(navigation image)
Home American Libraries | Canadian Libraries | Universal Library | Community Texts | Project Gutenberg | Children's Library | Biodiversity Heritage Library | Additional Collections
Search: Advanced Search
Anonymous User (login or join us)
Upload
See other formats

Full text of "Alpen-Flora für Touristen und Pflanzenfreunde"










FÜR TOURISTEIi OND 



Pfwmzenfreunde 



Alpen-Flora 

für Touristen und Pflanzenfreunde 

Mit 250 farbigen Abbildungen 
auf 40 Tafeln 

Nach Aquarellen von Hermann Friese 



Nebst textlicher Beschreibung 
der verbreitetsten und schönsten Alpenpflanzen 

von 

Dr. Jul. Hoffmann 






Stuttgart 
Verlag für Naturkunde 

Sprösser & Nägele 
1904 



Cl\CVS 



Druck der Hoffinannscheii Buchdriickerei in Stuttgart. 



Vorwort. ^'I^^-^ 

Auf jeden, der sich überhaupt für die Pflanzenwelt in- 
teressiert, übt die eigentümliche, farbenreiche Flora der Hoch- 
gebirge einen ganz besonderen Reiz aus. 

Auch unter den vielen Tausenden, die alljährlich aus nah 
und fern herbeireisen, um in den Alpen „Sommerfrische" zu 
geniessen, würzige Bergluft einzuatmen und die mächtigen 
Eindrücke einer grossartigen Gebirgsnatur in sich aufzunehmen, 
werden gar manche von dem lieblichen Blumenschmuck des 
Hochgebirges bezaubert und dazu angeregt, sich mit den bunten 
Gestalten der Alpenflora näher bekannt zu machen. Bald 
werden sie gewahr, dass sie neben „Alpenrosen" und 
„Edelweiss", den allbeliebten und bekannten Typen der Hoch- 
gebirgsflora, noch zahlreichen anderen Pflanzengattungen be- 
gegnen, die nur in der Gebirgswelt heimisch sind und zuweilen 
in solcher Menge beisammenstehen, dass Triften, Matten und 
Felshalden förmlich von ihnen bedeckt sind. Solche für das 
Landschaftsbild oft recht charakteristische Blumenteppiche 
entzücken durch ihre leuchtenden Farben selbst das Auge 
derjenigen, denen die zerstreutere heimatliche Flora nur 
massiges Interesse abzugewinnen vermochte; ja im Gebirge 
werden die meisten aufmerksamen Naturfreunde unwillkürlich 
zu liebevollen Pflanzen freunden. Azurblaue Gentianen, 
, goldgelbe und weisse Ranunkeln, verschiedenfarbige Stief- 
mütterchen, Primeln, Nelken und Steinbrecharten etc. fesseln 
das Interesse des Alpenwanderers und führen zu dem Wunsch, 
die einzelnen Arten näher kennen zu lernen. 

Solchen Pflanzenfreunden also, die nicht darauf Anspruch 
machen, wissenschaftliche Botanik zu treiben, die sich aber 
aus Schönheitssinn und Wissenstrieb mit den augenfälligsten 
Gestalten der Gebirgsflora vertraut machen wollen, ist unsere 
„Alpenflora" gewidmet. Der Zweck unseres Buches besteht 
somit darin, den betreffenden Liebhabern zu billigem Preise 
ein kleines Handbuch zu bieten, das ihnen das Erkennen der 
wichtigsten Alpen-Pflanzen erleichtert. 
CO Aus diesem Plan hat sich von vornherein die Notwendig- 
p\/keit ergeben, die Anzahl der abzubildenden und zu beschreiben- 
Iv.^den Pflanzengattungen zu beschränken und von manchen 
;.^ selteneren, nur an wenigen Fundorten vorkommenden Arten 
^ abzusehen. Ausserdem musste eine grössere Anzahl solcher 
Pflanzen, die dem Gebirge nicht ausschliesslich zu- 
kommen, sondern ebenso häufig in den Voralpen, sowie in den 



Hügelländern Mitteleuropas heimisch sind, übergangen werden. 
Auch konnten die zahlreichen Gattungen solcher Familien, 
für welche erfahrungsmässig der Laie nur geringeres Interesse 
hat. wie z. B. die Schirmpflanzen (Umbelliferen), viele Korb- 
blütler (Hieracium, Crepis, Senecio etc.), die Gräser, Simsen, 
Seggen u. s. w. nur wenig berücksichtigt werden, da es schon 
eines tiefer gehenden Studiums bedarf, um sich in diesen 
schwierigen Familien zurecht zu finden. Diese Beschränkung 
ist aber gewiss den Liebhabern der Alpenpflanzen nur will- 
kommen und entspricht dem populären Charakter unseres 
Buches, das nicht als Grundlage für strengwissenschaftliche 
Studien, sondern als Einführung in die liebliche, bunte Welt 
der Hochgebirgsflora dienen soll. 

Dementsprechend ist auch der Text möglichst kurz und 
klar gefasst, so besonders bei den abgebildeten Pflanzen, 
mit denen sich der Anfänger an der Hand naturgetreuer, 
farbiger Darstellungen viel leichter und müheloser bekannt 
machen wird, als durch eingehende Beschreibungen, die den 
Laien öfters mehr abschrecken, als befriedigen. Es erschien 
daher zweckentsprechend, nur die wichtigsten Merkmale 
aufzuführen, welche geeignet sind, die betreffenden Pflanzen 
von anderen nahestehenden zu unterscheiden. — Die Anord- 
nung der Familien stützt sich auf das De Candolle'sche 
Pflanzensystem. 

Die in dem Buche enthaltenen 40 Tafeln sind nach Original- 
Aquarellen von Maler Herm. Friese in sorgfältigem Farben- 
druck ausgeführt worden. Ein grosser Teil der Abbildungen 
wurde nach der Natur gemalt. Ausserdem sind die nach- 
stehenden Werke als Quellen zu Rate gezogen und benützt 
worden. Wir bemerken ausdrücklich, dass namentlich die 
durch fetten Druck ausgezeichneten, umfangreichen Werke allen 
denen, die sich mit eingehenden Studien der Alpenpflanzen 
befassen wollen, wegen ihrer Reichhaltigkeit und Gediegenheit 
besonders zu empfehlen sind. 

Flora von Deutschland, heiausg. v. Dr. v. Sclilechtendal, Dr. Langethal und Dr. E. Schenk. 

5. Aufl. revidiert von Dr. E. Hallier. 30 Bände. Verlag von Er. v. Zezsdiwitz in Gera. 
Die Alpenpflanzen, nach der Natur gemalt von Jos. Seboth, mit Text von Eerd. Graf und 

Joh. I'etrasch. 4 Bände, 400"Chroniol. Tafeln. Verlag von E. Tenipsky in Prag 

und (1. I'revtag in Leipzig. 
Alias der Alpenflora! Nach der Natur gemalt v. Ant. Hartinger, mit Text von Professor 

Dr. K. W. V. Dalla Torre (4 Bände mit 500 chroniolith. Tafeln). Wieü , Eigentum 

u. Verl. d. Deutschen ii. (^esterr. Alpenvereins. 
Die Alpenpflanzen Deutschlands und der Schweiz von J. C. Weber. 4 Bande 

(400 kol. Tafeln). Verlag von Chr. Kaiser in München. 
Taschenflora des AI peu \van dere rs, von Dr. C. Schröter u. l.udvc. Schröter. Mit 

24 farbigen und 2 schwarzen Tafeln. Zürich, Verlag von Alb. Raustein. 
Das Pflanzenleben der Schwäbischen Alb, von Dr. Rob. Gradmann, 2 Bände mit 

50 Chromntafeln. Tübingen, 1000, Verlag des Schwäbischen Albverciiis. 



1. Familie. Ranimculaceae, Hahne u/u s.^gctüäc/isc. 

Atragene alpina Tj. (Linnr). Geuicine Älpcnrche. — TaF. 1, Fig. 1. — 
Starkwüchsi<ir, holzige KU^tterpllanze. Blätter hinggostielt, dreizühlig. 
Die 4 Kelchblätter blau oder violett. Blumenblätter zahlreich, gelblich, 
spateiförmig. Auf felsigen Abhängen und in Wäldern des ganzen Alpen- 
gebiets, bis zu 1800 m, jedoch zerstreut; vorzugsweise auf Kalkboden. 
Blüht im Juni, Juli. 

Thalictrum aquilegifolium L. Akeleihlätterifie Wiesenraute. 30 bis 
ilO cm hoher Strauch. Blätter langgestiolt, dreimal dreiteilig, den Akelei- 
blättern ähnlich. Kelchblättchen blassgrün mit roten Adern ; die zahl- 
reichen, langen, violettroten Staubfäden verleihen der doldenähnlichen 
Jilütenrispe ein zierliches, duftiges Ansehen. Subalpin und alpin, bis 
zu 1800 m, auf Wald- und Bergwiesen. Blüht im Mai, Juni. 

Thalictrum alpinum L. Alpen-Wiesenraute. — Taf. 1, Fig. 2. — 
Kleines nur fingerhohes Pfläiizchen mit grünlicher Blüte. Auf steinigen 
Abhängen der höchsten Alpen; Schweiz, Tirol, Salzburg, Steiermark, 
2000—2500 m. Zerstreut und spärlich. Blüht im Juni, Juli. 

Thalictrum foetidum L. Stinkende Wiesenraute. 30 bis 60 cm 
hoch, Stengel und Blätter von abstehenden Drüsenhaaren weichhaarig. 
Blüten in lockerer Rispe, langstielig, nickend, blassgrün. Auf Felsen 
der Alpen und Voralpen , Schweiz bis Steiermark , bis zu 1800 m. 
Blüht im Juni, Juli. 

Anemone alpina Miller. Alpen-Anemone. — Taf. 1, Fig. H. — Wechselt 
nach Standort von 10 — 30 cm Höhe, gewöhnlich nur 20 cm hoch. Kelch- 
blätter zu 6—8, weiss, bisweilen lila angehaucht, aussen seidenartig be- 
liaart. Auf Alpentriften der Kalkgebirge in 1600 — 2800 m Höhe, von 
der Schweiz durch die ganze Alpenkette ; ausserdem auch in den Vo- 
gesen, den Sudeten und auf dem Brocken. Blüht von Juni bis August. 



— 2 — 

Anemone sulfurea L. GelOe Alpen-Anemone. —- Tuf. 1, Fig. 4. — Sie 
wird von licii inoiston Botanikern als Varietät der vori<i;en angesehen; 
sie tV'lilt <i(Mi Kuli<gel)irgon und ist auf Urgestein ((jnci^, (41iinnier- 
scliicrcr ctf.) in DJOÜ— ISOO in Ilcilie lieiniisch. 

Anemone narcissiflora /.. Narzissenhlütic/e Anemone. — Tat'. 1, 
Fig. ö. — Die W('i.ssen, rot angciiaucliten Blüten, niei^t ö - 7, bilden eine 
lockere Dolde, die aus einem Kranz tief ge.spaltener IIülll)lätter hervor- 
ragt. Grundständige Blätter fast kreisrund, Steilig, die einzelnen Ab- 
schnitte doppelt dreispaltig. Ueber die ganze Alpenkette und die Voralpen 
verbreitet, ebenso über die Mittelgebirge von Süd- und Mitteleuropa. 
Auf Alp('n\vi('S(Mi und grasigen Aldiängen. Blüht von Mai bis Juli. 

Anemone trifolia //. Dreiblntterige Anemone. Der gemeinen 
Waldancmone oder Osterbhmu' (Anemone nemorosa fv.) sehr ähidicli. 
Blüte weiss, selten helll)lau. Die zur Blütezeit meist noch fehlenden 
drei Blätter sind dreiteilig, scharf sägezähnig gerandet, auf den Nerven 
und Adern etwas behaart. — Südliche Alpenkette, Tirol i)is Krain; in 
Wäldern der Voralix'ii und im Gebirge 1)is 1600 m Höhe. Biidit von 
April bis Juli. 

Anemone Halleri Allioni. Ilallcrs Aiicmone. J)er gemeinen, im April 
blühenden Küchenschelle (Anemone jiuLsatilla L.) ähidich, 10 — 15 cm 
hoch, zottig behaart. Die grundständigen Blätter, -welche im Herbst 
absterben, sind 2— 3fach fiederschnittig mit lineal-lanzettlichen Zipfeln. 
Blüten tiefviolett. Südschweiz, Steiermark, Oesterreich, Südhöhmen, 
bis 1500 m Höhe. Blüht im Juli, August. 




1. Atragene alpina. '2. Thalictrum alpinum. 3. Anemone alpina 
4. Anemone sulfurea. ö. Aiieiin !" 



Anemone vernalis /.. Friiklhujn- Anemone. — Tat'. 2, l•"i.i,^ 1. — 
<; -12 (111 lincli. (ininilstäiulige Blätter einfach geliedert ; die Kiedei- 
l.liittelieii eilViniii^', dreispaltig mit un.iieteilton oder 2—3 zähnigoii Zipfeln. 
lUiite wi'iss, aussen lila oder violett üb(Mlaiifen und zottifi' hehaart. 
Iläuli«! auf trockenen Triften «ler Alpen, von der Schweiz bis Steiennark ; 
in Ihilie von 1200— 2300 m. (Ausserdem in den Karpathcn, in Skandi- 
navien und in Kiefernwäldern der norddeutschen Ebene). Blüht im 
]\hu, .Inni, ,Iuli. 

Anemone baldensis /.. ^[onte Baldo's Anemone. — Taf. 2, Fig. 2. — 
10—15 ein hoch. Blätter handfönnig, doppelt 3— öteilig. Die Blumen- 
blätter, meist 9, sind ^^•eiss, auf der zottig behaarten Rückseite violett. 
Das Fruchtk<)pfclien ähnelt einer weisslichen Erdbeere. An trockenen 
Stellen der llochalpen durch die ganze Al[)enkette in Höhe von 1800 
bis 240(1 III zerstreut. Blüht im Juni, Juli. 

Ranunculus rutaefolius L. RautenbläUeriger Ilahnenfuss. — Taf. 2, 
Fig. 3. — Zierliches Kraut mit 6—12 cm hohem, oft niederliegendem 
1— 3blütigem Stengel und doppelt fiederteiligen Blättern, welche denen 
der Wiesenraute ähneln, l'.lütenblätter 5—12, grünlich weiss; am Grunde 
mit goldgelbem Fleck. Auf Kalk- und Urgestein durch die ganze Alpen- 
kette verbreitet und hänlig; 1900—2500 m. Blüht im Juli, August. 

Ranunculus anemonoides Zahlbrnr/mcr. Anemonenartiger Ilahnen- 
fuss. Dem vorigen sehr ähnlich, aber die ganze Pflanze kräftiger und 
hl uh wüchsiger. Höhe 15—20 cm. Die 7 — 15 weissen Kronblätter sind 
schmaler und gestreckter. Während der vorige in den hohen Central- 
alpen vorkommt, ist dieser auf die Voralpen von Südtirol, Nieder- 
österreich und Steiermark beschränkt und öndet sich namentlich auf 
felsigen Stellen der Nadelwaldungen. Blüht im März und April. 

Ranunculus pyrenaeus L. Pijrenäischer Hahnenfuss. — Taf. 2, 
Fig. 4. — Stengel 8—18 cm IkkIi, meist 1 blutig. Blätter schmal lan- 
zettlich, ganzrandig, bläulich-.urün. Pyrenäen und Alpenkette; 1800 
bis 2700 m; auf feuchten Triften stellenweise in Menge. Blütezeit 
.Tuni, Juli. 

Ranunculus parnassifolius L. Parnasslenhlätterlger Hahnenfuss. 
— Taf. 2, Fig. 5. — Stengel 8 — 12 cm hoch. Grundständige Blätter herz- 
eiförmig, langgestielt, ganzrandig. Blütenstiele und Stengel wollig, 



— 4 — 

Hluiiic wi'iss. Auf stoinigcn Triften und Wicson tlor I'yrenät'ii und der 
AliMMikottc, 2500—3000 in, zorsticut. BliiUv.oit Juli, Au^rust. 

Ranunculus glacialis />. (ilrtsrhpr-Uahurnfuss. — Taf. 2, Fi^^ 6. — 
Stongcl 2 — 10 (III iiDcli, am (irundc von oiner Kuscttc von gestielten, 
3 — öspaltigon, in lanzottiichc Zipfel zerteilten Blattern liesetzt; Wurzel- 
stock niclit haarschopfig. Kelch mit dunkel-rotbraunen Haaren zottig 
hekleidet. Blüten weiss, meist rosenrot angehaucht, namentlich auf 
der Aussenseite. Auf Urgestein der Alpenkette verlireitet, in 2300 bis 
1200 711 Ihihe. Nach Dr. ('. Sdiniter ..die am hriciisten ansteigende 
lUütcniiflanzc der Schweiz". BiCdit im .lull, .\ngust. 

Ranunculus Seguieri 17//«/-.^. Spguicr>i GIetsrhcr-II(i]inf))fiiüx. Dem 
vorigen sehr ähnlich, jedoch sind die einzelnen Zipfel der gefiederten 
r>lätter zugespitzt und die Kelchblätter sind nicht zottig behaart, sondern 
kahl. Südtirol und Krain, zerstreut, auf Kalkgebirgeh in 1900—2300 m 
Ibiiie. r>lii])t im Juli, Augu.st. 

Ranunculus roseus Ihgetschweiler. Rosenroter Hahnenfuss. Ebenfalls 
dem llaii. -hicialis sehr idinlich, aber Blüten tief rosenrot und Wurzel- 
stock stark h aar seh opf ig. In den Ilochalpcn der Scliweiz, 2500 
bis 2700 m. Blütezeit Juli, August. 




1. Anemone vernalis. 2. Anemone baldensis. 3. Ranunculus rutaefoliugi. 
4. Ranunculus pyrenaeus. ö. Eanunculus parnassifolius. 6. Ranunculus glacialis. 



— 5 



Ranunculus alpestris /-. Mpcn-llaknrnfuss. — Taf. 3, Fi«;. 1. - 
Zii-rlirhf, 5 15 na holie l'Hanzc, mit saftigen, meist einblütigen Stengeln. 
Die grundständigen, langgestielten Blätter sind 3 — 5 spaltig, rinnig- 
5 nervig, im Uniriss nierentVirmig, aber grob keilfcinnig gekerbt ; dunkel- 
grün, stark glänzend. An) Stengel meist l oder 2 lanzettförmige ßlätt- 
ehen, welche ganzrandig, seltener Bteilig .sind. Kelch kahl. Blume bis 
2 cm l)reit, die ö Blumenblätter weiss, glänzend, am Grunde gelblich. 
- lieber die ganze Alpenkette in loOÜ — 2000 m Höhe verbreitet und 
häufig, ebenso im .Iura und auf den Kari)athen. Besonders häufig 
in Vertiefungen, in welchen der Schnee lang liegen bleibt. Blüht im 
Juni. .luli. 

Ranunculus Traunfellneri Hoppe. Tramtf ellner a Hahnenfnss. Dem 
vorigen sehr ähnlich. Jedoch schmächtiger, öfters nur 'i cm hoch, stets 
einblütig mit einem ganzrandigen, seltener zweispaltigen Stengelblättchen. 
Blütenstiel höchstens 10 cm hoch. Blüten wie beim vorigen weiss, mit 
Längsadern durchzogen. Kelchblätter grünlichgelb, haarlos. — V^er- 
breitung wie bei dem vorigen, jedoch ist er weit seltener und kommt 
mehr einzeln, nicht gesellig, vor. Blütezeit: Juni bis Septem])er. 

Ranunculus crenatus Wuldstcin a. Kltulbel. Kerhhlätteriyer Halinen- 
ftis.s. — Taf. B, Fig. 2. — G— 12 cm hoch. Grundständige Blätter ziemlich 
langgestielt, rundlich herzförmig bis nierenförmig, deutlich gekerbt, bis 
2 cm breit, an der Basis in breite Scheitlen auslaufend. Stengel 1 bis 
2 blutig, mit 1 — 2 zungenfönnigen Blättchen. Kelch kahl. Die ansehnliche 
Blüte weiss, mit 5 rundlich eiförmigen, schwach wellig ausgeschnittenen 
Kronblättern. — ■ Auf Granitalpen von Steiermark und Südtirol, spärlich 
verbreitet, in Höhe von 11(10-^2000 m. Blüht im .(nli, August. 

Ranunculus aconitifolius J^. Eiscnhutblätlerigcr Halmenfuvu. — 
Taf. 3, Fig. y. — tiü— 130 cm hohe, kahle, krantartige Pflanze. Grund- 
ständige Blätter sehr lang gestielt, '6 — Tteilig, handförmig ausgebreitet, 
die Zipfel 3 spaltig, zugespitzt, eingeschnitten gesägt. Der Stengel teilt 
sich wiederholt in schlanke, mit zahlreichen Blüten besetzte Aeste, an 
deren Grund bandförmig gebreitete Blätter stehen. Blüten weiss, aus 
5 kleinen weissen, hinfälligen Kronblättern gebildet. — I'eber die 
Gebirgswälder der ganzen Alpenkette bis zu 1800 ni auf Kalk und Ur- 
gestein verbreitet und häutig; ausserdem in gebirgigen Gegenden von 
Nord- und Südeuropa, sowie in den i\Iittelgebirgen von Deutschland 
und Oesterrei(-h. Blütezeit: Mai l)is Auuust. 



— G — 

Ranunculus Tliora /-. 'rii(>r(i-Halnuiifti.ss, (iiflhahncnfn.ss. — Tiif. 8, 
l'i-. 1. — Kin kU'iiics l'Häiiztlion, das in den höheren Alpen nur !S bis 
10 CHI, in den Voral|ten 20—20 im Höhe erreicht. Der "Wnrzeistock 
)»esteiit aus einem liüsehel rüljenförnii-rer Knollen. Stcnird 1 — 2blütig, 
mit eini-m frnisscn unteren Stcn<i;ell)latt. welches nicrent'örmig, l'ein- 
^'eadert, am liande gekerht und glänzend grün i.st. Das weiter ol)en 
sitzende Stengelhlatt ist klein, 2— 3teilig, mit s|)itz znlanl'enden Lait])en. 
IMüten 1—3, goldgelh, glänzend. — Auf Alpontriften und in Gehirgs- 
waldungen von Mittel- und .Südeuroi)a, Schweiz, Tirol, Steiermark, Krain, 
bis zu 1900 m Höhe zerstreut. Hliiht im Mai, Juni. Scharf giftig. 

Ranunculus pygmaeus Wahlenbcrri. Zwerg-Eahucnfunn. Ein winziges 
PHänzcheu mit nur 1,5 — ü cm hohem, meist einfachem, einblätterigem 
und einblütigem Stengel, welcher zur Blütezeit kaum länger ist, als die 
gestielten, 3— öteiligen grundständigen Blätter. Kelchblätter kahl, etwas 
zurückgeschlagen, länger als die 5 gelben, nur 4 — .5 mm breiten Blumen- 
blätter. — Auf Urgestein in Tirol, Salzburg, Kärnten, in Höhe von 2200 
bis 2500 m, selten inid zerstreut ; ausserdem im holu'ii Norden i Skandi- 
navien, Lai)pland, Spitzbergen). Blüht im .Tuli, August. 

Ranunculus montanus Willdenow. Bevg-Hahnenfuss. — Tat". 3, 
Fig. 5. — Stengel 6 — 12 cm hoch, ebenso wie die Blattstiele abstehend 
dicht behaart. Grundständige Blätter bandförmig geteilt mit verkehrt 
eiförmigen, dreispaltigen, stumpf gezähnten Al)schnitten. Unterstes 
Stengelblatt 5 — 6 teilig, das ol)ere 2 — fjspaltig, mit linealischen spreizenden 
Abschnitten. Stengel l^ciblütig. Blüten goldgelb. — Ueber die Aljjen 
und Voralpen, namentlich auf Kalkgestein, in 1500 — 2500 m Höhe all- 
gemein verbreitet und häufig; auch in den Mittelgebirgen Süddeutsch- 
lands (Schwarzwald, Schwab. Alb etc.) da und dort. Blüht von Mai 
bis August. 




1. Ranunrnliis albpstris. 2. Eanunculus crenatus. ü. Ranunculus aconitifolius. 
iiunculus Thora. 5. Ranunculus montanus 



Trollius europaeus /-. (icmcine 'VfoUhhuue. - 'l'iit'. 1, V\'^. 1. 
Kiiie kahlo, uufrecliU', «ri'wcilmlii'li HO— (><) vm hohe PllaDze mit spärlich 
vi-riistolteiii Stengel. Die «.'nuulstiindijien Blätter sind haiKll'onui": in 
.) Oller ö Hlättcheii zerteilt, welehe wiederum gelappt und eingeschnitten 
sind. Dil' wenigen Stengelblätter sind klein, fast sitzend. Blüten gro.ss, 
/.itmuengelli, mil 10 — 15 grossen, kugelig ziisammentliessenden Kelch- 
blättern, welche die kleinen Blumenblätter, Staubget'ässe und Stempel 
umhüllen. — Auf feuchten Bergwiesen von ganz F-uropa, in den Alpen 
Itis zu 2400 m Höhe. Kine kleine, eiid)lütige, nur 20 cm hohe Form 
(var. luuuilis Crtz.) lindet sich nur auf Hochgebirgen. Blüht von Mai 
bis .luli. 

Eranthls hicmalis SdfLshuri/. lU'im'iner Winter fitem. Stengel ö — 12 cm 
hoch, einblütig. Hie von einem Kranz tiefeingeschnittener, grüner 
Blätter umgel)enen goldgelben Blüten zeigen 5—8 l)lumenblattähnliche 
Kelchblätter und <i— 8 kurze röhrenförmige Blumenbläiter. Grund- 
standige Blätter langgestielt, 3— 7 teilig. — lieber die Alpenkette ver- 
breitet, aber zerstreut und selten. Dagegen öfters in (Järten angejiflanzt. 
Blütezeit: Februar, März. 

Helleborus niger L. Scha-arzc }\ie><swarz, Christblimie. Grund- 
ständigi' Blätter fiissförmig geteilt, 8 — Hspaltig, glänzend grün. Stengel 
12 -IH cm hoch, 1— 21)lütig. Die unsehnlichen Blüten weiss, unterscits 
rot angehaucht. — Hier und da in schattigen Gebirgswäldern bis zu 
1800 m Höhe. Blütezeit: Dezember bis Fel)ruar, daher beliebte Winter- 
pHanze in Gärten. Giftig. 

Aquilegia alpina L. Alpen-Akelei. — Taf. 4, Fig. 2. — Trächtige, 
durch grosse, himmen)laue Blüten ausgezeichnete Alpenpflanze, Stengel 
1 — ■■n)lütig, 15 — 30 cm hoch. — West- und CentralaljuMi, östliche Grenze: 
das Kngadin; zerstreut und meist selten, bis zu 1(300 m Höhe. Blüht 
im .luli. August. 

Aquilegia atrata Koch. Schwärzlicher Akelei. Blütenstengel 30 bis 
40 cm hoch, 3 — lOljlütig, Blüten schwarzviolett oder purpnr))raun. S])orn 
der Kronenblätter fast kreisförmig umgerollt. — Dieser über die Alpen 
und Voralpen weit verbreitete, stellenweise häufige Akelei wird von 
vielen Botanikern als eine ali)ine Form des gemeinen, in lichten hügeligen 
Waldungen von Mitteleuropa hcimischi'n Akelei (Aquilegia vulgaris L.) 
angesehen. Blütezeit: .luni. Juli. 



— 8 — 

Delphinium elatuni I.. Hoher lUtternporn. Dieser sclionc, lOU bis 
1511 (Ml liuiif liittersporii trägt SspalLigc Stengelblätter, deren Zipfel 
Sspaltig, breit und eingeschnitten gesägt sind; unterlialb der Blüten- 
stiele je 2 lineale Deckltlüttclien. riliinienkronc 4l)l;itterig, Saum der 
2 unteren 2 spaltig und gchiirtet, die 2 nberen gespornt. Kelch blau, 
Riunieidcrone russiarbi'u — It-bcr die Al]ienkette bis zu 1600 m ver- 
Itreitet, namentlich an Hachfu und auf t'enchten Triften; übrigens auch 
in den Gebirgen von Jiniunen und Schlesien. lUidit im .Funi, .luli. 

Aconitum Napellus /.. h'chitr Eixcnlmt. Taf. 4, Fig. 3. — 

Stengel 45 — 1)50 cm hoch. Die ihinUfllilaiien Hlütcn bilden eine an- 
sehnliciie, gipfelstilndige Traube, die <lunkclgiünen HliUter sind bis zum 
Cirun<le in 5 — 7 Teile zerspalten. In (iebirgsgegenden von ^littel- 

und Südeuropa vi-rbreitet ; in den .Mpcn bis zu 2000 m Höhe, hiiulig. 
Hhiht von .luni l»is August. <;iftig. 

Aconitum Anthora L. FcinhläUeriycr I-jiscnhut. — Taf. 4, Fig. 4. 
Stengel 30 (10 cm hocii. I>ie \viMsslichgell)t'n Blüten bilden eine lockere, 
annblütige Traube. l>ic Blatter sind vieltciiig (iederspaltig, mit schmalen 
zugespitzten l^ndzipfeln. leider dii- ganze Alpenkette zerstreut, 

namentlich im .lui-a, aul den Alpen von < )esterreich und Krain, Öavoyen, 
Pyrt-näen. bis zu 1H(»0 m. Illfilit im .lull, August, (riftig. 

Paeonia officinalis L. tlcineine l'jinyatrofse. Stengel 50 — 80 cm 
buch, Blüte purpurrot, grundständige Blätter doppelt dreizählig. Sie 
ist die Stammform verschiedener, teils gefüllter Garten-Päonien und 
ist in den Alpen der Südschweiz, von Südtirol nnd Krain heimisch. 
Blüht im Juni. 




1. Trollius europafi luilegia alpina. 3. Aconitum Napelhis. 

4. Aconitum Anthora. 



— 9 — 



2. Familie. Papaveraceae, Mo/mgc^vächsr. 

Papaver alpinum L. Afpen-Mohn. — Taf. 5, Fig. 1 und 2. — 
SU'iigfl 10 -5 cm liocli, i'inhlütig, blattlos. Kelchblätter 2, leicht ab- 
falloiul. Die 4 Kroublätter sind weiss, (ii'ters um (innule gelb, oder 
ganz gelb. Blätter 2— .'{fach liederti'ilig. rel)er die ganze Alpcnkette 

verbreitet; an steinigen, trockenen Stellen, liiintig und zahlreicli, bis 
2700 ni. — niiilit vnn .luni bis August. 

Papaver pyrenaicum />. I'i/renä /'scher Mohn. Dein vorigen sehr 
jiiinlicb, aber von gedriingterem Wuchs und mit weniger t'einspaltigen, 
meiir rauhhaarigen Blattern. Blüten gell). — Alpenkette, auf Scliiefer- 
und Kaikgestein, bis zu 2700 ni. i?lüht im .Tuli, August. 

3. Familie. Cruciferae, Kreuzblütler. 

Nasturtium pyrenaicum Roh. Bronm. Pyrenäische Brunnenkresse. 

— Taf. 5, Fig. 3. — Stengel 10 — 30 cm hoch. Unterste Blätter lang- 
gestielt, oval, einfach orler am Blattstiel geöhrelt; die unteren stengel- 
ständigen leierförmig, di(* oberen tief fiederspaltig. Schötchen 3mal 
kürzer, als deren Stielchen. — Schweiz, Pyrenäen, Vogesen, an trockenen 
Orten, zerstreut; ausserdem im Elbthale von Dessau bis Magdeburg, in 
Oberbaden und im Oberelsass. lUüht von ^Nlai l)is August. 

Arabis alpina L. Alpen-Gänseli-ressc. — Taf. 5, Fig. 4. — 15 bis 
25 cm iioch, Stiimmchen niederliegend. Blüten weiss, nicht zahlreich, 
aber ansehnlich gross. Blumenblätter doppelt so lang als der Kelch. 
Blätter länglich eiförmig, von ästigen Haaren rauh. Schötchen ab- 
stehend, flach. — Alpenkette, von 1300 — 2200 ni, besonders auf Kalk- 
gestein ; ausserdem zerstreut im Uiesengebirge, Harz und in Westfalen. 
Blütezeit: Mai bis .Vugust. 

Arabis coerulea IIuenLc. lUanc GänscL-rcsse. — Taf. 5, Fig. ö. — 
Stengel 4 — 8 cm hoch, aufrecht, behaart. Blütchen blau, in gedrängter 
Schirmtraube beisamniensteheud. Blätter schwach gewimpert, glänzend, 
vorn mit 3 — 5 Zälinchen. (Irundständige Blätter spateiförmig, die 
stengelständigen kleiner, sitzend, halbumfassend. Schötchen aufrecht. 

— lieber die Alpenkette zerstreut, vorzugsweise auf Kalk, 11)00—2500 m. 
Blülit im .hili, August. 



- 10 - 

Arabis pumila Jcinjii/n. Xiedrige Alpen l,r esse. — Taf. 5, Fig. 6. — 
Steiifrol 5 — 15 cm liocli, mit 2— ;5 Blättern, meist zerstreut- haarig. 
IMütei) weiss, Kelch weiss gesiiuint. P)l;itter mit gläiizeiulen Sternhaaren 
besetzt, che grundständigen am ilainlc gewinipert, die stengelständigen 
ahstehend, länglich-oval, sitzend, am Grunde abgerundet. — Alpen- 
kette, an trockenen Stellen, besonders auf Kalk, bis :^0Ü0 m. Blüht im 
.luni, Juli. 

