(navigation image)
Home American Libraries | Canadian Libraries | Universal Library | Community Texts | Project Gutenberg | Children's Library | Biodiversity Heritage Library | Additional Collections
Search: Advanced Search
Anonymous User (login or join us)
Upload
See other formats

Full text of "Allgemeine Encyclopädie der Wissenschaften und Künste in alphabetischer Folge von genannten ..."

This is a digital copy of a book that was preserved for generations on library shelves before it was carefully scanned by Google as part of a project 
to make the world's books discoverable online. 

It has survived long enough for the Copyright to expire and the book to enter the public domain. A public domain book is one that was never subject 
to Copyright or whose legal Copyright term has expired. Whether a book is in the public domain may vary country to country. Public domain books 
are our gateways to the past, representing a wealth of history, culture and knowledge that 's often difficult to discover. 

Marks, notations and other marginalia present in the original volume will appear in this file - a reminder of this book's long journey from the 
publisher to a library and finally to you. 

Usage guidelines 

Google is proud to partner with libraries to digitize public domain materials and make them widely accessible. Public domain books belong to the 
public and we are merely their custodians. Nevertheless, this work is expensive, so in order to keep providing this resource, we have taken Steps to 
prevent abuse by commercial parties, including placing technical restrictions on automated querying. 

We also ask that you: 

+ Make non-commercial use of the files We designed Google Book Search for use by individuals, and we request that you use these flies for 
personal, non-commercial purposes. 

+ Refrain from automated querying Do not send automated queries of any sort to Google's System: If you are conducting research on machine 
translation, optical character recognition or other areas where access to a large amount of text is helpful, please contact us. We encourage the 
use of public domain materials for these purposes and may be able to help. 

+ Maintain attribution The Google "watermark" you see on each file is essential for informing people about this project and helping them find 
additional materials through Google Book Search. Please do not remove it. 

+ Keep it legal Whatever your use, remember that you are responsible for ensuring that what you are doing is legal. Do not assume that just 
because we believe a book is in the public domain for users in the United States, that the work is also in the public domain for users in other 
countries. Whether a book is still in Copyright varies from country to country, and we can't off er guidance on whether any specific use of 
any specific book is allowed. Please do not assume that a book's appearance in Google Book Search means it can be used in any manner 
any where in the world. Copyright infringement liability can be quite severe. 

About Google Book Search 

Google's mission is to organize the world's Information and to make it universally accessible and useful. Google Book Search helps readers 
discover the world's books while helping authors and publishers reach new audiences. You can search through the füll text of this book on the web 



at jhttp : //books . qooqle . com/ 




Über dieses Buch 

Dies ist ein digitales Exemplar eines Buches, das seit Generationen in den Regalen der Bibliotheken aufbewahrt wurde, bevor es von Google im 
Rahmen eines Projekts, mit dem die Bücher dieser Welt online verfügbar gemacht werden sollen, sorgfältig gescannt wurde. 

Das Buch hat das Urheberrecht überdauert und kann nun öffentlich zugänglich gemacht werden. Ein öffentlich zugängliches Buch ist ein Buch, 
das niemals Urheberrechten unterlag oder bei dem die Schutzfrist des Urheberrechts abgelaufen ist. Ob ein Buch öffentlich zugänglich ist, kann 
von Land zu Land unterschiedlich sein. Öffentlich zugängliche Bücher sind unser Tor zur Vergangenheit und stellen ein geschichtliches, kulturelles 
und wissenschaftliches Vermögen dar, das häufig nur schwierig zu entdecken ist. 

Gebrauchsspuren, Anmerkungen und andere Randbemerkungen, die im Originalband enthalten sind, finden sich auch in dieser Datei - eine Erin- 
nerung an die lange Reise, die das Buch vom Verleger zu einer Bibliothek und weiter zu Ihnen hinter sich gebracht hat. 

Nutzungsrichtlinien 

Google ist stolz, mit Bibliotheken in partnerschaftlicher Zusammenarbeit öffentlich zugängliches Material zu digitalisieren und einer breiten Masse 
zugänglich zu machen. Öffentlich zugängliche Bücher gehören der Öffentlichkeit, und wir sind nur ihre Hüter. Nichtsdestotrotz ist diese 
Arbeit kostspielig. Um diese Ressource weiterhin zur Verfügung stellen zu können, haben wir Schritte unternommen, um den Missbrauch durch 
kommerzielle Parteien zu verhindern. Dazu gehören technische Einschränkungen für automatisierte Abfragen. 

Wir bitten Sie um Einhaltung folgender Richtlinien: 

+ Nutzung der Dateien zu nichtkommerziellen Zwecken Wir haben Google Buchsuche für Endanwender konzipiert und möchten, dass Sie diese 
Dateien nur für persönliche, nichtkommerzielle Zwecke verwenden. 

+ Keine automatisierten Abfragen Senden Sie keine automatisierten Abfragen irgendwelcher Art an das Google-System. Wenn Sie Recherchen 
über maschinelle Übersetzung, optische Zeichenerkennung oder andere Bereiche durchführen, in denen der Zugang zu Text in großen Mengen 
nützlich ist, wenden Sie sich bitte an uns. Wir fördern die Nutzung des öffentlich zugänglichen Materials für diese Zwecke und können Ihnen 
unter Umständen helfen. 

+ Beibehaltung von Google -Markenelementen Das "Wasserzeichen" von Google, das Sie in jeder Datei finden, ist wichtig zur Information über 
dieses Projekt und hilft den Anwendern weiteres Material über Google Buchsuche zu finden. Bitte entfernen Sie das Wasserzeichen nicht. 

+ Bewegen Sie sich innerhalb der Legalität Unabhängig von Ihrem Verwendungszweck müssen Sie sich Ihrer Verantwortung bewusst sein, 
sicherzustellen, dass Ihre Nutzung legal ist. Gehen Sie nicht davon aus, dass ein Buch, das nach unserem Dafürhalten für Nutzer in den USA 
öffentlich zugänglich ist, auch für Nutzer in anderen Ländern öffentlich zugänglich ist. Ob ein Buch noch dem Urheberrecht unterliegt, ist 
von Land zu Land verschieden. Wir können keine Beratung leisten, ob eine bestimmte Nutzung eines bestimmten Buches gesetzlich zulässig 
ist. Gehen Sie nicht davon aus, dass das Erscheinen eines Buchs in Google Buchsuche bedeutet, dass es in jeder Form und überall auf der 
Welt verwendet werden kann. Eine Urheberrechtsverletzung kann schwerwiegende Folgen haben. 

Über Google Buchsuche 

Das Ziel von Google besteht darin, die weltweiten Informationen zu organisieren und allgemein nutzbar und zugänglich zu machen. Google 
Buchsuche hilft Lesern dabei, die Bücher dieser Welt zu entdecken, und unterstützt Autoren und Verleger dabei, neue Zielgruppen zu erreichen. 



Den gesamten Buchtext können Sie im Internet unter http : //books . google . com durchsuchen. 






f: 



.** 



I . . * 



#• v 









> ' 



V 




4>.*J$.T(U) 





/* 



•rt* 






Jrf» 



allgemeine 

gntylUWMt in äßtfftnfdxiften unb Stünftt 



allgemeine 

b e t 

SBiffenf^aften unb £ ft n ft e 

in a(p^ a^ttif ^et $ o l g e 

t>on genannten @0riftfteUern beatbettet 

unb ^eraudgegeben »on 

& ©♦ @tf# unb & ©♦ ©ruber« 

SÄit Äupfetn unb Statten. 



j$tt> ett e @ e c tion- 

h — N. 

herausgegeben oon 

%. ©♦ # o f f m a n tu 

©iebenunb&wanjtaftct $$ciL 



JUDEN — JÜDISCHE LITERATUR. 



8 e t p & t g: 
JJ. «. 8to<!&au*. 

185 0. 

I 

Um 



I 







fi.*JJ}A 



iSS *■■■■■' -'A> -i 



& 



'<j* *•#»*-.»*» 



ÜBP 



Allgemeine 

@nci)Hop4Me Ut SBiffenf^aften unfc Äftnflt 

3 n> c i t e 8 e c t f o tu 

H — N. 



(Sicbcnunbjwanjigflct $&etl. 
JUDEN — JÜDISCHE LITERATUR. 



*.. 



JUDEN. 



JUDEN (©efc&icfrte). über bie altere 3eit f. ben 
Zxt. Hebräer (2. ©eck 3. 3%. @. 307). £ier tfi bte 
$eriobe oon ber 3erfiörung be* Stempels in Serufalem 
burcb 2ttu§ im Sab« 70 n. Sbr. bis auf bie neuefie 
3eit auSföließlicfc bebanbelt. 

Sie ©cbicffale ber Suben gehören ju ben außer* 
orbentlicfcen ber SBeltgefcbicbte; folcbe warfen eben nur 
aus außerorbentlic&en ÜRotfoen. Die größten Snterejfen, 
bie großartigen Seibenfc&aften boten ben ©toff ju bem 
Drama ibrer ©efcbicbte; wie bie Ädmpfe, bie Seiben, bie 
Erfahrungen ber jfibifcben Station unvergleichliche tfnb, fo 
au<$ ibre ©tanbbaftigfeit, ibre Sreue für nationale« ®e* 
feg, ibre SBegeifierung für ©tauben unb ©ebanfen; wie 
fte in ber 3erfheuung über ben ganjen Crbboben an ftcfc 
felber eine jiatijiifc&e SBeltfarte bilben, auf ber ftcfc bie 
Sarben beS Älima'S unb ber 3onen abjeicbnen, fo bat 
au$ bie SBeltgefcbicbte in ber bunten gfille ibrer geifligen 
9>robuction feine Äußerung, an ber f?cb bie elaßiföe, 
um>erwüflltcbe Sb^tigfeit ber Suben nic&t beteiligt bdtte, 
unb wie bie Siebe, ber (SntbuftaSmuS, ben fte für ibre 
®üter befaßen, unerfcböpflicb, war au$ ber po%, ber 
Fanatismus, baS Sorurtbeil gegen fie unfdgltcb. Stube 
unb ©leicbgültigfeit war feit 2000 Sabren niemal* ber 
£immel, unter bem fte wohnten; bie SBelt, bie ibnen 
gegenüber flanb, war in Sägern für ober gegen fte ge* 
fpalten ; ibre {Religion war etn &ueH menfcbltcber Siebe 
unb bumaner SMlbung, aber bie £umanitdt unb bie 
Siebe iji ibnen bis auf biefen Sag burcfc fonberbare 83er* 
bdltniffe nicbt aus bem Sollen au SE^etl geworben. 

Ungewöbnlicb wie bie ©efcbicbte ber Suben ijl bie 
©c&wiertgfeit ibrer Bearbeitung; in allen Sdnbern, allen 
Sücbern fprubeln ibre Quellen, ibr ©efcbicbtfcbreiber 
wanbelt rafiloS über ben (SrbfreiS, unb tief muß er gra- 
ben, beoor er ftnbet, waS er fuc&t. 

Sine ©fijje biefer ©efcbicbte, an ftcb fcbon fcbwer 
genug, wirb eS nocfc mebr bur$ bie bier gebotene JRficfc 
flcbt auf ben Umfang, unb bat baber bie SRacbftcbt in 2fo* 
fpru$ ju nebmen. SWcbt um bie ^erbeibringung unges 
abnter ItNooitdten, fonbern um bie ©icbtung unb Sbaraf* 
teriftrung beS gewaltigen ©toffeS war c* tytx }U tbun. 
6S gilt in bret Hbfömtten bte SBeltgefcfricbte bei 3uben 
ju bebanbeln. 

X. ffncpfl. b. SB. u. St. 3»eite CSectfon. XXVD. 



1) Die ©efcbicbte ber Suben im rimifcften Steige. 

2) Sie ©efc&icbte ber focialen unb politiföen ©tek 
lung ber Suben im $rißlicben (guropa. 

3) Die ©efcbicbte ber Suben in ben ©ebieten beS 
SRubammebaniSmuS unb ber außereuropdtföen Sdnber. 

@tfta %W*\tt 

Die ©efcbi$te ber Suben im römifcben Steige. 

SrjieS ßapitel. 
$tc gefeilte Stellung ber Suben im ®taaU. 

gur biefen wichtigen Äbfönitt beS jöbtfc&en @e* 
fcbicbtSIebenS ifi bie 3erftörung beS 2empelS unb ber 
jäbiföe Ärieg unter »eSpaftan unb Situs nur uneigent? 
lieb ein epo$emacbenbeS (Sreigniß. Dur$ ibn bat ft$ 
bie eigentlicb gefefclicbe Stellung ber Suben nicbt gedn* 
bert; bie JRebeüion ber Suben fonnte nicbtS an ben SSer* 
bdttniffen dnbern, bie bis je^t flattgefunben, bie »efte- 
gung berfelben fonnte nicbtS minbern an ben biSber be* 
feffenen SRecftten; nur für baS fociale Seben, als bureft 
biefen ftrieg ft^ bie Suben immer weiter unb namentlich 
nacb Europa ausbreiteten, bat er eine SBebeutung; nur 
in gewiffer ©ejiebung, bie aber fheng genommen nicbt 
jur gefefelicften Stellung ber römifeften Suben gebort, bat 
er auc^ für bie flaatlicfte Sage berfelben eine folebe. ?ür 
baS wabrbaft gefefclicje 8erb<Jltni& ber Suben jum xbmU 
feben ®taatt ift Dielmebr bie erfle ©runblage ber Ärieg 
beS ^ompejuS. 

Der ifibifc^e ®taat in $al<ifh'na, ber bureb ©imon 
ben SRaffabder gdnjltcb unabbdngig t>on ben fprifeben 
Äönigen gemalt worben war, batte biefe Unabb^ngigfeit 
nur gegen 80 Sabre bewahrt. ^ompejuS mac&te baS 
Sanb jwar nicbt jur |)roDtnj, aber tributpfliebtig. 6*. 
wirb unter bie bem römifeben Staate unterworfenen au^ 
tonomen Sdnber eingereiht, beren Surften bur^ gewiffe 
ober melmebr ungewiffe Sribute bie £obeit SRomS aner- 
fannten. (SS verlor an ©prien, baS ^roDht} geworben 
war, me$re ©tdbte unb Gölefprien, unb bebielt bie eigene 



JUDEN (GESCHICHTE) 



— 2 — JUDEN (GESCHICHTE) 



Serit&tSbarfeit l ). $ie 10,000 2alente, t>on beren fftaub 
erjd&lt wirb, finb ÄriegScontribution ')• WS ©abiniuS 
an fünf ©teilen beS 8anbeS ©gnebrien erric&tet, nennt 
3*fepbuS t*a§ Jianb eine 2Criflofratte *)• Äntipater, ber 
Safer beS «jperobeS, empfingt Don Gafar römiföeS S3ür* 
genest unb greibeit Don Abgaben 4 ), unb wirb Don tym, 
wd&renb ^prcan Öberpriejier bleibt, jum (SpitropoS beS 
SanbeS ernannt ). 35ie Art ber 2ributpjlic&tigfeit brficf en 
jwei Urfunben SuliuS Gdfar'S beutlicfc au«. 6$ foHen 
bie Suben, mit ÄuSna&me t>on Soppe, ben üierten S&eil 
ber (Srbfrüc&te jebeS jweite 3abr na$ ©ibon bringen. 
Der 3ebnte unb ein 2beil ber (Srbfrücfcte t>on Soppe 
bleibt £prcan 6 ). £a$ ©abbatja&r ijl frei. 2)iefe Sri* 



1) £)er ©treit über bicfcn $un!t ifl »ol gef<blid)tet. SBaS 
3oft bat (©efcfcidjte ber 3*raelitcn. 1. 2Cnb. ©. 49. 50) ifl nidjt 
rtebtigs fdjon »inet $at ba« bemetft (SRealler. 1838. I. @. 8). 
SDabura^, bafl bad 8anb Steile an €tyrien oerlor, wa* $>rooin& warb 
(Justin. XL, 2. Fel/tf. Pnferc. II, 37), ifl jwar erroiefen, bag 
et felbfl feine geroefen , aber bie Sributpflicbtigfeit ifl $ierbur$ nidjt 
au*«fd)loflen. (5* geborte &u ben liberae civitatis, weldje eigene 
©ertdjttbarfeit unb £ributpflid>tigfeit batten. Cf. Sp/rnÄ«ro, Orbis 
Romanus (Lond. 1703.) p. 297. 311 sq. ©öttling, SRömiföe 
©taat«oerfaffung §. 136. ©. 421; befonber« ifl hierfür ßioiu« 
(XLV, 29) bebeutenb, wo H oon «Dcacebonien beift: liberos esse 
jubere Macedones, habentes urbes easdem agrosque, utentes 
legibus suis, annuos creantes magistratus, tributum dimidium 
ejus, quod pependissent regibus, pendere populo Romano. 
3ofep$u« (Antiq. XIV, 4. 4) nennt bie« Sanb auäbrüeflidj ino- 
tilw (f- ba« 3n&alt«oer|eid>m8 Ui ^a» er camp I, 680). 2Cm* 
mianu* SRarcellinu« (14, 8), ber oon einer redactio in pro- 
vinciam fprid&t, ifl fein für biefe 3eit gültiger 3euge. S&aS bie 
©teile in Qiccro'3 SRebe pro Flacco betrifft/ roo er oon 3ubda 
fagt „ quod est vieta, quod elocata, quod servata," fo entölt jie 
feine fo fonberbare Unroa&r&eit, bafi elocata nur im ffiebnerfdjmunge 
gefagt erföeincn tonnte, wie 3ofl meint, noeb finb bie beflc&enben 
fcrtldrungen oon servata genügenb. ©djon SRanutiu* nannte e« 
eine crux interpretum. Sßeber servit nod} serva est ifl an&uneb« 
men, aber aud> nubt greber'S SReinung, ber servata ironifd) oer* 
Mt, baS nämlia) ba« 8anb servata, b. $. tantum servata, unb 
bat et niebt r)dttc erhalten ju »erben brausen, fotoie lucus a non 
lucendo gebeutet wirb. JDiefe Meinung ^at SBaönage (Hist. des 
Juifs [k la Haye] Uv. I. eh. V. t 1. p. 33), bie 2Cnbere, »ie 
8«00^fobn (De Jud. sub Caesar, conditione p. 3. [Lugd. Batav. 
1838. 4.]), nacbfdjrieben; 3Kunf tyat ber »erbdltniffe nid(|t <5x* 
Warnung (Palestine 538 — 540), SBertyeau berührt fte faum (3ur 
Okfdjidjte ber 38raeliten @. 439). ©a vieta, elocata, servata 
offenbar in einer rbetorifc^en Jtlimar flehen, fo mug ba« britte 
Gort noeb ttroat ftdrfere« ali elocata auibrütfen. 3ubda ifl in 
ber S&at nic^t Mo« oerpadjtct, ti ifl aud) btömembrirt worbenj 
»fr baben febon enodbnt, »ie ^ompeju* einen großen Zfyü oom 
Sanbe abrtf , an 15 anbere ©tdbte frei machte 5 e« gehörte ba6 ju 
ben ©pflemen ber Körner in folgen 8dnbem. Qiefet ©ißmembri« 
ren ^ei^c befanntlicb bei ben Römern secare, unb i^ möchte glan« 
ben, baf seeta für servata gelefen werben fönnte, woburd) ein 
poU^dnbig flarer @inn aueb pir bie ©teiaerung be« öiceroniftben 
3Cnlbru(fd gewonnen wirb. 2) Jos. XIV, 4. 5. cf. Dio Cas- 

sius IIb. 37. cap. 16. ^ompejud fyattt in allen ©ebieten 2Cften« 
arofe Gummen eingetrieben; et Caesar, De bello civili 3. cap. 
S. 31. 32. 3) Jos. XIV, 6. 4. Sbenfo ifl flKacebonien in oter 
«egtonen gttbeitt gemefen mit eigener @ericb«barfeit 5 cf. Span- 
Mm et Gbtthng. IL citt. 4) Jos. XIV, 8. 3. 5) Jos. 

XIV, 8. 5. 6) ärebft (Decr. Rom. pro Jud. e Jos. collect. 
p. 258) ifl $ier mit Unrety bem «ßaoercamp gefolgt, ber Inlo 
rnc 'Iteoaohjfitrwv nokiwg oon bem Bau ber Stauern »erfte&t. 
04dl ©eiben f<u) ba« Äic^tigere (De jar. nainr. et gent p. 790); 



bute finb berpa$tet unb 6dfar erlaßt ein SBinberungS* 
ebict für baS SRaß im jweiten $ac(|tja^re, will aber niefct, 
baß mit biefer SBerminberung jum ©c^aben beS 83olfe$ 
©efcftdfte getrieben werben 7 ). 35ie ßrbebung be§ ^cro^ 
be8 jum Könige bat bie ßdfarifeben Urfunben m'etleicbt 
ungültig, ba« fonjlige SSerbdltniß aber nieftt anberS ge- 
malt. 2)ie $art()er Ratten 6ra(fu§ beftegt; unter ibre 
bro^enbe SRacftt fcatte ber legte »paömonder fiefe geflüchtet, 
unb t>on i^r SBBieber^erflcflung in fein (Srbt&cil erwartet. 
Cd gebirte jur 9>oliti( be§ Antonius, ber gegen bie $ar- 
tbft 50g, unb ber SR6mer uberbaupt, in ben bem ©cbau? 
plage na&e liegenben Sdnbern gürflen aufjußeüen, beren 
eigene Stellung Sreue gegen fte »erlangte 8 ). £erobe§ 
würbe Äönig, bem mit ben $Part&ern »erbünbeten 2£ntU 
gonuS entgegen 9 ), unb grabe weil er nic&t au§ foniglicbem 
©eblüte.war, wa* ber Sitel ju erfegen ^atte. @r war 
weiter nic&t« als ein 3n|irument für ben (Sigennug ber 
römifeften ©taat$flu$>eit; bie 9)fKcftten, bie er ju erfüllen 
batte, gießen bie etneö S5unbe«genoffen; e£ waren bie 
eine« ©c^üglingS, ber für bie ®un|i feine* ^errn gittert ; 
bie Summen, bie er an Antonius unb KugufhiS jablte, 
gießen Summen bunbeSgenöfjtfcder Unter jfügung; c§ wa^ 
ren aber ©efeftenfe, bureb bie man Srgebenbeit be weifen 
mußte. #erobe« fagt felbji ju jDctaüian 10 ) # er $abt al§ 
JBunbe^enoffe ben Antonius mit Selb unterßügt; er be- 
febenft tbn für feine SSerjei(?ung mit 800 Salenten, bv 
wirket unb geleitet fein ^eer 11 ;; aber er muß iebe SBolfe 
be* Unmutb* fürchten, fi^ vor baS ©eriebt t^on ^rdtoren 
flellen, 2tnf lagen in SRom erfahren, fein Sejlament wirb 
jur ^Begutachtung naeö Stom gefeftitft unb er muß in 
biefem ber faiferlic&en gamilie oiel ÄöjllicfteS Dermalen 1? ). 
SErog biefer nur fcbattenfcaften ©elbffdnbiafeit, bie uon 
ben 3Wmern beliebt warb, finb bejtimmte jafcrlicbe Tribute 
nic^t anjunefemen. 2(IS Cleopatra 3ubda unb Arabien 
erwerben, will "), febenft Wyc Antonius t>on beiben einen 
Sbeil unb ^erobeS muß oon Um ©einen einen Sribut 
jablen unb für ben arabtfe^en bürgen M ). ©arauS gebt 
nic&t ^eroor, baß, weil er oom Sbeile 3mS abtrug, er 
aud) Dom ©anjen abgetragen ^aben muffe. £erobe$ ^dtte 

bü 2^VV^ ifl ja dbnlidjer ©prao^gebrauä^. JCuffallenbeö in bem 
©riedjifcben biefer ©ecrete mag oon ber Uberfe(ung au« bem 2attu 
nifeben btrfomraen. 

7) ©o ber Jßinn ber bunfeln ©teile in bem ©biet bei 3of. 
(XIV, 10. 5) „ Zntog ti 'lovö atote lv nß öivrtQip t^ futo&wostug 
htt lijs 71qoooo*ov xoQoy vntStlotwai xal (ir\tt tQyolaßäioC 
fiwf, prirc ipüQOvs rovg aviovg rtliooiv." 8) Sgl. 2fps 

pian, ȟrgerfrieg Hb. 5. cap. 75. ed. Paris. (1840.) p. 545. 
„ßaotXias, oft? öoxtpaaatv Inl <^ooovc TtTttyptrovs, Iloyiov 

ukv JaQHQ* 'Idov/uafoy xal ZapaQttov 'Hgridriv , 

Afivvtav 0*1 IliOiJdJy xal IloUpiava ptgovs Ktlixtas xal li£- 
govg tfshtoa #»^." Sacitu* fagt fm Agricolacap. 14 „quae- 

dam civitates Cogiduno regi donatae vetere ac jam 

pridem reeepta populi Romani consaetudine , ut baberet in- 
strumenta servitutis et reges.*' 9) Jos. XIV, 14. 4. 2Cnto? 
ntuö war bereit, ben aerobe« gum Könige gu macben. „?a dk xal 
i)no /(»ijuaraiy, aty aviai Motadrjs vniaxtio diootty, tt y(- 
KOiro ßaailivg, xa&us xal 7100x100** ots rtioaQXW antdtJtiXTo, 
nolh fJLtrtoi uaXlov ö*iä t6 ttooc 'Ayjfyovoy uZoog." 10) Jos. 
XV, 6. 6. 11) Jos. XV, 6. 7. 12) Jos. XVII. cap. 8. 
13) Jos. XV, 4. I. 14) Jos. XV, 4. 4. 



JUDEN (GESCHICHTE) _ 3 — 



JUDEN (GESCHICHTE) 



tiefen Sefefct beS 3fntoniu8 nicbt übel aufnehmen fön* 
nen")/ ba <* ftw 8 te ^ fa' n tonnte, wem er ben Sribut 
bejablte; er ^dtte nicbt in einer Webe an bie 3uben, um 
fte jum Äriege oegen bie Araber ju ermuntern, fagen 
ttnnen „eS tjl uberbaupt feine« 3uben w&rbtg, einen 
Zribut ju gablen, ober t>on einem BanbeStbeile 3inS ^u 
geben; geföiebt bieS nun aber einmal, gewiß ntc^t für 
foh&e, bie n>ir gerettet baben" 16 ) (bie Araber); er bitte 
eS nur für eine Übertragung ber Abgabe t>on ben JRömern 
auf bie Sleopatra bitten finnen unb jDctatrian erwieS ibm 
nur bann eine SBobltbat "), inbem er baS 8anb jurücfs 
gab, wenn er eben an bie SRSmer nicbtS }u jablen batte. 
9Sie bitte er benSuben Steile ber ©runbfteuer in 3*iten 
ber 3frmutb erlajfcn f6nnen, wenn fte nicbt ibm geborte? l8 ) 
JDiefeS Berbdltnig bauerte nur bis }u TtxtylauV SBerban* 
nung, wo man baS ©pielwerf j&bifcber ©elbfldnbigfeit 
bei ®dtt warf. 3m 37. 3abre nacb ber ©cblacbt bei 
Xctium (im 7. n. Sbt.) wirb Subda 9>rooinj. SS ge* 
Webt bieS bur<b ben 2Cct ber ©cbdfcung 19 ). ffldbrenb 
bis babin bie aftatifd&en sprobinjen nur oerdnberlicben 
abgaben unterworfen waren, warb burcb ^e Äatajhirung 
beS SanbeS nun bie ftrirte ©runbfteuer aufjunebmen be« 
abficbtigt. ©aber ffiblen bie 3uben fte als ungcwobnte 
2afl, fte (eben eine ©Raberei oor ftdfr, in bie fte gefak 
Ien *). jDbfcbon baS 8anb ju Serien gefd&lagen wirb, 
erbdlt eS einen eigenen SBerwalter; eine furje 3*it untere 
bricbt bie ^rornn jiatoerwaltung bie Steuerung beS Xgrippa, 
ber im dbnlid&en Serbältnig ju Galtgula unb GlaubiuS 
wie #erobeS ju Antonius unb XugufhiS ftcbt. 2)ie 3u* 
ben empftnben eS banfbar, baß nacb feinem SEobe 6uS* 
piuS gabuS, nicbt ber feinbltc^e 9RarfuS ?)rocurator wirb ")• 
©cfcon unter SiberiuS, ber ben ©arbern gütig war, bits 
ten ©prien unb 9>a(dfh'na um 9Rilberung ber Tribute ")• 
Bon ber folgenben 3eit fagt SacituS mit SJebeutung: 
„Subda überließ GlaubiuS ben römifeben Gittern unb greis 
gelaufenen""). 3n feiner spromnj ftnb bie 9)rocuratoren unb 
Siebter unertrdglidber. Auf ben r&wvai unb ägxtT&wvai, 
ben Obers unb Unterjößnern, bie bei ben fRabbinen als 
ywna(bTw wm, «pöp dsi») 1 *) yi&s*, nrnta 26 ) «bi^ * 6 ) 



15) (St ofit nur, weil er Vntonfuft" Sfadje fürditet, a. a. D. 
16) Jos. XV, 5. 3. 17) Jos. XV, 7. 3. 18) Jos. XV, 

9. 1. XV, 10. 4. XVI, 2. 5. 19) Sie« na<b ©aüfan» (Über 
bie ©teneroerfaflung unter ben Äaifern in ben 2fbbanbluna,en ber 
berliner Xtabemie 1832. 23. ©. 45), ber bie &ataf!rirun$en unter 
Zuluft otx &lddfitit be* Steuerelemente wegen in ben ^romn&en 
unternommen glaubt. Star ber censoria locatio ring eben bie 
©cbafcung »orber, bfe ben 3uben bräcfenb war unb über beren 3eit 
8al. v. TUi, De anno natal. Christi p. 48. Sanclemente, De 
vulgär, aer. emendat. p. 410. 3beter, »^anbbucb ber (S^ronoi 
logte U, 305 tnb trau f, 8eben3efu (1840.) I, 229 »or ÄUen 
i* oergleuben ftnb, bie Aber biefen tyvmtt, ber für bie ®ef<bicbte 
ber Gkburt unb be* geben» 3efu roUbtia gemalt worben ifl, at* 
fdnrieben baben. 20) Jos. XVIII, 1. 1. Sgl. 2fp. s ©ef(b. 5, 37. 
21) Jos. XIX, 9. 2. 22) Tarif. Annal. H, 42. 8. 11,47. 3. 
23) Histor. V, 9. 6. 24) Sabbat 78 b. 25) Baba bathra 
167 a. 9taW erfldrt *m ^t-wn es« cf. Aruch sub roce. 26) 
SovXoi nennen bie Suben, bie ben aerobe« über bie Eintreibung 
ber abgaben in Rom anflogen, bejfen ©nnebmer, unb mit biefen 
m6gen wol bie 'Bpmtiavot M neuen SEeftament« ibentifcb fein; 
cf. Zom, Hiit fad Jadaid p. 127. 128. SaSnage I, 129. 



borfommen, rubt ber glucb ibteS 2(mteS ,7 ). ©öS (fron* 
gelium 28 ) ftellt fte ben ©finbern gleicb; im SEafaiub beißt 
eS: „©d^wer ifl bie ©efferung bon ^irten, SiHnem unb 
$dcbtern //S9 ); fte »erben als untud;tig era^tet, umSti^ 
ter ju fein, ober 3eugniß abzulegen ,0 ). ©aber fcbliegen 
bie SBorte beS SacituS: „(SS bauerte bennoeb bie ©ebulb 
ber Suben bis ©efftuS glotuS/' bie ganje SBelt t>on »e^ 
bruefung in ftcb, bie eine freie Station traf unb ju uim 
gebeurer SRacbe entflammte. 

2ro^ biefeS ungludflicben ÄriegeS ifl baS SerbfltnijJ 
ber Suben als S5unbeSgenoffen unb ?)rooinjialen fein 
anbereS geworben. SBie alle Peregrini lebten fte in {Rom 
unb anberSroo nacb bem SRecbte biefer unb in ben »er« 
fcbiebenflen SebenSfteßunqen; fte waren ©flauen, Siberti« 
nen, unb fonnten, wie fte in allen ©tdbten unb ®ebieten 
beS römifeben SReicbeS bie JRecbte unb greibeiten biefet 
genoffen, au$ baS römifebe SBitrgenecbt erlangen. CS 
muffen mele unter benen feiner tbeilbaftig geworben fein, 
beren Ctnfluß in ben SolfSoerfammlungen unb beren 
JRacbe ßicero ber ßonfular fürebtet* 1 ); X SdctltuS Sltger, 
iQudflor in ©ictlien nacb ßicero, war ein 3ube w )} ber 
Äpofiel Paulus nennt pcb einen römif(ben S5firger M ); 
tytf&o fagt auSbrücflicb, baß «ugufluS ben Suben in 
$Rom baS r&mifcbe Stftrgerrecbt 34 ) nicbt genommen b^be; 
SofepbuS erbdlt eS \>om Äaifer SeSpaftanuS; Ägrippa, 
ber ©ruber ber fcb&nen JBerenice, wirb unter 2ttuS jßtis 
tor, wenn f^on bie öffentlicbe 3Reinuna ben jtaifer bon 
bem Konnubium mit einer gremben jurucfbält. 

Äucb nicbt bie erneuerten Unruben, bie unter Srajan 
entflanben, no$ wdbrenb ber {Regierung mebrer Äaifer 
fortbauern, fönnen auf biefe SBerbdltniffe einen Cinflug 
üben. 5ReapoliS in 9>aldflina berbinbet ftcb mü SHfltt 
gegen ©eoer unb verliert bafur baS äBflrgerred^t 1 *), bot 
eS alfo befeffen. Sie wabrbafte ßmaneipation ber r6mt* 
feben ?)roDtnjialen, gegen beren Xnfprucbe auf allgemeines 
römifcbeS SRecbt nodj> unter GlaubiuS fdbarfe Maßregeln 
ergriffen werben, fanb unter ©eberuS unb feinem ©obne 
ßaracalla flatt. 35aS <£btct biefeS ÄaiferS bilbet aü$ für 
bie gefefeliÄe Stellung ber Suben baS jweite ©tabiunt* 

Die Gntwicfelung ber römif^en Despotie war fo* 
weit gebieben, baß baS oHgemeinfle ©efe^ ber gretbeit 
gegeben werben fonnte. ßaracaUa erfldrte ade. in bem 
römifeben Steige 8ebenbe für römifebe JBürger. ©dbon 
unter ©eberuS bem SSater war bieS vorbereitet, ober bon 
biefem in ©emetnfebaft mit bem ©obne ausgegeben wor* 



Joma 18 a. $eift efi: „SDSenn bein ö^weflerfobn ein »im (JoC- 
Aof , BoUpdOjter) ifl, fo ße^e nicbt an Um auf ber ©trape t>or* 
über." 

27) Cicero fpridjt It^f über (te aus in ben Sßerrinen unb Brie» 
fen, ?)lutara) im Lucullus nennt fte |>arpnten, Jurian nennt bai 
ungereebte «£>anbe(n eine« SRenfcben itltoray; cf. Philo, Legat, ad 
Cajum cap. 30. 28) mttt). 9, 10. »arc 2, 14. guc 5, 27 fo. 

29) Baba Kamma 94 b. „rtvp ^ron i^os'sftni paarr» rwn". 

30) Sanhedrin 25 b. 31) pro L. Flacco ed. Pretg. 11, 461. 
32) 9^a(b bem 2Cu«rufe Sicero'd ^Quid Judaeo cum Verre," unb 
9>lutar4 im Beben Gicero'd; cf. Schudi, Compend. Bist. Judalcae 
(Francof. ad M. 1700.) p. 13. 33) cf. S P a»heim y Orbis IU- 
manuB p. 140 sq. 34) Legat, ad Cajum §. 23. Spanheim 1. 1. 
35) Spartian. Seyeru» cap. 10. 

1* 



JUDEN (GESCHICHTE) — 

ben' 6 ). Die Suben normen im wa&rfien ©inne beS 
SBorteS S&eil an bem ©taatSleben; jegltcfteS Amt ftanb 
ibncn offen 37 ); ff* burften bie 2utel aucb über Stic&t* 
juben oben 38 ); baS Konnubium jwifc&en i&nen unb 
t^ten Umgebungen fanb flatt 39 ) ; fte bitten baS Sefiir* 
re#t 40 ), waren Ferren i^rcr ©flauen foweit, baß fic 
fte beft&neiben fonnten 41 ); t&te Sefiamente batten ©filtig* 
fett 42 ). 2)ie .pinberniffe, bie ber Ausübung von Ämtern 
burcfr bie religiöfen ©ebrau$e ber Suben entgegenfianben, 
würben geartet; als bte Ämter Saßen ju werben begann 
nen, waren fte t>on benen befreit, bur# bte tbr ßultuS 
Derlei *u werben brobte 49 ) ; bie ^Patriarchen unb fonfii* 
gen SBurbentrdger ber Synagoge werben als folc&e ge* 
achtet; bie Patriarchae et presbyteri ftnb frei ab Om- 
nibus personalibus quam civilibus muneribus; bef* 
fetben ftnb bie hiereis, archisynagogi unb patres 
synagogarum t&etlbaftig; bie $>rdbicate, bie tynen bei* 
gelegt ftnb, ftnb bie bober ©taatSdmter 44 ). SSBte febr im 
©anjen bieS emancipationSgefefe ber sprovinjialen nur 
jum Schein eine greibeit, in SBa&rfceit eine Saft war, fo 
bat bocb bie (Srecution beffelben ftcft alle bie {Billig* 
feit bewabrt, bie bem r6mifc&en ©efefcleben eigen war. 
Diefe ®tlligfeit erhielt ft<&, nacbbem föon baS Gbrißen* 
t&um £err geworben war, weil ßonfiantin ben Suben 
ntcbt alleS fo rauben ließ, wie eS im Sntereffe ber 
cfcrijlli<&en ©eiftlicfcen gelegen baben mochte. (Sine ©c§eu 



36) Leg. 17. Digest, de statu hoimnum (Hb. I. Tit. 5) 
betft eö ndmltd) bM ea constitutione Imperatoris Antonini; in 
bem (äefefte über Suben / bo« bodj fpdter gegeben fdjcint, fteben 
©everuS unb Xntonimtf. 37) Eis, qui Judaioam superstitionem 
sequantur divi Severus et Antoninus bonores adipisci pernii- 
serunt. Leg. 3. Digest, de Decurion. (Hb. 50. Tit. 2) §. 3. <5ö 
crifHrt eine falfd)e Ceäart Diri Veras et Antoninus, ber fogar 
SRünter gefolgt ift. (über ben jübifcben Ärieg €$. 100. «Rote.) 
©ie ifl aujier allem Enteren fdjon be*$alb fatfdb / weil in anbern 
©bieten »ie tur& »or&er (Hb. 50. tit. J. leg. 38) nuc Xntoninu« 
unb Seruö fte&t unb fte&en barf; f. unten. 38) Modest. Hb. 

15. §. 6. D. de excus. 27. 1. „Jam autem et Judaei non 
Judaeorum tutores erunt, sicut et reliqua administrabunt. i( 
39) Bwifdjen 3>eregrinen unb r6mif(6en IBürgem früher ©erboten; 
cf. Cod. Theod. Hb. 16. tit. 8. §. 6. 40) Cod. Theod. Hb. 

16. tit. 7. §. 3. darauf f)&ttt jtd) Rranfel (©er öeweiö nacb 
mofaifcb * totmub. Steckte. [S3erl. 1846.] ©. 480. 481) am erften 
ju bejie^en gehabt. 41) Cod. Theod. Hb. 16. tit. 9. 42) 
&a* ©efefc Äntontn'ö (öaracaUa» ber überall in ©efe&en biefen 
9tamen rrdgt) „Quod Cornelia Salvia uniyersitati Judaeorum, 
qui in Antiochensium civitate constituti sunt, legavit, peti 
non potest. Cod. Just. Hb. I. tit. 9. §. 1 wirb ebenfo gebeutet 
werben muffen > mir fc&efnen bie älteren Qrrfldrungen, bie und ©ott* 
frieb CFo^en (Orient. 1843. n. 11) wiebergab/ ba« SKcfcttge md)t 
getroffen ju $aben. 43) ©euer'« unb XntonüV* ©efe| fcbliejfe 
mit ben SBorten: „sed et necessitates eis imposuerunt, quae 
superstitionem eorum non laederent. tf (Sbenfo in Moden, iui* 
iug: Constitutiones enim in iis solis sine molestia eos e«se ju- 
bent, per quae eultus inquinari videtur; benn Diele öffentlichen 
tfmter waren metyr molestine aU munera. 83gl. Dr. SB. 2C. 
©4mibt/ gorfebungen auf bem Gebiete be* Ältert^um*. 1. ©. 290. 
granfel^ Seweifi nad) mof.ttatmub. 9teä^te. ©.480.481. 44) 
Sgl. Sbuarb ©an« in 3unj' 3eitf*rift für bie SSiffenfcbaft 
be« 3ubent<)um« ©. 247 fg. ; beffen wichtigen *uffa| über jübifajc« 
Ätro)enre4t unter Hörnern ffr. »lume (©a< Jthrc^enrec^t unter 
Suben unb fyxifttn [^atte 1831.]) überfein fat 



4 — JUDEN (GESCHICHTE) 

t>or bem ©efe^e, bai tn 8?om tote bte ©onne aüt, benen 
eS galt, gletcfr befd^irmte, Der^inberte boS römtfd^e JRec&t 
ben JBüraern beffelben, ben 3uben, auf einmal ju ent^ 
reißen. Ü8 tjl ttnrtcdtig, tote e§ bis jeftt immer bärge- 
jiettt »orben tjl, bap bie Suben tbr JBürflerrecfct »d^renb 
ber Dauer be3 weßrömifc^en {Reiches verloren battm; 
nur tbr SJer&ältnig 51t ben ßbtiflen mar Don ben Äaifern 
feßgefiedt, unb nur, roa$ im ©efolge bauon erfaßten, i^nen 
genommen morben. 2)ie eigentlich gefe^licfte Stellung ber 
Suben t|i bur^ bte $rißli$en Äaifer bi§ jur 3Jtttte be§ 
5. Sa^rbunbertS nic^t gednbert worben, unb bie @rbebung 
beö Sbnßentbumd burc^ 6on|iantin ijl baber für biefe 
©ehe iubifc^er ©eföt$te fein epoebemac^enbe^ 6reigni^. 
2)ie Suben ftnb niemals roieber *u ben alten 35efcbrdn- 
fungen ber ?>rooinjialen jurücfgebrangt morben. Se neuer 
baS Ser()dltniß t>on Suben unb G&rifien war, je eigens 
t^fimlt^er mußte eS erfc^einen; ba« SRecfttSüer^dltniß, ba§ 
fpdter eingetreten ift, t)at bamalö no$ nic^)t jiattge^abt; 
felbfl bie »efördnfungen, bie erfiere bamalS bur^ ben Qt)xu 
jlianiSmuS erlitten, waren mit JBißigfeit bictirt. 6on^ 
jlantin ber ®roge verbietet nicbtS als bie SSeföneibung 
c^rijlltcter ©flauen 45 ); we "« er UnDerle^lid^feit berer, 
bte baS Subentbum verlaffen, gegen bie Stacbe ber ebe- 
malten (SlaubenSgenoffen befteblt 46 ), fo fc^ugt er wie- 
ber tm entgegengefe&ten galle bie Suben vor bem ©roll 
ber 9>rofetyten 47 )- ®n anberer JBefebl beffelben ÄaiferS 48 ) : 
„Cunctis ordinibus generalibus concedimus Judaeos 
vocare ad Curiam. Verum ut aliquid ipsis ad 
solacium pristinae observationis relinquatur, binos 
vel ternos privilegio perpeti patimur nullis nomi- 
oationibus oecopari," barf nieftt mieoerflanben werben, 
baß etwa bie Suben frfiber von ber Saft ber ßurie frei 
gewefen, fonbern eS ffnb bier ftefter Ämter gemeint, bie 
von ben Suben niefct angenommen ju werben brausten, 
wenn fte mit tbren religiöfen ©afeungen in ßonfliet h- 
men; gleic^wol laßt er ibnen ein solacium pristinae 
observationis jugejfrben, wie er ja aud) anberwdrt^ 
benen, „qui tota devotione synagogis Judaeorum, pa- 
triarchis vel presbyteris se dederunt et in memo- 
ratas seetas legi ipsi praesident," b. f). ben ©$ülern 
unb ben Sehern religi&S gefefelicber Singe vollfldnbi.qc 
greibeit von bürgerlichen Ämtern fortbewegen lagt 49 ). 
64 ftnb nur bur$auS ^rißlid^e äBorftd&tSmaßregeln, wenn 
GonfhmtiuS bie 6be mit ö()rtjlinnen verbietet unb benjenigen 
<56ri(len, welche jum Subent()ume gurürffebren, cum ac- 
cusatio fuerit comprobata, tbr SBermfigen raubt 50 ). 2)ie 
Äaifer Salentintan unb SalenS betrauten vielmehr bie 
©pnagogen als religiosa loca, bie frei ftnb aueb von 
ber hospitatura &1 ). Cbenfo laffen bie flablreic&en Urfunc 
ben ber Äaifer ÄrcabiuS tmb »&onoriuS ffeft in brei £>a\ipu 
rücfftcbten betrauten, auS benen allen wir bie große Mä- 
ßigung wabrnebmen, mit ber bie jübifeben 5Uerl)dltniffe 
ben cbrijflicben gegenüber georbnet werben unb bie ge; 
naue Äenntniß anerfennen, bie von ben jübifeben 83er - 



45) Cod. Theod. 16, 8. 6. 46) Ibid. 16, 8. 1. 47) 
Ibid. 16, 8. 5. 48) Ibid. 16, 8. 3. 49) Ibid. 16, 8. 2. 
50) Ibid. 16> 8. 7. 51) Cod. Juan. 1, 9. 4. 



JUDEN (GESCHICHTE) — . 5 — 



JUDEN (GESCHICHTE) 



bdltniffen in ben Serorbnunjjen ft<& funb tyut 1) ©ie 
erfennen bic religtife ©emetnfcfcaft ber Suben an, be* 
fc&üfcen i&re ©pnagogen oor feinblic&en Angriffen, Crän« 
ben, 9>lünberungen, ßntwetyungen, galten i^>re fonjiigen 
conventus unb conventiculi für gemattet, bulben nid)t, 
baf bie Steligion Semanbem jur ,©c$mac& angerechnet 
werbe, „nee expositum eum ad contumeliam religio 
qualiscunque perficiat," geben ben Älagen ber 3uben 
<Seb6r, baß burdfr SRic&terfprucfr mancher 92tc^tjube i^rer 
©ehe jugejä&lt worben, ben fte felb|i verleugnen muß* 
ten, betrafen jeben, ber bie illustres patriarchas 
fdjradfct, erfennen i^re Sabbate unb ge(le an, an benen 
.,ne sab obtentu negotii pablici vel privati raemora- 
tae observatioqis hominem adstringat ulla conventio, 
cum reliquum omne temput tatit public** legibus 
tufficere videatur," fprei|en e£ au8, baß fte in ber 
Sewafyrung ber alten ©efefee beharren wollen unb ge* 
wahren bafcer ben archisynagogis, patriarchis ac 
presbyteris ea, quae venerandae Christianae legis 
primis clericis saneüraonia deferuntnr. ©ie folgen 
bem SJeifpiele <5onjiantin'$ unb ber fotgenben Äaifer; 
®amaliel, ber 9>atriarc&, verliert nur bur$ feinen über* 
mutlj ba$ codicillum honorariae praefecturae, unb 
fte warnen vor biefem übermutbe, ber bie Suben in tyrer 
aütfx großen ©ic&erbeit ben <&rifilic&en SultuS ju berfpot* 
ten anwanbeln Mnnte. 2>k SBert&eibigung beö c&rifllic&en 
Clements oor etwamgen fc&äblid&en (SinftöfFen ber Suben 
bilbet 2) ben 3n&alt einer Xnja&l faiferlid&er SRefcripte. 
Sie 5Berfi>ottung be* <&rifHic&en <5ultu$ am gefle £aman 
(9>urim) wirb verboten. 2)ie Suben burfen feine neuen ©gn* 
agogen bauen, aber bie alten auSbeffern, feine sprofelptcn 
annehmen, b. b. befc&neiben, feinen c&rißlic&en ©flauen 
$um Subentbume zwingen unb überhaupt feine $rifiti$en 
©flauen fid) anfegaffen, ba fte nur bie föon befeffenen 
als Gbriften bebalten burfen. ©$le$te S&rijien, bie nur 
propter evitationem criminum et pro diversis ne- 
cessitaribus Judaicae religionis fic& befefort fcaben, 
fonn man titelt brauchen: ad legem propriam liceat 
remeare, quia magis christianitati consulitur. 3unge 
tmtt, bie jum ßbrifientyume übergegangen ftnb, burfen 
nid)t von ibren Altern u. f. w. enterbt werben; felbfl 
wenn bie Jtinber ein SBerbrec&en gegen bie Altern began* 
gen baben, erbalten fte ba* gefefclic&e Sfceit, aber fte 
werben ber ultio legitima unterworfen, ut hoc saltem 
in honorem religionis electae meruisse videantur "). 
3) 2)ie bürgerliche Stellung ber Suben war feine anbere 
geworben, nur eben in S3ejug auf jenes <&rtfllic$e Clement 
gefömdlert; ^U wtt&tigfien ©biete be$ Codex Thcodo- 
siaous beuten barauf bin. 6$ wirb für ein Unrecht er* 
fldrt, baß man ben jäbiföen Jtaufleuten greife ju ma* 
$en fid) erlaubt t)at\ benn e* i(l billig, Sebem baS ©eine 
ju fiberlaffen "). 6« iß feine ©$md(eruna jfibifc&er 
Äcxfcte, wenn bem Patriarchen verboten wirb, über GfcrU 



52) JDte febon angefahrten Tit. de Judaeis unb ne Judaeus 
chritdanofli mandpian habeat enthalten alle ba« 83orbera,e$enbe. 
53) Cod. Theod. 16, 8. 10. „Justum cnim est tua cuique com- 
mittere," wo« ^ier btfonber« auf b*i geftjletten ber greife gebt. 



flen Stecht ju fpred&en unb ber ?)roeeg jwift^en Suben 
unb S&rijten bem Rector Provinciae jur Gntfc^eibung 
gegeben wirb. 35a« ©efefe, worauf ft^ bie Suben be» 
rufen, quae in Orientis partibus lata est, unb wos 
burc^ fte necessitate subeundorum munerum aesti*> 
mant def endendos, i|i wabrfc^einlic^ jeneö von ©ever 
unb ÄntoninuS, woburcö ibnen bie necessitates erlaffm 
ftnb, bie tyren Qultud verleben. Daß fte bie* vorfcööfcen, 
um ber fiberldjiigen ßurie ju entgegen, i|i fe^r natfirlttj 
unb bie Aufhebung biefeö ©efefee* bured bie Äaifer bie 
Solge bavon. Quisque ex Jadaeis obnoxii curiae 
probantur, curiae maneipantur. ©a§ jübifd^e Ste^t 
in feiner praftiföen ©eltuna, bie eö bis baf?er bei ben 
Suben genoffen, wirb anerrannt. Judaei Romano et 
comtnunijure viventesde his causis, quae non b *) tarn 
ad superstitionem eorum, quam ad forum et leges 
et jara pertinent, adeant solenni jure judicia, om- 
nesque Romanis legibus inferant et excipiant actiones, 
postremo sub nostris legibus sint" 5Wur in civili 
negocio, wenn bie Parteien eS jufrieben ftnb, fönnen fie 
apud Judaeos vel Patriarchas ein f$ieb§ridjterli$e6 
Urteil na^fuc^en unb ed wirb btefed von ben öffentli^en 
Stiftern fo angenommen, alfi wenn von Um (Sognitor 
bie ©cfiiebSric^ter bejlellt wdren. 2)en in liberaiibos 
studiis unterrichteten Suben ifl bie 2Cu§ubung ber ad- 
vocatio unbenommen; fobalb bie praerogativa natalium 
unb splendor familiae vor()anben ftnb, f innen fte alle 
curialia munera bef leiben, unb alö «ponoriud unb TLxt 
cabiud i()nen bie Sefd^igung ju militdrifd&en SBurben 
nimmt unb nur benjenigen, qui vel inter agentes in 
rebus vel inter palatinos militiae sacramenta sortiti 
sunt, i^re Saufba^n fortjufeften erlaubt wirb, 4>ei@t 
e§: „quibus cum ista debent sufßcere, interdietam 
militiam pro nota non debent aestimare." 2)aß im 
Saufe eineö Sabrbunbert« , feitbem ßonflantin <5()ri(l ges 
worben, ben Suben ni$t me^r genommen worben,»ifl 
ni^t auffadenb. ©er Äampf gegen baS |)eibentbum be« 
fc^dftigte bie ßbrifien. ©eit 381 fonnte auc^ biefer erfl 
bur$ SE^eoboftu« lebenbig geffibrt werben, unb au$ er 
fonnte nic^t fowol gegen bie bfirgerlid^en Sterte, M 
gegen bie Xempel unb Gülte gerietet fein, ©o lange e$ 



54) Xuf btefeö non i(l }u achten, ba e« ber Cod. Juit nf6t 
mebt ^at/ wie febon Selben (De Synedriis) bemerft ffat (Ed. 
Hein. p. 149.) ®aß granfet (2)er geridjtlity öe»ei« ©. 88. 95) 
biefer ©teile be« <5ober nieftt erwdbnuna ßetban, au^ ba nidjt, 
wo er über ©cfciebtgericbte ^anbett (©. 89), fommt ba^er, weit er 
bie gefc^iebtti^e (Sntwitfetung nic^t mit in ben $)lan feine* SBerfet 
aufgenommen (©. 95), wad ju bebauem ifl. Qv fyat ba^er aueb 
bie wiebttge ®Mt be« Origene«, bie fdjon 3ofl fennt (4, 95), m 
feinem SBrtcfe an 3ffricanu« nidjt. <5« t)tbt biefe« ©efe^ ba« »e<bt 
au$ be* Sioilproceffe* bti ben 3uben auf unb öberldft tjnen nur 
ba« @cbieb«gencftt; nur t'bre ürcfctidjen 2Cnge(egen()eiten foUen niebt 
in biefem gälte fein. Cod. Theod. de jurisdict. lib. II. lit I, 10. 
£)a$er fann {>ieconpmu« frofclocfen in Jeaaiam 3: „sed ne judices 
quidem habent proprios Romanisque subjiciantur judieibus in 
tan tum, ut de prineipibus eorum, qui esse videntur in po- 
pulo, Romani prineipes judicent Opp. 3. p. 34; benn eben ber 
Sötongel felbftdnbiger ©ertc^tdbarfeit bti ben Suben fottö für bie 
8O3a$r0eit be« ^nftentjum« jeugen. 



JUDEN (GESCHICHTE) — 6 — 



JUDEN (GESCHICHTE) 



überbauet niebt bloä Suben unb Sbrißen, fonbern neeft 
Reiben gab, waren bie erjien m#t bie 2fage griff eneh ; bte 
gdnjltd&e öerntebtuna be$ ortentaltfc&en #etbcntbum$ bat 
bie SSerfolaung ber Suben in JBpjanj jur golge gehabt, 
unb ber Codex Theodosianus fließt mit feinem 2Cb« 
föluffe im 3. 438 au$ bie bürgerliche greibett ber 3u* 
ben. 35er Untergang be6 n>ejh6mtfcben 9iete&e* bur$ 
Reiben unb bie reiben babnif$en Elemente no<b in feiner 
SRttte, baben bie SBerbdltniffe ber Suben im SBefien ftcb 
bejfer gepalten laffen al$ in bem weiter entwirf elten jDfhom, 
wo ba§ Sbrijlentbum nag ber SBertilgung brt einen ft<b 
gegen ben anbem ©egner wanbte. <£rft naefc unb na<b 
ging bie ©cbeu t>or ber ©leic&beit be8 OefefeeS unb ber 
bfirgerlic&en greibett fo verloren, baß man bureb ibten 
Berlufi religidfe JBefenntniffe }u erjwingen gewillt war; 
erjl als an ber «£>artnäcftgfeit ber Suben alle nur auf 
anberm SBege fcerfuebten ÜRtttel Vetterten, war man in 
Djhom aueb baju getommen. 2)ie 9tot>ede SEbeoboftu«' II. 
wm Sab« 439 beginnt einen neuen Xbfcbnitt. 

2tber niebt gang o&ne ©pur foflte ber jftbifebe Jtrieg 
unter JBetyaftan aueb an ben gefefeltcben Berbdltniffen 
ber Suben im rimifeben Steicbe »oräbergeben. 6r wirb 
melmebr ein ÜRoment Don folcj&er JBebeutung, baß 
nodb bie fpdtefhn 3eiten, bie an rimifefte Sbeorien fi<b 
anlebnten, ju ibm nur be* ©cbeine« ber ©ered^tigfeit 
balber jurfieffebrten. 2(ucb bie ©taatSabgaben waren 
Wöbet für bie Suben bie aller sprooinjialen na# ben 
»erfebtebenen inbioibueOen JBerbdltniffen gewefen; §u einer 
befonbern, nur jübifeben, welche bie anbem nic&t auS* 
föloß, gab bie derftörung brt Semyel* unb Staate* in 
Serufalem Seranlaffung. 

SDer balbe ©c&efel (benn auf biefe $bf)t war ba* 
drittel gefommen, ba* 9tebemia bejlimmt batte), ben 
ade Suben in unb außer 9>aldfHnabejablten, bötteldngjl 
bie Xufmerffamfeit ber [Römer erregt. 9>ompeiu* jlaunte 
bie SReicbtbümer be* Tempel* an 54 ), Graffu* raubte bar* 
au* 10,000 Salente an Selb unb @elbe*wertb 66 ), Gi* 
cero 67 ) beflagt fieb über bie ungebeuren Gummen, bie 
jebe* Sabr au* allen 8anben nacb Serufalem gingen; 
für b^bfüdbtige Stftmer würbe ba* aurum hierosolymi- 
taimm niebt feiten gefdbrlicbe 8oefft>eife, unb Xugujht* 
mußte ©biet auf (Sbict ertbeilen 48 ), um bie SBegnabme 
beffelben ju t>erbinbern. Unruben im 8anbe, wte nacb 
Um 2obe be* ^erobe«, jieben ^lünberung be« ©cbafce* 
nacb Pcb 69 ) unb in Rom wirb bamit fcb<5nblic$er Unters 
fcbleif getrieben 60 ). Sie Abgabe war ein allgemeines 
JBanb, ba* alle Suben, wo fte aueb weilten, in 9>ar* 
tbien 61 ), Äfrifa ober (Suropa umftylana unb ebenbe** 
balb fyattt fte für bie römifeben Staatsmänner b*>b* Sc* 
beutung, be*balb batte SBeSpaflanu* niebt« für wichtiger 

55) 3of., ZUtttl). XIV, 4. 4. 56) So f./ *ltert&. XIV, 
7. 1. 57) Oratio pro FWco c 28. 58) So f., *ttert$. 

XVI, 6. 2—7. Philo, Legat, ad Ca». 40. 59) 3of., Altert*. 

XVII, 10. 2. 60) 3of., Xltert*. XVIII, 3. 5. 61) 3of., 
XltertJ. XVI, 2. 3.; »gl. XVIII, 9. 1. 3n fteftatfcta unb 9HfiM« 
warb e« gcfamraelt. SBte y^fto btefe ©obe muqx** nennt, fo 
madjt a<^et bte Bemerfting, flc bet|k aueb f° bd ben Öartjagem 
(Doctriua Nummomm 6. 404). 



gehalten, al8 ben Suben )u gebieten, fte t>on nun ff att 
nacb Serufalem an ben Supiter Capitolinuö in 9tom ab- 
juliefern M ). & babe ja ber rimifebe ®ott ben jübifeben 
beftegt, ber in bem nun jer|Wrten |)eiligtbume gewobnt 
batte, eine JTnfcbauung, bie bie Suben ben fmnlicben 
Reiben niebt rauben fonnten, unb auf bie ftcb eine merf; 
würbige ©tette be$ 2almub'* w ) bejiebt, in ber e$ b«ßt, 
St. Sofua ben £et>i fagte: „wennSemanb bieb fragt, wo 
ifi bein ©Ott, fo antwortet bu: im r6mifc^en9leicbc; benn 
St. ©imon ben Sebuba fagte, überall, wobin bie Suben 
verbannt ftnb, babin ^ebet bie ©ottbeit mit ibnen in 
SSerbannung/' SRinuctu« gelijc fagt etwa« Äbnlicbeö: 
„cujus (Dei Judaeorum) adeo nulla vis nee potestas 
est, ut sit Romanis numinibus cum sua sibi natione 
captivus" M ). Der balbe ©cbef el war bem SBertbe 

Sletcb jwei Drachmen 66 ), bem JDibrad^mon; bal;er ber 
3efebl brt S3e6pafianu« auf bie 3ablung eineö foleben 
lautete, hiermit beginnt ber fogenannte jübifc^e gi§cuS 66 ), 
ber bie Suben Sabrbunberte lang bebrücfte, um fo mebr, 
ba er fte allein traf unb ni$t nur Verfolgungen, fonbern 
äueb bie unangenebme Xufmerffamfeit ber ÄuSnabme ge^ 
gen fte unb ibre Religion erregte. 2)ie 2Crt ber @intrei^ 
bung gefebab 67 ) bureb Sifien, tn bie alle Suben eingetra* 
gen waren; M £)omitian ber Delatoren ftcb bebiente, 
um ba$ (Sigentbum feiner Untertbanen an ftcb ju reißen, 
melbeten fte ibm aueb Don Suben, bie aW improfessi, 
b. b. al* ni$t eingetragen in 9tom lebten, unb gaben an, 
tag t>iele ibren Urfprung nur verleugneten, um ben Sri^ 
but nidfit ju jablen. ©egen Untere würben nun bie 
f^mdbli^fien Unterfucbungen angeßellt; ©ueton erinnert 



62) 3of., 3üb. Ärieg VII, 6. 6. „vqqov th rote Znov 
dfaof ovotv lovöaiots infßaXe öi/o dQU^pa^ $xaoiov xsXevaas 
ar& nuv hog ftg to Knmttultoy <f£gtiv &antQ 7iQt,itQov tU 
%uv iy 'leQooolvuoig vtutv oi/m&ow. 4 ' Cf. Dio Cass. lib. 66. 
cap. 7. et Xiphü, in Vcsp. „xal in Ixib'ov J/Jpcr/^uo? 
hax&Tj rovg ra nargia aviüv %&r\ TitQiajtlXoVTc«; i$ Kanno)- 
Iftp' JU xar* hos ünoif'tQitv." jDof btefe Abgabe golge beö 
Gapftotbranbe* attein gewefen, fd>rei6t StbpU (De statu et cond. 
Christian. [Berlin 1828. 4.] p. 21) nur bem (Sctyel (Doct. Num. 
6, 327) nacb, aber ed tft obne Zweifel nur etnfeittge Xuffaffuna,. 
63) Jer. Taanith Perekl. H. 1. (ed. Krakau p. 64. I. mman^ 
x 102 b.) 64) cap. 10. ed. Ciliar, p. 31. 32. 65) Qt 

ft (jleftb |»et attiftben 3)racbmen ober SDibracbmon, bte na^ un^ 
ferm ©elbe 137 parif. ©ran ober 10 y 2 a,©r. betragen; ogl. 
S36cfbr S^etrol. Unterf. 6. 63 fg. »ertbeau, 3ur ©ef4i*te 
ber 3«raeliten ©. 43—49. 66) ©o bat e* f^on ©pantjetm 

(De usu et praestantia Numismatum p. 571). 3Me anbern SÄet* 
nungen, tote bie Oubenborp'd (adSurto». Domit. 12.)/ bertynoon 
ber ScWftung an reebnet, 3orn^, ber t^n oon ?>ompeju« battrt, 
beffen SÄetnung »a«nage (St). 7. @. 303) unb ©ptefer (©efdjicbte 
ber Suben in iOeutftbl. ©. 176) ftnb, bejte^en ftcb au f abgaben 
überhaupt, bie bie 3ubcn aU xmnxooi ber Körner gu jablen $aU 
tenj ber Fiscus Jadaicus beginnt mit ber ©teuer ber 3uben als 
foleber. 67) SSon t^nen fpriebt Äaifer 3ulian. iOa6 Intra urbem 
in ber ©teile bei ©ueton (Dom. 12) fann niebt entfernt »erben; 
benn bat JDelatorengewerbe, freilieb niebt, »ie fKanaje glaubten, 
bie Abgabe, befcbrdnfte ftcb nur auf bie ©tabt unb oon ibr T(t t)itt 
bie Äebe. SÄan bot (ier ftet« an CFbriflen gebaut, aber ed mufj 
*itl allgemeiner genommen werben, ba bte ^Delatoren gewiß 3eben, 
ber nur irgenbmie ein Seieben jübifeben Beben* oon ftcb gab, aH 
3uben benuncirten, unb bteöefebnetbung toar bann ba« Grrfennung«^ 
unb »eweftotitteL 



s 



JUDEN (GESCHICHTE) — 7 — 



JUDEN (GESCHICHTE) 






fi<$, einen SÖjdfjTigen Stete unterfucften gefe^en ju haben, 
ob tx befönttten fei ober ntdjt. dhrva, ber bte 23cla* 
torcn überhaupt öerbannte, erwarb ftd> aueft fjierin SJers 
tienfle; feine SRuiut, Fisci judaici calumnia suhlata 68 ), 
jeugt eon ber @roge be$ Unfugs, ber getrieben Sorben 
fein mußte tmb roiU nicfyt, mit man früher glaubte, fa* 
gen, bafj ber giScu$ aufgefjDbcn fei, fonbem nur bie m* 

fiel;örtge Eintreibung von Ungehörigen. 3m 2almub 
ommt fte unter bem Manien aroia^», JijjuoaioK 69 ), tor. 
2tud) fennt er ben mcH w ) delator. SBim ben anbern 
abgaben, bie ber Zalmub erwähnt, erfefteinen befünbetg 
t>ier|1et§iufantmen, nrtobv # nran, proin», V 00 7J X 
bereu mir mit einigen SBorten ßrodfynung tfyin. ffeB 
iji ba$ griectytfd)e mfotg. 25ie urfprunglidjfle Abgabe n>ar 
bie, bind) roeltkc man feine UnterCbanigfett btmiti unb 
ben görjien gönfiig fltmmte; biefe ®abe behielt, mit bie 
btblifcfce nmra, itjren 9?amen, roarb aber jum 3roong. 
9Jocfc in fpdtetn Betten rjaben tiefen 9? amen ©efefcenfe, bie 
bem ?>erfcrf6tug gebraebt werben 7a ), |ner ift e$ baS 
aurum coroiiarium, bie Untertbdnigfeit^abgabc in @e- 
jjalt einer gotbenen Ärone, bie ben ©d&ein ber greiroiU 
ligfeit trug. Sie ^romnjen fanbten ffe anfänglich narf) 
9tom an bie triumpbirenben gelbberren; Gdfar foU 2000 
Arenen empfangen fyaben 7 *). Unter ben Äaifern ijt e$ 
ein 2ribur, ben gutige Jtatfer mit Sultan, bem fte t>on 
Dielen Seiten bargebrarf)t rcirV*), nod) ein nianus vo- 
luniatis nennen"), Sigentlidj füllten nur Guttaten jur 
3afctung beffeiben gelungen fein 76 ). 58on brei Abgaben 
im 23u#e @$ra Y- nl ^ s tttm #* 3*- Seljuba eine ßr= 
ftarung bur$ *jb::n n:n nr:in» nrWSm^ GrjW 
ijl eben jene6 aurum coronarium; benn e£ fann feine 
allgemeine Seutung baten, weit e£ neben jwei feljr be- 
frimmten Steuern flebt unb bie ©tetfe beö yz>n neben 
biefen einnimmt -pna ober SW1Ä ifi obne 3n>eifel ba$ 
ajiccfcifcbe fyatw, St. SWatfoan beutet e§ buret) Selb, ba$ 
rem Ä6nige auf feinen Reifen gegeben warb, JRaftfct TB ) 
nötiger bem ©inne ber talmubifcbcn ©teilen gerndf, 
tur$ ©runbfieuer. i'gavov §at bie allgemeine JBebeutung 
Don collatio unb wirb in verriebenen Scjiebungcn an? 
$en?anbt; fo bitten erani bei hm Jlmifenern bie auö ge? 
wiffen SBcitrdgen entftetjenben gonbö ^ur Unter(lü^ng 
bfr Armen ebenfo gut rcie fonfl ^u anbern 3wctfen "). 
Caf Abgaben collata l)eiien, ifi aus italientf^en Ur= 



6S) Eckhel doct. Numm. <>. 41U, na$ SpnnAdin cT. p. 327. 
338. S5a«naae (3. 31)8} &at bte SDäcrte ber «murine eerfret. 69) 
W »jikra Rabba §. 30. ed. Arast. p. 170 d, cf, Arwch ttn. 70) 
Wajjkra Rabba §, 26, p. 166 d., cf. Aruch %ub tocc, 71) 
idamdenu bei tfrudj ptn^ aber Wajikra Rabba p + 173 b, fte^t 
s"3w. Drei biefer il'b^a&cn finb Baba bathra 8 a. Nedarin fi % 2 b. 
Hl Steliin beim tfrudb ünb Ecba rabbathi p. 55 c. 3wei lom- 
SOI in ber »en 2trudj citirten Peaikta oor (^s^w-o^-r, V^a). 
7J) Benjamin oen Subeta cd. ^«Aer. I. p. 81 a, cf. Tbtsbi 
• occ O**». 73) Cf. ChttMsipol, Traitd de» Finances de* Ro- 

mjdii* p t 1 74) Cf. Eunnpii Excerpta cd, Bonn. p. 46. 

Ta) Cod. Tbcod. lib. *12. tit. 13. 1. © ö t. @anl tn Buns'« 
3füf4rife e. 266. 76) Cod. Theod. II 13. 3. 77) Baba 
bathra 8 a. 78) £u Aboda Sara 71 a, in Baba bathra 8 a. 

Die fetf Ärueb ift tub voce ]13-k. 79) Cf. Wi», Epwt 10. 9J, 
vo Urajan fogt : „ Amben oi .... concciium est eranoi habere, 



Junten eö ), ovnoyr} au§ ^rocop* 1 ) beFannt 3C« ®runb^ 
fieuer wirb igavov burc^ baö 2ßefen be$ 6obnat§ ju 
erläutern fetn. 2Ber ©runbReuer jabten foüte, mugte 
©runbbeftfe fyabtn, war er auc^ no$ fo flein; er lieg 
if)n bureb Golonen bebauen, für beren 2$auert?6fe niebt 
bloß ber ©runbberr bie ©teuer jablen, fonbern beren 
^erfonenfteuer er anä) einfammeln unb oft jum größten 
©cbaben verbürgen mu|te; benn bie ©teuerrollen ber 
Colonen waren in bie ber @ut6berren eingetragen. <£$ 
beift aueft biefe§ Sinfammeln compulsio, collatio "). 
Die britte Abgabe, nvmbii, i(I bat Äopfgelb, ba$ t>ön 
3ebem bejablt werben mußte, ber feinen (8runbbe(I& 
fyittt, mit beflimmten ©tanbeS * unb Älter^au§nabmen. 
Daüib ©anS bat mit Unrecht 81 ) biefeS Äopfgclb mit 
bem irffi6emr 9 fiscus, üerweebfett rnr:n Cr^ia flebt in 
$aratIei(teUen für iqjdmß* unb feine allgemeine äBebeu* 
tung tfi wie in bem lateinifeben muleia ober multa ju 
einer befonbern, ber einer nidbt legitimen Abgabe |mE 
gefunfen. Sag eS baffelbe wie iqtdew fei, wirb auc^ 
babureb unterfftifct, ba$ bei ber Äu^dblung ber brutfenb; 
ften Auflagen, biö aurum Coronariiiin, beä Äopfgelbe^ 
unb ber Skunbffeuer, bie vierte obne 3 weifet bie an ben 
fiscus Jmlaicus gewefen fein mu^ ben Äppian meint, 
Wenn er ben ifugog iwv atoftaztoy ßa^vrigog fijff &Xkn$ 
TttpiQva/ag 9 *) nennt. JDie Unre^tmaßigfeit ber 2fbgabe 
ergibt ftcb eben baburc^, baß fte bem gt^cuö utflof? unb 
nid&t bem aeraritim. (Sin anberer %tamt für ©runb- 
fieuer ifi RpöO*), ma$ nur n££<c i|l; benn ber ©afe 
be^ ÄonigS lautet: „Ser ©runbjleuer gibt, bem gebort 
baS 8anb/' ©elben 06 ) bat Tascia auf SBünjen als 
einen Üribut gefunben, unb in felttfcfter ©yrat^e fear 
Tasgti biefelbe iBebeutung ftT ) , /aufläge" wie Taxa, Sare. 



poisumus, quo nunus habeant, non impedire , co faciltut, ai 
tali collatioue, non ad turbas et üticitoa coetus, sed ad susti- 
nendam tenuiorum inopiam utuntur. tr 

80) Cf. Leg. Bnrbaror. ed, Cnncinni I. p. 265. 81) Hist. 
arcana ed. Bonn. p. 124; cf. Alemamt* ad locum. 82) 9JflL 

&aviqnx) hbti ben Galenat (Hbfyanbi, bre bert Ht abernte. 18*2*2. 
18*23.) (S, 15, unb ü&et bie 6teuereerf. unter ben Äaifcrn <S. 
37 fg.* ogt. ?eo, Ofcfifeic^fc ucn 3f alten 1, 45. 46. 83) ad 

f J8. Tora. II. ed. Prag. p. 24 b. 84} Syriac. 5ü. ed. Paria. 

p. 190. 85} Baba ntezia 73 b ~ 1 10 a. Babn bathra 54 b. 
Nedarim 46 b. Aruch KpOE. 86) De jure nat, et gent. 6. 

17. p. 707 aus ßamben'g Britannk p. 7U. 87) Cf. Owen, 
Dict, of tbe welib language (1803.) T. II. sub voce, steine * 
ntf4 taaag. 2LU eine Xb$abt Ben £cl?n ermd^nt fte granfet ((3c» 
tl$il SBewfiÄ ©. 50 Kttt)] bai SBcrt ift nidjl arabifdj/ mie 3eU 
linef tm ^ad^tra^e ju Sefat Chachamim (Ecipjig 1847. 76 ©,) 
©. berietet. 2>ie einzige femttifdietn Urfprunge anatbörenbi 3(b» 
gäbe ifl m^O (Baba mezia 108 b. Baba Rama 113 b. Baba Ba- 
thra 54 b. 55 a,), bie man nadj bem S3cifpte(e alter Tfuctoritdten 
für .ftopfgelb bau (aut^ granfei a. a. D. 6. 56 9fcte) y teaä 
übeeait no4 nidjt gercip t|l. 3m Äatifat Den Sagba^ trar ;~- 

(g-V^) bie ©rtMbftruer unb msS» (äjwä.) He Äopffteuer, 

z^^arabfeb/' fagt UÄaiücrbi, „ifl ba£, was auf ben SBoben ber bte 
€$$rift Sefcnneitben gelegt njfrb, ©erfdökben uon ber Äcjjf (teuer .... 
©ott untertrieb §mifd)en ^arbfd) unb SQardbft; 6barbfd& betrifft 
bte iDienfli?ar(iit (Hakab) unb 0j»arabf4 ben ®runb feibfl, 3m 
3frabil4en tjetfc l^^arabf^ fcoiet ati ttini unb Jtorn; fo tft ber 
Znt bcÄ Jtoran §u terfltfjen." IBgl. Sommer, Über Mc ganbets 




JUDEN (GESCHICHTE) — 8 — 



JUDEN (GESCHICHTE) 



25er grofjn uyydgta k^ä» w ) ijt befannt; wie uyya$ivir t q 
ber grotjncinttctber fdjeint aucfc nrtsi^:« gebildet, baS 
in einer feiten 25eutung 69 ) be$ *pm fta m» üorforotmt; 
tyier wirb ndinlid) hPO» burefc 'pstn pib, ®runb|leuer, 
ibzi bur$ ^Ttö*», unb ^J ( ba§ bodj mit SRedjt ju 
-?n gebogen wirb, burd) fttWuöa erficht. As |)dngt 
wabrfdjeinlicfc mit &6:s, ffiebrdngcn, IBebrucfen, unb bem 
perfifcfyen Bela» SBebrütfung, Rammen, unb wie 50fu? 
bammeb im Äoran fagt 8 "): „SBebrdnget fit, biö bog fte 
Äopffleuer geben/' fo fdjeint aud) wirfliefr bie 2>eutung 
beS 3t 3et)uba eine richtige, ber ibs bur<t Äopf (teuer 
roiebergab, namcnrlicb ba audj ntcfetö anbereS übrig bleibt. 
JDafftfbc tft nun ■fnaaifi, ndmtid) tp6fov äpyvQtor, baS 
Silber Dc6 JCopfgelbeS; benn e§ i|l befannt, baf ffooog 
al§ Äopfgelb bem t&o$ 9 ber ®runbfteuer, entgcgmfie&f. 
ßbenfo werben bie SHamen Bnbta* 1 ) beS ßmXuQto%\ bie 
©teuer üon ber ©c^oüe, annona •*), ■poca« quaesta w ), 
queste, KO:p") Census, 813*10*) tribatum unb 
mw« 'Ohid* 6 ) ha§ xQvcaQyvQtov* baS alfe met Safere 
geaalt, von Xnaflaftui aufgehoben roorben ift, erwdfjnt. 
25er giScuS fel&ft wirb unter bem Stamm be$ laftttov 
aufgeführt mit ben yr-iü ^ns, ben exaetores publici. 



üerwaltung be$ ß&atifatä ß. 11.9, IFenricA, De reb. ah Arab. 
in Italia geitis, (Lipa. IS45.) p. 283 aq. Die ^cpfjleuer gaben, 
waren m>n ©runbjleuer trirfjt befreit. 33er 3efjnte oom ©runbe war 
triebet unterfdjieben Dom ^ ber ScKtjtmoetocn. Malier ift bie 
tar^umifdjc Deutung §u ertldren üoit (Sftbet IW, 1., wo für w 
y*»n ^y c<a ■^rtWi aefc$t wirb h*-k V* tu~5, wa6 ba$ Targuin 
scheni burd) » S* W ^ n>icbera.wt. rtah tfl i^ijf, Gebarung, 
censu«, was baflelbc bebeutef. (9K er bürgern an unb SBurtorf er* 
tldren cö nidjt.) SBcnn tittti SRabafc fagt (Nedarim 62 b), e£ fei 
ben ffiabbüicn bie Cuge ju fagen erlaubt »«^ hV s<:x k-i^:- ^a? 
k:-sk „i^ bin ein Feueranbeter, idlj brause feinen ^3 ju geben/' 
wobei ü*»w K"^y obne 3n>eifel ben tOla^ieri ntdjt jeben Werfet be» 
|eid]net f fo ifr nro Orunbfleuer 5 benn aUc, au^er ben ^riefltm, 
werben biefc bc&atytt baben muffen , wd^renb oen ber Jtopffrcutr jeber 
Werfer free war. 3oft (4, 306), ber bie ©teile tennt, hat glcicfc 
wol Äopffieuer. Unb ebenfo mochte Jchamotb 4li a. tal a« k^ 
h;-5 =^rr*-! mÄ -a»P«ia K3^ a^f> «^ -jiw, „ber JC&mo, befaßt, 
ba^ # wer feinen « gebe, bienen muffe bem, ber it)n gibt," meljr 
baburet) ;u erfldren fem, ba& ber Qotane, für ben ber 05runb^err 
£te 6teucr bcja^len mu^ roirElM) bfefeö ©runbfrüct aud? be^ 
bauen muffe, cen bem fte gegeben wirb. S3cn ber Jtcpflteutr n?ar 
ber Colone nic^t befreit. Üeo bemerft (®ef4. 3tat. 1, -iß, Weit 1), 
bafc im Oriente na4 ^cute ein dfjnlidjeö SBrrbdlfniß fet unb bie Ör!ld* 
rung, bie Eßaracrbi uon <5Imrbfcij gibt (Dienflbarfett) erfnnert baran. 
ßbenfo bebentetc capitatio ©runb- unb Jtüpf(ieuer suglctcfr. 3)ie 
allgemeine £>cutung bleuer bat au4 bad armenifc^e barg, ©on* 
berbar ift bie Srfldrune fflttaffa'tf 2* r* 3 «^- " s ^ r*- 3 c> 
mit, 

88) IWiaclina baba Mezia 5. 6. {Avttch aub voce. Ra$chi,) 
Nedarim 32 a. Joraa 35 b, Sanhedrin 101 b. Sota Hl aq, M) 
Berpscliitb Rabba §. 54, ed. Amaterd. p. 57 a, 91») Sura 9. 

v. 90, M) Baba Kamma 113 b. 92) Arwh aub voce, 

gjta n t)at efl fdlfct)lidj für ibrnrifdj mit row« genommen ; Annona 
ift tyvnrckbrnb befannt M ®olb f i1?ente, ^f^*" u - ^ ro » Cf * 
Fakroti Glossar, ap, Cedren. t. 2. ed, B«nn, p. 893 aub .TiTtuifc. 
93) Aruch aub voce cf. p-ya» rj&m aub voce, 94) EOlua= 
ffa tu Xrudj tsp, Thiibi iub vooe, Or Kaier p, 2l<i. 95) 

Peaifcta kot ^5 wo Wtvm (lebt. 96) ÄBie auf ben üortergetieni 
ben 3R. &aäfi, fr c)at mtd> auf btefen^ tarnen ^>. ©rd^ auf* 
merffam gemaet)ti cf. Procopii Panegyr. in Anaatasium ed p Bonn, 
p. ftn, Inlimm ad locuro p. Ö07, 2Tik^ ^)ri«cian erwd^nt i^n 
im lafein. Panegyr. p. 522. 



25ie fcdufige @rrodfinurtg biefer 9tamen unb Serfrditniffe 
ijl fd>on ein Setrei§ für ben argen £>rutf, unter bem 
bie Suben mit ben romifeften Unterttjancti in ftnan}teUet 
SBejw&ung, befonbcr£ in ben ?)roümjen, litten. 2tt§ bie 
Suben brn ^3efcenniu§ 9iiger um Erleichterung ber ®runb: 
fleucr bitten t antmoitet er itjnen: „(Sure Selber wollt 3h 
t?om Sribut erleichtert? \§ möchte auc& Euren Ätbem be^ 



fleucrn' 



SJon einer anbern Steuer aB grabe htm 



giScuS feöeint Stertuütan n ) gu reben ; aber Örigcne^ 
bejeugt noc& baö 25afein ber 25ibra$menjafylung ju fci= 
ner Seit, 3n einem nterfwtirbigcn ©djreiben "bebt fü 
Sulianuß l ) auf; er fttyreibt an bie ©efammtlreit ber 3u j 
ben: „@ewig tfl @uc| bie vergangene $t\t nie^t fowol 
ber Äne$t(c&aft wegen laflig geworben, a!£ melmcfer weil 
3()r oljnc faifedidjen S5efef)l ergangenen ©eibgeboten au§: 
gefegt wäret unb unenbli^ uiet in bie ©ttafefammer ge- 
braut fjabt 2Belcf)E (Satfte i* gröptentftetlö fclbfl mil 
meinen Jfugen gefeben unb vitl beffer noc& auö ben ßiften, 
bie man gegen Sud? verfertigt bot 2 ), erfannt babe, fobaf 
id> bie wieber gegen 6u4 aufgetriebene ©teuer ©er^ 
boten f biefe fcfcdndlidje Sluctilofigfeit unferbrücft unb bii 
Tabellen verbrannt fynbc, bie in meinem 2frd)fo, um 6uc( 
ju bebrücfen, aufbewahrt waren, fobaf 3Jifmanbem wie: 
ber gemattet fein wirb, gegen @ud) folgen SSerruf vor 
©otllofigfeit ju fe^leubent 4 ). Wltin SBmber ßonftantiu« 
war aber ni^t fowol baran Sdjulb, a\$ bie an feinen 
2ifc$e fißen. 3d& aber frabe fte weggenommen unb mi 
eigenen ^)dnben verbrannt, fobaf niebt eine ©rinnerunj 
an it»re Skmicijtutig übrig blieb/' Aber ba er fte, wii 
btc anbern feiner Untertbanen, vmx bem bisherigen I)rutfi 
befreien will, fann er eine anbere Abgabe nt^t bulben 
bie ihm unrechtmäßig bünft; er will aueb bie abgaben 
bie alle 3uben an ben 9taft jablten, wie einfl nac^ 3t 
vufaiem, aufgehoben willen. @r fahrt be^alb fort: f $d 
aber babe, ba id> (Sucfe noeb weEt größere Sßoblt^ai 
erzeigen foDte, ben fflruber SulttS, t)tn Ijo^würbig' 
Patriarchen *), erfuefet unb ermahnt, er möge au$ 
H*u<fy aufgefegten Iribut üerfyinbern unb niemals @te: 
t>on @ud& boten laffen, bamit 3^r rubig unb freier 
&taaft Übt unb für guef> beten fönnt ju bem beji< 
(Sott unb SHMtf**pfCT/' 

@S bat nun wirflicb bie 3al)lung ber Sibrad^i 
an bie rimifetjen Äaifer aufge^rt, bmn fte wirb ni<$ 
me^r erwähnt, aber bie 3)atrtar<$enfleurr warb baburd 



„34 
later 

t 

ejiet 
mei 



97) @pattian in Pescennio cap. 7. 9S) Apologet, adv 
Gentes cap. IS. ed. Pnmci. p. 43. ©ie ©feUe ijl febr unflat 
wenn aueb fefrr befannt unb met abgef ^rieben , ba fte fagar C*t 
xrttthon* ad Suefon. Doiuit. 12 ungenau bat ,»aed et Judaei palao 
leclitant, yertigalis ttbertaa vufgo oditur, sabbaüa Omnibus/ 
99} Eptst. ad African. ed. de la ftue I, p. 28, ft>gar fdjon i\ 
publicijlifdjcn @djriftm, wie oon Su^bols (Über bie Aufnahm 
jubifetjer ©ewobnet &um 5B«rflerHdt)t ©* 14) citirt n **l 7ot/d«/an 

1) Opp, Juliani ed. Pnria 1630. P. IL p. 15U, 2 

Ttollä fihv ftvioil'ft fdtü'povvi TtXifovet (H ioikuj' ftitt&Qy ttoiui 
la ßof'ßta in xtt&* vuiSv q>vlmrQiitvtt. u 3) „xnl? vufo\ 

itvti iwavrtie axovttCftv aofßtffts tftJ^ijK'* 4) „nVfJlyoi 

*tovlop rÜK aMeatpMßioy 770:? piöp#*j*'.* fc Übet ben 9^ f rfar4ei 
unter». 




JUDEN (GESCHICHTE) 



9 — JUDEN (GESCHICHTE) 



aufgehoben; Sultan batte jene erlaffen, tiefe nicbt 
ten rinnen, ©feic&wol war fte bocb fo bebeutenb, aü 
icftt wie jemals baö jerufalemer ®o!b bie Xufmertfam* 
rt #errfcber$ erregt bitte. Unb man tann mit Stecht 
men, baß e$ grabe (Suropa, bie occidentales par- 
ti SReicbeS gewefen, bei benen fte am meinen auf* 

erfc&ien. #onoriu$ unb 2Crcabiu§ »erbieten bie 
berung biefer Summe burcb bie S3oten ber spatriar* 
n einem ju ÜRaiianb auSgefiellten ffiefcrtyt, (äffen 
efammelte Selb ftcb auSjablen, unb inbem fte ben 
lis Judaeorum bie Befreiung t>on biefer spiünbe* 
on(ünbigen, woßen fte alle biejenigen, bie Don ben 
ar$en, ben spiünberern ber ©emembe, auSgefanbt 
m, ben ©engten übergeben tfabtn 6 ). £8 ftnb 

partes, in benen bie Steuer »erboten worben, im 
\ 404 aber burcfc einen römifc&en SSefebl wieber ge* 
: war. 25ie befonberen Umfidnbe, burcb bie #ono* 
bewogen warb, jegt wieber secundum veterum prin- 
n statuta privilegia gu banbeln, ftnb nicbt be(annt 6 ^). 
conjianttnopolitaner Sfefcript aber vom Sabre 429 tfi 
wiffer Sejiebung nocb nicbt recbt erldutert worben. 
jm wirb e$ miSbt'Üigt, baß na$ bem Crlöfcben be* 
arcbatö bie Primaten in ben oerföiebenen Sanbeö* 
n ba« SRecbt beffetben ft# angemaßt Ratten; fte foHen 

pensionis nomine suscepere exsolvere. In fü- 
ll vero periculo eorundem anniversarius canon 
ynagogis omnibus palatinis compellentibus ex- 
ir ad eam formam, quam patriarchae quondam 
•narii auri nomine postulabant; b. b« 1*6* genügt 
•aß fte ba$ susceptum exsolvere; fpdter werbe eS 
Fe ein periculum fein, wenn fte ben jdbrlicben 5Ca* 
burcb Steuer beamte, bie \)itx nacfc allgemeinem ©es 
&e palatini gießen unb ad eam formam, wie bie 
arcben, einfobern ließen. SBelc&eS biefe forma, quae 
lanta sit, wirb bem SobanneS, bem Comes largi- 
m, genau gu unterfucben aufgetragen (solerti in- 
tione discutias), unb eö bat ba)u feine febr guten 
be; benn bie Suben ber occidentales partes foHen 
• erfparen, fonbem quod de occidentalibas par- 

patriarchis conferri consueverat, nostris lar- 
fiibos inferatur. 2)aö ganje Cbict fcbetnt ftcb nur 
)ie wefllicben Suben gu bejieben, wie bie früberen; 
warum bitten fonfi blo$ bie occidentales partes, 
aucb bie orlentales an bie largitiones gu begab* 
unb bie Jtaifer wollen jefet nacb bem 2Cu8flerben ber 
arcben biefelbe Stellung für bie Steuern einnebmen, 
JeSpaftan nacb ber Sempelgerfttrunjj für bie ©ibracfc 
innabm. Sn biefen gelbarmen 3etten war ti aller* 

ein bebeutenber Schabe, wenn ba$ ©elb au$ bem 
f ging; bagegen nur lauten bie ©efefee; benn im 
f war e$ gleicbgültig , wer baS ©elb befaß, ber eins 
3ube ober ber 9>atriareb. §ür (Suropa waren bie 
l, bie nacb Xften gingen, nicbt oorbanben; einem 
lifcben f)atriarcben tyittt man ba* ©nfammeln nic&t 

) Cod. Theod. 16. 8. 14. 6) Cod. Theod. 16. 8. 17. 
ber t>on ©an« angegebenen Seutung tann tcb nicbt betftimraen. 
, 3ettfarift ©. 271. 272. 
Fncpft. b. ®. u. St. Bwette Gectio». XXVII. 



verboten, wie man in 2Cften ba« Sammeln nicbt Derbteten 
mocbte. $Ran wollte nur bie Summe be$ inldnbifdjen 
83erm6gen$ nicbt oerminbern laffen, unb ba man einfab, 
baß bie Suben jene Senbungen ntdbt unterlaffen würben, 
fo erließ man ibnen bie Abgabe nicbt, nabm fte aber für 
ben S$ag, ben gi$cu§, in Sefölag. So wirb aucb ber 
XuSbrud depopulator Judaeorum Kar, benn nicbt im 
Sntereffe ber Suben, fonbem be* <&taatt& bteß ber 9a* 
triarcb fo. 6$ war feit Sicero eine fiaat$6(onomifc&e 
grage t>on SBic^tigfeit, ©elb imSanbe ju baben; fte lebrt 
un§ beutli$, baß bie brei JJJefcripte ft$ nur auf bie wefi^ 
liefen Steile beö römtfeften JJJeicbe« begeben Wnnen. ©a« 
leftte, welcbeö jum jweiten 3Rale etnen iübifeben giScu« 
einjufefeen gebenft, ijl, wie e$ nacb 3eitumfldnben t>tt* 
dnbert aueft in ben 6ober M Suflinian aufgenommen 
ifl, ba« legte überbaupt, welche« über biefen ©egenflanb 
in bem gefammten Corpus juris civilis erföemt 7 ). 

3weite* Sapitel. 
jDie fociate ©tellung ber Suben im r6mif(ben Cetebe. 

©efeglic^eö unb focialeS Beben ftnb inniger Derfc^wU 
flert, at$ man meint unb in Setreff ber Suben immer 
gemeint bat. £>bne bie gretyeit be3 ©efefteS ifl gretftm 
nigfeit be« fodalen SebenS (eine leiste ÜJtögltcbfeit. 3m 
rSmifc^en Sfeicbe erifiirte bafür ein eigentbfimlicbe« 85er* 
pdltniß; tytx, wo eben baS ©efeg über allen Xuöna^men 
gefianben bat, trat e* gu fodalen SBerbdltniffen ber 83e* 
wobner in minbere JBejiebung. 2)iefe bilbeten ft^ nacb 
in ibnen liegenben JRücfftcbten. S)a ©lei$bett im ©efeft 
ftcb Don felbjl oerfianb, fo blieb bieö auf fte obne SBirfung. 
G6 muß ba« feft gebalten werben, wenn man ein rieb« 
tige« SJilb ber Stellung ber Suben in biefem 3?eicfte 
baben will; benn adju oft bat man in ben gebdfp* 
gen Äußerungen einjelner 9t(mer über fte, in ben feinb? 
feiigen Stritten einjelner Jtaifer gegen fit SBiberfprücbe 
mit jener Dom ©efege unbebinberten, unbefcbrdnften SteU 
lung berfelben gefunben, bot man biefe« freie Beben ni$t 
Derfteben (innen, weil man ben XuSbrudP gewiffer fodaler 
Meinungen al« golge ober Urfac^e Don ber Stellung im 
Qtaatt bttrad^tttt. @« bat aber ba« eine mit bem an- 
bem gar nid&t« ju Waffen. Sie Suben waren bem 
Staate gegenüber 9)roDinjialen unb 3?6mer, aber ben 
3?ömern gegenüber Suben, Suben, benen bie Sigentbüm* 
li$(eit ibrer religio« «nationalen Sagung, ber fte in Uu 
nem SSer^dltntffe untreu ju werben Büß batten, blieb. Unb 

7) ©ot^ofrebu« bemerft felbft »on biefem ©efe^e, baf ti bt* 
auf feine 3eit nec^ feine geeignete Grfldrung ermatten; aud^ ©an« 
weif nicbt* SBefliramte« ju fügen, Jeopifo^n ifl nirgenb« ongineU 
(De Judaeor. sub Caetarib. condit. p. 77). 3Dte gange ©eftwierigfeit 
tag meiner Anfielt nacb nur barin, baf man bie palatini nicbt für 
jäbiföe ©ntreiber, fonbem für ftaatlity bielt, wa« freilieb ben 
©inn burebau* oerfe^rt. (5ö $attt bodj nicbt« 2CuffaUenbe«, baf 
man bie r6mif<be Terminologie aucb Wer auf bie fübifebe CHnricb* 
rung übertrug, unb bie nd^ere Berracbrung lebrt Wer beutlicb/ baf 
grabe ba« ©ntreibentaffen burjb Beamte, bie bem ?)arriarcben eben« 
biefelbe ©teile, »ie bie palatini bem Jtaifer wrtraten, biefem am 
meijlen wiberwartig fein mttfte- 

2 



JUDEN (GESCHICHTE) ■ — 10 — JUDEN (GESCHICHTE) 



grabe bie* toax e$, wa« bem JRömer flörenb entgegen* 
trat, ©ettbem 9tom ju ftegen begonnen fatte, toax So* 
leronj gegen Suite ber beftegten Kationen ©efefc; Rom 
unb bte SWmer jianben allen ©ott&eiten offen; man eoo* 
cicte bte #auptaottfceiten belagerter ©täbte; bem SBolfe, 
bem pe ba« Bürgerrecht erteilten, sacra sua reddide- 
runt cum eo, ut communia cum populo Romano 
essent 8 ); e$ war au$ fcier ba8 foSmopolitifd&e (Element 
be* römifc&en ©eifie« tbdtia, ber wie bte 9>erfon au* bte 
©ottbeit be« Sefiegten aeptet unb jur 3eit tyn wie bte 
©ott&eit be« r6mifcfcen SSärgerrec^tö für würbig fcält; e* &at 
fo am eigentlichen ben »egriff be« £eibentyum$, treuer 
a\& Xt&en unb ©riecfcenlanb überhaupt bewahrt, ifcm ftnb 
bie ©ötter ade beilig, bie e$ ben ÜRenfc&en ftnb; rt buk 
bet fte ntc&t blöd, fte ftnb tbm eben ®6tter. Zu$ ben 
3uben wäre eft fo entgegengefommen; nodfr XugufiuS läßt 
für fteft Opfer in Serufalemfc&lac&ten 9 ), aber ba« Suben* 
tf?um bat biefe SEoleranj nid)t. Stur ba« #eibent&um, 
ba« fein g6ttltcfcea 9)rincip auf bie (Erbe berabjog, unb 
barum überall auf (Erben ©ötter oerebrte, fonnte fte üben; 
ba$ Subent&um fcat in ben Fimmel btnauf bie (Erbe ge* 
tragen, unb Dor bem einen ®otte beS ©ebanfenS ftnb bie 
ubtfc&en ©ötter nur £olj unb Stein; ti tonnte unb 
burfte nic&t anerf ernten, roa$ Xnbern heilig festen; ber 
geic&tftnn ber ©ötteroere&rung mußte tym »erbaßt, bie 
Äufbringlic&fett ber römifc&en Soleranj läfiig unb *urü<f* 
geroiefen fein. Aber eben ntc&t blöd ber ©ebanfe war 
eö, au* bie äußeren gormen, in benen er erfefrien. ©aö 
42>eibentbum batte feinen löegriff oon ber SBere&rung 
fc&riftlic&er Urfunben, wie fte ba$ ÜRofaifäe ©efefc bureft 
bte 2&at beS ©eborfam* befteblt; tbeilnabmloä waren 
bie 3uben niefct an ben geißigen Bewegungen ber 9I6mer, 
aber ib« ©efefe &telt fte fern oom ©abbat, ber tynen JRube 
gebot, üonSaßmä&lern, an benen fte ntc&t eintonnten, 
von ben Stempeln, beren £eiligtbümer fte verachteten. 
Sfcre gefle waren anbere, ibre ©otteSgebrduc&e feltfamer 
JCrt, ibte ©pnagogen fc&mudf * unb bilbloS, i&re JWrper 
bur* bie JBefc&neibung gejeiebnet. 2CIW ba« (tftten bie 
Stömer geadbtet, wenn eben bie 3uben niefrt eifern fireng 
baran feftge&alten unb ba« religiöfe 8eben entfernt oon 
bem foctalen geübt hätten ; fo erregte e« i&ren ©pott, unb 
weil fte bie 3uben beftegt batten — „wie treuer bie 
Suben ben Unflerbli^en gewefen, geigt, baß ibr ?anb be* 
ftegt, wpaebtet, geteilt warb" — ibre 83era$tung. ©er 
(Sigenflnn ber 3uben war $nen unerfldrlicfr, fte mußten 
ibnen ein odium hostile aepen ba6 9Renf*engef*le*t 
auftreiben; bie ©tanbbaftigfett, mit welker fte ft$ t>on 
ben bunten, beitern gefien ber irbif^en ©ötter jurüdf^ 
jogen, mußte ibnen W*erli*, ibre eigene ©itte bagegen 
absurdus sordidusque 10 ) feinen. (E§ i(l M (Sa* 

8) @6ttling, ö«f(bt(bte bnr römtftben ©taat«»crf. ©. 169; 
nadj 8ioiut VIII, 14. 9) Philo, Legat, ad Caj. §. 23. 

19) Zaätui in bet bcrübmtcn ©teile. 9ta4 ©4 übt' 6 Com- 
pendium hist. Judaicac unb SBaftnage ift e< feftwer, neuen ©toff, 
lei^ter, neue Xuffaffung über biefen abeil bet iübifäVrtomfcben ®e« 
Wd)te ju gewinnen, öapefigue, SBetfaffet bet Hiatoire det 
Juifo, »elcbet ben f)td« ber ftanj&jtföen XtaUmit gewann, folgt 
in feinet ©atflettung faft bunbau« ben beiben genannten fBerfen 
unb Jat ü)ren ©toff faft allein gebrannt. 



ju« n ) Äu8ruf, baß bie 3uben unter allen aRenfd&en bie 
SBiberfyenfHgften feien, nic^t auffaHenb; wie bitte er 
einen (Eifer begreifen foden, ber für eine Verlegung beS 
^eiligt^umd fein Beben opferte «in i^qk ^©pj b;a 
tpjpa ri« Vpi2 mit ganjer Seele foOß bu ' ©otV lieben, 
b. % „auc^ wenn bu bein Seben wagefi," le^rt bie fD?if$na; 
er mußte mit fteefet jürnen, baß fte feine JBilbfdule üer$ 
fdjmdbten, bei i()nen war non regibus haec adulatio, 
non Caesaribus honor. SRan nabm rt übel, baß fte 
bie rimiföen ©itter verachteten. „Profana illic omnia, 
quae apud nos sacra, rursum concessa apud illos, 
quae nobis iocesta." ?>ltntu8 ber Ältere fagt: ,^udaea 
gens contumelia numinum insignis." „Nee quidquam 
prius imbuuntur quam contemnere deos, a fcftilt Zto 
citud. Untenntniß war ju allen 3eiten bie wabre iQueOe 
aded Unglüdd unb aller falfd&en SBorurt^eile. Sie 9lad>* 
rieten über baö iübifd^e 2Cltertbum glaubte man niefct; 
ni*t bie ©e^nfud^t naeft greibeit, ein Xuöfa^ babe fte 
au8 Ägppten getrieben; Xpion fcfieint bafür jum SBeweife 
ta§ SBort ns« bureft ts«") ertldrt ju baben. 3m 
Sempel, bieß e$, t>erebtten fte einen (EfelStopf ; benn babureft, 
baß ÜRofe« in ber SBüße ber ©pur einer beerbe oon SBalbs 
efeln aefolat (tret) by rray o^^d 3er. 14, 6. t>gl. 
$f. 104, 11), conjeetura herbidi soli, largas aqua- 
rum venas aperit, unb ©emofrit bei ©uiba* erjdblt oon 
SRenfc^enopfern, bie biefem ©otte gebraut würben, wie 
benn no$ SertuDtan ") bad (E^riftent^um gegen biefen 
efel&aften ©Ott oertbeibigt. SBoJier biefe fonberbare Änflage, 
weiß man niebt; fte iß o&ne 3weifel bureb ein 3Riöoerfldnb* 
niß entflanben, bureft ba$ man einen ©dmon ber Späten 
in Ägypten ben Xnfc^auungen ber Suben unb ßbriflen 
jufeftreibt. Örigene« 14 ) ffi^rt an: „ßelfuS \)at oom 
ftebenten 2)dmon gefagt, baß er einen (SfelSfopf babe 
unb Stbapabaon ober jDnoel genannt werbe. SBir fanben 
aber im Diagramm, baß er jDnoel ober Sbartaraon 
beiße, weil er wie ein (Efel auöfab." Aber 6elfu§ unb 
Drigene« baben biefe ©nofiifer nic^t oerfianben, benn 
OvotjX war wol efcer -« ^«. ©en 2Clten fömeefre uor 
SSielem ba§ gleif* ber ©d&weine vortrefflich/ unb SSarro 
nennt eö ein ©efeftenf ber ©ott&ett für bie (Sßlufi ber 
SRenfcften, unb man fonnte ftcö ben Xbföeu ber Suben 
Dor bemfelben nur bur^ baS S5eifpiel ber Ägypter , welche 



11) Legat, ad Cajum §. 43. 12) Putredo. Sofep^u« im 

! Witten Bucbe gegen Äpfon er§d^lt, baf bte Ägpptcr eine Ärant$ 
dt bet <&n&tm\bt SabbatoaU nennen. 13) Sin SÄercenariu« 
fyattt tat ©ilb eine« Ungeheuer* au<öeftcat „auribus asininis, altero 
pede ungulatus, librum geitan* et togatus" mit einer 2afe(: „Deus 
Chriaiianorum OnonychiUs." Sodann 9$ Hipp «fceine fyatin 
feinen DU», tacr. (Amsterd. 1736.) üb. 11. cap. X. p. 2<)1 sq. 
ein gonget Gopitel über biefen 9tamen unb fü&rt 12 oerfebiebene 
drflürungen bebeutenbec SÄdnnet auf, bie alle oon bem einfachen 
XBege abirrten. <&v felbjt (ann audj bie alte 8e«art niajt erhalten. 
Sit einfa<be drftdrung brt »freralbu« unb $afduä, bte eben in 
Cyovuxhw ben äberfeftten asinuf ungulatus aui oroc unb oyv$ 
»ieberpnben, ifl nadj meiner Überjeugung richtig. 14) 3o(annee 
<5ro}nt, ber bie ©teile (Spec. Conject. etObserrat. im Anfange 
|um Srenduft ed. Grabe p. 6) eititt, $at fomol biefen aU jenen 
ononychites anbert erftdrt. 3Cut ü)m entlehnt «Watt er, öe» 
f(W|te M ®nofr n, 156 (uberf. o. Körner). 



JUDEN (GESCHICHTE) 



— 11 — JUDEN (GESCHICHTE) 









bie t)on i^nen bereiten Spiere nic&t ju genießen pflegten, 
affo baburdj erftören, baß man bie Scheine t>on ben 
Suben r>erebrt bacfcte. 2)atjer beS ?>etrontuS ,s ) 3tu|erung: 
Jud&eas licet et porcinum adorct, ©wtft warb aud> 
jenes SBerbot mit obiger gäbet *>om luSfatie in äJerbinbung 
gebracht; jur Erinnerung baran babe man bie ©djroeine, 
njclc^e gleichfalls an biefem Xuöfage litten, bem ©enuffe 
entjegen. ßa%ula mad)t fi$ barüber luftig 1 *)/ ebenfo 
Sampria'S 2f^n beim flutar* 1J ) t unb WW* »ertfaibw 
gung tfl ebenfo matt atf fpatere, bie fBirga 1S ) anfübrt, 
ju fünfilieb ftitb. Sie Stube am ©abbat warb au£ bem 
SRu&iggange bergeleitet 3?u£itm£ ßfaubiui ,g ) mußte 
aber mit bem Safcbatgebote einet 9ta0abmun<j ber gött- 
lichen Stube befannt fein, wenn er fagte: Septima quae- 
que dies turpis damnata veterno, quanquam lassatt 
mollis imago Dei. SBdbrenb ber ©abbat aber für 
Jejunium *) auf ber einen ©eile gehalten warb, unb e$ 
wußte mcnigftcnö Sacituö, baß AftetS Safttage üüibanben 
feten, ftagt fte ^iutarefe beS IBacctyanatifAm Sreibenö im 
netbalb be§ 2empel§ an biefem Sage an, eine um fo 
gefälligere llntiajt, alS biefeö ben {Römern »erfaßt unb 
verboten rr>ar, unb 2Cuguflu£ sl ) fctyün mußte promulgirrn, 
baß bie ©rjnagogen feine 3ufammen[ünfte jum Sechen 
unb SEBeintrinfen feien. Putarc&'ö ßonjeeturen ubertjaupr, 
bie 3 üben gu SBerebrem be$ SatcfeuS ju machen, roeit er 
tton bem fcaubbii ttenfefle tpeiß, t>a§ er Ärabepboria nennt , 
©abbat t>on äöaedjuS, 2eoiten Dom Stuirö ableitet, ftnb 
jiemtid) unglücftic^ unb üon SacituS fdbon üeraorfen, ber 
K&obl weiß, Judaei mente sola, unumque deum intel- 
li^unt . . . . , Sunimiim illud et aeteruum, neqne 
mutabile neque interiturum , rnaä freilief) bie Änberen, 
wenn fte e$ wußten, rüieber mtSuerftanben unb bie 3u- 
ben ju SJerefyreni wn SSolfen unb £imme[ ") machten. 
JBefonbern Stoff ju ©pott unb Sronie gab bie 35e- 
fc^neibung ") ber Suben, fte gab itjnen bie ©tit$namen 



15) Satyrtc. Fragment, ed. Burmann, p. 683, 16) Philo, 
Legat, ad Caj. §. 45. 17) Cf. Schudt , Comp. hist. Jud. 

J iq. 18) Öchebet Jetiuda. 7. Itt) Hioer. lib, I. 

▼. 383 — 398, ed. Gruber (1803.) p, 73. 2U) SSefonberö in* 

terefiant ift bie fttfea&a beS &uauft (AufN| Gctav, 76): „Ne 
Judaeus quidem ml Tiberi tam diligenter sabbatia jejunfuin 
»errat, quam ego Iiodie aeiravi." (Sc^cn CSafauboR b«merfte# 
bafc b«e unter aabbatum oieUcfc^t tote SBo^e ju »erdeten fti Sc- 
n>cl im alten (3 ?OJof. 23, 15), ote tm neuen Scframmt t>at man 
ben ©tfcraudj oon ©abbat für SBodjc fdjon bemerft. Denn auc^ in 
fcer SKif*na xft bie« ber JaLI (cf. Jer t Berachoth. §, 1 . ed. Krale. % 4) 
wib bie 3ä^tung, rs»a *:« u. f. tu. ift berannt. Die gafitage am 
l«etecn unb fünften £aa,c ber IBSocJe werben Jdjon bd 18| 12 
trtodbnt, »o ber y&arifdct fagt: dif vrioitvw toü Zttßßntov. 
JÖa* tft aber fdne$n>*3eö bei alten Tutoren an&uncfjmen utiO' ©ab = 
bat wirb ben Römern aueft jebe« anbere geft gemefen fefn, fobaf 
man mit ffrec^t bte tricesima Sabbata beö 4>öra| aU bai ge|I bet 
S^eumönbe^ anfielt. Q& ift etne öwobnlidje donflructionj bie für 
Sabbata trtceaimi fa^t tricesima Sabbata unb ba^ bie 9?ccmc: 
nten oon ben 3uben aU ein geft gefeiert mirben, würbe man aueb 
fdjen auö ber ^otemif ber (5t;ri(fan erfeben, bie ficb wfe geejen ben 
Gabbüt, fo üudj gca.en bie 9leomcnim rietet; trai. 3beter, ^anbbudj 
ber Cfbronol. I, 4Ä1. 9?ote. 21) Legat, ad Caj. §. 4(X 32) 
3ttDenal fa^t Sat 14, 1)8 1 Nil praeter nobe» et codi nuineu 
adorant, 23) Cf. Catnlt. 48. Martini lik 7. ep. 30. 35. Pcriii«r t 
Sat 5 fio. etc. y ^ i i o nennt fic ein 7r£fy t u<r ;i Aa^/i £* o^ /icö« nollofs. 



Verpi, Apeltae**)» Curti. ©er Aberglaube ber JRomer 
fanb in ifrirn SBeiffager unb tyxopt)tkx\ t unb fte benufeten tr)n, 
ipte 3ofep(?ue5 un^ buitft fein Seifpiet belehrt; ee tfl baS 
rüieber eine Steige ber rfimiWen SBemunberung über bie 
frembe ©itte. Aber alle bie Urteile, bie über Suben 
unb SübifcjjeS bei romifc^cn Tutoren fic& finben, fte I;a^ 
ben ben gefc&ärftett ^Pfctt ber geinbfejigfeit erfi bureb bie 
bauernbe ^artnadfigteit beS jübif^tn Äriege^ unb ben 
SBifrerßanb biefeö Si6lfcben§ gegen baS ailmddjttge 9?om 
gemonnen. Aagebat iras, quorl sali Judnci non ces- 
sissent; milb unb objeetio beri4)tenb, baben fidj ©trabo 
unb ßirjiu^, bie £lu eilen beS Sofepbu^ würben, auch 
SMobor au^gebrueft; Gieero'§ Politiker eifer fagt mn 
ibnen nidjts, tpa§ er nicbt jebnmal fcfcärfer t>on ben 
©rieben bemerft, unb er furdjtet fte me^ir, alB er fic ta; 
Mty ^oratiug mdt fie unf^ulbiger SBeife, Epion mirb 
t)on egoiftifd) neibifeftem |>affe gegen pe getrieben; 3tn= 
bere, bie Sofepfju^ Setjrifien recenjtrten, fianben entroeber 
auf einer ti)i(fenfcbaftli($en Meinung ober betetbigt natio^ 
natcr. Sacitu$' erjdblung lagt Übertritte jur itibifdjen 
Stdigton nicjjt für eine ©dten&eit fjalten; Sut/enal fr^tlt 
uberbie Änndberung an jübifc^c Sitten unb JRrc&te. Unter 
2iberiu§ trirb ber 9Ki3&rauc(> rflmifcben 2£berglaüben§ mit 
einer Serbannung jübifc^er unb ^g^ptifejer SJeltgion be= 
(traft; 4<XM) Suben werben a(ö Äric^er nacb ©arbinien 
gefanbt**), 2Benn aueft tyljil® 7 *) bte Serfotgung bem 
©ejan ^ufiftreibt, fte rrjar bW eine Äußerung ber Unju= 
friebenbeit be6 Äaifer^ unb ber eifrigen fflirner fiberbaupt 
mit ber grof en Verbreitung frember ©5tterbien(le. ßlau; 
biuä, auS beffen ganjer SRegierung ein Jöeßreben ^cr^or^ 
ge^t, eingeriffenen Unfug unb 9Rifibrau4 J« entfernen, 
ber ben ^peregrinen rSmifc^c 9Iatnen ju tragen, ftcfc wie 
romifebe ffiurger, ben ßibertinen ficf> wie römifefte JRitter 
j^u gebe^rben 37 ) rjerbot, wax betfeiben TCnftd^r* Judaeos 
impulsore Chresto, as&iduc turnulttiautes Roma ex- 
pulrt. %lun raifftn roir au^ bem genaueren 25io, ba§ 
er gercig nidfrt "Alle üerttieben, aber obne 3n?eifel ifl bie§ 
bie erf!e (5rrüdl)nung be§ cbrifr(i0en SJamenö bei Reiben, 
unb baS assklue tumultuare mufj ebenfo auf bie un^ 
angenehmen ©treittgfeiten unter ben Suben felbfi, biel= 




24) Ra$ in ber ^orajifdjcn ©teUe, wo Judaeus Apella mx* 
tommtf eben ein ßpott auf bie Scfc^netbüng ber Suben corljanben 
fei, ifl all gemein angenommene Tftdmuft TCmtm im 0. 3abr(?unbcrc 
{Poem, de biit. moi. Gest, V, 360. 361) unb SMUroac im II. 
Sa^rft. (Cbron. ap. Ferfs. Mon, 5, 809. ed. Wagner p. 140) 
icmmen barauf iuruef. ÖJtei^rool pnb bte griffrcUen Deutungen 
Den ^almafiufi nidjt |u üeiflcfTcn, ber ben tarnen Apella alter ali 
$ctai nadjwiei, fogar dtter aU ber 3ubcn Jfufentbalt in Italien 
unb ibentifdj mit A pollas nimmt , ttJte auc^ Apcllo für Apollo, 
Pellio für Pollto uorfornrnt* Apellaa unb Apollas jinb Äbfürs 
jungen üü4 Apoliodorus. €iel}c biefe unb <$urt*6 ü^eintm^en bei 
Btjnaeus, De biwü natali Cbriati p, 33. 31. 25a§ *|>craj ben 
9Zamen nidjt aebitbet, ifl cjetüif, benn baö « privativum i(t lang 
unb Apella rodre eine fett f am e Öempoftiten r»cn c unb einem lotet* 
ntfdrjrn SBcrte; aber eö ift »abrfdjnnttdj , ba| c€ eben ein gutes 
SßeTtfpiel beö *&oraj i|t, ber ben üor(»anbenen tarnen Apella mit 
ber m^tiefeen SDeutung be# dn64t^tog bem Suben r ber Unataub- 
li^eß Qiaube^ beilegt; pgl. 3un&, dornen ber Swben ©. IB. 9fafe. 
25) Surlo«, Tib. 36, 36) Legat, ad Caj, §, Ü. 27) Sueton. 
in Claudio 25. 

2* 



JUDEN (GESCHICHTE) — 12 — 



JUDEN (GESCHICHTE) 



leic&t au$ auf Cinftöffe auf bie JRömer be jogen werben M ). 
®rabe bie ©ebilbeten (unb tbre Urteile ftnb un« nur 
überliefert) glaubten mit Spott unb Unwillen auf ben 
fd)dblid)en Aberglauben feerabfeben ju fönnen, ber Un* 
glaubltd&e« glaube unb lebre; e« jeigt nur t>on ber dbn* 
liefen gorm be« SBorurt&eil« , in ber e« ju aller 3eit 
felbfi bti ben mtlben {Römern erfefeeint, wenn tiefe ©ebifc 
beten in ben t>on tynen getabelten (Einzelnen ni#t btefe, 
fonbern bie 3uben erblfcften, wenn SRartial (Epigr. XI, 
94), alS er über einen JRecenfenten feine« fi3uc§e« jürnt, 
ba« Subentbum in tym angreift: 

Quod nimium live», nostris et ubiqae libelüs 
Detrahis ignosco: verpe poeta sapis; 

Suuenal ") bie Verbannung ber ßamönen bebauert, beren 
©eftlbe bie Suben einnebmen, unb Stutiliu« Glaubiu« 
(I, 387), weil er mit bem ©efträuebe unb bem ÜReergrafe 
be« jubifc&en $Pad&ter« ntc^t Aufrieben geroefen, in eine 
lange Samsung gegen ba« Subentbum ausbricht: 

Reddimus obscoenae convicia debita genti, 
Quae genitale caput propudiosa metit. 

Die Suben fytben nieftt üergeffen fönnen, baß fie tyre 
@elb(Unbiafeit al« Kation verloren batten. Steine ec&te 
Kationalitat tann bie«, auefc wenn ber 3uflanb ber Un* 
freibeit ein glucflic&erer wdre al« ber ber greibeit. 3m« 
mer uon Steuern bofft unb ftnnt fte auf ßrlöfuna. Aber 
bie Kationen ade benfen nur an bie politiföe Äraft ber 
irbtföen SBaffen; bem Suben war ein 3n>eifac$e« verloren 
gegangen unb bie religiöfe Xnfd&auung, in ber er lebte, 
war e« allein, in ber er auf greibeit fann. <£r fafc in 
feinen ©dbicffalen bie traurige Srfudung be« ibm SSer* 
f itnbeten, unb je größer bie 2)rangfale waren, in bie i&n 
bie geinbe unb Spötter »erfegten, befio fteberer warb 
fein ©laube an eine göttliche Srlöfung, welche ebenfo 
wie ba« 8eib ibm befrimmt war. Kur ben Seibenben 
fonnte ber 2Refffa« erlöfen* ), barum iji am Sage ber 
3erftöruna Serufalem« ber ßrlöfer geboren 31 ). Unb fte 
feufjten überall unter bem ©tad&el $&nifc&er, tyx 3nners 
jh« uerfennenber unb fceratfctenber Umgebung; .Steinern 
war JReligiöfe« fo heilig unb Jteinem warb e« fo graufam 
»erlegt; deinem war aueb bie dußere Crföeinung feine« 
geben« gottburcfcbrungener unb Steinen tonnte baber auefc 
nur ein unfreunblic&er ©c&erj tiefer Derwunben. Unb ju 
bem ©c&merje fugt ftc& ber £af? bei bem £tynmdc&ttgen} 
fie Raffen nur bie, fagt 9>bito")f Wt fö re ©efefee unb 
©ebrducfce fiören, bie« ftnb ibre größten geinbe; ®<&merj 
unb |)aß baben bie SBerjweiflung in tfrrem ©efolge. 



28) £)er SReinung Jlcrtuatan** bierüber folgt aud) 9teanber, 
©efdrfcbte ber ArifK. Äir<be ob. I. 6. 136. 29) Sat. 3, 14. 
cf. Scholion ad locum. |> einrieb, fein Kommentator auä bem 
legten 3abr$ebenb, fann ftcb be* 2Cufiruf* riefet enthalten: „ Suben« 
»eiber ftatt ber «Rpmp&enü!" (2. 125.) 30) Sief erfdjutrernb 
finb bte Seiten, bte alt bem SRefpaS öorfcergebenb nadj ber 3er« 
jrbrung fi<b in SRenfcben unb Statur jugetragen. „JDer SBetnflod 
tfbt feine gruefet unb bie S^eurung bleibt/' tft eine ©Atlberung 
armer 3eiten überhaupt unb bie ©egenmart burfte ben i3Reffta< 
ni<bt leugnen/ »enn bie anbem bort gegebenen Angaben tyn Jerbei« 
rufen. 31) Jer. Berachoth Perek 2.; »gl. Soft 3. JCnb. 180. 
32) Legat ad Caj. J. 31. 



Aber in ber Seele ber Suben ging bie unerf$utterti$e 
Hoffnung auf eine btmmlifd^e Crlöfung t>oran, nur baß 
fte eben biefe ^immlifcfte mit irbifc^en SBaffen ju erfheu 
ten hofften. ©Amerj unb $aß, für bie innerflen, beilig^ 
fien ©fiter empfunben unb fettig geworben burdj ben 
©lauben an eine b^bete JBefKmmung, ^aben bie ifibif^ 
Kation ju Unglaublichem gefrdftigt unb getrieben. @ie 
ftnb ba« SDlotiü auä) ber großen jfibifeben Smpörung, bte 
in ben legten Sauren Srajan'« begann. Die fc^limmere 
Sage ber 9>rot>inien al« bie Stalten« unb SRom«, bte 
äBebrfidfungen £)omitian 9 «, me^r aber bie eifrig beibniftbe 
©eftnnung Srajan'«, baben bie Unterlage ffir fte gebttbet. 
Die Ausbreitung ber c^rifilicfien Steligton unb bie £)bc 
ber Stempel batten SJeforgniffe ffir ba« ^eibentbum uber^ 
^aupt fc^on Idnger geweert; man erfc^rirft fiber bie 2ra* 
janifc^e SRtlbe, mit ber er föreibt: „Conquirendi non 
sunt; si deferantur et arguantur, puniendi sunt" 
SSor feinem fi3ilbe muß Anbetung t>erricbtet werben, unb 

Ju i&m fagt 9>liniu« u ): „tu sideribus patrem intu- 
Isti, non ad metum civium, non in contumeliam 
numinum, non in honorem tunm, sed quia deum 
credis." Daffelbe berieten nun bie talmubif^en (5rjd^ 
lungen; bie eine, welc&e erjdblt, baß, al« an einem 
greubenfefle Srajan'« bie Suben gefaftet, weil e« auf ben 
9. 2Cb fiel, unb an einem SErauertage be« Äaifer« bie 
Suben ibre Senfler erleuchtet, weil ba« Si^tfeß gefeiert 
warb, bie Äaiferin bem Äaifer bie SBiberfpenfh'gfeit ber 
Suben »orfiedte: „Du befdmpffl bie Sarbaren, fomm 
unb befdmpfe bie wiberfpenffigen Suben, 1 ' unb S3erfol$ 
gungen gegen fte barauf flattgefunben 54 ), brueft nur bie 
böfen Solgen be« üHi«oerfidnbniffe« jfibifeber ©itten unb 
t^rer Unfenntniß au«. (Sine anbere legt fc(?r finnig in 
bie Verlegung einer nid&t religiöfen, fonbern nur natio« 
nalen ©itte ben ©runb be« Jtriege«. {Bäumten pflegte 
man ju pflanjen bei ber ©eburt eine« Äinbe«; bie Äai« 
fer«todS)ter, beren SBagen brac^, bebiente ffeft eine« foldjen 

Sur 2(u«^ilfe, unb al« bie Suben ba« niebt jugaben, fagte 
e bann ju ibrem SBater: „Die Suben ftnb wiberfpenßig 
gegen bic^" ,s ). (Sine britte, bie freilieft nxd)t oon Srajan 
)U banbeln febeint, brfieft ben Unwillen au«, mit bem 
man in ber ©ewiffenftaftigfeit ber Suben ffir ibre reli; 
giöfen ©ebrdutye einen Unge&orfam wabrnabm 36 ). 6« 
war aueb ba« feine Cmpörung gewöbnlicber 2Crt. 9Ran 
ffat mit Stecht bie Steifen 87 ), bie St. 7Ltiba na$ allen 



33) Panegyricus cap. 11. SDie JBerfolgungen beö Strajan 
gegen bie Suben erjagt, al« ben G^riflen gettenb, Makrizi, Histo- 
ria Coptorum ed. Wetzet p. 23. 34) Jer. Succa Perek 5. 

(rm-iö sn p. 93 a.) Cf. Echa rabbathi 49 a.; cf. Esther 
Rabba I. p. 85. 1. 35) Gittin 57 a. 36) Gittin 56 a. Die 
©efdjidjte oon bem febter^aften Dcbfen. 37) @r war in 9lebar* 
bea, Xfrita, 0tom unb Stalten (SBrinbtjft. Den Ort )^ m tt (Baba 
Kamma 113 a) ^ct 3unj (Benj. of Tudela ed. Asher IT, 236) für 
3ep()&rion erf idrt, aber benjenigen ber Orte, bie biefen tarnen traget!; 
ntebt ndber befiimmt. 3cb balte rt für ba* Vorgebirge auf (Supern/ 
benn baf ber 9lamt Cppcrn felbfl bebeute^ ^atte 3unj mit ffiedjt 
abgelehnt. 2Cfiba mar in Jtappaboden/ benn dtapaport f)at baö htm 
rftbtig in mns ©erwanbeltj bie berühmte SRetropoli« Äappaborien«, 
bie t>on Sofepb«* für 7** erf Idrt mirb, erftbeint t)itx nad^ rbnri« 
feber Xutfptaty, ba fte fonft flÄef4>ag bitf. Daf (tcb Diele Suben 



JUDEN (GESCHICHTE) — 13 — 



JUDEN (GESCHICHTE) 



Mnbent, wo 3uben weiften, gemacht l?at, naefc (Saßlen, 
Arabien, SÖab^fonien unb 2ffrifa f mit einem allgemeinen 
§5lanc ju einem Tlufftanbe in Stabinbung gebraßt. 2Me= 
fer !D?ann, von bem e§ in fofern mit Siecht t)it$: ba| 
„fein SRame t?om ßnbe bte jum 6nbe ber SBelt" 1 *) be* 
fannt fei, t)at baburrf), bafj et in ben $Ian eines Ftt^nm 
ßmpärerS einging, benfelben jur eigentlichen 6ntn?i<felitng 
imb allgemeineren iöebeiitung gebraebt. ©eine geiftige 
2(nfcbauung ctjarafterifirt eine ganj eigentümliche Siefe, 
mit ber er in ben (Srcigniffen unb ©Triften mebt pnbet, 
aU ein oberfläc&lic&eS 2tuge pel?t J *) r Sogar eine gereifte 
©c^wdrmeret lagt ftd) in feinen Äußerungen nid?t t>er* 
fennen, mit ber er ha$ Ijo^e Sieb att baS ^öd^fie ber 
Schöpfungen unb ben 2ag fetner ^robuetion atö hm rcicfc 
tigjien ber SBeltgefctyk&te prei(l ,0 ) / mit benen er bie £ei* 
ben feine§ Stalt'eS, bie Cntipüibigutig feines OlaubenS 
ben Tfnbern milber unb triftiger ma$t. @r fab in ifjnen, 
unb bieS gibt 2fuffc^lu§ über bie STOögtidjfeit feiner 3u* 
jlimmung jur 9?eüolution / nid)t minber bie ßrfullung beS 
g&ttlidjen SBorteä; ba, wo bie Änbern, erfäüttert uon 
ibret (Smppnbung, weinen, lacfct feine veftMuenfiuoUe 
<£eete 43 )- ® r ^ nn ntdöt ben Untergang feineö {Rational; 
lebenö uergejfen unb will tyn niefct mgeffen [«(Jen; wie 
bejetebnenb tjt für if?n fein Aufruf, ba| ber feine fltücf- 
Itd^e SJtinute mefjr abliefen werbe, welker nic^t hm 9. 2fb 
wie einen oollflanbigen geiertag, b. b- fern tan aller 
aSerftagStbdtigfeit, nur bem ©ebanfen btngegeben, fetern 
wirb 43 ). SBSelc&eS fein eigenttic&eö Serbdltniß ju bem 
Xnfubrer ber 6mpürung, bem ßofone beö ©terneö, gewe^ 
fen, i(i noeb bunfel, fo auef) fein 23erbd(tnifl gu anbem 
Stabbinen, bie iim nic^t alle terfianben ju fyaben fcöcU 
nen; gewiß ifl nur, bajj bie äBegetfterung, mit ber tbm 
feine jabfretd>en ©ebufcr mn (Sabatb bt§ Xniipatrte 45 ) 
folgten unb mit ber er iu SÄebien bie Selben .ßtob'*, bie 
®ott einem beffern Üeben jur ßntfünbigung uorauSfctjicft, 
üor weinenben Sub&tern prebigfe 4 *), bem lufjtanbe bie 
grofe unb gefdbrlidje Sentoung gab, „3n Ifrifa, auf 
ßppern, in Subda unb 9Hefopotamien erhoben fid) ju 
gleichet 3eit bie Unruben;" fefcon SPetroniuS Ijatte gefur^ 
ret, eö fönne fid) ein STOat aufragen, tt ha$ alle 3ubcn fid) 
vereinigten unb *>on allen ©egenben jufammenfdmen, ein; 

in (Siltcicn, $>amrtit)(ien imb in JUelnalten überhaupt aufbot* 
ren , bejeu^t ^Dbitc (Legat, ad Caj. §. 36) , unb ti beftdrt^f f;dj 
bo^cr meine 2?«rmutfjung, bof menn eö bei <Spartian (Hadnan 5.) 
bei|t f cd babe bei Ürttjan'6 Stob Lycia ac Palaeatina fa) empörf, 
aucb.on 3 üben in Ätftnaficn |u ben fen fei. Ztiba n?ar aueb nodj in 
•nt> V« pa^j, baö beipt in r<*C«"», ber «f>aupt|tabt oen ÜÄebia Iftius 
patene, fonfl @$a|a genannt (t^l. !D2annert, Gkcflrüpbie ber 
(3nc4cn unb S?5mer V, 2. 145); benn ba^ baß griecfyifdje '"f* 
brm femttif^en t«, kt:3, rpai entfprccb^ tft befannt. £». 2ffiba 
liebt bte SDleber (Bcrachoth $.b\ autb barum, nml, menn fie 
fictj beratben, bies auf bim gelbe t^un, wo c6 tüent* 
ger »erratben treiben Eaftl. Über alte tarnen »9L 92apa< 
port in Bikkure haittiin. 4, p. 70 hq, 

38) Jebamotb 15, 39) SBir fommen auf i^n, ber eine bis 
fanbere SBütbi^ung üerbiente/ unten nurücf. 40) Jadajim 3, 

<5nbe, 41) Cf- Maccoth 24 b, Echa rabbathi 59 d (mo bfe 
harten ju Der^tetdjen ftnb> ; cf, Sanhedrin 101 a» 42} Taa- 
nith :U). 43) Jebamotb 02. 44) Bereacbith Rabba §. 33. 

p. 29 a. 



anber $i(fe ju teilen, worauf efn unüberwmbltcber Ärieg 
ent (leben würbe 44 )*" 33ö§ W« ein allgemeiner 5>tan ju 
©runbc gelegen, bewei(! bie ©(eid^ritigfeit, in ber ber 
2tuf(lanb gegeben, bie feine talmubif*e 9?oti^ 46 > / ha$ 
bei ber S3eifolgttng Srajan'S in 9>ald|"}ina ber SStutfirom 
bi§ nad) ßppern Ji<$ erhoffen, bie auSbrücfücbe 9?acbri(^t 
beö 2)io ßafftuS, bap überall («Tiavza/oiJ ;^) bie 3u; 
ben ftd) empört unb jufammengcfdjart, tjiete anbere SibU 
fer 4T ) beä (Sewinne^ b^iber mit ibnen üerbünbet unb 
bie ganje HBelt tn SSewegung gewefen fei 4S ). 6§ war 
im Dor Ie|ten 3abre ber Regierung Srajan'§, ba er gegen 
bie ^artber in Armenien im gelbe tag, alö fie foSbratben, 
perlt in SRorbafrifa, 2>ort waren tn>n jeher bie 3uben 
in großer 3af?I; fc^on einmat, furj nac^ ber 3er(iorung 
be£ SempeJS, war ein Äufffanb ba üerfuebt werben imb 
Don jel;er lebten fie bort m bürget fiebern Swicfpalte mit 
hm JJanbeSbewobnem. SWit imbefcfereiblicber SButb wirb 
ber Ärieg gefügt w ); ibr Xnfübur, Änbreafi, Wldgt perß 
bie ibm entgegenrücf enben ©rieben ; biefc Rieben fieft na0 
Äleranbrten jurücf, wo ein gewaltiger Äampf jwifeben 
ibnen unb ben bortigen Suben enf|lcl;t ;ü ). Sn G^pern 
flanb Xrtemion an if?rer ©pi§e, unb no4 lange nat^b« 
burfre fitb fein 3ube ben epprifeben Äüften naben, fo 
grimmig war bfe Erinnerung an ben iübifdjen 2tuf|lanb, 
ber befonberS bie @tabt ©atamiö betroffen 51 ). 2rajan 
fenbet nacb Äfrtfa ben tapfern 9ßarciu6 3urbo 53 ); gegen 
bie mefopotamifeben Suben ergreift SuftuS ßuietuS *) 
bte febarffien SKagregefn, aber wdbrenb noc^ ZütB in 
^Bewegung 54 ) war, fiirbt ber Äatfen (Sr batte felbft nacb 
gKefopotamien jteben wollen* 2)er eigen tltdje Äampf foltte 



451 Phih, Legat, in Caj. §. 31. 46) Echa Rabbathi 49 a, 
t*#y| v^r>v ij *$m »p^a um irm. 47) Xfiba mar beim 

#frm<j oen Ifrabien, mtt bem eine Untertjaltuns berttbfet nrirb. 
Banudbar rabba §, 9. p. 196 a, 48) Üb. 69, exe. n Xiphilin. 
i'J) SDBenn auefe bie ©^tlbcrung beö 5)io 6df|Tuö übertrieben fein 
WA%$ fo ift bot% tn fö ticrjrerifelten 3uftiinben fein mobern huma- 
ncr ^ta^(tab ansuleflcn. SßinigfienS baö „noXXois 61 xal ptfaüvi 
dnb xQQviffis ätfnptov" finbet" fem Knatogon in einer autb in ben 
jAbffötn ©djriften ermähnten ©träfe f voo bte gotter, mit bei ben 
SRöinccn equuleu«, voin hv SWi ^etf t. (Sine merfnjurbifie ©feite 
Bereachith Rabba §. 65. p. 55 d. tautet: hv ^iiorra inw BN 
^(t *5 -i»siKi m*»ö n^m tt ytttB vniBTö^n; cf, Beresclu R, 70, 
p, 63 a.; et Buxtorf* Lex, aub Toce lüf^ Übn^enö tfl ba£ 
Tjofftt* tine frfjon aus ber ©tfdudjte bet Sufanna bei iDanicl in ber 
LXX bekannte Sobctart. 3m Briefe an Ut Hebräer 11, 37 
tommt fte oar* Der ^3rep^*t 3cfata* fall bte ©träfe erlitten ba* 
ben, mie Driflenefi fagt, ampte Ji Zu at naptttloans liy&vm; 
c(, Epiet. ad Africanum in opp. omn. ed. de In Rue f, 20, cf. Not. et 
Jehain. 49b. 50) Diu Com*, ap. Etueh. slovxovnq&p. Barhehraeum, 
Lumpisüni. Q$ m6ftcn t)erfd?icbene ^dupter ber cinAcinen Raufen 
gemeint fein. 2luf bie toart im Chron.Syr. beS Sarb. ijl tiidjt biet ju 
$ibtn, boeb ift feine dejabtung, baf fidj bie Empörer au# ?lfdta 
tia<b ?>alAflina gelegen, in fofirn mieftfig, M aueb fie fwr ben 
allgemeinen *pian fprtdjt, ber bie Nation gur (Smporun^ belebte. 
Vicerunt ubitjue locorum Judaet (ed. Bruns et Kirsch p. 54>. t 
51) Bio Ctt**, Barhehraeui. 52) Eu*eb.$ et Spttrlifin Hadr. 5. 
Martto Turbone, Judaeis compretsis etc. 9lamentli{fy von ber 
^radjt^Cteranbden« unb ber3erft&rung burcbSrafanu^mirbgefpr^en*, 
cf. Jer, Succa §. 5. dbenfo mirb eö GUün 57 b. ermd^nh et. Jat- 
kut Toldoth ed. Venez. I, 34 a. 53) Eusebiu* et Bio Ca*9. 

54) fl Aegyptufl seditionibu« urgehatur, Lycia denique ac Pa* 
laettiaa rebellea aniinoa eflerebant. 14 SfiarHan* Hadr* 5. 



JUDEN (GESCHICHTE) — 14 -~ 



JUDEN (GESCHICHTE) 



erft unter $abrian in Subda gefömpft werben, ©ort 
eben lebte 3t. Wiba, ber ben „So&n be* ©terne*" 
nacft mefjtanifc&er ©eutung t>on 4 2Rof. 24, 7 att 2Ref* 
fta* proclamirte. 3n {Bewegung fcbon bei SSrajan'* Sobe, 
mußten bie Suben bis auf bie (Entfernung £abrtan'$ äuö 
tiefen ©egenben warten, beoor fte flcfc erhoben* 6 ); ibre 
SButb oermebrte ein IBefe&l beS ÄaiferS, ber bie SBeföneU 
bung oerbot 56 ); bie Vorbereitungen jum Äampfe waren 
getroffen , SBaffen oor&anben 67 ), feite SMäfce vorbereitet; 
tm (SueriHaSfriege fügten fte ben Stflmern ben größten 
Schaben gu; i&re Änja&l unb tyr ©ebiet vergrößerte jufc 
immer mebr. ^abrian fab ffcfc genötigt, aud ^Britannien 
ben ©eoeruS, feinen tftc&tigjlen gelbberrn, unb bie bellen 
SEruppen gegen fte ju fenben. ©iefer fonnte fte eben nur 
absperren unb auSbwngern, ba er feinen offenen äampf 
mit tynen wagte unb burcb (Eroberung me&rer fejler 
9>läfce, burcfr £inter&alt unb IifKge SJerfiprecbungen gort* 




i 



vom SKeere jwift&en Säfarea unb ©ioSpoliS, 1)attt fi# 
©areoc&ba jurficfjjejogen, bort ftcft geraume 3eit gegen 
bie Stömer verjwetPungSoott oert&eibigt, bis er enbltcfc in 



55) »naQoviQS (*tv %v rt ijj Alyvnitp xcä av&tg Iv tj 
Zvq(q rot? lidytarov ^fftz/afoy." Dio Cass. 56) Spartum. 

Hadr. 14. „Moverunt ea tempestate et Judaei bellum, quod 
▼etabantur mutilare genitalia." ©a fte fdjon rebeUea waren/ 
ol« $abrian §ur dtegierung Farn, fo ift ba« nur eine SRafreget 
$abrian'«, um fte ju unterbrächen unb tu beftrafen. &ai Berbot 
ber äJefc&neibung erwdfcnt bie Mechilta Jithro tum jweiten ©ebot 
bei JDefalog* cd. Wilna p. 94; cf. Jnlkut, Schimeoni ed. Venez. 
I, 81 d. 3unj, ©uta<b*en über bie »efebnetbung. (granff. 1844.) 
©. 9 "an rot irb&a i* anini iwpj ogl. ferner Koheleth Rabba 
». 65 c. d. 57) „rix tnla tmiax&tna ocptoiv rjtiov iniir^ 

tta xaieoxtvaoar tag anoöoxi/uao&uotv avtolg vn ixtiyuv 
XQrp«o&ai." 58) 9ta<b $io Gafftu«' ©(bflberung. <5r &d$lt 
an 50 tpQovQia unb 985 «äpat, bie ©eoeru« gu erobern fcatte. 
9. 3o<banan gibt (Midratch Ruth p. 27 d) an, baf Don Änti« 
patri« bii Qabaty rrmß nia^ iwmd gewefen. 59) 3n jroci 

3rinerarien wirb ein Cetaru« |»if<ben (Sdrarea unb 2)io*poti6 ge« 
fe(t; cf. Rtland y Palaeetin. p. 626. JDamit fh'mmt bie Sage fe$r 
gut überein, bie e« na$ ben talmubifdjen Siac^ricfiten fiat (c£ 
Bcha rabbathi 82 c), wo H üier aRtllten oem SfÄeere entfernt 
gefegt wirb. Q&ittin (57 a) bat nur eine SOZiU. 2»it biefer norb* 
liefen Sage fHmmt ferner bie Muchna Challa (4, 10) übtxtin, benn 
wa1)xfä)tinliä) f weit e< in ©amariti« lag, %alt bie ba$er gebraute 
Challa ni^t. Chifebiu« freiließ beflimmt ü)re Sage nic^t weit Dan 
3erufalem, unb bie< ifr bfefetbe Annahme/ bie öflor $a ))are(i 
ttabitionett im Sanbc überfommen (3un§ im Benj. of Tud. cd. 
Asher II, 438). Aber Gufebiud (>dlt rt für ibentif^ mit 8et$* 
d^oron, bad grie^ifd^ fiaftaipui', Be^oJ^oy genannt wirb, wa« 
fdjjon 9telanb burc^ ben einfachen »ewei* wiberlegt, baf 8etd4oron 
fonfr Borlommr. teuere ©elebrte (ogt. 3un§, ©.©.©. 152. 
n. a. Benj. r. Tud. II, 438 Not.) batten cö für im rv^a, abtt 
öufebiu« fennt H no(^ unter bem alten Warnen, unb bie ffalmu* 
bifien (laben eine anbere ^Deutung, bie. ber ©a^ nac^ ni$t falfft 
ju fein brauet, ba fte ein ibnUdlje« wie iw& u. Ä. hervorbringt, 
ndmli^i au* *m rrz $a\xt ber äunbftaft. Xu« ber (Snd^lung 
in Jcr. Taanith Perck 4. (ed. Krakau 69 a) Bcha rabbathi 1 1., 
bie fojon Sig^foot t)at (Opera omnia Francqu. 1699. Tom. II. 
p. 143), ge$t bereor, baf e« ntdjt na^e an Serufatem gelegen 
unb erft feine Sebeutung na* ber derftbrung bei Stempel« er^aU 
ten )at. 



bie ^dnbe ber JJeinbe fiel unb mit 3t. Tttiba unb anberen 
Srefflicften ben Sob erlitt. S3on ber Art unb SBeife be* 
r&mtfcften Äriege* ifl und noefc eine jübifc^e Slotij übrig* 
geblieben 60 ); ebenfo bejeic^net bie erid^ung 61 ) Dom 
graufamen SRorbe be* 3tfiba nur, wie gut bte SR&ma 
tbren mabr^aften @egner fannten. JBarcod^ba bÄttef?^ 
wie ein Mnig gebdrbet unb SRßnjen geflogen 6S ); bes 
nen, bie bem ^abrian nic^t juwiberbanbeln motten unb 
tbre wabre öefc^neibung burc^ fünjilicbe SBorbaut erfeftt 
Ratten, befahl er nochmalige JBefcbneibung "). Serufatem 
febeint nic^t in feinen £<fnben gewefen ju fein, alS ber 
©ift bed xbmiftyn ©tattbalterS; eö foüte eben in eine 
r6mifc^e ©tabt oerwanbelt werben, unb au$ ba5 ffibrt 
2>io Safpud aU einen ®runb beö ÄriegeS an. Aber 
über bie 3eit be« Äriege« felbjl iflt große Uneinigfett. 
Der t>on JRa^aport aufgefleQten Meinung, bie ber jfibt« 
feben 3eitre^nung folgt, glaube ic$, bur* eigene (Srfinbe 
unterftit^t, mit Stecht ju folgen. 1) & ifjf ni$t m6g* 
liö), ben jöbifcben Äufflanb m Subda ftc^ o^ne 3ufams 
menbang mit benen in 2lfrifa unb Sppern ju benfen, 
folglich fann au(b bie Seit ber (Empörung in biefen 8dn* 
bern oon ber in jenem feine aH)u entfernte fein, ein 
©c^lufl, ber o^ne bie oben angegebenen bejfimmten *vattn 
riebtig wdre. 2) ©eoeru* tft ber öefteger ber Suben. 



60) Echa rabbathi p. 49 a. (rb* Vy) ^abrian f)at brei SSurgen 
angelegt, oon wo oud er bie Suben ju fangen unb abjuf^netben 
fu*te$ bie »erfteeften locftc man burcb »wfpredjungen auö i^ren 
€J(blupf»infeln unb t6btete fie. 61) »an fott fein gletfcb mit 
etfemen Ädmmen }em'ffen fabtn. Berachoth 61 a. 62) Jcr. 
Maaser Sehen! Perek 1. Halacha 2.; cf. Lighlfoot, Opp. II, 143. 
Uner$6rt aber ftnb bie ©djlüffe, bte SRünter ((aap. lo. ©. 57) 
aud biefem iDatum gemalt (at. »an bat einige Ölungen mit fa* 
maritanifeber e*rift übrig, auf benen bie Befreiung 3erufalem« 
gefeiert wirb. J)er Warne be< Surften Simon erfebetnt auf i^nen. 
SBie lebenbig ber Streit über tiefe «Wünjen gemefen, Jann man 
leitet au* ben ©Triften oon Slelanb (De nummis Samaritania), 
ßtttu« (ep. ad Relandum), iDepling (Observ. Sacrae. XXV. p. 
236), (Stytl (Doctrin. Nummor. III, 465. 466, bem 3 bei et 
folgt. £anbbu<b ber ^ronotog. I, 535) unb befenber« aus $ere§ 
©aper (Vindidac Nummorum Samaritanorum, bie gegen £t)d}fen 
gerietet ftnb) erfahren, ©ie ftnb o^nc 3weifel SÄünjen beö SRac» 
cabder« ©imen, be« ma^aft unabhängigen gürften ber 3*rae* 
liten, unb SKünter gejt nur in eine bur$au* oerwerfene Meinung 
ein, wenn er fte für SRünjen ©arcodjba'« Jdlt. 2fuf einigen ftnbet 
man ndmlt<b rbmtfcbe« ©eprdge, »ad auf Srajan (inbeutet, unb 
SRünter glaubt ba^er, baf fte oon »arcod&ba umgeprdgte SKünjen 
feien, bafi »arco*ba Gimon (iefi, ft<b Surft SöraeU nannte, 3e* 
rufalem befaf. 2fber »dre f<bon an^une^men, baf 120 n. (Sbr. 
in Serufatem {Rungen mit famaritanifeber ©^rift geprdgt mürben, 
fo tft boeb gemif niebt autfgemaebt, baf bie* öer&dltntf ber Um« 
prdgung nity umgefe^rt gefeba^, unb ju oermut&en, baf ber ©runb, 
»arum mir fo wenig foteber SKünjen überbaupt Jaben, ftcb au* 
biefer Umprdgung ergebe, »arcoebba, ber ©ternenfo^n, f)at 3eru« 
falem nie befeffen, alfo nie befreit, unb gdtte auf feinen 2Xün$en 
»ol oon feinem SKefftaötbume ttmi einliefen taffen. Auf bie 
©teile Baba Kamma 97 b. I ommen »tr unten |urücf . 63) Bc- 
reachith Rabba 46 a. SRit bem JBerbote ^abrian'* Jdngt »ol 
au<b ftufammen, baf bie ebriftti^en Bifcr>6fe oon Serufatem oon 
nun an nity me^r ex dreamdsione waren. Euteh. Chron. Ca- 
non, edd. Mai et Zokr. p. 382. Samuel Anient. p. 35 tq. 
3ufKn beriebtet in feiner Apologie oon Verfolgungen, bie Sarcoa^ba 
gegen Triften angefteUt (cd. Mon. 8. Mauri. [Hagae 1743. Fol.] 
p. 62). 



JUDEN (GESCHICHTE) — 15 — 



JUDEN (GESCHICHTE) 



<5r fofl na* ÜHünter unb 3o(t im Safere 135 bie ©tabt 
erobert fcaben; aber ni*t nur, baß ©parttan feine fhrfc 
fettur über 3ubda f*on in ben Anfang t>on 4>abrian'3 
Regierung fefct 61 ), muffen, ba ©et>eru$ na* SJeenbigung 
be$ jübif*en ÄriegeS no* IBit^nien * r ) verwaltete unb 
Verfolgungen t>on $abrian au$flanb 6& ), mefyr ati jwet 
3abre bttf ju bem SEobe beä #abrian Dcrffoffcit fein. 
3) <£$ tfi fein ©runb Dorbanben, an ber jubif*en 2tn* 
gäbe ju zweifeln, bag äöetbet im 52. 3abre* 7 ) na* ber 
3erfl6rung be$ Stempels jerffßrt worben fei, alfo im 3al)re 
121 — 122. Xu* anbete *ronologif*e 2>aten be$ 2afmub 
finb richtig; I>ier aber flimmt battiit bte 91a*ri*t beö ^>rcro= 
nprnuS ubercin, ber ben juieg in ba6 50. Safer na* ber 
3erftorung frfet unb feine 2)auer, wie bie 3uben, auf 
3abre w ; beregnet. 65 (limmt bamit bk Angabe ber 
(Sonfuln im Chronicon Alexandrinum * v ) überem, unb 
mebre SKünjen™) führen baffelbe Datum. Dagegen 
fpri*t eben nur bte eine OTotis beö Sufrbiu* „uxfa%avro<; 

6* rot; 7roXt)uot' eVotfg oxTMjeafdfxeiroiJ T^g i,ytf.tovtu$ 
\4&QtavQv xara Br}&&f}Qa n6hy* i Tibtt ©UfebiuS' 2frü 

gaben finb au* fonjt mebr allgemein aB genau, unb biet 
liegt üiellei*t nur eine SBerroedjretung mit ^tm 18. 3abre 
beS Srajan vor, in Um ber Ärieg begann, wie er felbft 

bat j ? ?*)>7 yovv tov arrox^axopo.; *i£ Mcu'iw oxtwxuj- 

tU'xatov ihnioiio^ iDic Siamengebung t>on Aelia 
Capitolina für Serufalem, bie na* Günter 71 ) |>abrian 
an frinen Viccnnalibus vorgenommen tyaben foH, ijt m*t 



64) ©parttan nennt, flatt 3uttu6 Btmtüi bei iDio, Gatütii* 
£et>rruö. SSeoer £aorian na* fftm gebt, ^at er nod) mancherlei 
fu ft?un, ben £u|tu$ JQuietut abjufefcen, ben S&artiuö Üurbo nadj 
Sefiegung ber 3utcn in Sirene nacb SJtauritantcn ju [Riefen. 
Pott hoc Antiochia digreisua est ad imtpiciendat reliqujas Tra- 
jani, quaa Attlanua, Plotina et Matidia deferebant, Quibus 
exoeptia et oavi Roniam dimissis ip«e Antiorhiam regreaaua 
praepositoque Syrlae Catilio Severo per Ilhrieuiu Romam venit, 
Hadr. 5. t>5) Bio C*u. ed. Han p. 794. Mj CatiLium 

Sereruin inaecutu» e*t. Spart. Hadrian. 15. 67) <g£ gewann 
etne Sibeutunq im 52. 3ob« nsj " 2r c * r ^ II WJ ^oi* S « 
r H z ppri fc "x-; vi^a. Jer, Taanith. §. 4. j cf. Kcha rabbathi 
52 €. Unb 3 Vi 3aforc tft e0 belagert roorben. ©ebon öor S!apa* 
port (Kercui CheniPcL 1843. t. 7. p, 177. I7S) ^ai efö^tfoot bie 
2Tn^abc angenommen (Opp. Posth, p. 89). Dag aber bie 9fabbfncn 
cjanj Tifyta, in tai 3abr (>0 n. Öbr bte 3erft6riing 3erufalemß 
fesen, unb baf tbre ctjronoLöQif^en £>aten gan| rtcftrt^ finb, menn man 
f»4 nur auf ibren ^tanbpunft erbebt, werben mix unten buteft ein 
Scifptct ju bemeifen baten. 68) Commentar, in EpUei. cap. 5. 
..post quiih]uagi(ita annoa sub Aelio Hadriana uaqite ad solum 
incenaa cirttai eat et deleta;* 4 cf. in Danielem cap. 9: . f Trea 
autem anni et »ex menses sub Hadriano »upputantur;** cf. in 
Ezechiel 2i, upp. 3. p, 863 unb in Jeaaiam 7, opp. 3. p. 65: 
.,Quando post annoa ferme quinquaginta Hadrianua venerit/' 
3fus biefer CucUe ijl aud) wol bie Angabe bei 2CbuIpbarabfdj , bie 
aucJfc 9?apopcrt fdjpn anführt, Hoc anno (quarto Hadriani) prodiit 
Hieroaoljoiis uuidam nomine ben Cocab etc, 69) S3gL 

'?ünfer ©. 73. 74. 113; benn bie S3erroanbtung Scrufalcm« in 

gina na6$ J)io bem JCmge »otan. 70) ffliünjten mit Tel- 

•tabiliu finbcn fid) fdwn aus ben uferen 119, 120, unb trenn 
bki eine >|>inbeutun9 auf ©erubiguna, ber ^mpkuna ijt, fo bat ei 
niebte ju Tagen, ba§ ba6 brifte öonfulat nod? fpdter erfdjcint. 
"lönter ©. 84, 85. 71) SBunberifcfeer Xrt mül hier Gunter 
(&. 83) ben IDio mibertegen, aber U mare boc^ fejt fettfam, baf 
ü'tfer tom 4><»brian erjablen foUtr , er balre an ben ©enat a,f* 
fc^n'cbfn, obne bte Jcrmel „idj unb bai |>eer ftnb ro^l 1 ' binjih 



bur* auellenWr if ten belegt; fle tptberfprtcfef t>termebr bem 
2)io (SaffiuS, ber fte an ben Anfang be$ Äriegeg Derfe^t, 
unb e$ t(l rüabf f^einlic^ , bag einer ber erfien ©(britte, 
bie t>on ben JRömern ßegen bie Empörung ber Suben ge= 
tban Sorben finb, bte iBefegung SerufalemS, bie 3er= 
jlörung tbrer $cßungSiwrfe gemefen fei, weil man fid& 
fel)r woi)l an bte SJfrttjeibigung gegen 2ituö erinnerte, 
J^abrian war in Subäa am Anfange feiner Regierung n ); 
ba§ er beim |>eere war, erjdblt Dia (SafjtuS^), unb in 
biefe 3eit mug bie ©raeifirung ber ©tabt faKen, $u bet 
ber eigene 3?ame binjufam, 2)aljer fpielf au* Serufaiem 
in biefem Ärtege feine Siotle, weber bei ben jubife^rn 
Autoren, bie eS nic&t unerwähnt getajjen harten, noeb bei 
ben Änbern 7 *^ bie SBetber fennen; nur bei benen 75 ), 
bie (roteres nidfet fennen, unb benen jubif^e Empörung 
obne Serufaiem ntc&t benfbar ijl, lommt eä »or. übet- 
fjaupt f^eint ber ©c^auplafc ber Srnpörung öie!mel?r ber 
n&rblicbe 2beit 9)aldflina'ö # ©altlda, ©amarta, baS ®e^ 
btrge epbtaim, al§ 3ubda gewefen ju fein. Son 2ibe= 
ria^ unb 3abne war fte ausgegangen, in beten ©egenben 
na* SerufalemS @roberung ft* bie 3"ben grogtentbeiB 
gebogen; ba§ bejetfrict au* bie drjdblung, ba§^abrian 
an brei Drten gegen bie öerßetften 3uben 2Ba*en au$* 
gepellt, in t*n?:n, in tr^^p? IM unb in iiiti bt« r^a *)j 
benn fowoi bte er(ie ©tabt al§ bie nabere äBef*reibung 
ber legten bur* *mrn beuten babtn; ffletber lag felbfl in 
biefet ®egenb, 2tlTe Ärdfte ber SJergweiflung waren in 
biefem Ärtege erf*6pft worben; ungebeure Sagten brau« 
*en bte 9tabbinen ; um, wie fic bte 3a^I ber Ädmpfcr 
unb ibre SapferFett ausgemalt, au* ben unenMt*cn 
Sierlup ju f*i(bern; äöett?er, in beffen aRitte ft* na* 



jufu^en, menn er nirfjt beim -ßetre gewefen ^ gon| abgefe&cn bauen, 
cb t&abria® fit wtrtlicb ber SÖevlufic wegen wrggtlaffen. 

7*2) ^amit ftimmr bie genauere ^nij abe beö GpipbaniuS über* 
ein, ba@ £abrian in ^aldRtna im 47. 3abre nadj ber 3eiilcrun^ 
bed SempelS gewefen nf**** ^ 1f i wC HC »^ 'ftQucolvfitw /p»j- 
pikfH*** de meut, et ponderibus t 11. p. 17Ü, 73) S3et 

dufebiuä. 74) Dreierlei tfl babei p erwähnen: a) 8inb bie 
Autoren fpdt b) 3ft S3ett)er nadj ber Eroberung be« förtti ntdjt 
me^t t)on einte Scbeutwng unb mu&te ft* febc fpdttre (Srn>d> 
nunq t bie wtittt nidjtö qU bai factum fennf, an 3trufakm 
anfebtieN". c ) $&t 4>abrianu^ Serufatcm boeb gebaut, ben tarnen 
be6 Xlten für baß dltut benuftt. @ö ift unmo«licfa, 2futoritafen, 
wie ba€ Chron, Alex,, Xbu!p^arabfdb> tyaui jDtaconug, Öcbrcn, 
9£tccpboru6, öalliflu^, @uibaä, bie 2l'Ue nur baffftbe geben, gegen 
ba$ b^f^ bebeutenbe ©cbmetflcn jübifa^cr Tutoren, bte üon 3cru* 
fatem in biefem Kampfe me^tö ersten, unb gegen 3>to Gafitua" 
nur trgtnbwte in Änwenbung p bringen. Xppiatft Angabe begebt 
ftdj nur auf bie örobenrng von Xtia. 75) Echa raubathi 49 a. 
S3on **r*an ift bai gewti, fei U nun in ber 9täbe t>on ütberia«, 
mit bem e$ fI4 fp^er vereinigt (3unj, Senj. t>. SEubela II, 402. 
9tctt) f ber ^argumif! t?on 4 SWof. 34, 8 fe$t für Ptfi ms^ ober 
fet eö jenes ^»" r<m t baß i?on ^C'fua 21, 32 in 9tapbtbali er- 
wibnt wirb. £er 3ufammenban^ würbe nicfjt übel für bai er fte 
fpredjen* w^t3^V W fft, mie mir fdjeint, Gaparcoria, ba^ beutige 
iCefr JCub, über befTen Sage sirifdjen ©cnt^cpoli« unb ßäfarea 
man SRcbinfon (Palajcitina etc. engl, odition I. p. 470. 471) ©er- 
ßiri*e. J?af Bon einem SSetbel WWH1 gefproebett wirb, wa(jrenb 
es fcing au§erbalb Subda'ä gab, fdjeitit eben auf 9lidjt -- Stibia M 
bie ^ttmatb be* €cbretberi b^iiweifen. 76) SR unter €J* ÖÖ* 



_ 



JUDEN (GESCHICHTE) — 16 

iferer ©c&ilberung ein jroeiteS Serufalem entwitfelt, ging 
mit ad brn SEtefflic&en ju ©runbe unb ber fiJlutfhom 
flog bis jura SReere. Äucb bie Stömer litten fcarte 83er* 
lüfte, oon ben ©d&recfen biefe* Ärieaeö fpricbt man nocb 
fpdterbin; tote nadj) Sppern, follte rein 3ube mebr na$ 
Serufalem fommen, titelt in bie SRäbe bejfelben ftcb xoa* 
aen, SBac&en f ollen ibnen bieS oenoe^irt ^aben 77 ); bie 
2eic&name ber ©efaßenen lagen unbefiattet 78 ), ber Steft 
lebte verfolgt unb oerjiecft, wtyrenb in ber ^eiligen 
©tabt 79 ) Stempel unb ©dulen brt freibnifc&en ©otte* 
ftcfc erhoben, bem ©erapiS unb Äboni* geopfert »arb, 
Zuratet unb moberne ©ebdube erbaut würben 80 ); — ber 
©cfcmerj über getdufebte Hoffnung unb bie furc&terlic&e 
©egewoart mar ungemein. 2>aö Änbenfen be$ SSerföbrerJ, 
be$ fogenannten ©ternenfo&ne* , branbmarfte ber SRame 
,,©obn ber 8üge" 81 ), felbfl bem SRamen Setter gaben 
bie 3uben eine nic&t ebrenöoHe Crftdrung; nur beS Stabbi 
2ttiba, roierool febon ein befonnener 3eitgenoffe ju tytn 
gefagt, baß e&er ®ra$ au£ feinen Xtnnbacfen fprtegen, 
ald ber SReffta« fommen werbe, unb aller berer SBeifen, 
bie mit tym ftarben, bauten fte mit Cfcrfurcfct unb un* 

8efc$rodd&ter Xcbtung; fle pellten ben SJerluff t>on Setzet 
ber ben gaß Serufalem«, unb fte faßten Zrajan unb 
«ßabrian »ie Situs unb üRebufabnejar. Unb boc^ waren 
bie Unruhen niefct ade gefüllt, no<& Xntonin b^tte mit 
tbrer SSerufcigung ju tbun, unb e$ gelang ibm bie« beffer 
al* burefc fem #eer burefc bie erneuerte Srlaubnig ber 
JBeföneibung ") unb ber 83egrabung tbrer Sobten M ), 
*on welker (enteren 9t. £una fagt, baß t&r ba$ ©ebet 
^oam rart ben Urfprung Derbanft. SRarc Äurel fagt 
»on i&nen, fiaunenb: „£) SRarcomannen, &uaben, ©ar* 
maten, enblicfc babe icb Unruhigere gefunben, al$ i&r 
feib" 8 *)! er weiß ft$ etwa« bamit, bie SWmer ju trk 



77) Echa rabbathi 52 c. 78) 9ta<$bera »etfcer |erff6rt 

war, »urbe •piinsni f4wnwo pöp Echa rabbathi 46 c. . 79) 
Chron. Alexandrin. $ t>gl. {Runter ©. 90. 91; DgL bie Xnfufc* 
rangen aus SXalala unb Dio bei Eckhel, Doctr. nummorum 3. 443. 
(Jine $a$Uofe SXenge warb als ©Waoen »erlauft, bei ber fogenann* 
ten Serebintye, unb bie übrigen auf bem Gtla&enmarfte bd (Saga 
nadj bem Chron. Alex. (Säuberungen bei oerwäfteten ganbet 
me$re bti ben JCirc$eni>dtem$ »gl. 3uftin, SDiat. mit 3r9p$. 
©. 116; Apologia I. p. 71, wo er ju bem äaifer Xntoninut 
fagt: „3)af i$r oer&inbert, bafs fein 3ube in ber ©tabt fei, unb 
ber Sob beftimmt fei bem, ber fte betritt, mifit i$r." SBaft ^ie« 
romjmu* jum 3ep^ania ((5ap. 2) erjdjtt: „Yenire populum la- 
gubrem, confluere decrepitas molierculat, et senes pannit an- 
nisque obsitos et in habitu tuo iram Domini demonatrantea 
plangere minas templi sui," $at noeb tange 3eit (inburdb ftattt 
gefunben. 80) @« ffnb aueft bie fOreinungen auögefpro^en , baj 
Sar (So^ba*« 9lame üon ber Qtabt 6o(^ab entlehnt (cf. Reland, 
Palaest. p. 778) unb Bar (Softba fein wirflieber Sporne (8Run* 
ter @. 76) gewefen, worauf ein dfcnlic&er ©tabtname beutet. 
81) jßgl. ferner Sanhedrin 93 b. 82) „Judaei ipsi ut possent 
circumeidi indultit iia Diyua Pins." Modal, ad leg. de sica- 
riis. Ipsi fte^t, weit fle nur fi<b, ni^t nadj bem ©efebl berfelben 
Äaifer 2fnbere beföneiben burften; ogt. SRünter 6. 100. 83) 
Reha rabbathi 52 c. wi ^nn *j?* naw t* •j'ap'MD nrri» ^ita «Vi 
n*aps niiapV **ra ■»aiin wn^aw öv» *** nain ^i öi*api örri» 
3««öm aiisn. «Rur ber XuSbrucf , baf fte wieber mit i^rem Seben 
unb i^ren ©itten gebuibet feien, liegt in tiefer örlaubnif. 84) 
Amman. Marall lib. 22. <&i ift fein örunb tMrbanbeni an bie* 



JODEN (GESCHICHTE) 

ffen, baß »eber (Silicier, ©prer, ^S9t>ter noc$ Suben fte 
befugen wfirbea 86 ); gronto fieOt ben Ärteg benn>artbtf4en 
unb britannifc^en an bie ©ettc "O; noeb in Supin'« JMatofl 
mit Zryp^pn »etg fteft bie ©efettfeftaft baoon ju unters 
galten 87 ). 2Ctd ber Äampf jwifc^en Sliger unb ©cwr 
um bad SBettreicb begann, ßanben bie Suben auf SRiger'* 
Seite 88 ), SKfinjen jeugen opn feinem Äufentbalte in 
Äia 89 ); bie (Einwohner von SleapoliS ixrlieren baffit tbr 
Bürgerrecht, boc^ febeint er fpdter ibnen bie ©träfe er* 
laffen ju ^aben 90 ). 21» ber SRduber 6laubtu§ mit um 
erbörter Jrec^beit in Subda Räufle, ©eteruft bie JRube 
berfleQte, beßellte it^tn ber ©enat einen Triumphes Ju- 
daicus 91 )» unb ber Äaifer fanb e$ för rec^t, gegen bie 
fBefebrung tum Suben ^ unb Gbrifient&um ein Serbot 
ergeben ju laffen 91 ). 35ie§ lefite jibt und @e(egenfeeit, 
eined anbern t>ie(fac^ befproebenen ©eriebte* ju gebenfen, 
ber mit Äntoninu« bie Suben in einen engen Bufanu 
men^ang bringt. 

Der ungebeuere Aberglaube ber Stimer t>eran(a§te 
ndbere »erübrung mit ben öeftftern unb SBere&rern freni^ 
ber Suite, weil man fteft nic^t mebr mit ben eigenen 
©öttern begnügte. £>af* bier bie Suben eine bebeutenbe 
StoOe fpielten, ifl natürlich, »efannt ifi bie 6. ©atpre 
3ut>enaP8 unb namentlich feine SBorte: 

Qualiacunqae roles Judaei somnia vendunt, 
Spondet amatorem tenerum rel divitis orbi 
Testamentum ingens, calidae palmone columbae 
Tractato Armenius yel Commagenus aruspex 

Chaldaeis sed major erit fiducia, quiequid 
Dixerit Aatrologul, credent a fronte relatum 
Ammonis, quoniam Delphi» oracula ceuant. 

9>erftuö wirft ben Stimern t>or, baß, ebe fte ben Ärug 
an ben JBtonb fegten, t'bre Sippen ffcb bewegten, nacb 
jfibifc^er ©itte ©efabr förebten, wenn ein (St jerbroejen 
ifl, ieben SÄorgen einen Änoblaucbßfopf effen, ber brei 
SRal befproeben tp, um b6fen ©efebwüren ju entgegen 9I ). 
über bie deliramenta raendacis catastae fcbtmpft no<b 
Stutlliu« auS ^umantia (I, 393); ^abrian erjdblt in feb 
nem ©riefe an ®ert>ianuS: »Nemo illic archisynago« 
gas Judaeorura, nemo Saraarites, nemo Christiano- 
rum presbyter, non raathematicus, non haruspex, 
non aliptes 94 ), wd^renb er felbfl für einen großen 3»a^ 
tbematifer gehalten fein wollte, ber bie 3ufunft feinrt 
bebend t>oraud beregnet 95 ), unb SRarcu« Xureliu«, ber 
ffoifge 9bilofop^, unterläßt nigt bei ber marcomannU 
fefeen ©efabr, ut nndiqae sacerdotes aeeiverit, pere- 
grinos ritus impleverit w ). Xber erfl bie Regierung 
bei ©eberifgen ^aufeS bra$ ben 9lationalf!olj ber 9t6$ 

fer 9la<bri(&t ju jweifetn, um fo weniger, ba bie Suben ft$ felbff 
mit bem Äoibiu* Gafffu* gegen tyn oeebänbet Ratten. 

85) Dia Com. Üb. 71. p. 811. (ed. Han.) 86) Ep. ed. 
Mediolan. U, 321. 87) Dialog, com Trvph. p. HO. 88) 
Spart. Serer. cap. 10. 89) Eckkel. 7, 157. SÄünter ©. 101. 
90) Spart. Serer. 14. 91) Ibid. 16. 92) Ibid. 17. 

93) Sat. V. r. 183, turnet alba fidelia vino labra morea ta- 
citoa etc. 94) Kopitc. Saturn. 8. 95) Spart. Ael. Venia 3. 
96) Capürim. Marc, Anton. 13. 



JUDEN (GESCHICHTE) — 17 — 



JUDEN (GESCHICHTE) 



met unb ba§ nationale Element im ?eben gdnjttc$. 2?ie 
SJegierung ber gütfien tiefet $aufe$ bat oljne 3roeife! 
erfi bte 9R6giidi>feit geföaffen, baß ein 3a^rfjunbert fpdter 
ein Äaifer ßfyrifl werben tonnte; weil er unb fein ©oljn 
gdnjlid) jufammenfrangSloä mit ben früheren Äaifcrn unb 
außerhalb ifalifcft - römifdjer tfnföauung ftanbrn, fonnte tjon 
ibnen allem bte ©maneipation aller im wmifäen Steidje 
JJebenben auSgefyen, u?ie fte auefc bie Üoleranj gegen 
frembe Gülte unb bcfonbrrS gegen ba& Subentfjum nidjt 
wie bte burdj Aberglauben beroegten einzelnen übten, 
fonbern, inbem fie bie SBefenner t>om SJürgenedjt nidjt 
auäfd}taffen , baS Sefenntnif felbft anerfannten unb $ war 
M ein maggebenbed SKoment für baö £eben ber JBefem 
nenben. Der XuSbrucf be$ ©efefeeS, roeld>e$ auf t?du§= 
tiefte religiftfe yflidjten ber Suben SRücffkbt nimmt, Fann 
weber obne eine gerotffe tfenntnif? ober eine Berbinbung 
mit Um 3ubentf?ume gebilbet fein, noeft fann biefeä ben 
3uben als eine befonbere @unft ni^t erfc&ienen fein. 9!ur 
ibre JRcligion, t>or ni$t langer 3eit verboten, mar bie 
religio Jieita neben bem |)eibentlwme ; baß e£ ba§ ßfjm 
ftentfeum nieftt mar, jeugt unbebingt »an gemiffen ndberrn 
Serbdttniffen bei laifer* mit ben 3uben, a(S un£ ju 
reiften gemattet ifl. Ber SWame 4?eliogaba( ip «in üer* 
fludjter in ber rimiföen ©efdjidKe; aber menn f$on fein 
33iogiapl) felbfi geflefyt, ba$, um feinen 91acbfoiger ju 
ergeben, man ifcn noc$ met)r gef^mdfot l?abe r ) t fo 
tjt nur ber unbefonnene ßifer, feine Religion, bie fo 
viel grembarttgeS für bte römifdjen ©itten kattt, oI5 
©taatöreltgion einjufübreu unb bie ©ebrdudje feines 8an-- 
fctf bem immer no<& nationalen Solle aufjubrdngen, bar an 
©«ftulb # baß wir fein feben in fo furchtbaren 3ügen 
fennen. Nee Romanas taiitum ex&tiuguere voluit 
religiones, seel per orbem terrae ununi. studens, 11t 
HeUogabalus Deus uims ubique eolerctur y8 ), ©eine 
XSertefeung tjeimif^er Altertümer mußte IHes erbittern, 
unb man rcotlte ifcrn bie 2trt unb SBeife, auf weiter 
Marcus per Chaldaeos et Magos id egisse, ut Mar- 
coman in populo Romano sein per devoti essent, 
nid)t fagen, benn coit&tabat illum ob hoc consecratio- 
nem quaerere, ut eani dissiparet **). offenbar folgte 
er bem jfibiföen ©efefe menigfienö in mancherlei fünften l ), 



97) Lamprid. Heliogab. 3Q. „Sed et haec nannulla fidem 
tr*n»cuntia credo eise fieta ab ii« T qui in gnitiam Alexandri 
HeLtogabalum deformare voluerunt." 98) Lnmprid. Heliogab- §. 
99) Lamptid, Heliogab. i*. 

I) <Ban$ irunber^are ©atfteii rottbtn oen Mtfem mertmürttgen 
*D?cnfd3tn rr^t?It / btr fc fd)bn voax, baß ^erobian ooti tfem fügt 
(5, 3): „ttntixciatv är Tt$ to pititnxtw diWVQW xalnTg 

iIxoGir." T&btv tvmn man mittv fybrt, bo| n feinem ©otfe 

oTvvv it iov 77 rticttoiniöv xat XttlXtarov nolitjhs nptfoafac 
föTf ßmttiov nQöxtoty* <oq (>ft$t>a y£Qto3ai olrov t* jr<tl aVi/a- 
xoi uifjfypfrov etc. (Htrod* 5, 5), mitb niQn an eine ^tadjafc* 
intittQ fuNfdjcn Oott ebbten ffrtf, iö^ »# ^*o»* ciifü»' tmoinaac 
a{>iinii , XQ vnf P 1f * ö ^ l/^o*f rr/itö»fcrioi^ Tit7iQtxtlfi*f*>y t xai~ 

T t ytv rino t% zrolfiuc //»l fi rr^otfCTTf toy d J* '^Kta»- 

ri>oc f*Vf« yi^ T0 ^ SQpittiof f a*'tt7To<f/C*»>' *'tf TOÄntoar, *r^ ti 
rir d#oV anoßUnuv ctc* (Berod, 5, 6,), njtrb man an Äönlfl 

i. gne^er b. ©. u. ä. 3»ft« eretton. XXVII. 




aber e$ war nod) nieftt bte Seit, bag man in JRont auf 
fo roitbe SBeife ^dfertiefte ©i«e mit gi^en trat, bafr rt 
einen befc^nittenen Äaifer butbete, ber afled t>on Unterfl 
ju £)ber(l ju feljren gebaute. *&eliogabal mar fein folcfee^ 
Ungeheuer; wk fennen ifen nur bureft bie erbitterten, ent* 
jleUenben, oerfennenben Siericfete t>on tief gefrinften gel- 
ben; föon ber eine 2l'u6brucf, bureb ben er ben Senat 
nmncipia togata *) nannte, ^eugt uon me^r al§ ©eifi 
aüein. «Webt atö 2ftle$ benjeijl aber biefeö SJerWltniß 
bie Regierung Xleranber^, bte SÖorficbt, mit ber biefer 
bie romifeften ©itten efjrte unb anerfannte, bie Älugbeit, 
moburefe er fi$ alö feinen gretnben, fonbern als $laty 
ffimmling alter rimifefeer ©tdmme betraefetet baben wollte *), 
bie SSefonnen^eit, mit ber er neben bem rftmifeften ®öt* 
terbie nfle ben feinen bemabtte. 6r meip »on Äbrabam *) r 
fannte jubifc^e Eprücfce B )^ ^e Tfrt unb SBeife ibrer 
^rtefiermai?l 6 ), betätigte ifere 9ri«tbgirn 7 ). SBdre e$ 
miglicft, ba$ biefe6 ÄÜe§ ben Suben entgangen mdre, 
baf fte nidjt nac^ if?rer SBeife DaS fo auffaßten, roiebie 
Reiben üon ibrer? 6^ i(t anjune^men, baf jum Z\)tti 
bie Neigung, fron ben Suben bie Sufunft ju erfahren, 
(Tfntontnu^ foQ ja naß ber Dauer feinet SebenS pü) tu 
funbigt baben) 8 ), jum Sbeit ebenbiefe günjligc ©tetlung 
ber 3uben t?on Severuö an bie ©runblage jener Sr|dt' 
lungen t>om SJertjaltniffe Äabbi Sebuba'ö mit 2tntontnu§ 
fei. <5$ ift niefet unmaferfcfteinlicft, bag ein mirfliße$ SJer- 
bdftnig rÖmifcber Äaifer mit bem jübtfdjen Dbert)aupte 
(lattgefunben, ja man bdtte ein foldjeö annehmen fönnen, 
of)fie oon ben jübifßen Srabitionen 9?^ttj ju nehmen; 
bie jübifßen SBerWttniffe ber 3eit ttxooi tiefer betrautet, 
liegt bie 6atbe gar nic^t fo fern, nur muß man eben 
bie (jpperbolifd&e £>arfleüung ber jubifeften Slairi^t ab^ 
jteben, n>ol audj bie einflüp oen Seit unb SKaum, bie 
auf bicfclben geroirft §abm fonnten, berücfficbtigen. 9toß 
bis in bie fpdteren Seiten ftaben inbbibuetle SJer^ltni|]e 
t>on ?)erfonen ju ben 9J?a(btJ)abern in allen fidnbern für 
ober gegen Suben ®efefce bictirt; baß folße tm rflmifd)en 

J)at>tbM SBene^men (2 ©am, 6) erinnert. JDio ßaffiu^ tx$üM 
BOfl ihm: itZv Ji äf) vayixvQitTtfjtttitav auiov, xai ib xtnif ibv 
'EkioyußttlQV //*?«*, o^/ Zu tivtxuv &tuv ttrvt l/t ii)v 'PtofAt}V 

ftjjpfVByfy all* Sri x«i 7ipd iqv Jio\ nviov ^yaytv 

avihv *,.». Sm niöotov Jitfttitf^f xa) tu xwvtttov xQtwv 
imaixnüS 4 Cf. Lamprid. Heltogab. 9* „Dicebat praeterea Ju- 
daeorum et Saraaritaiioruitii religiones et Chriattanam devotionem 
iüue traiiafcreiidaiii ,f |. . , excuteret boitiaa ad ritain gentilem 
Buum (cap, 8), Strutocameloa exbibuit in coenia aliquotiea» 
dicena, praeeepturo JudaeU ut ederent (28); aber ben ©fraujj 
rrjr« bärfen bie 3uben nidjt Crjcn (3 SRof- M* 16). 

% Lnmprid. Hei. 20. 3) Lnmprid. Sever. 28, n Volebat 
videri originein de Romanorum gente trahere." @r irgertc 
ft<|, menn man trjn Syrua, Archiaynagogua et Archiereua nannte. 
4) Sever. 29. 5) Sever. 51. 6) Sever, 45. „tibi aliquoa 

voluisset vel rectorea provineija dare, vel praepoaitoi nomi- 

na eorum proponebat, hortana popuiurn, ut ai qtiia quid haberet 
criminifl , probaret manifestia rebua; ai nou probaiact, aubiret 
poenam capitia, dicebatque grave eaae, cum id ChHatianl et 
Judaei farerent in praedicacidit aacerdotibua, qui ordinandi sunt, 
nou fieri in provinciarum rectoribua etc. jDqÖ Chrtatiaoi fo^eint 
ßarapdbiui überall etnflefdjoben ju (?aben. 7) Lnmprid. Sever. 22, 
Judaeia privilegia reaenravit. 8) Midraach. Koheletb 81 a. 

3 



JDDBN (GESCHIGUTB) 



— 16 — JBBBN (CkHBCHICHTB) 



Steige aiflirt, welket Aunbige bejwetfelt bie$? 9Sai 
taug mit bei ber JBenufeung talmubiföer ftac&rtyten 
nkfct in bie ©pJtteret be$ ©nen unb bie ©tdubigfrtt be* 
Xnbern oerfaüen; man wirb immer eine SBafcr&eit, aber 
ntd)t in einer und geläufigen gorm fmben. Aber bei ben 
Unterfucftungen bat man überfeben, baf? ber SRame Xn* 
toninu* eine 3eit lang mit bem be* Xugußuft ibenttfö 
gemorben iß, baß bte jtaifer biefen Xitel # wie ben be$ 
Xugufhi*, annabmen nnb erbielten, „et Antonini no- 
roen omnibas deiueeps quasi Augusti adscribendum 
putaret *)•... Ita enim nomen Antoninoram inoleverat, 
vt velli ex animis hominum non posset, quod ora- 
niiun peetora velut Augusti obsederat" TO ). Xu$ ift 
bie 3ob( ber ad)t Xntonine, wie fte (Sapitoltn ") anfuhrt, 
jroar richtig, aber erfi feit ©et>eru$, ber baburefc fein 
(Scföletfet an ba* ber Xntonine anfc&lie§en wallte (quod 
Severus ipse in Marci familiam trausire voluerit) "), 
avorau* ferne ungemeine Serefcung be* Gommobu* }u 
erführen tjt, mürbe ber Beiname al* folc&er gew6ftnlic& 
unb oon iebem Äaifer angenommen, bi* tbn Äleranber 
nerftyintyete. Älfo mie, wenn 10*9 an ber Stelle jjejian* 
ben, man e* unterlaffen frätte, grabe in ÄUen bte eine 
$erfon ju ftnbcn, ebenfo ifi ba* bier anjunebmen unb 
bie 3uben |>aben baoon ein beutlic&e* fiJewußtfein, im 
bem fte an einigen Stellen ben Xntoninu* eben burefc 
eine jweite Sfcotij ndber bejeieftnen, fobaf? fte einen Ins 
toninu*, ©o&n be* ©eoeru*, unb einen jüngeren Xnto* 
ninu* fennen. Xucfr oon einem Xntoninu*, SSater eine* 
©eoeru*, ijl bie Äebe. 3»ei Xntonine finb gewiß ans 
jutufcoun, ein j&ngerer, ber nacb Stabbi, unb ein &U 
terer, ber »or Stabbt ftarb. 2>ap aber bie aUge* 
meine Xnfcftauung Äaifer unb Xntoninu* ibentifteirte, 
tonnte nur unter $iu* unb SRarcu* einmal unb bann 
in ber 3ett oon GaracaOa bi* Ttleranber ©eoeru* ge- 
f$efcn. Commobu* nannte fub weber felbfl fo, no<& 
war ber Warne fonfl für ifcn feäufty gebraust; ebenfo 
wenig war bie« bei Vertinar, ©tbiu* 3ultanu* unb 
©eoeru* ber $aU, ber biefen Kamen erfl at* 2itel fftr 
feinen ©o&n einführte, ba tym baran gelegen war, bie 
£errf$aft bei feiner gamiltt ju erhalten 1$ ). SBtr faben 



9) Sparfüm. 8erer. 19. 10) Spmiiam. Caracalla. 9. 

