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Full text of "Altdeutsches Lesebuch: Gothisch, altsächsisch alt- und mittelhochdeutsch ..."

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LESEBUCH 



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GOTHISCH ALTSlCHSISCH ALT UND 
MITTELHOCHDEUTSCH 



MIT 



LITERABISCHEN NACHWEISEN UND EINEM 



WÖRTERBUCHE 



VON 



OSCAE SCHADE 



EBSTSR TEIL LESEBUCH 



^ V- V-k-t' ^^ v^^.--^ 



HALLE 

YCBLAG DER BVCHHANSLXJXe DES WAISENHAUSES 

1862 






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xAsk LeDsimch^ bequen^^ . handlich yi^öglichft yolUtändig und yor allem 
\3&^, um auch. TJ&beimtt^teii nicht unerfchwüiglich zu fein^ das dqn 
Caag der d^itfcben iPoefie wälir^ndes Mittelalters lebendig ^eige^ 
Proben der Sprache in ihren TerXchie^euen llhndarten biete und die Ent- 
wiekölnng d^ß ßtües l^bre^ . war fiir.wieine Vorjefungen über die Gefchichte 
der altdentTohen Poeße,' für dip IJinUbung d^r G-rammatik mir ein drin- 
gendes Bedürfnis. Unt^r. den vorhandeiien hätte nur W. Wackemagels 
Buch in Betracht konnten können: die übrigen alle, meift zu unToll- 
(tändig oder unTelhTbändig, erwiefen ßch für meine Zwecke als uhbrai^h- 
bar. Allein auch Wackernagels Buch, deffepa YortrefflicAkeit nicht mehr 
gerühmt zu werden bnuü^htj das andere und weitere Abficbten y^olgt 
ond glänzend erfüllt > eptCpraoh, :iia^inen eogeren Zwecken dodi nißbt 
ganz, felbil wenn der hc^e Preis für die meiften meiner Zuhörer feine 
Anfchaffung nicht unmöglich gemacht hätte. Denn es bot mir des Stof- 
fes zu yiel und zu .yrenig: zu yiel namentlich für die fpätere Z^it deß 
fiskenden Hittdalteirst, zu wenig befonders ftir die Übergangszeit yom 
9ten Mb l^ten Jahrhundert. Überhaupt brauchte ich mehr Vertretung 
der einzelnen Mundarten mm Bebufe der Grammatik, worauf Wacker- 
nagels Augennäerk weniger gegangen zu fein fcheini Ich habe mt 
diefen Bogen nicht die törichte Abficht ,^ jenes Werk zu yerdrängen, 
Joudem will meinen Zuhörern znnächft ein billiges för meine Zwecke 
^aSEmdea Lehrbuch in die Hand geben, das fie yielmefar begierig und 
gefehiekt mache, fpäter auch das wack^rnagelfcbe mit um fo größerem 
l^atzen zu gebrauchen« £s muß jedem frei ftehn unter dem yorhandenen 
Lehrapparate zu wälen was er für gut hsät, aber audi zweckn^äßiges 
Mnzu zu fügen, wo es ihm zu feien fcheint 



IV 



Um zuerll vom Inhalte zu reden, fo habe ich außer den Probei 
gothifcher Sprache, die, fo geringes TJmfanges fie find, doch für del 
erften Anlauf genügen werden, das Altßichfifche mit ins Bereich dei 
Buches gezogen. Das fchien mir nötig, nicht hlos um den alten epi^ 
fchen Stil der Alliterationspoefie , fo weit es am Heliand möglich iCt^ 
kennen zu lehren (der weder an den Bruchftücken des Hildebrandsliedes 
noch am Mufpilli klar genug zu Tage trit), fondern auch um der fchon 
angedeuteten andern fprachlichen Bückfichten willen. Die althochdeut- 
fchen und mitteldeutfchen Mundarten in ihrem bunten Lautfpiele erhalten 
nur hierdurch erft rechtes Licht und Vollftändigkeit. Folgerichtig muften' 
danii auch andere altföchfifche Stücke, von der M»nÄart des Helmd 
mehrfoch abweichend, Aufnahme finden, fo die ältfeohfitbhe Beichtformd 
S. 21 fg., in ihrem röinen ftolzen YocaHsmns und altertümlichen Formeii 
vor allem ehrwürdig, die Eflener Sruchftücke S^ 57 1^., eine Ptobe der 
Pfalmen 8. 58 fg., es mufke das Stück aus einidtn ' fränkifchen Capitdar 
8. 56 fg Berückfichtigung finden, um zu den Mundarten der ißdorfchen 
Überfetzungen , dem Bruchftncke der Verdeütfehung der Lex Salica 
S. 20 fg., dem Ludwigsleiche 8. 55 fg., dem Creörgsleiche : S, 53 fg., 
dem Leiche de Heinrico 8. 60 fg., den fpäteren Friedberger Bmdi- 
ftücken S. 74 ff,, dem Gedichte auf den heiligen Anno 8. 9Ö ff. und 
andern Denkmälern des Uten und 12ten Jahrhunderts, weiter den mit- 
teldeutfchen, mittel- und niederrheinifchen Denkmälern, biia zu Vicolans 
von Jerofchin hinab, wünfchenswerten Stoff der Vergleichung zu bieten. 

Was die Anordnung anlangt, fo iffc meift die Zeitfolge beobachtet 
worden, doch dabei audi, fo viel es fich thun ließ, auf Gruppierung 
des ZüGänmiengehÖrigen Bedacht genommen, fo bei den Liederdichtem 
oder den Proben aus volksmäßigen Epen. Wenn ici 8. 235 ff. Nibe- 
lungen, Kudrun und Walther und Hildegund zufammen hinter die drei 
großen Kunftdichter und Freidank bringe, will ich damit nicAt fagen, 
daß die Nibelungen fpäter als diefe Poeten an zu fetzen feien; ich will 
fie nur iiicht von den andern volksmäßigen Epen trennen, mit denen 
man fie doch lieber zufammen betrachten wird. Dasfelbe gilt l^äter 
(ton 8. 297 an) von den Proben aus Ortnit, Hug- und Wolfdietrich, 
dem großen Rofengarten, Alpharts Tod und der BAbenfchladit 

Bik ins 12te Jahrhundert fteht'die Profa zwifchen der Poefie nach 
wahrfcheinlicher Zeitfolge : dad vorwiegend fprachliche Latereffe erheübhte 



^ dies. Frof^roben aas dem Idten und 14ten Jahrhunderte habe ich 
dsm nodiy mehr als Anhaitg, am Schlnße angefügt 

[ Auf die Auswal der Stücke ift große Sorgßdt gewandt worden* 
Inaier war es das Charakterülifche und Bezeichneilde. iil der Art des 
behien od^r der Zdt, nicht l)Io6 das Schönfte^ was Aufoahme erwirkte; 

[ vorgefaßte Meinungen oder Lieblingsneigungen welcher Art immer hab^i 
kernen Einfluß üben dürfen. 

Darch das galize Euch ift di^ Bezeichnung d^ langen Yocak^ 
(durch Circumflex) und der aus i gewordenen oder aus e gefchwächten 
mit jenen gleichlautenden e {€) durchgeführt JS^ur bei Kotker muTte 
^on £efen Bezeidmungen nach eigenem Ermeßen AbHand genommen 
Dod der bei ihm überlieferten Bezeichnung der Längien und Betonung 
Fo^e geleiftet werden-, um das Bild feiner Art nieht zu verwilbhen; 
e kennten bei ihm nicht in Anwenduiig kcmmien, da dergleichen mit 
Acuten in der Druckerei nicht vorhanden Waren. Diefe Bezeichnungen> 
^efie Grimm gelehrt und in der Grammatik durchgeführt hat, mögen, 
tefonders was die Quantität der Flexionsiilben in den ältefken Denk- 
fflälern angeht, in vielen Fällen fraglich fein; aber es fchien mir doch 
^ den Anfiinger eben fo nötig als lehrreich ße nach den von Grim^ 
^l^^ebenen Grundfatzen an zu wend^i. Das e iTt dann auch für den 
Artikel weiter beibehalten , was in der fpäteren Zeit vielleicht zu pedän- 
öfch erfoheint Aber wann hätte man aufhören foUen? Zugleich gewann 
ich damit einen metrifchen Vorteil: wo es unbezekhnet blieb, zwei- 
^^ige Senkung als einßlbige zu markiet'en. Daß ich z und ; gefchieden, 
"Mt Ausnahme wo das zweite als gefchärfler Laut fchon durch zf bezeich- 
^ war, kami nur Billigung finden. 

Außer diefen für diä Ausfprache wichtigen Nachhilfen ilt bis zum 
%iMie der mitte^ochdeutfch^ Zeit, wo größere Confequenz in der 
^WKeferung erfcheint, fo daß wir eine gemeinfame .Orthographie an- 
nehmen können, die Schreibung der Handfchriften genau befolgt, alfo 
^"•n, uu oder v für das grammatifche w, i für j. Der Lernende foll 
'^nich frühzeitig an die Eigenart jeder Zeit und der dnzeliien Denk- 
^Jer freh gewöhnen wnd die daraus entfteheüden Schwankungen und 
^ögewishciten fich einprägen. Ahet in der Interpunetion ift alte Über- 
"ßfernng DKjht befolgt: iie mufte nach neuen Gruüdßitzen durchgeführt 
Verden, damit der Satzlau zu mögliohfb klarer Erfcheinung käme. 



VI 

■* ^ I 

I 

In eekige Klammem find einzelne BuoliftabesL odcfr ^apase Worte 
eingefchloßen, die wegen mangelhafter .od^ geflx»*tejp Überlieferung 
ergänzt werden muften ron mir oder anderen: eit beqUemeB und reines 
Mittel das wirklich Überlieferte feft zu: halten tmd v'on Emendationen und 
Yermutongen ab zu fondem^ was bei Stüdken wie dem Mu«ptUi S. 32 ff. 
befbnders lehrreich un^ anTchanlich wirk^i wird. 

Die Einleitungen, bald kürzer bald länger / die kh den einzelnen 
ansgehobenen Proben Yoransgefchidst habe, etTtrecken £bch teils auf das 
kandfduiftliGhe Ma;terial, teils auf die Schriften über die Stüehe^ teils 
gdben ße Bemerkungen über Zeit und Yer&ßer umd andere literarifche 
Kachweife, Bei einigen ift Yollftändigkeit beabOchÜgt und wol auch 
erreidit, bei andern hat man ßeh (wie eg denn die Eückßcht auf den 
Baum; erforderte) auf das Notwendigere befohränkt; jedes&lls ßnd Hin- 
Weifung^^d gegeben , wo man ßch lyeitere Belehrung holen oder tor wo 
man feine Nachforfcbungen beginnen kann. Bei dem gänzlichen Mangel 
eine^i felbftähdigen Werkes über die(^ Dinge ^ wo das Material em vielen 
Orten zerftreut liegt, oft unzuverläMg, oft nicht geordent oder wenig- 
ftens mefat nberßchtlich geordent, werden diefe Eioleitungen gewis man- 
dien willkommne Belehrung und Anregunig gewähren: fnr die weldie 
mehr wißen oder zu wißen glauben, find fie niolikt gefchrieben. Jedes- 
falls hel&n ße beim Unterrichte Zeit fparen : Terbefi^rüngen und Zu- 
fötze, nach ^Notwendigkeit und Bedürfiiis, laßen ßch zü dem Gegebenen 
leicht umbringen und hmzuftigen. 

Wie fchon bemerkt, ift die Übergangszeit des Uten und 12ten 
Jahriiunderts reichli^er bedacht und mehr berüddichtigt als bish^ 
gefchehen. Die Zeitfolge der einzelnen Erfcheinungen, hier ganz befon- 
ders fehwierig, hat manchmal zuerft, manchmal giegen die bisherige 
Aimafame beftimmt werden müßen. Daß,, um ein Beifpiel an zu ftihren, 
die Eriedberger Brudiftücke S. 74 ff; nicht dem* 12ten Jahrhundert ange- 
hören können , wie man gemeint hat , fcheint mir ausgemadit (yergl. 
Decas c. 4 p. 16 fq.): den Sprachformen nach wird man ihnen den 
angewiefenen Platz neben Merigarto und den Bambergs Stücken wok 
einräumen. Das fog, Biolandslied des Pfaffen Eonrad kann nicht aus 
den 70er Jahren des 12ten Jahrhunderte ftammen, fondem muß vierzig 
Jahre älter fein; höheres Alter desfelben als W. &rimm angenommen^ 
hat andern auch gefchienen; welches und den Beweis daüir liefert Decaa 



04 10 pw 61 ffr DaS fiira Gkdiobt Mfiden häI%8B Abo»- nicht ind&r das 
}akr :1163 galten lann (wi« I^adiidlauL OhM Mlen Bevt^ an^^nallty 
itor ahtgeoL und Sagen & «)> !ift \nliii !aroi:S(^«r; ;a^r; WabkoiMfci 
■äoht ei Boeh . zn jun^, weüa er «8 Itinter/cUM» 1*1^»^. ChrSli def. Ära 
Aefit;: en gehi»ri iri^lmeihFliooh .ins Ute Jabthtindod; iknA lHlnia» nicht ai 
Imge Dach Annos Tode 1076 TerftAtfek: dieBeilw&re; die nhChr^^ 
SL 17 : S gd§pdben, hat HoUiÜBn kiodl TöHnehtt (ffei£M8 Cr^rm. %- 1 * C^ 
»ff daA ich hinficbtlkh det Antoifdhaft diefeMi iFocfeiier wdit lei w 

Es wild viäUeicbt aoiUUh/ dafi kh aiich' fär ^ die Gc^äiehte ^dr 
dxei Jafariiundertei nach Otfirfd^ wis bdi ih|Q duil3h iüe Handfohrifton 
\»aengt ift, im Därooke die L^uiigaeHe beobaohtei habe. BaB'üie flir 
Oiftid gelte, ift moht zu bei^^eifebL' Wackehiageki Ailßoht/ es^ lukbe> 
diefeir Dichter :leiiiä 8tr</fe tierzoiSg gemeint,, b^tu&t auf ememiiMi^T^* 
ftäadniffe ' Tba^ Otfiada eignen Worten , derönr rlohiigiB Dentmigi Helle i» 
rdaeni Ot&id S. 94 %; glagebdn ' hat Audi den übrigen GrediditetL l^is 
^m Snda das 9ien JlJirhünderte gebiUirt diir Langsfeile wie' den Mhereik 
(tahreimei^en: der Xndwigsleieh ift ebenfilUll £a ( ihr überli^äfert IxAl 
hidbe £e dann auch für die fpüteren Gn^diobt^ be^bebsdtten und zwar C» 
lange noth häuig beide Yer^glieder durch den Sinn enger* zufiumnen^ 
gehalten weiden , \Ab dahin «Wa auch dei" letate ReUb der aUen Z/uTanimenn 
gehörigkeit duroh dii3 kuraseix Beimpaare der mittelhocdidctutfidLen Eülft* 
poelie voittMmun^n yerdrangt ift. Man kann eiä> damit nbrigeha halten 
im nian wilL Mir bot dS^s Yer&hreai zugleich Baetimerfpamis, da bei 
der Länge miüicher Htdbiieilea fotift zu . hiUifig hätte tmbrodhein werden 
möAeb. Abgewichen bin idh dairon nui^ bei. der SichildidruAg detf . Hila- 
mels and der ISelleSv 76 ff:, es wär€i TlteUcdcht nkU nötig g^wefeÄ; 
ich wollte aber! gerade' bei, diefi^ Stücke den richtigen Versbau mehr 
hemnshieb^i, audb duroh Einrüii^kiing der andern Zeil^ die gdäugnete 
paarweife Gliederung der Verfe beßeryemafcbaulidien« 

Was die Fonb der> Gedichte des Uten undil^ten Jahrhunderts 

aaiangt, fo kann idi heute fo wenig ^e jriUier Wäokemagels Meiikung 

« 

rem der Beioiprofa^ beipflichten. Aber mit ailg^pieinem Gerede darüber 
oder mit hoduuütig^n abTpteebedaden Fhrafitti wird oaiohts gefördert und 
udits bewiel«B: es kommt auf (trenge UnteritXihung und Herltellung 
jedes einzfelnen Denkmals aa* Ich habe dies verfucht mit einem, das 



"VDI 

Tielleioht'fliir» iverwildertfte voQ'alen iü IM]UMiüid)'Ver8baii'ga4it;*kBit 
döin iSitncsfaMcke 'der ;Wekbefclii!etbiiiig,i da& ieüiM.Entddäo^r <UMgatft<v 
^^^ftnni;: hat t u. S, 73 S. 1 In idteferiHerfteHui^, wobei das geSohfiMeB 
waä fai<< jeden 'Herkufeg^WD liidht miir> eilanibt, fonclem Pflidit ift, imd 
Biannes famAelitilic^ des fiekäeb mlM nidit mehr iför^lb verwildert kadlen 
kenneüalB. man bis .daluiii gethan; und: «erwägt' man was* Bäcsäip. d7£ 
i|.ber I feinen. Versbau abgebanddi ift/fo irivd efei anöhindiefer SSnBdit 
vom YoarWiorfe der Sobeü frei Urtben. Freilieh daä 'Maß dei| befbes 
mittelhochdeutrchen Zeit an folche Stücke legen darf man:inioht' «Cregen^ 
übto dän Ye^fen Otfitids im <9ten imd HiihHihlianB' {!m> Begiikne^/ des 13ten 
JabriiiäDidertä.erlbheiiit'die 3)öetifi^e^Form'der'De&k^ Uten und 

12ten allenüngs in einer gewiffen Yerwüdleroiig; kn'derdas Sehwankea 
in' dien Spräohfohnen, wie es^in eitter Zeh' des^ Übei^ngs.nielit aiuki« 
feisk k«hny große ' Sdkiild< trägt; aber In diefer Yerwilder«ng) oder Ssi/gm 
wir lieUer . groB^^ XJngiebnndenbeit der 'Bewegung zeigt Ach* bei gesiauier 
eingeh^der Betrachtang doch* kuch wieder Begeli i±ld 6relMzt]]yißi§^isti 
Ansnähilie Von der Regel- ift Hoch lange hiobt RbgelMgkbit/ ibiidem 
hkt ihre eigene Begiel>in fich:' ifb diäs erkannt; 'fo kann über die gröftere 
oder geringere Zal der AKKsnahiiieii nidvt mehr gereohiet werden. 80 
wenig der Vers 1896 der Elage an d^r bei^b^rgb b£ d§n knehtea 
regellos ift,'»fo wenig find ei^ «ind Menge bei Ycldeke, »wie-^da^ vir- 
klfich dotch dinien willen «oder dfei? mich k-ufle« dichein der 
mine oder dö kern Olandjns der wolgit&ne; fo wenig find es 
aber -auch ferner Verfe, die fbaett des sweiübigeh'dreifilbigen Anftaot 
haben> wie in derKaiferchrönikfi wolden gerinct durcii got vehten 
odebfol wir des hungers irtwölen hinnW Und wasift zwifehen 
dtefen letzteren nnd den in Merigarto do itili^; er d'iirda doh ana 
wa!^:;er nicht für ein TJnterMied? ^hon Otfirid kennt diefe Art 
Yerfe^ aber er hat noch andere mit weiterer AuflBfung, fo neo^li daA 
bei ein oder zwetfilbigem Auflbactö nnd folgender fdiwebender Betonong 
die ' erfle der driei Silben, Auf denön der erfte Verston fdiwebt, in 
zwd verfehleifte Silbern an^elofb ift. Stt muß der Vers 2, 3^ 55 benr- 
teilt werden nu garaweme-s unfih all^, d^ Lacfamiinn zu Iwein 
2170 S. 436 unglanblicher Weife mit dreifilWg^n Auftacte lefen wollte, 
alfo mit Tollftändiger Verletzung des Hanptgefetzes derdeutfehen Beto- 
nung, während doch, um jeden Zw^i^lwu vegrfcbetioheni die Wiener Hand- 



IX 



feirnftsnf ga(4ea'Aoeent lagt (ga^rauuieme«). IMfelbe Fall eirfch^t 
VI) lii*mit>Mriuil'$g«sdi;i8 du dih bbä^äne^i wo LielmAan Ik a: 0. 
daMbdn/iMer i begehend V Ti«rfillMgBii» > Anflkarti > j^mj^hra y ; -^a^r^n^ /aw:h 
U« ifieder »diei Wiener' Hsndfcfaitf^ f^gdnotrs. <aboentÄiert Wüide 
w«i Otfiid Mche Yerfe ^fi^nril^bM hitbeny er 4«r Ibin G^cSidit geßiiigen 
wiea r^iüte, Wenkü /fie* ^nidit bätten tgefiugen^ 'wcärden ^iEöimenl Und 
wenn (uns * daoim ^folehe ¥erfd im 1 1 ten eder t IdteH JahiMzoiiert : b^eghen^ 
fifid fie roh/ oder gsriUtiüe Ybrfbtiini 'ndimen^ bder^ ^recheiQ( fie einem 
6ediöhte>' in «Mn fie Bthi/findeh/ die, San^bark^t ah^ Sie konnten 
daMs fo gctt gefungenfi werden .«Ob Ab. ee/getzÜ' könuen.^ > iWollike man 
jeiiea erften ^ers 4lv» der Klage und dähilet^ätgeiianikl^n OtMds rnnfr* 
UiM darfteUen/ U würde man das Schwebe« der Betonvng auf drei 
83tan dnrch Trieleu iansdrüekiBiiy im^ zweiten ^FäQe dann den erft^i Teil 
to^TiJc^ in Sfotenneon^^leidieni' W^rteanflöfen, UTd fe (wobei wir ^en 
M Ton Hebnng und Senkung) als ^inen Taot Tön awei Achteln fafien):' 

, • ni m mm ^^^ni jmnn'j i -r- ■■ ■ 

Man ftoit \ßch/ auch an die häufigen imdirfilbigen Ichweiten Anftacte in 
den Yerfen der genannten jbeiü Dreifün^er. Anltaet k(m»t einzeln 
such in der Blüteaeik der mitWhocdhdentCehen £^ik T<tt tM dem ir 
wider^fagt . iin4» »n zh fp^te der Ifiblalnngen Odli äch d^ er 
wiere j biderbe h-ö^efeib» tifndei wie iäi Iweitt i^ SiBita Häufiger 
^i^int er im 12te(tt Jahrhimderi Imdje höofiger je/ wdter hinauf:» bei 
Vddfike unter lOOQ Yerfen duschMiutÜkib vienaial^ in.d^ Kaifercharonik 

« 

^ gidther Anzal Yerfo eivrsk ädhtsEigliiaL Und So\ iftilanctt irierfilbiger 
Auflactnicht abzu ww&ln.. ShAelr.ift er bei Otfipid:6> 9, 33. inti tha m| 
^iHoB hi&^r in lante und beJVeldeke 1466 iradorfet voa | oninr 
^«niniet fterben als makrifi^es ^Mittel , ungleidi! häufiget und nicht» 
wenigllang bei weitem nicht immer zu diefem. B^«fe > in €redichten der 
^***^zeit:i z. B. in der KaLferöhronifc mißt 1000 Verfiea fechaigr 
•^> etwas weniger nach Yerhäknie in Herigarta, nemüch in den. 200 
^& ZeSen etwa achtmal (Decas 8. 2^ %.)• ^ ^^^^ °^^ bedenkt, 
^ es ältere Yo&sliBder, • von doi^oln wir- noch die Melodien befitsten, 
^^^ in ihrem umfikaliMen- Teile mit dem Auftaote halten, wa» in 
'^erer 'Inftrumeatal- und VocUmuÖL/ darin geleiftet wird, die Eigen- 
^^cl^eit und Schwere de» Auttacts in andeir^n' Mufiken, z. R in der 



naojgrffbben JTatii^nlüflnlfik. ermgi;^ 9M& eneägsi wm iüheebaapt mii dem 
Anftaate nögiehlia^ fonuMfate ihaii faft yerfiielit fedn^ : fiir xm£e^ älto- 
rem YiearfeiXelbrt incidk gröftsi» JLufiaote i(friiHcb''inii!y ^i^ht itaiävorftttiideii^ 
als eiizelne AttBuabmeii) nicht fuor giaaiKitamiSgUob zu luäten; jedesfalls 
wird lEia^'.lBiikeA} fiBhtyreralii Auftaci, cui GecBoU in > dem ^ li^ Anfciy 
ittdlt Ipnradcab .tmbugbar.aelm^n; toid mii wie. viel eher ,wikid .man an 
in Gred^ten ^dMeii laßeft .kömiftn, die .nicht; Üit dfeft ^Gofii^-benammi 
mai^. Das gei^ade Gegenteil rrolohei^ ÜberfiäUingni des Vitoaek^aiigs 
bilden bun ab^ anidob» Yerfb, .'die, bbsivi^r 8ilben Mben^ anf diaren 
jede eiiie //"Hebang SM^ wa« alfb ^Axifladt und alle Senkung^ foleii. 
Solche Yerfe erfieheinen feibft(hin taad wiedelr in. der beCten.Zeit; weniger 
Wimifig nodi köbnen fie bei! Yeldeke athmeiL z. B; q .w6 ;dej vurt» 
gib m>ir d»^ risy ^allei;: gn.t-\w:ä;?, inne wiri wä.^, na^ iri* 
Hche-yi mii^B./loekiähtey ^Ä<eh lactehieJ Wenn fie Aber «km^Yel- 
'd^er nMit? z^' Laft falltoj. wde ; könnte man £6 imgere^t fein den 
Dichter/ des Anne /wenn «r:fagt merdam ein j-ar, mit zwein gri- 
fen, half Vife half maä, dein Bearbeitier ier Bücher Mofis über 
flöin wtfl^s TigriiBj geit dö'pifiirih doy er wärt vilfri, faitse 
noch Treft UnVefft» iorwwfön»«a^wolfed? . . 

Ben Yersbau^' !kidnn inan «äs der tibopKelenui^^ i ohne ihr den 
geringden Zwang an zu thüfi^ veKLTbändigericennett, kamn daft man hin 
und wibder eine Znfttbmentiehnng dietr Wöibtt Tor> zu liehmen bsaudi^ 
nm dem Auge bdmXefen na/th tu taelfön aaddie'Sjnalifen^ wo fie fcbon 
OiMi kenot nnd auf fie hinweifty zu markierem/ Anders ifb es in den 
Gedrehten iet in Frage ftehteHieii Zeit Meund ;da ^mit den Bebnen. 
Biefö'ißnd iU' der Überliieferting nicht iürb^^- ged»oten,uk(^en aber meift 
ndt ebänlb^ großer Leieht^keit als 8ic&e^hJ8it> hergeCleM werden, und 
das^ hat folgende Bewantais. Söhonim SIten und lOten Jahrhundefte 
find gewiiTe Spiiacbfonneii/ «ßeiTlexionsendim^ ¥or aliein, Mxt fiüAig 
und in der Abmdmie kuiidicher Fülle begriffiän. Bi^fer Frooese timsttA 
ixä llUfa ioamear mehr zu und es' enilbähi.eüi ieigentüniHohes Sehwanken 
in den Fonnen, die Sprache vdrd uafidier/ eh6 fie fiek für das farfalofe 
e entMieidet, es ti*eten Sc&waniEnngen aus dem «inen in den andern 
Laut ein, vielleicht gab es: Übergangsläute, die obdui gaon nidit mit des 
gegebenen Yoealen yoIUtändig. reiii uAd' treu ausdrücken konnte und 
daher die Schreiber bald znm einen bald zum andern ihre Zuflucht 



xt 



nehmen n^dTten. W6iin nim -ein' GMifdii des tliOA JahrhniAetts vriA*- 
£ch in einer gleichzeitigen tjberlieferong auf iib$^ g^oafnmeti ift^ r fo kir- 
nen vnv uns felbll in diefam Falle über Scbwiofcnngen nicht wundem: 
die allgemeine TJnGcherheit wird wie den Dichter audi feine Abfdireiber 
ergriffen haben. Seit dem Beginne des 12ten Jahr)|iu^erts macl^t fiA 
die Sprachänderung hinlichtliGh der volleren FLesions- und Bildungslaute 
immer fühlbarer geltend, immer mehr reUM do^ fau^öAM e ein, nnd'n 
der Mitte des Jahrfaiinderts ift diererBi*s«ess* fiic tfe* gebildete Säii^ 
und Umgängsfpracfae entfchieden: nur cünaelne giBtna Wenige alte Ibmen 
eriialten fidi und auch diefe nur in der Yolkspoefie^ die der aih Alte« 
Unger haftenden Yolksl^rac^e üäher ftahdy und retten fidi/ Ar ins l3te 
Jahifaundert hinüber. Ein ^hreiber nun ans der ICtte d^ 12leai lainv 
iiunderts, dei* ein hundert Jahre älteres Oedi(^ dech gewis nicht in 
literarhiftorifeher Abfidit abfchrieb^ fohdeni zu pf^ÜfiAem Zwe^e, 
damit es noch ferner gelefen und gebrauch* würde, wird fich jedesfalls 
Mühe gegeben haben die älteren Sprachformen darin z*i tilgen und es 
durch neue neuen Lefem mundrecht und empfehlenswert zu machen. 
Er wird dies gerade am erftcn im Beiibe gethan haben, weil auf ihn 
der meifte Ifadufa-uck fällt und alte Fenden hier aih fiihlbarften ibin 
muften, auch' auf die Ge&hr hin einen ün^naiieren-Reim, eiven Mis^ 
reiJi oder wol gar Unrehn zu fetzen, in einer Zeit wo ohne dies die 
reine Beimkulifb kaum erft im Werden war. '• GMioklioh f&ar iins> wem 
tcüch einen Schi^b^rin dergleidien Fällen nicht poetifohe Crdüfke atn 
wandelten, weitere Umänderungen und Beßerungen Torzti nebmen; wenn 
er fidi dlaraM befchränkte, nur mechanifch die alte Form in die eni« 
fprecheüade neue um zu fetzen: fo^ft wird WiederfaerneHung des UW^rüng^ 
liehen äußerfb fchwierig, manchmal unmögUck Aber trotz diefem 
Streben zu modemißeren, Gnd in Iblchen GecEchien immer noch an ein« 
zelnen Stellen alte Formen ftehn geblieben, wenigfbens bufterhalb des 
Bdmes, fei es aus TJnacbtfamkeit/ fei es weil fie den Schreiber' minder 
anftößig dauchten, vielldcht well ß^ noch im Volke ibrtiebten: denn 
im unterfben Volke haben die alten Formen noch lange ibrtgelebt, wie 
Ge denn vereinzelt felbft heute noch in Dialecten erfcheinen. Mt Hilfe 
nun diefer in oder außer dem Reime hie und da ftehen gebliebenen 
alten Fcmnen, die willkommenen Anhalt gewäkren, laften ßdi jene um- 
gefetzten Börne herftellen und Ton da aus weitere ßchlüße auf die 



Hi^fprönglieben S^mchfoniien dei^ fihanzbnimachen. Wenn z^ R in einem 
foMen Gttiichte übertiefert ift: :r : : 

• ' Nfeaus itefti flhi'inttH arifeiÜ Itdin 

^as nicht eintoai öine ' Allonatiz gibt, fondern gar kein Reim iWi, fo find 
^'i- im R^dite dafür zti fchreiben '• • 

i - Kftitid I^irti IM jtaü aribeiti'lidÄn 

um auf diefe« WeUe deii Räim her zu fkellen^ wenn anderweitig im 
Gredichte ali?& YerbiSibrmen noch' Yorkommen; es brauchen tiicht gerade 
Infiftitiie der ftarken iForm zu 'fein; überhauj^t altertümliche Yerbalfor- 
«ften, die, wie andre Benkinöler lehren, mit jenen Infnitivformen 
zugleich in Abnahme geraten fihd, etwa !Eoniien Wie ginerjan, woltä, 
birehita; igiheigan. Oder; ^m ein Bdil^iel aus der üförninalbildung 
zä nehmen, wenn fidi fonfb im Gedichte Formell wie boto, willo, 
leWo.^.^ierpö, fela^, er da finden, fö find T^r b^echtigt^ einen Vers wie 
Jli 4e]^ gravi d^ iini woHin d6t haviii dd worhi ir fcdne ceichin 

ui|i zii, fetzen in 

zi demo | grayi dS fin, wolian ddt hataii . dS ^thi ir Icöne «eioban; 

nUd wir '. erhalten dadurch auch eisnen richtig gereimten Vers'; denn am 
Bau deft eHlben Teiles der Langtzeile wird nun naöh dem vorhin Abge- 
handelten niemaiid mehr Aiifk)ß nehmien: ' gravi da fin entfprioht 
jenem gar awemeis, und zi Aemo ift dreißlbiger nicht fchwerer Auf- 
taet J>er weitere Schluß ift./ dann, Wenn fiöh in einem Gedichtfe viele 
fofeher Formen finden; ' durdi Überiieiferung oder Herfltellung, daß es 
nnmögUdi dem 12ten Jahrhunderte angehinren kann, fondern einer fHihe- 
rem Zelt zu zu weifen ift: i(ras bei dem, aus dem'diefe Verfe genom- 
men- find, auch no<^h durch andere BeWeiüe zu erhärten ift. In dem 
Gredichte Merigarto kann inan an den Reimen rot:pluot 17, mach At: 
irgluot 39 :guot 86 lebenfo wenig Anftoß nehmen als an dem otfri- 
di£ehen wachoröti thiot 1, 12, 31; an e;^än:gadam 40, man: 
aha 90, fpringit : erzlnit 99 (wo in den. zu verfchleifenden Reim- 
niben vollftändige Gleichheit der Vocäle mit deto einfilbigen Reimworte 
herfcht) ebenfo wenig als an den otfridifchen tlid : irbolgbno 1, 4, 57, 
froHö : wolkono 1, 5, 6, wini : menigi 2, 9, 31; eö bleibt im 
ganzen Gedichte an ihislichen Reimen nur übrig plüotvära : alagaro 
93 (aber hier ftimmt wenigftens der /erfte Vocal uiid der Confonant) und 
g.&t:r6t 18 (wo auf die veiwandten Vocaleä und 6, deren erfterer 



zm 

anch dnnlcler gelautet haben >kaim^ iReiiigfl;ena^ldfiii6.€onfiBttfluitoii>firigeii). 
Manen wir noch ein' Gedicht, das Wackermagiel zur Käimprb£ik"reohiiety 
dei Teil d^ Bearheitang tdec Jttlcher Möfis, der 8iu der iroritäifoli^ii 
Handfcjirift hei Dieiner 8. d-^^t- abgedmekt Iteht nhd> iil d^ iebeufikll« 
remüofe Sätze vorkommen foUen. Hier, ift snnädicrb.iaii "Seiiben wie 
wefenr^rgen 14V 24/ Tigris : EufratäsrÖ*^ ^/itnrii: 2 er n 16, 
23 wenig AnftioB za nehmen: fie kommen übrigens nui> mmäii von 

3, 5 wi är Tdn Srift began d^ himdbrfolie' ftCften • 

wird dnrch' Herftellüng des altem ftiftan rechtreimig; ebenCb 

e, 13 ff. got dSr fprach dd pt Itnen genÄdten " ' ' ^ :' 

*yni foien toion einen man ^uns lelbeii ge^heä' ■ >' 

indem man j^enadon nbd gelichan fchreibt; 

6, ä7'd6 gefliuöfiär einen inAn. ifü harte drlfichtn» 
ß, 21 4d tSifc er d6n;man f^fte ß&vpa^tn: 1.. Imsj 

durch die Beßenjngei^ ^rlijchan nnd fjavf^.nd^n; i^d ia, äh^<?hw 
Art find noch ein ,pa^ andere Yerfe zn j^f^ern, . fp da^ inp^: g^iudz^ 
Gedichte noch nicht fünf Zeilen e^pfc^eii^en, die ab iirirl^Ucb /Teimlofe 
bezeichnet werden können« IJi^d was wfi^en et^a, 4x^Y^if^^'}^^ii4ßP^ 
andere Verderbpis fo gut wie ficher Ift, jgegen: fo v^jej^e hiu^^i^n^iQh 
der Art,\der damaligei^ Zeit gichtig ge^inpA^ f^^g^^ \ i.;..; ^ 1 A .1 
\ Alles dies wol , eihFOgeli , W£^ iok .doch begierig ^ui wä)en>:ob 
ßch, bei :diefer. Betraditong.von Yersbaü mid,iSaHn> in den fior'/Säipr 
prola ausgegebenen Gredichten eine nur. leidlidie !Anzal) Yerfe anfbiiilgttA 
ließen, auf die hin nmn. niiit gutem Gewißen. die Theorie der. Aeimpi^iCit 
begründen und ihr eine fo große Ausdehnung > wie man es. wiU>*zur 
weifen könnte. Man zeige mk die Yerfe, auf die man fieh ftöt^ty und 
wir wollen! dann weiter darüber handeln; man halte. lidLlzunäohft an 
die hier bezeichneten GediiMe: aber nur .kein allgemeines Gerade, keine 
bochm&tigen Phrafen^ kein Yeiikriechen hinter eiiien bernthmienliaiiienr 
Diefe Theorie der Reinaprofa, in .der Ausdehnung wie fie gelten 
^^, wurde noch einen andern harten Schlag erleiden ^ wenn ßch zur 
Wisheit bringen ließe, was idi behaupte, daß eine B^lhe von Gedicht 
^ des Uten und 12ten Jahrhunderts, und darunter eben gen^e.folche, 
welche Wackemagel dieier Art zuweirk,.in Strofen; fübg^Etßtf.ßiid. In 
^en der Yoiraner fiandfchrifti' find durch den.Sdireiber.felhß Ab(^z6 
bezeichnet, die der überwiegenden Mehrheit nach gleiche Yerszal toigi^ 



in afcidani fiUtft danütf /d^/Siimfddu8^ Satsban ocüar das aof^efwandte 
JPomBßiwieA. Jdk .fami«lier bd. alleH.iliefiaii Stübkea, .aus der VocsAier 
Bimdfclwift wai anderen, bioU. antf Harfliellai^ .aüB geWeßdm und man 
bekoinint >die Uhe^UeleKimg treo: m^d. gaxiaa.;: Mamdunäl habe i^ nur 
greße Budiftaben amgeipendet, um den Sintri^ der ßtrofen zu besseicb* 
]i£ini die :werdea hoffei^Hoh nienianden .beißen; - D^Buf hin Xehe man 
fich einnud die Judiih S. 95 ff. and dis: Stück aus Eotbel: 8. 1&2 £ 
genauer an. ^ur bei einem eiazigen> das ich das Lied von der 
Erlöfung genaant S. . 87 ffi, habe ipl^ ^idit .^viderftehij ^ömien, was 
mir Zuthat fpäterer Bearbeiiier fchien, au^, zu i]pheidj^4 und einige Sprach- 
lormen dem Crebcauche . der Zeit, gemäß., in die es. gehört, mehr als 
es das fonft befolgte ftrengere Halt^ an, die.ijberliefbirung gebot, her 
zu (teilen: mu' .neuer Yexfuch mit' ein^n Xahoa mdir&ch von andern 
und von mir behandetten iitei^ffanteÄ GMiiäite: die- Ghninde des Ver- 
üAretta dal^iei i^rde^ieh'^aH' aüderet SteOe tu gebe^ (Gelegenheit haben: 
Ms ddhiA bittüe ich nicfet von Ghewällfeinkeit zil f^redieÄ. ' 

Wie denn aDe menfeUichen Dinge utfvollkdmmien firid und unfere 
Thaten immer tiit^ unferetn-WtJllen zülüdtbleiben, fo leidet auch diefes 
Bneh ncieban manicherM €h^re<ien trotz der dia^tf terwendetbn' Sorg- 
falt Das fühle ich felbei* tvai zu %a und derAyoMenkende EinEcitige 
ttfirii* ea %nidit zu ftrengi vermeiken, der bedenkt, mit welchen ßchwie- 
lä^LfeiteaibeL.der Anaväl, A ufl tei hmg , Siditniig.xmd Berdnigung fo tvA 
Tecfcfaiädenften» ^Mbtenäls -zu kämpfen hat wäm es daruih zu thun ift 
liidit :bliiid in die voiiiaadleneii !MaJDfen^zaIgreifeny fondeifn felbCtändig zu 
veifahcen,^ »mit ßewißenhaftigkeit im ZiüaiomeBhange 2» pröfbn und 
Ceinen iPlioi ti^ zuecßOlelD^. Aus liserer Meueroiigslbcht bin ich nie von 
iMWittlrten J^Iiäffiera.abge^ wo ich es that/ glaubte idieS' thun 

za. ihüßen* So konnte., ich i. & bei den «ttB«Miünefa.i|gs JFrnhling aus- 
^hobedea Liedern^ und. Bprüehisli mich nic&t'in aUem, hauptfäohüoh nach 
Att Beüß djor llundäitben ' der Dichter ;faii|, mit dem d^ befolgten Yer- 
*£Ediren exnverfkanden erklären. ' Will man die Lieder niederrheinifcber 
und mitteideuifdier Dichter fo l^bctn, wie &9f fpät^. in Oberdeut£[^land 
jomgegaiigeB^ gefangen utal lMi%ßaeichnet.! worden, fo mag das Gebotene 
iii Ordnung fein; . gekt man. aber den uiTprünglich^i Abfichto/n dieler 
Diohüeit nach, will jnan£e. Lieder wie fie de felbeor langen, £6 wird 
man die Art« ihrer Heimat mehr zh berückfiditigen haben. Das Wieweit 



XT 



we 
tüng 



ift dftbei freiUdi iäiwifeidg; iiobJOfunSglUiliy wMiiwväMe» F0if föhnig (lehren, 
«^ naihßiiffidr OkrA JVram^ fW^cniBeiiftaim^eiL tia£ lU^feia Gialmbei in 
goten \BW%iiig6 iSbJ MM UbBem* jUütneireijf .luuL IgtlonaiPte der ]Cnt0r^ 
ficlnmgren\ iikBebigeir'föc4itigbir:.JIäMiarMisi^ nin^to 

für oder wideir hewiefenXtäid JtiemAifSdrpri^gkdSiTM&itigti . : < . 

•" '• ■•'^- ;' ' -^' ' '•' ■'' •■ •' ' '""^ -\ -i' •.-'!'! ■'.•.,':■ 

Durch die, Bemühungen eines kennniisreichen und lieben Treundesl 

dej*, iinfere WiÄenfchaft. hoffentlich recht bald,' mit einem ohne Zweifei 

sftYollen (xefctenke erfreuen wir^, iJx diefem Buche manchie BeÖe^ 

dg zu, T^il geworden: Heri* Dr. Lücä wiar lo freundlich von den 

meiften Bogen, fo weit es feine Anwefenheit gehalste, die KeViGon 

ZU lefen und zu berichtigen : wofür iöh ihm herzlich danke. 

^inigp^j IJ^clrfelef . ijipad JrrtÜD(ipr,v^ di^, n^r bis jßtet au%eftoßen^ 
wolle der geneigte Lefer yor dem Gebrauche yerbeßem; . 

r ,& 2k i&riie 7; V^ Du lies . g^dtoiUiA6d«di; > 8. 16 2.37^ huijdt; Z. 
6d ^kA'^k'y 2. H6e>^ kßir^wtu^ 8. ;7;iiar2. .iTaa%t^ Z. :5XdQ» 3:^;tt(^ 
heidiiiA: 6i IS ZI 10 üinnotf ehidknuiugu: S. 20 Z. 3 t«:u. fori:^]^ 
IL fo Z. avR 21 Z. 1. 12.!r6j 6i 7.?a l?.i a i22.Z. 14 t. a filluildr^, 
Z. 15 firioda; Z. 22 giTihtift. 8. 26 Z. 13 v. n. :«le4it«Ä** , 
& 26 ÄiB Tj.iL.fithx)i?...8J 33iiZ..i5B nafch fifcötorKöniiöa; ; desgl. Z. 
66 nadhi tnaiK,' Z: 60>e(or:Z;i6^jm:IetBien' Worte ««terdfiG^Jb^^ 
dift 'edogerSamiheiiiehrb 'dem: ¥>ocal& dazwifoheU sii ti^en:* kfitou«^; 
Z. 74 [fuonari]. 8. 37 Z. 6. v^ u.. ^irdaaaotA.: 8,/38::£.' IÄ-iTm'*. 
leccÄdun. 8. 40 Z. 7 des Textes gu,atA fi(,,4J, Z. 33, gi^ptfi; Z. 
34 niach z^la ein Komma, desgl. Z^ 45 nach guati; Z. 48 ginuag. 

