ©nbcn rerfttfuidlert, an ber Spijje 
jugefpi^t, am fflrnnbe breincnoig, unterfciid b(ap; ©lü« 
tt)en fdjmujig rottj; unfrudjlbare Staubgefäße Dcrfebrt' 
eiförmig 'läiiglid], fafl gröpcc a(0 bie Jtronbtälter; gru^t 
eiförmig. 

3n SWerico. 

6) Th. ovatifolium Mo^n unb Seati. iBlätter 
eiförmig, ganjranbig, am ®riinbe breinerolg, ft^mat^ 



GUAZÜ31A 



— 110 — 



GÜAZÜMA 



iKTjförmf^, an Uz Spißc fiumpf, untofcitö flraufiliif]; 
iPlülb^n ffctn; ÄeId:Hrtiter iUßcfpipt; grut^t eiförmig, 
von erbctttiteii ^ipv^ii lutijdig. 

6) Tfa. subincanum Martins. iBfalkT f((ma(«Iäug< 
M&i, am unßlcidxn ®ninto nbqmintft, ßfln^rantiij) , jw 
flcfpier^ obftftitd plänifut, uiiterfctta von tünntm %\\i.z 
araii; Slütbenfliele feitlid; utv^ ac^fcItlänDig, njcnig^ 

3n bcr 9täf)c bcd Slmajoiicnflromtd. 

7) Th. eilvestre Martim. «eflc mit) SBifltIfHfle 
tünn rofiffltbiij'filjigi 53lättrt ciförntifl^ianalid) o^cr 
(änfjlicb, tJ^njranMi], am berffcrmicirn ^)cun(c un^Icid), 
tinkrftiiö id)x tun» t)raufiljigi iMiitlicit adjfdilänbig, 
einje(n; ^rüclitc ftfetRii^, unrt-uilfcf? fünffanüg. 

3n ©raiilicn in tcr -^Tovinj 9iitt 'Äegro. 

8) Th. microcarpum MariUts. IBlAtlcr Idtiglicft, 
an tnn [afl gleicbcn unD faft I)erjfönnigtn ©runt« ein 
ivcnig jufuaimcn^e^o^fn, am ober» (^^nK Kinq fugffpt^t, 
ganjronbiti, b^tttKiifS fahl, iilcirfiffirbiii; ^lütbfn rin«' 
liU\. feiten* unö adHflfwn^igj önuljU ciförmifl'länijlicli, 
jjriibiq. 

3n Srafilien in brr *ProToln} 9iia Äcßvo. 

nL Abroma Jacquin. 

itel<^ l}iiutig , fiinf(6d(ig , ftel)enb[fi6en^ feine Sipfci 
gteldtgrog, in ^er Jtnodvenlage fta^pif). ^ronblämr 
tünf, untetfläncig, rifcrmi^, mit if)ttn 9{^c|eln Der ^laub« 
fatJcnröIjrc gatij am ©runtc eingcfijgr, tie glä(tc eben, 
in feer Änoöpnitagc flappt^. Süie ©tanbfa6fnrpf)rc furj, 
frugförmifl, fiinft^filtg, ihre 3ipfel verftljrt'berjfönnig^ 
mit cen ^rotiMdttfvn abivedjfelnt, tie '33u((}ifu tcn Äron* 
bläKem ßcgemibcrftflicnc, trci Stnubbciite[ irao/nb; 
Staubbeutel nad) aii^cii t^cman&t, jtrcifddjmfi, gepaart, 
gädjev quer, getrennt, sn?eiflappig. gnidjtfiiolen fipen^ 
fültffädjerig, Sid^cn ^or^onlat, gegenläufig}, in Den 
^äd)cm ^u mc[)reren ^cm faum vertieften ^entraln>infe[ 
in jTOci Keiften fint^efilgt. ßjriffcl fünf, jufamraennngrn6, 
9?flrbfn cinfcidi. Sim<\ (jautig, fünffliVielig , an In ab- 
geftutieu Spije fiinffd^iiäbdig, ffinffad>crig, neben beu 
!:)2al7tflüge!n unvollftärt&ig fadjivaltigM'ünfflavpig, .ßlap« 
pca in ticr äKiite tic am !Kaube mit (Eamcn befehlen 
€(^eiCewätitc tragenb. Samen jablreidi, eiförmig 'fuge 
lig, ren einer IclicTarlicifn Schale umgeben. Samcnfeim 
in ton Sfre be* pcifdjigen Ghveifc-ed vcd^tldufirt unb fo 
lang ald biefeö; Keimblätter blattartiji, ftift freiörunP, 
flad}, ^ürjelt^rn fiielinnb, bem ?fabcl gendljcrt, len« 
tvfpttal. 

«fiierljct gefjören fleinc, ficrnfßrmig bcljaarte, im 
IrDpif^en Slften einf)eimifd)e ^öume mit )Vv-(tfe[f)änbigen, 
geiiitKfn, ungeiheideu ober Ijanbförmig gelappten 93lät' 
lern, ()(fiicttcn unb gepaarten 9Iebenbldtteru, mit au^cr' 
fialb ber Stattadjfeln ficbcnben, blattgcgenflänbigen ober 
fafi cnbftänbigen, luemgblüiljigcn, con Derfblättcrn bc» 
Hlctreten SSlütöcnflielen unb mit ft^mu^ig purpurrol^cn 
^lumcnfroncn. 

1) A. augusta LinnL Sleflc weiefc fammclljaarig, 
gtatt; SBlätler im Sllter unterfeitd fa^f ober n^rid^^aarig ; 



Jtapfelflügrl an ber 6pi&e abgeftugt, bic äußere ^ante 
Aiemlid) fpiU. ^ierber geljören A. auguata unb A. Whe- 
leri Wüldcnow, 
3n £)fiiiibien. 

2) A. lästiiosa R. Brown. iJtfte meitfiflat^eng; 
Sölüller im 8llter ron ftcrnformfger unb jerftreuter ein* 
fcidjer ^cftaarung rauh; Äapffiflügcl an ber €pi{)C etwa« 
abgeflugt, bic äußere .<^ante lauii, vrifc^mälcrl. 

3n 2imot unb 9?fn«^oüanb. 

3) A. mollig Da CandoUe. i?lefie rofit^fiacteHg; 
ölütter im Sftiter mit febr fnrjen weisen öaaten unb 
Idngeru flernfönuigen, welchen Sorftcn befeßt, untere 
Ijeciförmig, riniMi^, faum lappiji, cbcrc glcidjfaUfl ^tr^' 
förmig, [ehr fur^ geßieU, jugfipi$t, ^efägt, ade »cidj* 
^arig. ^^JicUrif^t mir 9tb(irt brr vorigen. 

auf ben SWoruffen. 

4) A. nitida Poeppig unb Endlicher. 9Iefic, Slall« 
piek unb Ißfaltnerven n7rid>[)aarig, $ljttd)cn ju fed)d, 
am ©runbe fcilförmig, verfehrr«eifi>rmig, bciberfeitÄ ganj 
fal)l unb fllänienb; Ölüthen am Stamme unb \r\. ben 
Slattad]fe(u einjeln; Slüibenftiele unb St<\6^t rau^^aang; 
Krcnbidticr linealifd), fel}r lang, l)Angenb. 

3m cfllid)en $eru am ^luffe ^acatfte. 

5) A. dcnliculataM^KW. tiefte, 3$(alinifie, ^(atU 
nerven, $luil;enflide unb itcld)e fein fiijig'UU'idjhaarig; 
93Mtler furj geOicIt, herj'eifötmig ober beräförmig-läng" 
tid), fdten runblidj'Iieijfcrmig, jugcfpiQt, fünfnervlg/ 
entfernt« unb fein gcjä^ndr, julef^t fafl ganjranbig, 
unierfcitf) mit einer jarlcn ileriiförmigen SSetjaarung unb 
langem firniförmigcn Sorfien beberft, oberfeitö nur auf 
tcu 31crveu frfiuiadj'ireit^baniig inib jule^t falil; ^apfrt 
von breiaabi'iig'fletnförmigcu Sfrftfnfjaaren bcfircut. ÜDJit 
A. mollis vciivanbt, aber bic Sleftc ivc^rloÄ. 

$[uf ber Onfel Sumatra. 

IV. Herrania Goudot, 

J{rI6 breill>eilig, gefärbt, al<fdUig, feine 3>Pfel glcit^ 
grcg, ccneav, in ber Üiic^penloge flappig. Jtronbtättee 
fünf, untciftäntig, capusenförmitj? ccneav, an ber ein» 
gebogenen Spijc* in einen linraliic^cn, vor ber Slütbe» 
jcit eingerollten, jungenförmigcn Sortfag enveiterl. iDie 
Stnubfabenröbre ift fiinflljcilig, Seifdjifl. ffltjl, bie un« 
frudjtfcflten 3'Pfe' wedifein mit ben Jfrcnbiültern nb unb 
finb oben in einen aiifrcd)ten ober ^nr.irfgcbogcnen, brei» 
ten Sorifap rcilängert, bic frudjtbarcn 3ipfel finb ber 
Sauge nad! Uirnvaifcn, ite&eu ben Ävcnbiätiern gegen- 
tiber unb finb füvncr alö bicfe, jeber einjelne 3ipfe' trägt 
brei eiförmige, gepaarte Staubbeutel. l)er grudjtfnotm 
ifi fnnffantrg, iünffäd)erig, fipenb. ^ie gegenläufigen, 
liorijontalen ^ic^rn flehen In bcm (^entrativinfrl in einer .j 
Sieifte. ©riffel cylinbrifd», cinfad;, 9iarben fünf, flirf« ^1 
runb, ftnnipf. grudit eiförmig 'längli^ , geriDpt , am 
®runbe unb an ber Spiee e«vaö verfdjmäleri, Icbcrartig« 
boljig, nidjt auffpringenb. Iiie eiförmigen, fantigen, 1 
von einer papierartigen, aberigen Staate umgebenen Samen * 
liegen im Snid}tbrei. Jteimblättrr bicf, gen^ölbt ober 
fla(&, SQitrjeldien fet}r furj. 



CÜAZÜMA 



— 111 — 



43Ü-AZÜMA 



^icr&er gcijören (jelje, im ftopifdjcn Slnifiifa rood)* 
fenfce Sduuu mit fingerfermigfn Slällcrit, lanjetKid^cn 
ober vcrFcbrt'piförmiflfn, faljlcit o6er iinttrfrüS filzigen 
$(ätt(f)cn iinb Rnfff}n{id)en, in 39iif(^ffn ^c^rntrn, anü 
"bim Stamme cntfpriti|;iritti'n ®titll)en. 

1) H. albiflora Goxtdot Jtron&IdItfr tvrig; jteld?« 
btältdifn »on feljr furjrr SBrljaoninii bfflrtur; 3't>M ^<^ 
üälfliibfofcfiiröfirc eiförmig, jitrürfflcbog«;». 

2) H. pulcherrima Gotidot. Ärenbiftttflr f(fearlad)» 
TOt^ mit fcbraarjfti €rri(^(n; Jtetc^bldtK^cn fil)lg; SfpM 
K't £ti]iibftit>ciirci)re dfLHmtyiriqnjetltiit}, fpif) o&cr aud' 
geiantet mit fur^cr, obfictjenBcr S|ti&e. 

3n 9?cu»®tnnota un& ^eni. 

3) H. Mariae Goudot. J?ronMfi(tct cilron«n3ftb, 
Vurpurrotb'Iiulirt; 3'PM l"« 6lflubfabcnTÖljre «iförmiij, 
(icmliit fWö. «" *" ©Vi$c abficliniö. ^icrljcr gehört 
Abrotna Mariae Martius. 

3n S9rcftli«ii unl» jwar in b?r ^i'cuinj Sio Slrgro. 

V. Glossostemon Desfontainea. 

Ä(lrf) fimftt]filtg, bfiutig, öiißfn fcfrnf5Tmij]*fiIiifl, 
ffinc 3'Pff^ InnijUrf), fpiy, brd» biö yierncrriö, in bnr 
Änoßpenlaüc flappig. Jlroiibliitter fünf, imterflänlig, 
Iqnjcitltrfj'länfllicfj, jugefvi^l, piclncruifl, häutig, fa!)l, 
fllfict gro0, abficl>rnb, ittri^ biö brcimal Ifliign qIö ber 
Äclrt). Staiifaflffä^e 35, imlfrOänbig; fünf ^tflubfdbcn 
»cnÄcId)jivfeIn gegfiinbeiftf^enb iinb o()ne99nitrl, tdngct 
ald Me libtlgcn, ijiluli^, (atiiettlid)'lincalif(^, fpi^, t>u\-- 
nervig, mdiatctig, öreimnl fütjcc alö tie Äronblättcr; 
tie iK) fniilubatru fabenföimig, fahl, am ©runbc rinn* 
förmig ^)frn''ad)iVii, jcfeft jn>ei jiüfifädjcriflc (Stoiilbeulcl 
tragrnD. Sriidjtfnolen fi&^'^b, fiförmig, fiinffärtjerig, fünf' 
fiirdjig, fternförmig^filiig. 3)i« jffcn (Sicöcii in jcbem 
^adjc finb bem dfiitrcilminfel in jwcl JHeibcn fingcfiigt. 
ÖJriffcl fuij, S^arbf fünffpaltig, iljrc Sapptti pfriemlittj, 
iufammcnncigenb. gcudjt uiibelannt. 

8lu6 biefer Oatiung itl nnr rine in IJcrrien ein« 
^eimifd)e §lTt, Gl. Bruguieri D« CandolUj befatint, 
fin dftiget StTQUd) mit rocdjfcinÄnbigtn, gefiiclten, et* 
förmig'vunblidien, ((^wad) getappt«i, gfjäbnten, jiern* 
bftarigen SJlvIticirn, feitlidjcn, gepaarten, pfrlemli(^»ju* 
gcfpißten ^icbenblättern iinb roftntot^en, cnbfiänbigen, 
ebciifträuiiigen a^tiiitjeii. 

|B. Staubbeutel ^irirt^en ben iinfrud}lbnren StaubfAbcti 
eingtin. 

VI. Büttneria Linni, 

Äefcfc gefärbt, tief fiinftVitig, ftefienbfeibcnb ober 
abfiiUiq, 3iVKl gleid? firo8, in ber Äiiüöpenliiije ftappig. 
Jttcnblälter fünf, unterfiänbig, aufreiht, lang benagelt, 
an ber (oncai[>en @pi^e capnjenföimig, bie etnroärtd« 
gebogene €pi{^e ber (^apuje nqd; oben in einen einfad)cn 
oMTbreitlreilijien jungen formt gen gortfd^ erweitert, «nter* 
wäit« loerfdjieben gelbfÜt unb mit ber (£tanbfflbenvö()re 
jufammcn^ngenb. 35te ©tanbf ab rnr öftre frugförmig, ^vl 



ber ©pijj« 10— 15tl)eili(i, fünf ober jeijn unfrudjtbarf 
3i1>fH »et^fcln mit ben Jtrcnblitteni ob, bir fünf frurfjt» 
baren, febr furjen (ii-fjen bcn Äronblattcrn gegenüber, 
bie einzelnen tragen je einen Staubbeutel, bicfe finb von 
ber Sopuäc ber Jironblrtiter bcbedt, nat^ nu^en gctpanbt, 
jTOeifiidjfrig, faft rugelig (Jber gepaart mit julümmcn- 
fliegenben ober getrennten, ber l'änge Xi<x6;i c&er quer 
jwciflappigcn ^ad-ern. grudüfnoien fiijrnb, fünfloppig, 
füiiffantig. Midien in ben giSd^em gepaart, bem GenIraU 
luinlel über cinnubrr ftcfjrnb ringcfiigt, gegenliSufig, boö 
obere anfflfigcnb, baö «ntcrc Ijangcnb. ©rifel einfadi, 
9?ar&e fuufibeilig. Zapfet fafi '(ugelig, igelftatfcelig, 
fnnffädjerig , fimfikinig, ©teinc einfamig, von bem faben* 
förmigen, ftebenbicibenben 6entrnlfäu!dK" gfleft, an bem 
inncrn SBinfel auffpriiigenb. £anien gcftürjt ober auf« 
fielgenb, eiförmig'breifantig, von einet ftnfJigen, rauOen 
Sdjale umgeben. Samcnftim cuoeiptoS, reitläufig, 
Äeimblättct blatlartig, fafi IreiSninb, jroetlappig, «m Da« 
^ürjelc^en fpiralig gcbretu. 

Jriietljcr gcliören ftadjeltge ober recljrfofe, in SImcrifa 
itnb Vlfien tfubcimifdie aufreditc ^.ilbi)räud}er ober flet< 
ternbc Strdudier mit wed^telßdubigcn, gcftielien Slätlern, 
bi^roeilcu verbirft'brcifanligen Slaitfiklcn, feilenftäubigen, 
gepaarten 9?ebeiiblditern unb fleinen, oft purpiinctlien, 
in üiolben ober felteticr in GbenflräuSen fteljenbcn ©tu» 
tben. QJon biefer (Gattung ift audj Pentaccros <?. F. 
\V. Mcycr nid»l jiu trennen. 

1) B. ealicifolia P^bL Sff>rlofl; erengel filiig, 
f<^Iaf nebfl ben 'heften ^ietrunb; 'Bfdtter aud eiförmigem 
(Brunbe lanfettlld), fpi^, nng(fi(b gejdlint, obnt'eitft fat)I, 
nntftf<itö ftljig unb guiu; Slüll)enfticle fldjfelflanbig, 
bolbig, vietbliitfjig. fo lang ald ber S31attf)iel; ileld} unb 
JTronbtättcr wei(^i)flarig. 

3n Weriee. 

2) B. tiliaefolia 7^'M^. (Stengel fünffurc^ig, Stefle 
nielrunb; Slattftielc unb bie Unterfeile ber Slatimittet' 
rippc mit rüdirürld gefrümmtcn Stadjeln befe^l; ©Iditer 
jugcfpi(ji, nodj ber Spiuc ju cntfernt^geferbt, fünf» 
nervig, nnterfeitö iveirijijaarig, tie unteren hcrjeiförinif], 
bie oberen eiförmig; ©lattftielf vierfautig, an ber Spi^e 
filjig; ©Inllien atifflftänbig, gf()äuft, fafl fi(jenb. 

3n 3?ieri(o. 

3) B. nibricaulia Pred. (Stengel fünffanlig, nebfi 
ben 9(cftfn fiijig; bie S3lattfiie(e unb bie Untcrfcitc ber 
Slattmiltclrippe mit jururfgcfnimmteii Stadjeln bcfejjt; 
SCdtter mcidjbaarig, nad) ber Spije ju entfernt ^gcf erbt, 
am ©runbc breinervig, bie unteren fpie^förmig'lanjett* 
(i(4, bie oberen aud eiförmigem (Brunbe [aitjetilid], auf 
bem SKittclnerven utitcrfcilfl mit einer ^üfe verfetien; 
58Iütknfiiefe atfefeljtvlnbig, rinjcln ober ju jJveien, weidj^ 
fjaarig} JIcl(^ gen^impcrt; ^nidjl mit langen jufammen* 
gebrüdten weidicn Etadjeln. 

3n Sfferiiß. 

4) B- lateralis Presl. ?refie flielnmb, von einer 
^crablanfenben ijinic weid'ljaarig nebfl bcn Stielen unb 
ber Slattmitictrippc fiadjclig; SUttcr eiförmig, flnmpf 
ober febr furj befpi^t, und) bet Spige ju entfernt*ge* 
ferbt ober ganiranbig, ganj faljt, am ©runbe brcincrvlg, 




CÜAZtMA 



— 112 — 



GÜAZinU 



9Jfrwn in ben Sfdjfcdt woUig, brt SWittdnciB am ©tunlx 
mit ritier länalidjen 3)nifc; Shitftfr.fiiclc bolbifl, »ict^ 
blüt&ia, rocitfe^aang, fe lang al6 ter uietfantigc S&Iatt' 
frid; iBlüi^en fa^l; Srücbte mit fc^r langpn, ungUic^m 
etadielii befet)t. 

3n 9Meri(o. 

fj) B. elliptica PoÄ/. 3GcI)rloö-, ©Ifiigel aufredjt, 
fünffantiji, meidibaadg; Sldttecgfriiflt, länt)[td7«eUt)sli(d}, 
fpi& iint flacftflfpi^ig, ivfidfI)aofi9, trcinevoig; ©Iüll)cn* 
(IkIc Qd)KlftanM9, bolDifj, ivrniQblütbig. 

3n ©rafilicn. 

6) B. affinia PoA/. ffidirlo«; ©tfngcl aufrft^t, 
fünffaniig, faljlj ©Mtler geftirlt, eiförmig, fpi$ unb 
RacbelfpfQJ^, Fobl, breincroig; Slütf)(nfii(U meift ju fiebm 
in JJolbcn ftffecnb. 

3tt 59rafilicn. 

7) B. übloDgata Pohl. 3ßc[)xU^; Stengel duf« 
Tfrfjt, funffantig, faM; ©Iät(et fetjr fwrj ßcßidt, lan« 
jf»lid)'ftiipiifd?, ftocfeelfpiuifl, treinenjig, fohtj ©lültjen' 
fhele mei^ ^u fieben in (tolbcn flc[)enb. 

3ii ©raftlicn. 

8) B. ramosissima PoA^. SSe^tlcd; ®lengc{ auf' 
red)t, flielrunb, frttj(, fehräfti^; Slcfle fubcnfanlig; ©löt« 
fer für; gcflielt, Un(alif(^'(anjeitltd), ftad^irlfpittg, (aljl, 
breincrvi^; fRi^'ptn fr^r äfiij], ausgebreitet; !t)oItieu 
ivenigb(uil)iö. 

3n ©rofinen. 

9) B. jaculifolia Pohl ffiebrloö; eiengel auf' 
Kd}t, etiDaA gebogen, CabI, i>{crfanlig, cinfad); 'SlÖltei 
fel;r lang gcfiii'It, \dmal, i(iiiAettEi(^«gugcfpiot unD ftad)cl' 
fpi^ig, Täbl; ^(attflielc breit, brcifanli^; !){i£pe aud* 
gebreitet, äftiti; i&Iüii^rnflirle bolbig, n^enigMütbig. 

3n SÖrafuicn. 

10) B. scalpellata Pohl. SBcl)i1o«j Stenge! auf> 
recbt, chra« gebogen, raub, fünffantig; Glättet (nng 
geflielt, fdimal, laiijettlicb, feltner fpie^förmig, iiaibtl- 
fpieig, raub; ^[Qtbcniraube enbftdnbig, einfad}; Slütbeu« 
flieic bolEi^, mentgblülfng. 

3n ©rafinen unö jwar in bcr *^rooinj 9)Jma6 P>erai!d. 

U) ß. dentata Pohl. 6trt*c(igj »rMfngct auf« 
retftt, ftielrunt', bebaarl, fcbr äfiig, Se|ie fafi istcrfanlig; 
©tcngelbtätter rnnCfidj^elliptifiib, beraformig, !?ifibldtler 
eiförmig-elliptiftb* Qu6geranbet»gcääbnt, S^\iM bornig } 
9{idpe äfiig'aufigcbrcitet; 33[ritbcuf^itEe bolcig, mtnig* 
blütbig. 

jn SBranlteit. 

12) B. virgata Pohl. Sladjelia; £tengcl aufret^t, 
fd)»ad) laniig, dfiig. fal)l; $(e^c funffanttg nebfi ben 
Stielen mit furjen Stadjeln befe^tj SBlättcr linealif<b' 
laujetilicb, an Der Spi^c Oac^eIfpi$ig g^Ji^bni, Fal}!; iKidpe 
dftig; Slütbctiftiele Mttg, rcenigbläibig. 

3n ©rafilien. 

13) ß. scabra Linnl Sladultg; Stengel fieif, 
f<ftw>a(ft fantig, einfadj, fabt; ©(öttet gefiiett, (a^Jettlid^' 
eUtptifd}, raub, biS aur IDVitte ganjranbig, nad) ber Spi^c 
)u ftad]e[fpJoig«gefdgtj Stidpe fur^; SBlüt^enftiele bolbig, 
iventgblütbtg. 

3n ©rafllien. 



14) B. obliqua Beniham. .ftabi; SIeflc flieininb, 

ftac^eüq; Sfällfr iättfilidj^lanjfttÜdj, ftiimpf oöer furj 
jugefpi^i, unlctft-ttö anbrüfig, fta^eliod; Kolben faj) 
fipenttj Sipfel bcr StaubfabenrÖbre fcfer fiirj, tie un* 
frut^tbaren eiförmig, flumpf. 
Dm eiiglifd}en @uiana. 

15) B. divaricata lientham. fflcfic ftattcfig, fi(jig; 
Sldtter (jcrä'eiförmig, jugefpißt, gefcrbt, cberfcitÄ raub, 
tt»cidjl)a<irig, unterfeiiö fiUiö*n)ci(!)baartg, brcibrüftg, mit 
furzen Siadjeln befcotj. S^elPcn febr 'urj flc(iieli; un« 
frud)tbare 3'pfel &cr Sloubfcbcnröbrc fteiörunb, fhit^i« 
bare fcljt furj. 

3m englifd}en ®uiana. 

16) B. flaccida iSpanoghe. (Sin rifllernbcr Slrau«^ 
mit langgeflielten, breit ber^förmigen, Furj jugefpi^ten, 
ganjraubigen , fahlen, ficbennerDigen, iintcrfeitfl cintru« 
Ugen Ställern, acbfcIÖ'^nbigen, biifdiefförmigen 93[ütben, 
ftplaffcn, ireitfcbfarigrn Sliit^cnOirren, fronbfattar tigern, 
fiinfibriligem, abfflQfgem Jtridjc unb ^oijigcr, ivetdjfiattie« 
tigcr Äapfrl. 

S(uf ber Snfel Zimor. 

17) B. heterophylla Hooker. ©n fifttemberStrautf) 
mit berjförmigen, Furj jugefpi$ten, ganjranbigen ober ge« 
(appten blättern. 

9uf WatagaÖcar. 

18) B. macrophylla Ihmholdt, Bonpland unb 
Kunth. Släitcr eiförmig -riinblii^, am ®Tunbe t^t)' 
förmig, ftumpf, (erbig^geiägl, am ®runbe gcfledt nebjl 
ben Stellen rocicbfiaarig-, SJIittijfnflielc meiblutbig, ad)\tU 
ftdnbifl, meip brri bei|ammen. 

3n 9?en*®ranabo. 

19) B. bcrbacca Roxhurgh. Slötter ^erjf6nnig, 
jugefpiöi, gejäf)nt, brüfenlfö; bic gortfäße bcr Äton^ 
blatlcr febr fut^, jurüdgebogen. 

3n Oflinfcien. 

20) B. graudifolia De CandolU. 9?[i5tler ^erj« 
förmig, ficbcnnaci^, flumpf, turj flacftelfpietg , eiförmig, 
ganjranbig, bei&er]eitd fabl; bie ^ortfä^e ber Jftrciiblätter 
fror furj. 

3n Ofiinbicn. 

21) B. catalpaefolia Jacquin. Stengel rcebrlotf, 
Kellernb; ©Idttcr berjförmig, gan^ranbig, lang jugefpl^t, 
fabi; Slütbeu u>ct^. 

3u (S'aracaö. 

22) B. hirsiita Ruis unb Pavon. 59lQttcr %ai* 
förmig, fpi^, geferbi, unicrfeil« rauböaarig, 2Kitrelrippe 
unb SBlaliftiele ftadjclig; ©lüt^enftielc getjöuft; ©lüttjen 
bolbig, einge!}üUt. 

^uf beti Vlnbeu \\\ $ctu. 

23) B. eulcata Ruiz unb Pavon. Stengel fünf' 
furdjig; ©(älter Ijerjeiförmig , ^cfiägt, »cic^baarig ^ SWittrl« 
rippe unb ©lott^icte ftat^elig; ©fütbenfticie gepaart, 
3 — ötbeilig. 

3n OJeru. 

24) B. mollis Humholdt, Bonpland unb Kunth, 
©Idttet bcrjförmig, jugefpi^t, gcferbt, nwbtlo«, briber» 
feit« tu<i(^p!ljig, am @)runbe gefledtj tiefte ftat^cHg, 




fAZUM. 



— "Tfr"=^ 



GDAZt'MA 



tDoDia' filzig ; Kolben 7— Ublüthi^, a<f)f<[' ober blätt* 
gtgenftdiiojfl, tin^tin obcc ju brci fcdrammcn. 
Um £(tn(ta ^c tc 33cgola. 

25) B. cordata Lamarck. ©lärter fanr^föxmig, nu« 
gffpi^t, gefägt, unierfctfd tinbrüftg, irric^f^aatlg; 9(ait« 
j)ielf u)e[)i(cd; Sieugel flatbelig; 9lüc()en[)ir[e mefft )u 
brct bafautmcn, ungtfid^, ficbenblülljtg. 

26) B. lanceolatt Mo^in imb Se^sL 58(dtter fi' 
föTmig'lanjftrncb, om ®nIn^€ [(ftwa* bfrifötmia , fpär* 
iid) gtfftßt, aK(jei>i$t ncbp ben 93laU0iflen n?f()i[o6; 
€t<nnel ftad)(tin, fkiternD, Fanttg; Slütbcnfiicle gu brei 
fecifflmnifit, 5— 7blü(!)ifli Äronbldrtct irci^, mit piirput* 
TDl^n IBcrflen. 

3h aRfrico. 

27) B. ovata iamarc*. SldKer eiförmig, gcüäbnl* 
gefdgl, Fa^I; 'Blallfiiclc tve^rlod; ^cße fünfCanm), ^a<t;c' 
Ifflj ©Iciigel nufrcdjt. 

3n UJcru. 

28) B. microphylla Linni. Äcfic gfbogfii; Sldt« 
ter rQiptifd), gaiijianbig ober an bcr Spi^e etivad gc 
jd^nt, auftgeranNt; olacf)fIn iirbtnbtaltartig. 

3« €t. Domingo. 

29) B. tereticaulis Lamarck. Sldttct Uiniettlic*), 
lugrlpij^t, gau^ranbigj €piiibr[, SSlattftiele unb Stengel 
j)od)«ltg. 

3n "Bcru. 

30) B. cartbageneneis Jacquin, SiiwplblätUx 
eiförmig, 'älllWätler citörmig'fnn.^ciilidf, flunipfMiijefpi^r, 
ganjraiibia; '^Itttclrippe, '^laitftiel unD Sli-fic flj(l;cliy. 

$(i ^arlbagena in Üümerifa. 

31) B- flcntninata Bredemeycr. ©Idttct eiförmig, 
jug^fpt^t, wel)r[od; ^.Blailftide mit lltmn 6iad)eln be* 
fetjtj Sleiiflcl Oidrunb, fiüdjelig. 

©ei ^rtrücad. 

32) B. salicifoUa Humboldt iiiiD Bonpland. ©lÖl* 
kt lanic(tll(&, fat)l; ©Kngtl faniig nebft bcn ^latlfticleit 
unb b?r Stattfpinbel ftad^elig. 

3n ßumünü. 

33) B. corylifolia Humboldt unb Bonpland. 95lnt' 
tcr Idnglid), am @runbe fc^iDa<^ f)crjfövmig, gefägl', fpi^^ 
SUnofl ftüd)clig. 

3n Snbamrrifd. 

34) B. parriflora Bentham. affJcfcen flaifceh'g, 
weji^^aarig, aber balb Fal>l it^ctbcnb; Sldtter eiförmig, 
gugefpi^t, gcfagt, am (^runbc abgerun&rt ober faiim 
beriförmig, obrrfeitd jicmlidj faM, unterfeil6 bi'inn > grau^ 
flliig; ©Iiil[)cnfiif(c bufc^füg, riclbinrliig, in f*ii6p<n 
pebcnc ; Jfctdijtpfcl eiförmig'lanicitlit^j Sortfd^e bcr JEn^n* 
Mdllrr fabeiiförmig. 

3n (SciiQöor bei ®noi?ac|iiiI. 

35) B. brevipes Bentham. ^cHf^eit ßait^clig, 
meitbliciarig, aber balb fa^I roctbenttj StengcJblälicr füft 
^«j'tiförmig, fur^» unb fiumpf'iugefpißl, ganjranbig 
ob« fe()t ftön>a<to gfjdljnt, Äftblätter lanjelllid), fpi?, 
!aum TOcidjIjaarig; Slüt^cnftlele atüfelfiönbig, meifi gc* 

>.aii(9tt.». S>. u. Jt. (Sil^tCfcticn. XCVI. 



paait, hxxi, wcttigbiüibig; gortfdtc bcr J^roubIdüe^ au 
ber Spipe feiilcnförmig. 

3r (Fcuaboc bei Qluaoaquil. 

36) B. Keinwardtii Korthah. ÄIctternfc; ®Mtter 
IäHgli{t)»ciförniig, jugefpipi, am ©ruiibe Ijeräfötmig, fünf* 
neroig, nntrrfetid fleug ; ^lütljenflanb traubig; ^lüi()fn 
gcbduft. 

iHuf Sotneo. 

37) B. angiilata Hasskarl. (Sin flfttembcr, we^r« 
lofer (ciraud) mit fünffantigen, fabicn, in ber 3ugfnb 
riJlblirf;'Wcid)baanöfn tieften, gefiielien, langen, abfteiJeR» 
ben, unbcutUd) fauligen, runblidj'berjiförmigen, fpieen, 
an ber €pit)c ouögeranCeten, ßü(^cUpi8igcn, goniran« 
bigen, im Wilec gatij tahkn uno pbcrfeitö gldiijenbcn 
ffildllern, aufictfct-abfifljcnbrn, trugbolbiiviidpigen Slü' 
t[)enßir1cu unb fleinen IBIütljen. 

"Hui Sara culiipirt 

38) B. fulva Poeppig unb Endlicher. 2BebrIotf, 
Ilettcrnb; SIcfle flielriitib, noift ber €pi?e ju fünffurcftig; 
Slatlrr lang geftiflr, flanjTanbig, fünfnfn*ig, oberfeitd 
gauj fahl, nnlrrfcit* mit angebrürftcit, braunen Stern* 
paaren btfeßt, iserfcljri'ciförmig, fpiß, bic blülbcnfidn« 
bigen ffliptifd), flumpf; ȀitJpcn a^fclildnbig, Viufadj, 
bebiditertj ©lüthetiftielc ineift üu jcbn beifammen, bclbig, 
WjenigHütbig, nebfi ben Äeldjen roflfarbig'ftljig. 

3m n6iMid}en Srafilien. 

39) B. glabrescoDS ISentham. Stengel ftai^elig, 
nebfi ben jungen ©Idiletn ircidjbuarig mit» balb fo?! 
TOcrbenb-, Sldttet iiemlid; lang geflielt, etfönnig'lan)rlt« 
lid), iugefpl|}t, gefdgt, am ®rutibc abgeninbet obrt 
ffllncr fdjmaäj fiajförmig, Fiirj bcfjaart ober fablj ©lu* 
Ibenfticic fl*fdftäiibi;i, bilfdjclig, vif(bfiil!)i:V, Jteltbiipfet 
fdjmflt lainclilicft; ^onfäp^c ber JTronblättcr fabenförmig. 

©fi ®ua«aiTuiI in CScuabor. 

40) B. rhamnifolia Bentbam. ^^emlid) fal)lj 
Stengel dftig, (lat^^io; ©Idtier Idnglid}, ttumpflid>, am 
(**Tunbe übgcrunbel, unterfeild in Den 91ertenivinfelu 
bärtig; Slütfjenfiielc ad)fptfit1nbig, bolbig, bünn. 

Vlm Ufer Ici Ämatcnenftromctf. 

41) B. discotor Bentham. Sfraucfjartig, fte^r* 
loö; ©lätter eiförmig^ellipiifd) ober längliitj, rbafeitö 
tau, nnterfeitS \m^ ftljig; ©lulbenftielc fe^r furj, bolbig 
unb in ad))elfMnbigcn ^nduetn flebcnb; ber Slfitrellappen 
bcr Äronbidtter finmbf «nb i3iel fürjer ofö ber 91agel. 

3m nörblic^en ©rafi(ien. 

VII. Ayenia LinnL 

Sdiii Mutig, fänft^eilig, ftröenbleibenb, ^e((^j{pfel 
gleid) groß, in ber ifncdpnilage flappig. Jlronbläller 
fünf, unterfidnbig, lang benagelt, jufammenneigcnb, il)rc 
gldc^e füfl (ien>ölbt»t>crbirft, auf bem J^lüden unter bcr 
Spi^e Don einer gezielten ^tüfe überragt. Staubfaben* 
röbtc jaft trie^ierförmig, 10— 15jdt)nia, fünf ober jetm 
3dbiie ftumpf unb unfruchtbar, bie fünf ben Ärcnbldttern 
gegen überßeljenben tragen je finrn Staubbeutel; bicfe finb 
natft au&en geteert, aroei* ober brcifddjcrig, gepaart; 
gd(^cc mein getrennt, jtreiflappig. grnt^tFuoten in bei 

15 



®taubfai)cnr6f)rc fur^ gffticlt, fafl fugclig, fünffdcttcrtg. 
@id)eii in bcn gt5(I)ctn ju jrccicn, argtiildufi^, tem 6«n« 
trahrinfel unter ber ^^\^t cingcfligt. ©riffel cinfaii}, 
9Iorb€ »etbirft'fünffantiji, unbcutlitt hJnftüppiß- Äapffl 
higclig, treidjfiadjfnß, fwnffätbfriß, fünffteinig, Steine 
rinfamig, ron b<m faötnförmigcn, ftc()fnb(dbenben Söul» 
d?cii öcircnnt, auf lern iRürfcn jweiflappig. Samen gc< 
Oürjt, eiförintg«Fdiitiß, fioii ftncr Erutli^en, taut)cn Sd}alc 
umgebcu; Samenfeim e{ra(i§[cd, ted^tlduHg; J^etmblditer 
blütlartij, faft Frcidruuti, jn^cilappiß, um ßaö fpinbcl' 
förmioe ^öürjeldjcn fpitali^ gcbrci)!. 

a>ie bicrl)cr gehörigen frautarltijrn (Srtoädjfr fmb 
auf bcn 91ntJÜen unb in ^rrico ein^eimifd^. 

1) A. pasilla Linne. Sldtter »förmig« jlemli^ 
tai)i, fdjatf ßcfägt ; Stengel niebcrgefiredi. 

Sluf beu '^nliden unb in $cru. 

2) A. laevjgata Swartz. ©Iditfr eiförmig, ganj 
tahi, Icbctartig, gangranbig. 

3n :)omalia. 

3) A. tomeDtosa L/inni. SMtter eiförmig «runb» 
liA, filjifl. 

3n (ffumana. 

4) A. sidaefolia Loißing. Stättcr eiförmig'fdng' 
Iftb, bovvelt'gefÄgt, miterfeitd filjig. 

3u amctifa. 

5) A. magna LinnL Sldtter I;cri*ei'fürmig, ju« 
fl'fpf^t» a^fdgl, wfi(Ii()aarigi 5Jli'il[jcnftieIe Diclblülfjtg, 
länger al0 ber SlatitHel. 

3n Humana unb 3??erico. 

G) A. cordiiolia Mo^n unb Se$ii. S9(dtter I}er)« 
fitmig, gefdgt, wciffchaarig; ©liilbfnfticlc aaMiei»^, ge* 
Wufi, fürj" al« bfr Slattitld. 

3n 9»«ico. 

7) A, imcrophylla^«a(7ray. Strauttarlig, niebrig; 
Stengel felir öüig; ©Idtter flein, ei? ober öer^förmlg» 
runbIJd», grob gejäbnl, fehr furj fleniförmig bebaact; 
95(ülben in ben ©taltroinfe(n ein,ieln, futj grfiifit; bic 
gläd)e bcr ÄronKrtmr o(>ne n'icfcnfi.inbiflcDnifc; Staub* 
fabenröbre ffbr fur.i, bfdjcrförmig; fruc^tbfire Staubbeutet 
btftfiidierig, rißrnb, füricr olö bic unftudilbaren; grudjt* 
fttoten t't&enbj 9Iebenblätler pfutmltd), ftet)enbUibmb. 

3ii 9JorbQmerifa. 

VlIL Rulingia R. Brown. 

Äeldj fänfifieid'jj, ptclicnfcleibcnb, feine ^xpfd in ber 
^itoöpenKige f lappig. JlronMöitcr fünf, nntcrftänbig, 
am ©ruube breit, an ben Känberu einwärtögcbcgen unb 
concav, an bcr Spipe in einen jungcnförmigen gottfatj 
envcitert. Staubfaceniöbre frugartig, je^ntbeÜig, bie 
fünf mit ben Jltonbtdtlern abn^ed^frlnben unfciK^tbarrn 
3ipffr finb (ronblattarlig, ganjranbig, afcßeljenb, &(e fünf 
anbem pehen ben Äronbidttern gegenüber, finb faten* 
förmig] unb tragm je einen Staubbeiilel, biefe finb nac^ 
au&en gcwanbt, Jireifdcfecrig, s'Vfifnöpfig, itjre gdt^er 
b« fidnge nadj jiijeiflappig. Srud)tfnoicn üpenb, fünf* 
lappig. fänffd<^erlg. (SiÄen in ben gddjtrn gepaart, 
bem Scniraltviitfel eingefügt, aufflrigenb, gegenidulig. 



@riffel einfach, 92orben fünf, einfach, sufammenbdngenb 
cber nur mmig getrennt, ^apfrl glatt ober weidjflad^elig, 
fünffddicrii], fiinfticinig, Steine rinfamig, auf bem Müden 
jrociflappig. Samen aufftcigenb, eiförmig, »on fruftiger 
Sdjalc umgcbrn. Samenfeim in ber Stre tc^ fleififitnen 
@tiDeife0re6tIdufig; Jteimbldtter blattartig, flaC^; SSüc 
jelcfjen fttelrunb, bem Stabe! jugen>anbi. unten. 

Xle ^iti\)ti gebÖrigen ^rlcn tr>ad)fen in 9Ieu'^t< 
lanb; ed finb flem^narig'filjigc Strdudjer mit ircdjfcl' 
(laubigen, gcRidten, gddpvten o^cr uuftetbciKcn, tifjdbn' 
ten ober gefügten 33lä(tern, feitt-nftänbigrn, gepaarten 
9?rbcnblättern, öt^fel* oberHattgegenftänbigcn^nigboIbcn 
unb meift meinen Slütben. — ^\t von ^urcianinou) 
aufgeftcüte (Gattung Achillcopsis ift *)on Rulingia ni<tt 
]u trennen. 

6rfi« Section. Eurulingia. Äronblötter am @runbe 
capu^cnförmtg, abfleljenb. 

1) R. pannosa It. Brown. Sldtter gejäl)nt''ge« 
fdgt, iUQcfpibt, oberfiilö befjaart unb ctroai raub, unter* 
feite wcid) ficifdaarig unb blaffcr, bic untern eiförmig, 
nm (Sruntc Ijerjf^rinig, 3 — ölappig, bie obern eiförmig' 
lanjetttid), am ©vunbe ftumpf; bcr jungonförmigc gort« 
fap cer ÄronMdlta fiunipf, fürjer alö bcr Jtelf^i Äapfeln 
mit langen, fpärlicb bebaarten oDcr jiemltd] fallen IBor« 
fieu bcfc^t. 4^icrbct geboren Bültncria dasypbyUa unb 
inodora Gat/, Commeraoma dasypbyUa Andntct, 
CommerBoiiia Fraseri Sieber (nid}l Oay) unb Lasio- 
petalum toroentosum ('^Uius. 

2) R- rugosa Suetz. Sldtter [dnglid;<tan;cttlid], 
fpt$, am @^runc-e ftumpf, fein gefetbi, oberfeitd iceid} 
befjaart, unlerfeitO grau, Pic^t tDoQig, uef^aberig; Cer 
iiungenfprmigc gortfab ber Jtronblöttcr fiumpf, fiitjer aid 
ber Äcld) ; Äapfeln mit langen, fieifljaartgen 93oritcn ho 
fe0t. ^ierber gebort Büttneria pannosa De CandoUt. 

3) K. bcnuauniaet'olia Steetz. Sldttcr lanjettlid?, 
an bcifccn ©nben tcrfdjmdlert, ftumpflid), entfernt gefügt, 
oberfeiie ficifbaarig»rauf>, untcrfeiffl graufiljig, nebttberig; 
ber jungcnförmtflc gortfa^j ber Jironbldtter fiumpf, fiirget 
atö ber !fteld>. hierher geboren lüittneria hermanniae- 
folia unb Commcrsonia heroianniaefolia Gai/. 

4) U. oblongiiblia Steet.z. Ißldttcr lincaÜfib'lan' 
jettlid), an beiben @nbeu i^crftbmdlert, flumpf, aui* 
gefd}ree[ft'ge,idbne[t, om ^Kanbe unigcfrümmt, obetfeiltf 
nauj faM, unterfeitd grau^ljig; ber Xrugbolbcnftlrl fa^ 
fo lang alö ba^ SBlatt; bcr gortfaO ber Jlronbldlirt 
flumpflid), fürjer olö Ue füllen Ädcbiipfel; Äapicln mit 
febr furjen, jiemti* fnl)tcn, ison einem flernförmigca 
^aore begren,Uen S5orfien befebt. 

5) R. cistifoliä A. Cvnninffham. S9fdl(cr finea« 
lifA^lanjettlid?, an beiben (Snben verfdimdlert, flumpf, 
(;ef(t)Wfift*gejdi)neIt, am ?Hanbe jurürfijcfrümmi, oberfeil* 
bebaart unP ettrafl rauf», tintcrfeitö Map, xftiii) roollig; 
Jrugbolbtnftifl ireit Idngcr al* ba6 ©latt; ber jungen« 
förmige gortfab bcr JTronbldttct lürjer ald We fiumpfen 
Ädduipfd; JTapfdn mit fe&r furjen, firif bdjaarten Sor* 
fien befepl. 




GÜAZÜMA 



GUBEN 



6) R. grandiflora Endlicher. ©Idttct unglci^^ flf* 
Terbt'^cjäbnt, flumpf, obfrffttö fammclljaarifl, umcrfeit« 
ataufiljig, Bit- uiilctn l>ccit cif^rmin, am ©runte tjcrj^ 
förmig, fcreüappig. Die cbcrii cifoTmift* tUiptifcfji Ui 
jiingcnförmigc gorlfa$ b« ÄtunfcläUet flumpf, ircinercig, 
h'irjirt n(3 Der Jlddj; Äapfeln mit farjcn, t*«»ft)«a"fl«'i 
Sorftni bffcßt. ^icrf)« grfjört Commersonia cinerea 
SteudeL 

7) R. parviÖora Endlicher. ©I5ttrr ungMdj-etn» 
flef4n(ltea*9Cf<rbt, ftumpf, obrrfeiltf jicmlid) fatjl, unter' 
leite flrou unc laubfiaatig, bif iintern bmt «förmig, trci-- 
(nppiij, 6ic etfrn 'Detfel)rt'fiförmi(i<tiin3lid); ber jutigm* 
fptmigc ?fpttfoo bcr Jlrcnblätitr frlir f(l)ma(, cinncroig, 
fa^ fo (ang Qlö Pct Äcld); Die Äflpfeln finb mit feljt 
furjen, Mcmlid) fal)Icn, nur an ber 6pi(jc mit einem 
Hernfijtraigen ^aarc «nDigenöeu Soitlm beff0t. ^ierl)<t 
gcbütt K- corylilblia üteudti (nid)i Graham). 

8) R. cygnorum Garde. ©Wltet breit eiförmig. 
3 — Tioppig, uitgleid) gffctbt, jierallc^ fpiu, rberfeild 
fpärli* bcbaürt, unterfellö nKidjtjanrici, bie untern om 
®runbc hfrjfötmigj bcr iungcnfötmige gortfa^ tcr Än>ii' 
blätter fefirftfimal, fafi breinerrig, fo lan^ al« tet Jleldi; 
Äapfetn mit langeu, ffdrlitl) bcbnorleti ©crficn beffO». 
^icrljcr geijcrcit K. malvael'olia Steetz unb Commer- 
sonia cygnorum Steudei. 

3w(ite 6eclton. Saccophora. ^TronblSllev am 
@Tunbe fadartig, aufreebt. 

9) R. corylifolia Graham. SPIdtter bwtt ftförmig- 
breicdig, faft t)"jf6rmifl, am ®tuul?c flclappt, ungieltö 
eingefiirnttcn^nefi^t, oberfeil« jiemlidj flcifliaflrlg, untct- 
feil« rouhtjtwTifi'Tiljiß; Jtapfeln mit fel)t futjcn, von 
einem Steiubaare begwn^iten S^orfifn brbetfl. ^ierfter 
^t\)Öi\ QUd) Commersonia Preissii Steudei. 

Ü. Commersonia ForeUr. 

Äel* fünfttjeilig, ftc^enbleibenb. Äronbldtter fünf, 
unterftdnbig, am ®tunbc breit, an ben Äänbcm einmdrtö» 

S ebenen, comai), cbcrwärt« in einen junfjfnförmigcii 
ioTtfag wriängcrt. StauL'fabcntöt)tcfrui)fÖTmt9, a^PJ"3ia' 
t!)eilig, bic funfjelni longen, jungenförmigen, am ®tunbc 
oerTOüdjfencn unfruchtbaren Sipf^"' TOfcbfcln mit ben .fftcn« 
Mältetu ab, bie fünf fcljr furjen fTUdjtbaren 3ipfcl ft«ftf« 
ben Äronblättcrn gegcuübet unb tragen je einen ©taub-- 
beutet-, biefe ftnb nadj außen genjonbt, 3R>eifä(fterig, 
fugrlig Pbcr ^mcffnöpfig, iEjrc gfld;er ftdtiflcn .uifammcn 
ober treten auörmanbct unb fmb quer ^wjeiHnppig. Kfiid)t' 
fnoten fiß<nb, fiiuffä(t)ai9. Sidjen in bcn gdd)ern 3 — G, 
auffteigent, gegenMufg. ®riffcf fünf, starben einfach. 
Äapfcin fugclig, mlctj^adjcüg , fnnffädjcxig , fadjfpaltlq« 
fönfflappig. Samen in ben gd(i)em 2 — 3, tJtrfeljTt'ei' 
förmig, oufficigenb, t*on frufiigcr ©diQle umgeben. 

1) C. Gaudicbaudü Gaif. Sldttcr eiförmig cUip' 
tif(ft, am ©runbe ie\)i ungleid), an bet ©piße feftr ftumpf, 
am SRanbe ungleich gefcrbt, hou«, obctfcitö fiemftaarig, 
unterfeit« graufüjig. 



2) C. Fraseri Gay, Sldttcr eiförmig, am ©runbe 
fafi gicid}, am obern (Snbe fpiß, am Staube ungleidj ein» 
flefd]nitten»gfiäf)nt, oberftite jiem(i(^ faW, untcifcit* 
grau unb n>eid)fi(iig. 

3) C. criepa Turcsaninoic. ©tdltfr Idnglitfc^ti« 
förmifl, eiugcf(ftnllicn«gclappt, TOeUenförmiß«fraud, beiber* 
feit0 ftcmbaarig'flltfg} 9tcbcnbldtler feilförmig, banb^ 
förmig/gctijcilt; SPlüilKnftielc an Der ©pipe bcö ©leugeld 
ten SBfättern gegcnüberdebenb. 

4) C. pulche)la Turczaninow. Sldtter eiförmig, 
cingef(iuittcn« gelappt unb ungctbcill, ftumpf, bciberfett« 
öi6t fienibttatig'filiiO) 9?ebenb(ätter lincnlifd}, ungctbeilt; 
©lüibenftieic ben SJlöltern gcgenübcrftcljnib, 4— Sbluthig. 

(GarcJte.) 
Guazumoides, eine 9Ibt^ei(ung i>on Corchorus. 

GUBA (Thvßa) i^ \>en $ißlemdud (V, 17) a[0 
eine ber ©lobte im 3nnern bed Arabia Petraea auf« 

fefüfjrt werben, in bcren iKadibarfi^afl ncd) Gypsaria, 
*ysa unb anbrrc angegeben roerbcn. Stufet QJtoIemöuÄ 
toirb biefer Dri uirgenbd mvdbnt, aucb nid}! r^on '$li' 
niud, Wildiix bod; fonf) überall lauge 9Ii'l()cn ton ©täcten 
ju nennen pflegt. 33ieUcid}t ifl Guba Pa« gegeniDdittge 
Gbufaey. SOeniqürn« fanP ERobinfon in Dtefer @egenb 
einen Wady el öhubey Cftalöfilna I, 206). {Krause.} 

GüßBIO, baö alte 3gupium rbet (Sugubium, 
©tobt in Per ital. *Propinj Ürbino, im Worbcften be« 
XrafimenifAen ©cc«, mit 8<!MXi (Sinwobnem. 3m StaPt« 
baufe werben bie fiugubinifdjen 2afcln (f. b. 'iixt.) auf- 
btreoljrt. (Ä-) 

GÜBBIO (Overigi da), »orttefHIdjer a^inialur* 
maier, geb. ^u ®ubbio bei ^erugüi in Umbricn, gef). 
um 129y. SaltiuitKi jäl)(t iljn ju Pen ©djüiern PeÄ 
ßimcbuc, um ihn für bie ffotenliniid)c ©diule ju ge- 
roinncn. ©eibe Jtunftter waren inbeffen ooii faj^ gtcit^em 
9(tter, au(b malte ^imabuc in greöco unb in grofem 
©i^l, wdijrcnb Operigi ein ÜJiinintiinft war. (5r n>irb 
tüöl flud ba ©(ftulc einer ber rirlen SRiniaturmaler fier* 
vorgegangen fein, Die man bamald in Italien Ijatte. 
Dverigi pielt fid) meifl in Sologna auf, wo er au<b 
©{^üler, barunter fcen ^ranro au3 Sülogna, erjcg. Vluc^ 
in Sum xoat er, unb jwar in ber 9*aticanifd?cn ©iblio* 
(Ijef, befd)äfli9t unb Oaub Ijicr mit @50tto in frcunb^ 
fd}aftlid)cnt 'iJcrbdttnig. ^er itünfller genog eincd großen 
9tufe6 aI6 ^aler, feibfi Tante gebenft feiner an mel^reren 
©teOen feiner Divina comedia mit großem Sobe. 'S)oiSi 
[)abcn fi(fc Feine beglaubigten S^erfe feiner .^anb crbal* 
tm; bic ©iencr ©i£)lii'tbff foü eine Silberijanbfdjrift ton 
it)m bcfiften. Siellfidit bürftc ftc^ in ber ajatitanifcfeen 
Sibliotbet ctroa* ton i^m erljalten ^abrn*). (Wes^eli/.) 

GUBEN, J^uplfiabt b<« glddjnamigrn ÄreifeÖ 

im SegierungöbciirFe Sranifurt fcer prcu^ifdjcu ^^ropinj 
©ranbenburg, *> aRcilen ©©O. pon granffurl, 15 9JId» 
len ©C Pim ©erlin. Ü)ie ©tabt füljtt in Urfunbcn feljt 
pcrft^icbenc ütamen: ®aub)n, @aubbin, @anbbpn, @au« 

*) Va»ari. — Baidiitucei. — Laiuü — Orlandi, — Tieoati. 

15» 




GUBEN 



ii6 — 



GUBEN 



tijn; ®obin, ©ob&i«, ®obvn, ®öbb^n; ®on)iii; ®iifcin, 
®ubbin, @ubvn, ©ubb^n, ®ubbfn, ©üben; Gfjauroin, 
ßhnbin; Äupln, Äuroin; cril fdt 1730 »virö ®ubcii, lat. 
Gubena — wal)rfd)cinli(ö f. u. a. SRimtuni) — bcftanttger 
ßcbraudjL ÜJie 1(X)— 150 ÜÄeler breite Saujiscr cCfr 
®ör(i6ct 9Jfi6< (rcunt bic Stabt «en Dct^RIefirttiori^öbt 
unb nimmt am 9?oTbH?cfienbc bcr iimcrn ^tabl am t&tx* 
labungöpla^f ^"^ Jfä&^it bic (etwa 8 SJMIeit Kmnc) Subuß 
(?ubid, ?ubf6, Subü) auf; fu trägt von iMfr biö ^u itjr« 
gJIuRbun^ in bic Ob« (2 üDldten obwirtö) gradjtFäbnc 
bitf ju 2000 ßciitner fiabuiiß. Xaft Xbal wirb von btn 
9?cipfbrrgeii an bfr SÖcfifelic, t>ön beu ?iibu5brtaen ati 
ber Oftfritc einflefail, bcr SBcinbcrg, bie I)ö(^f(c Gr* 
bebung bcr Icplcrcn, im 9tprbßflv*n bcr £labt, gcuidbtt 
bei 114 Wiiiti •SÄvcreebötjc eine weite 31n3fid)tj tU 6iabt 
liegt 40 !lWeter, ber ©obntjpf 45 ÜOietcr über bcm ÜDtrerf. 
2)er Soben befiehlt an* SÄidjten tton 3anb, vffalfiTiergcr, 
magcrem i^ebm unb %\)cn iinb ^oljfübrenben ^raitit' 
foljlen, ireld^e bin unb «jieba ausgebeutet werben; SBem* 
ftein i^ bidn>ct(cn in biefen terlidren Qfbidjltn gefunben 
werben. »Rafeneifcnitcin lagen in 9lbern („örancnbern") 
unb glo&en, wirb ober nit^t bcnutjt. l)if friiljer fel)r 
(abtxeid) auf ber Cberflödje liegenben SBanbcrblöde finb 
idngft bficUigt unb namentlicb ju ®runbbaulen benußt. 
5)ic grudjtbarfeit beÄ SBobcn« ift feftr loerfdjieben, in bcr 
^lupaue wie auf ben ^ügcln unb ^cd}fldd)en me<^felt 
armer Sanbboben mit fruchtbarem aöeiienbo^en; bic 
©tobt fclbfl büt eine fcbr bcbeulenbc glur: 1413 .Sjefiarcii 
arfer, öfiO ^. ©ürtenlanb, 3G8 fi. Üöiefen, GlßU §. 
Sßalb (1286 bcm SRjrffiiafcn .^i-mrldj bem (vrlaurf)len 
abgefaufO ". f. W., äufamme» Ou67 Jpefiareu, alle über 
anbcrtftalb QSRcilcn. 3)aö Äiima ift wärmer ald man 
nadj ber aeograptjifi^en S3reite erwarten fofltc: nat^ nc^t' 
jä^iigen ^eobadjtunaen 9^^^ (J. SWiiteliempcratur, bic 
DueUenwdrmc curdjidjuittlid) 11% 6.; bic JHegenmenge 
beträgt iäftrlidj 444 'JJfillimeter, onballenbe iHegeu finb 
fetten, ba0 J^lima trägt rontineutaten (^tjarafter. 'X>it 
warmen Sommer begünftigen eine früljieitiae (5rnte ; 
@ub?n ifi mit bem bcnattjbartni ®rünebcrg (7 3R(ifen 
gegen D.) einer ber nörblidjflrn fünfte (51 57' nörbl. 
Sr.), loelc^ec noc^ SSrinbau jufä^tj «u(^ Sßallniiffe, 
Jtafianien, ^autbeerrn, S^anbeln unb feigen fommen 
nod) jur Weife, bic £3bftcultur wirb in gro^örtigcm Um* 
fange betrieben; erfol^Teid) war bic unter bcm Stabl* 
lid^ter SÄetiu« Surfa$|d) ^e^cnbe Obfi* unb SBrinbaU' 
flcfenfctjaft, wcldjc biö gegen IBSObcfianb; bcr ffieinbau 
foD ftt)ün umÄ 3abt 900 betrieben worbcn fein. !tJie 
3al)I bcr Dbfibfiumc fdiä^t man (DieDeit^t ju bcdi) Im 
Urafteifc von einer l:alben ^cilc auf ancertbalb 3RiIlio^ 
neu; naijj au^en wirb jdbrlid) für mehr alö 1(X),000 
«Karf Cbft ucrfenfcet, audj 9Ipfelweiu wirb in größerer 
SScnge bereitet. ÜCer auögebctjnie 2Balb, bic „€tabl« 
feribe", ifl mcifl mit Äiefrrn, (Sidjen unb ©irfcn be« 
nonben. Üic SJicbjÄlilungen ergeben in bcn Söörcn 
1859, 1867 unb 1873: 313, 472, 346 *Pfcrbc, 906, 
757, 683 Kinber, 197, 696, 253 €(Ijöfe, 564, 1244, 
1422 Siegen, 774, 1288, OCM €*wciHc: im ©auäcn 
l^at alfo bic 93{eb)u<^t Feine wcfcnttit^cn gorifdjritte gc^ 



ma<ftt. — ©üben, SJlittefpunft bcö flawifd)en ®ane« 
€elpp(i, bcr mit bem wcfiliA gelegenen ®au l'uRa unb 
ben ®auen 9lice unb ^axa bic nadjmaligc 9iiebcrIaHfi(( 
lilMtc, in frü!)jeitig eine beutfebc StabI geworben. 3m 
3. 920 war ^einrirfi I. bafelbfl. 35ic nrfunbli* bc* 
glaubigte ®ef(l;ic^te bcr 6tabt beginnt tnbrffen erft 1235, 
}u weither 3«it ^atfgraf ^einri* ber (^rtaudjfe 'oqü. 
9)kiöfn ibr ju Ccipäig einen ßrcibricf aueiielltc (»ergl. 
ÜicucS Sauiißfr affagagin 1853, ©b. XXX; Codeö 
diplomaticus V. ^u /. G. L. WiJX^i Ticemannnaj' 
LipB. 17Ö4, unb Dr. Worbs, iDTenurium diplomati- 
cum Lasatiac iufchoris 9lr. 211, Lübben 1834).^ 
@ubcn genoß einer großen Jrci^eit unb bürgcrlitfe« * 
(Selbftänbigfeit, namcntlicb im 14. 3o&rIi. unter Äaifei. 
Maxi IV. (So geborte brm Sunbc ber möettigcn ^anfc] 
an. 3m 3. 1311 würbe bic Siabt ummauert. 2iiej 
Stabt hatte bte €<^irmberrli(tfeit übet ia6 rci(f;c, nm 
1170 geftiftetc 9?cnnenfIoftcr, wie feit 1347 über ta« 
Älofift SieujcUe. I^ie 93ürger waren fampftcrcit unb 
Ijegedgewobni unb ft^afficn fidj rittcrlitfcen ^"Häubrnt gegen' 
überScdjt. '!&ie €d)TC{fen unb S^erwi'iiinn.jfn tri .^uf(ncn» 
Wege würben wicber auf^iicglifijm. tic tKeforniaticn bc* 
gcinn fdjcn 1518 mit ber '33frutun;i ron M. Slicolautf 
Äümmcl, granj Äafi unb SÜcenbarP Steif, uno würbe 
im 3- 1524, tro^ beö SBibcrftrcbcnÖ bc6 Sif(bof« 3o' 
banncfi VIL ron läKei^cn, uon ber Sürgcrfttaft eigen» 
mdcbtig burcbgcfübrt. 3m 3- 1550 waren adil Jfircbni 
Dcrtianfcen; um IHOO foH bic Stobt 20,000 ölnwpbncr 
gpl)abt Ijaben. (Sin Slufrubr ber Sürger gegen ben Sat^ 
im 3. 1604 würbe burtb ben faiferlicbcn Santuogt "JlnÄ» 
Iietm von ^romni^ mit ®cwalt nictcrgeidjlagen; bcr 
9}atb erlangte von t>c[ ab größere ®cwalt in ber Slabt, 
unb biefe ticue Q^erfalfung \iat bid jut (Sinfübrung bcr 
prcu^ifcbrn StäbteorDnung im 3- 1833 gebaucrt. ^t 
brcißlgiä^rigc Äileg braute ber ©tobt ben Wuin, bic 
fn'iljere ®cwefblt;ätigfcit war im 3. 1648 fo gut wie 
vernif^let, ®ubcn ju einer ärmlidjcn 9lcfcrftaM mit 3(X)0j 
(Sinwol^nern (barunter 300 Bürger) I^erabgefunfen. fUfü 
3al)r^unbert war noiljwenbig, cbe unter ^ürforgc t>tt 
.Äurfürfien «cn Satfefen unb bcr ^rr^iöge fon Sadifcu' 
"SWcrfeburg wieber ein Ieibli(ftcr 3BobIftanb bemerflii^ 
würbe; unb biefer würbe aufd 9ieuc burd? bic ScbrerfcB 
bffl fiebcniäbrigen Jlricgefl r>ernid]let. ®ubcn jöbltc 18(X)j 
5200, 181G: 7269, 1835 etwa 8500 Ginwobner. Die' 
3al}l flieg 1858 auf 14,193 (6907 männlidjc unc 72t 
wciblidjr), bem fir(i)li*cu ©efcnntniffe naüi 13,781 cvan* 
geUfdje, cinfttilifplidj 91 «Ittutberancr unb 84 3rvin' 
giancT, femer 29^3 Äaiiiolifen unb 113 3uben. 3m 
3. 1871 würben 21,423 35ewobner gfjöljlt, baruiuct 
(300 jratlwlifen unb 200 3uben, 1875 aber 23.8U SSc 
wo^ntr, barunicr 932 Äatbcüfcn unb 216 3uben. 