II) €* bette eine Weberin bei Gartyago ur 3«it beft Kntoninu* 
9in4 «bt Xatoam* nfopbe§eit. Cfcpefof. Nacrin. 3. Unb nur 
Mb** wollte «md am} atbt antonine (iaben. Aber ber fpdtt 
m^mg biefer 3W»«9 e«9»t ft* <ra# ber <WW*t* »er. Cteoer*i| 
bte fn)r ybi^t imtrbe, ben Stamm aa§anet«eii, unb ber f>n ab» 
Icbatr, obM füb bfcfe* •awbe* |a bebimen, tmb brau*, b*# man noib 
bie beiben Oorbiane aniMtfefen ur muffni meinte. 19) fi^«f^ 
funk Serer. 10; et cap. 11. Coaunodaai inler IHtos reftren- 
äom esse cenmit quin hoc f enere m de tenatu poatei olcuci, 
cf. cap. 19 tmb Berodum. Bki. 3, 10. 13) Cd wirb bttc^ 

bie fjttttbeibtng, bof ©coer feinen Goftn TCntontnn« genannt babe, 
We M bei ©partian (8er. cap. 10) gnbet, gewif, bof eben Qarar 
caOa inerft ben 9fomeaXntonim< M 3nnamen (wie TCnguftnd) geführt 
babc. See polftffaV Omnbi au* bem et tf getban, fein «{tauft auf 
legitime Seife an baft $auft ber Vntonine an}uf4tie$eni ift ein fejr 
Rarer nnb bieft beftaügenber. (Sr nannte 4n TCntonuiuft naa) 9tar< 
ort) bexn Qonun^nft blef nlQ>t fo, wie nio^t nur auft feinem eige« 
nen Men berooraibt# er nannte Stom coloniam Comaodianam 
(L«aajrtf. Cinumn 7 8), boi 3ettoUn Coawodkiiuni (Ibid. 14) 



fein befiiimntei Saturn für ba* Cbia be« Vntont 
Diu«, bem jnfolge bie Suben ft* »«*« befand 
burften, aber eS ift biefeß bie Orenu f&r bie ©eburt 
3e|)uba'ö; benn weiter wia ber 9Sibraf4i 14 ), ba§ ei 
feiner 3u$tnb gegen ben Sefe^l beft Jtaifert befc^ui 
worben fei, 9ti$t* fagen, att ba| eben bamatt bte i 
fcj^neibung no$ ntct)t gemattet war. ^k nun f)iii< < 
febon bedbalb, weil er nie in 3ub4a gewefen, fibcr^K 
Som nic^t cerlaffen, biefer Xntoninu* nitbt gewefen 
fann, fo mugte ti SRarcud Xureliuö gewefen fein; «I 
nieftt nur baben fufc gegen tbn bie 3uben mit Viril 
Cafftuö oerbunben, wad eben feine unfreunbltd^e Vntn 
^eroorrief, fonbern and) Suftin berietet in ferner an 
gerichteten Apologie, baß SR. Xurel ben Suben gl 
nic^t wo^l gewollt unb ba< 2obe*urtbeit f&r bie 
Serufalem SWafeernben feßgefclten, unb mebr M 2 
fpri*t fein ariec^if^ gebilbeter Sbarafter bagegen. * & 
bet P4 in Regierung unb feben biefeö 9Ranntf gar I 
Dunft, an ben ft$ bie j&bif4e 9?ac^ri(bt tfüt anfö 
|en mAgen, unb e5 bebarf biefen burc^au«, um fte fe 
gu erflaren. Sd wdre oeraebli^, bem ffiortlaute tob 
biföer Sta^ric^t aber tiefe SerbiUniffe btfiorifte C 
tung iju oerfebaffen, aber ber ©hm berfelben ift n 
unb gibt ein ttareö SJilb ber 3eit. ©eoentf unb ] 
©o^n Xntontnuß n ) mußten bie grißu Vufmerffan 



pcpulsm Roaianpai comaMdianui (ibid. 15) Cartkafo Ahxiadi 
Coounodianam (ibid. 17), fonbern ou* onft ben fpÜm 9t 
nuneen. ))iuft unb aOtarcnft mar XntontoT urfrftia>c ürjcmm 
ntdjt Zittly benn baf eben ein (Kaenname alft Sittt http 
warb, oeranlafte Unterfucbungen oerfonebener Vct. CasHolm C 
crin. 3) fagt: „Bt ab iptU AnUndnia, qui tctI aueoanaoeea 
t#oioi füeruot, bac nomen magia quam prapriiua reCcotom i 
Um ben Got ya uerfteben/ bot man ben «oefcbrucf auf ■amm 
leocn unb in Vntoninuft ben öorocatta tu finben. äbec biete 
ftajt be* ffeoeruft oaU 9L 34«er, übu Wftorifcbe Udnta» 
ber Vltertbumer ber gdebrten ©efeUfaV in ber Wal» im 3o$i 
beritbt oon 1847. («peier 1847. 4.) 

14) 3u ber befannten ©teae ogt. 3ua)afui. (ed. AmtH 
p.31a.) W<wla»nitinmXw4frm+mtKm^«^mto*Wm 
feit bet n^B (Nedarim 3, 11) bamit |ufammcnbringaL 15) 1 
beuttiaWen Semeift für bie aOgflneine Xnf4auung oon ba Äoi 
ber Äaifer geben bie fiberfebriften ü)rer 9efeOe# wie fc im Co 
Jaatlniaaeua erfa>men. Vuft n)nen «lebt man« baf «tat M f 
Situft Aiuft Vntontnuft uberfebrieben (Kb. 6. tli. 34. I. ft, 47. 
Gin anbereft ßbtet oom Sabn 147 ajbt: 5R. JtOml Xntoni 
(% 31. I) # mo aber entmmte bal «. «bar bie *u)l «nia>tig 
VntonimK fMuft W bie uMbritteinha) aom «mtcmmr gemmme 
fcdpüan (2, 1, 1. - % l5,T-- «, 38, I. - 4, »^1.- 
65, 1. — 6, 37, 1. — 6, 53, 1). «an fbtec fem* erfKren 
genbe 3nfcripttonen: 5R. ibiui Xntoninn« (ft m% 1. — 7, 4^ 
atareuft Kntoninuft (10, 59, 1; oai. 11, 36, I), Dinal fite 
(6, 53, 2), DitI fratrea (3, 13, 2) f ndmlicb er vnb IfenK, 
jte au<b fieibe erf4einen, Antoninus et Venia (8, 47, 1), 
»clebtr notbmenbigen Stellung fieb febon ber BocfAtog att «nrii 
ergibt, in jenem (Skfe^e, »o Seoeruft unb Xntoninn« fb*t, 
ruft unb Vntoutnuft }u lefen, wenn eft unft aneb W** ben 8ei 
einer mbglicben SSerwedjfelung gibt, fobalb eben i 
ruft unb ©eoeru« ba finb, wie Med noä\ f^dtez bet 
ift bei Joef , Chronogr. Compend. ed. Bona. p. *1, sab wie 
yetaoiuft im Qptpbanüift erweift (Animadrara. da poud. et m 
in opp. Kpipban. p. 398). ©fe ttr&ubcn, We aber bie fi 
ftbrift 8erenia et Antoniaaa tragen, mobel eben yntoninud 
excellem* Caracalla ift, (mb |tt)aü # mn im L bat 3u 1 



JUDEN (GESCHICHTE) — 19 — * 



JUDEN (GESCHICHTE) 



erwtcfen, fit waten bie größten SBo^tt^dfrr ber 3uben 
feit beren Unterwerfung; ibren Kamen tt&ßt ba$ (Sefetj, 
baö fte }U jftbifefttn SJürgern machte; ifcr 7£ufmft>alt 
in 9>aidftina gibt aueb bie locate ©rlegenljeit. Xuf ben 
ßtfer, feinem ©o&ne bie |>errf#aft ju ft<6crn, foieltaucfc 
bie talmubiföe ©rjdfclung an, baß ber Äatfer für feinen 
©obn bie $mf$aft, für StibfriaS bte greibeit wünföe lfc ); 
baß er beibeS m<$t ju erlangen bofft, fann nur burdfr 
bie {Befürchtung , er mietete, weit er bit Suben in 2t= 
beriaS brgünffigf, ni$t beliebt fein, erfldrt werben* 25er 
©obn, bein er$ übertragen foDfe, warö nun autfc, ber 
ben 3uben greibett unb Inerfennung gab. XnfoninuS 
beißt batb Sarer , balb ©obn, unb cö muß biefe SSerwecfc 
feiung 1 ') angenommen werben, weit obne fte eine ©nts 
witfrlung niebt mög lieft febetnt; benn an TUejranber ®e* 
üerus barf niejjt gebaut werben, einmal, weit ©etoeruS 
nur ein 3uname u ) von feinen ©ilten iß, bann, weil 

felaenbe: 1* Hl,— % 1# 2. — % 3, t, - 2, 12, L - % 
13, 3. — 2, 21, I. - 2, 24, I. — 2, 31, I. — 2, 35, I. — 
% 3T7, I. - % 39, I, — 2, 44, I. — 2, 51, 1. — 3, I, !.— 

1, 8, 1, — 3, 9, I. — 3, 15, |. — 3, 17, I. — 3, 26, I. - 
3, 28, 5. — 3, 31, % — 3, 32, 3, - 3, 33, I. — 3, 3«, I, 
gut baö geben Robert fotd?f SEeferipte bie ^r6[ttc Sebrutunq; bte 
23ermec>fetu na, brt <3et>erus unb 2fntoninu$ fann nur in ibnen fei= 
nen ©runb baten i mir benfen und nur flu toenia, in lai geben 
^inetn unb 18 bie 2fnfcfcauungcn, bie gcroübnlrib oon ben afltäQttdjrn 
örfdjefnunaen ttjre garte erbaiten* übenfo bäufüa. erfetjeint ber 
9?ame EntoninuS allein in ibnen unb gwur fcjjcit im 2. unb 3. 
Öudje in folaenben: 2, 1, 4. - % 3, 5. — % 4, I. — 1 (i, 1.— 

2, 7, I. — 2, 9, I. - 2, 13, 5, — 2, 2L 2. — 2, 47, I, - 
% 43, 1. — 2, 54, I. _ 2, 56, !. - 3, 8, 2. - 3, 13, t, - 

3, 26, l. — 8, 38, 1. — 3, 31, 4. — 3, W, L — 3, 33,3.— 
3, 34, I. — 3, SS, 21 - J, 37, 1. — 3, 38, 1. — 3, 44, l., 
unb btefer Äatfer tft ber einige, ber eben tto* bur<rfj Xntoninuö be* 
|etcbnet erfdjiint. 06 tfl t»on unö ein SRiäbrauefa, tt/n mit bem 
3unamcn Gtaracalla ober £aracaü*u£ §u nennen. SDatf bie mibra- 
fetrfebe ÄnTetauunöi $)iu6 nieftt al€ 2tntoninuö nannte ober rannte, 
$ttlt au« ^n» ^3o bcrüar/ burc^j baö tbn bte ^rjäbiiing tu Ecba 
rtbbalh] brjeicfcntr. 

16) Zii 6et>eru6 in 3pnen unb ^ardjtina raar, ^ewdbrte er 
mtt>ren Sfdbrcn bk Mzfyu einer üalifdjen Kolonie, rpfc @mefa, 
-f>cCiopoli€ # Paobicea: ju» colojiiae dedit juritr}ue lUltci caru 
fedL v§ierburd) würben fie oon Tributen frei; anbere t>atten nur 
ben 3tte( Volonte, aber nic^t ba^iRicbt; oa,t. Utpian in ben 2)i = 
gef!en. Kb. 50. tit. 15. de Censibu«. 8p**Mm f Orbii Roma- 
no« p. 471 etc. SJon einer fddjtn Colonia Italica ff! bie 9?tbe, 
wenn 3Cnrcntnirt ju Sfabbt fagt: Aboda Sara 10 a, ^!m »rya 
unfrp m"3t3 -^atrri *r-*rv ^-3 DnrwBHj ba^ man tiefe beiben 
IDtn^e fo neben einanber flelft, mufj Dom jiibtT^en ©tantpunftc Mt* 
qefeben roerben, WO atterbingä bte Inimunitaa tributorum üon ^ti* 
^erfa« He flr6Äte f&tc^ffqfrir (jabtn mußte, hinter ben SÖorren, 
baf ber SÖcifc befbed md?t in (Srfüüun^ ge^en ju [eben bofft: 
-^t3T »V ^r -T3* k'^t vä Ktrw -«, liegt offenbar urgent eine Ufa 
fple^elun^ beö potittfdjen S?cr^^Unfftc^, burd) bo* <Seüeru$ fefnem 
Sfcbne bie redjtmä[n$e Erbfolge orrfeiaffen njill, t'bn aber tuellticfat 
unbeliebt ma&t, trenn er fern 3uben fo »tele (Sc nerf (lernen guge* 
frebt. 17) (Jö bat audj biete 93evme4felung fo lange $<\t 

nadjbcr, in ber mir ben «Ktbrafcb etitHanbcn benfen (onnen, 
bure^aufi nüite 2TuffatIenbcä. C^apitcttn faejf |mar (Mncriu. 3), 
baf audj ©eoeruft ben Zitd Xmcnin öctraoen, n?aö aber in 8Wp 
reu nie ber Sali fft i£>fe arbdtiGtctt, bie ben 2Jfibrafcrj ftftafft, fft 
fliege ar^ftlfcb, Untcntnutf unb Geaaruä einmal umjuEeljren; He tat 
eben nur JCnroninuö unb 6coerufi aI6 jwri go et oren oor fidj# unb 
fte t)ae bied riebtifle lBetb4Umf gtc&tcntbtiU erhalten. 18) 3n 

offen Gbicfen i}t\$t er nur 2flejranber, unb e6 gibt beren frbr 



©cueru«, ©obn Vntonittti^, flO$ mit Äabbi 
unterl;anbelt, ^eliogabal aber ber jüngere Sri; 
toninu5 fein mußte 1 ), ba fein Xnberer tnebr folgt, 
Sfabbi aber t?or brm jungem 2fntoninu§ gefiorben ift 1 *). 
Auf ©et>eru£ pa$t bie Xuffinbung beö geheimen ©eftafteö 
in Ägppten 11 ), wobei gefagt wirb; „benn tiefer bat alle 
©ebeimniffe unb ®ti)tmp\&%t unterfaßt" "). 35irfer Ser^ 
wccbfelung $uMge ifl alfo au(ft ber jüngere 3fmamnu& 
ber Snfet bt§ alteren; benn <£»ctiogabal war ber @nfe( 
be6 ©eteruS, unb ba bie Kac&rid&t, baß Tlntontn, baS 
beift, ein Jfntonin, fteft bef(ftnitten unb jubtf^fn ®e^ 
bräunen gefolgt fei, tt$t gut erbietet fein tonnte, 
weit felbfi bte ^egenbe nicfyt gegen ben Bettgeifl verfloßt 
unb bie @ef$i$te bergleicbcn Don ^eliogabaluS' Sretben 
berietet, fo wdre eS gan^ erfiaunfic^, baß btefer unerhörte 
gatl t>on ben Subcn ntc^t beamtet, baf fte nid)t baran 
Zf^tti genommen, baf fie biefen niiftt gemeint baben foa= 
ten. Da nun |)eliogabal fein Xnberer alö ber 3üngere 
fein fann"), fo muß ber Ältere eben ©e&eru$ fein, bet 
uerwec^fette Tlntoninu^ i(l fein ©o^n. Sn wieweit bie ni^e- 
ren SBer^dltniffe unb ®efpräcfte ber SirfU^feit angebo- 
ren' 4 ), fann nidjf erörtert werben. Saß außerorbent* 
licfte 6bren, an Je&rer erwiefen, nifftt& ©eltene« waren, 



stele, fobafc eampribiue (43) mit 9Ee4t fagte: Le^ea inimmeriia 
»aniit. 

m Cf. Nidda 45 a. 20) (Sei tft eine merfmurbtge €5reUe 
tm Midraich koheleth p. 81 a: *^n d^^j'vöä n^ nwi p 

*3K Trt "tw ^.^ »< S8 * w «Ifntentnuei ber Engere, berßnfet be« 
ffntemnu* be« Älteren, fragte 8Tabbt: ^öge, mer wirb frötjer 
fterben, t$ ober tu? &&%U er, iaV' Unb all feine Go^uter ba« 
bebauetn, äußert er fidj: ro rw no ?m» nn* p „n?enn bie 3ett 
.stemmen tft, »rai ift ju tbuni" Man glaubt tmrtlieb ei«wn alten 
%tmn %vt boren, ber |u bem 3un^ltn^e fpntbr. SKdifü^t er, baf 
er früber fierben n?ürbe, bann ift er mirfTidj fleftorben, bann fann 
ein @e&tnt£, ber ein €tafyn, menn aueb nur ein ^tbepriiifobn, beev 
fun^ern Xntontnuö fein mittle, md)t tnebr mit tbm unterbanbetn. 
3n ber Miachn« (Sota fl) mirb ber ^abriantfdjc Krieg mfam 
y. m nn genannt, in bem eine &ittt aufgeboten n>iib# bie &on ben 
jRabbtncn febon mfeber eingebt Worten teat. 21) Peaachim 

119, 1. er^^aa po^ psofr rrnvsvo rmhv, öiner üon tiefen 
£dja>en ot-^e« -p ^rrrewi^ ri^ns „warb t>cm Vnfoninu«, ©cfcn 
Gmvu€% entbetft/' 22) Cf, m Am. üb. 75. p. 85Ö. M*r 

xak ia naru xtzpiuutrtt, yy yt o*oc fd*$ty ,w5't *i*'t%(>cJnri'o*' 

Ttftyta i« tinof}fr,i6y ti Pj(önn ürta xtt} tvQtlr t s 6vyti9ti ?t 
Ttrtytwv «we fitrttv nüvrwr nrttit. Cf. ÄpÄTfia«. S*venii 17, 
„Nam et Memphin et Merrmonem et pynunidea et labyriuthum 
dtligenter inspexit/* 23) @e tft ntd^t niögttcb^ baf alle biefe 

SBegiebungen, bte fld? &u ©toer, Ifntonin unb ^cliocjabal ftnben, 
fdoitnen »Ären; f?i alle §u entbechn, beborf einer befonberw 
Untrrfacbuffg. fc 14) Bereacliith Rabba ^ b , ober bie Obre be« 

Sabbat \ Bereacb. Rubba 30 a, über bie (£mpfdnanifi ber ^eele. 
Ber. Rabba 66, ber SBrfefwedjfet Ä n>ifcbea Siabbi itnb 3fntcmnua\ 
SRabbt fagt nidjt rsoJK r&i fÄ mtn?a rUnW *p t fonbern „non 
beinem JCnecftt 3cbuba an meinen £errn 3fntcninu*>" cf. Sanlietlrin 
!J1 a. Jer. Mej»i!ta §, 3. (ed. Krak. 74 a) Idft er eine n*v»» 
matten, ler. Sanhedrin {. 10. (ed. Krak, p. 20) über ?eofa? 
tban unb SBefdjnelbuna. vql Jer. Megill«; Jnikut *-^ra ed. Frank/. 
61 d. Bereachith Rabba 8. 67. p. 50 d. Wajikra Rabb« 10. p. 
153c; cf. Bereacliith 5 1 b. Abüda Sara IIa. über bie StöübU 
Ritten beiber. 3m Jer, Saiihedrin 1. 13 (Mir»its rtr> f60b.) n>frt> 

3* 



JUDEN (GESCHICHTE) — 

S 

weiß Kfcer Äunbige biefer Seit. ßapitofimrä ") fdsifbert 
ba$ ^Betragen STOatc Xuref $ gegen (einen Sebier ShifticuS 
folgendermaßen : „cum quo omnia communieavit 

}iublica privataqtie consilia; cui etiam ante prae- 
ectos praetorio semper osculuiu dedit; quem et 
CoQSulem iteruni designavit, cui post obitum a Se- 
natu statuas postulavit. Tantum autem honoris 
magistris suis detulit, ut i mag in es eorum aureas in 
larario habere! ac sepulcra eorum aditu bostiis, 
floribus semper honoraret" Dann wirb aug bie 
angefochtene, aber aud) in einet neu abgebrueften ^anb- 
feftrift be$ ©enbfdjreibcnS ©djerka'g 1& ) flefr üarftnbenbe 
Angabe, bajj im 530. 3af)te ber ©eteiittbifcften Ära Stabbi 
nod) gelebt, nieftt gednbert werben bürfen; fte wirb wh 
meljr mit bem Sobeöiafcre $eliogabaf $ bis auf fünf 3ai?re 
bai SobeSjafce JRabbt'0 für un3 befiimmen. SBeun wirfs 
Hdfc JRabbi im @rübeTung3jafjre SJetfjer^, am ÜobeStage 
3t. Ttfiba'ä, geftorben ift, fo iji er nur übet 90 Safcre 
alt geworben, aber au$ ber SSetmed^lung^mit Xntontn 
gefct fjeruor, t>a$ e3 fpater gewefen fein muffe, weil in 
ben JCriegäffürmcn ber Eroberung eine folä)e ntd)t m6g= 
lidj war. ©«><$ föeint ebenfo wenig, wie man üon ber 
Angabe, baß in einem 9Honat 2trtaban, Xntonin unb 
SRabbi geboten feien ,T ), auf beffen 3a^t }u fcfcliefien fcat, 
aud) bet Tftiba'd Sobeltage e3 gefetjefcen 511 bürfen; aud) 
bei ben 9t6metn legte man SBerif) auf biefeä Safelenfpiel. 
3Ran erwähnte, baß SBeruö") am felben Saat geboten 
fei wie 9lero; 6ommobu§ ließ einen Sffömer tobten, ber 
Sueton'S Sebfnebefdjieibung be* ßaligula gelefen, weil 
et am felben 2age wie biefer geboten fei"), ©er Ans 
tonin, bet mit Stabbt oettaufdjt wirb, fann auefy BeruS 
gewefen fein, ber 128 geboren i|i. DaS Skrtaufcfcen mit 
bem Jfurftentinbe ifi nut eine Cegenbe, aber man etftefrt bar* 
au&, wie man baä SBerbot ju umgeben gemußt fjai. ©elbft 
Gcwttf erreichte noefc mit feinem ®cburtSjal)te bte 3eit 
tot bem Ättege JBetfjer'g, ba et 89 Satjre alt geworben ift. 
Db bie Ballen über bie Verwaltung be$ SR. Socfcanan 
bebeutenb ^emt^j ftnb, um barnadj ehuaS Inbereg ju 
verwerfen, tfi mc&t gewiß. 3n eine «iljnlkfte SBerbtnbung 
mit bem Jtaifet SBaletian bringt man einen Ärd&ifpna- 
gogen Don Ägypten, bind) ben man bie Süerfolgung ber 
ßbriflen unter biefem Äaifer angeregt glaubt, ben aber 
frlbft JBaSnage 10 ) für feinen 3uben bdlt. 2Jon ben Rxiv 
aen bet Werfer mit ben JR&mem finb bie 3uben niebt minber 
berübrt worben; fie flanben oft auf ber ©eite ber (Stfle* 
ren, tJon benen bie SrrfWtet be« peiten 2empeE$ p bu 
fiegen waten 3J ), 3rnobia, Jtinigin beö palmprenif<|en 

jmat |ur 3tit m. 3odjonort brn ©a«ai*e ein v*>* owi»» er* 
adftnt, aber tt muf mie in Hulaeha 15. x>ws* gdefen werben. 

1b) Cap. 3. W) 3m Baratt vsr ed. QoMery, p. 34* 

27) Jtiikul* Zachaiia 11. ed. Francf, 46 c. Äu^ bem ffloibcr» 
aetjenbm i)l bfutffit, ba| gor niAt ein 3al)t gemeint VL 28) 

Capitolw. Venu cap« l. h 29) LnmprüL Cotnniod, cap. IQ. 

Ebenfo foU 3fliranbcc @et>eruß feinen «Rdmen erhalten (jaben, weit 
et am 2ofee*taac 2C(eranber'* bcö t^ro^rn geberen fei. LnmpritL 
AXtx. Sevrr. 13. M\) Hitt. de« Mb liv. B. chap. % H. 

tap. 73. 31) Sl. 3ebttba, ber 8tit(t, faste: ■*■"« o^rr» 
t^» "na *»^» nw ri'o Jo»a 10 p I. 



— JUDEN (GESCHICHTE) 

©taatß, toat (eine 3ubin M ) unb bie politifc&en SBer^alt^ 
niffe, in benen flu) bem ?)erfer(laat gegenüber ber tfjrige 
wie ber romifebe befanben, roeStmfö ^ua> äenobia nur tö 
einer bet 9iebenfaifet dou Xutelian befampft n?arb, fätU 
nen üietme^r SSerfolgungen übet bie 3uben herbeigezogen 
ju ^aben"). Äucft Sioclettanu^ u ), ebenfalls Serfolget 
beS Cbripentftumö , raitb auf jum Zi}ul f riebtiefte SBBeifc 
me^r als einmal im 2atmub errodljut. 3)ie Suben \m* 
galten ben Reiben bie SSeta^tung ibreü QuüuB; bie Uns 
befdjnitten&eit wirb ein glecfen genannt, benn biife 9Ren^ 
fa>n werben bamit bejria>nct is ) , unb eS gteicftt ber, 
weldjer feine SBot^aut ablegt, einem au$ bem ©rabe 6r- 
fianbenen 36 ); eine lange Kei&e üon @efet«t trennt bie 
SBcfenner be§ 3ubcntl)iims von üzm @6genbienet; ba^ 
©ött bie @6^en bulbet, witb nur au£ bem Umflanbe 
erlldrt, baf e£ jum 2^eil natürliche t notfj wenbige 2f)ei(e 
bet SSSelt, wie ©onne, Sffioub unb ©terne f feien; bag 
er aueft bie gemachten Abgötter befielen la^t, gefa>ie()t 
eben nut, weil er bie Bere&rer ber Statut forpet nieftt 
in bem ©lauben befldtfen will, als feien fie un^etjiör- 
bat, alfß ®6tter 37 ), ©elb)l bie unfefteinbarffen Starb? 
rungen, einer t)eibnifcften ©ottfeeit erwiefen, werben ^att 
gerügt; einen ©tein bem SRetcuriuö binjuwetfen JM ), ba 



33) 34 ^abc baö im Orient 184J. Eit.*5Bi. *Sl fg. p bemetfen 
Ö«fui^£. 33} Wdjt nur temeifet bte« bfe ©feilt, in ber 3enobia 
a'Urtn oorfommf, Jer Trumoth % 8, wo ein SRabbint mit 9lot^ 
gerettet wirb, niefet nur bie fpcttenbe Sßeife, roomit 3enobia von 
bem aöunbcrglauben ber 3uben fpri«i)t, fonbern aud* bte föttllt be^ 
Kttjanafiui felbft (Epiit. ad aolit. vit, ag. I T S57), ber it)r gar 
feine SCoraulbeüorjugung ber 3ubm na^ru^mt. iDk ©teile Jer. 
Taanitb. 4. {Echa rabbathi 53 b.), iüo 9c. 3cK%anan , 6 Üu&erun^ 
über -n^iö mit Sabmor in BJcrbinbunfl §efe&t mirb, ijt tro^ Jta- 
plan'ö ©eroeife {% 246. Slotc) leine von Geltung; benn einmal 
fufjrt biefelbe au* SÄabbt^ SRunbc Bercschitu Eahba 50 c, an 
unb jmettenß (ann bte ©teile Jebamotli 17 b, wo fie^rer be* 
4. 3abrbnnbert6 oorfommen, niebt auf üabmoc ge^eni H mdre 
aud* feltfam, ba^ immer t^^r für ^w** ftanbe, ba^ man audj 
fo gefprotben (jdttc, benn fonft fonnte im« unb ^«n niä^t &tr* 
taufdje merben, bap immer "pKTO-in (Gittin 57 q, Sabbai 1t h etc> 
üorfdmen; Sarmub tfi aber bie &tabt SEijapfatu* am (Jupbrat, 
baö alte neun,- biB mobin ftcb ©alomoe Sfet(b etftrecfte unb bat, 
mie ©teptjanu^ Don S3i.)&an| beutlid^ angibt, mit bem fnrtfdjen 9¥a^ 
men Tot^vfrfa ^ci|t (SSannert VI, 1, 529} unb im 4. 3a$rc 
(junbert §erfikt morben fein muh roeit ce fpdter nio^t mebr er- 
mdbnt mirb. Qi tfi biefe Semerfuna. boppelt tpidjti^, metl fie bit 
£c£art beä ©(epbanufi rettet, bie beftig angegriffen mar, unb über 
eine Ctabt Cicfjt mttft , bte in bem 3, unb 4. 3abrf?unbertc jiemlid) 
unbefannt mar, »gl. Ättter, «SeoQrQptjit X. 65, IM 5. 34) 

($$ ift becannt r ba§ i^n bie 3uben ben ©cfcmetnetreiber genannt tm 
SB3ortfpiele megen feine! &ti$ti über ben Äper > f(bon ©a^na^e bat 
bie! Uv. 8, eh. 3. 25 unb au! i(jm 3 oft 4, 172. Die 6 teilen 
fdmmtti^f wo SDioclettan in bem 2almub ermähnt mirb, f. bei 
3un|, ®. IS. ®. 53 Biete a. 35} Miachiin Nedarim 3, IL 

36) M. Edujoth 5» 2. 37) M, Aboda Sara 4, 7. 38) 

@d)on SBurtorf l)ot au* Selben bie ridjii^e (Jrfidmnß üon SÄer- 
eunu! in o^ip^ta, unter metdjem Xrttfcl et oueft bie n&ttrigea 
©teüen jufammengetraöcn. (Lex. talm. rabb.) d! bat alfo au<fr 
Or öfter (129), auf ben fid) nodjmQl* Deli^4 (Orient 1840. 
Üb. p. 38 Not.) be&lefct, in ber ©aefce niefetl 9?euefl; benn übet 
bie @rfldniR9 bei c*Vp r*a in ber ©teile Baba roezia 25 b. 
o^ip ma ^an*tä 'sVw iVk ti nn^wa nn»» tix« fann i<|j ni eftt mit 
it;m übercinflimmeni ba ma(jrf4einlu4 ^icr nur bdt^lffoie ßteinc 
gemeint finb, bie wie 9Xünjm unb all imulete getragen mürben. 



>EN (GESCHICHTE) — 21 — 



JUDEN (GES( 



ii)m ©tetnbaufeti heilig waren , i(i ebenfc verboten, alt 
in ber. 9läbe t>on £trme6ftfulm brei Steine liegen $u 
fcaben J9 ); bem JRabbi (Samuel gereidjt et jum 23orrcurf, 
ba§ er im IBabe ber 2fpb*obite gebabet "). SGBenn nun 
an gerpiffen geflen ber Reiben in \>tx aRtfdjiw ber 
©efcbäftggang mit ben Reiben als »erboten errcdbnt 
roirb, fo i|i roobl $u beadjten, baf* er nur an tiefen ver- 
boten ju werben braudjte; fic aüem waren iljrer melir 
meUticftcn biraerlicften 9?atut nae§ geeignet, auefc bei ben 
Suben, ben Sürgern be3 &taate$, 3nterefje gu finbett. 
£>a$ Sieujabtfeft beS Sanuar"), bie ßalenben, an benen 
man fid) befdjenftc unb beglücftuünfc&te, unb gegen beren 
geier ebenfo SbnjfalfamüS im Sntereffe ber (Sbriflen po= 
kmtfirte ir ), bie ©aturnalien "), bie beinahe eint ganje 
3Bod&e binbureft t>om SBolfe gefeiert würben, bie c*öüip 
xQajr)oi$, bie geier ber Stbroncnvevbung , ber ba$ gefi 
ber Seccnnalien 4i ) feit Xugufhid' 3ett geweitet war, ber 
aroi:* sr l5 ) f ber dies natalitius, an bem bie (Sebutt 
allerer unb jüngerer Äaifer fefilieb begangen würbe, wen 
ren allein ber Ttrt, baß fte fdmmtücbe Untertbanen be§ 
rimifdjen 9?eid?eö metjr als irgenb ein anbetet ge(t einer 
bejlimmkn ©ort^ett in Aufregung brauten, ©egenfldnbe 
mit bem 31bbilbe ber Sonne, beä Staate« ( r-rprra ) **) 
unb bet SerapiS fmb natürlich ebenfo verpönt, alt et 
p-* (tfxovtc) unb naa-n:«* 7 ) (ävdQtdvjig) ftnb. 
Stiebt blot (SbrgfoffamuS *•) eifert gegen bie 2beiinabme 
pon 3uben unb ßtjriflcn an beti circenfifeften Spielen, 
oft genug wirb autfe oon ben Suben ber JBefud) ber 
theacra mrn^urta unb circi r^zp^p * 9 ) unterlagt. 
Sd)drfer bilbete fid) jebo^ bat Bcr^dltnig ju ben (§brt= 
Pen auS; bie getnbfeligfett war bier eine natürlichere, 
weil bte religififen ^tanbpunfte nähere , bie ©ebtete, auf 

39) M. Aboda Sara 4, 1. 40) ibid. 3, 4. 41) ibid. 

1, 3. ü\xi ber intcreffanten örflärung bt$ SSalmiib geljt btroor, 
ba| nidjr bte latenten k6 SDtärft, nrie in ben teutfdjm SJHtfcfcmjet 
notixt n>irb, gemeint ftnb, aber audj nidjt bte (Salcnben tt«f 9äq- 
tiat£, mic SSonbt annimmt. (Or Ester 2&Y) 42\ Cf. Aloni- 

/auton «d C7iry*o$fomi Opp. (Paris 1718.) 8. p. 91)6. eibaniutf, 
ber über fir ein SBrrfdjefi ^cf^ricbcft , fa^t oon ifcnen: , t ufm J| 

yiyrttat $k iviavioD io(/ ^i^*' ntrtttvutfoV) tov rf^ «p^tyi/roi', 4 * 
43) irsntso ober ima*ittO. 44) Cf* Dempster et Ko*»«f, Anti- 
quiL Romanae p. 484K 481, 2)icfe* unb ber folgenbe Staoie 
fmb bte ^riec^ifdjen Übettraciunflcit ber to!emtfd)cn Flamen. 45) 
CN rofrb oußbructlid) d*^^ V^j ba^a gefegt , um bie UnteefcfeeJbutrg 
t>om »rrtn ör, bem ge»6^nlidjen ©eburt^aöc, $etau^u^it»cn. 
©onbi's Vbleieung Dort genus ijr falfdj (p- Sl)i SBurtorfö rtdjtig, 
miü abtt oon jenem unb in ben tcutfdjcn OTcfcnijpt nidjr oerf!anben 
fem. 46) Bab, Aboda Sara 43 a. Win cp tpvm nTin^ 31 

vrtm *»oi np^stt. ©a« rip^:ö Ift bae Qoe^ifitie Mij^axir, Mans- 
cua, ber ÜRcnbctrfeh Ü9L SJitruü. 9, 8. ©clfcft bte talmubifc^e 
dxflävjn%; aViJfnVs np^ita* rtin dib hv npvo, ifl ntc^t obn« guten 
Grnnb; ee mar bte ®6ttin ÜSena, Afi}^, t>on Spfptjantu^ (ad- 
-. Haeres. ed. Colon. I, 34) unb Äufluflinuö (Clfit I>. 7, %) 
mit bet ?una ibentificirt , bte ben fluoribua menstruis ber grauen 
por^anb. »Die <£r£ldrung bee ©erapis hat fdjon ^uffafta> über ben 
^tterbienft SBetber tfl hkx nitü^U weitere^ anfügt bin. 47) r^t. 
Burtorf y sub voce. ©0 finb V510 hu nua^-ra* Aboda S^ra 40 b 
}u tefen u. f. ro. 48) Orat, adv. eos, qai ad Judos Circens. 

proficiseuutur opp. omn, I, 71M>, 49) SÄefere ©tclten ftnbcn 

fU6 f*on bei Btuctorf, sub voce unb Krudj (cpp)i cf, Kcha 



benen man fianb, engere waren. Die Suben, burtfc 
brungen uon ber ttberjeugung eine$ einpgen @otte6, 
nahmen baö Dafein eines ßbrifluS jtuifeben ©oft unb 
9Renfcben für einen StücffaU in ba$ ^eibenttjum; bte 
<ll)riflen mußten tfonen gef^rlicber im 3ntcre|fe t&reö 
Staubend atS bie Reiben erfcfceinen, weil ibt eigener 
©tanbpunh uon bicfen untergraben unb angepriffen warb; 
wenn ein cfcrifftic&er Äircbenuater *) bie Irianer^ eftrifts 
liebe Äircbengefege ifere heften für gef^rltcber unb baf; 
feneroertt)er alö bte Suben erfldrten, wirb e§ wi>t ni<$t 
fonberbar fein, bag auc& bie 3uben bie 6nt(!ebung beö 
Sbrifitntbum*, baS fieb im eigenen Seft|e gegen fte ers 
bob, mit feuibfdtgcrem Kuge ongefeben ^aben, als ba3 
Safein beö ^eibent^um^. 3e weniger baö 3ubentbum 
geeignet unb geneigt war, ?)rofel^ten anjuwerben, be|lo 
febmer^after mugte feinen JBefennern ber 3ulauf gu bem 
cbri(lüdöen Dogma fein; Jlircbenudter mfigen eS erfafc 
ren l)aben, bag bie 3uben baö ß^rillli^e tnebr al§ baä 
.f)eibnifd)e tjaptcn Al } # ber Äu&brcitung beö @bri(lent(^umS 
aUt möglichen |)inberni(fe in ben Sieg legten 62 ), wenn 
e$ autb fonberbar flingt, ba§ bte 3uben überall t?tn 
JBoten . gefanbt !)aben fallen, um baS 6t}riflentf?um ju vtu 
bieten^), ßbenfo foUen fte UrfaAe ber SBerfoIgungen 
fein, welche bie 6t)ri(!en mn ben Körnern erlitten, bte 
aSerleumbuug, bag bie Gferiften STOenfcbmblut unb 3Ren> 
fcbertfleifcb genöffen, unjuefettge ge|le feierten, begimjHgt 
baben & *). 9BeIjr aber al$ über XUel war man über ba£ 
&ibtt erbittert , ba$ bie Suben jeben 2ag gegen bie 
S^riflen geriebtet baben füllten M ), unb man äußerte fty 
befc^werenb barüber, ba$ von Suben unb ©amaritanern 
niemals fo treue SfjriPen ausgingen, alö nan ben Spiu 
ben w ). i>ie ©ntflebung beö ßl^nftentbumö wirb fretlidb 
mit uiebt milbem Äuge Don ben 3uben in ibren ©d&rifs 
ten angefeben; wir ge^en niebt naljer in ibre befannteil 
IBcricbte über biefen ®egen|lanb ein. 2(ber bem SelfuS be= 
richtete fdfjon lüe$ ein Sube , aU er gegen ba* ßbri|ien; 
tbum f(brieb M ), u *ü> ** wax f* r bie 6bn(!en immer ein 
drgerlicber Umflanb, bag Sptpbamu6 M ) ben SBater befl 
Sofepb 9)antber ober Scannet 3>amafrfmi8 ben 3oacbim # 
SJater ber 9Jtarie, ©obn be§ ?)antbera nennen, in fßfern eö 
bte ßrjdblungen ber Suben wentgften& nt^t gang erbietet 



Sit) Ct Vhrtjtont, de sacerdotto Hb, 4. in opp, omnia I, 
411*1, 51) Cf. Oiigcn. Helect. in Psalmos (opp, omnia 2 t fiSr»). 
53) Justin. Mrtfir/r, opera e4. 8. Mmtri (Hag. Com, 1742. Fol.) 
Dialog, cum Trypbon. p. 117. 1112. Apolog, ad Anton« p f ti*2; 
cf. Hierartumu* in Abdiam opp. omnia ed. Mnrtianity (Paria 
1704) X J 462. 53) DiaL cum Trypbon. p. 1 17^ cf, Biero- 
nym. in Jesaiam 3, 126. 54) Jusf* Dial. cum Trypb, p, 210 
wnb 117 t>rflagt er fidj librr bte Skrleum&ungen Ux 3uben. 55) 
Dial. cum Tryph. „xaittgautuot h iaU (ruvuytüyats" p, 117; 
cf, Ortgen. in lerem. Homil. 18, 3, p. 354. „Eiwkdt */c ihq 
t(üP luvtUtttuf nnyttytoytts xnl Ue IOK 'tqoovv in aviwv in 
ylüttwq iT\q ßlaQtf-qpfas pttattyQVfdtvoi'S* Cf. Hterotnpn, in 
Jesaiam 3. p, 53 (cf. p, 353. 377 sq.) „Ter per siugulos dies 
in omnibus synagogii suh nomine Nftzarenonim anatheniatizant 
nomen Chriatianum/ 4 5t>) Jtutin. Apotog. ad Anton, p. 74. 

57) Otiten, contr, Cels. I, 350. (cf, Coinment. in Joann. I, 4, 
p. 327.) 58) Haeres. 78. Hb. 3. ed. Colon. 1082. Fol. 1. 

p. 103a 



JUDEN (GHSCmCHTB) 



— 52 — JOIHDr (G0Ö8CHK»TB) 



f^citien lief 91 ). »bet mit ftnbe* niebt, baß jema» bie 
Gbrißen mit fo febmacbooflen Staaten t>o* ben Subcn 
belegt worben ftnb, M btefe fi<b felbji gegen bie Matteten 
Mb ©eften in i&ter »itte") erlaubten. Unter ben 
d^tb (benn bie* war bet geroöbnlkblle 9tame) waren 
überhaupt Utk begriffen, bie von htm jfibtftben Denfen 
unb ©lauben abtrieben •*). Sei bet geftjtellung ber IS 
Gebete b<*tte, alt man ben D-ron ro*ia, bat (Bebet 

8 gen bie Jtebet, binjufitgen wollte, bet fte abfaffenbe 
amuel bet Jtleine bte gormel berma#en »ergeffen, bafj 
et ftcb längere 3eit auf fie beftmten mußte; ein ©eweit, 
ba$ er fte nkbt aüju oft im «unbe geffort b**0- 
3a mfinblubet 9>o(etnit wirb et babet oft jwtfcbeu Suben 
anb tt&rffien getommen fein; „wiffe bem Äefcet ja ant* 
»orten/ 1 lautet ein Cprucb bet Sdtet"). ©et SDtatog 
Sufim't mit Sxypfyün fod bun$ Sefeteten angelegt fein, 
att et in Cpbtfu* auf einem ©pajietwege bem Griffs 
Ulfen 9>btlofopt)en begegnete. 9fafofabigetn>eife entölt 
aber bie oon SufHn barfibet abgefaßte ©cbrtft febt m* 
tage unb unbebeutenbe ttufetungen bet Srwbon, bet 
bem febt triel tebenben SufHnu* fonberbate Dinge jugtbt 
unb g(eicbn>ot triebt befebtt wirb. Und) bie Xnttlogie 
bet Vapttcut unb 3afon, weltbe bem Ärfjlo t>on f>ella 
beigelegt wirb, iß bie »arjieflung eine« folc^en ©Itput* "). 
JDat 83ue$ SertuUtan't gegen bie Suben tft butcb einen 
beftigen SBott jhreit **) jwifeben einem jftbifeben VrcftlyUn 
anb einem Sbrtßen eutfianben, um bat, wat bort niebt 
vetbt oerfianben warb, beutfie&et ju maeben, unb aueb 



53) ©gl. Baumgart en f Tfbjanbl. oon bem ©efcfyetbtt* 
rrgiftcr Sefu CfcrifH (*alle 1754.) 6. 59. 00) Statt borf mit 
bie «biete ber Äaifer nod) im Cod. Theodor (IIb. 16. Tit. 5) 
anfeben. »Die 3uben »erben nidjt mtnber mit ben tarnen nefaria 
feraLis seeta, turpitudo, flagitium aacrilegi coetua begrübt. (56 
ift alfo milbe IBfeberoergettung, wenn bie ©efte ber Caeaariani 
bie Ortboberen Lupanar et Synagogam Antichriati et Satanae 
nannten; cf. JNnyfavm, Orr. aive Antiqu. Bccleaiast. (Halae 
1724. 4.) p. 31. 61) iDer alten SRetnung flurier'«, et oon im» ob» 
iuieiten, ift f*en »urtorf, 3oft (4, M2), (in ber Bu«gabe bet 
Gufari) ©an. Gaffel. JDufe* (*ur Äenntnii neufcebr. reltg. 9>ocfre 
©. 136) unb $e0 (Orient 1813. Lt. p. 419) gefolgt. Änbere §ie« 
ben et and •p*t ftt jufammen, wie %itft a. o. D.$ t>gl. ©adjt 
bei ©teinf*netber. Orient 1811. Lt. p. 826 Net. 9ta$ Sfullef« 
SXetnung fojeint SBerwanbffoJaft be« ©orte« mit bem arabiföen 
j^Lo ftatt^uftnben/ wenn man an ben £äa.enfo$n nans ^a erin« 
nrrt nnb an bie v«v'r»)9 bie tagnev / wie }. ». 3bn (5<ro (5 Stör. 
24, 6) fnb aufbrach, bie Mann «vnc 9?utb mcbba, Anfang 
(©. 29 c). Beinahe jeboeb m6c^te i<b, wie bie vfim oon p^n, bie 
«rar* oon nna ableite»! bie beibe biffdbe bebeuten unb auf disven- 
tire fuhren $ »enigften« get)6rt secto aueb bier^er, bat, wenn man et 
nkfct von sequor, fonbem wn aeeo ableitet, ffet* mit para oon ben 
Vutoren gebraust wirb, unb fo allein mit öfta^« in Ableitung 
tmb Ginn übcrrinfHmmt. Der Xuöbrucf be« abnegare liegt oiel« 
mebr im •**, ber bet ffeptifeben Jcatfonatiemut im oiip*w, bat 
oon dpitur'* Se^re fi* Jertberpflanjte. Den ^oftaren bräeft iw» 
ai<# oon ^» mutare, beutlidjer noeb nnb obne feftmdbenbe Gebens 
bebentung lÄiwi, lufammengeftogen an« Twntm 00m f»rifa>n iwr, 
tonfen. 62> Beraebotn 98 b. 29 a. Gdjon ean%«^nt matbre 
Mrfe «emerrung im wro -np» p. «9. 63) M. Aboth 2, 14. 
64) 8gl. Oieftler, Äirdjenaffdjicbte. (1827.) T, 139. 65) 

„PrexiaM acddtt, dfopotatio habita eat ohrutiano et proaeljto 
Jodaeo. Alternb TMbaa oententioto föne nferqne diem 1a reepe- 
ram traxerant etc." Lib. advera. Judaeoa eap. I. p. 91. 



ftKifl trogen bie Ckbriften ber Äirtbettodtet ben o^otoj 
tifc^en Q^otattet gegen ®tftnbe, welcbe Snbett ffir ü 
ttbetjeugung unb gegen jene twtgebtacbt boben; rote w 
gefefyrt au4 Xalntub unb Wibrafc^tm gabltetcbe ©pm 
polemifcber Semerfungen t)cm Sofien gegen Me ©tu« 
f4c)e bet 3ubcntbum6 entölten. 2Cuf ©cbtfften gw 
bat Subtntbum bötoUlker, giftiger Xrt beutet bat» 
bot bet feetäte oon r»? p ^oo unb eero jp**) # s 
ttagbem bat Gfcrifientyum mit Sonßantin bem ®rofrrn t 
ben Z^ton gefommen, bie Apologie gegen bie Reiben 11 
triftig geworben toax, ftnb bie Gcbnften bet ebrifHh( 
Ährtbeiwdter alt polemifebe gegen bad 3ubentbum anj 
(eben, Hl benen nkbt jfomol na<b eigentlich btfhmf(bi 
SntetefTe bie Bet()(tttnifie bet Suben befenebtet, fonbi 
auf unerf(b6pflicbe Seife bie bogmatifeben fünfte I 
tyxQtyn werben. Gebt natfitlitb, je mtfa noeb an#< 
bem innerhalb bet (brißlieben Jtircbe bie Xnjabf ab» 
<bcnbet ©efrirerrnfinunaen wuebd, bie oon htm Jtent t 
«btijHit^en, bet (Sottbett (5brt|K, abrönnen unb bem 3 
baitmut fttb g« ni^etn fe^tenen unb aueb näherten, 
naebbem man eben etioat fpecied Sttbiföt* feflgn^otl 
fkb niebt ftbeute, fam man in bie Äeibe bet Subaige 
tet, unb bem D(afiut if ) »irb oorgewotfen, beimütb b 
Subentyum einführen ju woOen, weil et bad fftbffl 
9afc^a behauptet; ob fJaulut, bet famofatenev 9Kf4 
feine jubaigtrenben ©dfte ber 3enobia gefebft, ober 
ibt, bie, wie ade Araber, getoiflfe @ebrdu<be mit t 
Suben tbeilte, angenommen &abe, bat&bet ftnb bie Xutoi 
niebt einig 68 ); et geehrte eben nut baju, fo ramiri u 



66) Jer. Sanhedrin 11. D^jis^nn o^wa n^ipn cni ti«« V 
rtvßh p -*to>i k^o -p "^>o )-ja5. 9ta$ befanntem orientaltfdj 
Cptaebgebrautfte fann ™£ *p Jiet tote moo p, ynv «43 ni 
^erfönen*, fonbem Gattungsname fein, rno& ift abajotüti 
(»ermutd), unb ber Begriff ber Äitterteit auf ben 3uftanb ! 
©eete in ieejticber Sßeife übergetragen. #$nltdj gebrauefttro et S 
mer unb ©rieben; §. S. fagt Qutntilian, baf feine Ifrbeft pari 
mellia, multum abaynthii enthalte, ©inb alfo bie raÄ p *» 
feinbltd?e ©(triften, unb qU foCcfc oerboten, fo Wnnen bie p ^ 
*m& unmöglich auf ben befannten ©fraefc beuten, namentlich m 
batb barauf bie o^&rt ^vö ertaubt werben; benn ntan Mi I 
teren bebeuten, »a« pe »ollen, fidüQoi, amoria, nu>rti ete., 
»dre ntcftt einjufeben, »ad f!e oor ©iraefy noraut fidtten. Ot n 
aud) Jier ein Gattungsname frattfinben. iiberbtet ffhb bfe ©pri 
©ira(b't oon ben »abbtnen gerannt nnb geädert fZeaMck Da 
ed. Prag. 1. p. 98 b. dun), ü. ». ©. 101% mib nfenu 
glaube i4 aufer biefer ©teile fommen «*^ p ^vo Jtart *«ö t 
a^o» oor. <5ö ift im SBer^ltnif |u nwfc biet an wirr« © 
cbrtn, aculef, spinae, ju benfen, wie fte (Schemodi Rabba 133 
norfommen , unb mit fte im flgurtfcben ©mne alt beif enbe» ftjmd^e 
Äeben ttbmet unb f>ropbeten brausen. 07) Appendix ad T 
fuh. De praeacript. baeret c. 53; ngf. ©iefeter h ©. 9 
Croenfo flMtt ^ieronpmu« bti einer eregetif^en iDeutung oon . 
daei et nostri Jndaixantea (In Ezechiel. 38. t. 3. p. 9t 
Gommobianut gebraucht ftatt be« ge»6bnticben JadaUare hk fft 
Judetdiare (Da Cangt anb voce). 3m Cod. Theod. 16, 7 
bdft et: Eorum qaoque flagitia puniantor, qoi GhriatitiM» 
Hgionfa et nomlnia dignitate neglecta Jadaidi aetnet pollo 
conta^la; cf. 16, 5. 44. 68) 9bf(afrrfut (De haera. e. I 
nennt n)n beuttio) jadahrana, nnb ben Sebrer bet 3ett0bia; VL^i 
botet, ben fUcepbernt (SaOiftut auSföretbt, fWtt bat ' 
bat; cf. Orient 1841. Lt. p. 504. 



(GESCHICHTE) 

zapainttii **), wie er, über ben #eilanb ju benfen, uai 
bem SubaiemuS gugcrcieftn *u werben. 

©cftlimmer war e£ freilieft # wenn bie polemiftften 
Dispute ju Öewaltlbdtiqfriten fteft entwidelten, bie gegen 
bie 2Cnber#mein*nbcn gcrufttet würben. 2fu£ mehren Ber? 
boten ßonflamtn'g gebt fteroor, bafj bie Suben biejenigen, 
welche ibxm ©tauben ün liegen, »erfolgt, aueft wol {je? 
tobtet baben mögen; wdbrenb ber ihnen günftigen OTcgte^ 
rung 3utian T 6 7 ") fallen fie eine Änjabl Äircben ^ertrüm= 
roett baben; aber eineStbett* tonnte bie 3afcl ber ?)rofe- 
tyten feine große fein, weil &u lebet 25efVbrung SBunber 
nötfeig $u fein febtenen, xmt> bann wieberbolen fieb bie 
©biete ßonftantin'S fefton barin, feine (ftriftlicften Unter- 
tbanen vom JBeleibigen ber Patriarchen, Serbrennung 
ber ©gnagogen, Störung ibrer 3ufammenfünfte abgilt 
(alten 71 ;. Bon einem Reiben ajMlt ^)ieronijmu6 ") 
ein na* bem frühen 2obe 3ulian'S, ben bie Sbriften 
feiner tfpoflafie jufeftneben , geäußerte^ ©ort ber Ber^ 
wunberung: „Qoomocln, niijmt, Christiatii deum suiim 
esse pati*nUni et uvtgfxuxov; nihil iraeundius, nihil 
hoc fere praes* ntius. ne modico quidem spatio in- 
Hignationt m suam (Uferte potuit.'- ÄÜerbtngä würbe 
ber ®ott ber girbe ju einem ©oft ber Sfacfcc gemalt, 
wenn man mebr alS jeben anderen Klauben biefen bureb 
©ewalt unb SBaffen Verbreiten wollte, ben jum 3uben; 
rbume aurutfgefebrten $rofclpten feine* BcrmigenS bf; 
raubte, wenn e$ bem Umbxo flu 6 •) M fBIärtyrtrtbum 
gilt, brm faiferlicben ©efeble, eine t>on ibm r>erbrannte 
©pnagoge wieber beraufirüen, naeftpfommen. Sä ftnb 
gervif bie milben, SEoferanj atbmenben ©a£e, bie bin 
unb wieber auSgefprocften würben, felb|t üon benen niebt 
immer in$ tfeben gefefet warben, welche fie au6fpra<ften. 
SBewegte Betten laßen fttb niebt vom gaben pbilofopbi' 
fcfcer ?)rincipien leiten, aber bar um ifi eine fubjeetwe, 
willfürlttfte Äuffaffung be$ ®ef<ftrbwfn, wie fie fteft 
bid jefct jum Stfteil in ber ©efeftieftte Sulian'6 geltenb 
gemalt, nid>t emfcftulbigt. (Sä ifi ebenfo 9J?ilbe§ uon 
Reiben unb Suben in JBepg auf Xnerfennung anberer 
Überzeugung gefagt worben, alä von (Stiften; ©regor 
von 9taj}ianj begebt tolerante 3nto(eran§, wenn er 
bie ßt)riffrn auf f ob er t, an ben Reiben nicftt ©leidjcö 
mit ©leitbem ju t)eruben; benn bie Reiben waren niebt 
minber butbfam, unb baä 9RM trauen in bie fflilbe be£ 
Sulianus, bie balb auß „JCunfrgriffen unb »erberf; 
ten Angriffen" berüorgeben foüte, eontraßirt feltfam 
aueb in einem mÜben mobernen Äir^enbiftoriEer mit bem 
3wetfet, ben man an ber rbetorifdjen Übertreibung be5 
tibamuft t>on ben , f ®ewaltfdjritten" beö Sooian oer- 
nimmt 7 *). 3t*üanug wollte bur$ wiffenfe^aftlicb pb* s 
lofopbiftbe Übeorien baä finfenbe |>etbentE)um aufredet 
balten; rr glaubte ben jftbifctyeti Sott unter anberm ta- 
rnen felbfl anjufk^en, unb wie er bie ©ottbeit butcb 

my XuAt&dt M (Sufebius (Hirt, eecloe. 7, 27) unb M 
3onara(S in bec 0efd)i(b^ bei @aHten am Önbe. 711) Nasnmte 
Utt€ 8. eh. 5. I. (8. p. 155.) 7t) BitU eben tm nUtn 3tb* 
f^nttt. 72) In Abacuc. 3, 1636. 73) Hb. 5 t ep. M| cf. 

Umnäht 8, 175, 3 oft 4, 219. 74) 91 c an ber, Gkfdjidjtc bei 
*rtf»li*en Jtirdbc 2, I. 6. 73; H i. 96. 



23 



JUDEN (GESCHICHTE) 



Dpfer unb in Sempein allein w&rbig eerebrt glaubte, 
fonnte er nidjt umbin, auefj ben 3uben wirDer bie #ers 
(letlung ibre6 2empel6 ju gettatten, unb er brauebte bie* 
fen Sierfucb weber für eine „menfdjlicbe Sßiflfür" ju %aU 
ten, noc$ bie einfüge jerfidrung „für ein ©eridjt ©ots 
tö" n \. Die (Srüdbiung be§ ebrpfoflümu^ 7b ) tjerbient, 
wie mir fdjeint, allen ©tauben, ba§ bie 3uben, inbem 
pe ben beibnifeben Cpferbienfi jurürfwiefen, bem 3ulian 
gegenüber geltenb matten, bag fie einfi einen eigenen in 
s ])üldfrina gehabt. 6$ i\\ aber wabrfcfieinlicb, baß bie 
Suben eö weber mit biefer SJorgabe, no*ft mit ber ©r= 
bauung unter ben gegebenen Umftdnben ernfttieb meinten; 
ntebt ein Sempel, ben einzelne bauten unb ber wie ein 
beibnifdjer ohne 3ufammenbang mit einem ©taat^Ieben 
roicbtr oon Ginjelnen wre^rt unb befugt warb, tonnte 
ibnen erwünfdjt fein; wenn eö aueb b«#t, ba§ jebeS 
©efcfytecbt, in beffen Sagen ber Stempel nid)t gebaut wirb, 
fo fünbig i|l, al6 ber ibn 3erftörenbe 77 ), fo werben boeft 
babei anbare S3orau^gdnge unb Umfldnbe erwartet unb wirb 
ibrer gebaut worben fein. Die iübifd?en SBeridjte entbalten 
feine ©pur; ed i|l nidit unmögfieb, ba% bie 3uben felbfi 
baö ©eruebt oon au^ ber @rbe aufflammenben geuern 
beriebtet, um niebt )u muffen, ma$ fie nic^r wollten, 3u* 
bem war bie IBct>6lferiing wm Suben in 3erufatem unter 
Sultan unbebeutenb, noeb Gonflantiue hat tc ed ibnen ju 
betreten perboten, erfi bureft 6on(!anfin t>m ©roßen batte 
e^ ben alten %tamm wteber erbalten. 9ta4 bem Sobe 
Sulian'd wieberbolten fteft dbnlicbe Reibungen ^wifeften 
ben Suben unb Gbriflen, nur ba| lf|tm immer mit ber 
©ewalt in ^dnben, aueb biiö flveebt pir ©ewalttbdtigfeit 
^u begrünten fugten. SBunber follen gefebeben fein, um 
einen Suben ju taufen, unb einen febon mebrmal5 ge* 
tauften al^ folgen ju erfennen 7 '); bas geft ?)urim, an 
welchem man beS 9tamen$ be§ |>aman auf eine nationelt 
triumpftirenbe SBeife gebaute, wirb aH ein geft ber ®$ma$ 
gegen bie Gbriftai unb ba$ Äreuj au^elegt 7y ). Die 
(Sbriffen, ber eigenen Setben unb be@ ibnen gemaebten 
33orwurf§ beS Äinbermorbrt oergeffenb, wallten dbnlicbe 
SSerleumbungen auf bie 3uben, um ©treit mit ibnen ju 
fueben. 21ber bie S3ericbte über jene 3eit unb Dinge (inb 
thm nur einfeit ige, jum 2b eil oon fpdter Ucbenben, bie 
entweber bie begangenen ©ewalttbdtigfeiten felbfl mi8* 
billigenb, irgenb ein dbnlicbe^, freilieft wabnwi^tge^ Ber- 
brechen ben Suben anbieteten, ober bie Srfldrung jener 
Unbiü felbfl fefton empfingen. Ztö ben ©efefeen ber 



75) ^i. 9Uanbrr a. o. D. 2, 1. €. 70. 76) Omt. 

V, contra Jud. L p. 646 647. 77) Jer, Jomn P, I. H*L 1. 
76) 3oft (4, 2*1^—^27) nadj ©ofrote« liefert Biete« ber Art, 
voai aud? ^affiobor mieberbolt $aiU, (Hist. tripartiu. Hb. II. 
cap. 14. ed. Utwet h p. 370 iq.) 70) Cod Tbeod. 16. 

H. 18. ., Judaoos «(uodnni fesiivitatit suac «olemni Aman ad 
poena« quondam recordalianeiu incenden? et ianetae cnids ad- 
airaulAtam apeeieai in contempiu chriiüanae fidel aacnlega metite 
eiwere.* 4 &i mo^ fein, bat» meUetcbt tttoa* boran ift, aber fdjmer* 
lieft (onnten bie 3ubcn birrmit ben ^udm gefeiert |u haben glau« 
ben, unb t>on geuern, jur Sreube brt grfleÄ an^qilnbct, n>tfffn n?ir 
m%ti„ @o träte* cr|dc)U, bat in Snmeftor bie 3uben ein Äinb 
gegeißelt bitten u. f. n>., meran fo^ar 3oH (4, 228) glaubt. 




JUDEN (GESCHICHTE) 



_ 24 — JUDEN (GESCHICHTE) 



cforifHicfren Äaifer gc^t fceroor, ba§ bic Suben nod) nicftt 
fo getrennt unb gefragt oon ibren SRacfebarn lebten; Sfrnps 
fofiomu« muß me&re Sage hinter einonber acfrt Sieben in 
Xntiocfrien balten, um bie Stiften oom fBefu$e ber 
©pnagogen"), oon ber Sföitfeier ber gejle Stofc& &af*<»na 
unb 3om ftppur, unb oom SRitfafien am lefcteren Sage 
abgalten; er rApt e«, top man bie Suben achtet Sn 
7ioAJlo< aliovvrai Iovialovg xai otfivTjv tlvai vofÄ^ovatv 
rifv txeivwv noXtTtlav* 1 ). Die (Sbrifien foOen ibre See* 
len rApen, wenn ber. ftajftajj fommt, wie ber Sanbmann 
gegen ben SBinter"). Sänften wollten burgau« in ber 
©pnagoge fc$w6ren, weil bie Sffenge bie bort gefebwore* 
nen ©be fAr geforsteter fcielt M ) ; baß man ft<& jAbifcften 
Stiftern in $roceffen unterworfen, »erbietet ba« Äaifer 
ebict 84 ), beflagt Gbrpfojfomu« unberjdblt ber Salmub *). 
©elbjl bie erffen itircfteniebrer fcaben no$ im 3ufammen* 
bange mit jAbiföen ©elefrrten gelebt, oon ifrnen gelernt 
unb $re Meinungen aber btblifcbe Stellen angefrirt unb 
notirt. JDrigene« gibt me&r alt einmal in feinen ©ctyrifs 
ten baoon Äunbe"), unb ber SBorwurf ber Unfenntnij? 
ber bebrdtfcben Spraye, ben man au« feinen etymologu 
fc&en Jeblern 87 ) jiefrt, iß ein ungerechter; er legt einen 
großen SBBert^ auf bie frebrdifcben Gobice« ber ©t&rift in 
ben £<Snben ber Suben unb gibt ben Statb, felbft ®<&mei* 
cbeleien nicbt ju freuen, um oon jenen bie Srlaubnig 
jur 6infuftt ju erbalten 88 ). 9Rit bem ©o&ne eine« ®e* 
lehrten, bem bejignirten SRac&folger be« S3ater«, bat er 
Sielet oerfranbelt, ein Änberer frat bie Überlieferungen 



80) Contra Jud. Opo. I, 588. 595. 81) I, 590. 82) 
I, 616. 617. 83) I, o9l. „nolloig nQog aviov n(»og(ixfrai 
(joßtQtüTtQOiH: rovg txri yfvoptvovg Zpxovs tlvat." 84) Cod. 
Theod. 16, 8. 22 „et ut inter Christianos nullam habest co- 
piam judicandi« etc. 85) Sgl. gronf ei, 2)er äferoei* u. f. w. 
G. 95. 9tote. 86) @o fogt Origene* (Selecta in Genes. 2. 

p. 28) ober 1 SXof. 2, 8. „Tradunt ergo Hebraei locom, in quo 
paradUum Tel hortum plantayit dominus Deus, Edem ▼ocari et 
ajunt mundi medium esse, ut pupillum oculi, eamque ob rem 
fluTium Phison interpretari os pupillae, ut qui primus ex Kdem 
AutIus egrediatur." 9tun (alten nefjre (Stfldrer Serufalem für 
bie SWtte ber (Stbe, wa« Drigene* nur mUoerfianben $aben fann, 
ba fefcon (Spatel 3erufalem ba&tn »erlegt (5, 5.)$ oon p^.V fafit 
36n fc«ra nur, baf e* mtm np wm, t. $. unter bem Äquator, 
liege. 3n os pupillae föeint eine (Srfldrnng be* ym burd) ben Styafi« 
§u liegen, ber in feiner Sebeatung (yaoig üon q «(*•») baffelbe au«* 
brutft unb au4 fonft bafür ae^alten »orben tft (ogl. Aapian II, 
113 9»otc). fKagpor. 3Cltert(umer ©. 249. öbenfo ermdbnt Drigene« 
in I «of. 4, 8, baf, todbrenb "XquUa nou) bie »orte Transeamus 
in Campum naft Van Wt fp ra*! jufe^t: „Hebraei dieunt in 
apoerypho jacere. 44 ©benfo erinnert feine Deutung oon 1 Äof. 
5, 22: „si Chanoch, postquam genuit Methusalam, placuit antea 
seeundum scripturam, non erat aeeeptus deo 44 an bie SHbrafä) 
(Beresch. Rabba Per. 25. p. 21 c), v*m mn «{in 701-1 ^am SV 
wi v*n prs$ ebenfo le(rt er bie fBermonbtung M tHne^a« m 
ben (SÜja^u naA ben Berieten ber Suben (cf. Seder haddoroth 
ed. Kap. p. 18 d.) Comment. in Joann. I, 4. 115 sq. unb an anbern 
gaftllofen ©feilen. 87) SBBenn er Joannes in Jon unb ^nc fterteat 
(Comment. in Joann. 4, 86)$ aber *uet (Origemana Üb. II. in 
Opp. 4. p. 105. 106) begriff bod »ibrafu)«fu>e Clement niefct unb 
feine ©ejie^ang auf Homil. 14. in Num. (II. p. 322) fft feine 
f(felagenbe. 88) „xolaxtvetr ?e#c *fov6aiwg xal nei&etr* 

trtt fttrmSämr n^ttr rsV xa9uQmv xal prt&l* xlaopa tfirtmy." 
Bpkt. ad Afrkaa. I. p. 16. 



ber ifibifeften nQtoßvr{Q<ov mitgeteilt, Aber ba* nqCQtt* 
unb nQivoq in ber Crgd^lung oon ber ©ufanna in ber 
LXX. pat er pe befragt 89 ), ebenfo über eine 9>fa(men* 
fiberf^rift ben f)atriar(6en unb einen anbern JBeifen 90 ). 
Bon tßieronipmu* ifl befannt, »ie fe^ er fieb bie 5tennt« 
nig jfibiftet Auslegung unb Srabition angeeignet; aber* 
ad ffifert er ber Suben Deutungen an; er lieg ft$ im Cbab 
bdifeften oon tynen unterrichten; aW er bie C(?ronif Aber« 
tragen wollte, beburfte er eine« £e$rer6, unb aW 3&ng^ 
ling warb er ibr, wenn aud) bamatö minber eifriger 
e^filer 91 ). Ku$ in ber SKifcbna »erben bie SSege be« 
Srieben« unb ber Seftanb ber SBelt, unter roelcftem Xu*« 
bruef eben ba« ffiefen be« foaalen Seben« begriffen wirb, 
al« normal au$ gegen bie 9lt'4ti«rae(iten betrachtet ; bie 
Stytil nebmen f6nnen an ben nur für 3«raeliten benimm« 
ten nac&julefenben, oergeffenen unb fle^engelaffenen (Erb? 
frfic^ten; man foll ibtfen auc^ im ftebenten 3a^re ®lüt 
xvhnfötn, wo bie 3«raeliten Sticht« oon ber 9latur er« 
warteten unb ieberjeit mit freunblic^em ©ruße entgegen« 
fommen w ), wd^renb ^ilariu« feinen Suben unb Jtejer 
eine« ®rupe« wfirbigte 9 *); baß man aueft bie SBtffen« 
feftaft an ibnen e^rte, lebrt ber befannte ©oft, ba§ ein 
9li<bti«raelit, ber ba« ©efeft ffubirt, einem «^obenpriefier 
gleite 94 ), unb Aber ben Xnblicf weifer 92i(^ti«raeliten 
fpricftt man ba« ©ebet „©epriefen fei, ber gegeben bat 
oon feiner 6&re ben ®ef*6pfen #l 95 ). 2)ie(Sbe wirb {wu 
feben Suben unb Sänften oerboten; beim titelt mir 6on« 
jtantiu« M ) unterfagt ben Suben biefe«, ßpipbantu« be« 
rietet be«gleic^en, ba£ fein <Ss>rift einem 3uben feine 
Softer geben bürfe 97 ), unb ba« Gonril oon (Elotra Wt 
fogar mit ben Suben ju effen unb bie SrbfrAd^te oon* 
ibnen fegnen ju laffen unterfagt 98 ). Dag e« nic^t an fhro* ' 
feilten jum jAbifd&en Dogma gefehlt fyabt, berieten bfc 
jübifeften Schriften an einer SRenge ©teilen, bewetfen nk 
Äaiferebiete an mehren Orten 99 ). 

Dritte« Capitel. 
über ba* innere (eben ber 3nben tm rönriffben 9teu^e. * 

3m ganjen t6mtf(ften Steige lebten 3uben. ^tero« 
npmu« 1 ) fagt: „oon Steer ju SReer, 00m britamufeften 
SDcean bi« jum atlantifcften Dcean, oon SSSeficn )u ©fc 
ben, oon Sorben ju ßjlen, auf ber gamen ffiett; M 
Aber (Suropa unb äleinaften Gilbert fc^on ffbito (& yx* 
jheut. SBie biefe äerfheuung oon ben d^rtffltc^Kn Z^colos 
gen al« ein bogmatifebe« SWoment jur ©efdmpfung bei 
jAbifd^en ©tepft« gebraust war unb bie gebrtx^ene $err* 
lieftfeit aud) ben ©tab, ben niemal« 00m ^aufe Sacob'« 
weieftenben, jerfplittert bar^edte, fo Wnnten bem S^rpfofo« 

89) OT btes Kpist. ad Afric. I. p. 18. 19. 90) 8o1mL 
in Psalmos 2, 514. 91) cf. Hasiutpt 8. p. 184. JfsWn» ' 

Bxerdtat. BibUcae. (Paris 1669.) p. 66. IIb. I. Bxerc 3. cap. 2. 
92) M. Gittin 5. 8. 3. Schewüth 5, 9. ttW w «•». 93) 
TUlemomt, Mte. pour serrir a 1'hlst. occles. (Park 1708. 4.) 
p. 437. 94) Aboda sara p. 3 a. ttt) Ikrach^n 58 a. 

96) Cod. Theod. 16. 8. 7. 97) Üb. II. Haerta. 61. tarn I. 
p. 510. 98) Tillemomt 7. 307. 99) Cod. Tho^L 16. 7. 3 
— 16. 8. 1 — 16. 8. 19 etc. 

1) Comment in Arnos 3. 1443. ? 



JUDEN (GESCHICHTE) 



— 2,5 — JUDEN (GESCHICHTE) 



mu**), wenn et ausruft : „fcerumfc&wetfenb unb trrenb, 83er* 
bannte unb SJerroiefene wanbern jte überall," bie SBorte be* 
DrtgeneS entgegengehalten werben, mit benen er 1 9Rof. 
18, 7 erfldrt r ): „bie Äanoniter roobnten, aU bfe ©c&lec&ten 
ndmll<$, im 8anbe unb wanberten ntc&t auf bcr Crbe." 
Serufalem war t>on Suben bamalä nid&t bewohnt; nur 
bie &tjiortfc$e (Srinnerung erwdbnt e$ mit feinen Umge* 
bungen, unter bencn ba« $au$ ber Seigen, ■»» n^ 4 ) 
unb ber Jahnen, *wi rva 6 ) oft erWeint. 25er 9fame 
be$ Äelter&aufeS, bizn rvn 6 ), fd^etnt bis auf fpdte 3eitcn 
erhalten ju fein. Aber im ©üben be« ^eiligen Orte«, 
Den wir ber ©age unb bem propfcetiföen SBorte gemdg 
a(6 ben Sfabel be« 8anbe6 befragten 7 ), ftnben wir #* 
btföe ©emeinben in nnwia 'nss 8 ), auS ber (Slafar ben 
Se&uba flammte 9 ), in jnn ■*» 10 ), wo dt. 2ffiba öfter« 
lehrte ")/ in T*wa rva w ), auf ba« beS #tmmel§tyaueS 
©egen träuft^ 5 ), in msia rr* M ), beffen Öl beröbmt 
tft; auf bem SBege na$ Oaja, in bem wir und ben 
9&kog ,& ), ber weiter ntc&tS wol alö baö berühmte SRar* 
nion mit gewölbter äuppel unb Säulengängen gewefen, 



2) Contra Jud. et Gent. 1, 569. 3) Select. in Genes. 2, 34. 4) 
Bi&tfayri, 8anhedrin 14 b. Menachoth 63 a, 78 b. Sine ndbere (St* 
ttdrung gibt 9t a f <b i &u Baba Mezia 90 a. ; cf. Reland (ed. Traject.) 
p. 652. Lightfoot, Opp. omnia. 2, 198. 5) £ig$tfcot (2, 410) 
tbentiftcirt eö Won mit Setganio. Pesachim 53 a. wirb oon feinen 
yijyo/ gefproa)en 5 eö finb feine Sdben früher alö bie Serufalem« »er« 
<r6rt worben. (Baba Mezia 88 a.) 6) Erubin 51 b. Sanhe- 

drin 24 a. 3fr eö berfelbe/ ber alö iAöö Bereschith Rabba 51 
crwd$nt wirb , wo 9?. SXetr genannt ift? 9?ad) 9tcbinfon (I, 483. 
engt. 2luög.) nennen bie Kraber bie obere 3Bafle,rleitung im ZbaXt 
©erinnern Sirfet el SOtamitta unb er leitet ben dornen oon einer 
alten Äiroty ©t. SBanriUa ab. 7) (Sine Knfdjauung, bie überall 
9>la$ gegriffen unb na$ ber ber unbefannte Serfafler ber Geogra- 
phie de l'Armeme gegen ?)tolemduö polemiftrt: „quoique les me- 
tures de Ptolemee la mettent un pen trop rers l'Orient" bei 
St. Martin, Mem. sur l'Armenie 2, 233. 8) 10 ©tabien oon 
Äeila, wenn man eö mit Serafata bei 9t elanb 6t5 u. 698, au« 
©o§omenuö tbentiftcirt. 9) Bechoroth 57a. WS Bcrpqxd, 
oon öufebiuö nafce bti Böbob oertegt. 9telanb 623; 3un$ 
(f>ti Benj. of Tod. ed. Asher 2, 433) cermutfcet mit 9ttd)t, ba$ eö 
nadj Subda ge$6re$ eö ijt offenbar Serfuffeb no$ $eute, baö Stebinfon 
(2, 368) ftinter Satin auf feinem SBege oon Serufalem naeft ®*ia traf. 
1 1 ) Sanhedrin 32 b. 12) Betogabra, fßüt SDfdjibrin ^eute (9tobtnfon 
2, 351 — 362), »aterftabt eine* 9t. 3odjanan (Berewhith 52 d) 
unb 9t. 9tat$an (ogf. 9te(anb 641). 13) Bereschith Rabba 

59 d mit »ejug auf 1 SKef. 27, 28. 14) Mischna Peah 7. 9. 
Schwüth 9. 5. 9telanb 909. £eute &tit 9tettif, baö 9tobinfon 
(2/ 341) oon ©et^ebem au* traf 5 fommt fdfton Im Sucfte @«ra oor. 
15) Die m* V» nrbvf wirb Aboda Sara 11 b erfldrt. ©onft Temmt 
rko* nor. $6los ift eigentlich bie tettudo be« ©ebdubeö, bann 
bte SBblbung unb baö ©ebdube felbfl. ^ier ift wa^rfd)einlio) bafi 
Mamion gemeint^ baö 9tetanb (©. 793) richtig a(d formae ro- 
tandae, cirenmdatum duabas portieibus se invicem interius 
■ubcuntibuji befo^reibt. $efo(&fu$ erftdrt &6los burtft orQoyyv- 
XotiSyg olxog. (Sin Qlttt öpigramm in ber grie^if^en Äntbologie 
nennt xotloy tgtia/uä Oolov parietes in orbem interius circum- 
duetos, wie SDu ©ange fic^ auöbrücft, ber Mefe unb noc^ oiele 
anbete ©teufen in feiner Descriptio S. Sophiae Eccles. Constan- 
tinop. $. 33 ed. Bonn. p. 90 alö Kommentar |um Paulus Si- 
lentiariua anfuhrt. 3n anberen @teQen , toit aua) Surtorf naa) 
ben (Kommentaren unb 9t S?at^an (oVtac) erftdrt; fiat cö bie Se* 
btutung eine« Äauflaben^, febaf rt unferm itaufmannögetoblbe ent« 
fprf^tj ugL 9t. 3efciaia in pw» mtWr p. 5a. 

X. (J wcvfl. b. S. u. St. gmrftfCkctloft. XXVIL 



ba8 Äranfenftau« 16 ), ben befugten SRarft betrauten, 
ftnben wir «wwa 17 ), ö^nb«^» 18 ) unb v^^m l9 ), 
einige ©tunben t>on äöeit ©fd^ibrtn, rt^vt 'ißs ,0 ) unb im 
©oben t>on nt^, ba3 fonft fc^on am dußerflen Snbe ju 
liegen feftten "), D-m ^cs "). 3n Xöfalon roo&nten ne? 
ben wenigen, aber reiben, frommen unb ^e(ei)rten 3u^ 
ben S3 ) eble Reiben, wie ber bureft feine ÄtnbeSIiebe berfibmte 
Dama ben Retina s4 ). $ier foQ ©imon ben ®tyta$ fein 
iSericbt ttber bie 3auberinnen gebalten ^aben; \)\vc ffanb 
ber berühmte Stempel ber 2Cteraati$ l& ) unb biejtge äörun^ 
nenpangen 16 ) unb ?)a(fgurte * 7 ) fanben eine befonbere 
Srwdbnung. ßbenfo in i^-n, bem SRarfte ber Sere^ 
bint^e"), wo »g)abrian bie gefangenen Suben feil bot, in 
ntnn J9 ), Dis-'y 'ids bei Settern a0 ), in Sabne^. ger* 
ner iji ju erwdbnen baS 2tfpl beö Cliefer ben (Sracb, baö 
mit eblen ©efcbled^tern unb ^eilfrdftigen ©ewiffem ge? 
fegnete o^a^ sl ), wo fonfl ein befugter SBie^marft" 31 ) 
gewefen ju fein fcftetnt. 9t6rblic^ t>on Serufalem Serid^o 
mit feiner uralten Unftttlicbfeit M ) unb pvs"), beffen 

16) Lightfoot % 179. 17) Kaipagaßlg im oberen 3bumda. 
9te(anb 684. 18) 3n ber &tUt, bie fa^on 9te(anb auö Qua 
9tabbatyi anfuhrt, (le^t B^Vrrwj 3ofua 15, 3Ü erwdftnt ein ä-nV»/ 
wofür in fceöarten fogar hxo »ortommt, waö iä) für baffetbe $alte. 
19) ^>eute jD^itrin, baö 9tobinfen (2, 362) auf ber 9teife nacb @a*a 
traf unb baö fajon 1479 ber 9teifenbe SEua)er nennt. 20) Je- 
bamoth 122 b. (Sapfyaxavia ift Cepcrarta, auf ber ^eutinger'falien 
Bafel ftnriffyn 3erufalem unb Seit 2)f$ibrin unb baö beutige Äefc 
Urie$ (9?elanb 684)$ f. 92obinfon (2, 643), beffen 3weifel, baf 
Seperaria ibentifo) mit KayaQOQoa, fiä) bierburd) beffdtigt. 21) 
nViyn si*3 toit netn am anbern (gnbe. Sanhedrin 20 b. 22) 
Dura) (Sfior f)a ^araji (bei 3unj im Benj. v. Tud. 2, 442) 
nd$er befrimmt im €Juben oon <Sta*a unter bem tarnen SDarom 
ober jDaron^ womit 9tobinfon (2, 375) auf baö 2)eutti4fte über« 
einfh'mmt: „Towards the south is another spot called Bab ed 
Daron, a name probably deroed firom the fortresa Daro cele- 
brated in the time of Crusades." 23) Sgl. bie ©teilen bei 

Sigfctfoot 2, 180. 9tetanb 587. 24) Aboda Sara 23a. 

25) Ibid. IIb. i^pioiaw nm^x, baö ©ort rpx ijt ©toentempe! 
unb bter ber be« 3)erceto. 3n ber ©teile Sabbath 56 b naa 
p» hv vAtm inti nrw tp*>x barf nAurm nifit bureb 3talien, fon» 
bern muß burtb «WwJUa erfldrt werben, waö fretlioj noa> einer wei* 
tern Xuöfu^rung bebarf. 26) Kelim 13, 7. Tlbul. 4,6. 27) 
Kelim 23, 6. ©onft waren aud) aöfatonifa^e 3»iebeln befannt. 
9tetanb 588. 28) Der ©tarft biefer ©tobt war berühmt, Jer. 
Aboda Sara I. (ed. Krak. 39. 4.) cf. Lightfoot 2, 179 im Xuö* 
juge. Bereschith Rabba 42 b. (gufebiuö {bti 9tetanb 485. 626) 
citirt an mebren ©teilen einen xaJ^ii; BrjOay\v t jwei SRilliarien 
oon ber Sterebint^e. Da aber in biefer ©egenb am mra yk*n 
au4 ber berühmte SRarft war ; ben ©ojomenuö (2, 4) btfäyctibt 
unb auf beffen ©ttaoenmartte baö Chronicon Paschale bie 3uben 
bureb «&abrian oerfaufen tdf t (ogt. 9t e ( a n b 714), fo finb beibe Seflim* 
mungen ju ibentiftchrenj benn audj im SÄibrafdj wirb 'rt i^V« k-^i 
k^öö ^ia an fttm angeknüpft, unb eö banbelt ffa^ babti eben um 
baö tAn» B^raj np*. 29) Erubin 59 a. Sei 3efua 15, 37 
erwdfcnt. 9telanb 701. 3 un} bei Benj. y. Tud. 2, 439 Not. 
30) SBenn bie Ceöart riajtig wdre, fbnnte man eö für Seit 3*fa 
in ber 9tdbe oon Settern galten, («obinfon 2, 241.) 31) 
9ce(anb 469. 470. 8ig()tfoot 2, 203. 32) Makot. 14a. 

rtarw. 33) SÄetan^on fagt im Chronicon Carionis p. 156: 
„Et manet hodie illustre teatimonium irae dei. u 9tobinfon (2, 
280) er^dbtt, baf bie ©änben oon ©obom unb ©omorrba noeb auf 
ben Sewo^nem be« U^alcö oon 3eriebo ru^en. ©eine Araber $at* 
ten ibren Ä^atib um einen Sauberfpruo^ gegen bie grauen oon 3e* 
ria>o gebeten. 34) maoä bei 9telanb 907. öftor bei Bern. 
t. Tud. 2, 432. 

4 



JTDEX (GESCHICHTE) — 26 — JEDEN (GESCHICHTE) 



fcr fcca Seo* sai fc«u fcir ia ttevr £e-,ieti:ag }n 
«aaea tu wfari^r ?lar&uni"i * ; -- =i f iridjc weit oon 



3stca tat 3<ri4e*' tateri, rz-=? M ) sab to* tat* 
Sä berjra::« r~x" 1 ' taben 3s-ea s- SJenrcinera. 

•USCZZ3L 

**«« r-rr-ss " , -=r -s= *•", säe -r* i: ;, wo 9L 6tam* 
a» ,s ; ^ das'« cor, uat terTea Bewohner ol* eifrige 
3srca etero an: tenea r:n fetta nritrea, ate iReara nrii 
3cn4o u ). Sa4 texa et« Samara «u, tenen dtame 
6e&zie sei as£ ia Um 2alarcb cno&at in"), toben 
;afctK$c BescÜeraa} :z? r-r **;, au* SBeiabergea gelegen 
ua5 rrzr m "), £ämi:b te$ SKp^jietTerd £ontiui; 
taaa lief» tie Srtn;»:att wn 3utaa cegea Saawria 
a-rc™* '">, ta$ alle r=-c=, teren 92araea :-=«:» 
aar oertorbea ii ur.t ta£ ol5 d'j&rrner £ua!t tern rsa 
(8ob*:t; ea:seaeage*e£t wirb. £ier batte oueb Xleraater 
gtatoa tea (Skrcebrea erfannt unb begrugt. 3a r*r~c: 
Scapoii* lebten aifcen Somaritanera aueft 3uten 41 ). 
Scher Haacf ifi noeft rr-r^r -es ia tiefer £e;iebung 
:n ers&nen, un& tag beräfcmte Gafarea, welcfceS ia 
fairem 3e:t oca Seirern unb 2etren erfüllt war 4> ). 
£oftbaia Kabba letrte tort unb beteiter* 9t. Xbat-u, 
St :?— t, S. ^agora* 8 "), 9t. 2Cta, S. Uüa unb viele 
Xntere. ©ner 2$nagcge mit betonterer Saulic^feir wirb 
verföietentlkb Crwatnung getfcon. 3n Sopttoocli*, ta$ 
von feiaea tenlicben 9iatur?rotucten Pforte te$ $ara? 
tiefe* genannt unb bur<b fehle Seinenfabrication berübmt 
war, freiten fi$ nebea vielen Reiten, tie ta£ Gbrißen* 
tfcum bagtea 11 )/ 3uten auf unb lefrrten"). 3n 92a;cu 
retfe toarea ;ur 3e:t trt 6oiptanius nur 3uten. gemer 
ift )U neaaea •-::- -s= 5I ) # tie ^eiaiatb 3fa4ar a ö te* 
?etrn* u ). 3n ter W tittt teS eigentlich jutifeten geben* 

35) Zf* GttZt au* Q±2 XMazifi übtz bat Skr^ilrnis >u 
3eri4« «1. Äetinb e. "0*2. 36} Ufktfoot 2, 21J. a*':cr 
bei Benj/r. Tod. 2, 436; eine 2agcrcife ahfclicb oen Semfäient. 
37) röywr td 3: f - cr.t ^t:L; 93!. Äctanb S16. öfter bei 
Benj. w. Tod. % 436. 3S. Xrt Wblifcbt -res 2 Öhren. 28, IS, 
bei fceu::ae 3iB)a tri Äoitnfcn 3, 56. 57., c^I. Äcianb S12. 
»j Ligkif** 2, 1S3. ö?icT ^ei Benj. r. Tod. 2. 44U. 40) 
Lighiffßot 2. IS4. Äelanfc 692. 41) JDrei SSiUiea ren ?ub 

(Stelanb 913. öfter bri Benj. r. Tod. % 439). 42) Git- 
tin 67a. Sanbedrin Hb. 43) Äelanb 702. 44) Cb bat 
wrcztm Erubin lWb. etet baS irr:-» ToserU Erachln 5. 2 
nidjt bafir |n ncbmin in? Trete im Sefer HtccibaU p. 41 b, 
mcdjte i4 nid;: oen Ccnftantmcptl rrüdren, f:nbrm rem fttfn» 
oüatifdjcn eebaftia am *f)alr^^, riner berühmten ^anbc:$*1att, teren 
Kamt eiicas nedj jc^r cer^anben i?l (53L 2Sanncrt 6, 2. 480. 
4SI , unb iceldre ncdj SXiiacl ^ucaö unter tiefem Kamen fennt 
(Hist. Byzant. ed. Bonn. p. 61\ 45) Menachoth S6 b v 

auf einem 8cra.c geUöcn, mir gutem Sein, »ai mir ber 8aac 
be« Ccrfrt 8ubban, bat heefc über ber Gbcne licat, übereih* 
fhamti ö ä l. »cöinfcn 3, 90. 91. 4*0 Orla 2, \ über bie 
8rtarten »5!. 3un^ tri Benj. t. Tud. 2, 421. Q$ fcfcemt ba< 
Dcrf 9e:ma, bat «Rcb:n«'cn (2, 92^ auf bem öe^e ecn 3cru f alfm 
nadj Kablu« fanb, sufetn. «2 eben Ct^: ( Hist. doct. misnicor. p. S5 
Not.) bemerfte biifci «.7«| ac/Jumov. 47) fficlanb 369. 

8anhedrin 94 b. 4S) et Li<thtfoot 2, 212. 49^ cf. F.i^f- 

fool 2, 213. Aboda Sara 39 a. Sanhedrin 6Sa. 50) — ; ^-t S 
Jer. Teromoth §.11. ed. Krak. 47. 4.; cf. lÄvhlfooti. I. 51) 
epater eine Xrr Qxii för *rijiltdje »cijllidbe obrrcidjenbcr SÄrinun^. 
52) LuAifooc 2, 216. 41S. Kelanb 977. 53) Cffcnbar Äcfc 
«enba in ber Kibc wn?cawretb% ^l. «obinfon 3, 194. 54) 
Jer . RotchhMchtna. 1. Hat 3. ed. Krak. 57 a. Bereschith 
Kabba 4Gc — 6ob. 



;s ieaer 3er, treibe Her ia* Ycgc jefaft «irt, Rei 
tie bmiimtn gi^e rrr*ae sab =r-cr M ) rrc-r r-a ! 
Baterftat: *. TUh** K ) r»«) rr=**) f mgen fei 
Urm:tl«fc!e:t berulrigt, vor 13*» «ber €erpterfe i 
aiberia*, =-rc r-s u ; f vrrtr -rr") mit ». Qba 
na, -r=-3 -er"), rs-tre") ober ^m, 30 €fl 
tea ton Ziberio«, vor ben Sebra nübtg&aßig; baoej 
tft 12 SKlItea wn &t*pkm& t- ") beaAnmgdioc 
iregea S. 2aa*um. Seüer oberhalb irar a-rs *«a ( 
^ernaum, -»zr-? -ca ö ) f vo 9t. ©omliel lehrte H ), u 
r-::r: -c= * ) f bo* oa terSrenje Ma Unters unbSb 
galzlea lag, tro bie Sjbmorra ju warfen anft^rm 1 
ia ter Slacbbar^'t be* r wie e* febetnt, von vielen 1 
inen betootnten rrr? -er ,J ) unb £etmatb be^ 8L Q 
lafta 7 ';. XuS V»a*si f 6|tlidr> wn -&ztvf, war 3t. 91 
tai rx ; ; ter Ert war bure^ leinene Sewebe befannt 7 
ou4 crt-elt eia 9ta§ unb eta 2bal bon it)m ben 81 
men r ). Tann in ju neaaea SRagboIa, au< »riebt 
SR. 3i;4a? u ) uab 91. 3etuba a ) ftammten unb baS e 
3ufIu^i*ort für ben entflobenen St Simon ben ?afife^ : 
wutte, vr- r-z"") auf Sagen, c*c-n*c5 # auö fc 

55> ffgir unrcrinberteai Kamen, »U Gftcr neblig fegt fl 
Benj. t. Tod. 2. 42S) f auf ber Aazte wn Sobiafon. 5 

eitii* r.n Äcc:; t^ Ätlanb 689. 1024, tbeatifcb mit mw 
ML 3uni tri Benj. t. Tod. 2, 429 Not. 57) 8abbath451 
cf. Giitin S6 b. g^r Megiila 24 d temmt nrrr rr* bor; bj 
atebinfea 3, 194. 5S) Ssrcb bie Bcrbwbung mit ecnpfei 
Qcscins: ::^ Erubin STa. Srvi^arc tiefe Sage idrtlid) ooa Ctyl 
Xmar. 59; 3n ber (Searab cea Ycco f ba« Qbaboio bei 3d 
pba^. (Äelinb 701. Gftcr bei Benj. t. Tud. 2, 428.) fi 
öfter b«: Beoj. r. Tod. 2, 440. 61) Stelanb 692. fffh 
bei Benj. v. Tod. % 425. 62) Bemchith Rabba 75 a. X\ 
bir «c-ctrrüLa^ ^cb.i bie Stifte ren Siberiai beroor unb ei ift b 
bir Aefr 3atr, irtc Stcbürfca (3, 23) einen Ort ia bieftr ©rgc 
feent. 63) U.jhifoot % 226. 3unj bei Sftor % 424 SM 
64; Jer. Schwüib J. 6; nah XeUnb 714. 719. 65) 9eai 
bie bcr!Jmm:;d;c Xn»T±t meiste icfc ben Crt für bo* (cirtiac ©oi 
»ra:::n fcalrcn, scaen ber datferaun^ oen Jtefr Ttm aab weil i 
an ber @rcnse r:n Unnr^alilia lag gegen bat 3$d »ob Zibcdt 
|u, ba ©aJilia für ben ""ara in brei 2i)ale, in £)6er»,UnteraaUÜ 
unb bat 2bal r-ea 2iixriai, jetfallt (Schwiith 9, ^ unb ei e 
OrcnipUe fein mu$ nacb Gittin 7, 7; ebenfo bübct Xatipatx 
nur bie ©rer:e ren Samaria. 66) Misdma Gittia 1, 5. 6 
Cb U bafTtlbe Uin mus wie mrt -ad (Bereach. Raaba 75d 
rr: -n, cetia men ben Steg wn &catyopotil ging (Bar. Habt 
7 c\ trie r^ -ts, bie tSarerftabt bei Ä. Sacob (Bar. Rabba 7 < 
14 b. 15 d sq.\ ift niefct enniefen. <5« gibt noeb eia Seit $ori 
(Äcbinfcn 3, 67. 68), Seit 4>anua (baf. 2, 371), Seit Cm 
(baf. 3, 66* , »can amb in 3ubaa. — SDcaa bau H fh M 
Xnan im e.-®. oen Safcb, |. S. Sfror (Beoj. t. Tod. 2, 428 
ber Gfcanina tieft. ÄaS ®aruio ed für 6ona t>icU, m6o)te aafa 
Aananeb erinnan, ba« im Guben wn 2orng bei bem aarblttc 
(Sana liear. (»cbiafca 3, 385.) 68) Schwiitk 9, 2. « 
Erubin 51 b. Sabbat. 120 b. ÜMe Entfernung oea mv •» 
cf. Bechoroth. 55 a. /,i</*rfoof 2, 215. 216. 70) AUtb. 3,1 
71) Chagica 16 a. Abolb. 1. 72) BercacL Rabba 15 4 

73) iA^tfoot l 233. ftelaab 575. «obinfon (3, 280 fr) ta 
rifteirt *e* mit bem bcuiiaen SrWb. 74) Sabbat 139 b. Bah 
Mezia 25 a sq. 75) Bereach. Rabba 12 b. TT* S na 3« 

mf*a;mi lUvhtfoai 2, 226); ber Ort ifi nat)e ob Steia», M 
beutiae SKtabe;. .Sebinfon % 2TO.) /6) Jer. Aaajtd 

Perek. 3. ed. Krak. 47 a. 77) Bier Ctabten m »nU 

iU.jhtfoot 2. 226. « e l a n b 649). JD« Enge aae& we fr 3eott 
k Baba Mezia §. 6. ed. Krak. 11 b) erwabnt, fKmatt ei mit kn 



JUDEN (GESCHICHTE) — 27 — 



JUDEN (GESCHICHTE) 






ein 3f. Sacob genannt wirb 7B ). SBeiter hinauf JWb rra 7 f) 
in ber SRacbbarfcftaft bon nbn m, wo ba$ befh £)l 
war* ), unb von beffen SJewobnern ein ©treit berichtet 
wirb 81 ); ©c&emaja unb Äbtalton finb in ber 9tdbe be* 
graben, mit man fagt aueö 9?, 3e&uba ben SJalbpra 8 *). 
genier naao isd ober n:r>o ^ers"), rAwm 1 *) ober 
©abara in ber dU\)t oon Gäfarea N JM)ilippi, aitd> befannt 
unter bem 9?atnen ems:, beffen ÜBewobner ffierfolgung 
unter 25iocletian erlitten i5 ); ■hs, t>on 3uben bewofent, 
bie mit benen in Gfcalamifö in SnJtefpatt lagen eti ). Sn 
ben tranSjorbanifrfjenSanben ba3 ifteiebe Eft*), W l «* **) 
unb, n^3 rr»a ä nebft vielen Xnbem. 2(n ber Äüfie beS 
großen SReereS 2Ccco, bic lebertbige ©tabt ber ©cfciffabrt 
unb be$ *&anbet§; ferner :tt:d, über weldjeS ©tragen gu 
£anb jur tgrifäen treppe unb naefy 2tyru$ unb ©ibon 90 ) 
fübrten. 2>ie Äüftenfdjiffafjrt bis 3oppe wirb in jener 
3ett oft erwähnt* 1 ), auö welchem |)afen man weitere 
JRcifen ju madjen pflegte ,1 ). ©in berühmter 9Rarft 
biente feinem £anbel") unb baS oon ben Reiben mit 

tcutigen, audj auf S&cr^tn lirgenbrn (ffiobinfon 3, 250. 280) 
Äulat tfm SDeoan 6ct tfrbrta genau ubetein. 

78) Chagiga 5 b. 2Crt bte ©tetfe be€ ölten o*-r* oerlegt e« 

ber Sotmub in ben ®tamm KaftalL 2)ie Sage bei Sibrnaö gebt 
aal bcr anbem EccSart tjeroor, naeft ber @inigc ben St. ^irnon ben 
?arifa> mdjt nacb SDRagbala, fonbern md) *npn ^m geflogen fein 
laffttu 79) Sögt. Schemoth Rabba §. 5. p. 94 d. <£* i]t baS 
beutige SReiron, jroci ©tunben Don äR.*9t.;3B. eon ©afeb, it>ic 




choth 85 b. 81) «Rc tan b 817. @ä ift ibentifa) mit ©tetola, 
bafi fdjen SBenjamm (1, 45) vo* nennt; beute f>ciO f ** et 3ifd). 
(Benj. t. Tud. 8, NU. 4-27. gtobinfon 3, 369,) @c&r alt mar 
feine Surg nad) Miscbna Eracbin. 11, 6. 82) Sßot oon ber 

6tabt SBatura ober SSat&nra in SBatanca abgeleitet 5 f. Stria nb 
♦ili,. BS) ?ag im 2baU (Mischna) Menachoth 86 b. Soft* 

p^utf (in ber Vita) meint bfefeft Drt mit feinem xtü^mawyava 
in ©aliida, wai SHclanb (721») nic^t bemerft, obfe^on es feine 
aenjeetut (€5. 1031) beftärtt bafte. SDa biefef 9lame nur in ber 
SDfifdjna oorfommt, fo ucrnuitte itft, ba^ c^ bcrfclbe wie naso vb 
fei/ ber im 3almub unb 9?Iibrafd^ crodbnt ijl unb oberbatb ©eps 
pberis tag, mie aus Aboda Sara 17 a bcmrgefct, wobin c^ aud) 
Glror verlegt bei ßcnj, v. Tud. 2, 4 12 p 443, 84) Jtcmmt tu 
tBerbtnbung mit y^c-p unb mit htm Scinamen nx^s wt f unb 
wirb oon gig^tfoot {% 232) riditig burd) (*Jabüra erlidrt; benn bic 
£«ta,unum geben ^i immer bura^ iAw*i miebtr; bann ober raeifl 
bte feteUe im Targum Jerusch. $u 4 !0tof. 34, 8 ^ l^wrtft 
•*^p nVanV ^y» pap beutli^ o"f ben SDBeg üon ©dfarca narfj 
betn Aulon Cilidus (iÄelanb löl) ^in. |)ier fonn unter CSAfarca 
nur d. Wtippt gemeint fein, maß in ber 9c% t>on ©abara log. 
Dmit^cnpoiiß Lag |u üiel ncrbmeftliä) ju>if4en Srnruö unb A 
bon, unb Fommt mit ^arepta in SBerinnbung r-or (Äetanb 910). 
Dtient 1840. Sit. 9Jr, 40 ift olfo &u uerbeffem. iDaffetbigc <5Afa* 
rea $)&iu>pi ifl Succa 27 b. gemeint, mo e« bei^t: rr^yta pi w 
*-i3ir ^opa **»^K -a *,:rrr" V» 'srswa p>yn Was rawo "^t?^k Sa 
TT-cpa *5, benn cö lag eften im oberen f&alMa. 85) ü.aAf- 

foot 2 f 228. Ber. Rabba 65 c. 86) Boterflabt Don de. ^ant^um 
Sabbaih 30 a; ügl. SRelanb 702. 910. ?teue mar 36,000 etiritt 
tjon Öapitotiofi, 16,000 mm (Uabora. 87) Sfetanb 958. 959. 
88) Bcchoroth 8 b. 34 t)alte e* für *A9*nm bei ffietanb 64)2. 
W) mtlanb 650. Bcnj. v. Tud. 2, 405. Wobinfon 2, 279. 
90) SRelanb 544. 91) Nedarim 30 a. b. Bereich, Rabba 20 d. 
92) Berescb. Rabba 68 b. 93) Aboda Sara II b. Bereich. 

Rabba 42 b. 



2f;rnnen wre&rte (Srabmal beß 9Remnon^) wai bort. 
3?. ©amliel ,& ) unb fein ©obn K. Simon ™) meitten ba^ 
felbfi; ebenfo roaren oiete Änbere, wie 9f. Sofef, St, 2fb= 
ba ö7 ), 9t. 2ön*um^), St. 3ti4aE" 9 ), ». ©imon ] ) auS 
biefer ©tabt; be^ »abeS ber Äp^robiteM \)abcn 3uben 
fic& bebient, 3n biefen ©tobten trieben bic 3 üben atte 
beliebigen Siefcftaftignngen; bem romifc^en ®taatt mar e5 
fremb, feine Untertbanen, auc^ feine tbm erfi unterroorfcs 
nen, gegen fein ©ebot ptfi auftebnenbe, in ben it)nen gu* 
fagenben JebenStreifen ju ffiren; Sunftbefttiranfunjen, 
au^Wliegenbe, Wrperfctiaftli^e Statuten gab eS nit^t. 
2)ie Suben bauten itjre 8anbercien fctbff # pflegten ibre 
SBeinkrgc, gogen i^re ©drfen; äffen möglichen ^anb^ 
roerfen lagen fte ob, fte gogen auf ben Äameeten atö 
Treiber burefc bie SBtt)le, üU SBotrofen auf bic ©erodjfer; 
fte waren Ä6fcler, ©ärber unb 2Baffenfc^miebe, ebenfo 
mot ai§ Sdcfer unb Äo^e. ©te bauten ben 5ffiügiggang 
unb bie Iffefe; feibft bie grimmigfeit unb bie SBBiffem 
fdt)aft moQten fte nic&t tfjatloS; e^ iß (Ablieft, fagte 9?. 
(Samuel *) f ba§ ©efeöflubium mit einem ^anbmerfc ju 
üerbinben, unb fo bleibt man frei t?om SBergefjen; ou4 
3t. Gbija, ©ofen Xmi^, fagte: „Srö^er ifi ber, mU 
cber Stufen giebt üon fetner Irbeit, q\$ ber, roeiefier ©Ott 
fürchtet"')- $3tnn gefagt wirb: „fe^re 5 ) ben ©ofri ein 
rtinrt unb leic^teS (Vp) ^anbmerF/ 1 fo l?eigt ba§ nic&t: 
feiere i|n feinö, wa§ met SRüJje mac^t, fonbern, ruie ber 
^ad&fal geigt, ein einfa^c§ $anbroerF, fobag nur baö 
©treben, in Diclfacft jufaminengefeeten iBefctafti^ungen, 
welche teieftt bie ©ittti4!eit gefdbrben tonnen, 3Jeid>tbum 
unb ®türf , mit ÄUeö bei ©eite fefcenber ^abfutftt ju er^ 
werben, burefj bie§ ©ebot gebdmpft werben foU. Unb 
bie graten ßebrer be§ ©efefecö lagen bem ^anbwerle ob; 
3?. 3ofe ben G&atafta roar ein ©arber, St. 3ofe ben 3(ai 
ein Sötticfter, 31. 3edof4ua ein Äobler u. f. w, TLud} 
mit |janbel befdjäftigten fte ftd^, aber fte nannten ben 
nic&t weife, wetdjer auöfd&üefjtic^ bemfelben nachging ); 
fie matten feine ©ef^dfte mit ^eiligtbumern unb 2(r* 
mengetbem O- SBuc^erer waren untauglich, 3eugnig ab? 
gutegen 8 ). 3ur ©ee betrieben fie |)anbel auf großen Stei- 
fen unb ©Riffen; ©eefabtenbe Riegen no^ niu^t bie &on 
2tcco na$ Soppe reiflen*). Sine iffienge x>$n ^robueten 
unb Jabricatcn tragen fc^on in ber 3Rifcftna aultdnbif(fte 



94) (Sin anbereä ati Meö oon 3ofep(juö (De beüo Judaico 
2, 9) ermähnte (onn Aboda Sara 11 b. T^ ymh* WWn ^^ ^ 
tsya» rm*U -sä ^ya» rudjt gemeint fein. 95) Erubin 44 b ; 

cf. Pcsactiiia 51 a. f mo eine anbere Ceßart SR. Simeon ben @am: 
tiet trat. 96) Peaacbim 100 a. 97) Aboda Sara 31 b. 

Beresch. Rabba 13 c. 17 d. 98) Beracboth 63 b. 99) 

Aboda Sara 7 b. Becborotb 31 a. 

1) Sanhedrin 71 a. 2) Mischna Aboda Sara 3, 4. £>te* 
fed ftnb etwa ntdjt alle bamotö befannten unb bemobnten Drte. 
(Statt bcr tatmubtfd&en Duellen feibft ffnb abf!ct)tticb bic ©rtebtten 
genannt, mettt^e fit früber benu|ten, üorjüglicb Üigitfoot/ Stclanb 
unb 3unj. ©onft flanb mir ein Ijanbfdjnftticbeö S3eqetc^nip geo? 
grap^tfeber Warnm im babntonifeben Üatmub in ©ebote, ba« jeboelj 
grabe hierfür meniger ausbeute gab. 3) M. Abotb, 2 T 2. 4) 
Berachoth 8 a. 5) M. Kiddiwcbin 4, 13. 6) AbotL % 6. 

7) Scbekatim 4 T 3. 8) Sanhedrin 3, 3. Roschhaschana 1,8. 
Schebuotli 7, 5. 9) Nedarim 3, 0. 

4* 



JUDEN (GESCHICHTE) 



— 28 — JUDEN (GESCHICHTE) 



Mamtnx man af fpaniftfje giftfte ,0 ), fretenfifd?c Gipfel u ), 

bitten if4m Ädfe ,l ), <5gr)ptifdje Knfttt li ) tmb äöotnen "), 
griec&iföe !i ) unb aq»ptiftbc Jlüif&i||e 1fj ) auf babptenifdjcn 
2eüern ,T ) # unb tranf italifd)en SBein lö ), mebifcfceS S3icr ■*), 



baten Ji ), eilieifdjc $emben afJ ) unb arabifd&e ©cfetetct 37 )- 
2>ie 3uben t>erjlanben ben ©djiffsbau, nic^i blöd auf Saferen 
(«izr:) unb gifcfcerfd&m« (rmn)j auf gro§en ©eeföifc 
fen 19 ) fta# man in bie ©ee naefc Cntrit&tung feiner 
Hafengebühren r ')# un & & fl to erflang wie tyeure auf bem 
SRaft ff ) unb bem Sicrbcd ber eintönige Scfang 31 ) ber 
SRatrofm über bem SBaffer. 3u Sanbe trieben fte $Mb 
bei mit grücbten, öetmbe, #ol|, SBein, Stab** £)l"), 
SBoUe, entweber afö ÜBaterialwaarcnbdnbler in Ärantlaben, 
ober a($ £erumjie&cnbe auf 3afyrmdrfttn. ©ic pellten 
iljre greife nag JBelieben "); ein @4wur auf ba3 £am 
bel^butb war bei if?nen gältig"), bic 3ugabe be3 Ära- 



10) f ato» epta Sabbat 22, 2. tfnbere (Stellen im Aruch 
(yatoie). SDie cen SBurtcrf angeführten ©teilen beweifen tfurtfr 
djenb ba$ SBciroort fpanifet) unb bie dftäjtigccit ber rabbinifdjen 
Örfldriiiiaen $ cf, Or Ester p. .210. II) IfH ' f« WM1 Me- 

uachot 28 b. £ie berühmten Üpfel äreta**, bie ct)bonifdjen, finb 
audj wen $>liniu* erwtänt; cf. Athenäen* üb. 3. "20 — 22. Vm*. 
ad Hiy, Georg. 2, 127 unb hucht {Plnjt, bist, fragm. p. 57). 
12) yraim rr;; Aboda Sara 2 f 4. 13) Kelira 17, 8. 

Maaseroth 5, 8; über bie dgöpttfcbe Cinfe f. audj Hrt/it, Georgi™ 
I, 228; cf. Martini. 13. 14) *« ht Kilajim I, 2. über 

ao,nptifdje SBcbne cf. Pfaßarch m ap. rftltsuNMii Hb, III. p. 73; 
cf, Brückner, Phytarchi bist, reliqü. (VratiaL 1839,) p. 48, 
L*UAf, /%/. bist, feaginenta. (Lips. 1830.) p. 114. |S) Ki- 
lajim I, 5. Ifi) Ibid. I, 5. I7J Kelim 1% l t Triclinia 
Babylonica ermähnt ^[fnttid (8, 48), 18) Sanhedrin 8, 2 sq. 
19) Pesachini 3, I. 20) Ibid. 3, f. *«n bii-t; cf. /»/rata* 
22, 25. Gtfopiflfl 10, 116. 31) Misclnm Pesacliini 3, |. 
Stellen bei Xalmubä bei Xrudj unb SBurtorf, wo eint feldje ot4 
fadbltd) gefdjUbert wirb. 22) Kelim 4, 3. 23) Ibid. 96, 1. 
24) Joma 3, 7. 25) Kelim 20, I. y>r? info t 3fudj bk 
nur oerbeeben ben tarnen ber @tabt in ^aubicia unb Sabicia $ w^L 
«Wann er t 0, I. 430. 26) fp^"p Keliai 29, L Sa1mubifd;e 
6teLfen bei 2Crud). tg§ ifl baä bdannte (Stlieium. SKir ber 6n 
ftdruna ber SRabbinen ftimmt bie beß Tf^contus ftu SJerrin. III 
überein, veatis texta de piiia, iDer tatetnifc^e Überfeßer fc$t cili- 
cia für aaxxovs ber LXX; bei ben JtiicijcnDdtcrn unb jpdrern "äu? 
tonn ftebt e$ oft, iDtrt |ti Or Ester 238. 27) pa-* W pw 
Kelim 29 t 1; cf. Propertiu* Üb. 2, 3. v. 15. (Sbenfo wirb WW 
a-z-7 (©ctjitb ber 2Craber) Kelim 24, I. t cjrtec^tfcbrr unb r&mifdjer 
3fop* Negnlm 14, 6„ au<4 rf*«fl rs^a {tcr mebifefte SKörfer) Ke- 
lim 26, 1 unb ber arabifdje Änoten J^B*tf ^ rwtbn Kelim 26, 4 
erwabnt; man hatte mt|rifcftc Sender unb Ceitcrn # Baba bathra 
3. 6, wo noc<) bic rprifd)« uorfommr. 28) mfe, ntr», ^er 
<Sdji|ftr tjei^t ]to, rw unb au4 *^>* nauta. Aber Bereicln'th 
Rabba §, 48. (p. 42 d) i|t nain nidjt nauta, wie SBurfcrf g[aubtf f 
fonbem v Jiabütdtri «f. Aruch, 29) 0ebarim Rabba i, 2. 
p. SN d. c:-3 naraw ■» na^tors n-aa» »^, (Sä wirb ein anberci 
v3prüd}wort angefübrt: „SÖeb bem €djtffe, baß ebne Steuer ab* 
fcgclt." 30) m-jpo-ü cf, Taanith 21 a. 31) Sota 48, 1, 
^jn rrftf, Da* celeuaroa ber ©rtedjen unb Komer. 32) Cf. 
M. Baba bathra 5; SBolIe cf. Edujotli 3, 3 nj» 33) Cod. 
Theodos. 16, 8» 10. „Nemo exierus religioma Judakae Ju- 
daeia pretta ata tu et cum venaJia proponentur. Just um eat enim 
aua cuique committere." 34) »chebuotb 7, 5. 



merS ubli* 3t )^ ft»P btr Unt«WnMer") ft$U ai*t unb 
ber SWaEIer. Unb wie eben ein fBolNleben befdjaffen ifi, 
ba§ feine politifc^e 2i)rorieii unb 3 Wn fronen in feinem 
3ufammenbange mit ber Umgebung ]16reit , fo war bie 
Glellunp ber 3uben im römifd^en JRcitfce; tro£ mancher 
gd'nbfeligfeit, tro| nationalen unb bogmatifdjen 2)i||em 
fionen war »on fonjliger Sc&eibung nitftt bie Äebe. Sie 
©pra<6e, bie fte gut 3eit (trieben unb fpratjen, bie fc 
brdifc^e unb aramdifefee, tft felbfl ba$ treuefte jöilb be£ 
3ufammcnt)angö mit bem fite umgebenben 5BolBieben; 
griecfeifc&e unb romifc^e JBegriffe faffen i^r ganje§ 2)afein 
ein, forccit e§ fie| in ber ©praefje barfleüt, 55er 2if4 iV ), 
an bem fte agen, ber S3ed?er* 5 ), au§ bem fte tränten, 
bir Stu^t, bie ä3anE 3, )i auf ber ftc fajen, X)a$ 3int- 
mer 41 ')/ i« t)em fie ^liefen, m Ä(eib 4t )i ^ &t")* 
bie ©oble 43 ), oer ©urt**)^ ben fte trugen, ifcre ©peife, 
itraranf 4a ), ü)t ©eftmuet' 6 ), i^re SBaffen ,: ) unb i(?r 
^au^gerdtb 4H ), bat SKeffer 4 *) unb ber 2)ül# i0 ), ber 
Saul?eir il ) unb ba$ Seti i2 )r ber ©cjujler unb baö ?)ec^, 
ba$ SDBac^S unb baS 2eber M ), bag Üi^t 54 ) unb bic &u 

35) Baba bathra 5, 10. 36) <Jr bi«6 ■***©« SDic Äauf; 
Jcute felbfl nannte man audj i^^ök iju^rofof; 37) t^ic r^anfe^r, 
rr^ars tabula. S3on ibren brei güjen hatte ber ?p»-.a iptaxttric, 
oberro/zrouf ben 9eameii; »eil- SBurtorf ©.918. ^tV" delphica, 
eine Ifrt ber Abaci^ «gl, SB e et er' 6 Gallua 2, 140, Mfbn aber 
waren Üifdj^ebe, worin bh @pcifcn verwahrt würben, |um ^ro^cn 
Z$tii au$ ©ilber^ wie pdlliit (13, 3) erflärt. 38) p^fl» ^-a 
t|t Phiala potoria, pp evatbus. Da« wria beö ^ar^umö (I SOlof. 
44, 2) ifl (3)u Sänge) burdj caldua crfldrt^ ebenfo mhfytt wol 
B»! rtüK mit ancon jufammcnsubnn^en fein. 39) 2Cufer bem 

befannten Vtro, subscllia, wirb aua^ bie seJIa ^;*s ernsabnt. Wa- 
jikra Rabba §. 9. p. 152 d. fc^eint für nwi* Vfrta 0bH "-*"- 
sedile cjeltfen werben #i muffen. £)as JCtffcn/ worauf man u 
tXifdje laa ; "jrj^pi«, aceubitum. 40) yitrp 3fo^f«uK t NnsU ii/»^. 
2fnberc 3»mmer rrno» lf*Jow. 4 h ^tae* gtoIti, yno (Ke- 
iiiu 29, 1) sudaria, sYBsl aagum, flfWaÜI Dalmatica, "J' , ^- x 
braccae, WTPtt cbirodota; cf. Capitofin, Pertinax 8. 42) ^a 
pileus. 43) V-:o aandalium. wVo aolea, esc uoleu- 

talaria, gu^betleibung, w^e«» Inpilla. {©on üerfdjiebenen ©tof* 
fen^ cf. Jer. Taanith 1, f>.) 44) ^t, -an {aStf. 45) -jrriN 
oenogarum, bie SBeinbrübe^ cf. Ajririus 1, 31. 3, 21 sq. r 
finb wabrfdjeintid) Sonfect, Lydorum carveae, mit (Jra^muö fte 
in ben Xbagten nennt. V^p ber 5tuQ^en/ coIJyris, i|t befannt, 
weniger finb bieg 'ptr-psg, escarites pania bei 3(tbcnau^ unb 
^>üllur- lta|WI «cutella, nmft+tötoVj unb »erboiten fieb ebenfo 
©cbüffet unb €>mU in ns^sa ucn inagis unb magida, ^-ut ucn 
patella obee patina, KpaiW jfr wot ylttxo;, wenn e$ nitbt gar 
gtaucion, ber €aft einer fartföcn ?)flanje, auö ber nactj s piiniu$ 
(10, 27) iScddjtc JCudjen bereitet werben, diagiaucium, ferner 
^ta^iK acraton, ^*ac£8 opsonium, (Semüfe. 46) lAttp ca- 

lella, Vfta Cochleae, ßdjnectenrinfj. »ei^p (Gittin 8, I) xrf/a- 
,^of, m^d *o^9 1 ©pange. nrarp tft ©aSmutt, wie bie £>&r$e= 
bdngc tHramam ^«07 beiden. edjmucfcElcibet ftnb audj bie mmnsi 
(Üereseh. Habba 49 d) paragauda io;»i>fc. Aurelian. 15 aq., 
m>a& (Safaubon gegen Surnebud aus bem Snrifebcn erttdrt. Dem 
latcintfcften lunulae entfpridjt aH ©cfcmuct ibtn audj ca^^o 
«Deonbdjcn. 47) ^aa^, l»^t/ a aönrffpie& u> f. w. 48) 

«Da, vasa (ßrjntt; cf. Bnrt. p. 323), auÄ vai unb 9^M| 
ifl »pttoa jufammenßcfe^t, c^» ift nMo<; f gag unb n^coa ift 
gastet-, na$ oft im Mittelalter bei (ateimfdjen unb bn^antini- 
fdjen Autoren trmdbnt wirb, ^tax ampuUa. 1!>) »n^Dio u «. 

^irip«, V^tx atitlri* 50) J*ü pugio. 51) o^üp*j-5*K ber 

Ärejiteft, 52) -j^Vi} ^/jl*xic, n*iypx> seeuria, ytip xcimc. tfrt; 
aVtp clarus, ^ta^cli rt"»iö, h-tä serra, ©d^e. 53) ^V-tao aan- 
dalariu?; I)ufe^ (über bic ©praefce ber IVlischna p. 56) meint, 



s 



JUDEN (GESCHICHTE) — 29 — 



JUDEN (GESCHICHTE) 



terne"), ber ©Vieler unb bie SBfirfel 66 ), ber ©egenjmb 
Die ©c&eibe 47 )/ bet ßeutel unb baö ©elb 68 ), ba* 9>ferb 
unb bte SM 59 ); ba$ 2&or mit bem ©d&töffet 60 ), bet 
£err unb bte 9lotb 61 ), bet Äopf mit bem Äntlifc") 
unb baS SBtffen mit bem Heilmittel 63 ), bet Styrann mtt 
ber 83urg unb bem £eere 64 ), baS SBolf als ber Stifter 
unb ber Senat 65 ), ade unb aÜeS gibt griedjjiföe unb ro* 
tmfc&e ©prac&e in ben ©enfmalen iäbiföen ©etfieS biefet 
3ett »ieber 66 ). 

SRon förieb auf fiJlättern be$ 9>awruS Cv^) unb 
auf rabirtem Rapier (pin» t»^), auf Pergament (tjbp 
unb Vna), burfte ©cbeibebriefe $war auf ein Ölblatt, 
auf baS #orn einer Ättb unb bte £anb eines ©flauen 
företben, wenn man fonji bie betriebenen a(ö ©efebent 
betrachtete, aber au$ auf <f/g«jTos 67 ), groeifaeft rabirteS, 
ober TraA/y^aioff, auf ©q^tera, geglättetes JJeber, unb 

ba# bat SBott im Sateinifcben nieft ubli<b fei, ober ber Vicus 
sandallarius bei @eUiut (18, 4) unb ber SBeiname bet Apollo san- 
daliariu* (Rosini y Ant. ed. Dempster p. 151) bürgen für feinen 
@ebraud) ün gewöhnlichen Beben; ntt (nw) sapium, n-pp cera, 
n^ip corium, fceber. 54) Jn-ntsit fci^ter aen </«c 

55) D» tpdvog (Kelim 2, 4). 56) onaw^p xvßtvxfa 

rrwp xvßtt«. 57) wo« spatha, pwa aut tfifcij, fe(fceibe. 

58) S)tn» marsupium, jwna xq^oov. 59) fano? in mehren 
Compositis «o-fcH Innd^og etc. ro»ri» yoQßtid. 60) nV^a 

wviiy, m^p« xkt(g. 61) oia^n dominus, "»paa* avayxri. 

62)^ In Compositis wie xtfpaUg, mrtnp, Äopfbebecfung. t)«^» 
ngogtonovy persona. 63) mono» iniatt/imj 9 ywifl, Dipts^fi 

OtpaTtita etc. 64) Dinie it/pavro?, n^pM «xp«, mtnttöK 

o-rpauta. 65) öw-n d^og, o^tr^p xQtirjg, ft^Vpao at^xAij- 
Toc 2)ot @ried)if<be unb ttateinifte in ber ©pradje ber SRiföno 
anb bet ftalmubt i(l nodj nigt binldnalid) unterfuhr. (Seiger 
(8ebrbu$ ber SRifcbna [83retlau. 1845. in2Xbtb.]) unb JDufet (Über 
bie ©prange ber SRiföna. [Gelingen 1846. 6. 123]) fcaben nur 
Seranntet unb biet giemlicb oberfiddjlid) berührt. ör|terer bat nuty 
unbebeutenbe geiler begangen unb bei ber Äaftdblung Don 57 grie* 
4if$en unb 12 lateinifdjen SBBbrtent/ »djrenb SBurtorf blot mit 
arie<bif<ben Settern in feinem 3nber 73 griedjiföe SWrter auf k 
(freiliefe nity alle aut ber SRifdma) aufübrt, ju fafl ebenfo Dielen 
»emerfungen TCnlaf gegeben (@. 20—22). Gr fpn'^t fogar Don 
einer Chibung aunov in nqos-tonov, met^e bureft p|« autgebrueft 
»erben follej iK^aa ift nidgt griea)ifcj, fonbern cochlear unb nidft 
aco^iea^ fonbern *o/A/ ag ift ein grie^f^f* SBort. 9H$t mit Unrecht 
glauben »ir $u behaupten, baf »riaito mit margella, ber Pralle, 
ni^er iufammen^dnge alt mit margarita; ebenfo ift ktoyiu ni^t 
xystnj, »Dt freili* ou<b ©onbi (atte (Or Ester 49), fonbern 
exostra, i$t6orQtt, bte ©aleric, n>at fa^on ©ujetorf # aber freilieb int 
Xn^an^, gibt (8. 2675) unb kb^ö ifl nidjt tegfiatog, ein mir 
onbefanntet SEBort, fonbern, »ie Surtorf ebenfallt f<bon bat, tQ0fir,i6s 
(0. 2677) u. V. mejr. ©ie M^ren Arbeiten über biefet frembe SB6r* 
tetgnt pnb niefet Diel bb^er ansuf^lagen; Or Ester gibt m'4t biet 
SBbrter snb bat wenig Siefe/ »ie bie Ableitung bet SBortet -nia 
in Oholoth oom italienif^en geUdo (p. 51) ^ei^t. IDat SBerC oon 
Sanban btsrfte non IDufet (a. a. £). @. 19) in ber 8iteraturangabe 
ni<(|t gan| übergangen »erben. 66) Wur ber Xcf erbau, bat 

gelb, ber yfiug, bie @i4et, bie Grgge, bie gurebe baben feine mir 
betannten, gclduftgen ©ejeia^nungen aut bem (Sriettyiften ober Stb* 
mtf^en erbalten unb beweifen ffd| audj fo eben »ie ba$ ^anbwerf, 
beffen einzelne Steile fia^ nur bebrdifa> unb aramdif* wiebergeben 
laffen, att erwat ^eimifc^et. ©ie SBeJauptung einet nermeintiidjen 
<&afet ber Salmubifren gegen ben 2fcferbau (ogl. ©ie 3uben unb 
ü>re ökgner €J. 23 Wote; Äoc^, ©ie Suben im preuf. Staate 
€5. 170) ift gan§ unrldjttg, unb bie ©teile im Jebamoth, weldje 
man ant (aHfesmenger anführt, bwäft nity, xoai ftt beweifen fod. 
67) Dwwwn Sabbat 8, 3. . 



cbarta fommt aU Rapier unb als Urfunbe t>or. 9Ban 
taufte ben calamus ein, unb jwar in DD, vi Äuripigment, 
in ftipo, xofyt garbe, minium, aber au$ in »jb^n w ) 
(fii&av, Stinte), in ©ummtpufftgf eit, befonber« aus 
Xleranbria, unb in ydXxav&ov, SBttriol. 2)ie SEinte bt* 
fanb ft4) im Sintefaß beö ©eftreibjeugö, beibeö D^nbp 
calamarium genannt unb anä) nfra§ 9 unb man fertigte 
bamitwol an npr», baöSiplom, icd, baSJBuc^, nb373 # 
bte JRoOe, mb, n^5«, ben SBrief, aber aueb ben Dpe, 
7iba£, Äatalog, JRec^nungSbuc^, ©cftreibtafel, unb eS 
gab beren brei ©orten 69 ), nqogduy^a^ ba£ ©biet, unb 
•fcinDBK, ber ßrief, mmtD, ber JBanb, unb t^at bie 
getriebenen SJäcfcer in eine &rjxrj 9 ba5 gutteral. jDafs 
felbe ©c^aufpiet geben bte SWamen; wie bte auö bem 
^eibentbum getretenen ß^rifien bie bibliföen tarnen üor^ 
jugöweife liebten, fo trugen bie Suben au$ üon ie^er 
bie feltenfien tarnen ber tßölfer, unb eS biegen SKdnner 
ÄiuS 70 ), gabiuö 71 ), gabu« 71 ), Äntinouö 78 ), €ubemu* 74 ) # 
SRerion 75 ), SibuHu« 76 ), »rutuö 77 ), ©trobilu« 78 ), tya* 
triciu* 79 ), 9)aragoraö w ), Gdafkrt**), ©rufu« M ) u. f. w v 
•wie grauen bie SRamen ^armatia 89 ), 2tfme unb (54* 
Iia ") trugen. 6$ brang bad jöbifc^e @(ement aueb um« 

Scfe^rt in bie ÄuSbrficfe ber S36lfer ein; ti genügt an 
Ranjer )u erinnern bei ©ebutiuS 85 ), Säenantiuö gortus 
natud 86 ) unb Änbere für it»», Slec^on bei XpiciuS 87 ) 
für mn^D, ^«ya^roy 88 ), t>on nban # o^ne an befanntere, 
wie nablium unb nablisare Don bna 89 ), 9?edra, bie 
©eliebte be« 2ibuU 90 ), ober na* ?)rubentiu8 9J ) bte £>m* 



68) TCucb bei SBn&antinern ptlüvri, Sintes cf. Dt» Cmi</6, 
Gloss. Graec. 69) Kelim 24, 7. 70) m^m Bechoroth 4, 5. 
71) *zt Sota 9, 15. 72) n*n& Jer. Maaser Sehen! 2. (ed. 

Krak. p. 53 c.) Sabbat 1. p. 3 a. 73) D-onsa* ChaUa 4, 10. 
9Ran %at niebt blot an ben «^omerif^en ju benlen. 9{o4 £abrian*t 
Liebling, quem muliebriter flevit, (ief* fo. Spiirr. Hadr. 14. 
74) ^t-rsM Midr. Ruth. 28 c. Jer. Sanh. 6, 5. 75) p^to 

Bereach. Rabba 5 c. Midr. Ruth. 29 d etc. @o »irb »ot audj 
Jer. Ketuboth 2. p. 26 c. *u lefen fein. 76) rVats Jer. Maas. 
Sehen! 1. p. 52 c. 77) mnna Jer. Sanhedrin 6, 8. 78) 

*Miwm Ab. de R. Nathan §. 16. 79) Schirhaach. Rabba 14 c. 
^pntsB. 80) *romt f. ©. 26. 9lot. 50. 81) DinoVio, ber 9lame 
Z£2darai; cf. Böckh, Corp. Inscript. n. 1513. 82) Schir- 

hasch. Rabba 14 c. Jer. Sabbat I. p. 3 a. 83) Erachin 

5, 1. St eriflirt ein mdnnti^er 9lamt «^armatiut in ben grag* 
menten bet 9Kal(but (ed. Bonn. p. 274) aujer bem Don $armo* 
biut. 84) ©o leicfct man §u ben uon 3unj (tarnen ber Suben) 
gefammetten SÄännernamen 9?a^trdge madjen tann, fo f(b»er ift 
biet bti ben grauennamen (a. a. D. @. 26). 85) 4. Pasch. 

259 oon ben Suben „Manzeribua populis in deteriora volutis. 4 * 
86) 5. carm. 4, 75. „Christicolae ut cernunt tunc agmina 
manzera jungi;" cf. Du Cnnge sub voce; cf. Ademari Hiator. 
ap. Ptrtz y Monum. hiat. German. 6, 133 aq. 87) 1, 14 bat 
bebrütte rrma , xocA boa> aud; att i^nma allein not! ommt. 88) 
Cf. Amh ad Can$t. Porphyr, de aal. Cerem. p. 665. St läft 
fta) bie 3abt um ein öebeutenbet oermefiren, abtt ü)re 3ufammen» 
jteUung dlterer unb jüngerer, troft bti tiefen eingeben t in bie 
lingui|fif4ie Stogteicbung, i|l einer eigenen ^Bearbeitung »erty unb 
bebürftig. 89) Cf. Gesen. lex. 1834. p. 642 b. Du Cange, 

Glossar.; ngt. «effter in ber 3eitfcbrift für ®ef*i*te (6. 8b. 
©. 565), »o noA mebre angefubrt »erben. 90) Carmin. 

lib. I. eleg. I. v. o sq. 91) 2Cn mebren ©teilen. $o<b nennt 
fa^on bie dltefte gn'e<bif4ie AÄötJotogie/ »ie Odyssee XII, 132, tint 
9tpmp^e NiatQa, unb tyollobor ermdbnt mejre biefet Kamen*. 



JUDEN (GESCHICHTE) — 30 — - JUDEN (GESCHICHTE) 



|>$ale, ju benfen. ©o^ m&fyt nicfct Uicaxpttt werben, 
baß otmb w ) bcr römifcbe SRameLaetas (AdtTos), rrrb **) 
8ioiu$ iß, »eil bei 6rfierem eine Satiniftruna oon 8eot 
m6gli<&, bei Sefcterem bie SSeSart nubt gewiß ijt. tarnen 
vertiefen f?<$ am leicfcteften in ber ©gentbfiralic&feit bei 
inbioibueOen BolfSlebenS unb acclimatiftren ft$ am mei* 
fien ben @efe$en be* neuen SBaterlanbe«. 

JD^ne auf bie Gntoitfelung beS 3ujlanbe8 ber Stände 
unb be* ©eroicbtfl in froherer 3eit einjugeben, wollen wtr 
nur ber felteneren, in biefer 9>eriobe gebrau<&li<$en fBejeicb* 
nungen gebenfen ")• 9tac& bem Stempel bin fMmte ba$ 
@elb oerföiebener Sänber, unb baß baber aud) fappabo* 
dföe6 w ) genannt wirb, nimmt wenig SBunber, ba ber 
9lamt JCappabocien ju ber 3eit einen großen 2$eil Alein* 
aflenS einfließt unb wir and) fonjl Berbmbungen mit 
bem Sanbe fennen, j. 93. bie Xnwefenfcit be« 9L XKba 
in SRagaca. 3m 8anbe felbjl aber warb nur ierufale* 
mifc&e«, ffififten*, italtföe* unb tyriföe* Stoß genannt. 
8Bir wiffen t>on nwittTT« rwo 96 ) unb natfirhdfr and) 
oon rrraVfcrp y»ap, bie fub nadfr mhmrv m» ju 
rrmaTO »p«ö fo oerbatten, baß 5 oon ben erjlen gletcfr 
ßnb 6 ber (efeteren, b. b- »i* 6 • 5. Cbenfo werben 
rvprfc» , m nwn 97 ) genannt, wenn and) an einer oer* 
borbenen ©teile; bei ben SBorten nwn b* ^bbnn y* 
imrirärp nrarD nwn nb m m nuem wwd 
ift nic&t an SRfinjen t>on fi3ar Softba atxi Serufalem, 
fonbern, wenn man bie Sedart betritt, ^öc^ftenö an SRfin* 
ien be6 Cmpfirer* nad) bierofotymitanifc&em guß ju ben* 
fen; wabrfcbeinlicj aber wirb bie anbere tum SRafdfoi an* 
gegebene 8e8art richtig fein i« nYnabttvp i« mtwö 
mwm D*obö b», wobei ftc& ber Saft auf bie 2Rön$en 
ber oerfefciebenen ©eföic&töperioben bejiefct, bie üorangm* 
gen, erji auf bie beS S3ar (5o$ba, bann auf bie 3eit beS 
{weiten unb enblicfc auf bie be« erjlen Stempels w ). ®elbji 
aenauer möchte bie SJejeic&mmg „jerufalemifö" ffir bie 
Bett be6 »weiten Stempels angewenbet fein; beim wenn 
tbm bie ÜRfinje auf ber JCebrfeite bie SBorte ö-%»w 
tbipn tv getragen baben fo8, fo Ratten befanntlicfr bie 
©faionifcben SRunjen biefelbe Snfcbrift 99 )- 2tonn aber 
jlanb ber SBerfy brt ©elbe* wdbrenb ber SDauer be* 
}weiten Stempels na$ Un SRabbinen in bem Ber&ältniß 
\u bem ©elbe beS erjlen, wie oben ba« ©ewiebt, näm* 
leb wie 6 : 5. SMfe l ) jwar leugnet bie SBabrbeit ber 
Angabe, baß jur 3eit beS jweiten SempeW ber ©ela um 



8 



93) Mbchna Abttk i, 4. 93) Jer. Sabbat §. 1. p. 4 c 
94) SDte Vcbdt »o« 3unj über Me aÄünjfunbe (3nt (8^4^ unb 
ettaatur. I. 6. 335 fg.) ift ba« Äefaltat efner ßaunentwertben 
»etefenbeif, unb bo<b i(l e« letzter, etwa« bü^oiuf&0en ober auftu* 
betten, mag niebt wtb<mbeii ober unbeutitcb tpar, aW überhaupt 
btefeS 2Ru(ht Don Oknauigfeit unb öelebrfamleit aueb nur na4< 
Hiabmen. SEBic »ernmfen noc^ auf tiefe Äb^anbiung überall, wo 
mir Seine ndbere CrftAarag «eben. 95) Ketuboth 13, II. (Sin 
9t. Samuel «vpitp cf. Jer. Joma §. 6. Hai. S. R. Juda mp-tifcp. 
Jer. Rotchhaachana 1. fial 4. 96) Menachoth 7, 1. 2. 

97) Baba Kama 97 b. 98) SBeft auf entfpre^enbe «Seife bie 

SSunien fr&berer Äaffer ni<6t angenommen werben motten, eifern 
Me Jtaffer ßalen« unb SKbeobofiu* II. bagegen; cf. EMeJ. doctrina 
Nnnuaor. 8. p. 513. 514. 99) Eckheh 3, 468 tq. 

1) «etrotogipbe Unterfucbnnge». (flkrlin 1838.) e. 58. 



% größeren SBertb gehabt al8 ber @$efel, weil er glaubt, 
baß biefe Angabe nur auf bie Cregefe be* ©era bureb 
ben tprifc^en ts&n geflutt iß, unb biefen ffir ntcfct gleicb 
groß mit bem ©era (dlt; aber Dnfeloö unb baS Sargttm 
oon 3erufalem werben nic^t obne outen ©runb biefe Zm 
gäbe gemaebt baben. 2)ann biBigt Iö6cfy felbß anberwdrt* 
ben ©ab ber Xalmubifien burebau« *), baß überall, wo 
in ber JBibel ©ilbergelb Dorfommt, t^rifebrt gemeint fei 
ÜRan fann alfo ben ©era ibentifcb mit ber tyriföen 
$Raa1) gebalten baben, unb bie größere 3abl oon 24 ffir 
einen ©ela in fpäterer 3eit aQerbingS biefen größer att 
ben alten ©cbefel barftelien. ©aliliifcbe ©ela •) betrugen 
bie ^dlfte eine« ©cbefel« in Suba, bie febon im 9>entas 
teuc^ ben tarnen yps ^aben unb fpdter ben eigentlich 
©cbefel vertreten. 2)ie S5erfirf(icbtißung Neroon unb be« 
OT53 ^bo, welker ben achten Stbetl be« tprifd^en bittet, 
würbe in fBöcfy'« Unterfudftungen gewiß manche Äu^ 
rungen ber alten ©(ftriftfleHer erläutert baben. ©er g(u 
liläifdjje ©cbefel aber, welker '/# Unje betrdgt, ober gwei 
©rahmen, beißt bei Cpipbaniu« 4 ) xodgärrfig, eben au« 
biefem ©runbe, unb ijl alfo aueb bie ^dlfte eine« ©tater*) 
gewefen. SBenn aber Sfibor t>on ©eoiUa, bem ^ieronp« 
mu« folgenb, ben ®$e!el ber Sibel ffir eine Unje er* 
ftdrt unb ben ©cbefel ber l U Unje ben Reiben juweift 
fo gefcbie&t ba« eben, weil er ben nwo vbb barttnter 
oerjteben mag unb befannt mit feinem Serbältniß al« 
bem oierten Steile be« (galildifcben) ©cbefel«, biefem, ben 
er mit bem beiligen üerwecftfelt, notbwenbig ben SBertJ 
einer Unje ^uföreiben mu^. ©er »«nöb» tä war feinem 
SBertye gtetcb einem SBictoriatu«, p^^Biü •) ober TQonatxa, 
einer SKfitue oon einem falben ©enar SBert^, bie feit 
577 ber ©tabt im rimifeben Steige gebraust warb. 
Solche JBictoriati ftnb wa^rfcbeinlic^ and) ber nOT vho 1 ), 
einer 9leronifc&en SKfinje unb bie mwoo Dvbö 8 ) Wc 
©ela be« ©eoeru«, oon benen 87. Socbanan fpxid)L ©<^on 
in ber SWf^na ^eißt e«, baß man ftd^ be« italtföm 
SRaße« wie be« SEBfi^enmaße« bei SBaaren bebienen ttn* 
ne*), unb werben ein italifd^e« 9>onbion ,0 )# italtfc^er 
SfTar (^o-w) n ), italifc^e 2Rine 12 ) oon 100 ©enarien 
angeführt. (Sbenfo (ennen bie Suben Srajanifc^e unb 



3) m. 67. JOie ettUm ftnb Baba Kama 36 b. Becborotb 
50 b. 3) Ketuboth 5, 9. 4) De ponder. et rnensur. in 

Epiphan. opp. ed. Colon. 1683. Fol % 183; cf. Btckh p. 64. 
5) Becboroth 49 b. fagt dt. (Sbantna: „ein fprffc&er etater ift 
gletc^ einem a^tel ©enar." SRttn (d(t ben JDenar für einen gol« 
benen, toai nity haftet (Sine SHne ber rimeo ift ber aäjtt Sbeft 
efner tprif^en? t>%l. Stafc^i *u Baba Kama 90 b. ©benfaW ofr 
tel fBerbdttniffe $tbtn an 9t. 9ta$an # »enn er oon einem €Jftbcr» 
Jlütf fpriebt, txa ad)t ZJ)tHt entydtt (Xru* ^dom), unb bie fflhm^ 
f)s«, Ka&v, wenn i^r 9lame »irtti(b oom 3abln>ort berjuleÄen !#• 
öbenfo tt&at ein (Bemity «rann ben »amen be« ttfetett; cf. Pe- 
sachim 109 a. unb Jer. Aboda Sara §. 2. ed. Krak. 41 a. Jnch 
et Buxtorf iub roce. 6) Ketuboth 5, 7. Gin drjya^iotf 

fast ^ero bei Gcatiger; Du Cange, Gloat. Graec. $at 
„iQonai'xa ß.\ u et Böckh p. 456. 06 tfbt bie Srttdrunft oon 
P^ö bureb iQonaixa einen neuen »etoet« non ber genauen Dr« 
tboarap^ie be« Salnrabt. 7) Kelim 17, % 8) Jer. Ketu- 
both 1. ed. Krak. p. 35 b. 9) KeUm 17, 11. 10) Ibid. 
17, 19. 11) Mikwaoth 9, 5. 12) Schwiith 1, 2; et 

Böckh m. 



JUDEN (GESCHICHTE) — 31 



$abttanifc$e fcenate ") — bie (Sotbioniföen ") finb j»ei* 
WM* — ben grie(&ifc$en dornen be« Öbolu«, davaxrj u ), 
ben 2tefft« unb ben Sremtfft* köb^ö, rgi^aiov 16 ), 
©emifp« 17 ), fiuabranten unb 2eruncten ia ). 2>er ib-m 19 ) 
iß bet goHera; ba« bo^ ,0 ) wirb al« (leinet Oenricbt«* 
t&ett erahnt. ©c$»tettg tjl bte urfptfinglu&e gorm 
wm bem in bet SBtföna angegebenen ^bök 11 ). 2>a« 

13) Aboda Sara 52, 1. Bechor. 50 a. 14) Jer. Jona. 

Par. 4. Hai. 4, wtu vn Vptna £ nti OOTj^pTi. Hui Schir 
haachirim rabba 14 f. unb onbem ©teilen gebt oietme(r fceroor, 
baf et nur eine befonbere (Sattung ®olb fei. 15) 3unj ©. 539, 
»o bunb iDrucffebler danaka flatt danake fre$t, ebtnfo tote naa> 
bet für 96 j&uabranten 86, »fe ndcbfte ©ette bti Maaser Sehen! 
4, 1 bie 4 weagetafTen ifl. Bei ben Arabern ebenfo alt Danek 
ottannt 16) Jrt»c& sub voce. 17) 3un$ 539, aber bie 
gorst oöo» rauf wabrfdjetnltcb ooöö semissis ober w& fyimi/c 

Jelefen werben. 18) $a* bunfele parraap in Kidduachin 62 a. 
ot 3unj in parjtrap aufgetbfl; ledere« ift gewif ein fcerunciut, 
aber ap fairn m'cftt bebeutungalot fein, icb erfldre et bunb xoikgc, 
gemein, ben nidjt filbernen aerunciut (Böckh p. 453). <5t beift 
in bet ©teile alfo richtig, baf ein ©emifftt gwei gemeine Sernndi 
(ober »o« baffelbe ift, Guabronten) $abe. 19) 3un§ (©. 542) 
regnete biefe ,,gu ben niebt gerannten fOcüngen." ©ie $ot ben 
SBerty eine« Serundut unb fommt noa) in ftetlifeben Urfunben bei 
12. Sabrbunbertt »or$ fefcon Burtorf (p. 1751) »ermutyet folle- 
raüa, wenn aud) ungenau, für follera. 20) Vit flehtet fötof 

fommt H namentlicb in italientfcben Urfunben oor. ®röfer ifl bat 
arabtfebe «ort; beibet leitet fi<b mol oen bem Älteren rutellus (er, 
wie fcucüui* bei SRoniut 1, 11 fagt unter b. SB. rutrum: „frumen- 
tarfas est modium unum ataue rutellum unum adfert." 21) 
Miachna Maaser Sehen! 2, 9. gt fott ein fo geringer Sftett eine! 
©ela alt möglich aut ©über in Tupfer oerwe<bfelt werben. $at* 
ttü bte Seifen |uerfl I SDenar §u wecbfeln gemattet, fo oerminbert 
9t Xfiba bat Berbdttnif, inbem er nur % ©enar angibt unb 
3% aDenare ©über behalten will. 9t JXarpfcon will nodj tiefer 
binabfreigen unb ber 3ufammen(ang le$rt, toit Bartenora allein t>at t 
baf bie tp* ■*»« rvn*m bie Steile einet SDenart finb, bie im ©il» 
ber bebalten werben follen, unb baf alfo ein Denar fünf 2Ct» 
pern ©Über gehabt tyaben muffe, weil ein Bferteloerbdltnif nid)t 
angebt, ba Sarpbon fonfr nid)t weiter alt TCfiba gegangen wdre, bat 
nddjfte Ber(dltnif % ifl unb nur bti biefem gefagt werben fonnte, 
»irr 3Ct»em |u behalten. Alle anbern Grrftdrer (aben, wie 3un§ 
(©. 542) angibt, feine ri$tige IDeutung »erfua)t. 5Der öerbdlr* 
nfffe bet ®olbet (um ©Über gab unb gibt et oerfa^iebene. «ßdufig 
war et bat »on 1 : 10. »6ctf) (p. 130) oerrautyet ein altafiatif*et 
Serbdttttif in biefen 3ajlen. öbenfo (duftg erfcfceint bat oon 1 : 12, 
befonbert bd iübifä)en Tutoren (3un§ ©. 541) unb bat oon 
1 : 12%, wat 3un| nia)t berührt bat TCn einer Änja^I ©teilen 
im Salmub wirb bat Standlaufs einet gotbenen §um ftlbernen ©e« 
aar wie 25 : I bargeftellt. 3n ben Tosafoth |u Bechoroth 50 a. 
(•£. Toa. baba Mez. 44 b.), wo biefe ©teilen gefammelt finb, fü^rt 
mm 8t Zam aut, bof bat Ser^dltnif oon 1 : 25 nur fo oerflan* 
bes werben fbnne, baf bat Berbdltnif im ©elbwert^ ein boppettet 
aewefen, a*» rb* wo vm ^pot» Vpv» Vau 5 eine fejr gute Bemerfung, 
ben et ift bot ein oft erfdjeinenbet Berjdltnii, wie ein ftci(ifd)et 
2o(eat oon 12 Gummen wirftid)en SBertyet 24 2Äünjrocrt^ (arte 
a. f . w. (Böckh p. 357), unb wir baben alfo bie waftre ©ewia>tt* 
Proportion 1 : 12%, ein um fo wiebtigeret fflefultat, je bfter et 
im Qkbrau<be yt fein fc^ien, ba et allein autbrücfli$ erwd(nt wirb 
nab Je me(r et ftd) eben §u bem oon 1 : 12 rotebrr ebenfo oer(dlt 
wie bie «mnbeiiu)eiten ber eitra unb ber SÄine, ndmliä) 100 : 96 
ob 12 y f : 12. SBie grof ein golbener SDenar (et ifl babei freilid) 
nid>t angegeben, ob et ein tprifa)er ifl 5 cf. Aboth de R. Nathan 
I. 6. p. 21) ift, erfahren wir aut Jer. Maaser Sehen! 4, 1: 
KDiitai y*hm y*w van n«>a^t mi «pn r^r»an •& orm mn lawo» 
■an h^? aflrt p^oiu^ ku*^ n^vun |hws ^a mn^ |p^^ ^pwn ^p^io 
ma«n awn frt* r^na, »otnad> alfo ein golbener 2>enar 2000 



- JUDEN (GESCHICHTB) 

y^n f O iff »ol ^yyeoc» bai 9leuntet be« ©effertiu«, unb 
ben btitten SdetI be« jDbolu« mac&t bte siliqaa, bte ent« 
webet aW o^p xe panoy obet aW onin ") hordeam etwdbnt 
tpirb. Sieben ben ^abttanifc^en unb 2rajantftyen äRum 
gen wirb bte ÜRunjc ra^ 1 ^, scypha, erwdbnt. Die ojl« 
rJmifcben jtatfermünjen batten t>on i^tet etwa« gebotenen 
gotm ben grte$tf$en Kamen xat/xo/, ben lateintfd^en 
scyphi obet scyphati* 4 ). Sieben bet Unje etfc&etnt bie 
was«, »ofut itfc mw* lefe, »eil »te Unje ba« 
ttodixapoQiov genannt »trb, bte uqyvQa, eine plbetne 

|)ruta grof ifl unb jwar in &iberfot unb ben fübli(ben ©tdbten; 
benn eben in h*a*i* fdjon gilt er 2000 $ruta •+■ einem Safan. 
©tr erfahren babei jugleic^, baf tin ip^, wie ber Kommentator an< 
gibt (ed. Amsterd.), bem 3un§ folgt (©. 541. Kote), ben 62% 
3$eil einet Qenar oon ®olb bilbet. J)ie nicht angegebene »egrimbung 
ift folgenbe: ein Viertel bet fRe|)rbetragt fann bei (beeren ©eltwA« 
t^en oerbient werben 5 wenn alfo 3emanb im Beft^ oon 250 golbenen 
SDenaren ifl, fo entfielt bat Ber^dltnif ber oerfebiebenen Söertbe wie 
250 . 2000 (f)ruta) : (250 . 2000) 4- 250 8afan = 500000:500000 
4- 250 8atan. 9lun wirb gefagt, baß er an biefer ©umme 2000 alt 
ein Biertet bet SÄefcrbetragt oerbienen fbnne, bann ifl alfo ber ®& 
fammtüberfeftuf = 8000 = 250 eafan unb ber 8afan = 32 
9>ruta ober ber ®enar =-= 62% eafan. 9tun bilben 2000 $ruta 
bet öolbbcnart «u ben 192 bet ©ilberbenart ein ungerabet Ber* 
bdltnif, wie 1 : 10, 41., unb wenn natürlich autb ungerabe Ber^dtt* 
niffe oorfommen (Böckh 459. 466), fo wirb et au<b bei ber btß 
fltmmten Angabe bet Berfcditniffet oon 1 : 12 % bem entfprecbenbe 
©ilberbenare gegeben fcaben, bie freilid) nic^t 192 fhmta, obet nacb 
bem 3eb»fuf 4 iOO, fonbem nur 160 Ratten, womit Äatir't Angabe 
fe^r gut übereinflimmt, baf ber ©enat nur 5 Mb gehabt, ba 
5 . 32 = 160 ifl, unb bie eben auf bem Unterfäicbe bet alten unb 
neuen ©gefeit beruht $ benn ba 1 alter ©djefel = 20 ®era$ «=3 4 
IDenaren, fo ifl 1 JDenar = 5 (Sera 5 Oera unb $Raa$ wirb ibenti» 
peirt. SBenn nun nacb Bbcf b ber ©4efel ft$ nt^t oerdnbert unb 
bie 20 alten fDtaab = ben 24 neuen finb, fo würben auefa bie 
160 ?)ruta — ben 192 fein unb bat Ber^dUnif oon 1 : 12% 
ebenfo an Qewiftyeit gewinnen, alt bureb bie Stunb^eit bet Ber« 
bdltniffct oon 160 : 2000 gefa)e$en ifl. SBSenn nun ein rph oon 
einem «olbbenar oon 2000 ^ruta ber 62% S^eil ifl, fo ifl er oon 
einem ©ilberbenar ber 5. S^eil unb 1 SDenar — 5 )f>, ober ein 
^V =1 it0M, wat bann merfwürbtgerweife übereinflimmt; benn 
\jb ifl XtvMoy unb ^cdk ifl äanQoe, unb beibe finb ibentifcb unb 
Reifen weif. *«dm ifl femitifcb unb wie am oon bem ü)m eigent« 
lia)en ölanje, wie tp* unb agyvQog oon bem weifen Slanje, ab« 
geleitet oon to ober w, gldn^en, gleicb bem weifgldnjenben 
©app$ir, weisen ber Sargum burtb ^cdk bejeiebnet. SBeif unb 
filberu waren immer oerwanbt* aut bem ©emitifeben ging bat 
SBort |u ben Bpjantinern über, wo et fefl wurzelte. Unb wie 
nummus gleicb ber nana ifl in ber allgemeinen Bebeutung, bie fte 
erworben, fo fUmmt merf würbig ber asper nummus baratt überein) 
benn ein Xtper ifl = nana bem SBertJe nacb (ogl. 3ofef Äaro 
im Jore deah 294. §. 7, wie 3un| angibt), unb et febeint in ber 
3Rifd)na, baf wie ntra erfr immer ben ÄupferwertJ $aben, nun i^nen 
bie weifen ©tlber niana, beren fünf auf ben SDenar geben, entgegen« 
(leben, über ben fpdtern Vtper ogl. 3un 8 ©. 548. JOie *nrb t 
oon benen ©amuel JCalai fpriebt, ftnb wa^rfcbeinlicb bie SÄünje 
barbar! ober barbarin! (cf. Du Ctmge). ©eine Bermutyung, baf 
bie taatan ftomaniotifebe flÄünjen feien, ifl unriebtigj benn et finb 
Pwfiayaroi SKünjen bet Aaifert Komanut, wie et Afi/aAaroi unb 
MavovrilttToi gab) cf. Di* Cange, Da inferior, aevi numisma* 
tibus. cap. 84. * 

22) Kidduschb 12 a. 23) fRan $at bii ]e(t immer orm 
niajt o-rm gelefen$ ogL Ärucb ti. über mp 3un» ©. 545 
9tote. 24) Cf. Dm Cange, Da inferior, aevi namismatibua. 

cap. 99. Ob bie drachmas msjoris ponderis chaledinas nomi- 
natas {Mncrizi p. 94) biefe scyphatt ftnb? SSenigfrent ft$t ber 
Übergang bet ©ortet calathus in bie femnifeben ©pracb« frft 



JUDEN (GESCHICHTE) — 32 — 



JUDEN (GESCHICHTE) 



SWunje im SBertbe eine« SRiliarejton*, ben iwJlften 2#eil 
eine« bwanttmföen ©olibu*, bilbete 26 ). «arba tjt pi- 
X«x/ua, ©eprdge* 6 ). Seltenere 2Raj5e finb nt-Eü, ca- 
pisa 17 ), imb neben bem befannten «nop, g/or^g, bet 
oip"D & ), Cvyoff, ber möTip 29 ), bet npin 80 ), trica- 
bus, unb bet nb=)V ai ) ober ovXxtj. 2CI* 3ettmefTer 
waren ben Suben nur ©onnenubren befannt "). 3n bet 
SRtföna tptrb ber nw -p« 93 ) erwäbnt; be* ^orölo^ 
gium* (i^b-n«) gebenfen 2almub M ) unb ^efifta 56 ); 
bie ßtepfpbra w ) ober SBajferubr wirb in einem Sprühe 
ber SBeifen gefunben. JDbföon man fonfi in rcijfenfcbaft* 
lic&en Erörterungen na$ bem 2Cu*juge au« Ägypten unb 
bem erfien unb ^weiten Stempelbau regnete, war bo<& 
feit langer 3eit bte Ära be* gewöhnlichen 8eben* bie ber 
©eleuciben, welche oon ber ©cblac&t bei ®aja, 311 t>. 
®)x., i&ren Anfang nabm unb ben tarnen ber SRinian 
©tarotb trug. £)ur$ bie £errfc&aft ber ©prer war fte 
bei ben Suben in @ebrau$ gekommen unb erfd&eint mit 

Geringem Unterföiebe in ben beiben SJftcfcem ber SRacca* 
der 57 ). 9iac& ber ^Befreiung bur# ©imon wirb, wie 



25) Dm Cnnge, Glowar. Graec. De inferior, aeri mimis- 
mat. 88. mnwo naQtxx«Q a YP a fl* *w* ft&W&te SRünje* f. im 
2Cruc$. 26) Beracboth 53 b. rrnats V» rrötVö w* -na 

•»ws V* rmA*£ „bt* man ba« ©eprdge oon Siberfa< oon bem 
von ©eppfcori« unterfcfceiben !ann." (58 ift nfc^t pöloc, tote e* 8an« 
bau erllärt, unb feine SRünje, tote es Dinner ü6erfe(t. SRacrigf 
(Hist. mon. Arab. ed. Tychsen p. 72 sq.) nennt al* bie ältere 
arabifäe ©ilbermünje bie oon Liberia*, unb no$ auf arabif(b*bös 
janttntfe^en Zungen be* 8. 3afcr$unbert* erfcfceint ba* ©eprige oon 
Sibcria*; ogl. bte arabtfö*böjantimf<ben Sföünjen. ®enbfdbrriben 
an $• V- *>e ®aulco oon Gurt öofe (@rimma 1840.) ©. 10—12. 
^arefci cittrt bte Ulla oon Liberia ; t>gt. 3un* 547. 27) Cf. 
Du Cnnge, Glossar, lat. Kafiz $et§t e* bti Macrizi ed. Tychsen. 
p. 105. 28) Buxiorf 1540. 29) @* ift ber 64. Sfreil eine* 
»*, unb oon ber S3ter$eit in feinem 83er$dltnijj bat e* rool ben 
tarnen. 9tod& im SRittelalter Steigt ein SHaf CSarto ober Cluarto 
unb mir fagen nodp £luart$ ogl. Ärucfc. 30) »iarf orf 2666 5 
cf. Jer. Beracboth §. 1. ed. Krak. p. 2 c. 31) cf. Aruch, 

Buxtorf, SOu Gange fagt: pondus medicis notum 1/«* xtgetra 
ttj. ©on|t $etft eS au^ 6Ax^; og(. epip(>aniu« (De pond. 2. 
p. 183), ber freiließ ein grbf ereö fRaJ angibt , unb ganniu* (De 
pender. V, 19). 50er 9lame iit1)t f?4 no4 burtft* SÄittelatter ^in» 
twed), nVafD* ift oieHeid&t bie »&dlfte. 32) (Jrffe ©pur baoon 

in nw ff&fe 2 Äön. 20, 9 unb 3ef. 38, 8; überfeftt im SEargum 
r\*vo pMj »al. Sbeter, G(ronoL I. 0. 484. 485. 33) Kelim 
12, 4. Edujoth 3, 8. 34) Jer. Roschhaschana 1. Hai. 3. 

ed. Krak. p. 57 b. 35) Jalkut nah J2. ed. Yen. 1, 58. R. 
Nathan im Aruch. Or Ester p. 7. 36) tn-no S)Vn oon ©adj)« 
mitgetjeiltj et Aboth 5, 18. 3*0». Xnbere erfldren Äri^ter, bo* ift 
ba« SBefen beö Sri^terö in bem nd^ften n^woö au«gebrücft. 37) 
Xn brei ©teilen (ÄttertJ. 12,5. 3. — 12, 9. 3. — 13, 6. 7) fe$t 
3ofep$u8 ju ben SDaten biefer Sucres ben tarnen bei ©eleufu« 
fcin&u, in ber legten jtnb feine jffiorte „t^c jioovQtay ßaotletas 

Steter (1, 533} bat tefneftoeg* überzeugt, baß ba* Qatum be* er* 
ften S3u4* ber !Waccabder/ »eldjje* mit Stöfan ba* Sa^r beginnt/ 
ftd^ 00m jweiten, ba* mit £if$ri beginnt, um 1V S 3a^r 
Unterleibes e* laffen oielmejr fdmmtlt^e ©teilen V, 3a^r |u. 
2 SRaec. 4, 14 bei§c e* # baß Vldmu* im 151. 3abre gu SDemetriu* 
jejegen fei; baffelbe Saturn wirb bei bemfelben gaetum 1 SDtocc 
7, 1 genannt, toa* ni^t gef^en !onnte f »enn 1% 3afcr ben 
ttnterfcWeb btlbeten. JOie Äetfe be* Xldmu* fc^eint au$ bem 3u< 
fammenfiange na* oor bem Ätfan ju fallen. ©0 fHmmt femer 
2 SÄacc. 13, 1, ba» Kntfctyi* öupator gegen Suba im 3a{ire 149 



in uralter 3ett, and) naü) itn Regierung* jaferen ber Jurs 
Pen 38 ) oeid^lt; biefelbe ©ttte tptrb unter ^erobrf I9 ) unb 
feinen üWacbfolgem fefigebatten. (So tjl nur Ctgentb&m« 
liebfett be* 3ofepb«6, in feinen ©Triften aueb bie Xra 
ber ßonfuln 40 ) unb Ötympiaben, ber rfmifeben Jtaifer 41 ) 
unb ber ©ctfac&t bei Äctium 41 ) anjuwenben. 3m (Eni 
wirb nur na$ ©eleucibiföer Segnung geregnet 4S ): 
libn tiw 'Dbnb nb« piTa vk nbiäa, ,,3m (grile 
rennet man nur naefc ben grieqifcben 44 ) ÄJnigen/' wie 
bie Sprer feit ben Älejcanbrinif^en 3eiten genannt wer^ 
ben. SBeil aber biefe 3eitrecbnung ibre (Spoc^e an ein 
fonft ntc^t febr beroortretenbe* Creigniß beften Uft unb 
t>or ber (oloffalen (Erinnerung Xlejranber'd t>erfcjwinbet, 
wirb fte bei ©prern unb Arabern bie Ära Xleranber'*, 
beö 3weigeb4rnten, genannt 45 ). 7tu<b ba* cbalcebonifcbe 
ßoncil rennet ©eleuabifcbe 2)aten „nadj Weranber." £)bs 
»ol bie Änwefenbeit Äleranber'« in Serufalem uneroiefen 
(f. b.Ärt Alexander.^, baben boeb fp&ttxt Autoren: &adbia 
®aon, SRofeS ben SRaimon, Äbrabam ben ©amb, (Sflor ba 
|>ar(fti, behauptet, baf in golge baoon ibm ju Cbten b(u 
mal* 330 eine nacb i^m benannte 3eifre(ftnung ") anges 
nommen »orben fei. 9?. Satrib ©an* bemerft fcj^n, 
baß fte bie* obne aQe eigentlic&e Äutoritdt tbun unb 91. 
Xfaria be Wofft bat in einem eigenen Qtpittl ityct ©es 
bauptung, baß SKalc^utb Seaanim unb ÜRald&utb Ttttx- 
anber ibentifcb fei, ju wiberlegen gefugt 47 )* 2tber in 
ber Sbat b«ben fte Stecht, benn nur ber Slarne ift Don 
Xteranber entlebnt, t'bre 2)aten finb richtig au* bem 
epoc^enia^re 311 hergeleitet. 25er Slame bat bte ©age 

Sefcbaffen. SBeiter gtng in neuejler 3eit ein ungeflfanet 
ferfuq, ba* ®eburt*iabr Sbrifli ju befKmraen, ber ft^ 
auf biefen tarnen jififtenb eine neue (Spotte trennte bon 
ber ©eleucibifcben, unb Suben unb Xircbemxiter ntd^t nb 
ber wie 2Mom)jtu* ben kleinen auf biefer feiner Ännabme 
berufen laffen will 48 ). 

gebogen fei, mit bem Saftre 150 bti 1 SRacc 6, 30. öbenfo ba* 
3a^r 169 bti 2 SRacc. 1, 10 mit 170 bti 1 SRacc 13, 41. 

38) Sbeler 1, 535. 39) m. 3ofe»$u«, JClterrt. 15,9.1. 
15, 11. 1. - 16, 6. 5. 17, 3. 1. 19, S. 2 fo. 40) Ifttertb. 
14, 1. 2. 14, 4. 3 fg., too aud> Olompiaben. 41) Xltertb. 

18, 6. 11. — 19, 8. 2. - 20, 5. 2. — 20, 8. 4. 42) Xltettb. 
18, 2. 1.; ogl. Sbeler 1, 1170. 43) Aboda Stra 10a. 44) 
£)ie Araber nennen fte au<b tartch el Rum (ogl. Sbeler 1, 453. 

— 2, 510). ©te ©orte im SÄegiUatJ Xaanitt), 17. Qlvl *^oarw 
o-tei^ rmrpns •'«öti „würben oertrieben bie Btam au* 3uba trab 
Serufalem," bejeiebnen bie maeebonifdfre JBefaftung, »elcfte Sofcp^u* 
oft genug in biefer 3eit enodbnt. Gelben (De Synedril« p. 1297) 
Welt fte für tftbmtt, SÄeoer Mt 8e«art für oerborben (p. ol frfner 
Xu*aa6e Amstel 1724. 4.). 45) ©gl. Sbeler 1, 448. 449. 

— 2, 510. „SRit bem Anfange feine* ftei$* beginnt bie oon 
Vleranber benannte Ära/ nadj ber bie Gorer unb ^e6rder i^re 
So^re Idolen," fagt Abulpharag., Hist. dynast. compend. ed. 
Pococke p. 98. Iketi, Ant. hebr. p. 442. Eckhel, Doctr. mnh 
mor. 4, 399. Meor Enajim §. 23. p. 94 a. ed. Mant 46) 
Zemach David ed. Prag. I. p. 26 b. 47) Imre bina §. 23. 
ed. Mant. 92 b iq. 48) £)a* »ajre öeburt«}a^r Gf)rifti ober 
mir foUten 1862 ftatt 1843 fefreiben oon 98. 50. ölocf. (SBerlin 
1843.) .87 6. Sreiiicb »ar tf)m ni^t befannt, toa* äMonoflu* ber 
Äletne felbfr fagt: „Quam postmodum nonnulli vel arrogantia 
despicientes rel transgredientea insdtia Judaicis indueti fnhn- 
Us divertam atque contrariam formam featintatia nnicae tradi- 



JUDEN (GESCHICHTE) — 33 — JUDEN (GESCHICHTE) 



2fm roid) tieften aber ifi bie afte SSeroicfeCung, welche 
bierbureb in einet tatmubifdben ©teile entftanb; e$ ergibt 
firJb burdj tyre Mfung, bafj bte cbronofogifdjen Daten be£ 
SatmubS burcbauS ridbtig unb mit bem fonfligen SBiffen 
in Übereinftimmung finb. SÜon bem ÄuSjuge au6 Ägpp^ 
ten bi$ pr 3erftörimg be6 Sempelö werben 1380 Sab« 
geregnet"), namlidj ^SO bis jum erjlen Stempel, 
410 ftanb ber erfte Sempel, 

70 bauette bie Berbannung, 
420 bauerte ber jtueite Sempef, 
1380, 
Xnberfeitig wirb bie Dauer Dom Aufzuge bi§ jum w iroVs 
auf 1000 Sabre angegeben, alfo bom SfRatdjutb Sarcan 
biö ftur Serjlörung 380 Safere, wa$ als ber Äern ber 
Angabe ju betrachten iff; benn ba tiefe 2}ered)nung fiefy 
obne 3wetfel an bie Seitrecbnung auslieft, fr ifi unter 
btm yr msVo eben ber ^Beginn ber SJegterung ber ^d 1 :?: 
tw ju Derfleben, nac$ benen man im Srile reiner. SJon 
311 b. Sbt. bid 69 tu ßbr. finb genau 380 Sab«. 
SBenn alfo Dom SJJaftbutb Saroan bis jur 3erjl6rung 
380 Sabre üerfloffen finb, fo fianb ber SJempel üor bem- 
fetben 40 Sabre. Dagegen fianb er nad) feert StabUnrn 
34 3abre, unb e8 finb atfr 386 3abre berfloffen. Die 
380 ober 386 3abre werben ^erlegt in bie Regierung 
ber griedbifdjen Äonige = 180, 
„ £a6monder . . . . = 103, 
w |>erobder. ,.,,.= 103, 
Die mittlere 3abl ifi panj richtig; benn mm 3abre 143 
t>. 6br v in meinem bie greibeit bureb ©imon proelamirt 
würbe, bis $um Sabre 40, in bem $erobe8 oom Antonius 
$um Äönig ernannt warb, üerfloffen genau 103 Sabre, 
Die fRegiemtig ber grieebifeben Äonige aber uon312 — 143 
(benn ba ba£ Sabr ber ©eieueibiftben 3?ecbnung im |>erbfl 
beginnt, fo jiebt e§ ffd) bureb bie Syälftt t>on 311 — 12 
bin) betragt btoä 168, unb 12 3abre erfebeinen in ber 
Ännafcme ju t>iel, weil man ben 3eitraum mit bem 2obe 
Zteranber^ begann unb glaubte, baß ftcb bamals baS 
„yp rroba über alle 2Belt verbreitet" (324 — 312 i|t 
= 12), SBeil t$ nun beißt: dV^s l&n d*»:id ioioi 

J treten fttfBB *p ^nan, ba§ SRalcbutb 3awan f(bon 
> 3abre früber in Slam geberrf^t, alfo baS perftfc|e fficitb 
(6tam) &0 ) t>on bem grieebifeben gefiürjt worben fei, fo 
entfiebt bie Differenz t>on B 3abren unb bie Angabe beß 
;Ujdbrigen S3e(leben6 be0 Stempelt biß jum Stal^utb 3a- 
wan; weil ferner aber bie 3ai)l 3S0 obu 386 erbalten 
werben mujjte, fo warb ber ÄuggaugSpimff, bie 9tegie= 
rung ber J&erobder, um BSabre geringer angegeben, unb 
wdbtenb t>on 40 b, 6br. bis 69 n. ük. 109 3abre 
ftnb, gab man nur 103 an. ©o fubfKtuirte man für 



Fenint;** cf» Ja*wt f Histor, Cycli DIonvsiani (Wittcnb, IT 18. 

4.) p. m. 

Of, Aboda 8ara 8 b, 9 a. fowl ^Röfcbi üti km SJerfar-* 
frr oo n Meor Knajim mar tiefe &errofcteluncj nod) ni$t %an% Mar, 
.^ sGJcnn ti Jer. Tann. 1. HaL % (cd, Krak. 64 a.) ^eift oW ^x 
*r© nVn, fo berufet büö auf einer Grregcfe unh tritt fragten md)t 
tlorenb ein; benn (Slam mar mit bem perftfeb - mebifdjrn Skid* tben= 
tffcb unb namentltdj mit erffanm, m(e au<b Sabbat 115 a, n«&9 
©on r^-m untcrftbieben wirb. 

X, 0itc«n, b. 53. u. St. äroeite «ection, XXVII. 



168 + 103 + 109 (jufammen 380) 180 + 103 + 103 

(jufammen 386). 9iur ber 3rrtbum, bag baS y* msbra 
niebt oon 311—312, fonbern w>n 323 — 324 beginne, 
bat ben jweüen ber 6 Sa&te mit fub geführt. Die tu 

SentHcbe 3al>t würbe immer richtig bebalten unb nur 
3abre, bie Stefuttate be3 3rrtbum^, finb ba^u mty\t\ 
benn 323 + 69 ift=392 j&abw, unb fte bdlten eine ©umme 
üon 398 3abren annebmen muffen, wenn fte nic&t 380 
a\$ bie wirftitb richtige 3abl fejlgebatten unb in ibrem 
Kamenirrtbum bie 6 3ab^ ^in^tfügt b^ten. ©ie 
glaubten nur bom Sobe Jtleranbert an ju rennen, 
baben ed aber ntc^t getban, unb weil fte c& glaubten, 
bie 6 Sabre bon ber (Sroberung Verften* (330) bis jum 
Sobe (324) bamit in SBerbinbung gebraebt, bie nur bei ber 
feften 3abl 384) bie anberen Angaben bebingten. Diefe p 
3abre fpielen nun ihre SRoUe aueb in ben anbern Daten, bie 
gegeben werben. 180 Sabre, b^t^ ^# ^r ber 3er|16rung 
be8 Sempel§ wdre tat Sonigtbum in 3^ael aufgenommen; 
ISO — 69 i|t = 111, wo faxtan m% lebt; 111 — 6 
= 105, wo «leranber ber erfle Äöntg $u regieren anfingt, 
benn Tfriflobul war p oorübergebcnb 41 ); ferner 26 3*b« 
waren bie 3$raeliten frei obne Äinig gewefen; ba bie 
Angabe ber ^Regierung ber gried)ifc&en Äinige, namtieb 
180, um 12 JU groß gewefen, fo erfebeint biet 26, bie 
Beit ber greibeit i?on ben ©riechen obne X6nigtl)um um 
12 ju ftein; benn 143-105 = 38, *a& ifi 26 + 12, 

Der ©ebante bon ber Unmittelbar! eit bl ) (Sottet in 
feinem SBerbaltniffe ju ben 9Benfcben, ÜB ^rineipium 
ber jubifdben erfenntnig i(! für ba$ ganje ieben ber 
Kation, foweit e© eine geiflige 2tber belebte, einzige, 
ewige fiueüe. Der ©Ott, ber Särael, „er fclber fein 
(5ngel unb fein Sote," auö ber Äne*tfcbaft Üg^lfn^ 
befreite, gab öon TJngeftcbt ju 2(ngeftdbt hau t3efe& bur^ 
baö bie SBJenfcben in intern fier blieben Dafein mit bem 
unfttybaren unb unjlerbüc^en Setter im Fimmel oerbun^ 
ben würben ■*). Diefel ®efeß i(l eine ©orroeltlicbe ©46^ 
pfung ffiotteö 4 *), unb weil e3 allein feine wab*bafte 




51) O^ne fofer tid^ct einjua^en, oermeife id) auf 3ofepf>u< # 
tfltcrtb, 14, :y I. ©trabo fagt in ber ©cograpljie lib. 16 + c. 2. 
„7i{)öi?o^ nr& hntoi &*iSt*$tP i*VtVP ßaatlia 'AlfZavdQOG." 
5 4 2) So b^9t e« fn ber Mediilta (Jithro §. 5. ed. Wilua p. D2) : 

fiipön i* ; fm )T, iV viia» m^V» yto* on^ i?a» j hlbWö an^ no j 
vnh rftifl ,pn h» änV -i^w ,D % n dhV ?*ip o^^^ött Vk^c n*»»n 

^m p -6 «nun, 9?ocb fcfadrfct ifi bie* auögebrüctt in ber Pirke de 
R. Klicacr (§. 34. ed. Amsterd. p. 36 b): „3*, ber id) öueb 
au* ?D?xjraiim führte, idj werbe (Sudj audj ber Chtöfung entge^ens 
fuhren am Qnbt ber vierten tDlonarcbfe u. f. ro." ^inc febr mtth 
würbi^t ©tcUe, bie qt%m anbete religffefe 2(nfdjauunaen ^eftfa fttei- 
teti cf. Scbenioth Rabba (Jithro §. 2». p. 131 b.) 53) 3n 

ben Pirke de R. KLieser (§. 4t, p. 49 ft) ifi bte S^ora ba* tt)t* 
tiefte ©anb ^wif^en &ott unb OTenfdjcn unb SRoft&e ber SBraut- 
fü^rer (jww); blefe* ^bebanb tft en>ig. 3n einem Abmieten Oleid^- 
nt| tktyt e* Schcmoth Rabba | 4 II, p. 134 b: „Kudj »tun td> 
bie SBelt jerü^rt, toürbe id)3tfraEl ntc^t r?on mtr trennen ;" in ben 
Aboth de R. Nathan §, I. {ed. Wilna p. 3) beift e*: »ÜRofäe 
warb beqtiitft, ber ffiote ju fein *n>if(bcn Öott unb 3*rael." 54) 
Pirke de R. Elie«er §. 3. p. 2 b. hieben Dtnge fmb oon ber 

5 



fcrbr gef<baffen, worunter ne6en bem $efe|e au$ bie 8leue unb 
bcr SKefftal. 

55) Cf. Bereschith Rabba $. 59. p. 52 a. öon @a<b* (9ce» 
Kg. 9>oefte ber Stoben in ©pan. 6. 152 9Sote) beilduftg erwdfcnt 
auf bem 3olrut: „fo lange i$ tyn ntc^t oerfunbet $atte ben ®e* 
fd)öpfen, »or er nur ©ott bei «ßimmel*; erjl al* ia) ü)n btefen 
oertunbet, warb er aucfe ©ort ber (Srbe?" ugl. aua) wieber baß an 
Srefftigem fo rei<&e Pirk. R. Blies. §. 3. p. 2b: „Renn fein 
£eer ba ift unb hin fcager bem Jtöntg, ober wen berrftyt er, tmb 
wenn lein »olf u)njpreifr, ben Äonig, wo ift bie G$re be« £6* 
nie«?" «• f- »• *) Ct Bereich. Rabba $. 3. p. 3a. „öora 
Anfang ber €$a)6pfung ber SBett fa$ ber <&mige bie Saaten ber 
Outen unb Bbfen." 57) Co nennt ein GHefcbnif in ben P. R. 
Blies. §. 41. p. 48 b. ©ott ben Jtbnig unb 8ater, ben 6o$n 3«« 
raei unb bie $ugefu$rte Braut bal ®efe$. 58) Ge$r oft tommt 
ba* »eifpfel einer air* oor (et öifri p. 95 sq.); et Bp. ad Ga- 
latas 3, 24. vupos nmöaymyoc; et Epiphnn. adv. haeres. lib. 3. 
t. 1. p. 1032. 59) 9t. JCfiba fagte: toim mwoti •»« iw 

Aboth 3, 15. „Ätte* liegt offen unb ber «ifle ift frei." SDa«, n>aö 
©rd| (©noft. unb 3ubentbum 6. 91> hineinlegt, tjt nur $inetn* 
aepreft; cf. Aboth 2, 1. 2. 4., Rambam Miachna Thora 5, 1. 
60) Schemoth Rabba $. 30. p. 133 a. „rvovxp -wm nrwirm« Va 
m» trwi m*a" u. f. w.$ et Sifri Wim (ed. Minkowitz p. 
95b.c). 61) Gcfcon ©ira<b fagte 24, 25 (ed. Bensev. p. 65) 
„XUe6 biefe« (lebt im fBu$e be« öunbe« be« @<b6pfer« gefaxte* 
ben." 2>a« be§ewbnenbfte ift, wa« JBen Sagbag fagt (Aboth 5, 22). 
"wj *y na, n^yj toj Triicp R| tpiQ. „XBenbe fie unb wenbe ffe 



JUDEN (GESCHICHTE) — 34 — 

SWanifejiation btlbete, in feiner Überlieferung notbwenbig 
für bie ©ottbett felber 66 ). 2)a* ®efefc breitete tfc$ in 
feiner Offenbarung über bie aefammten Äußerungen be* 
tnenfc&licben Seben* au*; al* leine bloße Äbfbaction fteQte 
fleb ber £err ber SSBelt in ein unentbetfbare* mpfKfcbe* 
©untel, fern tum ber Sirtltyfett unb bem Seben; er iji all« 
gegenwärtig unb allwiffenb, unb e* erfcfceint t>or tym ber 
Inbegriff weltlicher SCbatigfeit in rdumlic&er unb «itlitber 
Äußbebnung 56 ); er i|l »ater unb Äönig 57 ); fein ©efefc iji 
ba* SBort, burefc ba* er belehrt unb erjiebt 5 ®), eingebenb 
bis auf jeben $ul*fcblag be* #anbeln*, aber, weil nur 
©tbwanfuna ba* Seben erbält, ba* SRingen jwiföen ewig 
fernblieben ifcrdften bie SBirflic&feit ber gegenwärtigen SBelt 
miglicb madfot unb, nac&bem bie parabiejtfcfce t>erf$wunben 
unb bie meffianifebe in unermejfener 3ufunft liegt, ba« ©ute 
unb ba* fl3öfe bie notbwenbigen gactoren für ben 2Bec$- 
fei be$ ©afeinö finb, iß ben 9Renf$en greibeit notbwen^ 
big, greibeit 69 ) be$ SBiUenö in ber SBabl be§ ©uten unb 
Cofen, weil obne biefe SJreibeit jeber Äampf unb obne 
jeben Äampf ber 3werf beö je^igen bebend aufbort. SDa$ 
@efe^ gibt nun bie göttlicbe Auflegung über biefe fernblieben 
Sldcbte; eö legt ba* ®utt unb ba* Stffe t>or ben Äugen 
ber ÜRenfc&en in bie*feitigen unb ienfeittgen Solgen au* 
etnanber 60 ) unb iji wie fein ©$öpfer au*gebebnt unb 
au*jubebnen über ben ganjen Ärei* be* atbmenben Seben* 
unb feiner Sbitigteit. Sji ©ott £err afle* Siebten* unb 
2racbten* ber @6bne ber @rbe, fo iji fein ©efe^ ber 
Sober, in bem bie ©runblinien für Alle* in mebr ober 
minber beutlidben 3figen bargejiellt ftnb, in bem ber fu^ 
^enbe ©eiji Äße* bewegt unb berührt ftnbet, wa* für 
ba* SJebürfnifJ be* SRenfc^en in feinem |)irn gebadet 
wirb, in bem ber finnenbe ©ebanfe bie dußerjien Cnben 
ber Unit' unb S^atfraft ftcb emfcblingenb wieber enfe 
berft 61 ). 2)arum gibt e* für alle gractionen menf^ 



JUDEN (GESCHICHTE) 



li<$er JBetracbtung jum ©efefee nur ein Skrbdltntg, 
ber (Sntwirfelung; beren Stempel barf nur tragen, i 
erifüren wid / beren SBefen mnf an ftc^ berauöbeu 
wa* ©eltung $>aben unb wirfen will. 

©ie benfwfirbi^e Sbdtigfeit be* SRibrafcJ Ubrt 
Kefianatton be* ©etjie*, bie bur$ Sabr^unberte binbi 
bewdbrt unb bewahrt, feltfam mit ben fonfKaen Sei 
bungen nacb jDriginalitdt contrafürt; feine Abfielt 
3 weite* ju fein, Xbbitb, Äbbrucf eine* ^eren, 8 
ebrteren; feine ^robuetion, eben niebt* 9teue*, nur S 
banbene*, eben im ©efefe (Enthaltene* gegeben ju bal 
Unb wie ba* ©efeft ftc^ ausbreitete fiber ba* 8eb«i, 
jog ftcb ber naeftbilbenbe Statten be* 9Ribraf4 aber 
»reite be* SBelt* unb 9eben*fhome*; religiÄfe DbfertH 
9tecbt*funbe, ©ittenaefe^, ©efc&ic&te, Doejte unb Dt 
fopbie, furj jebe Sbatigfeit be* JBerjianbe* unb ber 9>( 
tafte, fnupfte ba an, wo ber legte ©runb war, ber 3* 
fei unb bte grage fd^wieg, ber ftbwanfenbe »oben j 
fejien (Srbreic^ warb unb ein Gnbe oor^anben war 
ben grübelnben ©ueber — im Anfang 61 ). 

Unb biefe JReftgnation war nidpt IdjKg unb n 
unnatärlkb- ©ie bot ben Sroji nacb ben wogen 
©türmen geijüger, lebenbiger gragen, na^ ber um 
ooden, aufreaenben, jerr&ttenben S9siffen*neugter # bte 
ber ©ftnbe übergibt, um ibrem ©elfijie )u fr6^nen, 
einem frieblicben, ftd&em, bimmlifdben (Silanbe; fit ßc 
in ibrer 2fu*ffib^ung ben großen (Sommentar bin ju t 
©alomonifeben Sage: „e* gibt nic^t* SReue* unter 
©onne," ber nic^t ba* SBefen ber JDriainalitdt leug 
otelmebr im Äneinanberjiellen ber SWttgreiten t>on SB 
gefc^ledjitern unb im 3ieben gewaltiger fReßrutyen fi 
ben ©au be* geijiigen Ärfer* ber SBeltgef^i^te alle b 
JDriginalitdt nur relatio unb febeinbar nannte; ftebew 
baß feine 3eit unb (ein Snbioibuum außerbatb bei 2 
bition M ) fiebe, baß biefe felbji ba* «anb fei, ba* 
Cnfel unb bie Äbnen verbinbe, bie ©tufe fei, auf ber t 
©cftulter auf ©cbulter bie 3»enf*beit jur £6b* be* %t 
fäxittt emporjieigt. 