S^^5iS?i^6^ üuankiSnti; Z. 95 guat6. 8.47 Z. 19 Tharben. 
8. 55 Z. 5 des Textes dugidL 8. 56 Z. 1 v. u. wol beßer geuueri 
u. fo auf der folgenden 8. Z. 1. 4. 8. 58 Z. 9 v. u. geburran; Z. 8 
fuota. 8. 76 Himmel und HöUe Z. 21 fe]ingehellifi 8. 77 Z. 66 
einheL 8. 78 Z. 147 zälfam. 8. 81 Z. 6 v. o. urechi; Z. 9 
iingn6:;fami; Z. 16 v. u. uirruogide. 8. 83 Z. 3 v. u. fiige noch 
hinzu: Londoner Hs. im brii Muf. Harlejanifche 8amlg !N'r 3013. 8. 145 
Z. 1 oben ift die Eolmarer Liederhandfchrift noch als verfchollen bezeich- 
net; fie ift dies nicht mehr, fondem befindet ßch in der Münchener 
Bibliothek, wohin fie aus Bafel gekommen ift. 8. 169 Z. 18 t. u. 
lies gut. 



XfVI 

« didferi GMdgenlMiit. m^U idii' gieioh nödi / cüdg^ DmckllBler in 
meitien ini TÖrij^ü Jahre erföUeibidiieoParftdigiDeii teii6hi%eiii (f acadig- 
men s^ deutfc^eiiOTtimiiaiik, gotlüfc sdttöckd^utroh; nutMbodldettifoh, 
neü&^hdeatMi, Halle Wai£Biiha«]HuäibaiicHiui^>18d<>X S^Ti Z. 15 t.iL 
im ahd. Fem. Dat Phfr. liäs kep-onu; ; 8. la^Z- l(>>;4>.dn»;der Heben* 
art ahd. Jfom^ lies will ,e.o u. Z. 18 im.Acc. Sff. will epn; Z. 5 v.n. 
in der Nebenart ahd. Acq. Sg. Jies re.di-.ftn, 8. 14 Z. 5 v. o. rechts 
im uahd. Par. im Acq. 8g. lies herz-ß. 8. 30 Z. 18 v. u. im ahd. Par. 
Acc. PL Masc. lies initj-6.(ftat|; mi1jj-a) ^nd Acc. PL Keul^. mitj-n 
(für miti-a). 8. 71 Z. 6 v. u. L vaivft.. 8. 77. Z. 5 Y.'n.'in der l.Sg. 
Präf. Gonj. lies nasja^i (ftatt iiasjai) u. sökjau, (ftatt sokjai). S^ 87 
Z. 12 T. 0. auf der rechten Hälfte PL Prät 1 lies wärumes, wärun, 
wärimSs, wärim. 8. 93 Z; 16 V. tu in der V. 8^! Ptah' liid. lies 
fteit (ftattftönV "' ' ''' ■'••'•'■'= '"- " ' - ^ -:.;=:-- f-?. [ 

«Der zweifle TeS dei Ijefebudis'^ ein 'Wäpteibuth ^nffiattend, wd 
in kurzer Zeit 'na<iM>lgekL ' Es föU dasfeibe nicM Uds ifen; WM^rht 
des Lefebuchs ge^sären^, foiuieimtaiMiiiioch' anderh Be(KilrMiren^>abhttif^^ 
dab^i aber an FmfiingN'ztun Vorliegpenden ärften 'Tefle^keines^egfi jib^Uis^ 
verkaltni« 'treten. . / -i X 'f'. .''> .'».i.fnl ; '•*: .\ ';h."»:-t:'i vi "^ 
SchlieMich ' wÜnTcfaef ibh/ daß ^di^: Btich.> aus meinem «iB^ürbilK 
faerT6i^g8ngen, 'imch noch in ändern 'Sriiiißen «deü Nutzen rftifte^: ton 
de» willen idil feine Anielattyeitdng 'onte^naonlieiiii^lnnd >daß: ibkn-frcibriUiohe 
An&ahitetmd'Nafehfichtnidht feien; rmögel) ..\ i:: ;.}::( tiii !> • 

• ^' Halle ün\Ö6tö6er 186iLl ' ; :: '^ .^ .ui,:,o... 

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Aus llfilas gotUscher Bibelfibersetasag. 

Handschriften: 1) ITpsaler Hs. cod. argenteus, geschr. 5» — ^6. Jlidt niit silbernen und 
goldenen Buchst, anf Purpnrperg. 187 Bll. in 4 (ursprgl. 330 BÜ., verloren 143 BU.) 
\MX: groie Brachstücke aus den 4 Erangeüen. Anfgef. Mitte 16. Jlidts zu Werden 
a.i;&idir, vor 1600 in Frag, 1648 daselbst dnreb die Sckweden esbeutet und nach 
Stocttohn gebracht, 1655 in den Niederlanden bei Isaac Yossius, wo Franz Junius 
Abschrift nahm, dann wieder nach Schweden und von der Königin Christine 1669 
der üpsaler Bibi. geschenkt. Herausg. t. Fr. Junius 1665 zu Dortrecht, 1684 zu 
Amsterdam; t. G. Stiemhielm ßtocöl» 1671; Ed. Lye Oxford 1750; Andr. UppstrÖm 
Ups. 1854. Ders. Dcicem 09d. argl rjßdifviTa fdia Ups. U67. Facsim. bei Gab. u. Lobe 
I. Tab. I. u. bei Uppström. 2) "Wolfenbütler Hs. cod. Carohnus (resor. darüber 

Isid. Hispal. orig.) 4 Bll. 5 — 6, Jhdt, warschl. aus d. Kloster Bobbio stammend, 
dann zu Kloster Weissenburg im Elsass, von da'.tiber Mainz u. Prag durch Herzog 
Anton Ulrich nach WolfenbütteL Inhalt: Stücke des Römerbriefs aus Cap. 11 — 15 
mit nebenstehender lat. Übers. Entidaekt , durch ;Bjiittel 17i56 tl hrsg. d. dens^ 1763. 
Facam. bei Gab. L. I. Tab. U. Nr. Y. Mailänder Hss. Palimpseste, aus d. Klostetr 
Bobbio stammend, geschr. ebenfalls in der Zeit der Gothenberrschaft in Italien, auf- 
gef. in der Ambrosiana 1817 von Angelo Mai U; hrsg. von ihm u. Castiglione 1819. 
18^4. 1835. 1889. 3) cod. Ambros. A, in 4 (Gregor. M. hoäul. in Ezech.) Frag- 

mente der pauünischen Briefe. Facsim. bei Gab. L. L Tab. H. Nr. III. 4) B, in 

4 (Hieran, explan, in Jes.) Fragmente der paulin. Briefe (2. Cor. ganz), z. Teil dies. 
Stücke wie in A. F»C8. ebds. Nr. IV. 5) C, 4 BU. in kleinerm Format (lat. 

Ijbere. der Evang.) Bruchstucke aus Matthäus, die z.T. im cod. arg. feien. Facs. ebds. 
Kr. n. e) D (lat. Comm. über die Bücher der Könige) B^ch'st. a. Esra n. Nche- 

>üa. Facs. ebds. Nr. L UlfOas goth. Bibelübers. n. Hirens Text hrsg. v. J. Cht. 

Zahn. Weissenfels 1805. 4. Ulfilas. Yeteris et novi tcftam. Tcrsionis Qothicao frag- 
nenta quae supersunt c. glossario et gramm. linguae Gothicae ed. ,H. C,. de Gabelentz ' 
ftJ.Loebe. Lips. 1843. 1846. 2 voll. (3 Teile) in 4. Dazu v. deris. Uppström« codex 
srgenteus Lelpz. 1860. Ulfilas. Die heil» Schriften tlten u. neuen Bundes in .go^h. 
Sprache. Mit gegenüberst. grieoh. u. lat. Texte, Anmerkk., "Wörtcrb.,. Sprach!, id» g*0- 
schichtl. Einlig. v. H. F. Massmann. Stuttg. 1857. Ulfila od. .die uns. erhalt. Denk- 
mäler der goth. Spr. Text Gramm.' WÖrterb. v. L. L. Stamm. Paderb. 185Ä. . 
Goth. Glossaif ▼. Ernst Schulze. Mit einer Vorr. r. S. Grimm. Magdeb'g. (1848). 4. 
0. WaitB üb. d. lieben u. ^e Lehre des Ulfila. Hannover 1840. 4. 

Das Vaterunser : Matth. 6, 9 — 15. Cod. ar^ent. in Upsala ' 

fol. 4v. 5r. Uppström. p. 4. Ulfilas eclit. Gabelentz et 

Lobe ToL 1 p. 6. Massmanns Ausg. S. 48 ff. Stanün S. 6. . 

Sv* nu bidjaith jus : atta unsar thu in , himinam , veümai namo theiD^ 
Wmai thiudinaflbs theins. vairthai vilja tteins fve in hiinina jsJi ana 
^ai hlaif nnfarana thana fintoinan gif uns himma daga. jah aflet 
^ thatei fkulans fijaima, fväfve jah veis afletam thaim fknlam unfiv- 
^. jah ni briggais uns in fraiftubnjai , ak laufei uns af thamma ubi- 
ua; unte theina ist thiudangardi jah mahts jäh vulthus in aivins. amen. 

. Schade, altd. Leseb. "* 1 



Die Auferweckung dei Lazarus: Joh. 11, 1 — 47. Cod. arg. 
fol. 85v. 86. 87. 74. Uppström p. 30 — 33. Gabelentz 
u. Lobe 1, 177 ff. Massm. S. 328 ff. Stamm S. 131—134. 

11 y 1. Yasnh than fums fiuks Lazarus af Bethanias, ns haimai Marjins 
jah Marthins fviftrs izos. 2. vasuh than Marja, foei falboda firaujan 
balsana jah bifvarb fötuns is fkufta feinamma, thizozei brothar Lazarus 
fiuks vas. 3. infaDdideduu than thos fviftrjus is du imma kvithandeiBs 
^frauja, fai, thanei frijos, fiuks iK, 4. ith is gahausjands kvath ^lo 
fiukei nidt du dauthau, ak in hauheinais guths, ei hauhjaidau fiinus 
guths thairh thata.' 5. frijoduh than lefus Marthan jah fviftar izos jah 
Lazaru. 6. fve haufida, thatei fiuks vas, thanuh than fi^lida in tham- 
mei yas ftada tyand. dagans. 7. ' thäthroli thän afar thata -kvath du fipon- 
jam 'gaggam in ludaian aftra.' 8. kvethun du imma thai fiponjos rab- 
bei, nu fokidedun thuk afvairpan ftainam ludaieis, j^h aftra ^aggia 
jaind?* 9. andhof lefus 'niu tvalif find hveiloe dagis? jabad hvas gag- 
gith iB dag, ni gaftiggkvith, unte tiuhath Ws ßiirhvdus gafaihvith. 
10. atbthan jabai hvas ^ggith in naht, gaftiggkvith, unte huhad mit 
in imma.' 11. tho kvath, jah afar thata kvithith du im ^Lazarus firi- 
jonds unfar gafaizlep: akei g^gam, ei usvakjau ina.' 12. thanuh kve- 
thun thai fipdnjos is ^frauja, ^heii flepith, hails vidrthitii.' 13. k^athuh 
than leftis bi dauthu is; itii jainai hugidßdun, thatei is bi fiep kvethL 
14. thanuh thav kvath du im Wus fvikunthaba 'Lazarus gafvalt, 15. jah 
fagino in i^vara, ei galaubjaith, unte ni vas jainar. akei gaggam du 
imma.' 16. i^ianuh kvath Thomas, fa^ haitoda Bidinius, thaim ga- 
hlaibam feinaim 'gaggam jah veis, ei gafviltaimä mith imma.' 17. kvi- 
mands tlian lefus bigat ina juthan fidvor dagans habandan in hlaiva. 
18. vasuh than Bethania . nehva lairufaulymiam fvafve ana fpaürdim 
fimftaihunim. 19. jah managai ludaie gakvemun bi Harthan jah Mar- 
jan, ei gathrafftidedeina ijos bi thana brothar iz6. 20. ith Martha, 
fiinfei haufida, thatei lefus kvimith, vithraiddja ina; ith Marja in garda 
fat 2L thanuh kvath l^tartha du lefua 'frauja, ith vefeis her, ni than 
gadauthnodedi brothar meins. 22. akei jah nu vait, ei thishvah thei 
bidjis giith', gibith thus ^th.' 23. kvath izai lefus 'usftandith brothar 
theins.' 24. kvath du imma Martha *^vait, thatei usftandith in usJUaffai 
in thamma fpediftin daga.' , 25. kvath than lefus 'ik im fo usftafs jah 
libains. faei galaubeith du mis, thauhjabai dauthnith, libaid. 26. jah 
hvazuh faei libaith jah galaubeith du mis, ni gadauthnith aiv., galaubeis 
thata?* 27. kvath imma ''jäi, frauja, ik galaubida, thatei thu is Xriftus 
funus guths, fa in thana fairhvu kvimanda.' 28. jah thata kvitbandei 
galaith jah vopida Marjan fviftar feina thiubjo kvifchandei Uaifareis kvam 
jah haitith thuk.' 29. ith jaina, funfei haufida, urrais fprauto jah iddja 
du imma. 39. mth-than nauhth^-nuh kvam lefus in vaihfa, ak Vas 
naühthanuh in thamma ftada, tharei gamotida imma Martha. 31. lu- 
daieis than thai yisandans mith izai in garda thrafftjandans ija, gaßu- 
hvandans Maijan, thatei fprauto usftoth jah usiddja, iddjedunuh afar 
izai kvithandans, thatei gaggith du hlaiva, ei greitei jainar. 32, ith 
Marja, funsei kvam, tharei vas lefus, gafaihvandei ina draus imma du 
f5tum, kvithandei du imma *^ frauja, ith veifeis her, ni thaoh gafvulti 



$ 



mm brothar.' 3*3. thaniih lefiis, fimsei' gafalnr ija greü^ndein jah 
Maiims^ thmei kremun müh itsai, gretandans, inraühtida eiimn jah in- 
\agida fik filban. 34. jah kyäth *^hvar lagidedtin ina?* kvöthun du 
imma 'franja, hin jah feihvl' 36. jah tagrida leftis. 36. tharuh kve- 
tbim thai ludaieis ^fäi, hyadra Moda ina.' 37. Aunai than ive kv^thun 
'nin mahta fa, izei u'slauk augdna thamma blmdih, gatanjan ei jah fa ni 
t ^f^laathnddedi? 38. thantth Ief\is aftra inrauhtühs in Iis Glbin gaggith 
da thamma hlaiva. yasnh than hulundi jah Itaina xi&rlajgida va6 ufarä. 
39. krath lefus ^a&imith thana Hbain!' kvath du imma iViftaf this dau«- 
thins Martha ^frauja, ju Ms ift: fi4xirdög8 auk ift/ 40. kvath kiu 
lefus 'iiiu kyath thus, thatei jabai galaubeis, gaMkris vulthu guths?' 
41. nshofon than thana ftadn, tharei ras. ith lifus uzuhhof augona iup 
jah kvath ^atta, aviliudo thus, unte andhaufides mis. 42. jah than ik 
viffa, thatei finteino mis andhaufeis. akei in manageins thizos biJPtan- 
dandeins kvath, ei galaubjaina, thatei thu mik infandides.' 43. jah 
thata kvithands ftibnai mikilai hropida ^Lazaru , hiri ut!* 44. jahurrann 
i*a dautha gabundans handuns jah fotuns fafjkjam jah vlits is auralja 
bibundans. kvath du 5ia' löAls, ^fbdbttldiäi iiia jah letith gaggan!' 
45. thanuh managai thize Judaiei thai kvimandans at Maijin jah fai- 
byandans, thatei gatavida, galaubid^dun imma. 46. fumaith-than ize 
galithnn du Fareifaium jah kvethun dit im, thstd gatavida lefus. 

Von der christlichen Liehe: l.Cor. 13, 1 — 13. Cod.Amhros. 
A. 6rahelen^% u. Lohe 1, 234 sq. Massm. S.418|. Stamm 

* S. 176. 

13, 1 [Jabai razdom manne rodjau jah aggile, ith friathva ni habau, 
im ais Wud] aiththau klifmtJ klifmjandcä'. Ö. jah jabai habau praufetjans 
jah vitjau allaize runös jah all kunthi jah habau älla galaubein fvafve 
fairgunja mithfatjau, ith friathva ni habau, ni vaihls im. 3. jah jabai 
jraatjau allos aihtins meines , jah jabai atgibau leik mein ei gabrannjaidau, 
itli friathva ni habau , ni vaiht botos mis taujau. 4. friathva usbeisneiga 
ift, föls ift, friathva ni aJjaöQtb, Aiathva ni flauteitb, ni nfblefada, 5. ni 
aiyiTkoth, ni fokeith fein ain, ni ingian^ad», nih laitpth ubil, 6. nih 
faginoth invindithai , mithfaginoth ßjnjai 7. allata thulaith, allata galau- 
j>eith, all veneithj all g^beidith. 8. friathva aiv ni , gadriufith ; ith 
jaththß praufetja gatairanda^ jaththe razdos gahveiland, jaththe kunthi 
gataiirnith. 9. fuman kunnum , fuman pranfetjam. 10. bithe kvimith, 
thatei ustauhan ist, gataürnith thata us dailai. 41. liian vas niuklahs, 
fve niuklahs rodida, fve niuklahs froth, fve niuklahs mitod^. bithö 
varth vair, barnifkein» aflagida. 12. faihvam nu thairh ^uggvan in 
Mahtai, ith than andvairthi vithra andvairthi nu vait us dailai, than 
^^^'^wma [fvafve jah ufkunna^ths im. 13. ith nu vifith galaubeins, vens, 
friathva, tho thrija; itji maizei thize fo friathva.] 

Von der Auferstehung der Todten: 1 Cor. 15, 12 — 22. 
Cod. Amhr. A. Gahelentz ui Lohe 1, 237 fg. Massm. S. 

422w SfßfKm. S. 177. 

^2. Thande nu Xristus meijada^ thatei. urrais us daüthaim, hvaiva kvi- 
M frnnai^ in izvis, thatei usftafs daüthaim nift? 13. ith jabai UÄftafs- 

1» 



daaithiüm niß;, mü Xriftns uirrais. 14. atUüsaji jabai Xriflus ni urraisy 
Fvar^ thau jas-fö m^reins uniara jah So galaubeins imrara lau(a. 15. 
bith-than gitanda gallugaveitvods guths^ imtS TeitvödidSdum bi gutha, 
thatei nrraißda Xriftu, thanei ni urraißday [jabai dauthane m urrei- 
fand]. 16. Jah, ^bai auk dauihanB ri xurreifaiidy nih XriHuB urrais. 
17. ith jabai Xriftas ni uiraisy Tvar^ jah fö galaubeins izvara ifk^ jan- 
naüh njuth in fravaurtitkn izYamim. 18. thanuh jath-thai gadepandans 
in Xriftaa frakTiAnodedun. 19. jabai in thizai Ubainai ainai in Xristau 
Y^njandtuis fijum thatainei, armoFtai ßum allaizS mann^. 20. ü^ na 
thaäid^ XriTttcd urrais lis dauthaim, anallkodeins gafL^pandane vaurthans. 
21. unte ank thaifh mannan daathns, jah thairh mannan usftafs dau- 
thäize. 22. ante fvalyd ift Adama allai gadanthnand, fvah in Xristan 
allai gakviunand. 



Heidnische Zaoberliedcf. 

.1. "• '• 

1,1. * ' ' • 

über die Fdszeln einet Kriegsgefangenen. 

Merseburger Hs. Nr. 58 BL S4\ 9 — 10. Jhdt Jacob Grimm über ?wei entdeckte 
Gedichte aus der Zeit des deutschen Heidenthums; mit Facsimile. "Wühl Wackemagel, 
altdeutsches Leseh. Neue Ausgabe der 2. Aufl. Vorrede S. IX. 4te Aiifl. S. 20. 

Eirif ßi^un idüS, Iä:5nn hera duoder: 

sumä hapt heptiduii,^ riunä heri lezidun, 

fiuna cliibodun umbi cuonio uuidi. 

infprinc baptbandun! inuar ülgandun ! 

über, den verrenkten Fns2 eines iNerdes. 

, , ... 

Ebendte. J*. Grimm a. a.'0. "Wack. Leseb. S. X. S. 19 fg. Q. Schade, Crescentia 

. S. lg. 

Hiol ende Tluödan uuorun zi holza. 

du uuart demo Balderef uolon fin uuo? birenkit. 

Thü biguolen Sinthgunt, . Sunnä erä fuifter, 

thu biguolen Frua, TJoÜä erä fuifter, 

5 thu. biguolen Uuodan, ^ lo he uuola conda, 

Sofe bönrenki; ' fofe bluotrenki, . 

' föfe lidirenki ♦ 

Ben zi bena, . bluot zi bluoda^ 

Hd zi geUden, fo Ife geUmida fitf. 

3. 
Heerdensegen. 

Wiener Hs. 1. Hälfte des 9. Jhdts. NrJ 6W, ol. liist. eocUs. 148, Bl. 107«. Karajan, 
lyrei bisher unbe^^amit« deutjsehe Sprach - Ijänklnale fius heid^sqher Zeit; mit Facsimile. 



5 



0. Schade y Teftemm momunentoruni theotiscorum decaa. LS. 1-^4. Müllenlhoff in 
Hpts Ztsckr. 11, 257 — 2a2. Weinhold im Julihefte der Sitzg^ber. der Wiener Acad. 
1858. Bd. 28. S. 281 ff. 



[üuuotan 
dö uuaf 
[üuuotan 



uuart gaboren 
Hirmin] . 

der [uualtantoj 
uualtdn hiuta 
da:5 in uuolf noh uulpa 
18 uuara fe geloufön uuegef 
[Fuuotan] unte [Hirmin] 
allä hera heim 



^r uuolf ode diob. 
[TJuuotan]af hirti. 
unta [Hinnin] der gauuerdo 
dero hunto, dero zohöno, 
za fcedin nemegi uuerdan, 
ode uualdef ode beido. 
dÄ fiTimmä[n] mir la hiuto 
[beilä iob] gafunta. 



Das Hildebrandslied. 

Fulda -Casseler Hs. des 9. oder schon 8. Jhdts. Theo! fol. '54. Bl. la und 76b. Joh. 
Georg Y. Eckhart Francia orieniaUs 1, 864 — 902. ^^esixnile der B&.: W. Grimm, 
deHfldebrando antiquissimi carminis teutonici fragmentum. Brüder Grimm, die bei- 
den ältesten deutschen Gedichte a. d. 8. Jbdt. J. Grimm in den Altd. Wäldern 2, 
97—115. Lachmann über das Hüdebrandslied, gelesen in der Berliner Akademie 
1833. Text von W. Wackernagel im altd. Leseb. neue Ausg. d. 2. Aufl. S. 6S ff. 4.> 
Aufl. S. 55 ff. Versuch einer strofischen Abtlg. v. W. Müller in Hpti Ztschx.. 3, 449 
£ Grein, das Hildebrandslied. Marburg 1858. 

Ik gihorta dhat feggen, 
dhat fib lirb^ttun 
Hiltibraht enti Hadbubrant 
funufata ningo, 
5 garutun fe irö gudhamun, 
helidof ubar. [bjringä, 
HQtibrabt gimahalta 

ferahef frotoro: 
10 fühem uuortum, 

fireö in folcbe 
• • • • 

ibu du mi enan fagef, 

chind in chunincricbe : 
15 Hadubrabt gimahalta 

"dat fagetun mi 

alte anti fipote, 

dat Hiltibrant haötti min fater, 

fem her öftar giuueit, 
20 hina miti Theotrihhe 

her furlaet in lante 

prut in büre, 

arbeo laofa: 

fid Betrihhe 
25 fateref minef x 

her waf Otachre 

deganft dec hifto, 

unti Deotrihhe 



senon muotin 

untar heriun tu&n 

iro faro rihtun, 

gurtun fih irö fuert ana 

dö fiS tö dero hiliiu ritun. 

Heribrantef funu: 

her uuaf heröro man, 

her fragen giftuont 

[h]wer fin fater wäri. 

• • • • 
eddo [h]welihhef cnuoQef. du fif. 
ik mi de ödre uu6t, 
chüd ift mi al irmindeot.* 
Hiltibrantef funu 
üferß liuti, 
deä er hina warun, 
ih heittu Hadubrant. 
flöh her Otachref nid, 
enti finerö deganö filu. 
luttüa litten 
barn unwahfan, 
her haet öftar hina det. 
darbii giftuontun 
dat uuaf fö friuntlaof man. 
imimet tirri, 

darbä giftöntun. 



her waf eo folchef at ente. 
30 chud ^af her . . 

ni waniu ih iu lib habbe 

Vettu irmingot 

daFTTu neo dana halt 

mit fuf l^pan man 
35 vrant her dd ar arme 

cheifuringu gitan, 

Huneö tnihtin: 

Hadubraht gimftlta 

"mit geru feal 
40 ort widar orte. 

mmnet fpäher, 

mit dauern wuortun, will mih 

pist alfft gialtet man, 

dat fogltun mi 
45 wefkar ubar we^tüCeo, 

tot ift Hütibrant 

Hiltibraht gimahalta 
It - • *wela gifihu ih 

dat du habef heme 
50 dat du noh bi defemo riche 

welaga nu, waltant 

ih wallota fumaro 

ur lante * 

dar man mih do fceiita 
55 fö man mir at burc enigeru 

nu fcal mih Tuäfat ehind 

bretön mit ünu biiliu, 

doh mäht du nu aodHhho, 

in fuf heremo man 

60 rauba birahanen, 

# 

der ß doh nu argofto 
der dir nu wigef warne, 
^dea gimeinun. 
hjwerdar fih hiutü 
65 erdo defero brunnono 
do lettun te aerifk 
fcarpen fcürim, 
do ftoptun to famane, 
ytv| hevwun harmlicco 

' 70 unS im iro lintün 

giwigan miti wambnum 



imo w^af eo föhta ti leop» 
chonnem mannum. -^ 

obana ab heuane, 
dinc ni gileitöf 

wuntanö bougä, 

fo imo fe der chuning gap, 

*dat ih dir it nu bi huldi gibu/ -v 

Hiltibrantef funu 

man geba inl^han 

du biPb dir, alter Hün, 

fpemf mih . . . 

dinu fpem werpan. 

(o du ewm inwit fv^ortof. 

feolidante 

dat inan ^^q furnam: 

Heribrantef funo." 

Heribrantef funo 

in dinem hruftim, 

herron . göten, 

reccheo ni wurti. 

gotl/wewurt fkihit. 

enti wintro fiihftic 

in folc fceotantero, 

banun ni gifafta: 

fuertü hauwan, 

eddo ih imo ti .banin werdan. 

ibu dir din eilen ^taoc, 

hrufti giwinnan, 

ibu du dilr enic reht habef. 

oftarliuto, 

nu dih ef fo wel luftit, 

niufe de motti, 

derö hregilo hrumen muotti, 

bederö uualtan.' ^ 

afekim foritan 

dat in dem feiltim ftont. 

ftaimbort chludun, 

huTtte Icilti, 

luttilo w'urtun 



TaüfgelQbde. 

Goi pala^. ittbL Vatio, nunc 577 membf. 4 ma}. iol. 6b u. 73. 9. Jhdt. Mft^teianns 
' AbOdiwörungsformeln ^tc. S. 67; mit Faciimile. Pertz, monum. G«nn. hiltor. 3. 
(legam 1) p. 19. 

Forfachiftu diobolae? etrۧ)ondeat ec forfaoho diabolae, 

end allum diobolgelde? et refpond. end ec forfacho allum diobolgeldae, 

end allum diobolef uuercum refp» eud eo forfacho allum digbolef uuer- 

cum and uuordum y tbunaer ende uüoden eade fa:)cn6tq , ende aUum 

them unholdum, the hira genötäf fint. 
Crelobiftu in got alamehtigan fadaer? ec gelobo in got alamehtigan fadaer. 
Grelübiftu in crift godes funo? ec gelobo in criffc godes funo. 

GelobiAu in hälogan gäft? ec gelobo in hälogan gäffc. 

2. 

Cod. Merfeb. 2^r. 58 fol. 16 a. fec. IX. J. Grimm über xwei entdeckte Gedichte ans 
der Zeit des deutfchen Hcidenthums S. 25. 

Interrogatio. facerdoti$, 

Forfahhiftu unholdun? ih furfahu. 

Forfahhiftu unholdun uuerc indi uuillon? ih furfahhu. 

Forfahhiftu allem them bluoftrum indi den gelton indi den gotum, thie 

im heidinft man zi geldom enti zi gotum habönt? ih furfahhu. 
Gilaubiftu in got fater almahtigan? ih gilaubu. 
' Gilaubiftu in chrift gotes fun nerienton? ih gilaubu. 
Gilaubiftu in heilagan geift? ih gilaubu. , > 

Gilaubiftu einan got almahtigan in thrinifle inti in einifle? ih gilaubu. 
Gilaubifti^ heüaga gotes chirichün? ih gilaubu. 
Gilaubiftu thuruh . taufonga funteono forla^jnefll? ih gilaubu. 
Gilaubiftu Üb after t&de? ih gilaubu. 

Exhortatio ad plebein christianain. 

. Fulda -Caffelor IIa., cod. tbeol. 4» 24. 8. Jbdt. Freiling - Münchener B. 1, 1. 4» fol. 
144^ u. 146* Anfg 9, Jhdts Exhort. ad pleb. chrift. v. W. Grimm, acad. Abhdlg 
T. J. 1845 mit Facfimile der Caff. Hs. Mafsmann, die deutfchen AbfchwÖrungsfot- 
mein etc. '^r. 42. 43. p. 150 ff. Nach der Caffelcr Hs.^ 

Hloföt ir, chindo liupöftün, rihtJ dera calaupa, dera ir in herzin cahuct- 
liho hapen fculut, ir den chriftauiun nämun intfoingan eigut, da? ift 
chmidida iuuerera chriftänheiti fona demo truhtftie imiän Capläßin, fona * 
fin fölpef iungirdn' cafezzit. derd calaupa cauuiffo faoiu wort fint, ü?^n 
drato mihiliu caruni dar inne fint pifangan. uuiho atum eauuiffo dÄm 
maiftron dera chriftänheiti, dem uuihotn potftm fmem, deifu uuort thic- 
tdta fuflih^ra churtnaffi, da? diu allem chriftänem za galauppenne ift, 
iä auh fimplun za pigehanne, da? alle farftantan mahtm iä in hucti 
cahapen. in huueo quidit fih der man chriftänan, der deifu föün uuort 
dera calaupa, derä eV caheilit fcal fin, iäderä er canefan fcal, ii auh 
dei uuort def fraono capetef, del der trnhtiii fölpo za gapete cafazta, 
uueo mag er chriftani flu, der dei Urnen üi uuili noh in finSrä cahucti^ 



I I 

hapen? odo uue mac der fuid a»4rm derA calaupa purgeo fin ado fiiri 
andran caheis^an, der deo calaupa noh imo ni uuei^? pi diu fculut ir 
uui^an, chindili miniu, uuanta eo iinzi da^ iuuer eogaliher de fölpun 
calaupa den finan fillol caleri^ aa famemanBB, den er ur d^rti täufi mt- 
fahit, da? er fculdig ift nuidar got d^f cahöii^ef, iÄ der den ftean filleol 
lören farlumit, za demo fönatagin redia urgepan fcal. nü allerö manno 
calih der chriftani fin uueÜö, de gälaupa iauh da:^ fr6no ga^iet allem 
ilungu tlle calimen iauh d6 kalören, d^ er ur tauffi intföhö, da^ er za 
fftnatage ni uuerdo canaotit radia trrgöpan: uuanta i? ift cotef capot, iä 
da? ift unfer hell iä unßaref herrin capot, noh uuir andar uuif ni magun 
unfero funteonö antlä? cauuinnan. 

* ' t 

Das Vaterunser. 
1. 

St. Galler Hs. 8. Jhdt. Nr. 911 S. 320. Hattemer St. Xlalleus iilttcutfche Sprach- 
fohätze 1, 324. 

Fater unfeer thu pifb in himile, uuihi namun dinan, qhueme rihhi din, 
nuerde uuillo diin f5 in himile fofa in erdu, prooth unfeer eme^hic kip 
uns hiutü, oblä? uns fculdi unfeero fo uuir obla?6m uns fculdik^m, enti 
ni unfih flrleiti in khotunka, u??er Wfi unfih fona ubile. 

2. 

Freifing- Münchner Hs. 8 — 9. Jhdt. Cimel. III, 4. u. Bl. 70'' fg. Mafemann a. a. O. 
S. 49. 165 ff. 

Pater nofter qui ef in celif, Fater unfer du pift in himilum. 
mihhil gfttlich ift da? der man den almahtigun truhtin finan fater uuefan 
quidit. karifit denne , da? allerö manno uuelih Iih fölpan def uuirdtean 
*gote cotef fune ze uuefan. Sanctificetur nomen tnum. Kauuthit fi 
namo din. nifb unf def duruft, da? uuir def dikköm, da? der fin 
namo kauuihit uuerdä, der eo uuas uuih enti eo ift; ü??an def dik- 
kamef, da? der fin namo in, unf kauuihit uuerdä, enti de uuihnaffi, de 
uuir in, dem taufi fona imo inifengün, da? uuir ze demu fuonotakin fori 
iiian kahaltana jpringan muo?in. Adveniat r^gnum tuum. Piqhueme 
rihhi din. fin richi uuaf eo enti eo ift; ü??an def dikkamef da? da:^ 
fin richi unf piqhueme enti er in unf richiföiä, nallef der tiuual, eati 
fin uuillo in unf uualte, nallef def tiuualef kafpanft Fiat voluntaf. 
XJuefä din uuillo, fama fu in himile ift, fama in erdu: da:^ 
•nu fö unpilipono enti fö erlicho föfo de engilä in demu himile dinan 
uuiUnn arfullant, def me??ef uuir ijian arfullan muo??in, Panem^noftriun 
cotidianum da nobif hodie, Pilipi unfra? emi??iga? kip un£ 
eogauuanna. in defepa uuortum fint allö, unfro lic[ha]mifcön durufbi pi- 
fankan. nu auar euuigo forkip unf, truhtin, den dinan lichamun enti din 
plupt^ da? uuir fona demu altäre intliUiamef, da? i? unf za euuigera. 
heili enti. za öuuikemo lipo piqhueme, nalles za uui??e; enti din aaft 
enti ^\nb minnä in unf folUcho kahali Et dimiUe nobif debita noptroj 
ßcut, et nof dimittimuf, debUoribuf uaftrif. Enti fl4? unf unfr& 
fculdi, fama f 6 uuir flä??anief unfrem. f<?olom. makannötdu- 



9 

ruft aller6 manno ulielihhemo Ch fülpan defSm uuortuxn za pidenohennse^ 
da; allerö manno uUelih finemu k^^^ enti linemu [prö}der er allemu ^ * 
hugiu enti herein find mifCtäti M:;:;^, da^ imu der tnäitm fama de6 
(mo flä?^, danna. * * * er dßmu JInemji kanöj^^^e flä2;au ni uuili, danna 
erqhuidit 'flab^ unf fama f 6 tiuir Ms^am^SC Bt ne rtof inducaf in temp- 
Wknem* Enti [ni] princ unfih inim ehorUnka. ni M^ nnfic, tnüi- 
tin, den tiunal f6 fram gachoron, fofö fiß nuiUd fi, fl^^^an fflfd unir 
iDit dinerä anXt enti mit dinem ganädin nbaruueban mekin/ Sed Ubera 
aof a ^ülo, U^^an kaneri unXik fona alldm funton^ kalitan^m 
enti antuuartßm enti cimiftichßm. ameiL . . 

Cäoria. 

Wotfeabättler (früheir WdUlenbiirger) He. 9. Jhdt. Co4. theol. XXVII Bl. 156^ 
Ma&m. a. o. 0. Nr. 66 S. 55. 175 fg. 

Güaffiohi in hÄhaftßm gote endi in ; erdhu fiidhu mannoni gjiatsr^jmilten. Sf 
Lob^ef üah, uuelaquedhem^f dfadr, betöm^ thih, tmiamam^ thih, ,thaii- 
comÄf tMr thtiruh midiila guaütehi thina. Truhtin got, cuning ümilüger, 
got feter ataiahtigör, trtüxttn funo elnboranÄr^ heilanto chrift, trnhtiln 
got, lainp gotefy funo fateref, thft nimif fimta uueruldi^ giz^Ldlui unf I 
Äer nimif funta uueruldi , intfäh gibet unfer 1 ther Bzzif as5 cefuön fate- 
re(, ginädliö unf! bithiü thii einö mtuho, thft eino truhtin, thft eino 
Mhöfto, heilento chrift, jnit uuihen ädume in guatliche gotef fateref. 
ameit 

Das apostolische (ilanbensbekenDtnis. 

^ GaUer Hs. Nr. ,911 S. 321 fg. 8. Jhdt. Hattemer St. G9l]!en0 altt^uiiche SpraclL- 
fcbatze 1, 324 fg. Mafsmann Abfchwönmgsfonneln etc* Nr. 4 S. 34. 71 fg. 

^^ilaubu in kot fater almahtictm ,kifcaf himiles enti ßrdä, enti in ihefnm 
chrift fun finan ainaeun. imferan truhtin, der inphangan if t fona ujuibemu 
i^^ifte, kiporan fona tx^ün MdXsg^ «uüCkeru,: kimai^rftt >iinr kiuualtiu 
pilätes, .in crüce piflacan, tJt enti pißrapan, ftehiil in büu^:,. in drittin 
^e erftoont fona töt^m, ft^c in. hhnU, fifedt a^ zefuün cotealfateres ^ 
almahtikin, dhana chuumftio ift £6nen qhuekh« enti tot«, kijatibu in 
üufliaii keifty in uuiha khiribhün cathoUca, uiuiherö kemeinitha^ uri4^ 
funtik^ö, fleifkes urit6daM,.in lüp euuikan. amen. . ' 

* 

.,■.'.■■■. 2. 

^>lf«nbüttlcr (fr WeiÄcnbuxger) &. Theol. ^VII Bl; 1^2 fg^ Ö-Jhdt. Mafsmann 
*-«^0.,S. 33 fg. 71 fg. Nr, 3. 

öflauKu in got fater ' aljuahtigoB fceppbion himi^ef enti ietodA-, endi in 
ieüeaton chrift funo ftc^n einagon truhtlu; unferan , tbeu infeng:^ni6r ift 
foaa heilegemo geifte, giböran fona mariuii- i^ag^wäd , gihuu&5^iöi$t .b£ pön+ - 
%fe|if piläte, in cr&ci Wflagan, toot endi lrigrabanj,niäliar fteig -d helliu^ 
^ thritten dage arftuat foaa toötem, Af fteig <jI himiloHaf, gifaas^ ci 
«jfuftn gotef ftiterel almahtigef, thanAn quömepdi ci ardeüennö quecchem 



^ 



10 

endi dood^m. güaöbiu in ^tnm nuihaiiy uaiha ladhunga aliicha, heile- 
^era gimeinidha, ablu^ fcmdeAno, .fleifgeC arftantniffi, liib äuuig'aii. amen. 

, Das athanasische GlaubeqsbekeoDtBiSt 

WolfQnbüUler (früher W^Benlnirg^r) Hs. Theol. XXVIL Bl. loa» ff. 9. JhdL. JMäüi-. 
Xnann a. »..0. Nr. 17 S. 40. 88 ff. 

8q huüer fö uuilit gihaldan uueCan, fora äUu thurfb ift^ tha:; er habe 
allicha güauba; thia ft^^ar 4a gihuuelih alonga eiidi gans^ gihaktö, Ana 
ibu in euuidhu faruuirdhit. gilauba auur all?diu thii'u ift, tha:^ eiium 
got in thriniffe endi thrinifß in einiffi Cremes, noh ni gimifgente thio 
gomoheiti, noh thea cnuat citeilent^. . andher ift giuniffo gomaheit fate- 
res, andher funes, andher theft beilegen geiftes; u%zb,t fateres endi 
fiittes endi heilegien geiftes ein ift gotdiundi, gilih diuridha, ebanndnuf^ 
crafti. huueolih fater, fulih fun, Mih ther heilogo geift; ungifcaiffan 
fater^ ungiücaffan fun^ ungifcaiffan eati ther heilogo gdft; ungime^an 
fater >,. tmgiiiM^^an fun y utgime2;^aii äi^r ' heilogo g^ft; ^uuig fftier, 
i^uig fun, Suuig heilogo geift: endi thoh nalles thrt AutLig^, ft^^ar 
emÄr ift feiuigör: f6 nalles thrl ungifcaffenö, noh thrt ungime^^enÄ, 
ü^3^ar einer ift ungifeaffan^r endi ein^r ungimä:;:;endr. f6 fama abnäht i^o 
fater, almahtigo fun, almahttgo endi beilago geift: endi thoh nalles 
thri abnahtigö, ü^^^ar ein^r ift iteahttger. fo fama got fater, got Ion, 
got heilago geift: endi nsdles thoh thri gotä, A^^ar ein4r ift got fö 
fama thruhtin fater, truhtin fun, truhtin heilago geift: endi thoh nalles 
thri thruhtinä, ü:;^ar einör ift truhtin. huuanda fo felp einezöm eina 
4o gihuuelicha gotoaiieit got endi thruhttn ci gigöhai^ne fona thera chri- 
ftinheiti uuämiffi ginotames, fo fama thri gotä erdho truht^ä ci que- 
dhanne thiu rehta chriftinheit farbiutit edho biwerit fater fona niuuuihtu 
ift gitan noh gifoaffan noh giboren; fun fona fatere eiiiemo ift. nalles 
gitän noh gifcaffan, fts^^r giboren; heilago geift fona fatere endi fnne^ 
nalles giian noh gifcaffan noh giboran, A^^ar aifaran. em^r giuuiffo 
fater ^ nalles thri faterae; ein^r fun, Halles thrt funi; einör heilago geift, 
nalles thri heilago geiftä. endi in th^em thrfniffl niuuuiht ^riren «erdho 
afteren,' niuauiht möiren erdho minneren; funtar aU6 thrid heiti eban^- 
uuigd im fint enti ebangilichd ; f 6 tha^ über al , f A giu obana giquetan 
ift, tfaaa^ 4;hrthifC in einniffe endi ^^^ einnifß in thrtniffi ci dr^nne fi. | 
th^r uuiJli giuuiffo heil uuefan, fA fona thriniffe hengd edho ^arftande. ] 
funtar notthurfb ift ci ^uuigeru heilt, tjia:^ in-fleifcniffe gihuuelihi truhtin 
unferan heilantan chriftes gitriultcho gilauba. ift giuuiffo gilauba rehtiu, 
tha? uuir gilaubamöf endi biiehamöf, bithiu truhttn unfer heilanto chrift 
gotef fiin got enti man ift. got ift fona onuati edho famanuuifti fateres 
&r uueroldem giboran, endi man ift fona cnuati muater in uuerolti gibo- 
ran. thunihthigan göt, thuruhthigan man fona fflu redhihafteru endi' 
mannisginimo fleifge untaruuefent^r ; ^baner fatere after gotoundnifife, 
minniro fatere after mennifgt. ther thoh thiuuidero fi got endi man, 
nalles zuuöne thiuuideru, funtar eine ift chrift. einfo auur nalles gihuuerbithnt 
therä gotcundht in fleifg, fundar arhabani tiierä mennifgi in gode. einen 
giuuiffo nalles gimifenifC therä cnuati, funtar einiffi tkerä heitL thoh fAu 



i 



I 



11 



■ / 



fama fu thia föla redhihattiü endi Itchamo ein^r» ift inan^ t^ got endl 
man eia:^ ift chrifty ther gimartordt ift bi heilt unferä^ nithaar fteig coi 
belHnut^e endi arftuant fona töt^m, üf fteig ci himilom, fizzit ci cefuftn 
gotes fateres almahtiges, thannabn , cumftig^r ci fuanaime Bbent^ .endi 
tote, d thes cmnfti alld man ci arftandänne eigun mit lichamon iro, 
endi geltanti fint fona git&t^m eigan^m redina. ' endi thiä guat^ditun, 
firent in £uuig IHb; endi thiÄ ubil dätun, in Äunig flur. thifu ift gi-. 
kba alltohu^ thia niU 60 gifaimelihher <a*iulicho endi faftlioho ni gilau- 
läf heil nueüan ni mag. . > 

Aus Keros Übersetzung der Benedictinerregel. 

St GttUer Hs. 916- 8 — 9. Jhdt. Interlinearverfioa. Der deutsche Text ift von meh- 
reren Händen abgefchricben zu dem fchon früher fertigen lateinifchen. Abdruck der 
fis. nach des St. Gallifchen Bibliothekars Bernhard Franeke Abfchrift in Schilters 
'n^biras antiquitatom ' teutonicarüm %. I, Ulm 1728. Yergleichung d$r Lesarten in 
Gnfi BintiTc^ 3, 198 fL ungenau. ZuTerläfiig Hattesners Abdruck in feinen Benk- 
AuUea des Mittelalters (St. Gallcns altteutfche Spraclifchätzc) Bd. I, St. Gallen 1844, 
S. 15— 130. 

