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ALLGEMEINES 
KÜ NSTLER^LEXIK ON 

LEBEN UND WERKE 

DER BERÜHMTESTEN BILDENDEN 
KÜNSTLER 



Vorbereitet von 

HERMANN ALEXANDER MÜLLER 

Herausgegeben von 

HANS WOLFGANG SINGER 



Fünfte unveränderte Auflage 

VIERTER BAND 

Raab — Vezzo 



19 2 1 



LITERARISCHE ANSTALT RÜTTEN & LOENING 
FRANKFURT am MAIN 



( PUBLIC 



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R. 

Baab, Doris, Kupferstecherin, geb. 19. Oct. 1851 in Nürnberg, Tochter und 
Schülerin von J. L. Raab, thätig in München. Sie stach und radierte In Ge- 
danken (nach Lindenschmit), Jagdfanfare (nach Laufberger), Todesurtheil der Maria 
Stuart (nach Piloty); Andere nach Cuyp, Van Dyck, Jakobides, Max, Roaenthal, 
Rubens, Ryn, etc. Med. 3. Kl. Nürnberg, Med. II. Kl. 1892. 

Raab, Georg, Maler, geb. 1. Febr. 1821 in Wien, f 31. Dec. 1885 das., Schüler 
der Wiener Akademie. 1841 — 46 war er in Budapest thätig und besucl^te auch 
München. Er malte Bildnisse in Oel, Aquarell und Miniatur, auch Idealköpfo. Von 
ihm Dame mit weissem Schleier (Wiener Mus.), Mignon.(1869), Bildniss des Kaisers 
Franz Josef und der Kaiserin Elisabeth, etc. Franz-Josephs-Orden. 

Raab, Ignaz Joseph, Maler, geb. 5. Sept. 1715 in Necbanic (Böhmen), f 
21. Jan. 1787 in Welehrad (Mähren), Schüler von G. Major in Gitschin. Er wurde 
1744 Jesuit und malte Altarbilder und Fresken für Ordenskirchen, z. B. Stadtkirche 
7.U Kolin, zu Wostrzedek, in der Niklaskirche zu Pragkleinseite, etc. 

Raab, Johann Leonhard, Kupferstecher, geb. 29. März 1825 in Schwaningen 
bei Anspach, Schüler vpn Carl Mayer und A. Reindel in Nürnberg, später von 
S. Am s 1er an der Akademie in München, an der er in der Folge Professor der 
Kupferstecherkunst wurde. Er hat nicht allzu interessante Blätter nach J. Becker, 
Feuerbach, Flüggen, Kaulbach, Kindler, Knaus, Lessing, Ramberg, L. Richter, 
R. .Santi, T. Vecelli u. A. radiert und gestochen, auch einige Renaissance-Bilder in 
Wasserfarben copirt. Von ihm ferner Bildnisse Münchener Künstler nach eigener 
Zeichnung. Gold. Med. Paris 1866, Berlin, Wien, München; Bayerischer Michaelsorden, 
Ital, Kronen-Orden; Mitgl. mehrerer Akademien. 

Raabe, Jogep4i, Maler, geb. 1780 in Deutsch-Wartemuerg (Schlesien), f 1849. 
Er bereiste Deutschland, Frankreich und Italien, dann wurde er Hofmaler des Gross- 
herzogs von Hessen und Lehrer an der Akademie zu Bonn. 1816 wurde er Mitglied 
der Dresdener Akademie, besuchte wieder Italien und wurde darauf sächsischer 
Hofinaler. Von, ihm Peter und Paul (Kath Kirche zu Naumburg i. Schi.), Madonna 
und Kind (Kirclie zu Werthau, Schlesien). 

Rabaglio, Prosper, Maler des 16. Jahrhunderts, geb. in Brescia. Die dortige 
Kapuzinerkirche besitzt ein Altarbild (1588) von ihm. 

Rabasse, Jean, Zeichner und Radierer des 17. Jahrhunderts, thätig um 1650 
in Paris. Ihm werden zugeschrieben eine Judith, eine Ruhe auf der Flucht und eine 
Heilige Familie. 

Rabbia, Rafaelle, Maler des 17. Jahrhunderts, geb. in Marino, f nach 1610. 
Er malte Bildnisse. 

Rabe, Edmund Friedrich Theodor, Maler, geb. 2. Sept. 1815 in Berlin, 
t 23. April 1890 das., Schüler von Ad. Sxhrödter, dann der Berliner Akademie 
uod Franz Krügers, weitergebildet auf Reisen durch Deutschland, die Nieder- 
lande, die Schweiz, Norditalien, Frankreich und Palästina. Er malte militärische und 
besonders Pferdebilder. Von ihm Transport französischer Kriegsgefangener 1813 
(1838 Berlin Nat.-Gal.), Die Meld-ang (1840 Gal. Schwerin), Reisende vor einem 
Wirthsbaus, etc. Mitgl. der Berliner Akad. 1843. 

Rabe, Johannes, Maler, geb. 21. Juli 1827 in Lützow bei Berlin. Er bereiste 
Griechenland und den Orient und war als Landschaftsmaler in Berlin thätig, schuf 
aber auch geschichtliche Bilder. 

Rabe, Martin Friedrich, Baumeister, geb. 1775 in Stendal, f 1856 in Berlin, 
Schüler von D. Gilly in Berlin. 1801—4 leitete er deu Schlossbau in Weimar. Er 
kehrte nach Berlin zurück, wurde Bauinspektor, 1810 Prof. an der Bauakademie, 
Allgemeines Rünstler-Xiexicon. 5. Aufl. 4. Band. 1 



2 Rabe — Rabouille. 

dann Mitgl. der Akademie und deren Senats und 1829 — 42 Schlossbaumeister. Er 
schuf die Fagade der Berliner Akademie und Vestibül das. und baute die Garnison- 
kirche um. Er hat auch kunstgeschichtliche Arbeiten verfasst. 

Rabe, Otto, Maler, geb. 16. Dec. 1841 in Königsberg, wo er bis 1882 ver- 
weilte. Er malte Landschaften und war später in München thätig. Von ihm Land- 
schaft in Ostpreussen, Regenstimmung, etc. 

Rabel, Daniel, Maler und Kupferstecher, geb. 1578 in Paris, f nach 1631, 
Sohn und wahrscheinlich Schüler des Jean R. Er wurde von der Königin beauftragt, 
die Braut Louis XIIL (Anna von Oesterreichj zu portraitiren und hat dies auch in 
einem Stich verewigt. Er stach Bildnisse, Landschaften, Jagdscenen, etc. in der 
Weise L. Gaultiers. Der Louvre hat von ihm 94 Zeichnungen zu Balletten, die er für 
den Hof entwarf. 

Rabel, Jean, Maler und Kupferstecher, geb. um 1545 in Beauvais (De'p. Oise), 
t 5. März 1603 in Paris. Er wurde als Miniaturmaler hochgepriesen und vom Hof 
geschätzt. Von seinen Bildnissstichen nennen wir: Franz I, Henri U, Henri HI. und 
Henri IV., die 3 Brüder Coligny, Maria Stuart, etc. Er stach und radierte, bz. 
schnitt in Holz 75 Platten für die „Antiquite's de Paris** (1588), eine Copie von 
M. A. Raimondis Martertod des Hl. Lorenz, Bildnisse Karls V., Louis XII., etc. Er 
war auch Schriftsteller. 

Raben, s. Raeveu. 

Rabending, Fritz, Maler, geb. 22. Febr. 1862 in Wien, Schüler der Karls- 
ruher Kunstschule unter Baisch und Schönleber. Er Hess sich in München nieder 
und malte Landschaften, z. B. Quelle des Sarcaöusses, Gletscher im Oetzthaler Ge- 
birge (Gal, Metz), Spätsommer (Gal. Dresden), u, A. m. 

Raber, Johann Georg, Kupferstecher, geb. 1764 in Wien, f nach 1805, 
Schüler von Müller in Stuttgart und Desnoyers in Paris. Von ihm Kinder 
(nach Van Dyck), Madonna (nach R. Santi), Bildnias des W. Dillis und des Kron- 
prinzen Ludwig von Bayern (nach Kellerhofen). 

Rabes, Max, Maler, geb. 17. April 1868 in Samter (Posen), Schüler der 
Berliner Akademie und von Paul Graeb. Er machte Studienreisen durch die 
Rheinlande, dann hauptsächlich nach dem Orient, wohin er fünfmal gelangte. Von 
ihm besitzt das Museum zu Schwerin: Handel dreier Araber um eine Damascener 
Schwertkliuge, das Mus. zu Weimar : Araber, ferner von ihm An der Klagemauer in 
Jerusalem, Stempelschneider in Damascus, etc. R. hat sich auch in plastischen 
Arbeiten versucht und manches illustrirt. Verschiedene türkische Orden, Verdienst- 
kreuz Mecklenburg Schwerin. 

Rabiella, Pablo, Maler des 18. Jahrhunderts, thätig in Saragossa. Er malte 
in der Weise des J. Rizi von Castilien und des Juan de Valdes von Andalusien. 
Von ihm: Die Schlacht von Clavijo in der Kathedrale zu Saragossa; Andere in den 
Kapellen des Hl. Jakob, des Hl. Markus und bei den beschuhten Trinitariern de 
Teruel dort. 

Rabigot, Gabriel Jean Louis, Maler, geb. 1753 in Paris, f 6. Juni 1834 in 
Orleans, wo er Prof. an der Zeichenschule war. Das dortige Museum besitzt sein 
St'lbstbildniss und ferner von ihm Bildniss seiner Frau, sowie eine Anzahl von An- 
sichten und Architekturen aus Orleans. 

Rabisino, Tommaso da, gen. Tommaso da Modena, Maler des 14. Jahr- 
hunderts, geb. in Modena, von dessen Leben uns nichts überliefert wurde. Auf der 
Burg Karlstein bei Prag befinden sich ein Ecce Homo, sowie eine Madonna von 
ihm; eine zweite in der Gal. zu Parma; Andere Madonnen mit Heiligeu in der Gal. 
zu Modena und in der Nicolaskirche zu Treviso. 

Rabon, (Rebon), Nicolas, Maler, geb. 12. Juli 1644 in Paris, f 25. Febr. 1686 
in Hermant, Sohn und wahrscheinlich Schüler von Pierre R. 1667 errang er mit 
Der König kauft alle Cbristensklaven an der Afrikanischen Küste los, den ersten 
Preis. 1686 wurde er Mitglied der Akademie. Er malte auch Bildnisse. 

Rabon, (Rebon), Pierre, Maler, geb. 18. Oct. 1619 in Havre, f 18. Jan. 1684 
in Paris. 1660 wurde er Mitglied der Akademie und Hofmaler. Er malte Bildnisse, 
worunter diejenigen von Perier und Ratabon. 

Rabouille, Edmond Achille, Kupferstecher, geb. vor 1850 (?) in Paris, f 1880 
das., Schüler von Henriquel, Lehmann, Pils und Yvon. Von ihm Madonna 
(nach B. Tisij, Bildniss Rossinis (Radierung), A F. Didots, etc. — Ein Charles 
Indre Fran^,ois R., ebenfalls Stecher, Schüler von Henriquel, Lehmann, 
Maillart, A. Millet und Yvon, stellte seit 1877 Bildnisse aus. 



Babus — Rade. «* 

Rabus, Maler, geb. 1800, t 1857. Et vrar in Russland tbätig und malte 
Ansiebten. 

Kaccbetti, Beruardo, Maler, geb. 1639 in Mailand, f 1702 das., Neffe und 
Schüler des G.Gbisolfi. Er malte Perspectiven und Architekturstücke, mit Vorliebe 
grossartige Seehäfen. Werke von ihm in Mailänder Privatgalerien. 

Kach, Lonis, Maler, geb. 1852 in Chicago. Er war eine Zeitlang in München 
tbätig. 

Rachner, Albert, Bildhauer, geb. 4. Juni 1837 im Forstbaus Trommelort 
(Posen), Schüler der Berliner Akademie und der Müuchener unter Widnmann. Er 
liess sich in Breslau nieder. Von ihm: Neptun (Breslau), Linne' (Botanischer Garten 
das.), Holtei, etc. 

Racine, Jean Baptiste, Kupferstecher des 18. Jahrhunderts, geb. 1747 in Paris, 
Schüler von F. Aliamet. Von ihm: Hagar und Ismael (nach Mola), Landschaften 
(nach Pillement, Cassas, Chatelet u. A.), Vignetten (nach Cochin, Mariliier u. A.) — 
Ein Adrien R. und ein Josephe Eugene R. waren in der zweiten Hälfte unseres 
Jahrhunderts als Maler in Paris tbätig. — Ein Elie Henri R., geb. in Tours, war 
das. als Baumeister in der zweiten Hälfte unseres Jahrhunderts tbätig. 

Racinet, Albert Charles Augnste, Zeichner und Lithograph, geb. 20. Juli 1825 
in Paris, Schüler seines Vaters. Er lieferte Zeichnungen zu kunstgewerblichen 
Zwecken, auch Copien nach alten Stichen, Zeichnungen nach Statuen, etc. 

Bacle, Fran^ois Bernard, Maler, geb. 6. März 1739 in Lüttich, f 25. Juni 1777, 
Schüler von H. Deprez, von 1760 an des L. Pecheux in Rom, Sohn des Jean 
Fran9ois R., dem er 1767 im Amt als Maler der S. Lambert-Kathedrale zu Lüttich 
folgte. Er malte 2 Historien für die Celestinerkapelle in Lüttich, viele Bildnisse, etc. 
Er trieb auch leidenschaftlich naturwissenschaftliche Studien. 

Rade, Leonard, Baumeister, geb. 30. Nov. 1736 in Dijon (D^p. Cöte-d'Or), 
t 8. Jan. 1791 in Bourg, Schüler von Moutin de Saint-Andre. Er wurde Mit- 
glied der Centralcommission für das Dep. Ain und Provinzialingenieur in der 
Bourgogne. Er war für Vobaire in Ferney tbätig und verfasste ein Werk zur Rege- 
lung des Strombettes des Ain, sowie die Construction einer einbogigen Brücke (1786 
zu Toulouse mit einem Preis bedacht). 

Raczynski, Alexander, Maler, geb. 1822 in Lemberg, f 16. Dec. 1889 das., Schüler 
von Maszkowski in Lemberg, seit 1843 der Wiener, 1845 — 1846 der Münchener 
Akademie ; 1856 — 1857 weilte er in Paris. Von ihm Bildniss des Dichters Bohdan 
Zaleski. Alter italienischer Hirte (1857), Die Beschneidung (Politische Caricatar aus 
dem Jahre 1848), Caricaturbildnisse. 

Raczjnski, Athanasins, G raf, Maler, geb. 2.Mai 1788 in Posen, f 21. Aug. 1874 
in Berlin. Er verfolgte die Diplomaten-Carriere und übte die Malerei nur als Lieb- 
haber aus. Er wurde bekannt durch seine kunstgeschichtlichen Werke, z. B. Ge- 
schichte der neuen deutschen Kunst und „Dictionnaire historico-artistique du Por- 
tugal", namentlich aber durch seine Galerie, die jetzt in den Räumen der Berliner 
Nat.-Gal. untergebracht ist, und ein Architektur-Aquarell von ihm selbst birgt. 

Radanss, Mathias, Maler und Calligraph, geb. vor 1580, f ^^^^ 1604, tbätig 
in Königgrätz. Die dortige Stadtkirche besitzt ein mit Bildnissen und Historien ver- 
ziertes zweibändiges Gesangbuch von ihm. 

Radolyffe, Edward, Kupferstecher, geb. 1810 in Birmingham, f 1863 xö 
Camdeu Town (London), Sohn und Schüler des William R. Er gelangte 1842 
nach London und lieferte geschabte, sowie Linien-Blätter für das Art-Journal, etc. 
Von ihm eine Serie von Landschaften nach D. Cox (1862), Der Raub der Europa 
(nach C. Gel^e), Morgen an der See (nach F. R. Lee), Wasserfall (nach Zuccarelli), 
viele Buchillustrationen, ietc. 

Badclyffe, William, Kupferstecher, geb. 1780 in Birmingham, f 29. Dec. 1855 
das. 1814 half er dort eine Kunstschule, 1821 einen Kunstverein, uud 1842 eine 
Künstlerverbindung zu begründen. Er lieferte meist Landschaften in Linienmanier, 
vielfach für Kalender uud Bücher, u. A. für Roscoes Wanderungen durch Wales 
und die Bilder aus Warwickshire (1829). Er stach nach Barber, Collins, Müller, 
Turner, etc. 

Radclyffe, William d. J„ Maler, geb. nach 1810 (?), f 1846, Sohn des 
William R. Er malte Bildnisse und war in Birmingham, später in London thatig. 

Rade, Max, Zeichner und Decorationsmaler, geb. 14. März 1840 in Dresden, 
Schüler von Wiedemann das. und im Atelier Lievre zu Paris. 1875 kam er als 
Lehrer an die Dresdener Kunstgewerbeschulo, an der er 5 Jahre spiter Professor 



4- Radel — Radnitzky. 

wurde. Er veröffentlichte , Ornamente des kgl. historischen Museums zu Dresden" 
(1883—84), sowie „MalvorJagen und Originale für Buntdruftk". 

Radel, s. Pelit-Radel. 

Rademacker, Gerard, Maler, geb. 1672 in Amsterdam, f 1711 das., Sohn 
und Schüler eines Baumeisters, dann Schüler von A. van Ghoor. Mit dem Bischof 
von Sebasto kam er nach Rom, wo er die antiken Monumente abzeichnete. Nach 
Amsterdam zurückgekehrt, schuf er Architekturen, Historien und allegorische Ge- 
mälde, von denen das Stadthaus das. eins besitzt. 

Rademaker^ Abraham, Maler und Kupferstecher, geb. 1675 in Amsterdam, 
'■\- 22. Jan. 1735 in Haarlem. Er war Autodidakt und malte Landschaften in Aquarell 
uad Oel, auf denen die Architektur eine grosse Rolle spielt. 1727 gab er eine Folge 
VDji Ansichten nach alten Monumenten der Niederlande heraus. Er war wohl der 
Bruder des Gerard R. 

Radepont, Louis, Kupferstecher und Goldschmied, getauft den 1. Dec. 1615 in 
Chartres (D^p. Eure et Loir), begr. 12. Oct. 1692 das. Bestimmte Werke sind bis 
jerzl: noch nicht auf ihn zurückgeführt worden. 

Radermacher, Mathias, Maler, geb. 20. Nov. 1804 in Borni Schäler der 
Dttsseldorfer Akademie unter Schadow. Er malte Bildnisse. 

Radet, Jean B., Maler, geb. 1752 in Dijon, f 1830. Er hatte wenig Glück mit 
der Kunst, mehr jedoch mit der Feder. 

Radford, Edward, Maler, geb. 1831 in Plymouth, 1863 trat er zur Malerei 
über, nachdem er etwa 9 Jahre in Nordamerika als Ingenieur i^nd Baumeister tbätig 
gewesen war Er wurde ausserordentliches Mitglied der englischen Aquarellisten-Ge- 
sellschaft, malte aber auch in Oel. Von ihm Flora, Der Beconvalescent, Die 
Kritiker (1878), etc. 

Rudi, Bernardino, Zeichner und Eupfersteher des 17. Jahrhunderts, geb. in 
Cortona. 1618 erschien zu Rom eine Folge von architektonischen Ornamenten, etc. 
von ihm. 

Radignes, Antoin«, Kupferstecher, geh 1719 in Rheims, f nach 1777. Er be- 
snchte England, Holland und 1765 St. Petersburg, wo er die Bildnisse mehrerer 
Fürsten Gallitzin stach. Von ihm ferner Angelica und Medoro. (nach Tiarini), 
Holländische Ansichten (nach de Beyer), ^er verkleidete Liebhaber (nach C. 
Troost), etc. 

Radin Saleh Ben Jagya, Prinz, Maler unseres Jahrhunderts, geb. in Samarang 
(Java), t 23. April 1881 in Buitenzorg bei Batavia, Schüler von Paij en, J. A. Kruse- 
raan und Schelfhout im Haag, 1841—46 bereiste er Frankreich, Deutschland und 
Italien. Er war meist im Haag thätig, wo er Landschaften und Thiere malte und 
eine gute Copie von Potters Stier fertigte. Das Leipziger Museum besitzt Büfireljagd 
in Indien von ihm. 

Radi, Anton, Maler und Kupferstecher, geb. 16. April 1774 in Wien, f 
4. März 1852 in Frankfurt a. M., Schüler der Wiener Akademie und von Ivormer in 
Brüssel, Er Hess sich 1794 in Frankfurt a. M. nieder, wo er auch die Kupferstecherei 
unter Prestel erlernte. R. malte und zeichnete Landschaften, Marinen, Thierstücke 
und Genrebilder. Von ihm Wald im Sonnenschein (Gal. Oarmstadt), Eingang zum 
Wald (1807 das.). Vier Ansichten im Taunus (1815, 1817, 1823, 1825 das.), Lorsbach 
Thal- und Waldlaudschaft (Mus. Frankfurt a. M.). Von Aquatintablättern nennen 
wir Mondlandschaft (nach v. d. Neer), Bärenjagd (nach Snyders), A. nach Potter, 
Ruiadael, etc. 

Radimesser, David, Maler, geb. 4. Febr. 1855 in Wien, Schüler der Akademien 
zu Wien, München, Venedig, Florenz und Rom. Er begründete 1882 in Wien ein 
grosses Atelier für Theaterdecoration, das für die Bühnen zu Bremen, Mannheim, 
London, Paris und Wien thätig war. Zu der Millenniiimsausstellung in Budapest 
lieferte er die Decorationsbilder „Alt-Ofen zur Zeit der Türkcnkriege". 

Radnitzky, Karl d. Ae., Medailleur und Bildhauer, geb. 16. Nov. 1818 in 
Wien, t nach 1875, Schüler von J. D. Böhim. 1836 wurde er Münzgraveur und machte 
auf Staatskosten eine Studienreise durch Ijfeatschland, Belgien und Frankreich. 1855 
wurde er an die Wiener Akademie in den! Stuhl für Kleinplastik berufen. Von ihm 
Münzen und Medaillen auf Beethoven (1870), Schiller (1876), Mozart (1856), Grill- 
parzer, etc. Er wurde Reg-Rath und Prof(Jssor; Franz Josef-Orden. 

Radnitzky, Karl d. J., Medailleur, geb. 1855 in Wien, Sohn und Schüler des 
Karl II. d. Ae., wurde Professor und Ho^;faveur in seiner Vaterstadt. Er schnitt 
Portraits und Figuren auf Kameen, etc. 



Rados — Raetzer. 5 

Rados, Lnigi, Kupferstecher, geb. um 1780 in Parma, f nach 1828, Schüler 
der Mailänder Akademie. Von ihm Josef Napoleon (nach Bosio), Madonna della 
Sedia (nach R. Santi), Abendmahl (nach B. West), desgl. (nach L. da Vinci), etc. 

Radtke, Eduard Leopold, Maler, geb. 14. Oct. 1825 in Graudenz, Schüler 
der Danziger Kunstschule und des J. S. Otto in Berlin. Er malte besonders fürst- 
liche und adelige Bildnisse, von denen sich einige im Berliner Rathhaus befinden. 
Von ihm ferner Christus (Kirche zu Nicolai in Schlesien), desgl. (Kirche zu Blanken» 
bürg a. Harz), etc. 

Badwanski» Andreas, Maler, geb. 20. Nov. 1711 in Biala, f nach 1762 in 
Krakau. Die Piaristen schickten ihn nach Deutschland, 1731 kehrte er nach Polen zu- 
rück. 1745 — 1749 hielt er sich nahe Krakau auf, 1749 Hess er sich in Krakau nieder. 
1753 wurde er nach Dresden berufen, um das dortige Theater zu malen; 1754 kam 
er nach Tynieo, 1757 wurde er Senior der Malerzuuft, 1762 finden wir ihn wieder 
in Tyniec. Von ihm Der heilige Johann Cantius (Gouache auf Glas). 

Badwanski, Johann Felix, Radierer, geb. 1800 in Krakau, f 1860 das., er 
war wahrscheinlich Enkel des Malers Andreas Radwaiiski. Von ihm : Der Ring- 
platz in Krakau (Stich). Idylle (1817), etc. 

Radymno, s. Löffler-Radymno. 

Raeburn, Sir Henry, Maler, geb. 4. März 1756 in Stockbridge bei Edinburgh", 
t 8. Juli 1823 in Edinburgh. Er wurde mit fünfzehn Jahren zu einem Goldschmied 
in die Lehre geschickt, der die Liebe des Knaben zur Kunst weckte und" ihn dem 
t)iyiA Martin vorstellte. Dieser gab ihm Bilder zu kopiren, behandelte ihn dann 
jaber aus Neid schlecht. Er ging nun von dem Miniatur- zum Oelbildniss über. Mit 
32 Jahren beiratete er eine reiche Wittwe, ging nach London, und auf den Rath 
Sir Joshua Reynolds' nach Italien. Hier studirte er zwei Jahre und kehrte dann 
nach Schottland zurück. 1814 wurde er Akademiker, 1822 in den Adelsstand er- 
hoben; 1823 wurde er schottischer Hofmaler. R. hatte die Klugheit gutgemeinten 
Rath anzunehmen, London zu vermeiden und in der Heimath zu bleiben, wo ihm in 
Edinburgh Niemand den Rang des ersten Bildnissmalers ablaufen konute. Fast alle 
namhaften schottischen Persönlichkeiten seiner Tage sassen ihm. Bildnisse von ihm 
in der schottischen und in der Londoner National-Gallery, fn der Londoner Nat.- 
Portrait-Gallery, im Louvre zu Paris, in der Dresdener Galerie, in der Gal. zu Glasgow, 
im Louvre, im Trinity House zu Leith, etc. 

Ra^fns, (Raefe), P., Holzschneider des 16. Jahrhunderts, geb. in Paris, thätig um 
1575. Er lieferte Stöcke zu dem französischen Vit. v von J. Martin, und gemein- 
schaftlich mit 0. Goujon die für A. Theve^s Kosmographie. 

Baentz, Johann David, Bildhauer, geb. vor 1733 in Bayreuth, f 1783, Schüler 
von Preisler in Nürnberg, weitergebildet an den Werken Schlüters. 1753 war er in 
Berlin, 1754 in Kopenhagen thätig. Er schuf dort mit seinem Bruder Statuen für 
den Lewezow'schen Palast. 1756 wurden sie nach Bayreuth zurück berufen; acht 
Jahre später gingen sie nach Potsdan. Von ihnen ferner: General von Winterfeld 
(Berlin, Wilbelmplatz), Markgräfin Bayreuth (Sanssuoci, Tempel der Freundschaft), etc. 

Raentz, Lorenz Wilhelm, Bildhauer, geb. 1733 in Bayreuth, f 1777 in Berlin. 
Er arbeitete gemeinschaftlich mit seinem Bruder Johann D. R. und besuchte 1769 Italien. 

Baespell, (Raspell); Hans« Baumeister des 16. Jahrhunderts. Am 6. Juli 
1572 wurde er churfiirstl. Brandenburgischer Baumeister und baute in diesem Jahr 
am Schloss Köpenick. Ferner reparixte er das Schloss zu Spandau und war an 
der Festung Küstrin thätig. — Auch sein Bruder Martin- R. war Baumeister und 
•war am Schloss zu Berlin beschäftigt. 

Raet, (De Raet), Arnonld, Maler des 15. Jahrhunderts, f vor dem 26. Juni 
1471, thätig in Löwen. 1434 schmückte er das Kreuz im Chor der dortigen Peters- 
kirche. — Sein gleichnamiger Sohn wird seit 1447 als Figurenmaler erwähnt. 
.1450 wurde er Bäcker, ging dann aber wieder zur Kunst über und Hess sich in 
Löau nieder, wo er bis nach dem Februar 1472 verblieb. Oktober 1476 kehrte er 
nach Löwen zurück und wird dort zum letztenmal am 1. Februar 1477 erwähnt. 

Baet, Lonis, (Louis de Scildere), Maler des 16. Jahrhunderts, thätig zwischen 
1695 nnd 1507 in Leau, wo er Fresken in der Kirche das. malte. 

Raeth, Igrnatins, Maler, geb. 1626 in Antwerpen, f 1666. Er malte His- 
torien und Bildnisse und war auch in Spanien und Deutschland thätig. Die S. 
^ndolphskirche zu Bamberg besitzt eine Kreuzigung von ihm. 

Baetzer, Hellmuth, Maler, geb. 9. September 1838 in Neu-Tarnow bei Freien- 
wftlde (Brandenburg), Schüler der Berliner und Düsseldorfer Akademien und von 



ö Räuber — Kaffet. 

0. AcTienbactu Er lebte ein Zeit lang in Karlsruhe und in Düsseldorf, zuletzt in 
Weimar und hat auch Deutschland, die Alpen, Paris und Italien bereist. Er malte 
Landschaften aus dem Harz und von Rügen. Von ihm Gewitter an Strand von 
RügeiL, Gebirgsbach, Abend auf Rügen (Gal. Karlsruhe). 

Sauber, Karl Wilhelm, Maler, geb. 11. Juli 1849 in Marienwerder (West- 
preussen), Schüler der Königsberger Atedemie und von Wilh. Dies in München., 
wo er sich niederliess. Von ihm Der grosse Kurfürst vor Warschau (Nat.-GaJ, 
Berlin), Tod Gustav Adolfs, Jagdrecht früherer Zeiten (1880), Die Bekehrung des 
Hubertus (Neue Pinakothek, München), Bildnisse, etc. Gold. Med. Berlin 1880, 1883 
München. 

Baeveu, (BaTen, Raben), Servatius, Kupferstecher des 17. Jahrhunderts, thätig 
in Holland. Von ihm Die 12 römischen Kaiser (nach Stradanus), Madonna della 
Sedia (räch R. Santi), eine Passiönsfolge, Allegorie auf ein reines Familienleben, 
A. nach Bloemaert, Spranger, Maerten de Vos, etc. 

Rafael, s. Santi. 

Raff^ (Baph, Ranft), Franz Ludwig, Maler des 18. Jahrhunderts, t nach 
1709, thätig in Kassel, wo er Hofmaler und „Lehrer der Malerbursche" war. Er malte 
meist mythologische Bilder, vielfach Deckengemälde in Oel und al Fresco, z. B. im 
alten Fürstenschloss und in der Orangerie. 

Raffaelli, Francesco, Kupferstecher des 18. Jahrhunderts, thätig um 1705. 
Er stach einige unbedeutende Historien nach Ann. Carracci, A. Sacchi, Maratti, etc. 

Raffaelli, Francisqne Jean, Maler und Radierer, geb. 1845 (1851?) in Paris 
als Sohn italienischer Eltern, Schüler vonGerome. Er malte prachtvolle Ansichten, 
Strassenscenen, etc. mit einer vornehm zurückhaltenden Farbenandeutung und in 
fesselnder Technik. Interessant als Farbendrucke sind auch die zahlreichen Ra- 
dierungen, ein Gebiet, das er neuerdings sehr pflegt. Von ihm: Morgenchocolade, 
Notre Damp, Zu Nizza, Die Madeleine, Champs-Elysees, Winterlandschaft. R. hat 
auch einige plastische Arbeiten geliefert. Von seinen Padierungen, vielfach in Farben, 
nennen wir Le Boulevard des Capucines, Der Invalidendom, Selbstbildniss. Ferner 
Illustrationen zu Types de Paris, Goueourts Germiniae Lacerteux, Mirbeaus Lettres de 
ma chaumi^re, Les Cafes-Concerts, etc. 

Raffaelli, Oiacomo, Musivarbeiter, geb. um 1770, f «ach 1804, thätig in Mailand, 
studirte in Rom und wurde Professor an der Brera in seiner Vaterstadt. Für 
Napoleon I. schuf er eine Copie nach L, da Vincis Abendmahl, die später als Schen- 
kung Kaiser Franz' in die Wiener Minoritenkirche gelangte. 

Raffaellino, (so genannt wegen seiner erehrung für R. Santi, eigentlich 
Giovanni Maria Bottalla), Maler, geb. 1613 in Savona (nahe Genua), t 1644 in 
Mailand, wahrscheinlich Schüler von Berrettini in Rom. Im Kapitel zu Rom 
befindet sich „Versöhnung Jacobs mit Esau" und Anderes von ihm, ferner Werke 
in Kirchen zu Neapel und Genua. 

Raffaellino da Ylterbo, s. Bouianelli, Giovanni Francesco. 

Baffaellino dal €olle, s. Colle. 

Raffaellino del Garbo, s. Garbo. 

Baffalello, s. Santi. 

Baffaello da Brescia s. Marone, Baffaello. 

Baffalt, Ignaz, Maler," geb. 21. Juli 1800 in Weisskirchen (Obersteier), f 7. 
Juli 1857 in Hainbach bei Wien, Schüler von Lederwasch und Hermann, haupt- 
sächlich aber Autodidakt. Er musste erst Kaufmann werden und dann einen Gast- 
hof zu Murau übernehmen, betrieb die Kunst aber stetig weiter und hatte Erfolg 
als Genre- und Veduten-Maler, so dass er 1840 nach Wien gehen konnte und sich 
ganz der Malerei, besonders dem Landschaftsfach widmete. Von ihm Nach dem 
RegCn (Wiener Mus.), Abendlandschaft (ebenda). Der Klostergang von Murau (1846), 
Donaugegend (1852), Partie aus Kämthen, etc. 

Raffalt, Johann Gnalbert, Maler, geb. 9. Juli 1836 in Murau, f 9- August 
1865 in Rom, Sohn und Schüler des Ignaz R., weitergebildet an der Wiener Aka- 
demie. Er bereiste Ungarn, Paris (1861), Dalmatien und Montenegro, sowie Rom 
(1865). Er arbeitete in der Weise Pettenkofens, und wurde der „Pusztamaler" genannt. 
Von ihm Landschaft mit Pferdeschwemme (Hamburger Kunsthalle), Brunnen bei 
Ragusa (1863), Ungarisches Wirthshaus, Hof in Klosterneuburg, etc. R. hat einige 
Blatt radiert. — Auch sein Bruder Josef R. malte Landschaften. 

Raffet, Denis Auguste Marie, Maler, Zeichner u. Lithograph, geb. 2. März 
1804 in Paris, f 16. Februar 1860 in Genua, Schüler der Ecole des beaux-arts 



Raffi — Rahau. < 

und von Charlet und Gros. R. war erst bei einem Drechsler in die Lehre gegangen 
und kam dann an die Bezirkszeichenschule , wo sich der Lehrer R i b a n und 
durch diesen der Maler de Rudder für ihn interessirte. R. gab die Malerei im 
grossen Stil bald auf und vollendete nicht einmal Die Einnahme von Koblenz, die 
er im Auftrag der Regierung für Versailles malen sollte. Als Zeichner und beson- 
ders als Lithograph suchte er sein Talent zu entwickeln, was ihm ausserordentlich 
gelang. 1825 veröffentlichte Frerat seine ersten zwei Steindrucke. Sein Lebens- 
werk gilt der Verherrlichung der Armee, vornehmlich der Napoleonischen. Zeich- 
nungen von ihm besitzt der Louvre. R. hat über 700 Steindrucke gezeichnet; von 
ihm ferner über 1000 Illustrationen und 38 Radierungen. Zu den Hauptfolgen ge- 
hören: Petit Album militaire (1825), Histoire de Jean-Jean, Album pour 1831, desgl. 
für die nächsten 6 Jahre, Siöge de la Citadelle d'Anvers (1833), Retraite et Prise 
de Constantine, Voyage dans la Russie m^ridionale et la Crimöe (1838 — 48), etc. ; 
ferner die Bildnisse des Herzogs von Aumale, des Marschalls St. Arnaud, des 
Eapüains Felix Douay, etc. Seine Biographie von A. Bry (Paris 1861), H. Giaco- 
melli (Paris 1862) und Lhorome (1892). 

Eaffi, Bildhauer, geb. 1832, f 1895 in Mentone, 

Raffin, Jean Jacqnes Isaac, Zeichner, geb. 11. März 1776 in Kassel, f 16. 
Juli 1843 das. Er war ein vielbegehrter Zeichenlehrer. 

Ba£fort, fitienne, Maler geb. 11. Mai 1802 in Cbälon-sur-Saöne, Schüler von 
Castillet. Er malte Landschaften und Ansichten, auch in Wasserfarben. Er schuf 
Historien an den Wänden der Kapelle zu Chardonnay bei Tournus und der Kirche 
zu Gergy bei Chälons-sur-Saöne; ferner Glasgemälde. Von Oelbildern nennen wir: 
Neapel vom Molo aus gesehen (1835 Mus. Chalons sur Säone), Heinrich der III. 
zieht 1574 in Venedig ein (1843 Mus. Grenoble), Genua in der Morgendämmerung 
(1830), Die Kathedrale von Palermo, Ansicht von Dieppe (1836), Moschee in Scutari 
(1850), etc. Medaille 2 Kl. 1840, 1 Kl. 1843. 

Rafter, John, Maler, geb. 14. Juni 1824 auf der Kanalinsel Jersey. 1860 liess er 
sich in Schwerin nieder. Von ihm besitzt das dortige Museum Eichen zulvenack (1875). 

Ra^enean, Jacqaes» s. Ragiienean, A. (Jacques). 

Raggi, Niccolö Bcrnardo, Bildhauer, geb. 13. October 1790, in Carrara, f 
24. Mai 1862 in Paris, Schüler von Bartolini in Florenz und der Ecole des beaux- 
arts, sowie Bosios in Paris, wo er 1828 sich naturalisiren liess. Er war kurzeZeit 
lang auch in Marseille thätig. Von ihm: Henri IV (in Nerac), Montesquieu (Ju- 
stizpalast Bordeaux), Louis XIV. (Rennes), S. Vincenz de Paula (Madeleine-Kirche 
zu Paris), Louis XVI. (Bronze, vierfache Lebensgrösse, Bordeaux), Kg. Hugues Capet 
(Marmor- Statue, Museum Versailles), Marschall Boucicault (ebenda), Sa. Clotilde 
(Limoges, Kirche), Madonna mit dem Jesuskind (S. Etienne du Mont, Paris), etc. 
Med. 2 Kl. 1819, 1855; Kr. der Ehrenleg. 1825. 

Raggi, Pietro Paolo, Maler des 17. Jahrhunderts, geb. um 1650 in Wien, 
t 1724 in Bergamo, studirte in Genua. Er war dort, dann in Turin und Savona, zu- 
letzt in Bergamo thätig und malte Pastot alscenen, Bacchanale, besonders aber Historien, 
z. B.: S. Bonaventura (Annunziata-Kirche zu Genua), Verkündigung (S. Lorenzo zu 
Bergamo), Maria Magdalena wird in den Himmel aufgenommen (Sa. Martha, das.). 

Ragot, Francois, Kupferstecher des 17. Jahrhunderts, geb. 1641 in Bagnolet. 
Er stach Bildnisse, Blätter nach S. Vouet (Der Engelsturz), C. Lebrun, I. Palma, G. 
Huret u. A., besonders aber copirte er die Stiche Bolswerts, Pauwel du Ponts, Vor- 
stermans, etc. nach den Rubens- und Van Dyck-Gemälden. 

Ragnenean, (Raguineau), A. (Jucqnes?), Maler des 17. Jahrhunderts, geb. vor 
1600 (V), t 18- September 1658 in Paris. Er war Hofmaler der Königin Maria 
de' Medici und Armenvorstand. Um 1650 scheint er nach dem Haag gekommen zu 
sein, wo er ein Bildniss des Prinzen Wilhelm Hendrik von Oranien schuf, und 
Schreibmeister des Wilhelm III. von Oranien wurde. 

Ragnsa, Tincenzo, Bildhauer, geb. 12. Juli 1841 in Palermo, Schüler von 
Morelli und Lo Forte, thätig in Palermo und Mailand. 1876—1882 lebte er 
in Tokio, Japan, wo er Lehrer an einer Kunstakademie gewesen sein soll. Zuletzt 
lehrte er wieder in Palermo. Er schuf decorative Arbeiten, z. B. einen Kamin für 
den grossen Rathhaussaal in Palermo, Brunnen in Mailand, etc. Auch einen Ent- 
wurf einer Garibaldi-Statue, etc. Jap. Sonnen-Orden, Ital. Kronen-Orden. 

Rahau, Karl, Baumeister, geb. 1830, Schüler der St. Petersburger Akademie, 
deren Mitglied er 1864 wurde. Zwei Jahre darauf veröffentlichte er mit Karl Koll- 
mann ein Werk über die Alhambra. 



8 Rahl — Raibolini. 

Rahl, Karl, Maler, geb. 13. August 1812 in Wien, f 9. Juli 1865 das., Schüler 
der Wiener Akademie, weitergebildet auf Reisen durch Deutschland, Frankreich und 
Italien, Er war Sohn des Karl Heinrich R. 1843 kam er nach Wien zurück, be- 
suchte 1847 Kopenhagen, 1848 Paris, 1849 München. 1850—1851 war er zum 
ersten Mal, seit 1863 nochmals und zwar als Professor an der Wiener Akademie 
thätig. In späteren Jahren hat er Italien wiederholt aufgesucht und kam auch nach 
Athen, wo er einen Fries in der Aula der UniKersität malte. Nach jahrelanger 
Missachtung in Wien bewirkte ibm der Schutz des Baron Sina die schliessliche An- 
erkennung. R. war auch als Lehrer viel begehrt. Von ihm Chriemhilde nennt 
Hagen den Mörder Siegfrieds (Wien. Mus.), Auffindung der Leiche Manfreds (ebenda), 
Bildniss M. Wagners (München, Neue Pinakothek), Christenverfolgung (Hamburger 
Kunsthalle), desgl. (Berlin, Nat.-Gal.). Andere in der Galerie Schack (München), 
der Akademie-Galerie zu Wien, der Gal. Liecbtenstein das., etc. R. schuf auch 
Wandgemälde, z. B. im Treppenhaus des Wiener Zeughauses, im Festsaal zu Olden- 
burg, etc., und Altarbilder (Piaristenkirche zu Wien, griechische Kirche das., etc.). Seine 
Biographie von Hottner (1863). 

Bahlj, Karl Heinrich, Kupferstecher, geb. 11. Juli 1779 in Heilbronn (n. A. 
in Höfen »bei Heidelberg), f 12. August 1843 in Wien. Studirte unter Füger in 
Wien, wo er 1815 Mitglied, 1840 Prof. an der Akademie wurde. Er hat auch Einiges 
in Oel und Wasserfarben gemalt, meist aber in Linienmanier gestochen, z. B. Graf 
Dietrichstein (nach C. Agricola), Maria (nach A. Allegri), Sa. Justina (nach A. Bonvicino), 
Landschaften (nach G. Dughet), Schlacht bei Aspern (nach P. Krafft, Francisque 
Millet, etc.), Sa. Margaretha (nach R. Santi), Mädchen am Brunnen« (nach L. v. 
Schnorr), Madonna (nach P. Vannucci), Hieb (nach G. F. E. von Waechter), etc. 

Rahm, Samuel, Maler, geb. 15. Mai 1811 in Willich (Rheinprovinz), Schüler 
der Düsseldorfer Akademie unter T. Hildebrand. Die Nat.-Gal. zu Berlin besitzt 
von ihm „Katholischer Gottesdienst". 

Rahms, Eberhard Cornelis, Zeichner, Radierer und Maler, geb. 14. Sept. 1823 
in Potsdam, Schüler von J. H. van de Laar, meist durch Selbststudium gebildet. 
Von seinen Radierungen nennen wir: Selbstbilduiss, Kinderkopf, Die ehemalige 
Waardpoort" zu Oudewater, etc. 

Rahn, Hans Rudolph, Kupferstecher, geb. 1805 in Zürich, f nach 1880 (?), 
Schüler von Lips, dann von S. Amsler in München. Er war dort und in seiner 
Vaterstadt thätig. Von ihm: Blätter zu Kaulbachs Reineke Fuchs,. Faust, Die 
Räuber, etc., Madonna nach Jul. v. Schnorr, Bildnisse, etc. 

Rahoult, Diodore, Maler, geb. 1819 in Grenoble (Dep, Isere), f 1874, Schüler 
von Cogniet. Er war in seiner Vaterstadt thätig. Von ihm: November (Mus. 
Grenoble), Die verschlossene Thür (1866 ebenda), Wandmalereien (Allegorien Mus. 
ebenda). Der alte kranke Bauer (Mus. Saint-Etienne), In Gemeinschaft mit Blanc- 
Föntaine malte er Maria erster Tempelgang und Tod der Jungfrau (Kirche St. 
Andre zu Grenoble). Ferner veröffentlichte er zweihundert Zeichnungen der Denk- 
mäler, Alterthümer und Ansichten von Grenoble (in Holz geschnitten von Dardelet) 
und illustrirte „Poesies ep- patois du Dauphine". 

Rahtjen, Karl, Maler, geb. 12. Dec 1855 in Bremen, Schüler der Düssel- 
dorfer Akademie und von Prof. K. Ludwig in Stuttgart. 1880—1895 war er in 
Berlin thätig und malte Landschaften aus Rügen, der Umgegend Hamburgs, etc. 
Auch Bilder zu Lenaus Schilfliedern und dessen Postillon. 

Raibolini, Francesco di Marco gen. 11 Fraucia, Maler, Goldschmied und 
Kupferstecher, geb. 1450 in Bologna, f 5. Jan. 1517. Er lernte bei einem Gold- 
schmied, wo er u. Ä. als Niellator grossen Ruhm errang. Erscheinung und Wesen 
waren bei ihm so gewinnend, dass er, obwohl einfacher Herkunft, den höchsten Adel 
Bolognas zu seinen Fieunden rechnen konnte und von Giovanni Bentivoglio IL be- 
schützt wurde, der ihn zum Münzmeister ernannte. Villeicht aus Anlassvon Man- 
tegnas Besuch in Bologna wandte er sich der Malerei zu und wurde Schüler von 
CostH,F. Cossa und ErcoleRoberti de' Grand i. Seine frühen Arbeiten wurden oft 
und längstens depi Costa, zugeschrieben. Später veredelte sich sein Stil, was einst 
wohl mit Unrecht aus einer vermuthlichen Freundschaft zu R. Santi erklärt 
wurde, dessen Schüler er gar gewesen sein soll. R. galt auch eine Zeitlang als von 
P Vannucci abhängig, doch ist er auf selbständige Art zu einer ähnlichen Auffassung 
die P Vannucci gelangt, die übrigens viel reiner und ungezierter als die des letzteren 
ist. In seiner Vaterstadt wurde R. hoch gefeiert, wurde 1512 Meister der Gilde, und 
erhielt 1514 den Ehrentitel Meister der vier Künste. Er bekleidete auch andere 



Kaibolini — Raimondi. 9 

Aemter in Bologna, aus welcher Stadt er sich nie entfernen wollte, obwohl er den 
Wunsch besass, R. Santis Werke zu sehen. Von seinen Gemälden nennen wir: Die 
Kreuzigung (Bologna, Brbliothek), S. Stephanus (Rom, Borghese-Gal.); Heilige Fa- 
milie (Berlin, Mus.), Maria mit dem Kinde und Heiligen (ebenda), Madonna im 
Rosenhag (München, A. Pinakothek), Maria mit Kind (ebenda), Taufe Christi (Hampton 
Court), desgl. (Gal. Dresden), Anbetung der Könige (ebenda), Thronende Madonna 
(Gal. Parma), Kreuzabnahme (ebenda), Madonna mit dem kl. Johannes (ebenda), 
Thronende Jungfrau mit Heiligen (London, Nat.-Gal.), Pietä (ebenda), Madonna mit 
zwei Heiligen (ebenda) ; Andere in den Galerien zu Bologna, Florenz, Mailand, 
Paris, St. Petersburg, Turin, Wien, etc. Auch in Privatsammlungen zu Bologna, 
London, Lucca, Mailand, Wien, etc., sowie in S. Frediano zu Lucca, S. Martine 
Maggiore zu Bologna und anderen Kirchen. Mindestens acht Niellen sind auf R. zu- 
rückgeführt worden ; ob er auch wirkliche Kupferstiche geschaffen hat, ist fraglich, 
ebenso wie die Angabe, dass er für Aldus die Typen zu einer Vergil-Ausgabe (1501) 
geschnitten haben soll. Seine Biographie von Calvi (Bologna 1812). 

Raiboliniy Oiacomo, ebenfalls Francia genannt, Maler, Kupferstecher und 
Goldschmied, geb. vor 1487 in Bologna, f 1557 das., Sohn und Schüler des Fran- 
cesco R., in späteren Jahren von D. Dossi beeinflusst. Er arbeitete vor ^1518 
meist als Gehilfe des Vaters und vielfach gemeinschaftlich mit seinem Bruder. Als Kupfer- 
stecher ist er durch etwa zwanzig Blatt bekannt, darunter Hl. Familien, Cleopatra, 
Christus im Hause Simons (1530), Die Caritas, Die Beweinung der Leicbe Gattemelatas, 
etc. Von seinen Fresken nennen wir : Taufe des Valerian (Cecilien-Kapelle, Bologna), 
Martertod der Hl. Cecilia (ebenda). Ferner von ihm Madonna mit Heiligen (Bo- 
■ logna, Pinakothek), Die Keuschheit, zwei Madonnen (Berlin, Mus.), Maria als Him- 
melskönigin (gemeinschaftlich mit Giulio R. ebenda), Maria, Jesus und Johannes 
(Gal. Dresden), Bildniss (Florenz, Pitti), zwei Madonnen (Mailand, Brera), Madonna 
mit Kind (Gal. Venedig), etc. Andere in Kirchen zu Bologna, Parma, etc. 

Raibolini, Giulio, Maler, Kupferstecher und Goldschmied, geb. 20. Aug. 1487 
in Bologna, + nach 1543 das., jüngerer Sohn und Schüler des Francesco R. Er 
arbeitete gemeinschaftlich mit Giacomo R. ; nur ein Werk ist bekannt, das er allein 
schuf. Gemälde von ihnen in den Galerien zu Berlin, Bologna, etc. 

Ballton, William, Baumeister, geb. vor 1820, f 13. Oct. 1877 in Brighton. 
1839 gewann sein Projekt für die Nelson-Säule auf dem Trafalgar Square in London 
den ersten Preis und gelangte zur Ausführung. 

Raimbacli, Abraham, Kupferstecher, geh". 1776 in London, f 17. Jan. 1843 
in Greenvfich bei London, Schüler der Londoner Akademie und von J. Hall, Sohn 
eines eingewanderten Schweizers. Er lieferte Blätter zu „1000 und eine Nacht" (nach 
Smirke), zum „Gil Blas" (1809 nach dems.) uitd stach die 74 Illustiationea Sniirkes 
zum Don Quixote; endlich auch Platten nach Stothard, Metz u. A., besonders aber 
nach Wilkie (Die Dorf-Politiker, Blindekuh, Die Exmission, Der Laufbursche, etc.). 
R. hat auch eine Zeit lang Miniaturen gemalt. S. Biographie von F. Schobeil (1843). 

Raimondi, Carlo, Kupferstecher, geb. 1809 in Albinea (Reggio-Emilia), f 1883, 
Schüler von Toschi. Er setzte mit Anderen das grosse Allegri-Werk Toschis in 
unerquicklicher Weise fort und schuf u. A. auch ein Bildniss seines Lehrers. 

Raimondi, Elviro, Maler, geb. 1866 in Neapel, Schüler der dortigen Akademie 
unter Lista und J. Perricci. Er malte Landschaften und Bildnisse, auch in 
Aquarell und war als Zeichenlehrer thätig. Von ihm Schlechtes Welter, Der Molo 
in Neapel, Olga, etc. — Ein Edoardo R., geb. in Parma, thätig in Reggio Emilia, 
stellte seit 1872 Landschaften und Genrebilder aus. — Eiu Giuseppe R. malte 1785 
Deckenbilder in Friedrichsfelde für den Herzog von Kurland. 

Raimondi, Marc Antonio, Kupferstecher, geb. 1488 (? n. A. 1470?) in Bologna, 
t vor 1634, Schüler des F. Raibolini, bei dem er das Nielliren, dann auch den 
Stich erlernte. In seinen früheren Arbeiten, die allerdings geistiges Eigeuthum des 
Raibolini sind, z. B. ein kleiner Sündenfall, zeigt sich doch eine grosse Kraft und 
Unmittelbarkeit. Wir haben das Empfinden, es sind ursprüngliche Malerstiche. 
Später wirkt er bei aller Trefflichkeit stets als reproduzirender Künstler und hat 
seine Selbständigkeit gänzlich dem R. Santi geopfert. Der früheste datirte Stich von 
ihm, 1505, ist ein Tod des Pyramus. 1506 copirte er Dürers Werke, bereiste Nord- 
italien und Venedig, wo er Dürers Holzschnitt-Marienleben und -Passion sah und 
mit ziemlichem Mangel an Verständniss mittels des Grabstichels fälschte. Dürer 
scheint sich mit Erfolg hierüber bei der Venetianischen Behörde beschwert zu, haben. 
Um 1510 ging R. nach Florenz, wo er die „Kletterer" nach ßuonarottis Cartöa 



10 Eaimondo — Rajzö. 

schuf und von da nach Rom, wo ihn R. Santi ganz in Beschlag nahm. Eine Zeit 
lang hat er wohl in dessen Atelier gearbeitet, errichtete aber später ein eigenes, 
wo er Schüler nahm. Giulio Pippi dei Gianuzzi hatte R. dem Santi empfohlen, und 
nach Santis Tod 1520, arbeitete R. nach Giulios Werken, unter A. stach er auch eine 
Folge von anstössigen Illustrationen zu Aretinos Sonetten, die so schamlos waren, 
dass Clemens VII. den R. ins Gefängniss warf, während Giulio und Aretino fliehen 
mussten. R. wurde bald begnadigt und stach nach Bandinelli einen Martertod des 
Hl. Laurenz, der, im Auge des Papstes, des Malers Werk verbesserte. R.'s erneutes 
Glück war nicht von langer Dauer. Bei der Plünderung Roms soll er verwundet 
und gefangen genommen worden sein. Die Auslösung kostete ihm seine ganze Habe. 
Darnach ist er verschollen ; er zog sich wahrscheinlich nach Bologna zurück und 
war 1534 schon gestorben. Durch seine Wiedergaben von R. Santis Werken wurde 
R. weltbekannt und des Malers Ruhm trug den des Stechers mit sich. Er erhielt 
oft nur unfertige Skizzen und Entwürfe, die er selbst, namentlich was die Modellirung 
betriflFt, vollenden musste, z. Th. waren es Zeichnungen zu Santis bekannten Ge- 
mälden. Die Zeichnung und die vornehme Composition bestricken auf seinen Blättern; 
ihre Monotonie, die Flachheit der Modellirung und die Farblosigkeit (er arbeitete 
nach Cartons und nicht nach gemalten Originalen) befremden. Technisch hat er die 
Meisterschaft der cisalpinen Stecher nicht erreicht, doch ist er seinen Schülern und 
Genossen weit voraus. Von den 308 Platten, die Passavant ihm zuschreibt, sind 
114 biblische und heilige Daxstellungen, 81 mythologische (darunter wohl die Haupt- 
werke), 20 oder mehr AUegoirien und die übrigen Darstellungen aus dem täglichen 
Leben, Studien, etc. Seine Biographie von H. Delaborde (Paris). 

Eaimondo, Maler des 15. Jahrhunderts, thätig um 1477 in Neapel. Die 
S. Francesco di Chieri-Kirche in Piedmont besitzt ein Altarbild von ihm. 

Bainaldi, Carlo, Baumeister, geb. 1611 in Rom, f 1691, Sohn und Schüler des 
G i r 1 a m R. Er baute, in extremem Barockstil, zwei Kirchen auf der Piazza del 
Popolo zu Rom, und radierte das Theater der Jesuiten das. Für Ludwig XIV. zeichnete 
er den Louvre; der König schenkte ihm sein mit Juwelen verziertes Bildniss dafür. 

Rainald), Domenieo, Maler des 17. Jahrhunderts, thätig um 1665 in Rom. Er 
lieferte Altarbilder für dortige Kirchen und malte im Auftrag verschiedener Päpste. 

Rainaldi, Francesco, Kupferstecher, geb. 1770 in Rom, f 1805 (1816?), 
Schüler von Bettelini und Morghen. Er lieferte ziemlich langweilige Linien- 
stiche nach Biliverti, Barbieri, Caliari, da Vinci, Reni, etc. 

Rainaldi; Crirolamo, Baumeister und Radierer, geb. 1570 in Rom, f 1655, 
Schüler des Domenico Fontaua. Er war unter 6 Päpsten erster Baumeister, ferner 
auch für, den Herzog v. Parma thätig. Von ihm: Kirche in Montalta, Die Scalzi zu 
Caprarola, die herz. Paläste in Modena, Parma und Piacenza. 

Bainaldns, (Reinaldus), Baumeister des 11. Jahrhunderts, der um 1063 am Dom 
zu Pisa thätig war. 

Rainieri, Francesco Maria, Maler, gen. La Schlvenoglia, geb. um 1680 in 
Mantua, f 1768, Schüler von G. Canti, in dessen Manier er Schlachtenbilder und 
Landschaften malte. 

Baisek, (Raysek), Matthias, Baumeister, geb. vor 1460, f 1510. Für Wlaczlaw II. 
erbaute er 1475 den Pulverthurm zu Prag, und verwandelte dort 15 Jahre später 
die dreischiffige Barbarakirche in eine fünfschiflfige. Er war auch au der Kirche zu 
Kuttenberg thätig. Endlich schuf er 1492 das hohe Sacramentshäuschen in der Hl. 
Geistkirche zu R^öniggrätz. 

Rajon, Panl Adolphe, Zeichner und Radierer, geb. im Juli 1843 in Dijon 
(Dep. Coted'Or), f 8. Juni 1888 in Anvers (Däp. Oise), Schüler von Pils, Gaucherei 
und Piameng. Um 1873 verbrachte er einige Zeit in London, 1888 in New-York um 
Aufträge zu erledigen. Er wurde einer der beliebtesten Reproductionsstecber bezw. 
Radierer, der seinem Ruf durch zu eiliges und geschäftsmässiges Arbeiten schadete. 
Von ihm Radierungen nach R. van Rijn, Rubens, Van Dyck, Watteau, Reynolds, 
Bonnat, Mcissonier, Gerome, etc., auch Kupferstiche nach Bonnat, Reynolds, Ouless, 
etc. Alles in allem schuf er an die 200 Platten. Seine Biographie von F. G. Stepbens 
(London 1889). Med. 1869, 1870, Med. 2. Kl. 1873, 1878. 

Rajzö, Miklös, (ISikolans), Maler, geb. 1865 in Györ-Szt. Morton, Schüler von 
Kohr in Budapest, derGrazer, dann der Münchener Akademie unter Prof. Benczur 
und Raupp und endlich von C. Lotz in Budapest. Es befinden sich Heiligen-Bilder 
in mehreren ungarischen Landkirchen von ihm. Ferner malte er , Stille Gesell- 
adiaft", Besuch des Erzherzogs Josef in Hortobägy, etc, 



Ralph — Rambert. 11 

Ralph) 6. Keith) Maler des 18. Jahrhunderts. Er war Hofmaler des Herzogs 
von Clarence, malte Bildnisse und Genrebilder, und stellte zwischen 1778 — 1811 in 
der Londoner Akademie aus. 

Ram, Jan de, 'Kupferstecher des 18. Jahrhunderts, geb. um 1680, Schüler des 
Romeyn de Hooghe. Er schuf Bildnisse und.Buchillustrationen, auch in Schabkunst, 
z. B. Dido, Ansichten von Amsterdam, Das hl. Abendmahl (nach L. Lombardo), etc. 

Rama, Camillo, Maler des 17. Jahrhunderts, geb. in Brescia, tbätig das. um 
1622, Schuler des J.Palma Giovane. Er malte Historien für verschiedene Kirchen 
etc., z. B. für die S. Josephs- und die S. Franciscus-Kirche, sowie für das Carmeliter- 
Refektorium. 

Ramacciotti, G^iovanni Battista, Maler des 17. Jahrhunderts, thätig in Siena, 
wo er Geistlicher war und nebenbei Bildnisse und Historien nialte. Die Franciscaner- 
kirche zu Siena besitzt eine Geburt Christi von ihm, die üffizi Gal. zu Florenz eine 
Geburt Mariae. 

Ramade, Engine, Maler, geb. 1802 in Bordeaux, Schüler von Lacour und 
J. M. Gu^. Von ihm Inneres der Kirche von La Rdole (Mus. Bordeaux), Die 
Kirche von Langon, etc. 

Ramadier, F. A., Maler, geb. vor 1800 in Frankreich, f um 1833. Er kam 
als Refugi^ nach Frankfurt a. M. und malte dort Landschaften und Ansichten, ob- 
wohl in der Jugend nur als Dilettant ausgebildet, 

Ramant, Louis, Bildhauer, geb. 1688 in Ypern, f nach 1714, in welchem 
Jahr er für den Marktplatz seiner Vaterstadt einen Neptun mit dem Dreizack schuf. 

Ramay, s. Ramey. 

Ramazzani, Ercole, Maler des 16. Jahrhunderts, geh in Roccacontrada 
(Romagna), -jr nach 1588 (?), Schüler von Vanuucci und R. Santi. Ein Bild 
von ihm aus dem Jahr 1573 befand sich in Matelica (Fror. Mäcerata) Andere in 
seiner Vaterstadt. 

Ramazzotti, Serafluo, Bildhauer und Maler, geb. 1846 in Sezzago (Novara), 
Schüler der Turiner Akademie unter V. Vela, auch in Rom gebildet. Von ihm: 
Die arme Blumenverkäuferin (Statuette), Der Geist der Freiheit, Psyche, Ophelia, 
viele Bildnissbüsten, Terrakotten und kleinere Arbeiten. Mehrere Preise. 

Rambaldi, Carlo Antonio, Maler, geb. 1680 in Bologna, f 1717 Schäler von 
D. Viani. Er malte Historien, z. B. Tod des Hl. Joseph (S. Gregorio, Bologna), 
Die Heimsuchung (S. Giuseppe, das.), Der Hl. Fracz Xaver (Sa. Lucia, das.), etc. 

Rambaldo, Laudadio, Maler des 14. Jahrhunderts, gen. R. di Ferrara. Er 
war in dieser Stadt tliätig, doch von geringer Bedeutung. 

Rambanzek, Matthäus, Maler des 16. Jahrhunderts, thätig in Chrudim (Böhmen). 
Für die dortige Stadtkirche malte er 1593 Lasset die Kindlein zu mir kommen. 

Ramberg, Arthur Georg', Freiherr von, Maler und Illustrator, geb. 4. Sept. 1819 
in Wien, f 5. Febr. 1875 in München, Schüler der Prager Kunstschule und der 
Dresdener Akademie unter H ü b n e r , auch in München gebildet. 1860 wurde er 
Prof. an der Kunstschule in Weimar, 6 Jahre später an der Münchener Akademie. 
Er malte Historien, Geschichtsbilder und besonders Genrebilder ; endlich bat er 
Goethes Hermann und Dorothea, Voss Luise, etc. illustrirt. Von seinen Fresken 
nennen wir die im Lutherzimmer der Wartburg, und das Märchen vom Frosch- 
könie für die Grossherzogin von Weimar; von Staffeleibildern Nach Tisch (Neue 
Pinakothek, München), Der Hof Friedrich des II. zu Palermo (Maximilianeum, * das.), 
Mädchen mit Gais auf der Alm (Gal. Wiesbaden), etc. 

Ramberg, Johann Heinrich, Maler und Kupferstecher, geb. 22. Juli 1763 in 
Hannover, f 6. Juli 1840 das., Schüler seines Vaters, dann der Londoner Akademie, 
von Reynolds und von Bartolozzi. 1788 bereiste er die Niederlande und 
Italien ; er wurde darauf Hofmaler des Königs von Hannover. Er arbeitete flüchtig. 
Von ihm: ein Theatervorhang in Hamburg; Titelkupfer zu Wielands Werken; 
Illustrationen zum Reineke Fuchs, Till Eulenspiegel, zu Taschenbüchern, etc. auch 
Caricaturen. Seine Biographie von Hoffmeister (Hannover 1877), Zusätze hierzu von 
L. Riegel (Freiburg i. B. 1889). 

Ramhert, Jean, Maler, geb. 2. Febr. 1819 in Roannc (Dep. Loire), f *• Nov. 
1869 in Paris. Er malte auf Porzellan. 

Rambert, Louis de, Maler und Bildhauer, geb. 1614 in Paris, f 1670 das., 
Schüler seines Vaters Louis R., der unter Louis XIII. Inspektor der Statuen war, 
und von L e b r u n und V o u e t. Er trat allmählich zur Plastik über. Von seinen 
Gemälden ist ein Bildniss Mazarins bekannt. 



12 Rambois — Ramey. 

BamboiS; Baumeister und Maler, geb. um 1816. Er war mit Cinati in Portugal 
als Decorationsmaler des San Carlo -Theaters thätig und schmückte dort auch 
mehrere Paläste. 

Bamboldi, (Rampoldl), Carlo, Kupferstecher, geb. um 1775 in München, f nach 
1821j Schüler von L o n g h i. Von ihm: Stiche nach Luini, Bondone, Franceschini, 
Longhi, Vivien-, etc. 

Ramboux, Jobann Anton, Maler und Zeichner, geb. 1790 in Trier t 2. Oct. 
1866 in Köln, Schüler des Benediktiners Abraham zu Florenville, mit 17 Jahren 
von David in Paris. 1812 kehrte er zurück und malte Bildnisse, 3 Jahre später 
ging er nach München und 1816 nach Rom, wo er sich von Overbeck, etc. beeinflussen 
Hess, ferner altchristliche Kunstwerke copirte. 1827 kehrte er nach Trier zurück, 
besuchte 1829 nochmals Italien und kam 1840 endlich in die Heimath mit einer 
frühitalienischen Gemäldesammlung, vielen Studien, etc. beladen. Er schuf Aquarell- 
copien nach alten Monumenten, von denen 248 als Geschenk des preu^sischen Königs 
in die Düsseldorfer Akademie gelangten. 1843 wurde er Konservator am Kölner 
Museum, wo er als Erhalter und Restaurator alter Gemälde sich Verdienst erwarb. 
1854 besuchte er Jerusalem. Von ihm die Entwürfe zu den Domteppichen in Köln, 
125 Steindrucke nach alten Gemälden, Adam und Eva (Mus. zu Köln), Bildnisse (das.), 
Zeichnungen zu Dante (Mus. Frankfurt a. M.). 

Ramdohr, Friedrich Wilhelm Basilins Ton, Maler, geb. 1752 im Kreis Hoya 
(Hannover), f 1822 in JMeapel. Er malte Bildnisse. Die Universität Göttingea und 
die Berliner Akademie besitzen Werke von ihm. 

Ramee, Daniel, Baumeister, geb. 19. (16. ? 6. ?) Mai 1806 in Hamburg, Schüler 
seines Vaters Joseph Jacques R., auch in Dinant, Meziöres und in Paris gebildet. 
Er restaurirte mehrere Dome, z. B. die zu Senlis, Beauvais, Noyon, ferner den 
Justizpalast von Beauvais, mehrere Abteien, etc. R. übersetzte Foersters Denkmäler 
der deutschen Baukunst und Malerei (Paris 1836), sowie Heideloffs Ornamentik des 
Mittelalters und verfasste u. A. Allgemeines Handbuch der Geschichte der Baukunst 
bei allen Völkern, im besonderen der französischen Baukunst im Mittelalter (1843), 
Geschichte der Baukunst in Frankreich (1845), Geschichte der Kutschen (1856), Ueber 
decorative Plastik (1864), Polyglottes architectonisches Wörterbuch (1868), etc., auch 
Aufsätze für Zeitschriften. R. lebte eine Zeit lang in deu Vereinigten Staaten und 
bereiste Italien, Deutschland, Holland und England. 

Ramee, Josephe Jacqnes (Jean ?), Baumeister, geb. 18. April 1764 in Charlemont 
(Dep. Ardennes), f 18. Mai 1842 in Beaurains. Schon mit 15 Jahren lehrte er die 
Baukunst und wurde zwei Jahre später Inspektor in den Baubureaux des Grafen von 
Artois. 1792 fiel Verdacht auf ihn und musste er fliehen, kam 1794 nach Deutschland, 
wo er in Hamburg den Börsenplatz (1803 — 4) erbaute. Einige Jahre war er in Schwerin 
für den Herzog von Mecklenburg tbätig und ging auch nach Dänemark. 1811 kam er 
nach Amerika, schuf Pläne für mehrere Städte im^Staate New-York und erbaute das 
Union- College zu Schenectady. 1816 kehrte er nach Frankreich zurück, hielt sich 
darauf einige Zeit in Belgien auf und Hess sich 1823 in Paris nieder. R. veröffent- 
lichte die ersten Lieferungen eines grossen Sammelwerkes über Gartenanlagen und 
Landhäuser (1880). 

Bamelli, (Rameli), Padre Feiice, Maler, geb. 1666 in Asti (Piedmont), 1 1740, 
Schüler des Dionysos Rho. Er lebte meist in Rom, besuchte auch den König 
von Sardinien auf dessen Einladung, Er wurde Mönch und Canonicus von S. Giovanni 
in Laterano. R. malte Historien, besonders aber Miniaturen von denen viele Copien 
sind, darunter eine Reihe nach den Selbstbildnissen in den üffizien. Eine Miniatur 
von ihm besitzt die Dresdener Galerie. 

Bauienghi, Bartolommeo, Maler, gen. dti Bagnacavallo, s. d. 

Eamey, Claude, d. Ae., Bildhauer, geb. 29. October 1754 in Dijon, f 5. Juni 
1838 in Paris, Schüler von Desvoges und Gois d. Ae. Er erhielt den 1. Preis 1782 
auf Grund seines Gleichniss vom Samariter. Von ihm: Prinz Eugen Napoleon, Vize- 
könig von Italien (1810 Marmorbüste, Mus. Versailles), Napoleon I. im Kaiserornat 
(Mus. ebenda), Kardinal Richelieu (1817 Palast zu Versailles), Najade (Statue, Medi- 
cibrunnen im Ga,rteu des Luxembourg), Die Weisheit (Statue für die Thür der Bank 
von Frankreich), Verurtheilung des Verbrechens (Mus. Dijon), Scipio Africanus, etc. 
Mitgl. d. Instituts, Kreuz d. Ehrenleg. 1824. 

Ramey, Etienne Jules, Bildhauer, geb. 23. Mai 1796 in Paris, f 29. October 
1852 das., Schüler seines Vaters Claude R. und der Ecole des beaux-arts. Er 
erhielt den 1. Preis 1815 auf Grund seines Ulysses von seinem Hund erkannt. Von 



Ramey — Ramsay. 13 

ihm im Mus. Ton Dijon Venus Falconieri (1820 Marmor, nach der Antike), Hector 
einen Felsblock werfend (1816 Basrelief in Gips), Sculpturen am Triumphbogen zu 
Marseille, Die Tragödie und der Ruhn: (Basrelief, Hof des Louvre), Theseus be- 
kämpft den Minotaur (Marmorgruppe, Garten der Tuilerien), auch Heiligen-Statuen, 
etc für die Kirchen Sorbonne, St. Germain-en-Laye, Madelaine, St. Viocent de Paul, 
etc. Med. 1827. Mitglied des Instituts 1828. 

Ramey, (Ramay, Delle Rame^e), Jean, Maler, geb. um 1530 in Lüttich (?), 
f nach 1602 an dei- französischen Grenze auf dem Heimweg nach Lütticb, Schüler 
von Lambert Lombard. 1576 schuf er ein Abendmahl für die Peterskapelle in 
Lüttich. 1585 wurde er Dekan der Gilde. Er malte (1599) die Bekehrung Pauli, 
einige Kirchenfensier (1597) und 12 überlebensgrosse Apostelmedaillons für die Pauls- 
kirche. Die Lambertskathedrale besitzt einen Christus am Oelberg, die Kirche zu 
Glains bei Lüttich eine Anbetung der Hirten von ihm. Andere Werke von ihm in 
\seiteren Lütticher Kirchen, oft wohl als L, Lombards bezeichnet. Gegen Ende seines 
Lebens wurde er nach Paris berufen, um den Luxembourgpalast zu decoriren. 

Ramirez, Andrea, Maler des 16. Jahrhunderts, thätig um 1555 in Sevilla. 
Er malte in diesem Jahre und 1558 Miniaturen in die Chorbücher der Kathedrale. 

Ramirez, Benevides Jnan, Maler des 18. Jahrhunderts, f 1782 in Saragossa, 
Schüler seines Bruders Joseph R. eines Bildhauers, dann des Giaquinto. Er wurde' 
ausserordentliches Mitglied der San Fernando-Akademie, widmete sich aber später 
ganz der Musik. Von ihm Wahl des Königs Pelayo, etc. 

Ramirez, Cristobal, Illuminator des 16. Jahrhunderts geb. in Valencia, f 1577 
im Escorial bei Madrid. Er malte Miniaturen für Philipp II., dann auch in seiner 
Vaterstadt. Im Escorial befinden sich von ihm geschmückt ein neues Gesangsbrevier, 
ein Sterbemessbuch und ein Intonarium. — Ein Felipe R., Maler, wohl mit 
Geronimo R. verwandt, malte ausgezeichnete Stillleben und Thierstücke, aber auch 
Historien, z.B. ein Martertod des Hl. Stephanus zu Sevilla. Hier war er um 1650 (?) 
thätig. — Ein Geronimo R., Maler des 17. Jahrhunderts, Schüler von Roelas 
und thätig zu Sevilla, malte Historien, Bildnisse, etc. Die Hospitalskirche de la 
Sangre bei Sevilla besass ein Gemälde des Papstes, von Kardinaion, etc. umgeben, 
von ihm. 

Ramirez, Josef, Maler, geh. 1624 iu Valencia, f 1692 das., Schüler des Ge- 
ronimo de Espinosa. Er war Doctor der Theologie und ahmte die Malweise 
seines Lehrers nach. Das Kloster des Hl. Felipe Neri zu Valencia besitzt Bilder 
im Kreuzgang sowie eine Madonna de la Luz von ihm. Er schrieb das Leben des 
Hl. Felipe Neri. — Ein Juan R., Maler des 16. Jahrhunderts, thätig in Sevilla, 
malte Bildnisse, auch Historien z. B. für die Kapelle des HL Christoph; doch sind 
uns nur die Bildnisse erhalten. — Ein Pedro R., Maler des 17. Jahrhunderts, war 
in Sevilla thätig und wurde eines der ersten Mitglieder der dortigen Akademie. 

Rammelaar, s. Koninck, David de. 

Rammelmayer, Adam, Bildhauer, geb. 1810 in Wien, f nach 1850 (?), Schüler 
der Wiener Akademie, in Rom weiter gebildet. Von ihm: Anchises (Gruppe 1832), 
Christus mit dem Kreuz (1837), Mutterliebe (1838"), Amorettennest (1840), Fürst Metter- 
nich (Statuette), Hercules (Bronze, für Mehadia), Kaiser Franz I. (1842, Statue), etc. 

Rampoldi, s. Ramboldi. 

Ramsay, Allan, Maler, geb. 1718 in Edinburgh, f 10. Aug. 1784 in Dover, Schüler 
von H. Huyssing in London, dann seit 1736 von Solimena und Imperiali in 
Italien. Er hatte sich zuvor durch eigenes Studium in Edinburgh weitergebildet. 
Nach der Rückkunft aus Italien (das er übrigens später noch 3 Mal besuchte), lebte 
er erst in seiner Vaterstadt und lies sich etwa 1762 in London nieder. Er wid- 
mete sich ganz der Bildnisskunst, wurde Hofmaler GeorjiS III., und schuf beinahe 
fabrikuiässig mit Hülfe vieler Schüler eine grosse Anzahl von Bildnissen des Königs 
und anderer Mitglieder des Hofs, etc. R. war ein hochgebildeter Mann, der unter Ander«! 
mit Hume, Rousseau, Johnson und Voltaire verkehrte und geschätzte Essays lierfasste. 
Die beiden Nat.-Portrait-Gal zu London und Edinburgh, die Nat.-Gal. zu London, 
die Gal. zu Glasgow besitzen Bildnisse von ihm; Andere in schottischem und eng- 
lischem- Privatbesitz. 

Ramsay, James, Maler, geb. 1784, f 1854 in Newcastle-on-Tyne. Er malte 
Bildnisse, zuerst mit Erfolg in London, seit 1847 in Newcastle-on-Tyne. Von ihm 
Th. Bewick (Nat.-Portr.-Gal., Londouj, Earl Gray (Stadthaus, Newcastle-o.-T.), Grattan, 
etc. — p:in Milne R., geb. vor 1860 in Philadelphia (Pa. U. S, A.), Schüler von 
Bounat in Pari.s, malt Genrebilder, Geschichtliche Scenen, etc. 



14 Ramsteck — Rang, 

Bamsteck, Johann Georg, Erzgiesser, geb. 1675 in Nürnberg, f 27 Juli 1716 
das., Schüler von Gg. Becken das. Er war in Sachsen, Polen, Schlesien und 
Nürnberg thätig. 

Bamns, Edmond, Kupferstecher, geb. 5. Mai 1822 in Paris, f 1890- Er arbeitete 
mit der Nadel, dem Stichel und in Aquatinta. Für die Gaz. des Beaux Arts stach er 
1869 feins Geburt der Eva, für L'Art v. Haenens Perlenarbeiterin zu Venedig. Von 
ihm andere Blätter nach Adam, Dacaen, Daumier, Defrance, Deveria, Edelfeldt, Fabrfes, 
Holl, Rubens, v. Rijn, Teniers, etc. Med. 3. Kl. 1881. 

Bamns, Joseph-Marias, Bildhauer, geb. 19. Juni 1805 in Aix (Dep. Bouches- 
du-Rhöue), studirte an der Akademie seiner Vaterstadt, dann in Paris unter Cortot, 
wo er 1830 den 2. Rompreis auf Grund seines Theseus besiegt den Minotaurus (Mus. 
Aix; gewann. Er modellirte die Hauptwerke der Bildhauerkunst des 15. Jahrhunderts 
und der Renaissance im Auftraue der Regierung für den Palast der schönen Künste. 
Von ihm Portalis (Statue für die Pairskammer), Anna von Oesteri-eich (Statue im 
Garten des Luxembourgj, Portalis, Simeon (Statuen für die Stadt Aix), Vauvenargües 
(Büste für die Bibliothek ebenda), Gassendi (Bronzestatue für Digiie) ; Andere Werke 
von ihm in Marseille, Paris, Aix, Rouen, Troyes, Versailles und in vielen franz. 
Kirchen. Med. 2. Kl. 1881, 1. Kl. 1889, Kreuz der Ehrenleg. 1852. 

Banc, Jean, Maler, geb. 12. Jan. 1674 in Montpellier, f 1. Juli 1735 in 
Madrid, Schüler seines Vaters Antoine R. und von H. Rigaud. Er wurde 
erster Maler des Königs von Spanien 1724 und malte die Bildnisse der könig- 
lichen Familien zu Madrid und Portugal. Von ihm Bildniss Nicolas Lamoignons 
de Basville (Mus. Montpellier); "Werke von ihm besitzen auch die Museen Madrid 
(Felipe V. und mehr als 10 Andere), und Braunschweig. Mitglied der franz. Aka- 
demie 1703. — Sein Vater Antoine R., geb. in Montpellier, f nach 1715, war auch 
Maler und einer der Lehrer des Rigaud. Von ihm Himmelfahrt Mariae (Notre Dame 
des TabLes), Christus übergibt Petri die Schlüssel (Peterskirche, Montpellier), etc. 

Bauda, Antonio, Maler, geb. vor 1600 in Bologna, f 1650, Schüler des Reni, 
dann des L. Masari. 1614 wurde er Hofmaler des Herzogs von Modena. Von 
ihm S. Filippo Neri (S. Stefano, Ferrara), Madonna mit Hl. (S. Liberale das.); An- 
dere in weiteren Kirchen zu Ferrara und Bologna. 

Bandall, James, Maler und Zeichner, geb. vor 1785, f nach 1813, thätig in 
London. Er malte Architekturen und Landschaften, 1806 gab er eine AquatintfoSlge 
von architektonischen Zeichnungen heraus. 

Bandazzo, Filippo, Maler des 18. Jahrbunderts, thätig in Sizilien. In Paleraio 
schuf er grössere Wandbilder. 

Bändel, Friedrich, Maler, geb. 1801 (?), t 7. Febr. 1886 in Berlin, Schüler 
von Krüger. Er malte Thiere (besonders Pferde), Genrebilder und auch Bildnisse, 
z. B. das des Gen. Tumping. R. war die letzten Jahre seines Lebens blind. 

Bandle, Frederick W., Maler, geb. 1847 in London, f 1880 in Liverpool. 
1860 ging er nach Amerika, lebte in Philadelphia (Pa.) und erraiig als Stillleben- 
maler einigen Ruf. 

Bandolph, Maler des 16 Jahrhunderts, thätig in England. Er staaid in Diensten 
des Herzogs von Süsses, 

Banden, Claude, Kupferstecher des 17. Jahrhunderts, begraben den 22. Nov. 
1679 in Paris. Er erhielt eine Hofpension. 

Banden, Gilbert, Zeichner und Lithograph, geb. 1810 (1814?) in Lyon, 
t 1. April 1884 in Paris. Er wurde hauptsächlich als Militarcaricaturist bekannt. 
Um 1850 gelangte er nach Paris, wo er unter A. für „Journal pour Rire^, „Paris", 
„Journal Amüsant", etc. Beiträge lieferte; von seinen Albums nennen wir „Ah, 
welche Lust Soldat zu sein!", „Kleine Leiden", „Militärisches Alphabet". 

Bandon, John, Kupferstecher des 18. Jahrhunderts, f nach 1755. Er war in 
Rom für die Verleger Rossi thätig und stach einige Platten nach antiken Monu- 
menten, etc. 

Banftl, Johann Mathias, Maler, geb. 21. Febr. 1805 in Wien, f 1- Nov. 1854 
das., Schüler der Wiener Akademie und von Peter Krafft. 1826—27 besuchte er 
Moskau und St. Petersburg, wo er Bildnisse malte. 1838 war er in London thätig. Er 
malte besonders pointirte Thierbilder mit gesuchten Anspielungen auf menschliche 
Verhältnisse. Von ihm: Scene aus der Ueberschwemmung zu Budapest (Wiener 
Museum), Hundefamilie (Gal. Liechtenstein das.), etc. 

Bang, Mme. Louise, geb. Vaucorbel, Malerin und Lithographin, geb. 1806 in 
Saint-Malo (Dep. Ille-et-Viiaine), f nach 1841, Schülerin von BeUoc. Von ihr: 



Eange — Ranvier. l5 

Bildniss des Marineoffiziers Bisson (1831 Mus. Versailles), Algerische Trachten (1844) 
Bildniss des Lotsen Trämentin (Lithographie), etc. Med. 3. Kl. 1838. ' 

Eangre, Andreas, Maler, geb. vor 1800, f nach 1828, thätig in Kassel. Er 
malte Thierstücke und Bildnisse, und war Professor an der Kasseler Kunstschule, so- 
wie Lehrer des nachmaligen Churfürsten Wilhelm II, Von ihm Bildniss des Heinrich L 
(Schloss W^ilhelmshöhe Ahnengalerie). 

Range, Conrad Philipp Wilhelm, Goldschmied, geb. 2. Juni 1823 in Kassel 
thätig daselbst. ' 

Ranger, Henry W., Maler, geb. 1858 im Staate New- York Er war Autodidakt 
und bildete sich auf Reisen in Frankreich und Holland aus Seine Landschaften 
sind im Geschmack der älteren holländischen Schule gemalt. 

Ranglet, Charles, Maler, geb. um 1820 in der Mothe-Saint-Heraye (D^p. Deux- 
Sävres), Schüler von Bertin. Von ihm besitzt das Museum zu Cbartres eine Land- 
schaft (1850). Femer von ihm Ansicht aus der Umgegend von Sassenage (1844), Rö- 
mische Campagna (1880), Regecstimmung (Zeichnung), etc. 

Rankley, Alfred, Maler, geb. 1819 in England, t 7- Dec. 1872 in Kensington, 
(London), Schüler der Londoner Akademie. Er malte Genrebilder, meist mit mora- 
lischen Wendungen. Von ihm Die Rückkehr des verlorenen Sohnes (1858), Der 
Doktor kommt (1864), Miltons erste Begegnung mit Mary Powell, etc. 

Rannacher, (Raunacher), Johann Baptist, Maler des 18. Jahrhunderts f n. 
März 1757 in Graz, hatte in Venedig, Rom und Deutschland studirt. 1745 wurde 
er Patron der Grazer Malerbrüderschaft, 1746 Hofkammermaler in Graz. 1732 malte 
er bei den Minoriten das. Das Wunder Christi mit den Fischen und den Broden. 

Ransou, Thomas Frasei*, Kupferstecher, geb. 1784 in Sanderland, -j- nach 1822, 
studirte in Newcastle-on-Tyne, erhielt goldene Medaillen von verschiedenen Gesell- 
scbaften für seine Stiche. 1818 wurde er in eine ßanknotenfälscbungsangelegenheit 
verwickelt, doch freigesprochen. Von ihm : Duncan Gray (nach Wilkie), Georg IV. 
(nach E. Scott), Der Herzog von Noithumberland (nach Pbillips), etc. 

RansoDnet'Tillez, Baron Eugen, Maler, geb. 7. Juni 1838 in Hietzing bei 
Wien, Schüler der Wiener Akademie, studirte auch in München. Er lebte in Wien, 
in Nussdorf am Attersee und in Abbazia. R. bereiste Griechenland, Constantinopel, 
Kleinasien, den Orient, Arabien (1862), Ceylon und Indien (1864), Hinterindien, China, 
Japan und Amerika (1868). Er malte Landschaften, z. B. Morgen an den Ufern des 
Ganges, Erste Strickstunde, Hindiifrauen in Bombay, etc. 

Ransonnette, Charles - Nicolas , Maler, Zeichner und Kupferstecher, geb. 
27. Mai 1793 in Paris, t 1877 das., Schüler von V. Bertin Er wurde Hofkupfer- 
stecher der Herzogin von Berry und malte verschiedene Ansichten in Wasserfarben, 
z. B. Erinnerung an Hievres-le-Cbalet (1834), Ansichten von Bercy, Paris, etc. Ferner 
von ihm Platten nach Aligny, Bertin, Boisselier, Giroux, Thenot, Watelet, etc Ferner 
Kirche in Navarin, sowie mehrere Ansichten dieser Stadt. Auch hat R. Platten zu 
Voyage en Gr&ce von Choiseul-Gonfier, Voyage en Crimee von Blois, zu Monuments 
et l'histoire des Normands et de la maison de Souabe von dem Herzog von Luynes, 
zum Guide pittoresque du voyageur en France, etc geschaffen. Med. 2. Kl. 1831. 

Ransonnette^ Pierre - Nicolas, Kupferstecher, geb. 9. März 1745 in Paris, 
t 18. Dec. 1810 das. Er war Hofkupferstecher des „Monsieur Frfere du Roy". Von 
ihm Heinrich der IV. in den Louvre zurückgeführt (1791), Der gerächte Liebhaber, 
Exlibris, etc. Ferner lieferte er alle Ansichten für die Geschichte der Sainte Chapelle 
(Paris 1790), viele Blatt für die Encyclopaedie der egyptischen Expedition, u. a. m. 
Auch schrieb er ein Lehrbuch mit 96 Tafeln, etc 

Rantz, Friedrich geb. 1812 (?), f 2. Jan. 1847 in Köln a./Rh., studirte in 
München war aber meist Autodidakt. Er malte Bildnisse und war in Köln a./Rb. thätig. 

Ranncci, Niccolo, Cosmat des 12. Jahrhunderts. Von ihm und seinen Söhnen 
befinden sich Tabernakel in San Andrea zu Flumine bei Ponzano und in Sa. Maria 
di Castello zu Corneto, Kanzeln zu Fondi (um 1168), Alba Fucese und in der ge- 
nannten Kirche zu Corneto (1209). — Zur Familie gehörten Niccolos Bruder Pietro, 
seine Söhne Giovanni und Guido, sowie sein Enkel Gioranni II. — Ein Maler 
Ranncci soll 1228 den Frieden zwischen Lucca und Pisa mit unterschrieben haben. 

Ranvier, Victor Joseph, Maler, geb. 1832 (?) in Lyon, f 24. xMai 1896 iu 
Chätillon-sous-Bagnaux (Dep. Seine), Schüler von Janniot und Richard. Im 
Luxembourg Mus. von ihm : Netzjagd (1869) und Kindheit des Bacchus (1865), im 
Museum zu Lyon Befreiter Prometheus (1874) Ausser anderen decorativeu Sachen 
malte er für die Decke des grossen Saals im Palast der Ehrenlegion Auiora. Von 



16 itanzoni — Rappard. 

ihm ferner Dryade (1868), Das Kind mit dem Schwan (1882); viele Aquarelle, etc. 
Med. 1865, II. Kl. 1873; Kreuz der Ehrenlegion 1878. 

Kanzoni, Gustav, Maler, geb. 10. Mai 1826 in Unternalb (Niederö8terreich), 
Schüler der Akademie in- Wien und von A. Schrödl, thätig daselbst. Er malte 
Landschaften und Thierbilder, z. B. . Ruhende Viehherde, Schafe auf der Puszta 
(1890) Blick auf den Traunsee (1864), etc. 

Baon, Jean, Bildhauer, geb. 1631 in Paris, f 4. April 1707 das. 1672 wurde 
er Mitglied, 1690 Professor an der Akademie. Von ihm : Der Fleiss (Steinstatue, 
Fa^ade des Pal. zu Versailles), Kindergruppe (Basrelief, Aussenseite der. Kapelle 
dieses Palastes). Marmorvase (Park des Palastes vor der Orangerie), Nymphe (1688 
Marmor); etc. 

Raoal, Jean, Maler des 15. Jahrhunderts. 1477 malte er eine Genealogie der 
französischen Könige mit ausgezeichneten Miniaturen. 

Eaonx, -Tean, Maler, geb. 12. Juni 1677 in Montpellier, f 10. Febr. 1734 in 
Paris, Schüler von Ranc in Montpellier und BonBoulogne in Paris. Er erhielt 
den Grossen Rompreis 1704 auf Grund eines David und Goliath, studirte 3 Jahre 
in Rom, 2 Jahre in Venedig; 1712 kehrte er nach Frankreich zurück und malte im 
Auftrage des Grosspriors von Vendome die vier Menschenalter, wofür er von dem- 
selben eine Pension von 1000 Livres sowie freie Wohnung in seinem Palast erhielt, 
von dem er mehrere Gemächer mit Gemälden schmückte. R. hielt sich 1720 einige 
Zeit in England auf. Von ihm: Telemach seine Abenteuer erzählend (Mus. Louvre), 
Marie Frangoise Perdrigon (Mus. Versailles), Eine Vestalin (Mus. Bordeaux), Musik- 
spieJerin (Mus. Douai), Vestalin mit dem heiligen Feuer, Ariadne und Bacchus 
(Mus. Montpellier), Bildniss Anne Marguerite Petit (Mus. Orle'ans), Rinaldo und 
Armida (Mus. Nantes), Junges Mädchen von der Grossmutter überrascht (Museum 
Jkfarseille). Werke von ihm auch in den Mus. zu Florenz Berlin St. Petersburg, 
Schieissheim, etc. Mitglied der Akademie 1717. 

Rapettl, Camillo, Maler, geb. 1858 in Mailand (?), wo er thätig war. Er malte 
in Oel und Aquarell Genrebilder und Bildnisse und hat auch radiert. Von ihm: Der 
Auserwählte, „Kommt Papa nicht?", etc. 

Raph, s. Raff, 

Raphael, (RalFaello), s. Santi. 

Raphael von Messina, s. Alibrandi. 

Raphon,^ (Raphnn), Hans, Maler aus Northeim, der um 1500 blühte, f 1528 (?), 
thätig in Einbeck. Von ihm im Provinz.-Museum zu Hannover ein Märtyreraltar aus 
der Jakobskirche zu P^inbeck, ein Triptychon aus der Georgskapelle ebenda (jetzt in 
der Cumberlandgalerie), ein Triptychon im Kapitelsaal des Halberstädter Doms, ein 
Triptychon aus dem St. Alexanderstift in Einbeck (jetzt in der Cumberlandgalerie zu 
Hannover), ein Anderes auch aus Einbeck, ebenda. Ein Wandelaltar in der Hildes- 
heimer Michaelikirche, mehrere Altäre und Flügel im Prov.-Museum Hannover, aus 
Teistungenburg, etc. In des Meisters Werkstätte ^urden auch Bildwerke geschnitzt. 
Vergl. D. R. Engelhard „Hans Raphon", Lpzg. 1895. 

Raplanns, s. Ondendijk. 

Rapin, Alexandre, Maler unseres Jahrhunderts, geb. vor 1850 in Noroy-Le* 
Bourg (Dep. Haute Saone), f im Nov. 1889, Schüler von G^röme, Fran^ais, 
Gleyre und Lancrenon. Er malte Landschaften. Von ihm: Bach bei Nans-Lisön 
(Mus. Besangon), Teich bei Mortefontaine (1874), Bach in der Franche-Comtä (1882), 
etc. Med. 111. Kl. 1875, II. Kl. 1877. 

Rapine, Maxinülien, Radierer, geb. 1840 in Beaune la Rolande (D6p. Loiret). 
Er lebt zu Boulogne, schuf erst zahllose kartographische Arbeiten und seit 1861 
Linienstiche. Von ihm Ruhe auf der Flucht nach Aegypten (nach Luc. Oliv. Merson), 
Rabbiner am Sabbath die Bibel auslegend (nach Le Comte de Nouy), Am Hochzeits- 
morgen (nach Mosler) , A. nach Dupuy, Girard, Metzmacher, etc. Ment. Hon. 
London 1862 und Paris 1880. 

Rapisardi, Michele, Maler, geb. 27. Dec. 1822 in Catania, Schüler von Costa 
in Rom und der San Luca- Akademie das., auch in Florenz, Venedig und Paris 
weitergebildet. Von ihm : Mädchen aus Catania (Mus. Civico, Turin); Episode aus 
der Belagerung von Messina 1301, Der gefangene Troubadour, S. Benedict, Die 
Jünger in Emaus, Die Dichter am Hofe Friedrichs, etc. 

Rappard, Clara tou, Malerin, geb. 19. Mai 1857 in Wabern bei Bern, Schülerin 
von Dom. Skutetzky, F. Dreber, später von- G u s s o w in Berlin. Sie liess 
sich nach Reisen durch Italien und Deutschland in Interlaken^nieder und malte Bildnisse, 



Eascalon — Rassenfosse. 17 

Oenrebilder und Illustrationen, z. B. Spitaenklöpplerin (Mus. Freiburg i. B.). Bei 
Bruckmann in München erschienen 16^ Blatt „Phantasien" von ihr. Med. II. KI. 
London. 

Bascalon, Goillaume-J^röme) Maler, geb. 1786, thätig in Paris, Schüler von 
Cic6ri und Bouton. Er decorirte das Vaudeville-Theater in Paris. Von ihm 
Inneres eines Hofes (1821), Ueberreste einer alten Kirche in Belgien (1833), Ruinen 
in Brüssel, etc. 

Bascb, Heinrich, Maler, geb. 25. Oct. 1840 in Norburg auf Alsen, Schüler 
der Kaustschule zu Karlsruhe, der Münchener Akademie, von Mellye, Gude und 
Ramberg, endlich weitergebildet auf Reisen durch Italien und die Nord- und Ost- 
See-Küstenländer. Er liess sich in München nieder. Von ihm Venezianische Lagune, 
Fischer in Prerow, Croquet. 

Basch, Otto Franz Lndwlg, Maler, geb. 10. März 1862 in Artern a. d. Unstrut, 
Schüler von Thedy. Er malte Bildnisse und Genrebilder und liess sich in Weimar 
nieder. Von ihm Verlassene Kinder, In der Schreibstube, etc. Kl. gold. Med. 
Berlin 1891. 

Baschdorf, Franz, Baumeister, geb. 15. Aug. 1858 in Köln a.Bh., f 16. Nov. 
1888. Er war an den Domentwürfen 1885—88 und an einem Schlossplan für den 
nachmaligen Kaiser Friedrich beschäftigt. 

BasohdorlT; Jalins, Baumeister, geb. 2. Juli 1823 in Pless, Schüler der Ber- 
liner Bauakademie. 1853 wurde er Stadtbaumeister in Köln a. Rh^, wo er das 
Rathhaus restaurirte, einige Schulgebäude schuf, den Gürzenich umbaute, und am 
Stadttheater, dem Museum und mehreren Kirchen thätig war. Von ihm ferner 
PoBtgebäude in Braunschweig, Heidelberg und Münster i. W., der Bahnhof in Münster, 
das Ständehaus in Düsseldorf, etc. 1878 wurde er Baurath und Prof. an der Ber- 
liner Akademie. In Berlin schuf er u. A. die Englische Kirche im Monbijou-Garten, 
und den seiner Vollendung entgegenrückenden Dom. R. hat auch mehrere Vorlagen- 
werke, Architektonische Studien, etc. veröffentlicht. Geh. Reg. Rath. 

Basdidorff, Otto, Baumeister, geb. 23. März 1854, Sohn und Schüler des 
Julius R. Er wurde 1881 Regierungsbaumeister, ferner Prof. am Charlottenburger 
Polytechnikum. Er war an den Pergamon-Ausgrabungen, sonst meist an den Werken 
seines Vaters, mitthätig. 

Baschlg, Carl, HulzscJineider, geb. 9. Dec. 1849 in Stolpen in Sachsen und 
ist in Stockholm ansässig. Er war Schüler von C. Dietrich in Dresden, später 
arbeitete er unter Bürkner in dessen Atelier. Er schnitt u. A. nach L. Richter. 

Basmnssen, Carl, Maler, geb. 31. Aug. 1841 in Aeröskjöbing (lasel Aerö), 
t 1. Oct. 1893 durch Sturz in's Meer auf der Rückfahrt von Grönland, Schüler von 
J. Didrik Frisch, der Kopenhagener Akademie und von Aagaard. Er bereiste 
Dänemark, Grönland, Italien (1872), Paris und England (1878). Von ihm Ansicht 
nahe Skagen (1863), Mitternacht an der Küste von Grönland (1872), Winterabend 
nahe einem Grönländer Fjord (1883) u, A. in der Kopenhagener Galerie, Grossvater 
mit kleinen Kindern, etc. 

Basmnssen, Georg Anton, Maler, geb. 7. Aug. 1842 in Stavanger, Schüler 
dei Stockholmer Akademie unter Rhode, sowie von 0. Achenbach und von H. 
Oude in Düsseldorf, thätig als Landschaftsmaler in letzterem Ort. Von ihm 
Motiv aus dem Sogne^ord (1879), Motiv aus Hardanger (Mus. Stockholm), Motiv aus 
Gudvaogen (Mus. (Königsberg), etc. 

Basp, Carl Gottlob, Kupferstecher, geb. 25. Mai 1752 in Dresden, f 1807 
das., Schüler von Zucchi, thätig in Leipzig. Von ihm Stiche nach van Dyck, 
Füger, Graff, Pesne, Smugliewicz, etc. 

Baspal; Antolne, Maler, geb. 1738 in Arles, f 1811. Von ihm besitzt das 
Museum zu Aix Bildniss einer jungen Bauerin in Altarlesischer Tracht. 

Baspay, Jean-Pierre, Maler, geb. 1748 in Avignon (D6p. Vaucluse), f 18. März 
1825 das., Schüler von Joseph Vernet. Er wurde Mitglied der -weissen ßüsser- 
brüderschaft, die in Avignon eine Art Kunstakademie bildete. Werke von ihm be- 
sitzt das Museum zu Avignon, z. B. Ansicht des päpstlichen Palastes zu Avignon 
und Bildniss des Abb^ Juenet. 

Baspell, s. Baespell. 

Basseufosse, Armand, Maler, geh 6. Aug. 1862 in Li^ge, lernte zuerst den Handel, 
trat mit 27 Jahren zur Kunst über, in der er, Autodidakt, nur von den Rathschlagen 
F^licien Rops' unterstützt wurde. Er hat -sich besonders mit der technischen Durch- 
bildung der Radierung befasst. Wir nennen davon Die Plätterin. Der Geizhals, 

Altffeineines Knnstler-Lexicon. 5. Aufl. i. Band •> 



\S Rasset — RattL 

Nacktes Mädchen mit Lyra, Weiblicher Akt, Ex libris IVIockel, ferner die Plakate: 
Art ind^pendant, Blonde supörieure, Bock Champagne, Date Victoria, Huile russe, u. 
B. w. Mehrere Med. der Societe des Aquafortistes Beiges 1893 — 1895. 

Rasset) Jean, s. Talentin. 

Rassmanu, Eduard, Bildhauer, geb. 1828 in Meiningen. Er war in München 
thätig. 

Bassnmssen, Yngre Signr, Maler und Zeichner, geb. 14. December 1860 in 
Gothenburg, Schüler des te'cTinischen Instituts und der Kunstakademie in Stockholm. 
Er liefert Zeichnungen für die Zeitschrift Annuiil Achitectural Review London. Plakat 
Konst Ustaellning i Goeteborg- (1896). 

Bassmnssen, s. Rasmnssen. 

Rastell, John, Holzschneider des 16. Jahrhunderts, geh, in London, j- 1536. 
Er war der Schwager des Sir Thomas More. 1529 illustrirte und veröffentlichte er 
ein Werk: The Pastyme of the People, etc. mit Bildnissen von Päpsten, Kaisem und 
Königen. 1811 wurde es neu herausgegeben von Dibdin. 

Rastrelli, Coiite Carlo Bartolomeo, Bildhauer und Erzgiesser des 18 Jahr- 
hunderts, geb. in Italien, thätig u. A. in St. Petersburg für Peter den Grossen. Von 
ihm die Bronzebüste des Artilleriemajors S. L. Buchrostow (1715), Verzierungen des 
Sommerhofgartens, etc. 

Rastrelli, Carlo d. J., Baumeister des 18. Jahrhunderts, f 1771. Er wurde 
russischer Oberhof baumeisl er und baute das neue Schloss Sarskoe-Selo, den neuen 
Bau zu Peterhof, den neuen Winterpalast (1741), die pantheonartige Andreaskirche 
zu Kiew (1744) und den Pal, Stroganow. 

Rat^eb, (Ratbgeb), Jerg, (Georg), Maler des 16. Jahrhunderts, geb. in Schwä- 
bisch Gmünd (Bavern), einer der besseren Meister der schwäbischen Schule, dessen 
Werke lange Zeit irrthümlich unter dem Namen Schwed gingen. Von ihm ein 
Altarbild von 1519 in d§r Stiftskirche zu Herrenberg (Württemberg), Freskencyclus 
von der Schöpfung bis zum jüngsten Gericht, im Kreuzgang des Karmeliter-Klosters 
zu Frankfurt a. M. Das Städelsche Institut daselbst besitzt farbige Zeichnungen 
von- ihm. 

Rath, Henriette, Malerin, geb. 1772 in Genf, f 1856, Schülerin von Isabey. 
Sie malte Bildnisse und arbeitete auch in Email. Mit ihrer Schwester stiftete sie 
das Musee Rath in Genf. Ehrenmitgl. der Societe des Arts 1801. 

Rathausky, Haus, Bildhauer, geh 28. Nov. 1858 in Wien, Schüler der dortigen 
Akademie unter Kundmann, thätig in Wien. Sein Entwurf für ein Wiener Mozart- 
Denkmal errang den III. Preis. Von ihm Grabmal des Gen. Fraticevicz in Zombor, 
Reiterstatuen zu Lainz, Häcdel und Gluck (Statuen, Rudolfinum zu Prag), Monu- 
mentalbrunnen mit Helios und Semcle (Abbazia). Gold. Med. Wien 1895, München 1897. 

Rathbone, John, Maler, geb. um 1750 in Cheshire, -f 1807. Er war Auto- 
didakt und malte ausgezeichnete Landschaften, die er oft von Moreland und 
Jbbetson und auch von Anderen staffiren Hess. Die Mus. zu Liverpool und 
Salford besitzen Landschaften von ihm. Oft gehen sie unter falschem Namen. 

Rathier, Lonis, Maler, geb. vor 1800 f nach 1818, Schüler von David, 
thätig in Paris. Von ihm: Bildniss des Marschalls von Bournonville (1817 Mus. 
Versailles), ferner Christus der gute Hirte (1812), Ulysses bei Laertes von Dolius 
und den Seinen erkannt (1819), etc. 

Ratti, Adriano, Bildhauer, geb. 24. Mai 1845 in Carrara, Schüler von 
Bonann i in der Baukunst, dann von der Akademie in Carrara, von der in Massa, 
von Carimini in Rom und Micheli in Florenz. Er wurde Professor in Serravezza. 
Von ihm : Mutterliebe, Die Ueberraschung, Taufbecken und Kamin im Stil des 16. 
Jahrhunderts, dowie viele andere decorative Arbeiten, etc. 

Ratti, Carlo Ginseppe, Maler, geb. 1735 in Genua, f 1795, Schüler seines 
Vaters Giovanni R., dann von R. Mengs. Er war hauptsächlich als Schriftsteller 
thätig und schrieb u. A. : Leben des R. Mengs, Leben der Genueser Künstler, etc. 

Ratti, Ednard, Maler, geb. 1816 in Berlin, f nach 1848 (?), Schüler von 
Brücke und Hensel, thätig in seiner Väterstadt. Er malte Historien, Genre- 
bilder, etc. 

Ratti, Francesco, Maler und Holzschneider, geb. 19. Sept. 1819 in Mailand, 
Schüler von L. Sacchi. 1847 leitete er die Holzschnittanstalt der „Mondo illustrato" 
in Turin. 1848 begab er sich nach. Genua, dann nach Mailand und Turin, bis er 
endlich eine xylographische Abtheilung an der Akademie zu Bologna zu errichten 
bekam. Er erfand eine Art Staats- und Bankscheine herzustellen, die die Fälschung 



Ratti — Rauch. 19 

unmöglich macht. Neben zahllosen Illustrationen für Zeitschriften schuf er solche 
für Manzonis „Promessi Sposl", für Maffeis Uebersetzung der Trauerspiele Schillers. 
für Sappeys Anatomisches Werk, etc, Silb. Med. 1845 Mailand. 

Ratti, Giovanni Agostino, Maler, geb. 1699 in Savona, t 177.5 in Genua, 
Schüler von B. Luti in Rom. Er malte Historien, z.B.: Die Enthauptung Johannes 
des Täufers und andere Bilder aus dessen Leben in der San Giovanni-Kirche zu 
Savona; besonders bekanntwurde er aber durch seine Theaterdecorationen und seine 
Caricaturen. R. hat auch einiges gestochen 

Ran, Ernst, Bildhauer, geb. 1838 in Biberach, + 24. Aug. 1875 in Stuttgart, 
Schüler der dortigen Kunstschule, dann in Berlin veeito' gebildet. Von ilinj: Psyche 
als Wasserträgerin, Die Erfindung der Malerei (für den Herzog von Meiuingen), 
Uhland (Büste für die Stuttgarter Liederhalle), Knecht (Büste für Biberach), Pfaff 
(desgl. für Esslingen), die Germania des Kriegerdenkmals in Stuttgart, das Giebel- 
feld des Züricher Bahnhofs und die Schillerstatue für Marbach. 

Ran, Heinrich Woldeniar, Maler und Lithograph, geb. 5. Aug. 1827 in Dresden, 
+ 7. April 1889 das., Schüler Ludwig Richters, in Italien weiter gebildet. Er 
"wurde Lehrer, 1877 Professor am Dresdener Polytechnikum. In der Dresdener Hof- 
oper malte er verschiedene kleinere Wandbilder in Wachsfarben. Sonst schuf er 
Landschaften in Oel und besonders in Aquarell. Er hat viel nach L. Richter 
lithographirt. 

Ran, Karl Emil, Maler, geb. 29. Nov. 1858 in Dresden, Schüler der dortigen 
Akademie unter Pohle und der Münchener Alcademie unter A. Wagner und 
Linde nschmit, thätig in München. Er hatte erst Lithograph werden wollen, ent- 
wickelte sich später aber als Genremaler. Von ihm : Schwere Reiter, Leichte 
Kavallerie, Spottvögel, Ein Landler. 

Ran, Leopold, Bildhauer, geb. 2. März 1847 in Nürnberg, f 26. Jan. 1880 
in Rom, Schüler von R. Begas. Von ihm: Hippokrates, Plato (für die Kieler 
Universität), Abenddämmerung, Victoria (Bronzerohguss in dei Berliner Nat.-Gal.) 
Die Naturforsch ung (desgL), etc. 

Ranch, Carl, Kupferstecher und Radierer, geb. 17. Aug. 1806, f 24. Febr. 1884, 
Schüler seines Bruders Ernst R. und von Moller. Er war Hofkupferstecher zu 
.Darmstadt, wo er lebte. Er wurde Mitgl. der Gesellschaft Britischer Architekten. 
Von ihm: Zeichenvorlagen zu Ornamenten (nach Hessemer), Ansichten von Frankfurt, 
Nürnberg, Würzburg, u. s. w. ; Die Kirche zu Pitonto (nach Cavalleri), Vorhalle und 
Hauptportal des Freiburger Münsters (Originalradieruug), A. nach L. Lange, u. A. m. 

Ranch, Charles, Maler, geb. 4. Mai 1791 in Strassburg, f 16. Febr. 1857 in 
Nancy, Schüler von J. Laurent d. Ae. und der Ecole des beaux arts. Er hielt 
sich zuletzt sieben Jahre in Italien auf. Von ihm: im Mus. zu Versailles Bildnisse 
Franz II., deB Herzogs von Broglie, der Herzogin von Lothringen, des Herzogs von 
Penthievre und seiner Familie, des Herzogs von Enghien. Im Mus. zu Nancy Ansicht 
von Havre, Ansicht von Ronen und eine Copie nach Grenze. Bildnisse von ihm 
auch in der Gal. des Schlosses von Eu, u. s. w. R. hat Zeichnungen für den Reise- 
führer durch Frankreich von Girault de Saint-Fargeau geliefert. 

Ranch, Christian, Bildhauer, geb. 2. Jan. 1777 in Arolsen, f 5 Dec. 1857 in 
Berlin, Sohn eines fürstlich Waldeck'schen Kammerdieners, Schüler von Valentin, 
dann von Ruhl in Kassel. 1797 kam er als Kammerdiener Friedrich Wilhelms. IL 
nach Berlin, wo er sich weiterbildete. Er erhielt seine Pension und ging 1804 nach 
Rom, wo er sich Thorwaldsen, Koch, Schick und Reiuhart anschloss. 1811 wurde 
er nach Berlin zurückberufen, schuf in Charlottenburg die liegende Statue der 
Königin Louise für das dortige Mausoleum, das er im folgenden Jahr zu Rom in 
Marmor ausführte, obgleich es auf dem Transport in 60 Stücke zerbrochen worden 
war. Der fertige Marmor wurde auf einem englischen Schiff verladen, von einem 
amerikanischen gekapert, aber von einem englischen zurückerobert. R. wurde einer 
der angesehensten Bildhauer seiner Zeit und hat viele Schüler, darunter Drake 
und Rietschel ausgebildet. Von Seinen .zahlreichen weiteren Werken nennen wir 
die Statuen der Generale Scharnhorst und Bülow für Berlin (1815), die Statue 
Blüchers für Breslau und Berlin (f826), das Goethedenkmal in Trankfurt a. M., die 
sitzende Statue des Königs Max für München (1829), sechs Polychrome Victorien 
för die Walhalla bei Regensburg (1833), der betende Moses, Büsten von Thorwaldsen, 
Hufeland, Goethe, Schleiermacher, Dürer und vielen Anderen, als Hauptwerk aber 
das Denkmal Friedrichs des Grossen, umgeben von seinen bedeutendsten Generalen 
(1851). Seine Arbeiten wurden 1865 in einem Rauchmuseum vereinigt. 



20 Rauch — Rauscli. 

Ranch, Ernst, Kupferstecher, geb. 1797 in Darmstadt, f nach 1880 (?), Schüler 
von L. Portmann, auch von J. Hersent in Paris (1822). Mit seinem Bruder 
Carl B. stach er verschiedene grössere Illustrationen in Stahl. Von ihm ferner: Die 
Paulskirche in Rom (Inneres, nach Lerch), Betende Italiener (nach Schorn), Bildniss 
J. v. Liebigs (nach Trautschold), etc. Er wurde Hofkupferstecher in Darmstadt. 

Ranch, Johann Nepomuk, Maler, geb. 15. Mai 1804 in Wien, f im März 1847 in 
Rom. Er malte 'und radierte Thierbilder. Die Wiener K. K. Museen besitzen von 
ihm Kuh von einem Stier verfolgt (1832). — Auch seine beiden Brüder Ferdinand 
R. und Johann Joseph R. waren Thiermaler und Radierer. Letzterer malte auch 
Landschaften, und bat Deutschland sowie Russland bereist. 

RanchmttUer. Hathias, Bildhauer, geb. vor 1660 in Tirol, f nach 1720. Er 
wurde K. K. Hofbildhauer in Wien, wo er 1693 für die Dreifaltigkeitskirche beschäftigt 
war. Von ihm das Modell für die Prager Brückenstatue des Hl. Nepooauk (1683 in 
Erz gegossen und aufgestellt), Der Raub der Sabinerinnen (Elfenbein, Gal. Liechten- 
stein), etc. 

Randner, Rohert HermanUf Maler und Radierer, geb. 25. Jan. 1854 in 
Nimkau (Schlesien). Er war erst in einer Porzellanfebrik beschäftigt, besuchte die 
Leipziger Kunstschule, dann die Münchener Akademie unter Benczur, Kraus- 
kopf, Löfftz, Raab und Strähuber. Mehrere Jahre läng reiste er im Auftrag 
der Gesellschaft für vervielf. Kunst in Wien, um alte Niederländische Bilder, etc. 
zu radieren. Ausserdem schuf er Originalradierungen, meist Köpfe, die etwas über- 
mässig ausgearbeitet sind, und malte Landschaften. 

Ranecker, Theodor, Maler, geb. 15. Nov. 1854 in München, studirte erst 
am dortigen Polytechnikum um Baumeister zu werden, legte sich später aber auf die 
Genremalerei. Er war mehrere Jahre an der Innendecoration der Ludwigsschlösser, 
besonders in Neuschwanstein, betheiligt. Von Oelbildern nennen wir: Ein Früh- 
lingsdrama, Das Ende vom Lied, etc. 

Ranffer, Karl, Maler, geb. 1727 in Regensburg, f 1802 in München. Er war 
Secretär des Kurfürsten Maximilian IIL von Bayern, und schuf Miniaturen. 

Ranft, Franijois Lonis, Maler, geb. 1730 in Luzern, f 1798 im Haag, Schüler 
seines Vaters, auch in Paris und Rom gebildet. Er bereiste Holland und Deutsch- 
land und blieb längere Zeit in Hamburg ansässig. Er decorirte mehrere Plafonds 
im Schloss zu Kassel. — Ein anderer Schweizer Rauft (? Ranfft, Ranfflt 2) gewann 
1684 einen Preis an der Pariser Akademie auf Grund seines Enoch ruft zuerst den 
Namen des Herrn an. 

Ranft, Franz Ludwig, s. Raff. 

Ranlin, 0., Malerin, geb. um 1820 (?) in Montlis (De'p. Seine-et-Marne). Von 
ihr: Das Gebet (Mus. Marseille), Episode aus den Vendee-Kriegen (1852), etc. 

Raninaeher, Anton Franz, Bildhauer, des 18. Jahrhunderts, t 14. Sept. 1787 
in Wartenberg (Böhmen). Er war in Grossglogau thätig. 

Rann, Haus Rudolf, Kupferstecher, geb. 1805 in Zürich, wo er thätig war. 

Rannacher, s. Rannaoher. 

Ranuheini, Herinanti, Lithograph, geb. 1817 in Frankfurt a. M. 1836 gelangte 
er nach Paris und Hess sich später naturalisiren. Von ihm: Sa. Amelie (nach 
Delaroche), Blätter nach Chardin u. A. für eine „Galerie Roccocco", Ansichten von 
Paris und St. Petersburg, 58 Bildnisse von Pariser Bühnenkünstlern (1846), u. v. A. 

Ranpp, Karl, Maler, geb. 2. März 1837 in Darmstadt, Schüler von A. Lucas 
in Darmstadt, J. Becker in Frankfurt und von der Münchener Akademie unter 
Piloty. Er liess sich 1868 als Professor an der Gewerbeschule in Nürnberg, dann 
aber wieder (1879) in München, endlich am Chiemsee nieder, und malte fast nur 
noch staffirte Landschaftspartien von diesem See. 1882 wurde er Prof. an der 
Münchener Akademie. Von ihm : Vom Sturm gejagt (1885 Gal. Dresden), Ave Maria, 
Glücklich gelandet, Friede (Nat. Gal. Berlin), Abschied (Gal. Darmstadt), Andere in 
den Gal. zu Mannheim, Münster, etc. Bayr. Michaelsorden, Hess. Verdienstorden I. Kl. 

Rausch, Anna, Malerin, geb. 28. Aug. 1852 in Kassel, Schülerin der Akademie 
in Stuttgart, wo sie sich auch als Stilllebenmalerin niederliess. 

Rausch, B^la, Bildhauer, geb. 1873 in Pressburg, Schüler der ungar. Kunst- 
gewerbeschule unter Lora nfi, später der Bildhauer Section der Landesmusterzeichen- 
schule unter Prof. Strobl. Von ihm: Kinderstatue, Kinderbüste, etc. 

Rausch, Leonhard, Maler und Kupferstecher, geb. 1813 in Jülich, f 19. April 
1895 in Düsseldorf, Schüler der Düsseldorfer Akademie unter Schirmer. Er malte 
und stach Rhein-, Schweizer- u. a. Landschaften. 



Bauscher - Ravenet. 21 

Rauscher, Cleorg Friedrich, Maler, geb. vor 1810 in Coburg, Schüler seines 
Vaters J. August Friedrich iL, weitergebildet unter Dillis und W. Kobell. 
Er wurde Cohurgischer Hofmaler und Akademieprofessor. Er malte Landschaftea. 

Bauscher, J. August Friedrich, Maler, geb. 1754 in Coburg, f 1808 das. Er 
malte staffirte Landschaften von denen sich zwei im Museum zu Leipzig befinden. 

Bauscher, Karl, Kupferstecher, geb. 16. Febr. 1841 in München, Schüler der 
dortigen Akademie, unter Thäter und Raab. Er war in seiner Vaterstadt thätig. 
Von ihm: Haspinger reizt die Tifoler zum Aufstand (nach Gabi), Kindergruppe (nach 
Laufberger), Der Besuch (nach Defregger radiert), etc. 

BauBchner, Christian Beujamin, Wachsbossirer und Stuccateur, geb. 1725 in 
Naumburg, f 2. Aug. 1793 in Frankfurt a. M., wohin er 1747 nach Reisen durch 
Deutschland gelangte. Er lieferte schöne Stuckdecorationen, bossirte Bildnisse, 
Landschaften, etc. in Wachs, formte Gemmen ab, etc., hat auch endlich aquarellirt. 
— Sein Sohn Johann Christoph B., geb. 1760, übte dieselbe Kunst. 

Bantz, (auch Bucz), Lambert, Maler, geb. 1647 in München, f 9- Jan. 1697 
in Prag. Seit 1694 war er in Prag thätig. 

Banwaert, Jakob, Maler des 16. Jahrhunderts, thätig in Amsterdam, Schüler 
des Maerten van Veen, den er später 1572 vor spanischen Verfolgungen in 
Haarlem schützte und in seinem Amsterdamer Haus verbarg. Er war vielleicht blos 
Dilettant und besass selbst eine schöne Bildersammlung. 

Baranals, Juan Bautista, Kupferstecher des 17. und 18. Jahrhunderts, geb. 
1678 in Valencia, Schüler von Evaristo Munoz. Er lieferte viele Titelblätter 
und Buchillustrationen; von ihm ferner Reiterbildniss D. Felipe V., Bildniss des 
Gregorio Ridaura, Der hl. Rodrigo, Stammbaum der kgl. spanischen Familie, etc. 

BaTaolt, Ange Ben6, Maler, Kupferstecher und Lithograph, geb. 4. Febr. 1766 
in Montargis (Dep. Loiret), f 24. November 1845 das. Schüler von Suvee. Von ihm: 
Niederlage der Armida und ihrer Schaaren (1795, Mus. Montargis), Selbstbildniss 
(Pastell, ebenda), Die Wissenschaft (ebenda), Das Studium (ebenda), Selbstbildniss 
(Miniatur, ebenda). Fünf Ansichten von Schlossruinen zu Montargis (Lithographien). 
Ferner hat R. in der Kirche zu Montargis die Anbetung der Engel ausgeführt. 

BaYe, Joanny» Maler, geb. 25. Febr. 1827 in Lyon, f ™ August 1882, Schüler 
von Bonnefond und Drolling. Er Hess sich in Marseille nieder. Von ihm: 
Winzerlied (1859), Ein Nachmittag des guten Königs Rene in Aix (1877), Petrarca 
in Vaucluse (1881); auch decorative Cartons zu Glasfenstern, etc. 

BaTeav, Mdme. Emilie, geb. Bounieu, Malerin, geb. um 1785 in Paris, f nach 
1880, Tochter und Schülerin von Michel Honore Bouuieu. Von ihr Malende 
Frau (1793), Venus von Diomedes verwundet (1804), Lautenspielerin (1812), etc. Auch 
Bildnisse und Miniaturen. 

Bayel, Eduard, Maler, geb. 1847 in Genf, thätig daselbst. Das Museum Rath 
dort besitzt zwei Genrebilder von ihm. 

Barel, Jules, geb. 4. Dec..l826 in Paris, Schüler von Cogniet. Von ihm 
Gefangennahme des Pierre Broussel (1857), Die schlechte Nachricht (1867), Fioreutina 
(1878), Bildniss des italienischen Tragöden Ernesto Rossi, etc. 

BaTelli, Bieter Antonjj, Maler, geb. 1788, f nach 1815, Schüler von B. Bar- 
biers Pietersz und C. H. Ho dg es. Er war in Amsterdam thätig, malte Genrebilder, 
besonders aber Bildnisse in Oel und Miniatur. 

BaTen Ernst v., Maler, geb. 1816 in Prenslau, t 18. Januar 1890 in Düsseldorf, 
thätig in Düsseldorf. Er malte Landschaften, besonders aus der Schweiz. 

Bayen, John S., Maler, geb. 21. August 1829 in Suffolk, f 14. Juli 1877 in 
Harlech (Wales) durch Ertrinken, Sohn und Schüler eines dilettirenden Geistlichen, 
Thomas R., hauptsächlich aber Autodidakt. Er malte zuerst in der Weise Constables, 
spater eher in der der Praeraphaeliten. Von ihm: Heuernte, Kirche zu Salmsey, 
Mittsommer, Mondschein (1866), Der Himmel verkündet Gottes Herrlichkeit (1876), etc. 

Baven, Servatius, s. Raeyen. 

Bayenart, Hennequin de, Maler des 15. Jahrhunderts, thätig in Brügge. 

Bayenat, Theodore, Maler, geb. um 1820 in Grenoble (Dep. Isere). Er wurde 
Prof. der Zeichenschule in Grenoble. Von ihm Landschaft am Ufer der Iserc 
(Mus. Grenoble), Ansicht von den Ufern der Rhone (1843), Weg durch das Graisi- 
yaudonthal (1844), etc. 

Bayenet, Simon, Maler und Kupferstecher, geb. um 1755 in London (n. A. 1749), 
f nach 1818, Sohn und Schüler des Simon F. R., studirte auch unter Boucher in 
Paris. Durch den Grafen Caylus gelangte er als Eupferstechlehrer an die neuge- 



22 Ravenet -- Ravesteijn. 

gründete Akademie zu Parma, Dort stach er die Kappelbilder und andere Fresken 
Allegris, für die ihm grosse Ehren bescheert wurden. Doch musste er wie viele 
Andere sie in Folge der Revolution schwinden sehen. Er wurde zu Parma in den 
Eitterstand erhoben. Von ihm auch Jupiter und Antiope (nach Rubens), Theseus 
findet sein Schwert (nach Poussin), etc. 

Ravenet, Simon Fran^ois, Kupferstecher, geb. 1706 in Paris, f 17'7'i in Lon- 
don, Schüler von Lebas; er ging um 1750 nach London und verblieb dort, wo er 
neben Vivarez und viel für Boydell stach. Von ihm Georg II. (nach Morier), Der 
Teich von Bethesda (nach Hogarth), die 4. und 5 Platte der Folge „Marriage aJa 
Mode" (nach dems.), Madonna (nach Reni), A, nach Barbieri, Brooking,Caliari, Carracci, 
Cazali, Cochin, Coypel, Dolci, Feti, Giordano, Hayman, Lauri, Lesueur, van Loo, 
Mercier, Morelli, Poussin, Reynolds, Rosa, Tremoliferes, VecelJi, .Watteau, Wilson, 
Zoffany, u. A. m. 

Bayenua, Harco da, s. Dente, Marco» 

Rayenna) Seyero da, Bildhauer des 16. Jahrhunderts, thätig in Padua, An 
der dortigen Capeila del Santo eine Statue des Hl. Hieronymus (1500—2) von ihm. 
Zugeschrieben wird ihm auch die Guidarello-Grabstatue im Mus. zu Ravenna. 

Rarennate, II, js. Ingoli, Matteo. 

Rayensteln, Paul von, Maler, geb. 21. Oct. 1854 in Breslau, Schüler von 
Gude und Schönleber in Karlsruhe, weitergebildet auf Reisen nach Italien. 
Er Hess sich in Karlsruhe nieder und heirathete die Tochter Moritz v. Schwinds. 
Von ihm Venedig (Gal. Karlsruhe), Im Albanergebirge, Abend im Valle dei Nervi, 
Waldlichtung im März, Kastell an der Riviera (1884), Blick auf Baden-Baden, etc. R. 
hat auch radiert. II. Med. Melbourne 1881. 

Barensteyn, Arnold yan, Maler des 17. Jahrhunderts. 1626 verheirathete er 
sich in Haarlem und liess sich 1639 in die dortige Gilde einschreiben. 

Baronzwaay, Jan van, d. Ae., Maler, geb. 29. Nov. 1789 in Hilversum, f 2.- März 
1869 das^ Schüler von Jordan US Hoorn in Amersfoort und von P, G. van Ob. Er 
bereiste Belgien, Deutschland und die Schweiz. Er. war in Westerborg, Drenthe 
thätig und malte Landschaften, sowie Thierstücke. Von ihm besitzt das Rijksmüs. zu 
Amsterdam Weidendes Vieh, Schafstall und Kuhstall. Mitglied der Amsterdamer 
Akademie (1822). 

Rayenzwaay, Jan yan, d. J., Maler, geb. 28. April 1815 in Hilversum, f 3. Dec. 
1849 inBoppard, Neflfe und Schüler des Jan van R. d. Ae., indessen Art er malte. 

Baverat, Vincent IVicolas, Maler, geh. 22. Jan. 1801 in Montier Saint-Jean 
(Däp. C6te;d'0r), f 30. Juni 1865 in Paris, Schüler vonDelacluze, Abel de Pujol 
und der Ecole des beaux-arts. Von ihm : Bildniss des Generals Juuot, Herzog von 
Abrantes (1884 Mus. Versailles), Eine Seele aus dem Fegefeuer erlöst (Mus. Amiens). 
Im Mus. Versailles; Einnahme von Farnes den 11. Juli 1844, sowie mehrere Bild- 
nisse. Im Mus. Dijon: Liebe die Seele quälend.' Ferner von ihm Bilder in der 
Magdalenenkirche, in der Kirche von Saulieu, von Creteii, etc. Med. 3. Kl. 1837. 

Bayergie, Hippoljte, Maler, geb. im April 1815 in Paris, Schüler von In- 
gres und Delaroche. Von ihm im Mus. zu Versailles Napoleon III. (Copie 
nach Hippolyte Flandrin). Ferner von ihm Die Jungfrau mit dem Jesus-Kinde (1855), 
mehrere Bildnisse, etc. 

Rayesteijn, (Rayestein), Antonij yan, Maler des 17. Jahrhunderts, Bruder 
des Jan A. van R., thätig im Haag, wo er 1614 Mitglied der Gilde wurde und 1656 
die Gesellschaft Pictura mitbegrüuden half. Er malte Stillleben. Drei Bilder von ihm 
in der Münchener und eins in der Kopenhagner Gal 

Rayesteijn, Areiit van, Maler, geb. 1615 (?) im Haag, t nach 1687 das., Sohn und 
Schüler des Antonij van R, Er wurde 1649 Mitglied und dreimal Dekan der Haager 
Gilde; nach Manchen wäre dieser Maler mit Arnold van Ravensteyn zu identifiziren. Für 
Willem IL von Oranien malte er Diana und Calisto - Ein Reinier R. malte im 
18. Jahrhundert zu Amsterdam Landschaften. 

Rayesteijn, Hendrik van, Maler des 17. Jahrhunderts, f 1672. Er studirte im 
Haag, bereiste Deutschland und Oesterreich, malte eine Reihe von Bildnissen am 
Wiener Hof und liess sich zuletzt in Bommel nieder, wo er sich meist dem Stillleben 
widmete. 

Rayesteijn, Hubert van, Maler des 17. Jahrhunderts, geb. 1640 in Dordtrecht. 
Er malte Fleischerläden» Ställe, Küchenbilder und Derartiges. 

Rayesteijn, Jan Antbonisz yan^ Maler, geb. 1572 (?) im Haag, begr. 21. Juni 1657 
das., Schüler v. F. Hals. 1598 wurde er Mitglied der Gilde im Haag. Hier entwickelte 



Ravesieijn — Raymond. 23 

er sich zu einem der bedeutendsten Bildnissmaler Hollands, der allerdings an die 
etwas spröde Plastizität des 16. Jahrhunderts -mehr erinnert, als an die maleriscben 
Helldunkel - Leistungen des 17. Seine Zeichnung und Anordnung sind vortrefflich. 
Zwei seiner Hauptbilder, grosse Regentenstücke, befinden sich im Haager Doelen- 
huis, und im dortigen Stadthaus. Ferner von ihm 24 Bildnisse (Mus. Haag), 29 Bild- 
nisse (Mus. Amsterdam); Andere in den Museen zu Berlin, Braunschweig, Brüssel, 
Dresden, Florenz, Gotha, Kopenhagen, Lille, München, Oldenburg, Paris, Turin, etc. 

BaTesteijn, Nicolaes van, Maler, geb. 1661 in Bommel, f 1750 das., Sohn und 
Schüler des Hendrick van R., auch Schüler von W. Doudijns und J. de 
Baen. Er malte viele gute Bildnisse, vornehmlich von dem Geldern'schen Adel. 

BaTet, Victor, Maler, geb. 1840 in Elsene (Brüssel). Er malte Genrebilder, 
Strassenscenen, etc. 

Ravignano, s. Dente. 

BaTU-Hansen, Louise, Radiererin, geb. 19. Juli 1849 in Kopenhagen, wo sie 
ansässig ist. 

BaTrio, Antoine-Andre, Kleinbildhauer, geb. 23. Oct. 1759 in Paris, f 4. 
Dec. 1814 das., Schüler seines Vaters. Er schuf sehr gesuchte Bronzeplastik und wurde 
einer der besten Ciseleure seiner Tage. Er setzte einen Preis von .3000 Frcs. aus 
zur Lösung der Frage, wie man die Quecksilbergefahr bei der Herstellung von Gold- 
bronzeplastik vermindern könne. R war auch . Dichter ; namentlich schrieb er Lust- 
spiele und Vaudevilles. 

Bawle, Samuel, Maler und Kupferstecher, geb. vor 1785, t nach 1806. Er 
malte Landschaften in Aquarell, z. B. : Burg in einem Park (zweimal South Ken- 
siugton Mus. London), Stiche von ihm in Murphys Antiquities of Spaiu, etc. 

Bawlins, Thomas, Medailleur, geb. um 1610, t 167Ö, thätig in London, woer 
ei-ster Siegelschneider der Könige Karl I. und Karl II. war Von ihm Medaillen 
auf W. Parkhurst, auf den Bart. Bolles mit Gemahlin (1655), auf die Königin 
Henriette Maria, mehrere Münzen, etc. R. veröffentlichte auch Gedichte und die 
Tragödie Rebellion, sowie wahrscheinlich zwei Lustspiele. — Ein anderer R. war 
am 1760 in England als Biidniss- und Illustrationsstecher thätig. 

RawHDSon, James, Maler, geb. 1769 in Derbyshire, f 1848, Schüler von 
Roniney. Er malte Genrebilder und Bildnisse, z. B. das des Erasmus Darwin. 

Baxis, Pedro, Maler des 16. Jahrhunderts, thätig in Granada, wahrschein- 
lich in Italien gebildet. Seine Grotesken-Ornamente wurden besonders gelobt. Zwei 
Brüder sollen ihn unterstützt haben. Historien von ihm in den Kirchen S. Geroninw 
zu Granada, Sacromonte das., S. Carmen Descalzo das.. Augustinerfeirche das., 
und San Juan de Dies zu Lucena. 

Baymond, Jean*Ariiand, Baumeister, geb. 9. April 1742 in Toulouse (De'p. 
Haute-Garonne), t 28. Jan. 1811 in Paris, Schüler seines Vaters (eines Baugewerkesj, 
danc von Blondel, Hilaire und Leroi. Er erhielt 1766 den 1. Rom-Preis auf 
Grund eines Portals für eine Kathedrale. Er hielt sich acht Jahre in Italien auf. 
1775 wurde er nach Montpellier berufen, um mehrere Arbeiten auszuführen; später 
auch nach Nimes. Von ilim u. A. auch ein Projekt zur vollständigen Restauration 
des Alten Louvre. Ferner schrieb er lieber die Kuppel des Invalidendoms, verglichen 
mit der der Maria della Salute-Kirche zu Venedig, etc. Seine Biographie (als Vor- 
wort zu einem Triumphbogen- Entwurf der nach seinem Tod erschien) Paris 1812. 
Mitglied der Akademie 1784 und des Inst, seit dessen Bestehens. 

Baymond, Joseph, Goldschmied und Emailleui- des 17. Jahrhunderts, Sohn des 
Martial R. Die Emailarbeiten nach 1602, die mit JB. und einer Lilie bezeichnet 
sind, werden diesem Meister zugeschrieben. 

Baymond, Lodorico, Maler, geb. 1825, Schüler von Arienti und der Turiner 
Akademie, weitergebildet in Rom und Florenz. Er Hess sich in Turin nieder und 
malte Genre- und Geschichtsbilder, meist in kleinerem Format, s. B. Nero, Die 
Ikonoklasten, Heloise und Ab61ard, Mönohsbelustigungen, etc., auch enii|e Historien. 

Baymond, Martial, Emailleur und Goldschmied des 16. und 17. Jahrhunderts, 
thätig inLimoges, Sohn des Pierre R. Er lieferte einen Leuchter für die Brüder- 
schaft des Saint-Sacrement zu Lin^oges und mehrere bezeichnete Emaillen. 

Baymond, (Beymond, Bemmo, Bemob, Bexmon, Bexman), Pierre, Email 
maier des 16. Jahrhunderts. Er illuminirte das Buch der Brüderschaft des Saint- 
Sacrements zu Limoges 1556—1584 und malte ein Wappen für sie. R wurde einer 
der vornehmsten Nebenbuhler der Penicauds, errang ziemlichen Reichtbum und soll 
B&rgermeister geworden sein, Von seinen Emaillen findet man einige im Louvre, in 



24 Rayol — Ream. 

Berlin, in der Samml. Basilewski 2U St. Petersburg, in Brügge und in vielen 
Privatsammlungen ; wir nennen von ihm Das Abendmahl (nach R. Sauti), Das Urtheil 
Salomonis, Amor una Psyche, Heinrich II. und Diana de Poitiers als Jägerin, Joseph 
die Potiphar fliehend, Venus und Bacchus, etc. 

Rayol^ Bildhauer des 17. Jahrhunderts. Von ihm im Park des Palastes zu 
Versailles : Plato mit eiüem Medaillon des Socrates (Marmor) und eine Vase mit 
Füllhörnern geziert (Marmor). 

Raysek; s. Raisek;. 

Rayski, Ferdinand von, Maler, geb. 22. Oct. 1807 in Pegau, f Nov. 1890 in 
Dresden, wo er studirt iatte. Er malte in flotter Technik und schuf Bildnisse, 
Thierstücke und Schladitenbilder. Das Leipziger Museum besitzt sein Bildnias 
des Ad. Hch. Schletter. 

Razali, Sebastiane, Maler des 17. Jahrhunderts, thätig in Bologna, Schüler 
der Carracci. In der S. Michele in Bosco-Kirche zu Bologna befindet sich ein 
Heiliger Benedict von ihm. 

Razzi, fälschlich für Bazzi, s. Sodoma. 

Read, Catherine, Malerin des 18. Jahrhunderts, t um 1786, thäiig in London 
und um 1770 während mehrerer Jahre in Ostindien. Sie malte Bildnisse, darunter eins 
der Königin Charlotte und eins der Prinzen George und' Frederick. 

Read. David Charles," Maler und Radierer, geb. 1790, f 1851 in Kensington 
(London). Er war eine Zeit lang Zeichenlehrer in Salisbury, malte Landschaften 
und veröffentlichte 1832 eine Folge von Radierungen, 

Read, Richard, Kupferstecher, geb. um 1745, t nach 1780, thätig in London, 
Schüler von C a 1 d w a 1 1. Er stach in Schab- und Pnnktirmanier. Von ihm Maria Stuart 
verzichtet auf die Krone (nach G. Hamilton), Die Findung Mosis (nach Lesueur), 
Holländische Frau (nach R. van Rijn), Bildniss des J. Herries (1776 nach Martin), etc. 

Read, Samuel, Zeichner und Maler, geb. um 1816 in Needham Market bei 
Ipswich, f 6. Mai 1883 in Sidmouth. Er studirte erst die Rechte, dann bei einem 
Baumeister. 1841 kam er nach London und zeichnete neben Whymper für den 
Holzschnitt. Er arbeitete 40 Jahre lang für die Londoiv. IJlustrated News und. war 
der erste Künstler, der je für eine illustrirte Zeitung auf Reisen geschickt wurde, 
indem er 1853, kurz vor dem Krimkrieg, nach Konsrtantinopel ging. Seine archi- 
tektonischen Zeichnungen , namentlich von englischen Kathedralen , würden sehr 
gelobt. Das South Kensington-Mus. besitzt zwei Aq^ixarelle von ihm. 

Read, Thomas Buchanan, Makr und Bildhauer geb. 12. März 1822 in Qhester- 
County, Pa. U. S. A., f H- Mai 1872 in New-York. 1839 erlernte er die Bild- 
hauerkunst in Cincinnati, 1841 malte er aber schon wieder in New-York. Später 
war er in Boston und Philadelphia thätig, reiste 1850 nach Europa, blieb längere 
Zeit in Florenz und Hess sich endlich in Rom nieder, ^von wo aus er kurze Besuche 
in die Heimath machte. Er wurde übrigens am bekanntesten als Dichter. Von ihm 
das Bildniss George Peabodys, Sheridaa's Ride, ündine, Der Bethlehemitische Stern, 
Die verlorene PLejade, etc. 

Reader, William, Maler des 17. Jahrhunderts, g«b. in Maidstone, f in London. 
Er malte Bildnisse. 

Readiug, Burnet, Kupferstecher des 18. Jahrhunderts, geb. um 1751 in 
Colchester. Er war Reit- und Zeichenlehrer des Lord Pomfret und war gegen 
Schluss des Jahrhunderts in London als Punktirstecher thätig. Von ihm Selbst- 
bildniss, Charlotte an "Werthers Grab, Lavinia und die Mutter (nach W. Bigg), etc. 
Eine' Sarah R., wahrscheinlich mit ihm verwandt, arbeitete in derselben Weise, 
z. B. Olivia und Sophia. 

Ready, ffilliam James Dnrrant, Maler, geb. 1823 in London, f 1B78 in 
Brighton. Er war Autodidakt und malte Marinen in Oel und Atiuarell. Einige 
Jahre verbrachte er in Amerika. R. lebte sehr zurückgezogen, infolgedessen seine 
Kunst nicht nach Gebühr bekannt wurde. 

Realfouso, Tommaso, Maler des 18. Jabxhunderts, thätig in Italien und Schüler 
von A. Belvedöre. Er malte Blumen, Stillleben, auch ab und" zu Landschaften. 

R^alier-Bnmas, Maurice, Maler und Zeichner, geb. 1860 in Paris, Schüler der 
Ecole des beaux-arts unter Göröme, thätig in Chatou (Dep. Seine et Oise). Von 
ihm die Plakate Champagne Jules Mumm & Co., Incadescence par le Gaz, Paris- 
Mode (1893), etc. 

Ream, Cadnrcis Plantagenet, Maler, geb. 1848 in Lan.caster (Ohio U. S. A). 
Er war in Chicago thätig und malte Früchte. 



Ream — Beck. 25 

Ream, Morston, Maler, geb. 1840, thätig in New- York. Er malte Stillleben, 
besonders Früchte. 

ReattU) Jacques, Maler, geb. 11. Jvn\ 1760 in Aries (Dep. Bouches-du-Rböne), 
t 7. April 1833 das., Schüler von Regnault. Er erhielt den 1. grossen Rompreis 
auf Grund seines Daniel lässt die zween Alten gefangen nehmen. Von ihm die 
Decoration des grossen Theaters zu Marseille mit dem runden Plafond Apollo und 
die Musen Blumen streuend (1829), Die Geschichte des heiligen Paulus (Chor der 
Kirche zu Beauvais). Correspondirendes Mitgl. des Inst, und der Akademie zu Marseille. 
Seine Biogr. von Jules Canonge, Nlmes 1863. 

Bebacca, Bia^io, Maler, geb. 1735, f 1808 in London, Schüler der dortigen 
Akademie, an der er 1771 ausserordentliches Mitglied wurde. Er malte decorative 
Arbeiten in Sälen des Somerset-House zu London, des Schlosses zu Windsor, auch 
in Audley End und Harewood-House, etc. 

Bebel, Eleonore Sophie, geb. Massard, Eupferstecherin unseres Jahrhunderts, 
geb. 1790 in Paris, Schülerin ihres Vaters Jean Massard. Von ihr Platten zu 
naturgeschichtlichen Werken und Vignetten. 

Bebell, Josef, Maler, geb. 11. Jan. 1787 in Wien, f 18. Dec. 1828 in Dresden, 
Schüler von M. Wutky an der Wiener Akademie. 1809 reiste er nach der Schweiz 
und von da nach Mailand, wo er am Hofe Eugene Beauharnais' zwei Jahre verweilte. 
Später begab er sich nach Rom und 1811 — 15 an 'den Hof Murats in Neapel. Nach Rom 
zurückgekehrt, wurde er 1824 vom Kaiser Franz zum Direktor der Belvedfere-Galerie 
in Wien, ernannt. Er malte Landschaften und italienische Ansichten, von denen die 
Wiener Museen drei besitzen. Andere in dem Ferdinandeum zu Innsbruck, in der 
neuen Pinakothek zu München, der Schackgalerie, in der Czerningalerie, der Berliner 
Nationalgalerie, der Galerie zu Parma, etc. R. hat auch einige Blatt radiert. 

Bebon, s. Babon. 

Rebonet'Alboy, Alfred-Marie^ Maler, geb. 30. Nov. 1841 in Paris, + im April 
1875, Schüler von Gleyre und Gerome. Von ihm Hund (1864), Keine Rose ohne 
Dornen (1866), Im Atelier des Vetters (1870); auch Bildnisse, u. s. w. 

Rebonl, Jean Baptiste, Maler, geb. 1810 in Chateauneuf-Calceroier. Das 
Museum zu Avignon besitzt sein Selbstportrait. 

Beboul, Therese, s. Yieu. 

Becchl, Giovanni Battista^ Maler des 17. Jahrhunderts, Schüler von Maz- 
zuchelli, thätig um 1660 in Turin. — Sein Bruder GliOTanni Paolo B., sowie sein 
Neffe Giovanni Antonio (Andrea) B. unterstützten ihn. 

Becco, Giuseppe, Maler, geb. 1634 in Neapel, f 1695 in Madrid (n. A. in 
Neapel), Schüler von A. Falcone und P. Porpora. Er malte sehr geschätzte 
Stillleben. Der König von Spanien berief ihn an seinen Hof und ernannte ihn 1667 
zum Ritter von Calatrava. Vier Bilder vol ihm besitzt das Mus. zu Madrid, Andere 
in Aachen (?), Darmstadt, Hannover, Schwerin, Wiesbaden und Neapel. — Seine Tochter 
Elena B. malte in der Weise des Vaters. 

Becco, Bieter, Maler, geb. 1765 in Amsterdam, f 1814 in Basel, Schüler von 
J. C. Schultsz und A. de-Lelie. Er Hess sich in Basel nieder. Das Museum in 
Bern besitzt ein Blumenstück (1810j von ihm. 

Bechambanlt, Pierre, Maler des 16. Jahrhunderts, thätig um 1555 in Limoges. 
Er malte auf Glas und in Email, auch manches gemeinschaftlich mit den Penicaads, 
darunter Arbeiten für die S. Sakraments-Brüderschaft. 

Bechberger Franz, Maler und Radierer, geb. 4. Oct. 1771 (n. A. 1769) in 
Wien, t 1841 in Güttenstein, Nieder-Oesterreich (n. A. 1842 in Wien;, Schüler von 
Brand an der Wiener Akademie. Er wurde Direktor der Sammlung des Grafen 
Fries und Ciistos an der Albertina zu Wien. Von ihm Landschaft mit dem Tempel 
der Vesta (Akademie Gal. zu Wien), Flusslandschaft (Rudolfinum, Prag), Landschaften 
aus Steiermark, Sachsen, Italien, etc. Seine Radierungen (ungefähr 80 Blatt) nach 
Dietrich, nach eigener Zeichnung, etc. wurden gelobt. 

Bechenberger, David, Maler des 16. Jahrhunderts, f 24. Juni 1595. Er war 
in Komotau thätig. 

Bechlin, Karl, Maler, geb. 1804 in Berlin, f 26. Dec. 1882 in Tempelhof bei 
Berlin. Er malte Soldatenbilder. Von ihm Prinz Friedrich Karl vor Metz, Die 
Schlacht bei Kulm 1813 (Hamburger Kunsthalle), Episode aus der Schlacht bei 
Leipzig, etc. 

Beeil, David ran, Maler des 17. Jahrhunderts, geb. in Flandern, Schüler von 
Van Dy ck. Die Königin Christine beriel ihn nach Schweden; dort Hess er sich 



"26 Recknagel — Redgrave. 

nieder und malte die Königin sowie viele Adelsbildnisse. — Ein Jacob R. wird 1578 und 
1585 als Goldschmied in Köln a./Rh. urkundlich erwähnt. — Ein Peter B., t vor 
1581 (?), sass zwischen 1545—1578 in Rath der Stadt Köln a./Rh., war schon 1529 
Verheirathet, und ebenfalls Goldscbmfed in dieser Stadt. 

Beckna^el, Otto, Maler, geb. 1845 in Eisfeld (Sachsen - Meiningen). Er 
wurde Coburgischer Hofmaler und 1892 Prof. in München. Er malte Jagd- und 
Thierbilder. 

Reclam, Friedrich, Maler und Radierer, geb. 1734 in Magdeburg, f 1774, 
Schüler von A. Pesne, dann von J. B. Pierre in Paris, auch in Deutschland und 
in Rom, wo er 1755 — 1762 verweilte, gebildet. Zuletzt war er in Berlin thätig. Von 
seinen Radierungen nennen wir : Morgen (nach Moucheron), Abend (nach Dubois), 
Acht italienische Ansichten (1755 nach eigener Zeichnung), Friedrich d. Grosse, 
Ansichten von der Umgebung von Paris, etc. 

Reconyrance^ Antoine de, Maler, geb. vor 1575 in Avignon, f 1641. 1588 wurde 
er Hofmaler des Königs von Frankreich. Er malte Bildnisse, Kircheninterieurs, etc. 

Redel, Josef, Maler, geb. 1774, f 1836 in Wien. Er malte in der Art Fügers 
und wurde Prof. an der "Wiener Akademie. — Ein Johann Georg R., Maler, war 
zwischen 1717—24 in Prag thätig. 

Redelmayer, (Beäelmeyer), Josepb, Maler, geb. 1727 in Prag, f 13. Febr. 1788 
das., Schüler von Franz Müller, später bei Balko, endlich bei Bibiena in Berlin 
weiter gebildet. Er malte erst Theaterdecorationen, dann meist Altarbilder, z. B. 
bei den barmherzigen Brüdern in Prag, sowie Fresken in S. Adalberi zu Weipernitz, 
in Mariahilf, fun Sandthor zu Prag, etc. — Ein Ferdinand Michael R., Maler, war 
1718—46 in Prag thätig. 

Redenti, Francesco, Maler und Zeichner, geb. 1820 in Correggio, f 25. Febr. 
1876 in Turin. Er wurde durch gute Caricatureü für das "Witzblatt Fischietto bekannt. 

Beder, Christian, Maler, genannt Leander, geb. 1656 in Sachsen, f 1729. 
1686 besuchte er Rom und malte im selben Jahr Schlachtstücke der türkisch-christ- 
lichen Kämpfe in Budapest. Später besuchte er Hamburg, "Venedig, England und 
Holland. 

Reder, Cyriakus, Maler des 16. Jahrhunderts, f um 1594. Sein Bildniss des 
Churf. August I. als Greis (1586) befindet sich im Historischen Mus. zu Dresden. 

Reder, Heinrich Ton, Maler, geb. 19. März 1824 in Mellrichstadt (Bayern), 
Schüler von C. Miliner in München. Er war erst Soldat und brachte es bis zum 
Oberst. R. bereiste die Alpen, Italien, Dalmatien, Spanien etc. Er malte Land- 
schaften und zeichnete auch mit der Feder. 

Redfern, James Frank, Bildhauer, geb. 1838' (?/ in Hartington (Derbyshire), 
t 13. Juoi 1876, Schüler der Londoner Akademie. "Von ihm : 60 Statuen an der 
Pacade der Kathedrale zu Salisbury, Andere für die Kathedrale zu Gloucester und 
das Kapitelhaus der "Westminster-Abtei, Statue des Herzogs von Devonshire (vor 
dem Laboratorium in Cambridge), Bildnissbüsten, etc. 

Bedfleld, Edward Willis, Maler, geb. 1867 (1869 ?) in Bridgeville (Del. U. S. A.) 
Schüler der Akademie zu Philadelphia und von Bouguereau, sowie Robert-Fleury 
an der Akademie Julien in Paris, liess sich in Glenside, Pensylvania, nieder und 
malte Landschaften. Von ihm Strasse im Wald von Fontainebleau , Französischer 
Winter, etc. 

Bedgrave, Bichard, Maler, geb. 30. April 1804 inPimlico (London), f 14.Dec. 
1888 in Kensington (London), Schüler, aber nur auf kurze Zeit, der Akademie. Er 
rief eine staatliche Zeichenschule in's Leben, an der er später Direktor wurde. Mit 
H. Cole bildete er ein Museum der decorativen Künste in Marlborough House ; dieses 
wurde später der Kern des jetzigen grossartigen South Kensington-Museums. 1862 
war R. Commissar für die Abtheiiung der englischen Kunst in der Weltausstellung. 
1858 erhielt er die Oberaufsicht über die Gemälde der Krone,, von denen er einen 
Katalog zu verfertigen begann. Für das S. Kensington-Mus. besorgte er besonders 
die historische Samml. von Aquarellen. 1880 legte er seine Aemter nieder. Von 
ihm : Gulliver auf dem Tisch des Pächters (S. Kensington-Mus.), Ellen Oxford, Die 
Gouvernante (1845), Ruinen (1855), etc.. R. hat auch ein Werk „A Century of Painters" 
(1866) gemeinschaftlich mit seinem Bruder Samuel R. herausgegeben und endlich 
auch einiges radiert. Mitgl. der Londoner Akademie 1851. Kr. der Ehrenleg. 1855. 

Redgrave, Samuel, Maler und Zeichner, geb. 3. Oct. 1832 in London, f 20. 
März 1876. Er stand im Staatsdienst, im Dep. des Inneren und hat viel für künstlerische 
Veranstaltungen, z. B. für die Jahresausstellungcn der Akademie, für die historische 



Eedi — Bedeute. 27 

englische Abth. auf den beiden Weltausstellungen 1862 und 1867, f&t die Eildiüssaus« 
Stellung 1866 — 68, etc. gewirkt. Endlich ist er uns als Kunstschriftsteller bekannt 
durch Theilnahme an seines Bruders Richard R.'s ,A Century of Painters" uud durch 
sein Lexicon englischer Künstler. 

Redi, Tommaso, Maler und Zeichner, geb. 1665 in Florenz, f 1726 das., 
Schüler von Gabbiani, Maratti und Balestra. Er errang einigen Ruhm, so 
dass Peter der Grosse ihm vier junge Moskowiter als Schüler schickte, ihn auch als 
Leiter und Begründer einer Akademie in Moskau haben wollte. R. malte für den 
Grossberzog im Pal. Pitti zu Florenz, sowie für verschiedene dortige Kirchen. — 
Eine Oiovauna R. war ebenfalls Malerin und Schülerin von Gabbiani. 

Bedi^, L., Maler und Radierer, geb. 1822, t 1- Jan. 1861 in Antwerpen. Er 
malte Genrebilder und Landschaften, z. B. Das Dorffest. Von seinen Blättern nennen 
wir Dorf mit Windmühle (1855), Die Fischer und Die Dorfstrasse (1860). 

Bedl, Joseph, Maler, geb. 1774 in Wien, f 1836, Schüler von Füger an der 
Wiener Akademie, an der er später Professor wurde. Die Gralerie dieser Anstalt 
besitzt seine Auffindung der Leiche Abels, die -Kirche Gumpendorf seinen Christus 
am Kreuz. Er lieferte auch Federzeichnungen, 

Redlich; Heinrich, Maler und Kupferstecher, geb. 1840 in Lasko, f om 1889 
in Warschau, Schüler der dortigen Kunstschule, dann in Dresden und Mönchen 
unter Thäter. 1866 ging er nach Wien; 1873 Hess er sich in Wien nieder. Um 
1880 war er einige Jahre in Paris thätig. Er malte Bildnisse und Landschaften ; 
von seinen Blättern nennen wir Madonna Tempi (nach R. Santi), Peter Skargas 
Predigt (nach Matejko), Juden in der Bibliothek (Radierung), A, nach Gerson und 
J. Brandt, etc., auch Kunstvereinsblätter. Mitglied der St. Petersburger Akademie; 
Kr. der Ebrenleg. 1878, etc. 

Bedmond) Thomas, Maler, geb. um 1745 in Brecon, f 1785 in Bath, lernte 
bei einem Decorationsmaler in Bristol, dann in der St. Martin's Lane-Akadewie 
zu London. Er liess sich in Bath nieder und malte mit gutem Erfolg Miniaturen. 

Bedou, Odilon, Maler und Lithograph, geb. 1840 in Bordeaux, studirte eine 
Weile unter Gerome und bildete sich nach da Vinci weiter. R. wurde ein ziemlich 
überspannter Symbolist. Er veröffentlichte verschiedene Sammlungen von Litho- 
graphien, z. B. An Edgar Poe 6 Platten (1882), Huldigung an Goya (1885) 6 Platten, 
an Gustave Flaubert 7 Platten (1888), Les Fleurs du Mal (Baudelaire) 6 Platten 
(1890), auch einige Radierungen, etc. 

Redondillo, Isidoro de, Maler des 17. Jahrhunderts, Schüler von A. Nardi. 
Er war in Madrid thätig und malte Historien und Bildnisse. Er wurde Hofmaler 
des letzten Habsburger König Spaniens, Karl IL 

Bedeute, Antoine Ferdinand, Maler, geb. 21. Juni 1766 in Saint Hubert 
(Belgien), t 3. Nov. 1809 in Paris, wo er sich ausbildete und niederliess. Er war 
Sohn und Schüler des Charles J. R. Von ihm die Decorationen des Schauspiel- 
hauses zu Bordeaux, des Tribunalsaales im Palais-Royal, des Elysee-Bourbon ; 
auch zu Malmaison und zu Compiegne. Ferner von ihm Korb mit Blumen auf einem 
Marmortjßch (1793). Früchte und Pilze, Rosenzweig (1795), auch Aquarelle. 

Bedonte, Charles Joseph, Maler, geb. 24. Juli 1715 in Jamagne bei Philippc- 
ville, t 23 Dec. 1776 in St. Hubert, Sohn und Schüler des Jean Jacques R.,- 
auch seit 1737 an der Pariser Akademie gebildet. Er verliess Paris 1743 und malte 
darauf für die Abtei za St. Hubert und die Adelsschlösser in der Umgegend ; ferner 
Altarbilder und Bildnisse. 

Bedeute, Henri Joseph, Maler, geb. 25. Mai 1766 in Saint-Hubert (Belgien), 
+ nach 1801, Schüler seines Bruders Pierre Joseph R., Sohn des Charles J. R. 
Er lieferte mehr als 60 Zeichnungen für das grosse Werk über Egypten, sowie eine 
grosse Anzahl für „La Description des plantes rares de Syrie" von Labillardiere, 
„La Flore du mont Atlas" von Desfontaiues, Geschiebte der amerikanischen Obst- 
bäume von Michaux, die Encyclopädie von Lamarck und für Coqueberts Fischsamm- 
long des Mittelländischen Meeres, etc.; auch vieles für das naturgeschichtliche Museum. 

Bedeute, Jean Jacques, Maler, geb. 1687 in Dinant, f 18. Oct, 1762. Er war 
der Stammvater der Malerfaroilie R., doch selbst nicht von grosser Bedeutung. 

Bedeute, Pierre Joseph, Maler und Lithograph, geb. 10. Juli 1759 in Saint- 
Hubert (Belgien), f 19. Juni 1840 in Paris, Schüler seines Vaters Charles Joseph 
R. Er kam schon mit 15 Jahren nach Paris, wo er sich ausschliesslich der Blumen- 
malerei widmete. Er lieferte mindestens sechstausend Aquarelle für die Sammlung 
des naturgeschichtlichen Museums. Zu den folgenden Werken lieferte R. Zeichnungen: 



28 Redtenbacher — Regamey. 

La Flore antique (von Desfontaines), La Flore de Navarre (von Bonplant), Les plantes 
rares du jardin de^ Geis, Les plantes. du jardin de laMalmaison, etc. etc. Er selbst 
veröflFentlichte : La fainille des Liliacees, La Monographie des roses. Er ^urde 
Zeichner der Marie-Antoinette, Mitglied der Akademie der Wis86nschu,ftea und Hof- 
blumenmaler der Kaiserin Josephine (1805), etc. Kreuz der Ehrenlegion 1825. 

Redtenbacher, Rudolf, Baumeister, geb. 17. Mai 1840 io Zürich, f 21. Dec. 
1885 in Freiburg i./B., Schüler des Karlsruher Polytechnicums und der Berliner Bau- 
akademie unter Adler und Bottich er , endlich von Nicolai in Dresden und F. 
Scbmidtia Wien. R. bereiste auch Italien. Er war an den Mainzer, Regensburger 
und Frankfurter Dom-Ausbauten betheiligt. Ibia wurde dann die Inventarisirung hollän- 
discher und badischer Denkmäler Anvertraut. Allmählich wandte er sich mehr der 
schriftstellerischen Thätigkeit zu. Wir nennen von ihm: Beiträge z. Kemitniss mittel- 
alterlicher Baukunst in Deutschland (1863), Leitfaden (1861), TektoniK, Architek- 
tonik und Hantiuuch der italienischen Renaissance-Architektur (1885). 

Reed; Ethel, Malerin und Zeichnerin, geb. 1876 in Newburyport (Mass. ü. S. A.), 
Schülerin dpr Cowles-Kunstschule in Boston. Sie wurde durch decorative Zeichnungen 
Titelblätter, Plakate, etc« Tortheilbaft bekannt. Wir nennen die Plakate, „Behind the 
Arras by Bliss Carman", „Folly or Saintliness by Jose Echegaray", „Is Polite Society 
Polite and other Essays by Julia Ward Hbwe", „Jacques Damour by Emile Zola", 
„Pierre Puvis de Chavannes a Sketch", „Uncle Sams Church by J. B. Bolton", „A 
Virginia Cousin by Mrs. Burton Harrison", „The White Wampum by E. P. Johnson", 
„Trilby, the fairy of Argyle", etc. 

Reed, Joseph Charles, Maler, geb. 1822, f 26. Oct. 1877 in London. Er malte 
farbenfreudige Landschaften aus England, Schottland und Irland in Wasserfarben. 
1866 wurde er Mitglied der Englischen Aquarellisten-Gesellschaft. 

Reeder, Maerten Frans, Maler, geb. 28, Oct. 1802 im Haag, f nach 1840, 
Schüler von Cuijlenburgh und Pieneman. Er malte Stillleben und Interieurs. 

Reekers, Hendrik, Maler, geb. 21. Sept. 1815 in Haarlem, f 15. Mai 1854 
das., Schüler seines Vaters Jan R. und von Georgius J. J. von Os, thätig in 
Brüssel und seiner Vaterstadt. Er malte Blumen und Früchte. Das Museum zu Rotter- 
dam besitzt ein Stillleben von ihm. Mitgl. der Amüterd. Akademie 1848. 

Reekers, Jan, Maler, geb. 1790 in Haarlem, f 29. Nov. 185B das., Schüler 
von HOrstock. Er malte Bildnisse und Landschaften. R. bat auch einiges radiert. 

Rees, Johann, Münzgraveur, geb. vor 1590, f 8. Oct, 1629 in Köln a. Rh. 
1605 vrurde er Münzmeister in Köln am Rh., war aber vorher schon Jülicb'scher 
Münzmeister, welches Amt er ferner inne behielt. 

Reesbroeck, (Reesbrdncq, Rysbroeck), Jacob ran, Kupferstecher des 17. 
Jahrhunderts, f 1704 in Hoogstraeten (Belgien). 1642 wurde er in die Antwerpener 
Gilde eingeschrieben. Er malte Bildnisse, z. B. Balthasar Moretus IL, dessen Frau, 
Balthasar Moretus III. (alle drei im Mus. Plantin-Moretus zu Antwerpen). Er hat 
auch in Kupfer gestochen, z. B. Bildniss des Jesuiten C. Hasart. 

Reeth, Pierre Jean Baptiste van, Kupferstecher, geb. 1822 in Merxem, f 7. Aug. 
1866 in Antwerpen, Schüler von E. Corr. Von ihm Blätter nach Grenze, Keyzer, Leys, 
V. d. Poorten, Snieders, etc., auch zu Mertens und Torfs Geschichte von Antwerpen. 

Rega, Filippo, Steinschneider, geb. 26. August 1761 in Chieti, f 7. Dec. 1833 
in Neapel, Schüler von Ant. Pich 1er in Rom. Er ahmte Antiken vortreflflich 
nach, wurde Prof, an der Neapolitan. Akademie und Vorstand der Münze. Von ihm 
Kronprinz von Neapel (Chrysolith), Arethusa (Sardonix), Jupiter von Capo di Monte 
(Copie), Fürstin Butera, König Joachim, Königin Karoline, etc. Mitglied der Aka- 
demie zu Neapel und des Französischen Instituts. 

Regamey, Felix Elie, Maler und Zeichner, geb. 7. Aug. 1844 in Grenelle bei 
aris, Schüler vor Lecoq de Boisbaudran, Sohn des Guillaume R. d. Ae. Er 
zeichnete für die Zeitschriften Journal Amüsant, etc. auch für Zeitschriften in Amerika, 
das er öfters besuchte. Mit Guimet besuchte er auch Japan und schuf zahlreiche 
ethnographische Zeichnungen. Von ihm: Gen. Lee besucht Valentini in seinem Atelier, 
Negertaufe in Philadelphia, Illustrationen für den japanesischen Roman Okoma, 
Unter den Tannen (Deckfarben), etc. 

Regautey, Fred^ric, Maler, Radierer, Lithograph und Zeichner, geb. 4. Juli 
1849 in Paris, Schüler von Lecoq de Boisbaudran, Sohn des Guillaame R. d. Ae., 
wurde hauptsächlich durch Zeichnungen für Pariser Journale bekannt. Von Ge- 
mälden nennen wir Horizon parisien, Novembre" (1880), von Radierungen Paris k 
l'eau forte und M^moires des fr^res Hanlon-Lee (6 Blatt) ; auch einige Steindrucke. 



Hegamey — Regnault. 29 

ßegamey, Guillanme d. Ae., Lithograph, geb. 1814 in Paris, f 1878 das. 
Er schuf eine grosse Anzahl von Farbensteindrucken, z. Th. rein gewerbliche Ar- 
beiten, z. Th. Illustrationen zu den Evangelien nach Fouequet, zu kulturgeschicht- 

Regramey, Gnillaume, Maler, geb. 1838 (? 1837 ? 1832 ?) in Paris, f 8. Jan. 
1875, Schüler von Lecoq de Boisbaudran, Bonvin und Barve, Sohn des 
Guillaume R. d. Ae. Er lebte eine Zeit lang (während des deutsch-französischen 
Kriegs) in London, wo er viel für die lUustrated London News thätig war. ß. war 
meist kränklich und malte militärische Bilder, z. B. Trainsoldaten (Mus. Chälons 
sur Marne), Algerische Schützen (Mus. Marseille), Vorposten im Krimkrieg (1874 
ebenda), Batterie (1865 Mus. Pau), etc. S. Biographie von Chesneau 1879. 

Regan, Anna, s. Schimon. 

Rege, Henriette de, Malerin, geb. 3. April 1849 in Posen, Schülerin von 
Gussow und Skarbinain Berlin, dann vonCourtois und Boutet de Monvel in 
Paris. Sie malte Frauen und Kinderbildnisae und lebt abwechselnd in Przystanki 
und Detmold. 

Regemorter, Ignatius Josepbns Tan, Maler und Radierer, geb. 4. Dec. 1785 
in Antwerpen, f 16. Juni 1873, Schüler seines Bruders Pierre R. und von Omme- 
ganck, 1809 auch in Paris und Umgegend gebildet. Er malte langweilige, anekdoten- 
hafte Genrebilder, auf denen eine Violine unausbleibliches Versatzstück ist. Von ihm 
Jan Steen's Haushalt (1828 Mus. Amsterdam), Herbstmorgen (Mus. Brüssel), Jan Steen 
und Mieris (Mus. Fodor, Amsterdam), In einem holländischen Zimmer (Neue Pinakothek, 
München). Von seinen Radierungen nennen wir Die schlafende Spitzenklöpplerin, 
Die Schafe, Die Hirtin (nach Ommeganck), etc. Mitgl. des niederländ. Instituts, 
der Amsterdamer Akad.; Leop. Orden. 

Regemorter, Petrns Johannes Tan, Maler, geb. 8. Sept. 1755 in Antwerpen, 
1* 17. Nov. 1830 das., Schüler der dortigen Akademie, auch durch Copiren gebildet. 1796 
bis 1804 war er Professor an der Antwerpener Akademie. 1815 war er einer der 
Abgesandten Antwerpens nach Paris, um die 1794 von den Franzosen weggeschleppten 
Gemälde zurück zu schaffen. Besondere Beachtung verdient er als Restaurator von 
alten Gemälden. Seine Spezialität waren Mondscheinbilder. In dem einen Bild 
Lucas van Udens in der Antwerpener Gal. sind die Figuren von ihm; das Mus. zu 
Gotha besitzt ein Gesellschaftsstück von ihm. 