2>ie ßonfequenj, mit ber bei btefer SQnitidett 
SBerfe gegangen warb, iji erjiaunlig, eben fiber i 
ganje Seben m ber ganjen 9R6gHcftfeit ber Cntwicfeli 
peft üerbreitenb unb burdj) b^tftbarfe 8ogtf 2bat 1 
©ebanten innerbalb ibre* Sänne* gurucfbaltenb. Gte 

wieber # atte« ift barin' 1 u. f. w. 3)o(b $at man ffe bie 2>ar0cfl 
biefe« fßefen* nur auf 3un§ 9 meifterbafte jDarfreQuna (9od 
Bortr. 0. 40. 41) unb auf Cac*«' («rt(0. fH>ef» «. 148) i 
minber glänjenbe 6<bilberung §u »erweifen, 

62) 3n beren ©inne fonnte H bei Pirk. Ä. Eßm. $, 
p. 1 b. Reifen: ^wo ^ap» nwo -n^p n^ti **ori iwi Vo 1 » r»« 
83) SKeffinmg ent^d« btefen ®eban!en eine Srjd^lung in ben At 
de R. Nathan §. 15. p. 35, wo Semanb }u Rittet fommt 
ibn fragt: ©ie Diel £e$ren gegeben feien? dt antwortete: „eint fö 
(td)e unb ememünMi(be;" „an bie f<brffttiä)e glaube i<b," fagreje 
„an bie mänbti(be nieftt;" *iUel fagte: „feftebüb/ 1 unb fa>rirt 
ein Alphabet auf; alö er nun nad) ben kamen ber iMrfa^^ebi 
3eidj)en gefragt, btefer fte t'bm genannt, begann Rillet: „Wi 
mift bu, baf bteö ein « unb jene! ein a fei?" Or erwtebc 
nrwuin wa« iaV -noö ^5 #/ nun, wenn bu bie*," fagte 
#iUe(, „mit ©tauben empfangen $aß, mtaiair yb» iap # fo ni 
auä) biefed »ertrauenb an." 



JUDEN (GESCHICHTE) — 35 — JUDEN (GESCfflCHtE) 



imftt immer in t&rem SBertye unb in ibtet ficft felbf! fort* 
jeugenben Ätoft txrjianben wotben. 3Bo fic bte 9>tatr* 
be* 8eben* umfcftlang unb ifcre tbeotettfäen ©d&lftffe in 
bie SBafrrbeit bet ^anblung umprägte, empfing fte bie 
Beroirrfe be* Xbetwieje*"), bet Unm*glt#feit, bet Un* 
jeitigfeit; wo fte ben eigenen ®ebanfen buttfc eine ©<&** 
pfang au* bem alten ®ute ftt&etn wollte, unbeffimmett, 
ob brr 8Beg, ben fte genommen, übet bie Siegeln bet eins 
fachen Qregefe, (Stammatü unb Stymoloate *) ffi&te, 
entghtg ffe bem Säbel bet tlnwrffenbett ntcpt bei benen, 
weUfc bie fetyete Stege! be* 6$lufTe* fibetfa^en; wenn 
fte, ttyrem eigenen (Sebanfen tteu, ttofe bet fatbenteic&fien, 
bunteßen ÄuSfc&mücfung be* (Segebenen, ba* ©efefc unb 
ben ©(frtyftt mimet al* biefelben unb in fu& ©nen be* 
(dornte unb betrachtete, geriet^ fte in bie ©c&md&ung 
bet tobten, am SBotte unb bet €tbe bangenben, einen 
neuen Sei? niefrt fu$enben gotföung 66 ). 



64) ecfton bie Ätnbenndter baben auf fte nidfrt eingeben »oi* 
Im; Origenet fagt (Comnentar. in Epist. ad RomaiL 4. p. 588 d) : 
„Qnae qoia imposaibilia vident Jodaei, qui seeundum carnem 
legem obeenrant, inepta quaedam et ridicula conuaentanuir, 
qwbos iaipossibilitatem Legis aardre videantur." Vn einer an« 
bern Grelle (contra CeUum I, 390) fogt er, baf fte Jijßots unb 
pitoote folgen, anbertmo (De prindpiis 1, 179), baf bie Se&ret 
ber Soften »cgen bet Gobbatgefote* «fc *7r«parroiloy/«>' gefom« 
mm; cf. fifenpltai. Haeres. 1, 224, ouJauov y«p /r vo^ /*- 
<f (Qorr at td tiir n(Hoßvi(e<»y naQadootts." Vnt beuttkbfien ift 
bie ©teile be* 3«endue (adv. haeres. IV, 25. p. 311. 312): 
„Seniornm (Jodaeoram) enim ipsorum traditio, quam in lege 
obtenrare Jbgebant, contraria erat legi, quae data est per 
Moyeeea . .... Sed et aaam legem e contrario statuerunt» 
qoae Qflfne adhno Phariiaica vocatur. In qua qnidem quae- 
dam mmfinmtf qmatdam vero addunt, quaedam auiem qmemad- 
modmm vohmt, interpretnntur , quibus utuntur singulariter ma- 
giitri eonnn, qoaa traditfones volentes vindicarc legi Dei in- 
ftitaeati tos ad adventum Christi aon subjeeti esse voluerunt." 
65) SBena Eigennamen, mit 3octon, ou< bem SKibrafo) gebeutet 
Serben ryw nsn iwor im popn mnv (Beresch. Rabba 32 c) unb 
feine GMfrn (bir erft« fkiben Mfon im Targam Jerusch. ad Ge- 
m*. 10, 26, bie brisen gelten tra üargum jur (Sfcromf 1, 20 juro 
2^cU an« Beresch. Rabba 32d), toenn vm (1 2Rof. 41, 2) bat* 
toptffdjt •%* (® efeniuö, @efd)i(bte bet (ebrdif^en ©pra^e ©. 59) 
baro) Tmtm mm« öebetrtet »frb (Beresch. Rabba p. 77 b) u. f. n>. 
gom gegen ollen otonraiattrd)en ©eiff, wenn au« ©ö^rfftftetten ®t* 
böte mtb fiofigen (Fetaelettet werben, Don benen jte utfpränglfd) 
mäfl* en4fltten |u b^ben fd^einen, et((|a)e ©ebonfen an eine 61* 
blifcfte Mk febwpft werben , bie nur T^wad) fte §u tragen fd^eint, 
fo ^at um* ai ein adn|Ud)e< %lW<»et|Wnbnif bc« natdrlid)en ©4|tfft* 
ftnntf tao4l Mt Sehtet ber flttfina unb bet ©emara besten §u 
fömten jentebt 3C6et d(nlid>e< »erfahren |eigt jta) aud) bei an* 
bern #5i8tQt|UttVni alter unb neuer 3eit. ed)on ©efeniu« Jat an 
a^nUoV Stttaaaen aramnatffo)et unb et»n»loajfd)er SBeife erinnert 
{a. &. O. G. 43)$ ngt, grantel, Sforfhtbien §ur ©eptuaginta 
e. 172 öfttfarift für religüfe 3ntereffen. [1846.] ©. 152 9?ote). 
©eaen tMaer (2^eolo0if4e 3eirf*tip. 5. »b. 0. 234 fa.) t)gt 
befonbeti fead>< {«e% f)oefte ©. 161). gorHer 9 « »e^aup* 
ruiig bet rab6inff($en Unnrfffen&eit in arammatifdier TCueiegung 
$at fn)oa Äaaenfeii ardnblio) wiberteftt (Tele ignea Satanae 
►. 04) A wenn Qm wi fRorin folgt (Bzerdt. Bibl. [Paria 
009.] p. 112). 06) Gin Corwurf, ben i^nen bot (a^riften* 

n)nm in feteen (entern mat6(e, ba fte ffd) ajegen jene fubjeetfoe 
SDcutuna, bie bie 9on}elt ©orte* nertette, freduben muften. übte 
vUft wt Jonn bei Äeweife«, ber 3»e<f mar u)nen ein burdjau« 
, nüfi Me tBettfefung bei Ginnti, fonbern bet ©tan 



r« 



3fbet webet bte ©elbfldtibigfett bet ©etjtet alng ba^ 
bei ju ©tunbe, fejon SWofe gibt am Stege ©tnat bat>on 
3eugntß **), noeb tjl man reibet flefc bet Solaen Mefet 
ßonfequem unbewußt gewefen; man bat ben Äetn, um 
ben fte ftdj unb wegen beffen fte f!4 bewegt, niematt 
fiberfe&en (innen. 9cut ben feßen SSoben, »on bem attO 
fte flehet t^te getjügen Gooluttonen untetneftmen, bie SSBeft 
bewegen (innen, baben bie Suben feflgebalten. Die Stotfc 
wenbtgfeit beö 3aune5, bet ©renjc, bet 9te^atton matt 
t>on i^nen in bem geifttgen geben etfannt, tn ba* pta& 
tiföe atö SSetbot fibetgettagen unb übet bte SRdttnet bet 
gtofen Synagoge, bie t>on ben ^topbeten bie Stabittott 
empfinden unb einen „3aun f&t ba« ©efefe" le^tten, tfim 
au6 btö in bie Swigfeit gurfirfgettagen 68 ). %bt (einen 
©eiß (onnte e5 bemfitbigenb fem, bie ^tobuete feine* 
©tteben« in bie gezogenen Knien göttlicben ©efege* ein« 
gutragen, wenn bte Dropfceten felber ibt SBott am Sinai 
empfingen 69 ), für (einen felber ©tbüler gu fem, wenn 
fein eigene* ©Raffen felbjl wieber bie Äuetoritdt, bie et 
annahm, enang 7(f ). 2)ie Srabition beruhte boeft nun 
einmal auf ben SErabenten, unb beten Znfeben mufte ein 
unantaj!bate*, ebtwfitbige* fein, wenn ba*, wa* fte übet* 
lieferten, bejieben follte; barum mußte e* fhafbaret fein, 
gegen bie ©efegiebtet al* ba* ©efefe gu b(mbeln n )# foß 
man auf bem ßoben liegenb it)re Siebe butjlig ttin(en 7 ^, 
Sehtet wdblen, um bem 3 weife! ut entfliegen "), unb bte 
ebtjTtrcftt Der ibnen foQ ber oor ©ott gleiten 74 > 6ben$ 
barum warnte fefton Äbtalion bie Seifen cor Qntfotfitft* 
tig(eit in ibten Äußerungen unb beten miglicben folgen 1 *)} 
man jiellt fc^einbar unwefentlicfte Singe al* wefentfic^e 
Steile ber Srabition bar 76 ), (nüpft ba* ^eil ber (finfs 
tigen SSBeft in noeb weiterer Ausführung an f!e 77 ) unb 
S55iffen*burft unb ftttlid^er (grnfl jtnb nic^t allein ba* 
3»er(mal von ian (©tubiengenoffen) 78 ). ©iefet doxa 
fequeng gemiß fcblang ftc^ um ben gittli^en Jtanon 
ba* mönblfd&e ©efeft mit gwei Atmen, nacb benen ff< 
ba* menf$li$e ?eben fonbett unb bie Alle* umfaf* 
fen, wa* ben ÜRenfc&en al* folgen batf!eOt. Sa* 

felber ein jurüd juwetfenber 5 bajer ber 6ftere IBorwurf ,,qni oed- 
dentem sequuntar literam nolontque redpere spiritum Tiri- 
ficantem sed qnaoeumque interpratantur et sapiunt votunt est« 
terrena" (Uieromtm. Comment. in Arnos. 3, 1376.; cf. in Ze- 
phan. 3, 1074). 

67) Cf. Aboth de R. Nathan. 6. 2. p. 9. 68) „<SteSä> 

wie ber (Swige einen 3aun für feine Sorte, Xbam für bie CJeinsn, 
ba« ®efe$ unb Wlofätf) für bte 3*ren u. f. n>. gemalt baben i #r 
cf. Aboth de R. Nathan. 6. 1. p. 5; cf. Tanchuma n^ovob 
Prag. 1613. p. 34 d. 69) Cf. Tanchuma Jithro p. 33 a, 

t,Hud), maß bie3>™p&eten uerfünben »erben, baben fte am (Sinai 
empfangen." 70) Cf. Beresch. Rabba §. 29. p. 131 a. „ttwfct 
M08 bie yropjeten attein fjaben am ©inai ijre Serttuibigunaen 
empfanaen, audj bie SBeifen aller Seiten." (öaL ®aÄ« 0. loft) 
71) Mischna Sanhedrin II, 3. 72) Aboth 1, 4. 73) UM. 
1, 16. 74) Ibid. 4, 12; cf. Baba Bfezia 2, 11. 75) Aboth 
1, 18. 76) n-o^n uij fr yn ma Tiriw pp etc. Aboth 3, 18. 
Cf. Aboth 2, 1. „SBeobacbtet ein geringes @efe$ fo gut »te ein 
febwere«." Aboth 4 t 2. „(Site *ur örfuHuna M Seilten »ie m 
ber bes eä)»er«n." 77) Aboth de R. Nathan. §. 2. or 9. 

pm Msr»ato intt yw itiwv p»a nr»3»««w »roin n*p nirf «6« 
san nitm iro. 78) Demai 2. 3. 

5* 



JUDEN (GESCHICHTE) 



36 



JRecbt unb bie JBijfenföaft, beibe burc$ih6mt bet eine 
©ebanfe ibre* (jJttlicben UrfprungS, t>on bem fu& lo$* 
nifagen unmJglicb ijt. ©et 9>entateucb fäloß für alle 
»erb<$ltniffe beS JRec&teS, ba$ bet SWenföen gegen (Sott 
unb bet SRenfcben gegen SRenföen, ben göttlichen $inter* 
gtunb ein. Die religtöfe äDbfemnj bet £<Ju$lid>feit unb 
beS ©etbaufe« war burtb bie Überlieferung eine umfafs 
fenbe unb nacb ben ©^ritten mibrafötfcber ©djlußfolge* 
rang ba§ Familienleben biß in fein innerjIeS ®ematb um* 
fd&lingenbe geworben; baS SBefen ber Xuctorität, ba$ an 
bie »öanblung unb 2fu*fibung eines bebeutenben JJebrer« 
bie ©tatuirung 79 ) ober Entfernung w ) eine« entweber Don 
ienem trabitionefl empfangenen, ober nicbt gefannten ®e- 
boteS anftbloß, war nirgenb* bebeutenber al$ bier; auf 
btefem ©ebiete rangen mebr al$ auf ben anbern bie Der« 
ftbtebenen Xuctoritäten mit einanber 8I )# felbjl bie SWinoritdt 
bat ba$ Siecht, mit ibrer SReinun^ erwdbnt ju werben, wenn 
ffe aucb für ba$ SRefultat unroirffam bleibt 82 ); aber wie 
bo$ man e8 fcbdfcte, wenn jur SBejidtigung ber übers 
lieferung ein neuer ©runb ober ©$lu{* gefunben warb M ), 
ni$t um bie menfcblicben gebenSDerbdltniffe ju erfcbroeren, 
baben bie SBeifen bei ibten ©efefcen gebaut, fonbern fo* 
weit eS eben bie unerbittliche Gonfequeng gemattete, ju 
erleichtern 84 ). <gß bdngt bamit gufammen, baf? eben uir 
©eltenbmacbung irgenb einer Änjicbt, ju ibrer SJejiati* 
gung burcb bie Überlieferung ober biefer au* jener, gu 
tbtet 93ewei§ftibrung gegen bie ÄnberStneinenben oor allen 
JDingen SBiffen n&tbig war, SBiffen t>on allen ben oielen 
Überlieferungen über bie ©pbdren be* bduSlicben geben«, 
SBiffen über bie SReinungen ber oerfd&iebenen 2e&rer oor 
unb )u ibrer 3eit, alfo ©tubium erfobert warb, mäbe* 
*olle8, nacb Sabren unb ©orgen errungene«, ben Sobn 
»igt tduföenbe«. ©arurn follen bie SBorte be$ ©efefee* 
nie au« bem SWunbe weisen 85 ), Sag unb Stacht t>or ber 
©eele jleben; barum foll man wie bie fBöcflein unter 
fangen wfiblen, um Stfcbt« ju fcergeffen 86 ), benn fic 
flnb fcbwet gu etwetben wie ©olbgetdtbe, (etcbt verloren 
wie ©laftgerdtbe 87 ). 9»an tfl nityt ju alt ju ibrer @r* 
lernung, JR. Wiba war f$on 40 3abre, ba er fi$ bem 



79) Cf. Erubin 10, 10. Succa 2, 1. 2, 7. 80) j. ». 

8abbat 16, 8. 8!) Cf. Jodajlm cap. 3. 3u Xtabia ben SRa* 
baUet faßten bie ©ele^rten: „Xtabia, »iberrufe befne Dier Xtri* 
fprudje unb »fe »ollen M$ jura Raupte brt ®eri<b«t)aufe« ma$en;" 
er aber antwortete: //lieber toiU iq mein gange» 8eben ein Styor 
Jeffen, als eine @tunbe oor bem öwtgen ein ©bfewubt fein; man 
mba,t nicbt fagen, baf id) um einer SBürbe »tuen meine Vnftcbt ge* 
fabert." Xbet in feiner ©terbeftunbe fpra<b er }u feinem 0o(ne: 
„gebe ob/ mein &o$n, »on ben »ier Äu«fprücben/ bie id> ftet^an." 
2)a fpra^ jener: //Warum (aß bu felbft fte ntcfet »iberruftn V <Sx ant« 
»ortete: „iü> babt fte au« bem SXunbe Sieier unb Sene fyabtn fie 
au< bem SRunbe Sieler $ i<b blieb alfo bei meiner Überlieferung unb 
Pe bei ber ibren; bu aber bafr tiefe au« bem SKunbe eine« Öin« 
leinen/ 3ene aus bem SRunbe SRebrer ronommen; e« ifl beffer 
fallen ju laffen bie 0dbe Don Ginem unb jl<b aniufdjliepen an bie 
üon Sielen." Edujoth 5, 6. 7. 83) Edujoth I, 5. 83) Ne- 
gmlm 9, 3. dmö* «»laT wb^ ro^K bm tan. 84) »gl. ben 

Wannten Qrunbfaft Aboda Sara 36 a. rwa f ^ru f m u. f. »• 
unb gu 3 SRof. 18, 5. (önatii) Joma 85 a. b. 85) Cf. 

Pirke de R. BUeser. §. 16. p. 15 b. 86) Sifri mim 

p. 96 b. 87) Jer. Chagiga. f. 9. HaL 1. ed. Krak. p. 7 b. 



i 



JUDEN (GESCHICHTE) 

©tubium bingab"), tdQt ju jung, benn wa* man in 
ber Sugenb lernt, gleist fcftwarjer ©cbrift auf neuem 
Pergamente, bie baftet 89 ), ni^t }U arm, nid&t ju ba 
brdngt t>on gamilienöerbdltniffen, benn bie Armen lernten 
üon bemfelben Äfiba, wa8 guter SSBiQe vermag 90 ); man 
mug baö SBiffen auffud&en, benn tS fommt nicbt ju un* 9I )# 
unb man fann nicbt entfernter unb unwiffenber oon bem 
©efefee fein, wie Cliefer ben ^prcanuö, um nicbt wie et 
u weinen, weil er j!ubiren wollte 91 ). Unb war bei 
fobn, wenn aucb ein juffinftiger, mit ben Sebendoerb^Us 
niffen nicbt ndber oerflocbtener, groß 98 ) unb ber (SrtbeU 
(enbe treu 94 )# fo war ber Crnjr, bie ©cbeu, bte man 
mitbringen foQe für ba$ ©tubium unb bie Arbeit, eine 
t>iel empfoblene, notbwenbige; — fei t>orfs$tig im Sernen 
ber Überlieferung unb bie ©genfcbaft ÜRofe'd bewabre, 
mit ber er bie Steflerion über baS ©efefe begann 95 ) — 
bad SBiffen felbjl aber war feineSwegö 3»ea, 3iel unb 
©ewinn; wie ©lauben nur einen SBertb t)attt, wenn er 
eben im SBiffen aufgegangen, fo war baö SBiffen, ba* 
©tubium felber wieber ein frucbtelofer Saum, ber obne 
bie ^anblung, bie Ausübung, nuglo* ftcft unb ber SBelt 
bfirre 3weige auöfherft; nur bem gelingt ÄUrf, ber lernte 
um ju b^nbeln 96 ); nur ber gleist einem wurjeU unb 
dflereidien Saume, ben alle SBinbe ber SBelt nicbt auS 
bem SBoben reißen, beffen SBldtter niemals weifen unb 
größte niemals faulen 97 ); 9>ietiömu$, «peud&elei, «^ierar? 
^ie unb ^fafentbum waren oerbaflt; wie bie foltbe 5traft 
beS SBiffenS iebe ÄuSfcftweifung ber bobenlofen ©lauben*; 
fcftwdrmerei gerbrurfte, fo fonnte baS biefem SBiffen ent^ 
fprecftenbe notbwenbige £anbeln nur feinblicj bem unm4* 
ßigen unb betruglicben 9teligionSeigennuQ entgegentreten; 
©otteSfurc^t jwar gebt aütm SBiffen t>or w ), aber em 
ndrrif* grommer unb bie ftc| felbfltpeimgenben d^rn) 99 ) 



Babli Chagig. p. 15 a. Aboth de R. Nathan §. 24. p. 47. 
Koheleth Rabba 75 b. 3m €lpni(bbu(b »on «^oriott mib ©tefn« 
feinet ber (6. 75) ift ber ©pni(b aufgenommen, aber o$ne bei» 
legten Zf)tH „ ^wrV **« Vw» rarmi bm itow ^Vsi/' tob atatac* 
rdtb lefebt ju erfe^en ift, fo fann aucb ba« Sergeffene letdjt »fcr 
ber errungen werben; cf. Aboth 3, 9. 

88) Aboth de R. Nathan §. 6. 89) Aboth 4, 30. 90) 
Aboth de R. Nathan §. 6. p. 20. Kenn man ju ben *rmtn 
fagtc: „SBorum lernet i^r nicbt?" unb fie fagten: „tob ffnb arm# 
»fr babtn Jtinber," fo wie« man auf «. Äfiba bin, rm thra ^xr 
rrm Wwn, „unb aucb @6bne (atte er unb Sbebter, bie er alle er» 
mtyrt." 91) Aboth 4, 14.; cf. Aboth % 19 unb ben 7Mt 
fprueb brt m. earifa) in ber Perikta rabbathi, wie 3atfut onfubvt (od. 
Venes. 2, 132 a. n. 932); tgl. ©prutbbueb K. 293. 92) Pirke 
de R. Elies. §. 1. m*i rtekb wpa* "smv & *&* roia «mi rtA\ 
93) Aboth de R. Nathan §. 18. 'O^b ö-mn mt D*»?ro* rn^n **ia-» 
vrr. 94) Aboth 2, 16. „$aft bu Diel tiefet gelernt # mht 

man bbc Diel Eo^n gewdbren; ber ^err, für ben bu tbdtia t>ift t i> 
treu ; er wirb bir ben 8obn beiner Arbeit au&abten." 95) rnna 
ym WTia meva Aboth de R. Nathan §. 1. p. 3 unb an anben 
eteden. 96) Aboth 4, 5. 97) Ibid. 3, 17; cf. ibid. 3, 9. 
98) „dottrtfurebt ift Anfang ber &ei6$eit;" cf. Schemoth Rabba 
6. 30. p. 132 c. rm^ *p« nni § rmam n-oin w^tä r»«© o^n «t» 
5w nmj r)in ^V »•» •n-'arr^ iök» otk^ V»ä ofe tra pi wrr 
pr4 nitpww *j> v» rj^an rr»^ **« 1^ Vw . . p» V» . . . »wnan 
orw *p o^a ^na fn «i dm ^Vw Vsn p ^V r» dm "am jn» 
•jiw Jan kwt nn^ ^ »•» ök •fe "nwi Vwi nsw. 99) sota 3,4. 
JDen trfnx geeenüber, toeldbe bie Srabition leugnet en, waren wd 



JUDEN (GESCHICHTE) - 

werben SSerberber beS SRenfeben genannt; man will fein 
©tubtura, mit bem man prabte unb Oewtnn jöae ! ), man 
b&t bem, ber ba$ ©efefc nubt um feinetwiflen jtubire, bie 
fftafy entgegen 1 )/ bie e$ bann bureb jicb felber übe; früb 
f$on mabnt man, getjilicbc Ämter ju ^afjen s ), man weif 
von ber ©etnutb 4 ), bie ftcb felbjt erntebrigenb erb6bt, 
au 4 ^ter unb ^ier nocb, bajft ba$ unter ber SBiHKr 
beö gemeinen UrtbcilS jtebenbe 2Cmt fi ), unb 9?. ©amliel 
bat eö erfahren, baß man aucb 8*8*n 3R<$nner, bie ibre 
©tubien bei bem JCoblenberb treiben, (eine wiatürlicften 
©ewaltftbritte wagen bfirfe 6 ); man erbroffelte falfcbc 
9>n>l>brten 7 ); fo ^eftifl man pcb gegen bie SWeinunaen 
ber ©abutim unb ©amaritaner dugert 8 ), bie JBittigfeit 
warb Dom ganattSmuS ntc^t t>erlefct 9 ), unb bie ©uc^t ju 
belebten fyat niemals Diele 2trfb<Snger gefunben 10 ). Darum 
verfiel man aucb in fein affetifd&eö Sfoliren ") unb fucbe 
bit ©efdbrten, lebrte fäon SR. Sofua ben Deracbja "), 
bet mit bir effe, lebe unb fölafe, unb ber bi$, wie bu 
ifcn, t>or nerfebrter, in ifolirter Stellung gewibnlicber, ein* 
fettiger Äuffaffung bewabrt 18 ); ©efelligfeit ober Sob war 
nocb fpdter ein lebenbigeS ©pru^wort u ); liebe Alle mit 
Xttftnabme ber ü^ömp^c«, warb fonfl auögefproc^en 1& ). 



OTe, bie fle annahmen ä*»n» oon m» (Srfldrer, unb fo Wnnen 
Mcfe fagen: n-wm ra mti niiöö etc. i Aboth de R. Nathan 
$. 5. p. 19); ben ta^&io ober/ ben wahren Xnbängern ber ZtabU 
tion«le$re, waren bie dw*» bie Übertreibenben/ tfcb ©onbernben, 
Xffetiföcn, beren Itcben ©attungen, oon ben oerföiebenen SRotioen 
be* ?>ieti6mu* ftergebott/ genannt »orben (Baba Sota 22 b). ©* 
nen SDteput gn>ifd)en n^pi* unb nnm» gibt 3R. 3obajim 4, unb 
bei einem »orwnrfe, ben bie D^pnx babci ben &w* machen, fa# 
«. 3o<banan ben Gatai: "taVa it mVk wnari V* i* pt •*•» 
„ftaben wir etwa blo* bte« gegen bie 3>eruf<bim?" (4,6.) Sertul* 
lian faat ridjtig (De praescript, adv. Haeret. p. 214. ed. Pit- 
««I.): „Praeterinitto Pharisaeos, qui additamenta qnaedam legi 
adatruendo a Judaeis divisi sunt," unb öpipbanfus unterftbei« 
bet genau iwifcben ben rQapptntls unb ben <#>ap*aato* (ady. 
Haeres. I. p. 32 sq.), ben Vn^ngern ber »fwo unb ber troin». 
1) Aboth 4, 5. 2) ©0 iß ©ifri 6. 96 c. (la-wn) ju »er* 
ffc&en ifc öhi . . . on &•«* min ^*«n wwfc min *»w rrm at„ 
■pfm am«»»» min ^st iwdV ... rcnö»." 3) ©cbemaja lehrte 

wann nn k3» (Aboth 1, 10) 5 woju man ba« febr fd)6ne 11. 6a* 
pitel ber Äbotb be 91. Katban, wo au* bie ronVö (bie Arbeit) be* 
banbett wirb, wrgleicbe. 4) 91. 3ofe fagte: ,/SBBer (t<b felbft 

erb6bt, wirb erniebrigt werben, unb umfle!ebrt. w 1»» roxan te 

«1«. Aboth de R. Nathan §. 11. p.*28a; cf. Aboth 2, 9. 
5) Go fdjeint au* bie Auf eruna 9t. XCiba't (1. 1. p. 27 b) $t* 
nonunen werben §u mäffen. Aboth 4, 7 beißt e«: //ffier ft* oon 
(ri^terlicben) Ämtern entfernt, befreit ffd) oon «•« nyiaw Vm na-«;" 
bem entgegen banbelt Tanchuma p. 34 a. (o^awia) wieber oon bem 
Unre<bt tbattofer grimmiöfeit, wo 9t. Äffe weint, bafl er troj 
SnTeni unb Stugenb ber SBelt fta) nid>t nü^lid) gefeigt böbe f "» 
Wniir» Vw orr»j , n n«w^ Vi»> •»n'wnw i» , p alDm 1^ F 3 K ^* na<a ' 
IQ Ct Berachoth 27 a. unb mebre anbere «eifpiete. 7) San- 

hedrin 11, 1. 5. 8) $t fonn bier nidjt auf bie ndjeren »er* 
battniffe ju ben b^vts, bie oerunreinigen (Brubin 6, 2), biren 
£6<bter aber wie 3«raclittnnen betrautet werben, fobalb fie bieSra« 
bition atmebmen (Nidda 4, 2) # eingegangen werben. (Sbenfo we* 
nig aber auf biejenigen }u ben ©amaritanetn , bie eine befonbere 
tktrmbrung oerbienen. 9) Ct Gittin 1, 5. 10) Cf. Toaa- 
foth Jebam. 46 b, Kiduach. 70 b. Jtdha Reubeni p. 70 b. 11) 
^oxn p vi*** \m Aboth 2, 4. 12) Aboth 1, 6. 13) Aboth 
de R. Nathan §. 8. p. 23 a. 14) uror* in uniian m 

epnubbtKb 266. ß) Abeth de R. Nathan f. 16. p. 38. 



37 — JUDEN (GESCHICHTE) 

Darum blieb atxd) bie 8e$re oon Sergebung unb Set« 
geltung eine oon weltlicher SRJglie^feit getrennte; 2Cb(af 
unb £eu$e(ei waren etioaS Unbenf bareS ; Sergebung war 
oor^anben, weil bie ÜRenft&en innerhalb M JtretfeS i^ret 
©eburt unb i^reö 2obe$ frei 16 ) i(irem SBiüen folaten, aber fie 
erfolgte nur na$ whflit^ innerer äöefe^runa ") unb blieb 
niebt aud, felbji auf bem (Sterbebette niebt l¥ ). Unb wenn 
man föon im 8eben biefer SBelt ben 3ug ber gftttlicben 
Vergeltung niebt oerfannte, ber iebe Unwa()rbeit, Unreb* 
liebfeit unb ^eucbelei trifft "), ber SBerföbnungStag war 
nidbt oorbanben ffir bie, welcbe ben Steffen einer ©ewalte 
tbat 20 ; ober Sajlerö anber« abwaren ju ttnnen meinen, 
al$ bureb wabttjafte, auö innerfler ^Bewegung quedenbe 
JReue, bie nic^t bie ©finbe febon umarmt, wenn fie bte 
Vergebung oon fern ftebt. „SBenn ©iner fagt sl ): „3$ 
wiQ immer fänbigen unb bann mieb befebren/' flebt man 
ibm niebt bei, um SBuße ju ftnben; /; icb will fönbigen unb 
ber S3erf6btiung$tag n>irb mieb oerfibnen/' für ben bat 
ber 83erf6bnung6tag feine Vergebung; aueb f&bnt biefer 
bloß bie ©ünben gegen @ott, niebt aber bie Vergebungen 
gegen feinen SRdcblten, biö man biefem @enäge getban. i# 
Auf brei Dingen berubt bie SBelt, auf min **), 
önon nb-»73a, rrnw, auf ®efe^, ©otteöbienfl unb 
®nabe, wa§ anberöwo auögebrficft iji bureb DibiD rn 
na« M ), unb benen an einer britten ©teile m»ip ^i **) 
npnx entfpreeben. Sie beiben großen Sßeltgefejje ftnb 
JRecbt gegen (Sott, ba« in ber <§>otte*oerebrung beliebt, 
9tecbt gegen bie ÜRenfcben, baS in bem praftiftben 8eben 
ftcb funb tbut. ®ott weiß bie ©ünber gegen fein 9tedbt 
ju firafen, aber bie bereuenben aud> bureb Vergebung unb 
©nabe 5U beglfirfen; ebenfo muß ber SRenftb neben bem 
unerbittlichen JRetbte bie rücfficbtöooae ÜRilbe unb ©nabe 
gegen feine 3tebenmenfcben walten laffen, unb baö britte 
feeltgefeft war eben D^ron mV'naa bie äRilbe, bie neben ben 
Äußerungen beö ©efe^eö unb ber ©otteöoerebrung unb 
in ibnen lebt. SRecbt unb ÜRilbe ftnb ©ott immanente 
Jträfte 16 ), bie in feinen ©cbJpfungen ficb wiberfpiegeln; 
im Wecbte bat er bie SBelt geftbaffen ") unb in gfittlitbet 
ÜRilbe 97 ) ben SWenfcbcn nacb feinem Sbenbilbe mit bet 
Wj!li*en greibeit") be$ SBillenS befebenft, bie wdbrenb 



16) Hü ©ott ben SRenföen ou< bem f)arabtefe JKef iV w 
nito *p" n / °^ r! T" B****'* ' w **& öipön; cf. Beretehith Rabbft 
p. 18 d. 17) Cf. Tanchuma 97 b. wo aVa rown &rpti anx 
Plrke de R. Elieaer §. 43. ftf^i nanmn r^^aa iäh ray* S., 
etc. "btth ^a nw iwan w^ tea '-ow Vap^ rwmt napn. 1^ 
Aboth de R. Nathan §. 15. p. 36. 19) „Unterfudje jeber feine 
«^anblungen, wenn Sättigungen über t'bn fommen." Berachoth 
5 a. niamwn "»^ bwö o^aitt d-«wi nawn Pirke R. Elieaer 
§. 43; cf. Aboth 1, 7. rwiißn p ww im. 20) Cf. Aboth 
5, 6. 21) Joma 8, 9. 23) Aboth 1, 2. 23) Ibid. 1, 18. 

24) Jnlkut (ed. Venes. 1, 283 b. n. 907); cf. Jenisch. Berach. 
§. 2. ed. Krak. 4 b. ni&^pn p v\t trm nrwo np-m wwm. 

25) Cf. Tanchuma ra*«»e& Anfang p. 33 d) 5 einen Xu«iua bei 
Jattiif 1, 84 a. n. 906. 26) Beretehith Rabba 12 b. rm sro 
•pa oitm; cf. Schemoth Rabba p. 132 c. rfcb pn V» -mm *p 
rtn öVam «ow. 27) Cf. Bereschlth Rabba p. 18 d. niha«a #l 
"ffnan^ rmai pn im» ttna; cf. Sifira Achre Moth p. 192 b. 
Dessau o^srn kV» •»» fn nan. 28) wi , t»ö fr» b^bw -to tan 
bwd Berachoth 33 b beif t ber berrtitbe eprud), in bem be« tten- 
fd)en freier »itte bejei<b«tt ift, and) degen «ott entweber ba6 dtrifi 



JUDEN (GESCHICHTE) 



_ 38 — JODEN (GESCHICHTE) 



ferner Spanne geben* jwifcfcen ®utem unb 336fem, Äetfct 
unb Umreit wä< Stecht war alfo bte SBeltaber, oon 
ber baS Unioerfum burdbfhJmt warb, ober jeneö 9le<&t, 
ba$ ©ott ali ©d)4pfer gegen boS Unioerfum übte unb 
beffen jwetteS ©efic&t gegen bte 3Renf<fcen atß foldje fitfr 
rietet unb in miiber ®ute berßtfjtc^tiat, n>o fonjl un* 
erbittlfc&e Sonfequenj &errf($te. 2)a$ göttliche ©efefe fpie* 
gelt au# bte* wiber* 9 ), unb rote oerrennenb ifi bte %n* 
fltcbt berer 50 ), bte im Subentyume oon einem bur<$ fftt* 
ligion gefegten JRedfrte reben; eö gibt gar (eine {Religion 
neben trgenb etwas Xnberem im fceben; Sieligion ijl ba8 
Seben felbfi, wie fte eben bat »erb<$ltnifj ju bem ©c^Jpfet 
bilbet, in beffen ©efefc ba$ ganje geben gejet$net ijl. 
GS Wimen alfo bie ©ebanfen be$ praftiföen fRtdtta 
nicbt anber« als bie be8 gittlic&en gefaßt werben; in* 
erfennung be$ 3Renf$en tfi bi« ba$ 9ie$t, wabtenb 
fle fonß bie ©ottrtoere&rung war; biefet Änerfennung 
getndf* fpalten fufc bie ©runbfäfce, nacfc benen man rieb' 
tete, ffrafte unb oerjieb. Unerbittliche ©leiebbeit oorbera 
©efefe, bie feine Särfien berichtigte, benn alle 3$rae* 
liten ftnb görfienfinber ")/ Wnen Ä&nen berfitffu&tigte, 
benn ade 9Renf$en ftnb nacb bem einen Stempel beS 
erfien geprägt "); feinen JReicfctbum artete, benn arm 
unb retcb ffr gleid)")* bte in ber börgerlid&en Stellung 
feine ©tufen anerfannte, benn alle 3$raeliten ftnb frei 14 ); 
bie felbfi bie Armen 86 ) in ibretn Unrecbt nic&t oerfc&onen 
barf, benn mit ©ereefctigfeit follfi bu beinen SRäcfcfien 
richten unb Ungere<bttgfett bannt bie ©ottbeit aud ber 
SBelt 86 ). 9lur benen, bie felbfi gegen ba$ 9te$t fk& 
»ergangen, einmal gegen ba$ gftttltcfce, al$ Übertreter ber 
eroigen ©otteSoere&rung in ibren ©eboten, baö anbere 
fttal gegen ba$ menfc&lic&e, wenn fte in tbrer £anblung 
©ttte unb ©emötb auf« ©piel fegen unb oernic&ten, ftnb 
oon Um Stec&te beS Äldgerd unb ber 3eugen auSgeftylof* 



}Q erfüllen Ober ni$t (ty* fair yaQ rb maitvani xuiai Epi- 
phan. haeres. lib. II. tom. I. p. 575). JDiefeS tft aber fein 9fec&t 
ttnb er »anbelt nur bureb bte ©uten ba« ©trafgeriaV pn m* in 
ein ©eridjt ber SXtlbe own m*, »dbrenb bte 836fen ba« Umge* 
lehrte ju bemirfen trogen (et Bereachith Rabba 28 d.), aber tbm 
um ber greift »Wen, mit ber er biefe« 9ttd)t ber Xnerfennuna. au«* 
übt, i)at er Sergetytmg, aud) wenn er t>tete @fönben begangen bat, 
Win *w it»3 »•» ^dm (Schemoth FUbba p. 133 c) unb ed ift 
tiefe greibeit eben bat ©otttf*, ©ottd^nti^e^ febon I 9»of. 3, » 
btijt e«: ^Unb ber SRenft wirb (Jmera oon un« gleiten im Sßif« 
fe» oon Out unb Ä6fe#" unb fmnig wirb bann ba< fotgenbe nnyi 
oom SKtbrafrft bur4 bie „Stwt" gebeutet. Vo rms nlaprr i nr» 
na-wn kVk nroi f« nwn raiwi; cf. Bereschitki Rabba p. lftd 
unb p. 33d. 

39) 8cb«Doth Rabba p. 133 a. «•»•iVh n^inn ^a -it^m S ^ttoK 
etc. nn^irr irw» inii f rn n'apn ^a *p^ öw>*j. ®ott bat au4 
©obom nity tber betraft , bi« ti gegen ba* Bttäft gefreoelt, sjri 
7*m rw wj» «nr rta «^) d^Votv»; cf. Aboth 3, 14. 30) !8gC., 
»a« granrel (Stweit 0. 8. 9) gegen biefe oon ©an« au«gefpro« 
4ene «einung erwdfcnt. 31) M. Sabbat 14, 4. 32) San- 
kedriii 4, 4; cf. Jer. Sanhedrin 4. Halacba 13. 33) Cf. 

Tancbuma p. 34 d. 35 a. 34) «Sie djarafteriftrt fblgenber 

©prud> ben 8t. XRba! fim innra» o*»» ^ft» wp» S iwi #/ 
"afsrn pnr» wr^a« *« emp öttos» rrvm y^nh •»» »n *no bjv« 
Baba Kama 8, 6. 35)' 2 SKfof. 23, 6$ ogl. 3 «cf. 19, 16. 

Svantel, Beweis 6. 31. 36) Taacfauma p. 34 a. *vtfa 'pn 

WH3ÜH Wt pCAtl ^m nK 9p9pM Ö^Ä, 



fen 37 )/ »ttl nur 25er feine recjtfi^e unb alfo feine rtcfc 
terltc^e ©ewalt über feinen SRdcftfien äben barf, ber felber 
gegen bie Sterte @otte$ unb ber SRenfd^en freoelt. 25aö 
feeltgefeft ber SWlbe unb biefe Xnertennung be« SReits 
fo>en al$ folgen ifi ©n8, benn wo feiner ober bem Xnbern 
oor bem' Siebte jlebt, fann nur gteufte Siebe }U XOen 
befielen; »eil bie SRilbe integrirenber S^eil bed ffte^M 
ift, ba6 obne fte ein Unrecht n>dre, büben auefc bie id* 
benben, bie Armen, ein Stecht, unb ein ebenfo unarn 
faßbare» unb f>eiltged. £aß Srme unb Stekke feien 99 ), 
liegt ja in bem SBefen ber SSer^dltniffe, unb beren 3Renf^ 
fiefrfett ift ia ein ÜÄoment brf Stec^teö. ©e*^alb waren 
bie Armen beglaubt Aber ba$, toa* ibnen baö Sta^t er« 
Swang, unb wa$ ibnen gebfibtte Aber n«t, nro», uph, 
btfyalb waren bie 9Ra§ftdbe beftimmt, nacb ^enett man 
ben 2lrmen in feiner ^eimat^ auf ber 9ilgerf<baft unb 
in ber Srembe bur^ bie SBo^ltbat in feinem Sterte an* 
juerfennen fattt"), bedbalb barf ß<^ ber SRenf^ nic^t 
ber SSSo^lt^dtigfeit unb SRilbe entjie^en, aueb wemt ibm 
ba« ©(^wert am ^alfe fäße 40 ), beö^alb gibt man bem 
Armen nur oon bem (Seinen (®ottrt), benn Äffe« unb bu 
felbfi btfi fein 41 ), beö^alb foOen bie Armen bie ®«^ie be« 
|>aufe* fein 4S ), unb |wob, }u beffen $aul oiet ae&ffnefe 
Pforten bie Armen einiuben, erfMte nur bie p&lfit ber 
9>0i$t oon Abraham, ba er bie »ebftrftfgen erwartet, 
jener fte aufgefueftt ^atte 43 ); — tief f&^Ite man mit bem 
Unglfirf liefen, ben ber Xrmutb ?ooö bur<5 bte @<fticfung 
©otteß getroffen 44 ), ber fein SBrob mit ©alj oer jebrte 45 ), 
beffen Sage futnmeroofl unb beffen 9Wc^te ntebt obne 
©euf jer 46 ) ftnb, oor beren grauftgem ©cfrirffal man aOen 
©c^mer jen lieber bie ©tirn bot 47 ); — beö^alb aber gab 
e6 aueb ein Ärmenunre^t, einmal, baS man bem ro 
men antbat, wenn man fein 3artgef&$l oerleftte 4a )# batm 
aber, wenn ber Xrme me^r al$ baö Sterbt oon fernem 
gebenben SBruber oerlangte; wer ©efc^dfte treibt, foQ 
Ktcbtö nebmen; ©önbe begebt unb traurigem Soofe ents 
aegeneilt ber f weiter nid^t ber 3Bo$ltbaten bebarf unb 
fte nimmt, ber ©ebre^en unb Selben \)tvt$tlt, um bte 
Starmbergigfeit ju werfen; einen folgen trifft biefitte 
©träfe, wte ben Stifter, ber fi<f) befielen 49 ) fief; beim 
äöeibe taben gegen baß 9tec$t gefreoelt, unb ein SRenfcft, 
ber otme Xlmofen (eben ttnnte unb gletgwol fte awummt, 
unb fogar oon 9}igt^©lattben$britbern, ifi bed äeugnt^ 
ablegen» unfd^ig 60 ). 

3(u* ber Berbred^er b«t ein »e*t. XI« folgen fo8 
ber JRigter tyn betragten 51 ) unb gleigwol ju retten, 

37) M. Roscbhaacbaiia 1, 8. Sanhedrin 3, 3. Schemoth 
7, 4. gfronfel 0. 118. 119 unb bie Xutfftbnmgen ba§u. 38) 
Tancbuma 34 c (D^t9fetm). 39) Peah 8. 49) Berachoth 

10 a. 41) Aboth 3, 7. 43) Ibid. 1, 5. 43) Aboth de 
R. Nathan S. 7. p. 22 a. 44) 3ebermamt rang fein ®ef<Wtf 
ertrttgen, w»öa w» kth« ö-w **m, ober ber Xrme, ber fein 
©efdjic! erträgt tt*aa mm. ber empfdnat boppelten 8obn in ber 
«teänftiden SBelt; Schemoth Rabba p. 133 c. 45) Berachoth 
2 b. 46) Sirach 31, 5. 47) Schemoth Rabba p. 134 d. 

"aVwaw pw* iaa rwp tmo warn p rmp öVto fn,,. 48) 
Bab. Chajiea 5 a. 49) Peah cap. 8. 50) Srairttl, Be» 
»ei« €?. 279. 51) Sgl. ben Gprucb be« 3«buba ben Sabai 

Aboth 1, 8. 



JUDEN (GESCHICHTE) — 39 



JUDEN (GESCHICHTE) 



nidft ju verbommen fuc&en 61 ); man will feine blinbe, 
b. f>. augengubrucfenbe, abernte, aber eine fe&enbe, bie 
«l« folcfrc felber bet Anwalt be« »erflagten iß; fein 
SRenfty foD getibtet werben 5 *); ein blutige« ©pnfeebrion 
nannte man, ba« wä&renb fteben 3afcren einen töbtete, 
nag Stierer ben Äfarjafr nxfyrenb 70 M ); wer eine 
©ccle ertxHt, erfrdlt eine ganje SBelt"); nitftt jwei 2M 
fofl ein 9Renf$ ffir jwet auf einmal begangene Verbres 
$en beftraft werben 5<r ), unb rauf man tobten, fo fod 
man i$m He SEobrtfhrafe erleichtern, ba man jeben SRen* 
fcftcn wie ftc& fetter lieben fod 57 ). 

Xu$ bie ©efellfc&aft mit i&ren SRdngeln unb ©$& 
ben ^atte i|>r Stecht; von jebem 2Renf$en günflig beur* 
tyrilt ju werben 58 ), freunblicfc autfc al« Unbebeutenber 
empfangen }u werben 69 ), aO)U gering von deinem ge* 
ftyigt ju werben 60 ), burfte man erwarten; vermetbe ba« 
Xngefufet beine« SBefannten, wenn er befc&dmt wirb 61 ), 
erinnere ben befe&rten sprofetyten ni$t an bie ÜÄ<$ngel 
feiner Äfcnen 6 *) unb befc&impfe vor einem aramäifc&en 
ffrofelpten feinen Äramder bi« in« je&nte ©lieb 63 ); *>er* 
ad)U mcfct ben Segen eine« Unwiffenben, unb efore nod) 
ben ©rei«, wenn er and) fein ehemalige« SBiffen t>er? 
torcn 64 ), bie« finb einjelne üe&ren, beren (Erfüllung man 
ernplicb »erlangte unb me&r al« unfere ©prücfce wirflicfr 
al« ©ebote in ben £erjen lebten. 

£er SRitytx bertrat eben ba« Stecht, ba« feinem 
Segriffe nacfr immer ein göttliche«, in ftdb unoerlefclk&e«, 
nur ben 9tamen eine« menfc&lid&en trug, wenn bie 9Ren* 
fcftc» eben allem jDbjecte waren; er war in fofern felber 
ein unverleftlicfter unb unantaflbarer 66 ), fo lange er im 
©rifte beffelben &anbelte, war aber au$ nfcfct bie lefcte 
3nffan$, wo ba« ©efefc felber nic&t weiter reifte, hinter 
bem fRxtytt er&ob ftd> no<$ bie fhafenbe #anb ber ©Ott« 
^ett felber 66 ) unb bebrofcte ben ©finbiaen , ben ©o- 
pbt«men vom menfc&lic&en 9tic$terfiu&le befreiten; ber« 
ienige, &eigt e«; ber ba« 3eitalter ber ©finbflut& unb 
SRenfcftenjftfheuung b&ßen üeg, wirb aucfr ben büßen 
toffen, ber fein SBort nid&t Wlt 67 ); wer aber fein SSort 
raiftt bricht, au$ wenn er gefefclicfc gerechtfertigt wdre, 
auf tbm ru&t ber »eifaO ber Seifen 68 ); ba« göttliche @e* 
rit&t 69 ) erwartet bie, welche burcfc Ünjubeßrafenbe hgenb ein 
Verbrechen begeben, wie burcft Unm&nbige unb ©Ubftn* 
ntge; ©Ott fic^t in« der) unb vor feinem Äuge tjl 9li$t« 
verborgen, unb er r<$c$t ba« Unrecht, ba« nacfr bem SBort* 
laut gerechtfertigt werben tonnte. 

gfir feine Nation fcat bie @ef$i$te größere 8e* 



52) granfet, öewefo 8. 71. 53) ©er einen SRenfdjen 
umbringt, jturjt bie »ilbfdulen be« Ä&nia,«, Schemoth Rabba 
p. 133 d. 54) Maccoth 1, 10. granfel, »ewefe ©. 46. 

55) Saahedrin 4, 4. 56) grantel ©. 51. 57) ©erfelbe 
e. 50. 58) Aboth 1, 6. — 2, 4. 59) Ibid. 3, 12. 60) 
Ibid. 4, 4. 61) Ibid. 4, 18. 62) Baba Mezia 4, 10. 

63) Sanhedrin 94 a. 64) Berachoth 7 a. 65) Cf. Tan- 

chtuna 35 c. 66) napn ma* Visw Wa pi atoi 1 » p-m» w»a 
rwa iina*^« nnvtoi d^oo -^«5 Schemoth Rabba p. 133 b.; t)gl. 
gtttneel e. 52. 67) Baba mezia 4, 2. 68) Schewüth 

1(^9. 69) Baba Kama 6, 4. 



beutung al« für bie jübifc&e; iftr ganje« SBolBleben unb 
©enfen ging in ber Vergangenheit auf; ade iftre ©cfti^ 
Pfunden, politifcbe, wiffenfc^aft(t4)e unb Wu«li^e, fingen 
an biefer burcb bie unlösbare äette ber Srabition. ©e^ 
f$i$te war fomit i^r ganje« Seben, unb i^r geregt ju 
werben befahl ba« ©efeg, war ©e^nfucftt unb SBefrtebb 
gung. Seber Stritt be« SSewugtfein« war ein ^iflorU 
Wer, jeber ©ebanfe ein bur$ Erinnerung gefcftiifeter unb 
gepalter; jebe Änerfennung nur wa^aftig, wenn pc 
an ber SBabr^eit ber 2tynen haftete, ©rabe aber ^ier? 
burcft na^m ba« gefcbicfttlicfte SSewußtfein eine ganj eigene 
gorm unb garbe an; je me^r e« ganj mit bem 8eben 
ber Station ein« unb bajfelbe war, bejio mebr blieb e« 
nur 8eben ber Station unb ging baruber nicftt tinau«; 
nic^tSbefloweniger war ber ©tanbpunft, ben fte einna^ 
men, ber b6cftfle weltgefcftic^tli^e 70 ), in fofern ffe burd& bie 
göttliche SBorfe^ung bie ganje ffielt in i&rem ^ijiorifcften 
hbtn regiert, ibr eigene« SBefen unb i5afein in ber ÜÄitte 
ber anbern leben«berec&tigten Nationen oon biefer SBor« 
fe^un^ alfo georbnet, unb ber 9Beltgeföi$te ^Beginn grabe 
ni4)t in fi$ bem Z^etl, fonbern al« Sotalitdt, au« ber 
audb fte hervorgegangen, anfe^en. 3t)re fo«mogonifcfte unb 
etfcnograpbifc&e Änfcfcauung iji bie großartigfie be« Ältere 
t^um« unb bie wa^r^aftejle be«balb, weil fte ba« Uni^ 
Derfum al« folc^e« entfielen unb ben Stationen, feinen 
3weigen, ibr ©c^icffal burc^ ben SBitten ©otte« jugetfceilt 
fe^en; bamit vereinen fte eben t'^re Stellung jur S3or^ 
febung unb i^r in ftc^ burcft biefe abgefcftloffene« 8eben. 
Aber noc^ ein anbere« ifi merf würbig; je me&r i^rc tu 
gentlic^e ßrijlenj auf ber SBa^r^eit be« Vergangenen be* 
ru^te, beflo me^r gönnten fte ber ®aat ein oielarmige« 
Seben; bie Segenbe umfc^lang jebe ^tflorifc^e Äußerung 
unb bur4 fte warb bie ©nfac&beit te« ^ifiorif^en gac^ 
tum« bunt ^efd^mitcft. Denn eben ber ©taube an bie 
Vergangener &at ba« ©erficht, bie oerf^önenbe Sage 
gezeugt, unb bei bem nafcen SBer^dltnig, in bem ba« 
ganje Seben jur ©ottfyeit gebaut warb, fonnte biefe« 
eine« ^ö^eren Cinfluffe«, eine« wunberbaren (Sinförei* 
ten« ber ©ottf^eit nic^t oerlufity ge^en; bie 92att)we(t 
f^ipfte Srofi unb JBewei« au« btefen ©agen, bie um fo 
bebeutenber wirtten, je mtt)x fit nur innerhalb be« reit« 
glöfen Seben« erföienen unb ade« JCnbere in biefem aufs 
ging. £a(er gab e« feine biftoriföe SE^tigfeit, außer 
ber ft$ im Seben ber reiigiifen 2tnfc(iauung dugemben 71 ), 
bie gefc^i^tlic^e Erinnerung war ^ier al« gaff* ober 
gefftag") vertreten; ba« Xltert&um war burd& Sururf^ 



70) „J)er ^64fle ©tonbjwnft bet ©efcbic^te," fagt Scbelling 
(SRet^obe brt ofobemtfdjjen Gtubium* 6. 215), „tft ber reltgtöfe, 
ober berjeniqe f in »tlcbem bie gante ©efdrfcbte aU SBerf ber Cot* 
febung begriffen wirb." 71) &•» wtf> iw» faßt ber aJKbrof* 
(JoMmt 942. ed. Venez. I. p. 306 d. aue htm @ifri), „benfet an 
bie @$kffate ber SXcnfdjen oor ber Stänfcftaty unb @obom$ U 
gibt feine Stit, wo ntd>t pnb SÄenföen wie biefe" thk Va imaw mVm 
wo "»V ^n«i. 72) ©a« mer!würbige m^kin SRegtUatb £aa* 
nttbr wofür feit 3unj nicfct* gef^en, ift bat>on 3eugni§; $ergfeib 
(©ef^tcbte 3i«raeW. [85raunf(bwei0 1847.] 6. 266) bat nicfct ein« 
mal bie Äefultate SÄeper'« unb Selben'* erreidj)t. Ttnbere JBeifpiele 
f. Mifchna Taanith 4, 6 unb ba« etylufcapitel »on SoU. 



JUDEN (GESCHICHTE) 



— 40 — JUDEN (GESCHICHTE) 



ffibrung hinter große ©refgniffe bejetc&net; tote man bie 
größte 3Bette bureb 8abet 7s ), bie größte gtäc&e bureb 
bie beS gangen 6rtl$ 74 ), n>a$ unbenufct bleiben mu$tt aW 
in ba$ ©aljmeer 7& ) geworfen, bie größte SRenge bur# bie 
3abl berer, bie au* Ägppte v n 76 ) jogen, bie größte 3u* 
funftSfeme bureb Gtiiabu'* Xnfunft 77 ) ju bejetcbnen pflegte, 
fo baS Ättertbum oon ®ebr<$ueben bureb bie Seit oor ber 
®efefegebung 2Roft3 78 )# oon ©tdbten bureb bie 3eit 
Sofua ben 9tun'$ 79 ). (Sin anbere* ijl e$, baß bie 
©Triften biefer 3ett, SKifcftna unb SEafoiub, röirflteb tffh)* 
rtftbe {Begebungen auö ber Umgebung entbalten; bie 
SBabrbett berfelben ijl gewöbnli* bureb bie ©etlduftgfett, in 
ber fte gegeben werben, gefiebert, ober wenigfien* nacb ber 
Xnfcbauung, oon ber aud tfe gegeben werben, ju beurtbefe 
len; bie SBerbinbung, in welcher man mit ber JBilbung 
ber Nationen flanb, braute Statbricbten unb Änfe&auunaen 
au& ber biltortfeben SBelt, unb manefte* au$ ber ®es 
febiebte biefer Stationen warb bureb bie ©cbttffale, bie 
jtjb für bie Suben baran fnfipften, bebeutungöoott; biefer 
bißorifebe ®eifi aber b^ngt nur an ber SBergangenbeit 
be* i&bifcben Glementeß. „®ebenfe ber Sage ber 83or: 
jeit unb frage beinen SBater," gibt ber Sargumifl febon 
bureb eine SBerweifung auf baß ©efefc, bie propbettfeben 
©fieber unb bie SBeifen wieber 80 ), ©tefeibe SBemerfung 
gilt oon bem Sinne für ©eograpbi*. 3n geograpb« 5 
[eben ©teilen geigt ftcb Äenntntß unb ßinftebt aueb oon 
ferner tiegenben Singen; oerfebiebene flatiflifcbe sRaebrieb* 
ten oon f)aläfitna unb Stationen werben bureb bie Sra* 
bition beroorgerufen. 

J)ie ©otteSerfenntniß, wetebe bie 9>|>ttofop^te ge* 
Waffen, fegte ibr aixd) bie (Srenjen. Da« ®efeß, bureb 
baß ftcb bte ©ottbeit ben SRenftben oerbunben bat, btU 
bete aueb ben 3aun für bie Oebanfen Aber bie ©ottbeit; 
wenn eben wegen biefe$ 3auneS bie pnnenbe Jforfcbung 
niebt außerbalb, fonbern innerhalb fub oertiefenb auSbeb* 
nen (onnte, wenn eben ber SRibrafcb bie wabrbafte ®no* 
tfö 81 ) war, bie bie Äußerungen be* ®eifleö unb ®emfc 



73) 3n ber SÄife&na m'djt felttn. 74) Rosch haschana 2, 4. 
75) Nasir 4, 4. 76) Nedarim 3, 2. 77) Baba mezia 1, 8. 
78) Negaim 7, 1. 79) Erachin 9, 6. 80) v*oa i*p 

yoh fiw»i iraa viaoai ycb fami Krww Dcbarim 32, 7. 81) 
©rdfc (®nofKd«mu« unb 3ubent$um. [Ärotofe&in 1846. 8.]) $at 
ben ©nofriefemu« mit bem Subent&ume in »erbinbung gebrodfrt, 
wa« anfpreebenb erf$einen mag, aber bei nd&erer Prüfung boeb 
nidfrt gebilligt »erben fann. ©noft« ift 9>&tlofop^te f aber eine eis 
gent$ümlia>. ©d&renb bie aried&ffc&e yfciiofop&ie bureb 9fte&t« be* 
jtfnbert war, bitten bie jübtfdjen iDenfer ben SRonotyefemu« unb 
ba« ©efefc |ur ©runblage. 3ebe gorfefcung aber ba« (Segebene war 
SBibrafa), unb will man ben Äu«bruef ©noft« barauf anwenben, fo ift 
er niebt in bem befannten fpeeietten ©inne ju nehmen. SDie pWtofo* 
pftifebe gorf^ung ber Suben ftblof f!(b an bie 6<b6pfiing0ger<bi<b^ 
ber ©ibel unb an beren biebterif^e ©arfteUungen oon ber @otr(eit an. 
Ku4 in yaldftina war BL 3o$anan 6en ©accai niebt ber örfte, ber 
P4l mit ber ra^ö nwts bef^dftigte (offenbar beutet ba« »itb be< 
nyfo/oc, aW melden $<ii(o ben 8ogo* barfretit, auf bie ras-ns ^tn; 
wtoxos ift nna-ns). iDa< Gtyriftent&um mar ober be« 3«bent^um* 
fefte ©renje hinaufgegangen unb bie Verneinung ber Unmittelbar« 
feit ©otte« in feinem SBirfen bitbete bie ©runblage be« eigentlidjen 
©nofHd«mu< in atten feinen 7Cu0frra(tungen (ogl. b. Art. Gnosis). 
©egen biefe SOKttter aber, in fofern fle bie ötn^eit ber ©Ortzeit 



t^e§ in ben SBorten beö @efe^ oertieft angebeutet fanb 
ober ju ftnben fhrebte, wenn aüeS unb iebeö oom 8ebm 
Srjeugte ein Stecht jum Seben fanb, fobatb e6 am gab« 
biefer ©innoertiefung unb Deutung ftcb anfielt, fo war 
bodj in bem ®ebanfen ®otted, be$ Cinen, Unmittelbaren, 
bie unfiberfebrittene ®renje gefteeft, unb oergebtieb fut^te 
bie $olemif ber b^ibnifeben unb c&rifHicben Denfer ben 
ifibifeben ®eifl be$b<*ft/ weit fte fonfl wie er, unb er 
wie fte tief in ben fBudtfaben binetngefebaut, tbn web 
ter babin ju ffibren, baß er aueb ibre Sebanfen t>on eu 
nem anbern al$ einem unmittelbaren ®otte in bem @t* 
fefte erblicft bitte 61 ). ®" Unmittelbarfeit nur würbe 
oon benen getrübt, bie in bem Serbältniß ber SBettfcftfe 
pfung ju Sott, babureb, baß fte frembe Styifofop^eme 
aueb bi^r wieber ju ftnben ftcb befhebten, wie |>btlo, a» 
SKittler baö SEBort, ben fcogo«, annabmen, ein ®ebanff, 
ben freiließ baö ßbriflentbum )U einer weiteren (Sonfes 
quenj M ) # bie ®nofiifer ju ibrem S^iovqvog, biejübifcbe 
3»Vf!if unb Äabbala ju bem 2Retatron w ) b«au«bttbete. 

gefdjrben, er^ob man ffc^ im Subentyume fetber mit jeber mbg« 
lieben Äraft. 3(n einer TCnja^l ©teilen mirb für biefen Vunft gege« 
Sltcfttiuben unb Äe^er geftritten; bie ©teilen in ber SBibel, bte ben 
geinben btenten , werben bureb anbere wiberiegt (ogU bie ^olemif bei 
Bereschith Rabba 7 a.): ©Ott ift (Sinn, t)at feinen C|nw (®efdftrte«i 
Sanhedrin 38 a. Bereschith Rabba la.), feinen ©ruber, tBoteri 
©obn # i^ v p»ö p b 7»k nni p öi ibVwa ömw i6 fwo ••» f« 
■ju'ipi'bit 'nV dtik D^a *iö»3» ff^a unpn V»^v> n^pn aanw «Wi 
■*ii vw i9toV avw (Koheleth Rabba 70 a; cf. Schemoth 
Rabba 131a. sq.; cf. Aboth 3, 14); ©ort wirb fetber erlifen, 
fein Xnberer, er fetber belebt unb tbbtet (Pirke de R. Blies« 
§. 34). 2Cu< bem erflen ©ebot wirb baö erwiefen (MechilU Jithrs 
p. 92), rote qu* einer 3Renge anberer. ©er ftdb aueb «*t bis 
rosn nw unb ber ©(b6pfung«gef4i^te befe&dftigt, innerbalb 
biefer ©renje mufte er bleiben; man fonnte aber bie mra bei 
©ottfeeit naeftbenfen, o&ne biefe fetber in tint anbere ©tellung |a bat 
3*raeiiten ju bringen, unb eben »eil fte fo na^e am TCbgrtmbe bei 
3rr»a5nö Einleitete/ wollte man nur reife fDtenfcfyen §u u)rer Äe* 
febdftigung ("mrm asm p*), würben ©efe^e über bie 3a(I berex 
gegeben/ benen man baruber vortragen wollte/ waren etf im ©an« 
den XBenige, bie fie^ baran (nterefftrten. SÖenn aber ®rdb#- bcs~ 
©accai unb Siiefer ben Äroefc fammt iftren ©orgdngern äbergebcnW 
in einer fpdtern 3eit bti ben Suben SBefcbdftfgung mit bem ebrfft» 
liefen ©nofKciömuö oorau«fe^t unb jübifebe ?e^rer oon gnofff4ai j 
©eften ©d^e annehmen Idßt, fo ift bte« $iftorif<b niebt naebiaioct*! 
fen, wd^renb ofenbar baß 3ubentjum felbft mit ben i^ret gamjet, 
Statur nacb nicfctjübifcfcen Meinungen ber ©noftifer im ©e^enfa|i . 
ift (ogt. SWatter 1, 147). $er 3ufammen(ang jwifeben Qnar^ 
liegt nur in bem £aupttyema ber gorfe^ung. ©onft febwtiftaiv 
bie ©ebanfen, bie man bie gnoftife&en |u nennen gewohnt ift, *NL 
ba au«, wo bie jubifeben aufhören multen. Offenbar ift eine bef . 
«^auptqueUen be« ©noftidömu« ber SXibrafeb ber Suben über *\ 
barum würben §u ben 9tamen oon SDdmonen unb Äonen nur ffc 
bifebe ©ejeicjjnungen gewollt (cf. Joann. Croji 8pec. Conjeci. et 
Observ. bti 3rendu« ed. Grabe p. 2 — 6. p. lo, woran« alle« 
3Ratter 2. ©. 82. 83 gef<b&pft f>at). t 

82) mt Srendu« fagt (adv. Haeres. lib. IV, 16. p. 303) r- 
Propter hoc Judaei excesaerunt a Deo verbum Dei noa re*oj 
dpientes sed putantes per se ipsum patrem sine rerbo, id 9tßk* 
sine filio posse cognoscere Deum. 83) 85gt. Satten fielt, 
9>b<(o unb 3o*anne«. (»raunfebw. 1800.) ©. 96. 97 fg., ba{p 
bie ©efte ber Xloger, weltbe biefen ioyoj leugnet. Jgpt>aati h > 
Haeres. II. t. 1. p. 450. 84) JOureb ba« ©ort ©orte« warbt' 
bie SBelt erfebaffen Cp iäwss n^n, I6yq>, föftmi bei VWo)} MeM- 
©ort warb bie »ermittelnbe Äraft iwifebcn ©(bbpfer unb Qkf&t* 



JUDEN (GESCHICHTE) — 41 — 



JUDEN (GESCHICHTE) 



£cr eine ©ott M bie SBelt geföaffen unb baS ©efefe 
cx%ii)lt oon tiefet ©c&6pfung; bte 2trt unb SBeife ber 
©c£6pfung war olfo au$ ^ier ein mJglicfcer, gegebener 
Segenßanb p&ilofop&tföer ©peculation. SBie leicht aber 
war über bie ©renje ju inen, wenn man fcier rütffte&tSs 



fenen unb ber ©egenfranb moftifcber ©peculation. Sen ©oma 
aerdtb bamit in »Biberfprucb, ba er in »am eine unmittelbare 
Sbatigreit ©ortet wajrjune&men glaubt. 2U« folget ift ba« ©ort 
ber Wiener be* «$6(bften unb glei<b»ol als er felber, in tym ewig 
entbalten, mit feinem dornen gefcbmuctt (nai ws nato», bti $>bilo 
oVo/u« teot/)# o$ne $n triebt oor^anben. VUe* bie« ift ber ÖRe* 
tatron ptttto, ber ni<b« »eiter aU ba« SBort, ber loyos ift, 
al* melifcen fbn au<$ bie Äabbala aufgefaßt, tyanod) ift SRetatron 
na<b ber mnfrif^en Crrflärung oon tfirvbn r>» ^^wi, ma« oom 
1*7** Gefaxt »arb („ber fcogo« ift oon (Smigfeit bd unb in ©ott 
aemcfeÄ, 11 fagt ttyilos »gl. ©atlenftebt, 9>^tlo unb 3o$<ume« ©. 
28.85)$ Sofua ift SÄetatronwmpaw, „»eil er Wiener $efft$" fein 
erfter Sporne »ar im»« ovyyoyo? im „©ott eingeboren;" ölijafcu 
ift es, benn w •** , „er ift ©ott feloft." 2H« folget t)at er ben ww 
Aber alle Gngel, ift er ber tnvn iw (»a« üielletdfrt oon nvivpa 
btrjnletten ift), ber ^run *>aw (»te 9?. 6et>i ben ©erfon ba« SBort 
brtfralb au« mater erfldren Witt *u ©prücfce 1, 8)5 ogl. bie ©tel« 
len bei Jattuf Rcubeni ed. Amsterd. p. 23. 24 sq. ©er Warnt 
wirb ftfcon im SEorgum als wi r*o, ber wo ber n^tiö „ber Ce&rer 
ber 8ebrer" er»d$nt. 3m Salmub fommt er »or$ ber (Snael 
«orte*, ber oor ben 3*raetiten $ergefenbet wirb (2 SRof. 33, 2), 
wirb al* folcber für ben yi*iw» erfldrt; öen Äfai unb Sen ©oma 
beuten ben b^*k Vip „bie ©timme, ba« »ort" für ben ynt»* 
(Bereach. Rabba 4 c.); (Slifd^a ben Xbuja finbet in ber Annahme 
eine« folgen eine ©eftdtigung ber alten Angriffe auf ba« Stoben* 
ft)am # aU ob e« ww^ tw gdbe (Chagiga 15 a. ogl. ba« rarö&rt i»o 
bei Jafhif Reab. 23 c). du ber 3eit atfo war ber 9tame SReta* 
tron ein geläufiger, aber feine «Deutung wirb bie ©renken feiner 
tntftebtmg unb feinen cigentttgen Segriff geben. 2)ie Crtnmologie 
ift bocbfr bebeutungiöoll, unb e« ift fonberbar, baf man ber f$on 
oom OTa 8t»ita gegebenen nt^t gefolgt ift. 0|»ne 3»eifel ift e« 
weutor, ber S5ote # ber »orreiter unb ^latma^er, ber Änorbner 
nnb gourier. 3» biefer eigentticbften SBebeurung fommt e« im 
Tanchamt oor (K«n *o p. 44 a.): iiötato nrrotofc ^n -»anj bie iü* 
bif4e ICnf^uung $at biefe« SBort gewdfclt. 6« foS bur^ feinen 3n* 
|att oflemfetbftf^bpferif^en, felbftdnbigen au«mei(ben f 
eben weil e« «Diener bebeutet, ber ©ott nur öorange&t 
onb beffen Befehle erfüllt/ wieberum in biefem auf* 
gebe»/ f^on fo jeben 3»eifel an ber (Sin^eit tbfen, 
weit ber SRetator gar feine Äraft war, aar nicbt obne 
bat SBort bei ♦errn, ba« er ift, benfbar wdre. «Die 
Sabt biefe« SBorte« üor fo üieten anbern gemb^nli^eren jeigt fei« 
ms geringen ©rab oon ©ebanfenreife unb 3ufammenbang mit ber 
^bilonif* * «leranbrinif^en |)bilofopbie. 3nbem eine griedjiföe 
0lo|fe e« 6 anoojtllojutvog äyytlog ngos lois aQxortag mieber* 
#bt, nennt |>etru« G^rnfotogu« auf d$nli$e SBeife Sobanne« 
bcs Käufer metator domini (Dt* Cange, Glos«, lat. ed. Henschel. 
[1843. 4.] p. 389). )Da« SBort metatora in djnlicbem Sinne %at 
eaclantiu« (InititutDivin.4,11). 3m©rie*if(benfagtmanbafür 
kiQtuaottfi, unb Giemen« Äleranbrin. (Stromat. üb. VI. 2. 
p. 826 ed. Potter) gebraucht e« für ©ote be« ^>errn. 5Da§ meta- 
tor boffelbe mit ^ntn» ift, wirb ganj beut(i4) burd) ein CFttat oon 
lt. 9tafyan, ber ba, wo ©alaf Staren fanbte, *\w* efttrt, toty* 
renb alle Midraachim Jirr bntiVo ^aben, weil man fpdter^in bie 
f)rofamrtmg be« SBorte« bureb ben gew6$nlid)en Äu«bruct SBote 
forebtete. yf^setsm fejte man für ^taöb, weit nur jene« ben 3a(* 
bnmertb wm *w W, aber nitbt biefe« Xnbere örfldrungen be« 
Beete«, namentli<& bie bur<b f*t*a unb öqov'os , weld&e ©rd^ (p. 44) 
rafftest/ obne feinen JBorgdnger granf (Äabbala, überf. oon ©e» 
littet f*. 43 Äote) ju nennen, finb gegen bie @pra<be erzwungen 
nb nkbt mit allem baoon ©efagten in Übereinftimmung 5 ogl. 
granfel in feiner 3eitf<brift 1846. SÄd^beft. 
X. Qnaftl. b. SB. u. St. S»rite ©ec«on. XXVII. 



loa formte, fretnbe@ebanfen berbeibrac^te. £)a$ 2Ra$benfen 
über bte 3eit, in ber bie SBelt no$ nieftt geroefen, war 
»eranlaffung jur graße, ob au#-©ott f^on aewefen unb 
in weiter Art; oon biefer 2Crt gorfeftung xoax bte unjubifd^e 
SReinung ausgegangen, welche bie Crf Raffung ber SBelt 
einem jweiten niebrigeren SBefen jufeftreibt, ba§ oft obne 
»efefct be§ eigentlichen ©otteS febafft unb befiehlt. ®e- 
nau genug fcing atfo bie gorfiftung aber n^Ä^ta n»yn 
mit ber über m^3 rvorn jufammen, über baö SBefen 
unb fronen ©otted im «ßimmel, bie jteft an bie berfibmten 
©teilen in Sjec^iel unb Sefaia anfnüpfte, unb ebenbarum 
tonnte fcier unb ba bei bem geringfien Anfluge unlauterer 
ÜReinung über ba$ göttliche SBefen gegen baffelbe gefünbigt 
»erben, unb gebt unter im 3a>eifeln unb oerftoeften 8eug^ 
nen, wer fid) niefet ju berubigen roeig. S3on ^Dreien wirb 
befonber* erjagt, baß ibre gorfc^ungen glfirflic^e waren, 
oon 91. Sebofcbua, 9t. 2tfiba unb JR. ßfeananja ben Sbas 
finai 85 ). 9t. Sebofc^ua war ©cbüler 9t. So^anan ben 
©accat'S gewefen, bem unermeßlich gelehrten Äenner ber 
gefaramten Srabition, bem afle n73r)n bm n-n« B6 ) offen* 
bar waren unb mit bem felber ber ©lang ber nnsn * 7 ) 
unterging. ©4on oor ber 3erf!6rung ^atte er oorgetra* 
gen oom Stumme ©otte« im großen JJe&rbaufe; oon feinen 
flinf ©#lem, bie feine 8e^re weiter ausbreiteten, war 
aber (einer fo bebeutenb, als Cliefer ben 2trac^. SBon 
biefem fagt er, baß er alle anberen ©ele^rten aufwiege, 
feCbft eiiefer ben ^rcanuS 88 ) mit tynen; tiefen ©eiji 
bejetc^nete er als eine immer pdrfer flrömenbeßueüe 89 ); 
biefen nannte er einen großen SRann 90 ), beffen 2r4fhin* 
gen er empfing; biefer Mte, ba er einjl auf bem SBege 
bem 9t. 3oc^anan oon ber nn^nnn nw» oortrug, fo 
tief unb berrtiefc über biefen ©egenfianb reflectirt, baß 
gleic^fam ber ^immel felber ft$ öffnete, bie IBdume ©eifall 
fltö|!erten, unb 9t. 3odfoanan, ber oom 6fel gejüegen war, 
um }u guß bie Cfcre feines ©t|öpferS oortragen ju W 
ren, t^n auf ben SRunb fußte unb ausrief: „©efegnet 
fei ber ©Ott Äbrabam'S, SfaaPS unb Sacob'S, ber Äbra* 
fyem, unferm S3ater, einen ©o^n gegeben, wol oerjldnbig 
ju forden über bie SRaiefidt unferS ^immlifc^en S3a? 
terS" 91 ). ©iefer SWann, beffen 8eben unb Se&ren fiber^ 

85) Jenuch. Chagiga % 86) Aboth de R, Nathan. 

f. 14. p. 33. 87) Vn Miachnm Sota 9, 15 t>at Dr. SR. ®aü)Z 
feinen Yuffat in Kerem Chemed 7, 969 tq. angefcbloffen, »0 er 
tbtn bier bie rwsn aW bie befonbere Äenntnif ber ranon rwrs 
erfldrt, bie mit Socbanan ben ©occai untergegangen, toamit 
ftimmt oortrefflicb Satfut (Melachim ed. Venez. % p. 34 d) über? 
ein, »0 e* beift: „Slif^a rief r*vw hvnv> aa-» •«« «ok" unb ba« 
jugefe^t wirb: „woan «ntV» ia^ m." (5* »ar n*sn bie ÄufRnbung 
be* geheimen 3ufammen^ang< ber gefammten ^eiligen ©(brift nacb 
ber Xnfl^t ber B-"-ti»o unb biefen btrjuftellen unb auftufinben audj 
in ben tran«fcenbentalen fingen, war 3»ecf biefer SÖiffenfdjafr. 
S3en |Äfai fagt, aii bie Stammen an frin ^aupt im ©tubium 
(eutbteten unb man t'bn fragt, 6b er f?4 mit ber fefe befcbdftigte : 
n^air'Ä anraji ö-'M^aaV nnin «^an t^nö »in. äDa^er fegnet »en 
©oma ©ott als ben o*t^n nan, ben Sßeifen bei Serborgenen (Be- 
räch. 58 a.); ba^er tyift H oon 3e^uba ben Satnra, aU er einen 
3ufammenbang ber Srabition entbeef t (Negaim 9, 3) : Vna narr 
D-^aan «w nö^p» nrn; cf. Koheleth 75 a. 88) Aboth 2, 9. 
89) Ibid. % 8. 90) Aboth de R. Nathan. §. 14. p. 34. 

13 -niMfc fcia-» *3im Kin Vni dtm» *&. 91) Jerutch. Chagiga 2. 

6 



JUDEN (GBSCHICHTB) — 42 — JUDEN (GESCHICHTE) 



emjKmmten 9 *), bcm oK beS SebenS bmte Gk&ofc cm 
gute« £er» galt w ) # batte niebt baS ©lief, frine Seiten 
«erbrettet ju febtn. Cr war allein naeb einem Reinen 
Orte gegangen, ber fi^m gefiel, unb t)attt fieb getrennt 
t>on ben Xnbern, aber eö gelang tym triebt eine <5$u(e 
ju bitten 94 ); ba&er fagte man eon tym, er wäre wol 
ein unb berfelbe mit 8t. 9teborai, beffen Spruch lautete: 
„BBanbere au« na$ einem Orte ber sebre, fage niefct, ffe 
wirb bir folgen, bag beine ©ef<$brten ftc burtb btcb erbat 
ten werben unb »ertraue niebt auf betne ©njtcbt 96 )." 

©ieienige Stelle, auf weleber bie Sermutbuna tum 
®rä| allein bearfinbet war, erjäblt und oon ben ©ej&fi* 
lern 91. 3cbof<W$. Bier traten in einen o*n& ein, 
einer flaute unb flarb, einer febaute unb warb wirre, 
einer jerjttrte bie 9>flanjung, einer ging in trieben bin* 
ein unb wieber berau«. & ijl nur irrtbftmlitb #** 
ot-wd mit bem «p* -p, bem f>arabie«, ibentipeirt worben, 
wdbrenb bamit nur ein eingelegter unb aej)fiteter ©arten 
fiberbaupt bejeit$net tfl, unb bie Sefcbafttaung mit tt» 
unb n» einem geb&teten ©arten, in ben Bier eintreten, 
um ju genießen, t>ergli$en wirb 96 ). SDiefe Bier finb: 



<g* ücnätfc bie gan|t Geltung bie V* w» att einen feftftebeubeu 
Xbfdmitt ber fcagabifefceii tfenntnif (naan»n rman» irw pa ^nm 
$eift ei). 5e me&r mit ftr al* folgen §u »erfte$en baben unb in 
biefen bitten ifcie ©pi&e etreiebt fe&en, befto überzeugter muffen 
wir fein, bog i&r Inhalt ein innerhalb bei jübffeben |>rincip* ge* 
bÄbercr ^cwfftn. Die <5(jTt (lotte* ffr eine feftftebenbe gormel, in 
ber nirijt minfeev bet ©rbanfe ber Unmtttelbarreit be* Gebbpferi 
«i ben <Bef<baffenen auigebrüeft i|t. -nw ift ber eigentliche 
Xulbruel für bie mnftifebe *errli<breit Gottes, bie felbft bie twi 
triebt (eben (Midraech mos p. 217 a. Geblüt), über ben "nasn *ft* 
t>gl. befonber* p. 215 d. unb wenn et befft: ww tos* *jVa nw 
a-tAn in-» rrrm i» pra* tjor* fiaa jkirt, fo |^at boi aneb feine 
tiefere gfebeutung, »eil 3ofef bei ben jübifeben ftyftirern flteta* 
tron ift, in ben bie Geele (tyanoey* gefahren (et Jalkut Reubeni 
p. 67 sq.) , ber bie 70 CSpraeben nerjtebt, bie befonbert bit rrean 
bflben, bie im €fynbebrium gemünfebt wirb (cf. Sanhedrin 17 b). 
CJoeb« (a. a.D. €L 274 Kote) ma$t bie ftonerrung, baf überall, 
wo uon foleben Singen bie Hebe ift, aueb getter ermdbnt fei, fo 
aueb bier: tnmn p vm »wn. Gebon bi« in bie (eilige 6<brift 
liebt jhb ber ©ebraueb surdtfi ölfjabu unb (Stifcba baben ftcb mit 
»V» befcb^fH^t, benn eben feurige Sagen unb Stoffe erföchten Aber 
tynen; al* 9c. ttlafar unb 9t. 3ofua ftubiren, pi mt^a t Vwim 

fnncoö msnVtt mm Koh«leUi Rabba 75 a. Jeruach. Chagiga 2j 
ebenfo üt X<bet , < Qtrabmal in JJeuee aufgeaangen, be* greufer* am 
«p itö (L L), unb bie |>ara(leie mit bem ad? atteppovou»', beffen 
Giemen« 3CUranbrinul (cf. Qemer, Thsaanrui p. 1204), Statut* 
Uan, ^eronpmul eemd^nen, ift nt^t gan| jurüctjuweifen. 

92) d^ib rnontnTT mo *p» ^a •«*&*. 93) Abath 2, 9. 
94) Aboth da R. Nathan. S. 14. w o-^ rrwwi *£n wn 
mai w n^n. 9ta<b fifidraach Kohaleth 74 c., mo feine <$e* 

Siebte etmoi au6f&bf(icber mfiVt ift, l>dtt ber Ort Ommaue. 
) 8abbat 147 b. $ie Grüdrung, er (dtre bie Vugen ber @e« 
lebrten in ber $ala<ba er leuchtet, geugt aueb t>on feinen Seiftungen 
In biefers et ChuHn 106 a. 96) Auf dbnlfcbe ©eife tairbOkoten 
unb namentlicb bal SBort ona fetbft oft anaemenbets cf. Jtrtwch. 
Berachotk f. 2., mo aueb biefelben fBvrte fmb unb mo Siraet mit 
einem er« aergtieben mirb. Schamoth Babba f. 20. p. 105 b. 
§. 30. p. 132, mo bit m-n ber er« ift; cf. Debariai Rabba 
§. 7. p. 242 b. Äie Bett mirb bamit »eta^en BamWbar Rabba 
f. 11. p. 202 c 9 bie ™Vm n-nswo »erben ro-ro unb nm ge« 
nannt, Kobeteth Rabba p. 65a aq. |M^to fimmt öbereitt, mens 



1) «en «fot, einer ber unermfibiic|ften 9T ) %oxtt* in 
ber $ala$a unb «ftagaba, ber, um ben Gtnbien bei Qk* 
fefte« ganj ju leben, jicb ber <?bc entbleit 98 ). €hrf| bat 
ibn beibalb ju einem XnbAiger gne^tfeber Xfbft mae|en 
wollen. Xber wdbrenb @noftt!er bie Sbe twfcbmibcteit, 
um bie SBelt nic^t unglfieflicb ju maeben unb bem 2obe 
(eine 9labrung ju geben w ) / nannte Seit Xfai ben einen 
Ä6rber, welcher bieSbe ntebt einginge 1 ), unb e6 fürnmt 
mit biefem Safte fiberein, baf er ba« „OefcbtotySregtßg 
Zbam'«" für einen ^rofen Saft in ber 6<brift bWt*). 
Unb eben weil er bte Ufa lebrte, obne pe felbft etmu 




warb er ein tw genannt; wer im Zraume ©en Xfat 
ftebt, bat auf mron, auf befonbere ffrdnmigfett, ja 
boffen *). 3n feinen Sieben auf bem warfte wn Zwes 
ria« § ) fe|te er bauyttfgltg bie ÜRilbe @otte» au» ein* 
anber 7 ); ba« ®efe| fibereinßimmenb tu maeben, #ubtrte 
er eifrtgjl, bag glommen um fein ^auyl leuchteten •), 
unb wenn bie« ein 3eugniji ift, baff er bei ben ©tubien 
ftber bie Harmonie ber beiltgen ©e^rfft au$ fiber baS 
SBefen ber SWerf aha naebbaebte, fo jHmmt er bo<b fonft 
mit JCRba fiberein, baff SRiemanb unb aueb nid^t bie 
nvn an ber SRerfaba bie «ßerrlicftfeit flauen ttnnten 9 ). 
Cin SRann, wie «en Jtfai, mit feinem ungemeinen bala* 



er bat r» p ebenfo attegorffeb erKdct (Quacit in Genaa. $. 6. 
in Opp. oain. ed. Mchter 0. p. 252), 

97) JRit tym (larben bie öttwd au«, non 7« maeben, Me 
5Eag unb 9taebt ftubiren. M. Sota 9. et m*i -nnSi tim. Aboth 
de R. Nathan. §. 16. p. 3. 96) Ber. Rabba f. 34. p. 90 a. 
n-nr* n>M rrpmo vb ■•». 99) CL C7cmciif JämmA. Stro- 
mat, lib. 3. 1. p ; 530 (ed. Potter) „acai Mmnovai u* dilr 
nmeaSfyta&ai ya$iov xal naiöoTUutay ptfik üyitutayttr r$ 
x6<ffup StmvxioorHu piflk Imxomyiir fei ^ctWbat teo^i^- 1 * 

I) Bereech. Rabba L L rnam rat «rnnt anm «pm. Ob mos 
alfo ebenfo menig tbtoretifeber Äffet al« ber betObmte ungatifebe 
(SMebrte »et, ber, felber nerbeiratbet, fteb ungemein barikbec er» 
eifert, baf Qklebrte ö^en eingeben (Schwmdtoer, m. itr. Ungar. 
t. 3. praef. p. 29). 2) Bereaah. Rabba f . H p. 21 b. 

niv«>na fentw rnrAin, »0 eben ber 9taebbatet auf wr*»v 
ber gortpflanjung, ru(t. 3) »■wpa im 16t am rata. 4) 4Ba 
ift *. 0. feine Huf ertrug über boi lfm febr ffrena unb fttamt mabo 
febemlieb mit feiner 3Cnftd?t ber «ertb/ ben er biefem beücat, Aber» 
ein Berachoth 47 a.; et Berach. 47 b. 54 a. Bebachta OB a. 
«in ftefn ®ebot gitt gteieb einem grof en Okbot. Abath 4, % 
Stiebt bem Umftanbe# baf er niebt (efratbere, fanbern bem «ranbe, 
worum er H nfcbt tjat, ber fteb in feiner gonjen fonftigen öebenl- 
tbdtigfeit, bie fö bem ©efeje aUein mibmet, amfiwiebt, aerbantte 
er ben »amen non; et Bereachith Rabba f. 81. p. 70 d. 5) 
Berachoth 57 b. 6) Brubin 29 a. 7) Ber. Rabba f. 1. 
p. 2 a. (Kit er aueb über bie aDeutung ber XBorte pH* iro irwro 
bie Bemerrung gemaebt, baf mdbrenb bie Ferren auf ber €Nbe 
erjt i(iren Slamen fe^en, §. 0. toxmir y& r rnmvo^a pa, b. b* 
N. N. «vyoiwmiAioc, N. N. n^Krror^, Oott feinen Hamen 
ftutett febt CM ift niebt etma Vuguftutue §u lefen; über Myw>- 
ütaitos c£ Faftrof. 61om. ad Cedren. II, 895. Xn einer anaeren 
eteüe (Schemoth Rabba §. 41. p. 139 b) §eigt Bm Xfai, tob «ort 
anbert als bie Jtaifer (anbe(e$ biefet^eflten nur nanwim donaUra 
unter bog »0«, menn bfcfea friebttft ift, «ort aber tu feaer deit 
atub unter bie Unaeborfamen. 8) Wijikra Rabba $. 16. p. 158 c 
9) Baaidbar Rabba $. 14. p. 217 a. 



JUDEN (GESCHICHTE) — 43 — 



JUDEN (GESCHICHTE) 



cbiftea Cifrr "), tonnte (ein Qnoftifer fein, aud& wenn 
man mcfrt einen ®aft t>on tym fcitte, bag nid&t eftet bie 
Sfcaditcn in* 6nl gejagt feien , al* bi* fte an ber Gin* 
brit tmb ber Seföneibung gefrevelt Ritten M ). Cr jiarb 
fdfy lf ) w* auf, fyn wanbte man ben Ser< an ■wa *ip-» 
Tronb nniört st. 

9) Cen 6oma mar einer ber ffnnigjien ö'Wtt jener 
3ctt *). 3u ibm (am man, wenn irgenbwo auS einer 
6tefle ein tiefirrer Cinn ju entwicfeln war 14 )- ©tefem 
tiefen ftorften in bem SMjalte be* ©efefce*, ba* ficb fo 
fa>hi fa feinem 2fo*frru$e über ben 3ufammenbang ber 
xatnttfofcn &crftdltnijfe au*fi>rad& "), unb bem jufblge 
er in ©efeberföUung unb ®otte*fimftt jugleig mtt JBen 
XW ben «eftanb ber fEBelt erblirfte w ), wbanfte er ben 
Samen nsn, weil eben rroan tiefe tiefforf<benbe SBetfe 
wob. Xn feiner Äefcfaftigung mit ber ©d&4i>fung*ge* 
ftnftte duferte fteft biefe ©ränblicbfeit, wenn fte aueft 
{■weilen gu weit ju geben brobte. 6<bon einmal fcatte er 
M Seftn ber baräber feftjte&enben ©runbfäfce bureb bie 
frflfama einer »ibclfhüe ut erf (gittern gebrobt 17 )} «in 
»eitel fltal äußerte er fMp gegen biefe unb gegen bie 
CMftrift fo, baf 81. Setyofcftua unwillig von tym ju feinen 
6$fibni {fegte: „©en ©oma tfi wine geworben" 18 ). 



10) Vit einer grofen Xn|ab( ©teilen wirb feine atydtiafeit er* 
nWu)nt. ©eine Stabition bat SBertb (»gl. Sebachlm 12 b.) unb 
aber 8diirhMchirim mebr all bie »on Kfiba* cf. Jadajim 3. 
11) JRcka rabbathi 42 a. rfr*ai Dil» V» wra viw». 13) 
Ckbon ©tot (a. a. D. ©. 56 Stote) maebte auf bie oerftiebenen 
Matten aufmerffam, bie biet ftattfinben unb na<b benen im Jcrusch. 
Ben ©oma ffirbt unb Ben Äfai »irre »feb, »dbtenb ber Babli ba« 
ttmaete$rte bat; aber et $at ba« 8K4)tfge nübt treffen Wnnen. 
fte auf ben tw Ben *faf paft gut wwA rmiw Vi «w» ^p 
ufc nur von Einern, bet geftotben ift, fann man bie« fagen, be* 
f onbe r* ba ei grabe Ben Kfai ift bet biefen ©ab mebrmal« im Staube 
fltet (Bacaacfa. Rabba §. 62. p. 54 c. Schemoth Rabba 146 c.) 
tta ortetet ©efhbt«punft ift in »efcben Be&iebungen man ffeft ben 
ZA Ktfi §a bem Eintreten in ben (Satten ja benfen (at. 34 
wt^en, baf Xob nur figuttieb Hebe fut Jtinbetlopgfeit# 
Otefc|e ttKbtrfttitt/ abet an« feinem unenbUcb eiftigen 
bei *€fart »b bet rtasm cntftanb, »eil et fieb butä) bfe 
Cbc «Übt fbrm lafien moOte. Mbchna Sota (3, 5) fölogt Ben 
Xfot Me, »an fotte au4l bie Xbtytt im öefe|e unterrichten, 
bamit fe ben Oettb ibtei w^t fenneten. 3ubem bie ICnbetn 
w*ctfh&m 9 (lagt 8t. Sebaftbna feine «einung batan f baf trfet 
a^9 4a» fnb eben ein rrew -non unb eine mn^ia nwj e« ift 
wkäft — mtif<b<inlict # baf an bem ww tw Ben Xfai feinen 
2(dl |at, wetONB fein nvnen bie Seit iu beotttetn ft6tte. 13) 
m chen fekben Aataftetifitt t^n M. 8oU 9. 14) 9t tepra* 
fentitt fp damtfiib bie f)tibtaf(b'Siccgefe# bie jebem ©orte tU 
nen tfiefjm Com net(eu)t unb oon bet et eben bet pm Wf t. Bei« 
feitfe ftab BanaWdi 13 b. Oft genug fommt ba« ranr p hu *«» 
Mt Dmaainrti 41 b. 43 a. imcbnal Oiagiga 14. 15) Bora- 

obotfa 56 a. Dr. «. €Jad)« ^at biefe ©te«e # in Betfe wnoanbelt, 
im mtmtt Sabvbmb (5606) 0. 179 »itgetbeitt. 16) Bera- 

cba** «b. * ittbä kVk m*us i6 *to *i^n ia. 17) Bcretchith 
lUbb m 4 a. €« f e^te ^a in Ckbctcfen no<b feinet gtibdnben SÄe» 
tb«bc y bof e« rpm rm vrb* wn (eift, »eil Me« einen CJtoff 
MmnifKat, bet emia obet nidfi bttnb Sorte« ©ort entftanben ift. 
IQ Da Ben Kfai m ber ttben angegebenen .St^btimg nur bet 
netorbene fein fem, fo farni bie Matt im Jeraichalmi nia>t 
Nabeni; ba« n&n f* -mm auf Ben ©oma anfttmenben. Die «u 
fcnmg p* rmw p, »cfa> ber (ttenge 3ebofa)ua ma4t # ift alfo 
oon geifnget Vbmefenbeit 8« etftttety ober bfcfe Ätfetung bat eben 



Xbet 3wetfel an bet Sinfcett ®otte6 ijl bei ihm niebt, 
wie jebet feinet ©dfte unb fein »erbdltnig ju 3eitgenof$ 
fen unb ©pdteten geigt 

3) Xu* einet teiepen gamilie Serufalem« flammte (KU 
fcfea, ©obn beö Xbuja. Cbwol er in fräßet 3ugenbfi$ 
Diele* SBijfen erworben ^atte unb in fofem einen Oegen^ 
fag ju ». Xfiba bilbet, ber feine Jtenntniffe erjl im rei* 
feren Älter gewann unb geltenb machte 19 ), ließ er jtc| 
bacb t>on ben Wefferionen über n'n, an ber Cin^eit @ot$ 
te* gu 3weife(n fortreißen, unb warb bierburdj ein Seug$ 
ner aller reßgtöfen @ebote # )0g ba* ©tubium grieeftifc^er 
Siteratur 10 ) bem be* ®efefee* t>or unb warb nationalen 
Sntereffen in einer 3eit abwenbig, wo biefe unter ben 
Verfolgungen £abrian'* in bie größte ©efa^r gerieten, 
©arum wtrb oon ibm bi(blt$ gefagt: „er babe bte $Pan* 
junaen jerflört/' b. b. bte gorfc^ungen über bie ffin^eit 
burcp 3weifel an berfelben in i^rem fcefen t>ernic|tet, ba 
mit btefent 3weifel aDe* 3ubentt)um aufhört. £arum ^üte 
ber ftcj oor Unglfirf, ber i()n im 2raume erblicft, barum 
wirb feiner feiten unter feinem tarnen, fonbern unter 
bem eine* £luibam (in.«) gebaut. 

4) Sie IBefödftigung be* 9t. 2fiba, biefe* Wartprer* 

Sr bie Unab&ängtgtett fetner Nation, mit ber 9Rer(aba 
. unjweifei^aft^ 1 ). SBenn auef) feine 3eitgenoffen in 

bem »>m §u (Stunbe gelegen. 9tur bamit fann naturtteb bfe ange 
»anbte €$tette übeteinftimmen: f /@emefeft bu *omg^ fo tf |»t 
(Genüge, übetfdttigeft bu bt<b, fo muft bu fpeien?" fte foU ben 
übetfpannten @eift beftei^nen. 

10) Oegen ZHba, bem et aueb in politifajet Bqiebung ent« 
gegentoitfte, fa^eint Aboth 4 9 20 ba« ®(ei4nif mit bem in bet 3ugenb 
unb bem in bem Xltet erworbenen Soffen gerietet ju fein, wnft 
ftnb ade 9tad)rid)ten oon i^m in Chagiga 9 bei Jerutchalmi unb 
Babli iufammengebrdngt. 20) ©riedjtfcbe Siebet "»at» ^m fönten 
ibm nity au« bem SKunbe unb unjübifa^e Baader fliegen au« feiner 
Bufentaf<be f al« et im 8e(tbaufe mar. ©ta$ (a. a. 0. 6. 15) (alt 
biefe ©<brfften fttt gnoftifä^e, »abtf<beinlicbet benft man an bieOe« 
biebte dornet'« obet äbetbaupt beibnif^e ©ia^tmetfe. €kbon feit Ana« 
ragora« ndm(i<b fattt man ben gtofen &tä)ttt ju aQegoriftren ange* 
fanaen (bittet unb ^teilet Hiot. philo«, graeco-rom. p. 31); 
♦ eftob unb föntet würben fut bie Bemaltet einet uralten XBei«beit ge< 
(alten. («Rottet, ®efa). be« ©noft.I. ©. 28, au«Qteu§et.) Bom 
dornet fagt öptp^onm« (Haerea. L tom. I. p. 200), baf bie feno» 
fffet unb bie Gelten überhaupt, grabe wie man in bet Bu>el alle« 
finbe, um ju bemeifen, »a« man brauet, opotu notovrae totg 
imo^taus tieg tvYovoas avioU nQoßallofiivots , b*9na a*i- 
Q*(i(vOiq ix tov Oftr\Q0v notrj/dehtoy fiiliräy «tvr«^, bamit fte 
ben Unrunbigcn glauben matten, rt fei ba« 2CUe« im dornet ent* 
(alten 5 an anbetet ©teile (1, 166) bebauptet er, bie Sonen feien 
au« bem «^efiob entlehnt. Die genauefte Äenntntf von itym bejetu 
gen ©lernen« Xleranbrfnu«' €kbrtften, unb 9teanber fagt mit 8te4t# 
r^af dornet oon bamaligen yiatontfctn oermittel« einet aUego* 
tif<ben Crtfldrung al« güjrer §ur (beeren 8Bei«(ett betrautet umtbe" 
(9ef4Ubte bet <brffllt<bcn Jtir^e 2, 1. €$. 52.) erinnern mit 
un« ferner, baf 9t. Xfiba oon ben e^*«n ^no qHptotyn, fo 
mirb e« ni<bt fo feitfam fein, »ie 3oft (4, 252) meinte, an bie 
B&bet dornet'« )u benfen. fSenigftena ift feine anbete fcrtlarung 
fo fcblagenb. 21) XvtQ oon ibm geben bie talmubiften ©teilen 
in Gfcoatga 3eugnif 5 öliefer ben JCfarjab erinnert ibn, baf er 
lieber bd bet *oladja bleiben fode (Chag. 14 a. Sanbedrin 36 b.), 
9t. 3ofe wirft tjm eine f)rofamrung ber Ok>«b«r 00t unb Ben 
Xfaf nimmt oon ibm eine «Äeinung an. Bon feinet Änfä>auung 
leugt fein ttrtbeil übet ba« (o(e 8ieb, wenn et ben Zag bet dt« 
fa>inung beffelben fut ben bebeutitng«Doll#rii fielt (ladajim 3.), 

6* 



JUDEN (GESCHICHTE) — 

ihm weit weniger ben äkruf ju liefen Unter Fügungen 
M jur n>irfli#en Jpalac&a fanben, fo ijl er bod) gläubig 
unb in feiner natürlit&en entrcidelung geblieben. 3bn 
nun grabe atö einen Äntignoftifer barftUficÜen, ifi brt= 
halb unnötig , weil er gegen bie ©runbfafcc ber ©nofis 
im eigentlichen ©inne in feinem größeren ©egenfafce war 
ale ieber Sube unb ben Ifai unb ben <2oma getoefen finb. 
©ein twrfübtigcr ©cfcilcr Gbananta ben ßbafinai ") brfteft 
feine ÜRetbübe in feinem Sprühe au$: „SBer bei 9lo4t 
waijt, allein reift unb (babei) feinen ©inn auf UnnüfceS 
uerroenbet, ift felbß an feinem Ünglücfe föutb." 

63 gebt aud aüem fcetoor, baf biefe gorfc&ungen 
fefton nadj Sodjanan ben ©accai eine bebeuteribe Vw* 
bcbmtng gewonnen baben; erji bamal£ aber finb burd) 
bte Sntflebung be£ ßbfiftentbumS, wie überhaupt bur$ 
bie nähere SBerubrung mit bem 2£uSlanbe, bte tnöglicben 
unb gefährlichen golgcn berfetben augenfcbemlicj) geworben, 
unb e3 war 3eit, baf man biefen burefc tat 8efc(j Wn 
beugte, ©arum t?cigt e$ in ber üBifd&na"), man folle 
bie ©cb&pfungtfgefd}i#re ni$t t>or 3weien, bie SHerfaba 
nuftt i>or einem* 1 ) portragen, eS fei benn tiefer felber 
ein gorfefeer (o^n) unb feibftänbig 2>enfenber (ynn 
inra); baber warb au* ein bejiimmtc8 Älter •) nöttfg, 
in bem man an biefe Stubien ging, baber befummle 
man eben bie ©renken, in benen ftd) bie gorfc&ungen 
bewegen foltten, weil oorweltlicbe Unterfucbungen ebenfo 
wie folefte über baS 6nbe ber SBelt ju finntieben 3(m 
f d)auungen, verirrenber STOcinung über bie ßinbeit ®ot= 
te$, furj &u profanen ©ebanfen über bie „2J?aje(ldr be& 
@$6pfer6" führen tonnen. Snnerbalb be£ SJefkbenä ber 
2Belt ,fi ) in seitlicher, oom ^immel bis jur @rbe in 
räumlicher 2tu$bebnung warb bie SBtjfenftaft eingefdjlof; 



unb auäj feine Üufjmmg, bie ber üaimub Sßabli bei bem Eintreten 
in ben mir ttjd^lt: o** "maiin hu nwra »*« *33K *3ek ^j& srjros 

toiU weitet nidjtö alä QSrtinMidjtcir gelehrt fca&en, bte nidjt 
L«id)tftrttQ, nad) dufiercr 2C^ntic^Eeitjr cntf<fcdbct unb baran tfjrc pbi ; 
löfcp5)ifd)en Spffrmc faupft. m *ro ift bec weife parifdyc SKar* 
mar, befien Xtyi(id)ttU mit bem SBafltr au<b bte latrinifdjcn ©iebter 
für ityre SBilbet gebrauten, wie SBitflil foat: In lento luctantur 
maraore tonaae (Ach, 7, 28). £)ie ©prücbe enblid), bie Aboth 3 
mitgeteilt )mb r batiken genau |ufammen unb bttbert eine ßanjt 
p^ilofcptjifdje Stnfidjt. ßfif aUen Dingen verlangt et @rnft. SJaö 
er ucn bem rc fagt^ baburd? b^cidjnet er ben Söcrti? ber Gfccn&c 
in ber Statur unb ber menf^lidjcn ^ijdtigfeit, bie für alle 2>in^c 
eine 9cüt^wcnbigEett geworben/ wenn biefe nidjt auearten unb (eis 
ben foUen. SDaf bie Söraeitten &outi Ätnbet feien ^»^v ymn 
o-'a mip»; ogl, l Soft, ^f ^)i ift »on ibm ber Meinung berer 
gegenübergefiellt , bie nod? anbere Gräfte a($ gotterjeugte badjten 
unb vortrugen. Riefen JCinbern ©orteö bar er ben freien Sötllen 
gegeben, |u thun unb ju benten; aber XUeti, unb bafi mtJTcn fit* 
gefefciebt vor einem ewig blictenben Eugc, unb 9iicbtö ereignet fidj, 
waö nid?t feine tJerbienten golgen fcat, wenn au* mit ®ute bte 
SBelt geriebtet wirb. Unerbittlidj unb watjr, wenn auet) zuweilen 
unburcfcbnnglieb, hangt ba* ©c^irffal über ben £duptcrn, aber 
Xllen« Oiuten unb SBcfen, ifl bie (Srlofung in 3Cuöftd)t gefreut unb 
bereitet. 

W) Aboth 3, 4, ») Chagiga 4 2, 1. 4 24) 23gt. barmt 
Clernen* Alex. Stromat. lib, I, cd. Potter. I f 345: H 2burf« cf# 
t^i yvwor*af6i xca' «t; /*d»'OC «x^ootr/c iiot&rj" 25) Die 

Gtette au* i)ieronr;muß unb Chagig* 13 a. hat fdjon <3$rd$ 
«. 14 ^ Chagiipi II b 



— JUDEN (GESCHICHTE) 

fen; aufjetbalb berfetben ttagten ftc^ fetbjt bebeutenbe 
gJTdnner nic^t binau^. 

2)ic Xrjneifunbe roarb feit alter 3eit t>on ben 
3ubcn betrieben unb geachtet. Hui ben Seiten ber 3JIrfd)na 
finb unö funbige Ü^te befannt; ber Krjt 2b«uba§ fdjemr 
naturbifiorifebe Äenntni(fc gehabt ju baben 17 ) ; t>on einem 
'Ärjte Sobta rpirb t?or 3crufalem6 3erRirung beridjtet w ); in 
Spbba erfdjeinc Übeoboruö w ) mit einem aanjctl ßoUegium 
von Ärjten ju einer Seftcfttigung, 25er Itrjt war jugteict) 
ßbirurg * ö j unb Xpotdefer. 2Bir boren üon einem großen 
fiiffet ber Äijfe"), t)on bem ÜHetaflforb unb bem ©ebran- 
U yi ) f worin ffe tbre SBebicamente i?ern?ar)rten. Biefe 
waren nur natiirlidje; Salben üerfc&iebener 2Crt h^wzo 
unb iTWbn u ) malagmc ; jum Iberlöf hatte man ben 
©tubl ran H ) mit brei güßen (Tginovg). ffienn 
^)teronr)muS an hm Suben fabelt, bag fte in taberais 
medicoruin de cutictorum operibus detrahant w ) • fo 
ift ba$ wenigdenö ein SBewete, baf bie Äunji ber Ärjte 
eine rein miffenfcrjaftlic^e unb natürliche war, wie au$ 
ßrigeneö fagt, ba$ bie Suben magif(§e Ämijte uerfcf>md^ 
ben ^) unb Farben unb Öl werben fte wol für ibre 
Heilmittel gebraucht haben "), aber nuyyaviTaij Inw- 
ffal, Ttiot/tfittaza, iBeft^wörungen t Sefprecbungen unb 
Ttmulete^), finb gewif weniger bei ibnen in ©ebraudj 
gewefen. SBenigflen* setgt m$ bie ^rofaif^e 2Beife c mit 
ber man bie Xrjtc unb ibr SBirfen anfab, üa$ man ibnen 
feine überirbtfdje Jtraft jutraute. ® ie befien Ärjte, beif* 
eS, finb für baö ©ebinnom 3V ); wobne in feiner ©labt, wo 
baS ^)aupt ein Int ifl 4fl ), unb ein 3£rjt au« ber gerne (weil 
ibm bie nötige ©ewiffenbaftigfeit abgebt) flicht H$ Äu^e 
au^ ft ). 2>en SBorwurf beS ßbrbfojlomuS batte ßelfu6 41 ) 
früber gegen bie ßbrißen geUenb gemaebt; freiließ na* 
ber 3Cnfdjauung beö QbrißeiUbum* ifi bie ^eilung bur* 
JBef^wirung mit bem tarnen Sefu eine wixtlifye Rettung, 
wie SuflinuS Sffiartr>r 4 *) fagt^ „bag bie 6t)ri(ten in ber 
oanjen 2BeIt burt^ fflef^wirungen mit bem 5Ramen 
ßbnftuö biejenigen beuten, bie anbere SeWwörer unb 
SJefpredjer nic^t bellen tonnten." Drigene& gibt ein 
©leicbes f unb in ber neuefien Seit f)at 3£eanber 44 ) bie 
goetifcfje 9JTacbt be§ 9?amenö Sefu alö ein förbernbeS 
SRittel ber 58er breitung beS ßbri(lentbum$ entwitfclt. 
übrigen^ waren aut^ ioif^öfc wirflkfce 'itr^tc, wie ein 
äBifcbof t)on SJaobicea r ") im 4. 3abrbunbert, unb ber 
©runb ju be£ ^rofetpten Sofepbnö Srjdblung, baf ber 
^atriardft getauft worben, lag eben barin, bag er ficb ben 



27) Beclioroth 4, 4. 28) Roschhaschana l, 7. 2t>) 

Jcrusch. Berachoth §, 1, ed, Krak, p, 3 a, 30) Keritoth 3, 8. 
31) KeUm 17, 12, 32) Kelim 12, 3. trmm ^p^a; cf. Jer. 
Roachliaecliana 1, 3. ed. Krak. p. 57 d. 33) Über bte mi- 

fd)ttbcncn Oattungen ber malagmen f. 3)u (lange im Gloaaar. 
34) Kelim M, 5. 35) Praef, Hieronym. ad 0»ec 3, p. 1238, 
36) Contra CeUum 1, 341. 37) Cf, ChrttsoHom. ed. Montj. 

3, 613. Chrysottom. Ürat. contra Jud. 8, l. p. ^SI 

n Kid.luscl.iu 1. II. IQ) Fefachim 113 a. 41) Baba 

Kaiua 85 a, 12) Origenvs contra Celaum 1 T 325. 

Aoologia IL p, W. 44) @ef*icbtc ^ djriftlf^en Äirdje 3, 1, 
28 fa, 45) Cf. Tillemont* M6m. pour servir ä Thiit. ecclek. 
7 p. 2<KK 



JUDEN (GESCHICHTE) - 

Stföof t>on 2iberia$ a» 2Crgt bdtte bolen. laffen. Sie 
2bierarjneifunbe würbe aucb von 3uben betrieben; benn 
e* wirb ein $ferbear jt 46 ) erwdbnt. 

$aben wir in ffigjenbafter ©arfleHung etwas t>on 
bem ©eifie ber Suben unb ibrer fcebre in biefer 3eit bar* 
aufteilen gefugt, fo muffen wir aucb ber SJtofHtutionen 
gebenfen, in benen er jur ©rfcbeinung tarn unb bie tyn 
wie bie $orm umfcWtejjenb, entwitfelten unb weiter trugen* 
3« 3etufalem batte t>or ber 3erfttrung an ber ©pifce beS 
©pnebrium* (yn mn) ber 9laft (*r»0 aejlanben 47 ) ; 
ibm 8«r Seite ber fhdfrt brt @ericbt$bofe* ( -p ir» n«). 
Stfyrenb biefrt tfe& mit ber (Sntfc^eibun^ ber bort cor* 
gebrauten $dtUe befödftigte, waren für bie ©tubien be* 
(SefeteS Sebrbdufer errietet (»^n» td), an benen eins 
jebtr, bcbeutenbe SDtdnner ju benfetben anleiteten unb in 
Bomdgen (frlduterungen gaben. 25er 2itel be* ©9m 
ebriatootßebert, brt 9toft, war «ja*i Stobban, ber brt 
^rfnurtrorfiebert •**); bem Stoft unb 2ü>*betb*bm flanb 
ein Dritter jur ©eite mit bem befonbem 9lamen ösn, 
nie überbauet bie gum Sortrage IBefugten unb bie 2ra* 
bttton jur Cntwicfelung JBringenben ö^nsn Reißen. Sefc* 
tert ftnb tf, bie t>on Brigenrt 48 ) unter ben /gtifiaj^ov- 
tis noQa 'Iovdatoig a6<poi oerflanben werben , bie $\u 
nrapmirt 49 ) sapientes nennt, wdbrenb bie ätdaaxaXot, 
magistri auf ben Sitel w unb z*\ beuten. £em 9tafl 
entferigt gewibnlicb nargiagx^ 50 )> wenn aucb biefer 9?ame 
trifft in aOen ©egiebungen immer mit ibm gufammenfddt, 
bem Xb*betb*bin bie patres synagogarum unb Archi- 
synagogL 3eber im ©efefc Unterriebtete büß "i^ö, 



45 



JUDEN (GESCHICHTE) 



46) Banidbar Rabba §. 9. p. 191 b. 47) SBo nifr* Xn* 
eeret drtrt wieb^ fjl bat (Begebene na<b 3nnj, ©otte«bienfHi<be 
Serfioge 6. 38 fg. C. 329 fe. 48) Select. in Paalmoa 2, 514. 
Eput. ad African. 1. p. 18. 19 tq. 49) In Abacuc 3, 1612 aq. 
„Adfci . . quemdam de Hebraeia, qui sapiens apud illoa ttötv- 
np*tie ▼ocabatur.*' 50) 3m Cod. Theod. ift t>on illustre« 
patriardue bie&ebf* benen archiaynagogi , patriarchae ac prea- 
bytm unterworfen JInb, »rtb«^ man ftreftet ^ ob ba« SBort pa- 
triarchae nacb arcldsynagogi gu üerbeffero fei. Xud) ©an« in 
3sn§' 3eftf<$rift e« 56 fcat ni<bt« örfdjöpfenbe« borüber geaeben. 
San taim odmlUb §»a* fugen, baf bie Sitel im Cod. Theod. 
ai^e genau fab # (atfaber ubeifeben # baf fte U in anberer Bejtc^ung 
aar fe$r ffnb. SDfe Mmer überfein Na« ni$t xobttlid), »eil fie 
bie Snben nur a(6 eine religiöfe ©cmetnbe anerfann« 
ten, bat fBort Princept aber in potitif^er Sebeutung 
genommen »erben fonnte. TCUt SBurben ber 3«ben erfdjienen 
t^nen aU geiftlic^e Ämter, ber €tynagoge ange^6ria. iDa^er ber 
öftere Xatbruct: „Qui devotione tota aynagogis Judaeorum se 
dedenmt (16, 8, 2) qui in eodem loco deaerriunt (4) etc. u 
©er SRol! }te£ iiluatria patriarcha, wdbrenb bie anbern ^Patnar« 
4cn biefrt bebetttttngtooOen Beinamen* entbehrten, tbai wirb ganj 
flat bnr4 Origene«, ber einen $atriar$en 3utto« befragt ju ^aben 
angibt (8elect in Psalnos 2, 514). ®nen 9?aft M tarnen« (at 
ea nufet gegeben nnb am atterwenigften m64)te Crigenetf grabe bie* 
fen befragt (oben; aber ber 9tof<$ Sef^iba eine* jeben £e$r$aufe* 
einer paldfh'nifc^ Ctabt berbiente ben 9tamen |)atriar*. (S* 
fonmien Gelehrte onter bem tarnen 16^ »or (cf. Jer. Maaaer 
Scaeni I. ed. Krak. 52 b.); ^teronpmn*, inbem er ben 8ebrer 
bei Drioene* ^nifln* nennt (cf. De la Rue ad Origen. 3. p. 104. 
3nn}/ 9tamm ber 3uben G. 20 9tote)/ meint wol benfelben; au$ 
ber 9Uune mWt ober «ßpunl ifr ni^t fetten, (cf. Maaaer 8cheni 4. 
ed. Krak. p. 55 d.) fBKe bie dtbmer *»if(^en archiaynagogi, 
patriarchae, patrea aynagogamm unterfi$ieben f ift ni^t »or. 



scriba, wot>on <8pip1)axAut bte ©efte ber n+ibib, b. b. 
berer, bie an ber SErabttion galten, gebtlbet bat. Xftt 
jiaavhai bl ) beffelben Äutorö ftnb bie ©pnagogenbiener 
&^Tn, beren Warnt ^eute eine anbere SJebeutunjj erhalten 
bat. 35ie ©pnagoge eben war bad S3erfammlunfl6(KUi* 
(nosDn rrs) ber ju gotteöbienfilicben ^anblungen Stor? 
einten; in i^r würbe bad ©efeft in bejlimmten SpKen am 
©abbat Dorgclefen unb erfldrt. 83ortrdge »urben tn 0>r 
gehalten , in benen jur {Befolgung be« ©efege* unb §ur 
feewa^rung ber ©ittltc^feit angemahnt warb. 25ergletdpen 
(amen an jebetn ©abbat t>or; befonbert wicfitt^ waren 
aber bie, toelcbe einige ©abbate t>or ben gejien tn Jtbat 
unb 6Iul gehalten würben, weit an i^nen bie gu biefen 
Sagen nötigen ©efefeauSlegungen gelehrt unb eingef^drft 
würben. SBie man fonjl ben SBortrag ttpi& unb ben 
SBortragenben xp*\s »■»i nannte, wober Archipherecites 
im römifeben Gober, fo bieß bie JBerfammlung an biefen 
Sagen nbD, MeQeicfct universitas sl ), baber SSor^ebet 
tnbD »ki biefr- ©erfelbe, welker entweber ber Xb^betb* 
bin, ber SBorftfcer brt Sebrbaufrt, ober ein oon btefem 
{Beauftragter war, faß auf erdetem ©ifte, fpracfi aber, 
weil man t>on ibm, bem ©elebrten, in feinem Sortrage 
)u t>iel 83orau$fe(}ungen unb bie ®pt)&tt ,be* gew6bn$ 
tiefen publicum« fiberftetgenbe 9>rädfton ffirtfttete, tri($t 
ju bem publicum felbß, ba6 au& SDldnnem unb grauen 
tn getrennten SRdumen bejlanb, fonbern ju einem neben 
ibm (tebenben ©elebrten, ber mit lauter ©timme triebt 
aOein baö ibm t>on bem Stetiger ©efagte wieberbolte, 
fonbern weiter auöfö^irte unb für bie allgemeine Skrfidnb^ 
lidjfeit entwicfelte. 25iefer ffii% Methurgeman ober 
Emora, Crfldrer ober JRebner, wdbrenb ber $>rdbicant 
felbjl ödh ober ^»^n b«f. 25aß lefttere beibe dornen 
urfprünglicb ibenttf^ ftnb, b^ben wir gefeben; t» war 
eben baö SSBefen beS ddh unb ber nasn, ju forfeben im 
©efe^e unb biefeS aU ein in gefeilterer unb etbifcjer iBe* 
giebung organif4)eö ©anje Vmiufttütn, wa§ man »*n 
nannte. 3Daf ftcb gefefclic&e unb etbifdbe Elemente (sisbn 
unb tn)») babei burdbbrangen, unb in allen $dOen, bei 
traurigen unb freubigen ©elegenbeiten, wenn bie ©911* 
agoge ober ba§ Sebrbaud 3euge einrt gefcftloffenen Cb^ 
banbeS ober Srauerfade* warb, Idßt ft$ erwarten. 3e 
mebr ftdb baö ©ebet felbfl febon frub ju gewiffer gorm 
abfdblof , beflo freier war bad SBefen biefeö SSortragö unb 
ber Snburibualitdt beS SBortragenben fiberlaffen. 

SBdbrenb bureb bie SRacbt ber dußeren ©ewatt bem 
©^nebrium jebe wirfliebe JBebeutung genommen, bat 
»eebt, felbfl in Sioilproceffen ju entfe^eiben, gefcbmdlett 
unb entließ entriffen würbe, concentrirte fte^ bie ganje 
Äußerung be$ jfibifeben ©eijlrtlebenö in bem 8ebrbaufe. 
JDort, wo bie Sporte M ©tubiumS bie ©trebenben b& 

51) Lib. I. haerea. 30. t. 1. p. 135. (St rennt amb ^T<- 
avrayayyoi, *ltQtTs, IlgtaßvttQoi unb Idoavhai. 52) Aber biefer 
Warnt, auf ben $uerft aufmerffam a,zma$t ju (aben £ebrecbtbat 
JBerbienfl $at, ifl nod) nity genä^enb erftdrt. Sgl. meine «ty« 
florifebe SBerfucbe ^eft 1. 2)ae8Bort ra«»«r babei ju ergingen, fobaf 
bie ßrofe SSerfammlung , ju ber ÄUe« frrömte# n» na-^ greifen, 
bat boeb manebe« Unwajrfdjeinlicbe/ wenn aueb univeraitaa, Uniner* 
fitto, ganj dbntidp gebilbet »orben ift. 



JDMEN (GESCHICHTE) _ 46 

f*dftigte, war ber SKttefpmtft fftr 7UU», roa6 jftbif*e 
Sebanfen unb 2$dtigfeit angebt; bort würbe mit bem 
«tfet einer lebenbwen »ergangenbeit gearbeitet, ba« re* 
Ügttfe Seben ber (Segenwart unb 3ufunft im Äuge be* 
(alten unb ber SBtffenfc^aft be« ©efefce«, be« bur* bie 
tym t>om (Stauben beigelegte SBfirbe bo* gebaltenen, mit 
batytenofera ©fer unb unglaublichem gleist obgelegen. 
|>ier war bie £etmatf) einer Jtafte oon ©eiftetarifiofiaien, 
bie aber mit i&rem ©eifte nur einem oberen bienten; 
#et war ber einjtge fMafe in ber 9Be(tgef*t*te, oon bem 
an* bie Styeorie be« ©tubium« auf 2CUe« im bürgerlichen 
Scfeen infUrirte unb bie Tanten geifüger 3ntereffen, bie 
mifer ieben in fo Diele oerf*iebene iBabnen fortleiten, 
waren frier concentrirt. Xber eben weit bie SRanner, in 
benen biefe« Streben reprdfentirt war, gum gtoßen Sbeif 
«u* *«« Seben tu*e ftanben, ni*t blo* imerbalb ber 
©yftdre ibrer ©peculaHonen at&menbe Stubengelehrte pe» 
wefen, oerrdty ft* in tyrem Streben unb Äußern eme 
Äemttmf bon 9tenf*en unb »er&dltnijfen, bie in €r* 
{tonnen fett unb bie eben allem im ©tanbe war, fo gn 
(Raffen unb fo fftr bie Dauer be« tynen Vnoertrauten 
p whfen. «8 oerflebt ft* t>on felbfi, bag bie gorm, 
in ber %re ttugerungen erf*einen, eine eigentümliche, 
anbetet Seit unb Xnf*auung anpebörenbe ift, ba£ fte bU« 
bimb bte (Rgetit&fimli*feit bermaltgen ftben* werben mußte 
mib in ber «Ritte eine« orientalifcpen €lemente« unb be« r«* 
mif*en ftinfluffe«, gang angewiefen auf tyre greibeit ber 
SBiffenf*aft, biefe Sffdmter gu einer gemixten Vctommo* 
bation angeleitet würben. Snbeffen bot man ben ©e* 
fefcle&rern jener 3eit au« rettgtffem ganati«mu«, gdngli*er 
ttafemttniß ber Ber&dltniffe, au« SRangel an frttif**wif* 
fenf*aftli*em ©inn unb aucb oon jfibtf*er ©eite bur* 
pfeuboobjectme Unparteili*feit w ) frarte Sorw&rfe aema*t. 
gfcr bte Suben ftnb fte bie kalter ibrer ®otte«tbee, bie 
$6ter tyre« gangen geizigen unb nationalen £eben«. SBer 
bie religi&fen unb polittf*en SBirren wd&renb ber brei 
erflen iäWMunberte *rifili*er 3eitre*nung tennt unb 
beiücfft*tigt, in ben ©trom be« fiber bie Seit ft* oer* 
brettenben ©eftenmefen« unb be« bamal« berrf*enben 
©*nfreti«mu« twn SBafcfteit unb SBabnwife tiefer frinein* 
Wirft, wer bie ©efabren, in benen eine SRinoritdt tdglicb 
fftr ba« Out t&re« ©lauben« no* befonber« barum f*webte, 
Weil aucb ta* $« tragenbe ©ebanfe in feiner froren ©eißigtett 
aflju lei*t »erlebt warb, nur einigermaßen erwdat, wirbmebr 
aur SJewunberung aU utr Sera*tung tfngertffen werben. 
Sfefrlerlo« waren fte natürlich m'*t; aber bie SRotfrwcnbtgtdt 
unb ber ffiertd M oon ibnen ©eleifieten ffir bie Dauer be« 
tbnen Xn^ertrauten, bie ttonfequeng ibrer Denf^ unb^anb* 
ImtgSwetfe, ftnb unoertennbar, wobei nh&t ba«, wa« bieSeb^ 
gett Aber afle« von tyntn fftr ba« ptatttfebe Seben ©tatuirte 
benft, ben ÜRagfiab abgeben fann. ©ie geigten einen 
• — ■ ■ * 

53) ©o gibt tyaen 3 oft in feiner «ef«i<btc (4. 3^. ©. 960) 
ntfmi/täitn Stange! eine« wa^r^aft «(btnngiwert^en (S^atafttti 
unb Ältrna^ldfffgung in ber tr#cn (trjie^ung" ©d?ulb r (InM, baf 
i|c Umgangen ler unterflen 6tu(e bei oerborbenai ÖefibnMcfef 
angeb^etc («. a. O. 4. 2b. ©. 241) unb ragt an $ntn Mnfh* 
(den mb erbdnntkbe VtotfpkU, ben Haften «rab ber ^in>ran> 
tung bei Xnftanbetf (a. a. D. 4. *$. Vn|. •. «4». 343) n. f. m. 



JVDBN (GESCHICHTE) 



fraftooflen, g(S^en, originalen Öeifl, einen eifernen, un^ 

Sfbeugten unb unbeflecften öbarafter. 3^ren Kampf fftr 
re Sftter, ibre Jtraft unb ffonfequeng, ibre ©efc^icflicb* 
feit unb 8Bei«beit ibnen gum JSerbrecfeen machen, weil 
man ibre Xnftyten triebt tyetlt, rietet ftc^ felbff a» im* 
gefgicfttlicfte SBiOfftr. 

jttt Kaft ftammtt fefton feit geraumer Beit au« ber 
gawtlie be« ^iUel, benn biefe ffiftrbe war erblich; ber 
itbrfcau«»orftefcr iebo* (na^^ wmi) war unb tonnte 
nur einer ber Xitfgegeicftnetfien in SBiffenföaft unb ton 
Zalenten fem. 3e mebr ba« ©pnebrium an praftifeber 
(Bettung einbüßte, befb bi(er #ieg ber Serty be« wm 
fa^, Se|terer mufte, war ber WaR niebt felber ein 
bebeutenber SRann, Senen bürg fein wtrflicbf*, ntebt er* 
erbte« S3etbien# fibenagen. SJirgenb« ifi e« beutli^er, 
um wie oiel bty*r bie Äriftofratie be« ©eifte« wr ber 
ber ©eburt galt, weil eben bei ben 3uben bie Srblutfeit 
nnb bie Xbnenf^aft, bie ff* auf Se(ebrtt<Jten boben XI* 
tertftum« berief, immer auferorbentlicfte 9\€tit aenog. 
3ur 3eit ber 3erfWrun$ be« StmpM war ber »afi »ab* 
ban ©imon ben ©amltel getdbtet worben; ber bamaltae 
rD'V wm 1 -) war Socbanan ben ©accai, ber bur* fem 
gfirwort ba« 2eben be« jungen Sabban ©amliel, be« 
©obne« be« ©emorbeten, erbielt unb wie 8p!urgu«, ber 
lmeigennftbifie 83ormunb, beiben Ämtern gugleitb oorge* 
jtanben gu baben fc^eint <8r batte ba« ©^nebrhtm na* 
Sabne (Samnia) oerlegt; mit 2Cu«na^me (Kiefer ben 
Xra* 9 « waren t^m atte feine ©*fi(er na*gegogen, Stab* 
ban ©amliel folgte tym; e« war tiefer bebeutenbe SRann 
neben feinem 9caftamte au* bem be« Stof* 3ef*iba 
wo^l gewa*fen, oon Dielen Äenntniffen, gewanbtem ©eifte, 
ben er befonber« in feinen Disputationen mit 9K*tjuben 
dußerte, unb neben oieler SRilbe oon wa^irbaft arißohatU 
f*em ©tolu. ©eine 3ett war bie glängenbfte an SKdn* 
nern oon ©eifi unb g^igfeit; 8t. 3ebof*ua ben (Sba* 
nanja war 2Cb*bet6*btn; Ut. Sofe, ber ©alitder, 9t. ©i* 
mon ben Stat&anael, 3o*anan ben 9luri unb ben fBa» 
ruca, ©amuel ber Äleine, Gliefer ben Xfarjab nebfl ben 
no* iftngern 2ßiba, »en ©oma, IBen Äfai u. f. w. 
umgaben ibn unb matten ba« fcebrbau« gu einem ©*au* 
plabe ber lebenbi^fien JEbdtigfeit. Sfabban ©amliel (atte 
al« SRafi au* eme weltli*e Gewalt; ba er biefe au* 
in feiner Sttrbe al« Stof* 3ef*iba bei ber Disputation 
fiber eingelne fünfte anguwenben f*ien, freili* gegen 
ben, wel*er bur* feine Stellung att Xb^bet^bm fym 
am nd*ften flanb unb wabrf*einli* nur gegen ben, um 
aadf biefem feine 9Ra*t boppelt al« $aupt unb Sekret 
gu geigen, erhoben ft* enbli* bie Xnbern bagegen, fefcten 
tbn t>on feiner SBürbe al« «of* 3ef*iba ab unb ben 
Kiefer ben 2tfar}a( an feine ©teile, einen wenn ni*t am 
metften gelehrten, bo* ungemein rei*en unb oon alter 
gamilie ßammenben SRann, bamit er t>on tiefer ©eite 
au« bem Stabban tmponire. Aber wenn fte au* ben* 
frlben Sag ehtiae »efKmmungnt »abban*« umfüejen, 
Weber Stabban ©amliel ma^U Xnffalt bur* ©ewalt, 
wie man befftr*tet gu (aben f*ten, feine ©teile gu be* 
baupten, no* war ba« 8)ol(«bewnftfem bamit eigentlich 
ubemjifHmwenb; fribfl «. «iefirrt gran tmb «• 3c^* 



JUDEN (GESCHICHTE) 



— 47 — JUDEN (GESCHICHTE) 



itDUü frlbfl waren ntd&t eigentlieb bamit fibereinfiimmenb ; 

als JR. Samuel fcen ffi. 3ebofcbua um SJerftynung, unb 
jwar tm tarnen feines SkterS bei JKartyrerg gebeten, 
tmb ttcftt (Je ibm mMid> gewährte, dufertc pcft 97. 3ebo* 
f<ftua feibft, baß ber, rodlet nic^t gewogt ifl, baSÄieib 
ju tragen, niefct ju bem, ber eS ju tragen bat, föitfen 
fönne, bannt er fein Älcib fenbe, tmb nur um freu R. 
Zfarjab ntc^t *u befebdmen, warb befrimmt, ba§ JKabban 
nltel brei ©abbate unb SR. (Sliefer einen ©abbat nor* 
e. Gbenfo beflanben an einet Xngatyl anberer Crte 
iifer, an benen einzelne vortrugen , wie j, A3, in 
it, »ne »raf , £$bba w ) unb Gdfarea. Unter 9iab* 
ban ©amlicl bereitete ficb ber Äampf gegen bie JRömer 
*of. jDer ungemein angefebene 97. Äfiba war nacb tem 
£*be W, Samuel'* neben bem «Haß ©imon Stofd) 3e* 
fcbtba unb unterfiüfcte atö folebfr bie SRe&ctution. 9?ac^ 
unglürflieben Aufgange, nad? bem 2obe Äftbo'S, 
ber Serubtgung burefc ben grieben , ber über Sau- 
ber ebelßen Seidbf n emporflieg, war ©imon, ©obn 
Samuel^, nacb Ufdja geflüchtet unb fyattt bort bie SJeflen 
ber 3cit um ftcfc gefammeit; SKdnner wie St 3ofe btn 
ßbaiafta, fR. Sebuba bar 3lai, unb namentlitfc SR. «Reir 
festen bie ©tubien bes (SefebeS auf eine büdfjft erfolg- 
reiefce SBcife fort. Aber aueb ber Äampf gegen bie weit; 
liebe fDfaeftt be$ 9?afi unb ber JKeicbtluim, ber ihn, im 
(Begcnfabe $u barbenben ©elebrten, glan^enb umgab, be- 
gann fogleidb wteber. 2Bie 91 Sebofcftua btm (Samuel 
vorgeworfen, ba% er ftdb um bie Entbehrungen armer 
©clebrter ntd^t tummere, fo fprac^ 3cfyuba bar Slai e$ 
auS, ba§ er, jufrieben mit bem fdrgiic^en Ertrage feinet 
£anbwerK, feiner Unterpiung beburfe. 33or TLÜm war 
ei **cr SR. SRetr, ber geifiboüe unb grunblid&e Sefjrer, 
bei geübte Sbfcbreiber bei ®efe|e3, ber finnige %abtU 
bitter, ber feine äufere Autorität anerfannte, ber baä 
lafcben be$ OTaft im ©leu&gewidjte l?ielt M ); 9L ©imon 
felbfl mar ein ju bebeutenber Kenner ber ^alac&a, für 
bie et gablreicbe Sfefultate begrünbete, um ntc^t gktdjwoi 



W) eigbtfoot (a. a. D. 2. @. 182) bat eine gjo&e Änjo^l talmubir 
f&z ^tcUen ^iteuber §yfammengcbra4t/ c^nc in i^xe JDcutung ndbci 
flancntttcb war ^bba ber ©i^ bitf 9?. Rarptypn ober 
bon, btn man mit bem ©egner 3«ffin'* für fbenffft ("i elf » 
©runbt bagc^en (a- a. D. 0, IS) finb ntd^t fdflü^tnb. 3ibcr 
nltcb §abm fBtete tiefen mamen geführt, fobaf c6 ntefat 
«Hz grabe an jenen ürnpften &u benfen. S3efiin lag in ber 
von fipbba. 55) Befonberö intcreffant ifl bie Stelle Hü- 
rajoth 14b. t mo Ö?. ©imen, ber Cöfyn SKabbf«, atl man einen 
gelebtten ©a^ unter ber 3(nföbrun9 üon o^^nw anfübrie, btefen 
fragt: „SBer finb benn bie, beren SBaffer u>ir trmfen unb beren 
im rrtr ntebe nennen/' unb fHahbi antwortet i „Wtwfäzn, bie 
umb betnee ^aufefi (Sbre ju entmurjetn oerfuebt." iDcr 9?a(i 
borte airc, flate £», SRetr ju nennen, Mos o^r?« (anbere) gefagt, 
mit Hefe aUgemeine ffienennung früher bei (Slifdja bar Äbuja gc« 
»i^nlicb n>ar> aber in ber S»ifd)na fre^t immer ber e>cUe 9?ame 
8t Wttix. Eon ben t>erfcbtebenen SKcinunaen über ben ©runb bte« 
fd u" tt» (cf. Jnchatin ed. Amiterd. p. 28) gerbten* bie Jen ige ben 
Beeup; oc(cr>c e* mit "»mi in ISerbinbung bringt, befien ©djüler 
St SRetr gewefen. Da ndmltcb, wo SR. SKerr ntefet feine ober 
laberet Meinungen txvotynt, fonbern bie fefrteÄ gefcnrS angibt, 
man rten fummirenb für 2cirer unb ©c^üler o^n» ge? 
baben 



feinen ©tanb wurbet>olI ju behaupten. Xber fein ©o^n 
erft, geboren in ben unglucf lieben Sagen, bie bem Ärtege 
folgten, war ber wa^rböfte SRittefpunft ^ir bie Cntroicte 
lung be^ ©efefeßubiumö , bie ®renje eineö inbattt»oQen 
XbftltfeM unb ber 8efete ber Je^rer jener reprobucirenben 
gorfAer, bie man Sana im nannte. 

©ebon St. Xftba botte eingefeben, ba$ bie 6rfdute; 
rung beö Oefefeeö bie tnünbtic&e Sortpflanjung üüdn we- 
gen ibrer 2(udbebnung niebt ertragen fönnc; er fjatte fie 
ju fammeln unb ju orbnin") bebaut; Sebuba ber 9?afi 



56] 3n ber »iebtigen ßtreiefrage, ob biefe SOSfiftbnijot aufge* 
febrieben merben feien ober nidjt, glaube Cd? mt<b für ba« Srflere 
entfebriben ju bürfen. Denn a) TCliba ifr ber Orfle, mit bejfen 
SRamen eine SRtfdma belegt wirb, fte tfl niebt Moä t>on jiibifcben 
Autoren ermahnt (f* bie oen 3un§, ©ottesbienjtL SSortr. ^.49a. f 
citirten ©teilen unb nadj ber amflerbamtr Aufgabe Midrasch Kcba 
38 d. Schirhaich. Rabba 25 c. Kohcleth Rabba TA a. 83 d.), 
aueb ßpipbaniui gebeart an jmet ©teilen, mie bii je^t überfeben 
roorben |u fein fdjeint, ber ätviigwaif be^ % Ax(ßu % 'Paßßtaxtßa. 
Qv fennt überhaupt nier SKifcbna^ bei ben Suben, ätvitQwa€4c 61 
nag itutott; ifoaaQts TjOay. Mim luv itg oroftn Mtoüatfütf iqv 
7i(K>(/^iot/, dtvitlQtt tSt) tii tbr ötöäoxai.or ttvitZv *Axißar ottm 

xalQiptyov % BaQuxtßär (ba an ber anbern &u\Lt 'Paßßtaxlß* 
frejjt,^ fo muj au$ i)kt Paß (tatt B*q gelefen merben) *lln U 
äi$ lov lAvtSüv -?i lAyyny , thv *«i *loitfay, h(Qa dl it( tovs 
i'i*ot'f ^oair^ö^a/oi/.* 4 (lib, 1. t I* p, 33 P ) Bann aber b) {arm 
bie SRebacticn ber «Wifcbna bodj tool nur barin beftanben baben, 
baj man bie bemabrten ^rabirionen nac^ ben ©teffen erbnete unb 
in bie befannten feebe Jfbtbeitungtn oertbeiltc, ©ollte rool eine 
fotä>e ©iieberung eljne 9Jieberf ^reiben möglich getoefm fein? Unb 
beabfi^tigie mon nic|r eben burtfc bai Wieberfebreibcn , ben flufpgen 
<3roff |u einem abgefct)(offenen ju madjen? *Dtc 50?if<bna enthalt 
fetbft ©puren tyreä ÄbfdjlufTc^. ffiäenn im Seder Neaikin j. SB. 
Baba Kaaima, mezia, bathra ein (lorpuß ber p^ö wn bilben, 
moju foUte benn nun am Gnbe oon Baba bathra bie 2f nfü^rung ber 
ätulerung bti fR. 3if4mael, aie um Aum @<btuf ju bienen? gbenfo 
bilbct ©anbebrin unb $Jlaact§ bat GSorpui ber mwj ••nj mo|u 
follre bie ^fnfütjrung ber 3Cu|erung üon (5|janania ben ^ffafdjia, al* 
um jum ©4?lu§ ju bienen, ba fie boeb titdbt am <fnbe oon Ban- 
(jebrin jtebt. 92tcbt minber febeint fo ©djebueiff) unb dbujot^ |u- 
fammengefaft unb abgef^loffen p fein. Unb menn man audj nid)t 
annebmen moUtc, baf ber Stblufoerß oon @^ulin, wo ein Kai we 
chomer von Um teilten ©ebot auf baö miebtigere gemalt wirb, fieb 
auf bie baffelbe beljanbetnbe Mennchoth, Sebachim mit bejie^en 
foll, mie foll ber €c^tuj oon Kiimim erttdrt »erben, mo pto^lüb 
ein &prudj brt ©imon ben Äfaf<feia ermahnt wkb, ber gar Feinen 
3ufammcnbang mit bem !Borr)ergefyenbett $at, menn nic^t eben aH 
©cbluf, aber niebt bioi oon biefem unbebeutenben Slractat, fonbern 
»on gan^ Sabarctb »on 9?egaim an? 2)ie te|tc SDeif<bna t>on 
Nf9i mo bie &uf*erungen beö 9?. 3ebof<bua ben toi unb tStmon 
ben ßfiülafta feinen anbern dufammenbang mit Um S3orbergeben? 
ben daben tonnen, gibt baffelbe Sfefultat. ®a& &*» vrc f^Hnt 
ficb niebt minber in gmei Steile £U fpalten, ttenigflen* finb bie bei« 
ben Silben t»on ittbbufebtn unb t>on Sota boebfr bemerfenimert^. 
Gntfcbeibenb ifl bie itu^erung 9t. 3ofe f € in tfelim'* le^ter SKifdjna, 
wo biefeTj, noebbem ein (Sefdß für rein erftdrt ifl, ausruft: ,i^etl 
btr, Jteltm (2fbfdjnitt Äelim), ber bu mit Unreinheit anfdngft unb 
mit Sfteinbeit f<blie|e|l," eine Üu^erung, bie fo genau ton einer 
abgefdj loffencn gorm 3eugnif gibt, bag man fie ficb faum eben nur 
gebaut unb niebt gef^riebett benfen fann, namentlich ba biefer R 
3ofe, ein älterer 3eitgenoffe 0Iabbi T d, tt?abrfd}einlicb 2beil genonf 
men bat an bem ©efdjäft ber deebaction, bie in ben frubern 3ab- 
ren SHabbi'« vorgenommen tft. gerner c) ifl ju bemerfen (ogL 
SRapaport im Kerem Cherned 7. 158, 159), xoai bie kommen« 
tare bei Jeruachalmi fc^on anbeuten, ba9 Baba Mezia im Anfang 
unb Aboda Sara 52 b. Habbi bei S3emer!ungen über bie 9Xif(%na 



JUDEN (GESCHICHTE) — 48 — 



JUDEN (GESCHICHTE) 



befc&log btefeS in wetterer 2tu3ber;nung naefc bem ©tanbe 
ber ©tubien ju feiner 3eit $ii tbun, barin namentlich bie 
gorfdjungen ©fiterer, wie S?. SJMr'S imb SR. %t>U% auf; 
äuneljmen imb bie h$$ oerfc&iebenen Zueile ber SJebre, 
bie üKifdjna genannt warb, abpgrenjen. 6r tjat SSieleS 
au£ früheren 9Jitfd?nijot unoeränSert beibehalten unb bar; 
an nur bte neuen $efultate gefügt, 25iefer ßober, ben 
er felbft no<$ bei feinem geben neu betjanbelte unb ber 



fernem &o$m ©imon mit ben SBorren „fo baben wir in ber 
Sugenb gtternt, im Elter aber geänbert," eine anbere £e$art 
$ibt, unb gletdjnjol bte alte 6e€art In ber SKifcfjna bcö 3crufcbalini 
fiel) erhalten bat 2>er 3erufdjalmi muß (jwr ein (Sremplar ber 
frübertn SRebaetion ttor ficfj getjabt baben. Jfudj finb d) Grgaiu 
jungen (Tosefta) nur ju ettoas Äbgefcfjlcffencm bentbar, ST. ß&tja, 
^ofebaia, S3ar Äappara Ratten befonbere 3ofcfta T S ober *Dcifd)nijot, 
»dt bte SRcbactton ber 3Rifd)na ihrer ilcnben* natu mancherlei aus* 
geftbColTen, »a* fitb bann in ein ©tgenei |ufammenfdjlof. £nblicb 
e) bie SKtfcijna fetbft bot nadj bem JXobe SRabbi'6 3ufd^c rrbaffen, 
bie bunt) bie Stellung, treibe fie einnehmen , ebenfalls auf eine ge-- 
formte ©djrift benfen lajfen. Um (£nbe oen Sota finbet fid) eine 
undjronolcgtfcbe #teib* großer SRänner, »cid?« mit iHabbi fdilicfjr, 
aüe ©puren einer ©ebidjtnf&übertieferung tra^t f unb toeoer burdj 
einen GJebanfen, noefy irgenb ein Sföetfma! geredete ffr. ©a|j bie SHeibe 
nid)t fo getautet baben mag, gebt aus ben ötemaren %-u ber SDKfcJjna 
l)cn>er; bfer, »o bie ürabitton »icber modrig irirb , ijt BSermir* 
rung unb Serfteltting ber Kamen s Ȋbrenb bie Sfttibt im 3eru- 
fdjalmi »ar: ffi. (gliefer, 3ebofcfcua, 2t!iba, St, (Slirfer ben ftfai, 
SR. 3ofe, SB. tffat, SB. €oma, SR. Gbanma ben 2M,, 9?. 3efc 
nfen unb St. 5of. Äatmifa, betft fie im Stabil: «gtf-fer, 3ebo* 
ftfcua, ÄKba, (51. ben 2ffar., Gtyan. ben 2>of., 3of, jCatn., ttfat, 
€oma, SR. @>. ben ©. SRabbu Überhaupt ift bie ©mjäbnung oon 
SSabbi mit biefem Sitet nod? ein bebeutenbeä Moment unb bte SBe* 
traebtuna, beä erfterc ßapitelä ber Pirke Atioth gibt eine fntere(|ante 
SBeftätigung. ©aftelbe reidjte urfpninglid) bii in baS |meite hinein 
unb Hellte in Xu&fprücben ber Banner bie gefammte (Snt»icfctung 
uon ben SKdnnern ber grofen 6t)nagoge bii auf ©amaliet, ben 
CSo^n ^abbi'ö^ berab bar. SDann gebt e^ mieber oon SBorn an mit 
einem Spruche oon Rittet. 2>af baß |»ette Kapitel mit Sfiabbi be- 
ginnt f ift bem großen Änfebcn biefel Manien« |usufdjreiben 5 fcafc 
^iüel bann niebti »ie oermut&et marbt ber fpittre 9caft fein fann> 
ijl barau* einleudjfenb. ?)aö, toai SR. @büa oon SRabbi fagte^ 
rnn-rp r^cs (Ketuboth 103 h.) t fttfyt ntdjt in bei OTdjna, n>ie 
tiefer überbaupt, obfebon er iRabbi überlebte, m(t ©tiufebroeigen 
übergangen wirb, mdbrenb boeb nacb feinem Sobc 3t. GFtjanina 
ÄofdJ Sefcb^a unb aueb fonft no<^ cck S unb *■& ^ genannt roec? 
ben. SieUeidjt finb 9Äi6beUig!dten mit 5R. <£banina fdjulb baran, 
unb bie ungemeine £emutb, mit toeteber 9?abbi fieb felber ufittt 
St. Qh\)a frelite, bat bem SR. d^anina, ber fdne Ä3erbiin|rc mit 
betten @btia'6 maß, mellettbt eben (Udcgcnhcit gegeben, ju lagen: 
*vn r^"i mar h-»:», benn bem SR. <S$antiia bat eö otcUrtct)t cb* 
gelegen, bie «Dltfcbna al* S^ofeb 3ef<btba oilltg abjufcblie^en , inbe* 
rungen feit ber erften Gbiticn uerjunebmen unb ansuerlennen. 
IBKUetcbt ift er eben unter *dn&* gemdnt, ben Spipbaniu* mit 
bim 3«ba M Äbfaffer einer favifpvaif nennt. X)em gegenüber 
barten benn »ol SR. <Sf)i]a unb ßofebaja unb Bar Jtappara ibre 
Sammlungen geltenb äu machen gefügt, 3fn einer anbern SrtUe 
bei (Spipbantui ftebt 'A$$k %toi y l»v*5a ( lib. 1. haeres. 13, 1. 
p. 224) flatt jivvä* t&v xal YoirJar. iDie Strabition ber 4>oä- 
monder leitet er ttebtig biö auf ^(eranber unb Ä'ntfodju* ^uruef, 
bie boeb p^x- r^v beginnt; aber »enn er fagt (Haere«. 42. I. 
p. 332): „Sil toC plv *1nß)3 tmä itji> ix llnßulww tndvo- 
Jo*' ,^ fo ift biet offenbar falfebe Sedart , ba er oben gar nichts oon 
2)amb bat* unb »enn eä »eiter §ti$t: ,.101" 4i jtxtßü xn\ npu 

tft»»' IiitßvltoyiHKüi' tdxftaliaauov ytyivqim ,* k fo ift biet Baßv- 

kwrtxnn* nur ein 3rrtbum au* bem früberen unb oicLfcie^t Pui- 
pnixw ober 'A4$mrev bafür |u fe^en. 



naeö feinem ZoU, wie e6 fc^eint, unter ber Seitimg SR. 
(5l?anina T S nocf> einige 3ufa^e erbielt, bat ben Üebrem, 
bie in bemfelben ate Autoritäten angeführt noerben, ben 
SRamen ber SEanaim (OHltiri) gegeben, oon ben djriftlidjen 
Äirc^enlefjrern ifvziQWTai genannt, beten ?efete er nun 
fefbft unb feine ©ö&ne waren. 9Ran bat ihn in mober= 
ner 3eit gern al6 einen £ierarcöctt batgefieüt, ber ben 
geringflen 3n?eife1 an feiner SBürbe rächte, aber fouiel 
bie fiueUen, au^ benrti )U fdjopfen ift, berid)ten, l)ielt 
er jwar auf bie 6bre feiner gamiiie unb feine? StanbeS, 
roar aber milb, beweiben unb wieg felbfi vvn feinem 
©of?ne festen nic^t jurücf. ©iebenje^n 3al)re n?ar er 
franf tmb in ®eppbori§ gemefen, um bort bie SBergfuft ju 
genießen. 6r batte ben ©i| be^ ©pnebnitmö oon Ufia unb 
D**«rtD (©c^efar 2tm), reo fein SJater Simon lebte, erft naeft 
Setl) ©c^aarim, bann naef) ^ej>j>liori^ unb Stbfriad uer* 
legt, wo nun auefe Sabrfrunberte binbureb ber Sife jübt^ 
feber ©ele^rfamfeit blieb* SBgf. auc& ben 2Crt- Juda, ber 
^eilige. TM er (larb, beftimmte er in feinem Sefta: 
mente, ba$ fein ©oljn ©amaliel 9tafr, fein gelegter an* 
berer ©oljn ©imon ßfjacijain unb R. Gi)anina ben & ama 
SBorft^er beS Üebrbaufe^ werben foUen. §e|terer natim 
biefe^ 3tmt ntdjt an, weit ein anberer ©elebrter, 9J. ßpbee, 
alier war, überließ eö biefem 8% Satjrc, biö biefer ftarb, 
unb trat e$ erft bann an, ©djon unter Slabbi ^attm 
bie ©t&ulen bab^tonife&cr @eter)rfamfeit ju blühen be* 
gönnen, 3tbba SCric^a, Stab genannt, war bortfjtn au^= 
gewanbert; nac$ bem 2obe s JtabW$ folgten tneljre Än> 
batf rote St, tibi, ber ©tubiengenoffe ß^anina'ö, ber, 
alS biefer SRofefc 3efc^iba geworben itnb l?ierburc$ fein 
®eno)Tc nic^t mebr fein fonnte, ^)alaftina oertieg. Söon 
tjier an wirb bie ©efe^icfjte ber ©Etilen im beiligen üanbe 
bunfel; wir begnügen um, bie JReifce ber SReftim, bie wie 
Äöntpe lebten unb beren 2(mt immer mebr fi<$ ^ ein 
roeltlictyeS bem geifilic^en be^ SJef?rt)auioorfteberö ^egenübet^ 
ftellte, aufpjablen, wa§ niefct ebne ©c^wierigfeit ffr Hl§ 
ber ©tünber ber girjlenfamtlir wirb ^tUel angefeljen, 
bem ©imon, bann ©amaliel ber Ältere, ©imon ber 
ÜRdrtyrer, ©amaliel t>on 3abne, Simon unb dt. 3eljuba 
batatJofcö gefolgt waren, ©<#on oberflat^licbe SBetracft^ 
tung Aeigt, bag btefelben 9lamen in ber JReilje abwec^feln 
oon ©imon bem erften biö jum Sater Mabbi'S unb ber 
So^n ben ^flamm be^ ®ro§oater§ nadb ber bi$ auf fjeutc 
erbaltenen ©itte triqt. I>ag aber nit^t ©imon^ I. ©obn 
|>illei unb ©imon'öll.Sobn ©amaliel gebei§en,fommtbaber, 
weil bie ©itte fdjon bamalS gebieten modjte, baf ber ©otm 
nur bann ben Kamen be§ ©rogoaterS fübre, wenn biefer 
niefct mel>r lebt, fonft bagegen für ifm ein anberer Käme, 
etwa ber be$ ©roßoaterS ber SRutttr, gewdftlt werben 
mug. Earum nennt Äabbt ben einen ©o^n, wol ben 
altem, jum Sftaft erwarten, ©amaliel na4 ^m ©rof* 
oater, ben jwetten, jum Gbacftam erforenen, erft ©imon. 
31. ©amaliel, ein milber Sffann, hinterlaßt feine SBütbe 
mieber einem 3uba, ber mit bem unterfc|eibenben n^rr 
ftM n^: nac^ bem ®ro Später genannt warb. Unter 
feiner Serwaltung, in ber er manebe Angriffe oon ©etten 
ber gelehrten Autoritäten felbft erfabren bat, obne fie 
burd) bte weltliche Wac^t, oon ber er umfletbet war, im- 



JDDHN (GBSOUltWH) — 

aütgleidbtn au f Annen, glJnjte t>or Äffen 8t. So* 
an, ber burd» erftaunlicfte Sftdtigfett, frfnc SEalente, 
(htfrre ©aben unb ein lange« 8eben (er foff erjt im Sabre 
378 gefrorben fein unb war febon ein ©cbuler 9tabbi'«), 
bem Gtubtum be« ©efefeeö einen neuen ©cbwung gab 
unb giriere * 2tofeben bei bem 9taft tote bei ben ©elebrten 

Sojj. Daß man tbm eben bie Xbfaffung be« Salmub 
aftyalmt, worunter eine fcbriftlicbe Sammlung affer nad) 
berSebaction ber SRifd&na wieber neu gefammelten 9tecbt«enfc 
Weitungen unb ©tubienrefultate ber tiberienflfeben ©cbule 
ju wrfieben ifl, auftreibt, wirb baber gekommen fein, 
bafj ber größte SJbetl feine« 3nbalte« wabrfcbeinlid» unter 
feinem Siectorat uerbanbelt fein wirb unb feiner ber nacb* 
fofoenben ©efefclebrer, felbjt niebt 9?. Arne unb 9t. 2Cfe, 
>e Siebter be* »olfe« 3«rael," feine bebeutenben ©c&ä* 
ler, bie nacb i^ai bie Leitung ber ©cbule batten, ein folebe« 
lafebcn erlangt baben. »uf 9t. Sebuba 9lejtab, ber 9t. 
Sofyman überlebt baben foff, folgt beffen ©obn Riffel, 
mit tiefem außer @ebraucb gekommenen Stamen be«balb 
Megt, weit er ber 3ebnte be«@efcblecbt« t>on $\U 
lel an gen>efcn ift. Bon biefem erjdblt Cpipbaniu« 67 ) 
an* bem SRunbc eine« f)rofelpten Sofepbu« , baß er ftcb 
auf bem Sobtenbette babe taufen (äffen. 2Cutb nacb 
tiefer (Sr&dblung muß Riffel'« 2ob nacb 300 fiattgebabt 
(den, ba btefer Sofepbu« um 355 M ) febon ein Älter 
im 70 3abren erreicht batte, bei 9t. Riffel in Änfeben 
yjtanben baben unb oon beffen ©obne Suba, ber noeb ein 
Jtrab beim Sfcobe feine« Sater« gewefen, jum ©enbboten, bie 
DatriarcfKnselbcr einholen, ernannt fein will, bei mU 
<ter Selegenfceit er eben ^rofelpt unb Qomrt bureb Son* 
fiantm ben ©roßen, alfo um 330 w ), geworben. SBie 
lange jener 3uba Staft gewefen, wiffen wir nid)t. ©a 
aber $onortu« unb Xrfabiu« 415 an ben legten 9>a* 
trianfeen ©amaltel .febretben, fo muß gwifeben ibm unb 
Samatiel noe$ ein f)atriarcb gelebt baben, ber, t>a fein 
Sater na<& bem Zobe be« ®roßt>ater« ftcb &erm<$blt, nur 
#H*t geheißen baben fann, fobaß wir alfo im 4. Sabr* 
bmbert ebenfo einen Riffel ©obn 3uba baben, wie am 
<Snbe be* britten. Sure* bie ©nfebiebung biefe« 9Ran* 
ne* teefönrinben auf einmal große ©cbwierigfeiten; benn 
wenn gefegt wirb, ba« mn-*» bauerte t>on Riffel bi« 
Riffel, fo iß ba« febon riebttger, weil eben fein ©obn 



49 



JUDEN (GESCHICHTE) 



57) Haera. 90. t. I. p. 137. 58) <5pip(aniu* erjdfclt 

nhaOdk bat er jenen 3ofepbut tennen lernte/ aW er ben ©tföcf Qu* 
febwl 9M Äercetti, ber al* Gegner ber Xrianer bureb CFonftamiu* 
oerbamU Worten trab oon 3ofepb in ©cptfcopoli« aufgenommen 
motten war, bort befugte, ttufebiu* war 355 oerbannt worben 
(cf. TUlemont, Mte. poar senrir a Thist ecetes. 7. p. 298)$ 
<Ejrfpbaniat/ bamatö 96n<b in 9>aldfKna# fanb ben Sofepp febon 
fefte beiabrt, ninbeftena 70 3afcre alt. SBJeber in ben eigenen 
Briefen bei fttfcbiu« in ber Bibl. patr. graec. (Lugdun.) t. 5. 

?. l»7 f nwb in ber Paaalo Kusebii bd UyhelU Italia aacra 4, 
49 ff ttxoci von biefem Tfufentbotte bei Sofepb beriebtetj Stittc« 
«out bot wir (Kpipbanin4 berüctfiebtigt. 59) ©oromuö i)at bie 
Zosfr M 3ofcpb «nb feine Jt«<bt Jti CTonflontin in bol 3a^r 329 
«ob mit bem (tbiüt bM Jtaifetfi jufammengefleUt, worin er bie 
Berfolflcr eine« 9rofelpten mit bem SEobt ju betrafen bro^t. 34 
glanbc grabe 9 baf bcrglricben öbicte burd) einzelne SSeranlajfungen 
e )euwigtiufcn vnxbm, nnb weif ni^t, wie ftcb Stöltnxont (/, 296) 
foat bergtohb« etWrt bat. 
«.•nrifl.b.9.«.«. dioettefkctfon. XXVII. 



(Samaltel in $ald|iina ber leftte 9taft war, wdbwnb nacb 
bem frlibem Riffel noeb brei anbere folgten. SBicbtiget 
iji, baß bemnacb nun btefer Riffel al« ber geftftellet be« 
i&bifcben Äalenber« betrachtet werben fann. ©eraebia ba 
8et)i 60 ) unb ÜBofe« ben SWacbman ") nennen tbn Riffel, 
©obn be« 9?aft Sebuba, wa« fretlicb fdlfcblicb auf ben 
frftberen Riffel, ober gar auf einen angeblicben ©obn 81* 
Sebuba ^affabofeb angewenbet worben ifl. SRatmontbeS 
fa^t febon genauer, e« fei in ben legten 3eiten ber JfmiM 
ratm gefebeben, ba ^alafltna t>erwfifiet warb, 9t. ©imon 
Duran w ) beutlicber, inbem er meint, baß 9f. £i(lel, naefc 
bem ba« ■j'n mn aufgebftrt, im Sabre 670 ber ©eleuci» 
bifc^en Ära ben äalenber regulirt babe. Sie« ijl ba« 
Sabr 359 nacb Sbrijli ©eburt, in bem afferbing« ber 
©obn 9t. 3uba'e fc^on 97aft gewefen fein fann. Samit 
fiimmt aueb 9t. Sfaaf 3«raeli fiberein 6 *), ber jwar an* 
gibt, baß 9t. Riffel am Gnbe ber SBeifen be« SEalmuM 
um ö ,,L n eba roai« ber ©rfebaffung ber SBelt gelebt bat # 
babei aber bei ber Äufnabme biefe« ©atum« au« einer 
alten Öueffe nur ben Srrtbum begangen baben mag, ba« 
al« ein Datum nacb Srfcbaffung ber SBelt anjufeben, 
unb onS ffatt o^in ju lefen, wdbrenb e« ein folebe« 
nacb ©eleucibifcber Ära ift. 9tacb Srfcbaffung ber SBelt 
4260 (o-iS) iß ba« 3abr 500, in welkem fc^on feit 
80 Sabren feine o , w | «3 mebr eri(Krten, aber D'vi ber 
STOnjan ©tarotb ifl ba« Sabr 660, wa« bann genau mit 
ber Angabe 9t. ©imon Duran'«, ber 670 ber Aera contr. 
angibt, übereinfiimmt. |)ierburcb fallen aueb alle 3weifet 
©lonim««'« 6f ) binfort, j. SS. baß 9tabbinen, bie boeb 
nacb 9t. |)i(lel bem gröberen gelebt, nod) niebt ben Sta* 
lenber benugt bitten, baß ber SEalmub feine ©puren ba* 
tjon entbalte u. f. w., ba btefer «griffet wirflieb fpd* 
ter al« Ulla, ©eira, 9taba, 9t. 9ta^man, ober wenig« 
jien« ju einer 3eit mit ibnen gelebt bat. ^ierbureb loft 
ftdb enblicb eine brttte ©cbwieri^feit. Sultan erwdbnt in 
feinem ©^reiben an bie 3uben etnen ?>atriarcben7ot;XXoc; 
ba e« aber einen foleben niemal« gegeben, fo fyat man 
tiefen 9tamen in 'Iovöav t>erwanbeln ju muffen geglaubt % 
wa« aber, wenn man eben obige ©aten Duran'« unb 
3«raeli'« feflbdlt, niebt angebt, ba ber SBrief Suliatf* 
nur jwifeben 361 — 363 gefebrieben fein fann. Seicbt 
aber iji eine Änberung in ber £e«art, wenn man ftcb 
'IvMog, JXXeXog baffir benft, wa« bann auf ba« ©enauefle 
mit jenen Daten barmonirt. Die Abgaben, welche ber 
9>atriarcb burc^ Ü3oten (Xpoßel ober nacb römtfebem öei* 
fptel $alatine genannt) au« allen Sdnbem jufammen* 
bolen ließ unb Don ßbrpfofiomu« M ) febr bo^b gefcbdftt 



60) Gitirt oon ©lominöfi in einem $anbfd)riftli4en Yttffafte 
über bie Tekufe bc* SR. TLba auö SÄaor ju Rosch baschana c. I. 
61) SDfefe fcfeon bei Xfaria be SRoffi «Reor <5no(tm (Fmre bin» cap. 
40. ed. Mant. p. 124 b. ed. Wien. p. 201) {14 pnbenbe ^o«j 
oerbanfe i<b meinem ©ruber. 62) 3m niintim vm, wie Ca« 
cuto anfuhrt, Juchatin ed. Amaterd. 66 b. 63) Jeaod Olam 

4. 5. cf. 4. 9. ed. Ooldbcrg. 7 b. 64) 3n ber oben angefügt» 
ten Vbbanbiung. 65) Jost 4, 210. 66) ed. atontfamcom 

l, 581. antfQovg x£x\r\iai &r\aavQOVi. ©owol biefe aU be« CM* 
p&aniu« &UVit (oben febon gröbere, wo^er aacb ©an« (3un§ f 
3eitfcbr. 6. 264). 

7 



JUDEN (GESCHICHTE) — 

werben, ertldren nicht ba5 ©rlofcftcn be? Matriarchats ; 
ber ©runb lag wol in ber Äinbcrlofl^fcit beS legten ?)a; 
friarchen ©amatiei, wie auch auö bem SBBorte teS Codex 
Theodos. excessus Fatriarcharurn ^ert3orge()t. gür 
ba6 bürgerliche ?cben bet 3uben tjattc e$ feinen 97ufcen 
mehr, für bat geifttge feine SRotbwenbigfeit unb als 9Ie- 
(tat allein feine SJebcutung, ba bie |>dupter beS Sehr- 
taufet tn feine ©teile traten unb be$ SBolfes? eigentliche 
Vertreter fein mußten unb tonnten. Die Dauer beS 
^Patriarchat* hatte ftth an 500 3al)re erftrecft, wenn man 
&on bcm dltercn $ilkt an adljlt; bie 2Bürbe bilbete bie 
gortfefeung be$ alten £6nigtl)um£, ben Sfflitteipunft ler 
überall jerffreutm Anhänger beg SubenlbumS. 

3»ettcr anritt 

Sie ©efehithte ber fotialen itnb politifchen Stellung ber 
3uben in (Suropa. 

(Sin Sabtbunbert nach ©ntwicfelung teS Reibens 
tbumö $ur SMutbt ber unfoerfeUjVn Änerfennung bürger= 
licfeer SRccfttc ging e$ unter; baS (SJmftentbum im romi; 
fdjen JReiAe, fein Nachfolger, burfte ibm in biefer Hu* 
ßerung nicht nachfolgen. Sie JRücffkhten, nach benen bic 
SRacbt fic£> gegen 2Nle üon Untertanen ju äußern hatte, 
waren anbere geworben. Sticht mehr ber Äampf gegen 
baö SRationatleben ber SBftlfer war lebenbig unb notb- 
wenbig; gegen ben ©ebanfen richtete ftd) jefct bie Dro? 
hung unb bie SJebrücfung bt$ ÜKa^tfraberS, 

Die ©efefce, welche bie cfrrifttit&en Äaifer feit 6on= 
(iantin gegen 3uben unb $dretifer erliegen, waren burch 
bie immer noch nid?t ganj gefächerte ©teüung beS ange- 
nommenen ©laubenS n6tf}ifl # gciwefen ; fo lange noch bie, 
welche ber ^Population ber römifdjen SBelt gegenüber nicht 
nur als bie dußerflen (Segner be$ fatbolifdjen ßbn|lentt)umS 
bezeichnet werben mußten, fonbern auch burch äußere "Macht 
unb ©teüung biefer tmponirten unb in it)rem (Sinfluffe 
bem brrrfdtjenben ©tauben wirffam entgegenarbeiten fonn* 
fen, war an eine burchgreifenbe Verbreitung beffdben fo 
halb nid)t ju benfen. <£r|t entfernt unb ju Zbeilnabm; 
iofigfett am tfeben taurtbeiit, getrennt ton ben SJfenfchen, 
tonnte itjre SBirffamfeit gegen baS Dogma eine minber 
fdjablicfte werben. Ca war bieg eben nicfet fo leicht $u 
bewerf fteütgen; ber gerechte ©inn beS r&miföm ©efefccS 
fhdubtc fidfj bagegen; nur ftufenweife mochte man gur 
Bollenbung be$ planes gelangen; eben immer ein neuer 
Äampf im ^Bereiche chriftlicben tfibcnö äußert ftch auch 
in ber ©maniruug feinbfeliger ©efe^e gegen bai politifche 
Seben ber Suben unb Äeger; eben weil erflere al^ bie 
urfpTÜngüchfien, unüertilgbar(ien, legten angefeben waren, 
ju benen jeber Äe^er mebt ober minber jurucff ehrte, eben- 
be^balb tritt fein ffiretgniß innerhalb ber ©efchichte beß 
(Sbriflenthumg auf, ot;ne fleh nicht auch 8^8 cn 3uben ju 
äußern, <Sö finb in her <3cf dichte gong ßuropa^ biß 
ium 13. 3ahrbunbert nur bie ^Bewegungen in ber (ferift- 
liehen Äirche aüein, bie auf bte pothifche ©teüung ber 
3uben riufwirften, unb beren Venoben ftnb auch für btefe 
bie wahrhaft gettenben. 



— JUDEN (GESCHICHTE) 

@rji unter 2beobo[iu$ bem ©roßen würbe ber Äampf 
gegen bie Äefeer im Oriente mit Gifer aufgenommen; in 
bie JRegierun^ 2t)eoboftu8' IL gehören bie größten ©treu 
tigfeiten; Ärianer, ^elagianer, 9Ie(lorianer waren befiegt 
unb wbamrcu; ein 3al)r ehe 9?eftortu§ in ber äBerban; 
nung parb, erfd)ien auch ba^ Sefeg oon Zbeoboftttä II, 
gegen bie übrigen Äe^erfeften, ©amariter unb Suben, 
burch welches allem möglichen Ginftuffe berfelben auf bie 
©«(Innung ber Unterthanen be$ SReicftce ein <Snbe gemacht 
werben foüte. 2(ußer böchll fonberbaren Äuebrücfen, ttaib 
benen Äefeer unb 3uben nicht an einen Urheber ber gro* 
ßen unb gebeimniß^oUen 9iatur geglaubt Ratten , begeht 
eä wefentlich in folgenben Söe)limmungen; „Da nun nach 
einem alten ©pruche bei tobtlichen Äranfheiten fein $*& 

mittel anjuwenben ifi , ^ fo geben wir enbiieb, bamit 

nicht jene oerberbliehen heften, unfere Seiten gan^ t>er* 
geffenb, gleithfam ohne Unterfcftcibtmg bee ©laubenö, (tch 
unaufbaltfamer in baS geben verbreiten, für ewige 
3etten folgenbe^ ©cfe§: Äein Jube, fein ©amariter foll, 
mit 2tufl)ebung ber ©efe^e beiber deiche, ferner ^u Ämtern 
unb 2Bürben gugelaffen werben, feinem bie SJer waltung 
fldbtifcher Dbrigfeit offen (!ehen, nicht einmal ber Dienfi 
beö SSer treter ö ber ©labte üon ilmen üerfeben werben. - " 
2Ber fchon bie Snful erhalten f foll auch ä^" 1 Sefige ber 
SBürbe gelangen, felbjl fchon ber erworbene Üitel tragt 
nichts bei, auch bad Imt befleiben ju bürfen. £)a& 
gan^e dbict will in rabicater SIBeife Suben i unb Äefcer* 
thum ausrotten unb fernhalten oon ber 9Ritte beö chrill^ 
liehen Sebeni; ces ift ba^ erfie 2tetenflücf, ba$ üoU relu 
giöfni ganatiemuS bie SBtlligfeit be5 rimifchen ®efe|eö 
ganj üerldßt unb für bie 3uben oon ber unenbtidhften 
löebeutung geworben ijl. 2(15 e3 ein 3abrhunbert 
fpdter 3uf!inian in ben ßobejr aufnabm, warb e$ fowot 
ber anfänglichen SBegrunbung entlebigt, ai$ auch fon|l 
abgefür^t; baß ben 3uben administrationcs et digi- 
tales unterfagt ftnb, wirb al£ SSorauSfe^ung angenom? 
men, nur bar auf noch ber 9tachbrucf gelegt, ba^ fie weber 
al€ (lefensores civitatis ftuigi no^ patriae liotioros 
arripere fich unterfangen. Die SBorte „mit Äuffcebung 
ber ©efe|e beiber SSeid^e" finb ihrer 3weibeutigfeit wegen 
nicht wieberholt; benn eS galten noch für anbere XJer* 
bdltniffe bte ©efefce ber früheren Äaifer. 6$ waren bie 
3uben nur §urücfgebrdngt mm chrtfllichen Sehen, in ih- 
rem eigenen immer noch anerfannt. &a$ ©efefe feinet 
eigenen (lober übertrat ber wiilfürliehe Äaifer, wenn er 
feine retigiöfe 3ntokranj auch gtgen bie Suben dußert, 
aber ein ®efe|, ba^ eben über baä be§ 2heoboftuS t?tn^ 
ausging, beftgen wir nicht von ibm. 3" jenem hatte eS 
geheißen, baß , r bie Suriaten aller ©tdbte, wie auch bie 
Sobortalen, weldje p Idfligen Dienften irgenb einer 2(rt, 
felbfi &u & riegSbien|!en , fowot mit ihrem SSermftgen atö 
mit perfintichen Verrichtungen verpflichtet finb, welcher 
©efte fte aud? angeboren in ihren Gfaffen behalten wer- 
ben, bamit eö nitftr febeine, aU hatten wir ben fcbdnb- 
liehen SBenfchen, bie wir burch Wrft ©efeg betrafen woL- 
Un, vermöge fchimpf lieber Umtriebe bie Sohlthat einer 
{Befreiung erwiefen," Dtefcr bebeutenbe ^)affuö war^ 
weit man ihn waljrfcheinlich nur auf bie ©eften bejog r 



JUD8N (GRSCHICIFrB) _ 61 — 



JUDEN (GBSCHKWrB) 



m Codex Jasdirfaneus autgetaffen warben; baber tarn 
rf, ba£ Suben, Samariter unb SRontanifien Änfprficje auf 
frobrit wm ben Qurialien matten, mit ^Berufung auf 
ifligi6fe $tnberniffe, bie ibnen jent SBcrpfltc^tung unmoglMb 
machten. Darauf erfebeint aber in ben 9tooeflen ein neue« 
®efe$ a ), worin ber Äatfer erjl bem 3<>banne*, an ben er 
ttwÄt/ fagt: „Nes igitar mirati sumus, si sepientta 
et aeemeD tnum tales eorum pertulit rationes et non 
rapeate tales dicentes delacerasti." Dann aber: 
„Ceriam exerceant hojnsmodi homines et nirais in- 
geeüacentes et eurialibus funetiontbus sicut etiam 
oflioiaIHras, ot dudmn sancitum est Et nntia reli- 
gio ab ejusmodl eos excipiat fortuna," unb fdfyrt 
fort: „feoigni tarnen curiali sunt honore;" ffe wer* 
ben ttttufHg aller Bortbeile ber Gurialenimter, „ut non 
caeetantur neque ad aliam ducantur provinciam;* 
fte mfiffen ale Saßen be* ®efefce$ tragen, „corporalia 
et pecaniaria iminera" aber „honore fraaotur rrallo, 
sed eint in tarpitudine fortunae, in qua et animam 
Tolant esae." 

Sm 3abr(unbert fixlter regierte #erafliu$ unb 
entfhmb ber SRubammebaniämu*. jDcctbentaltfcbe Öuet 
len *) etjäbfen von einer gdnjlic&en Vertreibung ber 3u* 
tat btmft «ßerafltu* au« bem byjantimfeben Sceube; er 
babe in ber 3ufunft gelefen, Baf biefe« t>on einem be* 
fd^nittenen Bolfe bebrangt werben würbe , beutete bie« 
auf feie 3uben unb fuebte fi$ oon ibnen ju befreien. 
Xber einmal war biefe Auslegung niebt mebr gut mbp 
Ccb in einem ©riefe an Dagobert ©orjunebmen, weil tn 
beffen {Regierung fefton ben JBpjantinern ber aufjirebenbe 
SRabammeb befannt fem mufite, bann aber t)at #erafltu8 
bte Silben ni<bt vertrieben, noefc bei feinem Sobe ftnb fte 
in (Eoaftantinopel jablreic& w ). SRur au« 3erufalem Der* 
wte* er fte nacb «&abrian'S ©eifpiel, unb fte burften ftcfc 

67) Aatfceat Collnt tfo> 34. Novell 45.; et Thtophtm. 
Obren ogr. L p. 376. „xal tOiomoty 6 ßaotltvg £au t*rj no- 
ln*y*oßat jous fZliy/fo^rrtf j/ij<ft ?ov$ a/ptfxot/c." 2Cuf baö 
tefn) JMonnVtt, wetebe« ben 3uben tyre gefertaae o$ne 9Mctffdbt 
#4 liffh— H eeSfhmefir flrtüdbrte (Cod. Justin. IIb. 1. tit. IX. 2), 
ftvpera fäfe Wc SnbtQ/ «6er Sbeobeßo* 11. (atte bie* fdjon auf; 
a^oNa. SoJtöHaft fa*> foaberbor genug, obfdjon jene« Qkfcg noo) 
griedtfffe norbaiiben »or # ned) »on öuöjtttiu« (De temporibua 
tttomBie ap. Lewmclnv. Jus Graeco - Roman. 2, 309) dtfrt 
Witt, w honJ» enhn nihH neque andquaram qnalfbet legum 
- rellenui dktm eet u Xbec bof ei babff in ben 0a* 
t »oitanben, tok Oufftatint betnerft, ift nkbt tjt «ees 
Xbei K iß and) ©ob bem 9^»* ÜÄatt^u« ober 
BlafterH im Syntegoui Alpbabeticum aufgenommen, »eUbetf 
m Be»ereftfu# r ©önobrton (Pand. Canonum a Graecr. eccles. 
reeepC [Oxeo. 167IJ t. 2. p. 14g) flebt. 3fnf bte Stoben unb 
Jtefcracfete fme offenbar bie Sorte ^ante^i ^u begie(en f wenn m 
ber TiMatt Commedia (Paradiao canto 6. v. 13) 3ujtfn(an fagt: 
Dentr' a le leggi traaai *1 troppo e'l vano. 
Ol bie 9cfete bannt' tä) ba« Unmaf unb Sem.) 
68) nvaToyer. in Grrgor. opp. ed. itutfunr« p. 640, »ieber^oft 
MB Meten r fo «wb "am Chron. Moiaalaeenae ap. Ferte monu- 
a Germ, L 3W. ^clfmitr, Chron. ap. Arf« 6. 114 ao. 
bie« gmt Scrfef ba 9o$en »feber Wbre hsfamlm ed. 
»rd. p. 2 a.' 6e^ Mteph. de reb. peat. Maurfc. geatti. 
Wk tat Bayrn. Jog (5. p. 206) finbet in biefem Jöctum bte 
fmr ftaaMfS btrtu)e fmtt te^tetr fBlote emxf^nt. 



Win 



fte 



ber ©tabt nur bi« auf eine gewijfe Entfernung nähern ^. 
2)oc^ bat bie (Srjdblum einen guten ©inn # ber auf gafc 

Senbem erbeQt. 2>te Verfolgungen gegen bie Suben öHb 
fcfcer bitten aueb |>oItttfrJ$e folgen; bei ben gefabtooOeli 
bauernben Jtrtegen mit ben Werfern unb anbern Wationen 
war eine fo verbreitete Äuabl feinbltr^er Xrdfte t>on ni4t 
geringer SJebeutung; fte pnben bei allen CinfdQen ber 
yerfer, wie unter SufHnian 524, auf ©erten ber fkHf 
fer 71 ). 2tuc^ ^erafihrt brtte bad erfabren; im 3a(W 
666 batten bte 3uben ben Werfern bei ber Croberung 
von |>a(iffina beigeflanben 72 ); eö waren nur Reyreffattat, 
wenn ffe in ben Serfolgungen ber 6(iriften bnr^ bfe 
Werfer tiefen ^t(N4e ^anb trifteten. Um bie SRon* 
»b^ftten ju befdnftigen unb gegen brn nabenben gefab 
W J« erbalten # batte |)eraWiu« na$ bem ©tege gHjtH 
bie ?>erfer ftcb ju ibrer Xnftcbt hingeneigt 71 ); grebegart 
^arfteflung entbdlt alfo nur bie Knföauuug, baß gegen 
©türme ber ©arajenen, aW flSefc^nittenen wie bie 3u« 
ben, eine ©ewinnung ber 3uben unmdglicb, baber mm 
i^rer ©eite in biefem gaüe unoermeibtiebe ©efabr brobe. 
7tt& bie 3uben fic^ in SRubammeb getdufcjt faden, 
bem fte ftcb M aReffta* anjufebtießen gebaut tfatttn, 
wanbten ffe ibren ©roll gegen bie Gbnften"). %l* we« 
gen eineS verborgenen Jtreuje* ber Sau be$ 5Kubantme> 
banifeften Sempetö in 3erufatem burd^aud nieftt gelingen 
wid, entbeefen bie Suben ben Arabern ben ©runb, baber 
bereu SButb gegen afle Äreuje 7d ). ©aß $erafttu* bie 
Suben verfolgt, viele ju jener 3eit feine ^taatvx vertfc 
ßen, um ftcb nörblic^er anjuftebeln, gebt aber aueb attS 
einer no$ ju erwdbnenben 9?otij b*n>or. Sßfeber ein 
Sabrbunbert fpdter erbebt ft$ unter JJeo bem Sfaurier 
ber SUberfireit. Sie ©cbicffale ber 3uben b^ben baran 
einen naben ZnttyeiL SSon ie^er t)abtn bie ©egner ber 
©ilberverebrung bie SBerac^tung berfelben von ©eften 
ber Suben unb ©autarker aK gegen einen ®6|enbienft 
unter i^ren Argumenten amgefb^rt; im ©egentbet! nanrt« 
ten wieberum bie 3fono(atren jene Suben. 66 würben 
bie SBorte eine« alten Ätrcbenlebrerö recitirt: #l 3ftt bettt 
alfo gebfirt, bog bie ^ebrder unb ©amariter bie ßitber 
verwerfen, alfo ffnb bie, welche e« tbun, Suben" '*). 
Silber muffen feltfame SBunber a^en bie 3uben in Äe^ 
rptu« unb 8»bba getban $aben*); aueb ber eigentliche 

70) Jua Orientale ed. Rnimund. BonefiJ. (1573. &) ßaatl. 
ötaicg. ß. p. 2.; cf. Theophmtes, Chronogr. 1, 505. 71) 

TteophttH. Chronogr. ^d. Bonn. 1, 274. 72) THcophan. 

L 606. 73) S5gi. 9teanber f ®efä^f(bte ber a>ftWö>eit ÄrA- 
lfT y 246. 74) Theophan. 1, 511. 75) TÄfopÄn«. I, 524. 
Cedren. I, 759. 76) Manri, Condl. Tom. 13. p. 167. tt) 
<&& werben, auf bem jroetten ©oncil ju 9Kcda bie XBorte bei Ceoif* 
tfuö angefübrt (Manri 1. c. 10,47): „JTooai t\n£ /wo« imaxtaaiig 
^SrfcbeüTungen), 7roora» uvaßlvaas ((Emanationen) » noilaxic Ä 

»al tttpäiuv (vdtig (TBlOtftÖffe) ^; ttxovt§y xa% Unbaimr fa^f- 
ivqcop ytyovttoti ol aavPtrot »J xttQ&fq oQtSntf ov nt($f)yxttM^ 
Aila /jv&ovg ravitt xa\ Xtiqovs koytCortat." 9fe Wiffe HUB 

genug, erWdrt bie @pnobe# role ßbrder, Seltenen (^efben), 0a* 
mariter^ SRanttder unb 9>Janta)!aften bfe Ahra)e ber (SdMtbtencreC 
anftaae (@. 105). 9todj Vaobarb im Occfbent ffntaqf (Bft: 
M Den!que (Judael) et Chriauanoa idola aaaerant adbrart" ed. 
Baluz. I. p. 77. 