I)ie Stabi bot in ibrcm 3nncrn enge, frumme 
StTogen unb (1858) 374 ^oufer, bie ficb'en wcitauö« 
gebreiteten 9Jorfläbtc bagcgen jäbtcn 813 Ädufcr, jufam« 
mcn o(fo 1187. Unter ben ®ebäubcn finb gu ncnnctr 
bic in aitbcutfdjem Stijf gebaute StablfirAc (?aurcntiu«* 
firdje), bcrcn oftlitöcr Ibeil um 1200 erbaut ifl, tcr 
wcfliiAc ifl 1518—1550 l)injugefögt, cbenfo bcr über 



GUBEN 



— 117 — CrBEnNACÜLUM HÜNTERI 



■ 



60 TOetft öc^c 3:fiutm ; tiPÄloflerfitc^, bie IGOOrrbmite 
SBrgräbnipfiT*«, Mc fatljotifrfje Äird^f (ffit 1850), ba9 im 
13. itnb 16. 3a()r&. erdtbtftc Äatböfluö, baö Jliuiftjauö, 
In iveirtjrm autß &a6 ÄKtögtritöt feinen Siß bar, mef)rfrc 
fdjöne Sd^ulflebdute (feit IHäO crbnul), nonienrtiei baö ®c* 
bdubc rcr Iiöbern ffiür9erf(fiulc. ©üben ifl ©l6 eine« 
Jtrridamte^, eineö Jtrei^gerid^ted, cined Unterf|cu6rami0, 
einer SiiiJCTiiiienbentur; cö bat ein 1817 (in feinen 9ln- 
fätifjcn fcbrn lö30) gc(jriin&e(e3 ©^mnartnm, unter beit 
<5lemmt.ufi1jiilcn bcfintcl fitö autfc «ine faibolifdje. 2:iie 
^rmöbwMgen Irr ^erjöij« »on €a(fefcn?SKftfebura, in 
(^uben eine UniceTfitär ju f^runben, ft^citerten an Dem 
aBibcrftrtntie bcr Unloerüitit ^JJrag. — uffiaö bciÄ gcwcrb» 
litte ?ebeti betrifft, fo btübteii y?or j^titm in ®uben ble 
3nnunii<n; ^et Sier^ivonA eiflredte firf) bid 1854 über 
72 Xörfer iinb crjeu^tc eine ftfeioiiiiöliafle SSraucreij bie 
Snnungen ter Bärfer, ber glcifiier, let ^ii(f)mad)er, brr 
©(bubnuidjet fticöen e^emalö „bie (jrcöcn ©ercerfe" unb 
l)atien miitilgc ascrrecfcte; ber diaih tonnte oljiie fte feine 
aültigeu '2}rfd)lüf]e faffen. C&ie @eii?ebe in Sinnen unb 
aßoüf, bie arbeiten in ^olj unb 'älHetoüen, bie SlaftU 
arbeiten unb äßaffen ®uben6 luaren in jenen Stilen ^oü) 
grf(6ü^t, ein Icbljaflcr Ütanfitbanbet fcrberic aupcrbem 
ben SJoiilfianb. Sept ift Q&ubtn icieöer ju iiibufiriellfT 
Slülbe gflan^t. (5ö fiat mehrere SWal)lmäbtcn unb 
ll)ampffctneib<müblen, eine gro^e Äunfr^ unb ßotorir* 
anftalt, mebrerc Ü)kf*inenfnbrifen, baö ^ouptöcroit^t 
liegt aber In ber «Streie^gotu^aRüfdjtnenfpiuncrei, aßoB« 
Weberei, 2u(f)fabTt[otion, für n)eld)c ein großürtigeö (Sta* 
bliffeutent burcb bcn ($nglänber ^ocferill bcgrünbet wot» 
ben ifi; bie Scl>Iufferfi unb Töpferei gefct über ben ge» 
toJÖbnlirfjenSebatf binauö; gaijlreit^ finb bie 6(f|iffer unb 
bie SBinjcr. (5ine ©aftfofcrif forgt für bie SSereuc^tung 
bet €trtbt. 1?cm ^anbeE bienen eine Sanfagentur unb 
eine 33oU3bauf, bie fiBoi^cnmiirfte werben jebcn 3)iontag 
gehalten; 3 Sabrmärfte, 1 aBoUmarft, 5 «Bietimdrfte 
entwitfeln einen iebtjaften Umfap lanbttfirtlifdjnftlidjer {iT> 
jeugniffe, namentlich in öimeibc, ßlnt^Ö, äl'DlIe. ®ubcn 
Iwit ein 'Ufflamt 2. ßtnffe, ein tcIfgraplKnamt, unb ift 
®i5 bet 5)irfciton ber SWärtifclj^^ofener l^ifenbaftn. 91uf 
»em ©abnbcfe freujeii firfj bie 9iieberfcbleftfc(}'-2)idTfi(dje 
So&n (grnnffurt'^uben^JfoWfnrt) unb ble SOMrfifc^- 
*Pefencr ©abn (ÄöltfcuS'®ubfn'©fntf{fcen'l*ofen). Untet 
ben ^ablreidjen Ißereincn finb ber lanbwirtbfdjaftticfte unb 
ber (Jiartenbau'l^'rein befonbcrö ^u emniljnen. — SÖon 
ßcfdjirfjtlitöen ^rd^iiiiften, bie in ©üben (lattfanbcu, nen- 
nen wir ncd? bie *3creinigunn von ®cl)nien, 6ct)Ietu'n, 
Silfbcvlaufiß, ben ÜWarfen anf^ bem fianbtage gu ®uben 
1374 unb oen grieben jroifi^fn gtiebrld) III. unb ®corg 
sjjobiebrab am 5. 3uni 14G2. Sen €*rifteu über 
©üben finb uod) ju eru>äbueii: ßbriftian Sriebr. 
*ßoppi>, SuiJerläfrii^c ^Jkd?ricfilen, tai JTirt^en« unb 
iSdjulirefen ^u ®ubtu betr., ®uben 1768; — 3 oft. 
€()tiftlan ^corfe, ®ff<l). ber Äreieftabt ®uben, ©crllp 
1803-, — 3;t). ©djolB, ©cfammtgefdjidjtc ber Ober« unb 
9?ieb«r'9auRft, ^alk 1847. (0. Deliuch.) 

GUBEN, Äreid im Wuigl. preug. ^eaierungöbeditfe 
gtanffu« ber iprcviiij ©tanbenburg, früöer mit 42,5» 



DSReUen, fpAter buri^ ?oötrcnnung bed Ärrifc« ©orau 
auf 20,08 [b^JIeikn rriflcincTt, von ber Ober unb ber 
©örliöer ^eipe turdiflpffen, 3819 mit 32,469 Einwohnern, 
1867 mit 59,564 (Sinivo^nem (batuntet 419 fflenben). 
35i« 1875 ip bie 3abl auf circa 65,000 gefJiegcn. 2)er 
^reid Ijat ^wei ©table, (9uben unb Qürflenberg, unb 
eine wenig jabltcidic faubbeDöIferung, circa 2000 (Sin* 
wohnet ouf bie n'I'ielle- (0. DeliUefu) 

ÜUBKKNACÜLUM HUNTERl, ^unter'- 
ft^eö ?eitbaub, brigt ein ,«icrft von 3obn *£>iinter (Ob- 
aerrations on certain parts of the animal economy. 
I/ond. 1786. 4- Nr. I. Description of thc eiCuatioD 
of the testis in tho foctus, with its descout in the 
ecrotum) genauer befrt)ricbenefl (iJcbiibc in ber Saud-^fiüblc 
bcd Hinbttjo, ^Oi^ mit bcni Jrierabftcigen beß urfprünglidj 
in ber Saucbböble gleidt liinter ber 9iiere fidj cuiwirfcfn^ 
ben ^obenfl bid jum ®runbe ^c^ Scrotum in ©fjie[)iing 
ftebt. Runter beft^teibt biefeö ®ebilbe fofgenbermcipen: 
■Die Ueberfubtung beö ^obenö in* ©croium gefdjiebt 
burd) eine 3)?affe, ble fid) vom untern (Snbc bed ^obend 
bid tud Saolum Ijinein erfiretft: Id) will [k atd Liga- 
mentum testis obtr ald Gabemaculum testis bejeid})" 
neu, weil ^X'C ben .^oben anö Scrolum anfteflet itnb 
befien 3)urd)trilt burd) bie ^inge ber ^Saudjmuöfeln 
vermUtelt. 3)iefeS Sigament ifi poramibenförmig geftaltet: 
ber größere bulbudförmigc Äopf liegt uart) oben unb ift 
an bnd untere (Sncc bcö ^ob<n9 unb 9iebenl)obcn8 an* 
geljcftel; bnfl untere (Siibe verliert fid) im ßeUgewebe beö 

fcaotum. Uebet ble Structur unb bie 3"* 

fammcnfe^ung biefe» ©anbed IJyt fiel) faiim ctwaö ©e* 
filmmte^ iinjcben. 3)ed) fo viel ftelil feft, ba^ eö ein 
gefnöfialtigc^ unb fibröft-ß ®ebilbc ift, la^ bie ^iifern 
nnd) ber iHicfctung bcß ©anbe« verlaufen, auf weldjem 
gleid) unter ^em Peritonaeum bie Safcrn beÄ ^obcn* 
muöfeW, befl Cremaatcr, liegen. l^aS ift jroar beim 
(5mbivo bed SJtcnfdjcn nldjl leid)t «ödjjuweifen, um fo 
beutlidjer ober bei ben Ibicren, iuiiial ieuen, wo bie 
^oben uad} ber vollen @utwi<fctunf| Im Uiiterleibe junitf' 
bleiben. Runter paraUelifirte bad Gubernaculum testis 
bem Lig. uteri rotundum. 

3)ie 9Raffe be« GubernacuJnm liegt in einer gälte 
be« ©antbfeU«, auf welAe fallet bereit« friiljet auf» 
merifam aemartjt Ijatte, unb bie be*balb autfc old Va- 
gina Ualleri obet ald Cylinder Camperi bejcidrnet 
werben ift. 

Sßeitrr fortgcff^te Unterfudjungen über ba3 ^erab^ 
fteigen beö ^obenö inö ©erotum fütjrten ju ber (Srfennr« 
nlß, bag babci eine $ludfa(fung ober )Iu0|Ki[pung beß 
S(iU(&feU5 vom fpdleren inneren ?elflenringe aud Inö 
©crotum ftallpnbet. Iiiefe ?lu?ftülpung würbe a($ 
©cöeibenfottfati (Processus vaginalis) beieit^nel. 

3n betreff bcß Gubernaculum Huuteri felbft war 
bie Sorfdjung namcnliic^ auf baß SJorfommen rontractilct 
iSlemeute gerid)tet. !S)ie auf .Runter felbfi jurudrcidjenbc 
§lnnaljrae wirflidjer SWußfelfafem (Cremaster), bur<i^ 
berctt Sontraction ber in ber ©audjböt^Ie befinbliie ^obe 
nad) au^en gcjogcn werben fönnte, muöic ber ftrengeren 
mifroffopifdjen Untcrfutfeung allmälig vollfiönbig wtid^en. 



IBRRNÄCÜLÜM 



STERI — 118 — 



GIJB!CII 



^irlfadr iv«Du man ^anu wtnigflrnA glatte 3nu«frlfdfent 
rtn ^fJ^f»!'"!!, üNt ^p(l) öicfot nal)c fcmmenfcc gofcm 
tarin Bilden. €cilrr (^ritr(i)^c jur (Sntn3i<fe(ung0scf(f}id}lc 
Kt AoKn bei 9Xcnfd)cn iitiD Ifticrcn. ^ntftrn 1832) 
unb naibfr (Slb^anMuittiru jiir ^ilttinj)«* unb (Sniivitfe' 
Iuni(#9efd!t(^ic betf 3)^»f(()cii unb »fr üfjiete. 1^. h 
$np}t^ is:t2. £. 75) lafjm ^a^ 8<ilbant} im ganj 
frif(fccu 3ul*tsn^« Qw* 3tllf*i'ff be|lt:IjfH, »orin möii einige 
fttfnn fvbcn fonn, Cic jwift^cn S'^P^ff ""b ftbtöfeni 
9ewr^r tü& 'fO^trct tjalicn. 91tt'r aiid) Mri> $lunaf)me 
ift turdi in Umcifiidjungcn fcrr ncucrn .^»''ioNfn liin^ 
filUifl ^nvoiNiij ibnfu ift taß Üubemaculmo Hunten 
Bxfcntlirf) nur eine ©intcgcircbömaiTc. 

Xic Sethciliäung tcö Guberaaculuro Hunten act 
tntividHungdmügigcn .^(rabfieigtn red gebend aud ber 
3}ttuAb6IiIe in« 6rr(Miiin irirö jf(ji in folflcnbct SSeife 
qnfgrfii^t. Siititi^^f^ trMgt eine SJor&creitung ^um nad)' 
folflfnbcn Deacensua tesüs babnict}, bap fcfim mcnfd)^ 
[td?en ^mbrric bad 9aud)fcU fd^oii im britien 9)?cinate 
in brr ^cii^rngegrnb frltfidubig eine 9Iudf)ü(vmig Ml&cl, 
vßtl^t bur<^ bie S&aud)n>anb bringt, nämlid) brn Pro* 
cessus vaginalis. X)ie f)iriburd) mitau^geriülvi^ Si^icbt 
brr ©auttitpanb rcirb in ihren Qupeni 6d)idjtcn ©crcid* 
i^aui, tie inneni <Ed:iict}ten taqeticn lirfern bie Tunica 
testis atqne funiculi spermatici communis mit ailf' 
oeiagerien Quitxn ter ^auctmuSoiIaiur, bet Siniage b(0 
Cremaffter. 

3ti ber Saudj&öMc liegt ber SBolffTt^e Jtörpet nebft 
ftinem fludfübiunndgange in einer geficdailigen Xui^U' 
ratur bed SaudifeUd, unb von feinem (nniern (^nbe vct' 
läuft eine $aa(tfrübuplicatur Txad) tcx f^t-iftcngrgen^ "bat 
primili&e Vciftenbjnb ÄöÜifer'ö, an bcm man eine 
redete unO [infe '^Maite unleifdjribct. ^nd) tic au Ux 
3nnfnffitc brt fficlfi'f*en Äörp«« befinblid.ic ©efd^Iecbtö-- 
brüfe liegt In einer ®iiud)fellfalie, bie bei lueitercr Q\iU 
nicfeiung bc0 ^^^ccnd lum Mcsorcbion wirb unb fid) 
nadi hinten ferldngeii bid jur rcrberen !^nferticu bcd 
primitiven Sriftenbuiirrd. "^Vlh ber :1fcbuction uwtt ^riu* 
mori^Hofe "ttA SBolfffdicn Aör^rrd fdiwtnCft bcffen ®c* 
früfe, J^cbe nnb Mesorchion itadjfen aber, unb ba? 
frühere piimtdre feiftenbonb irirb jum Gubernaculum 
Hunteri umgewanrelt. (^6 bilbet ciiirn €aano aud 
binbegcntebiarm 6ttcma, ber von einer %au0fellbuvti« 
<atur umgroen ift; biefrr 3tran^ gi^njc nadt vorn an 
ben ^obrn unb ftöpt na* Hnlen auf bcn Processus 
vaginalU, auf bcffm 9lu^cnfl4dje er 1x6 lum (Bninbe 
brra&jidgl. Xo* gan^c Gubernaculum Himteri hat 
bie ^ftalt elnetf flauen $anb(6 angenommen, n>eld)cd 
äu(^ ia bie ^öblc bee €c^eibrnfortfa^rd prominirt, unb 
bem in bicfe ^öMe fierabfleigenbcn ^oben ben 2ßcg aw 
»ri^. oS ber J^cU Turj vor bct ®cburt eingetreten, 
bann communicirt ber Processus vaginalis junät^ft nod) 
giriiii frri mit ^fm Cavum peritonaei, n>ic früber, unb 
bn J^obe erfdjnnt noä} immer a\^ eine (linflulpung in 
ben großen ^^eritondalfad. SItebalb aber fiSngl brr im 
fpdicicn Caaalis inguinalis liegenbe JMbfdjnitl be0 Sem' 
munliAiion^meafl |u cbiiteriren an unb biejer Cblite= 
raHondpTOce^ («reitet blfl jum ^oben ^erab fort. 3)« 



alÄbann notfe übriggebliebene Fundus processua vagi- 
nalis gebt nunmefer am obern (5nbc beö ^cbenö in jene 
Partie bfö ©aurfjfelld über, womit bcrfelbe beveitö in ber 
iDaud}f»6t}fe überfleibci n?ar, unb bamit ift bie Tunica 
TMginalis propria voUcnbet, beren Lamina extenui 
bem Processus vaginalis ent^ammt, beren Lamina 
interna einem abgefduiürten Üheile ber an ber Siütfen« 
feite gelegenen Saud)frQIameUr entfprid}t, 

(Fr. WilL ThiÜe.) 
GCBICH, ber erfi in neueren Sagen begegncnbc 
Äcntq ber ^arjjmergc, ivic SRübeinM im fdjleftfdjm 
©ebirge, ^and ^ciling In Xeutfctbölimen. Sein 
*Ramc, urfpn'ingllcft Gibika, Kipicho, wirb audj SBoban 
beigelegt, bicfen alö ben lieben, gütigen ®eber oUet 
bohren ßlünrr bcfl febeii* bcjeidmcnb, wie in tiefem 
Sinn bie ®riedjen ben .^ermeö vor5Ugdweife Ödna^ 
iämv nannten ((Mrimm, ®?yt[). 126). Cimrod'ö Ber» 
mutbung (3Hvib.'* 432), ^ü^ (**übid> ein verjwergter 
SBobon fri, wie ^fitdjen unb Ätii'dji Äiipredjl, wirbba* 
burd} beftdtlgt, bap nad} Dberi}effifd}er «Sage an bem 
ßbriflenbetg (iirfprünalid> Kesterberg, b. i. Kastirö- 
ober Kasteröberg, ©erg ber ©d)dter^auf£n jum ©er' 
brennen ber llobtcn), bem fagrnrtidicn ©erge bcÄ Surg«- 
walbcd unö ber ^auptmaU unb O'uUuefiätt« bc* Oba' 
laljiigaueö, ein iSiann unijifbe, ,,ber Sdilufteimann" 
genannt, ber einen £*lavphut trägt nnb vorjug^weife 
ben Pfarrer bed ßbriftenbergö verfolgt. 2)ei £*lflppbut 
Fennieid)nel benfelben al0 ben föott SSoban, ber ^Jame 
@d)Iufternianu, b. i. bet fd}lupfenbe, fdjlicfenbe SRann, 
brnfelbcn aber oltS Bt^^^g« iveil bie 3n^ngc ebenfo plö^' 
lid) in ben Sißen unb Spalten ber Serge ju Vfrfdjwin^ 
ben v^fg'^, 'if* ftc baraud berrorfommcn (@rimra, 
3Jiv'h- -i-ä)- "iÖIevfiüüTbig genug fomnit nun ber ?Rame 
@ibid}, ber au^er bem befannten @ibid}enftcin bei ^aUc 
üw ber Saale fonft nirgenbö in !£cutfd)lanb gefunben 
wirb, mebrmald in Cberbeffen (bem Obetlabngan) vor: 
fo in Gibicheborze bei 3Bctter, uidjt weit vom Gbriften^ 
brrg {(^rimm, 3Qeidt{). 3, 340), in bem au(!^gegangenen 
Orte Gibicbcnhauscn iwifrf,ifn (Jrnftbaufen unb ©ol» 
mar, cbenfaÜÖ nitbt weit brtvon entfernt, femer in bem 
gleiifatlÄ ausgegangenen Gebichendorf bei Slmonrlmrg. 
unb enblid) in ber Gibichskoppc ober Gibgeskoppe 
mit bem ^ofe Gibges bet Sreiienbad) am ^t\iUx%, 
uidji weit von ber (^lenje iencö(Saned (Orimm, S?eiflio. 
3, 34Ö), 3;iefe 9Jamen biirfen md)t mit 3.1ilmar, ^ef* 
fifdxö Obiolifcn S. 12f*' ouf ben ^ibelungcnfönig ö>ibi(i& 
iurürfgefübrt werben, fonbern entwcber wie ba* l)cfrifd)e 
©ubenflberg, b. i. Wodanesberg, auf ben b^djften (Sott 
frlbft, ober wie bad befüid)c !Kau|(tenberg, bad man von 
bem Jlobolb iRautd) ableitet, auf iene veräwergle ©e^alt 
brffelben. Xie ßrfdjeinung SBoban'Ö ald @ott unb alö 
3wcrg lö^t ftd] aber nadi ber obabefüfdjen Sage nod) wri' 
icr verfolgen. 9?acb biefer Esiuftc einft auf Um (ibriuenbcrg 
ein J(öuig. 9ion feinem geinbe, bem Jfcnig ©runewalb, 
belagert, mu^tc er fti^ enblit^ am ä){aitage ergeben, al^ 
feine Xod^trr bad feinblid)e ^eer ald einen grünen SQalb 
berannab^n fiebt. 3cner Äonig betf (^briftenberge» ifi ein 
©intrrricft, beffen ^errfcfcoft ju (Snbe gebt, wenn ba» 



GL'BITZ (rHIEHRlCH WILHELM) — 119 — GUCHT (MICHAEL VAN DER) 



fommt 
aber 



!Kttifcft beginnt imb kcr grüne 5Bült> gp^angcn l 
(SimiöcE a. a. D. 08;^). "SSet Äönig ©runeivalt 
ifi 9Bcban ftifcfl, Ut mil&c, fegciifpenöcnbe fSouimiTöött 
iGibicho), Ut, wie öafl au(^ fonft ^Aufia btflcgnct, nat^ 
rincm »or^crgeljentien Äomufc von bcm San&e roirtct 
.Sefif Prflrcifl, nif(*c 33rri0crgreifimi;i M' f*i" an btc 
^aupimal-' unb ßuUii^t^äite bcö ®aueÄ fnöpft, 2ßic 
aber bcr ©emnurgott (Snmnvalb, Gibicho) ben 'äSäintpr* 
riefen t>ou bcr ihm flebfilUjtfu «SlAlle uerlteibt, fo uer-' 
folgt berfelbe ald tStbluftctmann, b. b. ald @oit unb 
3w<r9, bcn pastor chrtstomoutauus, bec pl)cbem auö 
fünf, it^t nod; aud brei ©emeinben bie lobten }u ibtet 
ouf bem Serßc fidj befinbenbcn ©egräbni^Oättc, bic einft 
bem (Holte gen'cibt n?flr, begleirrl. 3Jic Saqe pum Äöniß 
©rimciralb f. 3ufti'd 9!ot|nt I.S20. ©. V46 fß., iinb 
barau* St^nrec, ^cffirte Sagen 9h. 25:?. SSad tdj uon 
bem 8d}IufTermann angeM^tt tiabe, ift münbtidj. 

(.<4. Rassmann.) 
GUBITZ (Friedrich Wilbelm), Seidjner uub fle* 
ftftirfttr iDloguplj, geb. ju 6erlin bcn li7. gebr. 1786, 
geft. baff£bft ben 5. 3unt 1S70, gefictt ju bcn nam* 
baftfften SÖabnbredjern jiir 2Bifbcrbclfbung bcö Jgiolj^ 
fdjnüti-d, ter lantje Seit sergeffcn unb scwrtjtet bcirnicbtr* 
[ag. ^n bic 9lnrangdgiünbe biefed JTuufuivdged würbe 
et bur(ft feinen SJaiet 3o&. 6l)tifiöpl) (gcfl. 1826) ein« 
geweil}! unb bur(^ ben ^rofeffor Unger weiter geförbert. 
6d}en feine elften audgeftellten fie&en 9$ignetten bercd}« 
Ikten ju ben ficnftcn ^offimn^en, bie er autft erfüUle. 
6r bradjtc bcn beutfd)cn ^cljlcbnitt wieber ju (5l)ren 
unb ebnete i^m ben ©eg, auf bem er mit bem englifi^en 
wetteifern fonnte; feine ©crfe jricbnen fit^ burc^ eine 
angenehme 3fl"&fir ^w*, bod? entbehren fic nodj juwrifcn 
ber materifd}en SS^irfung. S^et^r atd 40 3al}re war er 
unermüCel tbütig; feit 1805 würbe er 'ÜKitgllcb bcc ber» 
liner 3lfabeuile unb feil 1812 *flrofefjor nn berfelbcn. 
Sind feiner ©djule gingen uiele unb namhafte Stfculer 
Ijcrvor, bie ftd> (ipölcr, wie Ärctfd^mar, Uiijefmann, 93oäet, 
von ber SBeife ifire« 5eIjtfT6 emantipitten unb ben Jjota' 
ftfcnitt JU jenn: 33cflcnbun^ bradjten, bie er jcpt befißt. 
änbeffen wÄren biefe Jtüniilfr oftnc itjren fieftret ®ubi(^ 
nidjt benfbar, beffen SBerbienf) baburd; gefieiaert wirb, 
kflÖ et ein bracbcö gelb »ot fid) fanb, ju Icffen Gulti* 
tirung fclbft bie JZcniUni^ be5 3BcrFjcufiÖ unb feinet 
^iinbl)abuu9 fehlte. (|r madjte fptiter a\\(i) ^erfufl)f im 
^oljfdjnilt'garbenbrud, bie fel)t glüdlid) audfielen, wie 
fein fcgnenbec 6t)riftu6 nac^ &. 6canad) (mit ü platten 
gebrudt) unb fein ''liortrail ber ®tdfin Sophie ©ill)f(' 
minc tJon 93o^ (8 platten) bezeugen. XaÄ 2Berf beß 
SJiciiicrd ifl feljr grop, botti flcbört ein 2beil nutft feinen 
©(bülcm, bie im Sltclier unter feiner 5ltiffid)t arbeiteten. 
de finb tbeile ^Vrtrailö ober ©cnrcbatpcUungcn, aud) 
fianbfi^aften, lie als einzelne SÖtÄlter crfi^ienen, t^eilö 
aßignetlen unb fJeinc ^ilbcbcn, bie ülö ^UuRi^attouen 
^erCe unb i^etiobifcbe €d>riftett lietten. gut leitete 
f{ftrieb (Subiß and} oft ben Xert, benn et tjattc fid) fictd 
mit 93ortiebc ben 9Biffcufdjaftcn ergeben. *J3en bcn ein« 
jetnen 391öttern nennen wir neben ben jimnmitcn fjarbeni" 
»rüden eine aöalbUinbfdjaft mit Äbeubbeleud^tung, einen 



SSJafferfatr nadj Älengcl, eine ??actt na<fe Caurentf, ein 
ÜJorltait von *ücfi<iIojji. 3nu|haiionen tJon feiner ^aub 
finbet man in: 

aEoblfeile tBoIföbilbergalerie, 1834, 224 «latterj 

Ha« «Ribelungcniicb, 1S42, W Slättcrj 

^licriö' :^U9eiibf(^tiflen, 1840; 

!l>entfd)e ^ijdföltebrr, 1841 j 

S!rr €onntag in Sonbon, noi^ Gruifftjanf, U ©Idt» 

ter, 1843; 
Dr. ÜK. eutber'8 Sebcn, 1847*). (Wmeii,.) 

GÜBORORO, Cupororo, Copororo, Cuparoli 
Cubaron ober Rio S. Francisco, einging, weld)fr bie 
ganje povtugiefifdjc Kolonie ©enguela im Sefien SüB* 
afrifa'« in ncrbn^efilid'er 9iid}tung burd?iiel)t, entfpringt 
im Jryodjianbe '©emba, norßn'efilid) vom gort Saconba, 
welt^e* unterbreite 14 35' S., Sänge 17 öfil. Oreen* 
wid), 20 Xagerelfen füblid) »on ©. gilippc be 93engucla, 
liegt unb wegen feinet bolzen Sage, feiner ffiblen fiujt 
unb feiner reiienben, rftdien llmqebunö ^a6 gefunbefte 
i)on allen portugicfifi^en i)liebet[a|Tungen in S3engucla ift. 
Xer glu§ ftrömt fobanu burd) ta^ (*)ebiet ber t)eerben' 
teldjen Öuilcngued, ein ®oU Don übet 10<.),000 ^er* 
fönen, wo er linfft ben Ouianbocua aufnimmt, unb 
münbet in ben Slliantifcben Ccean unter 33rej|e 13° €., 
22 Seguad fübweftitcb von @. gilippc be S9engueta, 
Awifd)en bem (Sauiftina im ۟ben unb bem (Sanoco im 
9icrben, na(^ einem Saufe von 80 SeguaS. 

Duellen. T. E. Bowdüh, Account of the 
diacoveries of the Portugueze in the iutereor of 
Angoli^ lind Mozambique. London 1824. — Vojage 
de K. P. Duparquet dans la Guin^e meridionale. 
Les Missions Catholiques. 3. et 4- Juillet 186Ü, 
No. 2. Paris. — Ph. de Kerhdllet et A. U Gras, 
Instructions Nautiquep sur la cöte occid. d'Airique. 
Paris 1871. {W. Bentheim.) 

GÜCHT (Michael van der), Seidjner unb Äupfcr* 
(ied]er, geb. ju SInttverpen IGGO, geft. in Sonbon um 
172Ö. £ein Sebrer war Sonttatö. Um 1Ü04 flcbelte 
et na^ Sonbon über, wo er cid befc^äftigt würbe, bc 
fonbctÄ für 3üufirQtionen von SBerFen. (?r flad) für ein 
anatcmif(^e6 3ßerf, bo(( finb feine QJortraitd bcfonter6 
flefd)det. 3« ber Antbropologia nuova, Sonbon 1727, 
ifl baö ffiilbniB be« 3anieö Srafe. 91adj ÄnelTcr fia* 
er bafl SÖitbniü i>ou granciß, 23Jfitof «on ÜHodjefter, nat^ 
% üely ben 3flmeÖ ^arrington. ?IIÖ .^auptblatt wirb 
ba« Sübni^ beö Sauagc angcfeljcn unb gcfdjötit. 3" 
Si^ütem trotte er feine bciben Sö^ne unb ben gefd^d^ten 
Äupferflediec ®eorg 93ertuf. 

Gerard van der Gucht, geb. um 169(> in Sonbon, 
©(feulcT feine« ^yciterö OTidjßcl. Wan ^at tJon iijm 
30ujlrationen ju 1)on Duidjoile nadj 3f't6"""acn "oon 
3. be SÖaue, femer 12 ©Idtier Äörbe mit gtü<^ten unb 
©lumen, enblid) 12 Ställfr, bie Xhoten be« ^erfule«, 
nat^ S. abcron. (Sr flarb in 8onbon 177C, 80 3n^te alt. 



*) Kagfer, Koncgt. n, S766. 



GITCKENBBRGBR fLÜDÖLFl — 120 



GUDENSBGRG 



Jau van der Gucht, jtteltrx @obn ^cö 3Hi{öae(, 
flfb. in :Sonöon 1G97, siüler fciufd iJataS unb tjon 
If. ^Ijcren, nücfc Ifjfcn 3ftdjnuncien er 9)?ef)rtted in 
i{u))fcr aüäi\ auff) oicU Siftncttcn unb !XilrIfupfer lUfeite 
fT für ildiprirlc SBcrfc. aßit bcfi$en von Ibm fern« 
S^onif)iU*d (BcmÄ(6e in Ut i?uppe[ ber $au[d(iid]c. $luc^ 
^ic 12 ®lätter mit tcn IIjaKn Ic« ficrfuleö, lie »it 
bei fdncm ©ruber ©crarb crroäbnt ^aben, »erben i^m 
jußffdjriebeii. 93i(Uftdji Ixibrn bcibc ©ruber baran Sin* 
l^cil. 3>a* ToCf^jaljr ift iinbefonnt *). {Wessely.) 

GUCKENBERGEK (Ludolf), «r^t, am 23. 3uli 
1762 in ^iinnotjcr acboren. fiubiric SKebidn in ©öu 
llnßen, reo er 1784 promovirle, würbe 1787 IDifirictÖ* 
otjt in grelona in lonrten, bann 1793 Stabömeticue 
bei bcr bannörcrfcfien Sltmee unb giilf^t faiferlicfier 60I' 
leg ien äff elf er in 'ielcrSburg. 5ßad) feiner fpdter erfolgten 
fflüdfebt nnd) l^curf^laiib fioib er am ü. gctr. 1Ö21 in 
€tnltj^ail am 3u"d<iifr<^^- 

^u^er ber 3naunuralbifferlallon: De ligatura fistn- 
larum «ni. Gotting. 1784 (bentfd) in: 9lfurfte Samni'^ 
lunj) anöfilffcner Stbltanblunfien fi'ir SBunldrstc. 15. 93d.) 
beicrtjte (äiitrftnl-frfler bie: Sammlung meHnulft^er iinb 
efeiiuvflifdjer Criginal'Stbbnnblungen au6 bfm ^onnöver« 
fdjen Wuflajin von 1750 — l7Ötj. 3 ^Ijeilc. ^annouer 
178G, 1787. gcrnet fdjtieb er: aJcrnunftbüd)Iein für 
SRfilter unb Viertle, obec^unft, bie !?lbrürjunß bed i?ebend 
ju uerl)inbern. gronff. 1818. 8. (Fr. Wilh. T/ieüe.) 

GÜDBRANDSDALEN, fdjöneö Ibal in ^ou 
wegen, im $Imte (ibcifiianfa, über 20 3}{ eilen lanQ von 
ber ^oußen' ober Sauqen^Ül» butcb^o^en, im untern 
Üljeile Dou bem 18 ^Heilen füngcu, ft^uiolen "JD^jcfenfec 
cudgefüUt, fielbefuc^l treten ber von @^i(jiiania Tom' 
men'ben ^auptfira^c, weldje firf> am 9Iorbenbe be« ZWi 
in jn>ei ^rmt, nad) ÜJoICe unb nad) ^ronbbiem, fpaltet. 
2)00 2bal beftiunt in>ifri.H'n ?effjöe unb Seffidc in einer 
tiefen (iinfallelunfl ;uiifd:en bem i^anflfjclb im ۟ben unb 
bem ^ovrefjelb im ^lorben; in biefcr <$infattelung Itept 
bec Ceffö'33etrö»9Sanb, ein fdjmalcr, langer 6ee, 025 
'iUfeler Ijcd), unb aui iltm fliept bie !Kauma'@It> burd) 
dlontöbaleu nn^ bem Sannfjorb, irdbcenb bie 6ella gegen 
©übufl^n abflrömt. ^enig ahcättd, bei Xombaad, 
jroeigt fttft bie ©traöc nad) ÖUbalen unb S^ronthjeni uiid) 
^fiorbrn ab, fie führt über ben 998 ^etcr ^pfien ^ntiiv- 
$00. X>ie 6ella fliegt über Xoorc, ^Ruftc, faurgaarb 
(U)o ein bequemer i^tatton^bof H) fiubet) }U>ifd}en ben 
Selfenmaffen betf iHunbrne im Siorboficn unb ben 9}or« 
bergen bctf boben 3ornufjelb im ^libtoeßen binburt^, 
cmpfdn|l Don 3Qef1rn bie in prachtvollem üßafferfati auS 
einer sVitenfdjIudit ftervorbraufenbe Cttn» ober Uta^tSI» 
unb nimmt tton bier au ben SJamcn Cougen-tSlD an. 
2)a« "X^ol, 'oxlM auÄ ber 9lid)tuuö gegen ©üboftcn 
oQmdlia in bie ^Kid)lung nad; €üben übergebt, i^ bid 
AU 2 Kilometer beeil, moblangebaut unb mit 3aE>tret((en 
^örfi^en unb einzelnen .^öfen bcfe^t, i)in unb micber 
ftrömt bei ^lu^ burd) einen deinen €ee unb bo(t bann 
bat EBrrfdumte in raft^erem 9aQ wirber na4. Untet 

*) €it^ Imatritti. — QandtHini. 



ben SGaffcrfdßen ber ?o«ga'(?(i3 i|i ber ^unncrfoö bet 
btleutenbfte. 9?ei SiUel)ammer am STnöfen cnbigt bie 
Straße; bct tebl)aflc iÜcrFel)r wirb bicr ton ben fleißig 
fabrenben Dampfidjiffen aufgenommen, unb von Uitßvolb 
am Sütenbc beö genannten, 130 Ißctcr l)od) lifiienben 
€ccö fü[)rl Qifenba^n nod; ßbriftiania, (0. Deliiach.) 

GODENÄA, gluß in 3üllanb, entfpringt an ber 
©rcnje ber Stifter fRibe unb 9iar!)unft 4 2JieiIen ipcftUd) 
von .^crfend, bucd<fliegt in vielgeivunbencm 8aufe eine 
9tetE)e von £een, uamcullid) ben ä)Ic0'See, ben 3uul« 
See (nn bcffcn Ufer fit^ bcr 172 9Jfetcr belje .g»immcl#i 
berg ergebt) unb ben Sanß^See, trägt von bi« an, 
fttÜenTOnfe bur* Äun)> fdjinbar f|cmad)t, größere Aäf»nc, 
berül)rt ^irrbri bieOrtcSilfebor^ am ^ang^Sce, ®rönbef 
unb Sangaa, roirb in ben leßten anbrribnlb Sieileu ibrc« 
Cauffö bei 2 3Kelcr 2iefe größeren gabirjfiigrn ^ugäng'« 
lieb u"t münbet bei SHaubcrö in cen ^JtanPcrö^gjürb unb 
burdi biefen in bad .ßattegat. Xite ?dnge bed gluifed 
betrögt 20, be« giorbö 4 3Rcilen. !Dic iütlänbift^c Gifen« 
bnbn buTcbfreu;t bad ®ebiet brr ®ubenaa in ibrem obrm 
?flHfe bei Sfanberborg unb entfenbet von bicr einen 
3roeig nad) Silfeborg, giim jroeiten Ü)(al ouf ber fiini« 
Slarbuu6-8anqaci*9tiinberö; von l'angan fübrt ein ^\ßii% 
ti^alaunvätcd üw tu (^m^^maa unb bann hinüber natS 
Siiborg unb Struer. ^ad gebiet ber ®ubenaa ift meifi 
bügeiigetf, frud)tbarea S?anb. (0. Delit^ch.) 

GUDENGAKT nad) bem fogenannten Slnftang 
nnfered ^elbenbiid^Ed bie fflottin beS SRcniiiier aufl (5f» 
tilienlanb unb "äliimer bcr brei ^iicjcn (Sde, S^afar •) unb 
Slbentrot. 3n bem alten Rraöburgcr Xrurf« von ISrfrn 
Sußfoljrt vom 3abre 1559 (neu bcrauÄgcgebeu von Cßfßr 
£d>abc) Sir. 187 fagt bagegen ber ^xan^ Älbriqn bem 
Äönig iDietrid) von Ssrrn,' fein SBater Sllbrian habe ibm 
funbgetban, ein fflitter mit 9i?amen 9?eliinger, ein ©ru' 
ber brr in brmfelben Siebe genannten iHüße, fei in bra 
äßalb gefommcn iinb babe eine roilbc 3un9frflu befdjlafen, 
bie bann gafolt unb &rfe geboren. 'Diefe nMlce 3ung« 
frau mügte temnad) untere ^ubengari fein. Nettin^er, 
Mentig^r fd^eint mit ben nicbl unfcitenen protbelitttnt 
>J unb M unb in leotcrcr gorm jugleidj mit eingefdiaftc 
lern n für abb. Atig^r ju fieben, unb fomit bcr Ktffe 
Sltgcir ber 3bibrrf6fflga ,M[ fein, ber hier aber unter an* 
bern OJerftdltniffen aiö Sruber be* Äventrob, ^^tfpiltan 
unb ajibolfr aufuill. 3- @rimm, ^iWijtb. 6. 1210 meint 
jtt»ar, cd fei Nenliger für Mentiger im ^elbrnbud) jtu 
lefen, unb Nentiger fei = abb. Nandgßr gefetjt; oÜrin 
bcr in meiner Xeutfdwn ^elbenfane 2, 700 fg. bei* 
gebrnd)le Wafbwei«, bop in bem ÖJebidjt von XietTi<b 
unb feinen ©efellen Sir. 4G7 nocfa Atiger für bie in 
biefem ©ebidit fcnfi vorrommenben goimeit Nitinger, 
NitigcT, NehtiogOr eifdyeint, madjl bod) bie oben ge* 
gcbene ^rfUirung iva^rfcbeintidjer. ©ubengart wirb fon^ 
nirgenbÄ genannt. (Jf. Raszmandu) 

GUDENSBERG, ©tnbt in ber preu^ifd^en SPro* 
vinj J&effen«9IfliTau, ntegierungöbejirf Gaffel, Jtretflgri^ 
lar, 8 Äilomeler vom ©flbnbofc Ö*enfungcn ber SKaln* 

•) Clf^e 3. «rimin, «W^l^- 6 J210. 




GUDRUN 



'Bcferba^n unb 10 Kilometer fübwcOlidj »on ®untct«# 
häufen, 245 SÄct« über bem ^ecrc in frnditbarcr ©c* 
tjfnb flflcöcn; eine uralte ©tabt unb cinjl ©litdrtpunft 
De6 ^eiftfdfen StinbeÖ. I-afl Dorf ^i)iaben, 2 Äitomptec 
im 6üboftcn, bejtidjnet bic Stelle bct atten Jlaltenr 
tiauptO'ibi Mattium ober Mattiacum, wti^t ber r6niif(tc 
gflblKir ©ermanicuö auf feinem 3uge jerfiöMe; auf bem 
naljen SBobanäterfle pflegten bie Jtattcn ju cjjfern, Siolfö* 
verfammlungcn unb @cti{fcte jn IjoKen. — Sil« nod) 
Äaifer Äonrab'ö I. (geft.OlT) unb feine« ©rubctÄ 3:obe 
Ba# bcffifdje Vanb unter eine SlnjciH run (trafen flell^eiit 
würbe, toaren unter tcnfelbcn bie ©rafen ton ©nbeuö* 
beiß bie tt»id)tiiii^en ; fie fiibren ben 9iamcn ber ©ifunen. 
1Ra(6 bem Sludftocben beö ©rafenflcfdjletfttd in mftnnlidjcr 
Sinle fllnfj bnd ?»5nbd)cn burd) bie ^rblöe^ter ©ifcla an 
brrcn ©emaEjl iinbivift I- uon Kn'iringen über (1130) 
unb l^cille uon ba an bie ©efdjirfc bcö tbüringcr iinb 
I)cfrtfdien fianbeö. ©tfewere SBränbe, namentlidj IdH? 
unb lt>40, unb Jtrienönotö btadjten bcn Cri jnrürf, !Die 
(Sinwoijner (1825 jA^Ile man lü85, 1834: 1895, 1861: 
2010, ober 1871 nur nod) 1875) beffftdiligen ftd) mit 
Äanbwirtftfdjafl unb bürgerlidjen ©ewerben. Di« Slabt 
bat 7 3ai)rnnSrfte. ^m benadjbarten ^ummöbet^e n?erben 
SBraunfoljIeu fleßxaben. Uebcr In 6tabt Iiej.]ca bie Sutnen 
ber Scblcfier Oberbnrn unb 3i*oni;^cnbnrii; in bcr £taM 
ift ou^cr bcr olten »4Jfartfird)e fein PVbaube ton ©eben* 
(ung. (^ubeuöbetg ifl 6i6 eine« «mtageriditd, tjat ilJoft- 
unb ?elegravt)(namt. Stn ben nabeu Cbenbcrfi (b. i. 
^obandberg, ebenfo wie bet 9fame ber ®tabt) ^aben 
fld) (Hainen von JTnrI bcm OJro^en gcfnüpfl, bie an bie 
JlwiTt)^inicvta;;fn erinnern. (0. Delüsck.) 

GUDILINDA, eine ber neun iöt^ter be« J?öulgö 

■Sruiian von lircfanfilS CDradjenfel^), mit ber (idj Äöniß 
^bibref von ^rrn nadi tcr 3;[)ibrcfdt"ago c. 240 Der* 
mahlte. XDbnc ba^ biefe Saga etiva« SBeilereS ton il)r 
unb iljrem !tobe bericfttet, läöt il}n biefelbc, alö er ftc^ 
auö feinem 9?eid?e fli'idilig bei Jtönig Sltrila aufhält, ju 
Der 93crmäl)lunji mit .j^erab fdjreltcn. llnfcre bculfdjen 
^n(mäter iriffcn wcber clroaS «oii (Subilinoa norij 
njeniger ihmi 23ietrirf)*Ö 95crmflI)Inng mit fccrfelben; allein 
Pie fciröifd)en ^jeltciiüepet fetmen ^t »od? in ber gorm 
(hinhildr alÄ S^ibrefd ©cmablin, Wo [\z alö bie feufdjc 
Äänigin crfd^tint, bie ber Unireuc gegen it)rcu ®atlen 
angenagt Wirb, beten llnftöulb ober burdj ein ©otred* 
iirtheil an ben jag fommi (f. Sv. (irundtvigf Danmarks 
gaxnle Folkeviser 1 , 103 unb 209 fg.). 'X'er fogenanntc 
Äntjang unfercö ^elbenbutftrS fdjreibt bem 5)ictricfc ^ert* 
lin bie Üodjter beß Äönigö vou ^Jtprlugal al6 erfie ®c<^ 
mablin ju, unb berichtet, 'bi\^ ber 3wergf6nig ©clbc» 
mar ibm biefelbc raubte, iSicIridj aber biefelbe ihm mit 
fdjTOCter SRülie triebet abiial)in. ffiergt. ben «rtifel Goldc- 
mar unb GiidfanJuarkvidlia III. {Ä. Ratzviann.) 

GUDRUN, ein mittelljot^beutfdje« Gpoö au« bem 
(Snfie bed 12. otcr Slnfaiig be« 13. 3al)rf)., it}eld)c6 in 
brei 91bfd)nitle )crfdlli, unb bcffen 3nt)ält in ben Jpaupt* 
iÜQen folgenber if): 

«. tfvqn. k. SD. 1. Jt. «rflc errtiM. XCVL 



I. i^agen. 
(.^agen'Ä Gnifiibrnng unb ^eimfefir.) 3n 
3rlanb berrfdjle mid) bem Xc^c bee Äonigö (*tfr befien 
So^n SigcbanI, ber fidj auf ten ^Rath (einer 9J?uttcr 
Ute mit einer Ji[öni}idtodMer anS 9?onregen DernuiMte, 
bie glei*fallfl Ute blep- •^'^gen, ifjr einzige« Äinb, beffcn 
größte grcubc fdjon im frubcften Änabenattcr ba« ffiJafen« 
irett ifi, wirb bei einem ^offefte, ald er fielen 3abre 
alt ifl, von einem Greifen geraulu unb ol« Spetfe für 
feine 3ungcn ouf ein fcrncö (5iian& ciitlühit (Av. 1). ^iner 
ber jungen (Steifen miU ^agen jerrei^en unb flattert mit 
ibm pon ©anm ju Saum; i^^em er fid) aber auf einen 
"äit jur Wulje niebcrfcpi, bridjt biefer jufammen, ber 
J7nab( entfommt unb gelangt an bad Stieeredgefiabe, ii>c 
er in einer Aöble brel Äönigdiöditer, aufl i^nPia, *4?or« 
lugat unb 5ferlanb, fiubel, wcKtc bie ÖJrrifcu fd>on 
früliec cbeiUaUd geraubt baben. ^-Üon i^nen fpdrlid; er« 
udbrt unb bcbütet, wäc^fl er auf unb fommt burd} ge« 
ftfceiterte ^ilgerfdjiffc in ben SefiB einer JHüfiung unb 
SQaffen. ^aum ^al er fid} bamtt gewappnet, (o nahen 
bie ©reifen heran, allein ^ageu erfdiMgt bie Villen famml 
ben 3i>ngen. Iiarauf cvicgi er ein C^abrluu (ein brachen' 
arligeö Schier), itiiifl brffen ^lul, woburdj er über^ 
inenfd)[id,>c Jlrä|lectl:äli, flfitct fidj in beffeu gcU, nimmt 
bae §leifd) mit heim, unb nadifccm et mit fem ^Sdiiorrie 
gunten auö gelfen gefditagcn unb fo ein geucr ent.iünbet 
hat, braten bie 3nngfrauen ba« gleifd) unb gewinnen 
burd) bellen ©enufj Jirdfte, IVnih unb ed,^önhcit. ^ar» 
auf burdnvanbcri .l^agen mit ben Jungfrauen 24 2age 
long ben 3öalb, bid fie ju ber "iWeeredrüftc gelangen, wo 
ein auö ©arabc ') fommcubcö Sdjiff fie aufnimmt (Av. II). 
SIlÄ aber bcr ®raf, ber Aerr beß SdMffeJ, bie .^crfunft bcr 
Sungfraurn unb ^agen 6 erfahren hat, will er, weil ihm 
ron -^agen'6 gnmilie im J?riege i?iel Sdjaben jugefügl 
ift, ihn ülö ®cifel in fein £anb fuhren, ^agen hebt 
heroor, bai er unfd)ulbig fei, unb verfpridjt ibm fammt 
rcid)eni 8oI)n 2Jer|öhnung jn ftiften; allein ber ®raf ge« 
bietet, ibii ju ergreifen, ^a fdjlcubevl ^agcn gegen 
.^0 Sd)iff3lcute in baö :Bteer unb jwingl ben (*Jrofen, boä 
6djiff nuth Srlanb ju Icufen. Vllö fie gdanbet fiub, 
werben Solen vorautfgcfanbt, .öt^Öf"" ^^nrffehr bcffen 
Sieltern jn vcrfunben. Unglaublid) bünft biefcn bie Sot- 
fdjaft, Ol* aber bie ©otc» al6 *-Bia()rjeid)cn ein golbened 
Ätenj auf Öageu'd ©ruft angeben, ta freut fid) bie 
^tuller ber TOvUe unb ftc reiten nun ben SInFommenbeu ent' 
gegen (Av. IIIj. I)ie 9J?utter erfennt ■^'ögen an bem Äreuj, 
unb na(h fröhli*em ffiieberfchen Derföhnt biefer ben Saler 
mit benen von (^arabe, bie nun 14 Xagc in Saliän*), 
©igebant'Ö Äönigöburg, i)erweilen. ^agen uermdhli 
fid) bann mit einer ber brei 3ungfrauen, ^ilbe ton 
^nbien, fein SJaier übergibt ihm ba« Äöuigreldj, unb 
^ilbc t>on 3fcrlanb wirb einem Surften tjon 5Wovwcgen 
»ermdhlt. J^agcn beginnt nun in feinem fanbe ein 
^rengrtf Megimenl unb matht tldj feinen geinbeu fo 
furdjthar, baö man if)" TÄlant aller künege (b. tj- oDe 



1) 3n ^tt 91i4< von Dttatib. 



S) SaKvg^an in Srlsnb. 
16 



GUDRUN 



— 122 — 



GUDRUN 



Könige für<^t«leit i^n ivic einen XcuU^) iicnnL (Efinc 
@attin Qtbkxt i()m eine %ofijt€X, Mc nod) fcer Butler 
^ilCe flcnaniil tvitt imt> ju ritiet 3tmflfrau uon au^exf 
ort*ent(id)er €cf}ön()eii hcranblülu. Cbtjlnd; ftc ^a^irii 
aitfd £oi-gli[()fte bütrn lä^t, bitUtt ti(f) Oenno^ tirr 
9luf von if)rcr €(bön^eit aud in alte San^e unt> oiele 
inäc^tt(}e Sürftfu tvcrtcn um Mcfilbc, aber bet wil&c 
^ageu rciU ftc (einem geben, ber getin))ei an 'üülüiijt fei 
ald et fetbfl, unb lA^t bic ^olen hängen. Sennod; 
imterbleibi tie ©eibung nid)l (Av. IV). 

n. ^itbf. 

(^iltc'S (Snlfül)tung uub Serlobnnfl mit 
^eUl.) ^ttti, ein mädjtiger ^err in Rrieölanb ') oii^ 
tem ©tamine ber ^egelingen, bcr von bem alten ffiate 
im Sturmlanb*) erjogen war, unt bem ^erant unD 
grure von 3)dnemarf*), aNoninc von Sliflanb«), Srolt 
von Sticölonb'), 2^ielmar((6cn unb aßaiciö") biencn, enl« 
fdjlic^t ftdj nuf tm Slailj ber Seinen i:ni eine tl)m an* 
gemeffene grau ju werben, ffion bem jungen SWorunc 
erfährt er, ta^ ^ilbe, ^agen'd ^orfjlrr, bie aUerft^önfte 
auf Grbcn fei, aber er trägt Sebenfen, um tiefelbc ju 
werben, ta er bereil* vernommen, wie SDtandjcr ft^on 
um iljietwiOen fein lieben verloren I)abe. Worunc rdt^ 
bann, feinen ^ieffen Aoranl fommen jiu loffen, ber wiffe, 
wie e& um fragen Rehe. Vlld biefer mit grutc ange< 
fommen ifi, frogt ihn .§ietef, ob er wiffe, wie c« um 
^ilbe fic^c, CT reofle ihr Sotfrfjaft fenbrn. 3)ad gr^ie 
nictjt an, meint Jporant, benn 9iiemanb werbe bic ^ot' 
fdjaft übernehmen, ba ^agen jebcn SBoien tjängcn laffe. 
gnite aber meint, wenn SBate \ie begleite, fo werbe ti 
iljnen wofil gelingen. Sofort bffenbct ^etel bcntetbcn 
burcb Droit. ^iGate fommt an, gcrJirt aber, ald ^etel 
ihm feine 9lbfid)t vorgetragen, üi cJorti, «flärt nd) icbotfj, 
ba eö feinefl J^txm 3ßiKe fei, bereit, wenn .^oronl nnb 
gruie i^n begleileleu, grute rätl) nun, um ^agen jU 
täuf(ben, fidj für .ffaufleufe ouöjugebcn, bic von firtel 
vetifieben feien, nnb U^^aib ein ©d)if[ unb brci ?flft= 
batfen au6}uriifleu unb rejt^ mit Sehäßen ju belaben, 
aber aud) barin 700 ftreitbare Männer p verbergen. 
Sßale bagegen erllärt, bed JTaufefl gu pflegen möge 
^orant ibun, ba er fidi nidjt baraiif vorßeI)e, unb forbert 
Aetel auf, für Sluöri'iftung ber Schiffe mit tüduigen 
OTftfen i(n forgen. öi« jum ©eginn bed ndchfie» Soui' 
merd rüfiet nun ^etel ble Sctiiffe nnb entläßt bic greunP« 
bcforglen ^er^en^. 9Rit gütiftigem 90inbe lanben flc 
vor ^agen^Ö Surg ©aljän. «uf tfjrc Bitte gewährt 
ibuen^agen, ben fie teidj befchenfen, S<fcu^, 3roIt unb 

tcrant gefjen bann felbfi ju ^cfe unb bitten ^agen um 
(ftu$ gegen ^etel, ber fie oud i^rem Sanbe vertrieben 
^abe. ^agen verljei^t i^nen biefen unc lägt ifjnen ÜBob' 



8) ». i. 9toT«fM>«lanb tn ttr 91d^ fDivemarf«. 4) !Da« 

Sant) Ux €iHnni in b^r ^ifft t>cn $rititB- 5) ^n ^ic^ttr vrrilebt 
kaiuntfT H« itfttjc i^jndtiarf, uifvniiiätitt) >il aber ^amit btx 
ItmM Dmniotu gttnfitit, Ut an ^t &4tl^<nllin^u■g gclrgrn«, Im 
9.3a6ib. von ^m2><iii«i «fr angigtifffne ftintlSH)t SRatU 6) Siflanbr 
7) b. t. ffifflftifflant. 8} ^at Sdi» an in SBaal in «onan». 



nungen in ber Siabi einräumen. Srute fifalägt nun 
feinen .f?ram am Stranbc auf, unb er unt ^atr gef^rn 
bannt fo vcrftfewenCerifd» um, ba^ bic Jtunbe bavon in 
^il^e gelangt unb fie ihren Siater bittet, bie gremben 
j)u ^ofe reiten jn laffen, indbefonbere möd)le fie gern 2&alr, 
ber fo wunberbaren ^A'»?uthfd fei, feften. Jpagcn gewöljrt bie 
Sille, unD in berrlicten Pkwatibern jic[)en bie grembrn 
bäl)iu. ^ilbe erbebt vot Dem breiibärrigen alten 9&ate, 
alö fie ihm ben SBiÜfommöfuö geben foU, un^ birfer, 
boÄ 6anr mit ©orben burd/flot^Ifn , fiit)It jlt^ halb un* 
behaglich unter ben grauen ju fiOen. 9?ei ben ritlri* 
iid^tn JTampffpielen fragt iljn Der Aönlg, ob in feinem 
£flnbe aud) gefänipft werbe, er vetfiem ft^h unb ant« 
wortet la*enb, er habe eÄ nie gefeljcn, wolle e« aber 
lernen, «^agen lät^t nun einen gedittmeifler Commeu, 
bem fid) aber Slßate überlegen mc^t. 'S^a greift ^ogcii 
felbft ju ben 2I?iin<."n, um ihm feine vier heften Sdjläge 
JU lehren, aber SS^^ate vergilt ihm bad Gelernte fo retcblJd), 
bn§ biefer unter tcm ®e(ddjter ber Wnwefenbcn rrfläri, 
nie einen fo gelehrigen Sd)ü(Er gefunoen ^u haben (Av. V). 
9Iad)bem fid) (o bic SJotcn 3»'ö'J"g jin 'Öagen** 
Surg unb indbefonberc SBaie rt<^ ted Jtönigd ä[<^iung 
unb 3"'rauen erworben hat, fudjt nun .J^jcrant burdj 
feinen füpen ©cfang bciö ^erj ber Jtönigeicdjter ju gc* 
winnen unb baburcb baö ©dingen ber (kntfuhruiig ber* 
felben j« be wer (fteO igen. (JiiieÖ Wbenbö laut ba^er 
berfclbe unter ben genftcrn von ^agen'ö ©urg feinm 
fü^cn ©cfang erf(haüen, föbaii Der Äöiiig, bic Königin 
unb ^ilDe gan^ bavon enijüdt finb unb ben Sänger ju 
fitft befi^eiben, ihm ju banfcn unb ihn ju bitten, leinen 
®cfang i^nen ofterÄ [)ören ju laffm. SRil Slnbrudj bed 
anbcrn 3!aged lä^t .^orant feinen @efang nod) herrlitijrr 
erflingen, unb ^ilbe bittet ihren SSatrr, eö gu fdjalfen/ 
boi ^orant mehr bei .^ofe finge. $lld biefer nun am 
äbcnb feinen @efang wiebert^olt, alfo ba^ Die ganje 
9?a(ur bavon beivegt wirb; „DieShicie im äßalbc laffen 
bic aöeibc flehen, Die ©ewürmc, bic im (Srafe friedjen, 
bic gifd)c, bie im 213affcr auf- unb uiebcrfdjwimmen, 
laifcn iljrc SSege", ba bewcrffteüigt eö ^ilbc, la^ ein 
Ääramercr ben Sänger hrimlich mit 9)iorunc in ihre 
.S^cmenate füljrl, wo er nun feine fü|efien SBcifen an* 
fitmmt unb bic SQerbung anbringt. Sic willigt ein, 
Jpeters ®atlin ju werben, wenn ^orant il)r vfrfpredje, 
jeben Sbenb nnb *ö?prgrn vor ii^x an fingen, unb ald 
er bicö gelobt unb ihr fagt, tay fein ^err an feinem 
^cfc jwölf Sänger habe, tk noi beffcr alö er fangen, 
aber ta^ fein ^err felbft am alierbeficn fange, ba a» 
Hart fie fid) bereit, ihm ju folgen, wenn ftc ed nur 
il)red a*aieiß wegen wogen bürfte. SBorunc macfat nun 
Den Sorfdjiag, Da^ J^ilDe mit ihrem Sater unb ibrer 
3)2uttct fcmmc, bic isdjiffe ju befehen, um bei biefrt 
©elegenijcii mit ju entfliehen, ^ilpe fagt ju, unb bec 
erftc ber Jtämmcrer, ber l)iniufcmmt unb in ^orani unb 
^orunc feine SBerwanbten erfennt unb von ihnen in 
iljren Slnfdjlaa eingeweiht wirb, verfprid^t, ^agen |iim 
Sefuefae ber Schilfe mit ben grauen ju betvegen. 3)ie 
^egelingc rüflcn nun ^cimüt^ jur SJbfatrI, geljen am 
viericn läge ju ^agen, um ton ihm Slbfdfieb ju nehmen. 



GUDRUN 



^^ 123 — 



GliDHUN 



i^nen gcfauM habe, um ft^ 1"*^ it)nen jii uerföljnfn, 
tinto ba^ tie tßt)«"H gflaffcncn Sbrigen nad) il)iifii DCt* 
Jangtert. «^a^cn bietet ihticn jum innbenfen rctd]e ©r^ 
fdjfiifc, üüein aCatc Ictjttt fcieö ob, ta er reid} !jcnu;j 
fei, unt um it)n ba»on ju übcrjcucjcn, bittet ft ibn, 
*o§ er am folflenbcn 9J?orgen fte mit frinex Xodjter unb 
feinem ®eibc ,^u ben 6d)ifffti flcleite, um ifjre Stt^tje ,m 
befft)en(Av. VI). Unb fo atfd)icbi f«. 5Iad) bcr grübmefTe 
reitet ^agcn mit feinet &attin unb ^c(f)ter unb eliifr 
iablKiAen SJcgleitim^ ^u fem ©tvotibe. Unb u>i5brenb 
mm Ratten ein hift|J)iif bclradjten n^ill uiiD •^il^e mit 
ibrer ^JDtutter auf baö .paupti'd)iff ßcgaiiat» itt, irirb 
Höljlidj leitete entfernt, tit rettJor^jcnen SBnpuffncten 
fprinqeii beroor, jiehen bie ©ejjel auf, fto^tn bie barauf 
befinblidjcn fieute ^flflen'd in* 3Äfer unb fegein mit 
^ilbf filigfi baoon. ^ajien ruft joruig nadj äßjffen unb 
will ben gliebenbon nadjfeßeu, nber feine ©djiffc fiiib Ictf 
unb unbereit, uub er gebietet babcr fofert neue |u }im< 
mern. ©lüdiidj erreicbeii fu bie ^egelinflc tie ^eimatb, 
»oroußflcfanblc ©ctcn verfiinbcn ^eteln, ba^ fie il)m 
Jpagen'6 iodjtec brtidjten, bicfet citt ber ^raut mit einer 
jnblreidjen unb ebrcuDpUcn ^elbenfcfrar entgegen unb naä) 
ber b^tMid^flen ^egrügung lagern \i<i) alle am Straube 
(Av. VII). 2)a erblirft beim ^Inblitf beö folgcnfcen ÜagcÄ 
i^orant in per gmie baö Söavpeu fceö grimmen ^agen 
[icb bem lEinmbe naben. ^ilbe n>irb fdmell auf ein Saf)' 
fd)iff in Sid^crbeit gebracht unb lie «&egc(inge, ccn ^etel 
angefeuert, ruften ti(b Änm Äampfe. Xie ängefommencn 
werben mit ©pcenmirfcn unb ^^Jfcilfcbiiiffen empfangen, 
^agen, ber ^eteln erblirft, fpringt in grimmem 3otn 
über 9Jorb infl "üSittx unb bringt, ren ©ffc^effeu wie 
ron Sdiucefludcti bcberfi, unaufljalltam gegen if;n üor 
unb ^ern^untei teufelben f(l)n)er. Tiie ^cgeüngc eilen 
ibm )u i^iEfe, aber furdjibar wütbei ber witbe «^agen 
mit ben ibm nacbgeeillen 3ren. ^a tritt ber afte $Bate 
ibm mit feiner gangeu ^edjtfunfl entgegen, wirb aber 
von bcmfelben fo fiirdxbar aufS ^aupt geft^lagen, ba§ bad 
Blut unter bcm Jpclm berDurouillt. SJoÜ dorn i>er9iU 
biefem J^agm ben Ät^lag, 1>(i^ iftm bad ÜagcÖlidjt 
ff^minCet, unb 3toli benfelbcn •oon ^agcn ju bringen 
fudft. Slbcr Krgebrn«. Da bittet JqHu ^eleln, brr 
unterbfifen tjcrbuuten ifJ, iljren %ikt au6 ben SRötben 
ju bringen, biefer eilt in ben itampf uub bittet -^agen 
um feinet (5brc willen ben ^af ju encen. Unö al« 
^etel ibm feinen 9tamen nennt unb ^agen btr St^Iviu-' 
^rit gebeuft, woburd) jener ibm bie !Jot^let abgeu>onnen, 
ba TOiiligt fr ein, uub beibe nerfünbigen nun ben übrigen 
ben öriebcn jur ^reubc ber Stauen, ^ilbc flcl)t nun 
ben in dr^tlificn Äüitften woblerfabrrnen 3Sate an, bie 
SBunben ibred ^aterA unb ber Srcunbe .^etcfd ^u bellen, 
biefer aber weigert ftdj, bid ^agen fid) mit ^ciel wer* 
föbnt babe. 'i)od) J^ilH fdjeut fttb wegen beü if^rem 
ffiatnr aiigctbanen 8cibe« ju bemfelbeu ju geben. ?I[Ä 
flibfr Jpagen bieö geme[b«t wirb, Iß er gern bereit, fic 
wiilfommen ju bcipfn, worauf fie mit ^tlbburg von 
*i)ortU9Ql, bie i^r gefolgt war, döu ^orunt uub grute 
^ibeigefübTt unb von ibrem 'iB.ucv fröblid) empfangen 



wirb. Darauf beift SSale beifen SSunben, fowic btc 
Don gteunb unb gcinb. ?Rad]bem bie 3!pbten beftattet 
ftnb, liebt ^ageu mit ^ctel unb ber Sodjter in .^eter« 
?flnb. ?IIdbalb wirb bie Jpodjfeit ^eterd unb .£iilPe'tf 
gefeiert, unb nadj ^wölf Üagen tritt ^agcn, reld) -oon 
^ctcl Tperforgt unb mit Surürtlaffung ^ilfburg'a, bie ^cim^ 
reife an unb scrfünbet bei feiner ^cimfcbr (einer ®attin, 
bQ^ n feine Socftter bei Wtemanbem beffer b^ttc anbringen 
rönnen; unb bätle et bereu ucd} mehrere, fo würbe er 
fie JU ben .^egcliugen fenben (Av. VIII). 

HL ©ubrun. 