Reges, Johann Andreas Benjamin, Maler und Radierer, geb. 31. Jan. 1772 
in Frankfurt a. M., f 18. Jan. 1847. Er war Zeichenlehrer an verschiedenen Frank- 
furter Instituten, malte u. A. den sterbenden Seneca, und radierte mit mehr Erfolg 
Bauernscenen, etc. 

Reggio, Raffaelino di, s. Motta, Raffaelo. 

Begillo, s. Licinio da Fordenone. 

Regnard, Valerien, Kupferstecher des 17. Jahrhunderts, Schüler von 0. Tho- 
massin, thätig in Frankreich und Rom (um 1615). Von ihm Platten nach A. Ciam- 
poUi, F. Barroccio (Die Heimsuchung), Lelli, A. Pomerancio, A. Tempesta. etc. Auch 
nach den Antiken des Kab. Giustiniani. 

Regnandin, Thomas, Bildhauer, geb. 11. Febr. 1622 in Moulins (Dep. Allier), 
t 3. Juli 1706 in Paris, Schüler von Francois Anguier. 1657 wurde er Mitgl. 
der Akademie, 1658 Professor und 1694 Rektor an derselben. Von ihm die Sculp- 
turen am Plafond des Königlich. Gemaches imLouvre; gemeinschaftlich mit Gir ardon 
restaurirte er diejenigen der Apollo-Galerie. Im Palast zu Versailles von ihm Der 
Frieden, Der Ruhm, Amerika (Steinstatuen), etc. ; in die Kapelle des Schlosses zu 
Saint Fargeau und für die Bernardiner von Port-Royal lieferte er ebenfalls Sculpturen. 

Regnanlt, Alexandre Georges Henri, Maler, geb. 30. Oct. 1843 in Paris, 
t 19. Jan. 1871 das., Schüler von Cabanel, Lamotte und Montfort an der 
l^cole des beaux-arts, an der er 1866 mit Thetis bringt dem Achilles die Waffen 
den Rompreis errang. 1866—8 verweilte er in Italien, besuchte 1868 Spanien, wo 
er das Reiter-Bildniss des Gen. Prim malte, das ihn bekannt machte, kehrte 1869 nach 
Italien zurück, besuchte 1870 Afrika und wurde durch den Ausbruch des Krieges in 
die Heimath zurückgerufen. Bei dem Ausfall gegen Buzenval erhielt er eine Kugel 
durch den Kopf. Von ihm Automedon (1867 Mus. Boston), Bildniss des Gen. Prim 
(1869 Louvre, Paris), Hinrichtung in der Alhambra (1870 ebenda), Judith und Hole- 
fernes (Mus. Marseilles), Salome, etc. Aquarelle von ihm im Luxembourg bez. im Louvre. 

Regnanlt, Etienne, Maler, geb. 1646 in Paris, f 30. März 1720 das. Von 
ihm das Maibild 1701 in der Notre-Dame. Ferner nennen wir noch Tödtung der 



30 Regnault — Regnier. 

Erstgeburt (1704), Der heilige Stephan wird in's Gefängniss geführt. Mitglied 
der Akademie 1703. 

Regrnanlt, Jean Baptiste, Baron, Maler, geb. 19. (10.?) Oct. 1754 in Paris, 
t 12. Nov. 1829 das., Schüler von Bardin. Er errang den 1. Rompreis 1776 auf 
Grund seines Alexander besucht Diogenes. Mit zehn Jahren kam er nach Amerika, 
■wo er fünf Jahre lang auf einem Handelsschiff als Schiffsjunge diente. Hierauf 
kehrte er nach Paris zurück, wo de Monval ihn unter Bardin Malerei studiren 
Hess, den er auch nach Italien begleitete. Später (1776) ging er nochmals nach Rom als 
Pensionär des Königs. 1785 wurde er Professor an der Akademie, 1819 geadelt. 
Von ihm im Louvre Die Erziehung des Achilles durch den Ceutauren Cheiron, 
Kreuzabnahme (1789), Die drei Grazien im Mus. Versailles, Hochzeit des Prinzen 
Jeröme Bonaparte und der Prinzessin Frederike Catharine von Würtemberg, Tod 
des Generals Desaix, etc. Andere Bilder von ihm in den Museen zu Amiens, Mar- 
seille, Angers, Montpellier, Avignon, Hamburg. R. hat auch drei Platten radiert 
und ausserdem 140 Zeichnungen zum Ovid hinterlassen. Mitgl. d. Akademie 1783, 
Mitgl. d. Instit. 1795; Ritter d. St. Michaels-Ord. und der Ehrenlegion. 

Regnault; Nicolas Fran^ois, Maler und Radierer des 18. Jahrhunderts, geb. 
1746 in Paris. Er war Autodidakt und stach in fein punktirter Manier. Von ihm : 
Liebestraum (Fragonard), Liebesbrunnen (nach dems.), Der Abendkuss (nach dems.), 
„Schlaf! schlaf!", „Ach wenn er erwachte!" Morgen, Abend, Nacht, Das Bad Yn ach 
Baudouin), etc. —Auch seine Frau GrenerieveR., geb. Naugis, war KupfeKtedierin 
in Punktirmanier. 

Regnan]t> Thomas Casimir, Kupferstecher und Maler, geb. 18. Aug. 1823 in 
Bayeux (Döp. Calvados), f durch Selbstmord um 1872, Schüler vou Henriquel- 
Dupont und Juinne. Von seinen Kupferstichen nennen wir Bildnise Voltaires, 
Fafade der Fontaine des Innocents (1850), Römische Ruinen (1857 Kupferstiche); auch 
Bildnisse nach dem Leben ; ferner das Aquarell Erinnerung an das Hospital St. 
Louis (1865). 

Regnanlt-Delalande, PranQois Leaudre, Maler und Kupferstecher, geb. 1762 
in Paris, f 2Q. Nov. 1824 das. Er war als Sachverständiger in Bilderversteigerungs- 
acgelegenheiten thätig, und verfasste Kataloge. Von ihm besitzi das Louvre Bildniss 
von Gardel d. Ae. (Pastell). 

Begnanit de Manlman, Emile, Maler, geb. 1. Jan. 1836 in Lons-le-Saulnier 
(Dep. Jura), Schüler von Frl. Lamottie, von Lobrichou und Pasini. Er war 
in Nevy (Dep. Jura) thätig und hat auch Algier besucht. Von ihm Morgen des 
Hl. Valentin (1863), Die Buden der Kleber- Strasse in Algier (1866), Auf die Audienz 
des Pascha wartend (1882), etc. 

Regnesson, Nicolas, Zeichner und Kupferstecher, geb. 1630 in Reims, f 14, 
Oct. 1670 in Paris. Er war Lehrer und Schwager Robert Nanteuils, Schwiegervater 
von Gerard Edelinck. R. hat eine Anzahl Bildnisse u. s. w. nach eigener Zeichnung 
sowie nach P. de Champaigne, Beaubrun, F. Chauveau. etc. gestochen. 

Begnier, Antony, Maler, geb. 19. Nov. 1835 in Marseille, Schüler von Gleyre, 
thätig in seiner Vaterstadt. Von ihm besitzt das Mus. zu Annecy Rückkehr vom 
Markt und Junges Mädchen von Bellevaux ; ferner von ihm Christus predigend (1863), 
Strickende Bäuerin aus den Pyrenäen (1876), Frauenbildniss (1882), etc. 

Bcguier, Ferdinand Joseph, Maler, geb. 24. P'ebr. 1802 in Paris, f 2L April 
1870 in der Anstalt Dubois, Schüler von Blondel. 1836 erhielt er Anstellung in der 
S^vres-Porzellamnanufaktur. Von ihm Tod des Königs Eumenius (1827), Quentin 
Durward lässt den Herzog von Orle'ans in die Galerie Roland eintreten (1835), 
Louis XL von Räubern im Wald zu Eontaine'bleau überfaüen (1836), etc. 

Regnier, Frans, Maler des 18. Jahrhunderts, thäffg jim 1776 im Haag. Er 
malte Budnisse. 

Begnier, Hyacinthe-Jean, Bildhauer, geb. 18; April 1808 in Paris, f 13. Febr. 
1870 in Gamhais bei Haudan (D6p. Seine-et-Oise), seit 1825 an der Sevres-Porzellan- 
fabrik angestellt. Er war Bruder des Ferdinand J. R. Von ihm Geburt des Grafen 
von Paris (1840 Glasfensterentwurf, gemeinschaftlich mit Louis Robert), Vase 
(1841). Kreuz der Ehrenleg. 1855. 

Begnier, Jacqnes-Angnste, Maler, geb. 28. Aug. 1787 in Paris, f 2. Juni 4860 
das., Schüler von Bert in. Er gerieth zuletzt in Vergessenheit -Und Noth und nahm 
sich das Leben durch Ertränken in einem Kanal. Bilder von ihm in der Kapelle 
St. Denis, in der Rochuskirche zu Paria, im Schloss Fontainebleau, ferner Eingang 
in den Wald (Mus. Arras), Ein Karthäuserkloster in der Auvergne (Mus. Toulouse), 



Regnier — Rebn. 31 

Landschaft aus der Umgegend von Grenoble (1850, Mus. Chartres), viele andere 
Landschaften und Ansichten in Privatbesitz. Med. 2. Kl. 1819, 1. Kl. 1828; Kreuz der 
Ehrenlegion 1837 

Begnief, Jean, Maler unseres Jahrhunderts, thätig um 1853. Er wurde Pro- 
fessor an der Kunstgewerbeschule zu Verriera und malte Genrebilder. 

Regnier, Jeau-Marie, Maler, geb. 1796 in Lyon (Dep. Rhone), f 1865 das., 
Schüler von R^voil und der Schule zu Lyon, wo er thätig war. Er malte Bild- 
nisse, 2. B. Arles Dufour (Mus. Lyon). 

Kegnier, Victorine, geb. Barbier, Malerin, geb. 17. Sept. 1824 in Chälons- 
sur'Marne, Schülerin Ton A. Tissier und T Conture, thätig in Paris Von ihr 
Junges lesendes Mädchen ri863), Träumerei (1864), etc., auch Frauenbildnisse, 

Begny, Alphee de, Maler, geb. 1799 in Lyon, f 1881 (n. A. 1875) in Genf. 
Er war auch in Paris thätig und malte Landschaften sowie Bildnisse, z. B. Triumph- 
bogen des Titus zu Rom (Mus. Bein), Neapolitanische Barke, Ansicht von Neapel, 
Fischerfamilie, etc. Med. 3. Kl. 1838. 

Regoliron, (Regolino, Regolo, Regali), Bernardino, Mosaikarbeiter des 18. 
Jahrhunderts, Schüler von P. P. Christofani. Von ihm S. Michael nach G. Reni 
in der Peterskirche zu Rom, Bildnisse des lüiisers Joseph IL und seines Bruders Leo- 
pold nach Battoni im Wiener Belvedere (1772). 

Begters, Tiebont, Maler, geb. 24. Dec. 1710 in Dortrecht, t 1768 in Amster- 
dam, Schüler von Ten Hage zu Arnheim, Meyer in Rotterdam und J. M. Quinck- 
hard zu Amsterdam, wo er sich niederliess. Das Reichsrauseura besitzt eine „Anato- 
mische Vorlesung" und zwei Bildnisse seiner Hand. 

Rehbenitz, Theodor, Maler, geb. 1791 in Borstel (Holstein), f 19. Febr. 1861 
in Kiel, studirte in Wien und Rom, wo er von seinem Schwager Overbeck beeinflusst 
wurde. 1825 befand er sich noch in Italien, 1888 in München. Zuletzt wurde er 
Universitätszeichenlehrer in Kiel. Er malte und zeichnete Historien, und hat auch 
lithographirt. 

Behberg, Friedrich, Muler, Radierer und Lithograph, geb. 22. Oct. 1758 in 
Hannover, f 20. Aug. 1835 in München, Schüler von Oeser, Casanova und 
Schenau, 1777 von Mengs in Rofn. 1783 kehrte er in die Heimath znrück, wurde 
1784 Zeichenlehrer in Dessau, 1786 Mitglied und 1787 Prof. der Berliner Akademie. 
Er ging wieder nach Rom, darauf 1791 nach Neapel, wo er u. A. 12 Attitüden der 
Lady Hamilton zeichnete, 1813 nach London, 1814 wieder nach Rom und um 1820 
nach München, wo er sich niederliess. Von ihm Orpheus und Eurydice, Eros und 
Bacchus (Schloss Wörlitz), Kains Brudermord, Allegorie auf Napoleons Entthronung, 
Panorama von Innsbruck, etc. Von ihm ferner die Radierungen Poetische und Male- 
rische Scherze, 38 Blatt nach R. Sanli, etc., sowie die lithogi'aphischen Werke 
,»Rafifael Sanzio", „Anfangsgründe des Steinzeichens" (1828). auch einzelne Bildniss- 
lithographien. Endlich verfasste R. auch eine Biographie 11. Santis. 

Behder, Julius, Maler, geb. 23. Nov. 1861 in Flensburg. Nachdem er als Litho- 
graph in Hamburg, Berlin und München bis 1883 thätig gewesen war, wurde er 
Schüler der Karlsruher Kunstschule unter F. Keller und der Berliner Akadensie. 
1892 Hess er sich in Hamburg nieder und malte meist Bildnisse. Von ihm femer 
Hiob, In der Klosterzelle, Herbstsonne, etc. 

Rehlender, fieorg, Baumeister und Maler, geb. 10. (19.?) Dec. 1845 in Treb- 
"bin CBrandenburg). Sem Projekt für die Museumsbauten in Breslau erhielt den 
zweiten Preis. R. malte Genrehilder und Architekturen ; ferner zeichnete er Illustra- 
tionen, z. B. Reconstructionen antiker Bauwerke für Zeitschriften und geschichtliche 
Werke. 

Kehin, Faul, Decorationsktinstler und Maler, geb. 5. Juni 1858 in Schneeberg, 
Schüler der Dresdner Kunstgewerbe -Schule unter Beck, Eckert, Diethe, Nau- 
mann una Rade. 1882—4 war er in Berlin thätig. Darauf nach Dresden zurüßk- 
gekekrt, wurde er künstlerischer Leiter der Luxus- Papier faprik Paul Süss. Von ihm 
Trio im Garten- Pavillon, Fächermenuett, etc. Bronzene Med. Chicago. 

Rehn, Frank Knox Morton^ Maler, geb. 12. April 1848 in Philadelphia (Pa. 
U. S. A.), Schüler der dortigen Akademie und von C. Schusse 11 e. Er liess sich 
später in New -York nieder. Von ihm Das verlorene Schiff (Mus. Detroit), Das Ende 
eines Sommertages (Mus. Buffalo), Ein Nachmittag im Hochsommer, Ein September- 
Sturm, etc. Auch Aquarelle. Gold. Med. New -York 1885. 

Benn, Karl, Holzschneider, geb. 1862 in Eilenburg. Er liess sich in Stuti 
gart nieder und arbeitete nach C. Fehr, etc. 



32 Rehnen — Reid. 

Rehuen, Heinrieli von, Münzschneider des 17. Jahrhunderts, thätig für Churf. 
Joachim Friedrich in Magdeburg, 1603 in Kölln-Berlin, 1605 — 1624 war er als 
Chursäcbsischer Münzmeister in Dresden thätig. 

Reiber, Emile Auguste, Baumeister, geb. 3. April 1826 in Schlettstadt, 
Schüler von Blouet und der Ecole des beaux-arts. Er lieferte u. A. decorative 
Entwürfe, architektonische Ornamente, etc. 

Reibiscli, Günther Friedrich, Maler, geb. 18. Febr. 1816 in Zeitz, Schüler 
der Dresdener und Antwerpener Akademien. Er lebte io Plauen bei Dresden und 
malte Bildnisse, besonders in Miniatur. 

Reich, Wendel, Holzschneider des 16. Jahrhunderts, thätig um 1615 in Lyon 
und um 1540 in Strassburg, hier auch als Buchhändler. Ihm wird ein Holzschnitt 
Geflügelte Frau mit einem Winkelmaass etc. zugeschrieben. 

Reich, Wilhelm, Kupferstecher des 16. Jahrhunderts, thätig in Köln, wahr- 
scheinlich Geistlicher , der eine Copienfolge von Dürers Kupferstichpassion ver- 
legte, und selbst wahrscheinlich einige geringe Blätter zu einem Gebetbuch (1589) 
stach. 

Reich, Xaver, Bildhauer, geb. 1815 in Hüfingen (Baden), -f 8 Oct. 1881 das., 
Schüler von Zwerg er in Frankfurt a. M., dann in München weiter gebildet, wo er 
auch thätig war. Von ihm Bischof Conrad und Bischof Gebhard (Constanz, Rhein- 
brücke), Nymphen (Donaueechingen, Schlossgarten), Grossherzog Leopold (Bronzestatue 
Baden-Baden), Die Bildhauerei und Die Malerei (Karlsruhe, Kunsthalle). A. Werke 
im Schloss Heiligenberg am Bodensee, in Bonndorf, etc. 

Rcichardt, Haus, s. Reitz. 

Reichet, Jakob von, Maler, geb. vor 1800 (?), f 1856 in Brüssel. Er war in 
St. Petersburg thätig, wo er Miniaturen malte, darunter die Bildpisse Alexander I., 
der Kaiserin Marie, etc. Er legte auch Medaillen und Kupferstich-Sammlungen an. 
Er wurde russischer Staatsrath. 

Reichel, Johann, Bildhauer und Erzgiesser des 17. Jahrhunderts, geb. in Lands- 
berg am Lech (n. A. in Rain a L.). Von ihm unter A. die 4 Erzstatuen am Kreuzaltar 
von S. Ulrich zu Augsburg, S. Michael (1607 Bronzegruppe) am Portal des Zeug- 
hauses das., etc. 

Reicbenbach, Hugo von, Maler, geb. 1821 in Erfurt, Schüler der Düssel- 
dorfer Akademie, auch in Italien gebildet. Er malte erst Historien, Landschaften 
und Bildnisse, dann aber mit mehr Erfolg Pferde und war in Berlin thätig. Von ihm 
Die beiden Frauen des Grafen v. Gleichen, Störuug beim Reiten, etc. 

Reichenbach, Ludovike, s. Siuianowitz. 

Reicheubach, Woldemar, Graf,. Maler, geb. 7. März 1846 in Walddorf bei 
Neisse, Schüler der Weimarer Akademie, von Gussow und von A. Brendel. 
Weitergebildet auf Reisen nach München, England, Italien und den Niederlanden. 
Er Hess sich in Wachwitz bei Dresden nieder. Von ihm Pax vobiscum, Rast auf 
der Alm, Eselsritt (Mus. Stockholm), Gloria Doloris, etc. 

Reichenthal, Ulrich von, Maler des 15. Jahrhunderts. Er schrieb eine „Ge- 
schichte des Konzils zu Konstanz", welche er eigenhändig mit zum Theil satirischen 
Miniaturen ausstattete. 

Reichert, Carl, Maler, geb. 27. (22. ?) Aug. 1836 in Wien, Schüler der Grazer 
Akademie, weitergebildet iu München und bei Passini und Romaks in Rom. Er 
malte Landschaften, Thiere (besonders Hunde) und Genrebilder und war in Wien 
thätig. Von ihm: Einst und Jetzt, Kampf mit dem Drachen, Hundebildniss. 

Reichert, Friedrich, Maler unseres Jahrhunderts, geb. in Magdeburg, f 1881 in 
Dresden. Von ihm: Gutenbergs erster Druck (Galerie Mainz), Beraubung Tetzels, 
„Und sie bewegt sich doch", etc. 

Reichmanu, Georg Friedrich, Maler, geb. 1798 in Münden, f 1853 in Han- 
nover, Schüler der Akademien zu Cassel und München. Er war in Hannover thätig 
und malte Bildnisse sowie Genrebilder, z. B. Zitherspielende Bäurin im Allgäu, 
Agathe aus dem Freischütz, Bildniss des Malers Krafft (Mus. Hannover), etc. 

Reid, George, Maler und Zeichner, geb. 1842 in Aberdeen, wurde erst 
Lithograph, dann Schüler von Niddrie, von der Akademie in Edinburgh^ und 
endlich von Mollinge r in Utrecht und Yvon in Paris. Er malte schöne Stim- 
mungslandschaften, Ansichten und besonders Bildnisse. Von ihm: A. Anderson und 
zwei andere Bildnisse (Stadthaus, Aberdeen), Ansicht von Dornoch (Nat.-Gal. Edin- 
burgh), etc. Auch Blumenstücke und viele anseezeichnete Buchillustrationen. Mitgl. 
der Schott. Akademie (1877). 



Reid — Reimers. 33 

Beld, Creorgre Agnew, Maler, geb. 1860 in Wingham (Ontario Cauada), bildete 
sich in Toronto, Philadelphia und Paris. Ein Werk von ihm befindet sich in der 
National-Galerie zu Ottawa. Von ihm Familiengebet, Eine Weide, etc. 

Reid, John Robertson, Maler, geb. 6. Aug. 1851 in Edinburgh. Schüler der 
dortigen Akademie. Er Hess sich in London nieder und malte Genrebilder, heitere 
Scenen aus dem Fischerleben und dergl. m., z. B. Die Dorfschöne, Umgeschüttet, 
Abendstille 1I886), Eine unangenehme Kunde (Neue Pinakothek, München). Gold. 
Med. Berlin 1886, Wien 1892; Ehrenmitgl. der Münchener Akademie 1890. 

Reifert, Carl Friedrieh Anton, Maler, geb. 23. Mai 1865 in Frankfurt a. M., 
Schüler des Städelschen Instituts, der Karlsruher Kunstschule, von Burger, Has- 
selhorst und Schönleber. Er malte Landschaften, Dorfbilder, Jagdstücke, etc. 

Reiff, Benedict Yon, Baumeister des 16. Jahrhunderts, thätig in Graz, wo er 
J.')64 mit Peter Tade, Domenico dell'Aglios Landhansbau vollendete. 

Reiff, Franz, Maler, geb. 12. Febr. 1835 in Aachen, Schüler von E. Correns 
lind Piloty. Er wurde Prof. am Aachener Polytechnikum. Yon ihm Kirchenstrafe 
einer Gefallenen, Bildniss des Kaisers Wilhelm, Nymphe im Walde etc. Gr. gold. 
Med.; Schwed. -Norwegischer und Sachs. Ernestinischer Orden, etc. 

Beiffenstein, Carl Theodor, Maler und Radierer, geb. 12. Jan. 1820 in 
T'>ankfurt a. M., f 6. Dec. 1893 das. Er Y'ar Schüler von Meiler und Hof mann, 
dHnn rics Städelschen Instituts unter Jak. Becker, Hessemer und Veit. Er 
bereiste Belgien, Deutschland, England, Frankreich, Italien und die Schweiz. Er 
malte viel aus dem „Alten Frankfurt" (1700 Aquarelle, 1875 Stadt-Mus. dort). Wir 
nennen von ihm: Landschaften aus dem Harz, vom Rhein, etc., auch in Aquarell, 
Kloster au der Nahe, Der Dachstein, Die pontinischen Sümpfe, Waldstille (1845 
Gal. Magdeburg), Landsciiaft mit Wasser (Originalradierungj, Im Frankfurter Stadt- 
wald (desgl.), auch Cyklen zu Goethes Dichtung und Wahrheit, etc. Med. Wien 
1873; Mitgl. des Belgischen Gerde artistique 1868. 

Reiffenstein, Leo, Maler, geb. 27. Juli 1856 in Wien, Schüler der dortigen 
Akademie und von Makart. Er liess eine Zeit lang sich in Salzburg, dann in 
Mondsee nieder und malte Historien und Bildnisse, z. B. Wandgemälde in der Kirche 
Neulengbach bei Wien, Gutenberg und Fust (Gal. Bremen), Krönung Friedrichs II. in 
Palermo (Gal. Halle), etc. 

Reiffenstein, Panl, Maler, geb. 6. Juli 1858 in Wien, f 10. Mai 1897 in 
Weimar. Er war Schüler der Wiener Akademie, hatte Dalmatieu bereist und malte 
Ijandschaften sowie Genrebilder. 

Reignier, Jean (Marie), Maler, geb. 3. Aug. 1815 in Lyon, f im Jan. 1886 
das., Schüler der dortigen Ecole des beaux-arts, an der er 1854 Professor wurde. 
Er malte besonders Blumen, auch in Aquarell. Von ihm Allegorie (1842 Mus. Nimes), 
Bildniss der Königin Hortense von Holland (1857 I^Ius. Lyon), Fruchtstück (Mus. 
Grenoble). Med. IL Kl. 1848, 1861, Kreuz d. Ehrenl. 1863. 

Reim, Otto, Kupferstecher, geb. 30. Aug. 1864 in Beuthen, Schüler der 
Berliner Akademie unter Hans Meyer. Von 1888 — 1894 war er für das Berliner 
Galeriewerk beschäftigt (meist altitälienische Bilder); 1894 wurde er als Assistent 
an das Städel'sche Institut zu Frankfurt berufen; dort stach er u. A. das Bild 
A. Brouwers, Bittere Medicin. 

Reimann, Emil Heinrich, Holzschneider, geb. 11. Nov. 1857 in Berlin, Schüler 
der Berliner Akademie, 1878 von Knesing in München, 1879 von Specht in Stutt- 
gart, wo er sich niederliess. Er schnitt für die deutscheu illustr. Zeitschriften nach 
Gemälden von Alvarez, Defregger, Savini, Serra, Specht, Veiten, Vinea, etc. Medaille 
München 1888. 

Reimbean, Angnste, Baumeister, geb. 1820 in Reims, f 1865 Schüler von 
Brünette. Von ihm Studie über den Pont-Neuf (1857), Monographie über die 
Frauenkirche zu Noyou, sowie zehn Zeichnungen für den Wettbewerb der Notre-Dame 
de ia Treille (gemeinschaftlich mit H. E. Leblan und E. Henszlmann). 

Reimer, Georg, Maler, geb. 17. Mai 1828 in Leipzig, f 17. Sept. 1866 in 
Berlin, Schüler von Ehrhardt in Dresden und Jordan in Düsseldorf. 1854 ver- 
brachte er in Paris, lebte dann in Berlin, Düsseldorf, Weimar (1862), Wiesbaden und 
zuletzt Berlin. Von ihm Spielende Kinder (1862), Complimente (Nat. - Gal. Berlin), 
Vor der Predigt, etc. 

Reimers, Johann, Maler und Medailleur, geb. 2. Febr. 1819 in St. Petersburg, 
t 25. Nov. 1868 das., Schtiler der dortigen Akademie, in Paris, München und Rom 
-rt' eitergebildet erst als Medailleur, dann als Maler. 1862 wurde er Prof. an der St. 

A!l(»em("iiies Kiin.''ller-Lexico'n. n, Autl. i. Baad. o 



34 Reimerswalen — Reinertnann 

Petersburger Akademie. Von ihm Italienisches Begräbnis, Markt in Italien; ferner 
Medaille zur 100jährigen Gedächtcissi^erer der St. Petersburger Akaden^ie, Silberner 
Tafelaufsatz für den Grossfürstl. Thronfolger, etc. 
Beimerswaleii) s. Marinns ran Boia«Tswale. 

BeiAa, Caledoni«, Maler, geh, im Eebr. 1848 in Catania, Schüler von M o* 
relli in NeajJ«!, auch iu Florenz und Rom gebildet. Von ihm Schwester Clara 
vom Dämon verführt, Ada, Amor und Tod, das kranke Herz, etc. R. war auch Dichter. 
Beina^le, George Philip, Maler, geb. 1802 in Loadoa, f 6. Dec. 1835 das., 
Schüler seines Vaters Richard R. R, Weiter gebildet durch Copien rnch Bak- 
buijsen und W. van de Velde. Er malte MariacH and machte zu diesem Zweck ver- 
schiedene, Seeschlachten mit , die er dann verewigte z. B. die von Navarino, und 
tS^apiers Sieg über Dom Miguel. 

Beinag-le, Philip, Maler, geb. 1749, t 27. Nov. 1838 in Chelsea (London), Schüler 
von Allan Ramsay und der Akademie in London, der«a MJtgiit>d er 1812 wurde. 
Er copirte alte Niederländer und malte Sportbildcr, nachdem er zuvor als Gehilfe 
Ramsays zum Ueberdruss Königsbüdnfese geraalt hatte. Seine bekannteste Leistung 
ist das Hundebuch „The Sportsman's Cabinet", gestochen von J. Scott. Endlich malte 
er mit Barker Panoramen vob Rom, dem Golf von Neapel, dem Golf von Algesira, 
Florenz und Paris. 

Reinag^le, RiehartI Raa^fty, Maler, geb. 19. März 1775 in London, f 17. Nov. 
1362 in Chelsea (London), Schüler und Sohn des Philip R., auch in Rom gebildet. 
1823 vpurde er Mitglied der Akademie.' 1848 stellte er ein gekat»ftes Bild als sein 
eigenhändiges Werk aus und mu^te ans der Akademie treten. Er malte Landschaften 
und Thierstücke z. B. Copie nach Rubens „Coup de Lance" (Nat. - Gal. Edinburgh), 
Sturm in den Rydal Bergen und 5 Aquarelle (South Kensington Mus.). Andere in 
Londoner Privatsammlungen. 
Beinaldfls, s. RaittaMns. 

Retnheck, Emilie, geb. Hartmann, Malerin, geb. vor 1800 (?) in Stuttgart, 
t 1846 das., Schülerin von Steinkopf. Das Museum ihrer Vaterstadt besitzt zwei 
Landschaften von ihr. 

Reincke, Friedrich Wilhelm, Maler und Lithograph, geb. 15. März 1839 in 
Berlin, Schüler von H. Brtige und W. Bülow. Er copirte Historien und malte 
Bildnisse, darunter Fpitz Reuter und das des Grossherzogs von Mecklenburg. Auf 
Stein zeichnete er die drei Kaiserbildnisse. 

Beindel, Albert Christoph^ Kupferstecher, geb. 25. Juli 1784 in Nürnberg, 
t 19. Mai 1853 das., Schüler von Guttenberg, auch in Paris gebildet. 1821 er- 
wies er sich als geschickter Restaurator bei der Wiederherstellung des Schönen 
Brunnens in Nürnberg. 1837 stellte er die protestantische Hauptkirche und die 
Synagoge in Fürth wieder her. 1811 wurde er Direktor der Nürnberger Akademie 
und des Kunstgewerbemuseums, sowie Conservator der dortigen Gemäldesammlung. 
Von seinen Stichen nennen wir Die 4 Apostel (nach Dürer), Karl der Grosse (nach 
dems.), Das Sebaldusgrabmal (nach P. Vischer), A. nach Carracci, Rauch, Stieler, etc. 
Bajr. Civilverdienst-Ord.; Ehreomitgl. der Münchener Akademie der Wissenschaften. 
Reinecke, (Reinick, Relneko), Peter, Bildhauer des 18. Jahrhunderts, geb. in 
Danzig, f vor 1769. Er war an der Meissener Porzellanmanufaktur beschäftigt. 

Reiner, Wenzel Lorenz, Maler, geb. 8. Aug. 1689 (n. A. 1686) in Prag, 
t 9. Oct. 174o das., Schüler von P. Brandel und Schwe.iger, Sohn des Bildhauers 
Joseph R. Er maltf>- in Fresco und Gel, Historien, Schlachten und Genrebilder, z. B. 
Himmelfahrt Mariae, Abendmahl, Selbstbildnißs, und 4 Andere (Prag, Rudolfinum), 
Altarbild (Jakobskirche das.), Gigantensturz (Pal. Czernin das.); A. Werke in weiteren 
dortigen Pal. und Kirchen; in der Dresdener Gal. Romischer Viehmarkt (2mai) 

Reinermaiin, Anna Margarethe geb. Hollermann, Malerin, geb. 1781, f 1855, 
Gemahlin des Friedrich C. R. Sie schuf Blumen, sowe Fruchtstücke in Aquarell 
und Oel. 

Reineruiann, Friedlich Christian, Maler und Radierer, geb. 8. Oct, 1764 in 
Wetzlar, t 7. Febr. 1835 (1834?) in Frankfurt a. M., Schüler von Nothnagel in 
Frankfurt a. M., copirte dann alte Holländer und Cl. Gelee in Kassel und studirte 
auch in Rom, Zehn Jahre lang weilte ör in der Schweiz und malte Landschaften 
für Mc.-.hel 1803-11 war er in Frankfurt a. M., 1811 — 18 iu Wetzlar, 1818-35 
in Frankfurt a M. thätig. Von ihm: Wetzlar (Mus. Frankfurt a. M.), Die Cascaden 
von Tivoli, Die Mühle von S. Martin, Viehstück (Rad. nach Roos), Apenuinen- 
Hicteu (Had. nach Bergbem), Mosel- und Lahn - Ansichten (Aquatinta), etc, 



Eeinhard — Reinhart, 35 

Reinhard, Anna Maria, s. Knster, A. M. 

Reinhanlt, Andreas, Kupferstecher, geb. 1715 in Kopenhagen (?j, f 25. Jan. 1752 
in Frankfurt a. M., Sohn und Schüler eines Kupferstechers A. R., kam um 1728 
nach Augsburg und 1740 nach Frankfurt a. M. Er stach kleine Bildnisse, Land- 
schaften, Buchillustrationen u. dergl. m. 

Beinliardt, Emilie, s. Reinliart. 

Reinhardt, Friedrich Angnst, Maler, geb. 20. März 1831 in Leipzig, Schüler 
äef dortigen Akademie und von Prof. Preller. Er besuchte Italien, Wien, und lieas 
sich in Dresden nieder, wo er Lehrer am Cadettencorps wurde. Er hat u. A. auch 
für die Gartenlaube, etc. gezeichnet. Von ihm : Blick auf Palermo, Römische Land- 
schaft, etc. 

Reinhardt, Joliann Jakoh, Maler, geb. 1835 in Mannheim, Schüler von 
Schirme r und Winter g erst an der Düsseldorfer Akademie. Nach Studienreisen 
in Oberitalien liess er sich in Karlsruhe, dann in Mannheim, zuletzt als Hofmaler 
in Koburg nieder und malte Landschaften, z. B. Blumenfeld im Höhgäu, Schwarz- 
waldlandschaft, etc. 

Reinhardt, Karl Angast, Maler, geb. 25. April 1818 in Leipzig, f 11. Aug. 1877 
in Kötzschenbroda bei Dresden, Sohn eines Kupferstechers Karl Christian R. und 
älterer Bruder des Friedrich A. R. Er war erst Theologe, wurde Landschaftsmaler 
und bereiste Norwegen, Tyrol und Italien. Später legte er sich auf das Caricatur- 
zeichnen und gründete 1874 das Witzblatt „Der Calculator an der Elbe". Von ihm: 
Reisen des Malers Kohle, Der 5. Mai (Roman 18G7), Tintenklexe, (Humor. Er- 
zählungen 1869), etc. Von ihm rührt auch das bekannte Blatt „Der Löwe ist 
los" her. 

Reinhardt, Lndwig, Maler unseres Jahrhunderts, f im Sept. (?) 1870 durch 
Selbstmord am Traunsee. Er malte Landschaften. 

Reinhardt, Robert, Baumeister, geb. 11. Jan. 1843 in Neuffen (n. A. in 
Ravensburg) (Württemberg), Schüler des Stuttgarter Polytechnikums und von Leins, 
weitergebildet auf einer italienischen Reise, sowie 1867 in Paris. Für Leins führte er 
die Johanneskirche in Stuttgart auf, und wurde dort 1872 Professor am Polytechnikum. 
Von ihm ferner Reithalle, Gedächtnisskirche, Marie^spital und viele Privathauten 
in Stuttgart, Kirche zu Weinsheim, Die Harmonie zu Heilbronu, Villa Rosenau bei 
Konstanz u. A. m. Er hat auch Verschiedenes veröffentlicht, z. B. Palastbauten von 
Genua. Oberbaurath; Württemb. Kronenorden. 

Reinhardt, Sebastian Karl Christian, Maler, geb. vor 1740 (?) in Ortenburg 
(Baiern), f 30. Mai 1817 in Hirschberg (Schlesien), Schüler von Busch in Salzdahlum. 
Er lebte. eine Zeit lang in Hamburg und Berlin, dann in Hirschberg. Er malte 
Bchlesische Ansichten und Landschaften, von denen eine grössere Anzahl in das 
Berliner Scbloss gelangten. Mitglied der Berliner Akademie. 

Reinhardt, Sophie, Malerin und Radiereriu, geb. 1775 in Kirchberg, f 1848 in 
Karlsruhe, Schülerin von Becker, auch auf Reisen in Italien und Oesterreich-Ungarn 
gebildet. Von ihr Sa. Elisabeth mit dem kl. Johannes (Kunsthalle, Karlsruhe), Der 
Tod Tassos, Tod der Sa. Catharina von Alexandrien, Illustrationen zu Hebels Ale- 
mannischen Gedichten (12 radierte Platten), etc. 

Reinhardt, Wilhelm, Maler, geb. 1814 (1815?) in Bayreuth, f 13. April 1881 
in München. Er besuchte Russland und war sonst seit 1834 meist in München thätig. 
Von ihm Deutsches Dorf (1845 Prag, Rudolfinum), Winterlandschaft, etc., auch 
Stillleben. 

Reinhart, Benjamin Franklin, Maler, geb. 29. August 1829 iu Wayuesburg 
(Penna. U. S. A.), j 3. Mai 1885 in Philadelphia (Penna. U. s. A.l, gebildet in 
Pittsburgh und New-York (an der Akademie), dann auf hiudienreisen nach Düsseldorf, 
Paris, Rom (1850— 3j, England (lfS61) und durch Amerika (1868 u. ft'.i. Vou ihm 
Pocahontas (1878), Nach der Kreuzigung, Bildnisse der Prinzessin von Wales, des 
Carlyle, des Tennyson, des Lord Brougbam, etc. 

Reinhart, Charles Stanley, Maler und Zeichner, geb. 1844 in Pittsburgh 
(Pa. ü. S. A.), f 1896. Er studirte in München unter Strähuber und Otto, sowie 
in Paris, nachdem er zuvor an der Eisenbahn sowie in einer Stahlfabrik angestellt 
gewesen war. 1882 — 86 war er in Paris, sonst meist in New-York thätig und zwar 
ungefähr 1870 — 76 als Zeichner in der Verlagsanstal i Harper Brothers, dann als 
Leiter eines selbständigen Ateliersaus dem Zeitschrifteji-Illustrationen, auch Aquarelle 
etc. hervorgingen. Von ihm Septembermorgen (1879), Fischer von Yillorville (1886) 
Altes Rettungsboot, Der Verweis, etc. 



36 Reinhart — Rcinhold. 

Reinhart, Emilie, Malerin, geb. 24. Juni 1809 in Amsterdam, f nach 1832, 
Schülerin von Redoute und der königl. Zeichenschule, Tochter des Jean B. R. 
Sie malte Blumen und lebte eine Zeit lang in Paris. 

Reinhart, Haus, gen. Grieninger(Gröninger), Buchdrucker und Holzschneider 
des 16. Jahrhunderts, geb. in Grüningen (Württemberg) vor 1465, f nach 1531. 1480 
war er Drucker in Basel und wujde zwei Jahre später Bürger in Strassburg, wo 
sein erstes Buch 1483 erschien. Er war der Erste, der seine Werke auf eine höhere 
Stufe der künstlerischen Illustration brachte und hat vielleicht Anfangs einige Stöcke 
selbst geschnitten bez. gezeichnet. 

Reinhart, Heinrich, Erzgiesser des 17. Jahrhunderts, thätig um 1627 in 
Büchsenhausen. Er goss in diesem Jahr das Erzherzog Max-Denkmal in der Inns- 
brucker Pfarrkirche, sowie die Reiterstatue Eirzherzog Leopolds (nach Kaspar Gros). 

Reinhart, Heinrich, Maler, geb. 8. Sept. 1829 in Wien, Schüler von Führ ich 
an der Wiener Akademie, auf Reisen nach Italien, etc. weiter gebildet. Er malte 
Aquarelle z. B. Junge aus Chioggia (K. K. Mus., Wien), Junger Hund (ebenda), 
Föhrenwald, etc. 

Reiuhart, Jean ßaptiste, Maler, geb. 1778, ■[ nach 1807, thätig in Paria. 
Er malte Figuren und Bildnisse auf Porzellan. 

Reinhart, Johann Christian, Maler und Radierer, geb. 24. Jan. 1761 bei 
Hof, t 8. Juni 1847 in Rom, Schüler von Oeser in Leipzig und Kien gel in 
Dresden. Er malte für den Herzog von Meiningen und ging dann nach Rom, wo 
er sich mit Koch, etc. verband. 1804—5 war er in Neapel thätig und veranstaltete 
1810 — II Ausgrabungen in Ostia. Um 1790 war er von Rom aus für Frauenholz 
in Nürnberg thätig. Von ihm Landschaft mit Psyche (1829 Mus. Leipzig), Land- 
schaft mit Kain und Abel und eine Andere (Frankfurt a. M., Städel'sches Institut), 
Landschaft nahe Rom und drei Andere (München, Neue Pinakothek), Andere in Gotha, 
Stuttgart, in der Villa Massimi zu Rom (1825), bei dem preussischen und spanischen 
König, beim Kaiser von Russland, etc. Er hat auch über 150 Bl. radiert (Heroische 
Landschaften, Italienische Ansichten, Thierstudien, Alte Grabmäler, etc.) und einiges 
lithographirt. Mitglied der Akademien zu Berlin (1810), Rom (1813), München (18J^). 
S. Biographie von 0. Baisch, Leipzig 1852. 

Reinhart, William H., Bildhauer, geb. 1825 (?) in Amerika, f im Oct. 1874 
in Rom, wo er thätig war. Von ihm: Antigone, Rebecca ara Brunnen, etc. 

Reinheimer, Johann Creorg, Kjipferstecher, geb. 1776 in Frankfurt a. M., 
t 13. Juni 1820 das., Schüler und Schwiegersohn des Johann G. Prestel. Er 
war erst in dessen itelier, dann selbständig als Stecher und Verleger thätig und 
schuf namentlich Ansichten und Landschaften. 

Reinheimer, Ursula Magdalena, s. Prestel, U. M. 

Reinherz, Conrad, Maler, geb. vor 1855 in Breslau, f 20. Juli 1892 in München. 
Er malte Landschaften, z. B. Dorfparthie, An der Wurm bei München, Die Isar 
bei Tölz, etc. 

Reinhold, Bernhard, Maler, geb. 23. April 1824 in Ratzeburg, f 22. Nov. 
1892 in Dresden-Plauen, zuerst Schüler von Bissen und Thorwaldsen, 1846 in 
München und seit 1847 in Rom als Maler weiter ausgebildet. Er lebte später in 
Dresden und war auch in Bremen als Genre- und Bildnissmaler thätig. Von ihm 
Römerin (1855 Gal. Schwerin), Römischer Karneval, Erntezeit, etc. 

Eeinhold, Franz, Maler, geb. 19. Dec. 1816 in Wien, studirte unter Ender, 
Mössmer und Stein feld an der Akademie das, und malte österreichische Land- 
schaften, z. B. Wirthshaus bei Meran, Burgstall in Niederösterreich, etc. 

Reinhold, Friedrich Philipp, Maler, geb. 1799 in Gera, f 22. April 1840 in 
Wien , studirte in Dresden und in Wien an der Akademie. Von ihm Der Hoben- 
staufen (K. K. Mus. Wien), Bauernhaus (ebenda), Die Einsiedelei, etc. ; auch Bildnisse. 

Reinhold, Heinrich, Maler und Kupferstecher, geb. 1790 in Gera, f 15. Jan. 
1825 in Albano, studirte in Dresden und in Wien an der Akademie, Bruder des 
Friedrich P. R. 1809 ging er nach Paris um unter Denen an den Stichen zu dem 
Werk über Napoleons Feldzüge mitzuarbeiten. Er malte dann in Wien Landschaften, 
ging 1819 nach Italien und war zuletzt in Rom thätig. Vom ihm Der Capo d'Or- 
lando in .Sizilien (gemeinschaftlich mit J. A. Klein, 1822 Nat. Gal. Berlin), Hagar in 
der Wüste (Thorwaldsen Mus. Kopenhagen), Der barmherzige Samariter (ebenda), 
Der Kapuzinergarten bei Sorrent (Neue Pinakothek, München); Anderein den Samml. 
zu Leipzig, Tübingen, etc. Von Stichen nennen wir noch die Ansichten von Kloster- 
neuberg, Die Pestsäule in Wien, Landschaften (nach F. P. Reinhold), etc. 



Reinhold — Reiierer. 37 

Bcinhold, Karl, Maler, geb. 1818 in "Wien, Schüler der dortigen Akademie. 
Er malte Landschaften. 

Beinick, Peter, s. Keinecke. 

Reinick, Robert, Maler nnd Radirer, geb. 22. Febr. 1805 in Danzig, f 7. Febr. 
1852 in Dresden, Schüler von Begas in Berlin, arbeitete 7 Jahre in Düsseldorf, 
hereiste Italien und liess sich in Dresden nieder. Er schuf u. A.. den Text zu 
Rethels Auch ein Todtentanz, zu verschiedenen Kinderbüchern, übertrug Hebels alle- 
mannische Gedichte und veröffentlichte verschiedene künstlerische und poetische Skiz- 
zenbücher. Vom ihm Jakob und Rahel (Mus. Stettin), Brunnen bei Olevano (Mus. 
Danzig), Kopf eines alten Juden, u. A. (ebenda), etc. 

Reiiiicke, Paul Rene, Maler und Zeichner, geb. 22. März 1860 in Strenz- 
Naundorf (n. A. in München), Schüler der Weimarör Kunstschule, dann von A. Struvs, 
E. v. Gebhard t und B. P ig 1 he in, den er nach Jerusalem begleitete. Er liess sich 
in München nieder und wurde besonders als Illustrat^or für die Fliegenden Blätter, etc. 
bekannt. Von ihm Wartesaal I. Kl. im Münchener Bahnhof (Nat. Gal. Berlin), Die 
Dulderin, Der Spieler, etc. 1890 erschienen seine „Spiegelbilder aus dem Leben." 
Gold. Med. 1882. 

Reiniger, Ernst, Maler, geb. 25. Mai 1841 in Stuttgart, f 12. (10.?) April 1873 
das. (n. A. in München), Schüler von IL Funk in Stuttgart und Piloty in München, 
auch von E. Schleich heeiuflusst, sowie auf Reisen in Italien weitergebildet. Er 
malte Landschaften, z. B. Das Maderaner Thal, Aus der Ramsau (Mus. Stuttgart), 
MühJthal beim Starnbergersee, Am Amniersee, Der grosse Kanal in Venedig, etc. 

Reiniger, Otto, Maler, geb. 27. Febr. 1863 in Stuttgart. Er lebt in seiner 
Vaterstadt und malt Landschaften, z. B. Am Abend, Baumblüthe, Fluss am Morgen, etc. 
Med. II. Kl. München 1889. 

Reinow, Christian Carl, Maler, geb. 1685, f 15. Nov. 1749 in Dresden. Er 
war Hofmaler und Lackirer, und bemalte und vergoldete den oberen Theil vom 
Thoraaes Altar in der Dreikönigskirche zu Dresden-Neustadt. 

Reinsperger, Johann Christoph, Maler und Kupferstecher, geb. 1711 in Nürn- 
berg, t 1777 in Wien, Schüler von Liotard. Er malte und stach Bildnisse z. B. 
Die Kaiserin Witt we Elisabeth Christiana, Joseph IL (nach Falko), Kaiserin Maria 
Theresia (nach Liotard), etc. 

Relsacher, Alois, Maler, geb. 1817 in Hall (Tirol), f 1890 in Innsbruck. Er 
wurde in Wien, wo er 1848 — i878 thätig war, Professor und malte Schiachtonbilder, 
von denen das Ferdmandeum zu Innsbruck zwei besitzt. 

Reisen, Charles Christian, Medailleur und Siegelschneider, geb. um 1680 in 
liOndon, f 15. Dec. 1725 das. Er war hervorragender Zeichner und Direktor von 
Sir Godfrey Knellers Schule. Als Siegelschneider war er über die Grenzen Englands 
rühmlich bekannt. R. hat auch Medaillen, Zeichnungen und Bücher gesammelt. 

Reisewitz, Georg, Freiherr von, Baumeister, geb. vor 1730 in Schlesien (?), 
t 1763 in Reinsberg, wo er 1757 Intendant geworden und verschiedene Bauten und 
Verschönerungen ausführte. 

Reisiflger, Andreas ron, Maler, geb. 1857 in Leraberg. Er war in Wien thätig. 

Reiss, Anton Josef, Bildhauer, geb. 25. October 1835 in Dusseldorf. Schüler 
von Beyerle das., weitergebildet auf Reisen nach Frankreich, den Niederlanden, 
Berlin und München. Von ihm: Madonna (Holzschnitzerei, Pfarrkirche zu Andernach), 
Mercator-Denkmal (Duisburg), Steinaltäre (Dom zu Neuss), Holzaltar (Hüls), Pietä, etc. 

Reiss, Fritz, Maler, geb. 1857 in Düsseldorf. Er liess sich in Stuttgart nieder 
und malte Genrebilder, auch in Pastell, z. B. Ein Geheimniss. 

Reiszinauu, Max, Maler, geb. 1856 in Gotha, studirte in München und Berlin 
bei Langer und Koch, auch an den Leipziger und Wiener Akademien. 

Reiter, (Reitter, Reuter), Bartolome, Maler und Kupferstecher des 17. Jahr- 
hunderts, t 1622 in München, Schüler von Hans Ostendorfer d. J. und Henne- 
betger. Er soll s. Zt. in Münclien als einer der besten Maler gegolten habeu. In 
der Kapelle zu Kapel bei ünterammergau wird ihm ein S. Veit vom Jahr 1618 zu- 
geschrieben. Von seinen 19 Radierungen nennen wir: Der Schmerzensmanu vl615), 
Ecce Homo (1612), Nymphe, Satyr und Amor (1610), Acht Kinderstudien ; Andere nach 
Palma und Georg Pecham. 

Reiter, Johann Baptist, Maler, geb. 1813 in Linz a. d. Donau, Schtller der 
Wiener Akademie. Er malte Genrebilder. 

Reiterer, Josef, Maler und Lithograph, geb. 15. Mai 1821 in Pettau (Steier- 
mark), Schüler der Grazer Zeichenakademie, auch in Wien gebildet. Von ihm Die 



38 ^ Reith — Remeeus. 

Grablegung (Carmeliterkirche zu Graz), Vier Kreuzwegstationen (S. Peter, Mar- 
burg), etc. ; ferner viele aquarellirte ÄDsichlen, sowie zahlreiche lithographiBche 
Ansichten von Admont, aus Steiermark, Panoramen vom Buchkogel, etc. 

Reith, August, Maler und Zeichner, geb. 30. Jan. 1838 in Düsseldorf; studirte 
erst die Rechte, dann die Kunst in Frankfurt a. M. Er arbeitete als Illustrator in 
Wien und Köln. Von einem Augenleiden 1892 durch Operation befreit, widmete er 
sich besonders dem Bildniss. Von ihm „Das gothische Chorgestühl im Kölner Dom', 
Illustrationen zu Lauffs „Jan van Calker", etc. 

Reithoffer, Anton, Maler, geb. 1825 (?), f 22. März 1888 in Wien. Er malte 
Historien. 

Reitter, Josef, Maler, geb. 21. Febr. 1803 in Liuz, f 5. April 1875 in Mar- 
burg (Oest.). Er malte Historien meist in Fresko, z. B. in Drauburg (Probsteikirche); 
Kriechenoerg (Sa. Anna), Wurmberg (S. Martin), etc. Von ihm auch die Verkündigung 
(Schleinitz bei Marburg). 

ReitZ; (Riez, Ritz), Heifirich <L Ae., Goldschmied und -Medailleur des 
16. Jahrhunderts, thätig in Leipzig. Von ihm der berühmte Moritzthaler von 1540 
(avers Die Dreifaltigkeit, revers Athanas. Glaubensfeekenntniss), Med. mit dem Brast- 
bild Karls d. V., Münze mit dem Brustbild des Churf. Job. Friedrich von Sachsen, 
MöBzen mit Adam und Eva, und mit der Kreuzigung. (Nach Einigen heisst dieser 
Ml daJlleur Hans Reichard t.) — Heiariek R. d. J., thätig zwischen 1588 und 
1615, stand in Diensten des Herzogs von Braunschweig, auf den mehrere seiner Schau- 
mtinzPB Bezug haben. — Ein E. £. war um 1760 in Schweden als Kupferst^ber thätig. 

Rejchan, Alois, Maler, geb. 1808 in Lemberg, f 6. Oct. 1861 das., Sobn und 
Schüler des Josef R., weit«-gebildet an der Wiener Akademie und in Italien. Seit 
1835 war er wieder in Lemberg thätig. Von ihm Die Kinder des Künstlers, Italie- 
nischer* Bandit, Ansicht von Neapel, etc. 

Rcjchau, Josef, Maler, geb. 1762 in Warschan, f 1822 in Lemberg. Den 
ersten Unterricht genoss er in Warschau. Er machte den Feldzug von 1794 mit, war 
einige Zeit in Pulawy thätig und lebte von 1798 an in Lemberg. Von ihm Die 
Kreuzigung (Lutherische Kirche in Lemberg), Die Geburt Christi (Sa. Anna, das.), 
Selbstbildniss, Tempio di Diana in der Villa Borghese (1799), etc. 

Rektorzik, Franz Lorenz Joseph, Maler und Radierer, geb. 25. Aug. 1793 
in Brunn, f 13. April 1851 das., bekleidete verschiedene Verwaltungsposten, etc. 
und erlernte ohne Lehrer die Malerei und die Aetzkunst. Von seinen 83 Blättern 
nennen wir Kirche zu Gurein, Schafe, Kühe und Ziegen (11 Bl.), Im Adamsthale 
bei Brunn (1843), P'ranzösische Fuhrleute, etc. 

R6iin, Pierre Napoleon Eqg^ne, Maier, geb. 1. Dec. 1837 in B^ziers (Ddp. 
Herault), Schüler von C. Jalabert. Er war in Paris thätig. Von ihm Bildniss von 
Nenette (1865), Thierbilder, etc. R. bat auch radiert und in Wachs bossirt. 

Belinde, Aebtissin, thätig im Nonnenkloster Alteneyck bei Maeseyck während 
des 7ten Jahrhunderts. Ihr und ihrer Schwester Herlinde werden Miniaturen im 
Schatz der Kirche zu Maeseyck zugeschrieben. 

Rem, Jasper, Maler, geb. 1542, f nach 1614, Schüler von ^Vilh. van Cleve 
in Antwerpen (1554^- Um 1578 war er in Venedig gewesen. Die einzigen bekannten 
W^erke von ihm besitzt das Wiener Museum, nämlich ein Selbstbildniss und den 
Hl. Hieronymus, deti R. Sadeler 1603 stach. — Um 1603 gab es ferner die Maler 
Hans R., Joris R, und Lodewyck R. 

Remant, Pierre, Maler, geb. 1771 in Brügge, f 1826, Schüler der Akademie 
zu Brügge. Für das Johannishospital das. malte er ein Bildniss eines der Oberen 
dieser Anstalt. 

Remanx, — des, Maler des 17. Jahrhunderts, thätig in Ypern. Die Bertinas- 
kirche zu Poperinghe besitzt eine Hl. Familie von ihm. 

Rembold, Nalthaeus, Kupferstecher des 17. Jahrhunderts, der 1635 in Ulm, 
1654 113 Stuttgart thätig war. Er schuf Bildnisse der Herzöge von Württemberg u. 
A. m.; ferner die architektonischen Platten für J. Furtenbachs Buch von der Bau- 
kunst. — Ein R. lebte um 1600 als Maler in Köln a. Rh. und war 1607 schon gestorben. 

Rembrandi,^ g. Rijn. 

Remde, Friedrich, Maler, geb. 1801 in Weimar, f nach 1847. Er malte 
Genrebilder und Bildnisse, auch in Miniatur. 

Remeeasv David, Maler, geb. vor 1560, f vor 1625/26, Schüler von P, Li esaer t, 
wurde 1581 Meibter, 1601 Dekan der Antwerpener Gilde. Er hatte viele Schüler, 
darunter C. und P. de Vos. Von ihm Sa, Magdalena (Jakobskirche in Antwerpen). 



Remes — Bemy. 39 

Remes, Karel, Maler unseres Jahrhunderts, geb. vor 1800 in Wetteren. Von 
ihm S. Dominikus vor Maria (Bagijnen-Kirche zu Gent), Der Blinde und der Bettler, 
Seifenblasen (1835), etc. 

Remillieux, Pierre Etienne, Maler, geb. vor 1825 in Vienne (Dep. Isere), 
t 9. Febr. 1856 in Lyon, Schüler von Bonnefond und von Thierriat, thätig in 
Lyon. Er malte Blumen und Stillleben. Das Mus. zu Lyon besitzt von ihm Bronze- 
schale mit Blumen und Früchten gefüllt (1849), das zu Montpellier Vase mit Blumen. 
Med. 3. Kl. 1841, 2. Kl. 1847. 

Remingtott, Clement, Baumeister und Zeichner, geb. 1861 in Philadelphia, 
Schüler der dortigen Akademie unter A Hutton und G. T. Pearson. Von ihm 
die Zeichnung Aus der Umgegend vom Lisieux in der Normandie, etc. 

BemingtOD, Frederlh, Maler und Zeichner, geb. im Oct. 1861 in Canton Nevr- 
York, Schüler der Yale Kunstschule, hauptsächlich aber Autodidakt. Er lieferte 
zahlreiche Zeichnungen für Journale. Von seinen Oelgemälden, meist militärischen 
Inhalts, nennen wir Die letzte Pause im KjEHnpf, Der letzte Stand, Im Sturmschritt 
auf das Gehölz. Silh, Med. Paris. 

RemacT, s. RarjruMmd. 

R^nond, Jean Charles Jes«|»b, Maicr, geb. 19. April 1795 in Paris, t 15 Juli 
1875 das., Schüler der lEcole des beaox-arts, von RegnauJt und von Bertin, 
1821—6 auf Eeisen nach Italien weitergebildet. Er erhielt den 1. grossen Rompreis 
1821 auf Grund seines Raub der Proserpina durch Pluto. R. war bis zu einer Stunde 
vor seinem Tode in seinem Atelier thätig. Er malte heroische Landschaften, sowie 
Ansichten ans Süd-Frankreich und Italien. Von ihm im Mus. zu Versailles Die 
Belagerung von Ldrida 14. Mai 1810, Die Uebergabe von Tortosa den 2. Jan. 1811, 
Die Einnahne von Tarragonien den 28. Juni 1811, im Mus. zu Angers Marius in 
Minturaä, im Mus. veai Chartres Thalansicht in den Vogesen, im Mus. Dijon Der 
Wolf und das Schaf, im Mus. Douai Die Folge eines Sturmes, Aufgehende Sonne, etc. 
Andere ia den lilnseen zu Epinal, Montpellfer, Nantes und Perpignan, sowie auch in 
franz. Kirchen, etc. R. bat auch in den 20er Jahren Lithographien veröffentlicht. 
Med. 2. Kl. 1819, 1. KL 1827, Kreuz d. Ehrenl. 1831. 

Remoade, (Romuitde) Rormimde, Bearmunde), Everard, Maler des 17. Jahr- 
hunderts, der 1616 von der Brabanti*chen Rechnungskammer beauftragt wurde die 
Bildnisse AlbÄts und Isabellas zu malen. 

RemOTÜle^ Marquis de, s. La Lire de Jnlly. 

Remp, (Remb, Rempi)), Franz Garl, Maler, geb. vor 1670 (?), f nach 1712, 
in Italien gebildet, thätig in Graz und seit 1710 in "Wien. Er malte Allegorien, 
Sopraporten, etc. im Attem'schen Palais zu Graz, Andere Gemälde von ihm in der 
Landesgallerie und der ürsulakirdlie daselbst, in der Kirche zu Kremsmünster, in 
der Kirche zu Pfarfkirchen, etc. 

Bemsdyb«, Joho, Zeichner, geb. vor 1750 in Holland, f nach 1778. Er war 
in Bristol thätig und gab mit seinem Sohn 1778 einen Band naturgeschicht,licher Zeich- 
nungen nach Gegenständen im Brit. Mus. heraus. 

Rentshardt, Eleonora Katharina, Malerin, geb. 1701 in Augsburg, f 1767. 
Sie malte Bildnisse in Miniatur. — Ihre Schwester Sabine B., f 1775 in Augsburg, 
war gleichfalls Malerin. 

Bemshardt, Karl, Kupferstecher, geb. 1698 (1678 ?) in Augsburg, f 1755 das. 
Er gab ein Monogramm enlexikon heraus. Von seinen Stichen nennen wir 22 Blatt 
nach Marratti, Die Alexanderscblachten nach Lebrun, 25 Blatt Copieo nach C. Cesio 
Gal. Farnese, 12 Bl. berühmte Gärten Augsburgs nach I. T. Kraus, Bildnisse, etc. 

Bemy, Carl Heinrich Friedrieh Aagnst, Maler, geb. 1800 (1801 'f) in 
Paaewalk, f 1872 in Berlin, Schüler der Dresdener Akademie, auch in Rom gebildet. 
Er wurde Prof. an der Berliner Akademie und malte Bildnisse, Historien und Genre- 
bilder, z. B. Des Fischers Weib, Auferstehung (Nicolaikirche in Pasewalk), Christus 
auf dem Oelbetg (Pom, Halberstadt), etc. 

Remy, Louis Jean Marie, Maler, geb. 4. Dec. 1792 in Paris, f im Febr. 1869 
das., Schüler von J. Coi^net. Von ihm Ansicht bei Coeuvres (Mus. Cambrai;, 
Ansicht von Sept-Monts in Aisne (1827), Inneres eines Bauernhauses (1837), etc. 

Reniy, Marie, Malerin, geb. 21. Nov. 1829 in Berlin, Schülerin ihres Vaters 
Augu 8t R., dann von Hermine Stilke und Theude Grönland, besuchte England, 
Italien, Paris und die Schweiz. Sie malte Blumen und Stillleben in Wasserfarben, da- 
runter 20 Bl. für die Berliner Nat.-GaL und gab Albums ä la „Kennst du das Land" heraus. 



40 Renan — Renaud. 

Renan, Ary, Maler, geb. 1855 in Paris, Schüler von Delaunay und Puvi-S 
de Chavannes, Sohn des bekannten Erneste R. Von ihm Der Taucher (1882); 
Bildnisse, etc. , ^ 

Renard, Antoine Edouard, Maler und Zeichner, geb. im Aug. 1802 in Paris, 
t 21. Mai 1857 das. Von ihm Landschaft (Aquarell), Ansicht von Marly (183S), etc. 
R. hat 100 Sepiazeichnungen für das Werk Los Monuments et antiquites du Bas- 
Rhin von Schweighäuser (?), zahlreiche Zeichnungen für „L'Exposition, Journal des 
arts utilcs", auch scdche für L'Illustration, Journal des nieres et des Enfauts und für 
das Ma gasin pittoresque, etc. geschaffen. — Ein Frl. Adele Talerie R. war um 
1878 in Paris als Porzellanmalerin, thätig. — Eine Frau Camille R. malte 1879— 82 
in Paris Blumen und Stillleben. — Ein Frl. Lncle Gabrielle R. war um 1880rin 
Paris als Bildhauerin thätig. — Ein Frl. Marie Louise R. stellte 1880—2 in Paris 
Porzellanmalereien aus. 

Renard, Bruno, Baumeister, geb. 30. Dec. 1781 in Tournai, f nach 1819. Er 
baute in seiner Vaterstadt den Concertsaal, eine Tapetenfabrik, Arbeiterwohnungs- 
complexe und Privathäuser. Er wurde Prof. an der dortigen Zeichenakademie und 
gab 1827 ein Werk über die Handzeichnung heraus. Mitglied der Amsterdamer 
Akademie. 

Renard, Emile, Maler, geb. vor 1855 in Sevres (Dep. Seine-et-Oise), Schüler 
von Cabanel und C. de Cook. Von ihm Bildniss der Grossmutter (1876 Luxem- 
bourg Mus.), Die Taufe (ebenda), Waldweg zu Sevres (1873), Schlechte Nachricht 
(1878), Bildnisse, etc. Med. 3. Kl. 1876. — Ein anderer Emile R., geb. in Paris, thätig 
an der Manufaktur in Sevres, stellte 1868 — 69 Kupferstiche aus. — Ein Frau^ois 
Xavier R., stellte von 1864—70 in Paris Landschafteu aus. — Ein Henri R., stellte 
von 1861 — 66 in Paris Thierstücke, Stillleben und Landschaften aus. — Ein Henri 
Coustantln R., war um 1881 in Paris als Genremaler thätig. — Ein Jean R., war 
um 1710 in Paris als Kupferstecher thätig und lieferte u. A. Ansichten des Parks und 
des Schlosses zu Versailles. 

Renard, Jean Augustin, Baumeister, geb. 28. Aug. 1744 in Paris, f 24. Januar 
1807 das., Schüler von Leroi. Er wurde Inspektor der königl. Gebäude 1784, 
Unterinspektor der Steinbrüche 1785, Mitglied der Akademie für Baukunst 1792, etc. 
Von ihm Die grossen Ställe in Sfevres und St. Germain en Laye (auf Befehl Lud- 
wigs XVL erbaut), Die innere Decoration des Hotels von Orsay. sowie desjenigen vom 
Prinzen Benevent, Die Restauration des Schlosses von Valencay, etc. Auch hat er 
mitgearbeitet au dem Werk Voyage pittoresque d'Italie vom Abt Saint-Non. — Ein 
Fraui^ois Auguste B., ebenfalls Baumeister, lebte um 1840 in Paris. 

Renard, Marius, Maler, Illustrator und Schriftsteller, geb. 6. Oct. 1869 in Ilornu. 
Er hat viele Bücher illustrirt, sowie Zeichnungen für verschiedene Zeitschriften geliefert, 
z. B. für Petit Bleu, la Libre Critique et le Libre Journal. Auch hat er viele Romane 
geschrieben. Von ihm die Plakate Aperitif Lejeune, Bon Vouloir exposition, Course 
de la Louvi^re, Imprimerie Dufrane-Friart, u. s. w. 

Renard de Saint-Andr^ Simon, Maler und Kupferstecher, geb. 1613 in Paris, 
t 13. Sept. 1677 das., Schüler von Louis Beaubrun. Er -wurde 1664 ordentl. 
Mitglied der Akademie auf Grund seiner Bildnisse der Anna von Oesterreich und der 
französischen Königin Maria Theresia (Miniaturen ? jetzt in Versailles ?). Von ihm 
auch die Radierung Der Christusknabe betrachtet das Kreuz. — Sein Sohn Augnstin 
Jaques E.j geb. 2. Juni 1659, f nach 1706, war ebenfalls Maler und Kupferstecher. 
Vielleicht war er Urheber der „Petite galerie du Louvre, 1695". 

Renatns, s. BoyTin, Ren^. 

Renaud, ^en. Der Alte, Maler des 17. Jahrhunderts, geb. in Nimes, f 1690. 
Von ihm besitzt das Mus. zu Nlmes Johannes der Täufer und Herodias, Johannes 
d. T. wird, in's Gefängniss geführt, Enthauptung Johannes d. T. 

Renaud, Cliarles, Bildhauer, geb. um 1756 in ßeire-le-Chätel nahe Dijon, t os-ch. 
1789, Schüler der Schule von Dijon. 1777 kam er als erster Pensionär der Stadt 
Dijon nach Rom. Von ihm Copie des Apollo von Belvedöre (1779 Marmor, Mus. von 
Dijon), Prometheus (Gipsstatue, ebenda), Milou von Croton (Gips, ebenda), Caryatide 
(Gips, ebenda), Claude Hoin (Gipsbüste, ebenda); Der Prometheus und die Caryatide 
wurden für Marseille ausgeführt. Ferner Bildnissbüsten, etc. 

Renaud, Edouard» Baumeister, geb. 1808 in Gravelines (Dep. Nord), f T^&ch 
1877, Schüler von Ala^oine. 1852 wurde er Bauaufseher in Paris und vordem 
Baumeister der Orleans-Eisenbahn-Gesellschaft. Von ihm Projekt für ein Invaliden- 
haus (1849), Projekt füj- einen Monumental-Brunnen (1850), Restaurirungsprojekt für 



Renaud — Reni. 41 

den Sommerpalast der französischen Botschaft in Theraia (1857), Schloss in Armain- 
villiers, Das Stadtbaus und der Gerichtshof in Cambrai (gemeinschaftlich mit E. J. 
B. Guillaume), etc. Med. 3. Kl. 1849, 2.-K1. 1878, 1. Kl. 18.57, Kr. d. Ebrenl. 1858. 

Kenand, Jean Martin, Bildbauer und Medailleur, geb. vor 1770 in Saarge- 
münd, t nach 1816. Von ihm besitzt das Mus. zu Versailles Colbert(GirEhü8te), General 
Louis Andre (Marmorbüste), La Touche-Tre'ville (Büste in Terracotta), das Mua, 
zu Valenciennes vier Bas-Eeliefs Der Titanensturz, Kinder der Niobe, Götterfest im 
Olymp und Nymphentanz. — Ein Frl. — K., war um 1812 in Paris ebenfalls als Münz- 
graveurin thätig. 

Renaiid, Marie Honorö, Maler, geb. 1797 in Paris, f nach 1856, Schüler von 
Aubry. Er malte auf Porzellan, Email und Miniaturen, z. B. Der Bauer (1824 
Porzellan nach Dauloix), Bildniss Napoleons (1833 nach Muneret, Email), etc. R. hat 
auch lithographirt. Wir nennen Schlafende Nymphen, Rückkehr des Matrosen, 
Bildniss Byrons, etc. — Ein Frl. Denlse R. malte um 1875 Bildnisse und Minia- 
turen ju Paris. — Eine Frau Elisabeth R. war um 1880 in Paris als Kupferstecherin 
thätig. — Eine Frau Georges Elisabeth R. malte um 1880 in Paris Bildnisse and 
Miniaturen. 

Renand de Cormont, s. Renault de C. 

Renault, Charles Edmond, Maler, geb. 23. Oct. 1829 in Paris, Schüler von 
Flers, Corot und Rousseau. Von ihm Stalliuneres (1857), Im Aumale Thal 
(1868), Frühling auf der lusel Saint- Ouen (1881), etc. — Ein Gaston R. geb. in Fon- 
tpnay, Schüler von Bonnat, Bouguereau und Fleury, war als Maler um 1880 
in Versailles thätig. — Ein Hem-i R., geb. in Rouen, malte um 1870 Landschaften 
in Paris. 

Renault de Cormout, (Renaud de Cormont), Maltre, Baumeister des 13. Jahr- 
hunderts, dem die Vollendung der herrlichen Kathedrale zu Amiens, 1288, zuge- 
schrieben wird. 

Rendenx, Engelbert, Maler, geb. 1719 in Lüttich, f 31. Dec. 1777 in Rom, 
Schüler seines Vaters Renier Panhay de R. Auch in Italien (unter J. Vernet) 
gebildet, wo er in den geistlichen Stand eintrat. Er malte Marinen im Pal. Berzonico 
zu Rom, und war auch als Musiker begabt. 

Rendii, (Rendik), Ivau, Bildhauer, geb. 24. Mai 1849 in Supetar (Dalmatien), 
Schüler der Akademie zu Venedig und von Duprä in Florenz. Er liess sich in Triest 
nieder. Von ihm Büste Giulio Clovios (Agram) Büste Andrea Schiavones (desgl.), drei 
Grabmale auf dem Centralf riedhofe, viele Bildnissbüsten nach dem Leben, etc. 

Rendina, Federico, Baumeister, geb. 1814 in Neapel. Er bekleidete städtische 
Aemter in Neapel. Von ihm Die Villa Piscione auf dem Posilipp, Der Pal. Balso- 
rano. Die Mausoleen Mercadante, Beyres, Statella, etc.; auch Bauten und Grabmale 
ausserhalb Neapels. Mitglied verschiedener Gesellschaften; Commandeur des ital. 
Kronenordens. 

Ren6, Graf von Anjou und der Provence, der berühmte Titularkönig von 
Keapel UJid Jerusalem, gen. „der Gute", geb. 16. Jan. 1409 in Angers, f 10. Juli 1480 
in Aix, soll angeblich selbst, namentlich Miniaturen, gemalt haben. Das Mus. zu Mar- 
seille besitzt von ihm 2 Selbstbildnisse, das Mus. von Rennes Todtentanz (bezeichnetes 
Bild), das Mus. zu Avignon Betender Kardinal, das Hospital zu Villeneuve ein 
Diptychon mit dem Gesicht des Hl. Bernhard und der Krönung der Jungfrau. Authen- 
tisch scheinen ferner noch die Miniaturen in der Handschrift „La trcs douce mercy" 
zu Wien, mid die Bildnisse Philipps des Guten und Karls des VII. zu sein. Alle 
anderen ihm zugeschriebenen Werke sind zweifelhaft, doch sollen übrigens auch viele 
Gemälde seiner Hand während der Revolution zu Grunde gegangen sein. Seine 
Biographie erschien mit seinen „Oeuvres" (Angers, 1845). 

Renedo, Juan de, Kupferstecher des 17. Jahrhunderts, thätig um 1666 in Sara- 
gossa. Er schuf Titelblätter, etc. 

Renesse, Constantljn Adriaen, Maler und Radierer, geb. vor 1620, f 1680 in 
Eindhoven. Er ist hauptsächlich durch seine Radierungen, die Rembrandt von Rijnsche 
täuschend nachahmen, bekannt. Die Gal. Czernin zu Wien besitzt ein Familien- 
hildniss von ihm, früher dem R. van Rijn zugeschrieben ; von ihm auch Die lesende 
Frau (Samml. v. d. Burgh, im Haag). Von den etwa 12 Radierungen beben wir 
hervor Joseph von den Brüdern verkauft, Kirmess, Der kleine Charlatan, Bildnisse 
und Köpfe, etc. 

Reni, Guido, Maler und Radierer, geb. 4. Nov. 1575 -in CalvenziUio bei Bologna, 
t 18, Aug. 1642 in Bologna, der begabteste unter den Eklektikern und Schülern der 



^2 Beni^ — Benon. 

Carracci, zu denen er gelangte, nachdem er bei D. Calvaert studirt hatte. Ferner 
erlernte er die Frescotechnik be' Ferrantini und suchte als er 1596 Rom besuchte, 
sich R. Santis Geist anzueignen. Endlich hat er noch viele seiner Typen der Antike 
nachgebildet Er war abwechselnd in Rom und Bologna, kurze Zeit auch in Neapel 
thätig und hatte in den beiden erst genannten Städten eine grosse Anzahl von 
Schülern. In seiner ersten Periode malte er in einer ziemlich harten grellfarbigen 
Manier, dann ging er zu einem energischeren Stil mit zu schwarzen Schatten an 
Amerighi erinnernd über, zuletzt malte er mit einem SiU)€rton und sehr dünnen Farben- 
auftrug. Wenn auch im grossen Ganzen ein rückgratsloser Schnellmaler, der in seinen 
gewöhnlichen Galeriebildern recht ungeniessbar ist, so hat fr doch in der berühmten 
Aurora (Gartenpavillon des Pal. Rospigliosi) das einzige Meisterwerk aus der Zeit 
des Manierismus geschaffen, das sich noch den Werken der grossen italienischen 
Maler zur Seite stellen lässt. Diesem beinahe oder ganz ebenMrtig ist die unvol- 
lendet hinterlassene Geburt Christi im Chor der S. Martine Kirche zu Neapel. Von 
weiteren Hauptwerken in Italien nennen wir: S. Michael (Sa. Concenzione zu Rom), 
Kleopatra (Pal. Pitti, Florenz), S. Andrea (Pinäk. Bolt^oa), Madonna della Pi^il 
(das.), Caritas (das.), Bethlebemitischer Kiodermord (das.), Glorie des S. Domenico 
(Fresco, S. Domenico zu Bologna), Seg. Beatrice Ceaci (Pal. Barberini, Rom)^ Ecce 
homo (Pal. Corsini in Rom), Desgleichen (Gal. Dresden), Madonna mit dem schlafen- 
den Kind (Quirinal, Rom). Selten erfreulich sind die zahlreichen Bilder, die man von 
Reni in den cisalpinen Galerien z. B. B^lin, Braunschweig, Brüssel, Darmstadt, 
Dijon, Dresden, Dolwich, Edinburgh, Glasgow, Hampton Court, London, Madrid, 
München, Nantes, St. Petersburg, Toulouse nndWien (auek Gal. Liechtenstein) findet. 
R. hat auch an die 60 Radierungen geschaffen, die geschickt und elegant jedoch 
etwas flüchtig in der Arbeit sind und mehr einer zerstreuenden Nebenbeschäftigung 
als wie einem ernsten Anlauf in ein neues Kunstgebiet gleichen. Wir nennen Ma- 
donna mit dem schlafenden Kind, die Heilige Familie mit Engeln, Triumph- 
bogen zu dem Einzug Clemens VIIL in Bologna, Die Büste Pauls V,, etc., auch 
einige Blatt nach Cambiaso, Carracci, etc. 

Beai^, Andr^ Marie, Baumeister unseres Jahrhunderts, geb. 1789, Schüler von 
Vaudoyer und Percier. Er erhielt 1811 den 2. grossen Preis auf Grund seines 
Planes für ein Universitätsgebäude. Von ihm Das Residenzschloss des Herzogs von 
Sachsen-Coburg (im gothischen Stil) und der Theater-Saal dieses Palastes. Ferner 
restaurirte er das Innere des Palastes vom Herzog von Sachsen-Meiningen. Er war 
herzoglich sächsisch-coburgischer Baumeister. — Ein Jean ilniile R., Schüler von 
aousseaü und Diaz, war 1870—82 in Paris als Landschaftsmaler thätig. 

Reny, Nieolas, Maler, geb. 1808 in Paris, Schüler von Ramey and Watelet. 
Von ihm Mühle am See Retournemer (1833), Die letzten Augenblicke des Älasco 
(1848), Ansicht aus den Thälern zu Auvers (1859), etc. 

Beflieri, Wleeolo, Maler des 17. Jahrhunderts, thätig in Venedig, Er lernte erst 
bei einem Vlamen, dann bei dem Caravaggisten Manfredi. Von ihm besitzt die 
»Accademia" zu Venedig Verktindigung, Judith, Gabriel und Die eritbraeische Sibylle. 

Renell, s. ReyaeU. 

Rennoldäon, ~, Kupferstecher des 18. Jahrhunderts, thätig in London um 1750. 
Er- arbeitete in Schabmanier. Von fcm Die Tanzlebrerin (nach J. Collet). 

ReiÄdt, Abraliam, Maler des 18. Jahrhunderts, thätig um 1770 im Haag. Er 
malte meist Bildnisse. 

Beaoir, Firmin> Anlaste, Maler, geb. 25. Febr. 1841 in Limoges. Er malte 
besonders treffliche, lebenswahre Gruppenbildnisse, z. B. Diner ä Cbaton, Moulin de 
la Galette. — Ein Pierre Angnste B., geb. in Limoges und Schüler von Gieyre, 
steHte 1864—82 Bildnisse und Genrebilder, auch in Pastell, aus. 

Beseir, Joseph Alexandre, Bilflhauer, geb. 9. Mai 1811 in Gray (D^p. Haute- 
Saöne), f im Januar 1855, Schüler von Ramey und Pradier. Er war in Paris 
tbätig. Von ihm Eva (1852 Marmorstatue, Mus. Araiens), Horaz als Kind (1848 
GipsstatueX Bärönice (1855 Marmorstatue). Med. 3. Kl. 1852. 

BenoQ, Antoine, Maler, geb. 1731 in Paris, t 13. Dec. 1806 das., Schüler von 
Pierre und Vien. Er erhielt den 2. Preis 1758 auf Grund seines Opfer Abrahams. 
Er hielt sich 6 Jahre in Polen auf, wo er als Hofmaler des Königs Stanislaus thätig 
war. Nach dessen Tod kehrte er nach Paris zurück. Pur die Kirche des College 
de Louis-le-Grand malte er Der zwölfjährige Christus in' Tempel 1767, für die Ursu- 
linenkirche zu Lyon Die beilige Angelika, ferner Deckenbilder im Apollosaal des 
Louvre und in der Münze zu Paris, Die Verkündigung (S. Qermaifl en Laye), etc. 



Renou — Rentz. 43 

R, war auch Schriftsteller; er schrieb Secret pour fixer le pastel; ferner Theater- 
stücke. Mitglied der Akademie 1781. 

Kenou, Louise Antoinette, geb. Lucas, Kupferstecherin des 18. Jahrhunderts, 
geb. 1764 in Paris, Gemahlin des Antoine R. Sie stach nach gleichzeitigen fran- 
zösischen Bildern. 

Renonard, Lonis Hyacinthe Eugene, Maler, geb. 20. März 1825 I?) in Cour 
Cheverny (Dep. Loir-et-Cher), Schüler von Vernet, Barrias und Lazerges. 
Von ihm Die Braut von Lainmermoor (1848), Der Hirte und das Meer (1860), Bild- 
nisse, etc. — Ein Engene Autony R., geb. in Cour Cheverny, Schüler von Vernet 
und Barrias, war von 1878—82 in Paris als Maler thätig. 

Renouard, Paal, Maler, Radierer und Lithograph, geb. 1845 in Cour-Cheverny 
(D^p. Loir-et-Gher), Schüler von Pils. Er bereiste Nord-Italien, Frankreich, London 
und Irland. Er üalf bei der Decorirung der grossen Oper in Paris (1871) und seit- 
dem sucht er sich StofiF für seine Gemälde und Zeichnungen vornehmlich in der 
Oper und dem Ballet. Zuerst lieferte er zahllose Zeichnungen für „L'IUustration", 
»Paris lUustr^", London „Graphic", etc. Sein Hauptwerk ist „Le nouvel Op^ra" 
mit mehr als 30 Radiernagen (Aquatinta). Von ihm ferner Gambetta auf dem Todten- 
bett, Die Grossimitter, etc. 

RenoBfy Asftie, geb. Whelpley, Malerin, geb. 1852 in Boston (Mass. U. S. A.), 
Schülerin von Hartwich, Löfftz, R. Maison und Thedy in München. Sie 
malte ö«arebiWer, z. B. Die Lieblinge. Bronze-Med. London 1884. 

BeBonf, £miÜ(;, Mater, geb. 23. Juni 1845 in Paris, f im Mai 1894 das., Schüler 
von Boulanger, Lefebre und Carolus- Duran. 1886 besuchte er Amerika. Er 
malte Landschaften, Genrebilder und Bildnisse, z. B. Ansicht aus der Umgegend von 
Honfleur (1870), Morgenfrost (Pastell), Ein Han<iscblag (1881, Gal. Washington), etc. 
R. hat auch radiert; z. B. Der Fischer. Med. 2. Kl. 1880, 1. Kl. München 1883. 

BeBoax, Charles Caios, Maler und Lithograph, geb, 1795 in Paris, f 15. März 
1846 das. Sein Inneres der Ste. Etienne du Mont-Kirche gelangte in das Luxerabourg- 
Museum. Von ihm ferner Ansicht vom Schloss Amboise, Papierfabrik im Thal 
St. Ponce, Ac sieht von Bacharach. Andere Bilder von ihm in den Museen zu Amiens, 
Bordeaux, Colmar, Leipzig, Lisieux, Nantes, Orleans und Versailles. Seine Stein- 
drucke bestehen aus Abbildungen von alten Gebäuden, Beiträgen zu Prachtwerken, etc. 
Med. 2. K). 1822, 1. Kl. 1831; Kreuz d. Ehrenleg. 1838. 

Renowilzky, Percy Ernst, Maler, geb. 12. Aug. 1866 in Berlin, Schüler der 
dortigen Akademie unter Koner; in München, dann in Paris unter Bouguereau 
und Ferrier weitergebildet. Er war zunächst als Restaurator in Holland und der 
landgräflich hessischen Gal. zu Philippsruhe thätig. 1898 restaurirte er die Samm- 
lung des Schlosses Adolphseck bei Fulda. Zwischendurch malte er Bildnisse. 

Reaoz, Baumeister, geb. 1729 in Lüttich, f l'i'ßß ^^s. Von ihm die Andreas- 
kirche zu Lüttich, das Stadthaus zu Verviers, Das Vauxhall-Etablissement zu Spa. etc. 

Bensn, Matheus, Bildhauer des 18. Jahrhunderts, geb. 1753 in Lüttich. 1778 
erhielt er zu Rom einen 1. Preis. 

BenBcb, s. Rentzsch. 

Rentel, Max, Maler, geb. 1850, thätig in München. Von ihm Feierabend, Dünen- 
landschaft, Tanzende Fischer. 

Rentiijck, Arent (Aernont), Maler, geb. 1712 in Amsterdam, f 1'7'?4 (1775?) 
in Berlin, bchüler von A. van Booßen, N. Verkolje und K. de Moor. Er malte 
Bildnisse und Genrebilder, copirte alte Gemälde und hat auch einige Blätter nach 
C. Troost, T. Vanloo etc., geschabt. 

Be&tinek, Jan« Maler, geb. 1789 in Nieuwerhrug bei Bodegraven, t im Oct. 1846 in 
Hilversum. Schüler von P.C.Wonder und J. van Ravens z waay, sowie der Utrecbter 
Zeichenakademie. Er Hess sich in Hilversum nieder und malte Interieurs und Stillkben. 

Beutäch, Friedrich Ern^t, Maler und Decorationskünstler, geb. 17. April 1867 
in Dresden, Schüler der dortigen Akademie unter Pöble, dann von Löfftz und 
Hetterich in München, Sohu des Bildhauers Carl Kriedrich Ad. Rentsch. Er bildete 
eine Verbindung von Seidenstickerei und Seidenmalerei zu einer wirkungsvollen 
Spezialität aus. Von ihm Deckenhilder im Dresderer Centralthtater, 5 Märchen- 
bijder (Villa Strauss, Dresden), Wandbilder („Stieglitzens Hof", Leipzig); auch Stim- 
mungslandschaften, Bildnisse, etc. 

Rentz, Kasimir, Maler, geb. 25. April 1749 in Kukas (^Böhmeu), f 14. April 
1799 in Prag (?), studirte in Prag und malte Fresken, besonders aber Wappenschilder. 
R. hat auch radiert. R. war Sohn des Michael H. R. 



44 Rentz «- Restallino. 

Rentz, (Rcnz), Michael Heinrich, Maler und Kupferstecher, gel). 1701 in 
Nürnberg, f 1758 in Kukus (Böhmen), Schüler von Preissler und Montalegre. 
Graf Spork berief ihn nach Kukus ; er bildete viele Schüler. Mit Montalegre stach 
er 200 Blatt Anachoreten, 212 Leben der Altväter. 300 Das Christliche Jahr: ferner 
allein, bB Blatt Todtentanz, 16 Blatt Leben des S. Eligius, 11 Blatt Jugend des Grafen 
Spork, Bildnisse, etc. 

Eentzell, Aiig-nst toii, Maler, geb. 1810 in Marienwerder, f im Dec. 1891 in 
Berlin, Schüler von K. Begas in Berlin, auch in Düsseldorf gebildet. Er malte 
Genrebilder, z. B. Die schlafende Grossmuttcr (Gal. Eavene Berlin), Verspätetes 
Einpacken, Alpenjäger, etc., auch Bildnisse. 

Rontzsoh, (Reiitscb, Rensch), Johann Friedrich Jakob; Maler, geb. 9. April 
1792 in Dresden, i 20. Sept. 1856 das., Schüler von J. Schubert. Er wurde Prof. 
der Zeichenkunst an der Dresdener Bau- und Industrieschule. Von ihm Sa. Kunigunde, 
Hagar in der Wüste, Gretchen am Spinnrocken, etc. 

Reiizi, Cesario, Maler des 17. Jahrhunderts, geb. iu San Genesio. Er war 
Schüler Guido Renis. 

Rephun, Johann Adam, hessischer Münzgraveur des 17. Jahrhunderts, der 
1693 Münzmeister zu Darmstadt wurde. 

Repiu, Uja (Elias) Jelinio>vitscIi, Maler, geb. 25. Juli 1844 zu Tschugujew 
(im Steppengouvernement Charkow), als Kosakenkind unter ärmlichen Verhältnissen 
aufgewachsen: Schüler der St. Petersburger Akademie, an der er 1871 eine goldene 
Med. und ein sechsjähriges Eeisestipendiuni gewann. In Wien 1873 trat er mit seinen 
„Barkenziehern auf der Wolga" auf, die 1878 nach Paris kamen. Später malte er 
auch mit Vorliebe Schreckensbilder, so z. B. 1885 „Tod des Zarewitsch Iwan". Im 
Ausland (Rom und Paris) fühlte er sich nicht behaglich, und er kehrte vor Ablauf 
des Stipendiums nach Russland zurück. Nach einer Reihe von pessimistischen und 
tendenziösen Gemälden von halb historischem Anstrich, malte er ein Repräsentations- 
stück im kaiserlichen Auftrag (1886) und seitdem meist Bildnisse, aber auch 1892 das 
überladene, uiikünstlerisch pointirte und theatralische Kosakenbild „Saporoger". Als 
erfreulichste Leistung seiner Kunst werden wohl seine Bildnisse bezeichnet werden 
müssen, deren grosse Anzahl uns Jung- und Alt-Russland während der letzten dreissig 
Jahre vorführt. R. ist Prof. an der neuorganisiiten St. Petersburger Akademie. Die 
Städtische Galerie der Gebr. Tretjakow zu Moskau besitzt über 50 Werke von ihm, 
darunter einen plastischen Versuch. R. hat auch Einiges auf Kupfer gebracht. 

Requena, Vincente, Maler des 16. Jahrhunderts, geb. in Concentayna, t nach 
1590, in welchem Jahr er zu Valencia thätig war. In der Klosterkirche zu S. Miguel 
de Los Reyes malte er die Unbefleckte Empfängniss und S. Hieronymus mit der 
Sa. Anna. 

Resani, Arcangelo, Maler, geb. 1670 in Rom, f um 1740. Er malte Vieh- 
und Jagdszenen und wurde in Bologna, Siena und Venedig hoch geschätzt. 

ResanoY, (RezanofiP), Alexander, Baumeister, geb. 1817, Schüler der St. Peters- 
burger Akademie. Er wurde 1852 (?) Professor in Wilna. Dort schuf er die Alexanders- 
und Nikolaus-Kapellen sowie die H. Prascowia-Kirche. 

Resch, Ernst, Maler, geb. 1808 in Dresden, f 1865 in Breslau, wo er sich 
1839 niedergelassen hatte. Er malte Genrebildnisse, Landschaften und besonders 
Bildnisse, von denen das Breslauer Museum 2 besitzt. R. war k. Professor. 

Resch, (Röscb), Hieronymus, Fornischneider des 16. Jahrhunderts, f 1556, 
thätig in Nürnberg. Er arbeitete vielfach nach Dürer, namentlich die Schnitte des 
Triumphwagens-, von ihm auch ein Blatt: Die Narreumühle. 

Resch, Josef, Maler, Zeichner und Lithograph, geb. 1819 in München. Er 
malte Landschaften und Architekturen, z. B. Das Kostthor mit dem Schuldthurm, 
Harlaching ; aucli Bildnisse, etc. 

Resch, Wolfgaug-, Holzschneider des. 16. Jahrhunderts, thätig um 1530 in 
Nürnberg. Von ihn», z. Th. vielleicht nach eigener Zeichnung, Tarokkartenspiel 
(52 Bl.), Bildniss J. Fuggers, K. Maximilians I. (1519), Karls d. V. (1519), Alle- 
gorie, etc. 

Reschi, Pandolfo, Maler, geb. 1643 in Dauzig, f 1699, Schüler von G. Bor- 
gognone in Italien, wohin er noch jung gelangte. Er malte Perspectiven, Schlachten- 
hilder und Landschaften, letztere in der Art S. Rosas. 

Restallino, Carlo, Maler, geb. 1776 in Zornasco (Domo d'Ossola), f 1864 in 
München, Schüler von J. Dorner und M.Klotz das. Er besuchte auch Dresden und 
Berlin, sowie sein Vaterland. Er malte Miniaturen und wurde 1808 Hofmaler in München, 



Restlein — Rethel. 45 

12 Jalue später Lehrer am Max Joseph-Stift das. Er malte Bildnisse, darnnter 
viele vom Bayrischen Hof. 

Restlein, (Restlin), Georg, Maler und Kupferstecher des 17. Jahrhunderts, 
geb. in Zwabach hei Nürnberg. Von ihm Bildniss des Goldschmidts Paul Stein, Die 
Leichenfeier Joachim Ernsts von Brandenburg (1625), etc. 

Restout, Charles, Maler des 17. Jahrhunderts, geb. 1. Jan. 1G68 in Cae.i, 
fünfter Sohn und Schüler des Marc R. Er wurde Benediktiuermönch. Er schmückte 
mehrere Kirchen mit Deckenbildern und Altargetnälden. 

Restout, Eustache, Maler, geb. 12. Nov. 1655 in Caen, f 1743 in der Abtei 
von Mondaye bei Bayeux, zweiter Sohn des Marc R. Er war da Praemeristratenser 
Mönch geworden und malte mehrere Plafonds für die Kirche, etc. dieser Abtei. 

Restout, Jacqnes, Maler, geb. vor 1655, f nach 1681, ältester Sohn und 
Schüler des Marc R., auch Schüler von Le Tellier de Vernon. Er war Prior 
der Abtei von Moncel bei Vifry an der Marne und schrieb eine Abhandlung Ober 
die Farbenharmonie, sowie eine „Reform der Malerei" (Caen, 1681). 

Restout, Jean d. Ae., Maler, geb. 26. März 1663 in Caen, f 21. Oct. 1702 in 
Ronen (?), dritter Sohn und Schüler des Marc R, Er wurde Schwager des J. Jou- 
veuet. Mehrere Bilder von ihm in Kirchen zu Rouen. — Seine Tochter wurde Nonne 
in Caen und zeichnete sich als Malerin, sowie in der Musik aus. 

Restont, Jean d. J., Maler, geb. 26. März 1692 in Rouen, f 1. Jan. 1768 in 
Paris, Schüler seines Oheims Jean Jouvenet, Sohn des Jean R. d. Ae. Er erhielt 
den 1. gr. Rompreis auf Grund seiner Venus vom Vulkan Waifen für Aeneas 
fordernd. Er schuf zahlreiche Wandgemälde, Vorlagen für Gobelins und Staffelei- 
bilder. "Werke von ihm in vielen franz. Kirchen, ferner Petrus übernimmt das 
Schlüsselamt (Mus. Marseille). Die Verkündigung (1759 Mus. Orleans), Christus heilt 
den Gelähmten (Mus. Louvre), Ananias legt die Hände auf Paulus, um ihn von der 
Blindheit zu heilen (ebenda), Bildniss v, Frangois Pourfour du P^tit (Mus. Versailles), 
Erminia bei dem Hirten (Pal. Fontainebleau), Toilette der Hermiue (ebenda); Andere 
in den Mus. zu Amiens, Angers, Bordeaux, Darmstadt, Dijon, Florenz, Grenoble, 
Kopenhagen, Lille, Madrid, Metz, Nancy, Orleans, Remy, Rouen, St. Petersburg, 
Valenciennes, etc. Mitgl. der Akademie 1720, Prof. 1733, Dir. 1760. 

Bestont, Jean Bernard, Maler und Kupferstecher, geb. 22. Febr. 1732 in 
Paris, t 18. Juli 1797 das., Sohn und Schüler des Jean R. d. J. Auf Grund seines 
Jupiter und Merkur bei Philemon und Baucis (jetzt im Mus. Tours) wurde er 1769 
Mitglied der Akademie, zu der er aber später in ausgesprochene Gegnerschaft ge- 
rieth. Während der Revolution erhielt er ein Amt, entging mit knapper Noth der 
Guillotine und starb plötzlich bald darauf. Von ihm Anacreon (Mus. Tours), Dio- 
genes (Mus. Toulouse), S. Bruno in der Wüste (Louvre, Paris), Audienz des Kaisers 
von Marokko (1782), etc. R. hat auch 5 Bl. radiert, darunter einen betenden Heil. 
Bruno (1764, Kom). 

Restont, Marc, Maler, geb. 14. Febr. 1616 in Caen, begr. 5. April 1684 das., 
Schüler von N. Jouvenet. Er bereiste Holland und Italien. Von seiner Malerei 
ist nichts bekannt; er war eine Zeit lang Schöffe in Caen. — Sein Vater Marguerin 
R. war auch Maler. Er war Stammvater der Familie und in Caen thätig. 

Restont, Pierre, Maler des 17. Jahrhunderts, geb. 15. Nov. 1666 in Caen, 
vierter Sohn und Schüler des Marc R, Ueber seine Arbeiten ist nichts Näheres bekannt. 

Restont, Thomas, Maler, geb. 15. März 1671 in Caen, f 2. Mai 1754 das., 
sechster Sohn und Schüler des Marc R. Er bereiste Holland, sowie Italien und 
wurde als Bildnissmaler bekannt. 

Reth, Caspar Ton, Maler, geb. 29. Oct. 1850 in Aachen, Schüler von J. Pützer 
und A. Fischer dort, von A. Wolff und der Akademie in Berlin. 1874 (?) wurde 
er Zeichenlehrer am Karlsgymuasium zu Aachen und wendete sich nun unter A. Baur 
ganz der Malerei zu. Er widmete sich fortan dem Bildniss und dem Thierbild (be- 
sonders Hundeportraits). 

Rethaan, Anthony, Maler des 18. Jahrhunderts, geb. 1685 in Middelburg. Er 
malte Bildnisse. 

Rethel, Alfred, Maler und Zeichner, geb. 15. Mai 1816 in Diepenbend bei 
Aachen, f 1. Dec. 1859 in Düsseldorf, Schüler der Düsseldorfer Akatleniio und von 
Veith in Frankfurt a. M. Auf der Akademie ausserordentlich hoch geschätzt, erhielt 
er schon mit 24 Jahren den Auftrag, einen grossen Freskencyclus im Aachener Rathhaus 
zu vollenden. Dieses monumentale Werk ist zweifellos die Hauptleistung der älteren 
historischen Malerei unseres Jahrhunderts in Deutschland, und athmet den Geist der 



46 Eethel ~ Retticli. 

Grösee und Einfachheit, nach doni ein Cornelius wohl trachtete, zu dem er sich aber 
nie durchgearbeitet hat. Die Ausführung war für R. mit peinlichen Intriguen verknüpft, 
in Folge deren er lange Zeit mit der Arbeit aussetzen musste. Er bereiste jetzt Italien 
und kam na«h Dresden. Als er an die Vollendung herantrat, konnte er nur 4 Ent- 
würfe selbst ausführen, ehe eigene Krankheit, diejenige seiner Braut sowie der Neid 
seiner Gegner den Ausbruch einer Geisteskrankheit (1852) beschleunigten, von der 
er sich nicht erholte. Der Freskencyclus wurde von Kehren fertig ausgemalt, der 
leifler zu einem gafiz anderen, schlecht angebrachten Colorit für die letzten Bildor 
griff. R.'s beide andere Hauptleistungen sind die aquarellirten Zeichnungsfolgen „Der 
Hannibalzug" und „Auch ein Todtentanz" mit den sich anreihenden Compositionen 
„Der Tod als Feind", ,Der Tod , als Diener", Der Tod als Freund". Sie wurden alle 
weitverbreitet durch difi trefflich gelungenen Holzschnittreproductionen, die Bürkner 
auf den Stock gezeichnet hat, wobei er z. B. dem merkwürdig zaghatten Strich der 
Todtentanzfolge Dürerische Kraft verliehen hat. Die eben genannten E. sehen Origi- 
nalzeichnungen gelangten mit dem Nachlass in das Kupferstichkabinet zu Dresd<»i. 
Wir heben daraus noch hervor : Ein Neujahrswunsch, Die Genesung, Die drei Stände, 
Nemesis (Justitia), Bestattung Frauenlobs, Kaiser Wenzel der Faule und das Luther- 
lied. Von Oelbildem nennen wir femer S. Bonifacius (Berlin, Nat. Gal.), Daniel in 
der Löwengrube (Mus. Aachen), Auffindung der Leiche Gustav Adolfs (Mus, Stuttgart), 
Kaiser Karl V. und vier Andere (Frankfurt a. M.. Römer), Petrus und Johannes 
heilen den Lahmen (Leipzig, Mus.); too Fresken: Der Rettungsengel (Frankfurt 
a. M., Städelscbes Institut). R. hat auch Illustrationen zu einer Bibel, zu dem 
Nibelungenlied, zu Rheinischen Sagen, zu Rottecks Weltgeschichte, et«, geliefert. 
Seine Biographie von Müller von Königswintra- (Leipzig 1863), von Veit Valentin 
(Berlin 1892), von Max Schmid (Leipzig 1898). 

Retbel, Otto, Maler, geb. 26. Dec. 1822 in Aachen, f 7. April 1892 in Düs- 
seldorf, Schüler der Düsseldorfer Akademie, seines Bruders Alfred R. und von 
Schadow und Sohn. Er malte Historien, dann Genrebilder. Thätig in Düsseldorf 
Von ihm Boas und Ruth (1855 Leipzig, Mos.), Rückkehr des Tobias (1860), Paulus 
und Silas (1860), Die kleinen Gratulanten, etc>, auch Bildnisse. 

E6ti, IstTäa, (Stephan), Maler, geb. 1872 in Nagy-Banya, Schüler von H o 1 1 o s y in 
München, von der Academie-Julien in Paris, von Doucet und von Bramtot. Von ihm 
Weihnachtsabend der „Boh^mes" in der Fremde (1893 Nat -Mus., Budapest), Unruhe, etc. 

Rettberg(- Wettbergen), Ralf Leopold von, Maler, Hol;eschaeider und Kunst- 
schriftsteller, geb. 25. Dec. 1812 in Lissabon, f 12. Mfera 1885 in München, Schük-r 
von Cornelius, weitergebildet auf Reisen durch Westeuropa, Er schuf 32 Faksi- 
miles seltener Holzschnitte Dürers und dessen Schule. Seine Srfiriften und Ffguren- 
gemälde wurden nur an Freunde und Verwandte verschenkt, nicht vertauft. Er 
wurde hauptsächlich als Kuustschriftsteller .bekannt, z. B. durch sein kritisches 
Verzeichniss der Kupferstiche, etc. Dürers, aeiue Nürnberger Briefe (1846) und 
Nürnbergs Kunstleben mit Bildern (1854). 

Rettelbuseh, Adolf, Maler, ge% 15. Dec. 1858 in Cammerfoi-st, Schüler der 
Weimarer Kunstschule, der Berliner Akademie ^und des Kunstgewerbemuseums das. 
1886/87 ging er nach Italien; 1888, 1890 und 1*893 nochmals, sowie nach. Paris und 
Spanien. Er wurde Lehrer an der Kunatgewerbeschule in Magdeburg und widmete 
sich der decorativen Malerei, sowie dem Landschaftsaquarell. Von ihm Decke der 
Kirche in Vogelsdorf, Malereien in der Haupthalle der Magdeburger Gartenbau - 
ausstell unji, Strasse in Stolberg a. H. (Aquarell), etc. 

Retti, Donato Rlccardo, Stuccateur und Baumeister, geb. 1687, + 1741 in 
Ellwangen, Bruder des Paolo R. 1731—41 erbaute er die Stiftskirche zu Ellwangen. 
— Sein Bruder Livio R. war als Maler in Württemberg thätig. 

Retti, Paolo, Baumeister des 18. Jahrhunderts, f iu Ludwigsburg, wohin er 
aus Wien berufen worden war. Von 1717 au baute er am Schloss zu Ludwigsburg, das 
sein 1714 verstorbener Vater begonnen und Frisoni 1733 vollendet hat. Von ihm ferner 
die Thürme der Stadtkirche das. (1730) und die Lustschlösser Freudenthal (1728) und 
Heimsheim (1728—80). — Sein Bruder Leopold R., geb. vor 1700 (?), studirte in 
Paris, wurde 1726 herzogl. württembergischer Baumeister, 1730 Baudirektor in 
Ansbach. 1744 kehrte er nach Stuttgart zurück, wo sein Schlossprojekt wenigstens 
zum TheÜ zur Ausführung gelangte. Er wurde hier nacheinander Oberbaudirektor, 
Major und Oberstlieutenant, legte aber 1752 seine Stelle nieder. 

Rettich, Karl Lorenz, Maler, geb. 10. Juni 1841 in Rosenhagen (Mecklenburg), 
Schüler von A, Lier, dann von A. Flamm und T. Hagen. Er besuchte Norwegen 



RettiR - ßeuter. 47 

und Italien, lebte 3 Jabre in Dresden, 13 in Weimar und malte Landscbaften. R. 
copirte auch die von Rottmann in Müneben, wo er sich 1885 oiederliess, um schliess- 
lich wiedeif, iß die heimathliche Gegend zurückzukehren. Von ihm Panorama der 
Insel Straabolmen bei , Krag«-ö, Ostseesträod bei aufeiehendem Gewitter (1888 Mu«. 
Lübeck), Fröhlingsstinjmong, Aus Oberbayem, Morgen am Gardasee, etc. R. hat 
auch einiges radiert. Med. IJL Kl. London (1874), Melbourne, München (1876). 

K«£tig, Heinrich, Maler, geb. 30. Mai 1859 in Breslau, Schüler der Berliner 
Akadeiaie unter Ehrentraut, Hildebrand, Knille and Thumann. Er besuchte 
Italien, lies« sich in München nieder, und widmete sich mit Vorliebe dem lebens- 
grossen A<jnarellbildnis8. Von ihm ferner Am Weiher, Die Unzertrennlichen, Mutter 
und Kind, „Fratz", etc. IL Gold. Med. 1897. 

Rettig, Wilhelm, Baumeister, geb. 25. Febr. 1845 in Heidelberg', studirte u. A. 
auch bei Wallot in Berlin. Er war in Heidelberg und Mannheim thätig, gewann 
dann mit P. Pfann zu Berlin den I. Preis für das Kaiser Wilhelm I. Denkmal. 

Betz, (B6z), StefaH, Maler des 17. Jahrhunderts, f 1654 in Graz, wo er im 
Dec. 1644 Landesanstellung erhielt. Er malte Decorationen zu einem Feuerwerk 
1653; 1649 Gemälde im Grazer Landhause, ferner Historien, Stillleben, Land- 
schaften, etc. 

Retaseh, August, Maler, geb. 1777, f 1885, Schüler von Kien gel, Bruder des 
Friedrich Aug. M. R. Er malte Winterlandschaften. 

Retzsch, Friedrich August Moritz, Zeichner, Radierer und Maler, geb. 
9. Dec. 1779 in Dresden, t H- Jani 1857 in der Lössnitz bei Dresden, Schüler von 
Grassi an der Dresdener Akademie, an der er 1824 Professor wurde. Bis zu 
welchem Grade die Kunst in Deutschland" einstens gesunken war, ersehen wir aus 
dem Umstand, dass dieser hohle, bombastische Pfuscher, so unglaublich es uns auch 
jetzt erscheinen mag, ehedem nicht nur unter die Künstler, sondern unter die be- 
deutenden gerechnet wurde. Es gibt nichts Affektirteres, Alberneres als die fad 
geistreichelnden Illustrationen zu den deutschen Klassikern, zu Shakspere , etc. 
des R., der nicht einmal genügend Können besass,. um seine Platten selbst zu ätzen. 
Einigermassen erträglich ist er noch in seinen Bildnissen in Miniatur, von denen 
die Dresdener Galerie zwei besitzt. Dem dortigen Knpferstichkabinet wurde R.'a 
gesammter zeichnerischer und radierter N^udiiass gestiftet. 

Reusch, Johann Friedrich, Bildhauer, geb. 5, Sept. 1843 in Siegen (West- 
falen), Schüler der Berliner Akademie, dann von A. Wolff, auch in Rom weiter- 
gebildet. Er wurde 1881 Lehrer an der Königsberger Kunstakademie und 1883 
Professor. Von ihm Der Dämon des Dampfes (Nat.-Gal. Beiiin?), Kaiser Wilhelm I, 
(Reiterstatue, Siegen), desgl. (Münster i.W.), Marmorgruppe (Bellealliancebrücke, Berlin), 
Herzog Albrecht (Schloss, Königsberg), Wilhelm I. (ebenda), <iesgl. (Duisburg). Roth. 
Adler-Ord. IH. Kl., Kronen-Ord. HI. Kl. 

Reusehe, Fedor, Holzschneider, geb. 4. April 1823 in Magdeburg, wo er als 
Metallgraveur ausgebildet wurde. Dann lernte er in W. A. Nicholls' Atelier zu 
Leipzig und arbeitete später bei H. Btirkner unter dessen Einäuss. Als er später 
Beamter würde, gab er die Kunst auf. Er hat u.. A. viel nacb A. L. Richter ge- 
schnitten. 

Renter, Alfred, Maler, geb. 1868 (?), f 1898 in Dresden. Er malte Genrebilder. 

Reuter, Bartolome, s. Reiter. 

Reuter, Elisabeth, Malerin, geb. 21. Sept. 1853 in Lübeck, Schülerin von 
J. Zimmermann in München, A. Scbli^cker in Hamburg und H. Eschke in 
Berlin, machte auch Studienreisen nacb Düsseldorf und Skandinavien. Sie malte 
Landschaften und Küstenbilder, u. A. sechs Aquarelle vom Park zu Friedrichsrub. 

Reuter, Friedrich, Maler, geb. 1852 (?), f im Juli 1895-.in Genua. 

Reuter, Johauu, Erzgiesser des 17. Jahrhunderts, thätig zwischen 1604—1635 
in Köln a. Rh. Er goss Rüstzeug, Taufbecken, Glocken, etc. 

Reuter, Richard Paul, Baumeister, geb. 6. Mai 1861 in Chemnitz, Schüler 
der Dresdener Bauschule, von Giese und von Rossbach in Leipzig, später auf 
Reisen nach Italien gebildet. Eine Zeit lang verband er sich mit Theo. Fischer. 
R. Hess sich in Dresden nieder und führte meist Kirclien auf, z. B. zu Albernau, 
Beierfeld, Niederwiesa, Schlema, etc. Gold. Med. München 1891. 

Reuter, Wilhelm, Maler, j^eb. 26. Sept. 1859 in Karlsruhe, Schüler der 
dortigen Kunstschule unter F.Keller, nachdem er zuvor die Baukunst studirt hatte. 
Er malte Allegorien, Bildnisse, Genrebilder, etc. Von ihm Hagar und Ismael, Im 
Maien, etc. 



48 Reutern — Reverchon. 

Reatern, Gerhard Christoforowitsch toii, Maler und Radierer, geb. 18. (n. A. 8.) 
Juli 1794 (n. A. 1791) in Rösthof (Livland), f 22. März 1865 in Frankfurt am Main, 
gebildet unter Q. Lory d. J., Hildebrandt und Schadow. Zuvor war er Oberst- 
lieutenant geworden und hatte in der Schlacht bei Leipzig den rechten Ann ver- 
loren. Seit 1827 widmete Pr sich der Kunst. Er malte zuerst Landschaften, dann Histo- 
rien und Genrebilder. 1835 wurde er russischer Hofmaler. 1844 liess er sich in 
Frankfurt a. M. nieder. Von ihm Das Opfer Abrahams (1849, Galerie St. Peters- 
burg), Drei Säugerinnen (Schloss Zarskoje Seio). Die Versuchung, Kleinkinderschule, 
etc. Er hat 11 Bl. meistens Thierbilder radiert. 

Reutlingen, s. Keller, Paul Wilhelm, auch im Nachtrag. 

Renttimann, (Ruidiman, Rentliman), Johann Conrad, Kupferstecher des 17. 
Jahrhunderts, thätig in Augsburg. Er schuf verschiedene Folgen von Goldschmidts- 
Ornamenten, mit dem Stichel, der Punze und der Roulette. 

Reuren, Pieter, Maler, geh. 1650 in Leyden, f 1718 (1716?), Schüler von Jor- 
daens in Antwerpen. Zum Einzug Wilhelms 111. in den Haag entwarf er Triumph- 
bogen und schmückte darauf mehrere Säle im Schloss Loo mit decorativen Malereien. 
Ferner malte er eine Decke im Haus de la Court Vandervoort zu Leyden, die sehr 
gelobt wurde. 

Renver, Theodorus de, Maler, geb. 1761 in Utrecht, f 1808 das. Er malte 
Landschaften und ahmte alte Meister nach. 

Renwich, Erhard, Maler des 15. Jahrhunderts, geb. in Utrecht. 1474—83 be- 
gleitete er Breydenbach auf seinen Reisen und lieferte die Illustrationen, die dessen 
Berichte illuatriren. 

R6veil, lltienne Achille, Zeichner und Kupferstecher, geb. 21. Dec. 1800 in 
Paris, Schüler von Gros, Girodet-Trioson , Abel de Pujol und der Ecole des 
beaux-arts. Von seinen Umrissstichen nennen wir „Oeuvre de Flaxman", „Oeuvre de 
Ingres", „Oeuvre de Canova", Die Dianagalerie zu Fontainebleau (nach A. Dubois), 
sowie zahlreiche Beiträge zu Galeriepublikationen, u. dgl. m. 

Revel, Alfred, Kupferstecher, geb. vor 1825 in Paris, f 1865, Schüler von 
T. Johanne t, thätig in Paris. Er schuf Stahlstichvignetten für Bücher im Ver- 
lag Curmers, etc. Ferner Der zerbrochene Krug (1850 nach Greuze), Die guten Freunde 
(nach Meissonier), etc. Med. 3. Kl. 1842. — Ein Andre R. war von 1831—1842 in 
Paris als Bildniss- und Genremaler thätig. — Ein Charles R., geb. in Lyon, Schüler 
der £cole des beaux-arts zu Lyon und von Bonnefond, malte Bildnisse und Genre- 
bilder. Von 1864 — 1880 stellte er in Paris aus. 

Revel, Gabriel, Maler, geb. 1643 in Chäteau-Thierry (Dep.-Aisne), f 8. Juli 
1712 In Dijon, Schüler von Lebrun. R. arbeitete unter Lebrun an der Decoration 
des Palastes zu Versailles. Von ihm Bildniss des Pierre Lenet (Mus. Dijon), Bildniss 
des Jean Dubois (ebenda), Bildniss einer Hofdame Ludwigs XIV. (Mus. Beaangon), 
Mitgl. d Akademie 1683. 

Revel, Jean, Zeichner, geb. 6. Aug. 1684 in Paris, f 5. Dec. 1751 in Lyon, 
Sohn des Gabriel R. Nachdem er zuerst als Bildnissmaler einige Zeit in Lyon thätig 
gewesen war, widmete er sich ganz dem Musterzeichnen für Stoff- und Seidenfabriken 
und erwarb sich &ine grosse Fertigkeit hierin. 

Revello, Giovanni Battista, gen. II Mustacchi, Maler, geb. 1672 in Genua (?), 
t 1732, Schüler von Anton Haffner. Er verband sich mit F. Costa und malte 20 
Jahre lang mit ihm für Monumentalmaler die Landschaften und das Beiwerk in deren 
Bilder. Als Hauptleistung gilt ihre Ausschmückung einer Anzahl von Zimmern des 
Pal. Grillo zu Pegli. 

Revera, Maler, geb. vor 1820 (?), f im Jan. (?) 1895 in Venedig. Er malte Historien. 

Reverchon, Andre, Maler, geb. 1808 in Lyon, Schüler von den ^coles des 
beaux-arts zu Lyon und Paris. Von ihm Kain vor dem Todtschlag Abels (1822), 
Odalisque von dem Bad zurückkommend (1857), Tödtlich verwundeter Franctireur 
(1880), Bildnisse, etc. Auch Steindrucke. 

Reverchon, Francois Joseph Charles, Edelsteinschneider, geb. 11. April 1829 
in Menden (D6p. Seine et Oise), Schüler von Caillouette, D. d'Angers und A. 
Lebas d. Ae. Von ihm Kopf des Silen (1857 Muschelkamee), Bildnisse der kaiser- 
lichen Familie (Kameen) und vieler bekannter Hofleute, etc , Bildniss des Admirals 
Clouä (Zeichnung) u. A. mehr. — Seine Gattin und Schülerin Louise R., geb. in 
Vaugirard Paris hat auch Kameen geschnitten. — Beider Sohn Charlog R., geb. in 
Paris und Schüler seines Vaters, war ebenfalls Kameenschneider. — Ein Marc Emile R,, 
geb. in Cuieaux (Dep. Jura), Schüler von Ge uod , steiiie von 1846—1859 Historien aus, 



Reverdino — Re«. 49 

Reverifuo, Cesare, Kupferstecher des 16. Jahrhunderts, thätig von 1531 — 64 
in Italien. Nähere Daten über den Künstler, der oft Aehnlicbkeiten mit den nor- 
dischen Stechern aufweist, fehlen. Von ihm sind ungefähr 20 heilige, 25 antike und 
allegorisclie und etwa 10 andere Darstellungen bekannt; darunter Judith, Christus 
vor Zaccbaeue, Tarquin und Lucrezia, Leda, Kindertanz, Alphabet, etc. 

KererCj Paul, amerikanischer Kupferstecher, geb. 1735, f 1818. 

Kernst, Cornelia Lonisa, Malerin, geb. 1795 in Amsterdam, f 1856 in Paris, 
Schülerin von Sörangely und Vafflard in Paris. Von ihr Magdalene zu Füssen 
Christi (1814 für eine Kirche zu Marseille), Junge Mandolinenspielende Mutter, etc., 
auch viele Bildnisse. Med. 2. Kl. 1819, 1831. 

R^T^sz, Imre, (Eraerich), Maler, geb. 21. Jan. 1859 in S.-A.-Ujhely, Schüler 
der Wiener Akademie, von B. Szeleky, von K.L.Müller und studirte schliesslich 
unter Munkacsy in Paris. Von ihm Die Flüchtlinge (1889), „Csärda", PetöQ im 
Lager, etc. Bronze-Med. Paris 1889, Med. II. Kl. Budapest. 

Reyett, Nicholas, Maler und Baumeister, geb. 1721 in Brandeston-Hall (Suffolk), 
t 1804 in London, Schüler von Benefiale in Rom. 1748 besuchte er Neapel, ging 
1751 nach Athen, um archäologische Studien zu treiben. Er verweilte bis 1755 in 
Griechenland, wurde von Korsaren gefangen genommen und musste sich Loskaufen. 
1764—6 besuchte er lonia. Er hatte grossen Einfluss auf die erneuerte "Werth- 
schätzung des griechischen Baustils gegenüber dem römischen. Von seinen Veröffent- 
lichungen nennen wir: Antiquities of Athens (1762— 94), lonian Antiquities (1769 — 
1797, gemeinschaftlich mitChandler und Pars), Baalbec and Palmyra; von seinen 
Bauten, die Kirche zu Ayott St Lawrence, Hertfordshire. 

R^Tille, Jean Baptist«, Kupferstecher, geb. 1767 in Paris,, t 1825, Schüler von 
Berthaolt. Er lieferte Blätter zur grossen „Descrjption de l'Egypte", zur „Voyage 
dfi Constantinople" und ähnlichen Unternehmen. 

R^Till<»ii, Aim^ Jean, Bildhauer, geb. 1. Juli 1823 in Paris, Schüler von 
Lequien. Von ihm Flora und der Frühling (1848 Bronzegruppe), Die kindliche 
Furcht (1869 Bronzegruppe), auch Bil(Jtiisse: — Ein George Jules B., geb. in St. 
Petersburg, war 1879 als Maler in Paris thätig. 

R^TÜlon, Jean Baptiste, Bildhauer, geb. 1819 in Paria, f 23. Dez. 1869 das., 
Schüler von Eeuchere. Von ihm Die Medizin (allegorische Statue an der Fa^ade 
des Hotel de Ville, Paris), Der Fries im Foyer des Theätre fnwQais, Die vier 
ETangelisten (S. Romain, Ronen), Basrelief (Mus. Blois), Bacchusfest, Lesbia, etc. 

- Beroll, Henri Ajitoine, Baumeister, geb. 19. Juni 1822 (n. A. 12. Febr. 1820) 
io Aiz (Dep. Bouches-du-Rhone), Schüler der ;ficole des beaux-arts und von Garistie. 
Kr liess sich in Nlmes nieder und wurde Regierungsbaumeister der Departements 
Bouches-du-Rh6ne, He'rault und Var. Von ihvci das Karmeliter-Seminar in Aix, das 
Grabmonument Cart in Nimes, die ungewötaliche Kathedrale zu Marseille, viele 
Restaurationen alter Gebäude, etc. Ferner veröffentlichte er ein dreibändiges 
Werk über die romanische Baukunst in Südfrankreich. Kr. d. Ebrenleg. 1865, 
Offizier-Kr. 1878. 

Reroil, Pierre Henri, Maler, geb. 13. Juni 1776 in Lyon, f 19. März 1842 in 
Paris, Schüler von David. 1809—30 war er Prof. an der Akademie in Lyon, vor- 
dem schon Maler der Dauphine. Er gilt als früher Vertreter der romantischen 
Schule, die gegenüber der frostigen antikisirenden Kunst ihrer Vorgänger sich 
Anekdoten aus der älteren französischen Geschichte zuwendete und viel Werth auf 
Kostümtreüe und sattes Colorit legte. Von ihm Das Tournier in Reims (Mus. Lyon), 
Jeanne d'Albret (1819 Fontainebleau), Giotto als Kind (Mus. Gronoble), Befreiung 
von Ghristensklaven (Aquarell, Mus. Aix), Der Ring Karls V. (1810, gelangte ins 
Luyembourg-Mus.), Philipp Augustus zu St. Denis (1841. Mus. Versailles), Tancred 
nimmt Bethlehem ein (1840 ebenda). Er war auch dramatischer Schriftsteller, etc. 
Kr. d. Ehrenleg. 1814. Correspond. Mitgl. des InstituLs 
Rewich, s. Reuwieh. 

Rex, Oskar, Maler, geb. 26. März 1857 in Graz, Scbülei* der Münchener 
Akademie und von M. Lieb (Munkaczy), Boulanger und J. Lefebvre in Paris. 
Er liess sich in Prag nieder. Dort schuf er eine überaus abgeschmackte und 
künstlerisch geringwerthige Folge von 30 Tuschzeicnnungen „Grosssiadtluft". Von 
ihm ferner: Ehebrecherin, Im Cafe, etc. 

Rex, Rudolf, Graf, Maler, geh 23. Jan. 1858 in Dresden, Autodidakt. Er 
liess sich in München nieder und malte Bildnisse, Genrebilder, etc. Von ihm Kartoffel- 
schälen, Hans Sachs, etc. 

Allgemeines Künstler-Lexicoii. 5. Aufl. i. Band. 4 



50 RexDian — Reynolds. 

Rexman, s. Raymond. 
Rexmon, s. Raymond. 

Rey, Arthur de, Maler, geb. vor 1830, f 1849. Er war in Paris thätig. Von 
ihm Etienne Pascal und sein Solin Blaise(1848), Die Malstunde (1849), Bildnisse, etc. 
— Ein Fräulei.. Am^lie Charlotte Marie R.^ geb. in Paris, Schülerin von Carte ron 
Palianti, stellte zwischen 1878 — 80 aquarellirte Landschaften in Paris aus 

Rey, Etienne, Maler, Lithograph und Radierer, geb. 28. Jan. 1789 in. Lyon, 
f 14. Jan. 1867 das., Schüler von Pillement, Co gel und Revoil. Er wurde 
1814 Professor an der Zeichenschule in Vienne, 1821 an der Kunstschule seiner Vater- 
stadt. Er malte und zeichnete Landschaften und Ansichten. Ferner lieferte er 
Blätter zu den „Monunoents de l'Isere", lithographirte zwei Reiterstatuen Ludwig XIV., 
radierte einiges und schrieb u. A. zwei maltechnische Abhandlungen. Mitgl. d. Akad. 
zu Lyon, Med. 2. Kl. 1824. 

Rey, Lonis, Maler, geb. 12. April 1816 in Orle'ans, Schüler von Bussance. 
Er malte Stillleben, besonders aber decorative Arbeiten, z. B. Die Kuppel der S. 
Rochuskirche, Saal des Herrn Watson in London, etc. Er war auch schriftstellerisch 
für Kunstzeitschriften thätig, 

Rey de Sarlat, Charles, Maler, geb. 16. Jan. 1819 in Paris, f nach 1870, 
Schüler von J. Ouvrie. Er malte Landschaften und Auslebten, besonders von 
Neapel und Umgegend. 

Reijers (Rijjers), Nicolaes, Maler, geb. 1719 in Leyden, f vor 1773 (?), Schüler 
von JeromeVanderMeij. Er malte Bildnisse und Genrebilder. 

Reijers, Zeger, Baumeister, geh, 1790 in Arnheim, f T- Juni 1857 im Haag, 
Schüler von Viervant, weitergebildet in Deutschland, Frankreich und Italien, 
1819 wurde er Stadtbaumeister von Haag, Von ihm Die Oranje-Kaserne das.. Das 
„Badhuis" zu Scheveningen, Zeichen- und Musik-Akademie im Haag, Ausstellungshalle 
das., etc. Mitgl. der Amsterdamer Akademie, der Soc. of British Architects, des K. 
Niederländischen Instituts. 

Reijgers, Jan Hubert, Maler, geb. 1767 in Gorinchem, thätig in Middelburg. 
Er gab Zeichenstunden, malte Bildnisse und besass auch grosses Geschick im Verfertigen 
von künstlichen Spielereien aus Papier, 

Reyher, Robert, Kupferstecher, geb. 18. Febr. 1838 in Berlin, f 8. Mai 1877 
durch Ertrinken in der Havel, Schüler der Berliner Akademie und von Mandel. 
Von ihm Maria Mancini (1870 nach P. Mignard), Gräfin Potocka (1872 nach Tonci), 
Die Bildnisse von Liszt, Beethoven, Carey, Goethe, etc. 

Reymoud, s. Raymond. 

Reyn, Jan (Hans) de, Maler, geb. 1610 in Dünkirchen, f 20. Mai 1678 das., 
Schüler von Van Dyck in Antwerpen, den er nach England begleitete und an 
seinen Arbeiten bis zu dessen Tode unterstützte. Von ihm Vier Märtyrer (S. Eloi 
zu Dünkirchen), Tod des Totila (Englisches Kloster das.), Herodias (Bergues St. 
Vinox bei Dünkirchen), Weibliches Bildniss (1637 Mus, Brüssel), Thetis und Peleus 
(Mus. Madrid), etc. Viele seiner Bildnisse gehen wahrscheinlich unter Van Dycks 
und Anderer Namen. 

Reyna, Francisco de, Maler des 17. Jahrhnnderts, geb. in Sevilla, f 1659, 
Schüler des F. de Herrer a. Von ihm ein gutes Bild Die Seelen im Fegefeuer in 
der Allerheiligen;Kirche seiner Vaterstadt. 

Reynart, Edouard, Maler, geb. 1. Mai 1802 in Lille, f 1878, Schüler von 
Lienard und Souchon Er war in seiner Vaterstadt thätig, wo er 1842 Direktor 
des Museums wurde. Ferner hatte er das Amt eines Akademie- Administrators inne. 
Er malte Landschaften, Ansichten, Bäume, ete. aus Frankreich und Italien. Kr. der 
Ehrenleg. 1867 

Reynell, (Rennell), Thomas, Maler, geb. 1718 nahe Chudleigh in Devonshire, 
t 1788 in Dartraouth; Schüler von Hudson in London. Er war die längste Zeit 
als Bildnissmaler und Musiker in Exeter, dann in Dartmouth thätig, war aber faul 
und nachlässig, so dass er später in grösste Armüth verfiel. 

Reynier, Emil, Maler, geb. 11. Dec. 1837 in Nieder-Ingelheim. (Rheinhessen), 
studirte an der Karlsruher Kunstschule und der Münchener Akademie. Von ihm 
Büssende Magdalene, Waldidyll, Aus dem Bayerischen Hochland, etc. 

Reynolds, Elisabeth, s. Walker. 

Reynolds, Frances, Malerin, geb. 1729 in Plympton, f 1807 in Westminster 
(London), Schwester des Sir Joshua R. Sie malte Miniaturen und copirte die 
Gemälde ihres Bruders, dessen Haushalt sie führte. 



Reynolds — Heys. 51 

Beynolds, Sir Joslina, Maler, geb. 16 Juli 1723 in Plympton bei Plymoutli, 
f 23. Februar 1792 in London. Schon als Knabe entwickelte er grosses Talent 
zur Kunst und besuchte 1740 das Atelier von Thomas Hudson. Er studirte später 
in Rom, Florenz, Venedig und anderen italienischen Städten. Er war 1749 mit 
Commodore Keppel nach Italien gefahren. Zurückgekehrt malte er 1753 dessen 
Bildniss, das seinen Ruf begründete. In der Sistina hatte er sich einst eine Erkältung 
beim Copiren zugezogen, deren Folge Taubheit war. 1768 bei der Gründung der Londoner 
Akademie wurde er zum ersten Präsidenten gewählt und wurde im folgenden Jahre 
in den Adelsstand erhoben. 1784 folgte er A. Ramsay in der Würde des I. Hof- 
malers. In späteren Jahren verlor er sein Augenlicht fast ganz, so dass er auf die 
Präsidentschaft verzichten wollte, seine Abdankung wurde jedoch nicht angenommen. 
Wenig Malern ist ein so ruhmreiches und äusserlich glänzendes Dasein beschieden 
worden wie ihm. Nicht nur, dass ihm fast alle Berühmtheiten Englands seiner 
Tage Sassen und er mit lohnenden Bildnissaufträgen überhäuft wurde, mannigfaltige 
Ehrungen seitens des Hofes, der Universität, der Städte wurden ihm zu Theil und 
schliesslich hat kaum ein Anderer so viel verschiedene bedeutende Männer der 
Wissenschaft und der Künste zu seinen engen Freunden gerechnet wie R. 1781 und 
1783 besuchte er die Niederlande, hauptsächlich um kritische Studien zu machen, 
die er in seinen Akademievorlesungen verwerthete. Diese enthalten zum Theil sehr 
richtige und auch heute angesehene Anschauungen. R. hat zwar auch Historien 
und Landschaften gemalt, doch ist sein Hauptfach das Bildniss und hat er als 
Bildnissmaler in England höchstens Romney als gleichwerthigen Nebenbuhler. Sein 
Geschmack, die Eleganz und Grazie seiner Pose, vor allem das hervorragende 
Geschick aus dem Bildniss ein Bild zu machen und endlich der interessante Vortrag. 
sowie das kräftige, schöne Colorit stempeln ihn zu einem der ersten Maler überhaupt. 
Leider machte er wie andere grosse Coloristen auch (z. B. Turner) die unvorsich- 
tigsten Versuche mit neuen Bindemitteln, Mischungen etc. in Folge dessen viele seiner 
Werke gesprungen, verblasst und sonstwie verdorben sind. Seine literarischen 
Werke erschienen in drei Bänden, London 1801, in zwei Bänden, London 1852. 
Zu den berühmtesten Gemälden gehören Mrs. Siddons als tragische Muse (London, 
Grosvenor House, Replik in der Dulwich-Galerie), Garrick zwischen der Tragödie 
und Comödie, Mrs. Abington als komische Muse, Hercules in der Wiege (St. Peters- 
burg, Eremitage), Die drei Grazien eine Hymenterme schmückend (Bildnisse, Nat.- 
Gal,), „The Snake in the grass" (ebenda, Replik St. Petersburg, etc.), Robinette 
(ebenda). Selbstbildniss, (drei verschiedene, ebenda), Muscipula (London, Hollandhouse), 
Das Erdbeermädchen (Wallace Mus. London, verschiedene Repliken), Feiina (Samml. 
des Earl of Feversham), Ugolino im Hungerthurm, Puck, etc. Ausser in den 
genannten Sammlungen findet man noch Bilder von ihm in den Museen zu Dresden. 
Eainburgb, Glasgow, Liverpool, London (Nat. Port. Gal., South Kens Mus., Stadt. Gal. 
Akademie, Soane Mus., Buckingham Pal. und den zahlreichen Privatsammlungen). 
Oxford, in vielen Schlössern des englischen Adels, etc. Etwa 700 verschiedene 
Stiche existiren nach seinen Bildnissen, besonders viele der berühmten englischen 
Schab- und Punktirstecher. Ueber sein Leben und seine Werke schrieben Knighl 
(1798), James Northcote (1818), J. Fadington (1819), Cotton (1856), Leslie und 
Taylor (1865), Stephens (1866), Gonway (1868). 

ReynoldS; Samuel William, Maler und Kupferstecher, geb. 1773 in London, 
t 1835 in Bayswater (London), Schüler von Ho dg es und der Londoner Akademie. Im 
Laufe der Zeit wurde er Zeichenlehrer der Töchter König Georgs III. Er verbrachte 
zweimal mehrere Jahre in Paris, und arbeitete meist in Schabraanier Seiner Zeit, 
namentlich in den 30er Jahren, wurden seine Leistungen auch in Frankreich enthu- 
siastisch begrüsst, doch sind sie meist kalt und flach, vielfach auf Stahl geschabt und 
können den Blättern der früheren grossen englischen Schwarzkünstler nicht entfernt gleich- 
gestellt werden. Von ihm 3 Bde. mit über 300 kleinen Wiedergaben der Bildnisse seines be- 
rühmten Namensvetters Sir Joshua R. Einzelblätter nach Bonington, Chantrey, Coignet, 
Cosway, Dance, Dawe, Delaroche, Dubufe, Edridge, Fowler, Gericault, Hoppner, Jackson, 
Laurence, Luciani, Moreland. Northcote, Owen, Phillips, Rubens, Singletou, Vernet, etc. 

ReijntjenS; Henricus Engelbertus, Maler, geb. 4. Juni 1817 in Amsterdam, 
t nach 1859, Schüler von Kruseman. Er malte Interieurs und Genrebilder, z. B. 
Die Wache, Seemannsherberge, etc. Mitgl. der Amsterdamer Akademie 1855. 

Keys, Jenny Augnstine, geb. Allais, Malerin, geb. 1798 in Paris, f nach 1830, 
Schülerin ihrer Mutter und von Van Spaendonck. Sie malte Blumen und Frucht- 
StUoke in Wasserfarben. 



53 Reysek — Rheinbold. 

Reysek, Matthias, Baumeister unü Bildhauer, tbätig z^fischen 1475—14^3 in 
Prag, wo er den Pulverthurm begaaD. Fern«r von ihm Die Barharakirche in Kutten^ 
berg, Monument des Bischofs A. Lucianus (Marienkirche in Thein); etc. 

Keljsschoot, Anne Marie van, verehel. Deginant, Malerin, geb. WSS in Gent, 
t nach 1835, Schülerin ihres Bruders Bieter N. van R., Toxrhter des Emanuel R. 
Sie malte" Genrebilder, auch Friese. Von ihr : Matter bei der Wiege. 

Reijsschoot, Emannel Pieter Tau, Maler, geh. 13. Dec. 1713 in Gent, f 27. Aug. 
1772 das. 1739 wurde er Mitgl. der Malerhrüderschaft. Für die Baudeloo Abtei zu 
Gent malte er 1758 Christus, Maria und die 12 Apostel. Von ihm ferner eine Heilige 
Familie, etc. 

Reijsschoot» F. yan, Maler und Kupferstecher des 18. Jahi-hondefts. Voa ihm 
einige gute Blatt nach Teniers, sowie Thierstücke -wohl -nach eigener Zeichnung. Er 
hat u. A. auch das Bildniss der Herzogin von Norfolk gemalt. 

Reijsschoot, Pieter Jan van, Maler des 18. Jahrhunderts, geb. in Gent, f 25. 
Februar 1772 das. Er besuchte längere Zeit England und erhielt den Spitznamen 
„der Engländer". Von ihm Zwölf Apostel (ehemalige Augustinerkirchc, Gent), Bild- 
nisse, etc. 

Reijsschoot, Pieter Norbert ran, Maler, geb. 4. April 1738 in Gent, f 12. Febr. 
1795 das., Sohn und Schüler desEmanuel Pieter R., auch Pieter Jan v. R.'s, seines 
Onkels Schüler. 1770 wurde er Prof. an der Akademie seiner Vaterstadt. Er malte 
Historien für S. Bavo zu Gent, wnd andere Kirchen in Flandern. Von ihm femer 
Antike Götterversammlung, S, Bemard vor Christus liegend, etc. Er war auch im 
Baufach, etc. beschlagen. 

Reyt, Conrad, Bildhauer und Elfenbeinschnitzer des 16. Jahrhanderts, aus der 
Schweiz, thätig in Brüssel. Er schuf die schönen Sibyllen- an PMUberteTönBavoyen 
Grabmal in der burgnndischen Kirche Bourg en Bresse (1511 — 36), die er auch in 
Elfenbein copirte. 

Reyter, s. Reiter, Bartolome. 

RezanoJBT, s. Resanov. 

Rhead, Lonis J., Maler und Zeichner, geb. 1858 in Etruria (Staffordshire, Eng- 
land), studirte unter Bou langer in Paris und vier Jahre lang an der Kunstschule vom 
South Kensington Museum, arbeitete dann für Londoner Verleger und kam 1883 
nach Amerika, wo er sich besonders durch seine vortrefflichen Plakate für die New 
York World, Century, St. Nicholas (Weihnachten 1894), Harper's Bazar (Nov. 1894), 
New York Sun (1895), Lundborgs Perfume, Prang's Easter Publications iind zahlreiche 
Andere bekannt machte. Von seinen Gemälden nennen wir Come unto tiwse yellow 
sands (1886 zu Shaksperes Sturm). 

Rheen, Theodorns Jastinns, Maler des 18. Jahrhunderts, f in Indien, Schüler 
VQU Trevisaniin Italien, thätig in Amsterdam. Er erhielt eine Staatsstellung, die 
ihn nach Ostindien führte. 

Rheidt, Melchior von, Holzbildhauer und Kunstschreiner, geb. vor 1575,^ t 
nach 1623, thätig in Köln a. Rh. Er schuf u. A. eine schöne Thür mit Vei:WjBidung 
^m Rathhaussaal dort. 

Rhein, Nicolas, Kupferstecher und Maler, geb. 1767 in Wien, f 9. Jan. 1819 
das., Schüler von Jacobe. Er arbeitete in Schabmanier. Von ihm. Prinz Kaunitz 
(nach Duvivier), Prinz Liechtenstein und viele andere Bildnisse,, Venus (nach Vecelli), 
Der lauernde Löwe, Der wüthende Stier (nach Casanova), Tigerin (n. Rubens), Andere 
nach Hamilton, Kobell, Livens, Ruthardt, J Vernet, etc. 

Rheineck, Georg, Bildhauer, geb. 1848 in Neckarsulm. Er lebt in Stuttgart. 
Von ilim Am Wasser, etc. 

Rheiuemann, Albert Leopold, Maler, geb. 6. Nov. 1833 in Koblenz, Schüler 
der Karlsruher Kunstschule, von Gude, Scherres und Steffeck. Er bereiste 
Italien und Skandinavien, liess sich in Berlin nieder, war auch Ingenieur nnd Geo- 
graph des grossen Generalstabs. R. malte Landschaften, meist Strandscenen. 

Rheinfölder, (Rheinfelder-Anspach), Friedrich, Maler und Zeichner, geb. 
19. Sept 1838 in Wien, Schüler der Weimarer Kunstschule und von A. Baur und 
Ch. Verlat. Er malte Thier- und Genre - Bilder, auch in Wasserfarben. Von ihm 
Slars und Venus, Balzender Auerhahn, Tanzfest, etc. 

Rheinhold, Hugo Wolfgang, Bildhauer, geb. 26. März 1853 in Oberlahnstein, 
Schüler von M.Kruse in Berlin, sowie der dortigen *kademie, nachdem er zuvor ah 
Kaufmann in San Francisco (U. S. A.) und Hamburg gelebt hatte. Von ihm Am Wege 
(Marmor, Nat.-Gal. Berlin). Das Dynamit im Dienst der Cultur (Hamburg, Nobelhof), etc. 



Rheni — Bibault. 53 

Rheni, (Rhen), Rcmigius Tan, Maler, geb. 1560 in Brüssel, f 1619. Er be- 
reiste Deutschland und wurde ein Pensionär des Grafen von Wolfes. Er malte 
Historien. 

Rlioden, Johann Martin, s. Roden. 

Rhodes, John, Maler, geb. 1809 in Leeds, f ™ Dec. 1842 das., Sohn und 
Schüler des Joseph R. Er kam nach London, wo er zwischen 1832 und 1842 auch 
in der Akademie ausstellte. Er malte Thierstücke, Bauernstücke etc., schuf auch 
schöne Pastell- und Bleistiftzeichnungen. 

Rhodes, Joseph, Maler unsere^ Jahrhunderts, f 1854. Er war Autodidakt. 

Rhodes, Richard, Kupferstecher jn Linieomauier, geb. 1765, f 1838 in London. 
Er arbeitete lange unter Heath ucd lieferte u. A.Blätter für das Werk über die Antiken 
Terrakotten des British Museums. 

Rhökos, Bildhauer und Baumeister up^ GOO v. Chr. Er war der erste Bau- 
meister des HeraeoDs zu Samos, machte durch seinen Rath die Errichtung des 
Ephesischen Tempels in sumpfigem Terrain möglich und soll mit Theodoros den Erz- 
guss erfunden haben. 

Rhoniberg, Hanno, Maler, geb. 1820 (1819?) in München, t 17- Juli 1869 in 
Walchsee (Tirol), Sohn und Schüler des Joseph Anton R., weitergebildet an der. 
Münchener Akademie unter J. Schnorr, Bernhard und Eububer. Von ihm Die 
reisenden Schüler u. A. TMünchen, Neue Pinak.), Der Uhrmacher (Berlin, Nat. 
Gal.j, Bittere Medicin (Mus. Breslau), Der zerrissene Stiefel (1860). Der bestrafte 
Näscher. 

Rhomberg, Josef Anton, Maler, geb. 24. Sept. 1786 in Dornbirn (Vorarlberg), 
t 3. Dec. 1868 (1855?) in München, Schüler der Münchener Akademie unter 
P. von Langer. Er war in Wien und München thätig und wurde dann Zeichen- 
lehrer am Polytechnikum in letzterer Stadt. Viele Bilder von ihm in bavrischen Land- 
jtircheu. Von ihm Sibylle (Mus. Innsbruck). Anbetung der Hirten (Frauenkirche, 
München), Gemsjäger und Sennerin (1832 Mus. Leipzig^. Taufe Christi (Kirche 
;^u Rosenheim), Rebecca am Brunren, etc. Er hat auch Einiges lithographirt und radiert. 

Riano, Diego de, Baumeister und Bildhauer des 16. Jahrhunderts, f 1533, 
thätig in Sevilla. 1530 entwarf er Pläne für die grosse Sakristei und die de los 
Calices, sowie für den Kapitelsaal der Kathedrale zu Sevilla. Alle drei Bauten 
wurden angeblich in verschiedenen Stilarten gedacht und nach R.'s Tod von M. de 
Gainza ausgeführt. 

Rihalta, Francisco de, Maler, geb. zwischen 1550 und 1560 in Castellon de la 
Plana (Valencia), f 12. Jan. 1628 in Valencia. Er studirte erst in Valencia, dann die 
Classiker in Italien (angeblich angespornt durch die Aussicht auf die Hand der Tochter 
seines spanischen Meisters, wenn er selbst als Meister zurückkehrte). Er errang bald 
grossen Ruhm, nachdem er in die Heimath zurückgekehrt war, und malte namentlich 
viel für das Corpus Christi Collegium in Valencia, darunter als gepriesenstes Werk 
„Das Abendmahl". Auch hatte er als Lehrer grossen Erfolg. Von ihm ferner: Christi 
Leichnam und Engel (Mus. Madrid), Die verlorene und die gerettete Seele, u. A. 
(ebenda), Maria und Johannes kehren vom hl. Grabe zurück (München, alte Pinak.), 
Die Himmelfahrt (Mus. Valencia), Johannes d. T. (ebenda), Die unbefleckte Em- 
pfängniss, u. A. (ebenda), Christus am Kreuz (St. Petersburg, Eremitage), Joachim und 
Anna, u. A. (ebenda). Die Kreuzigung (Oxford, Magdalen College Kapelle) etc., viele 
auch in Kirchen von Valencia und Umgegend. 

Ribalta, Juan de, Maler, geb. 1597 in Valencia, f 10. Oct. 1628 das., Sohn 
und Schüler des Francisco de R., dessen Manier er trefflich nachahmte; so dass 
viele seiner Werke als die des Vaters gelten. Mit 18 Jahren schuf er die vorzügliche 
Kreuzigung, jetzt im Mus. zu Valencia. Er malte auch viele Bildnisse. Von ihm 
ferner : Die vier Evangelisfen (Mus. Madrid), Sänger mit Musik in der Hand (ebenda), 
Die Messe des Gregor (zugeschrieben, Dresden, Gal.), Jephtha (St. Petersburg, Ere- 
mitage), Marter der Hl. Catharina, u. A. (ebenda), Sa Cecilia (Kloster La Murta, 
Valencia), etc. 

Ribarz, Rudolf, Maler, geb. 30. Mai 1848 in Wien, Schüler der dortigeo 
Akademie und von A.Zimmermann, hielt sich auch in Brüssel und Paris auf. Er 
malte Landschaften und Genrebilder aus Tirol, Holland, Venetien, Frankreich, etc. 

Ribanit, Athalie, Malerin unseres Jahrhunderts, geb. 1781 in Paris, Schilleriu 
von Lafitte, Gemahlin des Jean F. R. Sie malte Landschaften und Bildnisse. 

Ribanit, Jeftn Fran<;ois, Kupferstecher, geb. 1767 in Paris, f 1820, Schüler 
von Ingo u f. Von ihm Bildniss des Bernardin de St. Pierre (1806 nach Lafitte), 



54 Ribault — Ribera. 

Napoleon, Die Dornenkrönung (1810 nach Vecelli), etc., auch Platten für das Musee 
Royale, für ein Hof-Kostüm-Werk, u. A. m. — Auch sein Sohn Auguste R., stach 
in Kupfer, Paris und Oenone (nach A. v. d. Werff). 

Ribault, Julie, Malerin, geb. 1789 in Fresnay (Dep.Sarthe), f nach 1838, Schülerin 
von Lafitte. Sie malte Bildnisse und Genrebilder, z. B. Weihopfer an Esculape 
(1810), Mignard malt Madame de Maintenon (1827), Piron am Hafen von Auteuil, etc. 
Med. 2 Kl. 1824. — Ein Auguste Louis FrauQois R., geb. in Paris, war zwischen 
1831 und 1865 als Kupferstecher thätig. 

Ribbrol, Louis Fran(:;ois Hippolyte, Maler, geb. 30. Aug. 1839 in Blois CDep. 
Loir-et-Cher), Schüler von Couture. Er liess sich m Orleans nieder. Von ihm 
Das Pressoir-Vert (Landschaft, Mus. Orleans), Die Rollin-Quelle bei Orleans (1877), 
Ansicht von Grey, etc. 

Ribellier, Nicolas, Bildhauer des 18. Jahrhunderts. Er wurde 1726 ausser- 
ordentHches Mitglied der Akademie auf Grund einer Terracotte, brachte es aber 
nie zum ordentlichen Mitglied. 

Ribera, Carlos Luis, Maler, geb. 1812 in Rom von spanischen Eltern, 
t 14. April 1891 in Madrid, Sohn und Schüler des Juan Antonio R., dann Schüler 
von Delaroche zu Paris. Er malte geleckte geschichtliche Darstellungen, z.B. die 
Deckenbilder im Saal der Cortes zu Madrid. Med. 3 Kl. 1839, 2. Kl. 1845. 

Ribera, Juan Yinceute, Maler des 18. Jahrhunderts thätig in Madrid. Werke 
von ihm in der Kuppel der S. Felipe el Real-Kirche, der La Victoria-Kirche (zwei 
Bilder aus dem Leben des Hl. Franz von Paula), etc. Er wurde 1725 vom Rath 
zu Castilien zu einem der offiziellen Bilderschätzer ernannt. 

Ribera, Jusepe de, geu. Lo Spagnoletto, Maler und Kupferstecher, geb. 12. 
Jan. 1588 in Jativa (Valencia), f 2. Sept. 1652 auf dem Posilipp bei Neapel wohin 
er sich krankheitshalber zurückgezogen hatte; Schüler von Ribalta in Valencia. 
Er besuchte dann Rom, wo er nach Entbehrungen die Gunst eines Kardinals gewann, 
doch bald darauf verzichtete, da er selbst den Stachel der Armuth für sich als nöthig 
hielt. Hier studirte er unter M. A. Amerigi, wurde einer dessen bester Schüler, 
brach aber mit ihm und verliess Rom. Nach wechselreichen Jahren, während der 
er Soldat und algerischer Galeerensklave gewesen sein, auch Parma besucht haben 
soll, liess er Sich in Neapel nieder, wo er einer der Häupter der naturalistischen 
Schule wurde, eine reiche Heirath machte, und mit einigen Genossen (Corenzio, 
Caracciolo, etc.) eine Malertyrannis errichtete, die verschiedenen Mitgliedern der 
Carracci-Schule übel mitspielte und sie aus Neapel vertrieb. Er wurde vom neapoli- 
tanischen Hof hochgehalten, wurde 1630 Mitglied der Lukasgilde, und erhielt 1644 
vom Papst den Christusorden. Er war vielfach für die Jesuiten thätig. R. liebte 
den extremen Realismus, scheute nicht vor abschreckenden Vorwürfen, elenden 
Modellen zurück,, schwelgte in Marterscenen und brachte gern heftige Licht- und 
Schatten-Kontraste an. Voll Energie und Kraft hat es ihm oft an Mass und Ein- 
fachheit gefehlt. Gemälde von ihm in den Museen und Galerien zu Berlin, Dresden, 
Dublin, Dulwich, Edinburgh, Florenz (Pitti und Uffizi), Frankfurt a. M. (Städelsehes 
Inst.), Genua (Pal. Briguole), Glasgow, Hampton Court, London, Madrid, Montpellier, 
München (alte Piuak.), Neapel (Mus. und San Martino), Paris (Louvre), Parma, Rom 
(Quirinal, etc.), Salamanca (Augustinerkloster), St. Petersburg, Turin, Wien, etc. 
Ganz vortrefflich ist auch R. als Radierer; wir nennen: Schindung des Hl. Bartho- 
lomäus, Der Dichter, S. Hieronimus, Don Juan d'Austria, Silen, Zeichenstudien, etc. — 
Seine Tocher und Schülerin Maria Bianca R., war ebenfalls Malerin. Sie war auch 
eins seiner Hauptmodelle. Die Geschichte ihrer Verführung durch Don Juan d'Austria 
und die hierdurch hervorgerufene Beschleunigung des Todes ihres Vaters gilt jetzt 
als Erfindung. 

Ribera, Luiz A., Maler des 17. Jahrhunderts, thätig in Sevilla, wo er 1668 
die Akademie mit begründen half. 

Kibera y Fernaudez, Juan Antonio, Maler, geb. 17. Mai 1779 in Madrid, f 
16. Juni 1860 das., Schüler von Bayeu und der San Fernando-Akademie, dann von 
David zu Paris. Er besuchte Rom und wurde 1811 Hofmaler Karls des IV. Von 1835 
au lebte er in Navalcarnero, wurde 1838 Professor und später zweiter Direktor 
des Museums zu Madrid. Von ihm Cincinnatus (Mus. Madrid), Wamba (ebenda), 
Nachmittag, Abend, Sommer und Herbst (ebenda), Christus mit der Dornenkrone 
(Schloss Aranjuez), Die Auferstehung (das.), Kardinal Ingranzo (Toledo, Kathe- 
drale), etc. Mitglied der San Luca Akademie; 1820 Ehrenmitglied der S. Fernando- 
Akademie. 



Ribet — Ricchi. 55 

Bibet. Jean Constantin, Maler unseres Jahrhunderts, geb. in Cherbourg, f 
24. December 1858 in Paris, Schüler von Forestier. Er. war als Restaurator im 
Louvre thätig. Von ihm Gefecht des Schiffes „F'ormidable" (1808j, Gefangennahme 
von zwei englischen Fregatten, von französischen Fregatten, etc. 

Ribolt, Wilhelm Wilken, Maler des 18. Jahrhunderts, thätig um 1700 in 
Deutschland. Ein Bild mit trinkenden Kriegern von ihm beündet sich zu Kopenhagen. 
Ribon, Fr.,. Maler ucsöres Jahrhunderts, geb. 1790 in Paris, Schüler von 
Baltz. Er malte meist auf Porzellan. 

Ribot, Augnstin Theodule, Maler und Radierer, geb. 8. Aug. 1823 in Bxeteuil 
De'p. Enre), f 11. Sept. 1891 in Colomhes (De'p. Seine), Schüler von G.laize. Er malte 
erst Stillleben, dann Genrebilder (Kirchenstücke. Strassenscenen, etc.), Historien und 
zuletzt Köpfe in der Art Piiberas, mit besonderer Betonung des Gegensatzes von 
Licht und Schatten. Von ihm Jesus im Tempel (Gal. Luxembourg, Paris), S. .Se- 
bastian (1865 das.), Der barmherzige Samariter (1870 das.),. „Le supplice des coins" 
(Mus. Ronen), Caharet Normand (1875), etc. Von Radierungen nennen wir „üne 
grande doukur, „Scenes Culinaires", kleine Bildnisse, etc. Med. 1864, 1865, 8. KI. 
1878; Kreuz d. Ehrenleg. 1878. — Sein Söhn Gerinain Tüeodnle Clement R., geb. 
In Paris und Schüler von ihm und von Vollon war ebenfalls Maler. — Louise 
Aimee R.j Tochter und Schülerin des Theodule August in R. (?), geb. in Fonten- 
nay-aux-Roses (Dep. Seine), malte Stillleben und Genrebilder. 
Rieamatore, s. Nanni. 

Rieard, Auguste, gen. de Montferrand, Baumeister, geb. 24. Jan. 1788 in 
Chaillot (Dep. Seine), f H- Jo-ü 1858 i" St. Petersburg, Schüler von Percier und 
Fontaine. Er war am Bau der Madeleine betheiligt; 1813 trat er in die Ehren- 
garde, welche er erst nach der Schlacht bei Leipzig verliess. Von 1816 ab war er in 
Russland thätig, wurde Kabinetsbaumeister und mit dem Bau des jetzigen Kriegs- 
ministeriums vorn Prinzen Lobanow beauftragt. Er vollendete die St. Isaaksldrche 
(an der er 40 Jahre arbeitete), baute die Alexandersäule, schuf Jahrmarktsbauten in 
Nishni Nowgorod und leitete die Aufstellung der grossen Glocke im Kreml zu Moskau 
(1829). Sein letztes Werk, ein Reiterstandbild Nikolaus II., vollendete er nicht. Er 
veröffeutlicnte auch Werke über die Isaakskircbe uud das Alexandermonument. 

Ricard, Lonis Gustave, Maler, geb. 1. Sept. 1823 (nach A. 1824) in Marseille, 
t 24. Jan 1873 in Paris, Schüler von Auber in Marseille und Cogniet in Paris. 
1847 besuchte er Italien, später England. Er bildete sich hauptsächlich an den alten 
Meistern, die er nachahmte, und wurde der heutige van Dyck genannt. Seine Färbung 
wurde äusserst ruhig und verfeinert. Von ihm Selbstbildniss (Mus. Luxembourg), 
Paul de Musset (ebenda), Bildniss des Grafen Harispe (Mus. Versailles), Bildniss des 
Diodore Rahoult (Mus. Grenoble). Bildniss ües Malers Emile Loubon (Mus. Marseille), 
Bildniss des M. A. Bruyas (Mus. Montpellier), etc. Med. IL Kl. 1851. I. Kl. 1852. 
Seine Biographie von Paul de Musset (Paris 1873). 

Ricca, Bernardo, Maler des 16. Jahrhunderts, thätig in Cremona. Um 1512 
malte er im dortigen Dom. 

Ricca, Claudio, Bildhauer, geb. 9. Nov. 1828 in Rom, Schuld der Akademie 
in Neapel, wo er sich niederliess, nachdem er lange Zeit in Paris tnätig gewesen 
war. In den 70er Jahren hat er nochmals Paris besucht. 1848 nahm er an der 
Bewegung Theil und wurde gefangen genommen. Er wurde zuletzt Prof. der Zeichen- 
kunst und Skulptur an den Bürgerschulen in Neapel. Von ihm Die 4 Evangelisten 
(S. Severin (?) in Toulouse), Francesca da Rimini (Marmor 1877), Basrelief (S. Cusiello 
Kap. in Castellamare), La Lora (Marmorbüste), etc. — Ein Pasqnale R. stellte seit 
1883 in Italien Genrebilder und Landschaften aus. — Ein Prospero R., geb. in 
Saluzzo, stellte seit 1872 in Italien Landschaften und Stillleben aus. 

Ricca, Pietro, Maler, geb. 6. März 1838 in Saluzzo (Piemont), Er war erst 
Jurist, ehe er sich der Landschaftmalerei widmete, die er zu Turin ausübte. Von 
ihm Umgegend von Turin, Umgegend von Bussoleno, etc., auch einige Genrebilder. 
Riccardi, Bernardino, Maler, geb. 19. M&rz 1814 in Parma, f. 20. Oct. 1854, 
Schüler von J, B. Borghesi, auch in Rom gebildet, wo er u. A. viel aquarellirte. 
Das Mus. seiner Vaterstadt besitzt ein Selbstbildniss und zwei andere Werke von ihm. 
Riccardi, Luigi, Maler, geb. 1807, f 29. Juni 1877 in Mailand. Er wurde 
Prof. an der Brera und malte eflfektvolle Marinen etc., z. B. Sturm auf dem 
Corner See. 

Biechi, Pietro, gen. II Lacchese, Maler, geb. 1606 in Lucca, f 15. Aug. 1675 
in Udine, Schüler von Fassignano, später von Guido Beul, ahmte auch Liberi 



56 Üicchini — Ricci. 

in Venedig nach. Er reiste durch Italien und Frankreich. 1663 war er in Venedig 
thätig. Von ihm Die Verlobung der Hl. Katharina (Gal. Dresden), Die Reuige Mag- 
dalene (Mus. Wien), Zwei Altarbilder (S. Francesco zu Lucca), Anbetung der Könige 
(S. Pietro a Cästello zu Venedig), etc. 

Bicchini, Francesco Maria, Baumeister des 17. Jahrhundorts, thätig in Mailand. 
Er war Baumeister des Cardinais Federico. Von ihm die reiche gothisirende Mittel- 
fagade des grossen Hospitals zu Mailand 1624 und der Barockhof das., der pracht- 
volle Säulenhof des Pal. Brera das., ferner Entwürfe zu dem Pal. Annoni, Durini 
und der Kirche S. Giuseppe. Eine Sammlung seiner architectonischen Zeichnungen 
hei dem Herzog von Litta. — Auch sein Sohn sowie sein Enkel Francesco R., f 
1710, waren tüchtige Baumeister. 

Ricchluo, Francesco, Maler des 16. Jahrhunderts, geb. in Brescia, thätig um 
1568. Er hatte T. Vecelli studirt und ahmte meist Moretto nach. 

Ricci, Antonio, s. Barbalunga. 

Ricci, Artnro, Maler, geb. 19. April i854 in Florenz, Schüler von Tito 
Conti das. Von ihm Hocbzeitsschmauss, Der Kuss, Blindekuh, etc. 

Ricci, Camillo, Maler, geb. 1580 in Ferrara, f 1618 das., Lieblings-Schüler 
von J. Sears ello, dem er aber nicht gleichkam. Von ihm: S. Vincenzo (Dom zu 
Ferrara), Sa. Margherita (ebenda), Verkündigung (S. Spirito, das.), Die Wunder des 
Hl. Nicolaus (Deckengemälde, S. Niccolo, das.)^ Tod des Andrea Avellino (Theatiner- 
kirche, das.), etc. 

Ricci, Domenico, s. Riccio Domenico del. 

Ricci, Feliee del, s. Riecio, Feiice del. 

Ricci, GioTanni Battista, Maler, gen. Da Novarra, geb. 1545 in Novarra, 
t 1620, Schüler von Raffaellino da Reggio in Rom. Sixtus V. soll ihn im 
Lateran und in der Va.ikanbibliothek beschäftigt, später zur Aufsicht über die Gemälde 
iA Pal. Monte Cavalle eingesetzt haben. Auch für Clemens VIII. war er thätig. Von 
ihm Die Heimsuchung (Fresko: Sa. Maria Maggiore, Rom), Himmelfahrt (desgl.), 
Himmelfahrt Mariae (desgl.), Bilder aus der Passion und dem Marienleben (Fresco: 
S. Marcello, Rom), S. Silvester weiht die Latcransbasilika ein (Laterankirche, 
das.), etc. R. soll auch in Kupfer gestochen haben.- 

Ricci, Giovanni Pietro, s. Giampietrino, mit dem er muthmasslich identisch ist, 

Ricci, Mareo, Maler und Radierer, geb. 1679 (1676? 1680?) in Cividal di 
Belluuo, t 1729 in Venedig, Schüler seines Oheims Sebastiano R. Er malte meist 
Landschaften mit römischen Ruinen und dergl. nach Zeichnungen, die er auf einer 
Romreise gemacht hatte. 1710 besuchte er England, wo er längere Zeit thätig war. 
Der Wasserfall (Gal. Venedig), Sturzbach, u. A. m. (ebenda), Landschaft mit 
S. Hieronymus (Gal. Dresden), Winterlandschaft (ebenda), Landschaft mit Rund- 
tempel und 7 Andere (ebenda), Andere in den Gal. zu Turin, Wien (auch Gal. Liechten- 
stein), etc. Von Radierungen nennen wir Landschaftsfolge (20 Bl.), Heerde aus dem 
Stall gehend, Das Dorf, Der Felsen, Die Eremiten, etc. 

Ricci, Natale, Maler des 18. Jahrhunderts, geb. in Fermo, Schüler von 
Maratti. — Ein IJbaldo R. wird ebenfalls als Maler des 18. Jahrhunderts, geb. in 
Fei-mo und Schüler Marattis, angeführt. 

Ricci, Pietro, s. Oianipietriuo, mit dem er muthmasslich identisch ist. 

Ricci, (Rizzi), Sebastiano, Maler, geb. 1659 (1660?) in Cividal di Belluno, 
t 15. (13. ?j Mai 1734 in Venedig, Schüler von F. Cervelli in Venedig und AI. 
Magnasco in Mailand. Auch in Bologna und Rom gebildet." Noch jung arbeitete 
er in verschiedenen italienischen Städten, und wurde dann nach Wien-Schönbrunn 
berufen, um das kaiserliche Schloss zu schmücken. Darauf kam er über Venedig nach 
London, wo er 10 Jahre verblieb und viel malte, darunter für den Herzog von Port- 
land ein Abendmahl, auf dem er sich selbst in modernem Gewand anbrachte. Er 
ahmte mit Erfolg bald Allegri, bald Barbieri, bald Caliari nach, und malte ausser- 
ordentlich leicht, wenn auch oft recht charakterlos. Von ihm Himmelfahrt und 2 Andere 
(Gal. Dresden), Christus erscheint den Hl. Frauen (Venedig, Akademie), Tod der 
Poljrxena u. A. (Paris, Louvre), Andere in den Gal. zu Bordeaux, Floreni, Hampton 
Court, London, Modena, Schieissheim, Turin, Wien (Gal. Liechtenstein), etc., in vielen 
Kirchen zu Venedig, Padua (S. Giustina), Bergamo (S. Alessandro), etc. 

^ Ricci, Stefano, Bildhauer unseres Jahrhunderts, geb. 1790 in Florenz, Schüler 
des I. Spinazzi. Von ihm Skotnicki - Denkmal (Sa. Croce, Florenz), Signorini- 
Denkmal (das.), Pignotti-Denkmal (Pisa, Campo Santo), Denkmal des P. Mascagni 
(Siena, Dom), Dante-Denkmal, eto. 



Ricciani — Kichard. 57 

Biccianl, Antonio, Kupferstecher, geb. 1775 in Rom, f nach 1826. Er schuf 
in Linienmanier u. A. Judith (nach P. Benvenuti), Der Tod des Priam (nach dems.), 
Darstellung im Tempel (nach Carauccini), Magdalena (nach L. da Vinci ?) Galathea 
(nach R. Santi). 

Riccianti, Antonio, Maler des 17. Jahrhunderts, thätig in Florenz, Schüler 
von Dandini. Er malte Historien. 

Ricciardelli, Gabriele, Maler des 18. Jahrhunderts, thätig um 1743, Schüler 
Ton Van Bloemen. Er malte Marinen und Landschaftea und war am Hof Carlos 
in Neapel thätig. 

Ricciarelii, Daniele, gen. Daniele da Volterra, Maler, Bildhauer und Erz- 
giesser, geb. 1509 in Volterra, f 4. April 1566 in Rom, Schüler von G. A Bazzi, 
später von Peruzzi. Noch jung kam er in Rom zu Perino del Vaga und end- 
lich zu Buonarotti in die Lehre. Letzterer hat :hn äusserlich und vielleicht auch 
künstlerisch unterstützt bei seinem Hauptwerk, an dem er 7 Jahre lang arbeitete, 
bei den Fresken in der Orsini - Kapelle der Trinitä, de' Monti-Kirche. Die Bilder' 
stellen die Geschichte des Kreuzes dar, und die Kreuzabnahme (bei der man be- 
sonders auf Buonarrottis Beihilfe schliesst), galt einst als das Hauptwerk- Roms, das 
nach R. Säntis Transfiguration entstanden sei. 1547 folgte R. dem P. del Vaga in 
der Oberaufsicht über die Werke im Vatikan, und Paul III. liels ihn von P. del Vaga 
begonnene Arbeiten zu Ende führen. Un^er Julius III. verlor er sein Amt und widmete 
sich meist der Skulptur. Er kam u. A. nach Florenz kehrte dann nach Rom zurück, 
wo er im Auftrag Pauls IV. die nackten Körper auf Buonarottis Jüngstem Gericht, 
mit Draperien bemalte und dadurch den Spottnamen ,11 Bracchettone" = Der Hosen» 
niacher errang. Nächst den Bildern der Orsini-Kapelle ist sein Kindermord (für 
S. Peter gemalt, jetzt in den Uffizien zu Florenz), sein schönstes Gemälde. Von ihm 
ferner Bilder aus dem Marienleben (S. Trinita de' Monti, Rom), Bacchustriumphzug 
(Farnesina, das.) Taufe Christi (S. Pietro in Montorio, das.), Kreuzabnahme (Mus. 
Madrid), David und Goliath (Louvre, Paris), Enthauptung des Täufers (Gal. Turin), 
Sa. Petronilla (Dom, Lucca: zweifelhaft), etc. — Von plastischen Arbeiten werden 
genannt mehrere Statuen für S. Lorenzo zu Florenz unter Buonarrottis Leitung und 
das Pferd zu einem Henri IV.-Denkmal für Catharina de' Medici (jetzt unter Louis XIII. 
auf der Place Royale zu Paris). 

Riccio, Andrea, s. Brioseo. 

Riccio, Autonello, Maler des 16. Jahrhunderts, f nach 1575, Sohn und wohl 
Schüler des Mariano R., in dessen Weise er arbeitete. 

Riccio, Bartolommeo, s. Neroni. 

Riccio, (Ricci), Domenico del, gen. Brnsasorci, Maler, geb. 1494 in Verona, 
t 1557, Schüler von G. Pippi dei Gianuzzi in Mautua, auch durch Studium der 
Werke Barbarellis und T. Vecellis in Venedig, endlich Buonarottis ge- 
bildet. Von ihm Kuppel und andere Fresken (S. Stefano, Verona), Facadenmalereien 
(Pal. Murari della Corte, das.). Die grosse Cavalcade Karls V und Clemens VII. in 
Bologna (Pal. Ridolfo, das.), Phaeton (Pal. zu Mantua); Andere Werke in den 
Kirchen S. Rochus, Sa. Maria in Organe, S. Fermo und S. Giorgio in Braida, alle 
zu Verona, etc. 