7* 



JUDEN (GESCHICHTE) — 52 — 



JUDEN (GESCHICHTE) 



Urbeber beö JBilberfiurmeS foU na$ oatiirenben Örjdf^ 
Jungen ein boSbafter ittbifcbcr Sauberer geroefen fein, ber 
crfl ben Araber (^ib &ur äBiiberüeifatgung angeregt, bann 
aber nadb bem Sobe be(fen tiefen äBilberbaf? in baS oft* 
romifdje 9tei# unb btö $erj beä Sfeo öerpflanjt Ijabe 7 *). 
gür Die 3uben felbft baut biefe Xnflage bie gefdbrJic&fte 
©eile; benn um fuft gegen jübifcfce ©inflüffe am beut* 
lidjjlen $u orrroatiren, verfolgte Öeo 3uben unb Spontaner 
unb fcroang ffe &ur Saufe : *). 3n>ar würben fte bemfel* 
ben lieber treulos **) , aber auefe für fic waren bie gi>tgen 
beS SJitberfheiteS noeb nid>t im ©nbe. SBon einer *Hnbe; 
tung ber ©efefce über fte ift feine Spur, unb ai£ SBafh 
liuS SRacebo &ur SBefeitigung ber tfoelfldnbe ber 3uri^ 
bktion, treldje burd) bie fkfc neu bdufenben ßonflitutionen 
unb Grpltcationen cntjfanben, fein Procheirou Verausgab, 
enthalt nur ber 12. Ärtifei be$ 9. SitcW 11 ) ba3 ScfuU 
tat ber früheren ©afcungen: ^'EXKrjrtg xal TouJafo* xal 
^ipiyriaoi ot« GTQan vovxat ovts noXtitioviat ? «U' 

toy/ato$ «K/ionrr«:* 3n ben SBafilifen felbft werben 
Ijierüber audj nur bie alten ©eTeße wieberbolt; um fie fefier 
unb fixerer $u matfcen unb burdj einige nähere ßrldute* 
rungen (dtQQtaao&at xal nfaw) werben bie alten Skr; 
böte gegen bie ^eranjiebung ber 3uben ju irgenb einem 
Staate ober STOilifairbienfte, wie gegen alle JpäretiFer (unter 
beren Flamen jeber StiAtfatbolifrJbe begriffen wirb) erneut, 
namentlich aber barauf aufmerffam gemalt, bafj nidjt, 
wie wel fdjon gefdKben, bie Verbote bloö auf bem ^>a^ 
piere (leben füllen"). 9iur bem ßurtalenamte* 1 ) füllen 
fie nickst entgegen, wenn aueb bann eine Tlu$ nähme ge* 
jlattet ift, fobatb fie anbeten aueft ju biefem Dtenfte t>er- 
pflichteten ßbnfien ^u nabe treten fßnnten. Sbeivfo muj* 
auf Un üv^ßolatg $ bie ben Sriegem gegeben werben, 
benmft fein, baß fte nur ein ortbobwr (5f?ri (t tragen 
fonne, Unb ift ba$ &lk3 auä) nidjt ganj neu, wirb 
gefagt, fo t|t beflfer ba$ fdjon SBorbanbene ju benufcen, 
aU felbfl Sertote gii erfinben. 9iid)t£be|ton>entger finb 
noc$ bie früheren ßonftitutionen über ©idjerbeit ber ©gm 
agogen unb ifjreS Berm5gen§, ber jübifdjen ©ctneinbeüer; 
battniffe beibehalten; üor anbern £>drcttfetn ift ba& gerecht- 
liebe äeugnig ber Suben unter einanber gemattet, Zefiamrnte 
unb Gonfracte bur<$ ibr SeugnijJ gültig"* 4 ). 6£ Gaben 
ibnen bie 2ia fiiifen nichts geraubt, waö fie nid?t feben 
verloren; ber milbe unb gerechte äBafiliuö, ber bie feit 
bem Gnbe be^ iöilberfanipfeS beunruhigte Äirr^e wieber^ 

78) Theofthan. 1, 617. Jonn, Hiiyattolymit. Narratio etl. 
Bonn. p. 482.; cf. Mann 1. c. 13, n. MM, 201. iDiifflbe ©c^ 
fdjtdjte in btr Syn. Pariai«ni, oon 8 % 24 &et Mnn*i 1. c. 14, 4(iO. 
7S1) Theophtw. 1, 617. eWrew. i t 793. 80) ul <U Voidatot 

ammm^tvii ßanitCopfvoi, aTtikotovio ii fianttatttt xal ta&fov- 
iic ^t#f*>lfli^ir*'«>»' 117*' «)'/«•' daitftav xal Ixqiuvqv it\v 7iiaity m H 
Thtophan, I, 617. 81) Jui G ra reo - Roman, ed. Leunclav. 

(Francof. 1596.) II. p. 97. 82) Baailicorum libri LX. cd. 

HämhncL (Lipi. 1833. 4.) [ib. l Tit. 30. I p. 21. 83) 80 
reiro ^u feftreiben fein, benn So&orföU'n ober ISoortalcn ifl an* 
bem mtttcUattüufd?cn curtät, corte, maß bem lafcmifdjcn Curia 
fntfprk^t, obn« 3weifel ettMlaöbrn. 84) Dad ®«fc^ »on ^emo^ 
riue üüm 423 (Cod. Juat, I , lii. 11,0) ifi beibehalten in Basilic. I . 
Tit. 1, 16. (I. P . UM Cod. Jutt. I. Tit. 11. 4. ö. 7, 8. in 
Baailic. I. TILI. 37 — 4Ü. 



berjMen unb befefligen, geiftliebeS unb rceltli^e^ SRecbt 
lieber in feine jugen einorbnen midfit, fiebt, n>ie ber 
gortfe^er beö SQeoybanrt fagt, „ba$ bureb feine @a*e 
Sott fo ergöfet werbe, aU bur* ba§ ^eil ber ©eelen" w ), 
unb Derfucbt alfo aueb bie 3ubcn bem alleinfeligmacberu 
ten Slauben, aber niebt burc^ ®eroa(t, pjufübren* 
Surcb ©iöputationen namentlicb unb bureb SJerfpwcftungcn 
oon M Selobnungcn unb (Slptnämter für bie, metebe |fc^ 
(Sbtifiuö juwenbeten, bureb Befreiung Don hm fmberen 
Eaflm unb baburdb, baß er teic^ unb twnebm ^u machen 
ft4 anljeifcbig matftte bie fmber Sera^teten, befreite er 
oiele oon bem Scbfeier ber äBlinbbeit unb fübrte fie jum 
©tauben/' aber er batte üergefjen, ba§ eine frühere über^ 
jeugung meber burtf) Seroalt noeb Selb entfernt werben 
fonne. 9tacb feinem Üofce festen folebe 3uben jum at= 
ten ©tauben mieber äuiucf* ,j ). DicS erbitterte aber feu 
nen ©ob« *!w ben 3>t>iIofopl>en , unb fo erlief er benn 
ein barteä, bie frieren Safcungen auflifcnbe^ Sbict" 7 ): 
„£)ie früberen 9legenten/' Ijeißr e^, ,^aben über bie Sil- 
ben wfcfciebene ©efege ertaffen, bie über ben 3u|ianb 
tbreö KtbenS banbelten unb befahlen, .... ba| fte nieftt 
mn ber Ausübung i^rer ©ebriiuefte abgehalten werben 
fofltttl. ..„. 2>er gezeitigte gür|l aber, auö beffen ©as 
men mir fetber erjeugt ftnb, ir»ar, weil er mit größerem 
äJegebr nae& bem ^eilegSener^ mie bie früheren erfüllt 
rt?ar # nic^t mit ber S3erca&nmg biefer ®efe§e aüein ju* 
frieben, fonbern fübrte fte tbeilö burc^ Seutung ber fytu 
ligen iu§fprü«4e, tbeilö bur0 Ermunterungen |um §t\U 
bringenben ßl)rt|lentt?ume binüber unh taufte fie mit bem 

lebenbringenben Xaufaaficr TLbtx, obfcfeon er mit 

folgern Grfütge (te üßn ber jübifdjen |)artnacfigfeit tnu 
fübrt battc, fo bat er gleicftwot nidjt ben früheren ©e= 
fefeen, roeldu naeft iübifeftem 9ittu6 ju (eben ge- 
(latteten, ©cfjrpeigen unb UngüUtgrVit burd^ ben Sit- 
f$l\t$ eines anbern ©efefceä juerfannt. SBaö alfo unfer 
Satcr überging, glauben roir uotlenben ju müfen, beben 
biermit jebeS ältere ©efeg über Die Suben auf 
unb üerbieten, ba% jene anberf, at^ eS ber eine, (jeHbrin: 
genbe ©laube ber Qbriflen will, ^u leben nagen. SBer 
baber bei einem KbfaUe Don ben e^rijllicben ©ebrduefien 
)u ben Sitten unb ©a|ungen ber Suben ertappt wirb, 
ber roirb na<6 ben über bie abtrünnigen gegebenen 0e= 
fefeen beftraft." 23ure^ biefefi ©efefc batten alfo bie 3u= 
ben verloren, maä ibnen bei allen SBerluften potitifdjer 
Stttyt noeft geblieben mar, bie Anerkennung ibre^ relu 
giöfen SebrnS unb ben @ctyu| beffelben t>or nntlfurlicben, 
feinblicften Eingriffen. 3war roar Idngjl ba6 jübifdje <5l)e^ 
re<ftt M ) aufgeboben, felbfl t(jre Streidgfeiten 7i$bg tr { v 
&eqax*lav aviwv mugten naeft r6mifc|iem JRecftte entfette- 
ben werben unb nur in ©elbfacfyen *J tonnten jübifd^e 

85) 'i'twopftnu. Contlnuat. p. 341, Stjm. Mnijister p. 01, 
unb Geory. Nunnch. p. HM. 86) I. L p. M2. n mU* mt¥ 

txtiyot , püAkov ä£ uvts txftvtv» (uq jtt&faMK tpttrwur üutiu- 
/Uijfo«/" Ben oedbeitalff^en Autoren er&ä$U bie ©efdjidjtc Ekke- 
hant, Chron. Univ. ap, Pertt. Mon. Germ. 8, 187. 87) 

Leoni* Novell. ComtiL 55. 88) ÄBiebertjoIt in ben BaiiUc. 

Lib. I Vit. 1. 39. 89) iv XQW*"**) baben bie Baiilic. I. 

TiL I. 40, bie früheren ftobice* baben in eiviü negoüo. 



JUDEN (GESCHICHTE) — 53 — 



JUDEN (GESCHICHTE) 



Ctyiebtatiimer angegangen werben. 3»ot war felbfi 
M ©tubium ber SRtföna auftbräcfttg »erboten unb bie* 
je* Serbot in bte IBafllif en *°) aufgenommen, unb am 
Snbc war bat jttrift(t$e @efefc niemals ein fo lebenbige* 
gemfen. Sic Suben lebten in allen Sdnbern beS bpjan* 
tnrifcfeen Steige* vom ®o!f ju 8arta 9l ) bid an bie 2)o* 
sau, wo SufKnian einen Styurm Subdu* erbaute 9 *), auf 
ben grieefetfcfcen Snfeln* 3 ), bi* in bie aftatiföen unb afri* 
tantf$en Sejtfeungen, in organijtrten ®emeinben. ©ie 
(Kitten t&ren eigenen Qpboro** 4 ) jur SJeaufftc&ttgung be* 
£anbel* unb Störung bei greife«, »or SbeobofiuS II. 
fcattra fte au$ in ber ©tabt Sonflantinopel gewohnt unb 
auf ben Gbalfopratien eine ©pnajjoge gebabt; ber Äaifer 
irrftArte fte, »erwanbelte fte in eine Äircfce unb gab ein 
(Sffefc, baf birt aejtattet fei, wenn eben mit ber 3er* 
jtörung reltgtöfe Swecfe oerbunben feien 96 ); ber 9>lafc 
ftlbft t)Qttt feinen tarnen t>on ben SDfftcinen ber Suben 
auf biefem SMafce *). SBenn Sbeopbane« bie (Erbauung ber 
txtdft Dciparae Cbalkopratiana bem Sujlin jufc&reibt, 
fo meint er nur ibre SBieberberjleDung. SBon ba an 
«obnten bte Suben außerbalb GonfiantinopeW auf bem 
[©genannten Iwov, beffen al$ be6 3ubenoterteW (Juive- 
rie) Siflrtyarbouin unter bem 9lamen ©tanor, Stoimunb 
Aontaner ab? ©tenapre gebenft 97 ); unter bem Stameu 
Subcta wirb biefer $Ptafc in einer italtenifc&en Urfunbe 
eroibnt ^, unb ^Benjamin t>on Subeta ") beffdtigt biefen 
Beriet Dort waren ibre Synagogen unb tyr Äircfc 
bof '); unter bem Siebter be$ ©tenum fltanben jte ber 
Sewobnbeit jufolge bei ifcren |>roceffen. fftanuel Gorn* 
nenn* febeint ibnen einen ©efaflen erwiefen $u böben, 
al* er ibnen erlaubte, ibre 3>rocejfe t>or atten 9h$tern ju 
fnbren 1 ). (Eine normirte gormel be* CibeS febeint Son* 
frmtra ber ftorpurgeborne, ber ©obn beß Seo, guerfi 
gegeben ju baben. (Sin getaufter 3ube b«tte einen 



90) i$r TtaQ airtotg liyopivr\v öevtfQtuaiv xal «nayo- 
ffvo/ity *aml»g etc. Baeitic. 1. Tit. 1. 57. 91) Benjamin 
«m TW*?» ed. Asker p. 15, wo ms& jfcbt unb mrt getefen 
aalen rauf- JDfe ©emertung brt $erau*geber* (2, 35), baf rrcaV 
Mi Xita nerbtrbt fei/ ift ungenau; benn ber fpdtere Warne brt 
Mfi mm Xobracfa ift 8arta unb Brta. 92) JVocop. de 

AeeHkrle 4, 6. 93) Cfytot, Garno* unb Gnpro* »erben oon 
Benjamin oon Subeta noeb namentlich ermdbnt. 94} Baailic. 1. 
Tk. 1. 4t. „prjSiU allot&ytis fyoQog ytv4o&*> roig 7ovd«/oi(. M 
Sie Srtldning ber dp^oren „ol t« niUw ävia tnioxtmofit- 
re« f( bei 0<iM&«cA. p. 37. not. m. <5* fleftt au* ri^ttg $ier 
Storni für bie Satte ber früberen (Sobicrt Nemo externut reli- 
gMt Jodaeonui Judmeit pretia statuet cum venalia propo- 
mmt. 2>oi wirb »ol auo) ber nnwo 9?. ©arauel fein, ben j. S. 
Bcijamb oon Sobeta (p. 19. ed. Asher) in ©aloniK aber bie 
3ilco cnod^Dt. 95) Thenphane§ 1, 382. Dm Canyf, Hitt. 

BjnmU II. CoMtantiDopolii Christlaoa p. 164 unb Bip. p. 86; 
d. Ramdmri Imperium Orientale. (Paris 1711. Fol.) T. II. 
p. 618. 96) Cf. Petrus Oylliut de Topograph. Conat. 

ap. Bmmämri 1, 385. Da Cange, Conet Christ, p. 169. 97) 
Dm Cmye, CoMt Christ ed. Bip. 167. 98) 3n ber Urfunbe 
bei Vitaüe Faleirns Venetianos et Dalmatiae Dux, ber au* 
Mer fM öonflantiiwpel befaf , bei Mwatori, Antiqu. Ital. medii 
•evi (MedioL 1738. Fol.) 1. Dissert. 16. p. 900. 99) ed. 

isftcr p. t4. 

1) MmI«s Clombifa in Andron. Comnen. ed. Bonn. p. 383. 
5) Coostitet lapar. 14. im Jos Oriental. ed. Bo«^. p. 116 % 



9)roceß mit ber Subenf^aft, »el^e i^m fein CrbtbeÜ 
nic&t beraußgeben n>oDte; er Wob ibr einen (gib oon fob 
$er Sorm ju, baß roeber bie 3uben f*n>6ren burften, 
noeb ber 9H$ter eS tönen jumutben »tonnte ')• 2>« wanbte 
ftc^ ber $rofefyt an ben Äaifer felbfi, t>erfpra<ft if)tn, er 
»olle ba* ibm jufommenbe $au&, wie f$on einß einmal ein 
gewiffer 2fbra&am ju ^erafliuö' 3eit get^an baben foD, in 
ein Älofler oerwanbeln, unb bitte ba^er ben Jtaifer, er 
möchte an ben IIquxtioq, ben Siebter, ein Sicfcript er* 
Iaffen, bur$ ba§ entroeber bie Suben gezwungen feien, 
jenen (gib gu (eiflen, ober bie ©fiter fcerauSjugeben. ©a* 
JRefcript erfolgte, aber ed mar eine anbere gormel beS 
<gibe6 mit eingefc&Ioffen, bie uns afö einen 3Cu6jug auö 
bem ßißUov InoQxtnov SJaftliu«, ber 9>rifect beö ^ippo« 
bromd, mittbeilt unb bie fo lautet: „<gr (ber Sube) um* 
gärte ftc^ mit Dornen, ^alte in feiner ^anb bie flfoDe unb 
fprec^e: fi3eim |)errn, gepriefen fei er, ber ©Ott unferer SMter, 
ber (grbe unb Fimmel gemalt, uns im Sroctnen burd^S 
rotfee 9»eer gefü&rt bat, ic^ läge nieftt. ©oDte icb aber 
al§ Sfigner befunben werben, fo gebe mir ber 4?err ben 
2fu§fafe be§ TiÄ^ unb v A^a unb ben gl«* bei 3>rie* 
jierö @li, unb e$ offne bie (grbe i^ren SRunb unb Der* 
WUnge mid) (ebenb wie Xtattyan unb Xbiran." ©rft 
bur* 8eo'« ©efeft tonnten bie Suben einer Sebanblung 
an^eimfaflen, wie fte {Benjamin 4 ) unb $eta$ta*) fd^iU 
bem. ©onfi waren fte in tyren (grwerb^jweigen ntd^t 
gefcinbert, befaßen ^dufer, wie wir fefton auS obtaer ®e* 
febic^te fe&en, trieben Xderbau 6 ) unb ^anbwerte^), ge* 
borten ju ben berfibmten ©eibenfabricanten unb f)urpur* 
fdrbern in Sieben 8 ), bie 9loger bi« na* Stalten fd)(eppte*), 
waren reiche unb begäterte Äaufleute, bie in Serbinbung 
mit ©panien unb ben nörbli*en 9>rooinjen traten. S3on 
befonberen ©elblaften ift in ben ©efefeen ni*t bte Sebej 



3) 3m Jus Grtec. ed. Leunclav. 1. p. 119. 120 iß bie fe« 

S^tlung enthalten. „JDer 3ube Cwonrai iqv ßaiov, xal xaßalX*- 
xtvor} tiv aaxuy xal ifißf tlg ir t v ÖaXtuiav xal mvoy tr,v ntqi- 
lojuyv nuiou tq(to» un\> faqt: tBeiSarafe, Saraa, Vbonai, <&lo$m 
(b. b- bei **rb* Vr nia iw«-»a f »ofür »trfUcb angenommen nnicb 
o noiioas iby ouQttvby xal n|v yrjv), »eldjer burdjfufcrte 3iraet 
trocten bur^ö rotbe SReer, SBoffer für t^n aus bem gelfen fdbtag# 
t'^rn SRonna ju eflen gab unb SSac^teln, obfe^on fte feiber unbantbar 
würben, ba fte ba« gteif<b beö @$weine6 öerftftmdbeten. Bei bem 
(Sefe^e, weldje« 2Cbonat gegeben ^at, bem tBefpeten bee gleifcbei# 
ber Befc^neibung unb bem i&orn , mit bem icb bte 8enben umgürte. 
9tubt jur Wge f(b»6re idr> beim 9tamen beö ^erm ©abaotj. SBenn 
t(b läge, fotlen t>erflu4)t fein bte Äinber meines 8eibe6 ; tappen 
werbe idj mte ein SMinber nad) bem Sötnbe unb tote einer ebne 
2fuaen falten. SRit biefem 2CUen 6ffne bte örbe t'bren €5(blunb unb . 
©erfdplüigc mtcjb wie ©atban unb Xbiran." 4) d^w nmxDn *o 
^nfea ontc n-n^ra^ nixina ani» d^m^ nn^y ed. J«Äw p. 24, 5) 
3«rael. Xnnaten 1839. €>. 54. 6) Benjamin oon Subela 
(p. 16) oon ben 3uben in Äriffa. 7) iDerfetbe (p. 19) oon 
benen in ©alontti. 8) ©erfeibe p. I». 9) Niceta* Cko- 
niata, De Manuele p. 98. 99. 120. 121. Da? unter ben oon 
Stoger gortgefajleppten wirttieb Suben gewefen unb jwar fotd)e ni^t 
blo* aue Sbeben, beridjtet eine widrige ©teile ber Annale« Ca- 
venaes jum 3abre 1147 (bü Periz^ Monum. Genn. 5, 192) j 
„Rex Rogeriue stolium suum in Remaniam miiit et Corpho ei 
Cephaloniam et Bativam et Corinthom cepit omnem illani mari- 
tunam utqae ad MaWaiiam. Priocipis etiam et majore« oauiet 
et eunetoa Judaeoa iUiua terrae captiroa in Siciliaai duxit tf 



SUDES (GESCfflCHTB) — 54 — 



JÜMW (GB8CHIGHTB) 



»er gortfefcer be* Zfteopfcone* *) bmtyet nur, bof Am 
(Btu* benen bie fdtbere t afi ber Xbgaben abnehmen wollte, 
weiebe öbrifien wfirben. Der Ämje geboren bie ©n* 
»nfte ber Jadaei Strobilkrtae "), wo fte gefunben weis 
bot. 2He Soge ber 3uben wirb beffer geworben fein, 
naeftbem Jfyjanj, oon femer $tye bttabgefunfai, feine 
3eit mebr ja J&bergefeben batte, me*ba(b jene Oegenben 
au<b bamatt no<& ber 3ufhiQ)t6ort oon ber ferne ber 
wanbernber Stoben biteben; fte würbe wirftia) beffnr, aU 
ba* taufenbförige offr6mifc&e Seitfr unter ben Xngriffrn 
be$ «^albnionbed erlag. 

3nt Ocribente, aber ben föou fett geraunter 3eit 
mtb mit ben ftfatern awb bie 3uben ft<b verbreitet bat- 
te», mar mit bem rfaiftfcn Seicbe md) ba* rfattföe 
flfafrt auger ARagt unb Oettung gefommen; bie teutftben 
Rattonen ritftteten fto) na$ ibren Sotftgefefcen. 3e fttm* 

K nun bei bem 9runbfa(e mbiteben würbe, (eine |>er- 
bem eigenen nationalen Siebte ju entyieben, beflo 
weniger fotmte e* ju einer politifgen Cmbeit iwiftften 
ben Giiaern felbf fbmmen; ben Seftegten, ben Mmern, 
mar e* feiten oergfant, oon biefem Stetfete auefc f&r ft<b 
0ebrau$ macben ju tonnen. 9tur ht bem fünften unb 
Äteften germanif4*r6mif3en Sttferflaate, bem oftgotyi* 
fÜben — ber be* Cboafer mar ganj fpurfo* oorfiberge« 
gangen — mar btefe @em$tigfeit pofitifeber (Srunbfafc 
gebfteben; r*mif<$e* Strebt unb Sefefc galt ffir bie 3W* 
mer, germaniftye* f&r bie (Sotyen. *uc& bte polttifften 
Berb&tniffe ber 3uben fomtten alfo nur wm jenem au* 
aeorbnet »erben ö ), wie rt eben bureft bie <brifHi<ften 
Saifer oermeftrt ober oerdnbert werben war. 2Me d^rift- 
tttbe Stfrbung, bie baffefbe immer mebr unb mebr anjje* 
nommen fcatte, tonnte an$ oon bem geret&trn 2$eobon<$ 
triebt oertotftyt werben ; benn er war aueb Gbriff, aber alt 
Xrianer fc&ritt er ni$t in bem oerniebtenben SBege ber 
tatboßfeften Siegenten weiter. Sr 1)\tlt ba&er bie jubtfebe 
Cinßujfe abwe^renben Sbicte im weiteren Xnfefeen; wir 
erfahren, baß er ba* Sefeg, Synagogen nur auSjubef; 
frrn, nti$t weiter aufzubauen, in einem Sriefe an bie 
Senuefer neu einf#hrft "). 2fa* ber Stellung, bte fem 
Seftyl fiber bie Suben in bem Cbict einnimmt, ertennen 

W) w *o* toi? /fftpov? r£r TiQOifQtor anakla^ag qoqmr. u 
CStatfo. p. 341. Ben dner tyfanttnifcbcn Wax^t, meiner jöb<f<be 
Xuttxtn (Xrodbrnma tjnm, tat 3üdj (3ot Gfeföftfre 6. M8) Me 
Deutung anbt actro|ftn. tuw» finb nt<bt ronuratetifebe fBrasicn, 
fbäbeni 'P*fiaraiot, Wtimyn bei Jtatfert Äomanaö, bie bdufe 
cbenfo wk Ücnftantinatt, ttiäplatt, atanudate üortomaen; et 
Bm C*ft f De inferior, oeri Nmusstt. f. 84. 11) cf. BoJ- 
■■■■■ |mn TIL Oecmee. Concfl. Canon 12 tm 8rno49wn ed. 
B**reg. 1, 310. 12) BgL ©aofgnp, OkW^te be* tfcnfc 

Mm »r*« im Wrtffattrr. 1. Vn«g. I. 0. 34. 13) 3m 

m atten as bie 3nbtn dod (Scnia. Casshdori Varfw. Hb. II. 
«f. 27. ed. Guref. I. p. 33 «.: „qnapropter tegmen tantoni 
f tu o ti i perietibos oapeViniponere 8jnmgogme restnie praetenti 
tw nactoitete cenoennu p e thi o nl boo Teotris entenao licentism 
CMunodanten, qaatemu ronffitef« DtoaHa permbenmt. Nee 
■Muuid ornmtas Cu oft ndficere rel in nnipliandb aedtau en- 
aii. H| noreritis too oererfUteni ndnune dHfägefe Teterit 
Snetioau, d rebao nen ahsdnentu iOicitk. In ipdb tcto pn- 
rfedbiu cooperiejMfii ret reficJendis Untant Bcentfam danms, ot 
▼obif trieennaSi non potest o b eoo e praencriptSo Qktifynma).* 



mtr, bof er «u* b«*, wo« fiber ^riflti^e «Haoen im 
Serbfttnil jn tubtfeben Beftbern befh'mmt nmbtn fet, 
möge ^aben geften laffen ,4 ). Senn t* aber im «biete 
bergt: „Circa Jndaeos privilegia legibus delata «er- 
Tcotnr« w ), ft> fojm nr biermtt nur bte fefron angefbtfc 
tenen grefetten oon ber Gmk, fobalb rettgtftfe ^inber, 
ntffe emtraten unb bte eiefterbttt ibre« gamett reliaiiftti 
Sultul l memen. Sm offgotbiftben 9t«d>e ift man oon 
emer Zbferaa} bmnbbmi«en, bie nit&t mtnber in &. 
totnen fe^t, weil fie |iig(ei^ 6taat«gninbfad ift 2He 
Äinige fn^ten tmreb biefrt Oewibren aOeö beffen, wa< 
ibre natwnal imb rtfigM oerf^tebenen Qntettbanen fan 
w*tfi*at unb rritgiftfen geben für ft« mtangten, f» 
*re 8t*r unb Zitat ebenfo a u erwerben, a» fte btefetbe 
bor* Sewaltmafregeln ju oerßeren ffird^teten ^ 2>af 
oieöeic^t grabe bterin ber Jteint jum Onterganae beö STefc 
<fte« gelegt warb n ), bat nur barin ben »runb, ba# bte 
frerrftfrnbe 1kad)t »rianer, bie »ebensten Äart?o(ifrn 
waren, bte m ibwr fanatif^en femfequrnj »eber J)ant- 
barfett nexb «tebe anerfamtten, fobalb fte gegen Jteber xu 
gern war. »u »orte «eobori*'« : „mk »nnen 
wne Wdtgton gebieten, wetf Sltemanb gejwungen werben 
ftran, etwa« gegen feinen SBiUen jn glaubm" M ), f6nn^ 
ten bem grofen <Bdf}e biefe* Warnte* angef^rieben wer> 

£5^ 5^°^ ^ 2*?*«^ >«■ rfnnftften JToifer 
Sulhn bemerft "): ,,»a bte 9ott$ett gemattet, baf oiefe 
9TeMtonen fnen, fo wagen wir e$ mft, eine ju gebieten/' 
frerfcnnt man, baf bte« mtbt 9rineq> einer grofen Seele, 
fwibern emeS jum Srftfsten berufenen ©faatö mar. Hu& 
ber ©c^lug be< Cbicte6: „qaos ioter se jurgantes 2 
suis vnrentes legibus ms judices habere neces.se 
est, qnos babent obserrantiae praeeeptore* « ift 
m*t fo ju oerfleben, a» ob bte Suben nacb ifibififiem, 
imbt na* r6mtf*fm Siebte in aOen SerbAtniffen aebbt 
batten. SBir erinnern un«, ba§ im Codex Theodosfamng 
ein Sefeb enthalten war: M Jadaei Romano et com- 



SP* * *■ ^^ » Jjf 3*« » öewa (Vwinr. üb. 41^. 
33. 1. m. iOn.) <wö: „Obialn itnqae oappücndooe deModdb 
prirü^ift robis debere oerrari, aaae Jndalclt bxritutbThxum 
prorida deorent Antiquitaa, quid noa Ubenter aanofaaoe md 
jmrm vetentm ad nostraai cnpinMio iiinwilSim eaotodirt « ' m 



» «t bot nnbt 9cn%nt » bewoiae(obeii »orbm oon eartortei 
(«taimro« ba Dftgot^« 6. KM», noo) ban tfcfttteii Sanft 
(W«*er ber OftoA)tb« m 3totfm ©. 144). «nftnÄeflSS 

W? 1 !!' wu !**?l mir bc 5 w * n Ä ?fb«*b«»ertbniiier«.17b 
17) *ro, OkWo^te oon Stoßen I. AM. 19) VnrinTi *f 
»anfo fcfrrttbt fonberbarrt «Bnfc (6. 144) bteft emteni htm 
Cafftobcr ju; aber man ftat fcr. mn birt jti tofbectoim, bM nrit 
bem eoyaffat* ber toftnina 5, 37 » omCcttar/wriAe^f»tf 
«affebor anarbert (obfaen birfe Drppfn 9 , ka JiSToanVlt 
•oyen ige [Brazellea IB44.J p. «7, oicbfr ebenfo 
Sbeobortib beöeat): „Ybrr, 3obe, loaf oertanaff bit trat» 
«cm bu He ewfje nfo$t fmben toimf tbntltt ntf? __ ^ 

p. W): „Quid coUüs, n Praphetanna 
" e ad cathoKcoe Sacerdote 
dono dtmini diutarnani 



tat? Venite ad cathoKcoa Sacerdotea, aperfantor 
nt poaaith dono dtmini diutarnani eradara anrdi 
Vanar. 10, Ä 



19) 



JODEN (GBSCHKVH) — 55 



JUDEN (GESCHICBTE) 



mnni jwre iiinnttu de bis cannsis, quae m« tarn 

ad — pcwtitkifi eoram, quam ad forum et lege« 

et jnr* pertinent, adeaot sotenni jore judioia," baf 

aber tiefe grabe* bei i&biften Sefttei, fotoeit ei bai 

fciuilute fceben bec 3aben betraf, ffton im Codex Ja- 

stininiiens oerforen war, beim bei noo ift oerfcftmunbeiL 

$i wirb Mm jur Seit oor 2fccobofuii angefochten mor* 

ben fein, »eil bie Suben tiefe Sreibeit ber superstitio 

auf fdnantlufteftaoceffe unterfö übertragen baben »erben; 

beut (trag anf reiigiAfe Sfrupel rebuart fonnte bie Xuf* 

befrung biefei »e*tei gar feine Sebeutung baten« 2>a* 

ber bestimmt er, ba§ »enn Suben unter fieb Streit 

baben unb naift ib^en (Sefeben leben (fo äberfefct Stbeo* 

boftui ffcr superstitio, »el$ei er fpdter bureb obser- 

vantia nrirbergibt), b. b- unter ftcb übereintommen, jubb 

[eben Sraucb an$uerfennen, ei notbmenbig iji, baß fie 

bie §u Supern fcoben, »ebbe Sebrer ibrer £)bferoang 

fmb, »eil ein Xnberer biefer JDbferoan), ber fte boeb in 

bem Jolle folgen, nty funbig iji. 6i »ar ni$t mebr 

ali natftrltcb, baf bie 3uben, bie in großer 3a$l in ben 

St&ten feinei Scicbei lebten, nrie in @enua, fRom, 

Staflanb, ben Sertuft einfaben, ben fte bureb ben Sauf* 

ber £err|tyaft ber Dfigotben mit ber oon Siftani erlitt 

ten, unb bie oerpoeifette Sertbeibigunp oon Aeapel ") § 

oon 3ubcn gegen fidifar gewagt, ift etne ttufertmg bie* 

fer fenpfinbung, ein rnbmooflei Seifpiel unb eine leben* 

bige SBarnung ffir SJWer unb Äfatge. Dag ibrer »e* 

Heitang ftfenttufter Staatidmter im ofigotbifeften Staate 

(ein ©efefc entgegenftanb (benn bai Aefeergefefe bei Sbeo* 

bofuti wirb »ol oon ben Xrianern ni$t angenommen 

»orten fein), gebt ani bem dbnluben Serftaltniß ber 

Suben unter ben Xrianififten SBeßgotben in Spanien ber* 

oor, »o erfi eine fpdtere Seit biefei Setfct ibnen mit 

oielem Xnberen raubte. 3n Spanien »obnten fte feit 

unbenfiufeer 3eit; bie jubifften 2rabitionen"), bie ben 

Xnfmtbab ber Suben bii auf bie 3eiten Salotno'i unb 

Xebttfabnejar'i lurfaftragen, »erben ibr Stec&t allem in 

ber uralten ^atibeüoerbtnbung bei pfciniriföen Aanaan 

mit Sarteffui fraben, burtb bie Spanien ben Suben 

f$on befannt fem nuxftte. Sai oon bem Gbrifientbume 

ra Spanien bemerft wirb "), baf eben bai Xhmtd, »ef* 

r feine Cmftyrung in Spornen umfliegt, ein 3eugnif 
fein fcoftei Vtertyum bafetbfi bilbe, wirb autft oon 
jubtf<ben Xnftebetuqgen gelten muffen. Spanien »arb $u 
glekfrer 3eit nribicnb ber rfarifgen £errf$aft ein Xfpl 
unb ber Scftanplaft einei nie oerftegenben ^anbeü; Jlo* 
trj fett mit 9fc*t ffton oor ffiMfn ©Aurt Suben bat 
(in^j fco* ilteße f*riftlt*e »enfmal mag bie Snf^rift 



90) JVeco». de bello Gettieo I, 10. 21) Xbarbanel, Sa* 
Wr.tWaeCabe. ed. Up^p.90a ct8dMriUiImda^.3.p. 10b. 
(ed. AjMtefld.) IX) 8e»bte, 9iWdfU CpaatoK 6. 127. 

8) Beääa Safmda 1 p. 07. 66. Über Me Cnodb»iag bd 
n«CBi Biepeefc rrwm m »Mm mb Zatawb ogl. 3«n» # 
3citf«dft e. 140 ne 3o»# 0kW4tt ber StoMÜtes 5^ 3Ä 
Xabana. Oi erRbcbtf oft aU e« taib »citer gerne (et Ben- 
eketkOS«.). gen bort fnmwnrtc CWft eood»«t Jtb e«et h63e. 
3nicrcffaater i# bie Dmang d»er CMdb m Abeda Ami 30 1 
otl^e 3mi| unb Soft eben am eftfrens fe lantet: 



fein, bie aui bem 4. Sabrbmbert M ) überliefert 
ift, naebbem bai iHiberitanif<be 6oncä >s ) ibrer 
Snodbnung getban batte. Tüufb bie SBe^got^en, 
enblicb ein bauernbei Seicb in Spanien gegrimbet frtttm, 
waren Xrianer; 0runb geniM, ba$ bte 3uben fub in 
groger Xnjabl, in glucfCcber Sube unb ungeffArter Bet» 
einigung mit ben 8anbeibe»obnern bort auftteltctt. ten» 
mgilb, ber mdcbtigfte Surft ber 0otben, »ar amb ber 
lebte Xrianer; fem Sobn, 9ieccareb # »urbe tatbolifeber 
(Sbriß unb oon ibm begmnt bann bie Serbe beatontftfcer 
@efe^e aber bte Suben, bie eine traurige IBcrubmtbcit a» 
langten, oon benen ein Sort SRonteiquteu'i M ) gar oft 
»ieberbolt »orben; fte beburfen iebtxb noeb einer »ctlrren 
Prüfung. Xuf ben erjien filid muß ei feltfam erfd^ci* 
•nen # »ie unter allen germanif<$en Nationen bie Sefb 
gotben ju biefem @rabe bei Sanatämui gelangten, wie 
arabe ibre ®efebe, fonfi fo gebübet unb umftebtig, bfo fo 
pnfler unb rucfjtcbtiloi oerfubren. Aber eine genane 
fietraebtung wirb Siclei erfldren unb bie etgentlkbe 9tt* 
tion ni<bt nur oom glerfen einer blutigen Sntoleranj be» 
freien, fonbern bie @efcbe oicOeicbt ganj anberen »kbtM 
gern politifeben (Elementen {ufebreiben. 

£ie Verfolgung ber Suben greift n<Jmücb in ibvm 
SRotioen fo tief in bie ganje Staatioerfaffung unb 9e* 
ftbifbt* ber Sefigotben ein, baß jur gri&nbßcben Be» 
letnbtung bafelben in bie (Sefcbübtc biefer Station tiefer 
eingegangen »erben migte; bier unferm 3toerfe genmf 
nur einige Semerfungen baritber. iDai ffieftg o tbe nie i^ 
»ar ein SBablreub- Sie SBabl bei JC6nigi lag in ber 
«&anb ber ©ragen, bie nur ein ®ro£er ju bdnbigen oen 
ftebt. Sie btftig iegltyei Streben oon Sab(monan|en 

koStcs nbti sriQ p^it ^rptn im ^50 |*np*3 ^s^t^ dtj* ^a^p ^eps 



2>tefe Brat «a-p ftnb bte leirtfte* piadua ceeterieiiae» 
qoae abjideede ae n et, nie Aeceratii, bte oon ben Äontern fß 
ibrer terttyaten Caljlafc gebrannt marba. Die bet ibnUef m 
Galiftl^K waren eben bte au* Cartbagtna (Otannert 1, 301)^ 
wie au* fß&tita unb (Sartria überhaupt. {PUmm* , Hist. oet. 3, 8.) 
Unb berfetbe fXiniui fugt oin&u: „AUad rero ad caetueenienn 
superstitiooea etiaa eaerü Judmeis dtemium quod st e piedboa 
aquaan carenlitma.* 4 Gorbcoa all rawip fommf eben (Jeba- 
Moth 115 b.) als £auptftabt oon Sdtica ber aHerior Hitpeaia 
entaegmaefett oor, wo ein ftefcfetelutba 3faat geworben. X«e 
Gartbaacna »ar noo) ein anberer 3faat (Jochaain i2a.) unb et« 
ttberfMong oon Sberien ift berfclbe Ort oa<b tool Wajikra rabba 
p. 16i d. yi oer^eben (nagnarifebe Vttertbumer B. 375) «ab 
ebenfo BereM^ith Rabba p. 40 a., too rt 9t. (Stufet an bie 0Ufle 
oen |)t#pania, in ber Ätuwng brt X. Ck'mon ben 3/odpii fe|te. 
34) Zni bem Diacono »obre el Batado de loa Jodiea m 
tp. 143 bobe ifb (u in grenfelM 3ett«rrift 1845. 3.8b. 
C 337 vmtmfftiU. 35) We Mon Baenaae benwtft ba* 

ed. de la Ifaye. t. 7. p. 356. 36) Line 38. ck. I. „Loa 

moiaea a'oni ۟t qoe eopier eontre loa Juifii dea k>ix MIM 
aotrefois per las KTeqoe«; u et eh. 7. 9toti$cn$eft «fib ber 
3abalt ber üefcoe mit flfeter »crud^brteung oon 5Roate4a«ie« 
»iebermeben, eüc froheren emoernbnet, oon jDepptee (6. 30), 
Bcaanct (Loa Joifii d f ecddeat p. 188), »aü (But dea JoJfc 
p. 18) a. f. ». X«b bei 3o»/ obfcbm er ben grbften SbcU ber 
Gkfcae»fcttia>ibcrfettbflt, Id» ftb ***** **fiAbt faoai, n enn im 
aneb boftb fem febe ftrengrt Scrfabm gegen ®tbbon unb Dtantnl» 
qnmi/ benen er Cberfloibiubnit an btefltn Ckefien oonotrft, |U 



JUDEN (GESCHICHTE) — 56 — • JUDEN (GESCHICHTE) 



m biefen SRobuS fttfr äußert, le&rt btc ©efcfrtcfcte aller 
W$er Staaten. JReccareb verlief btr Brianifd&e Äirc&e, 
um in ber fat&olifc&en IBe&ölferung unb ©eiffligfett ein 
(Begcngewicfr gegen bie 9lobile6 unb ©arbingi ") ju $a* 
ben. Stur fcierburcb mürben bie ßoncilien ju Steigers 
fammlunaen unb ba* SJerufen oon folgen eine SSebingung 
für bie Streue bet (Seifilic&fett gegen ben Jtönig. 2>ie 
(Stb^Uung unb JBeförberung be« fatboltfcben ©lauben« 
war bie natürliche Soncefjum, bie gemalt werben mußte. 
Sac&bem bie Brianer gebeult unb befebrt waren , blieben 
bie 3uben allein nocft übng attf antifatbolifcbeS ") unb 
immer gefdbriic^eß Clement. 3m Subentfcume fab man 
bie £lueü(e aüer Äefcewien, weit jebe* Abweichen Dom 
tiicdntfd^en Sonctl notbwenbigerweife ficf> biefem ndbern 
mußte; bie Goorbinirung antijfibiföer ©efefce mit benen 
gegen tie Äefcer war alfo t>on jeber ebenfo natürlich, alt 
a bie Zoleranj mar, welche Suben unter Ärianifc&en 
Aerrf<fre*n erfuhren. Die 'Aufgabe ber fatbolifc&en ©eijt* 
lictfeit, namentlich in ben JJdnbern, wo ba$ ßbtiflent^um 
nocft nicftt burcft gleifcft unb S5lut ber Kopulation ge* 
branden mar, mar bafcer t>or Allem, bie Suben von jeber 
©erubwng mit ßfcrijien burcfcauS abjufcfcneiben unb alle 
fatalen ÜSerttfltniffe jwifcben i&nen aufzubeben. (S* ijl 
fefcr gut Dom SRöncfc SBlafiariS auSgebrutft"), menn er 
jagt: „9lic&t bie, welcfce jübifcft leben, befhaft ber Jtanon, 
fonbem bie, welc&e burcft ifcr ddia^oQwg ßmvui tyrer 
©etneinfcftaft nicfrt ent(agen." c ©alfamon* ) bemerft: 
„fttldtfiiav xoivtovtuv iytiv rjfiäg fieta twv 'IovSaiojv 
01 foiot natiQkg &&ovug." ©arauf liefen ja nur ade 
©efefce ber ofirömiföen Äaifer fcinauS, menn fte (Sfcren* 
jieflen unb bürgerliche Ämter ber 3uben raubten; e* 
folite (ein ©c&ein irgenb eine* ÄnfebenS bie umgeben, 
meiere oermittel* beffen nur föaben fonnten unb wollten. 
Saß bie« in einem ©taate, ber eben erfl au* einem 
Ärianifcben in einen fat&olifcben ftcb wroanbelt, boppelt 
mistig mar, fdüt in bie Kuaen. X>ott batten fie in un* 
geflirtet ©emeinfc&aft gelebt*'), bitten jeglic&en Hntbeil 

27) ©rimm $at bei Cembfe (0.179 ftote) btc ©emertung 
gemalt, bof tiefe« SÖBort e&er »ornefcme Höflinge al« ©ut«be(t$er 
bebrüten möge. (ftdmltd) au* gardr, bem altnorbifdjen aula, unb 
ber önbung ing ober iggqebtlbet; ügl. Deutle ©rammat. 3, 427.) 
Kur fo bem Ginne t>on ©rofen be« $ofe« Wnnen atte Stellen, 
wo e« erfdjeint, aufgefaßt werben. Die Lex Wiaigothor. (Üb. 
12. Tit. 1. 3) uberfefct e«, was fte faat, optimatea palatii atque 
Garding!, in baS erftere, mit et ftb nur um ben einen Begriff 
banbelt; cf. Du Cange sub voce. 28) JDa« fpricftt eben Äec« 
careb au« Leg. Visigoth. Lib. 12. Tit. 2. 3. (ed. If'*?fer I. 
p. 632): „Nam cum rirtua Dei totum univeraaliter acte verbi 
•ui radicitUB haeresium exatirpaverit fomitem vel aarculum, 
sola Judaeorum nequitia ingemiscimua arva noatra eaae poUuta 
regiminia nostri. 44 29) 3m Syntagma Alphabetic., ba« bem 

Synodikon oon »eöereg. einoerletbt ift, T. II. p. 145. 30) 
3ura Jtanon 11 be« SruUanifc^en Gondi« im Synodikon ed. Be- 
vtreg. I. p. 168. 31) J)ie Q\)t mit CT^riftinnen wirb erfl anf 
bem werten toietantf^en Sonett unter ©ifenanb unterfagt: M Ju- 
daei, qui Christianas mulierea iu conjugio habent, admonean- 
tor ab epiacopo cintatia ipaioa, ut ai com eia permanere cu- 
piunt, Chriaüani efficiantur. 4 « $o<b meint man bier fpeciett bie 
«be mH 3übinncn, bie Weinbar ober »irfli* (SbrifHnnen gewor« 
ben ffnb, wie au« bem golgenben ^etoorg tbt: quia non poteat 



am Seben, in öffentlichen Ämtern unb SBfirben, unb je 
weniger fte baran bacbten f bie Ausübung ibreS eiaenen 
ttultuö ju oerf(^leiern f je gleichgültiger bie Äriantfcften 
©otben gegen bfoergtrenbe Slaubenöanftcftten überhaupt 
waren , befto gefährlicher mußte ibre Äefcerei, befio t>er^ 
bienfttic^er i^re ©efe^run^ fein s> ), nad^bem na$ ber 
frieblicften ber Xrianer fem Änberer übriggeblieben mar. 
Sie natärlicbe golge oon SRecutreb'3 ©efedrung jum fa« 
tbolifdfeen ßbnftentbume mußten alfo ©d&ritte gegen bie 
bfe&er im Seben ungefiörten Suben fein. Sei ibnen 
mußte jut>6rberft baö geltenbe fatbolifcft^fanonifcbe S?ec^t 
eingefübft werben; wenn er ibre Gbegefefee, S3efc^neibung 
oon ©tlaoen, 3eugniß gegen ßbriflen oerbietet, fo berubt 
ba6 nur auf jenem unb leiner localen Tfnftcftt unb 12x* 
fa^rung. Aber et ging weiter unb mußte weiter geben; 
er fing mit bem an, womit bie fifygantiner aufhörten, 
mit bem JBerbote tyu* 6ultu$, b. b- ^er Wic^tanerfens 
nung beffelben. 6$ war baß natürlich. SDbfcfton SRecca* 
reb bem römifc^en Äaifer ftcb gleicfeftellenb Smperator 
unb 8flaoiu* M ) nannte, fein Ser^ltniß ju ber Fatboli; 
ft^en ©eijilicftfeit war ein panj anbere«. Die Sßtt&m* 
pfung ber Suben war bei tbm aueb ein politifc^eß fWo^ 
ment/ einmal weil er ort^obor ^anbeln mußte im ©inne 
ber ©eijilic&feit, für bie fein 2bun ober Saften gegen bie 
Suben Waßftab feiner ©eftnnung war, bann mußte er 
bie jablreic&en Suben alt gewiffe JBerbünbete feiner bureft 
bie Sefebrung jum Katbolidömu« entflanbenen geinbe 
aueb in beten eigenem Sntereffe wiffen. 3n beiben JBe« 



infidelia in ejua permanere conjugio, quae jam in Chriatianam 
tranlata eat fidem." 3Trt. 63 bti Mann, Concil. T. 10. p. 633. 
32) Leg. Viaigath. Üb. XII. 11t. 2. 2. (ed. Walter 1,631). 
33) £a« 6<b(<ffal biefe« 9camen« ift merfwürbig. 36n (atte 
»rtpofian juerft außgejet^net. Vber baf er jum au«}d4nenben 
Äaifertitel ber (ftriftli^en Jtaifer geworben, fettbem i^n öonflantin 
getragen, t>at o^ne 3n>eifel feinen ©runb barin, ba( gianiu« 
Se«paftanu« eben ber »ejwtnger be« 3ubentbum« unb Serufalem« 
gewefen mar. Yucb menn if)ti Conftantiu« unb Gonfrantin nur non 
Citaubiu« entlehnten (gentea Flaviaa propagavit, tote Trcbellius 
Poilio: Claudius cap. 3 $at), o&ne tiefe »ejiebung auf bie 3u* 
ben »dre er niemal« ber ftete Begleiter ber cbrif!(t(ben Surften ge* 
»orben. JEBenn ibn bti ben Congobarben Äut^ari« }uerft annahm, 
fo gefc^at) bie« alterbing« in bem ©inne, bafj man ijn nadj ber 
Änardjte a(« einen aRonar^enJ mit bie grietbifeben unb römifdjen 
Äaifer # anerfennen motte, unb e« mar fomit natdrlicb, bat tyn, roit 
9>au( ©arnefrib bemerft (de geat. Longob. 3, 16) , unb roit ei 
fieb au« Urfunfcn beftdtigt (cf. .tfnrmi, Papiri diplomatici p, 302 
—304 aq.), fdmmtluijc gurften nodj tym getragen, fßti ben 
Änaelfacbfen mar e« einfa*e Übertragung rbmifeber Begriffe, bie 
aud) in anbern Jdtten frattbatteii (Cappenberg, ®efcbi<bte Qnglanb« 
I, 563). föenn t^n Sttccattb bti feinem übertritt 8 ur fatbottfeben 
Äircbe annahm (Sembte €f. 85), fo mar ba« mot ntcJbt blo« eine 
9ta^abmung Xutbari«', wie man früber unb fpdter gemeint bat 
(Vaietius; cf. Acta Sanct. September I. p. 293, unb aud? Sembfe 
febeint biefer «Keinung nod? gemefen ju fein) # benn Xutbari« mar 
(a tbtn ein 2Cr faner, fonbern, um tytxmit fein auftreten al« 
Äacbfolger rbmifdj * f atbolt'Wer tfaifer ju be§ei(bnen, mot mit $tn« 
fiebt auf bie eigentliche 3bee be« tBetnamen« unb er t^at biefe, ba 
er gegen bie Suben auftrat, niel me^r gereebtfertigt, al« ibm fßti* 
paftann« (Belegenbett gegeben, ©er ömpörer gegen 9Skmba, 9>an* 
lu«, nimmt ba^er, wie einft bie Warn, fogleicb aueb ben Zittl 
glaoiu« an in bem t)erüu«fobembtn »riefe, ben er an ibn riAret; 
f. Pfarts, Kapafia aagrada 6. p. 541. 



JUDEN (GESCHICHTE) — 57 



JUDEN (GESCHICHTE) 



Hebungen galt e*, ben Sinflug ber Suben unb t^rer 
Sefeflfcbaft in jeber SBeife )u befc^rdnfen unb abjufc&nei* 
fceu. 3c weniger feji ba* eben erfl befebrte Ärianifc&e 
Bolf in ben fatbolifcfcen Xntfc&ten nocfc fein mu$U, unb 
je weniger fanatifcb eß fuft überhaupt immer erroiefen, 
btfto gefAfyrlufter war ber bauernbe Umgang mit ben 
Suben unb ifcren bur$au£ antifatboliföen Sweinungen, 
unb befio fcfedrfer mußten bie ©egenmittel angeivanbt 
verbau (Bt bat nic&t nur baß JBefc&neiben aucfj Änbe* 
rer **) aW ©flauen, fonbern au$ bie ©iScretion oon ©pei- 
fen vor Gfrifien ©erboten* 5 ); er uerfudjt eS bierburcfc, bie 
Suben juerft felbfi t>on näherer flefeflfcfcafttic&er SBerbtn- 
bang mit ben Sbrifien jurficfjufc&redfen. @8 gelang i&m 
nicftt. ©eine ©efe^e baben feinen bebeutenben ©infcbnitt 
in ba6 SJerbältniß jnriftften Suben unb (griffen machen 
Wunen, namentlich fo lange er nod) ntdbt ibr politifdM 
teben angegriffen. Cr beregnete ibre ©tanbbaftigfeit unb 
flugbett ntcfct, unb bie Aufopferung, mit ber man bie 
Sefefee umging unb umgeben burfte. ©efonber* ftnb e$ 
bie <Srogen, aber bie ©ifebut 56 ) Wagt, baf bie Suben 
Mi tftnen unterfHigt würben „sin postmodum contra 
jnstitiae instituta eorum pravitas subripiendos Prin- 
apuin animos aliqua sibi injusta poscant beneficia." 
fibenbie Sinfufet, wie wenia bie Cbicte be* Sfcccareb be- 
folgt feien, reijte biefen Surften ju unüberlegter 87 ) ®e* 
»atttfeat; er glaubte, inbem er mit ©eroalt bie Suben 
jur Zaufe ^wang, ben ©runbfafc, feinen, ber nicbt fa* 
tboßfcfc tft, tm Sanbe ju bulben, auf biefe SBeife am fürs 
jeften aufeuf&tiren, verbannte aber fcierburcb nur SBiele 
an* bem canbe, bie nacft SaDten flogen, unb erwarb ftcft 
riefet einmal ben JBeifaU ber ®eifttid&feit. Diefer fonnte 
eine gewattfame SSefe^rung nur unangenehm fein; fte 
föro&ftte ben (Stauben an eine JBefebrung burd» ben 
Seift toe* Gbtißentyum6 ben toleranten ©ewofcnern flegen* 
tter. Sftbor oon ©etrifla, ber gele&rtelte Spanier, fpri$t 
Met laut au6; „Cifer," faat er, ,fyattt ber Jtönig, sed non 
secnodom scientiara " "). Cr oerfuc^t lieber felbj! in 
»ucfce bie Suben gu überführen unb jeigt feinen 



34) JLegg. Viiigoth. Lib. 19. Tit. 2. 7 fonn nur fo oerflan* 
bot werben : „Nollua Judaeorum dreumeisionem operabitur carnis, 
■diu« haue tibi fieri patietar indempnis. Non tervus, non in- 
geauus aut libertus, incola vel extraneus ejuadem detestandae 
sertiaoia opprobrhun quacumque occasione aut perferat aut 
alten infem praesumat. Nam quieunque sponte talia fedsse 
▼el auatinuiaae probabitur, datae legi« aeveritate piectetur," 
taobrf nnturtfeb an Auiberbeftneibuna nidbt *u benfen ift. 35) 
begg. Viagoth, XII, 2. 8. 36) Ibid. XII, 2. 13. 37) Um 
1k ya ntlixtn, bat man an eine fftmunteruna bureb ^erofltu« %t* 
üdfi, mit bem Cffebnt grieben gettloflen. aDfefe örjd^lung SÄa* 
rianat (bei ScAoff, Hi»paoia iUuatrata 2, 357) wirb fton in ber 
Bote tfir tenrfeben fbcrTefttmg be« getrerad/ (JJcfcfti^te »on €Jpo« 
lifo IL «.340, 6e|WffftIt5 cf. Scbeerith Israel cap. 10. p. 30 a. 
ed. Amaterd. SB) Siaebutua, qui initio regni Jadaeoa ad 

ßdeai Chriatiinai promoTena, aemolationem quidem habuit, 
aod dob afiwmdom adentiam. Poteatate enim compulit, quoa 
proTOcare fidei rmHome oportuit. Sed deut est scriptum sive 
per oocasiasMsi aWe per Teritatem donec Christus annundatur. 
ffistoria Gotbomm in ben Opp. ed. AreTaL 7, 226. Oftne »ei« 
ticin %M emdbnt er K im Chron. ed. Areral. 1, 105, wdbrenb 
H 3P»en§ fkKinftt bm«b fem binjogefeete« conrocat mttbttifgt. 
X.CNcafLb. «.«,«. »HiH^citen. XXVIL 



©laubenSpenofien, baß bie 3uben aud ber ^eiligen ©c^rfft 
ju überfuhren feien' 9 ). Cr beutet in bemfelben auf 
raänbli$e Disputationen mit tt)nen t)in, unb Slbep^on« 
oon Sofebo folgt ifym, ba er fieft in feiner feltfamen 
Schrift über bte Sungfrau üRaria nur an bie Suben 
wenbet 40 )- •* bef6rberte uielme^r jene Verfolgung ba* 
©d^eind^rifient^um, unb biefeS war t$, baS nun bie 
©eijler ber ®eift(i$feit fajt burcbgdngig in ÄnfprucJ naim. 
Unter ©tfenanb, bem politifeben Anette ber ©eijtti$feit, 
gibt baö vierte toletanifc^e ßoncil bie ©runblagen beS 
weftgotbifeften 3ubenre$t6. 2(u8 feinen »efcfelfiffen ge^t 
beutlicb beroor, baß man ben Äampf mit ben Suben nun 
auf bie Hbfc&Iiefjuna berfelben t>on ben Gbrifien unb na* 
mentlic^ auf bie JBernid&tung bed ©cfeeinc^rijtent^um* 
richtet. Die Verfolgungen gegen bie Suben werben ge* 
mföbiaigt 41 ). Die burd) 3n>ang ©etauften muffen bie 
neue Sieligion bebalten; iegt wirb ben Suben juerfl jebe* 
politifcfte unb obrigfeitlicbe Amt unterfagt 41 ), aber faß 
aOe Ärtifel (58—65) bebenden nur bie ©laubenötreue 
ber ßonoertiten unb berübren bie Suben felbjl nid&t. iMan 
fte()t barin feine Ungerecbtigfeit, wenn man bie getauft 
ten ©ö&ne unb Softer ben Altern entjie()t r bie Suben 
ftnb, wenn man bie treuen Jtinber niefct an bem Sooft 
ber untreuen Altern S^eil nebmen l&$t, wenn man GfrU 
ftinnen (fideles) au£ ben Armen ber Infideles reift, 
„saepe malorum consortia etiam bonos corrum- 

Sunt^ unb alle unb jegliche ©emeinfe^aft jwifeften neuen 
griffen unb 3uben muß aufgehoben fein, je mefyr bur^ 
©unft SBieler oft bie flffieffe^r ind Subentbum bef&r> 
bert warb 48 )- 3m £inbli<f auf biefe Sleucftriften, beten 



3n ber jubifeben (Srtd^lung bei 6$e6et Se^uba (<Sop. 9) »erben 
einem Roberto d^nltcbe ©orte in ben 9Runb gelegt, unb flÄoriana 
(I. 1. % 357) fagt, no^bem er fte gemiebtUigt: „Verum regii 
conatus tanti sunt.** 

39) „Ad quorum refeUendam perfidiam quaedam ex Teteti 
teatamento aggregavimua tettimonia. <c Liber adv. Judaeoa 
t. 6. p. 2. (ogl. gronfel, 3eitf4rift 3. »b. 6. 228). 40) 
Bibliotheca max. patr. (Lugduni) t, 12. p. 554 a. (rißt ei: 
„Quid dicis, o Judaec, quid proponis, quid aatruifl, quid ob- 
jicia, quid objeetas? Ecce virgo nostra ex stirpe tua est, ex 
genere tuo est , ex origine tua est, ex radice tua est, ex gente 
tua est, ex populo tuo est, ex natione tua est,*' unb fo gebt et 
bti jebem ®a$e bureb boö ganjc S3u4). Der @tpl ift nur afftdirt, 
tute bitt auö feiner beffern ©ebrift De Virginitate perpetua S. BCa- . 
riae et de ejus parturitione berborge^t. 41) Conal. Toletan. 4. 
Art 57 in Mansi Concil. Collect, max. 10, 633. „De Judaeb 
autem hoc praeeepit saneta Synodus nemini deineepa ad cre- 
dendum vim inferre.* 4 42) Art. 65. „ Praecipiente domino 

atque excellent. Sisenando rege constituit sanetum concilium, 
ut Judaei vel hi, qui ex Judaeis officia publica nuUatenua ap- 

petant" 43) Art. 58. „Multi quippe hueuaque ex sa- 

cerdotibus atque laicis aeeipientes a Judaeis munera perfidiam 
eorum patrocinio suo fovebant." 833a* SBirga im Schebet Je» 
huda cap. 9 oon ber SDarreicbung oon @efcben(en an Gffebut unb 
bie w*v f)at, fHmmt naefe anbem Sencbten f^on mit ben Ber» 
fueben unter 9{eccareb äberein. ®(bon ©regor ber (Sroffe tobt ben 
Ä6nig^ „quia cum vestra Exe. constitutionem quandam contra 
Judaeorum perfidiam dedisset, hi, de quibus prolata fuerat» 
rectitudinem vestrae mentis inflectere peeuniarum summam of- 
ferendo moliti sunt, quam Exe ▼estra contemsit." Epp. UU 
9. 122. (Gregor, opo. t. II. p. 1029.) darauf bttftbt fify Dia« 
riana bei Sdtoff 2, 353 unb ^in cm ar tbeitt ben »rief Jtart bem 

8 



JUDEN (GESCHICHTE) — 56 — 



JODEN (GESCHICHTE) 



IBefenntniß fo unftdjjer war, bie in ben ©efefcen nodj 
Immer wie bte wahren 3uben Judaei genannt werben, 
tob bie meißen ©efege ber leges Visi$othonim ju oer* 
fielen, unl jubelt befonberö bad oon Sfointtla berufene ßoncil 
tn ben SBorten"): ## £ie unbeugfameSreuloftgfeit ber Suben 
föetnt entließ bur$ fjö&ere (Sute unb 3Ra#t gebrochen, 
weil ber bur<$ göttlichen «&<*"$ unb ©laubenöeifer be* 

2{eelte, auSgejeic&netfk unb $ri|ilic&fte gfirjl mit ben 9>ries 
(lern feineS Stetc^ed »otogen bat, bie 9>rdoaricationen 
alföbeit) unb @uper|httonen ju entwur jeln unb Äeinen 
©taate bulbet, ber nic&t fat&oiifcb itf." „2>iefe$ ©lau* 
benäeiferS wegen jiattet fie bem mistigen ©otte, bem 
$tmmel$fönige £)anf ab, weit er eine fo erhabene ©eele 
gtföaffen unb mit feiner SEBetö^ett erfüllt fcat;" benn 
eben bem G&intila Ratten biefe 3uben ein JBerftc&erunaSs 
(((reiben tyrer Sreue gegen baS <5&rijleni&um geben muf* 
fen 4& ). SRan barf gewiß baS oben ©efagte nicht auf alle 
»Wlic&en 3uben bejiefoen, fonbern nur auf bie, welche 
einen ©d&ritt inS G$riflent&um, wenn aud) nur fcfceinbar, 
getban unb nun oer&inbert werben follten, ben Stritt 
jimicfjut&un. JDie ©eijilic&feit fab wol ein, baß na$ 
ber focialen ©Reibung ber wirflicfcen Suben biefe beim- 
liefen mel gefäbrlicfcer, ifcr ©nfluß auf bie SBeltlidjen ein 
unberechenbarer war; bafcer muß ber fo gepriefene {S&in* 
tita felbji fc&wören, baß er unb jeber nat&folgenbe Äönig 
niemals ifcrer ?>erfibie gfinflig fein werbe, weber bureft 
Stagldfftgfett, noefr burefc Sedier oerleitet 46 ). ©afcer 
wirb fdfron jeftt tyre ganje ©enc&tSbarfeit bem weltlichen 
Ätanbe entnommen unb bem getfttidben übertragen 47 ), eine 
Sfcafreael, bie oft etngef$drft wirb; SReceSwintl), ber oon ber 
©etplipfeit auf ben S&ron ©r&obene, fagt baS in feiner 
Concilienrebe (oon ber Sebeutung unferer 3$ronreben) 
beutlid) genug, ©eine SBorte beweifen oor Allem, wie 
weber mit bem jDbigen bie offenen Suben gemeint, no$ 
biefe mit Judaei allein bejeit&net werben 4 *): „Auf baS 
Beben unb bie ©itten ber 3uben n<Smlid> beute icb fein, 
oon beren neuartigem SBefen t$ ba* £anb meiner Siegte* 
rtmg allju fe&r beflecft weif; benn ba ©Ott, ber AU* 
mutige, alle Äefcereien in biefer ©egenb oon ©runb au8 
ausgerottet fcat, ßefct man nun biefe* allein oon Sottet 
f^rfnbung jurfitf bleiben , wo* entweber bte 3njfcinbtgfeit 
imfere* ©ebete* oerbeffern (auf bie alten 3uben), ober ber 
2hm feiner Stacke oermefcten möge; benn bie (Einen fe&e 
td) Im alten überlieferten Srrt&ume bie ©efege ber Stocfc 

Italien mit (De cavendis ritüt et rfrtutibus exercendis) in 
feinen Opp. omn. ed. Sirmoudi. (Paris 1645. Pol.) 2. p. 35. 

44) Condl. Toletan. 6. Art. 3 ap. Mmsi 10, 663. 664. 
45) Daö gebt au« bem Pladtum Judaeorum fceroor, ba« ffe bem 
jRrcetrointy geben muften; battn (etft et: „Ben© quidem ac raste 
not meminimus computsos ftdsse** unb „placitum in nomine oivae 
menoriae Centhilani regit pro conaervanda fide catbolica con- 
•oribere." Legg. Visigoth. 101, 2. 16 unb aRanfibat H an 
bal Condl. Tolet. oetav. anötfü^t t 10. p. 1239. 1230. 46) 
„fted et nullatenus eorum perfidiae favens vel quolibet ne- 
gketa aut cupidiute illectui." 47) eit fttpm gonj um 

tti fonontf^em dttfit „Ne ergo quibmeonaue adinyentionibns 
oaBMltai Jndaeonun indealnenti perteqaenda conato subrepat 
aöeiiens profano juri liceutiam," Legg. Visigoth. Xu, % 15. 
48) Concä. Toletan. 8. Art, 1. Mann 10, 1100. 



loftgfeit beibehalten, bie Anbeten aber, obfefyon fte bureb 
bie SBafcfcung ber ^eiligen Saufe entfüfcnt pnb, fo mit 
2t P in ben 3rrtl)um be§ Abfallt oerf allen, ba(? an ibnen 
bie (Sntwei^ung ber ©ottedldflerung abfcbeulic^er gefunben 
wirb, a\i an jenen, Don benen noc^ niemals befannt 
mar, baß fte bureb bie (eilige glutb ber SBiebergeburt 
aereinigt feien/' ©a§ ©(treiben, welefteö i^m oon feuern 
überreicht mürbe unb worin bie überreifer , wenn fte 
perfidi waren, (eine ^erftbie unb ÜBeineib begingen^ 
rann aueft nur oon Keu^riflen (errüfcren, welche fd^wu? 
ren: „Judaeis etiam non baptizatis nulJo penitus 
execrando consortio consociernur." £aS ©efe| ber 
wefigotbiWen ^olitif war oon nun an feine ©ewalc me^r 
gegen bie Ungetauften, fueftte aber jebe ©ewalt gegen bie ge* 
tauften Suben an juwenben unb jebe« gefeliige JBanb jwifc^en 
Suben unb Stiften nieberjureigen. 3n biefen jwei ©e; 
banfen concentrirt ftcb bie Steoifton beö 3ubenre^t§ burc^ 
Groig burefrauä; aut ibnen auf eine anbere Verfolgung 
gegen bie ungetauften Suben, al§ bie war, ba$ man ibnen 
oon feuern jebeö obrigfeitlidje Amt unterfaßte, ju flie- 
ßen, wdre falW 49 )* ©«in 3eitgenof[e Sultan, ber <5rj^ 
bifc^of oon Solebo, fagt 2lfleS bieS in feiner ©c&rift 
gegen bie 3uben beutlic^; auf bie oollfldnbige ?o6reifjung 
iöbifcfter unb ^riflli^er SBer^lltnifle bejie^en ftc& feine 
SBorte 50 ): „Peritorum mos est iste medicoram, ubi- 
libet vulnus serpit io corpore, ferro vulneris ma- 
teriam praevenire et .... radicitus amputare putre- 
dines antequam sanas ulcus noxium inficiat par- 
tes." Sr fürchtet oon ben Suben nur ©efa&r jfir ben 
c^rifilicben ©lauben 61 ), auf bie ©efefcrung ber Suben 
oer)ic^tet er: 5 ,Ora enim talia arraata sunt non fidei 
ferro, sed perfidiae gladio, nee testificatione pro- 

phetica, sed obstinatione dolosa nt si non 

corrigatur Judaeus 61 ), saltem proficiat Christianus." 
Xuefe er oerfolgt nun bie linguas unb pestilentiosos ob- 
jeetus ber 3uben, unb in btefem ©inne iß aueb oon 
Croig ein ©efeg erfc^ienen, baö gegen bie Sdßerer ber 
c^rifllid^en Religion gerietet if! M ). Aber Croig gibt 
noeft eine 9R6gltcb(eit ju, einem ungetauften Suben ein 
Amt ju fibergeben, ndmlicft wenn ber Jtönia rt für rec^t 
ftnbet 44 ), unb Sulian tnm Stolebo (mtte fa felbft einen 
Suben jum treuen Diener, bem er jur Serounberung be& 
3baliu« fein ffier!, ba* 9)rognojttfon, anoertraut *). 



i 



49) Qaqt er ja felbft: „Perfida Judaici erroris aaepe calü- 
ditaa eo Tehementiaa dureteit in crimine, quo institutis contra 
se legibus nititur frequentius contraire." L^gg. Visigoth. XII, 
3. 1. 50) Liber contra Judaeos tn ber Bml. patr. Maxima 
Lugdun.) 12. p. 615. ©on 3utian bttUbttt ber gloubwürb^e 
ffbor oon ©abajoj felbfl, bog er j»or oon cbrtflltcben Altern 
geboan, bfefe aber oon iäbif^em ©efd>te(bte gr» e fen feien in F/o- 
rez 9 Espaffa sagrada 8, 294. 51) a. a. O. ©. 616 a. 52> 
jDaf am önbe ber Seit aud? bie 3aben belehrt fein werben, ift 
ber Sroft unb bie Hoffnung ber ortyoboren Vn|tä)t; cf. Tajonis 
Sentent üb. 5, 25 bei Ftorez 31. p. 529. 53) Legg. Viaig. 
Üb. 12, 3. 9. 54) „Excepto si prineeps aliqua utilitatis publi- 
cae.id fieri penniserit causa/ 1 Lib. XII, 3. 17. 55) Barcinon. 
praeaul. opera in Florez, Espana sagrada t. 29. p. 448. 3d) 
t)abt ben »rief in JJranfer« 3eitf4rift (3, 230) mttgetbeilt. SDer 
9tame 8ttfKtnme f ben er ftyrt, iff ein mirtti* gebrdu^lü^er. €5o 



JODEN (GESCHICHTE) — 

Sgtca nimmt nur einige SBariattonen beffriben ©ebanfenS 
w, er t>erfprit&t wie IBaftliu* bie $rofe(pten ju belofc 
nett, bie Saßen ber Unaetauften ju vergrößern unb felbfi 
tbren ganten (Sefödftffreid auf fte felbfi ju befc&ränfen. 
3mmer na&er alfo an ben Sluin ber iübtföen J8e&arrfi<fc 
fett rürfte bie fpffrmatifc&e Sntoleranj, aber überrounben 
tonnte fte unter Säer&ältmffen, wie fte ft$ unter ben leg* 
ten Äöntgen gefialtet Ratten, niemals »erben; bie 83er- 
folgungen tonnten ibren 3werf nic&t erreichen unb Ratten 
baber trofc aller Maßregeln unb Berpfltcfctungen nicjt 
nur ber Religion gebeime gefdbrlic^e fteinbe, fonbern rac&es 
glityenbe, wettreic&enbe für ben ganjen Staat geroecft, auf- 
gejogen unb gend&rt. Die Suben mußten in jeber ÄriftS 
be$ €5taat$leben$ ein araeä SWoment für tyre Unterbrfidfer 
werben; fc&on «gjtlbericp, ber Statthalter oon 9tf$meS, 
üerftattete ibnen in feine ©ebiete ju fiteben, ba er an 
tynen täcfettge 83unbe$genoffen gegen SBamba'ö $exxn, 
ben er ni$t anerfennen wollte, ju ftnben feoffte 66 ). ZU 
*a* SBeftgotfrnrety, im Snnern jerrüttet, Don ben Arabern 
bebrobt war, ftnb e$ bie 3uben, bie in ber Zfyat mit 
biefen Serbtnbungen angefnfipft unb fte jur Eroberung 
emgelaben &aben**) m6gen; Sgtca will fte nun burrtyau* 
unftydbttcf) matten, erniebrigt fte fämmtlicfc ju ©flauen 
unb wtO fte aW folcfce . entblößt oon allem 83erm6gen, 
bad er ibren ©ftaoen übergibt, burtfr Spanien jerftreut 
baben. ^eilicb ber Abgaben, bie fte gegeben, barf ber 
Staat ntdjt oerlußig geben; badjentge, n>a$ ber jäbtföe 
£err gejault Gatte, muß ber c&rtfilic&e Sflaoe aW (Srbe 
weiter begabten. 3bte 3abl muß alfo noeft immer eine 
febr bebeutenbe gjewefen fein. 3efct war biefe SRaßregel 
golge wmgurdjt, wie fte fr&ber eine felbfifucbtige ßoneefflon 
war. Anbeten Suben fti ), bie eine (Solonte in einer raupen 



fcefft ein SHfcbof in 9ftimtbten, ber bfe fünfte confranrrnopolttaner 
Gnnooe untertreibt, unter 3aftfman, bei Jf/mtt, ConciL 9. 
p. 176. 393. 

56) jDicfe 9tott| a,e&6rt $»ar btot bem 8uca« Subenff* (bä 
Schott, Hispsn. illuatr. 4 % p. 59), tote fäon Sembfe bemerft 
(a. a. O. €5. 103)^ fte lägt ftä) aber auefc feibfl au* 3ulton'< 
Historia Wambae (bei Fforez, Espana sagrada 6. p. 544) 
fötiefen. 57) 2)a< erfdpeette 17. totetaner (Senat berietet ben 
»Hergang: „Non aolam ttatam ecclesiae perturbare maluerunt, 
Ter um etiam ans« tyrtmtüco inferre comati sunt ratsam patriae 
ae papufo aafotrso, ita nempe ut tuum quasi tempus inuenisst 
gaadentea diversas in Catholicia exercerent atragea, unda cru- 
delia et stupeodn praesamdo crudeliori debet exstirpari eup- 
plicio et ita in üs ordlnatim debet aaevire Judicium, quatenua 
uaquequaque puniatur, quod uequiter definitum dignoteitur." 
Qrrfl wd^renb bo€ CTondl beifommen toat, tarn bie Jtunbe oon ber 
jäbfftten tkrfdMrtmg: „Qaa de caoasa, dum in hac saneta 
ajnodo per aHarum canaiaram semitas dirigeremua cautiasime 
^reaaua exiewtplo eorundem infidorum conspiratio ad unionis 
nostrae ptrvemU auditiu," baf ße et „Regni faatigium tibi per 
conspirmtkmem usmrpare maluerint." &ai $tbt)txt ber Qonfpiratton 
ffr nlcbt u e t 6 Jf e n rt(<bt »erben / obfd)on e« bie SBerfaromlung oemuft 
bat: »Quod infimatum ladbua dum ex ipaorum profes*ionibu$ 
noater pUnhsiwu noaaet oonTentut , M unb auefc bie 3Trt # wie man 
|u tiefen QkftdnbnjfTin aefommen# toirb x>ttfäpDit$tn. Concil. XVII. 
(im 3abre 094) bd D'Jgmhre, ConciL HUpan. (Rom. 1754.) 
t 4. p. 340. Art. a 58) Bat. 8cmbfe a. a. C ©. 196. 

Sie «itofre da Lamguedoc I. p. 373 bdlt bie f)dffe für aeouflillott 
be (a 



59 — JUDEN (GESCHICHTE) 

©eaenb an ben gatitft&en SngpdjTen btlbeten, wirb fein 
©quo unb feine Smpfeftlung an ben bortigen «^erjog ut 
St^etl. ©ein Stacfcfolfler, SBttija, wirb bie inneren ©o}JU 
ben beö ?anbe* auf belfere SBetfe, burc^ SXtibe, baben 
feilen woflen. £)a$ er bie Suben ntc&t femer »erfolge, 
ge^t niejt fowol au$ ber barfiber beriebtenben Wottj*) f 
a(d ber SBut^ fdmmtlic&er geifttic^er ©^rtftßeUer über 
biefen ÜRann beroor. ©te bef^uibigen tbn, bte ßonet 
lienbefcbtfiffe feiner 3eit gu (egertfe^en 3wecfen nttdbrautjt 
ju fcaben. 6r war ber vorlegte Ä6nig gewefen; baf 
unter t^m wtrflt$ bie jubifeften SBerbdltniffe anbere ge* 
worben, ober bie löefe^Ie €gtca'* nitftt ausgeführt wor^ 
ben fein mftgen, gebt au* ber SWacbt unb gefc^lofftnen 
3a^)l ber Suben in Dielen ©tdbten ©panienö fcert>or, fa 
ber fte ibre S3efreier, bte 3erfl6rer bed JReicbeS, bie 
Araber, empfingen. Gorbooa, S^arnatta, Solebo, ©e« 
DiÜa werben ibnen jur jöewacftung oon ben Arabern 
fibergeben ••). 5Wi*t bloö auö biefen Angaben gebt tbre 
wette Serbrettung burefc ©panien Ijer^or, aueb auS ben 
®efe^en 61 ) felbfi. überall lebten fte in ben SSer&ältntffen 
ber gotI)ifcben Untertanen fiberbaupt; fte waren Ärfer* 
bauer 62 ), »g)anbwerfer unb Äaufleute 65 )/ verwalteten alt 



59) 8 ein bfe @. 1*20 ctttrt ben gucaö oon Sup. Ditoorao 
•obre ei eatado de loa Judioa p. 145, baß Chronicon attribuido 
a San Julian, fcaben aber bie »ttfeti^fle ©teile überfefeen, wtä 
Suben babet nuftt genannt ftnb, obwol babei fafl bie ©orte be< 
(Sefe^eö wteber^olt ftnb. 3ftbor $acenfit bat ( Flore* t Ba- 
paiia sagrada 8, 291): ,,Qul non solnm eoa, quoa pater daov 
naverat, ad gratiam reeipit tentoa exilio verum etiam clieatuUa, 
manet in reataurando , nam quoa ille gravi oppreaserat jugo, 
priatino reducebat in gaudio, et quoa ille a proprio abdieave- 
rat aolo, iate pie reformana reparabat ex dono aieque codto- 
catia eunetia poatremo cautionea, quaa parena more aubtraxerat 
•ubdolo, iate in conapectu omnium digno cremavit incendio et 
non aolura innoxioa reddidit ai vellent ab inaolubüi viaculo r 
verum etiam rebus propriia redditia et olim jam fiaco mandr 
patia Palatino reatatirat officio. 1 ' 60) 9la4 tyuuto 5bn SKa» 
^ammeb ai SÄafart (md)t $Rohi, tote Ztmblt immer (at) od. 
Oaynngos I. p. 280 — 284. öonbe, ©efebtebte ber SKaure» in 
Spanien I. @. 73 (uberf. oon dtutfebmann); Murphy, Makom. 
Bmp. in Spain (au« Äftmeb) p. 65; Cembte 1, 266. 269 au* 
arabtf<ben Autoren 5 et Rodericus Toletauu*, De reb. Hispan. an« 
Schott, Hisp. Illustr. % 67. 61) ©te Tanten ber eanbfdwftei, 
an beren S3ertoaItet ©tftbatuö ben SBefebt erld#t (Legg. Visigotk. 
12, 2. 13), ftnb oerborben unb in ben oerfdjiebenen ^anbfcWft» 
oerfdjteben. SBd^renb bei einbenbrog 2Crbt, Urgt, öturgi, SÜß 
tuvai, SBtacttui, 2fgatttatd / <£ba$i unb (Spagrt fte^t, betpen ft im Fuara 
juzgo en Latin y Castellano (cotejado con las maa anUguaa 
y precioaoa Codices por la Real Aoademia EapaSala [Madrid 
1815. Fol] p. 143), ber für bte befte «ebaetton ber Legaa afftf 
fßaxbi, Kuögt, ©turgt, SUiturgt, SSiatuld, 3urigiac # QlcM, 
(Spagd, unb ber fpanif^e Faero fyxt p. 180 fBrabi# Jßefhirai, 
3litur9t, Surgti SRacia, Znqia, Zatoai, 9%abxi, öpe^ru Ku«gi 
ift ba« Oflifti be* Itinerar. Antonini, Urai batf Urgao beffelbctv 
übrigen« ift urgi (Snbung mebrer 9^anun # mit in ©turßi (XftneiCaV 
Äontfhirgf u. f. m.j Sugta ifl Vrteaua* ogj. SÄannert I, 306. 7. 
62) ö« »trb ben 3uben alle Arbeit am Conntag oer boten, „ut 
aive^ alt Judaeua aive Judaea quodlibet opus mraiifer die**js 
dominicia exercens vel lanifiän faciena aeu quaaeunaue op ur m 
tiones in domibua, agris vel ceteria talibus ageaa." Legg. Vi- 
aigoth. 12, 3. 6. 63) 60 befttblt öaica (Jt. 2, 18), baf 1% 
Suben „tantum inter so ipai habeant Ucaatiam propria 
mercia definire tf etc. 

8* 



JUDEN (GESCHICHTE) — 60 — 



JUDEN (GESCHICHTE) 



IMonomen unb ?><i($ter 64 ) bie ©fiter 2fnberer, au$ w>n 
©eiftlicfcen. 3n ben SBaffen erföeinen fle geübt / wenn 
fie gilben* otö fiJunbefyenoffen, (Srutg al* »ert&eibifler 
ber ©nßpäffe, bte SRufcammebaner oft al§ alleinige ©es 
fafcuncj bet eroberten ©tdbte befallen, ©ie lebten in 
(Sememben jufammen, bte al$ folge eine gewifie Summe 
an bte ©taatScaffe &U jaulen Ratten; bie ©umme würbe 
auf bie eingeben SRitglieber repartirt. (Sgica belohnt unb 
frejtraft auf einmal, inbem er ben Sdufling oon ber Abs 
gäbe befreit, bie ©emeinbe aber »on ber auf fte fonft 
Tepartirten ©umme niebt entbinbet 6& ). 33on einem be* 
fonbern Subenoiertel ifi nidjt bie Siebe; eS lag aber wol 
in ber Statur beö 83er&<Htnijfe$, baß man ibren Umgang 
mit ben G&riflen melme&r als eine Trennung oon ibnen 
beförbert böben wirb, baber fein fpecietleS (Sebot ober bie* 
fen aud> in f anoniföer w ) £inftc&t wichtigen 9)unft. 9la$ 
bem SSertrauen, baö fte oon Anfang bis (Snbe bei ibren 
Sanbeßgenoffen jur Verwaltung tegligen ÄtnteS gefunben, 
nag bem freunblicfeen Söer&ältniJTe, in bem ftt? ju SBelt* 
ligen unb ©eitflicfren 67 ) gejlanben, nag bem Umfianbe, 

64) Legg. Viaigoth. 12, 3. 19 bot bte Überfcbrift: „Ne 
Jodaei adminiatratorio iuu sub ordine Villicorum atque actorum 
Chriatianam familiam regere audeant. 1 * 65) Quicunque 

deineepa ex perfida Hebraeorum plebe vir aeu femina ad ca- 

tholicae fidei rectitudinem redierit ab omni Über 

toaneat onere fwictumi*, quam pridem judaismo consistens pu- 
bücia utilitatibua uaua fuerat peraolviaae, ita videBcet, ut illia 
exaolutionibua ejua funetio creacat, quoa adhuc deteatandae 
incredulitatia fuacat nequitia. Injustam namque est iüoa cen- 
aionis onere praegravari vel judaicis ampliua indktionibus im- 
pUcari , qui jugum Christi . . . noaeuntur excipere. $)a ber 
etaat ber SBeftgotben in jebem Ginne ein confritutfoneller mar, 
fo erfldrt ftcb/ baf biefe Abgaben, wie alle, niebt an ben Äönig, 
fonbern an bie ©taat«caffe, bie publicae u tili täte«, fallen. (36 ifi 
wichtig, ju ernennen, mit bie 3uben bie ooüen greibeiten eine« freien 
«Bannes grnoffen* cf. Legg. Visigoth. 12, 2. 18. 66) Ab 

Inltio, beifit e« in einem orientalifdjen «efponfum, beffen ©runbfafc 

Lba* ©betto in ber gangen Gfyrifienbeit 9lorm geworben, qui- 
indultum eat, ut in Chriatianorom regionibua et ciyitati- 
bua diveraae linguae et religionia hominea habitarent, utpote 
Judaei, Armenii, Ismaelitae, Agareni, et alii ejoamodi non 
promiacue tarnen, aed seorsim. Unde etiam harum tribuum 
Cfrfque extra civitatem Tel extra loci determinantur, ut hia cir- 
oumacribantur nee alteriua eorum habitationea extendantur. u 
Reapon. Joann. Citri Epiac. ad Conat. Cabaa. in Bonefid. Jua 
Orientale p. 218. SBei ben IBeftgotben waren gemiffe Conventua 
Judaeorum ber Vufftty eine« ©eiftlidjen übergeben, ber fte an ben 
Jübifcben gefrtagen in ber Äirebe ©erfammelt, für ibre SBefennrnffi* 
febrfften ein eigenes Hrebiü befffct (12, 3. 28), für bie »efannt* 
f<&aft feiner 3uben mit bem ©efe$e ja forgen unb bat Xmt eine« 
grifttfeben $olfeeibirector« ju ©ermatten dat. Sin rrifenber wefh 
gotljtfcbrr 3ube brauet einen geifHieben $afi, ben er bti jebem 
©eiflticben ber Grabt oor&efgen unb m'firen (äffen unb in bie «fceimatb 
tmterfebrieben jurücf bringen mu8 (12, 3. 20). 67) SBon ben 

tBeltlidjcn wirb gar feine »erubrung in obrigteittieber SBejieJung 
mit 3uben gewollt, „ne capiditaa aecularium fidem noatram 
nacnlet aeeeptione munerum/ 4 Legg. Visigoth. 12, 3. 25. 
fteftb unb 2frm gab ben 3uben feine ©efcbdfte in bie *anb (12, 
3. 17), bie ©eiftlitben übergaben tynen ibre ©üter jur Verwaltung 
(12, 3. 19); ebenfo wie bie 8aienri<bter, t^un fte oft niftt ijre 
|)fli(bt (12, 3. 24), unb ijrem Umgange mit ben 3übinnen wirb 
eine ©renu gefeftt, bamit er nfdjt ju verbotenen fingen fübre 
<12 # 3. 21). ©iefe ©efeje, bie atte ber eifrige öroig erft gibt, 
atfo ein Sa^unbert naa) Äeccareb^ enthalten noeb ba« ©efet/ 



baß eben bte fhengßen ©efefee ber mistigen @etfi(id>feit 
erfolgten, »o bat jubif^e Seben am meiflen mit bem 
nationalen t>ern>a$fen war, unb na$ ber gdnjli^en SbeiU 
najimloftgfeit ber Kopulation an ben Verfolgungen ber 
3uben wirb Aber ben ffttlic^en M ) 3ußanb ber Suben nur 
ba« S3ort^eil^aftefle gefolgert werben (innen. Die IBe* 
^anlijftfeit unb SDffenbeit, mit ber fte ftcs> ibreS ®lauben^ 
unb ibrer ©ebrdudbe trog beS SebenS unter ber Station 
m$t fcbdmten, nic^t mit ibnen aßen unb tranfen 69 ), wenn 
ibre Religion eS oerbot, Sffentlicb tftre gejle feierten 10 ), 
natfy fo oielen Setben unb Opfern niebt baoon ließen unb 
felbß nac& allen 3u^efidnbniften jteft ju bem be6 ©c^roeine^ 
fletfcftelfenö aueb nic^t im ©c&eine oerjle^en wollten 71 ), 
zeugten oon bem ernften unb gebilbeten 6b«raf ter, ber bie 
3uben noeb fpdter in Spanien auöjeic^net. S^re SSt* 
barrlicftfeit im ®lauben war feine ftnftere unb gebanfen= 
lofe; ibre Disputationen waren gefürchtet, i^re tbeologis 
fc^en Semerfungen ben ©eifiltc^en ein ®rduel; obne eU 
gene ©ilbung burc^ ibre Literatur bitten fte fol^ raf- 
pnirter Verfolgung nieftt wiberfieben Wnnen. @d fehlte 
tyntri nic&t an SJüc&ern unb ©Triften, bie jum 3%eil 
ben Sleucftriflen »erboten waren; bte SKubammebaner fan^ 
ben beren noeb eine große 3abl 71 )- ©ebon oon bem 
10. 3abre begann ber Unterricht; eö tft flietßia felbjl oon 
benen fiubirt worben, benen eö bei ben bdrteffen ©trafen 



baf Baien bie 3uben privau poteatate gegen bie Vnmafung ber 
©eifliiebfeit befdjü^en. 2>ie ©etftlidjfett btftatitf fte, flagenb über 
bie Untreue oon Suben unb (griffen (ConciL Toletan. 13. 603. 
bti VAguirre 4, 285 unb Concil. Toletan. 16. Art 1. p. 325), 
fte/ bie erft 656 im Concil. Toletan. 10. Art. 7 (bti D f Aguirre 
4, 155) ibren eigenen GoUcgen, ben$)rieftern, oerbieten mufte, 
ben 3uben ©ftaoen ju oertaufen. Ärjte fdjetnen bie Suben in ber 
3eit nidjt gewefen ju fein, benn fonfl würben gegen ibre iBebanb* 
lung SSerbote oorbanben gewefen fein. ($& war fanonifcb jebem 
C^riften oerboten, wenigflen« fdjon feit 3ufKnian im Oriente, 3Xe« 
bidn oon ibnen ju nehmen (et Canon. II bti Concil. Trollan. 
im ©pnobüon bH IBeoereg. 1, 168. SBalfamon unb 3onara6 
ju ben Apoatol. Canon. I. p. 41 unb bie (Spitomen btefer Aano* 
nen im Jua Graeco -Roman, ed. Leunclav. I, 30), ein ©efe^, 
we(<beö aui biefem (Soncil aueb bat Decretum Gratiani angenom* 
men (Secund. Para Cauaa 28. Quaeat. I. cap. 13) unb bie SBefh 
gotben würben baö niebt überfeften baben. 3Der Meinung 8embfe'S 
(a. a. O. 0. 245), baf bie Xr§neirunft eine bti ibnen oeraebtete 
gewefen, mtberfpricbt am beflen ber Wtiftge ©ebraua) oon drjts 
lieben Äebenöarten im Staube ber b*<bften ©eiftlia>en, mit fte im 
öonriltcnfrpl gefiinben werben. 

68) £)at 17. Concil maebt ibnen ben Borwurf: „Multotiens 
jarisjurandi profanatione noacitur maculoaa." 3n ber $%Qt 
fübrten bie ©efenntniffebriften* mit i^ren eigenen gormein (Legg. 
Viaigoth. 12, 3. 14), bie ©cbwüre^ bie (Sroig niebt minber nor* 
mfrte (12, 3. 15), fetbft bie tyladta be« (Sbintüa unb ftecrtwintb 
bie 3uben, wetebe nur gezwungen glaubten, babin, bti Segriffen 
ms febwbren, an bie fte titelt glaubten unb fo allerbingö in ben 
iCugen ibrer Reiniger ben tarnen ber ÜReinetbigcn ju oerbienen. 
SDer SBueber gebieb bti ben SBeftgotben, aber (ein SBefebl gegen 
3uben ifl barüber oorbanben. 60) Legg. Visigoth. 12, 3. 7 

aicut de eada ita et de poculis obaerranda eat etc. 70) 

Legg. Viaigoth. 12, 3. 5. abbat, 9ctumonb unb 8aubbüttenfeft 
werben au«brüetlicb erwdbnt. 71) ©iefe* eine batten fie ftcb im 
fXacitum an Äecrtwintb oerbeten^ boeb ba« bamit ©efoej^te ju 

atn oerfproeben. 2Cud? Gtarig erldft ibnen biefe« „ai forte faati- 
ente natura refugiunt/ 4 72) 8g(. granfel # 3eitfa>rift 111. 
6. 228—231. 



JUDEN (GESCHICHTE) — 61 — 



JUDEN (GESCHICHTE) 



unterfaßt »ar; e6 iß (ein geringe^ 3ei(&en t^rer eigenen 
Jtenntmß, baß iftrc 3eitgenoffen, bie gelehrten ©eifiitdjen, 
3f*or unb ©raulio, Seanber unb Sulgentiuö, oertraut 
ftnb mit fcebräiföen ©ebanfen unb Deutungen, bie fte 
nur oon 3uben empfangen foaben fonnten 74 ). Kirgenbß 
blühte fcebräifcfce Literatur unb ©prac&e bei ben 83olfern 
beffer, al$ too bie Suben felber frei unb gebilbet lebten. 
Dad Berfrältniß ber 3uben in granfreicfc mar 
unb warb ein anbereö. 2fu# fcier jieigt ifcr Aufenthalt 
bis in frfibe 3eiten gurutf. Ärc&elauS, ber ©ofcn be$ 
$erobeft, ftnbet fcier ein unfreiwilliges 2Cfpl 74 ). SBon ur* 
alten SBerbinbungen mit ©allien geugen jübifc&e 9lafy 
richten 7b ), im fcanbe felbji erfcfceint mit ben erfien lite- 
rarifcfcen ©enfmälern in JBerfen unb Snfcfcriften ber Warnt 
ber Suben 76 ). Unb nic&t blöd ber fublic&e 2fceil ®allien$, 
allerbinaö oon je&er bürg Sultur unb JRetcfotbum ber an* 
giefcenbfte, mar oon ibnen befefct; Korb* unb SQSeflfranf* 
reid& foaben ebenfo frul) Suben unter tbrenSBeroofcnern gejault, 
gur tyr politifcfceö unb focialeö geben gibt nun aucfc wie* 
ber ber 3ujianb be$ cfcri|llicben ©efenntniffeS unter ber 
8Jeo6lferung unb ba$ SBerbältniß feiner Vertreter (ber ®eifh 
lic&feit) gu ben gfirflen be8 8anbeS ben ÜRaßftab. ©o lange 
ebenbied ntc^t in allen Sanben ber G&rijienbett gleich mar, 
fo lange föioanften bie ©efefee, unb nac&bem erft ber (&ri|h 
licfte Seift, fomeit er in baö fceben bineinragte, alle na- 
tionalen unb Politiken Untertriebe aufgehoben foatte, 
tonnte biefer 3uftanb niefct überall einer unb berfelbe 
werben. £)a* füblic&e ©aUten ae&irte noc& ben 2Crianu 
f$en SBeftgotljen ; biefen gegenüber erfennt man tei$t 
ben politif^en ©ebanfen, al6 Globroig ein Xafyolil 
wirb. Cei feinem Äriege gegen 2tlaric& II. werben fym 
ja beutiiefr bafcin gielenbe Sorte in ben SWunb gelegt 77 ). 
3)aS £eibentbum iß au* bem Sanbe unb ben bergen 
nod} lange niefct oerfc&rounben; baö fat&olifc&e Clement 
liegt in ben Ädnben macfctlofer (Sptffopen, bie nic&t wie 
bei ben SBefrgotyen bie politifc^e ©tage ber Jtftnige, 
fonbern gdnglig ber ©uprematie berfelben unterworfen 
waren 78 ), roa* ntebt wenig gur (Sntftttlic&ung beS 9>rie* 
ßerfianbe* unb gu feiner unfreieren ©teHung gu 8aien 



73) Xlfon* (Sarfta SDtotamoru« (I>e Academiit et doctia 
Tiri» Hkpaa. ap. Schott 2, 810) faßt: Vigebant porro ea tem- 
peetate (be* Seanber unb 3flbor) Hebraicae literae in Hispania, 
blt er unter GlaubüK mit ben 3uben frierfrer oerpflangt gu frin 
annimmt. Aber ©puren fcebrdtfcber SBfffenfcftoft bei Sftbor unb 
»raulto f. seinen Xuffa* bei granfel III. 6. 220. 230. ©er 
Srgbiftbof 9bep$ont citfrt foflor eine fcebräifdje ©teile au« ber 
©djrift/ Me ober fonberbor auÄffe^tj ftatt ^m ^ia» nanu rann 
bat er vni »cra»? oaop panp (sie) Blbl. Patr. max. p. 505 b. 
©ie JDÜputationen mit ben 3uben nötbi^ten bie 4rifHi<ben ®eifts 
liefen, fkb «nt ber ttregefe ber 3uben betannt gu machen. 74) 
3ofepju«, Ätertbomer lib. I7.c.ult. 75) 0a^iffe auö ©allien 
unb granerettb (*■**)? rf « iebamoth 63 a. (Sin mia «pk Dir» 
wirb ltctnboth 60 a. ermdbnt. «Bie Äarteflu« in Sarfcbtfcb/ fo 
fanb SJtaffftia in trvm eine uralte bibliWe 9enennuna. 76) 

Ct 0«»iiffjr*, Hut des Juin Htm 7. eh. 10. 77) ör^^or. 

Turonens. bkt. eedes. lib. 2. 37. (ed. Ruiiiart o. 92): „Valde 
aiolette fero 9 quod hl Ariani partem teneant Galliarum." 78) 
Ct Gregor. Turonens* VH. Patrum ed. Ruinart p. 1171. „Jam 
tone gemen illnd inlquiiBi coeperat fruetificare , ut sacerdo- 
• tiuw aut ▼eoderetor a regibua aut compararetor a Clerk2a/ C 



beitragt. Unter folgen SBer^dltniffen wußten bie 3uben 
eine ungetrübte $Rut)t genießen. X>it lex Salica, natio^ 
nalen Urfprungö, erwdt)nt fte nigt; erfl in ber gweiten 
Aufgabe wirb fte etwaö d)rijiltc& angeweht 79 ). 3nnet» 
f)alb beS t>ol!8tl)üniltc^en bebend bewegten fte fid), oer? 
fgwdgert mit 6^ri(len unb auf freunblid&em Süße mit 
ben ©einigen. Sie SoncilienbefgluJTe beö ftmbeft biefer 
3eit ftnb gum 2&etl nic^t original. 2>aö oon 2tgbe ent^ 
le^nt oom ßoncilium t>on Joanne* au$ bem Saftre 465 M ) # 
baß bie @eifiligen bei feinem Suben an ®aftmif)litn 
S^eil nehmen follen 81 ); baß Don gpaone") unter bem 
burgunbifeben ©igiSmunb be&nt biefeö JBerbot auf bie 
8aien au§; bie ßoncilien oon SDrleanS unb 2troerna au& 
ben Sauren 533 unb 535 83 ) fheiten nur gegen bie dt)tn 
oon Suben unb Sforifien. 2Cber o^ne eigentlichen politt* 
fgen 3?ü(ft)alt ftnb aud) bergleigen ©ebote oon feiner 
großen S3ebeutung. 2tlö baö (Soncil oon jDrleand im 
3al)re 538 •*) außer ben ©efeßen über d^rijilic^e ©flaoen # 
bie im SJeftfce oon Suben ftnb, unb niebt oon biefen gu 
Dingen, welche bie c^ri(!lt($e Sieligton oerbietet # gegwun* 
gen werben follen, über C^en gwifc^en Suben unb <§btU 
(ten unb bie 2l)etlnafeme gebterer an ©ajhnd&lern ber 
(grfieren noeb einen 2trtifel binjugufeften gebenft, baß bie 
Suben „a die coenae Domini usque in seeundam 
sabbati in pascha" nic^t unter Sänften erf^einen foU 
len, muffen fte beginnen: „quia deo propitio sab ca- 
tholicorum regum dominatione consistimos," unb 
Äinig 6()ilbebert I. nimmt in feiner Gonßttutton oon 554 
nur biefen 9>affu$ auf, aber mit bem 3ufage: ^per 
plateas aut forum quasi insullatümis causa deara- 
bulandi licentia denegatur " tt ). 2)ie Suben ftnb Ärgte 
unb e6 gefc^e()en SBunber, um bie JBe^anblung oon ßftri« 
flen bur^ fte gu oerfoinbern 86 ); fte fahren, im fiüeftfc wa 
©Riffen, auf ba$ ÜReer 87 ); fie ^aben obrigfeitlid^e ©e» 
walt, ftnb 9ftjftter unb (Sinne^mer oon ©teuern. Die 
95ifc^6fe ftnb tynen ntc^t immer un^olb, unb niefct bie 
blöd, welche fduflicft unb burefe jöefiecftung mit jäbifeftem 
©elbe i^ren ©ife erwerben, wie ßautin oon 2ourt w ) 
unb ber 9)re$bpter Sufraftuö 8 ;, bie weber in fteft no^ in 
iörer ©teflung einen S3eruf ftnben, ba« S^riflent^um au(^ 
bureb JBefdmpfung ber Suben gu ffcbern — biefer (Saus 
tin ifl eö, oon befjfen Sagen ©regor bie SBorte gebraucht: 
„ ingruentibus peccatis popufi" 90 ) — fonbern aueft 
grpmme unb ©eac&tete. ©iboniuß 2tpoDinari6 [treibt 
oon bem (Sinen an gelir 91 ): „©ogolad, oon Station ein 

79) Sgl. IBet(imann*^olln)ea, bie Sorreben gur Lex 
Salica in ©cfcmtbt'« 3ettfcbnft (1848.) 6. 51. 80) Sei 

Affin« tom. 7. p. 954. 81) Concilium Agathenae oon 506 



bti Mann S. p. 332. 82) g?on 517 bei JtfoMt 8. p. 561. 

Art. 15. 83) Sei Mansi 8. p. 838. (Art. 19) p. 861. (Art 

6. 9). 84) {Bei Mann 9. p. 15. 85) Pertz, MonumcnU 



Germ. 3. lege« 1. p. 1. 8o) Cf. Ortgor. Turon. hiit ecciea. 
lib. 5. c. 6. p. 210 unb De gloria Martyrum 3. 50. p. 1105. 
87) <5tn ©(bifff ba* na« «KarTeitle &#, muf buafc ein SBunber 
bem betliaen Äofpitiu« ©tenfte leiflen; cf. Greg. Turon. de gloria 
Martyr. lib. 2. 97. p. 978. 88) Greg. Turon. biet ecciea. 

lib. 4. cap. 12. 89) ldem bist ecciea. lib. 4. c. 35. p. 176. 
90) ldem de gloria Martyr. lib. 2. c. 45. p. 881. 91) Sidon. 
Apollin. opera ed. Jac. Simondi. (Paria 1652. 4.) Spp. lib. 3.4 



JUDEN (GESCHICHTE) — 62 — 



JUDEN (GESCHICHTE) 



Sube, ber ©ient betner £o&eit, beffcn 9>erfon mir am 
pttbtn ldge, wenn mir fetne ©efte ni$t t>erdd)tlic$ wdre, 
werbringt bir tiefen äJrief." 3nbem er einen Änbern 
empfle&lt, fc&reibt er bem SBifc&of <Sleut&erw$ bie f$6nen 
Sorte: , # 9Zic^t »eil und fein 3rrgfoube gefdttt, burcfc 
ben bie baran #ängenben untergeben, fonbern, weil und 
nic^t gejiemt, felbjt ßinen oon ibnen burcfcauS »erbarm 
mtnöwertb ju ftnben, fo lange er lebt" 91 ). ©eine §reube 
Aber bie Saufe eine* alten JBefannten oon i&m xft groß w ), 
tmb bei bem 2obe beö ^eiligen ®alluö uerfammeln ftdj) 
Me 3uben }u feinem 8eicfoenbegängniß, wie alle Änberen 
trauernb '*). Aber ber (Sinfluß ber ©eitflic&feit fteigt mit 
febem 3a&re, t'br 83er&äitnif| ju ben Surften wirb ein 
fhtyereS, unb je größer ibre ©eroalt aber bie Untertba* 
nen, um bejlo wic&tiger werben fte. SBie fteft bte$ du* 
fjert, jeigt ba* SBeifpiel ber beiben 3eitgenoffen Gbilpericfc'S 
Don granfen unb ©untram** oon SBurgunb. ©rfierer, 
beffm bie firc&lic&e Wachriefet grabe niebt mit großer 83er* 
drung gebenft, weil er, bureftaud unabbdngig, auefc ben 
geifttic&en Bortfeeil feinem eigenen nac&fe(jte, jhnb boefc 
bem Sbtijientfcume nic&t fo fern, um ni$t bie Saufe ber 
SJuben fftr etwa* SBünfc&enSwertbeS gu galten; wie wenig 
«mfttc$en, mit fojtematiföem (Stfer banbelnben (Srnft er 
aber baffrr befaß, fann nid&t beutli$er fein, al$ au§ fets 
neu JBefe&rungSoerfuc&en an 9>ri$eu§, feinem Hoflieferant 
ten, einem ÜRanne, wie au£ 2(ttem beroorgebt, oon beflem 
(Setjie, rttterltcfeem SRutye unb warmer Siebe für feine 
Religion 9 *), ©regor oon £ourS nimmt eben 2Cbf#ieb 
oom Ä6nig, ba fommt $riScu$; ß&ilpericb faßt biefen 
fc&crjfcaft beim #atq>tbaar unb fagt jum SJifc&of : „Jtomm, 
Qbtte^riefler, lege beine |>anb auf ibn!" 9>ri$cu$ nimmt 
aber ben ©c&erj ffir <Srnft unb weigert fiefe; in ber ent* 
(hbenben Imputation antwortet $rtäcu$ fdbarf unb fubn 
unb wirb nic&t befebrt. einige 3eit fpdter *) nötbigt ber 
JÜnig wirfti<& einige 3uben jur Saufe, freiliefe feferen fte balb 
«riebet jum Subentbume jurücf. Aber auefe 9>ri6cuS foH 
ftefe befeferen; er will nitfet; ber beleibtgte JC6nig läßt ifen 
fn6 ©efdngntß fftbren, um ifen ju jwingen. 35otfe einige 
Oefcfeenfe reitfeen fein, einen 2(uffcfeub ju erlangen, bis er 
bem &otfm bie ©attin, eine SKafplierin, gefreit bat Die 
Crmorbung beS 9>ri«cu$, wdferenb er im ©ebetmantel ju 
®ott flefet, burdfe einen oerrdtfeertfefeen 9rofelpten, mit 
bem er in ©treit liegt unb ber biefe ©elegjnfeeit erwar* 
tete, bie gluefet beffelben unb fein Sob burtfe bie IBers 
wanbten be$ 9>ri$cu* jeugen, wie bie ganje ßrjdfelung, 
vom ßifer be$ Äinigd fllr feinen ©lauben, aber auefe, 
baß er juoiel Jtöntg war, um niefet ©ewalt wie überall 
a» ba« belle ÜRittel ju aefeten. 2fuf folefeen sufdOtgen 
gewaltfamen Stfer, ber niefet* Dauernbrt jeugt, fafe aber 
bie ©eijlliefefeit niefet minber unwillig wie in Spanien. 

p. 68. jDecfetbe ©ojota« tft otrt 9?ar6onne unb »trb lib. 4* ep. 
5. p. 93 nodjmal« trto&bnt. 

W) Lib. 6. Ep. 11. ©trmonb tft ber »ifcfeof (Jttut^eriu« 
imbetonnt; 09I. 9lote Q. 68. 93) Lib. 4. Ep. 13. JDet Sube 
»ar aut 9tanm unb beffen »ff(feof fconmefeiu« empfottoi. 94) 
„Ipd qnoqae Judaei accentia lampadibu» plangendoproteque* 
bantar. u Gregor. Timm. Vit. patrom p. Ir76. 96) Gregor. 
Tmrm. Mit. eoclea. üb. 6. 5. 96) /dm bist, eedea. IIb. 6. 17. 



©regor oon Sourö gibt jene (Srjdfelung mit unoerfeefelter 
SRiöbilligung, unb ©regor ber ©roße ftefet fttfe burefe 
dfenliefee Serfedltniffe veranlaßt, einen tabelnben ©rief 
Aber biefe Jöefebrungäweife naefe ©allien gu fefereiben "). 
©untram, ber jeitgenöfftfd^e ÄJnig in SBurgunb, war ßfeils 
pertefe'ö ©egenfttef ; feitbem unter ©igiömunb bie Sefeferung 
ber 2trianer gu Äatfeolifen jiattgefeabt, etwaö, waö auefe burefe 
ba6 antijubifefee ©efefe bed Soncitö oon ßpaone bejeiefenet 
wirb, war för bie ©eiftßefefeit bort ein freierer ©piek 
räum atö in ben übrigen Sfeeilen ber frdnfifefeen Sdnber. 
Äamentliefe bef6rberte ©untram fatbolifefee Sntereffen unb 
wirb beöfealb oon ben geiftliefeen ©eferiftfleüern alö Wim 
jler gepriefen, alö ^eiliger oerefert. 2>aß ed ifem eben 
niefet um eine momentane gewaltfame IBefebrung einiger 
Suben, fonbern oielmefer um eine |>ebung geifllicber $Xa<fyt 
gu tfeun war, unb baß er im Sntereffe biefer fpftematifefee 
ÜRaßregeln ^egen bie Suben begfinjligte, bad eben erwarb ibm 
bie Siebe getfllicfeer Äutoritdten. 3m Qoncil oon SWaeon **) 
wirb jum erflen SRale größere JRfirfftefet auf bie Suben 
genommen. Art. 14 wieberfeolt niefet fowol ben Xrt. 30 
be* ßoncild oon Drlean«, als bie SBorte beS (Sbicted oon 
öfeilbebert I. Art. 15 uno 16 (leiten bie «erböte beö 
3feeilnefemen6 an jubifefeen 9Rdfe(ern burefe ©eifiliefee unb 
Saien unb ber ©ienjttarfeit oon öferiflen bei Suben ndfeer 
ind liefet; nur Art. 13 gefet etwas weiter unb entlefent 
auS r6mifcfeem Äeefete „ne Judaei Christianis populis 
judices deputentar (waö fcfeon ba5 Concil. Arvemens. 
oon 535 Art. 9 au£gefprocfeen) aut telonarii esse pro- 
mittantur, per quod iilis, quod Deus avertat, Chri- 
stiani videantur esse subjeeti.^ Äinig ©untram be> 
ftdtigt im ©biete fdmmtliefee »efefelüffe biefeö SoneiW V9 ). 
Aber auefe in bem übrigen franfen ßieg bad Änfefeen ber 
getjlliefeen Ferren um fo mefer, als bie ©ewalt beö SRes 
genten abnahm. ©a§ Qoncil oon 9>ari£, baß ber ©eijl- 
'lid^feit biejenige felbjidnbige Stellung gab, bie fte für 
iferen ©nfluß brauefete, bezeugt eS, wie (Slotar II., um 
bie gefammte frdntifcfee SKonarefeie gu befealten, feiner 
SÄaefet gu Siebe oieW aud feiner SRacfet geben mußte. 
2)aß unter folefeen SSerfedltniffen awb bie Suben ©egen- 
(lanb befonberer ©inWrdnfungen würben, ift bie uptfes 
wenbige JBebingung babei; baß fein Sube irgenb einen 
jtrieg&bienfi ober obrigfeitliefee ©ewalt über Sferifien übe, 
wirb mit Änbrobung ber ©träfe ber gewaltfamen Sta 
feferung oerboten 1 ). S)n Äinig befldtigt eß f ) unb wer 
bagegen gu feanbeln wagt, „severlsslmam legem ex 
canorUca ineurrat sententia ? " inbem er, wie er bie 



97) Greg. magM opp. t. % p. 542. Epp. Üb. I. 47. 98) 
Sei Manei t. 9. p. 934. &tc (Äcfc^j bes öonctltf \)abtn für bie 
fpdtere fononififee Surfcbiction befenbere »BufettgCett unb bie Decret. 
Grcf . 91 Lib. 5. Tit. 6. cap. 1. de Jud. et Sarrac qjtbtn fie 
nHeber. 99) Perlt, Monum. Genn. 3. legg. I. 4: ^auia in 

aaaeta synodo Matiaeonenti haec omnia, ut aottis, ttuduirnua 
definire, quae praesenti auetoritate vulgajaus." 

1) »ei M*m*i 10. p. 549. 543. Art. 15, aw« bem 3a^re 61% 
bem 31. 3a^re Ätotor'«: „Ut naVns Jodaeoram qualemcusque 
mUltiam aut actione» publica» enger Chrittiano* aut petere 
a principe aut agere praeenfliat M a) Bei Mansi 10, 544. Pertz, 
Monumente logg. I. p. 15. 



JUDEN (GESCHICHTE) 



— 63 — JUDEN (GESCHICHTE) 



©ericbWbarFeit über geiftlicbe Singe bet »eltlicben jDbrigfeit 
abgenommen, au$ bem confequentcn Serlangen beö Ales 
ru§ jufolge biefem bie 3uben übergab. Deöbalb aber iß 
aueb Slotar, ber fcbroacbtöpftge 9Rutterm6rber, wenige 
3eilen nacb bem SBericbte aber eine 2bat, bie SBoltaire*) 
für ein Wtyxtyn balten ju muffen behauptete , als ein 
timens Deus, ecclesiarum et sacerdotum magnus 
munerator etc. geföilbert ')• Unter SBer^dUntffen alfo, 
»o bei Serbanblungen über be* SReicbeS 2Bobl aueb bier 
jefct bie ©eifllicben ©ig unb Stimme bitten, mußten bie 
Sefcbluffe gegen bie Suben ftcb nrieberbolen. SBenn oon 
bem frommen Dagobert II. erjdblt wirb, er bitte bei ber 
Xnmabnung burcb Äaifer £eratliu£ tiefe ©elegenbeit be* 
nufct unb # burcb ©otteSeifer geleitet, cum consilio Pon- 
tificum atque sapientum virorum, aüt Suben, bie ftcb 
niefct jur Saufe entfließen wollten, oertrieben 5 ), fo ijt 
bie SRac&ricbt gewiß ju befcbrdnfen unb jioar wabrfebein- 
licb auf eine geroijfe 2fnjabl oon Suben, bie ju Ämtern 
unO ©influjj gelangt waren. 5)enn baS Goncil oon $a* 
rte batte bieg fo befiimmt, unb barum tonnten bier bie 
¥>ontifice$ fibereinjlimmen. SBdre eine allgemeine 5Ber* 
treibung ju oofleben, wie fte jenen 3eiten angemeffen ijt, 
woju wäre bann ba$ Concilium Rhemense um ba$ 
Sabr 630 6 ), baö alfo ein Sabr fpäter, naebbem bie <9e* 
fanbten be£ £erafliu$ angefommen, abgebalten toorben, 
noeb einmal befebiftiat, bie ^auptpunfte tanonifeben SRecb* 
te$, SBerbot be* ebriftiieben ©flaoenbanbel* unb ber Zt)tlU 
nabme an jfibifeben Sefieffen auäjufcbreiben, woju noeb 
einmal verbieten, baß t)\t Suben „ad nullas actiones 
publica» " gelangen follten. 6* war alfo eine momen* 
tane, aber nur locale Verfolgung, welcbe Ginjelne traf, 
bie gefammten JBerbältnijfe wenig änberte, ba felbjt aueb 
bie gepränbetften SJefeble nic^t befolgt würben, fobaß 
febon tm Sab« 650 ein neuer Goncihenbefcblufj 7 ) gegen 
ben jubifc&en ©flaoenbanbel nitbig warb. 9ti<bt blo* ffir 
bie in Spanien Verfolgten war ba* ffiblicfce unb wefc 
(jotbifäe Stadien, in benen ber 2Criani*mu* bauember 
geblieben war, eine 3ufltoc$t, gewiß aueb für bie in ®aU 
lien felbft »ebritften "). Dort war felbfl Reccareb'* 
$errfo)aft getfbrbet gewefen, al* er jum ÄatboliciSmu* 

3) La PUbsopaie de l'histeire eh. 52; »gl. «Keufel, ©e< 
fdjidjte ims gronirsub h ^ 4 ) Fredegar, Schol. Chron. 

cap. 42. cd. JtsfaMrt jp. 623. 5) Gesta Dagobert! Reg. 

Francor. ap. ff— fürt Kecueil de« hiator. des Gaules I. p. 586. 
Die SfcUbrity i# bei grebeoar ofel unbejtimmtcr unb in biefer gorm 
oon ben Gpdtesea wteberbolt. Sie fammtlkbe (Stritt jübifeber 
Ocfcbicbte bier »irflieb eine allgemeine Xkrtreibuna ber 3uben an' 
nehmen tarnten/ ift nfty rea)t beareipidj. 6) Sei M***it. 10. 
p. 596. Art II. 7) /ifrm t 10. p. 1191. Art. 9. 8) SKat* 
feifle nn» einer ibrer ^anpCfttc. XI« Xvitui, ©tf(bof ber Ärwr* 
ner, fte «» Saufe §»inaen will, Rieben fte nad> «RatfriUe {Greg. 
Turon. feist, eodes. 5, II); al« |)ti<cu« oon G(tlperi<b flebrdngt 



wirb, will er feinen Clobn erff noeb SÄarfeiUe oerbeiratben. JBon 
einem ®4|iff |tbif<ber Änsptater ba« nacb SRarfeitte ging, er|d(tt 
bal oben enodbnte Araber; an ben marfeiller unb ben arclatet 
Ätf*of i|l ba« abmabnenbe ©ebrefben Gregor*« be« ©rofen gerietet: 
„PUirusi slqoidesi hidsirse religiofds rfri in hac provinda 
conmanentes ac auUade in Maasüiae partes pro divereie negotiis 
ambnlantes maltos ooaiisteathun in llUs partibus Jodaeonim 
ri mafb ad fontom aaptiistis quam prasdkatione perdoctos." 



überging 9 ). JDen ©rjeuger ber jte^erei nennt cö 3us 
lian, /f unb wa« fcblimmer a!6 XUeß ift, ba* prostibulum 
Judaeorum" 10 ) , bie i'br gute« SbeÜ am 2tuflebnen gegen 
wejigotbifebe ^errfebaft bitten unb gegen bie ftcb baber 
aueb be6 ftegreieben SBamba 3orn wanbte, inbem er fte 
au$ Karbonne unb ber Umgegenb oertrieb n ). 25iefe eins 
jelneu Unfälle febeinen aber bem äßoblfein ber Suben in 
granfreieb niebt auf bie Wnge gefebabet ju baben. Unter 
ben SRacbfolgern be§ ©agobert i|l fein Äönig mebr fo 
fanatifcb; um baö SSerfolgungSfpftem fortaufe^en. Die 
Suben blieben im Sefi| oon JReicbtbum unb ©fitem, 
welcbe fte bebauten, bis eine neue 3eit in ber {Belebung 
beS cbriftlicben ©eijleö aueb einen neuen Anlauf nabm, 
bem fanonifeben (Scfefee fein 8?ecbt gu oerfebaffen. £)ia 
war bie 3eit ber Äarolinger. 

Die ©nbeit, welcbe für bie d&rifilicbe S8elt f in bem 
?)apjitbum entflanben, war für btefelbe in ben oerf4>tes 
benen £eben§; unb SBölferoerbdltnifTen, benen fte gegen* 
übertrat, eine 92otbwenbigfeit. 9?ur in bem beharrlichen 
©treben nad^ einer ooÜjMnbigen Soncentrirung aller Jtrdfte 
waren für jene 3eiten unb 3wecfe alle bie großen fRt* 
fultate ber Ausbreitung be§ ßbtiftentbumö möglich Crji 
eine oollenbete <&\r\i)t\t, in ber baö ßbriflentbum erfcftemt # 
unb in ber jeber Sbeil ftcb gleidjtmdßig beleucbtet fanb, tonnte 
für bie Stellung ber Suben ein wabrbaft neue« SRoment 
bilben; erji nacb Xufbebung aller nationalen Varianten 
ftanben bie Suben wirflieb überall in gleicher SBeite bem 
fatboltfcben Seben gegenüber. 2fm ©ebanfen tiefet ©nbeft 
warb Idngfi gearbeitet; oon ©regor bem ©roßen war er 
in feiner ganjen ©reite erfaßt worben unb wie bie na* 
türli$e Stellung ber Suben barin eingeföloffen war, war 
and) fte fc&on, wenn aueb nur partiell, bebaut unb er* 
meffen worben. Sn bem oom fatbolif^en ©etfte fc^on 
angewebten Jfbbitament ber burgunbifeben ©efe^e tft, wie 
bier über ben focialen SBertb ber Suben geurtbeilt wirb, 
febon ibre burebauö erimirte Stellung erfenntlicb. Snbem 
oon ben Strafen gebanbelt wirb, welcbe Suben trifft, bie 
ftcb an cbrtfHicben ?aien unb ©eifilieben oergreifen, wer* 
ben fte eben weber bem Sftaoen nod^ bem freien gletcb* 
gebellt. SBdbrenb ein freier, ber einen JJreien Wldgt, 
einen SoltbuS für jeben S^lag unb feebö Solibi Strafe 
jablt "), muß ber Sube bie #anb, bie er oerlieren foflte, 

SDaf folebe SBerfolgungen nur locale unb t>on momentaner Dauer 
maren, geigt fub j. 8. barin, baf? in 2froerna, oon mo Umtut 
bie 3uben oertrieb, biefe fpdter wteber feftr iaftlrrfcb maren, natb 
bem 3eugniS ber bort ßebaltenen (Soncitien. 3u jener 3eit gab ei 
für feine Ctacfce aUaemein gültige SRofrtgcln, »eil inbioibneUe SKaty 
unb (Sinfluf noeb überall bebeutenb mar. 

9) Cf. Paul. Diftcon. Emeritensis ap. Bouquet 1, 706: „et 
si fieri potuisset, regnum viro Catholico Reccsredo praeriperet. 44 
10) „Et qnod pejus bis omnibus est, contra ipsum salvatorem 
nostrum et Dominum Judaeorum blasphenumtium prostibolum 
habebatur. u Hist. Wambae regis per S. Julian, ap. Floret, 
Espana sagrada 6, 544. 11) Flarez 6, 564: „Judaeos 

abegit." Die Snü^tung ftebt au* bei »ouauet 1, 716. gauriel 
(Histoire de la Gaule si^ridionale sous la aomination des con- 
qu^raats Germains. [Paris 1836.) 3. p. 20) bat nity nur Me 
SBorte, fonbem aus) bie 2fnfd)ammd be« er*d(lenben 3n1kn I« 
fein SBerf übertragen. 19) Lex. Bargund. Tit. I. 



JUDEN (GESCHICHTE) 



_ 64 — JUDEN (GESCHICHTE) 



mit 75 unb jur ©träfe 12 ©olibt bejahen 15 ), aber ber 
©ftaoe befommt 100 $ruge(. SBenn ber 3ube einen 
' ©eijilic&en tobtet, wirb er felber getöbtet unb fein ©ut 
fällt bem §i$cu$ an&etm; ein ©efefe, für baS feine pa- 
rallele ba tfi. (Srfi im jroeiten Xbbitament beigt es, baß 
an Äirc&en unb $riefiem ntcfcto flertnggefc&d&t werben 
fotte")* 2Cber au$ #erau$ gebt eben bie beabpjbtigte 
Stellung beö 3uben, niebt auf irgenb einem Serrain ber 
@efeQf$aft, fonbern bem Stiften gegenüber, fceroor. ©aß 
aber bieS auf eine aleicbmdßige SBeife überall geföebe, 
baß ein beflimmteS ranomfc&eS JKecbt bie einige SSermits 
telung jnuföen Suben unb G&rtjlen fei, baf eben ber 
geföloffenen Ginbeit cbrifllicben ?ebenö bie jübifc&e ©pn* 
«8°8 e gegenfiberfiebe, baS n>ar nod) lange niebt erlangt, 
ba6 fonnte erfi bureb bie Soflenbung pdpjtlicber ^ierarebie 
ju eigerttlicber 2(u6bilbung gelangen. Der größte ©ebritt 
gefebab bafur bureb Jtarl ben ©roßen, beffen jiaatSmän* 
ttifc&er SBltcf für feine Seit niebt genug ju berounbern iji 
unb ben niebt oerjianben ju baben bie meijien feiner 
9Za$fommen fc&änbet. Äarl fublte, wie aüe gfirjien 
weiter, oon oerftfrtebenen Kopulationen bewobnter Uns 
berjherfen, bie Kotbwenbigfeit eine« alle biefe eintgenben 
CanbeS; niebt nur beibnifebe £tnberniffe, aueb nationale 
waren babei ju fiberwinben unb ber ©ebanfe an eine 
neue ©rfinbung be3 alten rumtföen SRetcfcS, beroorgegan* 
gen unb gendbtt bureb bie neu erwaebten clafftfdjen ©tu- 
Wen feiner Umgebung 1& ), war eben bie Mfung biefer 
großen Aufgabe. Snbem er fteb jum römifc&en Äaifer 
fronen ließ, &ob er fteb bureb biefen weltbifiorifcben 9tas 
men aber bie 93ef$rdnftbett eineS frdnfif^en National* 
ttntgö unb, inbem er biefe £r6nun$ bureb ben 9>apfi 
toornebmen ließ, gab er berfelben biejentge ©anetion, burdb 
bte er in ein gleicb n<S&ere$ JBerbdltniß ju allen feinen 
dbrijllieben Untertbanen getreten iß. Äarl bef6rberte bie 
£eiligfeit ber pdpfllicben SBfirbe, weil er ffir bie Sbee 
feiner weltlieben (Sinbeit bie ©anetion einer geblieben 
brauebte; ber römtfc&e SJifebof wußte, baß obne biefe 
Xnerfennung einer weltlieben Xraft feine JBejhebung nacb 
ber ßoneentrtrung alle« geifllieben 2eben6 in feiner 9>er* 
fon ein unm6glt<|e§ fein werbe, unb barum fam er bem 
9>(ane be£ großen Äarl fo fönet* entgegen, ©ureb bte« 
fe* SSerbdltntß aber warb für bie Sage ber Suben nun 
bie befHmmte JHnie gejeie^net, in ber fte ftc$ ffinfttg ju 
bewegen bitten unb t>on ber fte nod|> fo lange nw&t 
gang eingefeibloffen waren, al$ bie beiben gfaetoren be§ 
mlttelalterlidjien geben« bie 9?ealitdt be$ Äarolmgifeben 
(BebanfenS noeb niebt gewonnen fjatten. ©ureb bie ge* 
wonnene ÜRonarebie be* $onttftcatS mußte ba« fanomfefce 
Wet&t eben ba$ überall anerfannte einjige löanb werben, 
ba« bie e^riflltc^e SBelt mit ben Suben t>erfnfipfte unb 

13) Lex. Burglind. Tit. 15. Addit. 1. (ed. Walter I, 347). 
1,4) Addit. 2. cap. 12. 15) &e$t beutlta) ift bie« BertyUtnif 
nirgenb« $emao)t. gür meine ©orte möc&te idj nur an bie be« 
8u»u« getrarienft« (Opera ed. Baluzii [Bd. 2. Antw. 1710.] 
p. 140.) 93. Ep. an Dominus Rex Csrolus erinnern: „Impera- 
torum gesta breTiMime comprehensa vestrae majeatati offerenda 
onraTi, ut fädle in eis inspiciatit, quae robis vel imitanda 
•Int rel carenda." 



bte natfirliebe Stellung be« rimifeben Äaifer« ju t'bnen 
bie, baß er eben al« weltlicher £err ber (Sbriflenbeit, a(« 
ba« ©e&wert ber geijilieben SRacbt, biefe« Sanb gu 
febägen b^be unb baß er bei ber Spaltung ber ganjen 
©eoilferung in Suben unb Gbrifien ju ben erfien in ein 
ndbere« unb anbere« Serbdltniß treten mu$tt, al« jeber 
£err unb gfirjl im ©ebiete ber Gbrijlenbeit. Aber erfi 
im 12. 3abrbunberte tritt bie« in bie wirfliebe ©rfcbeu 
nung, ber totalen ©ntwirfelung folgenb; bi« babin be? 
burfte e« noeb großer Arbeiten unb greigniffe, um ben 
ibeellen ©ebanfen in bie SBirf liebfeit ju überfein; felbfl 
Äarl ber ®roße b^t bei feiner flaren Crfenntntß be« afc 
gemeinen ©ebanfen« an eine confequente 5)urebfubtung 
bt« auf bie Stellung ber Suben noeb niebt gebaebt. Kocb 
war ba« SBerb&tniß, wie bie« eben bei ben nur herein- 
gelten Angriffen ber fatbolifeben ©eiflliebfeit erfldrlicb ifl, 
ein in SJejtft unb Beben ungegarte«. Sie befaßen ©u- 
ter 16 ) unb bebauten fte felbfi 17 ) feit langen Saferen. 
Srofc porbanbener (Srmabnungen be« ?>apfie« ©tepban 
erfüllt JJubwig ber fromme nur einen 2Cet ber ©ereebtig^ 
fett 1 "), inbem er ibnen ba« JReeftt be« SSeft&tbutn« ge- 
wdbrt, unb fte baben e« noeb im 11. 3abrbunbert be- 
feffen 19 ). 2CI« Jtaufleute fubren fte noeb immer auf ber 
See* ) unb banbelten mit ©etreibe"), mitSBetn") unb 
anbern ©etrdnfen"), bie fte bereiteten, unb tnelen anbern 
©ingen. 3n Seutfeblanb, wobin fte niebt minber gu 
römifeber Seit fteb anaeftebelt (öonfianttn ") erldßt über 
fte ein Sbict an bie ©eeurionen in (S6ln unb ^onoriu« 
an bie in SHptien 26 )), ftnb fte fdbon im 8. unb 9. Sabt- 
bunbert £anbel«(eute' 6 ), fubren SBaaren auf ber X)o* 



10) TTu« bem ©ebreiben $apfl ©tepban'* an ©rjbif^of 2fu« 
bert oon Sorbonne unb bte SSornebmen ©eptimanten« gebt Jeiuor, 
baf bie 3uben feit 3abrbunberten bort VUobialgüter befa§cn. 2Cu« 
Cntely M4moir. sur l'hist. de Languedoc in ber Histoire de 
Languedoc I. p. 522. 17) Da« Concilium Parisiense oon 

829 bei Mann 14. p. 509 fa^t: „Si ergo Judaei .... sabbatum 
carnaliter custodientea eo die nulla potestate lerrenn compel- 
lente ab operibus ruralibus ae abstinent 4 ' 18) <Sr faat in 

ber Urfunbe oon Oct. Kai. Mart. 839 §u granffurt in ber Hist. 
de Languedoc I. Preuvea p. 75. „Licet apostolica lectio maxime 
domesticia fidei noa bonum operare commoneat, ceteria quoque 
omnibus idem facere benivola devotione non prohibet, aed po- 
tiua ut reapectu divinae miaericordiae propenaiua ezequamur 
hortatur." (gr gemdbrt ttjnen unb ibren (Srben nacb fleroobntem 
ttrfunbenjlple „rea cum domibua ceteriaque aedifidia, terris cul- 
tis atque incultis, vineis, pratis, paseuis, aquis aquarumque 
decursibus, molendinis, exitibua, egreaaibua et regreaaibua (< etc. 
19) Sgl. baö SDiplom Äaifer ^einrieb'« IV., ba« au« Wwrdtwein 
(Nova auba. diplomat. I, 127.) Boehmer, Regest n. 1938 citirt 
unb 3 äffe* überfe^t bat (Urfunben ber 3uben ©. 8): „De rebua 
eorum, quaa jure haereditario poaaident in areia, caaia, ortia, 
▼ineis, agria" etc. 20) ®a« ge^t Jeroor au« be« Monachi 

San Gallenaia geata Karoli Hb. II. ap. Periz, Mon. Germ. II, 
757. 21) <5« wirb ibnen bo« in einem SDiptom un^emiffen Tis 
ter« »erboten; cf. Pertz, Mon. Legg. (1.) 3. p. 194. 22) 

L 1. unb Ayobardi über de inaolentia Judaeorum in opp. omn, 
ed. Balux. I. p. 62. 63. 23) «al. bie Urfunbe ^einrieb'« IV. 
bei fßürbtmetn unb Saffe*: „Habeat praeterea Ucentiam vi- 
num auum et pigmenta et antidota vendere Chriatiania/' 24) 
Cod. Theodoaian. 16. 8. 3. 35) Ibid. 16. 8. 21. 26) 3n 
ben Kapitularien erfa>inen fte nur al« $anbel«leute. 



JUDEN (GESCHICHTE) 



— 65 — JUDEN (GESCHICHTE) 



tum* 7 ) unb erfc&einen fte M bebeutenb im 10. 3afcr* 
bunbert in SRagbeburg* 8 ) unb SRerfeburg w ) ; ibr 4>anbel 
mit ©flauen erroetft i&nen, fobalb bie8 Sbriften ftnb, 
£aj| unb XnHage, aber, wenn föon 9>aulu$ SDiaeonuS ") 
oon ben großen SRenföentranSporten au$ ben norböfHic&en 
feilen ©uropa'S nacb ben ffibroefilic&en berietet, ein 
jettige* fceben o&ne ©flauen nic&t benfbar war, unb ber 
£ant>el mit ibnen, ber teine$roeg$ oon ibn^en allein ge* 
trieben, eben befonberfc tebenbig bureb bie motMemiföe 
(Eroberung Spanien« geworben war, fo ift, ibnen einen 
Borwurf barauS ju macben, oon ©c^affarif' 1 ) Unretftt 
unb begebt 8eo**) einen Strtbum, wenn er barin bie 
Segrfinbung ber S3lutanflage gegen bie 3uben gefunben 
glaubt. £u* bem ©^reiben Tregor'* beS ®roßen w ) 
erpebt man eben, wie natürlid) ber 9Äenf$enfoanbel feiner 
3eit aewefen, namentlich im ffibltd^en granfretefc. Ego* 
barb ") erbebt fl$ oergeblicfc bagegen, ber beilige 2f balbert 
in 9>ra$ wirb baoon in Srdumen gedngfügt unb iß 
fcbmenltcfe baoon bewegt, bie alte 9ßi(bt, folge cbrtfi* 
(ige ©tlaoen lofyufaufen **), nic&t erfüllen ju f innen; 
£etnrt$ H, ber ^eilige, ©erbietet tyn g<Snjlic$"). Die 
HRdrfte, bie man am ©abbat abjubalten pflegte, werben 
ber 3uben wegen »erlegt "); t>a$ fociale 8eben unter ib e 
ren 9tagbarn iß bad frieblic&jie; bi$ ju ben Äreujjfigen 
iß feine eigentliche SRanifejlation be$ SBolfS&affeS gegen 
fie befannt. Äug im frdnfifgen JReic&e ftnb fte ber gei* 
ßigen gortbilbung nigt untbeityaftig; baß ©tubium ber 
ßg oertiefenben ©efefcauSleguna, fpmbolifger ©ottam 
fgauungen 19 ) iß ibnen bt$ fcterbtn gefolgt; wie wir fgon 

37) Aventi*. Annal. Bojorum ed. Francof. 1627. IIb. 4. 
p. 288. ▼. 43. Kretin tonnte biefe« Saturn ntdjt ftnben (®efa)ic&te 
ber 3uben in Saiern e. 8). 28) g?g(. eine Urfunbe Otto be« 
@ro$rn bei Seuber, Stapulac Saxonicae (Budissin 1658. 4.) 
n. 1291 oom 3fi(re 965 u. f. n>. 29) Insuper (Rcx Heinri- 

cas) Wigberto antistiti mercatore« et Judaeos Apellas ab Gi- 
silero prlnitos acquisitos ac diu commutatos reddidit." TÄt'ef- 
mar Merseburgensis ap. Pertz, Mon. Germ. 5, 809. 30) De 
gestis Longob. ap. Muratori bb. rer. Italiearum l.a.405. 31) 
eiatrffäe *ltert$umer 2, 47. 32) ©efefciebte oon Statten I, 225. 
33) <jr fdjreibt an ben Bifdjof gortunatu« oon 9teape( wegen ber 
Gttaoen: „Quae Judaei de GaUiariim finibus emunt." Lib. 9. 
cap. 36. ojro. omn. 9, 954. 34) De insolentia Judaeorum 

opp. ed. Im. I, 62.: „Quia praedieavimus Christianis ut raan- 
cipia eis Christiane' non yenderent, ut ipso* Judaeos Christianis 
▼endere ad Hbpenias non permiiterent." 35) Vita S. Adal- 
bertl ap. IVrls. Mon. Genn. 6. p. 586; cf. p. 600. 36) 

Tkietmmr. Merseburg, lib. VI. ap. Perlt 5. p. 821. 37) 

Agobord L L: „Ne Sabbatismus eorum impediretur, mercata, 
quae in 8abbetU solebant fieri, transmutari praeeeperint et 
quibus diebus deJnceps frequentari debeant, in illonim optione 
posuerint/' 38) 3g enodbne bie« befonberi be«$alb, weil man 
fonft alle atiftiatn Seftrebun^en rrfr ben itatienifgen Sinioanberern 
atK tacca |nfgreibt (09!. 3un j# ©orte«bienftt. »ortrdae @. 364). 
2>ie Ggrtft ITgoborb^ (De Judaieb superstitionibus I. p. 75 sq.) 
btlebrt tnrt, bof bat ©tnbitnn bet aalmub« 6ei ben 3uben oor$ 
bonben, Jtcnrnif nfbrafgCfger 2)eatungen unb ©djrtfttn oorau«« 
gefegt fein nmften. 3nbem er bfe ÄuttrunQfn ber jäbifeben 6grif> 
ten, toensj fr oon ber na s nan rmn ftanbetn, ald Aberglauben 
barflettt, batf mon ibm birt niö)t «bei beuten , otclmefct bon!en 
mir feiner Jtennrnifno^me ^ „quod nobis non minime notum est, 
qwi eotiaVr p«# simi #<s toquentt*, nysteria erroris ipsorum 
audinwjs.^ dr entylt. . aag bet Wefnung ber 3uben, „Sedere 
ore tefrem aJIssjat Refis in solio, quod a quatuor 
TL9M*L*.m.m.M. »mm •> rtlsw. XXVII. 



on |>rißcu§ fa^en, ftnb fte nog in fpdterer Seit wo(Ige^ 
rfifiet in polemifgst^eologifgen JCdmpfen unb greifen mit 
unglaublicher Äfir)nbeit ben grißligen ©eifrigen gegen* 
über ba« SBefen beS ß^rijientbumö an ")• ©ie traben 
ibre ©pnagoge, i^re 9?ebner, beren $rebigten bem grifb 
ligen Stalte wol gar beffer al£ bie i^rer eigenen ^re** 
bpter gefallen 40 ), unb 2Cpo(iaften , wie fte immer in ®e* 
feften bebagt unb betraft ftnb, f innen unter folgen 
Umfiänben nigt fehlen. 3Der Diafonuö 93obo, aus oot* 
nebmem alemannifgem Sefglegt, fräber ein eifriger, in 
ben frimmjlen Sirfeln jener 3eit ftg bewegenber Wann, 
ber felbfi eine Steife nag Stom in ^eiliger Xbftgt ge» 
magt fyattt, Idßt ftg }um Subent^ume befe^ren , nimmt 
bie Sefgneibung unb ben 9lamen ©leafar an, Idßt fBart 
unb |)aar wagfen, beiratbet eine 3übin, unb gebt # um 
ftger unb gang unter glfirfligen jubifgen Serbdltniffim 
ju leben, nag ©aragoffa in Spanien 41 ). Alle Aber* 



circumferatur bestiis et magno quamvis palatio contineri. 41 Ott 
meint bamtt bte mpftif^e Äudfubrung ber ©gilberung bc« «00 
-roan, auf bem ®ott ffftenb gebogt wirb, getrogen oon ben &be* 
rubim mit ffltenfgcn», 8ö»enr, Äbter * unb ®tiergeflott # oerbftut 
mit einem Corbange ("naio) unb umgeben oon Söolftn, »ie et 
*. ©• bie Pirke R. Klieser §. 4 fdjttbern. „Cogitaro etiam iilusa 
multa superflua et vana, quao quia ad efiatum euneta venire 
nequeant, vertantur in daemones. 44 9Äan erinnere ftg an bfe 
SBorte Chagiga §. 2. p. 14 a. »VTpn •»£« Kmw iia-n ntn \b 
•m» y/kn -jawa «*oj wn -ji*q. „Literas quoque Alphabetl sui 
oredunt existere sempiternas et ante mundi prineipium isape-' 
trasse diversa ministeria, quibus eas oporteat in seculo prae- 
sidere. 4< über \>ai oorweltlige driftfren ber S5ucb(laben unb einen 
fpmbolffgen ©treit ber Sugfloben in ^Betreff ber ffiettfo^pfimg 
f. Bereschitb Rabba l d. unb in weiterer 2f u«bebnung mit ben ibnen 
jugefdjriebenen ministeria in ben *arp* St nvniK, bie ». Vfiba 
jugefdjrieben »erben ed. Amsterd. 468. «Die fpmbolifge SDeurraf; 
t)at ibr Moment für bogmatifge ?)oUmif > auö bem alten Nisachoa 
j. 8. (bd SBagenfeit, Tela ignea Satanae p. 3. 4) ge(t beroor. 
baf man ben 3uben gegenüber gettenb gemalt t)abt, e« (tnge fig 
bie @grift mit einem a on, um Stater unb ©obn ju beftettbnen. 
Öbenfo ift „legem vero mosaicam multis aonis curriculis ante 
inundum fuisse scriptum/* einer ber berr(id)flen (SJcbonfcn jener 
3eit oft roieberguftnben; cf. Bereschitb Rabba 1 a. Pirke de R. 
Elieser §. 3. ©gl. ben (Scmmentar oon 9t. SEcnadjera 3iom ((Sremona. 
1560. 4.) 6. 5 c. SBenn 2fgobarb fortfdbrt : „pluresque coelos, quoram 
unum, quod ipsi Tocant Racha, id est firmsmentum , molas Del 
sustentare afferunt, quibus Manna sumendum angetis molator 
in escam, alterum vero appellant Araboth, in f\uo Dominum 
astruunt residere et hoc esse in Psalmo seeundum lllos: iter fifc- 
cite ei, qui caballicat super Araboth/ 4 fo glaubt man toirrV 
tig ein ©tütf bed biefen fBetraajtungen ofelfadj getoibmeten jwefr. 
ten §. oon Chagiga gu lefen (gol. 13 b.), wo ang ober afleT 
Corbergebenbe nad^jufeben ifr. SRadta ift ndmliä) r«p, wie et 00* 
felbft r>et$t : ni-rni» mni ia» tr^nw *»WDn jya.D^ ft** 

39) Xgobarb beflagt ffefe ouefc hierüber: „Nam in doctrinls 
mnjo™** suorum legunt Jesum juvenem quendam ftrisse" etc^ 
unb eö jft ntrJbt unintereffant, menn er p. 77 fagt: „Haec autesa 
omnia ideo et seniores eorum confinxerunt et ipsi stult« odsfi- 
ntUione tectitant." 40) Agobard p. 64. „Ad hoc pervenitur, 
ut dicant imperiti Christiani, melius eis prnedkare Judaeos» 
quam Presbyteros nostros. 44 41) Prudentii Trecenti* Annale» . 
ad 830 ap. P«rfs 1, 433. ©alujiu« glaubt, baf e* bet 00a 
8upu« SerrarfenfU (ep. 6. p. 24) Grmdbnte fei. SDaffctbe er» 
^tfltXm nie, inbem er oon itjmfagt: „nobiliter natus, nobilUer 
nutritus, in ecclesiae offieiis exercitatus et apud prineipeav 
beae habitus;" cf. Baluz. p. 336—338 ad hupi Spp. 

9 



JUDEN (GESSCHICHTE) — 66 — 



JUDEN (GESCHICHTE) 



rebungßoerfucbe waren t>ergebltc^, obfc&on ber Äaifer feinen 
Gk&ritt faum glauben wollen, unb er felber geigte ibn Allen 
Mfentlicfc an. 3u Äatfer £emric$*ß 11. 3eit gefd&ab ein 
Sfcnlic&eß. (Sin ©etftlicber beß £erjogß Äonrab, beß 
ßcrwanbten beß Jtaiferß, mit Flamen öecelmuß, wirb 
3ube 4 *) nnb bebarrt in biefem ©lauben trog ber Sr? 
mabnung, welche ber Jtaifer burcb einen anbern ©eifb 
licftet»/ ^einrieb, <* n ibn richten ließ. Unter ben OTacfcfofc 

!iern Äarl'ß beß ©roßen war nic$t nur fein ©ebanfe »er; 
Qren unb na$ ber 2bei(ung unnfig geworben, aud) baß 
Cerbdltniß *ur rimifc&en Jtirc&e war für biefe nic&t im- 
mer ein befriebigenbeß, je nacbbem eben ber griffige 2(n- 
forucfc, ben jte unter Jtarl bem ©roßen juerji außge* 
ftaoc$en bat, oon ibr einer weitern Entwicklung juge* 
fifört werben foHte. ©refe Änfprfic&e ju freiem , mußte 
man auf bie Soneefftonen ber »ergangenbeit juruef geben; 
baß bijlorifc^e Stabt ber Jtanonen unb ber Aarolingiftben 
(Kapitularien mußte bie öaftß fftr bie goberungen werben, 
bie an bie 2Belt beß cbrijilicben bebend gemaebt werben. 
Sie £incmar 4 *) bei allen feinen »orfcbrtften fiefr immer 
auf baß in biefen (Kapitularien (Sntbaltene beruft, ifi bie 
Xbfaffung ber fogenannten 9>feubobecretalen unb ber Sa* 
pttularien beß S3enebict fceoita ber Xußbrutf , wie für bie 
gemachten Tfafprucbe baß oorbanbene Material ni#t bin- 
reiebte unb babet für biefelbe unter allen Umßdnben ein 
fReueß gefd&affen werben mußte. 3n biefem Streben aber, 
burcb ein tanonifebeß @efefcbu<b, in bem. bie oon ber 
Stäbe erbobenen ttnfpricfce beßdtigt würben, eben bie 
Stobdltnifft von Ätrc&e unb ©taat außjuglekfxn unb 
überall auf benfelben ©tanbpunft ju führen, ifl au$ bfe 
Cinfdpdnhmg unb ©onberung ber Suben auß bem cbrifl* 
iMfcen Seben ein bebeutungßooDeß SWoment ©ureb bie 
Scrbreitung unb Xnerfennung beß fanoniföen ©efefeeß, 
welcfteß bie alten, eebten ober unechten ©afcungen gegen 
bie 3uben in (Erinnerung braebte, warb eben baß foetale 
geben ber Suben unter ben Gbriften, wie eß jeitig be- 
Waffen war, mit bem, wie eß fein fodte, in ben auffal* 
lenbften Sontrafi unb ben <&riftli<b*n £erren unb SS6lfem 
ibr Unretbt jum IBewußtfem gebraebt. ©erfelbe Stoc&brucf, 
ber auf bie ©elbftdnbtgfett unb Unabbdngigfett ber geift* 
l$en Änter oon weltlicbem ©nfluß") gelegt, biefelbe 
uttoerJeftücbe #eiügteit, bie ben Äanonen jugefebrieben 
wart, war eben anguwenben in bem, waß baß ©efefe in 
»ctreff ber gerttbaitung unb «ußfcbließung ber Subm 
btfleblt. ©4on Xgobarb °) flellt in feinem Änftageförefe 
bot an ben *önig Subwig über bie ßerbditniffe ber Sa» 
ben bie fanonifqfen ©tfcfce $egen btcfelben {ufammen; 
nh|tßbeffommber (rfcbenim bie antijfibifaen ©efede m 



42) CT. Albertus, D« Mvtnittt* temforum lib. I. cao. 7 
lt. 99. ap. F*rt* 6. p. TOI »q.; cf. OHeai. 1841 n. 19 in 
mtintm Xnffa^e #l iDet Itpcflal" «. JOO. 4») Cf AA^nWo«. 
ad Lttdor. Regem cap. 7. opp. ed. Sirmendi % 133. 44) 

„CoMtkutioiue contra canones et decreta praetuteai Roaano- 
m tea reHquerum ponüficum nulüu» «ml «oaetiti.** Betted. 
LevU. Üb. 3. 346 ap. Peru 4. p. 4S4$ cf. Kwmt de Bened. 
Lew. CoUeet. Capp. ap. Pertz 4. p. 19 «q. 45) Bputola de 
Jadaieis «uperalitioii. 1. p. 66 aq. „tcribbaui tantum pauca de 
eraapKt et etatntk patnm u etc. 



ben großen Sammlungen ber 3eit, in Sftbor, S3enebictuß / 
unb Jelbfl bei Sfegino noeb ntd^r mit ber erwarteten 2tußs 
fftbtli^feit; um ben JBolfßgrfjt burc^auß mit außf^ließenb 
c&riftlicben dementen ju trdnfen unb bie jubtföe Station 
nieftt nur bureb baß ©efefi, fonbern autb bur$ ben frei- 
wifligen Sifer ber Kopulation jurficfjloßen ;u (äffen, be* 
burfte eß anberer 3eit no(ft unb anberer Slnttef. SBenn 
bie 3ett beß 5. 3abrbunbertß biß jum9. bie beß außer - 
Itcben (Sbrifiiäniffrenß ber germantfeften Nationen genannt 
werben tonn, fo war bie 3eit beß 9. biß jum 12. ©<!U 
eulum bie beß inncrli^en, wo eß niebt bloß ber ©es 
friebiaung mit bem dußern JBefenntniß galt, fonbern ber 
ooBfianbigen Xußrottuna jebeß anti^rißlicben ©ebanfenß 
unb ber aufnabme (^rijtli<4en ©inneß in ©aft unb Slut. 
92ur mit unb in biefer ÜBifßon nacb innerer Sefebrung 
ber ©ermanen ifl ber ©ieg ber «^ierarc^ie unb baß Ser- 
bdttniß ber 3uben alß ein Sbeil baoon ju oerßeben. 
S9eoor bie 6ff entließe Meinung nic^t ben geifttteften 3wecfen 
jur ©eite flanb. waren aüe (Soncilienbef^läffe felbfl mit 
F6niglicber S5eflatigung macbtloß unb eß beburfte, wie bie 
vergebliche 2tnfhengung ber weffgotbifeften ^ierarebie ae^ 
jetgt batte, ganj anberer Maßregeln, um niebt bloß für 
ba$ <Sbict, fonbern aueb für baß geben ju wirfen. 6ö 
beburfte fleiner, bem SJolfe felbfi t>etftdnbltcber unb natör^ 
lieb föeinenber ©runbe, bie 3uben, weld^e ber Statur 
attgetmanifeben Sebenß immer mebr alß gleichberechtigte 
9tenfcben, wie alß 2Cnti*Sbriffrn erfebienen, auß bem Greife 
beß 8ebenß unb ber ©efeüfcbaft m reißen. Slocb außer^ 
bem, baß man bur^ poffttoe (abfege jeglichen SSerfebr 
beß 6btift<n mit bem 3uben, ber mebr alß ben dußer* 
licftften ^anbel betraf, aufjubeben gebaute, ber gemeine 
SlRann mußte felber Abneigung empfinben gegen fte, bie 
man ibm fortwdbrenb in ©^tift unb $rebigt alß bie 
Störber beß |>eilanbeß unb bie Sobtfeinbe beß Sbrißen^ 
tbumß mit glucb gegen baffefbe im ÜJhmbe unb im «^er- 
jen barff eilte, bie man oor feinen Xuoen rel^til, aber 
au^ moralifi ju uermebten fuc^te. 2>cr Station gegen* 
aber gab eß feine größeren SSerbrccber alß Sanbeßoenat^er; 
fte würben, befonbert feitbem bie ©aragenen Aerren ©pas 
nienß waren, alß bie Sendtber ber wtc^ttgßen ©tdbte, 
oon 2ouloufe 46 )# fBorbeaur 47 ) urtb Barcelona 48 ) gefc^iU 
bert, uberaü ben getnb gegen cbnftlicbeß geben balb in 
9mmkm*xn, balb in Arabern beaftnfKgenb. 2>tefelbe 
SJetleumbung warb ibnen jn SQetl m tbmn IWoatleben, 
tafonberß ba fte faß fiberall, außer bei SBeftgotben, alß 
Ärjte gebrauebt würben 49 X Daß Serdrauen ju jäbtfcften 
«jten beruhe ndmlidb niemalß auf ber befonbtrn ®e* 
fcb&ftwbfttt btrfelben aSein, eß war oteimebr berjenige 
menfcftlicfte Srieb, welker bie getbenben ju ibnen fteft 
wenben Keß, ben bie ebrißti^e Xnföauung am wenden 
bulben burfte. Str Aberglaube war eß, ber fte wollte, 
ber tt bermenftyltyeß unb gebetmntßwaen 3auber bei ibnen, 
ben Shrembart^en unb XnbcrßgtduMgen, ooraußfeftte, wie 

46) Sgl. ©ep»fii$ ©. 47 tmb Vnbcre. 47) Pntdent. Tre- 
cem. Aftnal. ad 846. ap. Fem V t 443» JDa4 Chroittcon de gest. 
Nefdnannenifli tot bofffU^. 46) Prudent Trecen*. Annal. 

ad 69S. ap. PtrU 1, 447. 49) CT. Mmei 13. p. 900. 



JUDEN (GESCHICHTE) — 67 — JUDEN (GESCHlCttffe) 



bie* im römtfcften Xltertbume ber gafl gewefen war. 3m 
Mittelalter erfd^einen bie 3uben al* bie ^aupttrdger oon 
3aubereten, ©ebwarjWtnfien unb SBeiffagungen. Sin 
"ögyavor ifw/oßlaßiov daifiovwv war ber Seffarafonta* 
pecbp*, welcher ben Sjib }um JBtlberjhirme bewegte; 
wetffagenbe Suben t>erffinbeten bem ifauritten 8eo feine 
©riße"); ber gelehrte 5tefter 9>&otiu* 6 *) batte einen 
3uben jum Sebrer, erfahren in magifcben Äfinßen, unb 
nocfe im jDcctbente werben jfibifcbe 3auberer unb 2tftro* 
logen t>on jfibifcben unb dbrijtlicben Autoren erwäbnt. 
(Segen ein foftbe* 83er trauen, weites aufierbalb be* 
(Staubend an bie ©r*ge ber innerhalb ber Ätrcfce mite 
lüften SBunber lag, mugte mebt Mo* pofttio angefdmpft, 
fonbern e* au$ auf anbere Seife untergraben werben, 
namentlich ba im Dfi unb SBefl Stoben ju geibdrjten ber 
gftrften erhoben waren, eine ©itte, bie ebenfo lange ge- 
dauert bat, al* bie gegen fte gerichtete Serleumbung, bag 
fle bie tynen anvertrauten Äöniae tobten !>1 ). ©d&on jtarl 
Der Jtable unb itinig #ugo") foDten auf biefe SBeife um* 
tfeben gefommen fein. Um fo mistiger war e*, baß an 3u* 
ben bie ^eiligen SBunber traten unb baß biefe Socalgott* 
betten felber ibren Unwillen an bem ©tarrftnn unb Um 
glauben berfelben äugerten. ©cfton ©regor oon Sour* 
bat oon bem SBunber erjäfclt- ba* ber billige ÜRartinu* 
in Oppoption gegen einen jubifdjien 2fr jt getban, grabe 
wie tm 3abre 509 fcbon ß^rijlen folge Simonen au** 
treiben fonnten, gegen welcbe bie Äraft ber 3Ragi unb 
3uben niebt* oermocbte 54 ). (Sbenfo mad&t in Soul ber 
beilige SRanfuetu* ben ungläubigen Suben gegenüber einen 
Änaben, ber gelähmt war, gefunb, unb wirb biefer oon 
ben SRoncftcn fein 2eben lang unterbalten w ); fo muffen 
Suben bie SBunber be* ^eiligen ßmmeram in 9?egen*s 
bürg anerfennen*); bie heilige Äunigunbe befe&rt einen 
leugnenben 3uben bürg ein uberrafcbenbe* SBunber 57 ); 
jur felben 3eit dußert ba* Sudariam Christi in $ald* 
fKna aterfwfirbige (Srfgrinungen, wJie ber weife SJernbarb 
berietet *^; SJernolb erjdblt oon einem SBunber, bat 
einem Stinten in 8fom gefebab/ woburdfc er ben Unglaus 
ben ber Suben befdmpfte"), unb anbere* mebr. SBum 

56) $at ftyon oben örwäfcnte glaubte wenfaften« no$ @(o: 
oannl In tHdKw («f. Johaan. de Johanne Cod. dipl. SicSI. 
I, 4SI). 51) Symem Mmguier ed. BMn. p. 670. JDCefH 

Skrbdltnif pc äavberei uab affrotogtftyn ftifleafebaft im WitttU 
alter bttbet för bte Jtenntnifi jübifdjcr Literatur unb Gultur ein 
»ette* gfe». 52) ©tefe <fr|dbtangen ftnb febt oerbreftet; Chron. 
Botkoiu ptetoraUna ap. Leilmitz ca. rer. BnmawioeiMiuea 3. 
. 301 bot MMb: „I« diesem Jar gaff up dat Romsche Rika 
oaigh Karle den de Jeddea Torgheven.*' SSoL befoibtvi fc nwfa e . 
ad Pktinaa Hkt. Maoiuan. (Vindob. 1675. 4.) p. 468. 53) &. JK- 
eacr. Hiitoriar. Üb. 4. (addii.) ap. IVHs 5, 657. „Hago res populij 
toto carpore coniectin . .. a iudaeis exetiootut est; cf. Perlt 
n. 03. 54) Tkempkmm, Cbranogr. ed. Bona. 1, 252. 55) 
Cf. Adtmm MincuU Maoeoeti ap. Perl* 6. p. 512. 56) 

öioJSaprtel ki ba 3»W#ea mi Xrn#lb^ etben be4 ^eü^en bat 
bte Uberfcfcrfft (ben« bo4 (^»Stel fettfl tft m^t ba): ^iadeei mi- 
nime diffiütentur viraeala , io aaeleaia fi. Baimarawai aaepuefaac 
facta ^ et Arte 6, 540. 57) Miraeula 8. Oankundk ap. 

Pens %, 897. 56) llwaffariaai aeaeti Betnardi (070) tm Re- 
cuefl de* Voragea at da Maaa. (JPam 1896.) Ta«. 4L p. 800. 
50) Bern. Cbranica* %+ IM» 7. >. 414, «t t**rcr #tnb 
baut 0rf4rfc6at. 



fe 



ber offenbarten au$, bap bte 3uben ft(6 ni^t bt%n&& 
ten, ben (fertjllicften ©lauben btoö münblicft ju «erfpotten, 
fonbern aueb tbatfdcblicb. 3n JRom entftebt ein ©ewit? 
ter, weil, wie man behauptete, in biefer ©tunbe bee 3iM 
ben in ibrer Spnago^e ein S3ttb SbrijK (reujigten W X 
wie fte fyater ben ijtiUQtn Inaben Sticfcarb unb ben %& 
ligen SBilbelm freujigen, Sef^icbten, bie burdb aOe Ctw» 
ntfen unb Srjdblungen verbreitet, bad bewirf en mlffcn, 
woju 2tüe* bienen foüte, innerlichen ganatitouö tmb 
gtöpenben pa% gegen bie, welcbe bie wunbertare unb 
tbeureSteligtonbeSganbe* mit fo freoelnber|>anb febmibeten. 
2tber obne biefe übeneijung be§ religiöfen ®efüb<e« im 
^erjen ber germanifefcen Nationen, bie, wa6 fte erfajt 
baben, mit etgener, bauember Äraft fefibalten, wdre nte« 
mal6 bie (Sewalt, welcbe man |)ierartbie nennt, groß 
geworben unb bie Soüenbung beö leibenfcbaftlk| <bri|c 
lieben Sinne*, ber bie bamatige öffentliche Meinung wie 
eine feurige 2(ber burcbflof? unb ber afle S3anbe, bie tbm 
fruber beittg febienen, nationale unb beimatblkfee, bie iubt 
jum üRttflreiter unb jum ^errfeber im SBaterlanbe, ffir ba* 
|)eiligj}e Ätter, unb bte Unterwfirpgf eit gegen ®ott in feinen 
Vertretern erfaßte, war nur m6gli$ bureb ein confequentet, 
nacbbaltigeö (Sjrperimentiren, mit bem man ibn oen aBen 
biefen Ärdften loörig. An foleber ©ntwirfelung ifl aueb bie 
ber jubifeben Station inmitten ber entwitfelten tetttföben 
©taaten aBein ju oerfieben, alt integrirenbeS, oie(f«gen< 
be§ tWoment im Äampfe be§ auöfcbliegli*en dbrifllie^ni 
®eifle§ gegen ben niebt b!o6 d|)rijllidS)en (Seift. 3u glet* 
c^er 3eit mit ber #ierarcbie eine* @regor VII. mujten 
bie Verfolgungen gegen bie Stoben fertig fein, beibc bie« 
felben Solgen unb grumte eine* Sabrbunbette lang au 
beitenben ®eifie*. 35iefer ®eifl bat bie Verfolgungen 
niebt gewollt, obfebon er fte beroorgerufen ; bog er ei 
aleicbwol tbat, lag in ben Schritten ber unnaebftebtigen 
Sonfequenj, bie feine ©tufe ju fiberfpringen batte. Sl 
fonnte mit ben 3uben ba* cbrifMicfte geben ni^t ju bem 
gebetben, wa* e* werben foflfe, niebt ^>err werben über TtM t 
wa* niebt biefe* war; unb biefer ®ebanfe, gemaltfam wie 
ade* ®ewaltige, bem Srabition unb 9tatienaltiteratiir, 
©elbfidnbigfeit unb wabrbafte 2erritorialmacbt al* jDpfff 
fielen, fonnte feine JRficf ftebt auf bie ©cbicffale ber 3uben 
nebmen. @o (ange biefe in einem bureb mSgltcbe Sanbe 
be* ^erjen* gefcbloffenen, ober oon feinem burtb ^ 
benfcUft be* ®emfitbe* abftogenben Berbdttniß (ebtfn, 
fo lange niebt jeber 3ube bem SbttPen ju irtet 3Ä 
al* 3ube, unb »war eben alt felnblicb« Segenfaft 'jfi 
ibm, bet ganj <&)xift war, erfc^ien, unb ber panipft 
grogen cbrtftH^en ®emeinbe bie Keine |ftbifc|e, m ber 
(ftbArmlitfett ibre* befc^rdnften »e^te*, in fet SEcw* 
rigfeit einer ring* btobettben Bercrfbtung, niebt mebt 
ftmbtbat ober änjiebenb, niebt mebt gefdbrlty ffit beit 
®rogen, bem bie öffentliche Meinung wiberffanb, mb uifc 
mebr bebeutenb für ben Stiebern, bem er fern war, f$roff 
entgegenßanb, fo (ange war an eine in ftd^ dbfotufe, #t> 
ganif^e, be* grogen «nbeWgebanfen* ber t)tetau$ft 
wörbige Corporation ber Gbtißen ber SBett nic^t |u bem 



60) Ademar, Histor. ap. Pertz 6, 139. 



9 



JUDEN (GESCHICHTE) 



— 68 — JUDEN (GESCHICHTE) 



ta. 3u erreigen, wa$ gu eneic&en war, bat lange ge* 
bauert; wo mit ben Snbioibualitdten fo Sieter gu ope* 
mcn hhit unb auö biefen fo oiele$ rntfrrnt werben mußte, 
war eben fein geringer Xampf notbwenbig; roer no$ 
niemals bie 9Beltgef$i$te al* lebenbige ftbrnSauf? erunpen 
betrautet , wirb erfiaunen, wenn man ibm Jtreugguge, 
bie Serfolgung ber Suben, ben Äampf £einri<&'* IV. mit 
©regot aß gleich notbwenbige Crgeugniffe einer Äraft 
angibt, in ben 5treu^ngen nicfct minber bie gut Stutze 
aeforamene religtöfe ?eibenf$aft , wie in ben Serfolgungen 
tferen ftcb entlabenben StiQ ftefct unb ben blutigen gas 
aatttmu* auf ber einen, bie erhabene Aufopferung auf 
ber anbern aI6 Seiten eine* @reigniffe$ anfielt. Stiebt 
hl allen ©liebem ber Äm&e batte fte bie Cnnigfcit be$ 
Scbanfat*, befielt ©$luf* ba$ 12. Safcr&unbert war, 
eifrigen tönnen* 1 ), aueb in ben Sefhrebungen gegen 
bie 3uben waren nieftt 2C0e gu |>iffe gefommen; gegen 
Störungen, wie gegen ben bifen Ginbrucf einer SBecelb 
triföen Saufe, Fomrte man ftc& f$wer oerwabren, unb 
man erbiefetete gwei ft(fr befdmpfenbe 6$reiben, in benen 
tot* eine fo ftegrei$ ifi, aB baS anbere waffenlos* 2 ). 
XtKft ni<&t bie munblidbe Disputation war ba$ SRtttet, 
btmb ba6 man feinen 3werf erreichte. Der SJifc&of oon 
(tmoge*, ber biefe* niefrt bebaute, fanb bie obren ber 
Suben gegen alle Setefcrung burefc SBort oerfcfylojTen unb 
war baber gezwungen, fte aus feinem JJanbe gu trek 
ben w ); — e$ tarn oor, baf* (Sigennufc oiele oermögenbe 
»duner, wie ben (Suncelin, gang oergeffen ließ, bap er 
in einem Serbanbe mit Gbrifien gegen 3uben ftanb, ba 
er felbft ifcnen ®tauben£genoffen al£ Sflaoen oerfaufte "V 
Ibalbero, ber berubmte Siufeof oon Web, ben man ei- 
am Säufer") nannte, ßanb niefct in ber Sehtbeit ba, 
bafj fte ibn ni$t fowol ebrten, al* bei feinem Sobe be* 
bäumen «•). 2Men#oerbaltiiiffe, bie oom Sortbeil gefnupft 
waren, tonnten triebt triebt gerri|Ten werben, aber e$ Durften 
leine *nftrengung unb SDpfer erfpart werben, man fcotte 
bie ©rfa&rung unb fpratb fte au$, bap ba* (Sbrißentbnm 
im fneb&b forialrn SertfUnitfe nieftt für ba* Sefennfc 
Mf be* 3uben, fonbern ba* 3ubeiityum für ba* be* 
Okrifbn gefabriieft werbe, unb ben alten Snmbfab, bunt 
ben bie ofhouuf$en Jtatfer bie Suben anfingen potittfeb 



61) Dm fipci«e &ngx VIL (Bmx 6b. D. 47 mm. Mmm 




«* P^h» ywli—iii »tro mm redarsM. M CS) B§L 

icibcb X«ffa%: x>a Xpefbr" ISO im Ofi«t •. 3W, m 

ter. Eh. 3 *f . Am «, 137. 44) Tüftler Ifmrtary. 

▼I ap. Arte 5, 3JI. e$) M4of m «h* S84 - 16» 

▼ita A«iftri—M *m Ayfr C, «L 

f^jMWiiHiMi «m—k -r ^ 

ab 




ju plunbern, enbete bie weßtt(^e Ätrcfte, ba fle i^rt focial 
tfolirte unb ber SSitwett aW 3iclf(fteibe, al* SSarnung 
unb atö Sro^ung gegenüber fteflte. 2>te blutigen 2^s 
ten ber Äreujjuge tagen nic&t in ber Xbfuty ber gei^ 
liefen SRac^t, ebenfo wenig wie bie (Sonfequenjen ber 
Äreujjfige fetbft, aber in ber golge i^rer JDperattooen, nur 
bafi biefe ibrem SSefen burc^aud gänßig ftc$ ^erau^btlbete, 
wa^renb jene ni^tö a(5 ben S3eweiS beS gl&Ricften ®e- 
fingen^ barboten. Diefe Verfolgungen ber Jtreug^ge, bie 
nieftt fowot in iftrer eigenen Qrföeinung bebeutenb atö 
bele^renb unb rubrenb ftnb, ffnb oon einer tubere$en; 
baren SBhrfung für bie golge iubifc^en ttbatö unb feiner 
re<fctlic$ staatlichen unb forialen Stellung bis in bie neuefie 
3eit gewefen. £a£ ^)ep^^ep^®ef^rei iß ein teifer 9la<fc 
tyiU be* bonnernben »ufe5: „(Sott will e$ baben." Sor- 
fptele waren baju oor^anben; wie txß SBefen ber Jtreu^ 
|fige erft ein Saftrtunbert lang bie 3tyantafte ber Stationen 
befc^dfti^te, bie bureb ba$ Sorbanbenfein oon Sbtißen- 
fetnben tn einem gefegneten 2(etfe (Suropa'S genarrt unb 
aufgeregt warb* 7 ), fo (amen biefe Serfolgungen md)t 
ptftftlicb unb obne allen \)\ftoxi)<b<n Sorgang. 2>ag Su- 
ben fd^on im anfange be$ 11. 3abrtumbert$ an bie Gas 
rajenen in Xften ben ?)tan gu einem europfifc&en Äreug- 
guge oenatben, giebt ibnen in Drlean^ eine Serfolgung 
gu **). 3H§ auf bie Xuffoberung ber Xixd^t fruber fefton 
Stete na$ Spanien gegogen waren, um gegen bie 8Ru- 
felmdnner gu fdmpfen, oerirren ftd> bie Xtettgritter gu 
frinblicben Angriffen auf bie 3uben ™), bie aber t>on SU 
f^6fen unb Ferren geföufct waren. Äterc Serfolgungen 
in Seinen unb 9oIen ftnb erbietet unb unbegrunbet **). 
Xber in Zeutfctyanb, wo Suben weitverbreitet bun^ Jlerfen 
unb @tdbte mit teutf^er @pra4e unb teutfeben ©ttten 
unb 9tamen lebten, war nüftt^ bergleU^en oorgefommen. 
Crft im 3abre 1090 batten b« gu 6peter eine trefftiefee 
Orfunbe oon Jtatfer ^einric^ IV. airfgefteüt betommen 71 ). 
gretücb fpriebt e^ 1084 f*on ^uogmami, ber »ifcW, 
au^, bap er ibnen eine eigene Subenftobt, mit Sonera 
umgeben, gegrunbet babe, um fte ben Berieftungen brf 
9>6bet$ gu entjieben 71 ); nnbt^beftommber waren biefe 
Sturme auf bie Stube unb ben ^rieben 7 *) bei Canbet, 
biefe (Sewatttbaten ooB S(ut unb g ^ reclen etwa« Uiu 
er^irted unb Unerwartete«, ©ie erfrrerften ftcb auf aOe 
©tibte be« Stbein«, 9am« unb ber JDooau 74 ), wobin 
bie gugeQofen ©cbarrn 6mif(o Y « unb Änberer gogen. Sttxftt 



67) 891. »ilfti, &€H&tx ber Snmgmm I. 
€L II fe. 68) ©erfetbe a. a. D. 6. 3T. €9) „Na ia- 
Uii ai ucaUu ab ilk, qoi coatra Sar a cc aai ia ffiaaaaiaai pra- 
acamaaater/ 1 fdjrnbc ber 9opt Zlmabcr (f. Mmmm Oaac 19,964). 
?^g^>^«^ w a ni« <^<T^Arti-gclf«rOTX>r »i a ugia4ba(i . 
71) ffirt«M, Rcfeit. I93S. >HMfavi>. Nava aaaa. iBpliaait 
1, li7 aq.. menm fk 3effe äberfett bat, tttaabca ber 3obca 
S. 8 f%. 7i) ma« Sarbtveia, Urtttabca ber 3abra C. 6. 
73) «FraiwiM pacr iatcriai obtqoe caaa^aala et aeaaa Ja- 
m arbiboa, m qmbot ceaat a^raaal eat, ad 



Caaat. Wla ap. IVrfs 6, 661 




JUDEN (GESCHICHTE) 



— 69 — JUDEN (GESCHICHTE) 



überall backten au$ nur bie geifilteben unb weltlichen 
|>men baran, bie Suben ju unterflfifcen, oft tonnten fte 
rt felber niebt unb wagten eS niebt auf bem Don religiös 
fen ganattSmu* überall laoaglüfcenben SBoben. |>eimli<b 
nur, bunb SBertbeilung auf bem Sanbe, baß fte bem 2fas 
bltcfe ber Äreujfabrer entjogen warben, fonnten SRancbe 
gerettet werben, ©aß man ftcb ben Verfolgern mit bem 
©cbwerte in ber $anb entgegenfegte, wirb an JBiföof 
3obann in ©peier niebt febr geräumt 76 ); wie fotlten 
benn, faat ein (Sbroniß, c&rifilicbe ©olbatcn gegen Gbri- 
ften ffcr Suben fheiten? 76 ) Sie einjige unb befie SBaffe 
fanben bie 3uben in ibrem eigenen £erjen unb ibrem 
eigenen ÜRutbe; wdbrenbber Sntwidfelung be§ ebriflltcfcen 
Bolfßgeifte« ju ber religiSfen fceibenfcbaft , welche bie 
Seutfd&en t>or Ellen in ben 3abrbunberten au«jeicbneten, 
war aueb für bie 3uben ba« geiflige ßeben niefct ajbge* 
Sorben; bureb 3ujh6mung au« bem Jfanbe ber 2Bt[fen- 
febaft, au« 3talien, neu erfrifebt, bitten fte ibr religiöfe« 
Seben bmreb .Dicbtung unb Sebre befejligt; bureb alle 
©auen bin war bie Äenntniß ber ^eiligen Urfunben unb 
Überlieferungen Derbreitet; bie SBegeiflerung, welche bie 
Suben befreite, war eine im SBiffen begrfinbete unb fltfl 
unb tief in ber wijfenäburfligen ©eele rubenbe. Unter 
ädern Serfebr mit Gbrtflen batten fte ibre ©afcungen be* 
wabrt, felber bie Änndberung an nic&tjfibifdf)e Sitten ge- 
mi«biQigt unb in einem anfprucblofen, mäßigen Beben ftcb 
mit ben eng gejogenen Greifen ibre« geifiigen 8cben« bu 

8nugt 7t ). 28ie bem Äampfe ber 2Raffabder eine Safer* 
unbert lange, mit ©efefc unb Sieligion tief unb innig 
befcbdftigte 3eit vorausgegangen fein muß, um einen fo 
verzweifelten Äampf ju wagen, wie eS benn oon eigener 
Überzeugung bureb alle gibern burc&fhSmte ©eelen allein 
im ©tanbe waren, ber weltbefeerrfcbenben Stoma jwei SRal 
ftcb mit unglaublicher Äraft entgegen ju werfen, fo fließ 
bei fanattfebe Angriff beS germanifeben Volfe« auf ben 
grteben unb bie Stube ftiHer unb rubiger ©ärger, auf 
einen SBiberfhmb, ber um fo unerwarteter war, je uns 
geabnter er in ben ©eelen ber Angegriffenen felbfl fcblum* 
mern moebte. ©er Seibenfcboft, bie bureb eine unnatär? 
liebe Xufrei}img beS religiJfen ©effi&le« aüe ebrifllicfcen 



not onmb» delent aut etiam ecetariae satagebant compellere 
nmna. M fiftatard. Chron. Univ. 8, 315. 

75) w Ut apnd Spiram fogientes in palacium regia et epi- 
acopi etiaai repugnando yix se defenderent, eodem epitcopo 
Johanne litis auxttiante. Qui etiam postea ob hoc ira com- 
motu» et peemnia Judaeorum conduetus nuotdam fecit Chris tia- 
noe obtrancart." Bernaldi Chron. ad 1Ü96. ap. Periz 7, 465. 
von anberer «fcanb im Stanufcript. 76) „Brat tone epiacoona 
emtatie Rotaardoe, ad cujus auxitium et defentionem cum the- 
aanria saie confagerant Jndaei, quot neu epitcopus nee militet 
ejoa, qnornm tone ibi moltitado aderat, vel defendere vel eri- 
pere poterant ab Hieroaolymitie, quia fortasse Chrütiani contra 
CktiMHmmm pmpnmre nolebunt pro Jmdaeis etc.; cf. Annaliata 
8exo ad 1096 (biev felbftdnWa) ap. Periz 8, 729. 77) »at. 
3nn}# •ottrteienJWcb« Boetrdge ©. 391 fg., unb notb mebr fei 
bem Serie: #3ur0kf(bi4fte unb ttteratur.^ ben mdflcrbaften Vuf* 
ftfc „3ar ettrrarttt bei jabifeben OTttelalteri in granfrefeb nnb 
3>fgtf<bto« b,^ m eftbex bai er»e »o^oft tmb% «WCfSmittel für 
innere OefcbM^e ber Snbcn geworben i% 



S36lfer ber 3eit bureftfloß, fegten bie Suben einen (Sntbu? 
fiaömu« entgegen, ber, weit er in feiner $afftmtdt jeben 
ßinjelnen bewegte, eben ben großen unb einbrtnglic^en 
©infliug bejeugt, ben 3abrbunbert lan^e Sefcbdftigung 
mit geifiiger Arbeit unb religiöfem ©tubtum in Seiten ber 
SBetbdtigung dugert, ber bie Sriße beö geifiigen 93eftbe8 
erweifi, mit bem man fierben, obne ben man niebt leben 
moebte unb fonnte, ber eben nur möglich war, wenn in 
einer weiten fernblieben Umgebung, unter fremben jfir* 
nenben ©ewalten, in ben mannigfachen SSer^dltniffen beS 
8ebenSbebürfniffeö unb @rwerbe$ ein burcfegel)enbö jlttlicbet 
©eif} ben 3ufammenbang mit ©ott ju einem unjenei^ 
baren JBanbe gefponnen bötte, ber aüti Änbere auf Grben 
erfe|te, obne bie greube an btefer 6rbe, wenn fte gewdbrt 
war, auSjufc^lief en. An bem paffwen SRut^e bre^en ff^ 
bie SBeflen M anbonnernben, jeuer unb ©cbwert broben^ 
ben ganatiömuö; e$ muß einen fonberbaren Sinbrucf ge^ 
maebt baben, wenn bie cbrifllicbe SBelt, bie SRüt)tntn& unb 
|)eiligen§ niebt genua batte, um ba$ Xnbenfen beS einen 
unb be§ anbern 9Rarti)rerö ju preifen, bicr ganje ©e^ 
meinben, ^unberte unb Saufenbe, für einen ©ebanten 
ftcb opfern ftebt, einem SSolfe t>on ÜRdrtprern begegnet, 
unb in 2(lt unb Sung, ÜRann unb SBeib biefelbe ifraft 
unb biefelbe SBegeifJerung ftnbet. 3n SBormd, wo bie 
unfertige SButb felbfl baS eigene ^eilige, bie ©efeftrollen, 
ntdbt aebtete unb ju ©c^ubfoblen gerfeftnitt bie jerriffene 
ttt)te, tSbtete ftcb SJtonn unb grau, 93raut unb Sbxiutu 
gam, fc^lacbteten bie ÜRütter, bie liebe * unb erbarmung©* 
ooDfien ber (Srbe, ibre Äinber, unb eö fiarben biefe auf 
bem ©c^ooge ibrer Altern mit bem Kufe: ,,^6re, 3^ 
rael! /# auf ben Sippen; unerhörte ^elbent^aten ^efebaben 
in SRainj, in 92euß unb an anbern SDrten; em ©reif 
batte einen einjigen ©o^n, unb er flieg tym ba* Keffer 
in bie Jörufl unb ber Änabe fagte 2tmen. 6ine grau 
gebar, ba fte »erfolgt warb; beoor— nur ein ÜRdb^en war 
bei ibr — bie ÜRorber famen, ergriff fte ba§ Äinb unb 
febteuberte e« t>om Sburme, baß e$ flarb. ©rdßli^e 
Stbflten gefeba^en überall, Sbflten, wie fte ein barbarifeber 
geinb oerfibt, wenn er mit bunnifeben 2tbftcftten Aber bie 
©renjen flfirmt, große 2baten würben oerfibt, wie fie 
eben nur auf ber Siebe ni^t für ein dußere*, ffir ein 
inneres bimmlif<be$ SBaterlanb pcb erjeuaen tonnten unb 
mußten 78 ). 2)ie Verfolgungen be$ ersten unb ^weiten 
Äreujjugeö, aW bie erßen Äußerungen eine« entfeffelten 
9teItgionö^affe8, b^ben bureb bie lange Äette äbnlicbet 
anberer, bie fte nacb ftcb ite^en, für bie Stellung ber 
3uben in ber europdifeben ©efe^iebte eine außerorbentliebe 
Sebeutunp gewonnen, DteQeirJbt bie grSßefle, bie oon &u* 
ßerer polttifc^er SBelt feit ber Sempeljerflörung an fle 
beranaefommen ifl. 3br innere« Seben iß baoon nt(bt 
unberubrt geblieben, wie "rt niema» getrennt erföeint 
oon ben Cmbrucfen einer Außenwelt; tytt dußere ©teCs 
lung iß mit i^nen unb bureb fie bti auf ba« 19. 3afr* 
^unbert b^rab in feinen Variationen unb Cntwicfelungen 

78) Bßt. bie in ibrer €infa<bbeit bemerreifenbe Ckbübertrag 
bt« 3eit0enoffen St. (Sliefcr, bie Sofcf ba Coben feinem IMbre ha- 
jamim ed. Amaterd. p. 5 b aq. eineerldbt 1)at. 



JUDEN (GESCHICHTE) — 70 — 



JUDEN (GESCHICHTE) 



gegeben worben. tfudfc tjterin jeiat ftd& ber tlnterfdjieb 
bei monotonen bürren 2Brlt be$ offromiftycn MetcbeS von 
ber farbigen, ntannicbfa(ben beS abenblänbifcben. 2Bie bie 
Äreujäüge burtb bte Grfcftöpfung alles retigiöfen 7ll\}m§ 
bei t>irravdt»ifc^en (Seifies für bie cbrifllicbc Äircfte oon 
unberechenbaren folgen waren, fo tft aueb ber (SinfEuß 
berfelben auf bi« Suben ein crflatinlic&er. 