Cardamine alpina WUM. Alpen-ScIudiniln-cnd. — Taf. 5, Fig. 7. — 
8— S cm iiolit's Pllän/clieu. (Grundständige Blätter langgestielt, ganz- 
randig, stumpf eiförmig; Stengelblätter knrzgestielt, langrund, selten 
dreilappig. Die weissen Blumenblätter doppelt so lang, als der Kelch. 
Staubbeutel gelb. Die aufrechten Schoten stehen dicht bei einander und 
i>ild(Mi eine rntenförmige Fruchttraube. — Aliienkette, bis 2500 m Höhe, 
luuuentlich auf l'rgestein. Blüht im .luni, .luli. 

Cardamine trifolia //. DreiUäften'fjes Schannik-raiil. Stengel 10 bis 
30 cm hoch. Blätter auf langem Stiel dreiteilig, rautenf(irmig-rundlich, 
geschweift-gekerbt. Blumenblätter weiss. — In feuchten Wäldern der 
V'oralpen und der (ieltirge (])is 1500 m Höhe), der südöstlichen Ali)en, 
namentlich in Tirol, Kärnten, Steiermark, Oesterreich, Bayern, Bölmien, 
Schlesien, r.lülit im .Mai, .Tuni. 

Dentaria digitata Lamarck. Gefingerte Zalmwarz. Stengel 45 — 50 cm 
hoch, federkieldick, mit 3—4 langgestielten fünfzähligen l^lättern, deren 
4 — 5 l'iederblätter liandförmig ausgebreitet und am Rande scharf gesägt 
sind. Blumen rosenrot bis lila, in 8— lOblütiger Doldentraube, die 
unteren langgestielt. — In Gebirgswaldungen der Alpenkette, ausserdem 
im .Iura, im KIsass und in Oberscliwabcn. Blüht von .Mai bis .Juli. 

Braya alpina Sternherg ii. Hoppe. Schotenkresse. — Taf. 5, Fig. 8. — 
Mehrere 2 — 7 cm hohe Stengel erheben sich aus dem einen dichten 
Käsen bildenden Wurzelstock. Blätter lineallanzettlich, nur 1 — 2 cm 
lang, beiiaart, ganzrandig oder schwach gezähnt. Blüten weiss (ge- 
trocknet \ iolctt) in gedrängter Schirmtrauix'. — An den Al)liängcn 
der höchsten Alpen, in der Gamsgruljc und Leiter bei Ilciligcnbhit 
I Kärnten) und am Solstein bei Innsbruck. Blüht im .Ulli, Aiil;iisi. 




1. 2. Papaver alpinum. 3. Nasturtium pyrenaicum. 4. Arabis alpina. 5. Arabis coerulea. 
6. Arabis pumila. 7. Cardamine alpina. 8. Braya alpina. 



1 



— 11 



Alyssum Wulfenianum Hmikardi. W'ulfcns Slvinkraut. - Till'. (), 
Fi^'. 1. — Niederes, \v("ni,<,' ü])er 10 ein liolics AlpcniiflanzclHMi. aus 
dessen kricM-heiidoin, liolzi.Lcem Stenjjel mehrere Aeste aut'steigen. Blätter 
ü — 8 mm laiiii, verkdirl eiförmig, an der Spitze kurz zugespitzt. Die 
lebhaft citrnngelhen lUiileii bilden eine Doldentraube. Staulifäden mit 
spitzen Flügelchen versehen. — Auf Urgestein in der Schweiz, Tirol, 
Kärnten, Krain, an felsigen Alihängen. ]>is zu 1700 ni lldlie. IMüliI 
im .Tuli, .\ugust. 

Petrocallis pyrenaica /»'. Hr. I'i/roiüischer Stcinsrhnn'icL-el. — Taf. <>, 
Fig. 2. — Niederes, dichte Rasenpolster bildendes Kräutchen. Blätter 
in kleinen Büscheln gehäuft, dick, keilförmig, an der Spitze 3 — .5 spaltig, 
am Rande mit Wimperhaan-n besetzt. Kelch rotgerandet. Blüten rosen- 
rot ])is lila, selten weiss. — Ueber die ganze Alpenkette, bis zu 2800 m 
Höhe, verbreitet, besonders auf Kalkgestein häutig. Blüht im Juni, .Juli. 

Draba aizoides A/. Linuergrünei^ llioiifcrhliiiiirlien. — Taf. (), Fig. 3. — 
Stengel 5 — 10 cm hoch, blattlos. Die spitzen, liuealischen Blätter sind 
lebhaft grün, am Rande mit steifen Haaren gewimpert und bilden dichte 
Rosetten. Die gell)en Blütt-n bilden eine kurze, wenigblumige Traube. 
— Ueber die ganze Alpenkette bis zu 1900 m Höhe verbreitet und 
häufig, stellenweise auch im Elsass, im ol>eren Donauthal, in Ober- 
schwaben und auf den fränkischen Kalkgebirgen. 

Draba Hoppeana ii^e/cAewiftf/?. (Draba Zahlbruckneri Host.) Hoppes 
HitngerbliiiHrhen. — Taf. 6, Fig. 4. — Dem vorigen ähnlich, wahrscheinlich 
nur eine Zwergform desselben. Stengel kurz, oft kamn über die Blatt- 
rosetten empr)rragend, armblütig, Blätter kammförmig gewimpert. — 
Auf den höchsten Granitalpen von Kärnten und Steiermark. Blüht 
von .luni bis August. 

Cochlearia saxatilis Lamarck. Felsen-Lölf'ell-ruut. Stengel bis 30 cm 
hoch, fadenförmig. Die grundständigen Blätter, die eine lockere Rosette 
])ilden, sind gestielt, verkehrt-eiförmig, schwach gezähnt ; die stengel- 
ständigen Blätter sitzend, linealisch. Die weissen Blüten in lockerer 
Schirmtraube. Staubfäden knieförmig; Staubbeutel mit gelber Rück- 
seite. — Auf Kalkfelsen und Steingeröll über die Alpeid<ette verbreitet, 
bis zu 2200 m Höhe. JSlüht von Juni bis August. 

Thiaspi alpinum Jaapuin. AI pen-Tä schell- rcmt. — Taf. 6, Fig. 5. — 
Der Wurzelstuck teilt sich in verlängerte Aeste und treibt mehrere 
5 — 8 cm hohe Stengel. Die grundständigen, einen lockeren Rasen 



— 12 — 

liildciiilcn IMättcr sind nuidlicli, jj;cs(iclt ; die sU'ngelHtändigeii sitzend, 
stiniiiif j,n'i")lirt, den Sti-njicl niid'asscn«!. Die ziemlich fTrosson weissen 
liiiiten bilden eine dichte Doldentranbe. — Auf Wiesen und Triften ül)er 
die AljxMikette verl)reitet, bis zu 250(1 in ilolie. Blütezeit: .luiii, .luii. 

Thlaspi rotundifolium Gmidin. liandljlültrn'iirs Täachelkraut. — 
Taf. 6, l'"i.L,'. (). Stengel bis 8 cm hoch. Der Wurzolstock treibt 

mehrere ansliiuferartige Aeste. Grundständige Blätter gestielt, rundlich- 
l()ftelförmig; stengelständige mit geöhrtem Grunde stengelumfassend. 
Blüten hellviolett, liisweilen weiss. — Ueber die ganze Alpenkette ver- 
l)reitet, zwischen Gei'dll und Kies der Kalkalpen, bis zu 2700 ni Höhe. 
Blüht im Juli, August. 

Biscutella laevigata 1^. GlalffrUrh/ige lirillotschote. — Taf. (i, 
Fig. 7. — Stengel ästig, 30-50 cm hoch. Untere Blätter länglich, ge- 
zähnt, in den Blattstiel verschmälert, obere sclnnal, mit halb stengel- 
umfassendem Grunde sitzend. Blüten in halbkugeligen Doldentrauben, 
goldgelb. iSchötchen brillenförniig, flach, am Grunde und am Ende 
herzförmig ausgerandet, aus zwei kreisrunden Fächern zusammen- 
gesetzt. — Auf Felsen und steinigem Kalkboden über die Alpenkette 
bis zu 2200 in Höhe verbreitet; ausserdem du und dort in ])eutschland 
und Oesterreich zerstreut und auf einzelne Fundorte beschränkt. Ülüte- 
zeit: Mai l)is A neust. 



^'^v 




1. Alyssum Wulfenianum. 2. Petrocallie pyrenaica. 3. Draba aizoides. 4. Draba Hoppeana. 
5. Thlaspi alpinum. 6. Tbl. rotundifoliiim. 7. Biscutella laevigata. 



I b 



— 13 — 



Hutchinsia alpina 1\. Hr. Alpen-Geiush-resae. — Tut'. 7, Fig. 1. — 
Stoiiijcl .")—](» cm liorli, oiiil'acli, blattlos. Der AVnrzelstock Itildet durch 
AiislaiüVr einen kleinen Käsen, liliitter i^ciiedert. Hlunienblätter weiss, 
noch einmal so lanj,', als der Kelch. Sclnitchen lan<ilich, an beiden 
Enden spitz. Im (ieröll der Alpeiihiichc, bis zu 2700 m Höhe, und 

mit den Flüssen lhal\v;irls bis München und AuLisburi:. T'hiht von 
^fai bis AuL!:ns(. 

4. Familie. Oistaceae, C/s/rosr//o<'7i'(rc//sc. 

Helianthemutn alpestre lieii-hli. (Hei. oelandicutn Wuhlenb.). 
Voralpen-Sonnenrösclien. — Tat'. 7, Fig. 2. — Der Stengel verzweigt sich 
dicht über der Wurzel in zahlreiche, niederliegende, liolzige Aeste, welche 
am Ende aut'ötrel)en und 10 15 cm hoch werden. Blätter gegenständig, 
sitzend, länglich oval bis linealisch, ohne Nebenblätter, mit büscheligen 
Haaren am Rande oder auf beiden Seiten, oder auf der Unterseite 
lilzig. Die breiten gelben Blüten bilden kurze lockere Trauben. — 
Ueber die Kalkalpenkette verbreitet und an steinigen, sonnigen Stellen 
häufig, bis zu 2(j0(> m Höhe. Blütezeit: Juni bis August. 

5. Familie. Violaceae, l-^eilcJicngewächsc. 

Viola pinnata L. FiederhläUeriges Veilchen. — ■ Taf. 7, Fig. ;]. — 
Der Wurzelstock bildet keine Ausläufer, ' aber einen grundständigen 
Blattbüschel. Blätter handteilig, mit tief eingeschnittenen Abschnitten 
und linealischen Zipfeln. Nebenblätter des 6 — 8 em hohen Stengels 
lanzettförmig, ganzrandig. Blumenblätter ziemlich klein, hell violett; 
die zwei oberen fast so gross, als das unterste; Sjjoru aufsteigend, 
gross. Blüte duftend. — Alpenkette bis Krain ; auf Wiesen, bis zu 
1800 m Thiho. Blüht im Juni, Juli. 

Viola biflora L. Zweihlütiyes \'eilrltcn, Gelbes )'et'lc/ten. — Taf. 7, 
Fig. 4. — Stengel 6 — 15 cm hoch, aufsteigend, kahl, meist zweiblätterig 
und zweiblütig. Blätter nierenförmig, sehr stumpf, gekerbt. Nel)en- 
blätter eiförmig, ganzrandig. Blumen citronengelb, am Grunde braunrot 
gestreift. — In feuchten, schattigen Thälern, namentlich am Fuss nasser, 
überhängender F'elsen, über die ganze Alpenkette bis zu 2000 in Höhe 
verbreitet und häufig. Ausserdem zerstreut in Böhmen, der Sächsischen 
Schweiz, Lausitz, Schlesien, Westfalen, in den Vogesen und in Ober- 
schwaben. Blüht von Mai bis August. 



— 14 — 



Viola calcarata />. Lang^iiorniges VeiMien. — Taf. 7, Fig. 5. — 
Steugt'l aus niederlifgi'ndi'ii verästelten Stämmcheii emporwachsend, 
4 — 7 cm hoch, je mit einer Bhite. An der Basis des Stengels steht 
dichtgedrängt ein Büsi-hel von eiförmigen IMättorn , deren unterste 
breiter, die oberen schmider sind. Die ansehnliche, 2 cm breite, wohl- 
riechende Blume ist blau oder violett, selten gelb oder weiss. Der 
pfriemenförmige Sporn ist so lang als die Dhiinenblätter, rückwärts 
gekrümmt. — Auf Alpentriften der Kalkalpen an vielen Orten sehr 
häufig und zahlreich, in Höhe von 1800 — 2700 m, so namentlich in der 
Schweiz und den bayrischen .Mik'u. lüäht im Juli, August. 

Viola alpina L. Alpen-Veilchen. — Taf. 7, Fig. 6. — Der kurze, 
am iMide wie abgebissene Wurzelstock trägt ein kurzes ungegliedertes 
Stämmchen, aus welchem die Blätter und die 1—2 Blütenstengel empor- 
wachsen. Blätter langgestielt, rundlich-eiförmig, gekerl)t. Blüten gi'oss, 
azurblau, selten weiss. Sporn ziemlich kurz, an der S])itze sackförmig 
verdickt. — Oestl. Alpen, Steiermark, Oesterreicli, in licihen von IHOU 
bis 1900 m. Blüht im Juni, .Inli. 

Viola tricolor L. Sticfnifitierchen. l»ieses üljer Felder. Wiesen 
und unbebautes Land in ganz Europa verbreitete, mancherlei Farben- 
abweichungen (Blüten blau, weisslich oder gelb, oder gemischt aus 
diesen 3 Farben) zeigende Pflänzchen steigt auch in den Alpen bis zu 
einer Höhe von 2000 m und mehr. Mau unterscheidet als var. alpestris 
eine namentlich in den Voralpen häuüge Form mit besonders lebhaft 
gefärljten Blüten. Blüli-zeit: April ])is August. 




1. Hutchinsia alpina. 2. Helianthemum alpestre. 3. Viola pinnata. 4 Viola biflora. 
ö. Viola calcarata. 6. Viola alpina. 



/^ 



— 15 — 



6. Familie. Droseraceae, SoiineufaKgeiväc/ise. 

Parnassia palustris / . Suinj>f-flej-zblatf. Stengel 15 bis 30 ein 
liofli. Wurzelstork kurz, (irundstäiidlge Blätter lang gestielt, breit 
lierzförmig, ganzrandig, kahl. Der Stengel trägt e i n einzelnes sitzendes 
Blatt in der Mitte nnd eine ansehnliche, weisse Blüte an der Spitze. 
Blunienblätter verkehrt eirund, längsstreitig geädert, doppelt so lang 
als der Keloh. - In Süniplen und feucliten Wiesen Nord- und Mittel- 
europas häutig; in den Alpen l)is zu 2400 ni Höhe, besonders auf Ur- 
gestein, r.lüht im Juli, August. 

7. Familie. Polygalaceae, Krcuzhlitmcngcwächsc. 

Polygala Chamaebuxus /-. Inunergrünc K/-euzhhiinr. — Tat". 8, 
Fig. 1 a. b. — Stengel SO cm bis 2 in hoch, unten holzig. Die Wurzel 
kriechend, der Stengel aufstreliend. Blätter lanzettlich oder langrund, 
stachelspitzig, ledern, am Rande zurückgerollt, immergrün. Blüten- 
stiele achsel- und endständig, meist 2 blutig. Blüten ziemlich gross, 
gelb, auf reinem Schiefer Aveiss, auf kalkhaltigem Schiefer i)urpurrot 
(Fig. Ib). — Weit verbreitet, aber zerstreut auf trockenen Fleiden der 
Mittelgebirge von Deutschland und Oesterreich. In den Schweizer 
und österreichischen Alpen bis zu 2000 ui Höhe stellenweise häufig. 
Blütezeit: ^lai l)is August. 

8. Familie. Silenaceae, Lei »i k mutgcwäcJise. 

Gypsophila repens L. Kriechendes Gipskraut. — Taf. 8, Fig. 2. — 
Stengel 8-25 cm lang, am Grunde niederhegend, dann aufsteigend und 
sich verzweigend. Blätter schmal , lanzettlich. Die weissen oder röt- 
lichen Blüten bilden einen lockeren, oben nahezu gleichhohen Strauss. 
Staubgefässe und Giiffel kürzer als die Blumenblätter. — üeber ciie 
ganze Kalkaljienkette in Meereshöhe von 1300 — 2400 m verbi'eitet; mit 
den Flüssen auch in die Ebene hinabsteigend, z. B. auf den Kiesbänken 
der Isar bei München zerstreut; auch in Oberschwaben und am Süd- 
abhang des Harzes. Blüht im Juli, August. 

Dianthus alpinus L. Älpen-I<lcllce. — Taf. 8 , Fig. 3. — Der aus- 
dauernde AN'urzfL-^tock treibt ein oder mehrere 4 — 8 cm hohe Stengel. 
Blätter lineal-hinzettliLii , grasgrün. Die zwei inneren Kelchschuppen 
eiförmig, lang zugespitzt, ihre Spitze kürzer als die Kelchröhre, die 
zwei äusseren eliensolang als der Kelch. Blume oben fleischrot mit einem 



- 10 — 

]nir|iiiriuMi und wc'iss).'«'HiH-Utc'ii Kiiig am Sclilund, uiitcrscits grünlicli; 
^rcniclilos. — Ot'stliche Alix'iikcttc l)is Tirol , vorzugsweise auf Kali<- 
l)Oilen. in Mceresliölic von lOdO— jJUHO m, J>Iiilit von .luiii bis August. 

Dianthus silvestris W'nifeit. \VuJ(J-:Selke. — Tafel 8, Fig. 4. — 
Die IJhitlcr «h's auschauuiideu Wur/clstocks l)il(tcii dicliten Rasen, aus 
dem ein oder mciireic, •'! — ID ein odci- nocli ii(i]icrc l:51iitenstengel empor- 
waelisen , weiche ein- bis meln-ldütig sind, l'.lätter .sclimallinealiseb, 
Icurz zugespitzt , am Kande fein sägezidniig, gras- oder Idiiuliehgrün. 
Die zwei oberen Keleliscluip])en sind rundlicli eiförndg, nui- ein viertel 
so lang als der Kelch. l?lumeiil)lätter ungleich eingescliintten geziduit, 
fast doppelt so lang als der Kelch, am Schlünde niclit bärtig; rosen- 
rot bis purpurrot, dunkler geädert. — An felsigen, trockenen Abhängen 
Ciber die ganze Ali)enkette bis zu 2n(i(» ni llöiic verlireitet, al)er zer- 
streut: el)cnso in Südenrojia. lUidil im .Inli, August. 

Dianthus glacialis Uüuhc. (D. alpinus L.) Glctsrher-yelke. — 
Taf. .s, Fig. 5. — Der liegende, ausdauernde Wurzelstock treibt eine 
lockere Blattrosettc , aus der wenige, nur 5— 10 cm hohe, einldütige 
Stengel emporwachsen. Blätter lanzettlich linealisch, von der Mitte an 
verschmälert, am Bande lauh. Stengel mit l — 2 Paaren schmälerer 
IMätter besetzt. Kelchscluipi)en mit einer steifen (iranne versehen, 
länger als die Kelchröhre. Blumen])lätter rosenrot, nach aussen ver- 
breitert, gestutzt und spitz gezähnt. — Diese Nelke, Avelche nach 
Schlechtendal nur eine hochalpine Form der über die ganze Al]»enkette 
verbreiteten, höheren und scldankeren Alpen-Nelke ( D. alpinus L.) ist, 
findet sich in den h(ichsten Granitalpen in der Nähe der Gletscher in 
einer Meereshöhe von 1900 — 2000 m durch Graubünden, Glarus, Tirol, 
Salzljurg, Kärnthen und Steiermark. IJlfiht im .Tuli. .\ugust. 

^'on anderen in den .\lpen vm'kommenden Nelken erwähnen wir 
iiocli: 

Dianthus barbatus L. llartmlkc. Stengel 15- 4ö cm hoch. 151ätter 
am Grunde stengelumfassend, br ei tl anzet 1 1 i ch ; Kelclischuppen 
krautig. Blüten in Büscheln. Blumenblätter gross, purpurrot bis 
weiss. Südliche Aipenkette bis Ki'ain. 

Dianthus Carthusianorum L Karthäusernelke. Stengel IJJ — Ju cm 
horii. IMüten brenneiid puriiurrot, zu 5— (1 ein endständiges Köpfchen 
bildend. Kelehschuppen braun, trockenhäutig. In Deutsehland auf 
grasigen Hügeln meist hänlig, ebenso in den Alpen, auf Fiergwiesen 
bis 2000 m Meereshöhe. 




l> Polvsala Ohamaebuxus. 2. Gypsophila repens. 3. Dianthus alpinus. 
4. Dianthus silvestris. 5. Dianthus glacialis. 



'1 



Saponaria ocytnoides L. Liegendes Seifenk ruul . — Taf. 9, Fig. 1. — 
Aus dein holzigen Wuizolstoi'k sprossen mehrere aufsteigende, oben 
ästige, 8—20 cm hohe, etAvas rauliliaarige Stengel. Unterste Blätter 
verkehrt eiförmig, die oberen mehr lanzettlich ; Kelche dicht und drüsig 
behaart, rotbraun angelaufen. Blumenblätter verkehrt eiförmig, am 
Schhmde gebartet, fleischfarbig oder hell purpurrot. — Voralpen der 
südöstlichen Schweiz, Kärntens und Südtirols. Blüht von Mai bis 
August. 

Silene Pumilio Wulfen. Ziverg-Jjeinikraut. — Taf. 9, Fig. 2. — Ein 
niederes, ausdauerndes, dichte Rasen bildendes Alpenpflänzchen mit 
linealischen, grasgrünen Blättern. Blütenstengel oft kaum höher als 
die Blätter; einljlütig. Kelch länglich, glockenförmig aufgeblasen, viel- 
streifig, netzaderig, rauhhaarig. Blüten gross, purpurrot. — An feuchten 
F'elsen der Granitalpen; Tirol, Salzburg, Steiermark, Kärnten, in Meeres- 
höhe von 1900 — 2700 m. Blüht im Juni, Juli. 

Silene rupestris L. Felsen-Leimkraut. — Taf. 9, Fig. 3. — Ein 
lockeres, 6 — 15 cm hohes Büschchen mit aufsteigenden kahlen Stengeln, 
die oben gabelästig geteilt sind. Blätter länglich lanzettlich. Die auf 
haardünnen Stielen stehenden weissen oder etwas rötlichen Blüten 
bilden lockere üoldentrauben. Blumenblätter spateiförmig, tief aus- 
gerandet, fast doppelt so lang als der Kelch. — An trockenen, felsigen 
Stellen über die Alijenkette bis zu 2000 m Höhe verbreitet, kommt 
auch in den Vogesen und im südlichen Schwarzwald vor. Blütezeit: 
Juli, August. 

Silene saxifraga L. Steinbrech-Leimkraut. — Taf. 9, Fig. 4. — 
Aus dem kriechenden, rasenbildenden AVurzelstock erheben sich mehrere 
aufrechte, 8 — lö cm hohe kahle Stengel, welche mit 4 — 6 Paaren schmal 
lanzettlicher drüsig scharfer Blättchen besetzt sind. Die Blüten stehen 
auf borstenförmigen langen Stielen, meist einzeln, seltener zu zweien. 
Kelch keulig, lOstreiflg mit eiförmigen stumpfen Zähnen. Blumen- 
blätter tief zweispaltig, weiss bis rosenrot, unterseits rötlich oder grün- 
lich. — An steinigen Bergabhängen der Alpen und Voralpen : Südliche 
Schweiz, Südtirol, Steiei'uiark, Kärnten, Krain, bis zu 2000 m Meeres- 
höhe. Blüht im Juli, August. 

Silene acaulis L. Stengelloses Leimkraut. — Taf. 9, Fig. 5. — 
Ueber der tief in die Erde dringenden, holzigen Pfahlwurzel verteilt 
sich der Wurzelstock in zahlreiche dicht getlrängte Zweigchen, welche 



- 18 — 

am Gnuidi' mit abgesturlK-iien Blättclien bekleidet .sind, walirend an der 
Spitze eine Rosette friseh f.'''"""''' I^lättchen steht, wodnreh ein dichter 
Hasen j:e)»ildct wird. Ans jedem Rosettehen hebt sieh auf feinem, etwa 
2 em liohem Stiele eine zierliehe hell i)urpurrote Hliite hervor. Die auf 
diese Weise entstehenden bunten Polster gewidiitn eimii i:an/, reizenden 
Anblick. — Ober den hohen Norden und die ganze Alpenkette ver- 
breitet, bis an die Schneegrenze emporsteigend, doch auch da und dort 
in den Voralpen, besonders auf Hergkui>iien und an femliten Felsen. 
Blütezeit: Juni bis August. 

Lychnis alpina />. Alpen- L/r/ilnc//,r. Taf. '■'. Fig. <i. — steng(.'l 
S— 15 cm buch, weder klebrig, noch behaart, mit l—'^i Blattpaaren be- 
setzt. Der >\'urzelstoek endigt in eine spindelige Pfahlwurzel und treibt 
nach oben einen dichten Käsen von ßlattrosetten , die zum Teil steril 
bleiben, d. h. keine Blumenstengel tragen. Blatter sitzend, lineal- 
lanzettlieb. Die pfirsichblütroten , öfters auch blas.seren Blüten bilden 
am Ende des Stengels eine dichte, kopfige Dolde. — Diese auch im 
hohen Norden weit verbreitete I>ichtnelkc findet sieh auf den höchsten 
(iranit- und Kalkalpen in dei- Nahe der Schneegrenze bis 3000 m 
[Meereshöhe: Veltlin, Wallis. Tirol. (Iraubünden und Kiirnten. Blüht 
im Juli, .\ugust. 




1. Saponaria ocymoides. 2. Silene Pumilio. 3. Silene rupestris. 4. Silene saxifraga. 
Tl. Silene acaulis. H. Lychnis alpina. 



19 - 



9. Familie. Alsinaceae, J\ficrenot'wäi-/iS('. 

Alsine verna Bartling. (Arenaria verna /.. i Fn'ilil/nff.s-Miere. — 
Tat'. 10, Fi^. 1.) — Zierliches Pflänzchou, dt-ssuii kiir/cr, ausdauenulcr 
AVurzcl stock einen (lichten Büschel bildet, der am Grunde mit ab- 
iiestorbenen Blättern bedeci<t ist. Blütenstengel aufrecht, einzelne nieder- 
liegend, 4 — 8cm hoch, vei'zweigt, vielblütig. Blätter linealisch-pfriemlich, 
steif. Kelchblätter eiförmig-lanzettlich, dreinervig, am Kande häutig. 
Blüten in lockeren, gabeligen Rispen. ßlumenl)lätter weiss, verkehrt 
eiförmig . mit kurzem Nagel , etwas länger als die Kelchblätt^'r. — An 
steinigen, grasigen Orten über die meisten Länder Europas verbreitet; 
so über die ganze Alpenkette, bis zu 2300m Höhe; auch in Deutsch- 
land zerstreut (Harz, Thüringen, Aachen etc.). Blüht von Juni bis 
August. 

Alsine laricifolia Wahhvberg. (Arenaria laricifolia L.) Lärrheti- 
hlättcrlge Miere. — Taf. 10, Fig. 2. — Die niederliegenden, einen lockeren 
Rasen bildenden Stengel verästelt, am Grunde holzig. Die bis zu 20 cm 
aufsteigenden Aestchen sind gabelig geteilt und gleich den Blattstielen 
und Kelchen kurz behaart, ein- bis vielblütig. Blätter schmal linealisch, 
am Kande sehr fein gesägt, flaumig behaart. In den Blattachseln kleine 
Blätterbüschel. Kelchblätter dreinervig, an der Spitze ))ran(lig. Die 
weissen Blumenblätter verkehrt; eiförmig, durchscheinend geädert. — 
An trockenen Abhängen und auf Triften der höheren Alpen , in 1700 
bis 2100 m Höhe. West- und Südschweiz, Tirol, Steiermark, Krain, 
Oesterreich. Blüht im .Tuli, August. 

Cherleria sedoides />. (Alsine Cherleri Fenzl.) Moosartige Cherlerie. 

— Taf. 10, Fig. 3. — Kleines, ausdauerndes Alpenpflänzchen, das rasige, 
moosähnliche Polster bildet. Wurzeln tiefgehend. Zweigchen sehr kurz, 
mit dicht angedrückten, linealen , steifen Blättchen bedeckt. An den 
winzigen, gelbgrünen Blütchen sind meist nur die 5 hellgrünen Kelch- 
blätter bemerkbar, während die eigentlichen Blumenblättchen gewöhn- 
lich fehlen. — Auf den höheren Alpen der Schweiz und der ganzen 
Alpenkette, besonders auf Kalkgebirg bis zu 3000m Höhe weit ver- 
breitet. Die Polster sitzen besonders an feuchten Felsen und in Gestein- 
ritzen eingebettet und werden von Unkundigen leicht für INIoospolster 
angesehen. Blüht im .Tuli. August. 

Möhringia muscosa L. (Arenaria muscosa L^ Moosartige Möhringie. 

— Taf. 10, Fig. 4. — Stengel zart, 10 — 20 cm lang, lockere moosförmige 



— 20 — 

liaseii lüldcMid. BlätttT fast fadenforinif;, etwas fleischig, nervenlos, 
lebliaft grün. Die kleinen i^lüten stehen anf 2 cm langen , dünnen 
Stielen; sie haben 4 grüne Kelchblätter und 4 etwas längere, weisse 
Blumenblätter, — Auf feuchten, schattigen Felsen durch die ganze 
Alpenkette verbreitet, besonders auf Kalk, bis zu 2000 m Höhe. Das 
moosähnliche Pflänzchen hängt häufig aus feuchten Felsenritzen hervor. 
Ulütezeit: Juni bis September. 

Arenaria biflora L. Zweiblütiges Sandkraut. — Taf. 10, Fig .5. — 
Die ganze Pflanze erinnert in ihrer Erscheinung an den gemeinen 
Thymian. Stengel gestreckt, liegend, mit wenigen 5— 15 cm aufsteigenden 
Aesten, welche ziemlich dicht beblättert sind. Blätter klein, verkehrt 
eiförmig, fast rund, bisweilen mit kleiner Endspitze. Aeste achsel- 
ständig; Kelchblätter kahl, deutlich 1 nervig, kürzer als die weissen 
Hlumenblätter. — An feuchten Felsen und sandigen Bachufern der 
höheren Alpen, bis 8200 m Höhe. Schweiz, Salzburg, Tirol, Steiermark, 
Kärnten. Blüht im Juli, August. 

Arenaria grandiflora Allion i. Grossblumiges Sandkraut. — Taf. 10, 
Fig. (i. Ans dem ausdauernden Wurzelstock entspringen einige liegende 
Stengel , von denen sich mehrere bis zu 2ü cm Höhe aufstrebende, 
1 — 3 blutige Zweige erheben. Blätter schmal, lanzettlich, stechend be- 
grannt, am Rande etwas verdickt; sie stehen, namentlich am unteren 
Teil des Stengels, ziemlich dicht gedrängt; Blütenstiele und Kelch- 
blätter drüsig behaart. Blumenblätter weiss, nach aussen abgerundet, 
doppelt so lang als der Kelch. — Auf felsigen Triften in 1200 — 2000 m 
Hölie. Westliche Schweiz , Tirol bis Oesterreich und Krain. Blüht 
vom Mai bis Juli. 




Alsine venia. -'. Alsine laricifolia. 3. Cherleria sedoides. 4. Möhringia muscosa. 
5. Arenaria biflora. 6. Arenaria grandiflora. 



Arenaria ciliata L. Gewli/ijx'rles Sand/rraut. — T:if. 11, Fi"-. 1. — 
Diese Pflanze erinnert (glcieh der Arenaria l)iflora L.) in ihrem Wachstum 
an den Feld-Thyinian , indem der Wnrzelstoek meliren» oder viele 
Stengel treibt, die zn Aiii'an.L;' mein- oder weniger am HocUmi liegen, an 
der Spitze dagegen anfrecht emporsteigen. Blütenzweige 4—10 eni hoch, 
flaumig behaart. KliUter klein, eirnnd, deren Uand am Grunde ge- 
wimpert. Blüten endständig, einzeln oder kleine Gruppen I)il(iend. 
Die weissen Blumenblätter etwas lilnger als die grünen Kelchblätter. 
— Ueber die ganze Alpenkette auf felsigen Triften bis zu 27C0 m ver- 
breitet und häufig. Blüht im .Juli, August. 

Cerastium latifolium /.. Breitblätteriges Hornkraut. — Taf. 11, 
Fig. 2. — Xiederliegende Stämmchen mit rasigen, aufrechten, 5 — 12 cm 
hohen, 1 — 3 blutigen Stengeln. Blätter länglich breit-lanzettlich, mit 
wolligen Haaren bedeckt, blänlichgrün, nur die untersten kurz gestielt. 
Blütenstiele nach dem Verblühen überhängend. Kclchblättchen mit 
häutigem Rand. Blumenblätter zweimal so lang als der Kelch, verkehrt- 
herzförmig, weiss. — Auf Kalk- und Urgestein bis zu 2800 m Höhe 
über die ganze Ali^enkette verbreitet, an trockenen Al)hängen meist 
häufig. Blüht im Juli, August. 

Cerastium alpinum />. Alpen-Hornkraut. — Taf. 11, Fig 3. — 
Stämmchen kriechend mit mehieren aufrechten , am Grunde rosetten- 
artig beblätterten Stengeln. Die ganze Pflanze blaugrün, gewöhnlich 
mit langen, wolligen Haaren bedeckt. Blütenstengel aufsteigend, 5 — 10 cm 
hoch, mit 1 — 5 Blüten an langen Blütenstielen. Blütenblätter ansehnlich 
gross, weiss, fast doppelt so lang als die Kelchblätter. — An feuchten, 
felsigen Stellen über die ganze Alpenkette bis zu 2C00 m Höhe ver- 
breitet und von da mit den Flüssen in das Vorland herabsteigend; 
ausserdem auf Hochmooren der Polarländer. Blüht im Juli . August. 