Aus Cap. 7 de humilitate. Hs. S. 40 Ä. Hattemer 1, 50 ff. 
Verglichen mit Lachmanns Collation der Hs. (gefertigt am 
9. 10. Sept. 1824 zu gt GaUcp iu den Text bei Schilter; 
in meinem BeOizX. 

Erifto dera deoheiti ftiagilfproi5^o ift, ibu forahtön cot^f imu fora augöm 
fimblum fezzenti, äkes^^alii allef fleohÄ indi fimblum ff kehuctic alliu dei 
Idpoot cot, htnieo farmanentß cotan in hella fona fnntoom anakdnt, fft 
fama in libe önuigan, der forahtantöm cotan kekarat^r ift, muatefinemu 
fimblum i nuald6, indi kehaltanti fih 4oconucliherÄ <Aü fona funtu indi 
achu.ti, cla:; ift kedanchal/ derä zungiün, augönft, bented, Iha^o, edo r 
atiillednö derä eikinü, u^^an iohauh kirida de» fleitkef ^afhidan üUe« 
winii4 fih man fona himilüm fona cote fimblnm fefaan ^oohuäihh^^ 
citi; [indi] titi find in docovTC^eru fteti fona kifihti eotohundii föhan^ 
indi fona [engilnm] ^conneljherä citi kechundÄn. ' keauökenti vnf* da; 
TTi^^ago denne in kedanchnm vnfereem f6 cötan fimbltun ^ntunrtan 
teaugit qhuedenti Mcauuönti herzftn indi lenti cot,' indi vauur-^tmlitin 
uuei^ kedandiä mann6,' indi annr qhnidit 'farftnaaiti kedan(^ mln^fona 
ramana,' indi 'danta kedanchd mannef gäit dirr' kerrüifa Xä pihnotft- 
geer ß nmbi kidanehä fini abahd, qhuedd fimblnm .pid^rbeel' (j»iiädear] 
in herzin finamn ^denne nnbinnamtdr pim fmra imn, ibu i^haltn mih fona 
niirehte minemu.' nnillon kewiffo eiganan f6 tuan pinim^f pinmerit^ 
denne qhnidit kefcrfb Tns *indi fona wüloom dineem erhmiarabi/ [ind*] 
anur 'pittameef cotan in kepete da:^ ß fün nnillo in.Tnt* pirnm^f kel6- 
rit keuuiffo pi uumhti vnfereem nallef tnan willon, dennie püporakemef 
da? da; qhnidit nnihiv kefcrifb 'fint nnekä, dea fint kcdüh^ fona mannnm 
r^hte, dero enti nna ze abcninte dera hella pifnufiBtt/ . indi denne fo 
piporakemeef da; da; fona mabhalofönteem keqhuetan\!ft ^zqnrohhan fint 
iödi leidfame vvortane fint in uuilloom irö.' in kiridoom kerviftö def 
fleifkef fö vnf cotan kelanbpameef fimblum vvefan k^cakannuartan, denne 
<lhuidit vvi;;ago tmhitoe *fora dih ift eoeouUeliii kirida h^iv.' ze pi- 
porgenne ift kovviffo pidiü ubUa kirida, danta tod pii . inkange d^ 



A 



12 



A 



A 
I 



ne tuantemü unfereiaau 
t keVviffd eocouxielöierä 



Inftidä kefäztör ift. d«nkn kefcrift kepiutit qhvedenti 'after kiridoom 
dineem ni kangeeL' kevriffo ibu angä truhtinef fcänndiit cna^ mdi 
vbiliv, [indi truhtin] fona himile llinbliim fihit ubar parii mannft^ da^ 
feb^, ibu ift farftantanti edo fxiahhanti cotan, indi ibu fona ec^ihun vn£ 
kezeliteem iagäliihin tagef indi nahtef [truhti 
wßpacb vnferiy fint kechundit, ze porgeenne i 

citi [pruadra], fö qhuidit in falmin [wi:5?a]go, min vnfih kehneickente 
in uMe indi vnbiderbÄ wortanö eddefhnuelihhera citi keföbß cot indi 
Uppanti vnf in deferu citi, danta erbaftör ift [cot], peitöot Tnfih taga- 
lihhin kehuueraban in pe^^i^ii'a, min qbuede vns in zuauuartt ^deifu täti 
indi ih fuu^Jeta/ Andötr derä düomuati iliagilfproi^^o ift, ibu eiganan 
huuelib ni. minnoot willen, kirida fina n^ft keluftidoot erfiillan, ü^^^an 
ftimma dia [trubtinef] tätim fi keleißnit qhuedentef 'ni qhuuam tuan 
vviUon minan ü^i^an def der jnib fanta.' auur qhuidit kefcrift 'vvillo, 
hebit yy^^i indi nötduruft karauuit 4ra.' Dritto derä döabeiti ftia- 
gil[fpro:5:5o] ift, io buuelib fora cotef minnr eocouuelibherä boorfamii fih 
mtartuat merorin, leifanonti [truhtijnan, fona demu qhuidit poto 'wor- 
taneer borfamoonti fatere vnzi ze tode.' 



Ambrosianische Hynu\pii. 



Hs. 2ü Oxford Nr. 5137, ans der 1. Hälfte 
ebendaf. Kr. 5185. Danach Jao. Grnimt, 
pretatlo theoUrGa (aoadem» Einladungsfclirift 
18ß0, in 4.^ 

^y^ulus matutinus. J. 

Deus gut c€bU lumek ef 1 

paturque lücis^ gut polum 
pttiemo fultwn hrachio 
prcBciara ptmdia destera* 
Aurora fteliäf jam te^t^ 2 

rubrum fusUMen» gurgitemy 
bu^iectis namque ftatibus 
terram baptizans roribus. 
CurrU8^ jom pofcit pkoapharus 3 

radiia rotisgu^ flämmeis, 
quod> cceli fcandens verticem 
profectus moremi nefdeni. 
Jam noctis umhra Unguitur^- 4 

poluni caHgo deporit^ 
typuägite Chrifti lucifer 
diem fopüum fusckafu. 
Bies dierum agius es^ 5 

Ittcisgue lumen ipfe ea^ 
kmum potena per omnia^ 
potens in unum irinitas* 
Te nunc^ falvator^ guasfumuHj 6 
iibigue ^enu fiecHmusj 



des 9. Jhdts. Abfolirift ron'Fr. Junius 

liymnonim^ Yoteris ecdefiee XXVI intter- 

bei Übernahme der PxolelTur) Gottingae 

Grimm II. p. 20 flf. 

Cot, du der bimilef leobt pift, 
fldo ioh leohtef , du der himü 
faterlicbemu arfpriu^tan arme 
durubbeitareini fpreitif zefauun. 
Tagarod ftemä giu dechit, 
rotan ftfpurrenti uuak, 
fiiht^ kauuüfo pläftim 
erda taufanter tauum. 
Beita giu förgofc tagaftern 
fciüion radum iolb laiiginem, 
dai; bimilef cblimbamtSr fceiälon 
derä uerti tuuälun ni umbauter. 
Giti dera naht fcato farla^^an ift, 
bimil ttnchcfaali farläs^t, 
pauchati ioh duriftdT tagaftem 
tac fläfragan uuechenter. 
Tac tago uuiber bift, 
leobtef ioh leobt felbo bift, 
ein maganti ubar al, 
mächtiger in ein driuniflk. 
Bih nü, heilant, pittamef, 
dir i(^ chniu piugamef. 



13 



patem cum fcmeto fpiritu 
to/tf rogamua vocibüs- 
Fater, qui ocbIos üonimeij 
cimtemus nunc nonwn tuum^ 
akmat regnum tuum, 
fatfue voluntas tuaJ 
ücecy tNfuam, voluntas iua- 
mbis agenda traditur: 
[mm fideles fpiritu 
caßo maneniefi corpore, 
Panem noftrum cotUdie 
de te edendum tribuel 
renntte nobis deinta^ 
ut im noßri$ remitürnua / 
^emf iatione fubdola 
indwi 7W8 ne ßt^erisj » 
fedpuro corde fiippUces 
tunos a mala Hbera ! 

• ' ; > 

Hymnus pafchalis, &d 

Auma lucis rutilat^ 
coskm laudibus intonat^ 
mnäm esuttäns jubilcU^ 
§emen8 infernus ululat^ 
Cum rex ille fortiffimus 
wortM confraotis viribus, 
pede coneulcans tartaroj 
folvü catena miferos. 
^lie gut claufus lapidd 
^odüur fub miütey 
^fiitmpham pompa nobiU 
^tor furgit de funere. 
^ktisjam gemitibm 
^^ infemi doloribus, 
^ia furrexit dominus^ 
fp^dena clamat angekis. 
'^nßes erant apoßoU 
^ nece fui dominij 
V^pcena mortis orüdeli 
f«w' damtuiruni? vmpH. 
^^"f^me blando angelus 
P^(Bdicitmulieri6u8: 
w ^Ulea demdnua 
^^^^ ^ quantodus. 
'% dum pergunt eöncite 

***»fe« eum viverej 
^hlant pedes dondni. 



fateran mit uuihemu keUte 
allem pittamef Itimmon. ,, . 

7 Fater, ^u der himilä iöthebir, 
fingem nii namtux ^na»,. 
a^quheme richi. dina?, ( 
uuörde ioh uuillo dtn! 

8 Defervjqu^ad uuillo \dm0r 

unf za tuamae. k^alt .ift. , - \\ . 
uueföm triuafte ätmüe^ 
kadiganeniu uueTaute lichamin. 

9 Prot unfera^ tagauoi^^^ 

fona dir za egs^amie kipl v» 
' ' farlä? unf fculdi 

^0 lo uuir imfecem farja^emefl^,. 
10 Chorungo pifuuicohilineru 
incaleitit uufih ni l[i]afi;:^, 
. ü^^an lütremd herein pittente 
du unfihc fona ubile arl6fi! 

matutinum. Ebdf. XIZ p. 50 £ 

1 Tagarod leohtef lohazit, 
himil lopum donarot^ 
uü^i^ feginonttti uuatarät, 
füftonti pech uuafit, 

2 Denne chuninc der ftaroUCtö 
todef kaprochanem cbreftim^ 
fhas^i^ü katretanti hellaüui:^ 
intpant fehetinnu uueneg^. 

3 Der der püoctanör fteine, 
kahaltan ift untar degane^ 
figu&ginönti keili adallicho 
iigouualto herftantit fona Teutfe. 

4 Arloftem giu uuafljim 
inti pechef fuerom^ 
danta arftuant trubtin^ 
fcinanter haret eingiL 

5 Cremifcze uuärun potua 

^ fona fclahtu im truhttnef, 
d^n uii^^tödef ^»dmmem« 
farfS uiu^ipnöion kaoadildfe. ^ 

6 Uuorte üebtemu angil ' 
forachuuidit (^uuen^; 

in Gralilea.iruhtfai '< . i. 

za k^föhenne ifk fö hoiifoo. ^ 

7 ' Beo dehne fkrant radälidio 
t poton das; chuuedan, 

ikaföhantS inan lep^, . 

^^huffant faa^ä trubtinef. 



i I 



u 



Quo agnifö discipuli 
in Galileo propere 
perguiH videre fad^m, / 
defideratam domini. 
Claro pafvhali gamiio 
fol mmido nitet radio^ 
cum Chriftwm jam apofioU 
vifu cernuntcorporeo* 
Ofienfa ßbi miinera 
in Chrifti catTui ftägida^ 
refurrexiffe dominum 
voce fatetur publica, • 
Rex Chrifte cle?ne9iti/fhnej 
tu^ c^da nopra pofpde^ >> 
ut tibi laude» debitas 
reddamuB omni tempore! > 
Deo patti fit gioria 
ejusque foli filio 
cum fpiritu paracleto 
€t nunc el in perpeluum. 



8 Demu itrchantenni difcon 
in geuuiine:^e ilioo, . 

t farant föhan antlusszi 
kakerotaa; truhtmer. > 

9 Heitaremu ftftarlicher» mendi 
funna reinemu fcinit fcimin^ 
denne [Chriftan] giu potun 
kafiune kalehant lichaiiiaftemu. 

10 £aauctem im uuntOn 

in Chrirtef fleifg« p^ahtemu^ 
arftantan tnihtinan 
ftimmu fprichit lütmarreru. 

11 Chuninc Cl^ift.kalladig6fto, 
du hensuB nnfariiL pifi^zi^ 
da:5 dir lop fculdig^u 
keltern dochaUohemu zite. 

12 Kote fatere fi tiurida 
fine[mu] ioh einin funui 
mit ätumü pirnantiü 
inti nü inti in Äuutn. 



Aas der Übcfsetzang der Schrift Isidors de oativilAte domiDu 

HandT^hr. aus d. 8. Jhät oder d. Anfange des 9. in der königl. (kaiferl.) Bibl. au 
Paris Nr, 232Ö (früher der Mbl. Colbertlna ms. 4859): Ifidori Hifpalenfis epillola 
ad Florentinam fororem c. al. Anisrng feit, beginnt im 2. Oap.' ' Die 'erfken 22 BU. mit 
deutfcker Überfeteung zur Beite, auf den folgenden Blättern der Banm frei für die 
Überfetzung. Herausg. v. Jo. Phil. Palthenius mit d. Tatian, Oryphißwaldite 1-706; in 
Schilters Thefaurus I. (1726).; nach Roftgaards Abfchr. v- 1697 in der Dänifchen 
Bibliothek, Copp^nh. u. Leipz. 1738, Stück 2, 335 — 439; Von Graif im neuen Jahrb. 
der Berlitter GefeDfch. f. deutfohe Sprache 1, 57 ff.; von* Ad. Hofizniann: Ifidori 
Hifpalenfis de notiTitate Boanim, pafSbne el relTurrectione, tegno atque judieio epifto* 
lae ad ' Florentinam ibrorem, .vorfip francica faeculi octavi quoad^fup^reift, c^ codice 
PariÄenfi edidit, annotationibus et gloffarip inftruxit Ad. H. Carolsruhae ,1836^ Dazu 
derf. in Pfeiffefs Gernlänia 1, 462 ff. . Bruchftücke einer andern gloichzeit. Handfchr. 
früher in Monfee j^tzt in Wien, 2 BJl. Stücke aus Cap. 3 u. 4. Abgedr. in Frag- 
menta theotifpa ed. Steph«: Endlicher et Hofimann FallersL Yindob« I8ä4.. 1fr. Ul. 
p. 49 — 53. ..; ,, , 

Qap. lil, 0»ia . ChrpAus ' dominus et deus eft< Par. Hä, .• ; 
BL 2^ — 7». Holzmann ß. 16 — 35. 

Höar quhidit umfai dJiazf Chriftus got endi druhiin.iCi 
Aefter dhiü dbaä^r almahtiga gotef chiruni dhera gotUü^un ChriAef chiburdi 
chiinarit unard^ bear UM, a&efr. nu mit gareuu^m bilidum dhef hdiegin 
chifcribef eu izf ardLtndemef^ dhazf ir ßilbo ChnTb ift cbium/To got ioh druh- 
ün. Ibu ChriHtus aniiD got ni uuari, dhemu in pMmrai chiqnhedan 
uuard 'dhüa liedhal got ütfima 4unin in euuin, rohiaiUIä gaiHia ift gar- 
de[a] dhiti^früiief^ dhu minbodoT rekt endi hazfiodoT urnsekt^ bidMü auur 
chiialböda dbih gott dkim got mit fireuuuidhu olee fora dMn^ cbilotl^f- 
iom': huuer iTt dhannedkefe chifalbodo got fona gote? antuurdeen nu 
unf dheä. imchilaubendnti. w.fee hear nu ift fona tgode tchiquhedan got 



chifalbot; eadi chiuuiflb iil GhrUtus int dhöm fölbün. .folbidlm cbinSbeMMt> 
dliür chi^uhedan ^uard goi cbifalboi dbär dhuehiliöris itnbi db^^claTaJL^ 
budon got meinan, zl uoare, fimum dbaime dhazT. dbar ift Chrilt ohizeih-^ 
mt; £b aab foma' dbef chrifmen falbe iß; cbiuniffo GbiuTb dunemnii ,umb% 
^übßüi^ fölbun ChriTt cbundida abaoal^tila later dburah Ifaiaa, dhoh ir iu 
Qyres BeHÜn. quhädi, dbazlir ift got iah druhtio. ^dhiz quhad druh- 
dn mixiemu Qhrifte Gyre, dhöf zefuua ib chifeBC, . dbazf ih fora. 
Imemu anthlutte bnßig^ iiuu ,dbeod&n^ endi ih uuenduilnu iChuBioga 
hmeca, «ndi ih antluuhu diiri fora imu^ endi dor bI uuerdant büobbaB. j 
ik &ru dkir fora endi obiduuiBgu dbir »rdbrüber braomeg««. ^mo pörtim ^y( 
ÜL firdurnJOTuy üIiub^ grmdüa jBrbnbbu, endi dbiu cbiborgOBUB bort dbir 
ghibuy endi ib uuillu dbaaf dbu firftaBd^f; beüac chimii; buuaBda ib 
bim dnüiläB^ dber, dbicb B^aaBiU ITraelö got' iB dbemu Bemin CyrelT 
ift Ghrill qbiBuiffo cbiforabodot, fora dbemu fiBduB dbeodÄn iob - rühi; 
cbibBeigidiu in gbilaabia. iB andra uuüf si unardb «o eiBic in Ifrabelgi 
lübe Cyruö cbinemBit. ibu dbaBBe eiBic cbüaubifc,. dbazf di^ foBa. Gyre^ 
Perfero cbuniBge fii cbifotabodi^t , biobBaa fib dber dbazf izf uuidbar'-, 
zQOQii endi beidbaBÜib ift; ^maBBe zi cbilaubaBBe, dbazf dber serlöl!^ 
man eBdi dber beidbeBo abgudim gb^ldendo Gbrift got eadi drubtii^ 
uurdi cbinenoLBit umbi dbiz niTb aub fo chifcribaB Ib dberö fiibuBzo tr^^. 
doBgiim *minemu Gbrifte Gyre / ob iiö fcribuB *dhiz qubad drufetiB BUBemu ^ 
Cbrifte drubÜBe/ eBdi iob dbazf ift bu BBzuuiflo fo leolÄ^mö jii firftaB- ^ 
daBBOy dbazf dbiz ift duqubedaB iB tmferef dnibtiBef Bemio, /Ibu Gbrift ^ 
got nijfty fagbeoB bu dbeä imcbilaBbuB UBf, zi buuemu got un^i, fpreb- 
besdi iB geBeß^ dbär ir qubad 'duo^mef maBBaB ulxf aBaC^MlübaB en^, 
in unferu cbilübBiniL' fö dbar aub a&et ift cbiqnbedaB 'endi got du- 
fcuof mannaB aBacbilübaB 6Bdi obilübbaB gote ebüiniBuda. dben/ fnobbeB 
dbea nu aunr buuelib got cbifcuof , odbo iB buBelibbef gotBÜTu s^nacbilii- 
haB maBBaB cbifruBiidi, dbeB ir cbifcuof. ibu M antuurdant euti qube- 
daBt 'iB aBgilo': inu Bi.angil Bift aBaebanohilüb gote^^ dbaBBe fö dbrato 
nubbü undarfcbeit ift uudar dbera cbifcafti cbilübBÜlii endi dbef izf al 
chifcaof? odbo mabti aBgil fö fama fo goto^anBaB cbiImnuBaB? dhazfr 
fo zi dulaubaoBe n^ihbil uuootBUTa ift buuemu ift dbiz bu zi qubedäiBBi^.> 
odbo zi huuef cbüübBiflk uuardb man dotifoaffaB, Bibu zi. dbef dber, aiG^aerj 
banlüh ift gote. eBdi cbinanxQO ift, mit godu. Eudi atib ibu-Cbrift .dcubtiac 
nift^ buuelib drubtin regOBuda fyüt in Sodom& foBa drobttiae? lÖ ebih; 
QuilTo chifcribuB ift in genali 'ob^ rc^ii&da druh^ ftma drübtine ubaari 
SodomajB endi Gromorram fuuebul endixfytir ' in dbefeinul qubide ni.bl&r 
cbüoe äoman ni dbiz; Bi cbiuailFo dber iaaader best godef fölba druhÜn . 
Onift. endi btiaer ift dlunme dher drubtiBy Bibu ift zi ({nunfti Tmniiij 
fona fater, dbör Bmblef foha dbemti fater cbifendit, cb^unon ift ifoii&i 
biaSe ludlia]^ qubämasf endi üpbftigaü } ndt < deferu urebimdin dböa 
^inan gotuifla» ^di uBdarlcb^t dberd zimeiift beidft fater eädr ftineir> 
blattr6r l€^ki& ift araügil ' Ibu ibu Ohriftus dpiihtin nift, >uffibi ■dbeni 
DaYid in pßdmöm' 4][ubad 'qbuad drobtlii drubtine nainemu ätzi- aef- 
zefuün balp mün/ dbob Gbriftus in dbef flöiMeflübbaniin .fii DavwJef' 
fonu, oh ir ift cbiuuilTo in dbemu beilegin gheifte got iob drubtin. Nibu 
Chrift drubtin fii, umbi buuenan qubad David in cbuningo buobbum *fus 



16 

cpihad dher gomo, dhemu izf ftrghöban üuarii, adhalföngh^ Ifrahelo^ 
nmhi Oirillan laoobes got: dnihtinef gheififc |ft fprehheiidi dhurah mili 
endi fiin nuort dinrah mina^^ zungÄti.- Ibü nn Chriffc druhtin nift, huuer 
ift dher uuerodhebda änOittÄ,' dher fona uuferodh^oda dnüittiie uuard 
ehifeiadit? fo ir Iielbo qnhad dhorah Zadiariam ^fns quhad dimhtto ttuero- 
dhäodä got: fendidä mih after guotliihtn zi dbeodÄm, dhöm enutüh biranJ 
bddon. ' dher euuuih hrinit, hrfnit finef au^ lehüii. fee bi dhiü ih 
hepfti flaina hant ubar fle , endi fi^ uuerdaAt zi foaahche dhfon im ser 
dhäonftdon, etidi er fculüt biobennen, dhassf Uüörodheodä drubtin mih fen- 
dida/ uuala nu auh huuef mao dbftfiu ftimma tnießtn, nibu <Sief ner- 
rendin dnihtinef, ir almabtic got fib cHnndida imefan ohifeindHian fona 
dbemu abüahiägiii fater? fo chifendit üuard chiuuiflb zi dh^dtim: after 
^ dhetfii ßneru go^tnifla guotlübin, dbea ir ßimant haptia mit fater, dhtio 
ir üb felban aridalida endi fcalcbef farauua infönc, uuordan tiuai*dh chi- 
hftric untazf zi dode. dber (elbo atib h^af after folghendo quhad 4oM 
eiidi frenuui dhih, Si&nef dohter! bi dhift huuanda ih quhimu endi in 
dhit* mitteru ardön , quhad druhtin. . endi in dhemu dag'be uu^rdant 
manegd dheodftn diifamnAdä zi druhtine endiuuiirdhant mine liudi, endi 
ih ardÄn in dhir nutterü, endi du uueift, dazf uuerodheödä druhtin fcn- 
dida mih zi dhir/ huuelih ift atiur nu dhefe druhtin fona uuerodheodä 
druhttne cbifendit, nibu auur dher Mbo druhtin nerrendäo Chi*ift? Ubar 
dhazf ift auh hear bifora fonar db^mu beilegrn gheifte, fona dh^f götmffu, 
ioh dhazf ir gotef gheift ilt, fus quhad lob 'druhtfnef gheift' chideda mih 
endi .ädum dhef almahtighin chiquihhida mih. fee endi inih d^a got lo 
ielp f5 dhih.' umM dhen Mbun, dheii ir 8er öhiunüTo quhad /dnihünef 
gheift (E^iuuorahta mih,' dhazf heftida auur zi gote, dMr ir after dhin 
quhad '[fee] endi mih chideda gotiÄ felp ftj dhih,' dhazf ir diichmidida, 
dhazf dh^r fölbo gheift ift got. 

Zur Vergleichung der SchluA des Cap. ^lach dem MohlVe- 
"Wicner Bruchft, Fragm, iheot. p. öÄ. . ! 

TT§la [nju auh huugf ittfU; di[fiu] ftimnaüuefan, nibn def neife[ntiii] tnihtiner, aer almahh*c 
got ilh cku|idita uuefan [kajfaatan fona defino] almahttgin [fajter? fö gafi^df märt 
kaauilfo za db'otdm after [djem üneru gaoiaiiir[u giiot]lSüitn, dea aer fiitiaM Bapta 
mit fotdr , ät ^ Gh fSlbaii * faraima infgnc, nuortati tuiard kahdifie imta^ zfl t$de. 
[ä]$r r^o.Mäii ihiS9X after folgento quad <lob6 enti haxaai dih, St^tief tohter, bidid 
huuanta lee ih'quimü enti in dir nitterii artdn, qnad tmhtln. «nti in-dSmo tage 
uuSrdani manag [6] d^tün kafamandtd 'zä iruhtine^ enti uuerdaitt miii$ Hut£, enü di 
art6n in ' dir\ mittetu , enti da traeifta dft; aüeradieotl^ itrnbtün • fentita mih za dir.' 
[hjimSlilt aauar inu ;def[o trub^ Ibnaiunentjdeotaftxnüitine kaientit,: mba aunar d[er 
Häboltrnhtin. ner]genteo cbrilü? [ujbigr i|k ßxih h^ bifom fona dSmo iheilagin geift«) 
fona;deT«otni0!ii, iok da; er gotef get0: iü, m qüadJob <traht!oef keift kateta müi 
enti tom dieX almahtlgin kaqmhto mib. fee enti mh t^ got [fö] &lbo £8 dik' tmbi 
[djen Telbnn den jk aer kauniffo qnad ^tmh^ef keiüb k^nnorbU mük/ da; keftita 
auar za gote> da[r] er after dill quafil 'fee.enti mih teta got fd ßlb ^<dih/ ä^ ef 
kaohnntati da; der IKU>o keift ift got. , .. 



17 



Aus den BrachstQcken der Obersetzang der Schrift (Isidors) * 

de Yoeatiooe genttom. 

Monfee- Wiener Bruchft. 8. Jhdt Fragmenta theotifca ed. Sieph. Endlicher et Hoff- 
nnm Fallersleb. Yind. 1834. 4. mit Facefimile. Daf. p. 43. 45. 

[Cmjbi da? quad der deatono meiftar * [fe]e binit ir gaumlTo gotef funi 
imk feftea [gjalaupnilK^ in uerrent^n chnTt; fö huaeHhh^ iauuer [ga]- 
ttuiffo fü in chnftef nemin gatanfit^ fintun, chriftan ga[uu]eriddnt.' enti fo 
aoh gafcriban iTb, da? chrifb iTt [hajubit allerö criMnerA, enti alle dea 
gachoranun gote [finjtun Cnes haubitef lidi enti auh der fiflbo apoftoluf 
diz quad *[g]otef minni ift gago?an in unferö muotuuillun du[ra]h heila- 
gangeiTb^ der unf gagCban uuarth/ [hu]uanta äno dea nift dir eouuiht 
Hdarbi, def dn [ha]pdn maht^ huuanta üu idb Damahafd mit demo [hei]- 
lagin geilte, ^gotef minni dujtic ift, frumafam ift, [ni]ft äpulgic, ni 
zaplait fih, ni habet äcbuft, [nijft ghiri; ni fobhit da? ira ift, ni bifme- 
rot, [ni] dencbit ubilef, ni frauunit fih ubar nnreht, [fr]aiiuuit fih ga- 
meino mit unaamiffu.' [dujltio ift ganiuiro diu gotef minni, bunanta fiu 
^ [njuidannuoii ebano gatregü frnmafam ift, [bujuanta fiu miltlibho 
gütit guot uuidar ubile. [nijft äbulgi bidiu, huuanta £u in deXemo mit- 
tigar[dh]e neouuiht uußraltehteo ni ruohbit, noh ni uuei? [dhjäffef aerd- 
Un habennef einiga äbanft [ni] zapläit £h, huuanta £u anguftlihho 
ferot derä [6u]uigön fruma döf inlihhin itlonef enti bidiu fih [ni] arheuit 
in defem uzferom otmahlum. ni heuit ächuft bidiü, huuanta fiu in eineC 
gotef [minnju enti in def nähiftin fih gabreitit, neouuiht archennit dtf 
fih fona rChte fcheidit nift ghiri, huuanta def fiu inuuerthlihho ift brin- 
nanti ira za zilänne, u?ana einic uuif framadef ni gerot. [n]i fuohhit 
da? ira ift, huuanta al da? fiu habet dfifef zafarantin diu m©r äf ni 
rohhit danne def fiu ni habet, huuanta fiu eouuiht ira eiganef ni archen- 
iiit nibu da55 eina^ da? mit im durahuuerÄi ni bifmerftt, huuanta doh 
h mit arbeitim fii gauuntot, zi nohÄnigeru rahhu fih ni gahorit bidiü, 
kuuanta fiu hear in demo mihhilin gauinne bitit after diu märin itlönef. 
ni gadenchit ubilef, huuanta fiu in hreümüTu ira muot ift feftinönti, 
[a]ll^ nidi fona iru biuuentit, neouuiht ni archennit da? unreht in im 
^. ni mendit unrehtef, huuanta fiu in einem minnu umbi allÄ man 
fiifteot, nöo fih frauuuit in der5 uuidarzuomöno forlomiflu. frauuuit fih 
«bano mit uuaaraiflu, huuanta f& fih felba fo minnot andrä. enti fo 
Imua? 18 fiu in andremo guotef gafihit, fo fama fo irä felberä frumönft 
iCt mendit. enti fo fama in demo öriftin gotef gabote in gotfpelle mei- 
^> da? fengentemo fih truhtin antuurta, quad: 'minnö dinan truhtin 
got allft dinü muotft ioh maganü.' after diu ift auh [a]nder gabot 
anagalih demo: 'minnft dinan nähiftun fo fama f5 dih felban.' nahiftun 
zelit untar im.[h]eilac gafcrip aUä chriftänd enti rehtuiufige, [d]e& in 
einemo uuillin fintun gotef gabot za gahal[tanne]. 



Schade, altd. Leseb. 



18 

Aus der Gbersetzaog des EvaDgeliam MallhaeL 

Monfee - "Wiener 3ruch|t. 8. .Jhdt. Matth. 12, 40 Ms 13, 1 Eccfirdi vet mq^. qti»t. j 
42. 43, J. Griimti Hymni Einltg; p. ^.^7. - FÜa^. ' theoti p.9. Matth. 22/1 — 15 
Fragm. theot. p. 19. Matth. 2^, jädf^dö. ^rt^gm* ^eoC. p. 25. 

12, 40. So ftlb auh f5 iftnaf xm^ in uualef uuambu dri tagä enti drii 
naht, ii5 fcal uuefaa .maimef funu in heerdä hröune drt tagÄ enti drii 
naht. 41. Deä nineußtifcun man arrifant in tömtage mit dCfemo chuniK 
enti ganidarrent da^jj huuanta 'M ird hrinnnn iiuorahtun, f5 M ifina 
lÄrta; enti fete hCar m^ro damie fÄna. 42. Cunincgin fundan arrifit ii 
tdmtage mit d^femo mandiunnö enti ganidrit da?, hunanta fiu quam foi 
entum lanteP hdrren uufftöm falomönef ; enti fee hCar mero danne falo 
m5n. 43. 86 auh daer unhreino gheift ö^ai' gengit fona manne, ferü 
after durrdm ftetim, fuobhit r6a, ^nti ni findit; 44. Dänne quuidit: ili 
huuirfti in mün huf, danän ih ü? ftior, enti qiihoman^r flndit ital MI 
b^fmon gacherit enti gafconit. 45. Danne gengit enti gahalöt fibuni 
andrö ^eiftä mit imo uuirfimn danne ser,' enti ingänt^ artont d^, enti 
nuCrdant d(^i aftrun def mannef argdrundÄm Sriröm.- f6 fcal mCfan 
dCfemo manchunne arg^ftin. 46. Innän diu ser da? fprah za dÄm fol- 
chum, fee fiin mnoter enti bruod^ ftuontun ft?e, fÖhhitun fiin gafprahhi 
47. Quuat imo duo ein huurifh: See diin nraoter eiiti bruoder füntant 
uj^e, Aiohhent dih. 48. Enti ser antuurta d€mo zä imo fprah, quadh: 
huuer ifb mün muoter enti hlraCr fintun mhiö bruoder? 49. Enti reh- 
hita fiüa haut ubar finfe hingirun, qutat: See mün muoter enti mM 
bruoder. S6 hnuftr f5 auh in ernuft uuiUiun üurchit mtnef fater, der ii 
himilun ift, der ift mün bruoder en^i fuCfter ioh muoter. 13, 1. In den 
tage gÄne i«fuf üs; fona hftf , fa? bf fÄuue. 

22, 1. Enti antuurta im i^iVif aiiuar in biuuortuin, quuad: 2. & 
lih ift katin himüd rihhi man chuninge, der frumita brftthlauft finemc 
fune, 8. enti fentita fin^ fcalchd haWn deä kalad6tun za demo brfit- 
hlaufte, enti ni uueltun queman. 4. auuar fentita ändrÄ fcalchä, quad; 
Sagdt döm kaladdtöm: See farn mfnö enti da? hfthifta fintun arflagai 
enti eÜiu kaquemet za brüthläufte. 5; Si^ def auuar ni röhhitun en^ 
fiiorun im Aim in fiin dorf, fum auh za finemo caufe, 6. andr^ aul 
fumö kafgnguB deft fin6 fealchä enti deä gah&ntö arflogun. 7. dCr chn 
ninc duo, f5 er i? kahörta,- uuart arbolgan enti fanta finiu heri, for 
Idrta dea manflagun enti forbrennita irt' burc. 8. Duo quad finÄm fcal 
chum: Brüthlauft ift gauuiflb garo, oh deä kaladötö uuärun, ni "auärw 
ef uirdfg^. 9. Ferit auuar ü? in da? kalä? derö wegd , enti f5 hunCnai 
1<5 ir findet, ladöt za bruthlaufte. 10. enti fuorun u? finö fdalchiii 
deä uuega enti kafanmötun allÄ fo huuelthh« fö M ' funtun ubü* iol 
guotö, enti uuarth arftdlit def brftthlattfte[q kaftuoE 11. E«nc in dß 
chuninc, da? kafdhi deä fizzentun, enti kafah dar mannan unganeritai 
brftthlauftigef kauuätef, enti quad imo: Friunt, hueo quämi du hCra h 
vi habßft brftthlauft IC kauuäti? enti «er arftummita. 12. Duo quad de 
chuninc döm ambahtum 

24, 29. Saar auh after döm arbeitim derft tagö funnä ghifinltri 
enti mäno ni gibit fiin leoht enti fterna fallant fona himile enti diu Unäi 



19 

megin fih hmorent. 3Q. enti danne Minant. zoihliÄnf mannef ftmef i[ii 
himüe]^ enti danne unofient . elliu «serdä folc enti J^aföhant mannef funu 
qn&nantan in himilef uuolcnnm mit mihhilA me^ft enti abnabttgin. 
31. Enti fentit find angüa mit trnmböm enti mihülera ftimiju enti kafam- 
not fini kaehorand fona föor uuintun enti fotia himüö hdhiftin unta^ d^rd 
marchä. 32. Fona fiicbaume danne chunnet btnnrti Safar] ß fiin aft 
nmniTiui uuirdit enti lauph üph gengit, nui^ut da^ danne näh ilt famera 
33. 86 auh danne ir diz. al kiföhet , uuii^t danne da^ iu ^ Mbem turim 
ift. 34. UuÄr iu ßag^m, da? dh xÄanchnnni ni zaferit ser danne. diz al 
Quirdit 35. Himil enti serda zafarant, miniu nuort atinar in bilibant. 

Aus den Bnichstflcken der Übersetzang einer Predigt des 

heiligen Aagustin. 

Monfee - Wiener Bnichftücke 8. Jhdt. Fragmente theotiToa p. 59. 

" f 

h dSmo eijun apoftole, da^ ift petruT, in antreitin d6rö ApoftolAn$ 
^riflo enti fdriTto, in diä gabauhnita chriMnheiti kirihhun> gabnuCd^rä 
^nn nnaf l)anlinenta , da? Ht leM" enti unfeftö, buuanta äno gahuUf^- 
dere nifb kirihhä . enti danän ift ioh 14 nft gal€fan ift: 'truhttn, ibu 
du L5 fif , gabiut mir za dir quCman oba uua^arum. ibu du i? fif , gabiut 
mir^ ni mac gau^^dflb Ux diz fona mir^. nibu in dir.' - ardiennita fih 
huua? imo uuaf, huua? fona chrifte, in def uiiillun ör fih gatrüÄta 
magan, da? einigef mannef unfefd fleifc ni nlahta. 'inu ibu du i? fif^ 
gaWt: huuanta f5 du gabiutif, uuirdit: huuanta da? ih ni mac nenr 
danto, du truhtin mäht gabßotanto.' Enti truhttn quad: 'quim äno einiga 
blöcnifla!' Petruf za uuorte gabCotantemo andrer anthabfan^^a? antuur- 
tido gauualte^äno einiga gungida arfcricta in uua?ar' entiTigan^ gangan. 

Aus Bruchstücken einer Psalmenfibersetzung. \ ^ 

Pv^mentftQcke xu Einbanden vecwendet Älte;rer Dntekwerke aaf 4er Lyc^enmabiblipthek 
n Bülingen u. der Hündiener Hof- u. Staatsbibl. enthaltend 'die«Pialnien (Vulg.) 107, 
6 Ms fin. 108. 1,-^5. 113, 12 bis fin. 114, 1 — 8. 123. 124. 128, 7. 8. 129. 130, 1.2. 
9- Mi, Scbnieller in Pfeiffers Germania 2, 98 — 105. 

K 113 (liuth. 115), 12 — üuihta hiuuifki Ifrahölo , uiwht^ Wuuifki 
Aroaee. .13. uuihta allÄ diä furihtant truhttnaü, luacU^ mit m4r[6n]. 
14 znor auhhS truhtin über hiüüuih, über hiuuuih inti [über barnj 
mvmxL 15. kiuuikta iö[r] truhtine, d€r töta himil inti Crda, 16, himil 
Vnu][i] troMne, föda auur kap harn mannö. 17. nales tdt4 Ipbdnt dih, 
^i'ttktin, noh all4^. di[Ä] nidarftigant in hella; 1.8. ü??an uuer d.er }&>&- 
flrfa uudaquCdemte truhtine fona nu [uncin in} uuärolt 

Pf. 114 (li. 116), 1. [Ih minnota], pidiü kehörta truhtin ftinmia 
<^8 kebetes minea; 2, danta kineicta öra fina? mir, inti in tagen mhi^n 
Unemmu dih. 3. umbifeliioa mih feher das tftdes, zaala dßrä hellä 
taitiin mih- 4. arabeit inti feher fand, inti namon truhtines kinamta: 
«uolago truhtin, erlftfi fela tninal 5. kenadigör truWan inti rßhtör, inti 
got unfer kenädit. 6. kehaltanti luacila truhtin: ked4muotör [pim intij 

2* 






20 

I j -m TT — 

äriöfta mih. 7. xmerhi fSla mina in refti dtna, danta trnhtfn nnolateta 
dir, 8. danta erl6fta fSla mina fona töde, ougtin nnnin fona zahamn, 
fti055?e min^ fona flippe. 

Pf. 123 (L. 124), 1. U5555an da? truhtin nuas in uns, [qnedÄ nu 
IlVahöl], 2. ft^s^an das^ truhtin uuas in uns, denne a[r]rifant [man] in 
unfih, 3. odouuila iCbentÄ farflintant unlih, denne arbolgan ift heisj- 
muoti ird in unfih. 4. odouuila uua^er pifaufka unfih. leuuinftn durah- 
fuor f41a unferiu. 5. odouuila durahfuar f81a unferiu uua55?er unfieurdra- 
ganlih. 6. kiuuiht^r trnhtfn, d€r 1^ P^ap] unfih in kefangida cenim irö. 
7. f§la unferiu f5fo fparo kecariftiu ifb fona feide uueidenönter6. fekl 
farmulita? ifb inti uu€r erlöfka pirum^s. 8. zuoh^lpha unferiu in namin 
truhtines, dfir teta himil inti hßrda. 

' Pf 129 (L. 130), 1. Fona tiuffem herßta ce dih, truhtin. 2. truh- 
tin, kehön ftimma mina! fin 6rim diniu änauuart^ntiu in fkimma dCs 
kebetes mines! 3. ubi unröht [pi]halti8, truhün, wör [ke]ftat i[m]? 
4. danta mittih kenäd[a] ift. duruh wi2;?ud tinan 5. fardolätadih, ü*uh- 
tin. fardoläta fela nuniu in uuorte ßnemo. 6. uuanta f^la miniu in 
truhtine. fona [pijhaltidu morganliherö unzin ce naht 7. uuane Ifrahel 
in truhtine, danta mit truhtinan kinäda inti kinuhtfam[iu] mit inan eii6- 
fida. • 8. inti h6r erlftfit Krahelan fona alldn unrl^hten ßnen. 

Bnichstflck einer Yerdeatschung der Lex Salica. 

Doppelblatt, fchmal Octay, in d. Stadtbibl. zu Trier ; 9. Jbdt. Von Mone dafelbft ent- 
deckt (eingeklebt in einem aus der Kirche St. Matthias ftammenden Buche) und im 
1. Hefte der Ztfchr. f. G«fch. des Oberrheins veröffentlicht. Danach mit Jac. Grimms 
Herftellung in Johannes Merkels Lex. Salica (Berlin 1850) S. 104 — 107. Neue Yer- 
gleichung d. HandTohr. v. Pertz u. Merkel ebdr. im Kachtrage S. 109 — 111. Das 
Bruchftück enthält die 10 letzten Titel des Index, Cap. I. und einen Teil von Cap. II. 
der lex Salica reformata. 

LXI . . dh€r fcazloof man andhran arflahii LXTL fon alode. LXITI. 
dhe fih fon finßn m&gun [nimit]. LXIV. dhCr fon/mdhref henti Äowih[t] 
nimit LXV. hw6 man wöragflt gälte. LXVL dher man in here flahit 
LXVn. f6 hwär f5 andhran mit löfii biUugit. LXVm. dh«r andhref 
hrof bifiUit. LXDL dhßr man fon galgen forlaa^^it. LXX. dh€r wiib 
gimahalit inti ni wil fta halon. Explicit. incipit liber legis falicae. 

L Herift fon meni 86 hw<jr f5 andhran zi dhinge gimenit, inti &r ni 
cuimit, ibu ini funne ni habet, gßltS fcfllingä XY. dh€r andhran gim^t, 
ibu Br ni cuimit, inti funne ni habdt, £5 fama gälte folidos XY. dh£r 
andhran menit, mit urcundäom zi ßnemo huufe cuäme, inti dhanne ^- 
banni ini ärdho fina cuänün, ärdho finer6 hiwAno ätteÜiwälihemo giSBigi^ 
dha^ i^ ämo gicundhd, wäo här gunenit ifL ibu är in euningef dbio- 
nofte haft ifb, dhanne ni mag er ini gimenen. ibu är innan dhäf gewes 
in ßnemo arunte iit, dhaime mag är ini menen, fif5 i:; beer obana gi- 
fcriban ifb. II. Eon dhiubiu l\iin6. 86 hwär f5 füganti farah forftilit fon 
dhäru furiftun fbigu ärdho in mätal6ftun, inti dhäf giwunnan wirdhit, 
gält^ folidos IQ , foru^än haubitgält inti wirdhriun. ibu dhanne in dhrit- 
tiöin ftigu forffcolan wirdhit, gölte folidos XY, foru^^Än haupitg^t inti 
wirdhriun. fö hwär fft farah forftilit fon dhämo fulage, dhär üo^^aft 



21 

ift, gölte folidos XLV, foru^an haupitgält indi wirdhrim fö hw€r f6 
farah in földe, dhaar hirti mit ift, forHilit, g«lte foHdos XV, forii^an 
haabitgdt inti mrdhnuiL £5 hwör io farah forftilit, dha; bii^an dhSru 
mooter leben mag, fSorzug pentinga, dhie tuent folidom I, g6lte, foru- 
^ haubitg^lt inti wirdhriün. fil hwör fo fu biftocM^t in dhiubiu, gelte 
Mdos Vn, foru^ haabitg^lt inti wirdhriün. fö hwCr fo td mit fara- 
km forftilit, göltÄ foHdos XVn, forü?Sn hauUtgät inti winüiriun. 
lo hwgr f& farah iäriga? forftiUt, gölte foMos ni, forii^fta haubitgöt inü 
wirdhriün. IS hwör fö zuüari[g] fuin forftüit, gölte foUdos XV, foriu5an 
haulntgölt inti wirdhriün. fö hwör £& hantzugüing ... 