Riccio, (Ricci), Felicc del, gen. Brnsasorci, Maler, geb. 1540 in Verona, f 
1605, Schüler seines Vaters Domenico R. und von Ligozzi in Florenz. Von ihm: 
Christus an der Säule (Gal. Venedig), Die Dreieinigkeit, S. Sebastian (ebenda), Sa. 
Helena (Sa. Helena, Verona), Schmiede Vulkans (Samml. Gazzola, das. ?), Sieg der 
Veronesen bei Desenzano (Mus. Verona); Andere in Kirchen Veronas, etc. 

Riccio, Mariano, Maler, geb. 1510 in Messina, Schüler von Franco und 
später von Caldara, den er nachahmte. 

Ricciolini, Niecola, Maler des 17. Jahrhunderts, g«b. 1637 in Rom, Schüler 
von P. Berrettini. Er lieferte gegen Franceschini Cartons für Mosaiken im Vatikan 
ein. Von ihm Kreuzigung Petri (Mosaik, Rom), Kreuzabnahme, etc. 

Ricciolino, Miclielang:elo, Maler, geh. 1654 in Rom, f 1715 das. Sein Selbst- 
bildniss befindet sich in den Uffizien. Von ihm ferner Werke in S. Lorenzo in Pis 
cibus und Sa. Maria in Campitelli zu Rom, sowie in dortigen Privatsammlungen. 

Kicco, Bernardo, s. Bicoa. 

Bice, William Morton Jackson, Maler, geb. 1854 in Brooklyn (N. Y., ü. S. A.), 
Schüler von J. C. Beckwith und von Carolus Duran in Paris. 

Richard, Maler des 13. Jahrhunderts, führte 1270 Glasmalereien für den Chor 
des Doms zu Tours aus. 



58 Richard — Richard-Cavaro. 

Richard, Charlotte Josephine, geb. So hier, Malerin unseres Jahrhunderts, 
geb. 1791 in Paris, Schülerin von Chaudet und Ducq. Sie malte Bildnisse und 
Genrebilder. — Ein Alfred Pierre R., geb. in Paris, Schüler von Cogniet, war 
Bildhauer und stellte zwischen 1867 und 1882 in Paris aus. — Ein Antoine R., 
<ieb. in Chälons-sur-Saöne (Dep. Saöne-et-Loire), Schüler von Cogniet, malte zwischen 
1859 und 1880 Landschaften und Genrebilder. — Eine Christine R., geb. Souchon, 
geb. in Paris, war Schülerin von Roussel und A. Loyer, copirte Bilder nach 
Baudry auf Email und Porzellan und malte Bildnisse. Thätig um 1865. — Ein 
Edinond Camille R., geb. in Neauphle-le-Chäteau (Dep. Seine-et-Oise), Schüler von 
Normand und Cabanel, war um 1880 in Paris als Maler thätig. — Ein Eugene R. 
malte von 1833—47 in Paris auf Porzellan. — Ein Felix R., geb. in Nantes, Schüler 
von Jouffroy, war in Paris als Bildhauer zwischen 1872 und 1880 thätig. Med. 
3. Kl. 1880. 

Richard, Ernst Heinrich, Maler, geb. 28. Febr. 1819 in Karlsruhe, studirte 
dort, in Mannheim und in München. Er wurde 1846 Hofmaler, später Oberinspektor, 
1893 Direktor an der Galerie zu Karlsruhe. Er malte Thierbilder, z. B. Rinder- 
heerde am Wasser (Gal. Karlsruhe), Der ruhende Ackersmann, etc. Ritterkreuz 
I. Klasse. 

Richard, Flenry Fran<joIs d. J., Maler, geb. 25. Febr. 1777 in Lyon, f 
14. März 1852 (n. A. 1842?) in EcuUy (Dep. Rhone), Schüler von David. Er 
■wurde das Haupt der älteren Romantik zu Lyon und 1825 Direktor der dortigen 
Kunstschule. Von ihm Vert-Vert (Mus. Lyon), Montaigne besucht Tasso (1822 
ebenda), Die Herzogin von Montmorencv im Kloster von Moulins (ehemals im Mus. 
des Luxembourg), Die Einsiedelei von Vaucouleurs (desgl.), etc. Andere gelangten in die 
ehemalige Galerie des Prinzen Eugen von Beauharnais in München. — Ein Fran<jois 
R., geb. in Paris, Schüler von Frl. Perlet, malte zwischen 1840 und 1864 in Paris 
auf Porzellan. — Ein Felix Pierre R., geb. in Cronche (Dep. Isöre), Schüler von 
Jouffroy, war als Bildhauer in Paris um 1880 thätig. — Eine Mme. Hortense R., 
geb. in Paris Schülerin von D. de Cool und J. Bertrand, war Porzellanmalerin 
und stellte zwischen 1875 und 1882 in Paris aus. — Ein Irene R., geb in Lyon, 
und thätig dort um 1865, malte Historien und Bildnisse. — Ein Joseph E., geb. und 
thätig in Paris, malte zwischen 1866 und 1878 Favencen u. dgl. auf Porzellan. — 
Ein Jules R., geb in Paris, Schüler von T. Do not, war Bildhauer und zwischen 
1870—82 thätig. — Ein Louis R. stellte zwischen 1839 und 1848 Bildnisse in Paris 
aus. — Eine Louise Aurelie R., geb. in. Orleans, Schülerin von Cot, Robert 
Fleury, A. S erre , Mdme. Cool und Frl. Burat, malte um 1880 in Batignolles bei 
Paris in Email und auf Porzellan. — Eine Melanie R., geb. Mozin, geb. in Paris, 
Schülerin von Ä. Richard, war Bildhauerin. Zwischen 1868 und 1876 stellte sie 
Bildniss-Medaillons, etc. aus. — Eine Octavie R., geb. Ricois, geb. in Paris, Schülerin 
von L. Cogniet, malte um 1865 Pastelle. — Ein Pierre Louis R., geb. in Bercy- 
Paris, Schüler von Cogniet, malte Genrebilder, Historien und Landschaften, und 
stellte zwischen 1861 und 1880 in Paris aus. 

Richard, Pierre Olirier Joseph, Maler, geb. 3. Juni 1801 in Rennes, Schüler 
von. Gros und der Ecole des beaux arts. 

Richard, Theodore, Maler, geb. 24. Nov. 1782 in Millau (Dep. Aveyron), f 
10. Dec. 1859 in Toulouse (Dep. Haute-Garonne), Schüler von Bertin, Aubry und 
Ingres. Er stand längere Zeit als Geometer in Staatsdiensten. Durch Brascassat, 
den er später adoptirte, wurde er ganz der Kunst zugeführt. Von ihm 3 Land- 
schaften (Mus. Bordeaux), Ziehende Heerde (ebenda), Wald in den Bergen mit 
Schafen (Mus. Orleans), Eine Farm in der Umgegend von Pau (Mus. Montpellier), 
Ansicht d. Stadt und des Schlosses von Pau (ebenda), Die Holzhauer (Mus. Toulouse), 
Die Tränke (ebenda), Eichenstudien (Sepiazeichnungen, ebenda). Med. 2. Kl. 1831, 
Kreuz der Ehrenleg. 1854. Seine Biographie von E. Negrin, Toulouse 1857. — 
Ein W. R. in Paris war Maler und stellte 1836 Landschaften in Aquarell aus. — 
Eine Mdme Pauline R.-Bonfife, geb in Paris, Schülerin von Frl. D ubois-Davesne 
und von A. Millet, war Bildhauerin und stellte 1878 u. 79 Bildnissbüsten aus. 

Richard-Cavaro, Charles Adolphe, Maler, geb. 20. April 1819 in Vernon 
(Dep. Eure), Schüler von Ingres, L. Cogniet und der Ecole des beaux-arts. Von 
ihm Die Verbannten (1849 Mus. Besangon), Eine Bacchantin (1844), Frühlingsabend, 
Venezianisches Lied (1880), Bildnisse, Aquarelle, auch Copien nach alten Meibtern. 
— Eine Mdme R. Gallois, Malerin, geb. in Lorieut (Dep. Morbihan), Schülerin von 
Co roll er, malte Landschaften und stellte zwischen 1878 uud 1880 in Paris aus. 



Richard! — Richardson. 59 

Ricbardi, Pietro de, Holzschnitzer des 16. Jahrhunderts, aus Ferrara, 
vollendete 1519 das herrliche Chorgestühl des dortigen Doms, jetzt leider beinahe 
zerstört. 

Richards, Emma, s. Gfaggiotti-Richards. 

Richards, John Inigo, Maler, geb. vor 1750, f 1810 in London Er half 
die dortige Akademie begründen, deren Sekretär er 1788 wurde. Er malte lange 
für das Covent - Garden Theater Coulissen. Seine Oelgemälde stellten meist alte 
Ruinen dar. R. hat auch den Lionardo-Carton der Akademie restaurirt. 

Richards, Thomas Addison, Maler, geb. 3. Dec. 1820 in London, kam jung 
nach Amerika und war 1843—47 Schüler der New-Yorker Akademie, deren Mitglied 
und Sekretär er wurde. Er wurde der erste Direktor des Cooper-KunsUnstituts für 
Frauen, sowie Professor der Kunst an der Universität in New-York. Von Ihm Der 
pingmanbach in Pennsylvania, Im Thal des Wallkill, Am Thuner See, Chatsworth 
in England, etc. Ferner schuf er viele Illustrationen für Appleton, Harper, etc. 
Mitgl. der Amerikanischen Nation -Akademie. 

Richards, William Trost, Maler, geb. 14. Nov. 1833 in Philadelphia (U. S. A.), 
Schüler von P. Weber das., meist aber Autodidakt. Er machte Studienreisen 
nach Florenz, Rom, Deutschland, England und Paris und Hess sich 1856 in Phila- 
delphia nieder. Die Corcoran Galerie in Washington besitzt von ihm Bucht im Staate 
New-Jersey, die Akademiesammlung in Philadelphia Das Glockenboje die Kunsthalle 
zu Hamburg Trebarwitch Strand an der Küste von Cornwall. Aquarelle von ihm 
im Metropolitan Museum zu New - York und im Lyceum zu Vassar. Med. 1876 
Philadelphia, Bronze- Med. 1889 Paris; Ehrenmitglied der amerikanischen National- 
Akademie. 

Richardson, Charles James, Baumeister, geb. 1806, f 20. Nov. 1871 in 
London, Schüler von Sir J. Soane. Von ihm das Haus des Earl of Harrington 
Privathäuser in Kensington, etc. Er interessirte sich besonders für Baukunst und 
Innendecoration z. Zt. der Kgn. Elisabeth und veröffentlichte „Architectural Remains 
of the time of Elisabeth und James I. (1840), Studies iu Ornament (1848), Heating 
und A^'entilatiou (1856), The Englishman's hörne from cottage to castle (1871), Old 
title pages", etc. 

Richardson, Frank Henry, Maler, geb. 1859 in Bostoii (Mass., ü. S. A.), 
Schüler von Boulanger und Lefebvre in Paris. Er liess sich in seiner Vaterstadt 
nieder, wo er u. A. als Lehrer thätig war. Von ihm Betende Wittwe in der 
Bretagne, etc. 

Richardson, Jonathan d. Ae., Maler, geb. 1665, f 28. Mai 1745 in London, 
Schüler von John Riley. Es gelaug ihm, neben Kueller sich einiges Ansehen zu ver- 
schaffen, und hatte er besonders nach dessen Tod als Bildnissraaler grossen Erfolg. 
Der Nachwelt ist er als Kunstschriftsteller besser im Gedächtniss geblieben, denn als 
Maler. Ein Bildniss von ihm besitzt die Nat. Gal., 6 die Nat. Portr. Gal. zu London. 
R. hat auch Einiges radiert, z. B. Johannes d. T. als Kind, Xenocratesbüste, Milton, 
Pope, und andere Bildnisse, etc. Von seinen Schriften nennen wir: Theorie der 
Malerei, Der Kenner, üeber Italienische Kunstdeukmäler, Ueber Milton's Verlorenes 
Paradies (die letzten zwei gemeinschaftlich mit seinem Sohn). 

Richardson, Jonathan d. J., Maler, geb. 1694, f 1771 in London, Sohn und 
wahrscheinlich Schüler des Jonathan R. d. Ae., malte als Liebhaber Bildnisse, 
z. B. das des Dichters M. Prior, und half dem Vater bei seiner literarischen 
Thätigkeit. 

Richardson, Mrs. Mary C, Malerin, geb. 1848 in New-York, Schülerin von 
Rimmer und an der Kunstschule das., sowie an der Zeichenschule in San Francisco 
unter V. Williams. Sie liess sich in New-York nieder. Von ihr Der Meister, 
Orangen, Frühlingslilien, etc. 

Richardson, Thomas Miles, Maler und Kupferstecher, geb. 15. Mai 1784 in 
Newcastle-on-Tyne, f 7- März 1848 das., widmete sich 1813 ausschliesslich der 
Kunst, nachdem er zuvor Kupferstecher, Kunstschreiner und Schullehrer gewesen war. 
Er malte Landschaften in Oel und Aquarell, und gab 1816 ein Werk mit Aquatinten 
über Newcastle, 1833 eins mit Schabkunstblättern über die Burgen an der Englisch, 
Schottischen Grenze heraus, die beide jedoch nicht vollendet wurden. Von ihm 
ferner Flussbild (Gal. Dublin), Lago Maggiore (Gal. Liverpool), Schweizer Ansicht 
(das.), Der Loniond Berg (Aquarell, S. Kensington Mus.), etc. — Sein Sohn Thomas 
Miles R. d. J., malte ebenfalls Landschaften iu Aquarell, von denen das S. Ken- 
sington Mus. acht besitzt. 



60 Richart — Richomme. 

Riebart, s. Lamarre. 

Bicharte, Antonio, Maler, geb. 1690 iu Yeclä, f 1764, Schüler von Senen 
Vila in Murcia und Menendez in Madrid. Er war in Valencia thätig, wo er viel 
Anklang fand und besonders Gildefahnen für Umzüge schuf. 

Ricliiiiid, Josepli, Maler, geb. vor 1825 in Aix (Dep. Bouches-du-Rhone), f nach 
1854, Schüler von P. Delaroche. Von ihm Interieur der Kapelle in Saint-Mery 
(1855 Mus. Aix), Bildniss des Luce Michel (ebenda), Die Grablegung (Skizze, 
ebenda). Die Kommunion (1848 für das Taufbecken der Kathedrale zu Aix), etc. 
Med. 2. Kl. 1848. 

Riclie, Adele, Malerin, geb. 1791 in Paris, f nach 1835, Schülerin von G. van 
Spaendonck und Vandael. Sie malte Blumen und Früchte in Aquarell. 

Richier, Ligier (Leger), Bildhauer, geb. 1506 (um 1500?) in Dagonville bei 
St. Mihiel (in St. Mihiel selbst?), f 1572 (1567?). Als Waise soll er seines Oukels 
Heerden gehütet und dabei Thiere aus Thon modellirt haben. Er kam jung nach 
Rom, wo er wahrscheinlich Schüler Buouarottis wurde. Nach 5— 6 Jahren kehrte 
er nach Frankreich zurück und Hess sich in Lothringen nieder. Von ihm Danielsurtheit 
(Steinrelief, Louvre), Jesuskind, zwei Engel (desgl., ebenda), Herzogin Philippine von 
Lotbringen (Gipsstatue, Versailles), Sterbender Christus (Gips, Mus. Nancy), Kal- 
varienberg (Kirche zu Hatton-le-Chätel), Skelett (Marmor, Altar in S.Peter zu Bai- 
le-duc, ursprünglich für das Grabmal des Oranischen Prinzen Rene von Nassau be- 
stimmt), Grablegung Christi (Stephanskirche zu S. Mihiel), Grosser Altar (Marcus- 
kirche zu Bar), etc. Seine Biographie von Dauban fl861), A. Lepage (1868), 
Cornault (1888 ''). 

Ricbieri, Antonio, Maler des 17. Jahrhunderts, geb. 1600 (?) in Ferrara, 
Schüler des G. Lanfranco, dem er nach Neapel gefolgt sein soll, um bei den 
Theatinern nach dessen Entwurf Fresken auszuführen. Er hat auch nach Lanfranco 
radiert, z. B. Tod eines Heiligen. 

Riehiet, Jacqnes (Jacob), Baumeister und Bildhauer des 16. Jahrhunderts, 
geb. in Grenoble, f 19. März 1641 in Vizille (De'p. Isere). Von ihm Bau und 
Schmückung des Schlosses von Vizille (1611). Er schmückte das St. Lorenzthor und 
das französische Thor zu Grenoble mit Trophäen und- Ri;. tuen. Ferner von ihm Das 
Reiterstandbild von Lesdiguieres in Vizille (1622 Bronze), eine Victoria (Place Mal- 
Conseil), eine Friedenstatue (St. Andreasplatz in Grenoble), etc. 

Richmond, Gteorge, Maler, geb. 28. März 1809, f 1896 in London, Schüler 
von William Blake, Sohn des Thomas R. d. Ae. Nach Blakes Tode bildete er 
sich 3 Jahre in Italien weiter aus und war auch Schüler der Londoner Akademie. 
Er malte hochgeschätzte Aquarelle, besonders aber mehr als 3000 Bildnisse in Oel 
und Pastell, z. B. Macaulay (1S50), Hob. H. Inglis, Earl of Elgiu (1860), Duke of 
Buccleugh, Marchioness of Salisbury (1877). Mitgl. der Akad. 1869. 

Richmond, Tlionias, d. Ae., Maler, geb. 1771 in Kew, f 1837 in London, 
Schüler von Engleheart und der St. Martin's Lane Acaderay. Seine Miniaturen 
waren beliebt und er stellte etwa 30 Jahre lang in der Akademie aus. 

Riclimond, Thomas, d. J., Maler, geb. 16. Sept. 1802 in London, f 13. Nov. 
1874 in Keswick, Schüler seines Vaters Thomas R. d. Ae., studirte auch an der 
Londoner Akademie und in Paris. 1841 besuchte er Rom. Er malte Bildnisse etc. 
in Oel und Wasserfarben, und war erst im Norden Englands, dann in London, zu- 
letzt in Cumberland thätig. 

Richmond, William Blake, Maler und Bildhauer, geb. 29. Nov. 1842 in 
London, Sohn des George R., Schüler von Sir Fred. Leighton. Er begann als 
Praeraphaelit, wurde aber auf einer italienischen Reise umgestimmt und neigte 
sich zuletzt der classicistischen Richtung eines Leighton zu. Am Besten blieb er in 
feinen Kinderbildnissen. Von ihm Venus und Anchises, Die thörichten Jungfrauen, 
Amor vincit Oniuia, Die Jungfrau von Orleans, Vorstellung des Agamemnon zu 
Athen (Gal. Birmingham), Charles Darwin, Miss Wormald, etc. Kl. gold. Med. 
Berlin. 

Richomme, Joseph Theodore, Kupferstecher, geb. 28. Mai 1785 in Paris, f 
22. Sept. 1849 das. Schüler von Regnault und J. J. Coiny. 1806 erhielt er den ersten 
grossen Preis und brachte es zum angesehenen Stecher in Linienmanier. Vou ihm 
Bildniss Ludwig XVIII. (1814), Triumph der Galathea (1822 n. R. Santi), auch Andere 
n. dems., Heinrich IV. und seine Kinder (1835 n. Ingres), sowie Stiche nach Guerin, 
Gerard, A. Carracci, G. Pippi dei Gianuzzi, etc., auch Bildnisse nach dem Leben. 
Med. 1814, Kreuz d. Ehrenleg. 1824; Mitgl. d. Inst. 1826. 



RichcAnme — Richtet, 61 

Richomme» Jules, Maler, geb. 9. Sept. 1818 in Paris, Sohn des Joseph 
Theodore R., Schaler von Drolling. Von ihm Der heilige Peter von Alcantara ein 
Kind heilend (J 864, NTus. d. Luxembourg), Die Enthauptung Johannes des Täufers 
(1866, Mus. Besau^on). Ferner von ihm Trösterin der Bekümmerten, (1^63 Kirche 
von Bercy), Anbetung der Hirten (Verkündigungskapelle der Kathedrale zu Bordeaux), 
Die Malereien der SaintVincent de-Paul-Kapelle in der Saint-Se'verinkirche (1861), 
Die Malereien der Tauf- (1863) und Marienkapellen (1861) der Frauenkirche zu 
Bercy, sowie die Malereien im Schwurgerichtshof des Dep. Seine (1868), Bildnisse 
und Genrebilder. Med. 3. Kl. 1840,12. Kl. 1842, desgl. 1862 und 1863, Kreuz der 
Ehrenl. 1867. 

Richter, Adolf, geb. 1816 in Thorn, f 20. Nov. 1852 in Düsseldorf, Schüler 
4,er dortigen Akadaraie, Hess sich dann dort nieder Von ihm Rückkehr des rhei- 
nischen Landwehrmannes (1851, Gal. Dresden), Weinlese am Rhein, Neue Schul- 
kinder, etc. 

Richter, Adffün Ludwig, Maler, Zeichner und Radierer, einer der grössten 
Volkskünstler aller Zeiten, geb. 28. Sept. 1803 in Dresden, f 19. Juni 1884 in Loschwitz 
bei Dresden, Sohn und Schüler des Kupferstechers Carl August R., bereiste 1820 
Frankreich bis Nizza, 1822 die Alpen und 1823—6 endlich Italien, wo er sich weiter 
ausbildete. Zurückgekehrt erhielt er 1828 Anstellung an der Zeichenschule der 
Meissener Fabrik, 1836 aa der Dresdener Akademie, an der er 1841 Professor, 
dann auch Mitglied des Senats wurde. Die Leipziger Universität ernannte ihn zum 
Ehrendoktor, die Akademien zö München, Wien und Berlin zum Ehrenmitglied. 
An äusseren Ereignissen war das Leben des grossen, schlichten Mannes nicht reich. 
Als Maler suchte er das Genrebild eng mit der Landschaft zu verknüpfen. Gelang 
es ihm auch öfters, «einer EmpfinduDg wannen Ausdruck zu verleihen, so hinderten dife 
engen, ärmlichen Verhältnisse es doch, dass er zu einer grossen Entfaltung auf dem 
Gebiet der Malerei gelangen konnte. Auch in der Radierung brachte er es nie so 
^eit, dass man seinen Ausgang, die kl'eine Vedute, die man zum Broderwerb ohne 
gerade viel Genialität schafft, vergässe. Wie Dürer, tritt er uns in seiner freien 
Eigenart als grosser Künstler nicht mit dem Pinsel, noch dem. Stichel, soadem erst 
als Zeichner für den Holzschnitt entgegen. Er hat mehrere tausend Blatt ge- 
zeichnet und in ihnen verbinden sich Empfinden und Können zu seltener Harmonie. 
Wie kaum ein Anderer ist er volksthümlich, steht seine eigene Individualität mit' 
ihren Wurzeln in dem Boden der Welt, die er schildert. Die Ini^keit seines Ge- 
niüths, die erfrischende Einfalt, lernt man doppelt hoch schätzen, wenn man die 
Süsslichkeit und Absichtlichkeit seiner Nachfolger, eines Pletsch z. B. sieht. Mit 
sicherem Stilgefühl bat er die Holzschnittillustration in den Schranken gehalten, die 
ihr die Berechtigung als Textbild wahrt. Wenn man die geradezu abschreckende 
Buchillustration unserer Tage betrachtet, mit der stillosen Einfügung von Tonholz- 
schnitten oder gar Autotypien in den Text, und zu den zahlreichen Büchern, die 
Richter verziert hat, greift, so athmet man auf, und nennt ihn gern einen der 
grössten Illustratoren. Von seinen Gemälden nennen wir: Ueberfahrt beim Schrecken- 
stein (Dresden Gal.), Frühlingslandsohaft mit Brautzug (das.), Abendlandschaft mit 
Betenden (1842 Lpzgr. Mus.), Im Sabiner-Gebirge und 3 Andere (ebenda), Sturm auf 
dem Monte Serrone (Frankfurt a. M. Gal.), Blick im Riesengebirge (1839 Berlin, Nat.- 
Gal.), etc. Eine grössere Sammlung von Zeichnungen im Dresdener Kupf.-Kab. und 
bei Herrn E. Cichorius (Leipzig-Dresden). Von seinen 240 Radierungen sind etwa 
140 kleine Ansichten aus Sachsen und der sächsischen Schweiz, zum Theil gemein- 
schaftlich mit dem Vater radiert; ferner 6 Blatt aus der Umgebung von Salzburg, 
6 Blatt aus Rom und del* Campagna, auch einige Kunstvereinsblätter nach Gemälden 
anderer Maler, etc. Von den Büchern mit Holzschnitten sind vor Allem die vielen 
Jahrgänge von Horn's Die Spinnstube, hervorzuheb^ ; dann Ausgaben von Bechsteins, 
Musaeus', Reinicks Märchen, Des alten Schmidtjakobs Erzählungen, Horn's gesammelte 
Schriften, Hebels alemannische Gedichte, Liederbuch, Volksbücher, etc. Endlich 
Holzschnittcycien wie Das Vaterunser, Erbauliches und Beschauliches, Für's Haus, 
Christenfreude, Altes und Neues, Es war einmal, u. s. w Comthur des sächs. Albert-Ord., 
Franz Josef-O., Bayer. Michaels-O. Seine Selbstbiographie (7. Aufl. 1890), Biographie 
etc. von Steinfeld (1878) und Hoff (1877). 

Richter, Aim^, verehlichte Gaber, Holzschneidevin, geb. 27. Mai 1834 in 
Dresden, f 12. October 1863 daselbst, Schülerin von A. Gaber in Dresden, Tochter 
Adrian L. R.'s. Sie hat eine ziemliche Anzahl der Bilder zu „Löschkes Kinder- 
buch" geschnitten, sowie einige für die Spinnstube. 



62 Richter. 

Eichter, Albert, Maler, geb. 29. Juli 184.5 in Dresden, f 23. Juni 1898 in Lange* 
brück i. S., gebildet an Werken Guido Hammers und an der Dresdener Akademie, 
bat später in München unter A.Zimmermann und in Wien weiter studirt. Er bereiste 
die Alpenländer, Ungarn, Tunis, Algerien und die Sahara, Nord-Amerika. Er wurde 
ein beliebter Thiermaler und Illustrator; selber ein eifriger Jäger, wurden seine 
Werke von den Waidmannsbrüdern hochgeschätzt. Gelegentlich des Wettinfestes 
veröffentlichte er ein Erinnerungswerk mit Darstellungen des Armeefestes. 

Richter, August, Maler, geb. 8. Juni 1801 in Dresden, f 19. Nov. 1873 auf 
dem Sonnenstein zu Pirna, Schüler der Dresdener Akademie, dann der Düsseldorfer 
unter Cornelius. Er wurde Prof. an der Akademie zu Dresden. Von ihm Hagar 
und Ismael in der Wüste (Gal. Dresden), Rebekka und Eleazar am Brunnen (Gal. 
Weimar), Der ungläubige Thomas, etc. R. hat auch einiges radiert. 

Richter, Bengt (Benedikt), Medailleur, geb. 1670 in Stockholm, f 17.37 in 
Wien, Schüler seines Schwiegervaters Karlsteens. Er war erst an Louis XIV. 
Histoire metallique beschäftigt, kehrte in die Heimath zurück, um einige Stücke zur 
Geschichte Karls XII. zu schneiden, und wurde dann vom Kaiser nach Wien be- 
rufen. Hier schuf er die Med. auf Wiederherstellung des Goldenen Vliess-Ordens 
(1712), auf die Säule am Hohen Markt und die Preis-Med. der Akademie. 

Richter, C. F., Baumeister, geb. 1701 in Berlin, f 1766. Er wurde Bau- 
adjutant in Berlin und schuf dort u. A. das Schulenburgische Haus in der Wilhelm- 
strasse, den Johanniter-Ordenspalast (nach Bodts Plänen), das Lusthaus im Splitt- 
gerber Garten, eine Kaserne, viele Privathäuser, etc. 

Richter, Carl August, Kupferstecher, geb. 1778 in Wachau bei Radeberg, 
t 6. Juli 1848 in Dresden, Schüler von Zingg. Er stach in dessen Manier unter 
Anderem eine grosse Anzahl von sächsischen Veduten und sollen viele der angeblichen 
Arbeiten Zinggs aus seinem Alter eigentlich von R. herstammen. Von ihm ferner 
Waldeinsamkeit (nach Euisdael), Ansicht von Neapel, Am Altar des Hymen (nach 
S. Gessner), Pillnitz, Der Kuhatall u. a. Ansichten aus der sächs. Schweiz, Triumph- 
bogen in Warschau (nach S. Vogel), etc. 

Richter, Caroline Therese, Malerin, geb. 10, Dec. 1777 in Dresden, f 
18. Oct. 1865 das., Schülerin A'on Caroline F Friedrich. Sie war in Dresden 
thätig und malte Stillleben, von de.ien die dortige Galerie zwei besitzt. 

Richter, Christian, Maler des 18. Jahrhunderts, geb. in Stockholm, f 1732. 
Gebildet an den Werken M. Dahls. 1702 kam er nach England. Er malte Bildnisse 
in Oel und Miniatur, widmete sich zuletzt aber meist der Schmolzmalerei. — Ein 
anderer Christian R. war 1G27 — 1680 als Maler und Kupferstecher in Weimar thätig. 

Richter, Christian Samuel Hierouynius, Maler des 18. Jahrhunderts, f 
3. Sept. 1776. Er war Miniaturmaler und Malvorsteher an der Manufaktur in 
Mei sen. 

Richter, David, Maler, geb. 1661 (1662?) in Schweden, f 1^35 (1730?). Die 
kgl. Gewehrgalerie zu Dresden besitzt ein Bildniss des Churf. Job. Georg IV. (1692) 
von ihm, die Wiener Galerie zwei Ideallandschaften, die Stockholmer Galerie ein 
Selbstbildniss. Es gibt auch Miniaturbildnisse von R. Wahrscheinlich lebten gleich- 
zeitig zwei David R., woraus die verschiedenen Lebensdateu sich erklären würden. 

Richter, Kmil Theodor, Maler, geb. 1801 in Berlin, f 11. Febr. 1878 in 
München. Er besuchte Italien, Hess sich 1840 in München nieder und malte Land- 
schaften, z. B. In der Campagna, Die Kanisflur im Bregenzer Wald, Landschaft mit 
Hirschen etc. 

Richter, Friedrich, Maler, geb. 1828 (?), f 25. Febr. 1893 in Berlin, wo er 
HoJ&naler war. 

Richter, Georg, Maler des 17. Jahrhunderts, f 6. Oct. 1637 in Meissen. 

Richter, Guido Paul^ Maler, geb. 18. März 1859 in Striesen (Dresden), 
Schüler von Po hie und Grosse an der Dresdener Akademie. 1888—1892 war er 
als Prof. an der Kunstgewerbeschule in Lissabon thätig. Nach Dresden zurückgekehrt 
übernahm er die Kunstschule Kops. Von ihm Frühlingseinzug, Fischmenscheu, etc., 
besonders aber Bildnisse. 

Richter, Gustav, Maler, geb. 12. Mai 1847 in Dessau, Schüler von M. Schmidt 
und Gussow in Berlin. Er malte Bildnisse und Landschaften (z.B. Schwarzpappel - 
gruppe an der Elbe, Schloss Dessau), und liess sich in Berlin nieder. In Regierungs- 
auftrag malte er zahlreiche Bildnisse der Kn"= "'• ijluljn I., Friedrich und Wilhelm IL, 
von denen manche für Schulen chromolithograpairt werden. 1895 wurde er Professor. 
Versch. Med. und Orden. 



Ri€liter. 63 

Richter, Oustav Carl Lndwig, Maler, geb. 3. Aug. 1823 in Berlin, f 3. April 
1884 das., Schüler der dortigen Akademie, von Ed. Holbein, von L. Cogniet in 
Paris, auch in Rom gebildet, wohin er des öfteren reiste. Er war an den Wand- 
bildern des neuen Museums zu Berlin beschäftigt und malte dann für das Maximi- 
lianeum den „Bau der Egyi)tischen Pyramiden", was ihn neben einer einjährigen 
Studienreise nach Egypten 13 Jahre laug in Anspruch nahm. 1872 reiste er nach 
der Krim und Livadia. Später wurde er mit seiner süsslichen, weichlichen Bildniss- 
kunst der ausgesprochene Liebling der Berliner. Von ihm Die Auferweckung Jairi 
Töchterlein (Nat. Gal. Berlin), Selbstbildniss (das.), Bildniss Ed. Hildebrandts (Mus. 
Danzig), Kaiser Wilhelm I. (Mus. Breslau), Königin Luise (Mus. Köln a. Rh.). 
Zigeunermädchen, Odaliske, etc. Zu Ebers Prachtwerk über Aegypten lieferte er 
auch Hlustrationen. Mitgl. der Berliner Akademie und Prof.; Med. H. Kl. Paris, 
gr. gold. Med. Berlin, Brüssel, München, etc. 

Richter, Henry J., Maler, geb. 1772, f 1857 in London, wo er, obgleich von 
deutscher Abkunft, die längste Zeit thätig war. Er veröffentlichte eine englische 
Schrift, in der Kants Philosophie auf die Malerei angewendet wurde. Von ihm 
Christus heilt den Blinden, Die Ruthe, Der enge Schuh, Der brutale Ehemann, etc. 
Richter, Hermann, Baumeister unseres Jahrhunderts, f 23. Jan. 1886 in 
Berlin, Bruder des Gustav K. L. R. Von ihm Das Wallner - Theater in Berlin, 
Umbau des Friedrich Wilhelmstädtischen Theaters, zahlreiche Privathäuser und 
Villen, etc. 

Richter, Hieronymns, Maler, geb. 11. Jan. 1837 in Altwilrasdorf bei Glatz, Schüler 
von W. T. Kaulbach und Schraudolph an der Münchener Akademie. Er malte 
Historien und Bildnisse; thätig in Glatz, wo er Gymnasialprofessor wurde. Er hat 
auch Deutschland und Italien bereist, und kam nach Paris. Von ihm Christus 
im .Tempel, Predigt Johannes d. T., Mutter Gottes, etc., auch Genrebilder und 
Bildnisse. 

Richter, Johann (Hans), Maler, geb. vor 1638 in Meissen (?), f 24. Jan. 1672 
bei Zadel, Sohn und wahrscheinlich Schüler des Georg R. Mit dem Bildhauer V. 
Otto schuf er einen Altar für die Kirche zu Mittweida. - — Sein Sohn Johann 
Daniel R., ebenfalls Bildhauer, heirathete 1683 — Sein zweiter Sobn Joliann Frie- 
drich I. R. war ebenfalls als Bildhauer in Meissen thätig und starb vor 1719. — Sein 
Enkel Johann Friedrich 11. R., Sohn des Johann Friedrich L R., geb. in Meissen, 
war als Bildhauer in Bautzen thätig. 

Richter, Johann, Maler, geb. 5. März 1749 in Prag, f nach 1814, Schüler von 
Peter de Wit und Schmutzer in Wien. Er bereiste einen Theil von Deutschland 
und liess sich in Prag nieder, wo er Bildnisse und decorative Arbeiten schuf. 

Richter, Joliann, Kupferstecher, geb. 1823, studirte in München und blieb da 
ansässig. Von ihm 2 Landschaften nach Ebert, etc. Med. Wien 1873. 

Richter, Johann Adolph, Maler und Kupferstecher, geb. 1743 in Leipzig, 
t 1769. Von ihm Blätter nach Barbieri, de Bray, Carpioni, de Vos, etc. 

Richter, Johann Ernst, Bildhauer des 18. Jahrhunderts, f 2. Juni 1742. Er 
war Sohn eines Malers in Oschatz und hatte Anstellung an der Meissener Manufaktur. 
Richter, Johann Heinrich, Bildbauer des 18. Jahrhunderts, f 1.5. Sept. 1712 
in Meissen, wo er thätig war. — Ein Cliristian Joachim R. war um 1750 als Bild- 
hauer und Modelleur an der dortigen Manufaktur thätig. 

Ricliter, Johann Heinrich, Maler, geb. 1803 in Koblenz, f 1845 das., Schüler 
von Gerard und Girodet-Trioson in Paris, wohin ersieh als Goldschmied begeben 
hatte. Er kam nach München, wo er Bildnisse, 1832 nach Italien, wo er Genrebilder 
malte. 1835 kehrte er vom Süden zurück und malte von nun an wieder meist Bild- 
nisse, z. B. das König Ottos von Griechenland. Sein „Mädchen von Albano" befindet 
sich in der Gal. Karlsruhe, zwei Genrebilder in dem Thorwaldsen - Museum zu 
Kopenhagen. 

Richter, Johann Salomon, Kupferstecher, geb. 1761 in Dresden, f 1802 in 
Leipzig. Von ihm Volkstypeu Leipzigs (12 Bl.j, Leipziger Moden (13 Bl. 1780). 
Ansichten, Bildnisse, etc. "— Ein Johann Karl R., geb. 1775 in Berlin, schuf 
Aquatintbildnisse, etc. 

Richter, Josef, Maler, geb. 1780 in Dresden, f 22. Mai 1837 in Warschau, 
Schüler Zinggs in Dresden. Er wurde 1806 nach Pulawy herufou, lebte ISll— 1816 
in Sieniawa (Galizien), dann kurze Zeit in Dobromil und seit 1820 iu Warschau 
Von ihm u. A. die Zeichnungen Ansicht von Pulawy, Schloss in Krakau, Schloss in 
Troyzorze und Jelin. 



64 Richter — Riclolfi. 

Richter, Karl Gottlob, Maler, geb. 7. Sept. 1765 in Meissen, f 30. Oct. 1834, 
Schüler, der Kunstschule an der Porzellanfabrik in Meissen. Er malte Blumen. 

Richter, Ludwig, Baumeister, geb. 15. Aug. 1855 in Wien, Schüler des dortigen 
Polytechnikums und der Akademie unter Hansen. Von ihm Gruftkapelle Altham 
(Murstetten bei St. Polten), Palais Graf Vrints (Wien), Sanatorium Loew (das.), 
sowie viele andere Privatbauten und Villen in Wien und Umgegend. 

Richter, Rndolph Heinrich, Baumeister und Maler des 18 Jahrhunderts, geb. 
in Altenburg, f 1770 in Bayreuth. Er war am Schloss zu Schwedt thätig, und 
zwar auch in Bayreuth Bauinspektor, doch bat er dort meist gemalt, besonders 
Decken, Wände, etc. im Lustschloss Eremitage. Nach seinen Zeichnungen stach 
Wolflfgang 1741 sehr seltene Ansichten der Schlösser etc. von Schwedt. 

Richter, Wilhelm, Maler, geb. 1824 (1820?) in Wien, Schüler der dortigen 
Akademie unter Ender und Kupelwieser. Er malte Genrebilder, Kriegsscenen 
und Thierbilder. Von ihm Gassenkehrer (1839), Gefangene Piemontesen (1858), 
Hundezwinger (1871), Königliche Jagd in Ungarn (1882), etc. 

Richter-Lefeasdorf, Hugo, Maler, geb. 9. Jan. 1854 in Lefensdorf (Mecklen- 
burg), Schüler der Berliner Akademie unter Bracht und Wilberg. Er malte 
Landschaften, z. B. Sonnenaufgang im Hochgebirge, Spätherbst im Hochmoor, etc. 

Rick, Johann von, Bildhauer des 18. Jahrhunderts, thätig in Köln a. Rh. 
J. Sartor stach einige Altarblätter (1714) nach ihm. — Ein Jost von R. war um 
1539 zu Köln a. Rh. als Glasmaler thätig. 

Ricke, s. Rycke. 

Rickel, Panl de, Baumeister des 16. Jahrhunderts, f 1560, der die 1542 vol- 
lendete Martinskirche zu Lüttich erbaute, und auch an den Stadtthoren, Stadtwällen, 
etc. beschäftigt war. 

Rickelt, Carl, Maler, geb. 1857 in Lippstadt (Westfalen), studirte in Mftnster, 
dann in München unter Löfftz. Er malte GenrebiWer und hat auch viel illustrirt, 
z. B. J. Wolffs „Wilden Jäger". Von ihm Turnier in Köln (Drachenberg am Rhein), 
Schuhplattler, Christnacht, etc. 

Rico, Andrea, Maler des 12 Jahrhunderts, thätig in Kreta, einer der ersten 
neugriechischen Maler, von dem Werke in den Occident gelangten. Von ihm be- 
sitzen die Uffizien zu Florenz eine Madonna mitEugeln, die diePassionswerkzeiige halten. 

Rico, Martin, Maler, geb. vor 1850 iu Madrid, Schüler der Akademie das., 
wo er das Reisestipendium bekam. Er ging nach Paris, wurde durch Zamacois 
mit Daubigny und Meissonier bekannt. Er arbeitete in Italien viel mit Fortuny 
zusammen, dessen Vortragsweise er sich aneignete. Von ihm der Canal Grande in 
Venedig, Marktscene, Italienischer Garten (Mus. New -York). Auch Aquarelle, 
Illustrationen, u. s. w. Med. 3. Kl. 1878, Kr. d. Ehrenleg. 1878, Carlo IIL Orden. 

Rlcois, Fran^ois Edme, Maler, geb. 29. Aug. 1795 in Courtalain (D^p. Eure- 
et-Loir), f 1881 in Paris, Schüler von L. Bertin, Girodet, C. Bourgeois und 
der i^cole des beauxarts. Er malte viele Landschaften aus Frankreich und der 
Schweiz, z. B. Ansicht in Tre'port (1833 Mus. von Cambrai), Die Quellen von 
Royat (1822), Ansicht aus Vevey (1837). Der Place de la Concorde mit der Brücke 
(1875), etc. Med. 2. Kl. 1824. 

Ridel, Rudolf, Maler, geb. 1828 in Weimar, wo er als Landschaftsmaler thätig 
war. Von ihm Gegend bei Eisenach, Im Walde bei Heringsdorf, Herbstmorgen, etc. 

Ridinger, (Riedinger), Johann Elias, Maler und Kupferstecher, geb. 16. Febr. 
1698 in Ulm, f 10. Apr. 1767 in Augsburg, Schüler von C. Resch in Ulm und J. 
Falk und Rügen das in Augsburg. Er lebte 13 J?.hre in Regensburg und wurde 
1759 Direktor der Akademie zu Augsburg. Seine Thierbilder, namentlich die Jagd- 
stücke, wurden ausserordentlich beliebt, hauptsächlich aber ir den Kreisen, die das 
Schwergewicht auf eine naturtreue Wiedergabe der Fährten etc. legen, dagegen 
gar nicht in denen, die ein ästhetisches Vergnügen an einer wirklich künstlerischen 
Darstellung der Thiere haben. Von Oelgemälden nennen wir Hirsch von Hunden 
gehetzt (Gal. Kassel), Ruhende Hirsche (Gal. Fflrstenberg, Donaueschingen), Bären 
im Walde (1710 Gal. Schwerin), Fasanenjagd bei Nacht (Gal. Weimai-), etc. Er 
stach bezw. veröiTentlichte über 1300 Bl. z. Ph. in Schabkunst. — Sein Sohn Johann 
Jacob R. hat ihn unterstützt. 

' Ridley, William, Kupferstecher, geb. 1764, t 1838 in Addlestone. Er arbeitete 
für die Bücherillustration und verschiedene Zeitschriften. 

Ridolfl, Carlo, Maler, geb. 1602 in Vicenza^ f 1658 (1660?) in Venedig, Schüler 
Yon A, Vassilacchi, weitergebildet durch Studium der besten Meister in Venedig 



Ridolfi — Riedel. 65 

und Verona. Seine Heimsuchung gelangte in die Ognissantikirche zu Venedig ; er 
malte auch Bildnisse. Am besten ist sein Name durch seine treffliche biographische 
Arbeit über die berühmtesten Maler Venetiens (1648) erhalten. 

Bidolfl, Clandio, Maler geb. 1560 in Verona, f 1644 in Corinaldi, Schüler 
von D. Pozzo, P. Galiari uni F. Barroccio. Er war meist in seiner Vaterstadt 
thätig, hat sich aber auch in Rom, Urbino und Corinaldi bei Ancona aufgeLalten. 
Von ihm Die Verkündigung (Gal. Dresden), Geburt des Täufers (Sa. Lucia, Urbino), 
Darstellung im Tempel (Hl. Geistkirche, das.), Kreuzabnahme (Rimini), etc.; auch 
Bildnisse. 

Bidolfl, Micbele, Maler, geb. 1795 in Lucca, f 1854 das., studirte 1813 in 
Rom, -wo er unter Cornelius' und OverbecksEinfluss gerieth. Er malte in deren 
Sinn Historien, hatte aber seinen grössten Erfolg als. Gemälde-Restaurator, nament- 
lich bei B. Aspertinis Fresken in einer Seitenkapelle von S. Frediano zu Lucca. Er 
wurde Conservator in Lucca, und Ehrenmitglied der Akademie zu Dresden. Päpstliche 
Gold. Med, — Ein Pietro R. war um 1710 in Italien als Vedutenstecher thätig. 

Biebenstein^ s. Bnbinstein. 

Bied, Uooedikt, s. Benedikt von Laiin. 

Biedel, Anton Heinrich, Maler und Radierer, geb. 1763 in Dresden, f ^^^^ 
1824. Er malte Bildnisse. Von Radierungen nennen wir Abrahams Opfer (nach 
Dietrich), andere nach Carracci, Flink, Holbein, Hoothorst, Pauditz, R. v. Rijn, Will- 
maon, etc. 

Riedel, Angost Heinrich, Maler, geb. 27. Dec. 1802 (nach . 1799) in Bayreuth, 
t 8. (6.?) Aug. 1883 in Rom, Schüler der Münchener Akademie unter P. von Langer. 
1828 begab er sich nach Rom, wo er mit geringen Unterbrechungen sein Leben ver- 
brachte. Zur Zeit der Cartonzeichnet suchte er als Einziger dem Colorit und leb- 
haften Beleuchtungseffekten in der Malerei gerecht zu werden. Man nannte ihn den 
deutschen Leopold Robert, doch ist er dem Franzosen in Realistik und Können weit 
überlegen. Heute sind wir freilich über seine Effektmalerei ebensoweit, wie er seiner 
Zeit etwa dem Cornelius voraus. Von ihm Siesta (Gal. Raczynski, Berlin), Sakuntala 
(Gal. Stuttgart), Medea (das.), Badende Mädchen (Nat. Gal., Berlin), Albanische Frauen 
(Gal. Hamburg), Neapolitanische Fischersfamilie (1834 -Neue Pinakothek, München), 
Bildniss Rottmanns (das.), Judith und •€ Andere (das.^, Die Peri, etc.; auch Fresken 
im Palais Herzog Max zu München. Mitgl. und Prof. der San Luca- Akademie zu 
Rom, Mitgl. der A»»ademien i,u Berlin, München, St. Petersburg und Wien. 

Biedel, Carl, Maler, geb. 11. Nov. 1830 in Freudenthal (Schlesien), Schüler 
von Waldmülle'' an der Wiener Akademie, von der Antwerpener Akademie und von 
Cogniet in Paris. Er malte Genrebilder und Bildnisse, z. B. Die Vorleserin (Akad. 
Gal. Wien), V. Priessnitz, etc. Med. m Philadelphia und Wien. 

Eiedel, Eduard Ton, Baumeister, geb. 1. Febr. 1813 in Bayreuth, f 24. Aug. 
1885 in Starnberg, Schüler der Münchener Akademie und von Gaertncr, zuvor des 
Polytechnikums und der Universität, Bruder des August P, 1889—41 studirte er 
auf Staatskosten in Italien und Griechenland. Er wurde Direktor der Hofbauinten- 
danz zu München. Von ihm Damenatift (1835, München), Kön. Schloss (Athen), 
Marmorkaskade und Fontäne (Schieissheim), Schloss Hohenschwangau, Der neuf 
Wintergarten im Münchener Schloss, Natiotalmuseum in München (1859—68), Kirche 
zu Dornbirn, etc. Michaelßorden I. Kl., Griechischer Erlöser-Orden. 

Biedel, Gottfried Friedrich, Maler, geb. 1724 in Dresden, f 1784 in Augs- 
burg, Sohn und wahrscheinlich Schüler des Johann G. R. Er malte Historien, 
Bildnisse und hat auch Einiges auf Kupfer gebracht. 

Biedel, Johann Anton, Maler und Radierer, geb. 1733 in Prag, f 1816 in 
DreedeUj Sohn des Johann G. R. 1753 wurde er ünterinspektor au der Dresdener 
Gal., 1757 alleiniger Inspektor. Vou seinen Radierungen nennen wir : Madonna 
(nach Barocci), desgl. (nach Crespi), Rembrandtg Selbstbildniss, u. viele Andere 
(nach R. van Rijn); Andere nach Bol, Both, Livens, Pauditz, etc. 

Biedel; Johann Gottfried, Maler und Kupterstecher, geb. 1691 in Talkeu 
(Böhmen?), f 12. Dec. 1765 in Dresden, Schüler von Maennl in Wien uud von 
Solim(»na. 1739 wurde er als Hofmaler nach Dresden berufen, 1742 Inspektor der 
dortigen Galerie. 

Riedel, Wilhelm, Maler, geb. 1838 in Antoniwaid bei Reichenberg, f l^^'ß »u 
Kundratitz bei Leitmeritz, Schüler der Prager Akademie und von 0. Achenbach 
in Düsseldorf. Er war in Rom und Paris, zuletzt iu Prag thätig; im Rudolfinum 
lort seine „Mövenkapelle auf der Insel Sark bei Jersey". 

AlIg«ineiiieG Ettnstler-Lcxicoii. S. Anfi. 4. Band. 5 



66 Rieder — Riemenschneider. 

Bieder^ Georg, Maler des 17. Jahrhunderts, f nach 1669. Er war in Ulm 
thätig und erhielt dort 16bO das Bürgerrecht. 

Bieder, Wilhelm August, Maler, geb. 30. Sept. 1796 in Döhling bei Wien, 
t 8. Sept. 1880 in Wien, Schüler der dortigen Akademie; wurde 1825 Zeichen- 
professor. 1835 reiste er nach Florenz und Rom zu weiterem Studium ; hat auch 
Tirol und Nord-Italien besucht; 1857 wurde er Kustos der k. k. Galerie. Von ihm 
Lilie von St. Leonhard (Mus. Wien), Bildniss Kaiser Franz I. (Universität, GrazV 
Maria Stuarts Abschied, Effie Deans im Gefärgniss (nach Scotts Roman), etc. 

ßiedinger s. Ridinger. 

Biedmiiller, Franz Xaver Von, Maler, geb. 22. Jan. 1829 in Konstanz, 
Schüler der Kunstschule in Karlsruhe unter Schirmer, besuchte auch Frank- 
furt a. M., Strassburg und Stuttgart, wo er sich niederliess. Er malte Landschaften 
und wurde 1873 Grosshrz. badischer Hofmaler. Von ihm Parthie bei Strassburg 
(1875 Gal. Stuttgart), Stimmungslandscbaft, etc., auch Aquarelle und Kohlezeich- 
nungen (von diesen zwei in der Gal. Karlsruhe). Med. III. Kl., Med. London. 

Biedmüller, f\iedmiller), Johannes Eyangelist, Bildhauer, geb. 1815 in 
Heimertingen, f 13. Febr. 1895 in München, Schüler von Schwanthaler, Schön- 
laub und Entres, nachdem er als Fagäden- und Bildnissmaler angefangen hatte. Von 
ihm Christus, Maria, die Apostel, etc. (Kirche zu Waldstetten), Maria (Kirche zu Tölz), 
sechs Überlebensgrosse Statuen (Regensburger Dom), Der Gekreuzigte (Friedhof zu 
Neuenkirchen bei Rostock), Büsten Schwanthalers, Liebigs, Pettenkofers, etc., viele 
Grabdenkmäler in Münchener Friedhöfen, etc. 

Riefstahl, Wilhelm Ludwig Friedrich, Maler, geb. 15. August 1827 in Neu- 
strelitz, f 11. Oct. 1888 in München, Schüler der Berliner Akademie unter Schirmer, 
weitergebildet auf Reisen durch ganz Deutschland und die Alpenländer. 1869 be- 
suchte er Rom, von 1870—8 war er Professor an der Karlsruher Kunstschule, ging 
nach Rom zurück und wurde 1875 Direktor der Kunstschule in Karlsruhe. 1878 
liess er sich in München nieder. Er malte Landschaften, dann allmählich Figuren- 
bilder mit Landschaften. Von ihm Eine Beerdigung in Rom (1871 Gal. Dresden), 
Im anatomischen Theater zu Bologna (ebenda), Gesellschaft von Leidtragenden in 
Appenzell (Gal. Karlsruhe), desgl. 'Gal. Wiesbaden), AUerseeientag (1869 Nat. Gal. 
Berlin), Hirtenandacht auf dem Felae (1864, ebenda), Kapuzinerprozession, etc. Gold. 
Med. Berlin, Wien; Ehrenmitglied der Münchener Akademie. Prof. und Mitglied der 
Berliner Akademie. 

Riegel, Johann Georg, Baumeister und Maler, geb. 18. Nov. 1833 in Nürn- 
berg, Schüler und Bruder des Kupferstechers Jpbst R. Er lieferte besonders viele 
architektonische Zeichnungen für Fachzeitschriften, Publikationen über das Schweriner 
Schloss, das Berliner Ratbhaus, etc. 

Rieger, Albert, Maler, geb. im Mai 1834 zu Triest, Sohn und Schüler des 
Joseph R. Er liess sich in Wien nieder und malte Mariuen, sowie Landschaften. 
Von ihm Mondnacht bei Spitzbergen. Königin Waldliebe, Wasserfall in den Pyrenäen, 
Regenstimmung an der Donau, etc., Gold. Verdienstmed. 

Riehl, Gerhard yon, s. Gerhard Ton Rile. 

Biehl, Helene Christine, verehel. Vogler, Malerin, geb. 19. Dec. 1850 in 
Wiesbaden, Schülerin von Lindenschmit, Bamberger und J. Lange, auch auf 
Reisen weitergebildet. Sie malte Landschaften, z. B. Am Gardasee, Der Ammersee 
mit der ^iugspitze, etc. 

Riemenschneider, Hans Tilmann, genannt llffeister Dill, hervorragender Bild- 
hauer und Bildf-chnitzer, geb. 1460 in Osterode im Harz, f 1531. Er wanderte 
nach Würzburg, wo er 1483 in die Lucasbrüderscbaft aufgenommen wurde. 1495 
,7urde er Bürger, 1504 Mitgl. des unteren, 1518 des oberen Raths. In Folge der 
Bauernkriege verlor er diese Aemter und starb in Zurückgezogenheit. Er arbeitete 
in einer dem A. Krafift verwandten, doch minder herben Weise. Später von der 
Renaissance beeinflusst und nur in geringen Masser die Polychrouiie anwendend. Von 
ihm Adam und Eva (Würzburg, Südportal Frauenkirche), Madonna auf der Mond- 
sichel (1493 das., Neumünster), Bischof Rudolph von Scherenberg (das. Dom), Grabmal 
des Kaiser Heinrich II. und seiner Gemahlin (1513 Bamberg Dom), Beweinung Christi 
(1508 Kirche zu Heidingsfeld), Maria im Rosenkranz (Schnitzwerk 1521 Wallfahrts- 
kapelle bei Volkach), Kreuzabnahme (Relief 1525 Kirche zu Maidbrunn). Ferner 
viele weitere Grabmäler in Würzburger Kirchen, Schnitzaltare etc. ebenda und ia 
Kirchen zu Rothenbuip; ob der Tauber, im Sermanischen Mus. zu Nürnberg, im Nat 
Mus. zu MüDchen, etc. Seine Biogr. von C. Bccktr, Leipzig 1849. 



Riemerschmied — Riese. 67 

Riemerschinied, Richard, Maler, geb. 20. Juni 1868 in München, thätig das. 
Von ihm „Und Gott der Herr schuf einen Garten Eden etc." (Gal. Dresden), Idyll, Aus 
Füssen am Lech, etc. Er schuf auch ausgezeichnete kunstgewerbliche Arbeiten, 
Zimmereinrichtungen, etc. 

Riepenhansen, Ernst Ludwig, Zeichner und Kupferstecher, geb. 1765 in 
Göttingen, f 28. Jan. 1840 das. Er wurde üniversitätsstecher dort, arbeitete viele 
kleine Blätter in Cbodowieckis Manier, stach Gopien nach flogarth für die Göttinger 
Almanache, nach Flaxmans Umrisse zu Dias und Odyssee, etc. 

RiepenhauseD, Franz, Maler, geb. 1786 in Göttingen, f 3. Jan. 1831 in Rom, 
Schüler von W. Tischbein in Kassel, Sohn des Ernst Ludwig R. Mit diesem und 
seinem Bruder lieferte er erst im classizistischen Geschmack Illustrationen zu Homer 
und versuchte Polygnots Gemälde zu reconstruiren. Er wurde dann romantisch, trat 
1805 in Dresden zum Katholizismus über und schuf mit Johannes R. 14 Blatt Leben 
der Hl. Genovefa. Seit 1807 mit dem Bruder in Rom ansässig, neigte er sich den 
Nazarenern zu. Sie gaben zusammen eine ill. Geschichte der italienischen Malerei 
heraus. Ihre verschiedenen Werke illustrirten sie mit zusammen 115 Radierungen. 
Von ihm Der Traum Raphaels (wie die meisten Anderen, gemeinschaftlich mit 
Johannes R., Gal. Raczynski, Berlin), Copie nach R. Santis Transfigaration, Madonna 
mit dem Hl. Johannes (Gal. Schwerin), Ansicht von Rom (1820), Das Mädchen aus 
der Fremde (nach Schiller), etc. 

Riepenhansen, Johannes, Maler, geb. 1789 in Göttingen, f 17. Sept. 1860 in 
Rom, Schüler von W, Tischbein. Er arbeitete vielfach gemeinsam mit seinem Bruder 
Franz R. Nach dessen Tod veröffentlichte er 12 Zeichnungen zum Leben R. Santis. 
R. malte auch Thaten des Braunschweiger Herrscherhauses, Christus als Kinderfreund, 
Madonna, Untergang der Ceuci, Madonna (Neue Pinakothek, München), Dichtkunst 
(Gal. Hamburg), Christus segnet die Kinder (Gal. Hannover). 

Rieper, Ängrnst, Maler, geb. 17. Oct. 1865 in Hamburg, Schüler der dortigen 
Gewerbeschule und der Münchener Akademie, meist aber. Autodidakt. Er malte 
meist Stillleben ujid Genrebilder, z. B. Der Gelehrte, Im Hofbräuhaus, Schlechte 
Karten. 

Rieppel, Ferdinand, Maler unseres Jahrhunderts, f 1882. 

Ries, Bernhard, Goldschmied, geb. 9. Juni 1567, f 3. Oct. 1611. Er war erst 
in Schmalkalden, dann- in Meiningen thätig. 

Ries, Georg I., Goldschmied und Edelsteinschneider, geb. 20. Febr. 1586 in 
Schmalkalden, f 21. Sept. 1640. Sohn des Bernhard R. — Sein Bruder Georg R. II., 
t 23. Oct. 1611 in Augsburg, war auch Goldschmied. — Sein Sohn Georg R. III., 
geb. 19. Oct. 1622, war Goldschmied und Edelsteinschneider in Kassel. — Srin 
zweiter Sohn Jeremias R., geb. 29. Aug. 1625 in Schmalkalden, war dort als Gold- 
schmied thätig 

Ries, (Riese, Itiess), Johannes, Gold- und Silberschmied, geb. 17. Juni 1619, 
f 25. Oct. 1673, thätig in Kassel, wo er 1650 Meister war. — Sein Sohn Johann 
Uerniann R., geb. 14. Jan. 1651 in Kasstj, f 1721 das., war dort als Goldschmied 
thätig. — Sein andef-er Sohn Joliann Helfrich R., geb. 17. Febr. 1656 in Kassel, 
war als Goldschmied und Edelsteinschneider in Frankfurt a. M. thätig, wo er 1083 
in die Goldschmiedsinnuiig eintrat. Er arbeitete für alle deutschen Höfe und sogar 
der Papst liess sein Wappen von ihm fertigen. Auch in Frankfurt waren seine Hinge 
etc. allgemein hoch geschätzt. 

Ries, Johann Andreas, Silberarbeiter des 17. Jahrhunderts, f 1708. Er war 
in Schmalkalden thätig. 

Ries, Johasiu Jacob, Goldschmied und Edelsteinschneider des 17. Jahrhunderts, 
geb. 31. Oct. lO^JU m Schmalkalden, Sohn des Georg R. I. Er war in Giesson thätig. 

Ries, Matliii'sS, Edelsteinschneider, geb. im Juni 1685 in Frankfurt a. M., f '"• 
Oct. 1743, Sohn und Schüler des Johann Helfrich 11., auch in Rom gebildet. 
Von ihm Bacchuskopf (Carneol), Churfürst Job. Wilh. von der Pfalz und Gemahlin 
(grosser Carneol), etc. 

Ries, Tobias, Goldschmied und Edelsteinscl.aeider des 17. Jah:hunders, geb. 4. 
Nov. 1616, thätig in Schmalkalden. 

Riesch, Otto, Bildhauer, geb. 30. Mai 1851 in Berlin, Schüler der dortigen 
Akademie und von Siemering, auch in Italien gebildet. Er lieferte viele Arbeiten 
für das Panoptikum. Von ihm ferner: Aschenbrödel, Badende Kinder, Christus und 
die Saniariterin, etc. 

l'iese, Johann Helfrich und Mathias, s. Ries. 



68 Riesenberger — Rietechel. 

Riesenberger, falsche Lesart für Niesenberger, s. d. 

Eiesener, Henri Fran^ois, Maler, geb. 19. Oct. 1767 in Paris, f 7 Febr. 
1828 das., Schüler von Vincent und David, Sohn eines Kunst-Tischlers Louis XVI 
Während der Revolution Hess er die Kunst liegen und -widmete sich dem militärischen 
Beruf, ißuaste aber, da seine Familie durch die politischen Ereignisse verarmt war 
des Dienst verlassen und sich sein Brod mit Bildnissmalen verdienen. 1816 ging er 
wegen Arbeitsmangel nach Russland, wo er sechs oder sieben Jahre lang in St. Peters- 
burg und Moakau thätig war und die Bildnisse der bedeutenden Persönlichkeiten 
seiner Zeit malte. 1823 kehrte er nach Paris zurück. Von ihm Bildniss des Grafen 
von Cessac (1810, Mus. Versailles), Bildniss des Jean-Francois Aim6 (ebenda), Bildniss 
des Jean-Baptiste Collin (ebenda), Bildniss des Ravrio (Mus. Louvre). Sein Bildniss 
Napoleon I. musste er über 15 Mal wiederholen. Med. 1808. 

Ricsener, Lonis Antoine Leon^ Maler, geb. 21. Jan. 1808 in Paris, f 1878 
'la&., Schüler seines Vaters Henri Fran9ois R. und von Gros. Er malte mit 
Vorliebe frisch und realistisch aufgefasste weibliche Akte. Von ihm die Malereien 
'^OK 7 P'eldern der Decke der Senatsbiblio+hek, die Decoration des Irrenhauses zu 
Charenton, ferner Erigone (1864 Mus. Luxembourg), Zwei Frauen und eine Ziege 
im Stall (1833), Die Geburt Mariae (1849), Die Musen (1870), etc., sowie viele Bildnisse 
uch in Pastell. Med. 3. Kl. 1836, 2. Kl. 1855, Med. 1864, Kreuz d. Ehrenl. 1873. — 
Seine Toihter Rosalie R., geb. in Paris und Schülerin ihres Vaters, war auch 
Malerin, sie schuf Bildnisse. 

Rieser, Michael, Maler, geb. 5^ Sept. 1828 in Schlitters (Tirol), Schüler der 
"Wiener und Müüchener Akademien, und von Rüben, weitergebildet auf Reisen durch 
Italien (8 Jahre). Er malte Historien, wurde Mitglied der Wiener Akademie, und 
von 1868 — 88 Professor an der Schule des K. K. Oester. Museums. Von ihm Abend 
vor Christi Geburt (Prag, Rudolfiaum), viele Altarbilder, namentlich aber Cartons 
zu Glasfenstern, etc. für Kirchen in Nancy, Trier, Wien (Schottenkirche, Votiv- 
kirche), etc. 

Riess, 8. Ries. 

Riesa, Karl, Baumeister, geb. 1833 (?), f 5. Jan. 1886 in Stuttgart. Unter 
Zwirner war er am Kölner Doinbau thätig und restaurirte dann die Wiesenkirche in 
Soest. 1860 wurde er Lehrer, später Prof. am Polytechnikum zu Stuttgai und lieferte 
zahlreiche Zeichnungen für Fachzeitschriften, Egles' ülmer Chorgestühl, Ans'm 
Weerths Niederrheinische Kunstdenkmale, etc. 

Riess, Paul, Maler, geb. 15. März 1857 in Fichtwerder (Brandenburg), studirte 
in Berlin, Weimar und München, auch unter H. Eschke und Th. Hagen. Er 
lebte in Weimar^ wo er Professor wurde, in München und Dessau, hat auch Italien, 
Holland, Norwegen, Lübeck, Dachau besucht. Er malte Landschaften, z. B. Mood- 
nacht, Strand bei Scheveningen, Fjordlandschaft, etc. R. hat auch radiert. 

Riester, Martin, Zeichner und Kupferstecher, geb. 1815 in Kolraar, f 1883. 
1838 kam er nach Paris und war kunstgewerblich thätig. Von ihm Fragments 
d'Ornements, etc." (200 Platten), Entwürfe zu Waffendecorationen, kleine Bilduisse, etc. 
Med. 1855. 

Rietfer, Heinrich, Maler und Radierer, geb. 15. Sept. 1751 in Winterthur, 
t 10. Juni .1818 in Bern Schüler von Schellen he rg Graft undAberli. Er toalte 
Schweizerlandschaften in Oel und Aquarell und war als Zeichenlehrer in Bern thätig. 
Von "ihm Gegend on Uttigen bei Thun mit der Aare und. Alpenkette (Museum in 
Bern), Der Reichenbach (Kunstballe, Winterthur), etc. Von seinen Kupfern nennen 
wir Wasserfall bei Rei«henbach, der Giessbach am Brienzer See, Gipfel der Jung- 
frau, etc. 

Rietl'eld, Joliauu, Bildhauer des 17. Jahrhunderts, f 1703. Um 1700 war er 
kgl. preussischet Hofbiidhauer. 

Rieth, Benedikt, s. Benedikt von Lanu. 

Riethooru, Jan Albert vau den, Maler des 17. Jahrhunderts, begraben 
13. Juni 1669 in Haarlem, wo er 1646 Mitgl. der Gilde geworden war. Schüler von 
C. Vis seh er. Er malte Bildnisse und Genrebilder. 

Rietscnel, Ernst, Bildhauer, geb. 15. Dec. 1804 in Pulsnitz, f 21. Febr. 1861 
in Dresden, Schüler der Dresdener Akademie, seit 1826 von Rauch in Berlin, nach- 
deiii er inzwischen für das Fiisenwerk Lauchhammer modellirt hatte und vom Grafen 
IRinsiedel unterstützt worden war. 1830 ging er auf ein halbes Jahr nach Italien. 
^332 wurde er Prof. an der Dresdener Akademie. 1843 besuchte er Holland, Belgien 
und Paris. 1851 reiste er Krankeitshalber nach Palermo. R., eine der bedeutendsten 



Rietschel — Rigaud. 69 

Grössen d6r deutseben Plastik unseres Jahrhunderts verdankt einen Theil seines Ruhms 
der Thatsache, dass er mit dem streugen Clasaizismus der Zeit und seines 
Lehrers Rauch brach. Als fesselnde Persönlichkeit lernen wir ihn in seiner Selbst- 
biographie kennen. Seine erste noch unter der Leitung Pettrichs geschaffene Arbeit 
war ein Neptun für einen Brunnen in Nordhausen. Als Hauptwerke nennen wir 
ferner: Denkmal Friedrich Augusts (Dresden), Lessing (Braunschweig), Pieta 
(Friedenskirche, Potsdam), Goethe und Schiller (Weimar), Carl M. von Weber 
(Dresden), |l(Utherdenkmal zu Worms (nicht eigenhändig ausgeführt), Büste Rauchs 
(1857), Hochrelief am Berliner Opernhaus (1844), .Bildnissbüsten, etc. Mitgl. und 
Ehrenmitgl. vieler Akademien und des Institut de France; mehrere gold. Ehrenmed., 
Preuss. Orden pour le mdrite, etc. Seine Biographie (z. Th. Selbstbiographie), von 
A. Oppermann, Lpzg. 1863. 

Eietschel, Ernst- (Wilhelm), Maler, geb. 1824 in Giessmannsdorf (Sachsen), 
t 2. Dec. 1860 in München, Schüler d*>r Dresdener Zeichenschule. Er malte Aquarelle 
und Bildnisse für lie Höfe zu Dresden, München und Wien. Darauf bereiste er den 
Orient und verweilte einige Jahre bei König Otto in Griechenland. Die Lipper- 
heide'schen „Blätter für Kostümkunde" bergen einige seiner Orientstudien. 

Rietschoof, Hendrik, Maler, geb. 1678 in Hoorn, f um 1746 in Koog, Schüler 
seines Vaters Jan C. R. Er malte und zeichnete ebenfalls Marinen. 

Rietschoof, Jan Claeaz (vielleicht Claesz Jansz), Maler, geb. 1652 in Hoorn, 
t 1719 das., Schüler von A. Liedts und Lud. Baknuizen. Von ihm Ruhiges 
Meer (Mus. Amsterdam), Stürmisches Mesr (ebenda). 

Rietstap, Antonius Renordus, Maler, geb. 7. Sept 1814 im Haag, f 1. April 
1837 das., Schüler von A. Schelfhout. Er malte und zeichnete Landschaften. 

Riene, (Drieux, Dreux), Jehan, Maler des 15. Jahrhunderts, t nach 1454. 
1439 illuminirte er ein livre d'neuros für den Herzog von Burgund, 1449 — 50 war 
er Valet de chambre und Illuminator Philipps des Guten. 

Riewel, Ednund, Holzschneider, geb. 14. März 1829 in Leipzig, Schüler von 
W. I Ifred >icho:is aus London. Er Hess sicii in Wien nieder. Von ihm 10 
Fries-nedaillons und 6 i legorien (nach Eisenmenger, gez. von Bürkner), 5 Märchen- 
bilder und vieles Andere (nach Richter), etc. 

BieZj s. Reitz. 

Riffant, Adolphe Pierre, Kupterstecher in Aquatiutmanief, geb. 23. Juni 1821 
in Paris, f 10. Apr. 1859 in der Irrenanstalt 311 Charenton, Schüler von Roemhild, 
J. Collignon, L. Marvy, Eug. Giraud und A. Colli n. Er stach viele Platten 
für J. Niels Werk „Portraits de personnages celebres du XVIc sieclo", sowie für die 
Zeitschrift TArtiste. Ferner Muttor Gottes (1845 nach Schopin), Ecce Homo (1846 
nach Guido Reni), Andere nach Defraiice de Liege. 

Riga, s. MttUer von Riga. 

Riga, Jean, Maler, geb. 1680, f 19. Febr. 1725 in Lüttich, wo er thätig war. 
Für die dortige Nicolauskirche malte er Die Hochzeit zu Cana, Die letzte Oelung, 
etc. Im Stadtbaus malte er 1717 — 20 verschiedene Decken aus. 

Riga, N. J., Maler, geb. l'iöS, f 1717, thätig in Lüttich, wo die Minoriten- 
kirche ein grosses Altarblatt Unsere Frau mit den Engeln (1688) von ihm besitzt. 
Andere Werke in weiteren dortigen Kirchen, z. B. Kreuzkirche, St. Denis, S. Johannes 
d. T.^ S. Servals etc. 

Rigau y Ros, Gaspar Fraucisco Joseph Joan Matias Baldiri und Uiacinto 
Francisco Honorat Matias Pere-Martir Andren Joan, Taufnamen der Gebrüder 
Gaspard und Hyacinthe Rigaud, s. d. 

Rigand, (le Ronx, s. Rigau y Ros), Gaspard, Maler, geb. 1. Juni 1661 in 
Perpignao (Dep. Pyränees Orientales), t 28. März 1705 in Paris, jüngerer Bruder 
des Hyacinthe R. Er wurde Hofmaler und 1701 ausserordentliches Mitglied der 
Akademie. Viele nicht bestimmt bezeichnete Bildnisse, die unter Hyacinthe R.'s Namen 
gehen, mögen von Gaspard R. herstammen. Von ihm G. F. Brignole (Gal Brignole- 
Sale zu Genua), Sigra. Battina Raggi Brignole (das.). 

Rigaud, (le Roux, s. Rigau y Ros), Hyacinthe, geb. 18. (getauft d. 20.) Juli 
1659 in Perpignan (Ddp. Pyr«Jnees Orientales), f 29. Dec. 1743 in Paris, Schüler von 
Pezey, Verdier und Ranc d, Ae. Er war 4 Jahre la^g in Montpellier, dann in 
Lyon thätig gewesen. 1682 gewann er den grossen Rompreis, blieb aber in der 
Heimath, um sich der Bildnisskunst zu widmen, von der er einer der grössten Ver- 
treter in Frankreich wurde. 1688 sass ihm der Bruder Louis XIV. und war sein 
Ruf von da an befestigt. 1687 wurde er Mitglied der Akademie als Bildnissmaler, 



70 Rigaud — Rillaer. 

1700 auf Grund seines S. Andreas (jetzt im Louvr- a^rf HiätorieL^aler, 1710 Pro- 
fessor, 1733 Rektor. 1709 wurde er geadelt. Er vai, s 62 Jahre lang und durch- 
sclinittlich etwa 35 Bildnisse im Jaiir. Ihm sassen Tü.f Könige, ziemlich alle die 
französischen königlichen Prinzen und die meisten lici Pariser Beriihmtbeiteu seiner 
Zeit. Bilder von 'hm in den Galerien zu Amiens, Bamberg, Basel, Berlin (Depot), 
Cassel, Darmstadt, Douai, Dresden, Dulwich, Florenz (ü/fizien), Genf, Grenoble, Karls- 
ruhe, Lausanne, Lissabon, London (Nat. Gal., Nat. Portr. Gal.), Lyon, Madrid, Metz, 
Montpellier, München, Nantes, Neapel, Nimes, Orleans, Faris, Ronen, St. Petersburg, 
Stockholm, Strassburg. Toulou3e, Valenciennes, Versailles, Wien, (auch -Gal. Czernin 
und Liechtenstein), Zürich, etc. 

Rig'and, Jean, Maler und Kupferstecher, geb. HO, f l'i'54. Er stach mehr 
als hunäeit Blact, meist Ansichten, und lebte wohl in England gegen Ende seines 
Lebens. Von ihm Marly, St. Cloud> Die Promenade im Tuilerien-Garten, Marseille, 
Greenwich, Hampton Court, St. James' Palace, etc. — Sein Sohn (Neffe ?) Jean 
Bnptiste R., war ebenfalls Kupferstecher. 

Rigaud, JohB Francis, Maler> geb. 18. Mai 1742 in Turin, f 6. Dec. 1810 
in Packington Hall, dem Besitzthum von Lord Aylesford. Er stammte von einer 
altfranzösischen Fugenottenfamilie ab, kam 1772 nach England und wurde 1784 
Mitglied der liOndoner Akademie. Er veröffentlichte eine Uebersetzung von Leonardo 
da Vincis „Abhandlung tlber die Maierei,'' Wir nennen von ihm Deckengemälde in 
Trinity House, Towerhill, Altarbild für die Kirche zu Packington, desgl. für 
St. Martin-Outwich zu London, Venus und Psyche (Aquarell); Verschiedenes für 
Boydells Shakspere - Gallery, etc. — Sein Sohn Stephen Francis, geb. um 1780, 
t nach 1850, malte Bildnisse und Historien, auch viel in Wasserfarben. 

Rigault, Napoleon Eugene, Baumeister, geb. 26. Febr. 1841 in Paris, Schüler 
von Lcbas und der Ecole des beaux-arts. Er errang 1863 den 2. grossen Rom- 
Preis auf Grund seines Projekts für eine Haupttreppe in einem Herrscherpalast. 

Riggenbach, Christoph, Baumeister, geb. 1810 in Basel f 1863 das., Schüler 
von Möller in Darmstadt, wfeitergebildet auf Reisen nach Berlin, München, Italicu- 
uud Frankreich. Er lestaurirte das Baseler Münster und baute dort nach F.Stadlers 
Plänen die i^jiisanethkirche, R. war auch als archäologischer Schriftsteller thätig. 

Rignetti, Mario, Maler des 17. Jahrhunderts, geb. um 1590 in Bologna, 
Schüler von L. Massari. Von ihm Erzengel Michael (S, Guglielmo zu Bologna) 
Christus erscheint der Magdalene (S, Giacomo Maggiore das.), Geburt (Sa. Lucia das.). 

Righetto, Agostino, Ba-meister des 16. Jahrhunderts. Mit Andrea della 
Valle baute er 1552 — 70 den Dom zu Padua. 

Rigo, Jules Alfted Vincent, Maler, geb. 1810 in Paris, Schüler von L. Cogniet. 
Von ihm Einnahme von Zaatcha (1853 Mus. Versailles), Die Chirurgen Scrive und 
Perier den verwundeten Russen in der Schlacht von Inkermann Hilfe bringend (1857 
ebenda), Heldenmüthige Hingabe des Bürgermeisters Richaud von Versailles, (ebenda), 
Ueberfahrt über den Tagliamento u. A. (ebenda),. Tuotilo besucht den Heiligen 
Benedikt (1865 Altar der Heiligen Benedikt-Kapelle in der Kirche St.-Etienne du 
Mont), Die Kommunion des Hl. Benedikt (1867 ebenda), etc. Med. 3. Kl. 1857, 
2. Kl. 1859, 1861, 1863. 

Rigo, Michel, Maler unseres Jahrhunderts, f 1815. Von ihm im Mus. zu 
Versailles sechs Bildnisse der Scheiks von Cairo. Ferner von ihm Fanaten-Predigt 
im Orient (1804), Der Kaiser am Grabe Friedrichs (1810), etc. 

Rigonldts, (Righolz), s. Thielen. 

Rikker, Willem, M?!er, geb. 2. Juni 1812 in Amsterdam, Schüler von F. 
de Braekeleer. Er liesE sich in Rotterdam nieder und malte Bildnisse, sowie 
Interieurs. 

Rile, s. Gerhard Ton Rile. 

Riley, John, Maler, geb. 1646 in London, f 1691 das., Schüler von J. Füller 
und G. Zoust. Erst nach Lelys Tod wurde er bekannt, dann aber bald über 
Kneller vergessen. Karl IL, Jakob II. und William und Mary sassen ihm, unter 
Letzteren wurde er Hofmaler. Von ihm ferner Männl. Bildniss (Venedig, Accademia), 
Bisliop Burnet, Lord Crewe und drei andere (London, Nat.Portr.-Gal.), Bishop 
Saundersou (Christ Church Oxford), etc. 

Rillaer, Jan ran, d. Ae., Maler des 16. Jahrhunderts, f zwischen dem 26. April 
und 28. August 1568, wahrscheinlich in Löwen, wo er thätig war. 1547 übernahm 
er für die Stadt Löwen die künsilerischeVersorgung des „Ommegank", 1549 decorirte 
er die Estracs für Philipp IL Einzug; 1562 schmückte er Zimmer im Stadthaus. 



Rillaer — Ring. 71 

Von ilim Urtbeil Salomonis (1528 Mus. Berlin, Depot), die Himmelfahrt Mariae 
(Wien), Einweihung eines Bischofs (S. Pierre, Löwen), etc. 

KilJaer, Jan Tan, d. J., Maler, geb. nach 1546 in Löwen, f nach 1591, Sohn 
und wahrscheinlich Schüler des Jan v. R. d. Ae. Er kam 1580 nach Dänemark, 
1588 lebte er wieder in gutem Ansehen in seiner Vaterstadt. Seine Malereien stehen 
denen seines Vaters nach. Im S. Pierre zu Löwen eine Auferstehung von ihm. 

Bimaiulo, Giacomo, Bildhauer, geb. 1855 in Caltagirono, Schüler der neapoli- 
tanischen Akademie. Er wurde Professor an dem Technicum Flavio Gioia uud 
anderen Instituten in. Neapel. Von ihm Entwurf zu einem Viktor Emmanuel- 
Monument für Rom, Flora (Marmorstatue, Zürich), Bildnissbüsten, etc. Gold. Med. 
Turin. 

Klmiualdi, Orazio, Maler, geb. 1598 in Pisa-, f 1630, Schüler von A. Lomi, 
dann von 0. Lomi in Rom, bildete sich an "Werken des Caldara und Zampieri 
weiter. Von ihm Martertod der Heiligen Cäcilia (Gal. Florenz), Di«, eherne Schlange 
(Dom Pisa), Assunta, etc. — Sein Bruder Girolamo war ebenfalls als Maler in Pisa 
thätig, und hat u. A. Orazio R.'s Assunta vollendet. 

Rinimer, William, Bildhauer, geb. 20. Febr. 1821 in Boston (Mass. ü. S. -Ä.), 
t 21. Aug. 1879 in South Milford (Mass. ü. S. A.) War erst Mediziner gewesen, 
1860—70 v/ar er Director der Kunstschule in New-York. Von ihm Der fallende 
Gladiator, Osiris, S. Stephan. 1864 gab er ein Zeichenlehrbuch heraus. 

Binaldi, Alessandro, Maler, geb. 5. April 1839 in Cremona, Schüler von 
Gallo Gallina und vor Hayez und Bertini an der Brera Akademie in Mai- 
land. Er machte den Garibaldi Aufstand mit. Von ihm Die letzten Augenblicke 
Michelangelos, Die Waise, Hamlet und Ophelia, viele Bildnisse, etc. Mitglied der Brera 
Akademie; mehrere Auszeichnungen. — Ein Antonio Rt (auch Rinaldo) malte in 
Venedig seit 1880 Genrebilder. — Ein Claudio R. thätig in Florenz stellte seit 1884 
Genrebilder aus. 

Rinaldi, Carlo, Baumeister, geb. 1611, f Iß^l» Sohn des Girolamo R. Von 
ihm u. A. das Innere von Sa. Agnese in Piazza Navona zu Rom. 

Binaldi, Domenico, Maler des 16. Jahrhunderts, thätig um 1550 in Mantua, 
Schüler von G. Pippi dei Gianuzzi. Eine Folge von 7 Historien zur römischen 
Geschichte, die unter dem Namen seines Lehrers gehen, sind wahrscheinlich von 
ihm. Hiervon besitzt die Nat. Gal. zu London , Jugend Scipios" und „Raub der 
Sabincnnneu". Die K. K. Museen zu Wien „Triumphzug des Julius Caesar" R. 
starb jung. 

Binaldi, Girolamo, Baumeister, geb. 1570, f 1655, thätig in Rom und Bologna. 
Er war unter Andern an Sa. Maria in Cajupitelli und S. Andrea della Valle zu Rcai 
thätig. Ferner wird ihm die Kirche S. Girolamo und Eustachio vor dem S. Mammolo 
rhore in Bologna zugeschrieben. 

Binaldi, Binaldo, Bildhauer, geb. 13. April 1793 in Padua, f 27. Juli 1873 in 
Rom, Schüler der Akademie zu Venedig unter Matteini, dann von Canova 
in Rom, wo er später Professor an der San Luca-Akademie wurde. Von ihm Adonis 
(Marmor, Gal. Parma;, Jungfrau von Orleans, Chiron und Achilles, Eva vor dem 
Sündenfall, Armida, etc. Gregors Orden; Ebrenmitgl. der Akademie in Philadelphia. 

Binaldi, Santo, Maler, gen, II Tromba, geb. um 1620 in Florenz, f 1676 (?), 
Schüler von F u r i n i. Er malte Schlacbtenbilder, Architekturen und Landschaften. 

Bincon, Antonio del, Maler, geb. um 1446 in Guadalajara, f um 1500. Er 
smdirte vielleicht in Rom. Zurückgekehrt wurde er Hofmaler Ferdinand des Katho- 
lischen, dessen Kammerdiener und Ritter des Santiago Ordens. Er gilt als Vater 
der spanischen Schule und sind nur wenige Werke von ihm erhalten, z. B. die Bild- 
nisse von Ferdinand und Isabella in der Kirche S. Juan de los Reyes zu Toledo und 
ein Altar in der Kirche zu Robledo de Chabela. — Sein Sohn und Schüler Fer- 
nando del B. war auch Maler uud war 1511—14 für die Kathedrale zu Toledo, 
1518 für das S. Ildefonso Colleginm zu Alcala thätig. 

Bineliardt, (Bineliart, Bhinehardt), Bildhauer unseres Jahrhunderts, geb. in 
Baltimore (U. S. A.), f 28. Oct. 1^74 in Rom, wo er studirt hatte. Von ihm Bronze- 
thür am Kapitol zu Washington (gemeinschaftlich mit Thomas Crawford). Latona, 
Samariterin, Flora, Der Morgen (Basrelief). Die Nacht (desgl.), etc. 

Binj?, Ferdinand Edvard, Bildhauer, geb. 28. April 1829 in Kopenhagen, 
t 28. Mai 1886 das., Schüler von Bisse n und der Stockholmer Akademie, weiter- 
gebildet auf Reisen nach Deutschland, Frankreich und England; besuchte auch 1876 
Italien. Von ihm der ornamentale Schmuck für das Schloss Marsvinholm zu Höganäs, 



72 Rirg — Rinzi. 

6 grosse Figuren für das Raibhaus zu Malmö, Neptun für die Navigationsschule zu 
Gotenburg, Frontongruppe für das Theater zu Kopenhagen (1874—76), die Statuen 
Andersons und N. Ebbesons zu Randos, etc. Verschiedene Medaillen. 

Ring, HerUidU toin, Maler, geb. 1521 (?) in Münster, f in oder vor 1597 das., 
Sohn und Schüler des Ludger tom R. de Ae., auch von Italien beeinflusst. Von 
ihm I<]rweckung des Lazarus (1546, Doui zu M'inster), Christus heilt die Kranken und 
Die Kreuzigung (ebenda), Christus am Kreuz mit Donatoren (1560 Mus. des Kunst- 
vereins zu Münster). Verkündigung, Auferstehung, Bildniss des Domherrn G. von 
Ransfeld (1565) u. A. (ebenda), Die Propheten und Sibyllen (Mus. Augsburg), 
Johann von Leyden und seine Ftc.vl (1535 Gal, Schweria). 

Ring, Lanritz, Maler, geb. 15. Aug. 1854, tbätig in Kopenhagen. Er malte 
Bauernbilder, meist ernste Episoden. 

Ringj Ludger tOBa, d. Ae,, Maler, geb. 1496 in Münster, f am Tage nach 
Palmsonntag 1547 das., wo er thätig gewesen war. Von ihm Bildniss #ine8 jungen 
Mannes (1536; u. A. (Mus. Münster), Männliches Bildniss (Mus. Berlin). 

Ring, Ludarer tom, d. J., Maler, geb. nach 1521 in Münster, t 1583 (1584?}, 
Sohn und Schüler des Ludger tom R. d. Ae. Er liess sich in Braunschweig nieder, 
wo er 15G1 Bürger wurde. Von ihm Bildnisse in Ptivatsammlungen nnd im Moseum 
des Kunstvereing zu Münster, Die Hochzeit ^u Gana (1562 Museum Berlin Depot), 
Bildniss eines Geistlichen (ebenda), Miniaturbildniss (1564 Mus Berlin;. 

Ring, Max, Maler, geb. 7. Jan, 1857 in Lublinitz (Schlesien), Schüler der 
Berliner, der Dresdener Akademie und von F. Keller in Karlsruhe, thätig in 
Berlin. 18 4 batte er die Bretagne besucht urd unter A. Harrison in Paris 
weiter studirt. 1898 bereiste er Italien. Von ihm Nixe, Loreley, Die Rose, Ruhe 
nach dem Bade, sehr viele Bildnisse, etc. 

Ring, ]^icolau8 tom, Maler, geb. vor löBOj f nach 1600, Sohn des Hermann 
tom R., an den Italienrrn gebildet. Von ihm Die Grablegung (1598 Ludgeri-Kirche 
zu Münster). 

RJDg, (Ryngh), Pieter de, Maler, geb. um 1615 in Leidea (?), f 22. Sept. 
1660 das., Schüler des J. D. de Heem. 1648 wjirde er Meister der Gilde zu 
Leiden. Er malte Früchte und Stillleben und bezeichnete seine Bilder oft mit einem 
Ring. Werke von ihm in den Museen zu Amsterdam, Berlin (im Depot 1650 dat.), 
Dresden und Schwerin (eins 1659 datirt). 

Ringe, Christoph Gottfried, Maler, geb. 1713 mRernburg, f 1797. E'^ wurde 
irrsinnig und zeigen viele seiner Werke Spuren der Krankheit. 

Ringeliag, Hendrik, Maler, geb. 23. März 1812 in Emden, Schüler von 
B. V. d. Broecif. Er malte Genrebilder, Kostümstücke und Bildniöse. 

Ringgli, Gotthart, Maler und Radierer, get . 27. Jan. 1575 in Zürich f 29. 
Jan. 1635 das. 1607 berief ihn der Rath von Bern, um den Glockenthurm zu zieren, 
der IblO vollendet war; die Gemälde können wir aber nur aus Zeichnungen und 
Beschreibungen kennen lernen. Von ihm ferner in Bern Die Bärenjagd, Die Stiftung 
Berns, Die Erbauung der Stadt, und anderweitig Hiobs Geduld und ein Gemälde 
mit dem Wappen von Zürich. Von Radierungen nennen wir Allegorien auf die 
Tugenden (1598), Allegorie auf den Krieg und ein Todtentanzbild (1628). 

Ringler, Ludwig, Glasmaler geb. 1535, f 1605 in Basel. Er hat sich etwas 
an Holbein angelehnt, war im übrigen steif und kalt in der Zeichnung. R, starb 
als Senator. Von ihm Wappenscheiben für P. J. Schenk zu Schweinsperg (Fulda), 
Th. Brand, Chr. Kosin (1558), etc. Auch Wappen und andere Zeichnungen sind von 
ihm erhalten. 

Bingler, Sigmund Karl August, Bossirer und Bildhauer, geb. 6. Febr. 1837 
in Kloster-Kirchheim (Württemberg), Schüler des Polytechnikums und der Akademie 
in München. 1855 war er an der Nymphenburger Porzellanmanuftiktur beschäftigt, 
im folgenden Jahr trat er in die zu Meissen. Hier arbeitete er erst unter Prof. 
Leuteritz, dann selbstständig als guter ornamentaler Bossirer und Modellirer. 

Rint, Johannes (Josef), Bildschnitzer, geb. 1843 (1845?) in Kukus (Böhmen), 
t 10." Febr. 1876 in Wien. Nachdem er schon als Knabe Gebrauchsgegenstände wie 
Pfeifenköpfe, Schachfiguren, Messergriffe, Pokale, etc. geschnitzt hatte, bildete er 
sich in München weiter aus. Von ihm Radetzltys Einzug in Mailand (1^49 Holz- 
jelief), Altar (für die Stadt Budweis), Kaiser becher (1862—64 Hauptwerk, für die 
Kaiserin Elisabeth), etc. 1865 wurde er Hofbildschnitzer. 

Rinzi, Gioranni, Graveur, Ciselleur und Plattner, geb. 18. Jan. 1838 in Mai- 
land, Schüler der dortigen Akademie. Er wurde Zeichenlelirer an verschiedenen 



Riollet — Riss. 73 

dortigen Instituten. 1861 schuf und verzierte er mit Goldeinlagen das Schwert das 
Modena dem Viktor Emmanuel schenkte (jetzt im Museum zu Turin); 1868 trieb er 
eiu Silberrelief mit Paulus und Petrus in Rom für Pio Nono; 1870 cisellirte er eine 
Silbertassc mit Jagdemblemen für Viktor Emmanuel , u. dergl. Arbeiten mehr. 
Italien. Kronehorden. 

Riollet, Marie Catherine, Kupferstecherin, geb. 14. August 1755 in Paris, 
•)• 1788 (?) das. Sie wurde 1787 die dritte Frau des Kupferstechers Jacnues Firmin 
Beauvarlet. Von ihr Dei* schlechte Reiche (n. D. Teniers) und Ansicht von Cler- 
mout en Bcauvoisis (1787). 

Bios, Ricardo de los, Maler und Radierer, geb. 1846 in Valladolid, Schüler 
der Ecole des beaux-arts in Paris unter Pils. Von seinen Radierungen nennen wir 
La fille du bergcv, Die Suppe, Garibaldi, Thierstück, Illustrationen zu Dumas' Kame- 
liendame (nach Besnard), etc. 

RiOQ, Edouard, Maler, geb. vor 1846 in Saint-Servan (De'p. Ille-et-Vilaine). 
Von hm Der Felsen von Samois im Wald zu Fontainebleau (1868 Mus. Havre), 
Eine kaiserliche Jagd (ebenda), Entenjagd am Meeresstrand (ebenda); ferner Illu- 
strationen zu „Le Tour du monde", Ansichten aus Südamerika, Pastelle, etc. 

Rionlt, LoHis Edouard, Maler, geb. 26. October 1780 in Montdidier (Dep 
Somme), f 10. März 1855 in Paris, Schüler von Drvid und Regnault (1814). 
E/ gewann den 2. Rompreis auf Grund seines Diagoras' Triumph. Durch Krankheit 
verlor er den Gebrauch der rechten Hand und malte seit 1820 ausschliesslich mit 
der linken. Von ihm Zwei badende Frauen (Mus. Anaiens), Belagerung von Ostende 
im August 1745 (1837 Mus. Versailles), Schlacht von Hastembeck den 26. Juli 1757 
(ebenda), Bildniss des grossen Conde (ebenda), Bildniss Philipps V. von Spanien und 
andere Bildbisse (ebenda). Schlafender Savoyard (Mus. Douai), Dorine und Tartuffe 
(Mus. Montargis), Aurora (Mus. St. Etienne), etc. Er hat auch einige Blatt auf Stein 
gezeichnet. Med. 2. Kl. 1824, 1. Kl. 1838. 

Eiposo, Spitzname des Feiice Ficherelli, s. d. 

Ripp, s. Vavasseur, Engene Charles Faul. 

Bipprd.iida, Giacomo, Maler des 15. Jahrhunderts. Er studirte in Rom und 
lualte Bildnisse. 

Eippel, Nicolaus, Maler, geb. 1563 (?) in Basel, f 2. März 1631 das. Er 
wurde 1587 Mitglied der Malerzunft und 1624 Bürgermeister Ej malte und zeich- 
nete Wappen für Adelige, Die hl. drei Könige, etc. und war keni bedeutender Meister, 
der vielleicht in späteren Jahren die Kunst aufgab. 

Rippingille, Eduard Villiers, Maler, geb. 1798 in King's Lynn (Norfolk), 
t 22. April 1859 in Swan village bei Birmingham. Er war Autodidakt, bildete sich 
später auf Reisen nach Frankreich, Italien (1837 und 41) und dem Orient. Von ihm 
Bildniss des Doctor Raffles (Mus. Liverpool), Bettler in der Campagna (Mus. South 
Kensington), Der Fortschritt der Trunksucht, Das Postamt auf dem Lande, etc. Er 
hielt auch kunstgeschichtliche Vorlesungen und war Schriftsteller. 

Rippl'Rönai, Joseph, Maler, Zeichner und Radierer, geb. 24. Mai 1861 in 
Kaposvär (Ungarn). Schüler von Herterich und Dietz in München, von Bou- 
guereau, T. Robert Fleury, Munkaczy und Köpping in Paris. Von 
ihm Mohamed, F. Liszt (Radierung), Illustrationen zu G. Rodenbachs ,Les Vierges", 
Bildnisse in Gel und Pastell, etc. 

Riquier, Lodewijk, Maler unseres Jahrhunderts, geb. ,1795 in Antwerpen, 
Schüler von M. van Bree, mit dem er nach Paris und Italien reiste. Seit 1820 
war er wieder in seiner Vaterstadt thätig. Er malte genrehafte Geschichtsbilder, 
Bildnisse, etc. Von ihm Brigantenfamilie (Mus. Brüssel), Rubens stellt seiner Frau 
Adriaen Brouwer vor. 

Risambourg', Fabien van, Maler unseres Jahrhunderts, f 1866 in Lyon, 
Schüler von R e v o i 1 und der Schule zu Lyon. Sein Selbstbildniss befindet sich im 
Mus. zu Lyon. 

Rising, John, Maler, geb. um 1750, t nach 1813. Er stellte auf der Londoner 
Akademie Generebilder besonders auch Bildnisse aus, von denen sich je ains in Hat- 
fild House und in der Bodleian Librany zu Oxford betinden. 

Rispoli, Criovanni, Medailleur, geb. 1888 in Neapel, Schüler der dortigen 
Akademie. Von ihm Medaille für die Maritime Ausstellung in Neapel, Stempel für 
die Societa Pellattieri das., etc. 

Riss, Fran^ois, Maler, geb. 1804 in Moskau, Schüler von Gros. Von ihm 
Bildniss des Kanzlers H. F. Daguesseau (Mus. Versailles), Tod des Erzbischofs 



74 Risse — Ritter. 

Araboise von Moskau (1838V Erweckung Jairi Töchterlein (1866), Öildnisse, etc. - 
Eine Mdme. Pauline R. (0 ^mahlin des Francois R.?) war 1838—42 als Pcrzellan- 
malerin in Paris thätig und stellte Copien uach T. Veceili, P. Veronese, Van Dyck, 
etc. aus. 

Bisse, Roland, Maler, geb. 4. Jan. 1835 in Köln a. R., Schüler der Düssel- 
dorfer Akademie unter Benderaann, Schadow und C. Sohn, machte Studien- 
reisen nach Dresden, München, Paris und den Niederlanden. Er liess sich in 
Darmstadt nieder. Von ihm Christus vor Pilatus (1856), Der Gott und die Bajadere, 
Johanna Sebus (1864), Die letzten Tage von Pompeji. Aschenbrödel (1868\ viele 
Bildnisse, etc. 

Rissj, Johann Anton, Maler des 18. Jahrhunderts, f 13. Mai 1758 in Prag, 
wo er thätig war. — Ein Johann Bruno R. (Rissi), Maler, aus der Schweiz, war 
im 17. Jahrhundert in Prag thätig und wurde dort 1694 getraut 

Rist, Johann Christoph, Maler, geb. 17. März 1790 in Stuttgart, f 15. Mai 
1876 in Augsburg, Schüler der Wiener Akademie, weitergebildet in Italien. Seit 
etwa 1828 war er in Augsburg als Zeichenlehrer, 1830 — 40 in München, dann wieder 
als Vorstand der Augsburger Zeichenschule thätig. Von ihm Teich im Wald (Mus. 
Stuttgart), Bad Gastein, etc. — Sein Bruder Gottfried R., f 1827 (?), war Kupfer- 
stecher und Schüler von G. v. Müller. Von ihm Stiche nach Dannecker, Riepen- 
hausen, Schick, Seele, Stirnbrand, Wächter, etc. 

Ristoro, Fra, Baumeister des 18. Jahrhunderts aus Campi, f 1283. Mit Fra 
Sisto (t 1289) aus Florenz begann er 1278 die Dominikanerkirche Sa. Maria Novella 
in Florenz zu errichten. 1280 begannen sie die einzige gothische Kirche Roms Sa. 
Maria sopra Minerva. R. kehrte nach Florenz zurück. Beide sollen auch 1252 am 
Pal. de'Priori zu Florenz an der Erweiterung vofi Sa. Maria Vecchia (1256) und ap 
der Wiederherstellung der Carrajabrücke thätig gewesen sein. 

Risrenno, (Risueno), Jusepe (Josef), Maler, geb. um 1640 in Granada, f 1721 
das., Schüler des A Ion so Cano. Werke von ihm in den Kirchen seiner Vater- 
Stadt, z. B. die Decoration der Ktippel der Karthäuser. Er hatte auch die Bild- 
hauerei studirt. 

Ritchie, Alexander Hay, Maler und Kupferstecher, geb. 14. Jan. 1822 in 
Glasgow, Schüler von Sir William Allen in Edinburgh. 1841 siedelte er nach 
New-York über. Von ihm Washington und seine Generäle, Baby wer ist das? 
Präsident Mo. Cosb (Bildniss), etc. Von seinen Kupferstichen nennen wir Washington 
und seine Generäle, Mitleid; auch Blätter nach Darley, Guy, Huntington, etc. 
Mitgl. d. Nat.-Akademie 1871. 

Ritgen, Hugo ron, Baumeister, geb. 3. März 1811 in Stadtberge (Westphaletf , 
t 1. August 1889 in Giessen. Er wurde Professor und Gen. ßaurath in Giessen. Von 
ihm ein Plan zur Burg Eltz im Moseltüal. Ferner die Restaurirung des Rittersaals 
der Burg Reisenberg bei Sterzing, besonders aber der Wartburg (Aeusseres und Inneres 
des Landgrafenbauses mit der Kapelle, dem Zimmer des Grossherzogs, dem Festsaal, 
der Kemenate mit dem Bergfried, etc.). R. schrieb einen Führer durch die Wart- 
burg. 

Ritrati, (Ritratti), Francesco de% s. Negrl, Gianfrancesco. 

Ritscher, Gottlob Moritz, Maler, geb. 24. Sept. 1827 in Dresden, f 1^;. Oct. 
1875 das., Schüler der dortigen Akademie unter Bendemann. Von ihm Siesta, 
Bauernkind, Besuch bei der Amme (1874 Gal. Dresden), Genofeva, etc. 

Ritschi von Harteubach, Hieronymus Heinrich Jacob, ' Holzschneider, geb. 
29. Oct. 1796 in Erfurt. Er war Autodidakt. 1813 kämpfte er in den Freiheits- 
kriegen mit, trat dann in das Buchdruckergeschäft seines Vaters, wurde eifriger 
Kunstforscher und Sammler und arbeitete 1837—1847 für Leipziger Buchhändler, 
dann lange Zeit selbständig, endlich ausschliesslich nach Richter'schen Zeichnungen . 
Unter diesen nennen wir Blätter zu den Volksbüchern von Marbach, zu Dullers 
Deuischer Geschichte, zum Reineke Fuchs, etc. 

Ritt, Aagastin, Maler des 18. Jahrhunderts, geb. in St. Petersburg, Schüler 
von De Quoertemont in Antwerpen. Er war in seinem Vaterland thätig. 

Ritter, Abraham de, Maler, geb. im Mai 1668 in Haarlem, f 21. Oct. 1738 
das. Er malte Eauerngenrebilder in Wasserfarben. 

Ritter, Caspar, Maler, geb. 7. Febr. 1861 in Esslingen, Schüler der Münchener 
Akademie unter Herterich und Löfftz. Er wurde Lehrer an der Kunstschule 
in Frankfurt a./M., dann in Karlsruhe, au der er 1890 Professor wurde. Von ihm 
Idylle, Bei Grossmama Nach demBaJe, etc., auch Bildui-sse. Kl. gold. Med. Berlin 1896. 



Ritter — Ritz. 75 

Ritter, Eduard, Maler, geb. 1808 in Wien, t ^853 das., Schüler der dortigen 
Akademie, deren Mitglied er 1848 wurde. Von ihm Heimgekehrte Wallfahrerin (K. K. 
Mus., Wien), Morgen nach dem Kirchtag (ebenda). Der kranke Musiker (1847 ebenda), etc. 
auch einige graphische Werke. 

Ritter, Fritz, Maler und Radierer, geb. 1868 in Nürnberg, f 1888. Er 
aquarellirte und radierte alte Bauten, Städtebilder, etc. 

Ritter, G. N., Maler, geb. 1748 in Heilbronn, f 1809 in Amsterdam, wo er 
eine Zeit lang als Miniaturbildnissmaler thätig war. — Auch aeiue Tochter Lonisa 
Charlotte R. verehel. de Neuville, f 1813, war Malerin. 

Ritter, Henry, Maler, geb. 24. (26.?) Mai 1816 in Montreal (Cauada), f 
21.- Dec. 1853 in Düsseldorf, Schüler von Groeger in Hamburg, wobin er als 
Knabe gelangte, von C. Sohn und von R. Jordan in Düsseldorf. Er malte humo- 
ristische Genrebilder. Von ihm Die Strafpredigt des Schiffsjungen (Gal. Köln), Ver- 
lol)ung in der Normandie (1842 Mus. Leipzig), Der Prairiebrarid (1851 Kunsthalle 
Hamburg), Der ertrunkene Sohn des Lotsen (1844 Gal. Ravene Berlin), etc. R. hat 
auch Einiges radiert und eine Anzahl von Steindruck-en geschaffen, 

Ritter, Johann Faul, Maler und Radierer, geb. 1775 in Köln a. R., f um 
1816 das., Schüler von G. Manskirch. Von ihm die Radierungen Der Kölner 
Dom, Graburne kleine Landschaften, etc. — Auch sein Bruder Heinrich Joseph R., 
geb. 1777?. t 4. Aug. 1810 in Köln a. R., zeichnete und radierte. 

Ritter, Lorenz, Maler und Radierer, geb. 27.- Nov. 1832 in Nürnberg, Schüler 
von Heideloff. Er liess sich in seiner Vaterstadt nieder, wurde Professor und 
aquarellirte und radierte meist alterthümliche Städteansichten, Architekturen aus 
Nürnberg, Prag, Lübeck, etc. z. Th. nach Gemälden seines Bruders Paul R. Sein 
Aquarell Die ehemal. Wöhrder Bastei zu Nürnberg gelangte in das dortige Ger- 
mauische Museum. 

Ritter, Paul, Maler, geb. 4. März 1829 in Nürnberg, Schüler von C. Hei- 
deloff und E. Korn, weitergebildet auf Studienreisen nach Dänemark, Frankreich, 
Italien und. Oesterreich. Er war seit seinem 4. Jahre taubstumm, wurde Professor, 
lebte in Nürnberg, und malte und radierte dessen alte Baudenkmäler. Von ihm 
Einführung der Reichskleinodien und Heiligthümer in Nürnberg 1424 (Rathhaus zu 
Nürnberg), Der Pellerhot, etc. Gold. Med. Berlin 1878. 

Ritter, Paul d. J., Maler und Radierer, geb. 1859 in Nürnuerg, f 30. Aug. 
1888 das., Schüler seines Vaters Lorenz R. und von J. L. Raab. Er malte 
Bildnisse, etc. Von ihm ferner die Radierung Die böse Gans nach E. Zimmermann. 

Ritter, Philipp Lorenz, Maler, geb. 25. Nov. 1867 in Köthen (Anhalt), Schüler 
der Berliner Akademie. Er liess sich in Berlin nieder und malte Bildnisse. 

Ritter, Wilhelm, Maler, geb. 1860 in Nürnberg, Sohn und wahrscheinlich 
Schüler des Lorenz R. Er malte Ansichten aus Nürnberg in Oel und Wasser- 
farben. Von ihm die Lichtdruckfolge Nürnbergs Vergangenheit und Gegenwart 
mit Text von H. Boesch (Nürnberg 1878). 

Ritter, Wilhelm Oeorg-, Maler, geb. 18. Febr. 1850 in Marburg (Hessen), 
Schüler von G. Horst und A. v. Ramberg in München. Er hielt sich mehrere 
Jahre lang in Portugal und Madeira auf. Um 1883 liess er sich dauernd in Dresden 
nieder. R. malte anheimelnde Architekturstocke, besonders aber treffliche Land- 
schaften von einfacher grosser Auffassung, frischer Farbengebung und interessanter 
Technik. Seine Motive wählte er an der Elbe entlang, in Grosssedlitz, in Goppeln, 
Dürröhrsdorf und aiideren Ortschaften der Umgebung Dresdens, doch ist ihm alles 
Vedutenhafte fern. Von ihm Vorfrühling (1893 Gal. Dresden), Mühle bei Goppeln^, 
Heimkehr vom Felde, Forellenweiher im Sommer, Strasse bei Goppeln, Vorfrühling 
bei Neu Ostra, Bei Antons an der Elbe, etc. R. hat auch Einiges auf Stein gezeichnet. 
Ehren-Diplom IL Kl., London 1891. 

Rittig-, Peter, Maler, geb. 1789 in Coblenz, f 14. Aug. 1840 in Rom, Schüler 
von J. L. David in Paris, dann besonders vonOverbeck in Rom beeinflusst, in dessen 
Manier er Historien schuf, z. B. Der ungläubige Thomas (Potsdam, Garnisonkirche), 
Sieg der Tugend (Berlin, Schloss Bellevue), Die Flucht nach Egypten, Merkur als 
Erfinder der Leier, etc. 

Rittig, Wenzel, Baumeister des 18. Jahrhunderts, f 1772 in Bilin, wo er 
thätig war. 

Ritz, Heinrich, s. Reitz. 

Ritz, Raphael, Maler, geb. 1829 in Niederwald (Cauton Wallis), Schüler der 
Düsseldorfer Akademie und von R. Jordan dort. Nach Reisen durch Deutschland 



76 Ritzbcrger — Eivera. 

und die Schweiz liees er sich in Sion nieder. Von ihm Ingenieure im Gebirge, 
(1881 Mus. Zürich), desgl. (1870 Mus. Bern), Der Hausirei (1867 ebenda), Inneres 
der Kirche zu Sion (Mus. Hannover). 

Ritzberger, Albert, Maler, geb. 20. Mai 1853 in PfafiFstädt (Oesterreich), 
Schüler der Wiener Akademie unter v. An gel i. Er Hess sich in Salzburg, dann 
in München nieder und malte Genrebilder sowie Bildnisse. Von ihm Chypre, Gold- 
fische, Herzensfrage, etc. 

Rivaita, Angusto^ Bildhauer, geb. 1888 (1836?) in Genua, Schüler der dortigen 
Akademie, weitergebildet seit 1859 in Florenz , wohin er nach Theilnahme am 
Feldzug zur Befreiung Italiens wiederkehrte um bei G. Dupre sich zu vervoll- 
kommnen. 1874 wurde er Professor der Skulptur an der Florentiner Akademie. 
Von ihm Cavour (im Hof der National-Bank zu Florenz), Monument Del Dragos 
(Campo Santo, Genua), Grabmal Trachil (Friedhof, Nizza), Kind mit einem Bock 
spielend (Marmorgruppe), G. B. Niccolini (Königl. Gal., Neapel), Viktor Emmanuel- 
Monument (Livorno), Herkules den Centauren niederschlagend (Nat.-Gal., Berlin), etc. 
Mehrere Auszeichnungen. 

Riralz, Antoine, Maler und Kupferstecher, geb. 6. März 1667 in Toulouse, 
f 7. Dec. 1735 das, Sohn und Schüler des Jean Pierr3 R. Er hielt sich kurze 
Zeit in Paris, dann wieder in Toulouse auf und ging darauf nach Rom. wo er 
einen Preis am der Luca-Akaderaie auf Grund seines Titaneusturzes gewann. Endlich 
kehrte er in seine Vaterstadt zurück, wo er viele Geschichtsbilder malte uud eine 
Schule gründete, die 1726 zur königlichen Akademie erhoben wurde. Von ihm im 
Mus, Toulouse Gründung der Stadt Angora, Gefangennahme Sosthenes Königs von 
Macedonien, Die Verkündigung, Selbstbildniss u. A. mehr; Diana und Acteon (Mi.s. 
Narbonne), Geburt des Daunhins (Kirche d. Minimes zu Toulouse), Christus Kapelle 
der christlichen Brüder). R. hat eine Anzahl Platten radiert. 

Rivalz, Bartholen«y, Maler uud Kupferstecher, geb 1702 (n. A. 1724 iu Tou- 
louse), t^nach 1771, Schüler und Neffe (?) des A ntoine R. Er hat nach den Werken der 
drei R.'s und auch, nach B. Luti radiert und war bedeutender als Stecher, wie als Maler. 

Rivalz, Jeau Pierre, Maler und Baumeister, geb. 27 Juli 1625 in Labastide 
d'Anjou (Dep. Aude), f 17. Mai 1706 in Toulouse, studirte erst die Rechte ehe er 
sich der Kunst widmete und Schüler des Geistlichen Ambroise Fredeau wurde. 
Dann ging er nach Italien, und hielt sich 9 Jahre lang ia Rom auf. Nach Toulouse 
zurückgekehrt, wurde er zum Maler und Baumeister des H6tel-de-Ville ernannt, 
welches er mit Kunstwerke schmückte. Von ihm Selbstbildniss (Mus. Toulouse), Cle- 
mence Isaure (ebenda), Die Heimsuchung (St. Etienne, Toulouse), Johannes der Täufer 
der Jungfrau das Abendmahl reichend (Saint-Sernin, Toulouse); ferner baute er das 
Haus der Theatiner, die Kiiche Saint Jeröme und das Hotel de Malte. 

EiTalz, Jean PieiTe, gen. Chevalier Rivalz, Maler, geb. im Sept. 1718 
(n. A. 1720 V) in Toulouse, t 26. Juli 1785 das., Scnüler seines Vaters An;toine R. uud 
des Suhl ey ras, weitergebildet während eines zwölfjährigen Aufenthalts in Italien, 
worauf er in die Ilcimath zurückkehrte und Maler des Stadthauses zu Toulouse wurde. 
Von ihm Geburt Christi (.Mus. Toulouse), Geburt des Hl. Johannes des Täufers, 
(Peterskirche das.), Apotheose des Hl. Saturnin (St. Exuperekirche). R. veröffent- 
lichte „l'Analyse des Ouvrages de peinture, scupture, etc. qui sont dans FHotel-de- 
Ville de Toulouse", und „Recueil des morceaux d'antiquites composant son cabinet", 

Rivarola, Alfonso, gen. II Chenda, Maler geb. 1607 in Ferrara, 1 1640 das. (?), 
Schüler von C. B o n o n i, Werke vou ihm in den Kirchen seiner Vaterstadt z. B. 
Taufe des Hl. Augustin (Augustinerkirche), die Auferstolmng (Theatinerkirche), Marter 
der Heiligen Catharina (S. Gugliehno) etc. 

Rivas, Francesco Paolo, Baumeister, geb. 15. Febr. 1854 in Palermo, Schüler 
der Akademie zu Neapel. Von ihm zahlreiche Entwürfe z. B. zum Justizpalast in 
Rom zum Zootechnischen Institut in Palermo, das Haus des Bildhauers Valenti uud 
viele andere Privathäuser das., etc. 

Rive, Pierre Louis de la, s. larive-Godefroy. 

Rivelli, Ciraleazzo, gen. Bella Barba, Maler des 14. Jahrhunderts, aus Cremona. 

Rivello, s. Moretto, Cristofero. 

Rivera, Giovanni, Kupferstecher, geb. um 1776, t nach 1823, Schüler von 
R. Morghen, thätig in Florenz. Er stach in Linieumanier nach Angeli, Barbtsn, 
Dolce, Reni, Vecelli, etc. 

Rivera, J. A., Maler des 19. Jahrhunderts, f 1860 in Madrid, wo er Direktor 
des Museums und der Akademie wurde. Von ihm Der Eid des Prinzen von Asturien. 



Riverditi — Kizi. 77 

Riverdiii, Marcautoiiio, Maler des 18. Jahrhunderts, geb. in Alessandria della 
Paglia, t Vi^i in Bologna, studirte in Bologna, welche Stadt auch Werke von ihm 
in den Kirchen besitzt, z. B. Die Empfäugnisa (Kirche der Kamaldulenser), Der III. 
Franz von Paula (Sa. Maria de Foscherari-Kirche). 

RlTpre, Britoii) Maler, geb. 14. Aug. 1840 in London, Sohn und Schüler des 
William R., auch Schüler vonJ. Pettie, auf Reisen nach Italien weitergebildet. 
Er Hess sich in London nieder und wurde der vielleicht hervorragendste Thiermaler 
seiner Zeit, der es verstand die Thiere unposirt, nicht vermenschlicht darzustellen, und 
sie vortrefflich im Zusaminenhang mit antiken Mensehen malte. Von ihm Odysseus 
und seine verwandelten Gefährten (Gal. Schwerin), Daniel in der Löwengrube, Perse- 
poliH, Nimrod (1890), Sein einziger Freund, Spielgenossen, Sympathie, Die Nachtwache 
(1880), Argus. Mitgl. der Akademie 1881. Med. Philadelphia, Wien, etc. 

RiYiere, Charles Philippe de la, s. Lariviere, Charles Philippe de. 

Kivii're, Fran^ois, Maler, geb. vor 1&75 in Paris, f nach 1746, in welchem Jahr 
er noch in Livorno lebte, Schüler von Lar g i 11 ie rp. Er malte treffliche Werke in 
Ijivoriio, blieb aber ziemlich unbekannt. Von ihm dort Der Hl. Gregor tauft einen 
König (Armenische Kirche), Ausschmückung der Villa Jabach, Türkenbilder, etc. 

Riviere, Giillis van der, Bildhauer des 16. Jahrhunderts, gen. Egidiö Fia- 
iiiiugo und Egidio della Riviera, f 1600 in Rom. Von ihm dort Moses (S. Gicvanni 
in Laterano), Grabmal eiues Herzogs von Cleve (Sa. Maria dell' ani aa), Basreliefs 
(Sa. Maria Maggiore), etc. 

Riviere, Henri, Maler, Radierer und Holzschneider, geb. 1860 in Paris. Seine 
Radierungen zeigen uns Ansichten von Paris, etc. Ganz prachtvoll sind seine Farben- 
holzschnitte, manchmal von 14 und mehr Stöcken gedruckt, die er alle selbst 
schneidet. Ihre Farbeustimmung ist meist wunderbar. Er hat u. A. grosse An- 
schauungsbildor für Schuleu in dieser Art geschaffen; wir nennen L'hiver, Der Morgen 
(Scliilfeidorrj, Mittag (Flusslandschaft), Abend (Pferd zur Tränke geführt), Nacht 
(Fischer auf hoher See), etc. Zu Albums vereint erschienen La tentation de St. 
Antoine. La Marche a l'etoile, L'enfant prodigue, Clair de lune, Le juif errant, u. A. m, 
(meist mit Musik). 

Riviere, Henry Parsous, Maler, geb. vor 1820, f i™ Mai (?) 1888 in St. John's 
Wood (London), Schüler der Londoner Akademie. 1834 wurde er Mitglied der 
Aquarellisten-Gcsellächaft. 1867 zog er nach Rom, wo er längere Zeit verweilte. 
Er malte Gescliichtsbilder und Genre in Wasserfarben. 

RiTiere, William, Maler, geb. 1806 ^'n London, f im Sept. 1876 in Oxford, 
Schiller der Londoner Akademie, Bruder des Henry Parsons R. Von 1849—59 war 
er Zeichenlehrer in Chelteuham, dann in Oxford. 

RiTola, Öinseppe, Maler des 18. Jahrhunderts, f 1740, Schüler von Ph. Abbiati. 

Rivola, Michael, Kupferstecher, geb. vor 1680, f nach 1716. Seit ungefähr 
1690 war er in Prag thätig. Von ihm eine Folge aus dem Leben des Hl. Roraedius, 
Die Dreieinigkeit, Ansichten vr i böhmischen Schlössern und Kirchen, Sinnbilder, etc. 

Rivoulon, Antoine, Maler, geb. 16. Febr. 1810 in Cusset (Dep. Allier), f 23. 
März 1864 in Paris durch Selbstmord, Schüler von Picot Von ihm Schlacht von 
Alma (1857 Mus. Versailles), Tod des d'Ailly (1835), Eine Fahrt auf dem Wasser 
(1842), Junges Mädchen die Liebe fliehend, Bildnisse, etc. Er hat auch Einiges 
lithographirt, darunter das gute Eildniss des Baron Ideville. Med. 3. Kl. 1846, 
desgl. 1857, 1859. 

Rixmout, s. Raymond. 

Rizi, Francisco, Maler, geb. 1608 in lyiadrid, f 2. Aug. 1685 im Escorial bei 
Madrid, Sohn des Antonio R., Schüler des Vincenzio Carducho. 1653 wurde er 
zum Maler der Cathedrale zu Toledo, lß56 zum Maler Philipps IV., später 
Carls II. ernannt. Er malte überaus rasch und nicht besonders gut. Mit P. Nuüez 
decorirte er 1648 das Alcazar Theater in Madrid. Ferner von ihm Auto da Fe 
1680, Bildniss eines Generals (Mus. Madrid), Deturationen für das Buen Retiro 
Theater, Die Anbetung der 1 irten, etc. Anderes in Königl. Palästen, in der Kapelle, 
del Ochavo, in der Kuppel von 8. Antonio de los Portugueses, etc. 

Rizl, Fray Joan, Maler, geb. 1595 in Madrid, f 1675 in Monte Cassino 
(Italien), Schüler von Mayno, Bruder des Francisco R. ; 1628 (1626?) wurde er 
Benedictiuermönch in Montserrat, studirte in Salamanca und wurde Abt des Klosters 
Medina de Campo in Madrid. Zuletzt kam er nach Italien wo ilim Clomens X. ein 
Bisthum schenkte, doch starb er ehe er es antreten konnte. Von ihm S. Francisco 
empfängt die Wundehmale (Mus. Madrid), Altarblatt u. A., (S, Millan de la Oogulla 



78 Rizo — Robbia. 

de Yuso), Altarbild (S. Martin in Madrid), desgl. (S. Juan Bautista in Burgos), Messe 
des Hi. Benedikt (Akad. San Fernando), etc. 

Rizo, (Rizzo), Francesco, s. Santa Croce. 

Rizzi, Sebastiano, s. Ricci. 

Rizzo, Andrea eigentl. A. Bregrno, (auch Crisyo gen.), Bildhauer und Gold- 
schmied, geb. 1421 in Osteno bei Como, f 1506 in Rom. Von ihm Altar in der 
Sakristei von Sa. Maria del Popolo zu Rom (1473), Zwei Altäre in einer Kapelle 
das., der Piccolomini-Altar im Dom zu Siena (1485), das Tabernakel in der Mad. 
della Quercia vor Viterbo (1490), das Grabmal Roverella in S. demente (gemeinsch. 
mit G. Da Im ata), Zwei Tabernakel in Osteno, etc. 

Rizzo, Antonio, (auch Crispo gen.), Baumeister und Bildhauer, geb. um 1430 
in Verona, f nach 1497. Von ihm Adam und Eva (Porta della Carta am Dogen- 
palast und Schildhalter ebenda), sodann muthmasslich das Grabmal des Dogen 
F. Foscari in der Frarikirche zu Venedig, da3 des Dogen Troö, ebenda, da? des 
Dogen P. Malipiero in S. S. Giovanni e Paolo und das des Dogen N. Marcello 
ebenda, etc. Er war Ingenieur der Republik im Krieg gegen die Türken und leitete 
1483 — 90 die Ausschmückung des grossen Hofs des. Dogenpalasts. Als Hauptwerk 
wird ihm die Riesentreppe zugeschrieben. Er arbeitete auch in Rovigo und Vicenza. 
1498 entfloh er wegen ünterschlagupgen nach Ancona und Foligno. 

Rizzoni, Alexander, geb. 28. Jan. 1836 in Riga, Schüler der St. Petersburger 
AkaJeraie, weitergebildet auf Reisen durch Westeuropa, besonders in Paris und Rom, 
wo er sich 1865 niederliess. 1869 erhielt er den Professortitel. Von ihm Jude und 
Soldaten beim Würfeln, Osteria (Gal. Riga;, Dilettanten-Quartett, Synagoge in Liv- 
land, Gemüsehandlung in Frascati, etc. 

Rizzoni, P. A., Maler, geb. 1822. Er malte u. A. Thierbilder. 

Roba, (Robba), Bildhauer des 18. Jahrhunderts aus Venedig, liess sich vor 
1728 in Laibach nieder. Von ihm B'\3te Kaiser Karls VI., Brunnen mit 4 Figuren 
in Lasbach (1733—43), Altar mit zwei schwebenden Engeln (St. Jakob, Laibach), etc. 

Robatto. Giovanni Stefano, Maler, geb. 1649 in Savona, f 1783, Schüler von 
C. Maratti in Rom. Er malte Historien in Rom und Genua, wurde zuletzt aber 
Spieler und vernachlässigte die Kunst. Von ihm n. A. S. Franciscus empfängt die 
Wundenmale in der Kapuzinerkirche zu Genua. 

Robant, Alfred Ernest, Lithograph, geb. 20. Mai 1830 in Douai (Dep. Nord), 
Schüler seines Oheims C. DutiUeux und seines Vaters Felix F. R. Er arbeitete 
besonders nach Delacroix und Corot, u. A. Erziehung des Achilles (1879 nach 
Eugene Delacroix), Zwei Personen im Stehen plaudernd (nach E. Meissonier), Zeich- 
nungen auf collodionirtera Glas (nach Corot), etc., in Allem über 200 Blatt. Med. 
3. Kl. 1879 Paris. 

Robaut, Fölix Flenry d. Ae., Lithograph, geb. 3. Aug. 1799 in Douai (D^p. 
Nord), Schüler von Watelet. Von ihm Bild niss des Plouvain (Autolithogr.), Bildniss 
des Doctors Escallier (desgl.), Bildniss des P. Prdvost (desgl.), Ansicht aus der Um- 
gegend von Brüssel (Gouache Mus. Cambrai). R. hat 600 Bildnisse auf Stein ge- 
zeichnet und der Stadt-Bibliothek zu Douai eine Sammlung historisch interessanter 
Ansichten, Bildnisse, etc. geschenkt. 

Robba, s. Roba. 

Robbe, Henri, Maler, geb. 1808 in Courtrai, f 6. März 1899 in Brüssel. Er 
war in Brüssel thätig und malte Blumen und Fruchtstücke, von denen sich eins im 
Mus. zu Brüssel befindet. Leopold Orden, Med. Brügge, London, Wien (1873), Yperen. 

Robbe, Lonis Marie Dominique, Maler und Radierer, geb. 17. Nov. 1807 
(1806?) in Courtrai, f 1887 (?), Schüler der dortigen Kunstschule, Bruder des Henri 
R. Er war erst Advokat gewesen und liess sich 1830 in Courtrai, 1840 in Brüssel 
nieder. Von ihm Schafe in den Bergen (Kunsthalle, Hamburg), Hunde fallen einen 
Stier an (Mus. Brüssel), Landschaft mit Tbierstaffage (Mus. Ghent). Er radierte 
u. A. 5 Thierstücke. Med. 2. Kl. Paris 1855, gold. Med. Brüssel, etc.-, Mitgl. der 
Amsterdamer Akademie 1855; Kr. der Ehrenleg. 1845. 

Robbia, Ambrogio della, Bildbauer des 16. Jahrhunderts, Sohn (?) und Schüler 
des Andrea della R. Von ihm Anbetung der Hirten (1504 S. Spirjto zu Siena) 
und vielleicht Cruzifix-Altar (ebenda). 

Robbia, Andrea della, Bildhauer, geb. 28. Oct. 1435 (n. A. 1437) in Florenz, 
t 4. -iug. 1525 (n A. 1528) das., Neffe und Schüler des Luca della R., dem er 
im Ganzen ähnelt. Er strebt jedocn mehr nach Lieblichkeit und erweiterte seinen 
Darsteliungskreis. Er arbeitete fast nur in Thon; von Marmorarbeiten kennt man 



Robbia - Robelin. 79 

nur den Hochaltar in Sa. Maria delle Grazie zu Arezzo. Im Dom das. mehrere 
AJtäre (Tlion wie die folgenden), desgl. in dem Wallfahrtsort Verna l>ei Arezzo; an 
der Halie der Innocenti in Florenz die berühmten Wickelkinder; in der Loggia dl 
S. Paolo das. Medaillons mit Heiligen und eine Thürlunette; im Mus. zu Viterbo 
eine Bildrlissbüste; Madonnendarstellungen am Portal des Doms zu Prato (1487j, des 
Doms iu Pjstoja (1509), im Chox- von Sa. Maria Nuova, im Mus. Nazionale und 
viele Ändert- auch in cisalpinen MuKoea. An manchen seiner Yverke hatten seine 
fütif Söhne Theil. 

Robbia, Giovanni della, Bildhauer, geb. 1469, f 1529 (?), Sohn und Schüler 
des Andrea della R., der letzte Hauptmeister dieser berühmten Familie. Seine 
Werke sind meist schon vielfarbig bemalt, die Glasur ist schlechter als die seines 
Vaters and des Luca ^lella E. Von ihm Brunnen (1497 Sa. Maria Novella, Florenz), 
Fries über der Halle des Ospedale del Ceppo zu Pistoja (1514—25 Hauptwerk), 
Pit:ä (iL Feiice Florenz), desgl. (S. Salvatore das.), viele andere Arbeiten in anderen 
Kirchen von Florenz, sowie des übrigen Italiens. Er oder seine Schüler fingen 
schon an, plastische Werke andere Künstler in glasirtem Thcn zu copiren. 

Robbia^ Oirolamo delU, Bildhauer und Baumeister, geb. jn Florenz, f 4. Aag. 
1566 in Nesle. Vor dem Jan 1529 kam er nach Paris und arbeitete bis 1535 am 
Chateau de Madrid (Chat, de 3ouIogne) das. 1546 erwarb er ein Haus in Puteaux. 
■'564/5 schuf er die Marmt otatu«. Catherina de'Medicis für das Grabmal Henri II. 
zu S. Denis. 

Bobbia, Luca 'lella, berühmter Bildhauer, geb. 1399/1400 in Florenz, f 20. 
Febr. 1482 ebenda. Sein Haupfruhm beruht auf der Ausübung seiner Erfindung, 
den Thon zu bemalen und „u glasirfen. Er behält bei allem Naturalismus eine hohe 
Schönheft stets im Auge und kommt in der stilvollen Behandlung des Reliefs der 
Aütike am nächsten, obwohl sich nie unmittelbare Anklänge an diese bei ihm vor- 
finden. Seine Werke waren zu seinen Lebzeiten ebenso hoch geschätzt wie ' eute, 
seine Thonplastik wurde als monumentales Decorationsmittel für die Architektur 
mit Freuden begrüsst und verwendet. Meist sind es Reliefs, die Figuren weiss auf 
blauem Grund; auch andere Farben kommen vor, sowie später naturalistisch bemalte 
Arbeiten. Von seinen Werken nennen wir Orge^balustrade für den T)om in Florenz 
(von 1431 an, jetzt im Museo dell'Oj^ara dort), Bronzethürfiügel (Sakristei, Dom 
Florenz), Grabmal des Bischofs Fedevigbi (1456 Sa. Trinitä, Florenz; und die glasirten 
Thonarbeiten, Medaillons mit den Evangelisten (Cappella Pazzi, Sa. Croce, Florenz), 
Cassirte Decke (Cruzifixkapelle in S. Miniato das.), Vier Medaillons mit den Cardinal- 
tngenden (1459—66 Grabkapell6 des Cardinais von Portugal, ebenda); ferner Reliefs 
(Lunetten und Tabernakel) in der Sakristei des Doms zu Florenz, S. Domenico zu 
Urbino, in vielen Kirchen nahe bei Florenz, im Museo Nazionale das., in Orsanmichele das., 
in S. Giovanni fuorcivitas zu Pistoja, etc.; auch in Museen zu London, Paris und Berlin 

Kobbia, Lucca dell.a, II., Bildhauer des 16. Jahrhunderts, f nach 1546 in Paris, 
Sohn des Andrea della R. Mit seinem Brude Mattia della R. schuf er den Fuss- 
boden in den Loggien etc. des Vatikan. Von ihm auch in der Bibliothek das. eine 
Madonna mit Heiligen (149P). Zuletzt kam er mit seinem Bruder Girolamo nach 
Paris und half ihm bei dessen Arbeiten. 

Robbia, Mattia della, Bildhauer des 16. Jahrhunderts, Sohn und Schüler de«» 
Andrea della li,. Er arbeitete mit seine i Bruder Lucca della R. II. im Vatikan. 
Von ihm ferner Altar mi, Mariae Krönung (1527 in der Collegiata a Montecessiano 
bei Macerata) und wahrscheinlich der Altar mit Mariae Verkündigung in Sa. Maria 
del Soccorso zu Arcevia (nach 1530). 

Robbins, Horace Wolcott, Maler, geb. 2J. Oct 1842 in Mobile (Ala U. S. A.), 
Schüler von August Weidenbach und James M. Hart. 1865 besuchte er 
Jamaica, die drei folgenden Jahre Paris, Südfrankreich, die Schweiz, etc. Von ihm 
Kerbstzwielicht, Strasse in den Bergen (1885), Ulmen am Wege, etc.. auch AcLuarelle. 
Mitglied der amerik. National-Akademie. 

Robbins, Lucy Lee, s. Lee-Robbins. 

Robbins, Richard Smith, Maler, geb. 1862 in Solon (Ohio U. S. A.), Schüler 
von B. Constant, J. Lefebvre und L. Doucet an der Akademie Julien zu Paris. 
Er malte Landschaften, auch in Pastell, z. B. Einbrechender Abend, Alter Garten, etc. 

Robelin, Charles, Baumeister geb. 1787 in Nevers, f nach 1837, Schüler von 
Alavoine. Von ihm die Restauration der erzbischöflichen Kapelle zu Reims und 
die Restauration der gemalten Glasfenstor der Metropolitankirche von Besancon, ferne* 
Project zur Restauration der Metropolitankirche von Tours, etc. 



80 Robelot — Robert. 

Boltelot, Jean Pierre, Maler, geb. 1802 in Lothringen, f nach 1849, Schüler 
von Mansion. Von ihm Miniatnrbildnisse, darunter ein Selbstbildniss (1847) und 
Jas Bildniss seines Sohnes (1850). 

Robert, Bildhßuer des 17. Jahrhunderts. Eine Marmorvase von ihm sieht man 
in einer Ä^llee des Parks zu Versailles, für den er wahrscheinlich auch weitere 
Werke schuf. 

Robert, Alexanore, Maler, geb. 17. Febr. 1817 in Trazegnies (Belgien), f 1890 
in Brüssel, Schüler der Brüsseler Akademie und von Navcz, vreitergebilrlet in 
Italien. Er Hess sich in Brüssel nieder, wo er Prof. und Mitglied der Akademie 
wurde. V"on ihm: Luca Signorelli malt seinen todten Sohn (Mu. Brüssel), Plünderung 
des Earmeliterklosters (das.^, Betende Mönche (Mus. Dr.nzig). Eine Probe, Auf de n 
Balkon, Bildnisse, etc. Gold. Med. Brüssel 1848, Paris 1855, Leopoldorden, etc. 

Robert, Älphonse, Maler, geb. 19. März 1807 in Scvres, Schüler von L. 
Cogniet, f nach 1879. Von ihm Ansicht des Ardfeche-Tnales bei Aubenas (1827), 
Das Kloster Saint Ponce zu Nizza (1842), In den Wäldern zu Sfevres (1880), etc. Med. 
2. Kl. 1831. 

Robert, Annt; Philippe Edouard, Zeichner nnd Lithograph, geb. vor 1800 
in Paria, Schüler von Gi rodet. Er war taubstumm geboren 1829 etablirte er 
sich als lithograohischer Lrucker. Von ihm Bildniss Pius VII. (1827 Lithographie 
nach David), sowie andere Bildnisse. 

Robert, Auguste, Baumeister, geb. 25. Jan. 1790 in Gray (Dop. Haute-Saöne). 
Schüler von Vergnoux in Dole, weitergebildet in Strassburg. Er wurde Dep. -Bau- 
meister in Lons-le-Saulnier. Von ihm mehrere Brücken im Jura, ein grosses Seminar 
(in Lons-le-Saulnier), ein Justizpalast (ebenda), Gefängnisse und eine Gendarmerie- 
Kaserne (ebenda), ferner Monuraentalspringbruniien, Kirchen, Stadthäuser, etc. 

Robert, Aurele, Maler, geb. 18. Dec. ^S05 in Aux Eplatures bei La Chaux-de-Fonds 
(Clinton Neuenburg), f 21. Dec. 1871 in Bieo bei Biel, Schüler seines Bruders 
Louis Leopold B 1822—30 lebte er in Rom, 1833 — 35 in Venedig, dazwischen 
in Paris, 1835—38 in der Schweiz, daraiif bib 1843 in Italien, von nun an endlich 
in der Schweiz. Von ihm Das Innere der St. Markuskirche In Venedig (1854 Mus. 
Bern), deagl. (Mus. Basel), Die Taufkapeile in der Mr Iiuskirche zu Venedig (Nat.- 
Gal. Berlin), S-aitenkapelle ebenda (Mus. Zürich^, L. Roberts Atelier in Rom (1829 
Mus. Neuenburg), Schäfer aus uer Campagna, etc. Auch ein paar Steindrucke. 
Gold. Med. Paris 1831. Auch sein Sohn Leopold Paul R. war Maler und schuf 
besonders Bildnisse. Ein Bild von ihm gelangte als Geschenk in die Luxembourg- 
Gal. zu Paris. 

Robert, Charles, Maler, geb. 1837, f 9. Nov. 1864 in Folge einer auf der 
Ja^d erhaltenen Wunde. Er malte Landschaften. 

Robert, Charles, Kupferstecher, geb. 1806 in Edinburgh, f 1872 das. Er 
arbeitete kleine Bildnisse, Vignetten und auch grössere Platten für Verleger, z. B. 
In Erwartung des Groschens (nach A. Fräser), Die Wittwe (nach Allanj, etc. 

Robert, Charles Jnles, Holzschneider, geb. 6. Dec. 1843 in Chartres, f 5. Nov. 
1898 in Paris, Schüler der ;ßcole des baux-arts und von Chapon. Er schnitt u. A. 
nach Baudry den neuesten 100 ircs.-Schein der Republik. Von ihm ferner Der 
Herbst, Kopf des Hl. Johannes (nach Hennev^; Anderes für „l'Histoire des peintres" 
von Ch. Blanc,. für das Journal „l'Iilustration", das „Magasin pittoresque", „Le 
Monde Ulusträ«. Med. 3. Kl. Paris 1873, 2. Kl. 1880, 2. Kl. Sidney 1879, Mel- 
bourne 1880, etc.; Kr. der Ehrenle^. 1882. 

Robert^ Ernst Friedrich Ferdinand, Maler und Kupferstecher, geb. 15. Aug. 
1763, t 12. Jan. 1843 in Kassel, Sch'Uer seines Oheims J. H. Tischbein, weiter- 
gebildet auf Reisen nach Paris und Rom. Am bekanntesten wurde er seit 1806 
durch Radierungen, Schabkunst- und. Aquatint- Blätter. Er wurde Professor an der 
Akademie und Inspektor an der Galerie zu Kassel. 1814 holte er die geraubten 
Bilder aus Paris zuvQck. 

Robert, Hubert, geh. Robert des Ruines, Maler, geb. 22. Mai 1733 in Paris, 
t 15. April 1808 das., Schüler von P. PaDnini, weitergebildet während eines zwölf- 
jährigen Aufenthaltes in Italien. Er malte ziihllose Architekturen, aus Rom, Paris etc. 
1766 v/urde er Mitglied, 1784 Rath der Akadi^mie. Er wurde auch Museumscustos 
und Zeichner der kgl. Gärten. In der Revolutionszeit verlor er seine Aemter, wurde 
am 8. Nov. 1793 gefangen genommen, erlangte aber am 27. Juli 1794 durch Ro- 
bespierres Fall die Freiheit wieder. 1782 und 1791 lud ihn Katharina II. nach 
St. Petersburg ein, er schickte aber nur Werke hin. Bilder von ihm in den Museen 



Robert — Robert-Fleury. 81 

2u Angers, Besancon, Bordeaux, Chälons-sur-oaöne, CKartres, Darmstadt, Dijon, 
Jiavre, Marseille, Montpellier, Orleans, Paris, Rouen, St. Petersburg, Troyes, Versailles, 
etc. R. hat auch in jungen Jahren 18 Blatt radiert, z. B. Kavalleriegefecht, 
Visitenkarte, Antike Basreliefs, 10 Ansichten Les Soirees de Rome, etc. 

Robert, Jean FranQOis, Maler und Lithograph, geb. 1778 in Chantill>, t ™ 
Mai 1832 in Sevres (?), Schüler von Demarne. Er wurde Laudscliaftsmaler der 
Grossherzogin von Toscana und Jagdmaler des Herzogs von Berry : ferner fand er 
Anstellung an der Manufaktur zu Sevres und malte viel auf Porzellan. R. starb an 
der Cholei'a. Von ihm Ansicht im Park St. Cloud (1819), Landschaft (nach Dujardin 
auf Porzellan), Ansichten aus Italien (Steindrucke), Selbstbildniss (desgl.), etc. — 
Ein Jean R. war im 18. Jahrhundert als Kupferstecher thätig. Er war Schüler von 
Chr. Leblpn und soll in dessen Drei- beziehw. .Vierfarbenmanier gestochen 
haben. — Ein anderer Jean R., geh, 1652 (?), f 7. April 1715 in Paris war Bild- 
hauer und hatte einen Sohn Jean Baptiste R., der ebenfalls Bildhauer war. 

Roliert, Louis Leopold, Maler und Kupferstecher, geb. 13. Mai 1794 in Chaux- 
de-Fopds fCanton Neuenburg), f 20. März 1835 in Venedig, Schüler von Gir ardet und 
David, seit 1818 in Rom weitergebildet. Ganz in den (^"berlieferungen der heroi- 
schen, classizistischen Malweise steckend, wendete er sich in Folge seines italienischen 
Aufenthaltes Darstellungen aus dem südlichen Volksleben zu, mit denen er epo- 
chemachenden Erfolg hatte. Seine Heimkehr vom Feste der Madonna dell' Arco und 
Ankunft der Schnitter in den pontinischen Sümpfen {beide im Louvre) wurden welt- 
berühmt. Er verliebte sich in die Schwägerin Napoleon lU. und nahm sich selbst 
das Leben. Von ihm besitzt der Louvre noch eine römische Landschaft ; ferner von 
ihm Studie einer Italienerin (Mus. Bern), Eremit auf dem Berg Epomeo (Mus. Nantes), 
Schlafende Jungfrau (Berlin Nat.-Gal.), Repliken von zwei Louvrebildern (Berlin, 
Gal. Raczycski), Procidanerin mit ihrem Kinde, etc., auch 25 Radierungen, ein paar 
Sticüe und einige Steindrucke. I. Pi-eis 1824; Ehrenleg. 1831. Seine Biographie von 
Delecluse (1838). Feuillet de Conches Paris 1849, Zoller 1862, Clement Paris 1874, 
L. Rosenthal Paris 1898. 

Roibert, Lonis Valentin Elias, Bildhauer, geb 1822 in Etampes (De'p. Seine-et- 
Oise), t I.Mai 1874 in Paris, Schüler von D. d'Angers und P radier. Von ihm Christus- 
kind (1846, Mus. Montargis), Houdon (1852 Marmorbüste Mus. Louvre), General Pasjol 
u. A. (Mus. Versailles), 4 Karyatiden (Musical Academy Philadelphia), andere Werke 
in den Museen zu Besanpoa und Dijon, für die grosse Oper und andere Gebäude in 
Paris, Statuen und Büsten für die Städte Limoges, Etampes-, Lissabon, Roanne, etc. 
Med. 3. Kl. 1847; Kreuz der Ehrenleg 1858. — Eine Frau Mathilde R., geb. in Nimes, 
Schülerin von A, Tissier, stellte zwischen 1870 und 1882 Bildnisse und Genrebilder 
zu Paris aus. Eine Venezianerin von ihr gelangte in das Mus. Marseille. 

Robert, Nicolas, Maler und Radierer, getauft den 19. April 1614 in Langres, 
t 25. März 1685 in Paris. Er wurde berühmt als Blumen- und Miniaturmaler, nach 
dessen Zeichnungen die Stickerinnen arbeiteten. Um 1638 ging er nach Rom. Für 
den Prinzen Gaston d'Orle'ans arbeitete er an dem Recueil des Velins. Er hat auch 
Blumen und Ornamente gestochen z. Th. gemeinschaftlich mit A. Bosse, L. de 
Chätillon und G. Audran. 

■Robert, Paul Ponee Antoine, Maler und Radierer, geb. 11. Jan. 1686 in 
Sery (Dep. Ardeunes), f 29. Dec. 1733 in Paris, Schüler von J. Jouvenet und 
Tisseron, auch in Italien weitergebildet. Er wurde von dem Cardinal De Rohan 
proteglrt, verfeindote sich aber mit den meisten seiner Collegen. Er leitete die 
Herausgabe des 2. Theiles vom bekannten „Cabinet Crozat" und hat selber 14 Blatt 
radiert, darunter Loth (1717), Elias Opfer, Madonna (nach R. Santi), [Himmelfahrt 
Mariae (nach Passari), Jupiter und Antiope (1723) und Bildniss Villermes. R. hat 
auch einige Kinderfiguren modellirt. Von seinen Gemälden befinden sich mehrere 
in der Kapuzinerkirche Du Marais zu Paris, Eine Parade von Musketieren im Mus. zu 
Versailles. Seine Biographie, etc. von Latouche (Dole 1810). 

Robert le Long s. Long^, Robert de. 

Robert-Fleury, Joseph Nicolas, Maler, geb. 8. Aug. 1797 in Köln als Sohn 
französischer Eltern, f 5. Mai 1890 in Paris, Schüler von Gros, Gi rodet und 
H. Vernet, weitergebildet in Italien. Von ihm Bartholomäusnacht, Tasso im 
Kloster St. Onuphrius (1827), Heinrich IV. im Louvre (1836), Carl V. im Kloster von 
St. Just (1857), Bildniss Dr. Grisolles und Karl V. (,1867), Clovis in Tours (Mus. 
Versailles), Philipp IV. u. zwei. A. (ebenda), Christoph Columbus (Mus. Luxembourg), 
Galilei (das.), Zusammenkunft in Poissy u. A. (das.); Andere in den Mus. Antwerpen, 
Allgemeines Künstler-Lexicou. S Aufl. 4. Band, ß 



82 Robert-Fleury — Roberts 

Montpellier, Nantes, Neuenburg, Kavent (in Berlin), etc. Auch 4 Wandgemälde im 
Saal des Pariser Handelsgerichts. Med. 2. Kl. 1824, 1. Kl. 1834, 1855 und 1867; 
Kr. d. Ehrenleg. 1846, Komthurkreuz 1867; Mitgl. d. Acad. des beanx-arts 185Ö, 
Prof. 1855, Dir. 1863 und 1866 wurde er Direktor der franz. Akad. in Rom. 

Robert-Fleury, Tony, Maler, geb. 16. Sept. 1838 in Paris, Sohn des Joseph 
Nicolaqs R.-F., Schüler von P. Delaroche und L. Cogniet. Von ihm Warschau 
am 8. April 1861, Die letzten Tage von Corinth (1870 Mus. Luxembourg), Vauban 
reicht die Pläne für die Festung Beifort ein (1882 Mus, Beifort), Alte Frauen in 
der Kirche, Mazarin und seine Nichten, etc. Med. 1866, 1867, 1870, 1878, Kr. der 
Ehrenleg. 1873. 

Roberth, Minna, Malerin, geb. 21. Jan. 1851 in Frankfurt a. M., Schülerin 
von A. Goebel, A. Burger und Liezenmayer. Sie lebte in ihrer Vaterstadt und 
malte Genrebilder, Inneres von Bauernhäusern, etc. 

Roberti, Albert, Maler, geb. 1811 in Brüssel, f 1864, Schüler von Navez. 
Von ihm Taufe Christi, Karl V. Gesichtet das Kapitel des Goldenen Vliess-Ordens, etc. 

Reberti, Domenico, Maler, geb. um 1690 (?) in Rom, wo er als Architektur- 
Maler berühmt und Lehrer G. P. Panninis war. Von ihm besitzt die Galerie za 
Dresden 4 Bildei von römischen Ruinen. 

Roberti, Ercole, Maler, von Müller oben irrthümlich unter Grandi, Ercole 
de Roberti eingeordnet, ist um. 1455 zu Ferrara geb., f gegen Ende Juni 1496 das. 
Er war Nachfolger des C. Tura, von J. Bellini und A. Mantegna beeinflusst, 
in Bologna und Ferrara thätig. 

Roberts, DaTid, Maler, geb. 24. Oct. 1796 in Stockbridge bei Edinburgh, f 
25. Nov. 1864 in London, war erst Decorationsöialer, schuf dann Theatercoulissen 
und endlich Architekturen. 1822 kam er nach London, bereiste nach einander die 
Normandie, Spanien (1832—33), den Orient (1838—39), Italien und Oesterreich (1851). 
Er malte fast nur Architekturen, daneben ein paar Landschaften und geschichtliche 
Darstellungen. Er brachte es zu grossem Ansehen. We. ^e von ihm in der Nat.- 
Gal. zu London, dem South-Kensington-Mus. das. (auch viele Aquarelle) und der 
Nat. Gal. zu Edinburgh. R, veröffentlichte auch einige Radierungen und mehrere 
grosse lithographirte Folgen, z. B. Picturesque Sketches in Spain, Sketches in the 
Holy Land und Syria, Italy classical, historical und picturesque. Seine Biogr. von 
J. Ballantyne London 1866. 

Roberts, Edward John, Kupferstecher, geb. 1797, f 22. März 1865, Schüler 
von Chas. Heath. Er arbeitete für die Verleger nach Zeichnungen von Birket 
Fester, Maclise, S. Prout, D. Roberts u. A., besonders aber ätzte er Platten für 
andere Sitecher vor. 

Roberts, Elizabeth Wentworth, Malerin, geb. 1871 in Philadelphia (Pa. Ü.S.A.), 
Schülerin der dortigen Akademie sowie von Bouguereau, J. L'"febTre und T. 
Robert-Fleury in Paris. Von ihr Selig sind, die da Leid tragen, denn sie sollen 
getröstet werden. 

Roberts, Henry, Kupferstecher, geb. um 1710, f vor 1790, thätig in England. 
Er war auch eine Zeitlang Kunsthändler und schuf meist kleinere leicht verkäufliche 
Platten. Von ihm u. A. Eme Landschaft (1743 nach T. Smith of Derby). — Ein 
Henry B« R. lebte um 1865 in England als Genremaler und Aquarellist. 

Roberts, Howard, Bildhauer, geb. 1843 in Philadelphia, Schüler der dortigen 
Akademie unter Bailly, 1866 von Dumont und Gumery an der ^cole des beaux- 
arts in Paris. Er liesa sich in seiner Vaterstadt nieder- Von ihm Hypatia (Büste), 
Das erste Modellstehen, Lot's Weib, etc. 

Roberts, James a. Ae., Kupferstecher, geb. 1726 in Devonshire, f 1799 in 
London. Von ihm Landschaften, etc. nach 6. Barret, Pillement, J. Seymour, Smith 
of Ghichester, R. Wilson, etc. 

Roberts, James d. J,, Maler, geb. um 1750 in Westminster (London), f nach 
1808, Sohn des James R. d. Ae. Er war in Oxford und Westminster thätig und 
wurde Hofbildnissmaler des Herzogs von Clarence. Das British Mus. besitzt Aquarelle 
von ihm, die Bodleian-Bibliotbek zu Oxford und der Garrick Club zu London Bild- 
nisse. 1809 gab er ein Lehrbuch der Aquarellmalerei heraus. 

Roberts, Thomas Sawtelle, Maler, geb. nach 1750 in Irland, f 1826. Er 
war erst Baumeister, widmete sich dann aber der Landschaftsmalerei, Hess sich in 
London nieder, kehrte 1823 aber nach Irland zurück, wo er eine Künstlergesell- 
schaft Tnit begründen half. Das S. Kens. Mus. London besitzt ein Aquarell von ihm. 
>— Sein älterer Bruder, geb. um 1750 in Waterford, Schüler von G. Müller», war 



■Robertson — RoWneaü. 83 

ebenfalls Maler. — Seine Schwester war ebenfalls Landschaftsmalerin und schuf 
Theaterdecorationen. 

Robertson^ Andrew, Maler, geb. 14, Oct. 1777 in Aberdeen, f 6- I^ec. 1845 
in Hampstead (London), Schüler von A. Nasmyth. 1801 ^ing er zu Fuss nach London 
und fand die Unterstützung des B. West. Er wurde ein äusserst beliebter Miniatur- 
maler und Hofmaler des Herzogs von Sussex, 1815 besuchte er Frankreich und 
Italien. 1841 zog er sich von der Kunst zurück. Er war nebenbei auch ein sehr 
guter Geigenspieler. — Seine beiden Brüder Alexander R. und Archibald R., der 
erstere Schüler von S. Shelley, waren ebenfalls Maler und kamen nach New- York. 
— Ein Charles R. war um 1800 in Dublin und London als Miniaturmaler thätig. 

Robertson, George, Maler, geb. um 1742 (1749?) in London, f 27. Sept. 1788 
das., Schüler von Shipley's Zeichenschule, weitergebildet in Italien, besuchte auch 
Jamaica. Seine Landschaften hatten wenig Erfolg und er reussirte darauf besser 
als Zeichenlehrer. Von ihm Ansichten von Windsor Castle, Westmiuster Abbey, 
Colebrook Dale, auch einige Radierungen. — Eine Mrs. J. R. war von 1824—44 
als Miniaturmalerin in London thätig, wanderte nach Russland aus und wurde Mitgl. 
der St. Petersburger Akademie. 

Robertson, Walter, gen. Irish Robertson, Maler des 18. Jahrhunderts, f nach 
1800 (?) in Ostindien, thätig in Dublin, wo er Miniaturen malte. 1793 ging er nach 
Amerika und von dort nach Ostindien. 

Robertus di Oderisio, s. Oderisio. 

Robetta, Goldschmied und Kupferstecher des 15. Jahrhunderts, thätig von 
^1490 — 1522 in Florenz. Um 1512 hat er einer exclusiven Künstlergesellschaft ange- 
hört, die sich die Compagnia del Pajuola nannte, und hier wird er als Goldschmied 
/ aufgeführt. Er arbeitete nach F. Lippi und Sandro Filepepi, gen. Botticelli, hat 
auch Einiges von Dürer entlehnt. R. gehört zu den bedeutenden frühen Kupfer- 
stechern Italiens. Man hat ungefähr 15 bezeichnete Blätter von ihm, im Ganzen 
werden ihm wahrscheinlich mit Recht über 30 zugeschrieben, darunter 7 Darstellungen 
aus dem Alten Testament, 12 aus dem Neuen und circa 12 mythologische. 

Robiczek, Karl, Maler, geb. 1837 in Landshut (Mähren), Schüler der Wiener 
und Münchener Akademien. Er arbeitete in der Umgegend von München und 
malte Genrebilder. 

Robida, Albert, Maler, Illustrator, Radierer und Lithograph, geb. 14. Mai 
1840 (1848?) in Compiögne (Döp. Oise). Von ihm Alte Städte von Italien, Alte 
Städte der Schweiz, von Frankreich Spanien. Er lieferte auch Caricaturen für ver- 
schiedene Zeitschriften, z. B. Paris-Caprice, La Nature, Les Hommes d'aujourd'hui 
Caricature. Von ihm ferner Das zwanzigste Jahrhundert, Grande Mascarade parisienne, 
Portefeuille d'un vieux gargon, Paris a travers, l'Histoire. Er illustrirte auch die 
Werke von Rabelais u. s. w. und war endlich als Schriftsteller thätig. 

Robie, Jean Baptiste, Maler, geb. 21. Nov. 1821 in Brüssel, Schüler der 
Brüsseler Akademie. Er malte Stillleben und Blumen. Ein Bild von ihm befindet 
sich im Mus. zu Gent. Med. Brüssel, Haag, Paris, Sidney; Leopold-Orden 1861, 
Komtur desselben 1881. 

Robin, Jean Baptiste Claude, Maier, geb. 24. Juli 1734 in Paris, f i™ Nov. 
1818 in Chousy (Dep. Loire et Cher). 1772 wurde er ausserordentl. Mitglied der 
Akademie. Er malte Historien für die Kathedralen von Lisieux, Blois, für Kirchen 
in Orläans, Fontainebleau, etc., ferner auch Bildnisse, Genrebilder, etc. R. schrieb 
ein Buch über die Freskenmalerei und eine ]&loge de M. Falconet, Paris 1791. — 
Ein — R., Baumeister, geb. 1804 in Roanne, Schüler von Duphot, war seit 1840 
lange in St. Petersburg thätig, wo er u. A. das Palais Leuchtenberg baute. Später 
Hess er sich in Bellevue bei St. Marcellia nieder. 

Bobin, Lonis, Maler, geb. 18. Oct. 1845 in Villefranche (D6p. Rhone), Schüler 
von Järöme und Guichard. Von ihm Der rasende Roland (1869) Die Aepfel 
(1877), Kriegsrath im Jahre 1792 (1881), etc., auch Bildnisse. 

Robinean, C, Maler des 18. Jahrhunderts, geb. um 1750 in Frankreich. Er 
wurde Inspektor in den Zeicheuschulen zu Paris. Sein Bildniss des Ministers Abel 
befindet sich in Hampton Court, des Georg IV. als Kronprinz in den königlichen 
Sammlungen. — Ein Jean Charles R. (derselbe ?) war im 18. Jahrhundert zu Paris 
als Kupferstecher, Maler und Musiker thätig. — Dessen Sohn Auguste R. stellte in 
Paris zwischen 1791 und 99 Bildnisse , etc. aus. — Ein Fräulein Ciaire R., 
Schülerin von Regnaul t, stellte zwischen 1804 und 1824 zu Paris staffirte Laud- 
schaften ans. 



84 Robineau-Salare — ßobinsoü. 

Robineau-Salare, Ferdinand Desire, Maler, geb. 20. April 1823 in Paris, 
t 30. Januar 1870 daselbst, Scbüler von Abel de Pujol. Von ihm Markt in 
Bordeaux (1864), Die Hast des Modells, Selbstbildniss, etc., auch Pastelle und 
Aquarelle. 

Kobinet, Panl Gustave, Maler, geb. 11. April 1845 in Maguy - Vernois (De'p. 
Haute Suone), Schüler von Barrias, Cabat, Meissonier und Zünd. Er bereiste 
Italien, Oesterreich und Russland und Hess sich zuletzt in der Schweiz nieder. Von 
ihm Der Vitznauerbac'^ am Vierwaldstädtersee (1869), Ansicht von Monaco (1874), 
Der Urirothstock bei Sonnenaufgang, Trappisten zur Winterszeit im Wald arbeitend, 
etc. Med. 1869 Paris, 1878 Wien. 

Bobinet, Pierre Alfred, Bildhauer, geb. 1814 in Paris, f im April 1878 das., 
Schüler von Blondel, David d'Angers, Pradier und Ramey Juu. 1840 gewann 
er den 2. grossen Preis. Von ihm Marmorstatue des Baron Larrey (für die medici- 
nische Akademie), Marmorstatue des Baron Desgenettes (ebenda), Christus am Kreuz 
(Holzstatue für die S. Rochuskirche), Bronzebüste des Bürgermeisters J. Fouquet 
(Hospiz zu Bolbec), ündine (1863 Marmorstatue); Andere Werke für das Mus. zu Ver- 
sailles, für den Louvre Napoleon III., etc., zahlreiche Bildnissbüsten, Statuetten, 
Medaillons, etc. Med. 1870. 

Robinet, Stephan, Bildhauer, geb. 6. Dec. 1799 in Paris, f im Dec. 1869 das. 
Er war hauptsächlich Chemiker und Arzt, hat aber eine Anzahl von Bildnissbüsten 
verfertigt und in den Pariser Salons ausgestellt. 

Robins, Thomas S., Maler unseres Jahrhunderts, f 1880 (?). Er war eine 
Zeitlang Mitglied der Londoner Aquarellisten-Gesellschaft und malte Marinen, sowie 
Landschaften. Das Kensington-Mus. besitzt 3 Aquarelle von ihm. — Ein William 
R. war um 1738 in England als Schabkünstler thätig. 

Robinson, Hngh, Maler, geb. um 1755, f 1790. Um 1782 besuchte er Rom, 
wo er 8. Jahre verblieb. Auf der Heimreise ging das Schiff mit ihm unter. Er 
malte Bildnisse in der Weise des Reynolds. 

Robinson, John, Maler, geb. 1715 in Bath, f 1745, Schüler von J. Vander- 
bank in London. Er malte mit gutem Erfolg Bildnisse und Ifess seine Modelle 
sich in Van Dyck'sche Kostüme kleiden. 

Robinson, John Henry, Kupferstecher, geb. 1796 in Bolton, f 21. Oct. 1871 
in Petworth, Schüler von Heath in London Er stach in Linienmanier zuerst 
Blätter für die Bücherillustration (z. B. zu Rogers „Italy"), dann mit gutem Erfolg 
Einzeiblätter nach Van Dyck, Landseer, Loslie, Lawrence, Lister, Mulready, Mu- 
rillo, Partridge, Wilkie, etc. R. trat eifrig ein für die Aufnahme der Kupferstecher 
in die Akad. und wurde selbst 1856 ausserordentliches 1867 ordentliches Mitglied. 

Robinson, Peter Frederick, Zeichner und Baumeister, geb. 1776, f 1858 in 
Boulogne, Schüler von H. Holland. 1811 erbaute er die Egyptian-Hall in Piccadilly 
(London). Er gab heraus Rural Cottages (96 Blatt), Village Architecture (41 Blatt), 
Ornamental-Villas (96 Blatt) und Farm Buildings. 

Robinson, Robert, Kupferstecher des 17. Jahrhunderts in Schabmanier, f um 
1690, einer der bedeutendsten der frühen Schabkünstler Englands, der meist nach 
eigener Zeichnung arbeitete. Von ihm Die sieben verklagten Bischöfe, Charlotte 
Gräfin Litchfield, James Herzog von Monmouth, Wilhelm von Oranien, Frances 
Herzogin von Richmond, Sir James Worseley, Diana und Actäon, Apollo-Tempel. 
Diana-Tempel, Der Hahn, The King's ßirds, Todtes Geflügel, etc. 

Robinson, Theodore, Maler, geb. 3. Juni 1S52 in Irasburg (Vermont), f 2. Apr. 
1896, Schüler von Vilmarth in New-York, Carolus Duran und G^rome in 
Paris, später von Claude Mone t beeiuflusst. 1892 kehrte er endgültig nach Amerika 
zurück. Von ihm Winterlandschaft, In der Sonne, Seinethal, Römischer Brunnen, 
Port Ben am Delaware- und Hudson-Kanal, Bauernhof in der Normandie, etc. 
Med. 1892 in Philadelphia, 1893 in Chicago, 1895 in Cleveland. 

Robinson,^ Thomas, Maler des 18. Jahrhunderts, f 1755. Er war in Italien 
gebildet und nebenbei auch ein guter Musiker geworden. In späteren Jahren wurde 
er blind und durch seine Tochter, eine berühmte Sängerin, nachmalige Lady Peter- 
borough, erhalten 

Robinson, Thomas, Maler, geb. vor 1770 in Windermere, f 27. Juli 1810 in 
Dublin, Schüler von Romney (1785). 1801 — 8 war er jn Belfast thätig, dann zog ei- 
nach Dublin, wo er Vorsitzender der Künstlei-vereiniyung wurde. Von ihm Pro- 
zession zu Ehren Lord Nelsons (Hafenamt Belfast), Das Treffen von Ballynahinch, 
The Giant's Gause\yay (in Irland), etc. 



Robinson — Rocca.' 85 

Bobinfitou; Tliomas, Maler, geb. 1835 in Nova Scotia, ochüler von Courbet 
und Auguste Bonheur. Er war in Providence und Boston in Amerika, sowie in 
Paris thätig. R. malte Thierstücke, Ansichten und Landschaften. 

Robinson, William, Maler, geb. 1799 in Leeds, f 1839 das., Schüler von 
Lawrence und der Akademie in London, wohin er nach Ueberwindung grosser Schwie- 
rigkeiten gelangte. 1823 kehrte er in seine Vaterstadt zurück und malte Bildnisse, 
darunter die des Lord Nelson, des Herzogs von Wellington, Georgs IIL, etc. 

Robinson, William S., Maler, geb. 1861 in East Gloucester (Mass. U. S. A.), 
SchtSler von B. Constant undLefebvre an der Academie Julien. Er Hess sich in 
Philadelphia nieder. Von ihm Abendschatten, Das Meer, Im Tannenwald, etc. 

Robionoi, de, Maler des 16. Jahrhunderts, thätig um .1560 in Veirviers (?). 
Dort befinden sich 3 Bilder von ihm, wovon eins bezeichnet ist. Er gehörte der 
Schule L. Lombards an. 

Kobson, George Fennel, Maler, geb. 1790 in Durham, f 8. Sept. 1833 in 
London. Er war Autodidakt, kam mit jungen Jahren nach London, wo er sich durch 
den Verkauf von Zeichnungen erhielt und so viel Geld verdiente, dass er eine Reise 
zu Fuss durch das schottische Hochland, Wales und Irland unternehmen konnte. Er 
malte Landschaften und Ansichten in Wasserfarben, von denen das South Kensington 
MuB. eine Anzahl besitzt. 1808 gab er Ansichten von Durham, 1819 Ansichten aus 
dem Grampian-Gebirge, 1826 malerische Ansichten englischer Städte heraus. 

Eobson, Thomas, Maler, geb. 1798 (?) in Washington, f 11. Oct. 1871 das. (?), 
Schüler von Fothergill und der Londoner Akademie. Er war jahrelang Gehülfe des 
Sir Thomas Lawrence und J. Jackson. Er schuf besonders gute Copien nach Reynolds, 
Allegri, R. v. BiJD, T. Vecelli, etc. 

Robusti, Domenico, Maler, geb. 1562 in Venedig, f 1637, Sohn und SchtUer 
des Jacopo R., in dessen Weise er mit einem gewissenhaften Naturalismus arbeitete. 
Werke von ihm im Dogenpalaet (Sala dl Consiglio) in der Scuola di S. Marco, auch za 
Rom in der Gal. des Kapitols (z. B. eine heilige Magdalena), den Wiener Museen 
(z. B die heiligen 8 Könige und mehrere Bildnisse), in der Gal. zu Parma, etc. 