10. Familie. Linaceae, Lcingrcväi-ksc. 

Linum alpinum Jacquin. Alpen-Lein. — Taf. 11, Fig. 4. — An 
höheren Standorten nur 7 — 15 cm hoch und kleinblumiger, in tieferen 
Berggegenden 25—40 cm hoch und mit grösseren Blumen. Der kurze, 
kräftige Wurzelstock treibt eine Anzahl teils steriler, teils blüten- 
tragender Stengel , welche unten einen lockeren Rasen bilden ; die 
blütentragenden Stengel steigen aufrecht empor, sind mit kahlen, lineal- 
lanzettlichen , wendelständigen Blättern l)esetzt und endigen in eine 



_ 22 

iiiclirl)liiti;:c Doldcnlraulx'. Dio 5 liiimiielblauen Blütenblätter sind über 
iimli cinuial so lanj,' als die kahlen, häutig berandeten Kekhbliitter, 
berühren sieh bis zur Rlitte und gehen dann von einander al), während 
sie sieh bei dem ähnliehen, in Süddeutsehland da und dort vorkommen- 
den Linum j)erenne L. am Kande völlig deeken. — Auf Ali)en und 
\'oralpen der östliehen Alpeiikette (Ocsterreich , Steiermark) in 1500 
bis 2(XH) m Höhe. Elülit im Juni, Juli. 

11. Familie. Hypericaceae, Hariheugeivächse. 

Hypericum Coris L. Quirlblätteriges Johanniskraut. — Tat. 11, 
Fig. 5. — Die holzige Pfahlwurzel treibt mehrere, lö — öO cm hoeh auf- 
steigende, astlose Zweige. Die Blätter stehen ziemlich gedrängt in 
4 zähligen Wirtein, sind linealisch, fast nadeiförmig, am Kande zurück- 
gerollt, durchscheinend punktiert. Die gelben Blüten in endständiger, 
wirtelig verzweigter Rispe. Kelchblätter länglich , drüsig gewimpert. 
— Auf Felsen der mittleren Schweiz und in Südtirol, bis zu KiOO m 
Hfihe; zerstreut. Blüht im Juli, August. 

Hypericum Richeri Villars. Alpen -Johanniskraut. Der meist ein- 
fache Stengel ist aufrecht, 15 — 30 cm hoch , unten stielrund, oben mit 
zwei Längsleisten. Die gegenständigen Blätterpaare sind einander ge- 
nähert und decken sich teilweise. Blätter lederartig, länglichrund mit 
stumpf verlängerter Spitze ; sie sind am Kande dicht schwarz punktiert, 
ohne durchscheinende Punkte. Kelchblätter eiförmig, stark schwarz 
punktiert, am Rande borstig gewimpert. Die ansehnlichen Blüten sind 
gelb mit feinen schwarzen Pünktchen und bilden eine wenigblütige, 
gipfelständige Traube. — Pyrenäen, Jura, bei Zermatt und auf dem 
Schneeberg (Krain) ; zerstreut und meist selten, in löOO— 1800 m Höhe, 
auf trockenen Triften. Blülit im Juli, August. 



II. 




1. Arenaria ciliata. 2, Cerastium latifolium. 3. Cerastium alpinum. 
4. Liniim alpinum. 5. Hypericum Coris. 



')?, 



12. Familie. G-eraniaceae, SfofcliscJuiabclgeivächsc. 

Qeranium macrorrhizum />. Grosswurzeliger Storcl sclmabel. 

— Tili'. 12, Fig. 1. — Aus dem dickcii . liolzigen Wurzelstock erheben 
sich ein oder mehrere 30 — 60 cm huhc , nach oben gabelig verästelte 
Stengel. Die grundständigen Blätter sind langgestielt, handförniig, 
5— 7 spaltig, die stengelständigen 3 spaltig. Kelch zur Blütezeit ge- 
schlossen, kugelig. Blumenblätter spatelig, lang benagelt, blutrot. — 
Südliche Alpenkette: Tirol bis Krain, bis zu IGOO ni Meereshöhe; zer- 
streut. In Deutschland als Gartenblume kultiviert und von da stellen- 
weise verwildert. Blüht im Juni, Juli. 

Geranium argenteum Ij. S/lber-Storchschnabel. Niedrige Alpen- 
pflanze. Blätter grundständig, 5 — 7 teilig mit tief 3 spaltigen Lappen; 
dieselben sind dicht seidenartig behaart, graulichweiss. Blütenstiele 
2 blutig. Blüte ansehnlich, im Durchmesser 2 cm breit, blassrot. — 
Auf Triften und steinigen Abhängen von Südtirol und Krain, besonders 
auf Kalk, bis zu 2200 m Meereshöhe. Blüht im Juli, August. 

13. Familie. Ehamnaoeae, Kreuzdorngewächse. 

Meist niedrige, vielästige Sträncher, von denen wir nur nach- 
stehende alpine Arten erwähnen: Rhamnus saxatilis L. Felsenkreuz- 
dorn\ Schweiz, Tirol, Krain, Steiermark. — Rhamnus alpina L. Aljyen- 
kreuzdorn ; in den Voralpen derselben Gel^irge. 

14. Familie, Papilionaceae, Schvietterlingsblüiige Gewächse, 

Trifolium alpinum L. Alpen-Klee. — Taf. 12, Fig. 2. — Grund- 
ständige Blätter ziemlich langgestielt, aus den scheidenartig verlängerten 
Nebenblättchen hervortretend; die drei Fiederblättchen lanzettlich, an 
beiden Enden ziemlich spitz, am Bande sehr fein gesägt. Der Blüten- 
schaft trägt einen lockeren, kugeligen Kopf von 6—12 roten bis weiss- 
lichen Blüten, welche 2 cm lang sind und an kleinen Stielchen sitzen. 

— Auf den Schweizer Alpen von 1600—2200 m Höhe häufig; auch in 
Südtirol. Blüht von Juni bis August. 

Trifolium pallescens Schreber. WeissUcher Alpen-Klee. — Taf. 12, 
Fig. 3. — Stengel aufsteigend, 4 — 8cm hoch; an seiner Spitze ein 
kugeliges Köpfchen von anfänglich weissen, später gelben Blüten, deren 
Schiffchen sich zuletzt meist purpurrot färbt. Die drei Fiederblättchen 



— 24 — 

,lcr ziciiilicli kiirz^'ostieltc-u Ulüttcr sind zuficnuKlet vcrkelirt-citcinnig, 
am Raiidc i'fin ^,'('ziilim'lt ; Nebenblätter ei-lanzettlich, zugespitzt. — 
Auf Ali.cMwioson in 1000—2200 in Höhe von der Schweiz ])is Salzhur«! 
und Kraiu. P.lülit von Juli h\» September. 

Trifolium badium Schreber. Lederbrauner Goldklee. — Tat'. 12, 
V\)X. 4. — SU'Ugel aut'stii<j;end , 8 — 15 cui hoch. Untere Blätter lang- 
gcatielt, die drei Fiedirblättchen stumpf eiförmig, am Rande feingesägt. 
BlütenköptVhen anfänglich kugelig, goldgelb, .später eirund und glänzend 
lederbraun ; untere Blütenstielchen herabgebogen. — l'ebcr die ganze 
Alpenkette auf Bergwiesen in 1300—2300 m Höhe verljreitet und häulig. 
namentlich auf Kalk. Blüht im Juli, August. 

Phaca frigida L. Kültellebende Berglinse. — Taf. 12. Fig. H. — 
Stengel einfach, 15—30 cm hoch. Blätter meist nur 4— 5 paarig. Fieder- 
blättchen eirund, nach vorn und hinten etwas zugespitzt, Unterseite 
und am Eande behaart. Nebenblättchen eiförmig, stengelumfassend. 
Die gelblichwcissen Blüten bilden eine lockere, kurze Traube. — Ueber 
die ganze Alpenkette verl^reitet, auf Bergwiesen in 1700—2000 m Höhe, 
namentlich auf Urgestein; meist häufig. Blüht im Juli. August. 

Phaca alpina L. J/pen-rcir/l/nse. — Taf. 12, Fig. 6. — Stengel 
15-50 cm hoch, aufsteigend, ästig, weicbhaarig. Blätter 9— 12paarig; 
Fiederblättchen lineal lanzettlich. Blüten gell). — Auf Alpenwiesen und 
.Steingeröll in Höhe von 131)0—1900 m in der Schweiz (Waadt, Wallis, 
Graubünden, Glarus) , Oberbayern, Salzburg, Tirdl und Kärnten. — 
Blüht im Juli, .\u<rust. 




1. Geranium macrorrhirum. 2. Trifolium alpinom. S. Trifolium pallescens. 
4. Trifolinm badium. 5. Phaca frigida. 6. Phaca alpina. 



— 25 — 



Oxytropis campestris De Cundollc. (Astragalus campestris />.) 
Äipen-Fahnenwicke. — Tat'. 13, Fig. 1. — Die ganze Pflanze ist etwas 
zottig behaart. Der Wurzelstock über der langen, spindelförmigen Pfahl- 
wurzel ist mit alten Nebenblättern und Blattstielen l)edeekt. Blätter 
gefiedert; die 21 — 31 Fiederblättchen sind langrund, unten seidenartig 
behaart. Der gemeinsame Blattstii'l ist 4— 6 cm hoch; der gemeinsame 
Blütenstiel ist höher, bisweilen 20 cm hoch und trägt eine Aehre aus 
zahlreichen blassgelben, rot angelaufenen Blumen. Bei der Spielart 
Oxyt. coerulea Koch sind die Blumen blau, und die Fahne zeigt 
in der Mitte einen grünlichgelben, l)laugestreiften Fleck ; bei der Spielart 
Oxyt. sordida Koch sind die Blumen schmutzig blassgell), die Fahne 
hat bis zur Mitte einen grünen und violetten Anstrich und das Schiffchen 
zeigt beiderseits einen schwarzvioletten Fleck. — Auf Bergweiden und 
Felsen der Polarländer, ferner längs der ganzen Alpenkette von der 
Schweiz bis Kärnten, in Höhe von 1300 — 2400 m ; die blaue Spielart 
vorzugsweise auf Urgestein in den Salzburger Alpen. 

Oxytropis montana De C. (Astragalus tnontanus L., Oxyt. Jac- 

quini Bunge). Berg-Fahnenioicke . — Taf. 13, Fig. 2. — Der nach oben 
gerötete Blütenschaft ist 5 — 8 cm hoch. Die gefiederten, meist nur 
5 cm langen Blätter tragen gewöhnlich 12 — 16 Paare länglich eiförmiger, 
spitzer Fiederblätteben, die nach der Spitze des gemeinschaftlichen Blatt- 
stengels zu immer kleiner werden. Die bald mehr kranzartige, bald 
mehr ährenartige Blütentraube besteht aus 6 — 12 rotvioletten oder lila- 
roten, kaum 1 cm langen Blumen, deren Fahne anderthalbmal so lang 
ist, als das Schiffchen. Der Kelch ist mit schwarzroten Haaren besetzt 
und endigt in 5 schwarzpurpurne, kurze Zähne. — Auf Alpentriften der 
ganzen Alpenkette bis zu 2200 m, meist häufig, besonders auf Kalk- 
gestein. Blüht im Juli, August. 

Astragalus australis Link. (Phaca australis L.) Südliche Berg- 
linse. — Taf. 13, Fig. 3. — Der dünne, kriechende Wurzelstock treibt 
einige ausgebreitete, aufsteigende Stengel, die oft nur 3 cm hoch sind, 
bisweilen aber eine Höhe bis zu 30 cm erreichen. Die gemeinschaftlichen 
Blattstiele sind 4—5 cm lang und tragen 4 — .5 Paare eilänglicher oder 
lanzettlicher, unterseits feinbehaarter Blättchen. Die langen Blütenstiele 
tragen an ihrer Spitze eine anfangs kopflge, später 2 — 4 cm lange Aehre 
von 1 cm langen Blüten, die zuerst aufrecht, später mehr wagrecht 
stehen; sie sind weiss, bisweilen mit grünlichem oder rötlichem Anflug, 
die Spitze des Schiffchens violett. Flügel ausgerandet oder zweispaltig, 



— L^(i — 

lilngiT als diis St^hitiTlu-n. — Uebcr die ganze; Alpcnkette verbreitet, 
auf Triften und steinigen Stellen in 1700 — 2200 m Meereshöhe meist 
liäufig. Hlüht im Juli, August. 

Astragalus alpinus L. (Phaca aipina Jan/uin.) Alpen-Bergliiise. 
— Taf. 13, Fig. 4. — Stengel aufsteigend oder aufrecht, lö — 50 cm hoch, 
angeiln'ukt l)ehaart. Blätter mit 7 — 12 Paaren liiiealer oder ovallänglicher 
Fiederl)Iättchcn, die beiderseits angedriickt behaart sind. Der lange 
Hlütenstengel trägt eine lockere, bald mehr kopiige, bald mehr gestreckte 
Blütenähre; Fahne blau, die stumpfen, ganzrandigen Flügel weiss, 
Schiffchen vorne violett. — Auf Triften, zwischen Geröll und Felsen 
über die ganze Alpenkette verbreitet, besonders auf Urgestein in Meeres- 
höhe von 1600-22(10 m. Blüht im .Juli, August. 

Hedysarum obscurum />. Dunkler Süss/der. — Taf. Vi, Fig. 5. — 
Der ausdauernde Wurzclstock treibt einen oder einige aufrechte Stengel 
von 6— BO cm Höhe. Die kurzgestielten Blätter tragen II — 19 eilängliclie 
Fiederblättchen. Nebenblättchen zu einem einzigen, blattgegenstäiuligcn, 
zweispaltigen Blättchen zusammengewachsen. Die jjrächtigen, purpur- 
roten Blüten bilden eine ansehnliche, gestreckte Traube. — lieber die 
ganze Alpenkette verbreitet, besonders an Bächen und auf feuchten 
Wiesen und Triften in Höhe von 1600 — 2200 m ; ausserdem auf den 
schlesisch-mährischen Gebirgen und im Kiesengebirge stellenweise. 
Blüht im .luli, August. 

15. Familie. Kosaceae, Rosengeivächse. 

Dryas octopetala L. Achtblätterige Silberwurz. — Taf. 13, Fig. 0. — 
Stengel kurz, niedergestreckt, gemeinschaftlich mit den Blättern einen 
dichten Rasen bildend. Blätter langrund, tief gekerbt, oberseits glänzend 
grün, unterseits weissfilzig. Blütenstiel aufrecht, 4 — (5 cm hoch. Blüte, 
an die Blüten mancher Anemonen erinnernd, weiss. Die Kelchblätter 
sind bedeutend kürzer, als die 8 Blumenblätter. Die begrannten Frücht- 
chen bilden nach dem Verblühen ähnliche zierliche Federbüschel, wie 
viele Anemonen. — Ueber die Polarländer und die ganze Alpenkette 
verbreitet, häutig, namentlich auf Kalk, in Meereshöhe von 1300 — 2200 m, 
kommt mit den Flüssen auch in die bayrische Hochebene (Isargebiet) 
herab. Blüht von Mai bis August. 



\^ 




1. Oxytropis campestrie. 2. Oxytr. montana. 3. Astragalus australis. 4. Astragalus 
alpinus. 5. Hed3'8arum obscurum. 6. Dryas octopetala. 



'-^1 



l?i — 



Geum montanum /. Berg-Xelh-eninn-~. — TaC. 14, l"ig. 1. - 
Ganze Pflanze zottig behaart, gewöhnlich 15— HO cm, auf hohen Alpen 
oft nur 8 — 10 cm hoch. Wiirzelstock kurz, ohne Ausläufer; Blätter 
leierförmig, fiederteilig ; das endständige Fiederblatt sehr gross, fast 
herzförmig, stumpflappig, die seitlidien Fiederblätter viel kleiner, ei- 
förmig, ungleich gekerl)t. Die Blütenstengel tragen eine, nur selten 
zwei grosse, 2—3 cm breite, leuchtend gelbe, weitgeöffnete Blüten. — 
Ueber die ganze Alpenkette von den Voralpen bis zu 2300 m Höhe 
auf Wiesen und Triften weit verbreitert und häutig; ausserdem auf den 
Gebirgskämmeu des Riesengebirges, lllüht von Juni l)is September. 

Geum reptans 1.. Kriechende Nelkenwurz. — Taf. 14, Fig. 2. — 
Der vorigen ähnlich, jedoch treibt der Wurzelstock lange, kriechende, 
beblätterte Ausläufer. Die grundständigen Blätter unterbrochen ge- 
fiedert, dem Ende zu breiter werdend. Fiederblättchen gesägt, ein- 
geschnitten, mit spitzen Sägezähnen, meist 3 spaltig, das grosse end- 
ständige 3 — 5 spaltig. Die 10 — 15 cm langen Blütenstengel ragen wenig 
über die Blätter empor. Die schön goldgelben i'lüten sind 2 Vo — 5 cm 
breit, weitgeöffnet, und haben 5 — 8 fast kreisrunde Bliunenblätter. — 
Auf den höchsten Alpen bis 2500 m Höhe an Felsen und Steingeröll ; 
in der Schweiz, Tirol, Salzburg, Steiermark, Kärnten ; zerstreut, meist 
selten. Blüht im. Juli, August. 

Potentilla nitida L. Glänzendes Fingerkraut, Seidenröschen. — 
Taf. 14, Fig. 3. — Niederes, rasenbildendes Alpenpflänzchen mit mehreren 
5— 8 cm hohen Blütenstengeln. Blätter kurzstielig, dreizählig; die Blätt- 
chen sind länglich, am Ende dreizähnig, auf beiden Seiten von an- 
liegenden Härchen silberglänzend. Die nach oben filzig behaarten, 
höchstens 8 cm liohen Stengel tragen nur je eine, verhältnismässig 
grosse, nämlich im Durchmesser 2 — 3 cm haltende, rosenrote (sehr 
selten weisse) Blüte. — Zwischen Felsenspalten der südlichen Alpen- 
kette von Tirol, Steiermark, Kärnten und Krain, in Höhe von 200U bis 
3000 m, besonders auf Kalkgebirg, zerstreut. Blülit im Juli, August. 

Potentilla Clusiana Jacquin. Clushis' Fingerkraut. — Taf. 14, Fig. 4. — 
Stengel 2—8 cm hoch, al)stehend behaart. Grundständige Blätter lang- 
gestielt, 5 fingerig. Fingerblätter keillörmig bis lanzettlich,, am Ende 
dreizähnig, oberseits kahl, unterseits zottig, am Rande seidenhaarig 
gewimpert. Die Blumenstengel tragen an ihren Enden meist drei 
Blüten, deren 10 Kelchblätter zottig behaart sind; die 5 Blumenblätter 



— '2H — 

sind weiss, vcrtcclirt i'itru-mijL', :in der Spitze loiclit ausj,H'randi't. — 
lieber das östliciie Alpcngebiet: Oljerbaycrn, Tirol, Salzbiirir, Steier- 
mark und Xiodcn'istorreifh verbreitet, in Meereshöhe von ICÜÜ — 2000 ni, 
naruentliili in dm iJitzen der Kalkfelsen wachsend. Blüht im Juli, 
August. 

Potentilla grandiflora L. Grossblüliffes Finfjerkiaut. — Taf. 14, 
Fig. ö. Stengel niederliegend oder aufsteigend, 2 — 8 cm hoch, nebst 
den Blattstielen von kurzen, abstehenden Ilaaren zottig. Grundständige 
Blatter langstielig, dreizählig, die Blättchen verkehrt eiförmig, tief ge- 
sägt, oben flaumig, unterseits zottig behaart. Der Blütenstengel teilt 
sich oben gabelartig in zwei fast gleichlange Blütenäste, an deren 
Spitze je 2 — 4 Blüten stehen. Die Blumen haben einen zottigen Kelch 
und 5 gelbe Blumenblätter. — Schweiz, Tirol, Salzburg, Kärnten, auf 
Alpentriften bis über 1600 m Meereshöhe. Zerstreut und spärlich. 
Hlülit im .luli, August. 

Potentilla frigida Villars. Kali el lebendes Fingerkraut. — Taf. 14, 
Fig. 6. — Dem vorigen ähnlich, aber viel gedrungener, sehr zottig be- 
haart, Avodurch die Pflanze ein graugrünes Ansehen erhält. Die 3 — 7 cm 
liohen Blütenstengel tragen gewöhnlich nur je eine Blüte. Blätter 
dreizählig, die Blättchen verkehrt eiförmig, stumpf gezähnt ; Blüte gelb, 
in der Grösse wechselnd, bisweilen der von Pot. grandiflora gleich- 
kommend. — Auf den höchsten Alpen , bis zu 2.Ö00 m Höhe in der 
Schweiz, Tirol, Steiermark, Salzburger Alpen, vorzugsweise auf Ur- 
gestein. Blütezeit: Juli, August. 



^:f-"^'*~V > 



14. 




1. Geum moutanum. 2. Geum reptans. 3. Potentilla nitida. 4. Potent. Clusiana. 
5. Potent, grandiflora. 6. Potent, frigida. 



t1 



— 29 



Rosa alpina /. Alpine Rose, Fehen-Rose. — Till. 15, Fii-. 1. — 
Schwacher Strauch von 1 — 2 m Höhe; die inehrjähri<2:eii Zweige ohne 
Stacheln und Borsten; an jungen Tricl)cn öftei-s zahlreiche Borsten 
und einzelne gekrümmte Stacheln. Der gemeinsame Blattstiel trägt 
meist 7, hisweilen auch 9 oder 11 länglich eUiptische, doppelt gesägte 
Blätter. An der Basis des Blattstiels stehen l)reite, langzugespitzte 
Nebenblätter. Blume rosenrot, wohlriechend, ihre 5 Blätter sind an- 
sehnlich gross, an der Spitze ausgerandet, fast zweilappig. Kelchzipt'el 
mit einer lanzettlichen Spitze , länger als die Blumenkrone. — Ueber 
die ganze Alpenkette bis zu 1800 m Höhe verbreitet und häufig; ausser- 
dem in verschiedenen Gebirgswäldern Deutschlands (Riesengebirge, 
Ei-zgebirge , Vogeseii und badischer Schwarzwald). Blülit im Mai, 
Juni, Juli. 

16. Familie. Pomaceae, KcFnobsigriViichse. 

Aronia rotundifolia Tersoon. (Amelanchier vulgaris Mnch.) Felsen- 
Mispel, Felsenbirne. — Tat'. 15, Fig. 2. — Baumartiger Strauch von 1 — 2, 
ja bis zu 6 m Höhe. Blätter stumpf eirund, am Rande gesägt, auf der 
Rückseite filzig behaart. Blüten traubenständig an den Enden der 
Zweige, gleichzeitig mit den Blättern erscheinend. Blütenblätter schmal, 
länglich, an der Spitze abgerundet, weiss. Früchte klein, kugelig, 
schwarz. - Ueber das ganze Alpengebiet verbreitet, bis 1700 m Mceres- 
liölie , vorzugsweise auf Kalkfelsen mid in Geröllhalden. Ausser den 
Alpen auch auf Mittelgebirgen von Süddeutschland , Rheinprovinz und 
Thüringen. Blüht von April bis Juni. 

17. Familie. Onagraceae, N^achtkerzengeivächse. 

Epilobium rosmarinifolium Hänhe. Rosmarinblätteriges Weidcn- 
■rösrlien. — Tat'. 15, Fig. 3. — Dem in ganz Mitteleuropa gemeinen 
Epilob. angustifolium L. ähnlich, aber von niedrigerem Wuchs, mehr 
verästelt und durch schmalere, lineale, aderlose Blätter unterschieden, 
in deren Achseln bisweilen kleine Blattbüschel stehen. Blütentraube 
kurz; Griffel so lang als die längern Staul)gefässe. Blumenblätter 
purpurrot bis rosenrot. — An kiesigen Orten, Geröllabhängen und am 
Rande der Flüsse und Bäche der Alpen und der Voralpen ; von da in 
die Thäler herabsteigend, am Rheinufer im Elsass und im südlichen 
Baden, auch in Württemberg (Mündung der Argen) stellenweise über- 
aus häufig. — Blüht im Juh, August. 



— 30 — 

18. Familie. Portulacaceae, Poiiitlakgciväckse. 

Montia minor Gine/'ii. Kleines Quellenkraid. — Kleines, kahles, 
3 — 10 cm hohes, lel)haft grünen, etwas fleischiges Kräutchen, welches 
kleine Rasen bildet. Bliittcheii verkehrt eiförmig. Die kleinen, rötlich- 
weissen BlütclKMi stehen einzeln oder zu 2—3 in den Achseln der oberen 
Bliittchen. — An Quellen und nassen (^teilen ül)er die Alpcnkcttc vor- 
breitet und lijinlig. Blüht im Mai, .Juui. 

19. Familie. Paronychiaceae, NaorelkraiUgeivächsc. 

Herniaria alpina L. Alpen- Bruchlxi-aut. — Taf. 15, Fig. 4. — 
Stengel stark verzweigt, niederliegend, nur etwa 10 cm lang, mit länglich- 
runden, gewiniperten Blättchen dicht l>esetzt. Die kleinen, blassgrünen 
Blütchen einzeln oder zu wenigen in achselständigen Knäueln. — 
Schweiz: Wallis, Graubünden, Tirol. An sandigen Stellen, besonders 
auf T'rgestein, bis zu 2n00 m Höhe; zerstreut. Blüht im Juli, August. 

20. Familie. Crassulaceae, Dickblalfora'ächse. 

Rhodiola rosea L. Rosemcurz. — Taf. 15, Fig. 5. — Der knollige 
Wurzelstock treibt einige aufrechte, 10— 15 cm hohe, dicht beblätterte 
Stengel, an deren Spitze sich die gedrungene, reichblütige Schirmtraube 
entwickelt. Blätter wechselständig, langrund, an der Spitze gesägt. 
Blüten gelbrötlich oder purpurrötlich. — An felsigen Orten über den 
grössten Teil der Alpenkette verbreitet; stellenweise auch in den Vogesen 
und im Riesengebirge. Blüht im Juni, Juli. 

Sedum annuum //. Einjähriges Fetthlatt. — Taf. 15, Fig. 6. — 
(ianze Pfhinzi' lU — IjJ rm hoch; vom Grunde an in mehrere senkrecht 
aufsteigende, locker beblätterte Stengel verästelt; letztere sind meist 
gabelig geteilt, zulezt verlängert, hin und her gebogen. Blätter fleischig, 
2— 4 mm lang, stumpf, im Querschnitt halbrund. Blüten gelb, in 
ährenartiger Traube. -- An Felsen , besonders Schiefer und Urgestein, 
über die ganze Alpenkettte und die V'oralpen bis zu 2000 m Meeres- 
höhe verbi'eitet; ausserdem in den Vogesen und im badischen Scliwarz- 
wald. Blüht von Juni bis August. 




1. Rosa alpina. 2. Aronia rotundifolia. 3. Epilobium rosmarinif« 
4. Herniaria alpina. 5. Rhodiola rosea. 6. Sedum annuum 



'V 



31 — 



Sempervivum arachnoideum /.. Splnngeweh- Hauswurz. — Tat'. 16, 
Fig. 1. — Die am Grunde stehenden Rosetten bestehen aus verkehrt 
eiförmigen, kurzgespitzten fleisehigen Blättern; an deren Spitzen be- 
finden sieli strahlenförmig anseinandergeh(Ui(le Haarbüschel, welche sich 
mit den Haaren der benaciibarten Blätter spinngewebartig verbinden. 
Der aufi-echte Stengel wird 5—12 cm hoch, ist reichlich mit Blättern 
besetzt und endigt gewöhnlich in eine dreigabelige Schirmtraube. Die 
Blumenblätter sind purpurrot bis rosenrot, langlanzettlich und dreimal 
so lang als die grünen Kelchzipfel. — Diese reizende Hauswurz findet 
sich häufig an Felsen der höheren Alpen, durch die Schweiz, Tirol, 
Salzburg, Steiermark und Kärnten in IMeereshölie von 1300—2000 m. 
Blüht im Juli, August. 

Sempervivum Wulfeni Hoppe. Wulfens Hauswurz. — Taf. IG, 
Fig. 2. ■ — Steht der gemeinen Hauswurz (Semperv. tectorum L.), welche 
in Mitteleuropa überall als Zierde von Mauern und Dächern eingeführt 
ist, sehr nahe, unterscheidet sich aber namentlich durch die gelbe oder 
grünliche Farbe der linealischen zugespitzten Blumenblätter. Die saftigen 
Blätter der Rosetten sind verkehrt eiförmig, plötzlich in eine Stachel- 
spitze endigend, blaugrün. Der dicke, 12 — lö cm hohe Stengel ist mit 
länglichen, gefransten Blättern besetzt, am Ende in eine ziemlich reich- 
blitige Schirmtraube verästelt. Kelch halbkugelförmig, aus 12 — 20 
linealen Blättchen zusammengesetzt. — Auf Urgestein über die Alpen- 
kette der Schweiz bis Steiermark verbreitet, aber zerstreut, in Höhe 
von 2000 — 2600 m. Blüht von Juni l)is August. 

Sempervivum montanum L. Berg-Hauswurz . — Taf. 16, Fig. 3. — 
Blätter der Rosetten länglich keilförmig, auf beiden Seiten mit flaumigen 
Drüsenhaaren besetzt, am Rande gewimpert. Die stengelständigen 
Blätter sind länglich und haben purpurrote Spitzen. Stengel 4 — 12 cm 
hoch, oben endigend in den öfters 2 — 3 mal geteilten Blütenstand. Die 
sternförmig ausgebreiteten Blumenblätter sind blassrot mit violettem 
Mittelstreif. — Auf Urgestein über die ganze Alpenkette verbreitet; 
an trockenen Stellen bis zu 2000 m Höhe. Blüht im Juli, August. 

21. Familie, Grossulariaoeae, Stackelbeergeivächse. 

Ribes petraeum Wulfen. Felsen-Johannisbeere. — Ein Strauch von 
1 — 1 '/\, m Höhe, dem roten Johannisbeerstrauch unserer Gärten ähnlich; 
die Blätter sind spitz , der Kelch mehr glockig, am Rande gewämpert. 



— ;'>2 — 

JUüU'ii ;.'rün , iliclit mit roten l'iiiiktcii gi-sprcnkelt. — An fciu-hten 
Gel)irgsal)liiin;j;on über die Alponkctto der Schweiz Ijis Steiermark zer- 
streut; ausserdem im Kiesengebirge, den Vogesen und dem badisehen 
Schwarzwald an einzehien Standorten. — Hlülit im April, ^lai. 

22. Familie. Saxifragaceae, Stein brechgewächse. 

Saxifraga rotundifolia L. Runilhlälleriger Stemhreih. — Tat. 16, 
Fig. 4. — 15— 60 em hoch. Die grundständigen Blätter haben 7 — 15 em 
lange Stiele, sind rundlich herzförmig, grob gezähnt. Stengel aufrecht, 
weichhaarig, oben rispig verästelt, reichl)lütig. Blumenblätter stern- 
förmig ausgebreitet, weiss, mit gelben Punkten an der Basis und roten 
Punkten nach der Spitze zu. — An feuchten, schattigen Orten, an 
Bachufern und in AValdschluchten der Alpen und Voralpen , bis zu 
2000 m Höhe. Blüht von Juni bis August. 

Saxifraga stellaris L. Sternblumiger Steinbrech. — Taf. 16, Fig. 5. — 
Die grundständigen Blätter bilden Büschel oder Rosetten ; sie sind nacii 
der Pasis zu verschmälert, lunglich eiförmig, gegen die Spitze zu grob 
gezähnt, auf beiden Seiten und am Rande mit spärlichen Haaren be- 
setzt. Stengel aufrecht, 6—15 cm hoch, in eine lockere, gipfelständige 
Traube verästelt. Blüten 2—.'}, seltener 8—10, klein, weiss, Blüten-- 
l)lätter mit zwei gelben Flecken an der Basis; Blütenstiele schlank. 
Kelchzipfel bald nach dem Aufblühen abwärts geneigt. — An feuchten, 
quelligen Orten im ganzen Alpengel)iet; auch in den Vogcsen und im 
Schwarzwald. Blütezeit: Mai bis August. 

Saxifraga Seguieri Sprengel. Seguiers Steinbrech. — Taf. 16, Fig. 6. — 
Die spateiförmigen , ganzrandigen Blättchen sind flaumig behaart und 
bilden lockere Basen. Hlütenstengel nur 1—4 cm hoch, meist einblütig, 
selten mehrblütig. Blumenblätter länglich-linealisch, gelb, ebensolang 
als die Kelchblätter. — Auf den höchsten Alpen der Schweiz und Tirols, 
bis zu 3200 m Höhe: zerstreut. Blüht .Juli, August, September. 

Saxifraga androsacea L. Mannssd. ild-Steinbrech. — Taf. 16, Fig. 7. — 
Ganze Pllanze zottig behaart. Stengel wenig über 5 cm hoch. Grund- 
blätter rosettenartig gehäuft, ganzrandig oder an der Spitze mit drei 
Zähnen. Blumenblätter weiss oder grünlich, doppelt so lang als die 
kurzen, langrunden Kelchzipfel. — An feuchten, felsigen Orten über 
«lie ganze Alpenkette verbreitet und häufig; l)is zu 3200 m Höhe. 
lUüht im .Juni. .Tuli. 




I . Sempervivuin arachnoideum. 2. Semperv. Wulfeni. 3. Semperv. montannm. 
4. SaxiEraga rotundifolia. 5. Sax. stellaris. H. Sax. Segnieri. 7. Sax. androsacea. 