Sie einige £errfcbaft bei c^tiftltd^«n SBelt beburfte 
eine$ ®efe§bmbe$ unb bte unDerbdltnijjmagig große Hn* 
jabl twn Sammlungen fanomfdjer Steckte **) im IL 3al)r^ 
bunbert oerfunben ben (gebauten, ber ficb am Snbe beö 
SabrbunbertS in feiner ganjen Jtraft «iujjerte. SBenn bte 
£terarcbie bte SBötfer bureb ba$ Gbriftentbum fo febr tier- 
fc$moljen batte, um wie mit einem einlegen ben Kampf 

Segen Äfien ju unternebnien, fo brauste man aud) einen 
iober, in bem bte Xngetegenbeifen be$ (Sbnficntbumd na<$ 
einer befftmmten Kegel üerbanbelt unb bebanbdt wur; 
ben- Die Stellung ju ben Suben war barin. ein bebeu* 
ttmgöooller Xbftniit. Die Berbdttnijfe berfelben waren 
immer nodj in ben oerfdjiebenen {JanbeStbeilen ber J£)terar; 
eftie ntdjt trieftlben; wenn oueb bie öffentliche SReinung 
im größeren 2bcile (Suropa'S bureb bie Xnfhengung 
be$ ß^rtftianifiTenö f bureb bie geijtltcfte (Sewalr («Jon fo 
febr wiber ftc grreijt war, um fernere ®efrße ntcftt notj): 
wenbig ju macben, fo waren bodb immer wieber tfanb; 
fcftafteti unb politifdje Sulldnbc, wie in Spanten, wo bie 
allen @biae immer uon Wltütm itjren SBertb unb Ate Seitimg 
batten, unb waren, wie man riebtig einfab, bie Bert ■ 
ntffe bei geben* uteL ju manniebfatrig, um nity üoii 
9letiem eingefefedrfte Satjungen noüjwenbig ju machen. 
3e mebr ba$ groge ffierf gelungen war, bie Selbftanbig; 
Fett fircfeltdprr SuriSbiction uor bcr meltticben öinnufdbung 
ju bewabren, bejlo wichtiger war bie gcflfcaltung unb 
geftfJcltung beä innerhalb ihrer ©reiben angenommenen, 
unb wenn bte Jtreujjüge für bie Sanciion ber großen 
ffiewalt über bie £>errfdjerbäufer ber Srbe bie gtdnjenbfte 
SWanifeftation gewefen ftnb, fo waren ffc aud) für bte firdb* 
liebe grgtefatien gegen bie 3uben ein abfcblicßenbeä ISr* 
cigniß. 9tad> benfelben wirb nur wenig ftin^ugetragen; 
t$ war natürlicb, ba$ nacb bem allgemeinen (Seifte, ber 
ftcj in ihnen unb nacb iftnen in ber SJett&lferung ber 
SCriftenbeit funb tbut, für Cinflßffe geifttieben ßbarafrer$ 
burdb bie 3uben ntcbt§ mebt befonberS ju befurdjten unb 
bie lang erwfinfcbte Trennung ooDjldnbtg eingetreten war. 
9Ban batte eneiejt, waö man erreieben wollte, bie SJer- 
mittetung bed jübifdjcn unb djri|"!li(beti tfeben^ bureb einen 
betligen tanon, mit beffen alteren Ibeiteti bie fpafer bin- 
jugefommenen 2>ecretalen gleicfter Xutorifit erfebienen. 
@g tff wiberiegt roorben, t>a$ augerli(fte 5t|)n[id)feit jwi= 



7U) Dtan Kiibit tHtanntlid) oen Scncbtct an urtb tt?n ni4»t 
mitgertdbnil H <SaninUun(ten bi» auf dMratian. ^aoon get^wen 
tem Anfange bei 10. 3atjr^unbcrt^ ncd] ^nti, htm IL 3abrbun* 
bert ficbrn, baruntcr bfe frrbcnteitbttcit, mit Sar^atb, 2tnfctm r 3fc, 
bem Anfange b«ö 12. 5abrtyunbert6 jin-i an» p^I. föaltrr, Xir* 
djcnrtdjt S. tl- Stifter, eebtbü* btd Äirdjtnre<bt« f. 71 
$6 tft ntrgtnb** wie i<b glaubt, beurUd? ein Äddjbruct auf bie 
Scbeutung tiefer 3aramtut^tn ^rabe für ba4 II. 3at>rt)uubert 
gelebt- 



fdjen ben gropen Sammlungen beö 1:2, unb 13. 3abr- 
bunbert^, bem ©ecretum Sratian'^ '") unb ben .©reretaien 
®regort IX, 8 '), mit ben 3uftiniaroeifcben ©efe^buebe^n 
üortjanben ober beabficfcngt fei, aber ba$ in ber 3ufam> 
menffeüung tiefer beim Srwadjen be^ romif^en Stedbteö 
unb beffen SXieberbdebung an ein ®egen(iucf fanonifeber 
Safeung ^u biefen gebaut fei, baf bte Äircbe btefen 
gegenüber in ebenfo eonfolibtrter ©eflalt ibr ßorpuö wollk 
georbnet bßben, i|t gewig richtig unb wabrfcbeinlicb nur 
ber eigentliche Sebanfe ber älteren SKeinung. gur bie 
iftbtfcbe Sefcbicftte ifi nun eben bie erneute Sammlung 
ber Jtanonen aueb oon großer S5ebeutung; wenn eö einer 
tbeorerifeben 25arfteUung, bie bier leiber £iemti<b genau 
mit praftifeber ÄuSfübrung barmonirt, t)on allen jübifeben 
focialcn 3ufldnben im ebnfitteben fiuropa gilt, fo ftnb 
e$ eben tiefe Safeungen, bte man ju Srunbe legen mug. 
2Bie bie «Öierarcbie felber bie 2tnget ijl, um bie fieb ba$ 
geifiliebe feben guropa'8 wenbet, \o jlnb e£ biefe Sefe^e, 
bte für ba$ ganje SJeben ber 3uben unter ben Gbriften 
bie bt5 auf bie neueren Seiten nicbl gewanbelte 38a|i£ 
bitbeten. Sä wirb alfo genügen, ba$ in tiefem (Sorpu? 
Sntbaltene ffijjenbaft wieber^ugeben; ee wirb nur nötbig 
fein^ bte Dauer ju bqeicbnen, wetebe 3(ÜeÖ gewonnen. 
Sie Gonfiftenj, mit ber unter ben feltfamllm SBariaUouen 
nieöt baoon abgewieben worben iff, erregt SJerwunberung, 
2)ie jabllofe Sßanni^fattitjfeit ber Subengefe^e unb SDrb* 
nungen lagt ficb mit 8ekJ)!tgfeit auf fte jurftcf fübren ; 
wenn über fie bin weggegangen werben foU, wirb ba$ 
neue gbict minbcjlcnö be^ ©egenfa^e^ wegen beutüeb 
auögefprocften. @ö bietet bie Unfenniniß, mit ber bie 
(Sefe^gebungen ber unenblicb ^riiienben SBillfür fo oft 
a!£ etwas burebau? 9ieue£ betrachtet unb beurtbeilt worben, 
fcfeon in früher 3eit ein mtereffanteS Scboufpiel; man 
fab niebt, bat! I6cb)?en6 bte 9?üaticirung eine anbere, bie 
locale Äbfarbung eine befonbere war, Wlan erfannte fei- 
ten, ba| felbfl bie drgflen 3ubenfcinbe ttitbt über baö 
fanonifebe Statu tum hinaufgingen. 9iodj in bie 2>ecre> 
raten t(t fein gan^ neueS ©efeft eingcrücft r für ha$ gar 
reine Irifiorifcbe Segrünbung torbonben iü Die fano= 
nifebe Legislation borte auf"), nicht atiein weil fid) ba$ 
^apjltbum nacb gan^ anbern Wiebtungen binlenfte H3 ), 
fonbern weil baS 5UerbdItnt§ ber Öbriflen 5 um 9>apfhfurm 
unb ju ^iebte^rtfien in btn ®runb|ügen bitr^auS fel^e- 
flellt war unb man fowol feine (zrneuerung unb (rin 
febdrfung in ber protinjietlen 3uriöbictton ter ®eijlti<b* 
feit wollte, al? man bur^ bie ©rfabrung, bie man twn 
ber ^eiligfeit bt$ alten Jtanonö batte, wußte, baß e5 
binreiebenb fei, eine jhreng formirte äiapö ju §abm f aber 
umnogtieb aüc für bie oerfebi ebenen Localitaten not b wen: 
bigen Variationen tbeiB anjugeben, tbeilö aH für 'Alle 

Sti) (Si^born, Dcutfdje ©taatö .- unb 9rrd)t#atfdjtd]ti\ 2 
6. S71 4 9?ote c, Hl) £*cfclbt a. a. D- $ 2^5. «ote m 

M) Die 3uf£$e Ctlemenä' V. Dem 3abre 1313 (Glementinen) tnt; 
batten unter btm Zittl D« Judtei» et ^arAcenb nur Ce^tete ße* 
trtffcnbe^i baffelbt ift rate ben ^rtraüaganten 3cbann'ö XKIL ber 
Sali unter Tit. S. 3n ben KiLrnvagant, Commun. ftnben ft(t) 
IslK V p Tit, "2 nur jroet (£bktt über aetaufte 3uben oon (Sie* 
mm* V. 83) mit 3?t<bttr föflt §• *"• 



JUDEN (GESCHICHTE) 



— 71 — JUDEN (GESCHICHTE) 



gültig tinjitücDen, vo'u bieö früher in einfacheren SBcr^ 
Wltntfien möglich getoefen ift. CS xoixt alfo eine unnufce 
SBieberbolung, bie oerfcfctebenen fanoniföen JBefefcle bei 
Irtan Staate triebet aufguffibten; eS wirb leicht fein, 
alleS, »aS in ben oerftyiebcnen SanbeSt&eilen bis auf bie 
jängften 3eiten in bie ®ebiete geifilicfren ffttd)t$ gelten 
fonnte, auf bie oerfc&icbenen Sdnber anjuroenben. 

X)er $rotejtantiSmuS bat baS fanomfcfcc Stecht in 
Setreff ber 3uben nic$t aufgehoben ; oielmebr bat er bei 
ber großen Serfcftmeljung fanonifd&en unb prtoaten SRec&tS 
m ben leftten Safcr&unbertcn ffreng an bie formen beS 
Sober gebalten, obne ifcn freilieb aiS feine &ucfle *u be* 
jei^nen. Jur bie jtenntnig beS 3ubentfoumS, für bie 
SBiffenfc&aft in feinen SBibliot&efen ging mit ben #uma= 
niften eine neue ©onne auf. 3n ber focialen Stellung 
ber 3uben war ber gortfefcritt ein fe&r langfamer; SJutyer'S 
Äußerungen ge^en bie 3uben ftnb oielmebr ein neuer Xte 
non tum Sntoleranj für fpätere Sa&r&unberte getoefen M ) ; 
obföon bie religiöfe ^Bewegung, bie burefc bie Sntjiebung 
beS 9>rotejtantt$muS ffeft erjeugte, wegen ber 3urücffü&* 
rang beS c&riftlic&en ©laubenS auf bie Urquellen 86 ) auefc 
ein näbercS £eranrucfen an bie 3uben unb tyre fcefcren 
oerantaßte, obföon eben bie S5efebrung ber 3uben als bie 
roafcre Aufgabe beS $roteftanti$muS, bie bur$ bie fat&o* 
lifäe Sefcre*) oer&inbert fei, angegeben wirb, fo fälicgt 
fiefr boeft bis auf ben beutigen Sag in ben ®taattn, wo 
bie focialen unb politifeben geffeln noefc nic$t aanj ge- 
löjl ftnb, jebe berfelben an ben fanoniföen Jtorper an, 
unb felbft in ben Staaten, bte bie aOerproteflantifc^efien 
fein m6$ten, wirb baS SBefen beS c^riflli^en Staates 
auf Xnföauunaen beS fanonifefeen Sfecfeteö unb beffen 
SaftS, beS 3ufrmianeif$en, gegrfinbet. 

Sei ber Xufodfelung ber einjelnen fünfte beS in ben 
Decretalen aufgenommenen SwbengefefceS fleOen wir ju-- 
weilen aud) 3oo 87 ) unb (Station ooran, weil biefe ber 
XuSbrucf tun oor^ergegangener 3eiten ftnb. Die ®efege 
felbft reben tpetlS jum Sbrijlen, tfcetlS jum Suben, unb 
jtrfaflen fo in jwet Steile. Sei jenen iß ber ®runbge* 
bante bte rabicale Trennung foctaler SBerfcältniffe ber Sfcri* 
fUn wob Suben, unb ei bfirfen bie Crflen weber eine 
gleite, no$ eine untergeorbnete Stellung ju ben Seiten 
emnebraen, weil biefe ?e|ten eben felber ben G&rijien bunfc 
bte Statur tfyrtS SefenntniffeS untergeorbnet fein muffen. 
GS ift bafrei bte 6&e mit Suben »erboten. ©ieS »erbot, 

84) Seftter« in btn 6twitf<brtften biefe* 3«br*mibertt fpie» 
im fic eine ÄolU. 92ad?bcm ber ICircbenratb, (Emalb eine raube 
Üufening angeftlrtf bie auo> 3 ob. Sacobp (Über ba* ©erWltnif 
ber Stalin |nr (taaneipation gegen ©treeffrf . [$ambtra 1833.] 
&. 1?) bem** bat, fMIt tobt)* (Die Steinte be< Q&brifrentbum« 
0. 18) eine ganje Vnfbologie oon antQdbif^en GttOtn au« Surfer 
»fanunen, bie oft eftfee unb fc^on au« ^oömann'« ^f^toer §u be* 
f^anbem Snbatycri" au entnebmen »arenj ferner 8ip< (Aber bie 
Mnftige etettvag ber Suben [1819.] 6. 63) unb jtarl Xu^. 
Sncb^etg (öibctf 1814.), wcUfte f?e »iberlegen, nnb Xnbere. 
85) «jjL »eine Mftorffcbc 3Cbbanblnn0 Aber bie 8tobbfh«rwrfamin* 
\%uf bH Sibrei l«0 Ä 10 ft. 86) ßaL i&tr bie Sabbinet« 
oetfammUmg u. £ ». ©. 47. 04nbt# 3ub(fdje Wftfcpürbföf. 
Contk. II. p. 171. 87) 3n 3»o fft befonber« »ur^arb oon 

Sonnt betraft; fetterer nnit mir tsUfi iiugtegttcb» 



bureft bie rdmifc^en «Kaifer im 3a^re 388 juerfl in ber 
morgenldnbifc^en Äircfte auf bem Soncil 88 ) oon (Sdab 
cebon in Sejug auf ?ectoren unb ßantoren ganj befom 
berS ^eroorgeboben, wirb in ber fonjligen ©efefegebung in 
alter XuSbe^nuna erhalten; bie Soncilien oon DrleanS 
unb Slermont, 533 unb 535, fprad&en eS juerft im SBe$ 
fien auS. JRegino w ) erfennt nic^t minber tn einer folgen 
SSerbinbung e&ebrudS). 2>aS febon erm^nte ©efeft ber 
SBefigotben verbreitet Senebict Seoita 90 ). ©emgemdg 
entfgeibet 3oo in jroei fonberbaren Säflen, bie il^m bots 
gefommen ftnb 91 ) ; ©ratian tbeilt nur bie alten (SoncUien 
oon 533 unb 535 mit. SWog Snnocenj III. t)at gegen 
baS Cbebünbniß jmifeben 3uben unb G^rijien Sefefck 
erlaffen, Unjugt unb (S^brug abgeregnet, für bie ben 
Sbriflen fgon St^abanuS SRauruS ") ebenfo gut ben Sahn 
wie ein Soncil oon 1310 9i ) benimmt. Sie Sefütm 
mung beS preufifeben SanbregtS, t>a$ „grifilige C^ 
gefefte" 94 ) ein Suhbnig jwifgen Seiben binbern, ifl niit 
minber fanonifger Änfgauung entlehnt. Sratian w ) maa)t 
einen Unterfgieb Awifgen conjugium legitimum unb 
ramm, gegittm ift eine <£t)t, „quum uxor a parenti- 
bus traditur, a sponso dotatur et a sacerdote be- 
nedicitur, u alfo eine firc&Üge C^e. Illorum vero con- 
jugia, qui contemtis omnibus Ulis solennitatibus 
solo affectu aliquam sibi in conjugem copulant, 
hujusmodi conjugium non legitimum, sed ratum tan- 
tummodo esse creditur. 2>ieS wdre eine Sioikbe. dia 
folc^eS ratum conjugium ij} t'bm aud) jwifc^en (Sbrißen 
unb 9H4t(ftrijten möglieb. SS burfte ber ÖJjriji mit ben 
Suben niefet effen. 9Ran beruft ft$ babei immer auf 
bie Soncilien oon Ägbe unb fDtacon, aber fejon im Goncil 
oon SQiberiS w ) unb auf bem Soncilium oon SanneS 97 ) 
ifl baS Serbot erlaffen, unb nur baS legtere gibt baS 
oon %gbe wieber. J)er ®runb ift, baß man ftQ gleidb^ 
fam ben Suben gegenüber erniebrige, „ineipiant esse 
clerici inferiores quam Judaei, si nos, quae ab illis 
apponuntur, utamur, ilii a nobis oblata contem- 
nant." DaS Soncil oon Wefe 888 w ) unterfagt eS ba^ 
f>er 3 ,jiixta capitata sanetorum patrum;" baS Sonett 



88) 3m Synodicon ed. Beverey. 1, 129; t>gl. 3onara« jur 
©teile. Übrigcnd »irt natirtttb bo6 alte «erbot oft wicber^oU} 
cf. Liber NoveU. BasiL Macedonis ap. Leunclaü, 2, 130. A%- 
iaXUitat 8ynoMis ap. Leunclav. 2. p. 7 tq. 80) De dudpHnn 
ecclesiastica Veterom ed. ttildebrmid. (Helmsiadt. 1659. 4.) 
P. II. cap. 149. 90) Cappit. Addit 4, 2. ap. Pertx Monn. 

4, 140. 91) Kpiatolae ivoma n. 112 u. 230 in Opp. oan. 

(Parit 1047. Fol-HI. p. 54 b u. 98. 3n belben «riefta ^oubÄ 
er oon Sübinnen, bie |mn öjriftentbum überdegangen« oon benen 
er ber Crrfhn, bie wieber jimt Subentbmne jürtctfe()rtc, einen 6be* 
brtMb i«f (bleibt, ber 3weiten, bie ibren Wtvm oW Stfben oertief# 
eine neue ^eiratb ertaubte. 92^ PocnHcntiale in Cmiiü 

Antiquae lectlones ed. Batnage 2, 2. 1)09. 98} ConcHhm Tre- 
▼irense Art 93. ap. Marlene, Theaaurui Anecdotorom 4. p. 903L 
9i) ©imon nnb 9tönne # SDie frftboen nnb aeaemodrtigen 8m 
bdttniffe ber 3uben in 9reufen €SL 403. 9$ P. II. & Cau*a 
28. Quaett 1. c. 17. ed. AtcAfar I. n. 945. toit obigen Gondle 
fo^rt Cauta 28. Qoaeac. I. c 14. 10 an. 90) »gl. bie Cat- 
lectio Canonum an. ConWitm, Lect. Ant. ed. Bam. 2, 2. 970L 
97) H <wui, Condt 7. p. 954. Art 12 an« Im 3. 405. 90) 
Mansi, Condl. 18. p. 79. 89. 



JUDEN (GESCHICHTB) — 72 



JODEN (GESCHICHTE) 



lium ßopaeenfe 09 ) in Spanien, wo eS bäuftg ©elegenf>eit 

!eben mochte, ba$ SBerbree&en begeben ju feben, fefct 
00 9>rügel für bie inferior persona, u>e($e ß<b ber 
(lebendigen 33upe niebt unterwerfen will, auS. Soo ') 
tbeilt bte SBerbote ber Älteren nodj> mit; in bie Deere* 
talen iß biefer 9>unft niebt aufgenommen. Äein gefäuer* 
M Srob ftcb oon 3uben geben ju laffen, ijl etn alte« 
(gbict, tat aus ber truDanifäen ©pnobe*) ©ratian 8 ) 
wiebergibt. Über ben 2fnfauf be* bei tbnen niefct ffir 
TOD gefunbenen Siebe« ober SBeineS ärgert ftcb Wwi 
Xgobarb 4 ). SrftereS ju laufen war lange oerboten, weil 
man oon 3uben SBergtftung unb Sefubelung oorauöfeftte; 
birt fpriebt ein wiener Soncil toirflieb au6 # 1267 5 ). 
©cfcon früber war verboten, Suben cbrifilicfceS Steift 
«neigen gu laffen 6 ); no$ 1465 7 ) wieberbolt eSbaSßon* 
eil oon Äoignon; bie alten nürnberger ©efe^e •) auö bem 
13. Sabrbwnberte batten ein befonbereS (Sapttel „oon ber 
Suben Slaifcfc," unb aW bie 3uben oon ba vertrieben 
waren, »erbot ber nürnberger JRatb, oon (einem fürtber 
Suben gteifcb ju faufen, „um beforglidb Äranfbett" im 
3abre 1538, toa$ man 1603 toieberbolte *). SBujrtorf ,0 ) 
meint noeb, biefe f<b<5nbltcbe SJebanblung be$ gleiftbeö 
febe ben Suben äbnltcb; SBurfel fagt 1755: „bie Suben 
Pnb unb bleiben oerbdebtig." Daran bdngt ba* 83er* 
bot, an gefllicbfeiten ber Suben Xbeil gu nebmen, na* 
mentltcb an ^o^jeiten unb ©efebneibungen, wie benn 
baß Goncilium oon Xerracina 1330 ") ÜJeoatterfcfcaften 
«erbietet, bie ßbriften bei Suben annebmen, in dictis 
circumeisionibus, quod nefas est dicere, paternitatis 
vinculum contrahere, wie umgefebrt %t. 9töb$ lf ) noeb 
barfiber erbittert iß, baf? man in ©dnemarf Suben alö 
Saufjeugen eingetaben babe. 

SBenn bie Suben niebt in gleicbem Söerbdltnijfe *u 
ben Gbtiften (leben burften, bann ooüenb* niebt im $* 
bem; wenn bie cbrifllicbe ©eifiliebfeit ©cbaben in geroöbn* 
lieber ©teOung für ibre Untergebenen beforgte, um wie oiel 
mebr, wenn Suben eine weltltcbe Dbrigfeit waren. 2>a$ 



99) 2Cuö bem 3afcre 1940 unter gerbinanb I. t>on Gaftilien bei 
ttanfi 19, 788. 

1) Decretum 13, 99 (au« Condl Aurel.) 117 (au« Aga- 
then«.) 119 (au« Condl. Eliberitan.) ; Dat. bie Statuta ecclea. 
Nemausensis Art. 14. ap. Marlene 4, 1064. 2) Cf. Synodi- 
con ed. Hevercg. 1, 108. 3) Decret. P. II. Causa 28. Quaest. 
1. c. 13. „Nulltis eortim, qiii in sacro sunt ordine aut laicus 
azyma Judaeorum manducet aut cum eis habitet aut aliquem 
eonun in infirmitatibus suis vocet ut medicinaro ab eis perci- 
piat aut cum eia in balnco lavet." 9to<b ba« fürtber 3ubenge* 
feft »erbietet bie „Dfiermagen" „jebo* baoor feinem Triften 
ni<bt« oerfauffet werben." £o<bncr, 9to(bri<bt oon ber Subenge« 
meinbe in ber $ofmarf JJurtfc €J. 18. 4) De insolent. Judaeor. 
1, 62: „haec tanquam immunda a Judaeia repudiata Christianis 
▼enduntur et insultario vocabulo Christiana pecora appellan- 
tor. u 5) »gl. bie 3uben in Öfterrei* 8b. 1. 0. 84 u. 143. 

6) Ct Statuta Synodatia Meldensis Art. 57. ap. Marterte 4, 901. 

7) Art. 25. ap. Mnrtene 4, 385. 8) ©urfel, «fftottyte 
9tao>ri$ten oon ber Subengemeinbe in Nürnberg €*. 36. 37. 9) 
fcodjner, 9taa>id)t oon ber 3ubengemefnbe fa 8ärt& €5. 89 u. 99. 
10) Synagoga Judaica (Rtantf. u. eefptfa. 17Ä) p. 637. II) 
Bei Martene, Thesaurus Anecdot. 4, 311. 12) 2)tc »e<bte 
be« 6Jrf(teiitJ|ttra« 0. 8. 



rimifebe 9ltd)t batte ben Suben ade gdbigfeit baju abge> 
fpro$en, im frdnfifcben JReicbe waren neue (Sbicte bafiir 
notbwenbig geworben. 2)a* Soncil oon ÜRacon fagt: 
„per quod Ulis, quod Deus avertat, Christiani vi- 
deaotur esse subjeeti." ©pdterbin geben bie glfirf tieften 
Serbdltniffe ber 3uben in Spanien ©elegenbeit baju, biefe 
©efeje ju wieberboten. Daö ßoneil oon JRom 1078 n ) 
bat aueb einen Xitel: „De Judaeis non praeponendis 
ChristiaDis," @regor VII. feftreibt an Älpbon« oon <Sa$ 
fKlien Aber biefen $unft"): „Quid est enim Judaeis 
Christianos supponere ac hos illomra judicio sub- 
jicere, nisi ecclesiam dei opprimere et satanae 
synagogam exaltare." Der fieW angeführte ®runb 
bleibt ber: „quia sub hac occasione Christianis in- 
juriam faciunt ? u wie Soo 15 ) bat. ©affelbe fagt Sn^ 
nocenj HL, ber ftcb 1215 auf baß oierte Sonett oon 
SEolebo bejiebt: „quoniam sub hoc praetextu Chri- 
stianis pluriraum sunt infesti." Die injuria gegen 
Gbriften ju oerböten, oerlangt oom portugieftfeben Ä6ntge 
ebenfo ©regorIX., unb e6 pnb biefe legten jwei @cfcrei* 
ben in bie 2)ecretalen aufgenommen lb ). an eine Auf* 
bebung biefeS ©efegeö fonnte man aueb im 19. Sabrbun* 
bert in ?)reu§en btöber niebt benfen unb fHiftte ftcb gut 
Stecbtferttgung biefeö SSerfabrenö auf ben ©egriff be« 
<bri|llicben Staate unb oergag babei, baß bie 3eiten, wo 
baß fanoniWe Stecbt burd&aud göltig war, unb feine Son* 
fequenjen Idngjl oerfebwunben ftnb. 83iel bebeutenber 
erfebien bem bamaligen cbrifllicben ©taate eine anbere 
Untertbdnig!ett ber (Sbrißen gegen bie Suben, welcfce in 
bem 25ienffe gegen ?obn beliebt. SBenn man eben ben 
£anbel mit 6bn(ienjflaoen, beffen (Snbe man in baß 
11. Sabrbunbert fegen fann, beßbölb mit möglicher Äraft 
oerbot, weil man bie Subaiftrung, bie Sefcbneibung ober 
aueb 83erfcbneibung forstete, fo fürchtete man ntc^t minber 
bife Solgen für cbrifllicbe 2>ienerfd)aft ber 3uben fiberbaupt. 
£a& ßoncil oon SRaeon, beffen (Sntfcbeibung in bie ©ecre- 
talen aufgenommen iß, fagt: „quia nefas est, utquos 
Christus Dominus sanguinis sui effusione redemit, 
persecutorum vineulis maneant irretiti." 9?icbt mins 
ber ift ber äörief ©regor'ß beß ©roßen aufgenommen, ber 
alleß aufbieten beißt, baß niebt „supersütioni Judaicae 
simplicet animae deservirent^ 1T ). Xleranber III. oer* 
bietet jebe SMenfHeifhtng, namentlicb bie ber Hebammen, 
Xmmen unb Äinberfrauen 18 ): ,.quoniam Judaeorum 
mores et nostri in nullo concordant et ipsi de fa- 
cili ob continuam conversationem et assiduam fa- 
miliaritatem instigante humani generis iniraico ad 
suam superstitionem et perfidiam nmplicium animos 
inclinarent. u Snnocenj in. 19 ), ber ftcb gegen biefen, 

13) Sei SWonff '21), 108. 14) Gregorii Fit. Epistol. 

lib. 9. 2. ap. Mansi 2t). p. 340. 15) 3 t) o bat Darüber mti 

Xrtifel: Decret. 13. cap. 97 unb ba« Qondi oon SRacon 13, 118. 
16) Decret. Gregor, lib. V. tit. 6. ca^. 16 u 18. ©ae (Soncit 
oon SBfen 1267 wfeberftott: „ne ad alia publica officia aliqua- 
tenus admittantur" etc. 17) Lib. 4. cap. 21. Opp. omnia 2, 
699. 700. 18) Decreta). Üb. V. Tit. VI. cap. 5. 19) 

lib. V. Tit 6. c. 13. <$* barf au« bemfelben (Srunbe meber ein 
Qktaufttt, noeb Crtner, ber |t<b taufen taffen totil, einem 3ubea 
bienen. Lib. V. Tit. 6. cap. 19. 



JUDEN (GESCHICHTE) — 73 — 



JUDEN (GESCHICHTE) 



ben ßforiflen wie ben Suben angenebrnen ©ebrauefc niefet 
öiebr ju tyelfen metg, wenbet nun t>a§ ©ebot an bie 
Silben; biefe, unbantbar gegen bie ©nabe, bie man ttjncn 
erwetft, fallen bie Dienfiboten unb 2tmmen entlajKn, fonfl 
verbietet et allen ®ro§en .,ne cum eis commercium 
aliquot! audeant exercere.*' 3e weniger nun aber e§ 
nwglict war, biefein Umflanbe ju fieuern, be(fa> Ijdufcger 
wirb ber IBefebt wieberbolt. iDaS ßoncilium 2Terracenenfe 
befiehlt, baS SBerbot \atyxlid) einmal ju publiciren, ba§ Sbri* 
ftinnen bei Suben ntctut Immen fein burfen 10 ). 3n ben Stfttfr- 
ris ecclesiae Aeduensis* 1 ) werben bie serviertes Cfari- 
tii, pedtssequae unb nutrices bebroftt, bafj ffe in vita 
et in morte ab omnibus altius evitentur. Die Statuten 
ber Spnabe fcon Xmgnon wollen jeben Sonntag unb Safttag 
publicirt tjaben, bafj feine cJjrifHidje Seele ben Suben geuer 
mad)e, ffiaffer trage, Äiitber fange unb warte ") u. f. w, 
3)a$ ßoncil berfeiben ©tabt bemerft, fcaf bie Suben contra 
jaris communis dispositionem c&riftlidje Siener unb 
Immen traben "). Vucfe bie protefiantiften Sbeofcgen 
ftnb bagegen nidfet weniger erzürnt gewefen, obfdjon e5 
SSagenfeil tjertbeibigt unb ein altborftföeS ©u tagten ftefe 
bafftr erflart batte 14 ). Die Subenreglementä 'ftaben bar; 
über ibre befiimmten Sabnngen gehabt; bie in %üxtt) 
erlaubte") (1719), bie fyeffifcfee Subenorbnung unb bie 
branbenburgiW-culmba^iftfte^oligeioTbnung verboten rt*). 
$aul IV. bafte fdjcm früber »erboten, bie Suben Ferren 
ju nennen, beSbalb eerwanbelt nodi SBagenfeil Jpert ii^ 
man in SRabbi Öipman, unb fann feine SJert^eibigung 
Arift(u$er ©ienßboten in iübifäen Käufern nur mit ber 
gefälligen £ien()U ifhing , bie bie £6bern ben Stiebern 
erweifen, ttergleidjen 27 > 3m Sinne foldj nieberer Ver- 
tonen hielt man bie Suben für ben Äriegebienjt nidjt ge= 
eignet, wenn aud? nur 3t?o bie 3£u§eruna be§ £ieronp~ 
mu$ unb bie beS römifeften JRedjteS anfuhrt M )r „non 
«st miruiiL m apud Judaeos perierit omnis dignitas 
bellatorum." ÖS »errietben baber bie gelehrten ßeute beS 
17. Sabrbunbertd minberc Äenntnig beö fanonifdjen Siec^- 
te$ 1 *), ba$ bie SBebrbaftigFett allerbingö a!3 eine 3ierbe 
btnfteüt, wenn fie bie ©rtmbe ber SBaffcnlofigfcit ber 
Suben nitjföt fennen, j. JB. bie preußrfdje Regierung, inbem 
fte faft mit benfelben SBorten bte ben 3ubm feit 1812 

Segebene gretbeit be§ SRHifairbienfleö nehmen wollte JQ >* 
:ucf^ finb bie ©rünbe, bie man bagegen angab, geigfjeit 
unb iubif«^e Scremonie, burc^auS unbi|foriföunb gar nic^t 
^u wiberlegen. 

SBenn ein Gbrifi in feiner Sejieljuna htm Suben 
fo nabe fteben foü, bag jener ibm einen moglicfien S4a^ 
ben erweifen finne, wenn alfo nur au§ biefem ©runbe 



- 2Trt. 33 com 3abre 1329 bei Marlene 4, 293. 21} 

tfrt. 65 bei Mnrteve i, 474. *2) 3frt. 28 bei Marlene <i, 5S1. 
Xtt M bei Marlene 4, 381. 24) ©(^ubt, 3ubtf4e ^erf- 
iDürbWeitcn Cont. % 300. 25) ge^nre, 2>tc 3ub«n in ha 

£efmart Järtb ®* 20 18] $}g(. ®m€tin, 2f6banMun^ oon 

btn brfonberm 9?ettjteti ber 3uben in peinlichen ^üctjcn. (Tübingen 
I1BS,) ©. 26. 2T7) ©eftubt, 3uMf(be «KerfmÄrbiflt. Contm. 

% f, 3*17. 28) Decr«t. 13, US. (Opp. I, 377.) 29) « fl t. 

Simon &. 52, 



obriflfeitli^e Ämter üerboten ftnb, fo i(l eö febr naturli^ 
ba| audt) bie 3cugni§fd^tgfeit beö inferioren Suben aegen 
ben ßbrifien eine bef^rdnffe fern mufte. Äleranber ul. u ) 
madjt babei wieber geltenb, ba$ biejenigen mit bem Sänne 
gu betrafen feien, »quieunque Judaeos Cbristianis 
voliif riiU in hac parte praeferre, quum eos C'hri* 
stianis subjacere oporteat." 3fUe ©efefjgebungen enthalten 
über biefen s Punft, mit bem bie SBereibigung ber Suben 
in befonberer Serbinbung flanb, ßbicte oerneinenber 2trt, 
bi§ bie neuejic 3ett bartn anber^ entfeftieben (?at. 2>odj 
t|l in ^anoöer bie alte Anfügt noc^ geltenb. Um fo 
merf mirbiger ift, wenn ft^on mittelalterliche ©efe^e, wie 
bie ^einridj^ bes iSrlaucfelen, in BeÄug auf btö 3eug- 
nigablegen ein gleiches äierbdltnif annehmen, unb xoa$ 
ka$ 3eugniß üon Stiften gegen Suben betrifft, burtfc 
traurige Erfahrungen belehrt, bie teuffdjen JRecftte einem 
S^riflen allein nicöt ©lauben ftftenffen "). 2(nbere$ ber 
Art t(l tter $u übergeben, weil e^ ju weit in baS fri- 
oatredbt füfctt "). 9Iur bie gormeln beö (Sibeö, obfion 
baö fanonifebe (Sorpud feine foldje angibt, finb ebenfo 
au^ alter 3eit überliefert unb fefigefc&t. Sie oben ep 
wdbnte auS (Sonftanrtnopel f nat^ welker fiefc ber Sdjwo- 
renbe mit 2>ornen umgeben muß, inbem er ba3 ©efeg 
3JIofrö l)ült t wirb wiebergegeben ") no<6 in teutfrfjen JRecft- 
ten, welche ein l^dreneö ©ewanb für (oldje geiedtebfeit 
gebieten *■). 2Bie man fitft jebe^ Aberglauben^ unb jeber 
mi^oer(lanbcnen Seutung, uon ber man bei ben Suben 
vernahm , $ur @ibe§formeI ■•) bebiente , fo war aueb bie 
Unterlage einer Scfcw einbaut lange beliebtet ßeremoniel 
bei bem Schwören, worüber inbeffen fe^on eine alte ©loffe 
bemerft bat, „tat i(i eine fbantafep, benn eö ifi genug, 
bafj fie ben S^b tbun in uorgefetyriebener SBeife. 1 ' 2)aS 
bie fünf SJütfcer ÜBofiS in ben Urfunben ben 5Ramen 
»otulu^, teutfeft Wobei; franj6ftf0 Roolle, fübren, 
bat gar nicfctS 21iiffallenbe§ 57 ), ba bte^ bie gewöhn- 
liche Benennung (grie(6if(ft dlqT&QtBp) für Volumina 
unb ©efe^büdjer im ÜKittelalter war unb Sode bebeutet. 



31) Decretal. Lib. II. TU. M cap. 21; cf. Iva, Decret. 
13, 96 (1, 376). 32) ©tbori, (Befcbi*te bee 3ubn in @odj^ 
fen B, 13; o^i. (9m rün ©. 104 9t<jtc übet ben (Sloff ator bte 
©a^fenfpiegeie. 33) &ic 83rebienfte btf Dr. 3- grontel ^u 

Jöce^ben in feinen Triften, namentUcb im Anfange ju feinim 
cjcri(b(ltdben Semeife: Über bie preü(h"fd?e ©efe^ebung, Hnfidjtttcb 
beö 3eugniffeö ber 3uben, finb anertannt. 34) 83gl. bit Capi- 

tula de Judaeit ap. Pcriz* Monumenta 3. p. 194 (Legg. I) t 
roo in imi iRebacttcncn (Jtbfcbtrüic gegeben werben. 3Öetm crflen 
mirb aLe* gorm Dorejcfcbneben: r , Mitte ramice bis a capite iu 
cireuitu peduai cju»; tbi debet Stare, quando jurat juraoientum 
et habere debet in brarbio quinque tibros Moysi secunduin 
suam legem et it habere non poteat seeundum ktinitateiii.' 
35) Sgt. ©pieter, Die ©efcbicjjte ber 3ubcn in ©eutfebtanb. 
tfnfcanfl ©, 33. 36) %L ßoeb, 5)te 3uben im preu§if*«n 

©taate ©• 101 — 111, ©ebubt (Contin. 2, 245) unb eine SEenge 
Xnberer, bte über tiefen bem djriftltdjen 3J?i6frauen Stoff bietenben 
Brauch febreiben. :*7) SDutffet^'ö anfrage im ©abbatblatt 

1845. 9Jr. 17 beburfte feiner (Jdebtpng ; fie mürbe fatfetj beant 
wortet Orient IS45. tt. 26, unb bie« roieber befcimpft ©abbatblatc 
1845. 9lr. 27. QJ«fc|bucr)er in öngtattb, toic ©omrt ©auboüFä, 
Ratten benfelben tarnen. <Si fommt faft überall aU 9?olIc ber 
3uben für tbr ®efe^budj oor. 

10 



JGD£N (CmCBICBTE) — 

$a$ fauonifcfre Set&t, welcfreS fi# an bie 3uben 
rietet, galtet flty nun in bie spflkfrten unb Siegte, u>eW&e 
rf tynen gew4brt. £u ben VQifytn a$6rt: ©ie mfiffen 
tri* £fc$t burA bie Sablung beS Bunten entttWIbfgen- 
ZUtanUx W. befielt, bog fte entroeber ben »eflfc auf* 
geben ober 3etyiten bejaWen fallen ") , unb btc* iffc taS 
für baS Corpus Canonicum gältige ©efefc, befonber« 
ip.or eS in Spanien in XuSffiforunjj gefommen. 3u @re- 
gor** VII. 3eit befümmte bie« bte ©pnobe t>on ©ero* 
na**), bafi 3ebnten gejagt «perben muffen, „quemad- 
mpdum si a Christianis colerentur," unb beruft ft<& 
auf baS GoncilUtm t>pn ©erona 40 ) im 3afrre 1068 , mU 
<jeS flty ebenfo geäußert fcat: „quapropter unde 
ajnittit primitias et oblationes, saltem exinde habere 
deberet deeimationes." 2)em öoncil beS Sateran fof- 
genb, publicirt MefeS ©etefc in Seutfcfclanb baS wiener 
t>pn 1267 41 ), unb at* einen Steil beS fanonifc&en 9te#tS 
beipa&rten eS au<$ bie ©efefcgebungen ber neuern 3eiten. 
SSSeU bod& in ben £dufern ber 3uben 9>fartftnber wohnen 
tfcmten, alfo bierbureft ©cfcaben entfielt, mußten bie 
3uben in %üxtt) bem Pfarrer jebeS 3a&r 8 ©perieSbufa* 
ten, ben beiben #iafonenjebem 1 geben 42 ), bie braute 
ftfroeig * lüneburgifdben (Sefefce ließen oon jebem ifibi* 
föen £auSbeftfcer ber ©eijÖtcfcFeit jd&rltcft 3 SEbaler, 
tu>n iebem ©inwobner 1 Später jagten. Auf eine 6in* 
gäbe ber $aftoren befiimmt 1739 örnji 8ubwig oon 
Reffen* ©armftabt boffelbe 4 *). 2)ie Subenfäaft in 2Refi 
bejoblte 240 2foreS bem 9>farrer beS Ätrc&fpielS u ), bie 
in Stoß in «aiern entrichtete 1 31. an baS ©tift SBalb* 
faffen als 3el)ent&erren beS JBegräbnißatf erS, bie in ©(bnait* 
tag j4brli$ 11 gl. nebji 6 $funb 3urfer unb 1 9funb 
Statin bem Pfarrer, 2 gl. 24 Jtr. bem Äaplan, bem 
tytjWcfren ©*ullefcrer 4 gl. "). Die preußtf«e ©efefc* 
gebung bat }ipar bie ©tolpebübren für bie jfibtf$en 
<5taatSbärger erlaffen, aber i&bif$e ©runbbefifter mfiffen 
bjefelbin ffaroc&iallaflen tragen, wie ber cftrfjiltye, unb 
nif&t MoS bie, welt&e als binglidfce Saft auf ben ©runb- 
flfirfen böften, unb in ©cftletfen ifi ber ifibtfc&e JBfirger 
t>om 2)ecem ntebt befreit, weil, wie baS Obertribunal 
»om 20. ©ept. 1839 befitmmte, bie (Srlaffung nur auf 
tit anerfannten 3ieligion«parteienJBejUg genommen bitte 46 ), 
»äffen bie Suben auf btefe fißetfe bie Dberftenlic^fett beö 
Aiiftttcften 8eben« anerfennen, fo barf eine fonfige Äfirf« 
R*t8loPgfeit geaen baffelbe gewiß niejt ftattftnben. ©a« 
Qfcriftentyum a(9 folefteö barf nic^t geleert, feine Wer- 
teter mfiffen geartet iperben. 2)a6 fanonif^c Stecht bat, 
fftr biefht Äbfc^üt 3mefa4rf oerorbnenb, au* barm 



39) »Ad dodmem perwWeB^a« Tel ad poBseadopet ptoiiup 
renuocwndw/ 4 Üb. 3. Tit. 30. eap. 16. fdc dedmif} cf. Üb. 5. 
Tlt 6. cap. 4. 39) Sri SUnTt 20/ 519. 40) o. o. O. 
19, 1072. 41) gfel. bie Suben in äfterrei* €5. 84. 143. 

SÜtuU eoclea. Nemaufent. Mftrtene 4, 057. 42) Corner, 
«t Suben tu bft «ofniarf gürtj 6. 24. (. 10. II. 43) 

Cfalsfrl, Tractatus de Jurlbui Judaeerum eorumque obtiga- 
tteoiboB praedpae parochiallbu» (in Haatia) (GStsae 1771. 4.) 
p. 78. 44) eommluna ber 6$rfften an ^«e RatiQualoerfamni' 
itmg ber Suben unb fjre b^a;lf4cn Sfrbfffeningcii betriffnib. 
(»crltn 17890 e, 40. 45) Vrttin, 9ef«ttte ber 3foben in 
Saiern 0. 103. K». d6) 816 une mb «fwan «. W5 fc. 



74 — JUDEN (42BSCHICBTB) 

nur Jfttem nachgegeben. „In die Parasceves^ mfiffen 
ajfiren unb Jfenjer geftjloffen fein, liefet alte, fctjlon 
erwdbnte tSefe fe ft^rt Ttleranber III. 47 ) uo$ einmal auf: 
„quia certum canonem non habemus." 3»o M au$ 
anbeut Sondlienbefcblfiffen, bie Suben ^aJben ,,a die 
coenae domini usque ad seeundum sabbati in Pa- 
scha" ft$ t>on Sftrißen fern ju galten 4S ). 2tucb biefe 
Seflimmung iß ber Jolgegeit ni$t verloren gegangen; 
baö nürnberger 3ubenge|)e6 W eS unter bnn Sitel: „Son 
ber Sfiben Snnen galten" 49 )- 6$ wirb auf ben »efc&l, 
fi* alles lauten, bie jbffenttic^feit berubvenben ©otteö^ 
bienßeJ ;u enthalten, aufgebest, n>ie in ber 6efftf<6en 
3ubenorbnung t>on 1695 60 ), wo auc^ ba§ {>orn 6jfent* 
li(J ju blafen verboten wirb. ÜWrigenö entbalten no$ 
bie Serorbnungen Äarl Cmanuel'ö dl ) non ©arbimen aueb 
bie ffir bie Suben, uxfyrenb ber ^afponöjeit )u £aufe 
ju bleiben unb Senfler unb Sbfiwn ju filießen. 2)a 
bie fonßige wirflwfte Sdflerung beS 6^riflent()um§ an fteft 
felbß etwas Verbotenes ifl, fo gebt baS tanoniföe ©efeft 
nur auf ein feltenereS, aber bebeutenbereS 9Roment ein. 
Snnocenj III. dat ein Cbict fiter ben Suben, welcher 
^anb an einen ®eifllic$en legt. 3m ©ejjenfafce ju ben 
früheren aber, wie fte j. 9). baS burgunbtfcfce ©efeftbu* 
enthielt, ifl bier bie ©träfe eine nur geringe; benn eS ifl 
blo« eine ©elbfhafe. SEBcnn etwa ber ^err beS Suben 
ftc^ baju oerßeben wollte, ibn biefe abtragen ju lafjen, 
fo fod ÄUen bei Äirc^enfhafe verboten werben mit bem 
3uben, bis er bejablt, ©efc^dfte ju ma^en 5 *). 

£)amit aber niemals ein 3rceifel ober SRiSbraucft 
baburc| entfleben t&nne, bag man ein , SSerfennen ober 
9Bi(^ter&nnen beS Suben als folgen oorfd^ugt, bamit man 
ebenba, wo Suben unb (Sbriflen mit einanber lebten, betn 
fanonifeften ©efefce bie wa^re ÄuSffibfung möglub mafit, 
inbem man fc^on ffir bte äußere Unterföetbung ber ein* 
anber öntgegengefeftten forgt, bat Snnocen) 111., wie 
fiber&aupt ba& SfttQt ber Äirc^e nad^ allen ©eiten mit 
weitem Blute fiberwat^enb, audj bier *u einem neuen SKtttd 
gegriffen, weites fc^on beS^lb merrwärbig, weil eS baS 
einzige Sbkt iß, baS nic^t aui ben Sefcblfiffeu fruberer 
3eit hergeleitet werben (ann. SS ifl ber Sefe^L baß bie 
Suben Zb}ei$en tragen foUen. SBie ber tyapft überbau^ 
©elegenbeit nimmt, aueft baS Serbdltniß ber Suben gum 
faraientwea ©taate M ) ju beobadjten, fo W a aueb 
biefeS SKittel auS beffen ©ebriueften berfibergenommw, 
wenn er au$ wohlweislich oerfeftwieg, baß er eine niofe 
lemifd^e ©Ute in bie cbrifllic^en ©ecretalen tinmif^te. 
Unb grabe btefe* jDecret bat ftc^ einer großen Verbrei- 
tung unb Änerfennung, mtift als alkS Änbere, ju erfreuen 



47) Lib. V. Tit. 6. cap. 4. 48) Lib. 13. cap. 100; cf. 
Dtploma Rudobhi ap. Pertz 4, 1% unb ntele Änbe». 49) 

SBArfel/ ©le Suben in ffltoatbeva €J. 31. 50) Gatzert, De 

Juribas Judaeorum p. 105. 51) Loiz et Constit. de aa maj. 
le roi de Sardai^ne (Parui 1771. 8.) Tit. VIII. Chap. 7. (SS 
tydngt mtt bem (9efe(e/ b<e ©nna^oflen entfernt von Gbriftcn 
tmb bie jnbtf<be ©otte«t>ereJnma überhaupt ifottrt |u uten, offratec 

ßfanmai. 53) DecrcC Gr« Üb. V. Tit. 6. cap. 14; cf. 
b. 3. Tit 4. cap. 31 (da Regnlaribna) ed. Jttcftter % 516. 
53) Ct üb. V. *t. VI. IS. 



JODEN (GRSCHICBTB) 



_ 75 — JUDEN (GESCHlCffTB) 



acQatt, eben toeff rt bte duffete Seite betraf, bie me&r 
m We Zügen fdft unb letzter controlirt wetten tonn. 
Saß Qonal be$ üateran au* bem 3a&re 1215 im 68. 
IrtfW bat junecft ftolgenbe* baräber ausgebrochen **): 
„9ftm unterföetbet jnwr in einigen Mnbern bie 85er* 
fl4teben$eir ber JÜeibung bet 3uben unb Sarazenen oon 
ber ber (Stjriflcn, aber m einigen tfi eine ßermifcfnng fo 
crqgerfffen, baß fit burdfr mtfltt mefcr unterfcbieben werben 
tarnen. Stober e* benn juroeifen tarn, bog an* Srrtyum 
flftriftm mit Stoben unb ©arajenen tf<$ oerföwdgerten. 
2Xunft aber nicftt biefrt tibermaß einer oerbammfen S3er- 
enrigung bnr$ ben JBorwanb be* Srttflum* iraenb 
eine 3uflu<bt ber Cntftyufbijjimg Gaben ttnne, fo bejnm: 
men wir, baf? folcje beiberlei ®ef$lec&t$ in allen Sdnbern 
ber Cftrijhnbeit unb offen 3eiten burcft SJefc&affenl)ett ber 
Älributtg fnb wm anbern »ilftrn anterföeiben foflen." 
3ti biefem ©ecret fff bun&au* unbejümmt geblieben, oon 
wetzet Art biefefi Unterfd)eibun0$jei($en fein muffe; eS 
wirb ben dpfittidftn ©e&Srben bte gret'beit getafle*, bie« 
na$ ibrem ©utbfinfen auöjufübren. Jriebricb R. mfe* 
berbolt bie$ Sbict ebenfo umfaffenb 1221 in ©teifien M ): 
„at in differentia vestinm et gestomra a Christianis 
discernantnr." (Sbenfo allgemein faßt e$ in jrartfteicfc 
baf (Somit von Konen 1231 *), ba$ oon Stooenna 
13M hV ). Die ©tatuten oon »ufert 1381 5B ) bejieben 
fftb wörtlich auf ba« originale (Sbict unb wollen eben 
mir eine ©Reibung ber Sracftt in garbe, ©cbnitt unb 
8frrm baten; ebenfo warb e« in bie Statuten oon 9?an* 
tna unb Seneoent aufgenommen 59 ) unb fo fpri$t fl<$ 
troff bie Subenorbnung in j&fferreicfc 1528 *) au«. 

Saß aber Won Snnocenj ffcr bie praftffcfre TL\xt* 
fbbnxng Ott tia Signum circtriisre getagt fcobe, gebt 
au* ber (ftronif oon JRouen jum 3abre 1215 (jeroor *'); 
<9 fHtmnt bfir* nfiftt nur mit bem forttaufenben ©ebram&e 
biefk* üläbe* ober 9?fnge* fibertm, fonbern foaar mit 
bem Qetattten, ben er bei ber ©aW eine* folgen 3eb 
<$ea*jprbatt bat. Stiefe SRota ifr bie affgemeinfie gbrm 
be* TOjeu&entf mm Anfang an aeWiebrn, war in granf* 
rei# aber ju «{nrofe. 8ubwig Ä ) ber ^eilige oerorbnet 
1269 fdjtm rfirSRab ootr gffg oberrotljem $u<$e, unb 9tf* 
fipp" ijfr ungehalten Aber bie Sernac&Idfffgung ber gelben 
SAbeO; «■burig* 4 ) befümmt fEe fo groß wie ein blaue 
toarnoi» unb oon anberer garbe alö baei Älefb. 9bi s 
Itpp V. 10 ) gemattet nur, wenn man in bai $ottl bed 
$am gt£, baö Stab anjulegen; Sobmn M ) benimmt feine 



54) IÄCÄUI. IA. V. Tit. 6. cap. 15. 55) Mura 

fori, Art**. IM. «ed. M W Wsaert. 16. (Medio!. 1738. Fol) 
I. p. 89T. 5«) ITarrene 4; 183. 57) /dem 1. 1. »Ö 

Idr« 4y 057. „omni tempore qualiUte babittu publice ab 
aifis popolie Chfiitianonim colore, sciesure Tel forma diatia- 
Coaatnr.*' 50) Memoria istoriebe deUa pontif. eitU di Be- 

DeTento dei aae. & at aac 18. da Stefano Borgin. (Roma 1703. 4;) 
p. 178. 179. 00) m 3uben in ÖtereC* 0. IFI. Ol) 
Sei Du Cffftye rab tooo Judaei. 03) £*wrikre, Ordonnancea 
dea roia de France i; TOT, auft od ©tt (Janae. 63) Or- 

daamancea C3I2. Oi) Ordonnance« I, 5m gbict oom 

» 3nni ITO. 05) Ofctonitancea l f 040. öbfet oom Kptfl 
1317. OOJ MMtnr FaannVr, HecnercJfee de la Franc». (Pa> 
ria 1091. Fei) p. 739. 



Orijje nac^ feinem Siegel, unb e* wat weiß unb totft *T. 
©ie ®W|i bed Wmglieften ©ieaett wirb aueft |. » m 
©idfien 1395 gewoHt ••); einen f inaer breit unb banbbrefc 
tief verfangt man e< fat SEoulouJe; öbo t>on ?)äri*' # ) wtu 
eö 40 Singer im Umfange unb £anb6reit tief, ©ie geringe 
SJeoba^tung beflaat baö 6onci(ium Xptenfe") unb baO 
oon 2ft>ignon "). Sie ()ier bef ^Cbjctd&enö ffarbe 6efonbeM 
gelb war, fo au$ in Seutfcblanb, wo noA f^iter 3ubett? 
orbnungen, bie ber augiburalfcfien Reformation aufer 
fjoluet oon 1530 1% ), bed ofterrei^if^en Sener&le *) 
1551, bie »ormfer (1609) u ), bie Jfranffurkr n ) (16Ö1) # 
gfirtber") (1718), barauf juriteffornmen. ftfft^er ftoti 
in Örfurt n j # SRainj 78 ), XugSbur^^), in S»men bur0 
SBlabi6Iaw fc ) u. f. w. 3e weniger ber ®runb baöon 
m ber eftrifbieften SBelt ju ftnben war, bejlo me^v bat 
man tbn bafetbji oergebß^ gefuejt unb auf eine 8fts* 
f^wörung im 5. 3a^unbert, in ber ft$ bie juben BUtty 
einen Sting *u erfennen gefugt, gerattert 81 )* fit» war 
t>aß 3ei*en fetbtt auö bem SSIam entlehnt, unb bilbile 
bort wa&rf4einlicft ben ©egenfafe jum ^albtöonb, 
bem ©pmbol bed aftuöammebanfemu«. Äuc$ bie pXk 
garbe iß bei ÜJhi^ammebanern, wie Sbn ©aib bet Wr 
maffari außbrürfltc^ bemerft 8l ) unb autb frnft befannt ifc 
jum Äennjeic&en für bie 3uben bejfimmt aewefen. ©n 
d()nli*eö Serbdltniß bftrfte in ber cfriflltcbcn SBeit audft 
jlattgeftabt baben. 2)te Snquifition ^atte bie 3uben r bie 
jwar befebrt , aber oerbdefttig waren, grfit« Äfeftet mit 
rotten Äteujen Bejeicbnet tragen raffen; afe aber ber 
Sremit »arbatuß na* ©iciöen fam, wo birt bdtghtft, 
Qie0 er ffe biefelben abreißen, weil er rf ffir efne Äcflünw 
Jielf 8 *). «ber baö 3ei*en, bat bie Ä5nigin SbOamm 
oon SReapel ben Suben ju ftagen aufgab, ton wyffftttn 
bewogen, war fein 38u$ffabe Tha«, fonbern iät Wjet 
*en beS StabeO* 4 ;. 

Sine anbete, befonberO in Seutfcftfanb beimif* g**' 
worbene, ben Suben anbefohlene Zracfct war bte ber 
Subenbute. Sie fcat einen meftr g^jlUc^cn (Srunb. 
©ebon Snnocenj IV. batte ben Suben unter(agt r bie breU 

67) Cf. F*Ubien t HUtoire de U vüle de Parii p. 534. 
68) $a* ©biet erldßt ber ©eidjtoaur/ Äaplan unb Cuatoa rubem* 
roteline, SWcolau«, om 10. Kuailff 1995/ bet ttocdh* Arrnt, 
«cfllt Sacra 1 p. 907. 69) 0» C«#^, r. v. Jrtaet lf) 
JMrarfm 4; 338. 71) /</«» 4, 388. 79) eftnfo, 9ttU* 

att^ic 13,. 103 unb Wer«. 73) ©ie Juben fa Ofterrm 

r, 163. 74) ^4nbt # Sfom «ethoürbtaf . 6. 410. 40. 
75) SDerfetbt, 3ÜbifcJe «RerfwurMaU Cont. H. p. 85; 1» 
ebener, ©le 3übeff (n bet Qcfffoatt gutt? ft 6. 77) llfa<- 
thmg, AnnaL Brfhrt. ap. Menktn m. rer. SakoidcKrtM 3 f MOS. 
78) OiMfen, Codex IHplomatlcai 4. p. 325^ o^T. Aber ben fltt> 
berruf 4, 329. 79) OaUart, Attnai: A\fgib. ap. iTÄftf* I, 

1986. 8(1} ^errmann, OUWkftfe bie SMetrür Atte 

©. 4i: 81) »gl. ^oemanit, ©ebtbet |u bettbWnlWÄwn. 
Jet* ©. 189. e^tfbt (3üfcff*e STerfitfütbldf. Cont lf, »J, b» 
llaönage*^ 3»tifet, nn'i er (bh ou«fjwC((pt f ntd^^üjjeÄjWte 
cf. Jöfc.röcofat, De Slgll* Veteram. (Lagd. Bat. I7tt. 4£) 
p. 309. 80) ed. Öauafyos I. p. IW. n yeUow i» reai^Wd 

fbr ttie Jefvt M etc. 83) Paxetfo. De rab. Siculir tffc 19. 

5553. 84) Ä/^ff, Dicdona. Abttor. Crit. •. ▼. iVkpta. 

d. Rotlard. 1702.) t. 3.jl 2190 not. OTtannonei #rt4W^ 
oonfteopel od. />6rrt 3, 443. 

10* 



JUDEN (GESCHICHTE) — 76 — 



JUDEN (GESCHICHTE) 



Un cappae *), wetdx ben 9>rieftem eigentbümlicb waren, 
ju tragen utib ba§ ßoneil oon Tflbi ) bieä wiebrrbolt ; 
anfkrt berfelben würben fpiße #üte anbefohlen, ©ebon 
ba^ wiener ßoncil twn 1267 * 7 ) fagt, ba$ t inbem e3 ben 
„pileuin comutum, quem <juidem in istis paitibus 
r.onsuevemnt deferre et sua temeritate riepoiien* 
praesurnseruiu,'' anbefeble, nie^t faipol 9leue3 gebiete, 
,,r|uam sumniorum Poiitificum vetcra reiiovanti 
unb tiefe Sitte, wenn fie audn in granfreid) ") erwäbnt 
wirb, in 3talicn" Q ) in Änwenbung fommt, im Umfange 
be£ teutfdjen JKeicbeS ift fie bureb mehre 3af?rf?unberte bt- 
fonberS c\etr6f?ntid). 35er ©cbwabenfpiegel befiehlt : „Sie 
3uben fotlent Subenbüt tragen in aUtn ©taten, bo fc 
nur ftnb" *) y ftc muffen ifjn aufgefegt baben beim ©ebrour 
„uim eyne blutige Swinshaut in sirier Rechten ge- 
tuebet in Lammerblut un erneu spitzen Hut ufie" , ' 1 ). 
yiitftt Mtö bie SRün^en ber äubenbute 9I ), aueb ©etnalbe 
unb ^oefte" 3 } baben ibn verewigt. 2tuf bem ©emalbe 
ber ÜRaneffif^en ^aubfärift etfcfcemt ein 3ube in retc^er 
2radjt, mit langem SJatt unb berfßmmHd)em 3b}ric$en 
be$ trichterförmig fpißen gelben £ute$; ©üfjftnb &on 
ürirnberg, ber jübtfcbe tötinnefanger, fingt **): 

,,3d) roil in alter Subcn leben 
3Htdj Rinnen mirroert jittjen, 
TOn *0tanrel, ber fol ipefen lauf 
üitf unttr einein <f»uorc«" 

anfragen ergeben über ben £ut an ©amuel bi SBebina in 
Hbfffalonid) ") unb anbere JKabbiucn, unb im Sobe fclbfl be; 
gleitet er feinen unglücf lieben 2ragcr, „cum eodem pileo. ut 
a cliristianis suspensis discerneretur," rote ein ©biet 
in SRdbnn für ben gebangten 3uben befiehlt 1 ' 6 ). Unan- 
genebmer als bie |>üte waren Den 3uben bie ®ugeln 
(cuculli), eine 2ttt ^rofjer unb weiter Sappen ; im nürm 
berger 3ubrngef«fc l>eif t es : „ (££ ifi aueb gefefet, beg bbein 

3ueb bbeine tappm tragen füll, ber bi burger ijt 

3jt er aber ein gaft, fo füll er bie ©ugeln über ben 
^Kantet legen" +T ), Biefe ©ugel ifi ba3 „capucium, 
quod vulgariter cuelya vocabalur;" über bie fiJe; 
fretung bat>on wirb in ungatifeben Urfunben gerebet"), 
3n SBormS waren bie 3uben eingefommen, fie wollten 

85) Histoire de Languedoc 3, 460. 86) IHi Cange unb 

Hiitoirr de Languedoc 5, 565 u. 481. 87} Xfrgcbroctt in: 

t)ic 3üfeen in iDfttueid) <S. 84. BS) 83on einem SSefc^te tyfyh 
lvpp*$, ein #orn auf bie 3Rü$e £u fe^en, aC Le Gcndr*, Les 
noeurs et Coutume* de« Franzi» p. 132 au6 Fetihitn, Hist. 
de la ville de Paria p. 345. 89) 3. 93. in 0apua; cf. Stona 
civile della fedeliaaima Citta di Capua opera Francesto Gra- 
nat«. (Napoli I1M. 4.) t P ü, p, 218; in SSencbig (ogl- Eni; 
torf Lei. talmud. p. 1092) unb gerrar a (ScÄMfil. Cont. % 16SH. 
IM)) ÄrwAfTj6«T</. Corpus jur. German. ed t Hönüjsthat % 416. 
©er Cod. Üffenbach. foat i^ffpiftte ^>üte." 91) Ct Menken, 

■i. rer. Saion, 3 T 21)56. 9*2) Ct Sagittar, de nummii Saxo- 
uicii di*i. 1. ap. Menken is. rer. Saxon. 2, 771. 93) SERinnt: 
fdnger üon gr. $, oon ber ^aaen 4. IBb. 9. it37. 94) 

TOnnefaneer & Sb. ©. 260. 95) Rga (um 1550) (Saloniki 

1596.) 2fc. I. Reapon». 4 # p. 4 a. cf. Agur (Ven. 1546.) p. 
36a. aq. 96) ^ermann, (Sefcfydjte ber 3ubm in SeTo^men 
e. 34. 97) ffiürfet, Bie 3ut>en in 9tümbrrö & r 31. 

98) Unsarifcbti SÄaftaiin l. &, 116—119. cf. Agar 36 b. 
wVa -iitp arr-^wH» r^V ce P9p**ft$ cf. Kalvna i. \ 



für ibte 3ubenfappen lieber ^)üte tragen; buicb peifige 
llntrrfucbung rittel 3urijlen unb Tlntiquarö ijl ihnen bie$ 
1586 gegen eine jabtücbc 3abiung üon 50 ©ulben ge^ 
jlattet werben. 2ftö 1669 bie 3ubenfappen abgefebafft 
worben, bemerft eine banbftriftltcbe ^P*ij l^x 3ubens 
orbnung: „tji nieftt reebt; benn fte an ben Äappen beffer 
alS an ben JRingen erfannt werben' 1 >' ) ). 3n ßnglanb 
waren Zafdn Wöbe, nad) (Sbuarb'd I, SefHmmung 
£n?ei fotebe, fed>^ 35aumen lang üon rotbem ^tl^e '). Jür 
grauen erfebeinen mebrfacbe Gbictc wegen ber ©ebleier, 
bie blaugepreif t finb, wie uon $apfi 9IicoIau^ 3 ) ; ?)aul IV. 
bat grau atS ibre garbe beflimmt, wie bie ber Äopfbe- 
beefung ber SRanner, eine ebenfalls für bie Suben beim 
©cbwut beliebte garbe ')• 

Xudb biefer fanonifdbe ©ebraueb iiat ber 3eit weieben 
muffen ; wenn aueb nod) bie tnrolifcbe $oli)etDrbnung *}, 
bie Sefürmatbn guter ^Poli^ei in Augsburg eS fireng ge* 
bieten; bie 9?eicböpoliseiorbnungen t>on 1548 unb 1577 
oerorbnen nur, ba§; „weil uncl-rlitbe SBeiber, 9ta4ri4tet 
unb Suben wie bie anberen 5Renfdkn Äleiber trügen, 
man l)ier eine elnbare Drbnung machen mülje" '). 2>er 
©ebraueb 'öm überall in ä}erfaH°), gebietet aueb noA 
1682 bie leipziger Subenorbnung, baf ber 3ube aueb mit 
bem s 3)?autb£ettet bie gelben Slecflein bei fitb baben muffe, 
Iber t>a in biefer 3eit bei ben (Sbrijtcn bie OTpbe, Jöartc 
ju tragen, abfam, bie 3uben fie beibehielten, wie batton 
au§ bem 9. 7 ) unb 14. ") 3abrb. ^acbrtdjten vorliegen, 
fo galt ba£ als notbwenbige^ Xbjctcben. £)er Aanjler 
?ubewig") fagte: ...... weil je|o bie 3uben an ben 

SBdrten erfannt werben, naebbem uor etwa 50 Sabren 
bie aBeltlicben bei benen (Sbriden feinen Sart mebr tra= 
gen/' »er fltatb SaSparfobn in Gaffel fefereibt lfl ) in 
einem Äuffa^e über teutfebe unb namenütcb t)cffifd>r ?)o- 
lijei: „34 weiß uiebt, warum man ibren Scannern jum 
JBarte unb ibrer margenlanbifdben ©eficbtöbilbung noc^ 
ein anbetet Äenn^eiebeii geben wollte. Aber ibre grauen 
lieg ich, fo lange notb |>errn -Bobm^ Entwurf nidbt 
aujgcfiibrt ift, nur inldnbifcb Beug tragen unb au^ldn- 
bifebe^ nacb Serbaltnig beffen, waö fte bem Staate ein- 
bringen, 25ie übertriebene tojibare tleibung, in ber fi<b 

p. 647. Sdjlojer, ®ef(b^tt ber 2>cutfc^cn in ©iebenbürgen 
@, 181*. 91. 36. 

99) ©^ übt, 3üb«We 3Äer!rourbiatdten ®. 405. 406. 
I) Httmer, Acta ct Foedera [, 2. p. 159; cf. Tovey, Anglia 
Judaica p. 81 9K, 206. 208, 2) B fl L unter Xnbern ©0>epj>* 
ter, Über bie Aufhebung M SuhtnltibiQUä W. 47, wo meiertet 
cittrt ift, wa$ @pie!er (®. 67 f^) oft m6rtlicb brrmgte. Obige 
Urfunbe ifi jeboc^ ganft bet Sptefer in ben Beitagen ®. 7 c. 
abgebruett. 3) Bullarium etc. ampHae. Call. 4, I. p. 321 „glauci 
coLoria. 14 4) eubemig, ^rlduterunci ber gütbenen SButle 1,863. 
5) ©erfilad^er, ^anbbudj kutfdjcr SReidj$fltfe$€ Zb* 10. 2. I9lti. 
1917. §. 41. 6) SJgt ©piefrr ©. *iS. 7) ®obc Itcfr 

bei feinttn Überlange §um 3ubentljume ben Sart njadjfen, Prwl. 
'IVfr. Annal. ap. Ferf« L 433. 8) ©üfftnb oon ^rim 

btrq (3ÄinrtEfÄnger % 26ü) fmgt: 

Unb nritt mir einen langen SBart 

i?an tradjfcn grittr 4>aare. 
Ö) CuberotQ, ^tlduterong ber gülbenen ©alle I, 864. 10) 

3curnal ucn unb für Deutf^lanb 1785. 2. 3at>rg. 4 et. 1. 3T&. 
©. 287. 







JUDEN (GESCHICHTE) 



_ 77 — JUDEN (GESCHICHTE) 



»erinnert, unb tiefet na# ieber neuen 2ftobe, am 
geigen, i|i nur ?urug, ber unfere SBetber unb 
2ödjter üerffi|>rt unb unfrrG $auSoater§ SBeutel fegt, 
Sonft balte icb bie 3uben aud> für SRenfcben unb möchte 
ftc aus fcfcäblicben ju nüfclicben macben." @r Ijatte üer; 
geffen, bafj bie Sinricfctung urfprünglidj getroffen war, 
wo ®eft^täbitbung unb 2racbt analog waren* 2Me neuere 
3eit, inbem fic ftd) ber 3ubrn annaf>m, eifert nun cor 
2fUem gegen jebeö Xbieufcen")* f$on ein ©biet oon 
[780 *) ^et§t „ben augem Unterfebieb burd) Sragung 
oon Saiten einfallen," unb wenn aueb nod) ein berliner 
©cftriftfieller 1803 u ) ben frommen 2Bunfd> na$ Äbjcfc 
<6en am Ärmel für ©änner, am Äopfpufc für grauen 
austriebt, ba$ ©biet oom 30. Set. 1812**) genxfyrt 
nur benjenigen 3uben Eingang in ba$ (Sroßbergoptbum 
$ofen, bie fein dufiered Xbjeitfrn tragen, greilicb bie 
2Beife, wie biefeS (Sefdjaft in SKufjlanb betrieben wirb, 
bürfte wenig mei)r als ruffifd) fein "). 

3u ben Regten ber Suben geborte nun tyre ©ul* 
fcung, unb ba biefe nkbt getrennt fein tonnte oon ber 
25ulbung be$ jubifgen (SotteSbienfleS, fo finb fönen fcier* 
mir aug ©tjnagogen gewdbrt. 2ttlein fdjon im romifc&en 
fteefete, weld&eS bie Seier ibrer gefa jtyirmt, l?eif?t et, 
bajj nur ba, wo ©ijnagojjen finb, biefe beim Verfall 
wieber bergefaltt werben burfen , eine neue niebt erbaut 
werbe, 3n ber cbrijHüfcen SBelt gab ©reger ber 8ro§e 
bie auifübrligfan SJefammungen barüber. Sr fagt lfi ): 
..sicut fega/i* detinitio Juilaeos novas iloji patitur 
erigere Synagogas. ita qtioque eos sine inquie- 
tudine veteres habere permittit." <5r micbertjolt baS 
mebre SDtale unb beftimmt nur, bap biejenige ©tjnagoge, 
rreiebe fo nabe einer <brift(i$en Äirge gebaut fei, »9t 
♦ liam ail eani vo\ psailenüum perveniret/' verlegt 
werben muffe ,7 )* ©benfo oerbammt er bie Störung 
ibrer geiertage unb ®otte6bienfle. 3wei feiner ©riefe 
finb al$ Canones in Süo'S Sammlung unb in bie Zv 
cietalen") aufgenommen; bie fpatere ikit befolgte jwat 
nic^t barin, ba$ fie ©pnagogen unb @ottelbien(t un= 
gcft&rt üe§, bie fanontfdje ©afcung, aber burcbauS in 
ibrem anbern Sbeile, ©o reprobuciren dtjnlic^e ©ebote 
ein nürnberger ©biet von 1406 ,9 ), bie Ijeffffc^e 3uben^ 
orbnung — ein Sbict be$ SJanbgrafen SJubwig gebietet, 
&ag bie gpnagoge „von unfern Äircben, ?)farr-, ©cbul- 
unb JRatbbdufern abgelegen tP" se ) — unb preufifefte 
S^erorbnunaen. WS einer Mos gebulbeten JReligtonSge- 
feKfc^aft tp ben 3uben jroar bte freie Ausübung iljreS 

M) 2fber nodj eine Qonitituticn U$ Äönigß &on ^arbintnr 
tem 7, Tfpnl 177*» ^tbiitct ein 7C6jei4cn ; cf. Merlin, Repertoire 
de Juriipfudence t 9. p. 91. 12) gn'ebtdnber/ Hctcn? 

fVüctc, bie Reform ber jübtf$en (Jcjlcmcn in ben preu^tfdjcn Staa- 
ten bdreffenb. (SBerLtn 1793.) ©. 127. 13) „Äönmii bie Subtn 
bei ibrer je^tgen !BerfafTun9 bleiben." (SBerttn 1803.) ©. 59. 14} 
£ugo De|iuö, Die %ubm im ©roffceriofltfcMM ^J^fen ©- u 22, 
JCoÄ, Die 3ubin im preuNf<6en ©taate €5. 255. 15) Cf, 

Orient 1845. n. % 16) Lib. 9- ep. (opp. omnia 2, 929. 

^1341.) 17) Üb. I. ep. 10. (opp. omnia % 4Ö7. 498.) 18) 
Bei 3 oo 13, 104. Beeret. Lib. V. Tit. 6. cap. 3. L9) SB ft I. 
fButfef, Die 3ubcn in Nürnberg ©. 139. 20) Gat^err, De 
Jurtbua Jodaeorum p, 107. 



$ric»atgotte§bienPe3 uerfkttet, fie fonnen aber baö 6igen- 
tluim foleber ©ebdube niebt ebne befonbere @rlaubnip beö 
Staate erwerben. Diefer Ärtifet be^ preu^ifdjen 2anbrec^t6 
i(l burc^ t>a$ ©efeß bee II. 3»drj 1812 nic^t aufgehoben, 
unb einer 3ubengemetnbe gebt am 15. 3uli 1825 ein 
URiniflerialrefeript gu, naeb npeidjem iljr ^war ber von ber 
königlichen Regierung ju SBromberg gerodfjrte SBauptag 
betätigt tt)irb, aber ,/oorauSgcfe^t, baf bie genannte 
3ubenfd)aft, mai ifjr allerbingä no$ nacbtrag'ttd) iut 
^flic^t gemalt werben mu|, ein natb billigem SJerljdtt* 
niffe üu regulirenbeS Gontingent an STefrutengelb über- 
nimmt" u ). (*6 fann bie Erbauung nur an berjenigen 
©teile gefebeben, welche bie Regierung baju anweifl; ba- 
ber werben 3ubcnfcbulen f mie koefc fagt, in abgelegenen 
©tragen angelegt "). Gt$ wirb barin jum 2bett feinen 
@runb haben, ba§ ber Äinig oon ?)reu|en 1847 bie 
berliner ©emeinbe auf bie Erwerbung eines ©runbflürfeö 
^ur Synagoge im föpenifer gelbe aufmerffam maefcte. 
91id)t minber werben bie ©biete ®regor"6 gegen bie @to= 
rung jübifeber geiertage unb gefie mel)r alö einmal wie- 
berbolt. (Sntwcibungen beö Äir^ofö ber Suben werben 
au£brucfti.<$ unterfagt; ..Ad hoc malorum hominuin 
pravitati et avaritiae *>bviautes iI^ctTiiiiiius, ut neirio 
OOemefOTQIQ JuHaeorum muülare aut invadere au- 
<)eat sive obteutu peeuiiiae corpora huiiiata effo- 
der«* 3 ). 2Bie eine Sronie ^u biefen ©efe|en ber Sole- 
ran^ in SBejug auf 6i)nagogen unb ®otte#bien)l flelit 
3t)o neben fie bie 2Borte be^ Xmbrofwti ald eine gweite 
fanonifebe 9?egel: „proclamo, qood e^go Syuagogas 
irieeinleriin, quocl illis niarulaverim, ne fHiam ntel 
locus, in quo Christus negaretur'- **). 

gerner ifl ben 3ub m gemattet, in bie Strebe ad 
inissam catiH'huirjtMioruiii gu gefjen. Stefe Srlaubnif 
tljeilt 3t>e 2 ') auä alten fireblicben Statuten 56 ) in feiner 
^annormifl mit. @$ war eine SSegunfiigung freiwil- 
liger SJefebmng. 2?ann war e$ ein atte^ ©efe^ ber 
Mirebe, burc^ ©ewalt niebt jur JBefefjrung p brdngen. 
@cbon SRegtno* 7 ) tljeilt au# einem @oncit uon SJlainj 
mit: ;9 Qui oclli metlitatioiie vtl propter cupiditatem 
Judaeum vel paganurn oeeiderit, qoia non leve Vi- 
tium comniktit, ut homieidae conveniu poenitere 
debet, quandfiquidem nee ex teils gentibus nisi ob la- 
ta m pacetn respuertut, bellum est autiquo populo in 
Vcteri Testarnento inferrc praeeeptum/' Älefanber 
unterfeibeibet auSbrürflicb 3uben unb ©ara^enen; Cefetere 
m&jfen bef impft werben, weil fie mit ben SBSaffen in ber 
^anb gegen bie Sirdje auffleben, Srflere „ubique pa- 
rati sunt ecelesiae servire** )* ßtemen^ III, ") 
fprid&t ftcb fefton frdftig batüber <m$ t tnbem er fagt: 
„SQSir aber, ha fie lieber in ibrer {wtndtfigfeit bleiben 

21) §ubm- $q ff mann, Die fiaa^burgerlidjtn IBerbdl trifte 
fcer 3uben. (fflerlin 1829.) ©.89. «Rönne unb ©im on ©. 91, 
22) SDfe Suben im preufctfdjcn &taatt €5. 208. 23) Decret. 

Greg. Lrb. V. Tit. 6. cap. 9» 24) Decretam 13, IVT. 25) 
Pnunormla §cu Über d«cretorum 1499. 4 t p, 34, 2fi) Statuta 
vetera ecclcs. ap, Mann 1. p, 894. Art. la. 27) De discipL 
ecclei. P. IJ. cap. 95. 28) Mann, Concil. 19, 964, 29) 

Decrctil, Greg, Üb. V. Tit, 6. cap. 9, 



JUDEN (GESCHICHTE) — 



— JUDEN (GESCHICHTE) 



wollen, al§ bte SBorte ber $ropl)cten unb bie offenen 
ihrer ©chriften anerfennen unb JtenntnifS nehmen oom 
chrijHicbcn Stauben unb £eite, laffen gleich wol, ba fit 
um unfere Serthcibipng unb i)ilfc bitten, aus cbrifllicber 
Siebe unb ben spuren unfern ißorgdnger folgenb, ihre 
Sitten flu unb retten ihnen ben ©diilb^unfereS ©chufceS. 
Senn wir befdjliefen, baß fein (Sbrtjt ohne ihren Killen 
unb mit ihrem Sagegenjfrauben Suben $ur Zaufc burch 

®ewalt jjwinge Äein S^rift foU ohne Urtbeil tibi- 

f#fr 3Rad)t einen oon ibnen tobten, oerwunben ober 
berauben" u. f. ro* 3üo, ber all bieS aufgenommen von 
®regor unb Xleranber, fonnte willen, wie heilig biefer 
Äanon in ben Äreu^ügen gehalten worben ift. <&ß be- 
bfirfen bie Verfolgungen gegen Öeben unb ©ut ber Su- 
ben, bte eben burch biefen Äanon oerbinbert werben fol= 
kn / einiger SBorte. 

3ni jweiten Äreuifluge glaubte ber Üttönch JRubotf 
in bie gugtapfen golrmar'S unb ßmicbo'S treten ju 
muffen, trog ber abmabnenben Stimme be£> heiligen 
SJernbarb. Sie foSgetaffene SButh war nicht leicht in 
ihre ©djranfen gu bringen; benn e6 galt niefat nur bie 
angefachte ?eibenfdjaft eines SRanneS, fonbern eines SJolfeS 
unb 3fitgeifteS lieber in baö ruhige SJett bc6 griebenS 
äurü einleiten. 9Ran bat bei bm ylacbforfcbungen über 
bie ®runbe ber nun llofjweife auf etnanber folgenden Zn 
griffe auf baS Sehen ber Suben, bcö unauöfprc41id)cn 
iJorrceS ber SJeoöiferung gegen |ie, ber unerfdt fliehen JBe; 
gier nach ihr*m ÖJut unb ttSlut an ein einfach pfoehota; 
gifcbeS ®efeg nicht gebacht, nicht bte JReijbarfeit ber 
mittelalterlichen Öemutber in allem, waö JÄeligian betraf, 
in ibrer Sotalitdt angeleben unb, inbem man bie GrfcbeU 
mmg beS SubenhaffcS trennte oom Sierlaufe ber anbern 
(Sefdjicbte, nicht fowol im allgemeinen SÖefen ber Dinge 
al§ in ben SJcrfotgtcn bie fOfotioc ju ftnben geglaubt. 
SBSenn bie (Sbrifilithffit in ben ijerjen ber mittelalterlichen 
SHenfdjen biö &u ber Seibenfcfyüft emporgetrieben warb, 
um eine Hierarchie unb itreu^üge möglich \\i machen, fo 
war ber gegen bie Suben fo lange vergeblich g*P*fbigte 
$af nur ein Sbeil ber pd) dufjernben, ben ©tauben in 
feinen ©egenfdfcen ergreifenben GHutb- 2US fit im erden 
Äreu^uge jum erflen 9Rale in ibrer ganjen Unbeimlicfc 
feit ausbrach, war nach ben Söorgdngen aud) oorau^us 
feben, baß e$ nicht baS legte ÜJfat fein werbe, fonbern 
bog fie, ber TIatur einer blinben £<ibenfehaft gemag, im= 
mer breiter unb heißer, gewattfamer unb büttbür (liger, 
naehbem fFe SÖlut gefo(tet, flrömen werbe 6ber bie un- 
glürflichfn ©thlachtopfer ber 2reue unb ber Überzeugung. 
Unb wie rodbrenb ber er(len fran§öfJfd)en 3?eooIution ber 
SBotf^patbo6 juerfi fich *bel unb lauter, bureb ftch fclber 
gerechtfertigt erhob, bann aber wie eine ftcb üerboppelnb 
nnberflür^enbe Lawine mit üerfchlingenber f würgenber, 
üon taufenb ^Drii>atleibenf(haften gefäarfter JRadje alleä 
graufig überflutbete, bB ber Ärater in (ich felbfi ausge- 
tobt hatte, fo mochte auch ber @eifl, mit bem t>a$ ßbm 
llentbunt in ben Gbrifien geftdrft werben foUte, wenn man 
fte lo§ri§ t>ou allem fociaten Sehen mit 3uben unb von 
aller 'Änerfennung brtfelbrn alö Nachbarn unb Sreunbe, ewig 
an bie Urfunbe beö iöWf<hen XJolfe^ gegen ben chrtfb 



liehen |>eilanb erinnernb, ber (Seifi, welcher ^u Un er(l<n 
Verfolgungen gegen bie Suben früher fchon in eEnj|rinen 
fünften unb (Segenben, im erften Äreujjuge bei ber 
®elegenl)eit beö Äampfeö gegen Bnticfcriflen überhaupt 
antrieb, vielleicht ein wenigflen^ in freh naturlicher, nütfc 
wenbiget, verjctfeltcher gewefen fein. 2>ie SBieberholung 
aber ber blutbeflecften ©cenen, ber nach tfherwinbung ber 
erften heiligen @d)eu unaufhaltfamen tl)ierifchen ©ier, bie 
im Üaufc ber Sahrhunbtrte burch perfönlicbe Sctbenfchaften 
aller 2trt \>erfiarft, burch bie ©ewohnbett feftgeworben, 
ben ,^ag als ein Erbteil Söhnen mt Snfetn iiba 
tragenb, ifl nur bte traurige gofge eine§ emfeffeiicn 
ganatiömuö, bev felbfl in ber cbetflen ©eflait mit fürch- 
terlichen SeroaUen, bie halb beö Sffieifler^ fpotten, operirt, 
ber bie Stamme eines bauernben SSrubcrfricgce immer 
neu ent^nbet, mit rafftnirfem ©eifie final unb STOarter 
burch bie Sdnber über Unfchutbige hintrdgt unb nicht eher 
erlÄfcht, M ber eigene 31t bem erjHrft unt ausgegangen 
ifl. 25er ganje geiflige Sau be$ SJItttetalter^ i|i alfo bie 
SSafi^ jener Antipathie gegen bie Suben; weber in ber 
teutfehen, noch einer anbetfl Nationalität begrünbet, 
aber in bie ©eelen mit ßonfequen.5 eingepffan^t, burch 
Sticula gepflegt unb erbalten, bat fte bann, gewijjer- 
maßen eigener 9Iotbmenbigfeit folpcnb, fich fo laiige ent- 
wicfelt, alS tiefer Siau be$ 2KittetaIterS noch für bie 
mobernen ©eflaltungen be§ SRenfchengetfleS ndbrenben 
Stoff unb Soben bot. ÖeS wiberlegt unb fchlagt tau= 
fenbc oon Angriffen, entwurzelt ba$ SefchroÄfc oon taufenb 
Seinben unb greunben, unb entfaltet mt ktm ^Betrachter 
ein ®chaufpiel, baS 2IIIen, bie mit unb burch bte Ifetben- 
feftaften untergeorbneter Naturen wirfen wollen, ^ur grau^ 
fen OTabnung bienen fann, 2tÖen bte oielbefannte, nie; 
mafö genug einjuprdgenbc Sctjrc gibt, bie golgen nidht 
mit bem ®runbc ^u üerwechfefn. ©ö fommt bi'r nicht 
barauf an, waG biß jefet immer ben Snhalt jubifcher ©e; 
fchichte bilbet, bie ilidiH bn Verfolgungen mitjutl^eilen; 
benn fte haben nur in umfangreichen SHJerfen Vtat? unb 
in ber totalen ttuffaffmig fflertt Daö eine aber $ 
an ben ^aupt^ugen nachjuweifen , baß feine oon ben 
Jöefchulbigungen, SJerleumbungen unt> Sorrofirfen, welche 
ben Verfolgungen M Storwanb bienen mußten, auf (o= 
calem ober nationalem Soben entfprungen fmb, fonbern 
bagfic oiftmehr au6 jener fanonifcb trabirtenlnf^auung?: 
weife ftch h^fchreiben , mit ber man oon jeher gegen bie 
3uben t>on chrifllicher Seite au$ arbeitete unb nur nach 
ber oeroielfachten SBolfSwutl) auch in 3al)I unb Sattung 
vermehrte unb oer breitete. Die Jeier beS ?»urimfe(ieS 
jur eriunenmg an bie glftrfliche Sßcrettelunq ber ,&a; 
manifthrn Sierfofgtmg ifl fchon im Siuche ©fiber gleicfe^ 
fam aB eine <PiIi<ht fiberliefert warben; nationaU greube 
foltte burch bauernbe Jcier oerewigf werben. Unb wie 
ba^ Tar^iim seheni bte Jrage, warum bie ?et<hen &a* 
mütfü tmb feiner ©olme über s J?acftt am ®algen blieben, 
wdbrenb bieS gefe^Uch unterfagt ijl, bahin beantwortet, 
baß bie ©örber gan^ S^raet^ bie ganje gwigfett hin- 
burch am ©algin gebdngt |u fein MHfflMI J *), fo wirt> 



30) 3u <S{t(!fr 9, 24. noV> «w» Va wV* *>j fa^i. 




JODEN (GGSCHIGUTfi) — 70 — 



JUDEN (GESCHICHTE) 



man biefeS $eß föon im Xltertfcume burcfc ftnnbilblic&e 
Ztarjtellungen be* GretgniffeS bedangen feaben. 3n granf; 
fürt pflegte man bie ganje ©efcfttcftte in SBacfcS nacfcge* 
hübet wd&renb ber SBorlefuna beS ä8u#eS Sffber in ber 
Synagoge auSjufleDen M ). liefen 3ubel faßten bie <5bri* 
flen fcfcon gu £onoriu$' 3eit alS ©cfcmd&ungen geaen 
Cbrifhi* •*) unb baS ^eilige Äreuj auf, waS ein ©efefc ba- 
gegen wranlajjte. So tjt ebenbtefelbe 3eit, in ber i&nen 
na^gefagt würbe, fie fcdtten, um bie Streu jigung GbrifK 
gu lierfpotten, einen Anaben auf d^nlige SBeife gelobtet, 
welche CrjdWung, ba fte toon allen 5tirt&engef(&i(&tfc$reis 
bern berietet w ) wirb, ooflen ©lauben fanb. ffidfcrenb 
eines balben 3abrbunbertS fcfcweigen aber alle Stacbric&ten 
Über dbnli$e JKnbermorbe; bie SBerbö&mmg unb ©cbrnd* 
bung beS cbrifHi$en Ramend tji allein baS bauernbe 
2$enta jeber c^rtfliic^en f)rebigt gegen bie 3uben unb ein 
£auptmoment jur ©rwetfung beS religiifen XbfcbeueS; 
*a$ im 7. Sa^rbunbert föon ba* Selben <§(>rijii im SJilbe 
w>n $nen bargejieüt warb, in flfom, wie erjdblt werben, 
beSbalb ein @ewkter entftonben ijl, gebt burd& afle Joe* 
ridjte; ^elmolb 54 ) meint nur bieg, wenn er fagt: „si- 
qaidem Judaeis quaedam est detestabills consue- 
tado, ut implentes mensuram patrum suorum, quo- 
vis anno ad contumeliam salvatoris imaginem ce- 
ream crueifigam." 6tfi im 12. 3abrbunbert genügt 
biefe Qtnflage niebt mebr, unb mit ber Aufnahme beS 
gangen fanonifefeen JJebenS unb SnbaltS ber alten Äir^en* 
lebrer tritt bie blutige beS ÄinbermorbeS wieber neben i&r 
auf unb wteberbolt ft<&, wie in einer oerblenbeten Bett 
gu gegeben pflegt, bis }ur £rfc$6pfung, ja, bis in bie 
beutige 3eit ungablige SJtol. @cbon im gwetten Areug* 
guge wirb fte ein SRotto in SBörgburg gu graufem $obt* 
fctyag, unb obne nur fdmmtlid)e Verfolgungen in Zeutfcfc 
(anb nennen gu tdnnen, bie ibr nachfolgten, bftrt man 
Don ibr befonberS 1286 in Julba, 1285 in SKfinc&en* 
wobei m 200 SRenföen ifyc geben verloren, in bemfefben 
3<*re in grieStanb, 1288 in SBfirgburg unb SBefel, 1287 



31) „Stabe? ali etoaö fonberlidjeä t bof fie wie ein €kblog 
wa lauter ttad?*, |>oI anb burdrfufetfa,, aar artlufc unb ttnfht$, 
aud) oeta,ülbet, oben über ben Vtroemor geflettet, barin ber £aman 
nebft bem genfer mar; btefe« »urbe 6ep Anfang be* 8efen« be« 
Sage* C9(jer attgegänbet, wie aug ber ©ere« feine« SBeibel SDto* 
dpat, fa aar pl«ifirlid> amufeben war, auff bepben Letten waren 
j»e^ etmann aabert()atb Spannen groffe fRdnner nacb ben 8ebcn, 
f*r gierte un SBa<b< gemalt unb f<bwar^en ♦üten mit einer 
gclbnen Sorben etnaefaffet, nxiffe $aru<fen, ber jur redeten ©tpt^e 
jjafte ein totb Älepb an, eine Sobacf «pfefffe im 9Runb unb groffen 
^Degen an ber Cfeft^t, ber |or tinfen ^anb ein grüne« Jttepb, in 
ber regten ^anb einen gülbenen ©tob, in ber Ünfen eine Zcftxxtt* 
pfeife n. f. w. u Söbt'Me SReitourbigteiten. Contin, II. p. 378. 
32) „Jadnei qa«dam toleimi Aman ad poenae quondam recor- 
dadontm incendere et aanetae cruda adaimuktam apedem in 
conteaptnm Chriatianae fidei aacrilega mente exnrare. 44 33) 
„Onaoeio aaavqne ludiere operam navantea Judaei lasciva 
proCarritala atqve «brietata extra decorum progreaai annt et 
na« aatem Chfiatianoa aed ipaam qaoque aervatorea Cbviata» 
üladentea tradnzernnt et aalatifernm cracia lignnm eoaqne, qui 
apea enaa in eo sitaa habent, ridentea u etc. Niceph. CaMUt. 
BacL Hiat üb. 14. cap. 16. ed. Baail. p. 726. 34) apud 

IiMt, aa. remm Bummkamtm % 6W. 



in ©aljburg, 1301 in SRagbeburg, 1303 in ffleifenfee, 
1305 in $rag, 1308 bur* gan| Zbiringen, 13M im 
fxfewdbiWen Überlingen, 1346 m g»ÄncOen, 1349 in 34* 
«4, 1428 in »egenSburg, 1472 ebenbafefbß, 1475 in 
Sribent, wo fte bie weitgreifenbften, jdmmerli^jlen Jolgen 
batte, 1540 im {)erjogtbume 9?euburg ; 1570 in ber 
SRarF äBranbenburg, 1571 in ^eOerfpring, 1665 m 
Mm, 1670 in SRefc, 1710 in SDrling^aufen unb 1712 
in Jranffurt am SRain. Sie tritiftofe 3eit warb bur$ 
Unfenntniß, Aberglauben unb Sorurtbeii geleitet. Xtu' 
flatt auf ben ®ebanfen ju fommen, baS Sorfomraen ber 
XnRage bei Äircbent>dtern mige 9?ac6a^mung beS Sor* 
wurfS oeranlagt ^aben, würbe eS als IBeweiS ffir beffen 
SBabrbeit genommen. Sie SBieber()oIung imponirte ftlbft 
freunblicfter gefinnten 3eitgenoffen, n>el$e oergeblid^ nadj 
bem mögftcben 9Rotit> auf ©eiten ber Suben fugten. 3» 
bem ®rabe batte man ben vorgegebenen eigentlichen ©runb 
oergeffen, baß man einen ©ebraueb beS ÖluteS (ädrijlj 
lidder 5D?enfcften ju ben oerfcbiebenflen 3wecfen erbi^tete 
unb bem oorurt^eilSooüen SBefen gemdß oermod&te man 
ebenfo wenig auf bie ©egengrünbe ber Suben ju Jiren, 
alS biefe felbfl ben 9?agel auf ben Äopf treffen tonnten. 
Äugerbem befldtigten Abtrünnige bie SBerieumbung. QS 
balf nicbtS, baß man ben Serleumbungen febr oft auf 
bie ©pur fam, baß (Sbriflen felber, wie namentlich 2Ba^ 
genfeil, bagegen anfdmpfen; fte werben wiberlegt unb 
$dpfie, wie ©regor unb Snnocenj IV. , bie bie ganje 
Änflage für eitel unb nichtig erfldrt Ratten, werben auS 
biefem ©runbe oom proteflanttfc^en ^oSmann ffir boS* 
^aft unb unwiffenb erfldrt w ). £)aS 19. Sabrftunbert 
war noeft nieftt ganj oon biefer fonberbaren ÜReinung 
abgefommen. 3m erßeft Sa^rjebenb bejfelben j. 9). fagt 
ein Xutor, bie Suben erneuen ieben $urim ben SBunfdJ, 
„baS, waS fte auf Xnfiiften beS SKarbocftai getban 1 '^ 
ju wteberbolen; ber ^iflorifer S?fi()S entfc^ulbigt im jweu 
ten biefe SWorbfu^t bureb ©lauben an 3auberei 87 ); 6^ia* 
rini meint am Anfang beS britten, eS fei biefer Slutburfl 
ni$t abzuleugnen 1 ^; baS oierte begann mit einer Scene 
in Äften, welche fe()r Diele ©timmen brauste, um in 
Seutfötanb für baS gehalten ju werben, waS fie war. 

9lur alS eine Sartante batwn, weil eben bie ©a^e 
biefelbe ifl, t)at man bie Änflage wegen ©c^mdbunj, 
2)urcbbobrung # SSerbrennung ber ^ofiten )u betrauten. 
Hu$ fte war eins t>on ben gemeinfamen Mitteln, evf 
baS SSolf gegen bie 3uben ju reijen, bann aber, alS ber 
Fanatismus unb ber 3ubenbaß bauernbe Cpibemte ae* 
worben war, eine ber taufenb ©elegen^eiten, b«m| bie 
ft* bie XuSbcfige ber SBut^ entluben. JDa| bai Seiben 
öbrifü im Silbe wieber&olt werbe, ifl bier wie >a M 
grauftge SKotiu , nur ba$ bei (efeterem biefeS nk^t |»eb 
fel^ft bleiben fronte, bafcer oor ber aufbdmmernben Äit 

35) ®ai f4)»ec ju befebrenbe 3uben5eg 6. 231. 3^) 

&(mten bie 3aben o^ne 9la<bt^fil für ben Ötaat bei Ärer jeMaeii 
Skvfifltaia bleiben? 9. 37. 37) über bie *nfpvft<be ber 3*i» 
an baS twatf«e »itgemc^. (Seilte 18M.) e. 14. 38) WL 
3uni, »deö^tung ber Theorie da JadalaaM. (Berlin 18300 
p. 14. 



JUDEN (GESCHICHTE) 



— 80 — JUDEN (GESCHICHTE) 



bung fc&neller wfc&wanb, als- ber Änabenmorb, weil 
Unwiffenfceit unb böfer SBtDe bie Auflage Derfcboben unb 
einen anbetn Jfactor, baS flSlutbebfirfmß, waS übrigens 
au$ bem 2Cltert&ume entlehnt war, hineingebracht fcatte. 
©onfl ifi baS ^Mittelalter, namentlich 2eutfc&lanbS, au$ 
Sterin reicfc. SBefonberS ifi bie Verfolgung oon Sttnfc 
fleif* am (Snbe beS 13. Sa&r&unbertS für bie 3uben 
im füblic&en Seutfc&lanb eine traurige (Spifobe. @o we- 
nig oerftanb man ben ®eift, ber ju folgen Verfolgungen 
SRutb unb ®e&ör gab, ber auf ben Stuf: „SBer mit ber 
6&rifien&eit eS gut meint, folge mir nacfc!" Saufenbe 
berfammelte, baß ber tiefsinnige Äoentin ausruft: „(SS 
mu$ ein 3orn t>on ®ott gewefen fein/ 1 ©ie gefcftaben 
in SReißen 1297, in 6fterreic&if$en ©tdbten 1302, gür* 
(lenfelb 1312, SBilbenfofce 1330, Dulfa 1338 unb in 
©effenborf 1337. £ier Ratten SBerleumbung, ganatiSmuS 
unb SRorb ben &6<$fien ®rab erreicht. (Sme Äirc&e wirb 
jum Xnbenfen baoon erbaut, ein SBallfa&rtSort entfielt, 
ju bem no$ 1785 50,000 fromme Seelen wallten, Ddpfie 
unb »ifc&ife befc&enfen bie «TOörber mit Äbtaffen, ber 
$etjog beS SanbeS „gibt feine unb SanbS #ulb gdnjlicfc, 
baß fie feine Suben in ©ecfenborf verbrannt unb oerberbt 
baben," @emdlbe unb fcitanepen verewigen bie ®efe&icfcte, 
nocft im oorigen 3a&r&unbert verliert etn milber Pfarrer, 
©odtng, weil er jene Sitanep abföaffen wollte, fein Amt, 
ein wa&nftnnigeS ©c&aufpiel aber biefen ®egenfianb wirb 
noc& int 3a&re 1800 in Stegen aufgeführt. Xu$ biet 
meinen bie <5&ronißen: „Vindictam a Deo esse, cujus 
voluntati resistere nemo potest," wenn fie feben, baß 
(einer ftcfc für bie 3«ben in SBebr gefleOt bat. Sine auf 
Softien bejügltc&e 3ubem>erfolguna war 1388 in $rag, 
1401 in ®roßglogau, 1422 in SRainj, 1453 in ©cble* 
Pen überhaupt burcfc ßaptftran unb 1454 in ©c&weibnifc, 
1474 in batrifc&en ©tdbten unb 1478 in Va^au, 1492 
in ©ternberg unb 1518 in ber 3Rarf. ©eitbem ber 
f)roteflanttSmuS fu& verbreitete, föwtnbet aucft bie nur 
im (at&olifcfcen 8eben mSalicfte Änflage auS teutföer 
GtyronK gdnjli*. ©ctyibt* 9 ), ber bieS gang richtig be* 
merft &at, glaubt bie gfrage ffeüen gu muffen, obfc&on er 
felber weif, baß 8fige unb Serleumbung babei eine JRolle 
gefpielt: „JDber wollen wir fagen, ba$ bie beutigen 3u* 
ben frömmer fepen, als bie SJorfafcren gewefen?" ©owie 
bie SBerleumbung ntc&t obne ben fie empfänglichen SBoben 
bitte auffproffen (Annen, fo (ann ftcft ber Wann früherer 
3eit, audfr wenn er an ber SBa&r&eit aller gacta jweifelt, 
bo$ oon ber Unri*tig(eit be« <Sr jd&lten nic&t über jeugen. 
?anbeSt>erratb war ebenfalls ein ben 3uben früb- 
«itig aufgebürbeteS SBerbrecften; ebenfo entlehnt auS ben 
Ährcpenfcftriftjiellern unb immer neu wieberfcolt waren bie 
fogenannten SBerrdt&ereten ber 3uben im Kampfe ber 
»pjantiner mit ben Werfern, namentlich in 9)aldf!ina. 
(Sopien baoon ftnb bie, welche t>on ben Suben bei ber 
Xnhtnft ber ©arajenen in (Suropa begangen fein foQen; 
feit ben Äreujjügen aber erfc&emt (ein (Sreigniß in (Su^ 
ropa, ba« ber ®efammtbeit ©cftrerfen ober (Sinjelnen 
Graben bringt, ifl (ein SRoment, burcj ba« nicftt ber 

39) 3öbif4e «Rerfwörbigfeiten Cont. II 231. 



c^rifftic^e Status quo auf irgenb eine SBeife gefl6rt wirb, 
(eine oerrdt&erifc&e unb meu^leriftbe Äction unb dnU 
fd&liegung toor^anben unb möglich, bie man nic^t an ben 
3uben burcft JRaubmorb geragt f)&ttt. Äucft bier aus 
ber Sülle be* Stoffe* nur einige*. 

Bon ben Äreujjugen bis jum Urfprunge beS ?>ro- 
tejlantiSmuS ftnb es brei große .ßretgniffe, bie (Suropa 
bewegen: ber (Sinfatl ber SRongolen, bie Vtft beS fcftwars 
jen SEobeS, ber Surfenhieg. £)ie 3uben, beißt eS, baben 
ben Sataren SBaffen jufubren wollen. SBelcfte graufamen, 
ädern menfc^licften JBerflanbe wiberfprec^enbe SRittel fie 
jur Herbeiführung ber ?>efl erfonnen b^ben follen, ifi 
traurtg beribmt. ©<^on eine 1316— 1318 in (Sulenburg 
entflanbene Defi wirb ibnen jugefeftrieben. ©aS SSer^ 
brechen ber ffirunnenoergiftung wirb nun für bie 3<*bre 
1348 unb 1349 bie ®elegenfcit ju ben ausgebreiteten 
Verfolgungen , nieftt bloS jur JRad^e, fonbern auS ®ier, 
ni^t bloö für biefeS Sa^r, fonbern ffir jebe neu in ben 
(ommenben 3eiten entfie^enbe (Spibemie: „Multi ipsorum 
(Judaeorum) fassi sunt tormentali, qualiter nutrierunt 
araneas et bufones (jtriten) in ollis et cacabis, ut 
venenum illorum animalium commiscerent Uli horri- 
bili et mortifero veneno, quod de ultimis maris 
partibus comparaverunt." 3n 2b&nngen unb SBür* 
temberg, ©aeftfen, am JRbein unb in ber ©eftweifc in ber 
SRart unb in ©Rieften war mit ber Äran(beit beS Äta 
perS au$ bie han(e SButb ber Seele epibemtfeft; nirgenbS 
ftimmte baS allgemeine (Slenb jur ÜRilbe, überall baS ge^ 
reijte ^erj ju neuem 3ammer unb ©$re<fen. ©ie Suben 
brachten angeblich bie $eß na$ $reußen, oon SBien nacb 
JRegenSburg; bie SRtttel waren nieftt Spinnen unb ÄrAten 
allein; fte baben, fagte man, KuSfdgtge ^emiet^et, um 
biefe bureft tyren 2fuSfa| bie JBrunnen oergtften ju taffen, 
unb f)abtn burefe ein Mixtum t>on (Sbriflenberj unb $ofKe 
ein JBrunnengift berettet. Unb als nun ber «ßalbmonb, 
taum erl6f$enb im SBeflen (Suropa'S, neu aufgegangen 
war in feinem Cflen, fo baben aud) bie Suben wieber 
tyn angebli^ unterflüfet. 25ie auS ©panien jdmmerlicft 
Vertriebenen baben, wie bebauptet würbe, ben 9RoS(emen 
bie 2trtiUerie(ünfie gelehrt; fte werben auS SBien, auS 
{Böhmen vertrieben, weil fte SJerrdtber an bie Surfen 
gewefen unb ebenfo baben fte StyobuS an ©oliman Der^ 
ratyen. Ttudf an einzelnen ©tdbten baben fte, fagte man, 
ibren ©roll auSjulaffen Derfucfet, 1349 (ximlicb aQe ffuU 
benfer, ade 9Reininger, alle 3ubenburger mit ber Sauft 
erfölagen wollen. 2>aS eine SWat ftat eS eine ß^riflen^ 
magb, baS anbere ein Subenmdgblein oerrat^en unb t>et; 
binbert. 2)aS ®rüfel^orn, baS in©traSburg geblafen 
warb, erinnerte an einen dbnticften Serrat^ beffelben Sab- 
reS, unb ©dritter fübrt aus ®et>ler t>on Jtaifersberg ben 
83erS an: „SBie man ^ier ben ®rüfel b&ret unb ben 
Suben bloß." SReligionSjwietrac&t bat in Aachen ein Sube 
begünfügt 40 ) unb bat barob büßen muffen; baß Suben 
aud) ben Sauemfrieg veranlaßt ^aben follten, ifl bei ber 



4O)'00(. meine ftätyräae ju ©efeubt'« ifoifötn 5Rcrf= 
wikTM^fetteti im eabbatMatt 1846. Xx. 19. 0. 16. 



JUDEN (GESCHICHTE) — . 81 



JODEN (GESCHICHTE) 



»ebeutung, bie er fcotte, leic&t er!ldrli<$ 4I ). 2Me trutta* 
nifffte ©pnobe (rotte SRcbicm oon Suben ju nehmen oer* 
boten, unb S&o 41 ) bat bte* ebenfo wie ©rotton aufge* 
nommen; bennocb baben ftcb bte Gbriften jübifcben ftrjten 
anvertraut, unb f)dpfie, wie Snnocenj VIII. °), JWnige 
unb Äurfurjim baben ftcb tbrer bebient. Staturlicft gab 
aucb bietet Umjlonb au SBerleumbungen SSeronlaffung. 
Site jfibiföe ftrjte fruber bte Einige Jtorl ben Äablen 
unb 4&ugo, fo foden fte fpdter ben JCöntg Salbuin III. 
Don Serufalem, ©ajajetb, ben tfirfifc&en ©ultan, unb im 
Sntereffe be« JWnig« Dbiltpp II. bie JtSnigin Clifabetb 
lege artis getftbtet baben. Stönig SBlabiölow, bem fcbon 
im 3«bte 1161 bte Suben ouf bet göltet eingeftanben, 
baß ft<b bte jibifcfcen Xrjte oerbunben, einem ju belfen 
unb jwet }u tftbten, bat für ade 3eiten Subendrjte unter- 
fagt. SBenn JHppolb e« gewogt bat, feinen SBobltbdter 
Soacfttm gu tftbten, fo burften aucfc bie Streiken in 
Stußlanb im Sobre 163S2 ben SEob ibre« 3oren on einem 
getauften Suben rd<$en wollen. IBefonnt iß, wie lebhaft 
aucb ferneren bet Streit ift geffifcrt worben, ob mon 
Htbifc^e Ärjte unb Erjneien gebrauten bfirfe; e« ftnb 
tbeoloj}tfc$e unb rec^tltc^e ®uta$ten ## etn^eQtglic^ pro 
negativa ergangen ," fagt SBogenfeil 44 ), ber e« felber 
für erlaubt balt. ©a« fanoniföe Stecbt ber truDantfcben 
©pnobe ift feßgebatten worben; wie bie wirtembergiföe 
£anbe*orbnung") Xrjneien be« Suben, fo bat bie preu* 
ßifc&e ba« Bpotbeferamt ben Suben bt« jum 23. Sult 
1847 verboten gebabt. 2)aß Suben, wo* bomit in ge* 
nauer SBerbinbung fiebt, no# wegen 3auberet getöbtet 
worben ftnb, wirb j. ©. aut Sbärtngen berichtet. 

<&t iß alfo ber fanoniföe IBefebl auf eine in ber 
@ef$i$te unerbörte SBeife burcfc Sabrbunberte in fofern 
umgangen worben, bog ber £aß, erfmberifcb wie bie 
Siebe unb letcbt fiberrebet wie ba« 83orunbeil, bie fonber* 
barften SRotioe für feine Äußerung erfonb. 25ie 9>dpf!e, 
tnbtrect bte ©tapfer biefe« f5anati«mu«, ber tbnen in 
wetteren Streifen bie #errf$aft ber (Srbe gefui&ert, fucbten 
oergeblitb burcb ibre Cbicte ben bfifen Solgen tyre« SBelt* 
planes oorjubeugen; ber entfeffelte ©trom tonnte nicfct 
mebr gebdmmt werben, bi« er oerftegt. 

Tiber aucb ba« fononifcfce (Sefefc, weites bic3wang«* 
taufe unterfagt, jebe ®ewolt unb SDtorbtbat »erbietet, 
bort auf, wenn ein öbrift hum Subent&ume fibergebt *•). 
JRegino 47 ) (mm ben r6mif$en (Sefefcen wor frfi^et bie 
Siebe) tdßt biejenigen, welcbe ftcfc befcbneiben loffen, ouf 
eine Snfd au«fefcen, „medici capite puniantur." 2CI« 
etwa« ttnerbfote« unb Stocblofe« bejeicbnet 48 ) Dopfi Sle^ 
menS DL 1(Ä7 bte SBieberfebr jum Subent^um ; wer Suben 

41) ©gl. Xanlt, Dratfdje ©cfd?fcftte 2, 201. 42) Beeret. 
13, 11«. 43) »o(. 8eo, ©efc^tdjte oon 3tatten 4, 618 u. V. 
*udj ^>dnrt(b IV. oon Jronerclcb Jatte einen jübJfcben Ärjt, »te GÜfabet(, 
feine 3tttgraof|tn; 09L eobbotblott 1844. e. 168. 44) Skle^ning 
bet jAb{f4<bentf<beB «eb* unb Ctyreibart. (Ä6nfa«berg 1699. 4.) 
e. 49. 45) Gmetin C. 23. 46) SexH Decretal. Üb. V. 
Ut. 2. cap. 13 unb anhat mebr. 47) P. II. cap. 91. 48) 
Cod. Udalrtci ap. Eccard, Corpus bist. German. n. 170. JDer 
Brief Ift ob «otbert oon Bamberg gerietet unb flebt au<b bei 
Mmui 20. p. 699. 



begfinßtgt, „utprofiuras et sacrilegus, anathema ef^ 
fectus ab ecclesia eatholica et regno Dei efficiatur 
extraneus^ 49 ); benn, wie 3oo in feinem Decretum 
aufnimmt, bie Suben fommen in bie $6Qe ft0 ). 

2Cutb ffir bie polittfebe ©tedung ber 3uben im teut* 
feben fRtifyt jum gurflen unb ^Staatt moebt biefe 3eft 
epoefte. ©c^on fr&^er batten fte eine eigentbfimlt^e un* 
mittelbare ©tellung jum SJürflen gebabt. 2)ie 9)attonas 
litdt batte genau SRec^t unb ©efeft, nacb bem ber ©n* 
Seine ju leben unb ju wirfen babe, feflgefieOt; je mebr 
eben burej bie nationalen SolKgebrduc^e ba$ eigene Recbt 
gewabrt warb, oon bem man nie unb nirgenb* getrennt 
fein wollte, beflo e&er erbielt aucb ber 2(nbere baö dttQt, 
nacb bem feinen )u leben; beflo fc^drfer ober war in* 
nerbalb bed SBolKleben« ber 9?e*u$ be« SebenSwefenS 
gegen alle nic^t nationalen JBewobner brt £anbe6 obge» 
fcbloffen. JDo, wo bie (Sermanen erfi einrücften in bte 
eroberten ©ebiete bed alten 9tömerrei$e6, waren bie 3a« 
ben mit ben SWmern 51 ) bie oon t'bnen Unterworfenen unb 
bem nationalen £eben ber S35l(er ®egenuberflebenben; wo 
aber enblicb bur<$ bie 3eit unb burcb bie Arbeit be* Ca« 
tbolifd^en GbtiPentbumö Sfömer unb ©ermanen oerf^moU 
jen würben unb recbtlicb unb gefeQfcbaftltcb in einen 
Äörper jufommenwucbfen, blieben bie Suben ollein übrtjj 
unb flanben bem £eben£neru6 allein fo gegen&ber, wte 
einji alle mit ibnen im fcanbe Unterworfenen. 2>af biefe 
Äuöfcbliegung ouö ber Xtttt beö 8eben$wefen8 mit feiner 
fonjiigen ©ntjtebung be« eigenen JRecbW ober fonfligen 
©rfebwerung fociolen 8eben8 oerbunben gewefen, gebtauS 
bem Cbarafter biefer SoIFögefefee felbft beroor. Da* 
gonje Serbdltniß freien fo in ber 9totur begr&nbet, baß 
bie alten 83olKrecbte ber Stationen, felbft bo, wo fte eine 
große 2Cnjobl Suben treffen mußten, wie bie ber Kongo* 
barben M ), ibrer bur^aud niebt (Srwdbnung tbun. Of* 
fenborer unb folgenreicher burfte bo« ©efefe erjl werben, 
ol« ein onbere«, feinblicbere« SRoment binjutrat. C« war 
troft ber nationalen Xbfcbließuna au$ bem 8ebenöoerbanbe 
ba« fociale Seben ber oerfebieoenen Lotionen mit ben 
Suben ein natärlige« gewefen. 2)o« ßbrijientbum mußte 
fte aucb au« biefer ©tellung brdngen. SBenn ba« 83er* 
bdltntß berer, bie bem ganjen SRationaloerbanbe in ges 
wiffer IBejiebung gegenäberfhmben, notbwenbiaerweife ^u 
bem Raupte ber Station ein ndbere« unb nac&fie« fem 
mußte, ba er bie Station gegen ba« Sticbtoolfttbämlicfte 
oertrat, fo mußte, al« ba« Gbrijientbum bie Suben auc( 
in focialer ©teOuna niebt mebr ben Stationen, fonbera 
ben Sbriflen gegenuberfledte, biefe« 93erb&tniß ein um 
fo ndbere« fein, al« bie Jttrcbe ba« weltli<be Dberbaupt 
auffoberte unb beauftragte, ibre eigenen Äonone« gegen 
bie 3uben ju formen, ©o wenig e« baber auffoöen 

49) lvonü Beeret. 13, 95. (opp. 1, 375.) 50) Deertt. 

1, 38. (opp. omnia 1. p. 14.) 51) CC Bunt loa oria^MS 

ou Tanden Gouvernement de la France, d^AUenagne et de 
ritaUe. (k U Heye 1757.) tom. 2. p. 249. 52) Obenfo Wt* 

nia tbun blrt ba« Capitulare bei XxtifiA, gürften von fkneoent 
(ed. Candani 1, 260), noeb bem 3o^re 774 gegeben, boi oon 
©icatb an« bem 3a(re 836 {Candani 1, 264) unb ba« oon fto* 
belebte 851. 

11 



JUDEN (GESCHICHTE) — 82 _ 



JÜ0EN (GESCHICHTE) 



bforfte, bo# bte frdnfifdjen unb gotfjifc&en Äönige no$ 
vot einem firtfcltdjen ßinfluije auf bte Steuerung in einem 
außerorbenütdjen StobdUniJTt gu ben Suben ilanbm, H& 
rottet bem gu ben guten, noeb bem ju ben ©flauen glic&, 
baö roeber in tynen servi fab, nod) iiigenui erfanme, 
ebenfü getvtß ifi es boeb, baß ein auögcfproc^eneö aÜge* 
meineö Siutetrecftt beö ÄinigS über bte Suben, ein forool 
bie SMltc&ten tiefet al$ bie 23efugmß jene§ genau bar= 
jleflenbe$ ^)erfommen erfi bann möglich grrotfen i|l, a(6 
über ben Nationalitäten baö Sljrifientljum bie SBercobner 
ganj Suropa'S in eine t&riflltdje unb jübifdbe 2ßeit ft^ieb. 
£ö ifi bereits entroicfclt Sorben, tute bie ©orge für btö 
G^vifientbum nic^c in feiner äußern SSerkeitung, fonbern 
in feinet innern Verarbeitung bie ©tellung ber 3uben 
jut Nation immer feinblidjcr umgeflaltet babe, unb burc$ 
ein bauernbeS bearbeiten be£ Solfögeifled eine Dppüfitton 
gegen ba$ 3ubenti)um (jcrangebilbet halte, bie in einem 
folgerechten, aber nidbr beabftefet igten Sana ttemu£ enbete. 
©ebon innerhalb biefer Operationen mußte bie ©teüung 
be§ Surften jum 3uben eine anbere werben; er mußte 
l)ier unb ba, felbjt ergriffen uom $rijliicbm (Seifte ober 
bebrangt t>on Kucf fic&ten gegen bie ©eijilidjfeit, bie 6on- 
ciüengefefce auäfubten Reifen. Unter Äarl bem ®rofren 
mar ^war ber große ©ebanfe fertig geworben, ber jroet 
fid^ flüfeenbe (Smfceiten in bie £mfiafr ber eftriftti^'n 
©elt tbeitte, ber, inbem er für feit Cinftcit beMfifHictyeR 
®efefeeS in ffiom über bie 3?ecfcte eineS nationalen JtönigS 
einen Stacfcfolger ber romiftften Sffieltberrfc&er erbob, notb- 
loenbia andj bie nationalen SBerfcbiebenbeiten beö Öefefceä 
ber Söotfer ju brechen unb bie ^eiiigtljümer beö beibnif^en 
(Staubend, tüte ftc mit jenen üolfötbümlic&cn 2fnficf>ten 
omvaebfen n?aren, au jerftören anfing, aber baS SJer&dtr^ 
niß bei Äaifer 6 war fein anbereS geworben unb brauchte 
fein anfcereö geworben \u fein. &§ enflirte nod) feine 
<Sint>eit fanoniföer ©afeung für bie SDeburfniffr beS jjts 
fammten geiftigen SebenS, wie fic Äarl für bie beS &taa* 
teö in ben Kapitularien geftftaffen batte, unb erfi al£ 
naefc Äaif* ZoU bie Gonfequenjen ber papfllic^en 6in= 
beit Äraft unb JBerfianbniß gewannen, futfete man eben 
bie <£>errfc(|er für ba& in ber fanontfeben 2ßcU aud) gegen 
bie 3uben ®erid&tete ju gewinnen. Siner bet bebeutenb- 
ften Irdger biefeS SBerftdnbniffeS ifi ofenbar Bgobarb. 
Auf ber einen ©eite eifert er gegen ba£ nationale @efe^, 
wie *8 fic| bei ben »erfefeiebenen SBätfem oerfdjieben bt* 
wabrte, in ffiejug auf baö eine c^rifllicbe"), baS fte aöe 
umfebloß, auf ber anbern will er aud> bie (Sin beit biefeä 
cbriflltcbeti ©efcfeeS, ba§ freiliefe audj für ibn noe^ in 
feinem einjigen öober oorbanben war, ^egen bie 3uben 
anwenben. ffiabrenb innerhalb bed fotiolen Seben^ bie 
Änlirengungen ber Äircfee gegen bie 3uben fidfe oerboppet- 
ten, warb and) in bem jweiten 2BieberberjletIer be^ r6- 
mifefeen ÄatfertbumS, Duo bem ©roßen, irgenb eine 



53) Jgohardi odv, legem Gundobadi §. 4. opp. ed. Raluz. 
1, 111. y Nam plerumque cantlngit, ut limul eant aut »e- 
dcaot auinque bomincs et nullu» eoriuo comaiuneni legem mm 
altero haben t exteriua in rebus traiisitürüa, cum tnterius in 
rebus perennibu* una Christi lege teneantur" 



Demonftration in Sejug auf ein geanberte^ unb geau; 
ßertes 3Jerbdltni§ feiner Stellung $u ben 3uben niebt 
fidjtbar. 6ö fonnce bie$ er|l bann gegeben , atö bie 
£)urcftbringung beS c^riflttcöen SJolfeö mit geifi(id)en ©e- 
banfen bie |)ierar^ie eine* ®regor VII. mögli^ machte, 
afö eben naeft frff geworbenem fanoniftben 9ied?tc bie ibeetie 
SJIacbt be£ s ]>ap|1c^ bie wetttiefte unb wirffiefee beö taiferö 
^u beten Änerfenmmg jn>ang # alö ju gleicher 3eit bie 
lang gendbrte d)ti|lücbe QKuty in einen Sanati^mud gegen 
bie ^ic^tc^rillen au^bracb, bet ben Äaifer erinnerte, baß 
feine ©teliung ^um Subentbume in mebrfacber Sejie^ung 
eine anbere geworben war* ©rf)on .peinrid) HJ. b^tte eine 
barte ©träfe, bie ber JBIenbung unb be£ 58er(u(teS ber red)* 
ten $anb t auf 26btung eineö Suben gefefet unb fein ©obn 
fte betätigt M ). Unb \)ai biefer avub, als er, v&n 3tatien 
jurücffeb^nb, erfkmtf t>on ben graufen SKorbtbaten bet 
jtreutfafem borte, biefe ©träfe wo! niefet in ^uöfüi?rung 
bringen tonnen, fo bat et boc^ bie SBotioe, bie noeb außer 
allgemeinem Bawtilmttt entgegen^ewirft baben moebten^ 
genau unterfudjt, wobei ein erjbifc&of oon SKainj com- 
promitttrt ja werben fürchtete unb baber liebet naefe 
Sbürtngen flol), feine ©ütet Oet 'Hcbtung beö ÄaifetS 
übertaffenb, unb bat ferner, bem ©inne lanoniföci ©efefee 
entgegen, bie gum 6bri|tentbume @rgwuiigenen ju tbret 
Überjeugung jurücffebren lflffen i& > Siit ben SSerfolgup 
gen ber Äreujiüge, bureft bie ein anbetet SBerbdltnig 
jwifeben Äaifer unb 3uben fi^ ^erau@|lrUcn mußte, traf 
bie Srwectung be^ romiWen KedjteS aueft für iEeutfd)^ 
lanb gufammen. griebri^ Sarboroffa, ber poUflanbig 
btn alten ©ebanfen bet taiferberrWaft bet be$ Dap(teö 
gegenüber begriffen batte, fucfcte bureft baffelbe aueft in 
rec&Üicfeer iöeiiebung eine @inbeit geltenb ju machen; er 
felber (teilte \id) im SJitftte biefer Sefcfegebung al$ 5Ra*> 
fomme ber aüen Äaifer, Suftinian^, SSe^pafian^ * ft ) unb 
au<& beö 3tomuluS 57 ), bat; im Sinne biefer gortpflan^ 
jung tomifdjer 33rdu<$e auf ba5 germaniftibe ©ebiet warb 
aud) baä äJctbditniß ber 3uben betrachtet. 3nbem bie 
SBerfolgungen ber 3uben bie Äaifer iwangen, biefe in 
©djufe |u nebmen, unb bie 3uben notbigten, wie ötto 
Don greiftngen ft& ) ftc(j auSbtücft, fieft unter bie S%el beß 
fai [etlichen &d)u&$ ju begeben, inbem fie aufgenommen 
würben in be^ Ä6nig§ grteben, ber pc t>ot aüer ©ewaltr 
tbdtigfeit febüften foüte, mußte man bieö ber offen tilgen 
SBetnung gegenübet al§ eine SBerpfHt&tung be6 Äaifer« 

54) cf, tt'urdtwcin, Soba, diplom, 1, ISO, öu6 ber Urfunbe 
^>einri^ö IV. üon IOÖO: „eadem plectatur noena, qua ille 
punitua tempore Henrici Imp., patria mei, tyii ludaeum töter- 
lVrit, aciliret ut ei oculi ecuantur et dextra manu» amputettir," 
55) Cf. Ekicehard, Chroö. Ünivera. ad 10117 ap. Perlz 8. p. 208. 
unb ad 1098 ap. Pertz 8, 1H)9. £qö erfte oon 3uben in 9te 
flfliS&urgi bii^ anbere üon SKarnj. 56) SB$U ©idj^orn, iDtuU 
feit Staat«» unb SRedjttflefcWte. §. m (ed. 1835. H. p. 215. 
not, h, iX 57) ©untrer C \ % u t i n u t fingt Don feinem o?)ne 
I, v. 1S"2: „Audierat fortaaae puer geiierotua ut olim Ille suae 

Iirimua regnator Romulua urbi§/ 4 58) De geatia Friderici 

ib. I. cap. 37. ed, 1515. FoL p- XIII: M ut plurimu ex Ju- 
dacia liac tumultuüsa aeditione necatis aiulti aub principia Ro- 
mauorum alaa tuitionls causa confugerent. u $Be6&a1& 9Ran(be 
ben 3fub«nfd)U| auf Sfriebn^ sutuctseleitef baben mögen. 



JUDEN (GESCHICHTE) 



83 



JUDEN (GESCHICHTE) 












barflelfen, mld&e biefer ebtti traft feines »on ben Sfomcrn 
ererbten faiferlitfcen EmteS auftfibt, obfcfcon er aB <S^rtfl 
ba$ Subentbum ebenfo wenig billigt , al£ jeber Xnbere. 
2?er ffriebe, ber ben Suben gewahrt tuitb, tfl oon 83e& 
paftanuS bet bem SofepbuS gemdbrt rcorben, au£ 3>anf= 
barfeit bafür, baf er feinen ©obn SftuS oon ber ©ic&t 
bellte w ). Sofepbuä war im STOittelaiter einer ber be= 
fanntefien unb gelefenften Autoren, ber SReprdfentant beS 
iubifdjen 2Befen$ im Xltertbume. Sttan beantwortete bic 
grage, warum biefet 58e3paftanu# bie Suben gefdjöfct fyabt, 
im ©djrcabenfpiegel w ) no$ roeitlduftger: „2Ba£ fo ®e= 
nabenS unb 9?ec$ten$ fyabent, baß erwarb Sofepfcuä um 
ben Äönig Sbttum" u. f. w, 2Bte aber 3nnocentiu3 ben 
3uben wrffeUt, ba| fte MoO „bie ®nabe ber Gbriften 
aufgenommen/' qnos propria culpa submisit perpe* 
tuae servituti, quam Dominum cruc ifixerint — pietas 
Christiana reeeptet r* snstiueat cohabitationem illo- 
ram, obgtetdj felbfl bte ©arajenen fte f#on ÄfterS ver- 
trieben f)aben, fo muffen auefc bem Äaifer gegenüber bie; 
jenigen, qai in sola protectione nostrae lenitatis re- 
spirant"), bie nur burdj biefen ©djufe leben m6gen, 
obne iJm untergeben möfjten, gewiffe 9>flid?ten anerfennen, 
bte fte bem Äaifer fdjuCben"): „DoS befdjab bo 3eru= 
falem genwnnen warb, bo emeret fo 3<>fep&uS, wa^ ir 
bannad) lebet, 35er Suben waren befefl*en in Serufafem 
3 fhinb 80,000, ba ftarb ein tepl £)ungerS, ber anbere 
Sepl warb gefd)fagen, ben britten Set?! enteret 3ofrpbu& 
2>o$ fort man biefelben fet>l unb gab ir roof bre^fftg 
umb einen 9>fenntß, Dtefetben gab ber Äfinig SbituS ju 
rogen in be$ £6nig§ Äammer unb bason fällent fr) noeb 
be$ Äek&eS ÄnedJK fein unb er fofl ftp aud? beginnen." 
Die Beifügungen ber Äreujjüge unb bie SJerjüngung be$ 
romifefcen {Rechtes veranlagten bie 2faft$t, baf bie Suben 
nur burdj ben ©djufe be6 ÄatfaS leben fönnen, unb bie? 
fer aQein übet ibr Ceben ju fagen babe, weil bic offctit^ 
tiefte SWeinung fte niefct metyr fcbfi|e, fein JRecfct mehr, 
fonbern nur ©nabe für fte oorbanben fet. Xu3 biefer 
Änfcbauung^weife, auS ber ganzen ©reHung, welche ibnen 
bte 8Jotf£routb in ben Äreu|jügeti gegeben unb bie man 
naeft SBefannf roerbung mit r&mifc&en 9Je$ten bureb 3urft(fs 
tragnng auf biefelben al§ eine alt - ftiftorifc^e bctligte, 
fbenfo gut rote man bie fthtyftfötit Mec^t^trabitionen ju 
Äarf unb ßtto jurücf trug 54 ) t unb au$ ben ßonfequenjen 



99) ^cntfmfptegft 3, ömb Xrt. 7. ed. fAtdovici. chatte 
IT30.) e. 401. 61» cap. 34Ö. §. 4, ed. König von Kömgs- 

ihn! im Corpti* juriB G«rman, r. Senkmherg tl, 4T2.; cf. §. 7, 
„Da gab den Juden danach Vespasmntia aber besser tÜkt 
0aa erwarb in aber Joscphaa, do er machet seinen 8tin Thi- 
tum gesandt von eiaem grossen gewicht.** "2. p, 414, 61) 

€5cferdt»en eon 3nnoccn* HI. 1^)5 nadj Jranfreftb ü aufgmommen in 
Greg* \\, DecretnL tm Corpus jur Canon. Üb. V. Tit. VI. 13, 

$k SBotti Jrfrt>ricV6 ü + fn fitntm SBrtrfc bä Pttrti* de 
Vinris Vk VI. cap. H, ed. Baiil. p. 797. 63) ©i^TOaoeit* 

fpfegtt £ap. 34Ü. §. 4 # 64) @o ift eö ju terfle^n^ rornn bet 

®tefföt0r brt ©a^fmfpfe^etö bfefes ba« ^riöflcgfum Äarr« brß 
•teilen unb anbrrc 3ufa^e bie Dtto be« <3ro%tn nttrnt. 3)amit 
ftfmiflt ber yrotog bt$ ©aebfenfpiegetö filbft überefn^ ber auf Q£cn* 
ftantfa nnb Jtarl ftlbft %tirucfgcbt, ©t> wfrb brr ^ufümmirnbanö 
beam^er, aU man bei ata^^orn §. 279 (II. p t 289. 290) lieft 




ber fanonifc^cn ©afeung, natb wtlfyt ber 3ube ein 
inferior be$ 6^)rif!en ifi, welkem ©tanbe awfy Jefeterer 
angelte, unb ju erotger Änedjtfc^aff uerbammt tff, n?eil 
er ben ^etfanb get&btet, bte bie Äreusjfige na<^ f?$ gegen, 
inbem fle, wa§ bie ®eiftlid?feit erjlrebt, auf ba§ |)arteffe 
in bfe SBtrflit^feit bemanbelten, ndmlicfc ba§ ganje jft= 
biftfte S3ütf in eine ewig bcbro&te, nur bureft ben tbealen 
Stimmer faifertidben 9lamen5 befc(fattete Stellung festen, 
ging ber 9?ame ber Äammerf neckte berö&r, ben bic 
3u\>tn getragen fcaben, ber tbre 9>flidbten gegen ben Äau 
fer bejcicbnet unb i&re SBerb^tniffe ju allen Jütllen beS 
^rifllixten ©uropa^ nd^er be|?tmmt bat. £)a£ war t$ t 
vo?$f)a\b ber ©influf? ber Äfeu^jöge aU M$ auf bie legten 
3öJ?tc gcltenb bargefleUf wirb, biefe ^ojrticn, in bet 
bie 3uben bem Äaifer gegenüber georbnet, nidjt nadi bem 
SJfaf (labe be$ fflec^tß, fonbern bem ber ©nabe, nicit naeft 
bem eine$ geroiffen UbereinfommenS, fonbern nur nae$ 
ber SBtüfur beö $mfäa$, ber eben, ba fte immer bem 
Sobe ge»eil;t finb, n>ie er mit, befi^fn, e»frfcbonett ober 
befreitem barf. 2ftle anberrn (Srftdrungen über bie @nt- 
fle^ung ber Äammerfnec&tfcbaft ftnb bem Seifte teutfe^er 
®efctic^t^ * unb Stecbteentmirfelung entgegen *■). SBobur(ft 
bie Suben grabe im Saufe be^ 12. 3öbrbunbertö ju bem 
Stiel unb bem SSerbaltniffc ber Äammerfnecbte gefommen, 
tjabtn auö) bte neuern SSt arbetter teutf«fter Staats = unb 
Stecbt^qefcbic^te unbeachtet unb unerftdrt gelaffen, Unb 
botb gibt eS fem prdgnantereS 3ei(feen ber Umgeftaltung 
ber flaat^rednlicben 2Cnfc^auung non fatferfieber ^>o^eit* 
SBeKdM auc^ baS frühere S3erbdltnt| be^ görjlen &u ben 
Suben im nationalen tfeben germantWer SBölfer gemefen 
fei, wie natürlich ber gürfi ber 3Je^rdfentant be§ SBolF^s 
tebenS gegen bie ©c^uggenolTen bflbe fein muffen, im 
Äarolingifd&ett Steige, roo ^um erffen SJfafe ber ©ebanfe 
einer alle Slationalifdten uberragenben unb einfließen* 
ben ^errfc^aft auftritt unb jroar in aller ber XÖges 
metnbeit, ruel*^ tue ß^riflentljum ju geben friert, tft 
urfunblidb fein änbereS fflerbdltnif t?on gürft unb Suben 
auägefprodjcn, a[§ baö, weites jmrfcben tt)m unb bem 
Äaufmann iiberbaupt flattbatte. Der 3olI unb He Ab- 
gabe be§ Kaufmann* b^ben im Äarolingifcben ©efegbuc^e 
eine bebeutmbe ©teile; fte 0nb em Jbaupttegal be$ fäüu 
flen eben bet lllgemeinbett wegen, mit ber auef) fte allen 
t>eTf<$iebenen SBalfStbömlic&feiten be8 9?eicbe9 angeboten. 
2Denn ba& eben liegt bem ©ebanfen aOer JBegalien ju 



65) 3)cm jtanjler Den Cubemig (ßrldutcrun^ bet gülbcnen 
IBuac L 6. 853 fg.) wav baran $t{t$tn t ben 3ubcnfäu$ f^on 
üon je^et bd htn SRci^öfuiffen, unb ntrfjt brf btn Jtaifern fein ju 
raffen. Q6 ffl baß f^cn »on JJiFdjer (I>c /urlsdlct. Jadaeoruui 
p. 53) unb felbfl den Dobm (Über bte &Grgertf<i>e JJrtbefftrung 
bexr 3uoen. I. ©. 63 ft.) nubrrlrgt »orben. 2tucb Soft (@tf(bi«bte 
ber 3*rae(ften 7, 181. JCnbanQ ©. 4<)8) %üt bie antMung bet 
J?ammettnerf)trd)aft unb ibr mabte^ ^Bcfcn niebt erfannr, n?ie be= 
reit* Jtodj (©Fe 3uben im pretifiifdjcn Staate €f. 61) nigte. 
#ilt[martn , $ ^rfTdruitg (Urfpmrift ber SReöaifen @. 51; Urs 
fpiung ber <3tdnbe. 1830. ®. 627), baf ber Kufent&att bet 3uben 
auf ben S>fatytn beä ^>anbet^ m%tn baiu befgerragen ^>abe, mar 
eitifeftig, unb |mar be?6alb, me« alletbingö ba* ^runbpet&dttnif 
bet 3ubrtt tum Jtaffer bur<b ba« bed ^anbetö^Uea, eint* alten tftt- 
%altt, gebtlbet war. 

11* 



JUDEN (GESCHICHTE) 



_ 84 — JUDEN (GESCHICHTE) 



©runbe, bafj fie ofenc alle« befonberö $SolUt$&mli$t bem 
ganjen Steige 3uge^örigc^ fein muffen. Der ©d>u(j unb 
bie ©idjertjeit be§ ÄaufmannS mufjtc alfo bem Äarolim 
giften Surften feftr am $erjen liegen. Bie Suben roa* 
ren jur 3eit ber Äarolinger niefct bio$ Äaufteute; trenn 
baber üon itjnen nur in ben ©efefeen bann bie Siebe ift, 
fobalb oon Aaufleuten überhaupt gefprod)en wirb, fo ift 
an^unebmen, bafj iforer eben nur in biefer 33ejiel?ung <&n 
roafcnung fleföieljt. %[$ Äaufleute nimmt fte ber «Raifer 
in feinen @4ug auf, al3 folc^e bienen fic feiner Gbatulle. 
3)ie ßapitularien ÄarfS btö ©regen tauten bie Suben 
nur al£ Äaufleute. 33on ber disriplina feiner $)falä 
banbelt bie Urfunbe, worin bem Hrnalb aufgegeben rcirb, 
per mansiemes omuiuiti negotintoruni sive in mer- 
cato sive aliubi negotientur tarn christianorum quam 
Judueonim **) ; er benufcte fie a!6 füllte unb ali fofefce 
fcftnhift er fie nitftt wegen ber Jttrdje, nur bie Äirdje 
gegen fie ein. 3n einer UtFunbe 2ubn?i$ be$ grommen, 
bie ben Jfcufleuten be$ ffiei$e£ gegeben tß, beifjt t$ b1 ): 
„Proinde — — deceraimus atque jubeiniis, ut ne- 
que vos iieqiic juniores seu soccessores vestri 

— — memoratos fidel« iiostros ällos inquietare — 

— vel de rebus iltorum contra justitiani a liquid 
abs trahere aut minuere — — praesumatis, ted 
liceat ei* ticut Judaeis parlibus palatii nostri 
ßdeliter deservire et vehicula infra regna Christo 

propitio nostra pro nostrix suoruinque utilitatibus 
iiegotiaiidi gratia äußere volueriDt, liceiitiam ha- 
beant." 25iefe muStjerftanbene Äußerung maebt aber ba& 
SJerbdltnij? üwifefeen bem Äaifer unb bem Jtaufmamrffianbt 
beuüid). iberfelbe bat ficft bloä bei ii)m abjuftnben; in 
feinem unb ibrem SRu&cn mögen fie burc&S ganje föeid? 
banbeln unb feiner anbern Steuer ft'nö fte wie bie Suben 
unterworfen, 2)aß bieS ber ©inn fei, gefyt au$ anbern 
Urfunbcn ber&or, in benen nidjt oan allen, fonbern bloS 
üon böJibeltreibenben 3uten bie Webe tft. Notum sit, 
tyeijjt e$ $um 2(jeii mit benfelben Starten in einer ' >s ) fatdjen, 
quo istos Hebraeos Domatum Rabbi et Samuelem 
nepotem ejus sub nostra defenrione suseepimus ac 
retJijeuius. Quapropter per pra es entern auetorita- 
tera nostram decerniimis atque juhemus, ut neque 
vos neque juniores seu successores vestri memo- 
ratos Hebraeos de uullis quibuslibet illieitis oeca- 
siuuibus inquirere aut calumniaui generare praesu- 
niatis nee de rebus eorum propriis. unde praesente 
tempore legaliter vestiti esse videntur, aliquid abs- 
trahiere aut minuere ullo unquam tempore praesu- 
matis, sed ueque teloneum aut paravereda aut 
mansionaticum aut pulveraticum aut cespitaticum 
aut ripatieuni aut portaticura aut pontatieuni aut 
tranatieum aut coenaüeum a praedietis Hebraeis 

exigere praesumatis, Et hoc vobis not um 

esse volumus, ut jam, quia suprascriptos Hebraeos 
sul» mundeburdo et dejemtone nostra suseepimus/* 

66) ^apfnilanrit ton 84)9 tti Perlt I. p. Ö09. 67) Bäu- 
met , Recueil de« tuitor. de« Gaulei 11. p. 649. 68) Honqwt 
i t 649. 650. 



25a^ 83erl)altni(S ber 3uben ium Äaifer tft alfo bem ber 
£aufleute ganj analog, b. b* fte finb gegen bie Sntricb- 
tung ber Abgabe an ba§ ?)alatium aller befonbern 3iBc 
auf Ü)ren Steifen überboten wnb jleben unter befonberm 
faiferlicften ©c&ufee. Slocft i(t bie Urfunbe uorbanben, 
n?eld}e Submig ben 3 üben in üpon gegeben *') unb über 
welche fid? Stgobarb 70 ) befc^wert; in ibr tautet ber Anfang 
gfeitbfaüö fo unb fliegt bann: M sed liceat eis sab 
mundeburdo et defensione nostra quiete vivere et 
partibm palatii nastri detervire." 2)tefelbcn 2Borte 
fielen in einer Urfunbe an Suben in ©arapoffa 71 ). 6$ 
fann alfo Fein 3n?eifef obnuatten, ba| \)\tt deservire 
ntc^jt mit servi camerae im 3ufatnmenbange fter>e, fon- 
bern üon ber befonberen Verpflichtung ber Äaufleute an 
bie v Pfalj gegen faiferlidjen <2cbu^ unb fatferüc^e greibeit 
bie JRebe i(f, 

(5ö i(l natürlidb baffelbe 5Berl;aftni§, tpenn fein ©obti 
^(otbartuö 71 ) 832 neue 3ötle Don ©c&iffm unb SBaaren 
einzuführen »erbietet unb barin and} bie Suben einbiegt 
-,qui si negotiandi causa substautiant suam de una 
domo sua ad aliarn aut ad palatium aut in exer- 
cifuni dueunt." (Srfi Äart ber Äal)le fteUt f*on 877 n ) f 
öom c^rifiltcben ®efe^e geleitet, fe(t, \>a$ jubifäe Äauf^ 
leute ben 3et?nten, <$#lic(je ben Stiften an ibn bejahen, 
aber bie Angabe de cappis et aliis ne^otiatoribus 
bemabrt immer nodj baS aUgemeine 33ert?iiltriig- 9tur 
t>on ber Steuer ber Suben als Äaufieute fann bie Siebe 
fein, wenn ein 3abrbtmbert fpdter mit bem Siegale be§ 
4)ecrbannö &Mo ber ©rege t>on ne vei Judaei vel 
caeteri ibi manentes negotiatores 74 J fpfic^t, n?enn in 
berfeiben Serbinbung Dtto IL in feiner Urfunbe üon 979 
negotiatoribus sive Judaeis 7 *) lief, wenn, tuabrfc&em* 
Ü0 einem Diplom enttebnt, Sbtetmar 76 ) mittbeilt: „In- 
wrpor (Res Henrietis IL) Wigberto AtitiMiti merca- 
tores et Judaeos Apellas a Gisilero primitus ac- 
quisitos ac dio commutatos reddidit/* 

2>ie großen 23en>epngen im teutfe^en Sfeicbe, bie 
nacb bem 2obe ^einrt^ III. eintraten, unb im Äampfe 
be6 teutf^en Äatferö mit ber $ierard)ie notfjroenbig ben 
ganzen @taat^compIer aufregten, waren audj mn unenb- 
Liebem (Sinflug auf bie (Staatsgewalt fetbfl. £)ie iSnt- 
flebung einer bur$ bie ^ierarcöie gepüfeten Jürllenmacftt 

m) Bouquei 6, ö5t). ü51. 70) De intoL Judaearum 

l, 61. r , Qiios Indicutü», licet ea aacro nomine vestro recitaren- 
tur et veatro annulo esaent signati, nuUatenua Urnen credidiiuus 
ex judicio vesiro prodiaae." 71} Bouquct 6» 65 1 # 3n einet 

onbern, n>tc H fdjeintj niebt für einen 3ubeu auögcfleUtcn Urfunbe 
faQi er atld): t ,et quiclo ordine vivere abgriue cujuslibet T licut 
ipsi Judaei, injuata contranetatcJ* L L Tl) Capitular. §.1^. 
ap- Pertz l, MX cf. §, 23. p, 36 J. 73) Capitular. ap. Ptrtz 
l, 540. Cappi (üon capua, ilapoun) brjcid?net SJerfc^nittcne cttt 
S3cfd)ntttene/ rote nac^ ©i^monbi fcfccn 3)u @ange btmttttt, 
Not. ad Nkephor. Brtjetm. ed. Bonn. p. 232. Da^er erftdrt ftd) 
au4 bee bearnfdjc 3ubenname (Fapot; anbtrer ?Kctnunö t(t ?Körca* 
btn nur S5atu|e eifirt (Capp. k 2. p, 1786). S3et $er^ tft e^ mit 
oben erfldrf. 74) 3ty* bem %af)u %5. VIL !d. JuL bei 8en* 
jamfn 8eu6er, 6dd)frfc^e Sttipti unb 9licbctlage. (SBubifftn 1658.) 
£■. 1 11*1 . 75) Satjittfirä hktoria Ducatua Ata^dcburgenaU 

in SBoijfin 1 « ^Horif4em aBagoiia L ©. 180. 76) ap. Pertz 
5. p. SW. 



JUDEN (GESCHICHTE) — 85 

tmb bie Xroft einer m berfelben begrßnbetm öffentlichen 

SReinung matten eine wirf liebe SRonarcbie, wie fte bie 

Xarolingifcbe 3eit wollte, unm6glicb, trofc ben 2Cn* 

ffrengungen eine« griebrieb SSarbaroffa. 25ie Siegalten 

be* Äatfert mußten unter foleben S$erb4ltni|Ten leiben; 

3oa unb SRönjregal warm nur noeb in ber 3bee unb 

in ben eigentlichen Steic&Manben fein eigen; aueb bie 

Stellung ber 3uben, bie fi<$ fo febr beut SSolfe gegen* 

ober oerdnbert b<*tte, mußte bem itaifer gegenüber eine 

onbere geworben fein, jDiefelbe Straft ber öffentlichen 

SReinuna, burefc »elebe ber Äaifer bem 9>apji gegenüber 

fein ©ptel oerloren, ^atte ba* fodale fceben ber Suben 

untergraben, bie Verfolgungen beä 12. unb 13. 3abr* 

bunbert* berbeigef&btt unb ber ganjen Srijlenj ber 3uben 

in bem teutföen JReicbe eine anbere gärbung gegeben. 

(SS föien allerbingS, baß obne ben ©e&ufc ber boebffen 

Gewalten be$ ©taate*, ben $apfl unb ben Äaifer, bie 

Suben ein jDpfer ber aufgegabelten SJolfSroutb werben 

müßten; inbem aber bie geijilu&e SRacbt biefen ©ebufc 

al* eine @nabe barftellte, bie im ©inne be$ GbrifJentbumä 

ausgeübt werbe unb bie fiJeanabtgten im fociaten Seben 

ate bie äneeftte ber Äreujeötrager barjleDt, um jeben (Sin* 

fluß jfibiföer ©ebanfen ju oerbinbern (ut inimici crucis 

cruciöxoribus deserviant), mußte ber Aaifer, wenn er 

au6 biefer niefct jurücfjuweifenben 2fnf#auung für fein 

Stegale nieftt ©ebaben erleiben wollte, feinem Xnfeben 

nun nic&t blöd fircblic&e, fonbern aueb fcifhmfc&e SBeibe 

geben. 2)er Sbdtigteit ber Fanoniföen ©ammlungen 

gegenüber war bie ber 2lbfaffung teutföer Äaiferre^te 

jur felben $etf in Seutfcblanb angeregt worben. ©em 

oon 3nnocen) HI. am entfebiebenffen auögebrücften tnfe* 

rioren Serbdttniß ber Suben jum ßbnjien tritt ber ©a<fc 

fenfpiegel febon mit ber 2tnjt<$t entgegen, baß Situs bie 

Suben in be* JtaiferS Kammer gegeben babe, unb grieb* 

rieb U. iß ber Crjie, ber ben tarnen servi camerae 

gebraust 77 ). (Sr Dereinigt bie weltliche unb geijllicbe 

83etra$tung6n»eife, wenn er fagt: „SBenn au$ bie ©nabe 

unfern SBobltbätigfeit aütn ©etreuen, welcbe unfer 9tei$ 

beberrfebt, gemeinfebaftlicb fein muß, umfaffen wir bo$ 

jene mit gndbigerer ^erablaffung, bie bie Sage eine* 

niebriaeren (SefefeeS bebrängt unb bie nur in ber SRilbe 

unfer« ©eftufee* atbmen. 2)urc$ gegenwärtige* $riwle; 

gium alfo mag ©egenwart unb 3urunft anerrennen, baß 

wir mit 8tt<fjic$t auf bie |>ilflofigfeit ber jübifc^en 

fJlation unb barauf, baß alle unb ieglicbe 3uben überall 

in ben unferen ©erec&tfamen unterworfenen Sdnbem bur# 

baS Borrecbt be$ cbrtfUic&en ©efefce« unb S?eis 

c&e«, burtfc welche* wir &crrf$en unb leben, bef onbere 

Snecftte unferer Äammer finb, auf bie 

Sitten bei GL unb ID., unferer Jtnecbte, — fte in unfern 
unb ben befonbern ©<bufc beS SWcbeS nebmen." (Sr 
muß fZc bereinigen, wenn er eben alt bem Steige unter* 
worfen bie Suben oon ben Sleie&öjidnben anerfannt baben 
will. Sie oerfgiebenen ©cbtcffale ber 3uben in ben oer* 
ftyiebenen Keicfclanben bitten bie golge gebabt, baß obne 

77) 3n bem rieft enotynten »riefe bd yetrui be Bineil 
lib. VI. cap. 12. 



— JUDEN (GESCHICHTE) 

jenen begrünbeten %nfpru$ be« ÄaiferS bie oerfötebenen 
9teicb6berren ton bem nun in ben ©tunben ber ©efabr 
eintrdglidb geworbenen Subenfefcufc ©ebraueb aemaeftt b&* 
ten; wenn aber, wie griebriefc DL ftcb auöbrucft; „cum 
imperialis auetoritas a priscis temporibus ad per- 
petuam Judaici sceleris ultionem eisdem Judaeis 
induxerit perpetuam servitutem " 78 ) , unb wie bet 
©cbwabenfpiegel ben immer mebr $(ag gewinnenben unb 
al$ gemeine« faiferlic&e« Stecht geltenben romifc^en öober 7 Ö 
weiter au«fübrt, ber Äaifer eben burc^ feine ©tedungaläfolcbft * 
alleinige unheilbare ©ewalt an ben Suben bat, wenn für 
ibn bie ©nabe be« ©c&ufte« ein allein juflebenbe« Stecbt 
ift, eben weil er ber Äaifer ifl, nieftt blo« al« ©cbirms 
ooigt ber $riftlicben Äircbe, fonbern al« 6rbe be« SKtu« 
unb feiner Äammer, fo war fein 3weifel an ben An» 
fprüc^en ju begen, bie an ba« ganje 2>afein % unb £aben 
ber Suben oon ben Äaifern gemaebt warb, ©c^on früber 
fonnten bie Äaifer bie Suben al« ein Stegal ber Äaufs 
mann«fleuer oerfebenfen; |)einricb IV. ; ber befanntlidb 
noeb Ä«f ba« 3ollrec^t be« Äaifettbum« 80 ) für gang 
Seutfcblanb Xnfprucb maebt, gewdbrt ben Suben t>on 
©peier äottfreibeit bureb ganj fceutfcblanb 8I ). ö« wer? 
ben aber anbere Abgaben mtbt ober nur mit unbejtimnts 
ten Slamen erwdbnt unb aueb niebt fo, baß man ibnen 
mit ©ewißbett mebr al« eine locale JBebeutung beilegen 
bürfte. (Sine Utfunbe ^einrieb'« VI. 81 ) erwdbnt jwar 
noeb „servitia, census, contributiones , responsio- 
nes, legia, gabella et omne aliud juris sive ser- 
vitii, quod uobis vel praedecessoribus nostris et 
haeredibus respondere," aber biefe allgemeinen öe« 
jeic^nungen ade rönnen nur für bie italienifcben Seft^uns 
aen gültig angefeben werben. (Sine italienifc^e Urfunbe 
iji e« ebenfalls, in ber griebri* II. 89 ) oon Abgaben ber 
Suben au« einer „tinetoria et omnibus aliis rationi- 
bus, sicut hactenus consueverunt, Camerariis nostris 
debeant perpetuo respondere" fptid&t. ©elbjl fÖU 
to IV. 84 ) erwdbnt noeb petitiones. SBie aueb au« fi5efc 
fpielen erftcbtlicb wirb, iji alfo eine wtrtlkbe frübere SBer^ 
pfliebtung ber Suben an ben Äaifer außer ber .Kaufmann«* 
ffcuer ebenfo wenig anjunebmen, al« bie Äaifer fpdter ben 
©ebanfen ibre« ©eftufte« unb ben ibrer Xnfprü^e immer 
baben oerwirflieben fönnen. 25a« gewaltfame JBenebmen, 
bie wütbenbe SRorbfucbt, ben bie ©tdbte unb Sanbe gegen 

78) SBei Lamhecuu, Biblioth. Caesar. Hb. 1. cap. 5. p. 8. 
79) Eichhorn §. 269. 2. p. 244. 80) Hern §. 296. 2. p. 415. 
81) Würdtwein 1. 1. „habeant etiam liberam facultatem rm 
•uaa cum quibuilibet hominibos juato concambio commutara et 
intra ambitum regni nostri libere et paeifice discurrere, nego- 
tium et mereimonium suum exercere, emere et Tendere, et 
nuUua ab eis Telonium exfgat Tel aliquam exaetiooem publi- 
cum vel privatam repetat." 82) Ughelli, Julia aacra 10,298 
auö 1195 «i Bari 3. Non. April, gegeben. 83) UgheW, Italia 
sacra 9, 208. 209 im 3»drj 1212 für bie Caritas Cusentina |u 
SÄeffma gegeben. Sit Abgaben au* gdrberetcn fommen no<b 6ftet<, 
aueb bd qrifUicben Seft^ern, oor. 84) (Sr gebietet, baf bie 

Suben in SRainj „eaparte imperii cujuslibet petitionis exper- 
tes" fein follen, oom 20.9too. Ia09. gürft, Urfunben ber 3uben 
0. 16. SDocb tft petitio a^u vobttlid) oon 3affe* mit ©ittfteoer 
überfett. 



JtTOBlf (GESCHICHTE) — 66 — 



JUDEN (GESOHlÜtfTtt) 



bie Suben Büfetten, war ba$ Sttti», baft ffe bw 9tu$img 
ober wenigftot* bcren Xnfprucb an bie Äaifer oerloren. 
jJDaburcb, baß bie Ctdnbe ba* Dafefn bet Suben bur<t 
tbren #öf$ in Jhrage festen, ntuften bie Äiifer i^re Reitet 
fdn unb ber Ginn ber SBorte, baß ffe ft<b unter ben 
Cföufe bei Äaifer* begeben b«ben, tote £>tt* fagte, ift 
Arn ber, baß bie Suben, aW ffe oon ben 9tet$*lanbeir, 
in beren Stebiet fte bis babtn al* ©cbuftgenoffenftbaft an* 
grfeffeti waren, atögeftyieben itnb oerftyeucbt waren, hi ein 
ndtyere* SBer^Uttriß gm» JWfer treten mufltfn, ber tyr 
Sieber fein wollte. 3nbe*t bet Jtaifer nun ber aBemiae 
|>err unb Sefgfifeer wart, |atte er ein aSeinigc* Kedjt 
baran, unb weit et biefr« warb, fo beanftmidte er, 
wo* eben buro$ Krcb*be0 unb $ßtrif$c* Ste^t legitimirt 
war, ootlfMnbigeS S?ed^t an ibr £ab unb @nt. XM* 
ftlbe Unwoajtbtetijj ber Dinge alfo, bie #erar<$ie unb 
We Jbeu#g«, bte bem Äatfer footel oon feiner eigettf* 
Ifcften SRacftt geraubt Ratten, gelösten tbm in Setreff 
ber Suben eine neue reiche fi»falff<be 9tu&ang; wäbrenb, 
»ad befoeibert na<b ben $o(enßaufen ber $aK i(l, immer 
meftr bie wirflkbe $obeit eine* adetnberrföenben Aaiferf 
erblaßt, ergebt fufr im ©ebanfen ber Subenanfpcficbe ber 
fatferlicbe Xbter ftbfifcenfc mity raubenb über alle (Sebiett 
bed «ei^eö, unb nicftt feiten fcbtyfte bte fonft jiemläb 
bestrittene unb verarmte #obeit mit Äarolingifc&er ©elbfl* 
berrfcbaft auf tetn gefällten Seutet feiner Aaramerfttecbte 
neuen SRutb. X>re Xnfprücbe oermebrten jub, je mebt 
fftb bie fonftigcn ^ilfßqueflen oerminberten. ©a im 
14. 3abrbunbert, gewiß bem traurigjlen be$ ganjen ÜJKt« 
teWtert, bie (Selblofffifeft eine wabre (Epibemie ber ten** 
ftyen itaifer war, fein SJÜttel xu fliegt unb ju gemein 
ebbten, bie erf<b*tfte Söffe gu fftUen, unb ju gleicher 3eit 
nocft ber 9*nati*mu6 unb ber felutburfi m<bt minber wie 
ber fcfewarjt 2ob in ben franfen Xfopern ber 3eit wfi* 
treten, fo war bie 5tatntnerfftec$tf<baft bamalö einer neuen 
Anlegung tbeilboftig geworben unb b«tte bur<b ben 
ffiunfd), bie oon bem SBerm&ge* ber armen »erfolgten 
nt jiebenbe 9hifeitng ju oergrißem, einen fcftirfern iuris 
jtwen Snbalt befommen. feie ®nabe, weWbe man ben 
Suben erroied im 3ubenfcbu|e, bejlanb eben bartn, baf 
man. fte leben ließ; folglich geborte i$r feben mit aBen 
trimt (B&tem ben nBefdb&fcern, unb ff anb tt biefm fonac^ 
frei^ mit ibrem Reib unb (Bitte nad> SStOHir ja fcbalten f 
alfo ju oerlanaen fooiel fte brausten unb &ber bie So? 
berungen ber Suben an bie Oldubiger nacb belieben ju 
ber^gen M >. Subwig ber Saier, fonft fftr einen Sreunb 

85) JBfa febr tiefe Än«btf<bafk mftoerltonbcn warb, ffe$t man am. 
beftcir astf ber Äferung bee gelebrten Sattler (8b. % 0. 203): 
„$fr fem um bieft 3eit efti Unglucf na6) bem anbem Aber ffe. 
die ftoetten mit etmat, moburcb ffe mit Cefb unb <3nt j^on iCap« 
Irr 8ttb»igen oerffeten. 11 ©enn Soft barftber nttjfr ßa% im Jtta« 
rtn »ar# fo b^oen bie fBerfaffitr ber 6<brfft: Die Suben itr Offert 
rtfcty bae Äerbaltnif beim btf!cn miUm unb gtetfie fldnjlfcb mi«* 
oerfhmben. JWe 9tote ©tbort' 6 (OeWi(ftte ber 3aben in ©ao^fen 
C 33) gegen Soft ift gan| im&crfünbh'dj. 3ntcrc1fant, aber fttit 
Üäf materielT »nötiger, btr 5ritvei(rdftmp tnegen/ ift etee Jttag« 
f^tfft ber Suben an ben aaltet ?copciu Gcmcfcn, *** von ben So* 
ben Im 9temen Wblonqcbörig« ^interfaffen gebraust 
bäte, ör entfa>ulbigt ffa)/ „baf bte Suben ju Jranffurt oon «nr 



ber Suben gebaften, fagt im Safte 1343 *): „CBem 
und bte ebgenannt Suben al« anber Suben mit k fH 
unb mit ir gut jugeb*rent unb unfer unb bei rkj* ffnt. 
ttnb mögen mit ir Mb unb mit ir gut tun banbeln waH 
f#affen wo» wir wellen unb wie und gut Mu$t" Cbeü^ 
ft> fagt Äarl IV.: „unb aß autb Suben mit Mb mit 
mit ®ut in unfer fammern geboren unb in unfern ges 
matt unb b^nben fein, ba) wir oon unfer mecjtfUJfft 
bamit tun unb lauen mögen waö wir weBen." &U 
ttrfunbm SSSenjeW unb SigBmunb'« mtf^en oon bei 
Xutbrudlweife öfter ffiebraueb, unb fc^on mannii^fa^ 
dttrt ift bie ttrfunbe, bie nn XuftvaM bef Jtaiferg fftr 
ba« teutf^e Sei* no<b Xtbre*t «%i0 1409 erM0t: 
„Senn fb ein veber 8t6mifcber Äomng rter JCa^fer ge» 
feint wirbet, mag er ben Suben aQenfb*lben 3m 8tt4 



afe 3r gut nemen, bann ir leben unb ffe tfeten bt< 
auf ein anjat, bet lujel fAn foO 87 )/ ju einer gebadbtmrt 
m enthalten/' <« waren biefe S3erbaimiffe jebec^ niebt 



trnmer fa fftrcbtfrlidj, M bie Sorte lauten; ffe btenten 
auf ber einen ©eite, bie Suben }u fdbterfen, wnS im 14k 
unb 15. Sabtbtniberte eben nhbt fdjwer ju.errrtcben w«r, 
unb traten auf ber anbem ben je|t auftaiugenben Änfprficben 
ber ©tinbe entgegen, bie niAt immer bie (hpreffungen 
beö itaifer^ bulben wollten. 9rar bann, werni man nene 
gewaltfame eingriffe in ba* Cigentbwnöwbt ber Suben 
tyat, ibre ©cbulben ju erf äffen, neue Steuern ffnjn^ 
fobern, baö ®ut Seflficbteter m ) ober ®et6btetet M > in 
Xnfyrufb ju nebmen, trat man mit ibnen auf. 

©ie allgemeinen ©nrabgfrac beg Cteuerf^ffentf, web 
äfeS in ber Seit biefer Äammerfnecbtfcbaft jur Änwenbung 
fam, ftnb folgenbe. ©ie QkeOung, wel^e in ber regt* 

benfli<ben 3a$ren unb bif auf biefe ©tunb uon feiner 9eftetgeiu 
fa^aft »iffen, fonbem frei, unge^iftbert, wenn unb »o^in H ifnen 
bvftetrt, oon bannen §o jieben" v. f. w. (SÄefeff Sentffte* «tad»l* 
tetbt 4. e. 85.) Sie Jtnecfttfcfcalt mar eine ibeale 9ortMl, bem 
|iir deft bie Äaifer fi* §o ijrem 9ti^te bebiente» unb bte bann aWm 
SBcrtb oerloren (at. 

86) IDiefe unb bie fommenben 7ctedt!uxr> Jfntr airr Gpt tf 9 
ICr^ioifcfte SWwnarbeiten unb 9tabri*ten. (*aae 17W t ) L G. IlSfe 
87> gür bae Xiter bfefrt 2tnfa>nHing bemeifen bie »orte «m ®ta» 
ber fllobulpjtt* (Chronicon af. BemquH Ecmd& de« hloi. am 
Gaules 10. p. 34): „Et quoniam oportet, quamvi» ad iUoram 
eonfuf ionem, ut ex ilhs aiiqui in futurum superaiat reT md coa- 
firmandum proprium nefai seu ad fMdmumunr ittngttlni» fbat 
Christi, iddreo rera credimua CarisÜanoruai aidmoeilacam aV* 
▼iaa dlspenaaate Providentia In eis ad tenuxnr narosu ms m u * 
88> 9M»Vf oon «abaanrg febwibt am ft. )aVc 1386 a» We 0taM 
fOtain): „Cum uiuVersi et singuli Judaei utpote Camerae aostrae 
seiri cum personis et rebus suis omoibus speciafiCer nobis 
attmeant ut illis prindpibus , qnibus fidem Judaei a noMs et 
imperio iw feodum twnt eoacestl, condignus* et jasttt» enO et 
mtan eonsonum radoni, ut si sin tu Judaaoranv kujosatadl 
facti profegi sine nestra ut Dominl sui saedall lieead» et 
consensu se okra mare transtulerint .... de illorum possessio» 
nibus, rebus et bonis omiübus tarn mobitibua quam immoblB- 
bu», ubieunque ea reperiri contingH, nos ut Domfni qtiibal 
attfaeat lidto iHrsmittere dabaamus an aa no» immertt^ noatnui 
aetnmorar poSestoti.- OL SoftmaV. cod. diaseaaatftsu*, (MafanMaw 
1797.) p. 133 sq. 80) Äaifer Xlbert febenft am 6. San. 13M 
bem Qfrftbifcbofe oon fOtain}: „omnia debita suerum Judaeonna 
ooeisorum heredes noo habeada» eedetts debeaat,* 41 an. Fmt* 
Mon. 4. (legg. 3.) p. 471. 



JUDBN (GESCHICHTE) — 87 — 



JUDEN (GESCHICHTE) 



liefen SBelt ber 3ube neben feinem 9ta$bar einnahm, 
begründete bie Steuern, bte in fpdtern Urfunben am t)&u* 
ftgßen aw&t)tit ftnb. 3&re Spanien aber »erbanfen jte 
mm 2beil bem SBafcn ber gortpßanjung alträmifcben 
Stentes auf teutföem SBoben. Snbem ber Äatfer ni$t 
b(oS atf ©<&irm$err ber Air$e, fonbern als Sladbfolfler 
Seööajtan^ Stecht unb ©ewalt aber jte bat, überaß, wo 
fte ft$ in feinen fcanben beftnben, (leben jte unter feinem 
Stieben; er föltefit fte in ieben ein, ben er auäfc&reibt 90 ), 
unb bureb ibn fegfiftt er fte ebenfo »te ben fJriejier, bte 
SBttoen unb SBatfen unb bte Jtaufleute, unb ber Cbrifc 
ber einen 3uben fcfctägt, wirb gerietet, wie wenn er 
einen Qbrijien erfragen 91 ), » da» sy der künig in 
synen frid hat gesetzet und in seynen frid genom- 
men." Jir biefen grieben, b. b. ©duifc, jablten jte 
bie Subenfhuer, ba£ eigentliche ©c&ufcgelb, wie e* ftdb 
überall verbreitet unb fortgepflanzt bat. ©$ war loeal 
unb temporeU ungleich unb ber SBtflf&r niebt feiten über« 
laffen; e8 war bte eigentlicbe Abgabe, bie t>on bem Äai* 
fer bem beföentten SafaUen abgetreten warb, wenn er 
aueb no<b auf bie #dlfte ben Änfprucb maebte. ©te wirb 
baber unter bem SRamen ber balben Subenßeuer M ) öfter* 
erwdbnt. ©te warb gewibnlicb am ©t. ÜRarttnötage 
be^abtt"), nic&t feiten im 2Btberfpruc&e mit ben <5om* 



90) @d)on bie Curia Moguntina Dom 3afpre 1103 entydtt in 
ber Constitutio pacis mit «ücffttftt auf bie traurigen JBorgdnge: 
„JuraTerunt dioo pacem ecclesiis, clericis, monachls, laicis, 
mercatoribus, mulieribua, ne ti rapiantur, Jmdaeto." (ap. Pertx 
4. p. 60.) rjfrenfo bte Treuga bet Jtbnigt £einri4 au* bem 3abre 
1230: „Clerici, mulieres, moniales, agricole, mercatores, itine- 
ratores, piscatores, Judaei omni die et omni tempore firmem 
pacem habebunt in personis et in rebus" (Pertz 4. j>. 267); 
9gt. bat Foedua päd« üom 13. 3uli 1351 (Periz 4, 36&), ben 
Ceo^aotua Wormatieaiis t>om 6. Oct. 1354 (1- '• \ 369), bie 
Oonfirmatie» pama in Oppenheim oom 10. 9iot>. 1255 (1. L 4, 
375). Xu* biefer Xufnobme unter ben grieben (at ber ®efd)w&t« 
ftbretbergr. «üb« (über bie Enfprucfce ber 3wben an ba* beutfefc 
Stogcrrt** 0. 15) bie ßlüctticfec Stellung ber 3uben im UtttttU 
alter bewirf«. 91) Sgl. *Bad)fenfpieo,el 3. &ud) Art. 7. ed. 

ladeeid p. 309. 400. 6a)n>abenfpiegel «ap. 349. §. 6. ed. Ä*- 
mj 2, 4U. 92) «o fagt |, ». Äarl IV. in einer Urfunbe 

roeun Yufnatme neu Sttben in ber ©tobt granffurt : „was darüber 
bleibt solchen Gainses, daa «oll halbes in uneer Cammer und 
halbes am der Stat Notdurft und Nucz jerlichen gelegt wer- 
den." Oleaf Ringer, tMduterung ber gnlbenen Bulle Urfunben 
&. 87. flXstlfcfett noä) benjt e* in einer Urtunbe bei »egelin, 
&ILot. Saidft ton ber Sanbootatct Ccbmaben 1, 112: „ÜtMalb 
foU er ober («b Orben faiferl. 9Äajcjldl unb bem fteieb ^alb reuten 
unb antmprten nnb ben anbem balben Seil Tot er unb fein fftfen 
aufteben." BaL eine Urfunbe Senget** non 1391 bei SRof er, Heut* 
fefee* etoeUndft 4. CS. 74. §. 13: „das sy uns halbe in unsre 
Canunar antworten nach ihren trewen, die sy uns und dem 
Reiche pflkhtig seyn und das andre halb theyle in der Sudt 
nutae keren und wenden." Urfunben Äatl'l IV. „fon halben 
teil dar Juden und Judina w oon 1360 unb 1376 bei Böhmer, 
Cod. dipL Moeno-Francof. p. 676. 746. 93) Sgl. eine 



Urfunbe bei 0nbi{d>fs ^>d»n^ oon tttaim oom Sa^re 1343 M 
WünUwei*, MSa. fiplomatka {. 5. p. 246. 70* im 3ajre 1333 
ber Äaifir ton ben 3ubca in Bd^aübux^ 1000 ^fb. fobtrt, trsat 
birt bd, bie (errfaVenben Unruhen in nenneftreni man »er|td)ert \xt 
t*A ber Stta^limd, f$ follte bei ber um SÄartütt gem6|ntia) »er* 
faUenben fjSfa&m nerbteiben# bie 200 J)fb. betrug) aaL ©c« 
flitifler^XebMaM «e9enjb«raffd)e GfraniL («eeenibttrs 1800.4.) 



munen, unter betten fte lebten, crJßty M ); fiJewet* #t bte 
Äufkrung be* gelbarmen ©iegmunb gegen feinen oeauff 
tragten: „unb aebenfe ja brauf, bag bu ben gaö auf 
^fi, »te bu tntmer Fannfl, brtngefl #i ttfr ). 9li«t Me« # 
weil bte Suben ben £ei(anb getibtet, n>te e« bte Aon» 
ned anfeben, fonbern toieberum, »eil SBe^paftanut fle ge« 
rettet, ftnb fte Anette beö S?etc^e6 unb feinet Sertretert, 
be< JtatferS. ©te peben ju t^rn im 83erb<Utni{? »ie bie 
Setbetgenen *u t^ren |>enen; wie btefe (StgentbumS« unb 
(g^ereebt baben # fo au$ bie 3uben. ©te baben ntc^t 
Sec^t, 3?to)ter unb Arieger p werben 96 ), fein Sb«# 
brauet mit einem 3uben ju fampfen, aber umgefebrt OT ) # 
eben nur in ©ejug auf tbren |)anbel im $fanb(ei^m 
tritt ein befonbereö 3ubenre$t ^eroor, fonjl fdOt eö mit 
bem ber re$tiofen Unfreien jufammen, unb tiefem Xkr* 
^Itntß entfpriebt bann eine Xbgabe, bie oft erwdbnt wirb 
unb aß folge bem Äaifer allein gebärt unb niemals »er* 
föenft werben burfte: ber gulbene £>pferpfennig. SBie 
ndmlig bie Seibeigenen eine Äopfjieuer jaulten t>om 12. 
3a()re an 98 ), fo erging bie« ©ebot aud) an bie Suben. 



94) ©efton Otenfcjtager cfrfrt bie Annales Colmariensea 
junt Sabre 1292: „Rex exaetknem in Judaeos tentarit sad 
non potuit resistente Soulteto Francfordiano , 44 ap. £7rsetsias% 
Rer. Ger. 2, 26. Gtnen ^nlid^en ©treit batte »bolf mit ben 
SRegenftburgern; t>gl. Strain, Oef4td)te ber 3uben in 9tegenlburg 
in SUgen'ö 3eftfc&rift für Geologie 7. Bb. ®. 54 fg. 2tretfn 
6. 16 au« (genuiner. 95) 3m 3a$re 1430$ ©gl. Sana, QU 
florifebe öntrotctcluna ber teutfe^en ©teueroerfaffungen. (©erltn snt 
Stettin 1793.) ®. 199, au« bem e4 «i*^orn (j. 297. II. 0. 
423 Kote g) entlehnt (at. Sbenfo fagte Äönig 2Cbolf 1293; 
„Sture ad minus ad mille libras Hall, extendent; qnas quidem 
sturas et quidquld ultra mille libros haberi potent** etc. (öa- 
dtn. cod. dipl. 2, 279). 96) ©er GacftfenfpiegeC, ber noa) 

nid>t brn Kamen &ammerfne<bte bat, »od aud) f«r bie 3elt feiner 
VbfajTung (1215 — 1236) oon Snterefle if}, ermdbnt Mo*, bat ein 
3ube ber varendator eine* tyrifttn ntc^t fein tonne, ,,er »otttc 
benn antworten an eine* ©briftenmannee ftatt/' bH mftgliajen SDcor« 
brt 8»ifd)en 3nben unb (griffen unb ft>ricbt über baö Äaufberbdlt» 
ntfl ober bie |)fanbnabme, naa) ber er nur fpetlige ©erdtbe niä)t !au* 
fen, fonjl öffentlich ®efaufte« (aud) »enn e* gejtofplen ift, nur gegen 
ben 9fanbfa)iUing,) nt'4t (erantiugeben nbt^ig baben. iDfe wtoffe 
Seopotb non »ud)« um 1330 füfjrt unter 12 fonbertid)en 9tea)* 
ten ber 3uben ein einzige* nid)t au« bem r6mifd)en Steckte an 
(«iebborn 2. G. 640 9cote d. f. 350), aber ft&on ber e+to* 
benfpiegel bat in grbfkrem Umfange alle tanonifeben unb r6mifd>eti 
öefHnumtngen aufgenemnun nnb in feiner ganzen 3ubengeff*>gebinig 
bie eteliuna beg JCaiferd georbnet. Son ^rieftern nnb 3ubm 
grifft e«: „Und furent sy Waffen, schwert oder laufe Masaar 
oder ander Waffen," fo aerlieren fle ü)r «e*t (Gap. 196 bei JCsv 
nig % 247. 248). „Priester, Maasner und hirten und Juden 
die sdHeat nit selb faren. Sy sollend aber ir hilff dam ndi 
Lewten oder mit gelt thun, u aon Ariegfletjlunaen (*iap. 93.^3. 
ed. König 2. p. 244). „Es soU auch nit ein Jud, eyn Kecxer, 
eyn Heyd noch eyn Ungelaubiger seyn" (cap. 75. ed. Xtwkf % 
p. 91). 97) „ Kernes Juden Kampff geet über keeneu Öd- 
sten, will aber ein Criaten, es muss ein Jud mit im kämpfen 44 
(can. 349. §• 7. ap. Ktoig % 414). 96) »gl. Sang, fyfkm 

rifqe (Sntmitfelung ber ©teueroerfajfung 6. 65: „$Mt bfrfem XUm 
ffng inggemein bie fceiWpflidjtigfeit an." 34 fujre nod) aht beut« 
tüperce »effpkl eine ©teile aufi bem Codex Traditiomun bei 
Älofler* 8GBeü)enflepJan in ben Monumentis boieis an 9. p. 453; 
„ut cum omni posteritate sua in perpetuum censuaUa Instar 
ejdstat duodetimo anno censum dans daustri cellcrario." 2>ü» 
Jer waren and) n3nbifd)e Jtnaben unb 3ungen*i, fo unter |njoIf 



JUDEN (GESCHICHTE) — 88 — 



JUDEN (GESCHICHTE) 



Cr warb vx SBeibnat&ten ") bejaht unb betrug gl! 
Jtarl'* V. 3eit ') unb tydter einen rbeiniföen ®ulben. 
Der Warne bejeiebnet übrigen« ttrftmmg unb SBefen bef» 
felben. {kitte BefyaftanuS bie Rubere Dpferjleuer ber 
Suben an ibren Stempel an 3upiter 6apitolinu$, b. b. 
an ft$ unb bie ©rben ber faiferlic&en #w*ft&aft, jaulen 
(äffen, fo gebfibrte aueb ben teutfeb*r6mifc$en Äaifern, 
feinen bermeintlitben Nachfolgern , bie ©teuer ber ©i* 
braebme. SDbne biefe Folgerung würbe man bem Änfprucbe 
ber Steigftßdnbe barauf niefct* fcaben entgegnen Finnen, 
bureb Pe warb ba* ibeale 83er^d(tntß ber faiferlicben 
SRacfct ju ben 3uben aufregt unb bt$ in fpdte 3etten 
feßgebalten. gdlfcblicb tft biefe Angabe bon dltern Xu* 
toren mit bem britten Pfennig ober ber ©Haftung »er* 
wet&felt worben, bie fonfl bie tfron* ober Är6nung6* 
fieuer b*ißt. SBeil ndmltcb ieber äaifer bie 3uben nur 
au* purer ®nabe fcbüfct, biefe @nabe aber miglu&er* 
weife ni#t b^ben bfirfte, unb er tfwAxi boeb nur bem 
»eifpiele »eSpaftan'S folgt, ber ben britten 2be« ber 
3uben bureb Sofepbu* erndbren Idpt, fo tann . er bei 
feiner {Regierung ba* Sermigen be* Suben fcbdfcen unb 
ben britten Sbeil bqt>on fobem. ©aber ber Warnt 
britter Pfennig unb '©cfcdfcung. 2oebner') tytlt biefe 
©teuer, welcbe ber Natur ber ©a$e nacb allerbinjj* 
baffelbe wie ba* auram coronariam war, irriger SBetfe 
ffir ba* auram coronariam be* Codex Theodosianus, 
weil er niefct eingefeben fyattt, bag bie Dibracbmenjieuer 
na$ römifeber 2Cnftc6t mit bem Namen auram corona- 
riam belegt worben iß unb wie bie meifien ber Surijien 
frfiberer 3eit bon ber bifarifebm (Sntwicfelung beSaanjen 
jfibifcfcen StecbtSoerbdltniffe* eine febr unKare Sorjteflung 
batte. ©ie Suben baben barin, baf? biefe ©#dfcuna öfter« 
eine nur fo ibeale wie ba* ganje SRotw gewefen tff, niebt 
atfju biet erfparen f innen; baju gab ibr ganje* SBerbdlt* 
nif* feine @e(egenbeit. tfaifer 2ßbrec$t bat bie Subenfcbaft 
im Steige nacb Nürnberg befebieben, biefelbe naefr bem 



Saftren fein/' oom 3oQ gegen yrobucirung eine« gebrueften 3ettel* 
frei; »gl. Äopp, 83om 8eib*oU in ben ©rudjfrucfen jur bcutfdjen 
QttWtyt unb fteebte ©. 127. 

90) Cgt. SB e gel in, »eri<bt &on ber Sanbooigtet) ©<b»aben 
% 95. 3n obigem «biete ©en|el'« bei SÄ of er (4, 74) $eift e6: 
„doch zuvoran toll ans ytzlich Jude und Judine, der über das 
swelfte Jar kommen ist, alle Jar einen guldnen Pfennig geben 
und bezahlen , der auch in unsre Kammer geantwortet werden 
sollen?" bie Urfunbe ©feamunb'« oon 1411: „daz ir sollen gol- 
dln Opferpfennig, als fr uns Ton des Reychs wegen Jerlich 
pflichtig seyd zu geben und die uns uff Wihenachten nechst 
rergangen erschienen sind und uff Wihenachten schierst kom- 
menden erschinen werden ;" bei ©pief, 7£x6)ir>, Nebenarbeiten 
unb 9ta<bri<faten I. ©. 317. (Sine intereflante Urfunbe ifl bie «üb* 
»ig'« oom 12. Kug. 1347 (bei Böhmer, Cod. dipl. Moen. Fran- 
cof. p. 609) , mo er ben 3uben alle* erldft, „uzgenommen des 
guldmin Pfenniges, des si uns von irem lib jarlich schuldig sin 
su geben." 

1) Cgi. Dlenfd&lager, Oulbne Suffe Urfunben ©. 00. 