Robnsti. Jacopo, gen. II Tintoretto, Maler, geb. 29. (n. A. 16.) Sept. 1518 in 
Venedig, t 31. Mai 1594 das., Schüler T. Vec-ellis, der bedeutendste Meister der 
späteren venetianischen Schule, wollte Tizians Colorit mit Michelangelos Zeichnung 
verbinden. Er war reich begabt, hatte ein stürmisches Temperament und arbeitete 
ungeheuer rasch, so dass er den Beinamen II Furioso erhielt. Seinem tiefsten 
Wesen nach ist er Realist, hat aber in vielen Fällen die venetianische stilisirte 
Farbengluth bewahrt. Leider kam bei seiner wie gewöhnlich bei der improvisatori- 
schen und Schnellmalerei auch viel Geringwerthiges zu Tage. Seine besten Werke 
schuf er in dem ersten Jahrzehnt seiner Thätigkeit. Sein Paradies (im Dogeu- 
palast zu Venedig) ist das grösste Oelgemälde der Welt (ungefähr 25 Meter lang und 
10 Meter hoch); am sympathischsten ist er uns vielleicht in seiner Bildnissmalerei. 
Zu seinen Hauptwerken gehören: Männl. Bildniss (Florenz, Pitti), V. Zeno (ebenda), 
Selbstbildniss (Florenz. Uffizien), Admiral Venier u. A. (ebenda), Bildniss eines Durazzo 
(Pal, Durazzo, Genua), viele Bildnisse auch im Dogenpalast zu Venedig, etc. Vulkan, 
Venus und Amor u. A. (Pitti, Florenz), Bildniss u. A. (Pal. Colonna, Rom), Taufe 
Christi, Ecce Homo u. A. (Rom, Capitol), Pietä (Brera, Mailand), Bilder zu Ovid 
(Gal. Modena), Wunder des S. Marco (1548 Accad. Venedig), Auffindung der Leiche 
des S. Marcus (Brera, Mailand), Christus und die Ehebrecherin, Adam und Eva, u. A. 
(Accad. Venedig), Hochzeit zu Cana (Sa. Maria della Salute, Venedig), Kreuzigung 
Christi u. A., im Ganzen 56 Gemälde (1560 — 1594 Scuola di San Rocca, Venedig). 
Viele geschichtliche Darstellungen im Dogenpalast zu Venedig (1560 — 1594), Wunder 
der Hl. Agnes u. A. (Sa. Maria dell' Orto, Venedig) ; Andere Werke in vielen der an- 
deren Hauptkirchen Venedigs, Das Fegefeuer (Gal. Parma), Der todte Heiland (das.), etc. 
Ferner in ausseritalienischeu Galerien Stafifeleibilder zu Berlin, Braunschweig, Darm- 
stadt, Dresden, Dublin, Edinburgh, Haag, Hamptoncourt, Kassel, Liverpool, London, 
Madrid, Mailand, München, Paris, St. Petersburg, Wien, etc., auch in vielen englischen 
Privatsammlungen. Seine Biographie von Galanti (Venedig 1876), Osler London (1S79). 
Robusti, Marietta, Malerin, geb. 1560 in Venedig, + 1590, Tochter und 
Schülerin des Jacopo R. Sie malte vortreffliche Bildnisse, wurde vom Kaiser 
Maximilian sowie Philipp II. eingeladen, an deren Höfen zu malen, doch trennte sie 
sich nicht von ihrem Vater. 

Rocca, (Roeka), Antonio (Anthonius), Maler des 17. Jahrhunderts, geb. in 
Brüssel (?), t vor 1660 in Rom. Werke von ihm gelaugten in die Miunebroeders- 



86 Rocca — Rocliegrosse. 

kerk zu Brüssel ; ferner malte er in Rom und im Piedmont mit viel Erfolg, doch sind 
keine Werke hier als die seinigen identificirt worden. 

Bocca, Carlo della, Kupferstecher des 19. Jahrhunderts, f nach 1824, Schüler 
von Longhi. Er stach nach Luini, Orsi, Tisi, etc. 

Rocca, Daniele Ja<eopo, Maler, geb. vor 1525, f 1600 in Rom, Schüler von 
Daniele Ricciarelli. 

Rocca, Michele, gen. Parmigiano d. J. und Micbele da Parma, Maler, geb. 
1671 in Parma, f nach 1751, thätig in Rom. Von ihm Anbetung der Hirten (Gal. 
München), Bathseba (Gal. Kassel), etc. 

Roccadirame, Angelo, Maler, geb. 1396 in Neapel, f 1460 (?). Bilder von 
ihm in neapolitanischen Kirchen, z. B. Erzengel Raphael (SS. Severino e Sosio). 

Rocchetti-Torres, Antoniuo, Maler, geb. 1851 in Palermo, war erst lange Zeit 
Lehrer, ehe er sich der Kunst widmen konnte. Von ihm: Atelierecke, Die Versuchung, 
Ein Hof, Behaglichkeit. 

Roceo, Lili Rosalia, Malerin geb. 1863 in Mazzara del Vallo (Sizilien), Schülerin 
der Akademie zu Neapel und von Solari. Sie, wurde Zeichenlehrerin in einer Muni- 
zipalschule Neapels und malte in Oel und Pastell Bildnisse, Blumen, etc. 

Rocco, Michele, s. Rocca. 

Rochard, Fran^ois, Maler, geb. 1798 in Frankreich, f 1858 in Notting Hill 
(London), Schüler der Pariser Akademie. Um 1820 kam er nach London und stellte 
lange Zeit Miniaturen in der Akademie aus. 

Rochard, Simon Jacqnes, Maler, geb. 28. Dec. 1788 in Paris, f lö. Juni 1872 
in Brössei, Schüler der ^ficole des beaux-arts zu Paris unter Merimee und Isabey. 
Er malte hervorragende Miniaturbildnisse, auch Aquarelle und Pastelle; 1816 — 36 
lebte er in London, 1846 zog er sich nach Brüssel zurück. Von ihm Bildniss einer 
Engländerin mit ihren 3 Kindern (1852) M. W Mellish, M. P.. (1867), Bildniss 
Wellingtons, Selbstbildniss, L. Merime'e, Prosper Merime'e. Prinz Orloff, Mdme. 
Vestris. 

Rochard, Sophie, geb. Bresson, Malerin, geb. 1810 in Paris, Schülerin von 
Delaroche. Von ihr Herzog Antoine III. von Gramont nach einem alten Original 
(Mus. Versailles), Graf von Artagnon (ebenda), Graf von Cheverny, sowie 6 andere 
Bildnisse (ebenda), Tod Atalas (n. Girodet, Mus. Orleans), Bildniss des Ritters 
Dunois (ebenda), etc. Med. 3. Kl. 1835. 

Roche, Alexander, Maler, geb. 1862 in Glasgow. Er gehört der Glasgow- 
Boys-Schule an. Von ihm Herbstlaub, Klostermauer uud Garten in Dysart, Nessie, etc, 

Roche, Alexander Marie, Maler, geb. 14. Febr. 1823 in Paris, f 1878, Schtüer 
yon Picot. Von ihm die Malereien der Katechismus-Kapelle in St. Pierre du Gros- 
Caillou. Ferner Keuschheit der Susanna (1846). Der Arbeiter (1850), Mnttersorgen 
(1868), Bildnisse, etc. Med, 3. Kl. 1849. 

Roche, Benedict, Maler des 18. Jahrhunderts, geb. in Valencia, f 1785, Schüler 
von Gaspar de la Huerta, in dessen Weise er malte. 

Roche, (Breche ?), Jean, Maler des 14. Jahrhunderts, geb. in Carcassonne. 
1365 malte er mehrere Bilder für die Notre Dame des Domes zu Avignon. 

Roche, Sampson Towgood, Maler unseres Jahrhunderts, f nach 1816. Er 
malte Miniaturen, stellte in London aus, war aber in Bath thätig. 

Rochebrune, Octave Gnillanme, Copte de, Zeichner und Radierer, geb. 
1. April 1824 in Fontenay-le-Comte (Dep. Vendee), Schüler von J. Ouvriö und 
J. L. Petit, im Radieren aber Autodidakt. Er übte die Kunst zwar nur als 
Liebhaber, wurde aber einer der hervorragendsten Architekturradierer Frankreichs, 
namentlich in grossem Format. Von ihm Ansichten und Interieurs z. B. Strassburger 
Münster (Zeichnung), Ansicht der grossen Treppe Franz I, im Hof des Schlosses zu 
Blois (1869, Radierung), Notre Dame (desgl.), Le Palais de Justice de Rouen (desgl.), 
Schloss Chenonceaux (desgl.), etc. ; auch Kupferstiche. Med. 1865, 1068, 2. Kl. 1872, 
Kr. d. Ebrenl. 1874. 

Rochefort, Charles (P.?) de, Zeichner und Kupferstecher, geb. 167a in Frank- 
reich, f nach 1708 in Lissabon. Er stach viele Vignetten, etc. nach Chereau, Dela- 
monce, Gillot, Girard, Watteau, etc. und kam dann nach Portugal. 

Rochegrosse, Georges, Maler, geb. 2. Aug. 1859 in Versailles, Schüler von 
J. Lefäbvre und Boulanger. Er wurde eine der sensationellen Erscheinungen 
in der Pariser Kunstwelt und wirkte oft durch äusserliche Coups, so z. B. besetzte 
er seinen TannJiäuser bei Venus mit Edelsteinen, etc. Selten erreicht er eine wirklich 
vornehm künstlerische Wirkung. Wir nennen von ihm Vitellius durch die Strassen 



Rochenoir — Rodari. 87 

Roms geschleift (1882), Scene aus dem Bauernkriege (1885), Salome vor König Herod. 
(1887), Nebukadnezar mit Wahnsinn bestraft (1887), Das Ende Babylons. Med. 3. Kl. 
1882, 2. Kl. 1883. 

Boehenoir la, s. La Rochenoir. 
Roohers, £tienne Johandier, s. Desrochers. 

Röchet, Loais, Bildhauer, geb. 24. Aug. 1818 in Paris, begr. 23. Jan. 1878 das., 
Schüler von D. d'Angers. Von ihm Napoleon Bonaparte (1855 Marmorstatue für 
Brienne - Napoleon), Kaiser Pedro I. (1861 Kolossalreiterstandbild mit decorativen 
Figuren, etc. Bronze, für Rio de Janeiro), Bronzestatue des franz. Marschalls Erlon 
';i847 Reims), Wilhelm d. Eroberer (1851 Falaise), Der Erfinder R. Lenoir (Villers- 
ßocage), General Daumesnil (Perigueux), desgl. (Vincennes), Notre Dame de Savoie, 
etc. R. hat einen Leitfaden der chinesischen Sprache herausgegeben. Med. 3. Kl. 
1841, 1855, Kr. der Ehrenleg. 1856. 

Rochetet, Michel, Maler des 16. Jahrhunderts. Er malte Historien und Bild- 
nisse, ferner auch unter Primaticcios Leitung Decorationen zu Fontainebleau und im 
Louvre 

Rochienne, Pierre, Holzschneider des 16. Jahrhunderts, thätig um 1551, in 
welchem Jahre Holzschnitte zum Neuen Testament sowie zur Legenda Aurea erschienen. 
Rochmann, Gregor tod, Maler, geb. 1. Juni 1850 in Nehat (Esthlaod). 1868 
liess er sich in Düsseldorf nieder und malte Landschaften. 

Rocholl, Rudolf Theodor, Maler, geb. 11. Juni 1854 in Sachsenberg (Wal- 
deck), studirte in Dresden, München (unter Piloty) und Düsseldorf (unter Sohn und 
Gebhard). Er malte erst geschichtliche Genrebilder, dann Schlachtenbilder. Von 
ihm Kaiser Wilhelms I. letzte Heerschau (1889 Gal. Stettin). Nachzügler bei sieg- 
reicher Attacke (Gal. Düsseldorf), Episoden aus der Schlacht von Vionville (Gal. 
Magdeburg), Eulenspiegel, Landknechtsflucht. Med. II. Kl., München 1892. 

Bochassen, Hendrik d. Ae., Maler, geb. vor 1795, f 1852. Er übte die Kunst 
als Liebhaber aus und wurde besonders als Sammler bekannt. 

Rochnssen, Hendrik d. J., Maler, geb. 15. Aug. 1812 in Rotterdam, Schüler 
von Wappers in Antwerpen und Eeckhout im Haag, weitergebildet auf Reisen 
durch Frankreich, Deutschland, die Alpenländer und Norditalieu. Er blieb längere 
Zeit in München und kehrte 1841 in die Heimath zurück, um sich im Haag nieder- 
zulassen. Er malte Historien und Genrebilder. Mitgl. der Amsterdamer Akademie. 
Rochnssen, Karel, Maler und Radierer, geb. 1. August 1814 in Rotterdam, 
t 24. Sept. 1894 das., Schüler von .W. J. J. Nuijen und Waldorp, zweiter Sohn 
des Henri R. d. Ae. Er malte Schlachten bilder, besonders gute Pferde und hat 
auch viel iilustrirt, u, A. den Münchhausen. Von ihm Schlacht von Malplaquet, 
(Muß. Rotterdam), üebungen der reitenden Artillerie (ebenda), Die „Gueux de mer" 
vor Leyden 1574 (Mus. Amsterdam), Schlacht von Castricum, Graf Florens von Hol- 
land bekämpft die Friesen, Haussuchung zur Zeit der franz. Revolution, etc. R. 
radierte u. A. das Titelblatt und die Abb. No. 14 zu „De Waterramp van 1855" 
Niederl. Löwenorden, Kr. d. Ehrenleg. (1878). 
Rock:, le, s. Le Rock. 
Roeka, s. Rocca. 

Bocqne, J., Zeichner und Kupferstecher des 18. Jahrhunderts, geb. in Frank- 
reich (?), thätig um 1750 in England, wo er Karten und Ansichten (z. B. von Wan- 
stead House) stach. Vivarez stach eine Ansicht von Kensington Palace nach R.'s 
Zeichnung. 

Rocqnctte, Johan de la, Maler des 17. Jahrhunderts, f nach 1694 im Haag, 
Schüler von M. Lengele das. Er malte bis 1667, scheint aber später Offizier ge- 
worden zu sein. Von ihm Bildniss eines orientalisch gekleideten Herrn (1667 Mus. 
Amsterdam). 

Bodakowski, Heinrich, Maler, geb. 9. Juni 1823 in Lemberg, f 28. Dec. 1894 
in Krakau. Er trat 1846 in das Atelier Cogniets in Paris, wo er dann seinen stän- 
digen Aufenthalt nahm und sich zu einem angesehenen Bildnissmaler ausbildete 1867 
bis 1893 lebte er abwechselnd in Lemberg oder auf seinem Gute Bortniki. 1893 liess 
er sich in Krakau nieder, wo er zum Vorsitzeaden des Hunstvereins gewählt wurde. 
Von ihm Bildniss der Frau B. Singer, Bildniss der Mutter des Künstlers, Vision im 
G'efängniss, Allegorie auf die' Arbeit, Bilder zu der Ilias und Odyssee, etc. Med. I. Kl. 
1852, 1857 u. A., Belgischer Leop. Orden 1873, Kr. der Ehrenleg. 1861. 

Bodari, Tommaso, Bildhauer und Baumeister des 16. Jahrhunderts. Von ihm 
verschiedehö Altäre (1492, 1498), im Dom zu Como, ein Fries innen über dem Süd- 



oö Rodde — Rodin. 

portal das., sowie der Schmuck aussen an diesem Portal, eine Inschrift -Tafel an der 
Aussenseite des Chors das. (1513). Sehr zweifelhaft erscheint es, oh er den Chor des 
Doms zu Como und S. Lorenzo in Lugano (1517) gebaut hat, die ihm einst zuge- 
schrieben wurden, — Ein Jacopo R. unterstützte Tommäso R. bei mehreren seiner 
Arbeiten. 

Eodde, Carl Gustaf, Maler, geo. 29. Aug. 1830 in Danzig, Schüler von J. C. 
Schultz, dann von der Duaaeldorfer Akademie, von Schirmer, Lessing und 
Gude, auch in Italien weitergebildet. Er war zu Weimar und Berlin thätig und 
malte Landschaften und Ansichten, z. B. Der Nemisee, Die Wartburg, Deutsche Haide, 
Thalesstilie (Nat.-Gal. Berlin), Landschaft mit Schlots und Dorf (Gal. Wiesbaden), 
Der Petersdom von der Villa Doria Pamphili aus gesehen, etc. 

Roddelstedt, Peter, eigentlicher Name des Peter Gottlam't, s. d. 

Rode, Christian Bernhard,. Maler und Radierer, geb. 1726 in Berlin, f 24. Juni 
1797 das, Schüler von A. Pesne in Berlin und Carle van Loo in Paris weiter- 
gebildet in Rom und Venedig. 1783 wurde er Direktor der Berliner Akademie. Er 
arbeitete viel für Friedrich d. Gr. und gewann grosses Ansehen im Historien- und 
Bildnissfach. Von ihm Plafonds im Neuen Palais zu Sanssouci, Kreuzabnahme 
(Marienkirche, Berlin) u. A. ra. Er schuf mehrere liundert interessant, wenn auch 
nicht im geläutertsten Stil radierte Platten, darunter die Schlüterschen Masken arii 
Berliner Zeugbaus, Illustrationen zu Gessners Idyllen und Gellerts Fabeln, etwa 30 
Blatt aus dem Alten, 40 aus dem Neuen Testament, über 50 mythologische Scenen 
und an die 100 geschichtliche, Darstellungen. — Sein Oheim Heinrich R., Bildhauer, 
Vv^är Schüler von Schlüter und starb auf einer Reise nach Italien in Florenz. 

Rode, Godfried Hendrik, Maler, geb. 1752 im Haag, f nach 1793, Schüler 
von J. J. Schalgh uud Hurter. Er schuf Bildnisse in Email, Miniatur und Kreide. 

Rode, Johann Heinrich, Kupferstecher, geb. 1727 in Berlin, f 1759 das. (?), 
Schüler von J. G. Wille in Paris, nachdem er zuvor als Goldschmied und Kupfer- 
stecher in Berlin thütig gewesen war. Er war Bruder des Christian ß. R. und stach 
nach diesem Jacob ringt mit dem Engel, Das Delphische Orake' Ecce Homo und 
andere Blätter, ferner von ihm Blätter nach G. F. Schmidt, Wille, nach eigener Zeich- 
nung, etc. 

Rode, (Roode), Niels, Nelis oder Cornelis, Maler, geb. 1742 (1743?) in Kopen- 
hagen, t 1794 in Leiden, Schüler von J. G. Ziesenis im Haag, wo er 1776 Mit- 
glied der „Pictura"- Gesellschaft wurde. Später Hess er sich in Leiden nieder. Er 
malte Bildnisse. Eine Gruppe von ihm im Stadthaus zu Haag. 

Rodeck, Carl, Maler, geb. 1842 in Emden, Schüler von Böcklin, dann vcn 
Michelis in Weimar. 1867 ging er nach Berlin, 1870 nach Hamburg, wo er gich 
niederliess. Er malte Landschaften, besonders deu Wald. 

Rodemeier, Max, Maler, geb. 18. Aug. 1858 in Stettin, gebildet in München, 
wo er erst als Theatermaler, dann in -der Kunstanstalt Pixis beschäftigt war. Später 
studirte er nuch bei Neide und Steffeck an der Königsberger Akademie. Er besuchte 
Berlin, Dresden, Hamburg, Wien, Antwerpen, etc. 1890 wurde er Lehrer an der 
Kunstgewerbeschule zu Königsberg. Von ihm Altar (Kirche zu Gehsen), Familien- 
haupt, Fastenpredigt, etc. 

Roden, (Rhoden, Rohdeu), Johann Martin von, Maler, geb. 30. Juli 1778 in 
Kassel, f 8. (19 ?) Sept. 1868 in Rom, studirte in Rom. 1827 wurde er Hofmaler in 
Kassel, kehrte aber 1883 nach Rom zurück. Er malte farbenreiche italienische Land- 
schaften, z. B. der See von Nemi (Gal. Gotha), Der Eremit in der Grotte (1829 Gal. 
Kassel), Die Villa Hadrians, Das Kloster S. Benedetto bei Subiaco, .etc. — Sein Sohn 
ebenfalls Maler schuf Historien und schmückte eine Kirche zwischen S, M. Maggiore 
u. d. S. Croce mit Fresken. 

Roden, Mathys, Maler des 15. Jahrhunderts, f nach 1482, thätig in Gent, wo er 
1475 Mitglied der Gilde wurde. Zum Einzug des Herzogs Max schuf er 1477 einige 
decorative Gemälde. 

Roderigo, s. Rodrignez. 

Rodermont, (Rottermondt), Aegidins Panl (?), gen. Rotermans, Maler des 
17. Jahrhunderts, thätig um 1640. Er ist durch einige radierte Bildnisse und Köpfe 
bekannt, in denen er an R. van Rijn erinnert, z. ß. Der Dichter Joannes Secuadus, 
Sir Wm. Waller (nach C. Jansen), etc. Auch werden ihm Bilder aus der Remhraadt- 
Schule in Kassel, England, etc. zugeschrieben. 

Rodin, Auguste^ berühmter Bildhauer, geb. 1840 in Paris, Schüler von B arges 
und Carrier-Belleuse, Man hat ihn den Michel- Anpelo unsrer Tage genannt, uud 



Rodriguez. 89 

bewundert in ihm die geniale Originalität, die reiche Phantasie, das rastlose Natur- 
studium und die Gestaltungskraft. Von ihm Bildniss von Garnier (Terracottabtlste). 
Die Erschaffung des Menschen (1881 Gipsstatue), Bildniss des J. P. Laurens (1882 
Bronzebüste), Bildniss Jean Dalous (Berliu Nat. Gal.), Statue Claude Gelees (Nancy), 
Danaide, Der Kuss, Das Thor der Hölle, Die Chimäre, Frauenbüste (Gal. d. Luxem- 
bourg), Büsten Victor Hugos, Puvis de Chavannes und H. Rocheforts, S. Joannes 
Baptista (Statue im Luxembourg), Eva, das Denkmal der Bourgeois de Calais, Das 
Denkmal für Victor Hugo, Balzac, R. hat auch eine Anzahl von Bildnissen radiert, 
meist mit der kalten Nadel. Med. 3. Kl. 1880. 

Rodrignez, Frate Adriaen, eigentlich Adriaen Dierix, Maler, geb. 1618 in 
Antwerpen, f 1669 in Madrid. Um 1650 kam er nach Spanien, wurde Jesuit, änderte 
seinen Namen des Wohlklangs wegen und malte für das Colegio Emperial Abraham 
bewirthet die Engel, Hochzeit zu Cana, Heilige Familie, Christus in Emaus und Mag- 
dalena salbt Christum. 

Rodrigo, Alfonso, Baumeister des 18. Jahrhunderts. 1789 war er Leiter des 
Baus der Kathedrale von Toledo. — Ein Maestro R. schnitzte 1495 die unteren 
Chorstüble in dieser Kathedrale mit Darstellungen der Eroberung von Gracada. — 
Dessen Sohn schuf eine Anbetung der Könige, im Privatbesitz zu Valencia. 

Rodriguez^ Alfonso, Bildbauer des 15. Jahrhunderts. Ei: schmückte die Facade 
der Kathedrale von Toledo. — Ein anderer (?) Alfouso R. war 1496 an der Kathe- 
drale von Sevilla thätig. 

Rodriguez, Alfonso, Maler, geb. 1578 in Messina als Spross einer spanischen 
Familie, f 1648 das. Er bildete sich an den Werken der grossen Meister der 
Renaissance. Von seinen Werken in Messina nennen wir Der Gichtbrüchige zu 
Bethesda (S. Cosimo de'Medici), Der Kindermord (S. Elena de Constantino), Madonna 
mit Heiligen (S. Filippo Neri), Die Auferstehung, etc. 

Rodrignez, Alonso, Baumeister des 16. Jahrhunderts. 1513 fertigte er mit 
AntonioEgasdie Risse zur Kathedrale von Salamanca. — Ein Alouso R. Carpiutero 
erbaute 1415 die Universität das. 

Rodrignez, Domingo, Maler des 17. Jahrhunderts, geb. in Portugal, thätig um 
1682 in Salamanca, wo er Augustinermönch war und für sein Ordenskloster Heiligenbilder 
malte. — Ein Francisco R. war seit 1472 Baumeister an der Kathedrale zu Sevilla. 

Rodriguez, Giovanni Bernardiuo, gen. II Pittor Santo, Maler des 17. Jahr- 
hunderts, f 1667 in Neapel, Schüler von Luigi R., Sohn des Alfonso R. Er schloss 
enge Freundschaft mit D. Zampieri in Neapel. Von ihm dort Maria und das Christus- 
kind entreissen dem Teufel eine Seele (Mad. del Soccorso) und S. Carlo in gloria 
(del Gesü Nuovo). — Ein Juan R.^ geb. in Bejar (?), malte 1476 für Herzog Alba 
Arabesken in seinem Palast Barco di Avila. 

Rodrignez, Luigi, Maler des 17. Jahrhunderts, geb. 1585 in Messina, f in 
Neapel, in Rom und Neapel gebildet, Bruder des Alfonso R. Er malte eine Zeit 
lang mit B. Corenzio, soll aber von diesem aus Neid vergiftet worden sein. In 
Messina schuf er 12 monochrome Darstellungen des Trojanischen Kriegs. — Ein 
Simon R. malte im 16. Jahrhundert in Spanien Historien. Von ihm eine Geburt 
Christi (Kloster Belem am Tajo). 

Rodriguez, Toribio, Bildhauer des 16. Jahrhunderts, thätig in Toledo. Um 
1565 schuf er mit Juan Mancano die Sculptur an der Thür vom Kapitel der Kathe- 
drale zum KreUzgang. — Ein Ventura R. war im 18. Jahrhundert in Spanien als 
Baumeister berühmt. Von ihm die Decoration der Kirche der Nonnen zur Incarnatioo 
(Madrid), Fontänen (Prado), Facade der Kathedrale von Santiago, sowie der von 
Pampelona, etc. 

Rodrignez de Miranda, Francisco, Maler, geb. 1701, f 1751, Binder des 
Pedro R. de M. Er wurde Maler des K. Stallmeisters. 1746 malteer 12 Bilder au? dem 
Leben S. Petri für das S. Gil-Kloster zu Madrid. — Seiu Bruder Nicolas R. du M., 
•j- vor 1752 in Madrid, malte Landschaften. 

Rodrignez de Miranda, Pedro, Maler, geb. 1696 in Madrid, f 1766, Schüler 
und Neffe des Juan Garcia de Miranda. Er malte Paneele für Kutschen, creure- 
bilder, Landschaften, ein Bildniss des Pater Aller, Die unbefleckte Empfangniss, 
verschiedene heilige Darstellungen für die Barfüssigeu Karmeiiioi, etc. 

Rodriguez de Ribera, Isidoro, Maler des 18. Jahrhuna.rts. Er war Hof- 
maler in Madrid und wurde 1725 zum Bilderschätzer ernannt. 

Rodriguez Blaues, Benito, Maler, geb. 1650 in Granada, t .737 das. Er war 
Nachahmer des AI. Cano und wurde Geistlicher. Von ihmBilrtrdss eines Seeheiden 



^0 Roebbecke — Roederstein. 

(Mlincheo, alte Pinakothek), Madonna (Erzbisch. Palais zu Granada), Historien, etc. 
ftlr S. Maria de laß Augustias, für die Augustinerkirche und die ßarfüssigen Kar- 
meliter das. 

Boebbecke, Friedrich Moriiz, Maler, geb. 13. Jan. 1857 in Meerane, Schüler 
der Münehener Akademie, von Lindenschrait, Loefftz und Max. Er malte 
decorative Arbeiten, Genrebilder, Historien, z.B. Christus heilt den Lahmen, Pharisäer 
und Zöllner, Am Meer, Rosen im Winter, Seelenfriede, etc. auch Aquarelle. Gr. 
silb. Med., München. 

Roeber. Ernst, Maler, geb. 23. Juni 1849 in Elberfeld, Schüler von Bende- 
m a D n au der Düsseldorfer Akademie. Nachdem er decorative Arbeiten in der 
Berliner Nat.-Gal. geschaffen hatte, liess er sich in Düsseldorf nieder und wurde 
dort 1889 Professor an der Akademie. Von ihm Theatervorhang (für Barmen), 
Der Olymp, (Nat.-Gal. Berlin), Jagdzug der Nibelungen; auch Wandbilder im Kölner 
Gürzenich, Berliner Zeughaus, Danziger Rathhaus, etc. Ferner Bildniss Kaiser Wil- 
helms H. (Rathhaussaal zu Elberfeld) u. A. m., auch viele Illustrationen.' 

Boeber, Fritz, Maler, geb. 15. Oct. 1861 in Elberfeld, Schüler der Düssel- 
dorfer Akademie und von Bendemann, Bruder des Ernst R. Er war an decorativen 
Malereien in der Berliner Nat.-Gal. betheiligt und wurde 1893 Professor an der 
Düsseldorfer Akademie. Er malte im Kölner Gürzenich Heinrich IV. wird von 
Kölner Bürgern aufgenommen, sowie Decorationeu, Wandbilder, etc. im Stadttheater 
zu Barmen, in der Düsseldorfer Kunsthalle, in der Akademie zu Münstar, im Rath- 
haussaale zu Elberfeld, etc. Von ihm ferner Friedrich d. Gr. vor der Schlacht bei 
Leuthen (Berlin, Ruhraeshalle), Tod Johannes XII., Ein toller Tag des Kaisers 
Wenzel, „und die Eugel lehrten ihn", etc., auch Aquarelle und einige Steindrucke. 

Röchling, Karl, Maler, geb. 18. Oct. 1855 in Saarbrücken, bildete sich in 
Berlin und Karlsruhe auf den Akademien, thätig in Berlin. Er malte Schlachten- 
bilder und Panoramen z. B. gemeinschaftlich mit A. v. Werner und Bracht ein 
Sedanpanorama. Von ihm ferner: Appell im Manöver, Aufbruch zum Fischfang, 
Einzug der Preussen in Danzig (Rathhaus, Danzig). 

Röckel, Wilhelm, Maler, geb. 23. Juli 1801 in Schieissheim, f 2. Jan. 1843 (42 ?) 
in München, Schüler der Münchener Akademie unter Langer, weitergebildet in 
Düsseldorf. 1827 nach München zurückgekehrt, legte er sich auf die Glasmalerei und 
schuf unter u. A. Hochzeit zu Cana (Kirche zu Au -München), Grabtragung Mariae 
■(ebenda). Von Wandbildern nennen wir Illustrationen zu Theokrit und Sophokles (im 
Königsbau des Münchener Schlosses, nach H. Hess,'Schwanthaler und eigener Zeichnung) 
und Vermählung Ottos des Erlauchten (Arkaden im Münchener Schlossgarten). 

Röcker, H. Leon, Maler, geb. 1860 in Burlington (Iowa U. S. A.), Schüler 
von N. Gysis an der Münchener Akademie. Er liess sich in Chicago nieder und 
malte Landschaften, z. B. Herbst in Tennessee. 

Röd, Holger Peter, Maler, geb. 2. Nov. 1846 in Kopenhagen, f 20. Febr. 1874 
auf dem Herrenhofe Iselinge, Schüler seines Vaters Jörgen R. und der Kopen- 
hagener Akademie, weitergebildet auf Reisen nach Paris, Rom und Neapel (1870—2). 
Von ihm Die Sintfluth, etc. Gr. gold. Med. (der Akademie Kopenhagen). 

Röd, Jörgen, Maler, geb. 13. Jan. 1808 in Ringsted auf Seeland, t 8. August 
1888 in Kopenhagen, Schüler der Kopenhagener Akademie unter Hansen, weiter- 
gebildet in Italien (1837—41). 1844 wurde er Mitglied, 1862 Professor an der 
Kopenhagener Akademie. 1851 besuchte er Dresden, um die Sistina zu copiren, 1861 
zum zweiten Mal Italien. Von ihm Die Kreuzigung (1866, Kapelle in Schloss Fred- 
riksborg), Mädchen mit Früchten (Gal. Kopenhagen), Familienleben ia einem Fischer- 
lager u. A. (ebenda), Der Dom von Roeskilde. Der Dom zu Rihe (1837), etc. Dane- 
brog- Orden. 

Roeder, Jalins Sigismnnd, Maler, geb. 5. Sept. 1824 in Bariin, f 31. Juli 1860 
das., Schüler von Her big und der Berliner Akademie, weitergebildet auf Reisen 
durch den Harz und Thüringen. Er wurde zuletzt geisteskrank. Von ihm Trauben- 
händlerin (Nat.-Gal. Berlin), Der letzte Segen (1850), etc. Kl. gold. Med. Berlin 1850. 

Boeder, iltlax, Maler, geb. .^ 29. Aug. 1866 in München-Gladbach, ScKtiler von 
Paul Nauen in München, weitergebildet auf Reisen nach Italien (1888). Er malte 
Landöchaften und Architekturen, z. B. Tusculum, Der Aetua, Die Gralsburg, etc. 

Roederstein, Ottilie, Malerin, geb. 22. April 1859 in Zürich, Schülerin von 
E. Pfyffer dort, dann von Gussow in Berlin, Carolus-DuraL und Henner in 
Paris, wo sie sich niederliess. Sie malte Genrebilder und Bildnisse, von denen dag 
Künstlergütli in Zürich eins besitzt. 



Roedig — Roelofs. 91 

Hoeäig, Jan Christiaens, Maler, geb. 1751 im Haag, f 1802 das., Schüler 
von Van der Aa. Er malte Blumen und Früchte. 1794 wurde er Secretär der Haager 
Kunstschule. 

Boedl^, Moritz, Maler, geb. 6. Mai 1844 in Dresden, Schüler der Dresdener 
Akademie und von Schnorr von K. Er lebte in seiner Vaterstadt. Von ihm 
Silhouettenfries (Dresden, Waldschlösschen), Bildniss König Alberts, Die 12 Apostel 
(Kirche zu Storcha bei Leipzig), V/andmalereien {Stadtkeller zu Bautzen), etc.; ferner 
viele Bildnisse. 

Eoegge, Ernst Friedrich Wilhelm, Maler, geb 28. April 1829 in Osterkappeln 
(Hannover), Schüler eines Malers und Lithographen Tepe in Osnabrück, dann von 
Rhomberg und der Akademie unter Ph. Volz in München. Er besuchte darauf 
Italien, lebte drei Jahre in Düsseldorf, Hess sich dann in München nieder und malte 
geschichtliche und Genrebilder, z. B. Aussöhnung Kaiser Ottos mit seinem Bruder 
Heinrich (Mus. Hannover), Drei Wandgemälde im Nat.-Mus. zu München, Brautwerbung, 
Die fürstliche Wöchnerin, etc. Med. London, Sidney und Wien. 

Boehling, Carl, Maler, geb. 21. Nov. 1849 in Berlin, Schüler der dortigen 
Akademie, wo er erst die Sculptur pflegte, sich dann aber den graphischen Künsten 
und der Malerei zuwandte. Er malte Geschichtsbilder, zeichnete Illustrationen und 
Behuf Aquarelle. Von ihm auch "die Originalradierung „Wein, Weib und Gesang", 
das Buch .Otto von Bismarck", etc. 

RoehHng, Ernst Ängust, Maler, gen. 9. Nov. 1845, f 1. Febr. 1887 in Dres- 
den, Bruder des Carl R. Er malte Genrebilder und Illustrationen zu Dichterwerken. 

Boehm, David, Baumeister, geb. 23. Mai 1846 in Nürnberg, lernte in Holz- 
minden, dann in München an der Akademie unter Ziebl and und am Polytechnikum 
nnter Neuro uth er. Er war in Nürnberg thätig. 

Boehn, Adolphe Engene Gabriel, Maler, Lithograph und Radierer, geb. 
5. März 1780 in Paris, f 19- Oct. 1867 in Malakoff (Dep. Seine), Autodidakt. Er war 
Prof. der Zeichenschule Louis-le Grand. Von ihm Militärisches Hospital der Franzosen 
und Russen zu Marienburg Juli 1807 (1808 Gal. Versailles), Unterredung Napoleons und 
Alexanders u. A. ebenda, Bildniss des A. P. Corsiu (Mus. Avignou), Landprediger 
auf dem. Schlachtfeld (Mus. Havre), Griseldis (im Grand Trianon), etc. Feinfer etwa 
ein Dutzend Steindrucke und sieben Radierungen. Med. 2. Kl. 1819, Kreuz der 
Ehrenl. 1832. 

Boehu; Jean Alphonse, Maler, geb. 31., Jan. 1799 in Paris, f 10. Mai 1864 
das.,^ Schüler von Regnault, GTros und der Ecole des beaux-arts. Er wurde, wie 
sein Vater Adolphe E. G., Zeichenlehrer d. Schule Louis le Grand. Von ihm Die 
Badende (Mu*. Perpignan), Rückkehr des verlorenen Sohnes (1824 in S. Thomas von 
Aquino), Die gezwungene Taufe (1840) Jugenderinnerung (1864), Bildnisse, etc. Med. 
2. Kl. 1827, 1857, 59, 63. 

Boehrer, Lina, Malerin, geb. 1866 in Ingolstadt, Schülerin der Münchener 
Kunstgewerbeschule und von Frau Wiesing er- Florian in Wien. Sie malte Blumen 
und Stillleben, z. B. Beim Wildprethändler, Die Kirschenernte. Zwiebeln, etc. Med. 
Chicago 1893. 

Boelandt, Lodewijk Joseph Adriaeu, Baumeister, geb. 31. Jan. 1786 in Nieuw- 
poort, t 5. Apr. 1864 in Gent, Schüler der Genter Akademie, weitergebildet in Paris 
unter Percier und Fontaine. Nach seiner Rückkehr wurde er Stadtbaumeister 
und Professor in Lüttich, nachher in Gent. Von ihm Justizpalast (Gent), Universität 
(Gent), Schauspielhaus (das.), Hospital (Lokeren), zahlreiche Kirchen, etc. Leopolds- 
Orden; Mitgl. d. A.kad. Amsterdam, Bordeaux, Brüssel, Gent, Londou. 

Bo^las, Jnah de Las, gen. El Licenciado oder El Clerigo Ro61as, auch 
Dootor Pablo, Maler, geb. um 1559 in Sevilla, f 23. April 1625 in Olivärez. Er 
bildete sich wahrscheinlich in Venedig an den Werken T. Vecellis und Robustis, 
nachdem er sich schon vorher für den ärztlichen Beruf vorbereitet hatte. 1603 
erhielt er ein geistliches Amt in Olivärez, verhlieb aber noch bis 1624 in Madrid 
und Sevilla. Er ist einer der Hauptmeister der Schule von Sevilla. Von ihm Die 
Concepeion (Gal. Dresden), Marie von einem Jesuiten verehrt (Mus. Berlin), Moses 
schlägt Wasser aus dem Felsen (Mus. Madrid), Commuuion d. Heiligen Therega 
(Eremitage St. Petersburg), Marter des S. Andreas (CoUegium des S. Thomas in 
Sevilla), Tod des hl. Isidor (S. Isidoro, das.), S. Jacob (Jacobskapelle im Dom das.), 
Andere in der Akademie und der Universitätskapelle das., etc 

Boelof», "Willeiu, Maler und Radierer, geb. 10. März 1822 in Amsterdam, 
t 14. Mai 1897 in Berchem bei Antwerpen, Schüler von v. d. Sande -Bakhuyz en 



92 Roenicr — Roeser. 

und de Winter. Er lebte eine Zeitlang im Jiaag, auch in Brüssel (seit 1848). Von 
ihm Kühe am Flussufer, Wald im Herbst (Mus. Lüttich), Landschaft bei Haag (Mus. 
Amsterdam), Ausloht bei Abcoude (ebeuda), Andere im Mus. Rotterdam, Mus. Fodor 
zu Amsterdam. Von seinen Radierungen nennen wir Der Sumpf (1851), Die Pappeln, 
Der Bach, etc. Med. Brüssel 184S, Leopolds-Ordeu, Franz Josefs-Orden, Ofßz. d. 
Eichenkronen-Ordens. 

Roemer, Beruhard, Bildhauer, geb. 21. Febr. 1852 in Gross-Strehlitz (Schlesien), 
t im Juni 1891, Schüler der Berliuer Akademie und von Prof. Wolff, auch in 
Rom gebildet. Er suchte eine leicht-polychromirte Bildnisskleinplastik einzubürgern. 
Von ihm Jugend, Nixe, Kain und Abel, Büste der Kaiserin Augusta, Bildniss- 
statuetten, etc. 

Roemer, Christoph, gen. Roniauus, Baumeister des 16. Jahrhunderts, thätig 
in Churfürstl. Diensten 1557 zu Spandau, wo er die Befestigung anfing, auch 1571 
in Stettin. Er soll auch gemalt haben. 

Roemer, Herniann, Kupferstecher, geh. 4. April 1838 in Königsberg, f 21. Aug. 
1883 in Berlin. Er studirte an der Akademie zu Königsberg unter Tro'ssin. Von 
ihm Das Kartenhaus (nach H. Kretschmer) Bildnis8 des Kanzler Cocceji (nach 
A. Pesne), Lautenspielerin (nach Met.-^u). 

Römer, Karl, Zeichner, Maler und Lithograph, geb. 21. Febr. 1842 in Danzig, 
Schüler von R. Kretschmer und J. G. B a c h in Leipzig, dann der Leipziger Akademie 
unter Hennig und Jäger. Er hat Saaldecorationen geschaffen, meist lieferte er 
aber Buch- und Musikalien-Titel, Zeitschriftenillustrationen, etc. 

Roepel, Coenraet, Maler, geb. 6. Nov. 1678 im Haag, f 4.. Jan. 1748 das., 
Schüler von Constantijn Netscher. Er malte zuerst Bildnisse, wurde in Folge 
von Kränklichkeit Gärtner und malte dann Blumenstücke, in denen er J. van Huysum 
nachzuahn.en suchte. Eine Zeitlang war er für den Pfalzgrafen in Düsseldorf thätig. 
1718 wurde er Mitglied, si)äter Direktor der Gesellschaft Pictura- Bilder von ihm 
in den Galerien zu Amsterdam, Dresden und Kassel. 

Roei-, Jacob Tan der, Maler, geb. 1648 in Dortrecht, f 1699 das., Schüler von 
J, de Baen. Er malte Bildnisse und war auch eine Zeit lang in England thätig', 
wo ihn Kneller beschäftigte. 

Rörhye Christ. Martin Wesseltoft, Maler, geb. 17 Mai 1803 in Drammen 
(Norwegen), f 29. Aug. 1848 in Kopenhagen, Schüler der dortigen Akademie und 
von Eckersberg, weitergebildet auf Reisen (1834—37) nach Italien, Griechenland 
und der Türkei. Zurückgekehrt wurde er 1838 Mitglied der Akademie, ging 1839 
wieder nach Italien und wurde 1844 Akademieprofessor in Kopenhagen. Von ihm 
fc^inwohner von Skagen (Mus. Kopenhagen), Türkischer Ehevertrag, Leben im Orient, 
Markt in Amalti, etc., auch Bildnisse. 

Roesch, Georg Sigisnmnd, Maler und Kupferstecher des 18. Jahrhubderts, f 
1786. thätig in München. Er stach Heiligenbilder, Bildnisse, Die 12 Monate,Vignetten, etc. 

Roesch, Jacob, Bildhauer des 15. Jahrhunderts, fertigte um 1499 den pracht- 
vollen Hochaltar im Dom zu Chur mit Darstellungen der Passionsgeschichte. 

Roesch, "Wilhelm, Bildbauer, geb. 29. Oct. 1850 in Neckarems, f 6. Aug. 1893 
in Stuttgart, studirte an der dortigen Kunstschule unter Donndorf und in Dresden, 
auch auf einer italienischen Reise gebildet. Von ihm Hauff (Überlebensgrosse Büste), 
Kepler (Statue für das Stuttgarter Polytechnikijm), Des Sängers Fluch (Relief), etc. 

Roesel, Johann Gottlob Samuel, Zeichner und Maler, geb. 9. Oct. 1768 in 
Breslau, f ^- Juli 1843 in Potsdam. Er wurde Professor an der Berliner Bauschule 
und 1824 Mitglied der dortigen Akademie. Seine Gemälde sind selten, häufiger seine 
Landschaftszeichnungen. 

Rösel von Roseahof, August Johaun, Maler und Kupferstecher, geb. 1706 in 
Augustenberg bei Arnstadt, f 1759 in Nürnberg, Schüler seines Oheims, weitergebildet 
in der Akademie zu Nürnberg. Er malte erst Bildnisse, schuf später aber hauptsächlich 
Kupfer für naturwissenschaftliche Werke, z. B zu „Insektenbelustigungen" (Nürnberg 
1746 — 55), zu G. Hallers „Historia ranarum nostratium" (Nürnberg 1758), etc. 

Rösel, (Rösler, Roselius) von Rosenhof (Rooshof), Franz, Maler des 17. Jahr- 
hunderts, tbatig um 1666 in Nürnberg. Er welteiferte erfolgreich mit Paudiss. Von 
ihm Wolf ein Laiuni zerreissend (Gal. Bamberg), Fuchs ein Huhn verzehrend (1666 
Gal. Augsburg), Hahn (1665 das.), etc. 

Roeser, Mathias, (Edipe Mathieu Barthelemy AMUy-Roser), Maler, geb. um 
1737 in Heidelberg, y im Mai (?) 1804, Schüler von Loutherbour g. Er copirte alte 
Gemälde, war aber hauptsächlich als Restaurator am Louvre zu Paris thätig. 



Eoesl — Roettiers. 93 

Boesly Josef, Maler, gel. 20. Jan. 1853 in München, Schüler von R. S e i t z 
und der dortigen Akademie unter Löfftz und Lindenschmit. Er machte Studien- 
reisen nach Paris und Italien. Von ihm Die Mussestunde, Das Stiftungsfest, Prophe- 
zeiungen, etc., auch Porzellanmalereien. Gold. Med. London 1884. 

Roesler, Ettore Francesco, Maler, geb. 12. Mai 1815 in Rom. Er war Auto- 
didakt und malte Landschaften, besonders, aber römische Denkmäler in Aquarell 
Gold. Med. Berlin 1888. 

Rösner, Karl, Baumeister, geb. 19. Juni 1804 in Wien, f 13. Juli 1869, 
Schüler der Wiener Akademie, gewann den grossen Preis und bildete sich in Italien 
■weiter aus. Er schuf in Wien, wo er Perspectiv -Professor an der Akademie wurde. 
Von ihm: Die Johanneskirche an der Jägerzeil und die Arsenalskapelle, ferner die 
Karolinenthalerkirche in Prag und die Kathedrale von Diakovas in Slavonien. Von 
ihm auch ein Archiiekturbild in den Wiener K. K. Museen. Oberbaurath; Franz Josefs - 
Ord., Gregors Ord. 

Boessler, Adalbert Ton, Maler, geb. 29. Aug. 1853 in Wiesbaden, Schüler 
der Münchener, Antwerpener und Berliner Akademie und von Werner. Von ihm 
Nach Walhall, Die Schlacht bei Zorndorf. R. hat auch Illustrationen, z. B. zu 
Hamerlings „König von Sion", zu Jugendschriften, Zeitungen, etc. geliefert 

Kössler, (Rösler), Johann Karl, Maler, geb. 18. Mai 1775 in Görlitz, f 20. Febr. 
1845 in Dresden, Schüler der dortigen Akademie, nachdem er zuvor Schmied gewesen 
War; auch in Italien weitergebildet. 1810 wurde er Mitghed, 1815 Professor an der 
Dresdener Akademie. Von ihm König Anton (Rathhaus zu Hresden-A.), Die 3 Marien 
am Grabe, Churfürst Moritz nach der Schlacht von Sievershausen, etc. 

Roessler, Lndwigr Christian Ton, Maler, geb. 13. Juni 1842 in Wiesbaden, studirte 
ii! Antwerpen, Düsseldorf |^unter Lasch), Karlsruhe und München, Bruder des 
Adalbert von R. Er wurde Professor und Leiter einer Kunstschule für Damen in 
Frankfurt a. M. R. malte Genrebilder und Architekturen, darunter Das Atelier 
Brouwers (1866 Gal. Wiesbaden) und Landsknechte. 

Boestraeten, Pieter, Maler, geb. 1627 in Haarlem, f 1698 in London, Schüler 
uad Schwiegersohn von Frans Hals. Er malte erst Bildnisse, kam dann, durch 
lelys Ruhm angefeuert nach London, wo er von jenem gut aufgenommen und Karl II. 
vorgestellt wurde, jedoch finden sich Werke von ihm in den kgl. Sammlungen nicht 
vor. Er malte mit besonderem Erfolg Gold- und Silber-Gefässe, Instrumente, Reliefs, 
etc. Beim Brand in London 1666 widerfuhr ihm ein Unfall, in Folge dessen er für 
den Rest seines Lebens lahm blieb. 

Roeth, Philipp, Maler, geb. 10. März 1841 in Darmstadt, Schüler von A. Lucas 
und P. Weber das., von Karl Seeger in Karlsruhe und von J. W. Schirmer. 
1864 liess er sich in Düsseldorf, 1870 in München nieder und malte Landschaften, 
z. B, Im Dachauer Moos, Am Ufer der Amper, Am Main, Regenstimmung, etc. 

Rötin^, Jnlins, Maler, geb. 7. Sept. 1821 in Dresden, f 22. Mai 1896 in 
Düsseldorf, Schüler der Dresdener Akademie unter Bendemann, weitergebildet in 
Düsseldorf, wo er später Professor an der Akademie wurde. Er wurde Mitglied der 
Berliner und Wiener Akademie. Von ihm Kolumbus vor dem geistlichen Rath zu 
Salamanca (1851 Gal. Dresden), Bildniss Schadows (1852 Gal, Düsseldorf). Bildniss Arndts 
(Mus. Stettin), Die Grablegung. Michaels-Ord., Med. 3. Kl. 1855 Paris, gold. Med. Berlin. 

Roetteken, Carl, Maler, geb. 1830 in Lemgo (Lippe-Detmold). Er liess sich 
in Düsseldorf nieder und malte Landschaften aus Deutschland und Italien, von denen 
das Museum zu Hannover eine besitzt. 

Roettiers, (Roetliier), Charles Norbert, Medailleur, geb. 1720 in Paris, 
t 19. Nov. 1772 das., Sohn und Schüler des Joseph Charles R. Er wurde 1764 
Mitglied der Akademie auf Grund einer Medaille Die Malerei und die Bildhauerkunst. 
Von ihm ferner sieben Medaillen auf Mitglieder der Familien Gallitzin und Trubetzkoi 
in Russland, etc. 

Roettiers* (Roethier), Frau^ois, Radierer, geb. um 1682 in Paris, t 1770 (?), 
Sohn des, Philippe R., wahrscheinlich Schüler von Nicolas de Largilli^re, nach 
dessen Zeichnungen er z. B. Kreuztragender Christus und Die Kreuzigung radierte. 
Er war flämischer Abstammung. 

Roettiers, (Roethier), Georges, Medailleur, geb. um 1677, begr. 7. Jan. 1749 
(nach Jal dagegen 1753 noch am Leben) in Paris. Er war Conseilleur du roy und 
hatte Stellung an der Münze. 

Roettiers, Jacobus, Münzgraveur, geb. um 1701, t 14. Juli 1771 in Brüssel, 
, wo er Leiter der Münze war. 



94 Roettiers — Kogei*. 

Roettiers, (Roethier), Jacques, Medailleur und Goldschmied, geb. 29. Aug. (?) 
1707 in St. Germain-en-Laye (Dep. Seine-et-Oise), f 17. Mai 1784 in Paris, Sohn 
des Norbert R. 1773 wurde er Mitglied der Akademie auf Grund seiner Bildnissmedailien 
Ton Locke und Newton. Später wendete er sich ganz der Goldschmiedekunst zu. 

Roettiers, (Roethier), James, Medailleur, geb. 1663 in London, f 1698 durch 
einen Sturz vom Pferde in Bromley, 2. Sohn des Jean (John I.) R. Er war Gehilfe 
seines Vaters und königl. Graveur. 

Roettiers, (Roethier), Jean (John I.), Medailleur, geb. vor 1640 in *Paris, 
t 1703 in London, ^ohn eines Goldschmieds, der Karl II. mit Geld unterstützt hatte. 
Um 1662 kam er zu diesem nach London und wurde an der Münze angestellt. Von 
ihm unter Anderen Med. auf den Regierungsantritt der Königin Anna (unvollendet 
hinterlassen). Seine Arbeiten wurden sehr gelobt. 

Roettiers, (Roethier), John II., Medailleur, geb. 1661 in Paris, Sohn des Jeau 
(John I.) R., f vor 1695 (V). Er wurde königlicher Hofgraveur in London. 

Roettiers, (Roethier), Joseph, Medailleur, geb. um 1635 in Antwerpen, f 11, 
Sept. 1703 in Paris. Er wurde 1683 Mitglied der Akademie auf Grund seines Bild- 
nisses Colberts Er ging mit seinen beiden Brüdern Jean (John I.) R. und Philipp R. 
erst nach England, siedelte dann aber nach Paris über, wo Colbert ihn zum General- 
münzmeister ernannte. Er arbeitete u. A. an der Histoire metallique de Louis XIV. 

Roettiers, (Roethier), Joseph Charles, Medailleur, geb. 13. April 1692 in 
Paris, t 14. März 1779 das., Sohn und Schüler des Joseph R. Er wurde 1717 Mit- 
glied der Akademie auf Grund eines Bildnisses des Königs, welches als Modell für 
die Preismeüaillen der Akademie diente, für die er auch einen Wappenstempel schnitt. 
1748 wurde er Rath der Akademie und folgte auch seinem Vater im Amt eines Geueral- 
münzmeisters. Von ihm viele Bildnissmedaillen bekannter Persönlichkeiten, Triumph 
der Malerei, Anbetung der Hirnen (Rötheizeichnung), Bildniss seines Vaters (Kupfer- 
stich), etc. II. Preis 1711. 

Roettiers, (Roethier), Norbert, Medailleur, geb. um 1666 in Antwerpen, f 18. Mai 
1727 in Choisy-leRoi (Dep. Seine), Sohn des Jean R. ; seine Mutter war der Pest 
wegen nach Antwerpen geflohen. Er war erst Gehilfe seines Vaters, verliess 1695 
wegen der Revolution England und wurde 1704 Nachfolger des Joseph R. an der Pariser 
Münze. 

Roettiers, (Roethier), Philipp, Medailleur, geb. nach 1640, f 1732 in Antwerpen, 
2. Bruder des Jean (John I.) R. Er war erst in England thätig, wo er u. A. eine Medaille 
auf Karl II. fertigte, die auf dem Revers die Britannia mit den Zügen der schönen 
Mrs. Stuart trug. Aus Ärger über die Bevorzugung seiner Neffen trat er 1678 in die 
Dienste des Königs von Spanien in Brüssel. 1712 lebte er in Antwerpen. 

Rofife, John, Kupferstecher, geb. 1769, f 1850 in Holloway. Er stach für die 
Buchhändler, z. B. Platten für die Werke British Museum Marbles (1812) und 
Murphys Arabian Antiquities of Spain. 

Rog'aar Snellebrand, Cornelis, Maler, geb. 19. Mai 1816 in Amsterdam, 
Schtller von J. A. Kruseman weitergebildet auf einer Reise durch Frankreich 
(1837). Er malte Bildnisse und Genrebilder. 

Rogel, Maestro, s. Weyden, Roger van der. 

Rogel, Johann Hans, Holzschneider, geb. 1531 in Augsburg, f 1592, thätig in 
Augsburg. Von ihm Kalender (1564), Schreibvorlagen (1568), Ansicht von Kempten 
(1569), Schlacht von Lepanto (1571), Selbstbildniss (1588),. etc. 

Roger, Adolphe, Maler, geb. 1800 (1797 ?) in Palaiseau (Ddp. Seine-et-Oise), 
f 23. Febr. 1880 in Paris, Schüler von Gros. Er malte angesehene Dekorationen 
und schuf auch Wandinalereien in den Pariser Kirchen Sa. Elisabeth, S. Roch und 
Notre Dame de Lorette. Von ihm ferner Die Schlacht von Civitella (1842 Mus. 
Versailles), Karl V. zieht in den Louvre ein, u. A. (Trianon, Versailles), Dorfbeer- 
digung (1822), etc. Med. 2. Kl. 1822, 1. Kl. 1831; Kr. d. Ehrenleg. 1841. Seine Biogr. 
Anonym Paris 1848. 

Roger, Bartbel^my Joseph Fnlcran, Kupferstecher, geb. 81. Oct. 1767 in 
Lodöve (Dep. Hdrault), f 4. Mai 1841 in Sceaux-les-Chartreux (Dep. Seine-et-Oiae), 
Schüler von C o p i a. Er arbeitete meist in Punktirmanier, wurde der Hauptstecher 
Prud'hons und lieferte ferner zahlreiche Vignetten zu Ausgaben von Voltaire, Racine, 
Corneille, St. Pierre, etc. Wir nennen von ihm Briefkopf für das Departement de 
la Seiue-InferiQure, desgl. für das Ministerium des Inneren,^ beide nach Prud'hon, 
Daphnis und Chloe (3 Platten nach dems.), Die Grotte (desgl.), Marie Antoinette 
(1828 nach Roslin). 



Roger — Roghman. 05 

Roger, Eugene^ Maler, geb. 1807 in Sens (Dep. Tonne), f 29. Juli 1840 in 
Paris, Schüler von Hersent und Ingres. Er erhielt den 1. grossen Rompreis 1833 
auf Grund seines Bildes Die eherne Schlange. Von ihm Auffindung der Leiche 
Karls des Kühnen (1837 Mus. Nancy), Aufhebung der Belagerung von Salerno (1840 
Mus. Versailles), Karl der Grosse überschreitet die Alpen (ebenda), Silen und die 
Hirten, Predigt Johannis' in der Wüste, etc. 

Roger, Leonard, Bildhauer des 17. Jahrhunderts, geb. vor 1650. 1672 wurde 
er ausserordentliches Mitgl. der Akademie, an der er verschiedene Preise gewann. 
Von ihm an der Facade zu Versailles Flora und Zephyr, im Park das. Asien. 

Roger de Brages s. Weyden, Roger van der. 

Rogers, Frank Whiting, Maler, geb. 1854 in Cambridge (Mass. U. S. A.), 
Schüler von F. Cole und Tho Robinson. Er malte Genrebilder und Thierstücke, 
namentlich Hunde. 

Rogers, George, Maler, geb. vor 1745, f um 1786. Er malte als Liebhaber 
Landschaften, stellte 1761—62 in London aus und zog sich zuletzt nach der Isle 
of Wight zurück. 

Rogers, John, Bildhauer, geb. 1829 in Salem (Mass. U. S. A.), Autodidakt. Er 
hat besonders Statuetten und kleine Gruppen, z B. Ablegung des Eides, Proviant- 
vertheilung. Beim Pfarrer, einige Scenen nach SLakspere, Das Findelkind, Sklaven- 
versteigerung , Die Scharfschützen, Unionflüchtlinge, etc. geschaffen. Seine über- 
lebensfjrosse Statue des Präsidenten A. Lincoln gelangte in Manchester New-Hampshire 
zur Aufstellung. Med. 1893 in Chicago. 

Rogers, John Randolph, Bildbauer, geb. 6. Juli 1825 im Staat New York, 
Schükr von Bartolini in Florenz, auch in Rom gebildet. Er war lange in New- 
York, dann wieder in Rom thätig. Von ihm Denkmal John Adams (Auburn Friedhof, 
Boston), Denkmal des Col. Colt (Hartford, Conn.), Denkmal für die Gefalleneu im 
amerikan, Bürgerkriege (Worcester) desgl. (1863 Cincinnati), desgl. (Providence R. 1.), 
desgl. (Detroit, Mich.), Denkmal Lincolns (1871 Philadelphia), Denkmal Sewards (1876 
New-York), Die beiden Bronzethüren am Kapitol zu Washington mit 8 Scenen aus 
dem Leben Columbus' (1856 — 61), Die Plejade, Streitende Indianer, etc. 

Rogers, Philip Hntchins (Ritchiiigs ?), Maler, geb. 1794 (n. A. 1787) in 
Plymouth, t 1853 in Lichtenthai bei Baden Baden (n. A. 1852 in Karlsruhe). Er 
malte Landschaften und Marinen z. B. Der Hafen von Plymouth (Gal. Karlsruhe), 
Badenweiler (ebenda), Eingang vom Hafen zu Plymouth (Mus. Strassburg), etc. 

Rogers, William. Kupferstecher des 16. Jahrhunderts, geb. um 1545 in London, 
einer der ältesten englischen Kupferstecher, von dem wir ungefähr zehn Bildnisse 
besitzen, die z. Th. zur Buchilluatration bestimmt waren. 

Rogers, William Gibbs, Holzschnitzer, geb. 10. Aug. 1792 (1791) in Dover, 
f 21. März 1875, bildete sich nach G. Gibbons. Von ihm dekorative Arbeiten im 
Carltonuouse, im Pavillion zu Brighton und im Kensington-Palast. Ferner die Kanzel 
in St. Anne Limehouse und Arbeiten für S. Michaels Cornhill (London) und St. Mary- 
at-Hill London. 1872 erhielt er eine Pension. 

Rogerson, R., Maler des 17. Jahrhunderts. Er malte 1688 ein Zimmer in 
der „The Pope's Read" Taveru in London aus.. 

Rogery, Roger de, Maier des 16. Jahrhunderts. Um 1570 malte er zu Fontaine- 
bleau einen Bildercyclus aus dem Leben des Herkules. 

Rogliman, Geertruydt, Kupferstecherin, geb. nach 1615, Tochter des Roelaud 
R., (n. A. soll sie schon 1590 gearbeitet haben und wäre demnach dessen Schwester) 
nach dessen Werken sie stach, z. B. 13 Blatt „Plaisante Landschappen" Von ihr 
ferner Kindermord (nach Robusti , Landschaften Frauenbeschäftigungen, u. s. w. — Ein 
Hendrili Lambert R., sowie ein P- H. R., kommen als Kupferstecher im 17. Jahr* 
hundert vor. Von ersterem besitzen wir Bildnisse (eins aus dem Jahre 1627), von 
letzterem ein Bildniss des Erasmus, ein Blatt nach Rubens, etc. 

Roghman, Roelant, Maler und Radierer geb. 1597 in Amsterdam, f nach 1686 
(87) das. Er war in Amsterdam thätig und mit Rembrandt von Rijn bekannt, hat 
auch Reisen in die Alpenländer gemacht. Besonders verbreitet sind seine Land- 
schaftszeichnungen (z. B. 25 Mus. Rotterdam), darunter eine grosse Anzahl von An- 
sichten holländischer Schlösser. Öfters malte er die Perspectiven zu Bildern von 
Lingelbach. Landschaften von ihm in den Gal. zu AmsterdaiL, Berlin, Kopenhagen, 
Kassel und Oldenburg. Von seineu über 50 Radierungen nennen wir die 6 Ansichten 
im Boscli beim Haag, 24 Ansichten aus Holland (in drei Folgen), Acht italienische 
Ansichten, Der Indisch -Holländische Postdienst (10 Bl.), etc. 



96 ilogler — Rohricli. 

Rogier, Nicolaus, gen. Kaynoot Ruggier , Maler des 16. Jahrhunderts, thätig 
etwa von 1520 bis 1540. Er war ein Vlame und soll Landschaften in der Weise 
Joachim Patiniers gemalt haben. 

Rogowsky, Johann Jacob, Maler des 18. Jahrhunderts, geb. in Augsburg, 
thätig seit mindestens 1700 in Prag. 

Rogozinski, Anton, geb. 1797 in Warschau, f 11. Oct. 1835 das., Schüler 
Blanks^ Er malte Miniaturen und Bildnisse. 

Rognet, Louis, Bildhauer, geb. 24. Dec. 1824 in Sainte-Junien (Dep. -Haute 
Vienne), f 1815 in Rom, Schüler der Ecole des beaux-arts an der er 1849 den grossen 
Rompreis gewann. Von ihm die Republik f Bronzestatue Mus. Orleans), Homer 
trägt seine Gesänge vor (Terrakotta Relief das.), Ecce Homo, Kacktes Mädchen, etc. 

Roguier, Henri Victor, Bildhauer, geb. 1758 in Besan^on, f nach 1821, Schüler 
von B i z o t. Er erhielt an der Fabrik in Sevres Anstellung. Von ihm Admiral 
Duquesne (Marmorstatue, Ehrenhof im Versailler Schloss), Die poetische Einbildungs- 
kraft (1808), Die Weisheit und die Grazien. 

Rohault de Flenry, Charles, Baumeister, geb. 22. Sept. 1801 in Paris, f 11. Aug. 
1875 das., Schüler der polytechnischen Schule 1820, anfangs Bildhauer, dann Bau- 
meister. Von ihm Pläne zu der Italienischen Oper (1840), Die Chambre des Notaires, 
mehrere Privatbauten in den Chanips Elyse'es, etc. und besonders das naturgeschicht- 
liche Museuni, über welches eine Publication vom Jahre 1876 vorliegt. Seine Gesammt- 
werke herausgegeben von seinem Sohn Georges R. de F. 1884. 1843 Kreuz der 
Ehrenleg., Offiz. Kr. 1861, 

Robaiilt de Flenry, Georges, Baumeister, geb. 23. Dec. 1835 in Paris, Schüler 
seines Vaters Charles R. d. F. und der Ecole des beaux-arts, erhielt den grossen 
Kompreis und schickte aus Italien zahlreiche Aufnahmen und architektonische Zeich- 
nungen. 1866 gab er ein Werk mit eigenhändigen Radierungen über die Mittel- 
v^lterlichen Denkmäler Pisas heraus. Med. 1867, 1870, Med. 1. Kl. 1874. 

Rohault de Fleüry, Hubert, Baumeister, geb. 1777 in Paris, f nach 1829, 
Schüler von Durand und der Ecole des beaux-arts an der er 1802 den grossen Rom- 
preis erhielt. Er wurde Baumeister der Polizeipräfectur und 1824. Generalinspektor. 
Von ihm verschiedene Kasernen, etc., die Restauration der Waisenkapelle 1824, so- 
wie verschiedener Hospitäler, Anstalten, etc. zu Paris. Kr. d. Ehrenleg. — Ein 
Hubert II. R. d. F., Schüler von Anastasie und Brascassat, stellte zwischeo 
1863 uud 1870 Marinen zu Paris aus. 

Rolide, Fr. M., Dänischer Landschaftsmaler, geb. 1816, f 14. Juli 1886. 

Rohde, Jolian, Maler und Lithograph, geb. 1. Nov. 1856, thätig in Kopen- 
hagen. Er malte stimmungsvolle Landschaften. Von seinen Steindrucken nennen 
wir Nähendes Mädchen, Sommerabend in Tönning, Die Kugelmühle, Der Tod und 
der Holzsammler, Bildniss Willumsens und Bildniss J. Verkades. 

Rohde, Karl, Maler, geb. 28. Juni 1806 in Heisa (Niederhessen), f 15. März 
1873 in Kassel, Schüler der Düsseldorfer Akademie. Er wurde Zeichenlehrer am 
Kasseler Gymnasium und der Realschule. R. malte Bildnisse, Landschaften und 
besonders Genrebilder. 

Rohde, Karl, Maler, geh, 1840. in Koblenz, f 23. Aug. 1891 in München, 
Schüler von Neher und Rüstige an der Stuttgarter Kunstschule. 1864 Hess er sich 
in München nieder. Er malte Thiere, Marktbilder, Ilühuer und dergl. m. 

Rohden, Johann Martin, s. Roden 

Rohl-Suiith, Karl, Bildhauer, geb 1848 in Dänemark, gelangte nach Amerika 
uud Hess sich in Chicago nieder. Er schuf mehrere Brouzestatuen für das Iowa- 
state Monument, Bildnissbüsten, etc. 

Rohlfs, Christian Fr., Maler, geb. 22. Dec. 1849 in Niendorf (Holstein). Er 
studirte in Weimar unter Schausc und A. Struys, Hess sich dort nieder und malte 
Landschaften meist aus der Umgebung Weimars. 

Rohr, Johann Ueiuricli, Goldschmied, geb. 1728 (?), t 2. Juni 1807, thätig in Köln, 
wo er u. A. 1768 (?) die Verzierungen an verschiedeueo Altären des Doms vergoldete. 

Rohr, Wilhelm, Radierer, geb. 1848 in Leipzig, Schüler der Akademie in 
München, wo er thätig war. Er arbeitete Bildnisse nach dem Leben, ferner Blätter 
nach J. Brandt, Defregger, F. Hals, Liotard, Vigee Lebrun, etc. 

Rohrieb d. Ae., Maler, f 1818 in Nürnberg. Er soll Cranachs Bildniss der 
Sachs. Herzogin Katharina mit deren Sohn mehr als 40 mal copirt haben; Exemplare 
befinden sich in der Gal. Raczynski zu Berlin, Alte Pinakothek zu München, Mus. 
Mainz, etc. — Auch sein Sohn kopirte alte Gemälde täuschend. 



Robrwasser — Rolland. 97 

Rolirwasser, Laura, Malerin, geb. 22. April 1864 in Wien, Schülerin von 
S trascbir ipka. Sie lebte in ihrer Vaterstadt und malte Stillleben. 

Roi, Pietro, Maler, geb. 1820 in Sandrigo, Schüler der Akademie in Venedig. 
1841 Hess er sich in Vicenza nieder, wo er schon als Kind gemalt hatte. 1843 ging 
er weiterer Studien halber nach Rom. 1848 machte er verschiedene Gefechte mit. 
Er war dann abwechselnd in Vicenza, Rom und Venedig, auch 5 Jahre lang ausser- 
halb Italien in Deutschland, Dänemark, den Niederlanden und Frankreich thätig, 
bis er sich 1869 dauernd in Venedig niederfiess. Von ihm Selbstbildniss (Florenz 
Uffizien), Romeo und Julia (Mus. Vicenza), Bildniss Pius IX., Sa. Dorothea, Liebes- 
lied, etc. Med. 1861. 

Rokes, Hendrick Martensz, s. Soi'gh. 

Rokotow, Theodor Peter Steplianowitsch, Maler des 18. Jahrhunderts, f um 
1810, Schüler von Lorrain, Rotari und der St. Petersburger Akademie. Er 
•wurde Hofmaler Katharinas IL und malte besonders Bildnisse. 

Roksandic, Simon J., Maler, geb. 1869 in Agram, Schüler der dortigen Ge- 
werbeschule nnd der Münchener Akademie unter Rimann. Vou ihm Rurik, russi- 
scher Fürst, u. A. m. 

Rolan, Fanguerbe, Maler des 17. Jahrhunderts, thätig um 1653 in der Um- 
gegend von Sevilla. Er malte Historien. 

Rolaud, angeblicher Bildhauer des 16. Jahrhunderts. Die 1523 verfertigten 
Reliefs und Statuetten am ehemaligen Lettner, jetzigen Orgelchor der Maria in der 
Kapitolkirche zu Köln a. R. wurden ihm zugeschrieben. Das Werk stammt aus 
Mach ein. 

Roland, Jacques F. Joseph, Maler, geb. vor 1780 in Lille, f 17. Febr. 1804 
in Paris, Schüler von David, Bruder des Philippe L. R. Von ihm Die Unschuld 
in Gefahr, Bildnisse, etc. 

Roland, Philipp Laurent, Bildhauer, geb. 13. Aug. 1746 in Marc-en-Pev^Ie 
(D^p. Nord), t 11. Juli 1816 in Paris, Schüler von einer Zeichensch-ile in Lille 
und von Pajou, weitergebildet in Rom. Nach 5 Jahren kehrte er nach Paris zurück, 
wurde ausserordentliches Mitglied der Akademie und ei-hielt durch Pajou, den er 
bei dekorativen Arbeiten in Versailles unterstützt hatte, Wohnung im Louvre. Von 
ihm Suväe (1780 Louvre), E. Lesueur (Marmorbüste das.j, Homer (Marmorstatue 
das.), Admiral Ruyter (Marmorbüste, Versailles), Tronchet u. A. (das.). Andere Arbeiten 
von ihm im Mus. zu Angers, am Pantheon zu Paris, im Justizpalast, in der Depu- 
tirtenkammer, am Theater Feydeau, etc. Mitgl. d. Instituts. Seine Biogr. von David 
d'Angers, Paris 1847. 

Roldan, Lnlsa, Bildhauerin, geb. 1656 in Sevilla, f 1704 in Madrid, Tochter 
und Schülerin des Pedro R. Sie half diesem und schuf selbständig kleine Thon- 
figuren, namentlich Madonnen, sowie eine S. Miguel-Statue für den Escorial. Hof- 
bildhauerin. 

Boldan, Pedro, Bildhauer, geb. 1624 in Sevilla, f 1700 das., Schüler von 
J. M. Montanes. Von ihm Pietk (Altar der Los Vezcainos-Kapelle der Franzis- 
kanerkircbe zu Sevilla), sowie andere Werke in dortigen Kirchen. Auch seine Zeich- 
nungen werden geschätzt. 

Roll, (Rolli), Antonio, Maler, geb. 1643 in Bologna, f 1696 das., Schüler 
des A. M.Colon na. Er malte decorative Arbeiten, z. B. in der Karthause zu Pisa, 
sowie in S. Paolo zu Bologna 

Boli, (Rolli), Giuseppe Maria, Maler und Radierer, geb. 1645 in Bologna, 
t 1727 das., Schüler von D. M. Canuti, Bruder des Antonio R. Er malte Fresken 
in verschiedenen Kirchen seiner Vaterstadt und kam auch nach Rastatt, wo er das 
SchloBS schmückte. Von seinen sorgfältigen Radierungen nennen wir Lucretia (nach 
Canuti), Caritas (nach L. Carracci), Die Zeichenkunst (nach Pasinelli), Eine Sibylle 
(nach dems.), Die Taufe Christi (nach Albaui), etc. 

Roll, Alfred Philippe, Maler, geb. 10. März 1847 in Paris, Schüler von 
Bonnat, Gerome und Harpignies. Er malte Freilichtbilder, auch schlagende 
treffliche Bildnisse. Von ihm Scene aus der Ueberschwemmung von Toulouse (Mus. 
Havre), Das Fest des Silen (1879), Strike der Kohlenarbeiter (Mus. Valenciennes), 
Normandie (1883, Mus. Luxembourg), Bauplatz in Suresnes (1885), Coquelin Cadet 
(1890). Med. 3. Kl. 1875, 1. Kl. 1877, Kreuz der Ehrenleg. 1883. 

Rolland, Angnste, Maler, Architektur Zeichner uud Modelleur, geb. 4. Juni 
1797 in Remilly (Lothringen), f 27. April 1859 das. Er bereiste die Schweiz und 
die Pyrenäen und malte hauptsächlich Landschaften in Pastell. Von ihm besitzt das 

Allgemeines Künstler-Lexic^ii. 5l Aufl. 4. Hand, 7 



98 Kolland — Komagnesi. 

MdS. zu Metz Stall in den Pyrenäen, der Teich von Bouligny, Fürth mit KQhen and 
Eber im Walde. 

Rolland, Benjamin de, Maler, geb. 1777 in Guadeloupe, f 25. April 1855 in 
Grenoble, Schüler von David, Er wurde in Neapel Lehrer der Kinder des Königs 
Murat, 1817—53 Direktor der Malschule zu Grenoble, endlich auch Conservator 
des dortigen Museums. Von ihm Der Vater mit dem kranken Kind (Mus. Grenoble), 
Orestes und Pylades entführen Iphigenie (1801), Bildnisse, etc. 

Rolland de la Porte, Henri Uorace, Maler, geb. 1724 in Paris, f 1798. Er 
malte Stillleben, Früchte, Blumen und Reliefs. 1763 wurde er Mitglied der Akademie. 

Roller, Andreas, Maler, geb. 8. Jan. 1805 in Regensburg, Schüler von De 
Pian, Geil und Neffe in Wien, sowie Primavesi in Kassel. Er malte Theater- 
decorationen und war auch Theatermaschinist, 1822 in München, 1826 am Joseph- 
städter Theater in Wien, 1827 in Kassel, 1830 am Königsstädtertheater in Berlin, 
von 1833 an am kaiserlichen Theater in St. Petersburg, wo er für 90 Ballets und 
121 Opern die Decorationen malte und die Maschinerie erfand. Professor, Mitglied 
der Aliademie; Preuss. Kronenord., Vladimir Orden, u. s. w. 

Roller, Jean, M<tler und Bildhauer, geb. 30. Dec. 1798 in Paris, f 21. Nov. 
1866 das., Schüler von Gautherot, nachdem er zuvor Klaviermacher gewesen war. 
Er malte und meisselte Bildnisse. Med. 3. Kl. 1840, 2. Kl. 1842, 1. Kl. 1843; Kr. der 
Ehrenleg. 1844. 

Rollet, Lonis Ren6 Lncien, Kupferstecher, geb. 3. Sept. 1809 in Paris, f 12. Mär« 
1862 das., Schüler von Daguerre und Jazet. Er arbeitete meist in Aquatint- 
auch in Schabmanier. Von ihm Eifersucht (nach Franquelin), Abschied Napoleons 
von seinem Sohn (1844 nach Grenier), Venedig im 15. Jahrhundert (1859 nach Gen- 
dron). Anch nach Bellange, Dequesne. Jacquand, Lepoittevin, Schopin, H. Vernet, etc. 

Rolli, s. Roll. 

Rollin, Maler der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts, thätig in Avignon. 

Rollin, Lndwig, Münzmeister und Goldarbeiter des 18. Jahrhunderts, f 1744 
in Kassel, wo er 1716 seinen Sohn Christian Jeremias R. i' die Lehre nahm, 1723 
fürstlicher Münzmeister wurde, und bis 1744 Münzen schuf. — Sein gleichnamiger 
Sohn (?), t 1780, war Gold und Silberarbeiter und ist seit 1748 in Kassel nach- 
weisbar. 

Rollmann, Jnlins, Maler, g„b. 13. Dec. 1827, f 30. April 1865 in Soest 
(Düsseldorf ?), Schüler der Berliner und Düsseldorfer Akademie, Hess sich in München, 
1858 in Düsselöorf nieder. Er besuchte die Alpen und Italien. Von ihm Bayrische 
Gebirgslandschaft (1864 Nat.-Gal. Berlin), etc. Seine Skizzenbücher vermachte er 
der Düsseldorfer Akademie. 

Rollos, Johann Jakob, Maler des 17. Jahrhunderts, t nach 1698 bei Mußten 
(Kanton Freiburg), Sohn des Peter R., studirte in Berlin und auf churfürstl. Ketten 
in Holland und Paris (um 1670). Auf der Reise nach Italien zÄichnete er den Ent- 
wurf für das Sigismund von Erlach-Grabmal in Spiez am Thuner See. Er führte 
einen lüderlichen Lebenswandel und wurde auf der Strasse erschlagen. 

Rollos, Peter, Kupferstecher des 17. Jahrhunderts, thätig um 1620 in Frank- 
furt (?), 1628—1639 in Berlin. Er arbeitete für die Buchillustration, besonders 
Bildnisse. — Auch sein gleichnamiger Sohn (?1662 in Berlin <»ptraut) war Kupferstecher. 

Rolls, Charles, Zeichner und Kupferstecher, geb. um 1800, f nach 1856. Er 
lieferte Platten zu Finden's Gallery of British Art, Andere nach Hilton, Leslie,-Shee, 
Westall, Wilkie, etc. und hat auch Frucht- und Blumenstücke ausgestellt. 

Roloffs, Joseph, Holzschneider, geb. 19. März 1833 in Düsseldorf, wo er sich 
niederliess. Er war Schüler von H, Bürkner in Dresden und hat u. A. sehr viel 
nach L. Richter geschnitten. 

Rolshoven, Jnlins, Maler und Zeichner, geb. 28. Oct. 1858 in Detroit (Michigan, 
U. S. A.). Er studirte in Düsseldorf, Florenz, München und Paris. Er malte meist 
Bildnisse, aber auch Genrebilder, z. Th. in Pastell. 

Roma, Spiridone, Maler des 18. Jahrhunderts, f 1787. Er stellte zwischen 
1774 und 1778 in der Akademie zu London aus und malte dort Bildnisse und 
Decorationen, unter A. die Decke in dem alten East India-House. 

Romagnesi, Joseph Antoine, Bildhauer, geb 1776 in Paris, f 9 April 1852 das., 
Schüler von Cartellier. Von ihm Louiü XVÜL (Büste 1814, Mus. Versailles), Bas- 
relief (Fontaine am Place de la Bastille), Der Jurist Pothier (in Orleans), Calliope und 
Polyhymnia (Basrelief in einem Höf des Louvre), Minerva beschützt Frankreich 
(Mus. Toulouse), Frühling, Verwundete Venus, etc. Med. 1817. — Sein Vater (?) 



feomagny — RomaDelli. 99 

war Lithograph und stellte Proben aus einem Werk von 100 Blatt der Hauptsciilp- 
turen aus (von A. werden diese Steindrucke dem Joseph A. R. zugeschrielien). — 
Sein Sohn (?) Narcisse R., geb. 1796, war ebenfalls Lithograph und stellte zwischen 
1819—34 Ansichten, Architekturen, etc. aus. 

Romagny, Charles Ernest, Maler, geb. 27. Sept 1828 in Melle (Dep. Oise), 
t 18. März 1858 in Paris, Schüler von L. Cognict. Von ihm Jesus verjagt die 
Händler, Bildnisse, etc. Med. 3. Kl. 1857. 

Romain, Le, s. Dumont, Jacqnes. 

Romain, Le, s. Parrocel, Etienne. 

Romain, Le, s. Picart, Etienne. 

Romain, FranQois, Baumeister, geb. 1646 in Gent, f 1735 in Paris. Er wurde 
1675 Laienbruder bei den Dominicanern zu Maestricht, wo er deren Kloster mit der 
Kirche baute. Ferner restaurirte er die Predigerkirche in Gent, schuf deren Thurra 
und baute die grosse Maasbrücke. In Folge davon berief ihn 1685 Louis XIV. nach 
Paris um den Pont royal zu vollenden. Er wurde Brücken- und Strasseninspektor, 
sowie Generalaufseher der königl. Paläste in Paris. 

Romako, Anton, Maler, geb. 20. Oct. 1834 in Atzgersdorf bei Wien, f 8. März 
1889 in Wien, Schüler der Wiener Akademie und von Rahl, Hess sich in Rom 
nieder, nachdem er auch in München und Venedig studirt hatte. Von ihm Louis XV. 
Schildwache, Sevillanerin (1851 Neue Pinakothek, München), Bildnissstudie (das.), 
Sabiner Mädchen, Pio nono, Ristori als Phaedra, Romeo und Julie, etc. Med. 1869, 
1872, Kreuz der Ehrenleg. 1882. 

Roman, Bartolom^, Maler, geh, 1596 in Madrid, f 1659 das., Schüler von 
V. Carducci, auch in der Velasquez-Schule gebildet. Seine Historien werden 
gepriesen und findet man einige in der Franziskanerkirche zu Alcala de Los Henares, 
Bowie in der Sacristei der Cajetan- Väter zu Madrid. 

Roman, Frida Helene, Malerin, geb. 14. Dec. 1859 in Freiburg i. B., studirte 
in Karlsruhe, auch bei R. Collin in Paris. Sie malte meist Blumen, auch Köpfe. 

Roman, Jean Baptiste Lonis, Bildhauer, geb. 31. Oct. 1792 in Paris, f 
11. Febr. 1835 das., Schüler von Cartellier und der ficole des beaux-arts an der 
er 1816 den grossen Rompreis gewann. Zurückgekehrt wurde er 1831 Mitgl. des 
Instituts. Von ihm S. Victor (S. Sulpice, Paris), Sa. Flora (S. Germain des Pres, das.), 
Girodet-Trioson (Marmorbüste, Louvrej, Unschuld (Marmorstatue, das.), Cato von 
ütica u. A. m. (das.); Andere Werke im Louvre-Hof, im Trianon, an dem Bastille- 
Brunnen, am Schloss Villeneuve-Etang, etc. Kr. d. Ehrenleg. 1827. 

Roman, Max Wilhelm, Maler, geb. 30. April 1849 in Freiburg i./Br., Schüler 
von Krelinger und Wanderer in Nürnberg', E. Lugo in Rom, Giide, Bracht 
und Schöaleber in Karlsruhe. Er wurde Lehrer an der Malerinnenschule in Karls- 
ruhe und malte Landschaften, z. B. Aus den Sabinerbergen, Olivenwald bei ßordig- 
hera, Italienischer Gebirgspfad, etc. 

Romandon, Gedeon, Maler des 17. Jahi-hunderts, geb. in Frankreich, f 1698, 
kam 1675 als Refugie nach Berlin, wo er Hofmaler, 1689 Gemäkle -Inspektor, end- 
lich Akademie- Professor wurde. Der Kurfürst schickte ihn nach Italien um alte 
Italiener, besonders AUegri zu copiren. F rner schuf er Bildnisse. 

Romanelli, Carlo, Bildhauer, geb. 24. Aug. 1872 in Florenz, Schülor von 
A. Bortone und der Florentiner Akademie, thätig in seiner Vaterstadt und Rom. 
Von ihm Die Furcht (Basrelief), Das Glück (desgl.), Bildniss seiner Mutter (Büste), 
C. Columbus (Statuette), etc. 

Romanelli, Ferdinando, Bildschnitzer, geb. 1839 in Florenz. Er war Auto- 
didakt. Er schuf Kasetten, lutaglioarbeiten, Kamine, Basreliefs, Crucifixe, etc. 
Werke von ihm gelangten in das Berliner Kunstgewerbe- und andere Museen, in die 
St. Jakobskirche in Chili, etc. Med. 1876 Philadelphia, 1885 Paris, etc. 

Romanelli, Gioyanni Francesco, Maler, geb. um 1610 (n. A. 1617) in Viterbo, 
t im Juli 1662 das. (n. A. in Rom), Schüler von Zampieri und Berrettini. Er 
errang die Gunst der Barberini- Familie und malte im Vatikan Fresken für ürbtiu VIII. 
In Rom wurde er Haupt der San Luca- Akademie. Mit Cardinal Barberini kam er 
1648 nach Paris und malte Fresken im Pal. Mazarin. 1051 zurückgekehrt rief ihn 
8 Jahre später Mazarin wieder nach Paris und malte er diesmal für Ludwig XIV. 
Fresken (zur Aeneis) im Louvre. Von ihm ferner Herodias (Gal. Schleissheim), 
Marter des Hl. Laurentius, Venus und Aeneas, Das Mannalesen, uud A. (Gal. Louvre), 
Andere in Darmstadt, Hamburg, Hampton Court, Wien, etc., auch in Kirchen zu 
Viterbo (Kathedrale), Rom (,S, Agostino, S. Ambrogio, etc.). 



100 Komanelli — Rombouts. 

ßoinanelli, Baffaello, Bildhauer, geb. 13. Mai 1856 in Florenz, Schüler seines 
Vaters Pasquale R. und der Florentiner Akademie. Von ihm das Monument 
Demidow in Kiew, Jakob und Rahel, Mutius Scaevola, der wunderbare Fischzug, 
Kapelle Ambrosana im S. Miniato Kirchhof zu Florenz, Bildnissbüsten, Medaillen und 
Reliefs. Correspondirender Professor der Florenzer Akademie. 

Romanelli, Urbano, Maler, geb. um 1650 in Viterbo, starb jung 1682, Schüler 
seines Vaters Giovanni F. R. und von C. Ferri. Werke von ihm in Kirchen zu 
Velletri und Viterbo. 

Komanet, Antoine Loni», Kupferstecher, geb. um 1748 in Paris, f 1806 (1807 ?), 
Schüler von Wille und Mechel, dem er nach Basel folgte. Nach zwei Jahren 
kehrte er (1768) nach Paris zurück. Er arbeitete viel für die Verleger, von Einzel- 
blättern nennen wir Grosse Toilette nach Moreau), Das Bad (nach Freudenberg), Die 
Familie des Landraanns (nach Fragonard), Gruss vom Vielgeliebten (nach Queverdo), 
etc. auch Bildnisse. R. vollendete vielfach Platten, die Andere vorradiert hatten. 

RomaDinO; Girolamo^ Maler, geb. um 1485 in Brescia, f 1566 das., vielleicht 
Schüler von F. Ricci und F. Ferramola, wahrscheinlich auch eines Friauler 
Meisters. Vor 1510 war er schon Mitglied der Gilde. Nach der Erstürmung Bres- 
cias fand er Unterkunft bei* den Benediktinern in Padua. Um 1516 kehrte er nach 
Brescia zurück und malte dort neben A, Bonvicino in der Corpus Christikapelle von 
S. Giovanni Evangelista. Um 1517 war er auch in Cremona, um 1540 in Trient thätig. 
Zu seinen Hauptwerken rechnet man Thronende Madonna (S. Francesco Brescia), desgl. 
(Gal. Padua), Kreuzabnahme u. A. (Gal. Brescia), Orgelflügel (Dom das.), Beweiaung 
Christi, u. A. (Mus. Berlin), Geburt (Nat. Gal. London); Andere in S. Alessandro zu 
Bergamo, S. Pietro zu Modena, Sa Maria Calchera zu Brescia, u. s. w. 

Romano, s. Nogavi, Paris. 

Romano, s. Penni, Lnca. 

Romano, Gian Crlstoforo, Bildhauer, Goldschmied und Medailleur, geb. um 
1470 in Rom(?l f vor 1513 (1512?). Er war für die Höfe von Ferrara, Mantua, 
sowie für di^ Päpste thätig. Von ihm das Grabmal Trecchi in S. Vincenzo zu Cre- 
mona und auch seinem Entwurf das Grabmal des Giangaleazzo Visconti in der Cer- 
tosa bei Pavia; Med. auf Isabella von Mantua, Isabella von Aragon und auf Papst 
Julias II. (1504). 

Romano, GiuHo, s. Pippi. 

Romano, II, s. Ainemolo. ^ 

Romano ron Ringe, Johann Jnlins, Baumeister, geb. 1820 (1821?) in Konstanz, 
t 14. April 1882 in Wien. Er wurde Oberbaurath in Wien, wo er u. A. das Adel- 
kasino und d«n Pal. Colloredo schuf. 

Romanowslii von WendorflF, Ignaz, Zeichner, geb. um 1790, f nach 1850, 
Schüler von Orlowski. Er erreichte den Oberstenrang im Militärstande, dem er 
angehörte, und übte die Kunst als Liebhaber aus. Von ihm Zwei Bauern auf einem 
einspännigen Wagen 1856, Federskizze, etc. — Ein Philipp (A. ?) R. war zur selben 
Zeit als Radierer thätig. 

Rombauts, Jan, gen. Scaeldekeu, Maler des 16. Jahrhunderts, f 1534 in 
Löwen, wo er thätig war, wahrscheinlich Schükr von D. Bouts, Neflfe von Nicolas 
R. Er wird 1485 zuerst urkundlich erwähnt. Von seinem Altar für die Peters- 
kirche zu Löwen hat sich ein Theil des Flügels erhalten. Vor seinem Tode pchuf 
or den Carton für den Altar der Weberinnung das. — Sein Sohn Jean II. R., f 
1559, war Oel- und Glasmaler. 1543 war er Schöffe in Löwen. 

Rombauts, Nicolaes, Glasmaler des 15. Jahrjhunderts, f nach 1518. 1480 ist 
er in Brügge, 1485 in Löwen, 1486—1501 in Brüssel, 1501 — 3 in Löwen nachweisbar. 
Er schuf drei prachtvolle Glasfenster für den Autwerpener Dom, eins für die Gand- 
Bigard Abtei bei Brüssel, eins für die Klosterkirche zu Grunendale, etc. 

Rombonts, GilHs, Maler des 17. Jahrhunderts, f nach 1663. Im Juli 1652 
wurde er in die Gilde zu Haarlem aufgenommen. Er arbeitete im Charakter Hob- 
bemas und Ruisdaels. Von ihm Dcafmarkt (1657 Gal. Dresden), Inneres eines 
Weberhauses (1656 Gal. Haarlem), Waldlandschait (Mus. Berlin, Depot), desgl. (Mus. 
Amsterdam), A. in den Gal. zu Basel, Braunschweig, Gotha, Hamburg, Leipzig, 
München, etc. — Ein J. (wahrscheinlich Jillis und nicht Jan.) R. ist wohl mit 
Gulls R. identisch. 

Rombonts, Salomon, Maler des 17. Jahrhunderts, f vor 1702 in Haarlem, 
thätig das., vielleicht Bruder des Gillis R. Andererseits ist er überhaupt mit jenem 
ideiitifizirt wordeu. Er malte in der Art J. Ruisdaels. Ihm werden zugeschrieben 



Korabouts — Romney. 101 

Landschaft mit Hütten (Gal. Dresden), Bauernhof (Alte Pinakothek, München;. Hol- 
ländischer Park (Städt'rsches Institut, Frankfurt a. M.), Strand bei Scheveningen 
(MuB. Lpzg.), etc. 

RombODts, Theodor, Maler, getauft 2. Juli 1597 in Antwerpen, f 14. Sept. 1637 
das., Schüler von A. Janssens, 1617—25 in Italien weitergebildet. 1625 wurde er 
Meister der Lucasgilde in seiner Vaterstadt. Während er in Italien war, lud .der 
Grossherzog von Toskana ihn ein, im Pal. zu Florenz zu malen. Auch in der Heimath 
wurde er sehr geschätz?. Seine Feindschaft gegen Rubens ist ein Mährchen, ^on ihm 
Der Zahnbrechei (Mus. Madrid), Kartenspieler (ebenda), Kreuzabnahme (S. Bavo, 
Gent), Allegorie (Mus. das.). Die Fünf Sinne (ebenda), Vermählung der Hl. Katharina 
(1636 Hauptkirche, Yperen), desgl. (1684 S. Jakobskirche Antwerpen), Kartenspieler 
(Eremitage, St. Petersl)nrg),' desgl. (dort unter Valentins Namen, Mus. Antwerpen), 
A. in Frankfurt a. M., Karlsruhe, Lille, München, etc., auch zwei Radierungen. 

Roui6gas, Jean Bnpliste, Maler, geb. vor 1820, t 186? in Marseille, Schüler 
der dortigen Kunstschule. Er malte ^la^inen und Landschaften, z. B. Der Hafen 
von Marseille (Mus. Colmarl, Schiffbruch zweier Fahrzeuge (1836), etc. 

RomcgiaHo, GioTanni Pietro, Maler das 18. Jahrhunderts, geb. 1739 in Mor- 
begno (Veltlin), Schüler von G. F. Cotta, weitergebildet in Rom unter Agostino 
Masucci, Er copirte viele Bilder von Barbieri, Berrettini und Reni. Werke von 
ihm in Kirchen etc. des Veitlins. 

Romeo, Don Jos^, Maler, geb. 1701 in Cervera (Arragonien), f 1772 in 
Madrid, Schüler von A. Masucci in Rom, wohin er in seiner Jugend ging. Zurück- 
gekehrt lebte er eine Zeit lang in Barcelona, wo er u A für die Kirche der Mer- 
cenarios Calzados malte. Später war er in Philipp V. Diensten zu Madrid. 

Romero, s. Sevilla. 

Romerswale, van, s. Marinus van Romerswale. 

Ronieyu, (Roniijn), Willem, Maler, geb. um 1624 in Haarleni, f nach 1693 
das., Schüler vom Berchcm (1642). 1646 wurde er Meister der Gilde. Seine 
schönen Landschaften zeigen auch Verwandtscbaft mit A. v. d. Velde und K.Dujardin. 
Wahrscheinlich hat er Italien bpsucht. Viele seiner Gemälde geben wohl noch unter 
fremden Namen. Von ilim Die Heerde in der Fürth und 4 A. (Mus. Amsterdam), 
Ruhende Heerde (Gal. Dresden), Viehstück (Gal. Dulwich), A. in den Gal. zu Berlin, 
Frankfurt a. M., Kopenhagen, München, New-York, Paris, St. Petersburg, Wien (Gal. 
Czernin, Liechtenstein), etc. 

Romney, George, hervorragender Maler, geb. 15. Dec. 1784 in Daltonle- 
Furness (Lancashire, England), f 15. Nov. .1802 in Kendal. Nach einer Jugend, die 
wenig Hoffnungen erweckte, Hess ihn sein Vater mit 19 Jahren als Lehrling eines 
excentrischen Malers Christopher Steele (gen. „Count" Steele) einschreiben, bei 
dem er aber nicht S Jahre ausharrte. Er heirathete mit noch nicht 22 Jahren, und 
malte zunächst 5 Jahre lang in Kendal Bildnisse für geringes Geld. Auch andere 
Darstellungen schuf er und erreichte grossen lokalen Ruf. 1762 kam er nach London, 
gewann einen Preis für ein geschichtliches Bild, der ihm aber, wahrscheinlich in 
Folge der neidischen Zwischenkuuft Reynolds', vorenthalten wurde, und ward mit 
wigewöhnlicher Geschwindigkeit als Bildnissmaler berühmt. Bald war er ein voll- 
hurtiger Rivale Gainsboroughs und Reynolds' geworden. 1764 besuchte er Frankreich, 
1773 — 5 Rom, wo er u. A. R. Santi copirte. Zurückgekehrt verdiente er nun allein 
durch Bildnissmalen 3—4000 Pfd. Strl. das Jahr. Nach 1780 wurde er mit Lady 
Hamilton bekannt, die ihm Jahre lang ein Ideal blieb, und von der er zahlreiche 
Bilder, bald wirkliche Bildnisse, bald allegorische Figuren schuf. Gegen Ende seines 
Lebens wurde er irrsinnig. Er war stets ein Sonderling gewesen, und suchte z. B. 
seine Frau erst nach mehr als 30 Jahren auf, als es mit ihm zu Ende ging. Wenn 
vielleicht die Summe dessen, was Reynolds und am Ende auch Gainsborough ge- 
schaflfen haben, die Romneys überragt, so hat Romney doch im Einzelnen Werke 
geschaffen, die uns grösser und sympathischer erscheinen als irgend welche seiner 
beiden Rivalen. Die Freiheit und Sicherheit seiner Technik, wie er sie z. B. in den 
Bildern der Londoner Nat. Gal. zeigt, ist eminent. Von seinen geschichtlichen etc. 
Darstellungen besitzt das Royal Institution zu Liverpool mehr als ein Dutzend, 
darunter das bekannte Bild „Infant Shakspere". Von seiuen Bildnissen befinden sich 
Lady Hamilton als Bacchantin, und „The Parson's daughter" in der Nat.-Gal. zu 
London. Andere in der dortigen. Nät.-Portrait-Gal., in der Nat. Gal. zu Edinburgh, 
im Bouth Kensington Museum, hauptsächlich aber in Englischem Privatbesitz. Seine 
Biographie von W, Hayley (1809), J. Romney (1830), Gamlin (1894); vergl. auch Lord 



102 Eomney — Rondelet. 

R. Gowers „Eomney and Lawrence". — Sein Bruder Peter E. war ebenfalls Bildniss- 
maier. Er war in Cambridge und Ipswich thätig, verfiel in Schulden, und starb jung. 

Romney, John, Kupferstecher, geb. 17S6, f 1863 in ehester. Vou ihm Sonn- 
tag Morgen (nach Farrier), Die balladensingende Waise (nach Gill), etc., besonders 
aber Blätter für die Buchillustration. 

Eomondt, Helena Margreta van, geb. van Dielen, Malerin, geb. 14. März 
1774 in Utrecht, f 23. Jan. 1841 das. Sie malte Blumen und Stillleben. 

Eonistedt, Christian, Kupferstecher des 17. und 18. Jahrhunderts, thätig in 
Leipzig. Es gab mehrere R. und wahrscheinlich auch • zwei mit dem Vornamen 
Christian. Sie traten zwischen 1680 und 1720 auf und schufen meist mittelmässige 
Bildnisse, auch 31 Bl. La Galerie Farnese (nach An. Carracci), etc. 

Eomnlo, Diego, Maler des 17. Jahrhunderts, geb. in Madrid, f 1625 in Eom, 
Sohn und Schüler eines Cincinnato R. Er kam nach Rom, malte Urban VIIL 
Bildniss, infolgedessen er das Eitterkreuz des portugiesischen Christusordens vom 
Papst erhielt. Er starb aber sehr urze Zeit darauf. — Sein Bruder Francisco R., 
ebenfalls in Madrid geb. und Schüler des Cincinnato R., erhielt Diego R.'s Ritter- 
würde nach dessen Tod und reiste nach Rom, wo er mit F/rfolg als Maler thätig war. 

Romnlas, s. Overbeck, BonaTCntara Tan. 

Romunde, s. Eomonde. 

EomJjn, s. Eomeyn 

Röua, Jöszef, Bildhauer, geb. 1. Febr. 1861 in Lovasbereny, st'.idirte in Buda- 
pest, dann an der "Wiener Akademie bei Hei Im er und Zumbusch, weitergebildet 
in Italien und Frankreich, thätig in Budapest. Von ihm Der Faun in der Klemme 
(Bronzegruppe 1890), Letzte Liebe (1894), Der kleine Ungeduldige, Grabdenkmal 
für G. V. Kla>pka, etc. 2. Gold. Med. 18Ö4 Antwerpen^ mehrere Preise 

Eönai, s. Eippl-Eöuai. 

Eoucalli, Cbristoforo, gen. Dalle Pomarance, Maler, geb. 1552in Pomarance 
bei Volterra, t im Mai 1626 in Rom, Schüler von Niccolö Circi^^fnani. Papst 
Paul V. hat ihn vielfach im Vatican beschäftigt. Von ihm Tod des Ananias und 
Saphira (Cap. Clementina), Taufe Konstantins (S. Giovanni LateranoJ, Marterbilder 
(S. Stefano rctondo), Kuppelfresken (Sa. Casa zu Loreto), Geburt Cliristi (S. Filippo 
Neri,. Neapel), Marter des Simon (Alte Pinakothek, Müncheu)> Joseph Ie?>t die Träume 
aus (Gal. Schieissheim), Madonna mit dem kl. Johannes (Gal. Borgl üse, Rom), etc. 

Eoncelli, Giuseppe, Maler, geb. 1677 in Bergamo, f 172S. Er malte mit 
Vorliebe nächtliche Brandscenen, zu denen ein Celesti die Figuren 5chuf. — Ein 
Fabio E. (Eonzelli) malte um 1627 in Bergamo, z« B. Marter des Hl. Alexander 
in der Sa. Grata Kirche. — Dessen Vater (?) Piero R. (Eonzelli) :nalte um 1600 
Bildnisse in Bergamo. 

Eonche, Pietro, Maler des 17. Jahrhunderts, thätig um 1650. Er schuf Land- 
schaften, auch Bildnisse, von denen die Gal. zu Parma eins besitzt. 

Eonco, Michele di, Maler des 14. Jahrhunderts, geb. in Mailand. Er malte 
zwischen 1375 und 1377 im Dom zu Bergamo. 

Eondani, Francesco Maria, Maler, geb. 149Ö in Parma, f '^äch dem Nov. 
1548, Schüler von A. A llegri, den er genau nachahmte. Er unterstützte AUegriinden 
Decorationen in S. Giovanni Evangelista. 1524 arbeitete er im Pal. des Gouverneurs. 
Mehrere Werke iu Kirchen seiner Vaterstadt. Von ihm eine Madonna in der dortigen 
Galerie, eine andere in der Gal. zu Ferrara, eine Hl. Familie in der Eremitage zu 
St. Petersburg; endlich nennen wir noch die Fresken in der 5ten südl. Kapelle des 
Doms zu Cremona. 

Eondel, Frederick d. Ae., Maler, geo. 1826 in Paris, Schüler von Jugelet 
und T. Gudin, von der Öcole des beaux-arts und den Gobelins in Paris. Er kam 
nach Amerika, wo er Mitglied der National-Akademie wurde und sich in New York 
uiedcrliess. Von ihm Parkridge N. J. im Sommer, Die gefangene Puritanerin, Sonnen- 
schein, Landschaften, etc. 

Eondel, Frederick d. J., Maler, geb. 1855 in Maiden, (Mass. ü. S. A.), Schüler- 
Beines Vaters Frederick R. d. Ae. , studirte auch in New- York das Kunstgewerbe. 
Er malte Landschaften, z. B. Auf dem Bfonxfluss. 

Eondelet, Antoine Jean Baptiste, Baumeister, geb. 1785 in Paris, f 5. Dec. 1863 
das., Schüler seines Vaters Jean II. R. Er wurde Conservator der Marmordenk- 
mäler des Staats. Er schrieb u. A. einen Versuch über die Rialto-Brücke zu Venedig 
(mit 111. nach eigenen Zeichnungen) und eine Studie über die Pantheonskuppel zu 
Rom (Paris 1860). 



Rondelet — Rooker. 103 

Rondelet, Gnillanme und Jeaa I., Maler des 16. Jahrhunderts, Brüder. 1552 
nialten sie decorative Arbeiten in Fontainebleau. 

Kondelet, Jean IL, Baumeister, geb. 4. Juni 1734 in Lyon f 26. Sept. 1829 
in Paris, Schüler von Loyer und Soufflot, 1783—85 auf Reisen in Italien weiter- 
gebildet. Er wurde Prof. an der Ecole des beaux-arts und halt die polytechnische 
Schule gründen. Nach Soufflots Tod führte er den schwierigen Bau des Pariser 
Pantheons fort und schuf z. B. die Kuppel. R. schrieb viele wissenschaftliche 
Werke, darunter eins über das Pantheon die Getreidehalle, eine ,Trait6 de l'art 
de batir" (Paris 1802—17), lieber alte und neue Schiffe, etc. Mitglied des Instituts; 
Kr. der Ehrenleg. 

Bondinello, Nlccolö, Maler des 16. Jahrhunderts, Schüler von Giov. Bellini 
in Vene^g, thätig in Venedig, Ravenna und Forli. Er malte Madonnen in der 
Weise seines Lehrers, die er sogar manchmal mit dessen Namen versah. Später 
wurde er von M. Palmezzano beeinflusst. Von ihm Madonna (Pal. Doria, Rom), 
desgl. (Gal. Forli), S. Sebastian (Dom, das.), Erscheinung des Joannes Ev. (Brera, 
Mailand), A. in Kirchen zu Ravenna, Gal. das., etc. 

Rondinosi, Zaccaria, Maler des 17. Jahrhunderts, begr. 1680 in Pisa. Thätig 
zwischen 1665 u, 80 iß Pisa, wo er zwei Compositionen des B. Gozzoli an der West- 
wand des Campo Santo übermalte. Sonst malte er decoratives Beiwerk. 

Boudolluo, II, 8. Terenzi. 

Rondot, Louis Jese^h, Zeichner, Kupferstecher, Goldschmied, etc., geb. 28. Nov. 
1756 in Troyes (De'p. Aube), f nach 1783. Er wurde Prof. au der kgl. Freischule 
seiner Vaterstadt. 

Bonjat, Etienne Antoine Joseph Eugene, Maler, geb. 19. April 1822 in 
Vienne (Dep. Isere), Schüler von Bonnefond und Plrouelle. Von ihm Die 
Freuden des Friedens, Zwei Praetendenten, Bildnisse, etc. 

Bonjon, Louis Auguste,. Maler, geb. 6. Aug. 1809 in Paris, f 1876 das., 
Schüler von J. M. Laiiglois. Er wurde zuletzt Lehrer und malte selbst nicht 
mehr. Von ihm Richelieu und der Pater Joseph (1842), Ermordung des Guise (1844), 
etc. Med. 2. Kl. 1834. 

Boniny, Guillaume Fr^d6ric, Maler, geb. 1786 in Rouen, f 1854 in Passy, 
Schüler von Taunay und Vien. Mit Prevost malte er verschiedene Panoramen. 
Von ihm Laban holt seine Hausgötter (1810), Henri IV. bei der Belagerung von 
Paris (1819), Ansicht des Nemi Sees (1827), Die Kirche von Bruyfere (1836), etc. 
Med. 3. Kl. 1812, 2. Kl. 1817, 1. Kl. 1827. 

Bonner, Henriette, geb. Knip, Malerin, geb. 31. Mai 1821 in Amsterdam, 
Schülerin ihres Vaters Joseph August Knip. Sie malte Thiere, besonders Katzen, 
Bilder von ihr in den Mus. zu Haag, Haarlem, Hannover. Stettin, etc. 

BoDOt, Charles, JMaler, geb. 28. Mai 1820 in Belan-sur-Ource (Dep. Cote d'Or), 
Schüler von Glaize, thätig in Dijon. Von. ihm Die Wuth der Pharisäer (Mus. 
Montpellier), Der gute Samariter (1847), Bonaparte in Egypten (1853), Die Reissig- 
Banjmler (1864), Die Gänseblümchen (1886), Spielplatz des Kinderspittels, Bildnisse, 
etc. Med. 2. Kl. 1876, 1. Kl. 1878. 

Bonse. Philippe» Maler des 17. Jahrhunderts, f 1645. Mit Pauvert und 
Vesprö malte er im Dom zu Chartres. 

Bonseray, s. Lprme. 
. Bontini, Aiessandro, Maler, geb. 5. April 1854 in Florenz, thätig das. Von 
ihm Unschuldige Liebe, Im Gartfen, Frühling, etc. 

Bonzelli, s. Roncelli. 

Boode. s. Rode. 

Roode, Nicolaes Jan Willem de, Maler, geb. 2. April 1814 in Voorburg beim 
Haag, Schüler von W. H. Schmidt in Rotterdam, auf Reisen durch Belgiei weiter- 
gebildet. Er malte besonders Bildnisse. 

Boode, Theodor de, Maler, geb. 1736 in Rotterdam, t 1791 das. Er bereiste 
Belgien und Deutschland, lebte dann eine Zeit lang in Wien als Hofmaler des Erz- 
herzogs Karl. 1771 kehrte er in seine Vaterstadt zurück. 

Boodtaens, s. Bootins. 

Booker, Ed^vard, Zeichner und Kupferstecher, geb. um 1712 in London,» 
t 22. Nov. 1774 das. Er stach sehr gute Architekturen und Ansichten nach Gwyn^ 
P. Sandly, R. Wilson, etc., auch für Prachtwerke von Sir Wm. Chambers, Stuart, 
(flber Athen), etc. R. soll auch als derbkomiscber Schauspieler grosse Erfolge ge- 
habt haben. 



104 Rooker — Roos. 

Rooher, Michael Angelo, Kupferstecher x^nA Maler, geb. 1743 in London, 
t 3 März 1801 das., Schüler der St. Martin's Lane Academy, von P. Sandby, 
endlich der Londoner Akademie. Wegen Augenleidens gab er das Stechen auf und 
wurde zunächst Coulissenmaler am Haymarket Theater. Später machte er Reisen zu 
Fuss durch's Land und malte Erinnerungen an die Gegenden, die er durchstreifte. 
Von seinen Stichen nennen wir die Titelkupfer zu dem Oxford -Almanach. Von 
seinen Landschafts- Aquarellen besitzt das S. Kensington-Mus. über 10 Stück. Er 
lieferte auch Illustrationen zu Sterne (1772). 

Rooni, Henry, Maler, geb. 1802, f 1850 in London. Er war in Birmingham 
und London thätig, und malte Bildnisse, auch Repraesentationsstücke, z. ß. Audienz 
der Madagascar-Prinzen bei der Königin zu Windsor. 

Eoore, Jacob Ignatius de, Maler, geb. 20. Juli 1686 in Antwerpen, f 17. Juli 
1747. im Haag, Schüler von Gaspar J. van Opstal. 1787 wurde er Meister der 
Gilde. Er malte decorative Arbeiten in Amsterdam, Antwerpen und Rotterdam, liess 
sich dann im Haag nieder, war aber 1728 — 9 wieder in Antwerpen thätig. Von ihm 
Selbstbildniss mit seiner Frau (Kunsthalle Hamburg), Moses und Aaron, und 1 Anderes 
(Mus. Tournay), Auslösung von Christensklaven (Jacobskirchc, Antwerpen). 

Roos, Cornelis Frans, Maler, geb. 15. Sept. 1802 in Amsterdam, Schüler 
von C. Steffel aar, weitergebildet auf Reisen durch Mitteleuropa. Er malte Land- 
schaften. Mitglied der Amsterdamer Akademie. 

Roos, Gaetano, Maler, geb. 1690 in Tivoli, -|* 1750 in Wien, wo er längere 
Zeit thätig war, und u. A. Thierstücke malte. Von ihm Abschied vom Wirthshaus 
(Mus. Bern), etc. 

Roos, Jacob, gen. Rosa da Napoli, Maler, geb. 1680 in Tivoli. Er war Sohn und 
wohl Schüler des Philipp Peter R., in dessen Weise er malte. Er war meist in 
Neapel thätig. 

Roos, Jan, Maler, geb. 1591 in Antwerpen, f 1638 in Genua, Schüler von 
Snyders, weitergebildet in Italien, wohin er 1615 gelangte. Er war eine Zeit laug 
mit grossem Erfolg in Rom, dann in Genua als Thiermaler thätig. Er malte aber 
auch Historien z. B. eine Grablegung (S. S. Cosmus und Damianus, Genua), etc. — Ein 
Jan II. R., geb. um 1785 in Amsterdam, f nach 1820, malte Landschaften und Bild- 
nisse und war erst in Dresden, dann meist in Rom thätig. 

Roos, Johann Heinrich, Maler und Radierer, geb. 27. Oct. 1631 in Otterberg 
(Pfalz),! 3. Oct. 1685 in Frankfurt a. M., Schüler von Jul. duJardin in Amsterdam, 
von Barend Graat und von A. de Bie. 1650 — 4 bereiste er Italien, Frankreich 
und England. 1657 liess er sich in Frankfurt a. M. nieder, wo er 1668 Bürger 
wurde. 1673 wurde er pfälzischer Hofmaler R. malte erst Historien und Bild- 
nisse, dann aber Thierstücke mit landschaftlichem Hintergrund, durch die er sehr 
bekannt wurde. Besonders Schafe gelangen ihm gut. Seine Werke wurden glänzend 
verkauft und er erhielt von verschiedenen Höfen Bestlellungen. R. kam bei Ge- 
legenheit einer Feuersbrunst ums Leben. Von ihm Selbstbildniss (Städel'sches 
Institut, Frankfurt a. M.), Zigeuner und 6 Andere (ebenda). S. Joannes (Amalienstift 
Dessau), Italienische Landschaft (Mus. Haag), Drei Hirtenstücke (Gal. Dresden), A. 
in Aschaffcnbiirg, Berlin, Braunschweig, Carl&ruhe, Cassel, Copenhagen, Darmstadt, 
Leipzig, London (S. Kens. - Mus.), München, Nürnberg, Oldenburg, Pommersfelde, 
Prag, SchleissLeim, Schwerin, St. Petersburg, Stuttgart, Turin, Wien, Wörlitz, etc. 
Er malte auch oft Staffage in die Bilder von Bemmel und Ermels. Seine einst über 
Gebühr gepriesenen 44 Radierungen stellen gleichfalls Thierstücke dar. 

Roos, Johann Melchior, Maler, geb. 1659 in Frankfurt a. M., f 1731 das., Sohn 
und Schüler des Johann Heinrich R , weitergebildet in Italien, wo er 1685—90 ver- 
weilte. Später kam er nach Nürnberg und Heidelberg, war auch eine Zeit lang als 
Bildnissmaler in Schaffhausen, Winterthur, etc. thätig. Man nannte ihn Samstag- 
Roos, weil or seine Werke an diesem Tag feil zu bieten pflegte. Er malte beson- 
ders wilde Thiere, z. B. die Menagerie des Landgrafen Karl. Von ihm Verkündigung 
an die Hirten (Gal. Cassel), Christus am Oelberg (Amalienstift Dessau), Landschaft 
mit Löwenfamilie (Städel'sches Institut, Frankfurt a. M.), Hirsche im Wald (Gal. Dres- 
den), Die Flucht nach Egypten (Liebfrauenkirche, Frankfurt a.M.), A. in Bamberg, Darra- 
etadt, Meiningen, Schwerin, Stuttgart, Wiesbaden, etc. — Sein Bruder Franz R., getauft 
22. Dec. 1672 in Frankfurt a. M., malte Bauernstücke und liess sich in Stralsund nieder. 

Roos, Peter, Maler, getauft 29. Aug. 1675, f 1727 in London, Maler, Schüler 
seines Vaters Johann H. R., auch seines Bruders Johann M, R. Er malte Bild- 
nisse und Stillleben. 



RooB — Rops. 105 

Roos, (Rosa), Josef, Maler, geb. 9. Oct. 1726 in Wien, f 25. (80?) Aug. 1830 
das., Schüler seines Vaters Gaetano R. und der Wiener Akademie, auch durch 
Studium der Werke des Philipp P. R. gebildet. Er reiste nach Dresden, wo er 
churfürstlieher Hofmaler und Mitglied der Akademie wurde. 1757 kam er nach 
Berlin, endlich nach Wien zurück und wurde 1772 Direktor der k. Gal. dort. Er 
malte Thiere in Landschaften, von denen man Proben in den k. k. Museen Wien, 
Schönbrunn, Gal. Liechtenstein, iu den Gal. zu Dresden, Parma, etc findet. R. hat 
auch einige Tliierstücke radiert. 

Roos» Philipp Peter, Maler und Radierer, gen. Rosa di Tivoli, auch Mer- 
cnrins, geb. 1657 in Frankfurt a. M., f 1705 in Rom, Schüler seines Vaters Johann 
Heinrich R., weitergebildet in Italien, (1677) auf Kosten des Landgrafen von Hessen- 
Cassel. Er vurde unter dem Namen Mercurius Mitglied der Niederländischen Maler- 
genossenschaft Schilderbent R. lebte in Tivoli ziemlich ludeilich und malte Thiere 
mit Landschaften. Von ihm Hirten und Heerden unter Tivoli und 7 Andere (Gal. 
Dresden),. Jagdbeute und 11 Andere (Gal. Cassel), Heerde in einer Landschaft (Rudol- 
finum, Prag), A. in Augsburg, Bamberg, Bologna, Brauiischweig, Brüssel, Darmstadt, 
Florenz, Gotha, Karlsruhe, Leipzig, Madrid, Nürnberg, Oldenburg, Paris, Parma, St. 
Petersburg, Schieissheim, Schwerin, Wien (auch Gal. Liechtenstein), etc. Seine wenigen 
radierten Hirtenstücke, etc. sind selten. 

Roos, Tlieo<lor, Maler, geb. 1638 in Wesel, f 1698, Schüler von A. de Bio, 
Bruder des Heinrich J. R. Er war in Mannheim (165;), Strassburg (1681) und zu- 
letzt in Stuttgart als Hofmaler thätig. In Mannheim schuf er Bildnisse, die in's 
Rathhaus gelangten, in Stuttgart für den Hof 3 grosse historische Bilder. Eine 
Geburt Christi von ihm in der Schleisstieimer Galerie. 1667 veröffentlichte er sechs 
radierte Landschaften mit Ruinen. 

Roose, Nicolaas, s. Lieniack^re. 

Reosenbooni, Margareta Yogel-, Malerin, geb. 23. Oct. 1843, f 26. Dec. Ib9t- 
in Voorliurg beim Haag. Sie lebte in Hilversum bei Utrecht und malte ge:chätzte 
Blumenstücke, von denen eins in's Rijksmuseum zu Amsterdam, eins in das Museum 
zu Breslau gelangte. Med. II. Kl. 1892, München. 

Rooscnbooni, Nicolaes Jan, Maler, geb. 21. Aug. 1805 in Schellingwouw, Schüler 
von Schelfhout. Er malte Landschaften aus Deutschland, Schottland, etc., von 
denen eine in das Teij'er Mus. in Haarlem gelangte. 1839 Hess er sich im Haag 
nieder. Er radierte auch eine Landschaft mit einem Storch. 

Rooszmael,. s. Rosemale. 

Rooster, Adriaen de, Maler des 17. Jahrhunderts, geb. in Mecheln, Schüler 
von G. Dughet. Er malte Landschaften und yar in Italien thätig. 

Rootius, Jakob, Maler, geb. nach 1635 (?), f 1681 (n- A. 1669 in Utrecht), 
Schüler des 1), de Heem, Sohn des Jan A. R. Er malte im Geschmack seines Lehrers. 

Rootius, (Rootsens), Jau Albertsz, Maler, geb. um 1615 in Hoorn, f 1674 
das, Schüler von P. Last man. Er malte gute Bildnisse und Stillleben. Drei 
Schützenstücke von ihm im Schützenhaus zu Hoorn, zwei einzelne Bildnisse (1652 
und 1661) im Mus. zu Amsterdam. 

Rooij, Johannes Baptista van, Maler, geb. 11. März 1808 in Antwerpen, 
Schüler von M. van Bree, weitergebildet in Italien, Frankreich und England. Von 
ihm Die letzten Augenblicke Egmonts (1836), Nonnen kehren in ihr Kloster zu- 
rück, etc. Med. 1836. 

Rooyen, Gabriel van, Maler, geb. 1752 in Utrecht, f 1817 in Amsterdam. 

ROpilns, Baumeister des 16. Jahrhunderts, gab. in Steiermark,- f vor 1534, der 
1523 urkundlich erwähnt wird und die Kirche zu Fraxeneto in Carnien erbaute. — 
Seine Söhne Lorenz R. und Nicolaus R., ebenfalls Baumeister, errichteten 1534 die 
Kuppel von S. Giovanni zu Mione und das Glockenhaus der Kirche zu Luint in Carnien. 

Roprecht, Peter, Goldschmied des 17. Jahrhunderts, geb. in Köln, f 3. April 
1666 das. Er lieferte Kirchenschmuck für dortige Kirchen, u. A. eine Pietä. 

Rops, Fölicien, Maler, Radierer und Lithograph, geb. 10. Juli 1833 in Namur, 
t 22/3. Aug. 1898 in Essonnes (Dep, Seine-et-Oise). Nach einigen Jahren gelehrten 
Studiums erbte er ein Vermögen, d,&s er, nun sich dem Geniessen hingebend, bald 
durchbrachte. Jetzt musste er sich, des Erwerbes halber, der Kunst zuwenden, die 
er, wie es scheint, ziemlich ohne Meister erlernte. Er begann mit Cancaturen und 
Lithographien für den „Uylenspiegel* u. a. Witzblätter. Er war in Brüssel, an der 
belgisohen Küste, endlich besonders in Paris thätig. In der Gesinnung ist seine 
Kunst cynisch, ihm ist nichts heilig, nicht einmal die Gemeinheit sozusagen, denn 



106 Boqueplan — Rosa. 

er gibt selbst ein Zerrbild des eigenen Spottes über die Reinheit. Mit beispielloser 
Kühnheit begibt er sich auf das Gebiet des Anstössigen. Sein Gedankengang gipfelt 
in der Auffassung des. Weibes als der Sprungkraft alles Hebels. Jedoch muss man 
nicht vergessen, dass man eine ziemlich grosse Ropssammlung anlegen kann, ohne 
anstössige Arbeiten acfnehnien zu müssen. Seine Künstlerschaft bewährt sich ganz 
enorm in der fabelhaften Sicherheit der Zeichnung und in der Gewalt über ver- 
schiedene grjiphische Techniken. Von Oelgemälden nennen wir Alte Frau aus Ant- 
werpen, An den Ufern der Meuse; von Aquarellen Die Absinthtrinkerin, Der Skandal, 
Pornocratie, Die Versuchung des Hl. Antonius; von Radierungen Die Amüsements 
des dames dP Bruxclles, Dame au cochon, Psyche s Lampe, Le grand et le petit 
trottoir, Mme. Hameiette, Puherte, Maturile, Mors siphilitica, Eve, La vice suprdme, 
Der Tod als Saemann, Les Diaboliques, Les Sataniques, etc. R. schuf angeblich 
über 500 Radierungen und über 300 Steindrucke. Viele sogenannte „Ropsblätter" 
Bind jedoch nur nach seiner Zeichnung geschaffen, manche sogar ganz unächt. 
Sein Leben etc. von Ramiro 1897. 

Roqueplan, Caiiiille Josephe fltienne, Maler und Lithograph, gen. Kocoplan, 
geb. 18. Febr. 1802. (1800?) in Mallemort (Dep. Bouches-du-Rhöne), f 15. Oct. (?) 
1855 in Paris, Schüler von Gros, A. de PuiOl und der ficole des beaux-arts. Er 
wurde Naturalist und malte mit Erfolg Marinen und Landschaften. Von ihm Albaner- 
see (Gal. Raczynski, Berlin), Marine (Mus. Louvre), Schlacht von Elchingen am 
15. Oct. 1805 (Mus. Versailles) Schlacht von Rocoux 11. Oct. 1746 (ebenda), Bildniss 
des Marquis v. Chastellux (ebeada), Brunnen in den Pyrenäen (Luxembourg, das.); 
Andere in den Mus. zu Bordeaux Chartres, Grenoble, Havre, Königsberg, Leipzip, 
Lille., etc. Von seinen über 60 guten Steindrucken nennen wir Album lyrique, iJl. 
zu Kenilwortb, Der Sturm, Zwei Marinen, etc. Med. 2. Kl. 1824, 1. Kl. 1828, Kr. 
d. Ehrenleg. 1832,.Offiziers-Kr. 1852. 

Roques, 6nlllauine, gen. Joseph, Maler, geb. 1. Oct. 1754 in Toulouse, f 27. 
Dtc. 1847 das., Schüler von Eiyalz. Schon mit 11 Jahren trat er in die Ecole des 
beaux-arts zu Toulouse, bildete sich dann während eines mehrjährigen Aufenthaltes 
in Rom weiter aus. Nach der Revolution wurde R. an die Zeichen- und Malschule 
Ton Montpellier als Direktor berufen, wo er aber nur wenige Jahre blieb, um wieder 
iu seine Vaterstadt zurückzukehren. Von ihm Das Grab des Amyntas (Mus. Toulouse), 
Die Commnnion des Grafen von Angouleme (1823 ebenda), Hirten vom Caropanthal 
(ebenda), Bildniss der Mutter des Künstlers (ebenda), etc. Er hat auch das Bilduiss des J. 
P. Virebent lithographirt. S. Biographie, etc. von George 1864. — Ein Barth^leuiy B, 
stach 1745/46 dänische Ansichten in Kopenhagen und verliess bald darauf wieder das Land. 

Roritzer, Kourad, Baumeister des 15. Jahrhunderts; 1451 wurde er Werk- 
führer, dann Baumeister am Regensburger Dom. Nach seinem Plan wurde -der 
Chor der Lorenzkirohe zu Nürnberg erbaut und war er auch hier als Werkmeister 
thätig. Er soll auch in Freiburg, München und Wien gearbeitet haben. — Sein Sohn 
Mathias R., Baumeister und Bildhauer, war 1462 Ballier, 1468 Werkmeister an S. 
Lorenz zu Nürnberg, wurde 1473 in München zu Rathe gezogen, war um 1484 am 
Dom zu Eichstätt und seit etwa 1480 am Dom zu Regensliurg thätig. Dort wird der 
Brunnen mit den Statuen Christus und die Samariterin (1500) auf ihn zurückgeführt. 
1486 Hess er ein „BQchlem von der Fialen Gerechtigkeit* erscheinen. — Sein zweiter 
Sohn Wolfgang- R., f 1514 als Aufrührer auf dem Schaffot, wurde 1495 Werkmeister 
am Dom zu Regensburg, wo das Sakramentshaus (nach Zeichnung des Mathias R.) 
auf ihn zurückgeführt wird. 

Rormnnde, s. Remonde. 

Rosa, s. Badalocchio, Sisto. 

Rosa, s. auch Roos. 

Rosa, Cristoforo, Maler, geb. um 1520 in Brescia, f 1576 an der Pest. Er 
war wegen seiner Architekturen rühmlichst bekannt und soll deren sogar in Tiziaqo 
Vecellis Bilder gemalt haben, mit dem er befreundet war. Werke von ihm im Vor- 
zimmer der Markusbibliotbek, au«h anderswo in Venedig und Brescia. 

Rosa, Ercole, Bildhauer, geb. 1853, f 12- Oct. 1893 in Rom, ohne akademisches 
Studium in einem römischen Atelier als Gehülfe gebildet. Von ihm Tod der Giotanni 
und Enrico Cairoli vor Rom (Bronze -Gruppe, Villa Medici, Rom), Denkmal Vittorio 
Emanueles (Mailand) Büste Manzonis, Büste Garibaldis, Diana, etc. 

Rosa, Francesco dl, Maler, gen. Pactcco, fPacicco), Maler, geb. um- 1600 in 
Neapel, f 1654 das., gebildet in der Schule des M. Stanzioni. Von ihm S. Thomas 
d'Aquino (Sa. Sanitä, Neapel), Taufe der Hl. Candida (S. Pietro d'Aram, das.), etc. 



Rosa — • Roschach. 107 

Rosa, Luigi, Maler, geb. 6. Aug. 1860 in Venedig, Schüler der dortigen Aka- 
demie. Er malte venezianische Ansichten, Architekturen und Landschaften, z. B. 
Inneres der Frarikirche, In den Lagunen, Zwielicht, etc. 

Rosa, Pietro Maler, geb. um 1550, f 1576 an der Pest Schüler T. Vecellis, 
Sohn des Cristoforo R. Er wurde einer der Lieblingsschüler Vecellis und 
malte Historien, z. B. lür den Dom zu Brescia, S. Francesco und Sa. Maria delle 
Grazie das. 

Rosa, Saliatore, Maler und Radierer, geb. 20. Juni 1615 in Renella bei 
Neapel, f 15. März 1673 in Rom, Schüler seines Oheims Paolo Greco und seines 
Schwagers Francesco Fracanzano, später des A. Falcone Er sollte erst 
Studiren, doch Hess dies sein unruhiges Temperament nicht zu. Mit 18 Jahren soll er 
eine Zeit lang unter die Banditen gegangen sein. Nach seiner Rückkehr wurde er 
in Folge des Todes seines Vaters von der Noth heiingesncht, erlangte dann aber die 
Unterstützung Lanfran os, später des Cardinais Brancacci, für den er in Viterbo thätig 
war. Ein Theil seines Erfolges verdankte er seinem Auftreten als satirischer Dichter, 
Musiker und Schauspieler. Von Neapel ging er 1639 nach Rom, kehrte 1647 wieder 
nach Neapel zurück, um Masaniello zu unterstützen. Von da wendete er sich wieder 
nach Rom, das er, als ein satirisches Bild unangenehme Folgen für ihu hatte, mit 
Florenz vertauschte. 1652 endlich kehrte er definitiv nach Rom zurück. R. malte 
in allen Fächern, hatte den Ehrgeiz in geschichtlichen Darstellungen zu glänzen, war 
im Schlachtermalen ein guter J^ebenhuhler Falcones, schuf auch Genrebilder, Bild- 
nisse und Marinen, war aber wohl am tüchtigsten in seinen Landschaften. Et ist 
ernster Naturalist, liebt starke Beleuchtungseffekte und hat viel vou dem sensatio- 
nellen Zug der neapolitanischen Kunst. Seine beliebtesten Bilder wurden die Ban- 
diten- Scenen ; seine besten und meisten Werke befinden sich in England. Werke 
von ihm in den Galerien und Museen zu Aachen, Augsburg, Bergamo, Berlin, Carls- 
ruhe, Cassel, Darmstadt, Dresden, Dublin, Düsseldorf, Dulwich, Edinburgh, Florenz 
(üffizi, Pitti, Pal. Martelli), Genf, Genua (Pal. Cataneo), Glasgow, Hamburg, Han- 
nover, Kopenhagen, London, Madrid, Mailand, Modena, München, Neapel, New-York 
(Hist. Soc), Nürnberg: (Germ. Hwa.), Oldenburg, Paris, Rom (Pall. Chigi, Colonna, 
Corsini, Doria), St. Petersburg, Stettin, Stockholm, Stuttgart, Turin, Wien, Wies- 
baden, etc. Von seinen lebhaften und z. Th. recht guten Radierungen nennen wir 
Plato und seine Schüler, Tritonenkampf, Glaucus und Scylla, und die 62 Blatt der 
Folge von Soldaten, etc. S. Biographie von Salvini. 

Rosa, Sigismondo, Maler des 18. Jahrhunderts, Schüler von G. Chiari. Er 
war in Rom thätig. — Stefano R., Maler des 16. Jahrhunderts, geb. in Brescia 
und dort thätig um 1570, war Bruder des Cristofero R. und malte Architektureis 
Decorationen, Bildnisse und Historien. 

Rosalba, s. Carriera. 

Rosales, Eduarde, Malet-, geb. 1837 in Madrid, + 13. Sept. 1873 in Rom, 
Schüler der Madrider Akademie unter L. Ferrant und Madrazo. 1857 studirte 
er die alten Meister in Rom und Siena. Später arbeitete er eine Zeit lang in 
Murcia und wurde endlich Direktor der spanischen Akademie in Rom. Vou ihm 
Königin Isabella macht ihr Testament (1867 Mus. Madrid), Bildniss u. A. (ebenda), 
Die Heil. Johannes und Matthaeus (S. Tomas, das.), S. Joseph (Kirche zu Vergara), 
Tod der Lucrezia, etc. Med. L KI. 1866, 1871 Isabellen-Orden. 

Sosaliba, Autonello, Maler des 16. Jahrhunderts, thätig um 1505 iu Messina. 
Seine Werke sind allmählich aus Sicilien verschwunden, darunter eine Madonna, ehe- 
dem in der Kirche zu Postunina. 

Rosaspioa, Francesco, Kupferstecher, geb. 2. Jan. 1763 in Montescudolo bei 
Rimini, f 2. Sept. 1841 in Bologna, Schüler von Bartolozzi, unter dem er punk- 
tirle, aber meist Autodidakt. Während der Revolution besuchte er Paris und nahm 
sich seitdem Edelink, Nanteuil, etc. zum Muster. Er hat auch vernis- mou- und 
Arbeiten in anderen Techniken geschaffen. Von ihm S. Francesto (nach D. Zam- 
pieri), Kindertanz (uach Albanij, Sammlung von Zeichnungen Mazzuolis (1788), etc. 
S. Leben von Bolognini. — Auch sein Sohn Ginseppe R. wurde Kupferstecher. 

Boschaoh, Jobann Sebastian, Maler, geb. 1697, begr. 6. Juli 1734 in 
Frankfurt a. M., Sohn und wohl Schüler des Johann W. R., in dessen Manier er 
arbeitete. 

Roschach, Johann Wolfgang, Maler, geb. um 1664 am Bodensee, begr. den 
22. Aug. 1730 in Frankfurt a. M„ gebildet durch Studium des A. Mignon. Er malte 
Blumen und umgab auch alte Madonnen, etc. mit gemalten Kränzen. 



108 Roee — Rosengarten. 

Rose, Jnlius, Maler, geb. 1828 in Königsbrück i. S. Er war in Dresden und 
München tiätig und malte Alpenlandschaften, z. B. Der Dachstein, Der Königssee i. B., 
Am Montblanc, etc. 

Rose, William S., Maler, geb. 1810 (?), f 25. Mai 1873 in Edenbridge (Kent). 
Er malte kleine, gerngesehene Landschaften aus Stidengland. 

Roseland, Harry, Maler, geb. 1865 in Brooklyn (N. Y., U. S. A.). Er malte 
Genrebilder, z. B. Die Bettlerin (1889). 

Roseinale, Dominlcns Ambrosins, Maler, geb. um 1620 in Utrecht (?), f 
Sil Dec. 1699 das. Er war Advocat und übte die Kunst als Liebhaber aus; seine 
Werke sind selten. Das Utrechter Museum besitzt ein Architekturstück von ihm. 

Roseu, Georg Johann Otto, Graf von, geb. 13. Febr. 1843 in Paris, gebildet 
in Stockholm, Weimar, München, London und Antwerpen (unter Einfluss von Leys), 
bereiste auch den Orient, Mitteleuropa und Italien. Er hielt sicli seit früher Jugend 
in Schweden auf und wurde Direktor der Stockholmer Akademie. Von ihm Bildniss 
Norderskjölds, Erich XIV. u. A. (Mus. Stockholm), Katharina Mänsdotter (Mus. 
Kopenhagen), Bravo (Mus Aarhuus), Selbstbildniss (Florenz, üffizien), Luthers Zimmer 
auf der Wartburg, etc. Er hat auch aquarellirt und radiert. Mitglied der Akademien 
Stockholm und Kopenhagen; Wasa und viele A. Orden; Kt. der Ehrenleg., Med. 
1868, I. Kl. 1888, 1892 (München), 1896 (Berlin). 

Rosen, Johann, Maler, geb. 1854 in Warschau, thätig in München. 
Rosenbanm, Hieroniuius, g. Jerouimus, Meister. 

Rosenberg, Edvard, Maler, geb. 1864, thätig in Stockholm. Er malte Land- 
schaften, Hafenansichten, etc. 

Rosenberg, Friedrich, Maler und Radierer, geb. 3. März 1758 in Danzig, 
t 15. Mai 1833 in Altena, gebildet im Umgang mit Gessner, Fftssli, etc. in der 
Schweiz. 1782 kam er nach Oberitalien, 1789—92 nach Paris, 1793 nach Holland, 
1794/5 nach Hamburg. Hier wurde er Zeichenlehrer, 1823 Leichenbitter in Alton». 
Ei schuf Landschaften, z. B. Die Alm (Gal. Schwerin), 15 Ansichten aus der Schweiz 
(radiert für Hetizis Album, Amsterdam 1785), etc. 

Roseubei-g, Georg-e F., Maler unseres Jahrhunderts, t 17. Sept. 1869 in Bath. 
Er malte gute Laudachafteu in Aquarell, meist bergige Gegenden aus Schottland 
und Norwegen. 

Rosenberg, Hermann, Mater, geb. 29. Aug. 1872 in Drohobycz, Schüler der 
Berliner Akademie, auch in Hamburg und München gebildet. Er malte besonders 
Mtincbener Strassenbilder, Landschaften und Bildnisse, 

Rosenberg, Jobann Georg, Maler des 18. Jahrhunderts, geb. 1739 in Berlin, 
Vetter des Johann K. W. R. Er malte Theaterdecorationen für Danzig, Hamburg, 
Frankreich, Holland; ferner Bildnisse und Berliner Ansichten. R. hat auch radiert. 
Rosenberg, Johann Karl Wilhelm, Maler, geb. 1737 in Berlin, f 1809, 
Schtiler v«n A. Krüger und J Bibiena. Er malte Decorationen und radierte 
Köpfe in Rembrandts Manier. 

Rosenberg, Lassar, Maler, geb. 25. Dec. 1862 in Kowno, Schüler von Pietrow 
in Wiln^, Steffeck an der Königsberger Akademie, E. Hilde brand und M. 
Michael in Berlin, Bonn at, Lefebvre und T. RobertFleuryin Paris. Er liess sich 
in Berlin rieder und malte Bildnisse, Genrebilder und Landschaften in Oel und Aquarell. 
Roseuberger, Michael, Bildhauer, geb. 1816 in S. Jobann bei Herl)erstein 
(Steiermark), f 30. Juni 1875 in Graz, Schüler von Glössl und A. Rath. Er 
wurde erster Steinbildhauer in dem Bildhauergeschäft von Hanke. Von ihm 50 
Figuren für das Marienkloster i. d. Labornergasse zu Graz, Tabernakel für die 
Minoritenkirche zu Cilli (1860), Kanzelfiguren in der Pfarrkirche das. (1851), Grab- 
monumente in Graz, etc. 

Rosendaal, Nicolaes, Maler, geb. 1636 in Enkhuizen, f 1686. Mit Tooren- 
vliet besuchte er Rom. Er malte Historien und Landschaften. 

Roseufelder, Karl Lndwig Jnlins, Maler, geb. 18 Juli 1813 in Breslau, 
t 18. April 1881 in Königsberg, Schüler der Berliner Akademie unter Hensel. 
1845-— 74 war er Direktor der Königsberger Akademie, 1851—52 besuchte er Italien, 
Von ihm Besitznahme von Marienburg durch den Deutschen Orden (Mus. Königsberg), 
Betende am Grabe Heinrichs IV. (Mus. Köln), Bildni-ss (Gal. Dresden), Theologie 
(1865 Wandgemälde, Universität Königsberg), Medizin (desgl. ebenda), Christus am 
Kreuz (Kirche zu Rastenburg), etc. Gold. Med. 1850, Roth. Adl -Ord. IV. Kl. 1855. 
Rosengarten, Albert, Baumeister, geb. 5. Jan. 1809 in Kassel, t 17. Aug. 
1893 in Wiesbaden, wurde akademisch gebildet und kam zur Oberbaudirektion in 



Rosenhagen — Rosier. 109 

Kassel, wo er die Synagoge erbaute, dann einen Preis gewann, der es ihm erlaubte, 
in Paris unter H. Labrouste und Hubert, endlich zwei Jahre lang in Italien 
sich weiter auszubilden. Nach dem Brand in Hamburg gelangte er in diese Stadt, 
wo er u. A. das Schröderstift (1852), das Neue Stift (1866j, die Synagoge (1857), 
das jüdische Waisenhaus (1857), das Sieebenhaus in St. Georgi (1858j und das Ober- 
altenstift erbaut Er schrieb auch auf kunstgeschichtlichem Gebiet, z. B. Arch. Mit- 
theilungen über Italttn (1847 mit L. Runge), Die arch. Stilarten (1857), Architektur- 
bilder aus Paris und London (1860), Arch. Briefe (1854), etc. Gr. gold. Med. 
(Hannover), Krouen Ord. 4. Kl. 

RosenhageO) Nicolaes, Maler des 17. Jahrhunderts, thätig um 1658 im Haag. 
Er malte Stillleben in der Weise des De Heera, von denen das Haager Maurits- 
buis eins besitzt. 

Rosenhof, s. Roesel. 

Rosenkrauz, Karl Heinrich, Maler, geb. 1802 in Frankfurt a. M., f 1851 
durch Selbstmord, Schüler von Reges und A. Radi, weitergebildet auf Reisen 
durch Deutschland und die Alpen. Er malte Landschaften und Ansichten, am ge- 
lungensten in Wasserfarben. 

Rosen-SchöpheHn^ Baumeister des 14. Jahrhunderts. Er war Laieubruder 
und 1303 mit Anderen am westl. Kreuzgang der Cistercienserkirche zu Maulbronn thätig, 

Rosenstand, Wilhelm Jakob, Maler, geb. 31. (13.?) Juli 1838 in Kopenhagen, 
Schüler von Marstran d. Er lebte meist in Italien und malte Genrebilder, z. B. 
Der DorflFriseur, Vor einem Pariser Cafe, Die Gratulanten, etc. Med. 1859, 1861. 

Rosenthal, Adolf, Maler, geb. 2. Juni 1817 iu Hannover, Schüler des Poly- 
technikums zu Hannover und der Akademie zu München unter Cornelius. Er ging 
dann zur Landschaftsmalerei über und lebte in München. 

Rosenthal, Angust, Maler, geb. 1820 in, Hannover, thätig in München. Von 
ihm Heranziehendes Gewitter (Mus. Hannover), etc. Auch Bildnisse und Radierungen. 

Rosenthal, Bernhard Wilhelm, Maler, geb. 1804 in Emden, in Berlin gebildet. 
Von ihm Apostel und Evangelisten (Fresken in S. Nicolai zu Potsdam, nach 
Schinkels Entwürfen), etc. 

Rosenthal, Toby Edward, Maler, geb. 15. März 1848 in New Haven (Conn. 
ü. S. A.), Schüler der Münchener Akademie unter Straehuber, C. Raupp und 
Piloty. Er liess sich in München nieder und malte gefällige Genrebilder, nachdem 
er noch als Knabe in San Francisco gelernt hatte. 1871—2 besuchte er San Fran- 
cisco wieder und malte dort einige Bildnisse. Von ihm Morgeuandacbt in der 
Familie Bachs (Mus. Leipzig), Eine Tanzstunde unserer Grossmütter, Der Geiger, 
Alarmirtes Mädchenpensionat, etc. Med, I. Kl. Philadelphia 1876, Gold. Med. II. Kl. 
München 1883. 

Rosenthaler, Kaspar, sowie die Brüder Hans und Jacob, früher irrthümlich 
als Nürnberger Künstler augeführt. Bei Kaspar R. wurden zwei Bücher mit Holz- 
schnitten, Nürnberg 1512 und 1514 verlegt. 

RosenzTveig, Adam, Holzschneider, geb. 1. Febr. 1826 in Kassel, wo er an- 
sässig blieb. Er war erst Fornistecher in einer Kattunfabrik und wurde später 
Schüler von J. Metzger in Braunschweig. Er hat u. A. Einiges nach A. Ludwig 
Richter (z. B, in Campes Robinson) geschnitten. 

Rosetti, s. Rossetti. 

Rosex, Nicola, gen. Nicoletto da Modena, Kupferstecher und Goldschmied 
des 16. Jahrhunderts, thätig in Norditalien zwischen 1500 und 1512. Er hat nach 
Dürer und Schongauer copirt, und im Ganzen etwa 100 Blatt geschaffen. Wir nennen 
Satyr ein Reh ausweidend, Venus und Amor, Paris-Urtheil, Apollo, Pan, Vulkan, 
etwa 10 biblische Blätter, ungefähr 20 einzelne Heilige, Kinder, Genredarstellungeu 
und Ornamentstiche. 

Roshoff, s. Roesel. 

Rosij Alessandro, geb. 1627 (?) in Florenz, f 1697 das., Schüler von C. Dan- 
dini. Er malte Historien, Mythologien, etc., z. B. S. Francesco di Paolo (Dom zu 
Prato), Bacchanal (ehemal. Grossherzogl. Sammlung Florenz); Andere in Florentiner 
Kirchen und Privatsammlungen. — Ein Giovanni R., thätig um 1620 in Florenz, malte 
Landschaften. — Ein Zanobi R., f nach 1620, Schüler von C. Allori, hat u. A. 
einige von dessen nachgelassenen Werken volleodet. 

Rosier, Amedee, Maler, geb. 27. Aug. 1831 iu Meaux (De'p. Seine-et -Marne), 
Schüler .von Cogniet und Durand Brager. Vou ihm Strand zwischen Ilonfleur 
und Vilierville (1807 Mus. St. Eiienne), Seekampf vou Sebastopol (1857), Sonnen- 



110 Rositi — Ross. 

Untergang in der Umgegend von "Venedig ("1882), die Riva degli Schiavoni, etc. Med. 
3. Kl. 1876. 

Rositi, Giovanni Batti^ta, Maler des 16. Jahrhunderts, geb. in Forli. Die 
Sa. Maria dell' Orto Kirche zu Velletri besitzt eifle Madonna vonihm. 

Roskovics, Igrnäcz, Maler, geb. 1854 in Szalök, Schüler von Heverdle und 
Vidra von der Landes- Muster- Zeichenschule, und von der Mönchener Akademie, 
weitergebildet in Rom. Im Auftrag der Stadt Kolozsvär malte er „Die ungarisch- 
siebenbürgische Union". Von ihm ferner Die Fresken der Budapest- Joaefstädter 
Pfarrkirche sowie Gfemälde in mehreren ungarischen Provinz -Kirchen, Die Offen- 
barung des hl. Geistes, KönJit Ihr wechseln. Der Feinschmecker, Bildnisse, etc. 

Roslauey, Wells, Maler des 18. Jahrhunderts, t 1- Oct. 1776. Er war in 
London thätig und schuf decorative Arbeiten. 

Rosliii, Alexandre, Maler, geb. 15. Juli 1718 in Malmoe in Schweden, f 5. Juli 
1793 in Paris, wo er sich -zum Bildmssmaler ausgebildet hatte. 1753 wurde er Mit- 
glied der dortigen Akademie, 1-767 Rath, 1765 gewann er gegen Greuze einen Preis. 
Nach dem Tod seiner Frau (1772) kehrte er auf einige Zeit nach Schweden zurück, 
wo er Mitglied der Akademie und 1774 Ritter des Wasaordens wurde. Später war 
er auch in Russland thätig. Er war ehicr der an den verschiedenen Höfen beliebtesten 
Bildnissmaler seiner Zeit, und hat auch in Pastell gemalt. Von ihm Bildniss Linne's 
(Gal. Versailles), Marie Antoinette, Mädchen eine Amorstatue bekränzend u. A. (Louvre 
Paris), Damenbildniss (Sammig. La Caze, ebenda), Gustav II. und seine Brüder (Gal. 
Stockholm), Des Künstlers Frau u. A. (ebenda), die Bildnisse Bouchers, Cochins, 
der Herzogin Marie Christine von Schweden, des Herzogs von Rochefoucauld, etc. 

Roslin, Marie Suzanne, «geb. Giroust, Malerin, geb. 9. März 1734 in Paris, 
f 8t April 1772, Schülerin von Vien, Gemahlin des Alexandre P. 1770 wurde 
Sie Mitglied der Akademie auf Grund eines Bildnisses von Pigalle (Pastell). Von 
ihr Bildniss von Dumont le Romain (1786 Pastell Mus. Louvre), etc. 

Rosotte, Charles Joseph Edouard, Kupferstecher, geb. 2. Febr. 1827 in Paris, 
Schüler von Girard und Leroux. Von ihm Kupferstiche und Radierungen für 
»VArtiste" und »Gazette des Beaux Arts", etc. nach Hamon, Ingres, Poussin, R. 
Santi, etc., sowie Bildniss v.- Mme. Bazin (nach F. G6rard), etc. 

Bospatt, Johann Joseph, Holzschneider und Buchdrucker, geb. 1771 (?), 
f 8. Oct. 1843 in Köln a./Rh., wo er thätig war. Von ihm mehrere Ansichten des 
Kölner Doms, des Strassburger Münsters, Madonna, etc. 

Boss, Christian Meyer, Maler, geb. 22. Nov. 1843 in Fiekkefjord (Norwegen). 

Boss, F. W. R.. Zeichner und Aquarellist, geb. 1792, f 1860 in Topsham 
^Devonshire, England). Er war Marineoffizier und übte die Kunst als Liebhaber aus. 
Von ihm naturgeschichtliche Zeichnungen, besonders treffliche Vögel. 

Boss, H., Maler, geb. vor 1780, f vor 1835 (?). Er malte Bildnisse und Gruppen 
in Miniatur 

Boss, James, Kupferstecher, geb. 1745, f 182J in Worcester, Schüler von R. 
Hancock. Er war an der köoigl. Porzellanfabrik in Worcester angestellt. Vonihm 
verschiedene Ex libris, Ansichten von Hereford (nach G. Powle), etc. 

Boss, Karl, Maler, geb. 18. Nov. 1816 in Altekoppel (Holstein), f 5. Febr. 1857 
in München, studirte in Kopenhagen. Er lebte in Athen (1837—9), Rom (1842—3, 
auch 1850), München und anderen Städten Deutschlands, Paris (1846), sowie in Däne- 
mark. Et ffalte griechische Ansichten (darunter Naxos 1854 in der Kunsthalle 
Hamburg), Italienische Landschaften (eines ebenda), Grotte der Egeria (in der Gal. 
Schack zu München), Nordische Waldbilder, auch stilisirte Landschaften. 

Ross, Mrs. Maria, Malerin, geb. 1766, f 1836 in London, Gemahlin des H. R., 
Schwester des Kupferstechers Anker Smith. Sie malte einige Historien, meist aber 
Bildnisse und stellte in der Akademie aus. 

Boss, Bobert Thornbnrn, Maler, geb. 1816 in Edinburgh, f Juli 1876, Schüler 
der Akademie zu Edinburgh und von Simson sowie Sir W. Allan. Ei* malte erst 
Bildnisse in Pastell zu Glasgow, trat dann aber zur Genremalerei über und kehrte 
in die Heimath zurück, wo er 1869 Mitglied der Akademie wurde. Von ihm Der 
zerbrochene Krug, Der Dorn im Fnss, Das Versteckspiel, Die Rückkehr. 

Boss, Sir William <:;harles, Maler, geb. 3. Juni 1794 in London, f 20. Jan. 1860 
das., Sohn und Schüler von H. und Maria R., weitergebildet an der AkaderaialSOS. 
Er malte schon, als er noch Knabe war, Historien mit Erfolg und gewann viele 
Auszeichnungen. 1814 wurde er Gehilfe Andrew Robertsoufl und warf sich bald 
hernach selbst ganz und gar auf die Miniaturmalerei. Er wurde einer der aner- 



Rosabach — Rossellino. Hl 

kanntesten Meister Englands in diesem Fach, von vielen Höfen hochgeschätzt und 
wurde 1839 Mitglied der Akademie sowie geadelt. Seine Bildnissminiaturen sind farben- 
kräftig, individualisirt und elegant behandelt; sie verrathen den Einfluss Reynolds'. 
Er soll über 2200 Miniaturen geschaffen haben, malte aber auch grosse Composi- 
tionen und gewann, z. B. mit seinem Carton Der Erzengel Raphael und Eva, 1843 
einen Preis. Ihm sassen u. A. Königin Victoria, Prinz Albert, der König und die 
Königin von Portugal und Belgien, Louis Philippe, Napoleon III., etc. 

Rossbach; Martin, Zeichner und Kupferstecher, geb. 12. März 1787 in Colmar, 
t nach 1812, Schüler von C. Harpff. Er wurde Professor des Seminars. Von 
ihm Bildniss von Petro RomoRenski (Mus. Colmar), etc. 

Rosse, Franz, Bildhauer, geb. 10. Nov. 1858 in Berlin, Schüler von Wiese 
in Hanau und Schaper an der Berliner Akademie. Von ihni Blumenorakel, H. P. 
Kreinerdeukmal, Genregruppen, Bildnissbüsten, etc. 

Rosseeis, Jacques, Maler, geb. 1828 in Antwerpen. Er schuf vortreffliche 
Landschaften. Das Mus. seiner Vaterstadt besitzt von ihm ,Nahe Waesmunster", 

Rössel de Cercy, Auguste Louis, Marquis de, Maler, geb. vor 1800. Er war 
königlicher Schiffskapitän und wurde vom Kriegsministerium beauftragt Bilder der 
Seegefechte zu malen. Von ihm Einnahme der Inseln Saint Christophe und Nevis 
am 13. Febr. 1782 (Mus. Versailles), Ansicht von Constantinopel, etc. 

Rossell, Jusepe (Josef), Maler des 18. Jahrhunderts, thätig in Valenciaj wo 
er Mitglied der Akademie Sa. Barbara war. 1754 stiftete er diesem Institut sein 
„S. Lukas". 

Rosselli, Cosiino di Lorenzo Filippi, Maler, geb. 1439 in Florenz, f 7. Jan. 
1507 das., Schüler und Gehilfe des Neri d i Bicci, später Schüler oder beeinflusst 
von B. Gozzoli. Er war in Lucca, Florenz und (1480 etc.) in Rom thätig, wohin ihn 
Sixtus IV. zum Wettbewerb mit Bigordi, Signorelli und Vanucci in der Ausschmückung 
der Sistina einlud. Der Papst soll ihn vorgezogen haben, weil er soviel Gold und 
Ultramarin verwendete. Im Ganzen genommen ist er ein schwächerer Meister, der 
sehr von den Eingebungen Anderer lebt. Von seinen Fresken in der Sistina is. die 
Bergpredigt die beste; Die Gesetzestafeln, Das Abendmahl sind schwächer. Gelobt 
wurden weiterhin Die Procession der wunderthätigen Kelche (S. Ambrogio, Florenz), 
Die Krönung Mariae (Sa. Maria M. de'Pazzi, das.). Andere Werke von ihm in S. Martino 
zu Lucca, in S. Spirito zu Florenz, ferner in den Museen zu Berlin, Florenz (Uffizien, 
Akademie, Mus. Sa. Maria Nuova), Königsberg, London, Neapel, Paris, St. Petersburg. 

RosselU, Domenico, Bildhauer, geb. l<t:39 in (oder bei) Pistoja, f 1497/8 in 
Fossombrone. Er schuf meist decorative Arbeitec und war 1462 in Pisa, 1464 — 1472 
in Florenz, 1473 in Pesaro, dann in Urbinc und Fossombrone thätig. Von ihm Basis 
für einen Osterkerzenleuchter im Dom zu Pisa, Taufstein für die Sa. Maria a Monte- 
Kirche zu Florenz, Kamine und dergl. in den herzogl. Palästen zu Pesaro und 
Urbino, Grabmal der C. Santucci in S. Francesco zu Urbino, Grabmal des F. Dra- 
coni von Mercatello in S. Francesco zu Fossombrone, Portale, Kamine, etc. im 
bischöö. Palast zu Fossombrone und im Palast Santucci zu Urbino, etc. 

Rosselli, Matteo, Mftler, geb. 1578, f 10. Aug. 1651, Schüler von Pagani 
und Passignano, ein Verwandter des Cosimo R. Er bildete sich auch an Antiken 
und btand in Diensten der Höfe zu Modeua und Florenz. In Sa. Annunziata zu 
Florenz malte er Fresken in dem südi. Querschiff, erste Kapelle r. und einige der 
Lünetten im Klösterhof. 

Rosselli, (Roselli). Niccolo, Maler i'.es 16. Jahrhunderts, geb. in Fe/rarra, 
vielleicht in der Dossi-Scnule gebildet. Er ist ein schwächerer Meister, der viele 
Altarbilder für die Certosa zu Ferrara, für den Dom u. a. Kirchen daselbst schuf. 
— Ein Pietro R. aus Florenz führte 1516 u. ff. nach G. Pippi dei Gianuzzis Ent- 
wurf den Palast Cicciaporci in Rom aus. 

Rossellino, Antonio di Mattes di Domenico Gambarelli, gen. Rossellino, 
Baumeister und Bildhauer, geb. 1427 in Settignano, f um 1478, Schüler seines Bruders 
Bernardo Gambarelli, auch von Desiderio da Settignano beeinflusst. Er 
zeichnet sich durch sein Schönhe'tsgefühl, feinen Geschmack, sichere Technik ubd 
frischen Naturalismus in seiner Plastik aus. Sein bester Bau ist die Grabkapelle 
des Kardinal von Portugal in San Miniato al Monte bei Florenz. Mit Anlebnuug an 
Donatello schuf er den prächtigen Grotienbruunen in der Villa di Castello das. 
Sein plastisches Hauptwerk ist das Grabmal des Kardinal von Portugal in dessen 
oben genannter Kapelle (1461 u. ff.); ferner nennen wir Altar der Cap. Piccolomini 
in der Montoliveto-Kircbe ku Neapel, Die Anbetung der Hirten (Ueliof, Mus. Nazionale, 



112 ßossellino — ROBsetti. 

Florenz), Matteo Palmieri (1468 Büste, ebenda), Kinderbüsten (Kirche de'Vancbetoni 
Florenz), S. Sebastian (in der Pieve, Einpoli), Sarkophag des S. Marcolinus (1458, 
Mas. Forli), etc. 

Bossellino, Bernardino di Matteo di Domenico Gfambarelli, gen. Rosselllno, 

Baumeister und Bildhauer, einer der Hauptmeister der Frilhrenaissance, geb. 1409 
in Florenz, f 1464, beeinünsst von Donatello und L. B. Alberti. Für letzteren 
baute er -wahrscheinlich den Pal. Rucellai in Florenz und copirte den Baa im 
Pal. Piccolomini zu Pienza. Von ihm auch ein grossartiger Entwurf zur neuen 
Peterskirche in Rom sammt Umgebung und Residenz, für Papst Nikolaus V. ge- 
schaffen, doch wegen dessen Tod nicht ausgeführt. Von der Peterskirche hat Bra- 
mante die Anfänge theilweise beibehalten. R.'s Grabmal des L. Aretino in Sa. Croce 
zu Florenz gilt als Vorbild für das florentiner Nischengrab des 15. Jahrhunderts. 
Für Nicolas V. bat er übrigens" zahlreiche andere Bauten restaurirt und errichtet, 
z. B. in Rom Theile der Mauern und der Eugelsburg, S. Francesco in Fabriano, 
S. Bene'^etto zu Gualdo, ferner viele Festungen zu Narni, Orvieto, Spoleto, etc. Von 
seiner Sculptur ist das Hauptwerk Grabmal des L. Bruni in Sa. Croce zu Florenz. 

Rossenbaum, Julius, Lithograph und Zeichner, geb. 18. Febr. 1848 in Kopen- 
hagen, Schüler der dortigen Akademie. Er war in seiner Vaterstadt thätig und 
schuf besonders Bildnisse in Steindruck. 

Rosset, Joseph, Bildhauer, geb.. 1706 in Saint-Claude (De'p. Jura), f 3. Dec. 
1786 das. Er war Autodidakt und ist nie aus seinem Vaterland herausgekom.men. Doch 
hat er die Aufmerksamkeit Friedrichs des Grossen, sowie Voltaires auf sich ziehen 
können. Von ihm Voltaire (Büste), Voltaire unter einem Baume sitzend hilft armen 
Leuten (Basrelief, 1779), viele Kruzifixe in Elfenbein, etc. — Sein Sohn und Schüler, 
ebenfalls in Saint-Claude geboren, war auch Bildhauer. Von ihm u. A. eine Statuette 
J. J. Rousseaus. — Ein — R. war als Landschaftsmaler im vorigen Jahrhundert an 
der Porzellanfabrik zu Sevres thätig. 

Rosset d'ElOHVville, A. F. C, Maler, geb. vor 1785, f 29. Mai 1820 in Dole 
(Dep. Jura). Er war Professor an der £cole centrale du Jura. Von ihm Tobias von 
der Blindheit geheilt, Telemachos und Penelope, Bildniss J. Rossets (Mus. Besancon), etc. 
Rossetti, 8, Rovere. 

Rossetti, Autonio (AngeloJ), Bildhauer, geb. 31. Oct. 1819 in Mailand, 
Schüler von Simoini, auch in Rom gebildet. Von ihm wenig bedeutende, aber 
beliebte Statuen und Statuetten, z. B. Die Cupidoverkäuferin, Die Unschuld, Nymphe 
am Brunnen, etc. 

Rossetti, Biagio, Baumeister des^ 15. Jahrhunderts, thätig in Ferrara, wo er 
den schiefen Backsteinthurm von S. Giorgio (1485) und di Certosa errichtete und 
mit B. Tristani seit 1473 die Kirche Sa. Maria in Vado, Zu Padua schuf er die 
zierliche Loggia del Consiglio auf dem Signorienplatz (1523—26?) —Ein Cesare R., 
Maler des 17. Jahrhunderts, war Schüler und Gehülfe des Giuseppe Cesari und 
unter diesem in S. Giovanni in Laterano thätig. 

Rossetti, (Rosetti), Domeuieo, Maler und Kupferstecher, geb. vor 1660 (?) 
in Venedig, f Q^ch 1719.- Er malte Architekturen, ist aber am Besten durch seine 
Stiche bekannt. Im Auftrag des Pfal ^rafen schuf er zu Düsseldorf 12 Scenen aus 
dem Leben Alexanders d. Gr. nach Lairesse. Für den Verleger D. Louiaa in Venedig 
stach er einige der Hauptbilder der Venezianischen Blüthezeit; Andere für eine 
Biblische Geschichte (Venedig 1696) und nach Caliari, Liberi, Robusti, etc. 

Rossetti, Gabriel Charles Dante, einer der hervorragendsten Maler des 
19. Jährhunderts, geb. 12. Mai 1828 in London, f 9. April 1882 in Birchington \>ei 
Margate. Dante Gabriel, wie er sich schrieb, war das 2te und begabteste von den 
4 iindern eines eingewanderten italienischen Sprachlehrers. Nach einleitenden 
Studien wurde er Schüler der Akademie, wo er nur kurze Zeit verblieb und dann in 
Ford Madox Browns Atelier trat Er kam auch nach P'rankreich, Belgien, Schott- 
land etc., ist aber im Ganzen wenig gereist. Im Herbst 1848. begründete er mit 
einigen Freunden die „Pre-Raphaelitic Brotherhood", s. 2t. iu schmachvollster Weise 
heruntergerissen, doch dazu bestimmt, die englische Kunst neu zu beleben und zu ihrer 
heutigen Grösse zu führen. In einem Organ, das es leider nur bis zu ^ Nummern 
brachte, trat R. als Vertheidiger seiner Kunsttbeorien besond'ers aUer in seiner 
aweiten Eigenschaft als bedeutender Dichter auf. Seine frühesten Gemälde waren 
etwas absichtlich archaisirende; doch trat er nachher, wenn man-will, zu einer Art 
Romanticismus über. Obwohl meistens seine Gemälde an Dichtuugea anknüpfen, so 
sind sie alles andere, nur nicht literarisch-novellistisch. Sie sind ganz lediglich aus 



Rossetti — RoBsi. 113 

einem intensiven Kunstempfinden entstanden, schwelgen in Formenreichthum und 
glänzen in prachtvoller Farbenfreude. Leider sind sie der Welt im Original fast 
unzugänglich und im Privatbesitz (zwei der schönsten Sammlungen bei Herrn Rae 
und Frau Leathart in Birkenhead, gegenüber Liverpool). Zu seinen schönsten 
Werken gehören : The Damsel of the Sanc Grael, The Loving Cup, Proserpina, 
Sibylla Palraifera, The Beloved or the Bride, Found, Kindheit Mariae, Lady Lilith, 
La Bella Mano und Salutation of Beatrice. Von ihm ferner Ecce Ancilla Domini 
(Nat.-Gal. London), Beata Beatrix (das.), Dante Vision (1870 Gal. Liverpool), Altar 
(Cathedrale in LlandaflF ), La Pia, etc. Er hat auch viele Aquarelle, einige Glasfenster 
und eine Reihe- von Buchillustrationen geschaffen. S. Biographie, etc. von Caine 
(London 1882), W. Sharp (London 1882). 

Kossetti, Giovanni Paolo, Maler des 16. Jahrhunderts, geb. in Volterra, f nach 
1599, Schüler seines Oheims Daniele Ricciarelli in Rom. Er malte um 1568 
für die Kirchen seiner Vaterstadt, z. B. Die Kreuzabnahme (S. Dalmazio). 

Rossetti, Paolo, Maler und Musivarbeiter des 17. Jahrhunderts, geb. in Cento, 
t 1621 in Rom, Schüler von G. Muziano, Er ist besonders durch Musivarbeiten 
nach C. Roncalli in der Peterskirche (Gregor-Kap., Clemens-Kap., Kuppel) bekannt. 
Kossi, Agnolo, Maler, geb. 1694, f 1755, Schüler von D. Parodi, aber von 
Maratti beeinflusst. Er war in Genua thätig, und malte Historien, ferner auch 
komische Vorwürfe. 

Kossi, (auch A. de Rubels), Andrea, Kupferstecher, geb. um 1726, f 1790. 
Von ihm Sa. Margareta da Cortona (nach D. Ricciarelli), Kaiser Joseph d. IL (nach 
Battoni) ; A. nach Carracci, Dolce, Frezza, Novelli, etc.; auch Bildnisse von Päpsten. 
Rossi, Angelo de% Bildhauer, geb. um 1671 in Genua, f I'^IS, Sdhüler von G. 
F. Parodi, auch in Rom und Venedig gebildet. Von ihm und nach seinen Modellen 
Das Grab Alexanders VIII. (S. Peter, Rom), Die Statue Clemens des XI. (das.), etc., 
aach treuliche Basreliefs. 

Rossi, Aniello, Maler, geb. um 1660 in Neapel, f 1719 in Venedig (?), Schüler 
von L. Giordano, den er mit M. Pacelli nach Spanien begleitete, wo er wohlge- 
schätzt bis 1702 verweilte. In diesem Jahr kehrte er nach Italien zurück und Hess 
sich in Venedig nieder. 

Rossiy (Rosso), Antonio^ Maler des 15. Jahrhunderts, geb. in Zoldo (Cadore), 
f nach 1506. Er soll der erste Lehrer T. Veceliis gewesen sein. Von seinen Werken 
ist nur ein kleiner Theil erhalten, darunter ein Altar in S. Lorenzo (Selva, Cadore), 
desgl. (Kirche zu Vigo, Cadore), Madonna mit Heiligen (Kirche zu Fonzaso bei 
Feltre); A. in venetianischem Privatbesitz, etc. 

Rossi, Antonio, Maler, geb. 1697/1700 in Bologna, f 1750(1753?), Schüler 
desM. A. Franceschini. Er malte oft Figuren in die Ärchitekturbilder von Orlandi 
und F. Brizzi. Von seinen Historien nennen wir Martertod des Hl. Andreas (S. Do- 
menico, Bologna); Andere in anderen dortigen Kirchen. 

Rossi, Antonio, Maler, geb. 1834 in Parma. Die dortige Galerie besitzt eine 
Ansicht des Kreuzgangs von S. Quentin zu Parma von ihm. 

Rossi, Bernai'dino de', Maler, geb. vor 1475 in S. Colombano (?), f nach 1510. 
Er wurde von Pavia 1490 nach Mailand berufen, um sich an der Ausschmückung 
des Porto Giovia Pal. zu betheiligen. Die Kirche Sa. Maria della Pusteria zu 
Pavia besitzt eine Madonna mit Heiligen, etc. (1491) von ihm Von ihm ferner 
Wandmalereien in S. Spirito, Propheten, Putti und Ornamente im Atrium der Certosa 
di Pavia (1508), Die Passion im Krankenzimmer das., etc. Die 1511 ausgeführten 
Fresken in der Kirche zu Vigano sind untergegangen. Manche seiner Gemälde 
dürften heute noch dem Luini zugeschrieben werden. 

Rossi, Carlantonio, Maler, geb. um 1580, t 1648, thätig z\i Mailand. In 
Procaccinos Manier malte er einen S. Siro für den Dom zu Pavia. 
Rossi, Carlo, s. Rossi, John Charles Felix. 