% ^ 



— m 



Saxifraga aizoides L. Immergrüner Steinbrech. Tat'. 17, Fig. 1. — 
Aus (lein kurzen, liisweilcn rusenbildenden AVurzolstock erheben sieh 
mehrere 10 — 15 cm liohe ßUitenzweige. Blätter M^cchsolständig, laii- 
zettüeh oder linealiscli, schmal, etwas verdickt, kahl und glänzend, am 
Rande weitläulig gewimpert. Am Ende des Stengels steht die unregel- 
mässige, lockere, meist 4—8 Blüten tragende Blütendolde. Blütenblätter 
citrongelb mit safrangelben Punkten oder rein safrangelb, kaum etwas 
länger als die gleichfarbigen oder grünen Kelchzipfel. In der Mitte der 
Blüte eine fleischige Ringscheibe. — Auf nassem Felsgeröll, besonders 
am Fusse der Gletscher und am Rande von Bächen und Wasserläufen 
über die ganze Alpenkette bis zu 2000 m Höhe verbreitet und häufig. 
Ausserdem mit den Flüssen in die Vorländer der Alpen herabsteigend 
(München, Augsburg etc.) und auch in den Polarländern heimisch. 
Blütezeit: Juni bis August. 

Saxifraga« bryoides L. Moosartiger Steinbrech. — Taf. 17, Fig. 2. — 
Die kahlen, glänzenden, mit dorniger Spitze versehenen Blätter bilden 
am Grunde dichte, fast kugelige Rasen. Stengel zart, einblütig, nur 
3 — 8 cm hoch, mit schmalen, anliegenden Blättchen besetzt. Blumen- 
blätter ziemlich gross, weiss oder gelblich, zweimal so lang als die 
grünen Kelchblätter. — An trockenen, felsigen Stellen der höchsten 
Alpen bis zu 2500 m Meereshöhe, namentlich auf Urgestein, über die 
ganze Aljienkette verbreitet ; ausserdem nur in der kleinen Schneegrube 
des Riesengel)irges. Blüht im Juli, August. 

Saxifraga caesia L. Blaugrüner Steinbrech. — Taf. 17, Fig. 3. — 
Blättchen der Stämmchen rasenbildend, länglich-linealisch, vom Grunde 
an bogig zurückgekrümmt, blaugrün. Blütenstengel 2 — 8 cm hoch, 2 bis 
öblütig. Blumenblätter verkehrt herzförmig, 4 — 5 mm lang, weiss oder 
gelblich, etwa zweimal so lang als die eiförmigen Kelchzipfel. — 
Schweiz bis Oesterreich und Steiermark, von den Voralpen bis zu 
2700 m Meereshöhe, an trockenen Stellen. Blüht im Juni, Juli. 

Saxifraga Aizöon Jacquin. Traubenblütiger Steinbrech. — Taf. 17, 
Fig. 4. — Der ^^'urzelstock bildet mehrere kurze Aeste, welche dichte 
Rosetten aus grossen, fleischigen Blättern tragen; diese sind zungen- 
förmig, knorpelig gesägt. Blütenstengel aufrecht, gewöhnlich 10 — 15 cm 
hoch, seltener bis 50 cm hoch, oben rispig verästelt. Aeste 1 — 3 blutig. 
Blumenblätter weiss mit grünen Nerven, am Grunde öfters rot punk- 
tiert. — Ueber die ganze Alpenkette bis zu 2500 m Höhe weit ver- 



— 34 — 

Itreitct, iiaiiieiitlicli auf Ktvlkfelweii liiuilijr. Ansscrdein in di-n Vo;.m'scii, 
im Scliwarzwaid, auf der Srh\\iil)iscluMi All), in der Khcinjifalz, in 
SciiU'sion, Böhmen und Mäliicn. J'iülit von Juni bis An<rust. 

Saxifraga Burseriana L. Burser's Steinbrech. — Taf. 17, Fig. 5. — 
.SlilniniclH'n niedeilii-jicnd, gabelästi;,', mit aufrechten ilichl beblätterten 
Aestchen. Die Blätter bilden dichte Knsettcn, sind lanzettlich, steif- 
spitzig, 4 — 7 inm lang, glänzend graugrün. Die Blütenstengel sind dünn, 
nitlich, meist einblütig, gewöhnlieli nur 2 — 4 cm hoch. Blumenblätter 
dach ausgebreitet, weiss, mit rötlichen Adern. — Auf Kalkfelsen der 
Alpen von Tirol, Salzburg, Kärnten, Krain. Steiermark, in ^Iccreshöhe 
VMU 1!M)()— 2400 m. Blüht im ,Tnni, .Inli. 

Saxifraga oppositifolia L. Gegenbläitcrlgcr Steinbrech. — Taf. 17, 
Kig. (). — Diest-r reizende Stein])rech bildet niedere Rasenpolster von 
mehreren Centimetern J)urchnie8ser. Aestchen nur 2 — 3 cm hoch, mit 
/.ahlreichen gegenständigen Blättchen, Avelche 4 reihig dachig angeordnet 
und am Bunde gewimpert sind. Die Blüten, zu 1 oder 2 am Ende der 
Aestchen, sind rosenrot, später violett; sie bilden oft in reichlicher 
Menge einen lieblichen Schmuck des Felsgesteins. — Teber die nörd- 
liche Aljjenkette bis Steiermark und Krain vcrlireitet; ausserdem im 
Kiesengebirge und in den rnlarlan<lcrii. Ulübt im Mai, .luni, <lann 
wieder im August. 

Saxifraga biflora Mlioni. Zircihliititjer S/einbrrrh. - Taf. 17, 
Fig. 7. -- Dem vorigen sehr ähnlich, doch sind die Rasen lockerer, 
indem die Hlättchen zwar etwas grö.sser, aber cntfcMiter gestellt sind. 
An di-n Enden der Aestchen .stehen mindestens zwi'i Blüten (bisweilen 
drei); die l^lütenblätter sind mehr länglich, clienfalls rosenrot, aber 
nicht bläulich verwelkend. — ("elicr die ganze Alpenkette verbreitet 
und häulig; an felsigen Orten in der Nähe der Schneegrenze bis zu 
.-5800 m .Meereshöhe. Blüht im .luli, August. 

Zahlbrucknera paradoxa Reichenbach. Oester reichische Zahlbrucknere. 
— Taf. 17, Fig. iS. — Zartes Ptiänzchen mit niederliegendem, im Zick- 
zack gebogenem Stengel von 6— l."i cm Länge. Blätter wechselständig, 
langgestielt, breit herzförmig mit 5—7 Lappen. Wenige Blüten end- 
ständig, ianggestielt, klein, mit ö grünen Blumenblättern. — Auf feuchten 
(diimnerschieferfelsen in Kärnten und Steiermark, in Hohe \<m\ inoo bis 
1800 ni: selten. Blüht im Juni, .lull. 




1. Saxifraga aizoides. 2. Sax. bryoides. 3. Sax. caesia. 4. Sax. Aizoon. 5. Sax. Bur- 
seriana. H. Sax. oppositifolia. 7. Sax. biflora. 8. Zahlbrucknera paradoxa. 



ao 



23. Familie, ümbelliferae, Doldenorewächse. 



t, 



Hacquetia Epipactis De C. Gelbgrüne Hacquetie. — Tat". 18, Fig. 1. — 
Gelbgrünes, kahles Ptiänzchen mit grundständigen, langgestielten Blättern, 
welche handfönuig geteilt, 3 — 5 lappig sind. Blattabteilungen am Aussen- 
rand 2 — Slappig, scharf doppelt gesägt. Blütenstengel blattlos, 8—15 cm 
hoch; Blütendöldchen kopt'förmig, von einer dreimal grösseren, aus 
5 — 6 Blättern bestehenden Hülle umgeben. — In schattigen Gebirgs- 
■\valdern von Krain, Kärnten, Steiermark, zerstreut; auch in Mähren 
und Schlesien an einzelnen Fundorten. Blütezeit: April, Mai. 

Astrantia major L. Grosse Sterndolde. — Taf. 18, Fig. 2. — Grund- 
ständige Blätter gross, langgestielt, 5 spaltig mit länglichen, dreispaltigen, 
ungleich gesägten Lappen. Stengel aufrecht, 30 — 90 cm hoch, mit nur 
1 — 2 Blättern. Die Hauptdolde ist meist 4 — Sstrahhg, seltener 6 bis 
8 strahlig. Die Hüllblättchen, 12—20 an der Zahl, sind lanzettlich, rosa- 
rot mit grüner Stachelspitze. Die Einzelblumen der Blütenköpfchen 
sind klein, weiss, grünlich oder rötlich. — Auf Wiesen der Alpen und 
Voralpen weit verbreitet und häufig; ausserdem da und dort in schattigen 
Thälern der Bergwälder von Nord- und Südwestdeutschland. Blüht von 
Juni bis August. 

Astrantia minor L. Kleine Sterndolde. Der vorigen ähnlich, aber 
weit schlanker, und nur 15 — ÖO cm hoch. Die grundständigen Blätter 
zeigen eine 7 — 9 fache Spaltung, welche bis an den Blattstiel reicht; 
die einzelnen Fingerblättchen sind lanzettlich, am Rande scharfzahnig, 
unterseits weissgrün. Dolden mit 2—4 Strahlen. Hüllblättchen weiss, 
von gleicher Länge wie die Aveissen Einzelblüten der kleinen kugeligen 
Köpfchen. — Auf Wiesen und in lichten W^aldungen der höheren Kalk- 
alpen in der Schweiz, Tirol, Kärnten und Savoyen, in Meereshöhe von 
1800—2300 m. Blüht im Juli, August. 

Eryngium alpinum L. Alpen-Männertrene. — Taf. 18, Fig. 3. — 
Amethystblaue, seltener weisslichgraue, starre Pflanze von 30 — 90 cm 
Höhe, mit herzförmigen, ungeteilten, am Rande gesägten, grundständigen 
Blättern. Stengelblätter bandförmig, 3 — 5 lappig, wimperig gesägt. Hüll- 
blätter vielteilig, fiederspaltig mit stechenden, borstigen Zähnen, länger 
als die 1— B eiförmigen Doldenköpfchen. Bkimenblätter der kleinen 
Einzelblüten weiss. — In der südlichen und westlichen Schweiz, in 
Oberkärnten, Krain und Savoyen, auf Alpentriften in Meereshöhe von 
1500—1900 m; zerstreut. Blüht im Juli, August. 



-- ao — 

Bupleurum ranunculoides L. lluhnenfussähnliches Hasenohr. — 
Tat'. 18, l""i^. 4. — StcMigel 10—80 ein lioeh, einfach oder schwach ver- 
zweigt. Grundständige Blätter lineaHsch-lanzettlich mit mehreren Längs- 
iierven; Stengelhliitter eiförmig, hing zugespitzt mit eiförujigem oder 
herzförmigem (irunde sitzend und stengehimfassend. Die Blütendolde 
hesteht aus 5 und mehr Strahlen. Die Döldchen sind vielblütig mit 
dottergen)en kurzstieligen Blütchen ; letztere sind umgeben von dem 
ii— 10 blätterigen grünüchgelben oder schwefelgelben Hüllchen, wodurch 
die Dolden auf den ersten Blick an Kanunkell)lüten erinnern. — Auf 
Triften und an Felsen in der Schweiz, Tirol und Krain. in Höhe von 
1500—2200 m, zerstreut. Blüht im Juli, August. 

Meum Mutellina Gärtner. Alpen-Bärwurz. — Taf. 18, Fig. 5. — 
.'^tengel (i l.ö cm, selten 30 — 50 cm hoch. Blätter doi)pelt gefiedert; 
ßlattfiedern überaus zierlich in zahlreiche haardünne, spitze Läppchen 
zerteilt. Dolden 9 — ISstrahlig, Blüten rötlich. — Auf Wiesen und Triften 
über die ganze Alpenkette und deren Yoralpen verbreitet und häufig; 
ausserdem im badischen Schwarzwald und im Riesengebirge stellenweise. 
Blüht im Juni, Juli. 

24, Familie. Caprifoliaceae, Gcissblattgewächse. 

Linnaea borealis L. Linnäe. — Taf. 18, Fig. 6. — Immergrünes, 
niederes, grosse Käsen bildendes Pflänzchen mit entgegengesetzten 
Blättern, welche eirundlich, an der Spitze schwach gezähnt sind. Blüten- 
stengel am Gipfel mit einem dünnen, langen Blütenstiel, der sich 
schliesslich in 2 besondere Blütenstielchen teilt; jedes derselben trägt 
ein weisses oder rötliches Blütenglöckchen, welches innen blutrot ge- 
streift ist und angenehm duftet. — In moosigen Nadelwaldungen der 
Alpenkette von der Schweiz bis Kärnten. Ausserdem in Norddeutschland 
zerstreut und in Nordeuropa. Blüht im Mai, Juni, Juli. 




1. Hacquetia Epipactis. 2. Astrantia major. 3. Eryngium alpinum. 4. Bupleurum 
ranunculoides. 5. Meum Mutellina. fi. Linnaea borealis. 



— 37 — 



25. Familie, Rubiaceae, Krappgeivächse. 

Hierzu yehöreu einige wenig aufi'ilUige alpine Arten von Galium, 
Labkraut. 

26. Familie. Valerianaceae, Baldriano^ewächse. 

Valeriana supina Jj. Niedriger Baldrian. — Taf. 19, Fig. 1. — 
Stengel \mv 2 — 8 eni hoch, kleine, vielstengelige, dichte Rasen bildend. 
Blätter spateiförmig, ganzrandig oder etwas gezähnt, gewimpert; das 
•obere Paar lanzettlich, sitzend. Die rosenroten Blüten bilden eine 
kopfige Schirmtraube. — Ueber die Alpenkette von der Ost-Schweiz bis 
Steiermark verbreitet, besonders an feuchten Stellen der Kalkgebirge 
bis zu 2600 in ISIeereshöhe; zerstreut. Blülit im Juli, August. 

27. Familie. Dipsaceae, Karde?] gezvächse. 

Hierzu gehören einige alpine Skabiosen (Scabiosa lucida VilL, 
graminifolla L., longifolia Koch). 

28« Familie. Oompositae, Korbblütler. 

Adenostyles alpina Bhifj' u. Fing. Alpendost. — Taf. 19, Fig. 2. — 
Der kantige Stengel ist JO— 90 cm hoch. Die grossen, grundständigen 
Blätter sind langgestielt, herz-nierenförmig, gezähnt- gekerbt, kahl, unter- 
sei ts nur auf den Nerven flaumig behaart. Die Blütenköpfe bilden eine 
Schirmtraube. Die röhrenförmigen Blütchen sind zweigeschlechtig, zu 
mehrblütigen Köpfchen vereinigt, hell amethystfarbig. — Ueber die 
ganze Alpenkette verbreitet, namentlich an feucliten Stellen und in 
schattigen Schluchten bis zu 1600 m Höhe. Blüht im Juli, August. 

Homögyne alpina Cassini. Gemeiner Alpenlattich. — Taf. 19, Fig. 3. — 
Wurzelstock kriechend. Stengel 15—30 cm hoch. Grundständige Blätter 
langgestielt, herz-nierenförmig, geschweift- gekerbt, kahl oder nur unter- 
seits auf den Nerven flaumig behaart. Hülle der Blütenköpfchen purpur- 
rot; Blütchen gelblich. — Ueber die ganze Alpenkette und deren Vor- 
alpen verbreitet, in Wäldern und auf Bergwiesen an feuchten Stellen 
häufig; auch im Jura, Schwarzwald, Riesengebirge, Erzgebirge und im 
JFichtelgebirge. Blüht von Mai bis Juli. 



— 38 — 

Aster alpinus L. Alpen- Aster. — Tat". 19, Fig. 4. — Stengel 10 bis 
lö CHI lioili, finbliitig. Blätter dreinervig, weichhaarig, ganzrandig; 
die nnteri-n, rosettenartig angehäuften, sind spatelfürinig, die Stengel- 
lilätter länglich, lunzettlich. Die schöne, im Durchmesser 4—5 cm 
breite Blume zeigt ein goldgelbes Mittelfeld, umgeben von zahlreichen 
violetten Strahlenblüten. — Ueber die ganze Alpenkette bis zu 1900 m 
Höhe verbreitet und häufig, ausserdem in den Vogesen und Pyrenäen, 
luuli im Kiesenge))irgc, Harz, Schwarzwald und in Thüringen auf einzelne 
Fumlortc ))eschränkt. ])lüht im Mai und von .Tuli bis September. 

Bellidiastrum Michelii Cussinl. Alpen- Massliebchen. — Taf. 19, Fig. 5. — 
Blätter grundständig, gestielt, länglich spateiförmig, grobgezähnt. Stengel 
10^2.5 cm hoch, mit einem Blütenköpfchen an der Spitze, welches einem 
grossen Gänseblümchen ähnelt, aber grösser, nämlich 2 — S'/o t'm breit 
ist. Mittelfeld (Scheibenblumcn) gelb, Strahlenblüten weiss, unterseits 
oft rötlich. — Ueber die ganze Alpenkette und deren Voralpen ver- 
breitet und namentlich auf feuchten, felsigen Stellen der Kalkgebirge 
häufig. Auch in Baden (Hegau, Feldberg etc.) und in Württemberg (im 
]")onaukreis und auf der Schwäbischen Alb). Blüht von Mai bis .Juli. 

Erigeron alpinus L. Alpen-Berufskraut. — Taf. 19, Fig. 6. — 
(Jrundständige Blätter langrund bis lanzettlich, rauhhaarig; Stengel- 
blätter kleiner, lanzettlich. Blumenköpfe meist einzeln auf jedem 5 bis 
20 cm hohen Stengel, selten zu 2 — 3 in einer lockeren Traube. Die 
zahlreichen röhrenförmigen Blüten der Scheibe sind gelblich, die äusseren 
Strahlenblüten purpurviolett, seltener weiss. — Ueber die ganze Alpen- 
kette in 1200 — 1800 m Höhe verbreitet, auf steinigen Alpenwiesen häufig. 
Ausserdem im hohen Norden bis zum Polarkreis. Blüht im Juli, August. 

Erigeron uniflorus L. Einblütiges Berufskraut. — Taf. 19, Fig. 7. — 
Dem vorigen ähnlich, aber der aufrechte, rauhhaarige, 2 — 7 cm hohe 
Stengel ist immer nur einblütig, die Hüllblätter sind dicht wollig zottig. 
Die gedrängt stehenden Wurzelblätter bilden dichte Basen, iiber deren 
Kosetten der Blumenkopf öfters nur wenig emporragt. Scheibenblütchen 
gelb, Strahlenblüten lila bis weisslich. — An grasigen Orten der höheren 
Alpen bis zu 2500 m Höhe, auf ['rgestein; von der Schweiz bis Salzburg, 
AUgäu, Tirf)l und Kärnten. Blüht im .Tuli, August. 




1. Valeriana supina. 2. Adenostyles alpina. 3. Homogyne alpina. 4. Aster alpinus. 
5. Bellidiaetrum Michelii, 6. Erigeron alpinus. 7. Erig. uniflorus. 



%^ 



— 3*J 



Gnaphalium Leontopodium L. Eddweiss. — Taf. 20, Fig. 1. — 
Dirht lilzig behaarti- IMlan/A', t'in- l)is luehrstengelig, 2 — 10, seltener bis 
20 cm hoch. Blätter lineal-lanzettlieh. Hlütenköpfchen in gedrängten 
Dolden auf der Spitze des Stengels, von einem Kranz sternförmig aus- 
gebreiteter, dicht weissfilziger Deckblätter umgeben, welche ähnlich 
wie Strahlenblüten aussehen. Blütchen grünlichgelb. — Ueber die ganze 
Alpenkette in Höhe von 1900— '2900 m verbreitet, auf steinigen Triften 
und Felsgeröll in der Nähe der Schneegrenze; vorzugsweise auf Kalk- 
gestein. Blüht von Juli bis Septeml)er. 

Gnaphalium supinum L. Niederes Buh rkraut . — Taf. 20. Fig. 2. — 
Kleines, kaum mehr als 4 cm hohes, rasenbildendes Pflänzchen mit 
schmalen, linealischen, dichtfilzigen Blättern. Der Stengel trägt auf 
seiner Spitze ein Büschelchen aus wenigen Blütenköpfchen, öfters auch 
nur ein einziges Blütenköpfchen. Blütchen gelbliehweiss. Die Hüll- 
kelche sind aus zwei Reihen von Schuppen gebildet. — Alpenkette, in 
Meereshöhe von 1500 — 2300 m, an feuchten, kiesigen Stellen, auch 
zwischen Knieholz; ausserdeni im Eiesengebirge, auf dem Feldberg 
(Baden) und in den Polarländern. Blüht im Juli, August. 

Gnaphalium norvegicum Gunner. Nonveglsches Ruhrkraut. — 
Taf. 20, Fig. 3. — Stengel 12—25 cm hoch, auf den höchsten Alpen 
nur 3 — 5 cm hoch. Dieses alpine Ruhrkraut steht dem in ganz Mittel- 
europa häufigen Waldruhrkraut (Gn. silvaticum L.) sehr nahe, bat aber 
eine kürzere, gedrungenere Blütenähre und breitere Blätter, welche 
oberseits dünnfllzig, unterseits dichtfilzig sind; die in der Mitte des 
Stengels stehenden sind die längsten, öfters bis 13 cm lang und 7» bis 
1 cm breit. Die braunen Hüllkelchschuppen bilden 3 Reihen. — In 
den Alpen und Voralpen der ganzen Alpenkette, namentlich auf Ur- 
gestein, von der Schweiz bis Oesterreich ; ausserdem im Eiesengebirge, 
im Erzgebirge, in den Vogesen und im badischen Schwarzwald. Blüht 
im .Juli, August. 

Artemisia Mutellina Villars. Edelraute. — Taf. 20, Fig. 4. — 
Stengel einfach, 6 — 15 cm hoch, die nichtblühenden rasenbildend. Blätter 
sämtlich gestielt, gr au-seid enhaarig, die unteren dreiteilig- fieder- 
spaltig mit linealisch lanzettlichen Zipfeln, die oberen bis zur Hälfte 
flngerig gespalten. Köpfchen traubig, aufrecht, mit 5 — 15 Blöten- 
köpfchen, welche unten weitläufig, oben mehr gedrängt stehen. Blüt- 
chen gel b. — Auf sonnigen Felsen und Geröllhalden über die ganze 



- 40 — 

Alpi-Mikcttc in Meereshöhe von 1900—2700 m verbreitet und hiiuGir, 
IjesondepH auf l'rgestein und in der Nähe der Gletscher. Blüht im 
Juli, Au^'ust. 

Artemisia spicata Wulfen. Aehriger Bcifuss. — Tat". 20, Fig. ö. — 
Niederes, granseidenhaariges PHiinzchen; die unfruchtbaren Zweige bilden 
lockere Rasen. Untere Blätter gestielt, fingerig vielspaltig, Stengel- 
blätter tiederspaltig. Blütenstengel H — 15 cm hoch, einfach. Blüten- 
köpfchen gelblich; sie sitzen einzeln in den Blattachseln und bilden 
eine ährige Tranl)e. — Auf Felsen der südlichen Schweiz, in Tirol, 
Salzburg. Steieiinark und Kärnten, in Meereshöhe von 1800—2.500 m. 
l'.lüht im .Tiili, August. 

Achiliea inoschata L. Bisam-Schaf garüe ( Wihlfrüulcinkraut, Iva). 
" Taf. 20, Fig. 6. — Stengel oft nur 4 — 8 cm hoch, bisweilen 15 bis 
IS cm hoch. Blätter länglich, kahl, kammförmig fiederspaltig mit ganz- 
randigen spitzen Zähnen. Die Blütenstengel tragen einen aus 5 — 9 
Blütenköpfen gel)ildeten Ebenstrauss. Scheiben))lüten gelblich, die Rand- 
blüten weiss, rundlich. Der Hüllkelch besteht aus grünen Blättchen mit 
braunrotem Rande und einer dunkler grünen Mittelrippe. — In der 
Schweiz, Tirol, Steiermark und Kärnten, auf Urgestein in Meereshöhe 
von lyOO— 2200 m. Blüht im Juli, August und dient zur Bereitung des 
..Iva", eines aromatischen Kräuterlikörs. 

Achiliea atrata L. SchuarzhiUlige Schafgarbe (Schwarze liaj. — 
Taf. 20, Flu 7. — Schlanker als die vorige und die nachfolgende. 
Stengel ITj — 25 cm hoch, weiss behaart, oben schwach verästelt. Blätter 
länglich, tiederig zerteilt: Fiederblättchen einfach oder 2 — 3 lappig oder 
üederig fünfspaltig, mit stachelspitzigen Ziiifeln. Ilüilschuppen breit 
schwarz gerandet. Die 4 — 10 Blütenköpfe bilden einen lockeren Eben- 
strauss. Die 5 — 10 Randblüten sind weiss. — Ueber die ganze Alpen- 
kette, auf Kalk und Urgestein, in Höhe von 1600 — 2200 in verbreitet, 
namentlich auf steinigen Gebirgswiesen und an Baclirändern. Blüht 
im .Iiili, August. 

Achiliea nana L. Zwerg-Schafgarbe. — Taf. 20, Fig. H. — Kleines, 
gänzlich grainvollig bis seidenglänzend behaartes Pflänzchen. Stengel 
1 — 15 cm hoili. Blätter im Umriss schmal lanzettlich, üederteilig, nur 
etwa 1 cm breit. Die Blütenköpfchen bilden einen fast kugeligen Eben- 
strauss. Randblüten weiss. — Auf Urgestein der Schwfizer und Tiroler 
Ali>en, in der Nähe der Srhneegrenzc : zerstreut und spärlich. IMüht 
im Juli, August. 




1. Gnaphalium Leontopodium. 2. Gnaph. supinum. 3. Gnaph. norvegicum. 4. Ärtemisia 
^fntellina. 5. Art. spicata. 6. Ächillea moschata. 7. Ach. atrata. 8. Acli. nana. 



^/ 



Chrysanthemum alpinum L. Alpen-Wucherblume. — Tat'. 21, Fig. 1. — 
Dil' unteren, einen Käsen bildenden Blattei' sind im Umri«s rundlieb 
eitui'iuig, lang in den Grnnd verschmälert, kammförmig fiederspaltig ; 
Fieder])lättcben dicht genähert, ganzrandig. Die wenigen 8tengelljlätter 
sind linealisch, ganzrandig. Stengel 3-10 cm hoch, einblütig. Scbeiben- 
bliiten gelb. Randblüten (Strahlenblüten) weiss, öfters rot angelaufen, 
mit dreizähniger stumpfer Spitze. Der Hüllkelch ist über 1 cm lang, 
mit grünen, schwärzlich gerandeten Schuppen bedeckt. — Durch die 
ganze Alpenkette von der Schweiz l)is Kärnten an steinigen Stellen, in 
Höhe von 1700 — 2500 m, meist häufig. Blüht im Juli, August. 

Chrysanthemum atratum De C. Schwärzliche Wucherblmuc. Der 
vorigen ähnlich, aber gestreckter; Stengel 8—18 cm hoch. Unterste 
Blätter spateiförmig, langgestielt, an der verschmälerten Basis ganz- 
randig, weiter vorn eingeschnitten gezähnt; stengelständige lanzettlich, 
eingeschnitten gesägt, die obersten Stengelblätter gleichmässig gezähnt. 
Blütenkopf 3 cm breit ; Scheibenblüten gelb, die Randblüten weiss, vorn 
dreizähnig. Hüllkelchschuppen grün mit breitem, purpurschwarzem 
Rand. — An felsigen Stellen der ganzen Alpenkette bis zu 2200 m 
Meereshöhe, namentlich auf Kalkgestein. Blüht im Juli, August. 

Anthemis alpina L. Alpen-Hnndskamille. — Taf. 21 , Fig. 2. — 
Stenge] aufrecht oder aufsteigend, nach oben zunehmend wollig Ijehaart, 
5 — 15 cm hoch. Blätter kammartig, fiederteilig. Fiederblättchen lineal. 
spitz, teils ungeteilt, teils 2 — 3 spaltig. Blütenköpfchen im Durchmesser 
2'/o — 3 cm breit; Scheibenblüten gelblich weiss, die stumpf eiförmigen 
Randblüten weiss. Blütenboden halbkugelig. Hüllkelch schuppen stumpf, 
vorn zerrissen gezähnt, schwarzfleckig. — Auf den höchsten Alpen von 
Tirol, Salzburg, Steiermark, Kärnten und Krain bis zu 2200 m Meeres- 
höhe, namentlich auf Kalk. Blüht im Juli, August. 

Doronicum cordifolium Sternberg. Herzblätterige Gemswurz. — 
Taf. 21, Fig. 3. — Der ausdauernde Wurzelstock schief, abgebissen. 
Stengel je nach Standort 15—30 cm, ja bis 1 m hoch. Die ganze Pflanze 
ist kahl, seltener kurz flaumhaarig. Grundständige Blätter sehr lang- 
stielig, rundlich eiförü\ig, tief herzförmig, grob gezähnt. Stengelblätter 
mit tief herzförmigem Grund stengelumfassend. Blütenköpfe meist 
einzeln, selten 2 oder 3, im Durchmesser 4 — 5 cm breit; Scheibenblüten 
und Randblüten gelli. Der Hüllkelch misst nur Ys der Blumenlänge. — 
An felsigen Stellen und in Wäldern, von Tirol durch Salzburg und 



— 42 — 

öteicnnark his Ocslcircicli, in Mccicsliölie von liJOD— Ü(J0O ni, l)OSonder8 
auf Kalk^e^tcin. l'>liilit von Juni bis August. 

Doronicum Pardalianches L. Gemeine Gemswurz. Der vorigen 
iihnlicli, jodorli treil)t der Wurzelstock' unter der Erdoberfläche ver- 
längerte, zuletzt knollig verdickte Ausläufer, welche Blätter tragen und 
wiederum Ausläufer treiben. Stengel 30 — 60 cm hoch; untere Blätter 
langgestielt, tief herzförmig, die mittleren mit Ohren am Blattstiele, die 
oberen sitzend. Stengel und Blattstiele rauh behaart. Blütenköpfchea 
ansehnlich, gelb; die Scheiben bluten dunkler als die Randblüten-, letztere 
endigen mit 3 Zähnchen. — Auf Alpenmatten und in Gebirgswäldern 
über die ganze Alpenkette von der Schweiz bis Kiain verbreitet; ausser- 
dem da und dort auf den Mittelgebirgen Süddeutscblaiids und im ^losci- 
tiialc. iUüht im Mai, .Juni, Juli. 

Aronicum glaciale Reirhenb. Gletscher-Gemswurz. — Taf . 21 , Fig. 4. — 
Stengel 8 — 15 cm hoch, aufrecht, rauhhaarig, einblütig. Blätter dick 
und steif, zerbrechlich, deutlich geädert, eiförmig, buchtig gezähnt; die 
unteren gestielt, die oberen stengelumfassend. Die grosse Blume ist 
goldgelb; deren Randblüten sind 3 — 4 nervig, an der Spitze dreizähnig, 
bei Nacht ausgebreitet. — Ueber die Alpenkette in 19C0 — 2(300 m Meeres- 
höhe verbreitet und häutig; namentlich auf Urgi'stein in der Nähe der 
Gletscher. Blüht im Juli, August. 

Arnica montana L. Gemeiner Wohlverleih. — Taf. 21, Fig. 5. — 
Stengel 30 — CO cm hoch, drüsenhaarig, mit 1 — 2 Paar gegenständigen, 
schmalen Blättern. Grundständige Blätter länglich eirund, 5 nervig. 
Der Blütenstengel trägt 1 — 5 dottergelbe Blütenköpfchen, welche im 
Durchmesser 3 — 4 cm breit sind und einen eigenartigen harzigen Geruch 
haben. — Ueber die ganze Alpenkette auf Wiesen und Triften in Meeres- 
höhe von 1000 — 2000 m häußg; ausserdem auf feuchten und torfigen 
Bergwiesen in Süd- und Mitteldeutschland, im Norden auch in der 
Ebene. — Blüht von Mai bis Juli. — Wurzel und Blüten sind von sehr 
bitterem und gewürzhaftem Geschmack und finden arzneiliche Ver- 
wendung. 




1. Chrysanthemum alpinmn. 2. Anthemis alpina. 3. Doronicum cordifolium. 
4. Aronicum glaciale. 5. Arnica montana. 



^1") 



— 43 



Senecio abrotanifolius L. Stahnnirzblätteriges Kreuzkraut. — Tut'. 2-2, 
Fi^'. 1. — Stengel und Blätter kahl. Der ausdauernde, liegende Wur/el- 
8tock treibt mehrere 8—25 cui hohe Stengel. Untere Blätter do])pelt 
liederteilig; Fiederblättehen sehuial linealisch, ganzrandig, die am Grunde 
stehenden kleiner, ohne Blattohren. Die 3 — 6 Blütenköpfchen sind gelb 
mit abstehenden, orangegelben, 5 nervigen Randblüten (Strahlenblüten) 
und bilden eine lockere Schirmtraube. — Auf steinigen Abhängen der 
Alpen und Voralpen ; Oestliche Schweiz, Tirol, Salzburg, Steiermark, 
Kärnten, in Meereshöhe von 1200 — 1900 in, l)esonders auf Kalkgestein. 
Blüht im Juli, August. 

Senecio Doronicum L. Gouswurzartiges Kreuzl-raut. — Taf. 22, 
Fig. 2. — Stengel 3ü — 50 cm hoch, einfach oder doch wenigästig. 
Blätter lederartig, kurzhaarig rauh oder fast kahl, untere gestielt, länglich 
lanzettlich, gezähnt; obere sitzend, lanzettlich, gezähnt bis ganzrandig. 
Blütenköpfchen einzeln, oder zu 2 — 3, am Ende des Stengels, ansehnlich, 
im Durchschnitt 3 — 4 cm breit, mit 12—20 orangegelben Randblüten. — 
Ueber die ganze Alpenkette in Meereshöhe von IBOO— 2300 m verbreitet 
und an steinigen Abhängen meist häufig. Blütezeit : Juni bis August. 