2) (Segen feine oon mir niebt gefe&ene, aber bti ©pief (©..216) 

tmb flÄofer (4, 71) u. X. ermd&nte ©(brift ift bie yotemif ber 

denannten ni<bt immer geredjt, ba ffe ebenfo wenig ben ©runb bez 

-Slamenz unb baz SBefen jener Abgabe |u entmicfeln im ©tanbe 



85etQ)iele feiner Borfabren mit einer ©cfcäfcimg ju belegen 
tbeiW „jur f6niglicben Är6nung, tbeittju anbern Steicb* 
flefebiften unb SRotbburft" *). 3u Ä6niß SRarimiliai 
bringen bie Suben 1486 golbene 6ier, unb er maebt bet 
SBift, baß man £fibner mit foleben (Eiern niebt flieget 
laffen, fonbern fetfbalten muffe 4 )* Stax\tt ©tegmunb fo^ 
bert biefe Abgabe im Jrieben wegen bei #uffttenfriegrt*) 
9l\ty unter ben tarnen, aber unter ben Segriff ber: 
felben faden ade anbern außerorbentlicben, ben Subei 
aufgelegten ©teuern unb (Srpreffungen, wie wenn in etnei 
Urfunbe Äinig 8ubwig^ »on ben frankfurter 3uben bret% 
bunbert ?)funb gefobert werben, „ pro conservationc 
castrorum et oppidorum Oppenheim, Odernheim et 
Swabesberg et quorundam aliorum locoram, quac 
sibi pro certis causis obligavimus." 2>iefe certae 
causae ftnb ©(bufben, bie auf Berpfdnbung tiefer VWfte bei 
Äaifer bei bem (Srjbif^ofe \>on SRainj gemaebt bat. ebenfo 
wenn ÄonrablV. febreibt : „a Judaeis de Sierzche statino 
visis literis quingentas marebas debeas assignare 
Curie nostre et per captivitatem, si necesse fueritj 
extorquere" 6 ); wenn fite noeb außerbem, wie Äaifei 
©iegmunb fagt, „tum Bdffe »ruc^ ©uffe ober tum atu 
bertwegen" 7 ) ju jablen baben, ben faiferlicben ^ofamti 
leuten ©efc^eijfe unb Pergament ober eine ©umme ba* 
für geben; wenn fte no<b auferbem in granffurt fBetfc 
gewanb unb Äucbengerdtb •) an bie $ofba(tung fiefeni! 
waö bureb bie bäuftgen S5efu(be febr brficfenb wirb, btt 
Äarl IV, feflfleUt, „baß \xt feinem Xnbern, M bem 
^offmeifler, SRarfcbalfe, Äammermeijler, innerflen Aenu 
merer, eud^inmeißer, ©genfer unb ©pifer vgli^en f5n| 
^funb' 1 . jablen foHen. Sene Äuöbrficfe, in benen bie 
Äaifer ibre eigentlicbe SRacbt über bie Suben reebt 
ju motiwren fuebten, jieben gewibnlicb in Urfunben, 
bureb welcbe man biefe ÜÄacbt aueb in fofern gettenb 
maebte, ba§ man ben ©cbulbnern ber Suben ibre 
©cbulben erließ unb bie ?>afiere ber Suben f&r vau 
afiltig erfldrte. fBefonberd bte Äaifer au§ bem ^aufe 
turemburg, aber aueb febon Subwig, griffen in bem 
14. Sabrbunberte ju biefem ÜÄittet, ibre ginanjen ja 
beben. SBenjel Idßt ffcb bafür eine 2Cbgabe in 9xo* 
centen bejahen 9 ) unb boej war bie angebli^e faiferlicbi 
3Racbt fo gering, baß, alt 8ubwig ben (Strafen t>on 
SBurtemberg bie Subenfcbulben erlaffen, bie Suben inu 
gefhaft mit bewerteten 5Wdnnern in ba« wftrtembergifcfy 
©ebiet einfielen unb ftcj trofi atter papiernen faiferlicben 
Serbote (Sntfödbigung in ©elbjl^ilfe üerf^ajften '*). 2>u 



3) ®pit$ 1. ©. 216. 4) SReoer, Zatynfa Oef<K<btai 
©.415, meine 9loti| im ©abbatMatt 1846. ©. 76. 5) dem 
[(blauer, Urf. ©. 88. XKe ©tettern |ufaramen (Inbet man in 
mebren Urfunben ©iegmunb 1 «, nament(i<b in ben far biefe Unten 
fucfcung ergiebiaflen 9?acbricbten t>on ©pief. 6) Ct Guden. Cod, 
diplomat. 3, 111 u. 115. Böhmer, Cod. diplom. M. Frmncat 
. 413. 7) SBegeltn a. a. D. 2, 95. 8) IBgU ©pfef 
, 117. Olenfcbla^er, UrCunben ©. 85. 87. 9) ««l 

©attier, Ättgemeine ©efätebte oon SBurtemberg 3. »b. f&ttogt 
9t. % 3. ©. 3-5. 10) 89L ©attler 2. »b. Seit. 9t. « 
unb ©pief er, ©efd&i<bte ber 3uben in SDeutfeblanb 0. 49 f§, 
unb Beilagen ©. 6. 3n ber Urfunbe Äaifer 8abtma*< an bk 9a» 
fen 000 Ottingen, um ben ffiürtembergern ju bttjtn, ^efft m 



l 



JODEN (GESCHICHTE) 



— 89 — JUDEN (GESCHICHTE) 



Sermaltung ber 3ubenfieuern war nat&rltcft mit bietet 
SRäbwaltung üerbunben; Jtatfer JRubolf fagt: „nobis, 
qui tanti regiminis molem per nos non sußicimus, 
necessariam visum est, ut Principibus nostris im- 
partiri onera nobis incumbencia debeamus" n ^. jDer 
Grjbifc&of t>on SRainj, als bet Äanjler unb 9Rimfier ber 
geißlicften Angelegenheiten, iß ber bamit {Beauftragte 
f$on feit längerer 3eit. 3«n ©cfcwabenfpteael t)ti$t e3: 
„Er sol aucn sein Jaden, die im teutscnen Landen 
seind, seinem Canzler emphelhen, das ist der bi- 
schof von Meinz "). Und emphilhet jm der Kü- 
nig der Jaden nicht , er pfligt jr doch mit Recht." 
3&m übergab Stobolf Sbönngen, «Warf unb Steigen 1 *), 
er pat t>on Xbolf (Slfaf* unb granfen "); 8ub»ig &on 
SBaiern befiehlt ben fpeterföen Suben ibm ju ge&orcben t5 ), 
unb bie frankfurter Suben jieben unter feiner £obeit 16 ). 
Dafür erhielt er, na* einer Urfunbe aibrec&f« oon 1299"), 
ben 3tb*nten ber Subenjjefdlle, »ad fpdtere Urfunben be* 
ßdtigen*); bie8 barf mit ber Abgabe vom £anbe( m$t 
oerwecbfelt werben. 92oc^ in einer Urfunbe 9tupre$t'd 
1406 $eif*t a 19 ): „@o fülle im oon allen Suben in bem 
Stiche aefaOin ber jefcenbe Pfennig;" nod& 1457 »in 
9faU jtc& für Aurmainj wegen btefer ©nfunft oerwen* 
ben *•). 9Wc&t$befioweniger Ämmen anbere ^Beauftragte, 
Seitliche unb @eifi(i$e, oor, welche bie Subengefdöe ein« 
tucafftren böben; e* »erben biefe ©efödfte felbji Suben 
übertragen. Aaifer ©iegmunb 11 ) föreibt, inbem er aller 
erwäbnten Abgaben aebenft: „an unsrer stat and von 
unsern wegen ouch intzuvordern , Intzabringen und 
intzunemen and dortzu oach Jadenmeister, die man 
in der Judischheit Raby nennt, andre knecht, Cri- 

„Un* U fordjomcn, boj bt 3uben ju (Solmax unb ©letjftab unfer 
Obcim unb Canttogt Gberbarb anb Ulricb ©raoen ju ffitttemberg 
mit ©ulbentt an irr gut, gutt anb gut reiben unb ba* angriffen 
«im Me €5<bulbe, bfe fr SBatcr felfg tn fdjutbig wag unb bt wir tme 
aber namen oon unfern fepfertidben ©ewalt ju ben 3iten, bo ft uns 
mit W6 anb mit gut t>crt>ie(en " u. f. w. 2Me Unterfu^ung ber 
tBodje bureb Jtart IV. frbrte ber fäwarje £ob unb bu«b $n rd<fc 
ten ft<b bfe (folgen (Srafen oon ffiürtemberg. 

II) Guden, Cod. diplomat 2, 254. 12) Cap. 26. §.3. 

ed. König von Königsthal. 2. p. 37. 13) Guden 2, 254. 

„ umrersos Judaeos, nostre Kamere senros in partibus Thu- 
ringie, Marchie et Misnensis constitutos tibi committimus de- 
fendendot et tuo regimine gubernandos." ©djon in einer Ur» 
ftmbe Otto*« IV. bei Guden 1, 419 (Baehmer, Reg. n. 3045, 
aueb oon Saffe* in gürft, Urfunben 6. 18 uberfeftt) ^eift e«: 
„Et ei ttodaliter concedere petitiones ad Judaeos in emtate 
Moguntioa et Erfurt et in aliis Civitatibus suisque sub juria- 
dicUone aont" 14) Guden 2, 279. „in mille et ducentia 

libria Halleniium dandis ei a Judaeis Alsacie et quantum 
haben poterit de Judaeia Frankonie modo dandis etc." 15) 
Guden 3, 153. 16) Idem 3, 118. ©o tfcettt Olenf^loger 

(Urfunbenba4 6. 92) einen Äfcfety mit, ba$ bie granf furter 
in 3abenfa4en bem ör|bif4>ofe ge&orfam fein, „bah «n^er unb 
bt* Stiftet 3uben befftirmt werben." 17) Sgl. Gripps 

(er, Vttf^ebmig bet 3ubenteibjoat 0. 49. 18) SBte in ber cr= 
todbnten Urfunbe 8ubmi^t bti Guden 3, 153: „quatenus vene- 
rabili epieeopo Moguntino de deeima sture vestre, prout ean- 
dem tibi amgulia aanis dare de jure tenemini, satfofaciatis, im- 
pedimento ceaaante quolibet, integraliter et comolete/ 4 19) 
Dlenfftlager, ttrfunbcnbuft 0. 113. 20) Ccbeppter 

a. a. O. ©. 49. 9tote —+. 21) e£i'e| 1. 124. 
¥.«wo«.b.fB.u.*. 3»e(Uekctt#n. XaVII. 



sten und Jaden , die im dann zu den genannten und 
geschefften toglich und nütze sin bedunket" u. f. xo. 
Aar! V. fagt in feinem ÜÄanbate wegen fce£ JDpferpfens 
nt8ö fl ) : ?9 Das wir demnach demselben Grawen 
Felixen vonn Werdenberg, zu stadtlicher Handlung 
und Vollziehung solches unsers Befehls weiter zu- 
gelassen und Gewalt geben haben wissentlich mit 
dem brieff, also das er einem General -Raby oder 
All Raby der obberirten Judischheit im heiligen 
Reyche kiesenn und fürnemen und demselben Ge- 
neral raby Befelh gebenn mögen solch obbesdmt 
Guldinopier von der obberürten Jüdischheit ann 
unser Stat und in unserm Namen einzufordern» 
und einzubringen." 3n ben anbern ©taateu unb 
©tdnben wieber^olt ft$ biefeö. Unfruchtbar war ber 
Streit be6 toer^anaenen 3a^rbunbert6 # in wieweit in 
fpdterer 3eit bte $errfc&aft bed Äaifer« fteji nod) Aber 
bie Suben ju erfireefen berechtigt war ; aß bie erweiterte 
Serritoriatyfttföaft bem alten Serbdltnig ein Cnbe ge$ 
maebt .batte. ©c^on mit ben |)obenjiaufen war ieber 
©cfyimmer einer wa^rbaften Faiferlidften 9Rac^t oerföwuiu 
ben ; ba6 Snterregnum £at bie Serritorialanfprucbe erweeft 
unb gef6rbert M ); bie ^olbene JBuOe StaxV$ IV. iß ein 
JRefultat unb fein SRotto; wenn in ibr neben ber Ber* 
letyung aller anbern fonfi nur faiferlicben {Regalien aueft 
ieftt ba6 /; 3uben ju bolten"bett>ortritt 14 )# fo iß baburefc 
noc^ mcftt jebeö S5anb jwiWen Aaifer unb Suben gel&fi, 
unb e* batte nur bie ©cbeibung ber oerfc^iebenen Äfc 
aaben nad) ibren ©ebanten beburft, um bie wabre Sc« 
ftyaffenbeit biefe6 JBanbrt ju ernennen. 9?a^ ber golbe* 
nen ©ufle jlanb in S5ejug auf ben Subenföug ieber ein« 
jelne Aurffirjl in faiferli^em SBerbdltniß in ben 3uben. 
3n {Betreff bejfen aber, wa$ bloö bie |)erfon beft Aaifet6 
angeben fonnte, ber Aronjleuer unb bti JDpferpfennig^ 
war ben 2Cnft>rfic^en ber Dber^obeit bureb bie Sülle niefrt 
entfagt worben; biefe bauerte fert wie fruber, wenn rt 
aud) feine befonbere Urfunbe brauchte, um ben Aurffirjleii 
ben ©$uft ber Suben ^u fiebern. 8Wtyer war bur^ ein? 
jelne 2tudnabmegefe|e ©njelnen baffelbe aewd^rt worben. 
Die £figelburger machen noeb ben gehörigen ©ebraueb 
bon biefem 9te$te, befonberö ©iegmunb. Äu« bem 3a(rc 
1463 ,a ) ifi bie Urfunbe Xlbrec&t Xc^iU'« oon fBranben? 
bürg, bureb welche er beauftragt ijl, bie ©c^dftung für 
ben Aaifer im Steige einjutreioen, „ti fei funbig im 
Keic^, fo ein 9t6mif$er Aömg wirb erforn ober fo er 
gu fepferlic^ SBirbe fompt unb gefront wirb, baö er bie 
Suben aQe mag brennen na$ altem |)erfommen ober 
®nab beweifen, ben britten Pfennig i^reS ®uW ju neb« 
men, bamit fte 3r 8eben retten'' u. f. w. flfaxfc im 
3a&re 1643 M ) melbet bad Aammergericftt gu ©pcier: 
„weil bie Subenföaft of)nt baö einem jeben ange^enben 

29) JDlenf4tager, Urfunbenb. ©. 90. 33) Sgl. Kantt, 
SDnitf(be ®cf<bl<bte im 3eftolter ber StefbrmatCon. (1. Vu«a*) L 
©.41. 24) Cap. 9: „Nee non Judaeos habere, theloftia in 
preterito statuta et indieta pereipere" (bei ßubetoig, Qx\6»t 
terung ber gulbenen ©uUe 1, 845). Olenf^ta^er bat feine 
$agimruna für bte Urfunbe. 25) ©pfe& 1, 128. 26) SRo« 
fer, SeutfdM GtaattxtQt 4. @. 76. §. 18. 

12 



JUDEN (GESCHICHTE) — 90 — 



JUDEN (GESCHICHTE) 



SRomifeften Äaifer al$ iftrem einigen Dber 7 unb ©eftufc; 
lierren ^u 3&rcr SRajcflat fevfetl, unb föntgl. Ärinung 
unb folgenbS jabrlicft unb einc^ jeben 3at?r*I # befonberS 
^u ben hcilgen SBeunacfttcn, oon iebem £aupf ber Silben, 
jung unb alt, niemanb ausgenommen, einen ©olbgulben 
(Sronfjeuer unb refp. Dpferpfennige ju geben fcftulbtg unb 
Derpfltcftt fein, roelc^cö, fo uil unS wiffenb, web er 
üon ber lefct abgelebten noeft jefct !Regierenber 
f eifer ttcbcit Sßajefldt nic^r empfangen worben, 
ob bie JR6m. feipf. 3ffajejtät alier uniertbdnigjl ju erbieten 
waren, 3bro allergndbigft belieben ju laffen, ba§ htm 
JReteft unb ber unentbetyrlicftcn botftnottjigen beüfamen 
Suftij &um heften foi<ftc Gronfteuer unb [ifcl* 
liier £>pferung£pfennig biefem bötfrficn (Sc- 
ripte moeftte überlaffen unb affigniret werben/' 
2>er Äaifer ging nieftt barauf ein* Öjlerreicft fagte^ ti 
bdtte obnebieS weiter feine SJacftricftt , alä bag ber Äaifer 
bei ber Ärftnung ein ^rdfent semel pro semper unb 
bann *um neuen 3abr einen gulbenen 23ecfyer mit einer 
geringen Ttn^abl SofbeS t>on 2WW gl. ju empfangen ge- 
arifcfit fei, waS er geroöbnlicft htm ebetjlcn Sammerer ju 
offertren gewobnt fei unb man bürfe fefton beslftatb wenu 
ger etwas ofcne be$ Äaifere einwittigung befcftliegen, ,<jp 
malen befannt, ba$ obne ba$ t>on dergleichen Stegalien 
bem Äaifer wenig mebr oortjanben;" bie ©tdnbe wollten 
ben Äaifer nieftt „peaejudlcireil« u 3m 3af)re 1666, 
htn 23. Siooember, erließ Üeopolb r ) ein Sbict, worin 
e$ beigt : „weit 3bro Mf. SfMai* unier anbern JRegalien, 
pöbelten unb Stefetuaten auch bie ©eretfttigfeit hatten, 
ba§ alle Stilen im beil. Jftömifeftm SJeicft, fo über 13 
3abr alt, bem SMm. Äaifer ala iftretii Ober- unb Scftu£; 
berrn in 3ftrer . . . Srönung einmal einen ©otbgülben 
unb folgenträ alle 3abr unb jabrlicft abfonberlitft $u ben 
beil. ißepnad)ten abermabl t»on jcbem |>aupi einen guU 
benen Dpferpfennig ju geben fcftulbig, al# walten bep 
SSerluft iforer im JReicft babenben fptjbeit foldfte Crom 
fieuer unb Opferpfennig abzuflauen , ibnen anpfunbigen," 
Sit frankfurter 3uben, beren Äronfleuer 400 fflulben 
betrug, bauen ftcb fefton üorber, i *5*> 1 „, mit ihm abge- 
funben unb 600Ö JRtftlr., wiwon 4ÜÖ0 baor, für ben 
Äütffianb unb noeft aufjerbem jdbrlicft KW 9?tblr^ ju be= 
jablen erboten* EuS bem ©efereiben beS Äatferö an 
granffurt erfdbrt man, üa$ bie 3uben feit fflubolf B. 
feine Drbentlid&e 3at)lung geleifiet, ber Äaifer fie berflagen 
gewollt, unb bie 3uben ben Dpferpfennig gar nidjt baben 
anerfennen woQen. SBa^ ber Äaifer 1Ö44 verweigert 
batte, eine formlidje ßapttation über bie 3uben in Seutfd)- 
tanb aufjunebmen, weil bie „©rfaferung erwiefen, t>a$ ber 
mebrejic 2beil arm fepe," wie benn bie ÜWübe unb Äaflen, 
welche bie angeorbneten (Sommiffarien uerurfaeftt, aud> in 
belferen Seiten unb kauften niefrt erfe&t worben waren, 
ba$ woOte Äarl VI. 18 ) no<fc 1721 auSfübren, unb min^ 
bejlenö au$ ben brei Aretfen ber unmittelbaren JRei$ö= 
ritterfeftaft ein SBer^eicbnig „ber in euren ßantonen ober 
^itterf*afüi*en Drten beftnbli^en 3uben, SRann unb 

27} SdjuM, 3ubifct}C ÜÄerhoürbiaterten Cootin. tl, p, 34. 



weiblichen ©efeftteefttg, fo üa$ brei)je^enbe 3abr beö HUa$ 
erteilt, neb(i Benafjmfung berer bttfytn, wo fefbige wofc 
nen, balbmogticft)! einjuttiden/' 

35tefe ibealen Änfprücbe faiferlid)er SRatftt waren in 
tm 3ab^^unberten na4 htx Deformation ebenfo wenig 
nacbbrud^üoll, al6 ba$ SBefen ber faifer tieften SBürbe 
felbft e^ war; e^ waren eben „nur $ormuln," wie SHofer 
tieft tig^ bemerft 6cfton 1577 * 9 ) war burtft bie SReicft^ 
polijeiorbnung KUen! fo pon Äaifer unb SReicft Stegalten 
baben, ertaubt, 3uben aufjunebmen; plefet waren e^ nur 
noeft bie JReicftsfidbte, für bie bie Äaifer, wie namentlicft an 
granffurt, bie ücrflungenen Üitel eineä Dberberrn ber 
3uben in ^Bewegung festen. SBenn fte feit htm 14. 3abr- 
fjunbert feiten bie SKacftt in #dnben hatten f um wirflid^ 
^u leifhn, woju fie ba§ JRecftt gaben, fo Ratten fte feit 
bem 17. 3at)rt?unbert webet SWatftt, noeft ben fejlgewor- 
benen Serritorialberrfcftaften gegenüber ein anerfanntcS 
JSed)t. Seit langer Seit fefton waren bie Fügungen, bie 
pe oon 3uben jogen, unbebeutenb geworben unb ber bie? 
fen ^ugefagte ©eftug ein febr ftftatten^after gewefen. 2lucft 
bie 2ier|)dltntjje ber 3uben ftatten unter ben jufammen* 
brccbcnbcn Pfeilern eineö einigen teutfeften 3?eicfte^ jitft 
oerwanbelt. 2Benn t$ für il?re Stube ein ©lud war, fo* 
balb bem Äaifer eine wirflitfte Sßacftt $ur Seite |ianb # 
mit ber er aliein für ober gegen fte fjanbelte, fo mufte e^ 
ein 9ielfa$r6 Unglürf fein, wenn ibre Ferren, oljne bie 
allgemeine #nficftt über 3ubennu^ung ju anbern, fteft t>er- 
oielfacftten. s Jlatb ber ^Reformation waren in Jeutf^lanb 
bie SJcrbdltnilTe ber 3uben noeft erbdrmlicft genug; an bie 
Stelle beg ganati^mu^ trat bie £abfueftt mit SerfoU 
gung ; SEBd^renb bie ©efe^e unb bie Sbleit ju tftrer Ser^ 
tfteibigung gegen ben SRorb aufftanben r oerboppelte ber 
Sigennug bie Änjaftl ber geinbe, wenn er fie nicht felbft 
entjweite. 25a^ berieft nenbfie ©eftaufpiel für bieg Stenb 
ber legten 3abrbunberte bietet ber fieibjolL 25a6 3oU- 
wefen war in Zeutftftlanb immer febr au£gebi(bet unb 
eintrdglitft; meift im Seftgeftum be^ Äaifer^ als JRegale, 
war e§, tro^ ber lang behaupteten Xnfprücfte beffelben^ 
allein einen neuen Soli einzurichten, in bie *£)dnbe ber 
3teicftS|ldnbe übergegangen. Die Suben waren ^anbeW- 
leute, alö folcfte befonber^ |janbel6j6llen unterworfen. 
fflJabrftfteinJtcft ijl ber 3ef)ente, ben ©iegmunb in einer 
Urfunbe uon iftnen verlangt, noeft bie alte |>anbe[£fieuer, 
unb von bem Seftnttn ll> ) , welcfter etnfl bem Srjbifebofe 
ju SKatns gegeben würbe, unb htm an bie geillliiften 
Ferren ju unterfefteiben. 2)iefe Abgabe war ertrdglicft, 
fo lange ber Äaifer no<^ einen ©chatten i?on JKecftt an 



29) ÜSofcr, 3:eutfcfeeö ©taat^redjt 4, @ # Tl u> 99, J. 7 
unb §. 58. 30) 3n Ux Urfunbe ©wemunVß beifct rt: „f$6 fö 
uon bei brittwi $fcnmg* , be6 (5»ehtn6tn Pfennig«, ber ba(> 
ben 5ubtnftturr unb be^ qulbin Dpferpfennig megen' 1 bei &pit% 
I, 124; t>gl. VBegetin 1/ Hl unb % 95. 93 tm einer mertoür- 
bigen Urtunbe bei S^mrr (Cod. iliplomat, Mcn>u. Kruncof. p, 
761. 763) werben mir unten nodj banb*ln. 2>o(ft bot @ptef mot 
trrt^umiidlj biefen 3efcnten mit btm anb«rn uetnscc^feU, ben ber ör$* 
bifeftof t»on 3Ram& erntete (I, 116), uib Dlenffftlager (6. 196) auä 
QJcbuiren an ben Meidjlfanjlrr rrfldrf. Sang (8. 199) bemerft^ 
ba^ er eftnt unter bem tarnen Jtaurjini oorfdme. 






JUDEN (GESCHICHTE) — 91 — 



JUDEN (GESCHICHTE) 



btr Abgabe l;atte, unb er, wie ^einrieb IV., »erbieten 
Fonnte, bem wanbernben 3uben eine (Steuer aufwiegen * ! ). 
©ie würbe unerträglich als biefeS 9?ed>t üerloren war, 
tie einzelnen KetcbSftanbe eS ft<# jufpra^en tmb nun bie 
eine große Abgabe ftcfc in rbenfo ttiel 3oUentri(btungen 
terrcanbelte, al$ eö Solljiatten im tcutftyen 3?ct$e (unb 
baS will febr tuet fagen) gab. X>er getbaoCT tfl nur au£ 
fcer |)anbelSfteuer 3I ) entjlanben, bat natttrlicb bureb beu 
rafftnirten (Sigennufc ber legten 3ab*bunberte eine er= 
fcftrecFenbe 6ntwttfelung erfcalten unb war bie brücfenbjte 
©cbmadj für bie jübifebe Nation. 3m üttingifeben 3ofl* 
Privilegium w>n VZ98 beißt e$"): „ein ?)ferb, ba$ Seim 
»anb $tebt, 2 <sdjilling, ein ,3ub für feine 9>erfon 6, 
ein SRinb jwei <&eller/' ebenfo wie fte in einer anbern 
SRefolution bon 1758 no<6 unter bem Sttet „gttlfcfeafttn" 
äwtf$en „Iwdjen unb Sdlbern" fWjeti "). 3ebe3 neu 
betretene Territorium verlangte einen neuen 3in§; eä er; 
f<^ien ber £anbel in bem ®rabe alö etmaS bem 3uben 3u= 
grfc6r?gel, ba§ er audj obne i)anbel ju treiben bie ©teuer 
bejabfte. 2o fanf JU einer perfonlidjen 'Abgabe herab, 
xoa$ eben früher nur 3oll beS 6rrwerb6jroeige3 gewefen 
wir. ©S Dereinigte fitb bamit ber ® e t e i t & o U. SBon jeber 
war für bie Äaufteute ein @eleit is ) üblicb; in wiefern 
bie Äbfoberung be$ Seib s unb Seiet t^olleS batb ^ufam; 
menftbmol^ balb befonberS eingefoberr warb, laßt fteb im 
ungemeinen nicht genau beflimmen. gür bie ganje @in- 
bolung berfetben gibt eS im teutftben Äeij^e nur eine 
Siegel, baß fte eben überall nacb totaler SBillfiir gefobert 
waren unb nad) bem Untergänge aller faiferlicb jübifdjen 
SRedjtc ba§ allgemeine Übereinfommen aller ffietdbsfldnbr 
blieben, ba3 von ber Deformation nidjt verbannt warb unb 
erfi baö tefete 3abrl)unbert entfernt bat "Xucfc ber tobte 
Sube war baoon ntdjt befreit, ©o fieltt ber äBifc&of 
9?pcla von WegenSburg 1325 eine Urfunbe auß **), worin 
et freigibt, ,,daz alle die toten Juden, si seyn von 
Obernbayeni oder von Nidernbayern zu irm Freyt- 
bof ze Regeiisbtii£ auf dorm Waateer und auf dem 
Lande ab oder auf, vrey und ledkli, rwiclilich, 
oo allen Zoll, der uns davon gevallen sollt oder 
möchr, gefüren mftgeii." ©o tytifyt e$ in einem anbern 
(Sfcicte: „bie tobten 3ubenf4rper muffen ben ?etbpU po*t 
mortem ebenfo wie bei bem £urd)marfa)e jablen" l7 ). 
Die Abgabe an ben Srenjen, bie bod) in Stcutfdjlanb bei 



31) 3n bnn Dipl. frrt föurbtirun 1, 125, bai hu S5if(^of 
in @pcter bm 3uben gab, betftt rt; „ HJud quoque addidi, ut si 
qufs Judaeus atluude aptid ipsos hospitatus fuerit, nulluni ibi 
aolvat Telöiicum.** 32) 93ßt. tie 9fMrn6erfl[ifdjc ?0tagt1katßt)er* 

erbounci bd flodjner, ^)tc 3ubcn^fTnembr in giirf^ <S. 104. 
33) Caog, |>iflorif(^c Gnfm. ©. 147, 3n brr |KfF*n s bannfttt>: 
rifdjm eatibiclüjrbnung b*t§t cö: , r fa müfftn fit ben 3oU fotuo^l 
üon tbrem ?ci> als audj oom S3ict>t cnm'djtem" Äopp, ä3om 
3ubrnrrtb|oU tri ben S8vud)ftücfen }irr beulten ®cf<tidjtc unb *Äcd)te 
I. ©, 118. 34) 3f retin, @ef*fcfrt< ber 3ubm m »aiern. 

€Su 77. 35) 2t ui$ ber Unterf^icb jroffeben einem tobren unb 

tebenbi^cn dkteif t>a«e nur ba flatt, n?o t>nm, wie in Nürnberg, 
Xugsbui^, (SeUc, nur unter Begltttung einer <2Stabrroad?f geirtoei« 
U^et Äüfintbalt ertaubt n?ar. .topp @. 121. 36) KiW, 

Cod diplomat. Ratiabonanaia 2 p. 809 oem 19. 2>fc, 1325. 
37) Iretin o a. O. 6. 76. 



ben unjiblifltn Sterritorien weebfeften, war in ber ^6l)e 
burcftau§ ungtetdb- SJon griebberg bis granffurt **) mugten 
12 Äreu^er/ t?on griebberg biö 2Be6lar 23 Äreujer, von 
grtebberg bi^ ®iepen 27 Äreujer bejabtt werben. 6& 
mar eine ber borguglicbfien JReoenuen ber Serritorialcaften ; 
bte Wtaftt ber babin jielenben äBefiimmungen unb Sbtcte 
tfl unenblicb gro§. SBte roicbttg fte bebanbeft würbe, gebt 
fdjon au§ bem großen ))roce{fe be£ dtbrnax^aüB trafen 
öon ?)awenbetm i9 ) mit ber ©tabt granffwrr, um ba$ 
SHecbt ber flSegtcttLing , bemor, roelcbe übrigens anberöroo 
oft ju einer $o|Te würbe, wie wenn fte bureb alte 3Bei- 
ber gefebab- gut bie ®rafen fübrte man an, bag btc 
Suben, faü§ ba^ Stecht ber ^Begleitung an bte ©tabt 
fiele, ni«ftt mebr natb granffurt wdbrenb ber Äetcböwer' 
fammlungen Fommen würben, „welchen glridbwolil ber 
3ufubr wie aueb ^anbetö unb SBanbclS willen gar febr 
baran gelegen, baß foleben ber 2Beg nidbt burd) bie 3u 
rtdbtttton beö ©tabtratbS, welker mebr für feine 
3uben alS für bie gremben beforgt fein wirb, 
üerf^errt würbe/' Da& ©eleit^gelb, um baS eS fieb ba^ 
bei banbelte, muß au* ntdjt gering gewefen fein, benn 
eS beißt, baß ber 3uben ^roftt tt ta& (Quantum wietmald 
überleg, wa^ bem Sfeicb^marfdball bco cessionis au* 
iioii Ui»us juriuni stiorum afftgntret worben" '"). ©tefe 
Abgabe war bte legte üaft auf ben ©cbultern ber Suben, 
wie fte ein(l bie erfte gewefen. Sie mürben baoon bt- 
freit burd* bte über 2eutfcManb unb Europa ftcb üerbrei; 
tenbe allgemeine Humanität, boeb fielen mit ibr nidbt alle 
Scftranfen^ wet^e ben Suben mm SBürger trennten- 2>tc 
Jtnecbtfcbaft ber Äammer batttn nur bie babfüdjttgffen 
Äatferin ibrem holten ©inne in 3fusfübrung gebracht; 
ber SeibjoU batte, oljne allen b^bern ffle(btsanfprudb r aut 
einem burebau? allgemein menfebücben unb (laat lieben 
Jribut, ber |janbel6jleuer, ju einer ©flaoerei gefübrt, bie 
eben jeben 3uben als einen unfreien SRenfdben etnirbrigte, 
ber fein Sfedjt ju bem SJßben bat, auf ben er tritt, unb 
beffen febenbigeö Dafein fo wenig in "Änfcblag fommt, 
baß er alö entfeetter Äorper noch eine ©adje war, 3n 



38) Spie! er, ©efdjtdjte 6er 3uben in ^)eutfd)(anb ® 234. 
M) eubeiot^, anduteruitg ber ^ülbentn ÖuUe 2. ®, 330 fg. 
40) Der greifeerr von ©tingcl&eim lagt in feiner Urfunbe oonr 
II. 3uni J9U4; „bat felber brn feit unfÜTbenetidjrn 3abren bei 
feiner in bem SBe§trt beä ^ur;pfa^booerifa)cn JüL^enctrö Strdu 
bing gelegenen <f»errfajaft S(ftämtierg bcflanbenen bruetenben 3uben 
tetbjoU, oermige welkem jeber burOjreifenbe 3ubt für feinen unb 
tn feinem befolg befin blicken Äopf, eß mag felbrt einem 
$ferb ober |>unb ange^rt (faben, jeber o^ne Söiberrtbe unter ber 
Sfrafe ber Gönfiscirung feinet rämtnttt4cn SJermi 
gen^ 17 JCreujer baar entn^ren mufte, birmif auf croige Seiten 
ein für allemal gdniltd; aufgehoben unb . . . feinem Beamten ba 
felbft bie brlrimmte "söieifung ertheür babe, ben in benen beiben 
9öirt^^*iufern enormen äue&diitfefdjitb angtmal?Iet geroefenen ret- 
fenben 3uben auübftyn unb oerroifdjen tu laljen." Sß$l 
©efteppter, Auf Hebung be* 3uben[eib|oU« ®. 171. 3n .ftlein*« 
^nnaten ber (SJefewiebung £at ein SJaU bte Uberfc^rift; „£er 3ube 
We^emtai 3et?ubc 8etb raubt, um bet» # fceibfoü" §u erfetwingen." 
3?6nne unb Simon ©. 913 9tate< Übngenö lefe man bie luä 
lügt auö ©rtibenbadj'e doigabe bä (SdfccppUr <&. 114 fg„ 
ber mit mrnfäenfreunbliiera Sinnt biefe« Äebermaunß (Jrma|jnung 
tbut, 

12* 



JUDEN (GESCHICHTE) — 92 

ber benfwörbigen Urfunbe ©ünt&er'S oon ©c&warjburg 41 ) 
.fceißt eS, baß bet 3ube 3faaf fär feinen „gotin SBiU 
Jen, ben er ung bicfe unb oiel getan fcab," traft bie* 
feS ©riefe* „gefaxt fp unb ire £abe, 3ofleS unb ©e- 
leipteS in oücn unßen @ert$ten, wo eS Unß ober ben 
unßen geboten m6cfote, baß foHe fp 'XlleS »ertragen fp, 
alßo bicfe unb alßo ofte, als pn baS notfc t&ut" u. f. w. 
3m 3a&re 1737 4? ), am 20. SÄdn, bat eine £o#fürfIlic& 
onoljbac&föe SSerorbnung ben inlanbifgen Suben grei^eit 
Dorn 3oll oerfc&afft, ben aber bie ©äße no$ jaulen muß» 
ten. Aber erfi bie legten ©ecennien beS 18. Sa&r&un* 
bertS, too Sofepfo IL, ber wa&r&afte Xpojiel ber 4>um* : 
nitdt, feine fegenSreic&e SBirffamfeit äußerte, Raufen ft# 
tiefe (Sbicte; baS £ofbecret oom 19. G&rifimonat 1781 
lautet: „Seibmaut, boppelte (Seric&tStaren 4S ) - Jaffas 
.unb Kepafjir s SRaAtjettelabgaben ber Suben fcören auf;" 
baS oom 11. Suli 1782 bebt bie 2Rauti> *u JDfen auf, 
baS oom 22. £>ec 1785 ben ©rfafe ber jubiföen 8eib* 
mautf? in »Jörnen "). 3m Safcre 1787 fcob griebri* 
»ityelm IL in Dreußen ben SeibjoH auf 45 ). „3Ran &d«e 
baburcfr bie jubiföe Nation me&r oon einer (Srniebrigung 
at* einer Idfiigen ©Tagung befreien wollen." 1791 fcob 
tyn ber ©rjbiföof oon ©aljburg auf 46 ); im 9*affautfc&en 
warb er 1801 ni$t nur für bie Snldnber, fonbern au$ 
ffir bie ÄuSldnber, gegen bie ein reciprofeS Serbalten 
ftattfanb, abgerafft unb mit ben Surften &u ©olmS beS; 
ftalb ein «ertrag abaefäloffen 47 ). Um 23. April 1803 
bob i&n JBraunfc&wetg* Lüneburg, am 25. April Äarl, 
gürfi ju Sfenburg, auf. 3n »raunföweig fcatte man 
tiefe ©nabe ben Änjhenjjungen beS ^o^erjtgen SSrael 
3acobfon, in Sfenburg etnem anbem nid)t minber ebek 
müßigen unb für baS 3Bo&l feiner (SlaubenSgenoffen eif* 
rigen 9Ranne, bem |>of* unb äammeragenten SBolff 
»reiben bac^, ju banfen 48 ). Am 23. ©ept. fcob ibn 
nur mit StetorftonSbebingung Äur&effen auf, am 15. ©ct. 
©olmS K6belbeim "). Auf »reibenbac&'S ©efucfr warb 
er in $ombura am 7. 2>ec., in Äföaffenburg am 19. San. 
1801, in ©cpimberg bur# ben grei&errn oon ©tingeU 
}eim am 1. Suni, in gfranffurt am 24 Äug., in^ejfen* 
JDarmflabt am 19. San. 1805 befeitigt. 3n allen btefen 
Crlaffen wirb »reibenbacb'S Warnt erwd&nt 60 ). Sacobfon 



— JUDEN (GESCHICHTE) 

fcatte baffelbe in fturbaben bewirft; wd&renb im $erjogs 
t&ume Sera am 20. San., in 3Recflenburgs©treli& am 

18. April 1804 ein @lei$e* erfolgte, fcaben anbere gür* 
jlen, wie bie oon Anwalt *25effau, SBtebsKunfel 51 ), 9leu* 
wieb, SBalbecf, £obenlo&e, baffelbe getyan"). 3n S3e> 
*ug auf auSldnbiföe Suben warb er in |>reußen föon 
1788 M ) aufgeboben, in »aiern 64 ) 1799 übergangen, in 
Saufen, wo er bis 1813 eriftirte, bur$ baS ruffife&e 
©ouoernementSpatent oom 28. 2)ec. 1813 abgef^ajft 5Ä ). 

9?ur baS JRetorftonSoerfrdltniß gegen JRußlanb, mU 
tfceS im Äöni^reicfte $olen am 26. 9loo. 1822 ben 3u- 
bengeleitjott für eine fortbauembe Abgabe ertlarte, ließ 
ben ©eleitjott für Suben. auö bem Xönigreicfte $olen nidj>t 
abfcbaffen; am 11. ©ept. 1823 regulirt, eicijlirt nocb oom 

19. San. 1831 eine üöejlimmung bar&ber, wobei aber 
am 26. JDct. 1831 wieberbolt wirb, baß bieß nur für bie 
beiben ?)rooinjcn ?)ofen unb Preußen gelte 56 ). 9lur in 
9tieberöjierrei$, namentlich in SBien 57 )/ eriftirte ber ?eib- 
joll nocft bis in bie neuejle 3eit, unb ju bem (Snbe war 
bort nod^ ein Subenamt; Sn- unb ÄuSldnber fyatten ju 
jatjltn unb nur turfifc^e Untertanen waren frei. 

liefen ©runbftupen ber politif^en Stellung ber Su- 
ben im teutfcben Sfett^e analog waren tyre SSer^dltniffe 
im gangen c^rifllic^en (Suropa. 6S bebarf ba^er nur einer 
furjen überfielt berfelben. ©aß innerhalb beS teutfcben 
StekfteS bie oon bemfelben belehnten ©tdnbe baS Äedjt 
an S3efi6 ber Suben unb bie SKeinun^ oon tyrer in* 
ferioren ©tellung immer weiter unb fpeaeller entwitfelten, 
ifl fe^r natürlich. SBie ber große ©taatsttrper t\a<f) unb 
nact) in oiele f leine jerfplitterte, fo oerfoljjte nac^ bem 
^infe^winben ber 9Rac^t beS ÄaiferS an bte Suben iebe 
2enitorial^errfc^aft i^re eigene Abfielt unb 3wecfe gegen 
biefe, aber immer unter bem legitimen ©$eine, wie eS 
baS Äaifenecftt getyan. ©elbji baS 19. Sabr^unbert iß 
no$ nic^t oodßanbig über biefe Folgerungen binauS^ 
fommen. (SS wirb bie 3eit beS SntenegnumS als bte? 
ienige genannt, in weiter ftc^ bie SanbeS^enen juerfl 
oodjtdnbige fRttbtt Aber i^re Suben anjumaßen angefam 



41) 3ounial oon unb für SDeutfälanb 3. 3a(t9. 5. Gtüd 
e. 436. e^eppler, Äuftcbunfl be< 3ubenlefb|oU* ©. 10. 150. 
42) ©^eppler ©. 67. 43) ö« muften ndm(t(b bte 3uben in 
©im in caiwif juathiac unb graüae eine boppelte Zan begaben, 
»erf^ebene yroceffe r bie 3uben bagegen eingeleitet, aber nüftt ße* 
wonnen ^oben, eno&bnt ©eftubt, 3ubif4e aÄerfwürbiflt Cont 2. 
p. 96. 44) edjeppler 0. 153; 09I. e^ebter, Surißifcbe 
ibbanbU 1, 214. 45) 6$eppUr ©. 69. GSfraon unb 

aibnne G. 212. 213. (5« ift baber bie Jtuferung oon 3oft (@e^ 
faid&te bet 3«roeliten 10. 2fbt^. 3. 0. 1 9tott): „örft 1803 bq<m* 
nen eimetoe Staaten ben eeibjoQ aufiufteben/ 1 ni<bt »enia unae« 
nau. 46) e«eppler ©. 77. 47) »erfelbe e. 159. 160. 
48) SDerfetbe 6. 78—80. (Sinti ÜXanneö, mit SBolff 8rei* 
ben b ad), ift in neuerer 3eit, wie in ber enod^nten neuen 3übi> 
feben ©efdn'Äte oon Soft, mit Unre$t nidjt gebaut »orben. 49) 
«Aeppter 0. 162—164. 50) Sreibenba<b »ar 1804 in 
dltQtriSbiiTQ, too er bie SRiturirtung be« äurfurjten «dcb«er}!an5» 
ler« §ur Xbfcbafpmg biefe« dode* erreiebtt. 3» bem oom 19. 3an. 
bartrten ©^reiben ^eift e«: ,#2>em far^effif^en -ftoffactor unb 



furftl. ifenburgifeben ^ammeragenten $arn Br. wirb auf feine bem 
furf. ©ouoemement übergebene Corfteflung , bie hierauf oon Gr. 
(urcr|!an}Iif(ben ©naben erfolgte gndb. (Sntf^ltefung babtn trbffntt, 
»ie ne^mlidSi 0e. furf. ©naben butdj bie oon gebautem itammer* 
ogenten in ber enod^nten ©arfleflung angebrachten ooUmicbtigen 
©ränbe fotoo^l a(f burtb bie oon bem Vertreter feiner Nation fetbjl 
mit fo oteler ernfftafter S^dtigfeit, SBdrme unb Überzeugung be« 
triebenen, t^m |um Btu^m unb @Jre gereiebenben menfrbenfreunb* 
lieben perfbnlicbcn »enoenbungen bewogen, ben 3ubenteib*oU abux* 
Waffen." 6a)cpp(er 6. 167. 

51) ®ie früberen «cbingniffe beö 8eibjoa« bafelbfl, buro) bie 
baS 9tbitt felbfl »ieber in fttoei 3oüdmter lerffel, ogL in ber Ur* 
funbe bei Äopp I. ©. 118. 52) ©djepplec 6. 84. 85. 

53) Könne unb 6imon @. 213. 54) Kretin (®efcbi<bt« 

ber Suben in Saiern 0. 100) bemerft: „baf bie prooiforif<be 
SRautb -. unb 3odorbnung ben 7. 2)ec. 1799 oon ben 3uben fetoe 
au«brti<flidjc (Änodbnung maäjt, fonbern imOTgemeinen alle dltere 
aRaut^ unb 3o(forbnungen aufbebt, moburo) alfo aud; bie oben 
angegebenen Verfügungen über ben 3uben(eib|oll fHflf<b»etgenb mit 
aufgeboben finb." 55) Könne unb Simon 0. 312. 350. 351. 
56) SDiefelben €5. 446. 447. 57) £tfe Suben in ößemia> 
L &. 289. 



JUDEN (GESCHICHTE) 



— 93 — JUDEN (GESCHICHTE) 



gen fcoben, weit fein Jtaifertfram, fte ju freanfpnuften, t>or* 
^anben war. 3m 3ab" 1297 ") Ratten in ber SRatf 
bie aftfaniföen SRarfgrafen Dtto unb Aontab fc&on eine 
üoOßdnbige Subenorbnung gegeben, nacb ber fein Sube 
in ber ©tabt wofcnen burfte, bei ntc^t 10 2Rarf eigen 
batte. hiervon mußte et idbriieb ein gotb in jroet Sets 
minen begabten (3ubenfteuer); bereite jebnidbrige Änaben 
mußten ©c&u|brtefe erbalten, wofür man oier SRarf be* 
jablte, unb bie SRagtffrate fonnten bei ber äufammen« 
föießung öffentlicher Abgaben au$ t>on ben Suben ein 
©olibum entnebmen. 3m Sabre 1324 oerfaufte £er}og 
JRubolf oon ©aebfen atö Äbminiffrator einen 9>Ia| jum 
SBeardbmfj ber Suben in ©panbau unb ber JRatb befam 
bafur idbrlicb ein ©eboef unb 13 ©roföen alS ©runb* 
jtnS; für jeben fremben Suben, ber beflattet würbe, ge* 
bubrte eine Abgabe. J)em ^farrbenn in 9teu - JBranben^ 
bürg jablte bie ©pnagoge 30 solidi für Opfer unb 
anbere* *•). SWerfrourbig ifl bie Urtunbe *>on ÄgneS oon 
SBraunfcbweig, ber ©emablin be$ ÜRarfgrafen SBalbemar, 
nacb ber bie Suben jebeS 3abr 20 ÜRarf branbenburger 
©Über „nomine contributionis" bejahen mußten unb 
in ber ber XuSbrucf „Judaei nostri" öorfommt 60 ). 
tubtmg ber SRomer nennt fte noeb beutlicber in feiner 
SonfUtution für bie Suben in ^rigtoalf „universos et 
singalos Jadaeos praesentes et posteros Camere 
no$tre servot"* 1 ). 3m 3abre 1349 6S ) wirb berietet, 
baß bie Suben in ©aljroebel alle Sabre um SBeibnacbten 
6 SRarf unb Sobannfe 6 3Rarf ©ilber erlegen mußten, 
einen 3in«, ben ber 3Ragij!rat niebt ju erfctyen berfpraefc. 
Son SBa$ten, Älofterlebn, ©c^oß waren fte bagegen frei. 
9tidbt minber warb bie #anbel$jieuer eingejogen. Subwig 
ber »6mer feftt 1364 M ) fejl, baß bie 3uben einen ©#tU 
ling oon bureb Vti^toalt geführtem fofeberem SBeine unb 
*on einem tobten Suben einen Sterling ju ö afclen baben» 
€* batte Äarl, ber r6tmfd?e Xaifer, welkem nacb eigenem 
Xuftbrucf „oon be$ ^eiligen 9tetc&3 wegen in be$ Stau 
ferS «Kammer alle Suben gebirent" im SJanbbucfre ber 
Start Sranbenburg M ) unter bie ©nfünfte btefe$ ?anbe8 
afö nk&t unbebeutenbe bie »on ben Suben aufgejdblt. 
(Sine Äataftropfcc für bie jubifc&en SSerbdltniffe in ber 
SRart entflanb bureb Wppolb; biefen ber ginanj- unb 
£eiltu»8 gleicb tunbigen ÜRann batte ein Sbict jum 3ns 
fpector über Subengelett, ©(bubgelb unb ba* ju liefernbe 
©ilber, um fte beffer controliren ju f6nnen, eingefefct; er 
beforgte bie ftirffirjKicben ©elbanleiben, ibm mußte ba* 
©c&ufcgetb entrichtet werben, ©tefed Umt mußte bem 
Subeh unter feinen ©laubenögenoffen, wenn er e$, wie 
er foQte, verwaltete, #a§ erweefen; fte verfolgten ibn, 
aber mit feinem ©turje traf fte Stile ein traurigeö ©dticfc 
faL ©er SBergiftung feine« Surften, be$ Jturfurften 

58) ttnt, Branbenburajfdje Urfanbenfammlung L 0. 49: 
„quod dkti Judaei commam jure gaudeant civitatis." 59) 

Annale« ber Stoben in ber Mail Branbenbura ®. 22—30. 60) 
Gerken, Diplom, veter. march. brandenb. I, 49. 61) Gerten, 
Fragmente raarcJrica 4. p. 103. 2)en 3ubcn SÄoper nennt er 
feinen diacretum Timm Mayeram Camerae noatre terrum. 62) 
Vmaltn ber 3ubtn m. 35 an« 8enj 1, 196. 63) VnnaUn ber 
Snben 3. 39. 64) ed. Berzberg p. 14. 



Soacbim'd II., angesagt, würbe er bureb Solter ju Qu 
flanbniffen genötigt unb auf barbarifebe SBeife get6btet M ). 
Sobann ©eorg üertrieb nacb biefem $rocejfe 1573 alle 
Suben au« ben branbenburgifeben Sanben, naebbem fte 
3m>entarien, Unterfucbung^foflen nebß Äbjugögetbern be« 
jablt bitten, ©ie waren nur furje 3eit entfernt. 3m 
Sabre 1700 befanben ftcb fc^on wieber an 1000 oergeleu 
tete unb unoergeleitete Suben bafelbfl. 25aS Subenregfc 
ment griebricfc'S beS ©roßen oom 17. April 1750, mU 
cbeö bis auf ba« 3abr 1812 ber eigentliche Äanon ber 
preußifeben ©efeggebung blieb, i(i erji im Sabre 1756 
am 18. Suli in bie (Sbictfammlung aufgenommen 66 ). 
S3i§ babin war eine Äbfcbrift bai>on niebt gemattet %t* 
wefen, auf Anfügen ber Suben 67 ) jwar bewilligt, bo$ 
bureb bie SBorflellung ber Zfabemie ber SBiffenf^aften 
aufgeboben worben. %iix ba« SBerbaltniß ber Keiflungen 
ber Suben an bie ©taatScaffe batte e« nichts gednbert, 
unb bie Abgaben, welcbe fte ju jablen batten, waren 
ungefdbr folgenbe: 1) 2)a« ©^ufegelb. £ie erfle oer* 
geleitete gamilie bat im 3abre 1671 nur 8 Sblt. bejablt 
unb war Dom ?eibjott frei. 6« würbe feit 1684 im 
©anjen bejablt 68 ). 3m Sabre 1700 war e« auf 3000 
©ufaten in jwei Serminen fejlgefefct 69 ). ©n ©efeft Dorn 



65) 3n einem }ettgen6fftf(ben Keimbucbe ^etft rt oon feinem 
SSerbrecben: 

(Seufel) ©em er ficb ßanft mit ©eet unb 8etb 
gär eigen geben, mit <5$riflenmeib 
Er Uniucftt triben, and) wer er 
Ein Gifftkoch, Zauberer, 
Ein meyneydiger Ubcltheter, 
Ein Mörder, Dieb und Erzverräther. 
unb oon feinem JJobe: 

Drum man auff der brücken schleifft, 
Zerschlägt ihm die Glieder mit dem Ratb, 
Nachdem man ihn geviertheilt hat. 
Sein Ingweid man mit fewr verbrent, 
Auff der Strass ist gehengt arm, fuss und hend, 
Sein Kopf steckt auf S. Georgen Port. 
f. ffiarjafftige ©ef^ieftt unb @recution 8eupolbt 3ubend, me(4e in 
tbme feiner moloerbienten / groufomen unb unmenf^Iid^en Saaten 
halben, fo er an bem unfähigen Qxiftlityn S3(ut begangen, ben 
28. 3enner« 1573 ju öerlpn na* tn^alt göttlicher unb tepferutyr 
SRec^te Donogen worben tft. ©ameben fur|lid) feine unb anbrer 
Suben Snranne», fo etwan oon tynen wtber alle menfd^lia^e %1fti* 
ten unb mitleiben gegen bie ßy'rifienmenföen geübt/ aus glaubrndr« 
bigen $iftorien allen frommen ^rijlen §u Siat unb ©arnung, bat 
fte ft$ oor folgen ©lutegeln befto forberlidjer miffen ju bäten, in 
»eimen gefleUt unb an tag geben L. F. Z. T. 1573. 4. JDirfc 
©ebrift ift feiten. Übrigen« ifl eö enod^nenömertj, baf jcttgen6f« 
fif4>e Autoren Ui Srnxfynung be« furfurfllic^en SEobe« nid)t< oon 
Sippolb fagen? cf. Engel, Rerum Marchicarum Breviarium (Wit- 
tenberg 1593. 4.) p. 156 unb bie 8ei*enreben in Küster, Biblio- 
theca Brandenburgica. (Breslau 1743.) p. 425 aq. Jerner er« 
»dftnt eippolb'« berdebernbain t>. dltntfd) u. f. m, Ski. Xn* 
nalen ber 3uben e. 66. 67. 127. 133. 66) ^a* *enfe4 

oon 3>onner*marf bti Stbnnt unb Gimon ©. 210 9tote. 
67) dtubo (die »e^ttper&dltnifTe ber jäbif^en (Semeinen. [Berlin 
1844. 8.] &. 5) übergebt bie«. 68) „Unb bieweilen ftierndcftft 
bie oergleitete gamilie oerm6gc be« in Anno 1671 fni ber erften 
9{e B eption gemalten Bebinge« jd$rli<$ ein gar geringe« unb mit 
8 ffit&lr. an @a>u^gelb entriö^tet baben." Berorbnung Dom 24 
3an. 1701 bti Btbnnt unb @imon @. 208. 60) Der CtyUif 
ber ebenermd^nten Berorbnung iß bemerfen«n>erty. Da adnäUd 



JUDEN (GESCHICHTE) — 94 



JUDEN (GESCHICHTE) 



3a&re 1728 befh'mmte 15,000 Sttblr.; im Sabre 1768 
würbe e$ auf 25,000 ertoben, ©er Borfianb bet @e* 
mcinbe repartirte bie Abgaben na# 8Serm6gen*umftdnben. 

2) 2)ie ©Überlieferung 7d ). 92a^ berfebiebenen Sfc'fcripten, 
t>oit 1763 — 1766, mußten fdmmtltdbe Subenfcfcaften 
12,000 Warf ©Übet an bte 9tfinjbtrection in »erlin 
geben, fffir jebe nic&t gelieferte SRorf batten fte 2 Sb^- 

Ju jablm. (So n>ar eine febon ju JKppolb'S 3ett be* 
tebenbe JCbgabe, ba ber äurfurfi webte einwanbernbe 
Subenfamillen nut aufnebmen wollte, wenn fte 400 SRtblr. 
idbt(td) unb 300 Statf ©ilber an bie SJtönje jablten. 

3) JRefrutenaelber 71 ), ba t'bnen bet SWilitairbienfl unters 
fagt war, 4800 «tblt. 4) 3ablungen gut Saffe be* ?eib- 
laufe* an 300 dttblt. ®t6ßtentbcilö ben «efhrebungen bet 
Suben gegenüber waten bie Sei^dufer eingetütet wotben 
unb babet biefe Abgabe. 5) Äalenbetgelbet. An 400 JRtblt. 
fftt bie XFabemte bet SBiffenfcbaften. #ietju famen ©ib 
terteeifen *, tropftet *, 3nbemnifation6 -, ßottefponbenjgek 
bet in bet 9leumatt. 2tn$ ?agetbau§ jablte bie 9teumarf 
500 JRtblt. unbestimmte Abgaben 71 ), wie ffit bie Sejtd* 
ttyung bet ©emeinbedlteften, an ©ubleoatioirfgelbetn bei 
umfltqem obet blinbem geuetldtm, ©tempelaebfifc 
Ten bei JBefefcung be6 etfien unb jweiten ÄinbeS, ©btfW 5 
tungSföeinen, #eitatb$bi6penfattonen, f)atapbernalfieuetn, 
®ebfibten ffit ba* Stempeln bet IBldttet in AanbetS* unb 
f>fanbböc&etn. Auf Unioetfttdten mußten ÜRattifel unb 
Siplom b&b" bejablt wetben, weil bie 3uben deterioris 
conditionis waten. Kalbern bie inldnbifcben 2etbj6fle 
1787 abgerafft waten, mußte, bte bie Xbfdjaffung auty 
bet au$lanbifd)en einttat, jebe$ SRal baö pteußiföe Snbi* 
aenat befc&eimgt wetben. Dagegen waten ©tbul* unb 
öffentliche ©ebtenten, Sobtengtdbet unb SBebemöttet t>on 
Abgaben frei, weil fte feinen ^anbel tteiben butften, 
ebenfo wie ÄtanFenwdttet, Subenföulmeiftet unb Äldppet; 
bo$ mußten fte nacb Betbdltniß bet ©tabt, in bet fte 
lebten, 5, 3 obet 2 flttblt. Sfeftutengelbet bejablen unb 
$Etaufd)etn$gebfibten enttiebten. 3n einet Snfhuction 
oon 1799 wetben bie 3ubenfa$en als ein befonbetet 
«ßaupttbetl bet ginanjen ben SttiegS - unb ©teuer- 
rdtben jum ©tubium befonbert empfoblen 7r ). JRafffc 
mrt wat bet ©cbarfftnn, mit welkem man aus bet ?e- 
gitimttdt be* SubenfcbujjeS bie ©taatSeinfönfte gu oer* 

1000 3ubenfeelen ba ftnb unb mir ber Unterbau für jebe in ber 
ttoebe 1 fttblr. ma$t, fo a.ibt bat 52,000 «t&lc, welcbei Duan* 
tum fte aufer einigem 3»eifcl oon bem 8Bu<ber, ben fte attt ber 
Gbriften Starm&gen sieben, berne^men, babtngegcn bte obigen 3000 
fttfalr. niebt einfiel bie Summen ber gewo(nlt<ben Sntereffen 

k i fteogent errei<bet u. f. w tonnen fub atfo bie oergfei* 

teten 3uben be* quanti falber, wenn man ber ©adjen retbt auf 
ben @runb jtebt, im geringsten nitbt befdjnxten." 

70) griebldnber, VctenfHkcfe, bie Reform bet jäbtfcben Go* 
Unien im preuffftben ©taate betreflfenb. ((Berttn 1793.) 6. 57. 
71) 9(aA ber »erorbnnng oorn 24. April 1728. grfebtdnber 
e. 57. 58. Jtocb, JDie 3«ben im preufhT<ben ©taate. 6. 44. 
Vnnaten ber Snben G. 66. mbnnt unb ©imon ©. 209. 72) 
Oine ber unbefHnmttm Auflagen mar bie eon 8000 9tt((r., we(<b< 
fit für bie Oriaffttng beg 3ubenjef<beiit, ba« <b«en 1713 in befon« 
bem JtUJbwg unb *dten geboten wtr (6*ubt, 3aWf*e «Xcrfi 
«Acbfae. C 3K), geben motten; f. «onne wak Cimon CfQ8. 
TS) llttbo a. a. O. •. 6. *e*te. 



mebren wußte, ©n Xmerifaner 74 ) nennt bie @efe^gebung 
Sriebricb'd be6 ©roflen, foweit fte bie Suben angebt, eine 
weflgotbifc&e; fte war jebotb ben Boraudgdngen in SCeutfcb- 
Ianb ganj angemeffen unb ifl troft ÄBem fein minbertf 
3eicben etneft großen ©efefigeberö. Jfriebritft flanb ni<^t 
foweit fiber feiner 3eit, um fte ju »ergejfen, unb tannte 
fte fo gut, um ju ber&(fftcbtigen, wa* notbta war. Daß 
er eine ooüfWnbige Cin^eit M ®tftM für bie Suben 
femer Sanbe beabftc^tigte, war ber wrjuglicbfte gortfebritt. 
3n feinem ®efe|e waren alle SBerbdttmffe ber Suben er? 
febipft, ein Cbict umfebloß ade, eine (Kgenfcbaft, bie 
aden neueren @efe^en gefebtt bitte. (Er betrachtete bie 
Suben, je freier fein Sinn in religt6fen Dingen war, 
t>om floatlicben @eft$t*puntte au«, unb nur in fofern fte 
bem ©taate nu^licb fein fonnten, trat er ju ibnen in ein 
mUbere* SBerb^ltniß. Sfftt ganjer ©eele ben Gulturfort- 
febritten feinet Untettbanen na^ban^enb, begfinfüate et 
biejentgen oon ben Suben, welche tbm fftt biefe 3werfe 
bebilflicfc waten, unb ftieß jeben ®ewetbdtrieb bei ibnen 
juruef, bet bem SBobtftanbe bet Untettbanen f^abete. 
gtiebtieb baebte nut auf ©taatöwoblftanb, Äuc^ auf bie 
Suben batte feine fltegietung ttofe bem einen unenblicb 
guten (Sinfluß. Wut em ®efefe, ba« anetfannt unb ftatf 
wat, wat ibnen nötbig ^ewefen. ©ie fcbwetßen fßt: 
bingunaen etfauften e$ ntt^t gu tbeuet; nut unter bet 
febwanfenben SBiQf&t eine« unffebetn ?eben* gebeibt unb 
lebt man ni$t. gtiebtidji bet ®toße wat eben in allen 
feinen Äußerungen flaatficben ttbtnt gebanfent>oO; feine 
@efe^e tonnten ftt^ etldutetn, benn betfetbe @eifl belebte 
fte, unb untet foleben entwicfelt ftcj, wo« fl$ m tnU 
wicfeln fdbtg iß. Sei feinem 2obe biÄbten bie iubtfrf>en 
Setbdltniffe mebt ald je, bie meifien Suben befcbdftigten 
ft$ niebt bto* mit ©elbgefcbdften ; gfabtifen unb Snbuptk 
waten in ben ^)<Jnben betet, wetebe, weil e* bet Staat 
wollte, bem ^taatt nüfcten. 

gtiebtitb SSBilbelm D. b«t feinen götigen, ben Jfobe- 
tungen bet 3ett ft<^ anf($miegenben ©inn für bie Suben 
mebtmalS offenbart. Slicbt blo«, baß et ben SeibjoB ent^ 
fetnte, et gewdbtte ibnen ffit bie 3wang«abnabme berliner 
ftotjellanö bie (Stiegung t>on 4000 Sltbltn. fftr tmmet unb 
ben freien £anbel mit bemfelben; er bob bte foltbarifebe 
JBerpfßcbtung auf, nacb ber bie @emehtben für bie Xb« 
gaben ibrer Witglieber haften mußten; feine ©d^u^prbts 
legten waren menfcftlicb/ unb febon er gemattete oontebmen 
3uben, wie bem SSanquiet Sfiip, t>ollß<{nbige 9}atnrali« 
fationöpatente. Die ©tfitme, bte untet tbm Suropa ets 
griffen, b«ben allein ben Äugia*ftoH ifibtf^et Sormtbeile 
mit einem ©ttome oon ©Übung temigen f innen. 3m 3. 1801 
etjt wat baS ®efeft aufoeboben, nacb bem bte ®eraetube 
ffit ben ©iebflabl be« Sinjelnen eingeben mußte; 1808 
Wen febon bie ©tdbteotbnung bie Suben ju betutffteftttaen; 
bet U.SKätj 1812erbob fte ju ©taattbfirgern mit aBemtgen 
Saften unb Siebten berfelben. (Bö war in einer 3eit ge- 

74) Frncott (History of Ferdinand ind ItaMla 10. BdT 
tion t. 2. p. 119. m. 30): „the iüberal ind MMd ■ 
kgidatiM of FrettHe in refMNBoe to fafe iewfaa 
t raat pp r ti um buk U tfce 4«t<Mt p«riodi #f the 
mooutky." 



JUDEN (GESCHICHTE) — 95 — JUDEN (GESCHICHTE) 



geben, bte, fo freigebig fte aud) xoax, ntc^t ©elegenbeit 
nebmen tonnte, allen Ängelegenbetten ber jibifc&en Untertfca* 
nen anregt ju werben; et mangelte i&m an umfcfcließenber, 
erfebopfenber Siefe, e$ würbe mangelhaft burefc ben £in* 
jutritt mebrer mit Suben bewohnter SJanbjhecfen, unb 
mti)x al§ 17 oerföiebene unjufammenbdngenbe ©efefcge* 
bunaen galten noefc aufjer bem einen Reglement oon 
1750, wa$ noefc ni<$t außer Äraft getreten war unb erji 
burefc bie Xuöffibrung be* ©efefceö Dorn 23* 3uli 1847 
gan{(i$ in ben £tntergrunb tritt. 

3to ber jweiten ber fogenannten alten preufHfäen 
f>rooinjen, ©Rieften 75 ), erfldrten fcboniöolfo oon ©djweib* 
niß 1295 unb #einrt# III. oon ©logau bte 3uben ibrer 
jtammer jugefcirtg, oert&eibigten biee aW ibrem ©eri$t6? 
fprengel gebubrenb, ein fRtdft, ba$ fie mit %bel unb 
£ofbebtenten teilten. 92a$ bem 8anbbuc$e beö 
gürfttmfcuraö SBrdlau unb ber 9?eumarf jagten bie 3u* 
ben ben censas regius (Ä6nig6jin$) , ben f)erfonaljtn$. 
9lac& einem 9>rioileatum oon 1288 batten fte auefc )u 
ben 3Ba$en unb Sejtungö werfen beizutragen, wa$ fte oft 
im ©anjen bejahten, wie bie S3re$lauer ben ©(ogauem 
berieten. 9tac& ber föweibniber SBiUfur oon 1328 
muffen fte „schozzen und wachen und czu andern 
Nucze der Stat helfen als eyn Burger." ÜÄit ber 
fortfefrreitenben ©ermaniftrung bei £onbe* werben and) 
bie j&btften Berbdltniffe fc&lec&ter. Sobann gemattete ben 
Sre&auern, 60 3Rarf jum S3au ber Stauern ju ergeben, 
Äari IV. 1347 bie (grbtyung bei ©*offe§ na$ ©utbe* 
ftnben; bann hmntt e$ aud) jefct oor, baß bie ffirjilicben 
Knieten an bie 3uben gewtefen würben. 3n ©fiepen 
batten bie3uben anfdnghcfc ein ertrdglic&eS* mttbeö ©ebief* 
fal. ©ie jaulten niebt mebr ÜRautb oon ibren SBaaren 
ate Sbrtßen, (eine Abgabe oon ibren Xobten, befagen 
Sanbauter unb waren woblgelitten unb woblbabenb; 1298 
föenften fte in Sunjlau eine ©umme jur ©efejKgung 
ber ©taM. Der ©teueroerfrdltnijfe, in benen fte ju ben 
gurflen bei fcmbtf ftanben, gab e* unjibüge, ber 83er* 
folgungen, befonberö im 14. 3abrbunberte, oiele unb 
blutiae, ber Serorbnungen unb Verbannungen bis unter 
bie ofierreicWcb« l>*nftbaft wiDttrlicbe unb erpreffenbe. 
Sine beffunmte Sonn nahmen bie Saften, bie fie trugen, 
erfl am 19. 3ult 1571 an; ba würbe ndmli$, naefcbem 
fefron früber gerbinanb tbnen eine 9>erfonalabgabe aufge* 
legt (>afte, eine Xcctfe eingeffi&rt, baß jeber 3ube, ber 
über 20 Safere alt, 2 ©ulben, unb wer Aber 10 3a&re, 
1 ©ulben jtyrtiä geben mußte, grembe 3uben auf 
SabrmArftra jagten einen ©ulben. $fir gerbinanb II. 
mußten fte ben ©olb ber Armee aeaen Siebenbürgen be* 
jablen. 1713 würben bie 3ubenetnfunfte an einen Suben 
ocrpac&tet; hmft beffen Slacftfic^t vermehrten flefr bte 3u* 
ben, unb eS würben no<b yoei erwdftlt, bie auf ba* 6in* 

75) Die dttaen ttotben ftnb aut 0ten|el unb 2§f (Joppe, 
Utfnnbenfanna. m Qkft. bet Urfpr. bei ©tdnbc in ©^teilen 

0. fi& *15— «17/251* Urfunbenf. 0. 78 fo. Gonft ngl. übet 
bie tustmbwcytt Chroo. piiiic. Poloo. tp. Stcnseh is. rer. Sites. 

1, 143. tter Serfola. RodU Chron. tp. Sammer$bery tt. rer. 
Sil«. I, 71.84. U$t9txn, GdfUfflfr fktfttnhont 743. 744 fo.. 
Jtlopf*, «kf«. M ÖcMKe*« wm C^ttal« (©log. 1847.) unb 
bea X#m N«w4 Oriort 1848 n. 1. rm Dr. ©fenec 



bringen ber ftremben TLd)t baben fodten. Sied tff bat 
Subenamt. Unter ber preußifgen »öerrfeftaft ^flanjten 
fi<b bie Abgaben ber 6ßerreicbif(^en fort. SBdbrenb Ue 
einen, wie bie jülger Suben, um naej S3re6lau }u tommen,. 
ein (Sntr^e begasten, mußten anbere Sagegrofcften, anbere, 
bie t>or ben SKboren übernachteten, ©cblafrreujer bejahten. 
(Sine »erorbnunß 00m 21. 9»ai 1790 batte biefe 3iu 
fidnbe mebr betätigt atö gednbert. ©er Jtanon ber Tfo* 
gaben befianb 1) in Soleranjfieuer, für bie (Erlaubnis 
tm fanbe ju wobnen; 2^ in ber ^erfonalaccife ; 3) in 
ber SiabrungSfteuer. ©te fltoffen jur ©omainencaffe. 
^ierju Famen nun no$, wie in ber Start, unbefiimmte 
©teuern, ©Überlieferung^ *, ©ermö?, Srauf^einös unb 
anbere ©eiber. 3Ber nac^ einem Xufentbalte oon 6 SEBo^ 
c^en im £anbe gewobnt, jablte einen 2tbftboß t>om S3er? 
mfigen. 3eben ÜRdrj würben bie SSermogenöumfldnbe 

Sef^dgt. ©0 ging ba* bis »um 3- 1812. Aber aueb ba6 
[biet biefeS 3abreö braute für bie Sage ber 3uben unterm 
©cepter beö preußifc^en Ä6nig6 feine wirfli^e Teilung, 
©elbfi bie gu ©Rieften binjugefommenen Üdnberfhecfen, 
wie bie Sauft!, mußten in einzelnen gdllen, ba fie feine 
Subenorbnung batten, unb eine anbere SSerfaffung alt 
©aeftfen, na$ bem allgemeinen ganbrec^t ftcb befiimmen 
laffen 7e ). 5Wic^t etwa, a(3 ob niemals bort 3uben gelebt 
batten. 3m 3abre 1424 gemattet ©iegmunb 77 ) bem 
Suben ©cbmuel oon Semberg, feinem ©obne 3onat unb 
Qibam (SaipbaS mit SBeibern, Äinbern, Dienern, 2>ie< 
nerinnen unb all ibren „äBrobeffem, ©c^ulmeifiern unb 
©löcfnern" im Sanbe für eine jdbrlicbe 3a^lung oon 
40 ÜRarf poln. fteben 3abre ^inbureb ju wobnen. Sbenfo 
würbe in ben beiben Ddrfern ©änterdborf unb lieber« 
aerla(b*beim , weil fte bibotiW waren, na<b b6bmif(^er 
Subenorbnung oerbanbelt. Durtb bie 2beilungen f>olen< 
war aueb Danjig mit feinem ©ebiete 1793 an Preußen 
gefommen. Die JBerbdltniffe ber Suben dnberten ftcb im 
Sabre 1807, ba Danjig ein Sreifiaat geworben unb nur 
ein 2b*i( bed ©ebietd bei Preußen blieb. 9lad) feiner 
Stnoerleibung entfianb bie Srage, ob überall bafelbfi bat 
©efeft t>om 11. SRdrj 1812 gelte, waS juerji bejabenb entf 
f (bieben, bann refhtngirt ju werben anfing. 2)at ©efej 
00m 25. Xpril 1832 l6fie bie ffiiberfprii(|>e- SRan un^ 
terfc^ieb }wtfc(en Suben in ben bei f)reußen oerbltebenen 
Sanbettbeilen, ben in Dangig einen rechtlichen SBobnftt 
|>abenben unb ben fpdter {)tn)utommenben. Die erften 
beiben würben nac^ bem ©efefte 00m 11. SWdrj beban* 
belt, bie lebten aber werben in ibrer Äufnabme oon ben 
Sebirben abbdngig gemalt. 3m ©ebiete oon SBefl* 
preußen, welket 1772 jum ©taate gefcblagen worben 
war, galt bat ©efeb t>om 17. April 1700; bie 1793 

76) Äocb, ©ie Suben im preufifeben ©taate 6. 294. 9ta$ 
gteunb (3ur 3abeuftagc ^eft 1. 6. 8), na<b bem Otefeie txm 
& ÜÄai 1751, roat namenttieb ben $anbel betrifft) H $ abfc 
biefe« weber ba4 le^te ber fd<bftfcben ^errfebaft, no<b botte et fein 
fernere* SRe<bt, inbem et, tote 9tönne unb ©tmon (©. 359) be» 
merfen, bur* bat preufifefee 9tefcdpt oam 3uni 1829 unb bat 
prtufifebe ^auftrregtement aufgehoben warb; ogl. ^einemann, 
^aebtrag ©. 9. 77) Carpzow, Annalet ZitUwieni« 4, 168. 
(^iflorif^er ®*oupla^ ber alten Ge^tfabt 3ittau.) 



JUDEN (GESCHICHTE) — 96 



JUDEN (GESCHICHTE) 



ttnb 1795 beigetretenen ©üb* unb Steuoftpreußen em* 
pftngen ein neu ©efefc am 17. April 1797, weld&e« bi« 
1807 galt. 1815 bei ber SBtebereroberung biefer ganbe, 
jwelcbe beinahe alle 1807 oerloren waren , fßlug man ben 
Äulm* unb 9Ricbelauerfret« mit ber ©tabt ä^orn ju 
SBefipreußen unb bilbete au« bem anbern ba« ©roßber* 
jogtbum $ofen. gut ba« legte iß ein ©efefc oom 1. Suni 
1833 gültig, woju eine Snfiruction oom 14. San. 1834 
tarn. £iefe bitten auf ben Äulm* unb 9Ricbelauerfret« 
feinen (Sinfluß, fonbetn bort würbe nacfc ben b^joglicb 
warfc&auifcben ©efegen, beren 2beil fte gewefen waren, 
geurtbeilt. 3n 9>ofen warb ein STefrutengelb nur bann 
familtenweife erlaffen, wenn ein Snbiotbuum freiwillig 
bem £rieg«bienjle ft$ unterwarf. 25er micbelauer Ärei« 
unb bie ©tabt 2born bitten ftcb burcb eine Summe oon 
116,666 2blr. 20 ©ar. oom ÜRilitairbienfle befreit, ©eit 
1840 bejiebt ein dbnhcbe« Berbdltniß wie in $ofen. 3m 
£erjogtbume ©acbfen ftnb bie Äccifeabgaben, bie für 
Suben oft jwei unb breifacb waren, früher nicbt gefefclicb 
aufgeboben aewefen. 3m 4?erjogtbume SBcjlfalen ftnb 
erjl 1832 bie Suben oon einem ©c&ufegelbe oon 1250 
Zblrn. unb in ber ©raffcbaft SBittgenflein oon 400 Sbltn. 
befreit worben. ©a« ©efefe oom 23. Suli 1847, welcbe« 
an bie ©teile ber Ungleicbbcit eine ©inbeit unb be« 
©c&wanfen« eine fefie SRorm gefcbaffen baben will, bat 
einer großen SRenge alter ÜRi«jfdnbe unb Unfreiheiten ein 
Cnbe gemacht. Ob allen, wirb eine ndbere ßrfabrung 
unb SBeurtbeilung lebren m&ffen; f)ter muft genügen, ju 
bemerfen, baß e« aucb nocb nicbt außerbalb be« SJanne« 
faftoniföer unb germanifcb^römifcber SBorurtbeile gegen 
bie Suben jiebt, baß bie« jwar nicbt burcb birecte Saßen, 
aber burcb inbirecte JBefcbrdnfungen beutlicb genug au«* 
gefprocben ift. 

„3n JBaiern," fagt SBiguleu« £unb 78 ), „waren bie 
3uben feit langer 3eit, unb wie fte felbfl gejianben, 
fcbon t>or ßbtijli ©eburt in 9tegen«burg. Den gärjien 
waren fte oorjüglicb in Srtminalfacben unterworfen, nur 
jagten fte unter bem SSorwanbe ber protection jdbrlicb 
ein Quantum, baß iß bie Subenfteuer, wober fte aucb 
bie gürfien ibre äammerfnec&te nannten/' ?ubewig 79 ) 
beruft ftcb mit Unrecbt auf biefe ©teile, um bie alte 
ÜReinuna ju erweifen, baß bie 3uben jlet« unter $rooin* 
jialbobett geflanben. ©rfl am 6nbe be« 13. Sabrbunbert« 
beben bie widfärlicben 9Raßregeln ber Surften gegen ibre 
Suben an; fcbon im Sabre 1265 80 ) fließt ber ^erjog 
oon JBaiern einen Sontract mit bem JBiföofe oon Ute* 
gen«burg, wonad) er auf 700 9>funb reaenSburger ©es 
nare oerjicbtet, bie ber JBifcbof wegen fruber ben Suben 
jugefögten ©c&aben« batte bejablen follen. 6rß oom 
Sabre 1323 81 ) an batirt man bie toodfommene #obeit 
ber £erjoge *>on Wieberbaiern Aber fte; e« mag baber 
4perjog ^einrieb ben ©eefenborfern oerjeiben Finnen, „baß 
fte unfere Suben verbrannt unb oerberbt baben." ^ein? 

78) Metropolis Saliflburgensis edit. 1719. p. 144. 79) 

örlduterung ber gülbenen ©ulle I- 8G0. 80) Ried, Cod. dipl. 

Ratispon. I, 479 |um 12. 3uli 1205. 81) Vtttin, Olefc^tc^te 
ber Suben in Sofern ©. 24 fg. 



rieft t>on Sanböbut brauste ibr ©elb, $er}og ©eorg t>er^ 
trieb fte, naeftbem fte 30,000 ©ulben bejablten. Snr 
Sabte 1555 waren fte auö allen bairifeben 8anben oer^ 
trieben, fte muffen felber betbeuern, baß fte ftcb allen 
^anbete unb Umgang mit ben bairifeften Untertanen 
entbalten werben, gur bie ©ureftreifenben war ein 3od 
beflimmt, ber überbauet in SSaiern eine außerorbenttiefte 
SBicbtigfeit erbielt. Bon ben 3uräcfgetommenen, fagt 
Kretin, geben bie gollegialacten M 17. Sabrbunbert« 
genauere 9iacbrt$ten, befonbert Aber 3ofls unb ©eleifc 
angelegenbeiten, waö bie ©efe^gebung um fo meftr be- 
aebten mußte, je mebr ber locale ©ebraueft SBicfttigfeit 
batte. SBenn im Sabre 1614 t>on allen ÜRautbnetn fite 
riebt gefobert würbe, foHte wabrfcbeinlieb eine Sinbeit 
bewirft werben, rt blieb aber alle« beim Alten. HU ber 
^faljgraf oon SReuburg SRfinjfldtten burcb Suben er« 
rieten ließ, mußten biefe, fo oft fte ben bairifeben Soben 
betraten, Seibjoll unb ©eleitgelb entrieftten, unb al* 1676 
flüchtige Suben mit t'brer $abt burcb S3aiem joaen, 
glaubte bie «^offammer bloö einfache 3Jlaut\) oon ioren 
SBaaren, wie oon cbrifllicben, fobern ju burfen, bie (fürs 
fürfilicbe SRefolution entfebieb ftcb aber ffir bie boppette. 
jDbfcbon ieber Sube, ber nacb SRüncben fam, juerji3gL 
unb bann ffir jeben Sag ttoeb 40 Äreujer ^eibjoH ju 
jablen batte, mußten fte bennoeb auf IBefebl 9Rar €mas 
nueM 1715 binnen 24 ©tunben baS ?anb rdumen. 
©er Codex Maximilianeus fegt fte in parallele mit 
^enfern unb ©cbinbern, unb aK folebe ftnb fte be* Ärieg^s 
bienfleö unfdbig unb ibre gotteöbienfilicben ©ebrduebe, wie 
ba6 2aubbiittenfeft, ftnb nicbt einmal ben «^offactoren 
gemattet. SWacb einem (Sbicte oom 14. Suli 1758 werben 
ade Suben, ebenfo wie bie Äfatbolici, bie nicbt« 9totb* 
wenbige« ju tbun batten, wegen ber möglichen Übeln 
Solgen btnweggefebafft. (Srfl unter Äarl Sbeobor würben 
bie ©a^ungen beö Cod. Max. für aOe bairifebe Sanbe 
oerbinblicb; bie legten Sabrjebenbe beö 18. Sabrbunbert« 
jeboeb brachten (Srleicbterun^en, wie bie, baß ben jäbtfcfcn 
Cbefrauen bie Wieberfunft tn ber ©tabt ju gewdbren unb 
bie Seier be« ?aubbfittenfej?e« für 500 gl. #brlic$er 3ablung 
an bie Ärmencaffe ju überfeben fei. 2>ie ©eiblaßen werben 
nicbt geringer; ba« Sabr 1791 erbob fogar ben ^eibgoO 
oon 5 Jtreujern auf 20, aber 1795 wirb er nur auf S3e* 
fcboltene befcbrdnft. ^eiratb«gelber, gemdßete ©dnfe, 
Äöbejungen ober 3ungengelb, Sagbfrobnen, ©runbjin« 
fommen noc^ außer bem ©$uggelbe in erbrfiefenber va$ 
wie überall oor. 25ie Suben in ©uljbad^ bejablten 
©c^uggelb nacb ©cbafcung, Zaren für bie latente, Zk 
gaben an bie ÜRarftfammer, unb burften peb gleicbwrf 
ben Ärieg«oorfpannungen, ©inquartirungen u. f. w. nicbt 
entjieben. 31« fte 1799 um Srlaffung be« 8etbjoD« ba^ 
ten, würben fte abfcbldglicb belieben, boefc tbut bie pro- 
oiforifebe SRautborbnung oom 7. 2)ec. 1799 berfelben 
nieftt mebr (Srwdbnung. Die {Befreiung Seutfeblanb« bat 
aud) bier bie Suben befreien belfen, aber noeb nicbt ganj. 
Da« Sbict oom 10. 3uni 1813 fann feine«weg« bem preu* 
ßif^en oom 11. SKdrj 1812 an bie ©eite gefledt werben. 
S« gibt jwar ben Suben ben Snbigenat, aber fein Staat«* 
bfirgerreebt. ©te tonnen im ÜRtlttair Dfftctere werben, 



JODEN (GESCHICHTE) 



— 07 



JUDEN (GESCHICHTE) 



über ni<b* alle (Sewerbe finb tyneft gefiattet. 3m ISefige 
Itegenber ©rünbe ffnb fte befc^rdnf t ; ibre Sorporationen 
finb »war aufgehoben, fle gelten ber politiföen ©emeinbe 
brt SBobnort« an, aber alte 9>rioilegien gegen ibre %uf* 
nabme finb nic^t aufeeboben, ibre Geffion oon goberungen 
gegen ßbriflen an Gbrijien ntc^t erlaubt, j()r (gib unb 
$>anbeltfbu$ oerbädjtig. Berbefferung jübiföer Siebte 
»ar mebrmal« angeregt, aber gegeben war bi« ju ben 
neueßen großen (Sreigniften nichts M ). 

©em £erjoge oon Öfierreicb bat fc&on ffaifer grieb* 
rieb I. in feinem Sbtcte oon 1156 Suben ju balten er* 
laubt. Sie finb aucb fortan in dbnltcbem Berbdltntffe 
ju ben »Öerjogen «blieben; griebricb ber Streitbare gibt 
tynen fc&on 1244 eine betannte Subenorbnung. @ie 
jablten aucb bi" ©cfcuegetb, wie au« bem 3agebu$e 
SriebrW« IV. beroorgebt, baß bie Suben in Öfterreicfc 
feiner Seit 200 ©ulben, tn ©teier, Ädrnt&en unb Ärain 
500 ©ulben jablten, baß fit jur £eirat&«fleuer ber 
©rjberjogin äatbarina beitragen mußten mit 6000 3>funb 
Pfennigen. SRan betrachtete aucb \\tx be« Suben ©ut 
al« ein ßigentbum; in einer Urfunbe be« #erjog« ZU 
brecht oon 1379 wirb an einige 3uben in fofern eine 
greibeit bewilligt, al« fie für eine bei fönen entflanbene 
geueröbrunfi nicbt einjußeben brausten. (Sin entflobener 
Sube oertrdgt ficb wieber mit ben ^erjogen, bafftr jablt 
er am ©t. ÜRarttn«tage 200 ©ulben, unb ein Änberer 
nocb außerbem 10 ©ulben, bamit er oon allen anbern 
gefreit ifi unb fein in ©efift genommene« ©ut wteberer* 
balte. 66 wirb ibm in ber Urtunbe nocb jugefid&ert, in 
feine «&abe nicbt über ben obgenannten 25ienfi ju greifen, 
fein Selb abjunebtnen, feine ©riefe ju tobten. Die« 
war bi^r bem #erjoge wie bem Jtaifer gemattet, £erjog 
Wbrec&t braute biefe« 3ubenf$u(bentilgung£re$t mebr 
als einmal in Änwenbung. ©er ^erjog fyattt feinen 
3ubenricbter unb fc&fifcte fit lange gegen Verfolgungen. 
SRtt bem #ojiienbtebfiable ber 2Ref5nerin oon ©n« be* 
atnnt eine nidfrt nur recbt*, fonbem aucb gefcbicftt«lofe 
Seit in £>ßerrei$. 25ie Suben würben überall oertrieben. 
Bon ©teier, Äärntben, Äratn erbielt 9Jtorimilian 1496 
für i&rc Bertreibung 40,000 ©ulben; ibre ©üter oer* 
faufte er. ©ennod> finb bie Suben aucb bier immer 
wieber erföienen. gerbinanb I. gibt 1528 eine 3uben* 
orbnung „fftr bie inldnbifcben unb angefeffenen Suben, 
fo fäniglicber SRajefidt Jtammergut finb," unb befiimmt 
barin aber ben Hufentbalt ber Suben in SBien, tyr jöbi* 
fcbe* 3tt$en, ba« Berbot jeben £anbef« unb aller &an* 
tbierunp, jeber SBtrtfc«bau«baltung biö auf jwei Käufer, 
Aber bte »eföränfung au«l<Jnbtföer Suben, „bie nicbt 
Jtammergut finb/' bte bem ©tabtri^ter in SBien ibre 
Jfafunft unb ibr ©efcbäft anjujeigen unb oon bemfelben 
bie 3eitangabe ibre« Äufentbalt« ju erwarten baben. 3m 



82) über bte 3a}!tmaai ber3uben tn Unterfranfen unb Xföafrnt 
bnrg iaU bte guten ffatijHfc&en Wortjen tn 3*rael. Xnnaten 1839 
e. 4CW. 414, nnb 8tp«, über bte tunfttge ©tettung ber Suben 
6. 84. ftote 88. &a< ®eTe( 6et «&etnemann, eammtona ber 
Me 3nbcn betreffcnbcn Oefe^e l 6. 452 unb M Soft, (SefAfcbte 
ber SiMCtitc» 10, 1. HO fg. 

TL Oniiil« b» flu« •• &• $Wfftf€fefthHi* JLJLVJLL 



16. 3a^unberte wteberbolen fieb aleicbwol immer bie Ber» 
bannungSbetrete wieber; fie erftbetnen oon feuern in alten 
dbnlicben Berbdltniffen. (Sin ©biet oom 2. Äug. 1680 
treibt fie au« ©tabt unb 8anb, wenn au$ ben Xfoie* 
(jenben ein eigener 9)agbrief, 3oOU, 3Rautb^ unb Zuf* 
ftblagfreibeit erteilt warb. Da« Subenbalten war ffa 
bie ©tabt SBien febr eintrdafieb gewefen; 10,000, fp*ter 
12,000, ©ulben begasten bie ©tabtjuben in ba« oberfte 
?)rooiantamt, 4000 in ba« Bicebomamt bie Sanbjuben; 
man beregnete, ba§ burtb Äu«fcbaffung berfelben bei bet 
Ü»autb, ÜRünie unb anberen ©teuern an 50,000 ©ulben 
jdbrli$ au«fielen. ©ie famen baber balb wieber, aber 
beoor Sofepb II. fein Äuge aucb auf bie Suben wenbete, 
gefc&ab nicbt« für eine Xnberung ibrer alten niebrigen 
©teUung, bie fid) bureb oerfebiebene ©teuerfafeungen, zk* 
rufungen unb Berbannungen nicbt dnberte. 2)a« Za* 
leraniebict oom 13. 2Rai 1781 in Öflerreicb fiebt mit 
bem oom 17. April 1750 in Preußen auf gleicber ©tufe; 
fo wenig biefe« mit ben freifinnigen Anfielen be« grofen 
ffönig« ubereinjufiimmen febien, ebenfo woUte jene« in 
Betreff ber befannten £umanitdt Sofepb*« nicbt genfigen. 
Äucb bi«, wo man balb ju weit in ber Begetfierung, 
balb mit mobernen Xuaen ju firena bie gegenwdrtige 
Änficbt oermißt, liegt bte 2Ba&r&eit m ber ÜRitte. So* 
fepb tbat, wa« er tfcun ju ttnnen oermeinte, unb e« wdre 
für aOe feine SJeformplane bejfer gewefen, wenn er fiberatt 
fo oorfiebtig geftanbelt bitte. Daß man bem Subengefefce 
wenigfien« bie Dauer biö beute gegeben 4 bat, oerbanft 
man feiner Borficbt, fonfi wdre man jurücfgegangen. dt 
folgte au$ bier feinem ÜÄufiev griebrieb: er woUte ©n* 
beit für afle Suben feine« JRei^e«. SBo&nung in ben 
©tdbten ifi gemattet, auf bem ?anbe nur au«nabm«weife: 
Die ©ebulbeten be^a^len für ben ©cbufcbrief eine Sole« 
ranjfieuer unb Subentajren für aOe« anbere gotte«bienfi* 
liebe JRecbt; fit finb militairpfiicbtifl, brausen feine Zbs 
jeic^en, bürfen an fiffentlicben Bergnfigungen 2b«l ne&nten, 
aber Fein ©runbßucf befi^en, in feine 3unft, jeboeb in 
ben (Jrjtlicben unb 2tbooeatenfianb eintreten. Äud^ ber 
«Oanbel bat feine Befcbrdnfungen. Die neue 3eit bat 
ffcb beflrebt, bie« alte ©efeg burefc böfen SBiUen in feinen 
Berecbttgungen ju fcbmdlern; auf bie $rioatre$te bat 
bie JReligion im öjterreic&ifc&en ©taate „in ber Siegel fei* 
nen Cinfluß." Gib, <gt)t, 2efiamente bilben eine Xu«* 
nabme; <fynli$ waren bte Berb^ttniffe in 9Rdbren, B&b^ 
men, Ungarn, ©alijien unb Stalten. 3m ößeneiebifeften 
Sbeile oon ©cbleßen bejablten bie Suben ein Slaffen* 
fieuerdquioalent oon 2450 gl. 34% Ar. Q.M. unb fiber* 
hW&t 3uben eine Sgoleranjfieuer nocb außer ber Aei* 
ratb«confen«tare, bte 3 9>rocent oom reinen Bermogen 
betragt. Den 3uben in ßfierreieb brauten bie golgen 
ber erfien franjöfifcben 8?eoolution unb Bonaparte'« «r* 
oberungen feine Umgeftaltun^ ibrer Sage; ob bie ©türme 
ber neuefien 3eit ebenfo rubtg baran ooriibergeben werben, 
liegt in ber 3ufunft •*). 



83) Bat. M mtbaxt Buc^: , # ©te 3uben tn Öftere^" 
(eefpji d 1841) ab. 1. i 3ebo4 wdre fbm mebr eine (t(M4c 
M opotoflettr^e Sonn |u toünfoVn j bte Berfoffer ffnb atio) mit 

13 



JBBBN (GEÖCHICBTB) — 06 



JDMBi (ÖBSCHICHTE) 



S)ie ©rafen wm ffiürtemberg Ratten in i&ren 
taiben ou$ t>on jefcer Suben; Äarl Iv. gibt ben (Strafen 
€betfcarb unb Ulricfc bie Stet^ett, „bag bie Suben, bie in 
{(treu Bettungen unb ©tdbten angefeffen rodren, benfetten 
bUtift<>aft fein feilten unb „onaeaeb* fte feine (Sommer* 
be$te mdren, wolle et fte bocp nic&t befödfcen unb be* 
ßeuern" M ). £aß friber bie Suben einer SJrteftöbtung 
fcubwig*« für bie ©rafen ni#t golge leiteten, fonbern 
Qewait mit ©ewalt oergolten baben, würbe föon et* 
«xtynt. ©ie fornnun aucfc al« 3ubem>oigte oor, wie 
stKten Sriebri* HL 1465 ben Subenföu* in SRainj, Srter 
unb ©aljburg unb bie ©ertc&tSbatfeit über fte verleibt 86 ). 
2m 27. fDtai 1471 nimmt Ulricb t>on SBürtemberg „JBo* 
sin ben 3uben, ftn 2Btb unb ftinb, ftn Änecfrt unb 2Rdgbe 
tom im in ftnen Dienfle gebröt unb gebinget umb aroenn* 

ijtg ©ulben SReinfc&er, bie er nun neben 3ar« geben 
W" ouf fcaftidftrige, gegenfeitige Äünbigung auf w ). 1551 
mürben bie Suben oon bem £erjoge öbrijlopb oertrie* 
ben, obföon ibm feine ffidtbe ben materiellen »ortbeil 
«orfiellten; bie würtembergtfc&e 8anbe«orbnuna verbot mit 
tbnen ©efcfrdfte ju machen" 7 ); bie ©urcfcjtebenben muß- 
tat einen ©c&irmjettel baben- 9?oc& im Anfange btefe« 
3a$r&unbert« waren wenig ba; na<& mannen SBorberek 
tungen unb Vorarbeiten gewährte ibnen ba« @efe& oom 
35. April 1828 ©taat«* unb Drt6bürgerre(bt, bamit 
oleufce Steckte unb . 9>jlti&ten mit allen Untertanen, bie 
Salbung einer freiliefe nur t>on ben 3«raeliten unterbaue^ 
nen DberfireftenbebArbe, ben dutrttt ju ieber wiffenfefraft* 
ttyen JJaufbabn, woju nur wenige öefcMntongen in 
fiejug auf ben Äletnbanbel unb Äpotbefer * unb SBirtfc 
f$afi«re(&te in ©tdbten, wo nic&t Suben wobnen, bin jus 
«efftgtftnb 88 ). 

3m £6mgret(fre Saufen braucht man nt$t auf 
bte ©efc&ic&te be« JJanbed unb feiner jübifc&en ©ewobner 
jwficfyuge&en, um bie golgerungen ber alten 3eit ju er* 
leimen. Stocb allen Ädmpfen neuerer 3eiten unb bereb- 
ter Bert&eibiaung in ben Kammern iji ba« ©efefc vom 
lfi. JCug. 1838 ein fe&r targe« »efultat. SRur geipjig 
unb SJreSben ftnb jum bleibenben Äufentbalte ber Suben 
benimmt; bafelbft f6nnen fte jebe« ©ewerbe betreiben, 
aber Äleinbanbel, Xpot&eten, 2Birt&«bauS()aften unb 
Brennereien ftnb mit gewiffen Cebtngungen nic&t gejlat* 
tot; #anbwerfe ttnnen tfe erlernen unb au«fübren, aber 
bie 3aty ber jübifäen «Keifler ifl feftgejleUt (in ©re«* 
ben 27, in «eipjig 3). ©runbftttfe t&rfen fte beftften, 

hm addetndnen ®onge ber jübif*« «ef^iebte ni*t ^inlindü* oer« 
toant. Der «toff ift »eber erfeftipft, ober ^nceidjenb georbnet, 
MKb bequem jur ©cnu^unQ. Dad ©er! ifl ein Plaidoyer mit 
oielen JiftoriWen biegen, aber fdne »frftify ©efebieftte, iebo* in 
ieber »e*iebunfl lorrt^oUer a» ba« ©on efbori über ®a4fen. 
Salt'« »eurt^eüttnfl be« üftieren &*%tt in ben Slcaet Vtmaten 
mm begrunbetj eine &eftto)te ber 3aben in einem befonbttn Sbetle 
SevtWanM mnf ft* an bie allgemeine öeföubte berfet6a an« 
lebnen. 

84) QattUx, ©ef<bi<bte oon «Jürtembera 9. 3%. «. 193. 
85) JDerfetbe a. a. C. 4. ab- 6. 3. 86) SOerfetbe a. a. D. 
4i 3*. «Wagen 6« 53. 87) 6 «übt, Säbifte tteermuebiar. 
*. 337. GoAÜa. H. p. 95. 80) ©efommelt bei Soft 10, 

hm*. 



«bet ieber nur ein«, unb unter fBeq^Sc^tung eine« 85e^' 
ßte£ oon 10 3^ r en, Drtöburgerreibte erlangen pe obne 
Xnfpruc^ auf SRuntripal* unb poltttfc^e Siebte. Gm 
unbefolbete* Sebramt an ber Unioerfttit ju begleiten ifl 
nac^gelaffen. (Sine Petition ber 3uben im 3<^re 1843 
war obne Crfolg unb bie Anfinge ber Befreiung! bte 
man mit £)ant begrüßen fo&te 89 ), (äffen auf gortfefeung 
noc^ immer boffen. 

9lod) (ebenbiger bat ftcb bag oitt $ttd)t in ^)ano= 
»er erbalten; ba* ©efefc oom 15. jDct 1842 begnügte 
ftcb, ba« SBort ©ebuft au« ber Sompofttion in ©ebu^ 

Slb ju (heieben unb ba« ©elb beijubebalten. Slacft bems 
ben »erben bie 3uben Xngebirige ibre« SSobnort« mit 
bauernber 3ablung alter Seiflungen, obne bürgetlidJK unb 
(»olitifebe SRed^te, o^nje ©runbbeft^, obne ffiereebttgung 
jur Iboocatur unb drjtiic^en Stellung (»obei bie jur 
3eit auSübenben Snbioibuen aufgenommen ftnb) unb nur 
auf bie ©emerbe befcftrdnft, bie entmeber uniunftig ober 
ni$t bur<b 3unftprioile^ien blo« ßbrtßen ju^angliib ftnb. 
2>a« SBobnrecbt gibt bte SBebingung ber ^etraib«fretbett, 
beim ^anbel ifl einem ©obne gemattet, ba« ©eföiift be« 
Sater« iu treiben; Äleinbanbel tji befc^rdnft. Ärieg^ 
bienfie tonnen bie Suben, aber foßen fte nic^t leiten, ba 
jte bi« 1845 niebt aufgefobert waren. 

3m Äurfirflentbume Reffen erfebien am 29. £)ct 
1833 ba« betübmte (Sbict, bwreb ba« im 8anbe alle 3us 
ben ju {Bürgern be« ©taate« mit gleichen Siecbten unb 
|>fli(bten obne JBefc^rdnfung erboben mürben. ©<bon ber 
S5ertcbt ber cafprlften Siegteruna oon 1781 mar milb gtma 
fen M )5 nacbbergreibeüim tfatgi. »eßfdlifcben ®efe»e 
fam balb eine fiufemoeife fieb oerbeffernbe 8anbrtorbnn»g. 
©ebon 1816 waren bie Suben Staatsbürger gemeebt*, 
unb mit Anbetung ber turbefftfe^en SSerfaffung m«r amb 
ibre grei^eit ooDenbet. 3m ©ro^rjogtbume Reffen vm 
man bi« ie(jt nod> nic^t fomeit .gebieten; e« gab bort 
no<b fein aOgememe«, mobernem ©eifie entft>reebeaW 
3ubengefeb- 2rofe oietfac^er, etft 1845 angeregter, fto 
titionen galt in JRbeinbeffen ba« bureb ba« ©efeft *om 
17. 9»drj 1808, melcbe« 1818 nur wenig tmdnbA 
warb, befcbrdntte franjöftf^e Stecht, gfir bte anbtrn 
^coiNnjen garantirte beißen« ber TM. 15 be« ©tantik 
grunbgefe^e«, baß' bie 3uben frei wn abgaben ftnb ab 
üon ibret ©(ftuftbürgerfc^aft jum ©taaWbürgerrccbt b«* 
anffletgen Wnnen 91 )- 3m @ro§b«jogtbume ©aben, 
einem ber Kbertlfien 8anbe SEeutfd^lanbö, Übten bte 3u* 
ben feit Idngerer 3ett nid^t unter ben brücfenb^en »er» 
bdltmffen; wenn aueb für ibre inneren Xngelegenbetten 
ber Staat bie forgfamfte Äufmerf famteit Ate ** # fo 
maicen fie jwar Dtt«bürger, aber nhftt ©taatdbirget; 
nt<b immer formten fte wol bie Vertreter be« SavM 



89) ttorre ÄÄtau'e in feiner SJorrebt gn Efbori, €k» 
f4fUbte ber 3uben in CSadtfen. 90) Äopp # Bnubittctt wr 

Mdutenrag bentf<ber «ef<bi*te nnb SLttyt I. 6. 193. 91) 

Bai. g&nne nnb ©imon 6. 23. 93) 2>ai Oefe^ vom 

li San. 1809 tyeitt au* 8u<b^ol§ (über bie Vnfnabmt b» 
inJNM» ®tanben*0enof|en |«m »bgerrfoy. [Enberf 18JUL &1 
©• 54 fg.) mit 



JUDEN (GESCHICHTE) 



— 99 — 



JODEN (GES< 









wdfclen, aber nuftt gewagt werben, unb bie grofien 
kämpfe in ber feiten Äammer, bie rnblicft am 2L Eug. 
1846 mit einer Petition um gdnjfictye (Uleidjftellung f$lüfc 
fen, liegen bis auf bie jungen (Sreignifle noc& ba§ giin- 
fHge Äefultat erwarten. iWirgenb* mefcr Gatte bie Set* 
benfebaft verblenbet unb jugleitb bie Immunität fernere 
®ege gefeiert. I)a$'©rogbrrjo<itbum ©acbfen^SBJeh 
OTQr*<Sifena(ft Ijat in feinem Öefefce vom 20. 3uni 
1823 viel weniger alte Sufldnbe vergeffen laffen. Die 
3uben baben plekfrr Sfecbte, aber in fofern nur al$ ans 
bete Sefffee rudbt ein anbereS oerflattcn; fie baben feine 
befonbern Abgaben an bie Stegierang, ber teibjoll bort 
auf, aber bie ©cfcu&getbcr, wel<&e yix grunbberrltdjen 
SBefugniffen $et>6ren, bauern fori, Gioilrfc' jnriffrn 3u- 
ben unb <5bri|len i|! gemattet, aber nur wenn bie Äinber 
Sänften werben; $eiratben, SBobnfifc, (Bewerbe ift be? 
fdjrdnft. Die {Regierung mifdjte ftdj au0 fvnjt in bie 
$rwiffenSange!egenbeiten ber Suben unb fn&pfte ®ewd(j* 
rung von ßomefftonen an ben &efu$ be$ teutfdjen ®ot* 
teäbienfleS. Xu<& bie legten ifanbtagövfrtjanbiungen baben 
im 33erbdltni§ ber 3uben nicfje^ gednbert. ßrin traurigere^ 
ereignig bat fi$ im ®rofrr)eravgtbume 5)?rtf lenburg* 
Schwerin augetragen; bort Ijatfc man am 22. gebr. 
1812 ein wabrfcfceinlicb y3 ) unter tan (Sinfluffc fheufenS 
entßanbeneS unb befien@efe|vom Il.SRdrj 1812 homogenes 
®efe£ gegeben. &ie Suben würben banatft 3n(dnbfr, 
bte im allgemeinen gleicbe JRedjte unb ^)flicftten mit ben 
(Sbtitfen haben, 2Me befonberen Abgaben waren abge* 
fcfcafft, bie 9?eceptionf gelber beibehalten, allein ein anbereS 
©efrfc vom 11. Sept. 1817 bob ba£ frühere auf unb 
befthnmre bie Dauer biefer ©u€penfion bis tum grlajj 
allgemeiner JBeftimmungen be$ ÖJunbeeUageS, Slagen ber 
Stitterfcfeaft waren bie SKotive biefer 3urfi<fjief)un£ ge* 
wrfen**), unb ungeachtet ber ©orge für manche innere 
Angelegenheiten ifl bierin 9iid)t6 getban würben. 9?ur 
bie 3ablung be$ ©ctm^gelbe* borte 1847 auf, Die 800 
3 üben be$ ©rojfterjogtbtim* 2Recflenburg*©treli& 
jmb ©d>ufciuben. (Sbenfo bie im ^erjogtbume 9?affau, 
wo an 6000 berfelben leben. Sie feiflen Ijier uwar Ärieg^ 
bienfte, geboren in SBejug auf ba5 Xrmenwefen ber £)rt3= 
burgerfifcaft an, geben aber immer nodj ein ©djukgelb. 
Sbenfo in Sippe-Detmolb. Dort bejaht man noeft 
privatim ben ©tftti abrief unb aud) ©emeinben ein ©<$ufc- 
gefb, finb bie i)eiratl>8; unb ©terbetajren, Bungengelb 
nebji allen anbetn (Semeinbelafien nodj m Äraft. 3n 
DIfeenburg finb bie 3uben in ähnlichem SBerbdltniffe, 
nur in IBirfenfelb gilt bie frangöfifd^e ©efefegebung. 
Sbenfo finb fte in ©acfcfen Coburg unb ©adjfen; 
SKeiningen ©cfcufeverwanbte mit ©ejufegelb, bie iebod) 
nad) ttberwinbung ber KieberfafTungöbinbermffe (Bewerbe 
unb £anbwert betreiben burf en . 3n $ u* t b b u r g % a u f e n 
fonnte ber 3ube nad) bem 11. Wiai 1814 Staatsbürger 
werben, aber brrfe S3ergün)ligung wirb niefet vererbt, unb 
felbfl biefen, wel^e ba^ Driebürgerrec^t ertielfen, warb 
et m$t unbebingt gemattet, (künftiger ifl ifcre ©tellung 



9S) Bgt. Sl&niie unb ®f mof» 6. ^3. 94) »abrbt^ 

Die 3ubm in SRecfUnburg. (^cufhet^ 1W8.) 



in SJraunfcfcweig, wo bie fhrarB aitt 9Rtebr<Su<$e 
abgerafft unb manche Sortbeile aud) of;ne eigentliche^ 
fflefeft eingeffibit bat 91 )- ©oldjerlei ifl auc^ von ben 
übrigen fleinen ©taaten 2;eutf<b!anbS ju bemerfen, 3n 
©^warjburg - ©onberöfjaufen t|! bie Subenge^ 
meinbe bi§ auf bie Panbeöüertretung frei. 3n anbern 
iJdnbern, wie in ^effen = |jombutg, tat pd^ in Ste 
jug bet 3uben ni^ES *Weue6 jugetragen. 

Die §\h% ern ©taaten 2eutf$(anb6 finb fein SRufler 
für bte fleinen Wnbcften geworben, in benen nur wenige 
3nben leben. lu$ auf bie iübifc^en BertxUtniffe l?at bie 
3erfplitterung bcö (Sangen in ©taaten alter äuatititen 
@influ§ gehabt, ein gortfeftrirt tjt aHerbingS geWeljen, 
©eit bem 3aftte 1577 war $war nur benen gemattet 
3uben aufjunetmen, welche vom Äaifer unb {Ret'4 9f f - 
galien fcatten, aber baö ®efe^ feftt vorauf, ha$ e§ Siele 
audb otjne biefe )u «bun wagten. So Ijatte alfö ber 
Äeicböabel be$ teutfd^en kfanbeS rittet mtnber feine 3uben, 
bie er unabb<Sngig bewirMtfdjaftete, unb ?>ljilipp f bet ianb* 
gtaf von Reffen, erwähnt in feiner 3ubenorbnung von 
1539, bie er 1545 betätigt, „eanbfaffen von Tlbci, welche 
nebmlic^ von Altera fyer ber 3nben Aufnahme hergebracht/' 
unb im Subenebicte vom 18. 3uli lß9*i tjeigt rt von ber 
ift&nöbörfeit berer von Änoblaucft: au$ l)aben bie 
Änoblaudje 9J?a4>t, 3uben auf^ unb an^unebmen, fo viel 
ifjnen beliebt unb fommt i^nen von benfelben ba^ ©ebu^- 
gelb uf**% Hu^ bie ©tibte waren in befonbere Sier; 
^llniffe ju ben 3ubcn getreten, &a$ Sntereffe, weites 
pe an ibnen naturgemäß nehmen mußten, unb bie un* 
mittelbare ©teflung ju bem taiftr felbft, verteilt htt 
®ef*ic^te ber 3uben in teutf^cn ©tdbten größere 2Bic$s 
tigfett; benn bie Suben baben eben tn ©tdbten aQetn 
geroobut, unb mit bem Verfalle beö fatferltcben ÄnfetjenS 
wu*S bie ©elb(tdnbigfeit ber ©tdbte, unb bie 2tnfprü#e 
an bte 3ubengefdUe blieben bte auf bie legten Zage im 
(Beiftc ber Äaiferberrfcftaft 3fu* an ©tdbte verf*enfte, 
verfemte, verlieb ber Äaifer feine Äammerfnecbte, unb fie 
bebienten ff* oft ihrer SRectyte fowol jum ©Ruften al$ 
jum qjlönbcm unb Vertreiben, aud) bann, wenn fte ber 
Äaifer noefc ni^t gewahrt fjatte. 3n ©peier pnb felir 
fruf? 3uben; intereffante Urfunben auö ber 3eit ,^ein^ 
ri^'d IV, jeigen fie un6 in einem ni<^t gebrueften SJers 
bddniffe. Älö S5if*of SRübiger biefe ©tabt vergrößerte, 
biibete er in btm tjinjugejogenen ©tabttbeife eine 3ubrn= 
ffabt, unb ließ fid& bafur 3% ?)funb fpeierfien ®elbeS 
id&rltc^cr 3at)lung jum Serbrau* ber ©eifili^feit geben' 7 ). 






9?>J Jär lit JTenntntfJ ber Jeuffflen ©teöurtg ber 3ubcn lf! 
3cft (K*. ©b.) üen großem tffuften. Über ©raiinf^mdö f. l.TLbt^ 
©. 4 22t fg. !»6) Gat&ert^ De jurlbu» Jud&earura p. 8. €Jö 

^at Äaffer ©fegmunb bem Wartung oen ©gtoffflcin ertatibf , 3uben 
iu haltm mb |u fdjii^rn (aiSürfet, 35fe Suben in ^ümbcrfl 
©. S), unb TOert bern JBatbgrafen Äonrab, btd 3übrn auf jDaon 
|u galten (ffiSürfel, Äetfasen ©. 125), 97) 2fuS SBürbr^ 

mein (Nova tubi. dipt f. p. 125 iq.) batte W^VP %<*P biefe 
Urtunbe oom 13. ©epr. 1064 im Orient Merfe^t unb görf^ bann 
in feine Urfunben aufgenommen. ^rf!irer bat (!e feltfam ntfeöer* 
ftanöen, inbem et bie SBortet „Cum ex «pfrend villa urbem 
föcerera, puuvi melftu anipUficare honorem loa noitK r si et 
Judaeo» colLigerem/ 1 überfefett: fi ^U id? ben Leiter €5peier in 

13* 



JUDEN (GESCHICHTE) — 100 — 



JUDEN (GESCHICHTE) 



©eine ©efefce fieben außerhalb fanoniftfeer Hnfprficfee unb 
er Idft fie oon Äaifer #einrtcfe IV. betätigen, ber auefe 
ba* Xnfefeen beS IBifcfeof$ ifenen gegenübet mit feinem 
eigenen gleich feocbfeflt. ©iefem ©cfeufeoerfedltniffe gemdß 
oertfeeibiat fte SBifcfeof Sofeann gegen bie Äreujfaferer unb 
maefet Jöruno einen Gontract, in bem er ben 3m$ de 
tarribus Judaeorum, ber ben 93räbern flefe&rte, ifenen 
wteber juröefgibt w ). 2)ie Suben ^aben fpdter übrigens 
auefe in ber ©tobt gewofent 90 ), unb ba ffe, im Safere 
1349 »erfolgt, iferem geben bunife ben ©cbeiterfeaufen fei« 
ber ein (gnbe matten l ), fo fommt ber fpeierfefee fRat^ 
beim Äaifer ein, bie Subenfedufer für bie ©tabt ju tu 
werben 1 ); ber Äaifer gewdfert ifem herauf aUe ®üter 
ber Suben in ber ©tabt unb 33or(labt; ntefet minber 
aber geflattet er ifem, baß alle Suben, bie fpdter wieber 
in ©peier wofenen würben, „mit Seib unb ©ut tfen ber* 
felben JBurger unb ber ©tatt ju ©peper epgen finb unb 
fein foOent ofeqe alle SBiberrcbe eines Segltd&en unb ofene 
aße ©eferbe" 3 ). Sie ©tabt maefrte oon biefem JBefifcrecfet 
©ebrau#, inbem fte bie faum erfd&tenenen 1353 triebet 
vertreibt, ifere $dufer oerfefeenft, iferen ®otte$a<fer urbar 
maefet unb befdet 4 ). Allein ftfeon 1354 werben bie 3u* 
ben wieber jugelaffen „ftwifefeen ber SBebergaffen unb 
bem ©cfeulbou«;" für idfer Itcfee 3infe gewährt ber SRatfe 
ifenen wieber ben Äircfefeof unb anbere öffentliche ©ebdube 
unb 9>ldfce# wie ben grogen ©cfeulfeof, ben man nennet 
ber Suben „DanfcfeuS ober SJrutefeuß" 5 ). SRicfetSbeflowe* 
niger mu$ bie ©tabt be§fealb bem SBicariuö be$ SReicfeS, 
bem ?)faligrafen JRuprecfet, ben faiferlicfeen Xnfprucfe auf 
bie Suben um 1250 gl. abfaufen 1394 •) unb au* fte 
war burefe ben fcfewdbifcfeen ©tdbtebunb oon bem Angriffe 
BenjePö benachrichtigt worben, ben tiefer auf bie ©tabt* 
juben macben wollte. 2Ran featte ndmlicb 1383 erfahren, 
ffienjel beabfufetige ben 3uben ben jefenten Sfeeil ifereS 



eine ©tabt »erwanbelte" u. f. w. SDenn nftfet erft jefct mürbe 
©peier eine ©tabt, ober empfing e* feinen tarnen, fonbern baä 

Enamtge SDorf ©pire mürbe wir ©tabt gebogen. Sgl. 3 ruf 
freie «efcfeöjtabt ©peier. [1836. 4.] ©. 8), meiner biefe Ur* 
i au* einer anbem $anbfcferift mit mannen anbern 8e*arten 
beouftte. Xudj ber @a$: „Ad summam pro cumulo benignitatia 
concetsi illii legem, quameunque metiorem habet populua Ju- 
daeoram in qoaUbet urbe Teutonici regni" f)<i$t m<fet : „(Snblicfe 
qU ©fpfel meine« ffiofelwotten« Jabe icb ifenen ®efefce oerliefeen, bie 
beffer finb" u. f. »., fonbern: /r£ur$, icb baoe $nen au« über« 
arofjer @ütc ein ©efeft gegeben " u. f. m. Cr beriefet ftefe auf ba« 
Sorfeergefeenbe s »eil er bie fanonifefeen Xnfpräcfee nkfet fo achtet/ 
»ie anbere , fann er fagen ; baf er tynen eine gute Cerfaflung ge« 
mdfert $at, mie f!e nf$t Jebe ©tabt beftfct. SDie in ber Urfunbe 
tmdfenten Fratrea ffnb bie ömpfdnger ber 3% yfunb. 

98) Würdtwein, Not. auba. dipl. 1, 1. 135, „Placuit 
enim Brunoni Spirenaii aedis Antiatiti com Hegelone praepo- 
aito caeteriaque Canonici! quoddam concambium facere, scilicet 
ut ea, quae fratrea in Oppenwyle tenuerunt, ipae a fratribua 
in civitate autem HL libraa et V. aolidoa censum 



▼ideiicet de turribua Judaeoram libere fratribua reatitucret/* 
99) 3euß ©. 8. 9lote 2: „©fe ^aben ©ebute/ Äircbbof im Burg« 
bau unb in ber ©tabt." 

I) fcefcmann, Ctyronff oon ©peper. (granff. a. «»• 1662.) 
«.788. 2) 3eu» 0. 8. Kote % 3) eeftmann ©. 789. 
790. 4) $erfe(*e ©. 815. 5) 3eu» ©. 8. Rote 2.. 

fi) Cebmann ©. 847. 



Bermögen* abjuneftmen; bie fcbwdbifcben ©tdbte ließen 
ba^er benen am Steine fagen, fte fönten md&t* eber um 
ternebmen, aid bi* fte oon ben getroffenen ÜRagregeln tu 
Äenntniß gefegt wdren 7 )- 1405 rourben bie 3uben webet 
au& ©peier bintuegaefc&afft, 1421 wieber aufgenommen, 1434 
abermaiö entfernt^; boc^ l;abcn fpdter wieber einige biö 
»ur franjififeften öerrofiffung bort gelebt 9 ). 3Cuc^ in 
feormö leitet man gute $)rioi(egien, bie 3uben betreff 
fenb, oon |)einri* IV. ab 10 ). 3m Safere 1213 bat 
griebri$ D. bem JBifd&ofe oon SBorm«, ber anfdnaltcfe 
»ieber in ©peier ein größeres Knfefeen M fpdtet übet 
bie Suben ausübte, oerfprodöen, feine subsidia charita- 
tiva oon ibnen aW burefe ibn auöfcfereiben ju (äffen "), 
unb |)onoriuö IV. befiehlt bem erjbifcfeofe oon 9Rainj 
unter bie Sinfünfte ber SBormfer aueb eine Summe oon 
ben Suben ju rennen, bie biefe bei ©träfe gdn}(i$er Ab« 
fperrung oon ben ßbriflen jafelen muffen "). Äönig 
SBilbelm rebet bie ©tabt SBormö an, um ftc^ iferer Zreue 
ju oerftefeern, er werbe fte fo gütig befeanbeln „quod 
non solum vos Christiani, .... quam etiam Judaei 
gandebitis, vos nostro dominio subdidisse et nä 
dulciu$ atque tuavius sentiatis nostro dominio ex« 
perin""). 8ubn>ig ber JBaper gewdferte bet ©tabt 
1315 300 $fimb ^eüer jabrlic^ oon ben Suben, bie et 
ba* näc&fh Sabr um 100 $fb. oermebrte M ); crfl Jtatl IV., 
oon bem ft$ bie Serritorialanfprfic^e auf bie Suben att 
legitime faji überall herleiten, fc^enft ber ©tabt bie 3u? 
ben „mit irem libe unb gute, mit allen SRugen unb 
Werten," „baj bie ©tat unb bie SSurgern ju SSormecjen 
mogebt tun unb (äffen, brechen unb buffen, al* mit irem 

®ube nu unb aDe SBege" „.SBir geloben auefc, 

baj wir bie egenannten Suben unb Subef^eib wxbai 
ann npmann geben ober oerfegen foQen" u. f. ». JMefe 
©edenfung befldtigt er 1349, SBenjel 1378, ber Xaifer 
SKattmilian 1500 ,6 ). X(* bie Suben 1349 ebenfaU 
vertrieben waren, ^atte man fte 1353 wieber jurücfgetiu 
fen „um t^reS 9tu|en6 wiOen mit gewiffen ßonbttionibu« 
unb SBebingungen." ÜRit JBejug auf tyre ^riotlcgten fyit 
bie ©tabt 3ubenorbnungen ausgegeben, ©o im Sabre 
1501, wo ieber jum i&bif^en SBorpe^er ©mannte 109L 
bejahen mußte. 3m Safere 1505 würbe befiisnmt, baf 
bie Cinfe^ung beö SRatbS ber Suben noeb auperbem 70 gL 
fofien foüe unb au* au* ben Saferen 1532, 1539, 1546, 
1552, 1570 unb 1616 werben folefee »norbnünaen citirt "). 
©efeon oor 1519 erfeob aber ber SJifcfeof anfpritefee an 

7) Böhmer, Cod. dipl. Moen. Francof. 1, 760. 761 90« 
28. ©ept. 138X 8) eefemann ©. 853. 888. 905. 9) 

©efeubt, 3öbtfcfee SÄeremürbiö!. ©. 440. 10) «a* 3om 

gibt bteft SÄotf^ (^ij!oTtf4'btplomattf(fee Vb^anbluna oom Ur» 
fpruna ber frepen Stetcfedflatt SBormö [gronff. u. 8efp|{g 1756. 4.] 
©. 340. 345) an; er glaubt fte feien tra grofen Branbc oettoren 
geaangen. 11) «ttorift ©. 407. 408. 12) Saffe* ta 

gutjt Urfanben ©. 70. 13) Moritt, Appendix Docaaoii(o-> 

mm n. 17. p. 176. 5fuö bem 3anaar 1255. 14) Appendix 
Document n. 23. 24. p. 184. 185. 15) Ibid, n. 96. py 187. 
n. 27. p. 189. ta. 28. p. 191. 192. n. 36. p. 209. IQ «o« 
ri(, 3«witer Vnfeang ©. 86. 2)a« übrige nadj ©4tibt v « fcfea> 
baren Xö<ÄÜgen au« 3orn nnb anbetn fettenen ©iferifteo i/bNf&cc 
CUrtwikbigfeten ©. 401 fg. 



JUDEN (GESCHICBTB) — 101 



JUDEN (GESCHICHTE) 



bte 3uben, bte ficfc auf uralte Staftte grfinben foHten. 
Xflerbing* fykttt ber öifc&of e&emalö eine Stellung ju 
ben Suben, bte aber nur fo lange eine bebeutungSoofle 
geroefen ifl, aW bie allgemeinen Xnfprficbe ber Äaifer no$ 
ni$t fo flarf fcerooraetreten waren, rote fte im 13* unb 
namentlich im 14. Safcr&unberte flcf> entroicfelten. 25a 
gelten SBerfcdltniffe, in benen e&emaW burefc fanoniföen 
©ebraueb ber SJifc&of eine SRac&t über bie Suben au$s 
gefibt, ntc&t mebr; an bie ©teile ber geifllitben jDberfcobett 
mar bte weltliche getreten, roelcj&e jene ausbeutete, unb 
bei bem ©treite, ber fufc no<& im oorigen 3a&rfcunberte 
auf roiffenfäaftlic&em @ebiet über bie $e$te ber ©tabt 
unb be$ S3i$tbum$ an bie Suben er&ob, i|i bteö ni#t 
beamtet roorben "). >Rur bid 1519 erhielt ber ülati) oon 
SBormS fein JRetfct, ben Subenratb ju befegen; er mußte 
eö bem S3tfc&ofe überlaffen, unb atö er ben Suben bie 
JBeiwobnung 1559 fcatte auffagen wollen, fyatte er oom 
Äaifer, ber eine Sommiffton jur (Srlebigung be$ ©treite§ 
einfegte, eine febarfe 3urecfctroeifung befommen. 3m 3at)re 
oorfcer Ratten bie Suben bei ber SBranbföafeung burefc 
»brec&t Don Gulmbacfc 20,000 ©Alben erlegen muffen, 
rodbrenb bie ©tabt nur 3000 jablte. SBaren fte 1615 
bürg bie ©eroalt be* $6bel6, mit 3Ri$biUigung be$ 9Ja* 
tbe* unb be* ÄaiferS, vertrieben roorben, fo regten fte 
am 9. 3an. 1616 unter beroajfnetem ©cfcufce faiferlicber 
©olbaten, beren jeber 3 Cbm SBein unb einen SEWer 
erhielt, jurßcf "). Sei ber franjöftföen Snoajton 1689 
mürben fte beß ßinoerjMnbnifTeS mit ben Seinben be* 
föulbtgt. TLud) nacb |>erfieüung ber ©tabt gab e$ roie* 
ber eine 2tnjal)t berfelben bort. 6$ t)at alfo in 2Borm«, 
oon bem ein alter 6^ronifl fagt, eS roerbe ft$ bie Suben 
ntebt nebmen laffen, roä&renb feine« fiSeffrbenS nur in 
fe$r geringen Unterbrechungen an Suben gefehlt; i&re 
3aW foO un 16. Sabr&unbert an 14,000 betrafen baben, 
bie eine id&rlic&e ©tfcafcung (oon 100 ©filben SBejtfc einen 
balben) unb aufierbem für jebe 4?<w$&altung einen Sltblr. 
©cftutjgelb jaulen mußten, gfir ©c&u|5 unb ÜRac&tgelb 
frember Suben unb ©tubenten entrichtete bie Subenfcbaft 
idbrlub 90 St&lr. Sei ©träfe oon 10 ©ulben mufj ein 
ooflfMnbtgeö Serjeu&niß bei ber ©tabt für btefe aufliegen* 
€injieb*nbe Suben mußten 500 ©ülben «eftfe foiben, 
80 ©otbgulben (gmjugfyelb jafclen, was ft$ oeränbert, 
roenn ein ffiitroer ober etne SBitroe ober lebige Stau bort* 
bin beiratbete. Bon ben iffentlicfcen ©ebduben ber 3uben 
waren 40 (Bulben *u erlegen, ©ie gleifc&jleuer betrug 
160 Stylt. 25te £dlfte ber ©trafgelber in ibrer SurtS* 
bietton ge(>6rte bem fltat&e. Born SBein unb SMerjapf 
in bet 3ubengaffe 200 ©Alben, oon iebem bet ©rannt* 
weinbrennfeffel ityrlicfr 2 Sttblr. (Sin ©eroitut, baS 
Dreien bet Stofünfible burefc ade 3uben, außer ben Bor* 



17) fltorift nrfbertegt Ggannat nigt fät jene alte 3eften, aber 
tiefe* eernit au* bie efeentlidien «r&nbe brt &{f<b&fU<ben Idngfl un* 
teraeganeenen fliehte«. 18) S^L bie tintm «Äanufcripte enttebntc 
Ustabe be« Jtaifert mtttyat in SRaiinbelmct v < €kbrift: 2>te 
Salbai in Sorml C 49. 50. JDer Herausgeber oenoecbfelt aber 
1514 mU 1614 tob bringt in golfie biefrt Srrt^ura« SKorfmÜian 7 « 1. 



fiebern, bt» 6 obet 8 Ü»altet 5totn tum Beflen bet ©tabt? 
gemablen roaren, rourbe 1697 bureb eine ©umme in)» 
500 gl. unb i<Sbrli$e Sablung oon 60 gl. aufgeboben. * 
Äuc^ in Nürnberg 1 *) fubrt man bie Suben bis 
auf ^einrieb IV. juruef. ©ie follen unter ^einrieft Vi 
bie ©tabt oerrat&en unb unter 8otfjar aufgebaut b^ben^ 
aber niemaW baben bie Äaifer ^ier ibr JRecbt an bte 3u*. 
ben ganj aufgegeben. Jtarl IV. ertbeilte ber ©tabt nut 
eine SBobltbat, roenn er 200 $)funb geller ju Srennbolj, 
für bie JRei^öburg oon feinem Subengelbe bejablen Idpt, 
roenn er oerfpric^t, biefe Subengefdde feinem Änbern ju 
oerfeften, ober ju oerfaufen. fibenfo, roenn SBenjel bie 
&albe Subenfleuer ber ©tabt gerodbret unb bie 400 gl.>. 
welche bie ©tabt no$ auperbem oon ibrem Sbeile }tt 
jaulen b^tte, erldßt. 2(1$ man in Nürnberg beföloffen 
batte, ftc^ i|?rer ju entlebigen, muß man barum einfom« 
men; bie ©erodbrung oer^og jicb oon 1473 — 1498. 
Die 3eit wirb bureb infldnbtgeö Sieben big jum Sabre 
1499 oerfc^oben, ibre |)dufer unb fonfügen iffentlid^eik 
©ebdube oom Äaifer an ben JRatb oerfauft. ©ie batten 
bem Äaifer an 3000—4000 ©ulben al$ gälbene JDpfet« 
Pfennige bejablt unb lieferten niebt minber Setten nac^ 
ber £ofburg. ©eit ber deit tarnen feine Suben mefyr 
nac^ Nürnberg, außer auö fremden ©tdbten, um bort jit 
banbeln. 6ö roaren aber no$ feine 30 3abre oergangen # 
ba ließ ftcb febon, jum großen Ärger ber ©tabt> ber erfte 
Sube in gfirtb nieber (1528), bem balb eine große ©e* 
meinbe gefolgt tfi, gegen bie t'bre SSftrger abjufc&lteßen 
bem Statt) in Nürnberg nic^t reebt gelang. SBollte babet 
ein furtber Sube in bie ©tabt, mußte er ftefe txft mtU 
ben, ©eleit oerföaffen, bed Sage* Aber 45 Äreujer an 
ben ©tabtpfdnber bejablen unb ftcb bie ^Begleitung eine« 
alten SBeibe«, bem er no$ tdglicj 15 Äreujer )U beja^lerf 
batte, gefaOen (äffen t0 ). Gin dbnlic^eö SSer^dltniß fteHtt 
pd& in Äugßburg ein 11 )* 3u$ ^ter wollte e« bet 
©tabt ni$t gelingen, «perr Aber bie 3uben ju roerben, 
obfe^on bie IBiüigfeit, mit ber fte ju 3eiten gefd^fi^t rour^ 
ben, eine anjuerfennenbe ifl. ©d^on Äonrab IV. gerdtb 
ber Suben wegen mit XugSburg in Srrungen, Jtonrabin 
tat ftc^ bie ©umme oon fünf Sauren als Jtammerbienji 
oorauöja^len (äffen ; ber 3ubenf$ug, ben Siföof 4>axt* 
mann in ber Anarchie be* Steige« an ftcj gertffen, et« 
faufte 1270 bie ©tabt unb föftfete fte gegen bie idnt* 
merli^en Verfolgungen be* 9ttnbfleif$. Die banfbaren 
Suben erboten ft$, im Saufe oon oier Sabren auf i^te 
Äoflen eine ÜÄauer ju bauen unb führten bie« au«; ffe 
roieber^olen ibre (Srfenntlicbf eit 1308, inbem fte in aroei 
Serminen 500 $funb augöburger Pfennig an ben Sat^ 



19) SBürfel, ^ij!onf(be 9lo<btt<bten oon ber 3ubengemeiibe 
in Nürnberg. (9Wrnberg 1755. 4.) 3. 5—9. II. 49 unb bie 
6etrd*tli(be Änjabl Urfunben In ben »eilten. S^l. Schndt, OmL 
I. p. 255 sa. SÄofer, SEeutfcbe« GtaatiTtQt 4. 6. 85. «. » % 
20) ^f|torif4e 9ta<bri<bt oon ber 3ubengetnetnbe In bem $ofmartt 
gürtb- (granffurt unb 9>rag 1754. 4.) e. 3 fe. e. 74 mit ben 
Urtunben. 21) 9tothtn au« Ctetten, ©efcbidjte oon XuM« 

buro. (granrfurt unb 8eunigl743. 4.) I. €5; 64. 75. 76. 85.93.. 
IOC 102. 122. 127. 128. 133. 139. 154. 157. 163. 164: 178. 
356. II, 148. 589. , j 



JODEN (GESOHICHTB) _ 10S — 



JUDEN (GESOHICHTB) 



Mmten. Die Strikt be* 14 SaMunbett* froben an* 
Her am meiflen mit ibnen »u f^affen; fcubwig ertaubt 
bet ©tabt na*tfreilige Vtioilegien, bie et fettet einigen 
SNben gegeben, ttyten but* (Sewalt ju nehmen; Äatl IV. 
getödfrt ffa, Suben gu bitten unb verweijt biefe nnt wr 
altg«burget ©eti*t. SRa* fyrer ötmotbung, 1349, f*enft 
er bet ©tabt „bet SRiffet&dtet" £dufet, womit er bie 
Suben meint. 31* im Sabte 1373 bet Äatfet ben 3uben 
eine Geltung von 10,000 (Sulben auflegt, will e* bie 
©tabt, alft bet ftdbtif*en gteifcit juwibet, ni*t leiben; 
dU übet bet Äaifet ffe but* Gewalt ju jwingen Xnflolt 
*a*t, mug fte btefelben bo* gablen laffen. »t*t lange 
fcraa* »wingt man i&nen wtebet bur* (Sefdngnifj 32,000 
(Bulben ab. 2>ie f*wdbif*en ©tdbte bef*loffen, bafi 
mit btei SRonate abgeregnet werben foflen unb nut % 
»*t bet ©*ulb bejatyt wetbe. ffienjel f*entte bet 
©tabt ffit 12 3a*te bie Suben: 9topre*t 1401 bellet* 
den unb auf 10 3a&re ben ©enujj bet falben 3uben* 
fteuer. Ä* ©igfcmunb bem £ettn oon S>aw>en&eim 
bie balbe 3ubenfleuet unb ben gulbenen Opfetpfetmig ge* 
f*enft, *etgli* ft* bie ©tabt mit ibm, unb um bie 3u* 
ben nun ganj ju &aben, gab fte ibm jabrli* 200 Bulben 
tfteinif*. Der fttjige Äaifet batte abet ba« ®ef*enf auf 
SBibettuf gemalt unb lieg fi* na* jwet Sagten (1431) 
f*on 2000 Oulben batauf »otjhetfen. Ä*t 3afcte fpd* 
tet wiU bie ©tabt bie Suben au$f*affen, ?>aw>enbetm 
abet etfi f&t feine Änfprfi*e geberft fein, fobaß man ibm 
1400 Oulben geben muf}. 1440 muffen bie Suben bie 
©tobt uerlaffen. 3um Ungläcf ffit biefe war oot bet Hut* 
ffcttigung bet Urfunbe, but* welche fFc bie Suben aOein 
fbOte au«f*affen Wnnen, bet Äaifet geftorben unb bie 
«tanjlei gefcWojfen. $ie «ärger, wel*e f*on 900 
Outben (Seb&b"n bejahten, glaubten ibt 8te*t au* 
iftne Urfunbe ju beflfcen, verbannten bie 3uben, benufcten 
tfe jübif*en |>intetlaflfenf*aften, würben abet, inbem ffe 
xm ben Ähf*bopbenfmalen ffit ifct 8tatbbau§ ©ebtau* 
Hl ma*en gebauten, na* ibtem ©ocumente gefragt, 
mußten 12—13,000 ©ulben ©träfe gabten unb erbielten 
bafut allein bog 8te*t, 3uben anjune&men unb bitweg* 
jttf*affen. ©ie waten bann battndefig gegen jeben neuen 
(Ehtwanbetet. 9to* einem Dectete t>on 1540 batf ein 
Sube ni*t Idnget al$ einen Sag in bet ©tabt wgleitet 
werben; bem |>erjoge Seopotb f*lagen fte e* ab, einem 
Suben ben Aufenthalt ju gefiatten; mit auf Xnfwften 
be* Äaifer« felbfl gtwd^ren fte bem 3faat UOmann, einige 
3eit in »ugiburg obne Subengeleit nut ffit eine wö*tnt* 
«*e 3ablung wn 2 81. ju wtweHen 1 *). 

J>te neueten Bet^dltmffe bet 3uben fmb mtmnt*^ 
faltig unb ibte Stellung felbfl in ftabtpolttif*et ^inft*t 
ni*t immet biefelbe. diu (Bebante jiebt ft* but* aOe 
Un. ffio bie Suben ben ©tdbten gto0en*eiW unb allein 
äbetlaffen waten, boben ffe ft* faft immet erhalten; wo 
tri* ©tabt ff* ifttet ni*t ju t>oOem Stufen bebienen 

9) Sie Be*dttnQfe bet Sab» In anbetn Ctdbten tbtmrn (tet 
nl^t douln tafo&tat oetben. 3b ofefm etAbtcti waten ffe ein* 
«Übet aleid», flürtbtt in Stentlingen, 9torbbaufen # Stiebe« 
bete f. «ofet, ZentMee ©taatlre*t 0. 74. 



bmite, ftat i^t Xnfentyatt ein batbige* Cnbe emt*t 
Snben ju balten unb ju entfernen wat ehte finantiefle 
grage geworben, wel*e bie ©tdbte wm M Wl 16. 
Sa^t^unbette befonbetS bef*dftigt. SB4^ttnb bie einen 
ffe tetlangten, um ®ewfam ju baben, waten bie anbern 
mit bem Gewinne ni*t jvfrteben unb fu*ten bie yi to t* 

Sien, au* ft* ibtet gu entlebigen. Xu* bie yolMMe 
eüuna bet 3uben in ben legten freien ©tdbten Zfcntfc 
lanW iß febt eigent^fimli*. 

Die dttete ©ef*i*te gtantfurtt unb feinet Suben 
wiebetbolt bie 3&ge, bie wit f*on einmal gefetyen; bet 
Äaifet begnabigt, f*ftftt unb f*dftt. (Bei bet BetfUattng 
im 3(*te 1246 ft>ri*t Äonrab IV. bie ftanffuttet Sfitget 
tum aOet ©*ulb frei; fte Wtten t* mebt negligentar 
et contingenter quam volnntarie getont. Subolf twn 
•^aböbutg f*enft bem ©*ult^eifen t>on febem Suben 
eine SKarf , weift auf bie $dlfte bet Cttutt 100 Start 
c6(ntf*e ^eOet an. $et Ctjbif*of ©et^atb jn SRainj, 
bet in bt^en Segenben oom Äaifet Seaufttagte, bejablt 
eine mainjet Äit*enf*ulb but* eine Xnweifung auf bie 
Suben in gtanffutt, bie fein 9ta*folget, |)etet # befwtigt 
Äaifet Subwig melbet bet ©tabt, baß ft* bie Suben mit 
ibm ffit 10 Sabte abgefunben fcaben, befielt iftr # bem 
(8tjbif*of tum !Wainj in 8ejug auf ben ©*ufc bet 3n« 
ben }u belfen, t>etfauft i^nc bie „«laufet unb gesesse* 4 
Pfi*tiger Suben, erfldtt ben Suben 1347, baß et ifyten 
„durch besundire Gunst, die wir zu in tragen, um 
den swerlichen dynst, den sie ans getan habest, 
die gnade getan haben," auf jwei 3abre alle »bet 
unb stur M bis auf ben gfilbenen Pfennig gef*enft babe. 
©ie ©tabt gtanffutt felbft, wel*e bie Suben immet, tob 
untet Äbolf, gegen ni*t gebfi&renbe ©*abungen gef*fi(t, 
getdtt) brtbalb 1357 in einen ©tteit mit bem fhrjbif*ofe 
non SRainj, bet t>on ben Suben, „die te Ziten m 
Frankenfurth kommen," 100 Oulben b<*tfc babenw* 
len. Äaifet Äatl IV. f*enft bem Aettn ©iftib |nm 
Paradys „czinse, nfieze und gnlde, die um iiftd 
unserer KeyserKcher Kammer von dem halben teyl 
der Juden und Jadine M jufommen; bet franfjtamr 
Katb oerburgt ft* 1376 bet bem ^ertn Concje Äawe 
ffit ben Äaifet um 188 ©ulben, unb netftnri*t ffe i(m 
im Wotbfafle t>on ben Suben in fiftanffutt ju besagen"). 
©eh Äatl IV. u ) waten bie 3uben bem ftanffuttet 9a* 
*e t)etpfdnbet unb ftanben untet feinet ©tdtti^Mt: fn 
bem Angriffe auf ibre Sfreibftt unb tyt geben in bem Tbf* 
tubte bed Btncenj Jettmil* erfldtt fte bet Äaifet no* 
einmal untet feinem ©*u$e, unb al* im Sabte 1685 
eine Sommtffton niebergefefct wat, um bie Äblifung bet 
Snben ju bewhfen, bob auf JBerbanblunaen Äaifet tho» 
polb biefe Sommifpon unb bie 9t6gli*fett bet TIbtbftaig 
auf, gewd^rt bie 3ubengemeinbe al6 (Sigen*um^et ©Übt 
„bie Suben unb ibre Xngebörtge, 3Rann unb 2ktbÜ*en 



93) 3ttT uu u ne i ia e |l e gt auf »6tmer , < Cvl ääL 
(Frmncof. 1536. 4.) p. 76. 919. W& 351. 380. TO. 6T6. im. 

SU ^ftflnann, Utfimma bet «tdnbe €5. 618. *4) Ofm* 
taget*! Otldiitettma gmbenet Balle, Uiftmb eB bu ^ «. 87 fe# 
entölt eine bebrntm^ faifai Itaifftater uthmbe« *6erMi3iftPL 





JUDEN (GESCHICHTE) — 103 — 






©efölecfetf, aller orbinar unb extraorbinar Getieften unb 
©efäUe, «öcfcafcungen, SRufcungen, SBuffen unb aüeS 2Cm 
beten, nichts q[§ allein bie ßronfteuer unb roa§ bc3 Spfen 
Pfennigs halben bin 26. 3uli 16I>1 Derglidbcn worben ift, 
welcfceö wie juüor verbleiben unb alfo fernerbin bamil 
gebalten werben foll, aufgenommen, tüelc&eß üon benem 
felben erboben unb eingebogen wetten fann, ju Stiegt 
unb griebenSjeiten an ©ie, JBürgermeiffrr, ffiatb unb 
SBürgerfdbaft, jefct unb fünftfg, nacb ibrer unb gemeiner 
©tabt 9iotbburfft unb ©ef allen boct) ober nieberpfeteen, 
ju erbeben unb ju genteffen, angewiefen unb gdnfcltcfe 
übertaffen" 25 j. Ba§" Startfittttl bat über bas» 3ar)r 1806 
hinaus gebauert, inbem am 19. 2t ug- biefeS Sabre? ber 
Surft ?)rima$ bie ^enfefeaft über ©tabt unb ©ebict 
grartffurt übemabm, weldje in ben SBerbdltniffen ber 
Suben aber oor bem Safcre 1811, wo ein ©roßber^og; 
tbum granffurt tonflituirt würbe, nitfrtS oerdnberte. Unter 
biefem aber begannen bie SBerbanbtungen über bie 3ulaf- 
fung ber Suben jum Dollfldubigen ^Bürgerrechte; eö wirb 
tbnen biefeS gcwdbrt, unter ber SBebingung einer 2fbl6* 
fimgSfumme, welche fo groß i|l, al& btö Gapital ber uon 
tbnen al£ äinfen betrachteten (Sonceffionäfmntnen, ndmlid) 
ba biefe 22,000 ©ulben betragen, alfo 410,860 gl., Don 
Denen KiO,üOO gl. noeb r>or Ablauf üon 1811 ju bejafc 
len, 50,000 51. oor Ablauf be$ SabreS I813> bie übrigen 
fpdter mit 5 fDrot. üerjmfet unb nadj 1813 in jdbr lieben 
Waten t>on 10,000 SRtbCrn. cntridjtet »erben follrn. Ber 
Xbl6fung$oertrag warb gefcfclcffen unb am 28. Bec. IS 11 
bie bürgerliche JRedjtSqtcicfcbett ber Suben auSgefprotfcen. 
Ttbct faon am 10. Bec. 1813 würbe bie Subenfd&aft 
bebtutet, nitfyti mebr an JReluitionsgelbern $u begabten, 
am 16. San» 1814 bie ganje gro§l)erjt>gticr;e ©efefegebung 
r>rrnicbtet, naebbem am 14 Bec. 1813 bie ©tabt granh 
fürt feiert icb reflituirt worben. Strog einer Petition an 
ben belügen S3unb würben bie Suben wieber in üir altes 
©<ibufcr>rrl)dltniß jurütfqebrdngt, ba§ ^Bürgerrecht ifenen 
genommen unb ttjre Änfprüdfrc für null erfldrr. Ber 
teutfae ^atriotiimul unb bie billorifdje SBegrünbung 
würben jur Legitimität biefer Ungeredbtigfett entwürs 
bigt % ). Bet ^roceß würbe lange unb beftig geführt, 
aber graatfurt tonnte bie ganu grogberjoglicbe Regierung 
al6 r>orübergeb«nb, bie alte Subenfidttigfeit alS gelfenb 
erfldren. ©o bat freiliefe üergeffen, obfdbon ed bie 6om^ 
piten) brt teutfeben SBunbeß angriff, baö e^ bieö nur t^itn 
fonnte, wenn e$ (latt fetner ben alten leutfdjett Äaifer 
a!0 oberflen Siebter verlangte. Ba$ ©efe$ Dom 1. ©ept. 






35) «ofer, 3!futf*e< ©taa«re«t 4. e. 79. §. 20. JDie 
tjaben aud) bie Urhmte Äaifer tOrarr^tad' att|ufubren 
VRgeffn, We bte Safccnftattigfcit befldttgte, wotin er ^efaett bar: 
uib barttber fonbere neue unb oerbeffertc Drbnuna unb ©a^ung 
&u machen nöttjio, befunben würbe, ba^ wir uni beJTelbf^en m$H 
" unb im 3a(ire 1728 wirb roteberboit, baf ber fRMb uon 
'fürt am Main )iä) aller cujcnmädtfüjen 2)iöpcnfation ober 
Orbnung enthalten möge, „ aUermafTcti bife at€ ein oermcJTc- 
nex Ginariff tn bie tatferltdje Dbrifrbotmdftgteit anjufiben." 3Äo; 
fic |. !i7. 4. e. 90l 26) $&%L 2>it Wi>rifdj^urib!fa)e Out* 

utfltimfl Wr unoerinberten Untect!?anöpflia)t jübifä>er ©enwtnbe |U 
granffott am fÄain iml bei »eet«brftanbe* aller eigcnt&ämtidjeJi 
3ubcQaefaae biefer freien etabt (1817.) 







1824 erfldrt bie Suben al$ iöraettfifebe ÜBürger r>cn ieber 
Verwaltung beö ©taate^ au^gef^loffert. 931og 15 eben 
ft'nb im Sabre nacfcgelaffen; bie 3abl ber *öanbel§leute 
ifl auf 200 fejlgcfleUt. Bie SbebefArdnfung ifi 1834 
unb bie be$ ^anbelS 1836 gdnjitcb abgefebafft worben"), 
fonjl blieb aüeö beim Alten, nur bie ©efinnung beö 5BoI= 
fe^ nidfet. Bie ©cbitifale ber großen unb bebeutungS* 
uoden ©emeinbe in granffurt geben gugleic^ eine Soor* 
(leüung oon benen ber teutfdfren Suben überbaupt, unb 
bi$ auf bie legten Sabre bot fte nodb ein aüju tebenbigei 
Silb früberer 'ärt ju leben unb ju leiben. 

Bie norbifefcen freien ©table ftnb in bemfelben ©eifie 
mit ttn 3uben t>erfatyrrn. Hamburg erFannte jübifc^c 
ünfprücbe an politifr^r 9?edjtc niebt an; feine 3Bef$rdm 
fungen batireu fic^ jum 2beil nodft au§ bem Subenrecfcte 
rjon 1710. Ber JBranb Don 1842 ijat ben Suben nur 
bie greibdt üerfcfeajft, überall im ©ebiete beö $5taatt$ 
©runbeigentbum p erwerben, tfübeef i)<tt Ängeficbt^ 
ber neuen ^Bewegung, ber ebren ©efefcgrbung ?)reußen§ 
unb ber liberalen SBerroenbung eine^ Aarbenberg eine 
Subenuerbannung angeorbnet unb auegefubrt. 66 batten 
bort früber niemals Suben gewobnt. Burd? baö ^inju^ 
fragen r>on bem ©tdbtdjen SWoiSling an Cübccf unb bie 
franjöfifcfce ©efffegebung waren fie aueft bier anfdffig ge^ 
worben. iRad> ber JBefiegung ^Japoleon'ö üerwieä man 
alle Suben au^ ber ©tabt, bie fremben au$ bem ganzen 
©ebiete, bie SKoiölinger bortbin. ^roteflationen waren 
erfolglD^ Ber 2. Bec, 1818 beenbete bie 1806 beginn 
nenbe ©efe^iebte ber Suben in SJübecf 2a ). 

5Rur tangfam entwickelte ftcb alfo bie politifdje Stel- 
lung ber Suben im teutfäen Sfeie^c unb ba$ öeifpiel 
alten SebenS i(l ben Äugen ber ©egenwart noeb ntcftt 
entri(|en, Bafj jefet, wo ber ganje SBoben beö politifeben 
Status quo in (turopa wanft, ein neuer ©trom bumanen 
©eifleS mit ben alten SBanben ber SSiKerfrribeit aueft bie 
ber Suben btnwegreifen werbe, bürfen wir boffen. 

Bie politifcben SSerbdftniffe ber Suben in granf^ 
reid> finb ebenfalls burc^ bie beiben grofen gactoren ber 
tanonife^en unb weltlichen SJIacfct be§ SRtttelatterd ju er= 
fldren; aber bureb bie eigenttjümtt^e (SntwicPelung bed 
Äönigtbum^ in biefem JJanbe, bur0 bie l?6$fie TtvtöAU 
bung be§ ?ebenöwefenö, welcbeö bort Sabr^unberte binbureft 
per) gettenb machte, bureb bie SBebeutung, in bie fte feit 
ben frühen Sagen be£ Meicfte^ getreten, erhielten fte boeft 
manc^eö S3efonbere, welcbeä einer ndberen Äu^einanber- 
fe^ung bebarf. granfreieft war t>on je^er ba$ ^auptlanb 
geiftlicben unb t>(erarcr)tfet>en ginpuffeö gewefen; auf feinen 
doncilien berufet jum großen 2r)eile ba§ fanontfebe JRec^t, 
unb in feiner ©eifllif^feit tritt juer|l ber Sampf gegen 
baS weltliche Regiment in^ 8eben. Gbtifilicfcer ©cftwdr= 
mergeifi äußerte ftc^ r;ter juerft; bie Äreuijüfje baben in 
granFretdj begonnen. Sc mebr eben bureft bte t?er^weig* 
tefle £ebett$e>erföffung bai Äitterwefen begünflrgt würbe, 
befJo t;6ber flieg für biefe ber allgemeine 3auber beö rjrtfl^ 
licfyen ©eijieS. Segeifterte Siebe für bie Religion unb bie 



rt) 3otr io, i. e. m fo. 

32. 33. 39. 



39) BcrfeUe 10, I. 



JUDEN (GESCHICHTE) — 104 — JUDEN (GESCHICHTE) 



SBiffenfdjaft M SbrißentbumS in ber ©c&olaßif iß in 
$ranfrei$ jur ^6c^flen 83lutbe gefommen. ©aß in einer 
folcben Ätmofpbdre bie Stellung ber 3uben eine befonberc 
werben mußte, ijl leidet ju erfennen. Aber ber religiöfe 
©eiß t)at in granfreicb eine anbere Statut alä in SEeutfcfc* 
lanb; er fommt ba, wie ade Crjeugniffe be$ fiberr&eini* 
fdjen 8 eben«, früher jur Steife, bat jeboefc beiweitem nicfct 
bie 3ntenßoitdt wie bei ben Xeutföen; er weiß ff$ frü* 
$er wie überall auf ber ©berßdcbe be$ 8eben$ ju oer« 
breiten, aber in ©aft unb IBlut bringt er nicftt ein; er 
ijl nirgentö mefcr al6 in granfreicb in bie @rfd)einung 
getreten unb iß nirgenbä weniger auSfcfcließenb unb uns 
bulbfam gewefen; nirgenbö bot e$ größere Xnßrengungen 
ber geißlieben STOacbt gefoßet, bie 3uben au$ bem focialen 
teben ber Station ju bringen, gibt e$ mebr (Sbicte, <5on* 
eilten , Stynobalßatuten, um fanoniföe ©a&ung ein jus 
flößen, unb nirgenbS fdjjeint e$ weniger gelungen. SBir 
wifien oon weiter Verbreitung ber Suben burefc gan j gfranfe 
reieft fc&on in ben 3eiten ber ÜRerooinger unb oon bem 
angeblichen Vnfdmpfen gegen ße bureb ßoncilien in ber 
Champagne, Sburgunb, Bretagne unb Xuoergne, oon ibrer 
SRaebt in 8i>on, gegen bie flgobarb oergeblicb geeifert. 
2tut& ber ©c&luß be$ 9. 3abr&unbert$, bie Regierung 
ber erßen ßapetinger matten barin feine Änberung. 6$ 
bauert biß utm Cnbe be$ 12. Sa&rbunbcrtö, e&e für bie 
Suben in sranfreicfc eine traurige Äataßropbe eintritt, 
unb auefc birfe bat einen eigenen Starafter. Vorbereitet 
würbe ße bureb bie Angriffe, bie feit Xgobarb wieberbolt 
auf baS fociale 8eben ber Station gemaebt würben. 3wi* 
feben bem 9. 3a&rfcunbert, in welkem Äarl ber Aable 
ben Suben eine größere ©teuer auferlegt, ber JBifc^of 
XnfegifuS mit ben Tonnen au$ bie 3uben qu$ ber ©tabt 
©en6 ©erjagte unb ibr SBieberfommen oerbot"), unb 
jwifefcen bem 11., wo baß ®läcf unb bie Sfube ber 3u* 
ben ju wanfen begann, liegt ba3 10., burefc feine politU 
fd&en SBirren unb SJftrgerfriege für bie 3uben frieblic&e 
unb freubige. Äaum aber war ber 3bron Gapet'S ge* 
ß$ert, ber fromme JRobert Aönig geworben , fo beginnt 
gegen ße ber geißlic&e fjelbjug. 3m Sabre 1010 würben 
bie Suben in Orleans, welcpe eine jablreie&e ©emeinbe 
bilbeten unb benen man oorwarf, „ceteris saac gentis 
tumidiores et invidi et aadaciores" ju fein 10 ), oer* 
folgt, weil ße an ben Äönig oon JBabpfonien, Slabucfco* 
nobofor, „quem vocant Admiratum *')>" «nen Sbtißen 
al£ JBoten gefdrfeft (jaben, um ibn jur 3erßörung be* 
„venerabilis Domus" in 3erufa(em aufjureijen. (Sine 
Vertreibung ber 3uben aut 2imo£e$ burefc ben IBifc&of 
«ßilbuin würbe föon erwd&nt; e* tß ebenbiefelbe, welche 



20) „ Praeterea dominus Ansegisus .... Judaeoi certn de 
tarnt* et moniales ab urbe Saxonica eipulit et ne ulterius in 
ea habitaculum manendi haberent, aub anathematis jugulo inter- 
dixit." Odoranni Mon. S. Petri Vivi Cbron. }um 3o^re 883 
im Recaeil des bist, des Gaules 8. p. 237. Xtifegifu* flarb VII. 
Kai. Dec. 882. 30) Glaber Rodmlphu*, Hist. üb. 3. cap. 7 

im Recueil 10. p. 34. 35. 31) ftbemor (Cbron. im Recuefl 
10, 152)} ©tober nennt ibn Surft t>on Sabplcn; fo Riefen bie 
Jttaliftn oon SBagbob. Admiratas ift aui Amiratus ober Emir 
<al Mumenin) oerberben. 



ein anbercr <5&roniß im neunten Sa^re bed JtAnij 
bert anführt u ). Um 1049 werben Suben in ix 
Wagen, beren ©fiter ßcb bie ©eißligfeit bemi 
ber üBif^of |>alinarb muß in feinem Xeßamei 
Xnat^em hinter laßen gegen bie, welche mit biefer 
na^me ni^t einoerßanben fein motten M ). Die ! 
gungen ber Äreujfabrer, 1096, beginnen auf franji 
»oben- 3n JRouen, wo erß 1074 M ) eingef^drft 
bie fanonrfc^e ©efeftmdßigfeit feßjubatten, treibt mc 
Suben 5ur Saufe w ). »iefeö gefebiefct fiberaO, 
Äreuijiigler burc^jie^en, fobaß $ugo t>on $(amg 
dußert 86 ): „obfebon oon Sielen getabelt unb ein 
genannt, bie aller Religion wiberßreite. SBir wiffe 
*a$ eS nieftt ju dnbern war/ obfebon oiele $rteßei 
ben JBann, oiele gurßen bureb Drohung et ab^ui 
oerfueftten." „@d muß/ 1 wie ©laber JRobulpbul 
„bur$ bie göttliche SSorfebung biefe Xnunoßt 
ß^rißen gegen ße erbalten worben fein'' * 7 )- ©« 
Äteujjug ging rubiger an ibnen oorfiber, aber ber 
ben bei biefer ©elegenbeit $eter oon ßlugnp an b« 
nig Subwig VII. riebtet, erfldrt bie ^anje ^anbltm) 
feine« 9tad>folger$. 2)aß ?ubwig mebt febon auf i 
SBeife oerfu^r, oielme^r bie f$6ne Äußerung beö ( 
üBernbarb befolgte: „gaudeamus, ut in vobis f 
zelus Dei, sed oportet omnino temperam 
scientiae non deesse" 38 ), jiebt ibm, wiewol ei 
1144 ein bem fanonifeben Stttyt gemdgrt ©efeft ei 
ba$ fein ©etaufter jum 3ubentbume jurueffebren bü 
aueb felber, fromm unb milbe gegen bie fiir$e, 
@pige eine« ÄreujjugeS geßanben batte, oon gei 
©eite ben SBorwurf ju : „graviter Deum offendit, 
in regno Judaeos ultra modum sablimavit 
multa privilegia Deo et sibi contraria immcM 
deeeptus cupiditate concessit" 40 ). Äein* oon 
9rioilegien iß befannt, wabrfefteinlicb ßnb ße bin 
Kacbfolger, ben für bie ©eföicbte granfreieb« b*d 
beutenben Äönig $bi(ipp Äuguß, oernit^tet. 

Um biefelbe 3eit, wo in Seutfcblanb in Jol 
fortbauernben nationalen Aufregung gegen bie 3ub< 
SBerb^ltnig be6 Äaiferö ju ibnen eine beßimmte, 
wobltbitige, ©eßalt befommen batte, war aueft in : 
reic^ bie ©c^ole geißlieben 3orne£ gegen ße bis jt 
walttbdtigfeit ooll geworben, unb nur bie Art, i 
in« 8eben tritt, iß für bie ©eföicfcte ber föniglic^e 



32) Wilh. Godelli Chron. im Recueil 10, 202: „ 
multi eo anno prae timore baptizati sunt." 33) „In 

etiam et anathematizo .... ut nemo contrarius existsri 
nacensibus (Alsnay) propter peeuniam Judaeorum ibid< 
dum interfectorum." Menestrier, Histoire dnl. ou con 
la ville de Lyon. (Lyon 1696. Fol.) p. 224. cf. Preurc* 
34) Concil Rotomag. Tit. 14. BefonberS bof jie nt'4|t d 
Anette unb atmmen (?aben foUen. Man* 20, 399. 32 
herli Abbat, de Novigento Monodia im Recueil 12. j 
36) Chron. Virdunense tm Recueil 13. p. 623. 37 

circo vero credimus Christianorum animositatea diniia < 
sanii proTidentia in eis ad tempus mansuevissc." Recueil 
38) Bpist. im Recueil 15. p. 606. 39) Bpp. LudoTi 
im RecueU 16. p. 8. 40) Historia ViUe Lodorid i 
Recueil 12. p. &6. 



JUDEN (GESCHICHTE) — 105 — 



JUDEN (GESCHICHTE) 






WQlt inwiefern Jfanbe fo bejetc&nenb, ben ©cbicffalen ber 
3uben in Seutfdjtanb fo entgegengefegt, wie t$ nur in 
äroei t>oti ben Drrföiebenjtcn Lotionen unb 5Berfa|TungS= 
dementen bur$)Ojjenen Weichen ber %aü fein ftmn. Zn 
Subwtg VIL f$reibt 9>eter oon ßlugmj: „©cfylimmcr al$ 
bie ©ara^enen finb ffe (bie Suben); ic& foberc mdjt etwa 
auf, fte 5U t&bten, nur ba§ ffe auf eine ibrer 97iebertrdcb= 
tigfeit angemeffene 2Beife beftrafr werben, will idj, SBelcfte 
SBetfe ift nun geeigneter pim ffiefhafen jener ®ottfofen, 
aB bie, burd> welche ibre ©d)Ie^tt^feit gebüf t, bie SBa&r* 
beit geförbert wirb? 2Ba£ tfi gcredjter, al$ bajj, waS fte 
betrüßcrtfd) erwarben, weggenommen, roa$ fie böswillig 
geflogen, wie Diebe unb jroar, roa$ no$ fd&Ümmer ijl, 
noer) beute fufyncr unb unbejlrafter, entriffen wirb. 2Ba$ 

id> meine, ifl allen befannt >... ÜBan entreiße 

baber ober wrminbere wentg[ten$ jum grifjeflen 2beite 
ben f^Iecftt erworbenen jubifdjen Überflug; baS cbrtjiltcbc 
£eer (ber Äreu jfabrer) , ba& wegen be§ ÄampfeS mit 
©arajenen weber fein JBermägen nod> Strien SJefiö in 
JRedjnuno, bringt, foli ber auf bie fcbntafylicibfte Sffieife er- 
rungenen @uter ber Suben niefet fronen. 3I?ag man 
ibnen ba6 %tbtn laffen, nur bai Selb fall ttjnen entriffen 
werben ♦ . . * aueb oftne ibren SBitlen biene bem d)riftlkt>en 
Solle iubifcber Slricfttbum, wie ibnen einft, ba it)it S8ä= 
tet (Sott wobtgefdllig waren , auf Sefebl (Lottes $u tbrem 
£>icnfre ba$ SUermogen ber Ägypter überliefert warb" 4I ) 
u. f. w, 9J?an erfennt fricraud bie USttnfcbe ber ©eift- 
lid)!eit niebt nur in 25ejuß auf bie Stellung ber Suben 
tm t'anbe, fonbern aueft ber Äonige &u rbnen. 3b T *$ 
JBeifaHS war 94Wpp Äugtift üerftebert, wmn er, wie 
au<b für eigenen Stufet n, to$ i>on $>eter TüiSgefprodbcne 
auSfübrt. 2U£ baber ber Äöntg furj naefj feiner 2bron= 
befieigung, im gebruar be£ SabreS 1 180, an einem Sab- 
bate fid) be£ BefntAgffil aller Suben in feinen (Sebieten 
bemdebtigte, ibre ©cbulben erlieg, bte auf ben fünften 
3f)eiK, ben er für ftet) befreit, fo wirb ate Urfacbe bte @r^ 
morbung eines Änaben angegeben, wobei noc^ eine 9Bengc 
anberer jiibifc^er SJerbrecften ju Sage gefommen fein fob 
len, unb ha$ mn ^)eter gebrauste Seifpiel oom ^faube 
an ben 'Ügpptern wirb auf bie oom Ä6nige begangene ®e= 
walubat angewenber ,f ). 9ÜGbtöbefloweniger beriütet SHa~ 



41) 3m Recueil 15. p. 642. 043. 42) Rigordu*, De 

gestu PUH. Aup. im Recueil 17« p. *»: p ChristianissiRkus reic 
Phiüppui dili^enti irnjuisitioiio a majoribus haec et alia (|uam- 

Slurima nefanda de Judaeis pleniua didkerat, ideo zelo <lei in- 
ammatus ad mandatum ipäius .... \V1 Cal. Man. in Sabbato 
*\ijitJ sunt Judaei per totam Kranciam (Jsle de France) in ayn» 
Bgogis suis et tunc exspoliati sunt auru et argento et veatibua 
«rut et lpt1 Judaei in exitu de Aegypto Aegyptioa exspolia 
venint/' Sonbcrbar tft baö tierflummelt in bfn Chron. Reg. 
Francorum im Recueil V2, p. ill: „fecit spoJiari omnei Ju- 
daeoi una die, »icut fecerunt Aegyptii tempore Moyal fittis 
Israel fagientibu* de Aeyypto," J>ie ^rtauef^t^er fcetf Recueil 
böften ffatt deeimo texto Cal* Mart. XIV. ju Cefcn üorpcf(tlü^eti # 
iwil ber XVI. Cal. Mart niebt auf ben ©onnabenb trf ff r > aüdn 
trenn faVn le« Geates de Phil. Aug, (Recueil 17, 38tl) aud} 
VI. Cal. Mart. für XVL babm, woraus Me Äic^rfgfrit ber VI. 
r)en>cra,inctf , fc tann td) btefe ©(bwferfgf tit nia>t finben. ©ae 3«^r 
1I8<> (4940 jübifdjcr 3etrrecinung) fjl ein ©djaltiafer, in bem XVI, 
Cal. Man., ober ber lS.Jfbr., fo g"t w*« ber 18. Xbor 4940 quf 
I, antis«. b, ». u, Ä, BiwitfCechon. XX VII. 



bulpb"$ ©iceto: „5)te Suben rourben wdbrenb ber ©ab= 
baffeter, unb ubfdjon fte bem Stbniq 9Jir^t5 p 8etbe ge^ 
tl>an, gefangen genommen, unb otbmeten er|t gegen etne 
Sablimg t?on 1^,000 ÜßarF, ^um ©anfe gleic^fam für 
ibre Sefretung, rpieber auf/' ©benfo beeft ber bretagnifr^e 
2)id)tcr SBilbelm ben roabren Srunb auf 11 ): 

Nam tenui ceusu fnerat pater et nihil Uli 

A patre coLlatum fuerat, nisi sola poteataa etc., 

unb ee fy&ttt biefe unerb6rte # unerroartete Sbat ben SBa= 
faden Jranfreicfeö jeigen fönnen, roaö Don biefem Aontge, 
ber in feinem 17. 3abre gu folgen SJHtteln griff, }u er* 
njarten war. Q$ iji Ijierbei nic^f an alle Suben ftxanh 
reir^^, fonbern nur an bie feineS eigenen ^er^ogtbumS 
grantien unb fetner übrigen wenigen Befi|utigen u ben? 
fen. Sffienn er fie groei SaDre barauf oertreibt "), — 
eber fonnten, fagt fein IBiograpb, gclfen erroeieftt, aB er 
t>on feinem Sntfdjluffe qebracftt werben, — tbre ©pm 
«gogen in 3empel oermanbelt *), fo t!l auc& bier nur 
non biefen bie Äebe; Drkanö unb (SrampeS werben t>a* 
bei üoräöglicft genannt, weil fte mit nod) mebren anbern 
©labten (SSourgeö, STOetun) in ber ßbümpaane unb !Dr= 
leannoiö A u feinen Srbgutern geborten 4fj ). 6ö fann ba- 
ber ba£ (Jreignig nicht alä ein allgemeine^ StanbeSertt be? 
trautet werben, wenn eS auö^ baö 9Rufler für alle foU 
genben traurigen ©cftirffale ber Suben wuibe, wie ber 
Äöntg felbfi für bie Jg)anblungen feiner Ütacbfolger. 3fucb 
ba$ teutfdje Seben unb ba$ teutfebe SBablreicb rubelen 
auf bem mn bem ÜebenSwefen au^efpannten 9Ie|e, aber 
bte ßrbebung beö Äöuigä jum romifdjen Kaifcc batte für 
bie SÖerbaimiffe ber Suben etroa^ 2Bef>(tt)dlicje^ fo lange 
bie 3Bacf)t beffelben in ibrer Urfraft uorbanben war. Denn 
niemals fonnte fie fo tterberbltd? für bie Suben werben, 



einen ©ennapHrä faltert« la ber 1* Ebat am 29, San, auf einen 
9Äit£mocb iäiit. SRabttl^uß uon iDicero t?ar XV. CaK Fel>r, ; bo* 
burdj wirb bai Qxwfanu befrdCtqr > brrtrt in ben (S^ronifen ünb 
^er«?ed)fetunjätn beö tBor ■ unb Mtfmcirt^tedjnenö Dcrgefommen \ 
XV. Cal. Febr. bc$eio>net (jier ben 15. Jebr. £>enn ba^ nidjt 
\VI. in tefert ift, ergibt fia> eben aus ter ßrrpibnung bei B^ruar, 
©6!>mifdje Urlunbcn %■ ©* fc^en foen Zeh Dtto'ö ren SOei^rtn auf 
XII. Cal. Mart., rrdforenb ba£ Chran, Pcgav. bloi XII. Martü 
bat\ Wttnttn {aa. rer. öax, 3, 131) will oerbeffirn unb 3 äffe' 
(®efdjid)te P-ütljar'Ä B, 50, mtt) nennt bte Ouette bt$ S(jroniEön*, 
bie Annal. ßoaovieiisea, gar mcfjt <£t tfl alfo weber tjier im Ri- 
pari* nod) in ben Gestea, noeb bei Sffabulpbua (Recueil U, 
p. 404; 17. p. 617) irgenb eine Anbetung oorju nehmen. 

43) Recueil 17, MI, v, 374 B q. 44) Anno 1182 menae 

Apnli, <|ui ab ipiis Judaeis dicitur Nisan, eiitt edictuni 

Igiiur Judaei vendftii rebu» iui# pretiuro habentea pro viatico 
egressi aunt cum uxoribua et f'ilii» «t universo comiialu auo 
anno dominl 1 182 mense Julio, qiil ab ipsi» Judaeis dicitur 

Taroux IT. p. £>. 10. 45) Cddjetiid) M SSi^orb^ Mrif 

(tjerei ; „Kacilius poaaunt sa.xa molliri et ferrura in plumbum con- 
verti, ijuam mens chrijtianiaainii ab mtenüone divmitus inapi- 
rata poaait revocari, Videntea ergo infidelea Judaei, prineipea 
repuUaii) fuiaae pasaoa, per «juoa alioa re^ea praedeceaaorea 
auoa ad voluntatem auam faciendaro facile inclinare conaueve- 
rant, admirttnte* regt» magnammilatem et firmnm in dotni*v 
enntttatttittm t nttoniti et quasi Ktupefmti *t wuh qundam admira- 
Haue etnmantes: „scema isracl!" id «I, nttdi tsraei , aggrtui 
sunt vendere omnem ttunm $uj>elh'iiiUm.' 1 46) 93^1, SSdjmibt, 

©eWicbte von granrrifo> 1, 358. 



14 




JUDEN (GESCHICHTE) — 106 — 



JUDEN (GESCHICHTE) 



*M bic ®ewalt in anbern Sdnbern. £>ur$ feine ©teb 
lung alö ©cfrufc&err ber Äirc&e unb ifcrer ©afcungen muffte 
bet Äaifer in beten Sntereffe bie 3uben fronen, al$ Sfawfc 
folger ber alten römifc&en Äaifer nxr er £err aUep ber 
Subcn in feinem 9tei$e unb fte gu vertreiben, ade tfmmU 
lieb ju plunbern, burfte unb tonnte er in feiner Stellung 
bur$au$ ntd^t, fo ©erwitfelt auefc fonß bie SJebrücFungen 
be$ 14. 3afcrbunbert3 gewefen fein mögen. 3n granF* 

. reid^ bagegen war ba§ ganj anberö. 35a8 Äönigreicfc 
war ni$t6 als ein großes geben 47 ); ber abminifhatioe 
Cinfluff be$ ÄöntgS reifte niebt über bie ©renje feiner 
©eftfeüngen l)inau$; feine 9Ra$t flieg nur mit bem Ums 
fange fetner 2<$nbereien; feine finanziellen Sntereffen waren 
ebenfo fpeciell aI8 bie feiner großen 2etyen3leute; ba ifyxt 
Fein (SebanFe jur ©eite fianb, ber i&m ein anbereS SSer- 
fcältniß gewonnen, fo war er nur mit ben Suben feiner 
IBeftfcungen in einer birecten JBerbinbung, unb bie ©teU 
lung ber Suben warb nur beS&alb fo oerjweifelt, weil 
e* eben blo$ t>a$ ©elbintereffe war, was ben JWnig unb 
bie gurfien mit ifcnen oerbanb unb bieS bei ben gafcfc 
Iofen großen unb fleinen ttefeen fefer oerfefciebene gormen 

. annehmen Fonnte. 3n Seutfcfclanb \)at ftc^ ein ^rifllic^ 
religi6fe$ SBefen fpäter al$ in granFreicft entwitfelt, aber 
mit einer innern ©tärFe unb bie Station oollfidnbig er- 
fftllenben Straft, baß ber Äaifer eben bur$ ben au8 bies 
fer wa&r&aft religiöfen Überredung entfpringenben gana* 
tiömuS gegen bie Suben feine Stellung al$ ©cbufc&err 
Aller gewann unb in Xnwenbung bringen fonnte. 3n 
granfreiefc war au$ bieS anber§. Söet ber SRenge reli- 
giifer Äußerungen, bie auf feinem ©oben geföa&en, ifi 
bie Nation felbfi in i&rer Siefe nid&t oon ber Sbriftlicfr 
Fett burc&brungen. 2CIS fol$e f)at fte niemals ben gl&fyen? 
ben (Sifer gegen bie Suben gegeigt; e$ Gaben biefe gar 
Feined F6niglic&en ©$ufee$ beburft unb ifcre Stellung ijl 
w>m Jtöntge au$ entftttlic&t unb oerberbt worben, wdfc 
renb er baS bejfcfcenbe SSerfcältnifj im Sntereffe ber c&rifk 
liefen Siebe &ätte weiter fufc bilben taffen follen. Die 
Stoben waren im 10. unb 11. Sa&rbunbert ju großem 
SBofclfianbe gelangt, namentlich in SRorbfranFreKfc, wie ju 
f)aris, t>on bem fte einen großen 2$eil einnahmen. Sie 
befaßen OrunbftficFe, £äufer unb ®elb 48 ). Wlipp Äu- 
guft ifl ber wafyre ®rünber be$ Finiglk&en Änfefcenß in 
granFreicfc; tnbem er, bureb ©elbmangel gebrdngt, unb in 
ber ftotywenbigteit, ffcfc gegen einen S3unb t>on »afallen 
ju oert^ribtgen, (Sewaltmaßregeln gegen bie Suben ergriff, 
jerfWrte er beren ganie JJrefiieit unb 3uFunft in %xanh 
retdfr, weil in gewalttätigen 3etten bie ®ewalt felber ein 
Äanon wirb unb ba« JBetfpiel ein ©efefc, wie benn aud) 
Sögorb, um feinen Ä6ntg ju üertyeibigen, an ba$ S5ei- 



fpiel oon Dagobert aui bem 7. 3a(>r^imbert antnu 
©in treffenber S5eleg bierfur ifl, baß w>r feiner Kegieri 
Feine UrFunbe au& SlorbfranFreicft unb oon einer (Sa 
tingifeften Regierung aber bie »er&dltniffe ber 3uben « 
^anben ifl, wd()renb fte feit feiner Regierung in auf 
orbentliger SBeife ftc^ ^dufen. Zu* i^nen ergeben 
folgenbe ©runbjftge beß politifc^en geben* ber Suben 
fcanbe. 

1) Die Suben ftnb burc^ bie oon i^nen ju leiten! 
Abgaben eine SMufcung jebeß einzelnen ganbe^etm, 
welche er allein Änfprud^ bat unb bie an feinen ®n 
unb SBoben gefeffelt ftnb. Äein Sube barf auö bem $ 
ftfc be§ einen in ben eines Xnbem aus freiem Sil 
übergeben, barf bei etwaniger Entfernung aus bem d 
biete in ©efödftäreifen Don einem anbern ffiefifter, i 
me&r ifl ber Äonig a\xd) nic^t, gurutfgebalten werben, i 
Fein 2tnberer, als ber eigene ^err, barf ft* bureb 2 
leiten unb ^fdnber bei einem 3uben bet^eiligen. £> 
»erbdltniß t>at ft$ erfl unter WÜPV Äuguft, ber fe 
JBafallen lehrte bie Suben $u ©elbf^wdmmen ju gebn 
eften, entwicfelt. ÄuS bem Sa^re 119S ifl ber erße 8 
trag beS Ä6nigS mit bem ©rafen 2bibaut oon ftb« 
pagne, worin eS fceißt 4 *): „wir werben Feinen von t 
Suben unferS lieben ©rafen Sftbaut t>on XropeS in t 
ferm ©ebiete jurücf galten, außer bur$ eine auSbricfli 
Srlaubniß feiner SeitS (ex ore suo); Fein Sube » 
irgenb einem aus bem ßanbe beS ©rafen ©elb leib 
ober Semanben ober etwas als $fanb annehmen b&rf 
außer bur$ eine auSbrucFlic^e erlaubniß feinerfeitS ( 
ore suo). Unb ber befagte ©raf gefleht m& ju" u. f. 
Denfelben Sertrag fließen ber £erjog oon ©urgi 
unb bie ©rdftn oon S^mpagne 1210, £e$tere mit I 
^enen oon Dampierre 1215. DerÄinig wieberMti 
1210 60 ) unb im Sa&re 1223 5I ), in melcftem Ä6nig i\ 
wig VIII. bei feinem Regierungsantritte ein neue*, < 
gemeineres ©efefe über bie Suben unb tyren ^>anbel gj 
ftnb mit ifcm 24 SJafallen ubereingeFommen, fein ©c 
ju galten unb auSjufufcren, beffen §. 3 lautet: „Unb 
wiffen, baß wir unb me&re ©arone über ben bürgerltd 
Suflanb ber Suben bef^loffen unb beflimmt baben, t 
Äeiner oon uns bie Suben eines Xnbern aufnehmen t 
jurücF^alten Fann. Unb gwar gilt baS fowol oon ben 
bie biefe Sa&ung beföworen, a(S oon benen, bie fte ni 
bef^woren l^aben." 9li*tSbefloweniger wteberfptt IS 
ber Äönig Subwig IX. feinen prioaten SSertrag mit b 
©rafen oon Kampagne unb nimmt baS allgemeine „S 
bühnentum"") biefe« Surften 1230, bei bem 17 8 
rone untertrieben ftnb, ben 3>unFt in §. 2 auf: „t 
Feiner wirb in unferm ganjen Steige ben Suben et 



47) föarnf6ntg, graa^ftf^e @taat<* unb ftttbHgeföigte 
I, 232 nacb Sruffel. <&* ift h ü bebauern, baß biefer gelebrte 
Stallt «übt me&t als Anbete unb nur in piwbt%ften Stotfeen ber 
3uben gebaut f)Qt. 48) „Sic quod medietatem viUac Pari- 

•ientU obtinebant." Ghron. reg. Francor. im Recoeil 12, 215. 
„Et tunc data est ei» Ucentia a rege, quod omnem suam «u- 
peUeetUem venderent . . . reserratis aibi et succeaioribufl suis 
FraBeorom regibos petiettionibut, WdeUcet dondbu», agris, 
vineis, grnnckiis, torcularibus et * qu $mo d i. Riford. 1* L 



49) Set Brunei, Nouvel examen de l f uaage geoeral 
fiefa en France I. p. 571. 50) Brüssel 1, 579. 580. 
Ordonnances des Roys de France de la troisieme raoa. (Pi 
1723. Fol.) L d. 47. 48 au<b bei Brunei 1, 585. 52) • 

donnances 1, 53. 54 ap. Brüssel 1, 587—589. iDataia* ift$ 
bie Stelle in einer Ur&inbe Xlfon*', ® rafen oon ZovAmfts in 
Histoire de Languedoc 3. Preuves p. 514: „qukumque Judai 
suum sub alterius dominio invenerit, eua oapere posait ( 
91111» proprium tenrum. <( 



JÜDBN (GESCHICHTE) 



— 107 — JÜDBN (ÖESCHICHPra?) 



anbera Domofoe gurfidtyalteit; unb wo (Siner feinen 3w* 
ben finbet, wirb er tyn nehmen f6nnen, wie einen eiges 
nen Jtnc^t, wie lange aucft bet 3ube im anbern £otni* 
nism ober 9tet$e gelebt fcat." 

9io$ im Safrre 1234 lief ff* bet ©rof wn 6(>am* 
pagne gegen bie Suben ber ®x&fin von $reur bie* ju 
f$u(ben roromen, nnb ber Jtönig muß i^n, ba er bie 
(Garantie be« ©ertrage« ton 1230 übernommen**), befc 
fyäb gurecfttweifen"), unb bie Unfreiheit be* 3nben, au* 
bem einen Oebiett in ba* anbere ju entfliegen, wo» au$ 
etfr im fJeamne be* 13. 3a&r&unbert* entftanben. 3m 
3t*rr 1198 mirolieb $atte ber eifrige ®eifHi*e gulfo 
gegen bie 3uben bieten fiJeiflanbgefunben, tnbem er gegen 
ibren Stufte? prebigte. Sie Slfc&öfe unterfläftten i|n; 
man ftwang bie 3ubni, bie IxSlfte ber ©Bulben ju er* 
laffen, unb Diele fforone trieben ffe, bem fr&bern Sei* 
foiele be* Jtimg* fotgenb, au« ibren ©eflfcungen w ). Der 
£6nig aber, fai biefem Äugenblitfe wegen ber Trennung 
oon feiner <3ematy'm 3ngeburg wfit&enb gegen bie Äircbe 
unb i$r 3nterbict 66 ), au$ in ©elboerlegen&eit, nabm bie 
3uben wteber in feine ganbe auf, unb al* bie ®rdfTn oon 
Sftampagne burcfr @ewalt mebr aW bie geip6i>nltctKn Ab- 
gaben »on ibren Suben erpreffen wollte, bitten fte ju& in 
bie 8anbe be* £6nig* gefluchtet. 3n bem baruber ent* 
ftebenben ?>roceffe mußte fte fity oerpflic&ten, nic&t Aber 
ba« 9Ra$ ber Abgaben &inau*jugeben, welc&e bei bem 
2obe ifcre* SKanne« im ©ebrauc&e waren ")• %$ trtftirt 
fogar ein mit bem 3uben öreffelin oon ibr gefcftloflener, 
oom Jttaig parantirter JBertrag, worin er tyr gegen 83er* 
pfanbung feine« ganjen JBerm6gen« nicftt }u entfliegen 
oerfyricftt unb ber £6nig fein SBort gibt, niemal« ba« 
gute £er$4ltmß jwiföen ibnen gu jWren unb ber ©rdftn 
ju föaben. 

2) Sbenfo gut, wie e« hierbei ©efefce geben barf 
unb muß, »eilte bie einseinen Sarone unb SSafaQen be* 
fonber« ertyeifen, fo fann ein jeber Safafl über ben JBor* 
tbcU entföetben, ben ibm bie 3uben bringen. ßr fann ba« 
ibm barauf gu#ebenbe SRecftt oerfaufen unb bie gd&igfeit be« 
@elberwerben* al« eine ibm 3infen tragenbe, jujiebenbe Äraft 
na$ Qtotbfinfen oerfcanbeln unb fcerfc&eitfen. Der |)err 
oon 9mg oerfauft ber ©rdftn t>on S&ampagne, wo« er 
bat „an 6a4e» unb an Suben" 58 >. Unter $btlipp bem 
©cftinen würbe ba« etwa« ®ew6bnlic&e*. <Sr fcftenft 
feinem Stoiber, bem Orafen t>on SBaloi«, einen Suben 
Don ftoataft, rennet bem Pierre be (Sbambli für ben 
Suben Samuel be ©uitri 300 livres toamow an, unb 
wie fein ©ruber tym ade feine Suben für 20,000 petits 
tournois oerfauft, fcatte er ein anber SKal wieber ein 
®eftMfl wegen ©amuel Siole mit ibm gemalt ftt ). Bor 

53) ^6 $rf*t bafelbft $. 5: „Et n aliqui Barone« nofoerfcit 
hoc terrare, ipaot compeltemus, ad quod alff Barone« noftri 
com poaae «oo bona fide Jurarc tenebantur* 4 etc. 54) Brüs- 
sel I, 590. 591. 55) Chronologia Roberti AltniSodorensis 
im Recueil 18, S03. 50) ßqU Wlipp Äugufl unb 3nqtbovq, 
ein WMffrt «erfuch von 3. 9. 6*uU. (Äef 18W.) €T. 316: 
311. 57) CT. Awacl 1, 57t onb Urfunbenbu^ U. p. XXIII 
ont bem S4re MOO. 58) Brm$$a l, 581. 59) Ifenri 
S*m»a y ffivtofre et Recheteaae de« antfquite« de la riBe de 
Pari« II, 528 sq. 