Rossi, Enea, Maler des 17. Jahrhunderts, Schüler der Carracci, thätig in 
Bologna, für dessen Kirchen er viele Historien malte. 

Rossi, Enrico, Maler, geb. 8. Sept. 1856 in Neapel, Schüler der Akademie 
unter Morelli und Polizzi das. Er malte Genrebilder, etc. 

Rossi, Frances^co dei, Maler, gen. II Cecchino del Salriati, oder kurz 11 
Sftlvlati (weil der Kard. Salviati ihn unterstützte), geb. 151Ü in Florenz, f 11. Nov. 
1563 das. (w. A. in Rom), Schüler von Rugiardini, A. Angeli und B. Bandi- 
nelli. Pr war oft gemeinschaftlich mit Vasari thätig, malte erst in Rom, dann in 
Bologna, Verona, Mantua, Venedig und Florenz. Mit dem Kardinal von Lothringen 

Allgemeines EUnstler-Lexicou, S. Aufl. 4. Band. g 



114 Rossi. 

kam er nach Frankreich und wurde in Fontainebleaa von Primaticcio gut aufge- 
nommen, erwies sich aber als neidisch und undankbar. Er kehrte nach Rom zurück, 
zankte sich aber dort bald wieder mit Iianiele Ricciorelli und P. Ligorio. R. zeichnete 
gut und obwohl eigentlich ein Manierist und übertriebener Nachahmer Buonarottis, 
besass er noch Schönheitssinn. Seine geschichtlichen Darstellungen weisen gute 
archäologische Kenntnisse auf. Von seinen Fresken, etc. nennen wir Scenen aus der 
Geschichte des Furius Camillus (Florenz, Ufßzien, Sala d'UdienzaX Geschichte der 
Psyche (Venedig, Pal. Grimaldi), Verkündigung u. A. (Rom, Sa. Maria della PaceX 
Leben Joannis d. T. (Rom, Kap. des Kardinal Salviati); A. im Chateau de Dampiere, etc., 
von Staffeleibildern Der Unglaube des Thomas (Paris, Louvre), Caritas u. A. (Florenz, 
Uffizien), Die Geduld (Florenz, Pitti); A. in den Galerien zu Berlin, Lonw.n^ Rom 
(Vatikan), Wien, etc. 

Rossi, Gaetano, Bildhauer, geb. 18. Wärz 1829 in Neapel, Schüler der dortigen 
Akademie. Er copirte hauptsächlich Antiken. Von Originalarbeiten nennen wir 
Venus, ein kleiner Fischer, Bildniss- Büsten, etc. 

Rossi, Giacomo, Bildhauer, geb. 1748 in Bologna, f 1817, Schüler von Dom. 
P i 0. Von ihm mittelmässige Statuen in S. Giulianio. Er war besser in der Theorie 
als in der Ausführung und wurde 1804 Sekretär der Akademie. 

Rossi, Giovanni, Baumeister und Ingenieur, geb. 1821 in Barletta, gebildet in 
Neapel, wo er Prof. am Polytechnikum, der Ingenieurschule und der Militärschule 
wurde. Von ihm Kasernen in Caserta, Klinik in Neapel, etc. Er gab auch technische 
Schriften heraus. Mitglied mehrerer Akademien. 

Rossi, Giovanni Antonio, Baumeister, geb. 1616 in Rom, f 1695. Er war 
u. A. in seiner Vaterstadt thätig. — Ein Giovanni Antonio de* R., Medailleur des 
16. Jahrhunderts, war in Mailand geboren und lange in Florenz thätig. Von ihm 
Cosimo I. und Familie (Kameo), Med. auf König Heinrich IL, Pius IV., etc. 

Rossi, Giovanni Battista, di Jacopo di Gaspero dei, Maler, gen. II Rosso, 
Rosso Fiorentino, Rosso de* Rossi, Maitre Rons, geb. 8. März 1494 in Floren!;, 
t 1641 in Fontairebleau. Er war an den Werken A. Angelis und M. Buonarottis 
gebildet. Er trat frühzeitig mit den grossen Meistern in Wettbewerb zu Florenz, 
und ging dann nach Rom, wo er 1527 bei der Plünderung grosse Verluste erlitt und 
gefangen genommen wurde. Er entkam nach Volterra, zog von da nach Venedig 
und endlich 1530 an den Hof Franz I. nach Frankreich, wo er es zu hohen Ehren 
brachte. Dort baute er die grosse Galerie und schmückte sie mit Fresken, die aber 
meist unter der Hand seines Nachfolgers Primaticcio verschwanden. R. war ein 
gebildeter und angenehmer Gesellschafter, und stand als solcher in des Königs 
Gunst. Er verklagte seinen Collagen F. Pellegrioi, Geld von ihm gestohlen zu haben; 
dieser wurde gefoltert, nachher unschuldig befunden, in Folge dessen R. sich ver- 
giftete. Von ihm Assunta (Sa. Anunziata, Florenz), Vermählung der Jungfraa 
(S. Lorenzo, das.), Altar (Sa. Maria della Pace), Transfiguration (Dom. Castello), etc 
Stalft^ibilder in den Galerien zu Berlin, Florenz (Pitti und Uffizien), Oldenburg, 
Paris und St. Petersburg. In Fontainebleau bestehen angeblich noch 13 Fresken, 
Allegorien auf Franz L, etc., seiner Hand, doch auch diese sind anerkanntermasaen 
stark übermalt. 

Rossi, Giovanni Battista, Maler, geb. um 1627 in Rovigo, f nach 1679, Schüler 
von D. Varotari. Die Kirche S. demente zu Padua besitzt ein Werk von ihm. 
Später war er auch in Venedig thätig. — Ein anderer Giovanni Battiäta B« war 
Kupferstecher und gab 1640 Römische Ansichten heraus. — Ein dritter Olofanni 
Battista R., gen II Gobbino, war Maler, Schüler des A. Turchi, und im 17. Jahr- 
hundert mit Erfolg in Verona thätig. 

Rossi, Girolamo d. Ae., auch G. de* Rubeis, Maler und Kupferstecher, geb. 
um 1630 in Rom, Schüler von S. Cantarini in Bologna. Er ist wenig durch Gemälde, 
mehr durch Stiche, besonders aber durch seinen Verlag bekannt gerworden. Er 
stach nach Bai'bieri, An. Carracci, L. Carracci, S. Gaetano, G. Reni, etc. 

Rossi, Girolamo d. J., auch G. de' Rnbeis, Kupferstecher, geh, um 1680 in 
Rom, f nach 1748 (?), Sohn und wahrscheinlich Schüler des Girolamo R. d. Ae. 
Er war besonders Verleger, stach aber selbst viel, darunter Ansichten von Rom und 
dessen Antiken, Bildnisse von Kardinälen, A. nach A. AUegri, F. Bonavilla. O. 
Odazzi, etc. 

Rossi, Giuseppe, Kupferstecher, geb. um 1810 (?), t 1848 (1842?), thätig in 
Florenz. Von ihm Stiche nach Gemälden des Campe Santo zu Pisa, Maria das 
Kind anbetend (nach F. Lippi), Die Jünger in Emaus (1836 nach Palmavecchio), etc. 



Rössi — Rossiter. 115 

Rossi, JohB Charles Felix (Carlo), Bildhauer, geb. 8. März 1762 in Not- 
tingham, t 21. Febr. 1839 in London, Sohn eines Sienesen, Schüler eines einge- 
wanderten Italieners und der Londoner Akademie (1780—84), in Rom weitergebildet 
(1785—88). Er wurde Hofbildhauer Georg IV. Von ihm Venus führt Helena zu 
Paris (1784), Merkur, Britarinia, Grabmal des Gen. Cornwallis (London, S. Paul), 
Grabmal der Lords Heathfield u. Rodney (ebenda), A. Werke im Buckingham-Pal., 
etc. Gold. Med. 1784. 

Rossl; Lorenzo, Maler des 17. Jahrhunderts, f 1702, Schüler von P. Dandini, 
thätig in Blorenz. Er malte geleckte kleine Bildchen in der Art des L. Mehus. 

Rossi, Lnigi, Maler, geb. 1853 in Lugano, in Mailand und 1894/95 in Paris 
gebildet. Er war in Mailand thätig und malte italienische Volksscenen, z. B. Dolce 
far niente, Serpentintänzorin, Bauernstube, etc. 

Rossi, Jiariano, Maler, geb. 1731 in Sciacca (Sicilien), f 1807 in Rom. Von 
ihrn dekorative Arbeiten in der Gal. Borghese zu Rom. 

Rossi, Mattia de% Baumeister, geb. um 1636 in Rom, t 1695, Schüler von 
Bernini. Er lieferte eiu Modell des Louvre in Paris und wurde später Baumeister 
der. Peterskirche zu Rom, wo er auch Anderes schuf, z. B. Sa. Franciscaha Ro- 
mana, Sa. Galla. 

Rossi, MnziO; Maler, geb. 1626 in Neapel, f 1651, Schüler von M. Stanzioni, 
dann von G. Reni. In Bologna malte er, noch nicht 20 Jahre alt, eine hochge- 
priesene Geburt für die Karthause. Seine Ausmalung der Tribuna von S. Pietro 
in Majello zu Neapel wurde durch seinen frühen Tod abgebrochen. 

Rossi, Niccolö Maria, Maler, geb. um 1645 in Neapel, f 1700, Schüler von 
L. Giordano, der ihn bei mancher Arbeit wesentlich unterstützte, z. B. in der 
Kgl. Kapelle zu Neapel. Seine Thierdarstellungen wurden besonders geschätzt. 

Rossi, Pasqnale, Maler, geb. 1861 in Altamura, Schüler von F. Lorusso 
und der Kunstakademie in Neapel. Er liess sich in seiner Geburtsstadt nieder, 
wo er Zeichenlehrer wurde und Bildnisse malte. Von ihm ferner Verbrauchtes Feuer, 
Mysterium, etc. 

Rossi, Pasqnale, Maler, gen. Fasgualino, geb. 1641 in Vicenza, f 1700 
(n. A. 1725), Autodidakt, d&rch Oopiren alter Meister gebildet. Er malte Gesell- 
schaftsstücke und dergleic^n, aber auch Historien, z. B. ,S. Gregor als Fürsprecher 
(Dom zu Matelica), Ghristos auf dem Oelberg (S. Carlo al Corso in Rom), Taufe 
Christi (Sa. Maria del Popolo, Rom), etc. 

Rossi, Pietro, Bildhauer, geb. 1821 (?), f im Juli 1895 in ITovara.. 

Rossi, Pr©pei"'zia de*, Bildh.aueriD und Kupferstecherin des l-ß. Jahrhunderts, 
t 15ä0, Schülerin von M. A. Raimondi, von Tribolo beeinflusst, thätig in 
Bologna. Von ihr Die Einfassung der Hauptaltarnische (Sa. Mad. di Bai»cano, 
Bologna), Zwei Engel j(S. Petronio das., neben Tribolos Himmelfahrt). Ferner werden 
ihr zugeschrieben ein Relief und eine Bildnissbüste in der Bauhütte von S. Petronio. 
Auch soll sie Passionsdarstellungen auf Pfirsichkerne geschnitzt haben, etc. 

Rossi, TincoBze del, Bildhauer des 16. Jahrhunderts, thätig in Florenz. Von 
ihm' S. Matthaeus (Dom, Florenz), mehrere Herculeskämpfe (Pal. Vecchio das., jetzt 
im Mus. Nationale), Paris und Helena (Grotte der Boboli-Gärten). A. in der zweiten 
südl. Kapelle von Sa. Maria della Pace zu Rom, etc. 

Rossi-Scotti, Lemmo, Maler, geb. 1848 in Perugia, Schüler von T. Minardi. 
Er malte meist ^oldatenbilder, aber auch Illustrationen zu Tasso, mythologische 
'Darstellungen und Genrebilder. Mitglied versch. Akademieen. 

Rossignoli, Jacopo, Maler des 16. Jahrhunderts, f 1604 (?) in Turin. Er 
malte Grottesken in Jer Weise des Perino del Vaga und wurde Hofmaler am Hof 
von Savoyen. 

Rossignon, Lonis Josepli Tonssaint, Maler, geb. 31. Dec. 1781 in Avesne 
(D^p. Nord), t "ach 1849, Schüler von Vincent und der ficole des beaux-arts. 
Von ihm Zenobia von den Hirten empfangen (1810), Tod des polnischen Generals 
Sowinski (1833), Bildnisse in Pastell, etc. Med. 2. Kl. 1850. — Seine Tochter Octavie 
R.y geb. in Paris, Schülerin ihres Vaters und H. Vernets, stellte zwischen 1831—64 
Genrebilder und Bildnisse aus. 

Rossiter, Cliarles, Maler, geb. 1827. Er war in England thätig und malte 
Genrebilder, z. B. Der kleine Sänger (1867), Die Erinnerung (1871), Das Halsband 
(1872), etc. 

Rossiter, Thomas P., Maler, geb. 29. Sept. 1818 in New-Haven (Conn. U. S. A.), 
t 17. Mai 1871 in Gold Spring (N. Y., U. S. A.), Schüler von N. Jocelyn, seit 



116 Rosskopf — Rota. 

1840 iu Londou und Paris weitergebildet. 1841—46 besuchte er Italien, die Schweiz 
und Deutschland. 1853 besuchte er wieder Europa und war 3 Jahre in Paris thätig. 
Von ihm Rebecca am Brunnen (Gal. Washington), Venedig, Die klugen und die 
thöricbten Jungfrauen, "Washingtons erstes Kabinet, etc. Gold. Med. Paris 1855. 

Kosskopf, Wendel, Baumeister, geb. um 14S0, f vor 1557. Wahrscheinlich 
Schüler des Benedikt von L au n. Er war erst in Görlitz thätig, wo er 1520 Bürger 
wurde. 1525 — 30 etwa war er Stadt- und Brückenbaumeister in Breslau. Er war 
einer der Hauptvertreter der Renaissance und schuf u. A. den Umbau des Görlitzer 
Rathhauses, viele Bürgerhäuser dort und war auch auf dem Gröditzberg thätig. 

Rossmaesleri (ßossmaessler), Joliann Adolph, Kupferstecher, geb. 1770 in 
Leipzig, f 1821, Schüler von Oeser, Bruder des Job. August R. Von ihm Bild- 
nisse, Vignetten für Verleger, ein Zeichenbuch nach Oeser, etc. 

Rossmaesler, (Rossmaessler), Johann Antust, Kupferstecher, geh 1752 in 
Leipzig, t 1'783 das. (in Dresden ?), Schüler von F. Oeser. Von ihm Ansichten von 
Leipzig und Umgegend, Bildnisse, Vignetten und Buchillustrationen, darunter Copien 
nach Chodowiecki, etc. 

RossmäsJer, (Rossmaessler), Johann Friedrich, Kupferstecher, geb. um 1775 
in Leipzig, f 1858 daselbst. Er hat u. A. Einiges nach Ludwig Richter gestochen. 

Rosso, s. Bartolo, Gioxanui. 

Rosso, 8. Rossi, Antonio. 

Rosso, 11, s. Rossi, G. B. dei. 

Rosso de'Rossi, s. Rossi, 0. B. dei. 

Rossowski, Ladislaas, Maler, geb. 1857 in Monasterzyska (Volhynien), studirte 
in Krakau unter Matejko, später in München, Dresden und Paris. Er lebt in 
Krakau und malte Geschichtsbilder, z. B. Königin Hedwigs Einzug in Krakau (1884). 

Rosstauscher, Adani, Erzgiesser des 17. Jahrhunderts, t um 1690 in Graz. 
1669 verfertigte er die Bronzene Marienstatue am Jacominiplatz das. Er wurde 
Hof-, Stuck- und Glockengiesser. 

Rossuni, Gerard van, Zeichner des 18. Jahrhunderts, geb. in Rotterdam, f 1772 
das. Er lieferte erst in Amsterdam kunstgewerbliche Entwürfe! (Patronen für Seiden- 
stoffe), zeichnete dann Landschaften in Waterloos Manier, Ansichten der Umgegend 
von Rotterdam, etc. 

Rossnui, Jan Tan, Maler des 17. Jahrhunderts, thätig um 1669 in Vianen. Er 
malte besonders gute Bildnisse und Genrebilder in der Art des Ger. Terborch. Von 
ihm Weibliches Bildniss (1662 Mus. Amsterdam), Der Spaziergang (1665 Mus. Wien), 
Bildniss des Geistlichen J. A. Husinga, etc. 

Rossam, Jan Cornelis Tau, Maler, geb. 1. März 1820 in Amsterdam, Schüler 
von Kruse man. Er malte Bildnisse und Interieurs. 

Rossy,"Lonis Joseph, Maler und Decorateur, geb. 13. Mai 1817 in Valenciennes 
(Dep. Xord), Schüler von A. de Pujol und Labrouste. Er wurde Prof. an der 
ZeicbeiiJcbnle von Conde und gründete eine öffentliche Freischule für Handwerker, 
wofür ihn die Akademie dec^rirte. Von ihm L'hutel de Sens zu Paris (Mus. Valen- 
ciennes), Ein Thor der Stadt Conde (ebenda), Das alte Stadthaus von Valenciennes 
(.Aquarell, Hist. Mas. das.). Alte Kirche Saint-Gery (Aquarell, ebenda). Alte Johannes- 
Kirche (Aquarell, ebenda)^ Alte Kirche Salle-le-Comte (desgl., ebenda). Er baute und 
decorirte den kleinen Schauspielsaal von Condä, decorirte ferner viele Schlösser, etc. 
mit Wandgemälden. 

Rost, Amalie, Malerin, geb. 1843 in Altenburg. Sie war in Leipzig thätig. 

Rost, Ernest C, Maler, geb. 1766 in Mount Vernon (N. Y., U.S. A.), Schüler 
der New-Yorker Akademie und v. R. C. Minor, thätig in New -York. Er malte 
Landschaften z. B. Partie aus Connecticut, Der Einbruch der Nacht, etc. 

Rostovtski, Oscar, Maler, geb. um 1820, t 1861, Schüler der Münchener 
Akademie. Er malte Genrebilder, etc. Von ihm Pferd im Stall, etc. 

Rota, Cesare, Maler, geb. 1S48 (?) in Verona, f 8. Jan. 1885 in Venedig. Er 
malte in der Manier des Tiepolo Deckenfresken im Pal. Tiepolo am Canal Grande zu 
Venedig. 

Rota, Martine, Kupferstecher, geb. um 1540 in Sebenico (Dalmatien), f nach 
1572. thätig in Venedig und Rom. Seine Stiche nähern sich einigermassen denen 
der deutschen Kleinmeister. Er stach besonders Bildnisse (über 80), aber auch 
Anderes nach eigener Zeichnung. Von ihm ferner Das Jüngste Gericht (1573 nach 
M. A. Buonarotti), N^artertod dos III. Peter (nach '1'. Vocelli), Venus und Adonis nach 
dems.;, Christus erscheint Petrus (nach U. Santi;, Atihichtcn und Landschaften, etc. 



Rotari — Rothstein. 117 

Rotari, Pietro Conte dei, Maler, geb. 1707 in Verona, f 1762 (1770?) in 
St. Petersburg, Schüler von A. Balestra, nachdem er schon als Dilettant gemalt 
hatte. Er studirte auch 1728—31 unter Trevisani in Rom und Solimcna in 
Neapel. Er war mit Erfolg an den Höfen zu Wien und Dresden, besonders aber 
zu St. Petersburg thätig, wo er Hofmaler wurde. Katharina IL erwarb für den 
Peterhof 663 Mädchenköpfe, die er auf einer russischen Reise gemalt hatte. Seine 
Bildnisse waren graziös, aber geleckt und manirirt. Von ihm Ruhe auf der Flucht 
(Gal. Dresden), Maria Magdalena u. 4 A. (ebenda). Zwei Mädchenköpfe (München, 
Alte Pinakothek), Zwei Bildnisse (Gal. Schieissheim), Verkündigung (Kirche zu 
Guastalla), Geburt Mariae (S. Giovanni, Padua), etc. R. hat ferner über 20 interessante 
Blatt radiert, nach eigener Zeichnung und nach Balestra. 

Rotermaus, s. Rodermont. 

RoterniTJijd, Julius Wilhelm Lour's, geb. 11. März 1826 in Hannover, f 14. Juni 
1859 in Salzbrunn (Schlesien), Schüler von E. Bendemann und der Dresdener 
Akademie. Er hinterliess eine Beweinung Christi, die nach seinem Tod von Bende- 
mann vollendet und der Dresdener Galerie geschenkt wurde. 

Rotfelser, s. Dahn-Rotfelser, Heinrieh ron. 

Roth, Christoph, Bildhauer, geb. 22. Juli 1840 in Nürnberg. Er war Auto- 
didakt, Hess sich in München nieder und erhielt den Professortitel. Von ihm Büste 
des Prinzregenten Luitpold (Nürnberg, Rathhaus), Prinz Karl-Denkmal in Tegernsee, 
Siebolddenkmal in Würzburg, Büste des Grafen Pocci; A. im Münchener Armee- 
Museum, etc. R. gab für Künstler einen plastisch-anatomischen Atlas heraus. Mehrere 
Med. — Ein Christoph Melchior R., f 1798 in Nürnberg, war als Kupferstecher 
für die Verleger thätig. 

Rotli, George Andries, Maler und Radierer, geb. 11. Sept. 1B09 in Amster- 
dam, Schüler von P. G. Westen borg. 1835/36 bereiste er Deutschland. Im Rijks- 
museum zu Amsterdam befindet sich Der Wald von Bentheim (1870) von ihm. Er 
radierte eine Ansicht des Dorfes Kessel und den Dammbruch zwischen Mare und 
Allen (für „De Waterramp van 1855"). 

Roth, Joseph Antou, Maler, geh. 1807 in Miltenberg, t 2. Aug. 1868 in 
Würzburg, Autodidakt in der Landschaftsmalerei, nachdem er die Rechte una anderes 
Studium getrieben, Italien, Paris und Nordamerika besucht hatte. Zurückgekehrt 
lebte er Jahre lang in München und wurde 1858 Kustos der Wagner'schen Samm- 
lungen an der Universität in München. Neben Landschaften, ethnographischen 
Zeichnungen schuf er auch Bildnisse, Scenerien u. A. ra. 

Roth, Peter, Maler unseres Jahrhunderts, f 1866, thätig in Köln als Bildniss- 
maler, besonders auch als Gemälde-Restaurator. — Ein William R. malte um 1768 
in England Bildnisse und Miniaturen. Eine Zeitlang lebte er in Reading. 

Rothbart, Ferdinand, Maler, geb. 8. Oct. 1823 in Roth am Sand (Franken), 
t 1. Febr. 1899 in München. Er lebte in Stuttgart und München, gewann dann 
das Wagner'schc Italien-Reisestipendium und Hess sich später in München nieder, 
wo er eine Zeitlang Konservator am Kupferstich-Kabinet war. Von ihm Ilhistrationen 
zu Schiller, Hebel, viele Aquarelle, Cartons zu Glasfenstern, Genrebilder, etc. 

Rotheruicl, Peter F., Maler, geb. 18. Juli 1817 in Luzerne County (Pa. U. S. A.), 
t 1895 nahe Philadelphia. 1847 — 55 war er einer der Direktoren der Akademie zu 
Philadelphia, reiste dann nach Europa und studirte nochmals 1858 — 59 in München. 
Er malte grosse theatralische Geschichtsbilder und Illustrationen zu Dichterwerken, 
'!.. B. Die Schlacht von Gettysburg, Columbus vor Isabella, Desoto entdeckt den 
Mississippi, Einschiffung des Columbus (Akademie, Philadelphia), König Lear, etc. 
Mitgl. der Pennsylvania Academy. 

Rothfeldne, Nelli, geb. Hirsch, Malerin, geb. 1871 in Budapest, Schülerin 
der Landes-Musterzeichenschule zu Budapest unter B. Szekely. Von ihr u. A. 
Illustrationen zu Gedichten von P. Gyulai. 

Rothmayer, b. Rottmayr. 

Rothmeyer, s. Rottmayr. 

Rothmiiller, Jacques, Zeichner und Lithograph, geb. 29. Dec. 1804 in Colmar, 
t 10. Febr. 1S62 das. R. veröfl'cntlichte 1839 Malerische Ansichten der Schlusser, 
iH'nkmäler und Sehenswürdigkeiten des Elsass nach der Natur gezeichnet und 
lithopraphin (123 Tafeln/. Von ihm ferner Bildnisslithographien, etc. 

Rothsteio, Emil Edvard af, Baumeister, geb. ]. Nov. 1S21 in Eriksuud 
(Schweden), Schüler der Stockholmer Akademie, dann der Berliner Bauschule, nach- 
dem er in Hamburg praktisch thätig gewesen war. Er trat zu Stockholm iu den 



118 Rothwell — Rottmann. 

Staatsdienst, widmete sich besonders dem Wasserbauamt und errichtete mehrere 
Gebäude. 1875 trat er in den Ruhestand. Er verfasste ein Handbuch der allge- 
meinen Baulehre. Prof. d. Akademie (1871), WasaO., Nordstern-0. 

Rothwell, Richard, Maler, geb. 1800 ta Athlone, f im Sept. 1868 in Rom, 
studirte in Dublin, kam dann nach London, wo er Sir Thomas Lawrence's nach- 
gelassene Werke z, Th. vollendete. Sein Erfolg als Bildnissmaler war gut, doch nicht 
80, dass er sich in London dauernd niederliess. Er hielt sich später in Dublin, 
Leamington, Paris, Brüssel und Rom auf und kam selbst nach Amerika. Von ihm 
besitzt das S. Kensingtou Mus. zu London drei Genrebilder und die Nat.-Portr.-Gal. 
das. zwei Bildnisse. Mitglied der Irischen Akademie. 

Rothwell, Thomas, Kupferstecher, geb. 1742, f 1807 in Birmingham. Seine 
Werke sind unbedeutejid. 

Rotins, Jan Albertsz, Maler, geb. vm 1615 in Hoorn, t 1674 das. Er. malte 
Bildnisse. 

Rotky, Baroness Hanna, Bildnissmalerin, geb. 24. Febr. 1859 zu Czernowitz 
(Bukowina), Schülerin von J. Swerdts, Blaas und A. Trentino. Sie Hess sich in 
Wien nieder und malte Bildnisse z. B. FTCiherr v. Sterneck (Militärakademie zu 
Wiener-Neustadt) 

Rotta, Antonio, Maler, geb. 28? Febr. 1828 in Görz, Schüler der Akademie 
zu Venedig. Er malte Genrebilder aus dem dortigen Volksleben und Thierstticke. 
Von ihm Beim Schuhflicker (1867), Schmerz und Hofltuung (1872), Grosser Schmerz 
(1882 Wiener Akademie), Schlechte Gesellschaft (1883), etc. 

Rotta, Silvio Giulio, Maler, geb. 15. Aug. 1853 in Venedig, Schüler der 
dortigen Akademie, auch in Paris gebildet, Sohn des Antonio R. Er malte Genre- 
bilder in Oel und Aquarell, z. B. Im Wein., Galeerensklaven, Der erste Schritt in's 
Leben (Gal. Köln), etc. Verschiedene Med. 

Rottenbacher, Josef, Zeichner und Lithograph, geb. 1808 in Graz, f nach 
1883, Schüler der Landeszeichenschule in Graz. Er malte Bildnisse und Ansichten, 
zeichnete „Das Vater Unser" in mehreren Blatt, etc. 

Rottenhanimer, Johann, Maler, geb. 1564 in München, f 1628 in Augsburg, 
Schüler seines Vaters Thomas R. und von J. Donauer (1582), weitergebildet an 
alten Meistern in Venedig (besonders Robust i in der Scuola di S. Rocco) und 
in Rom. Hier musste er Figuren in die Landschaften von J. Brueghel und P. Bril 
malen. Er war u. A. für den Herzog von Mantua thätig; nach längerem italienischem 
Aufenthalt Hess er sich in Augsburg nieder und wurde dort sowie in Prag, das er 
auch besuchte, von Kaiser Rudolph II. begünstigt. R. malte gern mythologische 
Scenen und Allegorien mit vielen nackten Figuren, und haben seine Bilder etwas 
Porzellanartiges, wenn sie auch nicht gerade schlecht sind. Gemälde von ihm in 
den Galerien und Museen zu Amsterdam, Aschaffen bürg, Augsburg, Bamberg, Berlin, 
Casseli Dreden, Genf, Glasgow, Gotha, Haag, Hamburg, Karlruhe, Kopenhagen, 
London, München, New- York, Paris, Rotterdam, St. Petersburg, Schieissheim, Schwerin, 
Stuttgart, Weimar, Wi^n (auch Gal. Liechtenstein und Schönnorn), Wiesbaden, etc. — 
Sein Vater Thomas R. malte im 16. Jahrhundert in Mtinchen und war an den 
Herzogl. Marställen beschäftigt. — Sein Sohn Dominicns R. malte zwischen 1612—40 
gute Miniaturen. 

Rottenwald, s. Li§ba, Jobann Christoph. 

Rottermondt, s. Rodermont. 

Rottermnnd, Gottfried, Bildhauer, geb. 1761 in Bamberg, f 1824 in Nürnberg, 
Schüler von M. Mutschelle. Von ihm Grabmal des Bischofs Fechenbach (Dom, 
Bamberg), Kanzel (ebenda), Altar, Kanzel und Orgel (Schlieffenberg, Mecklenburg- 
Schwerin), Die neue Hauptthür an der Lorenzkirche in Nürnberg, Hochaltar (Sebaldua- 
kirche, das. nach K. A. Heideloff), etc. 

Rottmanu, Friedrich, Maler und Radierer, geh. vor 1780 in Handschuhsheim, 
t 1817, Autodidakt. Er wurde üniversitätszeichenlehrer, malte und radierte Veduten, 
sowie militärische Scenen, und hat auch die Abenteuer eines reisenden Malers 
humoristisch illustrirt. Von ihm Kampf um die Neckarbrücke (Wasserfarben), Um- 
gebung von Heidelberg, etc. 

Rottmann, Karl, Maler, geb. 11. Jan. 1798 in Handschuhsheim bei Heidelberg, 
t 6/7. Juli 1850 in München, Schüler seines Vaters Friedrich R. und Xellers, 
dann von K. Fohr beeinflusst. 1822 kam er nach München und bereiste später 
die Alpen, Italien sowie Griechenland. 1841 wurde er Hofmaler in München. Für 
die südliche Landschaft entwickelte er sich einen ganz eigenen aufs Grosse aus- 



Rottmann — Roubaud. 119 

gehenden Stil, der das Monumentale in der Composition betonte, im Colorlt auf 
leuchtende Kraft ausging, in Beiden sich vom -Realismus entfernte. Wenn es uns auch 
in jüngster Zeit etwas gefröstelt bat bei seiner Kunst, die so wenig intimen Reiz 
bietet, so geht uns jetzt doch wieder der Sinn für den grossen Zug in seiner Malerei 
auiP. In den bekannten Arkadenfresken zu München war das Problem der Verein- 
fachung und Stilisining, das er sich gestellt hat, ein vielleicht zu schwieriges, vor dem 
Eindruck des Rottmannsaales in der Neuen Pinakothek, wo er auch mit ihm besser liegen- 
den Mitteln arbeitete, können wir uns nicht verschliessen. Von Staffeleibildern nennen 
wir Der Tempel von Aegina und ein Anderes (Gal. Racynski Berlin); A. in der Nat.- 
Gab daselbst, und in den Gal. und Museen zu Darmstadt, Frankfurt a. M., Ham- 
burg, Karlsruhe, Köln, Leipzig, München (auch Schack-Gal.), Stuttgart, Wien (Gal. 
Czernin), etc. — S. Biographie von C. Bayersdorfer. 

Rottmann, Leopold, Maler, geb. 2. Oct. 1812 m Heidelberg, t 26. März 1881 
in München, Schüler von Roux, dann seines Bruders Karl R. ia München und 
der dortigen Akademie. Er wurde Hofmaler und schuf naturalistische Land- 
schaften, z. B. Der Altenauer See in Steiermark (1837 Gal. Donaueschingen), Berg- 
landschaft (Mus. Hannover), Barmsee im bayrischen Gebirge (Neue Pinak., München), etc. 
Er veröffentlichte Ornamente an den Bauwerken München, (18.45—9), Das Herzogthum 
Salzburg, etc. (gemeinschaftlich mit G. Petzold und C. Herwegen), Jagdstandalbum 
(50 Bl. für Max IL), Der Vierwaldstädter See, Wagner- Album, etc., auch Stein- 
drucke. — Sein Bruder Anton R. malte und radierte militärische Scenen, 

Kottmayr, (Rothmeyer) Ton Roseahanin, Johaun Franz Michael, Maler, 
-geb. Tim 1660 in Laufen (Salzburg), f 25. Oct. 1730 in Wien, Schüler von C. Loth 
in Venedig. Er war erst in Salzburg für Kirchen thätig, dann (1785) in Wien, wo 
er Hofmaler Leopolds d. I., Kammermaler Josephs d. 11. und Karls d. VI., auch 
geadelt wuyde. Er malte Historien, etc. in Oel und besonders in Fresko. Von ihm 
Iphigenia in Aulis (Mus. Wien), A, Werke im Joanneum zu Gratz, in den Schlössern 
zu Pommersfelden, Pal. Liechtenstein und Schönbninn zu Wien, im neuen Rathbaus 
das., in der Universitätskirche, der Spitalskir^he und der K. zur rothen Bruderschaft 
zu Salzburg, in der Jesuitenkirche zu Bre^aa, im Dom zu Passau, in der Carme- 
literkircbe zu Regensburg, in der Klosterkirche zu Molk, in der Peters- und Karls- 
kirche zu Wien, etc. 

Roty, Loni9 Oscar, Medailleur, geb. 12. Juni 1846 in Paris, Sch-üler von 
Dumont und Ponscarme; 1875 gewann er den Rompreis. Mit Ponscarme und 
Chaplain ist er der Erneuerer der französischen Medaille und Plakette, in diesem 
Fach einer der bedeutendsten Meister aller Zeiten. Sein Lebenswerk ist gut in der 
Hamburger Kunsthalle (über^ 60 Stüch) zu sehen. Einige seiner hervorragendsten 
Arbeiten sind die Med. zur Eröffnung einer Ostbahn in Algerien, auf M. E. Cheuvreul, 
auf Mme. Boucicault, eine Hochzeitsmedaille; ferner die Plaketten „Die Schafhirtin", 
auf 0. Christofle, auf seine Eltern, auf seinen Sohn, auf Pasteur, auf die Pariser 
chirurgische Klinik, „In Labore Quies" und viele Andere; auch Gebrauchsgegen- 
stände, wie Handspiegel, e,tc. Med. 3. Kl. 1873, Mitgl. d. Akad. 

Ronargne, Adolphe,, Maler, geb. 6. Dec. 1810 in Paris, Schüler von A.Colin, 
D. d' Angers und der Ecole des beauxarts. Er aquarellirte Lands'^' aften und 
Marinen, z. B. Ansicht von Dühkirchen, Ansicht der Insel Saint Georges (1848), 
Ansicht des Dorfes und der Bucht von Loquirec (1870), etc.; ferner eine grössere 
Anzahl von Steindrucken (Architekturen, Veduten u. dergl.). — Sein älterer Bruder 
Emile R„ Schüler von Delaunay und Mariage, war Kupferstecher und schuf 
besonders Vignetten auf Stahl. 

Ronband, Benjamin, Maler und Zeichner, geb. im Juni 1811 in Roquevaire 
(Dep. Bouches-du- Rhone), f 14. Jan. 1847 in Algier im Dey-Krankenhans, Schüler 
von Hersent. Von ihm Neapolitanische Köhler in der Provence (1833), Die schlechten 
Miether (1837), Maurisches Fest in der Umgegend von Algier, etc., sowie viele 
Algerische Zeichnungen für L'IUustration, etc. 

Roubaud, Fran^ois F61ix, Bildhauer, geb. 1825 in Cerdon (Dep. Ain), 
t 21. Dec. 1876 in Lyon, Schüler von Pradier und der jßcole des beaux-arts. 
Von ihm Die Skulptur (Statue für den Hof des Louvre), Der Maler N. A. Taunay 
(Marmorbüste, Mus. Versailles), Die Philosophie und die Poesie (Steinbasreliefs am 
Denonpavillon des neuen Louvre), Die Skulptur und die Msderei (Basreliefs, eben- 
da), Die Gerechtigkeit und die Macht (Steinstatuen für den Justizpalast, Lyon), 
Terpsichore und Erato (Steinstatuen, Theater zu Lyon), sowie viele Bildniss- 
medailons, etc. 



120 Roubaud — Rouget. 

Ronband, FranZ) Maler, geb. 1856 in Odessa, Schüler von J. Brandt und 
der Münchener Akademie. Er Hess sich in München nieder und malte Landschaften, 
Soldatenbilder, etc. aus dem Kaukasus, z. B. Verwundet (Neue Pinakothek, München), 
Im Kaukasus (ebenda), Heuernte in Frankreich, etc. Med 2. Kl. 1892. 1. Kl. 
1893 u. mehrere A. 

Rouband, Louis Auguste, Bildhauer, geb. 29. Febr. 1828 in Cerdon (Dep. 
Ain), Schüler von Duret, H. Flandrin und der ;ßcole des beaux-arts. Von ihm 
L. A. Pirou (1864 Marmorbüste für dessen Grabmal), Beethoven (1869 Konserva- 
torium der Musik), Die Tragödie und Komödie (Theatre des Celestins zu Lyon), 
Lamartine (1877 Entwurf zu einem Monument für die Stadt Mäcon). Med. 1865, 
1866, Med. 2. Kl. 1875. 

Roubillac, (Roubilliac, Roubiliac), Louis Fran<jois, Bildhauer, geb. 1690 
(n. A. 1695 od. 1703) in Lyon, f 11. Jan. 1762 in London, Schüler von Permoser, 
N, Couston und der £cole des beaux-arts 1744 begab er sich nach England, 
wo er, von der Familie Walpole protegirt, zahlreiche Aufträge ausführte. Er war 
technisch ein grosser Meister, liebte aber die theatralische Pointe und mangelte 
der Ruhe und Einfachheit. Von ihm in der Westminster-Abtei die Monumente von 
dem Herzog von Argyle, J. Fleming, Haendel , W. Hargrave, Mrs. Nightingale, 
Admiral Warren und Gen. Wade; in Golden Square, London, Georg II.; zu Cam- 
bridge Georg I., Sir Isaac Newton u. A. Ferner die Büsten in der Trinity College 
zu Dublin, Haendel (Statue für die ehemaligen Vauxhall Gardens), Der Kanzler der 
Universität Cambridge, Locke (Statue, Oxford), Die Religion (Statue, Copsal), Denk- 
mal des Herzogs und der Herzogin von Montague, Die Beredsamkeit (Statue), Doctor 
Mead (Büste), Shakspere (Statue), etc. — Ein R., geb. 1739 in Bayonne, war 
Kupferstecher. 

Rouchier, Marie Marguerite Fran<joise, geb. Jaser, Malerin, geh, 1782 in 
Nancy, f 1873, Schülerin von Isabey, Aubry und Regnault. Von ihr Bildnisse 
und Miniaturbildnisse, z. B. Prinzessin von Dänemark (1822), Kinderkopf, etc. 
Med. 3. Kl 1835. 

Rouchon, Maler des 16. Jahrhunderts, Bernhairdiner Mönch, der für die 
S. Jacques de la Boucherie- Kirche zu Paris ein Breviarium mit prachtvollen 
Miniaturen schmückte. 

Rouette, Gabriel, Maler des 18. Jahrhunderts, wahrscheinlich Schüler von 
Oudry. Von ihm besitzt das Mus. Nantes Fuchs und Wildkatze um einen Hasen 
kämpfend. 

Rottffio, Albert Alexandre Paul, Maler, geb. vor 1855 in Marseille, Schüler 
■von Cabanel und Chazzal. Von ihm Simson und Delila (1874 Mus. Marseille;, 
Die Wahrheit (1877), Badezeit (1882), etc. Med. 3. Kl. 1879. 

Rougelet, Benedict, Bildhauer, geb. vor 1855 in Tournus (D^p. Saöne-et- 
Loire), f 18. Juli 1894 in Petit, Schüler von Duret. Von ihm J. B. Greuze 
(Büste für Tournus), die Steinmedaillons von Guerin, Caucny, etc., die den Präfekten- 
hof im neuen Stadthaus zu Paris schmücken, Hero und Leander, Kindergruppen, 
etc. Med. — Seine Schwester und Schülerin £milie Jeanne R., auch in Tournus 
geboren, stellte von 1876—82 Bildnissbüsten aus. 

Rougemont, Eniilie, geb. Gohin, Malerin, geb. 1821 in Paris, f 1859, Schüleriu 
von L. Cogniet. Sie malte Bildnisse, auch einige Genrebilder, darunter Die 
Sängerin und Hirt in den Abruzzen (1857). 

Rougeron, Jules James, Maler, geb. 1841 in Gevray-Chambertin (Döp. C6te 
d'Or), t 14. Juli 1880 in Paris, Schüler von Cabanel und Picot. Er war mit 
H. Regnault eng befreundet und meist in Spanien thätig. Von ihm Oeffentlicher 
Schreiber in Spanien (1869), Henne und zwei Hähne (spanisches Interieur), Kinderbegräb- 
niss in Andalusien (1879), etc. 

Rouget, Fran^ois, Holzschneider, geb. vor 1825 in Nansous-Thil, (Ddp. Cote 
d'OrX Schüler von Andrew et Best. Er schnitt nach Vernet, Charlet, Raffet, 
David, Giacomelli, Jacques, etc. für Le Magasin pittoresque'', „L'Oiseau" von 
Michelet, „LTnsecte" von demselben, für die A. Bry'sche Bibel (1851), etc.; auch 
nach eigener Zeichnung. 

Rouget, Georges, Maler, geb. 2. Mai 1784 in Paris, f 9- April 1869 das., 
Schüler von David und Garnier. Er gewann den 2. Rompreis 1803 auf Grand 
seines „Aeneas und Anchises". Von ihm Die französischen Prinzen huldigeu dem 
König von Rom (1812 Gal. Versailles), Tod des Hl. Ludwig vor Tunis (1817 ebenda), 
Bildniss des Marschalls Herzog von Goigny u. A. (ganze Figur, ebenda), Bildniss 



Rouillard — Rousseau. 121 

(Mus. Reims), Oedipus und Antigene (Mus. Ronen), General Meunier (Muß. Be- 
sancon), Tod des Marschalls Lannes (Mus. Douai), Ecce Homo (Kirche Saint Gervais, 
Paris), Die Herzogin von Angoulörae begiebt sich nach Pouillac (Schloss Villeneuve 
J'Etang), etc.; A. im Schloss zu Fontainebleau, etc. auch einige Steindrucke. Med. 
2. Kl. 1814, Kr. d. Ehrenl. 1822, Med. 1. Kl. 1855. 

Rouillard, Fran^oise Julie Aldovraudine, geb. Lenoir, Malerin, geb. 1801 
in Paris, f im Juli 1832 an der Cholera das, Schülerin ihres Gatten Jean R., 
sowie von Saint und Delecluze. Sie malte Miniaturbildnisse. Med. 2. Kl. 1824. 

Rouillard, Jean Söbastieii, Maler, geb. 1789 in Paris, f 1852 das., Schüler 
von David. Er malte geschichtliche Darstellungen, besonders aber Bildnisse, da- 
runter Marschall Grouchy (1833 Mus. Versailles), Napoleon Bonaparte (1836, Mus. 
ebenda), General Dumouriez u. 6 A. (ebenda), Herzog von Reggio (Mus. Nancy), 
Karl X. (Mus. Aix), Marschall Grouchy (Mus. Amiens), etc. Med. 2. Kl. 1822, 
1. Kl. 1827, Kr. d. Ehrenlegion. 

Rouillard, Pierre Lonis, Bildhauer, geb. 16. Jan. 1820 in Paris, f 2. Juni 
1881 das., Schüler der Ecole d*s beaux-arts und von Cor tot. Er wurde Prof. an 
der damaligen Kaiserl. Zeichen- und Mathematikschule. Er schuf besonders Thier- 
plastitc. Von ihm acht Adler (Neues Opernhaus 1868), Gruppen und Thiere am 
neuen Louvre (1856—58); eine Thür am Kriegsministerium, Restauration der Hunde 
und des Kopfes der Diana (1875 an der Bibliothek des Louvre), viele andere 
Arbeiten am alten und neuen Louvre, im Tribunal de Commerce , im Schloss 
d'Eclimont, etc.; auch Bildnissbüsten und Statuetten. Med. 3. Kl. 1842, desgl. 1861, 
Kreuz der Ehrenleg. 1866. 

Ronllant de Roux, — , Bildhauer des 16. Jahrhunderts, schuf um 1513 mit Ge- 
hilfen die Grabdenkmäler zweier Kardinäle von Amboise im Dom zu Ronen. 

Roulleau, Jules Pierre, Bildhauer, geb. 1855 (?) in Libonrne (Dep. Gironde), 
f 28. März 1895 in Paris, Schüler Ton Barrias, Cavelier und E. Lafon. Von 
ihm Jeanne d'Arc im Kampfgewühl (Platz bei der Ruine des Schlosses von Chinon), 
Statue des Lazare Carnot (für dessen Geburtsstadt Nolay im Dep. Cöte d'Or), 
Denkmal des Präsidenten Sadi Carnot, Hebe, Bildnissbüsten, etc. 

Roullenux-da-Oarges, s. Lefevre-Denmier. 

Roullet, Jean Louis, Kupferstecher, geb. 1645 in Arles (De'p. ßouches du- 
Rhone), t 15. Sept. 1699 in Paris, Schüler von J. Lenfant u. F. de Poilly, 
weitergebildet während eines 10 jährigen Aufenthaltes in Itahen (1673 — 83). Er 
wurde Hofkupferstecher und stach Bildnisse seiner Zeitgenossen, darunter dasjenige 
seines Lehrers F. de Poilly. Ferner von ihm Stiche nach Giro Ferri, Lanfranco, 
Mignard, Ann. Carracci (Christus und die Hl. Frauen), zusammen über 45 Platten. 
Ausserord. Mitglied der Akademie 1698. 

RouUiet, Nicolas Amaranthe, Maler, geb. 2. Febr. 1810 in Varosvre (Dep. 
Sein^-et-Loire)j Schüler der Kunstschule zu I-yon. Von ihm Waldinneres (1831), Die 
verlassene Mühle (1835), Der Schläfer, Landschaft im Calvados (1880), etc., auch Bildnisse. 

Ronot, Charles, Maler, geb. 1821 (?), f 18. Jan. 1895. Er war Direktor der 
Kunstschule in Dijon. 

Roaqnet, Jeau Andr^, Emailmaler, geb. um 1703 in Genf als Sohn französischer 
Eltern, f 1759 im Irrenhaus in Cbarenton. 1753 wurde er, obwohl Protestant, Mitglied, 
der Akademie auf Befehl des Königs, der ihm 1754 eine Wohnung im Louvre anwies. 
Er war auch längere Zeit in London tbätig gewesen. Von ihm Bilduiss des Mar- 
quis von Marigny (1755 Mus. Louvre), ßildniss von Silvestre, Bilduiss Cochins d. J., etc. 
Er veröffentlichte „Lettre de M. . . . k un de ses amis pour lui expliquer les estampes 
de Hogarth* Londres (Paris) 1746 „Etat des arts en Angleterre" Paris 1755 „L'art 
Douveau de la peinture en fromage ou ramequin, invente pour siiivre "le louable 
projet de trouver graduellement des facons de peindre inferieures ä celles qui existent", 
Marolles 1755 (Streitschrift gegen Diderot), etc., auch literaturgeschichtliche Werke. 

Rousseau, Edniö, Maler, geb. 1. Juni 1815 in Paris, f 16- Jan. 1868 das., 
Schüler von P i c o t und M e u r e t. Er malte Miniatur-Bildnisse. Seine Biographie 
von Miette de Villars, (Paris 1858). — Ein Autoine R. war 1645 Hofmaler in 
Frankreich. 1643 stand P. de Champaigne Pathe bei einem seiner Kinder. Er arbeitete 
in den Schlössern für die Ivönigin Regentiu Anna von Oesterreich. 

Ronsseau, Jacques, Maler, Baumeister und Kupferstecher, getauft 4. Juni 
1630 in Paris, f 16. Dec. 1693 in London, Schüler seines Schwagers Herman van 
Swanevelt, weitergebildet in Italien. 1662 wurde er Mitglied der Akademie auf 
Grund einer architektonischen Landschaft, 1679 Rath, 1681 als Protestant ausge- 



122 Rousseau — Bousseaux. 

schlössen, 1688 wieder aufgenommen in Folge seiner Bekehrung. 1660 arbeitete er 
für die Schlösser zu Versailles, la SaintCloud und Saint Germain en. Laye, Er 
decorirte das Hotel Lambert und das Hotel Dangeau am Place Royale mit Fresken. 
(1679); 1690 ging er nach London, um in Gemeinschaft mit La Fosse und Mouaoyer 
Bau und Decoration des Montague House (jetzt British M-us.) auszuführen. Voa ihm 
ferner decorative Wandgemälde für Hampton Court. R. hat über 20-Platten radiert, 
8 nach eigenen Zeichnungen, darunter Fluss im Walde, S. Joannes in der Wüste, 
zwei Hirtinnen, etc. 

Rousseau.) Jean Charles, Bildhauer, geb. 31. Dec. 1813 in Paris, wo er thätig 
war. Von ihm Der Neid (1849 Gipsstatue), Robespierre auf der Tribüne (1869 Mar- 
morstatue), Fest zur Einweihung des Schlosses De la Gaudiniere (1873 Basrelief 
Gips), Bildnissbüsten, etc. — Ein Jean Fran^ois E. war um 1760 in Paris als 
Kupferstecher thätig, schuf einige Einzelblätter, arbeitete aber meist Vignetten iBid 
Illustrationen für die Verleger. 

-Ronssean, L^on, Maler, geb. vor 1835 in Pontoise (Dep. Seine-et-Oise), Schüler 
von Cic^ri und Pingret. Er malte vornehmlich Stillleben' — eins (1857) im Mus. zu 
Angers — , ferner Traum Heinrich IV., etc. auch Pastelle. — Ein anderer L^on R., 
geb. in Tours, Schüler von Pannemaker und Quartley, wurde zwischen 1^5 
und 1882 in Paris als Holzschneider bekannt und schnitt nach Bougereau, Brück- 
LajoB, Jacquet, 'Lobrichon, Vely, Wauters, etc. 

Rousseau, Philippe, Maler, geb. 22. Febr. 1816 in Paris, f 5. Dec. 1887 das., 
Schüler von Gros und V. Bertin. Anfangs malte er Landschaften, wandle sich 
dann aher mit Erfolg dem Thierbild zu. Vom ihm Ein Hühnerhof (1848 Mus. 
Chartres), Ein Zudringlicher (Mus. Luxembourg), Die Ratte (1885 ebenda), Ein Früh- 
stück (Mus. Valgnciennes), Die Erforschung des Absoluten (1863 Mus. Nantes), Ein 
Markt von ehemals (1864 Mus. Caen). Andere in den Museen zu Caen und Valen- 
ciennes; ferner ein Theil der Wanddecoration im Speisesaal J. von Rothschilds, desgl. 
im Hotel Albi (1859), etc. Med. 3. Kl. 1845, 2. Kl. 1855, 1. Kl. 1848, Kreuz der 
Ehrenlegion 1852, Offic. 1870. 

RoQSsean, Pierre lltienne Theodore, berühmter Maler, geb. 15. April 1812 
in Paris, f 22. März 1867 in Barbizon (Dep. Seine-et-Marne), Schüler von Läthiere 
und'Remond. Er ist Vorkämpfer des „Naturalismus" in der Landschaftsmalerei, 
und bildete mit Corot, Dauhigny, Diaz und Dupre die berühmte Schule von 1830, die 
Schule von Barbizon, die, von englischen Anregungen (Constable, Crome) ausgehend, 
selbst ungeheuren Einfluss auf die spätere Landschaftsmalerei übte Zwischen 1838 
und 1848 wurden seine Werke von der dünkelhaften acaderaischen Jury aus den 
Salons zurückgewiesen. Von da an war der Sieg im grossen Ganzen auf seiner Seite, 
wenn auch oft umstritten und wenn auch sein Lebensende durch erneute Intriguen 
wegen Auszeichnungen verbittert wurde. Er hat gleich Millet, den Wald von Fon- 
tainebleau in die grosse Kunst eingeführt und Wenigen ist es wie ibm gelungen, 
Luft und Ijicht in ein Bild zu bannen. In Amerika wurde seine Grösse zuerst 
anerkannt und weitaus die schönsten seiner Werke befinden sich dort. In europäischen 
Museen findet man von ihm Ausgang des Waldes zu Fontainebleau mit Sonnenuntergang 
(Mus. Luxembourg), desgl. und ein Anderes (Mus. Louvre), Landschaft (Aquarell, Mus. 
Havre), Flusslandscbäft (Mus. Nantes), Kühe an der Tränke (ebenda), Weidende Kühe 
(Mus. Montpellier); Andere in der Gal. Tretjakow zu Moskau, etc. R. hat auch 
einige BlatJ radiert, z. B. Waidsaum von Clairbois und Steineichen. Med. 3. Kl. Paris 
1834, 1. Kl. 1849, 1. Kl. 1855, Kreuz d. Ehrenleg. 1852, Oflf.-Kr. 1867, Ehrenmed. 1867. 
Seine „Biographie von Sensier (1872). 

Ronssean, Theodore Angnste, Maler unseres Jahrhunderts, geb. vor 1835 in 
iSaumur (Dep. Maine-et-Loire), f in Californien, Schüler von L. Cogniet. Von ihm 
Büdniss des J. B. Nompöre de Champagny (Mus. Versailles), Der Friede den üeber- 
fluss zurückbringend (Mus. Saumur), etjc. 

Rousseau de Corbeil, Bildhauei: des 17. Jahrhunderts, welcher an der Deco- 
ration des Palasts zu Versailles arbeitete. Von ihm an der Auasenseite der Kapelle 
Kindergruppe (Basrelief in Stein), sowie eine grosse Vase aus egyptischem Marmor 
im Park nahe bei der Kapelle. 

Ronsseanx, £mile Alfred, Zeichner und Kupferstecher, geb. 1831 in Abbeville 
(De'p. Somme), f 3. Dec. 1874, Schüler von Henriquel Dupont. Von ihm Stiebe 
nach P. Delaroche (Christliche Märtyrerin), Fraucia (Männl. Bildniss im Louvre), 
L. da Vinci, A. ScheflFer, etc. Ferner Bildniss des V. Sardou (1867) u. A. m. Med. 
2. Kl. 1863, 3. Kl. 1867. S. Biogr. von Deligniöres (1882). 



Roussel -- Roux. 123 

Bonssel, llphonse, Maler^ geb. 20. Juni 1829 in Paris, t 18. Sept. 1868 das., 
Schüler von Drolling und Picot an Jer ficole des beaux-arts. Von ihm Vittoria, 
Italienerin am Brunnen, etc. 

Roussel, Fremyn, Bildhauer des 16. Jahrhundeirts. Zwischen 1540 und 1550 
war er am Schloss ^ontainebleau tbätig. Von ihm ferner Caritas (Basrelief am 
Grabmal Henri IL zu'S. Denis), Das Erwachen (Basrelief, Louvre) und Genius der 
Geschichte (Statue, ebenda). Die meisten seiner Werke wurden Anderen zugeschrieben. 

Ronsäel, Henri, Medailleur des 17. Jahrhunderts, thätig in Paris. Von ihm 
Med. auf Louis XIV., Titon, Colbert, etc. Er war auch an der Histoire metalliq. 
de Louis le Grand beschäftigt. 

Roussel, Jerome, Medailleur, geb. -1663, t 22. Dec. 1713. Er wurde 1709. 
Mitgl. der Akademie, für die er ein Siegel schuf. — Ein Modeste R. war Elfen- 
beinschnitzer und wurde 1752 Mitgl. der Akademie auf Grund eines Crucifixes. — 
Ein Paul R. war 1647 Hofkupferstecher und Kupferdrucker in Paris. Vielleicht 
erhielt dieser R. (der' Vorname fehlt) 1688 360 Lires für ^wei Stiche. Einnahme 
von BesanQon und Die Stadt Carabrai. 

Roussel, Paul Marie, Maler, geb. 8. Febr. 1804 in Paris, f 1877, Schüler 
von Chenavard. Er wurde Glasmaler in Sevres. Er schuf Glasfensler für den 
Louvre (nach Alaux, Chenavard und Deveria), für die S. Ferdinand - Kapelle (nach 
Ingres), für die Kapelle von Dreux und S. Louie zu Versailles (nach Deveria). 
Femer nennen wir die Gemälde Russische Zigeuner (1845), Der Scarabeus (1869), 
Prima vera, etc., auch Bildnisse und ein Steindruck. Kr. der Ehtenleg. 1868. 

.Rousselet, Alexis £tieiine, Medailleur, geb.- vor 1715, f vor 1773. Er war 
in Keims und Paris tbätig, schnitt auch Verzierungen auf Waffen, etc. 

Rousselet, Gilles, Kupferstecher, geb. 1610 in. Paris, begr. den 16. Juli 1686 
das. 1668 wurde er Mitglied und später Rath der Akademie. Er arbeitete viel mit 
Le Brun; zuletzt erblindete er. R. gehört zu den guten Stechern zweiten Ranges 
seiner Zeit. Von ihm Die schöne Gärtnerin (nach R. Santi), Die Grablegung (nach 
T. Vecelli), Findupg Mosis (nach N. Poussin), Bild niss des P. Seguier (nach LeBrun), 
Hl. Familie (nach dems.), Piötä, (nach dems.) u, nach Bourdon, Reni, Valentin, 
Zampieri, etc , zusammen über 100 Platten. 

Rousselet, Jean, Bildbauer, geb. 1656 in Paris, f 13. Juni 1693 das., Sohn 
des Gilles R. 1686 wurde er Mitglied der Akademie. Der Louvre besitzt von ihm 
Die Dichtkunst und die Musik. 

Ronsselet, Marie Anne, verehel. Tardieu, Kupferstecherin des 18. Jahr- 
hunderts, geb. 7. Dec. 1732 in Reims, Tochter des Alexis E. R. Von ihr Marinen 
(nach Backhuysen), desgl. (nach Van de Velde), desgl. (nach J. Vernet), Johannes 
d. T. in der "Wüste (nach Vanloö), etc. Auch naturgeschichtliche Ulustrationen. 

Ronsselin-Corbean d^ Saint- Albin, Hortense C61ine, geb. Duhameau, 
Malerin, geb. 1817 in Mayenne, f 1874, Schülerin von Jacobber. Sie malte 
Blumen und Früchte anf Porzellan. Med. 3. Kl. 1845. 

Ronsset, Joles, Maler, geb. 15. März 1840 in Aillant-sur • MilLeron (Döp. 
Loiret), Schüler von Cogniet und Pils. Von ihm Kopf einer Italienerin (1873 
Mus. Orleans), Bettler (1867), Vittoria (1877), Bildnisse, etc., auch Aquarelle. 

Rönssignenx, Charles FrauQois, Illustrator und Zeichner, geb. 4. Febr. 1818 
in Paris j 1868-*-70 entwarf er eine Illustrationsfolge zu den Evangelien. 

EoQSsin, Victor Marie, Maler, geb. ß. März 1812 in Quimper (DeJ>. Fink- 
tfere), Schüler von S. Fort, Lapito, Luminais und Ricois. Er malte, Land- 
schaften aus der Norroandie, den Pyrenäen, etc., auch einige Historien- und Genre- 
bilder. -Das Mus. zu Orleans besitzt von ihm Alte Frau Haof rupfend. 

Boust, Jean Henri, Maler, geb. 1795 in Troyes (D6p. Aube). Er wurde 
Eabiuetmaler der Herzogin von Berry und malte Insekven und dergl. 

Rout^, Gilbert Gaspard, Elfenbeinschnitzer des 18. Jahrhunderts. 1751 
wurde er auf Grund eines Crucifixes Mitglied der Akademie. 

RouTiere, Philibert, Maler, geb. 19. März 1805 in Nimes, f 19. Oct. 1865 
in Paris , Schüler von G r q s an der Ecole des beaux - arts. Er* -malte einige 
Barricadcnscenen, besonders aber Bildnisse. R. war auch ein angesehener Schau- 
spieler. 

Rouvroy, Marie Ton, Malerin, geb. 19. Juli 1826 in Dresden, Schülerin voi 
J. Scholz und Grosse in Dresden, sowie Böttcher in Düsseldorf, auch durch 
Copiren gebildet. Sie malte Bildnisse. 

Roux, Maitre, s. Rosso de'Rossi. 



124: Roux — Rovira. 

Ronx, Carl, Maler, geb. 14. Aug. 1826 in Heidelberg, t 21. Juli 1894 in 
Mannheim, Schüler von K. Hübner, auch in Düsseldorf, München, Antwerpen und 
Paris gebilaei, Sohn des Jacob W. R. Er lebte in München und Karlsruhe, bis er 
1882 Direktor der grossherzoglichen Gemälde-Galerie in Mannheim wurde. Er 
malte erst Historien und geschichtliche Sceuen, dann Genrebilder und zuletzt Thiere. 
Von ihm Plünderung eines Dorfes während des 30jährigen Krieges (Gal. Karls- 
ruhe), Dorothea mit dem Ochsengespann (das), Landsknechtsraat (Gal. Hamburg), 
Viehmarkt beim Octoberfest in München, Auf der Alm (Gal. Mannheim), Heuernte, 
etc. Med. 2. Kl. Melbourne. 

Rom, Jacob Wilhelm Christian, Maler, geb. 1771 in Jena, f 1831 in Heidel- 
berg. Er studirte in Jena Und Dresden, malte, zeichnete und radierte Bildnisse 
and Landschaften. Von ihm Der Rheinfall bei Schaffhausen, Umgegend von Hei- 
delberg, etc. Er schrieb ein Werk über Farbentechnik der Malerei (Heidelberg 
1829), hat Einiges in Wachsfarben gemalt und radierte eine Folge Landschaften 
am Rhein, sowie den Studententumult in Jena 1792. 

Boax^ Jacques Louis, gen. Browne, Maler, geb. 16. Sept. 1824 in Bordeaux, 
Schüler von Belloc, C. Roqueplan und der £cole des beaux-arts zu Paris, wo 
er sich niederliess. Er malte Pferde, Hunde und Katzen, später Bildnisse. 

Ronx, Jnlien, Bildhauer, geb. 28. Juli 1836 in Saint Michel de Ghaisne (D^p. 
Maine-et-Loire)j Schüler des Abbe Choyer in Angers und Jouffroy in Paris; 
auch in Italien weitergebildet. Er schuf hauptsächlich Marmoroüsten und Bronze- 
medaillons; auch eine- Statue Die Komödie (1874), etc. Das Mus. zu Angers besitzt 
Ton ihm eine Büste Linne's, der Marschallsaal in den Tuilerien die des A. de Colbert. 
Roox, Louis Prosper, Maler, geb. 13. Febr. 1817 in Paris, Schüler von 
Deliroche. 1839 gewann er den 2. Rompreis. Von ihm Rembrandts Atelier, 
(Akad. St. Petersburg), Der junge Linnd und 2 A. (Gal. Ravene, Berlin), S. Rochus 
(1846 Luxembourg-Mus.), 14 Kreuzesstationen (St. Madeleine in Ronen), etc., auch 
viele Bildnisse. Med. 3. Kl. 1846, 2. Kl. 1857, 1859. — Von einem Pierre R. 
besitzt das Mus. Versailles zwei Seegefechtstücke. 
SoDX, Marie Gnillaume C, s. Le Ronx. 

Rovere, GiOTanni Manro, gen. Fiamminghino (auch Gian Manro Rossetti), 
Maler und Kupferstecher, geb. 1570 in Mailand, aber vlämischer Abstammung, 
+ 1640, Schüler von den Procaccini. Von ihm besitzt die Gal. zu Parma eine 
Geisselung Christi und eine Skizze hierzu, die Kirche S. Angelo zu Mailand ein 
Letztes Abendmahl. Er malte auch Schlachtenbilder, Landschaften und Thierstücke. 
R. bat auch dieselben Themata radiert. — Seine beiden Brüder Giambattista R. 
und Marco R., waren auch Maler und schufen z. Th. gemeinschaftlich mit ihm viele 
Fresken u. Oelbilder in Mailänder Bauten und in der Kirche zu Dongo am Corner See, 
etc. — Ein Gioranni Battista R. malte um 1627 in Turin. Das dortige Franzis- 
kaner-Kloster besitzt eine Todesallegorie auf ihn. — Ein Girolamo R. war ebenfalls 
um 1626 in Turin als Maler thätig. 

Rovezzano, Beuedetto da, Baumeister und Bildhauer, geb. 1474 (?) in Ro- 
vezzano bei Florenz, f 1554 (?). Er war zuerst in Florenz, dann in London für 
Heinrich VIII., später wieder in Florenz thätig, bis er erblindete. In London 
schuf er ein Grabmonument für Kardinal Wolsey, das er nicht vollenden konnte und 
das jetzt nicht mehr vorhanden ist. Von seinen Bauten nennen wir zwei Kapellen an 
der Badia in Florenz. Von seiner Plastik das Grabmal des P. Soderini (Chor der 
Carmine-Kirche), das Grabmal des 0. Altoviti (S. S. Apostoli), Kamin (Mus. Nazionale), 
Zwei Marmornischen (das.), Kirchthür von S. S. Apostoli, desgl. von der Badia, 
Altar (Sa. Trinitk), S. Johannes (Dom), Alle in Florenz. 
RoTiale, s. Rnbiales. 

Rovijfo daürbino, Maestro (Francesco Santo AtoHo), Majolika-Maler des 
16. Jahrhunderts, in seinem Fach berühmt. 1530—50 arbeitete er in der Manufaktur 
Fermignano für Herzog Guidobaldo 11. von Urbino, ferner auch für Herzog Ercole II. 
von Ferrara. Von ihm Platte mit Hero und Leander (1537 Gal. Modena), Platte 
mit Herkules und Kakus (Paris, Louvre). I 

Rovira y Brocandel, Hipölito, Maler, geb. 1693 in Valencia, f 1765 das. 
in der Irrenanstalt, Wahrscheinlich Autodidakt, im Atelier des E. Munoz thätig. 
Kam um 1720 nach Rom, wo er sich stark überarbeitete, sich kaum Zeit zum Essen 
und Schlafen nahm und sich nie auskleidete. Durch Vermittelung des Dominikaner- 
Generals, dessen Bildniss er geraalt hatte, sollte er Luis I. malen; doch zeigten 
sich Merkmale geistiger Störung bei ihm. Er entfloh nach Valencia, schien zu genesen 



Rowbotham — Royer, 125 

und Obernahm FresTien für S. Luis zu malen, die er auch vollendete, ehe der 
Irrsinn -wieder bei ihm ausbrach. Von ihm ausser vielen Copien, St. Bartolomeo 
und Val-erian (S. Domingo zu Valencia), etc. Von seinen Kupferstichen nennen wir 
Bildniss Riberas, Zwei Märtyrer, S. Juan Perusia u. A. Heilige, Platten für El 
Museo pittorico y Escala optica (Madrid 1715—24), etc. 

Rowbotham, Thomas Leeson, Maler, geb. 21. Mai 1823 in Dublin, f 30. Juni 
1875 in Kensington (London), Sohn und Schüler eines T. L. R., den er im Amt 
eines Zeichenlehrers an der Marine-Schule zu New Gross ablöste. Er bereiste 
Wales, Schottland, Deutschland, die Normandie und Italien. Er malte Landschaften 
und Ansichten in Wasserfarben, von denen fünf in das S. Kensingtou Mus. geriethen. 

Rowe, Trythall, Maler, geb. 1856 in j^gland, studirte an der Ecole des 
beaux-arts in Paria, Hess sich später in Amerika nieder. Er malte Landschaften in 
Wasserfarben, z. B. Die Dorfstrasse, Der Park zu Nottingham, Am Rand der Wiese, etc. 

Rowlandson, Thomas, Zeichner und Radierer, geb. im Juli 1756 in London, 
t 22. April 1827 das., Schüler der dortigen Akademie, zeichnete schon Caricaturen 
in seine Schulbücher. Er besuchte den Continent öfters, fing an sich als Maler 
auszuzeichnen, als ihm eine grosse Erbschaft zufiel, die ihn zum lüderlichen Lebens- 
wandel verführte. Er sass z. B. 36 Stunden ununterbrochen am Spielertiseh. Bald 
wurde er durch Noth gezwungen, sich wieder der Kunst zu widmen und warf sich 
auf die Caricatur. Er lieferte meist leicht getuschte, auch aquarellirte Federzeich- 
nungen, zuerst vortrefflich, später in zu grosser Zahl und sorglos. Zu den besten 
gehören die drei verschiedenen „Tours" des Dr. Syntax, Der Todtentanz, Der Tapt 
des Lebens, Illustrationen zu den Werken von Goldsmith, SmoUett und Sterne, 
sowie für The Humourist, The English Spy und ander« Zeitschriften. S. Biographie 
von J. Grego (2 Bde., London 1880). 

Rowse, Samuel Worcester, Maler, geb. 29. Jan. 1822 in Bath (Maine, U. S. A.). 
Er war Autodidakt und zeichnete und malte Bildnisse und Idealköpfe. 

Roy, 8. Leroy. 

Roy, Jean Baptiste de, Maler, geb. 29. März 1759 in Brüssel, f 7. Jan. 

1839 das., Autodidakt, durch Studium Potters gebildet. Er malte Thierstücke, 
von denen die Genter Akademie und die Mus. in Brüssel, Gotha und Liechtenstein- 
Wien je eins besitzen. R. hat auch Mehreres radiert. 

Roybet, Ferdinand Victor Leou, Maler und Radierer, geb. 11. (20.?) April 

1840 in Uzes (Dep. Gard), Schüler von Vibert an der Akademie zu Lyon. Er wurde 
Prof. der Kupferstechkunst dieser Akademie. Vorher (1864) hatte er sich in Paris 
niedergelassen. Von ihm Rendez-vous zur Jagd (Gal. Köln), Page mit Hunden 
(Gal. Tretjakow, Moskau), Der Liebesantrag, Das Blutbad zu Nesles, etc. Von 
Radierungen nennen wir Zu spät für das Fest, Die Heumacherinnen und Der 
Schachspieler. Med. 1866. 

Royen, Willem Frederik Tan, Maler, geb. 1654 in Haarlem, 1 1723 in Berlin. 
1669 wurde er Hofmaler in Berlin, wohnte zunächst 20 Jahre in Potsdam, dann in 
der Hauptstadt selbst, wo er 1698 Prof., 1706 Direktor der Akademie wurde. R. 
malte Blumen, Früchte und Thiere. Ein Bild von ihm befindet sich im Braun- 
schweiger Museum. 

Royer, s. Le Royer, 

Royer, Adolphe, Maler unseres Jahrhunderts, f 1880, Schüler der ifecole des 
beaux-arts an der er den Grossen Rompreis gewann. Er wurde in Rom stark von 
verbeck; beeinflusst und schuf Historien, z. B. für die N. Dame de Lorette-Kirche 
und für S. Roch. 

Roijer, Lotlewijk, Bildhauer, geb. 2. Äug. 1793 in Mecheln, f 5. Juni 1868 
in Amsterdam, Schüler der Akademie zu Mecheln und von J. F. van Geel; auch 
in Paris unter deBaij, später 1824—28 in Italien gebildet. Er war in Amsterdam 
und im Haag, wo er 1834 Hofbildhauer wurde, thätig; 1837 wurde er Direktor der 
Akademie. Viele seiner Werke finde* man in den holl. kgl. Schlössern. Von ihm 
Büste Rembrandts, Heilige Familie (Basrelief), Erasmus (Bibliothek, Haag), Adrairal 
de Ruijter (Vlissingenj, Vondel (Statue, Amsterdam). Gr. Med. 1821, Niederl. Löwen- 
Orden 1839, Mitgl. des Niederl. Instituts. 

Royer, Pierre Alexandre, Maler, geb. 1705 (?), begr. 28. Dec. 1787. Er 
•war Hofmaler der Königin. Von seinen sechs Söhnen waren Marie Fraucois, Pierre 
Alexandre und Henri Maler, Fran^ois Raymond Bildhauer. — Ein Pierre R., 
vielleicht der ebengenannte Sohn, war im letzten Viertel des 18. Jahrhunderts zu 
London als Landscbafts- und Vedutenmaler thätig. 



126 Roymejrswale — Rufeens. 

Boymerswale, s. Marinas yan Bomerswale. 

Roynard, (ReynardJ), Yincent, Maler, geb. vor 1630, f 1656. 1642 und 
1655 erhielt er grössere Geldbeträge für Bildnisse, die er im Auftrag der Königin 
Anna von Oesterreich, als deren Hofmaler er in Paris lebte, geschaffen hatte. 

Roze, s. Liemackere, Nicolaes de. 

Roze, Jean Baptiste de la, Bildhauer und Maler des 17. Jahrhunderts, geb. 
vor 1650, f in Toulon, wo er Zeit seines Lebens tbätig war. R. war der bedeutendste 
eines Künslergeschlechts, dessen Vertreter mehrere Jahrhunderte lang in Toulon 
in Verbindung mit dem Marine-Amt als Künstler thätig waren. Neben Puget arbeitete 
R. an einer Sammlung von Zeichnungen aller Marinebauten Colberts. Werke von 
ihm im Mus. zu Toulon. 

Roze, Pascal de la, Maler, geb. 1665 in Toulon, f 1735 das., Schüler seines 
Vaters Jean B. de la R. Von ihm im Mus. Marseille Die königliche Galeere. 

Bozöe, Kunststickerin, etc., geb. 1632 in Leiden, f 1682. Ihre Arbeiten sollen 
Oelmalereien täuschend nachgeahmt haben. 

Bozier, Jules Charles, Maler, geb. 14. Nov. 1821 in Paris, f im Oct. 1882 
in Versailles, Schüler von Bert in und Delaroche. Von ihm Ufer der Seine 
bei Rolleboise (1863 Mus. Nantes), Umgegend von Honfleur (1866 Mus. La Rochelle), 
Der letzte Wintertag (1870), etc. Er hat auch Einiges radiert. — Sein Sohn und 
Schüler Victor Alexandre B., geb. in Paris, malte ebelifalls Landschaften. Von 
ihm Waldweg im Herbst (1865), etc. 

Bozinay, Istvän (Stephan), Baumeister, geb. 18BB in Rimabrezo, Schüler der 
Berliner Bau-Akademie, hierauf thätig bei dem dortigen Baumeister H. Licht. Von 
ihm das Zinshaus der ungar. Staatseisenbahnen in Budapest, Die Markthalle am 
Räköczy-Platz das., etc. R. stellte auch ein Werk „Die Bauten von Budapest" 
(100 Blatt) zusammen. 

B6zsay, Emil, geb. 4. März 1839 in Kaschau, Schüler von P. Kauen in 
München, meist aber Autodidakt. Er liess sich in Pressburg nieder und wurde 
Prof. am Gymnasium. R. malte Landschaften und Thiere. 

Roztworowski, Stauislans Graf, Maler, geb. 1856, f 9. August 1888 in 
Krakau, Schüler der St. Petersburger Akademie, bildete sich in Rom weiter. Er malte 
Genrebilder und Landschaften, z. B. Lieder ohne Worte An den Ufern der Sieniawa. 

Bnbbio, Lnlg-i, Maler, geb. vor 1801 in Rom, f 1873. Von ihm besitzt die 
Qal. zu Parma Priam erbittet die Leiche Hectors von Achill. 

Bob6, Aagnste Alfred) Maler, geb. 1815 in Paris, .f 13. April 1899 das., 
Schüler von Ciceri. Er wurde durch Theaterdecorationen rühmliobst bekannt, 
8. B. für die Oper Hamlet, für Jean de Thomeray(in der Comädie Fron^aise), ferner 
Vorhänge in der grossen und der komischen Oper zu Paris; auch Landschaften, etc. 
Kr. der Ehrenleg. 1869. 

BabeiSy s. Bossi. 

Bnben, Christoph Christian, Maler, geb. 30. Nov. 1805 in Trier, f 8« Juli 
1875 in der Irrenanstalt Inzersdorf bei Wien, Schüler der Düsseldorfer Akademie 
unter Cornelius, auch in München gebildet. ''1841— 52 war er "Direktor der 
Prager Akademie, 1852 — 72 Direktor der Wiener Aliademie. Er malte geschicht- 
liche Darstellungen, Genrebilder, etc. Von ihm Sennerin (Neue Pinakothek, München), 
Schlacht bei Lipau (Mus^ Wien), Altar (Neue Gothische Kirche, Gastein), Die Macht 
des Glaubens (Gal. Leuchtenberg, St. Petersburg), etc.; ferner Cartons zu Glasfenstern 
für die Kirche Au-MOnchen, den Regensburger Dom, für Schloss Hohenschwangau (hier 
und im Belvedere auf dem Hradschin zu Prag auch Fresken), auch Miniaturen, etc. 
Gold. Med. 1864. Mitglied der Akademie zu Dresden und Wien. Versch. Orden, 

Bnben, Franz Leo, Maler, geb. 16. Aug. 1842 in Prag, Schüler der Wiener 
Akademie und seines Vaters Christian C. R. Auch in Italien gebildet und die 
längste Zeit in Venedig thätig. Er malte Genrebilder, Bildnisse, Landschaften uud 
geschichtliche Scenen. Von ihm Canal Sa. Marta in Venedig, S. Marco im Winter, 
Turnier z. Zeit Maximilians I., Die schöne Melusine, etc. Auch Aquarelle, von 
denen die Wiener Mus. zwei besitzen. Päpstl. Sylvester-Ord,, Med. München, Venedig, 
Wien, Philadelphia, Mitgl. der venezian. Akademie. 

Bnben, Ludvik, Kupferstecher, geb. 1818, t 31. März 1875 in Stockholm, 
Mitgl. der dortigen Akademie. Er war in Schweden thätig und seine Arbeiten 
werden gelobt. 

Bubens, Petrns Panlns, berühmter Maler, geb. 28. Juni 1577 in Siegen, t 
30. Mai 1640 in Antwerpen, Schüler von T. Verhaegt und A. van Noort, be- 



tlukös* 12'? 

sonders aber von Otto van Veen. Er beschloss seine Studien in Venedig durch 
Copiren der Werke Barbarellis und Vecellis. Von dort wurde er nach Mantua als 
Hofmaler berufen. Der Herzog schickte ihn 1601 nach Rom, um Bilder zu copiren. 
Zwei Jahre später zog er für den Herzog in diplomatischen Diensten nach Spanien. 
Er malte dort für den König, aber auch für seinen Herzog Bildnisse und Historien. 
1605 ging er über Mantua wieder nach Rom. Dort, in Genua, Mailand, etc. war 
er mit grossem Erfolg thätig, als ihn die Kunde von der Krankheit seiner Mutter 
nach Hause rief; er traf sie nicht mehr am Leben. Sogleich bei seiner Rückkehr 
wurde R. vom Erzherzog Albert in Brüssel hoch geehrt, mit Privilegien bedacht 
und bald zum Hofmaler ernannt. Er liess sich nun in Antwerpen nieder, heirathete 
die wohlhabende Isabella Brant, erbte selbst und wurde so mit Aufträgen über- 
häuft, dass er sich schon 1611 ein prachtvolles Haus mit einer Galerie bauen 
konnte, das (aber im vorigen Jahrhundert etwas umgebaut) heute noch zu den 
Sehenswürdigkeiten der Stadt gehört. Im selben Jahr hatte er schon über 100 
Schüler zurückweisen müssen. In den ersten vier Jahren seit seiner Rückkehr 
malte er die vier Hauptwerke, Anbetung der Könige (jetzt im Mus. Madrid), Der 
Hdefonso-Altar (jetzt im Mus. Wien), Die Kreuzigung (jetzt im Dom zu Antwerpen), 
Die Kreuzabnahme (ebenda^. Sehr bald mussten Schüler einen Theil der Aus- 
führung übernehmen; doch wurde das immer schon bei Uebernahme des Auftrags 
klar angegeben, so z. B. bei den Deckengemälden für die Antwerpener Jesuiten- 
kirche (1718 durch Feuer verloren gegangen), die R. erfinden, v. Dycli u. A. malen, 
und R. nur eigenhändig vollenden sollte. 1620—25 malte er für die ehemal. Galerie 
des Pal. Luxembourg einen Cyclus Bilder aus dem Leben der Maria von Medici 
(jetzt im Louvre, Paris). Seit 1620 ungefähr befasste sich Rubens mit diplomatischen 
Angelegenheiten, erst inoffiziell, später, nachdem er 1628 vom König von Spanien 
herbeigeholt worden war, als Secretair des Geh. Raths der Niederlande. 1630 
wurde auf Grund seiner Vorarbeiten der Friede zwischen England und Spanien 
geschlossen; in demselben Jahr war R. zum Ritter geschlagen worden. In Madrid 
sowohl als in London, war R. auch künstlerisch thätig und erlangte hierdurch die 
grössten Ehren. In London hatte er für Karl I. dessen Bildniss und neun andere Ge- 
mälde gemalt und die Deckenfresken für das Banqueting-Hall, vor dem der unglück- 
liche König später enthauptet werden sollte, entworfen. 1626 war R.'s erste Frau 
gestorben ; 1630 heirathete er die 16jährige Helene Fourment, ein Bild von schöner 
Gesundheit, die in allen denkbaren Arten zu malen er nie ermüdete. So völlig 
kam sie seinem Ideal nahe, dass man ihr Bildniss in Figuren zu ersehen meint, 
die R. malte, ehe sie nur geboren warl 1631 widmete sich Rubens abermals diplo- 
matischen Angelegenheiten, die aber nicht, wie gehofft, verliefen und ihm viel Un- 
annehmlichkeiten sowie Sorgen schufen. Dies und das Podagra haben seine male- 
rische Tbätigkeit in den letzten Jahren sehr beeinträchtigt, doch sind gerade die 
Arbeiten der letzten Periode, wenn auch minder zahlreich, vortrefflich und bedeutend. 
Seine letzten Tage verlebte er im Schloss Steen, das er sich 1685 gekauft hatte. 
R. ist die glänzendste, wenn nicht die bedeutendste Erscheinung unter den nordischen 
Malern und wegen seiner derhen, urwüchsigen Kraft, sowie wegen seines frischen, 
leuchtenden Colorits berühmt. In der letzten Periode bedient er sich eines genialen, 
pastosen Farbenauftrags. Er ist ein universeller Geist, der alle Gebiete beherrscht; 
eine seiner grossen Leistungen ist die Schaffung der modernen Landschaftsmalerei ; 
am prachtvollsten äussert sich seine Kunst vielleicht in den mythologisch -klassischen 
Gemälden und den Bildnissen, Ueber 2200 Gemälde, z. Th. grossen Umfanges, 
entstanden in seinem Atelier. Einige wenige der schönsten sind der Kindermord 
(München), Meleager und Atalanta (das.). Die Amazonenschlacht (das.), Schäferscene 
(das.), Selbstbildniss mit I. Brant (das.), Spaziergang im Garten (das.), Helene Four- 
ment (4 mal das.). Die Söhne des Künstlers (Dresden und Wien), S. Hieronymus 
(Dresden), Liebesgarten (Dresden und Madrid), Hl. Cäcilia (Berlin), Andromeda (das.), 
Bildniss der Helene Fourment (St. Petersburg). Fast jede öffentliche Galerie besitzt 
Gemälde von ihm, die meisten in München, Wien, Madrid und St. Petersburg; 
Antwerpen hat in den Sammlungen und Kirchen allein etwa 100. R. schuf auch Ent- 
würfe zu Teppichen, viele Ornamentzeichnungen und einige Illustrationen für Plantin- 
Moretus. Es steht nicht fest, ob er selbst gestochen hat, doch wird ihm eine 
Hl. Catharina mit ziemlicher Sicherheit zugeschrieben. Jedenfalls bildete er eine 
grosse Schule von Stechern (darunter Vorsterman und Pontius), die seine Werke in 
seinem Auftrag vervielfältigten und von ihm beaufsichtigt wurden. Seine Briefe 
gaben Gachet (Brüssel, 1840) französisch, Sainsbury (London 1859) englisch 



128 Rabertis — Rudd. 

und Rosenberg (Leipzig 1881) deutch heraus. Von Biographien, etc. nennen wir Van 
Hasselt (Brüssel 1840), Waagen (London 1840), Dumortier (Brüssel 1861/62), Gdoard 
(Antwerpen 1877), Kett (London 1882), Michiels (Paris 1877), Burckhardt (Basel 1898). 
Schneevoogt verfasste (Haarlem 1873) ein Verzeichniss der nach R. gestochenen 
Blätter und M. Rooses gab sein Werk in 4 Bänden (Antwerpen 1886—90) heraus. 

Rabertis, s. Grandi, Ercole de'Roberti. 

Babiales, Tedro, Maler des 16. Jahrhunderts, geb. in Estremadura, f »"^ch 
1559 in Rom, Schüler von F. Salviati. Er war meist in Rom und Florenz thätig 
und hat seinen Lehrer, sowie G. Vasari bei manchen ihrer Arbeiten unterstützt, 
z. B. den Letzteren bei Fresken im Farnese-Palast. In S. Spirito zu Rom malte er 
eine Bekehrung Pauli. 

Rnbin, Hippolyte, Bildhauer, geb. 10. Mai 1830 in Grenoble (Ddp. Isöre). 
Von ihm Bildniss von Mounier (für die Präfektur zu Grenoble), Heilige Familie 
(Marmorbasrelief, Karthäuserkloster das.), Schamhaftigkeit und Koketterie (1864), etc. 

Bnbino, Salvatore, Maler und Bildhauer, geb. 1847 in Salemi (Sizilien), 
Schüler der Akademie zu Palermo unter S. Lo Forte und von Morelli in Neapel, 
nachdem er als Wunderkind Gemeindeunterstützung erreicht hatte. Er malte and 
modellirte Bildnisse, Phantasieköpfe, eine Statue „La Fioraia", etc. 

Rubinstein, (Rubensteln, Riebenstein), Maler des 18. Jahrhunderts, fum 
1763 in London. Er war längere Zeit in England thätig, malte Stillleben und Bild- 
nisse, besonders aber die Kleider auf Bildnissen anderer Meister. 

Rnbio, Antonio, Maler des 17. Jahrhunderts, f 1653, Schüler von A. Pizarro. 
Er wurde Maler des Kapitels zu Toledo. — Ein Felipe R., thätig um 1765 
in Valencia, baute dort das Zollhaus und war Direktor der Akademie daselbst. — 
Ein Lni^i R. malte zwischen 1823 und 1870 Historien, Genrebilder, etc. und wurde 
Prof. an (der Florentiner Akademie. 

Rnbira, Andres de, Maler des 18. Jahrhunderts, geb. in Escacena del Campo, 
t 19. Febr. 1760 (1790?) in Sevilla, Schüler von D. Martinez und F. Vieira, 
den er nach Lissabon begleitete. Er malte in der H. Sakramentskapelle des 
CoUegiums S. Salvador, im Coli. S. Alberto und im Kreuzgang des Klosters del 
Carmen Qalzado. Ferner schuf er auch Küchenstücke und Bambocciaden. 

Rnbira, Jos6 de, Maler, geb. 1747 in Sevilla, f 1787, Sohn und Schüler des 
Andres de R. Er ahmte Morillo gut nach. 

Rucken, Hildebrand, Münzschneider des 16. Jahrhunderts, f 29. Juni 1593. 
1588 war er vom Landgrafen zum Münzmeister in Marburg (Hessen) ernannt 
worden. 

Bnckstnhl, F. W., Bildhauer, geb. 22. Mai 1853 in Breitenbach (Elsass). Er 
kam 1855 nach Amerika, modellirte und schnitzte von Kindheit an, musste aber 
erst im Geschäft thätig sein, ehe er mit 32 Jahren sich ganz der Kunst widmen 
konnte. Nun studirte er mit ünterbrechnngen 7 Jahre in Paris an der Ecole des 
beaux-artsunter Bou langer, Lefö vre, Theo. T holen aar und A. Merciö, bildete 
sich später auf Reisen weiter aus und Hess sich in New- York nieder. Von ihm 
Der Abend (Marmorstatue, New-York, Museum), Spielender Merkur (Bronzegruppe, 
auf dem Portlandplace in St. Louis), Goethe, Macaulay und Franklin, (Büsten^ 
Bibliothek zu Washington), Monument Patrick Gilmore's (Madison Square, New- 
Tork), Kriegermonument (Jamaica, Long Island). Gold. Med. Chicago 1893. 

Rncktäschel, Emil Riehard, Maler, geb. 11. Juli 1868 in Dresden, Schüler 
dfir dortigen Akademie, weitergebildet in Karlsruhe unter C. Ritter und auf 
Reisen nach Holland, München, Tirol, etc. 1891 Hess er sich in Berlin nieder. Er 
malte Bildnisse, hat auch viele Zeichnungen für „Dorfbarbier", »Gartenlaube", 
„Bazaar" etc., geliefert. 

Rvcz, Lambert, Maler des 17. Jahrhunderts, f 9. Jan. 1697 in Prag, wo «r 
thätig gewesen war. 

Rodanx, Edraond Adolphe, Maler und Radierer, geb. 1840. Von seinen Blätteia 
nennen wir Illustrationsfolgen zu Sands ^La mare au diable" Nervals „Sylvie", 
Fabres „L'Abb6 Tigrane", Qelegenbeitsblätter, einige Titel, Vignetten, etc. 

Bndd, Jan Bruno, Baumeister und Kupferstecher, geb. 13. Dec. 1792 zu BrOgge 
als Sohn eines Engländers, t oach 1829, Schüler der Brügger Akademie. 1830 wurde 
er Leiter der öflfentlichen Bauten Tind Professor der Akademie zu Brügge. Er schuf 
dort den Konzertsaal, verschiedene Brunnen, Altäre und Beichtgestühl, etc. 1824 — 30 
erschienen 4 Lieferungen seines grossen Werkes (mit eigenhändigen Stichen) üb« 
die Brügger Baudenkmale des 14.— 17. Jahrhunderts, 



Rudder — Rücker, 129 

Budder, Isidore, Bildhauer, geb. 1855, thätig in Belgien. Das Museum zu 
Antwerpen besitzt von ihm die Marmorgruppe „Das Nest". 

Bndder, Louis Henry de, Maler und Lithograph, geb. 17. Oct. 1807 in Paris, 
f 1886 (?), Schüler von Gros und Charlet und der Ecole des beaux-arts. Er 
malte Bildnisse, Historien und Genrebilder, z. B. Nicolas Flamel Alchemist des 
XV. Jahrhunderts (Mus. Luxembourg), Ecce Homo (1865 Mus. Saint fitienne), Bild- 
niss des Historikers E. Pasquier (Mus. Versailles). R. hat viele decorative Decken- 
und Wandgemälde für Amerika geschaffen, ferner 40 Blätter für Soltykows „Voyage 
dans l'Inde" und 308 Blätter zu Cuviers „Anatomie comparde" lithographirt. Med. 
8. Kl. 1840, 2. Kl. 1848, Kr. d. Ehrenl. 1863. 

Bude, FranQOis, Bildhauer, geb. 4. Jan. 1784 in Dijon (De'p. Cote-d'Or), f 
3. Nov. 1855 in Paris, Schüler von Devosge und Cartellier. 1812 erhielt er den 
1. gr. Rompreis auf Grund seines „Arist beklagt den Verlust seiner Bienen". Bis zu 
seinem 16. Jahre arbeitete er in der Werkstatt seines Vaters, der Pfannenschmied 
war. 1804 führte er die Büste Monniers im Auftrag Fremiets aus, der ihn sehr 
protegirte und ihn andern einflussreichen Künstlern empfahl. Von ihm La Peyrouse 
(1831 Marmorbüste, Marine Mus.), David (desgl., Mus. Louvre), Neapolitanischer 
Fischer (1855 Marmor, ebenda), Merkur seine Flügelschuhe befestigend (1855 Bronze, 
ebenda), Jeanne d'Arc (Marmorstatue 1852, Mus. ebenda). Der Gekreuzigte (Marmor- 
bQste, ebenda), .Louis d'Armagnac u. A. (Mus. Versailles), Hebe mit dem Adler 
Jupiters (Mus. Dijon), Frangois Devosge (Marmorbüste, ebenda); A. in den Mus. Rouen, 
in der Kirche Saint Gervais, der Madeleine, ferner Grabdenkmäler, etc. Gr. Ehrenmed. 
1865, Kr. d. Ehrenleg. 1833. Seine Biographie etc. von M. Legrand (Paris 1856), 
C. PoiBot (1857). 

Bude, Sophie, geb. Frdmiet, Malerin, geb. 20. Juni 1797 in Dijon (De'p. Cote 
d'Or), t 4. Dec. 1867 in Paris, Schülerin von Devosge und L. David, Gattin des 
Frangois R. Sie hielt sich eine Zeit lang in Belgien auf. Von ihr Der Schlaf der 
Jungfrau (1831 Mus. Dijon), Die Herzogin von Bourgogne an den Thoren von Brügge 
(ebenda, 1841), Glaube, Liebe, Hoffnung (1857 Kapelle zu Mont-Saint-Michel), Bild- 
nisse, etc. Sie hat auch mehrere Bilder von L. David copirt, die er dann signirte. 
Med. 2. Kl 1823. 

Bndolf, Samuel, Maler, geb: 1639, f 1713. Er war in Erlangen und Nürnberg 
thätig und malte Bildnisse. 

Budolfl, Claudio, s. Bidolfl. 

Bndolph, Friedrich Gotthelf Ferdinand, Lithograph, geb. 16. Juli 1815 
in Meissen, war dort ansässig. Er war Schüler von Julius Steinmetz und hat 
u. A. nach A. L. Richter lithographirt. 

Budolph van Antwerpen, Maler des 16. Jahrhunderts. 1553 malte er einen 
Altar für die Viktorskirche in Xanten. 

Budolphi, Johann Georg, Maler des 17. Jahrhunderts, geb. in Brakel (West- 
phalen), f 30. April 1693 das. Er war für den Fürstbischof Fürstenberg thätig, 
malte Altäre für Kirchen zu Paderborn, Allegorien, etc. 

Budow, Gustav Ludwig, Maler, geb. 29. Mai 1850 in Merseburg, Schüler von 
J. Hübner an der Dresdner Akademie. Er malte Bildnisse und geschichtliche 
Genrescenen. Sein Selbstbildniss besitzt die Gal. zu Dresden. Gold. Med. 1878. 

Bue, 8. auch Straeten. 

Bue, Abraham de la, Maler des 17. Jahrhunderts, f 30. Mai 1647 in Frank- 
furt a. M., wo er thätig war. Er war durch Studium oer Werke von Rubens ge- 
bildet. In Frankfurt findet man Die Grossmuth Scipios, 1632, von ihm. 

Bue, Lizinska A. Z. de, s. Mirbel. 

Bue, Louis F61ix de la, Bildhauer, geb. 1720 (?) in Paris, f 1765 das., Bruder 
des Philibert ß. de la R. Er hat sechs Bacchanale radiert. Von ihm besitzt das 
Museum zu Besannen drei Zeichnungen und Ziervasen. 

Bue, Philibert Benoit de la, Maler und Radierer, geb. 1718 in Paris, f 1763, 
Schüler von Parrocel, in dessen Weise er Schlachtenstücke mit dem Pinsel und 
der Nadel schuf. Von ihm ferner Landschaften, Genrebilder und Bildnisse. Das 
Mus. zu Orleans besitzt sechs Feder- und Tuschzeichnungen von ihm. 

Bttcker, Carl, Holzschneider, geb. 10. April 1846 in Wien. Er arbeitete mit 
A. Günther zusammen. Von ihnen Schule von Athen, gez. von J. Schönbrunner 
nach R. Santi, Disputa (ebenso), Die tiburtinische Sibylle (nach L. Crauach), etc. 

Büdisnhii, Jakob Lorenz, Maler, geb, 13, Oct. 1835 in Sennwald (St. Gallen), 
lernte in der Bleuler'schen Kunstanstalt in Schloss Laufen, in der er mehrere Jahre 
Allgemeines Künstler-Lexicon. 5. Aufl. 4. Band. 9 



ISO ilüdisühli — Rngendas. 

thätig blieb, dann beim Kupferstecher Hofmeister in Düsseldorf, endlich von 
M. Lieb (Munkacsy) beeinflusst. Er schuf eine Zeit lang als Kupferstecher in 
Deutschlaud, von 1861 auf acht Jahre in Lenzburg, von da ab bis 1870/71 in Basel. 
Infolge des deutsch-französischen Krieges hatte er mit von ihm verlegten Werken 
Verluste, und legte sich fortan ganz auf die Malerei. R. malte romantische Parks, 
Waldlandschaften, etc. Von ihm Waldeinsamkeit, Verlassen, Alpenglühen, Die 
Quelle, etc. Zwei seiner Gemälde besitzt das Mus. zu Basel, zwei weitere das. zu 
Bern ; A. in St. Gallen und Mainz. Med, 3. KI. Melbourne, 1. Kl. Paris, gr. gold. 
Med. Florenz 1883, etc. 

ßüdisühli, Trangott Hermann, Maler, geb. 10. Juni 1864 in Lenzburg (Canton 
Aargau), Schüler seines Vaters in Basel und von der Karlsruher Kunstschule. Er 
liess sich in Stuttgart nieder und malte Bildnisse, Genrebilder und Landschaften, 
z. B. Das verlassene Schloss, Abondonata, Iphigenie, etc. 

KiihlinfiT, Wilhelm, Maler, geb. 1823 (?), f 25. Jan. 1886. Er lebte in Berlin und 
malte Landschaften. 

Ruel, Gabriel de, Maler des 17. Jahrhunderts, f 24. Dec. 1641. Er war meist 
in Granada thätig und wurde 1631 amtlicher Maler der Kathedrale von Toledo. 

Ruel, Jan Baptist de, Maler, geb. 1634 (n. A. 1606) in Antwerpen, f 1680 
(1685?, 1715 ?3, Schüler von Jan Thomas van Yperen in Mainz, wohin er als 
churfürstl. Sänger gelangt war. Er war später in Würzburg thätig, wo er Historien 
und Bildnisse malte. Die Schleissheimer Gal. besitzt von ihm das Bildniss Dernbachs 
Bischofs von Würzburg, das Mus. zu Gotha eine Madonna (1678). 

Rueland, F. (Wolfgang?), Muthmasslicher Name eines Monogrammisten RF, 
der um 1490 thätig war und von dem die Wiener Mus. vier Passionsdarstellungen 
besitzen. Andere in der Marienkirche zu Gross-Gmain bei Reichenliall und im Stift 
Klosterneuburg bei Wien. 

Rneland, Marina geb. Dorfmeister, Kunststickerin, geb. 1733 in Wien, f 
nach 1778. Sie war Lehrerin der Gemahlin Franz IL; viele ihrer Arbeiten kamen 
nach Russland. Sie schuf besonders historische Darstellungen auf Teppiche, 
Tapeten, etc. 

Ruelle, Claude de la, Maler des 17. Jahrhunderts, thätig als lothringischer 
Hofmaler um 1611 in Nancy. Er entwarf Staatsactionen, Leichenbegängnisse, etc., 
die nach seiner Zeichnung von Fr. Brentel radiert wurden. 

Rnemann^ Wilhelm Ton, Bildhauer, geb. 11. Nov. 1850 in Hannover, Schüler 
der Münchentr Akademie und von Wagmüller, dessen Liebigdenkmal er vollendete. 
1887 wurde er Professor an der Münchener Akademie. Von ihm Brunnen (Lindau), 
desgl. (Landau), Gruppe der Siegesgöttin (Bayrisches Denkmal, Wörth), Rückert- 
deukmal (Schweinfurt), Ohm (Statue, München), Wilhelm I. Denkmal (Stuttgart), 
desgl. (Heilbronn), Venus (Statuette), Bildnissbüsten, Grabdenkmäler, etc. Gold. Med! 
München 1892. 

Rnempler, Johann Wilhelm, Maler, geb. 28. Juni 1824 in Frankfurt a. M., 
Schüler des Städel'schen Instituts^ das. Er bereiste Süddeutschland (München, Wien) 
und kam auch nach Amerika. Er malte Landschaften, Thiere und Bilduisse, und 
war in Frankfurt a. M- thätig. 

Rnet, Claude de, s. Dernet, Claude. 

Ruet, Louis, Radierer, geb. 1861 in Paris, Schüler vonLerat und Muzelle. 

Er radierte nach Beutet de Monvel, Flandrin, Lawrence, Meissonier, etc., auch eine 

Thür nach Luca della Robbia, und Illustrationen zu Mauon Lescault, Hernani, u. A. m. 

Ruetger, Christian, Bildhauer, geb. 12. Jan. 1821 in Köln a. Rh., f 8. Oct. 

1846 in Bensberg bei Köln, Schüler von Schwan thaler in München. 

Ruf, Heinrich, Bildhauer, geb. 1825, f im Juni 1883 durch Selbstmord. Von 
ihm Kinderengel mit Blumenkorb, Statuette Halms, desgl. K. v. Binzers, Der Minne- 
sänger, Die Reliefs Nacht und Morgen, etc. 

Rufer, Jacob, Bildschnitzer des 16. Jahrhunderts. 1522—24 fertigte er mit 
Heinrich Seewagen das schöne Chorgestühl im Münster zu Bern. 

Ruflr, Margaret, Malerin, geb. 1847 in Philadelphia, studirte das. und in Paris. 
Sie liess sich in ihrer Vaterstadt nieder. 

Rugar, Jenny S., Malerin, geb. 1867 in Galesburg (111. U. S. A.), Schülerin 
von F. W, Freer und den Kunstschulen von Chicago und New- York. Thätig in 
ihrer Vaterstadt. Sie malte Blumen. 

Rngendas, Georg Philipp, Maler, geb. 27..Nov. 1666 in Augsburg, f 19. Mai 1742 
das., Schüler von J. Fischer, durch Studium der Werke J. Courtois', Lembkes 



Rugendas — Ruhierre. 131 

und Tcmpestas weitergebildet. Er wurde einer der augesehensten Schlachtenmaler. 
Nachdem er eine Studienreise nach Venedig und Rom gemacht hatte, kehrte er 1695 
in die Vaterstadt zurück, wo ihm die Belagerung Gelegenheit gab, Vorwürfe zu 
• sehen, die er mit eigener Lebensgefahr künstlerisch festhielt. Er wurde Direktor 
der Augsburger Akademie. Dieselben Vorwürfe, die er malte, daneben auch Jagd- 
und Thierstücke, hat R. auch geschabt und radiert. Er schuf über 40 Schabkunst- 
blätter und über 30 Radierungen, darunter die FolRe „Capricci". Von ihm Aui dem 
Schlachtfeld (Gal. Dresden), Acht Schlachtenbilder (Hampton Court Gal.), neun desgl. 
(Mus. Braunschweig); Andere in den Gal. zu Augsburg, Bamberg, Basel, Bern, 
Christiania, Copenhagen (Moltke-Sammlung), Donaueschingen, Königsberg, Schleiss- 
heim, Schwerin, Stockholm, Stuttgart, Wien (Schönbrunn und Liechtenstein), etc. 

Kngendas, Georg Philipp d. J., Kupferstecher, geb. 1701, f 1774, Sohn und 
wahrscheinlich Schüler des Georg P. R. ti. Ae, Er schabte u. A. Die Kreuzigung 
(nach Herz), Halt bei der Schenke, u. v. A. (nach Georg P. R. d. Ae.), etc. 

Rugendas^ Jeremias Gottlob, Kupferstecher, geb. 1710, t 1774, Sohn und 
wahrscheinlich Schüler des Georg P. R. d. Ae. Von ihm ungefähr 40 Blatt, nach 
Eichler, Preissler, Reni, Ribera, Trevisani, etc. 

Rngendas, (Johann) Christian, Kupferstecher, geb. 1708, f 1781 in Augsburg, 
Schüler seines Vaters Georg P. R. d. Ae. und von B. Probst. Er schabte nach 
dessen Erfindung etwa 60 Blatt, und hat ungefähr 30 Originalradierungen, auch 
Clairobscurs gefertigt. 

Bngendas, Johann Lorenz, Maler, geh, 1775 in Augsburg, f l^- I^^c. 1826, 
Urenkel des Georg P. R. d. Ae. Er war Prof. in Augsburg und Direktor der 
Zeichenschule das. Von ihm Tuschzeichnungen der Schlachten von Marengo, Austerlitz, 
Zürich, etc. Er hat auch einige Bildnisse, ein Dutzend Schlachten, Jagdstücke, etc. 
auf das Kupfer gebracht. 

Bugendas, Johann Moritz, Maler und Lithograph, geb. 29. März 1802 in 
Augsburg, t 29. Mai 1858 in Weilheim a. T. (Württemberg), Schüler von A. Adam 
und Quaglio an der Münchener Akademie, Sohn des Job. Lorenz R. 1821 unter- 
nahm er eine längere Reise nach Brasilien, besuchte dann Italien, und reiste 1831 — 47 
durch ganz Mittel- und Südamerika. Seine Sammlung von 3353 ethnographischen, 
landschaftlichen etc. Skizzen gelangten gegen eine Leibrente in das Münchener 
Kupferstich-Kabinet. ,1825 hatte er schon ein Werk mit 100 eigenhändigen Ab- 
bildungen über seine erste Brasiüen-Reise erscheinen lassen. R.'s sehr grosser Stein- 
druck „Brasilianischer Urwald" verdient Erwähnung. Sein unvollendetes Oelbild, 
Oolumbus entdeckt Amerika, gelangte in die Münchener Neue Pinakothek. 

Bvggeri, Ferdinaudo, Maler, geb. 1881 in Neapel, Schüler von D. Galdara 
an der Akademie das. Er lebte zwei Jahre lang in Paris und malte geschichtliche 
Genrebilder, Bildnisse etc., z. B. Columbus am spanischen Hof, Pergoleses letzte 
Stunde, Tartinis Traum, Mittag auf dem Lande, etc. Gold. Med., Ital. Kronen-Orden. 

Bnggeri, (Rnggieri), Guido, Maler und Kupferstecher des 16. Jahrhunderts, 
thätig um 1550 in Bologna, Schüler des F. Raibolini. Mit Primaticcio ging er nach 
FoDtainebleau, um dort zu malen. Er hat nach Primaticcio (Alexander, Vulkan und 
Cyclopen, etc.) und nach eigener Zeichnung (Ornamente, Einzelfig.uren, etc.) gestochen, 
doch steht sein Werk noch nicht fest. 

Bnggieri, GioTaunI Battista, gen. del Gessi, Maler, geb. 1606 in Bologna, 
t 1640 in Rom. Schüler vonZampieri und von F. Gessi. Er unterstützte letzteren 
bei Werken in Bologna und Neapel. In Rom hat er auch für den Marchese 
Giustiniani gemalt. Die S. Barbaziauokirche seiner Vaterstadt erhielt 3 Altar- 
gemälde von ihm. — Sein Bruder Ercole B. ahmte F. Gessi trefflich nach. Von 
ihm Tod des Hl. Joseph (S. Cristina di Pietralata, Bologna), Madonna mit Hl. 
(Servikirche das.), etc. — Ein Ferdinando B., Baumeister des 18. Jahrhunderts, 
baute 1786 das vorzügliche Innere von S. Felicitä zu Florenz und stach mehrere 
architektonische Platten. 

Buggieri, Girolamo, Maler, geb. 1662 in Vicenza, t 1717. Er malte Land- 
schaften, sowie Schlachtenstücke und war in Verona thätig. 

Buhierre, Edme Jean, Kupferstecher, geb. 29. Dec. 1789 in Paris, f nach 1886, 
Schüler von Boutrois, Malbeste und der Ecole des beaux-arts. Von ihm Ariost 
und die Räuber (1827), Dais (1881), Heinrich IV. bei Michau (nach Menjaud); Andere 
nach V. Adam, Destouches, Robert Fleury, Girodet, Monvoisin, etc. 

Bnhierre, Francois Theodore, Kupferstecher, geb. 31. Oct. 1808 in Paris, t 
1883, Schüler seines Oheims Ed me J. R. und von König. Er war zwischen 1855 — 81 



132 Ruhl — Ruisdael. 

als Kupferstecher in Paris thätig und hat besonders zahllose Heiligenbildchen ge- 
stochen. 

Itnlil, Johann Christian, Bildhauer und Illustrator, geb. 15. Dec. 1764 in 
Kassel, f 29. Sept. 1849 (1842?) das., Schüler von Nahl an der dortigen Akademie, 
von Pajou in Paris, endlich in Rom weitergebildet. Werke von ihm besitzt das 
Kasseler Museum. Er schuf auch ein Hesseudenkmal vor dem Friedberger Thore zu 
Frankfurt a. M. 1829 wurde er in Göttingen Ehrendoktor. Von seinen Illustrationen 
nennen wir die zu Ossian (Radierungen 1805 — 7), Bürgers Lenore (1827) und Apuleius' 
Amor und Psyche. 

Buhl, Jnlius Engen, Baumeister, geb. 13. Oct. 1796 in Kassel, f 27. Nov. 1871 
das., Schüler von Jussow, Sohn des Johann C. R. Er wurde Hofbaumeister, Hof- 
baudirektor und entwarf das Kasseler Ständehaus. R. gab auch baugeschichtliche 
Pracht werke heraus. 

Buhl, Ludwig' Sigismund, Maler und Kupferstecher, geb. 10. Dec. 1794 in 
Kassel, f 8. März 1887 das., Schüler der dortigen Akademie und seines Vaters Johann 
C. R., auch in Dresden, München und Rom gebildet. 1832 wurde er Direktor der 
Kasseler Galerie. Acht Jahre später machte er eine zweite Italienische Reise. Er 
schuf Historien und geschichtliche Genrebilder, z. B. Jakob II. am Hof zu Versailles, 
Rubens bei Karl I., Fortuna, etc. Auch eine Reihe von Radierungen und Illustra- 
tionen zu Shakspere. Zuletzt widmete er sich der Schriftstellerei unter dem Pseudonym 
Cardenio. 

Bnidimau, s. Rcuttimann. 

Buiuart de Brimont, Jules, Maler, geb. 1838 in Cobleuz, f 26. Mai 1898 in 
Rilly la Montaigne bei Reims, Schüler der Düsseldorfer Akademie unter Achenbach. 
1870 kam er nach ausgedehnten Reisen nach Frankreich und gewann mit „Paris 
in der Zukunft" den ersten Preis einer Figaro-Concurrenz. Er Hess sich in Rilly 
nieder, malte Bildnisse, Historien und Genrebilder. 

Rniues, Bohert de, s. Bobert, Hubert. 

Buisch, s. Buysch. 

Buisdael, (Buijsdael), Izack van, Maler des 17. Jahrhunderts, geb. inNaarden, 
begr. 4. Oct. 1677 in Haarlem, Bruder des Salomon R. 1642 war er einer der 
Direktoren der Haarlemer Gilde. Er malte Landschaften in der Weise seines Bruders 
und Goyens. Werke von ihm in den Gal. zu Aachen, Berlin, Bordeaux, Braua- 
schweig, Dessau, Frankfurt a. M., Kopenhagen, Leipzig, München, Wien (Akademie), etc. 

Ruisdnel, (Buijsö el), Jacob Izacksz van, Maler und Radierer, geb. 1628 
(1629?) in Haarlem, begr. 14. März 1682 das., wahrscheinlich Schüler seines Oheims 
Salomon van R. und des G. Vroom, Sohn des Izack van R. 1648 wurde er 
Mitglied der Haarlemer Gilde, 1659 Bürger von Amsterdam, wo er 1657—1681 sich 
aufhielt. Er war Mennonit und von seinen Zeitgenossen so wenig geschätzt, dass 
er ganz verarmte. Die Nachwelt hat ihn dafür wohl etwas über Gebühr gepriesen 
und ihn schlechtweg den grössten holländischen Landschaftsmaler genannt, was 
keineswegs zutrifft. Berghem, Lingelbach und viele Andere malten Figuren in seine 
Bilder. Ein grosser Theil seiner Gemälde zeigt uns die Umgegend von Haarlem 
und Bentheim. Aehnlich wie Claude Gelee ist er origineller und vielleicht bedeutender 
in seinen Radierungen (leider nur 10 Blatt) als in seinen Oelgemälden, Zwei 
seiner bekanntesten Gemälde sind Der Wasserfall (Mus. Amsterdam) und der sog. 
Judenkirchhof (Gal. Dresden). Andere in diesen Gal. und in denen zu Antwerpen, 
Bergamo, Berlin, Braunschweig, Brüssel, Cassel, Copenhagen, Darmstadt, Dublin, 
Dulwich, Edinburgh, Florenz (Uffizi u. Pitti), Frankfurt a. M., Glasgow, Gotha, 
Haag, Hamburg, London, Madrid, München, Nürnberg, Oldenburg, Paris, Rotterdam, 
St. Petersburg, Schieissheim, Schwerin, Stuttgart, Turin, Weimar, Wien (auch Gal. 
Schönbrunn, Liechtenstein, Harrach und Czernin), etc., besonders aber in englischem 
Privatbesitz. 

Buisdael, (Buijsdael), Jacob Salomonz van, Maler, geb. vor 1640, begr. 
den 16. Nov. 1681 in Haarlem, Sohn und Schüler des Salomon van R. 1664 
wurde er Meister der Gilde in Haarlem; 1666 siedelte er nach Amsterdam über. 
Er malte Landschaften in der Art seines Vaters, von denen sich Proben in den 
Mus. zu Berlin (zweifelhaft), Bordeaux, Cassel, München und Rotterdam befinden. 

Buiädael, (Buijsdael), Salomon van, Maler, geb. nach 1600 in Haarlem (?), 
begr. 1. Nov. 1670 das., vielleicht Schüler von E. v. d, Velde und Goyen. 1623 
wurde er Mitglied, 1648 Dekan der Gilde und war in Haarlem als Landschafts- 
maler thätig, besuchte jedoch anscheinend auch Dordtrecht, Leiden, etc. Werke 



Ruiz — Rumpel. ^^^ 



von ihm in den Gal. und Mus. zu Amsterdam, Antwerpen, Aschaflfen'burg, Bamberg, 
Basel, Berlin, Brüssel, Cassel, Copenhagen, Dresden, Dublin, Frankfurt a, M., G-lasgow, 
Mailand, München, New-York. Oldenburg, Rotterdam, Stockholm, Weimar, Wien 
(Czernin), Wörlitz, 6tc. 

Bniz^ Juan Salradere) Maler des 17. Jahrhunderts, thätig in Sevilla, wo er 
1671 Mitglied der Akademie war. — Ein Juan R. war Silberschmied und Schüler 
von J. de Arfe und fertigte um 1513 die Gustodia für die Kirchen z\i Jaen, Baeza 
und das Paulskloster zu Sevilla an. 

Ruiz de la Iglesia^ Francisco Ignacio, spanischer Maler, geb. 1648, t 1704, 
Schüler von F. Camilo und J. Garen o. Er wurde 1689 Hofmaler PhilippT V. 
und 1702 der der. Königin. Sein Hauptwerk ist Das Leben des heil. Johannes' in 
der Barfüsser-Kirche zu Madrid; in der Kirche S. Felipe Neri ein S. Joseph, in 

5. Tomas Die Himmelfahit und Krönung Maria von ihm. Dann malte er auch 
TheateilJekorationen und Dekorationen für Festlichkeiten, z. B. am Stadthaus beim 
Einzug* der Maria Anna von -Neuburg; endlich auch Bildnisse. 

Bniz . Gixon, Jqan Carlos, Maler des 17. Jahrhunderts, thätig um 1677 in 
Sevilla, wahrscheinlich Schüler von F. Herrerad. J. Eine Unbefleckte Empfängniss 
von ihm in der Kathedrale von. Sevilla. 

Buiz Gonzalez, Pedro, Maler, geb. 1633 in Madrid, f 1709 das., Schüler von 
J. A. Escalante und J. Gareno. Er malte Historien, von denen viele (z. B. 
die für S. Millan) zu Grunde gegangen sind. 

Rniz Sariono, Jnan, Maler, geb. 1701 in Higuerä de Aracena, f 1763 in 
Sevilla, .Schüler von A. M. de Tobar. Er malte Historien in Sevilla. 

Rnl, Henri, Maler nnd Radierer, geb. 1862 in Antwerpen, thätig das. Von 
seinen Blättern nennen wir „Soir", „Hiver", „En Hollande", etc. 

Rnllmann, LndTvig, Maler, geb. 1765 in Bremen, f 1822 in Paris, Schüler 
der Dresdener Akademie, auch in Paris gebildet. Von ihm besitzt die Kunsthalle 
in Bremen eine Auferstehung. Ein R., wohl dieser, lithographirte in Paris viele 
Bildnisse, Blätter zu dem „Proces Fualdes" und hat auch gezeichnet sowie radiert. 

Rnmbler, Heinrich, Radierer, geb. 1831 in Frankfurt a. M., f 1875. Wir 
nennen von ihm die zwei Originalradierungen Inneres eines Hofes und Dorfstrasse. 

Rnnimel, Alfons, Freiherr von, Maler, geb. 9. Nov. 1840 in Landshut, Schüler 
von Heinr. Kaulbach. Er Hess sich in München nieder, wo er Kammerherr und 
Major a. D. wurde. Er malte Genrebilder und Bildnisse. 

Rnmmel, Peter, Bildhauer, geh. 12. Juli 1850 in Regensburg, Schüler der 
Münchener Akademie, dann von Zumbusch in Wien; auch auf Reisen in Italien 
gebildet. Er Hess sich in der Nähe von Wien nieder. Von ihm Grabdenkmale in- 
München und Wien, Statuen für Troppau, etc, 

Rummelspncher, Josef, Maler, geb. 23. Nov. 1852 in Berlin, Schüler der 
Akademien zu Berlin und Weimar, hat auch in Düsseldorf studirt. Er Hess sich in 
seiner Vaterstadt nieder und malte Landschaften, z. B. Märkische Mühle, Corte auf 
Corsica, Am Sognefjord, An der Grawandalm, etc. 

Rnmilly, Victorine Ang^liqn« Am^lie, geb. Geneve, Malerin, geb. 1799 in 
Grenoble (D6p. Isere), f 1849 in Paris, Schülerin von Regnault. Von ihr Die 
flüchtige Königin Bruuehaut '^Mus. Grenoble), Historische Scene (ebenda), Bildniss 
Mdme.. von Graffigny und ein Anderes (Mus. Versailles); auch Genrebilder und Historien. 

Rnmohr, Karl Friedrich Lndvrig Felix von, Zeichner und R. dierer, geb. 

6. Jan. 1785 in Reinhardtsgrimma (Sachsen), f 25. Juli 1843 in Dresden. R. wurde 
als Kunsthistoriker durch, seine „Italienische Forschungen", etc. bekannt und übte 
die Kunst nur als Dilettant. Er lebte in Dresden, Heidelberg, Kopenhagen, Rein- 
liardtsgrimma und Italien. Die Gal. Raczynski in Berlin besitzt eine Federzeichnung 
von ihm R. hat auch ein paar Blatt radiert, darunter eine Landschaft nach Ruis- 
dael. Mitgl. der Berl. Akademie. S. Leben von H. W. Schulz (Leipzig 1844). 

Bump, Cliristian Gottfred, Maler, 'geb. 8. Dec. 1816 in Hilleröd, f 25. Mai 
1880 in Frederiksborg, Schüler von Lund an der Kopenhagener Akademie, auf 
Reisen durch Norwegen, Deutschland und Italien weitergebildet. Er malte erst 
Historien und Bildnisse, dann aber besonders Landschaften, z. B. Frühling im Park 
zu Frederiksborg u. A. (Gal. Kopenhagen), Das Näröthal (Gal. Aärhus), Vier Jahres- 
zeiten (Gal. Moltke), etc. 1866 Mitgl.; 1874 Prof. der Kopenhagener Akademie. 

Rnmpel, Friedrich Carl, Maler, geb. 21. Juni 1867 in Potsdam, Schüler von 
F. Heys er, M. Koch und Prof. Thedy. Er malte viele decorative Arbeiten in 
Leipzig, Erfurt,. Aschersleben, Halle, etc. und besonders im neuhergestellten Achter- 



134 Rumpf — Rnngaldier. 

manns-Thurtn zu Goslar, in welchem Ort er sich niederliess. Von ihm ferner 
Genrebilder, Bildnisse, etc., auch Illustrationen. 

Rumpf, Anton Karl, Bildhauer, geb. 24. März 1888 in Frankfurt a. M., Sohn 
und Schüler des Baumeisters Friedrich R., dann Schüler von Zwerger am 
Städel'schen Institut in Frankfurt a. M., von Burg schmiet-Lenz (1859—60), von 
Widemann an der Münchener Akademie (1860 — 3) und Schilling in Dresden 
(1863—66). Er besuchte 1866—68 Italien, 1869—70 wieder Dresden und liess sich 
dann in seiner Vaterstadt nieder. Von ibm das uördl. Giebelfeld am Opernhaus zu 
Frankfurt a. M., Moses (Domthurm das.), Aaron (ebenda), Esther, Nehemias, Jud. 
Maccabaeus (ebenda), Handel und Industrie (Börse, das.), Ph. Reis -Denkmal (Geln- 
hausen), Gruppe der Vergnügungsreisenden (Frankfurter Hauptbahnbof}, Goethe- 
büste, etc. (Goethehaus, Frankfurt a. M.), Bildnissbüsten, Grabdenkmäler, etc. 

Rnmpf, Emil, Maler, geb. 28. (24.?) Febr. 1859 in Frankfurt a. M., Schüler 
seines Vaters Peter Ph. R., der Düsseldorfer Akademie und der Karlsruher Kunst- 
schule. Er war in seinem Geburtsort, in Karlsruhe und in Cronberg tbätig. Er 
. malte militärische Genrebilder, illustrirte Hackländers Soldatengeschicbten, etc. 

Rumpf, Fritz, Maler, geb. 16. Febr. 1856 in Frankfurt a. M., Schüler des 
Städel'schen Instituts das. und der Akademie zu Kassel. Er liess sich in Potsdam 
nieder und malte Bildnisse, Ansichten, Genrebilder, etc., z. B. Oedipus in Rococo, 
Die breite Brücke zu Potsdam, etc. 

Rnmpf, Peter Philipp, Maler und Radierer, geb. 19. Dec. 1821 in Frank- 
furt a M., t 16. Jan. 1896 das., Schüler von Rüstige und Jac. Becker, thätig 
als Zeichenlehrer zu Frankfurt a. M., dann in Cronberg, nachdem er Dresden, München, 
Paris und Norditalien besucht hatte. Er malte Genrebilder, von denen die frühesten 
Courbets Einfluss verrathen, z. B. Mädchen mit Handarbeit, Rendezvous, etc., auch 
Aquarelle und die Radierungen Mühle, Näherin und Mutter ihr Kind stillend. 

Rumpier, Franz, Maler, geb. 4. Dec. 1848 in Tachau (Böhmen), Schüler von 
Engerth an der Wiener Akademie, thätig in Wien, wo er 1887 Akademieprofessor 
wurde. Er malte Genrebilder in der Art des Knaus. Von ihm Abendandacht, 
Gute Freunde, Ansichten aus Venedig und Wien; auch Bildnisse. Med. 1882, 3. Kl. 
Antwerpen 1885. 

Rnncinian, Alexander, Maler, geb. 1736 in Edinburgh, f 21. Oct. 1785 das., 
Schüler der Foulis Academy in Glasgow, meist aber Autodidakt. 1766—71 machte 
er Studien in Rom. 1771—72 war er in London thätig, liess sich dann in Edinburgh 
nieder, wo er die Akademie leitete. Für Sir James Clerks Schloss Pennycuick malte 
er 11 Illustrationen zu Ossian. Von ihm ferner ein Altarbild für die Kapelle in 
Cowgate, Scenen aus Dichtungen, etc.; auch einige Radierungen, z. B. Sigismunda 
trauert um Tancred und Ansicht des Netherbow Port zu Edinburgh. 

Rnnciman, John, Maler, geb. 1744 in Edinburgh, f 1768 in Neapel, Bruder 
des Alexander R., den er um 1766 nach Rom begleitete. Von ihm besitzt die Nat.- 
Gal. zu Edinburgh Christus in Bmaus, König Lear im Sturm und ein Selbstbildniss. 

Rundalzow, Michael, Holzschneider, geb. 1871 in St. Petersburg, Schüler von 
Basil Matthee. Er erhielt Anstellung in der Petersburger Staatsdruckerei. Von 
ihm Studienkopf (nach Bobrow), etc. 

Rnndt, Karl Lndwig', Maler, geb. um 1800 (?) in Königsberg, f nach 1880, 
studirte in Königsberg und Berlin, bereiste 1828 — 40 Italien, später nochmals Italien 
sowie England (wo er malerische Ansichten der Univers. Oxford aufnahm) und wurde 
Prof. und Hofmaler in Berlin. Er malte Landschaften, besonders aber Architekturen, von 
denen mehrere in das Schloss zu Berlin gelangten. Andere im Mus. Königsberg, u. s. w. 

Rnneberg, Walther, Bildhauer, geb. 29. Dec. 1838 in Borgo (Finnland), Schüler 
von Bissen und der St. Petersburger Akademie. Er liess sich in Helsingfors 
nieder. Von ihm Psyche und der Adler Jupiters, Apollo und Marsyas, Schlafender 
Amor, etc. Mitgl. der St. Petersburger Akademie. 

Rnngaldier, Ignaz, Maler und Kupferstecher, geb. 9. Juli 1799 in Graz, 
t 20. Nov. 1876 das., Schüler von Kauperz an der Landeszeichenschule und von 
der Wiener Akademie. Er war mit Erfolg als reproducirender Kupferstecher thätig, 
bis der Steindruck seine Technik verdrängte. Hierauf warf er sich auf das Bildniss- 
malen, besonders in Miniatur uud hatte dabei soviel Glück, dass er sich um 1845 
schon nach Graz zur Ruhe setzen konnte. Namentlich die Wiener Hofkreise sassen 
ihm. Er war auch als Lehrer beschäftigt. Von seinen Stichen in Schabkunst heben 
wir hervor Jupiter und Thetis (nach Füger), Selbstbildniss (nach dems.), S. Sebastian 
(nach Reni), Ossian (nach P. Kraft), etc. 



Eunge — Ruppert. 135 

Snnge, Julias, Maler, geb. 28. Juni 1843 in Roebel (Mecklenburg), Schüler 
der MOnchener und Karlsruher Akademien und von Prof. Gude. Er liess sich in 
München nieder und hat Skandinavien, den Orient und Italien bereist. Von ihm 
Häringsfischer (Mus. Altenburg), Küste bei Jäderen (Prag, Rudolphinum), Fischfang 
auf Ska.gen, Der Hafen zu Hamburg, Hafendamm in Frederikshafen, etc. 

Runge, Otto Sigtnnnd, Bildhauer, geb. 30. April 1806 in Hainburg, f 16. März 
1839, Schüler von Tieck in Berlin und von Thorwaldsen, hat auch in München 
studirt. ICr war erst in Hamburg, dann in St. Petersburg thätig, wo er 7 grosse 
Basreliefs für das Winterpalais schuf. R. hat auch lithographirt. 

Runge, Philipp Otto, Maler, geb. 23. Juli 1777 in Wolgast, f 2. Dec. 1810 
in Hamburg, Schüler von H. J. Herterich, G. Hardorff, der Kopenhagener 
(1799—1800) und Dresdener Ü801— 4) Akademien. R. war eine der eigenthüm- 
lichsten Erscheinungen des Jahrhunderts, in seinen künstlerischen Anschauungen 
der Zeit meist weit voraus und verkündete, wenn auch nicht stets ganz klar, ein 
Bekenntniss, das 'sich gegen die damalige Kunst der Akademien, Epigonen und 
Wortmaler auf unmittelbares Naturstudium und naives stark-persönliches Empfinden 
beruft. Er ist eine Art Vorläufer des Plein-air, der neueren dekorativen Kunst und 
der modernen Landschaft geworden. Doch ist das meist alles bei der Theorie 
geblieben und merken wir den Unterschied zwischen ihm und den Zeitgenossen mehr 
aus seinen Aufzeichnungen als aus den wenigen Gemälden, die sein früher Tod ihn 
Echafifen Hess Am besten sind noch die Bildniese ausgefallen. Seine sogen. 4 Tages- 
' Zeiten, so wie sie uns aus den Umrissstichen bekannt, sind kaum geniessbarer als 
andere gleichzeitige Malereien. Zur monumentalen Ausführung in Oel kam es nicht 
Eine kleine Sammlung seiner Gemälde etc. befindet sich in der Hamburger Kunst- 
halle. R.'s hinterlassene Schriften gab sein Bruder 1840, Hamburg, in 2 Bdn. heraus. 
R. schrieb auch ein farbentheoretisches Werk „Farbenkugel" (Hamburg 1810). 

Runk, Ferdinand, Maler, geb. 14. Oct. 17ö4 in Freiburg i. Br., f 4. Dec. 1884 
in Wien, Schüler der dortigen Akademie. Er liess sich in Wien nieder und malte 
Alpenlandscbafien, von denen die dortigen Museen eine besitzen. Von ihm ein 
Cyclus Die Natur (8 Bilder vom Eisgipfel zur Seeküste), 24 Tiroler Ansichten (von 
Piriuger aquatintirt), etc., auch einige Radierungen. 

Raoppoli, Giuseppe, Maler, geb. 1600 in Neapel, f 1659 das. Er malte 
Blumen undi Früchte, besonders Trauben. 

Rnotte, Louis Charles, Kupferstecher, geb. 1754 in Paris, f nach 1814, 
Schüler von Lemire, dann von Bartolozzi in London. Er stach in Punktir- 
manier viele Gelegenheits- und politische Blätter; einigermassen besser sind aber 
Genrebilder, etc. nach Challe, Huet, Lebarbier, Lethi^re Moreau d. J., Scbiavonetti, 
und Bildnisse, z. B. Napoleon (nach Hervier), Louis XVni., Presid. Charriere, 
Princesse Lamballe (nach Danloux), etc. 

Rnpalley, Gabriel Narcisse, Maler, geb. 1745 in Bayeux, f 1779 das. Von 
ihm J. D. de Cheylus, Bischof zu Bayeux (Mus. Bayeux), F. Genar du Homme (ebenda). 

Rupalley, Joaehim, Maler, geb. 1718 in Bayeux (Däp. Calvados), f 1780 
ebenda, Schüler von J. Restout. Von ihm die Bildnisse Paul d'Albert de Luynes 
(Mus. Bayeux), P. J. C. de Rochechonart (1771 ebenda), V. Freard du Castel (ebenda), 
M. A. J. Freart du Castel (1756 ebenda), S. Jakob in einer Landschaft mit Hochwild, 
(Tuschzeichnung, Mus. Alengon). 

Rnpert, s. Rapprecht. 

Rapp, Ladislaus, Baumeister und Kupferstecher; geb. 1790 in Wien, f nach 
1822,. Schüler der Wiener Akademie, auf Reisen nach Italien weitergebildet. Er 
lieferte Zeichnungen und Radierungen zu Prachtwerken über den Dom zu Mai- 
land (1823), etc. 

Rappe, Michael, Bildhauer und Maler, geb. 24. März 1863 in SchöfÜein im 
Gottschee. Nach schwerer Jugend wurde er Bildschnitzer in Gröden und zuletzt 
Schüler von Prof. Klotz in Wien. Er war in Salzburg, zeitweilig auch in Deutsch- 
land,' besonders in München thätig. In letzter Zeit widmete er sich der Landschafts- 
malerei. Von ihm Madonna (Oesterr. Mus. f. K. und I., Wien), Hochaltar (Scliöftlein); 
Andere Werke in der Stiftskirche zu Salzburg, etc. 

Rappert, Otto, Freiherr von, Maler, geb. 2. Aug. 1841 in Waldshut (Baden\ 
Schüler von Schäffer in Wien und 0. Seitz in München. Er machte auch Studien- 
reisen durch Deutschland, Oesterreich und nach Venedig. Im bürgerl. Brauhaus zu 
München malte er 8 grosse Ansichten von Altmünchen. Mit Prof. Braun schuf er 
die Panoraqien Weissenburg und St. Privat, mit Fleischer die von Neapel und Hoben- 



136 • Rupprecbt — Rusconi^ 

zollern. Von ihm ferner Cortile San Gregorio in Venedig, Auer Dalt, Meissen, etc., 
auch Stillleben und Aquarelle. 

Rnpprecht, Emil, Holzschneiaer, geb. 24. Nov. 1857 in Leipzig, Schüler der 
dortigen Akademie und von Ö. Roth. Von ihm Louise Dürbach (nach. F. Schmidt), 
Goethe (nach F. Preller), Gänsehüterin (nach Thumann), etc. 

Bnpprecht, Friedrich Karl, Maler, Holzschneider, Radierer und Baumeister, 
geb. 1779 in Oberzeun (bei Ansbach), f 1831 in Bamberg, Schüler von Froer in 
Nürnberg, in Dresden vreitergebildet. 1802 machte er eine Studienreise durch Süd- 
deutschland, die der Krieg unterbrach. R. wurde Dolmetsch des Generals Drouot,' 
dessen Bildniss er malte. Später Hess er sich in Bamberg nieder, wo er den Dom 
seines nach und nach angewachsenen Schmuckes beraubte und „stilvoll" in eine 
„ursprüngliche" Nüchternheit zurückversetzte. Im Besitz des Domes viele Auf- 
nahmen und Architekturzeichnungen von ihm. Er aquarellirte viele minutiöse Land- 
schaften, schuf einige 20 gerühmte Radierungen (Veduten, Titelblätter, Landschaften 
Bildnisse, etc.), einige Holzschnitte und einen Steindruck. S. Lebeti von J. Heller 1843. 

Rupprecht, (Ruprecht), Otto, Maler, geb. 5. Mai 1846 in Augsburg, f 7. Mai 
1893 in München, Schüler von W. Diez und der Akademie das. Von ihm Der 
Protzenbauer, Rath- und Radlos, Idylle, etc. 

Rupprecht von der Pfalz, Prinz, (Prince Rupert), der dritte Sohn des Pfaiz- 
grafen P'riedrieh, nachmaligen Winterkönigs und seiner Gemahlin Elisabeth von 
England, geb. 27. Dec. 1619 in Prag, f 29. Nov. 1682 in London, galt lange Zeit 
als Erfinder der Schabkunst, dessen Geheimniss ihm jedoch von Ludwig von Siegen 
verrathen wurde. Er "Ibrachte es nach England mit und hat als Liebhaber die 
Kunst ausgeübt, uater deren frühesten Vertretern er einer der bedeutendsten ist. 
Ungefähr eis Dutzend Blatt (sowie einige Radierungen) werden ihm zugeschrieben, 
darunter Der Henker (nach Ribera, gross), dasselbe (klein .als Pnobe zu EveWna 
Sculptura, das erste Druckwerk in dem die Schabkunst erwähnt wird), Sa. Magdalena 
(nach ,JV(erian), Junge mit Kerze, Der Fahnenträger, Köpfe, etc. 

Ruprecht, Johann Chj-istian, geb. um 1600 in Nürnberg, f 1654 iq Wien. 
Um 1660 war er in Prag thätig. Ferdinand III. berief ihn nach Wien, \fO er 
treffliche Copien von Dürer's Allerheiligenbild und den 10,000 Märtyrern anfertigte. 
Ferner von ihm Die Erweckung des Lazarus (S. Sebald, Nürnberg), etc. 

Ruprich-Rohert, Victor Marie Charles, Baumeister, geb. 18. Febr. 1820 in 
Paris, t ^ ^äi 1887 in Cannes, Schüler von Con&tant Dufeux und der Ecole 
des beaux-arts. 1853 wurde er Prof. d. Ornamentik an der Zeidhlen- und Baukunstschule 
zu Paris, nachdem er Diöcesanbaumeister des D^p. Calvados u. Orne gewesen war. 
Von ihm Zeichnungen der Kirchen St. Nicolas und St. Lucas in Caen (1847), der 
östlichen Facade der Kathedrale von S6ez (1849). etc., Restauration der Trinitatis- 
kirche in Caen, Kirche von Bernieres (Calvados, 1875), etc. R. hat ,mehrere 
Brochuren veröffentlicht: Le premier des däcorateurs, C'est l'architecte, L'Eglise de 
la Sainte-Trinite et l'Eglise Säint-Etienne de Caen (1864), Le Chateau de Faloise 
1864, etc. Med. 2. Kl. 1855, Kreuz der Ehrenleg. 1861, Med. 1. Kl. 1878. 

Rnsca, Francesco Carlo, geb. 1701 in Lugano, f 1769 in Mailand, Schüler 
von Amiconi, weitergebildet auf Reisen durch die Schweiz, Norddeutschland und 
England, Er malte Bildnisse, von denen das des Herzogs Karl I. von Braunschweig 
in die dortige Galerie, das eines Berner Magistraten (1724) in das Museum zu 
Bern gelangten. 

Rusche, Richard, Bildhauer, geb. 17. März 1851 in Diesdorf bei Magdeburg, 
Schüler der Berliner Akademie. Von ihm Schultze-Delitzsch-Denkmal (Görlitz), 
Cimber beim Alpenübergang, Freia; Thierplastik und Bildnissbüsten, etc. 

Ruscheweyh, Ferdinand, Kupferstecher, geb. 1785 in Neustrelitz, f 1845 das., 
studirte in Berlin und Wien, kam dann nach Rom, wo er sich Cornelius und Over- 
beck anschloss. Er ahmte in schwächlicher Weise M. A. Raimondi nach und hat 
besonders viel werthlose Carton- und Umrissstiche gescnaffen nach Bendemann, 
Carstens, Cornelius, Metsu, Overbeck, Pforr, Pippi dei Gianuzzi, R. Santi, J. Schnorr, 
Schroeder, Steinle, Thorwaldsen, Veith, Zampieri, etc. 

Rnsconi, Caniillo, Bildhauer des 18. Jahrhunderts, geb. in Mailand, f 1728, 
Schüler von Chiari und Ferrata, vielleicht auch von C. Maratti in Rom, wo 
er später Vorsteher der S. Luca-Akademie wurde. Von ihm Grabmal Gregors XIII. 
(1723 Peterskirche zu Rom, eines der besten der späteren Grabmonumente dort), 
Ignatius Loyola (?), Vier Apostel (S. Giovanni in Laterano), Statuen und Basreliefe 
(S. Ignazio Cap. in der Gesükirche). — Ein GiOTanui Antonio B. war als Hols 



Ruseruti — Rnsso. 137 

schneidfir gegen Ende des 16. Jahrhunderts in Italien thätig, tibersetzte den Vitruv und 
schnitt die Illustrationen zu seiner Ausgabe. — Ein Giaseppe R., f 1828, war als 
Bildhauer in Rom thätig. Von ihm Ignatius Loyola in der Peterskirche das. 

Rnsernti, s. Rnsati. 

Rnsiecki, Eannt, Maler, geb. 1801 in Litthauen, f 2. Juni 1860 in Wilna. 
Er •war Schüler Von Letier und Camucini in Rom, liess sich 1831 in Wilna 
nieder und malte Bildnisse. 

Rnskiewicz, Maler, geb. 1819 in Warschau, f um 1880 da«. Er malte Land- 
schaften und Genrebilder. 

Rnss, Clementine, Malerin, geb. um 1810, f 1850, Schülerin ihres Vaters, 
thätig in Wien. Sie malte Historien. 

Rnss, Franz, Maler, geb. 27. März 4 in Wien, Schüler der dortigen 
Akademie unter Ruhen, auch in Paris gebildet. Er malte geschichtliche Genre- 
bilder, sowie Bildnisse und war in Wien, dann in Paris thätig. Von ihm Demaskirt 
(Mus. St. Gallen), Das alte Burgtheater (Aquarell, Wiener Mus.), Marie Antoinette 
und Maria Theresia, Am Klavier, etc. — Ein Igrnaz R., geb. 1736 in Trautenau 
(Böhmen) malte Bildnisse und Thierstücke. 

Rüss, KarJ, Maler, geb. 11. Aug. (10. Mai?) 1779 in Wien, f 19. Sept. 1848 
das., Schüler der dortigen Akademie unter Jac. Schmutzer und Maurer; Bruder 
des Finanz R. Er wurde Kammermaler und Custos' am Belvedere. E. Wächter 
hat ihn beeinflusst. Von ihm Hekuba (1810 Wiener Mus.), Noahs Opfer, Pietä, 
Drohender Amor, etc.; auch Bildnisse, Genrebilder, Trachten, Landschaften, sowie 
ca. 40 Originalradierungen. 

Rnss, Leander, Maler, geb. 25. Nov. (23. Sept.?) 1809 in Wien, f 8- März 
1864 in Kaltenleutgeben bei Wien, Schüler der Wiener Akademie, Sohn des Karl R. 
Von ihm Türkensturm auf die Löwenbastei 1683 (Wiener Mus., auch Zeichnungen 
das.), Sancho Pansa wird geprellt, Umgebung von Cairo, Bildnisse, etc. Mitgl. 
der Wiener Akademie. 

Rnss, Robert, Maler, geb. 7. Juni 1847 in Wien, Schuler der dortigen Akademie 
unter A. Zimmer m aun. Er malte Landschaften und Ansichten aus der Umgebung 
von Wien, Tirol, Venetien, den Rheinlanden, etc., z. B. Burghof u. A. (Wiener Mus.), 
Nach dem Wolkenbruch (Rudolphinum, Prag), Mühle in Südtirol (das.). Der Ortler, 
Holländischer Kanal, etc.; auch Illustrationen. Mitgl. der Wiener Akademie; Med. 
2. Kl. Antwerpen 1885, Gr. gold. Med. Wien 1891 u. A. m. 

Rnssel, Anthony, Maler, geb. um 1660, f 1743, Schüler von Riley, Soha 
des Theodore R. Er war in England thätig und malte Bildnisse. 

Rnssel) Theodore, Maler, geb. 1614 in Brügge, f nacn 1659 in England (?), 
Schüler seines Oheims C. Jans en und von Van Dyck, mit dem er nach England kam. 
Er malte Bildnisse, besonders aber Copien nach Van Dyck und anderen berühmten 
Meistern. Von ihm Sir John Suckling (nach Van Dyck, Nat. Portr.-Gal., London), 
Thomyris erhält Cyrus' Haupt (nach Rubens, Hampton Court), Charles II. (Schloss 
Holyrood bei Edinburgh), James II. (das.), etc. 

Rnssell, Era, Malerin, geb. 1856 in Chicago, Schülerin der dortigen Kunst- 
schule. Sie würde Lehrerin an einer höheren Schule das. Von ihr Betteln, Ein 
Schulmädchen, etc. 

Rnssell, John, Maler, geb. 20. März 1745 fn. A. im April 1744) in Guildford 
(Surrey), t 20. April 1806 in HuU, Schüler von Cotes. Vornehmlich malte 'er 
Bildnisse in Pastell, veröffentlichte auch 1772 ein Werk über diese Technik und 
wurde Hofporträtzeichner Georgs III., sowie des Prinzen von Wales. Er erfand eine 
Maschine, Selenographia, zur Darstellung der Mondphasen, die er in einem mit 
eigenhändigen Stichen versehenen Buch beschrieb. Von ihm Lady Grantley, Mrs 
Fitzherbert, General Sydenham, Mrs. Nichalls, Mary Louth, Mrs. Bates, Mrs. Bell, 
George Earl of Onslow, etc. Mitgl. der Londoner Akademie 1788. — Sein Sohn 
'William R., f nach 1808, war auch Bildnissmaler. 

Rnssell, Louise W., Malerin, geb. 1872 in Chicago, Schülerin der dortigen 
Kunstschule. Sie malte Bildniese. 

Rnssi, Franco de', s. CriTelli, Taddeo dl. 

Russe, Alfred, Maler, geb. 22. Sept. 1868 in Wien, Schüler von Nieper an 
der Leipziger Akademie, dann der Berliner und Münchener Akademien. Er malte 
viele Bildnisse und copirte alte und neue Gemälde. Von ihm ferner Reni malte 
Beatrice Cenci, Walpurgisnacht, Manöveridyll, etc. — Ein Giovanni Pietro B. 
war im 17. Jahrhundert als Maler zu Capua thätig. 



138 Rüstern — Rutz. 

Bnstciu, Johann, Maler, geb. um 1760 m Pera (Konstantinopel), f 1835 in 
"Wilna, Schüler von Norblin und Bacciarelli. 1798 wurde er Adjunkt an der 
Akademie in "Wilna und nach dem Tode Smugliewicz' 1807 Professor. Von ihm 
Selbstbildniss, Türke zu Pferde (1791), Genrebilder, etc. 

Rustici, (Rnsticbino), Francesco, Maler, geb. um 1595 in Siena, f 1625 
(1652?), Schüler von F. Vanni und M. Amerighi. Er ahmte den Letzteren, sowie 
die Beleuchtungsstücke G. Honthorsts nach. Von ihm Sterbende Magdalene (Florenz, 
Pitti), S. Sebastian und Sa. Irene (Pal. Borghese, Rom), Verkündigung (Siena), etc. 

Bnstici, Giovanni Francesco, Bildhauer, geb. 13. Nov. 1474 in Florenz, f 
1554 in Frankreich, unter dem Einfluss.Verro cchios, besonders aber seines angeb- 
lichen Mitschülers L. da Vinei gebildet. Die Unruhen um 1528 veranlassten ihn 
zu Franz I. zu gehen, der ihm Arbeiten zu Fontainebleau anwies. Sein Hauptwerk 
und eines der besten aus dieser Zeit ist Die Predigt Johannes d. T. (1511 Bronze- 
gruppe, Baptisterium Florenz). Von ihm weiter Merkur auf der Weltkugel (Bronze), 
Neptun und Vulkan, Leda und Europa, etc. 

Rüstige, Heinrich Franz Gandenz Ton, Maler, geb. 11. April 1810 in Werl 
(Westfalen), Schüler der Düsseldorfer Akademie und des Städel'schen Instituts in 
Frankfurt a. M., an dem er auch zwei Jahre lang lehrte. Er liess sich nach Reisen 
nach England, Italien, Niederlande, Berlin, Paris, Wien, etc. in Stuttgart nieder und wurde 
Prof. sowie Galeriedirektor dort. R. hat auch Kunstberichte und Dramen geschrieben. 
Von ihm Gebet beim Gewitter u. A. (Nat.-Gal., Berlin), Hühnerfütterung (Gal. 
Karlsruhe), Das wiedergefundene Kind (Rosenstein bei Stuttgart), Alba in Rudplstadt 
u. A. (Gal. Stuttgart), A. in der Gal. zu Stettin, etc. Gr. gold. Med., verschiedene 
Orden. 

Bnsnti, (Rnsnttl, Rnsemti), Filippo, Mosaicist des 13. Jahrhunderts. Seine 
Hauptarbeit, sind die Mosaiken an der alten Fagade von Sa. Maria Maggiore zu Rom. 

Rnta, Clement!, Maler, geb. 1668 in Parma, f 1767, Schüler von Cignani 
und Spolverini. Er war in Neapel tbätig und erblindete zuletzt. 

Rvtehiel, s. Baxthiel. 

BateUl, Mario, Bildhauer, geb. 4. April 1859 in Palenno, studirte dort, in Neapel 
und Rom. Er besuchte auch andere italienische Stfidte. Von ihm eine Gruppe zum 
VIII Canto von Dantes Inferno, Hamlet, Vittorio Emanuele (Reiterstandbild), 
Garibaldi (desgl.), Grabmonumente,, etc. 

Bntger, Baumeister des 14. Jahrhunderts, t 1333. Er wurde 1381 Leiter des 
DombauR in Köln a. Rh. 

Bnthart, Karl Borrom&ns Andreas. Maler, geb. vor 1650, wahrscheinlich' in 
Süddeutschland, f nach 1680 (?) wahrscheinlich in Italien. 1663/64 ist er Mitglied 
der Antwerpener Gilde, 1664 in Regensburg, 1672 in Venedig nachweisbar. Er 
wurde ein gerühmter Thier- und Jagdmaler. Von ihm Odysseus. und Circe u. 3 A. 
(Gal. Dresden), Hirchjagd (Wiener Mus.). Andere in den Gal. zu Bamberg (?), Berlin 
(Depot), Budapest, Florenz (Pitti), Innsbruck, Paris, Oldenburg, Pommersfelden, 
Schieissheim, Wien (auch Gal. Czernin, Harrach, Liechtenstein, Schönbrunn), etc. 
R. hat auch einige Blatt radiert. 

Bnths, Johann Georg Valentin, Maler, geb. 6. März 1825 in Hamburg, 
stüdirte in Düsseldorf (unter Schirm er), München und Rom, nachdem er erst 
Kaufmann und Lithograph gewesen war und liess sich 1857 in Hamburg nieder, wo 
er Landschaften, Allegorien, etc. malte, z. B. Abendlandschaft in den Sabinerbergen 
u. A. (Kunsthalle Hamburg), Nordische Haide (Rudolphinum Prag), Der Wald- 
brunnen (Mus. Königsberg), Promenade (Kunsthalle Bremen), Holsteinische Land- 
Bchaft (Mus. Breslau), Herbstmorgen in der Schweiz (Gal. Dresden), Waldbrunnen 
(Gal. Danzig), An der Ostsee (Nat.-Gal. Berlin), etc.; auch acht Wandgemälde im 
Treppenhaus der Kunsthalle zu Hamburg, sowie einige Steindrucke. Mitgl. der 
Berliner und Wiener Akademien. Kl. gold Med. 1872. 

Rnthxiel, s. Rirxthicl. 

Rutscheil, s. Rnxthiel. 

Butten, Jan, Maler, geb. 31. Juli 1809 in Dordtrecht, Schüler von A. van 
Strij und G. A. Schmidt. Er war als Zeichenlehrer in seiner Vaterstadt thätig, 
malte auch Architekturen und Ansichten. 

Butz, Gustav, Bildhauer, geb. 14. Dec. 1857 in Köln a. Rh., Schüler von 
A. Hess in München. Er liess sich in Düsseldorf nieder. Von ihm Die Quelle, 
Kaiser Wilhelm I. - Denkmal (Burgsteinfurth), Giebelgruppen (Bankhaus Trink in 
Düsseldorf), Bildnissbüsten, Grabdenkmäleir, etc. 



Kuviale — Ryall. 139 

Rnviale, Francesco, Maler des 16. Jahrhunderts, gen. 11 Polidoiino, geb. in 
Spanien, gebildet in Rom und Neapel, wo er, wie sein Sobriquet bezeugt, Polidoro 
Caldara nacbahmte una um 1540 tbätig war. Von ihm u. A. eine Pieta in der Kapelle 
des Gerichtshofs zu Neapel. 

Rnwersma, Wessel Pieter, Maler, geb. 1750 in Kol'lum (Friesland), f 1827 in 
Buitenpost. Er war Autodidakt und malte Bildnisse sowie Landschaften. 

Rnxthiel, (Ruthxiel, Rutscheil, Rutchiel), Hendrik Jozef, Bildhauer, geb. 
1776 in Llerneux (Belgien), f 15. Sept., 1837, Schüler von Dewandre, dann von 
Houdon und David in Paris an der Ecole des beaux arts, an der er den Rompreis 
gewann; später gelangte er in Paris zu hohen Ehren. Von ihm Zephyr und Psyche 
(1814 Paris, Louvre), Herzog von Angoulfeme (Büste, Mus Dijon), Der kleine capito- 
linische Faun (Copie das.), Herzog von Berry (Büste, Mus. Versailles), E. Clarke 
de P^ltre (Büste, Mus. Nantes), Büsten Napoleons, Marie Louise und deren Sohnes, 
Leda, Pandora, Bossuet (Kirche zu Meaux), etc. Kr. der Ehrenleg.; Mitgl. des 
Instit. zu Gent, etc- 

Ruysbroeck, Jan van (auch Jan Tan den Berghe), Baumeister des 15. 
Jahrhunderts, thätig in Brüssel, wo er mit Anderen das berühmte Stadthaus 
(1444-54) baute. 

Ruijgch, Racliel, verehel. Pool, Malerin, geb. 1664 in Amsterdam, f 12. Aug. 
1750 das., Schülerin von W. van Aelst. 1701 wurde sie in die Haager Gilde 
eingeschrieben, 1708 Hofmalerin des Pfalzgrafen Johann Wilhelm. Sie lebte dann- 
einige Zeit in Düsseldorf und kehrte 1716 in die Heimathsstadt zurück. Sie malte 
Blumen und Fruchtstücke, von denen eins in Lille anscheinend im 85ten Jahre 
gemalt worden ist. A. in den Gal. zu Aachen, Amsterdam (auch Samml. Six), Berlin, 
Braunscbweig, Cassel, Darmstadt, Dresden, Florenz (Pitti u. Uffizi), Glasgow, Gotha, 
Haag, Innsbruck, Karlsruhe, München, New- York, Wien (auch Gal. Czernin und 
Liechtenstein), Wiesbaden, etc. — Eine Inua R. wird gleichzeitig mit ihr als im 
selben Genre in Holland thätig angeführt und war vielleicht mit ihr verwandt. 

Rnijsdael, s. Rnisdael. 

Ruyssen, Nicolas Joseph, Maler, geb. 17. März 1757 in Hazebrouck (Däp. 
Nord), t 18. Mai 1826.- Er war Zeichenlehrer der königlichen Prinzessinnen von 
England unter Georg III. 

Rijyten, Jan Mi«hel, Maler und Radierer, geb. 9. April 1813 in Antwerpen, 
t 1881, Schüler von Nuijen und Regemorter. Er war in Antwerpen thätig 
und malte Landschaften sowie Architekturen. Bilder von ihm in den Museen zu 
Danzig, Königsberg, Stettin, Stuttgart, etc. Von ihm ferner die Blätter Der Thurm- 
bau zu Babel und Die Barke Louis. 

Rnijtenscbildt, Abraham Jan, Maler, geb. 22. April. 1778 in Amsterdam, 
t 13. Mai 1841 das., Schüler von J. Andriessen und P Barbiers. Er wurde 
Zeichenlehrer und malte Genrebilder, Landschaften und Ansichten. 

Ruijven, Pieter Jansz van, Maler, geb. 7. März 1651 in Delft, f 17. Mai 
1716, Schüler von J. Jordaens (?). Er schmückte das Lustschloss von Loo mit 
dekorativen Arbeiten, malte einen Triumphbogen für William III. von England bei 
dessen Einzug in Haag, etc., Hahn mit Hühnern (Rijksmus. Amsterdam), Ceres, Kain 
und Abel, etc. 

Rnziulone, Pietro, Maler des 15. Jahrhunderts, f nach 1516, Schüler von 
Vigilia (?), thätig in Palermo. Von ihm kennt man eine Kreuzigung, etc. (1484 
Dom zu Termini.) 

Ry, Cornelis D. de, s. Danekerts, Pieter, 

Ry, Karl Du, s. Dnry, Karl. 

Ry, Pieter D. de, s. Danekerts, Pieter. 

Ry, (Dury), Simon Louis du, Baumeister, geb. um 1750 in Kassel, f 1792, 
in Rom gebildet. Er wurde Oberbaudirektor. Von ihm das Mus. Friedericianum, 
die kath. Kirclie. das Opernhaus, alle in Kassel, und das Schloss. Wilhelmshöbe in 
dessen Nähe. 

Ryall, Henry Thomas, Kupferstecher, geb. 1811 in Frome, f 14- Sept. 1867 
in Cookham (Berkshire), Schüler von S. Reynolds. Er verband Linien- mit 
Punktirmanier und wurde Hofstecber der Königin. Er lieferte Blätter für ver- 
schiedene Bildnisswerke, darunter das bekannte von Lodge, Königin Victoria (nach 
W. Ross), Colurnbus zu La Rabida (nach Wilkie), Weidewechsel (nach Rosa Bonheur), 
A. nach Ansdell, Burtoii. Corbeaux, Challon, Hayter, Landais , Landseer, Leslie, 
Taylor, etc. 



140 Rybkonski — Rijckwaerts. 

Bybkonski, Johann, Maler, geb. 1808 in Tarlöw, f 1853 in Warschau, studirte 
in Krakau; lebte im Sandomierer Kreis, in Kjelze und seit 1850 in Warschau, wo 
er Zeichenlehrer an der Realschule wurde. Er malte Bildnisse, etc. 

Rybkowski, Thaddaeas Ton, Maler, geb. 30. März 1848 in Kjelze (Russland), 
Schüler der Krakauer Kunstschule, von Löffler und Makart. Er Hess sich, in 
Wien nieder, malte decorative Deckenbilder, Sopraj^rten, etc., dann Genrebilder aus 
Galizien, Polen und dergl. m. 

Rycerski, Alexander, Maler, geb. 1828 in Kjelze, f Ende November 1866 in 
Paris. 1864 wanderte er nach Frankreich aus. Er malte Genrebilder, z. B. 
Lesende Greisin (1850). 

Rijck, Bieter Coruelisz yan, Maler des 17. Jahrhunderts, geb. 1568 in Delft, 
t 1628 (?) das., Schüler von J. Willemsz Delff und H. Jacobsz Grimani, 
endlich in Italien weiter gebildet, wo er 15 Jahre verblieb. Zurückgekehrt, war 
er eine Zeitlang in Haarlem thätig. Er malte Landschaften, Interieurs, Genrebilder, 
etc. Von ihm Die Küche (zweifelhaft, Mus. Amsterdam), desgl. (Mus. Braunschweig), 
etc. — Ein B. E. (auch P, Rycx und Bleijswijk), Bildhauer des 16. Jahrhunderts, 
schuf um 1658 das Grabmal W. C. de Witte in der Laurentiuskirche zu Rotterdam. 

Rijckaert, Darid I., Maler, geb. vor 1560, f nach 1585, in welchem Jahr er 
Meister der Gilde in Antwerpen wurde. Er scheint Brauer gewesen zu sein, ehe 
er das Malen aufnahm und hat meist Bilder Anderer staffirt, aber auch Bauern- 
stücke gemalt. 

Rijckaert, Dayid 11., Maler, get. 9. Aug. 1589 in Antwerpen, begr. 3. Oct. 
1642 das., Sohn und wahrscheinUch Schüler des David I. R. Er malte Land- 
schaften und Bauerngenrebilder. Er war der Schwiegervater des G. Coques. 

Rijckaert, David III., Maler, get. 2. Dec. 1612 in Antwerpen, f H- Nov. 
1661 das., Sohn und Schüler des David II R., wurde 1636 Mitglied der Gilde. Er 
malte Bauernstücke, etc. mit besonders gelungener Kerzenbeleüchtung. Von ihm 
In der Bauernstube u. 4 Andere (Gal. Dfösden), Musicirende Gesellschaft (Gal. 
Liechtenstein, Wien) Anbetung der Hirten (ebenda), Kirmess u. A- (Mus. Wien), 
Lustige Tischgesellscnaft (Gal. Antwerpen), Werkstatt des Seilers (Mus. Amsterdam), 
Andere in den Gal. zu Berlin, Brüssel, Cassel, Frankfurt a. M., Florenz (Uffizi), 
Genf, Kopenhagen, Leipzig, Lille, Madrid, München, Paris, St. Petersburg, Schleiss- 
heim, Schwerin, etc. Er hat auch ein paar Blatt radiert. — Ein Fredrik R. war 
1550 Mitgl. der Lucas-Gilde zu Antvperpen und malte 1570 einen Altar für die 
Jacobskirche dort. 

Rijckaert, Maerten, Maler, get. 8. Dec. 1587 in Antwerpen, f 1631/32 das., 
Sohn des David I. R., in Italien gebildet, auch Schüler des T. Verb a echt. 
J. Brueghel hat Gemälde von ihm staffirt und er war mit A. van Dyck gut befreundet.' 
Er w£^r einarmig und malte Landschaften mit Ruinen und dergl., von denen das 
Mus. Madrid eine vom Jahre 1616, die Uffizi - Galerie eine andere besitzt. —Sein 
Bruder Paul R;, geb. 1592 in Antwerpen, war auch Maler 

Rijcke, (Rijke, Reijck), Willem de, Maler, geb. 1635 in Antwerpen, f 1697 
in ^ondoh. Er war ursprünglich Goldschmied, wurde dann Maler und kam unter 
William III. nach England. Er hat auch einige Platten radiert und geschabt, z. B. 
Mars und Venus, und Susanna im Bad. — Seine Tochter Catharina de R. war auch 
Künstlerin. 

Rijckemans, (Rijckman), Nicolaes, Kupferstecher, geb. vor 1600 (?) in Ant- 
werpen, t nach 1622 (?), wahrscheinlich Schüler von Pontius. Er stach besonders 
nach Rubens, war wohl auch eine Zeitlang in Brüssel thätig. 

Rijokere, Abraham de, Maler, get. 5. Juli 1566, f 1599, Sohn und Schüler 
des Bernaard de R., schuf 1591 ein Triptychon für die Jacobskirche zu Ant- 
werpen, dessen Flügel in das dortige Museum gelangten. Zwei andere Flügel aus 
dem Dom, ebenda. 

Rijckere, (Rijcke, Rijke), Bernaard de, Maler, geb. um 1535 in Courtrai, 
t 1. Jan. 1590 in Antwerpen, wo er 1561. Mitgl. der Gilde wurde und 1589 als 
Sachverständiger für das Genter Altarbild von R. van Coxcie urtheilte. Die Mar- 
tinskirche seiner Vaterstadt besitzt eine „ Kreuztraguug " , eine Enthauptung 
Matthiä" u. A. von ihm. 

Rijckwaerts, Cornelis, Baumeister des 17. Jahrhunderts, geb. in Holland, 
t 1693 in Cüstrin, wohiu er 1667 in churfürstl. Dienste kam. Von ihm Die 
Festung Cüstrin, Das Schloss zu Sonnenburg, das zu Zerbst, Mittelbau des Schlosses 
zu Schwedt, eine fliegende Brücke bei Dessau, Entwurf zu einem Thurm für die 



Rijcx — Rijn. 141 

Petrikirche in Berlin, Die Hafenanlage zu Rügenwalde, etc. — Sein Sohn Adriaen 
Daniel R. folgte ihm im Amt. 

Rijcx, s. Rijx. 

Rydberg, Gustaf Fredrik, Maler, geb. 13. Sept. 1835 in Maknö, Schüler der 
Kopenhagener Akademie, auch 1857—59 in Stockholm und darauf in Düsseldorf 
unter Gude gebildet. 1868 besuchte er Norwegen, 1873 wiederum Düsseldorf. 
Er malte peinlich durchgeführte schwedische Landschaften, z. B. Blick bei Mörum 
(Mus. Stockholm), Frühlingslandschaft aus Schonen u. A. (ebenda). 

Ryder, Albert Pinlibam, Maler, geb. 19. März 1847 in New Bedford (Mass. 
ü. S. A.), Schüler von William E. Marshall. Er bereiste 1877 Holland, London 
und Paris, 1882 Deutschland, Italien und Spanien und Hess sich dann in New-York 
nieder. R. malte Landschaften, Thierstücke und Bildnisse. 

Ryder, Platt Powell, Maler, geb. 11. Juni 1821 in Brooklyn, Schüler von 
L. Bonnat in Paris, auch in den Niederlanden gebildet, liess sich in New-York 
nieder und malte Bildnisse und Genrebilder. 

Ryder, Thomas, Kupferstecher, geb. 1746 in London, f 1810, Schüler der 
Londoner Akademie und von Bas ixe. Er stach in Linien- und Punktir-Manier 
(darunter acht grosse Platten für Boydell's Shakspere-Gallery) nach Durno, Fuessli, 
Hamilton, Eauffmann, Northcote, Bamberg, Rigaud , Shelley, Srairke, Stothard, 
West, Wright, etc. 

Rygier, Teodoro, Bildhauer, geb. 9. Nov. 1841 in Warschau, studirte in 
Warschau, an der Berliner Akademie sowie an denen zu München und Paris. Er 
stand erst in der Heimath einer Terracotta-Fabrik vor, die in einer Feuersbrunst 
zu Grunde ging. 1874 liess er sich in Florenz nieder. Von ihm Der Glaube, Die 
Kokette, Madonna, Copernicus, Der auferstandene Christus, Zusammensturz unterm 
Kreuz (1875, Basrelief), etc. Mitgl. verschied. Akademien, mehrere Med. 

Rijjers, s. Reijers. 

Rijk, James de, Maler, geb. 17. Mai 1806 in Hilversum, Schüler von J. van 
Ravenswaaij, bereiste auch Belgien. Er malte Viehstücke. Mitgl. der Amster- 
damer Akademie. 

Ryland, William Wynne, Kupferstecher in Punktirmanier . geb. 1738 in 
London, f 29. Aug. 1788 das., Schüler von S. F. Ravenet in London, dann von 
Roubillac, F. Boucher und Lebas in Paris, wo er 5 Jahre lang verweilte. 
Zurückgekehrt wurde er Hofkupferstecher und warf sich hauptsächlich auf die 
Punktir- und Kreidemanieren. Er gab besonders Zeichnungen alter Meister, sowie 
Bilder der A. KauflFmann wieder. Er gelangte zu grossem Ansehen und Reichthum, 
z. Th. durch seinen guten Kunsthandel. Infolge einer Liebschaft und der Spiel- 
wuth verlor er Alles, gerieth in Schulden, fälschte Banknoten und wurde gehenkt. 
Seine lätzte Platte, Unterzeichnung der Magna Charta (nach Mortimer), hat Bartolozzi 
1785 vollendet. Er hat etwa 200 Platten gestochen und sind seine zart punktirten 
Blätter sehr gut, wenn auch nicht den besten Bartolozzi, C. Watson und Burkes 
ganz ebenbürtig. Ausser nach der Angelika, stach er nach Berrettini, Boucher, 
Cipriani, Cotes, van Dyck, R. Santi, L. da Vinci, etc. 

Rylander, Carl Isack, schwedischer Maler, geb. 1779, f 1810. Er malte 
Miniaturbildnisse, z. B. das des schwedischen Lieutnants zur See A. G. Ljuug auf 
Elfenbein. 

Ryley, Charles Reaben, Maler, gob. 1752 in London, f 1798 das., Schüler von 
J; H. Mortimer, nachdem er eine Zeitlang als Stecher thätig gewesen war. Er 
malte dekorative Arbeiten in 6ood*ood House (für den Herzog von Richmond), war 
Zeichenlehrer und hat auch illustrirt. Lüderlicher Lebenswandel hat sein Talent 
sich nicht entfalten lassen. 