Senecio incanus L. Graues Kreuzkraut. — Taf. 22, Fig. 3. — 
Stengel 6 — 15 cm hoch. Ganze Pflanze grau bis weisstilzig behaart. 
Blätter gestielt, fiederspaltig, die Fiedern stumpf, doppelt bis dreifach 
gekerbt. Der Stengel trägt eine Schirmtraube von 6 — 8 goldgelben 
Blütenköpfchen. — Auf hohen Alpenmatten in der Nähe der Schnee- 
grenze und der Gletscher; Pyrenäen, Schweiz, Tirol, Steiermark, Kar- 
pathen, zerstreut und ziemlich selten. Blüht im Juli, August. 

Saussurea alpina De C. Alpenscharte. — Taf. 22, Fig. 4. — 
Stengel aufrecht, wollig-filzig, 15 — 30 cm hoch. Blätter auf der Unter- 
seite spinnwebig-tilzig, eirund bis lanzettlich, ganzrandig oder buchtig 
gezähnt, 10 — 18 cm lang; die unteren in den geflügelten Blattstiel ver- 
schmälert, die oberen kürzer und sitzend. Die Blütenköpfe bilden zu 
2 — 5 eine dichte kurzstielige Doldentraube mit purpurroten Blütchen. 
Die ilachig übereinanderliegenden Hüllblättchen sind rotbraun, doch 
mit glänzender Wolle bedeckt, an der Spitze schwärzlich. — Auf Wiesen 
und Triften der Granitalpen in Meereshöhe von 2000 — 2500 m; Schweiz, 
Tirol, Salzburg, Kärnten und Krain ; ausserdem im hohen Norden von 
Europa und Nordamerika. Blüht im Juli, August. 

Saussurea pygmaea Sprengel. Zwerg-Älpenscharte. Stengel 10 Ijis 
15 cm hoch. Blätter lineal, ganzrandig, oberseits zerstreut behaart, 



— 44 - 

unten dicht weiL-liliaarig. Der Stengel triljit nur c i n violettrotes Blüten- 
köptVhcn. — Tirol bis Oesterreich und Krain, un trot-kenon Orten im 
K<ilkgebir},'e liis zu 2700 ni Höhe. Blüht im Juli, August. 

Aposeris foetida Leasing. SUnksalat, Drahtstengel. — Taf. 22, 
yj^r. 5. — Kahl oder spärlich behaartes Pflänzelien vom Ansehen des 
Gemeinen Löwenzahns. Der kurze, knotenartig verdickte Wurzelstock 
hat einen unangenehmen Geruch. Stengel schlank, 15—20 cm hocli, 
blattlos; an seinem Ende nur ein citronengelbes Blütenköpfchen. Blätter 
sämtlich grundständig, schrotsägeförmig-fiederspaltig; Lappen fast rauten- 
fjirniig, der endständige 3 — Szipfelig, an die Gestalt des Epheublattes 
(M-innernd. — In Laubwäldern und auf Matten der Alpen und Voralpen 
von Oesterreich, Salzburg und Kärnten; auch auf der bayrischen Hoch- 
ebene bei München und Augsburg. Blüht im .Tuli, August. 

Leontodon pyrenaicus Gouan. Alpen-Löwenzahn. — Taf. 22, Fig. ö. — 
Stengel blattlos, schuppig, oljcrwärts allmählich verdickt, meist nur 8 bis 
15 cm hoch. Die kahlen, oder nur mit einfachen Haaren bestreuten, 
grundständigen Blätter sind verkehrt lanzettförmig, gezähnt oder aus- 
geschweift gezähnelt, 2—7 cm lang und 6—14 mm breit. Der Stengel 
endigt in ein goldgelbes, seltener orangerotes, vor dem Aufblühen 
hängendes Blütenköpfchen, das im Durchmesser 2—3 cm breit ist. — 
Auf Wiesen in Höhe von 1200—1900 m über die Alpenkette verbreitet 
und häutig; ausserdem in den Vogesen und im Schwarzwald stellen- 
weise. Blüht von Juni bis August. 






22. 




1. Senecio abrotanifolius. 2. 8enecio Doronicum. 3. Senecio incanus. 
4. Saussiirea alpina. 5. Aposeris foetida. 6. Leontodon pyrenaicus. 



Vf 



45 - 



Hypochoeris uniflora VÜlars. Einhlütiges Ferkelkrmit. — Tat". 2.'i, 
Fifi;. 1. — Stengel 7 - oü cm hoch, nach oben alhnähhch verdickt, rieiig, 
steif l)ehaart. Die grundständigen Blätter bilden eine Kosette, sind 
liinglich-lanzettförmig, ausgeschweift gezähnt, durch steife Härchen 
etwas rauh; ihre Länge beträgt 4 — Kl cm, ihre Breite 1 — 3 cm. Der 
Stengel trägt nur einen ansehnlichen, tiefgelben Blütenkopf von 4 bis 
5 cm Breite; Hüllblätter schwarzgrün, am Rande hellgrün, sehr zottig 
behaart, an der Spitze zerrissen fransig. — Auf Wiesen und Triften 
der Alpen und Voralpen in der Schweiz bis Tirol, Steiermark und 
Kärnten; ausserdem in Schlesien, Böhmen, Mähren und auf dem Feld- 
berg im Schwarzwald. Blüht im .Juli, August. 

Mulgedium alpinum L. (Sonchus alpinus L.) Alpenlattich, Alpcn- 
s(/lat. — Taf. i'B, Fig. 2. — Ansehnliche Pflanze von Va — IV2 ^u Höhe. 
Stengel hohl, namentlich am oberen Teil drüsig behaart. Untere Blätter 
gross, leierförmig, mit sehr grossem, dreieckig spiessförmigem Endzipfel; 
oberste Stengelblätter an der Basis herzförmig, lanzettförmig, am Rande 
scharf gezähnelt. Die Blütenköpfchen bilden eine einfache oder zu- 
sammengesetzte Traulje, deren Blütenstiele mit rostroten Drüsen stark 
besetzt sind. Blüten blau oder lila, die Randblüten strahlend, woduich 
die Blume an die der wilden Cichorie (Cichorium Intybus) erinnert. — 
lieber die ganze Alpenkette, bis zu 1600 m Höhe an feuchten Felsen 
und Bergabhängen verbreitet und häuüg ; ausserdem im Norden Europas, 
sowie da und dort auf den Gebirgen von Mittel- und Südeuropa (Riesen- 
gebirge, Thüringen, Vogesen, Schwarzwald etc.). Blüht im .Juli, August. 

Crepis aurea Cassini. Orangeroter lixrpau. — Taf. 23, Fig. 3. — 
Die grundständige Blattrosette besteht aus kahlen, gestielten, lanzett- 
lichen, tief gezähnten oder schrotsägezähnigen Blättern von 3—8 cm 
Länge. Der 15—20 cm hohe Stengel ist meist blattlos, nach oben, gleich 
dem Hüllkelche, durch schwärzliche Haare schwarzgrün, mit einem 
einzelnen dunkelorangegelben, etwa 15 mm breiten Blütenköpfchen. — 
Auf etwas feuchten Gebirgswiesen in Höhe von 1300—2500 m über die 
ganze Alpenkette und deren Voralpen verbreitet; häufig, namentlich auf 
Kalkgestein. Blüht von Juni bis August. 

Crepis jubata Koch. Gletscher-Pippau, Bemähnter Fippau. — Taf. 23, 
Fig. 4. -- Der einfache, nur 2—4 cm hohe Stengel ist zottig gelblich 
behaart, ebenso der Hüllkelch. Grundständige Blätter längUch eiförmig 
oder lanzettUch, stumpf, ganzrandig oder geschweift gezähnt. Das gold- 



- 4G — 

pi'lhe P>lntcnki)i.ffli('n ist etwa 2 cm l>n'it. — Aui' (k'ii liöclistL-ii Ali)on ili-r 
•Schweiz (Zcniiatt, Hairiic, Graubündcn) und Tirols (Kiinljorglctschcr etc.). 
zerstreut und spärlich. Bh'ilil im .lull, August. 

Crepis alpestris 'J'dusrh. Voratj)cn- Pippau. — Tat". 2tJ, Fig. 5. — 
l>ie grundstiiudige IMattrosette i.st aus wenigen, selten mehr als 12 
spateligen, lanzettlichen, ausgeschweift gezähnten oder fast schrotsäge- 
förmigen l^lättern gebildet, welche unterseits auf den Nerven und Adern 
kleine, weiclie Haare haben. Stengel 15— 30 cm IkkIi, oberwärts filzig, 
meist einfach, seltener mit 2 — 3 Aesten. Hüllkelch graulilzig cider 
kurzhaarig. Rlütenkopf goldgelb. — Ueber die ganze Aliienkettc und 
deren Voralpen bis zu KiOO m Höhe an felsigen Stellen verbreitet und 
häufig; ausserdem auf ^Mittelgebirgen Süddeutschlands (Juragebiet von 
Baden und Württemberg). Blüht von Juni bis August. 




1. Hypochoeris uniflora. 2. Mulgedium alpinum. 3. Crepis aurea. 
4. Crepis jubata. 5. Crepis alpestris. 



"il 



Hieracium aurantiacum L. Orangerotes Habichtskraut. — Tuf. 24, 
Fi<;-. 1. — Stengel 27) — 'M v\n lioeli, am untorcn Teil mit wenigen Blättern, 
vun langi'n Haaren ranli, am oberen Teil nnd l>esonders an den Blüten- 
stielen mit schwarzen Drüsenhaaren bekleidet. Blätter länglich verkehrt- 
eiförmig, grasgrün, beiderseits langhaarig. Blütenköpfchen dunkel orange- 
gelb, zu 2—10 in einer gipfelständigen Schirm trau be. — Auf trockenen 
Wiesen und Triften in Höhe von 1;3ÜÜ— 1600 m über die ganze Alpen- 
kette verbreitet und häufig; ausserdem auch auf den Voralpen und den 
Iniheren Gebirgen ^Mitteleuropas (Kiesengebirge, Harz, Vogesen, Schwarz- 
wald) stellenweise nicht selten. Blüht von Juni bis August. 

Hieracium alpinum L. Alpen-Habichtslcrmit. — Taf. 24, Fig. 2. — 
Stengel sternhaarig -flaumig, 10—15 cm, seltener bis 30 cm hoch, blatt- 
los oder nur mit 1 — 3 sehr kleinen Blättchen besetzt; am Gipfel ge- 
wöhnlich nur ein, seltener zwei grosse goldgelbe Blütenköpfchen ; Hüll- 
kelch und Blütenstiel mit langen, schwarzen Haaren. Grundständige 
Blätter spatel- oder länglich-eiförmig, in den geflügelten Blattstiel ver- 
längert, ganzrandig oder schwach buchtig gezähnt, grün, mit wenigen 
langen Haaren. — Auf trockenen Wiesen und Triften der ganzen Alpen- 
kette in Höhe von 1500 — 2200 m, meist häufig; ausserdem in den 
Polarländern, im Riesengebirge, in den Sudeten, Vogesen, auf dem 
Brocken, im Schwarzwald (Feldberg). Blüht im Juli, August. 

Hieracium villosum L. Zottiges Habichtskraut. — Taf. 24, Fig. 3. — 
Stengel und Blätter lang-wollhaarig. Stengel 15 — 20 cm hoch, meist 
einfach mit einem, seltener mit 2 — 3 goldgelben Blütenköpfchen; Blüten- 
stiele mit Sternhaaren und mit langen weissen Wollhaaren besetzt : 
Hüllkelchblätter lang weisshaarig. Blätter bläulichgrün ; die unteren 
länglich-lanzettlich, nach dem Grunde verschmälert ; die oberen länglich- 
eiförmig, halb stengelumfassend. 

29. Familie, Gampanulaceae, Glockenbluviengeivächse. 

Phyteuma comosum L. Schopfige Rapunzel. — Taf. 24, Fig. 4. — 
Stengel öfters niederliegend, 5 — 15 cm hoch. Blätter gezähnt; die 
grundständigen nierenförmig, die stengelständigen länglich-lanzettlich, 
grösser. Uie kurzgestielten blauen Blütchen bilden eine gipfelständige 
Dolde und sind an der Spitze dunkelviolett. — Auf trockenen Felsen 
von Südtirol, Krain und Kärnten, in Höhe von 600 — 1500 m, häufig. 
Blüht von Juni bis August. 



— 4s 

Phyteuma pauciflorum L. ArmUütige Rapunzel. — Tat". 24, Fig. ö. — 
Stengol mii- 2 5 ciu lioch. Blätter verkebrt eirund bis spatelföruiig, 
an der Spitze hiuifig mit 3 Kerbzähnen. Köpfchen mit 5—7 blauen 
oder viuletteii, gestielten Bliitchen, umgeben von grünen Hüllblättern, 
welche rundlich, zottig- wimperig und kürzer als das Köpfchen sind. 
Staubfäden am Griinde verbreitert. — Auf Wiesen und Triften von 
1800 m Hölie bis in die Nähe der Schneegrenze über die Alj)enkette 
von der Schweiz l)is Steiermark verlireitet, stellenweise häufig. Blüht 
im .Tuli, August. 

Phyteuma hemisphaericum L. Halbkugelige Rapunzel. — Taf. 24, 
Fig. (j. — Stengel 4 — 12 cm hoch. Blätter sämthch linealisch, dünn- 
stielig, meist ganzrandig, bisweilen mit 2—3 Kerbzähnen. Hüllblätter 
eiförmig, zugespitzt, gewimpert, halb so lang als das Köpfchen, welches 
im Durchmesser etwa 12 mm breit ist und aus 10—12 blauen oder 
violetten, ausnahmsweise auch weissen Bliitchen gebildet wird. Staub- 
fäden am Grunde verbreitert. — Auf Wiesen und Triften in Höhe von 
1500 — 2200 m über die Alpenkette von der Schweiz bis Steiermark ver- 
breitet und häufig, vorzugsweise auf Granit. Blüht im .luli, August. 



24 




1. Hieracium aurantiacum. 2. Hier, alpinum. 3. Hier. viUoaum. 4. Phyieuma 
comosum. 5. Phyt. pauciflorum. 6. Phyt. hemisphaericum. 



77 



4i) 



Campanula Zoysii Wulfen. Nickende Glockenblume. — 'laf. 25, 
Fig. 1. — Stengels — 10 cm, öfters auch nur 2 — 3 cm hoch. Die diclit- 
stehenden, einen lockeren Käsen bildenden Wurzelblätter sind eiförmig; 
die Stengelblätter stehen ziemlich entfernt, die mittleren sind spatei- 
förmig, die obersten lineal-lanzettlich. Blüten hellblau, bauchig, vor dem 
Ende eingeschnürt, inwendig dicht bärtig; sie stehen bei kleinen 
I'^xemplaren einzeln, bei kräftigen Pflanzen zu zwei oder mehr am 
Gipfel des Stengels. — Auf den östlichen Kalkalpen von Kärnten, Steier- 
mark und Krain, in Höhe von 2000— 2700 m, zerstreut, meist selten. — 
Blüht im Juli, August, 

Campanula thyrsoidea L. Stmussblütige GlocJcenlliime. — Tal. 25, 
Fig. 2. — Die zweijährige, bis tingerdicke Wurzel treibt innersten Jahr 
einen Schopf dichtstehender Blätter, im zweiten Jahre den kräftigen, 
12- — 15 cm, bisweilen selbst 30 cm hohen Stengel, welcher gleich den 
Blättern steif behaart ist. Blätter länglich-lanzettlich, ganzrandig, nach 
dem Grunde verschmälert, 7— 10 cm lang. Am Ende des rotangelaufenen 
Stengels steht eine dichte; Aehre von weisslich- oder grünlichgelben 
Blüten, zwischen welchen je zwei linienförmige, behaarte Deckblättchen 
hervortreten. Die dreiteiligen Griffel ragen über die Blumenkronen 
hinaus. — An steinigen und grasigen Abhängen über die ganze Alpen- 
kette in Höhe von 16C0— 2100 m verbreitet, aber zerstreut. — Blüht 
im Juli, August. 

Campanula pusilla Haenke. Kleine Glockenblume. — Taf. 25, Fig. 3. 

— 8 — 15 cm hoch. Grundständige Blätter verkehrt-eiförmig, dicht- 
rasig, zahlreiche, teils blühende, teils nicht blühende Büschel bildend; 
Stengelblätter lineal-lanzettlich, schwach gesägt, die oberen lineal, ganz- 
randig. Stengel aufsteigend, drei- bis sechsblütig. Blüten blau, bauchig, 
halbkugelförmig glockig. — Ueber die ganze Alpenkette und deren Vor- 
alpen verbreitet, an trockenen, felsigen und kiesigen Stellen, bis zu 
^000 m Höhe; mit den Flüssen bis in die Vorebenen herabkommend: 
ausserdem im württembergischen Donaukreis und im badischen Schwarz- 
wald stellenweise. — Blüht im Juni, .Juli. 

Campanula pulla L. Dunkelblaue Glockenblume. — Taf. 25, Fig. 4. 

— Gewöhnlich nur 3—12 cm, seltener 15—20 cm hoch. Blätter läng- 
lich eirund, gekerbt, die unteren gestielt, die oberen kürzer und spitzer 
als die unteren. Stengel einfach und stets einblütig. Die nickende 
Blüte ähnelt derjenigen von Camp, rotundifolia L. (der in ganz Europa 



— 50 — 

«'(•iiicincii, kleinen ( ;i<>(kcnl)lume) ist iil)»'r dunkler blau. Obwohl 
nur je einblütig iMlden doili die gesellig wachsenden Pflänzchen öfters 
grössere Gruppen von tietl)hiuen (lloeken, die in ihrer Gesaintwirkung 
einen reizenden Anblick gewahren. — Auf Matten und feuehtcn Plätzen 
in Höhe von liJOÜ — P»00 ni ül)er die ganze Alpenkette und ileren Vor- 
alpen verbreitet; l)e.sonders in Oesterreieh, Salzburg, (Steiermark luid 
Krain, — P>lülit von Knde Juni bis September. 

Campanula barbata L. Bärtige Glockenblume. — Taf. 25, Fig. 5. — 
Ganze T'tlauze rauhhaarig: Stengel 8—15 eni, seltener 25 — 30 cm hoch 
und namentlich ol)er\värts zottig bchaai't. Grundständige Blätter läng- 
lich-lanzettlich, ganzrandig oder schwach gekerbt, obere lanzettlich. 
Blüten gestielt, traubig, zu drei bis fünf, mehr oder weniger einseits- 
vvendig und nickend ; T^lütenglocke 2 — 3 cm lang, hellblau oder bliiulich- 
weiss, an der Spitze innen dicht bärtig, fast dreimal so lang als der 
Kelch, welcher durch die herabgebogenen Anhängsel zehnziiifelig er- 
scheint. — Auf Wiesen und Matten der Alpen und Voralpen in Höhe von 
800 — 1800 m häufig; ausserdem im Riesengebirge, im mährischen Ge- 
senke und im hohen Norden von Europa. — Blüht von Juni bis 
August. 

Campanula alpina L. Alpenglocl-enbli<me. (xanze Pflanze zottig 
behaart. Blätter linealisch, fast ganzrandig. Stengel 2 — 5blütig. Blüten 
bald heller, bald dunkler blau, langgestielt, nickend. Anhängsel der 
lanzettlichen Kelchzijifel sehr kurz. — In Oesterreieh. Tirol und Steier- 
mark, auf Kalkalpen in Höhe von 1600 — 2IC0 m verbreitet und häutig. 
Blüht von Juni l)is August. 




1. Campanula Zoysii. 2. Camp, thyrsoidea. 3. Camp, pusilla 
4. Camp, pulla. 5. Camp, barbata. 



r>i 



30. Familie, Vaccinaceae, Heidelbeergeivächse. 

Vaccinium Vitis idaea L. Preisseibeere, Kronsbeere. — Tat'. 2f>, 
Fig. 1. — Stengel 10 — 15 cm hoch, stark, verzweigt, niederlicgeml, mit 
zahlreichen, immergrünen, lederigen, verkehrt-eiförmigen, am Rande iim- 
geroUten, unterseits juniktierten Hlättt-rn. Die Bhiten bilden /u mehreren 
eine kurze, dichte, endstäudige, hängende Traulje. Blumenkrone weiss 
bis rosenrot, glockenförmig, mit ausgespreizten Zipfeln. Griffel länger 
als die Blumenkrone. Beeren scharlachrot, allgemein bekannt durch 
ihre Verwendung zu wohlschmeckendem Kompott. — Uel)er die ganze 
Alpenkette in Willdern und auf Heiden l)is zu 1900 m Höhe verbreitet; 
ausserdem in Nord- und ^litteleuropa stellenweise häufig und ansehn- 
liche Heidestrecken überziehend. — lUüht von Mai l)is August. 

Von anderen ülun- eineu grossen Teil von Europa verbreiteten 
Heidelbeergewächsen, die auch im Alpengebiet heimisch sind, erwähnen 
wir 1. die gemeine Heidelbeere, Bickbeere oder Blaubeere, Vacci- 
nium Myrtilliis L , 2. die holzige, bis 40 cm hohe Sumpfheidel- 
beere oder Rauschbeere, Vacciniuvi idifiinostim L., 3. die niedere, 
kriechende Moosbeere, Vaccinium O.ri/coccos L. 

31. Familie. Ericaceae, Heidekraiits;eivächse. 

Arctostaphylos alpina Sprengel. ÄlpenJjürentraube. — Taf. 26, 
Fig. 2. — Niederer, kriechender Strauch mit gestreckten, etwas a\if- 
steigenden Zweigen. Blätter krautig, verkehrt eiförmig, netzaderig, am 
Rande kleingesägt, im Herbst abfallend. Das Ende der blühenden 
Zweige ist mit mehreren länglichen, rosenroten, schuppenartigen, etwas 
wolligen Deckblättern umgeben. Die zwei bis drei, seltener bis sechs, 
grünlichweissen Blüten an kurzen gekrümmten Stielen nickend. Die 
kugelförmigen Steinfrüchte sind anfänglich rot, später Ijlauschwarz. — 
In Höhe von 1500 — 2000 m über die ganze Alpenkette verbreitet, be- 
sonders auf Kalkgestein. — Blüht von April bis Mai und Anfang .Tuni. 

Arctostaphylos Uva ursi Sprengel. Gemeine Bärentraube. — Taf. 26, 
Fig. 3. — Der niederliegende, 30—90 cm lange Stengel bildet ansehn- 
liche Büschel mit zahlreichen, glänzenden, immergrünen Blättern; diese 
sind länglich verkehrt-eiförmig, lederig, ganzrandig, am Rande nicht 
umgerollt, unterseits blassgrün, netzaderig. Blüten weiss mit rosenrotem 



— 52 — 

fünt'lappigeiu .Sauiri, meist /u vier liis sccli^ in einer gidiängten, nicken- 
den, endstäntligen Tianbe. ,':;t«intiüihic schön lot, glänzend, kugelig. 

— Ueber die ganze Alpenkette, besonders auf Kalk, verbreitet und 
liäufig; ausserdem auf Heiden inid in Kiefern-waklungen von ^littel- 
cuiupa, iiiiinentlich in Korddeutschland. — I^lüht von April V)is Juli. 

Erica carnea L. Fleischioie Heide. — 'J'af. 26, Fig. 4. — Stengel 
aufsteigend, 10—30 cm Loch, dicht mit nadelföimigen, in drei bis vier- 
zähligen Quirlen stehenden Blättern betetzt. Die bJattachselständigen 
Blüten bilden beblätterte, gipfelständige, einseits-n endige Trauben an den 
Zwei<;enden. Die schmal eiföimigen, löhrigen, 6 mm langen Blumen- 
kronen sind tleischrot, selten weiss, länger als der grüne Kelch. — 
Ueber die ganze Alpenkette auf Heiden imd in Nadehvaldungen in Höhe 
von 1700 — 2200 m verbreitet, besondeis auf Kalk. Stellenweise auch in 
Schlesien, Böhmen, Mähren, Oesterreich und Bayern. — Blüht im März, 
April, Mai und ist als zierliche, frühi)]ühonde (laitenpflanze allgemein 
eingeführt. 

Azalea procumbens L. Niederliegende Azalie, Alpenheide. — Taf. 26, 
Fig. 5. — Niedriger, stark veiäslelter Strauch mit niederliegenden, 
15—45 im langen, dichtbeblätterten Zweigen. Blätter länglich-eirund, 
immergrün, am Bande eingerollt, hait. Blüten klein, rosenrot, zu 2 
bifj 6 in endständigen Büscheln. — Alpenkette, in Höhe von 1500 bis 
2600 m; besonders auf trockenen, felsigen Partien der Schieferalpen, 
öfters ganze Strecken überziehend. — Blüht von ]\lai bis August. 

Rhododendron Chamaecistus L. Zirerg- Alpenrose. — Tat. 2ii, Fig. S. 

— Jsiediiyer Strauch, der an den höchsten Fundorten gewöhnlich nur 
15 cm, in der Mittelregion aljer .'50 bis 45 cm hoch ist. Blätter läng- 
lich bis lanzettlich, fein gesägt, gewimpert, im übrigen kahl und drüsen- 
los. Blüten langgestielt; einzeln oder zu zwei bis drei am Ende der 
Zweige. Blumenkrone radfönnig, flach, blass rosa. Staubbeutel violett. 

— Auf den Alpen und Yoralpen von Oesterreich, Steiermark, Salzburg, 
Tirol und Krain, namentlich auf Felsen und Geröll der Kalkalpen bis 
zu 1900 m Höhe ; zerstreut. Blütezeit : Mai bis Juli. 




1. Vaccinium Vitis idaea. 2. Arctostaphylos alpina. 3. Arctost. Uva ursi. 
4. Erica carnea. 5. Azalea procumbens. 6. Rhododendron Charaaecistus. 



— 53 — 



Rhododendron ferrugineum L. Rosthlätterige Alpenrose. — Taf. 27, 
Fig. 1. — Immergrüner, holziger Alpenstrauch von 15 —60 cm Höhe ; Blätter 
km-zgestielt, länglich, lederig, ganzrandig, am Rande zurückgerollt 
und völlig kahl, unterseits rostrot filzig; (hierdurch ist diese 
Alpenrose von der nachstehenden leicht zu unterscheiden). Blüten 
nickend, eine Doldentraube bildend, anfangs purpurrot, später rosen- 
rot. Blütenkrone aussen nebst den Blütenstielen drüsig punktiert. — 
Ueber die ganze Alpenkette und viele Voralpen in Höhe von 1300 bis 
2000 m verbreitet, vorzugsweise auf Urgestein (Granit). — Blüht im 
Juni, Juli, August. 

Rhododendron hirsutum L. Rauhhaarige Alpenrose. — Taf. 27, 
Fig. 2. — Der vorigen ähnlich, aber an den Blättern leicht zu unter- 
scheiden, indem diese flach, am Rande nicht zurückgerollt, da- 
gegen wimperig beh aart sind; auch ist deren Unterseite nicht 
rostrot, sondern grün und mit zahlreichen, drüsigen Tüpfelchen besetzt. 
Die Blüten sind denen der vorigen sehr ähnlich, meist etwas kleiner. 

— Auch diese Alpenrose ist durch die ganze Alpenkette verbreitet, 
aber vorzugsweise auf Kalkgestein in Höhe von 1400 — 2300 ra heimisch ; 
sie bedeckt gleich jener oft grosse Strecken , welche während der 
Blütezeit (Mai bis August) einen prächtigen Anblick gewähren. 

32, Familie. Pirolaceae, Winlergn'ingewäckse. 

Pirola secunda L, Elnsettswendiges Wintergrün. — Taf. 27, Fig. 3. 

— Stengel 8—15 cm hoch. Blätter immergrün, ziemlich langgestielt, 
eirund, zugespitzt, fein gezähnt, stark geädert. Die grünlichweissen, 
glockigen Blüten bilden eine vielblütige, einseitswendige Traube. Griffel 
lang, fast gerade. — In schattigen Gebirgswäldern, über die Alpen- 
kette zerstreut, bis zu 1900 m Höhe. Ausserdem in feuchten, moosigen 
Waldungen Mitteleuropas, da und dort, meist spärlich. — Blüht von 
Mai bis Jidi. 

Pirola uniflora L. Einblütiges Wintergrün. — Taf. 27, p'ig. 4. — 
Grundständige Blätter rundlich bis spatelig-eiförmig, schwach gesägt. 
Weisse Blüte einzeln, ansehnlich gross, auf 3—8 cm hohem, eckigem, 
kahlem Stengel. Griffel fast gerade, mit grosser fünfkerbiger Narbe. 

— In schattigen, moosigen Wäldern von Mittel- und Nordeuropa; über 
die Alpenkette bis zur Meereshöhe von 1600 m verbreitet, meist häufig. 

— Blüht von Juni bis August. 



- 54 - 

33. Familie. Aquifoliaceae, Siech pal Dicyigeivächse. 

Ilex aquifolium L, Gemeine Stechpalme. Baumai-tiger Straucli mit 
dicken, ^^lüiizcndcn, am liande spitzdornig gezähnten Blättern, weitssen 
Blüten und koialhoten Steinbeeren. — In Wäldern von West- und .Süd- 
europa, namentlich auch in den AIi)en bis zu 1500 m Meereshöhe ver- 
breitet. — J^lüht im ilai, Juni, Juli. 

34. Familie. Gentianaceae, Enzian gewächse. 

Gentiana acaulis L. Stengelloser Enzian. — Taf. 27, Fig. 5. — 
Vntere Blatter krautig, etwas lederartig, langrund bis lanzettlich, eine 
grundständige Rosette bildend. Stengel kurz, mit wenigen, lanzettlichen 
Blättern besetzt. Kelchzähne aus breitem Grunde verschmälert lanzett- 
lich an die Kronenröhre angedrückt. Die keulenförmig glockige l'lumen- 
krone ist 3 cm lang, dunkel azurblau, selten rosenrot oder weiss. — 
Dieser prächtige, grossblütige Enzian ist über die ganze Alpenkette auf 
Wiesen und Triften in Höhe von 1400—2000 m verbreitet und häufig, 
besonders auf Urgestein. — Blüht im Juni, Juli, August. — Die Gen- 
tiana exvisa Presl. mit weichen, breiten, weniger spitzen Blättern, sehr 
kurzem Stengel und kleingezähnelten Kronenzipfeln ist wohl nur als 
etwas abweichende Fomi von Gentiana acaulis anzusehen und hat gleiche 
Verbreitung wie letztere. 

Gentiana bavarica L. Bayerischer Enzian. — Taf. 27, Fig. 6. — 
Stengel 2—20 cm hoch. Blätter spateiförmig, stumpf. Die Blattpaare 
der nicht blühenden Triebe und die unteren der Blütentriebe dichtge- 
drängt, die oberen entfernt stehend. Blüten leuchtend azur))lau, ein- 
zeln, mit walzenförmiger, 2 cm langer Röhre. Griffel tief zweispaltig. 
— Ueber die ganze Alpenkette eine der häufigsten Gentianen; nament- 
lich auf Kalkgestein in Höhe von 1300—2500 m. — Blüht im Juli, 
August. 




1. Rhododendion femigineum. 2. Rhodod. hirsutum. 3. Pirola secunda. 
4. Pirola uniflora. 5. Gentiana acaulis. 6. Gentiana bavarica. 



55 



Gentiana lutea L. Gelber Enzian. — 'J'af. 28, Fig. 1, in '/„natür- 
licher Grösse. — Ansehnliche Staude von 60 — 130 cm Höhe. Wurzel 
dick, walzenförmig, geringelt. Stengel einfach, steil aufrecht, stieliund, 
am Grunde mit einer Rosette von breit eiförmigen, zugespitzten, kurz 
gestielten, 12— 15 cm langen Blättern. Stengelblätter gegenständig, mit 
herzförmigem Grunde sitzend, halbumfassend, ö bis 7 nervig, Blüten 
in achselständigen Wirtein. Kelch scheidenartig, an einer Seite 
aufgeschlitzt. Blumenkrone radförmig, fünfteilig, goldgelb, öfters mit 
braunen Punkten bestreut. — Teber die ganze Alpenkette in Höhe von 
1100—1600 m verbreitet, auf Weiden und Triften; ausserdem einzeln 
im Schwarzwald, in den Vogesen und auf der Schwäbischen Alb. — 
Blüht im Juli, August. Die bittere Wurzel ist offizinell und wird zur 
Bereitung des ., Enzianbitter" verwendet. 

Gentiana purpurea L. Purpurroter Enzian. Taf. 28, Fig 2, in ^/^ 
natürlicher Grösse. — Im Wuchs der vorigen ähnlich, aber gewöhnlich 
nur 30 — 60 cm hoch. Aus dem dicken rundlichen Wurzelstock er- 
heben sich ein oder mehrere grünrote Stengel, die unten stiel- 
rund, oben schwach vierkantig sind. Blätter eiförmig bis langrund, 
zugespitzt . fünfnervig. Blüten zu drei bis fünf in endständigem 
Büschel. Blumenkrone glockig, über 2 cm lang, bräunlich pui-purrot 
mit gelblicher Röhre; selten einfarbig gelb oder weiss. — Auf Alpen- 
wiesen in der Schweiz, Vorarlberg und Tirol; zerstreut, nur stellenweise 
häufig. — Blüht im Juli, August. Wurzel gleich der des vorigen 
offizinell. 

Gentiana Pannonica Scopoh'. Ungarischer Enzian. Dem vorigen 
ähnlich, 30 — 60 cm hoch. Kelchzähne zurückgekrümmt. Blumenkrone 
glockig, violett-purpurrot mit schwarzpurpurnen Punkten. — Auf den 
Alpenmatten von Tirol, Oesterreich und Steiermark, in Meereshöhe von 
1300 — 2000 m ; vorzugsweise auf Kalkgestein. — Blütezeit: Juli bis 
September. 