Das Weszobranner Gebet. 

Weftobr.-MÜÄch.HB., 8.— 9.Jlidt Cod Weffobr. 53, Cimel. lU. 4. in. Brüder Grimm, die 
beiden älteften deutfchen Gedichte a. d. 8. Jhdt (1812) S. 80 ff. W. Wackornagel, das 
Weßobr.Gebet (1827). Desfelben Lefeb. 1. NeueAusg. der 2.Aufl. S. 67. 68. 4. Aufl. S. 
6i. 62. W. MüUer in Haupts Ztfchr. 3, 449. 

De poeta. 

Bat gafrögin ih mit firahim firiuuizzö meifta, 

dat öro ni uuaf noh üfhimil, 

noh paum noh pöreg . . . ni uuaf, 

ni . . . nohheinig noh funnä ni feein, 

5 noh mäno ni liuhta, noh dör märeo Ko. 

d6 dar niuuiht ni uuaf entöft ni uuentöo, 

enti do uuaf d(Jr eitio almahtico cot 

manno miltifto. enti dar uuärun auh manake 

mit inan cootlihh^ geitla. 
10 enti cot heilac, cot almahtico, du himil enti örda gauuorahtof, 

enti du mannum fö manac eoot forgäpL 

forgip mir in dinu ganada rehta galaupa 

enti cütan uuilleon, uuiftum enti fpähida, 

enti crafb tiuilun za uuidarHantanne, 
15 enti arc za piuuifanne, 

enti dinan uuillöon za gauurchanne. 

Altsächsische Beichtformel. 

^^' des 9. Jlidts. in DülTeldorf , latcin. Sai^ramentar- u. Formularbuch des Frauen* 
^ zu Effen, vielleicht durch d. Gründer des Stifts Bifchof Alfrid von Hildesheim 
\^m nach d. Mitte d. 9. Jhdts.) dahin gekommen. Aufgef. u. mitget. v. Theod. Jof. 
I^mblct im Archiv f. die Gefch. des Mederrheins (Düffeld. 1833) Bd. I. H. 1 6. 
^--9. Befprochen v. J. Grimm in d. Gott. gel. Anz. v. J. 1832 Stuck 40. Bd. L 
7, 392-:~397. AVieder gedr. bei Maffmann Abfchwörungsformehi etc. Nr. 33. S. 44. 
!^^- %• Mit erkl. Wörterb. hrsg. v. Köne: Der altfächfifcho Beichtfpiegel zur Zeit 
^e» heü. Luidgerus u. fr nächften Nachfolger, Münfter 1860, 21 Bg. 

^ giuhu goda alomahtigon fadar endi allon finon helagon vuihethon 
^^di thi godes manne allero minero fundiönö, thörft the ik githahta 
^^J^ gifprak endi gidöda, fen thiü the ik «rift fundia uuörkian bigonfta. 
^^ iuhu ik fo huat fo ik thCs gidöda, thös vuithar mineru crifünh^di 



12 

uuäri, endi vuithar ndnamo gil5uoii uuari, endi vuithar mtnemo bigih- 
tön uüäri, ^ endi uuithar minemo m^ftra 'Uuari, endi vuithar minemo 
hdrdftma nu&ri, endi nnithar minemo rtShtä nuari. ik iuhu nithas enti 
aunnltes, betiäs endi bifpriikias^ fueriannias endi Hagannias, firinluftono 
endi minero giddio faiiätanerö, ouarm5dia& endj tragt godes ambahtas, 
hftnrilliftno, manflahtono, ouarAtas endi onerdraükaR, endi ök,witidion 
mftfif fthöda endi drank. ök iuhu ik that ik giuuihid mos endi drank uithar 
got endi mina* herdomas raka fö n8 giheld fö ik fcoWa, endi mer terida tiian 
ik feoldi. ik iu giuhu, that ik minan fader endi moder fo ne ßroda endi 
fö n^ minniöda fö ik fcolda, endi; ökmiüSL brothar endi: min4 fu^Itar 
endi minä othrä nähifton endi minä friund fö nß öröda endi fö nö min- 
niöda fö ik fcolda. thös. giuhu ik hluttarliko, that ik armä man endi 
ÄthrÄ elilendiä fö nß ^oda endi fö nß' minniöda /ö ik fcolda. thes iuhu 
ik that ik mtnä iuügerön endi mfnä fiUulos fö nö lÄrtk. fo ik fcolda, 
thöna hölägpri funn&ndag endi thia h^lagftn mifla nß nrioda endi nfi 
eröda fö ik fcolda, Ufas drohtinas likhamon endi is blöd mit fulikaru 
forhtu endi mid fulikaru minniu nß antfeng fö ik fcolda, fiakorö nfi 
uuiföda endi im irä nödthurfti nß gaf fö ik fcolda , ferÄ endi unfrähä nC 
tröfba fö ik fcolda , mtnan degmon fö rßhto nö* gaf fö ik fcolda , galli 
ne antffing fö ik fcolda. ök iuhu ik, that ik thiä giuuar, thß ih giuuer- 
. ran nß fcolda, endi tMä n6 gifuonda, th^ ik gifuonan fcolda, ik iuhu 
K unrähtarö gißitiö, unröhtarö gihörithänö endi unrChtarö githankönö, un- 
rehtarö uuordö, unrehtarö uußrkö, unröhtarö fBthlo, unrähtarö Itadlö, 
unrßhtarö gangö, unrehtarö lögarö, vnrChtas cufliannias, unrßhtas hel- 
fiannias, unr(ihtas anafongas. ik gihörda hetlunnufßa endi unhrSnia 
^ fefpüon. ik gilöfda th^s ik gilöuian nö fcoldaT^lOtal, ik farftolan 
fthöda, äna orlöf gaf, äna orlöf antf^ng, m^neth fuör an wiethon, 
abolganhÄd' endi giftridi an mi hadda endi mistumfb endi auunft. ik fun- 
diöda an kiggiomo givuitfcipia endi an flökanna. minä- gitidi endi min 
gibed fö nö gihöld endi fö nö gifiilda fö ik fcolda, vnrßhto las, unrehto 
fang, ungihörfaih uuas. mÄr fprak endi m^r üiigöda than ik feoldi, 
endi mih fßluon mid uuilon uuordon endi mid uuilon uußrkon endi mid 
uuilon githankon, mid uuilon lufton mer unf&uröda than ik feoldi ik 
iuhu that ik an kirikftn unrßhtas thahta endi öthrä. merda thßru h^lagun 
lecciün, bifcopös endi prßftrös n6 ßröda endi nC minniöda fö ik fcolda. 
ik iuhu thes alias, th4 ik nu binenp[ud hebbin .^di binemnian nß mag, 
fö ik it uuitandi dädl fö ünViiitätidi, fö'iniÄ gilöuon fo mid ungüöuon, 
fö huat^fö ik thes gideda, thes uuithar godas uuiüion nuäri, fö vuakondi 
• f 6 fläpandi, fö an dag fö an nahta, fö an huilikai*u tidi fo it uuarl 
fö gaoigu ik is alias an thes alomahtigon godas munä.buvd endi an fma 
gin^tha, endi nu duon ik is alias hlrötarltkio minan bigihthon goda alo- 
mahtigon fadar endi allen finan h^lagon endi thi godas mannarf gemo 
an godas uuillion te gibotianna. endi thi biddiu gibedas, that thu mi 
te goda githingi vuefan vuiUias, that ik min lif endi mtnan gÜöuon an 
godas huldion giendion mötL 



23 

Aus der aMcbsischen Evia^BgeiteBharDMnie« Heliaiid. 

2 Hss. des 9. Jhdts. 1) die cottonifohe in London, Perg. in 8% figniert Caligula A. 
Vn, unter den von Bobert Cotton f 1631 Anfg 17, Jhdt ^efamm. Mss. Facfimüe in 
Scbmellers Heliand Bd. 2. Befchrbg d. Ha. v. H. Wanley 1704' in Hi6kefl Thefauru« 
i m. p. 225. J. H. Jaeck Beife üadli Frankreich u. Engld l«2ö— 6 Bd. 2 p. 25 
bis 26. Schmeller Hei. t. 2 p. VII. Erfte. öffenÜ. Erwähnung der Hs. v. Hiokea in 
Mtut. grammat. Anglo - faxonicae et Mcerogothicae ^Oxon. 1689. Proben hier und im 
Thefaurus; von C. Frid. Temler (abgefchr. in London Sept. 1768) in Nyerup Symbolse 
ad literaturam teutonicami antiqni^i^em Havn. 1787 Ki*: V p. 130 — 146, vergL'Einltg 
p. JJX — XXIII. Abfchrift der Hs. v. Jüngern Franz Junius.in der Bodlejana «u Ox- 
ford n. danach die Ablchrift v. Friedr. Boftgaard in der königl. Bibl. zu Kopenhagen. 
2) Hs. in der königl. Bibl. zu München kl. foL Cod. germ. 25. Cimel. lH. 4. a; bis 
1834 in der Capitelbibl. zu Bamberg, derf. wahrfchl. von König Heinrich Ö. um 
1012 gefchenkt. 7ö'Bll., 17 verloren. Facfimüe bei Schmeller Bd. 2. Befchreibung 
der Hs. ebendf. IX fg. Nachricht u. Probe von der Hs. (die während des Kriegs nach 
Warzburg gebracht war) gab der Würzburger Bibliothekar Conr. Siegler an Bern. 
Pez nach Molk, diefer an Job. Georg v. Eckhart nach Hannover, der davon Mittig 
machte in Veterum monumentorum catecheticorum theotifcorum Qüaternio, Lipf. 1720 
p. 42 u. im Commentarius de rebus Franciae orientalis et Epifcopatus Wiroeburgenfis, 
tom. H. Wirceb. 1729 p. 325. Die Hs. in Bamberg wieder aufget v. Lothringer Ger- 
hard Gley, 2. Oct. 1794. Um eine Ausg. bemühten fich Fr. H. Beinwald, L. B. L. 
y. Aretin, Beruh. J. Docen, bis G.e J. Andr. Schmeller ins Werk fezte: Heliand 
Poema faxonicum feculi noni , accurata eipreffum ad exemplar Monaccnfe infertis e 
Cottoniano Londinenfi fupplementis neo non adjecta lectionum varietate nunc primum 
edidit J. A. Schm. Monach. Stuttg. et Tub. Cotta 1830, 4. Bd. 1- Text. . Die Ver- 
gleichung der cotton. Hs. nach einer Abfchrift, die fich Beinwald hatte anfertigen 
laßen und die Anton Schlichtegroll mit dem Originale coüationierte. Weitere Vergl. 
durch Joh. M. Kemble, Eich, Cleasbv, Thomas Banfield bei Schmeller Bd. 2 Prooem. 
p. V. fqq., IMöfer 2. Bd unter d. Titel GloHarium Saxonicum e poemate . Heliand in- 
fcripto et minoribus quibusd. prifcae liuguae monumentis coUeötum cum vocabul. lat.-« 
faioaico et fynopfi grammatica. 1840. 4. Heliand od. d. Lied v. Leben Jefu , Urfchrift 
mit Überf. u. Anmerk. von J. B. Köne, Münfter 1855. Andre Überfetz, von Grein 
(Rintehi 1854) u. v. Simrock (Elberfeld 1856). A. F. C. Vilmar, deutfche Alterthümer 
im Heliand als Einkleidung der evangel. Gefchichte, Marburg 1845, 4. 

Einleitg cod. Cotton. cap. 1. Schmeller p. 1 fg. Köne S. 3 ff. 

Manegd uuaron thÄ ^k iro möd gefpon, 
that üvi bigunnun uuord godef 
reckean, that gir&ni, that thie rikäo Crift 
undar mancunn^a, märitha, gifruinida 
mid uuordun endl mid uuercun. that uuolda tho uuifarä filo 
liudö bamo lobhon, lera Chriftef, 
h^lag uuord godaf, endi mid iro handon fcribhan 
börehtlico an buok, huo &k fcoldin if gibodicip 
fiTumnian firiho barn. than uuürun thoh fiä fiori tß thii 
under thörä menigo, thiä habdon mäht godef, 
hölpa fan himila, hÄlagna geft, 
ll craft fan Chriftee: fiä uurdhun gicoranä tß thio, 
that fie than euangelium 6nan fcoldun 
an buok fcribhan endi fo manag gibod godef, 
helag himilifc uuord: Jiä me muofta helitho than mer 
firiho bamo frummian, nöuan that R.A. fiori te thio 
thuru craft godaf gecoranä uurdhun. 
Mathöuf endi Marcuf fo miärun thiä man hetanä, 



2^ 

Lucaf endi lohannqf: M uuänm gode liabUi^ 
uuirdhigä ti them giuuirkie. habda im uualdand god 
thöm helithon an iro hörtan hölagna g^ft 
faUfco bifolhan endi ftrahtan hugi, 
fö manag uniflik uuord endi giunit miTfil^ 
that ftä fcoldm ahebbCan hÄlagaro ftönmün 
godfpell that guoda: that ni habhit enigan gigadon huergin 
thiu uuord an thefaro uuöroldi, that io uualdand m6r 
drohttn diuriö, eftho derbi thing, 
firinuuerc felliß, eftho fiundö nith, 
ftrid uuiderllande , huand hie habda ftarkan hugi, 
mild^an endi guodan, thie thöf m^fter uuaf, 
adal ordhfrumo, alomahtig. 
that fcoldun fta fiori thuo fingron fcribhan, 
fettian endi lingan^ endi fegg?.an forth, 
tiiat fea fan Crifte'f crafte thßm mikilon 
gilUhun endi gihordun, thfif hie Mbho gifprac 
giuuffda endi giuuarahta, uundarlicaf filo, 
lö manag mid mannon mahtig drohtin, 
all fö hie it fan then anginne thuru if Sna craht 
uualdand gifprak, thuo hie örift thefa uuiJrold gifcuop 
endi thuo all bifieng mid enü uuordo, 
himil endi Crtha endi al that IiBä bihlidan 6gun 

giuuarahtef endi giuuahfaneü that uuarth thuo all mid uuordon godaf 
•fafto bifangan endi gifrimid after thiö, 
huilic than liudfcepi landef fcoldi 
uuidoft giuualdan, eftho huär thiu uui^rold 
aldar endon fcoldi. An uuaf iro thuo nohthan 
firio bamun biforan, endi thiu fiui uuärun agangan: 
fcolda thuo that föhfta fäliglico cuman 
thuru craft godef endi Criftaf giburd, 
h^landero bell, hölagaf göftef 
an th(5fan middilgard managon tä hölpun, 
firio bamon ti frumon uuid fiundo nith, 
uuid demero dualm, 

Than habda thuo drohtin god 
Romänoliudfion farliuuan rikfeo mefta, 
habda th^m herifcipie hfirta gifterkid, 
that fiä habdon bithuunganä thiedo gihuilica, 
habdun fan Eumuburg riki giuunnan 
helmgitrofteon. fäton iro heritogon 

an lando gihuto, habdun liudöö giuuald, ^ 

allon elithöodön. Erodef uuaf 
an HierufalSm obher that ludöono folc 
gicoran t€ kuninge, fö ina thie kÄfer tharod 
fon Rumuburg riki thiodan 

fatta undar that gifithi. hie ni uuaf thoh mid fibbCön bifUng 
auaron Ifrah^lef, edhiligiburdi 



25 

cuman fon iro cnnofle, n^uan that hie thuru thCf kefuref thanc 

fan Eümuburg riki habda, 

that im uuarun fö gihörigä hildifcalcöf, 

auaron Ifrahelef , ellöanmoua, 

fuitho anuuandä nuini, tiian lang hie giuuald £hta 

Erodef thfif rik€af endi r&dburdeon [obhar ludeö] liu^. 

Maiise Yerkondigung. Cod. Ootton. c. 4. Cod. Monac. foL 4. 
Schmeller p. 7 fq. Köne S. 16 ff. Lucas 1, 26 — 38. 
Nach der Cotton. Hs.: 

Thuo ni uuaf lang after thiö , »6 it all fö geWftid uuarth, 

fö hie mancunn^a managa huila 

god almahtig forg^bhan habda, 

that hie if himilifc bam hfirod ti nüöroldi, 

if ffilbhef funo fendCan uuolda, 

te thi& that hie hier alöfdi al UndTkamnä^ 

unftpod fon uuftie. Tho uuarth if uinfbodo 

an GaUleäland Gabriel cuman, 

engü thef aluualdan, thär hie 6na idif uuilTa, 

mimilica magat: Maria uuaf fiu h^n, 

uuaf iro thiorna githigan. fia en thegan habhda 

Jofeph gimahlid, guodef cunneaf man, 

thia Däuidef dohtor. that uuaf diurlie uuibh, 

idif andheti thär fia th6 engü godef 

an Nazarethburg bi namen felbho 

gmotta geginuuardi endi fiia fen gode quedda: . 

'Hfl uuif thu, Maria! (quat Me) thu bift thinon herron lief, 

uualdandi uuirdhfg, huand thu giuuit habhif, 

idif enftio ful. thu feealt fari aUon uufeTan 

uuibhon giuuihid. ni habi uuekfe'an hugi! 

ni forohti thu thinon ft'rahe! ni quam ik thi tg 5nigon fr^fon h^pd, 

ne dragu ik enig drugithing. thu fcalt üfef drihtnef uuefan 

modor mid mannon, endi fcalt thena magu fuodean, 

thef höhon himilcuningef funo : thie fcal Höländ tö naman 

^gan mit eldion. endi ni cumid ' 

thef uuiden rikief giuuand, thef hie giuualdan fcal 

märi thiodan.' Thuo fprak im thiu magat angegin, 

uuid thena engel ^odef , idifeo fcönioffc, 

allerft uuibho uulitigoft: 'Huö mag that giuuörthan, (fo quat fiu) 

that ik magu fuodie , nä* ik gio mannef ni uuarth uuif 

an minero uueroldi?' Thuo habda eft if uuord garo 

engflithef aluualden th^ro idifi tßgegnef: 

'An thi fcal helag ^eft fan höbhanuuange cuman 

thuru craft godef thanan fcal thi kind odan uugrthan 

an thefaro uueroldi uualdandef craft 

fcal thi fan thgm hohofton hübhancuninge 

fcadoian mid ibimon. ni uuarth fconerÄ giburd, 

ui fö märi mid mannon, huand fiu cumit thuru mäht godef 



26 

an thefan uuiduu uueroü' Thuo uuarth thrf uuibjief hugi 

after thöm anmdie all gihuorban 

an godef uuilleon. ' thann ic hier garu ftandu, (quat iiii) 

te fulicon ambahtfkipie fö he mi egan uuili. 

thiuuä biun ik thiedgodef. nu ik thef thingef gitruon, 

uuerthö mi after thinon unoi'don, all fö if uniUeö ß . 

hÄrren mmef. nis mi hugi tiiifli, 

ne uuord ne uuifa/ So gifragn ik, tl^at that umbh antfieng 

that godef arunde g«^rno fnitho 

mid li'ohtü hugi endi mid gilobhon guodon 

endi mid hlüttron treuuon. uuarth thuo thie helago geft, 

that bam, an im buofme, endi fiu an irö breoftoÄ forftuod 

iac an irö febhon fölbho. fagda them fiu uui^ldta, 

that fea habda giöcana thl'f alouualden Oraft 

hÄlag fon himila 

Volksfchätzung durch Auguftus, Luc, 2, 1 — 4. Cod. Cott. 
c. 5 K. S.21. Cod. Monac. f. 6»* 6*. Schmelle'r p. 10 ig. 
Nach der cotton. Hs.: 

Thuo uuarth fan Rümuburg rikeaf mannef 

obher alla thcfa irminthiod Octauianef 

ban endi bodfcepi obher thia if br^düi^ giuuajd 

kuman fan thön\ kefure cuningo gij^uüicon 

hßmfittendion, fö uuido fö if heritogon 

obhar all that landfcepi liudio giuuÄldon. 

biet man that all thia elilendlun man iro uodhil fuohtin, 

helithof iro . handmahal ; angegin iro hdrren bodon 

quämi te them cnuofla gihue, thanan hie cunneaf uuaf 

giboran fan th^m burgion. that gibod uuarth gileftid 

obhar thi'fa uuidun uuerold. uuerod famnöde 

tp allerp burgS gihuem. fuorun thia bodon obhar all, 

thiä fan them kefure cumanä uuar^n> 

buokfpähä uucröf ; an brief fcriWiun 

fuitho niudlico namöno gihuiUc^n, 

iä land iä liudi, that im ni mahti alfttean I^an 

gumönö fulica gambra, fo imp Ibolda gel^&n 

gihuie helitho fan if hobde. ; 

ChriftuB der Volksfuhrer. Matth. 4, 83 -r- 25. Luc. 4, 14. 15. 
Cod. Cotton. c. 15K.69if. Cod. Monac. f. 16^ 19*. Schm. 
p. 36 fq. ' Nach der cotton. Hs. : 

Thuo fuorun thar thiä liudi tuo 
allarö dagö gihuilikef, ü^v ftfa drohtin uuaf 
felbho under them gifithie, ant tjtiat thir gilaxnnöd uuarth 
meginfolc mikil managarö thiedo; 
thoh üä thär alla gelico geluba ni quämia 

uueröf thuru £nan uuiUeon. fumä fuoh^i^ fia that uualdandef bam, 
armerft mannö filo, uuaf im ätef tharf, 



27 

tliat üd im tliär an tliero menigi metüer eudi'djrank^r > 

thigidun an therö theodö, buand thär uuaT manag thögan' iu guod^ 

thiil irft almuofnd armon mannon = . 

gemo gäbhun. fumä uuänm fiä. im eft Iiidli<?6n& cunneaf 

ttkni folcfcepi: uuärun im thar gifaranä te thiA> 

that ^3i ftfef drohtinef dädeö endi uuordü ; * ; . • 

&ran uuoldun: habhdun im fröknijan hugiy • ;;. . 

unrSthan unilleon: uuoldun uualdan Crift < -. ..' i.:. 

al^thian them liudiun, that M if lerun ni .hordin^ /• = . 

ne unendin afbar i£ uuillien. fumä uuärun. M im eft« . 115 miila man, 

uuärun glauuuä gomon leAdiigdde uiuer^tä, >. ' ' 

alefanä undei^ tMm Iiudiun;;>i qu^Uniim thar bt thiem lert&n^ Orifibef, 

that fiä if helag uuord horröon inuafttn, « 

linun endi l^ftian: habhdun mid irö gelubon ie. iai) . < , 

ßifto gefangan: habdun im fihrahtan. hugi: .. ,; : o i. . 

unurthun if thegnöf te thift, thati hie .Man" tiiiödunelon 

aftar irfi endagon upp gibrahti '► > '- ,y,/ ..V 

an godef rikL hie. fö gömo anitfiengi ; ■ > r . 

mancunnef manage endi lüundbtird gihefc 

te langer A huilA, endi hie mohta fü gü&ömk njoB. 

thuo uuarth thär megin fö mikil umbi thana märean Chrifb 

liudö gifamned. thuo gifah hie fan aJlon- lahdon coman, 

fan allon uuidon uuegon uuerod tg famne . i ; ... 

iungaifö litidiö. if lof uuaf fo uuido . . ; , •,.:!•.. 

managon gemärid. n» •' : 

* ' > ' ■ ) < i ( . ' • f . ; . • . I ■ ' » , , '. t . ' ' 

GhiiftttB .predigt' die toht' Seügkeitetn. Miatth. &,• 1-^il.. : I > 

Luc. 6, 20 — 25. Cod. Cotton. cap. X5 fbi.,16 in., i^. S. ,. 

72 ff. Cod. monac f. 19^ %, Schmeller p. 38 S. Nach 
der Cött'dn. Ss.:' '' .,..,. 

Thuo gfingun: fiä. ttbelifiifaiiiod 
rincüf te therö xujm,i,.thär, hie iräd^ndh.fafc > .; . 

managero mundboro, /tbie:.allOÄ BÄancmmde 
uuid.hellatgethuing jb^lpan. uuöldi*^ * >: . <• 
formen uuidh them ferne, f5. bUÄm ifo.friöniineaa uuüi . . 

fuo iCoblica löra, fo hie thöm Uüfliun th&r ' > • 
thuru if giuuit mikil uuiffean hogda., > . i ., , :. ; ( 

Thuo umbi thena neri^ndan Grifti nfthor gfingiüür 
fulica gefithöf, fo hie im felbho gec6f= t , 

uualdand under thfem uuerode;. ftuoduti uiüfä man, 
gumon umbi thena godef funu gemo. fuittio, . 
uuö'rof an uuilleon , uuaf im therfi uuordo niud, i 
thahtun endi thagöduii, huat im thärö thiedA drohtin » 

uueldi uualdand ielf uuordon.oüthian, ' . ■>.'>' > : . > 

thefon liudion te liobe. ,th4.n tßMi im thie, lamdef hirdi 
geginuuard for thiem gumon, godef 4gan harn,. 

uuolda mid if fpräcön fpähuuord manag , , > 

ler^'an thiä liudi, huo ^i. lobh gode ,. « 



28 

an thefon uufe'roldrik(ja uuirköan fcoldin: 

Tat im thuo endi fuigoda endi fah M an languo, 

uuaf im hold an if hugi helag drohtin, 

mildi an if muode : endi thuo if mftdh antl5c, 

uuifda mid if uuordon uualdandef funo 

manag märlic thing, endi them mannon 

fagda fpähon uuordon them the hie t6 thäro fprÄco tharod 

Crift alouualdo gecoran habhda, 

huüicä uuärin allerg irminmanno 

gode uue'rthoilun gamonA cunnief: 

fagda im thuo tä' Aiothen, quat that thi& fältgä uuArm 

man an ihefard middilgardun, thiä her an ird muode uuä^n 

armä thuru odmuodi: Hh^m is that duuana riki 

fuithuo helaglic an hi^bhannuange 

finlibh forgeban/ quat that öc faligä uuärln 

madmundeä man: ^ihii, motun th($a märifin ertha 

offittean, that fdlbha rikL' quat that öc &ltgii uuArin 

thiä hier uuiopun irö uuammön dädi: ^thi^ muotun eit uuiUion gibidan, 

frofra an them felbhon rüde, fäligä find öc the fiÄ hier frumönö güuftid, 

rincöf that M r^'hto aduomean: thef muotun Rk uu^rthan an them 

rikie drohttnef 
gifullit thuru irö ft'ruhtun dädL fulicerö muotun fiä frumönö biknegan, 
thiä rincöf thiä hier röhto aduom^at, ne' uuölleat an rönun bifufk^n 
man, thär fiä an mahle fittean. ialigä find öc th^m hier mildi uuirüiit 
hugi an helithö briofton: them uuirthit thie hölago drohtfn 
mildi mahtig fe'lbho. ialigä find öc undar thä'farö mänagön theodö, 
thie hebbeat irö härta gihr^nid: thiä muotun thena häbhanef uualdand 
ffe'han an finon rikie.' quat that öc fältgä üuärm, 
thiä hier frithufamä under thfe'fon folka libbfe'at endi ni uuilleat eniga 

fehta geuuirkean, 
faca nud irö felbarö gidädöon: Hhiä muotun uuefan funi drohtinef genemnidä, 
huand hie im uuili ginäthtg uu^rthan. th^f lüuotun fiä niotan lango 
felbhon thef finaf rikcfaf/ qüat ttiat öe iUlfgä uuärin 
thiä rincöf thiä r^htö uu^ldin endi tiiuru that tholönd rik^orö manno 
heti endi harmquidi: Hhto il öc an himile 
godaf uuang forgefljhan endi gdftUc llbh 
after te öuuon dage, fö thef io endi ni cumit, 
uu^lönö uuunfamölt/ So habda thuo uualdand Grat 
for thÄm erlon thär ahto gitaldä 
fäldhä gefagdä: mit them fcal fimbla gihu^' 
himilriki gihalön, (ff hie it hebbean uuili, 
Cftha hie fcal te Äuuon daga afker tharbhön 
uuälon endi uuilleon, mhor hie thefa uuerold agibit, 
erthlibhgifcapu , endi fükit im ödhar lioht^ 
fö liobh f5 lÄth, £& hie mid thefoi^^ liudion hier 

giuuerköt an thefarö uueroldi, all fö it thär thuo mid if uuordon fagda 
Crift alouualdo, cuningö rik^ft, 
godef egan bam iungöron finon. 



j 



29 

Dag Vater unfer. Matth. 6, '9 — 14. Cod, Gottön. «. 19. 
K. S. 90 fg. Cod. Monao. f. U^. SckmeUer,p.48. Nach 
der Münchner Hs.: 

Than gi göd amlleai^ 
nnerdf, mid munon nnordun nnaldand grdtean, 
aüard cuningd craftigdftan, than quedad gi fd ic iu leriu: 
Fader if üfa firihö barnd, 
the if an them hdhori iiiiäilarfk^a, 
geunihid ff thin namö üuordö gehmlico, 
cmnä thfn craftag riki, 
nuerdä thin uuilleo obar ttießt uüSrold 
al fd Fama an erdo^ fd thär uppa ift 
an them hdhon himilrikea, 
gef ftf dagd gehuuiHkef rad , drohtin the gddo, 
thma helaga helpa^ endi alät dt, häbenef nnard, 
managord menfculdiA, al üb un&* ddrnm mannum doan. 
ne lät üf farledean lethä uuihti 
fd ford an irö nnilleon, fd tini unirdfgö find, 
ac help Af unidar allun nbilon dädiun. 
So fculnn biddean, than gi te bede hnfgad, 
nuerdf, mid iunuom nuordun, that in uualdand god 
ledhef aläte an lintcnnnea. 

Anfiang der Erzählung der Hochzeit ztiKana: Joh. 2, 1 — 3. 
Cod. Cotton. c. 24. K. S. 112 %. Cod. Monacv fd. 80*^ 31^ 
Schmeller p. 60. 61. Nach der Münchner Hg;: 

Grennet imo thd nmbi threä naht aftar thiü thöford thiodd drohtin 

an Galüedland, thär he te £nnm gömun uuard 

gebedan, that bam godet thär fcolda man fina brftd geban, 

mnnaliea magat. th^ Märiä unaf 

mid ird fnni lelbo fälig ihiomä, 

mahtigef mdder. managord drohtin 

geng imu thd mid if iungoron, godef ^gan bam, 

an that hdha hüf , thär the here dranc, 

tbeä Indeon an themn gaftfelL he im de at th£m gdmun nnaf, 

giac hi thär gecndde, that hi habda craft godef, 

helpa &n himil&der, helagna g^ft, 

nnaldandef nuifddm. nnerold bliddde, 

nnarun thär an lufton KudJ atfamne' • 

gumon gladmddid: gengun ambahtman, 

(kenkeon mid fcalun, drdgnn fkiriianne uniri ■' - ■ « 

mid orcnn endi mid alofatun: nuaf thär erld drdm 

&gar an flettea. thö thär fplc nndar im 

an thSm bexikeon fd beft blidlea aHidbnn, 

nnärun thär an mmnemi, tiid im thef nninef brafk, 

th«m liudinn thef Itdhef. if ni nuaf forlebid uuiht 

hnergin an themn hAfe, that for /then^ heiri ford 

fkenkeon drd^n, ac thiu feapu uiiärün . !. ;i ( 



eo 



lider alärid. thd ni uuaf lang te tiiifr, 
that it fan antfunda find fcdniöfta, ' 
Criftef möder: geng nuid iro kind fprecan, 
uuid ü*d funu felbon, fägda- im imd uüJordun, 
that theä uuerdöf thd mer. umnef ne habd«n- 
them geftiun te gdmu. 



.Ml '.■-'* 



f i r , f . r 



I \ 



1 1 






König Herodes Geburtstagsfeier: Mtu^cB^ 21. 22. CodvCbttqiL 
c. 23. KS. 151 ff. Cod. Monae. t 40»^ Schmellerp. ^3 % 
Nach der Münchner Hs.: ' . 

Thd unrdun an themn gertale ludeöcuningjef , , 

tidi cumanä, fd thär gitald habdun , . 

frödS folcnuerdf, huö he gifddid uuaf, ' .. 

an lioht cuman. fd uuaf therd Kudid thivu, ; 

that that erld gehuilic dbean fcolde; , . 

ludednd mid gdmun. . thd uuard thär an thene gaftfelii 

megincraft mikil mannd gefamndd, ,: • 

heritogdnd an that hüf, thär ird h^rro n;uaf 

an if kuningftdle. quämun managa . 

ludeon an thene gaftfeli: uuard im tjiar.gladmdd hugi, 

blidi an ird breoftun : gUähun ird bäggebon 

nuefen an uunneon. drdg man uuin an flet 

fkiri mid fcalun: fkenkeon huurbun, 

gÄngun mid. goldfetiin, gaman uuaf tWr, inne, , , . . 

hlftd an therd hallu: heKddf dminkuu » 

uuaf thef an lufbun landfef ' hirdi, . . .. 

huat 1^ themuuuerqde möfl; te, winBiu^.gifremidi. , , 

hÄt he thd gangan ford gßla thiprniin, 

if brdder bam, th^r he ap if benki fat, 

uuinft giuulenkid, endi thö te themu uuibe ^^^%, 

grdtte ^e fora themu gumlkepie, endi gerno.jbad^^ ; 

that fiu thär fora thöm gaftiun gaman aftiobi, , . 

fagar an flettie: *lät thit folc Khan, . , ,, . , ■ " 

hud thu gelindd habaf liudid menegi ; ,1 j» , 

te bltdzeanni^; an benkii^n/ r;-^— . — " — . . i, j. . 

Thd uuard therä magad, a)Pbar thiCi mddi gihuoyben^ 

hugi aftar iro hörron, that fiu an themu hule innen, , 

an themu gaftfeli gamen uppahuof^ 

al fd tiierd liudid landuuife gidrdg^ ... . 

thero thiodd thau. thiu thiome i^ild^B, . < , . , 

hror aftar themu hftfe : hugi, wiaf an luflfcifii, . , . 

managard mddfebo. , i. , , 

ChrüU Heilung der Blinden bei Jei^icl^öV, Mätth. 20, 29^34. 
Marc. 10, 46—52. Luc. 18, 85-^43;! CodlCottch. 0. 4». 
K. S. 195 ff. Cod. Monaa I 5i^. Bakuelleri pu 108-t-XIO. 
Nach der Ootton. fls.: . : , r ' 

Fuor im thuo forthuuardef, • habda im feirhtaii hugi, ' 
blithian an if briofton bam drohtlnef: i . i . . 



1' *! 



3t 



' i 



uuelda im te BSöiittlcilÖtoi ^iwdäPfojk^f ."i , ;''«'.> 

uuiUeon uuifön: hie confta tbef uuerodef fo .garo 

betigriii\man hugi eudi kardon ftrid^ 

uur^than uuiUeon. nuei'od fithdda 

fori Hierichobttrg: tmaf thie godef funo 

mahttg nndar therß menigt thär fätun tnini. man bi uuege, 

blindä uuärun iiä bithiä: unaf im buotono tharf, 

that M gih^ldi hebhanef uuaMand, 

huand ^k fö lango läohtef tholödun, 

managa butla. iid gihordun thuo that megin fal^n • 

endi frägddun fön firiuuitBoo ' ' 

regmiblindon, hnütk thär riki man 

under them fblcfcipe fUrifta uüÄri^ 

h^rrdft an hftbit. thuo l^rac im en helith angegin, 

quat, that thär löfu Cwft fan Galil*öland€> 

yienderfi beft h^n^ftft'unäri, 

fiiori mid if folcu. thnö unarth frdmöd hugi ' • - 

b^thion th^m blindon niannon, thuo fiä that barn godöi. 

uuüTun under them uuerode: hreopun im thuo mid ird uuordon tuo, 

hlftdo te them hölagon Crifte, bädun that hie im hölpa girddi: ' 

'drohtin, Däuidef funu, uuif ftf mid dinon dädion mildi! 

neri ftf af theferft n4di, fd thu ginuogiä duof 

mannd cunnief ! thu btffe managön guod, 

hilpif endi hßlif/ thuo bigiak im that heUthd folc 

uuerian mid uuordon, that ßft an uualdand Crift 

fö hlftdo ni hreopin. Q.Si ne uueldun ef rtii hftiiian te thift, 

ac M fimla mÄr endi ili^r obar iiiat mannd folc - 

hlftdo hreopun. H^land giftuod, 

allarö bamd beft, biet fiä brengian te im, 

ledean thuru thiä liudf , fprak im liftion tuo 

mildo for therft menegi: *huat uuelliat gi mmerö hier (qüat We) 

helpdnd biddean?' fiä bftdunina hilagna, i 

that hie im irä dgAni opana gidödi, 

farliuui thefef le'ohtef , that &k liudiö drdm, 

fuigli ftmnftn fein gilehan inuofttn, . * * 

uulitifcönia uuerold. uualdand flrumida * 

hrÄn fiä thuo mid if handon, ded^ if helpa thät tuo, ' 

that thßm blindon thuo bötirion uuurthun 

ögun giopandd, that ääertha endi himil 

thuru Graft godef antkennian mohtun, ' • ' ; ' * .' 

lioht endi liudt thuo fagduÄ Bä Ibf gode • ' ; ! • 

diuridun if dädi, th^f fiä dagef K6htef • . ' / ' 

brftcan mdftun, giuuitun im b^thiä mid im, > • : 

folgddun if ferdi, unaf im thiu firtmia gibhidig \ \ '\ 

endi 6c uualdandef uuerc uuido gicftthit, ' ' 

inanogon ghnärid. 



' I (' 



S2 



Gedicht vom jflngsten Tage. Mospilli. 

Begensburg - Münchner Hs. a. d. 1. Hälfte des 9. Jhdts, cod. Emm, B. VI, Bl. 61». 
119** ff. Schmeller, Mufpflli, aus Buchners neuen Beiträgen 1832 befond. Abdruck. 
WUh. Wackemagel altd. Lefeb. 2. Aufl. S. 69 ff. 4. Aufl. S. 75 ff. YerAich einer 
ftrof. AbÜg y. W. MOUer in Hpts Ztfchr. 3, 452 ff. J. .GriBim in Pfeiffers Oerm. 1, 
237. Bartsch ebendaf. 3, 12 ff. MüUenhoff in Hpts Ztfchr. ,11^ 381 -—39ß. 



fin] tac piquemö 

[ujuanta fär fd Rh diu töla 

enti fi den Ithhamun 

fd quimit ein heri 
5 da^ andar fona pehhe: 

forgdn mac diu f^la, 

za [hjuuederemo herie 

nuantiä ipu fia da^ Satanazfef 

da; leitit ßa i%r 
10 in ftdr enti in finfkri: 

npi fia auar kihaldnt 6ii, 

enti fi derd engilö 

di4 pringent fia lar ftf 

däri iffc lip äno tdd, 
15 felida ano forg[ftn, 

denne der man in par[di]fu 

hftf in himile^ 

pidpft] ift d[urft] mihhü 

da:; in ef fin muot kifpand 
20 da:; er kotef unillnn 

enti hellä ftdr 

pehhef pina^ 

altif b heii^^an lanc-f 

forg^ drätOy 
25 nu£ demo in ninftrl fcal 

prinnan in pehhe ! 

da; der man har^t ze gote, 

nu&nit fih kinäda 

ni iTb in kihuctin 
30 nuanta hiar in uuerolti 

fd denne der mahtigo khunino 

dara fcal queman * 

denne ni kitar pamö nohhein 

ni allerd mannö [ujnelih 
35 dar fcal er uora demo rihhe 

pi da; er in uuerolti 

Da; hörtih rahhön 

da; fculi der Antichrifto 

der uuarch ifb kiuuäfanit. 
40 khenfun ffint] fd kreftic, 

Eliaf fkritit 



da; er [touuijan fcal. 

in den find arheuit, 

likkan U;;ity 

fona himilzungalon, 

dar pägant fiu umpL 

unzi diu fuona {aji^dt^ 

fi gihaldt Jujuerdl 

kifindi klTJuuiniuty 

dar im leid utiirdit, 

daf^i ifb rehto uirinlih ding. 

di4 dar fona himQe queknant^. 

eigan uuirdit, 

in himild rihi, 

lioht ano finftari, 

dar nift] nSoman fiuh. 

pu kiuuinnit, 

dar quimit imo hilf^ kinuok. 

allerd mannd uuelihemo, 

• • • • 
kemo tuo[Ä], 
harto uuffe, 
d^ piutit der Satanä; 
fd mac huckan za dift 
der fih funtigrajn uuei;. 
find uirinä fbuen, 
da; ift rehto pahiuic dink^ 
enti imo hilfa ni quimit. 
diu [uu^naga fela]: 
himiUCkin gote, 
after ni uuerköta. 
da; mahal kipannity 
chunnd kiliha;^ 
den pan ftirifizzan, 
ze demo mahale fculL 
a^ rahhu fkantan, 
ki[u]uerkdt hap4ta. 
diä uueroltrehtuuifon, 
mit EUäfe pägan. 

denne uuirdit untar in uuihc arhapan. 
diu kdfa ifb fd mihhil 
pi den Äu[u]fgon lip, 



33 



50 



ein 



pidiu fcal iniQ hel&n 
der Antichrifto ftöt 

45 Ret pi d^mo tSatauafe> 

pidiü fcal er in dem uui[oft]eti 
enti in devao &näB 
doh uuanit def uiü[l]ä t 

das; [E]liaf in demo uulge 
'fö da]? [EjUaCef pluot. 

inprinnaii[t] dje perga^ . 
i]c in erdu, 
miior uarfnuilbit Shy , 
mäno nalHty 

55 fte[i]n ni klftentit^t 
V uerit imt diA uuir& , 
dar ni mac denne m&k andremo 
denne da:; preita nuafal 
enti uuir ejiti luft , 

nub'ift ideiÄfe'aifi ikartial »' / 
diu marha ift farpmpnan. 
ni [ujti[e]i? mit uniu! piio:;£ : 
pidiü ift de[nio] manne i3 ^ot, 
da? er raliono [iijuefiha ' 
denfnle ni dar[f} er ibrg^ 
ni [ujiiei^.der. unenago maa^ , 
denner mit den miatön 
da? d^ üuoal dar bi . . 
[de]r liap^ in nu)f|y|iiu . 
da? der man [a? erdu] 
da? er ig alk^ kifaget, 
ni fcolta >ßd manne nobhein 
86 da? [M}niilifc[a] hom 
enti flh dörrfuonarij 
der dar [tuo]mian leal 
denne beuit fih mit imo 
da? ifk alla? fö pa[l]d, 



60 



65 



70 



75 



80 



85 



' ♦> 1 



1 1 



da? rfUu Jafitorkan; ; 
der himilef kiuualtit. 
pi clwoi altfiantß, 
der inan uar&nkan [r]e^l: 
[u]uuni(<r]. piv^an. 
Jigalof ui^eifda^L.. , 
[uuiferö] götnfiann^ 
aruuafrtit uuerde]. 
iß eraa kitnußt^ 
paum ni kiftentit 
aha artruknänt, 
f[u]uilizfit lougiu der himil, 
prinnit mittSagaat^ 
uerit denne [^tuatago i^ Isucit, 
u[i]r[i]W puUiti». 
helfan uora demo mufpille, 
alla? uarprinnity 
i? ajla? arfurpit: 

1 m^ ban d6r d^lÜt n&^nitta^to^iehc ? 
[diu] fgla ftet pid[u]uui^g^ 
^ärj uepii fi za uu[i)?e. 
denncfr ze demo niakale ^piimit^ 
rehtb arteilö i 

deA[n]ß.j&r ze;deru-fuonu quiifuit 
uuieliM^ u[jrte]il er hab^t, 
morrit: d»( rehta, 
k[itacnü ütentit]^ 
rahÖBA [u]ueliha^.. 
upilef kifi:iui4t% 

denne er 8[e] dem fuonu r^quimii 
nnaiun int^aa. ^. 
k][h]lütit. . nuirdit, 
[in den] find arheuit^ 
toten enti lepen[ten]y 
heri6,meiftay 
da? imo nioman kip[i]gan ni mak« 






denne uerit er [ze d^m] mahaUteü, dem dar kimarchot üL 



dar uuirdit [diu fuona], 
denne Garant engilä 
Ti[u]echant deotft, 
denne [fcal] man[nlÄ güih 
'laiTan fih ar d^r[o] le[tiu6] ua??6n, 
da? er ßn [r]e[ht] aUa? 
enti imo after flnßn iÄtin 
denne dör gifi^it, • 
[enti] atteillan fcal 
denne [ft]Ät dahr imi]pi 
gnotörogomönö < > 

Schade, tltd« Leseb. 



dia man dar io fageta^ 

up^ [diö] marha, 

nuilfant ze dinge. 