1180 Ratten bie Suben ©runbjttde befeffen; nähern 
biefe ibnen conftödrt unb btefe neue Art von Jtaec&tfiQaft 
über fte getommen war, natft ber ffe einen XrtiM bet 
Snbufhie in ben |>dnben ibrer t>erf*iebenen ganbetytmn 
atrtma^ten, fonnten ffe eigentliche Srunbftfitfe außer ben 
Ixkrfern, in benen ffe wobntett unb bie ju i^rem QuIM 
witzig waren, nk^t beftften. 6^ fommt t>or, ba0, al* em 
(Sbelmann mit ben Suben Aber ein ibnen oerfaufte* Ärunb* 
jlfirf einen ^rocef ffibrte, ber Jt6nig fftr ben Jfafl, baf 
jener nit^f gewdnne, ba* ?anb fteft jufprac^ M ). ®ie ©e» 
ri^^barfeit ber Suben ^anb bemgemd« ebenfe beim 
8anbeS^enn, bei Saron, |)erjog ober Jtonig. Sedieret 
fibergab fte feinen SaiQi*, ober, wie ffe befonber* in ber 
öbampagne Riefen, bem f>rewt. Xu$ eri^fren me^rt 
^rotejle gegen bie Cinmif^ung geifllicben ©nffaffeO* 
ber jebenfaß« bem ftnanjieHen SSort^eile fc^aben mußte. 
2(nber*wo befafen gleicftwol bie SBifc^öfe 3uben, wie in 
Kante*, beffen Stfcftof bei dbnlieften ©treitigfeiten no^ 
1232 t>on ?)iene, bem ^erjoge oon Bretagne, ba*9tei|t 
wie feine »oradnger erhielt* 1 ). Der ©a$: ? ,le« me»- 
bles aux Juifs sont au Baron" ") 9 ift hiermit in SBer* 
btnbung ju bringen. Da bie Suben eben nur bewegliche 
©fiter, SBaaren, 9fdnber unb (Selb befiben burjflen, 
unb oon biefem öepfce bie beliebige ©teuer gejagt warb, 
fo mußte jcber 3>rocef, ben ein Sube ffibrte, feinem 0üm 
ron wichtig fein. Xucfc glaubte ber Severe juweilen ba* 
9?ecbt ju baben, bie bei Suben gemalten ©cbulben ju »et* 
ringem, beflhnmte Termine fefljufeften, in benen fte begabt 
werben mfiffen unb oft felbfi ber 9>fdnber au eigenem 
@ebrau^e f!* ju bemde^tigen. €* werben bann fogat 
bie 3infen, bie bem Suben gebfibrten, oon feinem ^erm 
eingejogen. JJubwig ber ^eilige, Don bem fein Bio^rapb 
rfibmt, er t)abc bie 3uben ni*t fe^en Mnnen 6 *), mmmt 
i^nen bei feinem Äreujjuge ?)fdnber unb 3infen, unb 
ba ibm bie* no$ ntc^t genügte, fo oertrieb er fte, um 
2flle* ju nebmen, wa* fte bitten, «et feiner 3»ftcffe&r 
reut ibn ba* getbane Unrecht, unb er Idßt alfo, wa* 
migltcb ifi, wiebergeben* 6 ). Serbannung unb 6onft*cb 
rung ifi ein 3?ec^t be* 8anbe*berm, beffen 2tu*ffi^rung 
ibnen jebro^t wirb, ba* ebenfo private anwenben Mime«, 
wie bre* oon ben itönigen Wlipp Äuguft unb Sub« 
wig IX., t>on ben oben erwähnten IBaronen, von bem 
|>erjoge oon {Bretagne 1240 auf ftJitten feiner Untertbo* 
nen gef^en ift M ), wobei er aUe Serbinbtic^feiten gegen 



60) Bru*$*l 1, 591. 61) Cf. Brüssel 1, 583. Stf- <)a< 

Sbtct oon 1317 §. 8. bei Lautier, Ordonnance« 1. unb W Brüs- 
sel 1, 605. 62) Alexis Lobinean, Hlstoire de Bretagne. 
(Pari« 1707. Fol.) I. p. 315. 63) Ordonnance« I, 216. *o* 

tiefen SBerWUnijfen »irb bie ^aladbifdbe Xuöeinonberfeftung ber To- 
«aphoth Baba Kama p. 58 a. über ungenebte Änmafunfl bei 
$errf(bert ju ertdutem fein. ®« ift babrf ©ttr8ttn> ine *uae $u 
foft: itt> imfh v nirrn vtwvv imwatm rrmw iy«h ^ 
?vYun p^trp mVv ^ddth vh nw5?n wai is^w oip>o boa bw 
irsij^ia p« isa -pama Tn ^i rf^r» «nerws U"M 'i? m rtrwa. 
64) 8dl. 0<bmibt, «eföftfte oon gronrnh* 1, 507. 65) 

Ordonnance« I, 85. irmml 1, 594. 66) Cf. Chra* Bri- 

taanicum ap. Lobinean II, 365$ über öerfolgnn^in w>n 19H, 3* 
cf. t p. 235. $ie Urfonbe ber »erbaimtnig ftrft II. p>. 392| et 
I. p. 4k. 349. 

14* 



JUDEN (GESCHICHTE) 



— 108 — JUDEN (GESCHICHTE) 



We 3uben aufbebt. 3n ber Stormanbie lebten febr wele 
Suben; bei ben traurigen @$i<ffa(en berfelben in Sng* 
lanb, 1190, trifft fttcftarb Mmenberj SRafregeln, bie£)rb* 
nuna b«t aufregt au erbalten 67 ); obfc&on &aö ?anb um 
1205 an Wim «"flwft f*Kt, bleibt bie normanniföe 
Einrichtung ber ©caccaria 68 ) (Exchequer) bejleben. 
SDirt »trbdltnijl bejidtigen SBefc^lürffe beffelben, wie ber 
ton 1204, baß ein minorenner Sube oon bemjenigen, 
welcher ibm als Sormunb Dorn Äönige gefegt roorben ifi, 
wdbrenb ber ÜRinoritdt loon ©cbulben, welcbe bei feinem 
Sater contrabirt ftnb, feine 3infen fobern barf. ©a$ 
13. 3abrbunbert lieg ben Jt6nig t>on granfreicb bie fcbönjlen 
fetner 8eben im fublicben granfreicb erwerben. *£>ier in 
ben ©raffcbaften oon 9iarbonne, Souloufe unb fBejierS, 
in 9li8me8 unb in Montpellier mar feit unbenflicfter 3eit 
ein glücflicfter, friebiicber ©ifc für bie Suben geroefen, nur 
momentan burcb einjelne Sturme, wie im 7. Sabrbun* 
bert burcb SBamba, gefiört, foroie im 9. burcb bie legten 
Jtaroltngifdjen gfirjlen. Äari ber Ginfdltige raubt ibnen 
ibre ©runbfiücfe im Gomitat oon ÜRarbonne 899 unb ibre 
®üter unb 3Rüblen bei Warbonne felbjl 914, um fte ben 
Äirc&en ^u ftbenfen 6 '). Unter ben erjien Sapettngern 
ergeben ftcfc für bie Suben b*4ft gänjtige SJerbdltniffe. 
TUi 1048 ber SBicomte loon Slarbonne ben 3ebnten beS 
Crtragrö ber ©aljroerte an bie Jtinbe ftbenft, bleibt ber 
Sbeil, ben bie Suben für ibren üBebarf baben, unbetbeu 
Iigt 70 ). ©ie leiben unter bem ©urcbftuge freujjüglerifcber 
greifbaren nacb Spanien 1062, gegen bie fie ber $apjl 
felber fcbugt 71 ); bie einfünfte oon ibnen werben oon 
ben JBicomteß gem6bnlicb ju SRabelgelb ibrer grauen oers 
»anbt, wie bieS 2tpmeri 1081 tbat 72 ), unb wie in einer 
ttrtunbe oon 1048 de alode Judaeorum gefprocben 
wirb, fo beflagt ft$ bie ©eiftlijbfeit 1251 baruber beim 
Sicomte, baß bie Suben obne ein droit ju jablen, alleus 
taufen tonnten, wdbrenb bieö ibnen nicbt gemattet fei 7J ). 
Der JBicomte bebdlt feine Stacht Aber bie 3uben and) 
nocb bid }u 9>bitipp bem ©(Jonen, ©iefe nimmt ber Äö* 
nig au$, al§ er eine friegsjieuer im Sabre 1300 au$s 
fcfcreibt 7 *), unb al$ berfelbe t>on einigen ber Äpoftafte 
angetlagten jubifcben $rofe(pten eine ©traffumme fobert, 
gibt er fte bem »icomte, atö bem fte gebubre, jurficf 76 ). 
3n ber ©raffcfraft SJejterS, ju ber aucb (Sarcaffonne ge; 
borte , waren fte mefleicbt no<b jablreicber unb md$tiger. 
2>a$Ämt beröaiüi* ijl b«r etwas ®ew6bnlic$e$ unter ibnen. 
Katban bieg ber öajutuS *om ©rafen 9?oger 1175 7i ), 
m öarcajfonne 1171 ÜRofe* Saramte 77 ); Stapmunb Sto* 
ger erldfjt 1203 einen Crlaf an feine »aiaiö, (Sbriflen 
unb Suben 78 ); 1204 wirb ein ©amuel in biefem Ernte 
genannt 79 ). 3m 3abre 1209 waren bie Suben nic&t fo 



67) »gl. RecueU des bist, des G. 18. p. 708. 68) »ei 
»ruffei ©tele »etfptele. £ie öinricbtung ift in önalanb fte^enb 
geblieben bii *ur »ertreibung ber 3uben. 69) Recueil des bist 9, 
480. 531. Hist. de Lenguedoc II, 37. 50. Preuves p. 39. 
70) Hist. de Languedoc IL Preuves p. 314. 71) Bpp. Alex. 
im Recueü 14, 538. Hist de Lang. 0, 214. cf. Mansi 19, 964. 
73) Hist. de Lang. IL 360. 73) Ibid. III, 475. 476. 74) 
Ibid. IV, 98. 75) Ibid. IV, 76. 76) Ibid. III. Pr. p. 137. 
77) Ibid. IIL p. 49. 78) Ibid. IE, 131. 79) Ibid. IH, 133. 



tfüilid) a» 1169. ffidbwnb ba5 erfle 9Ral bie |>li 
beruna glütfiicb bei ibnen t)0 tu betging 80 ), weil gegen 
(eine Änimofttdt begrünbet war, werben fte abfwbtitcb I 
jweite SRal angegriffen 81 )* Äucft bter Ipttt Sem 
Äton 1121 feiner Soc&ter Crmefltnbe einen Suben, » 
jamin, unb einen IBürger, Dutanti, mit ibren ©eft&unj 
jum ®efc^enfe gemalt **), waö nur eine Änwetfung < 
bie perfönlicbcn Steuern biefer $erfonen ijl. ©eit 13 
ifi S3ejietö in ben ^dnben be* Ä6nigö; ein f6nigltc 
Beamter übernimmt bie SSerwaltung* ^bnltcbeö war 
SRontpeQier ber gatt. Dbfcbon Silbelm VL in fein 
Xeflamente 1146 verboten b«tte, einen Suben gum Sa 
ju machen, muß bie« SBÜbelm VII. 1172 in bem fein 
wieberboten M ) unb bie Costumas et la6 Fraoquaa 
de Montpeylier baben Qa$. 7: „Baiion Juzueu non 
Ie senher de Montpeylier en uegunas de sas rc 
das" ")• 2Cud(> bter oermad)t SQilbebn VIU. ben Genf 
ber Suben an feine grau unb nur einem einigen Sut 
ifi er 50,000 ftoreS fcbulbig 66 ). ©ie wobnten in \ 
©tabt in brei oerfcbiebenen Vierteln mit befonbern Jttr 
bifen M ); 1293 übernimmt ber Jtinig ibre Suridbiction ' 

©ie glücf liebe Stellung ber Suben im fäblicfcn %xa\ 
reieb b^ngt mit ben geringen (Srfotgen ber fatbolifd 
Äircbe in biefen ©ebteren fiberbaupt jufammen; wie ei 
ber ©ig'Briamfcben SBefenö, war e* im ÜJKttelaltet 1 
erjle ©cbauplag antipdpfiiicben reformatorifc^en ©trebei 
2)a8 Auftreten ber SBalbenfer unb 2flbigenfer grabe 
biefen ©egenben ijl nicbt jufammenbangSlo* anjufei 
unb reiebt mit feinen gdben weit jurücf. J)ie Qtbdr 
liebfeit be§ geifllicben ©tanbe« fam baju, bie ifibtfc^ 
SSerbdltniffe ju begfinfiigen. ©ebon im Sabre 885 ba 
ber ?)apfi ©tepban 88 ) nacb Slarbonne gefcbrieben f i 
oor allen bie ©etjilicfcen ju tabeln, welcbe ben Suben il 
Cinfönfte oertauften. Sin (Srjbifcbof t>on 9larbonne tya 
1042 wirflieb aüe fireblicben beiligen ©erdtbe bei Sut 
»erfe|t 89 ), unb 1241 noeb mac^t bie ©eijili^feit ibv 
Crjbifcbofe ben SBorwurf: r Judaeorum niunera 
Cbristianorom praejudicium contra justitiam ree 

Sistis" 90 ), wdbrenb wieber eble ©eifllicbe, wie ber beil 
tapmonb, ben ©eifi ber SKilbe aueb gegen 3uben i 
ferten (um 1080) 9l ). 3m Anfange be* 13. Sabrbi 
berts mußte ber Jtampf ber Äircbe mit ben reformirent 
©eften auf bie Suben jurfiefwirfen. ©cjon 1207 bo 
Stapmunb loon Souloufe ein tabelnbeö ©ebreiben « 
Snnocen j III. über bie ©efteibung öffentlicher Ämter bu 
Suben erhalten 1 "); beoor man ibm im ^rieben 1209 2 



80) Histoire de Languedoc III. p. 34; old bie Spanier 
©tabt formten. 81) Ibid. III, 170; im Älbigenferfrieae. I 
Ibid. 11, 381. 83) Ibid. II, 443 u. IIL p. 38. 84) 

Le petit Thalamus de MontpelUer publik pour la premiere i 
apres les manuscrits originaux par la soeiöt^ archeologique 
Montpellier. (1840. 4L) p. 6. 7. 85) Menettrier, Hist. C 

ou Cons. de Lyon p. 334. Hist. de Lang. III, 119. i 

Hist. de Lang. IV, 136. 87) Ibid. IV. p. 77. 88) 

Menard, Histoire civile eccUsiastique et litt6raire de la t 
de Nismes. (Paris 1750. 4.) I. p. 155. 156. 89) Histoire 
Lang. II, 184. 90) Ibid. III. Preures. p. 407. n. 343. 
IbidTlI, 365. 93) Ibid. m, 151. 



JUDEN (GESCHICHTE) — 109 — 



JUDEN (GESCHICHTE) 



folution ertfcetlt, mu$ er unb 16 feiner ©arone tiefen 
9unft abföwiren u ). 2CW 1229 jum jweiten SRale 
Stiebe gemalt wirb, ifi ba$ „Instituemus etiara bal- 
Uvos non Jadaeos sed Catholicos," ein 3rtifel bef* 
felben**). Xlfon* oon Äouloufe wieberfcolt ba$ nocb ein 
«Kai 1267 9& ). Äu<$ fcier war Won baß im übrigen 
$tantret$ gewö&nlid&e Subenrec&t eingetreten. £ie Suben 
bebutften gräfliche (Srlaubnig , um «pdufer ju »erlaufen. 
2üfon$, bet lefcte ®raf, erlaubt jtcfc, bie ben Suben fcftul- 
bigen 3infen nieberjufcblagen '*)• 25er ÄÄnig fübrt aucb 
bier wie überall ferne Sterte an bie 3uben em, fleOt fte 
unter feine Suriäbiction, bebt bie ber Suben auf, fonbert 
forgfältia jwiföen Suben, bie tym unb ben anbern 4W* 
ren geboren, unb beauftragt in einem befonbern galle 
einem 3uben oon SRontpelher ein 9)acfctung$geföäft nur 
bann ju gefiatten, wenn e$ ber feine ifi 97 ); erpreßt oon 
ben Suben in SBeaucaire ©ummen, inbem er fte bur$ 
©efangennebmung baju jwingt, gibt aber bie beraub, 
welche oon ben SBolIjhetfern feinet 2BilIen$, o&ne ibm 
wirf lieb anjuge&6ren, ibrer Jreibeit beraubt waren 98 ). 
TLu<b bier ftanb eine 2Cn*abl Suben in geijilic&er ©erid&tö* 
barfeit unb ßeftfc. gajl überall, wie eS ber allgemeine 
Seift be$ c&riftlicften Mittelalter^ oerlangte, m&ffen neben 
ben weltlichen Steuern tir$li$e bejablt werben. 3n 
2*uloufe befam bie Äatbebrale jebeS Sabr 44 $funb 
SBadfr©* am Gbarfreitage für baS (Srlaffen ber D&rfeige "), 
bie fonji ein Sube an biefem Sage erbalten mußte. 3m 
Sabre 1181 entjianb ein ©treit barüber, ob touloufer 
@emi$t ober $funbe oon 20 ©ol« (livre prime) ge* 
meint feien 1 ). Sbenfo empfing ber SJifc&of oon »ejier« 
ju SBeibna^ten eine Abgabe, bte ibm 1096 bie »icomteffe 
fheitig madben will, unb fte blieb ibm aucft, nac&bem 
1230 ein tömgltdjer Verwalter eingetreten iß 2 ). Äußere 
bem batte er 1160 ben ©teinigungöttieg jwifcften Suben 
unb Sftrißen am gaubböttenfefie aufgehoben, wofür er 
fogleicfe 200 ©ol* unb jdbrli<& 4 8ioreS SRelgorien* er* 
bielt *). Xucb ber SBifc&of oon ttgbe unb Stornier* batte 
3uben*). 2>" (Srjbtfcbof oon Karbonne laßt fl* 1227 
iebe Cftem 6 2)enar* ÜRelgorienß jablen für ba* Sfec^t 
beö Xufcntbaltrt *). 2Me ©eric&töbarfeit be$ »ifcftofö in 

93) Histoire de Languedoc UI, 162. Itf3. 94) Ibid. HI. 
Preiires. p. 330. o. 184. 95) Ibid. UI, 510. 96) Ibid. 

III, 518. 97) Menard, Hist. de Nismes I. Pr. n. 93. p. 125 a. 
98) Idtm I. Pr. n. 93. p. 125 b. p. 126 a. au« 1294. 99) 

2(u* ber testen 3<it ber Äaroltager flammt »a$tf<betnli<b bet 
S5rau<b, einem 3uben in Soutoufe eine Ohrfeige ju geben, ffienn 
ber Stogropb be« fcrüfgen Stycobarbba&ufc^t, e« wäre ba« für ben 
Serratb oon SEouloufe gefäc^en (cf. Recueil 9, 116, »o wegen 
ber ooaftdnbigen örjdblung auf JDu Gbeene 3, 430 oemriefen 
nrirb), fo bewerfen fdjon »aif fette unb fßic (Hist. de Lang. 
II, 151), ba# bie ©orajenen niemal« JKouloufe erobert fcaben. «Die 
abarte bH Sifcbof« ICmeliu« „Leddam etiam, quam a festiritate 
omniam 8J5. . . pro Colapho Judaeorum datain* 4 etc. eruxtynt ou« 
(Satel an<b jDu Gange, Glosaarium lat. «üb voce Colaphus. 
Tai bie Obtfeige noefc wirttieb gegeben mürbe, fott ein ÄopeUan, 
^mao, bur4 eine berb au«gefubrte einen 3uben getbbtet baben. 

1) Hirt, de Lang. III, 55. 2) Ibid. II, 293; DL 386; 
et IV. p. 28; c£ tftfu/rW Fo#<«mu Chron. im Recueil 12, 436. 
3) Hirt, de Lang. II» 485. 4) Ibid. IV, 16. 5) Ibid. 

111,385. 



«obioe tat ^ili«) Xugujt f*on 1188 befldtigt 4 ). SXe 
Urfunbe f)^^ beö ©*6nen oon 1294 berietet oon 
Judaei talliabiles unb justiciabiles be§ fi5if(bof* OOtt 
Sltemeö. Ütamentlitft im 13. Sa^rbunbert war bie Ca« 
nonifebe SBac&famfeit im füblic^en granfreieb eine fe^r 
groge geworben; 1095 war bie @be oon 3uben unb 
Gfrißen oerboten, unb bie Sondlien oon SRontpeUier, 
Äoignon, 9larbonne, ßejier«, öalence, 2flbi, SRontpeQiet 
(1258), öarcaffonne, $amierd, 5Ri§meö u. a. folgen raf$ 
auf einanber mit IBefe^Ien über bie Trennung oon Suben 
unb ßfcriften in 8eben unb Äleibung 7 ). Sie weltlichen 
Abgaben waren na<$ tiefen SBerb^ltniffen, in benen ber 
3ube mit feinem geifligen unb materiellen SSermigen an 
ben bejlimmten 8anbe6tbeil gefeffelt war, nic^t immer 
gleich unb bie ^auptfumme bie ibnen gemdß ibrer An« 
jabl unb ber SBtUfür beregnete taille. 2)ie ©emeinben 
jaulten eine bejiimmte ©umme an ben^errn be8 8anbrt f 
ober an bie oon biefen befaßten ©innebmer. Stoaer oon 
JBegierö erweijl ben Suben oon ßarcaffonne 1193 eine 
SBBo^ltbat, inbem er bie oon ömour unb 2lletb mit ibnen 
jaulen laßt 8 ) unb nid)t befonberö; Äpmeri oon 9lar« 
bonne belam oon ber 3uioerie ber ©tabt 10,000 ©ol* 
jd^rlicfte Abgabe 9 ). Sie Sommunauti ber Suben in 
3>ari8 jablte bem Ä6nige 484 Store* 15 ©ol$ par quar- 
tier im Sa^re 1226 10 ). 3n einer JRecbnung auö bem 
Sa^re 1217 jablen bie Suben oon Stauen am XUer^eb 
ligentage 595 8iore$ 16 ©olö (paris.) unb an Sicbtmeg 
441 gioreö 16 ©olö SaiUe; ber ß^atelain oon SaiQon, 
ber ba§ erjle 9Ral 880 gioreö aufjdblt, bat bad jweite 
3»al 894 gioreö 16 ©ol* (par.) „pour la taille <tes Juifs 
de Normandie" n ). Sine anbere Abgabe war bie Cht» 
jelner oon tyrem SBerbienflc, bie wa^rbafte Abgabe ber 
SSidfär. ©amuel SSiole jablte an $bilipp ben ©ebenen 
300 »o. fürs Bierteljabr Is ). 3n ber 9le*nung brt 3a^ 
re$ 1202 fommt febr ^iupg bie Xbaabe de sigillo oor. 
©o jablten bie Suben in aftante 4 ?ioreö für öSBocben, 
bie in $>oiffp 25 »Jioreö für baö &albe Sabr, unb fo o^ne 
Angabe ber 3eit bie Suben oon 9)ontoife 19 ) u. f. w. 
68 war ba$ nur eine ^anbe(8|ieuer. ©ie Xudferttaung 
oon Urtunben jwifc&en ben Suben unb ben ©Idubtgern 
unterlag, wie in Snglanb, groger Seauffufttigung, weil 
fte atletn ben ÜRafjfiab für ben eigentlichen Serm6^enfe 

Sßanb abgaben, unb ed waren beetyalb ade möghe^en 
orfebrungen getroffen, um Unterfd^leif ju oerbuten. 
Die ausgefertigte Urfunbe wirb einem 2tnbern in Serr 
Währung gegeben, aW bem, ber ba8 ©iegel t)at\ gleicbwol 
mfiffen bie Suben f$w6ren, fpdter ni^ts btnjujufft^en, 
unb e$ barf in jeber ©tabt nur einen einigen ©Treiber 



6) Histoire de Languedoc III, 70. 7) Ibid. H 289$ 

UI, 101. 178. 365. 452. 460. 462. 481. 491; IV. p. 33 sq.; 
ogl. bit Constitutionea Synodi bH öifcbofj ©eenaeb be <5um* 
penbu tn ber Histoire eccles. et civile de la ville et dioeeae 
de Carcaaionne. (Paris 1741. 4.) p. 896. 897. 8) Hirt, da 

Lang. UI. Pr. p. 75. 9) Ibid. HI, 418. 10) Samml. Hist 
et Rech, des ant. de Paris 2, 528. II) Brüssel 1, 581 not 
12) Sauval LI 2, 528; cf. Felilnen, BBst. de la Tille de Faris 
d. 345. 13) Sei Btwul n. Pr. p. 176. 178. 197. 19% 



JUDEN (GESCHICHTE) — 110 — 



JUDEN (GESCHICHTE) 



ffe folcbe Äctenftödfe geben 14 ). 3bnen fetbft bat tvto* 
wfg Vffl - We efegel }u falten ntyt aerfhrttet ,§ ). Sine 
tyftlicbe ©teuer iß bie de literis Judaeoram, bie in 
©enli$ oortommt 16 ). Analog mit ber Sitte in teutfefcen 
Mbibern iji bie pro vioo Jadaeorum in €5en6 ,7 ). An* 
DrleanS, SRacon, Üour* wirb oon einer ftarfonenftaier 
Don ben Xbfteicben berichtet, auferbem galten bte, welche 
fie triebt trugen, eine Strafe. SBie fttb 3nnocenj III. 
fiter ba* taute IBeten ber 3uben in ber ©pnagoge gu 
©en* beHagt ,8 ) (1205), fo muffen bie in f)ari« 3 txr>. 
(par.) bejahen 1288, „quod nimis alte cantavenmt" "). 
3n bet (Sbampagne fommen amendes et exploits »or, 
mebbe an bie Gebots gejagt würben, „mes il en 
anront les amendes et les explois tex comme 
Prevost doit avoir" 80 ). 

©erjentge ÜJtonarcb bon Jfranfreicb, welker in bie 
guttÄpfen 9WfP Äugufl'ß, fowol in ber Vbjlcftt, bie 
ttniglicbe SRacbt ju erweitern, alt in ben impfen gegen 
ba6 tyapftt^um burtbau*, getreten ifi, bat aueb juerfi wieber 
feine ©ewalttbat gegen bte 3uben gewanbt unb bitrburcfc 
f&r ibr fceben in feinem ?anbe eine imitt bebeutungöwfle 
Cpcxbe beraufgeffibTt. 9>bÜtW> ber ©d)6ne batte Won oor* 
ber b^imlicben Auftrag gegeben, bie Suben unerwartet ju 
überfallen unb ju plünbern "). Der ©cblag geftbab am 



14) 3n önglanb waren ctynlidje Sßrr^ditntffe. 3ebe Urtunbe 
muffte gefiedelt fein, „facient Judaei universa debita sua iigil- 
lari in novis iigillia" etc. (Ordonn. 1, 44. 45. §. 3. Brüssel I, 
578. 579.) 3n berfelben Urfunbe bei*t eö §. 6.: „Duo de pro- 
bieribus bargenaibua cujuaiibet villae cuatodient sigillum Ju- 
daeorum, alter videlicet sigillum et alter ruttam. u ge&tcrei 
SBort ftnbct fidj im Xbbrucfe oon Saudires' Ordonnance« 1,44. 
Soft, ber nur bfefe Sedart fennt (®efd>. 5, 275 »gl. 2Cn$aii0 @. 
379), fdjeint ettoaö Derbddjtfg auf IPeußnot ^ufeben, ber (Lea 
Joifs d'Occident p. 87) „alter sigillum et alter bullam" bat, ba 
er »kijt weif, wober Seuanot et febopfte. SBengnot ©erbtent biefen 
Säbel/ weit er bte Ordonnance« eftirt, wo rutta ftefct, unb au* 
Staffel entlehnt, ber ridjtig bulla $at, waö Soft ntdjt »ufjte. 
Rutta tft wobrfcbeinltcft falfdje 8e*art, bie S3erwed?felung oon Rutta 
unb Bulla fe^r erffätlidj, unb ba Rutta fonjt ntdjt oottomnit, bem 
getanen ffruffel ootte* Sertranen ju fdjenfen. Bulla tft bie ©cfculbs 
urfnnbe, bie in einer fcbfc&rift ein dritter in £anben batte, uro 
bie JBerfdifdjung ber edjten &u wr^inberu, bie felbfi aber wieber 
oftne Siegel war, bantit er felber nidjt orrfdlfcbcn tonnte. SRtt 
Rota ift e* ntdjt jufammen|ubringen ; ogl. unten ober (Snglanb unb 
Tbtfey, Anglia Judaica p. 31. 15) Brüssel 1, 586. 16) 3n 
ber 9te(bnung oon 1202 bei Brüssel II. Pr. 163. 17) Brüssel 
II. Fr. p. 151. 18) Epp. lnnocentii van Recueil de« hist. 

de« Gaules 19, 478: M ut 8enonia juxta quandam eccieaiam 
▼eterum novam construxerint synagogam eccleaia non modicum 
aldoreniy in qua non sicut olün, priusquam ejeeti de regno de- 
mi««a Toce, ied cum clamore magno «ecundum ritura Judaicum 
•um officia celebrante« celebraüonem in eadem ecclesia non 
dubitant impedire." (50 bejie^t ft(b bad auf bog fanomfefee @e» 
feti weHrt au« einem f^on angefäbrten Srtefe Öregor'« beß 
Orofen »efWtigimg erWlt 19) Brüssel I. p. 603. 20) Idem 
I. p. 604. 21) H»t. de Languedoc 4, 135. ©ofTetbe JDatum 
1^at Behebet Jehuda cap. 21, wo jwar in allen 3fu*goben, bte 14 
geWcn, «vi tt"iai« fte^t, ät ben ^anbfdjrffren aber wa^rftbemlicb 
für io getefen warb it». Schee rit h Itrael ed. Amaterd. unb FfirA 
jlejf t (cipt 22); et föeint aber wfeber bat i bnru> ben ITMAr* 
}utesJffiUb oerloven ytbabeiv. ßstor Haparehi im Kaftor waferach 
(«d; Vene«.) in ber Bombt berfaVtet baDon, ba et fetbjl einet bte 
8lu<btlinge gewefen. Bgl. Meor Bnajim non de Boai ed. Mantoa. 



33. 3uli 1306. Wtan na^m i^nen 3CDrt, wirf fie befa^n, 
unb Vertrieb ffe bann aus aQen SJeftfeungen. CS »at 
eme umfaffenbere S3erbannuna, a» 1183 flatt^aben (oittite, 
bettn fie begriff, auf er ber yrouence, ba« aanjt fran)6s 
ftft^e Stetc^. „Chaciez, debontez et e«»ilRez et tovl 
leitr pris et mis en la main de roy," fagt bie Qtytos 
ntt t>on 6t. DenB "). Die metffen Suben flirteten m 
bte 9?a*barldnber, ober nad) bem ©Pen ju, um einen 
neuen SBobnfift gu bearfinben. 

SBenn auc^ bte Serbannung biefe* 3«^re8, mit int 
enblic^en Opfern ertauft, wn 9rinci^ten ausgegangen 
war, bte eben eine Idngere Sauer be* Äufent^att« in 
granfreic^ unmftglicft ma^te, fo t)at fte bwft ffir bie 3u* 
ben, wenn man überhaupt oon bergleicben in Sagen rober 
Oeroalt fpreeften mag, alt man fie juriefrief, einen gftn- 
fügen Srfelg gebabt. Diefe 3urittfberufunp tonnte not 
unter ©ebingungen gefebeben, in bie aueb bte3uben ein* 
jumifltgen bitten. ®ie befianben ^auptfdc^lict barin, ba§ 
fte loon ber JBefcbrdnftbett frei mürben, ein fieft^ M 
?anbe§berm ju fein, für melden fte afletn ju arbeiten 
batten unb in beffen nriOfftrltcfte SRaßregeln fte gegeben 
waren. Die 3urfitfrufung ber 3uben war einer bet erfien 
(Sebanfen oon £oui* X. 3n feiner Urhrnbe") berichtet 
er, baß fein Sater „par le conseil et par le pourebaz 
d'aucunes graves gens de son conseil (er bat be: 
(anntlicb atte JRdtbe feine« SBaterö abgefegt unb beftraft **)) 
mis hors et chaciez de son royaume les Jois" unb 
auf bie 2Cntrdge ber Suben, „ et de commune claroovr 
du peuple aussint," baß fte wie frfib^ gebulbet werben 
foQten, unb wie bei anbern SMlfern, bem JBeifpiele btt 
beiitgen Subwia folgenb, ibnen unter gewiffen Äefc^rdn* 
fungen bte 3?ücffunft gejlatte. ©aruntet Pnb bie fte* 
ftimmungen bet 3eit tbreö 2fufentbalte$ auf 12 Sabte, 
baß fte nur wobnen börfen, wo fte frflber gewobnt, baß 
fte nur ein Drittel ibrer fritb^n ©cbulben ttnjieben unb 
bte anbern jwet Drittel bem Ästige aeben follen. Sie 
erbalten ibre ©pnagogen unb fifrcbb&fe wteber, bie fie 
frfibtr befeffen. ©ebr wiebtig ifi, baß nur ber Äönig ba* 
Sttift bat, anbere 3uben in feinen Sdnbern ju batten, dt 
bie, wel^e er fräbet gebabt bat; bamtt ßteß et ba6 Cbict 
oom 5Kat 1315 2ö ) um, ba et in bemfetben, bie 3ur&& 
betufung bet Suben anbeutenb, bte ftemben unb betten- 
lofen 3uben benen ubetgeben batte, in beten @ebiet fte 
ftdj aufbalten würben. Son alten 3uben abet genießen 
bie S3arone unb ber Äflnig ibre 9let>enfien, m6gen fte ffrb 
aufbaiten, wo fte woOen 26 ). CS warb fefigefeftt, baß bie 

(Jnre bina cap. 23) p. 93 b. »4 a. 2)cr 22. 3nli 1306 fiel osf 
einen jc^nten Ab, roa* SJergo ntefet bewerft tat, wenn erMotfagt: 
»rVrjto inpan tr^aisn ana an «ma m wi^a rrw, anb auf eteen 
grettog, fofcaf abermals ber ©abbat (wie 1180) aut tisrnn gtw* 
ben* in einen Zrauertag netioanbelt »oeben ift; v%U 3nn§ in 
Benjamin of Tndela ed. Asktr. % p. 261. 

22) 3m Recneii 20. p. 680. SDCe CondmiaUo bei Qmlekm. 
de Namgis 20. p. 594. 23) Ordonn. 1, 565—997 unb bei 

Brüssel 1, 614 615. 24) feftmfbt, Qkftytltt wogronftin* 
1, 735. 25) Ordena. 1, 571. 572. Brmeeel I, 6ML §. 24. 

Ordfammoa ethn, qued Jodaei, ai eee contingat ex peraia- 
aiene noatra in rejne neetre Frande reverti et aeteri etc. 
26) Cf. Bawal % 529. 



JUDEN (GESCHICHTE) 



111 — JUDEN (GESCHICHTE) 



3ubcn tym beim Qtnjtefcn binnen 3 SRonaten 22,500 
Store* unb bann jebe* Safcr 10,000 granc* jablten. £>a 
gubwig X. föon 1316 ffarb, fo ergdnjtefein SRacbfolger, 
$t>Ütpp, 1317 ba$ frftbere ©efefc burcb folgenbe jwei 
»efentlic&e fünfte ju ©unfien ber Suben, bag er fte nun 
selon la quantite et maoiere de leurs biens bejieuern, 
unb bag ße, aucb wenn fie obne Äinber Jlurben, ibt 
»ermögen an ben ni^n (Erben oererben fonnten, wäfc 
renb e$ frftber burcb bie tobte #anb an ben Äinig fiel 27 )- 
3n ben Sabren 1320—1322 erlitten bie Suben groge 
SSerfoIgungen burcb bie 3ufammenrottung ber «gurten im 
fublu&en franheieb, burcb bie 2tnf lagen ber ÄuSfdfeigen 
unb burcb bie ungebeuern ©elberpreffungen ber £6mge, 
aber oerbannt würben fte niebt, nur bie Äuöwanberung 
gewäbrt, wenn fte e3 verlangten"). 9iur oon ben 3u* 
ben in £angueboc allein werben 47,000 gior. (paris.) oer* 
langt **). ©eit bem Regierungsantritte ber Baloi$ iji 
granfreieb in Ärieg unb »erwirrung; aueb bie Suben, 
wclcbe burcb wißfürlicbe JBelajiungen unb SSerfoIgungen 
gelitten, empfangen erfi mit Äarl V., wie ganj grank 
reieb, wieber ein befitmmtereS, bauernbereS (Sefefc. Cr 
batte noeb wdbrenb ber ©efangenföaft feinet SaterS, ber 
cd naebber bejidtigte (1360), bie Suben wieber tn* Sanb 

Serufen, unter ber JBebingung, bag jeber ganrilienoater 
4 glorin ©ntrittfgelb unb für ben Äoöf 7 glorin be* 
jable, unb bag eö nacb 20 3abren freijlanbe, fte wieber 
ju vertreiben "). Cr betätigte ibnen 1364 biefe Urlaubs 
nig unb jdblte bie 20 Sabre oon biefem 3afcre weiter 
ab unb verlängerte 1374 biefen äeitraum um 10 Sabre, 
£)a$ eigentliche Sangueboc bejianb au£ ben ©enefcbaDien 
oon SarcafTonne, SJeaucaire unb Souloufe, eine Urfunbe 
oon 1322 ffigt M ju Sangueboc gehörig noeb bie oon 
Stooergue unb öaorcin binju. <&$ jagten tn biefem Sabre 
bie Suben ber erflen 22,500, ber jweiten 20,500, ber 
brüten 2000, bie oon Stooergue 1900 unb bie oon Gaor* 
ein 100 8ior. (paris.), worauf ba$ Serbdltnif* ber ©e* 
oölterung b^roorgebt. 70» Äarl V. jiarb, wdbrenb in 
$ari* ber 7LUI bie Kufregung beö 83olfe$ benufcte, um 
t» geaen bie 3uben unb jur »emiebtung ber ©cbulbbriefe 
jn retten, war jum ©tattbalter oon Sangueboc ber #er= 

27) Bnnd 1, 621. 28) Hut. de Languedoc IV, 

190. inf bie «pecfalttÄten bet Behebet Jehoda Idgt fl<b Wer 
nttfct dajcfci. ©er fcert ff oor§Äglf<b in ben dornen oerbor&en 
unb bie buttrigen Überfeter boben v£w geldftet. ©o muf j. ». 
rmuni (oafc in ber fponiftben Ü6erfe6una oon !«R. SDel. [Am* 
fterbam 1744.1 €5. 20 Bigorda), Bigorre, , p*" ,1,a / Manao, 
wiV^ra, BaardeloU (nieftt wte ©enttuS Bordeaux) gelcfen werben. 
J>a» fd^irriQC V»tto bat aud{| bitr nur ein o für ein o, |»ei »uefts 
|ta%cni bie in ber ganbftrift bfter« oerwe^felt wttrbcni «nb ift 9Rar« 
td 6ttlt* »« TLqctl ZU »crfoCßttng« erftredten W b«4 »wir* 
betei«, (iaicoQM unb Xlbieeoi«. Sknn Sorbonne bie ric^ifle Sc* 
ort, fo ifl wot bto ba» (Sbotcau »orbonnoi«, in Souloufe bas 
©d»lof gemeint, übrigen« mar au<b im Qbateau be ©erbun eine 
topft« Bat^rfbiöime ber 3nbeni et Hist. de Lang. IV, 185; 
cf . D» C«nye anb voce PattortUL J)o6 Öbronicon oon SRont« 
pcOtoe, »d^rt er dtixt, fdbetei nnr ber tteine «bolamu» §u feto, 
»o es beift: „Em Ua 1310 fo la mognoa dels PaatorcU, qoe 
" et ea Tolaan.« p. 345. SO) 



Hirt, da Laag. IV. P*. l<6. 30) Bm^ti 1, *24. G^mibt, 
Ocf4We oon «ronrrtfeb % 194. 



gog oon JBerri ernannt voorben. ©tefer feftte 1381, tn> 
bem er bie iübifeben 9)rh>ilegten bejldttgte, Simon >e 
Cramaub jum Stifter unb ßonferoator ber Suben in ben 
brei großen ©enefcbatlien ein, unb im Sabre 1383 ben 
3>terre Äpmeri an feine ©teile. SBier Sabre fpdter erbtet 
ten bie Suben toieber eine fcbriftlicbe 3uf?cberung, baß 
feine anbere taille alt bit gewibnlicbe, roelcbe 10,000 
granc« betrug , eingefobert werben folle 91 ). Ski ®raf 
oon goir ^atte oon jeber Suben; febon 1292 toar ein 
©treit fttoifcben bem ©enefcball oon (Sarcaffonne unb ibm 
entjlanben* 2 ), ben ber £6nig gu beö ®rafen ®w$m 
entfebeibet 2)affelbe toirb t&m für bie Suben in $a- 
mierö 1303 befldtigt; atö bie Serbannung beö Sabre^ 
1394 eintrat, wollte er feine Suben niebt jieben laffen, 
aber bie ^Beamten be§ ©enefcbaOö oon Souloufe gvangen 
ibn baju 33 ). 2tn ben ©enefcball oon ©eaucaire batte 
^P^ilipp (e long ein febr bringenbeö ©ebreiben (1317) 
gefanbt, um befonberd bie Äbgeicben eingufd&drfen, weil 
man ibm geflagt babe, „et potissime muUerum catho- 
liearum commixtionibus judaicis, quas frequenter 
contigit, ut dicitur, fieri, oecurratur." Dted galt 
oon SRontpellier ; in 9}fömeS weiß man ibnen einen 
befonberen ©tabttbeil an „propter sexum muliebrem 
de maximo scandalo contra fidem, propter eorum 
subtilitates et enormas machiuationes" etc. ©ie 
muffen bafelbjl ber ©jijilicbfeit für ben Äircbfaf 9 ©otö 
„pour chaque mort" bejablen 34 ). Sn tyon batte ein 
fBefebl be« it6nig§ 1364 fte oerpfliiebtet, an ber Sewa* 
ebung ber ©tabt unb an ben not&wenbigen Jöettragen 
jur S3efejiigung berfelben S^eil ju nehmen "). 3n S5ur« 
aunb, wo man ben «gmnbel fe^r begunjügte unb außer 
Suben noeb Sombarben im 2anbe fyattt, fcbließt ber Der* 
*og no^ 1373 mit Suben einen SJertrag gegen 1000 
8iorrt idbrlicbe «bgabe, ba gu weilen, obfebon ba« Bolf 
ibre unb ber ?ombarben Entfernung will. Sei einer 
außerorbentlicben ©teuer empfingt er nur in ©ijon 3000 
SHoreß oon ben Suben unb nimmt 1384 noeb 52 jübifebe 
gamilien neu auf unter fe^r gunjligen fBefHmmungen, 
aber nur für 12 Sabre, welcbe aber bie Suben niebt ju 
balten brausen, wenn fte nur baß betreffenbe Sabr ooDs 
jablen. Die 3abl 52 fann immer ooUgdblig erbatten 
werben, ©ie muffen beim Singuge eine ©imune unb 
i^rlicb eine £opfßeuer, fonfi niebt«, begabkn. 9tur fte 
jeben lobten xft ein golbener granf gu entriebten M ). 
Cbenfo galten fte in ber Daupbine'y wie e* bier bitf, 
ein ©d&ufcgelb unb Cintrittögelb. ^ter erfebeint au« em 
Senfu» auf bie 3Be$felbanten unb ßomptoire, welcbe fte 
unb bie Sombarben bitten, eine alte £anbel*ßeuer. (Eine 
ttrfunbe oon 1336 bejümmt fte aufgenommene Suben 
ein 4bnticbe< Berbdltnif. ©ie mftffen jeber ^nomine 
et causa introgii" 20 livr. Vienn., imb ba ibnen nur 



31) Hut. de Languedoc IV, 378. 383. 390. 33) JHe. 

IV. p. 75. 33) Ibid. IV. p. 109. 406. 551a. 34) Mmmd, 
Hiat de Niimet % Pr. n. 15. p. 25 a.b. n. 122. p. 235b — t. 
3. p. 93. 35) Afcawfrier, Hiat de Liren p. 502. 36) Hirt, 
generale et particul de Banraoape. (raon 1739. FoL) 0. Fr. 
p. 293. 225. ÜL p. 42, 65. W. 78. Ft. p. 7X 73. 



JODEN (GESCHICHTE) — 112 — JUDEN (GESCHICHTE) 



4 Sd&re XufentiMt gew^rt war, iebeS Sa&r 10 livr. 
Vienn. für bie 3>erfon jaulen "). 3m Safcre 1394 wo* 
ten bie tynen gewährten 30 Sa&re um; e$ ließ ftcfr »or* 
«utfefcn, baß jie ba$ 2anb warben oerlajfen muffen, weil 
f$on 1380 Äarl VI. in einer Bnweifung, bie er £>lit>ier 
be Äijfon auf bie Suben aab, ben gatt oorauöfafr 38 ). 
Xm 7. ©ept. erfc&ien ber 8$efe&l, baf* «De Suben au$ 
Sangueboil unb Sangueboc auöjuwanbern Wtten 39 ), ^atte 
«ber beiweitem nic&t bie £drte be« 3abre$ 1306, weil 
er Dorauäjufe&en gewefen unb bie 3uben alfo nidjt uns 
erwartet fttfc oon fafl taufenbjdfcrigem SBeftfc unb £eimatb 
lotrijfen unb tyr gefdtfftlic&eö unb focialeS geben in Srank 
teW& ie^t barauf beregnet war. 9iur baß eS ber legte 
3Cu«weifung$befe&l war, gibt tym eine SBebeutung; ba$ 
14. Sa Wunbert, ba$ ber fö werften SMfung für bie 
Suben fiber^aupt, batte bunfc bie neue Stellung, bie fte 
fett 1306 in granfreiefc einnahmen, $rabe fcier t&nen we- 
ttiger geftyabet. gär biefe unabhängigere Sage, burd) bie 
fte, wenigfien* ben 3eitoer&<Htniffen gemäß, eine bebingte 
grefteit Ratten, fobalb bie ©ewalt ber Änet&tfc&aft oor 
1306 burtfc bie ber Serbannung überrounben war, ifl 
ber Äuöbrud bejeicbnenb, welchen ber 2)aupbm ^umbert 
1336 loon feinen Suben gebraucht: „Judaei nostri, quos 
nunc habemus ligios" 40 ). 

2)ie $rooence unter faifer lieber Dber&o&eit war 
nieftt mit eingeföloffen. 6$ batten aueb biet oon je&er 
3uben gelebt; be* #anbel8 loon ÜJtorfetlle baben fte jur 
Seit ®regor'$ oon SourS ftc& erfreut. Die ©nffinfte 
Don ben 3uben betätigt ber Äirdjje t>on 2Me$ Subwig 
9<m $roüence im Sa&re 920 ") unb Äonrab DI. wieber? 
ftolt ba8 im 3abte 1144; ben ^Beitrag gum üBrucfenbau 
erlägt 1178 griebriefc öarbarojfa ") in 2frte$ ben Suben; 
100 9>funb jäbrlic&e ©tnfünfte unb mebr jog ber S3tfdbof 
no$ 1265 Don ibnen 4 *). Sn TLix befam ber ©iföof 
2 $funb feinen Pfeffer« jä&rlicfc oon Sebem berfelben; bie Don 
Sßreä unb ©t. SRarimin gaben ebenfo Diel groben, bie 
anbern Meinem ©ememben ein balb $funb groben Pfef- 
fer«. Sn SRalauclne betrug bie Steuer 1 $funb $feffer, 
1 Dfunb 3immt unb 2 $funb SBacbS "). TLÜt ©tdbte 
unb 2)6rfer waren Don i&nen beo6lfert, barunter baS 
JDorf SMlfcane fo febr, baß fte bei einer empfangenen 
Jtrdnfung an ben <S$rijien &anbgreiflic&e SRac&e nebmen 
tonnten, wofür fte freiließ nadfter mit einer ©elbfhafe 
belegt würben 45 ). 3n SKarfeiDe war bie ©emeinbe bu 

37) Mem. pour servir a l'histoire de Dauphinl. (Paris 
1711. Fol.) p. 78. „pro gardis antiquorum Judaeorum." p. 36. 
79. Pr. p. 94. 38) LoMnemt, Hirt, de Bretagne II, 624. 

39) Hirt, de Lang. IV, 408. 40) Mem. pour aerrir a l'hiat. 
de Danpb. p. 95. 96. 41) Recueil des hiat. des Gaules 

9. 686. 42) Petr. Saxiu* im Pontifidum Arelatenae bei Afen- 
km. ss. rer. Saxon. 1, 261. 43) Ibid. 1, 291. 44) Memoires 
pour serrir k l'histoire des Juifs en Provence etc. fn ber Contin. 
des Mem. de Literat, et d'hist. de flf. de Salengre t. II. p. 374. 
375. 379 sq. Ginen fRafflob be« ungefdjjrrn greifet be« ^funbc« 
f)feffer in biefer 3elt befommt man bunb eine Urfunbe au« 9W«« 
me«# »ornoeb bie Suben bem 9farrer enttoeber neuf sols ober ein 
9fnnb 9ftftt iahten tonnen. Menard, Hiat de Nismee 3, 93. 
45) L'histoire et Chron. de Provence de Cnnar de Nostrada- 
wm Gentühonm« Provindal. (Vervina 1614. FW.) p. 403 a, 



fonber« grog unb reic^ an Synagogen unb $oftrit4lera; 
audb Wer war eine Abgabe an ben JBifc^of befümmt 46 ). 
Äud^ ^ier ftnbet man afle 83erleumbunaen, ®€feftc in 
gfille ^egen fte; für eine ©eftmdbung ber Sungfrau SRaria 
muß etn Sube 100 Sterin bejablen / bie bem JBolfe noeft 
nic^t aenägen, fobaf bie {Regierung mit SBaf engemalt 
eine $l&nberung in Xir unb Vertut« fcinbern mug 47 ). 
(Bin reifer SRann, ©amfon be Stephane, „nonirissant 
et alimeutant d'ordinaire, k ce que le bniit portoit, 
la plus grande partie des pauvres da lieu et de 
plusieurs villages et chateaux circomvoisins" w ), 
wirb wegen Jtinbermorb< get6btet unb beraubt. 9lofha; 
bamu§ gefleht, baf feine Öuellen birt al« eine rigemutfcige 
Berleumbung barfteDen. 25er »ruber 9WW* &* ®cj»5 
nen, Äarl »on2fnjou unb Neapel, fc^reibt 1276 , e* babe 
peft bie geifilic^e 3nquifition um bie Suben nieftt *u Wim* 
mem unb fte nic^t }U foltern „quemdam Judaeum post- 
modum fecerunt tormentari, de quibus nostra sere- 
nitas non modicum admiratur" **). Unter Sttni wa- 
ren fie wo^lgelitten unb in SBfirben atter Art 50 ). Um 
befto beftiger bxad) nacb feinem Xobe bie jurüdge&altene 
9&utt) auö; 1484 würben bie 3uben aud XrM bertrieben 
unb 1487 gingen 2)eputirte nacb $<"i* ju Jtarl Vm v 
bie Suben $u uertreiben. 2>ad barauf bejüglic^e (Sbict 
erfeftien im Safere 1498 unb JJubwia XII. oerfebdrfte unb 
wieberbolte eö 1501. 25er legte gurft non Drange üer^ 
trieb fte 1505 M )- 9?ur in ber ®raff*aft »enaifftn Wie* 
ben fte. Xuignon gefe6rte bem 3>apfie, bem einjigen com 
fequenten üSefaüfccr berfelben in ber ßferiftenbeit. @^on 
1178 batte griebrieb I. bem ©cfrufce ber Äir*e bie Suben 
bafelbji übergeben 51 ); im 14. Sabrbunbert war e* ber 
©ift unb ba$ oom Äatfer bejMtigte ©gentbum be« 9><q>- 
ftcS aeworben unb feitbem aueb bai unoerleftlicfte Äfpl 
franjoftfefeer Suben unb baö SBaterlanb gelebrter äRdmier. 
Die iubifefee ©emeinbe ju ßarpentra« ifl berfifemt bur* 
fRtid)tt)um unb 2C(ter. 

granj I. läßt ft$ oon einem getauften Ärjte au* 
ntefet ben $ulS fublen unb will nur bon einem Suben 
geseilt fein 53 ). Unter ^einrieb II. wirb jübifc&en Samfc 
lien, naefebem fte au$ Spanien unb Portugal gefluchtet 
ftnb, gemattet, fteft in Sorbeaur unb SSaponne nieberju- 
laffen. ©erfelbe reißt Wt1s, Soul unb SBerbun an ft$; 
bie erfle ©tabt befaß bamal* f*on einige 3ubenfamtlien. 
©o iß eigentlich ber Aufenthalt ber 3uben in granfreieb 
niemals unterbrochen; benn baö robe ÜRittelalter äußerte 
p* ju fpdt, um ni*t mit ber JCufflärung ber neuen 
Seit jufammenjuftoßen. 8loc5 im 3abre 1615 b&ttt Sub- 
wig^ XIII. [Regierung pei portugieftf^e Suben, Xtoarej 
unb ÜRontalto, bie mit bem 9Warfd&afl Goncbtnt nacb 
granfret* Qtiommm waren, burc^auS aui f>arid wt; 



46) Les Juifi de Provence p. 377. 403. 47) Ibid. cf. 

Nottradam. p. 509 e. 48) Nortradam. p. 384 d. 49) Pt^ 
pon, Hlst g4n4rale de Provence. (Paris 1777. 4.) t III. Pr. 
p. 23. 23. n. 15. 50) Lee Joifs de Prorenee p. 399. 51) 
Ibid. p. 405 eq. 52) Galli» Chrittiana 1, 814. 53) ggf. 
ben Xut§U0 da Registre Cottd da Greife de la Clttoibre de» 
Comptet ap. Sauval Preuvea p. 32. cf. IL p. 526. " > 



JUDEN (GESCHICHTE) — 113 — 



JUDEN (GESCHICHTE) 



TOicftn unb rcarb Scan gfontanier, ber ©ecretair beö 
JWnigS, ein Salviniß, unter bet XnHaqc, bafj et fetber 
ein 3ube unb bie Suben nadj Sranfrrid) fügten wolle, 
mit feinem SJucbc: tresor nestimable 1621 serbrannt * 4 ). 
3«brfT*tt ftatten ftd) bie 3uben bod) in 5Re& fef)r t>ermebrt; 
nwJbrmb feit 1566 nur 3 ober 4 Kamillen bafelbfl roobn- 
ten, befanben ftc& fc^on 1657 an 96 gamilien bort. 3m 
3ai)tc 1670 wirb ein eigenes Verfahren emgefcf>lagen, 
um bie 3uben oon bort gu vertreiben. 6in 3ube au$ 
SJouIqd, 9tap$ael Seov, ber in Sfflefc bei feinem SJer; 
rpanbten ®afion logirt, wirb be$ ÄinbermorbeS angefügt. 
2Ran fanb von ii)m SBricfe, bie er jübifd) s teutfefc an 
feine Sreunbc fcfcrieb; barin beifjt e§: „J(? souffrirai la 
raort comme im Als iTIsrael vt je sanclifierai le 
nom de Dieu . . ♦ . Je me suis mis ilau.s cette mi 
s£re pour la Communauk' > le grancl dieu m'assis« 
t«ra; Je rl&rfre le sepulcre judaique, autrement 
te M pardoauerai point." SDfan erfannte feine Un^ 
fcfiutb, man fafy, baß t?il souffrit la question avec 
uue conslatice surprenante et marcha au sopplice 
avec uue intrepidite merveilleuse," unb gen) ig un- 
f$ulbig ben Job erlitt. 2>enuüd) feMe man bie Unter- 
fucfcung gegen anbete fort b "). JMe Seffdtigungen ber 
lubifdjen ?>rimtegien, bereu e$ feit 1603 genug gibt, 
roerben ntdr>t oerle^t; eine große SDrbonnang be$ Äontgei 
benimmt unter anbern, ba| bie Suben jebe3 Safrr 450 
fcivreS an bus 6t, 9licotaäbofpifal, 175 Siarc§ an bie 
@tabt unb 200 StoreS für bie SBobnung be$ BicarS ber 
Pfarrei oon ©t. ©egolene geben Wien "). 3m Stfa§, 
welcher unter Vouiö XIV. frang&ftfdj iDurbe, batten bi* 
babin burcftauS teutfefce SJerfyäKnijfe ge&errfd)t 2)ie &t<mt>i 
faftigfeif, mit rceldjer ber ffiatt) mn ©traSburg 1348 
Die Suben gu feinem eigenen Sktbcrben befehle, W: 
bient ewäbnung. 9Kit feinem Sturje war auds baS 
©tftieffal ber Suben enlfd&ieben. ©egen 2000 würben 
am 14. gebr. auf Um griebbofe verbrannt. 3m 3al)rc 
1369 würben 6 jübiid)e gamilicn wieber aufgenommen; 
auf 5 Sabre lautete ber Gontracr ; fie haften 300 fdjittere 
©ulben in jwei Terminen an bie ©tabt, I $)funb für 
ben Äird&bof (ober 500 $funb Jtaufrreift), an ben Sanb; 
grafen t>on UnterelfafS 10 Sffarf unb an ben fflifeftof üon 
©traSburg 12 3Rart tu entrichten, 3m Safjre 1383 
mürben 9 anbere gamilien auf 6 3ol>re aufgenommen, 
aber bureJb bie ttngunfl beö Äaiferö SBenjel, bem fte nicht 
genug abwarfen, unb nad) tfteuern ©rfabrungen würben 
bie 3uben 1388 uerbannt, um erf! nad? 4 3abrbunberten 
wteberfe^ren ju bürfen "). 2>en inbif^en ißewoljnem bf3 



54) Smsval U t 5*21. 55) Ctdmrt, Eccl et civile hiat. 

de Lorrwne. (Nancy I728 t Kol.) III, 753. 156. 56) Merlin* 
Repertoire de la Juriaprudencc Art. Juifs. tom v 9. p. 19. 57) 
aXc weklduftflc (Scfdjtdjte ber Wtxfol%m%tn fm <llfö& unh &u &ttQ&* 
bur^ tniberonbere ncbfl ürfunben baruber f. in Aileri Artjenünen- 
ri§ Chron. ap. Urtlutium b». rer. German, 2, 148. 149. Ää* 
ni9*l>öucn, ©fafT- unb Btxaib. C^ronif cd. Sthiiter. (1698.4.) 
p. ^*3 — 296. UUi<b* Sammlung jübffcfper (£tWü)Un in brt 
6<fy&tift 6. IHO — l^S unb au< ^nbf^nftlidjrn geriet) ten @tro» 
bei, «ff*l*te be« Ölfafftö. (Strasburg 1842.) 2. 2^. ©. 26], 
384.434. 

¥. *w»fl. *. ». u. -f . 3»eite e«ftlM. XXV IL 



BanbeS gemätrte PouiS XIV. gleiche JRetftte mit ftenen 
in 3J?cfe ) ; «inmal aber brotjt il?nen bie SBerbannung 
um bie 3cit be£ @biet^ oon Sianteö. ©efton im Safyre 
1683 t)atte ber 3ntenbant la ©ränge oerbeigen, bag bie 
f)rofflt)ten beö fat&oltfcfcen ©tauben^ au£ bem ^)rote(laati^ 
trnvt ober Sffofaiämuö greil;eit pon Äriegsiaflen unb anbern 
au§erorbent(id)en Steuern Ijabm foüten, aber in fdjüm* 
mern Seiten, 1713, erftdrt gowtö, er t)abe befcbloffen, 
„il'y rieti ehanger iii de tes inquieter pour les obli- 
«;er de stirtir 4 * **). JBei ben uon ifenen ju jablenben 
Abgaben maren bie be^ oberen (Slfaf unb ber ©tdbtc ber 
©raffefcaft ^agenau t>on benen im SiStfjum ©traöburg unb 
in ber Oraffdjaft «£)anau ju unterfcjeiben. 3n ben erftetm 
jatjlteti bie 3uben par famille 10% fiorinö ben 9>d<fc 
fern ber Finiglic^en Domain m unb 10 glorinö ben $er* 
ren ber Jöefi^ungen, iwlcben ifjr 5Uetbaltniö )U ihnen ins 
n?e)lfdltf4en trieben alö S?ei(öSunmittelbarfeit gegeben 
u>ar, ober ben SJIagiflraten. 91 ur frembe Suben jal)len 
feit 1602 JeibAOÜ, SBitroen geben bie #dlft*. 3n ben 
leiteten aa^len bie 3uben nid^f^ an ben Äönig, otüffen 
aber SeibjoII entrichten unb fmb ben ©eigneur^ untere 
tt)an eo ). Äuferbem „saus prejudice «Ju droit do 
protection apparteüant ati roi et de tous untres 
ilus par les Hits JuUs aux Seigneurs <( mu§te eilt 
JCopfgelb na<§ SBermigenfnmfldnben gezahlt werben, n>ek 
e^e§ jj»glei(ft and) ba^ SSerfjaltnifj ^er ©cm cinbebei trage 
in Ärieg unb Jrieben beftimmte 61 )* 

2ttö bau 3a (jr 1789 freranfam unb bie er|ien ©dulen 
beö mittelalterlichen 2>rucfet> gu breiten begannen, verfolgte 
man bie 3uben im Glfafj unb gum legten 9RaIe ergebt fic& 
We Stimme ber Cuge gegen fie in einer ©dirtft: „Z)u 
2Jcifd)rü6rung ber Suben in Jfoignon""). ©rfgoire er= 
Ijebt feine milbe Serebfamfett für fie mit einem bemuni 
beinSwertljen @ifer. jDie Suben oon SJuneuille unb ©aats 
gemiinb wenben fidj an bie ^ationatoetfammhtng um 
odgemtinii ^Bürger; unb IBefleuerungöree|jt ; bie uon 
^Dariö unb bie anbern in SJoibringen unb @tfa0 traten 
ein ©IcidjeSj Sfae ffier Sing »erfaßte für SWc8 * in b(1 
fonbereö Memoire unb fegte barin au8 cinanber, baö 2000 
©eelen in 5Wefc 8297 fibreS (M ben ge&nten 2beit ber 
gangen ©teuer ber Stabt) Äopfgelb, 7706 Etore* ^anbs 
lunglgebütjren, 3645 8it>re§ für ben 20. 2l)eil beö SBer* 
tfa§ t^rer SBobnungen, 1391 SfioreS für gro(?nbien(le # 
auf er ben ^Beitragen ju ben ^ofpitilern (240 giureS), 
bem Pfarrer 500 Ciore§ für ßinquattirung unb 200 Störet 
an bie EanbDütvjtei galten, »ötergu famen nod) 20,0041 
tbm&, bie feit 1715 wn bem löm'ge bem §aufe JSrancatf 
übergeben würben. 2)iefe legte Abgabe batte uifprünglid^ 
aus 40 t l bre§ ©c^ufegetb beflanben, tiacJr) 3 Sauren »urbr 

58) 2fm 25, €rpt 1557 au* Sang, Fischer, De «Utu Ja* 
dacorum iceundum legea Romanas, Germanaa, Alaaticaa p. tri. 
59) Cf. MmWp p. 58. 60) SJ^l. bai Memoire bes |)frrn »on 
aCngtrmtlwrB bei Fi*eher p. 95. 96. MfrÜB, Repertoire 9. p, 7. 
8.; cf. Houiavtviilim, Btat de Ja France 4, IVA *>1) Bücher 
p. 98. 99. 62) $ßqf. bei ^farrrri ^re^otre aicrfletlung bn ber 
9tatfonaliHrfammlung in ber Sammlung ber ^(ftrtffcn an bie 9ca» 
tionatpcrfammltinö , bk 3uben unb i^re buröerli^i SBcrbeffening 
berrfffinb. (SBerlm 1789.) e. 71—75, 

15 



JUÖEN (GESCHICHTE) — XU 



JUDEN (GESCHICHTE) 



fte «uf 30,000 8iore* fefigcfeftt. 30 Sabre foUte bat 
ttr$#gli<b< $au€ biefen @enuf? baben, allein fern firbea 
t»*b bie Abgabe 1745 tmb 1775 oon SReuem bewilligt; 
ttft 1805 b*Ue fte an ba* £ofpital faUen foHen. Um 
bieje Summe bttnufyubefommen, würbe 3eber na$ Ber* 
»igen bewrcug gef$&&t, bag oom 1000 12 «ore* 10 ©ou* 
gegeben würben (3% Sblr.) 6J ). Die Sttationaloerfamms 
lang bebattkte über biefen $untt mit ©fer; 9tobe*pterre 
fpracb #t bie Suben. ©(fron am 28. 3an. 1790 er* 
feteben bie portugtefiftyen Suben in Saponne unb fBor* 
teftur ba« Sförgerrec&t; trofe ber ®egenreben ber ©epus 
Arten SJroglie unb 9ieubel, ber Äbrcffen be* Sffiunicipafc 
•aty* in Strasburg gegen fte, trofc ber 8$efür$tung, bap 
che afegünjiiaung berfelben eine gefä&rli$e Aufregung 
fcerbeifäferen fonnte, würbe ben Suben am 28. ©ept 
1791 ba* fBfirjjerrecfrt juerfannt **). Sie barauf folgen* 
ben SBeltereigmfFe ^aben auf bie gretyeit ber Suben in 
granfretcb ni#t retrograbe eingewirft. SRapoleon JBona; 
parte b^t bitr* fein ®efefe oom 17. STOdrj 1808 mit 
etndn Harten SRabicalmittel ben iftbifcfren «panbeUmann 
betlen wollen, ber £e*poti*mu* aber ijl fein glutflidfrer 
Xrjt. 2>a* ©efe$, welc&e* bie iubifcfren #önbel*leute 
burtb bie öontrole nur mefer entftttlic&en al* btlben tonnte, 
mir auf 10 Sabre, alfo auf länger gegeben, al* bim 
Jtatfer ba* ©cfeicffal &u regieren erlaubte 86 ). 2)ie 9te- 
fburatton tarn in ibrer Gbarte oon 1814 auf bie ®runbs 
fäfee ber Steoolutton jurüd unb erfannte bie Suben als 
Bürger unb $ranjofen an. J)ie Sulireoolution fegte ba* 
«Bert fort. ®egen ben Ärtifel 6 er&ob ft* öiennet bei 
ber Debatte- unb wollte ade Suite oom ©taate unter« 
fUugt fcaben Ä ). JBefannt finb bie SBorte SRerilfcou'*, unb 
fritbem pnb bie Suben in Srantreicfc burdjau* granjofen 
unb al§ foW&e oon allen Parteien anertannt. XI* in 
ber Resolution oom 24. gebr. 1848 Hb. Gremieur 3u* 
fK§mimjier, ®aubc&aujr ginanjmtnijlet werben, erbebt ft$ 
wm wd) ein oerbaflenbeö leife* SRutmeln be* unterge* 
gangenen Borurtbeil*. 

3n ben urteutf$en Sdnbern unb @ebtrgen ber 
©(frwcij berrfcftte au$ teutftye ©itte unb ®ewobnJ>eit; 
bo* faifertifr Änfefeen trug awb bi* feterbm ben «raffafl 
imb tte ©uperiorttdt Aber bie Suben. ©te waren aucfe 
in allen gierten unb ©tdbten anfdfftg; ja^lretc^c Urtun* 
ben gingen oon ifcem lebhaften Raubet unb SBanbel. 

63) SRemoiren fftr bit Subenaemeinbe in 9Re$ m ber Gamm* 
luna ber ©<brfften a. f. ». ©. 42 fg. 64) fßai. «trobel, 

«ef(Mte bee Waffe« fortgefe«t mm öngclbarbt 5. 8b. (1846.) 
G. «36 fe- 65) 2M fefe* betrifft metfl nur bt* ^anbel, ber 
bc« 3uben nur &m «in tt^calitdttpateiit acflattet fein foU; t^l. 
3ofl, ©efcbicbte ber 3«raetiten 10, 1. 0. 106 unb 6. 385, wo 
ber Snbait im Xutytge anheben t fl ; 09I. 9, 133 unb 10, 2. 
«. 146. 66) 8oin*iiirs de J. Lmffiiie nconUm par lui-n«me. 
(Paris 1^44.) t. Ü. p. Ü96. tük State be« bamol%« 8Riniflef4 
fONrl^oit finb bei 3« 9 unb oabenodrt« angeführt Siennet ge» 
(6rte ber Dppefüio« an. ©er Ort, too ber *er^og oon Gbartrct 
(fpdter *er|Oö oon Ddean«) in bm Sutita^en 1830 angebalten 
»■rbe, vhÜ, man oon bem Stefnltate bec «eooUrtion noo) nifr in 
Henntnlf gefegt war, trug ben Ronen Vttle Julf (»gl. ffppert, 
manervngen ou« mtinen Orleöniffcn ata *ofe 6nb»nj 9WWi> 
[Berlin 1846.] 1. e. 366. 967). 



©er ebnen m benfelben oft beigelegte Statue Surger foH, 
n>ie Ulricb 67 ) ri^tig bemerft, fte nur M @^u|oernKmbte, 
©$ufejuben bejetebnen. 2)enn fte waren niemals junft? 
geniffl^, ober fdbig, eine ßdbtifcfte fflurbe ju brfleiben. 
ÜDag fcte JCaifer aueb ^er ibre 2tnf^>rücbe auf ben Tribut 
ber Suben geltenb matten, iß nat&rlicb; aueb nac^ 3üri(b 
befteblt Äaifer SBenjel 1392 w ): „ba* jeber 3ub unb 
Subinne bie ... in ba* brpje^enbe jjar (pmmen ftnb . . . 
einen ®ulbin ... rieten unb bejalen füllen;" unb biefe 
Xbgabe jianb über allen fonjligen 9>rioileaten unb Jret^ 
betten. Hü bie ©tabt 3üri* bie Suben 1423 oerbannt 
unb 1425 oier Suben auf 12 Sabre ju Surgern ffa 
2000 (Sutben aufjunebmen gebaute, gab ©tegmunb bie 
(Srlaubnig 69 ): „öö foH niemanb nit gebunben fpn, benn 
in bem gulbenen jD^ferpfennig." 25er ©tabt wirb ein 
2Cns unb 2fbjug*gelb gejablt (in 3urid& 10 SRarE), au? 
perbem böben bie einzelnen Suben nacb SSebin^ungen 
tbrer Xufnabme ein jdbrlic^e* ©cftu^gelb, geioöbnltcb am 
©t. 9Rartin*tag, bejablt 70 ). Xu* 3&ricb werben fte 14;J6 
oerbannt unb nur befonbere (Srlaubniß gemattete SRäcftebr 
in ba* ®ebiet. %\x$ Sern mußten fte 1288 binweg, 
aber ba* bernerifefte 3oftngen roar einer ber «ßauptfefeau; 
pli$t ber epibemtfe^en 5Weftelei ber Suben im Safcre l*ö. 
SBafel mußten fte nacb mannic^fa^en Setben unb fßm 
folgungen erji 1576 oerlaffen, bo^ burfte Surtorf 1619 
ben Suben Äbrabam bei ftcb böben. Sn ©c^aff^aufen 
baben fte graufame ©c^idfale gebabt 71 ) unb ftnb erft an 
17. Sabrbunbert oerjagt »orben, obne baß bo$ bie S3er< 
binbung mit i^nen ganj unterbcoeben würbe. %tp\ti<b<i 
iß oon ben anbern Santonen ju berieten"). @enf oer^ 
trieb fte 1490 unb wollte fte trog ber g&nf&afjtm «e^ 
btnaungen 1582 ni$t aufnehmen 73 ). SRur bie waffc^aft 
Saoen, unb jwar befonber* bie Drtfcbaften önbingen 
unb Sengnau im Xargau, baben bie Suben immer «bat* 
ten unb ftnb ibr eigentlicher ©ig noeb beutigen Xage* in 
ber ©t^weij. 2)ie iubifc^en ©nwo^ner bürfen ftdft nt$t 
febweijerifeben 9ledbte* rühmen unb bie, welche in anbem 
©tdbten föern, »afcl, (Senf u. f. w.) iegt wohnen, b^ 
ben franjoftfc&e* SBürgertecftt. j)ie freie ©efeweij, bie 
f4K>n oor einem Sabrbunbert einen Ulrty 74 ) gibocen 
bat, i()r Äfol oft gewefen ifi, wenn au* bem ftlfaf 



67) Sammlung jubifäcr »tf^ten in ber €tt»et|. (Bafel 

1768. 4.) ©. 13. T4. 68) Ulrid? ©. 380. eSTfierfelbe 
0. 118. 119. 70) aerfelbe ©. 15 fg. 71) SBkr bie 
Starterprotofotte bei Utricb Q. 211 lieft/ wirb (la) ba« mm bcaM 
frtben ©. 107 ftberfeftt* Jnbifcbe ©ebet erfüren. 72) «gl 
©ebubt, 3übifcbe SRerfwurbigfctten ®. 332 unb ben fraiubfifcbrn 
»rief bei ©o^m^ »ärgerlicbe $BerbeJTerung ber Suben 2. S. 116; 
ber Berfäffer bcö Briefe ift 3obanne« SÄüllet. ©ecfelbc fa^rieb 

1769, aU er aU 17idbriaer Süngtuig nacb Jrantfurt l*m; „H 
qfinq am ©abbat in bie ©nnago^e; bie Sttnbe 3efu empfingen nn* 
bennoeb Uebreicb-" SJgl. »ioarapbiWe iDenfmurbiabiten Mt 
3ob. Stauer, ^erauofleg. »on 3. «. SÄuller. (1822.) «. 34 
73) ßon ben Oknfrrn faat 3acob »emouitli 1676 {fteifetft 
merfnnaen in ben Seitrdqen für oaterlAnbifge 9ef4K4k btc bifto» 
rffeben Oefettfcbaft |« »afel. III. 6. 131. 132): „fit 4»W 
(t«b oon bem 3«benfpt^ unb obmot fte feinen Suben in bec €tont 
lüben »otlaii baben fte boA feinen ttanajel an nnbeMpittenen 
3«ben." 74) (Bon einem braoeren, mttberen SRenfoJen imb Mft 



JUDEN (GESCHICHTE) — 



— JUDEN (GESCHICHTE) 















bie SBerfolgung hereinbrach 7 *), unb bie Suben aug SJern 
im ©onberbunbSfriege al$ ^Patrioten befunben {jar, wirb 
bei bnr 3?eoifton£gefefcgebung wol aucfc fte bin ßbriften 
poliüfr$ gleidjftetlen. Denn Demonftrationen, n>ie bie 
oon SBafeilanbfrJbaft ;6 ) gegen franflJfifcbe 23ürqer, bürf= 
ten weber unferer 3ett nor$ einem freien ©faate ange* 
meffen erfc&einen. 

ffleftimmte 9?ad)ric&ten über Un Aufenthalt ber 3u* 
ben in <£ngt anb reichert nidjt bis aber ba$ 8. 3at>r= 
hnnbert tjinaud, unb bie gntwicJelung beS fiaatlicfcen unb 
geiftffcbrn gebend bafetb|1 i|f Urfatfce, baß aud} bie ©pu; 
ren tfcre$ 2>afein$ bis jum 11. 3af)rfrunbert nur fei>T 
fpärlic$ finb. $ier l?at ndmttd) bie <5f?riftlicftfctf erfi 
fpdter Grinflug auf bie focialrn Sejiebungen erhalten unb 
bie rtormdnnifd)e Eroberung unter 3BilI>elm bem Stoberer 
bat iljit waljrenb beffen {Regierung nur noeb mebr frjfwä; 
djen finnen. 2fn ein birectr£ Eingreifen in bie focialen 
£rben€bejiebungen wm Suben unb ßfjriften war bafjer 
niebt ju benfen* ©elbft mit ber @Jei|llid)Feit, bie bicr 
mrbt wetttiA war unb mebr oon SBeltlicften abging, fäei= 
ntn Feine Sonffkte ftatfgtfunben ju ftaben. 3n bem 
8. Sabrbunbert wirb nur ba§ fanonift^e (9ebot fce£ 6on= 
tinentg, mit ben 3ubcn ntcftt |ti efjen, ben ffleifilidjen 
eingefdjdrft 77 ), 2>ef[enungeacftter erfdjeinen nod» im »• 
3abrbunbert Suben a!6 ffioQ(tl)iiter be5 SiStbuniS ßroi)- 
lanb w ). Kuü erflavt fieb baS gängltcfte ©djweigcn über 
aüe jübiftfeen SJrrl><Sfttiffj"e in biefen 3abren bar aus. Unter 
2Btl&eUn bem Eroberer erbebt |Td> enblicfc gegen bie mafc 
löfe SBeradjtung alleS getfllfcften Xnfrlpn* beim Aonige bie 
geijHicfce Dppofition, unb wn ba an beginnt auch bie 
(Gegenwirkung be£ (ftrijllicöen ©eifteS gegen $tbm unb 
©teüung ber Suben. JBei einer 3>i$putation, bie unter 
SBilbelm $wifdjen 3uben unb Qbriflen abgehalten fein 
foH, bonnerte ei? unb bebte bie (trbe, wie bie geifllidjen 
©djriftftefler ersten, unb e$ war ein SBunber um fo 
notbwenbiger, je inrtjr man eben bem Äönigc felbjl t>or; 
warf, SiWofJifet an 3uben oerpaefctet, getauften Suben 
für Selb jum 3ubentliume ^untcfjufefjTen ertaubt, ja 
felbfl bei bem jweifrlbaften Ausgange be6 Streite? ge* 
äußert gu fcaben, bajt er, wenn bie Suben [legten, felbfi 
3ube werben wolle, ©in junger getaufter 3ube wiber^ 
ftrf>t i(en SMtten feinet Saferd unb ber Droljung be§ 
Honig? jum Subent^ume £ur6cfyufef)ren ; an einem an^ 
bent ©pdfter über einen ^eiligen ttjut biefer SBunber, 
b«# et fiib felber erbdngt unb feinem i'cicftnam alle ^)unbe 
ber Stabf ?onbon folgen. 2(ngebfrd>e Äinbcrmorbc, treidle 
bit 3cben oexuben , werben auf einmal in furjer Seit na# 



ftren (Sbrifltn ift ü&er 3ufrtn niä)t6 gef^neben morben. Die frone* 
fc-arr i^adjtft'It vohb bse ©cremten im Segen gtbenlen. 

75) ©ött b«t Verfolgung 1789 berietet dregüirc (Samm* 
lunci ber ©djnfftn an bti 97a(iona[ocrfonitnlun§ €5, 72): t ,BU 
flcben r^aufenwife notb ben ©djwri|ercantcn# , \w pe eine Xuf= 
ne fanben, bie jebir 9Henfdj bem UnglucTttcr)en fdjufb*A ift unb 
ber tropftabfame ir)m mit btfonbtrer jOtenlffirfliffen^efe gewdbrt" 
^ribir roar btc« 1848 tüifbrr ber gaO. 1%) SJgl. 3 oft/ ©^ 

fcbMbtt bev 3«raeliefn U\ t 2. v 237 77) TotM^, Angli« Ju- 

*. (Oxford 1738. 4.) p. 3 unb an&tr«mo. 78) Xud| bei 

i, Cüncilia 14, p. «40, 



einanber funb in 9Jorwir^, in ©foeeßer, in Sbmunb^ 
buri?, 2tu* fjter wirb atfo burefc jebe6 SWittel ber 58olf§- 
geifi m d u $anatiämu£ unb ^ag gegen bie 3uben geführt, 
wenn fie aueft al$ SBirfung biefer Operationen, wie fie 
fetbji, fpdter au^bracben^ unb feine^wegS in bem Umfange^ 
ben fie in 2eutfcitanb, i^rer ^eimat^, gewonnen, pc^ 
auszubreiten im ©tanbe waren, ©er erfle Areuj)ug l)Mt 
für ©ngtanb gar feine JBebeufung unb bafcer au4 feine 
gotgen für bie 3uben. Sie ©eifth^feit hatte fetbft 
erfi im V2* Sa^rbunbert unter J^ttnrieft •• einigermagen 
fefJen ©oben gewonnen; erfi unter ©tepfjan ramen fle 
^u einer wirflie|ien politifeften ®ewaft, weil biefer fie ju 
feinen Swerfen ju oerwenben gebaute. "Aber au4 brr 
zweite Äreuj,|ug war t>icr noeft feine SotBfar^e geworben, 
nur (Sinjelne nahmen baran 2beif- ©r(t ber britre, in 
bem fttb ^um elften 2JJa.lc tin brittifc^er Ä6nig an bie 
©pi^e llellte, bie ganje Nation burefj Lüftung aufgeregt 
würbe, foHte audj bier jene Stolgen für bie 3uben fjabei?, 
welche notbwenbig au§ jenem focialen 9?iffe ^wefd^en iE;tten 
unb iören cftrtfitic&en 9Jae6barn tjem orfpringen mußten, 
bie iefct erfl feier, nac^bem berfelbe Ärcuj^ug in Seutfc^; 
lanb unb granfreiri) bie 3uben fdjon frieblicft gclaffra 
Ijatte, tjeroortraten, weil erfl jefct ber ©roll unb ber Bora 
ber iBeoilferung ^u trgenb einer Weife gebracht worben 
war^ S5et ber 2bronbe(teigung bes» Sontg^ £Ki<$arb brarJ^ 
ber ^turrn pueril !o§. Snbem man bem SJolfe oorgefpiegett 
fjatte, e§ feien bie 3uben alle 3auberer, litt man niety, 
baß pe ^ttn Äanige fteft ndtjerten unb bie Ärönungöge^ 
fdjrnte ubeacittten; M benno0 einige bem ©r^aufpieie 
^Ufliifeben fic^ erfütnten unb erfannt würben, brac^ ein 
2(«f|tanb aus, in bem ihre ^dufer verbrannt unb bie 3*^ 
faber berfelben erfd?lagen würben. £er ganatiömusi batte 
Sfut gefoftet^) unt^ bie übrigen ©fdbre, wo 3ubenge* 
meinben pd> befanben, wie X^unfiable, i l pnn, folgten 
mtti Wo<b hitlt Sticbarb^ (Gegenwart weitere Srceffe 
Äurud. 9la(ftbem er önglanb oerlaffen, fe|ten bie Äreu^ 
fabrer, Abenteurer unb $6bel, bie ibm ofcne alle wirf= 
litft religiöfe Sntentionen inö ^eilige Sfanb ju folgen ge= 
bauten, bat* blutige 2Berf fort. 3n ©tamferb, Bincoln, 
9lorwie6 würben bie Suben geptünberr unb getibtet; in 
5)ort flüchteten fie in bie &5urg, oertbeibigten ficft unter 
ber Anführung gweier betbenmutbiger 3Ränner unb tob= 
teten ficft bann fetbfi burrJr) ©e^wett unb gtamimn . M ). 



7fl) (Sutltlmul 9teubrt§enftÄ (R*eu«ii des hin. de« 
Gaule» 18. p. 19) fac)t t»on bi<|'er Verfolgung ^ „Dte« enini ill« 
iudaeis eiitialis fuitsr di^notdtur et Ae^yptiacut mogit quam 
Arißlimv «rum Angtla, in <jua itib rege prlore fdicea et iudyti 
fiierant, repente Uli« in Aegypttim .... verter^ttir/* 80) Cf. 
Tmxtj I, I, p. "2Vk ff f nur, Hiatory of the RatabHahment and re- 
sidente of the J«wi in Kngland. (London iHiMJ.) p. $5. ®iti 
outb fonfl teteranter ^dMftftcUfr gibt \o%ax bfe näheren £ata He* 
fer ©frfbt^iing. SÄobufpbn« be Tfittto, nac^bem er bie Ott: 
morbimg iu Äcrwieft auf V111. Id. Febr. fe^efe^t, fdfett ferf: 
^Nonia martti tempore «cilicet nundinanxm apad Stanford oc- 
ciai »unt maltf; xVll, CaL April, apud Kboracfiin, aieut dlci- 
tur. fere quingenii nert traditi aunt, rantüii aeae vulneribna ap- 
petenies; malebant enini a propria gente percoü quam raanlbua 
inrircumeiiorum perire; XV. CaL April, atllleet in Raraia pal- 
inarujn , iicut didtor , qolnquaginta aeptem jtigulati aant apud 



JUDEN (GESCHICHTE) — 116 — 



JUDEN (GESCHICHTE) 



Bon ben 3uben, ble in <Sn8 (tu 9tieber6jlerreic$) ftdb 
felbe* tyt Seben nahmen, um bem ©laubenfywange )u 
entgegen; fagt ein anberer c&rijilic&er ©<&riftjietler: „©ok&e 
Äobeöoerdc&ter fann man mit ooßem Sfabte mit ben ge* 
ftriefenen alten gelben in ©agunt Dergleichen, beten SKutfc 
Bein geinb, fein ©c&icffal ju beugen oermocbte" 8I ). &iefc 
ßCYfoigtmgen &aben feine SBieberbolung gefimben unb e$ 
tat tiefer mdgige @rab Don SBolfSaufregung gegen bie 
Suben ebenfo wol im ßbötafter ber normdnntfc&sfac&fifc&en 
©e&ilferung überhaupt , al* in ber polittföen ©tellung, 
bie fte lum Ä5nige einnahmen, feine genügenbe ßrftdrunjj. 
Xud> btefe lefctere, fo eigentümlich aud> mancbeS, wte 
natürlich ift, erfc&eint, fo febr ifi fte eben nur eine (Sopie 
beö g«rmanifd&sc&rifilic$en geben 3 überbauet. 3e auSge* 
bilbeter bort ba$ öffentliche geben überbauet and) in ben 
3ubem>er&dltnifTen jt$ barfWlt, bejlo fc&neHer fein ÜRiS* 
brauch jur Äatajfropbe. ©cmfelben Umjlanbe, ber er* 
bdrmlfcfjen Regierung jweier feiner ÄÄnige, oerbanft 6n^ 
anb bie Jr&breife feiner unjierblic&en SSerfaffung unb bie 
Suben ibre bitterjle (Srfafcrung unb SSerbannung. 

Auf 4Jeinric& L, ben „86 wen ber ©ereefctigfeit," 
ber guerß mit fiaatSflugem ©inne bie ©puren ber &s 
oberung burefc baS ©efefc unb bie Drbnung oerwifebte, 
ge^t aueb bie erjle @rwdbnung iubifc&er Urf unben M ) jus 
rarf; e$ wirb oon $rit>i(egien gefproefan, bie ber &6nig 
ibnen gegeben bat, bie ibnen ©icberbeit unb JBefifctbum 
garanttren unb ibre SBcrbdltniffe ju ben Gbriflen orbnen. 
SBon einem befonbern Stecbte bed Äonigä auf bie Suben 
ifi barin nic&t bie Siebe; baß fte, weiche auefc bteratö 
eine befonbere Äörperfc^aft bem SlationaUeben gegenüber 
traten, febr balb in ein SSer^dttniß &u ibm fommen mufc 
ten, ifi ben mittelalterlicben Gegriffen fiberbaupt analog. 
Da* ©efeft über bie Suben aber, welche« man ßbwarb 
bem ßefenner auftreibt"), unb welcbeS bie Suben als 
baS »oDfidnbige(5igentbum be$Ä6mg$barjießt, ber mit ibnen 
vok mit einer ©a$e galten fönne, geborte ber 3eit brt 
angelfdctftfcjen JBeic&e« niefct an, inbem bieS einen folgen 



8t Bumundum. Ubicumque repertt sunt Judaei, manibus pe- 
regrinorum percussi sunt, niai qui municipalium eruebantur 
aoxilio. Necem Judaeorum tarn funettam tarn exitialem Tiris 



prudentibus placuisae non credendum est" etc. im Recueil des 

bttor, ' " "" - ~~ ~ "" - 

ge«&c 

regum (Recueil 18. p. 63), 



des Gaule« 17. p, 636. ©et Xbt atobulf bon Coa« 
ge«fcale nennt bie #dufef ber 3uben in Conbon quaid palaüa 



81) ftutft, Öfferrrfcb unter 2rtbre*t IV. % 6. 205; r>%l tbit 
Suben in Öfürreu* I. &. 98. 82) £>te* erfahren »ir nur, 

nxis freiliefe ni4t Jdtte überfein werben follen# au« einer Uxfunbe 
Jtinig 3o^an«*«# in ber e« ^eu)t: „Sriatii, not conceatiaae om- 
oibua Judaaia Angliae et Normanniae libere et honorffice habere 
rtridentiam in terra nostra et oainia iUa de nobb tenenda, 
q«ae tenaerunt de rege Benrico, ovo patri* aostri." Ct Tovty 
p. 63. Blwii, Append. p. 132. 83) *u« »ilfin*« Leg. 

Angle«. Kccl et civü. (London 1721.) p. 197 bei «an« in 
3un|, ikttftrift €J. 111. Bluni p. 3 iq.: „8oienduin quoque, 
q«u>d omnes Judaei , ubieunque in regno sunt, mb tutela et 
defenaione Regia ligea debent e»»e, nee ouilibet eorum alicui 
divitl «e potest subdere sine regia licentia. Judaei enitn ei 
mm*4* an« regit sunt. Quodsi qukpiain detinuerit eos Tel pe- 
conlani eorum, perquirat res, si ▼ult f tanquam «uum proprium.* 4 
€1 Mmmi, Colt Conc 19t 719. esp. 24» 



Segriff noc^ gar nieftt fannte; e* entffanb oielmebr, wie 
man bie ©efeftgebung dbwarb^ in i^rtr Umarbettui^ 
bem legten SBiertel beS 12. 3a&r&unbert$ juerfennt M ) # fet^ 
nem ganjen principe naeft, mit richtigem politifeben ®runbe 
erjl in biefer Seit. 6f3 ergibt ftift ba* niebt bloS au« teil 
9lac$ri$ten über ^einric^ I., beffen Urfunbe «fpeinru^ IL 
befldtigte, unb ben ÜRotioen ber ffiiafut, mit benen fi(J 
&ttpf)an unb ^einrieb IL entföulbigten* 5 ), fonbern au4 
aui ber ganjen politifc&en ©runblage, Huf ber man einet 
©afeeS, tote baS Cbwarbifcfte ©efeg, beburfte, um ju be* 
jtften, n>a6 man entbebrte. Die normanmfeben gfirften 
in Snglanb brausten ©elb f&r i^re gelben unb anbere 
JBer^dltniffe, mebr atö tymn tyxt eigentliche ©teflung ge» 
wdbrte. ©djon ^)einricft I. t)atte gegen Übergriffe in M 
SSermögen ber fiSarone peft bureb feine (Sparte DttpfRtytn 
muffen S6 ). 2)en SRetcfttbum ber Suben für ff* a» ein 
aDeinigeß ®ut auszubeuten, mugte i^nen att ein enoänfcb* 
teö Äuöfunftgmittel gegen ibre 9tot$ erfebeinen. ©o^ 
beburfte eS au$ ber ©efegltcbfeit, nid^t blöd, weit bie 
3uben fonft immer nur bur$ ©ewalt gejmunpen merben 
mußten, vok e$ ©tepl^n oerfu^t, fonbern weil man ben 
Sharonen gegenüber, in beren ©ebiet bie Suben wobnten, 
einen legitimen Xnfpruc^ ebenfo brauste, al& \n Seutfc^ 
tanb ber Äaifer ben Serritorialfttrfien entgegen. 66 
mußte biefe ©efefelicbfeit, wie ade ©efefee ber 9tormdiu 
nei, auf bem angelfdc^fifc^en ßober, bem (Sbmarbtftyen, 
beiuben 87 )/ ber immer nur nac^ eigener neuer 2fnf^auuog 
oerarbeitet warb, unb inbem man auf biefe SBeife aber 
bie Urfunbe £einri$'$ 1. binwegfüeg, batte fem 3ubc ein 
Stecht me^r, ben Änfprftcben beö Äönigß ftcfi ju wiber^ 
fefeen, fein üBaron mebr Sbeil an i^nen nebmen ju wob 
Jen. ©iefeft ©efeft gab bie 3uben ganj in bie ^dnbe 
bed Ä6nig6; ed legitimirte feine SBiflfür, ba TLüti ibm gr> 
b6rt, unb eS beburfte baber nur feinerfeitS ber ge^rigen 
SRaßregeln, um jugleicft aueb, ba er bie ©röge Wefd 
Cigentbumö fannte, jebe Derneinenbe, oerteugnenbe Sek 
gerung ju ^eben. 2Cuc^ bier geben , wie in Seutfölanb, 
bie SBerfolgungen burcfi bie Äreuj^uge bie ©elegenbett 
baju. Slicjarb Wwenberj, beffen ©elbnotb noeft grifer 
aW feine JRitterlicftfeit war, fa^ ftcb bureb feine ©efangOM 
fc^aft oerbinbert, bie (Srceffe gegen bie Suben, bie bunt 
feinen Äreujjug begangen würben, ndber }u unterfuef^n. 
& war i^m weniger barum ju tbun, bie 9Rörber )0 
befhafen, M ben Sfdubern ibr ©gentium abjunebmen 
unb übtxfyaupt nad) bem Vermögen ber Srmorbeten ju 
forföen, ba er eben bie alleinigen Xnfprud^e barauf ju 
macben batte. Cr mochte baber bie ulte Stacke naej 
fo ufeien Sabren nic^t oergeffen; burc^ i^n erhielt bad 
©efeft (gbwarb** wabrfc^einlid^ feine ©eflalt, benn er 



84) SSoU «(illipi* engltfcbe »ei««* unb dtecbttecMiftte 
1, 225, ber übrigen« bie jübfföen Ser^dUnifie ßonj mit ©tülf^wci- 
gen übergebt. 85) Munt p. 11 sq. 86) Sappen berg, Ok> 
febiebte öngtanb« 3. e. 214. 87) 6a£penbera (l f 21S) faati 
„SOBidjtig .... war bie 9>roctamatton, in toelcber er bie WtbrdsdK 
ber oortNtrge^enben Stegierung ju ^eben unb bie alte angelfddjfif^e 
Serfaffung, nacb bamaU abliefern Ttuöbructe, ba« 0ef«% itbnig 
üabwarb*«, |« erhalten fto) an^eifebio " " 



JUDEN (GESCHICHTE) 



117 — JUDEN (GESCHICHTE) 



190t ber Srfie 8 *), ber mit ber llnterfucftung ber hinter? 
laffenfcbaft ber Crfölagenen att$ bte ©nricbtung üerbanb, 
oon aQen lebcnbcn Suben be« Äönigreicfc« bureb einen 
Gib gu erfabren, wie uiel fte an 83erm6gen befaßen, bar* 
über wie Aber ade Verträge unb Urfunben ber Suben 
ein Regtjter anlegen ließ unb juerfl ben @ericfct«bof ber 
Suben einrichtete, bur$ ben feie Stellung berfelben ben 
eigentümlichen Sfcarafter einer auf ba« £oc&{ie georbneten 
SBülfür erhielt, ©cfcon früher batten bte Suben <Sng* 
(anb* eine Korporation gebilbet, bie felbfi nur einen fl3e* 
gräbnißplafc in Bonbon batte, wobin äße Seieben gebraut 
würben 89 ), al« foldje unter einer befonbern SSerwaltung 
jianb unb ein geijtlfc&e« JDberbaupt, na$ unferm SJegriffe 
einen Dberrabbtner, über ftcfc &atte 90 ). über XQen jianb 
nun ber Court of the Exchequer of the Jews , ber 
(9eric&t«bof, ber fiefr mit ibrem £anbel unb SBanbel be* 
fdbdftigte* (Er bejlanb au« ben Justiciariis, bie, wie bie 
missi domin ici, in ben ©ebieten, wo Suben wobnten, 
um^erreifien, Gontrole über SBermögen unb Abgaben fübr* 
ten, bie ffroceffe fehlleiteten unb bie Verträge gwifeben 
Suben unb Gbrijlen beaufftc&tigten fI ). Sie bitten einen 
beßimmten ©cbalt, jtanben unter bem ©rofjföagmeifier 
fee* £6nig« unb bitten noeb einen jübifc&en Unterbeamten, 
ben (Sftyeator ober gi«fal w ), bei ftcfc, fonji au$ Sterin 
cuS f> ) genannt, ber ibnen bie ©fiter ber Suben fcftdben 
balf , befonber« wenn fte nacb bem Sobe ober ber Saufe 
eine« Suben recfrtlicfc an ben Äönig fielen. SRirgenb« war 
ba$ gefc&dftiicfte fceben ber Suben fo überwacht, ba ade 
Gontracte öffentlich in ©egenwart oon gwet jübifeben, gwei 
djrifilicben ©ac&funbigen, gwel 6ffentlicben SRotarten unb 
jvei Glerfö gemalt werben mußten. 83on ben Tlbförif* 
ten ber Contracts by Indenture blieb eine in ben $&n* 
ben be* Suben, mit bem ©iegel be« fceibenben oerfeben, 
bte onbere warb in einem öffentlichen SJefcdltmß mit brei 
@<tyAffern bewabrt, oon benen bie ©c&lüffel unter bte 
iubifeben unb c^rtfUtc^cn ©acbfunbfgen unb Gierte oer* 
tbeitt würben. Sebe biefe IBebingung nic&t erfudenbe 
Urtunbe war ungültig unb burfte rein SRotio einer An* 
flöge werben. Sn ben fletnem ©tdbten unb JBurgen 
Äbten bie Constabolarii ba« JRicbteramt au«, in f)rocef* 
fen gwifeben Suben unb Gbrißen 94 )# &a bie ®erid)t«bar* 
feit über Suben aüein auf jübifcfce« fRtty fußte. 2)ie 



86) Cfeütt Capitata freien bei Roger de Hovedem, Annal. pari 
posterior Ml Sovile aa. rermn Angficarum p. 424. „omnla de« 
bita ei vadia Judaeorum imbrerientur , terrae, domua, redditaa 
ei poncarionca" etc. 80) Tove* p. 9. JDodj bauerte ba* nur 
bU J«r btegieruug ^cfnti<b'4 U-> et Tovey p. 13. 90) „Rer 
ceocearii Aaron Judaeo Eboracensi presbyterattun omniam Ju- 
daeora» Aagliae cum omnibua pertineotiit suia ienendam iota 
nia aua» # Urfunbc Jttaio, 3o(jann'ft bti Tovey p. 55 tq. ©er 
<ÄJtit4bd«f, ben berfelbe Äbnia eine« Vnbcm, 3oeo6u« |>rrtbptet 
3abdoram r «Aä<W, ift merfwflrbia, bei Tovey p. 61. 91) Ct 
Tamty p. 481 49. 92) n Quia aeeepimus, quod Dominua 

Henrici» res Pater noster babere aolebat in Scaccario tue 
Jodaeago quendam iotendeateai officio Bacbaeiariae de Tcne- 
Maolb ei CataUu.* 4 Urfunbc öbuarb^ I. bei Tovey p. 51. 
93) »Res toU qood Abraham filioa Vioes wt Clerioua regia in 
«caceario ooo Judaoonua" etc. bei Toaty p. 51. 94) fßq/L 

bie örtobctt bei Tkmy p, 80 tu 64. . 



©eijlli^leit burfte feinen Änfprucb auf ©eriebtöbarfeit übet 
bie Suben machen 9 *); ja t& wirb bureb Wniglicbe ttr^ 
tunben wiberfproc^en, wenn etwa baö fanonifefte ®efeft 
ju fe&r baö fociale geben ber Suben oerle^te 95 ). C« 
batte baö geben ber Suben in Snglanb bur$ biefe gefe^ 
liebe jDrbnung eine febr wünfc^enöwertbe JRid&tung nehmen 
fönnen, felber im focialen geben, wenn ni$t bte unbe« 
Wreiblicfte ®elbnotb ber normannifeben gör^en oon ber 
ufurpirten SSBiOPur aber bie Suben einen @ebrau$ ge« 
mat^t b&te, ber biefe gur SerjweiPung braute, bie 
Drbnung gu einem SBerfjeuge berfelben umfebuf unb 
ben £af ber Sewo^ner, ben bie geijllicfte 9Ra^t nidfet 
gu febören oermoebte, inbem er bureb baS @efe& gurfi& 
gebalten warb, erfl eigentlich fefeuf. 9?ur um fte ganj 
fein eigen ju baben, batte ber Äinig bie Drbnung ge* 
f^affen, fc^ugte er fte gegen SBerfolgungen ; gemäß feinem 
(gigentbume gab er if)nen Sorred^te, unb er bielt um \o 
fefier baran, je felbfidnbiger hierin feine Stellung ben 
Sharonen gegenüber war, bie, al£ fte mit Sobann im 
Äriege lagen, ftefe au$ an feinem ßigentbume, ben Suben, 
beö Äriegßrecfttö bebienten w ). ©er Äönig fann ben gan« 
gen SubailmuS ober eingelne Seft'6tWmer eingelner Suben 
oerföenfen unb oerfaufen 98 ); ibm gebort ba« ®ut flu^ 
tiger unb erfcblagener Suben 99 ); er tann ibre ©Bulben 
für null erfldren '); obne feine ßrlaubniß barf fein Sube 
über ba« 9Reer reifen 2 ), @r fann gu jeber 3eit t>on 
i^nen ©elb fobern, unb ba er einen 5Diaßfiab i^re« 8er* 
m5gen« bat, fo fönnen fte ft^ niebt mit 9iicbt«baben ent* 
fcftulbigen. 2)ic Summen, welcbe bie englifdben jtfintge 
ben Suben abpreßten, ge()en in« Unglaubliche. Sebe 
©elegen^eit, bie eine« Äreugguge«, Kriege«, biente au4 
bier, aber nic^t mebr al« überbauet ©elbnotb be« Äinig«, 
gum SBorwanbe. Sodann o^ne ganb ließ fteft für bie löe* 
pdtigung ber alten Urfunbe ^einrieb'« I. 4000 SRarf 
gablen 1 ); 1210 gwang er i^nen 60,000 SRarf ab; einem 
briftoler Suben gog er mit ben 3^nen fein ®elb aut 
bem JBeutel 4 ) unb boeft würbe er noeft t>on feinem ©o&ne 
«^etnrtc^ übertroffen, beffen lange Regierung für bie Su* 
ben Serfuji ibre« 8Setm6gen« unb ibren 2Tu«gug ^erbeU 
führte. (Sofe 6 ) beregnet, baß oom 50. 9fegierung«jatre 
£einrid)'£ bi« gum brttten Cbuarb*« I. t>on ben Suben 
420,000 9funb Sterling 15 Sc^ifling 4 $ence etnge^ 
go^en würben. Seber Sube obne Xu«na$me war oer« 
pflichtet, bem Ä6nige feinen 3oU gu geben 6 ), unb troft 
ber ungeheuren SBtllfür ifi bo$ Sooep 9 « Angabe nubt 
richtig, wenn er bloße SBiUfür in ber Stnfoberung ber 
Abgaben annimmt. 83ietme$r taffen ft<ft ade abgaben, 

95) „ei non permiitas, quod placitcntur in Carla Chrictia- 
nitaiis occasione alicujus debiti u etc. ap. Tovey p. 78. 79; tqU 
bte Urfunbe ©• 203. 96) ßat. bte Urfunbe «emrluVt IIL Sei 
Tovey p. 83. 97) Tovey p. 72. 98) Idem p. 45. 99) 
idem p. 29. 30. u. 120. 

1) Cf. Tovey p. 42. 68. 69. 2) Idem p. 81. 3) Idem 

S. 65. 4) Maithaeus Paris, ed. WaU p. 229. fflaat p. 31. 
) Iiutit. Pari. III. p. 506. 6) „quod nullu» Judaeua aa* 
neai in AngUa» nial aenricium Regia faciat ei quam die aüquia 
Judaeua natua foerit aive aii Maaculua aire femina, terriäi nabln 
in aüquo." «cftiriu) IBU bei loaif p. 145. 



JUDEN (GESCHICHTE) 



— 118 — JUDEN (GESCHICHTE) 



bie best Jtaifer in Seutfölanb gebfibrten, wiebeverfennen. 
£af ber Jt6nig bei ber Jtrinung @ef$enfe erlieft, war 
etwa* feftt 9latutltc>e6; ben gfilbenen $femtig oertritt eine 
Jtopfjleuer, bie Seber, ber älter M 12 Sabre war, }4>len 
«uifte. (Stuart I. batt* fte auf 3 ©enare bejHmmt 7 ); 
■fccinricb m. tyat ben Anfang be$ ©eroieium* ffcr ben 
Suben bei feinet @eburt fef gefeilt. 2>en btitten Wennig 
fobert man ebenfaR* ein. ^einrieb ID. verlangt 1230 ben 
britten S&eil bed »ermigen* ber Suben 8 ). Senn ber JtAnig 
$nen ibten ©$ulbner gu oerfolgen erlaubte, erbiett er 
Min 9funb einen S^ntiner, atfo ben jebnten Streit 9 )* 
©fr wirb oon ibnen bte jäbrli<$e Abgabe fftr niedre Sabre 
vorauf oerlangt, j. 85. oon £etnrufr m. de omubuB 
tellagiis et auxiliis ,f j. (Stuart I. erlaubt feinen IBrfe 
beut, tbtn }U Reifen bei ber GmfammlKng ber arreragia 
tollagü de bonfe (oon unbeweglichen ®üttm, @runb; 
teuer) catallis (beweglichen) et debitis (.£>anbel*fttuer) 
Jodaeoram "). £ie Sufticiarten mtebrauebten auf ibren 
©4afcung6reifen burefc ba3 2anb, bei benen fte bte 2tb* 
gaben einholten, ba£ Certrauen be$ JWnigi unb liefen 
fwb oon ben 3uben befielen n ). |>einric& III. übrigen« 
oerriefctete baß ®eft4ft aueb felbf . 3HS er Xaron oon 
9orf 4 üRarf ©otbe« unb 4000 2Rarf ©HberS abjwang, 
naj^n er e$ mit eigener #anb in Smpfang, wie 2Rattb4«$ 
9ari6 fagt: „faetns ex rege theloneus" "). 2>en 
ftebenben 3uben, er mige fte }ie&en lajfen, »eil fte nidbt* 
mebr ju geben bitten, antwortete er offenherzig: „3bt 
b&rft (Sud) nt$t wunbern, wenn td> ®elb beifefce; e$ if 
aber baarfraubimb, an meine ©ebutben &u benfen. JBeim 
Raupte ©otte«, fefron meinen fte 200,000 »arf, ja, 
wenn i$ 300,000 angäbe, wfcrbe i$ ntd^t $u oiel fagen. 
Überall werbe i$ bingetiffen. 34 bin ein oerf ämmelter, 
oertfirjter, ja in «gxSlfttn gefpaltener jtönig. 34 muf 
(Selb fyaben, wober e$ au$ immer fei" "). €r oertaufte 
.ffe an feinen »ruber tmb biefer erbarmte fufc ber Xrmutb 
ber 3uben. 

Stuart I. erbte ße ni$t in bem bfubenben 3tffanbe, 
wie fte fein JBater empfangen; er fefet baber fefron att 



7) %m#r, Acta et Foedera I. 2. p. 150: „et etiam qaed 
uäWerri et singuli Judaei praedicti, heininee et foeminae, poat- 
quam aetatea» duodecin amorum compleverint, ao&Taat nobia 
nogulit annlt tret denariot pro cheragio suo icilicet ac Pa- 
•cha;" cf. T<n*y p. 995. 9) Munt p. 38. not. 9) Ön 

cipmn Rotulut Id Sooep (p. 43) btift •#: w Bl Mantaeertie 
Oraaeus habet Koantiani proaequendi Martinas MarteU da 
24. marcia, cum lucre per Cirofraphiun. Et Dominus rax 
debet habere de qnalibet libra ubub Beaantum.** <2Kn 83$* 
^anttner aber »or ber getynte SE^ett efnrt ^fiihbrt unb im ftBcrtye 
oon jaci (Shilling. 10) üyour, Acta et Foedera F, 2. 26. 

11) Idm 1. c. I, 2. 143. 12) ©o 1252 Robert be la $c, 

wk «tetfbau« 9ane (ed. WaU p. 896) unb ein 3o|c Wber 
9(Wpp Cunel tbatm „ut eiadem parcerei in regio taHagfo" 
(p. 851). 13) ed. Wmt* p. 605. 14) MmHh. Paris, p. 602: 
n factus y u befft ti totHtt, „igkur alter Tito» et Veapaaaont, 
▼endidit Judaeos per aliquot annoo Richarde fratri tue u* quoa 
res exeoriaverat, Goaies eTitceraret. Tamn eanea pepercit 
eia, conoSderano eorum poteataM» abbreTiatam et paupertatem 
ifMaiiaiaaafli/* JDed Vetenflaie biefer BevftaUM oom 24. febr. 
1165 ffl ehalten «nb wH^fU in «mmt 1, 1. 163. 3m 3a*re 
1Ä1 oevfr(tr er ffe Mrlein |«m itoetten fDlaks «t l^mrr I, 1. 
p. 118. 



etrafe für bte Unrndaficdfeit bt« 3a^len6 bie «erban. 
mmg^ aus bem ?anbc") ein. ©ein Statuta** de Ju- 
da»m» 16 ) j^at gan j franjififebe Sdrbimg unb ffi^rte in 
fttb bin Jteim &u brr funftigen Sertreibtmg ber Suben 
ebenfo wie bie franjAfifcben Sbktt. ®r b«t eine gr6#erc 
SMicfftdjt auf ba6 fanonifebe @efe( genommen, btfen e» 
jelne Statuten febon me^v unb mebr in we(tff#t Sb& 
(dmfeit traten; er t>at ben 3uben ben IBn^et oeHwt», 
ben fte trieben, tmb fte auf attbere Seben6t6<itigfett oerwiefe«, 
aber mcftt bie 2tafprft<be an ffe ermigigt. Cr fc^witt 
ibnen bie £lueHen be6 »ermigen« ab, obne liefe« fdbft 
fbt geringer bö*ten ju weQen, fall efai, baf fte burt^ bie 
unertrdglicbcn abgaben beruntergefommen feien, «nb be* 
mertte felbp im Sabre 1281 "), baf an6 Tkmxtft Siele 
fty ber Wniglicben SKacbt entgegen, unb wo fvtfrx 56 Xk 
gabentfbifle gewefen, je^t nur fe(^r wenige übrig wksm. 
3bre Vertreibung aJfo, bie im 18. Sabre feiner 9tegm* 
rang jlattfanb, war mir natürliche golge baoon, baf er 
ben 9{u^en oon i^nen niebt me^r bebeutenb genug fanb, 
um fein religttfe* @ewiffen unb bie Utjufriebenbfit feines 
fBolfeo aufzuwiegen. 06 »erliefen 15—16,000 ®ai= 
fetrn am 9. Dct. 1290 ba6 8anb w ), na^bem man *re 
geizigen unb materieSen Jtrdfte auiQtbtuttt unb fte wdbtenb 
eine* ganzen 3a$rfcunbert* bie Saune unb bie »erf^en^ 
bung oon gurfien ertragen Ratten, weU|e oo» ünr JBe»« 
faffmtg jn febr eingeengt waren, um ba, wo fk aufhörte, 
ffcr fte wirffam ju fem, unb mit ber Softer be6 oerjmiei; 
feiten €igennu^e6 Hilfsmittel für ft^ erpreften. 

Hu$ Berber festen bte Suben erft nac^ bem Um* 
ftune aller alten 93erb^(tmffe jurfirf, unb wie Sngtanb 
in feejug auf SJreifteit flaatli^er unb bürgerlicher Httdjtt* 
entwicfelung allen europdifeften Staaten um ein 3a^r(un$ 
bert oorau^eeilt if , fo auc^ in feiner Seiiebung m ben 
3uben. Ste religiöfen Umwdl jungen, bie bem Gtoatz 
naeft bem Zote JfarPS I. ein fo eigent^ämli^eö Xnfcben 
gaben, waren für bie Suben ibrer fffatur nad) gürnfHg 
gewefen. 2)er tlmftanb, baf bie 3nbepenbenten oor XOem 
@taubendfreibett anerfannten, befonber« aber, baf ber 
religiöfe @trom in feiner gdnjlid^en Äbleituti oom ftu 
t^olffe^cn S^nriflentbume bte *u ber eigentli^en XlueDe ber 
^eiligen ©eftrift, alfb aueb b\B ju ben Suben, jurficff&brfe, 
batte auf bie Betrachtung ber tttyttn unb fbre foctale 
Stellung eingewirft 19 ). Senn SromweS in biefei Sera 
b&toifen auc^ ben weitblkfenben fiaattaännifcben Ocift 
befaf , ber Um für bie Stacht be« it>m Xnoertituften 
ja benu^en oerfianb, fo war ei natürlich, b«f er be» 



109. 



1«) Mm p. *m. 



n> 



19) 9H "Wtmff p. iw. w) rdtm p. im, 
I, S. 196. 16) Of. Itoy p. 298; «f. Staebet Müa a. 
granfreieb nobm bie armen ^Wjtlfnat ni^t auf. 9>98H^ 
eis Oefeb : wOrainatuni ftiit damina rage preeaeote et 
pieate, quod omnaa Jodaei, qtn ia ragao F raada a de 
et Waaeenia tenerant, a diöto regne Frandae iafm 
QnadrageaHMni eipeHaaear** (OrdoBMaieea I. p. W"7)t 
ft(b ober im «Ifaf ÄWae nirbfrgetaffm beben, fa iaronf 
oer, btf bie Anamlea GaUaariaoaea beciebtent „Mtm Aa| 
oamea iedaeaa raaao etpulit" ap. I»a üi a w n aa. eat. Ckan 
2« p. 25. 10) «. aaffet, ete ambbfinieiifenmumig 

3obre€ 1Ö50 ©. 10 fg. tmb 0, IS 9lMe. 






JUDEN (GESCHICHT1) 



119 — 



JUDEN (GESCHICHTE) 



Vntroge be* SRanaffe ben 3*rael, bet im tarnen ber 
3ubeu um Xufnafeme in finglanb bat, nur eine freund 
üefee Xntwort gab. ©aS rclifli6fe Clement war oon betn 
geleferten Suben aß SRoment") ebenfo wie oon ben 
cfertftfidfcu Sinnern 11 ) feeroorgeboben worben. GromweQ 
war aber )U Rüg, um bei ber großen SBteinungdoerfcbie* 
benfcett ") Stellung unb Kamen burefe einen entleiben- 
ben ©eferttt auefe nur bei einem Steile in SBerruf unb 
öetbaefet ju bringen ; er entfc&ieb fufe nkfet u ) unb ge* 
mafefte fffewcigenb, wa* er burefe ein Qbtct ju geftatten 
für gefdbrücfe bWt. 

©ie 3»tcfe be* <panbtö u ), bie SromweQ im Äuge 
batte, waren ti woi niefet allein, welche auefe für JCarl DL 

30) Bat feine Declaration to Ihe Commonwealth of Kng- 
Uad bei Totwy p. 265: „my second motive, u because the 
opiaion of many Christians and mine do coneur herein, that 
ive both believe, that the rettoring Urne of our nation into 
tneir native country is very near at band" etc. 21) JBgl. 

bie Sorte brtSIboraas (Solltet, »clever fic gegen ben Angriff 
oon 9>rnnne rät Deaurrer oertjetbigte bei Taveu p. 279. 22) 
Cfc a narrathre of the late proeeedings at WhitehaU cooeer- 
ning the Jews, who had desired by Rabbi Manasses, an Agent 
for thesa, that they might return into England and worship 
the god of their mthers etc. Published for satisfaction to 
man? in aeveial parte of England, that are desirous and in- 
quistthra to hear the thruth hereoi London printed for C. 
Cmppenmn at the Crown in Popeshead 1656, aufgenommen in 
Harleian MisceUany (London 1746.) 7. 578., übetfept im Pan- 
theon Annbaptisticum Knthusiasticum, ©(fcwaroigeifterbrut ®. 
«36- 23) 3m Pantheon $etft e« ©. 235: „Unb (at alfo ba* 
Gcfeceiben oon ben Suben in felbiger 3eit feinen Anfang genommen 
unb ifcnftt fooiel gefrostet, baf* gletcfetool tyrer otel $unbert herein 
gefommen" 8« ift ein 3rrtyum fielet (§. ». oon 3o$. SDaotb 
tttcbaelit, ogl. ©ofem, »ürgetli^c »erbefferung ber Suben 
% 78), ber Gkprift „toit Rettung ber Suben" bie Aufnahme ber 
3«ben m «nglanb gmufeferrfben. über SfRenbej granco fratte Stccfet 
%a faatn, baf Äanaffe bat 8ucfe 8p«» Israelis bem Parlamente 
*u Ufa* gefdjrieben fcobe, benn er fagt felbjl in feiner fetb* Sabre 
fpatcr erfefeknenen ©djrift: „SDte Rettung 3*raelä vindfcaae Ju- 
daeoram" (nberfeftt oon SKenbeUfofrn 1782. ©. 59): „Unb 
fdnjieb mein Stufe ©er Hoffnung 3*r«el* bem erften Parlament in 
bem Cfcaertlratb tu/' edjon ber Xitel ber CWfrrift von «ibbelfer, 
arfe fe ha Pantheon p. 234 angegeben ift, eraibt btto. (Er lautet: 
„A triefe epistle to the learned Man. b. Israel in aaswar to 
his dedioatad to the Parliameat (< Printed at London 1650. 
(Censor 6. Sept.) JOie ©t^rfft mar nämUcfc oon jenem ©riefe 
begleitet, k bem e« bei|t: „when they shall read the ensuying 
teeatise* (ffbtfy 966) unb tWbbetfer wirb betraft oon €5t(jubt 
(3umT4e «srhiürbigfeitrn G. 524) ein 3ubeneer genannt; at 
&»***, Area«. Bibl. Sacra p. 381. 3ebner (Xu«»abl Worif4er 
€>ru(fe 0. 145 fg.) (at bafter Unre4t^ granco §u tabeln # ba« 3a(r 
bti GrrWefnen« in ba« Saftr 1651 ffatt 1650 §n fe^en (»a« f*on 
ITolf, Bibl hebe. 1, 783 — 3, 707. De Mosst', Bibl. Jud. 
Antichrist, p.67 (oben), jfynliifc ift ber Srrt^um, für bie //8ttft 
tnng Sa^oeU 1 ' bas 3abr 1«57 ftatt 1656 att 3elt ber Orf^einung 
|u fesjen (sfL «ettung StoaeU €J. 61), bie Übcrfeftung ber ^off* 
nung 3#r aett" in ba4 3a(r 1696 ftatt 1692 ju oerlegen (ma4 
aufer ttotf mtb Stoff I fdjon Opfergelt, 9eacbriibt oon Jübi« 
Met iebtew «. f. ». [*aUe 1730.] ©. 135 (atte), »enn e< 
ilaftswe sssbe ttnaafet, mtev bem 9lamea brt «em ben Secael ein 
bebäftltl •pra4«nMtir otw^efubrt §u fmben, maa er felbf mcbec 
gefdjrieben, no* ubeär^t 1fit. t4) CC Körnen, Ge a ca ie de iiiss 
der ia4an k Nederlaai. (Utrecht 1843.) p. 157. £ie «rjde)« 
Itracol assa flmfliai, p bem Be öromwefl ctforen anb bie fe*on 
goaea aUfloufciianm wsertegt, onttfibigt «AM (JDieÄeebte 
bea «if|bat^tm< [Bertta 1816.} 0. 73). 



unb Sacob II. bie Xnfiebelung ber Suben, beren fr^on to 
3afrre 1663 eine (leine 3ab( in Sonbon waren, erwfinf^t 
machte. Äucfc biefe ÜRonart^en, Än^dnger be« alten, fheng 
monarrj^if(ben Stegimentd, brausten (Selb, ©ie Suben tat: 
pftngen oon i^nen S5uraerre*te unb ^riwlegien r&fftr^HU| 
ber Steuer auf bie ®uterau*fu$r; trog ber eingaben bet 
englif$en Jtaufleute warb lefttere erß oon 8Bi(^e(m oon JDra^ 
nien i&nen wieber aufgelegt **). Son einer Serfolgung 
ober fonjKgem fanatifeben £af? ift feit biefer (Einwanbe^ 
rung ber Suben (eine ©pur. ffirft aid man 1753 eine 
JBitt einbrachte, baf Suben, weltbe brei Sa^re in ©rof^ 
britannien ober 3r(anb gelebt bitten unb wdbrenb ber 
Bett niefet über brei ÜRonate abwefenb waren, aud) o^ne 
bat Äbenbma^l, welche« Sebcr, ber englifefrer fi&rger 
werben wollte, nehmen mußte, naturaliftrt werben Hmi' 
ten unb biefe ©in im Oberbaufe bureftging, erbob ftdb 
im Unterbaufe ein äBiberftreben bagegen unb gegen bie 
Suben überhaupt. 2ro| ber 5Bertbeibtgungt3reben bet 
8orb§ ©arrington, ©upiin, Mugent unb tytlfyam, regte 
8orb Cgmont bureft feine fanatifefte Siebe ba* 83ol( auf. 
SBon allen ©eiten würbe bagegen petitionirt, ber 9RfaiifteT 
felbft ließ bie Suben fallen« unb bie Sid warb jutücfge- 
nommen. Die 3uben mußten noc^ ferner, wollten ffe 
©runbftirfe beft^en, bureft einen (öniglit^en greibrief für 
21 $funb bie ©enijation er(aufen unb einen biberen 3oO 
beim £anbel geben 16 ). 3n ber weiteren Cntwicfelung 
i&bift^er JBerbaltnijfe ift bte auf bie neuere 3eit bie foctale 
©teDung ber politifeben weit oorauigewefen. & war 
aber nur bie gorm beS 6ibed (Declaration), weltjfc bie 
Suben oon ber JBeKeibung böserer bürgerlicher Ämter ab* 
hielt, unb ibnen nur untergeorbnete Stellungen, wie <5<m* 
ftable« unb £eabborougb$, geftattete, ben fanbs unb 
©eebienft ofene 2(oancement gew4brte unb jur SBabl jmc 
Sun» juließ. ©ad 3abr 1829, in welkem bie Jtatyd* 
li(en dnglanb« emaneipirt waren, würbe bie Spotte jfc 
bifc^er grei&eit. 3m 3abre 1830 braute »obert «rant 
jum erften SRale eine fBiü ein auf Särgerrecftt ber 3u* 
ben; fte ging niebt burc^, unb Stöbert f)eet fratte bei ber 
»weiten Befung baju ben Xuöfcblag gegeben. 3m Safere 
1833 fefteiterte ein jweiter Serfucfr ©rant'6 am Dber^ 
baufe, trot) ber )ablreUfeen Petitionen, bie oon ©tobt unb 
Sanb eingingen. 3m Safere 1835 warb ber (Hb für bie 
i&bifcfeen ©betriff» gednbert, im Safere 1845 enblkfe burtjfe 
Stöbert 9>eel'6 ÖOTÜfeunam bie ©edaration abgeftfeaft, 
wonaefe bie 3uben m uRunicipaldmtem fdfeig gematfet 
würben ,7 )- %tn 16. ©ec. 1847 brachte enblicfe 8orb 
Sobn StuffeO, ber f)remierminifter, in einer auögejeicfene- 
ten Stebe bie 83iü auf Entfernung aller noefe beftefeenben 

25) Cf. Tooey p. »7—395. (Sine ©*etbang*jrrunbe oon 
eonbon am) 1677 oaL in ben Rga oon 9t. eam. b. Xbr. Vboab 9t. 371. 
(Debar8ohemuel VeaciU 1710. Fol.) 96) 8gL ©filet au« I 



Moataly Magaaioa Val. I. p. 12 sq. 109. 196 ra ben graamen- 
ten §ur Äetmtnff ber »orjeit u. f. m. (Berlin 1809.) €1. 79 tum. 
aufgenommen im £af<feenba<b für bte Jtmatr SoroeW ober Vlmanacb 
for tmfre Seute. (Serlm 1804. 19.) 0. 317. «tirabeau, Über 
bte btk0CtUcbe Berbeffermig bec 3nben 0. 163 fg. QM ban gran» 
ioffften mit Vmncrrm^en [Berlin 1787.]). »).jQt " 



p. 73. 3oft v «ef*«fr* *m 34radttta 9. ©. 91 unb W f 9. 39 fa. 
aab«afemer, ßk •4ert(?ftfa^ter3nbett>(eiottm9sn 1633.) #. l£ 



JUDEN (GESCHICHTE) — > 120 — . JUDEN (GESCHICHTE!) 



©efcbtdnfungen bet 3uben ein; felbfi ber dltejte (Segnet 
bet Suben, ©it Stob. 3ngli«, fonme feine ©egengrunbe 
nic$t tnebt auf eine 83olf«meinung fluten, ba jte tn bie* 
Jet nut Zcfttung unb Siebe empfanben; £otb @eotg Stau 
tinf wiefc t>on feinet Partei ob unb fiimmte ffit bie 3u* 
ben Ä ). Stöbert $ee( gab bei bet jweiten Sefuna bet 
»ifl, wie 1830 im gegnetifeben ©inne, jefct fut bie ©ac$e 
ben Äu«fcblag. Ebet julefct ijl bet Antrag boeb am ßbet* 
baufe gefcfceitett. Sie jweite Cpocfce bet ©efebiebte bet 
Suben in (Snglanb ijl ttofc bet (angfamen ©ebtitte be« 
©efefce« au«gejeic$net Dot bet in oielen anbetn Sdnbetn. 
2)et flate, gtojje ©eiji bet ©efeßgebung unb be« SBolfe* 
bat in bet JBetweigetung niebt« Don ben entebrenben, 
frdnfenben ©taebeln einet fleinlieben JBerfolgung unb Sta 
febrdnfung; 8Beil ©efefclicbfeit bet allein bettetene SSBejg 
Änglanb« ifi, bat ftcb bet ©eijl bet Kation gegen btc 
Suben na$ ben ©efefeen mobetnen gortfebritte« enfc 
wiefelt; man mußte bott niebt« oon all ben jabltofen 
Subenquälereien Seutfcblanb«, obfebon bie 3uben felbfi 
in SBilbung unb SBiffenfebaft bie Eeutfeblanb« niemal« 
erregten. 

*$>a« 17. Sa&rbunbett war aueb in anbetn Mnbern 
f&t bie Suben bebeutungSooü. SBie bie englifcfce 9teoo* 
lution ein Borldufer bet franjöflfeben, fo listeten fteft 
in ben Umrodljungen bet Singe unb SReinungen aueb 
febon bamalS bie 33erb<Sltmjfe bet Suben. Äl« in ben 
SBerbannungen au« ©panien unb Portugal übet bie fHtc&; 
tigen 3uben neue ©ebteffafe berein jubreeben brobten, öffs 
nete ibnen bie SSorfebung ") ein neue« SSaterlanb in ben 
mit ben Elementen unb Scannen fdmpfenben Stiebet- 
lanben.. #ier, wo man felber fut ®lauben«freil)eit 
blutete unb ftarb, tote« man biejenigen niebt jurüef, welcbe 
jitternb Äfol unb Dbbad) fugten. 25rei portugietffebe 
Suben 90 ) würben 1590 frieblicb in ^ollanb aufgenom* 
men unb mebre ttnbere jogen ibnen nacb. 2>a« Sabr 
1598 ifi ba« bet ©tfinbung ibret etften ©rjnagoge. ©ie 
batten fiefc erft nacb ÜRibbelbutg jieben motten, maten 
abet bott niebt mobl aufgenommen worben, unb fo tarnen 
ffc nacb Ämfterbam, unb etboben ftcb bafelbfi ju einem 
augetotbentlicben ©luefe in Stube unb ^rieben. 3n einem 
©taate, bet ,,al« ein gtetplaft f&t atte »erfolgte, atte 
Unterbräche unb gtemblinge" angefeben fein mottte unb 
btnp „fein JBfinbnifj, fein S3erttag mit einet SRacbt fo 
fifinftig gewefen, al« bje JBefcbtrmung betjenigen, bie ibre 
Suflutfrt babin genommen baben" 8i ), mußte untet bem 



28) &q(. $er$anblungen be* engUfcben Unterlaufe« Aber bie 
ftnandpfnsng ber Suben am 16. unb 17. ©ec. 1847 (SBerttn 
1848.). 29) JOte« fprfdjt beinahe bte Antwort beö $errn ©an 

ftainin gegen ben franiöftföen ©efanbfcn aus: „weil ©ort bte 
3uben ntdjt oertilat , wie et f&nntc, fo »iü et fte auf ötben ge« 
bulbft »iffen. 11 „Bo dewijl lij zieh dan toch ergent moesten 
opbouden, zoo was er niete onchriatelijka in, hen in Holland 
te herbergen. 4 ' Konen, Geschiedenia« p. 156. €5c^ubt €5. 270. 
90) Cf. Körnen, Geachiedenisa der Joden in Nederland p. 139 aq. 
801. @<bubt, 3abifcbe Werfaürbigeeiten 0. 270—315. 31) 
Ränen p. 156. 157: „onn deze landen te maken toi ene Teilige 
an altooa ▼erzekerde yrijplaata voor alle verrolgde en ▼er- 
drackte Treemdelingen. Geene AUiantien, geen Verdrag, geen 
Toor eeaig Vorat, geaa> ▼anwea; vaa eeaige Mogesdbeed 



©c&ufce bed 8anbe» jubifebet ^onbel unb 3nbufhie fUf 
enttpicfeln. ^tet, wo auf bie Suben feine anbete Yfe 

Sabenfaft fiel, ali bie XOen gemeinfcbaftli(be # ba« ®lau^ 
enäbefenntnif? bie n>eitefle Steibdt bet Äußerung genoft 
unb felbfi ba« jitengjle fanonifefte »etbot # brt tibertfitteö 
nun Subentbume, niebt beamtet rourbe, »o man bin 
|)ataawpben im Stieben ju SRunfier 1648 t>om edaub^ 
ten .panbel bet 92iebetl<S«ber nacb Spanien auf bie 3& 
ben auäbebnte unb beibatb langwietife üntextanblungen 
niebt febeute, too mm biefe pertrat unb amtfannte, nmftt 
eine innige unb fefte Siebe jum Stegentenbaufe enlfteben 
unb ftcb mebtfac^ gtdnjenb berodbten. Ungefdbt 30 Sabte 
nacb Xnfunft bet pottugieftfcben famen fpdtet aneb Stoben an« 
Seutfcblanb nacb |)oUanb, aber etft 1636 gelang e8 ibnen, 
eine ©emeinbe in Xmfletbam ju btlben. Äu<& pe waten 
nacb unb nacb febt «abiteieb aewotben. Xucb f&t bie 
glucbtltnge, bie pot bet Aofafent>etfblgung in Staflanb 
Poben, würbe £oflanb «»« •Öeimatb- 9i«f btel Sabte 
fpdtet, alt ftcb bie portugieftftben ijuten im £aaQ 1675 
angeftebeit, folgten ibnen bie teatfcb-polnifcben, %fa* 
liebe ©ienjle tote SRatbabe, bie gamilie bet Selnronte, 
Sopej ©uaffo unb Ttnbete untet ben $ortugießrn bem 
^aufe Dtanien etroiefen, bat Srance«co 9>aoto, polntfcben 
Utfptung« f geteifiet. ©ie ©enetatjiaaten gemdbtten %m 
jroei Sabte lang gtetbeit Don allen Saften. jDif Suben 
oerbteiteten ftcb in ®elbetn, Uttecbt, ©eelanb, Srie«tanb, 
unb übetafl baben fte frieblicb unb vubig bt« auf bie 
Crfcbfitterung (Sutopa'« bureb bie 9feoolution gelebt, roelcbe 
ibnen noeb mebt bringen foüte. Äu« ben @eneratftaatea 
wat eine bataotfebe Mepublif geworben; bie SRenfcben* 
teebte waren verfänbet, unb ben Suben aueb noeb ba« 
feblenbe S3ütgetteebt, ba« fte ju aUen bätgerltcben Seben«? 
üetbdltntffen gefebieft maebte # fiberttagen wotben. St 
xoat Unbanfbarfeit gegen bie SBetgangenbeit f wenn in bem 
©etiebte über bte 3uben an bie boOinbtftye Watlonaloers 
fammtung M ) bie ©Ieicb^eit allet Sürger al« bie ®tanb^ 
tage biefet Steoolution genannt warb; benn fte wat bie 
be« boBdnbifcben ©taat« überhaupt unb bie Soletani be« 
17. 3abtbunbert« übertraf bie be« 19. {toiefaeb. ®cbon 
beoot bie offteiette 3Burgettecbt«ett(drung am 19L €qK. 
1798 auSgefprogen wat 9 ftnb Suben vi ÜRitgliebent ber 
JWationaloetfammlung ernannt gewefen"). 2)et SBedbfd 
ber Regierungen oon bet Stepublit ju 9?apoleonif<bein 
Aggregat unb jum St6nigrei$e alten Sfegime« unter Bit 
beim bat nur auf bie inneren Angelegenheiten ber Suben 
(Sinfiug gebabt, weldbe niebt feiten beunrubigt waren, 
©ie dußeren baben niemal« weiter etwa« ju ro&nfe^cn 
fibriggelaffen. 

3n «Belgien ifi fein anbere« JBerbdttniß entftanben, 
feitbem e« unabbfagig oon |)oüanb würbe, ©ic Suben 

in de wereld ia ooit bekwam geweeat, om den 8taat rmn dasa 
beTeillgiog en beacherming dergenen, die hunne toerhic&C 
in dit Land genomen hebben, te doen afwijken/ ijt Me ania/i 
fprodjene Meinung Gtt^etm'e IV. ton Oranien. 

32) Äctenffnete §nt CSkfcbtdffre tet drbebtmg oet 3aben i& 
Mteern fn bet ftepublff Satamen. Äa« bem ^oUdnbffcb«. Htc* 
»reife 1WM Q. 10. 33) »9t. Soft, Oef4^t ber Sttatfftai 



JUDEN (GESCHICHTE) — 121 — 



JUDEN (GESCHICHTE) 



flnb triftig in ben £anben emancipirt, wo 1550 baS J8er* 
bot erlaffen würbe, weber Xufentbalt nocft Durc&jug einem 
Suben ju gesotten, unb 1552 ein befonbereS (gbict gegen 
bie erföien, welc&e ficfc an jenen 93efe^( ntc^t festen, n>o 
Xlbert ber fromme pactis com foederatis Provinciis 
duodecennalibus indaciis bafcin nic&t gebracht werben 
tonnte, einem einzigen 3uben bie Steife oon Xmßerbam 
nad> »rabant ju gejfatten **)• 

Gin anbereS ©c&aufpiel gerodet ber Dflen ©uro* 
pa'S. SBdfcrenb im Sßeßen burdj ben langfamen, aber 
fiebern ©ang, geleitet oon ber unnacfcftc&tlid&en ßonfequenj 
cineS ©ebanfenS, baS 83er()dltniß ber Nationen )u ben 
3uben in focialer unb polttifcber fiJejiebung ein immer 
ftroffereS, entließ feinblicbeS, oerberblid)eS geworben, ba= 
ben bie befonbern ©cfcicffale beS Sßlicfcen ßuropa'S, ber 
weiten unb reiben ©eftlbe $annonienS, dolens unb beS 
(abliefen SlußlanbS, ein berartigeS Berbdltmß fpdter unb 
in ber ©cfcdrfe beS SSfcjienS niemals entwitfelt. 3e fpd* 
ter baS £eibentfcum auS ben #erjen ber flawifc&en unb 
magparifeben Stationen entfernt würbe, je bauernber bie 
Änbdnglicfcfeit an bie alten 9?ationaltrabitionen fic& erbielt, 
je mebr bie langwierige Aufregung burefr feinblic&e Gin* 
gfige unb Jtdmpfe, burd) bürgerliche unb nationale Kriege 
gegen bie frieblid&e ©nwirfung eine« geijUicfcen Streben« 
oerfhwftc, bejlo weniger gelang eS ber #ierar<$ie, jemals 
biet Sriump&e, wie jte ber SBejfen gefeben, ju feiern, unb 
beflo flüchtiger unb oberfldc&licfter war ber fociale £aß 
gegen bie 3uben. VIS bie ©egenben, oon benen bier bie 
9tebc iji, gdnjliefc c^riflianiftrt er Weinen, bat ft$ bie 
©onne ber #ierar<()ie Mngji Um Untergange jugeneigt, 
unb als aueb frier bie möglichen Xntipatfrien gegen jftbi* 
fc&eS Seben fritten ju Sage fommen (innen, war bie 
©!ut& beS ($rtjtlicben Fanatismus föon burefc ben #au<$ 
beS fecreinbreebenben fcageS ber #umanitdt gefällt. Die 
Verfolgungen, we($e frier feit bem 6nbe beS 15. Safer* 
bunbertS nur in langen 3wifcfrenrdumen oorfommen, bleu 
ben nur ein fcfrwacfrer 9?a<frfrall eines erlöfcfrenben unge* 
teuren SetigionSfriegeS; bie SBeranlaffung ijl au* bier 
m$t fowol in ber Durcfrbringung cfrrifilicfren SebenS burefr 
bie 9tarionalitdten, als in bem einbringen teutfefren (Sie* 
mrnteS unb in ber 9tofrfreit einjelner ffiutfrauSbräcfre ju 
erfennen. Jtenntniß ber jfibifefren ©efefritfrte in biefen 
©egenben, üuQ nur in Umriffen, ift ofrne JBerfitffu&tigung 
ber nationalen «ntwicfelung ganj unmSglicfr. DaS Gfrri* 
Pensum iß in biefen Mnbern a(S SRittel miSbraucfrt, 
greift be* ©eijleS unb Gebens im eigentlichen SSolfe ju 
oerbumpfen unb ju erftitfen. ©elbft bie ÜRad&t, roeldfre 
ber Driejler noefr in ber jungflen 3eit auf biefeS Bolf 
ausübte, weniger jebocfr in Ungarn als in 9>olen unb 
Stoftanb, tjl mefrr grud&t beS Aberglaubens als ber »es 
geifcrung. 2Äan tarn bie SKitte beS 13. unb 15. 3afrr* 
frunbert« alS (Sporen für bie SBenbung ber jübifefren 



34) Rationua momento, qaibot illuttritcimo tanetior» Con- 
dlii Prastidi emeteritque Mnatoribot perauatnin fuit neutiquam 
expedir«. « in Bel^b Catholico Judaica gen« ad fixmn domi- 
duiui adaittator, exhibita circa aonoai 1670, in ben Diplomat, 
beif. **ra Coüect. (ad. Fow***. 1748. Fol.) p. 699. cap. 144. 
Xtaajf!. >.».«.*. d^idtkdton. XXVII. 



©cftirffale in jenen Sanbjhetfen betrauten, weit bamalS 
baS alte £eben bureb neu einbringenbe (Elemente getfiiger 
unb nationaler Art innerlich gebrochen würbe. 

25er Aufenthalt ber 3uben in ben ©ebteten nSrblicft 
unb norbwejlltcft oom feftwarjen SReere reicht bis in bie 
rSmiföen 3eiten hinauf, über bie in biefen ©egenben 
wobnenben 3uben rietet ^onoriuS einen Sefefyl an ben 
Serwalter oon 3Hbrium"). An ber 2)onau errietet 
SujltnianuS einen S^urm mit Flamen 3ubduS M ). iOurcb 
bie Verfolgungen ber bpjantinifcfcen Äaifer jogen 3uben 
immer n6rblicber. 2)aS ^eibent^um, in ben ber bpjan» 
tinifeben ^errfeftaft nicj)t unterworfenen Sanbfkerfen, ges 
(lattete iftnen einen 3ufliuc^tSort; baS JReicft ber (Sparen, 
welches fteft ju ber 3eit oon ber SBolga bis jur Donau 
auSbe&nte, na^m ade Änfömmlinge f^u^enb unb gajfc 
freunblic^ auf. (Sftrißen, STOubammebaner, Suben unb 
Reiben wobnten frieblicb neben einanber; in ben naioen 
©taatSoer^dltniffen war an eine Einigung oon Staat unb 
Äircfte nic^t gebaut, aber je me^r ffeft auef) ^tet^er ber 
religiöfe ©eifi beS 5DtonotfjeiSmuS )U oerpßanjen begann 
unb bie 3a^l ber Stic^tbeiben immer größer würbe, bejto 
not^wenbiger würbe eS für ben Ä^an, feine eigene ®ct* 
ftenj burdj ben Xnfcftlug an eine mdc^ti^e 9>atfei im 
Steicbe ju fid&ern. Die S3efe()rungen ber ^etbnifcften %üt* 
ßen beS 6(Ilidben ßuropa'S ium StonotbeiSmuS ftnb }um, 
SEfteil bierburdi) unb burefe bie oSDig fubjeetioe Stellung? 
welcbe ber Ä^an einnabm, ju erfldren. 3m 7. 3afyr* 
^unberte, in welkem eine große Änja&l 3uben, waftrr 
fcfteinlicft oon |)erafliuS vertrieben, tn bie ©ebiete be) 
S^ajaren einwanberte, würbe ber Surft berfelben (fi3ulan r 
Sube unb mit i(jm ber ganje ^of 37 )« 2)oS JReicft xoa* 
niefct o^ne eine gewiffe ßultur unb oon burc^auS oriene 
talifc^er gdrbung. Der iC6nig \)aü* nur eine unbefc^rdnft # 
SBere^rung, aber feinen ©nfluß; er war ber ©^ac^fSnig 
für ben ber S3ea bie JBerwaltung führte. Cr mußte, wie 
ber SSieefönig, jubiföer {Religion fein; fonfl lebten in bem 
SReidje bem ^anbet unb Äcferbau Eingegeben aOe <5on* 
fefftonen. Dennocb lag bem Aban baran, ben jäbifeften 
©tauben weiter auszubreiten; er fiberjog ben ÄSnig ber 
Bulgaren an ber mittleren SBolga mit Arieg, um tyn, 
ber fteft jutn SRu^ammebaniSmuS befe^rt batte, bem 3u* 
bent()ume jujuffibren, waS ibm jebocfc niddt gelang. (Et 
fanbte ju bem rufftfeben görfien ffilabimir Suben, um 
ibm bie Strefflidjfeit beS 3ubentbumS oorjujIeDen, unb 
na^m Sfepreffalien an ben in feinem ©ebiete tebenben 
SRubammebanem, als 3uben in ben ©ebieten beS Jtfca* 
(ifen oerfolgt würben **). Durd^ ein fo gänfiigeS Ber« 
(dltniß wirb bie 3a^l ber 3uben im ganjen Steige eine 
febr bebeutenbe geworben fein; a(S aber baS cbajarifc&e 
9tei$ jufammenflfirjte unb burd^ bie frifefte Äraft ber 
Stuffen felbjl bie ^auptjlabt Stil oerni^tet warb* 9 ), 

35) Cod. Theod. 16, 8. 21. 36) Procop. de Aedif. 4,6L 
37) 8^(. meine ©«rift: aSogporffctc 2Cttertbünter «. 906. 2He 
SRacbricbten oon «eanber (Äfrcbengeföfcbte [1836. 4.] e. 63) 
ftnb fejr unaenau. Son bem jubffcfcen Ä6nt9f$umc ift fein Sort 
defagt. 2$) Vit Ü6erfe(un9 bu »riefe« oon 3ofef, bem tfbaMren« 
Uni*, f. Wofipar. Wtertb- e. 183 fg. 39) u 3bn gotfjlan 
ober bit «wffai ed. Fräk*. (Pttenb. 18S3. 4.) p. 65. 

16 



JUDEN (GEÖCHICHTE) — 122 — JUDEN (GESCHICHTE) 



flirteten bie ftefAlöqrncn jum Ibeil in ben Äauföfu*, 
IM Kamen unb if ebene «Pfiff no(ft baran erinnern, ober 
*e>fleri ftcb biö in bie taurifebe ijalbinfel jurfrrf, wo bii 
auf ten beutigen 2afl noeb unb bureb ba$ ganje 9Rtiteb 
oller hinöurc^ ben 3uben ein ftiemlub ungeftorter TLuUnu 
balt flenxibrt war. Äue> Dem einigen £enfmale be$ 
(fta^af ifcb*n ^eicbe6 , bem fiJtiefroeebfel bt£ Königs 3ofepb 
mit 3!. (Sfyiftbai in Spanien, auö bem nw roemgtien* cie 
fReibenfoljje ber Äthane fennen lernen unb befien (Jcbrfceii, 
wie oft m angefochten roarb, febon bureb ben einigen 
Umfianb er mieten geroefen nxire, ha§ tbtn in bem S<brei= 
ben un& niebt ein Staat oon tautet 3ubrn, fonbent ber 
aßat)rt?ett gemdg nur ein Staat mit 3uben aefcbilbert 
wirb, erfahren mir oon ber ÜBerbrnbunq mit 3uben im 
JJanbe Ungarn unb ben flaretfcfeen Wnbern *). Die 3Ra= 
g^aren bauen ba$ gefegnete $?annonien erobert unb bie 
|>ercfd)aft, bie fte bafeibft grünbeten, gtieb berjenigen, roetebe 
bie Nationen, oor benrn )u gefloben, bie ^etfebenegen 
unb 8}u (garen, unb \>on benen fte geflohen, bie ßbajaren, 
biibeten. ©ie waren Reiten, unb ii r König, «Stepban, 
wanbte fieb erji bann brm Öbrtflcnfbume §u, als er ein* 
fab# ba| bie 9Bagparen niebt mehr febteeften unb bie 
CRorbroenbigteit oorbanben fei; bureb ba£ ÄJanb bt$ ©lau- 
ben6 unb ber Öolonifation fieb mit ben fernblieben 9Ia$* 
barn $u unbrubern. Iber ber Kern ber Nation bebarrte 
in beibnifeben Zrabttionen; e6 Bereinigte fttb ber nationale 
»ba§ geflen ftrrmbe mit Um gegen baö öljriftentimm. 
Stlb|l alt birfes fid> immer breitere SBabn gemacht battc, 
war f* weit entfernt, einen tiefern (Einfluß auf bie Nation 
ausüben. 9Ii(bt forpol bie ftieacüonen unter ^Jeter, alS 
bie gdnftlicbe OHeicbguttigfeit ber Nation wabrenb be$ 
Jtreuyug* ifl baoon ein untjerwerflidjeö ärugnif , unb in 
einem Üanbe, wo noeb im 12. unb 13. 3abtb«nb<rte fo 
SUiele bem £eibentl)ume ober bem 9ttubammebani6muö 
angeliüttcn, baß bem ÄuGlanbe gegenüber <$ immer nod) 
ben öcbein eine« barbartfeJbfn bebend trug, war t>a* freie 
ÜBerbdttniß ber 3uöen ein ebenfo natürlichem aläedba£ber 
öbtifien im ebaumfeben ^eidje mar. 3fttolcr*ng be$ ©lau* 
benft (ag gar nicht im (Sebanfeufreife tiefer SBotfer. Sa; 

(u fam, ba| bie 3ub«n, wetebf ben >£>anbel ftaberten, 
üx bie SJtagparen eine 9lotbwenbigfeii waren. SDkn 
brauchte fte al6 gittanjwroalter in v ffiün$gefd)dften <l ); 
in ibren unb ber ©ulgaren |)dnben lag bie ganje 3ns 
buflrie unb ber BciMr"). Ungarn war baber eine 3u* 

40) $6 iß bat aUerbfna« bf« Atleflc (Snn^nung iitdjt biti 
«oti 3uben in Ungarn t wie 3<fen«r {TLumafyl u. I m, ©. 35) 
bemurte, fortbern eine ber dUeften be* 9famen6 ^ungark i\btz* 
taupt. Jbafy -w^im im Slarpm |u V^ * 3 > rt nieftt Ungarn bebeu? 
(et, fonbem nur djalbiifibe Äomi oon o-^in ift, glaube ieb «■ a. D. 
e. 188 fo. na^fiewiilcn au Uaben. 9?ut bie 3Cngat>e bei 3ofip - 
von ift mit blefer ovn ftleicbem ItUer (f. a. a, O. 8.331). 41) 
»gL BBIIi 3ur CBcfcb. unb ?it. I, BT. «Keine <e<bnff{ 3»a* 
apadf*t Iltertfe. ®. UM), um ba< 3afcr 1010. iari oll Unaam bei 
iSaafpfnlbcabamcr Kgaücmffl.fiKrir $abna 9c. U. 4'2) BgL 
RttlCff <Scfebi<b(fn ber Ungarn unb (beer Utanfefaffm 1. 2J. 4)00. 
itUenn übrigen* ffefttrr barauf einen befonbern ^Radjbrucf legt, bafe 
nadj a:bu>tocn &fH<fete «cia babc ben flÄarft uon Sonntag auf 
Connobenb »erlegen UfTtn, um ben 3uben «u febabrn, fo tft biel 
ungenau, ^bu>roc| fugt nur: ff 1ito omni» form die labbati eon* 
•üiuil pro vcodsfido ft «mrii<lo/ Wen 3uben ift gar nid?t bie 



Sutbt für bie in 



Scrfoigten 




t u ), war wol au4 
oan (Sb^aeien aus bureb glucbtttnge beoolfm »e>rben. 
Die (Sbalifier aber, benen fiiwwni^ niebt gan; rein 
9»ofaif(Se ©itten auftreibt, finb Sarazenen °). _3nbe» 
bie 3uben bort, im SJefi^e t>on (^runbfiuden unb Sflat^en, 
ein gleicbberecbttgteö geben fübrten, manbte ft<b gegen fie 
bie fanonifebe ©a^ung, £a$ ßonctl oon S^aboLcb 1092 
verbietet ibnen (brtftli^e ßentubinen unb ©flawn 
(Satoman nimmt 11(10 unter feine von einem Öei(ili 
©erfaßten Decrete aueb bie geiftlicben Serbote geeun b 
S5efi§ *ri|tlicber SPtaoen oon Seiten ber 3uben ai 
Suben fotler» feinen |>anbct mit ibnen treiben, fte 
jur Se bauung ber $cfer oetirenben, roetebe fte nur 
bifcb6flicben ciBen inne baben bürfen. 6r rcieberbolt ba* 
1112 unb jieüt bie ^anbelenormen jroifcben 3uben unb 
Cbnflen auf eine für beibe Parteien gleiCbe SSeife fcf; 
Damit alfo unb mit bem SBerbote, am Sonntage niebt 
ju arbeiten, ift ben 3uben nidjts geraubt, fonbern nur 
i?on cbrijllicber Seite ba§ ÜWotfcturftigfie beanfpruebt, Bon 
anberen anberStro au&gebilbeten 3nterbicten iji feine Spur, 
obfebon fte gegen Die 3$maeliten, b. i. bie jablreicben 
Xnbanger beö 2Rui)ümmebaniemue, beren (Stnflug auf bie 
®emütber ber Ungarn weit mebr ju befürchten war *'), 
in ganzer Strenge angetrenbet ^u fein febeinen. 2)iefe 
iöefcbrdnfungen empfingen bie 3uben in ber 3eit, al$ im 
SJefien ©uropa^ jum erjlen SWale ein wahrer SJerfoU 
gung^frieg gegen fte eröffnet irurbe unb oon einem Könige, 
ber felber bie ftrengfien 9R«f regeln gegen bie Äreu^ugter 
genommen bat. fflie mangelhaft itjre Ausführung mar, lebten 
bie foJaenben ßreigniffe. 25er 9>apft batte bie Öetebtung 
beö &5nig£ Stepban mit augerorbentlieber @enugtbuung 
oemommen, aber bie Hoffnung, auf biefeS 9Jeii einen 
Sinpu§ ju üben, war felbft einem ©regor VII. nitJbt 
erfüllt (Soloman ^eigl ftcb feine^wegS nachgiebig gegen 
bie äfiunfcbe bes ^apfle^. Wotbrocnbige Solge baoon t(l 
unbefebriinfte JReligionefreibeit, unb im 3at)re 1190 fagt 



Stebci ober auf fte Sk&ug genommen, (5e mar ein alter ®raudt, 
am ©onnabenb bie *D?ärfte objubaften, mk mir aue ^Cgobarb wiU 
ftn, unb Beta T s üBefcM ging nur auf eine ßinbeit bee f aufmannt- 
feben ^eben«, roetebt er audj bureb anbere Xnorbnungen erftreMe. 
Der <5tjroni|Tr Danbulo fior biefetbc 9cad)ria)t non (Deifa. Cf. K*~ 
tona t Hist. crit. reg, Uung. itirpiB Arpad. tom t IL p. INI. 

43) Die 9tadjridjt auö (Soömatf ^um 3abrf 109B })at &atona 
cbenfaUß fefton 3. 6. 102. 44) 2?gL ^416« er, (3efd3id)te bn 
Deutfeben in Siebenbürgen ©. 18«. 9?. 3. Ungarifcbee 3Äagajüt 
% <g, t57-2üa Äatona 3, 625. Die ©a*e tfl buro> eme 
anbete &ttüt be« Sinnamui, bie gor niebt ober nidjt genug bead 
tet würbe, au^ir 3n>eifet; er fagt ndmtitb: i f xal tfol hfoodofr 
xa<*t't;i(Q ÄJfFi7 hff\v Ffttjumi invioifQQy&vvtff" («d. Bonn, | 
247), ßr ver|rct)t afoer unter geifern bie Tfnban^cr tu 3Äu()am-* 
mebüntGmuß unb bie SBefdjmtbung, bafi (^ntbalten üi-m Sdjtrcint 
flcifdje mar in älterer 3eit fdjon ein ®e§enfranb ber fficadjtunQ f« 
bie Öbriften, fctbfr a(d bie Bara|enen nodj nidjt ^ubammebanifd 
mann; cf. Niceph* Callist. hfot, eccl. Üb. IL enp, 47 M 
Ba»il, p. 585. 45) M*m*\ Concil. 20, p. 764 au« bei Kn 

tonn % 585. 46) Ct Katonn 3, p, U4. 122. 327 »cj, 47) 
„Pra«l«rea, quod eU plurimum miflcrabiJe t uonniilli 
Chnatinni «j>onte »e tranaferentea ad ipaos et cor um 
•ectaotea Saracenoa ie publice profitentur ex eo etc.** f4 
genormt KL nod) 1225 bei Frier, Cod. dipL Huugar. 3, IL p. 






JUDEN (GESCHICHTE) — 123 — 



JUDEN (GESCHICHTE) 



St6nig ©ela III nocft auftbr&cflicf), baf* er Auen, welche 
ibre ßerpflic&tung bet abgaben erfüllten, ungejWrte Slube 
gewähre: „hospitesve nostri vel cujusque alterius 
nostro de regno liber homo vel servus, Sarachenus, 
lDCota rcgni nostri vel Schlavus, rusticns, Ebraens, 
Christianns" 48 ) etc. Die Suben Ratten weitläufige 
SJejiffcungen, verwalteten ba3 Amt oon 9>d$tern ber fo* 
ntglitben SmMnfte mit bem Site! ber Comites Carae- 
rae, be* 3R&ng* unb ©algregalrt, unb bem Serbote, 
feine öffentlichen Ämter unb (eine d&rtfllicftcn Wiener gu 
baben, (am man alfo gar tucbt nacfr 49 ). SBBcil bei ben 
3fmae(iten ein dbnlicfteS Serbdltniß mar, fo (onnte eine 
Sinmixtung ber ©eijilic$feit unb bei $apfie* um fo rot* 
ntger ausbleiben, fobalb bad ungariföe Seic& unter Ana 
brea$ foweit gefun(en mar, baf? e6 pdpfllic^e «£>ilfe ge* 
brauste. Die {Regierung biefe* JWnig* braute für Un* 
aarn .biefelben JRefultate, meiere m berfelben 3eit bie 
3obann'ö ofcne JJanb für Snglanb bewirfte; e$ waren 
bie Seelüfte ber ttniglic&en Semalt an bie ©eiftlit&feit 
unb bie Vrifiofratie. ©cfcon im 3<*bre 1225 batte ber 
fytyft £onoriu$ HI. an bie ©eijllicbfeit nag Ungarn ge* 
(♦rieben, er »unbere ftcfc, wie fte e« bulben f&nnten, baf) 
bie ftrc$li$en Sanone* burefc 3uben unb ©ara jenen oerlefct 
würben unb fte für bie Xudfubrung ibrer flatutarifcben 
Serorbnungen mcfct forgten w ). einer ber eifrigften 2fn* 
banger be* Dahlie«, ber oon ibm gum ftrgbifdbof oon 
®ran befftrberte Stöbert, tbut enblicb energifc&e ©dritte 
bierin. TM er 1231 ha& Stecht empfangen bat, bie JW* 
nige gu tränen, ibre Staunten in ben »ann gu tbun "), 
jugletcb mit bem SJefeble ®regor'£ IX. auf baö ©trengfie 
gegen 3uben unb ©aragenen in Segug auf bie fano* 
mf$e ©afeung gu oerfabren, unb einfab, &ag ber Ä6nig 
aueb ben 31. Xrti(el feined greibeiWbriefe« an bie Nation: 
„CS werben weber ber SRänge, ben Salgwerfen, no$ 
anbern öffentlichen Ämtern 3uben unb ©aragenen oorge* 
fefet werben" 01 ), burebau« niefrt in SBirfltcfcfeit fegte, fo 
belegte er 1232 gang Ungarn, einige £ofbeamte unb be* 
fonber* ben f>faUarafen Sion^fiu* mit bem Snterbict bi ), 
unb et würbe bieM trofc ber oielfadben perfSn&ben f>e* 
titumen") bet Jt&mg* bttrc& ben Äronprinjen fßtla bet 
bem 9>apfk gehalten, bi* ber JWnig ftcfc beugte unb auf 
ber im beregber SBatbe gebaltenen Serfammlung einen 
©cfrwur ablegte, ade bie oerföiebenen fünfte be* fano<* 
nifefeett 3U*k* feßgubalte«, befonber* (eine Suben ober 
©ara jene« Aber feine Jtammer, SRtoge, ©algwerfc, ©teuern 

48) M Ftier, Cod. dipl. 9. p. 255. 3» bem abrieft ftebt 
nur Ebea, e» om| aber unbebiagt Bbraeu «defen »erben. 49) 
2»ebre ttrfwiben bonbeta von nnem <5ome* a^ejo, ber grofe Sc» 
ft^nage»^ bie ibm Dom Äim*0e »errieten mann, befeffea; et Pijer> 
Co4 dipl 3. U. pu 140. «« fdjrint ein frembet 3ubt (lewefen 
ju fein 5 Mk bift Udimbe oon 1339 bei Mrr 3. U. p. 972 unb 
bie oea 1943 o. o. O. 4. I. p. 979. 50) Ff^rr 3. II. p. 48. 
51) idem 3. II. p. 940. IV. OL Mart 1931. 2)af a(fb Stobevt 
ein. 8te4t b«tte # bei feinem Snterbicte f«b auf ben $apft %u bem« 
fen, gebt eben au* tiefem Ctyreiben betoov# ba4 nur meoige Sage 
oo* »a* a%taOi4flk ^tma»naa9* f a> mi6cn Ovegofe (V. Noa. Mart) 
auegefactfgt «t Vataeai mar aabec aia> im flehte, feine «am« 
peteat aaimgalfiii. 59) Maar a II. p. 9aU 53) idtm 



unb anbere öffentliche Änter ju fegen, ffe au^ nic^t an* 
bern ^Beamten beijugefellen unb bie« aueb (einen anbem» 
Ferren in feinem S3erei^e ju geflatten, bureft Äbjeicften 
Suben unb ©arajenen oon Gfyrtflen ju febeiben, «panbet 
mit c^rifilic^en ©(laoen ju »erbieten unb iebeS ebelio>e 
öanb jwifeben ben SteligionSparteien ju oerbmbern *•). 
3n einem befonbern urfunblicften ?hroto(oUe berietet er ben 
Hergang ber ©a$e, bie Serbanblungen mit bem pdpfifiebes, 
Legaten unb ben ©eftwur aueb ber anbern Cbeln, welche 
jugegen waren 66 ). 2)ieö war 1233. VnbreaöIL ßarb im 
folgenben 3a()re. & war aueb bi" ber Ä*nia )u Son* 
cefponen gejwungen, um oon ber ®eifllic^(eit ^iljfe gegen 
bie ®roßen brf tRtity* ^u ^aben; man lieg fte wieber 
fallen, fobalb ein befferer 3ettpun(t ge(ommen febien. ©efton 
im Sabre 1239 ftatte »ela IV. fi* an ben $apß ge* 
wanbt, um bie (grlaubniß jur Annahme oon 3uben M 
Siebter feiner Sinfänfte gu erbalten unb babei auf ba* 
JBeifpiel beö Äöntgö oon Portugal ^ingewiefen. ©tcaot'ä 
Antwort entölt w6rtli$ bad bem portugiefifo)en Äönige 
®efcfcriebenc; bamac^ ifi, wenn febon 3uben 9>4cbter ftnfr, 
noeb ein cfrrifllic&er Dberauffeber n^t^ig b1 ). ©er ©nfatt ber 
Notaren, welcber bie alte SBelt Ungarn« gu oernidjten bro^te« 
fc^eint aueb bie Srf&Oun^ beS erwdbnten ©eftwure« binwea» 
aenommen gu baben ; fernem Äammergrafcn $enuf febentte 
«5ela fogleicft nad) Äbgug berfelben em feftöne« ®ut, web 
#e« feine ©6bne, ba fte ba$ ?)ac^tgetb für eine 9temt 
ber Ä6nigin nieftt begabten (onnten, für 800 9Xarf fernen. 
©Über« oertauften 58 ). Die« binberte jeboeft nieftt, ibnen. 
biefelbe Abgabe gum gweiten 9Rale gu wrpaeftten w ). 3» 
3abre 1251 aber fcatte er ben 3uben ein ©runbgefef gegelm f 
beffen fte bi* iegt entbebrten. Semfeiben fe^lt aber äffe* lo* 
cale3ntereffe; in ibm fanb guerjl eine wa^re 2fufnabme be* 
cftrijHicben ©efefee« in ?)annonien flatt, wie e« ftc^ ihn 
?anbe«ptte unb locale ©afeung erbob. 3n Öftmeicft batte 
nimltcb ber £ergog fjrtebric^ ber Streitbare febon 1244 be» 
3uben feiner 8anbe einen Sober ibrer SRet^te entwerfen 
laffen w ;, ber auf alten teutföen unb römifdben ©agungen 



55) aTovacfttcA, Supplementa ad Vestigia Comidorom. (Budaa 
1798.) I. p. 12. 13. Fejer 3. II. 319 aq. Xuö) fein ©obn Sei« 
muftte fcbmbren$ cf. Komchich I. p. 95. 5(5) Fleier 3. II. 99H 
57) Mein 4 I. p. 174. 58) Hern 4. III. 443. 59) Htm 
4. III. 457. Kur ber Ctyiuf ber Urfunbe ift oorfeanbeti. 6t) 
giefe Urfunbe » mela>e bie Berfaffer ber ©iftrift: ©ie Suben in 
ÖHnteicb l. ©• 35 noebmate baben obbrurfen laffen, airtnf<a)cibcl 
iteb oon ber beO Äeia (bei Kaprinai, Hangarm dipiomadea tarn» 
poriboa Bf atthiae etc. I. p. 466 unb oon ba bei Ftjt* 4. II. 108) 
n«b* btoo (Her unb ba in ben föerten, fonbern autb im Snbaltf, 
©ieun^arifibe Urfunbe ift mit ber grogten Sorgfalt fa tterfe gefB*» 
gen, um aüH in bie ?anbe*fftte gu öbertragen, mai jl<b nat6trtM| 
Uibft auf bie Äurialfonnen begiebt. ©o flebt alh in ragno aoatva 
für in dittrietu Aoatrie, ordinaTimus für ttataiania, mm ant 
•umnus noater Cancellariiia fnr ipae duz aut anmaraa tarn 
•na Camerarku, majaatotam fte praaaneiam naatraai a. f. W.f 
fo wirb, »o bort bad IBort maU (gRautb), mutarhia 



gebronebt »irb, tribotarkia , tributoai bafur gefegt/ unb »e gam 
Segti^nung be« «aube* n qai volgaHtar beraub didtor« obea 
ber Oetbftrafe „quae dlcUar Wandel «' ^njO0tfttt mar, *H tf* 
toeoaelafren. Xber atio} ber €Knn wirb febr gedabert. Qq, wo 
eO fkb um bie gegen einen Suben gu rf<btenbe Vnfiage banbefr, baf : 
er auf geflobUnee 9at edieren ^obe unb ber Stabe gv fdhoort» tptf 
baf ei nfefr getauft boba, fein 9fanb W oefbaieart 0at (in loa 

16* 



JUDEN (GESCHICHTE) 



— 124 — 



JUDEN (GESCHICHTE) 



bcrubt unb bureb bie IBilligfeit tfcb auSjetd&net, mit bei 
man ben Suben gegen bie m&glicbe SBiHKir be$ Gbriften 



Ckferift: JDie Suben in Öfterreicb 0. 37 9tote 6 ift bie Überfe&ung 
biefe« J. butäjau« falfcb), mufte in ßfterreid) ber Ctyrift Gapital 
unb dinfen bellen „sortem et usuras ei persolvet medio tem- 
pore aecrescentes," »d&renb in Ungarn ba« Gfapital genagt, „de- 
bitum, pro quo obligatur, sine diminutione persolvat." SBenn 
ein 3ube fein 9>fanb verloren bat, fo genügt in Öfterrefdj, um ü)n 
|um ©cfcrouc ju bringen , ein et hoc constiterit, in Ungarn aber 
et hoc confitetur. (Sin fötaler gall ift betannt. (Sin SXagifter 
SBob nämlid) „in quadam necessitate librum bibliaticum mo- 
naslerii sui de Chatar, quod in sua custodia et protection« 
■peciali fuit, racione patronatus obligasset pro 70 marcis Ju- 
daeo Farcasio," bem 3uben aber war e« meggetommen; cf. Fejer, 
Cod. dipl. 4. III. 179. Xuferbem fe$t bie ungarifa> Urfunbe 
fcingu, baf ber ©djwur nur bann nötyig fei, nisi factum fuerit 
notorium et manifestum, ut est ante dictum. S3on tiefem Reifst 
ti balb im Anfange in einem anbern 3ufafce: ,,«t istud tempera- 
mentum in quolibet capitulo hujus privilegiis volumus obser- 
Yari." 3>a« €5traf»erfaj>ren ift überhaupt milber. Sei einer 83er« 
»unbung (jeift e« in Öfterreidj: „tobet duci IV. marcas auri, 
percusso IV. marcas argenti," in Ungarn bagegen: „nobis Ju- 
dicium seeundum consuetudfhem regni percussor quatuor mar- 
cas argenti." $at er fein ®elb, fcei&t e* in ßfterreid): „per 
Cruncationem manus satisfaciat pro commisso,'* unb in Ungarn: 
„alia poena, quae nobis videbitur, puniatur." (Sbenfo wirb bei 
einer ©ewaltt&at gegen einen Suben in ßfterreidj beftimmt: „Ma- 
num illius volumus detruncari,*' in Ungarn aber: „poena con- 
digna, quae quodammodo truncationi manus correspondeat, vo- 
lumus conderopnare." Sei einem 83erbad)tc gegen efnen SRörber 
beißt e« in £)fterreid): „si post inquisitionem faetam aliquem 
suspectum habere eeperint, nos Judaeis contra suspectum pu- 
güem volumus exhiberi," unb in Ungarn: „si prius inquisitio- 
nem faetam aliquem suspectum habere repererit et Juttas ac 
Srobabiles suspicionis causas ostenderit, hujusmodi negocium 
ueUo volumus Urminare." ®efcr »fdjtig ftnb mefcre 3ufdfce. 
6o wirb bei ber SSeftimmung über ben dracffaU oon Senkungen 
an ben 4>»pot(etenbeft$er, ber ein Sube ift, ju ber öfterreidjifäjen 
Beftimmung hinzugefügt: „et faciemus eum pereipere fruetus 
provenientes, donec Christianus appareat, qui Teilt redimere vel 
omnes possessiones taliter obtigatas, super Christianis tarnen in 
eisdem possessionibus existentibus Judaeum aliquem Jurisdictio- 
nen! nolumus exercere." (Sbenfo nrirb am ©atyuffe bie bfter* 
reitfcifdje SefHmmung über jübifdje« ©eridjt unb ©udjcrgefefc über* 
gangen unb bafür folgenbe wichtige an bie ©teile gefegt: „1) Item 
volumus, ut nullus Judaeum super solutione piguorum in sua 
feriali die audeat coercere. Item contra Judaeum super caussis 
inter se exortis nmsauam per $vum judicem in judicio proce- 
ditur. Statuimus etiam, quod si judex civitatis, in qua Ju- 
daei morantur, noluerit eosdem seeundum tenorem hujusmodi 
nostri privilegii judicare, sed contra statuta consuetudini» et 
Ubertatum ipsorum hactenus oltservata aggravare voluerit, prius- 
quam nobis per ipsos innotuerit, removeatur, et aliua de nostra 
scientia conatituatur." Sofortige fcertoerbefferungen , roeldje ben 
ttbitoren entgingen, fmb folgenbe : 9*r. 1 in ber bfterreiajifoVn gafluno, 
ftatt parte muf pro re mie in ber ungarifäen gelefen »erben; bie 
bflerreiä). f>at potuerit» bafür bie ungar. riä)tig potent; bie öfter« 
reidj. inferat, für bie ungar. inferet (jtoprinai ^at bie« |uerft oerbef* 
fett« gejer balb aufgenommen), ©ie ungar. (at librum movsis qui 
podale appellatur , für bie öfterrefdj. juret super rodali. SSeber Äa* 
prinai no^ gejer feaben fonad) bemerft, baf bie fünf Süä)er StofM 
im Mittelalter Rodel, rodalis (eigen unb podalis flehen taffen. ©eil 
bie Urfunbe in Ungarn bie GrUArung (in s ufe(t/ wi^renb ffe in ber 
ofterreid). fejtt, tann biefer 9tame m Ungarn nid)t gebrdutyicfe ge* 
oefen fein, ©ie Urfunbe (tat 8 uerfl ben Suben in eine na(e un« 
mittelbare »Berührung in re*ttid)er Se|ie(ung |um Abnia gebraut 
unb ift u)ftm ganzen Sn^aUe nad) oon grofkr ®iü)tfgWt füt alle 



tn ©eftuö nat)m. Sei bet S3erbtnbung f in ber ÖflcTret^ 
befonbetö nacb Sriebricb^ Zobe, mit Ungarn unb fßii* 
men getreten ift, tonnte e8 ben 3uben aOerbmg^ geünaett, 
»on ben ÜRonarc&en biefer Sdnber bie Aufnahme unb «s 
jldtigung ju erbalten. 6* war biet um fo roufttiger fftr 
fte, je bringenber ffe bei bem immer mefer ebrifitaniftrten 
®eijle im Banbe nun eine* bejKmmten öober beburften, 
ben ffe biö baber unter ben natürlichen 5Berb<Jltniffcn nto)t 
gebrausten. Sie Ännabme biefeß ®efe&eö, aanj abge^ 
fe^en »on feinem Sn^alte, ift alfo oon tjotpt ßebeutung. 
iDureft biefen ßober tarn in Ungarn bä* teutf^e ©efeft 
gegen bie 3uben in Änwenbung. Dag feine €infubruna 
eine 9lotb»enbigfeit war, ertennt man au* ber fBef<tet$ 
nigung oon 1256 61 )# bureft bie ber tenor be* ®efe|el, 
bem man ni$t überall ©tauben gewd^rt featte, bezeugt 
wirb. Äu* biefem ©efefee aber auf lauter (ocate Ser* 
bdltnifTe im «anbe felbß gu fließen, ifl un^ifioriffb *>. 
SRit bem Ärpabifcften Ä6nig*baufe (iarb bie alte ungartffte 
©efebieftte ab; frembe (Elemente in ©itte unb Xnftyauung 
würben bureft bie fremben Surften bineingebra$t, unb 
biefe SRif^ung bat niebt ^ürflid^ auf ben 3ufianb bet 
JReicbe* eingewirft. Die ttalienifcben Surften bejeugten 
neben groger grömmigfeit regen SBefebrungöeifer; Subwt^ 
welker bie (Sunen jur Ännabme bet ebriftli^en ©laubent 
gezwungen, bie 9>atarenrr in ©otnien b^tte taufen laffe», 
febeiterte an ben 3uben. 6r bot ibnen ungarifc^et 8üu 
gerreebt für bie Saufe an; alt er aber, oon ibrer fyxt* 
ndefigfeit erbittert, f!e oertrieb, nabm er ibnen tbr »er» 
mögen niebt. ©ie jogen fieb nacb öfierreteb unb «6^ 
men jurücf 6 *), um nacb feinem SEobe wieberjufebre». 
©igitmunb, ber greunb aller SRenfcben, welebc CMb bat* 
ten, beftdtigte ibnen febon 1396 M ), im 3abre bet Sät* 

3uben in Dfteuropa. Zbto (®ef<bid)te ber Suben in Ungarn b 
miener. Saftrb. 1847) $at bie Überfeftung nur au« Rcfler 11,8», 
bajer lucfenjaft unb nia^t in ber 9teu)e mitgeteilt. 

61) jtaprinai 1. @. 471. 63) (5t »a«, »a« tbw *ty 
^inreiä^enb btaftttt ^at. 2Cber felbft ber gelehrte Jtaprinai begebt 
(1, 470 9lote f) einen fonberbaren 3rrt^um, menn er ben ftafc 
„Item si aliquis et aliqua puerum abduxerit, ut für to b 
condempnetur/* niebt auf ben SDiebfta&l, ben man an 
Jtnaben begeben (onnte (um ibn &u befe(ren), bqiebt, f 
auf ben ©iebfta&l, melden ber 3ube am a)rifnf(ben Äinbe «t be> 
ge^en 8uft baben fbnnte, unb bamit bie Äinbermorbgefcbitbte m 
Berbinbung bringt. 2Beld?ed ber €Jinn ift, gibt bie Urfunbe oea 
Üfterreid) beutliaj: n Item si aliquis vel aliqua puerum Judaei 
abduxerint ut fures Tolumus condempnari" unb „ Judaei a sjag 
nur »eggelaffcn fein, um aller ©pffcfinbigfeit ja begegnen uab 
Äinberbfebflajl öberbaupt alt einen ataub 8 u bejeiajnen. 65) 

KikullÖ ap. Thwrocz ed. Bongar» scriptt. rer. Ungar, p. 106. 
Ranaan. p. 242. $fe 9laa^r(d)t oon bem £erfpred)en ber Chnon* 
cipirung bat nur »onfin; ugl. ©djubr, Sübifdje ®err»4rbigf. 
G. 115; ugl. Dltarb in ben Annal. Hung. et Transyhr. ed. 
Trautch. (Coronae 1847. 4.) p. 21 unb bie ungarff4>en ^iftorOer 
aUe («tailatj, ©efdjicbte ber SÄagparen 2. ©. 95. gef ler J. 
0. 772). 86m (©. 70) befheitet au« glüdjttgfcit bie Xutoank» 
rung ber Suben nacb Ofhrreiä), ,,wa« mit ben 3eitumftdnbe« me< 
nig äbereinfKmme," unb eitirt babet ab»roe|; aber biefer# ben er rar 
aud 9alma rennt, bie gleiäjfteitige unb einige Duelle bafur> bat ai* 
bruceiiaj: „omnes de regno Hungariae in Aostriam et Bnhnsjiwai 
reoesaerunt et dispersi ezstiterunt. <( JBonfin unb f>almt 
burfen niebt« Anbete« M btefrt bauen. 64) XUe Sk^ddaunaei 
biefe« «biete« entbdtt bie grofc Urfunbe be« «attbit« ~ ' 



JUDEN (GESCHICHTE) — 125 — 



JUDEN (GESCHICHTE) 



fenfriege*, ba* alte 9>rimlegium SBtla'6. 25a$ weißen* 
burger Gapitel tbut baffelbe 1406. (Sine abermalige 33e* 
jMttgung empfangen bie 3uben bei ©iegmunb'6 TLuftnU 
balt in öbenbutg 1431, unb 1436 erweitert unb bejiärft 
er burcfc einige Bufdge bie alte Urfunbe, namentlich, 
ba$ fie überall, wo fte aucb unb auf welken SBeftgungcn 
ber SRagnaten ftcfc aufhalten, t^ren 2ribut an ben Ä6nig 
jaulen, baß aber (ein 3ube me&r ©teuer al£ ber ßbrip 
in fetner ©tabt oon feiner 9>erfon begable unb. bie Seiten 
beim Srantyort oon allem 3o(l nacb früherem ©efefce frei 
feien. Sbenfo wirb bie iubiföe ©ericfctSbarfeit unb ein 
SBuc&ergefefc fejtyeflellt, n>a$ in ber Urfunbe JBela'ö weg* 
getaffen war. 9tt$t minber bejldtigt eS ieber neue SRonarcfc 
bei feinem Regierungsantritte; fo Albert oon £>|Ierrei(& 
1438 (SBlabiSlaw 1. fc&eint (eine 3eit baju gebabt ju 
baben); nur bei ber föejldtigung ber alten ungarifcften 
greibeiWrec^te, bie ÄnbreaS II. gegeben, ÄnbreaS III. 
1298 wieberbolt, wirb aud) ber f)unft oon Steuern un* 
terfcbrieben , wie fe&r er aucb fcfton unnötbig geworben ju 
fein festen, welker baS SBerbot, öffentliche Ämter an 
3uben unb Sämaeliten ju übertragen, betraf 65 ). JBon 
£abi$lan> ift eine fiJejidtigung oor^anben. Unter 2Rattbia8 
Gornmud treten bie Suben etwa« tnebr in ben SBorber* 
grunb, abet immer me&r in bie ©tellung, bie ber SBBejien 
Surtpa'ö tynen angewiefen. fiJei feinem 9tegierungdan^ 
tritte bejldtigt er i&re Urfunbe, bei einem 9>rwilepium, 
ba* er ben f)re$burgern gibt, ftnb bie 3uben außbrudlid^ 
eingefefrtoffen 66 ), 1464 wieberbolt er in jDfen bie SBeßd* 
tigung i&rer 9te$te, unb als er 1476 ben feierlichen (Sin* 
jug mit feiner SJraut fcält, jiefcen ibm bie 3uben in eis 
nem pra&tooden Äuftuge entgegen; einer, ber ooranritt 
unb ba* ©eftwert trug, bielt aucb ein ®efd§ mit 10 $funb 
©Über in feiner £anb 67 ). überhaupt werben bie i&bi* 
fefren ©feuern unter SRatt&ia« auf 20,000 ©ufaten be* 
rennet *). Unter i&m lieg fi$ ein reiefter Sube, ^ampo 
aud ©<^waben, taufen, wabrf$ein(i$ um bie $a$tuna 
ber Jtupferbergwer(e, waj für einen Suben ungefeglid) 
war, itt erlangen 69 ). Cr erreic&te bie fe6$fie SBiirbe, 
warb San oon Kroatien unb einer feiner Styne IBiföof 
oongfinffireben. 2>ie wabrbafte ©e(b|idnbig(eit bed^anbedifl 
mit SRattytat' Sobe gu Snbe, unb in bem SBirrwarr, ber 



wie fie Jtaprfoai (1. ©. 461—478) ebfrt bat. gejer bat f!e nacb 
ben 3a$rai getrennt. Cr bat au$ bie SScftdttgung oon ©labtet 
lau» IL (oon 1493) unter ben papieren äaprinaf* gefunben (4. II. 
113). jHpfer (ttotbwenbfae $üuufugungen *u 86»'« 9ef<bi$te. 
Orient, öteraturblatt 1846. 9ft. 43) fatu jwar 9tt$t, tiefen gu 
tabeln, baj er feine 9toti| (0. 72 9lote) nidjt weiter belegte, ba 
ei jweifelbaft ift ^ ob er Äaprinai, ben er 0. 65 rittet, wirfli(b 
fdbfk gefefcen, ober nur geiler na$gef$rieben $at, aber/ inbem er 
biefe* SBerf felbft stiegt fennt, cittrt er bie Urfunben oon 1396 
cbenfo au* bem Cod. diplomaticai (oon gejer) y o$ne ben 3ufara« 
ntgU«9 berfeiben mit ber frieren unb ben fpäteren genau an« 

65) Ct Kovadtich, 8uppl. ad Veit Com. 1. p. 85. 66) 
Bei Äoptinot U. 0. 343. 67) Kufftyrlicft befebrieben in ben 
Nnpt. Mttthimo Regio Hmuv et Coron. Reginme ap. Bongan 
rl — ..--*- ^6.73, 68) 

69) gef ler 5. 