Rijn, Rembrandt Harmensz Tan, Maler und Radierer, einer der grössten 
Künstler aller Zeiten, geb. 15. Juli 1606 in Leiden, begr. 8. Oct. 1669 in Amsterdam, 
Schüler von J. v. Swanenburgh, dann vielleicht v. Pinas und endlich von 
P. Lastman in Amsterdam, der ihn besonders anregte. Zuvor war er in Leiden 
als Student eingeschrieben gewesen. Um 1623 war er in Amsterdam, darauf bis 
1631 in Leiden, von da ab wieder in Amsterdam thätig. Uns sind datirte Werke 
von ihm seit 1625 erhalten; 1632 erhielt er seinen ersten grossen Auftrag, die 
berühmte „Anatomie-Stunde" (jetzt im Mus. Haag). 1634 heirathete er die vor- 
nehme Saskia van Uijlenburgh, mit der er bis zu ihrem Tod 1642 glücklich lebte. 
In Folge der Erbschaft, die er beim Tode seiner Mutter (1640) erhielt, des Ver- 
mögens seiner Frau und des eigenen guten Verdienstes, konnte er sich ein schönes 



142 Rijn. 

Haus kaufen und mit Kunstsammlungen füllen. Er unterhielt ein Verhältniss mit 
seiner Haushälterin, seine Vermögensumstände verschlimmerten sich und 1656 wurde 
er bankrott erklärt. Seine Sammlungen und sein Haus wurden verkauft und er 
verbrachte seine letzten Jahre in Armuth. 1665 heirathete er zum zweiten Mal. 
Er ist nie aus Holland heraus und auch da nur in wenige Städte gekommen. R.. 
zweifellos die eigenartigste und wohl nach allem die bedeutendste Erscheinung auf 
dem Gebiet der Kunst während des 17. Jahrhunderts, ist uns einer der sympathischsten 
Meister, da er die Kunst rein empfand und klar zwischen dem Schönen in der 
Natur und dem Schönen in der Kunst zu scheiden vermochte, gänzlich von aller 
Association absah. Ein jeder Vorwurf wird von ihm durch eine geistige That 
umgeschaflFen, erhält das Gepräge seines "Willens und so ist er auch der Aufgabe 
überhoben, seine Vorwürfe besonders auszuwählen, da durch seine Stilisirung ein 
jeder zu einem Kunstwerk wird. Anfänglich noch mehr oder minder in der herkömm- 
lichen Malweise befangen, arbeitet er sich in seinem Alter zu einer unübertroffenen 
Freiheit und Grösse des Vortrags durch. Wie kein Anderer hat er das eigenartige 
Helldunkel, das wir schon von seinem Meister Lastman her kennen, zur Schönheit 
ausgebildet. Man möchte fast sagen, jedoch, dass er in der Radierung noch grösser 
sei als in der Malerei, da er alle die Elemente dieser Kunst folgerichtig zu ihrem 
Höhenpunkte entwickelte, die Selbständigkeit der Linie, die Verwendung des Grats 
etc., und nie Missgriffe machte, es sei denn in einigen der Bildnisse, die ein zuviel 
der Arbeit aufweisen. R. wählte seine Vorwürfe aus allen Gebieten, die religiösen 
Bilder und die Bildnisse sind aber seine höchsten Leistungen, auf dem Kupfer treten 
ihnen noch die Darstellungen aus dem täglichen Leben würdig zur Seite. Er war 
der Erste, der in unserem Sinne das Malerische der Zerlumptheit und des Schmutzes 
erkannte und hat oft das alte Judenviertel von Amsterdam mit seinen orientalischen 
Erscheinungen aufgesucht. Seine grossartige Künstlerschaft macht sich auch besonders 
in den Handzeichnungen geltend. Er hatte viele nachmals geschätzte Künstler zu 
Schülern, von denen manche, wie Bol, Eeckhoudt und Livens direkte Nachahmer 
wurden. Von den circa 350 Gemälden R.'s besass sein Vaterland 1891 nur 25; die 
reichste Sammlung findet man in England. Von festländischen Museen sind St. 
Petersburg, Kassel, Dresden, München, Paris, Stockholm, Amsterdam und Haag 
hervorzuheben. Als einige der schönsten Gemälde nennen wir Hochzeit des Simson 
(Dresden), Saskia als Mädchen (das.), Saskia mit der Blume (das.), „Wein, Weib 
und Gesang" (das.), Manoah Opfer (das.), Simson bedroht seinen Schwiegervater 
(Berlin), Die Kreuzabnahme (München), Heilige Familie (das.), Saskia (Gal. Kassel), 
Simson und Delila (das.), Selbstbildniss (das.), Die Jünger in Emaus (Paris), Selbst- 
bildniss im Alter (London), Anbetung der Hirten (das.). Die Ehebrecherin vor Christo 
(das.), Selbstbildniss (Uffizien, Florenz), Die sog. Nachtwache (Amsterdam), Die 
„Staalmeesters" (das.), Bathseba im Bade (Samml. Steengracht, Haag). Andere in 
den genannten Gal. und in denen zu Amsterdam (Samml. SU), Antwerpen, Aschaffen- 
burg, Augsburg, Braunschweig, Brüssel, Cambridge, Darmstadt, Dulwich, Florenz 
(Pitti), Frankfurt a. M., Gotha, Hampton Court, Innsbruck, Kopenhagen, Leipzig, 
London (Sammign. Buckingham Palace, Bridgewater, Grosvenor House, Hope, Wallace, 
etc.), Madrid, Moskau (Samml. Massaloff), Oldenburg, Paris (Samml. Seilli^res u. A.), 
Rotterdam, Stockholm, Stuttgart, Wien (auch Akademie, Sammlungen Harrach und 
Liechtenstein), Windsor, etc. Dem R. werden über 360 Radierungen zugeschrieben, 
doch rühren wohl viele davon von Schülern her und ist man heute noch nicht Über 
die Zutheilung einig. Auch hier können wir nur einige der. berühmtesten und 
schönsten anführen: Jesus heilt die Kranken (schon zu R.'s Zeit als „Hundertgulden- 
blatt" bezeichnet, acht Abdrücke des ersten Zustands wurden bekannt, einer errang 
neuerdings den Preis von 33,000 Francs!), Predigt Jesu, Plucht nach Egypten, Ver- 
kündigung an die Hirten, Abraham bewirthet die Engel, Ecce Homo, S. Hieronymus 
im Freien (2 mal), Selbstbildniss an der Rampe (im Ganzen über 15 Selbstbildnisse), 
Clement de Jonghe, Jan Asselijn Tolling (ein Abdruck eines seltenen Zustandes erzielte 
neuerdings fast 40,000 Eres.!), Die drei Bäume, Die drei Hütten, Das Stacket, Die 
Brücke des Six, Der Rattengiftverkäufer, Die spanische Zigeunerin, Das Schwein, Die 
Muschel, Die badende Frau, etc. Die Radierungen wurden facsimilirt von Dutuit (Paris 
1880), Amand Durand (Paris 1880), Janitsch und Lichtwark (1885). S. Biographie, etc. 
von Burnet (1849), Vosmaer (1Ö77), C. Blanc (Paris 1880), Scheltema (Paris 1866), 
Mollett (London 1882), Michel (1898), Vosmaer und viele A. Lippmann publicirte 1888 
u. ff. vier Bände Zeichnungen von ihm ; Bode und de Groot veröffentlichen seit 1897 
ein Rembrandt-„Werk", das seine sämmtlichen Oelgemälde in Heliogravüre bringen soll. 



Rijnbout — S. Meister. 143 

Bijnbont, Jan, Bildhauer, geb. 29. Jan. 1800 in Utrecht, Autodidakt. Von 
ihm St. Bavo (Kirche zu Harmelen), Statuen am Justizgebäude zu Utrecht, etc. 

Rijnbont, Jan Jacob, Wachsbossirer und Bildschnitzer, geb. 16. Juni 1798 in 
Utrecht, t 12. Ang. 1849 das., Schüler der dortigen Zeichen-Akademie. Er copirte 
Compositionen von R. Santi, Van der Werff, etc. 

Rijne, Jan van, Kupferstecher, geb. 1712 in Holland, f 1760, um 1750 thätig 
in London. Er stach Ansichten von England, Ostindieu, Afrika, etc. 

Rijngh, 8. Ring^ 

Rljsbrack, Michiel, Bildhauer, geb. 24. Juni 1693 in Antwerpen, f 11. Jan. 
1770 in London, .vieleicht Sohn des Pieter R. Er kam noch jung (1720) nach Eng- 
land, wo er zu hohem Ansehen gelangte. Von ihm William III. (Bristol), George I. 
(Börse, London), George II. (ebenda), Hercules (Stourhead, Wilts.), Grabmal Sir 
G. Kneller u. A. (Westminster Abtei, London), etc. 

Rijsbrack, Pieter, Maler, get. 25. April 1655 in Antwerpen, f 1729 (?) in 
Brüssel, Schüler des P. A. Immenraet, dann von Francisque Millet. Er 
malte gekünstelte Landschaften, nahm sich G. Dughet zum Muster, war mit vielem 
Erfolg in Paris thätig und kehrte nach Antwerpen zurück, wo er 1713 Direktor der 
Akademie wurde. Er hat auch in Brüssel gelebt. Landschaften von ihm in den 
Mus. zu Antwerpen, Aschaffenburg, Bamberg, Berlin (Depot), Dresden (?), Hamburg, 
Pommersfelden, Schieissheim und Stuttgart. R. hat auch 6 staffirte Landschaften 
geätzt. — Sein Sohn G. R. geb. 1696 in Antwerpen, malte Fische. Geflügel, etc. — 
Sein anderer Sohn. Pieter Andries R., wurde 1709 Meister, 1713 Dekan der Ant- 
werpener Gilde und starb 1748 I?) in London. Er malte Landschaften in der Weise 
seines Vaters. 

RIjsbraeck, Jakob Cornill, Maler, geb. 1685 (?], t 22. Febr. 1765 in Paris, 
Sonn des Pieter R. Er war vor 1729 Meister geworden. — Von einem Lndoyicns 
R. besitzt die LiechtensteinGal. in Wien eine Waldlandschaft vom Jahre 1716. 

Rijsbroeck, s. Reesbroeck. 

Rijsen, s, Rijzen. 

RijsTfijck, Lambert Tan, Ciseleur, geb. 1821 (?), f. 27. Juli 1894. Er spielte 
auch eine Rolle unter den vlämischen Dichtern und Dramatikern. — Ein Uirck 
Tan R. (auch Rijeswijck), war um 1653 als Medailleur, Goldschmied Ebenist, etc. 
thätig. Kin Tisch von ihm im Grottensaal zu Sanssouci. 

Ryther, Angustine, Holzschneider und Kupferstecher des 16. Jahrhunderts, 
thätig um 1590 in London, einer der frühesten dortigen Meister, der zugleich Ver- 
leger und Kunsthändler war. Von seinen Schnitten nennen wir die Karten von 
Yorkshire, Pläne von London und Westminster ; von Stichen Pläne von Oxford und 
Cambridge, Die Spanische Invasion, etc. 

Rijx (Rijckx, Rijcx), Nicolaes, Maler, geb. 1637 in Brügge, f nach 1695 
(? n. A. 1667) das Sohn eines Jan R. (1585—1643). Er bereiste den Orient, blieb lange 
in Jerusalem und wurde 1667 Mitglied der Gilde in seinem Heimathsort. Er malte 
Landschaften und Ansichten mit orientalischer Staffage, etc. — Sein Bruder Paul 
R. d. Ae., geb. 1612 in Brügge, wurde 1635 Mitglied der Lucasgilde dort, und malte 
1644 einen S. Hieronymus (Salvatorkirche zu Brügge) — Ein Panl R- d. J., geb. 
1649 in Brügge, f 1690, war Maler und 1672—77 Mitglied der ßrügger Gilde. 

Rijzen (Rijsen), Warner (Waruard) Tan, Maler des 17. Jahrhunderts, geb. 
in Zaltbommel, f in Spanien, Schüler von G. van Poelenburg, bereiste auch 
Italien. 1664 malte er in der Heimath, 1665 wurde er Juwelier und zog nach 
Spanien. Das einzig bekannte Gemälde von ihm Die büssende Magdalena besitzt 
die Gal. zu Kassel. 



S. 



S. Meister, s. Meister S. 

S. Meister E., s. Meister E, S. 



Saal, Georg Eduard Otto, Maler, geb. 1818 in Koblenz, f 3. Oct. 1870 in 
Baden-Baden, Schüler der Düsseldorfer Akademie unter Schirm er, besuchte die 
Rheinlande, dann Norwegen und Lappland, hielt sich aber am längsten in Paris auf. 
Von ihm Milteruacbtssonne (Mus. Leipzig), 'Dorfstuhe in Tyrol (Mus. DonaueschiugenX 



144 Saar — Sabbatini. 

Blick im Schwarzwald (1867 Paris, Louvrc), Näcbtlicbes Begräbniss im Hardanger 
Fjord (Gal. Karlsruhe), Hardanger Fjord bei Nacht (Gal. Frankfurt a. M.), Blick im 
Walde von Fontainebleau, etc., Prof., Badiscber Hofmaler. Mehrere Med, u. Ord. — 
Ein T. S. stach um 1670 Vignetten für Bücherillustration. 

Saar, Alois von, Maler, geb. 1799 in Traiskirchen (Niederösterreich), f nach 
1840. Schüler der Wiener Akademie. Er malte Architekturen in Oel und Wasser- 
farben, z. B. Prag und die Karlsbrücke (Wiener Mus.), Belgrad im Mondschein, Die 
Dominikaner- und Karolinen-Basteien zu Wien, etc. 

Saar, Karl Ton, Maler, geb. 1771 in Traiskirchen (Niederösterreich), f 1853. 
Er malte Miniaturbildnisse auf Elfenbein. 

SaaYedra, s. Castillo y Saayedra« 

Sabatelli, Francesco, Maler, geb. 22. Febr. 1803 in Florenz, f 18. Aug. 1829 
in Mailand, Sohn und Schüler des Luigi S., weitergebildet in Rom und Venedig. 
Leopold II. berief ihn 1823 nach Florenz und ernannte ihn dort zum Professor. 
Von ihm Mitten im Sturm (Mod. Gal. Florenz), Hector greift griechische Schiffe an 
(f^resko im Gal. Pitti: Theil des Olymp seines Vaters), S. Antonius erweckt einen 
Todten, etc. Mitglied der Venezian. Akademie. 

Sabatelli, Giuseppe, Maler, geb. 24. Juni 1813 in Mailand, f 27. Febr. 1848 
in Florenz, Sohn und Schüler des Luigi S. 1834 berief ihn Leopold II. als Prof. 
an die Akademie zu Florenz. Von ihm F. degli Überti in der Schlacht am Serchlo 
(1841 Mod. Gal. Florenz), Sa. Philomena :(1837 S. Francesco, Pisa), Zwei Wunder 
des Hl. Antonius (1834 — 35 Sa. Croce, Florenz), Die Versuchung des Hl. Antonius 
(8. Tommaso, Mailand), etc. 

Sabatelli, Lnigi d. Ae., Maler und Radierer, geb. 19. Febr. 1772 in Florenz, 
t 29. Jan. 1850 in Mailand, Schüler der Florentiner Akademie unter Pedroni, 
weitergebildet in Rom' und Venedig. 1808 berief ihn Eugene Beaulwwtiais an die 
Akademie zu Mailand als Prof. Von ihm die Fresken Der Olymp (1820—25 Pal. Pitti, 
Florenz), Die Vermählung der Psyche (1831 Pal. Busca-Serbelloni in Mailand), A. 
in S. Gaudenzio zu Novara, in der Kirche zu Valmadrera bei Lecco, etc., ferner 
Abigail vor David (1806 Marienkapelle zu Arezzo), Vertreibung Heliodors, P. Gapponi 
serreisst die französischen Friedeusbedingungen, etc. Von seinen Radierungen nennen 
wir Die Pest zu Florenz (1802), Die Visionen der Offenbarung (1809), Bildnisse, etc. 
im Ganzen etwa 50 Blatt. Mitglied der Akademien zu München, Wien und aller 
Italienischen. Jos. Ord., Oester. gr. gold. Med. 

Sabatelli, Luigi d. J., Maler, geb. 12. Febr. 1818 in Mailand, Sohn und 
Schüler des Luigi S. d. Ae., dem er bei den Fresken half.. Von ihm Sa. Maria 
(1869 Nazarethkirche , Mailand), Die Evangelisten u. A. m. (1871 Kathedrale von 
Cunardo), Scenen aus dem Leben des Hl. Stephan (1858 Kirche zu Mariano), etc. 
Er malte auch Bilder von Bombay und Hongkong in Oel, 

Sabaterii, Pierre, Glasmaler des 13. Jahrhunderts, thätig um 1298 in Mont- 
pellier. Er lieferte der Kathedrale prachtvolle Fenster. — Sein Sohn Laurent S. 
war in gleicher Weise thätig. 

Sabatini, s. Sabbatini. 

Saband, Caroline, Malerin, geb. 9. April 18S3 in Paris, f im Sept. 1868 das., 
Schülerin von Dupont und Chabal-Dussurgey. Sie malte Blumen und Copien 
auf Porzellan, darunter nach Saint-Jean, Chaplain. 

Sabbatini,. (Sabatini), Andrea^ Maler, gen. Andrea da Salerno, geb. um 1480 
in Salerno, f 1545 in Gaeta, Schüler von R. Epifanio zu Neapel, soll darauf be- 
vorzugter Schüler R. Santis geworden sein, doch ist dies bezweifelt worden, da S. 
sich nur als in Neapel thätig nachweisen l&sst. Besonders gelobt Werden seine (jetzt 
z. Th. entstellten) Fresken zur Geschichte des S. Gennaro in der Vorhalle des inneren 
Hofes von S. Gennaro de' Poveri. Von ihm ferner Pifetä (Dom, Salerno), Altar 
(Sa. Maria delle Grazie, Neapel), desgl. (S. Severino, das.), Madonna (S- Domenico 
Maggiore, das.), Anbetung der- Könige, S. Nicolaus thronend, u. A. (Mus. das.), etc. 

Sabbatini, (Sabatini), Francesco, Baumeister des 18. Jahrhunderts, Schüler 
von Vanvitelli, dem er bei der Sa. Annunziata zu Neapel half. Carlos IJLI. berief 
ihn nach • Spanien, wo er u. A. die Dogana und das Thor von Alcald errichtete. 

Sabbatiui, (Sabbatani?), Lorenzo, Maler, gen. Lorenzino da Bologna, geb. 
1583 (?) in Bologna, t 1577 in Rom, Schüler . des Prospero Fontana (und des 
Tibaldi?), besuchte später Rom und ahmte R. Santi, M. A. Buonarotti, 
auch Mazzuoli nach. Für Gregor XIII. malte er in der Capelle Paolina Scenen 
aus dem Leben des Hl. Paul, und den Triumph des Glaubens in der Sala Reggia. 



Sabina — SaccW. 145 

Er erhielt darauf die Oberaufsicht. Ober die derzeitigen malerischen Decorationen 
des Vatikan. Von ihm Die Verlobung der Hl. Katbarina (Gal. Dresden), Thronende 
Maria (Mus. Berlin), Zwei Bildnisse (Gal. Parma), Weibl. Bildniss (Gal. Borgbese, Rom), 
Madonna (Paris, Louvre), Die Pilger in Emmaus, u. A. (Gal. Bologna), viele Altar- 
gemälde in Bologneser Kirchen, etc. 

Sabina, 8. Savina. 

Säblet, Jacques Henri, (auch Jacob le peintre du Soleil gen.), Maler, geb. 
1749 (1751?) in Morges am Genfer See, f 1803 in Paris, Schüler von Dubois und 
Cocher zu Lyon, hielt sich 20 Jahre lang in Italien auf, besuchte auch Spanien. 
Von ihm Sitzender lesender Greis (Mus. antes), Italienische Wäscherinnen (ebenda), 
Weinlese in Italien (ebendti), Inneres des Cinq-Cents- Saales zu Saint Cloud (ebenda), 
Bildniss des Frangois Cacault in seinen Gärten spazierend (ebenda). Er hat auch radiert. 

Säblet, Jean Fran^ois, Maler, geb. 1745 mi Morges (Schweiz), f 1819 in 
Nantes, Schüler von Vien, Bruder des Jacques H, S. Er bereiste auch Italien, 
Darauf half er Mme. Lebrun bei ihren Aufträgen für Louis XVI. und liess sich 
endlich in Nantes nieder. Für die Börse in Nantes malte er 6 Grisaillenbilder auf 
Napoleons Besuch dort bezüglich, die später nach Amerika gelangten. Von ihm 
Ansicht von Tivoli und der Campagna (Mus. Nantes), Eingang in Savoyen (ebenda), 
Italienische Ansicht (ebenda), Bildniss des Malers P. R. Cacault u. A. (ebenda). 

Sablon, Pierre, Kupferstecher, geb. 1584 (?) in Chartres, f nach 1606. Man 
kennt von ihm eine Copie des LamecU und Kain von Lucas van Leiden, Der gute 
Samariter, das Bildniss Rabelais' und ein Selbstbildniss vom Jahre 1607. 

Sacca, Paolo, Intarsienarbeiter des 16. Jahrhunderts, thätig in Bologna, wo 
er (1517 — 21) das Chorgestühl in S. Giovanni in Monte schuf. Ferner von ihm das 
Chorgestühl in S. Francesco zu Cremona (1534). 

Sacehetti, Giovanni Battista, Baumeister des 18. Jahrhunderts, geb. in Turin, 
t 1766 in Madrid, Schüler von F. Juvara, nach dessen Tod er 1734 den kgl. Palast 
zu Madrid begann und um 1746 vollendete. Er hatte Juvaras Pläne hierzu wesent- 
lich verändert. Von ihm ferner die Zeichnung zur Fa^ade des S. Ildefonso- 
Palastes. Prof. 

Sacchi, Andrea, Maler, gen. Oucbe, geb. im Nov. 1600 zu Nettuno bei Rom, 
t 21. Juni 1661 in Rom, natürlicher Sohn und Schüler eines Benedetto S., dann 
Hauptschüler des F. Albani. Kardinal MafFeo Barberini, nachmals Urban VIU., 
unterBtützte ihn, und liess ihn das Wunder des Hl. Gregor (jetzt im Vatikan) malen; 
dieses Bild, Die göttliche Weisheit (Pal. Barberini) und Die Vision des Hl. Romuald 
(Vatikan) begründeten seinen Ruf. Er errichtete nach 1650 die letzte römische 
Schule. Von ihm feiner Bildniss eines Priesters (Gal. Borgbese, Rom), Tod der 
Sa. Anna, (S. Carlo di Catinari, das.), Verspottung Noah u. A. (Mus. Wien), Selbst- 
Bildniss u. A. (Gal. Madrid), Ruhende Venus u. A. (St. Potersburg, Eremitage), etc. — 
Sein Sohn und Schüler Ginseppe S., nachmals Minoriten-Frat«r, war auch Maler 
und schuf Bildnisse sowie Historien. 

Saccbi, Antonio, Maler des 17. Jahrhunderts, geb. in. Como, f 1694. Er hatte 
in Rom studirt und soll an Schmerz über seine eigene schlechte Arbeit gestorben sein. 

Sacchi, Biagio, Kupferstecher des 19. Jahrhunderts, geb. in Busseto, f 1878, 
Schüler Toschis, an dessen grossem Allegri-Werk er thätig war. 

Sacchi, Carlo, Maler und Radierer, geb. 1616/17 in Pavia, f 17Q7 das., Schüler 
von Rossi in Mailand, weitergebildet in Rom und Venedig. Er ahmte P. Caliari 
und J. Robusti nach. Von ibra S. Jacobua (Osservanti, Pavia), Anbetung der Hirten 
(Rad. nach J. Robusti), Anbetung der Weisen (nach P. Caliari), etc. 

Sacchi, Gasparo, Maler des 16. Jahrhunderts, geb. in Imola, f nach 1520. 
Er war in Ravenna und der Romagna thätig. Von ihm Altar (1517 Sakristei des 
Castel S. Pietro, Imola); desgl. (1521 S. Francesco in Tavola, Bologna), etc. 

Sacchi, M., Maler des 17. Jahrhunderts, gen. II Sacchi, geb. in Casale. Dort 
malte er Die Ehelotterie (S, Francesco) und eine Kirchenfahne, Madonna mit Hei- 
ligen (S. Agöstino) 

Saecm, Pier-Francesco, Maler des 16. Jahrhunderts, gen. II Payese, geb. in 
Pavia, thätig von 1512 — 26 in Genua, wahrscheinlich Schüler oder beeinflusst von 
Carlo del Mantegna. 1520 ist er Mitglied der Gilde zu Genua. Von ihm: S. Jo- 
hannes Baptista scheidet von seinen Eltern (1512 Sa. Maria, Genua). Drei Heilige 
in einer Landschaft (Sa. Maria di Castello, das.), SS. Martin und Benedict (1514 
Mus. Berlin), Christus am Kreuz (ebenda). Die Kreuzigung (Kirche zu Multedo bei 
Genua), Die Vier Doctores der Kirche (Paris, Louvre), etc. 

Allgemeines Eünstler-Lexicon. 6. Aufl. 4. Band, 10 



146 Sacciii - Sadeler. 

Sacchi, de', 8. Licinio da Pordenone. 

Sacchiati, Pietro, Holzächneider des 17- Jahrhunderts, geb. um 1598 in Ba- 
venna. Er schuf Holzschnitte und Clair-obscurs nach Bildern der Renalseancemeister. 

Sacchiense, H, | 

Sacchiensis, \ g. Licinio da Pordenone. 

Saocbis, de, j 

Sacco, (Sacchi), Scipione, Maler des 16. Jahrhunderts, geb. in Cesena, an- 
geblich Schüler R. Santis. Von ihm S. Gregor (1545 Dom zu Cesena), Tod des 
S. Petrus Martyi (S. Domenico, das.), etc. 

Sachs, Heinrich, Kupferstecher, geb. 18. April 1831 in Berlin, Schüler von 
Ed. Mandel und der dortigen Akademie. 1863 verbrachte er in Italien, 1864—66 
in München; dann kehrte er nach Berlin zurück. Von ihm Kupferstecher Georg 
Friedrich Schmidt und seine Frau (nach A. Pesne), A. nach Kaulbach, S. Bosa, 
Spangenberg, Terburg, etc. 

Sachs, Michael Emil, Maler, geb. 25. Oct. 1836 in Hadamar (Nassau), f 6. Juli 
1893 in Partenkirchen, Schüler von Scheuer in Wiesbaden, Schirmer in Karls- 
ruhe und Oswald Achenbach in Düsseldorf. Er Hess sich erst in Wiesbaden 
nieder und wurde später Director der von ihm gegründeten Distriktsschnitzschule 
in Werdenfels bei Partenkirchen (Baiern). Er malte Landschaften, z. B. Die 
Vegetationsgrenze, Eififellandschaft, Im Taunus, etc. Med. 1863, Gr. gold. Med, 
für Kunst und Wissenschaft, Adolf-Ord. 

Sachsen-Coburg, Albert Franz Angust Karl Emannel, Herzog von (Prince 
'Consort von England), geb. d. 26. Aug. 1819, f 14. Dec. 1861 in Windsor, seit 
1840 Gemahl der Königin Victoria, die nach seinen Zeichnungen mehrere Blatt 
radiert hat. 

Sachsen-Cobnrg, Ferdinand Angnst Franz Anton, Prinz von (König 
Ferdinand II. you Portugal), gen. 29. Oct. 1816 in Wien, f 15. Dec. 1885, radierte 
viele Platten nach eigener Erfindung und nach A. 

Sacbsen-Teschen, Albert Kasimir, Herzog von, geb. 11. Juli 1738 in Moritz- 
burg, t 11. Febr. 1822 in Wien, Er begründete die berühmte Albertina-Sammlung 
in Wien und hat selbst Zeichnungen geliefert, die Boetius, Holtzmann und Schniutzei 
gestochen haben. 

SadilleTcn, s. Saftleven. 

Sacli, Eduard, Maler, geb. 6. März 1857 in Boppard, Schüler der Kunst- 
schulen in Karlsruhe und Berlin. 1881 liess er sich in München nieder, war dort 
an der Kunstgewerbeschule thätig und wurde dann Conservator am Kunstgewerbe- 
museum in Kaiserslautern. 1898 kam er als Leiter der Ausstellungen des Eunst- 
vereins nach Hamburg. Von ihm Urtheil des Paris, Orientalische Frauen, viele 
decorative Arbeiten, etc. Ferner unter dem Namen K. Cassius die Caricaturen zum 
„Spottvogel im Münchener Glaspalast", auch schriftstellerische Arbeiten. 

Sacr6, £mile, Maler, geb. 1844 (?), f 1882, Er malte Bildnisse und Genre- 
bilder, z. B. Der Tod des Brunnenmachers. 

Sadee, Philip Lodewijk Jacob Frederik, Maler, geb. 7, Febr. 1837 im Haag, 
Schüler von J. E. J. v. d. Berg an der dortigen Akademie, weitergebildet auf 
Reisen durch Deutschland und Frankreich; er malte erst Historien, dann Genre- 
bilder aus dem Fischerleben, etc. Von ihm Ernte (1874 Mus. Amsterdam), Rückkehr 
vom Fischmarkt (ebenda), Schiffbruch, etc. 

Sadeler, Gilles (Aegidins), Kupferstecher nnd Maler, geb. 1570 (1575?) in 
Antwerpen, f 1629 in Prag, Schüler seiner beiden Oheime Jan S. d. Ae. und Rapbael 
d. Ae. Er bereiste mit ihnen Deutschland und Italien und wurde dann von Rudolph 
U. nach Prag berufen, wo er hohes Ansehen und Pension auch bei dessen Nach- 
folgern Matthias und Ferdinand II. genoss. Er schuf zahlreiche Blätter und gehört, 
wenn er auch der beste der Stecherfamilie Sadeler ist, doch wohl nicht ganz in 
die erste Reihe der grossen Stecher überhaupt. Ausser Folgen von Ansichten, etc. 
zählt man über 250 Blätter von ihm, davon viele, namentlich Bildnisse nach eigener 
Zeichnung, Andere nach Baroccio, Bril, Brueghel, Duerer, Palma d. J., da Ponte, 
Procaccini, Robusti, R. Santi, G. Schwartz, B. Spranger, A. de Vries, P. de Wit, 
etc. S. hat auch gemalt; die Wiener Mus, besitzen einen Hl, Sebastian von ihm. 

Sadeler, Jan d. Ae., Kupferstecher, geb. 1550 in Brüssel, f 1610 in Venedig. 
Er lernte bei seinem Vater, einem Waffenätzer und wendete eich erst mit 20 Jahren 
dem eigentlichen Kupferstich zu. Er bereiste Italien und Deutschland. Er war in 
Antwerpen, Frankfurt a. M. (1587). Köln a. Rh, (1580-87), Mtlnchen (1588—1595), Rom, 



Sadeler — Saey. 14? 

Venedig und Verona thätig. Besonders am Bayrischen Hof hatte er viel Erfolg. 
Seine Bildnisse sind meistens sehr gut. Er stach eine grösser^ Anzahl von Folgen, 
Die Planeten, Die Monate, Die Eremiten, Die Jahreszeiten, etc. Von ihm Blätter nach 
J. V. Aachen, T. Bernard, H. Bol, P. Bril, P. Caldara, An. Carracci, M. Cocxie, 
Mostaert, da Ponte, M. de Vos, C. . de Witte, F. Zuccaro, etc., zusammen über 
200 Platten. 

Sadeler, Jau d. J., Kupferstecher, geb. vor 1600, f nach 1666. Er war 1633—52 
in München thätig. Wir nennen von ihm Bildniss des J. Mandel, Liebfrauen- Altar 
zu Oetting, Die Schlacht bei Prag (1621), Ansichten von Venedig, etc. 

Sadeler, Jnstns, Kupferstecher, geb. vor 1600, f 1620 (n. A. 1729 in Amster- 
dam), Sohn und Schüler des Jan S. d. Ae. Er war meist als Verleger thätig; doch 
hat er auch gestochen, u. A. Bildnisse land Blätter nach Roltenhammer, Zuccaro, etc. 

Sadeler, Marens, Kupferstecher des 17. Jahrhunderts, get. 11. Juni 1614 in 
München, Sohn eines Eisenschneiders Daniel S. Er Hess sich später in Venedig als 
Kunsthändler nieder. Er war besonders als Verleger thätig und gab u. A. späte, 
Drucke der älteren Sadeler-Stiche heraus. Er selbst stach gegenseitige Kopien nach 
Dürer und Saenredam, etc. 

Sadeler, Philipp, Kupferstecher des 17. Jahrhunderts, geb. in München (?), 
thätig das. um 1624—29, angeblich Sohn des Gilles S. Von ihm S, Aloysius (1625), 
Bildnisse, Landschaften, etc. — Sein Bruder (?) Tobias S. war um 1675 in Wien 
als Kupferstecher thätig und schuf Stiche nach Heiligenbildern in Budweis, Bechin, etc. 

Sadeler, Raphael d. Ae., Kupterstecher, geb. 1555 (1561?) in Brüssel, f 1616 
in Venedig, jüngerer Bruder des Jan S. d. Ae., den er auf seinen Reisen nach 
Venedig und München begleitete. In letzterem Ort arbeitete er an der grossen minder- 
werthigen Folge „Ba\'ana Sancta et Pia' etc., doch hat er auch bessere Blätter 
geschaffen, darunter die Schlacht von Prag, Sardanapal (nach J. a Winghen), etc. 
Er stach u. A. nach J. v. Aachen, A Carracci, J. Caraca, M. Grünewald, M. Kager, 
G, Mostaert, J. Stradanus, P. de Witte, M. de Vos, etc. zusammen über 200 
Platten. 

Sadeler, Kaphael d. J., Kupferstecher, geb. vor 1580 (?), f 1028 in München, 
Sohn und Schüler des Raphael S. d. Ae., den er bei seinen grösseren Folgen (1618 — 24 
in München) unterstützte. Von ihm ferner Die Verkündigung (nach C. Schwartz), 
Venus und Adonis, Assunta (nach M. Kager), etc. 

Sadler, Thomas, Maler des 17. Jahrhunderts, thätig zwischen 168Q und 1705 
in England. Er malte Bildnisse in Oel und Miniatur, darunter den theologischen 
Dicüter Bunyan und den Herzog von Monmouth. — Ein William S., Maler des 18. 
Jahrhunderts, geb. in England, f in Dublin, malte hier Bildnisse. 

SaefYenlbom, Johan, Maler, geb. 1721, f 1784, Schüler von J. Vernet in 
Paris. Er war in seiner Heimath Schweden thätig. Im Mus. zu Stockholm Schiff- 
bruch nahe einer Festung von ihm. 

Saemisch, Andreas, Maler, geb. 16. Oct. 1849 in Carith bei Magdeburg, Schüler 
der Düsseldorfer Akademie, später von Bier mann und Gussow in Berlin. Er 
wurde Gymnasialzeichenlehrer in Wismar und Ratibor. Von ihm besitzt das Mus. 
zu Schwerin ein Bildniss. 

Saenredam, Jan, Kupferstecher, geb. 1565 in Zaandam, f 1607 in Assendelft, 
Schüler von Goltzius, nachdem er Korbflechter gewesen war, auch unter J. de Gheyn 
gebildet. Er hat (nach Weigel) 124 Platten gestochen, darunter etwa ein Dutzend 
nach eigener Zeichnung, die am meisten geschätzt werden; A. nach Bloemaert, 
P. Caldara, P. Caliari, Cornelis von Haarlem, Gtiltzius, P. Isaacx, L. v. Leyden, 
K. V. Mander, Spranger u. A. 

Saenredam, Pieter Jansz, Maler und Radierer, geh 9. Juni 1597 in Assendelft, 
begr. 31. Mai 1665 in Haarlem, Schüler von F. P. de Gr ebber, auch seines Vaters, 
des Jan S. 1623 war er Mitglied der Haarlemer Gilde, 1686 in Utrecht thätig, be- 
suchte auch andere holländische Städte und malte getreue Ansichten von dortigen 
Kirchen, z. B. Maiienkirche zu Utrecht u. A. (Samml. Slk, Amsterdam), Inneres der 
Kirche zu Assenrielit u. 5 A. (Mus. Amsterdam), Andere in den Sammlungen zu 
Berlin, Braunschweig, Cassel, Haarlem, Rotterdam, Turin, Utrecht, etc. Von seinen 
Radierungen nennen wir Statue des L. Costet zu Schloss Berckenroode, 

Saeuberlich, Lorenz, Holzschneider des 17. Jahrhunderts, f 1613 (?). 1599 er- 
schienen Holzschnitte in Wittenberg von ihm. 

Saey, Jacques Ferdinand, Maler des 17. Jahrhunderts, der 1672 Schüler von 
Y. Ehrenberg %var. — Ein anderer S., geb. in Antwerpen, wird schon 1660 als 



148 Satf — Sagstatter. 

Maler angeführt und hat vielfach mit Hieronymus Janssen gemalt. Er schuf 
meist Architekturen. 

Saff, (Schaff), Voytgch E. (Idalbert Eduard), Bildhauer, geb. 1865 in Policka 
(Böhmen), thätig in Rom. Er schuf Bildnissreliefs, etc. 

SaflTt; J. C. W., Maler und Kupferstecher, geb. 4. Oct. 1778 ir Amsterdam, 
t vor dem Febr. 1850 das., Schüler von P Barbiers. Er malte Interieurs und 
Landschaften und schuf einige Radierungen. 

Saftleven, (Zachtleven, Saftlehen), Cornelis, Maler und Radierer, geb. 1606 
in Rotterdam, begr. 4, Juli 1681 das., Sohn und wahrscheinlich Schüler des Her- 
rn an S. IL, von Brouwer und Teniers beeinflusst. 1667 wurde er Vorstand 
der Gilde in Rotterdam, wo er immer, ausser einem Ausflug nach Utrecht 1634, ver- 
weilte. Er malte Landschaften^ Interieurs, Thierstücke und Stillleben. Von ihm 
Betende Hirten vor dem Sturm u. A. (Mus. Amsterdam), Im Stalle u. A. (Gal. Dresden), 
Landschaft mit Vieh (Gal. Haag), Unterhaltung im Wirthshaus (Rudolfinum, Prag); 
A. in Aachen, Braunschweig, Karlsruhe, Köln, Madrid, Nürnberg, Paris, Schleissbeim, 
Schwerin, St. Petersburg, Wien (Gal. Liechtenstein), etc. Von seinen Radierungen 
nennen wir Die fünf Sinne, Hirt mit Herde, Thierstücke, etc. 

Saftleven, (Zachtleven, Saftleben), Hemian 11., Maler des 17. Jahrhunderts, 
t 1627. Er malte Mondscheinlandschaften, auch Biblische Historien. Es gab einen 
noch älteren Künstler dieses Namens. 

Saftleven, (Zachtleven, Saftleben), Hermau III., Maler unü Radierer, geb. 
1609 in Rotterdam, f 5. Jan. 1685 in Utrecht, Schüler seines gleichnamigen Vaters 
und vielleicht seines Bruders Cornelis S. 1633 Hess er sich in Utrecht nieder, 
1655 wurde er Vorstand der Malergenossenscbaft. Er malte Landschaften besonders 
Rheingegenden mit zahlreichen Figuren. Bilder von ihm in den Gal. und Mus. zu 
Aachen, Amsterdam, Aschaffenburg, Berlin, Braunscliweig, Brüssel, Dresden, Frank- 
furt a. M., Gotha, Haarlem, Kopenhagen, London, München, Oldenburg, Rotterdam, 
Schwerin, St. Petersburg, Stockholm, Wien (auch. Gal. Czernin, Liechtenstein und 
Schönborn), etc. Von seinen ca. 40 Radierungen nennen wir Selbstbildniss, Bettler 
und Hund, Entenjäger, Die 4 Jahreszeiten, Landschaften, etc. 

Sage, Angnste Jules, Maler, geb. 16. März 1829 in Paris, Schüler von Picot 
und der Ecole des beaux arts. Von ihm Christus auf dem Oelberg (1876), Die 
Familie (1880), Die göttliche Gerechtigkeit beschützt den Unglücklichen (1881), 
auch Bildnisse. 

Sager, Michael, Baumeister, geh. 13. Sept. 1826 bei Frontenhausen (Nieder- 
baiern), f 6. Jan. 1898 in München. Von 1869—88 baute er in Oesterreich-tngarn 
und Bosnien eine grosse Anzahl Bahnen und führte einen der schwierigsten Theile 
des Nordostseekanals (mit der Hochbrücke bei Grünthal) aus, wobei er mit seinen 
Einrichtungen für die Arbeiter Vorbild für den Staat und von demselben nachge- 
ahmt wurde. Später war er bei der Regulirung des Wienflusses in Wien thätig. Er 
war Baurath. 

Sagert, Carl Hermann, Kupferstecher, geb. 1. Jan. 1822 in Berlin, f 20. 
April 1889 in Friedenau bei Berlin, Schüler von H. Fincke in Berlin, wo er auch 
als Kunsthändler lebte. Von ihm Die Rast (nach E. Meyerheim), Neapolitanerinnen 
am Meeresstrande (nach Aug. Riedel) und Stiche nach Ludwig Richter, Plockhorst, 
L'Allemand, H. Heidel, Becker, Vautier, Tidemand, etc. 

Saglio, Camille, Maler, geb. 1804 in Strassburg, f 1889, Schüler von Jolivard 
und C. Roqueplan. Er malte Landschaften vom Rhein und der Rhone. 

Sagrera, Gnillermo, Baumeister des 15. Jahrhunderts, baute 1426—48 die 
schöne Börse (Lonja) von Palma auf Mallorca. 

Sagrestani, Giovanni Camillo, Maler, geb. 1660 in Florenz, f 1731, studirte 
in der Giusti- und C. Cignani-Schule. Er ahmte letzteren nach und war auch Dichter. 

Sagstätter, Gottfried Heinrich, Maler und Zeichner, geb. 1811 in München, 
t 25. Dec. 1883 das. Er schuf allegorische Zeichnungen, Historien und Genrebilder, 
2. B. eine Madonna auf Wolken, Die Rauferei, Buchstaben längst vergangener Zeit 
alter deutscher Herrlichkeit. 

Sagstätter, Hermann, Maler, geb. 1808 in München, f nach 1883 (?), Schüler 
der Münchener Akademie. Er malte erst Genrebilder, Bauernscenen und dergl., dann 
Historien, u. A. Altarbilder für Kirchen zu Dorfen, Gilching, Haching, MOnchen-Schwa- 
bing u A. (Bayern), Kettershausen, Monheim u. A. (Schwaben). Von ihm ferner 
Cartons zu 4 Glasfenstern mit den Propheten (Kölner Doni), Luther und Melanchthon; 
Wandgemälde (Rathhaus, Landsberg), etc. 



Sahib — Saint-Aubin. 149 

Sahib, eigentlich Louis Ernest Lesage, Zeichner, geb. 1847 in Paris. Er 
lieferte gelungene Caricaturen über die Marine, etc. 

8ahler, Otto Christian, Kupferstecher und Goldschmied des 1 8. Jahrbunderts, 
thätig in Deutschland. 

Sahm, Hermann, Maler, geb. 19. Januar 1867 in Königsberg i. Pr., Schüler von 
Heydeck und Steffeck an der dortigen Akademie. Von ihm Modellpause, Rück- 
kehr vom Maskenball, etc., auch Bildnisse. 

Saillant, Pere, Maler des 16. Jahrhunderts, f in Avignon. Er malte gute 
Miniaturen und war AugustinermöDch. 

Saillar, (Sahler), Louis, Kupferstecher, geb. 1748 in Paris, j i793 in London. 
In London war er für Boydell thätig.- Von ihm Blätter nach Dou, Honthorst, Reynolds, 
Rubens, Smart, Zampieri, etc. 

Sailmakerj Isaac, Maler, geb. 1633 in England, t 28. Juni 1721, Schüler 
von G. Geldorp. Er malte Marinen und Seeschlachten, u. A. im Auftrag Cromwells 
Die Flotte vor Mardyke. 

Sain, tSdonard Ale^sandre, Maler, geb. 13. Mai 1830 in Cluny (Dep. Saöne 
et Loire), Schüler von Picot, der Akad. zu Valenciennes und der :ßcole des beaux- 
arts. Er liess sich in Nai)terre nieder. Von ihm Der Aufbruch zur Messe (1863 
Mus. Macon), Erinnerung an den Platz Montamara zu Rom (Mus. Autun), Ausgrabungen 
in Pompeji (1866 Mus Luxcmbourg), Hochzeitsmahl bei einem Capriner (Mus. Valen- 
ciennes) etc., auch Bildnisse Med. 1866, 3. Klasse 1875; Kr. der Ehrenleg. 1877. 

Sain, Faul, Maler, geb. 1853 in Avignon, thätig in Paris. Er malte Landschaften 
ond Ansichten, z. B. Alte Gasse in Baux, Zwischen Villeneuve und Avignon, Sonnen- 
untergang in der Bucht Saint-Michel. 

Saine, Thomas, Baumeister des 18. Jahrhunderts, thätig in England. Er gab 
Plans, Elevations and Sections of Noblemen and Gentlemen's Houses, 2 Bde. mit 
176 Tafeln heraus. 

Saint, Daniel, Maler, geb. 1778 in Saint-Lo (Dep. Manche), f 23. Mai 1847 
das., Schüler von Regnault und Aubry. Er malte Miniaturbildnisae , von 
denen zwei in die Lou vre- Sammlungen gelangten. Med. 2. Kl. 1806, 1. Kl. 1808. 

Saint-Andr^, Simon Renard de, Maler, geb. 1614 in Paris, f 1677 das., 
Schüler "von Beaubrun Er besuchte Rom. Er malte Bildnisse für den Pariser 
Hof und wurde Mitglied uer Akademie. Von ihm auch der Kupferstich Das Jesuskind. 

Saint-Anbert, Antoiue Fran^ois, Maler, geb. 11. Sept. 1715 in Cambrai (Dep. 
Kord), t 10. April 1788 das. Er wurde in Paris ausgebildet und später Prof. an der 
Zeichenschulft in Cambrai. Von ihm Carneval auf dem Rathhaus-Platz zu Cambrai 
(Mus. Cambrai), Allegorie (ebenda), „Zemire und Azor** u. A (ebenda), Aufbruch 
tvLT Jagd u. A. (Röthelzeicbnungen, Mus. Wicar zu Lille). 

Saint-Aubert, Antoine Louis, Maler, geb. 1. Sept 1794 in Cambrai, f 16- Sept. 
1854 das., Sohn und" Schüler des Louis Joseph Nicolas S. Von ihm besitzt das 
Mus. Cambrai eine Marine. 

Saint-Aubert, Louis Joseph Nicolas, Maler, geb. 13. Mai 1755 in Cambrai 
(Dep. Nord), f 12. Nov. 1810 das., Sohn und Schüler des Antoine Fraucois S., 
dessen Nachfolger er an der Zeichenschule seiner Vaterstadt wurde. Von ihm im 
dortigen Mus. Christus im Grab. 

Saint-Aubin, An^ustin de, Kupferstecher, geb. 3. Juni 1736 in Paris, f 9. 
Nov. 1807 das., Schüler seines Brudets Gabriel Jacques de S. und von Cars; 
er wurde einer der berühmtesten Vignettenstecher des 18. Jahrhunderts in Frankreich. 
Er stach nach Boucher, Caliari, Cochin, Duplessis, Grenze, Vanloo mehr als 300 
Bildnisse, zahllose Gemmen, Medaillen, Vignetten u. A. m., schuf auch Bildnisse in 
Bleistift und Pastell, etc. Ausser den zahlreichen Illustrationen für Sammelwerke, 
stach er an die 800 Einzelblätter. 1793 wurde er Kupferstecher an der Nat.-Bibliothek. 

Saint-Aubin, Charles Germain de, Zeichner und Kupferstecher, geb. 1721 in 
Paris, t 17. März 1786 das., Sohu und Schüler des Gabriel Germain S. Er 
wurde Hofkupferstecher für Trachten. Von ihm eine seltene Folge von Radierungen 
genannt: Essais de papillouneries humaines, sowie zwei weitere Folgen Meine kleinen 
Sträusse und Die Blümchen. 

Saint-Aubin, Gabriel Jacques de,. Maler und Kupferstecher, geb. 1724 in 
Paris, t 9. Febr. 1780 das., Schüler von Jeaurat, C. de Vfermont und Boucher, 
Sohn des Gabriel G. de S. Enttäuscht darüber, dass sein „Laban mit seinen Haus- 
göttern* nur den 2. Rompreis errang, verzichtete er auf akademische Ehren und 
arbeitete fernerhin für sich. Von ihm Mutter ihr Kind stillend, ein junges Mädchen 



150 Saint- Aubin — Saint-Maxcel. 

zeichnet daneben (getuschte Federzeichnung, Mus. Louvre), Voltaire bei der Irene- 
Anfführung (Zeichnung, ebenda). Von Gemälden nennen, wir Triumph der Liebe, DorfiFest, 
Selbstbildniss, Versuchung des Hl. Antonius. S. hat auch 43 Blatt radiert, z. B. 
Der Charlatan des Pont^Neuf, Der Salon von 1753, Fest in den Tuilerien, etc. 

Saint-Aubin, Loais Michel de, Maler, geb. 20. März 1731 in Paris, f 1779 
das., Sohn des Gabriel Germain de S. 1764 wurde er als Maler an der Porzellan- 
fabrik zu S^vres angestellt. 

Saint-Aubin, Pongin de, Maler des 18. Jahrhunderts, f nach 1777, thätig 
zwischen 1751 und 1764. Er malte Bildnisse in Oel und Aquarell und war Mitglied 
der St. Lucas-Akademie. 

Saint- Anlaire, Fölix Achille Bennpoil, Maler und Lithograph, geb. 1801 in 
Piedmont, t nach 1837, Schüler von Garnerey. "Wir n'ennen von ihm Seegefecht 
(1827), Lootse in Havre, Der Nil bei Cairo, etc.; von seinen Lithographien Der Lootse 
(n. Isabey), Normannische Fischer (n. Mozin), Hafenansichten (nach eigenen Ge- 
mälden), etc. 

Saint-Eye, Jean Marie, Kupferstecher, geb. 9. Juni 1810 in Lyon, f 4. Sept. 
1856 in Montmartre (Ddp, Seine), Schüler der Ecole des beaux-arts zu Lyon und 
Paris, von V. Vibert und von Richomme. 1840 gewann er den L grossen Eom- 
preis auf Grund einer gestoclienen ,Akademie'. Von ihm Stiche nach Andrea Angeli 
(Madonna mit Heiligen), R. Santi (Heilige Cäcilia, die Poesie, etc.), auch Bildnisse 
nach A. Scheffer, Ingres, etc. Med. 1. Kl. 1848. Sein Leben von J. S. Bourgeois 
(1860), C. Fraisse (1862). 

Saint-ETre, Gillot, Maler und Lithograph, geb. 1791 in Bault-sur-Suippe 
(Dep. Marne), f 1858 in Paris. Er war Artillerie- Offizier gewesen. Von ihm Schlafender 
Soldat von Räubern überrascht (Mxls. Angers), Karl V. von Frankreich (Mus. Versailles), 
Gründung der Pariser Bibliothek 1379 und Adele Andere auch Bildnisse (ebenda), 
ferner etwa ein Dutzend Steindrucke. Med. 2. Kl. 1824, 1. Kl. 1827 Kr. d Ehren- 
legion 1833. 

Saint-Gaadens, Ängnstns, Bildhauer, geb. 1848 in Dublin (Irland), kam früli. 
nach Amerika. Er studirte in Paris unter Jouffroy an der Ecole des beaux-arts 
und in Rom, nachdem er schon bei seinem Vater das Steinschneiden geübt hatte. 
S. ist einer der bedeutendsten neuer^sn Bildhauer Amerikas. Von ihm ein Basrelief- 
bildniss von Bastien Lepage io dessen 31. Jahre (1880 Bronze, Paris), Hiawatha, 
Farragut (Statue), Basreliefs (S. Thomas in New- York). Versch. Med. 

Saint-Genys, Marie Candlle Arthur, Marquis de, Maler, geb. vor 1845 in 
Angers (Ddp. Maine-et-Loire), Schüler von Aligny, Bieniiourry und Pignerolles. 
Von ihm Einsamkeit (1864 Mus. Angers), Ansicht auf der Insel Wight (1867). Der 
erste Schnee (1879), etc. 

Saint-Igny, Jean de, Maler, Bildhauer und Radierer, geh- vor 1600 in Eouen, 
f nach 1648. Von ihm besitzt das Hotel Gluny zu Paris 7 altrömiscb.e Scenen aiif 
vergoldetem Leder gemalt. Viele haben nach seiner Zeichnung gestochen, er selbst 
radierte ca. 60 Blatt und schrieb ein Buch über die Grundzüge der Bildnissmalerei 
(1630 mit 13 Tafeln und einem Anhang von 51 kl. Büsten und anatomischen Figuren). 

Saint- Jeany Louis Honore, Maler unseres Jahrhunderts, geb. 1793 in Dün- 
kirchen, Schüler von Senave. Er malte Genrescenen und Bildnisse, z.B. Der Liebes- 
unterricht, Der Flötenunterricht, etc. 

Saint- Jean, Simon, Maler, geb. 14. Oct. 1808 in Lyon f 3. Juli 1860 in Ecully- 
Lyon, Schüler der Lyoner Schule, von Thierriat und von F. Lepage, auch durch. 
Studium van Huysums gebildet. Von ihm Blumentrageades Mädchen (1839 Mus. 
Lyon), Christnskopf mit den Abendmahlsembleraen u. A. (ebenda), Blumen und Früchte 
(1845 jlus. Dijon). Blumenstück C1857 Mus. Amsterdam), Blumen in den Ruinen u. A. 
(1855 Paris, Louvre), Die Segenbringende (Paris, Luxembourg), Blumen in einem Hut 
(Mus. Ronen), etc. S. war auch schriftstellerisch thätig. Med. 3. Kl. 1834, 2. Kl. 1844, 
1855 Kr. d. Ehrenleg. 1843. - Sein Sohn Paul S. war ebenfalls Maler und schuf 
Bildnisse, Genrebilder, etc. 

Saint-Marce^nx, Charles Rene Panl de, Bildhauer, gen. im Sept. 1845 in 
Reims, Schüler Jouffroys. Vod ihm Die Jugend Dantes (1868), Hairlequin, Genius 
dai Gehfimniss des Grabes hütend (Marmorstatue, 1879 Luxemboxurg, Paris), Bildniss- 
büsten, etc. Med. 2. Kl. 1872, 1. Kl. 1879; Kr. d. Ehrenleg. 1880. 

Saint-Marcel, Charle's Edme (Calin), Maler und Radierer, geb. 1819 in Paris, 
t 1890, Schüler von Delacroix. Er malte und radierte Landschaff eu, besonders 
aus dem Fontainebleauer Wald nnji Thierstücke. Von ihm Löwe seine Beute ver- 



Saint-Marcel — Saintio. 151 

scblingend (Mus, Luxembourg), HerbstJandscLaft, Ansicht der Wolfeschlucht im Wald 
von Fontainebleau (1857), Zweite Ansicht hiervon (1881), etc.; ferner 12 Radierungen 
nach alten Meistern, 4 Blätter aus dem Wald von Fontainebleau, vier andere Ra- 
dierungen und 1 Steindlrack. 

Saint-Marcelj Emile Normand, Maler, geb. 11. Juli 1840 in Paris, Scbüler 
seines Vaters E. S. und von Pils. Von ihm Pferdeverkauf, Hochzeit im Mai, Quai 
in Paris, Musketier vo'n 1677, Arbeitspause, etc. Auch Aquarelle und Fayencen. 

Saint-Martin, Alexandre n. Pierre, s. Pan de St, Martin. 

Saint-Martiu , Andr6 de» Baumeister des 15. Jahrhunderts. Mit Colin et 
de laChesnaye hat er 1499 die Notre-Dame-Brücke zu Paris erneuert. 

SaiDt'Martin, Paul de, Maler, geb. vor 1830 in Bolbec (D^p. Seine- Inferieure), 
Schüler. von P. Delaroche. Von ihm Ansicht nahe Meaux (Mus. Cambrai), Sumpf 
in der Normandie, Landschaft mit der Taufe Christi, Umgebung von Rouen, etc. 

Saint Memin, Charles B. J. F. de, amerikanischer -Kupferstecher, geb. 
1780, t 1852. 

Saint-Non, Jean Claude Bicliard, Abbe de, Zeichner und Radierer, geb. 1780 
in Paris, f 1804 (n. A. 1792). Aus Kunsteifer verkaufte er seine Stellung als Parla- 
mentsrath, bereiste Italien und machte Studien nach den Werken der grossen Meister, 
die er dann radierte. Ferner von ihm Blätter iiacTi Fragonard, Leprince, Robert, 
etc. 19 Blatt antike Gerälhe und Ornamente und das Werk „Voyage pittoresque 
dltalie". 

Saint-Onrs, Jean^Plerre (Paul), Maler, geb. 4. April 1752 in Genf, f 6. April 
1809 das., Schüler der Ecole des beaux-arts in Paris und von Vien. 1780 gewann 
er mit seinem Raub der Sabinerinnen (jetzt im Louvre?) den grossen Rompreis. 
Gesundheitshalber musste er 1792 'Italien verlasseh und Hess sich wieder in Gent 
nieder. 1803 wurde von der französischen Regierung unter 72 Entwürfen zu dem 
Thema „Concordat" nur seiner mit einer Auszeichnung bedacht. Von ihm Olympische 
Spiele u. viele A. (Mus. Rath, Genf), Spartanisches Gericht über die Neugeborenen 
(1795 Gal. Schieissheim), David und Abigail, Homer singend, etc. Mitgl. des Instituts. 

Saint-Plerre, Gaston Casimir, Maler, geb. 12. Mai 1833 in Nimes (Däp. 
Qard), Schüler von Cogniet und Jalabert. Er bereiste Frankreich und Algerien. 
Im (jhor der Kathedrale von Oran malte er St. Louis sich ausschiffend in Tunis, 
u. A. m. Von ihm Leda (1865 Mus. Nimes), Schlafende Nymphe (Mus. Marseille), 
Spottender Amor (1868 Mus. Chäteauroux), Kind aus Tlemcen, Selbstbildniss, etc. 
Med. 1868, 2. Kl. 1879; Kr. der Ehrenleg. 1881. 

Saint-lJrbain, Ferdinand de, Baumeister und Medailleur, geb. 30. Jopi 1658 
in Hancy, f 11. Jan. 1723 das. 1671 besuchte er 'München, bereiste dann Deutsch- 
land und Italien und trat in die AJtademie zu Bologna eia. Dort wurde er 1673 
Direktor des Münzkabinets und Stadtbaumeister. Nach zehn Jahren berief ihn in 
letzterer Eigenschaft Innocenz XI. nach Rom, wo er 20 Jahre verblieb, um dann auf 
Einladung Leopold I. von Lothringen nach IJTancy zurückzukehren. 1703 begann er 
die Kirche zu Pont-ä-Mousson, die drei Jahre nach seinem Tode vollendet wurde. 
Im Ganzen schuf er etwa 120 Med. für die genannten Höfe, für Spanien, Orleans, 
den Churf. v. d. Pfalz, etc. Clu-istus-Ord. Sein Leben von H. Lepage (1867). — Sein 
Sohn Claude Augnstin de S., geb. in Nancy, f l'^61> schuf Med. auf verschiedene 
Lothringer Herzog« und ging mit Franz, nachmaligen Kaiser, nach Wien. — 
Auch seine Tochter Marie lune ^., vereheli de Vaültrin, schuf verschiedene 
Medaillen. 

Saint-Tves, Pierre de, Maler, geb. 1666 in Maubert-Fontaine, f 20. März 
1716 in Paris. 1708 wurde er MitgL der Pariser Akademie auf Grund seines „Jephtha", 
jetzt im Mus. Tours. 

Sainte-Alary, Henri *de, Zeichner und Stahlstecher, geb. 1846 in Versailles, 
lebt in Dainville. Er lieferte Zeichnungen, besonders gern militärische, für die 
Zeitschriften Paris Bouffon, Panurge, Chat Noir u. A. und illustrirte zahlreicbe, 
meist in kleiner Auflage erschienene Bücher. Von ihm Album Soudard et Troupies, 
ein Alphabet Arm^e frarigaise, viele humoristische Plaketten, 15 Zeichnungen zu 
einer Novelle von Y. Rambaud „Der Strauss**, Das Leben zu Pferde, u. s. w. 

Saintin J\iles :Emile, Maler,' geb. 14. Aug. 1829 in Lemee (D^p. Aisne), f 
14. Juli 1894, Schüler von DroUing, Le Boucher, Picot und der Ecole des 
beaux-arts. Er lebte 10 Jahre in Amerika, wo er u. A- die Indianer studirte. Er 
malte hauptsächlich Bildnisse (darunter viele Pastelle), dann auch einige Allegorien, 
Genrebilder, etc. Med. 1866, 1870; Kr. der Ehrenleg. 1877. 



152 Saintin — Salamanea. 

Saintln, Louis Henri, Maler, geb. 13 Oct 1846 in Paris, Schüler von 
Coidtepoin, Pils, St. Marcel and A. Sege. Von ihm Fussweg im Wald (1873 
Mufl. Montpellier), Waldsumpf im St. Germaio -Thal zur Winterszeit (1867). Alte 
Stiege des Carraes-Klosters zu ßennes (1881), etc. Med. 3. Kl. 1882. 

Sajösy, Alois, Maler, geb. 11. Sept. 1836 iu Gyöngyoa (Ungarn), Schüler der 
Akademien zu Budapest, Wien, München, Brüssel u. Venedig. Er malte biblische 
Bilder und Bildnisse, z. B. Franz Deak, den Erzbischof von Erlau, über 50 Altar- 
gemälde, etc. 

Sftiter, (Seiter, Seuter, Syder), Daniel^ Maler, gen. II Cavaliere Daniele 
und Der Abeudstern, geb. 1649 in Wien, f 1705 in Turin, Schüler von C. Loth in 
Venedig und Maratta in Rom. Er war in Rom und Turin (für den Hof) thätig. 
Von ihm Kuppelfresken im Ospedale Maggiore zu Turin ; ferner Venus auf Wolken 
(Gal. Augsburg), S. Hieronymus (Gal. Dresden), A. in Braunschweig, Turin, etc. 

Saiter, (Seiter, Sentcr), Johann Gottfried, Kupferstecher, geb. 1718 (1717V) 
in Augsburg, f 1800 das., Schüler von Ri ding er und G. M Preissler, studirte 
dann in Venedig, Rom und Florenz, das er später nochmals besuchte. Seit 1758 
war er wieder in Augsburg thätig. Von ihm Goethe, Kupetzky, Rugendas, die Hoch- 
zeit SU Cana; A. nach Albani, A. Angeli, Caliari, Carracci, Celesti, Procaceini, R. Santi, 
Solimena, da Vinci, etc.; auch Buchillustrationen. 

Saire, (Sayve), Jean Baptiste de, Maler, gen. Jean de Namur, geb. um 
1550 in Namur, f 1624 (?) in Mechelu. Er kam nach Brüssel und malte das Bildniss 
Alessandro Farnese III. (jetzt in der Gal. Parmaj, dessen Hofmaler er wurde. Dann 
kehrte er nach Namur zurück und Hess sich endlich in Mecheln nieder. Werke 
von ihm in den Roniljaut- ui.d Notre Dauie-Kircheu das., auch im Cercle archeolo- 
gique zu Namur, etc. 

Sala, Giovanni Battista, Baumeister, geb. vor 1580, f 1621 in Berlin. Um 1590 
trat er in Churfürstl. Biandenburgische Dienste, restaurirte die Festungen in Spandau 
und Peiz, und Theile des Berliner Schlosses, baute auch viele Privatbäuser in Berlin. 

Sala, Miguel, Bildhauer, geb. 1627 in Cafdona, f 1704 in Barcelona, SchQler 
von F. de Sa. Cruz das. Von ihm Statue des Stifters in S. Cajetano, Statuen 
am Altar der Minimos, Pietä.in Sa. Maria del Mar (allein liaicelona), Altar (Pfarr- 
kirche zu Cardona), etc. 

Sala, Paolo, Maler, geb. 1846 in Mailand, lüätig das. Von ihm Ansichten von 
Venedig, London, etc. 

Sala, Vitale, Maler, geb. 1808 in Cernusco bei Brianza, f 1835 in Mailand, 
Schüler der Brera-Akademie daselbst. 1834 besuchte er Venedig. Von ihm Krönung 
Maria (1831—34 Kath. v. Novara), Tod Romeos und Juliets, Abschied des Re- 
gulus. A. Werke, z, Th. Fresken in den Kirchen zu Bosiro und Desio, iu Sa. Caterina, 
S. Lazzaro und S. Stefano zu Mailand, in der Villa Raconigi, etc. 

Sala y Frances, Emilio, geb. 1850 in Alcoy (Valencia). Er liess sich in Paris 
nieder und malte Rokokoscenen, südliche Landschaften, etc., auch geschichtliche 
Scenen, wie „Austreibung der Juden aus Spanien 1493", Gefangennahme des Fürsten 
von Viana, Med. 2. Kl. 1871. 

Salaert, s. Sallaert. 

Salaluo, (Salai, Salario), Andrea, Maler des 16. Jahrhunderts, von dem man 
kaum mehr weiss, als dass er 1504 Schüler L. da Vincis war, der angeblich an 
manche seiner Bilder die letzte Hand legte. S. war wohl auch sein Freund und 
Faktotum. Man nimmt an, dass er um 1483" geb. und unch 1520 gest. ist. Ihm 
werden zugeschrieben Bacchus (Paris, Louvre), S. Johannes (ebenda), Sa. Anna (Gal. 
Leuchtenberg, St. Petersburg), etc. Auch schiebt man ihm einige zweifelhafte 
L. da Vincis zu. 

Salamanca, Antonio, Kupferstecher, geb. 1510 (?) in Rom, f nach 1547. Er 
ist als Verleger berühmt und gab zahlreiche Platten Raimondis und von dessen Schule 
heraus. Von ihm selbst rühren wohl her eine Pietä (1647 nach Buonarotti), Bildniss 
Bandinellis (1545), Schöpfung der Thiere (1548 nach R. Santi), vielleicht auch eine 
Folge von 30 heroischen Frauenbflsten und eine von 14 Wappenschildern. 

Salamanca, Cristobal de, Bildhäuer des 16. Jahrhunderts. 1578 schnitzte er 
das Chorgestühl im Montserrat-Kloster (Catalonien) und arbeitete am Gitter der Haupt- 
kapelle das. Von ihm ferner das prächtige, graziöse Chorgestüh] in der Kathedrale 
von Tortosa (1588—93). 

Salamanca, Fray Franeisco de, Bildhauer des 16. Jahrhunderts, Dominikaner- 
laienbruder, ward um 1518 aus Castilien nach Sevilla berufen, wo er das berühmte, 



Salario — Salin as. 153 

schöne Gitter in der Kathedrale, auch die eisernen Kanzeln mit Basreliefe und reichem 
Schmuck- (1529 — 33) schuf. — Ein Geronimo de S. war im 16. Jahrhundert als 
Maler in Sevilla thätig. 

Salario, s. Salaiiio. 

Salas, Carlos, Bildhauer, geh. 1728 in Barcelona, f 1788 in Zaragoza, Schüler 
von F. de Castro, J. D. Olivieri und der Akademie zu Madrid. Er gewann das 
Romstipendium, musste aber, um seine Eltern zu unterstützen, nach Zaragoza gehen. 
Von ihm Marmormedaillons (Marienkapelle, del Pilar-Kathedrale, Zaragoza), S. Vicente 
und ,S. Bartolome (Seu-Kathedrale), Holzstatuen (Agonizantenkirche zu Madrid), etc. 

Sala/ar, Juan de, Illuminator des 16. Jahrhunderts, f 1604 in Toledo. Von 
ihm schöne Chorhücher im Escorial und Messlücher zu Toledo. 

Salb, Joseph, Baumeister, geb. 5. Aug. 1845 in Wien, Schüler ües dortigen 
Polytechnikums und der Kunstgewerheschule ; weitergebildet auf Reisen nach Italien 
(1883), Deutschland (1884), etc. Von 1863—76 war er besonders kunstgewerblich 
thätig; 1876 wurde er Prof. für Architektur- etc. Zeichnen in Salzburg. Voa ihm 
Entwurf zum Gitter des neuen Friedhofs zu Salzburg, 2S Illustrationen zum Band 
Salzburg in „Die österr. Monarchie in Wort und Bild", viele Gläser, etc., auch 
Oel- uud Aquarellbildcr. Mehrere Auszeichnungen. 

Sal^e, Jean Lambert, Bildhauer, geb. 21. März 1788 in Ans bei Lüttich, 
t nach 1823, Schüler von Frauck, dann von Lemot in Paris, dem er besonders 
bei seiner Bronzestatue Henri IV. half. 1818 kehrte er nach Lüttich zurück und 
wurde Prof. an der Zeichenschule. Von ihm Büste Gretrys. Philoktet, etc. Med. 1813, 
Gold. Med. 1824. 

Saleh, Raden, 8. Radin Saleh Ben Jagya, Bd. Iv, S. 4 und im Nachtrag. 

Salentin, Hubert, Maler, geb. 15. Jan. 1822 in Zülpich (Rheinprov.), war erst 
Grobachmied, dann Schüler von Ramboux in Köln und der Düsseldorfer Akademie 
unter K. Sohn, W. v. Schadow und A. Tidemand. Er malte Genrebilder und 
Landschaften. Von ihm Dorfkirche (Gal. Düsseldorf), Betender blinder Knabe (Mus. 
Besangen), Wallfahrer (Mus. Köln), Der Kronprinz auf dem Lande, Der Storch, Das 
Findelkind, Die goldene Hochzeit. A. in den Samml. zu Prag, Berlin und Stettin. 
Med. Wien; Kronen-Ord. IV. Kl. 

Salerno, Andrea da, s. Sabbatini. 

Salesses, J. B., Bildhauer, geb. 2. Nov. 1817 in Toulouse, f 20. März 1873 
in Orleans. Das dortige Museum besitzt von ihm Büste Meyerbeers und Christus 
(Gipsstatuette). Er war auch Componist. 

Saletti, Antonio, Baumeister des 16. Jahrhunderts. Er war in Verona thätig 
und starb sehr jung. Von ihm das Portal von SS. Nazaro e Celso. 

Salfi, Enrico, Maler, geb. im Dec. 1858 in Cosenza (Calabrien), Schüler der 
Akademie zu Neapel. Er malte Pompejanische Bilder und Historien, z. B. S. Francesco 
di Paula in Verzückung, Kopf Christi, Pompejanische Nacht, etc. S. war auch 
Dichter. 

Saliba, Antonello da, Maler des 16. Jahrhunderts, gebildet an Antonello da 
Messina, thätig in Sicilien. Von ihm Madonna (1497 Mus. Catania), S. Thomas 
(S. Domenico, Palermo), Christus und die Marien am Grabe (ebenda), Anbetung der 
Könige (Sa. Maria delle Cancelliere, das.), etc. 

Saligo, Carel Lodewijk, Maler, geb. 1804 in Grammont (Ostflandern), Schüler 
von Huf fei und Gros. Von ihm Briseis zurückgeschickt (1831), Junge Corsicanerin 
(1848), Heilige Familie, viele Bildnisse, etc. 

Salimbene, (Salimbeni), Arcangiolo (Angelo), Maler des 16. Jahrhunderts, 
geb. in Siena, f 1580, Schüler des F. Zuccaro. Von ihm S. Petrus Martyr u. A. 
(Dominikanerk. Siena), Die Kreuzigung (Kirche zu Lusignano), etc. 

Salimbene, (Salimbeni), Cav. Ventura, Maler, gen. II Cavaliere BeTilacqna, 
geb. 1557 in Siena, f 1613 das., Sohn und Schüler des Arcangiolo S., weitergebildet 
an Werken A. Allegris. 1585—90 war er in Rom u. A. im Vatikan thätig. Er wurde 
durch Vermittelung des Kard. Bevilacqua geadelt. S. war auch in Bologna, Florenz, 
Genua, Pisa und Siena, etc. thätig. Von ihm Fresken und Wandbilder im Chor des 
Doms zu Siena, in der Servi-Kirche zu Florenz, in Sa. Caterina zu Siena, in S. 
Domenico zu Rom, etc. A. Werke im Dom zu Foligno, S. Pietro zu Perugia, Sa. 
Maria Maggiore u. a. Kirchen Roms, in den Pitti und Uffizi zu Florenz, etc. Von seinen 
Radierungen nennen wir Die Verkündigung, Sposalizio, Madonna (nach G. Reni). 

Saunas, Pablo, Maler, geb. 1871 in Madrid, studirte iu Rom und war eine 
Zeitlang das. thätig. Von ihm Der Stierkämpfer und seine Gehebte, etc. 



154 Salincorno — Salmier. 

Salincorno, Mirabello, Maler des 16. Jahrhunderts, gen. Cayalori, f nach 
1578 (?), Schüler von R. Bigordi. Er war u. A. mit an M. A. Buonarottis Katafalk 
thätig. 

Salini, Cayalier© Tommaso, Maler, geb. 1570 ? (1575 ?), in Rom, t um 1630 
das, Schüler des B. Pintelli; Sohn eines Bildhauers. Er malte Historien, Blumen 
und Fruchtstücke. 

Salins, Nicolas Alexandre de, Ingenieur und Baumeister, geb. vor 1785 in 
Versailles, t 1838 in Würzburg. Er gehörte su den Emigranten der Revolutionszeit, 
Hess sich in Frankfurt a. M. nieder, wurde 1807 herzogl. Würzburgischer, später 
kgl. Bayerischer Hofbaumeister, kehrte 1818 pensionirt nach Frankfurt a. M. und Ton 
dort 1823 wieder nach Würzburg zurück. Seine bürgerlichen Bauten in Frankfurt 
a. M. gehören zu den besten der Zeit z. B. der nachmalige Bürgerverein, das 
Goßtard'sche Gartenbaus, das Rothschild'sche Haus auf der Zeil, etc. 

Salis, Carlo, Maler, geb. 1680 in Verona, f 1763, Schüler von G. dal Sole 
und Ao Balestra, welch letzteren er nachahmie. Von ihm S. Vincenzio (Altarbild 
in Bergamo), etc. 

Sallaert, (SaUaerts, Salaert), Anthonie, Maler, Radierer und Holzschneider, 
geb. um 1590 in Brüssel, f nach 1648, Schüler von M. de Borde au. 1613 wurde 
er Meister, 1633, 1634, 1646 uad 1647 Dekan der Gilde. Er war mit Rubens be- 
freundet und malte gute Historien z. B. Allegorie auf die Passion u. A. (Mus. Brüssel), 
Paris Urtheil (Mus. Madrid), Heil. Familie (Mus. Ghent). Von seinen Holzschnitten 
Dennen wir Die 4 Evangelisten und Die Frau mit dem Todteiikopf. 

Salle, Sebastien Engr^ne, geb. 29. Febr. 1812 in Metz. Von ihm der Severus- 
bogen in Rom, S. Vincenz de Paula (nach E. Cabuchet). 

Säue» Pierre, Maler, geb. 10. Mai 1835 in Bordeaux, Schüler von H. Bonnefond 
und H. Flandrin. Er war in Lyon thätig. Von ihm Inneres eines Bauernhauses 
(1866), Der Segen (1877), Ernte in den Bergen um Meys (1882), etc., auch Bildnisse. 

Salles, Adelheid, geb. Wagner, geb. 1825 in Dresden, f 1890 in Paris, 
Schülfrin von J. Bernhard und C. Jacqu and, Schwester der E. Puyroche Wagner. 
Sie war in Paris thätig. Von ihr Elias in der Wüste (Mus. Lyon), Psyche im Olymp 
(1866), Die Legende von den ,Alyscamps' (Mus. Nlmes), Die Töchter Jerusalems in 
der Babylonischen Gefangenschaft (1882), Jairi Töchterlein; auch Bildnisse, etc. 

Sallieth, Mathias, Kupferstecher, geb. 1749 in Prag, f 1791 in Rotterdam, 
Schüler von Mansfeld in Wien und J. P. Lebas in Paris. Er liess sich 1778 in 
Rotterdam nieder. Von ihm Stiche für Voyage pittoresque de France, für die Gal. 
Lebrun, Vier Schlachtenbilder nach D. Langendyk, 4 FUissansichten nach W. v. d. 
Velde: A. nach Bakhuijzen, Kobell, Storch, v. d. Capellen, etc. 

Sallin, Maurice, Bildhauer und Graveur, geb. 1760 in Italienisch -Savoyen, 
t 22. Juai 1809 in Lyon. Er kam in früher Jugend nach Frankreich. 

Sallior, Marie Angnstin, Maler, geb. 6. April 1788 in Paris, f nach 1811, 
Schüler von Regnault und der ficole des beaux-arts. 

Salm, B. Nicolas, Maler und Zeichner, geb. 1810 in Köln a./Rh., f 1883 in 
Aachen, wo er Zeichenlehrer war. Er schmückte den Gürzenich 1835 mit Carnevals- 
decorationen, schuf Gelegenheitsblätter, ein Selbstbildniss, etc. ~ Ein A. van S. 
malte im 17. Jahrhundert in Holland Ansichten und Marinen. Er suchte mit Pinsel 
und Oelfarhen die Federzeichnung nachzuahmen. 

Salm, Isaac, Maler, geb. 14. Aug. 1812 in Amsterdam, Schüler der dortigen 
Akademie, deren Mitglied er 1833 wurde. Er malte Landschaften, von denen eine 
in das Haarlemer Mus. Teyler gelangte. 

Salm, Jenny, (Johanna, Gräfin Salm-Reifferscheidt, geb. Pachta-Ray- 
hofen), Malerin, geb. 18. März 1780, t 13. Sept. 1857 in Prag. Eine Landschaft 
aus dem Jahre 1829 von ihr besitzt das Rudolfinum zu Prag. 

Salmeggio, s. Talpino. 

Salmeron, Cristöbal Garcia, Maler, geb. 1603 in Cuenca, f 1666 in Madrid, 
Schüler von P. Orrente. Philipp IV. bestellte bei ihm ein Gemälde des Stier- 
kampfs zu Ehren Carlos II. Von ihm ferner die Geburt (S. Francisco, Cuenca), etc. 

Salmeron, Francisco, Maler, geb. 1608 in Cuenca, f 1632 in Madrid, Schüler 
des P. Orrente, Bruder des Cristöbal S. Er soll Gemälde der Venezianer chemisch 
untersucht haben, um hinter die Geheimnisse des Colorits zu kommen. Von ihm 
besitzt die S. Francisco-Kirche zu Cuenca eine Grablegung. 

Salmier, Josse, Maler des 17. Jahrhunderts, geb. in Mecheln (?), thätig um 
1620, Lehrer des D, Herregouts, mit dem er verwandt war. 



Salmincio — Saloman. 155 

Salmincio, Andrea, Kupferstecher und Holzschneider des 17. Jahrhunderts, geb. 
in Bologna. Dort hat er Einiges gestochen und geschnitten, war auch als Buch- 
händler thätig. 

Salinon, Adrien Alphonse, Maler, geb. 6. März 1802 in Paris, f nach 1847, 
Scttller der £cole des beaux-arts, seines Vaters und von Lecourt. Er war besonders 
auch als Restaurator thätig, z. B. in der Gal. des Prinzen Conde. Von ihm Kartoffel- 
schälerin (1831), Die Pest in Marseille 1720 (1834), Ansicht im Busch von Montreau 
(1848), etc. 

Salnion, Alexandre Fran^ois Florimond, Baumeister, geb. 6. Juni 1816 in 
Paris, t nach 1861, Schüler von Mesnager. Er musste seine Studien aus Geldmangel 
Uttterbrechen und eine Zeitlang in der Marine dienen. 1852 wurde er in Paris 
städtischer Bau-Expert. Von ihnv dort die Amerikanische Kirche (Rue de Berry), 
■viele Privatbauten am Boulevard Haussmann, etc. Kr. der Ebrenleg. 1864. ^ 

Salmon, Emile, Maler und Radierer, geb. 1840, Schüler von Hedouin 
Sohn des Theodore F. S. Er radierte Blätter nach Bertrand, Vau Dyck, Grenze, 
Leloir, Morot, Willems, etc. 

SaltnoB. Jacques Pierre Francois, Maler, geb. 16. Aug. 1781 in Orleans, 
t 10. März 1855 das., Schüler von Bardin und Regnault. 45 Jahre lang war 
er Professor an zwei Instituten in seiner Vaterstadt. Von ihm Ansicht des Hauses 
De la Motte am Loiret (Mus. Orleans), Die Taufe Christi (S. Paul, Orleans), An- 
sichten von Loiret, von Orleans, etc. 

Salmon, Lonis Adolphe, Maler und Kupferstecher, geb. 1806 iu Paris, f im 
Sept. 1895, Schüler der Ecole des beaux-arts, von Heuriquel Dupont und Ingres. 
1884 gewann er den grossen Rompreis auf Grund einer gestochenen Akademie. Er copirte 
in Italien viele Meister- Werke in Aquarell, Ferner von ihm die Bildnisse Pio Hono, 
einer Prinzessin Borghese, eines Herzogs von Montebello u. A. m., und Stiche nach 
A. Angeli, Ingres, Lehmann, Seb. Luciano, Nauteuil, R. Rosso, R. Santi, A. Scheffer, 
L. da Vinci, etc. Med. 2. Kl. 1852, 57, 59, 63, 67; Kr. der Ehrenleg. 1867. 

SalmoB, Theodore Fr6d6ric, Maler und Radierer, geb. 11. April 1811 in Paris, 
Schüler von Ingres. Er war in Belleville thätig. Von ihm Vom Land zurück 
(1853 Mus. Avignon), Die Ährenleserinnen (1863 Mus. Chartres), Einsegnung der 
Herden (1847), Junge Mutter ihr Kind stillend (1866), etc.; ferner radierte Thier- 
stücke, Titelblätter, etc. 

Salmson, Hugo Frederit, Maler, geb. 7. Juli 1843 in Stockholm, f 1. Aug. 
1894 in Lund (Schweden), Schüler von Joh. Boklund an der Akadefioie zu Stock- 
holm und von Ch, Comte in Paris, wo er sich 1869 niederliess. Von ihm Ver- 
haftung in einem Dorfe der Picardie (1879) und ein Bild mit schwedischem Motiv 
im Luxemhourg - Museum ; ferner von ihm Historien, elegante Genrebilder, das 
Gehurtstagsfest der Grossmutter u. s. w. 1871 Mitglied der Akademie zu Stockholm. 
Med. 3. Kl. 1879; Kr. d. Ehrenleg. 1879. 

Salmson, Jean Jules, Bildhauer und Medailleur, geb. vor 1840 in Paris, 
Schüler von Dumont, Ramey und Toussaint. Von ihm Die Garnwiaderin 
(Mus. Luxembourg), Vier Karyatiden (Vaudevijle-Theater, Paris), Der Ruhm (Am 
Neuen Louvre, das.), Haendel (Statue, Grosse Oper, das.). Das Parisurtheil (Poly- 
chrome Terracottengruppe), etc. Er schrieb auch eine auf das Institut bezügliche 
Broschüre. Med. 2. Kl. 1863, 1867; Kr. d. Ehrenleg. 1867. 

Salmson, Joban Baptist, Medailleur und Gemmenschneider, geb. vor 1840 in 
Stockholm, f 1866 in Paris, Schüler von Bosio. Er hat sich in Frankreich 
naturalisiren lasgen und war dort thätig. Von ihm Medaillen und Cameen mit 
Bildnissen Napoleon III., des Königs von Spanien, der Königin von Spanien, vieler 
Privatpersoneo, etc. Med. 3. Kl. 1855, 2. Kl. 1859. 

Salö, Domenico da, Baumeister und Bildhauer des 16. Jahrhunderts, thätig 
in Venedig, Schüler seines Vaters Pietro da S. und des J. Tatti. Von ihm die 
Fa<jade von Sa. Maria Formosa mit der Statue V. Capello (um 1541), M. Ruzzini 
(Büste), Casa Priuli), Sa. Famiglia (1571 Relief, S. Giuseppe di Castello). 

Salomany Geskel, Maler, geb. 1. April 1821 in Tondern (Schleswig), Schüler 
der Kopenhagener Akademie, von Lund und Eckerberg. Er war Vorsänger in 
der Synagoge, kam 1850 nach Göteborg, 1850 nach Paris (wo er bei Couture 
weiter studirte), 1860—61 nach Algerien. Von ihm Nachrichten von der Krim 
(Mus. Göteborg), Mädchen mit Brief (Mus. Stockholm), Das Opfer der Hühner, etc. 
Auch viele Bildnisse. S. verfasste ferner Zeichenschulen. Mitgl. der Schwed. 
Akad. 1871; Prof.; Hofmaler 1876; Wasa-Ord. 1869. 



156 Salomd — Saltzmann. 

Salomö, jfemile, Maler, geb. 17. Dec. 1833 in Lille, t 25. Aug. 1881, Schüler 
von Soucbon weitergebildet als Pensionär seiner Vaterstadt in Rom. Von ihm 
Balass Rubin Fabrikantin von Mont-Noir (Mus. Lille), Capri (1868), Der ver- 
lorene Sohn, etCi 

Salomon, Adam, Bildhauer, geb. 1818 in Fert6 sous Jouarre, f im April 1881, 
Schüler von J. Petit, auf Kosten der Gemeinde Fontainebleau in Paris ausgebildet. 
Er beschäftigte sich auch mit der Photographie. Von ihm Beranger (Basrelief), 
Charlotte Corday, Scribe, Halevy u. A. Büsten, Grabmal Lamartine, desgl. D. Fix 
und Herzog von Padua; Die Musik u. A. (Am Neuen Louvre, etc.). 

Salomon, Antony Samuel Adam, s. Adam-Salomon. 

Saloraou, Bernard, Maler und Holzschneider (?), gen. Le petit Bernard und 
Bernardns Gallns, geb. um 1508, wahrscheinlich in Lyon, f 1561 (1562?) das. 
1540 war er dort etablirt und hatte vermuthlich einige Jahre in Paris verbracht. 
Er malte Decorationen zu fürstlichen Einzügen etc., Bildnisse, etc., ist besonders 
aber durch seine Illustrationen bekannt (1546 — 1560 besonders für Jean de Tournes' 
Presse), die er erfand und zeichnete, möglicherweise auch selbst schnitt, z. B. zu 
Pasquicrs Plutarch, zum Petrarca (1547), zu Alciati Emblemata, zu den Aesopischen 
Fabeln, zur Aeneis (1552), zu Biblischeu Bildern (1553), zu den Ovidischen Meta- 
morphosen (1557), zu den Hymnes du temps, etc. (1560), Die 7 Planeten, Amor und 
Psyche (32 Blatt), etc. S. Biographie von Nat. Rondot (Lyon 1897). 

Salonion von Friedberg, Emanuel, Baron, Maler und Zeichner, geh. 1829 
in Prag, thätig das. Er schuf Ansichten, Genrebilder, etc. 

Salomonn, Carl, Maler, geb. 12. Aug. 1864 in Elberfeld, Schüler von M. Koch 
an der Berliner Kunstgewerbeschule, der Münchener Akademie, von Kalckreuth 
in Weimar und von Hynais in Paris. Von ihm Allegorien (Foyer, etc. im 
Stadttheater zu Elberfeld), Decorative Gemälde (Aula des Gymnasiums, das.), 
Illustrationen, etc. 

Salonn, Ladislaus, Bildhauer, geb. 1870 in Prag, thätig das. Von ihm Merlin, 
Sa. Agathe, etc. 

Salt, Henry, Zeichner, geb. um 1785 in Lichfield, f 30. Aug. 1827 bei Cairo, 
studirte in London und begleitete 1802 Lord Valentia nach Ostindien, für den er 
die Bilder zu seiner Reisebeschreibung lieferte. Im Auftrag der Regierung reiste 
er nach Abyssinien, über das er 1814 ein Werk herausgab. 1815 wurde er General- 
Konsul in Cairo und hat Egypten und Aethiopien archäologisch erforscht. 

Saltarello, Lnca, Maler, geb. 1610 in Genua, f noch jung nach 1634 in Rom, 
Schüler des D. Fiasella. Nachdem er schon mit Erfolg in Genua gemalt hatte, 
ging er 1G35 nach Rom,. um weiter zu studiren und erlag seinem überangestrengten 
Eifer. Von ihm Wundei des Hl. Benedict (S. Stefano, Genua); Martertod des 
Hl. Andreas (S. Andreas, das.), Die Dreieinigkeit (Lissabon), etc. 

Salter, William, Maler, geb. 1 804 in Honiton (Devonshire), f 22. Dec. 1875 in 
London, Schüler von Northcote (1822—27). Er ging- nach Florenz, wo er Prof. 
nnd Mitgl. der Akademie wurde, dann nach Rom, Parma (hier wurde er auch Mitgl. 
der Akad.) und 1833 nach London zurück, wo er Vicepräsident der Society of British 
Artists wurde. Von ihm Waterloo Bankett (1833), Socrates vor dem Areopag, 
Jephtbas Gelübde, Shakspere-Illustrationen, etc. 

Saltini, Pietro, Maler, geb. 21. Febr. 1839 iu Florenz, Schüler der dortigen 
Akademie, von A. Lessi, R. Martini und E. PoUastrini. Von ihm Die Novize, 
Familienglück, Nach dem Mahl, etc. Er hat auch auf Stein gezeichnet. Brouz. 
Med. Florenz 1877. 

Saltzberger, P.,. Holzschneider des 16. Jahrhunderts, thätig um 1580. Er 
copirte in J. Ammann. 

Saltzmann, Carl, Maler, geb. 23. Sept. 1847 in Berlin, Schüler von H. Escbke 
in Düsseldorf. Er reiste nach Holland, Skandinavien, Italien, etc., dann mit dem Prinzen 
Heinrich um die Welt und mit Kaiser Wilhelm II. nach Norwegen, von wo er mehrere 
Bilder mitbrachte. Er malte. meiste Seestücke und ist iu Neubabelsberg bei Potsdam 
thätig. 1896 wurde er Prof. der Berliner Akademie. Die Nationalgalerie zu Berlin 
besitzt von ihm Eine Manöverfahrt (1896) u. A., das Breslauer Mus. In der Magalhaens- 
strasse, das Kieler Müs. Uebergabe des Christian VIII. bei Eckeruförde. Von ihm 
ferner Einfahrt in den Hafen xu Kolberg, Im Stillen Ozean, Gefunden, etc. Gr. Gold. 
Med. Berlin u. A. versch. Orden. 

Saltzmann, Heinrich Gustav, Maler, geb. vor 1830 in Colmar, Schüler von 
Calame und Renoux. Er liess sich in Lancy hei Genf nieder. Von ihm Ansicht 



Salva — Salvetti. 167 

in Savoyen(Mu8. Colmar), Aquaduct bei Rom (ebenda), Erinnerung an Corsica (ebenda)^ 
Scblucht bei Nepi, Im Elsass, etc. — Sein Bruder und Schüler Angrnst S. malte^ 
ebenfalls Landschaften aus Italien, Afrika etc., von denen sich mehrere im Mus. za 
Colmar befinden. — Seine Schwester Anna S. malte Historien, Bacchanale, etc. 
3 Bilder von ihr im Mus. zu Colmar. 

Salva, Carniero Joaquin de, Kupferstecher, geb. 1727 in Oporto, f 1818 in 
Lissabon, gebildet in Rom. Er wurde Professor an der Stecherschule in Lissabon. 

Salvador, Maler des 15. Jahrhunderts aus Valencia. Calixtus III. beschäftigte ihn 
und er arbeitete um 1450 mit B. Gozzoli in Rom. 

Salvador, Antonio, Bildhauer, geb. 1685 in Onteniente bei S. Felipe, f 1766, 
Schüler von J. Artigues, L. Capuz in Valencia und von C. Rusconi in Rom. 
Capuz veranlasste ihn nach Valencia zurückzukehren und er half ihm bei den Statuen 
des Königs und der Königin für die Alameda. Von ihm ferner die Sculpturen der 
Kapelle der Soledad, Nebuchadnezzar und die Männer im Feuer (Relief), Maria (La 
Puridad), Hochaltar (bei den Trinitarios descalzos), viele Crucifixe, etc. 

Savador, Mariano Maello, Maler, geb. 1739 in Valencia (?), f 1819, Schüler 
von Gonsalez Velasquez. Er wurde Hofmaler und Direktor der Akademie in 
Madrid. 1775 ersetzte er mit Bayeu J. de Borgouas Fresken durch schlechtere 
eigene. Ferner lieferte er auch die Zeichnungen zu des Infanten D. Gabriels Sallust, 
die Salvador Carmona stach. 

HalTador-Carmona, Lijis, Bildhauer, geb. 1709 in Nava de Roa bei Valladolid, 
t 1767 in Madrid, Schüler von Juan Ron. Er wurde Vicedirector der S. Fernando- 
Akademie und schuf über 500 Statuen, z. B. S. Isidoro und Sa. Maria (Toledobrücke, 
gemeinschaftlich mit Ron), S. Joaquin, Sa. Anna (S. Juan de Dios, gemeinschaftlich 
mit J. Galban), sechs Könige (Pal. Madrid), Statuen des Hochaltars in Merced 
Calzada., etc. - - Sein Sohn Bruno S. war auch Bildhauer. 

Salvador-Carniona, Manoel, Kupferstecher, geb. 1730 in Paris, f 1807 in Madrid, 
ischüler von Du pu Is in Paris. Er ist der geschätzteste spanische Linienstecher und stach 
nach Barbieri, van Dyck, van Loo, Mengs, Murillo, Roslin, SoÜmena, Velasquez, etc., 
auch Buchillustrationen. 

Salvador-Cromez, Luciano, Maler des 17. Jahrhunderts, Schüler des Jacinto 
de Espiuosa, thätig um 1662. In Valencia werden ihm eine Sa. Barbara (Dom) 
und ein S. Erasmus (bei den Dominikanern) zugeschrieben. 

Salvador-Gomez, Vicente, Maler des 17. Jahrhunderts, geb. in Valencia (?), 
thätig das., wo er um 1670 Direktor der Akademie würde, vielleicht Bruder des 
Luciano S. Er malte besonders Thiere und Perspectiven gut Er begründete seinen 
Ruf nit Scenen aus dem Leben des Ignatius Loyola. 1675, schuf er zehn Fresken 
im Chor der Kirche El Remedioi Von ihm ferner Salvator Mundi (Sa. Ursula), 
S. Francisco, etc. (Kloster de la Corona), Simson nnd Delila, etc. 

Salyanh, (Salvants, Salvaing), Antoine, Baumeister, geb. 1477, f nach 1514. 
1513 — 14 wird er urkundlich als Baumeister der Kathedrale von Radez erwähnt. — 
Sein Sohn Jean S. wird 1580 in dieser Stellung erwähnt, hat auch an der Pfarrkirche 
von Castanet und namentlich (schon 1561) am Erzbischöflichen Schloss von Gagis gebaut. 

Salvatore d' Antonio, Maler des 15. Jahrhunderts, vielleicht Schüler (n. A. 
Vater) des Anton ello da Messina. In S. Niccolo zu Messina von ihm S. Franciscus 
empfängt die Wundenmale. 

Salyatori, £nrico, Bildhauer, geb. 1852 in Neapel, Schü:er der dortigen 
Akademie unter L i s t a. Von ihm Diana als Jägerin, Plato, Narciss, Cicero, Faun, 
etc. Med. London, Paris, Turin, etc. 

Salvatorelli, s. Olivieri, Domenioo. 

Salvestrini, Bartolommeo, Maler, geb. um 1600, f 1630 an der Pest, thätig 
in Florenz, wo er J. Bilivert nachahmte. 

Salvestrini, Cosnio, Bildhauer des 16. Jahrhunderts, f nach 1620 (?), Schüler 
und Gehilfe des R. Curadi, von dem er das Arbeiten in Porphyr erlernte. 

Salvestro, Mosaicist und Medailleur des 16. Jahrhunderts, thätig um 1530 in 
Rom, vielleicht Lehrer des 0. P. Galeotto. 

Salvetti, Antonio, Baumeister und Maler, geb. 1854 in Colle di Val d'EIsa 
(Toscana), Schüler der Florentiner Akademie, weitergebildet in Paris und München. 
Er Hess sich dann eine Zeitlaug in Norditalien nieder, wo er besonders als Pastell- 
maler thätig war und zeicl^ciete vielfach für die staatlichen Aufnahmen der Archi- 
tektur-Denkmäler. Von ihm Der Liebesbrief, Am Fenster (Pastell), Bildnisse, etc. 
Med. 1888 Bologna. 



158 Salvetti — Salzer. 

SalTetti, Francesco, Maler und Kupferstecher, geb. 1701, 1 1768, Schüler von 
A. D. Grabbiani, thätig in Florenz. 

SaM, GiOTanni Battlsta, Maler, gen. II Sassoferrato, geb. 11. Juni 1605 
auf dem Schloss Sassoferrato bei Urbino, f 8. April 1685 in Rom, Schüler seines 
Vaters Tarquinio S. und vielleicht des Zampieri, auch in Rom durch eclec- 
tisches Studium gebildet. Er malte meist sehr süssische Madonnenhilder. Als bestes 
Werk wird genannt die Madonna del Rosario (Altar in Sa. Sabina, Rom). Von ihm 
ferner Copie nach der Fornarina R. Santis (Pal. Borghese, Rom), Anbetung der 
Hirten (Mus. Neapel), Josephs Werkstatt (ebenda), Kreuzigung (Kirche zu North 
Cray in Kent), A. in den Gal. und Mus. zu Berlin, Btüssel Cassel, Dresden, Frank- 
furt a. M., Haag, Hampton Court, London, Madrid, Mailand, München, Paris, Rom 
(Vatikan, Akademie, Pal. Doria), St. Petersburg, Venedig, Wien, etc. 

Salvi, Niccolö, Baumeister, geb. 1699 inRom,tl751, Schüler vonA. Cannevari, 
auch in den freien Wissenschaften erzogen. Sein Hauptwerk ist die berühmte Fon- 
tana Trevi in Rom. 

Salvi, Tarqninio, Maler des 16. Jahrhunderts, geb. auf Schloss Sassoferrato 
bei Urbino, thätig in Rom. Man kennt ein „Rosario" (1553) in der Eremitani zu 
Rom von ihm. 

Salviati, Antonio, Mosaicist, geb. 1816 inVicenza, f 25. Jan. 1890 in Venedig, 
errichtete 1859 eine Emailmosaikenanstalt, die weltbekannt wurde, nachdem er zuvor 
schon als Advokat thätig gewesen war. Er restaurirte erst die Offenbarungsmosaiken 
in S. Marco zu Venedig, decorirte den Palast des Vicekönigs von Egypten, die Wolsey 
Chapel zu Windsor (nach Cartons von Bell und Clayton), die Kuppel von S. 
Paul in London (nach Cartons von Stevens), das S. Kensington Museum, die Londoner 
Houses of Parliament und viele englische Kirchen; ferner von ihm Arbeiten in 
Wien, im Aachener Dom, an der Siegessäule zu Berlin (nach A. v. Werner), etc. 

Salviati, Ö., s. Porta, Giuseppe. 

Salviati, II, s. Rossi, Francesco dei. 

Salvini, Salvino, Bildhauer, geb. 26. März 1824 in Livorno, f im Sommer 1899 
in Arezzo, Schüler der Akademien zu Florenz urd Rom. Er war Professor und eine 
Zeitlang Vicedirector der Akademie zu Bologna. Vom ibm Cardinal Valeriani (Dom 
zu Florenz, FaQade), Giotto als Kind, G. Rossini (Marmoibüste), etc. 

Salvioni, Rosalba Maria, Malerin, geb. vor 1700 in Rom, f nach 1729, Schülerin 
von S. Conca. Von ihr Bildniss des Paptes (mit 15 Jahren gemalt), Sa. Caterina 
(Minoritenkirche zu Frascati), Copien nach Maratti, etc. Ehrenmitgl. der Akademie 
Clementina zu Bologna (um 1830). 

SalTolini, Ginstino de, gen. Episcopio, Maler des 16. Jahrhunderts, geb. in 
Castel Durante, wo er thätig war. S. gehört der römischen Schule an. 

Salway, N., Schabkünstler des 18. Jahrhunderts, thätig um 1760 in England. 
Er schuf gute Bildnisse. 

Salwick, Joseph, Medailleur, geb. 1761 in Langenargen (Württemberg), f 1820 
in Mailand, Schüler der dortigen Münze, an 4er er später Direktor wurde. 

Saly, (Sailly), Jacques FranQois Joseph, Bildhauer und Radierer, geb. 20. Juni 
1717 in Valenciennes, f 4. Mai 1776 in Paris, Schüler von Pater und Gilis, dann 
von Coustou und der Ecole des beaux-arts, an der er alle Preise gewann. 1740 ging 
er nach Rom. 1751 wurde er Mitglied, 1752 Professor der Akademie; 1753 nach 
Kopenhagen berufen, wurde er dort Akademie -Direktor, 1774 kehrte er nach Paris 
zurück. Von ihm LouiS XIV. (Statue für Valenciennes), J. B. Pater (Terracotu-Büste, 
Mus. das.), Amor, Faun mit der Flöte, Friedrich V. (Reiterstatue, Amalienburg Kopen- 
hagen, klein 1756, gross 1764—1771), etc. Er radierte eine interessante Folge von 
30 Vasen und vier Grabmonuraente. 

Salzenberg, Wilhelm, Baumeister, geb. 10. Jan. 1803, t 23. Oct. 1887 in Mon- 
treux am Genfer See, Schüier von Schinkel. Er wurde namentlich in decorativer 
Hinsicht gelobt. S. war Mitherausgeber des Archit. Albums (Potsdam 1838) und 
gab 1854 das tüchtige Werk über Altchristliche Denkmale in Constantinopel vom 
V. — XII. Jahrhundert heraus. 

Salzer, Friedrich, Maler, geb. 1. Juni 1827 in Heilbronn, f l^- i^- ?) Mai 
1876 das., Sohn eines Lackierers, den er erst bei seinen Arbeiten unterstützte, dann 
Schüler von Baumann aus Heidelberg, von 1846 an iu München weitergebildet 
unter Rhomberg u. A. Er widmete sich dort der Landschaft. 1863 siedelte er sich 
in Heilbronn an und übernahm das Geschäft seines Vaters. Er malte den land- 
schaftlichen Theil des von Kaiser Nikolaus bei A. v. Kotzebue bestellten Schlachten- 



Salzmann — San. 159 

cykius. Die Stuttgarter Galerie besitzt von ihm Winterlandschaft. — Im 18. Jahr- 
hundert waren. Ignaz S-, Johann Nepomuk S., Karl I und Karl II S. (geb. 1740 
in Presnitz, Böhmen). als Kupferstecher in Prag und Böhmen thätig. 

Salzmann, Jnlins, Holzschneider, geb. 1. Mai 1849 in Berlin, ist daselbst an- 
sässig. Er war Schüler von J. Ritschi von Hartenbach in Leipzig. Später 
wurde er Kaufmann. 

Salzmann, Koürad Max, Baumeister, geb 20. Aug. 1850, t 7 Febr. 1897 in 
Bremen. Er übernahm die Restaurirung und Vollendung des Breme Doms, und 
würde bis zu seinem Tode mit den Westthürmen und der Ausschmückung der Nord- 
seite fertig. 

Sam, Engel, (Angelo), Maler, geb. 1699 in Rotterdam, f 1769 in Amsterdam. 
Er war Dilettant, copirte alte Zeichnungen trefflich, malte geschätzte ähnliche Bild- 
nisse (auch in Pastell) und kleine Kabinetstücke, in denen er v. d. Werff, Metsu, 
etc. copirte. 

Samacchini, (Sammacchini Sommacchini)^ Orazio, Maler, gen. Orazio da 
Bologna, geb. 20. Dec. 1532 in Bologna, f 12- Juni 1577 das. wahrscheinlich Schüler 
des P. Tibaldi, an Allegri weitergebildet, kam nach Rom, wo er mit Sabbatini 
für Pius IV. im Vatican malte. Von ihm Krönung Mariae (Pinacoteca, Bologna), 
Deckengemälde (Dom zu Parma), desgl. (S. Abbondio, Cremona), Madonna mit Heiligen 
(Herzogssaal, Modena), viele A. in Bologneser Kirchen, etc. 

Samain, Lonis, Bildhauer, geb. 1834 in Belgien. Das Mus. zu Antwerpen be- 
sitzt von ihm die Marmorstatue ;,Auf dem Anstand" (?). 

Sambach, Franz Kaspar, Maler, geb. 6. Jan. 1715 in Breslau, f im Febr. 1795 
in Wien, Schüler von Reinert und de l'Epee, später von Donner an der Wiener 
Akademie, an der er nachher Prof., Rath und Direktor einer Abtheilung wurde. Er 
malte Grisaille-Basreliefs, Fresken in der Jesuitenkirche zu Stuhlweissenburg, etc., 
Altar in der Franciskanerkirche zu Camischa (1747), etc. 

Samberger, Leo, Maler, geb. 14. Aug. 1861 in Ingolstadt, Schüler der Münchener 
Akademie unter Benczur und Lindenschmit. Er malte einige Historien, meist 
aber Bildnisse und zeigt sich als blosser Nachahmer Lenbachs. 

Sambin, Hngues, Baumeister, Bildhauer und Holzschneider (?) des 16. Jahr- 
hunderts, thätig in Dijon, Schüler von Bucnarotti. Von ihm Portal und Kuppeln 
fon S. Michael (1550—70), Das jüngste Gericht (Basrelief, Hauptthür, ebenda). Die 
Entwürfe von S. Etienne und der S. Beuignus-Abtei, etc. 1572 erschien sein Werk 
über die in der Baukunst gebräuchlichen Hermen mit 36 Holzschnitte'^ 

Sauieling, Benjamin, Maler, geb. 1520 in Gent, f nach 1614 das., gebildet in 
der Schule des F. Tloris. Er malte Bildnisse und Historien, darunter einige für 
die S. Janskircte zu Gent nach Zeichnungen des L. de Heere. 

Samengo, Ambrogio, Maler des 17. Jahrhunderts, Schüler des A. Ferrari. 
Er starb jung und seine Gemälde (Landschaften) sind selten. 

Samheimer, Johann Jacob, Baumeister und Ingenieur des 18. Jahrhund ris. 
1727 war er Stadtbaumeister in Frankfurt a. M.; dort errichtete er die neue Hauptwacne. 

Sanimncchiüi, s. Samacchini. 

Sammartino, s. San Martine. 

Sammet-Brneghel, s. Brueghel, Jan d, Ae. 

Sanimichele, s. San Michele. 

Sampietro, Francesco, Maler, geb. 2. Juni 1815 in Garlasco (Prov. Pavia), 
Schüler der G. Garavaglia in Pavia, dann in Mailand und in Rom weitergebildet. 
Er besuchte 1843 Venedig, war dann in Rom, seit 1849 in Turin thätig. Von ihm 
S Rochus und die Pestkranken, Die Seelen im Fegefeuer, S. Johannes Evangelista, 
Julius IL und Michelangelo, viele Altarbilder für kleinere italienische Kirchen, etc. 

Samuel , Abt, Baumeister des 11. Jahrhunderts. Zwischen 1056 und 1074 baute 
er den Thurm und andere Theile der gothischen Peter- und Pauls-Kirche zu Weissen- 
burg in Elsass. Es ist nicht ausgeschlossen, dass er bloss Bauherr und nicht selbst 
Baumeister war. 

Samuel, George, Maler, geb. vor 1770, f nach 1823. Er war in London 
thätig und malte Landschaften. — Ein Richard S., Maler und Kupferstecher, war 
in England zwischen 1772—79 thätig und schuf meistens Bildnisse. 1773 erhielt er 
einen Preis für eine neue Art, die Kupferplatte zur Schabknnst herzurichten. 

San, Gerard de, Maler, geb. 31. Mai 1754 in Brügge, f ^. Febr. 1830 in 
Groningen, Schüler von Legillon an der Brügger Akademie, weitergebildet in Frank- 
reich und Rom. wo er 4 Jahre verweilte. 1790 wurde er Direktor der Brügger 



100 San — San. 

Akademie, ging 1795 wegen der Revolution nach Groningen, wo er 1798 Präsident 
der neugegründeten dortigen Akademie wurde. Er malte Bildnisse, hat auch Einiges 

San Antonio, Fray Bartolom^ de, Maler, geb. 1708 in Cienpozuelos, f 8. Febr. 
1782, wurde mit 15 Jahren Geistlicher, studirte die Malerei in Madrid und Rom. 
In Italien blieb er 6 Jahre lang, kehrte 1740 in sein Kloster zurück (Trinitarios, 
Madrid), das und dessen Kirche er mit zahllosen Werken ausmalte. Auf Grund seines 
Ferdinand VI. und die katholische Religion wurde er Mitglied der San Fernando- 
Akademie. 

San Bernardo, II recchio di, s. Minzocohi. 

San Daniele, Pellegrino da, s. Martino di Battista. 

San Daniele, Battista da, Maler des 15. Jahrhunderts, geb. in Dalmatien, 
Vater des sogen. Pellegrino da S. Er war um 1450 in üdine und San Daniele thätig. 
1468 malte er einen Vorhang für die Kirche von Comerzo, 1470 einen Altar für die 
Brüderschaft von S. Daniele di Castello. Kein Werk von ihm ist bis jetzt auf- 
gefanden worden. 

San Feiice, Ferdinande, Maler und Baumeister, geb. 1675 in Neapel, f 1750, 
Schüler von A. Monforte und L. Porzio, in der Malerei von Solimena, dessen 
Gönner er war. Mit Hilfe Solimenas malte er Historien für verschiedene Kirchen. 
Er entwarf die Kirchen de' Gemiti, Nunziatella (Monte Ecchia), S. Maria succurre 
miseris, viele Palazzi. die Bibliothek S. Giovanni in Carbonara, etc. S. wurde Direktor 
der kgl. Bauten; sein Haus, das Solimena mit Fresken versah, wurde später eine 
Akademie. 

San Friano, Mazo da, s. Manznoli. 

San Gallo, Antonio I. da, Baumeister, geb. 1455 in Florenz, f 27. Dec. 1534 
das. Sohn des Francesco di Bartolo Giamberti, Bruder des Giuliano S., mit dem er 
studirte. Er wandelte für Alexander VI. das Mausoleum Hadrians in die Engels- 
burg um, baute und verbesserte viele Festungen und Castelle in Rom und für den 
Kirchenstaat und wurde nach 1523 Oberintendant der toscanischer Festungen. Von 
ihm ferner die Paläste del Monte, Bellarmini, S. Prassede, und Kirchen zu Arezzo 
(Sa. Annunziata), Cortona, Monte Pulciano (Mad. di San ßiagio), Monte San Sabina, etc. 

San Gallo, Antonio II. da, eigentlich A. Gordiani, Baumeister, geb. 1482 
(1485?) in Mugello bei Florenz, f 1546, Neffe mütterlicherseits der Antonio I und 
Giuliano da S., zu denen er nach Rom in die Lehre ging. Er erbaute in Rom 
mehrere Paläste und S. Madonna di Loretto; dann wurde er Baumeister der Peters- 
kirche, hat den Vatican vergrössert und mehrere Kirchen restaurirt, inspicirte und 
verstärkte auch 1523 mit Antonio I. daS. die Festungen des Kirchenstaates. Mit 
Clemens VII. flüchtete er nach Orvieto und schuf dort einen berühmten Brunnen. 
Von ferneren Werken nennen wir Triumphbogen zur Rückkehr Karls V. (Venedig), 
Porta di S. Spirito (Rom), Festungen zu Ancona, Florenz, Parma und Piacenza, die 
Cap. Paolina in Rom, zwei Kapellen auf dem See von Bolsena, die Säla reggia des 
Vaticans in Rom, den Pal. Sacchetti das., und begann dort auch den Pal. Farnese. 
Er erlag einem Sumpffieber, das er sich bei einer Arbeit am See von Terni zuge- 
zogen hatte. — Sein Bruder und Gehilfe Antonio in. Battista da S., gen. II Gobbo 
war tüchtiger Baumeister. Er übersetzte des Vitruv und lieferte Noten sowie Zeich- 
nungen dazu. Von ihm das Modell zum Grabmal Piero de' Medici in Monte Cassino. 

San Gallo, Francesco da, Bildhauei- und Baumeister, geb. 1. März 1494 in 
Rom, t 17. Febr. 1576 in Florenz, Sohn und Schüler des Giuliano da S., auch 
Schüler des Sansovino, unter dem er in Löretto thätig war. Von ihm Altargruppe 
(Cr San Michele, Florenz), Peter, Paul und der schlafende Piero (Grabmal des Piero 
de' Medici in Monte Cassino), P. Giovio (Statue im Klosterhof, San Lorenzo), Grab- 
mal A. Marzi-Medici (Sa. Annunziata), Madonna und S. Rocco (Reliefköpfe in Sa. Maria 
Primerana, Fiesole), einige Münzen, etc. 

San Gallo, Ginliano da, Baumeister, geb. 1443 (1445?) in Florenz, t 1517 das., 
Sohn des Francesco di Bartolo Giamberti, erhielt den Beinamen San Gallo vom Bau 
des Augustinerklosters vor der Porta San Gallo in Florenz. Er war erst als Holz- 
schnitzer, Kupferstecher und Ingenieur thätig und baute für den nachmaligen Julius II. 
Befestigungen in Ostia. Als dieser Papst geworden, hat S. die ersten Pläne für die 
Peterskirche geschaffen, doch wurde Bramaute fils 1. Baumeister berufen und S. ver- 
liess verletzt Rom. Nach Bramantes Tod wurde er zurückberufen, doch R. Santi 
ihm zur Seite gestellt, weshalb er wieder nach Florenz ging. Leo X. hat ihn noch- 
mals nach Rom zur Leitung der Peterskircho berufen, doch war er zu alt, das Amt 



San Gallo — San Severino. 161 

nun noch zu übernehmen. Von weiteren Werken in und bei Rom nennen wir den 
Pal. Magliana, den Deckenbau von Sa. Maria Maggiore, die Kuppel von Sa. Maria 
di Loretto, die Facade von Sa. Maria dell' Anima; und ferner die Citadelle von 
Pisa, den Pal. Poggio in Cajano, Sa. Maria delle Carceri in Prato, das Karmeliter- 
kloster Sa. Maddelena dei Pazzi in Florerz, die Sacristei von S. Spirito (das.). 

San Gallo, Sebastiano 4a, Maler und Baumeister, gen. Arlstotile, geb. 1482 
in Rom (1481 in Florenz?), f 1551, Schüler des P. Vanucci, auch von B uona r otti 
heeinflusst, Sohn eines Giuliano Giamberti (des Giuliano da S.?). Er malte viele 
decorative, ephemere Sachen und ward von Buonarotti zur Aushülfe bei den 
Arbeiten in der Sixtina berufen, hat auch dessen Carton von Pisa grau in grau 
copirt. Als Baumeister schuf er unter R. Santi den Palast Pandolfini zu Florenz 
(n. A. rührt diese Arbeit von einem Giovanni Francesco da S. her). 

Sao Gimignano, Sebastiano da, s. MainardL 

Sun Öiraignano, Yincenzo da, s. Tamagni, Tineenzo. 

San Giorgio, Abbondio, Bildhauer, geb. 1798 in Mailand, t 1879 das. Von 
ihm die Pferde am Triumphbogen della Pace zu Mailand, die Dioskuren auf der Piazza 
reggia in Turin, Lucifer von Michael geschlagen, tJildniss-Btisten und Medaillons, etc. 

San Giorgio, Eusebic di, s. Ensebio. 

San Giovanni, Cav, Ercole, Maler, gen. Ercolino di Guido Reni, Ercole 
di Maria^ geb. um 1620 in Bologna (in Castello?), f in Rom noch jung um 1640, 
Schüler von G. B, Ruggieri, besonders aber von G. Reni, dessen Werke er 
genau copirte, wofür er von Urban VIII. ein Adelsdiplom erüielt. Von den sogen. 
Repliken ßenis mögen manche von ihm herrühren. 

San Giovanni, Gerardo di, 3. Haarlem, Geertgen van. 

San Giovanni^ Giovanni da, s. Giovanni da San Giovanni. 

San Giovanni, Maso da, s. Masaccio. 

San Lncano, Novello da, s. Äovello. 

San Marti, Fr. Gaspar, Baumeister und Bildhauer, geb. 1574 in Lucena, 
t 1644. Er war in Valencia thätig, wo man ihm zuschreibt den Plan des Portals 
der Kathedrale, den Altar in der Kommunionskapelle des Karmeliterklostei und 
das Marmorgrab des Juan Sanz. 

San Martino, Abt von, s. Frimaticcio. 

San Martino, Giuseppe, Bildhauer, geb. 1728 in Neapel, f 1800 (n. A. 1752). 
Er schuf ein Kunpt.stückchen, ein in Leichentuch gehüllter Leichnam Christi (Sa! 
Maria della Pietk de' Sangri, Neapel), sowie verschiedene Grabmale in dortigen 
Kirchen, z. B. das des Kard. Sersale im Dom. — Ein Marco S. war um 1680 als 
Maler und Kupferstecher u. A. in Rimini thätig. Er war aus Venedig (n. A. Neapel) 
gebürtig, malte schöne Landschaften mit kleinen Figuren, ferner Historien wie z. B. 
Taufe Constantins (Dom. Rimini) und Predigt in der Wüste (S. Vincenzio, Venedig) 
und hat einige 30 Kupferstiche geschaffen. 

San Miehele, (Sammiclieli), Giovanni Girolamo, Baumeister, geb. 1513, 
t 1558, Neffe und Schüler des Miehele S., den er oft unterstützte. Eigenhändig 
von ihm S. Nicola am Hafeneingang von Sebenico. 

San Miehele, (Samniichele), Miehele, Baumeister und Bilcihauer, geh 1484 
m Verona, f 1559 (1549? 1558?) auf Corfu, Sohn und Schüler eines Giovanni S. 
unter Beeinflussung Br am an t es ausgebildet. Er besuchte Rom, baute dann die 
Mad. delle Grazie in Montefiascone und S. Domenico in Or icto, sowie Privathäuser 
an diesen Orten. Darauf besichtigte und verbesserte er mit A. San Gallo die Be- 
festigungen Mittel-Italiens, trat dann in Dienste Venedigs und restaurirte fast alle 
von dessen Befestigungen vom Castell auf dem Lido bis Cypern. Er brachte das 
Bastiouärsystem auf. Von ihm ferner die Tbore Porta Nuova, Stuppp. und S. Zeno 
m Verona; die Paläste Bevilacqua Canossa, Pompei und Verzi in Verona, Grimani 
und Corner-Moceuigo in Venedig, Roneali in Rovigo; die Kirchen Madonna di Cam- 
pagna, S. Giorgio in Braida und Sa. Maria in Organo (diese zwei nur theilweise) 
in Verona und viele andere Bauten in Venedig, etc. Fr. Eonzani und G. Lucioli 
gaben ein illustrirtes Werk (Venedig lijSll über seine Bauten heraus. 

San C^uirico, Paolo, Baumeister und Riidhauer, geb. 1565 in Parma, f 1630 
bchuler des Cam. Mariani. Er hat Bildnisse in Wachs bossirt und Erz gegossen. 
±;aul V. beschäftigte ihn und er fertigte eine Medaille mit dessen Bildniss und der 
J^a^ade von S. Peter (n. 1608). Er war Canouicus. 

. Sau Severino, Lorenzo di, Maler, geb. 1374, f nach 1415, Von ihm und 
seinem Bruder Jacopo Fresken aus dem Leben des Täufers und eine Kreuzigung im 
Allgemeines Küiiätler-Lexicon. ö. j» . fl. 4. Band. H 



162 Sanchez — Sand. 

Oratorium von S. Giovanni Battista zu ürbino. — Von seinem Sohn (?) LorenzoII. 
di S. kenot man ein Bild 1481 für die Sacristei d«r Kirche zu Pansola beiMacerata; 
ein Fresko in der Collegiatkirche zu Samano und eine Verlobung der Hl. Catharina 
(1488 Nat.-GaL London). 

Sanebez, Alonso, Maler, geh. vor 1480, f nach 1507. Er malte Fresken in 
der Universität Alcala de Henares, im Kreuzgang und in anderen Theilen des Doms 
zu Toledo, etc. 

Saiuchez, Andres, Maler, geb. in Portillo bei Toledo, Schüler von Theotocopuli, 
thätig um 1600. Er malte Altarbilder für spanische Missionskirchen in Südamerika. 

— Ein demente S. malte 1620 in Vallädolid u. A. für die Dominikaner von 
Aranda de Duero. — Ein Lnis S. war um 1611 in Madrid als Zeichner thätig, 

— Ein Manuel S., Geistlicher, war um 1730 in Murcia als Maler thätig. 

Sanchez, Mariano Ramon, Maler, geb. 1740 in Valencia, f 1822 in Madrid. 
Er malte Architekturen, Veduten, Uafenbilder, etc. 

Sanehez, Nnfro, Bildbauer des 15. Jahrhunderts, thätig in Sevilla, wo er von 
1464 an beinahe das ganze Chorgestühl der Kathedrale mit Statuetten, Friesen, 
Heiligengeschichten in Relief, etc. schnitzte. — Ein Pedro S. malte 1462 in der 
Kathedrale zu Toledo. 

Sanebez, S., s. Barbndo-Sanchez, Salratore. 

Sanehez Barba^ Jnan, Bildhauer, geb. um 1615 bei Burgos, f 1670 in Madrid. 
Von ihm Statuen am Hochaltar (Sa. Cruz, Madrid), desgl. (Carmen calzado, das.), 
La Agonia (Kruzifix, Kirche der Padres agonizantes), etc. 

SancLez Coello, Alonso, eigentlicher Name des Coello, Alonso Sanehez, s. d. 

Sanebez Coello, Isabella, Malerin, geb. 1564 in Madrid, f 1612 das., Schülerin 
ihres Vaters Alonso S., Gemahlin des F. de Herrera. Sie malte Bildnisse und 
Miniaturen, war auch in der Musik und der Dichtkunst geschätzt. 

Sancbez Cotan, Fray Juan, geb. 1561 in Alcazar de San Juan, f 8. Sept. 
1637 in Granada, Schüler von Blas del Prado zu Toledo. 1604 wurde er Karthäuser 
Mönch, erst in Paular, dann in Granada. Er malte Historien für seine Klöster, 
nachdem er lange mit grösserem Erfolg Stillleben und Blumen gemalt hatte. Beiwerk 
malte er so natürlich, dass Vögel getäuscht wurden. 

Sancbez D'Avila, Andres, Maler des 18, Jahrhunderts, geb. in Toledo, f 1762. 
Er kam noch jung nach Paris und liess sich später als Bildnissmaler in Wien nieder. 

Sancbez de Castro, .Tnan, Maler, geb. vor 1430, t nach 1516, einer der ältesten 
Andalusischen Meister, der in seinem Sa. Lucia- Altar in der Josephs -Kapelle der 
Kathedrale von Sevilla den Einfluss der van Eyck zeigt. Sein Fresko des Hl. 
Christopher in S. Juliano (1484) ist stark restaurirt worden. Er soll eine Madonna 
mit einer Brille gemalt haben. 

Sancbez Sarabia, Diego, Maler des 18, Jahrhunderts, f 1779. Er war 1762 
Mitglied der S, Fernando-Akademie in Madrid, die seine ausführlichen Zeichnungen 
der Alhambra und des Pal. Karls V, in Granada aufbewahrt. 

Sancbiz, Tomas, Bildhauer des 17. Jahrhunderts, geb. in Valencia, Schüler von 
S. Mnnoz. Von ihm Die 4 Doktoren (Hochaltar, S. Juan del Mercado, Valencia), S. Blas, 
S. Francisco und andere Statuen (Kathedrale, das.), Madonna del Rosario u. A. 
(Hochaltar, S. Domingokloster, das.), etc. 

Sancbo, Esteban, Maler des 18. Jahrhunderts, gen. Maneta (weil er die r. 
Hand verloren hatte), geb. auf Minorca, f 1778, Schüler von P. Ferrer. Historien 
von ihm in den Kirchen auf Minorca. 

Sancins Fiorentinns, Bildhauer des 14. Jahrhunderts. Nach 1348 fertigte er 
mit Giovanni Fior entin US das Grabmal des Königs Robert in Sa. Chiara zu Neapel. 

Sanctls, Giacomö de% Baumeister und Bildhauer des. 15. Jahrhunderts, f 1435, 
Schüler des Masuccio II. Von ihm in Neapel der Pal. del Balzo, Sa. Maria delle 
Grazie, Kirche und Kloster della Croce, das Castel S. Elmo, die Karthause von S. 
Martino, etc. Er vollendete Masuccios Kirche S. Lorenzo in Carbonera, die Kirche 
S. Giovanni (hier viele Grabmäler von ihm) und den Glockenthurm von Sa. Chiara, 

Sanctis, Gnglielmo de, Maler, geb. 1830 in Rom, wo er als Bildnissmaler in dcr 
hohen Gesellschaft einen Ruf errang. Von ihm ferner Michelangelo und Ferruccio 
Stadiren den Befestigungsplan von Florenz (1875 Gal. Turin), etc. SS. Maurizio e 
Lazzaro-Ord. 

Sand, Manriee, gen. Dndevant, Zeichner und Maler, geb. 1823 in Paris, 
Schüler von Delaeroix, Sohn der berühmten „George" Sand. Von ihm Leandre 
und Isabella, Markt zu Pompeji, etc. S. veröflFentlichte mehrere Werke, zu welchen 



Sandars — Sanders. 163 

er Text iicd Illustrationen lieferte, z. B. ItaliGnisciie Komödianten (Lustspiel 1859j, 
Die Welt der Schmetterlinge (1866), etc. Er hat auch gedichtet. Kreuz der Ehren- 
leg. 1860. 

Sandars, Thomas, Kupferstecher des 18. Jahrhunderts, geb. in Rotterdam, f nach 
1774. Er kam nach London, wurde Mitglied der St. Martin's Lane Academy und 
stach, sowie radierte "Veduten, auch Blätter nach J. Vernet. 

Sandberg. Johan Gustav, Maler geb. 1782 in Stockholm, f 1854 das. Das 
dortige Museum besitzt von ihm „Gustav Adolf II bei der Schlacht von Stuhm" und 
zwei andere Bilder. 

Sandby, Panl, Maler und Radierer, geb. 1725 in Nottingham, f 9. Nov. 1809 
in London, wurde 1741 Schüler der militärischen Zeichenschule im Tower zu London, 
wo er darauf bis 1752 Beschäftigung (auch auf einer Amtsreise nach Schottland) 
fand, und Hess sich in Windsor nieder. Er hat eine grosse Anzahl von landschaft- 
lichen und architektonischen Aufnahmen aus Schottland, Wales und Südengland 
aquarellirt, auch viel radiert und besonders aquatintirt. S. ist angeblich der erste 
Engländer, der das Leprince'sche Acjuatintverfahren anwendete. Von 1768—99 war er 
Zeichenlehrer in der Militär- Schule zu Woolwicb; er hat auch Caricatrirer) geliefert 
und half die Londoner Akademie begründen. Das South Kensington-Museum besitzt 
ein Dutzend Aquarelle und Zeichnungen von ihm. 

Sandby, Thomas, Baumeister und Zeichner, geb. 1721 in Nottingham, f 25. Juni 
I75i8 in Windsor, Bruder des Paul S. Er war Zeichner beim schottischen Genie- 
corps, meldete die Landung des Prätendenten, und wurde dann Zeichner des Herzogs 
von Cumberland, den er nach Flandern begleitete; 1746 wurde er Viceforstmeister zu 
Windsor, wo er das Virginia-Wasser anlegte (hierüber veröffentlichte er ein Werk 
mit 8 Illustrationen), 1768 wurde er Mitglied der Akademie und Professor, 1775 
erbaute er die Freimaurerloge und lieferte Entwürfe für die Holzschnitzereien in der 
S. Georgskapelle. Zeichnungen von ihm im British Museum, dem Soane Museum 
und in der Windsor- Sammlung. 

Sande -Bakhuy/en, Grerardiua Jacoba van de, Malerin, geh. 27. Juli 1826 im 
Haag, Tochter und Schülerin des Hendrik v. d. S. Sie malte Blumen und war 
in ihrer Vaterstadt thätig. Med. Amsterdam. 

Sande-Bakhnyzen, Hendrik van de, Maler, geb. 1795 im Haag, f 1860 das., 
Schüler von Hei j maus, meist aber Autodidakt. 1822 wurde er Mitglied der Akademie 
zu Amsterdam. Er malte Landschaften mit Thierstaffage, z. B. Holländische Winter- 
landschaft (Neue Pinakothek, München). Löwen-Ord. 1847. 

Sande-Bakhnyzen, Jnlius Jacobns van de, Maler, geb. 18. Juni 1835 im Haag, 
Sohn und Schüler des Hendrik v. d. S, Er malte ebenfalls Landschaften mit 
Vieh. Med. Philadelphia, Haag, etc. 

Sander, Johann Heinrich, Maler, geb. 18. Mai 1810 in Hamburg, f i865, 
Schüler von ßarkhaus, in Holland weitergebildet. Er malte Marinen und Land- 
schaften, wurde jedoch später Maschinentechniker. 

Sanderat, Etienne, Maler des 15. Jahrhunderts, der 1447 für Jean de Chalon, 
Seigneur de Vittau, ein Werk mit 50 Miniaturen schuf. 

Sanders, (Sandres), Frans, Maler des 16. Jahrhunderts, schuf 1526 ein Jüngstes 
Gericht in Mecheln. Dürer lobte eine Madonna von ihm. 

Sanders, George L., Maler, geb. 1774 in Kingshorn (Fifesbire, Schottland), 
t 26. März 1846 in London, Schüler von Smeaton und Autodidakt. Er malte ein 
Panorama von Edinburgh, wandte sich dann der Miniaturmalerei zu, mit der er von 
1807 an in London sein Glück machte. Er besuchte oft das Festland und sammelte 
Zeichnungen alter Meister. Später hat er auch mit gutem Erfolg lebensgrosse Oel- 
bildnisse gemalt. 

Sanders, Gerard, Maler, geb. 1702 in Wesel f 1767 in Rotterdam, Schuler 
seines Schwiegervaters Tobias van Nymwegen, auch in Düsseldorf gebildet. Er 
hat mit Elias van Nymwegen u. A. kunstgewerbliche Entwürfe geliefert. 

Sanders, Hercules, Maler, geb. 1606, f nach 1668 in Amsterdam (?j. Er malte 
Veduten und Bildnisse, von denen das Rijksmuseum zu Amsterdam eins besitzt. 

Sanders, Jan n. Catharina, eigentlicher Name der Bemessen, J. n. C. van, s. d. 

Sanders, John, Maler und Kupferstecher, geb. 1750 in London, + uach 1804, 
in der Bartolozzi-Schule gebildet. Er arbeitete in Puoktir-, Schab- und Aquatint- 
manier und malte Genrebilder. Sein bestes Blatt soll eine Ansicht des Domchors 
zu Norwich sein. 1802 kam er als Hofkupferstecher nach St. Petersburg und gab 
gemeinschaftlich mit Podol insky u. A. ümrissstiche nach den Gemälden der Eremi- 



164 Sanderson — SandrarL 

tage heraus (1805). — Ei gab nocb andere John S., die im 18. Jahrhundert als 
Maler in London thätig waren. 

Sanderson, Charles Wesley, Maler, geb. 1838 in Branden (Vermont, U. S. A.), 
Schüler von James Hope und Gerry, nachdem er schon als Musiklehrer etablirt 
war. Später studirte er noch an der Ecole des beaux-arts und in England. Er 
malte Landschaften aus der Heimath, aus der Schweiz, etc. in Oel und Aquarell. 

Sandbaas, (Sandbas), Karl, Maler, geb. 1801 in Haslach (Eaden), t 12. April 
1859 das. geisteskrank im Spital, Schüler seines Oheims Jos. S. in Darmstadt, dann 
von Cornelius in München, studirte auch in Italien (u. A. in Mailand) und wandte 
sich 1822 nach Frankfurt a. M. Er war auch eine Zeitlang in Freiburg i. Br. thätig. 
Er malte Volksscenen, Trachten, auch Bildnisse, die vielfach gelobt wurden. S. ra- 
dierte vier Blätter in Friesform „Träume und Schäume des Lebens" (1844). Werke 
von ihm im Städel'sclien Institut zu Frankfurt a. M. und auf der Universität zu 
Freiburg i. Br. 

Sandham, Henry, Maler, geb. 24. Mai 1842 in Montreal (Canada), studirte in 
England und Frankreich (1880 und 1884). Er wurde Mitglied der Canadiscben 
Akademie, Hess sich aber in Boston (Mass.) nieder. Von ihm Nebel im St. Johns- 
Hafen (Gal. Ottowa), Schlacht von Lexington, Die Freiheit tagt, etc. 

Sandors, Thomas, Kupferstecher des 18. Jahrhunderts, geb. in Holland, f nach 
1780. Er kam bald nach 1750 nach London und stach Ansichten, topographische 
Blätter, etc. 

Sandrart, David, Goldschmied, geb. 1711, f 1782; 1740 wird er als Gold- 
arbeiter in Frankfurt a. M. angeführt. Er malte auch in Email. — Ein Hans 
Jakob T. S. wird dort 1675 als Silberarbeiter in das Meisterbuch eingetragen. 

Sandrart, Jakob van, Kupferstecher, geb. 31. Mai 1630 in Frankfurt a. M., 
f 16. Aug. 1708 in Nürnberg, Schüler von C. Danckerts und W. Hondius, den 
er nach Danzig begleitete. Er war 1635 nach Hamburg und dann nach Holland (1640) 
zu seinem, Oheim Joachim v. S. gekommen. Um 1654 war er in Regensburg, zwei 
Jahre später iu Nürnberg, wo er 1662 Lehrer an der Akademie wurde und endlich 
eine Kunsthandlung gründete. Er hat über 400 Bildnisse, Karten, etc. gestochen, 
darunter die Kaiser Rudolph IL, Ferdinand IL und III., Joachim Sandrart und Erz- 
herzogin Sophie von Sachsen. 

Sandrart, Joachim Yon, Maler, geb. 12. Mai 1606 in Frankfurt a. M., 
t 14. Oct 1688 in Nürnbei'g, Schüler von Merian und De ßry, dann von Aeg. 
Sa de 1er in Prag (1625), Honthorst in Utrecht und vielleicht von A. Bloemaert. 
1637 war er mit Poelenburg in London thätig. 1627 besuchte er Italien, erst 
Venedig, um Tizian zu studiren und dann Rom, wo er das Bildniss ürbans VIII. 
schuf und einer der 12 Meister wurde, die für den König von Spanien ein Bild 
malen mussten. 1635 kehrte er aus Italien zurück. Er lebte eine Zeitlang in Amster- 
dam, Augsburg (1672 — 74), Wien, Frankfurt a. M., die längste Zeit aber in Nürn- 
berg, wo er eine der Hauptstützen der Akademie wurde. Er war ein tüchtiger, 
wenn auch nicht origineller Künstler und besonders im Bildnissfach angesehen. 
Von ihm Friedensbankett (1650 Rathhaus, Nürnberg), Jacobs Traum (Barfüsser- 
kirche, Augsburg), Kreuzabnahme (Dom, Würzburg), Schützenstück u. A. (1638 Mus. 
Amsterdam); A. in den Gal., etc. zu Aschaffenburg, Augsburg, Bamberg, Berlin (Depot), 
Florenz (Uffizi), München, Wien, etc. S. war auch schriftstellerisch thätig, gab ver- 
schiedene Sammlungen und illuatrirte Werke heraus (Gesammt-Ausgabe, 8 Bde., Nürn- 
berg 1769—75) und ist endlich am bekanntesten durch seine „Teutsche Akademie" 
(Künstlergeschichte, etc., Nürnberg 1675—79) geworden. 

Sandrart, Johann Jakob von, Kupferstecher, geb. 1655 in Regensburg, f 24. Mai 
1698 in Nürnberg, Schüler des Joachim v. S., auch in Rom und Venedig gebildet, 
Sohn des Jakob v. S. Er hat viele architektonische Entwürfe gestochen und radiert, 
ferner Illustrationen zu den Werken seines Grossoukels, Platten für ,Suecia antiqua 
et hodierna", Bildnisse und Einzelblätter nach Leclerc, Joach. v. Sandrart, etc. — 
Sein Bruder Joachim t. S. d. J. war talentvoller Maler. — Ein Johann v. S., geb. 
vor 1589, t nach 1669, war in Frankfurt a. M. als Maler und Radierer thätig. — 
Ein Lorenz v. S., Emailmalor und Kupferstecher, f nach 1709, wahrscheinlich mit 
ihm verwandt, lieferte u. A. Illustrationen zu Ovid (1700). — Ein Philipp v. S., 
geb. 15. Januar 1615 in Frankfurt a. M., f nach 1642, war Sohn des Johann v. S. 
und ebenfalls Maler. 

Sandrart, Sasanna Maria tou, verehcl. Auer und verebel. Endter, Malerin 
und Kupferstecherin, geb, 10. Aug. 1658 in Nürnberg, f 20. Dec. 1716, Schülerin 



Sandres — Sans. 165 

ihres Vaters Jakob van S. Sie heirathete erst einen Maler, dann einen Buchhändler, 
nnd ist am besten durch ihre Arbeiten auf Kupfer nach Bartoii, R. Santi, etc., auch 
erotische Scenen, bekannt. 

Sandres, s. Sanders. 

Sandrenter; Hans, Maler, geb. 1850 in Basel. Er ahmte Böcklin'sche Bilder 
nach. Von ihm Rebekka, An der Himmelspforte, Dolce far niente, Rheinufer bei 
Stein, etc. 

Saudrino, Tominaso, Maler, geb. 1575 in Brescia, f 1630. Er malte decorative 
Arbeiten, Perspektiven und Architekturen in Ferrara, Mailand und in seiner Vater- 
stadt (die Decken im Dom, S. Domenico und S. Faustino). 

Sandrock, Christian, Maler, geb.. 23. Jan. 1863 in Rotterdam, Schüler der 
Mtinchener Akademie unter Herterich und Prof. Schrader, weitergebildet in Berlin. 
Von ihm die Verhaftung von Oldenbarneveldt, Hans Sachs und Evcben. Er malte 
auch Bildnisse. 

Sandnijk, Frans van, Maler, geb. 1641 (1642?) im Haag, f nach 1670 (?), 
Schüler von Terwesten und Wieling. Er malte Historien und Bildnisse, wurde 
später aber Ingenieur und trat in Staatsdienste. 

Sandy, Gynia (Jnlias), Baumeister, geb. 1868 in Eperjes (Ungarn), Schüler 
des Polytechnikums zu Budapest unter Victor Czigler, weitergebildet unter Steindl 
und S. P e z. Unter Steindl war er beim Bau des Parlamentsgebäudes thätig. Bei der 
Concurrenz um den Haupteingang der Millenniums-Ausstellung erhielt er den zweiten 
Preis. Er erbaute ein Gymnasium in Hödmezö-Vasärhely und wurde Professor an der 
königl. ungarischen Staats-Gewerbeschule, Von ihm ferner Entwurf für ein Rathhaus 
in Raab, etc. 

Sandys^ Fi-ederick K., Maler und Zeichner, geb. 1832 in Norfolk. Seine Bild- 
nisse und phantastischen Gemälde zeigen einen eigenartigen bedeutenden Künstler, 
der viele Beziehungen zu den englischen Präraphaeliten aufweist. Einige 30 Illustrationen 
zu Zeitschriften, etc. in den 60er Jahren genügten allein, um ihm dau'^rnden Ruhm 
zu gewinnen. Von Gemälden nennen wir: Oriana (1861), Morgan-le-Fay (1864), 
Medea (1869), Perdita (1879), etc. 

Sane, J. P., Maler, geb. vor 1750 (?), f l'^SO i^ Paris. Er war eine Zeit- 
lang in Rom thätig. Von ihm zwei Genrebilder (Mus. Angers), S. Paulus auf Malta 
(Mus, Douai), Petrus und Johannes heilen die Kranken am Tempeleingang (S. Pierre, 
Douai), Tod des Socrates, etc. 

Sanese, s. Siena, da. 

Sangster, Samuel, Kupferstecher, geb. 1804, f 24. Jan. 1872 in London, 
Schüler von W. Finden. Er stach für die Buchillustration und für das Art Journal. 
Von ihm Blätter nach Briggs, Egg, Etty, Jenkins, Maclise. Newton, Pickersgill, 
üwins, etc. 

Sangniuetti, Francesco, Bildhauer, geb. 1800 in Carrara, f 15. Febr. 1870 in 
München, Schüler seines Vaters Gaetano S. und besonders von Rauch in Berlin. 
1829 führte er für diesen das Modell König Max in München aus. Er bereiste dann 
Italien und führte, 1831 nach Berlin zurückgekehrt, a. Werke nach Rauch aus. Dann 
siedelte er nach München über und fertigte nach Schwanthalers Modellen Aristoteles 
(Bibliothek), Hippokrates (ebenda), etc., nach G. Eberhard Sa. Ottilie (Blindeninstitut), 
Sa. Lucia (ebenda), etc., nach eigener Erfindung Gelehrtenbildnisse (Medaillons an 
der Universität), Der Ornamentist (Figur am Giebel der Glyptothek), etc. 

Sanni, Domingo Maria, Maler des 18. Jahrhunderts, thätig in Spanien. Zwei 
Bilder von ihm besitzt das Mus. zu Madrid. 

Sannutns, s. Sannto. 

Sano, E. B., Maler unseres Jahrhunderts, t 1S78 in Antwerpen. Er malte 
IntCiirurs und Ruinen. 

Sanoj (Anzano) di Pietro di Menico., Maler, geb. 1406 in Siena, t 1481, 
Schüler von Sassetta. Die Bibliothek seiner Vaterstadt besitzt viele Miniaturen 
von ihm; die Akademie das. 46 Bilder, darunter eine Himmelfahrt Mariae; die 
Kirchen in Siena und der Umgegend Fresken. Im Louvre von ihm 5 Bilder aus dem 
Leben des Hl. Hieronymus, im Vatican Scenen aus dem Leben der Jungfrau, iu der 
Dresdner Galerie zwei Kruzifixe u. A., u. s. w. Von ihm auch der Entwurf für das 
Taufbecken im Baptisterium zu Siena. 

Sans y Cabot, Francisco, Maler, geb. 1834 in Bairelona, f 5. Mai 1881 in 
Madrid, Schüler der Kunstschule seiner Vaterstadt und von Couture in Paris. Er 
wurde in Madrid Direktor des Museums und Mitgl. der Akademie. Neben vielen 



166 Sansou — Santa Croce. 

Fresken in Palästen, etc., malte er Schlacht von Trafalgar (1862 Mus, Madrid), 
Isabella IL, Karl V. u. A. Bildnisse (Universität, Barcelona), Franz I. besucht Karl V. 
(Fresko, Alcazar, Toledo), Apollo verjagt die Nacht, etc. Med. II. Kl. 1860, 1862, 
I. Kl. 1871. — Ein Jos6 S. malte Genrebilder in der Art Meissoniers. 

Sauson, Justin Chrysostome, Bildhauer, geb. 8. Aug. 1833 in Nemour (Dtp. 
Seine-et-Marne), Schüler der Ecole des beauxarts- und Jouffroys. 1861 erhielt 
er den grossen Rompreis für seine Rückgabe der Chryseis. Von ihm Das Gesetz, Die 
Gerechtigkeit (Justizpalast, Amiens), Die Baukunst (Basrelief, Neuer Louvre), Diogenes 
(Mus. Melun), Die Musik (Neue Oper, Paris), Pietä, Saltarello-Tänzer, etc. Med. 
3. Kl. 1867, Med. 1869 ; Kr. der Ehrenleg. 1876. 

Sansone II, s. Marchesi, Giuseppe. 

SansoTino, Andrea, eigentlich Andrea Contnccl, nach seinem Geburtsort 
(Sansoyino, früher Sa. Sabina) genannt, Bildhauer und Baumeister, geb. 1460 (1450 ?) 
in Monte Sansovino, f 1529 das., Schüler des A. del Pollajuolo in Florenz. Seine 
Ursprünglichkeit ist durch die Anlehnung an die Antike beengt worden, doch ist 
seine Empfindungsweise sehr schön. 1491—1500 war er in Lissabon thätig, wo er 
einen Palast kaufte und verschiedene Sculpturen schuf. Zu seinen Hauptwerken in 
Italien rechnet man Terracotta-Altar (Kirche in Sansovino), Sacramentsnische (S. 
Spirito, Florenz), Das Grabmal Basso (yon 1505 ab, Hauptwerk, Sa. Maria del 
Popolo, Rom), Grabmal Sforza Visconti ^von 1507 an, ebenfalls Hauptwerk das.), 
Grabmal Vicenti (1504 Sa. Maria in Araceli, Rom), Sa. Anna Selbdritt (1512 S. 
Agostino, Rom), Taufe im Jordan (Baptisterium Florenz, Ostportaj), jtc. Er war 
am Bau von S. Spirito in Florenz thätig" und schuf die Loggien des Pal. del Com- 
mune in Jesi, auch einige Bauten in Sansovino, etc. Von 1580 an entwarf er nud 
führte theilweise selbst aus den reichen Marmorschmuck der Santa Casa im Dom zu 
Loretto. — Ein Domenico da S., t 1530, war Schüler des Andrea S. 

Saosoriuo, Jaeopo, s. Tatti. 

Sant, James, Maler, geb. 23. (29?) Apr. 1820 in Croydon (London?), Schüler 
von Varley, studirte an der Royal Academy. Er wurde sehr erfolgreicher Bild- 
nissmaler, besonders seine Kinder wurden beliebt. 1872 wurde er Hofmaler der 
Königin Victoria. Viele Werke von ihm zu Strawberry Hill. Von ihm Samuel 
(1853), Kinder des Waldes (1854), Die erste Sorge, Die Frühpost, Pfirsiche (1874) 
und die Bildnisse des Duc d'Aumale, des Bischofs von London (1865), der Königin 
Victoria, der Kinder des Prinzen von Wales (1872), der Adeline Patti (1886), etc. Mit- 
glied der Londoner Akademie 1871. — Ein George S. war um 1870 als Landschafts- 
maler ia England thätig. 

Sant-Acker, F., Maler des 17. Jahrhunderts, thätig in Holland. Er malte 
Stillleben, von denen sich eins in den Berliner Mus., ein Anderes von 1668 in Haager 
Privatbesitz befindet. 

Sant' Agnese, s. Pievan. 

Sfinta Croce, Filippo da, Bildschnitzer des 16. Jahrhunderts, geb. um 1560 in 
Urbino. Er war Hirtenknabe und Autodidakt und Hess sich in Genua nieder. Mit 
seinen 6 Söhnen schnitzte er hier die Decke des grossen Rathsaals, die Hauptgaleeren 
der Republik, etc., dann Spielereien wie 12 Cäsarenköpfe auf einen Pflaumenkern, etc. 
— Seine Söhne Agostino da S., Ginlio da S, (von ihm die Orgel in S. Lorenzo. 
um 1612, wurde zur Galeere verurtheilt, doch begnadigt, weil unentbehrlich bei den 
Schnitzereien im Rathhaus), Lnca da S., Matteo da S. und Soipioue da S. 
arbeiteten wie ihr Vater, nur Lnca da S. schuf mehr Statuen, als kleine Schnitzarbeiten. 

Santa Croce, Francesco da, Bildhauer, geb. 1630, f 1662, Sohn des Lnca da S., 
fertigte lebensgrosse Statuen, weniger kleine Schnitzereien. — Sein Vetter Giovanni 
Battista da S., f um 1670 iu Genua, Sohn des Matteo da S., war der tüchtigste 
Bildhauer der Familie. Von ihm Madonna del Rosario (S. Venanzo, Genua), etc. 

Santa Croce, Francesco dl Simone Rizo da, Maler, geb. vor 1490 in Sa. 
Croce bei Bergamo, t nach 1548, in der Schule G. Bellinis gebildet, vielleicht unter 
Carpaccio oder Previtali. Von ihm besitzt die Akademie zu Venedig Der Heiland 
erscheint den Hl. Frauen und Aposteln, S. Spino bei Santa Croce eine Vei'kündigung 
(1504), S. Pietro zu Murano Thronende Madonna, die Gal. Poldi-Pezzoli in Mailand 
Männliches Bildniss, die Kirche zu Mestre ein Altarbild: Andere in den Galerien zu 
Bergamo und Berlin. 

Santa Croce, Girolamo J. da, Bildhauer, geb. 1502, t 1537. Von ihm ein 
Altar mit S. Petrus in der Kirche Montoliveto zu Neapel, ein Theil vom Grabmal 
Sannazaro in Sa. Maria del Parto das., etc. 



Santa Croce — Santerre. 167 

Santa Croce Girolamo II. da, Maler des 16. Jahrhunderte, geb. vielleicht in 

Santa Croce bei Bergamo, f Ji Venedig, muthmasslich Schüler des Francesco da S., 
in der Bellini-Schule gebildet und meist zu Venedig zwischen 1520 und 1549 thitig, 
Von ihm Der Evangelist Johannes, Apostel, Heiland, Madonna u. A. (GaL Venedig). 
Geburt Christi u. A. (Mus. Berlin), Die Anbetung des Christkindes u. A. (Gal. Dresden). 
Zwei Heilige (Nat.-Gal. London), Abendmahl (S. Martino, Venedig), Thomas a Becket 
mit Heiligen, (S. Silvestro, das.), S. Martin (1527 Kirche zu Luvigliano bei Padna). 
— Von einem Pietro Paolo S. befinden sich einige Bilder in der Gal. zu Venedig, 
A. in Padua. 

Santa Cruz, Francisco de, Bildhauer, geb. 1586 in Barcelona, f 1658 das., 
wahrscheinlich in Italien gebildet. Von ihm Gott Vater, der todte Christus, der hl. 
Geist und Engel, und andere Statuen am Hochaltar (Trinitarios Calzados, Barcelona), 
S. Francisco Xavier (Ecke der Jesuitenkircbe, das.), Jesusknabe (Thüre, ebenda), etc., 
auch Werke in anderen catalonischen Städten. 

Santa Fede, Fabrizio, Maler, geb. um 1560 in Neapel, f 1634, Schüler seines 
Vaters Francesco S. und des F. Curia; auch an den Werken der Venezianer 
gebildet. Er besuchte Rom, Bologna, Florenz und Venedig. Masaniellos Gefährten 
sollen zwei Säle, die S. mit Fresken ausgemalt hatte, verschont haben. In der GaL 
zu Haag wird ihm eine Madonna zugeschrieben; von ihm ferner Madonna (1595 
Mus. Neapel), Die Geburt (Sa. Annunziata, das.), Die Auferstehung (Kap. des Monte 
di Pietä, das.); A. Werke in anderen dortigen Kirchen. 

Santa Fede, Francesco, Maler, geb. um 1519, f nach 1560 (?), Schüler des 
Andrea Sabbatini. Seine Werke und die seines Sohnes werden oft verwechselt. 
Von ihm u. A. Deckenbilder im Dom und in Sa. Maria nuova zu Neapel. 

Santagostino, Oiacomo Antonio, Maler, geb. 1588 in Mailand, f 1648, Schüler 
■von G. C. Procaccini. Werke von ihm in den Mailänder Kirchen, z. B. S. Lorenzo 
Maggiore, Sa. Maria del Lantasio und S. Vittore. — Seine Söhne Giscinto S. und 
Agostino S. malten Bilder für Mailänder Kirchen und gemeinschaftlich Werke für S. 
Fedele das. Agostino S. veröffentlichte 1671 „L'Immortalitä et Glorie del Pennello* 
über Bilder in Mailand. 

Santarelli, Emllio, Bildhauer unseres Jahrhunderts; geb. 1801 in Florenz, 
Schüler seines Vaters und von Thorwaldsen in Rom. Er wurde lebloser Classi- 
cist. Vom ihm Michel Angelo Buonarotti (Statue an den Uffizien, Florenz), Corinna, 
Boshafter Amor, Tanz der Hören (Basrelief), Bildnissbüsten, etc. Professor an der 
Akademie zu Florenz. — Ein Gaetano S. aus Pescia, Schüler von 0. Dandini, 
lebte im 18. Jahrhundert als Maler und starb jung. 

Santarelli, Giovanni Antonio, Medailleur und Gemmenschneider, geb. 1759 in 
Manopello, f 30. Mai 1826 in Florenz, war erst Maler, dann im Modelliren Autodi- 
dakt, ging 1779 nach Rom, lernte Edelsteinschneiden und arbeitete für Pichler, 
dessen Maschinen er verbesserte; 1797 kam er nach Florenz, wo er Mitglied der 
Akademie und Vorstand der Steinschneideschule wurde. Von ihm zahlreiche Medaillen 
auf berühmte alte Italiener, auf die römischen Kaiser, auf die Familie Bonaparte, etc. 
Schaumünzen, Gemmen, etc. Mitglied verschiedener Akademien. Kr. d.Efarenleg ; Prot; 
Reunions-Ord. 

Santelli, Feiice, Maler des 16. Jahrhunderts, thätig u. A. in Rom, z. B. für 
die P.P. Spagnuoli del Riscatti Scalzi. Die Sa. Rosa Kirche zu Viterbo hat ein 
Bild von ihm. 

Santen, Gerard van, Maler des 17. Jahrhunderts, f nach 1649. 1629 wurde 
er Mitglied der Haager Gilde. Er malte Schlachtenbilder und wurde vom Prinzen 
Fred. Hendrik von Oranien beschäftigt. 

Santen, Jan van, Baumeister, geb. nach 1550 in Utrecht, f 1623, kam früh 
nach Italien und Hess sich in Rom nieder. Er schnitzte erst in Elfenbein und 
Ebenholz, wurde dann unter F. Ponzios Leitung Baumeister und schuf die Villa 
Borghese für den Cardinal Scipio Borghese ; später wurde er päpstlicher Baumeister 
und vollendete S. Sebastiane vor der Porta Capena, das Lusthaus von Mondragone 
bei Frascate, das Landhaus von Monte Cavallo und schuf einen Vorgiebel am Vatikan. 

Santerre, Jean Baptiste, Maler, geb. 1. Jan. 1658 (nach Jal 1650 oder 
1652?) in Magny (Dep. Seine - et - Oise), t 21. Nov. 1717 in Paris, Schüler von 
F. Lemaire und Bon Boullogne. 1708 wurde er Mitglied der Akademie auf 
Grund seines Bildnisses N. Coypel und einer Susauna im Bade (1704, jetit im Louvre). 
Er machte viele Versuche mit Malmitteln, um seinen Werken lange Dauer zu sicheni. 
Von ihm Sa. Theresa (für Louis XIV. gemalt, Versailles, Kapelle), Marie Adelaide 



168 Santi. 

Ton SaToyen u. A. (Gal. Versailles), Die Köchin (Mus. Bordeaux) ; A. iu den Mus. 
zu Darmstadt, Nantes, Niort, Orleans, Reims, Rouen, St. Petersburg, Saumur, 
Tours, etc. S. Leben von Potiqußt (1876). 

Santi, Antonio, Maler des 17. Jahrhunderts, geb in Rimini, f 1700, Schüler 
von Cignani. Er hatte grosses Talent, starb aber sehr jung. — Ein Bartolommeo 
S., geb. in Lucca, gebildet in Bologna, malte im 18. Jahrhundert Decorationen, auch 
für die Theater, 

Santi, Donienico, gen. Mingaccino, Male^, geb. 1621 in Bologna, f 1694, 
Schüler des A. Mete lli, mit dessen Werken seine kleineren Oelbilder oft verwechselt 
werden. Er malte viele Perspectiven und Architekturen, in die Andere die Figuren 
setzten, für Kirchen und Paläste Bolognas, z. B. Pal. Ratta, Sa. Colorabana und die 
Servikirche. 

Santi, Giacomo de', Baumeister, geb. um 1351, f 1421, Schüler von Ma- 
succio IL (laut Angabe des Cicerone, thätig um 1530? und angeblich Schüler des 
Ciccione). Von ihm Sa. Maria delle Grazie in Neapel, S. Pellegrino (1385 ebenda), 
S. Onufrio (1420 Formullo), etc., auch viele jetzt nicht mehr erhaltene Paläste. 

Santi, Gioranni, Maler, geb. vor 1440 in Colbordolo bei Urbino, f 1. Aag. 
1494 in Urbino, ausgebildet unter Piero della Francesca und von Melozzo da 
Forli beeinflusst. Er war ausser in Urbino auch in Cagli, Pesaro und Fano (?) 
thätig und war erst Höker gewesen. Von ihm Fresken, etc. in S. Donienico zu 
Cagli (1481, oben die Auferstehung, unten Madonna), zu Fano (Madonna in Sa. 
Croce, Heimsuchung in Sa. Maria Nuova), zu Urbino (Madonna in S. Francesco) 
u. s. w., Madonna mit Heiligen (Mus. Berlin), Madonna mit dem Kinde (ebenda), 
desgl. (Nat.-Gal., London), Verkündigung (Brera, Mailand), Knabe im Profil (Pal. 
Colonna, Rom) Er schrieb ein Epos zu Ehren seines Gönners, des damaligen 
Herzogs von Urbino. Sein Leben von Schmarsow (1887). 

Santi, Lorenzo, Baumeister, geb. 1783 in Siena, f 1839, Schüler seines Vaters, 
war erst als Decorationsmaler thätig, wurde Baumeister und ging nach Rom. Er 
gewann Concurrenzpreise in Mailand und Florenz, kam als Gehilfe Solls nach 
Venedig, wurde Zeichenlehrer am MariencoUegium , dann Baumeister des kgl. 
Palastes und 1828 Adjunkt der Direction der öffentl. Bauten. Er baute den kgl. 
Palast um, decorirte Säle darin, errichtete die Fagade des Patriarchalpalastes und 
baute S. Silvestro um. 

Santi, Pietro, eigentlicher Name des Bartoli, Pietro Santi, s. d. 

Santi, Baffaeilo, (Sauzio, Raphael, Raffaelle d'ürbino, Raptaael Urbinas, etc.)» 
Maler und Baumeister, geb. 7. April (29. März?) 1483 in Urbino, f 6- April 1520 
in Rom, Sohn und Scüüler des Giovanni S., wahrscheinlich Schüler des T. Viti 
in Urbino, dann (1495 oder 1499/1500) Gehilfe des Pietro Vanucci, seit Ende 1504 
unter dem Einfluss da Vincis und Fra Bartolommeo Pagholos in Florenz 
ausgebildet. 1508 kam er nach Rom, wo die Antike, dann Seb. Luciano und endlich 
M. A. Buonarrotti ihn beeinjflussten. Er war, soweit festzustellen ist, bis 1504 
in Perugia, 1504—8 hier und in Florenz, auch kurze Zeit in Cittä di Castello, 
Siena (1504) und Urbino, seit 1508 in Rom thätig, wo er das Haupt der Malerschule 
wurde. In Julius IL und Leo X. fand er hervorragende Gönner, Letzterer ernannte 
ihn zum Inspektor über alle ausgegrabenen Antiken; im Auftrag beider malte er die 
weltbekannten Stanzen im Vatikan. Er soll in Folge von Ausschweifung gestorben 
sein. Schon zu Lebzeiten war er der Liebling aller Völker und sein Ruhm ist 
besonders im Lauf unseres Jahrhunderts ins Unendliche gestiegen, z. Th. vermöge 
des lawinenhaften Anhäufens der von Nicht-Fachleuten verfassten Kritik. Wie kein 
anderer grosser Künstler ist er allgemein- und leichtverständlich und die bei ihm stark 
Ausschlag gebende Neigung zum Anmuthigen, dies beides zusammen musste ihn 
derartig populär machen. In seiner ersten Periode spricht er durch ein intensives 
Empfinden, eine offene Naivität und durch einen frischen coloristischen Sinn uns an. 
Während der zweiten Periode in Florenz, in der das landschaftliche Element in 
seinen Bildern hervortritt, werden diese Eigenschaften schon gedämpft durch be- 
wusstere Stilisirnng und das Verlangen nach grösserer Naturwabrheit. In der letzten 
Römischen Periode beherrscht ihn der Wunsch zu componiren ganz. Im Einzelnen 
besteht der Realismus fort, doch jedes Werk als Ganzes ist ein Produkt der geistigen 
Stiüsirung. Es ist überraschend, dass gegen Ende seines Schaffens er, trotz allen 
Erfolgs und trotzdem so grosse Arbeiten ihn erfüllen, seine Selbständigkeit nicht 
bewahren kann und sie allmählich dem grossen Michel Angelo Buonarrotti opfert. 
Will man ihn von seiner reinsten künstlerischen Seite geniessen, so muss mau die 



Santi — Santoro. 169 

Handzeichnungen studlren. (Grösse Saminlungen in Windsor, Paris. Oxford, Florenz, 
Venedig Lille"^, Wien (Albertina), Berlin, Samml. Malcolm, etc.). Als Baumeister 
hat er sich am S. Peter wenig ausgezeichnet; der schöne Pal. Pandolfiai in Florenz 
wird ihm zugeachriehec, doch wurde er erst nach seinem Tode wirklich ausgeführt. 
Ein Verzeichniss seiner Oelbilder und Fresken zu geben, ist an dieser Stelle zwecklos; 
die berühmtesten sind allgemein bekarmt, über diese hinaus sind viele der kaum 
minder bekannten zweifelhaft und müssten einer Liste dieser die neuesten kritischen 
Urtheile hinzugefügt werden, wozu der Platz hier nicht vorhanden. Wir verweisen auf 
das ältere Raffael-Werk von Lübke, bei Gutbier in Dresden erschienen. Von Biographien 
nennen wir Duppa (London 1816), de Quincy (Paris 1824), Passavant (Paris 1860), Grimm 
(Berlin 1872), Crowe und Cavalcaselle, A. Springer, E. Müntz, Minghetti, etc.; ferner 
gibt es zahllose Schriften über Spezialfragen auf dem Gebiet der R. Santi-Kunde. 

Santi, Sebastiano, Maler, geb. 1788, f 1866 in Venedig. Er war erst 
Restaurator, malte dann Fresken in der Frarikirche, in S. Luca und anderen 
Venezianischen Kirchen. Er v/ar auch Prof. an der Akademie. 

Santi di Tito, s. Tito. 

Santiago Palomäres, Francisco Kavier de, Maler und Zeichner, geb. 1728 
in Toledo, f 13. Jar 1796 in Madrid, Autodidakt. Er copirte alte Codices mit 
Miniaturen, malte Ansichten von Toledo, Bildnisse und hat namentlich viele Tusch- 
zeichuungen zu Bücher-Titelblättern entworfen. S. war aber hauptsächlich Archäolog, 
Archivar und Geograph. 

Santillaua, Juan de, Glasmaler des 15. Jahrhunderts. Von seinen mit 
,i. de Valdivieso gemalten 4 Fenstern für die Kathedrale von Avila (1497) ist noch 
eins mit dem Hl. Johannes beim Altar de Gracia erhalten. Im dortigen Kloster und 
auch in der" Kirche noch einige andere Fenster (Geburt, Erscheinung und Himmel- 
fahrt Christi) von ihm. 

Santini, Francesco, Baumeister, geb. 1763 in Bologna, f 1840. Von ihm das 
Theater del Corso in Bologna und das Haus Rossinis (jetzt Salina). Er war Perspectiv- 
Lehrer an der Akademie in Bologna. — ? S. d. Ae und ? S. d. J., Maler des 17. 
Jahrhundei-ts, thätig in Arezzo. Vom Aelteren wird eine Sa. Caterina bei den 
CoDvent-P'üdern zu Arezzo erwähnt. 

Sautino de' Ritratti, s. Tandi, S. 

Santis, Francesco de', Baumeister des 18. Jahrhunderts. Mit Speccbi baute 
er die sogen, spanische Treppe von Trinita de' Monti in Rom (1721 — 25), sowie die 
Fagade von Sa. Trinitä de' Monti. — Ein Orazio di S., geb. in Aquila (?), war 
zwischen 1568 — 84 als Kupferstecher hätig und schuf ca. 20 Blatt, meist nach 
Pompeo Aquilone, ferner mit Cherub iuo Alberti 74 Blatt antike Statuen (1584). 

Sautisimo Sacramento, Fray Jujin del, eigentlich Juan de Gnzman, Maler, 
geb. IGll in Puente de D. Gonzalo, f 1680 in Aguilar, studirte in Rom, liess sich 1834 
in Sevilla nieder und galt hier mehr als Kunstlehrer und Gelehrter, denn als Maler. 
Später ging er in Folge Betheiligung an einem Aufruhr in ein Kloster und malte 
in Aguilar. dann für seine Ordenskirche in Corauba (nach 1665). Er übersetzte P. 
Ascoltis Lehrbuch der Perspective. 

Santo, II Pittor, s. Rodrigiiez, GiOTanni Bernardino. 

Santo, Girolamo, s. Sordo. 

Santo-Domlng'o, Fray Vicente de, Maler des 17. Jahrhunderts, der Grisaillen 
iai Kloster der Kirche zu Estella und Bilder irfi Kloster Sa. Catalina da Talavera de la 
Reyoa malte, hauptsächlich aber als erster Lehrer des J. F. Navarrete bekannt ist. 

Santo Perauda, Maler, geb. 1566 in Venedig, f 1688, wahrscheinlich Schüler 
von Palma d. J. und L. Corona. Er malte viel im Dogenpalast, darunter einen 
Sieg über die Türken, war auch für die Herzöge von Mirandola und Modena thätig 
In S. Procolo eine Kreuzabnahm'e von ihm. 

Santo Binaldi, Maler, gen. II Tromba, geb. um 1620 in Florenz, t 1676 (?), 
Schüler von Furini. Er malte Landschaften, Schlachten ind Architekturen. 

Santo Zago (Zaso), s. Zago. 

Santoro, Rosalbino, Maler, geb. 15. Mai 1858 iu Fuscaldo (Calabrieu), Schüler 
von Postiglione und der Neapolitanischen Akademie. Von ihm Die beiden 
Freundinnen, Seebäder von Fuscaldo, Albaneserin, etc. 

Santoro, Rubens, Maler, geb. 1843 in Mougrasseno bei Cosenza, Schüler der 
Neapolitanischen Akademie und von Morel li, besonders aber von Fortuny be- 
einflusst. Er malte farbenglühonde, glitzernde Volks- und Kirchenfestlichkeiten, etc. 
Von ihm ferner Marine bei Neapel, Zigeunei', Die Ponte de' Turchetti, etc. 



170 SantOB — Saraziu. 

Santo»; Ea^enio dos, Baumeister des 18. Jahrhunderts. Nach dem Erdbeben 
von 1755 entwarf er den neuen Plan von Lissabon. 

Santos, Jnan, Maler des 17. Jahrhunderts, thätig um 1660 in Cadiz. Er malte 
Standarten für die Marine und kleine Kabinetsstückchen für Curtisanen von Andalusien. 

Santos, Simao Francisco dos, Edelsteinschneider, geb. 1758 in Lissabon, f 
1830, Schüler von Joäo Gross i und J. Gaspart. Unter Kg. Johann VI. wurde 
er Münzgraveur. Er hat auch Medaillen geschaffen und Gemmen geschnitten. 

Santos Cruz, Maler des 15. Jahrhunderts. Mit Berreguetc malte er 
1475—99 am Hochaltar des Doms zu Avila (Evangelisten, Anbetung der Könige, 
Darbringung im Tempel). 

Santvoort, Dirck Dircksz, Maler, geb. 1610 in Amsterdam, begr. 9. März 1680 
das. Er malte mit besonderem Glück Bildnisse, die an R. van Rijn erinnern. Von 
ihm Familienbildniss (Mus. Amsterdam), Die Regentinnen des „Spinhuis" u. 5 A.' 
(1638 ebenda), Christus und die Jünger in Emaus (1633 Louvre, Paris), Mädchen- 
bildniss (1644 Mus. Darmstadt), Schäfer (1632 Mus. Rotterdam). 

SantTOOrt, Pieter van, Maler des 17. Jahrhunderts,^ begr. 10. Oct. 1681 in 
Haarlem. Er soll Landschaften in der Art des J. v. Aken gemalt haben. 

SauntO; {Sannntus), Giulio, Kupferstecher des 16. Jahrhunderts, geb. in 
Venedig, thätig dort zwischen 1540 und 1570 Er arbeitete mit einer breiten ein- 
fachen Linie. Von ihm Das monströse Kind, Apollo und Marsyas (n. Allegri), Bacchanal 
im Wald; A. nach Santi, Vecelli, etc. 

San Vitale, Ginseppina, geb. Foicheri , Malerin, geb. im April 1800 in Cuneo, 
t 1848 in Marseille. Die Gal. zu Parma besitzt ein Pastell von ihr. 

San Vito, s. Amalteo, P. 

Sanz y Cabot, s. Sans y Cabot. 

Sanzel, Felix, Bildhauer, geb. 25. Jan. 1829 in Paris, Schüler von Dumont 
und Fromanger. Von ihm Ixus, Amor als Sieger, „L'espiegle" (Mus. Orleans), Die 
Würde (Foyer der Grossen Oper, Paris), Kleine Bacchantin, Bildnissbüsten und 
Medaillons, etc. Med. 1868. 