[fo]na dem moltu arfken, 

fcal imo auar fin lip piqueman, 

kirafeib6n muo??i, 

ar[teilit uu]erd6. 

dör dar ftionnan fcal 

toten enti qu^kkhdn, 

engflio menigly • 'n 

g(a]r(t] fl{et mim} 

3 



34 

90 [darja quimitzte-a^m rihtAngti f& iiil[o] dift dä[T.v a]i»ftent; ' 

f5 dar maiinÖ nohiheitt [u]uiht pimidä» ni mak. 

[dar fca]l denne haut fpirehhati, houpit fagen^ 

aller[6 li]d6 [n]ue1?h unzi in döh lusslguii m[ii]gei*, 

[u]ua:5eruntar{dö]f[öüJmäTiiHiti fmjorcl^ kühtinita. 

95 dar ni if[t] eo fo liftfic inaii]j der dar iouuiht äriiwgan «aegi/ 

da? er kita[mati m6]gi tato dehbeitia, • 

ni? al fora dfe'mo khuninfge kikhundit u]u^rd[e], 

ü??än er i? mit alamu[aJfanU fu[ri quam- fjepito], 

enti mit faftun diö uirinA kipu|,?[ta]. 

100 denne . der gipna??it [hjap^t, denner ze der[n . . 

nuirjdit denne fii!ri kitragan da? fröno chfruciL 

dar [der h]Sigö Chrift ana arhangan uu[ard]. 

[dciin^ augiterj'diftttiafiin, dio er in deVö Äi[ennifkf iniföne], 
dio er duruh d«flfe[fj ''mancfbjunnef minna {anaffih khwan]; ' 



Sehww der Kftoige ood ier Völker m Straszbnrg 842. 

Nithardi hiftoriarujpi Kb. ^ 6ap. fr. Codi Palat. Yäic l^^'i. CEd. Pert«, Monumenta 
Germanise hiftorica iOiii« 2 (fG^i^r.:2) ji. 665 % mit, J^'iQteiniinfl Anm. Zu den roma- 
nifcheii Biden vgl Frie4r; Ditn Altmioäiiirclt^ g^r^hdeiilcB^l0 Bonm 1646 S. S— U- 
Sieh auch Ma&mann Abfchwörungsforpi^tt etc. Nr. 69 S. 567—59. 180-7:182. 

Ergo 16. kalend. Mareü L^huWr^Hlii ,et ikarolus in eivitat« qtäe oUm Argentaria voea* 
batur, nunc autem Sttd^burg Vidgo ^oüur, coikvenermit, et factamenta, ^uaefubter 
notata f unt,Lodhuwioufl romatiAy KatölUtt yero teudifoa liugna iuravfiruit. ac sie ante 
facramentum circumfnfate plebem 'äher teudifca alter Yotftana lingüa alloquvti funt 
Lodhuwicus autem, qui maior natii, prior exorfus^ fic Oospit: ^Qiotietns Lodharius 
me et hunc fratrem meuin poft obitum patris noftri iiLfeotando uiq^ß adintemectioiiem 
delere «o^atils fit^ 6o(Us. «um auftem nee fraternitas . ned xthigimiuiitAs nee quodlibet 
ingenium, falya iuftitia 4i pat intet HOB: eilet, adtutaire poltet, tanidfm jooacti rem ad 
iudicium onmipotentis ddi dlsHulimus^ ul fuo nutu, q^d cuiqite dditretur, oontenti 
eHemus. in quo noft , fieut noAiä , per mifericordiam dei Tietored erötimus ; is autem 
victuB una cum fuis quo valult feeenst. hinc yero fraterno an^re oorrepti, necnon et 
fuper populum chriManum conpalCL, perffcqui atque «delere illo^ nohiimuB; fed actenas 
liout et la&tea^ ut Mtem deinde «uique fua iuftitia cedetoetur , maadaviüius. at ille 
pofShaec non coatentus iüdicio dirinOi» fed hoftili manu iterum et 7016 et hunc frairem 
meum perfequi non ceilat; inAiper tt populum noibrum inoendiis, ti^pinis, eedibnsqae 
dcTaftat. quamobrem ,nime,..iitee/£Ltate «qacti, conTcnimuB^^ <^^,qup]^fta% yos d^ noltra 
ftabili fide ac firma friiteiniBlBt6.:dttbi<;ttre:oredimu8, hoc lacramentum intet nos in con- 
fpectu Teftro, inraie ddcreinmuB^ nou qüalibet ini^^a. e^i^ditate fUecti hoo agimus, 
Ted ut cetHioreiB^ «ideua noi^is vß^vty adiutorio ,^iuete#i;^derit^ 4ib| <^°^ii^uni profectu 
fimus. si autem, quod ab£it» korfuitientiun , quod fi^tf^ meo. iur^ero^ violare prae- 
fumpfero, a fubditione i»««^: necuon et a iurämentov ^uod ndhi iuraßisy uniunqaev- 
que veftrum abfo^o.l 4lhu»quiö Karolus haec eadem yerba romana lingua peroralTet, 
Lodhuvicus, quoniatt^ jfuiiiNr natu erat, prior haec deinde (e feryaturum teftatus eft: 

Pro deo amur ^etipna dirifkian poblo et noftrp «onuhim falyament, 
d'ift di en avant',' ifi'iquant deuö fiavir et podir me dnüat^ fi falrarai eo 



dfl; i»on. fiudre Eario et in iidimdha et iu eadhiiiMii eefti , fi amiom per 
dreit fon firädra I^lvar dlPk, in o quid fl mt altrett felset, et ab Lndher 
nul plaid numquam prindrai, qui meon vol cift meon fradre Karle in 
danmo fit 

Quod 'com liodhüTicus expletfet; Karoliis teucüföä UnguB fie heo eadeila T6rba 
teftatus eft: ' .. > / . 

Iß. godes minna ind in thes chriftanes folches Ihd mireir bedherA 
gehaltniffi, fon thefemo dage frammordes, (8 firam jfö mir ^ot ffemiüd 
indi mahd fi^rgibit^ fö haldih tefan niinän bmodher, f5 C5 man mit rebtfi 
fimm bruQdher fcal, in thiu tljia^ er mig fö fama düo, indi mit Ludhe- 
ren in no|iIieiidu thing ne gegangu, the min^n uuiUdn imp ee fcadhen 

uuerdhen. ... 

' ■ ' ■ •■■•.,. 

9^raa^entma aat^m q^od vtroruii^ue popnlus , quin^ue propria linguA teltata^ 

eft, romana Imgi^ ßc fe habet: , - . . • i 

8i LodlmTigs fagrament, que Ton fraä^ ICarlo jurat>. coiifenrat^ 
et Karlus meosfendira de fna part non los tanit^ £ io retumar iMm Yixti 
pois, ne io ne neuls^ eui eo retiumar int.pois, i^ Dxüla aiudha: conti» 
Lodhuwig nun li iv er. '■' f ; , 

TetidiTca ffuteiD linguä: 

Qba Karl tKen eid, then er fineino bruödhei* Lucthuuutee g-efdüor, 
geleiftit, indi Jjudhuüuig min Mrro, then er imö gefiiuor, fot*t)iTiichit, 
ob ih inan es iruuenden ne mag, noh ih noh therö noMieii!,! th^n Ih 4s 
imuenden mag, uuidhar Karle imo ee follufd ne ütiffdllu. 

Quibus perootis, ILodktnrieus Benotenm per Spirara, et Karplns iuxta Wafa- 
gam pej "Wi^jünb^g Warmatiain iter ^e;(^. j 

Aus der Ühersjjtepg der EvaDgeliepliarflioiii^ ^^cs Mai^ 

(AmiDonios)« 

Übecfetumig der fle» ^yr^R Tatian^, dem Se^jüler .^ ^ut^nif» ^^^rtyr f wa 164, 
(Eufeb. mä, ecclefiaft. IV cap. ?9) oder dem Alc^andmer Ammoniua, Lehrer des 
Ongenes um 224. ,(^iifeb. epift. ad Carpianum) zügefchrlebenen Eyangelieiiharmoliie, 
<Ue der Bifchof Yibtor yon Capaa neti redigierte. Bü Origiimlhs. Vietors mit Ibineki 
eigmh&iidigen 'Gorreotiireii, durch Boni&cius naöh Beutfchländ gebrach ,, noch jetct 
in Fulda, (JJafchrbg. def, H^s, u^ facüm, ▼. Jo. Fyid- ÄJhannat. Viu^wniae literaria« 
1724 L p. 218 — 221) Hss. der deutfphen Überfetzung: 1) 5t. Galler Hs. Nr. 50, 
gegen JBnde des 9. Jhdts gerchrieben, 171 BU., die deutfche Überf. neben dem ^t. 
Texte,' eingeteilt in 181 OapiteL Erfte Kachricfat von diefer ISs. in Martini Qerberti 
^ olraiamücnm, t3rpis San^Blafianis 1745, p. 96. Abdruck d. Hs. tobJ. Andr» 
Sehs^ller AT»monyi A^exandrini q^ae et Taitiani dieit^r hfurm^nia eTl^)^e^prum in I^- 
giuiia lat. e1| inde ante annps mi^e in ^aneicam translata, Yiennae 1841. 8. Prüher 
aog der Hs. von demf. der Matihäus: !EvangeHi fecunaum Matthaeum verliö ^ancica 
fecTÜi IX etc. Stuttg. u. TÜb. 1827. 2) VerfchoUene Hs. (unvolllländig , einget in 
244 Cap., Cap. 76^152, laft der 8. Teil des Werks, feit) des BonaYentura Yulowiim^ 
J de£fen ßuch D<e littew ^Jwg^a <S^ftljanim, Lug^. Bat, 15^7 p. H mit Proben. 
Jo, liaacius poutanif 8 Origii|es ^rancicae, Hardervici 1616, 4.0^ p. !588 — 597 ebeo^. mit 
Proben. Abfchrift der Hs. nahm nach 1653 Franz Jfunius,' die W für den Druck her- 
ncbtete. Diefe Abfchrift, die die Stelle der Hs. yertreten muA, befindet fich noeh 
i«tzt in der Bodleifchen Bibl. zu Oxford. Nach ihr die Ausg. v. Jo. Phil. Palthenius 

3* 



u 

TsK^attir'AIäiimdiini (Hfttmumifst BvangelioeD ^jMaqmCGma VerRo iTluMiiifea, : Qrfphis- 
W9^m 17(>6 in. 4^. Dairaof nach ^althjens und,, eines andern Abfehrift hofai^j^g. von 
gchcw U3^ ?. panfie.des ^chilterfdien T?lietaurus 1727^ 

O Cap. 3. Annunciati/ Mariac. ßchmeller p. 3. 

Iii^c* fl,...?6. Ja, ftemo IWten jofi^iittde. gifentit uuard en^ Gabriel fon 
gote in thie bürg Galileae, thero namo iil Nazareth, 27. zi thiornün 
gimfAaltQfo gormnanije, themo uamo uuas löfeph, fon hufe Dauides, 
mti ^pamo ^tbero thiornün Maria. 28 inti ingangenii ther engil zi iru 
a\i^(j 'heil uuis tbH gebönö fvllü.^' truhtin mit thir, gelegenot fis thii in 
uuibon. 29. tjiü uü thiu gihorta, uiias gitruobit in finemo uuorte, inti 
tjiäiifca, uuelihi uuäri tha:^ 'uüolaqüeti. äO. quad iru ther engü 'üi forbti 
Ihir, Mänäl-thii fundi huldi mit gote. 31. jfßno nü iiiphähis in reue, 
> inti gibiris fun, int^ ginemnis finan namon Heüant 32. ther ift mihhil, 
ihtt tbes h6iften fun ift gineninit, inti gibit lÄio truhtte fSdal Däuides 
fines fater, inti rihhiföt in hufe läcobes zi euiiidu, 33. inti f ittös rthhes 
uilVeiti.' 34* qu.ad thÄ MAHä fci thfemo engilö 'wuo Jnag tha? firi? uuanta 
^ &> gcffioanannes uuts ätdlHn.' 35. antlingoia tho ther ^igil, quad im 
^ttÜB' heilbgb geifk qiiimit ubai* thih^ inti the8 hdhiAin megin bifcatüit 
thih, bi thiü tha:^ thär giboran uuirdit heilag, tha? uuirdit ginennit gotea 
bam. 36. feno n& Elifabeth thin mägin fiu inpbieng f un in ira alt*uome, 
inti thi^ ift the? fyhfto mänOd theru, thiu thär ginennit ift unb^renta: 
ä7, bi thiu uua;nta , nift unodi mit gote iögiuuelih uuort.'. 38.. tho quad 
lliiäria Ueno nu goteS' tM^,' uuefö mir afer t uuorte.* inti aÄior 

tho fon iru ther engiJL. , • , . , ■. , 

'}. Capj 9. KaÜTitas C^uifti paftoribus annnneia^ ^cbm. 7 f^. 

Luc. 2 , 8. Uuärun tho hirtä in thero lantfceflS uuahhantß , inti bihal- 
tant4 nahtuuahta ubar ero euuit. 9. quam thara gotes engil, inti gi- 
ftuont n^.in^ linti. gotes berahtnefli bifchejn Re, inti giforhtun fie in tho 
in mihhilero 'forhtü. 10. -'inti quäid in ther' engil *tii -curet'lu 'forhten! 
ih fag^n iu mihhüan giföhon, ^^li ift all^uao folke, 11. bi thiu iiuanta 
giboran ift iu hiutft Heilant, ther ift Cirift truhtin in Däuides burgi. 
12. tha^, n iu zi zeichane, tha:; ir findet kind mit tuochon birvuntana? 
/ ytnti güegita^ in crippa.' 13. fhft' flinniö uuard thär mit themo engile 
ijaönigi hiniiUfdies heres. gqt lc|b«ntin inti quedentiu 14. *^tiurida [i in 
^en höhifton gote, inti in erdu ß übba mannon guptes uuillen.' 15. uuard 
tho tjia? arfuotdn fon in thiß engilä in himü, tho fpraohun thiÄ hirta 
ünt^rin zuisgen /förämös zi Bathleßmi inti gifehßmes tha? uuort^ tha? 
tbar git^ ift, . tha«5 , truhtin uns araugia.' 16. i^ti quämun tho ilente, 
inti' fAndun MariAn inti lof^ben inti tha? kind güegita^ in orippea. 
17. he th6 geföhentö fbrftuontun fon dhemp uuo^> tha? in giquetan 
uua,8 !^bp ^hepo kinde. '18. inti allö thi[^] tha:^ gih&i'tun, uuanin thasj 
V]vttntor6nte ^ inti. fon ^liem, thiu giqüetanu vvurdun zi in fon^ dhem 
hirtin.! 19* Maria umärlihho gihielt aUn thifu uuort ahtonti in ira her- 
ziefn. "2Ö.1 rvurbun th5 thie hWä heimtiuartes, diurentd inti got lobftnte 
ii^ .ä'Uen-t^^ep,. thju fie gihor tun inti giföhun, WjPo zi in Sgifprochan 



8? 

Cap. a. Stella, et inivjBWtua inagorum. S^hmcller 9 %..: ^ .r ;, 

Matth. 2 9 1. Mtfaid tlier H)eiiaQt gxbooraiu • nuärd in BeÜileeia ludieB« /3? 

bargi m tagoiiru^odes thä^ ' ciibinge&y fena tha mag} öftanä qujafiitifl 

zi ffiero&l^ fas- quedantö: 2. ^imkt ih tfalir thje giböran illb lud^ 

aming'? uuir gifjUium^s ßnan rterron ili.:6Itablaiite', inti quamumSa in^ 

a betonne.' 3. Ihd^ tha:^ gihorta Herodes ther «uamg, auard gitmöbit 

inti al j Hierußildiii mit imo. 4.. izvti güaniänöüa then herdüott thöro 

bifeofo iii[ti] thiÄ güerton thes t&Hkm , eifgotia fon in , uuar Chralt. gibonm 

öü&fL 5. fie tho quädtm imo 'in Bethleem ludeno bui^ 'fo' iilt .gif<mt 

baa tfcuruh then uui^agon: 6. . thä EetMeem' ludeno erda, ;niot in aliiere 

bift thü minnifta in th^ MrillkAn ludeno, uuanta fon thir. qaioät tiuoöii)^ 

ther ribtit min folc Ilrahel/ 7. thft Herddes,- tougolo j^äl6tSn .ma^n^ 

gernlicbo lem^ fon in thiö. zit 'thes .Herren , ther fih inj.äraÄgta> 

8. inü Iknta M ia Bethledm fos quedanti '£aret ihti üraget g^niß^bi^ 

fon tbemo kinde! tbaiinb 'ir b; findet, thanne oundet i; mir^ tha:; ib 

tb»a quemd inti beto inan.' 9. 'thd M' gohörtun thSn' cupinig, fuorun. 

iim thd Hberro^ tl^n ^6 giFihim in dftarlante^ forafuor i fi^ , nnz hUn 

quementi fbnont oba, ih&r thie kneht üna». 10. fie tHö: giföhentl thed 

l^iem>n gif<^un' imhbUemo giföheq) tbrilto« 11. inti kigängant^ in hth 

fondim then kneht mit Märiün rinei*ö muoter^ inti loda^ £allentiS betötuti 

vaxsu inti gibfibnöten iro treMa2;:;on/ brihtnn imo geba/ gold iiiti luuih- 

roiih inti myrrün* 12. inti inphanganemö antvvurtei in troiime^ >t]iift^ 

fie ni vvurbin zi Herode, thuruh anderan uueg wurbun zi iro lantfceffi. 

Aus Ci^ 34. Sobmeller p. 2&. < yatcrunfer. 

Lna 6, Iw Tho qnad ein fin^ro ifongirono zi imo Uruhtin, lÄri, unfib 
betdn, föfo lohanniäs l^rta fine iungiroii.' 2. tho quad her in: ^thämMi 
ir betdt, thanne <juedet fus: Matth. ft, 9. Fater unier, thft ih&r bifb in 
biiröe, fi giheilag<it ihin namo; 10. quömß thin rihhi. ü thiii üuillo Itt 
ber in himfle iCt, i(5 fi her in erduv 11. unf;^ brui tiagalihhai; gib uns 
Uttta. 12. inti fiirl&5 uns unlUr^H? feuldi, fd udr firlä^eme» tinfar&tt fcut» 
digon. 13. inti ni glleitÄft unfih in ieoftunga, ft^^ouh arlöli unfih fori 
ubüa* . ■ ;• •.„:-, 

' ■ • « 

Cap. 97. Parabola de fiUo prodigo. Schmeller 71%. 

Uc. 15, 11. Sum man hatetia zwUenfe ftmi 12. quad thd ther iungoro 
fon thin themo fater 'fater, gib: mir teil thöro ßhti thiu mir giburel* 
ber thö teilta thia 6ht. 13. nalles affcer maneg^n tagon, gifampadt^ 
allen, ther iungoro fun elileiitea fa^t m uerra: l^ntfcaf, inti th&r ziuuarf 
ßöa; 6ht, läbento uimluftigö. 14. inti after thiu hep k^ a^ foxlos.,, uuard 
^ar ftrengi in thero lantfcefi, herbigonda thd armSa. ; 15. inti g;ieng, 
uiti züo oleböta einemo thero - burgliutd thero lantfcefi; inti fanta inan , 
m fin aiorf ^ tha:; her fuotriti fuuia. la inti gj^dindta giftxllen fina c 
unamba fon filiquis, tbed thiu fnutn ä^un, inti niomai^ imo. ni g^U 
17. hgr thd in fih. giunorban quad 'wuo manege afnerä mines fater gir 
öuht hab^nt brotes: ih foruuirdu hier hungere. ,18., arßbantu inti faru 
zi minemo fater inti quidu imo: fater, ih funtdta in himil inti fora thir, 
19. inti ni bin in uuirdig ginennit uuefan thin fun. tuo mih fd einan fon 



»8 

thinln afnerin!' 20. inti arftantanti quam zi ßl^mo faten mittiu thanne 
»^ ^nü utia»> giCali inan rin Mevy inti niütida/g^ inti 

ingiegis lonffenti fiel nbar f inan hals inli cufta iiiaiL . 2L tlid quad 
isfö der fon ^fitter, ih liintdta in himil inti fora thir,^ in ni bin uoitdlg 
ginemnit uuefan- thin fuii/ 221 tho quad thei* fater zi Iin^n fcaloon 
^ flütunö bringet , tha^; ^rira . giutiäti < inti giuuätet , inan , inti . gebet fin- 
girtü in f&ia haut inti gübnohiu in filo^i , < 23. inti leitet gift»)triit oalb 
inti ärfläheiy inti ^fimd6 inti goumum^s ! 24 uuanta ih^&ir min Arn 
tdt uuaa inti arquekSta^ foruuard inti fiintan uuard.' bigondun thd gon* 
mta. 35k uuas fin Tun altero in äcbre, kiti mittiu tbd quam inti näÜ- 
chöta tbemo h&Ce, gihorta giflimmi fang inti ohor. 26. inti gmo^ 
einan fon th£n fcaloon ^ inti frag£ta>* uua^ thiu uuatin. 27. ther Üt6 
quad imo ^tiiin bruoder quam^ inti arfluog thin fater giftiotrit calb, 
bitU4 inan beilan int£eng.' 28. unuuärdota tiiär tha:;^ inti ni uuolta 
ingan^n. fin fat^ u^gangenti bijgofleida thd trigin inan. 29* her th6 
antuurtenti quad Hnemo fiiter 'fönu £5 manigui iir tbeoii&n thir^ inti 
n4o in altrethin bibot ni ubargieng: inti neo in altre ni gäbi mir zikin, 
tiiai; ik min4n Munton goumti; 30. cufa after tMü tbefer thin flin^ ther 
dät ft^? alla fma £ht mit huorön^ quam^ arfluögi imo gifootrit calb.' 
81. het thö qtiad imo ^kind, thft bis iimblun mit mity inti aUiu minin 
thtnin fint; 32. goumdn inti gilehan thir gilamipf^ uuftnta thel^r thin 
broOder tftt uuas inti arqueköta^ foruuard inti funtan uuand.' i 

Cap. 107. Dives epulo et Lasarus mendicus. Schm. 79 fg. 

Luc. 16^ 19. Sum man unas otag inti garannita fih mit gotauuebbe 
inti mit' linimmo inti goumota gitago berahio. .20. inti. uuas fum arm 
betaläri, ginemnit Lazarus , ther lag zi ünin turun foL gifuueres, 
21. gyrata fih zi gifatonne fon th^n brotmon^ tind dar nidat ilelun f(m 
thema di%e th^'s otd.gen/ oh huntä quämun inti lecöodnn finiu gifüuer. 
22;i ttüard thd gitän tha; arftarp ther betalän, iiiti uuas gitragan fon 
engüom- in barm Abrahimes. arfkarp ouh ther ötagö^ inti uuard bi^^nb- 
bah in' heUin. 23. ftfheuenti finiu oug&n, mit thiu her uuas in wi^in, 
gifah Abrahäman rumana inti Lazarum in finemo barme. 24. inti her 
ruofenti quad 'fater Abraham, milti mir inti fenti Lazarum, tha^ her 
dunco tha? lezzifba teil fines fingeres in uuai^^ar, tha? hör gicuolÄ nuna 
iSungÄii, uüailta ih quilu in thöfemo louge.' 26. thft quad imo Abrahftm 
*kind, gihttgi bi thlö thft intfiengi guotiu in tiihiemo libe, inti LaK£u*as 
ro (äitiä 'ttbmtii mi ift- thöflBr gifluobrit, m bift giquelii 26. inti in 
thc^fßh all^n untar in inti untaar uns mioliü untarmerchi gifeftindt ill, 
tha:^ thiS dat nuolleiit hinan faran zi iu, ni mugnn, neh than&n hera 
faran.' '27. 'ih bitin thih, foter, iha,^ inan Dentis in hfts mines Ikter. 
2B. hab£n finf bruoder, thai^ h0r in cundd, min ße quemSn in thei^ 
ftat Mi%6' 2^. thd quad imo Abr^Am 'habent Moyfen inti ntm50gon: 
hör^n fi6.' 30. thö qtiad h^r 'ni, feter AbraOiäm, oh oba tfuör ton 
tflten gengit zi in, riuua tnont;' 31. thö quad här imo *oba fiö MoyC^ 
inti uuiijog'OÄ ni horent, ttoh obfei uufer fon 46de arftentit, gfloubent* 



Ans Otfrieds Evangelteiiboclie. 

Htndfehriften: 1> die WieherV cod. V(iÄdob<mcflfi8). Cod. seST^olim Theol. 345* 

1 Hilfle des «. Jbdts. 1D4 BU., iii 4. Von 3 Händen gvfcfarieben: die .1. Sokrieh 
\mhl 141*>, die 2. ren fol. 142^^151^; von fei. 162^ an wieder die erfteu Fac- 
fifflile bei GraC Einzige roOSt. Hs. Hochft irahrfcheinlich die für den Dichter v«r- 
anftaltete Reinfehrüt roii feineii eigenhändigen Correctnren: Kelle 1, 161. Quelle 
dflf andern Hsg.i ebdf. 159^ f^p^. Akzente: größere für die Y^rsbetoliiing , kleinere über 
im Diphthongen- iii6 f<i da, mn fie von ia iti in ua as ja jo ju Ta zu uAterXbheMen« 
Pnete anter Yocalcn als EHfiooszeiehen. Erdbe Nachricht von dia&r.Hj. alf in dar 
hat, Bibl. su Wien befindlich gab Martin Zeiler: Itinerarium Gtermamae Strasburg 
1638 Teil 1 c. 13 p. 3Ö0. Berohreibimg der Hs. n. Prdbenvon Lambeeüis 1669 in 
Cinnmentaria de augTÜtifflma bibh Caefarea Vindobonend lib. 2 o. 6 p. 415 — 465. 
Dtrftis » A. F. Kollarü' Analeeta iiHnRnaemtenun Yindob. 174(1 t 1 p« 64S. M. Denis 
Codi mfs. tbeölogici Wien 17»» vol. L pars 1 p. 427, • Hoffauuin Yerzeiichn. A altd, 
Hs8. der Wiener Bibl. 1841 Nr. £. S. 1. Abgefchriebeft die Hs. 1700 von Joh. Phü. 
Sehmid für Scbüter U. Scherz * in die Flaoiusfbhe Ani^. MneincoUationiert fiir Dietr; 
▼. Stade getzt in der 'Bibl. zu Hahnoiver). Collation Hoffinannt in die ScfaUterfohe 
Aug. vom Jali 1S27, j«tz« tn der kÖnigl. BiU. -zu B^lin Ms. germ. fol. 633. Die 
Hb. nun vbllR.' gedr. bei Kelle. 2) Heidelberger Hs. cod. P(Hlstiaus). Kr. 42. 
t Hälfte des 9. Jhdts. 202 Pefgbl. in 4. Anfg. n. Ende mangelhaft f. Kelle 1, 152 fg. 
Facfim. bei Blsmohini tab. III. u. bei Gratf. Akzente u. Ptinfcts wie in der Wiener 
flt. 'Von Achilles Pirminius Oaffa* (f 1677) in der Bibl. des Ulrich» Fngger in Augs^ 
borg abgefunden, im ^W^ter 15«0 voii ihm ' abgefohrieben (diefe Abfchrift naefamalB 
in der Raimund - Kraftilbhen Bibl. an Ulm, jetzt im SchottenkloOer. za Wien: Kelle 
1, 124 fg.), durch Mathias Flucius Illyricus zum Druck befördert, Bafd 1571. Kach 
Fuggers Tode kam die Hs. durch Vermächtnis in die Heidelberger BibL , wo Rq 
Marquftrd Frcher (f 1614) mit der Flaciusfchen Ausg. verglieh. Ans ftn Kachlafte 
gab der Wormfer Bu^chdrucker Gotth. Yögelin 1639 Emendutiones et annot. «u Otfried 
Iterans. Die Hs. ^mn 1^28 mit den übi-igen Heidclbergifchen nach Rom geraubt 
Dort in der Vaticana coüationierte Re mit d. Flac. Texte im April lft99 Friedrich 
Boflgaard »die Coli, an Schilter geföbickt), befchrieb fie Jof. Blanohini in Evonge- 
liarfttm quadruples, Rom 1748, purs 2, fol. DO Nr. IX. I» J. lÄlö kehrte fke ans 
^Ojähriger Verbannung nach HeidMberg zurück. Probe» gab Ibgieioh Mone in feiner 
InoagiH^diff. Do emendsnda ratione grammotioac German. Ubellus, Heidibg 1816, 4*^, 
p. 3(i— 32. Wilken befchrieb Re 1817 iu fr Gel'chichte der Bildung u. Beraubung n, 
Vernichtung der alten Heidelberger Bücherfammlungcn S. 303. ' Ablbbrift Hoffinums 
▼. Frühjahr 1824 jetzt in der königl. Bibl. zu Berlin Ms, germ. fol. 634. Die Les- 
arten der Hs. j^tzt voHltändig In KeUes Ausgabe. 3) Freifingcr Ha., cod.. 
F(rilingenlis) zu München Cod. germ. 14. Cimel. UI. 4. d. 125 Pergbll. in fol Am 
^g u. Ende mangelhaft, kleinere L&cken u. Ungenauigkeiten im Innen^ f. Kelle 1, 
Jöl fg. Gefchrieben durch den Presbyter Sigihardus unter BifchofWaldo (883 — 906), 
un ganzen leichtfertig. , Akzente planlos, meift auf allen Yoealen, keine Puncto als 
^Elifionszeichen. Mundartliche Färbung. Facfimüe bei Graft u. bei Silveftre Palöo- 
KTapkier univerfelle , Paris 1841, quatri^me partie. Die Hs. aufge^indan .in der Frei- 
finger Dombibl. von Beatus Rhenanus 1530 „ der eine Probe aus ihr gab in feinen 
^«nun Germanicarum libri tres 1531 p. 103; ern^ähnt voi^i Meichelbeck Hift. Frilin- 
genfis 1724 t. I p. 155. Seit Anfg des Jhdts in Mihichen. Flüchtige Yer^leichung 
Oraffis in fr Ausg. Genaue Ooüation Laohmanns in den Schilterfchen Text gefertigt 
^—14. Aug. 1824 in München (in meiinem Befitz). Die Lesarten jetzt heiEjdUe. 

4) Zerfchnittene Hs., eod D(i8cissus), 2. Hälfte des 9. Jhdts. Akzente wie in 
der Wiener u. Heidelb. Hs., keine Elifionspuncte. Facfimile in Hof&nanna. Bonner 
Bruchftiickcn. Überficht des davon Erhaltenen bei Kelle I, 146 fg. Aufbewahrt wer- 
ben die Bruchftuckc in Wölfcnbüttel, Berlin u. Bonn. 1. Wolfenbfittler Bruchftücke. 
^. Extr. 1311. 4 Pergbll. von J. A. Kmttel in Wolfenbüttel entdeckt u. zugleich mit 
^ Fragm. des ^lillas B^raunfchw. 1762 herausgegeben. BruolUlMicke aus Buch 3 Cap. 
20. 23. 24. 2. Berliner Bruchftücke Ms, germ- Quart 504. a) Die Kinderlingfchen. 

2 Pergbll. mit je 1 Streifen. Früher in Befitz v. Jo. Fr. Aug. Kinderling zu Kalbe 
^ d. S., aus deffen Naehlafie fie 1811 von der Hagen erhielt u. in ftn Mufeum für 
altdeotfche Literatur u. Kunfb Bd. 2 (Berlin 1811) S. 8-tl6 ungenau mitteflte. S. 



40 

Kelle 1, 137 fg. luh^^ )||]^1^ .siW| . ^h ^: C^py Uyk^f 16. 18. 19. 20. b) Die 
Diezifchen. 1 Pergbl. nebft einem damit ziüammenliängenäen Streifen (zu einem der 
Bonner Deckel Nr.» 4 gehdHg, L vl.)\, friUterin 3efiti d^etr/Legationsrats von Biez 
in Berlin, Yon die&oi laa Tb d. Hagea loitgeteilt, der 1812 davon Kachricht gab in 
Sr Sammig für altd. lit. u. Knmft Bd. 1 S. 21» fg., u. fie 1824 im 1. Hefte Ir Denk- 
male des MA» S. 1-^6 abdrucken ließ. Inhalt: aus Buch 2 Cap. 1. 2. 6. c) Die 
Böcküigfchen BruchfU 2 Bll. n. 2 Streifen , firüher in Trof. Bödungs lA Bonn Belitze. 
Veröffeittlicht yon Mori« Haupt in den Berichten übel^ die Yerhanäungen der konigl 
StM, Oefettfch. der WiAenlchaften z«. Leipzig Bd 1 (1846—47) S< Ö5--60» wieder- 
holt T, demf. i« der Zeitfohr. t deutfches Altert Bd 7 (1849) S. 5Qd^ö68. Braehit 
aus Buch 3 €ap.. 20. 22. 23. Buch 4 Cap. 2. 3. 3. Bonner BcuchAUoke, m einer 
Kapfei aufbewahrt 8. 78. 3^ FergblL mit je 1 Streifen, u. die Hplz^ckel , dazu«, neblt 
5 andern Deckeln mit Schriftfpuren , yon denen eineif zum Dieislchen Bruchft. gehört 
Im JF. 1821 durch Hoflänann y. F. auf der Bowmt Umrert-BibL entdeekty auf der in- 
nem Seite der Einband - Deckel von BüoherUyi die aus der Duisburger BibL llammen 
und dahin 1657 von einem Solinger gelchenJLt waren. .YeröfBentlicht y. Hoffinann: 
Bonner Bmchftücke vom Ot&ied (Bonn bei C. yon Brück 1821* 4J) mit Facfimile. 
Die Sporen auf den Holsdeckeln bei Kelle 1, 140 ff. Bruchft. aus Buch 1 Cap. 22. 
23. 27. 28. Buch 2 Cap. 2. 3.4. ö. 6. . JBin BruohMfk, wenige Yerfe u. Worte 
aus Buch 4 Cap. 11. 27 enthaltend , nach > Betbmanns AhtiQhnft dnroh J. Grimm bei 
Kelle 1, 144 fg. Ausgaben , Schriften u. Abhdlgen über Otfiried: Gafiars Ausg. 

durch Flacius, Bafel 1571, 8. Frehcrs emendat et annost. 1639 durch Vögelin hersg. 
Lambeoius a. a.i 0. 1669 teilte die bei Flacius (elenden SteUen mit. Franz Junins 
Arbeiten über Otfried ungedruckt in der Bodleifchen Bibl. tn Oxford: Edv. Bemardi 
Catal. libr. mas. Angliae et BUbemiae Oxon. 1697 t. 1 pars 1 p. 250. Specimen einer 
Ausg. y. Schilter 1698 auf 2 Foliobll. Probe mit Überf. u, Exkl durch. Dietrich t. 
Stade 1708 in Specimen lect. antiquarum franciearum. Dietr. y. Stades Arbeiten über 
Otfr. nebft im Apparate kamen nach bn. Tode durch Eckhardt in die kgL BibL zu Han- 
nover: Schrank Nr. VI. DifTert. v. David Hotfmaun Heknit. 17 14.« Boftgaards Bmen- 
dationes hersg. v. Eckhardt 1720 hinter Leges Salicae et Bipuanorum p. 287 — 309. 
Differt v. Chr. Schöttgen Stuttg. 1728. Sohiltcrs Text mit Anm. v. Joh^ Georg Scherz 
im 1. Bde. des« Schiiterfchen JThefaurus Ulm 1728. Grandidicr Notice für la vie et les 
ouvragcs .d'Otfried > in d. BiUiioth^ue du Nord 1778. Hofimann über Otfried im 1. 
Bde fr Fundgruben Breslau 1830 S. 38-^47. Graflb Ausg: Krill, Königsb. 1831. 
AHikel Otfried v. Lachmann in der Erfch \l Grub. EncycL III, 7, 278 — 282. Derf. 
Abhdlg über ahd. Betonung u. Yerskunft in den Abb. d. Berl. Akad. 1832 S..235— 270. 
Th. Hornfing Conjectures für U vie et Tdducation d'Otfried Straßb. 1833. W. Wacker- 
nag^l ju den EUafiep Neujahrsblättern Bafel 1847 S. 210 ff. Lcchler in den theol. 
Studien b. Kritiken 1^48 S. 54 — 93. 303 — 323. Differt. v. Colmar Grünhagen Otfiried 
u.' Helidnd^ Bresl. 1855. Ausg. v. Joh. Kelle Otfrids v. Weiffeaburg Evangelienbuch 
Bd 1 /(Einltg u. Text) Begensbg 1856. Bd 2 foll das Gloffar enthalten. Die otfirie- 
diiehe Grammatik v. demf. in Haupts Ztfchr. v. Bd 12 an in einzelnen Abhdlgen. 

"Widmung an König Ludwig den Deutfchen. Ausg. v. Kelle p. 3 — 6. 

LVDOVVICO OßlENTAUVM KEGÄOBVM REGI SIT SALVS 

AETERNA. 

Xudouuig ther fnfello, thes uuisduames' foUo, 

er oftaarrichi rihtit al, fo Frajxböno kuning fca , * L 

Ybar Erankono lant fo gengit ellu fin giuualt.« , 

thaj^ rihtit, fo ih thir zellu, tiiiu fin giuualt eil T: 

5 Themo fiiamer, heili joh ßlidagimeini! ' 

drubtüi hohe mo tha^ guat joh freuue mo/emmi^^ix ibfU^ mua T, 
Hohe mo ghuuato io aUö ziti guatö! 

ör allo fkunta freuue fih! thes thigge io mannogili H. 

Oba ih tha? miuellu, theich fina:^ lob zellu, 
10 . .zi thiö 4ue ftuntä mino, thejoh fcribe dAti f}n ö> 

Vbar mino mahti fo ift al tha:^ gidi'ahti: 






• ( 



4t 

höh fiiit, .fo.ih thiü i^^llti, ttin. linu äuÄg^U V* 

Vuanta er ift edil Franko, i.iamfero githanko,; . t .J .!.:i 
uuifera redinu: v ito^ (hjit ^r. al mit ebia : r » i = •! V. 

15 In fines lelbes. Imifti ilt kevza filu ieSü, t •'■ i> > '1 : . ^j 

msmgfaltoigik^fei: t>i tkin ift.ßneji är^gmuiab . i L 

CJßiner^ii^tb^Q .föirbth^fölbo.. Franko, > . i .l^ .. 

üft ift ther felbo edüinoa fthär; Jie^it jauiiTt XudoiHiix,:?'i C. 

Ofto in noti er jixOß^ in ünAar:: • tha; Uuuaiikoti^'efr! fiirv 
30 mit gotes foivmfti leio^o , joh harAo filu üor : • « 0. 

Oba i^ uuard iomanne .in not ü ieäitanne, . < <. ' . .J 

fö uuas er io thero i^eibo mit ^tes kiieCtiaobor \ ^ <Q: 

Biat got iiao ofW in.a&tky rin (uän^n arabeitiiL» * • T 

gigiang er in luiilä nuergin tbär: clndiitiB..half jumo 1% B 

25 In noüichen uuäri^on: i thes Toal er goto th^iäki&Q. ;i>. . -^ 

thes thanke ,oubi ßn. gidigini > jokimrujjiimha. mdir. I! 

Er uns |^dfta ün/ejl) riat,''ttia2^ XuUch^^Bikuning iSmeii^ihililt/i v.i 

then fpar ernt sii libe . ütjaa ^dlet iö «i liah . ;:.., : E. 

JSii nia:;en uuir thio* .giuiati jok feidafamd ztt* < .. . o ::> . üJ 

30 ßnes ie^st imärkon: i theafeuluä unir. gote ithankft V. 

Thes manmlthi nft gemo ginada Ctna r&fga. . 7 

fon>igot:er mua^ haban mnnt^ joh mLäfttBilaago giTaa >7w 

Allö ziti guatd fö leb er iiOiigim^Ov 

joh bimfdßnio: zälft^ tiieto iiaüto i%r • ' " '> • } 
35 Lango, liobo druhtiflu min> lä^nimo thi^ dagi fit!, ii 

fua; imo fin libi.al, fö mam guetemo .fca i\ li L! 

In imo irhugg.i^ Ahrato Däuidefrifölbea; dätA. i . .l;> >. :i 

er ielbo thulta.ouh nöti. iui.tauökago arabeii • f I, 

Tuant er miolta maii 'Rn t-r- , tiia^;{ituaird Mi^uofcEi) ^*^ . i 
40 thegan fm in.iin&r4 in managew iäl . . . • . V. 

Manag leid ör tkulta, • «ms Üias^ iho «göt gikaügita, <: n j 

ubaruuant er fid tha^.Mm, >i£5!gotes ihegana gistan:! M. 

Eiat imo io gimuatö fölbo'drnktiB. guato,» «' . . i ''i 

tha;; fagen ih ttiir >inMalaaiiäry • fölboi imtJit! is^ leEav tbä B. 

45 Eigun uuir th^aguati/ gilieha thefgaoaheiü ..;.!!../ ^ 

in tkefle«. folbesi: joai^te zL:manag6vU) ,guat . i;<> << . i E. 

Oiuuiflb, tha^ ni hiluh iiiih, tbulta therdr famalih . '. • .' 
^ arabeitd ginuj^:» mit thulti famaii; ouhi firdrua ; Q, 

K lia:; er imo thuruh tha:^ in themo muate then has; : * 
50 er mit' tfaulti, fo er bigän, al thie fiantä ubaniLuä ^ V. 

Obo es iaman bigan, tha:^ er uuidar imo uü'ari, " 

fcirmta imo io gdUcho druktin liobUcb' j : j» * i 0, 

Biat .imo>io in indtin^ in ^uuären^^ll7abeItin> < ^ < 

gilihta imo ellu linu> jäi*> thiu nan thühtun filu fuA* B^ 

55 Vnz er nan gileitta, fin ridd mo gibreitta^ 

biutfaiä'Biagier iin in ahtu thera Dftuidei^ flakt > < > • V. 
Mit fd fameliche ; fio^qua«!; ör oub zi riebet ' 

uuas gotes drut er fiki firam, fd uüardouh thei^r^ fl) güa M. 
Bihta gener fcöno tfaie gotes liuti in 'frdno> * > 



A. 



42 

60 fd duit otik titei^i» ubar jär dbü:; g^tSö isimit, üiai; «iTt uuä B, 

Emmii^en zi guate, iö iDeileiEio« muate 

fon ykre li jare, ik&^ fag^n'ä t]»r zi uuär '^ E. 

Gihialt DAuid thuruh n4t thä? imo druhtäii gibot, '5 •; 

f joh gifafüa fliiu thirig , oüh fölb tJia;^: rfhi al timWfm ' 6: 

65 In thefemo ii't ouh Mnhäft, . 0& fram i(b <man la^^i'i&iu orafll,- 
■J tha^^t-ttf Ifti io itt ndti 'gote thionöiiit ' < '^ •'' !< <' I. 

Selba? qffchi ' ftoa? al rihtit fcon^ -fÄfa er foal, ' • -< 
^> ift ellenes gnates joh uuöla . qu^kes- muate . i S. 

lä farent uuankönti in atider^ä bi ndti i . > 

70 thifu kuniagrföhi job irö giwiiÖdi . < i . . . ; I: 

Tob babet then^n llittruh not, Jö dnihttoi ;ietbö gAüt, : 

tfea^ 'fiiaiit unö Jtfi gaginit,'- ihiz fefto binaigili . ; • T, 

Simbolon biCpertife^i: imu nuidämueri ni mairit '■ T . 

fichor- imugan 'fiii uoip thesi lango> mati; er Übe > S! 

75 M4i iüi^ tiiio Öie: R», Krift loko. tno th*!^ tawiab ßni 
i' bimide ouh aUd pfnäi^ got^öfeune fäla Itn ' » i n f A! 

Lang fin dagä find zi thräad ^uin^n libie^! 
Y bimide 6tihi?äidnofal^ tiias^tluir fin ficiior ufeara L! 

Yuanta tba;; ift funtan, vatt. ^uir'babdn nan giAintsui/^ 
80 iksi^l&Mn umr, fo ih meifluy afdt frenuf joh uriit heil V 

Simbolon gimuato, joh.eiginn' ziti* gaatö; • < i <> * A 

fy . msL^ er ouh mamnnmte_s ! ni« brölte in ^uüuaimb' tÄe; S! 

Allen finen! kindon IT richMuani nut minndtit 



>J 



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'« t i 



fi zi gote ouh minna theta fölfeftn küniginn^ • «; ■ A! 

85 Euuiniga drfttfcaf nia^^h Fe iam^it, Mo ih ^ad, ' «^ 

.1 in himüe ü nnare m^ Ludounige 'ihdr' > . : -. E! 

Themo dabldn ih iMt bnah. tiba er habit iro'r^ah, > 
/ odo er tha;^ giuikÄi^t, • tha^ er ifa löfan he^i ' ; T, 

Er Mar in.thiGjMnix^didii'* inaghöicim e * ' '"• 

.10 uua^i^^rift in thAft'gibidte, FMnfediio thiet . r E. 