(®ubrun'« 9JcrIobung, (Intfiibrung unb 
©icbergewinnung.) SSate, TOorunc unb ^orant 
jiebcn nuu beimwäriö unb Jpetcl lebt fo fröblid) unb 
gliidlirfj mit^ilbe, ba^ er um ibtftwiUcn auf bie ganje 
Sßelt uerjitbtrt ifätK. Dodj fd)ü&tc et mit flarrcr ^aub 
fein 9anb unb mad)te feinem Slomen Obre uub empfing 
anrfj foldjc con allen feinen Dienftmanneu, ober bie aller' 
bötbfic fd)enftc ibm ^i(bc, bie Äöntgin. Bit gebiert 
ibm jwei Äinber, einen goljn Ortroin, ber von Viatt 
im ©turmlanb, unb eine ZoibUx (Miibrun bie fdjöuf be« 
nanni, bie im ienenlnub erlogen wirb unb ju einer foId)ett 
ritterli(ben @c)lalt bcranwödjfl, ta^ \ie ju einem ?Hiller 
biStte gefcblagen werben lönucu, ibtc 5Rutter not^ an 
®d)önl)eit überlrifft unb kM bie fdjöat'tc uuler allen 
grauen gcpriefen wirb. ''Buk miidiligc gürflen werben 
büber um ibrc 'SWinnc, ober ^elrl gönnt llc feinem wie 
^agcn bie ^ilbr. <£o wirb ber madjtige Jlönig Sieg» 
frieb üon ^Rorlanb*), ber rcr -^eterö ©urg burrt) feine 
ritterli(be Äunfi unb fein ftattlidjeö benehmen bie @unfi 
ber 3ungfrnu ju erwerben fudjl unb bem ed babureb audJ 
gelingt, ti ^u erteidien, ba^ie ibm bleiben Stillend u^irb, 
von ^ctel fdjnöbe nurürfgewiefen unb stcriäpt brolieiib tad 
8anb (Äv. IX). Da fcmntt bie Jluubc von Oiutruu'« 
8d}önbeit aud} na<^ Crmanie "), m]t ^artmut, ber junge 
Äonig beö l'anbtö, bcfdjiießt auf ben Mail) feiner SKutter 
fflerlinb, obgleid? fein aSatrt ?ubwlg Sebenfen trdgt, um 
biefelbe ju werben. (Sine elitrnr'olle ®efnnbtf(taft wirb 
mit SPriefrn abgefanbt, erbült aber von Jpetcl eine ab^ 
f<bItSgli(^c Öluiwort, weil ^artmm'ö U!aiet einft )>on 
Jpilbenö ^ater belcbul war unb bedbalb nid^t für cbm* 
bürtig gilt. Do* nlfl bie Solcit bem .^arimut ben Suf t>on 
©ubrun'ö 6d)önbeil beOdrigen. ifi er fofort entfd)lo(fen, 
ni*t non ibr ?u lajfen (Av. X), Darauf wirbt ^trwig 
von Scflanb '") mit großer 3)?äbe unb rcidjcu ©efjenlen 
um (*Jubtun, witb aber ebenfallö obgcwicfen. Stadj aJcr» 
lauf einiger ^ahxt erfdjeint nun .^arlmul ungrfaunt an 
öetel'ö ^of, cc niad)t aud? einen giinfiigen (Smfrucf auf 
@ubrun unb läpt ibr feinen Flamen funbtbun; allein 
biefc T&tf) if^m, wenn ibm fein ^eben lieb fei, fofort ben 
^of gu »CTldffen. 3Sit ?ieb unb ?etb im ^erjen fdjeibet 
^artmut, o{}ne ^u wiffen, ob ibm bie SBerbung ncd^ 
gelinge ober nidjt. 9lld et bfimfommt, ruftet er auf 

8) !B(i btm !&t^trz ba9 8du& Ux Sßdfrtn. t[TflpningIii( aUt 
tint Itt 91(tttftr ndfeclirgnib« tSrgcitb. 9) !t)ic 9}«TnianMe. 

10) Stmii ®fa«tn timonnl. niitjl fir Wmftb* Dnfrl Sfclonb, \on* 
btxn Vif friffifdjfn Sftlanb*. 

16» 



GUDRUN 



— 124 — 



GUDRUN 



®er(inVd 9?al^ ju ffnfin ßrogcn Jtriege, um ®ubtu« mit 
®«tt)aU ju rnlfül)r<u (Av. XI). 

len^ tric ^artmut, wictcrbolt feine SBfr&iinsrn, Wirb 
aber eutfitt vcti ^clt( brf (Rieben, ftc n<i"3ti<^ .^u iniKtldffcn. 
3ütiit)) il)ut er ^culn fuiio, taö er nidji baDon (äffen 
uiib babcr ibn mil J^tic;;} bctnifutten iivcrbf. (Sr Qeiviiint 
inju ^XXX» Streiter un& fcic Jfunbi: fcavoti briiifll aud) (u 
AeUi, flfcer fr fdumt, fo Übt fein Sßcib itjn audj inciönt, 
fidj bngfjjen ju rüfirn. "Da futjt cinfß "iWorgcnö bcr 
SBAd,Uer, ' (i(0 ju SampatiÜe ") hc* alle im SAIafe 
liefen, wn gerne bic feinblicben ^elmc Hi^fn iinb ruft 
bic 93eit)ot)ner ber ©iirfl ju beu Soffen, ^etcl eilt mit 
fetueii wenigen Äcrfcu Pcu yinflütinenben cnl^eflcn uiip 
Öliibriin fcbaut :iu il)rct Shiüirnwcibc, wie ^etwlg tavfft 
fein »Sdjtiwrt (d,nvlni]l. ^a fpringen Atttl unb ^rririg 
jum (Sinjelfnmvfe }u)animcn unb ber tline errannic ald- 
bülb f« bem 5(nbrtn feinen ®?ann. ®ubrun, bic bcm 
Jfampfe, mit ^ewunbenint] jufdjnut iinb fijr bcn SJater 
wie für •^envfß ^leid) beforgt ifl, bittet um il^retwiUcn 
ben Sivfit rulK« nu Injicn, biö fic £icrwi(j wad) feiner 
3WöiI)t unb .J^crrfdjafi befragt Ijobe. ^r ifi fcniu bereit, 
wenn et nntTwaffncl »or ifcr erfdjcinen bütfe. !3?ied 
wirb il)m flcro^brt, nnb ntic^bem er ffi?affen unb JRiißunfj 
t)on fid) gelegt ^t, erfdjeint er blilt}nib in iuflcnMidjcr 
©eOctlr, nie ob brr ebte ^e(b ton 'Biciftfrö ^anb nnf 
eint wi'ipe ffianö ßeraalt WiSre, in tem Saiite bc« 
Sttlcffcö »or Oubrun. 9?cibe ßfilc^en ficb t^re Siebe nnb 
®ubrun erfldtt bcm Ijcrbcitifrufenen l'üter, ba^ fte J"t<l) 
feinen beifern greunb wnnfd)e a(0 ^erroig. Scfort wirb bic 
Sunßfrau il)m verlobt, aber um biefelbe)nibretföni|:)licf)en 
UBikbe andjurnften, foll er nad) bem SEDunfcbe ber Kuller 
biefelbe tvH natfa rinem 3a^re Eicimfnijrcn (Av. XU). 

I)a etfüfjri ®ießfrieb ton SÄortonb ^erwifl'ö nlürf*- 
litfje SSJerbunt] unb vcn (Sifevfndir vielriebfn fdtlt er (ü\cxt 
mit nrcfuT JpccreSmadit teriDüftcnb in reifen Sanb ein 
unb f(fj[ä}it ihn in einer blutigen cd)[ad)t, foba^ er 
flieben mu^. @ili^ fcnbet nun fterwig iBoleu itu @ubrun 
tinb bjefe bittet ibren $ater, ^cnrij) ju ^ilfe ju eifcn. 

tetel famniell fogIet(^ feine gonje J^eereömac^t nnb 
iegfricb wirb in eine Sefie an einem glnffc gefcrtSnat 
unb von J^eUi unb ^ern'ig cinqefcfctpffen (Av. XlII). 
^etel fenbft tiirauf ©oten in bie Jpcimatf), um ben 
Srauen ben glürfüdjcn (Srfolg ju melben, unö fdiwört 
nictt i'tier von bannni }U )iel;m, ald bid er bie von ^}7Ior' 
(anb al9 (Seifetn gewonnen. Unterbeffen baben aber 
?ubwig unb ^arlmnt von 9?ormannenIflnb butd) ßUÄ» 
pefanbt« €pä(jer erfahren, ba^ ,ft€!el unb fierwig voUauf 
tm fernen ?anbe mit Streit befdjdftigt waren unb noe^ 
ein 3al)r Don ber ^eimatb fern bleiben würben. «Sofort 
faffen beibe ben ^ian, bevor ^clel jurürffeftrc, mit einem 

teere tnd .^egetingenlanb einjufailen unb ©ubrun mit 
ewult <u entfnfiren. ©erllnb fiat^eft fie net^ baiu nn unb 
nt«batb bred>«n fie mil 23,000 ©treiietn auf (äV. XIV). 

m *ti(l'« IBurg, fcBÜ OTdidaiif gtitnnut, If^lerf iat alle 
Medloltnoni, URtelli», Ua man im SnüRftcrft^tti €(ä))l<6cn Stettin 
AI >er Sf*t, jttffc^in $orßat unb Stnibeim, wirbtiMtl. 



3n ^egelingenliinb angcfommen, fcnbet ^artmui Öoten 
ju ^ilbe'Ö ^urg, nodjmal* ©ubrun feine 9Jiinnc an^u* 
tragen; fri fie aber mön willig, fo Werbe er @)eioalt 
brauchen; (Subrun erfdUt benfelbm, bafi fie Jprrwig'« 
angelobte ©emnljlin fei unb feine« anbcrn greunte« bc 
ge!)rc. 'Mit biefem ©efdieib, unb bafi, wenn ^artmut unb 
bic ©einen nW olö bcfrcunbetc Q)tSfic fämen, ihnen fiatt 
9Bein Blut gefcbenft würbe, fc^rcn bie "©oten jum 
Stranbc juriid unb ^arlmut unb Subwig erbeben nun 
joniig it)re Sanner unb nltfen vor ^alrlane. ^e 
wenigen jmn Stfcuy ber grauen jurürfgelaffcnen Äriegec 
werfen fid) ben J^eranjiebenben entgegen, werkten aber 
von ber Uebcrmat^t übenvältigt, bie 9?onnannrn bringen 
in bieSrabt ein, vpanjen iörc Saline auf bie ^innt ber 
l^urg, führen (*Jurriin unb ö2 Jungfrauen, banintet 
^ilbburg von il^orlugal, nac^bem fie bic 'ßutg jerftört unb 
bie Stabt niebergebranni haben, von bannen. ,^ilbc mu0 
traurig ben ^nlfülirten nadifdjauen, unb mäbrcnb fie ihrem 
®atten bad ©efdjeljcne mrlben lä^t, eilen bie ^lormannrn 
SllleS vctiieerenb üu i^ren "Sdjiffen unb fcgeln, mit rcii^a 
Seutc belaben, bem aBüljjcnfanbc ■*) üu (Av. XV). 

!?IW .^ilbe'd 6oicn S^Hdii bad ÖJefdjebcnc vcrfünbet 
Ijabcn, nnb biefer unter Sbrdnen eö ^erwig angefagt 
iiat, wiib auf SBatenö *Hai() mit Siegfricb [ofort griebe ^e* 
madjt unb befdjf offen, benSläubern nndj^ufe^en. Siegfrieb 
f(fclie^t fi(^ iljnen an, einer ^ilgerfdjar, bie mit 70 Sdjif' 
fen üufällig am ©tranbe gelanVet ifi, nimmt ®atc neun 
£d)tfff weg unb fo eilen fic tcngeiuCen nad) (Av. XVI). 
Um eine '^lac^t von ibrer 'Sultxl au^jiiruljen, finb i^ubwlg 
unb ^artmut am 3B0lv<enfanbe gelanbet. Vlin folgen* 
ben QNorgen fetjen fic eine ^lotU ber Snfel na^en, fie 
ijalten fic för ^Jilgrtme, aber bafb crfenni ^arimut au 
ben bli^enbrn Reimen feine grimmen Seinbc, alle rilrn 
an ben Stranb unb ^ubwig ruft feinen 3)?annen ju, rin 
Äinbcrfpiel fei c8 gewefen, wn* fic biöfier getftan. We 
warb eine l*anbung fo grimmig gewcljrt altf bie ber ^tge* 
linae. 2)id)t, wie Sdjnee von bcn 'öergen, fliegen bic 
ffleft^offe. (inblid) fpriitgi äüate Slllen voran inö ^Ucx, 
Subwig tritt iljm entgegen, fann aber faunt vor feinen 
furd)lbaren Sd^Iägen bem flobr entrinnen, ^arlmut 
bringt auf 3rolt ein. ^erwig eneidjt unter ber ©efafcr 
von ben Seinben ertränft ju werben ba« Ufer. 3)ie 
übrigen jnegclingc folgen ihm, aber auf Svccnvurföwcit« 
ifi baö wer vom S9lute gerötbet. Ortwin unb SWorunc 
behaupten baö Sdjladjtfclb, m\i ©iegfrieb'ö *Re(fen fielen 
^eteln warfer bei unb vor Tillen ^eidjnet Siegfrieb ftdj ou«. 
SIber je ndtjcc ber SIbenb heranriirft, befio großem S^abfn 
erleiben bie ^egelinge (Av. XVII). "^a treffen Subwlg 
unb i^ctcl .^ufammcn, unb und) furjem Äampfc föllt ^etel. 
^lit lautem l^^mtmer vernimmt etf ©ubrun, "Jüatc brüQt 
vor Sdinier,} wie ein Wtiber (5ber unb fiürjt fid) wilb 
in bcn Jtampf, ebcnfo bic nnberu Führer ber Segetinge, 
aber bie 9tacbt bricht herein nnb in ber Xunfclheit et' 
febtagen fie ihre eigenen Srute, unb fic latTen boh« auf 
^lenvig'd ^TJctt^ ben Streit blfl jum anbcrn borgen ruhen. 

12) Sfllkxnfdtib ob« SBülpmisKt eine Snfrl an Ux S^clbe* 

niHntung. 



GUDRUN 



125 



GUDRUN 



9Ibet in b«r 9Iod;t entflülirn auf Subivi))'^ 9Iaifi bie 
Sioniiatinen mit Um gercubren grauen, intern fic bic 
^e^clingc burc^ Üifl täiifdjen. ^^lld tkU nun am ÜDJortjcn 
bcii ®irctl )u criieucm aud^kl)(n unt> bic g!ud)t Cec 
geinbe 9rtixil)ren, will aßaic fic fc|ütt vcrfülgcu, über 
^utc rntf) bavon ab, ui\b fo treiben bie ^Seirounbetm 
an ©otb gcbracbl, bie lobten, Sreinib tt>ie geinb, br- 
fiatttt unb jum ®ebä(^tni^ ber (JWfattfiKn n>irt fin ^iDn^i^ 
grgxünbet xiiib rridj befdifnft (At. XVIH). 

3;a Dthviu nid)t wagt bor SOi'iittcr, bie tdßli* 
IjatTt, ob fic it)v bie Zotbux juriidtrddjtcn, bie Jraiicr^ 
(unbe ju bringen, [o uniecntmmt e^ ^aie. 3uni etften' 
mal )icbf ^ and einem itrit^duiyjc ftumni in ^alclane 
ein; man errälb fdion barauß, foroic üuÖ Ben iXüruiiigeii, 
mit benen bie iHoffe belatrn iinb, foivie batauö, bn& ber 
Stonii\ nidjt unter iljnm ifl, baS @efc^e()enc. Jen nadj 
beu üjfjriäen graßenben flibt et &ie 9lntwort: ,J\t alte finb 
etftfelaßen". ^crt) fo laut bie Äonifliu and) flogt «ber 
Wu Hob bcö Pialleii unp ben boffnunijMcfeu Uktluft ber 
3!ccl3(er, fo ridjtel fie firf) bcd) tilöltalti und ibrem iHdjmetj 
wpieber ouf, alö Qöate t(jr einen 9iadje,tHij tietljpipi, wenn 
tu Söt^ne ber Grff^iaflenen etroadifen feien, Unt) alö 
biefer binpfüfit, ba? ed nlfo ^ur Strafe bafiir qrfpmmen 
fei, ia^ |ie öeu *l>ilöem bie 'Sd)iffe nieiißenommet!, beifit 
fie, biefe fofort ^urürfiugcbfn un& tcn SdjaPen ju «r^ 
fe$cn. 2)cn foloenben Sa^ Icmnten oud) ^^jcrwia, Crt* 
will unb bie übrigen; fic beratljen bclmlic^ mit ^ilbe 
eine fofortige ^eerfa^it, aber ^ate eiflärl, ba^ btcö n)(bt 
el)er möijlii]^ fei, al6 bid it)re J^inber envac^ten nnt» cie 
SBaifen ^um ffiitterfdjlacie beranflcrcifl feien. 3)cm fHranii 
aurf) örnte bei, unt» ijüale räi!) ber .(fönißin roeiter, 
unteröeffcii 40 Schiffe jur gabrt bawen ju (offen, ©ti 
Um Slbfc^ieb ber J^clDcn ctfldtt aüüj Siegfrieb oon 
SKortanb an bem Jtriegdjuge tbeilnebmeu itu tiu^llen. 
2)ad ^foftec auf bem SBülpenfanbe be|d:enft .Piilbe leic^? 
\idt unb baut bafelbft fünfter unb e^itat (Av. XIX). 

2)ie ^icrmannen nrtbetn ftd) nun ber ^eimntl). 
SuDn^ifl madjt ßhitrun auf bie Surgen aufmeiflam nnft 
vei^ei^t ibt mit reidjem Sanbe }u Io[)iien, ivenn fie 
flndbig fein nnl> ^artmut niinnen wolle. Sie erflärt 
aber, lieber ftciben ju n>oUen, iveil .^arimnt nitbt son 
gUitfeer Stbfunft fei. I;a ergreift fic gubwig joinig bei 
itn paaren unb fd}leubert fie ind Slfeer, ^attmul aber 
flÜTjt iljr nadj iinb reitet fie. 9i«n Derfünbigen ^oten 
ber ©erlinb unb tbrcr Üodjier Crtrun bie fllü{flid)c flu* 
fünft ber hörigen mit ÖJubrun. ^cibe eilen mit grcycm 
Oefolge jum ^afeu, wo untcrbenen bie ^eerfal)renCfn 
fröb(id)cn Sinneö angefornmen flnb, nur ©ubnin unb 
iftr ©efinbc ifi traurig. 93on ^aitmut gefüfirt, bcffen 
SJlenfl fie jcbo(^ ungem annimmt, unC begleitet won ihren 
SHägben, wirb fie jucrft t)on Crtrun begrübt unb gefügt; 
ald aber ®erlinb ju gleit^em OJnifie tjerantrilt, meifi fie 
(Bubrun alö bie Urbeberin aUeö .^lerjeleibcö ^urüff. ^<b' 
ibuenb ifl ibr bad befolge fccr ^fotniannen uitD gegen 
9ifemanben ift fic freuntli^ aiiper gegen Drtrun, bie ibr 
aDefl Srged frei fjfteint. 9IIfl aUe fjeimgegangen fmb, fi'iljrt 
^artmut ®ubrun ju einer 5Burg unb ©erlinb bringt 
barauf^ bnf biefelbe i^reö ©o^ncd @aitin merbe. ®ubrun 



aber erflärt, nimmer ben jnm @atten nebmcn ju wcUen, 
Cer ibr lic 9icn\ianbtcn erfdjlflgrn b^ibe, roeift mit Un* 
nuitb c* ^urürf, OJerlinb'd Ätonc ju trafen, bie biefe Ibr 
anbietet, unb fo v*iel fie ibr audi yon .^arimnt'd 91ei*' 
ibiimern fagcii möge, \o u>erbe fie ihn ttcäi ntdil Ucbeu, 
fcnCi'tn nur tradjlen fcn bannen ju fcmmen. Xiefe dittc 
bünfl tod) dud) ^ortmut eine €d}anrc unb auf ®ci« 
Hub'« Motit wirb bie Jungfrau nu» biefcr übcilaffen, um 
bie Unerfabvene burdj 5"''}* S"^ SBeiöbdt jn eTjirben. 
3n)at bittet ^artmut, fie mit ©i\ie jn belehren, t>a bie 
3ungfiau bifr fremb fei, bamil fid) tl)r ^cr^ ihm nidjt 
gaiij abwcnt-c, aber (^)erlinb legt ihr auf, ihr 3inimer >,ü 
qeijcu unb la^ gcuer ju unicthaltcn, bem ®n^run (id) 
aud) fügt, aber mit ßcljet ,^inroeifung auf ihre *21bfunft. 
ÜJartinf fdicibet fic biefelb« von Ihren 9Kdgt>fn, unt leiil 
btefen tbenfallö bie nicbrigficn Xienfte auf. i'ilö na'dj 
mertehatb jähren ^artmui von prei ^^eere^^ügen jun'id- 
fehrt, täfel er fid) bie ©eliebic jeigen unP fragt fie, ba 
er ihr anfleht, ba^ (te feilen Sehaglid^fcit unb gute 
€peife genoffen habe, wie eä ibr ergangen fei, worauf 
fie trobig erwibert, bap fte bienen niüffc, ba^ ft Sünbc 
unb fic ^d>anbe bavon habe, ^artmut hält feiner ^JWntter 
rot, ba(j er fic Ihrer Oiitc empfoblm habe iinb erinnen 
fie baran, baO fie ihr bie greunbe unb teu i'aier er* 
fchlagen hätten, (^crlino Dcrfvrid)t aud), baß fte, obgleid) 
fid} in brei^ig iahten ihr ficl^er €inn nid}! beugen würbe, 
foilan ed bejfer haben foUe, aber flalt bcffen mug fte, 
bn fte ftd) eineg Seffern ni(hl bcfiinten will, mit ihiem 
eigenen .^aupthatir ben <ctaub i>on c(hemcl unb hänfen 
abwifdjen unb breimal täglich bie Äemcnatc ber itcuigin 
auöffhren unb gcuer bovin an.^ünben. So trägt fie 
fteben 3ahrc 9lUed in ®etnlb. 2>fl vcr|n*l eö ^^arlmut 
im y. ;;5ohrc, weil cd ihm eine £*anbc bi'inft, bap er 
nid)t gefrönt fei (ivad bei ber •^odijclt ju gefchehcn 
pflegte), auf ben dfalh feinet greunbe mit gittlid}cr ßu' 
rebe, allein fie weift ihn ab, ba ihr ®erliub fo t>iel be« 
Ueibeö gethan habe, baß fie ihr unb ihfeni ganjcn @e* 
fd)le(ht feinb fei. ^r wrfpricht ihv, bie* jn ihrer bcibcr 
Öhre wiebcr gut ju madjeii; allein fie crwibert, bnp fie 
ihm lein Smrau^n mehr fd>enle, weil alle feine biö- 
herigen Sluffotbcrungen ju bcfjcrer ©ehaiiblung bei ©er* 
Iinb bad 6)egentheil jur j^olge gehabt hallen. %*a broht 
er ihr, fie jur 93cifd)läferin nehmen ju wollen; aber 
ruhig antwortet fic ihm, bap bicö für eine ^nfelin Jtönig 
^agen'Ö unmöglich fei, fein 3}ater habe ben ihrigen er^ 
fd)lagen, unb wenn fic ein Stiller wäre, toürfte er nimmer 
wagen, t>or fte ju treten, unb warum foUtc fic unter 
folübcn UmHänben bei ihm fdilafen? 3fniig feroht er ihr 
fiwar mit härterer. Sthaubtung, allein bcnnod) wirb 
Crtrun ju ihr gcfanbt, um e« nod; einmal mit ®ülc m 
wrfudjcn, bamit ficfhrfieib xtcrgeffe; aber fic erflärt, bap 
fie nimmer bie ihr jugcbadjle ^rone in Crmanic annehme, 
ba fie fidj fremb fühle (Av. XX). Sic wirb bennodj ber 
Crtrun gan^ gU-id) behanbclt unb .^artmul fud}t fic burch 
grcunblidjfeit ju gewinnen, aber auj bicö bewegt fte nidjt, 
unb fie erflärt nicht nur ^artmiit, boß fic nimmer bie 
Seinige werben fönnc, ba fie mit unipcrbrn{fclid)en Giben 
einem $(nbcm ucrlobt fei, fonbern fic frdnft ihn audj fo 



GUDRUN 



an fdntt (S{)z<, ba^ er fie ganj In ®rrlinb prciöflibt 
iinb bicfc, um ititcn Siim ju btcd)cn. iljr aufgibt, tifllid) 
flu trn 6tranb ju geljm, Die *3Jäf4f für fic uiib iör 
©cfmlic j» wafdien. Slber i^r Xtob ftclgcrt fid) mit t(x 
■üRieljantlunfi , unb ftctn bereit, Den ©c*cr bcfl (^Ir.itö 
ijrtnj ^u leeren, criyibert fie, Mp üe fü itidjt für \o Ijodv 
gebore» Ijaltc, iljreit SebcnSuiiietbad fid) felbfl ju oet' 
bleHtn, uub bittet nur, fie unterridjtcn ju lajTcn, ta^ ftc 
r« bn^in brtnfle, Jlicibcr ju njoId)fn. (5ine 23afd)fTflu 
unterireifi fie bubev unb iljtc 9?otb hebt nun erfi rfd>t an. 
Ginfam mup fie (eben ajforrten jum giöpten 8cib U)rct3ungr 
trauen ju bcni Sttnnbc ae?en, unb nur mitüRüIje gelingt 
eÄ ^ilbburg, ihr ©efeÜlOjnft Icifien ju bürfen. Unb 10 
w>a|rf)en beibe taglid) fünf unb ein halb 3ahr (Av. XXI). 

3n ßen 13 Rohren, bie feit ©uPrun'Ä t^ntfiihrung 
i>eTflpfren fmö, hat ihie iWntta ^ilb< ihr ganjetf Sinnen 
unb 'Benfen auf bfe Sefrriung ihrer Sochler gni^ttet. 
911« fie nun eine glotlc öon 7 Ärifg«-, 22 8af*fd?lffcn 
unb -10 ©atceren ju ibrct «ugenroeibe ßejimmort ficht 
unb aud) für 8peifc gcforgt hai, bo uetfütiöet fic um 
®fiÖnai6icn i'orcn grcunben, bap llc .^eteln räd>cn UIl^ 
®ubrun anö Drmanie junirffühien iodUc- Sic feutet 
jucrft SBoten ju ^cnDig, ber mit greubcn bereit ifi, bann 
ju Äorant, gnite, Jrclt, aKurunc, SSJale unb ju Oitroin in 
ßnlanb'*), unb aüe fommcu mit ihren ©djaren; eö 
roaren i^rct 70,000. Tiic ©t^iffe »erben mit otlem 
Äölhig'n «erfchen, ^orcint roirö jum Vlnführer beftimmt, 
unb Ui junoc Ctftüin, weil eö feine crfle Heerfahrt ifl, 
allen juni SdjiiO befonbciö empfohlen. W\t ^ilce'ö 
Segen 6w>ünfd)cu gehen fi* jU ben ©d)iffen. SBirle uon 
bcnen, beten «Bätet auf bcm ffiülpenfanbc erfrtjlagen 
ronren, madjcn bie Sahrt mit, btenncnb Xfcx 'Bcgiccbf, bie^ 
felben \\t nidjen. SHit günftigem iffiinbe fonnncn fic auf 
bem ©ülpenfanbc an, befuien bie Öräber Cer Öiefalleiicn 
uuD treffen ^ier mit SIegfrieb \>o:\ ^JJtotlanb iufainmen. 
tiatauf fommen fie bei ber *5Jcftcrfahrl in gro^e (iiefahr, 
€übn)inbc treiben fie }^ü bem SKagnetberg ©iverd, in bcm 
nadj einem 6eemi5t(fecn ein wciieö JTöuigrcid) liegen unb 
beffeu 39etoijhner mit ®tflb unb Silber bauen foUen. 
iiodj jur ret^tcn 3«* ^wnbcl t"td> ber 2Öin^, fie gelangen 
glücflid) nadj Ormanie, unb ftcueni einem Serge ju, »or 
bem ein ffialb ftd) an^lTcilei (Äv.XXII). Unbcmnft lan^ 
beti fic bflfelbfr. 2^olt etfpäht, batJ ftc nidjt weil Don ber 
tRormnnnenburg Gaffiatie enifetni ftnb. SÖaffen unb ÜRoffe 
TOcrbcn a;i ba« 8anb gcbradjt. Sluf Ortroin'ö 9lath 
werbni Soten auögefanbt, um ju etfunben, ob ©ubtun 
unb bie Jungfrauen noc^ leben. @r felbfi erbietet fidj 
bfliu, ^erwig fdjUe&t ftd^ itjm an, nad)bem man ihnen 
gelobt, fic ju rdien, «?enn ftc qefvHiiifti ober erftfclagcn 
würben j aber über bie ©erathnmi ift ter ?lbenb angc- 
trotten unb fic muffen baher biö jum anbem Wcrgen 
i^re ga^Tt Derfdjieben (Av. XXIII). 

iSn bemfelben Zage ber ^nfunfl ber ^egcUnge in 
ßrraanie — um SRittag in ben gaflen — «blidt @ubrun, 

18) Uittr Mrfrm ju brin 9lti(||t (rr ^r^cfingr gc^irrntrn iatitt, 
irf[ai Sebnrfditc )tt( Ortuin 1|1, tnil ttm ahn vorljtr Sri^ll bf; 
I^Bl aftotfrii tu fein fcbfinl' Dtrllr^t matt ^dvüliulic^ Cif cimbrif^c 
^jlbinffl (Öüllank). 




inbem fie mit .pifbburg am Straube tt>äfd;t, einen 5Jogef 
auf fie jufdjrcimmen. 911« aber ©ubrun benfelben tc* 
bauert, fcaö er auf ber glulh einhcrft^wimmen muffe, 
rebet ftc biefer mit menfd}lid]eT Stimme cm unb g(H fid) 
l^nen alft ein von @ott gefanbter Sotc )u erFennen, um 
ihr JTunbc von ben 3hrigen ju geben. Sctenb fmd 
@lubrun auf bie Änic unb erfährt nun, X><i^ «Etiite, ihre 
fintier, nodj lebe unb ein gro^cö J^ccr hcrgcfanbi habe, 
bnö Orttrin unb -^enrig noitj wohlauf feien unb er beiJe 
habe ^erfcgeln gefe^cn^ beÖgleiAcn '^voU, 3J?ornnc, ^oranr, 
SBaie unb grute, foroie bap morgen jwei ©otcn von bicfcn 
iu ihnen fommcn worden. l)aiauf fd^eibcl er. ^ie 
!?lrbeit geht aber ben Jungfrauen, bie ftd) über Me ^el^ 
^cn, Die ihnen gefan&t roar^ti, unierhalten, langfam von 
fiatten, iota^ ber SIbcnD hncinbrid^r; fic tterben baher 
wegen it)rer fpätcn ^rtmfchr von ber böfcn Ocrlinö gc* 
fd)oIlcn unb von biefer betroht, fti^ morgen niÄl vom 
Üogc überraffhen ju laffen, ba fic bie Ätciber für ba3 nahe 
geft (Ißalmtag), n>o lM.3fie fÄmcn, ju wafdjeu hätten. 
Sie fudirn il;t hartcö i*ager auf, tod> ber S*laf flieht 
fif wcgtn ber ©c^nnfen cn baß, na^ ihnen ber ®ote 
gefagt unt) fönnen brn Sag (anm cnvarlen. 3n ber 
Macht ift Stfenee gefallen ; ^t bitten ®crIino um Sdiubc, 
bamit ftc ftd» nid)! ben Zob holten, werben aber von ihr 
brohenb abgcwicfen, unb gehen fo barfuü ^\in\ SiranDc, 
fehnfüdilig nad) oen (Srrettcrn auöfdjauenb (At. XXIV). 
^adjDcni fic lange gewartet, fchcn fie in einer Qorfe 
jwci WönnfT ft(^ ihnen naf>cn. Äiitf Scham, t>a^ (*iner 
bfr übrigen fie in foldjer Si^anbc finffu mod^tf, wcnbet 
ftd) ©ubnin mit ^ilbbnrg jnf ?(ufht; aber bie beiDcn 
ffllanner fpringen f^neü auö ber Öarfc unb brohen ihnen, 
baö, wenn ftc flohen, ftc bie Älclbcr <aBfifd)e) loegnebmcn 
würben, unD brfd)w6rcn ftc bet (^rer jungfräulichen ($bre 
|u bleiben. IIa wcuten fie ftd) in ihrer bfitfiij^en, naffen 
Jtleibung unb mit ih^cm von ^fär^wintcn ^cr^aufien 
^aar unb bebenb vor grofi um, ^erwig bietet itinen 
„guten SD?orgen", ein ®niö, ben fie feilen gehört, unb 
Criwin fragt, wem bie reidjrn Äleiter gehörten ober wan 
ftc wfifctien, unb erfcnnt in ihrer ^licbrigFeit fofort ll)r« 
fürflltd)e ^bfunft. @ubrun fagt ihm, i><i^ iki bie Sanbe 
J^aitmut'd uub l'ubwig'd von Drmanie feien; unb auf 
bie wcilere gragc, wo fic beibe gürilen fäntcu, fic frien 
jH i^ncn gcfenbct unb eine» Äönigö Jngefinbe, enribtrt 
ffiubrun, ^aö fie heute ^Dtorgen ftc in iörer ^urg mtl 
4000 ÜDfanncR vrrlaffen hätten unb ba0 fie eine fo gro^c 
3Wad>t bei ft<ö fällen, weil fu ftd) vor fernen geinbcn, 
ben ^egrlingen, fur^Jteten. 2)en vor grofi bebrnNn 
grauen bieten nc nun ihre IRäntel an, bie fit jebodj ab« 
fd)lagen. 3eme^r ^erwig @ubrun anfcfcant, befie gnoi^rr 
glaubt er fie ju erfennen, unb Criwin fragt, ob fie feine 
^unbe hätten von heergefangenem @cfinbc, ta« in biefe« 
iant gcfommen fei, barunter eine fei, ^^ubrun genannt 
Sic bejaht bfc gragc, uub «^crwig Crtwln bei feineu 
Samen nennenb. fpri^t, wenn @urrun nodj am Üebcn 
fei, fo fei cÄ birfc felber, er habe nod) feine gcfehm, Kit 
ihr ülfo glcidie. 3)a aber ^envig Onwin'fl ??amrn gc 
nannl hat, ahnt fie, t>a^ biefer ihr trüber fein md4le, 
unb fagt be6^atb, ba^ fie einen 9Iamen« ^cnvig von 



I 



I 



GUDRUN 



— 127 — 



GUDRUN 



I 



(s«e((in& gcfaiint babr, Um «c ä^nlid) feljc, unb um fdii« 
Sreue ju pnUen, \iu;\t fic Ijiiiju, aiid) fic fei einr coit 
"btmn, iie ^aiitnut getaitg^n ^iertjcrnrfübTt, bod} ivenn fic 
®utrun fu(l)icn, t>U fei \)or Sciö unt Sltbeit ßtfiorben. 
Slld carauf htiit in bitte» Xljrätien audl^rec^cn, meint 
(^utirun, f\i gcLiärbcleri fidi, ald ob ftc jii ©utruii*!} Sippe 
f^ri^örten, unti ^fncifl emiöctt nun: fie fei ffiu 2Öcil) 
gctr^fen, bie er turdi i'ntJuifj'ß fccfc 3tälbc habe rctlicren 
mäffen. ©uönm aiitwpitrt, er wolle fie bcitiij]cn, fte 
Ijabe T)on ^emi^'d ZcU jidjerc Jlunbe, tinl' lebe er uod), 
fo bdtle er fic lAnflft »on liinnen flefübrt. 3;a jeigl il)r 
^erwig bcn von i[)r erapfflngenfn 5ßerlobunfl6rinfl, fic 
erfennl i^ii unb ^tgt bcmfetben bcn feinigen, ^etn'ig 
erfennt ben cl)enfalld unb fällt in ibie 3Irmr. C^rtwin 
fllaubi icbocb, Cap ö'ubrun nid)t 2rcue geljalten unb firfj 
mit ^artmut nbflfiicbcn Ijabc, aber (?ubrun bridjt barübev 
in Jftrflnen auö unb rerfttÖeTt idtn be« ©egcntbrilö. 
Jpencig niiU nun bie ;i<lunfifr(iuen enljühren, oUein Crtivin 
l)dli efl unter feinet Sürbe, bie ^inivegsuftcötcn, bie mau 
im i(ampfe gcrnubl unb o^ne jugleicl} "bai 3n3etnibe, 
beid mit t()r int frentbcn ifanbe gctulbel Ijabc, jii rrtlen. 
ilnb fp geben fic ju ihrem Si^iffr. ©ubrun ruift fleiflenb 
Jpenuifl natfc: „ebebfm war idj bie •Somebmfte, nun 
bin id) bie Wcbrij^ftel" aber er emMbert: „Xu bifl nidjt 
bie Siicbriflftc, bie ?!otnebmfte mutit 2;u fein, »erbeim« 
lidjc unfere %a.^xt, morgen früfe erftbcincn wir mit 70,ÜOU 
gelben "oex bei SJurg!" unb fo fdjeibcn fic uon bannen, 
begfeitet von beu ^Slicfen ber Si^auciu 

•liieie ballen untctbefien bie 9Ödfd)C ganj ^ergeffen, 
^ilbburg mabnt baber baran, aber @ubrun mcigert fidi 
temet ju ivafdjen, Ca fie ^rcei Äönige geföpt unb um- 
annt l}Atlen, unb fcblcubert bann ibrc SS>äfcbe in bie 
glutb. "SHU cinbrr<f)euber 9}a(f)i tröfft ^itbburg bie ibttge 
^fim» @ubrun ((^teitei neben it]r ebne Saft mii 9Bürbe 
einher. ©cTliiib erwartet vor bei ^Öurf, bie Spälaufoui* 
menben unb übrrbäu(i [\t mit Sd^nu^bumjcii, unb i>a 
®ubrun ebne bie äääfdje an[cmml unb fagl, t^e fei ibr 
gu fd)n)ct gewefen, fic babe fie barum am ^feere liegen 
Inifen, roiU ©erlinb biefelbc binben unb mit SJornen* 
TUtf}en jüditigen lajfen. ÜDa erftdrt ©ubnm ^aitniut f,u 
ibrera ©alten uefjmen ju rcollen. SWit grcubeu »ernimmt 
bie* Öerlinb, ^artmul wirb fofort bavou bcnadjridjtigi, 
unglaublid) cünft il)m cic Auiibc, bndj auf bie tt^leber- 
Ijotte ^BerM'fuing ber Seien, eilt er frcubig ju ibr; mit 
naffem ^embc unb mit weinenben Slugen gcbl fie ibm 
rntgegen. foba^ er fte fd}on umarmen will, aber fic 
ttcbtt il}ui bie^ fo lanQC, bid fie utö sRöniain gcfcbmücft 
fei. ^arlnmt tritt bcicbeiben jurütf unb forbcrt fie auf 
ju gebieten, ijluf ibr (^ebot wirb nun il)t unb ibreu au6 
Jet Ärbcitöfiubc berbcigebollfu Jungfrauen ein Sab be^ 
Teilet unb nClc werben fu-trlid) gefkibet, worauf fie fid) 
an einem foftlid)en 3)table laben, "flud} Crtnin fommi 
f^tbei unb wirb von @ubrun t)erjli(ü empfangen. Um 
bie Surg möglid^ft webrlod ju macben, rdtb fte ^artmut, 
Solen ju feinen Snannen }u fcnben, bamit bicfe aUe ju 
^ofe jur ^üdMeildfeier fämen. ^lö fidj aber biefer jutürf* 
rtejugen bat, beginnt eine ber Ijegeliugififien 3ungfrauen 
darüber ju weinen, Xta^ fte nun bie ^eimoli) widu wiebrr« 



feben unb bei ben 97oTmanncn bleiben fcUie. I^arüber 
iadjt ®ubrun laut. (Serlinb, bie bieö bcrt, erfdjrerft 
bnrübcr, brnn fie fd)Iie^t barauö, bnij ©nbrnn bfiuilidj 
Soten von ben 3f)iNgen erbalten ti<xbt, ei(t ju •önrimtit 
unb fcrtert ihn auf, auf feiner ^ut ju fein; biefer benft 
aber an feine ©cfabr, )>a ibtc gieunbc ju fern woljnten. 
9IId ftc nun allein finb, verfünbct @ubrun ibren @e« 
fäbninuen bie frobe SKÄrc, la^ fie beute ^eiwig unb 
Crttun geliipt unb morgen ibr« Sefreiung nabe unb 
verbeißt brr leidjcn 8obn, bie ibt juerft ben ÜJiorgen 
verfünbc (Av. XXV). 

Sil« Otlwin unb ^crwig ^i ben Sb^igfn jurürf« 
gefebrt finb unb ergdblcn, ba^ fic @ubtun unb ^ilbburg 
gefeben unb jwar ju ibtet (Ed)anbe wafd)eub am €tranbe, 
ta weinen baiüber alle, aber SQale wirb über bieö wei^ 
bifebe ÖJebabi^"' jofnig unb foibert fic auf, t}a^, wenn fic 
®ubnin au6 ber Sioib i}dUn wollten, fie bie weißen 
Äleiber, bie (le gcwafdjen, mit bem ©luie ber Beinbe rctb 
fiStben m^ebtcn. SJann bredieu fie auf beffen Saib fo» 
fort in bet monbbellen 3?od]t auf unb lanben vor Xage9* 
anbrucb vor ber Jöutg ber ?Rotmannen. 21lö ber llJcrijen* 
fiern bort) am ^immel flebt, tiill eine vew ®ubruu'ß 
3ung(rauen an ein SfnRfti »"b fielit bie ©urg von 
bewaffneten ei ngefdjl offen unb vetfiinbel Oubrun bie 
Slufunft ibret Brcunbf. 3nbeni ruft aud) ber Söebtcr 
ber Surg ben ifdnig von Crmanie unb feine 9teden auft 
bem €d}laf. @erlinb b^rl ed nierft, fie lä^l ben alten 
^dnig lubig ffblafcn, eiti .^ur ^m\e unb fiebt ju ibtcin 
tSdjmcrj ber geinbc viele. I^ann cili fie jurüd ju i?ubf 
wig, wcdt ibn auf, vrrfiinbet ibm, tm^ bie Surg ringsum 
von gcinben umgeben fei, unb fagt, ba^ nun feinen inerfcn 
(SJubrun'ö ?ad;cn tbeuer su fteben fomme. Subwig fpringt 
auf, um ftd) bavon gu übetiteugen, er bält bie ^ngc^ 
fonimenen für ^lilgrime unb Idßt^artmut betbeiboleu. ber 
aber fofort abnt, bafi eö feine geinbe feien (Av. XXVI), 

Xarauf geben beibc an ein genjler ju fd)auen. 
^atlmut ecrenul nun bie ^ngefommenen beftimmt md)t 
ülö *4^ilger, fonbem alö ffiatc unb bie Seinen unb nennt 
bann feinem 9Jater bie ^Sappen bet einzelnen ^eerfübrcr 
ber ^egelingc. ©erlinb'd wobibebacbten iÄalb, ber lieber« 
mat^t wegen eine Belagerung abiun^artcit unb niebt aud« 
aufaUen, weift ^artmut mit ben Süorien jurürf: el)c man 
ibn fingeftblrften in bet Surg finbc, wolle er lieber 
braupen bei Äilbe'6 ^eergcftnte ftetben, unb rürft, nad?* 
bem er 600 fflerfeu jum Sdjuß bet 5Burg jurütfgelajicn, 
mit :iOOO and. 3Baic ruft breimal burd) fciu ^om bfe 
^egclingc jum Jtampfe, bog man ctf wcl btei^ig 3Rcilcn 
weit börl, ber ^eeredftranb erbebt, unb bie SBogen er« 
bröbucn unb bie Siffieine au6 ber SÖurgmauer \,\i fpringen 
fibeinen. SJcn vier Seiten rürfen bie ^egelinge gegen 
bie Surg beran. ^ie ein Jtaifer tonimt ^artmut an« 
gexiitcn. Stld Crtivin erfährt, baß er bei ifi, wctrf)er 
feinen 3iaier erfdjlug, ift er fofort entf(bloi)cn, ibn an 
bemfelben in idd)en. 51bei fdjon b^te ^arlmul Crtwin 
Wiibrgenommen unb flürmt auf benfelbcn ein uiib ver* 
wunbet ibn na<b baiicm .Kampfe; ^oraut eilt ibm jU 
^ilfe, wirb aber aud) von ^arlmut vctwunbet, iebot^ 
bie na<bbringenben 3brigc« nebincn beibe in bie ÜHitle, 



GÜDaUN 



— 128 — 



GUDAUN 



uitb naditiem fie vcrbiin&cn iDorbrn fiub, fc^rcn fte iit ben 
Äampf jiirürf. ^dlirciiD nun ter Äampf auf aUrn 6eiicn 
tobt, rrblitit ^ciivlg ten ouf Sie Seinen (irimmiii ein' 
%riiif\cnb(i\ SiipiiM^ unb biini)t, um bm Öloub KiiifS 
2ÜeiL>ed an ibm ^u rädiett, auf bcnfrlbcn ein, wirb aber 
von ibm iiicDcr^cütlaijcn unb ben Seinen beifcite gefdjafrt 
(Av. XXVU). iJHö er wiefct i^ü\iäi ijefornmen, eilurvoll 
€d)am, Ba6 t^ubruit, bic bcm Äampff juftI)Qurc, fducn Sali 
0e|c!icn, Vubtrig n.ich UII^ fctlä^t ifcin baö .^imipt ai. ??övI) 
vubivig'd gall rornben fidj bc|"fen 9J?anncn ju tev ^urjj 
unb laute ^l<\^t erl)cbt ütt) in brriVlben iibcr b<6 J^i^nit^d 
3j)b. yilö Dicfcö Äiagen ^artmut 06«, roenbft rr ftrij mit 
bni €clnen babiti, aber '^aie fiedt üd) an bem zitiere auf 
unb luelirt ilini ben (5iiu:|aiiii. 2)0 bringt miiren in ben ftd> 
I)ier ciiicbtnPcii furditlMrcii Jtampf ein VlngCtidirfi bcr [jC 
flflinqi|"cl)pu »raiicn jii ^.utmut'ö OI)r, er erfcinii &iitimtec 
eintrun'e ^iimiiif unb fieht, mic ein UnflCtTener, »on 
ber Kuflifdjen ®erliiiö ^egen hohen ?of)n flcbnnj^en, im 
©forifr i|>, iiii ibr Vubroig'ö Xob ju räcfeen; fofort bebto&t 
ft äebcn mit bem 3!obc leine« unb feiner Qaiijen 6ipvf, 
unb bcr "üO^örber cntflieljl. iMIöhalb flürjt nun Crtruii 
Öerrin, fillli (5)uDrun jn QÜmi, lUm, bay ibt i^iicr cr^ 
fd^laflen fei unb biiift fif, fic nn x>ad erinnenib, nud üe 
ibx in ihrer 'Balatienbeii cnvicfen, tör, nac^bem fte bcn 
SÜQter »cflorcn, roeiünftcn« bcn Araber vor ffiate '^u retten. 
@ubiuii tritt an ein genftcr, ruft ^cnfin an unb bittet 
i^n, bet bnnßenoen Sitte ber Jungfrauen ive^en ^arlmnt 
von 2Date jii fc^cibcn. ©üfott wenbcl (ic^ bicfcr jiu 
SBatc, faßt ibm, bo^ bic minnijjIidKU ^mi^frauen iljn 
bäten, bell 3treit ju fdji'iben, aber bicfer wellt ilju üorniq ab. 
3(n6 i'iebe },u (»iibrnn iprinc^t nun ^^"'''ft ;uMf(i)fn kibe, 
aber SBatf fdjläiit ibn im ^oxxi nieber (At. XXVill). 
darauf wirb Jg)attmut, ebne bap eS ^erroiii unb bie an* 
bem verbinterii fonncn, flcfanncn genommen unb auf ein 
©tftiff gefi'il>rt unb »vobl bciuait. ©rimmig (cbenb bringt 
bonn ayaic in bic "öiiro ein, ^jotant pflanzt Jjilbe'ö 
3tidKn auf ber 3i'in<^ m»? unb bic ^jcflclingc fd)idcn ü* 
an, bie Surg oud^upUmbcrn unb uüc, bic fic bavin 
finben, ju etfrfjlaqcn, fdbft bic Äintcr, bamit biefc nic^t 
ihnen iu 3täd)crn crwüdjl'tn, fobaß tai ölut anö ben 
Äammcrn i\U^x. SJa fommt JDrtrun unb flefet ®ubrun 
um JHcttung au, bie ihr mit 33 Jungfrauen unb 62 iScgcn 
®(()u(j gi-mÄbtl. 3lu(ft @erlinb fommt, bietet ild) bff 
felben ganj ju eigen unb flebt ilc um -Hcttung vor 5ßcite 
an. 6ie antwortet ibr, wie fie ibr baö flcwäorm fönne, 
ba fie nie tor ibr ©iiabc gefunben unb biiniber ihr von 
^erjfn ergrimmt fein möfie. 3nbem tritt äüatc bcrefu, 
fnirfcbenb mit ben ^äbnen, mit funfrinben 9(ugen unb 
«aenbreitem Sorte unb ganj mit Slut beronnen. SlDe 
entfe^en fid) \>or ihm. @)ubcun arbt ibm aber entgegen 
unb beipt ihn willfommen; er fragt, wer bic grauen 
feien, bic bei i^r wären, fie antwortet, bic eine fei Crtrun 
unb bittet fie ju fdionen, bie anbem feien bie, weldjc 
8ubwig von ^egelingen bietbergebradjt ^obe, unb bittet 
ibn, i^nen nidjt gu nahen, weil er vom Slute tta^ fei. 
SBatc ßc!)l hinweg ,^u ^erwig uub ten übrigen ^ege» 
(ingen, bie nib nod) fdjlagcn. 3)«rauf ficht J^ergatl, eine 
ber hfgflinflif<icn Jungfrauen, bic fidj trculoferwcifc mit 



einem 6i&enfen »erl}eiratl)et hat, @ubrun um £d)u^ an, 
uuwiUig wrii> tlc anfangt bie ^reulcfe ab, boc^ ^ei^t 
fte fte ftblie^Iid) jn ihren Jungfrauen üu treten. 2)a 
tritt 9Bate, ber bie ganje Surg nad? (>3eilinb buribfutbt 
bat, wieber voU Jngrimm in ben Saal unb forbert 
(^ubruu auf, 0)crlinb unb ihre 6ippe ihm herauszugeben, 
©ubrnn verleugnet bieffibc. 9h:n troht er, girunb unb 
geinb JU eifdJlagcn, wenn man ihm nitit alebolb bie 
reihte jrige. Da gibt ibm eine Jungfrau mit ben 0ngen 
ein 3f'f*?fn, ba^V bie übelc Xeufelin ®erliiib erfennt 
(Sr iieht fie ttor bie Sbfie, fn&t fte bei bem ^aoi unb 
fchldgl ihr bad ^aupl ab. darauf Fehrt er ^irüef unb 
forbert Xtie übrigen »on ©erlinb'd (Sippe. üDiii SÖeinen 
erlangt ®ubrun Sriete für JDrtrun unb ibr ©efinbe, abei 
untetbeffen hat äüaic .i^ergart erfannt unb fdilägi auch 
ihr baö ^aupt ab. 9?iin fommt ^erwig ju ©ubrun unb 
wirb von berfelbcn minuiglid) empfangen. iJann finben 
fid) Ortwin unb bie tibrigen Reiben ein unb beratben, 
\x>a^ nun \u thun fei. SBate will 6af|iaiie verbrennen, 
aber auf ijrute'd Math wirb bie Irtjönc ©urg »on bem 
Shit ber ilcfdilagenen gereinigt, battiit fte gur äSohnung 
ber ^rt*'"^" biene, bic barln bleiben foüen, bi* fie he«' 
fabrenb .^ortmut'd (5rbe bi'fdjnul. SHJäbrenb nun ^orant 
mit bell örnuen unb 30 Jungfrauen iint> tJO Siegen al6 
Oeifcin in ber Surg, woöiuaiid) 4Jartmul gcbraiftt ift, 
(urüdbleibt, burchiichen bie ^nbern becreub unb plünbernb 
ta^ Sanb unb febren mit reidjer Seutc unb vielen ®<« 
fangenen jurüd. T^arauf ruften Tic .\ur .r>cimfahrt, ^orant 
unb ÜJiorunc werben mit lOrjO ^ijiünu int l'anbe ber 
9Zormanuen al6 ^ut jurüdgelntlen. ^arimut bittet ihn 
in Sretbeitju ffteu ^^^^^ juriidiulaften, aüein SSJate mein», 
ba^ eß bener fei, ihn ju crfdjlagen, bem wibcrfepl ft* 
aber JDrtwin, unb feiner SRuller bie (£nM'd}ribung über» 
[affenb, wirb er mit 500 Oeifelit mit nadi .Ipegelingfli 
geführt, oud> JDrtrun mit ihrem Jngcftnbc wirb mit' 
genommen, unb bic teidje Scute wirb auf bie (£d:tiffe 
gebrad)t (Av. XXLX). 

9iad)bcm tic CSiidjliigciim unö bie ^rrwunbeten, W« 
äurürfbleiben muffen (bei 300L»), bcflagt werben pnb, be* 
geben fie fidj fröMicb auf bie ^cimfabri, 9?ad} glütfllt^cr 
gahrt nahen fie ber ^eimalh unb feuben Soten vorau*, 
gilben bie frohe ^lÄu j^n bringen. Sluf ihre SÖotfOjoft, 
ba|i ^'ubwig erfrf)l.igou fei, ridjtct fte an biefelben bie 
Srage: „lebt meine 5odjler unb ihre "^Dtägbrlein?" Sie 
aniivorten: ^erwig bringe bie ®cliebte hrim mit Ortrun 
unb ^artmut. lieber leptere, bie ihr fo viel .^erirleib 
verurfa<ht, Ift fte fehr erfreut unb gelobt fie ju beftrofen, 
wenn fte anfdme. Sann bereitet fte ben .^eimrcbrenben 
einen präd)tigeii ©mpfanfj, unb reitet ihnen, old fte ge* 
lanbcl fmb, entgegen, ^ilbc erfennt aber ihre Xodjter, 
bie ihr burd> bie lange abipefcnhrit fremt geworben ift, 
nitht, bie Jrolt fie ihr zufuhrt, unb mit einem Äup ift 
all ihr Selb jerronnen. Xiann bcgrüöl fte JroUen unb 
vor alten ^ale, ben fie t)txi[iä) füpt; barauf werben 
Drtwin unb ^erwig begrübt, aber erfi auf ®ubrun'Ä 
flebcntJidje ©ittc fupt fie Crtrun unb bann bie treue 
^ilbburg; nad] SewiDrommnung aUer übrigen gelben, 
begrüpl fie iiod) bcfonbertf ©iegfrlpb von SÄorlanb. Dann 



GUDRUN 



— 129 — 



GUDRUN 



^ 






werten lic ©atfcn ibnr ©(fedöe enttaPcn unt fünf Jane 
lang tercirtlj^l ^iltc tic Slngcfonimeneu. !Suf Wu&run Ö 
uitt Otttun'Ö ©i»m wirli ^orlmut flcgeu büß ajct- 
fviedien, t)a6 SanC nit^t ju verlaffcn, in gi^ft^cil ticfr^l, 
^ii Ulm ^rrivii:) mit ©iiDrun bcinijiclicit tvitl, (ciDrt cd 
^i[&e nirfjt, unt ficflt judpc ein groljcd gcft an, auf 
Um Öubrun von ^cnüig olö Äönij)tn gefrönt wirb. 
Um ttn alte« ^a$ ^u »crföbncn, ftiftet ®iiPrun fcie 
fflerlotniKü Ortioin'd mit JDrituii, auf gtiite'« Sioifdjlag 
utiD (^uPruu'Ö ^eltcibcu ivirt ^arlmm mit ^ilDburg 
Deriebt, unti um baö gifcfcnöioctf ju v^oUcnDcn, ©iegfttcö 
ton 'ÜHoxlant mit ^emi^'d ®(t)UH'i)cc, tic doh Scelanb 
^etbeiflefepft lüirt (Av. XXX). ^löt^tiem fu eine ufcrfadje 
^(KfiKit fleffifrf ifi, feljren alk hfim, aber ©ubruii nius 
ber "SWutter fiflptfu, il)r breimal int 3alire Äunbc dou 
ifer iu geben, unb Ortwin unb ^enmfl ntadjen ein ®(^uO< 
nnb Iru^bimbniö (Av. XXXI). 

(id barj ald uiv^a^cifd^afl angefctjen werben, ba^ 
bie bem ©rbidue ju @runbe liegcnbe Ba^t eine niebcr^ 
beulf(fie Stammfajie ift, bie firfj an ben JTüften ter 9lorbfee 
(ocaliftrte unb ^ter idte erftc cpift^e $lu6bilbun(i erl)ie[t, 
fotüie ba^ bie iiicbcrbcuttt^en lieber biefer 6aije fteij in 
ballatienaiiit^er ^et^alt ben M{()citi Ijfnauffan^en unb bon 
ba uacb SüCDcuifd^Ionc brangeu, luo fie am Vludganpe bed 
12. ober ju tTinfang bcd 13. 3abr^. ein X^id^ter jU unferm 
(5pod oerarbcitde, iiibcm er biefclbeu ju einem cinljciilidjen 
©aujen umfdjuf, unb ben erpeu 2-hcil (von ^aaen), bcm 
©efdimüdi' feiner -^iit iicmilp, aIÖ*ißcriiff<iii(f)tf hmjufiinte. 
3>vcifenmft ift e? al>cr, ot biefclbe iivfpn'malic^ nur (i\[9 
einet beftanb, ber uralten Sage von ^ilbc, bie fid), in* 
bem bie mit i^rem liBiUeii eutfülHte Jungfrau ^u einet 
TOiber iljren aUitlen cntfülftten unb wiebcr I)einigeI)oItcti 
warb, unter bem ivjtifiug anbetet <Sagen erweiterte 
ttnb ju bem .^ftiHJtgcbidit, ber ®ubnin, flejialtete, iebof^ 
nid}t, um barin aufjuge^en, fonbern um ficb in nMt> mit 
bemfeltcu in entfpretfcenter Umbilbung unb (Snreitetnng 
gleidjfnm alö 95i.iriiffri)ict}tc felbftäntiß ju erhalten; ober 
ob |"Kft eine idbfiäiicigecaj^e vm Öubrun mit tu ^ilte« 
fage verbunbcn [jat Uicrncbmen wir bal}er junät^ft bie 
Ueberlieferungeu über bie Sag« unb bie Stuflt^ten bet 
<8elef)rten barüber. 

aUeber bie nieberbcntfdien Sagen unb lieber Don 

^ilDf, nodj bie 5on ^ilbe^Onbrun ober (Subriin fcnb 

$ erbalten; wie und aber ber 91orben fo mant^ed 

erc Äleinob unferet ,jjcl6enfügc, baö et von iintf 
empfangen, gerettet bat, }o attt^ wenigflend bi^ uralte 

fiiltefage. 2üir befi$cn biefelbe fogat in jwcifatbfr 
affuug, einmal in einer äliern bei Snoiii in feiner 
iSbb« unb bann bei Buto ©tammaticuö. 

©ncrri, um ju erHären, warum in i><v ©falben« 
jpxadbt bet Äampf „bet ^jabninge Unwetter ober 6turm", 
We SJaffen „bie geuerbrdnb« ober Stäbe bet Jrjiobningc" 
genannt würben, erjäl)lt Skdld&kap. c. fK): ^önig 4^ögni 
parte eine Üodnet 9JamenÖ |)ilbe. 3)iefe raubte Äönig 
^ebiii, ^jarraubi'Ä ©o^n, wä^renb berSSatet jutÄönigÖ* 
verfammlung gcjogen war. SIIS er nun bette, bai in 
frinem SReidje gebeert worben «nb feine ZixbUx fortge^ 
följrt fei, ba jog er mit feinem ÖJefoIge au«, ^ebln 

ft.QnrqU. t. ffl. B.A. (Ii|)< etfiisn. XCVI. 



aufiufut^cu, unb crfii^t, baö er norbwdtlö Mugö ber 
itüOe gefegett fei. $lld er na(f] 'Korwegen fam, hörte 
et, ^ebin babc r»<fc weftltc^ über baö OTcct gewenbet. 
2)a (egeltc ibm ^ögni nadj biö ^u ben Orfneijö, unb 
a(fl er ju ber 3nfel ^aeij fam, Ing .^ebin mit feinen 
Seutm ba^ot. 3)a ging ^itbe ju ibrem 93atfr nnb bot 
ibm einen ^alöft^mutf jur ©übne in ^ebin'öi Flamen; 
im anbetn o^fle aber fagte fie ibm, bajj ^etin bereit 
wdre fid] gu f(^(agen unb bdllc ^ögni )?on ibm Feine 
Schonung ju erwarten, ^ögni ontwortctc feinet üocbter 
bart. aie fie aber ;^ebin traf, fagle Tic ibm, y>ii^ •^ögni 
feine ©iilme wollte, unb bot ibn, fi(^ jum Kampfe ju 
ruften. Unb fo tbaten beibe, gingen hinauf auf bie 
3nfel unb (JcUten ibv ®ffpfge jur ®djla(t)l auf. 35a 
rief ^ebin feinen ©d>wäbEr ^ögnt an unb bot ibiu 
SJergleidj an unb viel ®oIb jur Su^e. Xa antwortete 
»Öögut: „3" fpöt bicteft bu mir biefeö, wenn bu Uicr- 
föbnung wlQft, bcnn nun babe id) (mein €d}wert) 
Xainöleif gejogen, baö 3werqe [djmicbcleu nnb bafl eined 
SItanncfl ^jiörbet werben mu|, wenn eS entblößt wirb, 
unb nie feblt eö im ^ieb unb nie heilt bie ^unbe, wenn 
man baoon verwunbft ift." 3>a antwortete ^ebin: „3)cÄ 
Sd^weried trit)mefi bu bid) nun, aber nidjt bed Sieged; 
baö (Sdjwert) nenne id) gut, Xia^ feinem ^erru getreu 
ifi." 2;a crbuben fie ben Jtampf. ber bie ^jabninge* 
fd)Iad)t genannt wirb, unb fc^lugni fid} ben ganjen ^ag, 
unb am Slbenb gingen bie Äönige ju ben Sdjiffen. 
91ber .§i(be ging beö sTadjtÖ auf bie ^ahlfiatt unb werfte 
mit 3fliibcrftaft alle auf, bie tobt waren, unb beö anbcrn 
Üageö gingen bie Jlönigc auf baÖ Sd)lad)ifeEb unb 
fdjlugen fidi, unb ebenfo alle, bie am !£age ijcibet gc 
fallen waren. So ging bec Äampf fort, einen Üag nadj 
bem ancern, ba^ alle, bie ta gefaüeti waren, unb alle 
äßalfen', bie auf bem ©diladjtfeibc lagen, nnb ebenfo bie 
Sdtilbe jn Stein würben. Sobnib eö aber tagte, flanben 
alle tobten 3Ä(Snner auf iinb fdjlugcii fid), unb alle 
SBaffen waten n-icber braudjbar. Sc wirb gcfagl in Sie* 
bern, bap bie ^jabningc tilfo ber (Scttcrbdmmerung bfltren 
folltni. 

hierauf tbrilt Snotti ein Stüd von ber notft biefer 
Sage »on SBragi bem iMItcn (einem niijtbifdicn Sfalben, 
ber im anfange beö !». 3abrb. gelebt haben foll) gcbi(tteten 
Dräpa auf Jltagnar Sobbrof (8. 3abrb.) mit. Sbr 3nl)alt 
ift biefer: 3)ie jauberfunbige i^Wie ftillt bie blntenbcu 
SSunben, bietet ibrem ^ater ^ögni einen ^alt^fd^mud 
jut iBerföbiiung an, reijt aber jugleic^ bie Könige jum 
itampfe. «^ögni fd^Iägt bie trügerifdje Sübne }ornig 
anö unb beginnt ben Äampf von ^^Reueni. 1)ieÖ unb 
nod) viele anbete ©cgebenbeitrn folten auf einem Sdiilbe 
bargeficilt gcwefen fein, ben iHagnat Sobbrof bem Xidjter 
jum ®efd)enf gegeben hatte. 

3u einet biefer uorvönifdjen nabverwanbten gaffung 
lebte aud) bie Sage in ^änemarf. Saro ©rammaticud 
(TOüircr I, 1, 238 fg.. Stcpb. 88 fg.) etjdblt ndmli*: 
^itbinnd, JTönig eineö norwegifdten Stammet, ^reunb 
unb SBunbeögenoffe Äönig grotbo'ö lÜ-, unb ^ilbc, bie 
3!odjter beö ^ütenfönigö ^öginuö (wa^ 3. ©rimm bei 
^aupt 2,3 tid}tiger .^ögniufl), entbrennen in Siebe ju 

17 



GUDRUN 



130 — 



GUDRUN 



einatibci, nodj tf)e fie ft<^ f^iU^itn fjabcn. $(Id fit fit^ 
3um crficnatal fc^cn, faitii fcincd Me ^ußcti von tem 
^Äntem obtrcntcn. ^t^ginuö, b« »ou il)rct Siebe nidjtö 
Wi'l^, ift »Oll grwqUigfm .ftörpertau unb |Q!)jotnign; 
@<mnll)0atr, ^ilMnnö ift fcßön, aber ficin von ®cftalt. 
9lfl(ft i|n^€ bcö SSintaö nntcrnc^men teibe einen 6ce* 
raubing. 5116 bicfer glürflid) fecenblgr ift, verlebt ^öginiiö 
bem ^itljinuÄ feine Jci^tet, tvormif fie jnfflnimen ein 
Sünbni0 fdjlie^cn unt) fid) eiunubei $lutrA(t)etf(^aft 
fd^tvören. Stbri na^ einiger 3(it >»i<^^ ^itl)inud bei 
Aöginud verleumbct, vi>[ bcr (S\)t mit .^ilbc verbotenen 
linigang gelobt jn ^abcn. ^öninnd fd^nft bent leidjt' 
glöijbig ®c&6r iiiiO greift beu .pii^inuö, bet gerabc bei 
J)en Siiiwen ben föniglidKn ilribut cinfommclt, mit einer 
glotte an, tt>iib aber von biefcin btficgt unö nnip naclj 
Sütlanb flieben. grolfto jiebt nun bfibe wegen 95er' 
lefcung be« von iljm gebotenen griebenö jur Serant* 
ivcttung unb fnd^t, nadjbeni er bie Urfad^e be^ 3n>ifted 
rr(al)ren, bclfce vx verföbnen. Xa er aber fiel}i, baö 
bied vergebend iß, wtH ^öginud bie Üod^ter mit Un* 
flefiiim juriirfforbert, gcfiaitel er, t>\t Badit bnrifi einen 
äweilainvf jn entfibciben. ^öginn6 beftcgt feinen ©cftwie* 
gerfobn, bennodj tobtet er benfelbcn uitljt, fonbern fdjenft 
il)ui QUd ^litletb mit feiner ^iigcnb unb isdiönlieit bad 
?eb<u. Sieben 3al)re fptSler entbrenn! jwifdjen beiben 
bei ber Snfel ,£iiil)in6ö ber Äampf von Keuem, unb 
bcibe etfd;lagen HfO gegenfeitig. (Sd wirb erjäblt, ftigl 
®aro fiinju, tai ^ilbe von fo großer Piebe .)» ifttem 
hatten entbrannt geivefen fei, ba^ fte bed 9Ia(l)td bie 
©efaUcnen jk ernentem Kampfe bnr^ 3'>»''f'^''fber roicbcr' 
«nvcdt (jabe. 