Tinpt. Hatthiae Regio Uanfk et Uoron. Kegmae ap. 

p. m 360. e^ubt 0. 117. «oilatb 3. e. 7t 68) 



9la(b etoer Rektiö bei gefler 5. 6. 455. 
£. 456. eb» 0. 77. 



burefc Erbfolge unb tör(ifd>e Jtriege entfiebt, ftn(t au$ 
ber Suben legitim gefutyerted 2)afein tiefer b*rab. ©c^on 
im Sabre 1494 entfielt in bem teutfeften Xprnau eine 
Subenoerfolaung wegen einer SBlutbefc^ulbigung, ber erften 
auf magpariWem «oben 70 ); 1495 ßurmt ber 9>ibel bie 
Subenbdufer in JDfen 71 ). 2)ie JRatblo(tg(eit in »ejug 
auf ©elbmittel führte entweber jur Anleihe bei il^nen, ober 
lum 3wange gegen fte; SBlabißlaw ^atte befonbere 9>ri< 
wiegten, j. SS. (eine Äbjeicften in ganj Ungarn tragen 
ju burfen, einzelnen gamilien oer(auft w ), Subwig 1517 
fein ganjeö ©iibergerdtb bei ben 3uben oerfefet 7J ). ©4on 
1494 mußten Seutföe in ©iebenbürgen unb 3uben Aber 
12,000 2)u(aten oorfc^ießen 74 ), unb bie Maßregeln 3»a« 
ria'S nac^ ber ©c^lac^t bei SKobacö, inbem fte bie Suben 
aud 9>reäburg Vertrieb, um i^re ££ufer ju t)er(aufen '*), 
be weifen, baß auefc ^>ter ber reine ©inn ber ®erecbtig(ett 
oerfc^wunben war. 2tde ferneren Slacftric^ten Aber bie 



70) fionfin Dcc. V. lib. 4. ed. C. A. Bei (Lipi. 1771.) 

p. 738. 6cbubt nennt bie Sßlutfadje eine 8üge, aber SRaftaty (3. 
6. 134) fagt: „(te würben mit 9ted)t ober Unredjt bef^ulbigt." ötner 
d^nlttben JBerfolguna oon 1529 t$ut Sei (Not. Hung. Novae, p. 56) 
(grwdbnung. 71) 2(u« SBonftn bei ©eftubt 116 unb Änbern. 
72) JDte« tebren brei intcreffante Urfunben oon 1511, 1517 unb 
1520 im Ungarifcben SÄagajin 1. 6. 116— 118. 86» (6. 81) 
(?at t«r eine boppelte glüd)tio,fett begangen. 3acob SÄenbet, ber 
SBorftebec ber pre^burger 3ubcnf4aft, (at Befreiung Dom Xbtfityn 
ftcb erwirft: „Sciatis autem serenissimum dominum Wladislaum. 
priorem regem Hungariae felicis memoriae, id praefato Mendel 
et Uberia ejus conocssisse, ut in Signum praefecturae ipsiu* 
nee ipse nee fiiii sui ad deferendum hujusmodi capucium, quod 
vulgo Judaeorum impositum est, a quopiam cogi et compelH 
posaint," mit bie* ber SMfcbof 8abi«lou«, tiniglicber S^efaurariu^ 
1517 bejeugt. SDrei 3a^re fpater roodte man tfjn g(eio)mot baut 
nbt^igen; ti flellte ba^er ber S^efaurariu« , S3ifa)of ^poulu* be 
fßatba, 1520 eine Urfunbe aud, in ber e* tytyt: „intelleximao, 
quatenus tos Judaeos isios Posonienses ad gestandtim et fo- 
rendum capucium (quod ▼ulgariter cuelya Tocatur) compelle- 
retis. Id quod hoc tempore nuilibi hie in Hungaria per eo§- 
dem ferri auditur per regiam majestatem in hat parte liheratu" 
6* ift ftar, bog bie* nur auf SRenbet unb beffen ftamilit fia) bqitfa 
tueiebe no$ m'emal* ein Xbjeiä^en getragen 5 tbto uerffe^t e< aber 
aUgemein unb folgert irrigerweife barau*, baf ba* Sragen eine* 
2(b|eia)en* bti ben Suben in Ungarn ttwai Uner&örte* fcL jD« 
aber ba* ©iplom oon 1520 (ebigli<b t>on ber gamilie WfltribtVi 
banbett, fo Idft (ta> im ©egent^eite barau* fcbu'efen, ba( anbere 
3uben 00m 2tb^eiä)en ntä^t befreit waren. 8bw eitirt aUerbing* boJ 
Unaarifä^e Otaga^in, allein er fann unmbglio) au<b bie Urfunbe oon 
1517 gefeften (aben, bie gteio) baneben fttty, ba biefe ba* Ktaeifben ber 
Suben al* etwa* ©ewibnlicbe« barfteUtj ferner niä)t bie 1. Urfunbe 
G. 116, womaaj fä>n 1511 ein pre*burger Ärjt oon bem fragen bei 
Abheben* befreit wirb, unb wo e* au*brütflicb ^eift: f> ut ipoe a 
deportatione capueü instar aliorum Judaeorum über et exemtus 
haberetur. u €5c^on Änbrea* II. bat/ oorerft nur at* Öefet# bie 
Abwichen ber Suben au* 3eutfd)!anb naa) Ungarn oerpßanit. 06 
nic$t au4 bie ^utterfhrafe in $re*burg, fräber bie Judoka {Bei, 
Notitia Hung. novae. [Wien 1738.] 1. p. 649), bafter ben 91a» 
men befommen (at, wenn aueb Sei (1. p. 633) bie* ntajt glaubt? 
8öw'* Srrtbum begebt auä> ber ßerfaffer be* Xuffabe*: „9xtt* 
buraer Bufldnbe 11 in ber allgemeinen 3eitung be* Subentbum* 
(1839. 9tr. 44. €5. 178). 6ben nur ba* oon £6w allein grfannte 
erfte ber Hctenftutfe wirb au* bem Ungorifa^en 3Äaga|in mitgdbett^ 
wa* 86w # al* Mitarbeiter ber 3ubenjeitung biefe* 3aj)re*, wol 
bdtte angeben fotten. 73) gefler 6, 163. 74) »gl. )Den» 
felben6^166. 75) »gt 86» 0. 84. ^ 



JÜDBN (GESCHICHTE) — 126 



JUDEN (GESCHICHTB) 



JJttbcn in Ungarn lauten nify erfreulich ; Seiben burcfr bie 
bürgerlichen Kriege wec&feln mit Ärtifeln über eine un* 
otrWltntfttnäfttae ©efteueruna ab. SBenn ?)aulu$ 2&iu 
rtud beruhtet *), baf* ben Surfen bie 3uben oer&afcter 
feien, att bie <5&rifien, unb fte erji ®c&n>einefleifd) effen 
raupten, um in ben Sfllam aufgenommen ju »erben, fo 
berietet ein 3>rofelpt, S^rijlopb aRenbel, baö Skflent&eil, 
unb fc&retbt ber gunfh'gen Sage ber Suben in Ungarn bie 
Seiben ju, welche baS ungarifcfce JReicb oon ben SHtrfen 
erlitt 77 ). Sfcbon unter Subtoig II. hielten ftc& aud eiges 
nen Mitteln bie Suben in Ofen eine ®arnifon 7 ®), bei 
ber IBelaaerung bur$ ©c&warjenberg wirb bie Stoben* 
jiabt geplunbert unb jerftört 79 ). 2>aff bie Surfen jemals 
fte fo be&anbelt, all fit tl oon ben (B&rtjlen na$ ber 
(Eroberung oon Dfen 1686 würben, an beffen 83er* 
tbeibigung fte tbätton unb tüc&tigen 2fatfcetl nahmen 80 )/ 
ifi nicfct befannt. »ei ber Eroberung oon Setgrab n>a* 
ren, wie berietet wirb, Surfen unb Suben jur Stets 
nigung ber ©tabt beorbert 81 ). 2)ie ©teueroerbältniffe 
ber Äatfer waren ebenfo wenig georbnet. Salb follen 
Suben unb Xnabaptiften Steuern unb Mafien, wenn fle 
©effft Gaben, boppett entrichten 82 ), wie 1578 befobfen warb. 
2>er fünfte 8anbtag, 1593, beflimmt, baß bie Suben 20 
ungartfc&e ©ilberpfennige für jeben Äopf beizutragen \)a* 
ben; ber jtebente Janbtag oerbeffett bieö 1596, inbem er 
50 ungarifd^e ©ilberpfennige monatlich für ben Äopf fefi* 
fefct 8 *). greUtcfc bitten bie ©teuereintreiber ibren föwe* 
ren ©tanb in ber 3eit, „Suben beföäbiflten t^re SJrau* 
pfannen unb SBrennblafen, um für ben Äugenblirf oerarmt 
unb na^rung8Io8 ju erfcfcetnen" 84 ). Dennoch jJebt e* 
feft, baß baö feciale Serbdltniß }U Wägbaren unb Surfen 
ntdbt fo fd^limm wie anbeuodrtS war; nur bie teutföe 
«jbertfc&aft, welche Unbulbfamfeit gegen bie Suben inj 
£anb oerpflanjte, lag fc&roer auf tynen, unb fte batten 
JRe^t, bie türfifd&e £errfc&aft oorjujteben 8S ). Sern oon 
JBrett erbic&teten ungarifeften JRabbinencongreg liegt bie 
Xnf$auuna ju Orunbe, baß bie Sage ber Suben in Uns 
garn all eine günßige angefeben warb 86 ), ©aß jübifebe 
9>acbtung6wefen fonnte burefc bie roieber&olten ©efe&le 



76) Wen Christian. Ungar, sub tyrann. turcica. KpitC 
quondaoi a Paolo Thurio scripta (Oppenheim 1616.) p. 9. 
3nl Seutfäe tfcerfeftt im Un^ortfcben 3Raaa§in 3. ©. 478. ($ie 
©teile über bie Suben 6. 486.) 77) Wolf , Bibliotheca he- 

braea. 4. p. 965. n. 1895 K. 78) edjubt, 3übtf$e SRer!« 

rofebfat. Cont. L p. 68. 79) SRile*' f!ebe«6ürgt|*er SBura« 
enatl. (*ennannftabt 1676. 4.) 3. 312. 80) ©ctjubt, a& 

bifaje Wertwürbiaf. 1, 118. Cont. I. p. 68) oaL 86» 9. 88. 89. 
81) Schabt l, 118. 83) Cf. Matthiae Bdii Notitia Novae 
Hungariae I. p. 56. 83) gejler 8, 113. 84) fcerfelbe 
8, 120. ®) Sgf. dipfeti Orient 8(t. 1846. 6. 782. 783. 

86) 3ntert(|ont iß oUerbing« bie »emerfung oon f>ferbofer (KU* 
aemciiie 3eitung be« 3ttbtnt$umd 1838. «terat.*»eib(a« 9tr. 14. 
fe. 55): ,/bat in bec (Segenb, too ba« (Soncil gehalten »urbe# eine 
feile Srabition bti bem Solle felpft toftfabt, fobaf an einer wirf* 
lifben öruabta^e betfelben nüftt §u jweifeto ift." iferfaen* fpielt 
biift ©djrift oon fBrett felbft im Smancfpationdftteit eine Wolle j 
©rtgoire bat baoon gefptoeben (Eaeai aar la regeoeration des 
Ju}£ p. 200) unb für unb »iber ift fte gebranebt »orbenj ogl. 
Orattenauer # SBiber bit Suben 0. 32. 33 unb Äo«mann/ 
«cftdnbniffe u. f. ». ©. 7 ; ngu m eine €kbeift ftabbineoerf. 6. 36. 



nieftt oerbannt werben; erjl bem geft^ertea Stieben tmb 
ber Regierung SÄaria Sberefta'l »erbanft Uigarn bie 
ooflfldnbifl erniebrigte @teflung feiner 3uben. Xncb io 
Siebenbürgen baben Suben gelebt; inUtabifc^e Thtio* 
ren fc^reiben i^nen febr fräßen Xufentbalt in btefem tasbt 
ju, unb einer mac^t bie unglucflicbe JBermutbung # ben 
Sutenberg unb ben ©rt Zalmiid) oon 3uben unb Xolmub 
abzuleiten 87 ). ©ie tarnen Äftert bed «ßanbeU wtfpn ba^ 
bin 88 ) unb breiten ft$ im 17. 3abr&unberte* in etnjetoen 
Srtfc^aften auf. SRan will fogar JndaiuntM nad) uata 
Ungarn unb ®)ef(ern bafelbfl bemerft ^aben 89 i Siner 
nennt ©iebenbfirgen fogar baö europiifd^e JCanaan ••>• TU» 
au* Sonjlantinopel na^ Vtoincj in ©tebenbfirgeti iftbif^e 
gamilien audgewanbert jtnb, Derpjlicfttet fte ©abriet Seifen 
am 28. 3uti 1623, eine Aameratßeuer oon 160 glorin« 
}U jablen, unb atö baS albenfer Dominium an ben r6* 
miW^fatboIifcften »ifc&of im Saftre 1716 tarn 91 ), tt&dt 
biefer feitbem biefe ©umme. 9to$ btutt balten pe^ gro» 
ßentbeitä nur in ÄarWburg Suben auf 91 ). 

Unter SRaria Sberepa warb burefc ein Gtattballerei» 
inttmat obne ^Befragung bed Stei^tage* bie btöberige 
©teuer ber 3uben auf 20,000 gl. Sofaramtare feftgejleflt, 
1755 flieg fte auf 25,000, 1760 auf 30,000, 1779 «nf 
50,000 unb 1778 auf 80,000 gl. "). ©a« 3ofe^mif4e 
2oferanjebict bob bie ©teuer nic^t auf unb mbem man 
benfetben SBeg wie in Seutfcftlanb jur Keorgantfafion ber 
jubif^en SBerbiitniffe ging, befahl 1787 ein (gbiet ttutfebe 
Sprache in dtamtn unb ©cfcrift. ©a« alte SerbAfmf 
jur ©runbbenfe^aft, an wel^e fte t>on jeber gewtffe XI» 

Saben ju jablen batten, wirb nic^t gefidrt. föb man 
790 mit bem SWlitairbienfie wirflid^ hit Cme«enm| 
anberer bürgerlicher {Rechte ju oerbinben ftifl batte, ip 
ni^t febr wabrfc^einlic^, fonft bitten wol bie Suben fribf 
ed nid)t ju hintertreiben gefugt. Sie neue 3etf enblkb, 
bie ben (Seift ber SRagparen wieber gewetft ^at # febaf er 
ft$ ge^en bie (ginfHiffe teutfger (Elemente fhdnMe, b« 
aud) bte Unrec&tmdftfgfeit ber ©teuer ber Suben «nev» 
fannt unb fte ifi burd) ben Äönig Ungarn« am 27. 3iml 
1846, freilieft mit ber Aufgabe, fte wdbrenb 5 Sabren ann} 
abjuWfen, aufgeboten worben M ). ©onnabenb ben 2». thg. 



87) Kelp, Natel. Saxon. Transilvan. p. 3. not. 88) 

Graff , DispuUt. de TraniiWanla p. 2<K 89) Anmft « Arm» 
l;eiwf«<fi, Natalea Saxonum in TransilTanla p. 3. 17. 18. 90) 
@raff« SBemerfunfl 0. 7, bie i(b febon in gtanfePi 3ttt« 
febeip (1846. ©. 238. 9lote) mittbettte. 91) Fr^Uctionat« 

per Gabriel Prindpem anno 1623. Compagniae Jndaeomai 
concesaae aud Jtlaufenburg 18. Sunt 1633 in 11 9>uft&c* m 
2Äa0ajin fnc ®efd)i(bte, Literatur unb ade Denf » unb Ouhwni 
bigCetten ©iebenbürgen« oon X. Äur j. 1. Bb. 6. 437. 99b 

3m Catalog., ben ber »ucftänbUt Xfbet am 6. Xnal 1845 ton 
atebenftetn unb ©aoib Gaffel anfertigen tief» ift ©. 88 di Söert 
etne4 Äatman Jtoben »«ftruj (Goral haxadiklai [Viwiob. 18ttl.]) 
oerjeia^net. 2)a« ftebenbärgifa)e S3ifhi( ift »ot nübt ernannt. 
93) »dl. 86» 0. 90» 91. ©cftl6jer 90b (OcMWe btr Dcnt* 
fc^ea in 0iebenbüraen €5. 221) bte Xn*a$l ber 3«bcn in ttMoa 
auf 75,000 Seelen an, $ran im 3aftre H87 §« 8(^894; et 
Hbt, Regam I. not. praev. p. XLV. not. 3e(t rofafr bie 3a(l 
berfelben geaen 960.000 betwaen; ogU 3oft. (9ef#te%ec 3*rod. 
10, 1. ©. 243 na* 8610. 94) Orient 16^6. C. 436. 9k 30 



JUDEN (GESCHICIITE) — 



— JUDEN (GESCHICHTE) 






fanb in allen iSraelitifdjen ®enteinben be$ $ant>t$ bafur 
ein feierlic&eö 2ebeum flau 9 *), hoffen lagt ff* Berief; 
ferung bet Stellung beä jubift&en l'ebens? ; alle intoleranten 
Äußerungen werben bur$ ba£ SBcifptel eines ©6Iüö^ auf: 
gewogen, feine 3Borte: ,,£aburd}, was \m bisher getban, 
baben wir ben Subcn ba$ 9iedjt eingeräumt , *>on uns 
©ereebtigfeit $u erwarten; — wir Tonnen, wir bürfen bic 
erweeften Jpoffnungen nidjt idufc&en!" ™) werben ftefeer 
etne SBaljrbeit werben unb bte unglwffeligen Scenen ber 
jüngfien Sage werben bie$ nidjt binbern. 

i>em ^arrenben ßbi&bai warb einfi bic greube bereitet, 
bafj jwei 3©tacliten ^ 3Rar Öaul unb 2J?ar Sofepb, bie 
©efanbtftfcaft an ben Äbalifen begleiten, weld&c ber 
^tk an« zrra^H Y-*- „ber Äönig ber Sebalim, mU 
d)ee finb bie Slawen/' &u ibm fd&itft u: ). ÜRur einem 
feefafjrenben Staate unter ben ©lawenldnbern fonnte baran 
gelegen fein, ©efanbte nad) Spanien &u fdjitfen, unb baS 
waren bie djroroatifcften Surften allein f beren gurft Are- 
jefwiir je&t grabe ba$ JReicft in eine ^6t)crc Silütlie ge= 
bracht J)atte. Cr führte am bdufüiften ben Saniert 2)ur, 
fer fid) nationaliftrt batte; in Süprien n>ar 2>u$b (£>i>ge) 
t>eimif$ geworben 98 ) unb bie arabiföen Autoren berief 
ten, baß ber gürtf jener flawifdjen ©efanblfctjaft 2M>ufu 
beiße '"). äuib in ankern flaroifcfeen ©ebieten baben wir 
fefcon ©puren jubif$en Gebens au$ biefem 3al)ttjunbcrte. 
3ofippon \) fennt bie flawiföen Nationen unb weiß uon 
ber Übertragung be£ flawtfcben »Ramenä in ben entfpredjens 
&en BT»J wenn auch bie anbern Stamen nodj unftdjer 
fein foüten, bie ber Sjofjnien unb SBdljren finb es nicftL 
2)el CiferS Hbalbert'st Don 9>rag am 6nbe be$ 10. 3aE)r* 
bunberts, bes ©flaurnbanbetö, ber in JBöbmen jum Sfceit 
*on 3uben geführt warb, würbe fd&on errodbnt. ftnbereS, 
wa$ in biefeS Saljrbunbert gefegt wirb, muß als unmabr 
entfernt werben. 6in böljraifdjer ©djriftffetkr be$ 16. 
Sa^riunbertS, ber befannte $agef Don Siboqan, tft in 
bie unglurffelige Steigung feinet 3at)tbitnbert§ eingegangen, 
bie ©cföic&tc ju bereichern burefc Xufftnbung niefrt t>or- 
t?anbener Quellen unb bureb @rbid)tung einer 3feibe oon 
gaettö, welcfte entweber &um 9?ubme bet Süorwelt, ober 
t ^uT ©efdmpfung ber ©egenwart bienen fonnten. Diefer 
Autor aebentt au* fefcr ftduffg ber 3uben unb fefton in 
fel?r fruber 3eit, feine Angaben finb bemnacb in jubifc&e 
unb bäbmifdje ©efeftiefetöbuefeer übergegangen, aber we= 
nigflenö bie biö 3 um 12. 3af?riunbert finb alle falf* unb 
gnmbto*. Daö dltefle Datum ifl ficr befonber^ auffat- 
lenb. 3m 3aftre 995 Ratten bie Gbriften , um gegen bie 



entbwll bic erfh 9lad?rfd}t batjort, 2)te GJefäwfcte frü^ertr ß«r= 
^ianblung«n barübet f. bei Soft H>, 1. 242 f 9 . 

95) Oritnt* 1846. ?fr. 42. ©. 3ÄÖ. 96} Sit Qmamm* 
tien ber 3uben au* bem Ungadfdjen bti 3of. grei|). d. Oötübö, 
acutf* oon £etrm. ÄUin. (^eft(j 1841.) ®^ 58. 97) 189t. 
3tbncr, Äu«njaf)l tfftonfdjcr ©tutfe ©. 2?>. über bie o^aa f, 
meint 4)iftorif^m SJerfudje ©. 10. 98) IBfll. ß^affartf, 

€5Umtf*e XUert^üraer 1 ©. 286— 29a 99) Almakkari ed. 

Cr/iymifpi 2. 139: „a King of Skl&vonian* whoa« name was 
Dbukü ' fRurpbO battc bieft Stelle n?6rttf^ aufgenommen. 

I) Ed, HrAtiianpl o. 8. 9. SBgl. 3eitf^rift für ®tf*i<fctt 
poit tb. e^mfbt 6, 573, 



Reiben ju fdm|)fen r bie Suben ber ©tabt ^)rag ^u ^ilfe 
gerufen; tiefe bitten energifefi bem Hilferufe golge gelei- 
fiel unb bafür jutn i l obne bie Synagoge an ber '9Bolbau 
erbauen burfen. „DerDrt," fagt er, „t»o bte ©pnagogc 
ftanb, wirb ncdb beute bitSfeit btt Srücfe üon Äleinprag 
unterhalb be^ Älojler^ ber Sungfrau SWaria gefeben' 12 ). 
2Benn nun bie ganje ®efd>ict)te cineg Kampfes uberbaupt 
auf feinen anbern GueÜen, alö eben |>agef, beruht, fo 
Wnnte man boeft meinen, bag berfclbe ju ber 3uben 
©unßen ein foldjeö Saturn nidbt erfunben haben werbe; 
allein eö (iüfet ftd) rcol feine Sr^d^ung im Ungemeinen auf 
bie Xrabilton ber 3uben in 9>rag, bie einen ifeieftenftein 
tt arteigen, ber 100 Sabre dücr alfi bie ©rbauung ber 
2(If)tabt felbft*); eö iji bei bem Änfetyen, bat ftc in bie= 
fer 3eit nddrcnb Äbalbert^ Äufentbaltö bafelbfl genoffen, 
unma^rfd&einti^, ba§ fie noeb feine Synagoge gehabt 
Ratten, unb |>agef mill blo§ für bie grbauung einer ur^ 
alten Synagoge f n?eil fie gegen ba6 tanonifd)e ©efe^ 
war, eine (fntfc^ulbigung gefunben baben, bie bem 3n- 
tereffe be^ ßbtiPcntbum^ nict>L fern ftanb. 3um Sabre 
1Ö59 ermahnt er, bafj bie 3uben alle cbriftlidjen Äird^en 
bitten moUen Derbrennen (.äffen, baß Spttbinen? fie aber 
vertrieben, üon ihnen 85,408 Wiad gebranbf$a|t unb au^ 
bem Selbe bie lireben reparirt (jatte '). Sein ©d&rtft* 
fteüer, namentlich 6o6ma& nidjt, ermdbnt etwa$ baüon, 
unb bie Ibficfrt ber erjdl?lung ijl tlat, ©pitbinew bat 
ndmlicft mtrflicft tn biefem Safere bie ©t XJeitfirc^e wie- 
ber ^erpcüen laffen*), unb £agef gibt einen 2Binf, wie 
man Äirc^en auf billige 3Brife berftellen fönne, 3um 
Sa^re 1064 ö ) Idft er bie 3uben fflrunnen Pergiften unb 
fagt: „ Maxime quod scelemm qüoque ltiaiiiiVstorum 
BBfSß omnibus (termaniae Provinciis extoires fiercnt, 
quorum pessima iocaplclius persecatnsest Fortali cius 
liistoticus.^ 9lun aber ifl bie 'KnHage ber 35runnent)ergif= 
tung nidjt alter at§ ba@ 14, Sajjrfcunbert; e^ n?ar 10B4 in 
(Suropa gar feine Subenr>erfolgung, unb ber @$riftftrl* 
ler Jortalitiu^, ben Stfiemanb fennt, unb bie b6bmi|d>en 
Ärttifer fic^ nidjt erfldren fonnen, ifl nur au$ bem 
Forfaiitium fidei beö ÄtfonJ üon ©pina gemacht, n?el- 
cfee§ eine Quelle be$ Subenbaffe^ unb ber Subengefcfticfcte 
in pielen Steilen Suropa^ würbe. Slocfy auffaüenber ift 
bie ©rbidjtung $um 3at)re 1067, roornadj bie Suben 



2) Ed. Bobner U 4, p. 399. SBie ©djubt (Sftflty ^^ r 
ttJiirbigf. ®. 225) [o ^at ti SR. 2»ena(ftem (Scheerith Uracl §. 14), 
ben b6^mifdjen Gf^ront(lcii ^ufolge, weli^c #*%& abrieben , ober 
§u ibm noeb bmiubic^tctcn, tn bie iDarjleUung aufgenommen. Z&- 
belninKtt^ct ift öte* an £enrmann (©efefei^te ber 3*rflettten in 
SBöbmcn 0. *M) t 3ofl begebt ein ^miefaäje« Unreebt, ^ er (7, 
p. 195) &ubtainu* aie £lueUe Ijinfteiit; bie gjüdjttgreir feine« <äi 
täte »Dulrnvii Hist. Bohcra, Ül>, VI. Hag*k> Chr. 995" ift tu 
fabeln. 3n ber @*rift: fl iOic 3uben in &fkrret<V' (2. ®. 226) 
ift aUerbtnaä Won ein 3mtifci au^erprodjen , aber ^agef ifl felbcr 
nidjt drigcfebcn# fonbern bie (Jttate ftnb nur aue ^errmann creerpirt 
werben. 3) ©em ö'U^ricn jOobner warb er ooni Rabbiner ge* 

Seigt; f. Sb. 4, ©, 405. 4) Kd. Dobner % 358. ^trfctbe bemerfr 
bo^u: „Crugerio plane collihuit dici cerlae Octobn» hoc exi- 
IIlub Judaeorum alligare; ego totiut narrationis nuspiam tcsteoi 
veicriorem Hageeio rcp«ri. kt 5) SJg(. f)alatfö # ®efd)kfcte 

oon S56^mcn 1. (1836.) @, 296, 6) Bd. Oo&n^r 5. p. 361. 



JUDEN (GESCHICHTE) 



-r. 128 — 



JUDEN (GESCHICHTE) 



tmter 83ebtngungen aufgenommen würben, bie no$ gar 
nic^t miglicb waren, ©te foflen Äbgeicben oon gelber 
garbe tragen, aber bie 3bee eineö Äbjeicben6 alö fano* 
tiifcbe* ®efeg ifl ntebt dlter aK 1215, unb e$ iß, wie 
bie übrigen fiJejlimmungen, nur aut ber 3eit, wo ger* 
btnanb 1551 baS gelbe Äbjeicben einfebdrfte, auf baß 
11. Sabrbunbert Abertragen worben 0- ©06 3<*b* 1076, 
welcftrt <5o$ma$ leer gelaffen bat, füllt #agef burd) eine 
Änweifung auö, bag man auf eine bejlimmte 3ubenjabl 
in $rag achten muffe, weil ftcb febr leicht eine Über? 

Sabl einbringt. 3m Sabre 1077 Idßt er jwei jubtfebe 
tirebenbiebe auf eine febauberbafte SSBeife bindeten, aber 
baß er ben einen ©eligman nennt, oerrdtb wieber einen 
TtnadfjromSmuö. ©ureb jene Sbat flnb bie Suben wütbenb 
unb t&bten ben $riefler #rojef, werben ertappt, flücb- 
ten u. f. w. Sbenfo muß ber Slacbricbt einer anbern 
ßompilatton, bie fälfeblicb ben Kamen 92eplacb'S trdgt, bef* 
fen ßbronif jte nur erweitert bat, auä bem Sabre 1070, t>on 
einem i&btfcben Äircbenbiebjtable, ben nitbt einmal $a* 
get b^t, ber ©laube oerfagt werben 8 ). 6* ifi wirf lieb 
erjfaunlicb, wie biefe Autoren bei ber Sriflenj beö GoSmaS 
unb beß Bebend Äbalbert'ö bergleicben gabeln ju erbtd&ten 
im ©tanbe waren. 68 gebt ja üielmebr auS SJeiben ein 
retebeö unb freiet Beben ber Suben, wie eö fieb in einem 
balbbeibnifcben Staate immer gefaltete, b*rt>or. 3m Sabre 
1067 erwdbnt ßoSmaö einen reiben 3uben, ber jum 
ßbrijlentbume überging, unb eine JBurg befaß, bie er 
felber ftcb noeb al$ Sube erbauen ließ 9 ); auf bem SBgjfe* 
grab unb in ber SSorfiabt wobnten bie Suben plenissimi 
auro et argento l0 ); Xbalbert'3 (Sifcr war niebt im ©tanbe 
gewefen, fooiel ©elb jufammen jubringen, alö bie ebrijb 
Itcben ©flauen fojieten. 2)a$ Sibmenlanb war freilieb 
bureb innige {Begebungen mit Seutfcblanb oielmebr germani* 
firt unb cbriflianiftrt, alö bie anbern öjtlicb flawifeben Jfdnber 
unb Ungarn. %\$ bie Äreujfabrer aueb SStymtn berubr* 
ten, entjlanb ber erfte Jtreujjug in 936bmen gegen bie 
Suben; oiele ber Begtern nabmen bie Saufe, febrten aber 
fpdter jum 3ubentbume jurücf. @ie febttften be^balb, um 
Verfolgungen gu entgeben, ibr SSerm6gen oorber binweg, 
cd warb ba6 entbeeft, unb ber #erjog ©retiölaw glaubte 
befonberö, ba er wdbrenb be$ Äreujjug* niebt in $rag 
gewefen, ein Slecbt ju baben, bte* ju oerbinbern; er nabm 
ben glücbtigen ibr Vermögen unb ließ ibnen faum baö 
SWtbtgfte jur JReife; fte jogen nacb Ungarn unb $o(en "). 



7) Ed. Dobner 5, 387. 8) Sn bem Bpitome Chron. 

Neplachonis Abbat. Oppatow. bei Qobner (Monumenta histor. 
4. p. 102) ferifst e* jum Sabte 1070: „Judaei spoliant noctu 
eccles. S. Viti, linde etiam in cartem Prahenaem Yenire eis pro- 
bibetur." $>alacfy (SBürbiaung ber alten böbmifcben ®ef<bi<bt* 
febreiber. [9>raa, 1830.] 6. 157) $at aber barouf oufmerffam ge* 
moebt, baß ber fßofaun*^ Znt brt 9teplacb/ welcber bei ^Dobner 
•bgebrutft ifi, eine (Kompilation M 17. 3a$r$unbertt fei. ©et 
anbete SEett bei 9tepla(b# in Pet, Scriptt rer. Auitriacaruln 
(II. p. 1039), 1)at jam Sabre 1071 gat fein SDatnm. ©ie <5om* 
pitation bat $aqd benu^t unb rt wirb für 1070 nut 1076 *u 
lefen fein. 9) (5o«ma« jum 3abre 1067 ed. Hanov. 1607. 

p. 34. 10) 3um Sabre 1091. £. 46$ cf. Dobner, Annal. 

Hit. V, 380. 11) Com*«* ad 1096. p. 50; doJ. yalacfp 



2)ocb blieb au<b eine XnjabI in fl36bmen ,f )- Bon «nen 
3acob # ben man beö betmlicben SlücftritteS jum Subeiu 
tbume befcbulbigte, unb ber ju großen Sßürben emporge^ 
fliegen war, ifl unter JBlabiölaw I. bie Stete **). 8^n 
bie eigentlichen 3uben bringt man erjl \t%t ein tanonifd^ 
®efefi in Xnwenbung, ndmlicb ba* ; feine cbn|lli(ben ®e^ 
bilfen ju baben. 2)a« 12. Sabrbunbert jiebt fKfl bei 
ibnen oorüber. Sine Urfunbe ©obeWa»** II. # au* bem 
3abre 1178, geflattet ibnen, »ie ben 2eutfcben unb3ta$ 
lienern, bie ben $anM in p&nbm batten, GUberbeit 
bureb baö ©efefc 14 ). ^Benjamin ber 9f eifenbe ernxJbnt auo) 
ber bort lebenben 3uben "), unb ba§ fite ganj ©laoora« 
Äanaan nennen. 3m 13. Sabrbunbert rourbe bunb bte 
{Regierung ^rempfl Dtafar*« II. ber Xnfeblug »6bm«* 
an teutfebe* Seben unb teutfebe ©emobnbeir immer (Ifc 
fer; teutfebe Sntereffen befcbdftigten Don nun an alle 
b&bmifcben Surften. 2Cucb für bie @(birffale ber Suben 
i(l baS oon SBicbtigfeit. Äucb biet empfingen fte teufe 
fcbeS (Sefe^, fpdterbin traf fte teutfeber £aß unb 3ont 
JBalb nacb bem Sobe feine« SSaterd SSBenjel bebnte Dta^ 
far bie $rioilegien feiner 3uben im ^erjogtbume ßjbrs 
reieb auf bie in SKdbren unb fpdter in IBftbmen au*. 
»6 er biefe Urfunbe im Sabre 1268 betätigte, fagte a, 
n>ir »ollen, „baß feiner Don benen, welcbe und untertban 
ftnb, roelcbem EebenSoerbdltniffe ober ©efe^e fte aueb *& 
geboren migen, in feinen Siedeten einen 2Rangel ober eine 
Beugung M Sfecbteß empftnbe." (Sr erflitt bie 3uben 
alö feiner Äammer angebirig unb feinem befonberen 6$iuy 
untertbdnig, fügt ju jenem 6|Ierreicbifcben ®efefte no<b fb 
bie ©tabt JBrunn ein befonberrt t>fanbgefe4 binju, unb 
befteblt, baß bie Suben jur Crbaltung ber SRauern unb 
©rdben ben üierten Sbeil beitragen *). 2)ag bie Suben 



12) @$on jum Sabre 1107 fagt (5o«ma# (p. 57), att 
©onfoop Tribut an ben Äaifet entttebten follte: „Certe mm Abbat. 
non Praepositus, non Clericus, non Judaeus, noo ■Mfcatar, 
non trapezita, non cytharista fuit, qui non conferret iBfitot 
aliquid duci. (< 13) ©te 3uben boten aüti auf, if>n ftt tcftit: 
„Praeterea sui comparea in scelere Judaei, ne praedictua Uaa- 
aer capite plecteretur, tria miliia Argen ti ei C libraa anri 
composuerunt duci. Quod autem dux gratia dei p~itiwffr* 
Christiana maneipia ab omniboa Judaeia redemit et ut mJIm 
ultra Christianus aerviret eis interdixit. w Cosmam p. 70 ad 
1124. &ocb mug aueb ba« Cbron. Joh. Mttripnolae bd 2)obiet 
(Mon. bistor. % 200) t>erglta>en werten. U) f)alacfo (Wt- 
S3b. 1. ®. 333. 9{ote) fäbtt nut ttroa* autf bet banbf4rffttia> 
Urfunbe an unb fagt: SDafelbfl ift aueb bte Äebe „de Rosnanis et 
Judaeis. u (5« febeint tbm entgangen |u fein, baf tiefe Urfaabc 
aueb bei ©tenjel unb S»f<boppe (Urfunbenfammttroo |«t 9f> 
febiebte be« Utfprung« bet ©tdnbe in ©tbleften unb ber £>bctbmft 
6. 384 fg.) entbalten ifl, wo bet 9 §. mit »ejiebung anf W» 
SBotbergebenbe „de Romanis et Judaeia aimiliter. <( 15) Bi 

Asher p. 111. 16) SDtefc Jura Judaica bat obne urtobfttc 

Einleitung 4>ettmann (©efebiebte bet 3«taeliten in Sobmen €J. 111) 
au« ©enfcnbetg in einem febr fdjiecbten Ztrtt abgebnttft. Dk 
©ebtift: /^JDie 3uben in Öftetteicb" 6. 195, gibt benfetben » 
btuef , obfebon fläebtige »ergleicbung mit bet Urfttnbc griebddVtf 
welcbe fte felbjt entbdtt, eine Stenge gebiet bdtte entbetftn tafra. 
SSoUftdnbig unb cottect liegt bie Urfunbe je^t im Codex diploaiat 
et epistolar. Moraviae studio et opera ilnfofi. Boe*ek tom. 4. 
(Olomudi 1845.) p. 17 — 21 i>or. JBergleicbt man biefen 2xfi 
mit bem bei &xmann, fo ergibt ftcb, baf M anf bie ~' " 



JUDEN (GBSCTICHTB) — 129 — 



JUDUStf (GÖSClÖCtfrtJ) 



in Stöbmen einen Senat Jtopfßeutr bejahten, nriffeh wir 
buftft eine beilduftge Setrierfung eintger Sbrontjten ").' 
2Cber febon ttc Serfolgung oon JRinbfleifeb brang aueb 
bi* nad? äBobmen 18 ); bie ©eiftlie&feit, befonber* ber be* 
famtte Brneft oon f)rag, febärft bie fanonifebe ©afcung 
in tbrer ooüen Strenge ein 19 ); bie ®efefce be$ Ä6nigS 
jbtafar werben in SJejug auf ba§ $fanbroefen ffrenger; 
Jtnfoberungen an eine ßrbfebaft, bie ein ©ebulbbrief be* 
grimbet, werben annuttirt. Unter bem ©elbmangel ober 
ber ©elbltebe ber (fi^etburger gfirflen, ber cbarafterijiifc& 
für biefe* ©acutum iff, leiben bie 3uben niebt allein, aber 
befonbert; 1331 rafft 3obann in »reSfau 12,000 SRarf 
von Stoben unb Sänften jufammen* ); 1336 Idßt er bie 
Synagoge burefcfuc&en, ben Soben aufrollen, wobei er 
biele Zaufenbe gefunben baben foB; ein ©ebieffat freilieb, 
welcbe$ er ben Äireben niebt minber jugebadjt* 1 ); 1341 
gemattet Sobann ben ©reSlauern 60 ÜRarf oon ben 3u* 
ben jum Sau ber SRauern ein jufobern M ) ; 1345 weift 
er eine Xnleibe oon 1400 SRarf auf bie breblauer Suben 
an; baffelbe tbut Äarl, fein ©obn, 1348 **). £en ©(bog 
nadb SBiÜfftr &u erhöben, geflattet ber Ä6nig im ndcbften 
3abte. überbauet ifi, wie in Söhnen, fo aueb in ©ebte* 
ften bie Regierung ber Mfcelburger ber große unb trau* 
rige SBenbepunft für jubifebe ©eftbübte. ®i$ babin bat- 
ten bte Suben aueb oor unb wdbrenb ber ©ermantftrung 
in freien Serbdltniffen gelebt; noeb im Sabre 1295 war 
t>on JBotfo I. oon ©ebweibnifc ba$ ftßerreicbifcbe ®efe|s 
bueb ausgegeben worben; ^einrieb oon ©logau ertbeilt 
e* feinen 3uben 1299 , unb »olfo II. bejidtigt eö ganj 
in ber gorm noeb 1328 "). 2)er fdjwarje £ob t)attt 
jwar in Äöbmen nur wenig Dpfer aefobert, aber bie 
(Srmorbung ber 3uben boeb bortbin gefub*t n ); wenn bie 



oon reg«i unb regia unb anbercr ÄleinioWten , ber grfterietaffifefte 
Sert fiebriger M ber bei «fcerrmann, bte Unterfdn'cbe nur in ©ort* 
otrfcbieben&titen befreien unb au* bem bti SBocjef au<b für ben Seit 
in ber edjrift: ,,©ie 3uben in ßfterrruV' Berbefferunani ju ge* 
»innen ftnb. <5S fcet&t j. IB. bann irfcfct (3uben in Öfterreieb 
1, 40. 9loCe 13) praedo mortui, qui yolganter beraab dicitur, 
mooen örttAruna unnötig war, fonbern Berauber; niebt exceptia 
sangminoleotfc «4 malefactia (1. p. 37. n. 5), mat gar (einen 
6ina #t unb boeb (!) ridjtia, uberfe^t ift, fonbern (veeilbun) ex- 
ceptia aangiPDolentk et uuufefectie, tote in ber ungarif$en ur* 
rtinbt ffety «. f. ».* 09t f>a(arfp 2. 1. ©. 279. über eine 
£anbfdnifr ber Jara Jndaioa in Boomen cf. Dohner ad Hnyec 
2. pf 587.- ' 

17) Cbronicon Anonymi ap. Dobner, Mon. hiator. 3, 50. 
Chron. Pnlxawa« 3. p. 210. 18) Chron. Aulae regia« ap. 

Dobner, Mon. hiator. 5, 110, wobei ein ©cbtd)t auf dKnbfteifd)'* 
Berfoteuna. 19) Sgl. £errmann @. 33 fg.) ogl. $a* 

lactp 3,1. 100. -20) »gl. ?)ala<fp, ©ef(%i(bte oon ©6^>mcn 
2, 2. €5. IQO. 21) Benenn Krabice de Waltndl ap. Dobner, 

Mon. nkt. 4. p. 27; ogl. yatad) % 2.225. 22) ®tenjel 
unb Sjfdjoppe, Urfnnbenbucb @- 351. 23) Sfeftiben 

a. a. D. C 71. 24) JDfe Urfunbe ^)einrid) > ö Ui ©ommerö« 
berg # aa. rer. 8Ueaiacaram (Leipz. 1729. Fol.) 3. p. 105,' bie 
ftolCO'f 3. €. 91. 25) Bentuü Krabice de Wahmil ap. 

Dobner 4. ^: 34. ©ie »erfolgung, welche 10 3a$re früher in 
£)ftettifab «üb »aiern pefrarri^ eingriff, rraf and) bie Suben in 
86(nnen nnb SXdbren; cf; Bpit. Ohron. Neplachonis ap. Qobner 
4. p. 121 unb tiefet Darum finbet fieb au(b in bem f>e§if<ben 
dremplar aa. rer. Anatr. % 1Ü39. tBie febr ffe in Ö(terteid> ge* 
X. «ncnfl. b. ». a. *. 0a»citc «cenon. XX VII. 



Äfa^ ffietijel töbelnben öbtornften t>n einen St6tfig thtb" 
^ ©ftrnet ber 3«ben nennen ^^fo wiffen toir ; wie balju 
oerfttben ifl; aueb ?ubwig ber öaier batte biefen Ztt% - 
ber febon bobureb erworben war, wenn bie 3uben Ounb 
augerorbentltcbe ©ummert ftd> ben ^rieben erhielten. 91(^6» 
bejloweniger bracb 1386 eine furchtbare 93erfotgtihg ' in ! 
9>rag au^ # unb SBengei gwang, ald er bei ber 9cacbri<$t 
oon biefer SEbat nacb 9rag jurfirffe^rte, bie STduber fte* 
ifibifeben SBerwJgen«, ÄUe§, aber für feine Aammet,.wb 
gefeftlicb war, berau«jugeben "). ©ebon «arl IV. ^attt 
bie Suben au* ibrem alten SBobnftße (bem 3ubenjjarten, 
wie er be^ute genannt wirb), in ber Sleuflabt, in bte bw*.' 
tige 3ubenjlabt fiberftebeln (äffen") unb ein (Sbetto ehts ' 
gerietet; biefe Verfolgung ifl bie erfle ©luttbaf auf biei 
fem noeb oft beunrubigten ißoben. SBon ba an unb weis 
ter ifi eben bie ®efcbi<bte ber 3uben in JBSöbmen nur 
eine Änweifung ber oerftbiebenen SKetboben, auf welken 
ibr Sfeicbtbum erpreßt werben moebte; nur oermhtbrrte' 
ftcb bie ®ewaltfamfeit unb oerboppelte ft$ bie fpflema- 
ttfebe Operation mit bem ^erannaben moberner 3eiten 
unb baö Äbflerben ber töfcefburger DpnafKe dnbert ntebt«/ 
weil aueb fte in teutfebem ©inne regiert batte. ©0 pt&n* 
berte ber Jtöntg in IBöbmen, ÜRarfgraf 3ofl in SWdbrett 
1396 bie Suben 19 ); im 3ntereffe feiner ginanjen ttourben 
jüm Subentbume juruefgetebrte Äammerfnecbte gegen bft*. 
Sinfcbreiten beö SBifcbofö oertbeibfgt, würben aueb Wer ? 
1411 ©ebulbbriefe, 1436 3infen aufgehoben ,0 ); tbr»er* 
mögen wirb 1422 bei einem fircblicben Äufrubre 11 )/! 1 ^* : 
bei ber (Eroberung bureb ^)obiebrab geptfinbert");' 1507 
fotlten fte aud 9>rag oertrieben werben, fte blieben; 1529 
warb jebem jfib. gfamitienbaupte aufgegeben, jwei btymifät 
©rofeben oon jebem ©eboef ju aeben, 1541 Serioeiftmb 
ber Suben befebtoffen, aber auf gurbitte ber®rogen ffaib : fK 
gegen (Srtegung eineö ©ebu^gelbeö oon 300 ©eboef tfbrUeft 
wieber gebutbet; baffelbe wieberbolt ffeb 1561; bie in ber 



mütyet, ngl. Chron. T^eobiens. ap. fez 1,953. Chreti. Zwetlenae 
recentiua I, 539. Chron. Melficem. 1, 246. Xu4 bei ben S«f* 
^Uniffen ber Suben in SBatern ifi t^rer gebadjt^ cf. Chron. 
Weichenstephan, ap. Pez 2, 406. JDer Continuätor Paliawae 
(bei Dobner 4, 138) er^lt biefe ^oftienoerfot^und unb SB^nbrr 
weitldufifl, inbem er aufruft: „O haeretiei, ite et quaeriWinte* 
eoa «irnilia mlracula. 44 <®a% ®6(men oon ber f)ejl (iemlieb oer» 
fdjont blieb, barüber f. ^alatfo 2, 2. 312. 



26) jßen iftm Jeift e* im Caulog . Abbat. 8agan. äp. 
ael,as. rer. flile«. 1, 214.: „Exoaua erat ciero et popolo, no- " 
biiibut, ciTibua et rusticia, aolia erat aeeeptua Judaela'* etc.; 
ogl. ^alactp, <9efd)i4te Softmen« 3, 1. 6. 54 Rote. 27) 

Qi war am JD|terfefte$ cf. Ben. Kräh, de Waltmil (ap. Dobner 
4, 63). Chron. Anonymi 3, 58. Appendix Chron. Jfnrtoatti, 
Dobner 1. p. 213 (bö^niif* nadj ©obner^ Übetfebnng, 09t. Wt ' 
bb^mifeben 3a(rbö(ber in ben as. rer. Bolrenr. ed. Pfiiacky 3. p. 4 ; 4 

E*rag 1829.]), auefuftrlty aueb 9>eljet» ber eine fKonograp^' / 
aaaio Jadaeorüm Pragenaiani, benu^te, bd f>a(acfp 3 ; I: Cf. ^ 
55. SB oi tm an n glaubt an bieXnfiage ber Suben roirflfft, f.öe» 
fdji^te oon S6$men in feinen fdmmtlieben Sßerren 2, 149. 28) 
9alaefp 1. 0. 333. I, 353 Kote. 3, 1. @. 54. 29) Benem. 
Krnb. de Waltmil. 4. p. 65. 30) ^ertmann 6. 40. 31) 
Chroh. Eohemictun afp. Pelzel et Dobröitoky, aa. rtr. Bohe»; IL 
p. 465. 32) XKe im goigenbtn ni^t ndber btjei^nefen Data» 
ftnb auö ^errmann. 

17 



f JVBVN (GESCfflCWB) 



— 13Q — JJJWSN (GESCHICHTE) 



Xutwanbeumg Gegriffenen werben nun oon SeHMumn; 
ten beraubt. Xuf ben Sanbtagen oon 1567 — 1580 
fominUn bie ©teuerbefKmmungm bin unb ber; in lefttem 
i gab" tont bera S6nige fiberlaffen, bie Snbeauac&SBoblgefafc 
Jtn gu tarnen, getbtnanb U. befutigt, tote feine SBoifabren, 
bie iftbifd&en 8tec&t*bejiimmungen, fegt einen iäbrlic&en 
Sind ton 40,000 gl. unb eine anbete Summe jur JBe* 
fbeitung ber Äriegöfojien fefl; Jerbinanb UI. tfeUt in einer 
otogen Urtunbe 1648 ibre fogenannten 9>rioilegien be* 
<$anbel0 unb ©i«ber$ gufammen"); ÜRaria Sberefta 

- «NU bie 3uben 1744 bertrieben \>abtn\ am le&ten Sage 
M> *Dtonatö Suli 1745 foll feiner mebr in fiWbmen fein; 
allein aueb bie* üRal warb ber fiiefebl wiberrufen; ein 
10j4briger Bufentbalt gegen eine tfbrlicbe 3ablung oon 
304,000 (in ben erjlen fünf) unb 205,000 gl. (tn ben 
Utyt* fünf Sabren) wirb bewilligt, nacb Ablauf biefer 
jWtt auf uobeftimmte Seife oerldngert unb bie S3e(fimmung 
oon 1501, baf* Suben immer bei ber Ärone SJibeim 
bleiben foüten, aufregt erbalten. 3m Sab« 1799 wirb 
ein neue* ©teuerfotfera aufgerichtet; bie jd&rlicbe ©uinate 
beträgt 216,000 gL, eingebraebt bureb eine SBermögenö * unb 
©ifrufcfteuer ber Suben. £ier ju fatnen 45,000 gl. für bie 
Regte u \ Aber bie SRannicpfaltigfeit beö 6jienekbifcben 
Cfeeuerfeftem* war bamit ni$t befriebtgt; #duferfteuern, 
Subentaren unb 2)oraejKcal|ieuern liefen nebenbei. Die 
Serarigenftfieuer warb nacb eigener gaffton erboben, bie 
an öibe*ftatt abgegeben »erben mußte unb bierbureb fett 
ibretn Seßeben niebt nur ben SBobljlanb, fonbern aueb 
bie ©ittlicbWt untergrub, XIS am 17. 3uni 1846 w ) 
aueb bw bie CrläfungSjtonbe fcfclug, bie fuccefftoe 2tuf- 

1 tifung ber befonberen Subenjieuer in fteben gleite 2beile 

- gewibrt warb, würbe mit Stecht niebt bloß bie Crleicfc 
terung be* jftbifeben gebend nad> ber Xbttfung, fonbern 
*ucb bit be« «fcerjen* unb baö Cnbe aller pttlicben unb un* 
ftt&beti Ädmpfe mit greuben begrüßt. 25ie Suben baben 
feit ibrem Xufentbalte im ?anbe ba* 8etb unb nicht bie 
greube mit ben SJöbmen getbeitt; jur Unioerfitdt baben 

- fk r ibvc Stobnungen bergeben »Affen unb bie QoOegien 
tragen noeb beute ibre Kanten*); ba* öonoietfüft fär 
Ärjiebung ifibifeber Äinber gum Gbriftentbume iß oon 

- ibrem ©elbe erbaut, aW fie einen ®lauben*aenoffen 1622 
-"nmn Sobe bamit evtauften; im Sabre 16« nabmen ße 
an ber Bertbeibigung gegen bie ©eftweben mannbaften 
unb oon ber Regierung mannten Xittbeil 17 ); aueb ifre 
$Auf* gingen bei bem großen fBranbe 1708 in glam* 
wen auf; bie gro$e 8e*eguttg be« »drj 1848, welche 



33) »oetattft in ber Ckbrift: IDtc 3uben in Ö|terrei<b 1. €5. 
980 fg. V«f bie feftttte ber 3uben in einfteüien ßtfbtra, wie 
ftobmeU, öflit (09t. Dritte. 1846. 8t. 40), tonn bto unmoglid) 
•dber rfmjcaanaen »erben. 34) „3uben in Oftemicb 1 ' 2. 

«. 990. 35) Orient 1846. «r. 39. 36) Sal. 9>alacf9 
3, S. e. 300. 301. 37) »0t. 6<bubt, Sübtfcbe «erftnfcbiae. 
1, 218. Contin. 1, 154. Die edjrift niVva rmrAö t>on Se^uba 
len 3c^ofd?ua; 09t. 3ebner# Xstfwabl 0. 138j ogL dpbraim 
3gnatiu< Kaf oon Suntfau in Ckbleften: Kortser Bericht 
feriPfftgeruchen Sdaacruttg, in Cerftn 49raa 1648. 4.), wo 
to4 ber «efabr bec SMbcnft^bt gebaebt wirb: „Uni idt der 
Feuerg hit die Judenetnt enteundeo.*« 



aueb £)flerreicb in ein ungeroobnte* 8eben fttytt, in 
gtöbmen bie leb^fteften ©pmpatbien ftnbet, wtrb aueb 
am ifibtf^en Seben ntebt oorüberetlen. Tlud) r)ter bat bei 
Angriff brt 9>6beIS auf Suben unb SWcfttjuben febmetj- 
liebe Erinnerungen gewerft, aber bte Bertbeibigung ber 
©tubenten # bie tn verronnenen 3eiten felber an ber Spifce 
geflanben ^dtten * 8 ) # ein roobltbuenbe* S3ewußtfein bet^ 
vorgerufen. 

3n ÜRabren, n>o ein dbnlicfteö Berbdltnig ift, wo 
bie Subenjleuer 185,000 gl. betrug, unb roo nur bie 
Sintreibung eine anbere war, bofft man Äbnlicbe«. 2>ie 
IBefcbrdnfungen, bureb bie man bier ben Äufentbalt ber 
Suben ju erfebweren unb einzuengen fuc^te, ftnb ungfaub« 
lieb; föon auö ber S3eb6lferungöjabl (37,000) gebt ein 
noeb trauriaerefi Serb&tnif? als in S56bmen bert>or, wo 
64,000 gejablt werben; bier iji noeft ba* Fanonif^e ®e« 
fefc wegen cbrijlßcjen ©eftnbej im ®ange unb jablt fogar, 

San) abgefeben oon ber Äbjugöjleuer, bet 9teifenbe eine 
tntfernung^abaabe jum (Srfaft ffir bie <5onfumtion5|icuer. 
2)ie SefQicbte ber Suben in $olen reicht in baf* 
felbe Älter binauf # wie bie berfelben in S3öbmen unb Ungarn. 
Sie Säraeliten im £anbe Ungarn baben ben ©rief ($b& 
bai'd an bie in 01*1 gefanbt, welcbe ibn an bie in *ub-a 
gaben, oon wo au$ er in bie £dnbe ber ßbajaren fam M ). 
©er ©ib beS Ät>anö Sofepb war an bet SBolaamfatbung; 
bie SBoIgabulgaren wobnten an ber mittleren SBolga, zwei 
SRonate SBJege6 oon ber 9R{inbung. ©c^on auö ber Ser^ 
binbung mit ben ßbajaren fönnen wir auf Suben in 
jenen Segenben regnen; we(tlub erjhecfte ftg baö ruf^ 
ftfge (Sebiet, beffen ^auptßabt Äiew war, unb oon 3u- 
ben berieten un6 aueb rufftfebe ^aebriebten, bie SBlabimir 

(u i^rem.Slauben batten befebren wollen 40 ). &a8 flfrof^ 
ftrftentbum Äiew, bem polniföen 8?eiebe fpdter dnge^ 
börig, trdat ben 9lamen JRußlanb« (Äleinruflanb) f$on 
in Mber 3eit, baber bie Stacbriftt IBeniamin'd erfUirt i% 
„uitb 8tu0lanb ifi ein große* SReieb, oon 9>rag btt nacb 
jtiew # ber großen ©tabt" 41 ). SBdbrenb M ÄreujjußS 
oon 1096 waren auö 93&bmen 3uben nacb 9oIen ges 

38) 9. aXenadjem erjd^lt aU Äuflenjeuge, baf man b(c 3«ben 
in yrog, wenn fte ^it bte Xltßabit unb Keine ©eite per^fpbenb« 
(Bruife pafitrten/ babe )»inaen wollen/ ftcb t>or ber auf fccrjeiben 
wfafauttn eduie (9teppmu(t) tn bucTen. 2)k Cftubfpten über« 
nahmen babei ba« Böttelamt s er bat einen ©rubehten einer jäbi> 
feben grau ben £opf auf ber Srücfe fpqtten aefe&en. 8che«riüi 
Iirael. 1Mb. 39) S^t. 3 ebner 6. 35. 40) Kar*mmm y 
Pitt, de Tempire de Ruitie tr^d. par MM. St. Thowuu et 
Jauffret 1. p. 259. Vu<fübrttcbe< gibt ©trabl, Oef4<4te ber 
rafßfcben Strebe. {&aüt 1830.) 1. 0. 59. 60 fg. ««baffärif, 
GiQXD. Ättertb. % 88. 41) Bd. Asher I, 111. ZXH wn, 

mit 8rAcffTcbt auf einen KufTaft Don 3unj in granfel't 3eit« 
f<brift (1846. G. 383) unb granfel'« »emerfung ba»a (0.386 
9tote), ju enod^nen. QÄan brauet Äolon'ö unb Zuvia't 9txta4fim 
m'4t |um ©erreifc, baf ©alijien im 15. unb 16. Sa^rbunbertc 
9tuff!a biejj ber Kamt (fr erfr unWnaft aujer Oebraucb aerommen, 
unb bie fSencnnnna 8totO » Stuf lanb nnbet |?<b erft im 16. 3abr^. 
bti Gromer. <&i tft wa^r (og(. <Sn$tl, ©eftbiebte oon daiftien 
in ber auaemeinen ©elt^ifl. 48. 6. 576), baf tanberg Umcto 
(eift unb pief , oon feinem Stifter Sem ober 8eo # aber neben Ceo« 

Solle fommen bie dornen eemburg^ Bamberg unb famburg In tarn 
LqmU f<bon hn 14. Sa^r^unberte (ogl. Urfunben im Cod. diplo- 
mt(. tolon. ed. ttnd. et 9pejm L«pt$ t **pzc*w9ki et Amfwnü 



JTJDEtf (GESCHICKTE) — 131 — JUDEN (UEBOHlCHtW) 



(loben 4 *); tn 3tiew Ratten fte feit Idngeret 3elt ibren ©b 
unb eine befonbete ©ttajie inne. ©wdtopotf fcafte ibnett 
feinen ©<bufc gewährt; al« er 1113 geftofben wat, bta<b ' 
aiidb ||ier eine Verfolgung tut unb bie 3uben würben 
geptönbett unb gemiSbanbelt "). %li im 13. 3äbtbuns 
bette bie teutföe Swilifation Aber weite ^treffen flawi* 
föer unb pteufjifäet Eanbe gog, €<$tefien baboh big in 
bog innerÜe Seben ergriffen warb, wollten bie Umftönbe 
unb politiföen 'Betbaltmjje aueb ein weitereg einbringen 
betfriben in bag eigentltcbe tyotm, beffen unglficffefige 
3etftäcfelung webet eine mäffenbafte ©ntwitfelurig au* 
pawiften Ülementen, noeb ooflftönbiae Xufhabme teut* 
fe&et moglicb maebte. Äug btefet Unmoptic^Fett einet b6l* 
(igen Xufhabme unb SBeitetbifbung gtng bog 'politiWJe 
unb feciale Beben bet Voten fibetbaupt, bog bet Suben 
untet ibnen ingbefonbete b«oör. 3n biefet 3eit ifl alg 
ein 3et$en teutfebet ©efefclfcbWt aueb übet bie Suben 
bag oielbefptocbene Jftetteidbifäe ©efefc eirtgeföbrt, weld&eS, 
wie bie SetgleUbung mit bem Original lebtt, aug bem 
unqprifcben Steige enttebnt iß unb aber bie Vrt beg 
j&btfcben Sebeng in $oien manebetlei SBtrife gibt. H3bs 
lefttatp, £etgog oon "Ädlifcb unb ©riefen, unb wdbtenb 
bet SÄinbetjibr»gMt feineg Neffen oon gang ©tofjpolen, 
bat im 3abte 1264 ffit alle Suben in fernen Sanben bäg 
©{feg geaeben "). 2>et f)alatin batte biet bie befonbere 
Xufftc&t übet bie Suben, bie ©ttafen ftnb febt gemtlbett, 
unb für bad jübir<b*börgetlicbe Beben fehlte eg nieftt an be* 
fKmmten ©ewobnbeiten. Sei 26btungen unb SJetwunbun* 
gen beift eg befonberg: „ut jura terrae nostrae requirunt 
et exfgünt," ober „seeundum terrae nostrae consue- 
tödmem," unb „quemadmodum in terra nostra est 
consuetum." IBei ber Sntroeibung beg jfibifäen Aitcb* 
bofg foQ ber Zi)&tct „seeundum terrae nostrae cort- 
snetadiheiri et iura" beffraft werben. 2)iefe gormrin 
erfahrnen niebt bloo bei ^roceffen gwifd&en G^riften Unb 
Suben, fonbetn aueb gwtfcben Suben felbß. Die ©elb; 
(träfe oon 2 Stafenten fommt nidj)t oot in $olen, bagegen 
eine anbete, welcbe aueb im ffiblicben granfreieb fi<& fanb, 
bie oon 2 SEalenten Pfeffer "). SBenn ein Sube oon feinem 
9K<btetfttafbatbefunben ijl, foU et ibm 1 Salent ?>fefffr 
eben, ^que ab antiqao est imposita," fyat et einen 
lattbftrfgenoffen oetwunbet, fo mug et bfifen, „sscan- 

MuczhncmkL [Varstv. 1847. 4] I. p. 240. 242. 252. 233 aq.} 
oor. ÄnfKjnlftSeÄefre Wft t6toehbetg fn ©drfeffen in Urhrnben 1 
VambtTQ nnb fcembera; ogl. Änie unb SÄe leb **' SBefcbtribung 
©cblcpen«. (»re«au 1834.) II. 3. 6. 124. 125. ©et 3ufammcn* 
0aif6 fn £tm'a't @uta(bten, bir SafommenfleUun^ mit XföUnat, 
l&U nfabt batan |n>dfcta, baf ©oifjfen unter ffluflanb geinemt fei. 
3n (einet Wbifdicn C^rift, rottet irwi lieft/ ift bat ci0entrfcbe 
aittflanb (MoncoTla) gemeint. 

41) OMauw, PrtfMt. Chron. ed. HaooT. p^ 50. 43) 

Äotomffn äbetf. oon *auenf*itb 2. e. 1». Öttoji I; 
C 131. 44) Statnta Reftoi Polonke in ordinen nlpbabeU 

dl|WU a MI. HA*, de fWffN (8a«üttö 1597. Pe!.>^ 233 aq. 
45) 8en Wficbfr f P i dMi efc^ fte nec^ fp&mxxn, fann man auf 
ben «ertnAWunaen ütt Crrtlau im. 3a$re 1511 erfeben (ogL 
»yfn ttr (S efQicbte oen »rfm 9. 383). Stirplperata« tartae 
(9MfnjflRben) 9 n)cl<be in #3<bJffHn noeb' benf bMfmit ffnb, ' fam« 
men febon in €M(m>eibnit 1296 »or. (tJttijel anb-a;§(<b^»t, 
tttCimbcn 6. 491.) 



dum terrae nostrae consnätadinem.« &tä XSHUfiHo 

mf, baß bet Sube unmittelbar bem RfitjtaiunbJfefcw»!'» 
9aTattn^ 6 ) untetwotfen tj}, tfi^wat autb #<t, aforAie 
©ttenae gegen ben ganatiemu« bet (Sbrijien 'gebt* attti 
Rnanjtenet f)o!iri( be»w. 3n alten JRebactronen "Mg ^ 
feefefteÄ ifl bet ©afc befb^ten, wer tinem 3uben fehtev 
9fanbet füeblt, foU toie ein „disfeipator nostrae- cb>> 
merae u befhraft werben, abet bet Sftame Jta mm ri t«r <|t < 
fommt bitt ttiebt bot, bie in Seutfölanb fhreng fotmu* 
litte OTacbt be* Äatfer« unb ^etjogS Aber einen foleben « 
bleibt biet bet SBRlfftt b« KuÄnMi« überlaffen. 5>llif 
noeb fthb bie JBotuttbeile, wefdje aud bem tentfeben ©d(h<> 
gegen bie Süben etwuebfen, fcb«m feit tdtigtrer 3dt biet* 
atclirtiattfTrt gewefen. fBoleglaw nimmt ben TlutiptvH)< 
bei ttepfteS, bag bie Suben unftbulbig an ber fttotafn- 
Rage feien, in fein ®efefe auf, obföon fie webet In *«- 
ungatifd&en, nod) in bet ÄPettettbiRbw gaffung be«'©^ 
fefieg ootbanben ffr Ct (teilt ftß, baf fek$6 5eugm- 
(btei Suben unb btei ßbtiften) jut übetfftbrang Ttotb* 
wenbig unb bie ©ttafe, fall« bad JBetbretben fhb'bttati** 
(teilte, nur bie gewibnlitbe fei. 6t betfofffebtigt bie Artu 
be«(Ttte in «ejug auf ?)fetbe uttb 9Wknje, unb-befWffc^ 
ben 6bn(len, belebet einem in bet 9fa$t öitgefidfiitrm 
Suben auf feinen ^ilfetuf nitbt gut ^)ttfe eilt, mit etetf ■ 
©ttaffumme t)on 30 solidi. Snbem et ben Suben jebm 
(Segenftanb bed ^anbete freigibt, mu$ man gefteb*tt>'Mf 
biefeö ®efeb bad fteiftnntgjie oon allen ©ecteten beg 
SäbtbunbettS ftbrfnt; abet eö bot in 3>*>len an 'gutt* 
©efe^n ntemaW, nut an gedtbnetem, gleitbgfgi^brtHI»- 
BolKleben gefeblt. Die »etbinbung bet 3*ben in fyilm . 
mit bem SBeften Sutopa'd febetnt noeb hnmet fcblbaVb'jU- 
fein. 3m 14. Sdtyrbunbette wetben in Spanien 'Stibm - 
au& «■'OTn unb Dn^a etwdbnt 47 ). 9fo<b wat bie Sät 
ni^taefotnmen, wo biefet £)(ien, wie em(t bet SBifttt/ 
ein 2ifpl ffit bie "SlfilEbtigen werben fonnte. Äofhirtr war 
ber erffe polnifcbe Ä6nig, ber biefen Warnen wnffftb vtt* 
bUnte. Ct etfannte bie 2Mrtgerbe« ffttUfri m^b^ 
gangen SEiefe; inbem et dn ®efeft enblicbjum Qtarbe* 
polnifcben JRecbted etbob, fuebte et bie SKllMr gu eni* 
fetnen; inbem et bie Sauetn uttb We niebtm OMtlbif 
^betbaupt gegen ben mdebtigen tW in ©tbt^ ii«b% 
gebaute et hat ttbel audguVottm, im bemalen -unter* 
gegangen ifl. J)a§ an einen fokben Surften fub.aueg) 
bie Suben um fl3e(!dtigung tbtet Wetbte gewanbt baben, 
i(l nat&tlicb. Äapmir war auöftbweifenb in ber Hebe; 
emt feiner WäMHtn fear eine Sfibin, öffterfa. ©iugoft 
berfcbtet nun, bajr et anf «Wtten Mefer^OtninUnc'Vaii^ 
Sbben, wehbe in 9öten wobnten, aufrroTbentHdbe- , fSÄ' 
teebte unb gteibeiten aewdbtt babe; Sinige bebttOpmiR* 
aber, bie dflafe batubet feien unetbt unb bie gftflttye 
9M^dM4»4b«ib nnb beieibigenb, ,ymiim,fee(w 

bar Ator nftyr ffttbfc SUben getbknv d»1|it 



48) XbptU, 9ef(bin)tc oen fWeirt 1840.) I. 1 & WM«* 
n ÄTabbenu 7Cf<bet. (fJewiia 1551, -*""^ 
M) Jb«fta. 
Pblönicae. (fitja. 1711. ÄL) I. p. 1110. 2)04 



47) 9rc4t#QUta4nn oon »obnemi TTfcbet. (««Niki 1552.^) 
Lli 2. @. 83 d. 49) JbMm. TIAi^o«. aau'/iatVM 



Jtaffmir 1343, tfflcrfa nabm er §ur ttaffftfl* im 3. i: 

17* 



JUDEN (GESUCHTE) — 132 — 



JUDEN (GESCHICHTE) 



,Mt$U &ejtötijjt, wöjJ. m Ungarn unb ©deinen au* o&ne 

...j^influf iüfcifc&er grauen (er. faßt: confirmare eo ma- 

gi^ quam monere aüqualiter decernentes) gefeiert 

,,t|l l)( Mnb |tpar.l3, Safere früher, aß er Sji&er fannte, 

.JRodfr pier, Safere ,u,ac$ feer äßijtftigung .ber SRecfete be* 

,fötfaltt er btfc Suben tu 33eiug auf ba* ©elbleifeen an 

.. titotflfö*. ©6fene # un& ftetlt einjffiuc&ergefeö fefl, tnbem 

, e^ (1 l?oo ,ben Judpeis firfei nostrae, Christianae veris 

* inimicis ipricfct 49 ). . Cr bulbet bloS flnlei&cn gegen $fanb 

„pgcimduiH Qoqsuetudinem antiquitus reservatam." 

l# $r*ilic& »ar fcie JBeft^ttgung biefeS Öefefeeö pon. großer 

,;>SiAeutung. Älö eö t>on.Jöol*Slan> gegeben u>,ar,fhns 

^jben.bie.polmföen Sebentoerbdltniffe. au* ju bert Suben 

,;,np* ganj anberS; . fcfertftlicbe ©efefce famen uberfeaupt 

„gar fuc&tju einer vitfftyen (Seltyng. ©päter aber, aW 

v , ba$ ©efefc in, bjem, erftarften jtönigrei*e burcfe ben 39u$* 

>ßa^en WfW&tia geworben war , galt ein. 3>riM(egium Äa* 

wfimjt'i+bt» ^ffefcgeberS, fefer v mel. üRan itbertrug rjicfet 

Jbit SfcfUligung, .fonbern bie .SBegjrünbung beffelben auf 

. fcfoen,$amen, unb ber UnmiÜe über baffelbe fu*te baö 

..Stotfo, aui bem e6 feeroorgegangen, al§, ein unlauteres 

, ' barjuftcüen, um- feine ©eltunß ju fcfetpdcfeen. gftyer ftänb 

'. Jtaftmir ni*t n4feer aß Slpftcjane ju iferer, 3eit; baß er 

. ifere ?od)ter nacfe iferem (Stauben eniefeen lieg, befldtigt 

v $e6 mefer, afö baf e6 ifem wtyrfpräc&e b0 ). ., Sfere ©öfene 

f erhielten eine Stellung, wie feine Dielen anbern iwtfir(idfeen 

Ätnbet. 3n 2ejnberg, baS.erji eigentlich burefe Jtaftmir 

. jur SJebeutung gef ommen ijl, gemaferte er, wie ben Ars 

„jncnieriv unb Stoffen, auefe ben Suben freien Äufentfealt 

llt imb freie gBafel ifereö SRec&tS M ), J356, unb bie Äönfetn 

t .£cbtyig, beftdtißt« .bteö noefe im Safere 1386 w ). $olen 

„' pat niemals eine Statte be$ eigentlichen, . wilben gana* 

ttömus, mt er im äbrigen^ (Suropa gfgen Suben unb 

.Reger roüthetc ; war eö »ufyLfret in fpatern 3eiten t>on 

, biffentirenben Meinungen unb bereu Ädmpfen, fo feaben bp* 

bie iReligionefriege bef ruropdiföen .(SentrumS feier feinen 

Kadfebaü gt fünften. JBefirebungen ber rfrnifcfrrfotbolifc&en 

©ciftlid&fett geflen bie Ausbreitung unb S3egfin|iigung ber 

, Suben 0nb niebt unterblieben, aber nie ju einem genfis 

graben K.efultate gelangt. , Sfere Saftif ipfcxU ft* a^ 

¥ |in auf eine boppette JBetfe, einmal in ber.^wf|!eHung 

*^pcr (anowfc^enc Sagung unb ber Ermunterung. an bie 



4 .49),Xuf bjefe ®ortf beruft f!(fe fo^or im 3ajrel720 Mc 
€fynobe oon* 9>ofen, wtKfee gegen bie 3ubeftdrcecpte ou# 6b(cten 

■", tec Äinige gentCKfet feat^V cf..8}inodL/D|oe4: Ppii^n. pelebr. ,imno 

r 71730.' CYurM^ae : fcT^ 4. pfrne JP^giiMi.> f 5»p. 32. * i50> (5« 
T ifc«ba«,uin fp pWtfieer, weil alle,. jübtKtjen unb cfertfUicfeen Äntcren 

, »Weff.^rjifelung.oon JDluaof tiaefeförfeben # o^ne baf einer nur 
.etpa* mebr au bie Sefrarigung ber »olefilaw'fcfeen Urfunbe anju* 

:: förev gewuft unb öiner ben 2fnfad)«oniömu«, bemerft fedtte. «o* 

* gar Sroater (Pplonica*,' h>t /G«rpu» t «x jBiWW^U. iPittoriiuBMi- 
;4ea« t. IL pi 6|2),f^t: „^ub tteftter^pfr^ ««n«.JuMca 
n ^W 11 ^! prM£ogat|ya^ f in Pplqpi» a ^egß'.adepta; «sV.cum nPYaa 

tum qua* iptis Boleslaut .... concesserat ," erfennt alfo ben 
""jRibeiiffmicb nfefet. ,3n ben.a^bent, Qe/tyn Jtajtou'r'* fonnte er für 

• .bie Snbeq unntäglicfe eine @unft (loben; ba fte geaen i^ren Äor» 
„IJeil feMten* Pfll. bie S^tuta R^gnl JPolon. p. 340. r.'51) «gl. 

- S^i^Pmm wn, »al^ e: <01. 52) 3m Cod.,«pl. 



Äöntge, biefe anjuerfennen, bann in ber Äufreijung ber 
untern JBolKcIaffe. ©efton in alten (Statuten ber gn^ 

. ner Äircfee feeißt eS: „2>a baß ?anb ?)olen nod& im iWr* 
per beö (Sferiflentfeumd eine neue 9>ßanjung tfl, fo befefe^ 
Ien wir, bamit riefet baö cferijHtcfee SBol! um fo leiefttft 
j>on ben jubifefeen Slacfebarn mit Aberglauben unb b6fen 

. ©itten angejlecft wirb, je flücfetiger unb fcfewdcfeer. bie 
cferifllicfee Religion noefe in ben #erjen ^er ©fdubtgen in 
biefen ©ebieterj gepPanjt iß, baß ntefei Suben. in feiefer 
ünferer gnrtner $rot>inj. mit (Sferißen oermifefet toofenen, 
fonbern in .einem anbern getrennten Sfeeile ^er ©tabt 

. iufammenfedn^enbe SBofenungen feaben, bie oon ben $&u* 
fern ber Sfenften burefe einen 3aun, eine SWauer ober 

,£inen ®raben getrennt finb w "). ©efettiger unb fletfcfelufeer 

.Umgang wirb ebenfalls oer boten; äudfe foü man (einen 

. 3inö oon bei} Suben nebinen, wobei gefagt wirb: „gefeen 
wir aber babei bie gurjien an, baß fte beöfealb benßferi- 
jlen niefet b6ft feien, fonbern oielmefer felbjl bie Suben 
oon folefeem ©ruefe abfealten." 2CIS nun unter ünb nacfe 

.ber Äegierung> Jtafimir'ö bie Suben ftefe ungemein in 
3Jolen oermeferten, erfefeien bie ©efedrfung unb S^nprds 
gung ber fanonifefeen äöeßimmungen rioefe bebeutenber, 
je mefer eben g&rfi unb (Sbele felber oon ifenen Sluften 
jogen, unb je weniger an eine eigentlufee XuSffiferung ber 
frufeeren ©efefce ju benfen war. Die Suben blieben in 
iferen Srwerböjwetgen unb SBerbinbungen mit btn Sferiflen. 
3m Safere 1452 oerbirgen fiefe jwei cferijllicfee @roße M ) 
mit iferem |)ab unb ®ut für bie ^)acbtfumme eine« lern* 
berger Suben SWatfefo bei bemfelben Könige Sofeann &a* 
jtmtr, ber, afö ju feiner S3ermdfe(ung Sofe. Sapißran 
erfefeienen war 55 ), um Sfeeil an ber 5Erauung5feier. ju 

.nefemen, ein (irengeö ©efeft gegen jte erfiep, worin er 
ifenen Sretfeeiten, bie er gewdfert featte, wieber nimmt. 6$ 
Ringt ebenfo feltfam, wenn ber eben befebrte Sageflö in 
einem. 3in§gefeQe oon ber „perversä Judaica perfidia 
cum seraper sit et est Christianis contraria et Ini- 
mica u rebet, als wenn Äajtmir feine eigenen (Soncefponen 

,»juri divino et constitutionibus regni contrarias " 
nennt 56 ). Äucfe biefe geifllicfeen gormein ftnb 6uttal(lpL 
Unter ©iegmunb I., auf welcfeen mefere ©eifllicfee, »te 
Änbrea« Rxwfl, großen ©nfluß featten 57 ), wirb .oon 
I6nig(icfeer ©eite auS ba* fanönifefee ©efeft m SJejug 4uf 
Xbjeicfeen, auf bie Verwaltung aller öffentlichen ©teilen 
prodamirt, „indignum et juri. divino contrariam cen- 

, sentes, ejus generis homines aliquibus honoribus 



53) Cf. Statuta* Pro viheiae taSnesnehsit antiqua, rerisaidi- 

ligenter et em^ndata: (\W. 4.) ©ieberfeott (nur bie BefKns 

munden uon ' 1542 bin jugefügt) ftnb biefe Statuten in bert Con- 

sütutiones Synodorum metropoiit. eccles. ' Gnesneiwi» • Prfrvin- 

' cialium tarn vetuatarum, quam recehtiorum uaque ad" 1578. 

' (Crac. 1579. 4.) p. 113 sq. ®(c ftnb uon ©tonidlau* ÄamföttWi 

feerauöfteaeben. 3o ben Constitutione« 8yriod. metr. ccd. Gneso. 

juastt Johaönis Wccyk. (Crac. W30: 4.) ^.264-^269 ifr *&* 

- bu§u gefugt. 54V Ood; 1 dlplomat. Poion. ed. RzyszcewskT et 

MuczhnMki p. 331. 332 uom 27. Sun« M52. 55) ühgom 

•Hb: 13. edi tLips; 2 p. 122 jum. 3a^re 1453. 56) 8t*löU 

regni Peion. p. »241 ani bem 3a^re M54. . 57) ,| ®uflntr # 

Äef*ht|te -Don Volen :©. -411. 



JUDEN (GESCHICHTE) 



133 — JUDEN (GESCHICHTE) 



bem bte <8&re be$ (fcrijllic&en 9?amen$ am £erjen liegt, 
möge boß aüe8 ©rwä&nte nic^t geflatten, oielme&r oet* 

binbern unb fo ben ©cfcein einer 33egünfiigung ber* 

felben oor ben Äatbolifen ju oermeiben, unb unwärbig ju 
werben, baß über ifjn ber göttliche SBame ausgerufen unb 
eine ©egnung für ibn ober feine Jtinber erteilt werbet 6 *). 
Um e$ beffer einjuprdgen, fu^rt man bte Srcerpte au6 
ben Äanoneö unb ©efefcjiellen an, aber bie Betten be* 
fanoniföen 9?ecfcte$ waren einmal oorfiber unb motten fle 
aucfc no<$ ®eltung fcaben, wo jTe SBurjel oor Sabr&unber* 
ten befaßt, ba aber, wo fte flcfc niemals im ©taatsteben 
üoDer ©eltung erfreuten, wie in 9>olen, fonnten ftehi$t 
mefcr fefien guß faffen. Snbeffen follte burd& Äujteaung 
ber untern SSoltedaffe erreicht werben, wa$ auf jene SBeife 
mißlungen war. Sie tfnHage beö SBlutgebrauc&S ij)at, 
waS bei bem geifteSniebern 3uftanbe ber SJanbbeoölferung 
fo feiert möglich war, bie ©eifllic&feit tn $o(en oft wie* 
bereit. ©c&on im 13. Sabrfcunberte jtnben ftcb baoon 
Spuren, ba t>a$ ©efefc beß SJoleelauS , bie Strafe ffir bie 
falfcbe anfrage entbdlt. SBefonberS oernabm man bergletc&en 
Vorwurfe an ben ^auptftgen ber fatboliföen ®eifUid)!eif, 
in $ofen unb Ärafau. 2)ie ßrbauung einer ©pnagogie in 
erfterer ©tabt batte eine auf #ofiien bejuqltcfce SSerieumbuna 
unb eine Subenoerfolguna jur golge ••). 3m 3. 1407 
reijte ein ^riefler in Ärarau, SJubet, mit teuf!if$er tifl 
ben gänatiSmuS auf; er Heß fi$ baS ©ebetmnig efne* 
ÄinbermorbeS, baS et wegen ber mfiglictyen golgen niefct 
oeröffentlicben ju wollen oorgab, abbringen. Sie ©e* 
fcörben wollten bie Suben fc&ufcen, aber plöfclid) vt>trb 
burefc ein ÜRiSoerfidnbniß bem 9>6bel baö Sönen bet 
©locfe al$ eine Äuffoberung ber ©ebirben jum SDtorbe 
gebeutet; SRorb unb $(unberung entfielen ; bie Subenfcdu* 
fer werben (man weiß ni$t, fagt JMugofj, ob oon einem 
3uben ober S&rijien) in SJranb geftedft, aber a\i<J) bie 
Ännenfircbe unb oiele fatbolifc&e ©tragen ge&en mit in 
ben Stammen auf 67 ). Äreujjüjjler, wefc&e gegen bie 
Surfen jiefcen, bewabren bie Srabttion, bie Äreujjug unb 
Subenoerfolgung oertnüpft; 1464 wirb Don ibnen ba« 
SBermJgen ber Suben in Ärafau geplfinbert unb mebr 

. al$ 30 SRenföen ba* »eben geraubt 68 ). Um fteju 
fcfcöfcen ünb am (Snbe ben Ähfprfic^en ber ©eifJlidtfett 
jufolge ftebett fte Söljann Ttlbert 1494 in ben Ötabtfyett 

' Äajimir über 69 ), aber fc&on im Sab« 1500 jitirmen, fölmlb 
ber Äönig bie ©tabt oerlaffen, anbere Jtreujfa^rer bie ajore 
ber'3ubenflabt unb »erfahren nac^ gewohnter SBeife^ ). 

65) Synod. dioece«. Potaan. anno i720. 38. Febr. cap. 33. 

'• 66) SBolf Step er ©effaUer t)Qt in einem fon&erbaren foüd)H* 

' <^en: ^^tttafterfum ober Äraentoh unb 9^(o im ©dfooofe ber »oj« 

ren ©lüctfetigfeit (öerlin 1801.), »rtefte« über ba* 3tsbilaunrber 

Subenoerbannung in $ofen ^anbeln foH, Sreignfffe au« bem 9. unb 

10. 3aftrjunberte über Änhinft unb ©iictfole ber 3uben in f>o(en 

, erbietet. SBa* er oon bem Weit M jBoleötau« an berietet, ift 

niajt fatfeb, aber burdb unbiftonfebe/ naUittt unb unaebifyete «ufr 

fa|funft«weife unbrauchbar. 67) Dlugoss, Hisi. Polon. üb. 10. 

ed. Ups. 1, 186. T 681 Crot*er, Hirt. Polon. ap. Pisiortmm 

CooMMäoüta' et DÄrcta 8ynodi Dioeces.' Pösnanienaii anno < Corp. Hirt. Polon. % p. 238^ et Herbari de Futstim, Tfaat. 

' 1643: 0.8cpt. oelebr.'^Poananiaa 1643. 4) Dbiit Pagina. 64) n 'Pblon. (Bas. 1615.) p. 307. 69) Cramer ap. «flor. % 339; 

8g(. Orient 1840. «: 95:' eC Lengmch, Ju* pubUcum regni vgl. XBogncr, Okfc^tt Don Voten 0. 371. 70) OoW 

Polonl (ÖaA«i 1 17430 p. 900. * : mp. PfMor. % «43. 



et offieiis inter Christianos fungi debere aW ). 2Cucft 
in ber Statt 9>ofen M er, ben SBfinföen ber ©pnobat 
flatuten jufolge, bie JRdumlic^feit ber Subenwb&nungen 
f ingefcftrdnft •*). 65 wat ndmlid) 1542 normal« auf 
ehie^'Serfammlung befc^Ioffen toorben, bag man bie 
ttniglic&e SRaiejlät angeben foOe, bie 3a^( ber Suben in 
©nefen unb Ärafau auf ein bejtfmrateö ÜÄaß jurfitfjUs 
fuhren, bie ?)ld^e, n>o fte früher titelt waren, tyntxi ju 
^erfd^ießen, unb fo überhaupt i&ren roeitergreifenben ©ins 
flug ju oer^inbem, „secum expendens, quae et quanta 
discrimina Christianis et ecclesiis ex frequentia Ju- 
daeorum undeqqaque ex regnis et viciniis dominus 
pulsorum in regnum Poloniae reeeptorum imminent, 
qui sacra prophanis miscere nön verentur" 60 ). 2Cuc^ 
auf eine befonbere 2rad)t warb roieber^olt gebrungen, 

. „mit fit cinß $tx war unb jum SEbeil in allen anberen 
f^oornjen beobachtet wirb." 2)od> war ber wirf(i$e 
GtnPuß bed Äinigd auf bie Suben auf ben fl3eftfctb&mern 
ber ®rofen fo gering, baß er für fte bie 2>robung erlägt, 

^ er werbe allen folgen, oon benen blöd bie ©utSbep^er, 

. nic&t er, ber Ä6nig, einen 9lugen b^ben, aug bie $rioi; 

i bgten, bie er unb feine SBorfaforen gewabrt ^abe, ganj 
entließen, ©eine JBefgrdnfungen würben oergeblid) oon 
©tegmunb Ttuguff IL bejidtigt, bie ©pnobaljidtuten oer? 
geblic^ auf ben ©woben wieber^olt. 25ic 3af)l ber i(it>U 
TOen gamilien oermebrte ftg immer 61 ) unb felbfl bie 
©uter ber ®eijHicftfeit würben ibnen oerpagtet, waß eine 
in SBarfd^au vereinigte ©pnobe auf baö ftußerfie tabelte 61 ). 
©ne pofener ©»nobe beö oor^ergebenben 3af)reö beginnt 
mit ben SBorten: „bie wagfenbe jtufynfcit ber 3uben 
f6nnen wir Hiebt ertragen 1 ' 6 *), unb eS wirb neue unb 
födrffie Trennung beö ganjen SBerfebrö gewürifgt. Ttflein 
umfonfl. ©egünjligt oon 3of)ann III., ©obieöfi 64 ), unb 
ben ©rofen, verlieren bie Suben oon tyrer günßigen 
©teüung nichts. Xufricfttig fagt eine ©pnobe oon 1720: 
„je flrenger bat fanonifge unb fiaatlicbe ®efeg fte be« 
föräntt, *efto me^r nebmen fte ftcb Sreibeiten ^erau«, 
unb oeraeftten, auf gürfprad&e gejlftftt, 3(lleö; fte laffen 

nichts unoerle^t, fobaß fte tiid&t allein nad^bem fte 

gam Suglanb fiberfgwemmt (JRotb^Sluglanb, (Salijien), 
am$ in ®rüfpolen ftg me(?r ate ju oiei eingeniflet, nun 
*u$ 'SRafotrien felbfl oon if)nen ber&btt ju werben am 
fängt. 2>a^er, wer nur irgenb ein SSerebrer bed fytu 
ianW tfl, mtx ba* öffentliche SBo(?l wiO, Cbtbarfeif rfebt, 

58)'Stfttuu ng*. Pol pt 3431 243. 5») »gl. bfe 3Cu3* 

jage ani 8wfa6jewu^ SBefcbreitong oon %)ofeii in ber 3eMbja 

unb <b be« Orient 1840. $auptblatt 0. 87. 00) » 9 (. bie 

Cottttit. oon Äarn!o»«fi Ö. 115 unb ©ecp! a.a.O. 61) 

Cf. ActäSynodl'Archidioec. Qhesn. Ünieibyit atino 1649'. ce- 

: 'l*br J I7;>3ali« fVartaV. 1644. 4:) p. 45i v,Qüön>nni fcoo Mn^ore 

')tpflüiA% novaeJo4«eoruin Coloniao in bona nobilium cu» magno 

eedea. et Christ, praejudicio dedueuntur, antiqua de Jud. 

• provindai. SyiuxL Statut, praesens Concil. innovat et exequu- 

tioni decernit. u 62) Synbdus proTinciälis Gnesnensis Var- 

1643. 8. Novemb. celebr. (Varsav. 1646. 4:) p/31. 63) 



JUDEN (GESCHICHTE) 



— 134 — JUDEN (GESCHICHTB) 



gaft oon iebem gfirjfen ftnb JBcjMtigungen beö Ungrun* 
be$ jener Slutantlagc oorbanben; bennocfc ft6tt fle nicftt 
auf. 2$on einet folgen in £entf$ä| au£ betn Sab** 
1639, in eiujf au$ betn 3abrc 1689 7I ) ftnb bie Acten 
free Unterfu$ung6commifjton nodfr oorbanben. 3m Sabre 
1737 f&btte in 9>ofen bie Anfluge traurige Solterfcenen, 
an benen bie beften SRdnner ber Suben geworben ftnb, 
fierbei 7 *)} ein unlieber gafl trat in Äew 1753 ein, wie 
unö bie Arten berieten w )- SBabrft&einlwb bänat mit 
biefer Serfolgung bie Steife bc$ Suben Seiet nacb i 9tom 
gufammen, um bem $apfl fiJenebict XIV. bie fc&mdfc 
JujfceSerteumbungoorjufleaen, welc&e nurSRerb unb Staub 
na* ftcb jiebe. ©enebief* 9tac$folger, (Hemeud XIII., 
^oeefömäbte bie Unter futbung ntc&t; ber p<ipjt(icf)e Stuntiu* 
feforieb an ben ÜRinijter, ©rafen Sräbl, am 21. ÜBärj 
1763: „c'est poar $a, que dans le cas des pareil- 
les aecusations Ton ne doit pas appuyer le jugement 
sur les dits fondements, mais aux preuves legales, 
qui peaveut regarder l'affaire et rendre cerrain le 
.crime qu'on leur impnte." Xugufi III. beruft ftcfc In 
fehler Urfunbe oom 18. SWdrj beffelben SabreS auf Ur* 
funben eiegmunb'S Hl., m$atl'S I. oon 1671, Zu* 
gUjT« n. oon 171 1 7 *). Die rufjtfcbe »cftfcnabme ber 
^ooinjen bat bie Äntlage wie ein (Srbe fortgepflanjf. 
SJefonber* ift ba$ ®out>ernement SBitepSf retc^ an ber- 
gleiten 9>roceffen; 1805 warb ein 12jdbriger Änabe in 
ber Dwina gefunben, welcben Suben ermorbet baben 
Rollten. 3m Sabre 1811 oerfebwanb ein acbtwödjentlic&eS 
Äinb quo ber SBiege, ein Sube, f)it% ed, gebrauste e$ 
jum $efacb; ber $rocef} barfiber bauerte bis 1827 7ft ). 
Xm 6. aR&j 1817 ©erbietet ein faiferlic&er UfaS foleben 
fiMutanf lagen ©lauben *u fc&enten 76 ); gleic&wol entftebt 
.1823 in SBelifö, im ffiouoernement 2Bitep$t, ein neuer 
f>rocefj, bei bem bie flJebörben gegen, im 3abre 1835 
ber faiferlicbe 9teicb*ratb ffir bie Suben entfetteten. SBdb* 
renb ber Dauer biefeö 9>rocefJeö war fefcon ein neuer 
1827 im wiinaer ©ouoernement entjianben 7T ). 

Durcb aOed biefeß würben bie eigentyfimlic&feften 
be* polntfaen JWnigreicbeS au$ in ben jfibtfcben Ser* 

• bWtnifTen niefct oerwifc&t. C* bfag bureb ben rimifö* 
"ftjtboltfcben ©tauben mit. bem übrigen cbrtftßtben (Suropa 
jufammen, o&nc beffen Sntwictefung, befonber* in SSetftff 

reltgiöfen 2eben*, burtjgingfg $u tbeifen. Sßeber bie 

erftat großen Jtreujjfige, noeb bie ©runnenoergiftimg tritt 

bem feftwarjen Sobe bat auf $oten ©nflug geübt, unb 

. bie Jt&mpfe 6entraleuropa ? 4 um ben $u*efianti6rau* fan* 

ben bier nur leifen Madfiaü. Da8 SRät&fel wirb burtb 

^bie fonberbare 3ufammenfe$ung beS SRetcfteö in fodater 

"fBejiebung unb beren (Sinfttiß auf bie ganje politiftfte 

71) Äntlaatn ber 3ubcn in «uilonb wegen JCfnbermorb*, 
,0cbrou(b6 oon febriffcnblut unb Oottettöftmmg. Vul ben (Sximu 

• nalactcn wortgetreu oufaeiogen. (6etp|. 1846.) ©, 89. 98. 7t) 

• Scbeerith Itraet p. 128 b iq. 73) Xnflagen.ber 3uben. 6. 107. 
' 74) fßfi. ben Beriet au* grttminfec. im Orient 1840. 9hr. 5, 
» ä f. io./ metebtr äffe tiefe Urfunben mittbettt. 75) Ynfta&tn 

ber 3uben ®. 80. 91. 76) Sbenbafe&jl & 51. 111. 3m 

3abre 1816 war eine äftnlube <9ef<b<<bte in tfrobno oorgetommtn 
(f. e. 93). 77) GbaibaUW 6. 1. 111. 



ßntwitfetung beft 8anbe« unb feiner ©ef^tepte getfß. . 
Die feciale Trennung ber Sobilrt, au«, benen ekentlnd 
aliein bie Stepublit beflanb, oon ben itmeten unb ß$ucxp 
ertldrt eö beutli$ genug; bie Crfleren waren jiu&t b!o< 
eiferfftefttig auf bie ®etpii*feit # fonberti.bie ©efefefi^tr 
unb @6nner ber Suben, oon ben^n ffe 9iu6en jpgpt. 
C* feblte ber JBfirgerflanb, mit bem bie Suben m Ztywb* 
tanb coneunirten, welker nufet* Durcb fte ju^ewttmm, 
aber oiet ju oerUeren glaubte , babei ben eigentltcfeen oo*. 
ben f&r religiife Qrregung unb ben ^erb religi6fen XwA* 
pfe* bilbete. Diefe gtötflit&ere ©teüung ber Suben fat 
$olen tonnten einzelne 9>länberungen unb (Ebicte nieftt 
auf bie Dauer jWren. @ie war aber immer audb nur mt^r 
bunft SBiflttr unb Gbavafter ibrer i?frfcbie&enen ^emn* 
bebingt, alß butcb bie ©unfl.ber ®efe|e gefiebert; unb 
Aber biefen ©tanbpuntt tonnten bie Suben jtc$ nie etbebm, [ 
weil tein ^inbemiß ju fiberpinben tnar, fo langt bas' 
polnifcbe Äeicb ober bie polnifc^e Snflifution erifltrte. 3n 
biefem 3ujlanbe ift au$ baß ifibtfcö s polnifcbe SBcfcn 
überbaupt beprfinbet, welcbed jt$ {war in inbmibucU^ 
religiöfer JBejtebung lebenbig entwictetn unb materielt natb , 
allen Seiten auöbilben unb äußer? (onnte, aber fidj bo4 
niematt aber ben ©eifl unb bie Sebett^weife beS nw|t- 
abeligen polnifcben SSolteö ju erbeben im ©fanbe war, 
6$ batte tein 3iel ju erretQen, batet hmn* bie matf* 
rieüe Sage febümmer, aber bie feciale, geizige t\ad> &u$m 
bin niebt beffer werben. Die tommenbe Bett, jibt bm 
Kommentar baju. SRan nimmt e£ in f)olet\ febr tn^ 
willig auf, alä bie tatbolifeben JBifcfcöfc, um bie ange*. 
foebtene Sranöfubflantiation ju pertbeiOigen , in Sodsu$on? 
eine ^ofüengefcbicbte erbiebtet barten, wobti einige 3uben 
;get6btet würben, weil au$ ber buribobrten .pojüe, &um 
Bewefe ber Sranöfubflantiation , JBlut geflojfen wai '*)* 
Der Jtronfelbberr Sarnowdti brang 1559 auf bem Wcidjc 
tage oon $iotrtow fogar auf Entfernung bei Sifrfjöfr 
auö bem ©enate. 6ö b^tte fti bie 3ahl ber Suben in 
Stolen ungemein oermebrt, unb tfubwig Dccius tonnte 
baber fagen^ ba§ bie (SinfaOe Der 2atafen in ben &um 
ben bed Solfe« begrfinbet waren, ..\nsvi Üei in. quae 
ad sui vindietam tardius .grarlitur, permissa gne- 

duntur; benn in ber Seit, waö fd^on f ruber be» 

gönnen batte, btelt man bie Suben bober im SBertbr, 
unb eö gab teine 3o0fldtte unb feine Steuer, lex |e 
nidjt oorpanben, obet an ber fte niebt 2 heil rjaitenj ben 
Suben ftnb bie Gbrijtot tin^ertban; ed gibt feinen JRagna* 

,tim unb ©rogen beö tRef(*» # ber niftf Trfn^'fJjKftr^burcb 
3uben bewirtschaften liefe unb fo ben Suben Wta^imt 

:We6bri|!en gdbe" 79 ). öonttor beriebtet^*): w Dte Suben 
Jaben fibetäu in Volen fre^ meberj«affm # ^8tr*fien fkfte 

:MtW™*to^ W> anbere/SWbetten. '«TO'VWen ttm 
©rünb, irgenb Unruhen' gegen fi$ jufftVeptfci. :, 8ffitrtlt 

, 78) fbaititti (Stf^idste bon ,f)oten 6. 431. ... /Nft.0* 
. Vetiutotibui Poloriönim Liber.ap. /»iXoWio». Cejrp.MM»; Sri. 
9. p. 337. ©eine «Borte wfeberbMen «nb btti^en kttbcAtlt 
. ütiui (Daacriptio regni Polon. in ber Coltocdo 9jfnt tffe 
Polon. et mftf nl duc Lithoan. tcriptorum ed. Xoiir. Jftder 4l 
ffolof. [Vars. 1761.1 I. p. 105) imb i Äfett JMtir^Mfemi Bjfak 
ibid. t. II. (Vera. 1769.)p. 11. 79») Beftr.b. Jttaigr.9Mcne.40Q, 



JUJWEN (GESCHippR) 



— 135 — JUDEN (GESCHICHTE) 



tft bur$ bie Statuten be* Steid&e* feflgcfefet, baß fie 12 
Weilen um SBarföau reine ©efc&äfte treiben/ 1 3bre 3a&l 
tft babei fo groß, baß ber eble IDglebpu*, weiset äffe 
jene $rot>injen bereift W, bie Angabe t>on 2,000,000 al* 
eine fixere unb unjweifelfcafte auf jhllt. 2>erfelbe £>alebpu* 
berietet, baß biefe unjdfclbare SWenge burcfc ®un|t ibrer 
fWmlegten ben ©tänben ni*t Aber 20,000 Ztyx. ja&ien 
bfirfe. IJlaä) 9>olen waren 1517 bie verfolgten Suben 
au* SB6bmen gefIoben 79b ). 83on bem ©ebraucfte ber teufe 
föen Sprache berieten (Sromer, (Settariu* unb Änbere 
f$on im 16. Sabr&unbert. SRätbft Ärafau werben JBr je«c 
unb Sublin, bie berühmten Drucforte ber jfibifcben Lite- 
ratur in f)olen, al* #auptfifee ifjrer Äfabemien bejeicfcnet. 
S3on erfterer fagt Sonnor: „$ier baben bie 3uben bie 
berfi&mtefte Ttfabemie von ganj Europa, wo&in eine große 
3abl aus 3talien, Seutfc&lanb, SRdbren unb ©cbleften ju 
Aromen pflegt, ni$t nur um ben SBiffenfcbaften objulte; 
gen, fonbern au$ &6bere <?rabe ber (Sfre, wie fie bei 
t^nen im ©ebraucfce ftnb, jU erreic&en" w ). 35ie $ro* 
oinjen be* polnifc&en Stetc&e* waren bafcer mit 9?ec^t von 
ben Suben felber gepriefen; „$olen, föniglicfce* 8anb, in 
bem wir forglo* wobnten in Stu&e t>on ie&er," fingt ein 
Dtcftter 81 )- 2)« r * $* e Stellung ju ben ®roßen be* 
JKeic&e*, beren $d$ter fie in ben ©tdbten waren, burcb 
ibtt g*eifceit be* #anbel*, gewannen fie 3?etd>t&um unb 
Cinflug. 2t)xtn befonbern yrioilegien gemdß ftanben fie 
unter feiner ©tabtobrigfett , nur unter bem 9>alatin be* 
9tei$* unb ben 3Boi)woben, ftnb oon äffen bfirgerlic&en 
utijb Ärieg*lafkn befreit gewefen unb feine anbere Abgabe 
vpmtyc tfaen aufgelegt, al* bie, weiche ber Steicfcötag be* 
atmmte* 

$o$ waren bie Mafien, bie fte an bie ®runbfcerren 
entfetteten, brfitfenb genug; ©iegmunb I. verfugte bie 
Jtopffteuer (Poglowne), welcfte fie t>on iefcer jafrlten M ), 
fpfteniattfcber etnfobern ju (äffen, aber bei ber 3dfclung 
tarnen hiir 16,589 $erfonen beiberlei ©efcfclecfct* fcer* 
au**), ©ie würbe erfl 1661 auf 105,000 ®ulben er* 
btyt unb aucb bie SRitbefleuerung ju ben anbern Saßen 
ankfoWen. 3m Sabre 1717 M ) er&ob fte* biefe Abgabe 
jrt 110,000 guten Qulben, ober 220,000 polnifäen, unb 
bie in »$auen au 60,000 polniföen ©utben 85 ). 3n 
9>ofep waren rficfftc&tlicfr ber Suben burc&au* teutfcfce 
ftottitnific eingebrungen. ©ie Suben jablten bort feit 
1558 C5#of tum ben |>dufem unb Jtr6nung*fieuer, unb 
niraenb* war ber Jtampf awiföen ber ©tabt unb ben 
3mc* folget 86 ). 3m ©efefcbuc&e ber potniföen »ei*«* 
Constitution t>on 1776 &eißt e«: „SBir befe&len i&nen au# 
biermit, baß fie bie bürgerlichen Dflicfrten, Abgaben unb 
qfb anbete^ Saften nacft Proportion ibrer «paufer unb 

79*)' losef ha Cohen 117 a. 80) Deacriptio regni Poloniae 
«p, Muter de Koiof*. p. 307. 81) Offne ©eltdja jum 30. Cfwan 

t^innt; IT33KT rrnate ro iaw« wte ro'iVojpi« T^ 1 «. 83) »gl. 
1 SteSitl unb ^ifcbopjpe/ Urfunben ©. »4. 83) »gl. in ber 
2fllijem- 3fit- b^ Sobentb. 1830/ Öt. »riblatt. ©J58. IWt. H, Mn 
iutod aüfi Luhlüter, Des JaHs en Polorne. (Brazelles 1830.) 
S4) Cf. /,tTi-/i»fcA T Ju» pnblicmb regnf FolTp; 490. 491. 85) 



iäl öcuiibrfi ber 6*^' «aaUoerWItaig »on yolai. JC«« btm 
?S40! Wr 13. 6. «5 ft: 



ran^r (Jranff/a. W'ITO.) «/'107. 1«. 86) Orient 



©eftftungen gleicb allen anbern Sfirgern unb Sinwo&nern 
tragen unb aucft außerbem aDe bie Xbgaben in unfern @<ba$ 
bejahen fotten, bie wir i^nen befonberö ju bejahen aufs 
gelegt böben unb nodb fünftta auf julegen für gut beftnben 
mftgten" 87 )- Sie ßonfütutton Don 1791 ging nocb ni^t 
auf bie gortfc^ritte JranheicbS ein, gewdbrte ben Suiten 
freie ttbuna obne Änfpru^ auf bürgerliche ©lei^eit ber 
SJef enner "). & war ein fc&werer unglfirfücfter *ampf r 
ben bie römifcbe Äircfte in |)o(en gegen bie Suben führte. 
Severe würben burcb bie Slotbwenbrgfeit gefd^&^t, in 
welche fie Don ben focialen 93erbä(tniffen ^ineingebrdnat 
waren. Die fd^lec^tc @ntwicfe(ung, weld&e baS polnffcpc 
©taatöleben bur$ bat Vorwiegen ber 2tri|lohatie gewon* 
nen, war bie Sofie beö jübifcben bebend, liefen dwie? 
fpalt jwifcben bem SSolfe (5ße baö fanonifcbe fRtty nic^t; 
bie gewaltige Strenge be* rufftföen XbfolutiSmud war ibm 
gefährlicher. Sie rufftfc^e Xirdje ifl bie erfie Qrunblage 
ber rufftfc&en ©elbfiberrfc^aft, bie bitterfle geinbin ber 
Suben. SBeit entfernt, mit ber Dutbung ober ®ebu(b 
ber pdpfilic^en Secretalen gufrieben ju fein, ertennt fte 
gar feine folcfte an. 

SDb bie Berfolpung in Äiew bloö bem SBuc^er ju« 
jufc^reiben fei, ifl ntcftt gewiß; wa&rfc&einltcfc war e# nnr 
eine Sleaction nacft bem Stöbe be* religii* inbifferenten 
©wdtopolf, ba nic^t Suben aflein barunter gelitten. ©$on 
im ©etfte ber griec^ifcben Sinkt liegt biefe religiöfe Strenge; 
gewaltfame 83efebrungen grember, bie in ba* Canb tarnen, 
ju bem griecftifcften ©lauben fd^einen Dorgefommen ju 
fein. TUt ber ®roßfur(l Änbrea* 1170 ermorbet war, 
(leißt e* in ber fie wer (Sbronif, featte ber treue SDiener 
be* görflen, Äufcbmifcfttfdje (Äo*ma*), jum ©fließet 
Xnbat gefagt: „o Äefter, erinnerfl bu bi$, 3ube, in tvat 
für fcumpen bu bieder famfl? ©u ftet>ft nun in ©ammt 
unb ber gftrfi liegt nacft." Sann fdbrt er in feinen 
Jtlagen weiter fort: „@$on fennen bieft, $err, beine 
Änecbte nidj)t me^r; fam juweilen ein ®afl aut ..... 

anbern Mnbern fo fprac^fi bu: föbret ibn in bie 

JCirc&e unb ben tyalafl, bamit er ba* wa^re S^riflent^um 
erf ernte unb bie Saufe empfange, wie e*.benn aucb g« 5 
fetab, unb bu tauftefi fBulgaren unb Suben unb allerlei 
Reiben""). Sa^er ejriftiren au* bem eigentlichen euro« 
puffen wußlanb feine Seric^te Aber Suben. Datil 
3ot)iuß, in feinem @efanbtf$aft*beric$te, fagt* 9 ): „Xber 
bor allen Raffen fte ba* ®efcftle*t ber Suben, felbft m 
ber (Srinnerung, laffen fte sticht innerbalb ibrer Qrenjen, 
al* böfe unb fcftdbticfte SRenföen, bie aucb iftngft Me 
Zfirfen bie ehernen ®ef4offe bereiten gelehrt baben." 
Jferner erjd^t 3o^mme* gaber 91 ) bei feinem Xufdtt^alte 



87) etammtung gedcbtUcber <9efe(e für ba« Aönfereicb Voten 
unb ^erjofltbiim ttt Jauen ftufdge ber Wei4^confKtutfon Mm 4770, 
Aberf. wn ©. Wiftfcb. (SBtrfcbau, eemberg, treiben 1780. Jot;) 
6. 133: Ktt. 33. §.13. 88) Cf. Lffcwif, AnalyM etPh- 
nülele des troii ComtituÜent Polonake» de 1791, JB07, 1815. 
Trad. du Potoo. (Ami 1833.)p. 47. 89) Xaramfitt, 

überf. oon «t>auenfdjilb 3. G. 305. 90) De legatlone Moe- 
coriüca in Hfat. Ruthemcae fcriptorei iwttert ed> J 8U tn§ W tiü. 
(1841. 4.) I. p. 7. 91) MoicoTiUrum religio ap. BtarcewH 
I. p. 5. -. - 



JUDEN (GESCHK 



— 136 — 



JUDEN (GESCHH 



Sfuglanb 1525: „Sie routben hierauf burefc unS ge* 
fragt, wie met (Je auf b« ÄJeft&neibung gaben, ob pe 
(ie etwa in ©ebraudb hatten. Da antworteten fte, weit 
fei e$ von ihnen entfernt, baß fie auefc nur einen 
gunfen beS ölten, abgefdjafften SubentbumS 
beroabtten, ja ftur Beratung Seneä werbe fein 3ube 
im ganzen rufftfrihrn 9?eid?e gugclajfen, aud) wenn er bieS 
mit Dielen Üaufenben (Sulben ju emidjen üerfucfrte." 
2f(Ie£ bie§ ^atte nod) einen tiefer liegenben ©runb: bie 
<£riften$ ber fogenannten iutifcfeeii ©efte, welche fieb feit 
1470 oerbreitete. Sn biefem Sabre W nämlicfc ein 3ube, 
3ad}aria$, mit .fjüfe meiner anberer 3uben ^open unb 
2Cnherr gum Subentbume bewogen, (ie unterrichtet, äugen* 
bütflid) aber uon ber ffiefdjneibung abgeraten, um nidjt 
entbeeft ;u werben. überhaupt bewog nian in 9Jowgorob 
bie Stuffrn , baß ©ebeimnifj ifereö (jcimlic^en Übertritts 
$um Subentbume ju bercahren. Alerid , ber $)ope, unb 
feine S'rau nahmen bie 9tamen Abraham unb ©ara an; 
bebeutenbe 9Rdnner fd>tof[en frei) ihnen an, 9>rie|ler unb 
JBojaren. ©ie verbargen ihren ©fauben fo gut, baß fie 
dufjerlicft für gute (ihrifien gehalten würben unb 2Üejfiä 
^Beamter beim ÖJroffürjlen war. Selbft ber 2frcbimanbnt 
be$ Eimcmffoflerä, rSofmia, geborte ju tiefen s Drofelpten. 
<£rfl im Sab« 1488 fdjepfte ber <5r^birrfjof oon 9torojoiob, 
©erontiaS, Sierbac&t, ober man erfuhr nid)t uicl. Die 
©djulbigen, bie man frnnen [ernte, erhielten nur eine 
burgeriidje ©träfe, 3ofima felbft würbe bei (Seron! taS' 
%vbc, im 3abre 1490, |ttn ^Metropoliten ernannt. Der; 
felbe mujsre nod» in biefem Sahrr ben Siorff^ in einem 
ßottcii führen, ba& |Uf Unter fuc&ung biefer ©efte jufam- 
menfam. 2rob allett i'eugnenö mürben bie 'Angesagten 
überfuhrt, ercommunieirt, eingeferfert unb alle lebenbe 
unt^ tobte Tfnhanqer be£ jübtfcben ©lauben£ oerfludjt* 
Dod) war, roaS bejeictmmb ift, tte ton ©rnnabiuS, bem 
<£rjbifd)ofc # ibtem befonbern Inflätjer, verhängte ©träfe 
Diel harter, a!S bie t>om ©roßfurftrn angeordnete, Diefer 
I ie i% (ie rucfivartä ju *])ferbe fefeen, in einer Ateibung, 
beren Jutter berau^gefebrr, mit 5Bu($en au£ SBirfenrinbe, 
welche mit 2robbetn a!6 Üeufeiefjörnern gefcbmücft unb 
auf benen getrieben n?ar: „Dä3 t|l beS ©aianS 5trieg$; 
fcfcar!" DefTenungeadjtet wirften 3oftma unb ber ©taatö? 
fecretair Äurtjin in ihrer Sßeife weiter; alö beö 6r|leren 
Ae^erei entbeeft warb, gefebab i^m nic^t^, als bag er 
oom SKetropotitenftuht berablTeigen unb iirt Älofier gehen 
nui§te. Die Ttnnafiflen ber Seit fennen nieftt einmal Den 
©runb feinrö ©tur^eö, 3Kit Stobt warb aueb hier bie 
Wxlht be$ ©ro&fürften angeftaiint. @rft nacb bem 2obe 
beS ©rogfürften 3w^n, im %a$xt 1506, ergriff ^t\^ 
Irengere 93?agregetn; eö wurben einige jum 3uDcnthume 
Ubergetretene oerbannt, aber weiter greifenbe SJerfolgun- 
gen gefebaben nicf»t **)- Die ©efte erlofc^ aber be^bötb 
nic&f. 2ftä baher im 3^bre 1549 ©iegmunb JI V Hu$u$ t 
im SBaffenftitlfianbe t>om Baren freien Jöanbel für bie 
litbauifeben 3uben in Äußlanb Verlangt, fcbldgt eö Snpan 



Strahl (öicf(%fc<jff ber ruOifdjcn Ktrdjc €?* 498 fg.> bat ibn fall 



mit fofgenben, auf ba^ gröbere ftcfc bejie^enben, ©orten 
ab: „btefe SMenfcfeen b^ben ®ift für S^eib unb ©eele ju 
un^ gebradjt, haben bd un$ tobtlicbe Ärduter uerPauft 
unb (Sbrifiu^, unfern |)erm unb $eilanb, geldfiert" u y 
9?ocb ie(jt erillitt .ftnjptojubai^mu* in JRu§lanb unb foß 
befonbers? ba verbreitet fein, wo niemals Suben wohnen 
burften. 3n bem religi6fen Äampfe ber grieefcifAen unb 
r6mifcften Airche wurzelt aud) bie in ber ©efebidjte ber 
^)oien unb ber 3 üben wiebttge Äofafenempirung in ber 
Ufraine unter Ghmiefnitfi. ©ebon feit längerer 3ett 
herrfebte hier Un^ufriebenbett mit ben r6mifift;fatf)ofifcben 
Seftrcbungen ber polnifcften SSegierung gegen bie grieeftifebe; 
bie ©teuerlafl, unter ber bie Äofafen feufjten, war groß; 
e6 befcurfte bloö ber Seibenfcftaft eines (Sinjetnen, um 
biefe nur burd) Ärieg unb SJeute ge(Idrften unb bereu 
Herten ^orben aufjureijen "). JBei folgern luffianbe 
wanbte fic^ ber $a$ alfo gegen bie 9>oIen aB ÄnberS? 
gtaubenbe unb alä grobn^nren; ba aber burtb bie eigen- 
tl?ümlicte SJerfaffung be$ polnif^en JRetcfteS bie Abgaben^ 
cintreibung jubifchen ^achtern übertragen war; fo richtete 
fid) bie SButh ber Empörer aueft gegen biefe, alS bie 
SBeTfjeuge beö polnifcben Abels 95 ) unb als ihre natür- 
lichen SeinbCj in fofern 6te Suben auS eigenem Snterefie 
ber ©atbe ber ?>o.(en getreu waren, ©dbon ÜWafewaifo, 
ber 1W)2 enbete, mehr noefc ber ,&etrnann 9aivluf (1639), 
hatten gegen 3uben unb ©ei|lli4e gemutbet 90 ), waren 
aber balD übermunben worben. &in anderes SJerbdltni§ 
entjknb bureb ben 2(uf(!anb 6hmielni(fi^. Diefer, burd) 
bie ^rivatfcftdnbltcifeit eineö ?)olen gereift, warb in feU 
nem Xuffhmbt bur$ ben traurigen 3n?tefpalt ber innem 
5)olitif be6 Staate* nod) unrerjlüfet. Da§ er ffcb auf 
bie Suben mit furchtbarer SButh jlfirjtf* 1 ), fie überall, 
wohin ihn ber ÄriegSflurm führte, fammt ihrem |>eilig; 
thuine VUtiiffit, hatte nod) inbioibuelle ©rönbe, um fo mehr, 
atS 3uben Äun^e von Den planen 6hm rein irfi'S hatten 
unb, felber bebroht, ben ?)oIen f unb traten n ). Die er 



II) Koramfitt, uberfe^t tsen ^auenfiftitb 7. ©. 281. 
©trabl l| 58(1, 114) Historia belli Cosacco- Polonlci authore 
Snvi. Grantbh d§ ttntndi. (Pesthini I7S1I,) p. 32. 33. Jbtm 
^crfjiTcr biefcö frcfflttftcn Qtaubiüürbfgen Sudjeä f^wibe man fegar 
tum Ztytil bte Tlbfaffunfl brö SScttjifn'fdjen SBrrfe* ju* 3" t>tm 
fUixirrn 3Serfe bt^ 9a(loriuä # Bellum Scythico- Co*acicum 
(l>nriüsi:i 1652. 4.) iptib ba? v 3crt Judaeus nid)t genannt, wat 
be^fictjncnb für bfefen ^anepricu^ tft. 95) ©f^r bejcichnfnb :Tnb 
bie Söorte bafiit im «»tuen tytaval I. 6. w) W$U bie 

©djrifr ernte» babet betbeitiqftn Guten über bie Üafahnoerfolgungrn, 
befonberö iiber bie unter t5bmielnicti, mtldjt unter bem tarnen JT 
nran t>en Kutan, 9taie ben «Dtofe oerfa&t €J. t a, tBuetü fcend 

\ t bann öftcrö , xoit oud? in Dpbrenftirtb 1727 na^gebruefr.) 
Sßedien burthau* obreetiufr ^^it»n^ eine ber UHttbDeltffrn ^tflorffc^en 
©ctjiiftrn, meldet bie 3ubcn befi^cn unb (eiber nod) feiten unb un* 
befannt, BUl bat feine ^a^iniruniv Ü'^nttebe SüerfaUjungen trt» 
tin ein bei bem 3miefpaiti ber Äafäfen mit ben $>öten tm 3aOrt 
lü3<H f* ^ebenttn berfdben einiae Hedjtögutatbtcn in »*itq hw 
trnwn 2beil I. 9t. 27, (Kp^r» 524, 4.) 97) Urtmätki 

p. 7^: „irv JudMfo» fiotiaMimuiu saevil nrc uetati n«c «exui 
parcent/ 1 08) wV^w p" p. I b. cf OTmuliiM p. 52: „Judari, 
Jurati Cosaccorum prout et Ui illoruin Kost« 4 i, coeperunt coo- 
jeetura assfipii et mox doiuinU terreatribiis, a quibui ferm« 
oinne« tabernan amidatorio modo obtinebaiit, coeperunt referre 
et tjuitJem multii cum addi tarnen tii.'* 




II( 



— 137 — 



ICHTB) 






SButt) offenbarte fi$ in OTiemiran? , wo an MMJO 3uben 
mit tyrem Äabbi ermorbet würben**). Die tdbtx bei 
etf<felagenen ®eiffiid>en, <5bellcute unb Suben würben ben 
£unben torgeworfon l ); bet 2t(|aut oon ßfjmielnicfi, J?rU 
wonoS, belagerte ba$ fe(ie Sultfc^in, ba$ üon 600 *po!en 
unb 2001) 3uben üertljeibigt würbe. Sffetcr« batten jwei 
SBal bU ©t&rmenben $urucfgefd>tagen ; bie $o!en liefen 
flkfc burefc bae Berfprecfcen ber Äofafen täufefcen, ibr ge- 
ben faüe gefiebert fein, wenn jie fieft gegen bie Suben 
üerbanben. ©o mürbe bie ©tobt erobert unb bie 3uben 
würben ermorbet; aber bie fyolm erwartete ein gleic&e$ 
©<$i<ffal mit ben BJorten jtrinxmoö': „3l)r ijabt euren 
Sunb mit ben Suben gebrochen, je&t brechen mir ben 
Unfrigen mit Hitd)*' 5 ), Übnlidje ©cenen wieberftolten 
04 ^ <*8*ii ©tobten ber Ufraine. Äofafen imb Sataren 
ließen blutige unb feurige ©puren fjinter ft<$ ■) ; bie freien 
^eerfhagen waren üon"gliid)tigcn bebetft; fitijauen unb 
SRotbrujjlanb fielen bemfelben ©djidfat anfrei m; Bar, 
ttemberg, Stfarol 4 ), 3amoi8rie bauen ein äl>nlid)e& Sooö 
wie 3a$law, ßonjlanttnom, ßftrow. Sr(l in ber 3Ba= 
lad^ei unb jenfeit ber SBeicfcfel hoffte man Stellung. 
Unter ben SJebingungen, welche bie Äofafen am 24. gebr. 
fteUten, tautet eine auf gdit^ltd^e SBerweifung ber Sefuiten 
utib Suben*); ein TLxttM'hti aborower SBertrageö (teüt 
fefl, bajj in bem ©ebiete jenfeit be$ ^orpnflufTtd fein 
ÜRagnat fid) ein 9?ed?t anmaßen, Sruppen galten, unb 
Fein 3ube, e£ mag fein aI6 ®runbbeft|er, ober M $dd>* 
(er, ober alö (Sinwobner, gebulbet werben foUe. 2)er dl- 
fokj beö &ieljdfrrigen ÄampfeS, ben biefer Sertrag nitfct 
bcenbtgte, war ber JBerfufl ber Ufraine für 5>olen, alfo 
aud> für bie 3uben *J. Unter rufftfdjem ©cepter ijl aud) 
bt* fcfbfhJnbtge Äofafenl)errfc$aft untergegangen. 9tatftr* 

09) rVrx* p* &. 3 b. Gfne anbere edjriff *>on 9t. ©abtfcai 
<3c(?cn, Betty unter bem 9tam*n n*-*y rWa üiel bekannter ot6 
jene ift» bat mdjt i&ren Söcrifj, rocil fr* erattirtrr unb fubjcctii^v 
^ebalccn ift. £u tft Pen 3 ebner jum Zhiil (n ber 3üi6it>arjl &i* 
fiorifdjer Stötfc ©. 132 unb xwn fturft in ben 3afcrbiid}tm (Ga* 
»tf^n Literatur unb barnac^ fm ©abtÄttblaft 1844. «R ti t28 fo 
überfc^t worben, nadjbtm ff« febon fruber alö 3Cnb^n^fcl ber ©djrift 
ScWl^t J«huda aud} ing 3übifdj - Zi urfdit übertragen werben mar \ 
U bie amfttrbamer Xutyabt bcö hchebet Jchuda p. 85 b t Tfm 
'20. 'Zitoün fanb btffee SBfutbab ftatt; biefer 2a t ; mürbe ein Saft' 
tag/ für mtldim rn'dc SBu^bete tntfranben ftnb > DgL Surft im 
©abbarotati 1841. e. 1 1 .». 

I) (^ngct f «erdjidjtc ber ilrrüinc ©. Ntt nadj 3ofefoniu*. 
2> rkxm )v e. 4. ntr» nV*a» @. 86. über btr Saaten beg Äri* 
menoei o§t* f?rW*fcj p, <)9. 3j Gr»n<hki p. 71: „horribiliter 
in Nobile« tenuioris »orüs et in Judaeos nee niinua in cleruui 
iido/* 4) Die jubtfdjcn Sm'«bfr f teilen genau bie ©djiet* 
fate ber 3ubtn in biefen unb anbem Keinen etdbten mit. ißen 
bicfin faa,t ®rcnbeff (©, 81), nadjbem er tsen ben gfütbtfmflen 
er|4btt t bie überall uor ben äofafen floben unb oon bertn Slbaten 
bii Öembcr^: t , conB« se in illis loci«, ubi jam nulü erani 
Cosacci, ied soli Caiholiri et Judaei (tutiorea n proditoribus), 
ioar*etus tttmoltuantium suatincre poase/' Unb p. QO: „ Sed 
f aide fruateati sunt epe aua. Omnia enim obvia loca hoatea 
solo aequabant et quoaeunque reperiebant, qui illia reaiatere 
auai, trueidabant line ulla miaericordla , prout in tuia ci vitale 
dicU Naeol 4 mUIianbui Zainoiada dia taute enecaea sunt 45 
mUlia haminum." 5) Gngtt, ©efdji^te bet Uhaine 6. l^Ö. 

0) ffnfttt e. I«3^ cf, Grondgki p. 109 j SBJagner, ©ef^te 
ton Jtolen 0. 659, 

Z. gnet«* b. »* «i* Jt- 3»^** CecHen. XXVII. 



fi4 war e« f baß bie Äofafen in ben Suben felber i^rc 
©eißeltt faben, wenn aueb ber ©teuerbrurf alt? ber etgent= 
!i4c ©runb beS ÄufflanbeS an^ufe^n i(i. 9lo* 1703, 
bei ben Unruhen unter ©awufc^e unb ^alrj, werben a« 
JHepreffaticn, foba(b ft^ ber polnifc^e Abel gefaminelt \)at, 
alle Äat|)olifen unb 3 üben in JBo&uölau unb Äorfun er» 
fragen; auf Anregung be^ ?>alej ermwben bie Sauern 
am jDntefier bie jubiföen fyatbkr unb ernennen ibn gum 
^errn ber äebnben 7 ), 9?ur ben Jubiläen ©ro|Wnbttrn 
i(l eS nac^ einem Ufa§ bon 1729 gemattet, nac& Äfein- 
ruglanb äu tormnett. 9?acft einem @bict min 1717 wer= 
bm bie Suben naeft ©ibirien getieft, fobalb jie ru(TiT#e$ 
(Selb au6fütiren fl ) # wa$ jetjt nun wieberbott wirb- überhaupt 
fann unmigltc^ ber lange jtrtcg jwifdjen Sfußlanb, ©cbwe- 
ben unb Herten bie 3uben weniger getroffen Ijaben, at$ 
alle anberen SBew^nft* Sei ber Eroberung t>on ?an- 
ft$ifc auö ben |>rfnben ber ©tbweben famen an 1000 
3uben um % SJefonberS aber ging eä i^nen unter 
ben ,&(inben ber StufTcn traurig; alö ?)Iocj 1563 uon 
ben 9)fo6fowiten erflörmt wirb, werben bie 3uben, 
welche fidj taufen TafTen wollten, in bie 2>una ge? 
flurjf ,0 ); i(8 bie Muffen 1655 Dublin eroberten, pUmt 
betten unb verbrannten, ließen fie fieb alte 3uben, um 
fifr ju tibten, ausliefern, boefo begnügte man fieft mit ber 
uoH|idnbigjlen ^)fünberung ll ). Die 'Äntipatbte t>on 9?u^ 
f anb unb ^)o!en dujjerte ffd& in ben jöbifc^en SJcr()dUniffen mit 
nic^t geringerer Äraft, wie in aöen anbern, 2)er grie- 
c^ifetjen Äatbolieitdt, bie jcben 3uben auSfKeg, ftanb bie 
pointfdb^rimifcbe gegenüber, bie fle btföütyt. Um 20. Sult 
1768 gab bie Äarferin Äatbarina baö Wanifefl ia ): „2Beit 
wir beutltc^ fe^en, mit wa$ für Serac^tung unb ©tfcanbe 
wir, fowie unfere Religion , üon bm ?>ofen unb 3uben 
befjanbelt werben, ba bie SJert(?erbiger unfertr grietfcifdj^ 
Religion uerfolgt, unterbrürft unb mit Stöbet (trafen be^ 

legt werben, unb weil wir brrgktctyffl ©4m4bungen 

niijt mel)r leiben f&nnen, fo geben wir biefen Sefebl unb 
tragen bem SWajimilian Sefapif auf, nac^ ^ofen p 
marfctyiren unb mit ©otteö Scißanb alte gotteötdfterfaftrn 
$oIen unb Subcn $u üertilqen' 1 u. f, w, 2BaI?renb Sfuf^ 
lanb feine ungeheure ©djlingc um ^olen jog, um e8 
cnbltcb ju erflirfeii, t)aüe audi ber Subenlja^ nit^t ru^en 
bürfen. @r war grabe iefet (ebenbiger al$ je geworben* 
über bie SÖIutanf tagen beö Sotjred 1753 unb bie Jtdmpfe 
ber 3uben gegen biefelben i(l f4on gefproebm. 3m 3*1)« 
17G0 fc^rieb ber faffcoliftc Frieder ©aubentiue ^Difuiart 
ein Sind), Zlose Zydow^ka, bie Soweit ber Hebräer 
gegen ®ott unb SRenfdje« IÄ )i $o£en unb 3uben famen 



7) @ngel @. 297. 8) Cf. Let«H-, Hktoire de» Ko- 

aaquea, (Paria 1314.) % p. tm, Xu« bftfe ©djrift tft n*d?t 
grftnblicb flenufl, um bte »ebentung ber jübtf<ben SJetbaltniffe für 
ben Äofaf enoiifflanb )u rrlenntn. ßfnci unlieben SBefe^lei ven 
1745 brbient fid> aiw^ hontet quteu (Ktprit dts loii livre 2^. cb. 

14. t. 4 2. p, 271) für fetal »efratfctungen. 9) Cf, Cellmim, 
Deacr. Poloniae ap. Mtafer de Kotof 1, p. 561, 10) Üf<rrf. 
XeiUer, Dtaer. regni Pol ap. Wis^er Jr Kolaf % p. 34. II) 
3301. ©dejubt, Subtfcf)« SRtrftpurbtet @. »I* 12) 3n ben 
Beiluden jum ÜRamfrft ber ccnfcbmrttn i'Kepttblif oon yolen vom 

15. 9tot>. 17Ö9, ^r. 37 0. 453. U) Xncla^en bar 3uben 6, »7. 

18 



c 



— 138 — 




™f Hlll| 3 CO 

MB ; oir *s 2rt 3*- g«*oÄ"* fe 

Isp£ jJ i ftoWrrr jrj, tascz de &*fti __ 

f Sk *TfiBflnrftt sxft iimi'iui&c Ssücsi rrrSarCrrti tie !«•£ jz 
' £u£af Seise cx4 ta ta 4* hast 
Bei SdnfUc £w stf sdc y'nfrfb «g: 
: JtuetuA 8rf5r3 L tifSjirifcrtfV £2 idra üb 

®r ««res 3 ila »4«r 2s? f$xx 
fcftc jjfcsaä. S« jül^ 17S4 a 

, 3 &tf*IKn JMU2C "XT 120ÄÄ 

=r54ce: 3B 3nu*mm ec ffcxtf 34.7M, 3 Mm fies 
J1JBT7 'so* Sadrävs yicStt g , 3» «ur* aL^s lä» *i~ 
Sancc na 4tt isöi «tt bAc, oft 5ir 
: nfe Kj* ttÖOL* xageäa. «i ö ex 

5«Ülyf 3 CU9 ^Ste 7-äI . 3 C9KB fit 

9171 Säen % ©k irica he. mit 3 Stäpo. nc dal 

See *fea «ar 300,000 lim *# fifta Gate mytofr e i sat tat i 

bx nd acic hi «Lcs ins: ür m ma* Ivb €ck^ tri : 

c$ citeb ** etat fKäcnt $t>~ca, nft Ibn StnAcüfinc tat fifc Lfihr 
m Wiiftr icarf. ScaKc s fiUs fea Ht 9nz#ci 1S4S i c« 3« t a V«ii|ici f 




JUDEN (GESCfflCHTE) _ 139 — 



JUDEN (GESCmCHTB) 



ttorgefoimnen. #ierju totnmen nun ade übrigen fifc 
febranfungen be* geben*, welcbe ba$ Jfierretcbtfcbe Sfejjts 
ment au* betn fanonifefcen Siebte feftb&t; in melen 
Gtdbten bärfen (eine Suben roobnen, unb bte GoUeetcn 
ffir 9>a(dfima ftnb na* römtfebem Steckte unterfaßt "). 

©tc rufftfebe Äbmtnijiration ber 3uben war ben 
SBtoßnabmen biefer {Regierung überhaupt analog. 3b* 
3>rinctp tji baß ber geroaltfamen einbett; bte Suben aber, 
welche bei tbrer großen 3abl ein beaebtenöroertbe* Sbetfc 
eben ber 9Ronard)ie btlben, fielen in welfacber fiSejtebung 
biefer Ctnbeit entgegen. JRußlanb fann baber t^re (Sri* 
flenj ju einer rotrfltcb blfibenben emporjubeben nufjt ge* 
neigt fein, barf fte aber aueb nicfyt, tttoa na* altfpantfeben 
, ©runbfdfcen, gänilicb vertreiben wollen, ©taatäöfonomtfcbe 
©rfinbe fteben namlicb ben polfttfeben entgegen, unb auö 
bem Gonflict beiber gebt bie ©ejlalt be« gefefeltgen 3us 
ftanbeS bwoor, in benen fteb bie 3uben nacb ben erlaf* 
fenen Ufafen beffnben. 25a$ $rtneip alfo, welcbeS baß 
jfibtfcbe (Srunbgefefc t>om 13. April 1835 ") belebt, fann 
nur bie fBefcbrdnfuna fein, weil felbft bann, wo bie 
©taat$6fonomte gewahrt, bie ©taatspolttif einfebreitet. 
SRan ftebt bte Suben a(3 ein au£ ber polnifcben (Srwer* 
bung ftberfommeneS, unüermeiblicbeö Übel an unb fu#t 
ibren 3ujlanb ju berbeffern, fowett e* ber ©taatSöfonomie 
nfifet unb ben anbern Mfitfftcbten niebt föabet. Sbre 
Serbreitung bureb baß ganje rufftfebe Sfeicb will man 
baber niebt unb jiebt eine fcinie, innerbalb beren fte leben 
muffen. Die ©out>ernementß ©robno, SBifna, SBolbbmen, 
9>obo(ien, SRinßf, SefaterinoSlaw, bie S)rooinjen IBeffara* 
Ken, Ätalpfiotf, bie ®out>ernement$ Jttero, Gberfon, Sau* 
trien, ffltobtlew, SBitepßf, 2fcbernigo», $ultawa ftnb ge- 
wätyrt, aber bie ©tdbte Äiew, Sticotajew, ©ewaftopol, bie 
©6rfer in SRobttew unb SBitepßf, bie ÄofafenbJrfer ber 
Ufratne ftnb wieber aufgenommen. ÄuS ©ewaflopol unb 
Sltcolajem würben fte erji 1838 vertrieben, weil fte nic&t 
©ebtfjffcbawnateriallteferanten fein follten unb ba bie An* 
bern ebrifilteber öonfefflon, inbem fte oon ibnen lieben, 
genitbigt waren, bie greife ju erböben* 4 )* ^ueb in fo* 
fern bem Sortbeil ber {Regierung febabeten. Auf f)o* 
len fanb biefeß @efefe (eine Änwenbung. 3n Jturlanb 
unb Sttrfanb gelten wieber anbere Seftimmungen, ba in 
bem erftern ft<$ nur bie fefton frfiber eingeftftriebenen 
3nben «ufbalten bfirfen, in bem lefctern t'br Äufentbalt 
auf {Riga unb @$lo<f befcbrdnft iß. 3n ben wefttieben 
©ouwrnementß ftnb Xnftebelungen in Dirfern, welche 
weniger alß 50 SBerft von ber ©renje entfernt ftnb, ber- 
boten, aber im Sabre 1843 erging ein U(aß, bag alle 
jftbifeben SJewobner ber wefHic^en ?>rooinjen ffcb 50SSerft 
twn ber Srenje wegjujieben b«ben, ein »efebl, ber (aum 
-in Stuglanb jur Xußf&bntng (ommen bärfte unb ftcb auf 
einige ttnftagen gegen ben ©cbmug^elbanbel etlicher Suben 
grinbete* 2)a Äußlanb no$ unwtrtbbare unb unbebaute 
©egenben in Überflug bat, begfinftigt eß ben %f erbau 
ungemein, unb bieß aueb bei ben Suben; eß berftottet 
ibnen baber aueb (Solonien nacb Sibirien unb nacb (Bber^ 

13) Soft, Ckfthbre ber S^racfftcn 10, 1. «. 336. 337; x>${. 
ben »«bfrag \n »b. 10. 9. 93) ©at. XUQtmHnt Setora bei 
3atat^m< 1940. 9U. 11 f^ 94) <tbtn\»f«1>t IS». Kr. 155. 



fon ju ffibren. @ß tfl eingegangen auf ben alten »or^ 
fttag engel'ß 26 ) unb Änberer, „eine SBfiffe ffir biefeß 
Colfauftufucben," aber eß bleibt aueb bier in gewijfen 
©renjen, obwol felbfl f)aß(ewitfcb über bie ftbirifdfcn (bb 
(onien nur gfinflig ftcb gedupert bat "}. 6benfo beafim 
fligt man ibren ©rogbanbel, fretlicb wieber mit gewtffen 
JBef(brdn(ungen, j. 83. in ibren gabri(anlagen; nur Auf- 
enthalt in ben £auptfldbten ff* geftattet unb üRttbringen 
jfibifeber ^anblungßgebilfen oorgefebrieben. ÜRan jwinat 
fte, obne baß fte IBfirgerrecbt baben, gum SRilttairbienfl 
alß gemeine ©olbaten, unb befreit nur ©eifili$e, gas 
bricanten, ?anbbauer unb 3>rofelpten ber grieebif^en 
itirebe baoon. £dtte bie rufftfebe {Regierung wirtlicb We 
Äbftcbt, bie Suben in ben alten polnifcben |)rownjen 
auß tbrem 3ufianbe in einen eultioirteren ju t>erfe|en, fo 
(önnte baß nur auf bemfelben SBege wie mit ben anbern 
JBewobnern beß Sauern - unb JBftrgerfJanbeß gegeben, 
fo müßte man bie bejwetfte Sultur ber Suben niebt alß 
eine neue £luede ber ©taatßeinnabme, fonbern a(ß eine 
Aufgabe ber SKenfcblicbfeit betraebten, beren 86fung audb 
bem ©taatßintereffe tyilfam wäre. 35ie (aiferlid&en Ufafe 
werben baber eine tiefere SEBir(fam(eit auf 8eben unb 
2)en(art ber Suben {Rußlanbß fo lange niebt dußern, alß 
(gigennuft ber {Regierung unb 83ejiecb(icb(eit ber Stegierungß* 
beamten ftcbtbar werben 26 *). Sie polnifcben greibeiten 
ftnb entfernt, bie polnifcben Saften beibehalten. Äußer 
ben übrigen ©teuern jablt ein jeber Sube bie Äopffieuer, 
bie Äorobna ftatt beß $og(owne. Die 3«b' ber Suben 
in JRußlanb ift fel;r groß unb wdcbfl troft allen $inber* 
niffen, glücbtlingen unb S3e(ebrungßberfuc§en. Die 2tn« 

5abe ^errmann'ß ") »on einer bölben SRiOion im Sabre 
813 fließt $olen niebt in ftcb; 1825") jdblte man 
in Dolen 341,125 jöbifcbe ©eelen, wel*e im Sabre 1896 
auf 368,000 gediegen waren. Sn ber {Resolution bon 
1830, wo abermalß bie 3uben ein Sorpß ffir bie pol* 
nifebe ©acbe gebilbet batten, erlitten fte JBerlufle. 9ai* 
(ewitfeb bemertt im S3ubget bon 1835: „Ungeacbtet bte 
Suben in $o(en wdbrenb ber Snfurrection große SBerfot- 
gungen erlitten, bat ftcb ib« Änjabl boeb, wie bieß bie 
erfle gleicb nacb ber Sßieberberiredung ber gefeftlicben 
Orbnung bewirfte JReoifton bartbut, (eineßwegeß bebeus 
tenb »erminbert, feit jenem Sabre »ermebrt fte ftcb aber" tf ). 
6r jdblte 420,062 Suben in $olen unb 1,453,203 in ^ 
ganj {Rußlanb. {Bulgarin 10 ) gibt 414,813 in Dolen 
(33,934 in SBarfcbau) unb 1,495,364 in »ußlanb an. 
3m Sabre 1838 jdblte man in Dolen 453,646 (36,390 in 
SBarfcbau) unb in JRußtanb ftberbaupt 1,507,995 ©eelen "). 

25) @cf*fdjte oon ©ol^cn 6. 605. 96) Xt^m. dtft. beß 
3ttbent$umt 1837. 9tx. 68. 96*) 2>ie Suben in Äoflonb. («anu 
burö 1844.) 6. 32 f fl . 5 »tf. geobot miitt, «e<bt<oerbdltn{ffe ber 

Sxemben in «uflanb. (©orpat 1847.) 27) Sur U r4p«rätion 
a nombre total des habiUnts de la Rotde in M4d. de PAea- 
demie de 8t Petenbourg 4. p. 558. (1813.) 28) «ei 3on|, 
©elewbtung ber Thtorie du Judaiwne be« Zbbt Gtyfarini. (JBttm 
1830.) e. I. 29) VUgemdne 3eitun brt 3abent»uml 1838. 

9tr. 35. 37. 30) Sftabbdut »ulgoHD, ftuftanb fo Wo* 
df<ber, ßatifKfiber, 0eo0rapbif<ber unb Uterarif4Kr fkUctana, i6erf. 
wn *.». »rarfei. etati|Ht 1. 0. 207. 31) XOa. Sfftna 
bei 3ubatt$um« 1840. 91c. 22. e. 312. 

18* 



JUDEN (GESCHICHTE) — 140 — 



JODEN (GESCinCHTE) 



Sa$ Sabr 1839 erbübt tiefe Angabe um beinahe 30,000 J1 ). 
3Ran gab an 1007 ÄabalS (®emeinben), 586 Synagogen, 
2377 2!empel ober JRdwionöfcftulen , mit 935 OTabbinen, 
2097 ttltcflen unb 1698 (Sd^a^metflern (ohne Voten) M ). 
JBei alle bem fittb bie 3ai)len gewig no<b f leiner, al$ ber 
wiiflk&e SBeflanb, ba bie Statiftif in SRufjlanb überhaupt 
noefc mangelhaft ifl. Sa§ Sabr 184S bot für bie ruffi; 
fc&en Suben bis iefct feine #nberungen gebracht. 

2lueb bie ®efcbicbte ber ffanbinaotfcöen, nament; 
lid> ber bdnifcfcen M ) Suben beginnt erfl ba, wo bie 
ber iubiföen S3et)6lferung ber ptyrendifeben Jpalbinfel auf- 
b&rt. ©d>on früher mögen gwar einjelnc Suben be£ 
t&anbelö wegen fowett hinaufgezogen fein, eine alte eng; 
Üf#e Urfunbc nennt fd?on einen Suben au$ Sdnemarf 
im Sab« 1176 3& ), unb ^Benjamin fdjopfte gewiß feine 
9lad>ricbten uom ^anbet nadj tiefen Sintern aus jübifebem 
ättunbe w ). Eber BebeuEung befommt bie jübifefee ©e= 
meinte biefec Banbe, für bie früher nur teutfdbe Sitten 
in SSraudb gewefen waren, erfl bann, alö wie £oÜanb 
unb Hamburg audj SdnemarF ein Afp! flüchtiger p$w 
ndifeber Suben mürbe unb biefe ben SBobtfianb unb au# 
bie glücflicberen SSebingungen ber Aufnahme mitbraefcten. 
Senn wenn atub, wie 1651 unter Ifnbrobung groger 
©elbftrafen auSgefprocften war, fein Sube obne befonbern 
(Sclcitäbrief bae t l anb betreten burfte, fo gewannen bed) 
burd) bie gürfpradje beS reteben bamburger ^ortugiefen 
Jereira be SKatoS, ber in ®eftbdft$üerbmbung mit ben 
norbifdjen STOajejldten flanb, bie Suben gr&fjere greibeit, 
9J?an beamtete aueb hier nur ben 9?u|en, ben bie Suben 
atö #anbel$leute brachten, unb begimfligte fte nur als 
folebe 37 ). SBenn einigen ®unfl unb 2Bürben — Sereira 
beift fefcon „os Elskeli^e- (ber CiebcnSwertbe) . unter 
<H>#ian IV., griebridj IV. gemattete man Staatsbürger 
reebt unb StaatSbebienungen * 8 ^) — gewahrt würben, fo 
blieben bori) bie alten aSefebranfungen beö bürgerlichen 
£eben£. 6$ ifl ber gewobnlicbe ©ang ber tnobernen jü; 
bifc&en ®eftbid?tc, bag bie Zoleranj perfl nur 9tu#en 
bem einzelnen bringt, ohne 'Hnberunp be£ atigemeinen 
©efefeeS über bie Suben, bann allmalig ftcb weiter er* 
(Irecft 3n biefetbe 3ett beö 17. Sabrbunberte, wie bie 
hoüdnbifdjen unb bamburgifebeu ßolonien, treten in HU 
tona, ®lütfftabt, 9Mffot>, ÄarbuuS, greberiria nad) Urfun; 
ben unb Senfmdlern w ) iübiftbe ®emeinben auf. J5te 
9tiebertaffung in Äopenhagen erfoberte gewiffe 2$ebingum 
gen Don Sefife unb aum 9iuben ber ©tabt; pe mußte bureb 
cfn f^6ne6 *t)auS ober eine 3ffanufactur gewonnen werben* 
SBon griebrfcb^ b, ®r. unb Sofepb'S B, äöeifpie! angeregt, 
oon ber Stimmung, bie in Seutfcftlanb berrftbfe, üben 
baupt berübrt, forgte man ftöon 1788 in 2>dnemarf für 
bie ©Übung ber Suben ju <£>anbmerfem unb anbern Sc« 

32) gemeine diftuna bcö 3ubcnt^umö 1840. 9t r. 52. 6. 
749. 3:V) öbcnbafetbft LH4I. 9tr. 1, 34) JBftL *olbct:a*ö 
X>dnfmarfif*r ^cnuc^tfchc ©taate .- unb 2^<id?6^cfii(btt ©• HO. 
©djubt, 3ubifdjc aJlcrfroürbigr. I, 112 unb befonber* A. D. CoAr», 
Do mot«icke Trocabekjendcrc« StÜling i Damuark. (Odense 
1837.) 35) 'l'owry, Kaglm Juduica p. M, 36) %L meine 
biflotifcbcn fOerfutbc Ö. 13. 37) Cohm p. 16. 38) 3« d 

11. ©. 4. 39) ToArn p. 13. 



•werben. 2>a$ ®efeft oon 1814 lft ), weltbe^ aüe ßrwerb^- 
jweige gemattet, fd^ließt jwar politifebe JRecbte au^, geigte 
aber Sorgfalt für ba$ innere Sfeben ber Suben. £>it 
Qommunaldmter flehen ihnen offen, SBdblbarfeit flu ben 
Stdnben beö Sanbeö baben fie niebt erregen Wnnen. 
3b*e 3abl betragt 4000 im Äomgreic&e unb 40(K) in 
ben £ergogtbümern ©cfeteöwig unb ^)olffein. 3n btn 
Unteren i|l ihnen nur in 2Cltona, wo fte eine bebeutenbe, 
bur# befoubere Serfaffung prioiiegirte ©emeinbc noeb 
immer baben, ©tücfflabt, 3?enböburg unb an einigen am 
bern SDrten ^u woljnen erlaubt unb bfrrfcbt bie mittel 
aUerlit^e ffieflimmung, 6in ©efefe oon ßbriflian VUL 
warb oon ben Stauben 1840 oerworfen. 2ro§ bem er= 
wies ftcb bie JRegterung gegen bie Suben gütig. 2Ba5 
bie neuefle 3eit hier ihnen bringen wirb, hangt mit ber 
aligemeinen dniwidelung ihrer SBerbaftniffc in ieulfdblanb 
jufammen. 

Scb weben bat eine geringe 'Änjabl Suben erfl feit 
furjer 3eit- Älmquifl 4I ) faßt au(ft ibre Stellung in tem 
HnH äiemltcb fat)"d> auf, wenn er einen ßbrijlen aW 
Suben eine bebeutenfce SRotle in ber 2tn!erjlr6m'fcben 2$ers 
fd^w6rung fprelen laft, aber ktereffant i)l, wenn man an 
bieö JRecbt beö gürften an bie Suben, btö au§ faifertiebem 
Itnfeben entlehnte benft, ba^ gcfl&alten ber Enfprücbe m 
Ä6nig^, ben Suben eine ihm beliebige SSerfaffung &u geben. 
Äarl Sobanti hatte 1838 n ) ben Suben in ben oier btdb^ 
ten, wo fokbe pcb aufhalten (Storfbofm, ®otbenburg, 
SRorfiptng unb larl^frona), eine freifinnige 58erfa|Jung 
gegeben, bureb bie ein alleä Reglement t?on 1782 aufge; 
hoben ifl; aber bie Staube baben e£ in ber Art niit 
aeeeptiren wollen. 2)er Äonig bat tiefen gwar in manchen 
fünften naebgegeben, aber feine 0{ecbte Sterbet al6 ibm 
pftebenbe gewahrt. Norwegen barf fein Sube betreten. 
2)ai Senfmal, ba$ man ihrem äJertbeibiger Jpenrif 8Berge- 
lanb gefegt bat, »erCünbet noeb feinen Sieg ber 3ufunft. 

2>ie ©efebiebte ber Suben in Stalten ifl in mebr= 
facber 95epebung merfwürbig. Sie fonberbare 9Rifd)ung 
oerfebiebener ©inbrürfe, weiche baö i l ant unb feine 38e- 
wohner bureb SBolföeigentbümlijbfeiten aller "Art empfing, 
fpiegeln ftcb aueb in ihr ab; nidjr minber lebt in ihr t>a$ 
Sntereffe einer ununterbroebenen Sauer, unb ber au£ bem 
elaffiföen JBoben immer neu quellenbe ®etf? ber SBBifTen- 
febaft unb gorfdjung maebt ftcb in ibr geltenb. Ser 
TDmifcbe ®eift ber SRilbc unb Sulbung ifl für bie Suben 
bier eigentli^ niemals abbanben gefommen. Äcin 8anb 
ifl bur<$ äJerfolgungen blutigen SharafterÖ gegen fie wem- 
ger beflecf t, aU Stalten, unb ber webmütbigen ©rinnerungen 
tnüpfen ftcb für bie Suben niebt fo »tele baran, wie an an; 
bereBdnber (Suropa^. Saö SJaterlanb ber Hierarchie, beS 
fanodföm JRecbtö unt her 3n<|uifftion ifl felber am 
freieren oon bem unheimlichen Suflrr, ben taö Mittel = 
atter be^ mittleren SuvopaY burdb ebenbiefe Snfhtutionen 
erhielt. Siefe (hfebemung bat aber im SBefen unb in ber 
©efebiebte ber üalienil'djen ifdnber ihren ®runb. So t>er: 

40) Vohen p. 62. 41) 3m Azurn Uzuli Tintomar«, 

n>0 ber ^pfeubojubc ^Schimajim waarez 1 ' ali ©djwurfcnnct im 
«ante fü^t. 4'1) J3oft II, W fg. 







JUDEN (GESCHKWTR) — 141 — JUDEN (GESCHKHTS) 



fefceben btefe felbfl burcft flraiatifc$e ßefc&affen&eit unb 
atfövfytify Gntwicfelung erfahrnen, fo cm* tfnb fte bog 
taaner barin gewefen, baß fie ftcfc ju blutigen ®cenen 
rdtgtffer Sntolerang feieret bewegen ließen. 3n ben 
brtt großen Stegiontn be* £anbeö, ben beiben ©icilien, 
best Jttrdfeenflaate unb bet £ombarbei im weiteren ©inne, 
wo fiftltc^eö , geifiige* unb #fiorif<&e* geben fo tief wi* 
bcrfpre$en, wo ftyetnbat ade SKaterialien ju bet flamme 
be* ganattfmuö ootfmuben ftnb in ber füblicfren ßnts 
jänbltc&feit unb Äeweglic&feit, in bem naturgemäßen 
Scbfefnif* tat^Dltfc^en <Sotte*bienfic*, überall iji bie 6on* 
fernen} be* #erarc&if(fcen SBeltylane* ffir bie Suben mim 
ber raufc unb bife gewefen, felbfl in ben ftytimmjien 
Sagen, at* im (Zentrum Curopa'*; immer war bie an* 
bere ©eite be* ibnen eigenen ß&arafter* ffir bie Suben 
eine fftirmenbe unb bulbenbe. 2>ie ©eföic&te ber Suben 
in ©icilien &on ber in Neapel ju trennen, iji ni$t 
ratbfam, fdbfi wenn fte e* auefc ffir einige Sa&rljunbcrte 
gewefen, nic&t weil etwa bie Kopulation fo bur$au* 
flCcicfmrtis wdre, bie ju beiben ©eiten be* SReerbufen* 
wohnen, fonbern weil bie befonbem Sreigniffc, welche mit 
ben Sinbern auefc bie Suben trafen, biefelben für beibe 
waren, ber Statur ifcrcr gcograpbifc&en Sage na$ biefelben 
fein mußten. Die beiben ©icilien waren ber wertvolle 
©cWftffel Stalien* feit uralter 3eit; bie eigcntbfimlic&e 
Järbung, bie t&re ©efc&icbte feat> ifl eben bie t>on übers 
gangtfinbern, bem großen ©ammeiplag ber Stationen. 
Stauet tfi cd ein richtiger ®an$ jfibifc&cr Sage, wenn 
fte bureb ©icilien in 3talien einbringt, ben Aufenthalt 
ber Suben bafdbfi in bie Urjeit jurüahrägt; baber wirb 
aaa) ber taufenbjd^rige glfi<fli#e duftanb ber Suben in 
btefen (Begenben erfldrlicfc 4> ). 

©emi ber SJtibrafcft ju ben SBorten Sfaafd im 
©egen Sacob^ über Cfau: •pwin rrfp -p» ■»»«» 
WüSHfirtf rrbe*« ir 44 ) (ba* ijt Stalten), fo fommt bie« 
baber, weit er Rom, ba* cfcrifiltye SWmcrtfcum, mit 6bom 
ober Cfau jttfammenbringt. SDHttelalterlicfte ©agen fnfipfen 
mm batb an rötmfc&c ©agen ttnteritalicn* an a ). Salb 
beißt a, unb e* foll au« Snfcbriften uralter 3eit fcen>or* 
aeben, baß «fau'* ©efc&lcc&t in ©icilien, al* ©rünber 
ftafam***, fM) ang cf t c b c l t fcabe. ©er uralte Aufenthalt 
bar S NI m in Reiben ©teilten bathrt freier *on rflmiföen 
3*fH, fUHi ber »epublif, fcer "). ©ie Crmorbung be* 
fMfc&of* flardan bun$ bie Suben in ©pracu« gehört 
}war „in bat große SRcic^ ber 8figc" 47 )/ beweiff aber 
b*6 &•* Äewußtfem »on einem folgen frit^cn Xufent* 

43) flHnc 4fcf«jfrfrtc ber 3uben in €?idfien aftt 3«n* In «• 
mm Ba*e |m 0ef4i(bte «nb eiteratwe ©. -164 fo., ttxi<4< ^er 
M|äfR4 ten«e ift. Der potittf^e 3*dl fft om 4m atrt ber 
feün aaporbene n CMfrdft von Otovanni, Tebnimo dellm 81- 
cttb, etnowim. 44) B«rMchith ftabba 59 d. 4») J#- 
w^m «d. Ämdkwpe 9. 10. 3n»* a. a. O. «. 484. SDie 
Dsrite bl#nr «aae Ions tyc nfabt ««jeewirftn mtben, aber bat 
B«#dtd« biS ^mbt« |i Amr fcWnt bo* bobti weniger tetyit 
fint miT*. -46) Infcr altm 3»elfel war V. Cdcfllai tNget 

ein flciiifnVer 3n%«| *£ fb^. «d f7ic. In Yctr. T«m. II. p. 
336. 41) S«n| o.a. ©. 0. 48h. Jokmmm i§ Jokmmt, 

Cod. dipL Mdl. diitnrt. 1. p. 406. 



balte bafetbft, weil bie örjd&lung eben gegen bie Subm 
»gerietet ifl. 3n Äpulien unb (Salaorien, beffra 
*&ßenbefd>afitnbeit ber SNbraf^ befonbert im Äuge bat*), 
wobnen f^on im 4. unb 5. Sabrb. n. 6^r. ©eb. fo oiele Suben, 
baß ber ita(ienifd>e 9rdfect S^eoboruS, melcbem ^onoriuS 
ein Cbict jur SoHjlretfung gegen fte aufgibt, wegen fei? 
ner c^rißlt^en Sreue Don Xugußin ein S5ud) gewibmet 
erhalten M")* Son iftrem |>elbenmut^e in Sttapel fftt 
bie ©ot^en gegen bie boppelt feinblic^en ©rieben war 
fd&on bie Siebe. Gin Sa^r^unbert fpdter fommen fte fte 
bie {Bewirtschaftung ber großen Patrimonien ber r6mfc 
f^en Ätrc^e, bie ftc^ über beibe ©icilien unb ©arbinieti 
erjfred ten, burc^ i^re große 3afcl in {Betraft, ©er 9ap^ 
®elaftuß erwdbnt gweier Suben in feinen {Briefen, bie auf 
geartete unb gänftige ©teOung berfelben fließen laffen **). 
wegor ber @roße befonberd ftnbet in bem S3erbaltniffe, 
in bem fte all f)offefforen unb Colonen jur rimif^en 
jtird^e auf bem ©runbbeftfc berfelben ftc^ beftnben, Gfe 
legenbeit genug, nieftt nur, roa& ©Dnagoaen unb religi6fe 
Ber&ältniffe ber Suben felbfl betrifft, mit bem ^eile ber 
Äircfte übereinflimmenbe Urteile ju faden, fonbern, was 
wichtiger ifl, bie (Sonoerfton jur ittrd^e ju bef6rbem. Qt 
Idßt fteft 594 in ©icilien ein Ser jeic^niß aller öefiftungen, 
auf benen 3uben leben, anfertigen, um an jeben (StmeCnm 
bie fiJebingung ju fleflen, i^m im galle ber IBefeprung 
bad ©rittet feiner ©teuer ju erlaffen 61 ). Sine €rlei<^ 
terung ffir aOe folge batte- er fgon 591 gewollt, bie Pg 
auf ben SRaffen ber Äircbe (fo bießen i^re gr6ßeren Srunb? 
ftuefe) aufhalten"), unb er fpeculirt befonberd auf ben 
©ewinn t>on Armen, felbfl wenn fte ni$t Aber ein JMeib jur 
Saufe verfügen fönnen M ). ©ad »erbot be* IBeflfceS von 
©flauen unb be* |>anbel* bamit war für bie Suben tiefet 
©egenben, wo beibe* für ben Anbau unb Qrwerb unfgdftbat 
unb not^wenbig war, ein harter ©gla^. ©te Suben 
gebrauchten jebe gijl bagegen; ein Sube Iteß feine Jtmber 
tn Neapel bie Saufe nehmen, um ijmen feine ©flat>en 
gu fgenfen unb fo ju benftften M ). ©er 5Berfauf*jwang, 
nad) bem fte 40 Sage nag Xnfunft eine* neuen ©Ra* 
»entran*porte* biefelben an C^rijlen verfauft baben mußi 
ten, warb auf jebe SSeife Untergängen, unb fdbon barauS 
fann man auf eine nog gasreichere Subenbeoolferung in 
ben nkftt geifllicften Wnbern fließen. 6* ifl überhaupt 
irrig, au* bem 9Rangel an Stagrigten aber bie 3u^ 
ben \\)x SWigtoor^anbenfein gu folgern. S3ietmefcr iß 
biefer gewJ^nlig ein 3eugniß für i^r ungeflörte* Seben, 

48) Scheknlim 11 ft. Bererchith Rabbn p. 9ü &T Der Top- 
g«» gn «jeibiel 27 gibt wo «^ burdj Äpolten wfeber. 49) 
00t. ©tonnone, (Befcfcfcbte oon 9ttapt\ L überfefet von Soben« 
fajitb I. 6. 89. 50) Man* tom. 8. p. 131. 133. «htm 

Sttbeti at4 SEetefe nemtt er Vir clariwimu«, empfleblt <b» fpedef, 
unb toftt t^n ntyt mtt ni<bt unterbrutft, fonbern fogar gefbriert 
(aben. JDen jwdten atrt »enofro, meltbem unter bem Borwonbe 
einer getoattfamen S3efa)neibung ein ©ftoee entlaufen mt, toia er 
fn feinen 9teo)ren nfä)t gefronft $aben, „toc religio temermtm 
▼idemtnr, nee terra* hnc objeedone menütof conpetentb Jart 
dotdni declinnre oonteodat." 51) Grtgorii Magmi opp. 1 734. 
Jok. de Joh. Cod. dipl. f. p. 163. 5% Opp. %, 5Ä Jon. dt 
Jon. 1 , 139. „fn iMooto «edetfne;* ngf. teo, (Sefu^ntte »on 3ra» 
den 1, 143. 144. t») Soft, dt JM. 1, m. T4) OppT% 
954. üb. 9. ep. 36. 



JUDEN (GESCHICHTE) — 

welkes in ben SJdnbern, t?on benen hier bie 9Jebe, %km* 
lieft fic&er tft. 3>ie eigentliche Scoütferung betber ©icilier* 
war gar nidbt burefj bic uerfcfjiebenen dienen, ©otljen, 
©rird)en unb SJongobarben, big in ti?rcr 2ie fe aufgerüttelt 
werben; e$ roecftfelte nur ber £errfeher, ohne baß in ba§ 
feciale l'ebcn eingriffe qefebahen; e6 war um bie Drga* 
nifation einer £errfc&aft, t>on ber man für bie eigene 
^Rationalität ©teuer jog, £U il)un. 2flS bie foTa^cnifd^c 
$errfd)aft an bic ©teile ber griedjifdjen trat, n>irb t»ot 
t>on SBer lüften beric&tet, bie im Kriege felbjl, bei blutigen 
(Stüberungen, aueft bie 3uben trafen , roie in ^tjrafuö ") 
unb in "tfüerfa *), aber fonfi i(! in ben Urfunben fara= 
jenifefter $rrrfehaft in ©irilien von Suben feine Spur s7 ). 
Unter ben Tormännern mürbe bie£ niefct anberS. #udj 
bann baute fict) hier bie neue |»errfd)aft auf ber SSafiö 
be£ SSorhanbenen, aüeö anerfrnnenb, n?a& üorfcer im Skattd} 
war, fobafj man fo^ar ben 9iainen bnr farajenifefcen ©teuer 
übertragen tonnte *"). Suben unb ©arajenen traten aber 
jefct mebr h^or, ipeit baS normiinnifcfte 6t>fiflcntbum &u 
ihnen einen ©rgenfafc bilbete. 2>ie ebrifi liefen Schrift; 
fiel! er, namentlich bie ©ei (tieften , baben baüon ein 2Je- 
roufjtfein unb ber ©influi beffetben feftuf attdj befummle 
©efe($e, n>® in ber naiycn Änftfiauung nur ein natürliches 
SJerftiltnifj üorljanben war. Sie üWnidnner, fo gute 
(5bri|ten fie waren, rrfrnnen für ihren ©taat allerbingö 
feine Sefdjrdnfung an, al§ bie Untiid}li$feit, felbf! rtiebt 
ber Mangel einer eblen ©ebtirt binbert bie fiiefleibunjj 
t>on ©taatStimtern iQ ). ©ie baben nur ihren SJortbeil im 
2tuge, roenn fie ©ara jenen unb 3uben in ihrem Sfecftte 
laffen. Sei ber Eroberung ^alermo'S burd) fie rcirb in 
bie ©eroobnfjeiten ber ©tabt 60 ) aufgenommen: „2)tt 
SJerfdufe unb SinFAufe, roeldje pefc&efren finb unb ge^ 
fdjeben werben buref) Sarazenen, Suben tmb ©rieben in 
©icilien, in beroegliefien ober unbeweglichen Dingen, Ijaben 
$efttgfeit, unb aöe Snflrumente, wetefte über biefe SJer= 
Fdufe ober Zau fcftgefc^dfte ober über fonfttgen SBer f ehr in 
arabifefter, grieeftifeber unb bebrdifffcer Sprache burd) bie 
$dnbe arabiföer, flriedjiftf)er unb bebrdifeber Notare oolU 
jogeti fin.b, aud) wenn fie djnfllicbcni ©ebrauebe nidjr folgen 
(etsi solennitatifous Chrisiianorum careant), wie alle 
anbeten Rapiere, bie auf biefelbe SBeife noefr wtti 
bracht fein werben in Sufunft, baben fiebere unb bauernbe 
©ültigfctt." 3n einer Urtunbe für bie ©tabt 3Re[ftna 



55) JDer Brief brt ÜÄönc^fö 2bfcborü6 über tiefe Belagerung, 
mid)tt unter ben ©efön^enen aud? Hebraei atiW^t, tfl oft tmc- 
berge^eben, aii oen ^anifiui, Äocdjuö tytttuü, WIutq* 
toxi (m. rer. ItaL I. 3, 265), 3firolb(. Hui be Spanne 
dtirt ibn 3un| o. a. O. 6. 4S6, 56) äunjt, ^ottföbffnftlirfjc 
SJorfrdflc &. 3G2, 97üfr e, 57) ßon bem Codfce diplomaiico 

di Sirilia «oito iL govemo d?g\i Arabi publica to op. et sluiL 
Atfon*. AireUli. (Palermo 11811. 4.) 1 — 3, %üb .ßautlcutner 
in ber Oefdjidjte ber Araber in ©idlim rinc Überfeeung. (£emgo 
1791.) 2Öenrid> (De reb. ab Arab. in Italia gcatii) bat au(b 
nitttö über 3uben rntbeeff. 58) Geiia, tüoocn Pro ((iJcfdjidste 

Don Italien 1, 373 <Rofc) foflar unfere Xcctfe abgetritet baben wiU. 
50) ?eo, ®ef<btctff oen 3tafien f. ©. *iü. 611) SK%ttl)rtlt 

oon ©reacrie in ben Cotwider&zioni aopra la atoria di Sirilia 
dai tempi Normanni alno ai presentt (Palermo 1805.) 1. Prore 

p. in. 



— JUDEN (GESCfflCHTE) 

Dom 3- H29 mirb ben Suben baffetbe JRec^t roie ben QfyxU 
(len jngeftebert 61 ), roaö ebenfa in einer Urfunbe mm 
(äatana 1168 6J ) gefefeiebt, wo 3ebem fein Sfecbt ^ugc- 
fiebert wirb: „Latini, (jraeci, Judaei et Saraceni unus- 
qui.sque juxta legem MUND jodicetur." Der fctnfTti- 
nrge St^ger fübrt bie jübifc^en getieften ©eibentueber 
a\i$ ÜHorea bei einem ©treifjuge^nut fteft na0 ©teilten, 
um bie Sultur gu (jebcn w ). 2)erfctbe Äönig ^atte einen 
@ün(lling, mn bem ber cfcriftlidje Xutor ^ürnenb erjdblt, 
er babe "bie Reiben geliebt, „bie Synagogen baupg be^ 
fueftt unb ibneti t)l pr Srleuebtung unb xva$ notbroens 
big tt>ar, gefefcenf t" 6I ). JRoger füll audb am 6nbe feineö 
gebend ©arajenen unb 3uben gern baben befe&ren rooU 
len, unb Biejentgen, roelcbe i^m geborgten, reieft bef^enft 
(jaben * 5 )* 2)ie äBeftöne&mung fceö ifanbeö burtfe bie 
^obenfiaufen cnberte an bieferÄage in ber SGBirflicbfeit 
roenig, wenn aud) in bag ®efe| bie fanonifdbe SRegel 
bureb ben Einfluß Snnocenj^ III. einbrang unb griebrid) II- 
fie 1991 proclamiren liep 6& ). Überhaupt trat bie bitbenbe 
unb gebilbete Hxt ber ^obenfiauftfdjen Sierwaliung be- 
fonber^ in ©icilien lebenbig fyexvoT, DamaW, wo noeft 
fomel trbenitnSftige Elemente antifanonif^er Äicfttung ftd) im 
fietlifdjen SReicfte befanben, war an eine trirflicfee ffrenge XuS* 
fübrung beä fanonif^en ffiecf)tö nicht ju benfen. griebrieft IL 
bentifct öielmebr biefe fanonifc^e 2Iugf^lie§ung ber 3uben, 
um einen nii^tigen 3rcetg be^ mcreantilifd)en SSerfebr^ 
ben Oelbbanbet, ber im Ausleihen gegen 3in$ beftanb, 
eine für jene an baarem &t\ht febr arme 3eit fybdbft hu 
beutenbe Ängelrgenbeit, bureb BDÜftanbige Übergabe in 
ihre £anbe ja fiebern, ba e^ gegen ben Seift unb ben 
Siefebt be$ cfrrifllicbm ©efefee^ war, ßbriffen ba§ 3in#5 
empfangen &u geflattert, gür bie Suben in 3talten bat 
biefe ÄnWauung bie wid)tig[ten Jolgen, unb alle iDbrig* 
feiten finb in biefelbe tyolitil eingegangen, griebriefc fpric^r 
beuttieb auä, baf, wenn aueö benSbriflen ber 9Bu$er 
©erboten fei, bamit bie 3uben nicht gemeint fein fAnnten, 
baber „xoiVL er üielmebr, bag fie buri ba^ Änfebtn feinet 
erlaubniß ben unbilligen 2Butber treiben"* 7 ). Der ©taat 
beburfte in jener Seit (Mbfrdfte ^ur Äufhüfe für öffent; 
licfie SJerb4leni|Je wie für ?)riüaUeute nodj meljr als in 

61) „Suprfldictifl immunitatibus et gratits gaudebunt Ju- 
daei et CJiriätiaui/ 1 Histor. liberat, Mesatnae m Baluzii Miscet- 
lanea I, 188, li"2) (2ret}Qrio f Considerat. 1 # Prove p. XXXIX. 
Ctmcnzn ttoria di Catana. (Catanin 1833,) 1. p. 175. 63) 

5?acb Annale» Cayenaes {ogL oben ©. 53 9?ote 9). jDic ®Mt 
ftebt aud? in Muratori sa, rer. ItaL 7, 924. Gl) Homantdi 

SaienritaHi Chronicon ap. Mut atori »a. rer. ItaL 7. p. 195: 
„Synagoge iiialignautium frequenter viattabat et eis oleum ad 
coiidmianda luminiria et quae erant neceaaaria minittrabat/* 
65) Rom, Snfcrn. ap. Murnt 7, 198. 66) Rkhnrd. de St. 

Oerrnttttf* Chronicon ap. Mlkcia Racrotta di Crontclie del 
regno di Napoli, (Nap. 1781. 4.) toro. 4. p. 300. 67) Cod- 
ititutione» regni Sicuh" ed. Cnncinni I. p. 3(17 (auä bem 3 obre 
l'23l): „ A nexu tarnen praeaentia Conttitntionis nostrae Judaeo« 
Unluoi excipimufl, iu «{uibiiB non potest argui foenus ilUcituin 
di vina lege prohibitum t quoa conilat noii ei»e sub legibu» a 
beatbsimia patribu» instituta, quoa etiam aucloritate nottrae 
liccritidc iinprobum foenum volumua eiercere.* 1 SRit ben Oloffen 
Knbred be §)fcrnfa »ai. bie neapolttaner Xudaabe öon 1522. 
gol. ©. 10 b, 




JUDEN (GB8CHICHTB) — 143 — 



JUDEN (GESCHICHTE) 



bct unfern; intern man atfo bat SBucfcer nicfct umgeben 
tonnte, melmebr beg&nfügen mugte, war cd ein ganj um 
fd^d^areS Borrecbt jener Seit, ibn ben Suben ju über* 
aeben, ata* um fo unoerfdnglicber war, weit bem GtyrU 
ßentyume tferburdfr bie aebörtge Gonceffton gemalt warb. 
TLuö) backte grtebricfc an jubifefce ßolonifationen ; folgen, &on 
benen er eine SBerbefferung ber ©arten * unb Xcfercultur 
erwartet, gewd^rt er fcanbjiretfen unb SSerringerunfl ber 
Steuer a ). Cr witt nichts t>on einer rechtlichen Ungleich 
beit ber Suben unb ©arajenen nriffen 69 ), wenn er aueb 
ibre religiöfe bureb bie (Sefefce bejldtigt. Aber griebritb 
ift bur$ bie 2tu*fprüt&e biefer ©efefee feiner 3eit mcfct \>ox* 
angeetlt"), trielmebr iß er im ficilifc&en Steige burefc fie 
juräcfgeblteben. ©ei aller politifc&en greibett, bte er ben 
Suben gefiattet, ifi boeb bie notbwenbige ®ttoif)x beö 
geblieben JDbergerid&t$ über bie Suben, al6 eine Gon* 
ceffton bem gewaltigen 3eitgeifie gegenüber, bie SBrucfe 
im Unfreiheit ber 3ufunft. 2)a$ Xuöfprecben jener $rit>i* 
Iegien ifi nur ber XuSbrucf feines 2Biflen$, bureb jene 
geijliicbe Concefjton niebt aueb politrfdje ßonfequenjen ein* 
treten ju (äffen, bie er für feine nic&tc&rtjiltc&en Unters 
tbanen verneine, wobei immer im Äuge bebalten werben 
muß, baß e§ einen geifiltcben wie einen politifeben Urs 
funbenjtyl gab, auf ben fein befonberer SRac&brucf ju 
legen tft, unb baß et ftcfc im JReicbe ©icilien niebt MoS 
um Suben, fonbern aueb um ©arajenen unb fc&limmere 
Äefcer banbelte. Die fteilifebe 83e$per ifi niebt fiumm bei 
ben Suben oor&bergegangen, fte war goljje ber tiefen unb 
rauben eingriffe Jtarl'6 t>on Knjou in bte alten ^eiligen 
Sott* * unb JJebenSoerbdltmffe 71 ). 3n bem Äampfe pt* 
fcben ©fribeflinen unb ©uelfen, ber fic$ t)izx in ©ictlien 
entfpann, $aben ibrer SRatur nacb bie Suben für bie Srfleren 
Startet ergriffen, welche bei aOer formellen Änerfennung 
ber 9>Ap|rc unb i&rer Äanone* Suben unb Äckern niebt 
mit ber Strenge unb bem @e$orfam entgegentraten, bie 
man verlangte 71 ). Sn einem ©riefe, ben f)apji SRartin 



Diseertaz. 3. Prore p. 37. 69) „Nee 

et Sarracenot .... pati non potsumu* defrau- 
dari- od. Andr. de Yserma p. 38 b. 70) (giooannl bat 

ben SBeib&ttniffen ber 3uben unter ben Tormännern n(djt bie ge* 
borige ÄnfnKrffamMt gewtbmet, we«balb fte au(b in bem Äuffa^e 
von 3bb| Vergangen warben j man konnte baber griebridj'« ttbicte, 
meUbe aar He alten ©ereo^tfame im (Segenfafte ju ben tanonifa>n 
gobcnmgfft f$4u)en follten, für fo($e bitten, worin ber Seit oor* 
«ufgeettt fei. •regotio, eines ber beften äenner feine« Sfoterlanbet, 
bat jene! Berbdltnif ridjtifler gewurblgtj cf. Contiderai. L p. 15. 
Xuo) Seo, ber ibm befonber« folgt, tat auf bie oerfäjiebenen 9ta* 
tteoatttatro, bie Gkilitn noeb unter ben $obenftaufen füllten, mebr* 
fad) OftAtlt 71) Bat« La Guerra del Vetpro Sidliano per 
Jffcftoff Jmmi. See. Bdls. (Parigi 1843.) Cap. 4. p. 42. SBe< 
fonberi waren bie steuern ba* Z\U am meiften SBebractenbe: „id 
ut wUvtrri populi Siciliae reditu* annaos et 
•eifere cogerentar jaxta üalliat consuefudintm, quae 
heberet. 44 75) Unter ben Bebingnnaen, bie 
rem »aefe §efWlt mürben, waren au<b fotgenbe far bie 3«ben 
bee)t mfcWae: 1) 8reu)eit ber fircb«*en «Bablen, Serbanblunaen 
ber l ha yi q >n Xnieö^enbeiten in 8?om; 9) Ifufbebung ber ♦oben» 
ftattttta Mete imen bie rir*(i*e Smmiraitdti 3) Unabb^fl^- 
Wt ber QkWIMbftfi rem mettUa>n Okrkbte «. f. m.< «t JmeH 
p. H. ■ 



an bie ÜRefftnefen gerietet baben foD, um ffe jur Unter» 
werfung unter Jtarl »on Xnjou aufjufobern, rebet er fie 
ba^er an 7S ): „A li perfidi Judex dilla Isula di Sici- 
lia Martinu papa terzu manda quilli saluti, siecoma 
a corrumpituri di paci e di^ Christian! aueidituri e 
spargituri di lu sangu di nostri figli etc. u dagegen 
wirb $eter t>on Ära^onien bei feinem Jetbjuge naefc 
Äfrifa, beoor er ® teilten erobert, t>on einem Suben fe^r 
wirffam unterflöftt 74 ), unb ein aragonifeber |)errfcber 
burfte t'bnen mebr @id[)erbeit aW ein franjöpfc^er bamatg 
gewähren. S3on nun an ifi ©icilien mit 2fragon oerbun« 
ben, unb boeb ifi feine ©efebi^te befonberö ju bebanbeln. 
©ie ©taatöoerwattung Sicilienö bat bid jur Vertreibung 
ber Suben niemals bat alte ©efeft, we($e* feit ben 

fiobenflaufen in ©eltuna, war, oerlaffen; bie 9fecbte ber 
üben finb niebt üermtnbert worben, felbft gegen bag 
(anonifebe 9fecbt, beffen 2tufred)tbaltung unb ©nfidrfung 
allein »on Seiten ber ©eifiiicbfeit aOe ben Suben feinbs 
lidbe ßrfa&rung in fit^ fcbliept. ©ie (leben unter bem 
befonbern ©(bu^e beö Ä6nifld al§ servi camerae, wie 
fte griebrieb III. 7S ) unb üRartin n ) auSbrütcf lieb nennen; 
t^re $rioi(egien in ben einjetnen Stdbten werben immer 
erbalten 77 )- 2)ie ©eltung ber geifliic^en ©erid^rtbarfett 
in weltlicben Singen wirb feineöwegeö anerfannt 78 ); bie 
©(eiebbeit beö bürgerlichen Sebenö beflimmt gleiten tofyx 
unb ©träfe für Suben unb Sbrifien im 3. 1350 79 ). Sie Tü>» 
gabenlafi ber Cr jieren Äberfletgt nur um ein ©eringeg bie ber 
anbern SRitbfirger, ba« ©eriebt^oerfabren felbfl in ©Bulben* 
facben war gan^ baff elbe 80 ). 2)aß bie Suben öffentliche "Ämter 
befleibeten, gebt au« ber ©träfe gegen oier berfelben beroor, 
bie bat>on audgefcbloffen würben, weil fte t>om 83aterlanbe 
ftytty gefproeften 81 )- SBic^tige biplomatifc^e ©enbungen 



73) HUtoria Conspirationis Johannis Prochytae ap. Ort- 
aorio soriptt., qui res in Sicilia gestas «üb Arag. impeno retu- 
Tere. I. p. 267. 2)af ber Brief niebt an Suben «erlebtet war, 
toatf wie es febeint, (Bregorfo unb Glarenga (Staria di Ca- 
tana 2. p. 139) gemeint baben, ift au« ben oorber^ebenben XBor» 
ten beutlüb: t»cbi lu legatu intraa in Missina ed apprisintau U 
Uteri di lu Papa a iu cumuni di Missina e ia procestu, chi la 
Ciesia havia fatia contra di ioru." Yuf d^n(ic$e ©dfe »urben 
bfe ©icflfer »on ben gronjofen ^>otorener genannt, eine bamatt 
befonbert In ©tetür n oorbanbene unb ungemein t>erabf<beute 3tt$tvfdtt. 
Aman p. 109. Gelbfi wenn ber SBrlef niebt eebt unb bte Historia 
niebt oon einem deitgenoffen ift, wie Xraari (p. 256) naebwel^, 
bleibt boeb bte barin llcgenbe Xnftbauunatoeife beaa)ten<wertb. 
74) Historiae Sabae Malaspinae Contin. (Fillan*) ap. Gregorio 
ss. rer. Aragon. % p. 361—364. 75) 89t. bie Urfunbe bei 

RocehuM Pirrus, Nodtiae eccles. SiciUensium. (Panorau 1733.) 
% 846. 76) 3n einer Urfunbe 00m 10. SKai 1409 bei Qrtgo- 
rio, Consideras. 5. Prove p. 66. 77) 3u|Icberungen ber Xttf 
um geifttfabe Xnfpnicbe, bie an fte in SRarfala unb Srapani gejhOt 
waren, unaältig §u macben, f. bti 3un§# 3uc (9ef<bia>te unb 8ft 
C 491. 493. 78) 3n 9ta§ara wirb fie oufgeboben (3nn§ 

a. a. O. e. 18a ö« gefebiebt bu«b bie Kote 75 dtirte Urhtnbe)- 
Die Okritbttbartrit ber Snquifttion wirb befcbrdnrt, wie In Gfa 
rafu*$ fte bat ft<b an ben t6nigli(ben (Beriebtibof |u wenben. (3un| 
a. a. O. e. 490. 491.) IDaffelbe warb ben ©arfolrfen ingefKitt» 
ben. (3un| a. a. O. 9. 493.) 79) 3«n^ a. a. D. C 4ML 
80) JDerfetbe a. a. D. «. 499. 81) 2)erfelbe a. a. O. 

C 497. Oinen 3nben a» 9tonftfa>reiber tennt «aumer, Oe» 
Webte ber *cbenffaBfen. (1839.) 3. 6. 464. 



JUDEN (GESCHICHTE) — 144 — 



JUDEN (GESCHICHTE) 



nadb SEuniS unb Sripolii übernrbmen 3uben ■*) auä 2tcu 
>ant 81 ) unb roerben mit ©c&reiben beö «fiforigS, bie an 
fte gerietet, beglaubigt, unb bafur befonberer SBegünfii^ 
gungen tl)dü)aftig M ), 3n>ar trat, e$ war ba$ im 14. 
unb 15. 3«brbunberte taum anberi möglich, mit btefer 
£efefctic§en @ercd?tigftit nid?t feiten bic robe ®en?aittbat 
im foctalen tfeben in 2Biberfpruc&. Die unioerfellen 5öer; 
leumbungen, Äinbcrmorb unb ^ojiienoerießunfl , jieben 
au<& bier Sanatiömug unb (äcroaUtaufcn nad> ftefc. Sa- 
natifebe ?)rebiger, eine befonbere Srfc&einung beß 15. 3*br= 
bunbertS, teilen and) biet ju ÜHurb unb v ))(ünbcrung; bie 
©eijriicbtat gibt au$ biet burd) Uberroadjung ifcrer fano- 
nifdjen Sterte, be$ flbjcrc&enö unb anbem Dinge ju 
9)roce|Ten unb Älagen gegen bie Suben 7tnla$ t aber &on 
ben beinahe MO Orten in Sieilicn, in benen, wie man 
weiö, 3uben ffdb aufhielten, finb e$ fautn 12, auS treU 
d^en folcfte @ccnen ber Unrube unb be3 UnfricbenS bc; 
liebtet werben, unb faum 3, worin wirfliebe blutige 83er; 
folgungen , wie fte iebe teutfdje ©tabt erfahren, üorges 
fomtnen finb. SBielmebr wirb ben 3 üben gegen ba$ b 
nonifd)e Siecht gemattet, eine neue Synagoge in ßaftros 
giooanni \u erbauen. %[& einer berfelben mit einer 
(Sbriflin fi<b vergangen, wenigftrn* beffen angefragt war, 
n>ad anberöwo mit barten Strafen geabnbet wäre, ver? 
fiel er ntct»t einmal in Strafe, unb bie äDrfSbröorbe, bie 
eine ©elbjfrafe oeranlaft t)atte f mußte bie Summe wies 
ber herausgeben. Die mebicinifebe ?)rariä würbe ifynen 
niebt genommen , fonbern fogar bei ber (Setftiidjt eit ge= 
wdtyrt. Dag fortbauernb Ocbote für ba$ &fyttto unb 
ba$ Äbjeicben gegeben werben, iß ber befie 33ewei§ für 
bie freunblidje SSejiebung be$ gefetlfcfcaf riteben SJebenö mit 
ben ßlirifteu, wenn man aud) einen dj riß lieben ©eoatter 
beffrafte 86 ). Die SBertreibung im 3abre 1492 iß bie 
erße unb (eftte Solge fpanifdjen (Sinfluffrö auf bie ficilU 
fe&en 3uben. Äuö> Qtcr würbe ibmn am 9. üb (2. Äug.) 

82) 3n bar btplomatifcfccn SBericfaten oon Zvipolii im 3abrc 
1393 wirb ein 3ubc genannt. Gregor. Coiiaideraz, 5. Prove p. 50. 
83) $er SSrwf oom 10. Stfat MUO br^innt: „Reit Siciliae Xa- 
luucli. Ridppimu Li toi Muri iiiüsu lu Memorial], clii ni mau- 
deatt e zo chi to fratri ni havi eapoatu di tuo frntri, breriter 
li respondimu." £)it biplomatif^cn 2fuftrdac ^oben lit 2f uffdjrifr : 
,, Reaponaioni fatti per tu Sereiiinsiina Sigtiuri Re dl SicUiiia 
ad Xamucti Sala Judeu di Trapani supra <|uil[u, chi illu scripai 
a lu dittu Sigimri, Re di tu trattamentu di la pacchi." öre- 
goriOt Consid. 5. Prov. p, 64. 65, €ümüfri SBrubfr bteft @l(ö€. 
1Bon jeber njurb« ber ^)anbei SSicttJen« bnrdj bte Sropanrfen mit 
ben afrtfaniftben Jtüften betrieben; l ?eo, <Sicfd?icbtc fron Staliw 
% ISO nüdj ©regorio. H4) 6tc toerben frei lidj nidjt genannt. 

($6 beifit eben in ber 9tofe 76 citirten Urfunbe Xamuelcm 

Salaiu et EUam ejua fratrem de IVapano Judaeoa t aervoa 
nostrac Camerae ...... qua teil us omnea et quaaeunque liieraa 

per nos aut per die Um Hetrinmn iioitram canaa. coaaortcm 
dictU Xamueli et Eliae vel i