Regula therero buachi nn«i!aeigi6t<Hiriiilrtehi. 
' i.tha^ iiia^ßiLddouuig'io th4r ihiu iettuthigün gotes jli R! 

Nia^^an mua^ tha^ Süh nniat io- thas; eüuintga guati 
l^ thär ouh iatn^r, druhÜnmin, ii^^inih inii im<> H* H! 

95 Alld ziti gttatS < leber thÄr gimuatö! » i ; - ,i 

< ' inliuhte limo io thäv, nuunna, ' thiu euiaEtniga ftinn A! 

.^ Lib^l.Qftli,!; Cur fcfiiitot hui^c Ubr«m; theotifc« dicKiivcvit. 

Ausg. V. Kell^,p^^,i,7 ff. . : . . . ,. . 

Vuas liutö filu in ilii^e, in matogemo ag^ets^e, 

ße tha:; in fcrip gideiptin, tha^fie iroi namooDi. breitem. *" 
'] Sie the» in io güieho' fli^ua guajlicho, ' 

in buaehon man gimointi thao iro :fch^alnheifcL 
8 Thärana d&tuti ße ouh tha^ duam., ougdun irotuiiisdiiam, 
ougdun iro cleini in the» tihtönaes, reinL 
I^ ift! al thi^uh, n6i fo kleino gitedindi -—r* 

i:; dunkal eigun fimtan, zifsmiane gibuntan- -^ 



t ■ 1' . 



48 

Sie mih in thift gifaggitiü^ thas;' theiii tÜio tmafa n^fM^tiay 
10 joh ituoler ffli firtiüöftüy tliöö Waii i:^' jg^^ifti '•; 
Zi thiü mag man o«^ ^inötJö *itnAhAgeW^öiA • 

hiar namoii' nik ^«ll^n - Joh itftmta** giöenmötti' !> ^ • 
Sär Kriachi joh Rom&ii'- ä^^'ÄJachAnt fö gMttiii ••• » 

i? mach6nt''fi«<'«|iginiftit^ ' ffithiH'^iuuola liiftlt.'' «'J 
15 Sie machont i? fö jföktet • j^h'^fö ftk' flehta?: • ' > ".,.. ' : . j 
17; ift gifuagit'al 'in ein ftä^ fö hÖlphantteö! bein.'' ' ' "^ 
Thie däti'man güteifibej 'theiftj'iriamneflultiftiai lÄei 

nim gouma them'dihtla!'''^t]M^ih«i!rsgit^^faia dridita. ' 
Ift 1? profan flihti, thäi^vid^pei^t'thÖi'iöirihti, ' •' i '. ' 
20 odo mto0ö> kleiiit, theaft gömna jMu peinL • r / • 
Sie duent i? filuftia^,; joh mes^eiit fie^tbie fuü?J{;' •. . i . .a 

thie len^ joh thie kurtf =, • ' thei:^ giluftlichag "Vjairfti, ' ' ' » -^ 

Eigun fie ia; bithenkit, tha^ flllaba itt-ni imerfdirf < » '' > j ^ 
fies alles uuio ni raaobei^i, ni Ift thie ftis^ ftiacheikt, 
25 Joh allö thio zitt fö zalta-n Äeibt'nitii; ^ - • • '- : " 
i^ mi^it äaut ibJg«- ol io AUih unäga* ■ • >' ' ' 

Trfurbenl fie is; reino' joh härt<|ffilu kleine, • - » : - . 

felb' fö mao ttitfthih nÄt ' ßna^'kfOTn reinöt. i • 
Ouh fölbün buah frAn« irt^ofit fleift fiWhiO'l ' i ! "• I 
30 thär lifift fcöm- gihift i ÄJi»"iH^*hetniga akuftu;' 

Nu es filu mann^^-iiirthaiit,'' in rtiiaiztttigun iferibit,! ■ ■ ' 

joh iMt ^ gigfthe:, tha^ Ifeia^4öi'gihfthet ^i ^' •'■« ''' ' 

Uuanana fculan FraÄCon ^011 '*ha55 ^Wo^^ i if I ' !*< 

ni fie in frenki«kte)*bigiix»^, . He gtoteä^ilobißnfg^? ^ 
35 Nift ii fü giftingaalif, mit ifögulu'Jbüthttungttni ^ ' <■ 

fi haböt ilhph thiö iiKti ikl fodncrd öihtti. ' i i " 
Bi du zi nftie 'thai?"toönoJ thoh gflüie, - ' ' ^ 'ii , :. : ' i i/ ,..r 

joh gotes iml^od'thanM' thfiirarUa'feipnO'faällci^»-' "> ^ 

ThaL^r thärana fimgej i^ IbAnd man giiienne^ i ; i ui lii ; : ! 
40 in them^ fli^ftanttüire^ irUfM^altan finf!giutdII6i n *i 
Thai; Uu; tbir tme&n 'fnat^, " 05 m^eiit i^' thiei fbiis^^ .;: i . «i 

zit joh thiurögula, fa ift'gotbfl tölböfl > bredigai > ' • 
Yuil thu thes unola diuüit6n,>':tilft oidt^* mnoUAib ditö»^. ' < 
in thina zungun utnrken cEdam?^> joib fdAnu u^s uuoUes duan: 
45 D io gotes ttUilten-'aHö 'JM frftQlenl' ' '< ■ 

fö fcribent gotea thegänai'ini frenkiigte^tiiier^ahL ' 
In gotes gibotes fua^^i Mü^ gaTigan'tMni& Ida^tl . : • ' 

ni U^ thir zft mk ing:änr theiO^ mm>mt% tkt gidO». 
Dihtd io tha:5 Bi wdti ^ tftÖTd' D^iß rfti, > < n. .; ; . 
50 tha? IM Üuh fd« giruflesp- in thöm flbtiritÄn girefte»! 
Tha^ Kriftes uuorf uns^fitgöttiii joK^cWita; f$9ad'ii[iift «e^iun, 

bifora la^'ä> ig ai, fo Ui bi f ehtemen ftjal, " » ' - ' 'i 

Uuanta Re h; gifungun balk^tb in '0iül!'8mngttn, « / ;•! ) 
mit gote i? aö*^ riaittiny h. tiuerkun ouh glatartttii!. 
55 Theift ftia^ joh oiih miaßi^f inti Writ ünto mmfct, !i 'n . 
himilis gimaeha: ■ bi tliiüiit thai5^fet*lder'ttäcJiil ^ m1' 



Ziu r<mI}|A I*Jraipft;oil , • Ct. ih quad ^ ! : zi . rthift äa^a. uuefaii ungimah, 

thio liut^ iMüht Bi r dttHltttii ; tbie > ,uuit tdar oba salttm ? 
Sie fint fo fam/^ obuam Mb^fö tUeii&o^taani; , :\ 

60 ni tharf laaik.thaj; ouht oredinöti , , •tba^iErlaehi in thes giuuidaron 

Sie eigun in zl Bu«äd fo faitialiehi^: urnzm^ 

in felde j0b in.uualde . fd fint fieirfmUabalde, 
Eihiduam ginuagi, Job SM <MÜi ^Qla ku^mi, 
zi unafane •fneUe^i! |föi litit t^ thiegana lallö. 
65 Sie büent mit giisiogOn^ . joht uuäirtKn io. ih^ giauon^ 
in guatemo lante:: Uitlu&Jintrle un&a<xte. , 
I? ift filu fei^t,, hanbo ift.i^'giuußi^t , . 1 . . . 
^ mit man£^alti^n ehtiu: .niTbi; bi mifön irebtiil!?. 

Zi nuzze grj^bitmainiouh tbät leir ihti.kuphar^^ 
70 joh, :bi thia meina!: ifind fteitia; . 1 : 

Oub tharazua fnagi filabar ginuagi; 

johllife&t jfehär in lante: gobl in iro Tante. . 

Sie fint faUkmuate ziob^na^mo gmate^ ! 

zi manageru nozasi: tba^ duent in iro utiizzL 
75 Sie fint filu rediö fib fiaxiton izii*ettinnej < 

ni gidurrun fies bigioinan: üe eiguil fe nbaruunnsui. 
Liut fib in nintfiiaiiti ibski^ iro lant. ruarit^. 

ni fie bi iro pxaJd in tbionatet iosi nöti; 
Job mennifgon ail£, tbiär fiä i^* ni untoüalley 
80 ib nnei:; b; got UuOrabta^ al eigun Te iro forahta. 

Nift liut tba:;/e8, biginüxe^ tba^ uuidar ia. ringe:; 

in eiigiiti fi6 i:^ firmeinit, . ^ uuftfano^iji giaeinjit 
Sie lertun ^e b; mit ßiaerldn, nalas jmt .th^n uuorton, 
mit fperon filU utLaflot ibi tiUuifdrabten fie fe nob fd, 
85 Ki ri thiot, tba:; tbes .gidrabte> :in thiuvii; mit in fehte, 
tbob M^iMiSjifin j^ Pcfffi; nafe.öPljea thift uuirs ft 
Las ib iu in alauji&r . >m einen bn^on, ib nueia;. nuär, 

^e in fibbn« jobiin abto ißniiAiexandresi flabtuy 
Tber uuphdtl fd gitbreuoita»: imit,(iierlu.fia ai ^Äreuoita^ 
90 untar finen JiantolftVI mitfilu bert^n. baüton^ 

Job fi^d:in thäru.iredinn^^ tba^.foia^^ Aüacodöniu 

tber liut. in gibtirti«; gif^id&ier nurtil 
Nift untar in tha^ tbult^y, thajj fciming iror uualte 
in Uujpfrolti' tuheiney' nifi;tbie fie slagon beime;. 
95 Odo in erdringfej and^:tbeö.biginnfc. im 

iÄ4hihjei>iig($md.:thietey. üfcha«^ ubar &e ^ifciete. 
Tbes eigun ^e io nuzzi/ in fn^Uii j^iiniiraizzi: : 

miintrntent fi«{!ttibmtuin/ unz ^feinan eigiiti bcdlan. 
Er i(t>gisalri^biynal .föifd edil tb^n-£lcal^ <. 
100 uuiler inti knanic" thöro ^igiün ifie ioi gintiagi ' 

Uueltit er githiutö mat^a^ero liatd; ^ . 

Job ziuhit er fe rein^ Mb fö flftÄ,betttie;. 
Ki fint tbie^ imo ^ oub.' derieb, ■ in tbim nan Era;nken uueriän^ 
tbie fn^Ui^fine irbit^^!' Öia^ file nan umbiriten. 



rr " ' l 



4S 

105 üuanta alla:; tha:; fies'tt^i&mit/ fie i:; sd mil gcrte' nttiftt^Dt/ 
ni duent fies uuiht in »^ 'Stiaftii gü6tL< « ' 
Sie find gotes uuorto ^ütißt Sit. häuctb^l * ^':- - • ' 

\kB,% äe iki:; gilörnen-y^tha^ iir tMa ftüaU «ellSn^ tu 
, Tha? fie thes biginnöny ij; ifts^iaiia gifioi^n,' ' ■ i 

110 joh ^e i? oiih irftiilea mit mihikno utiiUeiiv 
Gidän ift es nü redina, tha^ fie fint ^^ilateJ iheg^nft, 

ouh gote thiononü alM joh utiisduacme^ ft)M. * • > •: 
Nu uuill ih fcriban uhlbr feeä, '^nmngelidno- döil, '' : ^ 
fö uuir nü hiar bigtuiiftm; !n fuenkis^a «nngiii,' 
115 Tha:5 fie niuueleii'eiüö ^ thes. (elben-aaeilo,* , ' :: V 

ni man in iro gizungi Erfft^öUöb 'fmngi,'» • 1 \ .. 

Joh er onh iro Puerto ' gÄobot ttU^Me 'harte» * • ' / 

ther ^Q Blmio^hidleta'; fzi-jj^oÄbofi fiti^niiadota; k > ' 
Ift ther in iro lante i^f altes bteid^^tiilil^nte, ' -, ^-'f : .) 
120 in ander ^izun^' &tti€maii<is; ni küSmir ' ' • > 

Hiar horer lo jßi' göiiley 'liüa:^ got iiÄi>i gAlefei' ;> - ■ - 

tha^ nuir imo hiar gifün^il ' ^ii^ frebMsj^ ziiBguff;i * ' 
M freuuen fih m^lc % nu«!* fo wolaiHlöBe/' < '• ■ . ' 
joh fo uuer fi hold in aiuate trAttkono thiote^ ! 

125 Tha:5 nuir Krifte ftmgun' i» tinfera zuhgto^; : » '. 

joh unir ouh tha; gilebdtün, in 'frißäkisg^m liani lÖbdtiin. 

liib. 1 cap, 5 ; Miflus eft. G?itl)rihel i^^ehiÄ. ' Kfejle p. SS tf. • ' ^ 

— Luc. 1, Wff. *''•':•. i: . ■:. ,.i 

Vuard after thift irfcrft^ fti*, 'fö moht ö» fin, öin halW jÄl»/ 

mänodo after rime driä ftunt&*'2!u6nÄi '* " :'•' i^.l1 
Tho quam boto fona göte, eiigfl ir' hlinile', * ■' ' - '» 
braht er therera 'uuproiti diuri 'arunti. ' '' • - 
5 Fleug er funnun pady 'fter^olvo ftKii^äi ' ' ^ " tI . :/ 

uuegi uuolköno ii ^erh' itis fröno,' ' •' » 

Zi edües frouün, X^}Ai {okmm^ • "' «> - ' :'i <': 

thie forderen M bairne* \irtiSttin cbtniSnga'ÄlFe.'* '^ •• 
Giang er in thia palinzä, .^äfid'fla di^^Ma, / ' ' ; :T 

10 mit falteru ih henti —^ then fan^ fl in«^ in enö' -r-^,* - 

Vuahero duacho uuerk tiuirkentö, ..! j » .1 

diurero garno, — thaj^ d^da fiü iö g^5rti(y. -' *♦ 

Th6 fprach er erHcJio ubaräl,' fö man* «i fi*ovtiun folil^ - ^- 

fö boto fcal io l^StSi^' 'zi^drtihtthes mliätfet:' - ' ■ •« 

15 *Heü, magad zSlefji, ihiäniä fö/ fconi,' ' ' ' ' • ' ' ' - /^ 

allero wuibo g'ote zfeii;6Pbo{ * ■^* •'' I ^ 

Ni brutti thih muätes, Äoh thtnes ttöluszües^ i ■ ' ' = i«' n!-* 

ferauua ni uuenti! fol biM-'^o^es ^fti. ■' '' '' 
Forofagon fungun foil^ dil- 'fiilfg^ii, ^^ ' - •' - / 

20 uuärun fe all6 traördltf -ri <hir i^g^Äti. ' ' 

Gimma thiu uut^aV 'tnägad 'Mniehta'^ ' ', • ;>' : !'• lU 

muater thiu diurä fcalti thft uueM 'tihä. ' / *' 
Thft fcalt heran einan stlautialtenäan > \'-\ 

erdftn joh himiles itit alles Hphäftte, ' - '- ' ^' ' 



( ,: 



r,:\ 



9 



AB 

25 Scepbm'Uiu^rolti^,)-^ theift wiaÄwtti -^ f 1 

fatere giborauaa^ SbaiiwuigajBu» ni . * 

Got gibit imo uuiha jqh löra fflu Mbn, ^r- . ,, , 

drof Di zukolft thft. thesJ — . i Druide», tö? ttgs feuBinges. 
Er richiföt githiuto, kmiing thörerp: liutöi' «: . 

30 tha:5 fteit in götes.hiaati ,. ft^a thäieflJUgi onti^ i , .. 

Allera uuoT^lti . ift.^.lJb giebenti,:, I . . .; 

tha? er ouk inlpwre. bimiMchi mawo/ 
Thiu thiarnä ßlu. fcöiiö fprah a^i b^t^n fröiw), : . 
gab li i3»0n»»tuurti Äiit fua^WÄ: giumü 
35 'Vuanana ift i?, fe& noiift, .üiaij^ih les uttirdig bm, . 
tha? ih druhtme . ßn«m;fmi jRwige? .! 
Vuio meg i? io T^uenteamjii:, lihii^: ib. werde fliangar? 

mib io g(nnnMai< iübßi».M'«ii:iq»ii>:m\iftt,l4 
Haben ih ghneinit^ iii.muate bideibit>; ; ,i.! li 

40 tha:5 ih einluzzoi mJii^. uijtjoyalt.iiiiÄ^o/; .. * , • :. • 

Zi iru fprah thd UJb^rlftt tfier.fölbo dcvbtipoii (ibrut. , 

arunti giÜÄ? Jdx tarWifilu,:iauÄh^. , i 

*Ih fcal tbir fagön», tbiaroÄ)!)' ra<eb^ ftlu dougna;! . 
lälida illt ia'.Äuu wtilfcinepru.C^liik: ; ' .i 
45 Sagön ih tbir eina^j . th^^ fölb* Iftfaid ^thina^ . /I \i . 
hei^t 115 fcdno : gotes flin.flrdlio/ v , in 

Ift fedal fiiia:^ Jn^ Mnulegift^ta?:, ., .... 

kuning nift in nuorolti, ni fl iinb thioHÄjiti, i 
Noh. k»if9r imtaf puipne, .,iiU;imo i^eba.fe^oge^ 
50 ^iias^fallönti int inau ^r^tiL , \ i 

Er fcal finen dröton %% gipmnta^; ; . ' .. . y 

then alten SatanäCwi ; uuüi^, er; giföji^n. ., , . 
Nift in erdriche, tbär er ijip^o.io ^n^ariche^ ., ^ ,,,... . , ; 

noh uninkil nndar himil^, .jtiiäi': ,f^;Äh g^neri^, ^ , 
55 niuhit er in then fe, . it<iÄ?'^gi^^^f. pr io^ uue, ■ ^ 
giduat er inao fremidi . th^Jir^ba, hiipibr|el}i 
Thoh habet er mo irdeüit, jph Jfe^bo g^meinit, . 

tha:5 er nan; i?^. J?ephe jpait k^tinus^abreche; 
'^ Ift ein thin güibba re/es njnberent^, , , , , . , , . . , 

60 in manageru ziü ift dagi leitenti: 

Nuft fiu igä)urdii)d,t kinde^ f5 diureßy . , j / , 

IS fiirira bi uuoroiti nifl} -qtteni bp^i^ji ,, 
Nift uuiht, funtar uuerde,.;, in/ihpJL.ri5,!got nupjlo, ^ . ,. 
noh tha? unidarftante druhtincß ^norte/ , 

65 'Ih bin (quad G) goteS/.tl^n ^^erb^.giborsaiiup 
n nuort fina? in i^ic Mwhfeijta2[J'r ü;; > 
Uuolaga otmuatf! fö guat t^iftn; 19 4?*) ^ä? .1 

thft nuäri in ira UTiort^ -^ ^jlejf^^.j^^x^e. . , 
, Druhtfn kos fia guater zi. fagen«n; mpß^er:, i; , , 
70 fi quad, G. uuäri fin. thiu .^ji thioi?pft^ gfif^^j^pH. . , 

Engil floug zi himile zi ftlb (iruitii^e^ n ; i' . . . 1 
fagäta er in frono thft5,:»milti fcouf 






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Lib. 1. cftp^j 13* ,D^. (!»ll«i>iii4ywtu.i|ia^or?ini^,,myftieej t 
\ Kelle p. 57 ff. — Rhabanus Maurus in Matth. edit. Col. 

1626,tQiiif 5. p, 1^ D. ; . . , :, K .'l 

Manot unfih thifu fart, tha? uuir es uuefen anafuüart, ' 

uiiir unüb ouh' biraaehin, inti eigsn iaiii ftiaöheii. 
Thü ni biHk es, naäü ih/ wif», üba:; lanib thag hbi^it parädis. 

ih meg i:; lobon harto^ • ni igirinnit imh* tlwäcöi uüfOrto^ ' 

5 Thoh mir megi lidoHk 'fprechjui titiortö.lgüih, ■ f^ ■ • 

ni mag ili'tiiöh mitmiiorte thes Jobes quemah sd efnie.' i ' 
I^i bülb es io giloubo,. 'fölbo tfau- i^ ni foomio; 

ni malrtu ig oolh: nohilthanoe ' rraellen iomaiiine; - 
Thär ift Kb ftna tdd, > lioth'iiiia finftri, = ' . f^^ 

10 engiltcba:; kanm ' joh eumnigo: uimntiL : im • . . 

Uuir eigvai hi; &pl&,%aiii iHa^^ mügiin iiüirao ida^am; 

joh zcai iinheiindli ' iO' eniiin^giBnl liuekiifu - ii 
Unir fuarun thaoimä DÖti' tbinlh! iibarmiiaiä;i ! ,\ <i 

yrQiaan knflh fö ftülö cäier imfeii nuMtuiiiUo;! 
15 Ki uiioltmi uiiii* gäas Hn: harto uttegeä mar eS' ftüo. : 

nft riagen elilente in fiwinidemo lante, * ^ ; .j 

TStk ligit uns iimbitberbi Üiaa^ unfer ^ali^biy m < i t 

ni niä^en fino guäth Io duat uns idiaimaati .v ^ 

TUffbeo; tioir 'nft lemuä» Uebes lluiniaaages, ;iü t r. r> 
20 Job tbulten biar nn noiti bitterö mtL > • 

Kft birun uair inorndnte • tait fdrft biarrin lanie <: ' : ui 

in manag&Iten iiuuntoki bi imferen funAon. ti iv Aj. 
Arabeiti nian^go fint uns hiär io gatamuö. ' ; . 

m:iuboil^ l^eim nmfön uuir huenegoa uueifoh ?. . .tc 
25 Vuolaga elilenti, baito biftft herti. i t ,. ; i: c 

tb& biüb barto filu fuär, l^ai; ikgen ih Üiir in aMiüac. 
Mit arabeitin uuefbent^ '4iÜe..beiniiiige8 tharbent;. >. if 

ib baben' is^' ftintan iBloun*:. . tii'fitnd ih MeiiCB xnäuk in ibilv 
Ni fand in tbir ib ander gimty i funtar Tdg;^^:; vmaJb^i . ' 
30 feragai; herza job managfähä fmärza. ! ^f 

Ob uns in muat gigaü^, tbas; unßb heim lange^ \ , . 

zi tbemo lante in gihe > oub j^mar gi^Lber \ . i 

Farämes 16 tbie gino:^ oah andaiA fträ^ 

then uueg, thßn ukliih naeiite^ jzi 'eiginepoi laate.* < 
35 Tblfs'iSlbeii'padeB ifaas^'i Ciiacbjl} reinä fäta^UnA \ ) ' >j 

ß tberer fitu in;iiiiaim&, liJkerirtMrajia ganjga ' i cüj im 
Thft fcalt baben gmatf jobiihibdo otnmaA^ j ! ,' .j:[; 

<^'^:iIlrtilet^ell' ib'xiinoti . uüärd.kaariiisitfj ..'i : ;..; .'/•> r- (nIV 

Dua tbir zi giuuurfr . ;ican6 .lämburtiif . r 'i . • ,. . IJ 
40 nuis/baHam id 2i g«aiie!ii;nt)b6ri,>ib€maant^ i » i •>. U 

Innftn^dtuieB'hiaseii kuTb 3U läi^l idiir ^faefa .uuoröklafti % "t 

.ftralL tbia ^eginuttortfi ioiq^äiimt ihkö finüna in. heoitL ..'i 
Hugi^ uiiiO'iki^ärfora. quadl thjssift tiier.jui46r|iad., 

gang thefan mtegl dhiagai tbir ein/ igt igfleitit ihih heiül. 



< V. 



45 So thft thera heimauifli niu^it mit gilufti, 

fö biftü got« lioMr«, ttöaträtift ifi^adfe iiiäiB^r. •' i^ 

Lib. 2 cap. 8. Nuptiaß factsD funt.' Elelle p. lÖÖ tf. — 

After thift, in uuär mtn, fö mohtim thri dagänfm, w f'ju: 

£o &ea thritten dages ISr .fö uuard ihiz tha^^ih &gien thlr. 
VaptuB tMi? thie liut* eino ferötloufti 1 i . 

themo uuirte johtiieru bruti in filigi^ra 2£ti. m» - * 
5 ]!fi uuArd ik) in.xiuordtsltin, thiii nifaniaiid ^ihCtiii^ ... n 
^ tha:^ fih gefto;giiati fiilHiherb ruamti.. i. . - > m. / 

TMr uuas Erift guater joh liälia otthjüiiu iin muateiV'^ 

ouh man tharaladota. thiä jangoroal thi^' tli6< hab^ta; . . 
Thiu hiün uuärun filu fra: ginnerdankBohta flu: Ö3.ithfi, , 
10 ße habetvn thärifölbon J^dit^ ther allesi.bUdQS furifta itL ) 

Tho zigiang thes IMes . jobi bmft in'thar 4bes. nüihes. 

Märiä tha^ bihngita^. joh'Kr^le ß ig: gifageta« < : ^r . ; ; 
'Ih fcal thir fag&oi^ .mm Idnd^ tben hl6n fihi .bebjg.thi|)tgy 
theih mSthoD otihi)iiift nnelta: thesmÜBeBiTt! in breilab' < 
15 Sprah tho zi im fua:^o ther ira fiiri. aeu^o .. » , ; , \ 

fconen uuorton tibaral^ . fönfimzi muate^c foai: ^ , . >/: 
'Yuiby ih zelJÄi tbb «Sm, .iiuag> drifit fülih' zi nite iziteini? j:i 

ni quam min.zit, ife(4i:'l%'&am> thoih ovigd.uneih fioatfairi nam. 
Sär fö tha^ irfcinit, liaa^ mih fön Üiik limt^ , ; iL i) i. 
20 fd iil thir allen :tb»n! dag/ thai; lier&a'fiin« iduii^ i. <; : ,. 

Tha:; thft zi mir nl quäti inti eina klaga es:;dAii^ .ein 

mit gotkundlichen rachftn ircaümanißillh marfion/i •! .Vi.. 
Thin mnatef hdrta thai; tho. thäi: ß uuelTa.th:^ iaiialAauäry 
tha? iru thiu fin guati nirz^i thes fiu bäti. ; 1! > ^r. ; s / 
25 Gibdt ß then mr^ahiin, tken «thes. Udos mhun, . 

fo uuas fo.er in giquätiy. i^iiagOtherMdati ! * ;]. . i 
Thär rthaxrtmi «uä^fö^^ 115 iliär ÜBiilaite ßtui unas^ !< i .. 

then mannonfus iömanne . ßh;zi uua^ganiie. . t.i i :: i/ 
Tha^ uuärun lehs kruagie zi.thift unas thär ginuägi „>i; «' 
30 tho zi then jachon, thio dmhtin uo^dli^ maebioa. ^i .. . > 

Tha? me? uuir ofto Äi^en n jph lextsupi is^ nennen:. ^ ii üli : 
nam iagilih in redinu Üurlzug Ibmton ^sehinui^ i Vi ^j: 
Odo zuiro -z«shänBUg> ihes^duent bnah. tMr gihugi) 'e ! • .. 
uuärun Iteinlnu • thiü tsa;: ßxi mdituix>uuearen4he8<ithi& ba^ 
35 Giböt tho lelbo druhtin, ß unä^ares 'irfiiltliL. < .i .)*i :i 

thag dätun ße giynurdg cma miobanenüg. :. 1 .iü . / i 
Tho quad er, tha; ße Hcä^in,' zi themb« h^eften ßb iLuanttn, 
ther thero thrio^s^o uuas fdrifkö güna:^Oii . nüi >* 

Drank er th&^tlainaad lüfta: :^>uiäht.ea! thohi nis imefta,:>;. 
40 es utüki iA rqaam inio oüb in' uuioi. , thei^ rwasl fon, aiias^iure gidän. 

Thie man».thohy ^d iMt rosnktuni, !ii^ filu luuola iidsaiitniiy 

thei:;.üiifi:;s(arilAtara^ uüasv thß ße»&]iiüL:äiiiiiiua9. ü 

SKeii iiuil*ti^'th9'ralad6tä^ - jdhzi üno'inän ^oiet%!i -,'. 






> I 



49 

Sh harto uuuntordta ßn bi then frönisgan uiiin. 
45 ^Sag^ mir nu, friunt min, uuio däii fö bi iheti xmin, 
thih fus es nft inthab^tde, fo lango nan gifp£yratds? 
GibiTgiuuelih manno, tber firiunta freuuit gerno, . ' 

ib unei? tbu es innana bift, then furifton io lär zi erift. 
Sd thie man fib tbanne iruuinnent joh drunkan^n bigüantot, 
50 fd fkenkit allan tben dag Mib I&f is; uueßgui mag. 
Ja gifparätös auur thft tben guaton nuin unz in nft. 

ib fcal tbir oub nft racbön, ni drenk ib the» gimacbon.' 
Tbiz zeicban deta dmibtin KriTb mennisgon zi erift, - 

fid er bera in uüorolt quam jöb manneis liobamon nam. 
55 Er ougta Hna kraft tbär job ßna guallicb!, tbeiTt uuär; 
tbd giloubtun ekordi eine tbie jungoron flnö. 

Iiib. 2 oap. 21 r. 27 ff. Oratio dokninica. Kelle p. 185* 
— Matth. 6, 9—14. 

Pater unfer guato, bifb drubttn tbü gimnato 

in himilon io bdbÄr, nuib fl namo tbin^r! 
Biqneme uns tblna:^ ricbi, tba^ bdba himilriobi, 
30 tbara uuir zua io gingen job emmi^^igßn tbingefi. 
Si uuillo tbln biar nidare , fdf er ift üfin bimile ! 

in erdu bilf uns*, biare,, fd tbft engilon dnift nft tbäre ! 
Tbia dagaltcbftn zKbti gib biut uns. mit ginuhti, 
joh follon oub, tbeift möra, tbines felbes löra! 
35 Sculd bil2b5 uns all^n, fd uuir oub duän uuoUen, 

funta tbia uuir tbenken job emmi^^igÄn uuirken? 
TSi firlä;;e unfib tbtn uuara in tbes uuidaruuerten föra, 

tba:; uuir ni mifßgang^,. tbara ana ni giMldn! 
Ldfi unfib io tbanana tba:; uuir fin tblne ibeganä 
40 joh mit ginädön ibin^n tben uu^uoh io bindd^n. amen. 



M 



Lib. 8. ccp. 2. Erat quidam regulus. Kelle p. 147 ft, >^— 
Joh. 4, 46 fqq. 

Tbft Krift in Gralüea quam, uuard tlia^ tbft mkn,, f5f i^ zapi, 

joh uuard gikundit fin giuualt ubar alla:^ iba^; lani 
Ein kuning gieifcftt h; in uuftr job ftiar ingegin imo,ßür: 

uua^ mag ib Zeilen tbir es mer? fin fün üuas filu fiecber. 
5 Bat, er fib iUr irbuäbi, mit imo beim fuari 

tha:^ er tb^ gimeinti, tbea fun imo giheiltL 
Quad, er io bi nftti lagi dauualftnti, 

Job uuäri in tberu Miti mit grft?eru unmabtL 
Grab er mo antuurti mit mibileru milti, . 
10 mit uuorton uuolt er fua:5en tbia gilauba in imo bua:5en. 

*Ir zeicban ni gifcouuftt, thanne iu uuirdit fft not, 

uuuntftr J^ltfinii,, ni gilöxtbet ir ^i nuänt* 
Uuanta ob er giloubti ubaral, fo i^ bi rebte uuefan fcal, 

in berza imo quämi , fo iz fora gote zämi : 
15 Giloubt er felbo thanne, fft zimit gotes manne, , / . 

. Schade, altd. Lcseb. '^ 



50 

tlia:^ iagiuuär ift druhtin mit fines tölbes malitin, 
Tha:; then ni tharf inan beitcn, afber fitetm leiten, 

ther lÄ kreftig^r ift, bihaböt tha^ in uuorolti ift 
* Druhtin, (quad er) zil6 thin, oba tbü ginädön uuiü min, 
20 thin guati:^ er biuuörbe, ^r mir tiier fun irllerbe/ 

Sprah druhtin zi isfto ßna:; uuort, tha^ er fnari heimort, 

tha:; er ^ari tharaTun; quad, ftinti ganzan ßnan fun^ 
Giloubt er üiemo uuorte, joh k^rta fih zi lante 

iär bi themo thinge zi themo heiminge. 
25 Ynz er fuar ahtänti thes leiben utiortes mahti, 

gagantun imo blide thie holdun fealki fin^, 
Zaltun imo ouh innän \Ms thrato filu liebes, 

tha^ rehto in alauuärL fin fun gineran uuäri. 
Thia zit er eifcota thd, — uuas er es harto filu fro — 
30 thia ftunta ouh mit giuuurti, uu&nne imö ba!? vuurti. 

'Hörero, zellen uuir thir tha^, thd fibunta zit thes dages uuas, 

gefteren, f5 &e föhnn, thd uuard er ganzör gÄhun. 
Ni zuiuold muat thinai^, fus findift thu i% gidäna^, 

findift zi alauuäre then liobon dräft fud thäre/ 
35 Yrkanta thd th^ fater fiwr, ihei? Öiiö zit uuas in uuar, 

tha^ imo i^ idruhttn fö gilia? , thia Mbftn ganJsida ^iä?. 
Gilotibta fdr thS felbo thfer knnitig irdifgo thö 

mit finemo gi^gine th^o himilfögen kuninge. 

Lib. 4 c. 10. BeJSderio deiideraui hoc piifcha. Kdle p. 254 fg. 
— Luo. 28, 15 £ Matth. 26, 29. 

Bigan th6 druhtin redindn th^n leiben zueüf theganon^ 

th^n thar tmsibi inan fab^un, mit imo faman ä^un. 
Thes muafes gerdta ih bi thifi, tha:; ih i% i^ mit iu, 
£r ih Üia^ uUii^i ihuld» joh bi iuih d6t uurti. 
5 Ni drinku ih rehto in uuära thes rebekunnes mÄra, 

fon iiiemo uuahftnen ftirdir, — thai; gilöubet ir mir — 
Er ih 1^ fd bithenku, mit iu faman auur drinku 

. niuiiua!;, tha:; iu i^ \hoh&, in mfnes fater licha' 
Nam et tii6 lelbo tha^ bröt, bot in i% gifögenöt, 
10 gibdt, tiia^ fies d:;in^ äl fd fie thikr Mgin. 

'Ir ei^et (quad är) ftna uuän lichämon minan. 

all^n zellu ih iu tha:;: tha^ eigit ir ^uuüTas;. 
Nemet then kelih ouh nü zi iui tha:; drinkan deilet uatar iu! 
thär drinket ir tha^ nüna^ bluat, i^a^ iü in euudn uuol&duai 
15 I^ heilit liutö uuunta joh managero ibuta, ' 

i^ ift managfalta^ thinge yrldfit thäfan iiuoroltriiig. 



Leich tm Christas uod der Sanaritcdo. 

Wiener Hs. d. 9. Jhdts. Cod. hift. prof. 646 BI. 5». Zuerft gedr. v. Lambecius Com- 
ment, 2, 383 ig. Danach r. Palthen hinterm Tatian S. 419 i. u. nach diefcin wieder- 
holt in Schilters Thef. II am SchlTiß. . Michaeler Tab. pars 3, 160 ff. Graffs Diut. % 



51 



Hoffmanns Fundgrubeii 1, 1. ). Lachmava in dfr Snqjql. JII, 7»' 260* Anm. 

4. Aufl. S, AOl ff. — Ev. Joh. 4^ 6— 2^. 



381. 

W. Wack. altd. liCfeb. 3. Aufl. S. 103 ff. 

Lefen vuir, thas^ fuori 

ze ttntarne, vui^^un thss^ 
Quam föne Samärio 

fcephan . thas5 viia^cr. 
5 Yuurbon finä theganä 

bat er ßh ketrencan 
'Biuua:; keroft thft, gnot man, 

lä ne n[i]e?ant, vui^^e Chriffc, 
"Uuip, obe thü vmiTif, 
10 vnte den ereanttf, 

tA bätif dir nniü^ai 
'Dißu buzza ift fd tiuf, . 

nob tu ne babif kifcirref 

Tuär mäht tbft; guoi man, 
15 Ne biftu liuten kelop 

tber ^b nnf [then] brunnan, 

Itniu fmalenid^eir 
"Ther trinkit th^ vuaB;^r, 

der afar trinoMt da^ min, 
20 [i; fpranjgöt imon prufbom 

*Herro, ih thicho ze dir, 

da:; ih m/^r ubar tac 
"Vuib, tu[o] dih anne lieert, 

fin quat, faf lifaiti) 
25 «Vueij5 ih dai; .dft ttäi' fegift, 

d& hobüdf «r 'finfe 

dsBS mahtfi ^chnre i^n: 
'Herro, im »thir unigit fein, 

for unf 6v giboranä 
30 vnfer altmägä 

thoh ir fagant kicoranä / 



ther heilant fartmubdi. v 

er zemenbmnnon- kifai;. 

ein quena firiö, 

thanna noh S^ fa; er. 

be Gna lipleita. 

da:; vip , tba^ ther thaara qnam. 

da:; ih thir gebä tnnkan? 

thie ludon vnfera vnilt* 

vuielih gotef gift ift, 

mit tbemo du köfitif, 

finef kecprunaen." 

ze dero ih heimina liuf, 

da:; thü il^ef kifo^^f: 

nenum qneoprtuokaffi? 

mSr than läcob? 

tranc er[n]an ioh £tna ndtei. 

nu^i;nn tta? vtiÄfeofc.' 

be demo. tttnrflaft jna mer; 

then lä:;it d^ A\xt& Qn. 

in enii6n .mit lufton." . 

tha:; Tnä^iBr gäUGt dik: mir, 

ne linfi hera :darQta&' * 

hol^ hcnrra dinen niit!'' 

commen ibb hebitL ' , , ) 

da^ dA eommen ne hefoütt 

dir zi ttoüfejiftei 

nft hebif ^nin, dar m£ üsl" 

dsLZ thft mäht [foeafago Qn]. 

betötun hiar in berega, 

fuohtan hia genäda, 

tbia bita in Hierofol[yma].* 



•^ 



Der 138ste Psalm. 

Wiener Hs. des 9. — 10. Jhdts. Co4. theol. 732 Bl 69•^ Äierft ge^. lum grofien 
Teile bei Wolfg. Lazius De aliquot gentium migr atiönibus , Bafel 1^72 fol. S. 81. 
Zuerit ToUft. bei Denis Ood. ums. ihe(fl. I p, dOll Üq. Gtraffs iMmtifca 2, 374 fg. 
Hofimanns Foiwigisu^en 1, $ fe. . 



V[v]ellet ir gihoren 

den flnen touginon fin? 
lÄ gichttri dft mih, trohtin, 

föne demo anegin[n]e 
Ne megih in gidaßdiua 

du ircheMift all6 fÖ^ä 
86 uare M fe (hobtete inhien zoum, 'fft rado Aäflri diif goum: 

den ueeh furiuoihtÄftu mir, da? ih mih Charte afber dir. 

4* 



Däuiden den guoton, 
er gruo^te finen trohtin. 
inte irtjhennift u€r ih pin 
vnciii an da? enti: 

fo uarijit fo Jh gintgo. 



/ 



52 



Bft hap^ft mir de zung&n 
10 da55 ih ane din gipot 

Vie michiliv ift 

föne mir ce dir gitan! 
Far ih öf ze himile, 
i(t ze hello mtn fart, 
15 ne megih in nohKein lant, 

Nft nillih manfleccun 

all£ die mir rieten 
AUÄ die mir rietun 
die fint fienta diu, 
20 De uidir dir uellent tuen, 
all4 durh dtnen ruom 
Du got mit dinero ginalt 
mit dinero cherefiti 
ne lä dumof de muos^e, 
25 De Mla vorhtÄftu mir, 

dft uurti iär mtn giuar, 
Noh trof ih def ne longinft, 
nupe ih föne gipurti 
30 Far ih in dei finftar, 

ih uei; da^ dir nadii 
So voiUih danne fle fruo 

peginno ih danne fliogan 
Feginno ih damne fliogan 
35 fö fliugih ze enti einef meref, 

ne megih in nohhein lant, 
Nu chiuf dir Mto ze mir, 
dft ginMigo got, 
mit dfnSn ginädun 



fo fafto pidvnngen, 

ne fpiriche nohein vort., 

de din givL^ida, Cherift, 

uie mahtih dir intrinnan! 

dar pillu mit herie. 

dar piftu geginuart. 

nupe mih hap^t dm hant. 

all^ föne mir gitvon, 

den unrehton rihtuom. 

den unrehton rihtupm, 

mit d^n Villih gif§h Rn, 

d6 uüHh &(to ntdK 

mir ze fiente tuön. 

fcirmi iogiuedrehalp, 

pinim dumo da^ fcepti! 

da? er mih Fe ane fkio^^e! 

die pila^i du mir, 

fö nuh de muoter gipar. 

def dQ täti tougino, 

ze erclftn auer wrtL 

dar hap^ du mih iär. 

mach ßn f5 lioht alfu tach. 

ftellen min6 föderä. 

fofe &r ne tete nioman, 

fofe &T ne tete nioiaan, 

ih uei? da? du mih dar irferift. 

nupe mih hap^t din hant. 

vpe ih mih chÄre afler dir, 

chSri mih framort! 

gihalt mih dir in euunl 



Gebete. 

1. 

Freüinff-Mfinclmer Hs. d. Otfr. Eade 9. Jhdts. Am Schlufi. Graffs Otfrid S. 446. 

Dft himüifco trohtin, ginäcl^ uns mit mahtin 

in din lelbes riche iß £5 dir gillche! 

Trohtin, Chrift in himile, mit dines £äter iegane 

ginM£ uns in £wun, da? wir ni lidSn w^wun! 

• 

2. 

Fi?eifing- Münchner Hb. 9. --10. Jhdt. Nt. 151 Bl. 1. Schmeller iu Mones Ans. 2, 176. 
MaÜBmann, Abrchwörungsf. Nr. 63 8. 52. 172. 

Got, thir eigenhaf ift tha? io gen^thih bifb. 

int&a gebet unfar, thes bethurfiin uuir fär, 

tha? uns thio keiinftn bindent thero l\indüii, 

thinero mildd genäd intbinde haldo. 



53 



3. 



Regcnfibg- Münchner Hs. , cod. Emraer. E. 91 mbr. 4. Bl. 110% r,*J, 821. ' Mafs- 
maon Abfchwörirngsfonne^ etc. Nr. 62 S«> 51. 171. .i . * 

Truhtin god, thü mir hilp —^ indi foi^p mir gaüuitzr -~ indi guodan 
galaupun , — thina minna indi rehton uuilleon , — heilt indi gafunti 
— indi thina guodün huldJ. 

( • 

Lied vool heiligen Pfctrus. 

Freifing- Münchner Hs. 9. Jhdt 0. E, 9, fol. max. Bl. X5^\ Bocen >I;^c. 1, 4, Hoff- 
maun Fundgruben 1, 1. Mafsmann a. a. 0. Nr. 64 S. 52 fg. 172, mit FacSin. Bl. v! 

XJnfar trohtin hat ferfalt fancte Pßtre giuualt, 

da:; ör inac ginerian ze imo ding^nten man. 

kyri^ eleyfon! Chriftö eleyfon! 

Er hapet ouh mit yuortun himilriches pprtün. 

dar in mach er fkerian den er nuili nerian. 

kiriö eleifoni ChriTbÄ [eleifon]! ^ 

Pitt^mes den gotes tröt allä Tamant upar lut, 

da^ er uns firtänen giuuerdu ginädön. 

kirie eleylbu' Chriftö eleifon! 

■ 
* t 

Lelch vom heiligen Georg. 

Hs. der 2. Hälfte des 9. Jhdts zu Heidelbg, Otfried, auf den letzten Seiten Bl. 200^ 
—201'». Die Schrift von höchft ungeübter Hand, dazu abgerieben und Terblichcn, 
bis zur ünleferlichkeit entftipllt. Abgefchrieben 1699 zu Rom von KoAgaard (unvollft. 
die letzten 7 Langzeüen feien): t. delXbn Emend. Otfr. p. 309. Nach einer Lange- 
beckiffchen Abfchritt hiervon hrsg. mit lat. Überf. u. ErkL durch Barth. Chriftian Sand- 
vig Lectionum theotifcarum Specimen, Hafniae 1783. Biefe Ausg. unverändert wie- 
derholt von Nyerup in Symbolae ad literaturam teutonicam antiquiorem Haftliae 1787, 
col. 411 — 438. Seit Rückkehr der Hs. von Mone in Wilken« Geroh. d. Heidelberger 
Bücherfamml. 1817 S. 547 fg; von Hoümann Hymnus theotifcus in Sanctum Georgium, 
Yratisl. 1824, 4 Bll., wiederholt in fn Fundgruben 1, 10 S. Nach neuer Vwgleichg 
der Hs. Herftellung u. Erklärung von M. Haupt in den Monatsberichten der Berliner 
Akademie 1854 S. 501 — 512. Laohmann über Singen u. Sagen (Berl. acad. Abhdlg 
1833) S. 4. Derl*. in Rankes Jahrbüchern des deutfchen Reichs Bd. 1 Abt. 2 (von R. 
A. Köpke) Berl. 1838 S. 97. 