3n biefen beiben Saffungcn ftinimen bie 9iaraen ber 
^auplperfonen, ^ilbe, ^ögiii (.^agen) nn)> ^ebin (^eiel) 
unter efnanber unb mit unferm @pod überein. ^ebin ift, 
ivaö earo wol nur verfAnjeigi, nad) €iiorri ber ©obn 
^iartanbi'ö ober nadj Sörla r. c. 5 (f. u.) ^iaronbi'flj 
elftere ^oxm entfpifctjt bem agf. Heoreuda, aht, unb 
mbb.Herrant, le&tere bem aOb. unb mhb.Herant, Ilorani, 
mit urorganift^er !3Debnung Hörant, andj Hfcrant '■*), 
fobaO alto in unferer ©ubrun ber 93aler ^elel'd ju 
befi^n üBafaKeti getoorben ifl. groibo ifl nnfcr Fruote, 
bie Vlrt feiner (linmjfd.mng in bie €age ober von £aro 
^injugefiigl. -^ögnrö *Jifi(fi ivirb von Snorri nidjl ge* 
nnnnt, bei Baro ift er ein f (einer Äönig in 3üllanb 
(Jntorum rcgiilus); ba eö aber bei Snorti l)ci^t, er fei 
nad) feiner ^eimfebt norbtvdrtd nat^ 9?octuegen gefegelt, 
fo barf man tvol baraud fdjlte^en, ba0 bad nörblidre 
!&dnemarf feine ^einiaib ivur, jtumal it)n aud} Sörla \\ 
jU einem mäd)itgen ^6nig in XänenuirF mad,'l. %\id) 
^ebin'Ä JReidj Wirb bei Snorri nitfit genannt, nadj Saro 
aber ifi er ein Snifi einer nonvejiifien %\)\U (rex ali- 
qoantae Norragiensium gentis), unb bamit fiimmt, 
bap itjn Snotri Auerft nac^ ^Jionvegen flieben lä$t. ^in« 
fidjtUd] bed 8ocal(} Ui berübmicu Sd^IddjifelbeÖ weichen 
beibe gdnjlid) von eiuanber ab. Snonl nennt altf fold^eß 



14) !C}m6 ffl Ut UtUx^M^ von « jb o c^nc 9(nal»air, f. 
aRftaei^off bti ^aitpt 313. 



bie 3nfe( Häey (b. i. ^odiinfel, batjer Sörla t. 8 nur 
Uä genannt), bie jeljige 3nfel Hoy» bie fübttjefilidjfie 
Crfabe, gegenüber ber fi$ottffd}en ^orbfüfle, unb fd)on 
im U. 3abr(). wirb ein aJteerbufen In ben Orfneij» 
inffln HcfniDgtt vügr genannt (KräkumiU 13), roomit 
üuft bie f^ellünbifdje sBaDabc fiimmt (f. u.); n>enn 
aber €aro bad @d)[ad]lfe(b anf bie 3nfel Hitbinso 
(= H«riD8ey) vertegl (b. i. bie jetjt .^ibbenfee genannte 
änfel wefttid) von Äügcn), fo fönntc et baju bnr(^ eine 
beutfdje Ucbcrlicfening verleitet ivorben fein, bn 3. ©rirara 
in ^aupt'^ Scitfd}nft 2, 4 nad>getviefen bat, ba0 bie 
Sd)elDemünbung jwifdjen SBuluen unb Söaldjern vormald 
UcdcDsee, Ucidensec [)ir^, ivafl fo viel al@ Heedcns-ee, 
Hedinsey, UithinsÖ if^. SSgl. Älee, ^\tx ^ilbffoge. 
Seipäig 1873. S. 2ti. 

Siniö bicfe gapiingen feibft betrifft, \o finb bifl auf 
wenige §(u6iuit)men bie Äbivcidjungen 3aro'd von Ut 
6norn'ö, bie ol)ne 3»veifel bie dltere unb reinere Ifl, nat 
atd wiQFürlid) ober fugenl^aft gu berrad;ten. Sri Snorri 
wirb JFjübe in ^egni'e 5ttipcfeni)eit von ^ebin mit 
il)rem Sjillai enifnbrt, ireldjeö letjtete bcr llmfianb be* 
jeugt. ta^ fie ben nncbfe&enben SSnler ;}u verfchncn fud)t; 
bei «aro verlobt fic ^öginuÄ fefbfi bem .^itbinud unb 
bcibe idjlicOen ©luttädjeridjaft. Sei Snorri ift bie Scr» 
fofgung bed ^-Batetd unb beffeii Unverfö^nlid^feii tto( 
inollvirt burd) bie altßermanif<^en ©efe^e unb Sitte, 
aber bnrd) nWi bie Eingabe £aro'«, ba^ ^it^inud xer 
ber firdilid^cn S'taunng (sponsalium sacra) Umgang 
mit ^ilbc gel)flbt l}<ibe. junial bie S3e|i1mibigung' anf 
einer 3>erleiimbung beruf)t. ^ic (Jinmifdjung groibo'* 
iu ben ^\vi^ unb beffen (Siffifltiung bcö 3t^'cifamvfed ifl 
fidja eine (Srftnbmig ©aro'd; ebenfo ber 3"9. *"& 
^öginuö nae^ bem erften 3w>f'fflinpfe bem befiegien ^i« 
Ibinud feiner 8d)ön(»eit unb 3ugenb tvegeu ta6 Veben 
fdKuft, ba fid) ^ögin«« Irott grotbo'ö SJermiltelung un» 
verfoljnlid) jcigt unb nad) je fiebcn Sahnen wut^rnt' 
bräunt ben Jffampf erneuert. Xie 3*'rlfgung beö etvlgca 
JlampfeS in brei foU rool eine Gbriflianulnmg fein, bei 
ber ed aber badin gefteüt fein mup, ob biefelbe vcn San 
ober aud bei bäniftien Ucberlirferung ftauimt. 9?nt bie 
beiben 3üge, baß beibc ©egnet fid) gegenfeiiig tobten unb 
ber JTümpf, wie alle ©eifierfämpfe, bcö 9kd)tö finttfinbet, 
ftnb urfprüuglidKr iilö bie cntipredjcnbcn bn Snorri. 

Xie Sage lebte uod} längere 3f't ini 9it»rbcu fort, 
wie ft(6 auö benen au^ bcrfclben entfprnngeneii Äenniugar 
ber Sfalben ergibt, bie aber fonfl nidjtö 9?ene$ barbieten 
(f. % <S. «D^ülter, eogabiblioibef 2, 574 fg., unb beffea 
Unlerfudjungen über Saro S. 07 fg.j vgl. S. ®rimm, 
^elDenf. S. 328). 

6ine au«fübrli(^e IlCarftelInng getvöbrt jiwar ttWft 
bie iöldnbifdje Sörla I'attr (Fornaldareögur 1, 391 fg.) 
aud bem 13. ober 14. 3abtb., bie aber, »venu QüiSi 
einige alte 3nge barin erbalien jtnb, märd}cn()aft auA* 
geftotlet ift, unb, wie Jtlec a.a.Ü. t£. 35 fg. nad]' 
weilt, bie IcnbeuA verfolgt, bie Obinflreliglon gegen ba« 
(S|)ripenllinni in ein unbeimlidjed btiftercÄ ^'ic^t ju ff^eii 
unb beren Lleberwinbung burdj bie gciralifamen 2Rilttl, 
bie Olaf Jwggvafon in ^lorwegen anwanbte, )u Mr» 




GUDRUN 



— 131 — 



GUDRUN 



^erdi^rn. 3;cn 3ti[)(ilt iticbajuflffcen, n>ürbp ()icr ju 
)dt füf)rcii unb mivrife td) laher auf Stitt a. a. O. 
Seit grö^eut SBidjlij^fcit ifl a&er, Cnii t>tc ^ilt^roge 
^mlt i^rfn uraltpn 3«9fn» tie ftci(id) fcurdj junge« uet« 
fe^t ftnb, fid] nod) bid gr^tr» @nt>e bed vori})eti 3af)t« 
^unbcrtö auf bei SlxKanböhiicl i^iila ober ^owi in rfnct 
^aUattc Icbcnbhj cilmltcti bat. ^ni 3a^re 1774 Dcnia^m 
fie bcr frf}cttifiJ^e ^eifenbr Sotv alö t^an^licb in tem 
2one bcr gäröcr unb bcr auöftcr&cnfecn norfifdjcn Spiac^r. 
Stadf Um !l}irtiil eincd norfiff^en $)aurm fftnct rr 3ö 
Bicrjfiliflf StToptjen bauon auf, unb lifo fid) juglcid), dq 
if)m tie 6pra(f!ir bunfd irctr, eine 3nf)alt0(inßabe bictircn. 
<5r VHTÖiffnt!i*K aber crft ;Jd 3af)iv fpätcr feinen gunb 
in SJair^i'ö "Ilistory of thc Orkney Islands. Vonbou 
1808" p. 48!) fß., ipcraufl fie banii bcr flflebclc unb 
fleiflreldje $. Sl. ^JDIunc^ ju ß^rifltänia fcnnen lernte unb 
1889 biefelbe in ben 6. Sanb bcr Samliiiger tU det 
Dorske folks sprog og historic aufnaftm unb befprac^. 
^ierau0 nia^te fie bann 6. ^ofmann in ben Sendeten 
bcr 2)huid)ener JKabemic 18ü7, U, 205 fg. juerfi in 
Teutfc^Ianb bcfannl unb befprad) biefeibe ebenfaüö. 'Die 
€prad)e ber SaUate vernietete er aber ebenfo wenxQ 
tt^ie l'on> unb ^uu(^ genügenb Qufju^eUen, unb fo mii^ 
man fid) benn an jene 3nball«anj]abe galten, bie nac^ 
^ofmann alfo (autet: H*&i'wflff «'i vornehmer 27}ann am 
npiwciiifdjcii J^üfe, freiere um bie Jtöniflöti^djier .gtilbiiia, 
erftiflt aber einen Äotb, obwol ber 3Jaler il)m l)o[5 mar. 
91IÖ t'tumal bet .nönit) ivM •gütige auf einem .fftiegd.^ufie 
fort waren, lanbele ber Drfimiiarl in 9lonvegen, traf 
&ilbina, ccrlieble ft(& in fie unb fic in iitn, fie würben 
eind unb flüd^teten auf bie Orfnetj«, tvo^in ibnen na(^ 
i&rer 3iürffelir i>om ÄriefltfjUfie ber ribilterli' Später unb 
^ihi^e mit cjro^em ^ecre fol{)ten, um ben iRnüh ju 
rddjen. ^ilbtna übcrrebefc beu 3arl, unbenjaffnet bcm 
J^öni()e entßtöe:ijUi^cijcn unb um ©nobe j)u bitten; er 
liep fiA rubren, t^cr^ieb unb gab fi^^^ar feine l^iiiwiUigunt). 
J?aum war ber 3arl fürt, um ^ilbtna bie frolie Jtunbc 
jU brinoen, ald ^iIU))e, inbcm er be^ Sarl'd Siermeffcn' 
deit aufö Sdjiimmfte fdjall, ben Äöni^ \ü neuem @rfmm 
R{)te unb bat)in brachte, alle feine ®e(iibbe j)uni(f)U' 
nehmen, dd tarn ^um 3n''i'^n'Pf J»t)ifrf3en ^ilußc unb 
bem3arl unb biefer fiel. Sein ^aupt warf-^ilugc mit 
Itn [järieficii Sd»uiti (jungen ^ilbina Dor bie m^e, b(e 
ibm mit fdjarfcr ©ciientebe im ^crjen blutige Äadje (je* 
tobte. 6ie mu^te il)m nun ua^ ^onre^en fofjien, wo 
et feine greicrei wiefcer anfing. ?anflc weiflcrle [tc 
ibie ^anb unb enblic^ gab fie il)r 3Üort unter ber Sc> 
bingung, bog fie fclber beim SJrautfeftc ben Ißeln in bie 
Scdjer fd)eu(en bürfe. lieö würbe jugefianben. aiÄ 
bif ^oiiieitögiiiic bcifammen waren, fcbenfte itjncn .^il' 
tina mit ®d)EaffTäutevn rerfe^ten iS3ein unb ba(b lagen 
aUe fn tiefem 'Sctiummer. ^a (ie# fie ibren 93ater bin« 
audrragen unb warf $eucr ind ©nfte^aud. Stile würben 
barin »erbraniit. Äilugc, bet beim Ärad)en ber glammen 
cnüodjte, bat um ^nabe-, aber .^ilblna antu>OTiete ibm 
fo Ijart wie et, ald er iljr beö ^ßrl'Ö ^aupt bradjte, 
unb lie§ ibn in ber ?ol)e fterben." 

^ier beweifen bei 9iame .^lilPina, bie ©ntfüf^rutig 



ber 3ungfrou mit ibrcm aBitlcn wötjrenb bffl SJatertf 
Slbwefcnbeit, bie SJerfoIgung beö Saterß, ber oergeblidjc 
öiibneuerfuc^, bcr hier iwar tion bem @ntfril)rer nuiSge* 
fü^rt wirb, aber »cn ber ^unaftflu iperanla^l ifl, fpwie 
ber borauf folgciibe Äampf, ta^ bie SJatlobe auf bem 
Wruube ber alten ©a^e rul)t, weldje burd: bie 9?prTonrn 
auf bie «tbctianböinfel gelangt ju fein fdjcint. 2;iefeltic 
I)at über burdj Hc ISinmifdjnng eincö IWcbcnhililerff, 
bejfcn 9Iame lllugi, IHbugi ^ofmann mit Oiedjl al* 
ber Söefinnige erflärt, eine flänjlid)e Umgefiatiung er« 
fabren. Ob aber bie (^^inmifdjung bcffelbcn auö unferer 
Öubnin eingebrungen ifi, muf! für jwcifclbafi erfd^einen, 
bo eine fol0e ©inmifdiung, um bie Un*er!öl)ti(id)fcil bcS 
i^aterö in ber allen Sage |u erflarcn, ,iu nube liegt. 
2)le SiflUabc nimmt aber ucn t<x an, baii in bnn Äampfe 
bet Dtfncttiarl burcö ben 9ZcbcnbiiI>[er föüt unb biefer 
irnen überlebt, eine ganj abii>eid)cnbe 3Brnbiing, wrld^e 
baburrfj veranlaöt ifit, boö ber ^lilbina bie *3i<\<bc überrrngcn 
ift, unb 3war in einer SBeife, bie ben «Itnoiblfdien 6agad 
nidjt frcmb ift unb baber vim hobfm Silier ju fein fd)eint. 

.^(ee nimiiit a. a. D. 40 fg. wcdi an, ta^ in einem 
fd)i>n im Itl. '^abrb. aufgfjeii^ueien UJolföliebe »on Hille- 
braud und Hilla. Bad nodf Ijeute in 'Dänemarf, Sdjweben 
unb 'Slorwegen gefungeu wirb (Sv. Orundtvipj Danmarks 
gamle Folkeviaer II, p. 390 — 403; III, p. S.Vj'— 
85«), jtd) !)te()e ber ^ilbefage erbalten bätten. 

Ö6 liegt bei biefer Sage febr nahe, biefeibe alö aud 
bcr 3)i^ll>(>logie enlfprungen aii),ufeben. 3n ibr begegnet 
Jpilbe, ber "iRamc einet äÜalfüTc, unb ibre ^i^ietcrerwedung 
ber ©efaUenen, für ^ögni unb .^ebin [äffen fidj ©ejiigc 
beibringen, wel<^e fte ebenfaOß al^ nirtbclogiftb^ *£Srfen 
bejeidinen (önnten, unb ferner fdjeint ber ^fanget (h\c9 
gcmeinfamen Socal«, unb roUenbÖ bie 3Jenranbeliing ber 
Olefatlenrn unb bie Trauer ber ®d/Iad)t biö ^ur ®i>lter* 
bklmmerung auf einen alten !^fptbud juriltfüuwcifen. 
Miet a. a. D. 18 fa^i baber benfelben alfo jufammeu: 
,,.^i(be, eine S^airüre, wirb ibrem OJater ^cgni, einem 
äRanne von bdmonif(^em ^efen, von ^ebin, Obin'ö 
(J^iiartanbi'e) «coljne, entführt. Xer ergrimmte Siater 
ereilt bie gliel)enben unb in einer fuT((tbaTen €d}tadjt, 
bie ber .pjabuingawig genannt wirb, tobten ftd) Äögni 
unb Jpcbin, fowie beiber .^^cerc gegenfeiiig. 3" ber vUfbt 
aber etwedt ^ilbe bie bebten, ber Äampf beginnt aufö 
9feue unb wäbrt biÄ jum läWprjjcn. Sei Slage^anbrud» 
werben ade Äärapfer ju Steinen. 3)iefer tßorgang 
wiebetbolt ftdj aümälig auf gleiche Seife unb ivirb 
bnuem bid üur ®ölterbdmmerung." 3d) lialte aber blcfe 
anridjt für fcbr bebcnflicb. 3)enn einmal war oftue 
3weifcl ber ^lame ^ÜH in einfacher wie in jufammen* 
gefegter ^orm iit bcr I)eibntfd)cn 5<^'l cbenfo aligemein 
Wie in ber c^riitlidjcn 5^" bie grauennamen auß bcm 
9{rupn Jeflamente; femer jf^ cö bei Sagen von fo ^obem 
Silier, namentlidj im ^Sorben, wo bn6 mot&ologifrfje Gle* 
ment 9tUe0 burc^brang, burdjaud uit^td Ungew^hnlid^ed, 
biefelbcn mit m»tt)olcgifdjen 3üflfn \^ burdjweben unb 
barnadj ju geftalten; jobann it't bie ^nttübrung einet 
Jungfrau au« ber (SJewall teß I)cd)mütbigcn uJaterd, 
beffen SJerfolgung bed 9Iäuberfl jc eine Sljatfadje, bie 



GlTDnüN 



— 13*2 — 



GUDRUN 



fi(t Qtwi^ ft^on feit tter Urjeit btx utijdbltge ^UU erei^inet 
i)at unb ©cgcrtflanb t>:)n Saiuj unö €n}jc gcwefcn fein 
ivitb. 3d) n>iU I)irt nur an tfiTminttid unb ^^udnctbc 
erinnern. SBörc «nö 6ie ©cfdjic^tc bottpii iii(^t von 
3!aciliifl &erid)(ct, foneern in 6aiig unfc Sage, ^Dir u>ür> 
Den, wenn Die Flamen bicfftt'en geblieben, gar iiid)t 
aweifeln, biefelbe für einen ÜHptljuö jii erflÄren. Thus- 
nelden Thnraenhildc! Segestes == Sigägast, »iirtc 
dnOfttn'd 'Sciiiamcn Sigi, Arminius au Irmiu erinnern, 
unb vollcnlid »»enn ScgeiVö Sitro, 5ic (Srcöbiiri;, nidU 
wie bei itöiilud gffe&It t)ä(te! ffiifber^olcn fti bed) 
audj l(jeiln>eife bic Sdjirffale ber ®ubnin in benen bcr 
Slbelfceib, ber jniriten ©emnblin JTrtifer Otto'ö I. (f. u.)- 

3Qiid aber bie Sinn^anbauiiQ ber €a^e aud Sfan- 
biiiavien betrifft, fo ift biefc bur<t)Oud unmüEjrttftefnUd), 
ba aUed ^etbeufanlid)e, n^ad bir6 l'aitb mit und ({cmcin 
Ijal, tpif bie Sage von ben SÖöIfungeu, £ißurb, ben 
^liflungcn, 3iSrmuurc[, Üljiobrcf ic, ebne 3n'"^ffcl auö 
Xeutfi^lrtnö flammt, bcr 3«g «Ifo uniflefc^rt ge&r. SttJir 
befiOeu aber jwbem nod) ein 3fW9niÖ, welc^cd und be» 
weil), bd^ bie 8age in nod; ölteifi dlefialt tu I^etilfdilanb 
fteimifd) war, aW Snoni ftc und überliefert ftat. ^ie aud 
nicbcrbeutfdjeu Dudlen gcßen bie 'SJlim beö 13. äabilj. 
aei'amntelte Übibref^faga Id^l nämltt^ e. 5ö6 -^ersog 
Oiib, ben 9ii-ffen tfltntrt'^, in .^errataiib wofjnen, ba6 
biefelbe fonfi gricßianb ncnni. ^rrotlgt man nun, txi^ 
in «nferer ©nbrun grirdfanb bad ?anb ^etel'd ifi, imX> 
ba(j bicfen Snorri ^ebin unb einen 6ocn ^iarranbi'd 
nennt, ^jarranbi aber ald eine ^artidpialbilbuiig ein 
alm. Hjarr (ober Hjarri) unb ein altf. unb altl). Herr 
(oberllerro? Herra?) corandfe&t; fo mu^ Hcrrälaud 
Don (elfterem ben ^^famen haben, wie Ämalungülant von 
AmaluQG u. a. im (Spod, unb Cicfer Hürr (Herro? Herra?) 
mu^ Uli iSTßci\mn& ber ^etelinge, i^egelinge gegolten 
^be«, iroraud ficf) ergibt, t<t^ ben 9iiebcrbi'uifi^en eine 
Äunbc ucn bcr ^ilbcfiigc eigen rear, bie wenigficiid noA 
um eine ©cneraiion weiter jurücfgirig otd bie norbifd^e, 
biefc alfo in iljrei; üotalltat befap, uub ^roar barum weil 
fic biefelbc gcftfiaffcn hatten. 

Xie Sa^cn von fcct (Erwerbung einer Jungfrau gegen 
ben SiUen iftred *iiatcrd begegnen vielfadj im bcutfdjcn 
SJtiltriallrr. €o in bcr CfantriV'Siot^arifagc, in bcr von 
3lltlla nnb (Jrfa, in ^ugbietrid), Cdwalb, Crenbct, SaU 
man unb Snorolt u. a. 9lbcr fdmmtltibc ficficn webrr 
burd> ibre ??anicu ucefr buvd> ihre ^^erhädnitTe in ir(]cnb 
einer ©ejiehung jn ber Ajitbcfage. SJagegcn ift bieö, 
wad man bidijfr uuineö äöiflen« gdnjlidj ubcrfeljrn fiat, 
vor SlUem ber %(\\l in bcr nud nieberbeulfdjen Duellen 
flanimeuben, aber au(^ in IXlnemarf unb €d}woben im 
SJoIIdUcbc forilcbenben Sage von Samfon'd (Snlfübtuno 
ber Jrjilbifuib , weifte und jene Jhib«fdfaga c. 1 — 8 
anfbcwal}rt bot. 

;Kit!er Somfon, nad) bcr €agc ber Stammualer bet 
^nirlunge, bienl bem Sorl SRobgcir jn ©atern. (5r fq^t 
groge Siebe ju ^itbifcib, bed 3oTrö 3^oc6ter, unb e« fommt 
enblid^ fo weil, tn^ er ibreSnnft f)aben will, fei cd im 
(Snttn ober im ^öfen. 1)a gefdjiel)! cd eined Üaged, ba& 
ibn bet 3arl, trAfjrenb er 311 %[i^t faß, mit ben beften 



8e(ferbiffen auf jwei tjcrgolbeten Sd)öfTclii ju feiner Jotfcter 
,&ilbifvib fenbct. 3Kil ben ®(^üffcln ouf iebcr ^anb be* 
gitt fidi Samfcu ju it)r, bie in einem Zfiurrac wotjnl, 
gebietet aber bem iljn bcgieitcnteu Ännppcn, ein Äop 
lammt all feinen 3ßaffcn unb .flieinoben bereit 5H halten, 
wenn er wiebtrfthre. Sjon ber Jungfrau freunblid) cm* 
Vfangen, igt nnb trinft er mit ihr auf Ihre (rtnlabung 
unb tragt Ittr feine ©erbung cor, 9la(6bem bie 9NahI« 
jeit beenbigt ifi, nimmt ^^-jilbifi^ib ihre befien Äleibcr unb 
ÄlcinoPc unb f))rid)t, \i<b »crfltüenb, weincnb ju ihren 
(*)efülgdfrauen: „^iet ifl nun JRiitcr 6amfon gefommen 
unb will mid) entführen wiber äliiüen mrinrd i^atrrd 
tinb meiner ^luldfreunbe. Stber wie werben wir i\}in 
bad wehren, mafi er audgeführl haben will? ©enn aud> 
hier hunbert Siiltcr wären, fo würbe er bennod> allein »on 
hinnen führen, wnd er wollte, unb bedhnlb nahm id) 
meine .i^leinobc unb all bie befien Jllcibcr, wiewol cd 
meine vollfcmmcne große Sd^anbc war, mit einem ^IVanpe 
JU fah«n nnb mich fo rou meinem äJatcr unb meinen 
SUerwönbten nnb lieben gf^^'inben unb aller ^ihrc unb 
3icid) JU f^eiben." Tiann bittet fie bicfclben, ihre gludjt 
fo lan^r ald möglid] ihrem 3Jatci i^u vcrbcimlidtcu, bcnit 
fie Wille fjcwi^, tia^ er ihnen nadirciten werbe, fcbalb er 
cd erführe, unb Sauifon fei ein fo guter ^clö unb ge« 
walligcr Äämpe, bay, bevor er fein «eben lalTc, mant^e 
ihrer ^erwanbtcn unb grcunbe hauptlod jnt örbc fiiij^ 
würben, ;^arauf trogt Samfon bie ^ungtran auf feinem 
3lrmc nud bem Scfetofl'e; aber atle ihre grauen bleiben 
weincnb jurnrf. 'JluiJen vor bem ,§ofe holt ber .Riiapvc 
mit jwci JHoffen, bad eine mit bem Sattel, ta^ aubrrc 
mit feinen unb bcr Jungfrau ÄIcinoben. Sanifon wappnet 
ft(fc, ipttngt auf fein Mop, fc^t tic Jungfrau auf feinen 
£d(oi3d unb reitet and ber 33urg einen langen 3öcg, bid 
et in einen großen, unbewohnten iffialb fommt, wo ec 
fid) ein ^and baut, mit bleibt bariii lange 3ci^ ^1^ 
nod) mcbtcrcn klagen ffiobgeir bad ©efdjchcne erfährt, 
härmt ed ihn fehr unb ba er nidjt weip, um'c er bied 
räd)cn fönnc, Idjjt er ^unäd.Ht alle ^ofc ©amfen'd 
niebrrbrenncn unb öU fein ^ofvieh aufhcbm, crfloTi ihn 
für lanbcöverwiefcn unb gebietet ben Seinen, i&n ju n* 
fehlagen, wo fie ihn träfen. ,Vl[d ©amfon bied trfdhtl, 
reitet er ju ben ^öfcn bcd 3arfd, verbrennt unb erfildgt 
9Wenfri)cn unb ^ich, wad nid)t von bannen flieöt. Auf 
feiner ^cinifchr begegnet ihm bcr 3ail mit fcd}3tg 
3)ifliiueu. Äühu reitet iWobgeir allein ihm entgegen, er* 
fthtägt bfufelbeu mit 15 JKtttcni unb bie Tibrigen ergreifen 
bie gludit. 3hnt folgt bcffen ^Srubcr ©runfteih ald Ä^nig 
in Salem. SWandjen 'Xoq reitet nun blefcr mit großem ®e» 
folge aud, Snmfon aufnufurticn, aber cbenfo unerft^rerfen 
wie früher reitet Samfou in bcd Äönlgd ©ehofte nnb 
verheert ftc mit geuer unb edjwcrl, i)iefer Unfricbe 
halte nun fdjon jwei 3ahrc gewährt, ald eincd 2qge* 
ber Jtönig mit hunbert >Hittern audjicht, Samfon aufjn' 
fud>en. l)a er ifin nicht finbct, übcrnodjiel er in einem 
am 5Balbe gelegenen Änftcll. ^Ibcr um 33iiiteniad>t fommt 
©amfon allein borthin, fd)leubcri einen lohenbcn ^ranb 
in baffelbc, foba^ ed nldbalb in lirfjlcn glammen ftcbl, 
unb ergebt gcwalltgcd .^örncrblafen unb aBaffengelöd. 



GUDRUH 



— 133 — 



GCDUtN 



^Qe glauben, von einem feinblid^en ^eere überfaQcn ju 
f«ln, Srunflci» flicbt mit fed?3 Willem eili^ rem 
Spalte ^u unt) Dm übrigen, bie gleirfjfnUd in i?cDct ^<t' 
toirning fliefirn, füflt 6amfon, ctje Der Xag [ontmt, not& 
6tI^tmJ)f unt> 6cl!)a6en ju unb erfcölägt ouc^ 9)lan[t)fn. 
Sxixi ncid) €onn^ntiuf})(inQ ilöQt ber ^önig auf feiner 
glud)t in bcm SßolCe auf ^ilbifvib. dt friigt fte, warum 
HC Ijier m»1re, und ipo ihr Sictfter lodre, iinb eb fte mit 
il)nen fal)ren wollte. £ie antwortet, biefetf f^^in^ •)2)au0 
fei i^rc ^crtertjc, 3cimfon nb« fei mit onbiedjenb« 
9Ja(^t forlaeiiltenj wenn fie nirfitö uon l^m gewahr ge* 
niorbeii, fo wiffc fie nfe^t, wobin er geritten fei, tinb 
fragt i^n bann, wie er fo frül) bat]iit gerommen, ba 
man bodi einen balben ^ag gcbraudje, um aiii bem 
SBiifbc JU fommen. 3}er Äöuig erjdblt ifer, wafl H* bc* 
geben. Sie enripert, ba^ wol €nmfoit aHeiii bie ganje 
^adii niidgefril^rl hjbe*, er etflärt bic6 aber für ti)ört(l)t 
unb forbett fie auf, [)urt{g il)m in folgen. 6ic antwortet, 
bie?mßl niefet, benn fje wif|e ü*ei, bn^ er balb Hberou6 
<?lroöcd jn tbnn Ijabf, unb bcipt ibn fid) umjuwenben 
unb bem jii anrwcrttn, bcr mit ifjm jum ©cfpidj; fonime. 
Xa. nun bcr Jlöiiig Samfcn bafter reiten fiebt, jiebl er 
fofort fein <£cf)wrrt uiiD weiltet \iHi gegen Hnt, aber 
€anifon fpahci ilim bad ^aiipt unb eifdjU^qt bann bie 
übrigen iHitter, bid auf einen, ber fdjwer oeriminbet enf 
fommt unb balieim bie grofe Tl&xe beridjtet. Samfpii, 
ter nun nirfjt* meftr Don feinen geinben au fürÄten ^at, 
belabet brci KüfTc mit C^olb, Silber unb Äleinobeii, 
bringt rn6 vierte ber i^^ilbifvib unc et fetb|> nimmt baö 
fünfte, unt auS bcm äLsilbc ,iu reiten, 5!113 lle fcftcn 
bem 2lu3gangc bcS ^li'alDcÖ fid* naltcn, begegnet i[)m fein 
ffialerdbrubcr Ibennar mit jwolf JRittein, um ilim ^ilfe 
iu bringen, fte reiten jufammcH ju rinet Stabt im 9ietd)e 
Äönig SruHflein'd, wo Samfon jum öerjog an '©riin'^ 
ftein'ö etcITc crwdblt unb balb barauf i» ©alern jum 
JTönig erflärt wirb. 

Gd fvnnflt in bie 9lugen, lay wir Ijicr bie alic 
^ilbcfage auf einen anbetu Sagenfreiö, unb jwar auf 
trn Stammvater ehit^ ber gefeierlficii ^plbcugrldjledjter 
übertrageii ücr uud baten. !Ber 9iame ^jilbifuib iü nur 
eine Grweiletung beß cinfadjen .ipilbe. tfit übrigen 
9fain(n mußten ben Urnftänbert gema^ ftd> fügen unb 
äiid biefem ©runbe fonnte nudj nidjt ber (^ntfüljrcr mit 
bem ©ctfolaer faKcn; aber bcr Mam)>\ wieberbolt fidj, 
bid aud) bec iJaibcr td Scifolgerd gefallen ij^. 

@ö fann faum ein 3»'eifel erhoben werben, ba6 bie er* 
WÄbnten bäuifdjen unb fcbwebifd)eu lieber (bei Sv. Grundt- 
vig^ Daiimarks gamle FolkeTiser I, No.O. Ärwidssoa 
Svenska Forasäuger I, No.l7; meine beutfd)e ^etbenf. 
2, 350 fg.), welebe Ijonbldjriftlidj and bem Ifi. unb 17. 
Sa^rl). uorbanben ftnb, nid?t nur benfelbcn ©rgenfianb 
lirßngcn, fonbern aud) auf einem beutfd^en uub jwar 
niebetbeutftbcti Siebe bcrabcn. Unb biefl wirb baburcb 
befidtigt, ba^ fcwol in bem bänifdjen yiebe B oW In 
bem fdjwebifdjen bie Slnlwcrt ber 3ungfrau auf 6amfon'd 
luffotbening feine Slflerlifbjle ju fein: 

»AA giere« iog ilot giorde 
om leg for min fader torde 




genau mit ber flimml, wcli^c in unferer ©ubtun 407,4 
§ilte bem Lorant gibt, aI6 er fie bewegen will, i^m 
nac^ ^egclingcnlanb ju folgen: 

getörsle ich vor (l«m vater ab, »6 wolte ich tu gerne vol- 

gen hinnen. 

Unb wenn ferner in ber SBife Samfon fein ©d>wert 
jiebl, unb ben SJater ber Jungfrau ju erfdjiagcn brobt, 
biefer ll}n aber bittet, fein (Sdjwert einjufteden unb iljm 
erflärt, if)nt bie Xod}ier geben ju wollen, er fei ibrec 
wobl werll), unb biefer bann fein JRoö umwenbet unb 
i}cim ju feiner S3raut reitet, fo läßt fid» mit biefem ftlcb« 
li(^en i£(^lu^ wol Toerglcid^en , wenn in unfrrer ©ubrun 
^agrn, a(fl er in ©efabr ift, non SEair crfdilogni ju 
werben nnb .^»etel iljn auf ^ilbe'd Sitten au* Pen wötben 
gebolfen ^at, Str. 524 ben Icyicru burdj T^nerfen« 
nung feiner :tre(fl{(4feit nnb @d]Iaubeit ebi^t, inbem er 
fprit^t: 

,,sil ich bün Temommvii 
du si mit maneger gürtv wären n«cb ir kuniea, 
»t ist iu groztu t-r« von hclden unzerunnen: 

ir hittiet mit »cbfeneu litten mine lieba tobi<-r gcwunneii"; 

barauf mit ^etel bad (Snbe bed .ßampfed verfünbet unb 
bei feiner ^eimfe^c i\\ ber alten jtönigm fagt €lr. 
560, 2. 3: 

«r bundv lO nicmnn sinu tohter hui liewcndcn. 

bete er ir noch ni^re , er wultcs bin te Hegeliogeo senden. 

3n bem 3iiae ber Uife, ba^ ©arnfon t)on feiner 
^Butter Dtrratbcn wirb unb er biefc trfdilägt, fönntc man, 
wenn man nidit mit 6». ©runbtrig 1^ 57 nnnebmen 
will, bap er nu6 fliitcrn 93ifcrn eingetrungen fei, wol bie 
böfe (Dcriinb wieDcifitiben \ bodj Ift cnlcreö wabrfdjeiit« 
[id)er, bü f«^ im 9lotbfu «ott ber ®ubrunfogc feine 
Spur finbct. 

^iefe 58ife ^at fdion ber fd)webifd)e Bearbeiter ber 
ilI)ibreFöfaga (gegen bie 3JIittc bed ir>. ^afirl).) r,rfannt, 
unb <x\\9> ifjr jene 3ßcrtc ber ^ilbiföib entnommen. 3)0^ 
barau6 aber ni(bt fi>Ig|, wie Storm in ferner £d)rift 
Sagenkredscne om Karl den Store og Didrik af 
Bern hos de nordiske Folk £. 192. 193 bel'auptct, 
ba| bie UJife xui:^ ber fd)wcb. Bearbeitung verfaiii fei, 
babe id) In meiner bemnädjft erfcbeinenbeu ^bbanblung: 
„!l)le 9{ifIungQfagd uub bad Slibelungrnlieb" gezeigt. 

3?a(fe bem 33orflangt % ©dmm'd {UX. ©cMdjIc 
384 fg.) unb *D^iUcnboff'(* (J^auyi'« Seiifcbr, 12, 274) 
flnbet 'äDUrlin (Küdrün XXXX fi;.) eine große Qud) 
iu ben 9?aracn berfortrrtcnbc Strbnlidjfcit ber 2üaltb(iriu«' 
fagc mit ber ^ilbcfage. 9BaItber entfubre feine (geliebte 

tilbrgunb au« ber ©cwalt eine« alten ^<nfd)ere; bev 
erfolger, ber erfi 55unbeöbruber war, beip»-' wieberum 
^agen. 9?c(b ndber würben bie Sagen ju ciuonbcr 
fiimmen, wenn bie poluijdje Sa^-ic (2Ö. ^rimm, ^elcenf. 
S. 158) barin einen uefpriuigli^en 3"Ö bcwabrt haben 
fiinntc, bog SBoItber feine Ö)clirbte burdj ®efang qcwinne. 
Sielteidjt, meint er, IjÜllen wir ^ier bie bodjbruiftbe ©e* 
ftalt bcr Sage vor unfl, bie wir an ber 9lorbfecfüftc alft 
^itbefoge wifberfdnben. SBriter fübrt bleft bann Älee 
Q. a. C 18 fg. au8: „SRan barf rool", fagt er, „einen 
Stf;ntt weiter ge^en unb bcliau^lni, bap bclbe Sagen 



GUDRUN 



— 134 — 



GUDRUN 



{von ^t(t)e unt> .^iltf^iinb) nur SciterMtDuiigeii e'mci 
unD Bcf^dben 'iD)«i(>uÖ fint. ®c^t man für 2Öa[|[)ct 
^f6in, für JpilPffluu» ^ilür ein, fo (jat man fic @nmo« 
äi'iflc C« i^iLoeffliie, qUer&iiuiß mit t>erfi)6nli4rm Sti)lu§. 
Kuu lia\>tn aber befanndidi oft Ba^tn in ciniücn öuf* 
funken ltat]if(I)cn, in anBern f)fitetn bcfric&ij^entfn ^uö' 
oana, j. 'J3. gerabc bic ^ilbefagc, bic im ÜJubntnlt'cbc 
foicte in bct 3:i)ibrefd|aga eine flanj anbete StMu^^ 
ivmbung nimmt ald in bcn attfrl[)nmlid)i-n Sen>ttcn. 
60 luar reol and) bie ©a(je t)on ^ilbebranb unb ^^abu^ 
branb uvfpninflllt^ trnijifdjen SluSiiangÖ. 3mmei ii^ ber 
ernfie bü|tere issdjluö ber öftere, ber rcrföbnenbc bagetjcn 
ein S^f^^n milberec Sitten unb ©efühle. ^efd^t crflärlidj 
ift ed, umrum baö alte tSnbc ber ^ilbefnge in \>em 
(Öriniantütteu Deulfdilaiib fo ftüt) einem bciteni be* 
frieriqenben iccid^en mu^ie. Sliif \)tti bem ^tarnen unb 
mv(l)itd]rii (F[)cirafier nad] mit «^ÖQui gleid^cn ^dijano 
iji oben liingemirfcn roorben. ^ier fei nod,^ Solficnbrd 
bemerfl. 3m ffinitljatiuö ttilt neben ^agcn (Snntijer. 
aber in ber iiljibreföi". 243 fg. wirb uon ben 'Verfolgern 
nur ^ögni genannt, n)äi?renb fflunlhcr mit feinen Sranfcn 
gnr nidjl riorfornml. (Ir gebort aud) feinenfallö ber »*pilDr* 
gunbfage nrfprrmglic^ an. Eie *ßcrfolgnng öurd) Wimiber 
iji im 3Bot(bartuet ganj ungcnüijenb niotioirt. äßabr* 
fd)einlicft l^al crft ^ägen'd 9famc brn ®unl(Kr'6 nadj fid^ 
fleiogcn unb fo eine Bermifdjung nwtiev uerfdji ebener 
^agcnFreife T>eranla^t. $(ud) in ber pc>lnifd)en Sage t>on 
9ßj|geri5 unb ^elgunba ifl nur vcn einem 9Jerfclger, 
t>t\\en *)iamc freilidj uidjt genannt wirb, bie :)lcDc. "Sic 
^ctclnjle!)ung i\i ttn burgunbifdjen öagcnfrciö bat tamx 
jebenfaUd and} bic (Sr^äl^lumi (S^el'd «eranla^t, and 
beffrn f}aft äQaiif^ec unb ^^ilbegunb enlflictHMi unb ali 
Ceffen Silier .^ögni in ber ^fjibrefölaga auftritt. !t)aÖ 
aUt einfache Qjirbdltnip ift in ber ^Üöcfage ertjalten, n?o 
^Öiy\i ber 5iater ber entfübrten Jungfrau ifi. Hilde- 
gund (^ Gimdliilde, wie Hetaüwolf =: Wolfhetan) 
l}altc id) fne eine pieonaftifdie (^nceiterung bed einfachen 
Äammd Seilte; eö fagt nidjt mc()r alö Äilbe, benn 
gund unb bild beceuten gan) baffelbe, ja Gunnr (ba^ 
neben aut^nabm0n>cife Guor) iji mit ^llbe au(4 eine 
fflalfüre (Vol. 24). !l)Dt^ ni(^t nur ber iRame, au4 ber 
€t}arafter ift berfelbe, metingleid) mannicfefac^ abgcfdin)Arf)t. 
3n bem erfien agf. Srnc^fiürf Don Valdere (^aupt 12, 
265 fg.) ermuntert ^ilbegunb bfii SOalll^er jum Äiimvf, 
»n^ lebl)nft nn ble ©ragi'ldjen Stropben «nb an ©norri'd 
GTjäfjIunfl erinnert. "Darin baf ;^ilbeiiunb in ber "^la^t 
nadj bem Äampfe readjt unb fingt (Walth. 1180 fg.), 
fte^t 3. ®rimm gemi^ mit 9le(t)t «ine «blaftung befi 
Xobtenenredcn« purd) ni50IIi*e 3»i«i'Ctlieber (Cat. @cb. 
38d), unb ebenfo fönnte t:a^ einfügen ber Rauptet an 
bie Seichen (Walth. 1157 fg.) fidj „in alierir lieber^ 
lieferung ouf ein fcicbcö SSJifbererwerfcn ber .gelben jn 
erneutem Streit bciiebcn, ob e8 fd)on jept 9ßaUt)er uer* 
rid)tet flntt ber aungfrau. 3n ber Jljot »irb ber Äampf 
am anbern ÜJlorgen fortgefe^t" (3. 6*rimm a. a. O.). 
fflif in ben ©ragi'fdjen «öerfen Jpilbe bic flic^enben 
äDunbtn RiUl unb Xbibrefef. 0, 239 tcm ^erburt bic 
^unben serbinbet, fo verbinbet Waltb. 1408 J^ilbegunb 



bie brei blutenben ^ribcn SBallbari, ^agano unb ®unf 
tbari" u. f. ro. Xtagegca bi-mcrft .^anö iffiibmann, 3"^ 
Äubruu. fflyibifdjeö unb ^!ftpri|*eö. Dreiunbunjanjigfter 
Sdbrei^brridjt be« ©tjmnajium« ju &ön iHl'6. ®. 18: 
„aber einmal ift jreifdjen ber^ilbe* unb 2öaUbariuafage 
nid>id gemeinfnm aii bic (Sntfäbrung riner iTönlgdtod^er, 
ja wir fönnen fanni von tSntfübtung fpredjcn, Pa 2Öa(' 
ll}cr unb .)J)Ucegunb ald Qirifcin am .^ofe flrtila'ö leben 
miifien, fonbi-rn nur von einer gemeinfnmen gludit; l>ann 
finb bie ÄtSmpfer gegen aüattbcr nidit QJerfolgcr ber 
gliidjtigcn, fonbem ber Äönig eine« ftemben ganbeft unb 
beffcn (licfolgömannen; ferner gilt ber Jlampf nic^i fo 
febr bem ^eiljc ber 3ungfrau alö Un von bem flu*' 
tigen "l^aaic mitgefübricn ®djäbf» "i^b enblid) ifi nor 
ein "^taine in bitten Didjtungen gleid], ber ^JZanie ^agen" 
(bod) atid} wol ^ilDcgunb). 

£id)eter alö in ber 3öa!lbariuÄfagc ftnben roir W« 
^ilbefage wifber in ber •Öfft'wrtöfagr, wrid^e unfl Wc 
ibibreföiaga c. 233— 239 ebenfalls aud nieDcrbeuifdjtn 
Ouellen aufbewiibrt bat. Äönig Xljibrer von Sern, tu 
ilÄblt Dieidbe, beabfif^tigle ftd) ju vermäblcn. Da v^\xt 
ibnt getagt, Mv <^ilbe, bie üodjirr Stönii^ iflrtud' von 
©frtangalanb al« bie fdjöufie aUer grauen grpriefen 
roerDf. iSt fenbet öotai boribin unb bicie febren mit 
brc ^JfaAridjt ünrürf, ba^ .^ilbe bie fd)önfte aller Sr^uCR 
in ber '23dt oon benen genannt werbe, bie fte gefcbcn, 
ba& fic aber bauen abretfen muffen ebne ne gefcljen (U 
ünben, ba ihr ^Bater biefelte fo forglidj buie, ta^ fein 
an?IänMidj?r ^iJJann ne feben fönne, nnb von inlänoi» 
fd)en aud} nur bie liebften ^ceunoe be<S JTöntgA. Jfönig 
3;i)i>ref mat^t fidj nun gcopc ®eba:ifen, wie er ^iibe 
erlangen fönnle, unb fenbet cnblicfc ^erburt Don 39ccn< 
(A m\t> B iüeron), ben Soljn feiner ©d)weftcc 3folbf, 
ber ald jjliidjtling bri ibm weilt, mit cicrunbjwanOg Äittetn 
ab, um um bicfelbe für ihn ju werben, ^erburt irdgt 
bem ^önlg ^ItluS bic "Bertnn^i vor, unb a(ö ^icfc^ ibti 
fragt, warum Xbibrcf uid)t |c!bfi gefommen fri, cnl* 
fd)ulbigt er mt& bamit, ta^ Xtjiöref fd)on früher ©olea 
ju biefem 3''"^'* bierber gefanbt habe, bie aber ^ilbc 
ni(^t jn fef)en brfommcn t)ätlen, barum fenbe er je()t it)D, 
feinen Sdjwrrtrrfobn. 3(rtutf antwortet, bap er altf ani» 
lÄnbifdjer "iSlann üe nud) feßt nid)l feljen bürfe, außer 
an einem Üage, wo fte jur jtivcbe gebe, .tperbnrt bleibt 
nun an ^rtui)' fycU unb mai^t fid} bei bem Könige bur(^ 
frin i)öflid)e6 Spnri>mcn fo beliebt, ba^ er i^n jum 
Sdjenfen ber ebelficu 9)?tSnner unb fogar ju frinem 
^unbfd)cnfen madjt. 9lld enblit^ ber ^ag rommt, um 
^ilDc jur Älrdjc gebt, fdjreftcl flc unter fo ftarlei Sc« 
betfung unb jugleid) fo vcrbüUten Raupte« einbec, ba$ 
9tiemanb ibr '^nilitj fdjatien Fann, unb aud) in ber 
Äir<^c weubct fie ttinen ^lirf von ibrcm ©ffangbudjc. 
Da Idpt ^erburt, ber flilj ibr fo weit alö mögticft gc* 
nabt bat, iufefi "ne golbgcfrtjmüdte 5Raud laufen, unb 
alö ^ilbc birfe gewabr wirb, fAaut fie auf, fcbap ^cr* 
burt wenigften6 etwad von ft)rem !AntU& fd}auen fann. 
darauf Idft et eine filbergefcbmütfte !£l)Iaud laufen, unb 
inbem ^ilbe ku ibr binfcbaut, erbliit fte einen aud' 
nebmenb l!6flidjen ^ann, Id^elt ibm )u, unb er i^ 



GUDRUN 



— 135 — 



GUDRUN 



» 



I 



witbfT, ©efort fenbft fif nun i^re (ijefcrfldftau ju ihm 
unD IA$( ibn frngfii, Wfr er frf iinb iroo l'cin Oirnurbc 
fei. <lt atinrorlci, fr bei^e ^trburt, fei ein 5^iuiöfrriinö 
Äönig !iM&«rtf »on ©(rn, ober Iciii ©pwftbir Tonne «r 
nur In J7i>nigÖtDd:ler allein fagcn. 9110 Diefer lU Wlani 
baö ^cQuibcl, L>cfd?cit)ei fie \\}i\, i[)rcr nad) tnn Süe^gonge 

Un6 fo fommi er mir tft ^umifrau jum Ö^fipräd), fagl 
iljr, &a0 er fd:on ein 5?ifrtrljii(ir ^irr ficn'flrn imD ra« 
flctenö liamfld) flctrudil« fiabe, fic jii frbni tinC ju 
fpridjen, tie Sadjc (rlbrt, iif <x ihx au faften Htr, fei 
aber ^ii lanj), um (u 1)irr x^crjuiraoen, unt) biitri fie 
toa^er, rine längere S^it taju ju fc^affrn. Ü^a tritt ein 
tüRdnd)* eiHci ibrcr <^ület, liiiju uiib flö^l ^eibitit al6 
au0l(inbifd)cn 3]!nnn l)tnireg, bicfer fa^f ilm aber beim 
^mt mit fd)iniclt ihn fo lerb, to^ bcr ©ort fnmmt ter 

taut abreißt. 2)arauf fleltl bie Äönißßtrdjlfr binweg, 
erburt aber gel)t ju Cc6 Jlpniyiö 2ifdj(n ju Kenen, uub 
tfe Jlöni):t0tod>ter iranf hi mit ibrcin ^otcr, tcun ed 
war grofie gcftlid^rcil. Vti 5er Jöfel bittet nun bie 
ÄönitiCtoditcr iijuu 3Jaier, ibc ten böflidn'n SNunb« 
fdieufeu ^iim ütienftniditn ju ^eben. ITiefer flciviibtl fie 
©itte, iinb nadj bcr Üafcl gebt t'\e Äöiiifleitciifr in iljt 
®{fclo0 unö ber junge ."FinbuTt mit ibr, ibr ^u tieneii. 
Sofort melbet tiefer feinem J?önisie ^fjibref turd) jwölf 
JHitIci bcn Ütfolfl feiner Senbung, unb tiefer ifi barübfr 
ffljr erfreut, ^erburt trägt nun gilben Übibrera SBcr- 
bung vor unb fdiilterl ibn ald ben grollen unb trff|< 
lid^fien aller gelben unb ^eidjnct audr auf 12>etltUig(U ter 
Jungfrau teiim ^Inilif; an bie SBortb. ^ber bied ift fo 
gro0 iiub fd)rcdltd), ^a|j fic fid} bucor entfc^^t unb crEIärt, 
ucr einem fo fd}tedlid:en Ungefeeuer möge fic @'olt bt* 
watirrn, unb forbm ibn oiif, fetbfit um fie ju n>erbfn. 
^ribuTt ertvibrrt, er babe ^önig ^bibreTd S^erbunt) 
BUöridjlen u'oDen, n?ie er i&m geboten, wenn fte aber 
biefcn nidjt wolle, fo bitte er um il)rc ^ajib. £ie ver* 
loben fic^ unb ciiud Üagö frülimcr|.ienf^, betoi ber Äeuig 
äi^wobn in ber £ad;e faffe, entfli(l)t er Ait il)r, iebeß 
auf i-inem bcfonbein ^ioffc l)in ju bem l&>alte. 9lti5 
Slitutf bieö erfäbrt, gebietet er feinem Äilter ^ermonit, 
fdnem Shitdfreuubr, i^nen nadTjureiten nnb nicbt eher 
ijeimjufebten , alö bid er ibm ^erburl'6 ^aupt bringe. 
ISlit trci^ig Sliliein unb brei^ig ^no^pen eilt biefet ibncn 
nadj. ?IIÖ ^nburt fie erblirfi. bebt er bie Jungfrau 
vom JRoffe unb nininit Üjr bafl SJiagtlfium. Äurj tarauf 
fl>rengt ^ermann beran, ivitb aber fammt jwölf Gittern 
unb DieTie(}n JTncHJpen von ^erburt erfcblagen, worauf 
bi; Uebciggebliebenen eniflieben. ^erburt, ber eilf groge 
SSunbcn empfangen I^at, wirb eou ^llbe verbunben, 
beibe fliebcn bann ju einem Jlönige (bcn bie allfd}web. 
©eatbeilung 3ton nennt), bei weldjem ^erburt .^erjcg 
Wirb unt in großem Slnfe()en fitinb, „unb niandje grope 
SRdre" fe^t bie 8aga bin^u, „ifi ucn iftm ju fagcn". 
iDieff Sage, in ber ber 9?amc ^ilbe, fowie brrra 
(Sntft'ibrung unb $rrtf)eibigung gegen bie 3)etfoIgrr 
wieberfei)«, ndb^rt ftc^ aber fdjon mebr baturd) unferer 
Jplfbefage, ^n^ <^erbuit burd; fein llöfIid^c^ ^encbmen 
^<^ Die ®unft beö Äönigfl erwirbt, wie gtute, SBale 



unb ^orant bie jagend auf ibre ^eife, unb ba^ bie 
beiten äRüufe, biirdj wridie Jpcrbmt §iltc'ß fingen auf 
(td) lenfl, ^if SieUe ron .^oionl'0 tevlcrfenbem ®efange 
vertreten, yillr übrigen tSinselbeiren, namenilidj bie Flamen 
unb bie ^erfniipfung mit Jtubrrf ic, finb 3"*baten. 

Xieff Soge war aber aud) eine oberbeuifd)e. @ine 
?(nbeuU!ng bavon gibt und ber liditcr bed Siterolf 
'iÜ. 0451 fg., wcldjc ein verlorene^ ÖJcbidjt voraußfe^t. 
^erbcrt von XÄneniQif, ber bei bcm gropcu Xurnirre 
vor 2ÖPtmö auf ©unibcfft Seile ftebt unb bem cS 
Uitred}t bünft, bog Xieirid] mit ben ^Imclungen ©untrem 
Äampf angefaßt babc, nilimt fid), ba^ er ^ilbeburg, bie 
$ed}tet I^ubwig'd von Crmanie gor geiraliiglid) entfi'ibrt 
unt ^orimut ncbfl feinen 31?anncn unb ihrem 9*aict 
fiegrcid) im JTamvfe, wenn aud? felbft vcrwuntet, be* 
flanten bobfi bdg er ferner in ifcrem Pante einen 
^tiefen, ben Subwig unb alle feine ^mannen nidjl gewagt 
l){Stten nnjugreifcn, erfdjlagen babf, unb ou^erbem bab»; 
er aud) ©oltwört unb Sewart erfd>(agcn. ^lö er barauf 
mit ^ilbeburg unb einigen 3)Iannen nad) Sern gcfommrn, 
habe ihn £ieirid} mit .^ilbebranb angerannt, um ihm 
bie Jungfrau ^u entreißen; biei'e feien aber von ihm 
jutüdgefd^Iagen wetten, fcbnfi er bir Jungfrau filürflid) 
^eimgebradjt unt tiefe ncd) Ijier amiWbcin bei itjm weile. 

^ier wirb .^pilbeburg, iveldjrr 9?amc nur eine Er- 
weiterung von ^ilbf ift wie ^iltifmb ;c., ebenfaüö 
von .^erburt entführt, bie Sierfolger ridjteu jufammen 
üud) gegen bcn cinjigen nid:td aud, ber febod) ebcnfiiüd 
nur vctwunbet enifommt, nnb ebeufollö tic Sraut ur* 
fprünglicti für Üieliid) l;al werben foUen, wröbalb tiefer 
iljm biefelbe ju entreißen verfudM. In& ^erburt nitfct 
von 3verne oter l'rrcn ifl, fonbeni von ^ducmarf, wiH 
nidjtd fofleu, aber febr ouffallenb ift, ba$ ber 93atcr fclbfi 
mit bem Sohne bem ©ntführer nadjfepl, unb tafs jener 
ni*t ^agen ^eigl, fontern fiubwig unb fein Sohn ^arl* 
mut wie in unferer ®ubrun|agc unb rbcnfalld wie bort 
auö Otmanic ifl. Slucfa bie Älage nennt llOilrine 
^ilbeburg, bie Sd)anbinireie, ticboren aud ber Wcrnifinbie, 
ober fie ifl nid)l tie brd Siterolf; tenn einmal ift tirfelbe 
nebfi ^erlinl von Jltied^en unt ©olfcrun, ber Sot^ter 
Ciubfflcr'ft von granfreü, ju ber ^unnenf^nlgiu ^eldfee 
gefeuimen, weldie fie erjiebt, na^ an ^ilbegunbc ber 
Sl-allljarifage erinnert, aber ni^t an eine von ihren Slrüern 
erjcgrne unt von ihrem 93ater forglidj gehütete Jungfrau, 
nnb fpfann, waö id) gegen vfflee a. a. C 57 (vgl. m. 
^eltcnf. 2, 537) aufredjthfllten mu0, fnnn ber Xidjier 
ber Älage bie (Entführte unmöglidj „bie Sdjanbenfreic" 
genannt haben unb muß biefed Epitbetun nur tarum 
gebraust haben, um fie von ber bcd 5BJterrIf ^u nnirr' 
fdifiben. Sßon ©oltwart unb Sewurl, tie hier Dictridj'd 
SJinnnen finb, rrfdjrint nur (egtercr in Sllphatt 20(1, übet 
auf (Srmenridj'ö Seite unb wirb 442 x>cn üSoIfhart 
erfthiagen. 

iie« if^, mit «udnabrnf be« g(eid) anjufilhrentrn 
3eugniffed aud Samptedit'd Slleranbcrlieb, tad Siditigfle, 
WüA und über bie ^ilbefoge erhallen ifi, wobei ic^ von 
ben Spuren in unfern SO?ärd]cn, tie man ebenfalld her« 
beigejogen (jat, abfetje, weil biefelben fehr aroeifelhaft finb. 



GUDRUN 



-^ 136 — 



GUDRUN 



2ÖaÄ nun bie ®ubrunfage betrifft, fo ift niati bidfter, 
ba fic^ x'oit tl)t fdnc ftd^cte Spur auffitifen lUOf aU« 
flcmein tpr Sinfidjt gettjcfen, 6ft§ tltö Ckfelbe aufl Der 
Silt&rfaor rnlwicfett \)aht, intern au9 ber mit itjrcm 
Tillen cntfiiljrtcti 3mtflftnu rinc unter bcm 9iamrn 
Öuörun cnlfiiferte gcroorben fei, ati(^ biet ein Äampf 
fielen bie ^Äatöeilenben flattfiiibf, bcr loie tri Stiro fictj 
uad) ficbcn 0!viI)tcii erneuere, unD ein Kebeiibutjicr 
ÜÜ& einer Der JOrfiicijtallvibc cntfpredjnibcit S^ffunji Per 
ÄilDcfa^c ouf genommen fei. iMfleiu ^iJiattin a. a. D. 
aLI ffl. jeigt, baß bicfc Sluffaffung in große Sdjwieria- 
(eiteii Dcnvicfefe, vor Slflem DnDurd;, Da? in Der ^ubrun 
ber '9lebenbu^Irr beft ßittfiilirerö Der t^elicbte $r*Üuti()ani 
fei unb bie SSraut Dem t^nifüfirer [}ier abipeiiljciib ron 
ber ^ilDcfatje uub allen ticnuantreu 6aßcn iviccnuiUig 
folge, unb ba^ man am beften tl^ue eine felbftdnbige 
@uDrunfage anjunebmcn, bie unr dußerlfd) utit ber 
^ilbefage vetbunben fei, jumal fl(^ fd}on in Dem mittel* 
rbcinifdjen Oebit^te auft ber crpcn ^&[fte bed 12. 3aljrlj,, 
bcm Stlcranbcrliebe be« ^Jfaffen Sumpred^t eine offenbare 
93ermifd}utig Der "^ilbe* unb ©ubruiifaijc .fcitie. 3u 
biefem oben cnvät)nten 3<'Ud'>i^ vcrgCeidjt uduiltd) ber 
ii£(jtcr, um bie ScI)lü(I)t am (Supbrat jti>ifd>eii aieranbet 
unb ben *ßerfern fucdjlbar barjufiellcn, bicfc mit bcm 
Kampfe t>ox ^roja unD beut auf bem SüBütpenfanbe. 
iflfielbc lautet iit bcr ©irap&urger ^anbfdjrift (fjerautf'^ 
flegeben von 3Rapmann) B. 1830 ffl. alfo: 

von etaeri volowiga lifiro wir aagflo 
d«r üf Wlpinwerde geveah, 

dar Uilden vtiter tut laeh 

ia2vUeh«D Hag^iien iinde Wm«o: 

derne mohte «ih hi zu oiht g«gaten. 

Herwich unds Wolfram (tittitigfc Wolfwia) 

numohton imo nlwit g«ikh gid 

»ob Di-bvfn man ander: 

alsd freivitch wu« Aleiander. 