Sanzio, s. Santi. 

Saporetti, Pietro, Maler, geb. 1832 in Bagnacavallo, Schüler von A. Moni, 
weitergebildet in Florenz und in Venedig unter R. Ferrari. Er kehrte 1855 nach 
Florenz wieder, Hess sich darauf in Rom nieder, verbrachte die Jahre 1859—67 in der 
Heimat und wurde 1867 Zeichenlehrer am Technicum zu Ravenna. Von ihm Arbeit 
und Liebe, Besuch bei den Gefangenen, Die Emanzipirte, etc. 

Saporito, s. Öriffo-Sapoiito. 

Sapovins, (Sapan), David, Bildhauer des 17. Jahrhunderts, thätig in Danzig. 
Sein Schüler Schlüter berief ihn nach Berlin zum Schlossbau. Ihm werden die 
Grabmale des Ernst Boguslaw und dessen Gemahlin in der Schlosskirche zu Stolp 
zugeschrieben. 

Sappey, Pierre Victor, Baumeister und Bildhauer, geb. 11. Febr. 1801 in 
Grenoble, f 1856 das., Schüler von Raggi, Ramey jr. und der Ecole des beaux- 
arts. Von ihm Tod der Lucretia u. A. (Mus. Grenoble), Brunnen (Place Grenette, 
Grenoble), Gen. Championnet (1848, Bronce-Statue, Valence), etc. 

Sarabia, Francisco Antolinez, Maler, geb. 1644 in Sevilla, f 1700 in Madrid 
Er war von Haus aus Jurist, studirte in der Schule Marillos, war dann eine Zeit 
lang Richter in Sevilla, kehrte nach Madrid zurück und wurde Geistlicher. 

Sarabia, Josef de, Maler, geb. 1608 in Sevilla, f 21. Mai 1669 in Cordova, 
Schüler von A. del Castillo und F. Zurburan, Oheim des Francisco A. S. Er 
malte für Kirchen in Cordova, etc., copirte oft Rubensische Compositionen, die er aus 
Stichen der Sadeler kennen lernte und für eigene ausgab. Von ihm u. A. eine Flucht 
nach Egypten. 

Saraceni, (Saraciiii, Saracino, etc.), Carlo, Maler, gen. Veneziano, geb. 1585 
in Venedig, f 1625 das., Schüler des C. Mariani, an M. A. Amerighi weiter- 
gebildet. Er malte Historien, von denen sich 3 in der Münchener Pinakothek, A. im 
Pal. Borghese u. a. Palästen und Kirchen Roms, im Pal. Manfrini zu Venedig, etc. 
befinden. 

Sarazaiia, Sarzano IL, s. Fiaselli. 

Sarazin, (Sarrazin, Sarasin), Benigne (ßenoit), Maler, get. 14. Jan. 1635 
in Paris, f 3. Aug. 1685 das., Sohn des Jacques S. Er war Pensionär Louis XIV. 
und wurde Hofmaler. 1674 malte er eine Reihe von Bildern für das Stadthaus zu 
MarBeille. 



Sarazin — Sarri. ^71 

Saraziu, (Sarrazin, Sarasin), Jacques, Maler und Bildhauer, geb. 1588 (1590?) 
in NoyoD, f 3. Dec. 1660 in Paris, Schüler von N. Guillain de Cambrai, weiter- 
gebildet in Rom, wo er 18 Jahre lang verweilte, mit Zampieri befreundet war, und 
Buonarrotti studirte. Er kehrte nach Lyon zurück und kam 1628 nach Paris, wo 
er die Akademie begründen half und 1655 ihr 1. Rektor wurde. Wir nennen von 
'hm Vier Engel (Hauptaltar (S. Nicolas-des-Champs, Paris), Acht Karyatiden (Pavillon 
d'horloge, Louvre, das.), Mausoleum des Card. BeruUe,^ Kindergruppen (Marly), Mauso- 
leum des Prince de Condä, Henri de Bourbon. Das Mus, zu Rennes besitzt eine 
Zeichnung von ihm; er malte Madonnen, etc. — Ein Jean Baptiste S., Hofmaler 
Louis XVL, war Professor der Akademie- S. Luc zu Paris und malte Landschaften 
sowie Marinen 1762—1793. 

Sarazin, (Sarrazin, Sarasin), Pierre, Bildhauer, geb. 1601 (?) in Noyon, 
t 7. April 1679 in Paris, Schüler und Bruder des Jacques S. 1665 wurde er Mit- 
glied der Akademie, 

Sarazin, (Sarrazin, Sarasin), Pierre Jean, Maler, get. 8. Dec. 1633, f nach 
1692. Sohn des Jacques S. 

Sarazin de Belmont, Lonise Jos^phine, Malerin und Lithographin, geb. 14. 
Febr. 1790 in Versailles, f 1871, Schülerin von Valenciennes. Von ihr Gil Blas und 
Alfonso, Ansichten von Gavarnie, Das Thal Arci bei Tivoli, etc. Werke von ihr in 
den Mus. zu Nantes und Toulouse. Sie lithographirte eine Folge von Ansichten aus 
den Pvrenäen (1831 und flf.). Med. 3. Kl. 1831, 1. Kl. 1834. 

Sarcns, Charles Marie de, Maler, geb. 26. Mai 1821 in Dijon, Schüler von 
Paul Delaroche. Von ihm Bäuerinnen aus der Umgegend von Rom (1846), 
Hirten in der Campagna, etc. Unter dem Namen Quill enbois lieferte er auch 
Carlcaturen für viele französische Blätter (1845—53). 

Sardi, (SaM), Ginseppe Baumeister, geb. um 1630 in Marco bei Lugano, 
t 1699 in Venedig. Von ihm Sa. Maria Zobenigo (1680, Venedig), Die Facaden von 
der Scuola di S, Teodoro, von S. Salvatore, S. Lazzaro und von der Scalzi. Ferner 
das Monument Mocenigo, (S. Lazzaro) und die Pal. Savorgnan- Galvagna, Surian und 
Foscarini. 

Sargent, Afred Lonis, Holzschneider, geb. 11. Mai 1828 in Paris, Schüler von 
Timms. Von ihm Blätter nach Bodmer, Constable, Decamps, Diaz, Dore, Grandsire, 
Laurens, Troyon, etc. Er hat vielfach nicht selbst auf den Block übertragen. — Sein 
Bruder und Schüler Lonis S., geb. in Eu, war ebenfalls Holzschneider. 

Sargent, Henry, Maler, geb. 25. November 1770 in Gloucester (Mass. U. S. A.), 
t 21. Febr. 1845 in Boston, Schüler in London von Copley und West. Er malte 
Historien, Genrebilder, geschichtliche Scenen, besonders aber Bildnisse, von denen 
einige in den Besitz mehrerer historischer Gesellschaften, etc. in Boston gelangt sind. 

Sargent, John Singer, Maler, geb. 1856 in Florenz, als Sohn amerikanischer 
Eltern, Schüler von CarolusDuran. Er liess sich in Paris, auch in London nieder 
und wurde einer der angesehensten Vertreter der amerikanischen Kunst, namentlich 
im Bildnissfacb. Ausser Bildnissen schuf er auch einige Genrebilder und Landschaften. 

Sarjanko, Serge'i, Maler, geb. 1818, f 1870. 1856 wurde er Lehrer an der 
Akademie zu Moskau. Er malte Bildnisse mit peinlich genauer, harter Durchführung. 

Sarrabat, Daniel L, Münz- und Medaillenschneider, geb. 1612 in Tours (?), 
t 26. Sept. 1669 in Paris. 

Sarrabat, Daniel II., Maler und Kupferstecher, get. 10. Oct. 1666 in Paris, 
t 22. Junj 1748 (1747?) in Lyon, Schüler von Pillement. 1702 wurde er ausser- 
ordentliches Mitglied der Akademie. Er malte biblische und mythologische Bilder. 

Sarrabat, Isaac, Schabkünstler des 17. Jahrhunderts, geb. 1867 (?) in Les 
Andelys. Er war einer der frühesten Künstler seines Faches in Frankreich. Von ihm 
Selbstbildniss R. Tournieres', Et. Gantrel (nach Largilliere), Bossuet (nach Rigaud), 
Heraclit (nach Corneille). A. nach Coypel, Dou, Haeften, Herluyson, Lebrun, Teniers, 
etc., zusammen etwa 35. Bl. 

Sarrazin, s. Sara/in. 

Sarri, Corrado, Maler, geb. 5. Mai 1866 in Florenz, Schüler von Arnos 
Cassioli undP. Saltini. Er malte besonders Bildnisse, darunter den König Umberto L 
und Amadeo, Herzog von Aosta. Ven ihm ferner Der Amuletverkäufer, Das 
Glück, etc. R. hat auch viele Illustrationen und Caricaturen gezeichnet. 

Sarri, Egisto, Maler, geb. 1836 in Figline im, Arnothal, Schüler vonBezzuoli 
und Pollastriui an der Florentiner Akademie. Von ihm Das Duell L. Martellis, 
Bildnisse Vittore Emanueles, G. Rossinis, etc., auch Fresken und decorative Arbeiten. 



172 Sarrocchi — Sartori. 

Sarrocchi, Tito, Bildhauer, geb. 1824 in Siena, Schüler der Akademie zu 
Florenz unter Bartolini nach entbehrungsreicher Kindheit, auch von Dupre beein- 
flusst. Seit 1855 war er wieder in seiner Vaterstadt thätig. Von ihm Bacchantin 
Odaliske, Madonna mit Kind (Domfa^ade, Florenz), S. Bandini - Denkmal (Siena), 
Grabmal Traversi (Dom zu Massa), Grabmal Campori (Friedhof zu Modena), Monu- 
ment für die Gefallenen (Piazza dell' Independenza), etc. Mitglied verschiedener 
Italien. Akademien. S. S. Maurizio e Lazzaro-Ord., ital. und preuss. Kronenordeu. 

Sart, du, s. Dasart. 

Sartain, Euiily, Malerin und Kupferstecherin, geb. 1841 in Philadelphia, 
Schülerin der dortigen Akademie, von Lumin ais in Parisund von ihrem Vater 
John S. Sie war in ihrer Vaterstadt thätig und malte Landschaften, Genre- 
bilder, etc. 

Sartain, John, Maler und Kupferstecher, geb. 1808 in London, f 25. Oct. 
1897 in Philadelphia (U. S. A.). 1830 kam er nach Amerika. Er leitete seit 1843 
verschiedene illustrirte Zeitschriften, für die er zahlreiche Stiche lieferte und hat 
auch Entwürfe zu Denkmälern geschaffen, z. B., zu den Lafayette- und Washington- 
Denkmälern in Philadelphia. Auch einige Ex libris und viele Schabkunstblätter 
nach B. West, K. Schussele, P. Rothermel, etc. hat man von ihm. 

Sartain, William, Maler und Radierer, geb. 1843 in Philadelphia, Schüler 
der dortigen Kunstschule, dann von Bonnat, Yvon und der ficole des beaux-arts 
zu Paris. Er besuchte Algier, Rom, England, die Niederlande, Sevilla und lebte 
dann in New- York, wo er Professor an einer Zeichenakademie wurde. Er hat 
Originalradierungen gefertigt. Von Gemälden nennen wir Strasse in Algier, Arabischer 
Friedhof (1883), Canal in Venedig, Ein Kapitel aus dem Koran. 

Sartarelli, s. Saltarello. 

Sarter, Armin, Maler, geb. 3. Febr. 1S37 in Bonn. Er studirte in Düsseldorf, 
München und Paris und malte Thier- und Genrebilder. 

Sarti, (Sarto), Ercole, Maler, gen. 11 Muto dlFlcarolo, geb. 1593 in Ficarolo 
(Ferrara), f um 1637, Schüler von Bononi, taubstumm von Geburt ab, überraschte 
vor seinem 16. Jahr durch eine heimlich gemalte Anbetung der Weisen. Er malte 
später in der Weise des J. Scarsellino, und seine Hauptwerke befinden sich bei 
den Benedictinern in Bologna, ein Bildniss des Papstes Sylvester in der Galerie 
Costabili. — Ein Antonio S. war um 1600 in Italien als Maler thätig. 

Sarto, Andrea del, eigentlich Andrea Anteil (d'Angelo, Andrea d'Agnolo 
di Francesco), nach dem Beruf seines Vaters, der Schneider war, del Sarto (auch 
lange Zeit ohne Grund Yannnccbi) genannt, Maler, geb. 16. Juli 1486 in Florenz, 
t 22. Jan. 1531 das., Schüler des Gian Barile und des Piero di Cosimo, 
später aber unter dem EinÜuss von Fra Bartolommeo Pagholo, da Vinci 
und Buonarrotti ausgebildet. 1518/9 war er kurze Zeit in Paris, sonst in Florenz 
thätig. Franz I. hatte ihn eingeladen und er malte für ihn die Caritas (jetzt im 
Louvre), bekam auch Geld, um in Italien Gemälde für den König zu kanfen, doch 
verbrauchte er es, um sich ein Haus in Florenz zu bauen. Namentlich als Fresken- 
maler ist er berühmt und wurde schon zu Lebzeiten hoch geschätzt (man nannte 
ihn „Andrea senza errori") ; auch in den Staffelbildern schuf er Herrliches und ist 
namentlich im Colorit vorzüglich. Seine berühmtesten Fresken sind: Fünf Bilder 
zur Geschichte des Hl Philipp (Hof der Sa. Annunziata, Florenz), Zug der drei 
Könige und Geburt Mariae (1514 ebenda), Madonna del Sacco (1525 ebenda), Geburt 
S. Johannis u. A. (gemeinschaftlich mit Francia Bigio, in Lo Scalzo, Florenz), 
Abendmahl, etc. (1526—27 S. Salvi, das.), etc. Von Staffeleibildern nennen wir noch 
Heilige Familie u. A. (Gal. Dresden), desgl. (Louvre, Paris), Madonna (Mus., Berlin), 
Assunta, Verkündigung, Kreuzabnahme u. A. (Pitti, Florenz), Selbstbildniss (?) u. A. 
(Uffizi, das.). Zwei Engel u. A. (Accademia, das ), Selbstbildniss u. A. (Nat.-Gal., 
London) ; A. in Madrid, St. Petersburg, Wien, etc. Ueber ihn schrieben L. Biadi 
(Florenz 1832) und E. Breton (Paris 1848). 

Sartor, Johann Jakob, Kupferstecher, geb. vor 1690 in Köln a. Rh. (?>, f 
nach 1786. Er war in Köln a. Rh., zeitweilig auch in London thätig und schuf 
Buchillustrationen, Bildnisse, Heiligenbilder, Copien nach Bolswert u. A. m. 

Sartorelli, Francesco, Maler, geb. 1854 in Venedig, thätig das. Er malte 
venetianische Ansichten. 

Sartori, s. Uolfmaun, Felicitas. 

Sartori, Enrico, Maler, geb. 1831 in Parma, f 1889. Die Gallerio zu Parma 
besitzt sechs Bilder, meist Ansichten aus Parma, von ihm. 



Sartori — Sattler. 173 

Sartori, OiaseppC) Maler, geb. 3. Sept. 1863 in Venedig, Schüler von L. Chir- 
tani, thätig in MaiJand. Er malte Landschaften und Genrebilder. 

Sartori) Karl Josef, Stuccateur und Baumeister, geb. 1709 in Wien, f 1770, 
1734 ging er nach Schlesien und war hier, sowie in Polen längere Zeit thätig, 1745 
kam er nach Berlin und fertigte hier und in den Potsdamer Sohlössprn schöne Stucca- 
turen nach eigener Erfindung. 

Sartorins, Francis, Maler des 18. Jahrhunderts, f um 1806. Er war in Eng- 
land thätig, malte Sportbilder, Hunde- und Pferde-Bildnisse, etc. — Sein Sohn John 
N. S. malte zwischen 1778— 1824 Bilder gleicher Art. — Ein Jakob Christopher S. 
war zwischen 1694 und 1737 in Nürnberg als Bildniss- und Vignettenstecher thätig. 

Sarzana, s. Fiasella. 

Sarzetti, Angiolo, Maler des 18. Jahrhunderts, geb. in Rimini, Schüler von 
Cignani, thätig um 1700, u. A. für S. Angioli in seiner Vaterstadt. 

Sas, Christian, Kupferstecher des 17. Jahrhunderts, thätig zwischen 1630 und 
1660. Er stach nach Circignano, Stella (Leben des Filinpo Neri), etc. 

Saso, Julie de, geb. Liszewska, s. d. 

Sasonow, Wassily Kondratiewitch, russischer Maler, geb. um 1789 in Gomel 
(Mohylew), f 1870 in St. Petersburg. Er war an der St. Petersburger Akademie und 
unter Ougrumow gebildet. Von ihm Der Grossherzog Dmitry Donskoy nach der 
Schlacht von Koulikovo (Eremitage, St. Petersburg), etc. 

Sass, Henry, Maler, geb. 1788 in London, f 1844. Er war als Lehrer geschätzt 
und ging 1812 nach Rom. Von ihm u. A. Ulysses steigt in den Hades hinab. 

Sass, (Sasse), Richard, Maler, geb. 1774 in London (?), f 7. Sept. 1849 in 
Paris, Vetter des Henry S. 1811 wurde er Lehrer der Prinzessin Charlotte in Eng- 
land und Hofmaler des Prinz-Regenten. Er besuchte 1815 das Festland und Hess 
sich 1825 in Paris nieder. Er hat das e später an seinen Namen gehängt. Das S. 
Kensington Museum besitzt zwei von seinen Landschafts-Aquarellen. 

Sassetta, s. Stefano di Giovanni. 

Sassi, Giovanni Battista, Maler des 18. Jahrhunderts in Mailand, Schüler 
von F. Parza, dann von Solimena in Neapel, kehrte um 1715 nach Mailand 
zurück, und malte dort Altarbilder, etc. u. A. Medaillons für S. Ambrogio. S. hat 
auch unfertig hinterlassene Bilder des P. Giraldi vollendet. Ritter des H Grab.-Ord. 

Sassnick, Georg, Bildhauer und Maler, geb. 25. Febr. 1858 in Berlin. Er 
studlrte bei Schweinitz und auf der Akademie in Berlin bei Michael, weiterge- 
bildet auf Reisen nach Skandinavien, Italien, Oesterreich und der Schweiz. Er malte 
einige Historien, Landschaften und besonders Bildnisse, darunter das des Prinzen 
Georg von Preussen. 

Sassoferrato, s. Salri, G. B. 

Sassoli, Fahiano, Glasmaler des 15. Jahrhunderts, thätig in Arezzo. — Sein 
Sohn Stagio S. war ebenfalls Glasmaler und später mit D. Pecori sowie Guillaume 
de Marseille associirt. 

3assone, II, s. Mengs, A. R. 

Satterlee, Walter, Maler, geb. 18. Jan. 1844 in New-York (Brooklyn?), Schüler 
der Newyorker Akademie, von E. White und L. Bonnat (1878 — 9) in Paris, 
weitergebildet auf Reisen durch Frankreich und Italien. Er Hess sich in New-York 
nieder Von ihm Das entlaufene Pärchen, Der alte Garten, Das Fest der Flora, 
Die Cokette aus alter Zeit, Alte Balladen, etc., auch Aquarelle. 

Sattler, Carl Wilhelm Julius, Maler, geb. 17. Febi. 1796 in Dresden, f. 8. Mai 
1866 das. Er malte viele Bildnisse und restaurirte 1855 Silvestres Deckengemälde 
im grossen Saal des Brühl'schen Palais zu Dresden. 

Sattler, Caroline, verehel. Tridon, Malerin unseres Jahrhunderts, geb. 1800 
in Erlangen (?), Schülerin von Augustin und Lefö vre in Paris. Später lebte sie in 
Dresden und malte feine Miniaturen. 

Sattler, Johann Michael, Maler, geb. 28. Sept. 1786 in Neuberg (Oesterreich), 
t 28. Sept. 1847 in Mattern bei Salzburg, Schüler der Wiener Akademie. 1819 Hess 
er sich in Salzburg nieder. Er malte Panoramen und bereiste grössere Städte damit. 
— Sein Sohn und Schüler Hubert S., geb. 1810 in Salzburg, unterstützte seinen Vater. 

Sattler, Joseph, Maler und Zeichner, geb. 26. Juli 1867 in Schrobenbausen 
(Baiern), Schüler der Münchener Akademie. Er erneuerte eine bewusst archaisirende 
Zeichnungsweise und schlug aus der zur Mode erhobenen Parole „Dürer" etwas 
Kapital. Doch hat er ausgezeichnete Zeichnungen geliefert, namentlich dort, wo er 
nur illustrirt, wie in verschiedenen Blättern /-u den , Fliegenden", zu „Pan", zur 



174 Sanberlich — Sajvage. 

„Geschichte der Rheinischen Städtekultur", weniger dort, wo er in gesuchter Weise 
geistreichelt, z. B. in Meine Harmonie, Bilder vom internationalen Kunstkrieg, Die 
Wiedertäufer und Todtentanzbilder. Seine Ex libris leiden auch an gesuchter 
Originalität, die im Grunde genommen nur mehr oder weniger verstandene Wieder- 
belebung alter Motive sind. Von ihm das Plakat für die Zeitschrift ,Pan" 1895—96; 
auch einige Radierungen, Aquarelle, etc. 
Säuberlich, s. Saenberlich. 

Sauer, W., Bildhauer, geb. 1865 in Amt Kehl, Schüler der Karlsruher Kucst- 
gewerbeschule und Akademie; auch in Paris und Rom gebildet. Von ihm Relief büste, 
Sauerland, Philipp, Maler, geb. 1677 in Danzig, f um 1760 in Breslau. 
Ura 1709 war er in Berlin thätig. Er malt& gute Thierstücke. 

Sanerweid, Alexander, Maler und Radierer, geb. 1782 (1783?) in Kurland, 
t 1844 (1849?) in St. Petersburg, Schüler der Dresdener Akademie; er wurde 1814 
vom Czaren Alexander nach St. Petersburg berufen. Er malte Schlachtenbilder in 
Nachahmung der Manier H. Vernets und hat auch viele Pferdebilder, Gefechts- 
scenen, etc. radiert. 

Saulnifer, M"<=-, geb. Gue, Malerin unseres Jahrhunderts, f 1867 in Bordeaux, 
Tochter und Scbüleriu des dortigen Museumsdireltiors 0. Gud. Sie war Zeichen- 
lebrerin und malte auf Porzellan. — Auch eine Elise S., geb. Regnier, war 
Malerin und stellte 1868 — 70 in Paris Fayencen aus. 

Saunders, Josef, Radierer, geb. 1773 in London, f 1830 in Italien ; er lernte 
in London und später in Italien. 1796 folgte er einem Rufe nach St. Petersburg, 
wo er in der Eremitage als Radierer thätig war. 1810 wurde er zum Zeichenlehrer 
an der Universität zu Wilna ernannt und bekleidete dieses Amt bis 1821. Von ihm 
Thorvaldsen (1823), Ant. Canova (1820 nach T. X. Fahre), etc. — Ein anderer Joseph S. 
malte um 1785 Miniaturen in London. — Auch dessen Sohn R. S. war Miniaturmaler. 
Sanra, Mosen Domingo, Maler des 17. Jahrhunderts, geb. in Lucena (Valencia). 
Er wurde Priester und hat viel in Valencia gemalt. 

Sautai, Paul Emile, Maler, geb. 29. Jjin. 1842 in Amiens, Schüler von 
J. Lefebvre und Robert Fleury an der Ecole des beaux-arts, 1865—70 in 
Italien weitergebildet. Von ihm Tag vor einer Hinrichtung (1875, Mus. Luxem- 
bourg). Inneres der Kirche von Lavardin (das.), Dante verbannt (1880), Fra Angelicc 
malend (1872), Gcfängniss von Subiaco, etc. Med. 1870, 2. Kl. 1875, 3. Kl. 1878. 

Sauter, George, Maler, geb. 20. April 1866 in Rethenbach (Baiern), Schüler 

der Münchener Akademie, meist aber Autodidakt. Seit ungefähr 1890 in England 

thätig, von wo aus er Studienreisen durch Mitteleuropa machte. Er malte besonders 

Bildnisse. Sein Gemälde „Musikfreunde" gelangte in die neue Galerie zu Venedig. 

Sauter, Johann, s. Senter. 

Sauterleuthe, Joseph, Glasmaler, geb. 1796 in Weingarten, t 1843 in Nürn- 
berg, lernte Schmelzmalerei in d«r Fabrik zu Ludwigsburg unter Isopi, 1812—15 
Glasmalen unter Frank in Nürnberg. Er copirte Blätter aus Dürers Marienleben, 
malte 1837 zwölf Fenster für den Fürsten Thurn und Taxis in Regensburg und 
gemeinsam mit Vörtel (München) die Fenster des Minnesängerzimmers auf Schloss 
Landsberg bei Meiningen. 

Sautoy, Jacques L6on du, Maler, geb. 18. Oct. 1817, f 22. Sept. 1894. in 
Fontainebleau, wo er Direktor der Zeichen- und Malschule war. 

Sauts, T., Maler des 17. Jahrhunderts, wahrscheinlich im Haag um 1650 thärig 
Er malte Stillleben, von denen eins in die königl. Museen zn Berlin gelangte. 

SauTage, Antoine, Maler, genannt Lemire jeune, geb. 1773 in Luneville, 
t nach 1813, Schüler seines Vaters Charles G. S. und von Regnault. Er malte 
Bildnisse, etc. Von ihm u. A. Tod Hannibals (Mus. Douai), Oedipus und Antigene, 
Schiffbruch (nach Ossian), etc. Med. 1806 unü 1808. 

Sauvage, Charles Gabriel, Bildhauer, gen. Lemire, geb. 1741 in Luneville, 
t 1827 in Paris. Von ihm Hirt (1808), Bogenspannender Amor (1814), Die Dicht- 
kunst (Mus. Marseille), Die Unschuld (1819), etc. Med. 1808. 

Sauvage, Jeati Baptiste, Maler des 16. Jahrhunderts. Von ihm besitzt das 
Mus. / . Valenciennes ein Bildniss des Dichters J. B. Rousseau. 

Sauvage, Joseph Gr^goire, Maler des 18. Jahrhunderts, f in Brüssel (? angeb- 
lich im Hospital S. Pierre). Er malte Miniaturen, sowie in Email, und war 17 Jahre 
lang Hofmaler des Herzogs Karl von Lothringen. 

Sanvage, Piat Joseph (M.), geb. 19. Jan. 1747 (1744?) in Tournai, f 10. Juni 
1818 das., gebildet unter J. Geeraerts in Antwerpen und in Paris, wo er lange 



San vage — Savary. 175 

ansässig war. 1810 kehrte er in seine Vaterstadt zurück und wurde Lehrer an der 
Zeicbenschule. Er malte in Email und auf Porzellan Blumen, Friese, etc., besonders 
aber während seines Pariser Aufenthalts Basreliefs, meist mit antiken Scenen, 
von denen die Mus. zu Lille, Montargis, Montauban, Montpellier, Orleans und Tou- 
louse Proben besitzen ; A. in Schlössern zu Fontainebleau, Compiögne, etc. Werke 
von ihm auch in der bischöfl. Kirche seiner Vaterstadt. Mitglied der Acad. St. Luc. 
in Paris und in Toulouse. Mitglied der kgl. Akad. zu Paris (1783). 

Sauvage, Sophie, geb. Brinisholtr, Malerin gen. Lomire, geb. 1785 iu Ver- 
sailles, t nach 1818, Schülerin und Gemahlin des Antoine S. Von ihr Glycera am 
Grabmal der Mütter (1810), Krankes Kind, Fliehendes Mädchen, etc. Med. 2. Kl. 1812. 

Sanvageot, Charles Theodore, Maler, geb. 1826 in Paris, f 15. Febr. 1883 
in Fontainebleau, Schüler von Isabey. Von ihm Alte Mühle an der Marne (1863), 
Umgegend von Paris, Bauernhof (Aquarell 1877), Ufer des Loing, etc. — Ein Claude 
S., geb. in Santenay, Schüler von L. Gaucherei, war zwischen 1835 und 1874 
als Kupferstecher in Paris thätig. 

Sanvageot, Denis Fran^oiSi Maler, geb. 2. Sept. 1793 in Paris, f nach 1830, 
Schüler von C. Bourgeois. Von ihm Inneres eines Klosters, Alte Schi ossruinen, etc. 

SanTageot, Desir^e Charlotte, geb. Galliot, Malerin, geD. 25. Mai 1800 in 
Paris, t nach 1847, Schülerin von Bouchet. Vor ihr Junger Anachoret, Alter mit 
Kind vor der Kircbthür, Bildnisse, etc. 

Sanyan, Philippe, Maler, geb. 169b in Arles (Dep. Bouches du Rhone), f 8 Jan. 
1792 das., Sohn und Schüler des Honorö S., dann bei P. Parrocel und in Italien 
ausgebildet. Er Hess sich in Avignon nieder, malte Heiligenbilder, Bildnisse, etc. 
Sechs Werke von ihm im dortigen Museum. Er hat auch einige Blatt radiert, 
darunter Die wandernden Musikanten, Laura und Petrarca, etc. — Seine Tochter 
Gabrielle S. und sein Sohn Pierre S. malten ebenfalls; letzterer lies sich in Spanien 
nieder. 

Sauv6, Jean, Kupferstecher, geb. vor 1645 in Paris, t nach 1690. Er besuchte 
Italien. Von ihm Die Religion (1668 Titelblatt), Einzug des Cardinal Chigi in Paris 
(1664), Das Grab des Hl. Domenicus in Bologna (nach N. Pisano und Buonarrotti), 

8auT6, Jean Jacques Th^odore^ Maler und Kupferstecher, geb. 25. Aug. 1792 
in Paris, f im Jan. 1869 das., Schüler von David und der !ficole des beanx-arts. 
Er stach in Punktirmanir Charakterköpfe nach Bourgeois, Bildniss Louis XVIII . 
Charles X., etc., hat auch Steindrucke nach R. Santi geliefert. 

Saux, Sophie de, geb. Bouteiller, eigentlicher Name der Henriette 
Browne; s. d, 

Sanzay, Adrien, Maler, geb. vor 1855 in Paris, Scnüler von J. Andre und 
Pasini. Von ihm Strasse bei Criqueboeuf (1874 Mus. Havre), Teich von Vaugoing 
ri882), etc. Med. 3. Kl. 1881. 

Sayage, James, Baumeister, geb. 10. April 1779 in London, f 7. Mai 1852 
las., Schüler der dortigen Akademie. Von ihm Plan zur Ormondbrücke, Dublin 
1805), zur Richmondbrücke, ebenda (1808), zur Ousebrücke bei Temsford (I8l5), Die 
Lukaskirche in Chelsea (1819), Der Hall Glockenthurm (1830); ferner die Londoner 
Kirchen S. James, Trinity, S. Michael, S. Thomas, S. Mary bei Newbury, etc. und 
die Restauration der Templechurch (] 840). Er schrieb „Observations on English Archi- 
tecture" 1836. Mitglied des Instifc. of Brit. Arch. — Ein John S., geb. um 1640 
in London, war Kupferstecher und lebte um 1680 in Old Bailey. Er schuf viele 
Bildnisse von berühmten und berüchtigten Zeitgenossen, Blätter für Evelyn's „Numis- 
mata", Tempests ,Cries of London", etc. 

Sarage, William, Maler, Kupferstecher und Formschneider, geb. um 1785, 
t nach 1821, Schüler der Londoner Akademie. Er machte sich bekannt durch seine 

Werke „Practical Hints on decorative painting, with 111 in colours by the 

type press" London 1822. 

Saralo. — , Maler des 12. Jahrhunderts, thätig um 1180 in AiTas. Die Bibl. 
zu Valencieujes besitzt einen Codex mit Miniaturen von ihm. 

Savart, Pierre, Kupferstecher, geb. 1750 in Paris, f nach 1779 Er arbeitete 
kleine Blätter und Bildnisse in der Art der Ficquet, z. B. Louis XIV. (^1771 nach 
Rigaud), Rabelais (1767 nach Sarrabat), Montesquieu (1770), D'Alembert (1780 nach 
C. Lesurieur), etc. 

Sayary, Augnste, Maler, geb. 15. April 1799 in Nantes, f nach 1858, Schüler 
von Boissi er und der Ecole des beaux-arts. Von ihm Ansicht von Laval an der Mayenne 
(1824), Schmiede bei Voiron (1835), Long-Rocher im Wald von Fontainebleau, etc. 



176 Savery — SaTOyen. 

Savery, Jakob d. Ae,, Maler, geb. 1545 (?) in Courtrai, f 1602 in Amsterdam, 

wo er thätig war. Er malte Fische, Vögel und andere Thiere, 

Savery, Jakofe d. J«, Maler, geb. um 1592 in Amsterdam, t nach dem October 
1627, SoLn und wahrscheinlich Schüler des Jakob S. d. Ae. Er malte Land- 
schaften mit kleinen Figuren; seine Werke sind sehr selten und erinnern an D. 
Vinckboons. Von ihm S. Sebastians Kirmes (Gal. Haag"); A. auf der Universität zu 
Upsala und in Privatbesitz zu Stockholm. 

Savery, Jan, Maler und Kupferstecher, geb. 1597 in Courtrai, f 1655. Wahr- 
scheinlich Ne£fe und Scimler des Roeland S. Er radierte nach eigener Zeichnung 
sechs ßerglandschaften, Simson und der Löwe, etc. 

Savery, Eoeland, Maler, geb. 1576 in Courtrai, f 25. Febr. 1639 in Utrecht, 
Schüler seines Bruders Jakob d. Ae. und von W. van Nieuwland. Vor 1591 
kam er nach Amsterdam, bereiste dann in Diensten Rudolfs II. Deutschland, Oester- 
reich und die Alpen. 1612 malte er für Mathias II., kehrte dann in die Heimath 
zurück, hielt sich 1616 in Amsterdam auf und war 1619 Mitglied der Utrechter 
Gilde. R. starb im Wahnsinn und verarmt. Er malte Landschaften mit Thierstaffage 
und Blumen. Bilder von ihm in den Mus. und Gal. zu Amsterdam, Bamberg, 
Darmstadt, Dresden, Haag, London, München, Rotterdam, St. Petersburg, Utrecht, 
Wien, etc. 

Savery, (Savry), Salomon, Kupferstecher, geb. 1594 in Amsterdam, f nach 
1639 (?;. Er war vielleicht eine Zeitlang in England thätig und stach Buchillu- 
strationen und Bildnisse, auch Einzelblätter nach Backer, Cuyp, Castleyn, Quast, 
R. van Rijn (Christus vertreibt die Händler aus dem Tempel), S. de Vlieger, etc. 

Savina, (Sabina), Bildhauerin ,des 13. Jahrhunderts, deren Namen uns durch 
eine Inschrift auf der (jetzt verloren gegangenen) Paulusstatue am Strassburger 
Münster erhalten ist. Sie war wahrscheinlich um 1235 thätig. Man vermuthet, 
dass sie die ganze Ausschmückung des südlichen Portals des Münsters geschaffen 
haben mag. 

Savini; Alfonso, Maler, geb. 1839 in Bologna, thätig das. Von ihm Der 
Versucher. — Ein Pompeo S. aus Urbino war um 1760—70 in Rom als Holz- und 
Stein-Intarsienarbeiter thätig , er benutzte manchmal die orientalisch-spanische Relief- 
technik. 

Savino del Monte, s. Sansoviuo. 

Savoldo, Giovanni Girolamo, Maler des 16. Jahrhunderts, gen. Bresciano, 
geb. um 1480 in Brescia, f nach 1547 in Venedig (?). 1508 wurde er Meister der Gilde 
zu Florenz, 1548 war er in Venedig noch am Leben. Er war kurze Zeit in Florenz 
und Treviso, dann in Brescia und besonders in Venedig thätig. Er war an den 
Werken Morett OS und T. Vecellis gebildet. Seine Werke geben meist unter falschem 
Namen. Von ihm Dominikanerbildniss (Gal. Venedig), Kopf (Gal. Borghese, Rom), 
Die Venetianerin (Mus. Berlin), Pietä (ebenda), Sa. Magdalena (Nat.-Gal., London); 
A. in der Gal. etc ?.n Brescia, Florenz (üffizi und Pitti), Hampton Court, Mailand, 
Paris, Turin, Wien, etc., auch in 8. Barnaba zu Brescia, — Ein Jacopo S. malte 1570 
ein Bild mit zwei Einsiedlern, jetzt in der Gal. zu Venedig. 

Savona, Prete di, s. (»uidoboni. 

Savonunzi, (Savonazzi), EmiHo, Maler, geb. 19. Juni 1580 in Bologna, f um 
1660 in Camerino, Scbüler von Calvaert, von den Carracci und von Rani. Er 
bereiste Spanien und Frankreich, war viel in den Marken thätig und hat in Rom 
auch gebildhauert. Von ihm Anbetung der Hirten (Gal. Parma), Verlobung der 
Sa. Catharina (S. Filippo, Camerino). Madonna am Fus:- des Kreuzes (La Santa, 
Bologna), etc 

Savorelli, Gaetano, Maler und Zeichner, thätig 1750—75 in Rom. Er malte 
Bildnisse und mythologische Sceneu ; ferner zeichnete er Giov, da Udines Grottesken 
für den Stich. — Ein Sebastian© S., Priester und Maler, Schüler von Cigna ni, 
war um 1690 in Forli thätig. 

Savoye, C^sar, Maler des 17. Jahrhunderts, geb. in Grenoble, t vor 1670. 
Im Schloss Grolles malte er eine Folge aus dem Leben Alexanders des Grossen. 

Savoye, Daniel de, Maler, geb. 1644 in Grenoble, f 171Ö in Erlangen, Schüler 
von S. Bourdon in Paris. Er reiste viel, besonders in Deutschland und weilte 18 
Jahre lang in Dresden. Die dortige Gal. besitzt von ihm das Bildniss seiner Frau. 

Savoyen, Karel van, Maler, geb. 1619 in Antwerpen, f 1669 (n. A. nach 1679) 
das., thätig in Holland. Er malte Kabinetsstücke mit nackten Figureu und hat sein 
Selbstbildniss auf Kupfer gebracht. 



Savry — Sealberg. 177 

Savry, Sebastian, fälschlich für Savery, Salomon, s. d. 

Sawitzky, Konstantin, Maler, geb. 1845. Er malte pointirte Genrebilder. 
Von ihm Abschied d«r Rekruten. 

Saxon, James, Maler unseres Jahrhunderts, geb. in Manchester, f 1816 
(1817?) in London. Er war in Edinburgh, St. Petersburg, London und Glasgow 
thätig und malte Bildnisse u. A. das des Sir Walter Scott. 

Say, William, Kupferstecher in Schabmanier, geb. 1768 in Lakenham bei 
Norwich, t 24. Aug. 1834 in London, Schüler von J. Ward. Seit 1788 iu London, 
wurde er 1807 Kupferstecher des Herzogs von Gloucester. Seit 1820 wandte er 
sich der seichten Manier auf Stahl zu. Er schuf ungefähr 335 Blatt (ein ganzes 
Werk im Kupferstichkabinet des British Museum) meist nach Bildern seiner Zeit- 
genossen, doch auch Einiges nach alten Meistern. 

Sayer,. James, Zeichner, geb. 1748 in Yarmouth, f 20. April 1823 in London, 
wohin er 1780 gelangte, nachdem er schon Gehilfe bei einem Advokat gewesen 
war. Er wurde bekannter und gefürchteter politischer Caricaturen-Zeichner und 
von Pitt durch einträgliche Stellen belohnt. Nach dessen Tod veröffentlichte er 
„Elijah's Mantle". 

Sayter, s. Seuter. 

SayTe, s. Salve. 

Sazjepin, Nicolai Konstantinowitscb, Maler unseres Jahrhunderts, f 1855 
in Sebastopol. Er war Oberst und Commandaut eines Sapeurbataillons und fiel bei 
der Einnahme von Sebastopol. Als Dilettant malte er mit Erfolg, z. B. Nonne im 
Kirchenchor (1853). 

Sbarbi, Antonio, Maler des 18. Jahrhundort.s, geb. in Cremona, f in Mailand, 
Schüler von Bernasconi und L, Pasinelli. Er malte besonders Thiere gut und 
\var .u. A. für den Herzog Ranucci Farnese in Piacenza thätig. 

Sblsoo de Trotina, (Sbiuko de Trotina), Angeblicher czechischer Miniatur- 
maler des 14. Jahrhunderts. Der Name ist eine Fälschung des 1861 verstorbenen 
Bibliothekars Hanka. 

Scabari, Niccolo^ Maler, geb. 1735 in Vicenza, f 1802. Er malte in der 
Weise der da Ponte Historien für Kirchen zu Padua, Verona und Vicenza, sowie 
Gemälde für Landnäuser in der Umgegend von Vicenza. 

Scaeciani, CamiUo, gen. Carboue, Maler des 18. Jahrhunderts, geo. in Peeai-o, 
zur römischen Schule gehörig. Der Dom seiner Vaierstadt besitzt einen S. Andrea 
Avellino VQn ihm. 

Scaoeiati, Andrea, Maler, geb. 1642 in Florenz, f nach 1703, Schüler von 
M. Balassi und Lor. Lippi. Er wurde vom Grossherzog von Toscana beschäftigt 
und malte Thiere, Blumen und Früchte. 

Seaeoiati, Andrea, Kupferstecher, geb. 1726 (?) in Florenz, f 1771, Schüler 
des G, A. Schweickart. Er stach nach Cardi, Diepenbeck, Gabbiani, Yanni, etc. 
und mit Stef. Mulinari 41 Aquatintblätter nach Handzeichnungen der ütfizien 
(1766 und ff.). 

Seaeldeken, s. Rombauts. 

Seaffai, Luigi, Maler, geb. 18, Aug. 1837 in Livorno, Schüler der Akademie 
in Florenz, wo er thätig blieb. Er malte Genrebilder. 

Soaglia, Girolamo, gen. II Parmigianino, Maler des 17. Jahrhunderts, 
geb. In Lucca, in Florenz gebildet. 1672 war er in Pisa thätig. 

Soaiario, Antonio, (Antonio da Ponte, Antonio Bassano), Maler des 17. 
Jahrhunderts, geb. in Bassano, f 1640, Schüler der da Ponte; er war Schwiegersohn 
des Giambattista da Ponte. 

Scala, Andrea, Baumeister, geb. 15. März 1820 in Udine, gebildet in Padua, 
an der venezianischen Akademie und in Rom. Er nahm an den italienischen 
Freiheitsbestrebungfn bedeuteoden Antheil. Auf Grund seines Gutachtens wurde die 
neue Facade des Florentiner Doms im Stil des Campanik ausgeführt. Von ihm 
Theater in Conegliano, Florenz (Tom. Salvini), Goerz, Mailand (Manzoni), Triest, 
Udine, etc.; auch Paläste und Privathäuser. Er hat auch architektonische Arbeiten 
veröffentlicht. Gold. Med. Paris; Mitglied ihehrerer Akudemien. 

Scalabrino, Lo, (Scalabrinns Pistoriensis), Maler des 16. Jahrhunderts, geb. 
in Pistoja (?), Schüler von Bazzi. Er zeigte im Malen von Grottesken eine reiche 
Erfindungsgabe. 

Soalberg, Pierre, Maler und Radierer des 17. Jahrhunderts, f nach 1650 (?). 
Um 1638 war er in Paris thätig und ist hauptsächlich durch ein halbes Hundert 
Allgemeines Künstler-Lexlcon. S. Aufl. i. Band. 12 



1 78 Sealberge — Scannavini. 

Radierungen bekannt, darunter Die Grablegung (nach R. Santi), Diana mit Nymphen 
(nach D. Zampieri), Venus und Cupido (1638), etc. 

Sealberge, (Scalle Berge), Frederic, Kupferstecher, thätig zwischen 1623 — 86. 
1623 erschienen vier Radierungen in Rom von ihm. Um 1680 war ein Künstler 
dieses Namens, der auch radierte, vielleicht derselbe, in Paris unter Vouet thätig. 

Scalfnrotto^ GioTanni Autonio, Baumeister, geb. um 1690 in Venedig, f 
1764 (?). 1718 wird er als Regierungssachverständiger erwähnt; 1718 — 38 erbaute 
er S. Simone e Juda; 1725 begann er das Innere von S. Rocco wiederherzustellen. 

Scaligeri, Bartolo, Maler des 17. Jahrhunderts, geb. um 1605 in Padua, 
Schüler des A. Varotari in Venedig, wo er sich niederliess. Er malte für dortige 
Kirchen, u. A. 1666 Fresken für die 1815 abgetragene Corpus Domini-Kirche. 

Scaligeri, Lncia, Malerin, geb. 1638, f 1700, Schülerin von A. Varotari, 
Nichte des Bartolo S., den sie übertroffen haben soll. Sie war auch in der Literatur 
und Musik begabt. 

Scalvati, Antonio, Maler, geb. 1599 in Bologna, f 1622, Schüler desT. Lau- 
retti, den er nach Rom begleitete und im Sala di Constantino unterstützte. 
Sixtus V. beschäftigte ihn in der Bibliothek des Vatikan. Ferner malte er Clemens VIII. 
und viele andere gerühmte Bildnisse. 

Scalza, Ippolito, Bildhauer und Baumeister, geb. 1532 in Orvieto (?), t 1617. 
Von ihm u. A. Pietä (Dom, Orvieto) und S. Tommaso (das.). 

Scaininossi, (Sciaminossi, Schiaminossi), Maler und Kupferstecher, geb. um 
1670 in Borgo San Sepolcro, f nach 1619, Schüler des R. dal Colle. Für die 
Kathedrale seiner Vaterstadt malte er den Hochaltar. Bekannter wurde er durch seine 
Stiche, z. B. Die Sibyllen, Die Mysteria rosarii B. Mariae V. (1609, 14 Bl.), S. Franciscus 
predigend (1604), Madonna mit Kind (1613), etc., auch nach F. Baroccio, L. Cambiaso, etc. 

Scamozzi, Ottayio, (eigentlich 0. Bertotti), Baumeister, geb. 1726 in Vicenza, 
t nach 1784. Er war der erste Baumeister, der Vincenzo S.'s Erbe antrat und in 
Folge dessen seinen Namen annehmen musste. Von ihm Verbindungsgallerie und 
Fremdeuhaus (Castelfranco), Pal. Trissino (Scantripo), Pal. Schio (Alpiero), etc. Er 
veröffentlichte einen Fremdenführer für Vicenza, ein Buch Ober Palladio und eins 
über die römischen Bäder. 

Scamozzi, Vincenzo, Baumeister, geb. 1552 in Vicenza (Venedig?), f 1616 iu 
Venedig, Schüler seines Vaters Gian Domenico S., seit 1569 von Jacopo Tatti, 
besonders durch Palla lio, später auch von Bernini und Fontana beeinflusst. Er 
war eitel und ruhmredig, gewandt im Nachahmen, phantasievoU und kühn in seinen 
Constructionen. In Venedig hatte er grossen Erfolg und wurde 1582 Werkmeister 
der Procuratori de sopra. Ä.m bekanntesten ist er durch sein Buch Idea dell' Archi- 
tettura (1615 Venedig und spätere Aufl.) geworden, dessen 6. Theil auch als Einzelwerk 
über die Säulenordnung erschien. Er schrieb auch Anderes, und setzte zunächst seinen 
Adoptivsohn auf Lebeosdauer, dann aber immer den jeweilig besten (nach Urtheil 
der Marchesi Capri) Baumeister Vicenzas auf Lebensdauer, als Erben seines Ver- 
mögens ein. Seine Hauptwerke sind die neuen Procuratien zu Venedig, die Tattis 
Bibliothek einfach weiterführten (S. musste aber ein 3tes Stockwerk aufsetzen) und 
der Pal. Trissino am Corso iu Vicenza. Von ihm ferner Pal. Comaro in Venedig, 
Pal. Duoda (das.), Umbau der Kuppeln von S. Salvatore (das.), Pal. Corner in Murano, 
Villa Pisani bei Lonigo, Villa Molino bei Padua, S. Niccolo bei Tolentini (1591—95), 
Ospedale S. Lazzaro dei Mendicanti (1602), etc. 1614 begann er auch die Prager 
Burg aufzuführen. S. Leben von F. Scolari (Treviso 1837). 

Scandrett, Thomas, Maler und Zeichner, geb. 1797 in Worcester, f 1870. Er 
schuf Bildnisse, besonders aber architektonische Zeichnungen. 

Scannabecchi, Filippo, Maler, gen. Lippo di Dalmasio und Lippo delle 
Madonne, geb. vor 1360, t nach 1409, Schüler des Vitale da Bologna, Sohn 
eines Malers Dalmasio S. Er war einer der früheren Bolognesen, durch seine zahl- 
reichen Madonnen bekannt und wurde hoch geschätzt. Von ihm Madonna (Nat. 
Gal., London), Sa. Maddalena (S. Domenico, Bologna), Madonna, 6tc, (S. Procola, 
das.), A. in weiteren Bologneser Kirchen, z. Th. neuerdings übertüncht. 

Scannabecchi, Teresa, s. Mnratori. 

Scannardi d'Averara, Maler des 15. Jahrhunderts, thätig in Bergamo. 1477 
war er mit Troso da Mocza thätig. Ihnen werden Fresken aus Sa. Maria della 
Grazie, jetzt im Bischöfl. Palast zu Bergamo zugeschrieben. 

Scannavini, (Scanavini, Scannatesi), M. Anrelio, Maler, geb. 1655 in Ferrara, 
t 1698 das., Schüler des F. Ferrari, dann des C. Cignani in Bologna. Von ihm 



Scappetta — Schaal. 179 

Leben des Hl. Dominicus (14 Gemälde, Dominikaner- Refektorium, Ferrara), Die 
Verkündigung (S. Stefano, das.), Sa. Brigitta (Sa. Maria delle Grazie), etc., ferner 
kleinlich durchgeführte Bildnisse, etc. 

Scappetta^ Pietro^ Maler, geb. 1863 in Amalfi, Schüler von Chirico zu 
Neapel, auch in Rom gebildet, Er lieferte Zeichnungen für die illustrirten Zeit- 
Echriftien. Ferner von ihm Wer ist da (Gal. Capodimonte),^ Marine, Landschaften, etc. 

Scaramuccia, Giovanni Antonio, Maler des 17. Jahrhunderts, geb. 1580, 
Schüler des Roncalli, thätig in Perugia, wo er Historien für die Kirchen, in der 
Art der Carracci malte. 

Soaramnccia, Lnigri Pelli^rini, Maler, gen. n Perugino, geb. 1616 in Perugia, 
t 1680 in Mailand, Schüler seines Vaters Giovanni A. S., auch in den Reni- und 
Barbieri-Schulen gebildet. Von ihm Sa. Barbara (S. Marco, Mailand), Darstellung im 
Tempel (S. Filippo, Perugia), Krönung Karls V. (Pal. Pubblico, Bologna), etc. 
S. radierte vier Blatt nach Ann. Carracci, Lod. Carracci und T. Vecelli, etc. und 
gab ein biographisches Werk „Le finezze de' Penelli italiani" heraus. 

Scaramnzza^ CamiUo, Maler, geb. 1843 in Parma, thätig das. Die dortige 
Gal. besitzt Ansichten von ihm. 

Scararnnzza, Francesco, Maler, geb. 15. Juli 1808 in Sissa (Parma), f 1886, 
studirte Allegri in Parma und bildete sich in Rom weiter aus. Er wurde auch 
durch Federzeichnungen bekannt (z. B. zu Dante), in denen er bald Cham, Dore, 
bald die Zeichner der Fliegenden Blätter nachahmte. Die Gal. zu Parma besitzt viele 
Werke von ihm. 

Scararlglia, Torquato, Zeichner, geb. 1850 in Todi. Von ihm u. A. Auf- 
nahmen im Pantheon, (Zeichnungen für die Reproduktion). Mitgl. der Akademie zu 
Urbino, Wien 1873, Todi 1875, Mailand 1881, u. A. m. 

Scarfl, Giovanni, Bildhauer, geb. im Nov. 1852 in Fano Superiore bei Messina, 
Schüler von Monteverde und Masini in Rom als Stipendiat der Stadt Messina. 
Von ihm Grabstatue F. Sasia (Friiedbof, Messina), Zwei Marmor- Grabstatuen Vollano 
(ebenda). Der Glaube und die Liebe (Cap. Nova, Friedhof Catania), König Humbert 
(Marmorbüste, Börse, Messina), Garibaldi (Marmorbüste, ßellini di Catania), etc. 
Verschiedene Auszeichnungen. 

Scarpaccia, (Scarpaza), s. Carpaccio. 

Scarpag:ni, Antonio, Baumeister, gen. Lo Soarpagnino, auch Zanfrignino, 
geb. vor 1490, f 1558. 1506 war er Obmann des Fondaco dei Tedeschi, 1511 
erbaute er die Fa9ade von S. Sebastiane, 1520 die Fabriche vecchie del Rialto, um 
1530 S. Giovanni Elimosinario, 1527 — 36 Thor, Treppe und Albergo der berühmten 
Scuola di S. Rocco, und war 1545—50 an der Ausschmückung des Hofs des Dogen- 
palastes thätig. 

Scarsella, IppolitO, gen. Lo Searsellino, Maler, geb. 1551 in Ferrara, f 
23. Cot. 1621 das., Sohn und Schüler des Sigismondo S., hielt sich 2 Jahre in 
Bologna auf, studirte auch die Werke P. Cagliaris und der da Ponte in Venedig. 
Er war zuletzt in Ferrara thätig, wo sich zahlreiche Werke von ihm befinden. Er 
hatte ausserdem in Venedig, Mantua, Modena, Bologna, etc. gemalt. Von ihm 
mehrere Tafelbilder (S. Benedetto, Ferrara), Fresken (S. Paolo, das.^, Urtheil des 
Paris (Florenz, Uffizien), Himmelfahrt Mariae (Gal. Ferrara), Hochzeit zu Kana 
(ebenda), Enthauptung Johannis des Täufers u. A. (ebenda), Flucht nach Egypten 
u. A. (Gal. Dresden), Jesuskind und St. Johannes (Neue Pinakothek, München), 
Madonna mit Kind (Mus. Brüssel)-, A. in den Gal. zu Modena, Madrid, Mailand, 
Parma, Berlin, Gal. Borghese in Rom, etc. 

Scarsella, Sigismondo, gen. Mondino, Maler, geb. 1580 in Ferrara, f 1614, 
Schüler von P. Cagliari, seit etwa 1551 in seiner Vaterstadt thätig. Von ihm 
Martertod der Hl. Catharina (Gal. Ferrara); A. in den dortigen Kirchen Sa. Elena, 
S. Paolo, S. Stefano, etc. 

Scarsello, Girolamo, Maler und Kupferstecher, geb. vor 1645 in Bologna, 
t nach 1670 in Turin (?), Schüler von Gessi. Er war in Bologna, Mailand und 
Turin thätig. Von ihm Madonna u. A. (nach Reni), Saturn u. A. (nach Sirani), etc. 
Scavezzo, Prospero, gen. Bresciano, Bildhauer, geb. 1562 in Brescia, f 1590 
in Venedig, gebildet an der Antike in Rom. Von ihm Grabmal Gregor XIU. 
(1586—88), Moses (Aqua Feiice), Sixtus V. (Statue 1589), Bildnisse, Ornamente, 
Anatomien, etc. 

Scliaal, Lonis Jacqaes Nicolas, Maler, Kupferstecher und Lithograph, geb. 
18. Febr. 1800 in Paris, f nach 1858, Schüler von Lethiöre, Daguerre und der 



180 Schachinger — Schadow. 

i&cole des beaux-arts. Von ihm Kapelle bei Allevar in der Daupbine (1824), Das 
Bad (1835), etc. Stiebe und Steindrucke nach Chenavard, Decamps,Prudhon, Roqueplan 
u. A. Ferner schrieb S. eine Trait^ de paysage (1824 mit 24 Steindrucken), eine 
Perspectivlebre, sowie andere Lehrbücher und auf Kunst bezügliche Schriften. — Ein 
Fran^ois S., Baumeister unseres Jahrhunderts, Schüler von A, Ledere, baute die 
Quarantäne, etc. in Odessa, sowie das Lazareth u. A. zu Kertscji Jonikoi in der Krim. 

Schachinger, Gabriel, Maler, geb. 31. März 1850 in München, Schüler der 
Münchener Akademie unter Anschütz, Ä. Wagner und Piloty, weitergebildet 
in Italien 1876—78. Er malte meist Genrescenen, Bildnisse und Stillleben; z. B. 
Patricierfrauen beim Abzüge der Eidgenossen, Im japanischen Morgenkostüm, Ludwig II. 
von Baiern und Kaiser Friedrich, etc. 

Schachmann, Karl Adolph Gottlieb (Gottfried), Freiherr von, Maler 
und Radierer, geb. 1725 auf Schloss Hermsdorf (Sachsen), f 1789 auf Gut Königshayn, 
gebildet auf ausgedehnten Reisen. Er malte besonders Bildnisse für Verwandte, 
jetzt auf Besitzungen in der sächs. Lausitz, und hat zarte Radierungen geschaffen. 
Er war selbst Sammler und hat auch Kunstgeschichtliches geschrieben. 

Schachner, Friedrich, Baumeister, geb. 1841 in Atzenbrugg (Niederösterreich), 
Schüler der Akademie in Wien, wo er thätig war. 

Schachtel, Augvstin Paul, Maler des 16. Jahrhunderts, geb. in Kemnath 
(Pfalz), t 80. Nov. 1605 in Wien. Er war Soldat und Laienbruder und zu Kloster- 
brucb, Prag und Wien thätig. 

Schad, Aqnilin, Kupferstecher, geb. 1815 in Steinach, Schüler von S. Arasler. 
Von ihm Blätter nach R. Santi, P. Voltz, etc. 

Schad, Paul, Maler, geb. 1. Jao. 1862 in Nürnberg. Er studirte erst die Bild- 
hauerei in Nürnberg, dann unter Löfftz und Defregger in München die Malerei, 
copirte auch viele alte Meister, z. B. Holbeins Madonna in Darmstadt. Von ihm 
Es will Abend werden, Asyl, Frohnleichnam, etc. 

Schade, Johann Daniel, Bildhauer und Baumeister, geb. 1T30 in Nowgorod, 
t 23. Juli 1798 in Dresden. Er wurde Hofbauconducteui und war 1787/8 mit 
Reparaturen am Dresdener Zwinger betraut. 

Schade, Rudolph Christian, Maler und Zeichner, geb. um 1760 (1770?) io 
Hamburg, f 16. Mai 1811 das., Schüler von A. Tischbein, A. Ehrenreich und 
Juek Er schuf Bildnisse in Berlin, Dresden und Hamburg. 

Schadow, Albert Dietrich, Baumeister, geb. 1797 in Berlin, t "• Sept- 1869 
das., Schüler von Schinkel, bereiste Italien und wurde 1835 Hofbaumeister in 
Potsdam, wo er (in Nickelskoy) eine Kirche erbaute. 1889 wurde er Schloss- 
baumeister in Berlin, 1843 Baurath, später Oberbaurath. Er schuf in und um 
Berlin Villen und Landhäuser, baute auch 1841 die Villa der Fürstin von Liegnitz um. 

Schadow, Felix, Maler, geb. 21. Juni 1819 in Berlin, f 25, Juni 1861 das., 
Schüler von J. Hübner f 1838— 39) und E. Bendemann, Stiefbruder des Friedrich 
W. von S. Er kehrte in seine Vaterstadt zurück, wo er an den Schinkel-Fresken 
im alten Museum beschäftigt war. Von ihm Schmückung der Braut (1858 Gal. 
Schwerin), Gottfried Schadovs Leben (Fresken in dessen Haus), etc. 

Schadow, Friedrich Wilhelm von, Maler, geb. 6. Sept. 1789 in Berlin, 
t 19. März 1862 in Düsseldorf, Sohn und Schüler des Job. Gottf. S., weitergebildet 
unter Weit seh, durch Copiren in Potsdam, und 1810—19 in Rom, wo ihn Cornelius, 
Overbeck und Veit begeisterten, so dass er 1814 auch zum Katholizismus tibertrat. 
1819 wurde er Prof. in Berlin, 1826 Akademiedirektor in Düsseldorf, 1829 gründete 
er den Kunstverein für Westphalen. Seine süssliche, marklose Kunst wurde bald 
angegriffen, auch seine Thätigkeit an der Akademie bemängelt, so dass er sich 1859 
vom Amt zurückzi^en musste. 1840 hatte er Italien nochmals besucht, 1842 
ernannnte ihn die Universität Bonn zum Ehrendoctor Ph., 1843 wurde er geadelt 
als von S.-Godenhaus. Zuletzt erblindete er am schwarzen Staar, wurde aber glück- 
lich operirt, hörte jedoch zu malen auf. Seine Bildnisse sollen noch am ehesten 
geniessbar sein. Werke vob ihm in den Gal. zu Aachen, Antwerpen, Berlin, Frank- 
ftirt a. M. und München; ferner im Schauspielhaus, der Werder- unJ Garnisonskirche 
zu Berlin, in der Casa Bartholdi zu Rom (Fresken), etc. Rother Adler-Orden, JVIitgl. 
der Berliner Akad., des Institut de France, etc. S. Leben von Hübner( Bonn 1869). 

Schadow, Johanu Gottfried, Bildhauer und Radierer, geb. 20. Mai 1764 in 
Berlin, t 27. Jan. 1850 das., Schüler eines gewerblichen Bildhauers, dann von 
Tassaert, 1785 in Italien weitergebildet, nachdem er sich in Wien hatte trauen 
lassen. Zurückgekehrt, wurde er 1788 Hofbildhauer und Secretär der Akademie 



Schadow — Schaefer. 181 

an Tassaerts Stelle; 1805 wurde er Rektor, 1816 Direktor der Akademie. Von ihm 
Grabmal des Grafen von der Mark. (1790 Berlin, Dorotheenkirche), Friedrich d, Gr. 
(Marmorstatue, 1793/4 Stettin), Ziethen (desgl. Berlin). Der alte Dessauer (ebenda), 
Quadriga und Metopenreliefs am Brandenburger Thor (1795 und ff„ Berlin), Tauen- 
zien- Denkmal (Breslau), Blücher (Statue, 1819 Rostock), Lutliermonument (1621 
Wittenberg), Schlafende Nymphe, Karl d. Grosse und andere Büsten (Walhalla), 
Seb. Bach-Büste, Lessing-Büste, etc. S. hat ungefähr 90 Blatt radiert und auf Stein 
gezeichnet, darunter sehr geschätzte Sachen. Er verfasste 1830 Lehre von den 
Knochen und Muskeln, 1833 Polyklet, 1834/5 Nationalphysiognomien, 1845 u. ff. 
gab er seine g^sammten Werke heraus. Mitgl. vieler Akademien, Ehrendoktor, 
verschiedene Orden; s. Leben von J. Friedlaender (2. Aufl. Stuttgart 1890). 

Sobadow, Rndolph, Bildhauer, geb. 9. Juli 1786 in Rom, f 31. Jan. 1822 das., 
Sohn und Schüler des Johann Gottf. S., auch an Canova und Thorvaldsen 
in Rom gebildet. Von ihm Paris, Sandalenbinderin und Spinnerin (oft wiederholt), 
S. Joannes Baptista, Diana, Madonna, Bacchus, Basreliefs für das Grabmal des Mar- 
quis of Landsdowne u. A., Achill mit dem Körper der Pentbesilea. Seinen Jugend- 
werken besonders werden Anmuth und Grazie nachgerühmt. 

Schaedler^ s. Schedler. 

Schacfels, Heni-y Fran^ois Maler und Radierer, geb. 2. Dec. 1827 in Ant- 
werpen. Von ihm Louis XIV. zu Versailles ,(1853 Mus. Leipzig), Schlacht bei Trafalgai- 
(Mus, Antwerpen), Wegnahme der Flotte vor Lissabon 1572, etc. Er hat auch über 
40 Blatt radiert. Leopold-Ord. (1875). 

Schaefels, LncaSj Maler und Radierer, geb. 5. Oct. 1824 in Antwerpen, wo 
er Profeäsor an der Akademie wurde. Er malte Stillleben und schuf einige Radie- 
rungen, z. B. Frontispice (1863), Verziertes Feld (1881). Gold. Med. Antwerpen. 

Schaefer, Anton, Münzschneider^ geb. 1722, f 1799, Sohn und wahrschein- 
lich Schüler des Wiegand S. Er war Stempelschneider, Münzmeister und Münz- 
rath zu Mannheim. 

Schäfer, Carl, Radierer, geb. 1820, Schüler von Jac. Becker, thätig in Frank- 
furt a. M. Von ihm Mühle Dotzheim bei Wiesbaden, etc. 

Scbaefer, Friedrich Wilhelm, Maler, geb. um 1763 in Frankfurt a. M., f 1807 
dafl., Schüler von Nothnagel und der Wiener Akademie. Katharina II. berief ihn 
nach St. Petersburg, das er aber unter Paul verlassen musste. Er war dann bis 
1807 wieder in Frankfurt a. M. thätig, wollte nach Paris, erkrankte aner auf der 
Reise schon in der Pfalz. Von ihm eine Allegorie (1799) itn Rönier zu Frankfurt a. M,, 
andere Werke in St. Petersburg und Wien; auch einige Radierungen. 

Schaefer, Earl^ Baumeister, geb. 18. Jan. 1844 in Cassel, Schüler des dortigen 
Polytechnicums, an dem er 1868 Lehrer wurde, 1870 kam er als Universitätsbau- 
meister nach Marburg, habilitirte sich 1878 in Berlin, wurde 1884 Prof, am Polytech- 
nicum dort, 1894 Obeibaurath und Prof. in Karlsruhe. Von ihm Universität (Mar- 
burg), Schloss Holzhausen (bei Kirchhain), Eqüitabie Palast (Berlin), etc. Er hat 
auch kjunstgeschichtliche Schriften verfasst. 

Schaefer, Karl Friedrich, Bildhauer des 18. Jahrhunderts, geb. in Berlin, 
f 1782 in Italien (?), Schüler von Knoeffler in Dresden, wo er für das jetzige Land- 
haus 2 Kinderengel als Lampenträger schuf. Seit 1773 stand er in churfürstlichen 
festen Diensten und ging 1778 Studienhalber nach Italien, Von ihm ferner Jüpiter- 
statue, lebensgrosse Hirsche (Fasanerie zu Moritzburg), etc, 

Schaefer, Laurenz, Maler, geb. 5. Juli 1840 in Ltiftelberg (Kreis Rheinbachi, 
.Schüler Sohns, Bendemanns und der .Akademie zu Düsseldorf. Er malte viele 
Bildnisse, z. B. die Kaiser Wilhelm I., Friedrich III. und Wilhelm II. für den Ra+h- 
liaußsaal in Eupen, Prinz Anton von Hohenzollern, u. s w. 

Schaefer, Frl. Maria, Malerin, geb. 18. Juni 1854 in Dresden, Schülerin von 
A. Noack in Darmstadt, B. Büdde und Bauer in Düsseldorf und A. Eisea- 
menger in Wien. 1879 besuchte sie Italien und Hess sich dann irf Darmstadt nieder. 
Von ihr Mariae Abschied von Christi Leichnam (Kirche zu Nierstein a. Rh.), Sa. 
Elisabeth (Kirche zu Biedenkopf a. d. Lahn), Christus mit St, Ludwig und Sa. Elisa- 
beth (kath. Kirche zu Darmstadt), Rosenkranzbild (das.); die Bildnisse der Baumeister 
Friedrich v, Schmidt und seines Sohnes Heinrich u. s. w. Ferner hat sie die Hol- 
bein'sche Madonna öfters copirt, einmal für den König von Rumänien, einmal als 
o-eschenL der Stadt Darmstadt für die Czarin Alexandra. Rumän. Bene-merenti-Med, I. Kl, 

Schaefer, Maximilian, Maler, geb. 19. Juli 1851 in Berlin, Schüler der 
dortigen Akademie, weitergebildet in Weimar. Er wurde Lehrer am Kunstgewerbe- 



182 Schaefer — Schaefler. . 

maseum und an der Akademie zu Berlin. Von ihm Bilder aus dem Einderleben für 
Jugendschriften, etc. 

Schaefer, Philipp Otto, Maler, Zeichner und Bildhauer, geb. 28. April 1868 
in Darmstadt. Es studirte nacheinander unter Kröh und Noack in Darmstadt, 
Griekenkerl, Trenkwald, Eisenmenger und W. ünger in Wien, F. 
Keller in Karlsruhe, Löfftz in München und F. Kirch b ach in Frankfurt a. M. 
Nach 1892 war er längere Zeit in Florenz und Rom thätig, und Hess sich dann in 
Darmstadt nieder, wo er als Bildnissmaler in Adelskreisen viel Erfolg hatte. Von 
ihm 4 Apostelmedaillons (kathol. Kirche in Darmstadt), Madonna als Patrona Hun- 
garia (Biscböfi. Kapelle in Ftinfkirchen), Bildniss seines Vaters, des Kunsthistorikers 
Geh.-Kath G. Schaefer; u. s. w. Von plastischen Arbeiten nennen wir Bronzer.elief- 
bildniss des Fürsten Alexander v. Bulgarien, Grabmal des Grafen Max von Erbach, 
u. s. w. S. hat auch in verschiedenem Auftrag, Copien alter Gemälde geliefert, 
darunter für den Grossherzog von Hessen eine Copie nach Bellinis herlichem Trip- 
tychon in der Frarikirche zu Venedig. Zeichnungen von S. wurden im hessischen 
Kunstdenkmälerwerk, Band Erbach 1891, reproducirt. Im neuen Prunksaal des 
Schlosses Sigmaringen decorirte er die Decke. 

Schaefer, Wiegaud, Münzgraveur, geb. 1687 (1689 ?) in Kopenhagen, f 1758. Er 
war als Stempelschneider in Mainz, Heidelberg und Mannheim thätig. Von ihm gute 
Med. für die Landgrafen von Hessen-Darmstadt. — Auch sein Sohn Joseph S* war 
Münzgraveur. 

Schaefer, Wilhelm, Maler und Zeichner, geb. 8. März 1839 in Berlin, Schüler 
von W. Bülow das. Er malte Geschichts- und Genrescenen in Aquarell und Hlu- 
strirte Jugendscbriffen. 

Schaefer -Berger, Francisque Jean, Maler, geb. 13. Febr. 1808 in Paris, 
t 1874, Schüler von Bertin und Ingres. Von ihm Landschaft (1836), Erinnerung 
an Civita-Castellana (1845), Waldinneres bei Quimperle (Mus. Bayeux), etc. Med. 
3. Kl. 1844. 

Schäflfel, Carl Wilhelm, Maler, geb. 1842 (?), f 1898 in Berlin. Er malte 
Kostümbilder. 

Schäffer, Adalbert, Maler, geb. 1815 in Nagy Karoly in Ungarn, f 1. März 
1871 in Düsseldorf, studirte in Budapest und Wien. Von ihm Stillleben (1849 Mus, 
Wien), Blumen und Früchte (1852), etc. 

Schaeffer, Angnst, Maler und Radierer, geb. 30. April 1833 in Wien, Schüler 
von F. Steinfeld an der Wiener Akademie, weitergebildet auf Reisen durch 
Frankreich, Deutschland und Italien. Er wurde Gustos und 1892 Direktor der 
Gemäldegalerie in Wien und malte m^ist Landschaften, z. B. An der Nordsee, Mond- 
aufgang, Prater; «aturhistorische Landschaften (für das naturhistorische Museum 
Wien), etc. Von seinen Radierungen nennen wir die Folge für die Monogra hie über 
das Schloss Laxenburg, Im Salzburger Moor, Kirchhof in Salzburg, etc. Mitgl. der 
Wiener Akademie, Franz Joseph-Ord., Offizier des belgischen Leopold-Ord., Med. 
Strassburg 1859. 

Schäffer, Engen Eduard, Kupferstecher, geb. 80. März 1802 in Frankfurt a. M., 
f 7. Jan. 1871 das., Schüler des Städelschen Instituts zu Frankfurt a. M., weiter 
gebildet unter Cornelias in München, 1824—26 in Düsseldorf 1844—52 war er 
in Italien thätig. Er stach ziemlich farblose, nüchterne Cartonstiche, z. B. Madonna 
della Sedia (nach R. Santi), Leben der heiligen Euphrosyne (nach E. Steinle), Romeo 
und Julia u. A. (nach P. v. Cornelius); A. nach Eberhard, Fiesole, G'oltzius, Kaul- 
bach, Memlinc, Neher, Overbeck, Steinbrück, Vecelli u. A., ferner Bildnisse. 8. 
hinterliess eine Geschichte des Kupferstiches im Mamiscript und einige Schauspiele. 
Schäffer> Gusti, Malerin, geb. 1865 in Wien, thätig das. Sie malte Still- 
leben. — Ein Hans Jacob S. (Schöffer), f 20. Aug. 1662, Wurde 1640 Bürger zu 
Frankfurt a. M. und war als Maler dort thätig. Von ihm dort im Römer Gastmahl 
des Belsazzar (1632). 

Schäffer, Magd. Marg., s. Bäreus. 

Schäffer, Heinrich, Bildhauer, geb. 1818 in Trier, f 5. Sept. 1873 in Rom. 
Er restaurirte das kostbare Mosaik zu Nennig bei Saarljurg und schuf besonders 
.Bildnissbüsten, z. B. Gen. Grant, Gen. Sherman, Rückert, Uhland, etc. 
Schäffer, Wygand, s, Schaefer, Wiegand. 

Nchaeflery (Scheffler), Christoph Thomas, Maler, geb. um 1700 in Augsburg, 
t 1756 das. Er war eine ileitlang Laienbruder. Von seinen Historien befinden 
gich einige in der alten Kapelle zu Begensburg, in der ehemaL Klosterkirche zu 



Schaeken — Schagen. 183 

Ettal, in S. Ulrich zu Augsburg, bei den Kapuzinern zu Eichstädt, etc. Er lieferte 
auch Bucbillustrationen. 

Schaeken, Willem, Maler, geb. 1754 in Weerd, f 28. Jan. 1830 in Antwerpen, 
Schüler vol J. Borrekens, weitergebildet zwei Jahre lang in Italien, nachdem er 
in Antwerpen schon Akademie-Professor gewesen. Er Hess sich, zurückgekehrt, 
wieder in Antwerpen nieder und malte Historien, z. ß. Christi Leichnam, Maria, etc. 

Scliaepkens, Alexandre, Maler, geb. 1815 in Maestricht, Schüler der Ant- 
werpener und (1835—37) der Brüsseler Akademie, weitergebildet an den alten 
Holländern in Paris, Bruder des Arnaud S, und Theodoor S. Von ihm Landschaften, 
Historien, Aquarelle, etc., auch 31 Radierungen. Mitgl. der Amsterdamer Akademie, 
Luxemburgischer Eichenkronen-Orden 1857. 

Schaepkeus, Arnaud, Kupferstecher, geb. 1817 in Maestricht, Schüler von 
E. Corr, Bruder des Alexandre S. und Theodoor S. Von ihm u. A. 30 Platten zu 
„Träsor de Part ancien, . . en Belgique, etc." (Brüssel 1846), 85 Original - 
Radierungen, etc. 

Schaepkens, Theodoor, Maler, geb. 1810 (1812?) in Maestricht, Schüler von 
M. van Bree an der Antwerpener Akademie, Bruder des Alexandre S. und Arnaud 
S., besuchte Frankreich, Italien und Deutschland. Von ihm Ermordung der Spanier 
zu Maestricht 1599 (Gal. Brüssel), Hl. Servatius (S. Servatius zu Maestricht), Betender 
Hl. Lambert (Frauenkirche das.), Himmelfahrt Mariae (Kirche zu Hasselt). Er hat 
auch 36 Platten radiert und Kostümblätter lithographirt. 

Schaenfelein, (Scheufelin, Scheyflfeliu, etc.), Hans Leonhard, Maler und 
Holzschneider, geb. vor 1490 in Nürnberg, f 1539/40 in Nördlingen, Schüler von 
Dürer, dem er 1502 an einem Altarbild half. Er war in Augsburg (1512) und 
Nürnberg thätig, Hess sich zuletzt in Nördlingen nieder, wo er 1515 Bürger wurde. 
Wenn auch zweifellos ein Meister zweiten Ranges, hat er doch immerhin «o viele 
Vorzüge, dass öfters seine Bilder für die Dürers gehalten wurden. Reiche Einbildungs- 
kraft, Geschmack in der Gewandung zeichnen ihn aus, doch ist die Zeichnung oft 
nachlässig und er liebt platte, unschöne Typen. Werke von ihm in den Kirchen zu 
Anhausen, Beuren, Hohlheim, Nördlingen (S. Georg), Tübingen (desgl.), Ulm (Münster); 
in den Sammlungen zu Bamberg, Berlin, Donaueschingen, Dresden, Karlsruhe, Leipzig, 
München, Nördlingen (Rathhaus), Nürnberg, Prag, Schieissheim, Wien, etc.; auch 
vielfach in Privatbesitz. Von seinen zahlreichen Zeichnungen für den Holzschnitt 
sind die berühmtesten die 118 zum „Thewrdannkh", die Folge von 20 Hochzeits- 
tänzerpaaren und die Passion. Sein Leben etc. von U. Thieme (Leipzig 1892). 

Schänfelein, 'Hans d. J., Maler des 16. Jahrhunderts, geb. in Nördlingen; 
1543 siedelte er nach Freiburg über. Sohn des Hans S., dem einige seiner Werke irr- 
thümlich zugeschrieben wurden. Es werden ihm zugetheilt: ein weibliches Bildoiss 
(1668 Nürnberg, German. Mus.) und Tod Mariae (Mus. Köln). 

Schafertlin, (Schefertin), Holzschnitzer des 18. Jahrhunderts, thätig um 17S5 
im Kanton Uri. Von ihm besonders Bettler und Wilhelm Teils, auch Vorsuche in 
Steinsculptur. 

Schaff, 8. Saff. 

Schaffner, Martin, Maler des 16. Jahrhunderts, thätig von 1499—1535 in Ulm. 
Er malte viele Bildnisse sowie Historien und ist neben Zeitblom. dessen Schüler 
er vielleicht war, Ulms bedeutendster Meister. Seine Färbung neig sich der Manier 
zu und auch die Zeichnung ist etwas italienisirend verweichlicht. Von ihm Graf 
Oettingen (1508 München, Alte Pinakothek), Peter Appian (ebenda), Verkündigung 
(1523 ebenda), Christus im Tempel (1824 ebenda), Ausgiessung des hl. Geistes (1824 
ebenda), Tod der Jungfrau (1824 ebenda), Pietä (ebenda). Die Passion (1815 Gal. 
Augsburg), Christi Einzug in Jerusalem und drei weitere Scenen aus dem Leben 
Jesu (Gal. Schieissheim), Stammbaum Jesse (Ulm, Dom); Andere in den Gal. zu 
Berlin (jetzt nach Bonn abgegeben), Karlsruhe, Nürnberg, Sigmaringen, Stuttgart, 
Wien (Liechtenstein-Gal.), in der Hauptkirche zu Merklingen, etc. 

Schagen,. Gillls Tan, Maler, geb. 1616 in Alkmaar, f 1668 das., Schüler von 
S. van Ravesteijn und P. Verbeck. Er reiste 1637 nach Danzig, Elbing und 
Polen, wo er das Bildnlss des Königs Stanislaus malte. Durch Kühstierneid fort- 
getrieben, kam er nach Paris, malte Bildnisse in Orleans, kehrte nach Paris und von 
da in die Heiraath zurück, wo er Stadtbaumeister wurde Von ihm ausser Rildnissen, 
Seegefecht zwischen Admiral Tromp und Oquendo, Copien nach Buonarotti und Rubens, 
Küchenstücke, Interieurs, etc., auch eine Radierung. — Von einem Gerrit ran S. 
(vielleicht derselbe?) gibt es einige Radierungen nach Berghem, Ostade, etc. 



184 SchÄlch ~ Schauer. 

Schalch, Johann Adolph, Maler und Radierer, geb. 1723 in Schaffhausen, 
t um 1773, Schüler von Hamilton. Er raaierte eine Flucht nach Egypten, einige 
Landschaften, etc. 

Schalcke, Cornelis Symonsz ran der, Maler, get. 15. Febr. 1611 in Haarlem, 
begr. 5. März 1671 das. Er schuf Landschaften und kommt als Sergeant vor auf 
dem Gemälde von Frans Hals, Mahlzeit der Georgsschützen (1639 Mus. Haarlem). 
Von ihm seihst in diesem Mus. Landschaft mit Schafherde (1645). 

Schalcken, Godfried, Maler, geb. 1648 in Made, f 16- Nov. 1706 im Haag, 
Schüler von S. van Hoogstraten und vielleicht von G. Dou. Er lebte erst in 
Dordtrecht bereiste darauf England, wo er Bildnisse malte und Hess sich 1691 im 
Haag nieder, wo er die Büdnissmalerei mit mehr Glück betrieb. Um 1708 war er 
auch in Düsseldorf thätig« Man hat von ihm einige Historien (z. B. Die Verläugnung 
Petri, Gäl. Harrach, Wien), Landschaften (z. B. Der Angler, Berlin), hauptsächlich 
aber Kerzeulichtbeleuchtdngsstücke, die sehr beliebt wurden. Bilder von ihm in den 
Gal. und Mus: zu Aachen, Amsterdam, Antwerpen, Berlin, Braunschweig, Brüssel, 
Cassel, Darmstadt, Dresden, Glasgow, Gotha, Haag, Karlsruhe, Köln, Kopenhagen, 
London, (auch Priyatsammlungen), Madrid, München, Nürnberg, Paris. St. Peters- 
burg, Schieissheim, Schwerin, Stuttgar , Wien (auch Privat ammlungen), etc. S. hat 
einige seltene Bildnissradierungen geschaffen. — Seine Schwester Maria S. soll 
in gleicher Manier wie er gemalt haben, 

Schalcken, Jacobe Maler, geb. 1683/4, f 1721/2 in Amsterdam, Neffe und Schüler 
des Godfried S., in dessen Art er Bildnisse und Xabinetstückchen schuf. 

Schathas, s. Schallhas- 

Schalk, Ernst, Maler und Zeichner unseres Jahrhunderts, f 1865 in Frank- 
furt a. M., wurde besonders durch humorist. Zeichnungen zur „Laterne" bekannt. 

Schalk, Heinrich Franz, Maler, geb. 3 März 1791 in Mainz, f 15. Oct. 1832 
in Karlsruhe. Er malte geschätzte Miniaturbildnisse und hat auch in Kupfer gestochen. 

Schall, Rudolf, Maler, geb. 1816 in Breslau, Schüler der Düsseldorfer Akademie 
(1884-42) unter Sohn. — Sein Vater Joseph S. war 1810—20 in Breslau als 
Zeichner und Miniaturmaler thätig. 

Schaller, Anton, Maler, geb. 1772 in Wien, f 1844. Er war erst Porzellan- 
maler, trat dann zur Oelmalerei über, wurde Lehrer an der Elementarschule und 
später Anatomieprofessor an der Wiener Akademie. Seine Miniaturbildnisse werden 
gerühmt. 

Schaller, Eduard, Maler, geb. 1802 in Wien, f 1848 das., Schüler der 
Wiener Akademie Sohn des Anton S. 1826 kam er zur Fürstin Auersperg nach 
Moor in Ungarn, 1831 mit ihr nach Prag, von da nacb Rom und Neapel, 1882 
nach München, wo er nochmals unter Cornelius studirte, 1856 zurück nach 
Wien. Von ihm S. Anna Selbdritt (Sind, Oberegypten), Rudolph von Habsburg mit 
dem Priester, Moses, etc. 

Schalter, E. Johann, Maler, geb. 1841 iti Wasupgen, f 25. Juni 1887 in 
Koburg, Schüler von F. Preller in Weimar, später von Genelli beeinfluögt. E!r 
wurde Lehrer am Kunstgewerbe-Museum, sowie am Polytechnikum in Berlin , und 
führte decorative Arbeiten, z. Tb. gemeinschaftlich mit M. M eurer, ans, z. B. im 
Treppenhaus des Handelsministeriums (Berlin), Kapelle der Kadettenanstalt (Lichter- 
felde), Kunstgewerbemuseum (Berlin), Schlesisches Museum (Breslau), etc. 

Schaller, JohaniL Nepomuk, Bildhauer, geb. 1777 in Wien, f 16. Febr. 1842 
das., Schüler der Porzellanmanufaktur und der Akademie in Wien, mit Stipendium 
1812—23 in Rom weitergebildet. Zurückgekehrt, wurde er Professor an der Wiener 
Akademie. Von ihm Andreas Hofer (1831—83 Hofkirche, Innsbruck), Franz I. (1837 
Stanislawow, Galizien), Todesgenius (Friedhof Hintzing bei Wien), Bellerophon die 
Chimäre tödtend (1822), Venus nach dem Bad, Bildnissstatuette Raimunds, Bildniss- 
büsten, etc. auch Zeichnungen zu Basreliefs. Er war Bruder des Anton S. 

Schaller, Ludwig, Bildhauer, geb. 10. Oct. 1804 in Wien, f 29. April 1865 in 
München, Schüler seines Vaters Anton S., des Prof. Kähssmann und des 
Johann N. S. 1828 studirte er in München weiter unter Leeb, E. Mayer und 
Schwan thaler. Von 1831 ab arbeitete er selbständig. Von ihm Die Olympischen 
Spiele (Fries, Akademie Karlsruhe) Prometheus und Phidias (1839—41 an der Glypto- 
thek, München), Reliefs (Pinakothek München), Herdermonument (1845 — 50 Weimar), 
zahlreiche Grabdenkmäler in Süddeutschland, Statuetten von 15 Dichtern, Bildniss- 
büsten, etc. in der Ruhmeshalle, etc. Mitgl. der Akademien Wien, München, Rom; 
Weiss, Falken- Ord.; Ehrenbürger von Weimar. 



Schallhas — Scharf. 185 

ächalltaaS} Carl Philipp^ Maler und Kupferstecher, geb. 1767 in Pressburg, 
t 21. Sept. 1797 in Wien, Schüler der dortigen Akademie an der er 1792 bereits 
Prof. wurde. Er malte und zeichnete geschickt stafifirte Landschaften, sowie An- 
sichten, hat diese auch radiert und aquatintirt. 

Schallhammer, Dominik^ Baumeister, geb. 15. Febr. 1842 in Ehr«mhausen 
(Steiermark), Schüler des Polytechnicums zu Graz und 1863 — 67 def Wiener Akademie. 
Von ihm Schloss Remeteseg bei Totis, Schloss Nadelburg, Kirche zu Kocs bei Totis, 
Privathäuser in und um Wien, etc. 

Schaltegger, Emanuel, Maler, geb. 2. Sept. 1857 in Altersweilen (Thurgau, 
Schweiz), Schüler von Hakl (1878—79), Raab, A. Wagner und Defregger in 
München. Von ihm Mädchen mit Laute, Madonna mit dem Kinde, Bildnisse, etc. 

Schamphcleer, Edmond, Maler, geb. 1824 in Brüssel, f 12. März 1899 in 
Molenbeek bei Brüssel, Schüler von E. de Block. Er war mehrere Jahre lang in 
München ansässig und malte Landschaften; hat auch .3 Blatt radiert. Von ihm Der 
alte Rhein bei Gouda (Mus. Brüssel), Abendlandschaft (1835 Kunsthalle Hamburg), 
Ernte (Mus. Stettin), etc. Gold Meü Dünkirchen 1864, Brüssel 1866, Berlin 1872, 
Paris 1877. 

Schams, Franz, Maler, geb. 22. März 1823 in Wien, Schüler der Wiener 
Akademie. Von ihrn Herzog Heinrich IV. als Minnesänger von den Tirolern erkannt 
(1851 Mus. Wien), Taufe (1869), Wir wollen einander heiratheii, etc. Letzteres Bild, 
sowie andere, hat er auch gut lithographirt. 

Schamschin, Michallowitsch, Maler, geb. 1815 (1811?), Schüler der St. 
Petersburger Akademie. 1841 bereiste er Italien; zurückgekehrt, wurde er Professor 
an der genannten Akademie. Er malte Allegorien und Genrebilder. 

Schanche, Garman (Henuann), Maler, geb. 1829 (1828?) in Bergen (Norwegen), 
Schüler der Düsseldorfer Akad. unter Gude, bereiste Deutschland, Portugal und 
Skandinavien. Von ihm Werke in der Gal. zu Christiania und im Mus. zu Stockholm. 

Schanta, Friedrich (bekannt unter dem Namen Moos), Maler, geb. 7. Jan 
1822 in Wien; er malte Blumen und Landschaften. 

Sctaper, Hugo Wilhelm Friedrich, Bildhauer, geb. 31. Juli 1841 in Aisleben 
a. d. Saale, war erst Steinmetzlehrling in Halle, dann Schüler von A. Wolff und 
der Akademie in Berlin, an der er später Professor wurde. Er reiste auch nach 
Wien, München und Paris. Er schuf die Figuren für das Kriegerdenkmal in Halle, 
das Kruppdenkmal für Essen das Bismarckdenkmal für Köln; Berlin besitzt von 
ihm ein Goethedenkmal, die Siegesgöttin im Zeughaus; Erfurt einen Luther; Hamburg 
einen Lessing; Braunschweig einen Gauss; ferner schuf er Baccutos und Ariadne, 
Siegfried, Bildhissbüsten, etc. Orden pour le merite; Mitgl. der Berliner Akad. 1880. 

Schapper, (Sohaper), Johann» Maler des 17. Jahrhunderts, geb. in Harburg, 
t 1670 in Nürnberg, wohin er 1640 kam. Er malte schöne Wappen, Trinkgläser, 
Krüge, etc., von denen Proben in das Grüne Gewölbe zu Dresden und in das 
Kunstgewerbemuseum zu Berlin gelangten. 

Scharf, (Scharflf), Anton, Bildhauer, geb. 10. Juni 1845 (?) in Wien, Schüler 
der Wiener Akademie, von 1862-65 des J D. Boehm. Er wurde Direktor der 
Graveur- Akad. an der Münze in Wien, und einer der besten Medailleure Oesterreichs. 
Ehrenmitgl. der Wiener Akad.; versch. Med. S. Leben von K. Doraanig. 

Scharf, George d. Ae., Maler und Lithograph, geb. 1788 in Mainburg (Baiern), 
t 11. Nov. 1860 in Westminster-London, gebildet in München, Antwerpen und Paris. 
1815 zog er auf die Schlachtfelder mit dem englischen Heer, 1816 kam er nach 
London, wo er naturwissenschaftliche und andere Zeichnungen für die gelehrten Ge- 
sellschaften, auch topographische Zeichnungen lieferte und zu den frühesten Stützen 
der englischen Lithographie gehörte. Seine Aquarelle einer Parlamentssitaung und 
eines Lord Mayors Bankett hat er auch lithographirt. Ein Aquarell von ibm besitzt 
das South Kensington Mus. 

Scharf, SirOeorge d. J., Maler, Illustrator und Kunstgelehrter, geb. 16. Dec. 
1820 in London, f 19. April 1895 das., Sohn und Schüler des George S. d. Ae. 
1840 (1838?) wurde er Schüler der Londoner Akademie; kam dann auf Reisen nach 
Italien und Kleinasien. Er radierte Shakspere - Illustrationen , illustrirte Smiths 
klassisches Lexikon, Macaulays Werke, Keats' Gedichte, etc. Seit 1857 war er Direktor 
der National Portrait Gallery und blieb es auch durch den Einfluss Gladstones u. A. 
nach seinem 70. Lebensjahre. Er besass ein staunenswerthes Gedächtniss für Alles, 
was mit der Bildnissmalerei zusammenhängt. Kurz vor seinem Tode wurde er noch 
in den Adelsstand erhoben. Er zeichnete sich als Schriftsteller durch seine Historv 



186 Scharf — Scbaumann. 

of the Cbaracteristics of Greek Art, eine Abhandlung über Shakspere-BildniBSe (1864), 
die wissenschaftlieben Kataloge der Nat. Portrait Gallery zu London, der Gal. zu 
Knowsley HaJJ, Blenheitn Palace und Woburn Abbey u. Anderes aus. Inhaber des 
Bath Ordens; Mitgl. des archäolog. Justituts in Rom, 

Scliarf, Johann, Maler und Kupferstecher, geb. 13. Juli 1722 (?), f 5. Oct. 
1794 das. Er war erst Küchenjunge in einem Kloster, dann Tapetenmaler, endlich 
unter des Botaniker Jacqu ins Anleitung Blumenmaler. Durch Uebereif er zog er sich 
Schwindsucht zu. Von ihm: die Abbildungen zu N. J. Jacquins Oxal. Monographia, 
und 180 Tafeln mit Pflanzen des Gartens zu Schönbrunn. 

Scharfenber^, Georg, Holzschneider des 16. Jahrhunderts, thätig 1560 in 
Sachsen, 1571 in Frankfurt a. d. 0. Er schnitt Bildnisse, Kalenderzeichen, Pla- 
neten, etc., auch für Thurneisser. 

Scharff, Anton, s. Scharf. 

Schar£f, J. Michael, Medailleur, geb. 1806 in Hütteldorf bei Wien, f 1856, 
Schüler der Wiener Akademie. 

Scharnagel, Franz Sebastian, Maler und Lithorjraph, geb. 1791 in Bamberg, 
t 1831 das., Schüler von Sensburg, Geibel, Dorn und der Münchener Akademie, 
Neffe des Georg J. S. 1815 kehrte er nach Bamberg zurück und wurde 1832 k. Zeichen- 
lehrer. Er malte Reiterscenen und Schlachten ; ferner Marter des Hl. Bartholomaeus 
(Marklengast), Die Stationen der Leidensgeschichte (Staffelstein), etc. S. hat auch radiert. 

Seharnagel; Georg Joseph^ Zeichner und Ingenieur, geb. 1776 in Höchstädt 
(Bayern), Schüler des Prof. Westen. Für Landschaftszeichnungen und Situations- 
pläne erhielt er 1810 eine goldene Medaille. 

Scharrath, Karl, Bildhauer, geb. 1870 in Bielefeld, thätig in Stuttgart. Von 
ihm Bildnissbüsten, etc. 

Scharrer, J. David, Goldschmied, geb. 28. Juni 1799 in Regensburg, f nach 1880 in 
Amerika (?), wurde in diesem Jahre Mitgl. der Zunft zu Cassel. Er wanderte später 
nach Amerika aus." — Auch sein Vater Johann Gottlieb S,, geb. in Regensburg, 
war Goldschmied in Cassel. 

Schartmann, Emil, Maler, geb. 1809 in Berlin, Schüler von Herbig. Er malte 
Bildnisse, siedelte nach Düsseldorf über und widmete sich dann der Blumenmalerei. 

Schartow, Marianne, Malerin, geb. 27. Oct. 1856 in Prankfurt a. M. Sie 
Hess sich in Berlin nieder und malte Landschaften und Aquarelle. 

Schaten, Hubert, Kupferstecher des 17. Jahrhunderts, thätig in Kopenhagen, 
wo er zwischen 1675 und 1694 Bildnisse stach. 

Schattenhofer , Amalie Ton, geb. Baader, Malerin, geb. 1763 in Erding 
(Bayern), f 1840 in München, Schülerin von J. D o r n e r. Seit 1810 war sie als 
Pastellmalerin in München angesehen. Von ihr auch die Radierungen Graf Haimhausen 
(nach Kellerhofen) und A. nach R. v. Rijn, G. F. Schmidt, etc. copirt. 

Schanberger, Johann Georg, Bildhauer und Stuccateur des 18. Jahrhunderts, 
t 1751 in Brunn, gebildet an Fontana und anderen Italienern. 1725 — 30 war er in 
Wien, 1730—1736 in Olmütz, dann in Brunn thätig. Altäre und Statuen von ihm 
in der dortigen Minoriten- und anderen Kirchen, sowie in Helleschau. 

Schanbert, Eduard, Baumeister, geb. um 1800 in Lauban (Schlesien), f nach 
1850 (?), studirte in Breslau und Berlin, kam um 1830 nach Griechenland, wo er 
Oberbau- und Ministerialrath wurde. Er nahm Ausgrabungen und Aufzeichnungen 
alter Gebäude, namentlich des Theseustempels vor. Von ihm dort ferner die neue 
Kirche und die Sternwarte. 1844 siedelte er nach Rom über. 

Schanbroeck, s. Schonbroeck. 

Schauer, Leopold, Maler, geb. 2. Mai 1841 in Maleschau (Böhmen), Schüler 
der Akademien zu Prag, Dresden und Wien. Er malte Historien. 

Schanfnss, (Schaufus)^ Heinrich Gotthelf, Maler und Kupferstecher, geb. 
2. Oct. 1760 in Chemnitz, f 19. Mai 1838 in Meissen, Schüler von J. fe. Zeisig 
an der Dresdener Akademie 1781 kam er an die Porzellanfabrik in Meissen. Er 
schuf Oelcopien, Miniaturbildnisse und Porzellanmalereien (besonders oft die Sixtinische 
Madonna und die beiden Kinder darauf). .Von seinen Radierungen nennen wir Danae 
nach V. Dyck, Bildnisse nach Mengs, A. nach Solimena, etc. 

Scbanaiann, Wilhelm Heinrich, Maler, geb. 2. Febr. 1841 in Tübingen, 
t 6. Juli 1893 in Stuttgart, Schüler der Stuttgarter Kunstschule unter Rüstige, 
Neher und, H. Funk, weitergebildet auf Reisen durch Belgien, Holland, England 
und in Paris. Er malte Genrescenen, Thiere und Bildnisse. Von ihm Volksfest in 
Cannstadt (1877 Gal, Stuttgart), Kinderraub (Neue Pinakothek, München), Hochzeits- 



Schaumburg — Scheetoaeckers. 187 

ladung (Mus. St. Gallen), etc. Gr. gold. württembergische Med. für K. u. W., Med. 
Sidney. — Ein Johann Carl S. lebte um 1789 als Wachsbossirer in Nürnberg und 
lieferte in gefärbtem Wachs gute Bildnisse, Thiere, Früchte, etc. 

SchanmbTarg, Carl, Baumeister, geb. 17. April 1812 in Wiener-Neustadt, Schüler 
des Wiener Polytechnicumß und der Akademie das. 1854—65 war er bei der Bau- 
direktion in Graz thätig. Er wurde k. k. Oberbaurath in Wien. Von ihm Projekte 
zu Kirchen in Dobowa und Lichtenwald," zu S. Bartholomaeus in Graz, etc. 

. Schanmbnrg, Conrad, Goldschmied, geb. 21. Febr. 1791 in Cassel, f 20. Febr. 
1847 das., Sohn und Schüler des J u s t u s S. — Dieser Jnstns S., f '''• Nov. 1822 
(1823?) in Gasse), Schüler von Kordel, war dort Meister der Goldarbeiter-Zunft 
seit 1789. — Ein anderer Justns S., geb. 10. Juni 1798 in Cassel, wurde 1825 Mitgl. 
der dortigen Goldschmiede-Zunft. 

Schanpp, Jobann Christoph, Medailleur und Edelsteinschneider, geb. 1685 in 
Biberach, f 1757 das. Von ihm eine vortreffliche Folge von 197 Bildnissen römischer und 
neurömischer Kaiser (bis Franz 1.) in Karneol, vier seltene Reformationsraedaillen, etc. 

Schanss, Ferdinand, Maler, geb. 27. Oct. 1832 in Berlin, Schüler v. C. Steffeck 
in Berlin und L. Cogniet in Paris, weitergebildet auf Reisen in Belgien, England, 
Holland, Italien und Spanien. 1873 wurde er Professor an der Weimaraner Kunst- 
schule; 1876 kehrte er nach Berlin zurück. Er malte mythologische Scenen etc., 
besonders aber Bildnisse. Von ibm Stillleben (Gal. Ravene, Berlin), Callisto (Gal. 
der Wiener Akad.), Franz Liszt, etc. 

Schauss, Martin, Bildhauer, geb. 25. Sept. 1867 in Berlin, Schüler der Kunst- 
gewerbeschule, der Porzellan-Fabrik und Akademie in Berlin unter Herter und 
Schaper, 1892—95 der Pariser Akad. unter Chapu und Puech. Von ihm das 
Relief Faun mit badenden Weibern, S. Johannes, viele Büsten, etc. 

Schebnjeff, (franz. Sch^boniew, engl. Schebonyeff etc.), Wassilii Kosmitsota, 
Maler, geb. 1777 in Kronstadt, f 1855 in St. Petersburg, Schüler von Ugrumow und 
der dortigen Akad., an der er später Prof. und Rektor wurde. Von 1803—07 war 
er in Rom gewesen. Er schrieb mitBujalskji eine Anatomie für Künstler. Von ihm 
S. Joannes in der Wüste (Eremitage, St. Petersburg), Himmelfahrt Maria (das.), 
Igolkine (1839, das.)j A. in dortigen Kirchen, etc. 

Scheck, Gottlieb,Bildhauer, geb.l5. März 1 844 in Rutesheim (Württemberg),Schüler 
von Wagner in Stuttgart und Jouffroy in Paris (1866—67). Von ihm Humboldt- 
statue (Polytechn., Stuttgart), Bildnissmedaillon Manch (Prag, Friedhof das.), Kinder- 
gruppen (Villa Siegle, das.), etc. 

Schede] von Greifenstein, Niklas, Baumeister, geb. 1752 in Waidhaus (Bayr. 
Oberpfalz), t 1810), Er war erst churbayrischer Ingenieur-Hauptmann, dann Stadtbau- 
direktor in München und 1809 Minist.-Oberbaucommissär. Von ihm in München 
Seminar nebst Kirche, Maxthor und Brücke, Krankenhaus vor dem Sendlinger Thor, 
Pfarrhof und Schule in Au; in Landshut die ehemalige Universität. 

Schedler, (Schaedler), Johann Georg, Maler und Radierer, geb. 1777 in 
Konstanz, f nach 1845 in Innsbruck, Schüler von Haamann, Hueher (in Zürich) 
und der Augsburger Akademie. Er verblieb 6 Jahre in Augsburg und Hess sich 
zuletzt in Innsbruck nitder. Er malte Miniaturen, Landschaften in Gouache und Oel, 
und hat auch Einiges radiert und lithographirt. 

Schedone, Schedoni, s. Schidone. 

Schedrin, s. Schtschedrin. 

Scheel, Gottlieb Angnst, Goldschmied, geb. 10. Juni 1816 in Cassel, t 26. Mai 
1879 das., wo er seit 1842 Mitgl. der Zunft war. 

Scheel, Johann Daniel, Maler, geb. 1773 in Frankfurt a. M., f 25. Jan. 1833 
das., wurde 1803 Mitgl. der dortigen Innung, nachdem er in Paris gewesen war. 
Er schuf Landschaften, decorative Malereien (z. B. im AschaflFenburger Schloss) 
Radierungen, etc. 

Scheel, Sebastian, Maler des 16. Jahrhunderts, thätig in Innsbruck. Von ihm 
im Ferdinandeum das. zwei Gemälde der Hl. Sippe (1517 und später) und die Auf- 
erweckung des Lazarus (1544), in der Augsburger Galerie Die hl. Sippe. 

Scheele Neel, s. Molenaer, C. 

StJhceniaeckers, Pieter d* Ae., Bildhauer, geb. 1640 in Antwerpen, f 1714 in 
Arendonk, Schüler von P. . Ver bruggen. Er wurde 1675 Mitgl. der Antwerpener 
Lucasgilde. Von ihm Grabmal van Delft (Dom, Antwerpen), Marquis Pico-Denkroal 
(Citadejlenkirche, das.), Mausoleum des Grafen Hoogstraeten (Katharinenkirche, 
Hoogstraeten), etc. 



188 Scheemaeckers — Scbeffer. 

Sctaeemaeckerg, Pieter d. J., Bildhauer, geb. 1691 iu Antwerpen, t «ach 
1769 das., Sdiüler seines Vaters Pieter S. d. Ae. Er ging nach Kopenhagen, zu 
Fuss weiter nach Kom, und ebenso nach London. 1728 besuchte er wieder Rom, und 
kehrte 1735 nach England, 1769 nach Antwerpen zurück. Von ihm Shakspere-Denk- 
mal u. 14 A. (Westminster Abtei, London), Chamberlain-Denkmal, Meaddenkmal 
(Temple Chürch, das.), viele Statuen für den Park zu Stowe, etc. 

Scheemaecliei's, Thomas, Bildhauer, geb. 1740, t 15. Juli 1808 in Loüdoü, 
Sohn und wahrscheinlich Schüler des Pieter S. d. J. Er schuf Bildnissbüsten, 
Medaillons, Denkmale, etc. 

Scheerenberg, Hermann, Maler, geb. 1826 in Swinemünde, studirte in Düssel- 
dorf, Antwerpen und Paris (bei Coutuve). Er Hess sich in Berlin nieder und malte 
Genrebilder sowie Bildnisse, z. B. Der verstellte Kranke (1859). 

Scheeres, Hendrik Jan, Maler, geb. 3. Aug. 1829 im Haag, f 12. Jan. 1864 
das., Schüler von van Hove. Er malte kleine Interieurs mit Staffage aus dem 
17. Jahrhundert. 

Sehefertiu, s. Schafertlin. 

Scheffauer, Philipp Jakob von, Bildhauer, geb. 1756 in Stuttgart, f IB. Nov. 
1808 das., Schüler von Lejeune und Pajou (in Paris), 1786 weitergebildet. Er 
war schon 1780 zum Hofbildhauer ernannt worden 1789 wurde er nach Stuttgart 
zurückberufen und Prof. an der KarlsscUale. Daunecker war sein Mitschüler und 
Nebenbuhler. Von ihm Büste Friedrich Eugens (Schloss Stuttgart), Theseus und 
Ariadne (ebenda). Schlafende Venus (Cassel), Büste Keplers Reliefbildniss Schillers, 
Ganymed, Hebe, Paetus und Arria, etc. Civilverdienst-Ord. 

Scheffel, Johaun Heinrich, Maler, geb. 1691 in Poramorn, f 1781, thätig in 
Stockholm. Er malte Bildnisse iu der Art Denners. 

Scheflfer, — Arie, (Ary), Maler, geb. 10. Febr. 1795 in Dordtrecht, f 15. Juni 
1858 in Argenteuil bei Paris, Schüler seines Vaters Johann Baptist S., dann von 
P. Guerin an der Ecole des beaux-arts. 1829 studirte er auf einer Reise durch 
die Niederlande R. van Rijn und änderte seinen Stil in Folge dessen merklieh. Er 
hat auch England besucht. Er war warmer Vertreter der orleanistischen Interessei. 
und wurde 1826 Lehrer der Kinder Louis Philippes; 1848 führte er ein Bataillon 
der Nationalgarde. S. einst sehr geschätzt, wurde eins der Häupter der roman- 
tischen Slhule. Er empfindet schön und hat dichterische Phantasie, doch ist sein 
Können gering und von Stimmung, die in der heutigen Malerei eine so grosse Rolle 
spielt, weiss er nichts. Infolge seiner Freigebigkeit hat er keine Reichthüm er erspart. 
Aus Liebe zu seiner Mutter hat er ihr Grabmal eigenhändig in Marmor ausgeführt. 
Er malte erst Genrebilderj dann Illustrationen zu Dichterwerken, zuletzt Historien; 
für Versailles schuf er geschichtliche Scenen, auch seine Bildnisse werden geschätzt. 
Werke von ihm in den Mus, und Gal. zu Amsterdam (Mus. Fodor), Berlin (Gal. 
Raczynski), Blois (Gal. Chambert), Königsberg, Lille, London (auch Nat. Portr, Gal. 
und Wallace Mus.) Marseille, Montpellier, Nantes, Paris, Rotterdam, Versailles, etc., 
in S. Thomas und der Hl. Franz von Assisie Kirche zu Paris, etc. S, hat auch un- 
gefähr 20 Blatt auf Stein und Kupfer gebracht, Leopolds-Ord., Kr. der Ehrenleg 
1828, Offizierskreuz 1835; Med. 1817. S. Leben etc. von J. Canonge (1858), A. Etex 
(Paris 1859), Mrs. Grote, Hofstede de Groot (B elefeld 1870), Gh. Lenormant 
(Paris 1859). 

Scheffer, Arnold, Maler, geb. vor 1845 in Paris, Schüler seines Vaters 
Henry S. und von Picot. Von ihm Begräbniss des ermordeten Herzogs von Guise 
(1868 Mus Besancon), Heinrich III. empfängt eine Gesandtschaft (1868), Bildnisse, etc. 

Schefifer, Cornelia, geb. Lamme Malerin, geb. vor 1803 in Dordtrecht, f 
1839 in Paris, Tochter und Schülerin (?) des Arie Lamme, Gemahlin des Johann 
B, S. Durch ihre Charaktereigenschaften errang sie die grösste Achtung, Mehr denn 
als Künstlerin ist sie- als Mutter Ary und Henry S,'s bekannt geworden. 

Scheffer, Hendrik, (Henry), Maler, geb. '27. (25. V) Sept. 1798 im Haag, f 
15. März 1862 in Paris, Schüler von Guerin und der Ecole des beaux-arts, Sohn 
des Johann B. S. Von ihm Charlotte Corday (Mus. Luxembourg), Schlacht bei 
Cassel (1837 Mus. Versailles), Raths Versammlung im Schloss von Champlatreux u. A, 
(ebenda), Bildniss von M. Collot (Mus. Montpellier), Christus (Kirche St, Rochus). 
Andere in den Mus. zu Amiens, Königsberg, Rotterdam, etc. Med. 2. Kl, 1824, 1. Kl. 
1881 und 1855, Kr. d. Ehrenleg 1837. S. Leben von G. d'Heilly. 

Soheffer, Jean Gabriel, Maler und Lithograph, geb 1797 in Genf, f nach 
1845, Schüler von RegnauU. Von ihm Der barmherzige Samariter (1822), Die Ab- 



Scheffer — Scheins. 189 

fahrt des Gastes (1846), Bildnisse etc. Ö. hat mehr als 100 Lithographien veröffent- 
licht, darunter „Was man denkt und was man sagt", Der hinkende Teufel in 

'Scheffer, Johann Baptist, Maler, geh. 1773 (?) in Mannheim, f 1809 in 
Amsterdam, Schüler von Tischbein. Er ging früh nach Dordtrecht, heirathete 
Cornelia S. und wurde Vater von A ry und Henry S. Er malte Geschichtsbilder, z. B. 
Admiral J. S. de Rijk im Kerker, besonders aber Bildnisse, von denen 5 in die 
Darmstädter Galerie gelangten. Von ihm ferner Kg. Louis Napoleon, Interieur 
(Mus. Rotterdam), etc. 

Scheffer, Robert, Maler, geb. 6. Mai 1859 in Wien, Schüler der Wiener 
Akademie und der Kunstschule in Karlsruhe, thätig in letzterer Stadt. Von ihm Früh 
übt sich, Weils mi' freut, Unliebsame Ueber raschung. — Ein Paul S. aus Deutsch- 
land soll 1560 Bilder für S. Scverino in Neapel gemalt haben. 

Scheffer von Leonhardshoff, Johann Evangelist, Ritter, Maler, geb. 30. 0-t. 
1795 in Wien, f 12. Juni 1822 das., Schule, der dortigen Akademie und von 
Kreithner, weitergebildet auf Kosten der Fürstin Salm-Reifferscheidt in Italien 
(1815 und 1817).; 1820 ging er zum dritten Mal nach Rom, wo er mit Overbeck be- 
freundet wurde. Von ihm Sa. Caecilia von Engeln beweint (Mus. Wien), Pio VII., 
Sa. Caecilia spielend, etc. Auch viele Zeichnungen, zwei Radierungen und vier Stein- 
drucke. Christus- Ord. 

Scheffers, N,, Maler des 17. Jahrhunderts, geb. in Utrecht. Er kam nach 
England, wo es ihm schiecht ging, bis er Beschäftigung unter Verrio fand. 

Scheffler, Felix Auton, Maler, geb. 29. Aug. 1701 in Bayern, f 10. Jan. 1760 
in Prag, wo er k. k. Hofmaler wurde. Von ihm Der Heiland am Kreuz, S. Joseph 
(Stadtkirche, Reichenberg), etc. 

Schega, Franz Andreas, Maler, Kupferstecher und Stempelschneider, geb. 1710 
in Neustädtl (Krain, n. A. 16. Dec. 1711 in Rudolpbswerth), f 6. l>ec- 1787 in München, 
Sohn eines Büchsenmachers, in dessen Fach er selbst als (jraveur thätig war. Dann 
stach er, malte Pastellbildnisse und fing in Wachs zu bossiren an. Durch das bossirte 
Bildniss Churf. Karl Alberts von Bayern wurde er Hofmedailleur. Von seinen Medaillen 
nennen wir 18 Witteisbacher Fürsten, Hofmaler Albrecht, eine Med. auf sich selbst, 
etc. Um 1780 erblindete er. 

Scheib, Christian Friedrlob, Maler, geb. 1737 in Worms, f 1810 in Hamburg, 
im Armenhaus, Schüler von C. Seekatz, weitergebildet auf einer Reise durch Frank- 
reich. Er Hess sich in Hamburg nieder und malte mit Vorliebe Lichteffekte Brand- 
scenen, etc. in Aquarell und Oel. Zwei derartige Bilder besitzt die Gal. zu Schwerin, 6 
Zeichnungen die Kunsthalle zu Hamburg. 

Scheid, s. Scheith. 

Seh eidlin,- Carl von, Maler, geb. 15. Nov. 1822 in Wien, Schüler von Ranftl, 
lebte später in Pressburg. Er war k. k. Rittmeister und malte Thiere und Stillleben. 

Scheidner, Heinrich, Holzschneider, geb. 5. April 1851 in Leipzig, thätig in 
München, wo er für die Fliegenden Blätter nach Harburger, Seitz, Vogel, etc. 
arbeitete. 

Scheindel, s. Scheyndel. 

Scheiner, Jakob, Maler, geb. 22. Febr. 1820 in Hof Sohlbach bei Siegen 
(Westphalen). Er war Autodidakt und liess sich in Deutz bei Köln nietler. Er malte 
Landschaften und Architekturen, hauptsächlich in Aqnarell, z. B. die grosse Rhein- 
brücke bei Duisburg, verschiedene Städte aus der Vogelschau nach eigener per- 
spektivischer Methode, Rheinlandschaften, etc. Kronen-Ord. 4. Kl. 

Soheinert, Karl Eniannel, Maler, geb. 12. Jan. 1791 in Dresden, f 20. Jan, 18GS 
in Meissen, Schüler der Dresdener Alcademie. Er malte erst Landschaften und 
Schlachten in Oel und Aquarell, trat dann zur Schmelzmalerei über und wurde 
Lehrer, 1848 Malervorsteher an der Meissener Manufaktur. Von ihm Fenster in der 
kgl. Weinbergskapelle bei Dresden, in der Kirche zu Rüdigsdorf bei Altenburg, in 
der Kirche zu Oschatz (nach J. Hühner), in der Dominikanerkirche zu Krakau 
(ebenso), etc. — Auch seine Gattin war Glasmalerin. 

Scheinhütte, Michael Hubert Aloys Joseph, Maler und Lithograph, geb. 1796 
in Köln a./Rh., f 8. Sept. 1836. Er malte Miniaturbildnisse und schuf Steindrucke 
für die Buchillustration. 

Scheins, Karl Ludwig, Maler, geb. 5. Sept. 1808 in Aachen, f 23. Oct. 1879 
in Düsseldorf, Schüler der dortigen Akademie unter Schirm er. Er malte meist 



190 Scheith — Schellinks. 

trübe, schwere Landschaften, z. B. Staffirte Winterlandschaft (Gal. Düsseldorf), desgl. 
(Mus. Leipzig), Tannen im Schwarzwald, etc. 

Scheith, (Seheitt, Scheid), Johann B., Maler des 18. Jahrhunderts, f 20 April 
175i) in Graz, wo er seit 1745 Mitglied der Gilde war. Von ihm Freskencyclus 
(Maria Trostkirche in Graz), Altarbilder, Vedutenzeichnungen, etc. 

Scheits, (Schentz), Andi'eas, Maler und Radierer, geb. um 1665, f "ni 1690 in 
Hannover, Schüler seines Vaters Matthias S. Er wurde Hofmaler in Hannover. 
Von ihm Bildniss des Leibuiz (Gal. Braunschweig), etc. Er radierte über ein Dutzend 
Blatt, die meisten nach der Zeichnung seines Vaters. 

Scheits, (Schentz), Matthias, Maler und Radierer, geb. vor 1640 in Hamburg, 
t um 1700 das., gebildet auf Reisen in den Niederlanden an R. van Rijn und 
van D y c k. Er malte Gesellschaftsbilder. Er illustrirte die sogen. Sternsche 
Bibel (Lüneburg 1672). Von ihm Rebekka und Eliezer und 5 A.; auch viele Zeich- 
nungen (Kunstballe Hamburg), Bauernessen (Gal. Aschaffenburg), Schlachtenbild u. A. 
(Gal. Schwerin), desgl. (Göttingen, Universitäts- Sammlung), Bildniss (Gal. Cassel), etc. 
Seine 14 Radierungen, darunter Die Jahreszeiten, Der Violinspieler, Das Bauernpaar, 
Der Tod und der Reissigsammler, sind sehr selten, 

Scheiwl, Josef, Maler und Zeichner, geb. 1833 in Königgrätz, thätig in Prag. 
Er zeichnete unter A. biblische Scenen. 

Schel, Sebastian, Maler des 16. Jahrhunderts, f 1554, in der Schule Dürers 
gebildet. Er war in Innsbruck thätig und decorirte den Paradiessaal im Schloss das.; 
auch ein Altarbild in einer dortigen Kirche von ihm. 

Scheiber, s. Schelver. 

Scheide, Lieven van der, Maler des 16. Jahrhunderts, thätig um 1580 in Gent. 
Er malte Miniaturen sowie Decorationen zu Festzügen, etc. z. Th. unter Lucas de 
Heere. 

Schelfhont, Andreas, Maler, geb, 16. Febr. 1787 im Haag, t 19- April 1870 
das., Schüler von Breckenheijmes, wurde in der Folge ein sehr geschätzter Land- 
schaftler. Er malte Holländische Landstriche im Winter und Sommer. Werke von 
ihm in den Gal. zu Amsterdam (auch Smlg. Fodor), Berlin (Raczynski Smlg.), Gent, 
Haarlem, Hamburg, Königsberg, München (Neue Pinak.), Rotterdam, St. Petersburg, 
Stuttgart, Weimar, etc. Med. in Antwerpen, Brüssel, Gent und im Haag ; Mitgl. der 
Akademien dieser Städte; Leopold-Ord. 1845, Löwen-Ord.*1839. 

Schellbach, Karl, Maler, geb. 27. Febr. 1850 in Berlin, studirte 1868—70 an 
aer Berliner Akademie, 1873—76 in Weimar unter Gussow und Brendel, Hess sich 
in Berlin nieder und malte Bildnisse und Genrescenen. 

Schellenherg, Johann Rudolph, Maler, Zeichner und Radierer, geb. 1740 in 
Basel (?), t 1806 in Töss bei Winterthur, Schüler seines Grossvaters Rud. Huber, 
Sohn des Johann U. S. Er schuf eine Smlg. von über 2000 entomologischen Zeichnungen, 
die an den Churfürsten Theodor von Pfalzbayern kamen, Früchte und Blumen in 
Aquarell. Illustrationen zu naturgeschichtlichen Werken, auch Bildnisse, Genrebilder 
und Landschaften. Von ihm ferner eine illustrirte biblische Geschichte (1775), 
Freund Heins Erscheinungen (1785), Radierungen nach Chodowiecki, Graff uod eigener 
Zeichnung; endlich auch Gedichte. 

Schellenherg, Johann Ulrich, Maler, geb. 1709 in Winterthur, f 1770 das., 
Schüler von Huber in Bern. Er leitete eine Zeichenschule in Winterthur und schuf 
Bildnisse, sowie Landschaften. 

Schellenberger, Johann Jacob, Kupferstecher des 17. Jahrhunderts, t nach 
1678. Er war in Deutschland thätig und stach u. A. Platten für Prioratos „Kaiser 
Leopold". 

Schelling, Henrx, Maler des 15. Jahrhunderts, der 1455 als „Figurenmaler" 
in Löwen erwähnt wird. 

Schellinks, (Schellincks), Daniel, Maler, geb. 1638 (?) in Amsterdam, f 1701, 
Bruder des Willem S. Er malte Landschaften, Marinen, etc. Schöne Zeichnungen 
von ihm besitzt die Albertina in Wien. 

Schellinks, (Schellincks), Willem, Maler, geb. 2. Febr. 1627 in Amsterdam, 
t im Oct. 1678 das., gebildet auf Reisen durch Italien, Mitteleuropa und England, 
während derer er auch interessante Aufzeichnungen niederschrieb. Er malte Land- 
schaften, Marinen, etc., z. B. Abfahrt Karl II. von der holländischen Küste, Die 
brennende englische Flotte im Medway (Smlg. Six, Amsterdam); Andere in deh GaJ. 
zu Augsburg, Frankfurt a. M., Kopenhagen und St. Petersburg, auch Figuren in 
Bilder von Heusch und Wijnants. 



Scheltema — Schepp. 191 

Schelteina, Taco d. Ae., Maler, geb. 1760 in Harlingen, f 7. Sept. 1837, 
studirte in Düsseldorf, bildete sich besonders an Van Dyck, war eine Zeit lang in 
Sachsen, dann in Amsterdam und Rotterdam thätig. Er malte Bildnisse und Landschaften. 

Scheltema, Taco d. J., Maler, geb. 2. April 1831 in Arnheim, f 14. Oct. 1867 
im Haag, Schüler des J. E. J. van den Berg. Er malte geschichtliche Genrebilder, 
etc. Von ihm besitzt das Mus. Amsterdam Der Kupferstichliebhaber. 

Schelver, August Franz, Maler, geb. 1805 in Osnabrück, f 1844 in München, 
Schüler von Neelmeyer, auch in München gebildet. Er war dort, sowie in der 
Heimath thätig und malte Jagdscenen, Schlachtenbilder, Pferdemärkte, etc., z. B. 
Schlacht von Hanau (1835 Königsberg, Mus.), Fuhrwagen auf einer Bergstrasse 
(München, Neue Pinak.), A. in Hannover, St. Petersburg, etc. 

Sohenak, Matthias, Baumeister, geb. 1650 (?), f 20. Juni 1720 in Prag, wo 
er thätig war. 

Schenan, Johann Eleazar, s. Zeisig. 

Schenck, August Friedricji Albrecht, Maler, geb. 23. April 1828 in Glückstadt 
(Holstein), Schüler von L. Cogniet und der Ecole des beaux-arts nachdem er schon 
in England und Portugal für sich gezeichnet hatte. Er Hess sich in Ecouen bei 
Paris nieder und malte besonders Thiere, z. B. Das Erwachen der Schafherde (1865 
Mus. Bordeaux), Polnische Bauern von Wölfen überfallen (1861), Einnerungen aus 
der Auvergne (1881), etc. Med. 1865, Philadelphia 1876; Portugies. Christus-Ord., etc. 

Schenck, Edwin, Maler, geb. 1845 in Columbus (Ohio, U. S. A.), Schüler der 
Kunstschule in Baltimore und der Akad. Julian in Paris. Er Hess sich in Baltimore 
nieder und malte Genrebilder. 

Schenck, (Schenk), Peter. Kupferstecher, geb. 1645 in Elberfeld, f um 1715 
in Amsterdam, wo er studirt hat, tinter A. auch bei G. Valck, mit dem er sich 
J.683/4 geschäftlich verband. August IL von Sachsen ernannte ihn zum Hofkupferstecher. 
Er arbeitete zahllose, selten über das Mittelmässige steigende Schabkiinstblätter, und 
hat auch noch viele verlegt, die wohl nur unter seiner Aufsicht entstanden sind. 
Ferner machte er Versuche im Farbendruck, indem er alte, schon vorhandene Platten 
einmalen Hess. Obwohl selbst Schabkünstler, benutzte er hierzu seltsamerweise meist 
gestochene Platten. Es sind meist Blumen- und Vögelstücke. — Auch sein gleich- 
namiger Sohn war Kupferstecher. 

Schendel, Bernard, Maler, geb. 1634 in Haarlem, f um 1693, Schüler von 
H. Mommers. Er malte Gesellschaftsstücke, Volksfeste, ete. 

Schendel, Pieter yan, Maler, geb. 21. April 1806 in Ter Heijden (Nor4- 
brabant), f 28. Dez. 1870 in Brüssel, Schüler der Antwerpener Akad. unter van 
B r e e. Er lebte nacheinander in Amsterdam, Rotterdam, Haag und seit 1845 in 
Brüssel. Er malte besonders Marktscenen mit Lichteffekten, auch andere Genrebilder, 
einige Historien und Bildoisse. Gemälde von ihm in den Gal. zu Amsterdam, Berlin 
(Nat.-Gal.), Haag, Hamburg, Hannover, Leipzig, München, Stuttgart, etc. Med. Amster- 
dam, Paris 1844, 1847, Brüssel 1845; Mitgl. der Amsterd. Akad. 

Schendeler, Johannes, Baumeister des 14. Jhdts. 1314 (?) begann er die 
Wiesenkirche in Soest, Westphalen. 

Schenk; C. Wilhelm, Kupferstecher, geb. 1780 in Leipzig, f 1827 in Braun- 
schwtig, Schüler der Leipziger Akademie (1802—4), kam später nach Braunschweig. 
Er stach kleine Bildnisse und Buchillustrationen auf Stahl ; auch eine Copie von 
L. da Vincis Abendmahl, 12 Propheten und Sibyllen nach Buonarotti, etc. 

Schenk, Simon Peter, s. Tillemans. 

Schenkel, Heinrich, Holzschneider, geb. 1856 in Zürich, Schüler des 1. stit. 
Bachmann das. Er erhielt Anstellung an der St. Petersburger Staatsdruckerei. Von 
ihm Juninacht in Finnland (H. in Farben, nach A. Benois); A. nach Horschelt, Repin, etc. 

Schenker, Jacques Matthias, Maler; geb. 24. Febr. 1854 in Luzern, bildete sich 
in Düsseldorf unter A. Flamm und in Weimar unter Tb. Hagen; 1874 Hess er 
sich in Dresden nieder. Er malte Landschaften, z. B. Ebbe bei Dieppe (1881 Gal. 
Dresden), Frühlingslandschaft (1889 das.), Vorfrühling am Teich, etc. Auch ein 
Bild in der Gal. St. Galleu. 

Schenker, S. Nikolaus, Kupferstecher, geb. um 1760 in Genf, f nach 1822, 
studirte 1779 in Paris, wo er sich 1786 selbständig machte. Von ihm Madonna di 
Foligno (1816 nach R. Santi), Wieland (1822 nach Kügelgen), Henri IV., etc. 

Schepp, Auguste, Malerin, geb. 1850 in Wiesbaden, studirte in München, 
Düsseldorf und Berlin. Sie Hess sich in Kassel nieder und malte Genrebilder, «. B, 
Im Atelier. Med. London 1874. 



192 Schepp — Sohertle. 

Schepp, Johann Heinrich, Münzgraveur des 18. Jahrhunderts, geb. in Nassau» 
DieU.t 1773 in Frankfurt a. M. 1750—60 war er Siegelstecher und Münzgraveur 
des Landgrafen Wilhelm VIII. von Hessen-Cassel und zog dann nach Frankfurt a. M. 
— Ein Georg Lndwig S. war in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts als Münz- 
graveur in Cassel und Hanau tbätig. 

Scheppere, Lonis Benoit Ferdinand, Kupferstecher, geb. 1748 in Renaix (?), 
f um 1811, Schüler von S. Legros. Er hat u. A. drei kleine Landschaften radiert. 

Scherenherg, Hans, Maler, geb. 1865 (?), f l'SBQ in Gross -Lichterfelde. Er 
malte Bildnisse. 

Scherenberg, Hermann, geb. 20. Jan. 1826 in Swinemünde, f 21. Aug. 1897 
in Gross -Lichterfelde bei Berlin, Schüler der Berliner Akademie und 1845 von 
Ph. Hildebrandt in Düsseldorf, auch in Antwerpen, 1854 endlich unter Couture 
in Paris weitergebildet. Er malte in der Heimath, dann in den russischen Ostsee- 
provinzen und liess sich endlich in Berlin nieder. Seit 1860 zeichnete er erst für 
die Leipziger lllustrirte Zeitung, Ton 1872 an auch für die Zeitschrift' Ulk. Von 
ihm Schwestern am Sterbebett der Mutter (Gal. Schwerin). 

Seherer, Alois, Maler, geb. 1818 in Aretsried (Schwaben), t 28. Mai 1887. 
1835 kam er nach München, malte erst Genrebilder, trat dann aber zur Glasmalerei 
über wie sein Bruder Joseph S. Von ihm Christnacht (1843 nach Hess), Die Nonne 
(1844 nach Hoyol), etc. 

Scherer, Giorgio, Maler, geb. 1830 in Parma, Schüler von F. Scaramuzza,. 
in Rom weitergebildet. Von ihm Der König von Sidon (Gal. Parma), Alcibiades 
u. A. (ebenda), etc. 

Scheter, Johann Jakob, Baumeister, Stuccateur und Maler, geb. 1676 in 
Schaffhausen, f 1746 das.. Er war meist Autodidakt. Von ihm Das Rathhaus in 
Z&rich, Das Regierungsgebäude in Schaffhausen, Kloster in Solothurn, etc. 

Scherer, Joseph, Glasmale geb. 1. Nov. 1814 in Aretsried bei Dinkel- 
scherben (Schwaben), f 25. März 1891 in Ettelried bei Dinkelscherben, studirte 1829 
in Augsburg, 1832 in München, 1834 die Glastaalerei unter Vörtel, 1842 besuchte 
er Athen, Constantinopel und Italien. Dann liess er sich in München nieder. Von 
ihm einige Historien in Oel för Augsburg und Föhrenbach; die Glasgemälde, Vier 
Fenster für die Stiftskirche' ia Stuttgart, (1847 nach Neher) ; A. für Kirchen iu 
Amsterdam, Aretsried, Bonn (Spital), Buffallo (N. Y., U. S. A.), Heidelberg, I-andshut, 
München (Frauenk., Petersk.), New- York, Passau, Rottenburg, Salzburg, Worms, - 
Vieles davon gemeinschaftlich mit Alois S. und Leo S. 

Scherer, Leo, Maler, geb. 1830, f 1876, Bruder des Joseph S., den er bei 
semen Glasmalereien unterstützte. 

Scherm, Lorenz, Kupferstecher, geb. um 1690 in den Rheinlanden, f nach 
1734. Er war seit 1720 in Amsterüam thätig, stach Architekturen, Maschinen, auch 
Landschaften, etc., endlich vermuthlich eine Folge von römischen Gebäuden. 

Schermanl, Jenny, Malerin, geb. 1828 in Liblin bei Kraklowitz, tbätig in 
Prag. Sie malte Blumen, 

Schermerhofn, C. E., Baumeister, geb. im März 1872 in Philadelphia (U. S. A.), 
thätig das. Er bereiste Europa und lieferte u. A. Zeichnungen nach dortigen Bau- 
denkmälern. 

Schermier} Cornelis, Maler des 16. Jah-hunderts, thätig in Brüssel, wo er in 
Ste. Gudule beschäftigt war. 

Scherpe, Johann^ Bildhauer, geb. 18. Dec. 1855 in Wien, Schüler der Wiener 
Akademie bei Kundmann. 

Scherres, Carl, Maler^ geb. 31. März 1833 in Königsberg, studirte an der 
dortigen Akademie und unter Behrendsen, bereiste die Schweiz, Oberitalien und 
den Rhein und liess sich 1858—66 in Danzig, 1867 in Berlin nieder. Er wurde 
Professor und Lehrer an der Künstlerinnenschule und malte Laudschaften, z. B. Ost- 
preussische Landschaft (Mus. Königsberg), Ueberschwemmung in Ostpreussen (1876 
Nat.-Gal. Berlin), Grosse Landschaft (Artushof in Danzig), Das erste Eis bei 
Baureif, etc, 

SchertI, Joseph, Maler, geb. 10. Jan. 1810 in Augsburg, f 8. März 1869 in 
München, Schüler eines Lithographen in Augsburg, von 1832 ab von Fohr und 
Morgenstern in München. Er malte Landschaften aus der Umgegend von München, 




Scheltky — Scheuren. 193 

staengl, mit dem er in Dresden das Galeriewerk lithographirte. Darauf litho- 
graphirte er Gemälde sowie Bildnisse nach dem Lehen in St. Petershurg und Warschau, 
Hess sich in München nieder und war dann Jahre lang in Frankfurt a. M. thätig. 
Von ihm Einzelhlätter nach Heinemann, Reni, R. Santi, P. Veit, Zampieri, etc. 

Schetky, Johu Alexander, Maler, geb. 1785 in Edinburg, f 1824 nahe Cape 
Coast Castle an der afrikanischen Küste, Autodidakt, Bruder des J. Christian S. Er 
war Arzt von Profession, machte den Krieg in Spanien mit und schickte von dort 
geschätzte Landschaftszeichnungen nach der Heimath. Später widmete er sich ana- 
tomischen Zeichnungen und starb als Inspektor der Hospitäler an der afrikanischen 
Küste. 

Schetky, John Christian, Maler, geb. 11. Aug. 1778 in Edinburg, f 29. Jan. 1874, 
Schüler von Nasmyth. 1801 besuchte er Paris, dann zu Fuss die Schweiz und Rom. 
Zurückgekehrt, lebte er 6 Jahre in Oxford, zwei als Zeichenlehrer in GreatMarlow; 
im Kriegsjahr 1810 besuchte er Portugal, 1821 Irland, 1861 Lissabon. Er war Hof- 
maler verschiedener Mitglieder des Englischen Herrscherhauses und malte meist 
Marinen in Oel und W^asserfarben, von denen die Nat.-Gal. zu London Untergang 
des Royal George vor Spithead 1782 (um 1840 gemalt) besitzt. In verschiedenen 
Militär- und Marine-Schulen war er 47 Jahre lang Zeichenlehrer gewesen. 

Scheu, Heinrich, Holzschneider, geb. 19. Oct. 1845 in Wien, Schüler von 
Hecht. Er war in Zürich thätig. Sein Hauptwerk ist das grosse socialdemokra- 
tische Blatt „The Triumph of Labour" nach W. Crane. 

Sclieubel, Johann Joseph d. Ae., Maler, geb. um 1675 in Regensburg, f 1778, 
wurde 1712 fürstbischöflicher Hofmaler und kam auf Kosten seines Gönners 1716 — 8 
nach Venedig. Von ihm Steinigung des Hl. Stephau (Stephanskirche, Bamberg), 
Kreuzabnahme u. A. (das.), Altar (Jakobskirche das.), Deckengemälde (Gangolfs- 
kirche das.). 

Scheubel, Johann Joseph d. J., Maler, geb. um 1720 in Bamberg, t 1783, 
Schüler des G. Desmarees, Sohn des J. J. S. d. Ae., kam 1763 — 6 auf fürst- 
bischöfliche Kosten nach Frankreich und Italien (Venedig), wurde, zurückgekehrt, 
1767 Hofmaler und 1776 — 7 nochmals nach Paris geschickt. Hier malte er vier 
Fresken (Allegorien) im Hotel de Ville und eignete sich kecken Vortrag, sowie 
frisches Colorit an. Nach seiner Rückkehr malte er dort, in Ebrach und in Vier- 
zehnheiligen. 

Schenchzer, Wilhelm, Maler und Lithograph, geb. 1803 in Zürich, f 29. März 
1866 in München, Schüler von H. Maurer. Er bereiste die Schweiz und 1826 — 9 
für den Fürsten von Fürstenberg den Schwarzwald. Die Ergebnisse aquarellirte und 
lithographirte er dann in Karlsruhe. 1829 Hess er sich als Landschafts- nnd Archi- 
tekturmaler in München nieder. Von ihm Sechs encaustische W^andgemälde für 
Hohenschwangau, Insel Ufenau (,1861 Neue Pinak. München), Ariola-Kapelle (1832 
Hamburg), Eingang in das Vilsalpthal u. A. (St. Gallen), Im Fulscher Thal, (Zürich), 
Die alte Kapelle bei Taufers (1858), Aus dem Oberinnthal (1859), Sensenschmiede 
im Allgäu (1860), Aquarellcopien nach Rottmann, etc. 

Scheuen-, Philipp Otto, Maler, geb. 8. Oct. 1865 in Frankfurt a. M., Schülei- 
des Städel'schen Instituts das., unter Hasselhorst und Ritter. Die Kirchen zu 
Dreieichenhain, Oestrich und Sprendlingen besitzen Historien von ihm. Sonst malte 
er Landschaften, Bildnisse, Genrebilder und war auch als Restaurator thätig, 

Scheuermann, Ludwig Gustav Wilhelm, Maler, geb. 18. Oct. 1859 in Burg- 
hersdorp (Afrika), Schüler der Münchener Akademie (1879—84) unter Benczur, 
Löfftz und Straehubei dann der Akademie Julian in Paris. Er bereiste Italien 
und Nordafrrka. Er malte Genrebilder, Bildnisse, später Landschaften, und hat auch 
radiert sowie lithographirt. 

Scheufeie, (Scheufei, Schäuffel), Joseph Ignaz, Stempelschneider und \".ünz- 
graveur, geb. 1733 in Ahrenstein bei Passau, f 1790 in München. Er bereiste 1768 
die Schweiz und Italien und wurde darauf bayrischer Hofmedailleur. 

Scheuffelein, s. Schäufelein. 

Schenller, treorg, Maler, geb. um 1830 in Meissen, Schüler von K. Scheinert, 
thätig an der Glasmaleranstalt in Meissen. 

Scheuren, Kaspar Johann Nepomuk, Maler und Radierer, geh. 22. Aug. 1810 
in Aachen, f 12. Juui 1887 in Düsseldorf, Schüler seines Vaters und der Düsseldorfer 
Akademie unter Lessing und Schirm er. Er bereiste Holland Tirol und Italien. 
1855 wurde er Professor an der Akademie in Düsseldorf. Er malte poetische, für 
die Zeit bemerkenswerthe Landschaften, und schuf eine gros.se Anzahl recht reiz- 

AUgeineines Künstler-Lexicon. 5. Aufl. 4. Band. 13 



194 Scheurenberg — Schiavonotti. 

voller, leicht aquarellirter Titelblätter, Dedikationen, etc., endlich auch über 20 kleine 
Landschafts-Radierungen. Geiuälde von ihm in den Gal. zu Berlin (Raczynski, 
Kavent), Hamburg, Hannover, Köln a. Rh., Leipzig, München, Schwerin, Stettin, etc. 
Roth. Adler-Ord. 3. Kl., Falkeu-Ord. 2. Kl.; Schwedische Med. f. Kunst u. W. . 

Scheurenberg, Josef, Maler, geb. 7. Sept. 1846 in Düsseldorf, Schüler der 
Düsseldorfer Akademie unter Karl und W. Sohn, weitergebildet auf Reisen in den 
Niederlanden, Mitteldeutschland, Nord-Italien und Paris, liess sich in Berlin nieder. 
1879—81 war er Professor an der Casseler Akademie gewesen. Er malte 4 Wand- 
gemälde im Justizpalast zu Cassel, A. im Berliner Rathhause ; ferner von ihm Der 
Tag des Herrn (Nationalgalerie Berlin), Luthers Verlobung, viele Bildnisse, darunter 
Dr. E. Zeller, etc. Mitglied der Berliner Akademie; Gold. Med. Berlin, Bairischer 
Michaels-Orden. 

Scheurer, (Scheyher, Schayer)) Maler des 17. Jahrhunderts, begr. 14. Nov. 1620 
in Graz. Er betheiligte sich an der Errichtung einer Triumphpforte zur Krönung 
Ferdinands IL 

Scheuts, s. Scheits. 

ScheTenhuijsen, Antoon, Kupferstecher des 17. Jahrhunderts, thätig in Holland. 
Er stach eine Folge von 100 Bratt, Gewerbetreibende. 

Schey, Jean, Bildhauer, geb. 23. April 1791 in Paris, t 1843, Schüler von 
Lemot und Regnault und der Ecole des beaux-arts. Von ihm Hirsch (1839 Gips), 
Masaniello (1840 Gipsstatue), Kolossalbüste (Selbstbildniss). Med. 3. Kl. 1840. 

Scheyerer, Franz, Maler, geb. 1762 in Prag, f 1838 in "Wien. Von ihm be- 
sitzt das Rudolhuum zu Prag drei Landschaften. 
Schey£felin, s. Schaenfelin. 
Scheyher, s. Scheurer. 

Scheyndel, (Scheindel), Gillis (Aegidius) ran, Radierer, geb. um 1600 in 
Rotterdam, f um 1662. Er fertigte Landschaften, Blätter in Callots Geschmack, 
auch Eliniges nach W. Buytenweg, D. Hals, etc. Sein grosses und seltenes Blatt 
(4 Platten) Leichenzug des Prinzen von Nassau und Oranien zu Delft (1625) wurde 
sehr geschätzt. 

Schiafflno, ßernardo, Bildhauer, geb. 1678 in Camagli (Genua), f 1725, 
Schüler von A. M. Parodi, auch von D, Piola beeinflusst. Er mässigte den 
barocken Charakter der damaligen Plastik und wurde Direktor der Skulpturabtheilung 
der Akademie Ligustica Von ihm Altar (S. Agostino alla Consolazione, Genua), Sa. 
Eamiglia (Relief, Casa Piola das.), etc. 

Schiafflno, Francesco, Bildhauer, geb. 1689 in Camagli (Genua), t 1763 in Genua, 
Schüler seines Bruders BernardoS. und des C. Rus c o n i. Zurückgekehrt erhielt er viele 
Aufträge, auch vom König von Portugal für die h, Grabkirche in Jerusalem. Von ihm 
Madonna und Sa. Monika reit dem Hl. Augustin (Sa, Agostino alla Consolazione, 
Genua), Raub der Proserpina (Pal. Reale, das.), Sa. inna (Sa. Anna, das.), Richelieu 
(Rathhaus, das.). 

Schiaminossi, s. Scaminossi. 

Schiavone, gleichbedeutend mit Slavonier (Dnlmatier, lUyrier), gewöhnlich 
nur Beiname für Künstler, die unter ihrem richtigen Namen zu suchen sind, z. B. 
Andrea Me Idolla. 

ScMaTone^ Gregorio, Maler des 15. Jahrhunderts, geb. in Dalmatien, thätig 
1440-70 in Padua, Schüler des Squarcioue und 1441 Mitglied der Malerzunft in 
Padua. Von ihm Thronende Madonna (Mus. Berlin), Flügel zu vorhergehendem Bild 
(Padua, Sacristei der Canonici), Thronende Madonna mit Heiligen, und Madonna 
(Mus, Berlin), Madonna (Gal. Turin), S. Hieronimus, S. Alessius (Gal. Bergamo), etc. 
— Ein Luca S. war um 1450 in Mailand thätig und schuf besonders Stickereient- 
würfe für Geistliche Trachten. 

SchiaYOuetti, Lnigi, Kupferstecher, geb. 1. April 1765 in Bassano, f 7. Juni 
1810 in London, Schüler von G Golini, A. Orio und F. Bartolozzi. Er copirte 
für Testolini eine Platte des Bartolozzi täuschend, wurde von T. nach London ge- 
nommen und von Bartolozzi gefördert. Er arbeitete auch in Linien-, Schab- aber 
meist in Punktirmauier und hat es zu gutem Ausehen gebracht. Von ihm Blätter 
nach Benazech, Blake, Bosc, Boyle, Buonarotti, Cossin, v. Dyck, Loutherbourg, Pelle- 
grini, R. "- Üijü, Singleton, Stothard, Tischbein, Tresham, Westall, etc., auch für 
illusuict^ Werke. 

SchiaTonetti, Nlocolo, Kupferstecher, geb. 1771, f 23. April 1813, jüngerer 
■Sruder des Luigi S., tlem er oft bei Arbeiten half. Von ihm Jacob empfängt 



Schiavoni — Schickhard. 195 

Josephs blutiges Gewand (nach Barbieri), Madonna (nach Rubens); A. nach Hamilton, 
Lebrun, Pelegrini, Philips, R. v. Rijn, Singleton, etc. 

Schiavoni, Feiice, Maler, geb. 1803 in Triest, f 1868, Schüler seines Vaters 
Natale S., dem er nach Wien und Mailand folgte. Seit 1830 trat er als selb- 
ständiger Künstler in Venedig auf. Von ihm Raffaello und die Fornarina (Gal. Tosi, 
Venedig), Kreuzabnahme, Venus und Cupido (1832), etc. Gold. Med. vom Kaiser 
Nikolaus ; Mitglied der Akademie zu Venedig und Wien. — Seine Tochter Cai*o- 
llna S. malte Landschaften. — Seine Tochter Julia S. malte Historien und 
Bildnisse. 

SchiaToni, Giovanni, Maler, geb. 1804 in Triest, f 1848 (?), Sohn und Schüler 
des Natale S. Er malte Historien, Genrebilder und reich staffirte Architekturen; 
sein Moses schlägt Wasser aus dem Fels (1825) gelangte in die Wiener Mus. 

Schiavoni, Natale, Maler und Kupferstecher, geb. 25. April 1777 in Oiioggia, 
t 15. April 1858 in Venedig, Schüler von F. Maggiotto und R. Morghen. 1800 
—1810 war er in Triest, 1810 — 16 in Mailand, 1816—21 auf kaiserliche Einladung 
in Wien, von da ab wieder in Venedig thätig, wo er Akademieprofessor wurde. Von 
ihm Büssende Magdalene (Mus. Wien), desgl. (Nat.-Gal. Berlin), Bildniss des Marquis 
Manfredini ; A. in der Städelschen Gal. zu Frankfurt a. M., in S. Antonio zu Triest, 
in der Brera zu Mailand, in der Eremitage zu St. Petersburg, etc. Von seinen 
Stichen nennen wir Assunta (nach T. Vecellii. Grablegung fnach dems.j, Magdalena 
(Canova), etc. 

Schiavoni, Sehastiano, Bildschnitzer des 16. Jahrhunderts, dem die Holzreliefs 
am Chorgestühl der Markuskirche in Venedig (1536) zugeschrieben werden. 

Schick, Gottlieb, Maler, geb. 15. Aug. 1779 in Stuttgart, f 11. April 1812 das., 
Schüler von Hetsch, Dannecker, dann David in Paris. 1802 kehrte er nach 
Stuttgart zurück und ging mit Pension nach Rom. Doi't gelangte er zu grossem 
Ruhm, sodass ihm eine italienisch-französische Künstlerdeputation 1809 den Preis und 
die Krone überreichte, zog sich jedoch durch seine Caricaturen solche Feindschaft zu, 
dass er 1811 Rom wieder ,verliess. Seine hochtrabende Kunst hat sich bald überlebt. 
Von ihm Eva am Wasser (Mus. Köln a. Rh.), David vor Saul (1803 Gal. Stuttgart), 
Apollo unter den Hirten (1809 das.), Bildniss Dannecker u. A. (das,), Noahs Dank- 
opfer (Schloss das.), etc. 

Schick, Karl Friedrich, geb. 17. April 1826 in Hilpertsau (Baden), f 26. Juni 
1875 in Tretenhof, Schüler der Düsseldorfer Akademie, auch in Italien gebildet Von 
ihm Kinder bei einem todten Gefährten (Kunsthalle, Karlsruhe), Susanne im Bade 
(Gal. Dresden), Loreley etc. 

Schick, Rnddlf, Maler unseres Jahrhunderts, f 26. Febr. 1887 in Berlin, in 
Italien gebildet. Von ihm Rückkehr aus dem Gebirge, Quelleinsamkeit, Aus den 
Marmorbrüchen von Carrara, Hirtenknabe und Amor, etc. 

Schickedauz, Albert, Baumeister und Maler, geb. 1846 in Biala, Schüler des 
Polytechuicums in Karlsruhe, des Baumeisters Tietz in Wien, dann von Szkalnitzky 
in Budapest. Dort half er auch dem l^ic. Ybl beim Bau des Kgl. Opernhauses. 
Von ihm das Batthyanyi-Mausoleum, Die Entwürfe zu den Piedestalen der Denkmäler 
für Job. Aräny, Franz i)eak und zu dem Ofener Honved Monument ; ferner die 
Innendekoration des Prunksaales im Akademiepalast zu Budapest und kleinere Entwürfe 
für die Dome zu Gran, Erlau und Waitzen. Im Verein mit F. Herzog entwarf er 
die Hauptgebäude der historischen Gruppe der Milleuniumsaustellung und das neue 
AoRStellungsgebäude für bildende Künste. Mit dem Architekten Freund erhielt er 
Preise für die Entwürfe des ständigen Parlamentsgebäudes und des Kunstgewerbe- 
museums zu Budapest. 

Schickentanz, Haus, Baumeister des 16. Jahrhunderts, thätig seit 1494 u. A. 
an der Augustusbrücke in Dresden. 1514—17 war er an der Kreuzkirche, 1522 
an einem Gefängniss, 1580—37 am Georgenthor thätig. 

Schickhard, (Schickhart), Heinrich d. Ae., Bildhiuier des 16. Jahrhunderts, 
geb. in Siegen, f 1560, einer der besten Meister der Ulmer Schule. Von ihm das 
schöne CLorgestühl in der Stiftskirche zu Herrenberg und vielleicht die Reliefbildniss- 
figur des Grafen Heinrich v. Württemberg im Schloss Urach. 

Schickhard, (Schickhart), Heinrich d. J., Baumeister, geb. 1558 in Herren- 
berg, f 1684 das., Enkel des Heinrich S. d. Ae., Autodidakt; baute schon 1580 zwei 
Schlösser, 1590, 1593 am Lusthaus (jetzigem umgebauten Hoftheater) in Stuttgart 
für Herzog Ludwig. Er baute mehrere abgebrannte Ortschaften auf und legte Freu- 
denstadt neu an. 1598 besuchte er Italien, 1599 nochmals mit Herzog Friedrich. 



196 Schickhardt - Schiess. 

1599—1609 erbaute er den sogen. Neubau in Stuttgart (1757. ausgebrannt 1779 und 
1782 niedergerissen). Er wurde während der Plünderung von Herrenberg mit einem 
Beil tödtHch verletzt. 

Schickhardt, Karl, Maler, geb. 1866 io Esslingen. Er malte Landschaften. 

Schldone, (Schedone, Schedoni), Bartolommeo, Maler, geb. um 1580 (?1570?) 
in Modena, f 1615 in Parma, gebildet an den Werken Allegris und in der Schule 
dw €arracci. Er kam als Hofmaler des Herzoge Banuccio nach Parma. Seine 
Fresken wurden besonders gelobt und= galten einige seiner Werke die längste Zeit 
für Allegris; er malte meist Historien, war aber auch im Bildniss vortrefflich. Durch 
Spi'eisucht vergwidete er seine Zeit und soll in unmittelbarer Folge eines grossen 
Spielverlastes gestorben sein. Von ihm S. GrimigBano <Dom, Modena), Coriolan 
(Fresko, Pal. Pubblico, das.), S. Sebastian u. viele A. (Mus. Neapel); A. in den 
Sammlungen zu Darmstadt, Dresden, Florenz (Pitti u Uffizi), Genua (Pal. Pallavicini), 
Glasgow, London (Bridgewater-Gal.), Modena, .Paris, Parma, Rom (Gal. Borghese). 
St; Petersburg, Turin, Venedig, Wien, etc. 

Sehiebel, Jothann Gottlileh, Bildhauer, geb. 5. März 1775 in Niederjahna, 
t nach 179 , Schüler der Presdener Akademie. Er wurde 1793 Bossirer an der 
Meissener Manufaktur 

Sehiebel, Karl ChrlstiaD, Maler, geb. 2.2. April 1784 in Niederjahna, f 
25. Dec. 1838, Schüler der Dresdener Akademie, Bruder des Johann G. S. 1805 
trat er als Figurenmaler in die Meissener Manufaktur ein. 

Schiebung, Christian d. J. Maler, geh 2. März 1603 in Dresden, f 22. Febr. 
1663 das. Er war Oberhofmaler. Von ihm. Joh- Georg III. zu Pferd (1659 Kgl. 
Schloss, Dresden). 

Schleffer, Peter, Lithograph geb. 1811 (?), f 15. Dec. 1869 in Köln a.Rh. 
Er schuf Ansichten aus dem alten und neuen Köln. 

Schier, Franz» Maler, geb. 5. Juli 1852 in Neuwelt (Böhmen), Schüler der 
Kunstgewerbeschule in München. Er malte auf Glas und Porzellan nacTi A. v.d. Werff, 
Mieris, etc: auch Bildnisse auf Porzellan. 

Schierholz, Georg Friedrich, Bildhauer, geb. 27. April 1841 in Frankfurt a.M., 
t 3. Febr. 1894 das., studirte in seiner Vaterstadt unter Zwerger am Städel'schen 
Institut und in München unter W idamann. Von ihm Die Gruppe Poesie und 
Genius. (Opernhaus in Frankfurt a. M.), Statuen hr den Dom in Frankfurt a. M. 
das National-Mus. in München, den Concertsaal in Nauheim; die Büsten Schopenhauers, 
der Frau Scbröder-Hanfstängl, der Fürstin Yseoburg-Wächtersbach, Beethovens, etc. 

Schiertz, Angnst Ferdinand, Maler, geb. 1804 in Leipzig, f 10- Sept. 1878 
in Niedeifähre bei Meissen. Er war erst Kaufmann, dann Schauspieler, seit 1880 
etwa Maler und schuf Gem:ebilder in holländischem Geschmack, sowie Historien. 
Von. ihm Die Vergänglichkeit (Mus, Leipzig), Anbetung der Weisen (Kirche -zu 
Bösenstädt), Zinsgroschen und Pfingstfest (Kirche zu Podelwitz), etc. Er hat auch 
alte Gemälde i-estaurirt. 

Schiertz, Franz Wilhelm, Baumeister und Maler, geb. 1813 in Leipzig, Schüler 
von Da hl Bruder des August F. S. Er bereiste wiedernolt Skandinavien, einmal 
um für Friedrich Wilhelm IV. die Holzkirche zu Vang in Vaklers nach Warmbrunn 
in Schlesien zu transportiren, und liess sich 1851 in Bergen nieder, wo. er in Folge 
des Braud^s 1854, zur Baukunst übertrat. Dort schuf er die Börse, das Landesge- 
fängniss und das Rathhaus. . Von ihm auch Landschaften, Märinen Illustrationen 
zu Dahls Werk über Holzbauten, etc. 

Schies, Hermann, Bildhauei, geb.- 29. Juli 1836 in Eltville a. Rh., f lÖ. Febr. 
1899 in Wiesbaden, Schüler von E. Hopfgarten und Drak in Berlin. Er 
wurde Lehrer an der Bau- und Kuustgewerbeschule zu Wiesbaden. Von ihm 
Kriegerdenkmäler füjr Wiesbaden, Eisenach, Castrop u. a. Städte u. einzelne Figuren 
für viele Andere; Die Stärke, der Fleiss, die Gerechtigkeit und Mildthätigkeit 
(Rathhaus, Wiesbaden); A. für das Archivgebäude das.. F. Abt -Denkmal u. s. w. 
Med. Nassau 1Ö63 

Schleschneck, Ernst, Maler, geb. 1849 in Wien, thätig in Prag. Er malte Land- 
schaften und Ansichten. 

Schiesl, Ferdinand, Lithograph und Küferstecher^ geb. 1775 in München, f 
1820, Schüler von Mettenleiter. Er stach Vignetten für-die Buchillustration und. 
schuf Caricataren, Sprichwörter in Bildern, etc. 

Schiess, Traugott, Maler, geb. 1884 in Herisäu (Appenzell), Schüler von Steffen 
in München, wohin, «r 1854 kanu dann (1868 — ;59) -von Koller in Zürich, endlich von 



Schietzold — Schild. 197 

A. Böcklin beeinflusst. Er besuchte Köln, Antwerpen und inalte erst Gebirgs- 
aod Wald-, später Ideal-Landschaften. Von ihm In den Glarner Bergen u. A. (Mus. 
St. Gallen), Bei Murg am Wallensee (Gal. Zürich), Sommerabend, etc. Med. Bern 1857. 

Sehietsold, August Robert Kadolph, Maler, geb. 4. Juli 1842 in Dresden, 
SÜhäler der Dresdener Akademie und L. Richters, weitergebildet unter Einfluss 
Schleich.s und Liers, dann in Italien; Hess sich IS'JO in München nieder. Er malte 
Landschaften, z. B. Auf Capri (Gal. Dresden), Am Stamberger See (1877 ebenda), 

SehierelbeiD, Friedrich Hennann» Bildhauer, geb. 18.. Nov. 1817 in Berlin, 
t 6. Mai 1867 das., Schüler der Berliner Akademie und von L. Wichmann, in Russ- 
land und Italien weitergebildet. Zurückgekehrt wurde er- 1853 Mitglied, 1859 Professor 
an der Akademie. Von ihm Apostelgestalten (Kirche zu Helsingör), Untergang von 
Pompeji (Fries, Nat-Gal. Berlin), Athene (Schlossbrücke, das.), Oestliches Relief 
(Dirschauer Eisenbahnbrücke), Apostelstatuen (Katharinenkirche, Brandenburg), ,Die 
Frömmigkeit, Die Treue (Schloss, Berlin), Raffaello Santi (Akademie, Budapest), Ent-- 
würfe zu Denkmälern in Köln a, Rh., Königsberg, etc. 

SchieTelkamp, Hellmuth*. Bildhauer, geb. 15, April 1849 in Berlin, Schüler der 
Berliner Akademie. Von ihm u. A. Das Kaiser Friedrich -Denkmal in Wilmersdorf. 

Sehiffer, Anton, Maler, geb. 1811 in Graz, f 13. Juni 1876 in Wien, Schüler 
der Akademie das. Er malte Alpine Landschaften z. B. Der Schneeberg in Nieder- 
Oesterreich (Wiener Mus.), Der Grundelsee in Ober-Oesterreich (Gal. Harrach, Wien), 
Der HiDfeersee bei Berchtesgaden (1854), etc. 

Sehiffery Matthias, Maler, geb. 17*4 iü Puch bei Weiz (Steiermark), f 1827 in 
Graz. Er malte Fresken in vielen Kirchen und Profanbauten zu Regensbiirg (im 
Goldenen Kreuz), Straubing (im Posthaus), Bleiburg (Kärnthen), Marburg (Stelertoark), 
Graz und Cilli (Deutsche Kirche). Von ihm fetner zwei Kircheninterieur» (Gal. 
Schwerin), Hochaltar (1815 Kirche zu Pettau), desgl. (S. Rochus bei Rann), auch 
mythologische und Genre-Bilder. — Sein Sohn Josef S. malte u. A. die Theater in 
Klagenfurt und Brück a. d. M. 

Schiffinanu, Jost (Joseph), Maler, geb. 30. März 1822 in Luzern, f 11 Mai 1888 
in München, Schüler von Jac. Seh wegler und E. Gehrhardt in München, nadi- 
dem er inzwischen in der Päpstlichen Schweixergarde gedient hatte. 1870 liess er sich 
in Salzburg nieder, wo er bis 1881 Conservatör des Museums war. Von da ab lebte 
er wieder in München. Er malte Landschaften und Architekturen, z. ß; Im Tirol 
(Mus. St. Gallen), Ein altes Reichsstädtchen ara Rhein (1861), Erinnerung an den 
Wallerstädtersee (1858), etc. 

Schiffner, — , Maler und Radierer, geb. 1755 in Dresden, t 1795, Schüler von 
Zeisig. Er hat mehrere kleine Landschaften radiert. 

Schikaneder, Jakoh, Maler, geb. 16. August 1842 (a A. 1. März 1855) in 
Prag, Schüler der dortigen Akademie unter J. M. Trenkwald und J. Swerts, 
weitergebildet in Paris und auf Studienreisen in Deutschland. Er liess sich in Prag 
nieder und wurde dort Lenrer an der Kunstgewerbeschule. Von ihm Trübe Heimfahrt 
(Rudolfinum, Prag), Lollarden-Prozession, November, Märtyrerin etc. 

Schilbach, • J; Heinrich, Maler, geb. 1798 in BarchfeW, f 1851 in Darmstadt 
Schüler von primavesi das., in Italien (1823) weitergebildet. 1828 wurde er Hof- und 
Theatermaler in Darmstadt. Er malte Landschaften und Ansichtenj z. B. Castell 
Gandolfo (Mus.Darmstadi), Ansicht desCapitols in Rom (Thorwaldsen-Mus., Kopenhagen), 
Ansröbt des Forum Romanum (ebenda), Ansicht von Mainz;, etc. En hat auch, radiert. 

Schilcher Anton von, Maler^ geb: 1796 in Mindelheim, t 1828 auf Paros. 
Er war bayerischer Offizier, und kam. mit Gen. Heydegger nach Griechenland. Er 
malte und zeichnete militärische sowie ländliche Genrebilder. 

Schilcher, Friedrich, Maler, geb. 1811 in Wien, f 6. Mai 1881 das., Scüüler 
der Wiener Akademie, bereiste Ungarn, Siebenbürgen und die Wallachei. Von ihm 
Bacchantin (Wiener Mus.), Quos Egol, Drahtbinder aus dem Iremsier Comitat, etc., 
auch Bildnisse und Costümstücke. 

Schild, Charlotte Bebeeoa, verehel, Damiset, Medailleurin des vorigen Jahr- 
hunderts, geb. 1734 in Frankfurt a. M., Tochter und Schülerin des Christian 
L. S. Sie kam 1756 nach Hanau, dann nach Paris, wo sie auch starb. 

Schild, Christian Lebrecht, Steinschneider und Medailleur, seb. 1711 in 
Harburg (Schwaben), f 3. Oct. 1751 in Sachsenhausen ; er war als Jmie geboren, 
wurde 1731 reformirt und liess sieh 1733 in Frankfurt a. M. nieder. Von ihm 
Siegel des Churf. von Bayern, des Kaisers Karl VII. und Franz 1., Frankfurter Ge- 
dächtnissmedaille, etc. 



198 Schild — Schilling. 

Schild, Ferdinand; Maler, geb. 1861 in Heidenheim, Hess sich in München 
nieder. 

Schild, Johann Mathias, Maler, geb. 19. Sept. 1739 in Düsseldorf f 28. Nov. 
1775 in Bonn. Er wurde Hofmaler und schuf Bildnisse, namentlich aber Jagd- und 
Thierstücke. — Sein Sohn Bartholomäns Franz S., geb. 3. Nov. 1749 in Bonn, 
malte Blumen, Historien und Bildnisse. 

Schild, Maria Helena Florentlna, Malerin, geb. 3. Mai 1745 in Bonn, 
t 17. April 1827 das., Schülerin ihres Vaters Johanu M. S. und der Düsseldorfer 
Akademie. Sie wurde r^urfürstl. Kölnische Hofmalerin und schuf Historien. 

Schilder, s. v. wie Maler: Johann S. von Babinberg, s. Johann, Maler von 
Bamberg. 

Schildknecht, Ferdinand, Maler, geb. 1857 in Fürth, ihätig in seiner 
Vaterstadt. 

Schildknecht, Georg, Maler, geb. 30. April 1850 in Fürth bei Nürnberg, 
Schüler der Nürnberger Kunstschule unter Raupp, der Düsseldorfer Akademie 
und von .T, Röting. 1875—1881 war er Lehrer an der Leipziger Akademie, dann 
in München ansässig. Er malte Genrescenen, z. B. Die Gemeindesitzung, Die Kar- 
tenschlägerin, Unterschondorferin. 

Schilgen, Philipp Anton, Maler, geb. 1793 in Osnabrück, f 1857 das. 
(München?), Schüler von Cornelius in Düsseldorf und München. Von ihm Fest- 
stellung der Bayerischen Erbfolge (Wandbild in den Arkailen, München), Illustrationen 
zu Aeschylos (nach Schwauthalers Entwürfen, kgl. Schloss das.), Entführung der 
Helena (nach Cornelius' Carton, Neue Pinak. das)., etc. 

Schilking, Heinrich, Maler, geb. 25. Nov. 1815 in Warendorf (Westphalen), 
Schüler von Schirmer, Lessing und der Akademie zu Antwerpen; weitergebildet 
auf Reisen an der Nord- und Ost-See sowie in den Alpen. Er wutde Hofmaler des 
Grossherzogs von Oldenburg und Professor; S. malte Landschaften und Seestücke, 
für den Herzog von Braunschweig Jagd bei Blankenburg, etc. Von ihm auch 
Radierungen. Verdienstkreuz. 

Schill, Adolf, Baumeister und Aquarellmaler, gen. 14. Mai 1848 in Stuttgart, 
Schüler des dortigen Polytechnicums, von Leins und Gnauth, und von E. R. von 
Foerster in Wien, weitergebildet auf Reisen in Italien. 1880 wurde er Professor 
an der Düsseldorfer Akademie. Von ihm Das Bauwerk an der Düsseldorfer Rhein- 
brücke. Privatbauten, viele Aquarelle italienischer Kirchen, viele decorative Entwürfe, 
etc. Roth. Adler-Ord. IV. Kl., Kronen-Ord. III. Kl., Med. Chicago. 

Schiller, Franz Bernhard, Bildhauer, geb. 1815 in Ostritz (Lausitz), f 1872 (?) 
in Solabona bei Hamburg, Schüler von Gareis, Schwanthaler und Rietscliel. 
Er Hess sich in Hamburg nieder. Von ihm Statuen am neuen Altar (Lindeqbolz 
Katharinenkirche Hamburg), Hautrelief am Portal (Bank, das.), Bürgermeister Bartels 
(Marmorbüste), kleinere Metallarbeiten, Elfenbeinschnitzereien, etc. 

Schiller, Johann Felix von, Maler, geb. 1805 in Breslau, f 1852 in München, 
studirte von 1829 ab in München, nachdem er bereits Referendar geworden war. Von 
ihm Am Kochelsee (1839), Aus dem Öberinnthal (1842;, Burg Dürnstein, etc. 

Schilliuck, Emmerich, Bildhauer des 16. Jahrhunderts Von ihm gelangte ein 
Denkmal (schwarzer Marmor und Alabaster) mit den 4 Evangelisten, den theologischen 
Tugenden, Leben der Mariae, in den Louvre zu Paris. 

Schilling, Alexander, Maler, geb. 1859 in Chicago, Schüler von G. P. ColliB, 
meist aber Autodidakt. Er Hess sich in New-York nieder. Von ihm Heumarkt, 
Hochsommer an den Aux Piaines, Nach dem Regenschauer, etc. — Eine Clotilde S., 
geb. um 1855 ist in Dresden als Blumenmalerin thätig. 

Schilling, Getrg, Maler, geb. 1785 in Unterthingau (Schwaben), t 1839 das. 
Er malte mit Geschick Arabesken, z. B. an der Decke in den Rottmann-Arkaden zu 
München. Im Gonversationssaal der Residenz das. malte er z«hn Landschaften nach 
Rottmanns Aquarellen in Tempera. 

Schilling, Hans, Miniaturmaler und Kalligraph des 15. Jahrhunderts, thätig in 
Hagenau. Um 1459 schrieb er eine deutsche Reimbibel und schmückte sie mit 
513 kleinen und zwei ^'rösseren Bildern aus. 