Georio fuor ze malo . mit mikiiemo herigo, 

föne dero marko mit mikiiemo fholkoT 

fuor er ze demo ringe, ze heuirclhemp dinge. 

da:5 thiii[c] uuaf mArifta, kote liebofta. 

5 ferlie;^ er uuereltarhike, keuuan ör himilrhike. -♦ 

Da^ keteta lelbo der xxi&re cräbo Georio. 

dh6 fbuonen inen allä' kuninghä fö manegä. 

uuolton G, inen erkören : ne uuolta örn ef hören. ^ 

herte uuaf daj; Georigen muot, ne horter in ef, fögih guot, 

10 nub er al kefrumeti def er ce kote digeti. 

Dsa; ketaeta felbo fancte G[e]orio. 

do teilton [fi] inen fare ze demo karekäre. 

dhär met imo d6 fiiorren engilä dö fkönen. 

dhär fu[ullen] ceuuei uuib; keneriter da^ ire Itb: 



54 



15 



da]55 inibizl' in fröno. 
Georjio ce uuare» 



20 



dhö uuoreh[t] er fo [fkono] 
Da^ ceiken uuor[h]lja dh(äi*e] 

inan dnihtin al geuuereta däf Georio zimo digita. 
,,. , d^^ tumben dheter. fprekenten, den touben horenten, 

d^n; pjinten deter fijhenten, den halcen gangenten. 

ein ful ftuont ter manige iär: 
Da? zeiken uuorehta dhare 



ii 



begonte? der rike K\«fi 
Tacianus uuoto^ 
^pi* quat/ (Jotio uuäri 
hie:^ er Gorien fahen, 
hie:5 en flahen harto 



u? fpran[e] dher lob för. 

Gorio ze uuare. 

file harte zurenan. 

zurent ei^f uunterdbräto. 

iein koukel&ri» 

hie55 en Ü55 ziehen, 

mit nunteruuaffo fduereto. 



30 



35 



40 



45 



50 



55 



Dha:5 uuei:^ ik, dha? ift aleuuär, uff erftnont fik Gorio dhär, 
uuola prediiftter dhär 



dhie heidenön man 
begonte? der irhfke man 
do hie:5 er Goriion hinten, 
ce uuäre fag^n ik ezf iu, 
Da:5 uue? ik, da? ifk aleuuär, 
dhie heidenen man 
dö hie? er Gorion fiüien, 
man gohie? en muiÖeni^ 



kefante Gorio dhrate fram. 

filo harto zurnan. 

anen rad uuinten: 

fie präken inen en ceniu. 

uff erfbuont fik G^rio uuola dar. 

kefante Gorio file frham. 

hie? en harto fiUen. 

26 puluef al nerprennen. 



man uuarf en in den prunnim: &£ uuaf fiiliker Fun. 



poioton fi derubere 
begonton ^ nen umbekän, 
itiikil teta Ge[orio dhä]r. 

Da? uue? ik, da? ift aleuuär, 
u? fpran[c] der uuAhe iar, 
dMe heidenen man 
f Gorion den guojten man 
ef lue? en dare cimo kan, 
dft fegita {er] kobet h[e]i?: 
quuat, fa uu&[rin] ferlorenä, 
da? cunt unf lelbo 

Dö gie[nc] ö'r ze dero kamero, 
pegonter ^^ l^ren, 
Eloffandria, 
ü ilta Iar uuole tuon, 
2i fpentdta iro trifo dar: 
fon öuudn uncen euute 

Da? erdigita fölbo 

Gorio huob dhia hAnt üf, 
erbibinöta Abollin: 



fteine mikil megine. 

hie?cn Gorien uff erftAn. 

fd er io tuet uuär. 

üff erftuont fik Gorio däi-.- 

uuo[la] pr[ediiüter dä]r. 

kefante Gorio file fram. 

üf hie? Ör ftantan, 

hie? en fdr fpreckan. 

* ih betamo , geloubet e?.' 

demo tiufele petrogenA. 

fancte G[e]orio. 

ze dero chuninginno, 

begonta fim ef hören, 

^\ uuaf dogeltka. 

den iro feaz fpönt[dn]. 

da? hilfit fa manec iär. 

fd [ift] fe en g[e]nädhdn. 

h^r[r]l> fancte Gorio. 

gebot ör nper den hellehunt. 

dö tuer er (Itr en abcrunt in. 



55 



Leich auf den Sieg König Lndwigs Ilf. bei Saoeoort 881. 

Hs. der ehemaligeii Abtei Elno (St, Amand) zn Yalencieimefl B, 6, 15 BL X^X** ff. 
9. Jhdt Nach einer Abfchrift Mabillons hrsg. y. Jo. Schilter BniNrKfON Rythmo 
Teutonico Lvdoyico Regi acclamatum , Argentor. 1696, 4®. Wiederholt in Schüters 
TheÜMirus Bd 2. Danach Mabülon in Annal. Ord. S. Bened. ÜL, Lutet. Paris. 1706, 
p. 684 — 86. Terfuche einer Textherllellung ▼. Doceu Lied eines fränk. Dichters auf 
König Ludw. III., München 1813, 2 BIL; von Lachmann in Specimina Ungua» Fran- 
cicae, Berol. 1825, p. 15 — 17; von Hoflfmann in Fundgruben 1» 4 ffl Die feit 1693 
verloren geglaubte Hs. wieder aufgefunden durch Hoffmann Ende Septb. 1837 zu Va- 
lenciennes u. fogleioh das Ludwigslied u. das in ihr mit befindliche von derf. Hand 
gefchriebene ältefte romanifche poet. Denkmal, das Lied auf die heiL Euldlia (f. dar- 
über Diez Altroman. Sprachdenkmale, Bonn 1846, S. 15 — 31) veröffentlicht durch ihn 
0. Willems : Elnonenfia , Monuments des langues romane et tudefque dans lo IX fidcle, 
Gand 1837 (mit Facfimile). 2 ^dit. 1845. J. Grimm üb. d. Ludwigslied in Franz 
Pfeiffers Germania 1. Jahrg. 1856 S. 233 — 35. 

Rithmus teutonicus de piae memoriae Hl\iduioo rege 

filio Hluduici aeque regia. 



Einan kuning uuei^ ih, 

Ther gemo gode thionöt: 
Kind uuarth her faterl&f: 

Holoda inan truhtm, 
5 Gab her imo dugidf^ 

Stual hier in TJrankön. 
Thai; gideilder thanne 

Bnioder llnerao, 
So tha^ uuarth al gendiöt, 
10 Ob her arbeidi 

Lietz her heidin4 mau 

Thiot Urancono 
Sum^ lUr uerlorauÄ 

Haranfkara tholdta 
15 Ther ther thanne thiob uuaf, 

Nam fina uafton 
Silin uuaf luginari, 

Sum fol lofef, 
Kunine uuaf eruirrit, 
20 Uuaf erbolgan Krift : 

Thoh erbarmßdef got, 

Hie55 her Hluduigan 
'Hluduig, kuning min, 

HeigTin fa iN'orthman 
25 Thanne fprah Hluduig 

Bdt ni rette mir vz,y 
ThA nam her godef urlub, 

Reit här thara in ürankön 
Grode thancAdun 
30 Quadhun al 'frft mtn, 

Thanne fprah KHo 

'Trottet hiu, gifellion, 



HeizM her Hluduig, 
Ih uuei? hör imof 16n6t. 
Thef uuarth imo ffir buo?: 
Magaozogo uuarth her fin. 
Frönifc githigini, 
8ö bruche her ef lange ! 
Sar mit Karlemanne 
Thia czala uuunniöno. 
Koron uuolda fin god, 
So iung tholdn raahti. 
Obar leo lidan, 
Manon fundiono. 
Uuurdun, fum erkorane. 
Ther 4r miffelebeta. 
Inder thanana ginaf, 
Sidh uuarth her guot man. 
Sum fkachari, 
Inder gibuo^ta iih thef. 
Tha:5 richi al girrit, 
Leidhör thef ingald u,. 
UuilTer alla thia nÄt, 
Tharot lÄr ritan. 
Hilph minUn liutin! 
Harto biduuungan.' 
'H^rro, f5 duon ih, 
AI thaj5 thu gibiudift.' 
Huob her gundfisinon ftf, 
Ingagan Northmannon. 
ThÄ ßn beid6dun, 
So lango beidftn uuir thin.' 
Hluduig ther guoto 
Mine nAtfliallon! 



56 



35 



40 



45 



50 



55 



Ob hiu rat thühti 

Mh felbon ni fpärati, 
JKTü uuillih tlia:;. mir uolgön 

Gifkerit ift thiu hieruuift 

üuüi her unfa hinauarth, 
S6 uuer f6 hier in ellian 

Quimii he gifund ü?, 

Billbit her thär inne, , 
Thd nam her fkild indi fper, 

Utiolder üuär errahchön 
Thft ni uuaf i^ burolang, 

Gode lob fag^da: 
Ther kuning reit kuono, 

loh a]}^ faman fdngun 
Sang uuaf gifungan, 

Bh^ot Ckein in uuangon, 
Thar n^aht thegeno gelih 

Sn^l.indi kuoni, 
Suman, thujruh fkluog her, 

Her (kancta ce hanton 
' Bitteref Ifdef. 
Gilobot fi thiu godef kraft: 

Gab allen heiligen thanc: 
[Nu uluqlag abur Hluduig 

[aljgaro fd 1er hio uuaf, 

Gihalde inan truhtin 



loh mir i][>lbo gib^dj 
Tha:^ ih hier geuuhti, 
XJncih hiu gineriti. 
A116 godef holdon. 
S& lango fo uuili Krüt: 
Thero habet her giuualt. 
Giduot godef uuillion, 
Ih gilonon imo:^, 
Sine4no kunnie/ ♦- 
EUianlicho reit her, 
Stnä uuidarfahchon, 
Fand her thia Northman, 
*Her fihit thef her gerÄda.' 
Sang lioth frono, 
'Kyrrie leifon/ 
Üufg uuaf bigunnan, 
Spilod unther Urankon. 
Nichein fofö Hludutg: 
Tha:5 uuaf imo gekunnL 
Suman thuruh ftah her. 
Sinän fian[ton} 
S6 uu6 hin hio thef libef ! 
Hluduig uuarth figihaft, 
Sin uuarth ther figikamt 
Kuning uu[efe] fadig 
So uuär f6 lef thurft uuaf. 
Bi finan ßrgrehtin. 



Briichsiflck eines fräDkischen Capitulars. 

Nach einer verfcliollenen Hs. der Trierer Dombibliothek gedr. in Broweri e foc. Jefu 
Antiquitates et Annales Trevirenfes, Colon. 1626, fol. Proparafceve cap. X §. 14 p. 26. 
Mit der Hs. nochmals yerglichen von Leibnitz CoUectan. etymolog. II, 405. Wieder 
abgedr. in Schilters Thefaums II, 239. Nach Prowers Text u. mit Jac. Grinmis Be- 
richtigungen in Pertz Monum. Ghermaniae hiftorica tom. I£I (leg. I) p. 261. Danach 
bei Mafsmann a. a. 0. Nr. 67 S. 176 ff. Der latein. Text des Capituliurs iu AnfegiTus 
Sammig v. J. 8^7, lib. IV cap. 18. Pertz 1. c. p. 314. 

That ein ioupelihc man frier geuuält haue f5 vuar föfe er vuilit fachiin 
finu ce geuene. S6 uör fje faehün Iinu thuruhc ialichödi felu fineruathe 
ce anderru eraftlicheru ftat athe gelegenemo fmemo athe fe vuemo an- 
dremo verfellan vuilit, inde ce themo cide innene uuendiun theru felueru 
gräfceffi vuilit, in theru fachihi thie gefat lint, vui5^:^et ahtia fala C6 ge- 
düne geuli^^. th^t auo themo feluemo cide, that er thiu feUan vuilit, 
v??ene uuendiun tteru gralcetfi vuifet, that ift athe in here athe in 
palice athe -in andern fum^uuelieheru ftedi, famant neme himo athe vane 
finön gelandun, athe vane andreren, thie theru felueru uui^^'di leueo, 
theru er ft*l^<> ie'mSt, vrcundun re[h]tliche; au^^ auor thie hauan ni mach, 
than[n]e vane, andern, fö vuelichß thar hei;7;eYk vundan mugen vuerthan: 
inde vora hin fachnnu finem falunga gedöe inde biiiiigun theru gemien 



57 

^ue himo, ther thia fala infahit, geuueri gedüe. inde ather thiu faki 
fö getan vnirthit, geaneruo fm fölues negeina vona thi&n yora geque- 
tauen facbun mugi geduan iruangida. thära nviri inde fölno thuruch 
üch burigun gedue ihevu lelueru geuueri ^ nio themo geanemen thegein 
Trfadi bebue, thia fala oe bekenne, funder mßra not analige thia ihu* 
radi ce gefremine. inde auo nochthanne fachAn finu bit geaneruun finen 
gefunduruth ne hauöda, ne ft himo that ce ungeTuorfimiithu, ftoider 
geaneruo finer, auo er gerno neuuilit, athe thuruch then grAuun athe 
thurueh bodun finin bethungen vuerthe, that thia fundrunga bit themo 
döe, ce themo ther geendido eruetha fina vuolda vollacuman. indie auo 
fmneuuelicheru famonung&n thia fellan bat; ganeruo finßr then vui?2;ut 
bit theru kirichun vona themo vora gefprochenemo erue haue, that bit 
andremo geaneruen fmemo hauan folda. inde tha^ behaldän Yuerthe 
Ymbe den vader itnie den ftin inde then neuun unce cen iilrun vui^^e- 
tahtikhön; ahter thiö leluÄ fach&n ce theru muzzungu theru lelueru 
famanungün ergeuen. 



' •• ( 



Bnichstfick aas i^iner Predigt des Beda, altsäehsiscb. 

Hs. des 9. — 10. Jhdto^ elüemals der Stiflakirohe zu £(feii gehörig, die HoinUien 
Gregors d. Gr. enthaltend; auf der vordem Seite des letzten Blattes. Gedr. bei La- 
eomblet Archiv f. d. Gefch. des Niederrheins 1, 1 p. 9 ff. unter dem Titel Legende 
Tom h. Bonifacins. — Anfang der Predigt des Beda Yenerabilis (f 735) Opp. tom. 7. 
Colon. 168S fol. p. 151. H<^^aan v F. in Mones Anzeiger 1, 267. 

Yui lefed, tho fanctus Bonifacius päuos an Koma uuas, ihat he bödi 
thena kiefur aduocatum, that he imo an RAmu ön hüs gefi, that thia 
luidi uuilon pantheon hÄtbn, wan thar uuorthun alla afgoda inna began- 
gan. fö he it imo thö iegiuan hadda, fo wieda he it an ufes drohtfnes 
era ende ufero Mon fancte Marion endi allere Griftes jnartiro, the thiu, 
M th&p ^r inna begangan vuarth thiu menigt thero diuuilo, that thär 
m inna begangan uuertha thiu gehugd allero godes hÄligÄno. he gibod 
thu, tiiat al that £olk theB dages, alfö the kalend nouember anftendit, 
te kerikftn quämi; endi alfo that gudlika Üiianuft i^kt al gedün was, 
fö wither gewarf manno gewilik M endi blithi te huö. endi thanana fft 
warth gewonoh4d, that man hftdigu ahter allero thero waroldi beg^d 
thia gehugd allero godes höligftno, te thiu, fö vuat Td Yui an allemo 
themo gÄra uergomelöfön, that wi it al hüdigu gefuUÄn, endi that röi 
thur thßro heligdno gethingi bekuman te thömo Ewigen liuä, helpandemo 
ufemo drohtine. 

Heberolle des Stiftes Essen , altsächsisch. 

Hs. wie das vorige Stück, auf der letzten Seite. Laconiblet a. a. 0. S. 9 — 15. 

Van Uehus ahte ende . ahtedeg mudde maltes ende ahte bröd^ tuena 
foftra erito, uiar mudde gerfton, uiar uöther thiores hdtes. te thrim 
higeüdou; ahtetian mudde maltes ende thriuu uöthei* holtes ende uiai*hteg 
Wkera, ende üfero herino miffo tua crukon. Yan Ekanfcetha limiliter. 
Van Bengerenthorpa fimiliter. Van Hukretha fimiliter äna that holt te 
th^n högetidon. that ne geldet thero ambahto neuuethiar* Yan Brok- 



38 

hufon te thön hogetidon nigen mudde maltes ende tuenteg bikera ende 
tu4 crukon. Van Horlon nigen ende uiftech mwlde maltes ende tue 
u&ther thiore« holtes, tu^ mudde gerfton, uiar bröt, in fuTter erito, 
tuÄnteg bikera endi tua crukon, nigen mudde maltes te thßn hagetidon. 
Van Manhus fimiliter. Van Borthbeki fimiliter. Van Drene te ufero 
oratio miflb tian ember honegas, te pincoftjon fiuondon haluon imber 
^ bonegas .endi ahtodoch bikera endi uiar crukon. 

Ein anderes Denkmal gleiches Inhalts, aber viel unl fangreicher , ebenfklls alt- 
ßchlirch, ilt die Heberolle des im J. 851 gegründeten Stiftes Freckenhorft bei 
Warendpxf im Münfterlande. Eine Hs. d»7on, die ältere, befafi Kindlinger und gab 
^avon Bruchftücke im AUg. Leipz. Litterar - Anzeiger , dann G. Fifcher io. fr Befchrei- 
bung typographifcher Seltenheiten, Lieferung V (Mainz 1804) S. 150 — 168 mit einem 
Faciimile des Anfanges. Eine andere fpätere Hs. aus dem Anfange des 11. Jhdts 
{11 PeorgbU. in kL fol.) befindet lieh im kdnigl. Archive zu Berlin. Diefe nach Höfers 
CoUation abgedr. in Dorows Denkmälern alter Sprache u. Kunft Bd 1 Heft 2 u. 3 
(Berlin, Öhmigke 1824) mit Facßm. auf Tab. I u. mit Maffmanns Erklärungen. 

Aus einer niederdentscheo PsalmenfibersetzuDg. 

Interlineairverfion des Textes der Vujfrat». H». dw, 9. JWt«^, 4ie Jh(Ih^ Lipfius in 
Holland bei Arnold Wafchtendonfck Üanu vcad &di flei' et die' nat^h 'Ihm bchänntön Glof- 
ÜLß JApGx zog: liiplii Epüt. fei. cent III ad Belgas, Antwtfp.: 1602 pu 41 — 63. 
Kaoh einer neueren Abfchrift a. d. Xaiohlaße van Swietens im Befitze des vcrft. Lega- 
tionsrathe? von Dietz Pf, 53 — 73 hersg. v. F. H* voü der Hageo JSiederdeutfche Plal-. 
n^eu aus der Karolinger Zeit, Breslau 1816. 4. Die vorangehenden Pfafanen von 
I. H. Halbertsma ^u Deventer ai^efunden: vgl. SchBuellidrs Helinnd 11 p.. 2 u. Procem. 
p, XV. Pf. 19 bei Abrah. von der Myle De Ungua Belgica p. 152: Schm. a. a. 0. p. 2. 

Pf. UV. V. d. Hagen S. 3 ff. 

2., Gehöri got gebet min inde ne fnruuirp bida mina! thenke te mi 
inde gehori mi! 3. gidruouit bin an tüongoTi nunro inde miftröt.bin 
fan rtizmnön fiundes inde fan arbeide fundige«. 4. kuanda geneigedon 
an mi unreht inde an äbulge unfuoti uuäron mi 5. herta min gidruouit 
ift an mi, inde forta duodis fiel ouir mi. 6. fortha inde biuonga qua- 
mpn oiwr mi inde beth^cdda mi thuifternuffi. 7. inde ic quad 'uuie fal 
geuan mi fötberon alfö düuon, inde ic fliugon fal inde raTton fal? 
8. eccQ firröda ic fUenda inde bldf an eudi.' 9. ic fal beidan fin, thie 
behaldojjL mi deda fan luztzilheide geifti» inde fan g^umdere. 10, be- 
(curgi, heiTi>, tedeile tunga iro! uuanda ic gefag unriht inde fluoc an 
b\irgi. 11. an dag inde an naht umbe&ngan M fia ouir mfirä. iro un- 
reht, inde arbeit an mitdon iro inde unreht. 12. inde n^ tefiior fan 
rträtön iro prifma inde lofunga. 13. huanda of fiunt flüJkit mi, ic tho- 
lodi geuuilTo. inde of thie, thie hatoda mi, ouir mi mikila thing fpreke, 
Y ic bürge mi foi mohti gebur^a^ fan imo. 14. thu geuuiffo man einmuo- 
digo, leido min inde eundo min. 15. thu famon mit mi fuot| nämi muos. ^ 
an hüfe godes giengon miir mit geldni. 16. cum ddt ouir fia inde 
nither ttigin an hellon Hbbinda; huanda archheide an felethe iro, an 
^. mitdfin iro. 17. ik efb te gode riep, inde hfeo behielt mi. 18. an 
auo(nt inde an morgan inde an mitdon dage teilen fal ic inde kundön, 
inde he gehftron fal. 19. irlöfin fal an Mthe f^la mina fan th&n, thia 
ginaicont mi: uuanda under mana^ön he uua& mit ml 20. gehorun fal 
got inde genetheron fal he, thie il't ir uueroldi. 21. ne geuuüTo ifb ini 



»9 , 

uuiMl inde ne forchtedon goi theneda hant ßna an imitherlaiii 
22. benuolIoB urcuntfcap £iaSL, tedeüda flnt fan äbulgi anfceiiies fbus: 
inde gmdkeda herta ßn. geiiueic6da fint imort fm inde ouir dig, inde 
ß» fint g[ef]cat 28. htdrp ouir h^rin forga tiiina, inde be thitioB M, 
ifide ne Tal gitLon an emiön uuankilbeide rehtlikin. 24. Üiu geutdiro got 
leidon falt fia an pute anfrifon. inan bhiodo inde loTa ne Mun gemitde- 
Ik daga ira ik efb io getraon M an thi, liSrro. 

Beschwörongen, aUsächsisch. 

Wiener Hs. 9. Jhdt. cod. theol. 259 auf der letzten Seite. Dorow, Penkmäler alter 
Sprache u. Ktuifk Bd. 1 Heft 2 u. 3 (Berlin, Öhmigke 1824) S. 261 — 271. Facfimile 
auf Tab. 11. J. Grimm gott gel. Am. 1824 S. 1838 — 40. Mythologie 1. Ausg. 
Anhang CXXXII. 3. Ausg. S. 1184. 

De hoc qnod fpurihalz dicunt. primmn pater nofter. Vife flftt 
aftar th^'mo nuatare, nerbruftun fina netherun: thö gih^lida ina fife 
drnhtin. the föluo druhtm, thie thena nifc gihelda, thie giheie that 
horf theni fpuribelti amen. 

Contra Termes. Gang dt^ neffo, fiid nigon nefliMinin, lt fana 
themo marge an that ben, fan themo bön^ an that 6e[g, ut fan themo 
flefge an thia hftd, ut fen thera büdan thöfa fträlal drohtin, nuer- 
the fö! 

Der letzte Spruch hochdeutfch in einer Mimchner Hs. cod. Tegernf. 524. 2 J. Grinun 
Myth. 3. Ausg. S. 1184 Anm. 

^^ang ü^, neHo, mit niun nefßncltndn , ü:; fonna marga in deo fidrä^ voana. din ^drun <^ 
in da^ fleifk, fonna demu fleifke in da^ fei, fonna demo velle in diz tulli! ter 
pater nofter. 

Belchtformel. 

Hs. der kaif. Bibl. zu Wien Nr. 1815, oL cod. theol. 149, Bl. 13^ 14*. 9. — 10. Jhdt. 
Gedr. bei Lambeccius II, 818. Kollar Analecta I, 446. Stade fpec. lect. fraücic. p. 20. 
£ccardi Catecbes. p. 96. Graff Diut 3, 168 fg. Mafsmium ^hfchwöningsförmeln etc. 
Xr. 26 S. 42. 128 fg. . Dazu Hoffeamis Hs.-Verzeichi^. S. 334 JSr, CCOXXVIII. 
Wackem. altd. I-efeb, 4. Au% S. 107 & . ^ 

Ih unirdu gode almähtdigen bigibdie unde urouun fanot^ Mdriftn nnde 
Tancte Michahele unde fancte Esisee unde allen godeo beUegon unde dir 
fmemo boden^ vuande ib fimdlc bin ioh in gidähtdia iob in dädin ich 
in uuordon ioh in uuerfcon ich in huare ioh in flatu idi in bifprächidu 
ioh in nide ioh in &bulge iob in ubai*ä:^du ioh in cübardrunebidu ioh in 
fluachenne ioh in fueriiine. deira fundöno aUero iob anderere nc^i^gero 
, ß) gi[h]ib es demo almahtdigeii gode unde alldn £in£& heüegön unde 
dir finemo boden. ih gibu giode ahnahtdigen, uuandaL ih fondäke bin da:; 
ih heilegan funnündag «mde ändert beilegt daga f6 ne giniröda noh SU 
iie geröda, töfe got hab^t gibodan unde min ftsuld uthari. ih gihu gode 
almahtdigen , dag ik mina ohiricbbn f5 ne fuahda duTuho^mamInendi mi- 
nes lichamen n<Ä mtnö uefp^ra nob mina metdina nob naina -mölTa ni 
gilofÄda, füfe got habet geibodan unde min fculd uuari ih gihu gode 
abnahdigen, da^ ih in chirichftn linrehtdes dähda unde unrebda reda deda 
uut anderemo manne, da^ ih dag godes lop lü mLolda^^offtninoh ande- 



60 

ran ni lia^. ih gihu gt)de almahtdigen^ da^ ih da^ heilega uui:^ud 
Tiehftda mit unreinemö licharaen, da^ ih fö gimnit ni nuas, föfe got hablt 
gifeodan trndie min fculd uu&ri. ih gihu gode ahnahtdi^en, da? ih hun- 
garegö ni 'ä^da, dürsdagÄ ni gidrancda, fiehhero xd uuif6da, föfe got 
habet gibodan unde min fculd uuäri. ih gihu gode almahtdfgen, da:^ 
ih durfdigö man ci hus ni giladöda noh den ma:; noh dranc ni gap noh 
flezzi noh betdi, fofe god habet gibodan unde mm fculd uuori. ih gihu 
gode, da? ih minan uader unde mina muader unde ändert nähifton 
mtne fo ne minnoda noh fö ne erftda^ fofe got, habet gibodan unde mm 
fculd uuari. ih gihu, da? ih mine ftintdiuillolä f5 ne lerda, f5fe ih in 
dar anthei?o uuard. ih gihu gode , da? ih thie man uuar , ttie ih uuer- 
ran ni folda. ih gihu gode , da? ih mtnan decemon fo ne uergalt noh 
mines hören 'facha fo ne hialt, f&fe got haböt . gibodan unde min fculd 
uuilri. alles des ih nö gimeinit haben,, f5f5 ih i? uui??antheidi gidadi, 
fofö mir i? bi druncanheidi giburidi, Ijofo mir i? anderes giburidi, IS 
uuaa fo fih mit thefemo * 



Leich auf die YersShDODg König Ottos I. mit seinem Bruder 

Heiorieh. Mischpoesie. 

Hs. zu Cambridge. Eccard , vet. monum. quaternio p. 50. W. Wackeraagel in Hoflün. 
Jhindgr. 1, 340 fg. Lefebuch 4. Aufl. S. 109 ff. Lachmann in Köpkes Jahrb. de« 
deutfchen Reichs unter Otto I. S. 97. Schade in Hoffmanns In dulci jubilo S. tl fL 
u. derf. ia Yeter. monum. theot. decas Nr. 11. S. 5 ff. 

DE HEINEICO. 

Nunc almus afjh filius theto Äwigero thiernun 

benignuß fautor mihij thaj; ig i^ cofin muo^ 

de quodam duce^ ttiemo hßron Heinriche, 

gut cum dignUate thero Beiaro riche bewaröde. 

5 Intrans nempe nuntius then keifar man6da her thus: 
'cur fedes^ (infit) Oldoy ther unfar keifar guodo? 

kic adeß Heinrteh, bruoilier hÄra kuniglich^ 

dignum tibi fore^ 'tiiir felremo ze fme.* 

Tunc furresü Otdo ther unfar keifar guodo, 

10 perrexü Uli obviam '■ inde vilo manig man, 

et escepit iUofn i mid mihilon erön. 

Primitus quoque disit 'wülicumo Heinrich, 

amho V08 asquivad^ h^thiu goda endi mi, 

nee ndu et focii^ wilUcumo ftd gt m.V 

15 ßatö refponfo feile Heinriche fu Icono, 

conjunxere niemus^ her leida ina in ^do, godes hüs: 

peUerunt ambo th^'ro godes geQÄthdno. 

Oramine facto intfieng ena aver Otdo, 

duxit in concilwm mit miohildn dron, 

20 et onußt iUi fo; was^ fd her thär hafödi, 

p^cBterquam regale^ thea thir Heinrich ni gerade. 



ßl 

I 

IJww ßeiU firim V 1 al öiitt fp^kha:. 

qtdc^id Otda fecit^ al g^ried i^ Heinrih: 

qüicfuid ae orMfU^ cwch geried i^ Heinnhc. 

25 2ßc nm fnü uUus^ (thas hatöa ig guoda fullu3; 

' noveläs ac übris^ thas^ thid alla^ war k) 

cui mm fgei/pst IL^micli allero rehto ^^tL' 

Ans Notkers PsalfnenflbersetZQiig. 

Einzige YoUftändige wenn duch nicht gleichzeitige Hs.. die St. Galler Kr. 21. 12. Jhdt. 
Im 14.-^Anfg 17. Jhdts im Klofter Ein^edeln befindlich. 574 S., die' ei'ftÄi' 7 leer. 
Abgedruckt in Hattemers DenkMiahlen des Mittelalters, St. Oaßen 1844, — 49 Bd. Ü, 
Fac/iBiae in Bd 8 Taf. I u. U. Ab{bhnA diefer-Hs. la. d* >'17. JM> zu St. ChOleii 
Kr. 1286 r. Haittemer 2, 53£t fg- Mit. jener a^ derA Quelle geäo^n war die y&i" 
fchoUne Hs. des Simon de la Lonbere, wonach der Abdruck in Schilters Thefaurus I. 
r. Hattemer 2, IS ü. ^Bruchftücke von 4 andern Hss.: 1) Münchnei" Öruchft. 1 
P^gbl. (Pfälm 10, 4 — 18), aufgefunden Von Doc^b 1^25, als Einbuid eines Buches 
T. J. 1626 verbraucht, vrolohes ane^Seon nach Münohen kam; abgeckr. in Mafsmauus 
Denkmalem deutfcher Spr. u. Lit. 1828 S. 120 ff. Beri^hjtigungen dai^u bei Hattemer 
2, 535. Faclim. bei demf. Bd 3. 2) ^allerfteiner Bruchft. 1 Prgbl. (Pf. 104, 30 — 
105, 5) , gedr. bei Hattemer 2, 532 ff. Facfimile bei demf. Bd 3. 3) Baflefr Bruchlt. 
a. d. TJniv.-Bibl. (Pfalm 136 — 14Ö), 2 zuf. häng, BD. Anfg d. 11.* Jhdts, abgedr. bei 
Wackernagel die altdeutfchen Hss. der Basler üniv.-Bibl. Bafel 1836; S, l;l,--13. Vgl. 
Hattemer 2 in den Lesarten u. S. 535 ff^ Faclimile bei demf. Bd 3. Kach ihm von 
der Hand Kotkers. 4) Andre BaHer Bruchft. aus dem Anhange zu den Pfahnen Cant. 
Ezecliise Annse Moy^s Abacuc Deuteronomü enthaltend, 1 Quaternion; 11. ^hdt, jünger 
als die vorige Hand. Faofimile hei Hattemer B4 3< Abgedr. bei Waekem. a^ a. 0. 
S. 13 — 18. Eine Überarbeitung der Koitkerfchen Pfalmen-ÜberfUg u» ^^slegung 
mit willkührlichen Änderungen gibt eine Wiener Hs. des 11. Jhdts Kr. 2681. 235 Bll. 
in 4. Pf. 1 — 50 u. 101 — 150 enthaltend nebft dem Anhange (außerdem Predigtbruch- 
ftucke, Glaubensbekenntniffe u« Beichtformeln) f. Hoffmanns Yerzeichn. d. Wiener Hss. 
Kr. ccxxxrv S. 281 ff. Bie Hs. durch Lambeciüs i. J. 1665 von Schloß Ambras in 
Tirol nach Wien gebracht. Befcltrieben von demt ia in Comnlenti 11^ Tot — 61 mit 
dem 1. Pialm als Probe, In Dieitr. v. Stades fpecimen lect. ant. (Stadae 1708) p. 
30 — 33 der 42 l*falm. Denis in in. Codd. Theol. mss. I, 1, 79— 84 gab den 150. 
Pfalm, Hof&nann Fundgruben 1, 49-58 die 7 erlteh, Graff Diutifca 3, 124 fgg. die 
Cantica. Koch weitere Überarbeitung uhd Y^ijüngung deä ^ctkerfchen Werks gibt 
dn Pfiüteiium des 14. Jhdts, ehedem dem Stift St. Kicola bei Paßau zugehörig, in 
München, f. Docens ^scellaneen 1, 32 ff',, wo auch als Probe Pfalm 1 u. 103. 

Pialmus 1. Kach ^ St, GaUer 9s.. HMitemer $, 25 %* 
Incipit translatio barbariqa pfalterii Kotkeri tertii. 

1. Beatts vir qvi nan abiit in eonßlio . imphmm* D^ maE ift JpaUgy 
der in dero argon rat ne gegieng. 3o Adam teta, do er dero ch^un 
rates fölgeta uuider Gote. Ei in uia peccatorum non fteüL , No)i ^ 
d^ro fündigon uuage ne ftaftnt' @o «r teta. Er diiatn dar ana, er ehäm 
an den brgit«in ütieg ter ze hello gät, unde Itaftnt tar ana, unanda et 
hangta fmero gelufte. Hengendo Haönt er« Mt in. cathedra peßilenUn^ 
tum fediL ISfoh an demo fähtftudle ne fa:;. ih m^ino dag. er rloheifon 
ne uuidlta^ jonanda diu Xuht fturet üe n&h iJle» fo> fi Adätnen teta, d^ 
er got uuolta nuerden. Peftia dut ^tine /i^cora /l(er»e9i« (fieo nider 
Xlahinde). Bö peßU fih kebrehet, fö ift ig peftLlenäm^ id eft laie p0r- 
ua^aia pefüs (uuito unaUonde rterbo). 2. Sed 4n le^f demini mttmta^ 
em8 et in lege eius meditabitur die ac nocte. Nube der ift (alig, tes 
nuillo an gotes eö ilt, unde det dara ana deußheti tag unde naht 



Bg 

3. Et erit tanquam Ugnum qttod plantatmn ^ feauB detmfiis aqua- 
rum. Vnde der gediäbet alfo uuola, ft> d^r>iötim, der.bi demo rin- 
nenten uua^^ere gefeezet ift Quod fructum fuwn dubii in tempore 
fuo. Der zttigo rinen «UL^ixKhesr gibet Ba^ rinnen^a .uufi^^er ift gritiia 
fancti fpirituäj gnäda des h^üigen g^ifte». • Den. fi neaset, der ift 
pirig pftum guotero ^iierdio«> JSt fbimm' eius »oft def^et. Noh. fin 
lüub ne rifet. Ta^ chit, nob fin uuort ne uuirt uuendig. Et omnia 
qucBcumque faciet , fiß[9$perifbmtufl , Vq^ ftaHi .di^ent alliü, diu der 
boum biret ^nde bringet,' ion frutitus (uuuocher) ioh foUa (pleter); ih 
jn^ino facta (uuereb) et dkia (uuort). \4. JVon fic impn^ non ßc. So 
uuäa ne gedi<§beBt abor did ^rgon,. fo .ne gedidbent ße^ Sed tamquam 
puhtisy' quem proicit uenius a fade terrce. Nube fie leeilirent alfo das; 
ftttppe 'deft'O erdo, da:; tei^ umnt feniuÖiet. föne demo göles riebe uu6r- 
4ent fie feruuäbet. 5. ,Ideo non refurgunt tmpH in iudicio, Tediu ne 
^rftant arge $s& dero .urteildo. Bob fie erftonden» üe ne bltent danne 
nrteildö', nuabda in in irieflet olt, 4am enirn wdieati fkmU Neque pec- 
caföres in conßlio' taftörum. Nob fundige ne fizzent ddnne in demo 
rate dero recton. Ene ne irftänt^ da^ fie irtellet uuerden, nob tife ne 
irftänt, da? fie irteilen. Ene fint tie iiuirfeften, dife ne ßnt tie be?:^e- 
ftem, uuaöda fie b^de fundig fint. Tie aber die bei^^ffcen fint, tie irtei- 
leti^ treii uietemen. 6. Qüotiiam nouit dominus uiam iuftorvm. Vuanda 
got uuei?; ten uueg terp rebton. Er geuuerdet fie uui?:5en unde iro 
uuereb. Et iter impiorum peribU. Unde dero argen fart uuirt f erle- 
iden* Vuanda fie felben ferloren uuerdent: pedift uuirt iro fart ferloren, 
däz fint iro nuerch. 

Piklmvs David ixn. HattemeV p. 81 fq. 

1. Dominvs regit me et nihil mihi deerit, Tntbtm feUbe* rihtet mih, 
<fliit e^cölefia de Chrifto, unde ni^htes ne briftet mir. ^2. In hcö pafcue 
ibi mf cotlocauit In djero ftete, dar uueida iffc, bäbet er mib kefezzet 
Er liabet mir in lege et propheüs , .(a,n qo unde an uTu^:;egon) k^ifüicba 
&örm keg^ben. Super aquam refeotiovm educamt me. 3r haJbet naib 
kezogeH bi demo uua^ere dero labo. Ba? ift baptißnum , ^tßuffi) , mit 
demo diu IHa gelabot utiirdet 8. Atdmmn meam cenuertit. Habet 
mina fela föne ubele zfe guftte becb^et Bednxit fne fuper femitas 
iußiHcß propter nomen /kt^m. I^dta mih after dien Itigon dies rebtes 
tonbe finen n&men, nal&unibe mine fireb^te. A,*I^am etfi ambtdauero 
in ^medio ' unArae mmtie. Gt^nge. ih' &dh \A&r in .niittteiiio fc&tue des 
ttddee, dai; ebtt^ inter Aeresßieös et fcismatioosj (unter gelonbo irren 
Utid« fit<> usngiren), die büde = des tddes fint N€mtimeko m^la^ quo- 
fiiäm tu meeum «t. Nob danne ^ne ftnhte & mir des leides, da^ Bb 
tmb 'k0argerden> unanda du fäment mit* bi(t,< izsanda da in miw«mio faer- 
«c?en bü%. f^iirga tua et haculu» turne ipfa me ctmfblata funL Bin 
ttidta uwde dia MJb, dai; cbit, xfina üllä unde djoa ob^ga, die habest 
iBt& ketrifbet, «als 'kel^idegot, uuanda ih föne in gebe^orot pin. 
^, Puta/H in confpeetu meo menfam ctduerfüa eo8 qui trUn^luni me. 
Näb dilSn eheOtigon lihtoft du mir tiMe> da^; ih keai^t uurd» mit Btai^ 
<^6Ai ftoro danne difr milch fi, uuider di^, die mih {»mmi. Du brah- 



68 

toft mih föne inperfeüti^ne (undumohte) ze perfecüane (durnohte). dl£ 
cbraft kibe du mir uuider in. InpinguafH in oho caput meum, Rah- 
botoit min muot mit k^ütlichero trouuL Et poculum tuum inebriam 
quam pr^etlarum ^fi. Ynde unid hartio m&re din trang ifüb, da:; men^ 
nifidien irtr^ndiet, unde fie tüot e^^szen iro drenin lülTami. Da:; pocu^ 
Im iit graüa (genada) fancti fpMtut. 6. Et miferwordia tua fubfe-- 
^uetur me omm6u$ diebus uitCB mece. Yode din gnäda folkgat mir 
alle t4ga mines libea 8i huötet min unz ih 14bo. Vt inkaldiem m 
ä$mo dandni in löngümdine dierum. Da^ ih dara nah m ocßlefU (dero 
hbnflifcan) lemf^tdem bue, in lengi dero tägo, die in ptmraU mtmepo 
(in manigzalo) einen dag emiigrä bezdichenet ^ 

Oratio dominica. 

8i GfOler Hb. der P£AlmeiL fisttemer 2, 522 ig. 

Pater nofter qvi es in eo^Hv, Fater nnfer dft in himile bift. O komo^ 
fkeine an guot|pi uuerchen, da? du fin ran fift, heimelt du in^ mit rdite 
fater. Habe fratemtmi earitatenty diu tuot dih uuefen finen fun. 
Smctificetur nomen tuum. Bin namo uuerde geheiligot Yuer fol in 
gehefligon? Ne ift er heilig? Yuir biten Aber da:; er in unferen herzon 
geheiligot uuerde, fo da? uuir in colendo geheiligoen. AdmenMreg- 
num tuum, Bm rfche chome; da? ^uuiga, dAra alle guote zuo dingent, 
dar utiir dih keföhen PMen > unde angetis keliche uuordene , lib toe tftd 
haben fulen. Fiut uöluntas tua fkut in ccelo et in terra* Dhi uuillo 
gefcehe in erdo föne mennifcön, alfo in himile föne angelis* Panim 
noftrum cottidianum da wobis hodie. Ynfer tagelicha brdt kib uns 
hiito. Mb uns dina 14ra, d^ro 6nfer f^la gelabot uuerde, auinda dero 
bedarf li tagelidies, alib der lichamo bedarf ^rdtes. St dimiSte fiobis 
debita noftra^ ßcut et nos dimittimus debitoribus -nofhis^- Uade änfer^ 
fciüde bela? ims, alfo ouh uuir beladen unferen fculdigen. Bifa gedin- 
gun fememe mannellh, unde ii garo ze fergebenne da? lüzzela, alfo er 
Melle da? imo fergeben ' uuerde da? michelä: Et ne m« ^^bd^ctt» t>» 
temptationem. Ynde in choininga' ne löitöffc dft ünfih. Ba? diit, ne 
la?eft unfer gechorot tuerden nah unferen fundon. Bendu ne fcirmefl^ 
den uuirfet temptatio nlder, der uoirt ze hufthe ffnen fienden. ' )Sed 
Ubera nos a mato. Kube Idfe unlih föne ubele. LofJ!^ mifih Ibne de» 
tiefeles chorungo, unde föne finemo geuualte. Siben Mta <!liur{)fe -fint 
dife: an in uuirt doh funden al da?, des uns tiirft ifb. ^> i 



\' 



ka& No^«rs BoeihiHS de eoBsolatioBe pkilosophiae« 



'• > 



Si Oaller Hs. 825, 10. odet 11. Jhdt. Gedr. boi H«X«eiiiet Bd S S. t^^5A. fl^^dtr 
>^erUifttg hflng. y; emff, Berlin 1807. BracbMck in <mr jSkt. CW^tr Qa. auf ^^ 
Wtlwkirolie lÄ Z^ck. X^y4i%% BL 49»— 5^*, g^. if Wi^ckem. jLeXe^.; ^X^^l S- 
1*2 fil S. Eatte^nor 3, 53^; die Lesarten ebdf. S. 128 ff. ' 

Item prologu» teutomc^. Ha^ttemer,.^« 13 %. 