$lbtvei<^(nb con unferem ©cbidite, meint Martin 
weitet, E)ei@e alfo bie ©craubte ni(l)t ®ubrun, fonbern 
^ilDc. •'^^agcn, Der nad) unferem @et)i(^t bcr (Hropvater 
ber ^ntfübrten fei, nebme an bcm Jtampfe ü^cil. t$d 
erfcbcinen ferner ein SUolfroin, ben man toib nit^t o^nc 
ffidtere^ mit Orticin gfcirfifepcn Dürfe. 3)ie »erfudften 
SrilÄrungen aU biefer Stbiueidjnngen frfen bcbenflicfi, 
unb Da fiamprec^t fclbfi Die löeriDirrung burdj eine 
ungenügenbe Jtenntnlß oon ber €age nic^t ucrfd}ulDcl 
bobcn fönne, locil er bufl Icbenbige, biß in» (Sinjelnr 
befhmmtc Silb bc6 Äampfcfl uor Äugen ßcljabt, fo bleibe 
nur übrig, ben Äcrn Der ©ubTunfage für felbftönbig in 
t}altcn. Unb ba ftd) ferner ein mi>tbif(f)er ßbarafter nur 
aus SiebeuDingi'n nmtbina(jen laffc (bo^ Grfdicineu bcö 
öerlüitCcnDcii ^ogclö fcnntc quo Der CöivalcölOöc cnt* 
nommen fein, äüate, brffen riefift^e 91atuc nameittli6 
burc^ fein ßcroaltlged ©lafcn brjcußt fei, fei wie SWüHen* 

^off ^aiipt'd 3«Ji'f*r.! 6/ 67 gfJ^S* ^a*'«. ^" ®*»fl« 
urfprünglidj fremb), fo bleibe nur übrig, einen tjiftorifcftcn 
Urfprung gu vermut^en. @iner ber jabUofen dtaubjüge 
an ber friefifdjen unb fränfiftfien 9Iorbffcfüfte, njlc |te 
bie ©Olafen rtor ii)xtx Ucbcrilebelung iidd) Urn^laub, bie 
S}dn(n in ben folgenben Etilen fo oft nuSfül^rten, möße 



gemeint fein. 2)aß giegfricb, .^cnüig'* ®cgncr, btr 
2>äncnHnlg fei, bcr fidj im f). 3al}r6. Den Jranftn 
furcl)tbat madile, fei nid)t fidjer, wenn a\i<fo niat)rfd;einii<f). 
5)aacgcn er^ob |ldi Äle ca. a. 0. 47 fg-, unb crflärlc, 
baß bie großen SIbnjeidjungcn jroifdjen ber ^ilDe* unb 
OuDrunfagc an unD für lid) nid)tö ju beDeuten hätten, bä 
ndj Abnlidje unD ricl beDcuteuDcrc Urafei>rniigcn bcr 
:älKütii>c au(ö in anbcrn EatK", beten 3Dciititäl '^fiemanb 
besrocifeln lonnc, fiSnben. 23ät>renD j. 35. in bcr bculf(t<n 
©agc Äriembilb iljre SniDer iinD Den IVorbcr Giegfricb'« 
»ernidjic, iiiDcß @pcl ilir ungern folsjc, fei in brr noibi* 
f(t)en gerabe umgctfljrt ©uDriin auf Seiten itjrer trüber, 
Deren Zc^ fie na,ltber an bcm heimiütfifdjen tfltli rädje. 
IiaÖ granDiofef^e ©ciiüicl einer Saiieunmfcbrung aber 
fei Dielleldjt bie ßbronif ber 3nfel ^oen. 3» biefer f« 
j. 6. bie für bie folgenben ^reigniife E)i)d)nnd)tige SärauU 
nad)i SrünljilD'd unb ®untbrr'9 lo \>cruniialtct: ©igfrib 
fünn feinet grau ®remilD niifit .^err werben, ^agcn 
vcrfpndjt iöra bie ®ad?c in Orbnung ju bringen j gu 
Diri'cm 3mrrfc gebt er PcÖ SRadjtÖ unerfannt jn fflrcmilb, 
binbei bie SBiDcrfvcnftige uiiD bÄngt fie an eine (Sdutt, 
6igftiP liegt uiiicrCcffeii bei ^agcn'6 grau ©luua, 
gegen bie er fi»^ treulofcr 2Betfe fcrgel)! ir. tfine 
Umfclirung fei ed nud), wenn im ^itcrolf ber ©ruber 
ber tSntfübrtrn ^artmut, i^r 33ater Subwig fei, wdbienb 
beiCe in bcr Qjubrun al6 OMubcr crld)rincn. An unb 
für fid) tjdtten nlfo bie groficn Slbwcidjungen jwtftöen 
btr ^ilDe* unb ©ubtunfaöf nid)i6 ^u bebeulen. ©a* 
(obann Die 6tc(Ie yamprcdji'ö betrifft, fo finbct er Die 
Slniiat)me ^JOIarlin'd willfütlid), Daö biet in einem 3f"(ini& 
aud Allerer 3fii »"b mcl näl)er Der Duetle eine iöer* 
mifdjung ber .^ilDe« unb @ubruiifage, «Ifo eine (Iniftellung 
fein foUe, Dagegen in Dem ein 3iifirf)unfcert fpäter im 
fübörtlidjen tjeutfitlanb geDidjtften ©iicrimliebc eine ur* 
fprünglit^c @etrenntl)eit. Daö fei eine petitio principii, 
Die Sliemanb jUiugcbcn braudje. Unb ivcju flirre Diefe 
VInnaljme? Soilicii fidj bcnii nad?l)cr bie beiDcn t»«r* 
mift^ten Sagen wieDer getrennt haben oDcr rom ®ubran« 
bitter getrennt wotbcn fein? Dbet foUicn, n?rnn jene 
9Jctmifd)ung in ObcrDculfd^lanb unbefannt war, bie für 
fitfe bcftebcnbcn ©agen hier jnm anreiten "Hai vereinigt 
iHibcn, nur in gonj cinDern: Sßetfe, wie bon am 9?ieber* 
rliein? @in galt fei fo unmabrfdirinlid) als Der anbete, 
©in unbcfangcnet Süd werbe bie ©udjlogc über »en 
t>orn herein in anberem ^id^te fe^en. 9?id}t atö eine 53er' 
mifdjung jwcicr vcrfc^icbcner ©agcn, fonbern al« eine 
Uebergangflfhife non bcr älteren jur jüngeren, ton bn 
cinfa(ieten nur complidrtcren t^eftalt werbe un« We 
gaffung, wcld)C Samprcrt?! fauntc, erfdjfinen, unb bie 
©teile felbft ald ein uitumftitf^lit^cd 3fugni$ Davon, ba$ 
fid) witflid) Die ©uDrunfrtgc a\i<i Der ^ilDcfage entwidfelt 
habe: Denn \iiit man Die ©teile aud; ocrftehen möge, 
^ier würben Scgcbenbettcn nur Don ^ilbe erj^hlt, bie 
ein 3n^tljKiibert fpdter thcitö uon ^ilbe, ibefl* t)on 
®ubrun beticbtet würben, greiliifi bleibe übet bie 
?ampred)t'« ?(nfpielung in ©ruube liegeuPc ©eflalt ber 
©aae 5JieIe0 ungewiß, befonber» ta Der ©tun ber ©leBc 
jwcifcll)aft fein Fönne. 3iibem er In berfelben mit ^of' 



GUDRUN 



— 137 — 



GUOaUN 



I 



mana a. a, O. €. 212 inzvischen auf volwlge jurütf* 
bcjietit, bcl)au|)t(t tt, ^(l@ Mei'clbe in tiefem %itlic ntd)td 
lOfiur audf^ige afö: auf feem SSJülpcnwcrbc fämpfic ^a^rn 
Qt^rn SBaie um ^tltr in rinrr ^dflaffyt, an Drr auc^ 
^erroig unö ©clfmin %h(\\ nal)mcn. ^ilJe fie^« t>ann 
(lifo not^ an t£tfilf ©ulrun'ö im m^t. l%&.; oter 'oitU 
mebr in fc« nic^crrhfiniftfjen ®eftaU bet ©aßc feien in 
biefer einen Srijlnifci bereiiö bie (Elemente ju bcn fpdiem 
)weicn cntbalmi: ^a^en unb ^ilbc blieben bet rrflen, 
bet 6(^Qui)(ae, ^etioia «nb 3ßoirtDin bcr jweitcn, SlSate 
beibcn ©{^iQcfcten. 3öeun nun oud^ noct nitftt bie 
Sdjeibung ber ^auptpcrfenen in imi vor ü^ geßanj^en 
toäxtj fo muffe botfc bie Sage f^on jiemlit^ eoniplicirt 
gewfien fein, ipie auö ber iSnfiihnung ©ate'6, ^ermifl'd 
unb SBolnvin'd beroorgcbe, wclcbc bem Kotbeu niit 
6r!annt ivaren. iSi fönnien nur nod) ^tvri (Sinn^änbe 
bflöeflen erhoben U)erben, bog bie ©Mcn von ^ilbc unb 
©ubrun urfprüngtid) einö feien. Grfienö, wie ed jn 
erfldren fei, bap in Oberbeutftfclanb plößlirij neben einer 
feljc eom|)licir(fn SaaenficfiaU (©ubrun) bie alte einfachere 
(^ilPe) üufirere? 3tveiienÖ, »Die jöilbe in bcr aiiflfiüjr' 
(i(^eren Raffung ju bem 'd^anicn @'Ubriin fomme? !fluf 
erfier« gragc föune man bie SIntwott geben: bie verfdjie^ 
bcnen ©efiallunöcn brungcn ücn vcrfd)iebenen ©cgcnbcn 
5Rerbbeutf(tIanbe nattj bem ©üben. 3)iinH bleibe aber 
noe^ bie jwieite 5ragf obnc gfnüjienbe (5r(Mrung, benn 
ba§ ber 9?amen3n)ed)fel erfi in Dbetbcntfiljtanb vorge* 
gongen, fei wfiicn ber niebetbeiilfc^en %\>xm Gftdriin (pic 
t}(}<i)^. wäre Grundnin) nid;t ui bcnfen. 5&citc gragen 
beruljrten fid?. 3m norbwefKic^cn ^eutf(blanb feien bie 
®agen üon ^ilbe juetfi befannl gett)orben. 2ßflf)renb 
nur in einigen ®cgenben bet Stoff emfig auögebanl, 
mii neuen 3)(oliven unb ©eftalten bereidiert tvorben fei, 
bflbc fid) fel)r wcbl in anbern, »ieüei(fct nie^r abgelegenen 
eifllen bie urfprünglidje JReinbeit unb dinfadi^cit evbaltin 
fönnen, .^ättfn nun ©crühtnngcn jtuifdjen bcibcn 
©eftaltungen ftattgcfunbcn, fo bflbe man fofort bemcrfcn 
muffen, baö von einer ^elbin wenn aiidt äbniidie, fo 
bo(t) im (Sinaelnen wefciniid) vcrfdjiebenf @efd)id)ten 
erjQ^II würben. €o modjK eö gefdje^en fein, bap mau 
bie ^ilDe ber einfadjeren ^a^e jur 3J?utter ber onbem 
^ilfce (ber erircifertcn €flge) niadjte. Slnbem man bie 
cinfadji're (l*eftalt vorauöflenommen, fei eine fdjönc 
Steigerung entfianben. SÖor bem ^ntgcgengcfeetcn, 
ndmiidj bie dnfadierc bcr tomplicirten ©cfMit folgen ju 
laffcn, Ijabe ein natürlidje« Ännfigefiifil bewai)rt. 3ßa6 
nun ben 9?cimen ®ubrun betrifft, (p t^ Äiee bet Slnfl*!, 
ba§ er bcr ^ilbc von SInfang on a(« 3)oi)pcIname ange-' 
^ört Ijabe, wofür einmal eine 5?ermengung fcer ^liltcfagc 
mit bet von ©ubtitn ©Infi d Üodjict in einer ©leilc bfd 
färöifdjen Jpögniliebc« 2lr. 1G5 fg. fpredje, unb fobonn 
bie ©ebeutung beö Stauten« ©iibrun = bie jaubcrtjaft 
ouf ben Äainpf einiuirfcnbe, toeldjc ben walfürifien 
(S^atafter ^ilbc'Ö aufd ^Ircffeiibfie bejeidjne; benn alle 
(Sigcnnamen feien urfprünglidj SJppeÜativa, unb tia bie 
«Snlfieljnng ber .^ilbefage in febc frühe ^tlt falle, liege 
bie 1Öermutt)ung nabe, bag ©nbrun nrfprüngticb ein 
Sciname ^ilbe'a gewefcn fei. gßenn nun bie @eftalt 



ber ^übe burtib gewiffe llmftdnbe fit^ vetboppelie (ein 
in ber ®(igengef(bid)le nit^t feltencr 93organg), fo IjtSticn 
fi(4 bie beibcn 9?amen auf bie )Wei neucntflanbencu 
®e)la(ten verl^cilcn fönnen, ja eben biefer Doppelname 
bobc juglde^ jnr SJetboppcIung ber 9lamcnöträgerin einen 
Änln$ geben fönnen. 't'cr Umftnnb, bap un9 eine au8* 
fill)r(idjere 2)arfifllnng bcr ^agcngefialt, wie fie Sampverf>t 
fanuie, fcble, erfibwere naiürlid) bie Unierfudjuiig un» 
gemein unb eine ju eutfd}iebeue ^J3cantivortung aüit 
angeregten Sragcn bleibe immer miölidj. So viel aber firbe 
feft, X>a^ gegen ältoctin'd Sc^ouptung gewic{}tigc @rünbe 
fVräcI}fn, baß fie ju Un b eben fli(b fie n gcfgcn fübrc unb 
bap wir biö je^t feine Urfnt^e bdrten, von ber alten 9(u« 
fi(^t, bie @age von ©ubrun ^abe fidj au6 bet von ^flbc 
entwidclt, abzugeben. 

hingegen bcl)auptct 2Bilmannö, !t:ie ©ntwidelung 
ber Jtubtunbi<btung : ber 3nbaU bcr urfprftnglitbcn @ubninr 
bitbinng berube auf einer Kontamination breier Sogen, 
ber von .£>ilbe, ^erwlg unb ®ubrun. S(l8 bie (Srunb^ 
gc|lflli ber beibcn leptcrn nimmt bcrfclbe S- 22-1 fot^ 
genbe an: 

1) 3)em Äönigc bcr ^egclingen wirb feine Sodjter 
©ubvun enifüb«. ®v fe^t bem Stäubet nad), boU ibti 
auf einfamcr Onfel ein unb fällt in beut .ftanipfe mit 
bem größten Xt)ei[e feinet ^^clfed. Seine @3cmablin ^ilbc 
erwartet mit Se^nfu<bt baö i^eranwadffen eine« neuen 
®efrf>Ied)t6, um ben "tob bed ®allm ju rürf)cn unb bie 
^ocfetcr JU befreien, ©rfit na(b langen ^aljten fann fie 
Xini ^cer cnifenben; bie geinbe werben beftcgt unb 
©ubrun iuröcfgefübrt. 

2) 'ttx Sccföiüg ^erivig wirbt um bie ^onb einer 
mächtigen ^önigdloebter. L^r gewinnt fie im Kampfe. 
(5be er mit iljr vermäbH ift, »virb fi« geraubt, ^crwig 
verfolgt beu Känber. Unb erftblägt ifju im Äampfe. 

öüt bie ^crwig^fvigc finbct er einen tbotfärfjUt^eti 
©eweiö in ber Sbctlanbeballabe, .^ilnge fei ^erwig, 
bcr uncbenbiirrige greier einer .flönig6tocbter, wir in ber 
Sallabe fo im tSpoö. 3n bcibcn finbe bie («ntfübrung 
vor bcr ;^od)jeit Halt, in beiben wä^rcnb 3Sater unb 
ajertobtcr auf ber Äriegöfafert obwcfcnb feien, in beiben 
werbe ber ^ntfü^rer ertc^lagen. anbercrfcitö fteilidj fei 
Qudj bie 33crfcbiebenbfit nidM gering ju ad)len. 3"^^^ 
bie Gpifobe, ivcldje auf bem fc^wanfenbcn ^crbalten tei 
ÄönigÄ bcrubc, faHc nidjt fcl)wer ind (i^ewidjt; fie fei 
gänjU(^ übcrtiiiffig «nb möge iüngcrc (Erweiterung bcr 
Sattabe fein. 9lber bürfc man bie 3bcntitäl jwcier 
Sagen behaupten, in benen baß 3>etb4Unf^ ber bcibea 
^auptperfcncn ganj entgegengefe&t aufiicfagl fei unb 
au ganj vetfdjiebenet ^ntwirfelung bcr ^anblung fi'ibre? 
@Ö fei wunbcriid); gcrabc tiefe 5Jerf(bictcnbeit bcweife 
bie 3bcniität. ^Öobnrdj wäre bcr Slufidnib ber 3iet^ 
mäblung nwlivirt, wenn nicbt burd) bie ^Ibneigung bed 
SKdbtbcn« gegen ben 3Berber? 2Mc SaUabe babc M^ 
lirfprünglit^e bewabri, baö @po* verratbe flcb atö wÜU 
ffirlidir Umgefloltnng, inbcm «6 bie SBirfungen bcibe» 
galten, aber bie Urfacben entfernt b«ibe. 3n ben 5ßortcn, 
mit bcnen «^crwig ©ubrun anrcbe (050), fnljle man 
nod) bad ältere fficr^dltniö burdj. — 2)et ®runb biefer 

18 



GUDRUN 



— 138 — 



GUDRUN 



Umgefiüimiig Ijflbe in ber S&tMnbunfl fliifflcn, Wfl<^c 
tlc Sage ocii ^eiivig mit bcr von ®ubniti, bie anbec 
ivärld nod) ntd)t aufgcfuittien Ki, einging. 

ÜJutc^ fciefc ÜJcrbinbuiig erllä« fidj fcet mcrinpürbißc 
©anji btr ^anMung in unfcrct lUberÜcfetuiifl von bei 
Scenc an, tro ^frwif( ©iibrun flovinitc, &i0 ^u bem 
Äampfe vor bet Surg in Crinanif. I^n ßontaminalor 
ffl nit^t ungeft^icft i>ctfa^r€n. '^enoig Ijatte fc'nf 
Öiellcble, ^ctel feine Hot^tcr ®ubtun wrlorcn. Um 
beibe <Sa()en jii ^«rbiubcn, machte er ^erwi}) jum Steier 
unb IBniobten ber @iibrun. ^U tcp\n[tt ^nfou bcö 
@nlfü^rcrd &el)ic(t er bei, mad)lc brti (Sitien jitm IBoter 
be« Änbern unb übertrufl, um beibe ju bcli)eitigfn, bcn 
SRaub te« SWäbcöen6 bm £o()nc, bcu SRorb bcd J^önigö 
Fem 3SatcT. 9Bie trcit er fdjon bi<; Sftamfn in feiner 
CurUe i>ort3efitnben, fei iintidieT. !l)ie Jtönigdtod^ter bcr 
^<rtt)ifl6faiie möge in feiner 93or!afte, wie in ber Sottabc 
ben Flamen ^ilbiua geführt baben, utcDeidjt aud} ^llb> 
dura, f(^tt)erli(^ ^ubrun. X>enn er glaube, bap aud ber 
33erft^ie&en^ctt ber Spanien in beibrii 'Ba(\tn fid) batf 
9(iiflrc(en biefcr ^Toppelgängfriu ber ©ubniu ertldre, bie 
jwar eine rei^enbe poetifdje ®cftafl fei, aber roeber in 
bec einen, noc^ in ber anbern (Sage eine fefle urfpnm^' 
Ii(^e ^ebeutung babe. ^iix Un $ater bed äJIdbcbeiid 
unb ii)ren @ntfübrer biete bie SaUabe feinen tarnen; 
wenn ed in ber Duette bed Sontaniinatord ebenfo gen)efen, 
fo wiirbe fit^ um fo [d(f)ter erHäcrn, ba^ er 9tamen 
auf fie überituo, bie er anberrttirlö uorfanb. 3)er QnU 
fübrcr aber f*eine botft in ber ^erwigflfage einen 
beftimmten ^Rnmen gebabt unb t'ubivifi geljci^en ju baben, 
wa* et bann aud bem Sufainmenbange ber Öreignific 
naf^jumeifen fudjt. 

2>ie britte ^age, »on bet Sntfübrung ber Äönigin 
^ilbe, ^ageu'd %od)ttt, fei awnr mit ber (^ubtunfai^c 
ni(^l fo innu] ^etfdjlungcn nie bie i^iern'ij^öfaqe, babe 
aber bnrc^ bie 93er6inbung mit iljr fanm geviiinercn ^in* 
flu^ audgeübl unb emvfanflen. 3Bie bie .^ilbefage ouf 
btc (Hubrnnfagc baburt^ cingennrft baU, bati ^orant 
ai6 %üi}Xix be« ^^cered unb nä(t}fler aierroanbicr bcfl Äö» 
nigdbaufed mit ^aie unb Smte in biefetbc eingetrelen fei 
unb bied eine Umgeftallung ber urf^ningüc^en iHerbdlmiffc 
E^erbeigefüt^rt kahe, fo bobe aud} umgcFci^rt bie ©ubrun^ 
fdge ouf bie ^ilbcfage flarf eiiiflercirfl. ?Rnd) bem 
urfvninglidjen ScMup, reo *^ftel utib S^<n\cn jid) cinanbcr 
löbtcicn, fei eine Sortfe^ung nit^t mcbv möglid) gctücfenj 
barum bleiben je^t bcibe am l'eben, unb bie ad)te »Ventiure 
fd)Iie6c mit froblidjer ;g>od),)eit, not^ n3eld)er ^agcn »er* 
gndgt iiiib auf Stimmer '!^ieberfei)en $ibfd}ieb nebme. 
(Sbenfö liefcircifenbe iDcränbcrun*i wie bie ^qnbtuuij babe 
QU(^ ber (^barafter JF»agen'ö erfabren, inbem er mit bem 
friebtitben gd^Iu^ fein teufiifdjfö ffiefcn verloren habe. 
2}iefe 8ageneontaminiition fönne aber bem Pfaffen 
$ampred)t nid^t befanut gewefen fein, ba er bie .^ilbe» 
fage nod} in ibrer iSeibftänbi^Feil mit i^rem tragifcben 
€dlilu^ gcFannt^abe, unb ba in biefem bie Reiben um- 
famen, fo fei btc PSefdjirfjte bamit audgcwefen (6. 
224-235). 

8lu«ge()enb von ben geograpbifdjen Flamen, reeldje m 



ber !£)id}tung al« bie ättefien crfc^irnen, bef^auptet berfclbe 
©. 269 fg., ba^ biefelben ber ganj nnerwlefenen Se* 
^auptung, bie (^ubrunfage fei urfprunglic^ an bcc 
beutfdjen Slorbfeefü^e in ben ©egenben beA 9Itebcnbetn0 
gepflegt tvorbett, in ber Übat fe[)r toenig günilig frim. 
©djon früher 6. 222 fg. bat er ju jeiflcn verfu{5t, boft 
^cnrig, brr olfl fanblofer Surft geringen (Be^dflt^ti 
erftbcinc , urfpn'inglid) ein 9iiKngerbfluplmann , ein 
BxkonuDgr mar, roic fte in ben notbifdien Sagen 
tJorfönien, unter »cränbcrten ^dt* unb Crtörcrljdllniiien 
aud einem Seefönige ju einem künic tod Scwcn unb 
bann von 6eeranb geworben fei, womit in unfnrt 
^if^lung bie bänif(^e ^albinfcl gemeint fei; ba^ bie 
@nge ben yfumen frübrr gcfannt unb elroad Slnbcred 
bamit brjeicbnet ijahc, fri imwabrfdfcinlidt unb X>nzä} gor 
nidjtd enpiffen. Sic ^erwigdfage fü^re und fo ju ben 
norbiftftcn Stadjbarn, unb er glaube, bap ibncn and) bad 
Uebrlge entlcbn* fei, unb bag bie Sagen fid? ju ber 3eÜ 
eonfölibirlen, ba bie I^dnen in ^nglanb berrfdjten. 9Jur 
fo erfläre fid), t>a$ ^etei, obfifton Jtönig ber 2)üncn, bo(^ 
^ornnt unb Sruote in Sdnemarf regieren laffe, ba§ 
^aled (wie bei Slubolf oon @m'3 burd) Satetd bejetdinet) 
ald bie SKarf feined ßanbcd angcfefjen »erbe, unb baf 
er mit beu (^inwebiiern t>on «^aiblgaii, bie burd} irgenb 
eine t^örid}tc ajcrwed}fehmg ju UUobren geworben fein 
müßten, in €treit liege. €o erfiiire fid) ferner, ba^ bet 
91ame von ^qgen'd ^urg ©aljan fo beutlidje ^erwanbt« 
ft^aft jcige mit bcr in Srlanb nirf)l fcitenen Crtd' 
bcjeic^nung Ballyghan, unb i\y<ii feiner ^Irinung na(^ 
ftat( ind ®ewiit falle, bap ber J^auptbelb unfetet 
Sid^tung, ber alte ^atc, ber fid} gewi^ baju eignete, 
eine BolfdtbümliAc gigur ju werben, in ber ©rinnerung 
bed beulfdjeu älolFed nirgcnbd lebenbig erfdieine, wdf}r(ub 
man in (^nglaiib nc^ in fpntern 3abtbunbcrti-n von 
ibm fang unb fagtc (Jpattpt'ß Sei'fdjr. fi, 67). Cb baber 
feine ISiarf Sturmlcinb von ben Sturmi. „in beren ®an 
SJerben lag", ben 9?amen ^nbc, fei iljm febr }weifel)>a^. 
Sßärc cd niit auct» wunberbar, wenn bjc oage ben 
^auptbelben ein Territorium ^ugewiefen ^älle, bad gat 
feine felbildnbige ©ebeutung batte? SRicbtiger fei e* 
wol, wenn man ben 9famen ebenfo wie ^onlanb fät 
bid je^t uncrfiiüt anfel:»e. £en S3?ülpenfanb für bie 
3nfcl in bcr v£djelbemünbung anjuftben, binbcrtcn bit 
3}erliältniffe nid)t. 2>odf bcred}tigc bie 3i"'i""»e«fe6ung 
bed ^JJamend fdjwerlid} baju, bie ^ebauptung fo ftd^f 
andjufprccbcn, wie gemeinbin gcfd}ebe. 91ud) würbe ec 
nur für bie grage nat^ ber ^eimat^ ber ^übcfagc in 
93clrad)t fommen. 

9?ad)bcm SKartin einen biftoiifdicn llrfpmnfl »er' 
mutf)et bfltte, madjieSSibmnnn a.a.Z). 6. 24 fiv borauf 
aufmcrffam, bap fid» in bcr 'Sd^ilbcriing ber föefangen* 
f(^aft ©ubrun'fl, ibtcr iDtidbancIuug burd) bie Jtönipin 
C^erlinb, beren <£obn fte ibrc ^anb gum @bebunbe uid}t 
reid)en woHe, fowie ber rübccnben ^reue ^ilbburg'd 
gegen ibrc ^errin, bie beulfdje Sage bad Stubcnfen an 
bie barten Sd)irffa(e Wbelbcib'd, ber jWcitcn ßifmaWin 
Äaifcr Cito'd 1., oufbcwafert ba&e. Slbt Obifo »on 
(^luu)}, ber Jtajferiit in ber legren Seit i^red bebend 



GUDRUN 



— 139 



GUDRUN 



I 



I 



fffir mU ftcbeitb, erjage uitfl biefelben im „Epitaphium 
Adclheidac"; .^rolfuil »on ®ünberfll)eim, «jeldjc 
naäi ben Witttjeiluiifirn Ui faiter[td)cn gamilie im % 9GS 
taS Cannea de gcdtis Oddonis L imperatoris t)id)tek, 

^übftfjer uiib qnfprccljfnlifr ^cife" bctjanbclt iinb?iub? 
püonb t>pn dremona, dn ^arlfiflonfler Ctto'e I-, roiffc 
in fccr Antapodosis, b<m Sßut^e b« ^icrfleltimg, Don 
Ire böfcii Aöm{)iii äBiUa ju berichten, foba^ tt>ic eft 
nid}t mit tduf(^en&cit Sagen , foiiberti mit 9Iufjci(^nuiigen 
tDo^I imlerrid)|plcr ^^etfoitni gu tl^un bättett. 

„?lbel^fib, bie lodjtet bcÄ J^ßnig J?o:itab'» iooh 
©urguiib", crjäblt nun QSibmqnn, „irurbt in i()rcm 
16- äa^w mit bcm iunj]cu Joibar, pem Äöniße x>on 
Italien, »ermäfilt. ©Ic fiebnr iljm eine letzter, welcfje 
rat!» bcr 2)lutter VlbclI)«iP'ö (5mmn genannt würbe unb 
fpäter a(d ®attin Äüniji i;fot[)at*d bie Äronc uon gtonf* 
rtfid) trug. g?atft brei 3al)ten, am '22. 9loü. 950, 
flarb Jföniß ^otI]ar in Surin, unb älbel^eib blieb in bcm 
btirdj Parteien jertiffencn Italien fc^u^Iofl jnrürf. Solb 
brati eine Weiijc "oon QöiberuHutißfeilen fiber fte laxtin. 
Scrcngat, ber fbrßeijijje äVarfiiraf von ^vxta, ^attc 
fcften unter Setbar alÄ erfter 99arcn bed SRclie bie 
9leäieriing geleitet unb feßte ed jeot bur<^, M^ bie 
ilalienifdifii ®rc^en auf einem %(iQe gu ^!]la9ia it)n unb 
feinen Soljn Slbalbcrt ju Äönigen wählten. 5Ibcr balb 
TOonbtcn ü< ficft öon bem harten unb graufamcn -fierrff^ec 
ab unb richteten ihre 23ttife auf 9rbclheib, roett^c faum 
19 3a^te alt burc^ Sdjönheit unb ^(ugf)t'it unb unbe« 
fc^otlene ©ittc bie ^crjen be« IBolfe gewonnrn (>atie 
unb ber Wandte bei bcn in SJeniöirrung gerat^cneu 
©eftimmungen über bie Erbfolge ein @rbred?t über ba« 
italienifd}e d?eid} beimaßen. Serengar verlangte ba^er, 
ba^ fte [idi, elK not^ bie 2!age bei äBitiventrauer ver« 
ßriificn UHucu, mit feinem ®ot)ne 9Ibii[['ert feniit^Ijlfn 
foHte unb aI3 üc ciitrüftcl ben Slnlrag jurüdiuicö, trat er 
ald it)r bitterfter uub graufamfier ^rtnb auf. Scteibigung 
über Seleibigung, ®eroatt über ©croali mußte bie ebie 
^au loon ©erengar unb beffen 9Beibe SöiUa, nad) ?iub- 
Ijranb'ö ©thilbcrung ber fdjlimm^rn unter bcn fd^timmen 
aBcibern Stallen*, in *paDia ertragen. 9Han beraubte 
fit ibreä ®cltee, ibreö Sd)inurfe3, iijrefl ©cfolgeö, enblidj 
fogar ber Sreificil. 2l*enißc IVonate nac^ bem S^obc 
it)reß ®atten, am 20. Slpril 951, wjiirbe fie in (5omo 
liK ©efangenen 0emnd)t unb in einen Äerfcr geworfen. 
)HbeT bie jtraft {i)red Sbarafterd würbe aue^ burc^ bie 
abf(^eutid)en llRiMjanblungen nicfü gebrodjen, weldje fie 
^fei ertulben uiu^tc: man raufte ibr ta& ft^öne ^aar 
au0, mit €d!i[ägeii unb Fußtritten befd^im^ftc man ibreu 
lönigliAeix Seib. Später überlieferte Sercngar bie @c» 
fangene einem feiner ®rafen, ber ft« 'n einem €d)!offc 
am ©arbafee bcwabren fDÜte. ^kx »erlebte SIcelijeib in 
einem grauen[)aften Äerfer »icr bange SRonale i^reß 
»e(^fc[tJOÜen Sebenöj eine einjige treue Sliagb unb ein 
it)tct Sa(be ergebener ©lerirer itjcilten biefe fcftmdMit^e 
tSefangenfd^oft. 3)Qd Oierüdjt üon biefen Thingen burtft' 
lief bie 3SeII unb berül^rtc befonbeiS !l)cutfd}(anb; f(^on 
rüfttte Jtönig Ctto, um bie ungtüdlic&e Königin ju 




tcfreien unb jid) beö italienifdjen Mei<^6, auf ba« er aW 
99ad}fßlger Jtarl'd betf ®ro^en ^nfprüc^e gu ^aben glaubte, 
)u benidd)tigen; f<^en war bed itaiferfi tbatenburfhger 
€oI>n fiubDif, ^erjog von 6d>n)aben, unb 4>finriiO/ 
Setjog t>on Katern, über bie iJlIben geftirgcn, um ben 
Äompf gegen SSerengar, roeirfien SBortbeil unb iHiltercbre 
JU forbcm fd)ien/ aufguneijmen, ül6 Stbelbeib auf 
tounberbare Seife au6 ibrem jterfer befreit würbe. 
3€ner ®eifiUd)e i}attc einen untcrirbifc^en (%ng au* 
bem J^erfer entbedt ober b^i^gefl^Ut, bie brei O^cfangenen 
gewannen bad greic unb entkamen unter uncnblidjen 
SHübfeligfcitcn unb ®efat)rcn. (Snblid) würben fie »on 
einer bewaffneten "St^aar, bie i^uen 95il"diof Jlpclbarb 
von Sieggip entgciicngn'enbet Ijattf* aufgencmm^'n unb 
gelangten uat^ (lanpiTj. 3eöt batte fid) Slbflbeib'« 
«dlidfal gewenbetj ba6 ecftte menft^Uc^e (Slenb, Sd^merg, 
gurdjl, (Srmübung unb junger, ^atte fic fennen gelernt 
unb nun na^te ber Üag, ber fte auf ben ®ipfe[ itbifcber 
SWacbt erbeben foUte -, Ctle, Äönig bcr 2)eutfrf)cn, 
hatte um jle geworben unb freubig Ijatte fie ibm ihre 
^anb fugefagt. Satb laufc^te ^^ima bem ^odf^eit^fubel 
ber 9Uuvcrmäi)Ilen". 

2)ie Uebereinflimmung bcr Stfjidfale Stbel^eib'» mit 
benen @ubrun'd, fügt Sicmann hitHU, fei übenafd)enb. 
SIbell)eib werbe »on einem alten Jtöulgc, beffen Soljn 
aud} bie J^rone trage, gefangen gebalten, wie ®ubrun 
burch <^artmut unb l'ubwig, wefd^e Re raublen, ^UU 
^eib werbe tion SBifia, bcr böfen ©emaDIin S3erntgar'ö, 
gequdtt, weii fie beren €ohn t)erfd>mdht; cbenfo werbe 
®ubrun »on ber Üenfelin ®erlinb gcqudit unb ju niebri' 
gern ÜKägbebienfi bcftimmt, weil fte bie Ärone bed 9?or* 
mannenlanbed unb bamit ^arlmut'd ^anb iierfd)mäl]te 
(991). aöie Sibelöeib ibreö ®oIbefl unb 6d)murff« 
beraubt werbe, fo trage ®ubrun baö gürficnfinb fdten 
gute JÜeiber (1024); bti ben .Sjaarcn fei bie italienifdjc 
Äönigin gerauft, mit it)ren ^aaicn foile .gilben* Xodutr 
ben (ataub von Sdjemeln unb Sönfen ftreidjeu (1019); 
®^lÄge unb gußtritte fdjänbeten bcn fdniglitfien 8etD 
ber Sßitwc fiotljar'a, nur mit 3wd>ttutbe unb *Peitf(^e 
wäre ®ubTun babiti ju bringen ^artmut'ö ©attin gu 
werben, eiflöre ®erUnb bemfelben (1017)j unb al* bie 
IRcItung gcfommen, a(d %rrli>biev unb trüber am 
9J?eere5ufer bie waft^enbe ®nbnin nniannt un'^ biefelbe 
nun ftolg bie ©ewönber ber JlÖnigin inö 5Reer gefd?ieubert 
bnbc, bebrol)e fic ®crlinb, fie an ein S9ett binben unb 
mit 3jomenTUtf)cn ibr bie ^aut oon ben ©einen fdjiageu 
ju laffcn. Seibe fürfificte XulDerinnen hätten enblid) 
eine treue ÜWagb bei üdj; bcr Same ber einen fct unö 
nicfit übertiefert. 

3ur Seflätiming ber Sinnahme, bog ftd) in ber 
S(^ilbernng ber ®efangenfd)aft ®ubrun'Ä bafl fflnbcnfen 
an bie Äonigin Slbeltjeib erhalten habe, fönnten bie 
®ebichtc, weldje fidj auf bie 6*idfa(e bcr gamilic 
Otto'd I. bcj^gen, wie ba« vom „^ergog @rnft" (iwif(hen 
1170 — 1130), „Ctto mit bem Barte" «nb „53om 
guten ®erharb" tienen. SIÜc biefe Sagen beipiefcn, bo^ 
bie ®efd)idjte jener 3^'' S'tni (Sigcntbum bcr ewig 
änbemben Splföfagc geworben fei} au« bem ^erjoge 

18* 



GUDRUN 



— 140 — 



GÜDBÜN 



ßrnft »Are bcr 9?amc brt 9(te(&?tb flcniigi'Qm bttannt 

am<\tn; rö fönnc lafier und ui(^t SBiinfrer iKf)nien, trenn 
t^rc ©iidfnte fccm [Tidjter tcv Ou&nin brfannt wurfn, 
rof((Öet wa^tfdjdnlid) um >ief<lbc ^tit bit^trte, wie tcr 
crpc 8dnpeT tcÄ ^erjoßd ©nifi uiib in OefterrH^ ftine 
^cJmaK) I)alie, bad bamalö von bcm baietift^cu <^«rjp(i' 
ipume nod} unabgcttcunt ivat. 

£)^ne nilc^ auf nn %üt inib SBibet oUet tiefet 
finfK^lfii einjiulafi'en, will jd} bie meiniae über bic ünt^ 
fir^un^ bft «Sage unb tcö ©ebit^teö furj fcflrifjien. 

^fl ifi nadj bctn Dbiflen ni(^l ßcboten, bcn Ütfpriing 
ber ^ilbefnge in bcr SUIyr^ologic ju fnd)fn, aber ppU«^ 
(ommcn fit^cr fdjetnt cd ju fein, ba^ ftc in Sßifbcrbcutfd;' 
(anb enifiiinb unb an bet !JIorbfeefüft<, \jor SUIem in 
griedtanb it}Xi .i^cimatf} hattt. 9)on bort aii^ wanberte 
biefdbe fild 6cigc ober WUabcnartigcd Sieb nac^ beut 
9(prben, roaö aber rtfi nadj ber Ucbcrfubdunä bec Icn 
ctbifctfen ^elbenliebern ju ®runfce lie^enben niebribrut^ 
fdjcn Sieber, alfo nad) bcm ?(uöganflc beö 9. ober ©egiim 
b«8 10. 3a()r^., ber gall geroefen fein fann, ba fidj 
vor biefer ^<U bafelbfl ebenfo tvenig von jener Sage a[6 
»on bicfen ticbcrn eine fidjerc €vur finbet. Son «icber* 
bcutfc^tanb aud ian^ ft(^ Ik 6agc iu einem baUaben' 
orlinen CiebercMfi»* — c« Qüb •oon einer €(ige meljrerc 
gaffiini)en — bcn ^l)Hn hinauf, n?p n>tr il^r jcboc^ mit 
€id)crtjfit crfi in bcn crfien 3oI)rift}nlm brö 12. 3a&t^. 
in midelr^cinifdjer ®fgenb in bcm Seuflniö fceö ^llcranbct' 
licbc« begej^ncn. I3a icbocft baffflbc eine erweiterte, 
ec^t PVtfdje Sludbilbnng, fowie eine @efcinnif(f}aft ber 
ganjen ^oge bei beni ^Örer »oraudfeßt, fo iverbeit 
TOir babur(f f(()Dn gegen bic ajJiiie bc5 11. Sobvl). 
gurü{fgefül}rt, moju einigermaßen ftimmcn ivürbe, bap 
im 9to(anb'd tiefte bed *4)füffen Jfonraö, tad fdjon mehr 
bem 3nnern '2)eutf(^[anbd iinge[}6rl unb vor 1130 
aebit^lcl ifi 260, i& auf Wales künne (ffiate'« ©c 
fc^lci^t) angefDielt njirC (®rimm, .l^clbcnf. 55); ja e« tfl 
ni<^t nntrabrfdH-inIi(^, ta& bie ,£)ilbefafle fd)on bcm 
3!)i{^(er beö ^li>altlHinu3 bernimt »rar unb Ginflup ouf 
frinc Torftenung übte, wie benn biefclbe id)on im 
8. 3alittj. au(5 in (Suglnnb bcfannt n>nc, nnb jwar in 
einer SBeitetbilcung, n'eltftc Don bcr norbiftljcn SafTung 
njefenilicfc abwcidjl unb lnJdjfi rooljrft^einiitf) fnbbcutfdjtn 
Urfprungfl ifi, bo fafl SIHed, muÄ bic aiiigelfadjfen von 
unfetet ^etbenfage bcfiöen, au? «riibCeutfdjlanb flammt. 
Xet on0elfd<^flfd]c Sdnger 3)eor (f. Pjdmm, ^clbcnf. 
32yfg. «Sreiti, Slgf. Sibliotl). 1. 249 fg.), beffen ®ebi(^t 
mön in baS 8. 3a()rt). ju fc^en pflegt, Hagt nämli<j, 
baö er einfl bor Xidjier ber ^cobeninge (^etclinge) 
oetvefen uwtt Miefe 3al)re ein gut<6 Slmt unb {»olben 
Jerm gehabt Ijabe, aber von ^eorrenba (^jananbl) 
wrbTÖngt trotbcn fei. ^ier ifi alfo ^corrcnba nid)t 
me^r, roie in ber norbifdjen SafÜt'Ul/ bet iUatcr ^cbiu'6, 
fonbern dn :t:lcnfimflnn bcr .^eobcningc, uub t>ai ifi 
fitzet ni(ht Siiebcrbcutfd), wie jeneß ^enalanb bejcugl. 

©ae bic ©ubrunfo^c betrifft, fo i&^t fl(^ über beren 
Urfprung mit gi(^erl)cit nur baö fagcn, bap fic in 
91febetbcutfi^Ianb entflanbcn fein mug, ba bie Stamendform 
Gudrun nicbcr*, nid^t ^orfibciitfcO iRj ferner baö bicfdbf, 



«jie bie giebcr »o« ben 9Iibdungcn, eine lange unb 
Ucbcvoüc ed)t loetfatljümiidjc epif^c Äu«bi(bunß unb 
^Pflege gcnoffen I)aben mu^, bcnn fie enthält bie ^lüt()e 
be« ganjcn (Bcbidjtö mit Strophen unb Stfeilbcrungeit, 
in bcncn bie rdiifien unb vcllflen Jtidngc bcc 93oIfdpcefte 
ipiberdingcn; ba§ aber biefe €agc, btc bem ^iorbcn 
gänjiid) fremb ifi, wie bie ^ilbcfage in baOabenartigcn 
l'iebern na* Dbcrbcutfdtlanb gebrungcn war, hitx 
wirllitö VDlfÖll;ümIid) gcwcfcn ift, bcrodfrn bic br« 
Sallabcn an« ®ottfdjcet, n>dd)c Sdjvcer (Pfeiffer'« 
®cimania 14,327 — 336) ou* bcm QJolf^munbe milgc* 
tiicilt (jnt untt unleugbar in bcn ^anptfccnen, bcm SBafdjen 
öm Stranbc, bem ©egegnen bet fdjöncn „9Jfecrcrin" mit 
©ruber unb ©clicbtcn, mit unfetera ©cbic^tc übetrin* 
fiimmen, wie bcnn aucö ©attftft in ■|*ftiffcr'* 0crmania 12, 
220—224 uub 34, 323 bcfonbcr« auö jwei bafdbfl mit* 
gelbcilten SJlÄrt^en nadjgewicfen i}Qt, ba& bic S^igc im 
nÖrbti^en ^cutfd)Iönb bifl auf unferc ßni fortlebe "), 
Xoö fid) aber bie ©ubrunfagc au6 bcr Ailbcfage cntwirfcU 
^abe, fd}dnt, fo viel aud} uub unter *vlnbercn bad bafi'ic 
fptedjen mag, bn^ biefelbe, wie bic £amfonÖ« unb J£»crbortÄ« 
tage bezeugen, ctgcntf)rimli(^c (Snlnudclungen eingegangen 
baltc, barum unwaljtidjdiilidj, weil bie anbeutungen bed 
^iterclf yon Der ^erborlßfiigc foivie inöbefcnbcrc bflö 
3cugniö Vamprci^t'ß '") weit eljer bic ©ubrunfage unb 
eine 3*crbinbung berfdben mit bcr ^iCbcfage vorauöfcöcn 
loiTcn, als bng i"tc jener Mnfidjt jut Stüßc bicnen fönntcn. 
2)tt aber bic mijt^ologifdjcn 3ügc iu berfdben nur neben* 
fäd)li(f| jtnb, fo iiat 3Wartin unfireiiig Otedjt, wenn er 
glaubt, ba^ ber Äctn bet Öubrunfage für fdbfidnbig 
ju battcn fei unb einen bificcifdjen Urfprung, beffm 
wir frdlid) nidjt mciir babbaft werben, annimmt, güfjrtc 
aber baß S^uflnl^ ßauiprcdji'ö fdjon auf dnc ©cfannf 
fcftaft ber 6age in nieberrbeinlfdjcr ®#gcnb gegen bic 
Seilte bed 11. 3olirl). junitf, fo bcwcifl ba« 9Jor» 
fommen beö ?Ramen« ßiubnin in i£übbcutf(tlanb fdt bcr 
jWfilcn .^Alftc biefeö 3al)r^unbertö, Ia^ bie Sage aucij 
um tiefe ^ii\, ja vicUdd)! fd)ou früher bort bcfannt war 
(f. anüllcnboff, ^aupt'fl 3"nd)r. 12, 313 fg.). 

SQJic nun bie Siebet von ben Sftbctungcn im 
10. unb 11. 3al)rb. burd) bic €icgc ber bcutfd)cn 
3Baffen übet bie Ungarn, wddie ba6 nationale ©cfübl 
mächtig gewedt Ijatten, wicbrt febcnbig würben unb in 
ein neucd <£tabiuni bei (^ntwiddnng traten, fo werben au(t 
jene Sdjirffale SItclbeib'fl, wctdte im 10. 3a^t^. bie 
aBcIt burdilicfcii unb bcfonberft ba« beutfdte ffiolf erregten, 
bic aufmaffamfcit auf bic ©ubtunliebcr gdcnft, fic immer 
mc^r )u einem StM nationalen Scbend gemacht unb {u 

15) SRaittn a. a. D. Ih ^a( bagegtn gtltrat qrinaifit, ta% e6 
hird^ati« imfrflärltA ftt, t>a§ f{(^ ^lt S^nßc 3abibunbrtlr Iac(t im 
nif^<^^fuIid)nl sOi'lff rtl;altfii hatt, wibxtni' lit trril Mannterfn 
©aijen uon ttn fftitwlnufltn, »cn 33ifiTic^ tcn ^trn. bfrtn tinfligr 
^cUcbtltcit im I)i(^«Ibmlt'f^('I] tOiMf« iritMid» tr^eugt fti, ft<urlc« 
vt[fibwant>cn; allein id] braud)( ntit an ^<t<!t ifortUttn unfrm 
SifflfrieMfagr, bet wir aucft in nicbcrtculfcfifti äRätdieri htQt^vtn. js 
trinnrm. 16) i^tnn ba| ber aüüli'tnfanb ein aUlKrii^niiet ®(t)aiu 
tla^ (inr* mörbfiifrft ttmtt^lcntdi Aamiifrt ^(UKfc« Ui, »ic ffilt» 
mann« (f^duvut, ifi niijt irtoicfen, unb loi: innffci NiiKt anne&nini, 
bag er (0 eift bur^ ttc <Blibrun gelvcrbeti tÜ. 



GUDRUN 



— 141 — 



GUDRUN 



neuer ^lüKje entfallet ^aben, imb meicen bann auc^ 
gleid} jenen ilyxt weitere et>if(^c ^udbiltunD uuD SQcii* 
cnbung erhalten ^bm, ald im 12. 3aT)t;f). bie beut|d)c 
^^oefie einen neuen nnt> mächtigen 'fluffdin^ung na^m 
unb ber ^elbengefang nn ben .£iöffn bcr Surften unb 
<Sttln ujiebet ju (S^ren fcim- Unp roie ferner bie Öerr- 
lidien unb gemaliiiirn 92ibelungeniieber einen f^odjbe« 
gabten 'X>i<i}Ux io aimesofien unb beaeiftert ^(itten, ba§ 
et and iöuen unfcr ^libelungeulicb feuf, fi> werften bie 
ni(I)t niinber berrlidjen unb ticfpoetifdjeu (B ubr unlieber, 
vieUeid)! <iu(t btc fcer ^ilbefagcn in einem fübbeutfdjen 
Xidfler, b«r auÄ eißencr ?(nfd3auung MÖ bewegte ©ec 
leben, fei e« nn bat Äüfitn ber Slbria ober ber 9Iorbfec 
fenncn flefrrnt Iintte, ben ßntfdjlu^ au« fecibcn Sagen 
nadj beff'cri IBorbilb ein cin^eitlidjeö (5ppÄ ju f(t)nffen, 
tvobei bie 3)7ö^lid]feil nidjt au^gefd}! offen ifi, bafi bie 
2)i(ijtung uoni ^etjoge ®cnfl, mit ber man bereit« 1180 
angefangen trotte, bie Sdjirffck be« Cllcnifc^en ^aufe« 
3U »erbetriirtien, Um infofern einen bcfonbern ^"»Vut« gab, 
alÄ üd? in benen ber ©ubrun bie fcer 8lbcl&eib wiber* 
ftjiegeden. 

2)a^ ba9 9?ibefangcnlieb fein IBorbüb war, ergibt 
fi(^ »or ViUem barauÄ, "ba^ er bie Slibelungenfiroptic ju 
@runbe Ergtc, inbem er biefelbe )u einet du^erfl wobl* 
Ilingenben umbilbete; bie erße unb ijwcite ßeile behielt 
er uitvetdnbert bei, Der britlen unb vierten gab er einca 
flingeuben Keim unb \;crme[)ite bie jraeitc ^albjeÜe ber 
festem um eine .^ebung. !3^ied erforberte einmal ber 
Umftanb, b<ip bie altrn Sicher bie allepifd)c cinfadie gptm 
ßepaartet Keime Ratten, bie nirfjt meljr bcfifi^ war, unb 
bann, baö e« ein bamalS terrft^enbeö dlrfc^ war, bn^ 
ein Iiidjter bie Äunfiform eine« Slnbern ficb nif^r obne 
Um* unb SBeitcrbübung aneignen burfle. l^a fict} nun 
in bem ©ebtt^ic »crfdjieöcuc uuoerdnberic 'üiibelungen^ 
firopl)eu finbcn, fo liegt aUcrbingfl, wie ©arl[d) an» 
nimmt, bte iKcrmutining mibe, bag ber ffierfalier bc« 

?ianien Wcbiditö fid) utd)t fofort in jene neue €(ro)9^en' 
orm Ijabc gcwölinen (önnen, unb baber, um fd^neDet 
Borwdrt« \n fommen, bie fd)Wtcrigen ©tclit'n jund^ft in 
ber gewc{)nli(f}en iRibetungen^opbe gebid)tet habe; eben« 
fo mögÜA ifi e« aber aud?, wie ffilartin wrmutbct, baö 
nur bie l leberarbeitet be« ®ebid)t» bie (Sinmift^ung ber 
^libelungenftrüDfie uerfdjulbn tjabeii. ferner eclennen 
wir bfl« 9Jorbitb be« SRibetiingenCiebe« in ja^£reid;en 
TO6rtIi(^en 9iadjabmungcn. 

Ülud) mit ber Ätage romnil ber Spraebgebrautö be^ 
®ebld)t« juwcilen übetein, noi) mebr aber mit bem 
befi Siterolf, ba« ber !Iiid}tet cntweber genau gefannt 
^aben muß, ober mit bemfeiben au« g[(i(t}er ^eimatt) 
(£tfierniarO gewcfeu fei» muö, wdl)renb S^erer, ®cift* 
li(i)e ^^pcten 2, G3 fg. (Duellen unb gorfdjungen VII) 
bie (Sntftebnng bf« GJfbirijt« in ©nierti ftidjt. 

©a« bie 3eil betrifft, fo ergibt ber Umflonb, baß 
^Bolfram in feinem etwa vor 1215 begonnenen Siturel 
bie ®ubrunf)ropi)e nad^btlbete, bag bad @ebid)t )u ($nbe 
bed 12. ober ju ^jlnfnng bc« 13. Üaf>rlj. »erfaßt würbe. 

ga^t man ba6 @cbtd)t al« @anje« in« ^ugc, fo 
fann idj nur bte tvcffenben aßorte von ^artft^ (®. XVI) 



über brtftelbe wieber^olen : „Salb narf) bcni erficn ©c« 
fauntii^ctben ()at man in bicfem @)cbic^tc ia^ wüibige 
Seilenftüd jum ?llibelungenlicbe grfunben. 9Rit iHeät 
finb 9ilb<lungen unb ®ubrun in einem dbnlicfien ^er* 
t)d(tni6 aufgefaßt werben wie Slio« unb JDbyfTee- Xcr 
großartige |tintergrunb ma*t jene wie bie 9?ibelungen 
flitwaliigft unb evfffjütternber; bie 6cfcitffalc von ganjen 
ißötfern werben mit bem Sdjwcrte entfctieben, ein ^ert» 
f(^et&au«, bem eble gelben ongebören, gel)t vor unfern 
Singen bem Untergänge entgegen. Slber aucft bie 6ieger 
erfreuen fid) befl ©liirfeö nicfet; tai ©tfeirffal tfi ni(ftt 
minbcr über fie bercingebredrcn. 'S:iai ®anje atl)mct brn 
Oeifl einer Üragobie, unb mcijr nodj nl« im ®Tied>ifd)Crt 
tritt in bem beutfdjen i5po8 biefcr jum 5ragif(ben Tk^ 
pipft'Inbe (^barafter fteroor. ?I[(e6 gewinnt tramatifdie« 
«btn: mit fteberbafter Spannung wirb ber Jgtörer burdj 
alle Stufen be« itdjerfdj reite üben SBerberben« gefübrt. 
„^(li} greube Selb" ffi ber ernflc Älang, ber burdj ba« 
gaujc 91ibclungenlieb l)tnbur(tgcl)t. ber aud) burd) bie 
heitern fonnigen 6cenen flingt unb ben ©d)alten fünftigen 
93aljflnönif[e« nuf fie wirft. SCBeic^er unb Tjerföbnenber 
fditießt, wie bie Öbi?ffee, ba« beutfdje ?ieb von ©ubnm 
ab. ^wax \>ernid)fct ha^ crbarmungölofc ©djidfal burd) 
Job unb 9taub ba« ®lüd bercr, für bie ber 3;i(^tcr 
unfere Sbeiinabmc getuedt ()at; jwar werben wir in bie 
größte Üicfe be« ßlcnb«, be« Seibe«, ber Änctt^t^oft 
gefül^rl, feben ein eble« $3eib ba« €d}impflid}fle bulbcn; 
aber au« ber $iefe ticktet bie .^offming rmpcr, für ben 
erlittenen 3nmntcr entfdjdbigt ein bfglürfcnbfö Ijnbe, au« 
Sfic erniLid>i1 Srenbc, unb nur leife Hingt am 6d)luffe, 
a[i» 5Rutter unb Xodttfr fdjeiben, ber Sc^merj ber erfteren 
über tbrc S5erlaffcnljci! burd), ba iftr ber 0emat)( gefallen, 
bie einzige Xodiler nun bem geliebten ^anne in bie 
neue ^eirantlj folgt. Unb ber Xidjter wei^ un« inner« 
lid} gewiH JU maii^en, baß, tocnn wir aud) ben $lu«gang 
uidjt wüßten, wir mit Si'ftimmtiicit al)iieu würben, e« 
muffe ein i?erfüljnenber beglürfenber fein, bamii bie 
poelifdjc (%re(fctißfeil erfüllt werbe", ^injnfügen fönnte 
man etwa no(^ au« *0?artin'« (F^arnfteriftTung be« 
®ebid)tfl (©. I), ba§ ber *Ucrgleid) unfere« ®ebi(^t« 
af« einer beutfdien Obwffce neben ber bcutftöm 3Iia« 
(ben 911bflung<n) fe^on barin jutreffe, baß fein Sdjnu» 
pla& bfl« aDteer mit feinen Äüfleii unb ;;;^nfeln fei, wdl)rcnb 
bie 1)libflungfn wie bie meificn anbem beulfc^en Sagen 
größteiit^rll« auf bem geftfanbe fpiciten, unb baß btx 
lanftf, anmutbigv' ©runbjug, weld^er ber ©ubrun im 
Sergleid? mit ben 91ibelurigen eigen fei, ficb au(^ in bet 
i?(u«brudJwrffe unb ber metrifdjcn gönn au«prdgc. 

3)ct erflc illjell be« ®fbid)tÖ, „^agen'fl Centfülming 
unb ^cimf<I)r", ifl eine »ou bem Xtidiicr nad) 3lnalegie 
ber bcliebttn *Ritterromane erfunbcne unb burd) UJer* 
einigung fretnbariiger Stoffe jnfammengebradjte QJorge» 
fdjid^te. lue ®reifenfagf entnahm er waljrfc^ einlief bem 
alten ©ebiiftte vom ^^erjoge (Sntfi, ba« ©abilun bem bon 
Äönig Äotber (49;JS) unb ^agen'« Jtampf mil bemfetben 
bilbfte er bem SIgfrieb'Ö mit bem l:ra<icn nat^. 

SSag aber aud) bie @ubruufage fc^ou vorher einen 
Einfluß auf bie ^ilbefage gehabt haben, fo iß bo(6 bie 




GUDRUN 



— 142 — 




GUDRUN 



Kontamination ber beibcn ^a^en ald txit SBerf brd 
!X>td}tfrd anjufc[}en^ te»n bicfelbc i|t nad} einem bcßimmtcii 
^lanc cin^eillid} unt) mit volltx (tonfMurnj tiur(^Qcfi'iI)rt. 
@(^on im 13.3al)r^. (natf) ©ar(|'d) »m 1215) crfufir jftcc^ 
ta« @rti(^t eine Umarbeitung turd? ßinfi"it)rung ^cr 
mehr unt mcljr teliebttn Gäfutreime, l>i<felbc crj>rc(ftc 
ft(^ aber aud), unb jivar in n<itfn; SQcife, auf ben 3n« 
^aU fclbft (I. u.). 

Cbgleid) baffelbe ein foOfommen cbenbürtiged ©e^en« 
ftüä gu bem 9{tbc[iingen(icbe iß, fo fc&eint baiJclbe toäf 
bei weitem nidjt fo oiel gelcfen Worten ^u fein tric biefeö, 
lenn in brr ganjcn Literatur bcft 5)iittclaltcrÖ finber Rdj 
mit SidKrftfit nur ein 3f"finiti, nn'tdica fid) auf baffclbc 
bejieE^t, nämli(fe trt bem ber SRitte beö Vi. 3iibrb. aiioe» 
Ijörenten 3.t)eile beö SSoTtburg^fric^efl, (Simrctf «Str. 88, 
roirb auf bie ®cene angefpielt, wo ^orant vor tet jungen 
^ilbe in beren Äcmenatc fingt unb l^r babei feine ©ot* 
fdjafi, bie SÖerbung Äönig ^eiefö, audridjiet. SlUc 
übrigen 3«"9nifif, «?e((^e nur Jporant'Ö ©efang preifen, 
wk ft^on Salman unb SRorolt (auö brm 12. 3al)rf).): 
ber Salomon'ö 9Beiö&rit, SIbfolon'ö <Sd?önl)eit uub ^o« 
rant'd fä^cii ÖJefang ald brci am mciften begclirend' 
tyeriftc iCinge aufammcnfteüt, ebeiifo ber iöerfaffer bed 
SBeinfdjwcIg, bet (larle ^icvve (aud ber ^weiten .^älfte 
bcfl 13. Oaijrh.) unb bie Jiülmarer ^anbftfcrift bei S^rtfc^ 
{Stuttgart, l'it. aier. 1802. 3. 288) fdjcineti fut onf bie 
Srabilion ju grünben, ti^äbrcnb bie ber SJIfiftcrfänger 
auf bem Sßariburgafriege bcriifjen mögen (f. ©rinim, 

fielbenf. 331 uub ^JJiiiÜeuboff« 3«Hgni(fe in Äaupt*« 
pilf<^t. 12. No. 47. 48. 51). 

91u« ber geringen 5Jerbreitung bed @ebf(^td crllirt 
e0 (idb, t)d$ bajfelbe nur in einer ^onbfdjrift und erhaElen 
UDorben ift, nömlic^ in bcm ^elcenbud)e an ber (Slf(( 
(ftmbrafer Sammtung, jcet gu äöim No. 73), iucitfccö 
auf ©«fehl Jtaifer OJiarimilian'ö burd) feinen ^djreiber 
fianö 9ticb (f. ^feiffcr'd ®ermania 0, 381) jwififten 
1502—15 abgefdjdeben rourbe unb wo eß amifcfeen bie 
9?ibelungen uiio ben Sitcrolf gefiellt ift. 2)a|[clbe wirb 
das puech Chawtrun ") genannt, ^ic *iJürIage war 
eine mittel^od)beutf*c, bie aber ber Sdjrelbet oI)tie aJer« 
ftAnbnip in feinen tiiaUft umfd^rieb unb baut ^and)eft 
einft^ob unb fortlieg, fpwle audj Strophen nmfcyte. 
!Äad)bem fd?on bie ©n'iber ®rtntm auö ben perfc^ietencn 
anzeigen in ber Siteratur unb Sage t»on J^iilbe, ^orant 
unb bem Kampfe auf bem SBiJIpenfanbe auf taö SBor* 
Ijanbenfein nnfereö ßJebidjtö ^efdjlofi'en Ijattcn, entbcdlc c6 
im 3. 1817 Stnton »^.Uimifict, ber bamaligc KufioS ber 
Shnbrafer Sammlung, unb gab ba»on in ber SSiiener 
®clebrten 3citu«fl 9tad)ri(^t, worauf bann 1820 ein t>oli* 

17) ®onft (^fttJUdit tci 64ititi«t Chutmnt, Chottmo, Chutron, 
Chudrun. Dif uitbntrntftftf goim Gudrun luar nJmlid) bei iftrrm 
Urbfilritt asf (oditfutf(bt0 l^fctKt in Kudrua, Chudnio ofrfcfeobfn, 
tvic Grimbild jn Krlemhilt, ChrieinliiU; aw, bu fidit ü tfl bialtU 
tifrt), m abtx fßtxi'tiini^. ®ill man Utt IwnbfdinftUdjMi fBcitn 
nidjl rsrianfii, fy ift atlfthtng« Kütrün otrr Küdriin m f(^teib<n. 
SPgl. ®art({ft, ^feiffrt'd fStxm. 10, 49; ^ilti<&rdnb in ^er 3(itf^t. 
f. bfutf4r Vollöl. 3, 168 Bti» anaitln a. a. C @. 186 fg. 



fidnbiger Slbbrurf ber ^anbfdjrift mit beffeniben unb 
ergdii^^nben (^onjerturen im .^eibenbudie in ber Urft)rad>e 
»on tt. b. ^agen unb iprimiffer K^eil 1. rrf(^ien. 
!Barna(^ fe^le baffclbe ^b. 3icniann (Dueblinburg unb 
fieipjig 18.35) in mitteüiodjbeutfdjc Spradjformen jnrürf, 
aber mit fo wenig ©cri"tänbni^, ta^ SJ. ®rimm, ber bie 
S(u0gq&c bei feinen ^jorlefungen beiiu^te, flagt, man 
fÖnnc feinen SArltt tl)un, ol)nc t»orI)er ben Äotl) beifcilc 
gefdjoben ju haben. (Si felbft bcabftf^ligte eine Sludgabe 
bed @ebid)td, ift aber kiber nid}l baju gefommen. (tJgl. 
Aa^n in ber ^all. ?itt. 3eit. 1837, (Srgfini. »f. 12 u'nb 
m. ^aupt in bca ^üü. ^a\irh. lR3a No. 134.) 5)a 
erfd}ien: ®ubrunliebrr. 9teb(i einem Ußorterbudje, her* 
außgcgeben von ?. Sttmüller. 3""^ «"t* SSBinlertbur 
1841. ©r war ber erfir, welcher in blefem, 9B. ®rimni 
gewibmcten Sßerfe, ben 33erfud^ madjte, Sadjmann'tf 
itxUit be6 9?ibelungenliete« auf nnfer @ebid)t onjuwen» 
ben; er «nterfdjieb vier Ucbcrarbeiter bcr cd?ien @ubrun« 
lieoer, fc^tc bie lieber, bie er für cd?t Ijielt, in ben 
Xcrt, jcrlegtc bad ®anje in 13 Sieber, tPODon ie ein« 
auf bfn erften unb jweiten, bie U folgenben auf ben 
britten Ibril famen, beren Buffl^nmenfiigung aber nid?t 
crffärt werben fönnte, unb filgte bie ben Uebctarbeitern 
jugefdjrii'benen Stropljcn, ic bur(^ grieefcifdjc ©ui^fiaben, 
ftc unterfdteibenb, ald SlnmerFungen binju. ^a berfelbe 
aber lebiglid) dunere 3)krfmale inö Siuge gcfaüt l^aile 
unb überhaupt feine pofitiyen (^rüntie für frin 93crfa()ren 
angeben fonnle, fc erfd^ien fofort feine SNrbrit alö unge» 
niigenb (ugl. SB.ÜKüKer, ®6tt. gel. SJnj. 1841. No.l40). 
3m 3.1845 erftftien bann mlti?pUft<Snbii)emlIerte: ®ubrun, 
fjerauög. von ?(1. 3. SJolImar. SÄit einer (Anleitung »on 
Sllb. ©djott, wcldje leßtere aber viele witlEürIi4eannab* 
mcn unb Sü^IüfTe über rIeSagc enthält. "Sc^on vorljer l^alie 
a)f. j;-taupt in feiner 3etifd)rift (1842) 2, 380 fg. eine 
9{cil)c ber jutveffeiibflcn Scrbcf(frunßÖt>or!d>[äge gemacbt, 
ber bunn (1845) 5, 504 weitere folgten. 3n bcm 3^1?« 
1845 etft^ieu atidj: Äubrun. 2)ie et^ten ^^eifc be» ®e» 
bidjtÄ mit einer fritift^en ©inleituug. ^eran6g. von Äart 
SRiillf n^off. Äfcl. er jeigtc jnnädifl ba« vöUig Un« 
genügenbc von HttmüHer'ö ffierfud), unb ebenfalls £a(t« 
niann'ö 9iorbilb t"t<t> jum aJiufier nebmenb, oljne bie* 
jcbod} fo obnc aücitereö auf bie ®utrun ju übertragen, 
fudjie er innere unb (Su^erc Ungleidjijeiten in bem ©e* 
bic^t« ju unterft^ciben, glaubte fo wenigfien« brci wr* 
fd)icbcne ^änbc erfannt ju baben, weldte baÄ ®ebi(^t 
erweiterten unb jum 2beil aucö bie vcrgefunbenen <5tfo# 
pt}en nid)t unbetül)rt getaffen bditen, olme {cbod^ rem 
einen ober onbcrn 3ntcrpo(ütct, wie CllmüIIer getban, 
beftimmle Strophen jujufd;rciben. Xen erfien Sljeil be* 
@ebid}l6 fd)teb er aÜ uncd>t gäitjlidr aud, unb ließ 
baffelbe fomil erfi mit bem jWeiten beginnen, bm et, 
nadjbem er offetf Unechte, worüber er ^id) in b« Siv 
Ifitimg fluöfüljrlith auöfpradj, auSgcfdjieben, in 7 IJb* 
fdjnitte jerlegtc; ebenfo verfuhr er bei bem btllien Xheife, 
ben er aud 4 eiiifiehien tliebern, bie aber indgefammi in 
18 fleinrre Slbfchnitle verfielen, entflanbcn anfa^, oErne 
icbo(fc, wie bei bcm jwcilen, bafiir fpccieUc ®ränbe an* 
gugeben, 9(d bfe ®runbtage ber ®rbi(hie fal) er fomit 



* 




GUDRUN 



— 143 — 



GUDRUN 



cinjrfne lieber an, aii6 bcnen burd] ($tnfi'ifiinif) Mr^ 
binticnber SnJil't^fi'fllif^f^ ^aö ®nnje ^ttforafflaiigcn ici. 
gut bfe 3eit &« entftefiiina ^äU er ta6 äa^r 1210 ober 
1212 tt)flörf(^clntid?. Ginjdne SSerbcfferuitgtn bcr SRi'ilIcn* 
fiofffdjen Äritit uiucrnatjm bann Ä. ^. ^abit in bctn 
SIbbrude bed «DfüdenbofTfcficn !lctted: SKiKelbüt^beutfd)« 
2)id)lunöcn, SBieii 1853. 51'. (Sincn nodjmoligrn Sllbturf 
biefe^ :Icrlcfl aber mit Slufnabme einet iKeibc vcn ©ire- 
»t)cn, bic SRiiÜcnftoff ^jctroorfen Ijnttc, bot bann: Äubrun, 
Üebcrfegung unb Urtert, mit rrfldrenben 9(b^anb{unj]en 
brrawöfl. \>t>n SB. bon *PIoennie6. ÜRit einer fijftcina^ 
tift^en l)atfiel(unfl ber miitet^odjbeutft^en epifc^en 93eT6s 
fünft bon a)iar üRicßcr. SDfit einet Äarte ber n)efilid)<n 
Sdjelbcmünbunß. Seipjitj 1853. 3n $!feiffet'd ©enuania 4, 
107. lOtS liefeilc bann Stonj ©drtncr, nad) nodinuillgct 
!BeröIcid)imß ber ^anbiiürij't 3jeibenfningcn ju fcem «. b. 
Äuflcn^iiJrimiiTer'fien 3bbriide berfel&en (Dgf. Sarlft^, 
rbrnba 7, 270 fg.). 9Ia(bbem butcf} ^ol$mann unb Slnbei« 
Sad&mann'* Äritif ber 9libe(ungen tief erfcbüitert roorben 
u>ar, traf aud) gleid^ed ^djicffal bte von 3)fiüUenf}off bei 
ber ®ubrun angenje:iab«te , unb jHjai hauplfädjlitfe loon 
Jl. Bartftft in ^ftijftx'a^ ßcrmania 10, 41 — 92; 148 — 
224. 6eparata6bnirf: Setträgt jur @ei"d)td)te unb JTtdif 
ber Jtubnin. ffiien 1865. 5)erfeifce fteül jwar eine 
Ucberatbeiiung be6 @cbi(^ttf nidil in ÖbrcCe, meint jebotft, 
bau He \nii vorm^iwäit , n>ie fd)un eru^äi^nt, auf (Sin« 
füt)Tung von (Sdfurreimeu befdjrdnft Ijabe. Xie $luna^me 
aber, x>a^ ein ober mebrcre ©earbettcr ^n bcm @ebid)te, 
roeldicd ein öftetteid)ifd]er 2)id)tet ^efdiaffcn, Ihcite bin» 
$wgcbirf)tf I halten, rocift er jurüd. W Dneüe bc6 ®anjen 
fieöt er UJolfölicber auÄ bem l^nbc beS 12. ^abrb. an, 
Xüit weit fid) aber bicfetben oon bein alten ©agenfcrnc 
lo^gelöfi unb felbfldubig toeiter geHlbet (gälten, ivif^e mun 
nid)t jtu fairen, ^o biel ieboc^ fdben nir, bn^ unter brft 
!£)f(6ter0 ^anb iwar ber ^a«prin[)nlE ter alten Sieber 
»ugefrttjrbet blieb, baö ©anje^aber in eine funfimäöitic 
gorm umQCßoifen worben fei. ©d^on bic fitopljitdie gorm, 
bte er feinem SUetfe gab, bezeuge Dafl (lÄu^a. XI). €(> 
verfdjiebenartige ^ctänberunijen aber aud^ bei Xidjler an 
ber alten Sage iDorgcnommrnj_ fo fei boi^ ber ©efamml« 
cinbriirf, ben baffelbe ^interiane, ein ft^öner, wenn aud) 
uid)t immer gleirijmöpig großartiger, „©tnjaö baoou 
foninit fluf ?)ted)nung ber nationvilen »sage, bed tief* 
poctifc^en yJclioKö terfclbcu ii. ; baö 3)ici|lc gebüljrt ober 
botb ter eulfdjiEbencn Segrtbung beö Ijicbteid. 3ßar feine 
gät}igfeit nicbt gt>}0 fl^nug, nm etivad bem alten €agen' 
^offc <5Jlcid)iic^enbc0 binjujubirfjten (unb wer wix\> fif^ 
ittrüber wunbcrn, ivenn er bebenft, ba^ bie 9JoIf0fage 
bafl ÖrjeugniH einer ganzen 9iation ifi, bap ber ®«lfi 
eine« Siolfeö auf il)r rutt?), fo »erfianb er e8, ba« in 
ben Solfülfcbctu lieber lieferte )u orbneit unb ju geftalten" 
{9(u% XV' fg.). *&6 erfd}ien bann: iCubcmi. ^eraudg. 
wn St. Sortfd). «[« 2. ©anb Der öon gran^ Pfeiffer 
begnlnbeten bcntfd)en ßtaffifcr be« 9)iitlelalt««. aHit 
3ßott' unb 6ncfteif(nr»ngcn. 1. Sluög. ?eip)ig I8fi2j 
2. SJuög. 1867 j 3. 9luöa. 1874. 3>tefc Muögabc jriiftnet 
ftd) baburd) au«, baß fte forool bfe .^»anbft^rift in einem 
Kinen 3Kiltell)o{^beuif(^ »iebergibt, altf au(& bur<^ bie 



(SrHärungen ein trcfflidje« SKillrt ifi, in ^a^ ®er|tdnpni§ 

beö ®ebid)td einjufüfircn. gerner, )vic fdjon angehört, 
■flubrun, tjcraudg. uub eiftärt pon @rnft SRartin. 2. SBb. 
ber germantflifdjen ^ancbibliotbef von % 3<i4er. J^aÜe 
1872. Xeifelbe (e^lietit Od} jtvac tvieber au Wüücnboff 
an, gibt iebodj ben 9ierfud) auf, bie cinjelnen feinte bct 
3ntctpoli)tcren aufjufpürcn unb audsu.^ei^nen. (Sr fielet 
bafier bie 3nterpoIatii.mt'u atö eine Wape an unb fa^t 
ibrc Sibiveidjungen »on bem urfpninfilidjen Äern alö ein 
©anjetf jufammen. Xer ijert ij^ baber ein voHftdnbiger, 
mit angäbe ber bnntftbri filieren Ueberliefetungcn. Sein 
^aupljmed ifl jebod) bic allfeitige ^Ilötung bed @e< 
bl(^ld. Seine Slnfid^t über bie @ntftel}ung bcr Sage 
würbe oben erttdfjnt (egl. 6. SBilfcn, C*3ötl. gel. Slnj. 
1872, 6. 2021 fg.). enbltd) glcid>fallö fdjon angefütjtt: 
^ie (^ntn>i(felung ber J^ubninbidHun^^ untcrfu^t von 
933. ^Bilraannö. »^nUe 1873. 5)ic!eä'aöerf n'urbe burd) 
bie Slnerfeunung, roeldje 3WoTlin bcr Äritif Iflinllenftoff'« 
6attc ju %lidi werben laffcn, veranlagt, inbem n barin 
bie Sinfie^t in bie Sufammenfe^ung unb ^niroidelung 
ber 3;id)lung, »oriu er ben ©(^roerpunft ber Äriiif unö 
ber Srfidrung finbet, »ctmi^te. Cbgleid) ein SInbängct 
ßac^mann'? venrirft er fofott bie Sinnahme StJuIlaifiofTö 
bon ter (Triften j fcldjer lieber, roie biefer fte gewonnen 
^aben ivill, unb rtdjtet baher fein ^auptaugenmerf nid)t 
barauf, eiivad Slcltereö, 5Jerlorene* roieDcr ijerüufieüeu, 
fonbem bad Üiorhanbene in feiner iSriftcnj ju begreifen. 
l3)ic tuefenllid)eu JHefnIlate feiner Uutcrfudjung finb, ab' 
gefe&eu t?on Der Soi^e, ron ber fcbcn bic Siebe war, 
[ülgcnte: I) ,,?(n vielen stellen finb bie Stropficn uidjt 
fo georbnet, toic rö ilir -Ijidjier beabfid)tigtc. ^-tf ^ab 
einen ©carbeiter ber Äubrun, wetdjer jaljlreidje ^ufäße 
verfnSte, aber ohne nenügenb ni bejeidjnen, wotjin fic 
gehören, uub ohne fclbfi bie abfdjrift be« erweiterten 
aöerfeö jn reoibfrcn," 2) „(56 muß ivcnigfienö jwei 
iöcarbeiiungcn bcr Äubrun in cdjtm ÄutruufiTcpf)fn 
gegeben haben. UJiele Sdiivi^tigfeiten unferer !Bid;tung 
etfidten fldi burd> bie iflnuahmc einer (Soniatninalion." 
3) „9In eine SBitber^erfiellung ber urfpriinglidjcn 3;i(ö' 
tung iß gar nid)l ju benfen, n>ad man bidhcr alö eiftt 
Vteber nu^gegeben hat, ergibt fitft nn vielen SlcÜen ald 
eine (Kompilation von Scftanblheilen fehr ocrf^iebenen 
UrfpTung««." (Oigl. ($. Silfen, Oott. gel. Sinj. 1875, 
No. 10 unb ®emiania, 20, 249 fg.) 