Gentiana punctata L. runkiierfer Enzian. — Taf. 28, Fig. 3, in 
7^ natürlicher Grösse. — Im Wuchs den beiden vorigen ähnlich, 30 
bis 60 cm hoch. Untere Blätter gestielt, die oberen sitzend, den Stengel 
halbumfassend. Die Blüten bilden mehrere blattachselständige Wirtel, 
von denen der oberste aus 'sechs bis acht Blüten besteht. Diese sind 
etwa 2 cm lang, keulig glockenförmig, hellgelb, dunkel purpur- 
farbig punktiert, selten einfarbig strohgelb. — Auf Alpenwiesen der 



— 56 — 

Schweiz bis Salzburg und Oberbayem in Höhe von 1200— 20')0 in ; 
ausserdem auf Gebirgskäuimen von Böhmen und Mähren. Blüht von 
Juli bis September. 

Gentiana asciepiadea L. Schwalbenwurzähnlicher Enzian — Taf. 28, 
Fig. 4. — Ansehnliche .Staudi', von 30— SO cm Höhe. Blätter zahlreich 
lanzettlich, zugespitzt, fiiufnervig, am Rande rauh. Blüten blattachael- 
ständig, einzeln oder zu zweien, gegenständig, über der Mitte des 
Stengels beginnend, eine lange, beblätterte Traube bildend-, die ßlumen- 
krone ist koulig glockig, 4—5 cm lang, dunkel himmelblau, innerlich 
mit dunkleren Punkten, bisweilen gelblich-weiss. — Ueber die ganze 
Kette der Alpen und Voralpen bis zu 1700 m Höhe verbreitet, 
namentlich auf Waldwiesen und in den Alpenthälern häufig. Ausser- 
dem im Riesengebirge, in der Lausitz und in den Mittelgebirgen von 
Süddeutschland, bei München, Augsburg u. s. w. — Blüht von Juli 
bis September. 

Gentiana frigida Htenke. Steirischer Enzian. — Taf. 28, Fig. 5. — 
Selten mehr als 5—8 cm hoch. Blätter line.ilisch-lanzettlieh, oinnervig. 
Blüten ein bis zwei, fast sitzend. Der Kelch ist kaum halb so lang als 
die 2 — 3 cm lange Blumenkrone; letztere durchscheinend gelblichweiss 
oder hell wasserblau, innen mit fünf hellblaue Streifen. — Auf hohen 
Granitalpen von Steiermark und Krain, in der Nähe der Schneegrenze. 
— Blüht im Juli, August. 




1. Gentiana lutea. 2. Gentiana purpurea. 3. Gentiana punctata. 
4. Gentiana asclepiadea. 5. Gentiana frigida. 



— ö< 



Gentiana pumila Jacqiiin. Niedriger Enzian. — Taf. 29, Fig. 1 — 
StämincluMi liolzig, kiiizvorästelt. Die einzelnen Stengel nur 1 — 4 cm 
lang, einblütig. Blätter linealisch, sehr spitz, am Grunde kaum schmäler 
als in der Mitte; die unteren bilden eine dichte Rosette. Blumenkrone 
bis 2 cm lang, mit 12—20 mm breitem ausgel^reiteten Saum, ungehärtet, 
tief azurl)lau ; SaumUippen eiförmig, spitz, in deren Winkeln treten zwei- 
spitzige Zähnchen hervor. — Auf den höchsten Alpenmatten von Oester- 
reich, Steiermark und Krain l>is zu 2000 m Meereshöhe, zerstreut. — 
Blüht im Juh, August. 

Gentiana brachyphylla Villars. Kurzhlätteriger Enzian. — Taf. 29, 
Fig. 2. — Eine Zwergform, gleich dem vorigen, nämlich nur 1 — 4 cm 
hoch, welche sich durch rundlich eiförmige, dicht gedrängt stehende, 
am Grunde zu Rosetten gruppierte Blätter auszeichnet, jedoch der 
Gentiana verna so nahe steht, dass sie auch vielfach als Abänderung 
der letzteren betrachtet wird. Die Blüten stehen einzeln an der Spitze 
der kurzen Zweigchen ; Blumenkrone mit walziger Röhre, 13 — 18 mm 
im Durchmesser, azurblau. — Auf den höchsten Granitalpen über die 
ganze Alpenkette von der Schweiz bis Steiermark und Kärnten ver- 
breitet. — Blüht im Juli, August. 

Gentiana verna L. Frühl/ngs-Enzian. — Taf. 29, Fig. 3. — 
Stengel nur 2 — 8 cm hoch. Die grundständigen, eine Rosette bilden- 
den Blätter sind eiföi-mig bis langrund, die oberen 1 — 2 Paare entfernter 
stehend und spitz. Blüten einzeln am Ende der kurzen, aufrechten 
Stengel. Kelch langwalzig, spitz fünfzähnig, dessen Kanten schmal 
geflügelt ; Kronenröhre walzig, hoch über den Kelch hervortretend. 
Blütenkrone flach ausgebreitet, azurljlau. — Auf Wiesen und Matten 
über die ganze Alpenkette und deren Voralpen bis zu 2800 m Höhe ver- 
breitet und häufig. Auch in Süd- und Mitteldeutschland, Böhmen und 
Mähren da und dort. — Blüht im April und Mai, auf höhei'en Alpen 
im Juni, Juli. 

Gentiana utriculosa L. Blasiger Enzian. — Taf. 29, Fig. 4. — 
Stengel 12 — 15 cm hoch, mehrblütig. Grundständige Blätter in Rosetten, 
eiförmig, die stengelständigen länglich, ziemlich entfernt stehend. Der 
grüne Kelch ist stark aufgeblasen, nach oben verengt, an den Kanten 
breit geflügelt. Kronröhre walzig, im Schlünde nackt. Blumenkrone 
schön blau mit spitz zulaufenden Zipfeln, zwischen diesen je zwei weiss- 
blaue Zipfelchen. — Ueber die ganze Alpenkette und deren Voralpen bis 



— 58 — 

zu 17UÜ m Höhe verbreitet, auf feuchten und steinigen Triften häufig. 
Auch in den Vogesen, in der Bodenseegegend und in der Rheinpfalz 
stellenweise. — Blüht von Mai bis August. 

Gentiana nivalis L. Schnee-Enzian. — Taf. 29, Fig. 5. — Stengel 
2 — 15 cm hoch, aufrecht, ]nraniidenförniig verästelt, ein- bis vielblütig, 
ziemlich dicht mit länglichen, stumpfen Blättern besetzt. Der grüne 
Kelch schmal walzenförmig, kantig, bis zur Mitte gespalten. Blumen- 
krone 8 — 15 mm breit, dunkel azurblau, ungehärtet; zwischen den 
Kronenzipfeln gestutzte Anhängsel. — Ueber die ganze Alpenkette, den 
Jura und die Pjrenäen verbreitet, bis zu 3000 m Höhe emporsteigend. 
— Blüht von Juli bis September. 

Gentiana prostrata Haenle. ^Niedergestreckter Enzian. — Taf. 29, 
Fig. 6. — Stengel nicderliegend-aufsteigend, am Grunde in mehrere 
2—5 cm lange Aestchen auslaufend, welche an der Spitze je eine Blüte 
tragen. Blätter zahlreich, verkehrt-eiförmig bis länglich, am Grunde 
gehäuft, sich gegenseitig deckend, nach oben hin weitläufiger gestellt. 
Blüten hell wasserblau, 8—12 mm breit, ungehärtet. — Auf den höchsten 
Alpen von Tirol bis Oesterreich und Krain; ausserdem im hohen Nor- 
den. — Blüht im Juli, August. 

Gentiana ciliata L. Gefranster Enzian. — Taf. 29, Fig. 7. — 
Stengel 10—30 cm hoch, einfach oder wenig verästelt. Blätter linealisch- 
lanzettlich. Blüten ansehnlich, vierlappig, himmelblau, die einzelnen 
Zipfel mit langgeftansten Seitenrändern. — Ueber die ganze Alpenkette 
bis zu 1900 m Höhe verbreitet, jedoch auch in Deutschland, namentlich 
auf Kalkborgen, da und dort häufig. — Blüht von August bis Oktober. 

Gentiana nana Wulfen. Ztverg-Enzian. — Taf. 29, Fig. 8. — 
Stengel am Grunde verästelt, selten über 5 cm hoch, zart, je einblütig. 
Blätter klein, verkehrt-eiförmig. Grüne Kelchblätter eiförmig, zuge- 
spitzt. Blumenkrone röhrig, im Schlünde bärtig, die stumpflichen Zipfel 
violett. — Auf den höchsten Alpen von Salzburg und Kärnten, in der 
Nähe der Schneegrenze, zerstreut. — Blüht im Juli, August, September. 




1. Gentiana pumila. 2. Gent, brachyphylla. 3. Gent, verna. 4. Gent, utriculosa. 
5. Gent, nivalis. 6. (ient. prostrata. 7. Gent, ciliata. 8. Gent. nana. 



>^ 



— 59 



35. Familie. Polemoniaceae, Sperrkraut gcwächse. 

Polemonium coeruleum X. Blaues Sperrkraut, Bimmelsleiter. — 
Tat". 30, Fig. 1. — Ansehnliche, 30 — 125 cm hohe Staude. Die grund- 
ständigen Blätter bilden einen dichten Büschel; ihr Ilauptstiel ist 12 
bis 15 cm lang und mit 11 — 21 lanzetllichen, ganzrandigen Fiederblättern 
besetzt. Stengel aufrecht, kahl, 40—60 cm hoch, mit wenigen, kleineren 
gefiederten Blättern und einer gipfelständigen, lockeren Traube aus 2 
bis 3 cm breiten, blauen, selten weissen Blüten. — Längs [der Alpen- 
kette und der Voralpen auf feuchten Triften und an Waldrändern bis 
zu IcOO m Höhe verbreitet; auch in Nordeuropa, sowie in Deutsch- 
land da und dort zerstreut, z. B. in Pommern, im Harz und in der 
Bodenseegegend. — Blüht von Mai bis Juli : auch als Gartenpflanze 
bekannt und beliebt. 



36. Familie. Boraginaceae, Boretschgewächsc. 

Myosotis alpestris Schmidt. Alpen- Vergissmeinnicl it. — Taf. 30, 
Fig. 2. — Niedrige, rasenbildende, steifbehaarte Pflanze, ein [überaus 
lieblicher Schmuck hoher Alpentriften, aber wohl nur als alpine Form 
des in den Gebirgswäldern Mitteleuropas weitverbreiteten Waldvergiss- 
meinnichts, Myos. sylvatica Hoffmann, anzusehen, unterste Blätter 
spateiförmig, Stengelblätter langlanzettlich. Blüten in kurzen Trauben. 
Kronenröhre ganz in den weissgrauen Kelch eingeschlossen. Blumen- 
krone anfänglich rosenrot, später prächtig himmelblau, selten weiss. — 
Auf trockenen Wiesen und Triften über die ganze Alpenkette und deren 
Voralpen bis zu 2000 m Höhe verbreitet und häufig; ausserdem im 
Riesengebirge, in den Vogesen, auf der rauhen Alb und anderen höheren 
Gebirgen. — Blüht im Juni, Juli. 

Eritrichium nanutn Schrader. Himmelslerold, Zwerg- Vergissmeinnicht. 
— Taf. 30, Fig. 3. — Zierliches, rasenbildendes, seidenhaarig-zottiges 
Pflänzchen mit mehreren, 1—4 cm hohen Stengeln, welche unten mit 
eirund-lanzettlichen Blättern dicht besetzt sind und am Ende eine 
wenigblütige Traube tragen. Bkimenkrone 5— 6 mm breit, himmelblau 
mit gelbem Schlünde. — üeber die Urgebirgsalpen in der Schweiz, 
Tirol, Steiermark und Kärnten bis zu 23C0 m Höhe verbreitet, aber 
zerstreut. — Blüht im Juli, August. 



- 60 — 

37. Familie. Scrophulariaceae, Braumvurzgewäc/ise. 

Erinus alpinus />. Alpen -Leberbalsam. — Taf. oü, Fig. 4. — 5 bis 
15 cm hoch. Aus di'in kurzen Wurzelstock erheben sich ein oiler zwei 
Blütenstengel, deren untere Blätter gelrangU rosettig gehäuft, spatei- 
förmig, nach vorn gekerbt-sägezähnig sind; obere Stengelblätter mehr 
entfernt stehend, allmählich in den Stiel verschmälert; die violetten, 
tellerförmig ausgebreiteten, tief fünflappigen Blüten bilden eine Schirm- 
traube, welche sich beim Ausblühen verlängert. — Auf den Alpen der 
Schweiz und in Tirol in Höhe von 1309— 2 40Q m; auf trockenen 
Gebirgs wiesen und an grasigen, 'steinigen O.'ten, zerstreut; auch im 
Jura, in den Vogeson uu l Pyronäeu. — Blüht vom INIai bis August. 

Linaria alpina L. Alpen-L"/mkraut . — Taf. 30, Fig. 5. — Kahles, 
graugrünes l'lliinzchen, aus dessen Wurzelstock dicht am Boden mehrere 
liegende oder kriechende, am Ende etwas aufsteigende, 8 — 15 cm lange 
Aeste entspringen. Die Blätter, welche zu drei oder vier beisam- 
men stehen, sind klein, linealisch-länglich. Am F^ude der Aeste stehen 
die Blüten in kurzer lockerer Traube. Die langgespornten Blüten sind 
rot-violett; deren tiefgespaltene, zweilappige Oberlippe steht aufrecht, 
die breite, dreilappige Unterlippe ist an dem sogenannten Gaumen 
prächtig orangegelb. — Ueber die ganze Alpenkette bis zu 2000 m 
Höhe auf Sand und Steingeröll häufig, steigt mit den Flüssen auch in 
die Thäler und in die Vorebenen Süddeutschlands hinab. — Blüht von 
Juni bis September. 




1. Polemonium coeruleum. 2. Myosotis alpestris. 3. Eritrichium nanum. 
4. Erinus alpinus. 5. Linaria alpina. 



— 61 — 



Veronica fruticulosa L. St rauchig er Ehrenpreits. — Taf. 31, Fig. 1. — 
Zierlicher llalljstraueli mit einem oder mehreren aufsteigenden, 6 — 15 cm 
hohen, unten holzigen Stengeln. I lätter kreuzständig, glänzendgrün, 
länglich zungenförmig, schwach gekerbt-, die unteren kleiner. Die 
rosenroten oder weisslichen, mit dunkleren Adern durchzogenen 
Blüten bilden eine lockere, endständige Traube, deren Kelchblätter mit 
drüsigen Haaren dicht besetzt sind. — Ueber die ganze Alpenkette bis 
zu 2400 m Höhe und über die Voralpen zerstreut, namentlich auf Ur- 
gestein. — Blüht im Juli, August. 

Veronica saxatilis ScopoU. Felsen-Ehrenpreis. — Taf. 31, Fig. 2. 

— Dem vorigen in Wuchs und Grösse ähnlich, Stengel aufsteigend, 
6 — 10 cm hoch, Blätter klein, verkehrt eirund, ganzrandig oder am 
Ende schwach gekerbt. Blüten zu zwei bis sechs in kurzer Traube, 
gross, dunkelblau, mit purpurrotem Ring am Schlünde. — Ueber 
die Alpenkette, namentlich auf Kalkgestein, in Höhe von 1500 — 2400 m 
verbreitet und häufig; auch auf einigen Höhen des badischen Schwarz- 
waldes (Feldberg, Beleben). — Blüht von Juni bis August. 

Veronica alpina L. Alpen-Ehrenpreis. — Taf. 31, Fig. 3. — Der 
dünne, kriechende Wurzelstock entsendet mehrere, häufig auch nur 
einen, dicht mit Blattpaaren besetzten rauhhaarigen Stengel von 5 bis 
10 cm Höhe. Blätter langrund bis eirundlich, meist ganzrandig. Blüten 
zu vier bis fünf in anfänglich kopfförmiger, später mehr gestreckter, 
rauhhaariger Traube. Blumenkrone klein, dunkelblau. — Ueber 
die ganze Alpenkette verbreitet und häufig: ausserdem im Riesengebirge 
und im hohen Norden. — Blüht im Juli, August. 

Paederota Bonarota L." Blaues Mänderle. — Taf. 31, Fig. 4. — 
Ganze Pflanze borstig-kurzhaarig. Stengel 8 — 20 cm hoch, aufrecht oder 
aufsteigend. Blätter gegenständig, eiförmig, spitz, grob gekerbt-gesägt. 
Blüten in kurzer endständiger Traube. Kelch und Deckblätter purpur- 
rot; Blütenkrone blau, trichterförmig, zweilippig mit ungeteilter Ober- 
lippe und dreilappiger Unterlippe ; die zwei Staubbeutel und der noch 
längere Griffel überragen den Kronensaum. — Im südlichen Tirol, in 
Untersteiermark und Kärnten zwischen Felsenspalten bis zu 1500 m 
Höhe zerstreut. Blüht von Juni bis August. 

Wulfenia Carinthiaca Jacquin. Kärntnerische Wvlfenie, Kuhtritt. 

— Taf. 31, Fig. 5. — Stengel 15 — 45 cm hoch, mit zerstreut stehenden, 



— io2 — 

l)lattartigeii Schuppen bekleidet. (inindHtandige Blätter 10—15 cm lang, 
etwas lleischig, am Kunde stumpf gesägt und gekerbt. Die blauen oder 
dunkelvioletten, hängenden Blüten zeigen einen weissliehen Schlund 
und bilden eine dichte, 5 — 6 cm lange endständige Traube. — In Ober- 
kärnten (Gailthal) in Höhe von 1500 m an einzelnen Fundorten häufig. 
-- Blüht im .Tuli, August. 

Tozzia alpina L. Alpenrachen, Dorant. — Tat. 31, Fig. 6. — Stengel 
aufrecht, ästig, vierkantig, 30~-60 cm hoch. Blätter eiförmig, drei- 
oder vierzähnig, gegeuötändig. Aus ihren Achseln entspringen die ein- 
zelnen gegenständigen Blütenstiele, die an der Spitze kurze, beblätterte 
Blütentrauben tragen. Blumenkrone röhrig, zweilipjng mit fünf fast 
gleichen Lapi)en, gelb, die Unterlippe blutrot punktiert. — Auf feuchten 
schattigen Plätzen, fetten Wiesen und an nassen Felsen über die ganze 
Alpenkette in Höhe von 1300—2300 m verbreitet, aber zerstreut; 
ausserdem in Schlesien auf <lem Malinow und an der Barania bei 
Teschen. — Blüht im Juli, August. 

Pedicularis rostrata L. Geschnäbelte n Lausekraut. — Taf. 31, 
Fig. 7. — Ein bis drei Blütenstengel niederliegend oder aufsteigend, 
7—15 cm lang. Grundständige Blätter langgestielt, tief fiederspaltig mit 
doppelt gezähnten Fiederchen und abstehenden Zipfeln. Blütentraube 
kurz. Blumenkrone rosenrot; Oberlippe senkrecht aufsteigend, dann 
plötzlich in horizontaler Biegung schnabclartig zugespitzt; der Schnabel 
gewöhnlich tiefrot. — Ueber die Alpenkette von der Schweiz ]>is 
Oesterreich verbreitet, auf steinigen Alpenwiesen in Höhe von 1200 bis 
2200 m meist häufig, vorzugsweise auf Kalkgestein. — Blüht von Juli 
bis September. 




1. Veronica fruticulosa. 2. Veron. saxatilis. 3. Veron. alpina. 4. Paederota Bonarota. 
5. Wuifenia Carinthiaca. 6. Tozzia alpina. 7. Pedicularis rostrata. 



in ^ 



— iVd - 



Pedicularis verticillata /.. Wirtelblätteriges Läusek-raut. — T-di.'d2, 
Fig. 1. — Ötengfl 8 — 15 cm hoch, uii verästelt, mit rauhen, gegliederten 
Zottelhaaren besetzt ; die Stengel blätter stehen zu 4 im Wirte l. 
Grundständige Blätter langgestielt, gefiedert, die Fiederchen zahnartig, 
■stumpf. Der Blüten(iuirl bildet an der Si)itze des Stengels einen 
ca. 3 cm langen und fast ebenso breiten, blass purpurroten Blüten- 
kopf. Die einzelnen Bhunenkronen endigen in eine stumpfe, an der 
Spitze tiefer gefärbte Oberlippe und eine dreilappige, zurückgeschlagene 
l'nterlippe. — Ueber die ganze Alpenkette und viele Voralpen ver- 
breitet; an ^feuchten, grasigen Stellen von 1200 bis zu 2100 m Höhe 
meist häufig, besonders auf Kalkgestein: auch im hohen Norden von 
Europa. — Blüht von Juni bis August. 

Pedicularis incarnata Jacguln. Fleischfarbiges Lausekraut. — Taf. 32, 
Fig. 2. — Stengel aufrecht, 15 — 45 cm hoch, weit über die grundstän- 
digen Blätter emporragend ; letztere tief fiederspaltig mit schmallanzett- 
lichen, doppelt sägezähnigen Zipfeln. Die Blütenähre, anfänglich dicht, 
bildet später eine lange, lockere Traube, so dass die einzelnen Blüten 
mehrere Centimeter voneinander entfernt stehen. Blumenkrone gross, 
fleischrot, mit stark sichelförmig zurückgebogener, lang zuge- 
spitzter Oberlippe. — Auf steinigen Wiesen und feuchten Matten 
über die ganze Alpenkette in Höhe von 1200 — 2000 m verbreitet, stellen- 
weise häufig. — Blüht im Juli, August. 

Pedicularis recutita L. Gestutztes Lausekraut. — Taf. 32, Fig. 3, — 
Stengel 30 — 40 cm hoch, mit wechselständigen Blättern besetzt. Blätter 
tief fiederspaltig mit lanzettlichen, fiederspaltig-gezähnten Fiedern, die 
oberen am Grunde breit zusammen fliessend. Blüten in 
walzenförmiger Aehre. Blumenkrone braunrot; Oberlippe gerade, 
ungeschnabelt, stumpf, länger als die dreilappige Unterlippe. — Ueber 
die ganze Alpenkette in Höhe von 1200 — 2200 m verbreitet und auf 
feuchten Alpenmatten häufig. — Blüht von Mai bis August. 

Pedicularis tuberosa L. Knolliges Läusekraut. — Taf. 32, Fig. 4. — 
Wurzelstock dick, fast knollig. Der rötliche Stengel einfach, aufrecht, 
10 — 15 cm hoch, mit mehreren wechselständigen Blättern besetzt. 
Grundständige Blätter schlank und zierlich, langgestielt, tief fiederspaltig 
mit gezähnten Fiederchen. Die kopfige, ca. 3 cm lange Blütenähre 
besteht aus grossen, gelben Blüten, deren Helm verlängert ge- 
schnäbelt und kaum länger ist, als die dreilappige herabgezogene Unter- 



— 64 — 

lippe. — In Moeieehölie von 13ÜÜ — i:2(J0 m iU)er die ganze Alpenkette 
verbreitet und auf feuchten Matten meist hiiufig. — Blüht im Juli, 
August. 

Pedicularis versicolor Wahhnherg. Buntes Lausekraut. — Taf. 82 
Fig. 5. — Stengel am Grunde knollenartig verdickt, aufrecht, 2 — 8 cm 
hoch. Blätter gefiedert, Ficdern der oberen Blätter klein, oval, doppelt 
gekerbt. Die ansehnlichen gelben Blüten bilden eine ovale Aehre. 
Die zottig behaarten Kelche sind röhrig-glockig, blassrot, mit etwas 
zurückgebogenen Zähnen. Die helmartige Oberlippe ist gerade, nur an 
der Spitze gebogen, ohne Schnabelfortsatz, länger als die dreilappige 
Fnterlii^pe; an der Spitze der Oberlippe jeder seits ein schwarz- 
roter oder scharlachroter Fleck, woran dieses Läusekraut be- 
sonders kenntlich ist. — Im hohen Norden Europas und auf den Alpen 
von Bayern, Salzburg, Tirol und Steiermark verbreitet; ferner in der 
nördlichen Alpenkette der Schweiz, dagegen in den schweizerischen 
Centralalpen fehlend. 

Bartsia alpina L. Alpenhehn. — Taf. 32, Fig. H. — Stengel 15 bis 
30 cm hoch, reichlich mit Drüsenhaaren besetzt. Blätter gegenständig, 
sitzend , eirundlich , gekerbt ; die oberen kleiner und öfters violett 
angehaucht. Blüten einzeln, blattwinkelständig, in kurzer beblätterter 
Aehre. Kelch tief vierlappig, Blumen dunkelviolett. — Ueber die ganze 
Alpenkette verbreitet und auf feuchten Wiesen und Triften in Höhe 
von 1300 — 1700 m häufig; ausserdem in den Polarländern und in den 
mittleren Gebirgen von Mittel- und Nordeuropa, im Schwarzwald, in 
den Vogesen, im Eiescngebirge ; in Bayern mit den Flüssen bis auf 
die Hochebene herabsteigend. — Blüht von Juni bis August. 




1. Pedicularis verticillata 2. Pedic. incarnata. 3. Pedic. recutita 
4. Pedic. tuberosa. 5. Pedic, versicolor. 6. Bartsia alpina. 



^ 



— G5 



38. Familie. Labiatae, Lippciibiütlrr. 

Horminum pyrenaicum L. l'ijrmühches Drachenmanl. — Taf. H.J, 
Fiy. 1. — Stenf>el 20 — 30 cm hoch; die gruiidständiii^en, eine Kosettc 
})ildendeu Blätter sind kurz gestielt, eirund, gekerbt, «pitz, mit blasig 
unebener Fläche. Die iiuirlständigen Blüten bilden am Ende des Stengels 
eine reichblütige lockere Traube. Blumenkrone violett oder rötlich. 
15 mm lang. — An grasigen, trockenen Abhängen und an Hachufern 
über die Alpenkette in Höhe von 1200 — 2000 m zerstreut; stellenweise, 
besonders auf Kalk, grössere Fläclien überziehend. — Blüht im .Tuli, 
August. 

Calamintha alpina Lama >•(■/>■. Alpen-Bergniinze, Älpenquendel. — 
Taf. :5.'3, Fig. 2. — Aus dem vielköpfigen Wurzelstock steigen mehrere, 
liegende, aufstreifende, 10—20 cm lange Stengel empor. Blätter gestielt, 
eiförmig, zugespitzt, am Grunde in den Stiel verschmälert, gegen die 
Spitze hin gesägt. Blütenwirtel tiblütig, Blumenkrone rosenrot oder 
blassviolett, gross, zwei- bis dreimal so lang als der Kelch. — Alpen- 
kette und Voralpen, in Höhe von 10(K) — löOO m, meist häutig. — Blüht 
von Mai bis August. 

39. Familie. Lentibulariaceae, Wasscrhchii^civäcJise. 

Pinguicula vulgaris Jj. Gemeines Fettl-raitt. — Taf. 33, Fig. 3. — 
Blätter ausgebreitet, breit eirund, etwas fleischig und mit kleinen krystall- 
ähnlichen Punkten IxKleckt, fettglänzend. Blütensfiele (i— 10 cm hoch, 
kahl, mit einer einzelnen, ansehnlichen, violettblauen Blüte. — Eine 
Pflanze des hohen Nordens und der Torfmoore Mitteleuropas; auch in 
den Alpen ist sie weitverbreitet und sowohl auf Sumpfwiesen, als auch 
an nassen Felshängen stellenweise häufig. — Blüht im Mai, Juni, Juli. 

Pinguicula alpina L. Alpen-Fettkraut. — Taf. 33, Fig. 4. — Dem 
vorigen sehr ähnlich, unterscheidet sich aber durch weisse, mit 1 — 2 
zitrongelben Flecken geschmückte Blüte. Der Sporn der Blumenkrone ist 
kurz und stumpf. Alpine Verbreitung und Blütezeit wie bei dem vorigen. 

40. Familie. Primulaceae, St/i/üsselbhanoignvächsc. 

Androsace imbricata Lamarck. DacliziegelbUUteriger Mannsschild. 
— Taf. 33, Fig. 5. — Kleines, polsterbildendes Pflänzchen mit nur 
4_G cm hohem Stengel und lanzettlichen, stumpfen, filzig-grauen, dicht 



— 66 — 

«Jachziegelartig überoinainler j^elagprteu Blättchen. I^lüten endständi«:, 
weiss mit rotem Schlünde. — Auf UrgeVjirgsfelsen der Schweiz und des 
südlichen Tirols, in der Nähe der Schneegrenze, in Höhe von 2000 bis 
3000 ra, /orstre\it. I'.lüht im Juni, Juli. 

Androsace Helvetica Gaudin. tichweizeri scher Mannsschild . — Tat'. 31$, 
Fig. 6. — Er bildet dichte und feste, halljkugelige, moosäiinliche Polster, 
in w'elchen die zahlreichen weissen, in iler Mitti' gelblichen P)liiten ein- 
gebettet sind. Die zahlreichen, fleischigen, etwas seideglänzenden Blättchen 
haben eine stumpfe Spitze und gruppieren sich, dicht aneinander- 
geschmiegt, keulenförmig an den kurzen, dichtgedrängten Zweigchen. 

— Ueber die ganze Alpenkette von der Schweiz bis Oesterreich in 
Höhe von 2000—3000 m ; namentlich auf Kalkgestein, verbreitet. — 
Blüht im Juli, August. 

Androsace glacialis Hoppe. Gletscher-Mannsschild. — Taf. 33, 
Fig. 7. — Dem vorigen ähnlich, aber meist lockere Polster bildend; 
die Blüti'ustiele so lang, als die rosaroten Blüten; Blätter lanzettlich, von 
kurzen sternförmigen Härchen sammetig, gegen die Zweigspitze hin 
rosettig gehäuft. — Auf Gräten und Gipfeln der höheren Granitalpen 
von Kärnten durch Salzburg, Tirol und Steiernuirk bis durch die Schweiz 
(fehlt nach Schröter den Kantonen Waadt, Freiburg und Appenzell). — 
Blüht im Juli, August. 

Androsace carnea L. Fleischrote?- Mannsschild. ■- Taf. 3.'3, Fig. 8. 

— 4 — 10 cm hoch, am Grunde holzig: auf der Spitze jedes Köpfchens 
bildet sich eine flache Rosette von Wurzelblättern, welche zusanunen 
einen dichten Rasen bilden. Die 2—5 cui hohen Schäfte tragen kleine 
Dolden aus 3—5 fleischroten Blüten mit gelbem Schlünde. — In Höhe 
bis zu 2300 m auf den Granitalpen und in der subalpinen Region Süd- 
tirols und der Schweiz; zerstreut. — Blüht im Juli, August. 

Androsace villosa L. Zottiger Mannsschild. — Taf. 33, Fig 9 — 
Der holzige Teil des Stengels liegt auf der Erde und verästelt sich. An 
der Spitze dieser holzigen Aeste steht eine dichte, kugelige Rosette 
länglich lanzettlicher, mit weissen Zottelhaaren bekleideter Blätter. Der 
5 — 10 cm hohe Sc;haft trägt eine Dolde von 2 — 6 weissen oder Ijlass- 
roten Blüten mit gelblichem oder rotem Schlünde. — In Steiermark und 
Krain liis zu 2000 m Höhe; zerstreut. — Blüht im Juli, August. 

Aretia Vitaliana L. Areiie, Goldprimel. — Taf. 33, Fig. 10. — 
Stengel kriechend, 4 — 15 cm lang, mit reichblätterigen Rosetten. Blätt- 
chen lineal-lanzettlich. Blütenkrone gelb, tellerförmig ausgebreitet, 
mit langer Röhre. — Auf Felsen der höchsten Granitalpen im Wallis 
und Tirol, auch in den Pyrenäen. — Blüht im Juli, August. 




1. Horminum pyrenaicum. 2. Calainintha alpina. 3. Pinguicula vulgaris. 

+. Pinguic. alpina. 5. Androsace imbricata. H. Andros. helvetica. 7. Andres, glacialis. 

8. Andres, carnea. 9. Andros. villosa. 10 Aretia Vitaliana. 



'J 



67 — 



Primula farinosa L. Mehlprimd. — Tat'. 34, Fig. 1. — Stengel 
5—20 cm hoch. Grundständige Blätter länglich-eiförmig, stumpf ge- 
kerbt, uuterseits ebenso wie Stengel, l^lütenstiele und Kelche weis.s 
mehlig. Blüten zu 5—6 in dichter Dolde. Blumenröhre anderthalb 
mal so lang als der Kelch, Blumenkrone hell lila, mit gelbem Schlund. 

— Ueber die ganze Alpenkette in Höhe bis zu 2500 m verbreitet und 
häutig; ausserdem im hohen Norden, sowie auf moorigen Wiesen 
Mitteleuropas da und dort, zerstreut. — Blüht von Mai bis Juli. 

Primula Auricula L. Gelbe Aurikel. — Tat". 34, Fig. 2. — Blätter 
tlach, etwas fleischig, bläulichgrün, ganzrandig oder etwas gezähnt. Der 
2—15 cm hohe Stengel trägt eine kopfige Dolde von 5 und mehr zitron- 
gelben, wohlriechenden Blüten, deren Ivelche weiss bepudert sind. — 
Auf Felsen und Geröll der ganzen Alpenkette in Höhe von 1000 bis 
2000 m, mit den Flüssen in die Ebene herabsteigend, auch im badi- 
schen Schwarzwald (Feldberg) stellenweise. — Blüht im April und IMai. 

— Diese Art gilt als die Stammform der in zahllosen farbenprächtigen 
Spielarten kultivierten Gar ten- Au rikel. 