Schilling, Johannes, Bildhauer, geb. 23. Juni 1828 in Mittweida, Schüler der 
Dresdener Akademie, von Rietschi, Hännel und von Drake au der Berliner 
Akademie, weitergebildet in Italien (1^54—6); 1868 wurde er Professor an der 
Dresdener Akademie. Von ihm Ueberlebensgrosse Giebelgruppe (Hoftheater. Dresden), 
Die Tageszeiten (4 Gruppen, Brühl'sche Terrasse das.), Niederländische und deutsche 



Schilperoort — Schinkel. 199 

Maler (B'ries, Vestibül, Neues Museum das.), Bietscheldenkmal (Terrasse, Dresden), 
Demianidenkmal (Görlitz), Schillerdenkmal in Wien, Kaiser Maxdenkmal (Triest), 
Niederwalddenkmal, Kriegerdenkmal in Hamburg, Bildaissbüsten, etc. Die Modelle 
seiner Werke befinden sich zu einem Schilling-Museum vereint in Dresden. Dr., Prof. 
Geh. Hofrath. 1882 Pour le merite Ord. — Ein Lorenz S. war im 17. Jahrhundert 
als Stempelschneider in Frankfurt a. M. thätig. 

Schilperoort, A. B., s. Meerten, A. B. Tan. 

Schilt, Abel, Maler, geb. 20. Sept. 1820 in Paris, Schüler seines Vaters 
Louis P. S. und von Roqueplan. Er malte auf Porzellan, z. B. Gespräch im 
Park (1859 nach Watteau). 

Schilt, Lonis Pierre, Maler und Lithograph, geb. 11. Sept. 1790 in Paris, 
t 13. Sept. 1859 in Sevres, Schüler von Constant, Lefevre und Jussieu am 
Museum. 1822 trat er in die Porzellan-Manufaktur von Sevres ein, wo er bis zu 
seinem Tode als Porzellanmaler thätig war. Von ihm Mediceische Vase (1839 Mus. 
Florenz), Service für den Churfürsten von Sachsen 1830, Tischplatte (1832, Palais, 
Potsdam), etc. S. veröffentlichte „Die Monate" (12 Lithographien), Blumen und Früchte 
(12 Blatt), etc. Kr. d. Ehrenl. 1850, 

Schimatschek, Anton, Maler, geb. 1845 in Hostin (Böhmen), thätig in Wien. 
Von ihm Am Dogenpalast in Venedig, Stillleben, etc. 

Schimmel, (Schimele), Johann Ludwig, Holzschneider und Briefmaler des 
17. Jahrhunderts, geb. und thätig in Frankfurt a. M., wo er 1611 Bürger -t\-urde. 
Von ihm u. Ä. zwei seltene Flugblätter auf eine Judenplünderung dort und die 
Krönung des Kaisers Matthias I. 

Schimon, Ferdinand, Maler, geb. 6. April 1797 in Budapest, f 29. Aug. 1852 
in München, war erst Sänger und Schauspieler, ehe er Bildnissmaler wurde. S. 
arbeitete auch an Cornelius' Loggien in der alten Pinakothek zu München und 
hat Mehreres lithographirt. Von ihm besitzt das Museum Bern Die besorgte 
Mutter (1844). 

Schimon, Max, Maler, geb. 1806 in Budapest, f nach 1879 (?), studirte in 
Budapest und München (1831—6), Bruder des Ferdinand S. Er malte Bildnisse und 
ungarische Volksscenen. 

Schindler, Albert, Maler, geb. 19. Aug. 1805 in Engelsberg (Schlesien), f 
3. Mai 1861 in Wien, Schüler der dortigen Akademie unter Fendi. Von ihm Kapu- 
ziner und sterbender Offizier (Wien, Mus.) Das Almosen, Letzte Pilgerfahrt, etc. 

Schindler, Emil Jakob, Maler, geb. 1842 in Wien, f 9- Aug. 1892 iaWestern- 
land a. Sylt, Schüler von A. Zimmermann in Wien, wo er sich auch niederliess. 
Später bildete er sich an den alten Niederländern, zuletzt an Theo. Rousseau 
weiter, und wurde einer der wenigen vorzüglichen Maler Wiens, dessen stimmungs- 
volle Landschaften hoch geschätzt wurden. Wir nennen z. B. Mondaufgang an der 
March, Lacroma, An der Teile bei Wien, Partie aus Haslau a. d. Donau, Aus Amster- 
dam, Das Tlwl des Friedens, Kartoffelernte, Waldstrasse, Mondaufgang, Eckernmühle 
bei iiallstatt, Friedhof in Dalmatien, etc. Er lieferte auch schöne Illustrationen, z. B. 
zu Zedlitz' Waldfräulen. Med. 2. Kl. München 1883; Berlin 1886. 

Schindler, Johann, Bildhauer, f 2. Juli 1893 in Wien. 

Schindler, Johann Joseph, Maler, geb. 28. Juli 1777 in St. Polten, f 22. Juli 
1836 in Wien, Schüler der dortigen Akademie, an der er später Professor wurde. Er 
malte erst Historien, dann Bildnisse, Landschaften und Genrebilder. Von ihm Altar 
(S. Michael, Wien), Feuer im Prater (1884 Wiener Mus.), Viehstück, etc., auch 
Aquarelle, Radierungen, lithographirte Landschaften. Mitgl. d. Wiener Akademie, 
k. k. Kammermaler. 

Schindler, Karl, Maler, geb. 1822 .in Wien (?), t 22. Aug. 1842 in Laab bei 
Wien, Schüler von Fendi. Er malte militärische Genrebilder und hat auch Buch- 
illustrationen geliefert. 

Schindler, Philipp Ernst, Baumeister und Maler des 18. Jahrhunderts, geb. in 
Dresden, f 14. Juli 1765. 1727 wird er als Porzellanmaler, später als Kunst- und 
Miniaturmaler, 1753 als Baucondukteur erwähnt. 

Schinkel, Karl Friedrich, Baumeister und Maler, geb. 13. März 1781 in Neu- 
ruppin, t 9. Oct. 1841 in Berlin, Schüler der dortigen Bauakademie unter David 
und Friedrich Gilly, welch letzterer ihm die Liebe zur Antike einimpfte. 1803 
bereiste er Italien und kam 1806 über Paris zurück, konnte zunächst nur malen, 
Landschaften und Panoramen, sowie lehren; dabei erzog er sich Gropius zum Ge- 



200 Schinnagel — Schirmer, 

hilfen. 1810 wurde er Assessor an der neueingerichteten Baudeputation, 1811 Mit- 
glied der Berliner Akademie, 1815 Geh. Oberbaurath, 1819 Mitglied der technischen 
Deputation des Ministeriums, 1820 Professor und Mitglied des Senats an der Aka- 
demie. 1824 besuchte er nochmals Italien, 1826 Frankreich und Italien. 1839 wurde 
er Oberlandbaudirektor. 1840 überfiel ihn ein organisches Gehirnleiden. Er führte 
den griechischen Baustil wieder ein, versuchte aber auch oft griechische Elemente 
in die Gothik einzuführen, wie im Schloss Babelsberg, Rathhaus in Zittau, Werder- 
kirche in Berlin, Pal. Redern das., Bauakademie das., Kircbe in Straupitz, Johannes- 
kirche in Zittau, etc. Besser, wenn auch recht wenig originell, sind die reinrclassischen 
Bauten, darunter das alte Museum, Schauspielhaus, Hauptwache, Sternwarte, Palast 
Prinz Karl, etc. in Berlin, Altstädter Wache in Dresden, Trinkbrunnen in Aachen, 
Kicoiaikirche und Casino in Potsdam, etc; Von seinen Malereien nennen wir Pano- 
rama von Palermo, Italienische Landschaft u. 9 A. (Nat.-Gal. Berlin), die Entwürfe 
zu den Wandgemälden der Vorhalle des alten Museums zu Berlin, viele Idealland- 
Bchafteu, Copien, Costümbilder und Theaterdecorationen. Er veröffentlichte eine 
grössere Anzahl architektonischer und decorativer Werke und hat auch Einiges radiert 
sowie auf Stein gezeichnet. Viel^ Auszeichnungen. Sein Leben etc. von K, Bötticher, 
Grimm (1867), Kugler (1842), Quast (1866), Wolzogen (1864), etc. 

Schinnagl, Max Joseph, Maler, geb. 1694 (1697?) in Burghausen (Bayern), 
t 1761 in Wien, Schüler des Jos. Kamm er loher. Er malte Landschaften, die 
A. staffirten. Von ihm Sa. Anna (Frauenkirche, Alt-Öttingj, Gebirgslandschaft und 
4 A. (Eudolfinum, Prag), Jagdbild u. A. (Gal. Aschaffenburg), Landschaften auch in 
det Gal. zu Wien und Schieissheim, Er hat ein Blatt radiert, 

Sehlnz, Johann Georg, Maler, geb.. 1794 in Zürich, f 1845, Schüler von 
S. Gessner. Er malte Landschaften. ' 

Sohinz, Johann Kaspar, Maler, geb. 1798 in Zürich, f. 1832, Schüler von 
Huber, in Rom von Overbeck beeinflusst. Er malte Historien und mit besserem 
Gelingen Genrebilder. 

Schi5tt, Heinrich, Maler, geb. 17. Dec. 1823 in Helsingör, Schüler der Kopen- 
hagener Akademie. 1850 besuchte er London, Paris und Italien, später Norwegen 
und Island, 1872—1873 endlich Griechenland, den Orient und nochmals Italien. 1854 
wurde er Mitglied der Kopenhagener Akademie, 1866 Professor. Von ihm Isländische 
Braut, Norwegische Freiwerbung, Architekturbilder aus Syrien und Aegypten, etc. ; auch 
viele Bildnisse, darunter Mitglieder des dänischen Hofes und das des Malers J.. L, Lund. 

Schippers, Earel, Maler, gev. 24. Oct. 181ä in Antwerpen, Schüler von M. van 
Bree. Er malte geschichtliche Genrebilder. 

Schippems, Pieter Adriaen, Maler, geb. 6. März 1840 in Rotterdam, thätig 
das. Er malte Landschaften. Das Museum seiner Vaterstadt besitzt einen schönen 
Sonnenuntergang von ihm. 

Schirm, Johann Wilhelm Carl Cowen, Maler, geb. 24. Nov. 1852 in Wiesbaden, 
studirte in Karlsruhe unter des Coudres und Gude, beeinflusst von Herkomer, 
liess sich nach Reisen durch Bayern, Schottland, den Harz, den Orient etc. in Berlin, 
zuvor in Breslau nieder. Von ihm Oase Ain Gharandel (Rudolfinura, Prag), Abend- 
stimmung (Mus. Breslau), Der See Assynt (Schottland), Grundübelhorn in Bayern, 
Vorberg des Sinai, Abendstimmung am Todten Meer, etc. 

Schirmer, August Wilhelm Ferdinand, Maler, geb. 6. Mai 1802 in Berlin, 
t 8. Juni 1866 in Nyon (Genfer See), Schüler der Berliner Porzellanmanufaktur 
unter Völker und der Akademie, an der ihn Schinkel beeinflusste ; 1827 in 
Italien an Koch, Reinhardt und Turner weitergebildet. 1831 liess er sich in 
Berlin nieder, wurde 1835 Mitglied, 1839 Lehrer, 1840 Prof. und 1852 Senatsmit- 
glied der dortigen Akademie. 1845 besuchte er Italien zum zweiten, 1865 zum 
dritten Mal. Er erkrankte in Rom und starb auf der zu früh angetreteneu Heim- 
reise. Von ihm Küste bei Neapel u. A. (Nat.-Gal. Berlin), Hafenthor von Genua, 
Tassos Haus in Sorrent, etc. ; auch 4 Wandgemälde in der griechischen und ägyp- 
tischen Abth. des Neuen Museums zu Berlin, 

Sohirmer, Carl Josef, Maler, geh, 16. Febr. 1838 in Graz, Schüler der Aka- 
demie zu Berlin, Dresden, München und Stuttgart, auch von Dr. Stanz, 1866 liess 
er sich als Glasmaler iir seiner Vatei-stadt nieder. Fenster von ihm in der Stifts- 
kirche zu Admont, Pfailrkirche zu Gonobitz, desgl. in Rottenmann, im Schloss Turickel 
(Westfalen), etc. 

Schirmer, Heinrich Ernst, Baumeister, geb. vor 1835, f im Dec. 1887 in 
Giessen. Er stand 35 Jahre lang in norwegischen Staatsdiensten, leitete die Wieder- 



Schirmer — Schlatter. 



201 



herstellung des Doms von Trondhjem, baute die Irrenanstalt, Landhäuser, etc. in 
Christiania und illustrirte baugeschichtliche Werke. 

Schirmer, Johann Wilhelm, Maler und Radierer, geb. 5. Sept. 1807 in Jülich, 
t 11. Sept. 1863 in Karlsruhe, Schüler der Düsseldorfer Akademie unter Schadow, 
nachdem er zuvor Buchbinder gewesen war; dann von Lessing beeinflusst 1830 
besuchte er Belgien und wurde Hilfslehrer an der Düsseldorfer Akademie, 1881 
bereiste er die Mosel, den Schwarzwald, 1885 die Schweiz, 1837 die Normandie, 
1839 Italien, und wurde Professor, 1854 wurde er Direktor der Karlsruher Kunst- 
schule. Er malte erst romantische Waldpartien und dergl., ging aber später zur 
spröden classizistischen Landschaftsmalerei über. Von ihm Sechs biblische Doppel- 
landschaften (Nat.-Gal. Berlin), Italienischer Park u. A. (ebenda), Herbstlandschaft 
(Gal. Aremberg, Brüssel), Raub desHylas u. A. (Mus. Hannover), A. in den Gal. zu 
(Brauuschweig, Christiania, Darmstadt, Düsseldorf, Halberstadt, Hamburg, Karlsruhe, 
Kassel, Königsberg, Leipzig, Prag, St. Gallen, Stuttgart, etc. Von Radierungen nennen 
wir Pan bei den Nymplien, Brunnen oei Ariccia, Ideallandschaft, etc. Mitgl. der 
Berliner und Dresdener Akademie. 

Schirmer, Karl Michael, Maler, geb. 1. Juni 1808 in Greifwald, t 1. Mai 1876 
in Dresden, gebildet in Kopenhagen und Dresden, wo er 1834 Restaurator an der 
Gal. wurde. Von ihm u. A. zwei Köpfe nach Seybold (Gal. Schwerin). 

Schirmes, Albert, Maler, g«b. 18. Febr. 1838 in Leipzig, f 23. Juli 1899 in 
Wettin a. d. S. (?), Schüler von Traute, von der Leipziger Akademie und von 
A. Eltzner. Er malte Ansichten und Landschaften in Aquarell. 

SchiBchhin, Iwan, Maler, geb. 13. Jan. 1827 (1831?) in Jelabuga (Wjatka, 
Rusßland), t 20. März 1898 in St. Petersburg, Schüler der Kunstschule in Moskau und 
der St Petersburger Akademie. 1863 wurde er Mitglied, 1866 Professor dieser Akademie. 
Er m^lte Landschaften und schuf namentlich geschätzte Federzeichnungen. Von ihm 
Im Urwald .(1873 ,Gal. der Akademie, St. Petersburg), Der erste Schnee (1874;. 
Morgendämmerung im Frühling (1874) etc. ; auch Landschafts - Radierungen. Stanis- 
laus - Orden. 

Schi-t»i6n, (Schön Tschöu gen. Kinan), chinesischer Maler, geb. 1427 (?), f 1509; 
er malte Landschaften, 

Schitz, Jnles, Maler, geb. 9. Febr. 1817 in Paris, f 29. April 1871 in Troyes, 
Schüler von R6mond. Er war Direktor der städtischen Zeichenschule in Troyes, 
Von ihm Ansicht aus der Umgegend von Grenoble(1840), Ein Windstoss (1850), Apriltag 
in der Umgegend von Troyes (1865), etc. Med. 3 Kl. 1844; Silb. Med. 1860 Troyes. 

Sohivenoglia, Lo, 8. Bainieri, F. M. 

Schivert, Tiktor, Maler, geb. 8. Mai 1863 in Jassy (Rumänien), Schüler der 
Grazer Akademie, sowie der Münchener unter Gabi und Seitz, bereiste Oberitalien, 
Belgien und Paris. Er malte Genrebilder sowie Bildnisse und hat viele Illustra- 
tionen geliefert. 

Schlzzone, — Maler des 16. Jahrhunderts, ein Freund des Vincenzio di S. 
Gimignano. Bei der Plünderung Roms scheint er umgekommen zu sein oder hat 
wenigstens die Kunst aufgegeben. 

Schkuhr, Christian, Kupferstecher, geb. 1741 in Pegau (Sachsen), f 1811 in 
Wittenberg. Von Haus aus Botaniker, dann Optiker und 1781 Mechanikus der 
Universität Wittenberg, legte er sich aufs Stechen und Radieren. Er gab ein 
botanisches Handbuch mit eigenhändigen Tafeln heraus. 

Schlabitz, Gnstay Adolf, Maler, geb. 7. Juni 1854 in Gross -Wartenberg 
(Schlesien), Schüler der Akademien zu Berlin (1875—82) und Paris unter Lef 6b vre 
und Boulanger, bereiste das Elsass, Tirol, Amerika, etc., lebte 3 Jahre in München 
und Hess sich 1887 in Berlin nieder. Er malte Bildnisse und Genrescenen, z. B. 
Schwurgerichtssitzung (Mus. Breslau), Das Solo, Sängerchorin einer Tiroler Dorf- 
kirche, etc. 

Schlachter, J. Anton, Maler des 18. Jahrhunderts, thätig in Prag, wo er 1779 
einen Triumphbogerf, 1777—80 Fresken in der Trinitarierkirche malte, 

Schlafhorst, Marie, Bildhauerin, geb. 1865 in München, Schülerin von H. 
Woderd. Sie schuf meist Bildnissbüsten. Von ihr Liebedenkmal (Haimberg, Gera), 
Jul. Sturm, etc. 

Schlatter, Caspar, Maler und Holzschneider des 16. Jahrhunderts, thätig in 
der Schweiz, 1580 kommt er anf Berner Staatsrechnungen vor. Ihm wird neuerdings 
die Folge von „Standarten der Kantone" (Landsknechte, Holzschnitte) zugeschrieben, 
die mit einem Monogramm S. C. (verschlungen) versehen sind. 



202 Schlaun - Schleich. 

Schlann, Johann Konrad von, Baumeister, geb. 1695 (?), f 21. Oct. 1773 in 
Münster, unter Einfluss Neumanns gebildet. Er wurde churkölnischer General- 
major, sowie Oberlaudesingenieur und ist einer der Hauptmeister des deutschen 
Barockstils. Von ihm Das Schloss Brühl am Rhein (dessen Bau er bis 1728 leitete), 
Das Schloss zu Münster, Der Erbdrostehof das., Restauration des Doms zu Speyer 
(1744-47), etc. 

Schleer, (Schleher, Schloer), — Bildhauer des 16. Jahrhunderts, geb. in 
Schwäbisch Hall Von ihm Vier Württembergische Grafen (1581 — 82 Sandsteinstatuen, 
Stiftskirche, Stuttgart). Ihm ferner zugeschrieben werden Skulpturen der ehemaligen 
Stuttgarter Rennbahn und des Lusthauses, jetzt zum Theil auf Burg Lichtenstein 
bei Reutlingen befindlich. 

Schlegel, Angnst Friedrich, Maier, geb. 18. März 1828 in Heidersdorf (Sachs. 
Erzgebirge), Schüler der Dresdener Akademie. Er liess sich in Dresden nieder und 
malte Miniaturen, sowie Aquarelle. Bronze-Med. 

Schlegel, Johann Caspar, Maler, geb. um 1689 in Frankfurt a. M. f im 
Januar 1777 das., vielleicht Bruder des Johann Hugo S. 

Schlegel, Johann Heinrich, Maler des 18. Jahrhunderts, f im Sept. 1742 in 
Prag, wo er seit 1729 ansässig war. Er malte in Brandeis Manier. 

Schlegel, Johann Hngo, Maler, geb. in Frankfurt a. M., begr. 26. Sept. 1737 
das. Er malte Fresken an den Aussenseiten von Frankfurter Häusern. 

Schlegel, Johann Theobald, Maler, geb. um 1726 in Frankfurt a. M., begr. 
21. April 1801 das., wahrscheinlich Sohn des Johann C. S. 

Schlegel, Moritz Friedrich, Maler, geb. 27. Dec. 1865 in Prag, Schüler der 
Wiener Akademie unter Griepenkerl uud Trenkwald. Er malte geschichtliche 
Scenen, Genrebildnisse, dekorative Arbeiten, Bildnisse, Stillleben, etc. z. B. Ball- 
geheimnisse, Judith, Rendez-vous im Belvedere, etc. 

'Schleh, Anna, Malerin, geb. 1833 in Berlin, Schülerin von Schrader, weiter- 
gebildet in Rom (1868). Sie liess sich in Rom nieder. Von ihr Die Marien am 
Grabe (1861), Die Citronenverkäuferin, Sechs Ahnenbilder für die Familie Henkel 
von Donnersmark, etc. 

Schleher, s. Schleer. 

Schleibener, Kaspar, Maler, geb. 1863 in Hallstadt, thätig in München. Von 
ihm Maiandacht, Mette, Cäcilia, etc. 

Schleich, Adrian, Kupferstecher, geb. 7. Dec. 1812 in Müncnen, f 8. Nov. 
1894 in München, Schüler von S. Amsler, Bruder des August S. Er liess sich 
in München nieder und arbeitete ausschliesslich auf Stahl. Von ihm Stiche nach 
Nilson zu der Glocke, nach Kaulbach zum Reinecke Fuchs, nach den 12 Fresken 
Schraudolfs im Speyerer Dom, etc.; auch Einzelblätter nach H. Hess, Kirner, Ried- 
müller, Rietschel, R. Santi, F. Schön, Schwanthaler u. A. m. 

Schleich, Angnst, Maler, Radierer und Lithograph, geb. 1814 (1813 ?) in 
München, f 26. Dec. 1865 das., Schüler der dortigen Akademie, Bruder des Adrian S. 
Er zeichnete Geflügel und andere Hausthiere mit grossem, malte sie mit weniger 
Geschick. Erwähnenswerth sind seine „Rauchbilder", mit Holzgriffel und Wischer 
auf berusstem Papier hergestellte Thierzeichnungen. 

Schleich, Carl Johannes (Hans), Maler, geb. 24. Juni 1834 in Stettin. Bis 
1881 war er Operntenor und widmete sich dann erst der Kunst. Schüler von Eschke, 
dann von Gude an der Berliner Akademie. Er malte Landschaften und Seestücke; 
Med. Melbourne, London. 

Schleich, Eduard d. Ae., Maler, geb. 12. Oct. 1812 in Harbach (Bayern), f 
8. Jan, 1874 in München, Schüler der dortigen Akademie, die ihn, der einer der be- 
deutendsten deutschen Landschaftsmaler wurde, als talentlos zurückwies, worauf er sich 
auf Reisen durch die Alpenländer selbst, und durch Studium der alten Niederländer 
weiterbildete. Später besuchte er Ungarn, Italien, Belgien und Frankreich, das ihn 
beeinflusst hat. Er ist eine Art Constable für Deutschland geworden, ein Vorlaufer 
der prachtvollen Stimmungslandschaftsmalerei. Namentlich sind einige seiner Isar- 
landschaften ihm zauberhaft gelungen. Von ihm Am Starnberger See u. A. (Schack- 
galerie, München), Im Isarthal (Neue Pinak. das.j, Sturm an der Küste u. A. (ebenda), 
Mondnacht bei Rotterdam (Germanisches Mus. Nürnberg); A. in der Gal. zu Berlin, 
Dannstadt, Dresden, Hamburg, Karlsruhe, Königsberg, Stuttgart, etc. Prof. (1868). Ehren- 
mitglied der Münchener u. a. Akademien; grosse goldene Medaille Berlin, etc., Mich.-Ord. 

Schleich, Eduard d. J., Maler, geb. 1852 (?), f 28, Oct. 1893 in München, 
Schüler seines Vaters Eduard S. d. Ae. Er malte Landschaften gleich ihm. 



Schleich — Schlesingei*. 203 

Schleich, Johann Karl, Kupferstecher, geb. 1759 in Augsburg, f 1842 in 
München, wohin er 1805 berufen worden war, Schüler von Jungwirth und Metten- 
leiter. Von ihm Selbstbildniss (nach Mieris), Die Hoffnung nährt die Liebe (nach 
Keynolds), Bildnisse, topographische Blätter, etc. 

Schleich^ Karl, Kupferstecher, geb. 1788 (1789?) in Augsburg, f 1840 in 
München, Schüler seines Vaters Johann K. S. Er arbeitete erst punktirt, später 
ia Liniennlanier und mit der Nadel. Von ihm 12 Landschaften (nach Dujardin, 
Ostade, etc.), Bauernfamilie (nach Potter), Ansicht von München, Der Dom zu 
Regensburg, etc. 

Schleich, Karl Peter, Kupferstecher, geb. 1823 in München, f 30. Oct. 1887 
das. (?), Schüler der Münchener Akademie. Er wurde später Inspektor des königl. 
topographischen Institutes das. und stach unter A. kleine Ansichten von Venedig. 

Schleich, Robert, Maler, geb. 1845 in München, Schüler von W. Diez an 
der Münchener Akademie. Med. Wien 1873. 

Schleich, Xaver, Maler, geb. 1884 in Stettin, thätig in Berlin 

Schleicher, Wilhelm, Baumeister, .geb. 6. Aug. 1857 in Stolberg (Rheinlande), 
studirte in Aachen und Berlin bei Jacobsthal und Raschdorff. 1886 wurde er 
RegieruDgsbaumeister und liess sich in Düsseldorf nieder. Er bereiste Griechenland 
und den Orient, Italien (wiederholt), Spanien, England, die Niederlande und Oester- 
reich-Ungarn. Er baute viele Villen, etc. in Düren, Düsseldorf, Wiesbaden etc. 

SeUeiden, Edward, Maler, geb. 6. Mai 1808 in Pyrmont. Er malte erst 
Kinderbilder, widmete sich dann aber der Landschaftsmalerei in München. Von ihm 
Bauernmädchen am Brunnen, Parthie bei Gauting, etc. Silb. Med., Linz. 

Schleiff, Pierre, Bildhauer und Baumeister, geb. in Valenciennes, f 11. Aug. 
1641 das. Man weiss von diesem Künstler nur, dass er als Bildhauer und Bau- 
meister zugleich an der Abtei von Vicoigne thätig war und dass er das Portal der 
Carmeliterkirche zu Valenciennes schuf. Seine Marmorbüste Simon Leboucqs befindet 
sich im Mus. Grenoble. 

Schleissner, Christian Andreas, Maler, geb. 2. Nov. 1810 in Lyngby bei 
Kopenhagen, f 14. Juli 1882 in Kopenhagen, Schüler der dortigen Akademie, 1840 
bis 1842 als Stipendiat auf Reisen, namentlich in München weitergebildet. 1852 
wurde er Mitglied, 1858 Professor der Kopenhagener Akademie. Von ihm Ein Ge- 
flügelhändler (1842, Neue Pinak. München), Kupferschmiede (das.), Grossmutter 
lehrt ihren Enkel beten (Gal, Schwerin) , A. in den Gal. zu Kopenhagen und 
Hamburg. 

Schlesinger, Adam, Maler, geb. 1759 in Ebertsheim (Rheinbayern), f 1829. Er 
malte Fruchtstücke, von denen die Nat.-Gal. Berlin zwei Proben besitzt. 

Schlesinger, Felix, Maler, geb. 9. Oct. 1833 in Hamburg, Schüler der Düssel- 
dorfer Akademie und von Jordan. Er hielt sich längere Zeit in Paris auf und 
liess sich schliesslich in München nieder. Von ihm Holsteiner Bauern bereiten sich 
zum Kirchgang vor (1854 Kunsthalle Hamburg), Der Landarzt, Beim Juwelier. — 
Ein (Jeorg S. war 1816 — 27 in Frankfurt M, als Bildnissmaler thätig. Von ihm 
auch eine Verspottung Hiobs. 

Schlesinger« Jakob, Maler, geb. 1793 (1792?) in Grünstadt (Pfalz), f 1855 in 
Berlin, Schüler seines Vaters Johann S., weitergebildet in Mannheim und München. 
Drei Jahre lang war er Augenkrank, dann restaurirte er viel für die Gebr. Boisser^e. 
1822 kam er als Prof. und Restaurator nach Berlin. Von ihm Bildnisse, Frucht- 
urid Blumenstücke. Copien nach der Sistinischen Madonna (Dom Speyer, Akademie 
London) und anderen Renaissance-Bildern, etc. 

Schlesinger, Johann, Maler, geb, um 1770 in Mannheim, f 1840 in Sausen- 
heim. Er malte Bildnisse, hauptsächlich aber Fruchtstücke. 

Schlesinger, Karl, Maler, geb. 1826 in Lausanne, f 12. Juni 1893 in Düssel- 
dorf, Schüler von Härder ff und Kau ff mann, 1844 von der Akademie zu Prag 
(unter Chr. Rüben) und 1850 von der Akademie zu Antwerpen unter Dykman. Er 
liess sich 1852 in Düsseldorf nieder und malte Landschaften und Genrescenen, z. B. 
Die letzten Garben, Abend an der Mosel u. A. (Knnsthalle Hamburg), Fahrt zu 
einem Sterbenden (Mus. Hannover), etc. 

Schlesinger, Wilhelm Heinrich, Maler, geb. 1814 in Frankfurt a. M., f 21. 
Febr. 1893 in Neuilly bei Paris, Schüler der Wiener Akademie, weitergebildet in 
Paris, wo er sich naturalisiren liess. Von ihm Bildniss des Sultans Mohammed-Khan II. 
(1830 Mus., Versailles), Fest der Madonna, Doppelhaft, Die 5 Sinne, etc. Med. 3. Kl. 
1840, 2. Kl. 1847. Kreuz der Ehrenlegion 1866. 



204 Schley — ScTilitte. 

Sohley, Jacob lan. der, Kupferstecher, geb. 1715 in Amsterdam, f 1779, 
Schüler des B. Picart, dessen unfertig hinterlässene Platten er . theilweise vollen- 
dete. Von ihm Buchvignetten, Bildnisse, etc. nach M. des Angles,- v. Pee, v. Dyck, 
G. F. Schmidt, etc. 

Schley, Philipp van der, Kupferstecher, geb. 1724 in Amsterdam, f 29. Oct. 
1817 das., Schüler seines Bruders Jacob v. d. S. Er war hauptsächlich als Zeichen- 
lehrer, später auch als Kunsthändler thätig. 

Schlicht; Abel, Baumeister, Zeichner und Radierer, geb. 1754 in Mannheim, 
t 1826, Schüler von'L. Quaglio. Er wurde Professor an der Düsseldorfer Aka- 
demie und churpfälzischer Baumeister. Am bekanntesten machten ihn seine Aqua- 
tintblätter nach Berchem, Bibiena, Pannini, v. d. Velde, Vernet, Verschaffelt, 
Weenix, etc. 

Schlicht, Karl von, Maler, geb. 1. Juni 1833. in Guten-Paaren bei Branden- 
burg a. H., Schüler v. A. Achenbach und Gude; weitergebildet unter Graf 
Kalckreuth, Böcklin, Niessen u. A. in Weimar, lebte später in Düsseldorf, 
München, Kreuznach und Potsdam. Er malte Landschaften, z. B. Am Gardasee, 
Buchen im ßhöngebirge, V^erft von Wilhelmshaven •, auch Schlösser und Grabstätten, 
Gebirgsbilder aus der Schweiz und Tirol, etc. 

Schlichten, Jan Philips van der, Maler, geb. 1681, t 1745 in Mannheim (?), 
Schüler des A. van der Werff. Er war in Rotterdam, später für den Pfalzgrafen 
Karl Philipp wie es scheint in Mannheim thälig- Von ihm S. Andreas m. d. Kreuz, 
(1732 Alte Pinak. München), Der Dorfmusikant (1731 ebenda), Die Lautenspielerin 
u. A. (1730 Gäl. Schieissheim). 

Schlichten, Johann Friedrich van der, Maler, geb. 1 725 in Mannheii&,-^1IS5^ 
das., Schüler von F. Torelli und S. Conca, Sohn des Jan P. van der S. Er malte 
in Metsüs und Netschers Geschmack, namentlich Kunststückchen, wie nachgeahmte Bas- 
reliefs, etc. S. wurde Galeriedirektor in Mannheim. 

Schlichting, Ernst Hermann, Maler, geb. 5. Mai 1813 in Reval, studirte an 
der Düsseldorfer Akademie, thätig in St. Petersburg und Reval, seit 1872 in Dresden. 
Er malte Bildnisse und Landschaften, z. B. Bilder aus Norwegen und Finnland. 

Schlichting, Max, Maler, geb. 1866 in Sagan. Er Hess sich in Charlottenburg 
nieder. Von ihm Moderne Sphinx, Rue Faubourg Mont Martre in Paris. Im 
Garten, etc. 

Schlick, Benjamin, Baumeister, geb. 6. Sept. 1796 in Kopenhagen, f 1872 in 
Paris, Schüler der Kopenhagener Akademie, weitergebildet in London und Paris. Da 
er aus persönlicher Feindschaft von der Landesakademie ausgeschlossen wurde, ging 
er in's Ausland, war vielfach in Paris, Karlsruhe, dann in Italien (Rom, Pompeji) 
thätig. Von ihm llestauration von 42 antiken Häusern Pompejis mit ihren Fresken. 
Bayr. Michaels-Ord., Kr. der Ehrenleg. ; Mitgl. des franz. Instituts. 

Schliecker, Angust Ednard, Maler, geb. 12. Sept. 1833 in Hamburg, Schüler 
der Düsseldorfer (unter 0. Achenbach und Gude) und Münchener Akademie. Er 
bereiste die Schweiz, Belgien und die Normandie, kehrte 1863 nach seiner Vaterstadt 
zurück und malte Landschaften und Architekturen, z. B. Alte Strasse in Ronen, 
St. Goar am Rhein, Mondschein im Winter, etc. 

Schlier, Michael, Maler, geb. 1744 in Königstein (Taunus), f 23. Juli 1807, 
Schüler von Christian Stöcklin. Er malte Architekturen, besonders gothische 
Kirchen in Oel und Aquarell. 

Sohliessmann, Hans, Zeichner und Illustrator, geb. 6. Febr. 1852 in Mainz, 
Hess sich in Wien nieder. Er zeichnete Garicaturen, hauptsächlich Wiener Typen 
für die „Fliegenden Blätter", für Klics „Humoristische Blätter", den Wiener 
„Figaro", etc. Es erschien 1889 in Wien ein S.- Album, und 1892 das. „Wiener Schatten- 
bilder" von S. 

Schlipf, Engen, Bildhauer, geb. 1869 in Biberach, thätig in Stuttgart. Er schuf 
Bildnissbüsten, etc. 

Schutt, Heinrich, Zeichner und Maler, geb. 21. Aug. 1849 in Biebrich (n. A. 
1850 in Wiesbaden), Schüler von Barth und Lindenschmit au der Münchener 
Akademie, nachdem er zuvor holläudischer Soldat gewesen war. Er malte Friese 
für das Palais Prinz Leopold in München; ferner Aus dem Circusleben, Niederländ. 
Maleratelier, Confrontation eines Todtschlägers, etc. ; endlich viele Illustrationen für 
Wochenschriften. 

Schütte, Friedrich, Holzschneider, geb. 14. Oct. 1820, gebildet als Metall- 
graveur in Magdeburg, später in Ritschi von Hartenbachs Atelier und unter 



Schlittgen — Schlotthauer. 20 o 

Benworths Leitung. Er war in verschiedenen Leipziger xylographischen Instituten 
thätig. 

Schlittgen, Hermann, Maler und Zeichner, geb. 23. Juni 1879 in Roitzsch 
(Preussen), studirte in Paris. Er wurde besonders durch seine Illustrationen für die 
Fliegenden Blätter bekannt. Von ihm ferner Salonbildchen in Wasserfarben, Bild- 
nisse in Oel und Pastell, etc. 

Sehloeder, Johann Friedrich, Maler, geb. um 1700 in Frankfurt a. M., begr. 
10. März 1754. 

Sehloeder, Johann Gottfried, Maler, geb. um 1701 in Frankfurt a. M., begr. 
21. Nov. 1754, wahrscheinlich Bruder des Johann F. S. und Sohn eines — Martin S., 
Maler zu Frankfurt a. M., der zwischen 1678 und 1680 an der inneren Ausmalung 
der Katharinenkirche betheiligt war, auch Wappen und Inschriften auf den Barfüsser- 
Thurm malte. 

Schlög'l, Franz, Maler und Zeichner, geb. 15. Jan. 1851 in Prävall (Kärnthenj, 
Schüler des Pblytechnicums in Graz und der Zeichenschule in Königsbrunn. Er 
machte den Bosnischen Feldzug mit, schuf militärische Aquarelle und lieferte Illu- 
strationen für Zeitschriften. 

Schloel, s. Schleer. 

Schloepke, Theodor, Maler, geb. 6. März 1812 in Schwerin, f 13. Jan. 1878 
das., Schüler der Berliner Akademie, weitergebildet unter H. Vernet in Paris 
(1847—48 und 1855 — 57). Er machte den Schleswig-Holstein-Feldzug mit und wurde 
1853 Mecklenburgischer Hofmaler. 1874 — 75 verweilte er in Italien. Von ihm viele 
Aquanellbildnisse und Kriegsscenen, das Bildniss der Kaiserin Eugenie (für St. CloudV, 
römische und pompejanische Landschaften, endlich in der Gal. Schwerin Der Tod 
Niclots, Des Stalljungen Freude, Selbstbildniss , Graf Schack, Grossherzog Paul 
Friedrich und 9 Andere. 

'= Schlösser, Hermann Julius, Maler, geb. 21. Dec. 1832 in Elberfeld, f im Juni 
1894 in Rom durch Selbstmord, Schüler der Düsseldorfer Akademie unter K. Sohn, 
weitergebildet in Paris und Rom (wo er sich 1862 niederliess), nachdem er den 
grossen Preis der Berliner Akademie gewonnen hatte. Von ihm Peleus überrascht 
Thetis (1872 Hamburg, Kunsthalle), Pandora vor Prometheus und Epimethei'S (1878 
Nat. Gal., Berlin), etc. Gold. Med., Berlin 1871. 

Schlösser, Karl, Maler, geb. 21. Juni 1836 in Darmstadt, Schüler von 
J. Becker in Frankfurt a. M., weitergebildet unter Couture in Paris, Hess sich 
in Darmstadt, 1875 in London nieder. Von ihm Rath in der Noth (Städelscheslnst., 
Frankfurt a. M,), Erinnerung an Palermo, Der Dorfadvokat, Pianissimo, etc.; . auch 
einige Radierungen. Prof.; Med. Wien 1873, Hessischer Ludwigs- Ord. 

Schlösser, Leopold, Maler, geb. nach 1800 (?) in Berlin, f 1836 in Düsseldorf, 
Schüler von Schadow. Von ihm eine Landschaft mit Wölfen, die ihn als viel- 
versprechend erscheinen Hess. Er starb aber jung. 

Schlöth, Lukas Ferdinand, Bildhauer, geb. 25. Jan. 1818 in Basel, f 2. Aug. 
1891 in Thal (St. Gallen), war erst Schlosser, lernte dann in Basel, München und 
Rom. Von ihm Winkelrieddenkmal in Stans (1865), S. Jakobsdenkmal in Base] (1872), 
Tegethoffdenkmal für Wien, Adam und Eva, Jason, etc. 

Schlotterbeck, Christian Jakob, Maler und Kupferstecher, geb. 1757 in 
Böblingen (Württemberg), f 1812 das., erst Autodidakt, dann Schüler der Karlsakademie 
unter J. G. Müller, nachdem er zuvor sich schon der Medizin gewidmet hatte. 
Er wurde 1785 Hof kupferstech er, später Schlosskastellan in Böblingen. S. malte 
den Herzog Karl sowie den König Friedrich von Württemberg und stach viele 
Bildnisse, Vignetten, Antiken, etc. 

Schlotterbeck, Wilhelm Friedrich, Kupferstecher, geb. 1777 in Härtingen 
(Schweiz), t 1819 in Wien, Schüler des C. a Mechel. Er arbeitete meist in 
Aqaatintmanier lange Zeit für die Chalcogr. GeseUschaft in Dessau, dann (1808) für 
MoUo in Wien, für den er Oesterreichische Ansichten schuf Von ihm ferner Die 
Tageszeiten (nach Gl. Gelee), A. nach Hackert, v. d. Poel, eigener Zeichnung, etc. 

Schlotthauer, Joseph, Maler und Lithograph, geb. 14. März 1789 in München, 
t 5. Juni 1869 das., meist Autodidakt. Er war erst Schreiner und 1809 Freiwilliger 
im Tiroler Feldzug. 1819 wurde er von Cornelius in München beeinüusst und 
fülirte mehrere a'ou dessen Fresken in der Glyptothek aus 1830 studirte er in 
Rom weiter und wurde 1831 Prof. an der Münchener Akademie 1845 untersuchte 
ier mitGaertner die antiken Malereien in Pompeji. 1846 erfand er mit Oberbergrath 
Fuchs die Stereochromie, eine Art Frescomalerei, die nach Belieben fortzumaleu 



206 Schlüter — Schmeller. 

gestattet, ohne dass die Farben sich ändern (von Kaulbach im Berliner Mus. ange- 
wendet). 1832 gab er Steindruckcopien des Holbein'schen Todtentanzes heraus. Um 
1840 hatte er längere Zeit eine orthopädische Anstalt geleitet und Heilverfahren bei 
Verkrümmungen (durch Flexion) erfunden. Von seinen Bildern nennen wir Dornen- 
gekrönter Christuskopf und (1838) Seitenaltäre im Bamberger Dom. — Sein Schüler 
und Neffe Karl S., geb. 1803 iu München, malte Alpenlandschaften und wurde 
Prof. der Zeichenkunst in Lindau. 

Schlüter, Andreas, hervorragender Baumeister und Bildhauer, geb. 20, Mai 
1664 in Hamburg, f 1714 in St. Petersburg, Sohn eines Bildhauers, der nach Danzig 
kam und nach dessen Tode S. Schüler von D. Sapovius wurde, worauf er sich in 
Italien vollends ausbildete. 1691 arbeitete er für den König von Polen in Warschau, 
1694 wurde er als Hofbildbauer nach Berlin berufen und fertigte die Dekorationen 
im Marmorsaal zu Potsdam. 1695 wurde er Mitdirektor der Berliner Akademie und 
baute 1696 das Hauptgebäude des Charlottenburger Schlosses. Sodann raodellirte er 
die stehende Churfürstenstatue und die berühmten wunderbaren Masken sterbender 
Krieger im Hof des Berliner Zeughauses, dessen Bau er leitete. 1698 schuf er die 
Reiterstatue des Grossen Churfürsten. 1699—1706 baute er den nördlichen Theil des 
Berliner Schlosses um und schuf viel von dessen äusserer und innerer Stuckverzierung. 
Da sich der Schlossthurm senkte, verlor er Amt und Titel eines Scblossbaumeisters, 
blieb aber Hofbildhauer. 1713 modellirte er das Grabmal König Friedrichs I., ging 
dann aber nach Russland, wo er die Gunst des Czaren Peter in hohem Grade genoss. 
S. war einer der grössten nordischen Baumeister des Barock und wohl der bedeu- 
tendste Bildhauer seiner Zeit überhaupt. Für Berlin hat er über 80 Marmorstatuen 
und eine Menge Reliefs und Zeichnungen gefertigt. S. Leben von F. Adler, Dohme 
(1877) und Gurlitt (1891). 

Schlüter, Augnst, Maler, geb. 22. Jan. 1858 in Münster, (Westf.), Schüler der 
Düsseldorfer Akademie unter Dücker (1882—88), bereiste Norddeutschland, die 
Schweiz und Italien und Hess sich in Düsseldorf nieder. Von ihm Gehöft in West- 
falen, Dülmer Haide, Abend im Moor, etc.; .auch Adressen etc. 

Schlüter, Karl H. W., Bildhauer, geb. 24. Oct. 1846 iu Pinneberg (Holstein), 
t 26. Oct, 1884 in Dresden, Schüler Schillings an der Dresdener Akademie, 
lebte als Stipendiat 3 Jahre in Rom und Hess sich 1876 in Dresden nieder. Von 
ihm Römischer Hirtenknabe (1878 Nat.-Gal,, Berlin), Hermannsstatue, Büste seiner 
Frau, Der Blick ins Leben, Das Räthsel des Lebens, Mädchen in Empiretracht, 
Badendes Mädchen, viele Biidnissbüsten, etc. 

Schlumpreoht, Heinrieh, Holzschneider geb. 4. Jan, 1859 in München, Schüler 
von Wolf das., A. Closs in Stuttgart und des Inst, Kaeseberg und Oertel in 
Leipzig, Er war in seiner Vaterstadt thätig und arbeitete nach Buchner, R. Reinicke, 
Vogel, etc. 

Schluniprecht, Rupert, Holzschneider, geb. im März 1854 in München, Schüler 
von Wolf in München, Hecht das. und K. Oertel in Leipzig. Er war in München 
thätig und arbeitete nach Conadam, Reinicke, Vogel, etc. 

Sciunädel, Max von, Maler, geb. 14. Mai 1856 in Augsburg, Schüler der 
Münchener Akademie. Er, Hess sich in München nieder und malte Genrescenen, z. B. 
Für Allerseelen, Klostersupp, etc. 

Schmalzigang, Ferdinand, Maler, geb. 15. Febr. 1847 in Friedrichshafen am 
Bodensee, Schüler von Piloty in München. Er malte Thierbilder, von denen eins 
in das Kölner Mus. gelangte. 

Schmans, Karl, Bildhauer, geb. 1841 in Nymphenburg bei München. 

Schmeidler, Karl Gottlob, Maler, geh, 1772 in Nimptsch, f 1838 in Breslau, 
Schüler der Dresdener Akademie, nachdem er das theologische Studium aus Geld- 
mangel aufgegeben hatte. Er liess sich in Breslau als Bildnissmaler nieaer, wurde 
auch 1832 Landtagsabgeordneter. Von ihm Bildnisse verschiedener Mitglieder des 
preuss. Königshauses, Gen. Bennigsen, etc, Roth. Adler-Ord, 

Schmeller, Johann Joseph, Maler, geb. 1796 in Gross-Obringen bei Weimar, 
t 1841 in Weimar, Schüler von Jagemann, dann von van Bree in Antwerpen, 
nachdem er inzwischen als freiwilliger Jäger die Freiheitskriege mitgemacht hatte. 
Er wurde Lehrer an der Zeichenschule zu Weimar Von ihm Allegorische Plaionds 
im Schloss zu Cromsdorf, ein Stammbuch mit Bildnissen der Freunde Goethes, Bild- 
nisse der Weimarer Offiziere, vörschiedene Goethe-Bildnisse, etc, 1887 gab er eine 
lithographirte Sammlung von Köpfen nach grossen Meistern für Zeichenschulen 
heraus. 



Schmelzer — Schmidgruber. 207 

Schmelzer, Johann Bernhard, Maler, geb. 1833 in Annaberg (Sachsen), Schüler 
von J. Hübner, auch durch Copiren gebildet. Er Hess sich in Dresden nieder und 
malte Genrebilder, z. B. Tod des Wilddiebs, Viehhändler in der Residenz, Die Ver- 
weigerung des Tanzes, etc. 

Schmerfeld, Johann Daniel, Zeichner, geb. 21. Juni 1774 in Cassel, f 1811 
in Charkow, Sohn der Johanna E. v. S., wurde akademischer Lehrer und Universi- 
täts-Protessor zu Charkow. Er lieferte u. A. architektonische Zeichnungen. 

Schmerfeld, Johanna Elisabeth von, geb. Schwarzenberg, Malerin, geb. 
23. Febr. 1749 in Cassel, f 12. April 1803, Schülerin des älteren J. H.Tischbein. 
Sie malte Landschaften in der Art Cl. Gelees. 

Schmerling, Panliue von, geb. von Koudelka, Malerin geb. 1806 iu Wien, 
t 1840 das. Schülerin von F. Petter. Sie malte Frucht- und Blumenstücke, von 
denen eins in die k. k. Museen gelangte. 

Schmetterling, Christiana Josefa, Malerin, geb. 19. Dec. 1796 in Amsterdam, 
t 18. März 1840 das., Schülerin und Tochter des Josef A. S. Sie malte Frucht- und 
Blumenstücke in Aquarell. 

Schmetterling, EliSabetha Barbara, Malerin, geb. 30. Nov. 1804 in Amsterdam, 
t nach 1821, Schülerin und Tochter des Josef A.S. Sie war erst als Kupferstecheriu, 
dann als Miniaturmalerin thätig und hat auch gelehrt. 

Schmetterling, Josef Adolf, Maler, geb. 1758 in Wien, f 1828 in Amsterdam. 
Er malte Miniaturen. 

Schmid, Hans Sebastian, Bildhauer und Maler, geb. 22. Juui 1862 in München, 
Schüler der dortigen Kunstgewerbeschule und Akademie, dann vonWidnmann. Aus 
Gesundheitsrücksichten musste er die Bildhauerei aufgeben .und sich dem Kunst- 
gewerbe sowie, der Malerei zuwenden. Von ihm Entwürfe zu Pokalen, etc. Altägyp- 
tische Harfenspielerin (1893 Oelgeraälde), Bildnisse, etc. Er schrieb und illustrirte 
eine „Kunststilunterscheidung" 

Schmid, Jnlins, Maler, geb. 3. Febr. 1854 in Wien, Schüler der Wiener 
Akademie, an der er später Assistent wurde. Er erhielt dort den Rom- sowie andere 
Preise und malte langweilige, unkünstlerische Historien. In der Schottenkirche zu 
Wien malte er die Deckenbilder. Vou ihm ferner „Lasset die Kindleiu . . .". Sommer- 
zeit, etc. 

Schmid, Karl August, Maler, geb. 1807 in Neuburg a. d. D., r 1834, Schüler 
der Müuchener Akademie (1822—25), auf Reisen durch die Alpen und Oberitalien 
weitergebildet. Er inalte Aquarelllandschaften und zeichnete für botanische, sowie 
andere naturgeschichtliche Werke von Martius uud Spix. 

Schmid, Matthias, Maler, geb. 14. Nov. 1835 in See (Tirol, Paznauner Thal), 
Schüler der Münchener Akademie unter Schraudolph nnd Piloty, nachdem er 
erst in Tirol Malerlehrling und in München bei einem Vergolder gewesen war. Vom 
katholischen Clerus verfolgt, rächte er sich, indem er eine Zeit lang dessen Schatten- 
seiten in Seinen Genrebildern blossstellte. Später entwickelte er sich zu einem der 
besten Tiroler Maler, bei dem die künstlerischen Qualitäten nicht durch lokale 
Pointen und Hübschemädchenmalerei erstickt siud. Er wurde kgl. Professor in 
München, wo er sich niedergelassen hatte. Von ihm Der Herrgottshändler, Bettel- 
mönche, Der Sittenrichter, Die Beichtzettelsammlung, Ruth, Die drei Marien am 
Grabe (Fresko, Kirchhof Innsbruck), etc. Michael-Ord. l.Kl., Med. Wien 1873. 

Schmid, Peter, Maler, geb. 1769 in Trier, f nach 1833, gebildet auf Kosten 
des Grafen Waltersdorf. Er war Zeichenlehrer in Stettin. Berlin und Frankfurt und 
gab ein Lehrbuch über seine neue Methode heraus. 1834 wurde er Professor 
in Berlin. 

Schmid, Simon, Graveur in Stein, geb. 1760 in München, f 1840. Er war 
Hofkaplan uud beschäftigte sich mit dem Kehlheimer Stein in der Weise wie Sene- 
felder es that, ehe er die Lithographie, d. h. den chemischen Flachdruck erfand 
1788 lieferte er 18 Steine in erhabener und iu vertiefter Manier, mit naturwissen- 
schaftlichen Zeichnungen. 

Schmid-Breitenbach, Franz, Maler, geb. 17. Aug. 1857 in München, Schüler 
der Müuchener Akademie unter Echter, Benczur und Loefftz. Von ihm Mein 
Sohn kommt, Im Hexenwahn, Das leidige Rauchen, etc. Med. München, London, etc. 
Schmidgruber, Anton, Bildhauer, geb. 26. März 1837 in Wien, studirte an 
der Wiener Akademie unter Bauer und als Stipendiat IStiS iu Rom. Von ihm 
Poseidon (Pavlamentsgebäude, Wien), Die Freude und Di." .Menschenliebe (ebenda), 
Die Römerir. (Brunnenfigur), Dürer (Künstlerhauä, Wieu), Peter uud Paul (Fünf- 



208 Schmidhammer — Schmidt. 

hauserkirche); auch Werke für die Universität, a. Gebäude, Brücken und Plätze 
Wiens, etc. 

Sohmldliammer, Arpad, Zeichner und Maler, geb. 12. P'ebr. 1857 in Neuberg 
(Steiermark), studirte an der Wiener und Münchener Akademie. Er Hess sich in 
München nieder und lieferte zahlreiche Illustrationen zu Zeitschriften, zu Roseggers 
Werken, etc. 

Schmidt. Adolph, Maler, geb. 1804 (?) in Berlin, f nach 1860, Schüler von 
Wach, auch in Düsseldorf gebildet. Er liess sich in Berlin nieder und malte 
Bildnisse sowie .Genrebilder, z. B. Rheinisches Milchmädchen und Der gefundene 
Liebesbrief. 

Schmidt, Albert, Baumeister, geb. 16. Sept. 1841 in Sonneberg (Thüringen), 
Schüler des Münchener Polytechnicums und von Gottgetreu, auch auf Italienischen 
Reisen (1864—65) gebildet. Von ihm Schloss Frauenau im Bayerischen Wald, S. 
Lukaskirche (1893—96 München), Löwenbraukeller (das.). Privatbauten in München, 
etc. Mitglied der Münchener Akademie 1889 ; Prof. ; 2. Med. 

Schmidt, Alfred, Maler geb. 1867 in Dresden, Schüler der dortigen uiid der 
Karlsruher Akademie, dann der Akademie Julian in Paris. Er liess sich in Karls- 
ruhe nieder und malte Bilanisse, etc. Von ihm ferner Liebe auf dem Land, In Er-. 
Wartung, etc.; auch schöne Steindrucke. 

Schmidt, Auguste, Malerin, geb. 1844 in Stuttgart. Sie malte in Wassertarben. 

Schmidt, Bernhard, Maler, geb. 21. März 1820 in Zettenim (Meckl.), f 4. 
Dec. 1870 in Niesky, Schüler von Schirmer, der Münchener und der Düsseldorfer 
Akademie, weitergebildet auf Reisen durch Deutschland und die Alpen. Er malte 
Landschaften, war als Zeichenlehrer in Rostock und Schwerin thätig und lebte auch 
in Berlin, wo er viele Entwürfe zu Kirchen schuf, z. B. einen Concurrenz-Entwurf zum 
Berliner Dom. Das Mus. zu Schwerin besitzt eine Landschaft von ihm. 

-Schmidt, Carl, Maler, geb. 1861 m Dresden, war erst Stubenmaler, dann 
Schüler der Leipziger Akademie und Kunstgewerbeschule, 1886 des Prof. Hellquist , 
1893 der Akademie Julian in Paris. Er ist in Dresden thätig und widmet sich be- 
sonders der dekorativen Malerei. Sein Plakat-Entwurf für die Leipziger Industrie- 
Ausstellung 1897 gewann den ersten Preis. 

Schmidt, Constantin, Maler, geb. 1817 in Mainz, f nach 1851, Schüler der 
Düsseldorfer Akademie (1837—41). Er malte Landschaften, z. B. Hallstadt am 
See (1842), Das Heidelberger Schloss (1845), Am Corner See (1846), Wald in der 
Mittagssonne (1850), etc. 

Schmidt, Eduard^ Maler unseres Jahrhunderts, geb. in Berlin, f 1862, Schüler 
von Blechen. Er besuchte Helgoland, die schwedische und die englische Küste 
und malte Marinen, von denen die Gal. zu Schwerin eine besitzt. — Ein Elias S. 
f 22. Aug. 1639, war Bildhauer und Bürger in Meissen. 

Schmidt, Friedrich, Baumeister, geb. 22. Oct. 1825 in Frickenhofen (Württem- 
berg), t 21. Jan. 1891 in Wien, Schüler des Stuttgarter Polytechnicums unter Brey- 
mann und Manch, erlernte dann das Steinmetzhandwerk, maass 1842 die Lieb- 
frauenkirche in Esslingen, trat 1843 unter Zwirn er in die Kölner Bauhütte und 
bestand 1856 seine Baumeister -Prüfung in Berlin. Von Köln aus wurde er 1858 
Prof. an der Mailänder Akademie und restaurirte S. Ambrogio dort. Als die Oeater- 
reicher die Lombardei verloren, wurde er Prof. an der Wiener Akademie 1859, wo 
er eine fruchtbare Thätigkeit als Lehrer und Bauender entwickelte. 1862 wurde er 
Dombaumeister und vollendete den Stephansthurm 1864 und übte als erster Vertreter 
der Gothik in Oesterreich grossen Einfluss aus. Von ihm ferner Entwurf zur Wiener 
Votivkirche (womit er den III. Preis gewann), desgl. zum Berliner Rathhaus (I. Preis, 
aber nicht ausgeführt), Lazzaristenkirche (1860 — 62 Wien), Pfarrkirche (1867 — 75 
Fünthaus), desgl. (Brigittenau), Gothische Kirche (Graz), Das akademische Gymnasium 
(Wien), Das neue Rathhaus (1872 u. ff. Wien), etc. Oberbaurath, Mitglied vieler 
Akademien, zahlreiche Orden und Auszeichnungen: 

Schmidt, Friedrich Albert, Maler, geb. 9. Dec. 1846 in Sundhausen i. E., 
t 23. Jan. 1891. Er zeichnete erst für industrielle Zwecke, widmete sich dann 1871 
aber der Malerei in München, Paris und Italien, wo er sich zuletzt unter Böcklin 
in Florenz weiterbildete. Später liess er sich in Weimar nieder und malte Landschaften. 

Schmidt, Friedrich Max Alfred, Maler, geb. 24. April 1856 in Dresden, 
Schüler dei Dresdner Akademie, liess sich in Dresden nieder und malte Bildnisse. 

Schmidt, Friedrich- Wilhelm, Goldschmied, geb. vor 1740, f ™ -Tan. 1794, 
Schüler des J. C. Wiskemann, war seit 1772 Meister der Kasseler Zunft. 



Schmidt. 209 

Schmidt, Üeorgf Goldschmied, geb. vor 1690, f 1735 in Kassel, Schüler von 
J, Jehner, seit 1703 Mitglied der Kasseler Zunft. 

Scbmldt, Georg Adam, Maler, geb. 17. Mai 1791 in Dordtrecht, f 22. März 
1844 das., Schüler von Pieter Hofman. Er malte Genrebilder. Von ihm be- 
sitst das Rijksmaseum za Amsterdam Bibellesen. Mitglied der Amsterdamer Aka- 
demie und des niederländischen Instituts. 

Sohmidt, Georg Friedrich, Kupferstecher, geb. 24. Jan. 1712 in Berlin, t 25. 
Jan. 1775 das., Schüler von G. P. Busch an der Berliner Akademie, seit 1736 von 
N. Lärm cssin in Paris, wo er 1742, obwohl Protestant, Mitglied der Akademie 
wurde; 1744 wurde er Hofkupferstecher in Berlin; 1757—62 war er in St. Petersburg 
thätig, um das Bildniss der Kaiserin zu stechen und eine» Kupferstichschule einzu- 
richten. S. ist der bedeutendste, glanzvollste Kupferstecher Deutschlands in Linien- 
matier und kommt seinen französischen Vorbildern oft sehr nahe. Seit 1762 legte 
er sich auch auf das Radieren in Rembrandts Manier und bat u. A. eine unvollendet 
hinterlassene Platte des grossen Holländers weitergeführt. Sein Werk beläuft sich 
auf ca. 140 Stiche und 150 Radierungen. Eine Anzahl der früheren Arbeiten ist 
noch mit dem Namen der Lehrer Busch und Larmessin bezeichnet Zu den besten 
Blättern geh<iren die Bildnisse August III. von Polen, Graf Evreux, Ljktour P. Mignard, 
Dr. Silva; Köpfe, etc. nach Rembrandt, Sara, Agar und Abraham, Darstellung 
Marias im Tempel, Satyr und Ziege, Simson bedroht seinen Schwiegervater (n. R. 
van Rijn), „Le thäätre Italien", Nicaise, etc. S. Leben etc. von Crayen (1789), 
Jacoby (1815), Apell (1886), Wessely (1887). 

Schmidt, Hans W., Male/, geb. 18r)9 in Hamburg, thätig in Weimar. 

Schmidt, Heinrich, Maler, geb. 1740 (? 1760 ?) in Saarbrücken f 1821 (1818?), 
stUdirte in Italien und hielt sieh hauptsächlich in Neapel auf. Er war Grossherzcgi. 
Darmstädtischer Hofmaler und hat auch alte Gemälde copirt, sowie restaurirt. Von 
ihm Jairi Töchterlein (Mus. Darmstadt), Aus der Campagna (1792) das., Adam und 
Eva hören zum ersten Mal den Donner (das.), Kallisto im Bade (das.), etc. 

Schmidt, Heinrich von, Baumeister, geb. 1850 in Köln a. Rh., Sohn und Schüler 
(1874 — 75) des Dombaumeisters Friedrich S., auch im Wiener Polytechnicum, und 
unter C. W. Hase in Hannover gebildet. Er restaurirte die Pfarrkirche zu Gelnhausen 
(1876—79), die Katharinenkirc^e zu Oppenheim (1878 — 79). Zuvor war er schon 
Bauführer am Frankfurter Dom gewesen. 1883 wurde er Professor am Münchener 
Polytechnicum. Vuii ihm ferner Marienkirche zu Kaiserslautern (1892), Johannes- 
kirche in iJarmstadt , Maximilianskirche in München ; auch kunstgewerbliche Ent- 
würfe. Med. 2. KL München 1889, Hessischer Verdienst-Ord., Bayerischer Michaels- 
Ord., etc. 

Schmidt, Heinrich Friedrich Thomas, Maler und Kupferstecher unseres Jahr- 
hunderts, geb. 1780 in Berlin, Sohn und Schüler von Johann H. S. Er war in Leipzig 
und Weimar thätig, malte in Oel und Pastell, schuf aber besonders Kupferstiche. 
Von ihm Bildnisse Schillers, Kants, Wielands, etc. 

Schmidt, Hermann, Maler, geb. 1819 in Magdeburg, war kurze Zeit Schüler 
der Berliner Akademie 1837, zeichnete Bildnisse, liess sich 1845 in Hamburg nieder 
und malte Landschaften, nachdem er Salzburg, Steiermark, etc. besucht hatte. Von 
ihm Das Bodethal (1850), Der Königssee, Winterlandschaft, etc. 

Schmidt, Hermann, Maler, geb. 12. Dec. 1833 in Hamburg, thätig das. Er 
malte geschichtliche und dekorative Bilder. 

Schmidt, Hugo Ernst, Maler, geb. 1862 (?), f 25. Juli 1899 in Berlin. Er 
malte Landschaften, Bauernbilder, ete. ist aber besonders als Kritiker (unter dem 
Namen Robert Richter) bekartnt. 

Schmidt, Izaak, Maler und Kupferstecher, geb. 11. Juni 1740 in Amsterdam, 
t 17. Mai 1818 das., Schüler von J. v. Huysum und J, M. Quinkhardt. Er 
malte erst Bildnisse, dann mit besserem Erfolg Landschaften. 1759 half er die 
Zeichenakademie in Amsterdam begründen und blieb deren Direktor bis zu seinem 
Tod. Er war auch Dichter, sowie Musiker und übersetzte ein Leben P. P. Rubens . 
Endlich hat er auch sechs holländische und eine Arkadische La'ndschaft radiert. — 
Sein Sohn Izaak Riewert S. d. J., f 26. Jan. 1826 in Delft, Schüler von A. de 
Lelie, malte Bildnisse, Wurde aber später Professor an der Ingenieur- und Militär- 
Schule zu Delft. 

Schmidt, Jean FhiHpp, s. Sobmit, Jean P. 

Schmidt, Joh. Ernst, Kupferstecher, geb. 5. Juni 1809 In Eisenach, f 20. Nov. 
1868. Er stach u. A. nach Ludwig Richter. 

AlIgemeineR KUnstl^r-Lexicon. 5. Auil. i. Band. 14 



210 Schmidt. 

Schmidt, Johaiiu treorg, Bauiaeister des 18. Jahrhunderts, f 1774 in Dresden, 
wo er die Annenkirche (1769) erbaute und an der Kreuzkirche thätig war. Von ihm 
ferner die Stadtkircbe zu Grossenbain. 

Schmidt, Johann Gottfried, Kupferstecher des 18. Jahrhunderts, geb. 1764 in 
Dresden, Schtiler von Rasp. Er schuf hauptsächlich kleinere Bildnisse, z. B. 
Prediger Retz (n. Abildgaard), Enoch Seemann, etc. 

Schmidt, Johann Hetarich, Maler, geb. 14. Febr. 1749 in Hildburghausen, 
t 28. Oct. 1829 in Dresden, Sohn und Schüler des JohannThomas S., bereiste Italien, 
Frankreich, Russland, hielt sich auch in deutschen Städten auf und wurde 1775 
Hofmaler in Dresden. Von ihm Prinzessiu Augusta von Sachsen (1783 Gal. Dresden), 
Fürstenversammlung zuPillnit«(1791), Pastall Bildnisse von Napoleon, Nelson u. A. m. 
Mitgl. der Akademie Dresden 1796. 

Schmidt, Johann Matthaeas, Baumeister und Maler, geb. 1702 in Plan, f 23. Oct. 
1754 in Prag. Er war Commissär beim Förtificationsbau in Prag und auch als 
Maler bekannt. 

Schmidt, Joseph, Maler, geb. 1767, f 1824. Er war eine Zeit lang in Frank- 
furt a. M. thätig. 

Schmidt, Jnstns Heinrieh, Goldschmied, geb. vor 1725, f 1760, Sohn und 
Schüler des Georg S., war seit 1754 Mitgl. der Zunft in Kassel. 

Sehmidt, Karl Christian, Maler, geb. 1808 in Stuttgart, f 5. Nov. 1892 das., 
Schüler von J. G. v. Mtilleiv in Stuttgart, Cornelius (1827—30) in München und 
Ingres in Paris. Er wurde Professor an der Kunstschule seiner Vaterstadt und 
gab eine Proportionslehre (1849 Stuttgart) heraus. Von ihm Verurtheilung Christi 
(1861 Mus. Stuttgart), Auferstehung Christi (1865 4}tarbild. Rottenburg). Maria und 
Johannes am heiligen Grabe (1844), u. A. 

Schmidt, Karl Samuel, Baumeister des 18. Jahrhundei-ts, f 1784. Er vrurde 
königl. Kriegs- und Domänenrath, sowie Oberbaudirektor und hat viele Kammer- 
bauten iu der Mark Brandenburg dirigirt. 

Schmidt, Leopold« Kupferstecher, geb. 16. Nov. 1824 in Prag, Schüler der 
Wiener Akademie und von Stoeker, thätig in Wien, Von ihm Illustrationen der 
Köhigshofer Handschrift, Der Fugger'sche Sarkophag in der Sammlung Schloss 
Ambras; A. Blätter nach Allegri, Ender, Geiger, Palacky, Rüben, etc. 

Schmidt, Lucien Lonis Jean Bapüste, Maler, geb. 22. Aug. 1825 iu Miellin 
(Dep. Haute-Saone), Schüler von F. Grobon, Bonnefonds und den Gebrüder 
Flandrin. Von ihm Stillleben (1857), Ein guter Schuss (1878). Angespannte 
Rinder (1882), etc.; auch Bildnisse. 

Schmidt, Martin Joh«ui, Maler und Radierer, gen. Kremser- Schmidt, geb. 
35. Sept. 1718 in Grafenwörth ^Nieder*84erreich, n. A. in Grafenstaden bei Krems), 
t am 28. Juni 1801 in Stein a. d. D., Schüler seines Vaters, eines Bildhauers, durch 
Studium alter Meister weitergebildet. Er schuf über 1000 Oelgemälde, ausser seinen 
vielen Wandbildern. Werke von ihm in der Gallerie «u Graz, in der Akademie- 
Sammlung zu Wien, in der Stadtpfkrrkirche zu Krems, etc. S. Leben von A.Mayer 
(1879 Wien). 

Schmidt, Mathias, Maler und Kupferstecher, geb. 1749 in Mannheim, f 182S 
in MOncben, wo er Direktor der Kupferstich - Sammlung wurde. Er malte Land- 
schaften, radierte sechs Blatt Hunde, A. Blätter nach F. Kobell und R. v. Rijn, 
sowie Copien von Radierungen Fyts, Dujardins. van d. Veldes, etc. 

Sehmidt, Maximilian, Maler, geb. 28. Aug. 1818 in Berlin, Schüler der 
Berliner Akademie, von BegAS, Karl Krüger und W. Schirmer. Bereiste die 
Türkei, Palästina, Egypten, die ionischen Inseln, Italien und England (1861, 1870). 
1868 wurde er Lehrer und Professor an der Weimarer Kunstschule, 1872 an der 
Akad. zu Königsberg, an der er später Direktor war. Er malte meist Landschaften 
und Architekturen. Werke von ihm in den Galerieen zu Berlin (Nat.-Gal.), Danzig, 
Köln a. Rh., Königsberg, München, (Gal. Schack), Rostock, etc. Auch Fresken im 
Neuen Mus. zu ^rlin und ein Steindruck. Gr. gold. Med. Berlin, Med. Wien; 
Mitgl. der Berliner Akad.; mehrere Orden; Dr. h. c. 1895 Königsberg. 

Schmidt, Michael Mathias, Baumeister, geb. 1626 (?) in Rotterdam, f 1692 in 
Berlin. In Rotterdam ist der Glockenthurm der Marienkirche nach seinem Entwurf 
1663 begonnen worden. Er kam dann in den Dienst des Churfürsten Friedr. Wilhelm 
und war in Berlin thätig. 

Schmidt, Ole Jürgren, Baumeister und Zeichner, geb. 18. Juli 1793 in Kopen- 
hagen, f 27. Febr. 1848 in Hamburg, Schüler der Kopenhagener Akademie (1815 



Schmidt — Schmiths. 



211 



bis 1818), weitergebildet in Italien. Von ihm Englische Kirche (Hamburg), Synagoge 
(Altona), etc. 1830 gab er Contourzeichnungen nach alten Wandgemälden, Orna- 
menten, etCv in Hercnlaneiim, Pompeji und Stabiae heraus. 

Schmidt, Oskar Friedrich, Holzschneider, geb. 3. Oct. 1825 in Weissenfele 
an der Saale, f 28. Jan. 1871 in Leipzig. Er war Schüler von H. Bürkner in 
Dresden und arbeitete nach Zeichnungen von Ludwig Richter. 

Schmidt, Beiuhold, Maler, geb. 1861 in Klein (Heilbronn), thätig in Stutt- 
gart. "Von ihm Auf Wache, etc. 

Schmidt, Theodor, Maler, geb. 22. Jan. 1855 in Stuttgart, Schüler der Stutt- 
garter Kunstschule und der Müncbener Akademie unter Lindenschmit. Er liesa 
sich in München nieder. Von ihm Carneval auf dem Lande, Flachsbrechen in 
Schwaben, Einkehr, etc. 

Schmidt, Willielm, Bildhauer, geb. 27. März 1842 in Assumstadt (Württemberg), 
studirte in Stuttgart, Hess sich in Reutlingen nieder, wo er Zeichenlehrer am Real- 
gymnasium wurde. Von ihm die Bildnissbüsten C. v. Kurtz, Herzog v Urach u. A. 

Schmidt, Willem Hendrik, Maler, geb. 12. April 1809 in Amsterdam, f 1- Juni 
1849 in Delft, Schüler von G. de Meijer. 1840 bereiste er Deutschland und wurde 
zwei Jahre darauf Lehrer an der Akademie zu Delft. Von ihm Mönche (Mus. Rot- 
terdam), Emilie von Nassau (ebenda), De Profundis (1845 Mus. Köln), Holländische 
Schulstube (Neue Pinak. München), Karl V. erhält die Sterbesakramente (Gal. Ravene, 
Berlin), etc. Niederländ. Eichenkrone, verschied. Med. ; Mitgl. des Niederländischen 
Instituts. 

Schmidt-Helmbrechts, Carl H., Lithograph und Maler, geb. 5. Juli 1872 in 
Helmbrechts (Fichtelgebirge), Schüler der Nürnberger Kunstschule. Kr war 1889—91 
als Lithograph in Fürth i. B. thätig und wurde dann Schüler von K» R a u p p und Gysis 
an der Mtinchener Akademie. Von ihm Schlaugenbraut, Zlatorog, viele Illustrationen, 
etc.; auch Radierungen. 

Scfamidt-Miohelsen, Alexander, Maler, geb. 5. Nov. 1859 in Leipzig, Schüler 
der Münchener Akademie (1880—88) und der Akadentie Julian in Paris wnter Fleury 
und Boaguereau (1884), auch von E. Jettel beeinflusst. 1892 Hess er sich in 
Berlin nieder. Er malte Genrebilder und Landschaften, auch in Wasserfarben. 

S^midt-Oppermann, Fanny, geb. Oppermann, Malerin, geb. 18. Sept. 1853 
in Dftsseldorf, Schülerin von Engelhardt und Eschke in Berlin, sowie Barth elmes, 
Fahrbacb und Kraut in Düsseldorf. 6ie malte Landschaften aus Norwegen und 
Rügen, schuf auch kunstgewerbliche Entwürfe und war als Lehrerin thätig. 

Sdunieehen, Hermann, Maler, geb. 22. Juli 1855 in Neumarkt (Schlesien), 
Schüler von Bräu er in Breslau, der Düsseldorfer Akademie unter K. Müller und 
V, Gebhardt, auch der Akademie Julian in Paris. Er war in Düsseldorf und 
London thätig, wo er die Bildnisse der Prinzessinnen Viktoria und Elisabeth von 
Hessen-Darmstadt, Prinzessin Mary of Teck, Kaiser Wilhelms I., Mad. Nordica, etc. 
malte. Von ihm ferner Traum nach dem Feste, Faustina, etc. 

Sehmiedt, Johann Georg, Maler des 18. Jahrhunderts, geb. in Plan, f 21. Sept. 
1765 in Prag, wo er thätig gewesen war. — Sein Vater Kaspar S., geb. in Plan, 
f in Prag, war ebenfalls Maler und hatte in der Pfalz gelernt. — Sein Bruder 
Paul S., Schüler des Vaters Kaspar S., malte Blumen und Früchte, später mit 
Johann 6. Altäre, etc. 

Sehmiedt, Wenzel, Maler, geb. 1694 in Plan, f 1756 das., Sohn und Schüler 
des Kaspar S. , auch in Freising und München gebildet. Er malte Bildnisse, be- 
sonders aber Fresken in böhmischen Schlössern (Trpiest) und Kirchen (Miesz, Plan, 
Czernossin, Habakladran), etc. 

Schmit, Jean Philippe, Kupferstecher und Lithograph, geb. 13. Märe 1790 in 
Paris, t nach 1832. Von ihm Steindrucke nach Bosio, Bouton, Dejuinne, Stabey etc. ; 
auch viele nach eigener Zeichnung, z. B. für „La muse romantique" und für Baron 
Taylors „La France pittoresque". Er war ferner schriftstellerisch thätig. 

Schmitten, Georg, Maler, geb. 1856 in Berucastel a. d. Mosel, Schti^-'r der 
Münchener Akademie unter HackI und Gabi, weitergebildet bei Bracht in Berlin, 
wo er sich niederliess. Er jnalte Landschaften, besonders märkische, und Küsten- 
bilder aus Norwegen, der Ostsee, etc. 

Schmiths, (Schmitz), Heinrich N., Kupferstecher, geb. 1758 in Kaiserswörth, 
t 1790 in Düsseldorf, Schüler von J. L. Krähe und J. G. Wille in Paris. Er 
wurde Professor der Kupferstichkunst in Düsseldorf. Von ihm Landschaften, auch 
Blätter nach Baroccio, Rubens, Scarsellino, etc. 



212 Schmitson — Schmitz. 

Schniitson, Tentwart, Maler, geb. 18. (28.?) April 1830 in Frankfurt a. M., 
t 2. Sept. 1863 in Wien, Autodidakt. Er kam nach Düsseldorf und Karlsruhe, 1857 
nach Berlin, besuchte 1860—1 Italien und Hess sich in Wien nieder. Er malte gute 
Bildnisse und besonders Pferdej ferner entwarf er viele Paläste und Monumente. 
Von ihm Ungarische Pferde scheuen vor einem umgefallenen Gefährte (Gal. Karls- 
ruhe), Ungarischer Stoten ■ Transport (Gal. Ravene, Berlin), Scheuendes Ochsen- 
gespann, etc. , 

Schmitt, Franz Jakob, Baumeister, geb. 5. Mai 1842 in Worms, Schüler von 
B. Harres in Darmsfadt, Adler, Arnim, Bötticher, Lucae, Spielberg und 
Strack in Berlin, endlich von F. Schmidt ia Wien. 1865—66 besuchte er Italien. 
Er Hess sich 1875 in Frankfurt a. M., 1886 in Karlsruhe, 1894 in München nieder. 
Von ihm Ostgiebel am Dom zu Speyer (1869—74), Hallenkirche zu Zweibrücken, Peter- 
und Paulskirche in Geinsheim (1870—74'), viele Privat- und Geschäftshäuser in Frank- 
furt a. M., Liebfrauenkirche in Karlsruhe, St. Rochuskapclle in Mingolsheim, etc. Er 
war auch schriftstellerisch auf dem Gebiet der Baukunde thätig. 

Schmitt, Gnido, Maler, geb. 1884 in Heidelberg,. Sohn und Schüler eines 
G. Philipp S., weitergebildet in Frankreich und Italien. Er ging nach Schottland, 
wo er viele Jahre als Bildniss- und Historienmaler thätig war. Von ihm Königin 
Viktoria, Herzog von Buccleugh und seine Familie, Allegorie auf die Ruperto- 
Carola, etc. Med. London 1873. 

Sobmitt, Nathau^el, Maler, gel. 1847 in Heidelberg, Sohn und Schüler eines 
Georg Ph. S., auch auf der Karlsruher Kunstschule und auf Reisen nach England, 
Holland, Oesterreich, Paris, sowie besonders Rom gebildet. 1881 — 86 war er in Saar- 
brücken thätig, seit etwa 1888 in Karlsruhe. Er besuchte später Griechenland und 
Constantiuopel. S. malte meist Bildnisse, ferner: Die kleine Festjungfer, Orangen- 
verbäuferiu, etc. 

Schmitt, WillielsM, Maler, geb. 1830 in ßuchbeim, thätig in Karlsruhe. Er 
malte. Thierbilder, z. B. Kaninchen und An der Tränke. 

Schmitt-Sclienbh, Maria, Malerin, geb. 20. Aug. 1837 in Baden, studirte in 
Italien, Karlsruhe und München. Sie Hess sich in München nieder und malte Historien 
für Kirchen in Kirrlach bei St. Leon, Mauer bei Heidelberg, Wieblingen am Neckar, 
Elfingen bei Pforzheim, Ziegelhausen bei Heidelberg, etc.; auch Cartons zu Glas- 
fenstern für die Liebfrauenkirche zu Karlsruhe, Aquarelle, etc. 

Schmitz» (Schmitz- Crolenburgh), Adolpb, Maler, geb. 4. Juni 1825 in Darm- 
stadt, t 18. MÄrz 1894 in Düsseldorf, Schüler des Städerschen Instituts in Frank- 
furt a. M., weitergebildet an französischen und belgischen Meistern. Von ihm Das 
Scherfleiu derWittwe (1854), Jahrmarktlotterie (1861), Tbeatervorhang für das Stadt- 
theater in Düsseldorf, Geschichtliche Wandgemälde im kleinen Gürzenichsaal zu 
Köln a. Rh., Deckengemälde im Pal. Pringsheim zu Berlin, desgl. im Haus Thiele- 
Wiükler das., Fries im IVfalkasten zu Düsseldorf, etc.; auch Shakspere-IUustrationen. 
Prof.; Hohenzollern-Ord. 

Schmitz, Aiitoine Ouillannie, Maler geb. 24. Mai 1788, f nach 1849, Schüler 
von Gros und der Ecole des bcaux-arts. Von ihm Metamorphose des Driop (1814), 
Der Vielfrass (1850), etc.; auch Bildnisse. 

Schmitz, Antou, Maier, gob. 2. Juli 1855 in Grimlinghausen (Rhein-Provinz), 
Schüler von Deikei- (1876) in Düsseldorf, nachdem er zuvor Kaufmann, Porzellan- 
maler, 1874 in Weimar Dekorationsmaler gewesen war. Er malte Thiere und Jagd- 
scenen. 

Schmitz, Bruno, Baumeister, geb. 21. Nov. 1858 (n. A. 29. Nov. 1859) in 
Düsseldorf, Schüler der Düsseldorfer Akademie, war erst in Leipzig, seit 1886 in 
Berlin thätig. Er wurde Professor. Von ihm ein Vittorio Immanuele-Denkmal in 
Rom (nur Entwurf), das Nationaldenkmal in Indianapolis (Ind., U. S. A.), das Kaiser 
Wilhelm-Denkmal anf dem Kyffhäuser, das Künstlerhaus in Amsterdam, das Mus. zu 
Linz, das Bankgebäudo in St. Gallen, das Mus. zu Stockholm, die neue Synagoge in 
Berlin, etc.. Das Denkmal an der Porta Westphalica, desgl. am Deutschen Eck. 
Verschiedene Preise. 

Schmitz, Ernst, Maler, geb. 27. Febr. 1859 in Düsseldorf, Schüler der Akademie 
das. und Fr. Kellers in Stuttgart, weitergebildet in München. Er malte erst in 
Karlsruhe, Freiburg i. B., Stuttgart und München Bildnisse, später Bauern- und Kinder- 
Bilder in München. 

Schmitz, Franz, Baumeister, geb. 8. Nov. 1832 in Köln, + 8. Aug. 1894 in 
Baden-Baden, Schüler von Friedrich Schmidt und dessen Nachfolger am Kölner 



ScEmitä! — Schmutzer. 213 

Dombau. Er erbaute Kirchen zu Hückeswagen, Aarhus (Dänemark), Kopenhagen (mit 
Hospital), Speidorf, Odenkircheu, Solingen u. A.; auch Profanbauten, z. B. Die Ge- 
werbebank zu Köln. Er erneuerte auch die alten Kirchen St. Severin, St. Gereon, 
St. Ursula zu Köln und das Münster zu Bonn. 1884 wurde er Diöcesanbaumeister 
zu Köln und blieb es bis 1891, obglieich er schon am 1. März 1890 zum Dombau- 
meister von Strassburg ernannt wordfen war. Er veröffentlichte ein grosses Werk 
über den Kölner Dom (1880 mit bist. Text von Dr. Ennen), was die Dombauver- 
waltung eine Zeit lang zu verhindern suchte. Mitglied der Berliner Akademie. Preise 
für Entwürfe 1864 Sachsenhausen bei Frankfurt a. M. (Kirche), 1867 Paris, Welt- 
ausstellung. 

Schmitz, Heinrich, s. 8chmiths. 

Schmitz, Hermann, Maler, geb. 1812 in Düsseldorf, Schüler der dortigen 
Akademie (182G— 30). Von ihm Im Kloster, Der Alchytnist, Goldschmied mit 
Lehrlingen (1837), et^:. 

Schmitz, Johann Jakob, Maler, geh*. 1724 in Köln a. Rh., f nacn 1796. Er 
wurde Hofmaler und schuf Historien, besonders aber Bildnisse. — Sein Sohn Franz 
Hieronimns S. wurde 1774 Meister und schuf Bildnisse. 

Schmitz, Johann Joseph, Zeichner und Maler; geb. 1784 in Hannover, f nach 
1815, SchüTer von B. Wolff in Amsterdam. Er schuf Landschaften, etc. und ging 
1816 in Staatsauftrag nach Java. 

Schmitz, Josef, Baumeister, geb. 8. Nov. 1860 in Aachen, Schüler von Franz 
S.-, 1881—88 von Hauberrisser in München. Er restaurirte bez. baute an S. 
Sebäld in Nürnberg, S. Adalbert in Würzburg, Pfarrkirchen in Aschatfenburg, Ge- 
münden, Wörth, etc. 

Schmitz, Michael Hubert, Maler, geb. 1851 (?), f 14. Jan. 1898 in Aachen. 
Er wurde Hofmaler. 

Schmitz, Peter, Baumeister, geb. 1760 (?), t 24. Aug. 1822 in Köln a. Rh., 
wo er 35 Jahre lang städtischer Werk- und Baumeister gewesen war. 

Schmitz, Phil., Maler, geb. 1824 (?), f 16. Mai 1887 in Düsseldorf, wo er 
thätig gewesen war und Bildnisse maltö. Ihm verdankt der Düsseldorfer Malkasten 
B^en Namen. 

Schmitzberger, Joseph, Maler, geb. 28. Jan. 1851 in München, Schüler von 
K. Otto und der Akademie zu Mönchen, thätig das. Von ihm Reinecke vor der 
Staffelei, Jagender Wanderfalk, Zu heiss, viele Katzenbilder, etc. 

Schmölze, Karl Hermann, Zeichner und Maler, geb. 1828 in Zweibrücken, 
t nach 1847 in Amerika. Er wurde durch Zeichnungen für die Fliegenden Blätter 
bekannt, S. betheiligte sich am Aufstand In der Pfalz 1848 und musste über Paris 
und London nach Amerika flüchten. 

Schmntb^ Thomas Talentin, Maler des vorigen Jahrhunderts, f "^ö- Juni 1749 
in Prag, wo er thätig war. 

Sohmntz, Onstave, Maler, geb. in Colmar i. E. Von ihm besitzt das dortige 
Museum als Geschenk ein Oelgemälde Päonien und eine farbige Kreidezeichnung 
Heilige Familie nach A. Angeli. 

Schmntz, J. Johann Rudolph, Maler geb. 1670 in Regensperg (Kanton 
Zürich), t 1715 in London, Schüler von M. Fuessli d. J., warf sich auf die Bild- 
nissmalerei und wurde in London, wo er sie ausübte, von Kneller beeinflusst. Seine 
Frauenbildnisse wurden gelobt. 

Schmatzer, Ferdinand, Maler uiid Radierer, geb. 1870 in Wien, Schüler der 
dortigen Akademie unter W, Unger, weitergebildet während eines zweijährigen 
Aufenthalts in Holland. Von ihm Entdecktes Geheimniss, Im Herbste, u. s. w. 

Schmntzer, Jakob, Kupferstecher, geb. 5. April 1733 in Wien, f 2. Dec. 1811 
das., Sohn des Andreas S., nach dessen Tod M. Donner ihn die Baukunst studiren 
Hess. Er war erst in Ungarn als Bauzeichner thätig, widmete sich wieder in Wien 
dem Stich und wurde 1762 als k. k. Pensionair Schüler Will es in Paris. 1766 
kehrte er nach Wien zurück, brachte den Kupferstich zu Ehren und wurde Direktor 
der neugegründeten Stecher-Akademie, Von ihm S. Ambrosius und der Kaiser 
Theodosius (nach Rubens), Mucius Scaevola (nach dems.), Ulysses entreisst der 
Andromache ihren Sohn (nach Prinz Albert von Sachsen-Tetschen), Fürst Kaunitz 
(dreimal nach Hagenäuer u. A.); A. nach du Greux, Ruthardt, Suijders, etc. 

Schmntzer, Johann Adam, Kupferstecher, geb. um 1700 in Wien, f 1739, 
Sohn eines Graveurs. Er stach Einiges nach Gemälden der Wiener Museen, 
Bildnisse, etc. 



314 Schmutzer — Schneider. 

SehiQtttzer; Joseph, Kupferstecher, geb. um 1700 in Wien, f 1740, Bruder des 
Jobann A. S. und des Andreas S. (f 1741), mit welch letzterem er fast immer zu- 
sammen arbeitete, so dass sie ihre Werke gemeinschaftlich Jos. Andr. S. oder Andr. 
Jos. S. bezeichneten, je nachdem der Eine oder der Andere den gtösseren Antheil daran 
halte. Von ihnen Die drei Deciusbilder in der Gal. Liechtenstein (nach Rubens), 
Questenberg (nach Seybold), Gräfin Questenberg (nach Auerbach), Karl VI., etc. 

Schmntzer, Joseph, Maler und Lithograph, geb. 1806 in Wien, f 1837, Schfkler 
der dortigen Akademie. Seine Lithographien wurden gelobt; von Oelbildern nennen 
wir Papst Leo vor Attila und Leopold VI. auf den Mauern von Ptolemais. 

Scbmuz-Bandiss, Theodor, Maler, Zeichner und dekorativer Künstler, geo. 
4. Äug. 1859 in Herrnbut, Schäler von Prof. Linde nach mit auf der Mnnchener 
Akademie. S. lieferte viele Illustrationen (z. B. für Gerlach und Schenk und die 
Mfinchener „Jugend") auch Historien etc. Während eines verregneten Sommers (1896) 
in Diessen, verbrachte er, weil er nicht draussen malen konnte, die Zeit, in einer 
Dorftöpferei. In der Folge erlernte er das Drehen, Malen und Brennen von Fayencen, 
(später von Porzellan) ganz von selbst, entwickelte hierin eigene Phantasie und Formen^ 
80 dass seine Arbeiten bald zu den gesuchtesten wurden, in einer Zeit die gerade 
auf diesem Gebiet an anderen Städten Deutschlands und im Ausland viel Gutes ent- 
stehen liess. Viele Proben gelangten in verschiedene Kunstgewerbe-Museen Deutsch- 
lande. Neuerdings wandte er sich auch anderen kunstgewerblichen Zweigen, Möbeln 
Intarsien, etc. zu. Goldepe Med. Dresden 1899. 

Schmazer, s. Schmntzer. 

Sohnapbait, Abraham, Maler, geb. 2. Nov. 1651 in Leiden, f 1. Sept. 1691. Er 
wurde Anhalt-Dessauischer Hofmaler, und malte Bildnisse sowie Gesellsch^ftsstücke 
in der Art des Mieris. Vier seiner seltenen Werke befanden sich in der ehemal. 
Galerie Nassau-Oranien und wurden mit dieser an die Familien-Mitglieder des Hauses 
^ertheilt. 

Schnars-Alqaist, Hugo, Maler, geb. 29. Oct. 1855 in Hamburg, Schüler von 
H. Gude in Berlin, auf Reisen weitergebildet. Die deutsche Kunstgenossenschaft 
schickte ihn zur Weltausstellung nach Melbourne und Chicago. Von ihm Schiflf- 
brüchige, Stranduug des Cosmopolitan, Nordseefischer, etc. Gold. Med. Victoria 
(Australien); Roth. Adler Ord. IV. KI. 

Sehnatzler, Johann Ulrich, Maler, geb. 1704 in Schafifhausen, f 1763. Er 
malte mit Geschick Bildnisse, versuchte sich auch in der Plastik, führte aber einen 
schlechten Lebenswandel. 

Schnebbelie, Jacob C, Kupferstecher und Illustrator, geb. 1760 in London, 
t 1792 das. Er war erst Kaufmann, wurde dann Zeichenlehrer und hat viele topo- 
graphische und archäologische Werke illustrirt, sowie Radierungen und Aquatinten 
dafür geschaffen (z. B. für das Gentleman's Magazine und für Morris' Monastic 
Remains). — Sein Sohn Robert Bremmei S.j f um 1849, zeichnete ebenfalls für 
das Gentleman's Magazine und andere Zeitschriften. Er soll verhungert sein. 

Schnee, Hermann, Maler, geb. 5. Sept. 1840 in Treuenbrietzen, studirte in 
Düsseldorf unter Gude, auch in Karlsruhe und gründete nach 1867 in Berlin eine 
Malschule für Damen, hauptsächlich für Landschaftsmalerei. Von ihm Hubertusjagd 
im Grunewald, Potsdam, Mühlen im Juragebirge, etc. Die Nat.-GaL Berlin besitzt 
Aquarelle von ihm. 1893 wurde er kgl. Prof. 

Schneider, F^licie, geb. Fournier, Malerin, geb. 28. Dec. 1831 in Saint- 
Cloud (D^p.-Seine-et-Oise), Schülerin ihres Vaters und von L. Cogniet, Gemahlin des 
Louis A S. Von ihr Bildnisse, Genrescenen und Landschaften in Oel und Aqoäriell. 
Med. 1870. 

Schneider, Franz, Bildhauer, geh. 1823, studirte u. A. an der Berliner Akademie 
und siedelte nach Leipzig über. Er lieferte, vielfach in Holz, Altäre und Kanzeln 
für Kirchen in Borna, Dahlen, Holmstädt, Huttenburg bei Meissen, Kallenberg, 
Schoeneck, Staucha, etc. 

Schneider, Heinrich Jnstns, Maler, geb. 1811 in Koburg, Schüler von Schnorr 
in München, weitergebildet in Rom. Er wurde Professor in Gotha. Von ihm Der 
sächsische Prinzenraub (1848), Das Wunder der Hl. Elisabeth, etc. Auch Illustrationen 
zu Heys Das Kind von der Wiege bis zum Grabe und dem Leben des Herzogt Ernst 
des Frommen, etc. 

Schneider, Hermann, Maler, geb. 16. Juni 1846 in München, Schüler der 
MüDchener Akademie und vonPiloty. 1866 und 1875 besuchte er Italien. Von ihm 
Venus mit Liebesgöttern (1878 Mus. Leipzig), Karls V. Zug nach dem Kloster 



Schneider — Schnitzler. 215 

Yuste, Bilduisse, Illustratieuen, etc. Für die Drachenburg a. Rh. malte er 12 
Bachus-Bildcr; für ein Diorama das Bad einer römischen Kaiserin. 

Schneider^ Rngo, Baumeister und Maler, geb. 12. März 1841 in Kassel, wo 
er Prof. an der Akademie wurde. Von ihm der Löwenbrunnen am Friedrich 
Wilhelmsplatz das. 

Schneider, Jobann Kaspar, geb. 1754 in Mainz, f 1839, Schüler von Hei- 
(leloff, meist aber Autodidact, Er war in Erfurt, Mannheim, meist in Mainz thätig 
und malte Altarbilder, Bildnisse und Landschaften. Von ihm Mondlicht im Wald 
(Mus. Darmstadt), Alt* Burg am Rhein (Neue Pinak. München), Nacht im Walde 
(1786 Gal. Oldenburg), etc. — Sein Bruder Georg S. war autb Landschaftsmaler. 

Schneider, .Josepb, Glasmaler des 18. Jahrhunderts, geb. in Geisslingen, t 1790 
in Frankfurt a. M., wurde aus Ulm von den zünftigen Malern vertrieben und liess 
sich dann eine Zeit lang; in Söflingen nieder. Er malte Bilduisse, Historien und Land- 
schaften auf Glas, z. B. Jean Gala« nach Chodowieck. — Sein Vater Leonbard S. 
war in Ansbach uud Ulm als Bildnissmaler thätig. 

Schneider, Lisbeth Selma, Holzschneiderin, geb. Ib. Juli 1854 in Dresden, 
Schülerin von H. Btirkner das. Sie schnftf u. A. nach L. Richter. 

Schneider, Lonis. Amable» Maler und Kupferstecher, geb. 18. Oct 1824 in 
Paris, war erst bis 1863 Kupfersteeher, dann Schüler von Drolling und Fouruier. 
Von ihm Krönung der Jungfrau (1861 nach H. Flandrin in S. Paul zu Nimes), Der 
Schulweg (1815), Der erste . Schmerz (1869), Dienstmädchen in der Bretagne (1882;, 
etc. Med. 3. Klasse 1861 (für den genannten Stich). — Ein N. N. S., geb. in 
BrabaDt, war als Landschaits- und Vogelmaler im 18. Jahrhundert thätig 1753 war 
er Mitglied der Pictura- Gesellschaft im Haag und ging danii nach Amsterdam. 

Schneider, Oskar Albin, Holzschneider, geb. 28. Juni 1852 in Dresden, Schüler 
von H. Bürkner das. Er hat u. A. nach L. Richter gearbeitet. 

Schneider, Sascha (Alexander), Maler und Zeichner, geb. 21. Sept. 1870 in 
St. Petersburg, Schüler der Dresdener Akademie. Er malt Athleten unter allen 
denkbaren Vorwänden. Von ihm eine Art Jüngste?. Gericht (Johanneskirchc, Kollo- 
Meissen), Das Gefühl der Abhängigkeit, Judas Ischariot, etc. 

Schneider-Didam, Wilhelm, Maler, geb. 14. Mai 1869 in Altenhunden (West- 
pbalen), Schüler Uer Düsseldorfer Akademie seit 1888, machte Studienreisen nach 
Belgien, Frankreich, Holland, Italien und liess sich in Düsseldorf als Bildniss- 
maler nieder 

Schneiders tan Greljffenswert, Bonifacins Cornelis, Maler, geh 21. üct. 
1804 in Zierikzee (Zeeland), Schüler von A. J. Couwenberg, auf Reisen nach 
Belgien und Deutschland (1829) und der Schweiz (1836) weitergebildet. Er war auch 
Doktor der Rechte. S. malte Landschaften. 

Schneidt, Maxi Maler, geb. 1858 in Geisenfeld, thätig in München. 

Schnell, Lndwig Friedrich (?), Kupferstecher, geb. 1790 in Darmstadt, f 14. 
Juni 1834 in Karlsruhe, Schüler vou Haldenwang. Von ihm Das Münster iu 
Strassburg i^nacL einer Zeichnung von A. v. Bayer), Das Münster in Freiburg nach 
dems.), Sechs Ansichten von Mannheim (nach E. Fries), etc. — Ein Jobann S,, 
Bilduissmaler von Basel kam um 1720 nach England und starb in Bristol. 

Scbnellboltz, (Scbnellholtz), Gabriel, Zeichner und Kupferstecher (?) des 16. 
Jahrhunderts, geb. 1536 in Wittenberg (n. A. in Merseburg). 1562/63 veröffentlichte er 
Werke in Wittenberg, scheint also auch Drucker und Buchhändler gewesen zu sein. 

Schuetz, Jean Victor,. Maler, geb. 14. April 1787 in Versailles, f ^6- -^ärz 
1870, Schüler von David, Regnault, Gros und Gerard. Später kam er nach 
Italien, wurde 1840 Direktor der französischen Akademie in Rom, lebte 1847—52 iu 
Paris, 1852—66 abermals als Direktor in Rom und kenrte 1866 nach Paris zurück. 
Von ihm Tod des General Colbert (1810 Mus. Dquai), Der General Condiö in der 
Schlacht von Senef u. A. (Mus. Versailles), Esther und Mardochai (Mus. Airas), 
Begräbnisözug eines jungen Märtyrers iu Rom (Mus Nantes); A. in den Gal. zu Amiens, 
Havre, Valencieuues, etc., auch in Kirchen. Med. 1. Kl. 1819, 1855, Kr. d. Ehrenl. 
1825, Offiz.-Kr. 1843, Comm.-Kr. 1846; Mitgl. d.Just 1837; Gregors-Ord. 

Sohneyder, Zeichner, geb. 1730 (?), f 1818 in Vienne (Dep. Isfere), wo er Prof. 
an der Zcichenschule war. 

Schnitzer, Jehaitiii Holzschneider des 15. Jahrhunderts. 1486 erschien zu Ulm 
eine Karte" zum Ptolemaeus, auf die er zehn Köpfe geschnitten hat. 

Sobnitzler, Fritz, Maler, geb. 1851 iu Tönisheide bei Elberleld. Er war in 
Düsseldorf thätig. Von ihm Marktsceue, Im Concerthaus, etc. 



216 Schnitzipr — ."bf^hnorr, 

Sehnitzler, J. Michael, Maler, geb. 24. Sept. 1782 in Neustadt (Oberpfalz), 
t 1. Oct. 1861 in München, Sohn eines Malers, kam mit 18 Jahren nach Augsburg, 
malte in Oel und auf Glas, studirts an der Akademie weiter. Er war darauf in 
Stuttgart, Ulm und zuletzt in München als Decorations- und Thiermaler thätig und 
■wurde Hoftheatermaler. Von ihm Todes Federvieh (Neue Pinak. München), Geier 
eine Taube tödend (1860 ebenda). Ausländische Vögel (Gal Schieissheim), Reb- 
hühner (Nat.-Gal. Berlin), etc. 

Schnitzäpahn, Christian, Medailleur, geb. 1829 in Darmstadt, f 15. Juli 1877 
das., Sohn und Schüler eines Goldschmieds, studirte in Hanau weiter und wurde 
dann Schüler von Halbig am Polytechnicum, sowie Widnmann an der Akademie 
in München, endlich noch von K. Fischer an der Berliner Akademie. Ein Jahr 
verblieb er bei Wyon in London und war dann als Münz- und Hofgraveur in seiner 
Vaterstadt thätig. Von ihm Medaillen auf die Vollendung des Lutherdenkmals in 
Worms, auf den Geschichtsschreiber Schlosser und viele andere Bildniss-Medaillen, 
etc. Prof., Ehrenmitglied der Wiener und St. Petersburger Akademie; zahlreiche Orden. 

Schnizer, Joseph von, Maler, geb. 19. März 1792 in Weingarten bei Ravens- 
burg, t 30. April 1870 in Stuttgart, Schüler der Münchener Akademie und während 
seiner Soldatenzeit von Seele in Stuttgart, 1815 trat er aus dem Offiziersstand und 
widmete sich ganz der Malerei. Zuerst schuf er Soldatenbilder und wurde Hofmaler, 
musste diese Stelle aber aufgeben, als er 1833 liberaler Abgeordneter wurde. Von 
da ab malte er Bildnisse. 

Schnorr, Johann Daniel, Bildhauer, geb. 1718 in Frankfurt a. M., f 1784. 
Von ihm Marmorgrabmal Graf Solms (1779 Kirche zu Rödelheim), Steinmetz (an 
einem Hause am Markt, Frankfurt a. M.), etc. 

Schnorr, Johann Georg Friedrich, Bildhauer, geb. 1755, t 1811, Sohn des 
Johann D. S. Er war in Frankfurt a. M. thätig und schuf besonders Bauverzierungen. 

Schnorr Ton Karolefeld, Johann Veit, (Veit, Hans), Maler und Radierer, geb. 
11. Mai 1764 in Scbneeberg (Sachsen), f 30. April 1841 in Leipzig, Schüler der 
dortigen Akademie unter Oeser, nachdem er zuvor die Jurisprudenz studirt hatte. 
1788 zog er nach Königsberg, kehrte 1790 nach Leipzig zurück, besuchte 1802 Wien 
und Paris, wurde 1803 Lehrer, 1816 Direktor und Professor an der Leipziger Akademie. 
Er hat Bildnisse und Miniaturen gemalt und viele Illustrationen zu Dichterwerken 
geliefert, Landschaften u. A. radiert. Das Leipziger Museum besitzt von ihm ein 
männliches Bildniss und Die Jünger heilen Kranke. 

Schnorr von Karolsfeld, Julias, Maler und Zeichner, geb. 26. März 17Ö4 ir 
Leipzig, f 24. Mai 1872 in Dresden, Schüler seines Vaters Johann V. S., 1811 der 
Wiener Akadeinie, später von Ferd. Olivier beeinflusst. 1817 studirte er die alte 
Kunst in Florenz, 1818 in Rom. Dort malte er 1822—27 Fresken zum Ariost in 
der Villa des Marchese Massimi. Er besuchte auch Sicilien. 1827 kam er. als Pro- 
fessor an die Münchener Akademie und malte nun einen Cyclus zum Nibelungenlied 
in den unteren Sälen der Münchener Residenz, dem 1835 — 42 Bilder aus dem Leben 
Karls des Grossen, Barbarossas und Rudolfs v. Habsburg im sogen. Saalbau das. 
folgten. 1848 wurde S. Akademie-Direktor und Galerie-Direktor in Dresden. 1851 
besuchte er London und nun begann er seine Hlustrationsthätigkeit, H'nrin er eigent- 
lich Grösseres als wie mit dem Pinsel leistete. Durch seine allbelta'vnp Bibel in 
Bildern weht ein grosser Zug; wenn er auch etwas pathetisch leer und conventionell 
zeichnet, so beherrscht er doch die Form und den Gesichtsausdruck, führt einen 
energischen, ausdrucksvollen Strich und trachtet nach einer stilisirten Schönheit, für 
die uns neuerdings das Verständniss wieder etwas zurückkommt. Wir nennen von 
ihm ferner Erlkönig (Schack- Gral. München); Bekehrung Pauli u. A. (Gal. Dresden), 
Luther in Worms (Maximilianeum, München). A. Gemälde in den Gal. zu Basel, 
Berlin (Nat. Gai. und Gal. Raczyneki), Frankfurt a. M., " Karlsruhe, Köln a. Rh., 
Leipzig, München (Neue Pinak.), etc., im Dom zu Naumburg, in der Paulskirche zu 
London (Glasgemälde, Entwurf hierzu im kgl. Kupferstich -Kabinet, Dresden). Mitgl. 
vieler Akad.; Grosskreuz des Albrecht-Ord. 

Schnorr von Karolsfeld, Ludwig Ferdinand, Maler, geb. 11. Oct. 1788 in 
Königsberg (Preussen), f 13. April 1853 in Wien, Schüler seines Vaters Johann V. S., 
auch der Akademie in Wien, wo er sich niederliess und in der Folge I. CustoB am 
Belyedere wurde. 1834 hatte er München, die Alpen uud Paris, 1837 Dresden, 
Weimar und Norddeutschiand besucht. Er malte romantische Illustrationen zu 
Dichterwerken, auch. Historien und Landschaften. S. hat auch Mehreres radiert und 
auf Stein gezeichnet. Von ihm Greis in altdeutscher Tracht (Gal. Dresden), Mephisto 



SchnOge — Schoen. 21 < 

und Faust u. A. (k. k. Mu8«en Wien), Der Herzog von Reichßtadt (Zeichnung); A. 
in den Gal. zu Gotha, Ipnsbruck, etc. 

Schnflge, Angngt, Holzschneider, geb. 4 Juni 1870 in Braunschweig, Schüler 
des Polytechnicums das. und der Anstalt IL. Knesing in München, wo er sich 
niederliess und nach Karazin, Röchling, etc. auch grosse Bildnisse schnitt. 

Schnflr, Marie, Malerin, geb. 19. Feb. 1869 auf dem GutWegezin bei AnK^am, 
Schülerin von C. Fehr in Berlin, Schmidt-Reutte in München und Prof. Dürr. 
Sie malte vielfach Bildnisse in Pommern und Mecklenburg. Von ihr ferner Finale, 

Schöbe, Haiis, Maler des 16. Jahrhunderts, f 1510 in Graz. Ihm werden 
Fresken, an der Aussenseite des Doms dort, zugeschrieben. 

Schobelt) Paul, Maler, geb. 9. März 1838 in Magdeburg, f 2. Mai 1893 m 
Breslau, Schüler der Akademien zu Düsseldorf, Berlin und Paris, weitergebildet unter 
Gleyre in Paris; erhielt vom preuss! sehen Staat ein Stipendium zum Aufenthalt in 
Italien; später liess er sich in Breslau nieder, wo er 1882 Lehrer, später Professor 
an der Kunstschule wurde. Von ihn Venrus und Bellona (Nat.-Gal. Berlic), Triumph 
des Genius, Raub der Proserpina, Bildnisse, etc. Im Festsaal des Kultusministeriums 
malte er die Deckenbilder. 

Schober, Johann Wilhelm, Maler des 17. Jahrhunderts, thätig in Zittau und 
Dresden. 1675 staffirte und vergoldete er den Altar der Kirche zu Zittau. Zwei 
Miniaturbildnisse von ihm im Historisoben Museum zu Dresden, Churfürst Johann 
Georg IV. im Mus. Schwerin. 

Schöbel, Georg, Maler, geb. 10. Oct. 1858 (1861?) in Berlin, Schüler der 
Berliner Akademie. Von ihm Sommertag, Weihnachtsmarkt, Schwere Wahl, etc., 
äuco viplf* TU iistrfitionpn 

Sehoebl, Johann, Baumeister, geb. 26. Juni 1823 in Tschernhausen (Böhmen), 
t 20. Dec. 1870 in Graz, studirte in Prag und Wien. 1855-1870 war er bei der 
Baudirektion in Graz thätig. Von ihm Das Zellengefängniss in Carlau, Privat- 
bauten in Graz, etc. 

Schöd!, Max, Maler, geb. 2. Febr. 1834 in Wien, 1854 Schüler der Wiener 
Akademie, weitergebildet bei F. Friedländer. Er besuchte Italien, London und 
Paris und malte Stillleben, von denen sich zwei in den Wiener Mus., eins in der 
Neuen Pinak. zu München befinden. Med. Wien 1873, Sidney 1879. 

Schödlberger, Johann Nepomnh, Maler und Radierer, geb. 1779 in Wien, 
t 26. Jan. 1853 das., Autodidakt, an Cl. Gel^e und N. Poussin gebildet. 1813 
wurde er Mitglied der Akademie, 1817 besuchte er Italien. Von ihm Ansicht des 
Traunfalls u. A. (1821 Wiener Mus.), Wasserfall bei Tivoli, Landschaft (Gal. Graz), etc. 

Schoeff, (Schuylf), Jan Pietersz, Maler, geb. 1609, f nach 1660 im Haag(?), 
thätig seit 1638 im Haag, wo er 1641 die Bürgerrechte erhielt. Er malte Land- 
schaften in der Art des v. Goyen, oder des P. Molijn und J. v. d. Hagen, z. B. 
Wald mit Wanderern (1651 Gal. Schwerin), Die grosse Eiche (zugeschrieben, Gal. 
Haag); A. in Privatbesitz zu Amsterdam, Aachen und im Haag. 

Schöffer von Ettersheim, s. Sohäffer, Hans Jacob (unter Gusti S.)« 

Schoell, Johann Ab]5ahaui, Maler und Goldschmied, geb. 29. Mai IT.^3 in 
Frankfurt a. M., f 24. Aug. 1791, wurde 1769 Mitgl. der Goldschmiede-InnL-: g in 
Frankfurt a. M. Er schuf Medaillen, malte Miniaturen, etc. 

Soboemaker, Andries, Zeichner, geb. 9. Oct. 1660 in Amsterdam, f 23. Dcc. 

1735 das. Er war mehr als Münzkuudiger und Sammler denn als Künstler bekannt. 
Schoemaker, Gerrit, Zeichner, geb. 5. Sept. 1692 in Amsterdam, t 18. Oct. 

1736 das., Sohn des Andries S. Er zeichnete viele vaterländische Monumente, etc. 
nach der Natur und auderen Meistern. 

Schoemaker, Jacob, Bildhauer des 18. Jaürhunderts, geb. in Breda, f 1739 
(1740 ?). 1719 wurde er Meister der Gilde im Haag, brachte es aber trotz seines 
Talents, wegen schwacher Gesundheit zu wenig. 

Schoemaker-Doyer, Jakob, Maler, geb. 24. Juni 1792 in Krefeld, f 9. Juni 
1867 in Zütphen, Schüler von S. Andriessen und besonders von J. vanBree. Er 
malte Historien, Bildnisse und Genrebilder. Drei Gemälde von ihm besitzt das 
Rijksmuseum zu Amsterdam. 

Schoen, Barthel, s. Schonganer. 

Schoen, Erhard, Maler und Holzschneider des 16. Jahrhunderts, thätig zwischen 
I5i5 und 1550 in Nürnberg. 1538 und 1542 gab er eine Proportionslehre heraus. 
Votf seinen Holzschnitten nennen wir die 62 Blatt zum Hortulus Animae (1518), 



218 Schoen — Schoener. 

36 Bl. zur Proportionslebre, einen grossen Rosenkranz mit der Dreifaltigkeit, Blätter 
ftlr den deutschen Vitruv und für Rivius' Architekturwerk. — Ein anderer Erhard S, 
wird als Maler des 15. Jahrhunderts zu München aufgeführt, der 1486 dort Vorstand 
1er Zunft war und um 1475 einö Kreuzigung für die Frauenkirche malte. 

Schoen, Engen, Maler, geh. 18. Oct. 1863 in Stuttgart, Schüler der dortigen 
Kunstgewerbeschule und Akademie, thätig das. nach Studienreisen durch Frankreich 
und Italien. Yon ihm Deckenbilder im Carolatheater zu Leipzig und im Königin 
Olgabau zu Stuttgart, Bildnisse, etc. 

Schoen, Friedrich Wilhelm, Maltr, geb. 1810 in Worms, f 1868 in München, 
lernte 1826 die Lithographie in Darmstadt, war 1830 — 31 in Karlsruhe als Lithograph 
thätig und wurde 1832 Schüler der Münchener Akademie. Auch hier lithographirte 
er erst, malte dann Genrebilder (besonders Beleuchtungsscenen) und socialpolitische 
Bilder. Von ihm Sonntag Morgen im Schwarzwald (1846 Mus. Darmstadt), Unter- 
haltung in der Bauernstube (1849 Neue Pinak., München), Künstlergesellschaft im 
Stubenvoll in München, etc. 

Schoen, Johann Georg, Bildhauer, getauft 19. Aug. 1680 in Frankfurt a. M., 
begr. 27. April 1740 das. Verschiedene Figuren von ihm an Aussenseiten von 
dortigen Häusern, z. B. Ecke Schnur- und Kornblumengasse, Ecke Fahr- und 
Töngesgasse, etc. 

Schoen, Luise, Malerin, geb. 1848 in Wien, thätig das. Sie malte Blumen. 

Schoen, Lndwigr, s, Schonganer. 

Schoen, Martin, einer der frühesten Formschneider; als solcher wird er 1894 
zu Ulm urkundlich erwähnt. 

Schoen, Martin, s. Schonganer. 

Schönan, Hermann, Bildhauer, geb. 20. Oct. 1861 in Bollstedt (Thüringen), 
Schüler der Dresdener Akademie^ J. Schillings und der Kunstschule zv. Nürnberg, 
wo er sich später niederliess. Von ihm Pangruppe, etc. Silb. Med. Dresden. 

Schoenaa, Johann E., s. Zeisig-« 

Schoenbeck, Kichard, Maler, geb. 20. Mai 1840 in Potsdam, Autodidak , nach- 
dem er bis 1890 es als Soldat zum Major gebracht hatte. Von ihm Kaiserbildnisse 
für Offizierskasinos und dergl.. mehr. 

Schönberger, Alfred von, Maler, geb. 9. Oct. 1845 in Graz, studirte in 
München und bereiste dann Europa, Kleinasien und Afrika. Er malte Hochgebirgs- 
und Städteansichten. 

Schönberger, Lorenz, Maler, geb. um 1770 (1772?) in Vöslau, f 1847 in 
Mainz, Schüler der Wiener Akademie unter Wutky. Er besuchte Böhmen und 
Konstanz, lebte eine Zeit lang in Italien, ging 1804 nach Paris, 1810 nach Frank- 
furt a. M., wo das städtische Museum zwei dort gemalte Landschaften von ihm besitzt. 
Ferner bereiste er die Niederlande, Deutschland, sowie England, war aber in Wien 
ansässig. Von ihm Sonnenuntergang bei Bajä (1804 Mus. Wien), Wasserfall u. A. 
(Gal. Czernin das.), Florenz im Mondlicht u. A. (Gal. Darmstadt), Der Rheinfall bei 
SchafFhausen (Gal. Schieissheim), etc. Er hat auch 29 Platten radiert. 

Schönbrnnner, Joseph, Zeichner, geb. 1831 in Wien, Schüler der dortigen 
Akademie unter Führich. Er schuf treffliche Zeichnungen nach alten Gemälden, 
wurde Gustos an der Albertina, und hat auch kunstgeschichtliche Werke herausgegeben. 

Schönbrnnner, Karl, Maler, geb. 4. Oct. 1882 in Wien, f 21. Febr. 1877 in 
Hirschstetten bei Wien, Schüler der Wiener Akademie unter Rahl und Fübrich, 
weitergebildet durch Copiren in VeneH^ig, dann in Rom, wo er 1862—72 verbrachte. 
Von ihm Gottfried von Bouillon legt seine Waffen am hl. Grabe nieder (1852), Madonna, 
Tassos Leonore (1867), etc. 

Schönchen, Leopold, Maler, geb. 1. Febr. 1855 in Augsburg, Schüler von 
Baisch und Schönleber. Er liess sich in München nieder und malte Landschaften; 
auch verschiedene Panoramen in England. Von ihm Pflügendes Ochsengespann, Vor- 
frühling, etc. Gold. Med. London, Ehrenvolle Erwähnung Berlin 1886. 

Schoenecker, Regina Catharina, s. Qnarry. 

Schoenenbergbe, s. Scoenenberghe. 

Schoener, Gustav Friedrich Adolph, Maler, geb. 1774 in Massbach, bei 
Schweinfurt, f 1841 in Bremen, Schüler von K. Geiger iu Schweinfurt, A. Graff 
in Dresden und J. L. David in. Paris; hatte auch in Berlin ßtudirt. 1804—6 lebte 
er in Bern, ging 1807 nach Italien, und war um 1837 in Halberstadl thätig. Er 
malte Copien nach Carracci , Reni u. A., besonders aber Bildnisse, wovon viele in 
Pastell. 



ScHoenewerk — Schoenmann. 219 

Schoeneirerk> Alexandre, Bildhauer, geb. 18. Febr. 1820 in Paris, t 24. Juli 
1885 in Paris durch Selbstmord, Schüler von D. d'Angers, Jollivet und Triqucti. 
Von ihm Bouchardon (Marmorböste Gal. Louvre), Kind und Schwan (Marmorgruppe 
Mus. Nimes), Am Morgen u. A. (1879 Marmorstatue, Luxembourg-Mus.), Galathea 
(Süd-Fsfade der Galerie des Louvre), LuUy (Marmorstatue für die neue Oper), Dieses 
Alter ist ohne Mitleid (Bronzegruppe), etc. Med. 3. Kl. 1845, 1. Kl. 1861, 1863, 
1873, Kr. d. Ehrenl. 1873. 

Schoenfeld, Anton, Erzgiesser, geb. 1674 in Prag, f «ach 1718. 1696—1708 
war er in Prag thätig und goss u. A. Glocken für Chlum und Prag (S. Benedict). 
— Ein Friedrich Michael S. war etwa 80 Jalire früher dort in gleicher Weise tbätig. 

Schoenfeld, Eduard, Maler, geb. 24. April 1839 in Düsseldorf, t 27. Not. 
1885 das. Von ihm HochgebirgsJandschaft, etc. 

Sciioenfeld, Heinrich, Maler, geb. 1809 in Dresden, f 1845 in München, war 
erst Coulissenmaler, zeichnete dann Vorlagen für Stecher und wurde endlich Archi- 
tektormaler, etwa seit 1830, in welchem Jahre er nach München ging. Er bereiste 
Mitteleuropa. Von ihm Der Metzgerquai 'in Strassburg (Neue Pinak., München), 
Dom zu Limburg, Markt zu Basel (1839), etc. 

Schoenfeldt, Johann Heinrieh, Maler und Radierer, geb. 13. (23. ?) März 1609 
in Bibrach (Württembg), + nach 1675 (1695?) in Augsburg, Schüler von J. Sichel- 
bein zu Memmingen, weitergebildet . in Rom. Er war u. A. in Bamberg, München, 
Salzburg, Wien, Lyon, zuletzt in Augsburg thätig. Von ihm Ein Hirtenfest u. A. 
(Gal. Dresden), Minerva Opfer u. A. (Mus. Wien), Himmelfahrt Mariae (Dom, Augs- 
burg), Die Kreuzigung (Dom, Würzburg), A. in den Gal. zu Braunschweig, Olden- 
burg, Schieissheim, etc. Von Radierungen nennen wir Der Maler im Kreis seiner 
Familie, Christus am Kreuz, Nymphen umtanzen eine Panstatue, etc. 

Schönhaopt, Louis, Zeichner, geb. 1822 (1810 ?), f Febr. 1895 in Mühlhausen 
(Elsass). 

SehSnherr, Xarl Bottloh, Makr, geb. 15. Aug. 1824 in Lengefeld (Erzgebirge), 
Schüler der Dresdener Akademie unter Hübner; erhielt den Rompreis und bildete 
sich in Italien weiter. Später kehrte er nach Dresden zurück und wurde Professor 
an der Akademie. Er malte Historien, etc. in einem ganz veralteten überlebten Stil, 
z. B. Petrus die Tabea erweckend, Petrus Forschegrund (Gal. Dresden). 

Schönherr, M&thaens, Bildhaue? des vorigen Jahrhunderts, f 16. Jan. 1743 in 
Prag, wo er thätig war. 

Schöninger, Leo, Maler und Lithograph, geb. 21. Jan. 1811 in Weil d. Stadt 
(Württemberg),! 21 Dec. 1879 inMünchen, kam 1825 als Lithograph in dasBoisser^e'sche 
Institut und mit ihm 1827 nach München, wo er Schüler der Akademie unter Cor- 
nelius und Stiel er wurde. Von ihm Steindrucke nach Allori , Palma d. Ae., 
J. Robusti, R. Santi, etc., auch, galvanographische Arbeiten. Silb. Med. Paris 1855. 

Schönlaub, Job. Fidelins, Bildhauer, geb. 24. April 1805 in Wien, f 20. Dec. 
1883 in München, Schüler von Fischer und Schaller au der Wiener Akademie. 
1830 kam er nach München, schnitzte einige Altäre für die Auerkirche und führte 
Büsten für die Ruhmeshalle aus. 1832 ging er zu weiteren Studien nach Rom. Von 
ihm ferner Holzaltar (Frauenkirche, München), Die Leidensstationen (Auerkirche das.), 
Petrus und Paulus (Basilica das.), Taufstein und Altarstatuen (Dom, Bamberg), 
Leidensweg und Rosenkranz (Franziskanerkirche, Passau), etc. 

Schönleber, Gnstav, Maler und Radierer, geb. 3. Dec. 1851 in Bietigheim 
(Württemberg), Schüler von Kurtz in Stuttgart und von A. Li er in München, 
weitergebildet auf Reisen in Holland, Italien, der Normandie u. s. w. Er liess sich 
in Karlsruhe nieder und wurde 1880 Prof. und Direktor der Kunstschule. Er hat 
auch Mehreres radiert und Illustrationen geschaffen. Von ihm Holländisches Dorf 
(Gal. Karlsruhe), HerbststOrme, Rapallo (Nat.-Gal. Berlin), Friedhof in Venedig (Gal. 
Mannheim), Ebbe in Vli38in|fen (Gal. Dresden), A in Breslau, Hamburg, München, 
Stuttgart, etc. Med. München 1879, Gr. Gold. Med Berlin 1889, versch. Ord. 

Schoenmakers, Jan Pietersz, Maler, geb. 1. Nov. 1755 in Dordtrecht, f 4. Juni 
1842 das., Schüler von J. van Strij. Von ihm Stadtansicht (die Figuren von Schot cl, 
Mus. Amsterdam), etc. Er hat auch einige Blatt radiert. 

Schoenmann, Joseph, Maler, geb. 17. April 1799 in Wien, t 26. Mai 1879 
das., Schüler der Wiener Akademie, als Stipendiat in Rom weitergebildet. 1848 
wurde er Mitglied der Wiener Akademie. Von ihm Madonna (1833 Wiener Mus.), 
Bildniss des Grafen Sauran (Johanneum, Graz), S. Joseph (1835 S. Antonio, Triest), 
Die grossen Propheten (Fresken, Altlercheufelderkirche, Wien), etc. 



220 Schoenn — Schoff. 

Schoenu, Alois, Maler und Radierer, geb. 11. März 1826 in Wien, f 16. Sept. 
1897 in Krumpeudorf (Kärnthen), Schüler von Führ ich und L. Kuss, 1850—51 von 
H. Vernet in Paris. Er machte den italienischen Feldzug 1848 mit, bereiste den 
Orient und 1856 Ungarn, liess sich in Wien nieaer und malte Landschaften und 
Genrescenen, darunter viele orientalische, egyptische und ungarische Bilder, sowie 
Scenen aus dem jüdischen Volksleben. Von ihm Auszug der Studenten (Mus. Innb- 
bruck), ZigeuDPrlager (Mus. Gotha), Sturm auf Lodrone u. A. (Mus. Wien), Volks- 
theater auf Chioggia, Kirchenfest a. d. Riviera, Egyptische Hochzeit, etc. Gold. Med. 
Berlin 1875 u. A. ; Kr. d. Ehrenleg. 1878, Karl Ludwig-Med. Wien 1882, Franz 
Joseph-Ord, 

Schoenneubeck, Carl Adolf, Maler, geb. 10. Mai 1869 in Stenkenberg bei 
Halver (Westphalen), Schüler von P. Janssen an der Düsseldorfer Akademie. Von 
ihm Westphälischer Bauer, Endlich daheim, Nicht so dick, etc. 

Schönrock, Jiiliug, Maler, g-eb. 1836 in Danzig, Schüler der Königsberger und 
Berliner Akademien und von W. Schirmer. Er liess sich in Berlin nieder und malte 
Landschaften und Bildnisse. Von ihm Parkparthie, Waldrand, etc. 

Schoeathaler, Franz, Baumeister, geb. 24. Jan. 1850 in Wien, thätig das. 

Schoepf, Johaun Adam, Maler und Radierer, geb. 1702 in Straubing, f nach 
1759 das. Er malte Historien. 1742 wurde er aus Böhmen und allen Erblanden 
nach zweimonatlichem Gefängniss wegen Majestätsbeleidigung verwiesen. Um 1750 
wurde er als Hofmaler nach Bonn berufen. Er malte Fresken, etc., in S. Carlo 
Borromeo (Piag), Hieronymuskapelle (1728 das.), Lorettokapelle (das.), etc. Er hat 
auch ein halb Dutzend Blatt radiert. 

Schoepf, Joseph, Maler, geb. 2 Febr. 1745 in Telfs (Tirol), t 15. Sept. 1822 
in Innsbruck, wurde 1768 Schüler von M K^ oller, 1776 — 83 in Rom von Meng^s 
beeinflusst und durch Copiren weitergebildet. Er liess sich in Innsbruck nieder, malte 
in Fresko die Kirche der Benedictiner zu Aschbach und die Johanniskirche in Inns- 
bruck (1704) u. A. aus. Von ihm ferner Venus mit Taube u. A. (Ferdinandeum, 
Innsbruck), S. Benedict (Gal. Schieissheim), Christus am Kreuz (Dom, Brixen], etc. 

Schoepf, Peter, Bildhauer, geb. 1804 in München, f 13. Sept. 1875 ^.n Rom, 
Schüler der Münchener Akademie, 1832 von Thorwaldsen in Rom. 1845 kam er 
zum zweiten Mal nacü Rom. Er vollendete Thorwaldsens Konradin von Hohenstaufen 
(Sa. Maria del Carmine, Neapel) und führte den letzten Theil von Wagners Fries für 
die Walhalla aus. Von ihm ferner 12 Statuen (Maximilianeum, München), Büste Jean 
Pauls u. A. (Walhalla) Vulkan (Facade der Glyptothek, München), Maria mit dem 
Christus-Kind (Relief, Sa. Maria dell' Anima, Rom), Erato und Amor, Blasender Hirt, etc. 

Schoepfer, Hans d. Ae., Maler des 16. Jahrhunderts, f oach 1548. Er war 
in München thätig und wird dort seit 1535 urkundlich erwähnt. Von ihm Bildniss 
des Markgrafen Philibert von Baden (Alte Pinak., München), Herzog Friedrich von 
Bayern (1546 Gal. Schieissheim), Herzogin Helene (ebenda). A. in dem German. Mus. 
zu Nürnberg und dem HohenzoÜern-Mus. in Sigmaringen. 

Schoepfer, Haus d. J,, Maler des 16. Jahrhunderts, f 1610, thätig in München, 
wo er Hofmaler war. Von ihm 5 Frauenbildnisse (Gal. Sclileissheim), K. von 
Pienzenau (1558 German. Mus. Nürnberg), Altar (1588 Wallfahrtskirche, Ramers- 
dorf bei München), etc. 

Schoepfler, Fel'x Anton, Maler, geb. 1701 in München, f 1760 in Prag, wo 
er seit 1747 thätig war. Mit seinem Bruder Thomas S. malte er die Treppe des 
Schlosses zu Worms und war mit ihm auch in Schlesien thätig. Vou ihm ferner 
S. Antonius (Kreuzkirche, Reichenberg), S. Joseph (ebenda), etc. 

Schoephelin, g. Rosen-Schoephelin. 

Schörk, Hans, Bildhauer, geb. 6. Dec. 1849 in Wien, Schüler der Wiener 
Akademie, thätig in Hernais bei Wien. 

Schoevaerdts, Matthias, Maler des 17. Jahrhunderts, geb. um 1665 in Brüssel, 
t das., ychüler von A. Baudewyns, wurde 1690 Meister der Gilde und hat 
wenigstens Paris besucht. S. bat auch vier Platten radiert. Von ihm Fischmailct 
(Mus. Brüssel), Der Festochse (ebenda), Ansicht von St. Cloud (Gal. Schieissheim ?), 
Die Dorfkirchweih (Gal. Berlin, Depot), Zwei Landschaften .(Louvre, Paris). 

Schoff, Alonzo Stephen, KupferstecTier, geb. 16. Januar 1818 in Danville 
(Vt., U. S. A.). Er ist Mitglied der National-Akademie in New- York und der be- 
deutendste Linienstecher Amerikas, hat aber auch viel radiert. Wir nennen von ihm 
Die Badeuden (nach W. M. Hunt), R. W. Emerson (nach S. W. Roevze), Wm. PenUj 
Mrs. C. F. Adams (nach W. H. Hunt). 



Schokhotnigg — Schok. 221 

Schokholuigg^ (Schukodnig), Josef, Bildhauer des 18. Jahrhunderts, der 1745 
Mitglied, 1750 Patron der Malerbruderschaft in Graz wurde. Von ihm an der Far 
cade der Stadtpfarrkirche das. Sandsteinstatnen und im Inneren der Barmherzigen- 
kirche ebenda Holzgruppen am Hochaltar. 

Schokhotnikh, Marens (Matthias?), Bildhauer des 18. Jahrhunderts, thätig 
in Graz. Von ihm 4 Sandsteinstatuen im Hofgarten zu Admont (1717—19), Bilder- 
rahmen, etc. 

Scholander. Fredrlk Vilhelm, Baumeister und Maler, geb. 1816 in Stockholm, 
Schüler der dortigen Akademie, bereiste 1842—46 als Stipendiat Deutschland, Frank- 
reich und Italien. Er wurde Prof. und Mitgl. der Stockholmer Akademie, hat auch 
gedichtet und componirt (Pseudomym Acharius). Von ihm viele architektonische 
Aquarelle und die Bauten Tüchnologisches Institut (Stockholm), Barclay -Haus (das.), 
Synagoge (das.)> etc. 

Scholderer, Otto, Maler, geb. 1834 in Frankfurt a. M. Er lebte in seiner 
Vaterstadt und in London. 

Scholl, Anton, Bildhauer, geb. 27. Sept. 1837 in Mainz, Schüler von Bläser in 
Berlin studirte auch in Paris, London und Italien. Von ihm Fränkischer Krieger 
(Römisch-germanisches Museum, Mainz), Figurenschmuck (Centralbahnhof das.). Zwei 
Figuren (Bahnhof Frankfurt a. M.), Ph. Veit (Marmorbüste, Nat.-Gal. Berlin), Abt 
(BronzebiWniss, Wiesbaden), decorative Arbeiten in Paris, u. s. w. 

Scholl, Johann Baptist d. Ae., Bildbauer, geb. vor 1800 in Mainz, f nach 
1837, Bruder des Joseph S. Er wurde Hofbildhauer in Darmstadt. Von ihm Statue 
SchoefiFers (1835 Gernsheim), 4 allegorische Basreliefs zu einem Monument Ludwig I. 
von Hessen (1837), Nassauische Wappen (Pal. Wiesbaden), Entwurf zu einer Herder- 
statue, etc. 

Scholl, Johann Baptist d. J., Bildhauer und Maler, geb. 1818 in Mainz, f 7. 
April 1892 das. durch Selbstmord, Schüler sfeines Vaters Johann B. S. d. Ae., 
1832—40 in München weitergebildet. Seit 1846 hatte er sein Maleratelier in Rödel- 
heim bei Frankfurt a. M., sein Bildhaueratelier in Darmstadt. Er wurde Grossher- 
zoglich Hessischer Hofbildhauer. Von ihm das Schillerdenkmal in Mainz, Landgraf 
Philipp u. a. Statuen- (Darmstadt), 1840—45 viele Grabmale in Darmstadt, Frank- 
furt a. M. und Mainz, Sa. Elisabeth (1837 Pal. Prinz Karl voq Hessen), Statuen in 
Schlössern zu Darmstadt, Homburg und Wiesbaden, etc. 

Scholl, Joseph Franz, Bildhauer, geb. 1796 in Mainz, f 1842 das., Sohn und 
Schüler eines GeorgS., weitergebildet unter Thorwaldsen, nachdem er Deutschland, 
Frankreich and Italien bereist hatte. Von ihm Monument Graf Kesselstadt (1822 
Kirche zu Ehrenbreitstein), Bischof Koloman, Bischof Human u. A. (Dom Mainz); 
A. Werke auf den Mainzer Friedhöfen, ein Veteranendenkmal (1855), eine Gutten- 
bergstatue (1827), etc. 

Schölten, Hendrik Jacob, Maler, geb. 11. Juli 1824 in Amsterdana, Schiller 
von P. J. Greive. Er malte geschichtliche Genrebilder und dergl. Von ihm besitzt 
das Rijksmuseum zu Amsterdam Sonntagmorgen und Morgenspaziergang, das Mus. 
Fodor das. Stallbild; ferner radierte er eine Ansicht des Dorfes Dreumel. 

Schölten, Pieter Nicolaes, Maler, geb. 19 Juli 1805 im Haag, Schüler von 
Westenberg. Er malte Stillleben, 

Schölten, W. A., Baumeister, geb. 1819 (?), f 30. April 1861 in Rotterdam, 
wo er Direktor der Gemeindebauten war. 

Scholtz, Jnlins, Maler, geb.l2, Febr. 1825 in Breslau, f 2. Juni 1893 in Dresden, 
Schüler von Hühner an der Dresdener Akademie, an der er später Professor 
wurde. Er hat Studienreisen nach Belgien und Frankreich gemacht und hat auch 
in St. Petersburg Bildnisse gemalt. Von ihm Schtafendei- Hirtenjunge (1874 Gal. 
Dresden), Helmkehrende Landleute (das.), Offizierswittwe mit Kindern in der Kirche 
(1859 Neue Pinak. München), Gastmahl der Wallenstein'schen Gener&le (1861 Gal. 
Karlsruhe), Freiwillige von 1813 vor Friedrich Wilhelm III. (Nat. Gal. Berlin), 
Bildnisse, etc. Auch Wandbilder in der Albrechtsburg zu Meissen. Gold. Med. Berlin; 
Mitglied der Berliner Akademie. 

Scholz, Max, Maler, geb. 30. Sept. 1835 in Neisse (Schlesien), Schüler von 
F. Barth und A. Wagner; er Hess sich in München nieder. Von ihm Mönche in 
der Bibliothek, Abschied, etc. ; auch Bildnisse. 

Scholz, Richard, Maler, geb. 29.Dec. 1860 in Hannover, Schüler vonE. Hilde- 
brand in Berlin; machte Studienreisen in die Alpen. Er malt Bildnisse und alpine 
Bilder. 1889 liess er sich in Frankfurt a. M., 1895 in Dresden nieder. Von ihm „Der 



222 Scholz - Schoonebeek. 

Gemeinde - Rath zu X", Abgestürzt, Sorgenvoll (Schles. Mus. Breslau), Verfolgte 
Wilderer, etc. Med. London, Chicago, etc. 

Scholz^ Richard (11.)^ Maler und Illustrator, geb. 19. März 1872 in Berlio^ 
wo er thätig ist. Er wurde in Berlin und in München gebildet. 

Scholz, Wilhelm, Zeichner, geb. 1824, f 20. Juni 1893 in Grunewald bei 
Berlin. 

SchoiuDier, Fran<joi85 Maler, geb. vor 1850 in Paris, Schüler von Pils, 
H. Lehmann und Malenfant. Er gewann 1878 den ersten grossen Rompreis. 
Von ihm Magdalene (1878 Mus. Besannen), Baumnymphe (1876), Bildnisse, etc. 

Schomschin, Peter M., Maler, geb. 1810 (?), f 1895 in St. Petersburg. 

Schouer, Jost, Maler des 17. Jahrhunderts, f 24. Sept. 1624. Er war in Frank- 
furt a. M. thätig. 

Sehongauer^ Barthel, s. Meister B. S. mit dem Zeichen Schonganers. 

Sehoogauer, Caspar, Goldschmied des 15. Jahrhunderts, geb. in Augsburg, 
t 1468 in Colmar, wo er 1445 Bürger geworden war. — Sein Soho Caspar S. d. J,, 
+ nacl 1491 war ebenfalls Goldschmied. — Sein Sohn Paul S., f im April 1516 
in Colmar, wo er 1494 Bürger wurd«, ^ar Goldschmied und handelte auch in edeln 
Metallen. — Sein Sohn Georg S. war ebenfalls Goldschmied und wurde 1485 Mit- 
glied der Zunft in Basel. Er lebte nech 1492. 

Sehoagaoer, Ladwig, Maler und Kupferstecher des 15. Jahrhunderts, Sohn des 
Caspar S. Er lernte in Ulm, wurde dwt 1479 Bürger, zog nach Augsburg, wurde 
hier 1486 Bürger und nahm Lehrlinge an. 1491 war er in Colmar und wurde 1493 
dort Bürger. 1497 scheint er nicht mehr am Leben gewesen zu sein. Von ihm kennt 
man eine Reihe von Stichen, die ihn als Schüler seines grossen Bruders Martin S. 
zeigen, darunter eine Kreuzabnahme, einige Thierbilder, etc. 

Scfaooganer, Martin, gen. M. Schoen und ^ipsefa'^ Martin („von wegen seiner 
Kunst"), der grösste deutsche Maler und Stecher des 15. Jahrhunderts, geb. um 1420, 
wahrscheinlich in Augsburg, t 2. Febr. 1488 in Colmar, Sohn und Schüler des Caspar S., 
femer Schüler oder doch beeinflusst von Rogier v. d. Weyden. Er liess sich 
1466 etwa in Colmar nieder. Absolut beglaubigt ist von seinen Gemälden, die 
er nicht bezeichnete, nur die bertlhmte Madonna im Sosenhag (1473), doch nennen 
wir als wahrscheinlich noch von ihm stammend Zwei Altarflügel mit der Verkün- 
d^ung (ebenfalls im Mus. Colmar), Die Geburt Christi (Alte Pinak. München), desgl. 
(Mus. Wien): wahrscheinlich mit weniger Recht werden ihm Bilder in den Gal. zu 
Basel, Brüssel, London (Nat.-Gal. und S. Kens. Mus.), Madrid, Palormo, Paris (Louvre) 
zugeschrieben. S.'s Bedeutung als Kupferstecher ist noch grösser als wie seine 
malerische, denn er ist der «rste umfassende Meister im Norden, der den Stich von 
einem Goldschmiedsgewerbe hinauf zur freien Kunst hebt. Er beherrscht die Stieb- 
technik 'vollkommen, hat ein feines Stilgefühl und überschreitet die Grenzen seiner 
Kunst Die, weiss sie abfer auch seelisch zu vertieten und lässt eine grosse Persön- 
lichkeit durch sie herausschauen. Seine Arbeiten, haben ijoch M. A. Buonarotti Be- 
wunderung abgenöthigt. Von seinen ca. 120 Blatt nennen wir Die Passionsfolge, Die 
klugen und thörichten Jungfrauen, Die grosse Kreuztragunfe, Die Versuchung des 
Antonius, verschiedene Madonnen, Der Marktbauer, Die streitenden Goldschmieds- 
lehrlinge, Das Wappen mit dem wilden Mann, etc. S. Leben, etc. von A. v. Wurzbach 
(Wien 1880). 

Schooek, (Schook), Hendrift, Maler des 18. Jahrhunderts, geb. um 1675 (?) in 
Utrecht, Sohn eines Bommeler Malers Gisbert S. Er schuf Blumen und Früchte, 

Sehoof, Gerbard, Maler, geb. vor 1560 in Mecheln, f ^^'^^ IßH- l^'^S wurde 
er Mitglied, 1588 Dekan der Autwerpener Lukasgilde. 1612 schenkte er der Kirche 
2u Hohoken ein grosses Altarbild. — Von seinen Söhnen (?) wurde Willem 'S. 1614 
Meister, Jan S. 1622 Lehrling der Antwerpener Gilde. — Sein Grossvater (?) J4n S. 
malte im städtischen Auftrag für S. Romuald zu Mecheln Das Coucü Karls des 
Kühnen, welches Werk die Bilderstürmer zerstörten. — Ein Rudolf 8., aus Flandern, 
war Hofmaler Louis XIU. von Frankreich und Lehrer des A. de Bie. 

Schoonbeek, Jan Nicolaes, Maler, geb. 6. Dec. 1778 in Groningen, f nach 1823, 
Schüler von G. und H. Wieringa, 1802-6 von David in Paris. Er malte Land- 
schaften und Bildnisse^ ^ 

Schoonebeek, Adriaen, Kupferstecher, geb. 1650 in Amsterdam, t 1714 in 
Moskau. Er arbeitete in R. de Hooghes Manier und schuf Buchtitel, Vignetten, etc., 
ferner zwei Bände mit Abbildungen der Trachten aller Geistlichen Orden Europas, etc. ; 
auch einige Schabkunstblätter. 



SchooDJans - 3chorn. 223 

SehooDJans^ Anthoon, Maler, geu. Parrhasios van Antncrp, geb. 1650 in 
Antwerpen, f 1726 in Wien, Schüler von E. Quell in. Er kam früh nach Rom, und 
von dort als Kammermaler nach Wien, wo er Leopold I. etc. malte und dadurch 
solch einen Ruf gewann, dass man ihn nach England holte. Später lebte er im 
Haag, in Amsterdam, in Düsseldorf (als Hofmaler Churf. Job. Wilhelms) und zuletzt 
wieder in Wien. Er war ein begabter Manierist Von ihm Der Arzt u. A. (Gal. 
Hannover), Selbstbildniss (Qal. Schieissheim), Narciss und 3 A. (ebenda), Hiob (1710 
Gal. Augsburg), S. Büeronimus, S. Sebastian (Germ. Mus., Nürnberg), Deckenbilder 
im Schioss Charlottenburg, etc. 

Sehooi') Lncas vaii) Maler, geb. 1566 in Antwerpen, f 1610, studirte in Italien. 
Eine Kreuzigung in Sa. Maria Maggiore zu Bergamo wird ihm zugeschrieben. 

Soboor, Nioolaes Tan, Maler, geb. 1666 in Antwerpen, f 1726 das. Er malte 
Figuren in die Gemälde van Rysbraeck u. A., bat auch Gobelins in Antwerpen 
und Brüssel entworfen. Von ILm besitzt das Mus. zu Ghent ein Reiterbildniss des 
Carlos II. von Spanien als Prinz. 

Schoorle, s. Scorel. 

Sehooten, Frans yan d. Ae., Radierer, geb. 1595 (?) in Leyden, f 1646 das. 
Er war berühmter Mathematiker und hat als Liebhaber Einiges radiert, darunter ein 
Bildniss Descartes. — Auch sein Sohn Frans v. d. S. d. J., der ihm im Amt an 
der Leydenschen Universit&t folgte, übte die Kunst und hat Landschaften gemalt. 

ScbAoten, Joris Tan, Maler, ^. 1587 in Leiden, f 1651 das., Schüler des 
C. van der Ma«s in Leiden. Er war sdion mit 20 Jahren bekannter Bildnissmaler 
und einei' der Künstler, die 1610 eine Eingabe um Errichtung einer Känstlergilde 
dort eioreicbten. Er ist am b^teu im Museum seiner Vaterstadt zu studiren, das 
sieben Schütz«n- und ein Regien tenstück aus den Jahren 1612 — 1650, ferner die Tafel 
des Cebes und die Pest in Leiden, von ihm besitzt Sorgfältige Ausführung, dunkles 
Colorit und etwas luftlose Behandlmig zeichnen ihn aus. Von ihm ferner Anbetung 
der Weisen (Rijksmus., ADMterdam), Osristus und die Samariterin, etc. — Ein Floris 
yan S. war 1641 Mitgl. der Lukasgilde in Haarlem und malte Stillleben. 

Sohopboven, Johann Peter, ^ichner und Kunstschmied, geb. 1747 in Köln a. Rh., 
+ 19. März 1819 das, Für seine Zunft schuf er eine Prachtschüssel für Feste ; von 
ihm ferner ein Wanderbrief, Blumen vasen, etc. 

Sehopin, Heinrieli Friedri^^ (eigentl. Henri Frederie Chopin), Maler, geb. 
12. Juni 1804 in Lübeck als Sohn französischer Eitern, f 23. Oct. 1880, Schüler von 
Gros. Er erhielt den 1. gr. Rompreis 1831 auf Grund seines „Achilles von Xaüthos 
verfolgt" 1835 kehrte er nach Paris zurück. Von ihm Letzte Augenblicke der 
Fsunilie Cenci (1835 Mus. Douai), Joiiger Faun mit Böckchen spielend (Mus. Valen- 
ciennes), Schlacht bei Hohenlinden u. A. (1836 Mus. Versailles), Laban empfängt 
Jakob in seiner Familie (1848 Mus. Toulouse) Schlacht bei Hohenlinden (Mus. Metz), 
etc. Mitglied der St. Petersburger Akademie 1850; Med. 1. Kl. 1835, Kr. d. 
Ehrenl. 1854. 

Sehoppe, Jnling, Maler, geb. 1795 (?) in Berlin, f nach 1850 {?), bildete sich 
an den alten Meistern in Italien und wurde 1825 auf Grund seines Tod Friedr. Wilh. III. 
Mitgl. der Berliner Akademie. Er malte Oelminiaturbilder am Besten. Von ihm 
Mythologien in Schioss &lienicke und Pal. Prinz Karl in Berlin, Bildnisse, etc. Prof. ; 
Rother Adler-Ord. 3. Kl. 

Sehoppmeyer, An8sra,r, Maler, geb. 28. Juni 1857 in Berlin, Schüler der 
KuDStgewerbeschule das. und Autodidakt. Er wurde 1884 Lehrer an genannter An- 
stalt, 1892 Privatdocent am Polytechnicum in Berlin und beschäftigte sich haupt- 
sächlich mit Schrift, Kalligraphie, Adressen Inschriften, etc., worüber er Mehreres 
veröffentlichte. Med. Chicago 1893. 

Scfaor, Johann Ferdinand, Maler und Baumeister, geb. 1686 iu Innsbruck, f 
4. Jan. 1767 iu Prag, wo er seit 1734 Geometrie- und Architektur-Prof. war. Er 
-war in Italien unter Vater, Oheim, Jos. Waidemann und M. A. Riccio- 
lini gebildet. Er besuchte auch Deutschland. Von ihm Facade der St. Veitskirche 
(1724), Fresken in einem Lusthause in der Karlshofergasse (Prag), etc. 

Schorn, Karl, Maler, geb. 16. Oct. 1803 in Düsseldorf, f 7. Oct. 1850 in 
München, Schüler von Cornelius, Gros, Ingres und Wach. 1847 wurde er 
Akademie Professor in München, nachdem er in Berlin thätig gewesen war und 
Italien bereist hatte. Er hatte nicht genügendes Talent, die ihm gestellten grösseren 
Aufgaben zu lösen ; seine kleineren Bilder waren besser . Von ihm Einkleidung des 
Mönches u. A. (Gal. Raczynski, Berlin). Paul IIL vor Luthers Bild u. A. (Nat.-Gal. 



224 Schorn — Schouman. 

das.), Cromwell vor der Schlacht von Dunbar (Gal. Königsberg), Die Sintöuth (un- 
vollendet, Neue Pinak. München), etc Auch allegorische Wanddekorationen in der 
Münchener Akademie. Rother Adler-Ord. 3. Kl., Michaels-Ord. 

Schorn, Theobald, Maler, geb. 17. Aug. 1865 in München, Schüler der Münchener 
Akademie. Von ihm Moscheeplatz zu Samarkand in Turkestan, Persische Karawane 
in der Wüste. 

Schorpp, Micliel, Maler und Holzschneider (?) des 15. Jahrhunderts, thätig 
in Ulm. Die Bibliotheque Nat. zu Paris besitzt ein Blatt mit einer Madonna von 
ihm, bez. „Michel Schorpp, Maeler zu Ulm, 1496". 

Scliorquens, Jan, Kupferstecher des 17, Jahrhunderts, geb. in Flandern, thätig 
1618—30 in Madrid, wo er hauptsächlich Titelblätter für die Verleger schuf. Von 
ihm ferner eine Ansicht von Lissabon (für den offiz. Bericht über die Krönung 
Philipps III.), etc. 

Schotel, Christina Petronella, Malerin, geb. 26. Febr. 1818 in Dordtrecht, f 
7. Juli 1854 in Aardenberg, Tochter und Schülerin des Jan C. S. Sie malte Blumen, 
Früchte und Stillleben. 

Schotel, Jan Cbristiaen, Maler, geb. 11. Nov. 1787 in Dordtrecht, f 22. Dec. 
1838 das., Schülerin von A. Meulemans und M. Schouman n, nachdem er Soldat 
gewesen war. Er malte mit grossem Erfolg Marinen, z. B. Strandansicht u. A. 
(Mus. Amsterdam), Fischerhütten u. A. (Mus. Fodor, das.); A. in den Gal. zu Berlin 
(Nat Gal.), Haag, Hamburg, Karlsruhe, München (Neue Pinak.), Rotterdam, etc. 
Mitgl. der Akademie von Amsterdam, Antwerpen, Berlin, Brüssel und Ghent. 

Schotel, Pieter Jan, Maler, geb. 19. Aug. 1808 in Dordtrecht, f 23, Juli 1865 
in Dresden, Schüler seines Vaters Jan C. S., weitergebildet auf Reisen durch Belgien, 
Frankreich und Deutschland. Er wurde Prof. an der Schiffahrtsschule zu Medemblyk 
(1830), Hess sich aber 1856 in Düsseldorf nieder. Von ihm Meeresstille (Mus Ghent). 
Stürmische See u. A. (Mus. Amsterdam), Hafen von Bath (Mus. Fodor das.); Andere 
in den Gai. zu Hannover, Königsberg, Schwerin, etc. Versch. Med.; Mitgl. der 
Akademien Amsterdam und Rotterdam. 

Schott, Albert, Maler, geb. 1833 in Kötiach (Steiermark), Schüler der Zeichen- 
akademie in Graz (1850 — 56), weitergebildet in München und als Stipendiat 1869—71 
in Düsseldorf. Er wurde Lehrer in Graz und malte Landschaften. 

Schott, August, Maler und Lithograph, geb. 1811 in Giessen, f 1843, Schüler 
von Du coro e, dann (^1829) des Städel'schen Instituts in Frankfurt a. M., seit 1831 
der Münchener Akademie. Er schuf kleine Historien, Bleistiftzeichnungen, Stein- 
drucke nach Overbeck und Steinle, auch Gemälde in deren Geschmack, etc. 

Schott, Walthcr, Bildhauer, geb. 18. Sept. 1861 in Ilsenburg (Harz), Schüler 
von Dopmeyer in Hannover und der Berliner Akademie. Von ihm Wilhelm I. 
(Reiterstandbild, Goslar), Kandelabergruppen, etc. (Neues Palais, Potsdam), Albrecht 
der Bär, etc. (Siegesallee, Berlin), Dr. K. Peters (Büste), Graf Stollberg-Wernigerode 
(desgl.), Brunnengruppe, Entwurf zu einem Lessing-Denkmal, etc. Kl. gold. Med. 
München und viele A., Kronen-Orden. 

Schou, Ludwig Abelin, Maler, geh. 11. Jan. 1838 in Slagelse, t 30. Sept. 
1867 in Florenz, Schüler der Kopenhagener Akademie seit 1858, ging 1866 nach 
Italien. Von ihm Italienische Bauern, Römische Arbeiter führen eine antike Kaiser - 
Statue durch den Titusbogen, etc. 

Schoubrocck, (Schaubroek, Schnbrnck, Schoebroek), Pieter, Maler des 
16. Jahrhunderts, geb. in Antwerpen (?), f vor 1609, Schüler des Gillis van Coninxloo 
in Frankenthal, wo sein Vater als emigrirter Pfarrer ansässig war und wo er sich 1598 
verheirathete. Seine Bilder gingen vielfach unter J. Brueghels Namen. Von ihm 
Johannes predigt (Gal. Braunschweig), Zerstörung Trojas u. A. (Gal. Cassel), Dorf- 
ansicht (1597 Gal. Kopenhagen), Landschaft (1604 Gal. Schieissheim), Zerstörung Trojas 
(1605 Mus. Wien), Die Amazoüenschlacht (1603 Gal. Dresden), etc. 

Schouburg, (Schonberg), Jan Pieter, Medailleur, geb. 10. Jan. 1798 im Haag, 
t 6. Jan. 1864 in Utrecht, Schüler seines Vaters Jan S. Er besuchte Preussen und 
Belgien und war in Utrecht, Amsterdam, sowie im Haag thätig. 1812—52 war er in 
der kgl. Münze beschäftigt. Mehrere Ord., etc. 

Scbonman, Aernnnt (Aert), Maler und Kupferstecher, geb. 1710 in Dordtrecht, 
t 5. Juli 1792 im Haag, war erst 8 Jahre lang in üordtrecbt, fortan im Haag thätig, 
wo er 1750 Vorsteher der Zeichenakademie wurde. Er malte besonders Vögel zur 
Zoologie des Pallas, ferner auch Bildnisse und Tapeten, copirte Zeichnungen 
alter Meister, gravirte auf Glas, etc. Von seinen Schabkunstblättern nennen wir 



Schouman — Schramm. 225 

i)er Raucher (nach G. L>ou), Mr. CoUins (nach M. van Loo», A. nach F. Hals, Potter, 
Schalcken. 

Schonman, Iffaerten, Maler, getauft 31. Jan. 1770 in Dordtrecht, f 30. Oct. 
1848 in Breda, Schüler «eines Oheims Aernout S. und von C. Versteeg. Er 
■war in Dordtrecht und Breda thätig. Von ihm Marine (Gal. Raczynski, Berlin), 
Beschiessung von Algier 1816 und 3 A . (Rijiismus, Amsterdam), Bewegte See (Gal. 
Haarlem), etc. — Sein Sohn Izack S., geb. 29. Mai 1801 in Dordtrecht, wurde Prof. 
an der Militär-Akademie zu Breda und malte Bildnisse, Thiere und Soldatenbilder. 
Schonpp^^ Alfred, Maler, geb, 1812 bei Sanok (Galizien). Er bildete sich in 
Warschau aus und malte Landschaften, z. B. Berg Pyszna im Tatragebirge (1865), 
Giewont im Tatragebirge (1865), Warschau bei Nacht. 

Schonten, Gerrit Jan, Maler, geb. 8. Oct. 1815 in Amsterdam, Schüler von 
L. Meijer (1834 — 35), weitergebildet auf Reisen durch Deutschland, England, Frank- 
reich und Italien. 1838 liess er sich in seiner Vaterstadt nieder und malte 
Landschaften. 

ScbonteD) H. P., Kupferstecher und Zeichner, geb. 1747 in Amsterdam, f 1822 
in Haarlem, Schüler seines Vaters J. G. S., eines Kuperferstechers, auch vou P. van 
Amatel und P. v. Liender. Er stach Platten für die Buchillustration, zeichnete 
Architekturen und copirte Gemälde in Kreide, etc. 

Schoy, Johann Jakob^ Bildhauer, geb. vor 1700 in Marburg (Steiermark), 
t 4. April 1733 in Graz, Schüler der Schule in Maria Rast. Von ihm Figuren am 
Hochaltax der Franziskaner-Kirche in Graz, S. Antonius (1719 Aussenkapelle das.), 
J. Nepomukgruppe (Carlauer Brücke), desgl., (Kapelle zu Seiersberg bei Strassgang), etc. 

Schoyen, C., Maler, geb. nach 1840 (?) in Norwegen, f 1870, Schüler von Eckers- 
burg und Gude. Er malte Landschaften und war in Deutschland thätig. 

Schoyerer, Josef, Maler, geb. 7. März 1844 in Berching (Pfalz). Er widmete 
sich der Landschaftsmalerei und bildete sich hauptsächlich selbst auf Reisen. Von 
ihm die Jungfrau, Der Chiemsee, Bilder von der Riviera. 

Schrader, Bertha, Malerin, geb. 1845 in Memel, thätig in Dresden. Sie ahmte 
mit geringem Talent besonders P. Baum nach und hat auch einige minderwerthige 
Steindrucke geliefert. 

Schrader, Jolins Friedrich Antonio, Maler, geb. 16. Juni 1815 in Berlin, 
Schüler der Berliner Akademie, dann der Düsseldorfer, besonders unter Schadow. 
1844 ging er als Stipendiat nach Italien und später nach England, Holland und 
Belgien. Er wiirde Lehrer an der Berliner Akademie, 1848 Professor, später 
Senator. Er wiu'de durch das Colorit von Biefve uird Gallait beeiuflusst. Von ihm 
Uebergabe von Calais an Eduard III von England 1347 (1847 Nat.-Gal. Berlin), 
Friedrich II. nach der Schlacht von Kollin (1849 Mus. Leipzig), Huldigung der Städte 
Berlin und Kölln 1415; A. in den Gal. zu Danzig, Köln a. Rh., Königsberg, 
Schwerin, Stuttgart, etc., darunter auch Die Bildnisse Cornelius u. A. ; ferner Wand- 
gemälde im neuen Museum zu Berlin, Schlosskapelle das. S. hat auch radiert Mitgl. 
d. Akad. Wien, Berlin und Dresden. II. gold. Med. Berlin, Gold. Med, Paris u. A.; 
Bairischer Michaels-Ord. u. A. 

Schrader^ Kndolf, Maler, geb. 2. Dec. 1853 in Paddeim (Ustpreussen), Schüler 
der Münchener und der Akademie Julian in Paris (unter Bouguereau und Fleury). 
Von ihm Scenen aus dem Kriege 1870—71, Sommer im Waldhof bei Riesenburg, 
Pferdebildnisse, etc. 

Schraid, Georg Adam, Maler, geb. 1729 in Darmstait, f im Sept. 1786. Er 
wurde 1711 in Frankfurt a. M. Bürger. Er malte Bildnisse und Genrebilder in Oel 
und Pastell. Von ihm ferner Frühling (1776 Römer an der Kaiserstiege, Frank- 
furt a. M.), etc. 

Schräm, Aloys Hanns, Maler, geb. 20. Aug. 1864 in Wien, Schüler der 
Wiener Akademie unter Makart und Trenkwald; er erhielt den 3. Staatspreis 
zu zweijährigem Aufenthalt (1889—90) in Rom, besuchte Frankreich, die Niederlande 
(1893—94), England. Spanien, Sizilien (1896), Griechenland, Egypten, etc., und war 
seit 1891 in Wien thätig. Von ihm Bianca Capello (Mus. Denver, Col. U. S. A.). 
Maximilian I. bei Guinegate 1479, Am Morgen, viele Bildnisse, Deckengemälde, etc. 

Schräm, Gustav, Maler, geb. 1851 in Wien. Er liess sich in Klausen nieder. 
Von ihm Das Kreuz im Walde, Eisack-Au im Winter, Bauernhof bei Klausen im 
Herbst, etc. 

Schramm, Christian Gottfried, Baumeister, geb. 17. Nov. 1857 in Flensburg, 
Schüler von Hase in Hannover 1884 Mess^ er sich in Dresden nieder. Von ihm 

Allgemeine» KüDitler-Lexicon. ^ Aufl. 4. Band. 15 



226 Schramm — Schreinelr. 

Paulikirche (das.), Markuskirche (Dr.-Striesen), Marthakirche (Bautzen), Nikolaikirche 
(Chemnitz), Peter- und^Paulskirche (Bad Elster), etc. Versch. Orden. 

Schramm; Johann Heinrich, Maler, geh. 1809 in Teschen, f 7 März 1865 in 
Wien. Er reißteviel-4i6cl malte Bildnisse« in Wasserfarben hat deren auch viele als 
Bleistiftzeichnungen ausgeführt. Grossherzogl. sächs.-weim. Hofmaler; Pro(f. ; Niederl 
Eichenkronen - Orden. 

Schramm, Johann Michael, Maler, geb. 8. Dec. l^Ä-ia_ Sulzbach (Bayern), 
t ISSS^ in München, war erst Goldarbeiter, dann (1793) in München Miniaturmaler, 
sowie Kupferstecher, studirte um 1801 weitere 3 Jahre auf der Wiener Akademie 
und war zuletzt wieder in München thätig. Er schuf Bildnisse. 

Schrandolph, Clandias, Maler, geb. 1813 in Oberstdorf im Allgäu, f 13. Nov. 
1891 das., Bruder und Schüler des Johann von S., auch an der Münchener Akad. 
unter H. Hess gebildet. Er war an , den Wandbildern in der Basilica und der 
Allerheiligenkapelle in München, dem Pal. zu Athen und dem Speyerer Dom thätig 
(Cartons zum S. Stephan, und Marra und Johannes im Stiftschor). 1848 musste er 
Gesundheitshalber eine Zeitlang das Malen aufgeben; schuf aber später noch 
Genrebilder. . _ 

Schrandolph, Clandias von/-Maierj geb. 4. Febr. 1843 in Mönchen, Schüler 
seines Vaters Johantfv. S., ferner von Ansxh-ütz und Hilt onsper ger an der 
Münchener Akademie; weitergebildet auf Reisen durch Belgien, Frankreich, Italien, 
u. s. w. Er liess sich jn Stuttgart nieder, wo er 1883 Direktor der Künstschule 
wurde. Er schuf Wandgemälde im Kunstausstellungssaal in Nürnberg (1884) und 
am Hotel Beilevue in München. Von Staffeleibildern nennen wir Venezianisches 
Concert, Faust und Wagner. Ehreumitgl. der Münchener Akademie ; Württemberg. 
Kronen-Oid. ; B^yeWscher Michaels- Orden U.A.; viele Med. 

Schrandolph, Johann tod, Maler, geb. 1808 in Oberstdorf (Allgäu), f 31; Mai 
1879 in München, SchülCr der Müncheuer Akademie unter Schiott hauer und 
Cornelius. *Er war erst thätig an den Wandgemälden in der Glyptothek, der 
Allerheiligenkirche uud der Basilica in München. 1844 ging er nach Rom. Sein 
Hauptwerk ist die Ausmalung des Speyerer Doms (Kuppel, drei Chöre und die meisten 
Bilder im 8chiff). Er ^twarf auch Cartons zu Fenstern für die Kirche in Au- 
Müuchen und S. Martin in Landshut. Von Staffeleibildern nennen wir Engel (Mus. 
Basel), Madonna und Kind u. A. (Neue Pinak., München), etc. MicbaelssOrd., Maxi- 
milian.-Ord., bayerischer Kronen-Ord. 

Schreck, Konrad, Medailleur des 16. Jahrhunderts, fTtöSO, thätig iu Berlin. 
1572 wurde er dort zum Münzmeister und Eisenschneider genommen. — Ein Kurt S. 
war um 1550 Goldschmied in ßerlin. 

Schreiber, Hans, Maler, geb. 20. April 1860 in Filehne, war als Knabe 
Malergehülfe in Stettin, trat 1880 in Berlin zur Dekorationsmalerei und Kunst- 
glaserei über, worin er Schüle^^yon Hanke und Schwenke wurde. Fenster von 
ihm in der Kirche zu Züsedom'^m Kreishaus zu Guben, in vielen Berliner Privat- 
bauten, etc. Gold. Med. Berliii 1896,/ 

Schreiber, Johann Georg, Kupferstecher des 18. Jahrhunderts, geb. fO. Dec. 
1676 in Spremberg. Er stach topographische Arbeiten, etc. 

Schreiber, Peter Konrad, Maler, geh. i8-16 in Fürth, f 19. Febr. 1894 in 
Nürnberg, studirte in München, Berlin und Italien, Er malte italienische, sowie 
andere Landschaften und hat auch radiert. 

Schreiner, Friedrich "Wilhelm, Maler, geb. 1836 in Köln, studirte bei LindUr 
in Düsseldorf und bildete sich weiter auf Rei|en durch Deutschland, Italien und 
die Schweiz. Er malte Landschaften, z. B. lEichenwaia, Ansicht von Monaco, Wald- 
kapelle, etc. 

Schreiner, Johann Baptist, Bildhauer, geb. 19 Dec. 1866 in München, Schüler 
(1885—91) der Münchener Akademie und von Ruemann. 1894 liess er sich in 
Köln nieder. Von ihm Wallraf und Äicbartz Denkmäler (Köln a. Rh.)^ Pan tröstet 
Psyche, Frühlingsahnen, etc. 

Schreiner, Johann Friedrich Moritz, Kupferstecher, geb. 1768 in Dresden, 
t 1795, Schüler von C. G. Schnitze. Er stach nach Öipriani Leroy , T. 
Vecelli, etc. „ ' 

Schreiner, Johann Georg, Lithograph, geb. 1801 in Mergelstetten (Württemi- 
berg), t nach 1844, studirte in Stuttgart und München. Von ihm die Fresken der 
Allerheiligen-Kapelle in München (1837-— 41), Bildniss Goethes, König Ludwigs I. von 
Bayern u. viele A., Zeichenschule (1845), etc. 



Schreitter — Schroeder. 227 

Sctareitter Ton Schwarzenfeld) Adolf Franz Ctaristiau, Maler, geb. 10. Nov. 

1854 in Oberleutensdorf (Böhtten), Schüter (1885) von Jakobidea und Diez in 
München, nachdem er zuvor Soldat gewesen war. 1890 liess er sichiji Wien nieder. 
Von ihm Herzbua, Sein Schnadahüpfl, Bildnisse, etc. 

SchreiTOgel, Joachim Friedrich, Maler, geb. 18. Nov. 1624 in Dresden, t 
18. Febr. 1688 das. Er war churf. Hof- und Bauamts-Maler. 

Schrenck, Hermann, Maler und Radierer, geb. 1847 in Dorpat, Schüler der 
Akademien in Düsseldorf und Weimar. Er liess sich in Berlin nieder und schuf 
Landschaften. 

Schrender, Bernaert, Kupferstecher, geb. vor 1740, f 1?80 in Hoorn. Er 
schuf Blätter in Zeichnungsmanier, auch Farbendrucke nach Bega, R. v. Rijn, 
V. de Velde, Wouverman, etc. 

Schrenel, Jan Chrlstiaen Aelbert (llbrecht), Zeichner und Maler, geb. 1773 
in Maestricht, f «ach 1806, studirte in Berlin, nachdem er holländ. Offizier gewesen 
war, später (1806) in Dresden unter Grassi. Er malte Miniaturbildnisse, copirte 
alte Gemälde in der Dresdener Gal. und erhielt den sächs. Professortitel. 

Schreyer, Adolf, Maler, geb. 9. Mai 1828 iu Frankfurt a. M., f 29. Juli 1899 
in Cronberg i. T., Schüler des Städel'schen Instituts in Frankfurt a. M. und der 
Münchener Akademie. Er machte als Zeichner deu Krimkrieg mit, hat spätei" 
Nordafrika sowie Kleinasien besucht und in Paris studirt, wo er sich 1862 niederliess. 
Beim Ausbruch des deutsch-franz. Kriegs zog er sich nach Cronberg i. T. zurück. 
Er wurde ein geschätzter Pferdemaler und schuf auch Schlachteustücke. Werke 
von ihm in den Gal. Ravenö-Berlin, Hamburg, Schwerin, Washington, etc. Mitgl. der 
Antwerpener und Rotterdamer