Um bie (frHärung ber ©agc unb befl ©ebitftiö 
machten fich ferner noc^ verbienl : iJ. ÖUimm in ^aupl'Ö 
3eitfd?r. 2,2 fg. SKartin, Semerfungen jur Äubrun, 

falle 1807. (S. J^ofmann in ben Siöungöb. ber 
(imdKncr «faömie 18Ö7, 11,357—374, lorcie In bcr 
ailgemciitcn Leitung 1868, ©eilage 24. M. ©djcöer 
in ber Seilfd^r. f. beutfd)e 5il)iIoI. 1, 201 fg. unb v^ilbc 
bcanb cbenba 2,468— 470.^3. ^oupt, Untcrfu(hungen 
jur beutfdjcn ^Hage I. Sb. ÜCicn 1866, enthallen viel 
©eroagtea. Ä. Äegcl, 9iifae(ungen, ®ubtun, ^Jarcival, 
2)tei populäre S^orlejungcn. ®oth« 1 802, fotvic Ä. ^. Ä e cf, 
5)ic ©ubrunfage. 'trti ©otträgc i'iber iljre äliofie ©eflall 
unb 9Bieberbele6uug, ?eipjig 1807, bieten nidftö 9?ruc0. 
ßnblld) bic bcrciifl angefi'ihrten ©djriften von Ä(ee unb 




GUBRUNARHVOT 



— 144 — 



OLfiRUNAHHVÖT 



fflibmann. 9Jgl.aiid?9Äont, 3?ifbctldnb. ajülfölileratur 
e. G6 unb Jinjeiger 8, 201. 

Ucbcifcüungen ^m^ ©earfieitwngfii hti ©rbidjt* fint»: 
®ubTun. @in epiftbed @(bfcl}t. Programm unb $Tot>e« 

jetfage. ^fcbft'ülbljfliieluiu) über fea6 Dil)l). ©ebidji (Subtun 
unb bcii ^lorbfeefagcnlmö fjcmuöfl. öon ©an 9)taite 
CA. Sttjutj). öedin, ^Jlpfen imb Stüinbetg 18.-19. @ubrun. 
aufl bftn 9Rbb. übctfe^l »on «b. ÄctUr. aSit einem 
iilclbilb T>on gcfliifr. Stuttijan 1840. ©ubtun, bcutfdjeS 
.^»eftctilicb von J?. ©imrorf. Stuttgart unb ijübinflen 
1843 u. ö. ®ubrun. 92a{^ bet SÄülIcnöüfffdjm «uögabc 
bfr cdjictt Xl)file be« ®cbi(fitÄ autf bem iKbb. übcrfe&t 
imb mit einer C^mlciiung yerfef)cit von gr. Äodj, l'ciyjig 
1847. ©nbninücb von Sß. VI. 9iteuborf. Scrlin 1S55. 
®ubrun. ailbcutfd)cö ödtengcbldjt neubcutfcö beorbritct 
von 9(. 33acmciftcr. totlingcn 1860. ®ubrun. (?in 
miUflt)ödjb. Jprtbengcbid)t. Ucbcrfc^t »on ^. 3. 3«ng» 
t)an6 (UniocTfaI'3)ibiiolH 465.466). Scip^fl 1874. 

(^. /ffw^mann.) 

GUDEÜNARUVÖT, ©ubrun'fl «ufreijung. SJie» 
fc6 ?ieb bt'r fämimbiiiifdjfn Gbca bcfum, ivie (Bubrun 
i^ie €öt}nc €6ili, ^^arnblr unb @Tp aufreljl, ben ücb 
i^wr an ben ©otiieufönig 3öruiunTef ((Srmanarid)) loct' 
md^Ucn 2od)t« Si>anl)ilb ju rtSdjcn, unb roie fie fi(^ 
fßbonn rinfam bir ()armvoUrn Sc^irffale i^rr4 Srb(n9 
aufiäl)tt. 

Sfnifclbi-u gftit ein profaiffter (Singang votauö, bcr 
an bad ^^lilanuil Qnfm'ivfcnb bie nähere ^linanlaffung gu 
bcr Slufreijunt) angibt. 9kd)bcm ®ubrun, bctieljlcl bet* 
fe[br, ben ^lli erfc^Iagen, flutete fie fid} In bie See, um 
ftd) ju tobten; fie vermochte aber md)t unterjufinfen unb 
warb von ben $Iult}en an bad Sanb Jtöntg Jcnafar'Ä 
flctragen, bet fie gur 6I)e noöm. 6ie erjeußle mit bem* 
felbcn brei ©öijne *Sörli, (Srp unb Aambir. Sei 3onafnr 
würbe Svant)ilb, il)rc unb Sigurb^d 3^o(öter, erjogcn, 
unb fie f\ab biefetbe ^^mninrcE brm dteidjen ^nr @[}c. 
SiFfi, ^öimunref'd dtatl)gebec, riei^ aber bem ^anbvcr, 
3ötmun»rd Sobne, Svanljilb jnr ßljc jn nehmen, leet' 
rfctf) bann biefeÄ bem Jlönig, bei batauf Äonbver er» 
[fangen unb Svant)ilb von $ferben jerireien lic^. %li 
ßJubrun bieö hötle Ontgt nun bn« Sieb), fprac^ fic ju 
ben 6ct)nfn, fif mü fttimmen aBocIcn jum Kampfe 
ftadielnb: ,,3i}arum fi^t itir, verfct)laft bad :?eben, tvatum 
^drmt cd end) nid)l mit ^eiletfeil üu reben? ia 3ör- 
munrcf euere 6dnvefier, (ung an 3a&rcn, butd) Sicffe 
jerflaravfte. 3&r würbet niä)t ®unuarn gleid), nodj 
wenij^er gemut^ wie ^ögni, t^r würbet fonft tracbten fte 
lü rättjen, wenn ihr ben HKutf) ter ^unfönige bdtlel." 
%a fpradi .^ambir: „©enig gebadjtefr bu ba, Oubrun, 
^ögui'Ö Ibai ju loben, a[6 fte «igurbcn auö bem Sdjlafe 
werften unb Deine gcftirften ©eivtbc von bcö Oialten 
6lui gerßt^et würben, ^ir fam ju rafi^ bic 9tad;c ber 
Bn'ibfi, ü(d bu bic Sötjnc crmorbelcfi, wir fönntrn an 
3örmunref einmüll)ig bic junge €(^wr^tr xACb^n. 2)od} 
fiolel ijenJDr ben .^^erfdjmurf bcr ^nnfönige; bu baft 
unÄ flftctjt 3um Äampfe." 8a{^fnb flog ©ubrun jut 
Äammet unb braute ben ©öbncn bie Mufiung. l>ic 



3ftut()igcn fdjwangeu fi(^ auf bie Suffe unb f^ribenb 
fprad) ^ambir: „S3al6 Tcmmen bie Äämpfer, gefallen 
im ©oifienreidfe , junirf, bic ^Kutter ju befugen, wenn 
bu ta^ @r&mati( und aUcn trinfcft, 8pan^ilben unb ben 
©ö^ncn." 

!Darauf fegte fi(6 @ubniR (eibbefttwert in ber S3er« 
faramlungdftätte (& tÄi)*) uieber, uai fid) mit il^ränen» 
befeiid)tetcr aßange baö l^atiuvoüe Scrberbcn aufjujäljlen. 
„3)rei .g»crbc Fannt* id}, brei ©atlen warb i(^ intf ^aud 
gcfütjrt. Sigurb war mit lieber at3 ollf, bem mein« 
©ruber lum SÖIörber würben. 3i^ fannte bafür fein« 
Su^e, bot^ fdjwcreren ^arm fdjienen fie mit ju be» 
reiten, al6 fie raic^ bem '4lli goben. S^ie tofdjen Sö^ne 
biefd} idj mir jum ®efprÄc^, idj fonnle für ben gtevel 
nid}t ^upe gewinnen, bid ie^ üinen bad ^aupt abx\$. 
3cft fting jum etranbc, gram ben 9Zornen, aber mit 
ertränftcn mit^ bic äBogen. 3<^ fHeg jum brittcn '•Siai 
ind (Söebett unb gebar Äinber, 3otiafur** Sötjne. ®pcn* 
^ilb, bic i(ft unter aU meinen Äinbern am nieiftcn liebte, 
unb wie ein freunblif^ bürfenber Scnneufitat)! war, be« 
fdjeufte iii) mit ®clb unb *t-*>«idj*'g*'i»<bcn, bevor iä) fte 
veimäljlie ind dlodjenreidj. Ooift ifi ter tjärtcfte Äarm 
meincd ^erjcnd, t>a^ fie bie liefctett ßorfen 6vanljiib d in 
ben Äoll) traten unter ber 9?ofTe güpen, aber bet fttjmrrj* 
lidjfic, ba^ fie meinen ©igurb im S3cit erfd)lugen, ber 
grimmigfte, H^ bem ®unnar hi^ gldnjenben SBiirmer 
jum t'eben froc^en, bodj bcr fdjärffle, ber bi« inÄ ^w? 
btang, bafi fic ben fiircbtlofen Äonig (^öani) lebenbig 
jerfdjnitten. Xcd Uni)ctld unb Dcd .^armcf^ güUe ge*' 
benC idj. Sporne, ©tgurb, büö fdjwarje SKo^ fiicrber, 
t}icr fi^l Weber 6(^nur no<^ Xot^ter, weirtje ber ®ubrun 
©cfdjmcibe gäbe, ©ebenfc, 'oyiiß wir gelobten, alÄ wir 
bribc im Sctte fa§en, ba^ bu auä ber .^el mi^ E^eim' 
fud>cn woUtcft, ober idj bid) an^ ter aßelt. 6d}idjlet, 
itjr 3nr!e, bm '£(fcfitaliaufen, laffet ihn unter bem (ju# 
bet ^el jurürfticfelnten) Äöuig (Sigurt) am böd^ilen 
brenuen. ^ad Seuer umd .^erj fdjmclje (mir) bie €ot< 
aen." SlUen ^uvUa gcncfe bcr 3KulI), uUen 3ungftautn 
Id^ivinbe bcr Kummet, wenn bicfet ^armbrui^ gc 
fungcn wirb. 

l)ad Sieb fie^t mit bem |)ambtdma( in na^cr innem 
9Jerbinbunfl, fotn^ ber crftc Sifjeit beiber Sieber cnt« 
Wibcr aud einer ^emrinfauien CueUe, ober nnfer $itt, 
ald bad jüngere, auA bem le^tcrn [)croor gegangen fein 
muö. 6tr. 1 — 8 beö unferigen enifprcdjcn ndmtid; genau 
bem ^ambidmal ©tr. 1 — 11. 33fibcn ge^t eine ein* 
feiteube 6tropt}e vorauf unb bcibr brfingen brnfelben 
®egcnfianb; ja bcr jweite Xbeit von Str. 2 unfcre« 
Siebes fHmmt jum Xljeil wüTtlid} mit Str. 3 im ^ambi*« 
mal, ebenfo l^ier ©tr. 5 mit @tr. 5 unb G borl, ferner 

*) 6if^ (ieriifetr tnrfnc tn^än ^flttnfftgt 1, 386. SBofn 
l'dxinlid} ifl ^ier biirunln Mr Cutrbanf (U ccißc^en, i. i. lit qun 
Uta dir g<in)( {iu»iitt<ilr gcbcntr, <ii}bi}U unb mit rmem Qiimt 

tpo av9 fie an ben (Scfrllfd^ofim unb GlrUgm brr 3)Ianncr t^l< 
nafimtn uiib bic {taudrpitt^iit ttn ^etb brobädilfff. fficta^cU, 
9Uni>tbtf4;r» ititn @. 221. Citt ciitfat^: Wt Crt, «n bem Ölibnti 
mit it^rm €i|)iico fotbrtt jufdmnifngtftfinmcn war. 



GlfiRVNAHHVOT 



— 145 — GUBRUNAnKVIBA HIN FYRSTA 



■ 



|inb ^ier Str. 5 unb 8 vtmwnM mir @tr. 7 unb 10 bort. 
@lr. 3 U6 unfcngeii fd)\i im ^ambidinal, Carum rtnt> 
aber €tr. 5 unb 6 biefcö Wicöcö ganj unuerriäiiblict), 
au(^ <Slr. G unb 7 br4 unfcrigeu werben bort ft^mer 
nrrmigt. 

l)iefe Srf<^einun£| i|1 ft^tver jii rrflärcn. Simrorf, 
GbbQ S- 432, nimmt golßenbcd an : „3)a« urfprfinglidje 
^ieb beftanb auft Um (Eingänge, b. b. au0 bcn a(^t erfien 
£trc^l:eu v^on Oubruu'ö 'ütufreiiinHi unb bm Str. 11— 3ä 
vom ^aiuDi^maL 3">if^''t ^i^l^^ ^efti]nl)tl)ei[e fcbob ein 
Späterer Oubtun'Ö JKagc, b. ^. ®lr. 9— 21 Bon ®uB» 
Tun'6 Slufreijuna ein, wcldjc er benienigen fang ober 
fprnd}, bic na<& bem ^ingdn^c Üeber von ®ubrun ald 
»on i^ren Söhnen boren molllen. ©oüte er nun fort' 
fahren unb aut^ bie Sdji(ff<ile ber Sölme i>or(ratim, fc 
war ber alle (Sinflanii fafi fdjon icicter verqcHen, aiid 
wddjem alfo einige Strophen iiMebecbclt ^verbcn mußten, 
um baö eben @c^6rte n)iebet in ISrinneruno p bringen. 
SHlÄ nmn niet)irf(^rieb, n'od Hö^er bem ©ctärtjlniffe an» 
^ertrant aenjefen, fdjienen bie erftcn jn^anjig Strophen 
ein fiieb für fid) ju bilben, njetc^cm man, nm eö fel&ft* 
ftfinbig JU mad)cn, nod) bic 21. Str. nnbing. Sollten 
nun bte folgenbcn felbfiänbi^ werten unb ein ®anje^ 
rtudmat^en, l'o muplc man einige neue Slropb^tt bioju* 
i>id;tea, ba ha^ nidjt ganj genügte, »ad man bid^c 
«n tiefer Stelle ju roiecer^olen pflegte. So Famen bic 
crimen anb4!rtl)alb Strophen vom ^ambtdmal Ijinju, wo* 
mit in ben alten Eingang eingelenft tvurbr. Str. 4 
^atte i>ielleid}t ft^on in brn (Fingang te« alten Siebe« 
gehört, roac aber aiifSqdaiKii ipotce», nl6 beiden erften 
a(^t Stiopöen 6Jui)niii'ö Jlliig^ aitgcljnngt routbe, tie 
(ine n;eitere Sludfülirung ber in biefei 4. Stropbe eul' 
Seltenen Älagc ©uDiun'ö bi[t)etc. I)ie Str. 7 — lü hatte 
man Bermutütid} fd}on vor Der fdjrifllii^en Vltfaitung 
ald IBariätion Ded alten (Singangd, ben man nacf» bem 
Sortrag von ®ubrun'ö Älav^c roieber in Erinnerung 
bringen wollte, ju tlngen gepfl^Jt- Si> erflürt eö fitij 
flflrin, roarum je^t in bem Eingänge von ^ambi6mal vor 
Str. 5 ber Snljall von Str. 3 ber Öubrun'ö Üiufieiinng 
feftlt, unb vor Str. U vermißt wirb, ivaö bejien Sir. 
{6 unb) 7 berichten." 

«hiergegen fprt(|;t ft^on ber Umjianb, baß njeber 
®ubrun'd J^lqge noc^ bad 6ct}idfal ibrer Söl)ne fo aud' 
fü^rlid^ ftnb, bnp nadj bem 93tirtrnge ber einen oter B«8 
antetn bev Eingang fdjon vergeffen fein fonnle; fobann 
finben ftdj aber ganj dönHdjc (Srft^cinungcn au(^ in ben 
übrigen ebbift^en Siebern. tvelf^e benfelben (^egenftanb 
bcfingni, namentü(b in ben •^elgi' unb ^llilieDern: bad 
afle jener «ieber Itat Str. 44. 45 mit Str. 21. 22 beö 
jneiten ivörtlicö gemeinfam, unb um beibe Sieber itber* 
fjaupt JU •on^tfjtn, muO man bad eine au« bem anbem 
rcgänjeu, bud (entere if) anHi jum Xbeil bei ben 9Itli' 
liebem ber gafl, unb f(bwerlirf) würbe nö) bier Simrod'a 
I^Fldrung anwenben iawtw. dnblid; fann Str. 3 imfered 
ttcbed, beren SÜcgfall namenlli^ im ^ambidmal flörr, 
au<^ bur(^ bie Si^ulb br« !flbfd}reiber6 fehlen. Xiefe 
ßrft^einunq wirb ba^er auf bicfclbc üBcife crKärt werben 
muffen, wie bie äbnliifee bei ben übrigen Siebem, ba0 
«. iiRr«n.ft.3B.ii. Ji. Stj)(e«iiPR. XCVL 




ndmlit^ beibe Sieber uiiabl)ängig von einanbrr entflanben 
ftnb, unb ber (Singong beiber and einer gemeinfamen 
CueUe gefloffen ift. 

SBad bad Sflter unfere6 Siebed betrifft, fo ftbeint 
baffelbe iüngcr ju fein ald boö ^ambidmal, wel<be6 fdjon 
ber in ben lagen StaxVi h<$ @ro^en lebenbe Sragi bet 
Sllle fennt (f. 3. ©rimrn in ^aupt'd 3eitfd?rift füt 
beutf<bee 9IItertbum 3,154 fg.), ba ber Sdilu^, wo ©ubrun 
Sigurb'd ?KiMfel)r auö ber ^el erwartet, bcrettd an bie 
SBcrfttmdjung bct Sigurbtf* mit ber ^clgifage gemaljnl, 
von ber i^ in meiner benlfd)en ^elbenfage 1, 207 fg. aud' 
fübrlirf) gehantelt Ijabc. Sffienn ^ambir Str. 5 fagt: 
„SBcnig grbatftteii bu, ©ubrun, ^ögni'fl Jbat ju loben, 
alö fte Sigurb aufl bem Schlafe werften ", fo f6nnte baÄ 
fdjeinen, ald fei bier fdjon, wie in ber beulfdjcn Sage, 
■öögni an ©utborm'* Stelle getreten; allein ta biete 
'^erdnbeiung bet ^n^e bem sterben gänjlicf) fremb ift, 
(0 wirb ^ögni bier nur ald a)Iitfd)ulDiget am Wioxtt 
befonbcr* genannt fein, unb jwar bcöljalb, Weil i(jn 
®ubrun vor SlUen liebte, unb voriger beffen boften ÜRutlj 
i^ren Söbnen gegenüber befonberd Ejrrvovgetjoben batte. 

3)ic Völßunga saga bat unfcr Sieb faft volIt'*Änbig 
aufgenommen. Üb Sköldskaparmal c. 42 baffelbe be« 
nu0i bat, bleibt jweifell^aft, ba baifelbc auper ber Vluf* 
rei^ung (Bubrun'd nt>0 eigentijünilidje ^üae barbietet, 
wcl({»e auö einer befonbern 0ueÜc gcflolTen Tein müjfen. 

(A. R(uzmann.) 

GUDRÜNARKVIDA HIN FYßSTA, baß erfie 
Sieb von ©ubrnn. iEiefe* Sieb ber fäniunbinifdjen @bba 
frtfjrt unfl an bie Seidje Sigurb gafniebanie am HÄorgen 
nad) feiner ^rmorbung burdj bie ^iufungc. 

Qiixft war*d, bag ®ubrun, fingt bad Sieb, fitb be* 
reitete ju (terben, aid fic forgcnvoU über Sigurb fag; 
fte fcuf^tic nidtt, not^ fcblug flc bie ^dnbe, no(^ weinte 
fte wie anberc grauen, (fd traten aUnuge Surften vor, 
nm fit von Dem ^nrien Sinn abjulniugcn; bod) @ubrun 
fonnte nitbt weinen, fo barmvoll war fie: fie mochte wol 
jetfpringen. ^errli(^c gürfienfraueii faycn vor (Stibrun, 
eine iebe fagte it)r von ii)rem eigenen Äummer, bem 
bitterfien, ben fic erbulbet, unb ©iaftaug, (Siufi'd St^we* 
jter, fprad): „3d) f]abe erbulbet brn ^erlntt von fünf 
SRönnetn, jwei jödjtern, brei Sc^wejleru unb a<bt 
3)rübevK, bod} id> oUein lebe noc^." ä^bo(^ @ubruit 
fonnte nidjt weinen, fo börmvoü war fic ob brö ©atten 
galt, unb bartgefinnt ob bcfl Äönigö Seiche. 'Da [pxait) 
bad ^erborg, ^nnenlanbd Königin: „3c^ habe ^rteni 
^arm ju fageu: fteben Söbne unb mein ^ann fielea 
auf ber 3Balßatt. iBaler unb ^JDtuller unb vier trüber 
betrog ber ffiinb auf ber See, fclbft mu^te itb bic ©<« 
ftattung brforgen^ bad StUeö erbulbetc id) in einem «ftalb* 
jnbr, o()ne M^ 3einanb nat^ Jrofi für mid> fuc^te. 
3;ann warb idj gegen Snbe beffelben ^olbjaljrd !)«r' 
gefangen, id) mu^te bie ®attin beö ^erfen bebienen, 
unb fte fi^iug mid^ aud @iferfu(6l; nirgenb« fanb id} 
beffetn Aaud^erm, aber au(fe nirgenbö fcftlimmerc Äau«» 
frau." ibod) ©ubrun fonnte nitbt weinen ic. !Ba fpradj 
©uUrönb, (Siufi'Ä Zo<S)ttt: „wenig verftebfi bu ^*fi<9«in 
(^erborg), fo erfahren bu oudt bift, einem jungen aßcibe 

10 



a^ 



GÜBRUNARKVreA HIN FYRSTA — 146 — GtBRüNARKVWA HIN FYRSTA 



Antwort all crTOfcfcn"; fic ft^Wflng bo« $<intud) üon 
©ißurb'fl ?d(fie, roanftte feine 3üanac ju @ucrun*d 
®(JüOö unö fptat^: „®äqu fcen ©elicbtcn, unD füffc 
i!)n, alö ob 6u umljalftcft tm feriten JTönig." Wut rin* 
mal bUdlc ®ufccun auf, fab bf« Äönig« ^aat upm 
Salute triefen; bic I«ud?tcnbcn Slugcn erlofc^fn unb bie 
^rujl »om ©djrccric fcnrdjbobrt. 2)a fanf ©ubrnn ^uröcf 
auf ba« *i?o(fieT, ba« ^laat lefic fic^ auf, bie SÖange 
nxirb rotf) unb fin ^Eiränenftrcm rann nieber auf ben 
®(^Otfd, ba^ bie ©änfe (lEjrilne^menb an bem €{bnirr$ 
i^ret J^«*^") 'aut auffdjriecn. 2)a iv^ad} ©uHcönb: 
„3n eudj «ffiine id) bie grööte ?iebe unter aüen SKen« 
fdjen; bu fanbcfi, 6(f)TOCfter mein, webet innen neu) 
üu^en SEpnne au^er bei Sigtirb." 9Iun rrßo& fidj 
®ubrun in cad feftnfudjtißfic ßob be6 ®eliebten, inbcm 
ftc pricd, tt.>ie er @iu!i'd Sö[)ne übertagte, unb wet(!)e« 
^o^e iMnfct)en fie biird» iljn gcfutibcn, (laßte übet ihre 
©miebrißung burd) feinen iXob, weldjeö bittere Ücib 
®iu(i'ö eöbnf itjrer ©d^roefier ßcfrfiQffen, njtefl bnnn auf 
ben ^«lufl Öin, ben ba* 8anb burdj ©ißutb'« 'lob er* 
litten, »crfüiibigtc bem meineibigen ®unnar, bap er bed 
®olDefl uiiüt ftcnicgen, unb ba^ eö fein Job fein trörbe, 
nnb ft^lo^ bamit, bap bie Seute fonfi wo! frob^t genxfen 
wären, tvenn ©igurb ben @rani gefältelt habt, ald ba< 
mn(9, n?o (h audritten, um Stiin^Kb, bie t>ern}üitfd)te 
^cre, ju TOerben. 

3um ridjtinen SSerfidnbni^ bet nun folgenben SBorte 
ffltftn^ilb'd müficn ivit ^otafubr» i>orauöf(iicf cn : '2ai 
fcftnfüdjlige 8ob Stgurb'5, in ba* fi(t> ©ubvun crftcffni, 
forole bie gegen 59run()i(b geridjteten Sßotle, muljten aufö 
Weue beten leite nfc^oftUd)« Öiebe ju ©igurb, foicie beten 
^ifctfud)t unb 3»>tn gegen ©ubrun etwcrfen. Da jte 
aber f(^on buvd} €lgurb'd l£rniorbimg, »)eld)e \u bei 
@unnar bur(^gefe|;t, ben geliebten .^clDcn ben Slrmen ber 
T»ert)apten 9iebenbul)lerin enttiffen, «nb babuTcf) jugleic^ 
an betfclben bie if)T angetljniie ^efrfjlmpfung fförorr gc 
TÄit, unb bfl fie ferner bereit« bcrfelben purdj ein rorit* 
fc^aflenbed @clä(^ter, bad ftc über Deren laute itlage 
wegen bed an Ibrer Seite ermotbeien hatten etboben, i[)re 
®(iobenfreubc Funbgegeben ^ttc (f. SigurÄ'nrkv. 3, 30j 
Brot flf ßrynhilffarkv. 9), fo wcnbet fie ic^t, ftd) mit 
fiarfer, ebtcr Seele auÄ bet aufß 9ieuc entjünbeteri "Studit 
enqjottiebcnb, ibrcn ^oxix nitöt gegen bie U n gl i"i(f liebe 
fclbfl, fonbctn bricht — wie ba6 Sieb nun weilet rt»ö' ~" 
in bittere ÜBerwünfd^ungen gegen (^uUrÖnb auS, weil 
biefe buburd}, ba^ fie bei (^ubrun in ll)rem Gummen, 
töbllid;en ^djnierj Jbränen unb 3Borte erwedte, baft 
abermalige aölcberaufflommen ifiret (^iferfudjt Kn^ ihre« 
3otne« vcrtinlaöte. „SBeraubt fd bic3Jettcl", fpridit fie, 
„be« SRannrÖ unb bet Äinber, wcldje bir, ®uotiin, 
ibtdnen erwerfte, unb bir ^Bcirte om SRorgen perlielj!" 
Unb obnt auf ÖuHtönVtf bittere tsrwlcetung („©djwetgc, 
bu ^e[tvet[)aite , eine lln[;eilfllfleiln Mft bu fletd ge> 
wefen; bidj retfiö^t jebc SDellc Deft böfen ©cfdjlrf«, bi(6 
fcömerjbtingenbe Sorge von fieben Königen unb größte 
greunbfernidjtung für bie fflJeiber!") ju antirortcn, be^ 
jeidjnci fic, um nd> felbfl wegen beö nngcfiifteten t'elbefl 
^u cntfd)ulMgen, i^ren Sruber Sllll al6 ben Urheber alled 



Unbeild, ))ctwünfd}t fogat ben 9lnbli(f bed golbfiraljlenbett 
gürpeit (Sigurb) in bcr^üHe icfi bunifdjen iUolfed *), 
unb bann ouf ©igurb'd Slunben blicfcnb, umfc^lingt fie 
bie ©dute, an bie fie firf) lebnte, gcuer brennt au6 i^ren 
Äugen, unb ®ift baucbt fie au«. 

hiermit fdjiiepi ba6 »ieb, Inbem baö SBeitete Brot 
&i Brynhildarkv. <2tt. 14 — 19 unb Sigur^Tarkr. 3, 
6tr. 34 fg. berit^ien. 3)cmfclben gebt du furjet pro- 
faifd^ct Eingang votaud unb folgt ein altidn @d)lu0. 
3cnet wiebcrtjolt ben 3nbrtU bet erften ©tropfen: 
©ubtun'Ö flummen, untrcfllidien ©c^merg über ben et« 
fdjlagenen ©alten; unb fügt hinju: fie ^be von gafnir'Ä 
^etj gegeffen unb fritbem QJogeifprac^c uerfianbcn. l)fef<t 
bcrlrfjlel: ©ubtun fei barauf (nnwi-ggegaiii^-n in ffiölber 
auf Jbe Sßatfen unb nadj Xidncmarf gcfaljrcti, unb ^abe 
bort ftcbtn ^albfabre bei Z\)oxa, ^aFon'd Zeltet, 'Ott' 
wellt. $rDnt)lIb aber ^abe nad» ©igurb'd Xoße ni<^t 
me^t (eben wollen, ad;t J{ned)te unb fünf 9)Iägbe tobten 
laffen, unb bann ^c^ felber mit bem ©(t^werte bur(^bo^rl, 
wie baö furje ©iguibSIicb etiäbif. 

2)a6 fiieb gebort, wenn au(^ ni(fit iiu ben Älteften, 
fo bcd) ju ben altern ^elbeulietern ; ba fdjon t>ai Hiun- 
ffiflmiU, Str. 6, wo ^ambir gu ®ubrun fagt: „3)u 
fa^eß über bem ^Tobten (SigutD) unb nld}t gfbadjtefi 
bu fxöblid} |u fein", unfer Vieb voräu6fe$t, unb bet 
Umarbeilcr be« jWeiten ®ubrunliebed in ©tr. 1 1 3- -^ — 
10 unb in ©Ir. 2 3. 3—6 au3 ©tr. 1 unb 18 entlebnt 
l)at. 2)iefe« ?lUet bc« Siebefl wirb baburrfj bcfidtigt, ba^ 
bem etgrcifenbcn 3wflc. ">o ©uCrun burdi ben '^nblidt 
ber 8elcbe bed geliebten ®atleu in i{)rem fiummen, tobt« 
lidjen ©djmcrje Xbväuen unb aSorte finbet, ein 3"9 tm 
gjibelungenlii'be ©tr. 1008—1010 entfi>rid^t, wenn audj 
f)iet SlUe« auDerd, bet umge^alteten ©age grmäg, an* 
gewanbt, ja fogar t^tifwdfe inö Oegcntbeil Bcrte^xt Iß. 
äl6 ndmlit^ ©icgfrieb im föfilirf» gcfdjmicbeten ©arge 
äu ®rabe getragen wirb, unb Äricmliilb {®ubtun) mit 
unneniibatcm Rammet ringenb, bemfelben folgt, bittet fie 
bie 3l)rigen, ibr no<^ einmal bad .^aupt bed geliebten 
®attcn feben ju laffeu. 3>er ©arg wirb ctbtodjen unb 
man fübrt fie Isabel: ba I)ebt fte mit i^rer weitien ^aüb 
fein fd)öiie« .^aupl empor, Füpt ben ebrln killet, ibte 
9(ugen weinen blutige itbronen, finnloö wirb fie von 
bannen geiiogen, unb t>ct Ceib will ftf erfierbcn. Xic 
^anbfdjrift C fügt nod) na* Str. 1012 binju, baß 
JCiiembilb bcfinnungdU^d in Cbnma^ten bis jum onbetn 
Xage lag, uiib ed fei ibt ni6t funb geworben, wafl aud) 
3emanb fprrdjcn mctfete, 3Kag aucfe nun biefe ©tropbe 
ein fpötertr ^\iW^ fein, fo ifl X>o<b fidjrr, bnö bie etfiem 
einen uralten, unferm cbbif(6en Siebe ponfommen ent» 
fpred)cnben ^u^ enthalten, ber aud ber gcmcinfamcn 
Öueile entfpmngen fein mufi. 

St. ©imrorf, (Sota ©.414. 415, bagegen behauptet, 
baß ba« Sieb einet jicnilid^ jungen ßtii angeböte. @in« 
mal, fagt berfelbe, ließen bie neuen, In feinem anbem 
Siebe berührten ^er\rQtibtf(()aftflt>«rMlfniffc, worin, wie 
f<^on SB. ®iimm, IDentfc^e .^elbenfage ©. 350, brniftfe, 

1) !Die ISrriärung (irrten fofgt vtilir unten. 




'^ 



GUfinUNARKVIBA HIN FVHSTA — 147 — GUBRUNARKVIBA HIN FYRSTA 



^ 



-niiT angenommene, Ux Sage urlpriin^Iid) nicbt ^u^ebörige 
ßripi'iltrungen 311 fclicn feien, auf eine Beibällni^mäpig 
fvdte ßntfietmnfl &ce ^icbeft ((Ijliepen. StÜein boge^fn 
ergebt fitt) bcr Umpant, taö tie ^tta t»on tergteidjen 
fEInflen überbniiv» nm flfUßemlidj JTunte flibl, unb taß 
neetoet tJpt&er npclj na<^fier eine SSerantaffnufl binfitljtlitb 
jener aienvaublfdjafte^erhäUniffc vorliegt, oo&ann lagt 
bei-fclbc weiter: „ffljüö und gegen ftad loorliegentc Siet 
einnimmt, ifi bod ungünfttge Vtd}i, in »>el(f)ed Snjnljilb 
(leftellt wirl)^ ndmentUd) aber fie ®tr. 25 unb 2*), ju 
wrldjen gerate Me fcöEedjtcfie, jebenfaütf her lieber* 
fltbeitung ange!)örtgf ^td\( beö brüten ©ignrbdliebe« 
(€ir. 34—39) 93erantafTung gegeben Ijol. SBie bort 
©rt?nt)tlb ton fid) fclber angibt, ba^ ilc auf ?Uli*ö $liu 
btiiigen, ter iljr, weuu fie unDennäI}lt bleibe, baft •ißater' 
erbe Voten ll)alteu wollte, 0)unnacn ble .^anb gerci(l}t 
babe, fo tt>irb tjier bem Äili bie ®d)ulb an allem Unbeil 
beigelegt, «nb itrXaQ »ettt)un|<^t, roo Rc befl „aßurm* 
beltö %eütx" an bem gürflen erfa^en. 9}tan barf bei 
tiefem ?ludbni(Ie, ber aHetbing« jundcfefi an Sigurb ge^ 
ma^nt, bodj bem 3iifa"ii"'''"f)«"fle "<"*) nu»^ an ÖJunnat 
tenfen. SUie nad) Sicaldskaparmdl c. 39 ba* ®o[t> 
Otter'« ffiiige, ber 9lfen Siotbßclb unb feruerl)in gafntt'fl 
SBett K. t^ie^, fo ifl aud} bed SBuimbettd geucr nur eine 
allgemeine bii^teriftftc Benennung bed ©oibeö, bie weiter 
nittjl« mctjT mit Sigurb ju fdjaffen bat. ajgi. Cbbrun'« 
J?Iage ®rr. 33. Stifo be» Oolbeö willen na^m S9rijn* 
1)ilb bcn ®unnarj tiefe Slnfic^t fann mir bie bezeichnete 
Duelle l)aben, ot>glei(fe bort 3)rpn(jilb, nur um iljr 
fßatergut nidjt )u verlieren, einwiüigte, ^ter aber gar 
tutd) Cen %eid)ti)nui bed greicrd bcfiftmmt wirb. <Btl^t 
aber unfere €teDe jene onberc befl britten Sigurböliebed 
Dornuß, fo ifl unfer Sieb nad> ber Ueberaibeitung, weld}c 
jene6 erlitt, cntjianben, unt gebort mitbin einer jiemlieb 
jungen 3fi' *"*." 6tmrorf*ö Sluffflffiing ifi, fowol wa6 
unfer Sieb a(Ö baö britte 6ignrbdlieb betrifft, nänitid) 
»erifehlt, nnb au9 einer jwiefa*en falfdien Slnffaffnng 
«itfpruugen, einmal weil er burd) feine _falfd)e Utbtx^ 
fe^ung ter äDorte i Sigurffarkvitf^u inni skömmii in 
bem profaifcben Sd^iuffe unfere« Siebe«, bie er mit „im 
füraeren" (iatl „im (urjen ®igurb«liebe" wieber* 
gibt, verleitet, bieraiiö bie golgtrung modfl (Ubba ©. 408), 
taö briltc ©igurt^lieb, lueraiif fid> jener profaiftbe ®<blu^ 
berufe, fei eine jiemlitfr iunge Uebcrarbdlung unb (är* 
tveiterung eine« altern Üiebe«, bo« bi'm yicrfnjTer be« 
crOeu ®uerunenliebefl, ober bodj beö profaifdjen Sdjtu^* 
fafte« ju bemfclbfu, nod> vorgelegen ju Ijabtn ffbeicte; 
benn wenn bamit tiefe« ©igurbölieb gemeint fein foUte, 
ba« in feiner gegenwärtigen ®eftatl eine« ber Idngften 
Sieber te« norbif(^en ^cibenbiidjeö fei, fo muffe bn« gr* 
meinte verloren gegangen fein. !£a nber bei ber rid)^ 
tigen lleberfe^ung jener SBorte eine ^.Dergleid^ung bin' 
ftcptltd) ber Sänge ober itürje mit unfern übrigen 6igurb«^ 
liebern gar nidjt geboten ip, fo Fann la^ britte ft^on 
an anb für fidj flifo benannt werben fein"), .^aupt« 

2) Utfri^rne beiuft ffcf) tUVÖlsungasaKkcäS anf (In Sigutbri« 
lick, iai ttrIoTtn iS, »oju tDa^rft^etnUA aui^ bi< c- 27 uub 28 
aDgtfQ^Tltn Strov^tn ^tifbiten. — ^icf« mit ^ur Kcrtjlon oorgtlegtc 



fäd)li(ö aber ift Simrotf irre gegangen, weil er fidi nitftt 
bie 9??iibe genommen baf, «• 27. 29 unb 31 ber Volsunga 
saga, n>eld)c bier verlorene ebbifdje Sieber benu&t l)at, 
wobUT^ fowol jene ber vermein tli(^eu lleberarbeilung 
angeböriße SteÜe be« brüten 6igurb«liebe« al« ondj 
€tr. 2ö unb 2ü te« unferigcn vollfcmuien aufgebellt 
Worten ju ^Katbe ju $ieben, unb tvorau« fid) ergibt, ba$ 
an ein vcriortnc« Sieb gar nidjt jn tenfen Ifi. iMI« bie 
®iufungc, ajdbtt nämlii^ bie €aga, ju SSubli in« 
^uncnlanb famen unb um ®r?nbilb fdt @unnar war^ 
ben, nabm er tiefe Sßerbung tvobi auf, wenn fit "»4* 
9lein fagen wolle, unb fagie, fie wÄre fo fiolj, ta& fte 
nur ben 9)?ann nebmeu würbe, ben Re wollte "). Sie 
®iuTunge brobteu aber ju beeren unt )u brennen, wenn 
fie Srvnbilb nid)i erbieltcn, unb Subli frogle fie baber, 
wen fie von ten SlngcFommencn erlüte. Sic erbot fld) 
aber, ba« Sant ju webreu unb über ein Drittbeil ce« 
befolge« .^(Suptttnfl ju ff'"- allein ©utli erftärtc ibr, 
fte fcüe cntwetcr bem 3Wannc vermäblt werben, ben er 
wolle, ober alle« ®ute« unb feiner greunbfcbaft verluftig 
feiti. 911« fie nun bebfld)te, ob (ic feinem HBiUeti ge» 
boreben, ober mandien ^fann erfdjiagen foUte, [it [\äi 
aber jugleicb ju ftbwacb bünfte mit ©ubli ju fireiten, fö 
fragte Mtli bicfelbe, ob fie ben wolle, ter ben ®rani ritt 
(b. 1. ©igurb). Da fam e« babin, ifa$ fie ficb bem vet* 
bic^, ber ben ©rani ritt mit gafnir'« (Frbe (bem ©olbe) 
unb burcb ibre SÖoberIcbc fvrengte unb bie SÄdnncr er* 
fdjiüge, bie voröer um fie geworben. Dnrdj biefrn SSer* 
trag war einerfeit« ter Ärieg mit ben ©tufungen ver* 
micDen, inbem nun, wie bur(b bie Äampffpiele im 
9iibelun gen liebe SÖrpnbilb'ß (Erwerbung von ®unnar'« 
perfönlidjem IWutbe obböngig gemad)! war, autererfeit« 
war ibr aber Sigurb'« ©VfMj, beffen 5Bermäbliing mit 
Oubrun ben 93ub(ungen unbefannt geblieben fein muß, 
voflfommen gefidjcrt, inbem fie ivobl wu^te, baß naÄ 
Obin'« ©efd)luö (Uelrciff Brynhildar £tr. 9—10) nur 
©igutb allein burd? ibre SSJaberlobe 3U fprengen ver* 
mod}te. 

3n ben wcfentlidinen Qiunlten wirb nun ganj taffelbe 
in ber angebogenen ©teUe beö tritteu 6igurb«liebe« ge' 
fagt *). «uf ©unnor'« borte Vorwürfe, bie er SrtjnbÜbea 

SitiftI in f(bcn 18&9 gfftfericben, tinb t9 erfrtut in Ubtn. baf 
ecs^u« ^Suggf ©. U7 mit mir gfrit^rr Hnflt^t Ijmfldjltil^ ket 
iWtinung ©imtorf'd tfl. 

S) 3ur (JiHüriing biffer U^ttn ©uvte rau^ man ttiDdgtn, »«« 
ii^ Iwi mtiiKr bfiitfdffn ^([trafagc 1, I6G i'ü. bfigefcratbl f}<tU. 
fBuMi ^altr nämlid} ^tpubilc j({iDUu(|(n, auf -^timir'« $ut^ In tai 
AUttUäit J^auS iUTinS^vUiixtrt unb i^m ben 9tmg nntraranaut, ^en 
i^)r@lgut^ btt ftintr 93crU'bnnj| mit i^r flegebrn, auöjulicfmi, ittil 
tr in birfe fßfilobuiia nidil finiuilligrn teulllc; ^a Iftal fie ba* O*» 
tübbe Tiiir tm allein litbtn jii irotlcn. ii'fiiljfr bei ru^moelljl* 
atbcremr toärc, ain oliJ (clcbfn falj fi* nur «ituub an, 4) SJlan 
txroäit bir ^ottt, rotlt^r SrQnbilb Välenoga Bsga o. 37 (tfÄrcA<n 
m ©iöutb fl>rtd)l, ale et in ^imitota ©tilali fntd) ib" ®al?«« 
h\}t gerilttu unb in l^if» £aal geTrtifu ift, uab fie mit ^rrurung 
auf btc Sifünung btt anUtU^ua goibttun):) «ur (äatixa bt^thrt. 
€1« annDoitrtc — fotgtnbrwcfll wen ihtem ©i^f, wie ein SifWati 
von ber äö:^(;e (f. (Itrimm, äTJ^i^. 3!>Ü unb SHar fflieser in 
Pfeiffer'« (Bermanici 3, 192) unb ^attt ba« ediwetl in be r $anb 
unb tm ^Im onf bem ^anlite unb tvat in brr Siünnt — : 

19* 



1 



GüBRÜNARKVIfiA HIN FYRSTA — 148 — GUBRUNARKVIBA IHN KYRSTA 



xotQtn iljrrt ftfcabtiifro&tii ©cldt^Ktfl, fcad fie bti ©uöiuii*« 
Ifluicr Ätafl« über ten an tbttt 6i'itc crmortctcii (halten 
ft^obcii, gemacht batte, mcitcrt ihm Oicfclbe feiet: Sdjoii 
frü^ Ijätten fi* bi< ©iiidmgc, wie rr genau roifTe, cegen 
ft« fcfeulbifl ßfma<i)t. ®ar jung unt «idj mit ©(^ä^en 
begabt, Ijabe fie im ^nufe bfö ©ruber« «nreitt, oftnr 
jtt bege!)ten, ba| ein Wann fie jur S^c nefeme. S(16 
aber tic (Hiutuuge au^cfommen, habe \\t ftd) bem ter* 
finden, l>ct mit Dem ®olbf auf ®raui'd Surfen faf, bem 
^e n)ebrr an Üuge ucd; au Sltiili^ f|[ei6 isaien \ unt> 
al< i^r 9(tli gebcot^t, idc i(}r @ut unb 3)atercibe $u ent« 
liefern, n>enn fie fid} nid}l ^^ermälilen laffe, feabe (ie n(* 
((ftreanft, ob fie über be6 ©nilicrt UnbiU fdmpfen foUe. 
Bie tjötlen aber einen fficrtran flefd)! offen, Cenn eö ^abe 
ibc mcH am ^^erjen fielen^n» *>'* Äteinobe Cr« Soljne(t 
®iamunto'* ju nct}mcn," nidjt eine6 anbern SWanne« 
Baii^c t)abc fte begeferi, fte feabe t$inen geliebt, nidjt 
liefen unb 3enen, nit^t wanfelmütljigen Sinne« fei fie 
flwefen. 

^udf fjiet bro^t if)r SlKi (Subli ifi näm(id) nat^ tier 
(Sbba f(^on tobt) mit Der @ntjief)ung tt)re6 @nte«, roenn 
fte fidj nidjt tcmidblen laffe, audj biet f(^n?anft fie in 
i^rem ^tfd}luffe, aud) bier (ommt ed ju einem OJertrage 
wie in bei Sa^a. i&Joriti ber leitete beflanben, imrb 
gtvar nidft au«gefpco(^cn, fonberu nad} ^tt bet ?ietier 
alA beFannt vorau«gtfe^tj ba ober bec Sen^cggcunb ju 
bemjelben bei Sioiiljilb in if)rer untt^anbel baren Siebe (u 
€igurb laß, unb ber ^wed neffetbcn mar, feine, ni^t 
bie eine« anbern SRanne« ©djäpe (al6 3Wa&tfc^a^) ju 
empfangen, fo mup cer Vertrag berfclbe gcTOffcn fein 
wie in ber Ba\\n. 'Serfdbe ivirb aber, mit "Äuöiiafeme 
bec Sebfngungcn, in ivöttli(6er Uebereinfiimmung mit 
ber @aga (£tr. 30 wenf^flcn« angedeutet, inbem ^iec 
®n}nt)ilb fagt, fie ^abe ud} ba Dem verbeißen, ber mit 
bem ®o[be auf @rant'd ^Kürfeu fag, n>cld)c i£:lrop[)c aber 
offenbar nadj ötr. 39 geftelll werben muf, ba 39n)nf)i(b, 
TOcIdjc ®tr. 35 feine« Sftanneö bcflcfytte, bur(ft befonbere 
Umftänbc, bie bocfe rool feine anbern fein fönnen al« 
bie öon ber VBIsunga saga beriditftcn unb au4 in 
bem Siebe au«gefptoticncn, ju biefet 93erl)ei§ung ge« 
ndtfetgt fein mu0, unb fonfl aud} ^tU'« Xro^ung unb 
feine SBorie ©tr. 37 „wenn fte fid^ nitftt Dermöljlen 
laffe" im Sßiberfprudj bamit flcben würben *). SfftAtigt 

„Ouanar", fagtc jie, „rebc nit^t fclt^tf tu nie, »enn ^u nii^t 
(dl^ffrer biÄ aU \tUz SRann, 'itnb bu foQn fcic erfdilagen , tctiifc 
um uiidi ftcicorbca r;ab<n, vtnn in Un aRiiib ba^u fjafl; iä} trar 
im Jtatn]?fc mit btnt (Slarbaffiiiiji unt unffrf 99anen waren gtfärtt 
iB SlIaiuirTtlui unb Hmait Ifl^et uni no^-" ^Aut>lfii(^it^ atrtt 
gplgcnbt«, toM bitftlbr tb^ntKirtlbt) )u ^(imir, iftidR $flfgrr, fa^t, 
als ®fgutbi0RRnat flc berlaffen unb fit ca6 iijrtr ^abtxlfifr gu 
jrann (uröifgcfcfiit irt; fie fagtr: ,M% }U il)r (in .ffönig Fum, unb 
titi buTA in(in< SOabttlc^c unb fprtKQ, tr ffl ^tFommfn mi^ jU 
Viratben, unb naiinU ii4 ®unnar; ti^ abct fagti, bag bictf 
Sigutb alfein vollbtin^en uilrbc, b<m id) Qibc f^nuc 
auf bcn ^rgr, unb et tfl mttit cr|3eT SDtann." Unb ebenbafdbil 
0-29, Wo ü« ROd) tfRlbttfung bt« ^tlrog« lu @Jt|Uib fagl: „3itr 
fi^vur btn 9tb, bm SRann ju nr^mrit, brt biitff; uitinf ®a&rt[vl^c 
ifn, RBb bfn Hit isiU t^ balltn obtt fcnfl ilfititR." 

5) II« btg(>inci dudi (onß in b« 9&ba niiAi friHn, bog €trc« 
li^fn von b(n SlbfdinibtrB an iintc4}l< SttUrn gcfftt finb. Bo 



wirb fobann ber IBcitrag l>urd} bie 9)}elbung br« Skald- 
skaparmäl c. 41: $n>nf)tlb halle ta^ @eiübbe getban, 
ten 3)Iann allein gu nehmen, ber e« wagte tiurd} l^re 
äBaberlobe ju letten; wie bcnn aud) berfelbe in Der i»cn 
(er \'ölsunga saga beric^icten äSeife überaU vorau«' 
gefegt werben muß, wo, wie Gripiespä Str. 34 — 41, 
Sigurft'arkvift'a III, ®tr. 3 — ö unb SkÄldekaparmAl 
c. 41, erjäbft wirb, t>a^ ®igurb für ©unnar bie SKaber« 
lof)c bur*ritt. 

(S« wirb nacfe biefer Xarlegung wol eoütommen flar 
fein, ba^ ^Simrorf bie frogtidje SieUe be« @igurb«[iebcß 
gdnjlid) mi«t>erflanbcn t)ai, inbem t}ier 33r9nt)ilD ntd)l, 
wie berfelbe annimmt, i>on fid} frlber angibt, fte ttabe 
auf 9ltli'fl einbringen, il)r, wenn fie unrermÄtjlt bleibe, 
bafl SBaiererbe Dcrjuenttjülten, ©unnarn bie ^anb gr* 
retdjt, fonbem im ®egent(>ei(, ba§ fte au« unwanbetbarcr 
Siebe ju Siguro bei 5hli'« anbringen einen Sertrag 
eingegangen fei, in golge beffen fie ftdjer erwarten (cnntf, 
t>ai ©igurb auf immer ber 3I)rige weroe. äüenn ber' 
felbe ferner beöauplet, Sn?n^i(b ^abc be« ®ülbe« wiUeu 
ben ®unnar (©igurb) genommen, fo ^at berfelbe gar 
nif^t bcbad)t, bn^ bie ©djd&f, von beneu ©njnfjilb ^ier 
rebet, ni(^t« untere« bebcuten al« ben SHa^Ifdtaft, bea 
nac^ alter £itte ber 'Stduligam ber Braut barbiatbtc; 
wie benn audi na(( Uclreid^ JBrynhildar €lr. 10 Obin 
JU if)r gefagt Ijalte, ba^ nur ber über bie 3BaberlofK 
reiten foUte, ber i[»r ba« ®olr> bräd}le, t<x^ unter 
gafnir lag •)■ 

3>ie Urfprünglid)feit biefcr ©tropben fann aber um 
fo weniger bfjweifelt werben, loenn man ncd) bie fffU 
geubc erwägt, in ber SSr^nbüö bie ^Mldjt ihre« ©elbfl* 
morbe« auefpridjt, inbem fie fagt: „SIU wirb ba« SItti 
bcreinfi befinbcn, I)ört er »ou meiner ooUbraditen SWorb* 
fat)rt, ba^ ein jtarlgefinnte« SBeib mit bem Spanne einer 
«nbern ba« ^ibtn niAt führen foü." .gjicrau« ergibt fi<^ 
nämlicb, ba$ Sron^ilb ba« ^or^erge^nbe nur erwd^at 
^at, um ju äctgen, bog bie ©iufungc ihren SelbÄmerb 
ßerfd)ulbet ^dttcn ')■ 3)enn ba bicfcfben bie ©rbin^ngcn 
be« Vertrag« baburd} umgangen baiten, ba^ iie «c^igurb 
in Ounnar'« Oeftali burd) bie äßaberlobc reiten unb bie 
Verlobung mit if^r feiern liefen, fo war fi>mit nidft 
®unnar, fonbern gigutb i^r reitmÄ^iger ©atte, unb 
ii)ren ^iben getreu unb ftd} a(« beffen re^imd^ige ®attin 



1. S. VötaadftrkTlJa €tt. W, tctlftc nai^ €tr.3, Brot af Brjm- 

hildarkylja St:. 11, wtKtft nad) Str. 8 ßefeta mu$. @. Stm« 
rpd, ffrtfl ©. 397. 4Ütf. ffiiU man abct iinffttr StTottc bitfhi 
$latk ni(f)t aiitDtifm , fo mii^tr mun anne^mrn, Srt;inbilb habt bd 
brt Mnttmft b<r ®iüfütiQt beut Signrb fluider gcft^wnCHf $ft' 
Icbun^etibr in ititcin -Octjcn tpitbcTbüM, toad abtr uniratirft^inli^ 
ifi, U fif tia4 Sir. 35 frin*« SSanntö l'fvj(6rte. ?fllf(() iß t*, 
H)nin®imtDrf hctamk tihrtfr^t: „idi ^atit tnicf) WrlKiftn ". iWb 
bi( jonje CirciiF^e üuf ^mn^ilb'fl früftcrf ätetlobling mir Siautfr 
bntt^t; tatot tjitlt iifn fdron bad babtiflr^tnbc |>ä (ba) bcn^aVei 
foUtn, wai ex abtt cfficitjogtn bat, ganj autftula^cn. 

6) Stuf bdl SEüdUtt tin^uflfV», tra0 €imt(>(f S. 409 mm 
btt ®trpt)4en iti btiilcn ®i^utbdlicbr0 i^ctfirin^t, iß nad) bem Btl« 
^ligrn unn&l^ig. 7) ^atif Präp Niflnoga gjM 9|tlt bn 9il( 

iuitjen 6riin^ilb'« Xnb fAulb. Qgt. mdnr bruift&t ^dbrafagc 1, 
233 fj. 




GDBRIINARKVIBA RIN FVRSTA — 149 — GIBIIITNARKVIBA HIN FYRSTA 



H 



fc<h:a(t)tenb *), turAbobttf fic fidj, ific ba« 8i«fc ferner 
fiiiöt, mit tem 'S>c\f!bt, nnt Qtbot, fie mit ®igur&'« Seid^e 
ju «rbrcnncH *). 

!Die ooTbeigrbenben €tTCi>ben fönnr» c>at)<r unradg* 
Ittfi Don ^cm Upbrrjrtfitft bc« ?icbtffl fijätcr dnqcfdjobfii 
frin, fciibern niülTcii von Anfang an bciju gebött t)abfn, 
unb buidj if>rfn ©eafaU tuürbe bct ganje 3"fainnien^ 
bana mit ©tr. 33 (ifftört fein. 

aöie Sinirod bicfe »StcUe bc« 6inurb6Mfbcö falf* 
'•Aufgefaßt tjat, \o natfirlid) aud> bie tiadj feinfr Sluf* 
fflffung Möurci) verantaglcn Stroplien unfcrcd ©ubrunen* 
UcbeS. ^iefelbm (autcn troTlIid) alfo: „^Mi aUt'm tfl 
Utijfbet allcö Unl)cil6, ^ubli'ö ©cbetenct, bft 33rutet 
mrin." „3Ile wie in ber^oUc bcd tiunifcljen Siolfefl bcft 
SEBurm&md gcur: qn bcm gürftcu crftibcn; bicfffl ©arxflcÄ 
^abe id) fclibtm cntgollfit, bitfa »nWirf fdjmebt mir 
immer vor «Haen." 33njni)ilb bejie^t ft<^ ftitr auf jene 
Werbung bcr @lufunge um i^re ^anb, ald fte in ocr 
^eimatb wtiitt, unb infofern ftcfien btcfe 6tro»!3t!n aller* 
bingd in nüd)fter Sejicimng ju jener Stelle beö SigiirbÖ' 
liebe*, aber fic fagen rocl'enilid) ftnjaft ganj iJliiPereö aiiö 
al0 biefe. "ßer gärit ift au(^ tjier, rolc im ÄuitirBölicbe, 
nicfct Ouniiar, fonbern Sigurb. 2Öenn Simrocf fogt, be« 
„Sßurmbettd geuer" fei ^ier eine allgemfiiic bicbtetifdje 
SBenennung bed @oEbed, bie weiter nic&ttf meljr mit ®i« 
gurb ju fAoffen habe, |ö ift blefefl nur bei bcu gfalbcn 
ber gatr, unb b(i0 SkdldskaparmiU t)at eben jur (St* 
Härung biefed einen furzen ^bri^ luiferer €age auf^e^ 
ncmmen, in unfern ebbifdieti Viebcni finbet biefrS aber 
niemals fiatt, inbem pielmefjr (jier bcö „SBurmbett« geuer", 
beö „iRl)eincö ßrj" u. bgl. nur ben ^ort bcjeicftnen, ben 
Sigurb bem gafnit uabm. Ölnr Obbrun'd Älage, wo 
fldj Obbrun aUerbingö Ce6 „9ßurmbeltd 50?aib" nennt, 
l)dtte fit^ Simtod aber bocb ni(f»l berufen foUen, t>a 
biefea ?ieb, wie er felbcr annimmt, ein ctft fpdt ent* 
flanbened @rjeugniB ifi, nn^ ba^er t)iet nid)(6 t>emeitt. 
SSenn ferner ©r1J^l>ii^ ilnen ©ruber 'Mtli ait ben Ur* 
fjeber QÜt^ Llnfieild be^eic^net, fo beutet fie bamit auf 
ben QJertrag bin, ben fie auf beffen Sfnbhtigen einging, 
unb n>et(f>er, fo i^ottrefflicft er aud) audgcfonnen n>ar, ju 
iljrem unb ^Uer QJerberbeti auöfdjiug. Terfelbe wirb 
au(b bier, wie im SigurbSliebe, afd begannt roraudgefe^l. 
Xaö (Soib fanu aber bicr uid>t ben ^ia!)Iid?ü5 bejeidj* 
nen, »ric bort, fonbern entweber ben ^ort ©igurb'Ö im 
SlÜgemetncn, ober inöbcfonbcre bie golbene üHü^ng, bie 
tctKlbe au« gafnii'd (Srbe trug, biird) weldje er nnflb bet 
Volannga ßoga c 2G weit öor anbern IfRdnnern loor* 
ati0 war, unb woran man i^n fofort a(d ben ^JEßörber 
gafnir'« unb Un SPefi^er Den bcffcn unermeßlichem @oltc 
erfannte *"). 9)tii ben Porten „bieier Sliibltrf (iiämlidj 



8) Ojl. -bit citK au« bct VöUmtga saga c. 29 an^rmaftcn 
ffiprte 9^t9nl)iI^'e; „3rft fdjwur t<n Qib 7t.' 9) ®«m Wtax 

Stitatt in ^Hiiitx'e Qtttmania ^, UM fagt: „ganj unnü^ ift, 
»a4 Sigordrarkv. 3, 34 — 89 likt !SIQa^L[^'0 Orttrirtmii^ buT4 iU 
(SJifangr bfibtin^t", f? ttrfällt cc in ^i^fflb>c ßdiiib ictc €imco(t. 
10) <ltf ift nid)l Qnabt np|E;iccRt'ig anjunffiintn, ba^ Sigurt , mt 
M feiner ^affxt ju ^(imit nnft »en ba ju ©iufi (VÖIb. i. c. 23. 
~ >). antfi bei tiffrt jM 9ttb(i ben ganieii 4ott mit iltf» Hhttt. i'b« 



be« ®e(be» ober ber gclbcnen Küfiung) ft^webt mit 
immer rcr ?lugcn" verwünfdjt nun Srijnbilb allcibing» 
ben XiXQ, wo fte baffelbe an bem gürften erfeljen, unb 
jwar wegen be« Sierberbenfl, bad feitbem, wie fic ffibft 
audfpridjt, über fie Tarn. 9ber au<^ bier barf man mit 
©imrorf nidjt baran benfen, baö Snjnbitb jur Sin» 
wiÖignng burc^ ben Meidjtljum bc* gürften bcf^immt 
warb, greilidj moAle wol ber goEbgierige Vtlli burd) bie 
SS5al)rnebmung von Sigurb'ö großem Slcidjtbum bewegen 
fein, in bie früber verweigerte ^crbinbung bcffelben mit 
9)n?nbilb einjuwiUigen, unb be^b^lb jenen verberblic^en 
ajergleidj vorjufdjlagen, uub c& cntfpridjt btefeö ^an^ bem 
bdmonifdjen Söalten br* auf ilnbi^aranaut licscnben 
glud)eÄ, wddjer iRing jeßt in feinem (nadj ber Völe. s. 
in Subli'ö) 5Befi$ war; aber bd ber ebeln SJr^ntjilb 
(äöt M "«'■ annehmen, bu& ber Slnblid pe« gelben, 
bem, wie fte felbfl Sigurffarkvifa 3, 3G fogt, bie ®iu« 
fungc weber an Hu^e nod} Vlntli^ gleid} waren, unb 
'C'On lern feiner erbabenen ^eflalt unb qolbgefdfmürften 
Äüflung wegen bie ®iuFunge bei feiner er()rn Sinhmfi bei 
ibncn feibft glaubten, eö fei einer von ben @6t(ern gcfom» 
men (Völa. s. c 26). ibre iiiebe, objjleid) fte fdjon feine* 
3)ianneö raebr begeljrte, auf* 9Jeuc ent^ünbete. aSon bem 
ungüm'tigen 8ld}te, in weldjed nad) Simrcd ^r^nbilb 
in unferni 8iebe geficUt werbe, fann alfo in ©Cjug auf 
biefe Siropben feine *Mcbe fein, unb not^ weit weniger 
ifl biefe* in ibrem fdjon oben befprodjcnen Scnebmrn 
gegen @ubrun ber gaU. 