Primula longiflora L. Langblumige Primel. — Taf. 34, Fig. 3. — 
7 — 15 cm hoch. Blätter verkehrt-eiförmig, länglich, schwach gekerbt, 
oberseits grasgrün, ein wenig runzelig, unterseits mehlig bepndert. Der 
runde Schaft trägt eine Dolde von gewöhnlich 3-5 tleischroteu Blüten, 
deren B 1 u m e n r ö h r e dreimal so lang ist als ihr Kelch. — 
Auf feuchten Triften der höchsten l'rgebirgsalpen (bis zu 2000 m 
Höhe) in Tirol, Salzburg, Kärnten, sowie im Oberwallis. — Blüht im 
Juni, Juli. 

Primula villosa Jacquin. Zottige Aurikel. — Taf. 34, Fig. 4. — 

Stengel 2 — 8 cm hoch. Blätter länglich- oder rundhch-eiförmig, dünn, 
beiderseits klebrig flaumhaarig, von der Mitte an bis zur 
Spitze grobgezähnt. Der mit kurzen klebrigen Haaren besetzte Schaft 
trägt eine Dolde von 5 — 6, öfters auch nur 1 — 2 violettroten oder kirsch- 
roten Blüten mit gelblichem oder weissem Schlund. — Auf den höheren 
Granitalpen der Südschweiz, Steiermarks, Tirols, Kärntens, Krains ; zer- 
streut. — Blüht im Mai, Juni, Juli. 

Primula glutinosa Wulfen. Klebrige Aurikel. — Taf. 34, Fig. 5. — 
Stenge] 5 — 10 cm hoch. Blätter länglich-keilförmig, von der Mitte bis 
zur Spitze gesägt, fleischig, klebrig, kahl. Der Schaft trägt 3 bis 5 
veilchenblaue, nelkenähnlich duftende Blüten mit verkehrt-herz- 



- H8 — 

t<'trniiy;('n Kroncnlappen ; Kionciiiöhre liohtgelb. — An feuchten ( >rten 
il«>r rrgobiryrsalpen. in Höhe von 2000—2800 ni ; Schweiz, Salzburg, Tirol, 
Stcicrniurk uikI Kiüntcn. — Blüht im Juli, August. 

Primula minima L. Zirergprimtl. Kleinster Himmelschlüssel. 
lUeses zii'iljilie, nur wenige Centimeter hohe Pflanzchen trägt auf 
kurzem Schaft 1 — 2 ansehnliche, rosenrote Blüten mit tellerförmig 
ausgebreiteter Krone, deren 5 Lappen tief eingeschnitten sind. Die 
Blätter bilden eine Eosette : sie sind (j — 10 mm lang, lederig. ni<-ht 
kleberig. keilförmig, ganzrandig, kahl, vorn abgestutzt und scharf ge- 
zähnt. — l'eber die Alj^enkette von der Schweiz bis Steiermark und 
< )esterreich in Höhe von 1700 — 2200 m verbreitet, namentlich auf 
leuchten Kalkfelsen ; auch auf Grasplätzen und an Felswänden des 
Kiesengebirges. — Blüht im Juni, Juli. 

Cortusa Matthioli L. Atpen-Corfuse, Heilglörkchen. — Taf. 34. Fig. 6. 
— Rauhhaarige. \h — :30 cm hohe Pflanze Grundständige Blätter lang- 
gestielt, rimdlich- herzförmig, gelappt, gesägt. Der aufrechte Blüten- 
stengel, welcher die Blätter weit überragt, trägt eine lockere Dolde von 
nickenden, purpurvioletten Blüten. — An nassen Stellen, Bachufern 
uikI in schattigen Alpenschluchten der ganzen Alpenkette in Meeres- 
höhe von 900 — 1700 m, zerstreut. Auf dem Flussgeschiebe des Lech 
bis Augsburg. — Blüht im Juni, Juli, August. 




1 . Primula farinosa. 2. Primula Auricula. 8. Primiüa longiflora. 4, Primiüa villosa. 
5. Primiüa glutinosa. 6. Cortusa Matthioli. 



C<1 



— ()9 — 

Soldanella alpina L. Gemeine Älpcndroltelblume, AlpenfilöckcJien. 
— Tiif. 35, Fig. 1. — Hlütenstengel zur Blütezeit nur 5—10 cm hoch. 
Grundständige Blätter langgestielt, rundlich-nierenförmig, ganzrandig, 
2— ."> cm breit. Der schlanke Bliitenschaft trägt an seinem Ende 1 bis 
3 violette, glockenförmige Blüten, welche weit trichterförmig geöffnet 
und bis zur Hälfte herab zierlieh gefranst sind. Der Griffel ist so 
lang, oder länger als die Blumenkrone. — Ueber die ganze Alpenkette, 
auf Triften und zwischen Steingeröll bis zur Höhe von 2500 m ver- 
breitet und häufig, besonders auf Kalkgestein ; ausserdem auch auf dem 
Feldberg (Bad. Schwarzwald) und in den mährischen Karpaten. — 
IMüht in den Voralpen schon im Mai, an höheren Standorten im Juni 
nnd Juli, häufig an der Grenze des schmelzenden Schnees. 

Soldanella pusilla Baumgarten. Kleines Alpenglöckchen. Dem vori- 
gen ähnlich, aber unterschieden durch kleinere Blätter, weniger ge- 
öffnete Blumenkrone und die nur bis auf Yg eingeschnittenen Fransen ; 
der Griffel ist kürzer, als die Blumenkrone. — Verbreitung: dieselbe, 
aber mehr auf die Urgesteinsalpen beschränkt. Blüht im Juni, Juli. 

Cyclamen europaeum L. Gemeine Erdscheibe, Alpenveilchen. — 
Taf. 35, Fig. 2. — Aus dem knolligen Wurzelstock erheben sich mehrere 
Blätter- und Blütenstengel. Blätter langgestielt, herzförmig, gezähnt : 
Oberseite weisslich gefleckt, Unterseite rötlich. Blüte nickend, purpur- 
rot, seltener weiss, wohlriechend. Zipfel der Blumenkrone zurück- 
geschlagen. — Ueber die ganze Alpenkette und die Voralpen verbreitet, 
an schattigen, feuchten Orten und in waldigen Gebirgsthälern zerstreut, 
stellenweise häufig, so z. B. in Salzburg, Oberbayern und Südtirol. — 
Blüht von August bis Oktober. 

41. Familie. Globulariaceae, Ktigelbhwiejigewächsc. 

Globularia cordifolia L. Herzblätterige Kugelblume. — Taf. 35, 
Fig. 3. — Easenbildendes, 3—6 cm hohes Alpenpflänzchen mit holzigem, 
niederliegendem Wurzelstock. Grundständige Blätter verkehrt-eiförmig, 
an der Spitze stumpf, ausgerandet oder dreizähnig. Blütenzweige 
aufrecht mit einem gipfelständigen, halbkugeligen Köpfchen aus hell- 
blauen Blüten. — Auf steinigen, kalkreichen Alpentriften bis zu 2300 m 
Höhe, häufig. — Blüht im Juni, Juli, August. 

42. Familie. Plumbaginaoeae, Blemmrzgcwächse. 

Armeria alpina Willdenow. Alpen-Grasnelke. — Taf. 35, Fig. 4. — 
Ganze Pflanze kahl. Die grundständigen Blätter sind lineal, undeutlich 
■dreinervig, spitz. Stengel 6 — 20 cm hoch ; Blüten rosenrot in end- 



— 70 — 

ständifrein, kugeligem KöptVlicii, unterinisrlit mit troikenhäutigen Deck- 
l)liitkhen. — Auf Alpentriften in Höhe von löOü — 2300 m; Salzburt:, 
Tirol, Steiermark. Kärnten inid Oesterreieh. — Blüht im Juni. Juli, 
August. 

43. Familie. Plantaginaoeae, ll\'^eric/ioc7cäc//sc. 

Plantage alpina /.. Alpeniceyerich, Maiieh/ras. Kleines, wenig 
auffälliges Alpenptiänzchen. Blätter linealiseh-lanzettlirh . kahl oder 
flaumhaarig, Snervig. Blütensohäfte 4 — 10 rm hoch, etwas länger als 
die Blätter. Blütenähre kurz, länglich, 1 — 3 cm lang. — Auf Alpen- 
wiesen in der Schweiz, in Tirol, Oherbayern l)is zu 2000 tu Höhe. — 
Blüht im Juni, Juli. 

44. Familie. Polygonaoeae, Ktiöterichgeivächsc, 

Polygonum viviparum L. Knoapentreihender Knöterich. — Taf. 35, 
Fig. 5. — lö — 30 cm lioch. Wurzelstock knollig mit einfachem auf- 
rechtem Stengel. I^lätter ledcrig, dick, am Kande umgeroJIt; die unrund - 
ständigen an langen Stielen linealisch, die wenigen stengel.ständigen fast 
sitzend. Die endständige, schlanke, 3 — H cm lange Aehre besteht aus 
kleinen, weissen oder blassrötlichen Blüten; die untersten derselben 
sind in kleine spitze Brutknöllchen umgewandelt, durch welche sich 
die PHanze vermehrt. — Ueber die Alpenkettc verbreitet, auf trokenen 
Wiesen und Triften bis über 2000 m Höbe häutig; mit den Flussläufen 
in die FJ)ene herabsteigend, auch auf der schwäbischen Alb, sowie in 
den Polarländern. — Blüht von Juni bis August. 

45. Familie. Thymelaeaceae, Seidelbastgeivächse. 

Daphne striata Trattinick. Gestreifter Seidelbast, Steinrüschen. — 
Taf. 35, Fig. 6. — Kleiner, holziger Strauch von 5 — 15 cm Höhe. 
Blätter lineal-keiförmig mit kurzer Stachelspitze. Blüten bhiss pur- 
purrot, kahl, mit langer Röhre und 4zipfeliger Krone, in Büscheln an 
den Zweigspitzen, wohlriechend. — Teber die Alpenkette in Höhe von 
1700—2500 m verbreitet, aber zerstreut; häutig z. P>. in Tirol und im 
Kngadin, dagegen fehlend in den Kantonen Wallis, Waadt und Bern. 
— Blüht vim Juni bis August. 

Daphne Cneorum L. Rosmarin-Seidelbast . Heideröschen. — Taf. 85, 
Fig. 7. — Niederliegender Strauch von 8 — 30 cm Höhe. Blätter linea- 
lisch-keilffirmig. kahl, zerstreut stehend. Blüten in endständigen doldigen 
Büscheln, kurzgestielt, flaumig behaart, rosenrot, wohlriechend. — Auf 
steinigen Stellen der Alpen und Voralpen; Schweiz bis Niederösterreich ; 
bis zu 160t-> m Höhe. Ausserdem zerstreut auf den ^Fittelgebirgen von 
Süddeutschland, Schlesien und Mähren. — Blüht von Mai bis Juli. 




1. Soldanella alpina. 2. Cyclamen europaeum. 3. Globularia cordifolia. 4. Armeria 
alpina. 5. Polygonum viviparum. 6. Daphne striata. 7, Daphne Cneornm. 



- 71 — 

46. Familie. Santalaceae, Sande Igeiväch sc. 

Thesium alpinum L. Alpen- [.cinhlatt. — Tal'. 3(5, V\g. 1. — Uii- 
sdieinbares kahles Pfläiizcheii von 10—20 cia Höhe. Stengel mit ein- 
seitswendigen, aufrecht abstellenden Ae.stehen und zerstreut stehenden, 
linealischen, einnervigen Blättchen. Blüten klein, Krone in 4 Zipfel 
geteilt. — Ueber die Alpenkc^tte in Höhe von 1500—2200 m verbreitet 
und häufig; auch in den ^Mittelgebirgen von Deutschland da und dort. 

— Hlülit im Juni, Juli. 

47. Pamilie. Empetraceae, Krähenbeergewächse. 

Empetrum nigrum L. Schwarze Knihenheere, Rauschbeere. — Taf. 36 
Fig. 2. — Niederliegender Straucli mit 30—50 cm langen Aestchen, 
welche dicht verzweigte Büschchen von 20—30 cm Durchmesser bilden. 
Blattchen immergrün, dichtgestellt, länglich bis lineal, am Rande zu- 
rückgerollt. Blüte hen sehr klein, blassrot. Die kugeligen schwarzen 
Früchte erbsengross. — Auf feuchten, felsigen Stellen über die ganze 
Alpenkette, von 1500—2200 m Höhe verbreitet und häufig; ausserdem 
im hohen Norden und auf den Mittelgebirgen Nord- und Süddeiitsch- 
lands zerstreut. — Blüht im April und Mai. 

48. Familie. Salicaceae, Weidengewächse. 

Salix reticulata />. Netzblätterlge Gletscher-Weide. — Taf. 36, Fig. 3. 

— Niederliegender, stark verzweigter, kaum mehr als 15 cm hoher 
Strauch mit ganzrandigen, rundlich-eiförmigen Blättern, die oberseits 
kahl, glänzend grün, stark netzaderig, unterseits weissfilzig sind. 
lUütenkätzchen langgestielt, seidenglänzend. — Ueber die Alpenkette 
von der Schweiz bis Oesterreich verbreitet, besonders auf Kalkgestein 
in Höhe von 1600—2000 m. — Blüht im Jnh, August. 

Salix herbacea L. Krautartige Gletscher- \\ eide. — Taf. 86, Fig. 4. — 
Kleiner, rasenbildender Strauch mit unterirdisch kriechendem Stämmchen 
und kriechenden, nur 4 — 5 cm emporsteigenden Zweigen. Blätter rundlich, 
grün, kahl, fein gekerbt und netzaderig, beiderseits glänzend; Blütenkätz- 
chen klein, eirundlich. — Auf felsigen Stellen der höchsten Alpen, in der 
Nähe der Schneegrenze ; auch auf dem Kiesengebirge. — Blüht im Mai , Juni. 

49. Familie. Betulaceae, Birkengeivächse. 
50. Familie. Comferae, Nadelhölzer. 

Wir erwähnen hier nur : Pinus Ce.mbra L. Zirbelkiefer oder Arve^ 
ein 15 — 20 m hoher Baum, mit steifen, fast dreikantigen Nadeln und 
eiförmigen, 4 — 6 cm langen Zapfen. In hohen Alpenthälern der Schweiz, 
Tirols und Salzburgs. — Pinus Pumilio Haenke. Legföhre, Knieholz, 



- 72 — 

Latsche. Niederliegend oder Htrauchartig, bis mannshoch. Nudehi /u 
zweien; Zapfen glänzend, kürzer als die Nadeln. — Ueher die ganze 
Alpenkette verbreitet, in Höhe bis zu 2000 m. 

51. Familie. Orchidaceae, Kiiabenkmuier. 

Orchis ustulata h. Anrjehranntc^ Knabenkraut. — Taf. 36, Kig. 5. 

— 15 — 20 cm hoch. Blätter wenige, lanzettlich. Blüten klein, eine 
dichte Aehre bildend, im Knospenznstande schwärzlich })raun, wodurch 
die Spitze der Aehre wie angebrannt au.ssieht. Kelchblätter tief pur- 
purrot, helmförmig übergeneigt. Lippe 41appig. weiss, mit wenigen 
dunkehoten Flecken. — Auf trockenen, hügeligen Wiesen von Mittel- 
und Südeuropa. In den Alpen, namentlich auf Kalk, bi.s zu 1900 m 
Ihilie verbreitet und häufig. — Blüht im Juli, August. 

Orchis globosa Jj. Kugeh'ihriges Knabenkraut. — Taf. 36, Fig. 6. — 
»Stengel 30—50 cm hoch. Blätter lanzettlich. Blüten hellrosa, klein, 
in kugeliger oder halbkugeliger Aehre. Lippe tief dreispaltig; der 
mittlere Zipfel länglich, breiter als die beiden seitlichen, abgestutzt 
ausgerandet. Lippe dunkler punktiert. — Auf Matten und Wiesen in den 
Alpen bis zu 2000 m Höhe. Ausserdem auf den Mittelgebirgen Süd- 
deutschlandö zerstreut, ferner im Kiesciigebirge, im Erzg('l)irg(' und in 
Böhmen. — Blüht im .Juni, Juli. 

Anacamptis pyramidalis Richard. Pi/ramklenförmiges Knabenkraut. 

— Taf. 36, Fig. 7. — Stengel .30—50 cm hoch, mit lanzettlichen, spitzen 
Blättern besetzt. lUütenähre kurz, gedrungen, pyramidal. Blüten leb- 
haft rosen- oder purpurrot, mit helmartig zusammengeneigten Kronen- 
blättern und langem, dünnem, abwärts gerichtetem Sporn. Lippe breit, 
dreilajipig. — Auf Wiesen und ti'ockenen l^ergabhängen über ganz 
Mitteleuropa zerstreut; ebenso in den Alpen, bis zu 1600 m Höhe. — 
Blüht im Juli, August. 

Ophrys muscifera Hudson. Fliegenühnlkhe Frauenthräne. — Taf. 36, 
Fig S. — Stengel 15—30 cm hoch. Lippe länglich, sammetig purpur- 
braun, in der Mitte mit einem fast viereckigen kahlen Fleck, an der 
Spitze tief zwei lappig. — Auf Wiesen, Berghängen und Torf- 
mooren Mitteleuropas, der Alpen und der Voralpen, zerstreut. — Blüht 
von Mai l)is Juli. 

Ophrys aranifera Huds. Spinnenähnliche Frauenthräne. 15 — 30 cm 
hoch. Lippe länglich-eiförmig, ungeteilt, gewölbt, am Rande zurück- 
gebogen, an der Spitze stumpf oder schwach ausgerandet; purpurrot, 
in der Mitte mit 2 — 4 quer verbundenen, kahlen, trübgelben Längs 
linien. — Auf den Voralpen der Schweiz, Oberbayerns, Tirols, Oester- 
reichs zerstreut; ebenso da und dort auf den Mittelgebirgen Süd- und 
Mitteldeutschlands. — Blütezeit A\n\\ bis Juni. 




1. Thesium alpinum. 2. Empetrum nignim. 3. Salix reticiüata. 4. Sal. herbacea. 
5. Orchis ustulata. 6. Orchis globosa. 7, Anacamptis pyramidalis. 8. Ophrys muscifera. 



73 



Gymnadenia conopea R. Brown. Fliegenartige Hötsu-urz. — Taf. 37, 
Fig. 1. — 30 — üU cm hoch. Blätter lang-lanzetthcli. BUiton rosen- 
rot in dichter, langgestreckter Aehre. Das obere Kelchblatt und die 
KronenbUltter bilden einen länglich-eiförmigen Helm ; seitliche Kelch- 
blätter ausgebreitet abstehend. Lippe dreiteilig, mit stumpf-eiförmigen 
Lappen. Der fadenförmige Sporn ist fast doppelt so lang, als der 
Fruchtknoten. — Ueber ganz Europa verbreitet, besonders auf Kalk- 
boden; zerstreut auf Hügeln, Wiesen und Bergabhängen. In den Ali)en 
bis zur Höhe von 1600 m oiniiorsteigend und häulig. Blüht von .Tuni 
bis August. 

Gymnadenia albida Hartmann. Weissliche Ilüswurz. — Taf. 37, 
Fig. 2. — 15 — 20 cm hoch, mit wenigen, länglich-eiförmigen Blättern. 
Blütenähre dicht, walzlich, bis 4 cm lang, mit zahlreichen kleinen, süss 
duftenden, weissen Blüten. Lippe tief dreispaltig, deren Lappen 
ganzrandig, die seitenständigen spitz, der mittlere doppelt so breit, 
länglich, stumpf; Sporn kurz, nur '3 so lang als der Fruchtknoten. — 
Auf Gebirgswiesen im nördlichen und polaren Europa ; über die Alpen- 
kette bis zu 1700 m Höhe verbreitet und häufig; ausserdem da und 
dort auf den INIittelgebirgen Deutschlands, im Rheingebiet und Holstein, 
zerstreut. Blüht im Juni, Juli. 

Piatanthera bifolia Reichenhacli. Ziveiblätterige Kuckucksblume. — 
Taf. 37, Fig. 3. — 30 — 50 cm hoch, am Grunde mit zwei grossen gegen- 
ständigen Blättern, deren Stiele von mehreren Scheiden umgeben sind. 
Blüten gross, angenehm duftend, grünlichweiss, in gestreckter, lockerer 
Aehre. Die beiden seitlichen Kronenblätter ausgespreizt, die Lippe 
linealisch und unzerteilt; Sporn fadenförmig, Vj^ oder doppelt so lang 
als der Fruchtknoten. — Vom Mittelmeer bis zum Polarkreis verbreitet, 
in den Alpen bis zu 1500 m Höhe auf grasigen Abhängen und Berg- 
wiesen häufig ; ebenso in lichten Wäldern und auf Waldwiesen Deutsch- 
lands. — Blüht von Juni bis August. 

Nigritella nigra Reichenb. Schwär zstendel (,,Brändli", „Prunelle", 
„Bluttröpfl" etc.). — Taf. 37, Fig. 4. — Stengel meist nur 6 cm, seltener 
bis 20 cm hoch, mit lineal-lanzettlichen, am Grunde gehäuften Blättern 
besetzt. Blütenköpfchen zuerst kugelig, später eiförmig, vanille- 
duftend, tief schwarzrot oder purpurbraun — Ueber die ganze 
Alpenkette auf AViesen und Triften, namentlich auf Kalkgestein, bis zu 



— 74 - 

200Ü in Ilölie verl)reit('t und liilufij,'; HUHserdoiii im hohen Norden und 
in Schottland. — Blüht von Mai bis August, zählt zu den beliel)t<'sten 
Typen der Alpenflora und führt bei den Alpenbewohnern zahlreiche 
verschiedene Trivialnamen. 

Epipactis latifolia Allioni. lireitblätterige SiDupfwurz. — Taf. 37, 
Fig. 5. — Steii^'cl 50 cm ])is 1 m hoch. Rlittter stark genervt, die 
unteren stengelumfassend, eiförmig, die oberen allmählich schmäler, die 
oV)erstcn üeckblättchen linealisch. Der Blütenstand bildet eine einseits- 
wendige, lockere, bis 27 cm lange Trau])e. Blüten gestielt, grün bis 
bräunlich purpurrot, nändich die drei äusseren Kronblätter grün bis 
gelbgrün, die beiden seitlichen grün bis rosenrot, die kurze, herzförmige 
Lippe rosenrot. — In lichten \\'äldern fast über ganz Europa ver- 
breitet, in Deutschland zerstreut, in den Alpen bis zu 1500 m Höhe 
häufig. Blüht im Juli, August. 

Listera ovata Höh. Brown. Eiblätteriges Zweiblatt. — Taf. 37, 
Fig. 6. — Stengel 30—50 cm hoch, zweiblätterig; Blätter eiförmig. 
Blütentraube schlank, langgestreckt, steif aufrecht. Kelch und 
Blumenblätter grünlichgelb. Lippe herabhängend, linealiscb, 
zweispaltig, viel länger als die übrigen Blumenblätter, spornlos. — In 
Wäldern und auf feuchten AViesen Mitteleuropas weit verbreitet, in 
Deutschland meist häufig. In den Alpen bis zu 1800 m Höhe , nicht 
selten. — Blüht im Juni, Juli. 

Spiranthes spiralis C Koch. Herh.st-Wendelorchis, Herb.sl-Blüten- 
schraube. — Taf. 37, Fig. 7. — Stengel 15—20 cm hoch, blattlos, mit 
Scheiden besetzt. Die 3—4 grundständigen Blätter eiförmig länglich, 
in den Blattstiel zusammengezogen. Die kleinen weissen, wohl- 
riechenden Blüten bilden eine dichte, schlanke, schraubenförmig ge- 
wundene Aehre. — Auf Wiesen und feuchten Abhängen über die Alpen- 
kette bis zu 1800 m Höhe verbreitet, zerstreut. In den Mittelgebirgen 
Deutschlands da und dort. Blüht von August bis Oktober. 

Cypripedium Calc^olus L. Gemeiner Frauenschuh. — Taf. 37, 
Fig. 8. — 25—30 cm hoch. Leicht kenntlich an den purimrlirannen 
Kronblättern mid der sehr grossen, blasigen, honiggelben Lippe. — 
l'eber die Alpenkette, namentlich auf Kalk, bis zu 2000 m Höhe zer- 
streut. Ausserdem da und dort in Süd- und :\Iitteldeutschland, z ?>. 
Bodenseegegend, Thüringen. — Blüht im Mai, Juni. 




]. Ciymi^nia conopea. 2. Gyranad. aibida. 3. Piatanthera bifoüa. 4. l^igritella nigra. 
5. Epipactislatifolia. (>. Listera ovata. 7. Spiranthes spiralis. 8. CypripediumCalceolus. 



75 - 



52. Familie, Iridaceae, Sc/r(i.'cfi/i/i(')igc7vcic//s(\ 

Crocus vernus WHIfm. Friilüings-Sufran. — Taf. .'58. Fijr. I. — 
Die sfbinalen, linealischen Blätter grundständig', in eine düinie Röhre 
aus 2 — 3 dünnen Blattscheiden eingeschlossen. Blüten violett))hui, 
seltener weiss, mit länglich-eiförmigen, konkaven Zipfeln. Narben 
prächtig orangegclb, an der Spitze verbreitert und krtnim!'örmig einge- 
schnitten. — In Südeuropa und auf den südlichen Kalkalpen häufig. 
Ausserdem bei der Euine Zavelstein im Württemb. Scliwarzwald in 
solcher Menge, dass zur Blütezeit — im März, April — die "Wiesen 
ganz blau erscheinen. 

53. Familie. Amaryllidaceae, Aviaryllisgeivächsc. 

Narcissus Pseudonarcissus L. Gelbe Narzisse. 95—30 cm hoch, 
Blütenkrone und Nebenkrone goldgelb. Als Gartenblume allgemein 
bekannt. In Deutschland da und dort verwildert. Auf Wiesen in der 
Schweiz , z. B. zwischen Genf und Zürich , sowie im westlichen .Iura 
stellenweise häufig. — Blüht im April und Mai. 

54. Familie. Liliaceae, Lilien gciväcJise. 

Lloydia serotina Reichenb. Lloydie, Berg-FaUenliUe. — Taf. 38, 
Fig. 2. — 8 — 10 cm hoch; die Blätter, zwei oder drei, sind fadenförmig 
langgestreckt. Blütenstengel schlank, mit wenigen schmalen Blättchen 
und einer einzelnen, gipfelständigen Blüte, deren Blätter weiss, auf der 
Innenseite mit 3 rötlichen Linien gezeichnet sind und am Grunde einen 
kleinen gelben Fleck tragen. — \i\ felsigen Triften und steinigen 
-Weiden, besonders auf Schiefergestein, über die Alpenkette bis zu 
2600 m Höhe verbreitet, häufig. — Blüht vom Juni bis August. 

Erythronium Dens canis L. Gemeiner Hundszahn. — Taf. 38, 
Fig. 3. — Stengel 10 — 15 cm hoch, rötlich, blattlos. Am Grunde zwei 
bis drei gestielte, breit-lanzettliche, rot gefleckte Blätter. Blüte einzeln, 
gipfelständig, mit s])itzen, zurückgeschlagenen, rosenroten Zipfeln. — 
Ueber die südliche Alpenkette von der Schweiz bis Tirol, Steiermark 
und Kärnten bis zu 1500 m Höhe verbreitet, aber sehr zerstreut; 
stellenweise auch in Böhmen. — Blüht im April, Mai. 



— 7I-) — 

Paradisia Liliastrum Dertoloni. Trichterlilie, Alpenlilic. — Taf. 3."^, 
rig 4. — iJO — 4ücin Iiocji. Stengel einfach, stielrund, l)lattl()S. Grund- 
ständige Blätter linealinch, flach, etwas rinnig. Die luilchweissen, grossen 
Blüten bilden eine arinltlütige, einseitige Traube. Auf Alpentriften bis 
zu 2()(»0 ra Höhe in der Schweiz, Tirol und Kärnten; zerstreut. Blüht 
im Juli. Aii<rusi. 

Gägea Liottardi Schulten. Röhrenblätterir/er Goldstern. — Taf. 08, 
Fig. 5. — 5 — 10 fui hoch. Die 2 grundständigen Blätter sind faden- 
förmig, halbstiehund. Stengelblätter gegenständig, das grössere scheidig 
und zusammengeri)llt. Die 1 bis ö, gewöhnlich 2, Blütenstiele sind 
zottig behaart. Blüten sternförmig ausgebreitet, gelb, mit 6 lineal- 
lanzettlichen. spitzen Zipfeln. Auf Wiesen und Triften in Höhe von 
1200 — 1900 m ül)er die Alpenkette verbreitet; Schweiz, Tirol, Salzlnirg, 
Kärnten, häufig. — Blüht im Mai und .luni. 

Lilium bulbiferum L. Feuerlilie. Stengel 30 — 50 cm hoch, reich- 
lich mit schmalen, spitzen Blättern bekleidet, in deren Achseln häufig 
kleine, oft glänzend schwarze Zwicbelchen sitzen. Blüte gewöhnlich 
einzeln, ansehnlich gross, feuerrot, dunkelbraun punktiert und inwendig 
mit fleischigen Warzen besetzt Ueber die ganze Alpenkette bis zu 
1600 m Höhe verbreitet, auf Gebirgswiesen und an steinigen .\bhängen 
aber sehr zerstreut. Ausserdem an einzelnen Fundorten in Schlesien, 
Westfalen, Thüringer Wald, sowie da und dort aus Gärten verwildert. 
— ßlüht im Juni. Juli. 

Lilium Martagon L. Türkenbund-Lilie. 30— 60 cm hoch; Blätter 
quirlständig, langrund, lanzettlich. Blüten in endständiger Traube, 
nickend, auf schmutzig-rotem Grunde dunkel purpurbraun punktiert: 
die Blütenlappen zurückgerollt — In steinigen Bergwäldern Deutsch- 
lands zerstreut, stellenweise häufig. In den Alpen an ähnlichen Orten 
bis zu 1800 m Höhe, besonders auf Kalk. — Blüht im Juni, Juli. 

Lilium Carniolicum L. Krainische Lilie. — Taf. 3b, Fig (i. — 
Der vorigen ähnlich, aber ausgezeichnet durch brennend zinnoberrote 
Blüte, welche meist einzeln am Ende des 30—50 cm hohen, zerstreut 
beblätterten Stengels steht. — Auf steinigen Berghängen bis zu 1500 m 
Höhe in Kärnten, Steiermark und Krain; zerstreut, aber stellenweise 
häufig. — Blüht im Juli , August und ist als prächtige Gartenpflanze 
bekannt und beliebt. 




1. Urocus veriius. 2. Lloydia serotina. 3. Erylhioniuio Dens canis. 4, Paradisia 
Liliastrum. 5. Gagea läottardi. 6. Lilium Carniolicum. 



77 



AUium victoriale /.. Sici/u-Hrz , Al/er/iiann.sharn/sc/i. — Taf. 39, 
Fig. 1. — Die i^rilt'tigo, etwa lingerlange Zwiebel ist von trockenliäutigen, 
netzig faserigen Scluippen nnigeben. Der stielrunde, oben et\vas kantige 
Schaft ist 50 — 90 cm hoch, bis zur Mitte mit breiten, lanzettlichen 
Blättern besetzt, welche wendelständig und am Grunde stengelumfassend 
sind. Der Schaft trägt an seiner Spitze die kugelige Dolde, deren ein- 
zelne Blütchen breit lanzettliche, ziemlich spitze, grünlichweisse Blumen- 
blätter tragen. — An felsigen Orten der .Schweizer und süddeutschen 
Alpen, des Jura, der Vogesen bis zu 1900 m Höhe; dann auch spärlich 
im Elsass, auf den Höhen des badischen Schwarzwalds und des Kiesen- 
gebirges. Blüht im Juli, August. 

55. Familie. Colchicaceae, Zcitioscugcivächsc. 

Veratrum album L. Weisser Germer. — Taf. E9, Fig. 2, in halber 
nat. Grösse. — Grosse Staude von '/l' bis 1 m Höhe. Stengel beblät- 
tert, Blätter der Länge nach gefaltet, unterseits weicldiaarig, die grund- 
ständigen sehr gross. Die weisslichen oder gelbgrünen Blüten bilden 
eine gipfelständige rispige Traube. (Unter dem Namen Ver. Lobelianum 
unterscheiden manche eine Varietät, deren Blütenhüllen aussen und 
innen grün sind.) — Ueber die ganze Alpenkette auf feuchten Wiesen 
und Triften in Höhe von 600 bis 1700 m verbreitet; sonst auch in den 
schlesischen Gebirgen und auf einigen Höhen des Schwarzwalds. — 
Blüht im Juli, August. — Stark giftig: aus der Wurzel wird das Vera- 
trin, ein weissliches Pulver, hergestellt, welches medizinischen Zwecken 
dient. 

Veratrum nigrum L. Schivarzer Germer. Dem vorigen ähnlich, 
doch sind die Blüten braun oder schwarzrot. — In Gebirgswäldern imd 
auf den Alpen in Höhe von 1000 bis 1500 m; Südschweiz, Oesterreich, 
Steiermark, Krain und Südtirol. — Blüht im Juli, August. 

Tofieldia borealis Wahlenberg. Tofieldie, Simsenlilie. — Taf. 39, 
Fig. 3 (die Nebenfigur stellt ein vergrössertes einzelnes Blütchen dar). 
Der blattlose Stengel ist 4—8 cm hoch. Blätter grundständig, gras- 
ähnlich, schwertförmig, meist dreinervig. Die kleinen, grünlichgelben 
Blüten bilden eine kleine, kopfförmige Traube. — An moorigen Stellen 
der höchsten Alpen, bis zu 2700 m Höhe, in der Schweiz, in Ober- 
bayern, Tirol etc. — Blüht von Mai bis August. 