'aBcnn nun aud] biefe ©trpt>ben unfere* ?iebe* nn* 
leugbar in näd)|ter SSejiebung ju jenen be* brüten ©i* 
giiTb*Uebe* fteben, fo mn^ botb eine @nt(ebnung, wie fte 
®imtorf behauptet, cntfd)ieben jurürfgewiefcn werben, 
inbem beibe Un Hergang ganj verfdjieben beridjten. 

gerner gtaubt 6imro(f, x<a^ mit ber üiemlid) jungen 
3eil unfere* ^i(tt6 audj olleö Ucbn'gc ftimmc: jene @r« 
wcitetiuig ber Sage, bie auffalU'Ube 9«eicbbett bc? Üone*, 
unb ber Umftanb, ta^ ntd)l biefe*, fonbern ba* anbere 
®ubrunenlteb tm prcfaifd^en ^t^Iuffe be* Brot af Bryn- 
biidarkvida unb in ber Nornagestssaga e. 2 a(* ba* 
alte beseidinel werbe. iBon bem erften Umftanbe war 
idiort bie Äebej wo* brn jweiten betrifft, fo ift ber Xon 
wabrlid) um nid)tö weicher nl* in ben ^elgtliebern, unb 
9iifmrtnb würbe biefe barum für fpöiau Urfvrung* bal* 
tenj wa* aber ben britten betrifft, fo fönnte nur bann 
ein 6(^lu^ baran* gebogen werben, wenn mit jenem 
Siebe juglei(^ ba* unferige angefübrt würbe. 9Benn enb« 
U4 6imYotf annimmt, ba^ 6tr. 1 unb 18 au* &ir. 11 
unb 2 be* ^.weiten (Bubcuncnllebe* enllebnt feien, fo wirb 
ft(b bei biefem jeigen, baft vicimebr, wie ft^on erwfibnt, 
ba* Umgefcljrte ber gaü ift, inbem ber S^beil biefe* 
?febe*, au* bem jene 6trppben cntleljnl fein fetten, un* 
jweifelbaft ber fpätern Ueberarbcitung beffelben angefjört 
unb aud) fonfl ®puren ber (Sompilaiion an ftd) ttdgt. 

Ivel Sigor^srliv. 8,36: „ba ttttiiti td) mi(^ btm !BoIf«[)nig, tn 
mit btm ©ofbt fap auf ©tarn' J Äurfta", nnb i'it tbenfaU« ftöon 
»itigtfü^tK StrKt ^^I Vwls. t.-. „ f a fom bafiin, bag jiir jid} bem 
i^rrbiri, ttr ba« ftcg <itani mit Safitit'tf 9rlbe tili", bicffc 9ln« 
fidit 3)JHfli9 Rh». 



GlfiRÜNARKVIDA HfN FYRSTA — 150 — ÜÜÖRliNARKVIBA ÖNNÜR 



Dagegm ift jnjat nid}t ju leugnen, tag Str. 16 wie 
Brot af Brynhildarkv. 29 fcie ÖJänfc au ©ubcun'* Sanr 
mer rtjcUiicljnien, ober roetf tic Iljcllnafcme bet ^au6» 
lliUrc an tcii ©t^irfl'aUn i&rc6 ^cnn aügemein ijii, fo 
ift l)ict eine Snileliiiung nid)l geraPf.iu gebeten. 

29. ©rimiii fällt a. a. O. über nnfer Sieb folgenbe« 
lUtijctl, iinö Ä. 6in»od ftinnnt Icmfetbcn bei. „I^afl 
ganje fiieb", faal jener, „für bic ©efAidJte überfrüfli^, 
rmtjeiU bloö bei einem tüljrenbeii Slugcnblirfc; nud^ reei^ 
toeber bie VÖUunga saca notft bie Snorrnedda chuaö 
baveii; eö wiberfpricfjt Toflar (mic bie übercinflimmenbe 
'üuv^ninarkviffa 2, 10) bcr Sigur^arkv. 3, 28. iDonatfe 
ar«iil)ilb bad ireit|d)aUenbe Öei'diTti bet ®ubrun in 
i&rcni ©eile l»ört." ^6ien in meiner beutfd)rn gelben* 
fnge 1, 213 bebe id) bicfem Urlbeii nid,u beiftuiimcn 
fönnen, unb fann c« oud^ ic^t no4 nitftt «Üerbingö 
beriditet baffrlbe feine neuen 3;botfod>en, aber beebalfc ij^ 
e« für bie ®«fd)ic^te fetncffwcga libcrflöfllg. a)aifclbe 
will ndinlic^ bie ^?eifd)iebontn 20trfiin[Kn barflcUen, wcldjc 
ber SInblicf -»on Eigurl'ö l'ddic auf ÖJnbnin nnb Snjn^ 
bilo, nadjbfnt bei jener ber erfie ßtininic Sanier* über 
be* ®a«en (frmctrbung, bei biefer bie bilteie Sdjaben« 
freube über ben gelungenen SWovb üocüber finb, angäbt, 
ienn trä^renb ©ubnin in ihrem fiummen, töbtlifftcn 

tarm allein burd? cen Stnblirf ber Setdje bed gclicbren 
atten Xbr^nen unb SBortc finbet, fo reirt SBr^n^ilb, 
nadjbem flc fidj ciuö ber aufs 'äieue t^eranlopten JRac^c 
gegen biefc empijrö<rid)lft unb fcgnr cnffduilbii^cnbe 5Pprtc 
gegen fic anflgcfprotften bat, bnrc^ bcitfelben Vlnblirf ^iim 
wilbefien, ibrc ganje furt^tbate SßallfiUennarur offen' 
bortnben St^merj cnijünbet, unb mil bcmfelben gebeizt 
i^r ft^cn uorber gefaxter entfdjiuö, old red)tmä^ige 
Oaitin 6igurb'd i^r Sebeu für bcjfen ewigen ^eftß im 
Senfeit« ju epfern, jur rollen Steife; yon bcffen Vlufl* 
föbrung bann Brot af BrynhUdarkviffa unb Sigur- 
OTarkviJa III a. a. D. fingen. Daö Sieb ifi nlfo für 
bie folgenbe tragiftfte Jtataftropbe "»on großer SBicfeligFeil, 
inbem e« un3 ben du^etn 3mpuld ju äri?ubilb'« 6elbfi' 
morb angibt, unb au^erbem bie 3cil t)on Sigutb'* dr* 
morbung bi« nu ber Slnöfütining be6 Icetern, wellten bie 
SiguriVarkviiVa III unmiitdbar an jene anfnüpft, paffenb 
auöfiillt. ^en fiflexn Umftanb Ijat aud) baß Brot af 
BiTTihiidarkTiÖfa gefubll unb (fl^t bie ©r^nliilb in ber 
auf Sigurb'Ö (^rniotbung foigenbeu ^iaiiit bur^ grimme 
Iräume gefc^rcrft werben. 2)aö Üieb »erweill jroac vor* 
jugdweifc bei ber unglüdlicten @nbrun, allein tai> iß 
wol ouÄ ber unmittelbar uorber uollbraditen Grrniurtung 
bed (Satten etfUirlid). ^as 6(^n>cigfn bct Völaunga 
eaga unb bcr Snorraedda betveifl nid)t? gefjf" ben 
ffierit) unftred Sicbe6; beun jene ^at SSieleö nbevjiaugcn, 
wie ^clgi'Ö Tob unb 3?tvnl)ilb'd ^elfa^rt, unb bei bcr 
furjen ^arfteUnng, u)eld}e bie [eßtere von iinferer «Sage 
gibt, bürfen wir taum eine Scrürffidjltgung beffclbeu er* 
warten, fobap alfo bierauö fein Sdjiup gemadjl werben 
fann. 3ivifd?en unferm Siebe unb Sigur^arkv. 3, 28 
befiehl ober fein 3I?iberfprudj; benn bott ergebt ®ubrun 
ein weitfdjaUenbed @efd}iei, ald fie fte^t, ba$ 6iguTb 
neben iftr im ©ctie crmorbet (fl, wdfjrcnb ^ier feine 8eid>c 



fcfcon in einem ©aale ber Äönig^burg na(^ alter Sicie 
jut Setloltung «mIjüUt liegt. Gaffrünarkv. 2, 10 aber 
liegt Sigurb'6 Peidje ben ffliölfen unb iHaben jum gro* 
brauüm im SSSalbe, wo berfelbe nadj bem Siebe et* 
f(b lagen ift. 

Da alfo feine bicfer 5(u#iieUungett an bem 8iAe 
berechtigt finb, unb baflette ein itoficnbfieö ®anje bilbet, 
unb juglcid) in feiner Einlage, fowie in feiner Sluöfu^rung 
im ^oben ®rabe poetifd? ifi, fo barf baffclbc wol mit 
JÄcdjt JU ben fdjcnften bet ebbiftften ^elbcnlieba aejdijlt 
unb audj Sejfcu'ö barleß Urtbeil über baffelbc (Uroei Wf 
©bbalieber 8. 52 fg.) juriidgewicfcn werben. 

GÜtmÜNARKVirtA ÖNNUR, effa Gufni- 
narkviOTa hin iomu, baö jweite ober ba6 alte Sieb 
tton ®ubniu. 3n biefem Siebe berfelben ^bba flagt 
Oubrun nad) brm galle ibret ©ruber buvd) «tli'd 53er* 
tatb bem Äöuig Ü^iobre! tton tBem bie batlen Sc^irffflle 
ibteö gebend, unb erfldrt biefem, ba§ fic """ *>«?*< H 
bie fd)cu ItSngfl im ©eifie gcf(^aute unb t>erfi'inbigte Katfee 
an Sltli für ben SRorb bcr S&rübei: anSjufiibren, 

9?ad) bem Fut|en profaifdjeii (ätngang: „Ä^nig 
2:f)iobref war bei Sllli unb l^atte bort meifl all feine 
SÄannen rerforen. Xljiobref unb ®ubrun Flagien ein» 
anbei ibrcn ^arm", Idöt baÄ ?ieb bie ®ubrun bet 
.^üuptfad)e nad) etwa fotgenbermafen fagen unb fingen: 
„!rie '^hitkx (®rimbilb) nm midj, id? liebte t)on ^rrjen 
bie Srücer, bifl midj ®tufi bem ©igurb gab. Ä«6 
ragte Signtb über ®iuTi'« Sö^ne, bi^ mir meine Srftbet 
miögönntcn ben *Wanrt, ber hober benn nlle, unb ibn 
ftcrben liefen. @tani feljrte beini/ über Sigurb ni<ftt. 
geucbtwangig befrogte idj ba^ Mop natb Äunbe; ba 
trauerte @rani nnb fenfte bad §oupt, bad 3loi wugle 
wobi, baö fein ^err nid)t lebe. Sauge jaubemb, frag» 
id} ®unnar, audj er b'ng ^<ii ^aupt, boc^ ^öoni fagle 
mir: „3erbaucn liegt briiben (jrnfeit bc« 6tromefl) 
®ull)crm0 9Körber, gegeben ben Sßölfcn." 3d? roanbte 
midj fjiuwea, gufammenjulefen, wo^ bie ffiJölfe übrig 
gelaffcn, fap Bor Seib binf(bwinbcn& über €igurb, unb 
fuftr bfliauf fünf f olfe Jage , bi« i<fc öalfö J^aÜe er» 
fdjaute. 3(^ fa^ fieben .^albjahrc bei 2^ora, .^afon'5 
Jocbtcr, in SJänemarf. Sie fiirftc mir jur €rgöpung 
in ®oIb füblidje (beutfd'f) Säif unb bäni!d>c ©djwäut 
(<£(biffc), nnb wir beibe fdjufcn in Stirfcrcien bie Spiele 
ber Ärieger, Äönigdgcfolgc, Stcdcn bcr ^unen, bie Schiffe 
Sigmunb'«, nnb wie ßigar unb Siggeier fldj fdjiugra 
füblid) in $it>i. 2>n erfuhr ®rim^ilb, wie idj ni<^t be« 
bad)l wflre/ Jtofi ju gewinnen "), unb fragte bie ©ö^ne, 
wer bcr Sdfwefter ben Scbn nnb ©atten bü^en rooBte. 
®unnar geigte fid) bereit unb be?glcid}en ^ogni. ÜJarauf 
forberte fte bicfclbcn auf, bie gab« ju ruften. SBalbar 
ber 2)äne mit 3arijteif, (S^niob mit 3atijf!ar traten 
ba herein (in Aalfö Jpatle); Sangbarb'fl 9»annen trugen 
rollic 3Sdnlet, furje SSnmneu, bobc ^elme, bie €(bTOert' 
umgürteten l)atteii rotf^brnune Sorfen. ®n Seber WoDte 



11) 9)äm(t(fi iiixt €igurb'0 Xob uttfr Ueifal'c fi<6 mit Sllt {■ 
»ermä^lm. ttm fit \>\t ©iudmgt jut ®a«(n »crfprodjm (atten, oli 
et ifenm Srnnbilfc'« toi» föjulK gab. ®. liea «rtilrl GiqkoDgar. 



GUenUNARKVIBA ONNÜR — 151 — 



gubhünaukvwa onnur 



bft ®<^wcfiet Ätcinote fl«bcn unt feftjlldie SBorte, TOcnn 
fie mir für fo t?ie(c l'ciDm flreft berctieit rennten, utib 
ict BetJroiien faffen wollic. 25arauf brachte mir @rini« 
Ijilb bcn SÖcti^cr (mit ttm aScrfleffcnfefilÄrtanf), unb it^ 
wrgap, nid idj i^n ancicnommen, alle SBSortc bfd Sütfien 
(Sigutb). 6obann, f^bit biffcl&c fort, ft-ien btri Äoniflc 
»or i^ nicftcrgcfaUen ■*) , nnb ©rimbüb babc ihr ®oto 
unb bflö aaiijc QJeimöiien nact) ihtc6 ^Üoterfl Sobc, 
^löbon'd oQle uub Xc):pidje iinö bunifc^e 'aJIdflbc v«r« 
tprocf}en, mnn fic 9ItU ndEjme. SlDcin fi^ l)iit>c crwibrct, 
fie rocUe fi^ mit feinem ÜKantic »crmiblcn, no<^ Snjn^ 
i)ifb'ö ®nibcr ba&en, noc^ in^ßc fie jldj teö ?f6<nö freuen, 
feitbem 3Bclf imb fÄdde ©iflurö'ö ^mMiit jHfanimfn 
ttanfeii. Sllö i()v baraitf (Srtmftilö Villi ali bm etelft' 
gefcorcncn iiiiD »ottrcfflidjficn Äönii) gepricfen, bnbc fie 
bcrfelben enigeanet, il>r ii[{^t ]o Icibgieitg ba9 bodtjeitd' 
voKe ®efd)lec&t batjubieten. ^tli iveibe @uimarn mit 

fonelben. SEeinenb babc tied ©limbilb i^ernommen, 
QÜein i&r bennod) ©efclfle nebft SBinbiörjj unb SBalbiärg 
geboten iinb fte gebeten einjureiüiöen. if-a babc fie ficb 
Betfit crflärt, it)n ju enudblen, bodj genötbißt tM>n ben 
IBcrwanbteu, aber nic^t roerbe l^r ber ®atte jur Sßonne 
noc^ ber tlRorb bcc ^lübcc li)ten eigenen Söl^nen jum 
6(ljuft getridjen. Sieben Sage feien fic bdrauf ju tonb, 
liieben jur ©« unb übermal* fieben ju ?iinb gereift. 
Jei ber ÖJnfunft t» or Sltli'6 ©urg ^be bicfer fie gcwcrft, 
itnD, ba fie il)m iibefn ^ut^e6 »pegen bei greunbe fjob 
gcft^iencn, Ijcibe er ibr feine jimiift geijnbten träume 
erjdl}ll, in ber -^ofTuung einer rcoHn^olIenben iDeutung. 
^cn crflen, in weldbetn er ftc ibn mit bein 'S)oiA)i bur<;^< 
bo^renb gefet)en, b^^be ftc auf ^cimlid^reit unb Sufl bet 
^audfrau, unb bag |le it)m ein Hebel bellen werbe, ge^ 
bcHlct; ben jweiten aber, in tt>c(d)em er S33urjc(n mit 
?ÖIut gerölbet, ^erjcn von ^abidjttn mit ^onig unb ba* 
^aö yon SÖöIfen ^abc geniesen muffen, \)Qbe fie auf bie 
(Sntbawplung feinet licötj]|etodten Sötjnc, unb ba^ Sännet 
fie »crfpeiffn wütbcn, gebeuter. „Seitbem Heg idj", 
f<^lieft biefelbe, „nidjt ivoßt* id) fdjlafcn, lelbgietig im 
9ett: bflö vom f* tbun!" 

Iiaö ?ieb bat feine gegeutvärlige^eflalt ebne 3weifel 
"tüxdt eine fpöterc, ju ©nitftc« ted britten O^iibtitnrn» 
Iitbc6 Dorgenommcne Umarbeitung trbalten, intern boffelbc 
in biefet ®pflalt etnetfdtd t>a^ vertraute ©efpräcfc ^roi- 
ftften ®ubrun unb Xbiobref bilbcn fcUte, beffen ®ubrun 
in jenem Siebe 6tr. 4 gebenft, unb anbcrerfeltfl ber ißer* 
faffer biefeö Siebet, ber ^ngleidj ancb al3 ber Umarbeiter 
beö unferigen gelten mu^.'auf biefeSBeife burrf) bflö alle 
Sieb feinem (Jr^eugnif eine fef^e Siüöe ju geben fntöte, 
5Wan überüengt ftdj oon ber Umarbeitung letdjt, wenn 
man ben ^iberfprud) erwägt, in ben bad ^iti baburtb 
mit ben Stltliebetn geratben ifl, ba^ an betten €(b[u@ 
®ubrnn ben ^ntfdjUi^ au0fpri(bt, bic f(^on fängft im 
®eift geftbnule unb verfiinbtgte dta^c nunmehr auöfübren 
;u rcoQen, woburdj baö Sieb jrolfd)en bie Grmortung 
ber S5ntber unb bie 3(udf»iiirunfl ber Katße (nüt 9Ia0 

12) SDa^tf^emlif^: QlKnnar, •ü&gnl unb ÜtK. 



bra ^llfliebem faOen aber beibe auf benfelben Xag, 
fobflg alfo für boö Sieb in feiner je^igen (Seftnit, wo 
ed ein icauteö 6)efprdd) jwifebcn @ubtun unb Xbiobref 
barfifllt, fein 9?aum übrig bleibt. Iier Umarbriler ifi 
ftei(id), wie aii& ber ©tblu^ftrov^e fjerorrge^t, anbercr 
9Infi4)t; bcnn wenn (jler @utrun fag(: „Seitbem (ndm^ 
It(b feitbem id) burcb ^til'ö ^rdume in (irfiillung getjett 
fab, n>ad id) (dngft abnte) ^') lieg idj, niebt motbt' iüi 
fd)(afen, leibgierig im Seit", fo muß fid; berfelbc jit^ift^en 
bem gaü ber 93ri'ibcr unb ©ubrun'Ä iRadjc mebrere 9iö^te 
gebadet babcn. Slllein barauf ift fein @cwi<^t ju legen, 
ba eö eben nur feine bineingetragenc Sinfidjt ifi. 

Üiagegcn fnn« eö nidit alö mit ber ncrbiftbcn <£age 
im Sßiberfprud) ftcbenö bcttadjiet werben, wenn ©ubrun 
ibre Jtfagc an !lbioDref riditet unb ibm ben ßntft^Iuß 
ibrer ffladje auöfpridjt. 2>enn uac^ ber dlteficn ©eflolt 
ber €age, b. E). bevcr baburdi, bau 3!blobref In ben 
aWillelpunfl ber gefommten ^elbenfage trat, bie ?Rod>e 
ber ©ubrun an SItii in bie Äae^e ber 0rimf)i(b an ibrcti 
©rübcm umgeänbert würbe, ^attc biefer gar feinen, 
wcnigftenö feinen entfdjeitcnben 3lnl^eil an bem Äampfc 
genommen '*). 2>enfflben fonn bemnadj ber ^erluft feiner 
affannen, »cüon ber profaifc^e ©ingang bcd Siebeö rebct, 
nif^t Im 37ibelungenfampfe betroffen babeii, fonbern in 
ben loielfadjcn Äompfen mit unb für atiifa, pon bcneti 
bif 3;i)ibreföfaga uiiö reidje Äunbe bewabrt fjat; ober 
vielmehr, ba baö britre ©ubrunenlicb fagt, "Ga^ ibm bon 
benfelbeu düdb ntd)t einer mebr lebe, in jenem Kampfe 
Jbißbrer* fern in Cficn, inbem felbfi ^ilbcbranb, alfo 
wol ber (e$le feiner ä}fannen, geblieben fein foU, wie 
unfer oUeö ^llbebtanböUeb oertönbet. ^a§ aber ^Ibiobrcf 
i'ibeif)aupt ben S^orrönen unbcfannt gewefen fei, Ifl eine 
ganj unbegrüubrtc 59e6nuptungj bcnn einmal fcfi bie ?lrl 
ber Einführung Cetfctbrn im 2. unb 3. ©ubrunenlit-tc oltf 
felbfitJCTfttSnblid) bcrauö, ba^ er eine benfelbrn bcfannte 
©agenftgur war '*), unb fobonti gibt baö le&ic biefer 

13} <Eo KtTita ^Itfe üSdrtt toot am rfAtlgflrn ju tttf^Hn 
fein: b<Ein jtxifd^fu (^ubriiii'0 @efvräd} mit Stli, befita tiffflbt fi4 
jttt erinnert, nn'i ^cm 3dUe bct %rtUtr müifen mt^rtrc dabre vrr« 
Ön(f)en fein, inbrm fltb jcnr« tti iftitr Slnfunft In fflcti'« Surg 
jultug. unt» |ie jf(tt fdjon lief] Igele du ©öbnc niii ihm a(eujl ^1. 
14) iKrfelbtn Slnfidji ((öcim \wat auib Ailttmäl i£li. 78 ju fein, 
Inbrm ^ier ®ubrun \n Slili bd ber ^Jtrfüjibi^tung iffret JRai^r fogt: 
„3d; fcblitf feiten, fcitbcm fie (bte !Biüb<r) ^elen." Clllein in bR* 
(elbtin Sltrp^e »erben iDletgen (au bem nitb ©Ir. 64 bie trüber 
jlaibtn) unb SIbenb (an bem ®itbtun btr £Ku(^r au0fü^tlcl enUjrgen' 
aeff^t; febnmi fefct bi« AtlakTiÄB €lr. 33 fg. gani beflimml ben 
lob bft ©ruber imb bereu CcPallHitß. fcipie bafl (Jrbma^I, tri« e* 
QUd) bi« Bfltblfdie €itte fölberU, auf benfelben Za^ (f. meine ^flbenf. 
1,254), unb baffdbt fi^cini auäj Vülsungu. o. 38 bet SaU ju 
feto, fcbag man »cl oollfcmmen brrecbtigt if), mit SlimülIeT 
anjane^mcn: nidrt fftlafen belade nur feinen nugcnblid £Ruf?r 
tiaütn. 5>fltf SkÄid*k«p«nnBl läpt fbfnfallS bie Madje bclb bnrduf 
(litlu «i.Vfcrr), na* btm gafl ber fStüber, eiiiirelen. 15j Wntfr 
ttn in unfemi t!iebc 'Btx.iCt genannten SQ^innrn 9ang(arb#. bt»B 
Urärfjtigtn fliifjng bflifelbe TAilberl, ^ab« ieft in mn'ntr $clb«if. 1, 
299 fg. bie j^icbrefö PeniiiitVt. ba »tniiiftenO bie Rarbe i^ier 
ÜRänlel fu btc ftimmt, ii'<elc^e bie Xbibrefefacia Tbibitt unb {)j|^c> 
branb beilegt, cb^leith 3!f)icbce[ in unfern mfi>. C)>'C>i(lilen niemaM bec 
$am}]arte ^ci§t, wit Jtait'ei Ortixib. Unb id) ^aUe biefe Ülermul^ung 
ncd] für tpa^tf(^tnlicf)rr, ali bt< bercr, meiere banimtr bie Solen 



GüBRlNAnKVlBA ONNÜR — 152 — GIBRCNARKVIBA ÖNMR 



Siebet beutlt(& genug an tit ^anb, bOB bfejelbcn tel(^ere 
unb cigciii()ümUd3c Äunbe t)oii bemfclben befaße» "*). 

©ei ber Umatfcetiimg Ijal batf Sieb meutere ^\iii^t 
eibfliten. 8(0 ein foltber gibt fttt fofort bnieuige Xljctt 
teffetben funb, ber von Siguib'a Stmctbtmji im ©otbe 
rcbft, n)cl<^e jwar audj im Brot af Brynhildarkv. bc* 
gegiiet, abet nad) Dem vrofaifdjcn £(^(uiTc piefcö ?iebc* 
auf fcct (iüngcrn) Sage bcuti'djct 3)ifliiiut ['ftul)t, wobei 
CejTen SJcrfaffct ^uglcid) auf unfcr SieP üf3 Guffrii- 
narkvid'a bin füruu i)iinvcifl. JTann bicfe iüngt're @eflä(t 
ber Sage nidji bcftritten reerbeu, fo folgt weilrt, wie 
nuct) fc^on oben beim eiflen @ubrunlicbc enva^nt ivuTbe, 
top Str. 2 unb 11, bie mit 6tr. 18 unb 1 biefeö ficbeö 
überelnftimmen, ftarau« entlehnt ftnb, xim fo tncbt aÜ 
bie crfieti trieber na<^ bem jiueiteu ^elgtlteb 6tr. 36 
Döraplira'ut ift. iMu<t ÖJrani'ö lebiije ^cimfe!)r (Str. 4, 
feine Xrauer um bcn tobten Jperm 6ir. 5, uuB ©ubrun'ö 
Srage, bie ^cgni beantwortet ®tr. 6—8, ftnb nur eine 
nxitcre Sluflful^ntng ton Brot al ßrynbildarkr. <Str. 5 
unb G, (obap bcr ganje 3;^eil baö SÄerfmal ber Som* 
pilalion an ft6 trägt. 9(u(^ bie von &em äJetgeffentjeitd' 
irant ^anfcelnben Stroplien 21—24, fowie 28 — 29, «jo 
ßtnfelbe ii^norirt wirb, muffen ald ein fpäicrer ^\i\ai bc 
ttddjtct werBi-n, ta fte mit bcr jürigetn ©eftoll t>on 
SigurVS (Stmorbung in 3Jeibinbung fteben, wenn aui^ 
Der 9JeraeffcnIjeitÖtranf felbii ed)i ^cilmifd) erf^eint. !3)iefeö 
äüefl, foroic ber 6dj(n^ U6 Siebe«, mu3 t»Q0 SBerf beö 
Umarbeiterö fein. 

8onft enthält DaS Sieb iebenfaQ^ einen tit^un, ur* 
alten Stoff. 3iveif€lbaft wirb cö bleiben, ob SÖulCar ber 
!l)änc, wclrfier bcrfelbe ju fein (djcint, Cer in bcr Her- 
Tororsaga c. 16 genannt wirb, unb ter nad; berfelbcn 
©ago c. 20 ber ^jJatrr betf in bcr ©raoaßqfcötatfct ge* 
faU'cnen ^aratb ^iltilßnn ifi, wütiTfub Sarijleif, Gijmob 
nnb 3arialfar, bie, wie taö <Str. 22 cicnannte Saitb tcr 
^flbbinfje, börfjft waljrf{^cin(i<^ norCif^c 3"fiiOf ftnb uiib 
burd) bie ^anb beö Uniarbeiterfl ober burd) bcn norbi* 
fd^en ^olldmunb in bad ^ieb gefommen finb. ©Icidter« 
weife mag ed ftd) au<^ mit bet 33etlegung von ^(iipd 
Sleid} nad) 1)änemar{ verl)oIten, weifte bie Sigur- 
ffarkri^a 2, 14 in U eberein fÜmmung mit ber NomageBta- 
saga c. 3 nce^ an ben M^ein fe^t. 

lieber M^ ^(ter be^ Siebet in feiner je^iaen ®eflalt 
Eonn ni<^td SZä^ereft ermittelt werbe» ^0* ist^on oben 



nni'd tKtf)tl}fn, na4 tDht Kieget in $frifftv'tf Olcrmania 3, 164 
»umil ^u finetifcn fudrt, iai bi« Völtangu. c. -25 vori) )llli at« 
lOaTl'ärcn fatjf, ^a^ tx ft^tvatj »rai Nn^ tiuift int Uti itnr iuri) 
^aaUltt ^aax (akirar ju-par) (fraiaftttifTrt. fimfin Ilam^Vismal 21 
tritt au(^ itm ®cti>inli)ni^t ^i^xnnitutf alcÖr jarpa bfit^rlr^t unb 
€noni ffiijt foftar von un ^liHua^tti, bau fle Tabrnfcf|icdr}rd .^aat 
fiatUn. Unb »« irolltt buf« totum für Sarbordt nfiättxt'^ S(u(^ 
jjl jarpr mit bunTcI ungenau übftft(t, ia ti vitlmc^r rotl^btaun 
beipl. Stugttbtni fann rcn Ütli'tf Sottn bdI Ifiet ftine 9)fbf f«iii. 
ba eiUi f(tb{1, tvit Aüamäl Str. 90 Mätigt, ttm (Stnbrun »icbt. 

16) S'a X6icbt(f «n uraKn brutfc^nr Sä^en^rlb »>it uub bn 
OlotbMi au*fu^rli(l;fl foit frinfm JDfidm Sötmantel unb ©itfi'« 
Btnul) rrtd^Ir, fo Wäre t< ^ö(f)ft aurfanenb, turnn bitfrlbt fcinr Äunbc 
son Xt^io&rcf unb fdnnii itUn tti iSUi gr^iabt bdlte. 11) Auf 
>ie ^ctbntf^c 3<>t, »MtigflfR« au§ UtittUtfnm^ an« brrfcltten, 



würbe rrwäbnt, \>a^ baffetbe im profaifd>en 3ufaß jiti 
Brot af BryntildarkriiTa unb in ber Xoruag<iSt&6aga 
c 2 „baö alte" genannt werbe. Xie If(jifrc t^aga nennl 
baffelbe Gu^rUuarbrÖgd' bin furou, unb bflü bamit 
unfer Sieb gemeint ift, ergibt ftct baraud, ba^ &eH vor» 
t)er @unnaT 9 beftcÄ Sieb fGunoargglag bert) jut ^arfd 
fpielte, unter bem man btiö Sieb verftehi, weldicd ^^unnar 
im QBurmgarten gcfimgen haben foU ^"J, unb barauf bie 
alte aSScifc »on ©ubrun folgen lic^j benn ed iil 
wol natüclii:^, wenn berfclbe votber bad Vieb von ®un' 
nar'd %ot> k. vortrug, barauf au(^ baö Sieb folgen üe^, 
worin ®ubrun beu ^nlfdilug, benfelbcn rät^rn jii woHen, 
audfvridii. Sfficinljolb, Slltnorbifd^eS Seben i£.344, fa§J 
jwar Giinnarsalag fowie GuSrünarbrögS ald^unnai^* 
unb Önibrunenmclobie auf, welche abgefonbert von bcn 
SBurten vorgetrai^en feien. SJÜctn wenn beui aud) wirf« 
lid) fo w^re, \\> fc^cn bod) bie SJiefobien bie Sieber felbü 
voraus, wie benn aud) fonfi alte ^elbenliebcr ald %ani.* 
weifen bicnten, weld)e aber urfprunglic^ von ben fflorim, 
Wie auf ben filrötfAen 3nfeln nodj t)euie gefdjic^t, be* 
gleitet waren. 2)a iebO(^ bie Saga beriduct, baß ®eti 
einjdnc Übeile unb fogfir ein gansed Sieb au« unfertr 
ebbifdjcu i^ammlung vortrug, fo bürfle er l)ier wol faum 
bie SHtorte weggeiiiffen Ijabeii. 

ÜDie Völsuiiga saga c. .S2 bat nnfer Sieb fa^ vcß» 
(iiSnbig aufgenommen, jeborf; mit Äuönabme be* profaiftfcen 
(^ingan^ö unb ber ©^lu&ftropbe. Slu* von ben Stro» 
Üben 1 — 12, TOeld)e von Sigurb'ö (Jrmorbung im ffialbe 
banbeln, bietet fte nur (^inigcä bar, unb jwar mit 8(uö* 
frf?etbunii inier Grmorbung, unb ^ugleit^ mit einer gdnj- 
lictjcu ^ieröuberung beÄ Sufammenljang«. Slnt^ hie Sc 
jieijung barauf <£ir. 2'J fchll. 9tu5 Sangbarb'ö Scannen 
bat fie Sangobarbcn gemad)t, JJ^ranfen unb ©ac^fen bin' 
jugefügt, iinb bie ©efd)reibi]ng ber erlern auf alle Brei 
übertragen. 

5tem Urttjeüc Ä. eimroc!'« (öcba ©.416) über 
unfer Sieb fonnen wir Iner voUftonbig beiflimmen. „®egcn 
bie ßonipffition unfcteö Siebe«", fagi bcrfelbe, „finbeti 
wir liier wenig einjuwenben: eö fapl iSubrun'd ©djidfafe, 
mit $tudnal)me il)rer britten ^ermdtilung ^efdjitft ju« 
fammen, unb obgleidj ber ©tanbpunFt vor i^rer iRa(fcc 
an SttH {)enommen ift, wirb biefe bod> juleot al« 93ocfa$ 
angefiinbigt, unb bei Sluelegung ber S^rdume Sltfi'd gc 
fc^ilbert. Xer ^iubrud, ben bicfer ©djlu^ I)CTVorbringt, 
ifi fiarf genug, unb wir muffen bie Äunfl be« 3>idl(ert, 
ber bie« vcrmodjte, oljne ba^ vorder bie Srmorbung Ux 
SBrübcr gemelbet würbe, bewunbern." 3cffcu bogegen 
@. 59 fpric^t bemfetben einen geringen äflb^tifd^en IBextb 

bcatft bri llmDanb, ba$ Sü^ntlMt (läukr dreyra) unb ät«pr<Ttt 
tSlngtwcibe (ifrar blötnar) al« Snurtbintjtcn brt ©frgtffrnirttJ: 
Iranlt« fienainit wrtben, wit benn aud) btc in fcrn $fd?fr ^tn^tm 
unb gcxütbcirn Stäbe (dtunen) ein C)7fer, tvic fdi^r« fctt in 
Strcitung ven Bdubetmititln üblit^ war, unjiciifft^üft mattifB. 

18} SSUia Tönntf bjruulrr tibrt aaif bie Aüalcrlj^a ttt^tittl, 
tit icd}! fijfntliif) {in Sieb t>cn fitunnac ijl, inbrin te veti^itfitmiU 
nur von il)in fingt. Sa9 ^'t Nornagestuaga uBfrrr tbbifd^t iitbtf 
fammlunj Ircrtiltf tannit, gt^t au0 bcr fafl icürtlidjcn Ütbrtrii* 
ßtnimung in c. 8 mit bem profaifi^n Sd^lul^c ju Brot a( 
tiildarkrij^a ffttvot. 



I 




Gr^RUNARKVIÖA HIN PRWJA _ 153 — GCBRUNARKVIBA HIN I>IIIBJA 



ju unt xtibntt tS )u t<n bioQxa)p\il\iS3tn Urber{i(^td< unb 
9{tV<titiondlt«Dent, tum 7[)ei( pro)>l;cturnbeii. 

GUDKÜNARKVIüA HIN t'RIDJA, baö Brittc 
?irt oon ®ut)run. 3« titfrm ?icbf berfclben ^t>a rei' 
nigt ftd) Qtubrun Cur^t ba« ®t)tle4urtE)ci( trd jteffetfangfl 
VOH ber gegen f« frboben«fi 99ff<^u(bigun(5, Pfrbotenen 
llmt^angd mit Ibiobrrf ncDjIi^s^n ju bnbfn. 

Demltlbcn gebt fbfufaÜö ein futjer orofaiftfeer (5fn« 
flana voiaud, bec alfo tautet: „.^erfia b^e^ eine Wagb 
Vllt^d, bi« feine beliebte (trilla) gewefen war. 6i< 
faatc i?ltli, bati fie ^biobicf unb (Dubrun habe beifammen 
dcfef^en. 51tli mar ba gonj unfrolj." ©ubrun, beginnt 
Qirrauf bad Sieb, fragt SItIt itad} bem @Tunbe feined 
Äummerö, unb roarum er fie niemflW frcuntlidi anfdbe. 
%tli fügt (br, iro^ ibm ^erfja mitgetfeeilt, unb ®ubrun 
erbietet ftd) foforl, ibm übet bad VItle« (Sibe ju Iriflen 
bei bem rceigen b^ilig^n Stein, unb fügt binüu; „^enn 
f4 aud} eintnai ben Jtonig umbalfte, fo marcn bc(^ unfete 
®(ban(en anbere, ba mix beibe nntf (larmyoU neigten 
JU »ertraulidjen Öefprdi^en. ^icrtjer tarn Z^iotxd mit 
titeipig, nfdjt (Sinei lebt me^t t>on ben br^i^ta ^Kannen." 
2)atauf fcrbett fie ibn auf, feine ©rüber, fein ©efolge 
iinb feine nd6f(en SJciwanbren Tommen ju taffen unb 
®ari "), ber 8riDinänner gürfieu, bec ben waUenben 
Sttfiti gu l^eid'gen vetfiel)e, ju befenbcn. <SlebenE}unbert 
Pannen geb<n in ben Saal, ehe ©ubrun in ben Äeffel 
greift. Xnnn fpiirfit fie: „Wun femmt nidjt (Bunnar, 
idj rufe ni*t ^ögni, i(6 febc nittjt fortan bte trauten 
©ruber j mit bem S4n?ftte reiiibc ^ögnt folcbcn ^arin 
Tddjen: nun mu$ fd) mid} fetber reinigen von ber 
6(ima(b," fdnptngi bic ^flnb ium ®runbe be« ÄeffeW, 
bebt Den t^ftelflein empor unb ruft: „®cbct nun, SKdnner, 
f((ulbtod bin id) gen>orben auf )iti[\Qt SBeifc, ivie bec 
Äeffel walle!" I)u (ae^t bem atli baö ^etj, afö et Ijeil 
|itb( ©ubrun'd ^dtibe, unb biefe fielet nun ^erfia ^u 
b«m Äeffel gefecn. Äläglid) uerbrennt ftrtj biefe bie ^änbc, 
irnb roirb barauf in ben faulen 6umpf geführt. „fSo 
rdt^te ba föubrun ibren ^atm." 

£iefed Sieb ift, mt f^on bei bem jweiten ©ubrunen* 
liebe bemetft routbe, ein fpätered (ftjeugnig, teetdied, roic 
fid} mit ^iemlidjet €id]eibeit nai^weifen Idpi, tveber auf 
bem ©oben hti und übetliefetteu beulfdjeii ^Eagen unb 
Siebet, ncd) auf bem unfcrer ebbifdjcn lieber entfproffen 
ijl, fonbern auf bem bei bem vorigen $iebc erwdbnien 
uralten tleberlicferungen von XliiobrePd Seben bei ^lli, 
tscldje ber Dichter ju einer jener toeitverbreiteten Sagen 
von bet feufdjen Äönigin auSfpann, bic ber Untreue 
angrftagt n?irb, beten lltifdiulb ober burt^ ein ®otled' 
urtbeil an ben %a^ fommt*^). 

^enn (td) in unfern beutf{4en '!E)enfmdtern audj 
nid)t bie getingfte Spur von bem fiiebe finbet, fo fonnte 
man ftdi n>ol auf bie groflen 93erluf)e berufen, n>eld)e 
un6 binüdjtlid) biefer betrofen ^oben. allein aud ^roie* 
fo^m ©riinben ergibt fi^, bap baffelbe webet unfec 

19) C'att: ^c: Godtfrn. 20) Sir^t iitt Mtft ^agm •Sq. 
Onineffriy. Daoinark« gsml« Follcotlaer I, 177 fri., unb tn ^)ug 
auf unfR Sitb e. 202- 

S. «Kc^n. k. St. I. Jt <ttf»9tttitn. XCVL 



(Sigent^um tvor, nod) unmittelbar au0 und erhalte' 
nen I)enfn!dleTn enlfproffen ift. (Sinmal tritt Ijtcr ndm« 
lid) .^erfja, bie ^erite ober Jpeld}c unfeter miltelbod]« 
beutfdjen Sfieber, bie @r(a ber ^bibtefäfaga unb If^crd 
(fttli'Ä) crfle ®emaölin, nadj beren Üobe et ftdj mit 
Jtdem^Üb ((Bubrun), bet SQitice Siegfrteb'd« vrimäbltr, 
wel*c biefe, foroie bie Übibrefdfaga , einfiimmig über 
üfle grauen prcifen, fobap bad Sibclungenltcb Str. 1329 
JTriem^ilb na(6 i^vet ^Jermdblung mit (Spei fid) beten 
S^u^enben befleißigen läpt, ju ?It(i"i5 3)Iagb, ja fogar ju 
befieu Äebfe berabgefunfen, jugletd) neben (Subnin auf. 
Sobann wiberfptidjt ti auf ta^ (Sntfi^iebcnfte allen unfeth 
Uebetiieferungen, ba$ bem Jbiobtef von feinen Wannen 
aud) nicbt @tner übrig geblieben fein folf^ benn nirnn 
'Biettif^ nod) bicfcn im ^tibeluitgenfampfe aud) aUe feine 
Pannen verloren ba'. fo bleibt ifim boc^ ncdj Ginet: 
bei alte ^ilbebranb, bie fapcngcfciettfie unb beliebiefle 
^IbengefJalt neben Ijjietrid), (einem .^erin unb 3?fi<8liii9, 
unb Feine beutft^e Uebcrlirferung icütbe bied I)ervorju« 
beben unierlaffen, ober fid) fo auögebrürft ijoben roic 
unfet Sieb «^). 

dbenfo menig Fann boffelbe oud) auf bem 33oben unfc 
ler cbbit'djcn Viebcr entfprofffn fein, inbem eg aud) mit bie* 
fcn im gtC'ßtcn Sibetfpiudje fteljt. (Jinmnl febon wir auÄ 
bem AtlamiU Str. 04. 05, ba0 ®ubrun mit VItli in 
feinet Ütntradjt lebte. $l(leln nad} bet etflrn Sttopl)e 
unfeted ifiebed, tvo @ubtun fpridji: „Sßad iH bir ftetd, 
Mi, ©ubli'd Sobn? SSJarum lotlß bu uiemald? (Sd 
TOÜtbc ben Carlen fdjUner bünfcn, wenn bu mit 9JIünnern 
fprdc^eil unb mit^ onfdbeft", fdieinl U bod} onberd ge^^ 
wefen ju fein. Diefct aßicerfprud? ill aber um fo gr^per, 
M bod ßieb jnjif(^en ben gaÜ ber ©ruber unb Oubtun'd 
dtad}« fdüt} benn nenn fc^on vor beren gdU (^ubrun 
mit Ätli in feiner (Sintrafftt lebte, fo würbe i^r nad) 
bemfelben fein unfro^eö, falted, fdjnjeigfamefl SBefen bodjft 
glei^gülrig getvefen fein, unb fd}wer[i0 ivürbe fte Den 
ganjeu aJotfaU, von bem ^ai Üit1i fingt, berbei^efübrt 
baben; ed fei benn, bo^ fte ed aud bem {Brunbe tbat, 
um ben Sllli gegen ibre ^Jiat^e fit^er au mad/en, beffen 
ite ft(^, mic bad AtlamÄl unb bic VöUunga saga tf 
richten, aUerbingd bemüf^te-, allein in biefem $alle bürfte 
man n>ol um fo ftf^erer bic (Erwähnung biefcd fo vd^b* 
tigen Umftanbed ia biefen ^enfmälern erwarten. Sßenn 

21) Um r« auffaltend» Ifl tit an^aEre roii ttt 3a^( brr 
SRattiifn. bfT iDrnigfleR^ ein n(6tiger Uniflctnb ^d Oiunftf {u liti 
atn fificinl. Sirftlbr fltmint jtvar mit trind UcbcTlirfrtunj. !S>ai 
9t»Jitit O0n ^et 31u(t}t ftfetribi ID. 4147 brm SDirlilt^ brct* 
unbetecfig Staimtu )u, unfi Me Xfiibitftffaga g<ti tool |i 
weit, n>(iin fit ttttfcDtti c. 287 mit ai^tliBnbtct Stitttir tiE>R 

im laniitbtTiübita 1t;i?btrt brri^ig 99tntrr bic Süifttnburg 
(matringftborg) U^ta. womit unftt olle» ^ilbtbranbjlirt ftiminr, 
nrnn man blr U^i\Q Sommer unb ®inltr, bie ^ilbrbionb aolcr 
{jnbftf aaQttr, bttt0 breifiig Coiitmtt unb Sinter ober brti|ig 
voUf Sa^re rrflärfn baif, iciilicrnb unfeif .Ulagf, bie tfiibreflfaga 
unb unfet 99Dlf0U(b »on ^ilbebrartb jtse iunbbieißig, Mat\Hir 
«on bet tHotn unb tit bdnt^ilic Utbetfetiung beffttben bieiunkr 
bict^f g äabte angeben. Stan barf bal}([ irol mit SiratPtf, tfbba 
S. 419, onTie^men, tai bic 3a^l biciSig van bra ^d^rrn buidf 
^ctiMdifclunfl auf bie Seijleiltc ansiiüanbt )n. 

20 



GÜBRDNMBKVIflA HIN PRIfiJA 



154 — GCflRüN.ARKVIfiA HIN PR^JA 



aber iia(t) &fn S(tlj(ietiem fc^on für bad jnrite @ubrunrn' 
lieb fein JJlaiim uorfianPfn ift, fo ift Me* nodj nsril 
toeniflet für Caö unferigc btr goü. gcmn nimmt tajfelbe 
au, baö Slili'd ©rüöcr nodj Ubfn, luäbrentt aiid »cm 
Atlamäl £ir. Ü5 unD i>\ Iicroorftcl)!, Saß biefclben l^eilÄ 
in rinrm 6trriie mit 91lü futj nad) iljrctf SJaierd %cU, 
t&fifd in brm ^cimtsfr burdj ®utiiun'd .l^anb, afd fie ihren 
©viilicrn tfiftanD, fielen, fobaft er allein nut!) übrig tt>ar. 
ff« fie^l freilid) nidjl iinroib«fpTcd]Iirf) fefi, ba§ lai ?ifr 
äberljaupt Ccn J^amptroraudfcgr, inbcm ba«, n)a6 (5nb* 
run ®lr. 8 »cn ibrni Örübcni ©unnat unb ^ögni faflt, 
vok Simrctf bemerFt, aud) auf ben tvciten dtaum gri;rn 
fann, ber fie von it)nrn fdjeiDet; allein unfec 8{tb fef^t 
bod> bad ^nicite ®ubrunrnlieb Doraud, uiib biefed beii 
%c\i ber ©rüber. 

Jlann nun ba« ?ieb trcba auf beutfdjem SBrben 
ober buT<h unmittelbaren beutftficn @iiiflu^, nod) a\ie 
unfern ebbifc^en Sicoern entfprungen fein, fo mu& man 
annelimen, ba0 baffelbe au« ienen olten Ueberliefeninccn 
von Zhiotret ertpacbfen if). Die <Snlf)ef)ung beffelben 
düi biefen erHärl fidi teit^l, wenn man, roie id) bereit« 
in meiner beulftften ^elbenfflfle 1, 284 fg. au«gefül)ri 
ftabt, enrngt, ha$ na* tcr Xbibreföfaga , treibe auf« 
9lfuc QU« ceiilfdjcn DucUen geftfcopft unb un« bie reidje 
J^lnbe von Xbiobreffi geben bei Slili beirabrt f)at, iXbio' 
bref mit ber J76nigiu @iFa im freunblid^ften, aber ebeU 
fien (£in»erncf)men ftanb, wie biefelbe c. 318 — 341 in 
ftl)r [eb()af(eu unb jum XfKÜ fe^r fc^önen ^u^tn fd^ilben, 
uuD tai @rfa bei if)rrm ^obe ben ®atten mabnt, fid) 
feine grau an« bem ®efdjfert)tc SHbrian'« (®iufi'«) ju 
nef)men, inbem an« tiefer öijc für ibn und feine Äinbcr 
ta& gröptc Unglücf entftet)en luürbe. hiervon mup man 
aut^ im 5Jorben, n?enn mau überhaupt ntlljer« ^nnbe 
von Übiobref« Seben bei Sili befa^, gemußt Ejabrn; 
ba aber bie Ueberliefecungen bavon fc^on früh abgc^ 
florben ^u fein ft&einen, uub bie ftd) vicUeicbt nod^ lange 
3eit erl)altenen Ucberrefie, wie vielfad)e iSl)nIid»e Srfdici« 
nuugen bezeugen, aUmdlig in 3jcrmirrung geralt^en 
mußten, fo (onnte e« leidjr ^f'dicfien, la$ .^erfia, nad;* 
bem man vergeffen, bnö fie ätli'Ö ©fmnMin war, ^u teffeii 
^agb unb beliebte berabfanf, unb ba^ nun i()r freunblid]^« 
9)erbaUnJß mit l^iobrrf auf @ubmn überging, ihre 
9iBarnung vor ber ffbe mit beifelbni il(6 in eine SBc 
fcöulbiflung von berrn S^rculofigfcit uerfcbtte, unb bog 
fobann ein liidjtcT alle« Uebrigc ju bem eigenl()iimlid)en 
Siebe au«fpann, unb, um fein (Srjeugni^ ju fluten, ba« 
jweite ®ubrunenltcb umarbeitete. 

% @. IDtülkr, €agabib[tolI)ef 2,319, vcrmulf;et, 
ba^ @äniunb baffelbe felbfl verfaßt babe, allein biefe« 
ifl völlig unhaltbar, ba e« 6i« fe^l fefißef)t, bag berfelbe 
ber Sammler iinferer ebbifdjen Sieber nid)t gcroefeu ift, 
unb t« außerbem be« cbten SRanne« gewif ftödjfi un* 
tcütbig fein roürte, ein eigene« örjeugni^ in bie SRei^c 
ber alten ficbcr aufjunebmen, mit benen e« im offenbaren 
®iberfpTud)e fiebt, ein onbere« olle« Sieb ber Xäuft^ung 
megen umjuarbeiten, unb ficb bann im profaifd)en Sdjtuffe 
be« Brot af Brynhüdarkviffu auf biefe« al« ein alte« 
ju berufen. aBenn^ober 3ß. ®rimm, .^elbcnf. 351, bc« 



mnft, „bafi ber 3n^a(t, mag rr nun, xoit r« f^Kini, au« 
Dem !£!eutf(^en enlleftnt, iber im 97orben jugcfi'igt fein, 
al« an ÜÄ ungebörig für fein urfprünglidje« Stürf ber 
®a^e gelten föune," fo fagt SD^üllenboff« ^aupf« 
3eit()ftr. f. beutfdje« 3llierli)um 10, 173, mit Äejt, frag 
i>it 3nl)alt be« l'itbe« au« einer 3^>' fiiamme, too bie 
Soge in Scutfi^Ianb ben ISiimiii an ÜKel'« .^ofe, aber 
nod> obne aQe ober bod) ebne eine rntf(beit>enbr ZittiU 
nat)mc am Kampfe gegen bie ©urgunber badjie. Damit 
lä|t ft(^ nun aber nidtt vereinigen, roenn berfelbe in 
'flili ben tjiPoriftbcn Sittila, in ^erfia ttffcn ©ematilin 
Xpix« unp in @iimi}ilb'®utruu be^en lepic @ema[)Iii! 
.^ilbifö fiebt, unb be«bßlb fagt: ,,benn fobalb bie Sage 
bie ^ilbifö für bie ®timbilt'®uBrun unb €d)n?efter 
Cer ©urgunben nal)m, fo mar e« nalürüd), bü^ ^c bte 
^iftprif>^e <Scmaf)Iin Slttila'«, bie Ärefa, in ibrtr ffiürör 
berabfepte; fte machte fie alfo ju einem ehemaligen, auf 
bie 03ubrun eiferfüditigen v*rcb«ireibe Sltli"«, unb ba bie 
Äcb«weiber au« bem Staube tct Unfreien waren, Ijeiit 
bie ^erffa eine 9)^agb." übiobref ift ndmlic^ erft baburd) 
in ben SJÜlti'fpunft ber ^rlbenfagc getreten unö ihm bie 
^Ib'ilnaljmc unb jwar bie entfd}eibenbc !Xf)eilnabme an 
tem 9librlungenfampfc übertragen, ba^ er mit 3!i}ecboridj 
ben ®ro6en ibenli^cirt würbe; voriger ifi c« nur eine 
fagenberübmte beutfdie ^clbengeftalt unD nit^t ber bißo« 
ri|d)e. Darum fönneu aud) ^lli nidii gleid) bem ^iüo« 
rif(^en Sittila, ^eiffa nid}t gleid) .ßrefa, @ubruu*IBrim' 
bilb nid}i gleid) Jpilbifö fein, wie benn aud; bie <£bba 
unb ber ßcfaramtc florben nidji« von bem bittorifdjen 
Sittita Witten. 

®ewöf}nli(^ pflegt man unfer Sieb wegen feine« 
Q3eTbältni(tc« ju ben übrigen ebbifdjcn Siebern in ben 
Ucbergang be« 11. in« lä. Oabr^. ^u fcQen. Unb baran 
ifl wo! fein Sweifel, jumal wenn man crwdgt, baß bie 
€agen von ber unfdrulbigen Jtönjgin vor bem 9. ^af)tb. 
nic^t nad)wei«bar ftnb (f. €v. @runbtvig a. a. C 
180— 192), unb bog baifelbc auf 3«lanb cniflanben (U 
fein f(ttcint, tn ba« @otie«urltictr le« Äeffelfange«, befTeu 
frembläntifdirn Urüining« (ni) ba« Sieb wo^I bewupt 
ift, ba e« bie Äcffelweibe von einem Sört'ien ber Sfit' 
männer vornehmen Id^r, crfr von Olaf bem .^eiligen in 
9{orwegrn eingeführt warb, von wo er bann aud} fpora« 
bifd) nad} 3«lanb l)erüberbrang, fobap ba« Sieb etwa 
in bß« 11. 3il)T^. fäüt 0'. iOiourcT in ber 3«itf4rift 
f. beutfdje qjbilologie 2, 4-13 fg.). eid)eT entljält jebod) 
ba« Sieb weit} ed}t ^etbnif(^e«, wa« aber freilief^ nur 
ber Erinnerung au bie b^ibuifi^e 3(<t feinen Utfprung 
verbanfen fann. So ba« ^eilifjen be« waUenben Jteffcl« 
(helga bver vallanda) burt^ einen Surften, ber bemua^ 
mic ber holgoffi weltlidje unb ptieftetli(^e ®ewaft v«' 
einigte, unb &a« SSerfenfcn ber frf)ulbig befunbcncn ^erffa 
in ben faulen Sumpf, unter bem bet neben bem 3!<mpe! 
befinblidic Opfetfumpf (blötkelda) ju rrrfiefien ift. Der 
Saal, in bem bie beilige ^anClung vorgenommen worb. 
wirb baber al« ein beibuitd)er^ Tempel (salr) gebacftt. 

Da« Skaldskaparmäl fowie bie VöleuDga saga 
tjaben au« bem 3nba(te be« Siebe« nidjt« aufgenommen, 
weil c« mit ber übrigen Sage im SBiberfpnidje flc^t. 



GÜEBRIANT (JE\N BAPT. BÜDKS) — 155 — GUEBRIANT (JEAN BAPT, BUDES) 



I 



DlaflF in feinet ?luÖflabe b« fdmuttbinifdjti! (Sota fagt 
baö ivotitt imö britte ©iiCrunenlicb alÄ ciu®anKä ^iifam^ 
mfn, ffßt bnbfn alö profaifdjfn Cfinfliintj Ca6 Drän Nii- 
lunga ror, unb ^ibt ifiiien bie gcnieinfcJ)aftli*f Uebcrf(^rift : 
Goöriinar hannr (©ubnm'd ^arra). i)fT 3tnmc f(^fint, 
Wie eimtod ((fbba ©. 415) bemertt, btn Sc^lu&TOOrten 
bed brüten ©ubrunetiliebc^ entticbeii ,>u fein, wie aiid) 
Oddrünargrälr fttfc Qin (5nbc felbft einen Widmen gibt, 
inbem e3 ganj na* ber Sitte beutlifc« ^clbenltcber, bic 
ncdj in ben 9?t6duniien benjaljrt ift, mit ben SEBorten 
f<^lifet: ,,9iunift ju iSiibe cie Äiaac Obbnin'«." MUein 
ber ^arm ®ubnin'«, meldjer ibr im brirtett ?trbe butdj 
^crfja'ö ©eftrafung gebüßt roirb, ift ein ganj onbCT« 
qW ber, UH'Irtsen \it im meiten ftaflr, fobnö baber ouö 
ben Gd)lu^icDrieit jened Üieteö: „Sc rAd?te ba @uCru« 
ifjren ^ütm" für biefed feine Ucbeci'djrift hergeleitet wer&cii 
fann. Slud) haben bie beiDen Sieber, bie fo bereinigt 
»erben fcPen, auöer bem, tpad ®uDrun fclbfi betrifft, 
unb n?a6 bei ber crflen Sutbat Ui Umarbcjterd ift, 
»enig mit einanber gemein. S^bem rmb biefer Slerelni^ 
gung nit^t nur bie ^onbfdjtiften entgegen, rcelt^e bic 
Hieecr trennen, fonbcrn audj ber Umflonb, bti^ ron bem 
Sammler felbt't laS jireite im prcfaifdien €*Iufte be6 
Brot af Brynhüdarkvi*>u „(xu?"rünarkvii>a hin forna**' 
(bad alte Sieb von ®ubrun) genannt wirb. 

(A. Ratzmann.) 

Guebem, f. Parsismus. 

GÜEBRIANT (3eaii ^aptifte 95ubed, ®taf »cn), 
SRarfdjuU ron granfrei*, geboren am 2. gebr. 1602 auf 
bem £(blone ^ülefftd^Subfö in ^Bretagne, n»at Der jüngere 
©obn eined ^errn ^on ^irel, Äarl «. SÖubeö, @aron6 r. 
®ace unb bec Sinna, Brau ron Ouatteuaur. 9(uÄ einer 
alten, aber vecamtten SaniÜie ftammenb vyat er auf eigene 
^traftanftrcnguitg angeirlefen, rceun er fid) emuerbringen 
wollte. Ör TO^hltc ttn Jtrtcgerflanb unb ^oUaiit) ald feine 
Äriegöfiljiilc, n>o er bafl 9feaffenn>erf grünblid) erlernte. 
9la(^ feiner Mücf f ehr fa^^ er ingvjnfreirfj fofort SBetnjenbung 
im Äampfe gegen 6ie -Hugenotten in Sangneboc. Sei 
htx Selagevung ron Sfbet unb 9)fgan rourbe er \>uxti} 
«inen 3Süöffrenfdjuö In ben ©arfen lebenögefä&tlid) vtx* 
»unbet, aber glürfli* gebeilt, ^m 3. Iti30 jum ^auvtmann 
bei bem Äegimeni »ßi^mont ernannt warb er |*on l(i32 
ald Hauptmann in tie föniglitfce ®arbe ffrfetjt, eine iSud? 
aeif^nung , weldje ilim bie fiebere Jfuöftdjt auf t^öbere 
©teüen eröffnete, aber aud? bic befonbere aufmetffamfeit 
einer vcrnebmen 3)amc jutvanbte. Sicnato, bie Sot^ter 
bed 3)farquid v. äjarbed, 9iene bu See, bed ®tatt[ialter0 
loon ?a ^apcUe unb Xierafdj, fab in ©uebriant bereltö 
ben fünftigen "äRarfdjatl ncn J'^nnfreid) unb reünfdjte 
ffine ©ema^lin 3U werben. Cbwcl f*ctt vcrmäblt wu^te 
jie i^re bidberige iljren (S^rgeij Feinedwertö befriebigenbe 
a^t gewaltfam ju liefen unb ®uebriant reidjte ibr bie 
^nb, o^ne auf bie Serle^ung weibiidjer 6d)icflid}feit 
irgenbraie Scbeutung ju (egcn. 3ßar fie il^m bß(6 auf 
ber Saufbabn fetnetf Kubmö fein ÄinbemiS. ßatbinal 
9ii(^elieu hatte feit 1634 ber proteftantifc^en ©ad)e in 
tDeutfc^/lnnb miütdriftbcn Seiflanb iugefagt unb ein ^ilfö- 



beer gefenbrt. ®u^briant fanb uctfc^iebentlid) ®elegenT)e(t 
fid) audjujeJdjnen. 6eil 1636 jum Maröt-lial de* camp 
ernannt leiictc er ben 3u9 i""^ bem Scitlin In bie 
Franclie Comtä, um fid) mit bem ^cr^oge von Sionguc« 
oiüc iu ocreinigen unb verftärfte bann burdi einen 3usus 
üon 4000 granjpfen H^ ^eer bp3 ^erjcgd Scrnbarb üon 
Sat^fen^SBcimar, weld)ci: ©u^brianfd ÄriegÄtü(fctigfcit 
balb fennen ju lernen unb ju würbigen yieranlaffimg fanb, 
fo im fiegreldien Wefcd^ie bei SßitteaJPoicr om 9. Stug. 
1638 unb bei ber (Sroherung von Sßrcifafft (m Dccember. 
3n ber Franche Comt^ balf er 1639 ben .^erjag Äorl III. 
»Ott Sotfjringen beficgen, bemdebtigte ft^ QJontarlicr'd, 
9loicrol?'Ä unb be« ©4loffefl »on 3i>ur, uerS(^er(e fid; 
nad) be« ^crjogö Sßernhaib lobe (18. 3uli 1639) ber 
Sefinng Srcifad) unb naljm Singen. 3m Dbercommonbo 
folgte auf ^er^iog 3)ern!jarb bec Sdiwebe Sanh, wcld)cr 
ui^t für nölbig hielt, gegen (Buebriant wie ^cr^og 
Sern^arb irgenbroelAe iSüdfidjten ju neljmen. (Jfl fehlte 
babet faum an 9Iugenbliden, top ©ucbriant'd (Smpftnblid)' 
feit gerrijt werben, wo er (isb beleicigt füljlen mu&tej 
aber gro|iheriig wie er war, »ergaö er jegliche Unbill bann, 
wenn er fie su vetgelieu (SJelcgenheit hatte. Sanrr fcwol 
alfl Üorftenfcn, weldie nadj ihm bic itriegfülining leiteten, 
fonnicn ftdj fttjüeöti* nidol ber (Srfenntni^ oerft^ücBen, 
ba^ fic in einem 3rrt^ume befangen waren, wenn (ic l^t 
Unheil über ©uebriant ton einem ungünftigen 9Jor* 
urt^efic abhängig matten. 91od} vor feinenr^obe ht* 
fannte Sanir (f 10. S»ai 1Ö41) fein Unredjt gegen 
©uebriant unb »etmad)te if)m feine fflaffen jum 3eug* 
nip, büö er feinen Ußertlj fiä^en gelernt ^abe. ®lei(i» 
wol war ber auS foldjen 3"f^1igfciten herrorgcgangenc 
aWangel an gegenfeitigem Üinperftiinbnip &er gelDljerrcn 
uon nat^tbeiligen golgen fi'ir bie Äriegfübrung, wie fd)on 
ber unter ungünftigen 9luöfi(tien begonnene gelo^ug von 
1641 bewieö. 2)ie Siege bei äöolfenbüttel am 30. 3uni 
1641, bei Äemven am 14. 3an- 1642, wo bie faifer- 
Htfeen (generale fambou unb SRercr- gefangen wurbeu, 
Uie (Eroberungen von Drbirgen, ^Ieu6 unb Jlemf en blieben 
ohne entf(^et^enbe folgen, o^er würben von fonftigen 
gjerlufien, j. S. von Jorficnfon'« fcrgebli<bem 3uge nad» 
»ÄegenÄburg, um ben Äaifer aufzubeben, aufgewogen. 
Uebcraß hatte ©uebriant, jum ©cnerallieutcnant befötbcrt, 
ben rübntlid}flen $lntf)eÜ unb in S^olge bed 6ifged bei 
Äempen warb er am 22. 3Kärj 1642 jum SRarfdjaU von 
granfreich ernannt. $ßenn, wie man fagt, ©u^bdant*0 
©emahlin bur(^ ibr ftaatdflugeö Senebmen ju biefer Sc« 
fiSrberung wefcntui ^fitrufl» fo >ft bodj unjweifelbaft, ba^ 
feit lauger ^tit faum ein äuürbigerer, a(d ©uebriant, beit 
Matfdjaüöfiob bavcngetragen ^at. 9tur furge 3eit erfreute 
fid) ber neue aJtarfdjaU feiner SBürbe. Sei ber Sela» 
gerung von Ctotwell erhielt er am 17. 9?ov. 1643 einen 
öalconetfd)!!^, ber ihm ben 9lrm jetfcbmetterte. (Sr warb 
in bte eroberte 6iabt gebrat^t, ftarb aber in f^olge ber 
Ungefd)idli(^[elt bed Shiiurgen bereite am 24. 91öü. 
1643 im nod) nid}t voüenbetcn 42. Sebentfja^re. (Sin 
höc&ft fclerl((6e4 Segrdbni^ in $artd bereitete ihm bie 
legten (Shren. !£}ie Seidrenrebe hielt ihm 9Iicolad ©rilli^, 
Sif<^of von U)id; ftc würbe fjJarid 1645 gebrudt unb 

20* 



GUGBUILLER 



— 156 — 



OÜELFEN 



1657 in 4. wirteiljoll bftauögcgtbcn. l>ai fifbrn te« 
igclftcn tcftfetteb ?c SoteuTCUt In feiner llistoire du 
Comte Guebriant (nQtfc 6tn Innierl offenen ^Hcniüirrn 
be« aJriblitfiencn), ^ari« 1657 in gol. 9?ö[. ßiograpLie 
onlvergelle T. XVUI, 32* — (Sine n>enn audj nidjl 
gerate \<i>x merfnjürtifle, tod) etrcne «nfleroöbniidje ^oUe 
TOor feiner bintalaffenen Ö'emaMin voibebalten. ©ie 
botte alfl SSJilwc einifle ^c'u in 3>iri'rffifa09nifjf'( gftfbt, 
oI6 fic im 3. 1G45 auflerfcben wume, bie »Jßrinjfffin 
^aria ?uife pon ©pn^aga, eine 'Jod.'ter befl i&eräpgd 
Jfait fern URontua, Die angetroutc ©cmobün bee Äöni(jÖ 
SBIaCiöIflt) IV. uon Idolen, in ber (Sigenfdjüft einer 
augeioröenllid^cn ©tfatibrin nat^ *PoIcn ju geleiten. <5ö 
fi^meidjfltc getri^ ibrem Shiflcije, &a6 fic im ©tanCc 
war, batf in fie öeiepte 33erirciuen rcüfommen ju rcrfjt* 
fertigen unf einen reirflidicn ©efant-p'cboftöpofiten ju 
bcflciben, nitfcl bloÄ bie ®emablin eined ©efanbten ju 
tjei^en. Sic fcUtc fcljc bolü ihre (Sefi^idlitbfeii, ibren 
®clß, ib^c geftigfeit an ^en Sag legen, al6 bie Königin 
tcrieumbet rourte, fie fei in *^ori(S bie ©eliebte beö bc 
n'if^tigten Cinq-Mars gewefen. SAon rooÜte fie ber 
eiferfiKbtigc Äonii] na* granftei* juriirffcbirfen; e6 ge^ 
lang ober ber biplcmanfcbeu Äunft tet Gräfin (Suebriant, 
ben Äöiiig anteieö Sinnet ^u matten unb fcen UngrunD 
ber 3?er(eumbungen ju offenbaren. Xied war für ße felbfl 
ber grö^ie ^Jrribeii j üc fegle fid) in fc großen Stefpert, ba^ 
ber ^öni^ befabi, tiie mutbige ©rfonMin foUe an feinem 
fiofe tieielben Ghrcnbejciiiunßen genießen, weldje ber 
^^rjogin ^laubia von iöiebiciö in gleitbcr ©igcnft^afl 
bei feiner erfien ©cmablin erwicfen wortm feien, 3" 
bemerfen ift, ba^ tie öiräfin ®uebriant ben 3nbalt biefer 
^ofgefd}J(bten in ibren Briefen an bir $fal3gräfin 9lnnn 
ijon ©onjaga, bie Sdjwefter ber J?i5nigin »on ^l^len, 
forgftiltip miigcibeill hat. 9?a(^ *4?ari6 jurörfgefeljrt ver^ 
febKc bte ^farfduiQin @)ucbriant ntd;i, ihren gewonnenen 
(Sinpu^ ourfj in anfcerer iSrtfe geitenb jii motljen. 93e« 
!annt ift bie ?ift, mit wcldict fie ben ©ouoemeur von 
©rrifadj, (Jbarlerci*, in ^ierhaft braute; ja fie foü alle* 
©rnftefl ten *pinn gebegl baten, £tattbal(erin von Srctfadj 
unb (flfa^ JU werben. Ungeaibtei Me Warft^allin buveb 
ibre 2)oppetiüngigfeit fid) viele geinbe ju^^g, fo wu^te 
fie botb ihren libergrogen (Sinfluö am franjöfifeben ^ofe 
biö an ibren 2ob ju bewabren. Sir ftarb ju *3^rlguicur 
am 2. Sept. 1G59. — teO 3Rarfd)a(l« (Jrbe wurbe ber 
®emabl feiner 9lid)ie JRenam ijon ©übe«, ©ebajiian 
SRarqui« 0. gUcömtibec, ffleuteineur loon 9IantfÖ. Sgl. 
3ebler UnioerfaUer. T. X\'TI, Z. 1216— 121H. 

(F. Th. RichUT.) 
GUEBWILLER (franjifttirr 9Iame für ben 
rliftlignen teutfcben 9?amen ©ebroeiler, unrirf)tig ift bie 
Sd)reibart Ouebwciler), Jlrei«ftabt im 9leqierungd- 
bejirf Ober'GIfaö cefl teutftbcn *Äcid)6Ianbfö, im SÖhimm* 
thal (franj. Florival), b. b. fem reijenbcu Sluögangötljale 
brr $dud), bie untrcbalb Der 6tabt auö fcem SBadgenwalbe 
in btc Äbeinebene tri«, 1861 mit 10,680, 1871 mit 
11,350 meift fatbolififtcn einroo^nern (e* würben 991 
@vangeiif{^e, 335 3uten griä^lt). 2>ie frcunbliifee ©labt 
ftrecft fi(^ im fd^mulen ll^ole }wif4rn ben \fQ\ity\, unten 



mit SBSrin, oben mit J^oftanirn unb 6{d)(n ben3a<t^fenen 
Sergen in mcbreren (an^rn ^arallelfira^en hin. Unter 
ben ^ebditben jetc^uen ftd) ^k fünffttiffige Folbolifite 
^Jfanlirtbc mit Drei etwa« fdjwerfäUigen Ibürmen unb 
ftattlidjrr Tvmanifd}er ga^abe (St Leod^ar) au6 bfm 
12. 3abrh. unt eine jwcite 1785 voUenbeic Äir*f 
aus, ferner bie ei>ange(ifd)c *Pforrfir(^e, Da* ©tatthauö, 
bie Warftbolle (ebemalfl i)pminifanerfiT(bf)l Mi>rf f*pne 
©runnen cicnen ^rT ©tobt üum ©ttmurf. Eberbalb ber 
©tatt wie unterbalb bprfelben foUen bie Uiiticn tcidjer 
gabrifanten in bie klugen, milprätbiigen (^nen umgeben; 
oor üUcn anbcrn Ökbäuben jeid^ncn fi* mehrere gabrifen 
Durd} ihre@röge aud. Oberhalb ber ©tobt finb feit 1852 
jahlreicbe, freunblidjc SlrbcitfrbQiifcr erbaut. Öfbwriler ift 
©itj einer Jlrei^bircftion, eineS gnebfn?iieri(bt6, einer Ober« 
förftcrei. cincö l'oftamtfl, einer Jelcgrapbenflationi ucn 
©oüweilet führt eine 3>i^f'gbahn herüber, bie bidit unter 
(^bweilcr enbigt. — 2)ie ©labt bot 3 gic^c 3?aum»oU« 
fpinnereten, mit äBeberei (ed werben Jtatiune, '3)tu{idine, 
3ie, 3atonetö hcrgcfteUt), gärbcrci, ©leifberei, Drudftrri, 
ferner 3^ud) ', ©trumpfwaaren== unb ©eifccnbanbfabrifoi, 
ÜÄafchinenbauanftalien, eö werben Surften, Xired^öler* 
wflarcn, ©tciiiwaaren Mrfertigt. Sin Den Sergen wa*fen 
irefflidje 3Beinc, unter Denen Der j^ilterle, Der Olber, ber 
©üringer, ber 9ßanne genannt werben. — I)le ©tobt 
ifi all. «uf bem Dbetfinger im 9?0. Der ©tatt )itbl 
man nodj bie SRuinen eine« remiftben ÄafteH«; bie 6wbi 
wirb im 3abrc 774 jurrft genannt; um 1271 erhielt fie 
SWauernj im tiriöigitl^riflen Kriege würbe fie 1632 org 
rerroüftet. Seit bem 13. Safjrh. war ®cbweilct von Der im 
8. 3abrb. gegrünbeten Mbtei ÜJiutbad) obbängig, uub 
fonnte ft(^ btö ÜSrudeö biefer ^errf<taft nicbi erwehren, 
bie 33iurbatt) in Der Äeoolulion Don 1789 jerfiön würbe, 
^ad X)omrapilcl war fc^on 1759 nacfi ©ebweifrt verUgl 
werben, ©rgrnwärlig leibet c8 notfc an ben %t>\^txi ber f o<» 
trcnnung loon ^ranfrcid), welche« bie Jabrifen in Die 
^öbc gebracht hatte, wie unter ber aügemrinen ®e- 
frijaft^frif'* unb Die 3dbiung ^^n 1^'^5 wirb ou6 in 
©ebwcilct, wie im ganjen (Slfa^, eine Serminberung auf« 
juweifen haben. (0. Ddüeck.) 

GUEJAR-SIERRA, Himalifdjer Äurcrt. Da* 
Dorf bicfcd 9Iamend ttu Jtönigreicbe ©ranaba, 3529 
gui ho(^ in einer ber gro^artigften Vtlpi'nlanbfd}äft(n 
gelegen, feffctförmig loon 2tXX) bi? 40CK.) gu^ höbern 
Sergen umfd)U»ffcn, bat fit& wegen biefer gefunden Sage 
unb wegen feine^^ Töftlieten SBafferd bei ben ©i^aniem 
einen wohlt»erbicnten 9iuf ald ©aniididftation erworben. 
%\t 9ler|{te f(f)iden c^ronifc^e .ffranfe ieber Slrt nad) bicfrm 
Orte, iv>o fie freitid^ nur in ben elenbeftm ©ohnunflcn 
ein UntrTf07nnien finben, (Fr. Wüh. ThexU.) 

GUELFEN. liaß biefer «Parteiname bottft^n 
Urfi>runfl« fei, ebenfo wie ber Der ®ibeninfn, ift in Dlffn 
(5na?n. abtb. I. Sb. Gü, 6. 401 fg. bereit« bargelegt 
ircrbcn. !?lu(t) in ©elreff biefe# !Ramen«, wel<fier un* 
jwcifelljafi bie in ilülienift^er 2ßeife umgrbiibeie gorra 
6e6 gamiliennameuö bc6 in *tieutf6tanb unD 3talifii 
modjtig geworbenen ®ef(ble*tp* ber SBelfen ift, iß an 
heften ouejugrl^en oon ber befannten ©tefle im jweiten 



GÜELFEN 



— 157 — 



OrELFEN 



Qud)< üc gesüs Friderici I. tti $ii'(t)cf6 Cllo von 
gtcifing. iro f6 in c. 2 fici^t: „Dnae in Romano orbe 
apud Galliae GermaniaeTe fmes faroosae familiae 
liactcnns fucre: ima Henricorum de Guibelinga, 
alia Guelforum de Altdorfio, altera impcratores, 
altera magnos duces producere soUta. Istae, ut 
inter Tiros magnos gloriaeque avidos assolet fieri 
frequenter, eese iDTicem aemulaotes reipublicae 
qaietem muJtotiens perturbarunt etc." Jiiefe^ ßeu^nt^ 
jp eniÖalKn in einer S*tif(, trcl*c vor 1107 abßffaöt 
ift, alfo in einer ^tit, bie Um etfien ^^ufFemmen biefet 
Ißarieinamen nod) fr^r nal^c log '). 3Benn olfo anfangt 
unt nammtlid; in !l)eiitfd)Eanb tic 9tnf]diigrT iWefcc 
iDeÜIidjcr 5"'*ft<'nfiäufpT ju förmlidjen Ülartcicn gefifclpf^cn 
finanter tnlaegenirtilfn, — ircnn bier fonriegcnt mair-* 
tiftte SWacfiifragen ma^gebenö reoten für tcn 9Infd)Iu§ 
an tie eine otcr tic a^^ete i^aTifi, — irenn in 5Öcjiet)ung 
auf 2;eulfd)lan& bie Admyfe (er ^elKnfürflen gegen t>\i 
^ol)enfiäuffif(f)en Stai^t in ^etratbi fommcn, fo ifi 
anberecfeitft in bem Strtifel @ibefltnen barauf ()ingen>iefrn 
ivoiten, la^ ftd) im Saufe ter ^eit unli namenl(i(6 in 
Italien bie 3uian"nenie&ung «nt gegenfeitifle ©tetlung 
bfitcT Matteten febr ipcfentü* geändert hat; l'ic "SOjelfen' 
Hm]^U in X>eul)d)[anti fuic ti>of)l gu unterfdjeiDeti vcn 
btn ®uclfcnfiilnipfcn in Italien: Oe griffen idoI t;iet unb 
M in einanber ein, ober rntflanben unb verliefen auf 
beifc^iebenrr ©runMat^c grö^tent^cil* unafc^ängit^ von t\n< 
onbcr. X>n in ©elreff ber benifdjen ffie(ftfnfiinn>fe öie 
►fflejic^ungen ju fcen italicnifdjen (Siielfen ftatf jurücf' 
treten, fp'fann eine XarfMlung ber erflern fpdter in bem 
S(rtife[ ©cifcn gegeben werben, n>äfjrenb ^ict bcm 
Ilalienifit}en *4^artetnamen cnifpred^enb bie italienifcl}cu 
®ucl|enfäm))fc für) jut 2'arfleQung gelangen möoen. 

Unitt bem 9?amrM ber @uelfen traten in Stalirn 
fparteielemenle ron febr verfrfjifbenen Xcnbenjen gegen 
\>it .^ctTfc^aft bed roelttit^en J?aifcrlhum0 auf. 95ci ober« 
fJddjlidjem ^inbtide mpttjte eS mcift frfjetnen, alÄ feien 
Ui ©Ufifcn Cic papfiliAf ^ailti im Äampfe gegen ba6 
!)o^enftauffifd;e unb fpdtere JtaiiertNm. 

Salvi in feinen Ilietorie di Pistoja (Bb. I, ©. 59) 
fe^t tai ^ufiau(^en ber beiben großen ^Jarteinamen auf* 
faUcnber Sfficife bercitö um 1110 n. 6I)r., inbcm er baffelbc 
auf ba« feinbfelige Sluftteten beft *ßa»fte6 Wtfcatie U. 
gegen Äctiig .^ciniid) IV, -) jurürfführt unb bie fabelhafte 
®<fd)icl)tc von 2 ^Brütern @ibel unb @uelf crjdlilt. <Jin 
fc früi)eö 5?orfpmmen tiefer Siamen in 3toIifn — ncd) 
vor bem ?tueOrnd)e beß Süelfcnlompfeö gegen bie ^u^en* 
ftauffen in 2)eutfd)Iflnb — beruht felbfhieTftdnbliefe auf 
^Trt^unj. 

Riccobald. Feirar. CompUatto chronolog. fagt 
bogegen jur dtegfcningöpnriobc .Raifcr griebrid)'6 I.: 
„Etlioc tempore (nadf SInlegung ber Beflung Slleffanbria) 
coepii ex hac discordia pmuiuzi semen et denomi- 
nabo partis ecclesiae et imperii, quae poatea in 

1) äJgt. nodi J*c. Bracellii de bcllo ioter Hitp. et 6e- 
BaensfB tib. II u. a. Strtlcn. 2) Uenrico qaarlo Unpentote 

(ticl). 



Domina diabolic-a sciücet GueÜa et Gibellina Floren- 
tiae baptizata siint/^ 

Benvenuto di S. Giorgio e di Blaudrate in feiner 
Sdjrift: De origiue Guelphorum et Gib ellin onim, 
quibufi olim Germania, nunc Italia exardet (BasU. 
1519) fagt gerabe^u: „Verbo enim, quod certo Ger- 
manum est, studiosos ecclesiae GuePpbos et impcra- 
toriae factionis GibeUinos placuit appellari". Xann 
benift er tidj auf baö S^ugnip beö ©ifd^üffi *lJlcIomäu6 
fon i/ucto, (er in ber 3^" tiilb nad) jenen unglüdlidjen 
^atteifdmvfen gelebt (robt, bag biefe Sßarteinanien jum 
erpen 9ÄüI ju ^i^m in Italien angeWenb« rccrben 
frien. ^^tolomduä aber grbenfl be6 ftuffcmmen* jener 
^artcinamen in feinen Vlnnalrn jum 3. 1280 nnb jwat 
nur in ©ejiebung auf *]?ifipia, ofine etma binjuiufügen, 
ba& bie Flamen erft von ba auö ftc^ ubfr oiolitn verbreitet 
bdtten. 6c verfehlt bcmnnd) bie cmHitinlf "lÜPiaudfeßung 
ift, cbenfo irrthümlid; n^dte eine ^eraligenteinetun^ jener 
3ciibertinimnng. ffiafl ben erfien ^unft anlangt, ]o war 
bie Partei ber ©uelfen in ihren negativen ^UUn unb 
3wcrfen einiger atö in ten pcfitiven. 6^ ftanben ft(^ 
gegenöbcr nidji nur bie 3nteteffen beÖ roelllidjen römifdj' 
bfutfdjcn v<raifcrtl)um? unb cined ^tUpfttljumfl, reeldjcÄ 
einerfeilö bie ibeale 9Kdd)i ber fathelifdjen Äirdi^c, an« 
beretfcild ni(^t minber rüdftdxdlcd bie i£rn)eitcruna feined 
Slaatdgebietd unb bie Sefefligung feiner ^etrfc^aft in 
bemfelben anftrebte, fonbem auif bie SSorfdmpfcr ibealer 
itölicniftfeer Unabbdngigfcit unb bie OSertretet ber ^err« 
fdjafiöanfprfidie ber bentfdten JTönig« alÄ römifdr^t 
Äaifer an leoti-tcr ^ejief^ung nabmcn'iviebcr viele gto^e 
ilQlienif*c ÄbeMfamilien unb bie fldblifdjcn 33eröl- 
(erungen jwar fcbt verf<^iebenc SteUungen ein, aber in ber 
Sefdmpfung ber @ibeQinenpattei, infofern biefelbe für bod 
Äaifcrthum eintrat, verfolgten fic tai gleidje negative 
3iel »). 

6(^on frul) griffen bie bentfcfem »elfifi^en unb 
liohenftauffifdjcn (FiffrMidjteleien unb emfien Streitigfeiten 
in bie italienii'd;^cn SJerhdliniffe ein. 

^ 3la(icn erfolgte bereit* 1128 ein Sorfpiel ber 
fpdteren kämpfe. 

Äicftt nur weil e# Oettoljnheit ber Iieutfdjcn mar, 
ihren Acnig aud bcm berrfd^cnbcn itönigdgefdjlcf^te ju 
»dhlcii* fonbern au<^ auft 5'Kurfri(^i auf feinen bfbeuienben 
8dnberbefi& unb (eine SSenvanbif^iaft mit macfetigen gür* 
ficn fianb bem f(tiväbifrfie;i ^"»criogc griebridj von öfh'n* 
ftauffen, bcm ©djivcfterfohne StS\itx ^einrid?"ö V., bie 
^abl jum bculfi^cn ^ouig in ^luöfichi. S^'tibfeligfetlen 
jebod}, tveld^e ncd) au6 ber dtcgierung^grit bed genonnlen 
Äaifer« nad?n?irftcn , unb n^eldje namentlit^ ben 6rj^ 
bifdjcf StbalbfTi von SWainj unb ben -^jergog Sot^ar von 
©ud^fen veranlagten, brn S-h'^ononfpriuljen ßriebridi'« 
entgegenzutreten, fübTten bahin, ta$ Votbar von (rad}fen 
jum Äönig gcnjdijlt warb. Streit jwifdjen beiben ent» 
fpann ftdi fehr balb, ba Sotbar bie ^tüdgate [bcrjm 

&} Sfil. txfcnmi bie (tb^anblnng: De origise d progreMo 
tn It»ll» &ibeUtnM et Oactpbue fsctionam in Mumton, Aittl- 
qDiti. Ital. IV, 60& fg., wo anit 13 9trltnfiüä< jut Otf^i^te bictn 




GCELFEN 



— 158 — 



GUELFEN 



l)e^€n(ifluffifrfifn SÖefiet beRnWidjcn 9ieid)«gütcr forbfrtt. 
.^iecmtt begann bcr fcinMicfcc ©cflcnfag tti n«(ftf4*n %ü'c* 
fictibaufcd gcgfii Die ^Pbenftauffcii, reeltfcft um fo fdjärfete 
gotme» annohnt, ta nod^ Albert. Stad., Otto Frising. 
u. a., förmlict Hu ^e^enföni^ in Da ^.^rtfoti Beä &o\itv.* 
flauffni Qonrab auf^cflrüt loarb. 3tt ^eulfd)[anb füf^mn 
bie ^öftetiftciuffen ben Ävirg in bcffnliccc Seife nldn eljne 
ffllüd. 'Do* rtrUte fid> balö tjfraud, Daö ffe auf ben 
©icg nidM boffeu bürften, iino nun beiUto^ Sonrab 1128 
fein Äöm^tbum in 3talien geltenb ju ma*en. Auf 
aSallanb lialte fidj ßonrab ooT^uadweifc äeftüßt, unb nun 
erbeben ftt^ geaen blcfe «Stabt U>acia, >:}]iai-eni|a, (Sremona 
nnb 93re«cia in SJaffen, unb inbcm *4Japfi ^onoriu6 
bir SJartfigenoficn (Junrab'ö mit ^em S3ünne belegte, ttct» 
lief btel'ft Streit nod) obne baueniDc ©erfelnbung. liefet' 
oreifenb mixUt eö, ta$ JuiilhchHuö II. nad> Dem Üobc 
«tbat'd leine Srgarcn in Xieutfd)Uiib iuftruirie, nidit für 
ben mdt^tigcn (Stben beffelbcn, fonbern für ben tiotjen* 
ftauffifcfccn Ülironbeiocrber *.ßartcl ju ergreifen. 2)ic 
lombarbifdjen 6tübte, fd?on längfi fräftijj entroirfelt ju 
»otjlfjabenben ©emeinroefen , wfl*c über ibre ©cenjcn 
biiiauö poIitif(6e 3niereffen üerfolgirn, begannen aUmdlig 
pflrteimdgig ^ufammenjutTeten. greitid) tiaffete nidjt fion 
bamaW ber giiclfi)"(be "Jlame an SMailanö unb feinen 
^rtbünbelen , obgUid) von biefer «Seite baö nationale 
Scanner gegen feie »cuifdje ^errfdjaft ft^on frülj etboben 
warb, ^cnn btcfe Sbatfa<f)c ti mit fic^ brad)te, bag Die 
geroöftnliiten ©egner SBaitaubö ''l&ma., ^ifa u. a. ft* 
alÄ «Stufen ber beutfiljitalienifdjen Äinne binfiellten, fo 
waren ftr bodj nod) nidjt ju tbenlificiren mit Der fpälern 
©IbcUineiipaTrei. 9Ji(t)t aW prinrivtelle Slnl^iSngcr ber 
beutfd)»tcmbatbif(tjcn Äönigöftonc, fonbern TOegen be* 
im SlnfAluffe batan ftergcbrai^ten äJoribcild pflegten biefe 
€tdDte ibre politif<tc ©teUuiig ju nebuten. ä&äbrenb 
in •DeutftfclanD um Die 9Äitte De? 13. Oabrb. bie wclfifd)* 
bo^enflauffifAen ©treitig fetten ju ^nbe gu geben fdjienen, 
nomentUt^ a(« 1158 Äaifer ^rieDri* 1. bea SBelf VI. 
mit beu SRatbilbifdieu ©ütern bclebnte, baucrie in 
3ialicn ber ©iberfireii gegen Den Äalfct fort. Sil« 
1153 auf Dem -RcidjÄtage ju ßcnftanA ^reei Sobenfer 
We Sntenjcntiou De* Äßiferd ju ®unfien tbrcr ©tabt 
geßcn SRailaub erbeten batten, unb im folgenben ^a^u 
eriebriit ein ^eer über Die SÄIpen führte , belagerte 
er auf Sitte bed Warfgrafrn pctn SWontferrat Die ©tabt 
SlfH, Dann <in<ii auf ianrei^untj von *iiat)ia bie ©tabt 
Xortona. @inen iitueiten italieniitten 3ug trat gtiebrif^ I. 
an, um in ©etreff ber Dortigen üKegalien feflete fln^ 
Dcbnungen ju treffen. Sfiäbrenb ^ailanD, ^rc^cia, Sicnm 
R(fc ber «netfennung njiberfeOten, fugten f«^ *3avia, *Pifa, 
ßremona, domo u. a. jum Ibeil auö eigenem Ontftfclup'e, 
jum ^^betl gejTOungen Dem faiferlidjen Änfpru(^e. 

©d^on bamal0 trat in jenen ^criflicten au(b bie 
l^atfadie bervcr, ba^ ber offene Äampf jwifAcn Äaifer* 
tbum unb ^apflthum bro^e, inbem 1157 auf Dem 9leid]6> 
tage j)u Sefaucon einer ber ^arbindte einen ©türm •oon 
UnreiQeu ^enjomef burtft Die grage, ron wem bct Äaifcr 
feine ÜBürbe b<ibr, menn nit&t tiom ^ßapfle? 3n 3>eutf(6' 
(anb erflÄTtc fidj bie öffentliche 9Äeinung ber fürftlitieii 



Äreife gegen biefe *Bräienfion be« *|)apfit^umd ; eine 
©tü5e bagegen fanb biefelbe bei ben 3talienetn. Äatfct 
griebritb bfltte ba ben IBuIgarud unb 3 anDere berühmte 
3urifien aud 'Bologna nebit 2S ^iditern aud (ombar^ 
Difdjen ©tdDten beauftragt, bie 9tegalien fcü^uftellen. unb 
auf Dem 9iei(^ötagc ju Äoncaglia waren biefe ©d^e be* 
ffbworen morDen. fibcx ^aiianb mit feinem Slnbangc 
erl)o& fi4 bagegen, unb ?papft ^abrian IV. ermunterte 
ed jum ffiiberftanbe. SÄii bo<bgeflcigcriem ^affe traten 
biet autt) oialicuer gegen ibre Sauböleute ju ©unfleu 
Deö .Jtaiferd auf: ^tü^t Diefe6 ^affed waren Die ©cenen 
nad} ber Eroberung von ($rema (27. 3<3n. 1160), wo 
flcb bie ßremonenfer unb Sobenfet am etbittertfien jeigten. 
9tocf) verfdjdrft warb ber Iflntagonidmud , ald nad} cem 
Tobe De^ ^Japfifö öabrian IV*. Durtb üwiefpdltigc -J}flpft- 
wat|t Wlcrantrr III. unb 3Jiftoi IV. juglcid? a« $4pfittt 
gewählt würben, unb altf Victor auf einet jtircbenver* 
lammiung ju ißaoia pon Seiten beö .Raifcrd anetfaniti 
würbe. iÜIeranbrr, Der fid) fc^on früber al0 ft^roffer 
ffitrireier pdpfitidjec *Ptütenftonen ge^ei^t hatte, »tat 
biernad} an bie ©pi^e aller (Begner bed Jtaiietd in Italien, 
^anfreid}, @ngfanD unD ©icilicn crfannten Slleranber 
alfl ^pft an, aber in 'Deutfdilanb, \a felbi} i:\ Oberitalien 
blieb beffen plattet febr fd)wac^, unb obgleid; ber ^arbmal 
3obann 'oor Slnagni ben ^nn über Den ^^apft 3!iaot 
unb ben Jtaifet audfptad,>, unb ÜIRailanb olle Ätdfte 
aufbot, ftegte ber JSaifet enblic^ Dod}, unb jwar mit ^Elfe 
feiner ilalieiiifdjen ajrrbüuDeten. 911« 9KailanD üdj enftlidj 
am 1. 9J?drj 1162 Dem Äaifer ergab, prfammeltc Srtebrid} 
geiftlidjc uni> weltlidje Örc^c unb ftdtttfdjc Sibgeorbnete 
Der 'SJadibarfdiafi, um beten 9tatli in ©etteff bei ©traf* 
oetfabtcnd gegen 9Kailanb ju boren, ©cfonber* bie 
^3ertretet !)on "J^a'oia, i!obi, (Sremona u. a. fHmmtetl fdi 
3erfiöruug Der ©labt; DaÄ ©djirffal, weitete« fie ben 
©labten ijobl unb @omo bereitet habe, möge nun fte 
felbft treffen, ©(bwcrtidi ifl biefer ©prud) in aller ©ttenge 
,^ut Sludführung gefommen (oergl, 3taumet, ^oben» 
ftauffen, II, 144j, aber et fennjfidinet Die gegenfeitige 
(Srbittctung Der fdmpfenbcn *4?at(eien. 2)ie Srtieäten 
wutben butdj furchtbare Jpäne immer melje geteijt, unb 
feinen italienifdben ^erbünDeten Icunle Der xaifei nidlt 
alle ^üetflünftigungen geirdbren, welche Dicfebeanfpruiftieni 
unetfälilit^er (figennuQ madite bie le^iern unjufrieDen, 
©ine ?lndglei*ung wifdien Dem ifaifct unb Dem 
Zapfte ^nierauDer hätte i.neUeid)t erfolgen tonnen, al6 im 
«ptil 1164 fflictot W. flarb; aber ehe griebrid) jur 
93oriid)t maljnen fonntc, hatten ber Srjbifdjof iKainolD 
t)on Söln unb einige dorbindle ^J3afd>alid III. jum neues 
Oegenpapft erwählt. I;iefed SJetfahtcn nregte argen 
Sinttoö, unb SBiele roanbten fit^ nun bet 5ßartei Hieran' 
Der'« lU, JU. SBenebifl, wel(ie& fiif con Den fräbem 
Ädmpfen fem gehalten hatte, fd)Io& ie^i mit SJerona, 
*Uabua, aiicenja unb Irevifo einen äunb ^u (fünften 
Slleranber*«. ^nige l^idbeiige Serbünbeie bed Jtaifertf 
trennten fidj oon il^m, inDem Re mit anbtrn ©tdDten einen 
DefenriDbunb (dlloffen. aSd^tenb Dann Die QJegner grieb* 
ridj'ä füt bie SBicberberftfllung ^ailanbd tbdtig waren, 
gelangte ber Gaffer mit feinem ©d^äßUnge $af(^4ttf 



GÜELPEN 



— 159 — 



GÜELFKN 






jtvar nad] iHom, abei Jfämvfe un& JttQiifI}«iirn rieben 
{[ein J^cri gTÖ^tentl^eKd auf. Die ^ombatben fallen neuen 
SRuIb unb etneucTtcn iljr ©linbnit am 1. Tcc. 11G7, 
unb bä^ büfTelbc ju ©unften bcd bem ^aif» feinbli4)en 
IßapOtbumd gcfd^Icffcu fei, fprad} fii^ bcutliÄ g^nu^ tiu0, 
inbem man "bti neu erbauien gefhing ben Manien Sllef-- 
fanbrta beilegte. 3>iefer grogc Sombarbcnbunb rcar bem 
urfprüntjlidjen gcgnerif^En dhaxaUtt, ber fid) in JJeutftfe* 
laub in bcni ©cucnta^e pon Seifen« unb fiöbcnttouffin' 
parici gezeigt [io(te, wenitjfieiid Dcmanbt. 3BäI)iettb aber 
in bet ijombaibci 6creilfl faft aller Omn 'liartcinahrac 
ftattfanb, Hieb in iXodcana unb ber tRomagna nod} faf) 
^rie6 rutiig, ja nt^t n?fnige €tdbte nahmen fogar füc 
ben Äaifer ^axtti. 3in ajerlaufe be« nun begmnenben 
J^iege^ rcarb *)on bcibcn *Darleien mit ^ingebenber Mu6' 
bflucr gefocftton: bie gegenfcitige ötbitterung ftcigerte fid) 
nod^. tUuf gibeUiniii&et Seile ftanben (^leuiona, ^^avia, 
®etiua, lotlona, Äfii, Sllba, 9(qui, luriu, 3v«a* ^en» 
timi^Ua, 6a«ona, fllbenga, «^mclü, Snen^a, 'Kavenna, 
%oxU, ^efena, Sltmini, ber ÜIRarfgraf con ÜERonlfenat, 
bie ©reifen von ^Blanbrnie, SomeÜo, ®uafto, 93o«co 
u. a. 3ur gueifift^en $aitei bagcgcn ^efjöiten älenebig, 
lKi)ifo, 3?abuQ, äJicfiija, SSetona, SBriflria, gerrara, 
tIRamua, S3etäamo, ?vbt, 3)2aitanb, ^{ovaca, ^etcelii, 
Äleffanbria, Ißiatcnja, *Uarma, Äeggio, 9Äobena, So» 
tCQna, ber ISiaif^taf ^alafpina u. a. Daneben fanben 
ncd) gcf)ben jwiidjen ^ifa unb ®enua u. a. fiatl. "Dem 
"aifer ftanbeu nur wenige beutfe^e 8tTcilfrdfte ju ©e* 
ifltr, unb bie Italiener fteUten iidb ihm burd)auft nic^t 
in iuüerläfnger "Seife jut Sictfügung: ber Ärieg nafjm 
batjer einen ivefeuilit^ iingfinHii^fn ^iicrlauf für ihn, unb 
nad) feinet fd^tceren 91iebetlage bei ifegnano am 29. Wai 
1176 enlf^Iog et fidj mit feinem .^auptgegner, bem 
^M^t Slletanber, ^rieben gu fdjlie^en. 9)on faiferti^^r 
Seite ivarb ben Sonbarben vorgefd)lagen , ba0 fie cnt^ 
webrr ihre 9(nfpröd)e auf bic bem Äaifer gcbütitenbe«, 
aber njiberrediifjdj Dorenibalienen JKeid)Öeinna6men unb 
@<i(d)tfümc cnueifen, ober fuft ben von bologneftfcftcn Ou« 
rlflen ju Kontiiglia aufgcilcUien ^ußfptüdjen unterioerfen, 
ober bem ^aifer alled iia^ bcwiUtgen fcUien, voa6 ^cin* 
t\4i IV' von i^nen empfangen habe. 3)ie Untex^anblungen 
bariiber fütjrten unter päpftiidjcr *4?ermittelung baf>in, bog 
Tetabreber rourbe, einen fedjöjdl^rigfn SBaffenitjli^anb gu 
fi^Iitßen, unb unterbeffen bie gireitfracjen jur (Snlfdici- 
tung ju bringen, ©dirocnpiegenbe ßugefi^inbniiTc mat^ie 
bunn ber Äaifer im Sriebendrertrage tjou (^onftanj »om 
2ö. 3um U83. Den Hauptinhalt bcc Sriebendbebingungen 
vcrgl. bei Kaumer II, 288 Jg., fo»ie ben %txt felbft 
bei $erß, Mon. legam vol. II. p. 175. 

Diefe cfTämpfe baiten alfo fd}[{etilid) n>efenllt(^e 
ffiünf<^e ber itallenifd}en Slabigcmcinbr.t befriebigl, 
aber fie hatten jugleid> einerfeiid i^tcn Unnb^ängigfeitd' 
finn bem Äeidic gegenüber in ferbem ^JKa^e gcfteii^etl, 
anbererfeit« ben ©runb gelegt jur Ißerfolgiinfi ebvgcijigrr 
®<Iuft€ unb gegenfeitigen ^affc« unp 9?a(^eburfieö. ^\u 
betljoit befebbeten einanber einjelne Stäbte, j. S. Äom 
unb Sudcuhint, $ifa unb @enua, gerrara unb SRantua, 
Scrgamo unb Sredria u. a. m. SRit tvci^er ©tau« 



famfeit aber biefe gebben geführt »urben, bofüt möge 
ed genügen an^ufüljien, "otat SicarduB über bie $eß(« 
nabme vrn IXudtuIum burd» bie fRömcr bcrid)let: „Im- 
perator Apostolico dedit TuECulanum et Apostolicus 
Komanis. Komani vero civitaicm destruzeniDt et 
arcem, Ttisculanos alioB excaecantes et altoe defor- 
miter mntilantes". ©oIAe ajcrfeinbungen, bIc burdj 
®Iutrad]e oft bie fd]IimmDen gormen annabmen, trugen 
t)iel baju bei, bie alten ^i^aitetungen Icbenbig ju erbalten. 
3laliemf<^e ^Iftorifer geben nun mit 33eftimmibeit on, 
bo0 biefe lämpfenben Parteien tbred Sanbrd erfi um 
bie 3^' f^*^ ^" ^Parleinamen ©uelfrn unb @ibeUinrn 
JU beuicnen angefangen ^dtten, alfl in Deulftfclanb ber 
Äobenfiauffe Sßbllipp mit bem SJelfen Otto um Un 
JcÖnigÖlbron iicftritten babe. o« Ubertus Folieta im 
i>iertcn $ud}c feinet Genuensium bistoria (GraeTÜ 
Thes. I, 355) fagt jum 3- 1248 erft: „Per haec 
tempora Gconao Mascarati et Itampini, veteribus 
uomiuibus omisais, commuDc cetera« Xtaliae nomen 
Gibelliuorum et Guelfoniin acccpcmnt; qiiod nomen 
pridem in Germania oiium a Caesare co^rnomeiito 
Gibellino et Guelphone duce Bavariae, qui suasu 
Romani pontificis contra illum arma tulit, princeps 
Fridericus ad id tempus inauditum iu Italiam iatu- 
lit; cetcris nomitiibus earundem puutiÜciarum et cae- 
sariauarum iactionum exetiuctia^^ ^an fitbt barauö, 
ba^ biefe ^^arleinamen ganj aUmötig unb an Derf(f)icbenen 
Orten ju uerfdji ebener 3eit fid> einbürgerten. 9lo4 um 
ben Slnfang beö btcijebntcn 3abrbuHbrri3 roatb bet i)et< 
fd)i eben artige 6^/aTaFler ber gibeUinifd)en unb guc[fifd)cn 
'^Jarieicn nii^l icefentlid) loeränbeil, benn immer nod» 
unb immer wiebcr traten ber .^errft^aft bet igtobenfiauffeu 
eine pdpftlidje, eine nationale, eine bemoFratifdjc ^4Jariei 
entgegen. 81« ber beutft^e Äönig ^cinric^ VI. burdj 
(Stfgang in ben ©efip bed normannifcticn Sbrone« in 
Unteritalien gelangt voax, batte ba6 ^^apfttbum feine be^ 
TOöljrte Slü^c gegen ben .ftaifet eingebüßt, unb an On* 
tiiguen bet päp^lid»en "^^artei gegen Sefeftigung ber 
gibellinift^en ^a(^t in 6ivilien bit ed nad;n)eidltd) nidit 
aefcblt. Obne foltbe Seranlaffung tvürbe eö fdjn^erlid} 
bereitd 1191 »icber ^um 9Ibf(i}lu|fe rincfl gibellinift^en 
95unbcd gefommen fein, an weldjem fi(^ ^flt>ia, (Srcinonfl, 
Somo, Sobi, ©ergamo unb bet SDlarfßtaf von ^Ront» 
ferrat betbeiligien. 33on 92euem trat btefem falfcrlidjen 
Sünbniffc ein guclfifdjer 39unb entgegen, ivddjen 3)foi' 
lanb, Sre6da, ^iaien^a, ^.Uerona, ^4^abua unb anbete 
©täbtc auf öbnlidict ©nmblagc fc^Icffen, wie ftüber ber 
lombarbifdje beflanben f^atte. Da^ ti babei in ben 
einzelnen 6täbten an feinbllt^en ^arteiungen nid}t feblie, 
bertdjten bie 8otttlgef(fcid)ten bcrfelben \ fo ftanb in gerrara 
um jene 3^^^ Qi^ ^^^ ^pi^e bet ©ibellinen bie gamilie 
XüfcUi, an bet Spige ber ÖJuclfm 91belaibu« u. f. n>. 

Äaifrr .£)einri(fc VI. befiäligtc 1195 ben islet 3abre 
früher gegen ben großen lombarbifdjen *ütäbtebunb ge» 
fcftloffenen ©unb fon (Jremona, ?obi, $abia, SBergamo 
unb bem ä)Iaifgrafen von STlontferrat. Durd) biefed 
Slufltften bcÄ Äaifertf mürben bagcgen bie feinblie^en 
Stdble Detanla^t, ihr Qünbni^ enget ju befeftigcn, inbem 



GÜELFEN 



— 160 — 



GÜEIiFEN 



no<6 in b«mffl6fn 3a^re 95€rona, USauiua, SRotma, 
Sretfiia, gacn^a, SWaitant», ^olcgnu, ^Hcgoio, ©rawtona, 
^^iacenjii, ^13a^uA ut (^rneutrun^ it^rrd «unbed guf 30 

$In 3 uf^ninini flögen tdber ^tartefen fehlte t$ niift, 

borf) fam ble guflfii'Äp ^jktlci crfl ba etitfdiifbcu in 
»orlftetltiafleic 6toGung, jid ^cintiit VI. itii 3. U97 
unrnratttt jiavb, iinb na<fr bcm IXobr ^ölrflin'd III- 
llOS ^imptenj III. uim 'ilapfif cirodHt warb, bcn bie 
ÄQtferin Gonftauä« juiii 33otmunb ibrfö <2cl)n<ö grifbrid) 
einfette, uub jrcar vieOnc^t in ber ^oraudfe^ung, tun 
))dpßn(^en (llfegnet babuid^ moralift^ ju not^i^en, aI0 
g3<ttt)cibiüet be« '^cinjcn üufjuttcteit. So erhielt ijnno* 
ccnj bie ^efugnig in bie 1^rcnf|retligFeiten etnjugreifon, 
wltfef narf) bem ^infcbnfcen ^ciiuid) fl VI. in IDeuifd)' 
Tunb audbcad^rn. 

üJIfln barf mfQfitfct fa^en, bag in 3talitn bie ©on* 
Wrung in bie Parteien bcr ©uttfrn unb (SibcÜinrn nidjt 
nur ivätrr eintrat, al0 bie bcr Seifen unb ^ol^cnftaufft-n 
in 1)eutfd)[anb, fonbern aud? i>a^ Diefe ^onberung in 
Verfdiiebenen Crten ju t>er(<^( ebener ^tit ftaltgefunben habe, 
unb ganj aümalig itefdreifcnb geworben fei. iffienn 
man bie ei^entlidlicn Anfänge wo( im iSntflefjen bet 
Ipmbaitij'itfn ^itäbrebinibnifle ^egen Äaifer griebrit^ I. 
eiblicfen Daif, benen aeßenüber nd) bie bem Äeiftc treuen 
©täbte ebenfaU* ju beftimmter *|jjrteinabmt cnrft^Iie^en 
muglen, }o ift anbereifeitd uicfit )u überfeben, iveltte %ott» 
fiferitte bie Seölöfung 3iaUend com SJeidjc ma^itfi wie 
bie iDmbarbiffte €tä&teberce«)u:tg nid}t ganj ^leic^e Sc* 
ivegiini^^n im ^er^o^lijume Spoleto unb brr ^arE ^nccna 
fter?prriffcn, wie oietmebi bie Släbte tiefer Sanbfctafien 
um bieielbe 3fil ü)"" Stüöpunft im *Papftt[)ume fucferen. 
€in wefenilicber €d;ritt auf bet ®ai)n biefei aUmfiligen 
Sodläfung 3taltend oeft^ab, atd llJapfl Snnocenj llI- ed 
burdjfeßte, bap bie ©cipoönfr^^lJflfl ^*>^ tüom, foiüie ter 
9Ibel ber Umgegenb ibm bulbigtcn, unb er nun ben 
®t ab tpriiferten au3 eigener SHai^njüUfommenfceit belet)nen 
unb päpftlidje Seanite einfc^en fonnte. 2ßenn rortjet 
totjuj^diveife ju @un|len ber ftübtifdjen greibfiten in 
Dberitalien gefämpft worben war, fo trat nun ber *Ucipft 
nicbt blo« al6 SJcrHmpfer ber itir<^e, fonbern jugleid) ald 
TOeltlit^er ^iirft i\t^tx\ ba* Meid) in ben Äampf ein. 9!on 
birfem3(itpunriecinbatiren mei^ bie italienit^^n Duellen- 
fdjriftfteßer baö auftreten ber ®ue(fen al« ber ^Jattei* 
ganger bcö ^^apileö. 91Bic entfd)iebcn befonberä bie tod' 
canift^en Ouelfra ju ®unfien be« ^apftc* "i^artci nafcmeu, 
ba0 fpric^t fi(^ j. 3. in bem (Säße bec Sunbeduifunbe 
autf: ,>quod possesBiones etjura sacrosanctae eccle- 
siae bona fide defenderent, et quod nullum io regem 
aut imperatorem recipereat, aisi quem Romaaus 
pontifei approbaret". 311^"'*^"^*^ ^on *Uütteien auf 
ben Ä6nig«tbrcn erbobenen *l?fcilipp ron Schwaben unb 
Ctto ron Sraunfdjweig, welche fidj beibe um feine 3"-' 
ftimmung bewarben, blieb <i nidit tanae unpaneiifd), 
unb nod) roeniger trat er für bie Snterejfen feine* SRfinbel« 
Jtiebri* mit «lufrit^tigfelt in bie Sdjranfen. ^m ®eacn^ 
Ibeil war ed nur ta^ pdpftlidje 3ntcreffe, »el4e6 feine 
^oUtif beftimmtr. Seiner anmagcnben ^orberung, bie 



Jbrenanfptii(^e beiber ©eroerber erft feiner *ßrüfunü untft* 
jic^en JU nsoöen, fügte Ti* nur Otto wn ©raunfdjwrig. 
Der f((b au^erbem paju verftanb, TOefendidjc SRedjte bet 
beutf<ben Äcntg6frone vtm ^Jl^apfttbume preidijugeben. 
SBenigcr waren eö ebrenbafte sparte iintereffen, bie für bie 
gütflen jener 3eil maggebenb waren, Dielmebr bem Wrifl' 
bielenben gaben fte iid} bin unb fie fdjeulen e# nicbt. brtf 
gebotenen ^ortbeiU wegen t>ai gegebene 9Bort wieberbolt 
JU bre*en. 3n biefe Äämpfr rcn 1198 — 1208 grif^n 
bie <]3art«irämpfe bet italienlfdjen ©IbeUinen unb ®uel' 
fen ein. 

Die Sldbte, in benen bie ®uelfen|>artei bie Obre 
banb hatte, namentli(b 3J?aitanb, ^iacenja, Sretfcia, 
UJeronj, Äeggio, ^Stotena u. a. nabtnen — wenigficnS 
fotmeU — 'Sarlei für ben SCelfen Ctto; ein großer 
Xbeil bcd ^oclÄ bagegcn neigte ficb ju 5ßH'>PP- ®<* 
ber ^larleinabme bcö le^tern witflen aber perfönlidjr 
ytüdftdjten mebrfatb befiimmenb ein : fo erfUrte fid) dj' 
jelino ba Stomano in ber 3)?arF 'Verona für Otto, 
wdbrenb fid; SVarfgraf $lj}o von @fte neutral veibieit. 
Sragtid) Fönnie ed fdjetnen, ob auf biefe ^jjarteifonbening 
bie Warnen ©ueffen unb ®ibeOinen ^nroenbung ju 
finben babeii, j. S. SBadjömulb (®ef£b. b. polit. ■'Har* 
teiungen, II, 195) meint, Don einer päpftlidi-guelfifdien 
-JJattci gegen bie bobenftauffifdic fönne für biefe 3*it 
utn io weniger bie 9{ebe fein, a\i ja 3nnocenj 3Jormunb 
unb Sd^utibctr bed jungen gtiebrldj tJon Sicitien war. 
6egtünbet ift biefcr Einwurf jebod} nidit. Da bie pdpftliit* 
guelfii<be mariet tbre bidb^rigen $artetjwede au<ii je^t 
mit 9i|t unb fflcwalt verfolgte, wenn qüiÜ} nicbt quo* 
fc^lie^üd) rinem bobenfiaufftfdjen ^aifer gegenüber; con 
pdpftlit^fr Seite war e« baftelbe öeftreben, bie 5Ra4i 
bed Äütfertbum« j" f(^mäleni, wenn audj DieÖmal ein 
©elfe t€ war, welker fidj ju (Soncefrionm betbeiUefi. 
9(nbererfettd aber geigte tai 3)ccfabren ber weltlict^en 
©lo^en unb ber €tiäbte, ba^ ®ibeUinen uno ®uelfea in 
tbrcr frübern Stellung gegen baö 3ieirfi f etbarrten , b. b- 
Die ®ue{fen befämpften natb wie vcx bie Oberbobeit br8 
Äeirf;eö, wnbrenb bie ©ibeUinen mebr fd)einbar alö wirf' 
lidj biefelbc ^ertbeibigten, ja in iMelen JäÜcn ben "Äamen 
bed beutfdjen ÄonigÖ miebraudjten. 8eo fagt aroi^ 
rid?tig: gebordien wollte 9licmaub, wdbrenb SlUe bieSHat^t 
bed beutfdjeu ^önigd fürcbteten unb bagegen intriguirten. 
1)ie hergebratbte iktteigruppirung mit iftren Flamen 
würbe unter veränbertru 5?abä[tmffen beibebalten, unb 
nur barin fanb eine vorübergebenbc ftenberung in biefet 
®ruppirunü fiatt, ba& auf furje 3<it ber ^apfl 33er» 
anlaffung fanb, ficb feinet 3)tünbeld gricbrid; gegen bn 
3Belfen Otto annehmen ju muffen. Otto war tat^ fa 
bie Sage grratben, bag er wüuft^en mu^le, feine anfdng< 
litben übertriebenen donceffionen gegen ba« ^apftibuoi 
TÜrfgängig madjcn iu fönnen; inbem er ober feine Hb» 
lldjt in fdjroffer SBeife jeigtc, unb au^erbem butd) feinen 
Angriff auf apulifdje ^efi^ungen gnebrtdj'ö bie ©efcrg' 
ntffc beö »Japfiefl uüt bcr ?lu«bebnung ber Äcit^Ägewalt 
bid in ben füblitbea Zbni Stallend fteigerte, jwong et 
ben leQtem, momentan für ben gibeUinif^en Xbeon im 
©üben alÄ Sc^fiftcc aufjulreien. Unterbeffen bauctieo 



( 



\ 



I 



* 



* 




GCELPBN 



— 161 — 



GIELFEN 



1 1* 



bie $artcifduipfr von SRailanb unb antctn guelfif(f|rn 
*ßattrigängetn gegen ^JJacin, ßicmona u. f. iu. in be« 
ffldfe fort, ba& unter ben beftefeenben *|3arleinam<n nii^t 
*ßatteflnterenen ba* 'Streitobjcft btiMtcn, fonbtrn bie t>ei= 
fdlUbettartigfien örtlichen unb t>ctfönU(^fn Streitfragen. 
!Dur(^ Untcrftunblungen mit beutfc^cn Slnödngern bcr 
^ebenfiaufffn , roetdn: öliidlidjcn gotigang iia&mcn, et* 
jwang ber '^apft ben JKiirf^ug Dtto'ö auö 3talirn. 3n 
iDeuttt^lanb roarb ber adjtäcbniäbrige griebrid) alö ^i^ron* 
ctval AufgefleUt. Ctto n)i(t? jjeAioungen aucücf. 6r^c 
futjc 3t»t nur beljtflt e« ben STnfoein, alÖ fei ber $apfi 
bauernb bcr Sef(bü&er grlebritb'd, unb ni(bt lange burfle 
p(^ bie ^Öffnung regen, ba0 btermit bec Jtampf ber 
©ibedinen unö ®upIku jum Slbfc^luffe geißngt fei*). 
ilbatfädjiitti rutjif berfclte nidjt; neben einer gefebe jtpifdjen 
iDlailanb unb $obi bauerlen Ädmpfe von !3RaiIanb unb 
fflerceUi gegen SRontferrat, von ^arma gegen ^incenja, 
»on 9tom gegen 3Jilerbo, oon ÜJenebig gegen $abua, 
ton Sologna gegen 5?ifioiQ, 'eon tWailanb gegen ÜJJaoia, 
Uon SJIantua gegen (Sremuita, von glcreni gegen ^ifa 
tl. f. n>. fort, ©egenfcitiijc Uet'ctfdße unb IDIendjelmcrbe 

egten bie «orbanbenc (SibiKtTung immer «cn 9?euem an, 
3n biefe guelfifcb ' gIbeUinifdjen Ädnipfe griffen 

u<^ ein bie Beilegungen bec ftdbtifdjen SJolfdparteien, 
Vßddit be^nierften , bem niebem ^oUc neben ben fd^öffen* 
boren Stdnben Slntficil an ber (Semelnbeoerwaltung ju 
Der|'((affen, wie ed ia ju ben ^ricgöleiftungen perfönlid) 
ebenfo mitn>iifie toit itnc. Dad niebere SJolf f<^aactc 
ft<6 leidet um 37!dnner au9 bem ^anbabet, votlit3t ibreu 
©ib in 6tcibten genommen fintten, aber mit bem Stabi* 
abel no(b nidjt verfdjmoljen waren. 8eo (II, 171) fügt: 
„Der ®(^rltt vom UJolföfübrer jum Jtjrannen max über^ 
aS gering"; bier unb Da fteUte and] bie vom Sotfe 
bebrängte ^beldparici einen mdd)tigen ^ortämpfer an 
it)fe Spige. gafi ntrgenb« über gefrf)al) ba« obne Äampf 
unb @erca(ttbat, faft nirgenbö o^ne jäijen @egenfampf. 
©0 ftritt i. ©. in 3Jerona bie Partei ber affontectfii 

Segen 'bii brt ©rafcn Sijsarbo bi @. SBonifojio, in 
enara bie ber @fte gegen bte ber «Satinguerta, in 
Sicenja bie ber 'Ißaltraverft unter Uguccione gegen bie 
ber ^ivareft unter ß^ciino u. a. ^^jelino roar ©il^eUine, 
unb fdmpfte für faifettidie !')ted^te, ultbergebcadite SSer- 
faffung, bcljete Beredjtigung ber fdjöffenbaren Stänbe. 
IQergeblid} war fein 9)erfud}, ben äJfattraverfl bad Smt 
bed ^obcfla in Sicenja )u entreigeu; über ed gelang 
ft}m, Safiano burd) UeberfaU ju erobern unb ein Sünbntß 
mit ^IJabua ju f<^Iie^en. 3n $abua aber fianben i^m 
bie (^ampofampieri im ^ege, tveld]? mit ber ^amiüe 
(Spe in ißerbinbung getreten waren. 3" «ine geljbc 
|wif(^<n Selluno unb Xreuifo ^ff bie getjbe jwifc^en 
^bua unb 93icenja wegen ^arfaito'd Sefi^ ecbitternb 
(fn; ba üud> Sencbig in biefen Jtampf bineingejogen 
twirb, fo nabm betfclbe umfaffenbe Dimenfionen anj bo(^ 

4) 3ti iitUt t^chliff^ (ieent^ümUdj ft(& gcß<i[trnbcn 3(it funntc 
N brm SibtQintn SaUnguncj ^rlingm, liiert nur Ut Cberbanb 
ia 8etii>:a ju getciRntn. fon^ttn ou^ Ulm ^upOr ^<b fv cinjo' 
ff^mei^eln, ba^ ez mit ita ©tdbttrt bti Sidt^ümo; !^i>tcna, Slcflgio, 
¥iirina, {Bologna, 3mc(<i von i^m Mc^nt Warb. 




waren bie ©uclfen mrift im 93ortbei( über iljre ®egner. 
SUbnIi(^, wie In biefem gaDe, Fdmpften TootjugÄweiff 
Sibeldfamiiien um bie ^rrrftbaft in faft allen Ciäbien 
Dbcr^ unb 3)!ittctilaUend, unb wo rann ^cUen^^ ba0 
niebete Siotf ju ben ffiaffen griff, um ftdj Slntljeil an ber 
StabtDcrwüIiung ju erfämpfen, ober wo auswärtige 
tSinfUifTe rt<^ eincrdngten, flieg ^ie Verwirrung ber ^Partei' 
intereffen unb ber ^arteigruppicuiigen in mannidjfalligpet 
3Beife. 3>ie gibeüinifdjen $0?ontcc(bi von SJerona rooren 
im 3. Iä07 aud biefec ^tabt ausgetrieben looiben, unb 
mußten über 6 3at)re bie ^eimatb meiben, bis ibnen 
enblltb ber ©obefia ^tno bou *J)abuti bie ISitaubniö juc 
JHticffebr verfdjafftc. Soldje ÄuÖtrcibungen famen oieU 
fad} i?or, j. 59. verjagte ttai niebere Solf oon ©reSiia I2I3 
nii^t nur bie gcfammtc iÖDrlSpartci, fonbem au(b ben 
rem Äaifer Otto eingefepten Statthalter lorino. Ob 
aber 9)IuTatori mit 9{ed)t barauS fd)Iie^t, M^ biefe 93olfS' 
Partei bem iungen griebritb angefangen ^abe, ifl febt 
zweifelhaft, benn wa^rfdjcinlid? war bie Slbfid^t, mit bem 
«bei juglei* bie ^crt[d).ifi Ui JHeidtfl ju ftürjen, unb 
(omlt träte ^icr einer bcr gewi^ nidjt feltenen gäUe vor 
bie Äugen, xoo bie Oegner ber ®ibeüinen (alfo ®uelfen) 
jugleid) ©rgner ber beutfc^en Sßelfen waren, wenn biefe 
baS SÄcidjSititerefie vertraten. 

an bie Steife beS gricbridj von .^obc»f*fluff<ii über 
@enua unb bur(^ bie 6d)weij nait (Deutfd^Ianb Fnüpfte 
fid) eine geljbc jwifd)cu Ikivia, (Jiemona, SrcScia einer* 
feitd, gegen bie guelfiftben €iäbrc ?KüiIanb, ^JJiacenjo, 
Cobi unt ©omt) onbcrerfeiis, an weldie fid) outb au« 
»reScia eine guelfifd)f €d)at anfdjlo^. 3m 3. 1213 
erlitten bie leKern jwei 9iteberlagen. Sei ber ©(bilberung 
biefer @retgnt{)e jefgt ft<^ unrerfennbar, in wrld]ec partet* 
lldjer aäJelfe bie «nnalifien jenet 3f't ben ajerluft ber 
eigenen 5|Jartei vertufdjieu unb ben Sifg ber ®egncr 
herob^uffpen pflegten; in äbnlidjct 233e»fc j. SS. (**alcaneufl 
glamma abwcidjcnb vom SJIfrerifuS 5)iona(bud. 

9Huratori beritbtet in feinen Sab^böcbern bec ®e* 
f(^i<^tc 3taliend in umfaffenber SufammenfieÜung, ft^wer« 
iid^ aber immer unpacteitfd; über bie bamatige fcbbeluflige 
*:periobe feincö ©otcrlanbeS. !Dec ^op bcr £tdMe unter 
einanber ging oft fo weit, ba^ bie fiegenbe Siabt eine 
eroberte nietocrbcannte unb bie ßinwotjncri'djüfi maffcn* 
weife motben Ue^. 3n ben meiften Siätien fjmpflen 
iliarrei gegen *ilartet, Solf unb 8lbel_, Ouelfen unb 
®ibetliaen, unb eS gelang zuweilen biefer, juweilen jener 
Partei, bie Gegenpartei aud ber £tabt )u vertreiben ober 
wenigfienfi au^ ber Stabtverwaltung ju verbrängen. <So 
befebbctcn ftdj in 3Jercna bie SWontecdji unb (fapellcti, 
in !8ologna bie Sambectai^i unb ®fremei, Sambertini, 
©aflujjt u.a., cbenfo bie in ^artcifpaliung verfallenen 
®efd)le(btcr ber ©afacomari unb ärtnefli, femer in ^obena 
bie Slugoni unb GrajTolbi, in $arma bie 3(offt, Supi 
unb (Sorreggi, in (Somo bie StuSceni unb Sttani, in 
Seccelfi bie nbvocati unb ^Xijjoni, in 8obi bie Stvrrgangbi 
unb 93iflatim, in "Ho-oaxa bie ßavatlati, Sruiiati unb 
S^ornieÜi, in gaenja bte TOanfrebi unb ©occarifi, in 
3mola bie SRanboli unb Srijji, in Oenua bie äHafdjerail 
unb Äampint, bie I>oria unb ©pinolo, bie ÖJrimalDi 

21 



eCELFEN 



— 162 — 



GUELFEN 



UII& 8itf(^i, in $ifQ Öie ®^«rorbe6ca unb UbatBini, bit 
91afpanli un^ SernoUni, in $ai»ia bje Seccacta unb 
SanßafcQ, in Scr^amo bie (£oI»ni unb Suarbi, in 
^KÄcia tu gertioli, ©atbeDi unD ®riffl, in gloten^ bic 
^ucntclmonti untt Jlmefeei, t>k (Donnti, Ubeiii u. a., in 
9lDm bie $o(onna unb Orftni, in ^{acrnna bic ^agna« 
(QVdUi unD ^alcnta. SJcrgl. 5Sad)dmutE), ®rfd).b-)}clil. 
^JSart. n, 197 fß. €o fämpftrn aud) in ^IRallanb bic 3>i:Ua 
%ont gegen bic äÜdconif, In iSucca t>ic (Saj)niccJo unt 
Stiinola, in $eruQia bic Saijliani, €for^a u. a., in 

flfioia bie (SantcHieri unb ^aiiciatic^i, in €iena bic 
alimbeni unD Üolomci, in XrcDifo bie (^amini unb 
8ca(a u. f. m. StiiH unangefochten f(I)R)angcn fK^ ju 
förfiüAcr ^errftfeiift auf in SIcejjo bic Jailati, in gotli 
Die Orbelafft, in 3Sttctbo bie ®Qtri u. f. nj. 9Bie m 
allen biefen &täbtcn im tBcrIaufe Der Innern unb du^crn 
Ädmvfe Die ^lolitifc^e ^artciOcQutig Seidnberungen unter* 
(ag, möge an n)enigen Seifpielen in aUcr Jtürje bärge 
legt ttjfrben. auÄjugcljen ifl von bcr Ü^ntfadjc, ba» 
Ubcrtuö be golieta fctjr ticffcnb bic SRannidjfvUtigfeit Der 
^icTiinlaffunflen unö 3n'edf bcr Äömpfe in folgcnbcn 
ÜlBoiten t^cicotbebt: „ceteris nominibas pootificiarum 
et caeaarianarum lactionum exstinotis; quae varia 
fueraDt, cum singulac civitates suumquaeque 
privatum nomen babereut; quae factioncs jam iudc 
ex eo tempore in Italia excitatae, cum Rom. pontifi- 
cea et Germani caeaares inter se dissidere coeperunt, 
populique pro suo quisque ingenio ac pro caiiganim 
varietate seee ad alterutrum principem applicarent; 
divina et bumacia miscuerunt, miseram ItAÜam 
CODtinentibus multorum saeculorum cladibus laccra- 
ront ac foedarunt: tantaque loit exsccrandarum 
factionum rabies, ut neu modo Italiae civitates, 
quanim nulla ab bac labe fuit intacta intemeciuia 
inter se bellis saepe commiseriDt, sed in aingolis 
ipsis civitatibus, populo büanam diviso, ipaos Patres 
in äratres, ac filioa in parentes parcnteeque in fiÜos 
armarint'^ (Einige Srifpicir, ivic Diefc kämpfe an 
»crfrfji ebenen Orten rocdjfelroll fid) gefiotteicn unD "lhu 
Hrfen, mögen alfo fticr in hirjer Darlcfjung folgen. 
$ergl. Morbio (C), Storie dei municipi Italiani 
illustrate con docnmenti inediti (4 voll. Milano 
1838—41). Diffe« SS*crt gibt e*tlberunflen jur d^u 
f(t)icl]te von gnrara, ^avia, l'oDi, Slorrn), 37?aiIanD, 
9iooQra. 

Sbarafteiiflif6 ift, bati blcjrnigcn @tdbtc, tvcldje 
äbemicgenb ),ur guelfif(t}en ^.{Jarici bt^H^n, im Verlaufe 
i&rcr Innern ariftofrotifdj'bcuiofratifcben ÄÄmpfe, uantfut* 
(icb in Der .^cbennauffenperiDbe, immer me^r jur Demo« 
froliidjen älctfaffung übergingen. 

Vlrcjp fcfllD^ tlct) mcift an bie ©ibeUincn an, xo^i 
bcfonDcrd J28ö ein gefäbrlirtjer gcinb Drö ®rafen Ugolino 
von %\\<x, Der com ^ifi^of iRugcro u. a. bcficgt irarb. 

^m 14. 3al)rb. bemddiiigirn ftcb Die larlati brr 
^crrftfjaft t)lcr unb in benachbarten Stdbten. 

3n einer geljbc Der Üarlaii mit l^erugia fam ^u\\o 
von 1337— 44 unter cic Scbu^fterrid^aft von gieren^, ^ijgl. 
itameullirf} Dod SScif von u. RondineUi^ ßelazione 



Bopra lo Btato antioo e moderno della citUi di 
Arezzo (Arezzo 1755). 

^il bcr 6taDi SBctgamo traten 124U Uc vor« 
ncbmcn SScrlriebenen aufl SZailanb in ein ^ünbni^, 
iveldicft (Sonftictc mit Snaüanb im @efclgc ^altc. 3)oct 
flcUtc ßd) 1264 ^Ijilippo DeÜa Sorre an Die ©plßc bcr 
®Hf(fenpaTti'i , Dem r6 in bcmfelben 3abre gelang, ficf} 
bcr ^crrl'djaft in ©crgamo ju bcmäAtiqcnj ebcnfo tx* 
fannten 9iovQro, 8obi unb ^^erccUi bcnielbcn ftcitvlUig 
alö Dber^ciin an. SefonDcrd tjrftig wurDc bcr '4^arteien' 
fampf bier im % 1206, in Dem bie gamiUcn Soarbi unD 
(Solconi um bie ^öd^flcn Stabtämter firittm. l^ic Icotem 
mürben anfiing6 aud bcr StaDt verjagt, febrtrn icbotf) 
Durd) bic Slnbänflcr Der Tivoli unD SBong&i verftärft 
jurüd, unD trieben nun ibrerfeitfl Die SoarDi in bic 
^Jerbannung, n>obuT(^ fic frcilid} in gefpanntc6 Seihältni^ 
mit !lD^ltlco Sidronti ^eridbcn. 2)iete kämpfe erneuerten 
lld} 1301, unD bei Diefer ©elcgenbcit boten bic Soarbi 
Dem SKaltco 95i»tünti bie ^rrrftttaft übet ibre ©labt 
anj bcr Ic^terc bcnußte Da6, verjagte Die $ongbi, unD 
roarD nun jum Stactcberbaupt gemäbli. im felgenDm 
3abrc icDsd) erfolgte fdjon fein ©lurj, bcr autb für 
Bergamo einen SBefipwctfefcl nad» fld) jog. Die ffict* 
tiiebencn rourben jurüdbcrufcn, Die Slnbdnger bei iBiöconti 
verjagt, unb an Die ©pt^c Der fiälMit'dicn ^ertvntlung 
trat üMiii E}ier Sllbrrtu« 6rottu0. SSerdt« 1304 icDoil} 
Drangen bic Song^i u