- 78 - 



56. Familie. Juncaceae, Siniscnorci'äc/isc. 

\'tin dieser artenreichen, auch in den Al])en vielfacli vertretenen 
FaniiUe erwähnen wir beispielswei^ie : 

Luzula lutea De Cand. Gelbe Hainsimse. — Tat'. 39, Fig. 4. — 
Stengel 25 — 30 cm lioch. Blätter lineal-lanzettlich, kahl. Blüten gold- 
gelb, gebüschelt, in kurzer, ausgebreiteter, zusammengesetzter Spirre. 
Auf Wiesen und Triften von Schweiz und '{'irol, in Tlolie von 1200 ])i.s 
2000 ni, häutig. Blüht im Juni, Juli. 

57. Familie. Cyperaceae, Cypergräser. 

Eriöphorum Scheuchzeri Hoppe. Kopfförmigcii Wollgras. — Taf. 39, 
I-lg. 5. — Stengel 10—30 cm hoch , stielrund , unten mit scheiden- 
artigen , glatten , weichen Blättern , zu uuterst mit braunen Scheiden 
besetzt. An der Spitze des Halms steht eine einzelne, schon in der 
Blütezeit kugelrunde Aehre, die von lanzettförmigen, schwärzlichgrünen 
Spelzblättern gestützt ist ; w'enn die seidenglänzonde Wolle der Aehre 
ausgewachsen ist, so misst der gedrückt-kugelige Kopf 2^L, bis 3'/.^ cm 
in der Breite. — In hochgelegenen, moorigen Wiesen durch die ganze 
Alpenkette, von der Schweiz bis Steiermark und Kärnten, in Höhe von 
1600-2000 m. — Blüht im Mai und Juni. 

58. Familie. Graminaceae, Gräser. 

Von dieser überaus grossen Familie sind viele Arten in den Alpen 
und höheren Gebirgen heimisch ; der beschränkte Umfang unseres 
Buches gestattet jedoch nicht, näher auf dieselben einzugehen. 




I. Allium victoriale. 2. Veratrum album. 3, Tofieldic. 
4. Luzula lutea. 5. Eriophonim Scheuchzeri. 



7«) — 



59. lamilie. Pilices, Fariic. 

Botrychium Lunaria Swartz. 3'ondraute, Allcnnannsharnisch. — 
Taf. 40, Fig. 1. - Stengel 8 — 2-5 cm hoch. Laub f:ist sitzend, aus der 
Mitte des Stengels entspringend, gefiedeit; die unteren Fiedern halb- 
mondförmig, die oberen mehr keilförmig, mehr oder weniger gelappt. 
Fruchtähre endständig, langgestielt. — An grasigen Abhängen und 
ßergweideu über die Alpenkette bis zu 2000 m Höhe; zerstreut, beson- 
ders auf Kalkgestein. Ausserdem in Nordeuroi)a und auch an einzel- 
nen Fundorten in Mittel- und Südeuropa. Fruchtzeit: Mai bis Juli. 

Woodsia hyperborea Roh. Iiroim. Nördliche Woodsie. — Taf. 40, 
Fig. 2. — Wedel in massiger Anzahl, 5—10 cra hoch, mit locker ge- 
stellten, Avechselständigen Fiedern, welche rundlich -eiförmig, fieder- 
spaltig gelappt, unterseits behaart sind. Spindel mit schmalen Spreu- 
schuppen und Haaren besetzt. — An felsigen Abhängen über die Alpen- 
kette der Schweiz bis Salzburg und Kärnten verbreitet, in Höhe von 
1500—2200 m, jedoch zerstreut. Ausserdem im Riesengebirge (in der 
kleinen Schneegrube und im Kessel des mährischen Gesenkes). Frucht- 
zeit: Juli, August. 

Cystopteris alpina Linke. Alpen-Blasenfarn. — Taf. 40, Fig. 3. — 
Wedel 15 — 25 cm hoch. Die gegenständigen Fiedern fast dreieckig, die 
einzelnen Fiederblättchen wiederum tief eingeschnitten mit verkehrt- 
eiförmigen, gestutzten, ausgerandet zweizähnigen Zipfeln ; der endstän- 
dige Zipfel 3- bis 4zähnig. — Ueber die ganze Alpenkette in Höhe von 
1600 — 2100 in verbreitet, namentlich auf Kalkgestein häufig. Frucht- 
zeit : Juli, August. 

Asplenium Trichomanes L. Braunstieliger Streifenfarn. — Taf. 40, 
Fig. 4. — Die einfach gefiederten Biattspindeln sind steif, schwarz- 
braun, 4—15 cm hoch und bilden mit ihren eirundlichen Fiederblätt- 
chen zierliche Büschel. Fruchthäufchen zahlreich auf der LFnterseite 
der Fiederblättchen, anfänglich getrennt, später zu einer kreisrunden 
Masse verschmolzen. — An Felsen, Mauern und in feuchten Waldungen 
über die ganze Alpenkette verbreitet und häufig, übrigens auch in 
Deutschland, namentlich in Gebirgsgegenden, weit verbreitet. Frucht- 
zeit: Mai bis Oktober. 



— 80 — 

Scolopendrium vulgare Smith. Gemeine llirschzunge. — Taf. 40, 
Fig. 5. — Die 15 — 50 cm hohen, hlattartigen, ganzrandigon Wedel sind 
l>ieit linealisch, am Grnndc herztöruiig mit abgerundeten Ohren ; der 
Stiel dicht mit zimtbraunen Spreublilttchen besetzt. Auf der Inter- 
seite der Wedel stehen die Fruchthäufchen jederseits der Mittelrippe 
in parallelen Reihen angeordnet. — Ueber die ganze Alpenkettc bis 
zu löOO ni Höhe zerstreut, namentlich an feuchten Orten und auf 
Kalkgestein. Ausserdem in schattigen (Tcbirgswaldungen von Mittel- 
und Süddeulschlaiid da und ijort häufig. Fniclitzcit : .luli l)is (»ktober. 

Blechnum Spicant Wittering. Gemeiner Rippenfarn. ^- Taf. 40, 
Fig. 15. — Wedel im Umri.ss länglich lanzettlich, tief fiederspaltig, von 
zweifacher, auffallend verschiedener Form. Die äusseren, unfruchtbaren, 
15 — 30 cm langen Wedel zeigen l)reitere, einander genäherte Fiedern; 
die inneren , fruchtbaren , l^edeutend längeren Wedel zeigen dagegen 
entferntstehende, schmal-linealische Fliedern, welche unterseits 
von den zwei, linealisch angeordneten F'ruchthäufchen völlig bedeckt 
sind. — In schattigen, feuchten und felsigen Wäldern über ganz Europa 
verbreitet. In den Alpen bis zu 1(500 m Höhe, zerstreut, meist häufig. 
— Fruchtzeit: Juli bis Oktober. 







f- 



•^ 








1. Botrychium Lunaria. 2. Woodsia hyperborea. 3. Cystopteris alpina. 4. Asplenium 
Tiichomanes. 5. Scolopendrium vulgare. 6. Blechnum Spicant. 



Inhalts -Verzeichnis. 



Seite 
Achillea luoschata . 40 
Aehillea atrata . . 40 
Achillea nana . . 40 
Aconitnm Anthora 8 
„ Napellus 8 

Adenostyles alpina 37 
Akelei, schwärzlicher 7 
Aliermanns-Haniisch 77 
— — 79 1 

Allium victoriale . 77 
Alpen-Akelei ... 7 
Alpen-Anemone . . 1 
— — gelbe ... 2 
Alpen-Aster . . . j38 
Alpenbärentraube . 51 
Alpen-Bärwurz . . 36 
Alpen-Berglinse 24 26 
Al]ien-Bergminze . G5 
Alpen-Berufskraut . 38 
Al])en-Blasenfarn . 79 
Al[)en-Bruchkraut . 30 
Alpen-Cortuse . . 68 
Alpendost .... 37 
Alpendrottelblume, 

gemeine .... 69 
Alpen-Ehrenpreis . 61 
Alpen-Fahnenwicke 25 
Alpen-Fettkraut . . 65 
Alpen-Gänsekresse . 9 
Alpen-Gemskresse . 13 
Alpenglockenblume . 50 
Alpenglöckchen . . 69 
Alpen-Grasnelke . . 69 
Alpen-Habichtskraut 47 
Aljien-Hahnenfuss . 5 
Alpenheide . . .52 
Alpenhelm .... 64 
Alpenhornkraut . . 21 
Alpen-Hundskamille 41 



Alpenjohainiiskraut . 
Alpenklee . . 

— weisslicher . 
Alpen-Lattich . 37. 
Alpen-Leberbalsam . 
Alpen-Leinbiatt . 
Alpen-Lein . . 
Aljien-Leimkraut 
Alpen-Lichtnelke 
Alpenlilie .... 
Alpen-Löwenzahn . 
Alpen-Männertreue . 
Alpen-Massliebchen 
Alpen-Mohn . . . 
Alpen-Xelke . . . 
Alpen-Quendel . . 
Alpen-Rachen . . 
Alpenrebe .... 
Alpenrose, rostblätte- 
rige ..... 

— rauhhaarige . 

— Zwerg- .... 
Alpen-Salat . . . 
Alpenscharte . 
Alpen-Schaumkraut 
Alpen-Täschelkraut . 
Alpen- Veilchen . 14. 
Alpen-Vergissmein- 

nicht 

Alpen- Wegerich . . 
Alpen-Wiesenraute . 
Alpen- Wucherblume 
Alsinaceae .... 
Alsine Cherleri . . 

— laricifolia . 

— verna .... 
Alyssum Wulfen ia- 

num 

Amaryllidaceae . . 



jite 


Seite 


22 


Amaryllisgewächse . 


75 


23 


Amelanchier vulgaris 


29 


23 


Anacamptis pyrami- 




45 


dalis 


72 


60 


Androsace caniea . 


66 


71 


— glacialis . . . 


66 


21 


— helvetica . . . 


66 


60 


— imbricata . . . 


65 


18 


— villosa .... 


66 


76 


Anemone .... 


1 


44 


— narzisseublütige . 


2 


35 


— alpina .... 


1 


38 


— Baldensis . . . 


3 


9 


— Halleri .... 


2 


16 


— narcissiflora . . 


2 


65 


— sulfurea . . . 


2 


62 


— trifolia .... 


2 


1 


— vernalis 


3 


. 


Aposeris foetida . 


44 


53 


Aquifoliaceae . . 


54 


53 


Aquilegia alpina 


7 


52 


— atrata . . . 


8 


45 


Arabis alpina . . 


9 


43 


— coerulea . . 


9 


10 


— pumila . . . 


10 


11 


Arctostaphylos alpina 51 


69 


— Uva ursi . . 


51 




Arenaria biflora . 


20 


59 


— ciliata . . . 


21 


70 


— grandiflora 


. 20 


1 


— laricifolia . . 


. 19 


41 


— muscosa . . 


. 19 


19 


— verna . . . 


. 19 


19 


Aretia Vitaliana . 


. 66 


19 


Aretie .... 


. 66 


19 


Armeria alpina . 


. 69 




Arnica moutana . 


. 42 


11 


Aronia rotundifolia 


. 29 


75 


Aronicum glaciale 


. 42 



82 - 



Seite 
. 41 
. 39 
. 40 
. 71 

. 79 
. 38 



Artemisia alpina . 

— ]MutclliiKi . 

— spicata . 

Arve 

Aspleiiiuiii Tiicliü 

maiies 
Aster alpinus . . 
Astragalus aiistralis 25 

— alpinus . . . .26 

— camijestris . . 25 

— moutanus . . .25 
Astrantia major . . 35 

— minor .... 30 
Atragene al]iina . . 1 
Aurikel, gell»' . . H7 

— klebrige ... 67 

— zottige .... 67 
Azalea procumbens 52 
Azalee,niederlicgende52 

Bärentraube, gemeine 51 
Baldrian, niedriger . 37 
Baldriangewächse . 37 
Bart-Nelke .... 16 
Bartsia alpina . . 64 
Beifuss, ähriger . . 40 
BellidiastrumlNIichelii 38 
Berg-Fabnenwicke . 25 
Berg-Faltenlilie . . 75 
Berg-Hahnenfuss . 6 
Berg-Hauswurz . . 31 
Berglinse, kältelie- 
bende .... 24 
Berglinse, südlirlie . 25 
Berg-Nelkenwurz . 27 
Berufskraut, einblü- 
tiges 38 

Betulaeeae .... 71 
Birkengewächse . .71 
Bisam-Schafgarl)e . 40 
Biscutella laevigata . 12 
Blechnum Sjjicant . 80 
Bleiwurzgewächse . 69 
Bluttröpfl .... 73 
Boraginaceae ... 59 
Boretschgewächse . 59 
Botrychium Lunaria 79 

Brändli 73 

Braun wurzjre wachse 60 



Seite 
Braya aljiina . . .10 
Briilenschote, glatt- 

l'rüchtige ... 12 
Brunelle .... 73 
Brunnenkresse , py- 

renäische ... 9 
Bu])leurum ranuncu- 

lüides 36 

Calamintha alpina . 65 
Campanula alpina . 50 

— barbata . . . .50 

— puUa . . . . 49 

— l)usilla .... 49 

— thyrsoidea ... 49 

— Zoysii . . . .49 
Campuiuilaceae . . 47 
Ca])rifüliaceae . . . 36 
Cardamine aljuna . 10 

— trifolia .... 10 
Cerastium alpinum . 21 

— latifolium . . .21 
Cherleria sedoides . 19 
Christblume ... 7 
Chrysanthemum al- 
pinum . . .41 

— atratum ... 41 
Cistaceae .... 13 
Cochlearia saxatilis 11 
Colchicaceae ... 77 
Compositae . . .37 
Conit'ei-ae .... 71 
Cortusa Matthioli . 68 
Crassulaceae ... 30 
Crepis alpestris . . 46 

— aurea .... 45 

— jubata .... 45 
Crocus vernus . . 75 
Cruciferae .... 9 
Cyclamen europaeuui 69 
Cyperaceae ... 78 
Cypergräser ... 78 
CypripediumCalceulus74 
Cystopteris alpina . 79 

Daphne Cneonim . 70 

— striata .... 70 
Delpliinium ciatum . 8 
Dentaria ditritata . 10 



Seite 
Dianthus ali)inus 15. 16 

— barbatus ... 16 

— carthusianorum . 16 

— glacialis ... 16 

— Silvester ... 16 
Dickblattgewächse . 30 
üij)saceae .... 37 
Doldengewächse . . 35 

Dorant 62 

Doronicum cordifo- 

liuni 41 

— Pardalianches . 42 
Dral)a aizoides . .11 

— Hoppeana . . .11 

— Zahlbruckneri . 11 
Drachenmaul , pyre- 

näisches . . . .65 
Drahtstengel ... 44 
Droseraceae ... 15 
Dryas octopetala . . 26 

Edelraute .... 39 
Edelweiss .... 39 
Ehrenpreis,strauchig. 61 
Eisenhut, echter . . 8 

— feinblättriger . . 8 
fjmpetraceae . . .71 
Empetrum nigrum . 71 
Enzian, bayrischer . 54 

— blasiger ... 57 

— Frühlings- ... 57 

— gelber .... 55 

— gefranster ... 58 

— kurzblätteriger . 57 

— niedergestreckter 58 

— niedriger ... 57 

— punktierter . . 55 

— purpurroter . . 55 
-- Schnee- ... 58 

— schwalbenwurzähn- 
licher 56 

— stengelloser . . 54 

— steyrischer . . 56 

— ungarischer . . 55 

— Zwerg- . . . .58 
Enziangewächse . . 54 
Epil()l)ium rosmariui- 

folium .... 29 
Epipactis latifolia . 74 



83 - 



Seite 
Eranthis hicnialis . 7 
Erdscheibo . . . B9 
Erica carnoa ... 52 
Ericaceae .... 51 
Erigeron alpinus . 38 

— uniflonis . . .88 
EriiiuH al])iiuis . . HU 
Eriophonnn ScIkmicIi- 

zeri 78 

Eritrichium iianiiiii 59 
Erynginm alpinuin . i35 
Erythronium Deii.s 

cauis 75 

Farne 79 

Felsen-Birne ... 29 
Felsen-Ehrenpreis . 61 
Felsen- Johannisbeere 31 
Felsen-Leimkraut . 17 
Felsen-Löfi'elkraut . 11 
Felsen-Mispel . . 29 
Felsen-Rose ... 29 
Ferkelkraut, einblü- 
tiges 45 

Fettblatt, einjähriges 30 
Fettkraut, gemeines 65 
Feuerlilie .... 76 

Filices 79 

Fingerkraut, Clusius' 27 

— glänzendes . . 28 

— grossblütiges . 28 
Frauenschuh, gemein. 74 
Frauenthräne,fliegen- 

ähnliche .... 72 
— , spinnenähnliche 72 
Frühlings-Anemone 3 
Frühlingsmiere . . 19 
Frühlings-Säfran . 75 

Gänsekresse, blaue . 9 
— , niedrige ... 10 
(xagea Liottardi . . 76 

Galium 37 

(ieissblattgewächse . 36 
Gemswurz, gemeine 42 

— herzblätterige . 41 
Gentianaceae ... 54 
Gentiana acaulis . 54 

— asclepiadea . . 56 



Seite 


(icntiana bavarica . 


54 


— l)rachyi)hylla . . 


57 


— ciliata .... 


58 


— frigida .... 


56 


— lutea .... 


55 


— nana .... 


58 


— nivalis .... 


58 


-- painionica . . . 


55 


— prostrata . . . 


58 


— puniila .... 


57 


— punctata 


55 


— purjjurea . . . 


55 


— utriculosa . . . 


57 


— verna .... 


57 


Gei-aniaceac . . . 


23 


Geraniuni argenteum 


23 


— mac-rorrhizum 


23 


Germer, schwarzer . 


77 


— , weisser . . . 


77 


Geum montanum 


27 


— reptans .... 


27 


Gift-Hahnenfuss . . 


6 


Gipskraut, kriechen- 




des .... 


15 


Gletscher-Gemswurz 


42 


Gletscher-Hahnenfuss 4 


Gletscher-Nelke . 


16 


Gletscher-Pippau 


45 


Gletscherweide . 


71 


Globularia cordifolia 69 


Globulariaceae 


69 


Glockenblume,bartige50 


— dunkelblaue . 


49 


- — kleine . . . 


49 


— stinkende . . 


49 


— straussblütige 


49 


Glockenblumen- 




gewächse 


47 


Gnaphalium Leonto 




podium . . . 


. 39 


— norvegicum . 


. 39 


— supinum 


. 39 


Goldklee, leder- 




brauner . . . 


. 24 


Goldprimel . . 


. 66 


Goldstern . . . 


. 76 


Graminaceae . . 


. 78 


Gräser .... 


. 78 


Grossalariaceae . 


. 31 



Seite 
Gymnadeniii nlbidii . 73 

— conopea ... 73 
Gypsophila repens . 15 

Habichtskraut, 

orangerotes ... 47 
— , zottiges ... 47 
Hacquetia Epipactis 35 
Hacquetie .... 35 
Hahnen fuss, eisen- 

hutblätteriger . . 5 

— anemonenartiger 3 

— kerbblätteriger . 5 

— pnrnassienblätter. 4 

— pyrenäischer . . 3 

— rautenblätteriger 3 

— rosenroter ... 4 
Hahnenfussgewächse 1 
Hainsimse, gelbe . 78 
Hallers Anemone . 2 
Hartheugewächse . 22 
Hasenohr, hahnen- 

fussähnliches . . 36 
Hauswurz, AVulfens 31 
Hedysarum obscurum 26 
Heide, fleischrote . 52 
Heidekrautgewächse 51 
Heidelbeere ... 51 
Heidelbeergewächse 51 
Heideröschen ... 70 
Heilglöckchen . . 68 
Helianthemum alpe- 

stre 13 

— oelandicum . . 13 
Helleborus niger . 7 
Herbst-Blüten- 
schraube ... 74 

Herniaria alpina . . 30 
Hierarcium alpinum 47 

— aurantiacum . . 47 

— villosum ... 47 
Himmelsherold . . 59 
Himmelsleiter . . 59 
Hirschzunge, gemeine 80 
Höswnirz,fliegenartige73 
■ — weissliche ... 73 
Homogyne alpina . 37 
Horminum pyrenai- 

I cum 65 



— 84 



f. 


>eite 




Seite 


lldiMikiiiut, l)ri'i(- 




Ku(;kucksbluni(',zwe 


. 


l)lätteriges . 


21 


blätterige . . 


73 


Hiiiidszaliu . . . 


75 


Kugelblume, hciz- 




Huiif^erblümcheii, 




blätterige . . 


69 


imniergrünt's . 


11 


Kugelblumen- 




Hutc'Liiisia alpina . 


13 


gewächse . . 


69 


Hypericaceae 


22 


Kuhtritt . . . 


61 


JIy])encuin Coris 


22 






— Jliclieri . . . . 


22 


Labiatae . . . 


65 


HyjiochoL'i'is iminora 


45 


Labkraut . . . 


37 






Läusekraut, buntes 


64 


Hex a(iuifi)liuin . . 


54 


— fleischfarbiges 


63 


Johanniskraut, (luirl- 




— geschnäbeltes 


62 


blättcrigos . . . 


22 


— gestutztes . . 


63 


Iridaceae . . . . 


75 


— knolliges . . 


63 


.funcaceae . . . . 


78 


— wirtelblätteriges 


63 


Iva 


40 


Latsche .... 


71 


— , schwarze . . . 


4ü 


Legföhre . . . 
Leimkraut, stengcl- 


71 


Kardengewächse . . 


37 


loses 


17 


Karthäuser-Nelkc . 


16 


Leimkrautgewächse 


15 


Kernobstgewächse . 


29 


Leingewächse . . 


21 


Klee 


23 


Lentibulariaceae 


65 


Knabenkraut, ange- 




Leontodon ]iyrenaic. 


44 


branntes . . , . 


72 


Liliaceae . . . . 


75 


— kugelförmiges 


72 


Lilie, Krainische 


76 


— pyramidenför- 




Liliengewächse . . 


75 


miges 


72 


Lilium bulbiferuni . 


76 


Knieholz . . . . 


71 


— Carniolicum . 


76 


Knöterichgewächse . 


70 


— Martagüu . . . 


76 


Knöterich, knospen- 




Linaceae . . . 


21 


treibender . . . 


70 


Linaria ali)ina . . 


60 


Korbblütler . . . 


37 


Linnaea borealis 


36 


Krähenbeere, 




Linnäe 


36 


schwarze . . . 


71 


Lippenblütler 


()5 


Krähenbeergewächsc 


71 


Linum alpinum . . 


21 


Krappgewächse , . 


37 


Listera ovata . . . 


74 


Kreuzblütler . . . 


9 


Lloydia serotina . . 


75 


Kreuzblume, immer- 




Lloydie .... 


75 


grüne 


15 


Luzula lutea . . 


78 






Lycbnis ali)ina . . 


18 


gewächse . . . 


15 






Kreuzdorngewächse 


23 


Mänderle, blaues 


61 


Kreuzkraut, gems- 




Mannsschild, dach- 




wurzartiges . . . 


43 


ziegeliger . . 


(;5 


— graues . . . . 


43 


— fieischroter , . 


66 


— stabwurz- 




— schweizerischer 


6(; 


blätteriges . . . 


43 


— zottiger . . 


66 


Kronsbeere . . , 


51 


Mehlprimel . . . 


67 



IScite 

Meum Mutellina . 3() 
Miere, lärchen- 

blätterige . . . 19 
Mieren-Grewächse . 19 
Möhringia muscosa . 19 
Möhringie, moos- 
artige 19 

IMühngewächse . . 9 
INIondraute . . . .79 
Monte Baldo's Ane- 
mone 3 

Montia minor . . 30 
]\loosbeere .... 51 
Mulgedium alpinum 45 
Myosotis alpestris . 59 

Nachtkerzengewächse 29 
Xadelgras .... 70 
Nadelhölzer . . .71 
Nagelkrautgewächse 30 
Narzisse, gelbe . . 75 
Narcissus Pseudo- 

narcissus . . . .75 
Nasturtium jiyrciiai- 

cum 9 

Nelkenwurz, krie- 
chende .... 27 
Niesswurz, scbwai-ze 7 
Nigritella nigra . . 73 

Onagraceae . . .29 
Ophrys aranifura . 72 

— muscifera ... 72 
Orchidaceae ... 72 
Orchis globnsa . . 72 

— ustulata . . .72 
Oxytropis campest ris 25 

— Jacquini . . .25 

— montana ... 25 

Paederota Kunaruta 61 
Paeonia ofHcinalis . 8 
Papavcraceae ... 9 
Papaver al)>inuui . 9 

— })yrenaicum . . 9 
Papilionaceae . . 23 
Paradisia Liiiastrum 76 
Parnassia palustris . 15 
Paronychiaceac . . 30 



85 - 



Seite 
l'cdiculari.-- iiiciiniiita ÜH 
~- rt'futitii . . .63 

— rostrata . . . (J2 

— tuberosa . . . H3 

— vcrsicolor ... 64 

— vcrticillata . . 63 
I^otrocallis pyreiiaie-a 1 1 
Pfingstrose, g-emciue 8 
Pliaca alpina . 24. 26 

— australis ... 25 

— frigida . . . .24 
Phyteuuia comosuni 47 

— hemisphaerienm . 48 

— pauciflorum . . 48 
Pinguicula al])ina . 65 

— vulgaris ... 65 
Pinus Cenibra . . 71 

— Piimilio . . .71 
Pijipau, bemähnter . 45 

— orangeroter . . 46 
Pirola secunda . . 53 

— iiniflora ... 53 
l'irolaceae .... 53 
Plantaginaceae . . 70 
Plantage alpina . . 70 
Piatanthera bifolia . 73 
Plumliaginaceae . . 69 
Polemoniaceae . . 59 
Polemonium coeru- 

leum 59 

Polygala Chamae- 

buxus .... 16 
Polygalaceae . . .15 
Polygonaceae . . 70 
Polygonum viviparnm 70 
Pomaceae . . . . 29 
Portulacaceae . . 30 
Portulakgewäcbse . 30 
Potentilla Clusiana . 27 

— frigida .... 28 

— grandiflora . . 28 

— nitida .... 27 
Preisseibeere . . .51 
Primel, langblumige 67 



Primula Aurieula 

— farinosa 

— glutinosa . 

— longifolia . 

— minima , 



67 

67 
67 
67 
68 



Seite 
l'riiiiula villo.sii . . 67 
PfiinulaccaL' . . . 65 

Qiu'llcnkraut, kleines 30 



Raiiuneiilaceae. 
Rauunculiis acoiiiti- 
toliiis 

— aljDestris 

— anemonoides . 

— crenattis 

— glacialis 

■ — muntanus . . . 

- ])arnassifolius 

— pygmaeus . . 

- pyrenaeus . . . 
— • roseus .... 

— rutaefulius 

— Seguieri 

— Thora .... 

— Traunfellneri . 
Rapunzel, armblütige 

— halbkugelige . 

— schopfige . . . 
Rausehbeere . 
Rhamnaceae . . . 
Rhodiola rosea . 
Rhododendron Cha- 

maecistus . . . 

— ferrugineum . 

— hirsutum . . 
Ribes petraeum . . 
Rippenfarn, gemeiner 
Rittersporn, hoher . 
Rosa al])ina . . . 
Rosaceae .... 
Rose, alpine . 
Rosengewächse . 
Rosenwurz . . . 
Rosmarin-Seidelbast 
Rubiaceae .... 
Ruhrkraut, niederes 

— norweo'isches . 



Salicaceae . . . .71 
Salix herbacea . . 71 
— retieulala . . .71 
Sandkraut, gewim- 
pertes .... 21 



Sandkraut, gl 
miges . . 
■ — zvveiblütiges 
Sandelgewäcbsc 
Santalaceae 



sblu- 



Seite 

20 
20 
71 
71 

Saponaria ocymoidcs 17 
Sanssurea alpina . 43 

— pygmaea ... 43 
Saxifraga aizoiiles . 33 

— Aizoon .... 33 

— androsacea . . 32 

— biüora .... 34 

— bryoides ... 33 

— Burseriana . . 34 
— ■ caesia .... 33 

— oppositifolia . . 34 

— rotundifolia . . 32 

— Seguieri ... 32 

— stellaris ... 32 
Saxifragaceae . . 32 
Scabiosa .... 37 
Schafgarbe, schwarz- 
hüllige .... 40 

Schaumkraut, drei- 
blättriges . . .10 
Schlüsselblumenge- 
wächse .... 65 
Schmettei'lingsblütige 

Gewächse ... 23 
Schotenkresse . . 10 
Schwarzstendel . . 73 
Schwertlilienge- 
wächse .... 75 
Scolopendrium vul- 
gare 80 

Scrophulariaceae . 60 
Sedum annuum . . 30 
Seidelbast, gestreifter 70 
Seidelbastgewächse . 70 
Seifenkraut, liegendes 17 
Sempervivum arach- 
noideum ... 31 

— montanum . .31 

— AVulfeni . . . 31 
Senecio abrotanif ( )lius 43 

— Doronicum . . 43 

— incanus ... 43 
Siegwurz .... 77 
Silberstorchschualjel 23 



— 86 



SillMTWiii'z, aclit- 

Ijlilttnyc ... 26 
Sileiiaceuo .... 15 
Silene acaulis . . 17 

— riirnilio . . .17 

— rupestris . . .17 

— saxifraga . . .17 
Si7nsoiinf('\vä(!hs(' . . 78 
Siiiiseiililie .... 77 
Solilaiu'lla al])iti!i . 69 

— pusillu 69 

Soiicliiis uliiiiiiis . . 45 
Sdiiiieiitautiewäcbse . 15 
Si)fiTkraut<^c'\väehsc 59 
Sporrkraut, l)laues . 59 
S|)iiiiijro\vebliausAVurz 31 
Spiranthcs spiralis . 74 
Staclielljeergcwäcbse 31 
Stechpalnio, gemeine 54 
Stcchpalmengc- 

wächse .... 54 
Steinbrech, lilau- 

grüiier .... 33 

— Burser.s . . .34 

— gcgeublättnger . 34 

— iiuinergrüucr . . 33 

— IMaiinsschikl . . 32 

— inoosartigcr . . 33 

— niiulblättrigei' . 32 

— Seguiers ... 32 

— steriibhimigei' . 82 

— traiilieiiblütiger . 33 

— z\v('il)]iitiger . . 34 
Steiiibrecbgewäcbse 32 
Strinbi'ecbleimkraut 17 
Steinkraut, Wulfens 11 
Steinrösehen ... 70 
Steiusebniüekel, ]>}'- 

renäischer . . .11 
Sterndoble, grosse . 35 

— kleine .... 35 
Stiefniütterclien . . 14 
Stinksahtt .... 44 
Storebscbnabel, gross- 
wurzeliger ... 23 

Storchsebuabelge- 
wäcbse .... 23 



StiX'ilcnfai'ii, braiin- 

stieliger .... 79 

Süssklee, dunkler . 26 

Sumpf-Herzblatt . 15 

Sumi)f\vurz, breit- 

blättriere . . . .7.4 



Tiischelkraut, imuhI- 

blättrigcs . . . 

Thalietrum aljtiniiin 

— aquilegifolium 

— foetidum . 
Tbesium alpinum 
Thlaspi al])inum . 

— rotundifolium 
Tboi-a-H ahneiif uss 
Tbymelaeaceae . 
Totieldia borealis 
Tntieldie . . 
Tozzia alpina . 
Traunfelluers Hab- 

nenfuss . 
Tricbterlilii^ . . 
'rrifoliimi al|iiniim 

— badium 

— pallescens . . 
Trollbhnno, gemeine 
Trollius europaens 
Türkenbund-Lilie 

Umbelliferae . . 

Vaeciniaceae . 
Vaccinium Vitisidae 
Valeriana supina 
Valerianaeeae • . 
Veilchen, fiederljlätt 
i-iges .... 

— gelbes . . . 

— langsporniges 

— zweiblütiges . 
Veilchengewächse 
Veratrnm album . 

— nigi'iim . 
Veronica alpina . 

— fruticulosa 

— - saxatilis . . 



76 

35 

51 

i51 

37 

37 

13 
13 
14 
13 
13 
77 
77 
61 
61 
61 



Viola al)iiua 

— biHora . 

— calcarata 

— pinnata . 

— tricolor . 
Violaceae , 



Seitn 

. 14 
. 13 
. 14 
. 13 
. 14 
. 13 



Voralpcn — l'ippau 46 

Wald-Nelke . . .16 
AV'asserhelmge wächst.' 65 
Wegerichgewächse . 70 
Weidengewächse . 71 
Wcidenrcischen, ros- 
marinblättriges . 29 
AVendel-Orchis . . 74 
Wiesenraute, Akelei- 
blättrige . . . . l 

— stiidcende ... I 
Wildfräuleinkraiit . 40 
Windröschen ... 1 
Wintergrünge wachse 53 
Wintergrün, einblüt. .53 

— einseitswendiges . 53 
Winterstern, gemeiner 7 
Wohlverleih, gem. 42 
Wollgras, kopfförni. 78 
Woodsia hy]>erborea 79 
AVüodsie .... 75) 
AVucherblume, 

schwärzliche . . 41 
Wulfenia carinthiaca 61 
Wulfenie, kärntner. . 61 

ZahlbruckiH'ra ])ara- 

doxa 34 

Zahnwurz, gefingerte 10 

Zeitlosengewächse . 77 

Zirbelkiefer ... 71 

Zistrosengewächse . 13 
Zweiblatt, eiblättriges 74 

Zwerg -Alpenscharte 43 

Zwerg-Hahnenfuss . 6 

Zwerg-Leimkraut . 17 

Zwcrgprimel . . . 68 

Zwerg-Schafgarbe . 40 
Zwerg- Vergissmein- 

nicht 59 



> 



?i\ 



V 




New York Botanical Garden Library 

QK 315. H6 1904 gen 

Hotfmann, Julius/Alpen-Flora für Tourist 



3 5185 00165 9414