^^''tetet Püubu kehle? tien^ die in ünen ziten uuändojOL des«fuopeta,g)eiv 
^ er ^ neohime, ^vrmmanum impeHum zegielige, undiö AnOcbri^ 



> 



64 

jftns richefön begondL Uu^r zuiuelftt Bomanüt iu u^fen ällero richo 
herren, iinde iro geuualt käu ze ^nde dero ua^rlte? Sd dd m^a^e liute 
emkünt Tüononuo gefe^ene hara übere begönddn naren, unde in allSn 
dffen rieben keunaltigo uuider Momaniß üzzen^ td iu UtAonden iro ding 
Ulfen , unde ze dero tilegungo ramen , **tia uuir nü feb^n. Taun^ 
^efkab pi des cheiferes ziten Zenoms^ tat; zuene ebüninga nord^ian 
chomene, ein^r imo den 43^ol ze Komo undergieng^ unde alla ItaUatn^ 
anderer nabot imo Greciam begreif, unde diu laut, tiu dännin unz ze 
Tuonöuuo iint: ^n^r bie:; in unfera uuis Otaober, tifer bie^ Tbioterili. 
T6' uuard täs^, ten cbeifer ludta, dä^ er Bioterioben uriuntlicbo ze houe 
lädeta, tära ze dero märun CanftanimapoH ^ unde in dar mit küol- 
lieben ^ron lange babeta, ünz er in des biten lltäont, ta? er imo öndi 
mit Otaebere ze uebtenne, unde übe er in überuuunde, Romam ioh 
ItaUam mit fmemo d&ncbe ze babenne. Tki, urlub kab imo Zeno^ fm 
laut iob fine liute ze fin^ tduudn beuelebendo. So Bioterib mit t^mo 
jiuorte ze Aa/ta ebäm/ unde er Otaocberen mit n6te guan, unde in 
lar dar» näb erfluog, unde er fiire in des landes uui^t, t6 neteta er 
.ze ereft niebt über da?, fd demo cbeifere lieb uuas. So aber näh imo 
andere ebeifera uuurten, t6 begönda er tuen al da? in lufta, unde dien 
raten an den Hb, tie imo des neuuaren geuolgig. Pone diu fluog er 
B^etüiin unde fmen fuer Symmackum^ unde da? oueb uuirfera uuäs, 
lohaftnem den bäbes. Sär des puderen iäres uu&rt Tbioterib ferloren: 
Hn neue Aldenb zübta da? ricbß s^e fib. Ifamanum imperium babeta 
10 dannan bina ferloren fina Ubertai^m. Aber dph Qothi uuürten. dan- 
flaiÄ\«tiertriben f<6ne Narfefß patricio fub luftim minore. > So chimen 
^ber nördenan Latigobardi^ i)mde . uuielten IlaUeB^ ni^r dwie ducentü 
4tnin&^ näb Lungobardis Francis tie uuir nu l^^i?Sn Cbarliuga; näh 
in Sasones*. 86 ift nü zegangen romanvm in^petivm^ näh tißn uuörten 
fanoii Pauli apoftoli. 

De ingrelTv philofophiae et eivs habitv. Hattemer a. a. 0. p. 16 fg. 

Mn^ dum mecwn tßcitiu reputarem ipfe. Unz ih tiz fuigendo in mi- 
nemo müoie abtota. £t ßgnarem lacrimßbilem gurrimoniam officio 
fUlu Unde ih fus ämerbcba cjijaga fcreib mit temo grifele. Ififa eß 
"muäer aftiUffe mihi fupra ueriicem. . Uuär fah ih ein vuib Ilän obe 
mir. Meuerendi admodum uuUus. Eruuirdegero täte harte. Ardenii- 
bu8 oculiSp Mit ärneltliehen ougön. Et perfpicacibus ultra communem 
valeniiam kominvm» Unde dümobtor fehent^n, tanne ioman mennifkön 
feben muge, lob profunda dei gefibet philofopkia. Colore tnuido. 
Mit iüncbhchere uäreuuo. , Si nealt^t ntebt Atque ineshaufti vigoris. 
Unde miebeles m&genes ^lule ungebroltenes/^ttui pMingit m -ftne ufque 
ad finem fortUer. Quatnuis itu plene effet €Btui. Tob £ fö alt uuäre. 
Ut nuüo modo ^srederetur noßrcB isiatia. Tä? fib nioman ' iro nege^ 
löubti 'Utt^fbn ^ben&lt. Uuända ft uuas io. StatiircB discretioms ambi" 
guee. In iro geuuabfte zuiueligero miebelL Ih nemahta uui?en, uuto 
nuchel ü uuäre. Nam nunc qaidem cohibebat f^fe aA communem men- 
furam hominum, Uu4nda öina uuüa kezubta h fib hara zu unfermo 
m^e; 'uuäiida li uuflon humana nhtdiL Nwnc uero mdebatur pulfare 



65 

coßbtm caeumitie fummi uerticii. Anders nuila iaiohta fi mir den himel 
raoren mit obenaiitigemo houbete; nuända fi aftronamiam mieia;. Qua^ 
mm altius esttiä/fet caput^ etiam ipfnm etBlum penetrabaU So £ dai^ 
h6abet hd äf erbureta, fo uberOüog i; ten himel. ta^ t&ot fi diuina 
fenUando. Bit fruftrubatur itäuitum reOficientkun. Unde Du troug fi 
d^ na äna uuartenton engen. 

Lvce reperta ad tenebras non ^[üq revertendTm. Hattemer p. 158 ff. 

^efir fiU potuit tdfere lucidum f entern boni. t. fummum banum uidere. 
felis qni potuit foluere umcula grauia terrcBy t. farcinam carttis uin- 

cere. Säligo der den - Iftteren nrfpring pefcouuot habet alles kftotes, 
mide nberanint ketan habet tero irdilkftn burdi, Poßquam treicius uates 
guottdam gemens funera coniugie co&gerat flebilibu$ modis mobiles ßl- 
uas eurrere^ amne$ ßare. T6 iu Orpheus mußcus föne Tracia finero 
ch^nftn dod ehlagonde mit chareMichen, keteta den uuald kän, unde die 
^ geftän. lunsitque cerua intrepidum latus leombus , nee lepus timuit 
täfvm eanem, iam caniu placidum^ Ynde diu hinda baldo gieng mit 
telenuon, nöh hafo hunt neforhta^ Mle uuörtenen föne lange. Cum 
pigrantiar feruor ureret itdima pectoris^ nee modi^ qui cuncta fub- 
egerant^ mutcerent dominum^ t. ipfunf Orpheum^ querens inmites 
fuperosj adiit infernales domos. Tanne er öuh tara näh hartor chUe 
iiÄ temo vuibe, unde in netrofttn fine leiche, die alliu ding malziu 
getan habeton y ungnädige ch^dende die himelgota, f&or er ze dien, hei- 
legoten. lUic temperans blanda carmina fonantib^ chordis^ quicquid 
hauferat prcedpins fontibusj t. doctrinis matris deaSj quod luctus dabat 
inpotens^ f. impetrandi quod uoluit, quod amor dedity t. dictauit, 
geminans luciumj defiety commouens Tcenara. Ynde dar rertende 
n^o^ hellentiu feitfang^ fö er fodniften gelimet habdia be finero müoter 
CaUopeay dero mufa, 

unde in d6r vu&oft fcunta, 

d^ luzzel gemähta^ , 

unde in des yuibes minna lerta^ 

diu imo den uuuoft rahta, 

dka; fang er unde ros; 

unz is h^Ua erdrft^ 
^i dulci prece ueniam umbrarvm dominos rogat 

Ynde fus föo^jo bat er gnädon 

die herren dero felon. 
Stupet tergeminus ianitor i, CerberuSy infemaUs canisj captus t. tV- 
fecfo« nouo carmine. Ercham fih to der driu houbet habento turouuart 
^ nngeuuönes fanges. FUrices fcelervm deaSy •• tres furicBy Allecto^ 
Megera^ Thepphonej quas fontes agitant metv, iam meftcp madent 
^^ierimis. Ynde die dri röcheg^mun fii^erä, die fertäne mennifken 
^ont fkihtige, die ruzen f6re ämere. Yua? fint furios ^ äne con- 
fcientia [celeratorum? tiu iagot fle. Nor^ isiomum caput prcedpUat 
^lox rota. Nöh /artoTi^tn- netröib inin diu da? rad ze tale. Ision uuas 
^es Laphitarum. Der ^idota ze h^o, da? er mit lunone fläfen uuölta: 
^iu fölta er ein rad ze b^rge trieben, unde dar mite rang er: des 

Sehado, altd. Leseb. ^ 



66 

neQp&ota imo. Ta:^ ift exempbtm d^ro, die mit tero uuerlte nng^nt^ 
ÜQ io ae tMe gat^ unde iro feetaiore» mite f&arei jBif l^tmtalus Um^a 
fiÜ perdituB , fpemit flumina* Ynde der före dürrte erob^leto Tßntalus^ 
ter nerftohta do dea uua^eres. Ter gab finen fupi Felopem fiire frifking' 
ze ^i^enne diis et deaöuAy ze befaooheime iro äiumiißtem: bediu ftuont 
er durfteger in demo uua^^ere, ünde nemÄhta fih is toii nio getrenchen. 
Ter gotes choröt, tömo nefol ba^ kefkehen. Uultur dum fatur eft 
modis non trasit iecur Tytü. Vnde langes l&ter ne as^ ter gir imn 
diu TifHb dia lebera. Der uuöUa mit Latona flftfen lom8 tisore. da^ 
rah Apoilo nnde Diana -fiUa Latantß mit tia da; imo der gir dia lebera 
k%e, unde älfo filo er geä^e^ da:; fi älfo filo geuuüohfe. Diu fabula 
in4n6t unßh t^s, quia Ubido^ emus fedes eft m iecore^ femel expieia 
non exängmtur^ fed recrudefeU itervm. ArhUer nrnbrarutiij t. UuL- 
Conus j qui et Ops et Pluta^ iandem miferans^ umcimuTf ail^ dona^ 
mus ufy-o ceniugem comkem emptam carndne^ Ze lezeft chad ter hei* 
lög6t, tiu&nda in erbarmeta i? 6ah: Vua; m%en uuir nft mar? ergeben 
demo mkn fin uuib ze mieto umbe ftnen lan^ifa. Sed lex dona coer^ 
ceat. Aber in dien uuörten unde mit tero gedingun, ünde nut tero 
fcaffüngo. iV9, dum tartara iiguerity faa fU lumma fiectere. Ta^ 
er hinnän farenda ßh ne lunder Tehe. Qtä$ legem det amanUbus? 
Amor maior lex eft ßbi. Vuer mag uuinetkef^ fcaffunga getikon? 
Selbiu diu uuinefcäft fcaffot iro felbftn. Alfö Uirgilius oh4d: qtäs enuu 
modus afpt amori? Vnde er aber chad: omnia uincit amor. Yuanda 
6uh prouerbium ilt: übt amor^ ibi oeidus» pediu loTe dir^ utfio vz, kef&or. 
Heu noctis prope terminos uidit Orpheus Euridicen fuam^ perdiditj 
oecidit. Ah ze före, tö er üa näh ze liebte brähta, dir uuarteta er iro, 
dar ferlos er iia, dar fturzta er felbo. Fos hxec fabula refpicU^ qui- 
cumque queritis mentem ducere in fuperum diem^ t. deum. Tiz'fpel 
lihet zu ze iu, ir da; mftot peginnent uuenden, an den üfuuertigen 
dag. Nam qui uictus , f camia de/iderüs , flexerti lumina in tarta- 
reum fpecus, dum uidet inferos, perdit quicquid trahit prcedpuufn. 
Uuanda der fih tara näh keloubet, ünde aber uuidere fihet ze dero 
hello, finen gelüTfcen folgende, ter ferliufet tara fehendo ta; er tiures 
keuuän , t. fpiritalia bona. luxta illud in euangelio : Manum panens 
in aratro^ et refpidens retrOy non eft aptus regno dei. 

Aus Notkers Marcianus Capella de nnptiis Philologiae 

et MercuriL 

St. GaUer Hs. 872. 11. Jhdt. Gedr. bei Hattemer 3, 257 — 372. Minder genau hrsg 
T. Graff, BerKn 1887. 

Fhilologia folem adorat. Hattemer p. 361 ff. 

In eadem uero rate fundebatur fons quidam cetericB lucis^ arcanis 
fLuoribus manansj in lumina totlvs mundi. Dar fprang ume ^in brünno 
himelilkes liehteß, tongenero rünfÄn flie:5ende, iä alJiu lieht tero uuörlte. 
Uuanda alle fkemen habent föne dero Ainnün lieht Quo uifo PhiloloHa 
confurgensy totaque ueneraOone fuppUeanSy ac paulolum coniuens 



67 

ocuUg, deum; f. folenty talibus deprwcaiwr. Bä; kefehende ftuont ß 
öf nnde erhafto diu ougen nähor töonde förgota f? den got füs. IgnoH 
«w ecelfa patris. Tä hoha chraft dee unoh^den louis. uuanda er in- 
comprehenfibiäs ift. Uel prima propago. Aide fin eriftporno. louis 
ter iil generalis mundi anima. nah t^ro id ^poUo conftlium , unde dara 
näh Mercurivs fermo. Fomes fenftfcus. ^nmachig zinfelod. uuanda 
alte littte uuändon fih fela ünde fin haben föne /b/e, ünde lichamen föne 
km. Meniis fons. Müotes urfpring. Ta^ i£t 6uh näh temo uuäna 
Luds origo* Liehtes änagenne. 86 ift ouh ik%. Regntan naturcB. 
Chmiing tero b^rohafd. Sunna geb^baftot allia ding. Decus aique af- 
fertio diuunt. Zierda ünde 16b tero g6to. MundanuBqne oculu8. Unde 
6n^ dero uuerlte. Tiu uuire bunt äne dia iumiun. Fulgor fplenden- 
Üs Olympu Glizemo des fcdnes Wmiles, ta? chit tero lüfte. Ultra- 
numdanum fas eft cui cemere patrem, Dft den 6beröften föter fehen 
rnftoft. Übe wther louis ift, ten irfkeinet tin funna. JSt magnum 
fpeetare deum^ t. cebum uel cetherem. unde den mähtigen louem 
anafldnen. Ckii circulus cether^ i. mundame fperce paret. Tir felber 
der himel lofet. Uuanda dft tueleft in fines fueibea. Jit immenßs mo- 
deraria rnptibu$ orbes , f. planetarum. Unde mit tin6n ferten gemete- 
meft tu die planettis* J^am medium tu curris iter. Uuanda under in 
mitWn gaft tft. Iro (int tri 6be dir, dri nider dir. Dans folus amicam 
femperiem fuperis, Lteba in6?chftoli gebende dien ftemon. Compellens 
otque coercens fydera facra deum , i. planetarum. lagonde ioh ftätende 
<iie planetasJ Cum legem curßbus addis. 86 du feaffunga tftoft iro 
ferten. Hinc eft quod quarto ius eft decurrere circo. Hinnän ift tir 
geladen, da:^ tft müoft käu, an dero fierddn ft^ta Nidenän üf, aide 
obenan nider, ift io diu funna fierda. Ut tibi perfecta numerus^ f, per* 
fecius ratione probetur. Dä^ tir diu felba zala gxdflot uuerde, an dür* 
nohtero ahto. Tia dümohti nfachfit denarius, d^r an quatemario fm- 
denuuirt, lenianchit: eine?, zuei, drin, fieriu. Nonne hac^ f. ratione 
principio geminum^tu das tetrachordum? Ne mach6ft tu fär mit tiu 
^ei tetrachorda na? Föne feptem uu^rdent zu^i eomunctoj alI6 föne 
^0 zuei uuerdent disiuncta. Solem te Latium uocitatj quod fohis 
^^onore poß patrem ßs lucis apex. Latim hei^nt tih folem^ uudnda 
<^u folus pift nah loue des liehtes houbethafti. Radnsque facrutum. 
^w fenis perhibent capui aurea tumina fer$e. Unde fiig^at fie dih 
^inen tragen in houbete zuelif culdine Tkiinen. Quod toUdem menfes^ 
andern quod confids horas. Tluända di machoft zuelif mänoda, unde 
^^ ftunda. Quatuor aäpedes dicunt te fiectere habenis. Tih eher 
dent fie mit pridele cheren fier ros. Quad folus domUes j quam dant 
^kmenta quadrigum. Uuanda dft eine rihteft tia reitd, dfa quatuor 
^f^ftndi elementa mäch(mt. Nam tenebras preMkens retegis , t. aperisj 
T^od cerula lucet^ t. quantum illuflratur nox. TA r&meft tero naht 
föfe dero fmftri, ünde gibßft iro, fd filo R liehtes habet Eine Phce- 
^»i perhibent prodent£m oeculta futuri^ f. temporis. Föne diu chödent 
fie dih tougeniu ding chiftnpftigiu melden. Uel quia di/foluis nocturna 
^^^Ifa. Aide föne diu, daj^ tft mit tiges liebte irbaroft tie naht fcülde. 
V^tim^ t. iußumj te Serapin Nilusy Memphis ueneratur Ofyrim. Dih 

5» 



68 

petot Nilus Gnädigen Serapin ^ ünde Memphis Ofyrinu Di/fanc 
facra mitram ditemque forumque Typhonem. DUi pötont milTeliche 
facerdotea coronam^ nuanda du £e tregifl; mit duodecim gemimts ; 
ünde diuiteniy uu4nda dft £e alle get&aTb diuites; ünde fortinty da:; 
cMt publicum y uuända nieht fd ünuerbörgenee ne 1(1; unde 7}ypHo- 
nem^ dk^ chit fuperbum aide fublimem. Altis pulcher item. Dft billt 
ter fcöno blüomo, der iu chint uuas, ten Berezinthia minnöt. ta^ chit 
terra ^ unända fl ift in uuintere betän, ünde langet fia des lenzen , £6 
blftomen fint. Curui et puer almus aratri. Du bift ta^ chint mit temo 
flftoge. du blTb ter fftoro g6bo Triptolemus. Hammon et arentis hybies^ 
i. LybicB* Bü bifb tes hei:;es landes Hammon. Ac biblius Adon^ u 
cantana» Tft biTk ta:; chint föne Biblo duitate Egypti^ dk% Uenus 
uuänota, erfl&gene^ föne demo ebere. Sic uario cuncius te nomine 
conuocat orbis. So miflelicho nenunet tih tiu uu^rlt. Salueuera deum 
fadea uultusgue pateme. H^il dft uuära bilde dines fater, ünde dero 
göto. Da:; tu föne diu bift\ uuanda du gibed uultum^ ünde afpectum 
dien änderen fkernön. Octo et feseenOa numeriSy eui Utera trina^ t. 
THTy conformat facrum menUa cognomea et amen. Dri b&olirbaba 
bilddnt tinen nämen dus^ ünde des nämen höUefod, in fescentis et octo 
numeris, Uuanda tau bezöichenet CCCj eta bez^iahenet ocio^ dber 
tau CCC. Uues dus ifk er? Ane dero süadevro planetarum. Da pater 
cBtkerioa menti confcendere castus. Tu fater, hilf mir hina ze chomenne 
ze dero üfinänigL Aptrigerumque faero fub nomine^ /*• tue nofcere 
^1 ccelum. Unde den himelchünnen in dinen nämen. 

Aas Notkers Kategorien des Aristoteles. 

2 Hss. 1) St. Gallcr Hs. Nr. 818 p. 3-— 143. 10—11. Jhdt. Gedruckt bei Hatte- 
mer 3, 377 — 465. Nicht zaverläfiig von Graft in d. Abhdl. der Berlins Akademie 
1835 S. 267 — 909 u. einzeln 1837. 2) St. Galler Hs. 825 p. 275—338. 10. — 11. 
Jhdt. SchluB feit. Lesarten daraus z. 1. Gap. bei Hattemer 3, 377 fg. 

Gap. 1. Quid fint aequiuoca Hattemer p. 377 %. 

Aequiuoca dicuntur^ quorum nomen Colum commune eft. Tie fint ke- 
nammen, dero nümo Schert kemeine, unde gelih ift. Ratio uero fubftan- 
tice dmerfa fecundum nomen. Unde aber üngelih zala ift, uua; Jiu 
fin, d6mo namon uolgendo, an demo ^e genommen ßni über ft^pfijl 
tu den namen, fö mag fin gelih ratio j iro fubftantice. Ul anifnal homoj 
et quod pingitur^ hoc eß^ ut cequiuoci funt^ hämo uerus et hämo 
pictus. In latina lingua £int kenammen homo animal^ L ter lebendo 
mennifco, et guod pingitur^ t. fin gelihnifle. Ratio uero (kibßaniuB 
diuerfa fecundum nomen. M4n faget aber üngelicho mxs^ fie fm , demo 
namen uölgendo, d6r fie genammen mächöt. Si enim quis aßtgnet 
quod eft utrumque eorumy proprium rationem affignabit utriaque. 
Saget ioman, da? lo uuederi? ift, t6r gibet io uuedermo fünderiga zala> 
hoc modo: homo animal eft fubßantia fenßbilis, Ter lobende himw 
ift ein finnig ting. Qui pingitur imago infenßbilis eß et inania. Ter 
gemäleto ift ^in ßnnelos pilde, ünde libelos. Sic in euangeUo funt 
cequiuoci uterque Johannes^ fed diuerfam fuce fubßanticB rationem 
habent fecundum nomen. lohannes ünde dber Johannes fint kenommin 



69 

f. habint kelichen namiiiy unde aber ungelicha unde ungemeina tUffini- 
Honem, IHffinitio ift, tiu dir figet, utub; fie ßn.. Eadem eß et ratio 
fübflanticB , in hunc modum. Alter eß lohannes babtißa fMuB Zacha- 
rioB et alter eß Johannes euuangelißa fiUue Zebedei. Quod ß diserisj 
habent et communem diflßnitionem, qtda uterque lohannes eß animal 
ra&male mortale ^ uel ßibßantia animata fenßbüis^ non eß heec dif- 
fsdtio lohannis^ fed hominis uel ammalisj et hoc nomen homo aut 
mmol non facit eos ißquiuoeos fed uniuocos. Uuile du in g^ben ge- 
licha difßfdtionem^ da:; ne mäht z& nieht ketfton uölgendo d^mo n&men 
Johannes y ter fie genammen macE^ui Sie mag man bede h^i^ homo 
unde animal^ unde dännän habint fie gem^ina diffinitionem y fie ne 
lint aber ddnnän nieht wquiuociy ßd umuoci, tk^ chit, fie ne fint tan- 
nk kelifanamig, fnnder einnamig, unde gemeinnamig. Mit temo uueh- 
feie dero diffinitionis uuördint ü^er ceqtduocis umuoca. De quibus mos 
fnbdäur. 

Aas Notkers peri hermenias des Aristoteles. 

6i Galler Hs. 818 p. 143 — 246, 10. — 11. Jhdt Gedruckt bei Hattemer 3, 465 — 
526. Ungenau v. Graff f. b. vor. 

Prffi&ktiuncula in peri ermenias. Hattemer 3, 465 fg. 

Ariftotiles fcr^ib cathegoriaSy chunt ze tftenne, uua^j ^inluzziu uuort 
pezeichenSn. nü uuile er famo chunt ketÜQU in periermeniis , uuä; 
ze^mine gelegitiu bezeichenen, an dien uerum unde falßtm fernomen 
üoirdet, tiu latine heu^t proloquia* An dien aber neuueder uemömen 
neunirdety tiu eloquia hei:;ent, tero uerfüig^t er an difemo büoche. 
Uaända öuh proloquia gefkeiden fint, unde einiu hei^ent ßmplicia^ dar 
ein uerbum ift, ut homo uiuit, änderiu duplicia, dar zu^i uerba fint, 
ut homo ß uiuit fpirat; £o 14ret er hier /hnplida^ in topids 16ret er 
dupUcia. Föne ßmplicibus uuerdent predicatiui fyUogißni, föne dupU- 
dbm uuerdent conditionales fyUogißni, Näh peri ermeniis fol man lefen 
prima analitica^ tär er beidero fyllogißnorum kemeina regula fyllogi- 
ftkam heiltet tara näh fol man lefen fecunda anaHtica, tar er fünde- 
rigo leret predicatiuos fyUogifmos, tie er heilet apodicticam. ze iungiH 
fol man lefen topica. &n dien ^r ouh funderigo leret conditionales, tie 
er h^i^et dialecticam. Tiu partes hei^ent fament logica. Nü uernim, 
uuto er dili leite zuo dien proloquüs. 

Aus der notkerischen Abhandlang de syllogismis. 

St. GaUer Hs. auf der Waßerldrche in Zürich C. 121/462 Bl. 28 — 49» Hattemer 
3, 541—559. 

Cap. 1. Quid fit fyUogifmvs. Hattemer p. 541 fg. 

^yUogißnus grece^ latine dicitur ratiotinatio , teutonice autem poffu- 
^ifus dicere geuuär rahchunga, vel pluribus uerbis einis tingis irrätini 
unde guuisheit iÖne anderen. Item ratiotinatio eß qucedam indisfolu- 
^ilis oratio j i. fefte gechdfe, unzuiuelig kechofe, pello^en reda. Item 
^ß ratiotinatio qucedam orationis catena et inuicta ratio j i. figeneme- 



N 



70 

lih kechdfe, tas^ man endrennen nemag, in huftq modum. Queßio eß 
de quodamy Über ßt an non. Strit nuirdet, übe ^in man urt fi, 
Super qua re raüotinamur duo proponentes et tertium ex eis conclu- 
dentes. Tannan ^i, chomen uxur, zuei fure bietende , iinde dero die 
uuideruuarten iihtende, ta:; tritta danndn iro undandüs ueftenonde. 
Vnum eft ß teutonice dieamu» Stne uörderin unären uri. Secundum 
eß Tia uriheit ne habet er nerfeüldet Si ki» non contradicitur. Vbe 
man des ne mag kelöugenen, Sequitur Pediu ift ouh er uri. Tale eß 
Ybelis kefellin mag man uuöla ingelten. Hoc primum eß Tes man mag 
ingeitin, t^n fol man miden. Hoc fecundum Vbelin gefellin föl man 
nirmiden. Hoc tereium es duobus confieitur. SimiUler cum didtur 
!Ne k%Q d&, ne drdnche dd, dua ßint quw gener ant hoc tereium So bil^ 
tn nftehtemin. Item queritur de quoUöetj qiiare uxorem non ducai^ 
et refpondetur Vbela neunile er, Cnota ne uindet er. Hcec duo con- 
ficiunt hoc tertium Pediu negehüt er. Item Scalh nehabet er, Diu ne- 
^ Mbet er: fequitur Vues herro ift er danne? Item dubitanti eat an 
maneatj proponitur ßcy i. fus cr&o:5it man in, fus kät man in ana: 
Töne mäht pediu t&on, pitin ioh hina rttin. Refpondet ih uuile Mna 
ritin. Didtur ei Pediu nemaht tu biten. Item proponitur ei^ qniimm- 
nente periculo recufat nudus effugere et ßc fe fatuum facere Vuedir 
ift pe^^era, allero unßüdon h^ime ze gebitenne Aide allen IVddon ze holz 
ze indrinnenne. Aß'umenti Ze holz ze holz, infertur Pediu ne bit hier 
heime. Vulgares jfyllogißni tales ßint^ t. tie die liute uöbint Et es 
eis ttidentur quidam effe qui lathie dicuntur predicatiui^ alii autetn 
qui dicuntur conditionales. Hase enim duo ßint eorum genera: pre- 
dicaäutis eß ter gefpröcheno äne iba, conditionatis ter gefprqdieno mili 
ibo. Eß autem iba , quando dicimus übe , coniunctio ß. Conßut aufm 
omni» fytlogipmus proloquOs^ i* propoßtionibus ^ ut 'homo ardmal eß» 
Alle ptfllogißm uu^rdent u^er proloquiis, Proloquia dicamus crue^eda, 
ßmiUter propoßtiones crüegeda, item propoßtiones pietunga; alii dieunt 
pemeinunga, Vuemo pfeten vuir fie? Vuemo bemeinen uuir fie? Vti- 
que Uli, quem uolunms concludere^ ten uuir uberuuinden uuellen. 

Ans der notkerischen Abhandlang de partibus logicae. 

Sprichwörter. 

St. Galler Hs. auf der Waßerkirche zu Zurieh, 11. Jhdt. C 121/462 foL Öl^-Si". 
Gedr. bei'Hattemer 3, 537 — 540. 

— — ^ toto fit argumentum ad partem^ ita Et tevtonice Tar 

der ift ein fünt ubelero fendingo , tär nift neheiner guot. Vnde dar der 
ift ein hus follej^ übelero liuto, tär nifb neheiner ehüftic. ^4 parte p 

argumentum ad totum , ita Teutonice Föne demo limble fo b«- 

ginnit ter hunt leder e:5:5en. A nota^ hoc eß ab ethimoloia fit argu- 
mentum j teutonice Dir argo der ift der ubelo. Ter der fturzzet der 
uallei A coniugatis fit argumentum — — Teutonice Dir fcolo dir 
fcofficit fo. Vnde dir gouh der guccot io. A genere fit argumentum) 

ita Teutonice Vbe man dlliu dier fört in fäl, nebein fo harto lo 

den man. A contrariis Vbe dir we ift, fo nift dir aber nieht 



71 

wola. A repugnantihis — — T4 ne mäht nieht mit eindro d^cbr 
zeuuena eidima madbon. Noh ti ne mäht ni^ht follen münt hdhen melues 

ande doh bldfen. j46 efficientibus ^ id eft a cau/ts ^ TeuUmice 

So? r^genot fd nk7;%eni it h&umL . So i? uuät 16 uuagot iij. A pari - 

YMo tfto, be^:5€re8 ne wäne. 

Aos der Dotkeriseheo RJieiorik. 

1) KSnchener Hs. aus BenedictbeUern cod. lat. 4621 foL47~T75. 11. Jlidt« Oedruoki 
bei Hattemer 3, 560 — 585. 2) St Galler Hs. zu Zvaich 4 o. foL 59 — 71.. Abdruck 
durch Wackernagel in Hpts Ztfchr. 4, 463 — 478. 

Aus c. 6. Quid iit elocTtio. Hattemer p. 577 fg. 

Brgo omnis locutio fhnples uel figurata ßue in fententüs (tue in ßn- 
guUs dtctionibus idonea fieri poteft ad tnuen/tionem. Simples intelte- 
genUam rei amminiptrat proprietate uerborumj figurata commendat fe 
etiam uenußate campoßtianis ariifidoßBj out ßgnificaüams aUence^ t^ 
apud UirgiUum Marfa manus Peligna cohora Fefäna uirum uis. Ma 
et na^ gna et fa^ ors et ara, uis et ui ßnUles fyUabcB diffmuHiue 
(UfUnctce gratam quodammodo condnnitudinem et concordem uarietatem 
dant^ et fit per indußriam tatis compoßtio in omni lingua caufa de- 
lectationisj ßcut et illud teutomdum 

Sofe fnel fnellemo pegagenet ändermo 

fo uuirdet fliemo firfniten fciltriemo. 
Et item 

Der heber gat in litun, tregit fper in fitun, 

fin bald ellin ne lii^et in ueUiu. 

HcB figurtB lexeoa grece dicuntur^ t. dictiones, in quibus (ola compo- 
ßtio placet uerborum. Alice ßint dianoeos^ t. ßmtentiarum^ ubi aliud 
dkitur et aliud inteUegitur , ut eß Hlud Porcus per taurum fequitur 
ue/tigia ferri, Nam ßnecdochice de opere ßitoris totum dicitur et pars 
inteUegitur , uel yperbolice j ut UirgiUus disit de Caribdi Atque imo 
baratri ter gurgite uaßos forbet in abruptum fluctvs rurßisque ßib 
auras egerit altemos et ßdera uerberat unda* Nam plus dicitur et 
minus inteUegitur. Sicut et teutonice de apro 

Imo fint fÄo^e fuodennäbje, 

imo fint bürfte ebenh6 forfbe, 

ünde zene ßne ziiuäifelnige. 
flec aliena fed propinqua ßmL 

Aus der ^otkeriscbeu Abbandlaog Ober die Musik. 

St. Galler Hs. 242 fol. 4 — 7. 11. Jhdt. Gedr. bei Hattemer 3, 586 — 590. Minder 
genau in Grerberti fcript. de mullca 1, 96 ff. Hagen Denkmale des Mittelalters 1, 25 ff., 
^ozu Lesarten Graff Diut. 3, 197. Brucliftück in einer Münchner Hs. aus d. Stifte 
Hedennünfter in Eegensburg, gedr. d. Schmeüer in Hpts Ztfchr. 8, 109 fg. 

Oap. 1. De octo tonis. Hattemer p. 586 fg. 

üuui^in dar mite d&5 an demo fange dero ffcimmo echert fiben uuehfela 
^^t, die UirgiUus heilet feptem discrimina uocum, unde diu ahtoda 
^« quaUtate diu felba ift fö diu &riaa. Föne diu fint an dero lirön 
^de an dero rotun lo fiben feiten unde fibene gelicho geuuerbet. Pediu 



74 

In Mdrlant ift ein fe/ der machot den üb fcdne. 
der fih dermite heftrfohit, diu liftt imo gli^^t. 

Allesvä iH; ein prunna/ der machfit fuoi^^^e ftimma. 
70 [fver fd] der heis ift, gitrindrit er fln einiTt^ 
er fingit fd lüto, deb; wunterint dei liuto. 

Sumelih prunna irleidit wjnis wunna. 

Zeinem urfpringe, chvit man, zvöne rinnen: 
fver des einin gifuplia, da^ der ubüo gihukka; 
75 fver ava des anderen gileche da? der niehtes irgei^i^e. 

Man chvit, ouh fi ein prunna, da man abe prinna 
fore htiorgilufte, inbi^^ers fd inen. durfte. 

Ouh fagant manigä, ein wa^j^ier fi in Campäniä, 
da:5 nieman fi fd umbära, gitrinchet [er] dära 
80 [e:5 fi] wib ode man, fi megin lu chiidan. 

die oui gihalten wellent iro giburt, die buo:5l5int da den dürft. 

Zv^ne pruimen fint in Siciliä chumit dara zuo charl od winiga, 
unte chom fi des. einin, £6 ni durfin fi chindes m[en]din; 
an dem[ol anderen magin f[i chindes] wuocheren. 
85 Ouh fint zvö ahä unt in gelichimo pada: 

diu eina ifb da fö guot, da? fi da? fkäf wi? machdt; 
ab der andren i? fvarz wirdit, üb i? ir ofto trinchit. 
werdent dei wa??er zifamine gindfcit unte wirt i? dar mite gitrenchit, 
fd chodint fi, diu wolla irfprechila mitalla. 
90 In Idumea, chvit man, ouh fi ein aha, 

diu wantele di^ yaralfa deö jaree' Vfer werba. 
dri mänöt ift fi truoba, drt ift fi grafegruona, 
dri [ift fi] pluotvara, dri ift fi ifttter alagaro. 

Allesva ift ein 1^, ... . 
95 der wirt drio ftunt fd bifter, Ä der tag werda tunker, 
after diu ift er in mundi fuo? unte lindL 

In[in] Sardlnia ni fint nieht dieba manega. 
da? ift föne diu, unte ih fagem iu, 
da? eih prtumo di fpringit, die fieehin ougin er erzinit. 
100 der ouh ieht firftilit, porlanga [er i? nihilit]. 
gifverit er meinnis unte gitoichit er fin einift^ 
da? gifane er fö fliufit, da? ör noh JA wegifkimen chufit. 

Aus den Braclistttckefi eines Lebens leso. 

Fragm. einer Hs., früher uu Fiicdberg in' der Wetterau, jetzt auf der OieÄner Bibl. 
Weigand in Hpts Ztfchr. 7, 442 ff. 8, 258 fL Schade Yeterum monument. theotifc 
decas. IV. p. 16 fq. 

' * vöMteina die fpieldun von dör meine, 

di graber fich indMun: dk ftünden ftf die dädun 
lebendio vor Ohrifte zfi der Iftdo gefihte, 
di vor manegen järun da begraben wärun. 
du erfkinun ander dode cen öfteren vrono 
in demo vrone dflme: da erkanden fi genüge. 



75 

ouch fahc man fi after wege gÄn in der burc sft lerfalem. 
di fint da war Urkunde der unfer liferftende. 

Do was fö here genant der luden iOAeräban]by 
da; Ji di naht ne wolden haban necheinan dödnn umbegraban. 
der h^rro Jöföph dd bat^ da^ man imo den lichamun gab. 

Do was der waldende got nnfkuldeö ^emlurdelot. 
aller von demo cruee wart erhabuü und et gelac in demo grabe, 
dd ruoweda after ddde der fanctus fönctorum, 
bi^ an des dridden dages cit da fela wekkeda dön lib. 
der engel welceda aba den ftein: di. ne was der wehtero nechein, 
di da behilden iren ^; fd engeslich ward i^i.under in. 
dö ftund er üf van demo grabe fruo an einimo funnendage 
unddtlicho: er gehi^ uns fin richö , 
immer an ende, da^ unfer alterbe; ' 

Du wib gingin dannen vrd da[:5J mere eunten fi dö. 
fi fprachun zu den h[örr]en 'ir g^t in Galiläa: 
da fid ir Chrift [d]en rijchon] irft^Jiden goddicho/ 
Maria in d6 fa[g^d]a, da:^ fu da gelehen babeda 
da? war ii[r]cunde ffner ^ferftende: 

den Hein gewe[lce]t van demo grabe, der engel hudde dä[r u]ber. 
vil hardo fruwenden fi fiqh: i^ was [in] doch zvivelich. 
dö ileden iro zvene, fd f[i mjeift mohten hMe: 
Johanne zouwede ba^, wander dö* jungero was. 
Peter lif in daj; g[rab]., Q^ fähan da:^ dar inne lach: 
f[i wurjden b^[de] vil vrd. in demo fepulchrd 
da [fujnden f[i da^] fudärium: erfbanden was der godes [fun]. 

Do geßuir in in Galüeä der finer jungerun mera. 
in mittun ftuont under in der himilifco drahtin 
irftajiden after ddde: dd fprahc er ^pa^ vabis.' ► 

vil hardo irquämen fi fihc. er fprahc 'nu grifent ane mihc! 
ihc haben fleifc unde bein: da:^ ne hat der geifto nechein. 
ir fcouwet mine wundnn an vu^eoa iohc an handun, 
di ihc durh uhc erliden haben, iohc hdrdent ir ^5 hi vora fagen, 
als ir nu gefehan hab^ni' 

er Mgeda, obe fi iewet hettin de:^ er e?^en wolde famet in. 
li gaben imo gewilTo brdd unde vifcha. 
heidu er dranc unde a?. da:; deder aUa:; umbe da:;, 
da? fi irkenden des de ba? , da? er menfcho unde got was. 

Thome fi dö fagßdun da? fi gelehan hab^dun 
in alle wis undötlich. da? duht in ungeloublth: 
^ ne mohten imo nit geweren, da? er üf irftanden w^re, 
er ne fkine in der fölben not alß er wart gemardelot 
dd i? in einemo hös gefcahc, [da? Thomas den harren fahc] 
beflo?enen duren in gan, da? ouhc di andere ane lan. 
dd fprach dör wäre godes fun 'pax vobiscum.' 



76 

dd grft^der fine jungerun und zoucd in ffne wundun. 

fine offene ffdden Thomam hi^ er griffen 

mit finen jüngeren drin. d6 gloubeter dleclicho an in, 

da:5 er was unverwandelÄt lÄ herro unde fini got 

ia; wart alla:^ mnbe da? gedän, da? wir nedieinen zvlvel dorfen hän. 

Eines morgenes firuo dd Pöter in dem mere vuor 
unde andere di hemm di mi^ imo warun, 
ir meifter fi gefän da ft?e in demo ftaden gan. 
er frägeda, ob fi iwet vingen oder wes fi fich begingen, 
fi fprachen zuwäre, da? fi alle dife naät weren 
mit arbeiden daran , da? fi ne mohten ntt gevän. 
er hi? fi eefewent halb iro da? nezoe verfen in da? mere, 
da? fi du ba? irkandfn, da? er w4re famet in. 
der vifco geflehte yingen fi d6 in rihte 
vunfeuc nnde zehenzuc (des hän wir Urkunde noh) 
und driero mera: di beceichenen di Wra. 
da? neze iduhc * 



Himmel and Hölle. 

Hs. des 11. Jlidts, früher Eigentum des. Bominicanerklofters in Bamberg., jetzt in 
München unter d. latein. Hss. Nr. 4460 Bl. 111^— 114». Reufs in Hpts Ztfchr. 3, 
443 — 445. Haupt in den Monatsberichten der Beriiner Aöad. 1856 S. 568 — 580. 
W. Wackern. altd. Lefeb« 4. Aufl. S. 155 ff. 0. Schade, veterum monumentorum theo- 
tifcorum decas , Nr HI S. 9 :— 16. 



Diu himüifge gotes bürg 25 

diu ne bedarf des funnen 
noh des mänfkimen 

da ze liehtenne. 
5 in ire ift der gotes fkimo, 

der fie al d[ur]l[i]uhtet 30 

in gemeinemo nuzze. 

da ift da:J gotes zorftel, 
der unendige tac, 
10 der bürge tiure liehtfa?. 

da? ift in eben allen 35 

al da? fie wellen. 
Diu bürg ift geftifbet 

mit aller tiuride meift 
15 ediler geiftgimmon, • 

der himelmeregrie??6n. 40 

der bürge ftmdamenta, 

die portfiö joh die muri, 
da? fint die tiuren fteina 
20 der gotes fiirrbhelido 

und [d]a? [e]ingehellift 45 

aller heihgftne here, 
die der tugentlicho 

in heiligemo lebenne 



demo burgkuninge 

ze vurftdn gezämen. 
Siu ftät in quäderwerke, 

da? ift ir öwig ftift, 
unde fint euch dar ane 

errekket alle gotes tr utfriunt, 
die der hänt ervuilet 

in gelichimo einmuote^ 
in ftater tugent regulä 

die vier evang^liaL 
Siu ift in iro fträ??6n 

da? rdt lohezönte goli 
da? meinet i da? da vurfteföt 

diu tiura minna über al, 
der goteliche wistuom 

mit allemo wolewille[n]. 
Siu ift in goldes fcftnt 

famo da? durhliehte glas 
alliu durhfcouvig 

joh durhlüter. 
Da wi??en al ein anderen 

unvertougenHoho 
die himilifgen erben 

die die bürg büent 



77 



in durhfkoiien tugindan 
50 an aller milTetate pfleg[a]. 

Da richifdt diu minna 

mit aller miltfrowida 100 

nnd aller tugiddne zala, 
mit Mten vrasmunde. 
55 da verfeiet diu wärheit 
da; alte gedinge. 
da nimet diu g[e]louba 105 

ende aller ir gehei^sje. 
Da ne habet refti 
60 der engilo vrdlknk, 

da; fuos^e gotes ivimneloby 

diu geiftlidie mendi, 110 

der wundertiuro bimentftank 
aller[o] gotes wolön. 
65 da ift da; zierifke her 
^ alle; in ein^eL 

da; dieneft öwent fie 115 

mit fenftemo vli;;e. 
Da ifb des Mdes ftäti, 
70 aUer gnadone bft. 

Da ift offen vemunft 

aUer[o] dingo. 120 

al gotes tougen . 

da; ift in alle; offen. 
75 fie kunnen alle Mfte 
in lelber warheite: 
der ne habent Q^e äge;. 125 

der huge in ne wenket 
in ift ein alter[be], 
80 • eines riches ebenteiL 

Di ift alles guotes ubergenuht 

mit fichenno habenne, 130 

der dumohtefte irdft, 
diu meifte figfoa. 
85 da nift forehtdne nieht, 
nichein müTehebeda. 
da ift einmuott, 135 

aller mamminde meift, 
der ftillifte luft, 
90 diu fiebere rawa. 

da ift der gotes Mimdo 

fundergibiuwe. . 140 

da nift funddne ftat, 
forgöno wi;;ede. 
95 da nift ungefundes nieht. 
heile meift ift dar. 



der untriuwen äkuft 

[der] ne taret dar nieht. 
Da ift diu vefte winefkaft^ 

die mütifte drutfcaft, 
aller ßüidöno meift[a]9 

die kuninglichen era^ 
da; unerrahliche Idn ^ 

der gotes ebenerbon, 
fln wunnigHch mitewift, 

diu luOGeymfte anefiht^ 
der finer minn6ne 

gebe tiurifte. 
Da; ift da; hdrefte guot^ 

da; der Tore gegarawet ift 
gotes trutfidimden 

mit imo ce nie;;^[ie 
iemer in £wa. 

86 ift ta; himelridie 

einis teilis getan. 
In dero hello 

da ift m äne d6t, 
karöt unde jämär, 

al unfrouwida, 
mandunge brefto^ 

beches gerouche, 
der fterkifte fvevelftank, 

Terwä;;enlJch genibile, 
des todes fcategruoba, 

alles truobifales waga, 
der verfvelehente long, 

die wallenten ftr^ema 
viuriner dunfte, 

egüich vinfter, 
diu iem6r dwente brunft, 

diu vreilTamen dotbant, 
diu betwungenifte phragina^ 

wuofty äne tröft elaga, 
wÄ[wo] äne wolun, 

wi;;e äne refti, 
aller wönigheite not, 

diu hertifte rächa, 
der handegdfte urfuoch, 

da; (enge elelentduom, 
aller bittere meift^ 

käla äne yrifte, 
ung[e]näd6ne vlt;, 

uppigiu riuwa, 
karelich ged6;;e, 



78 



145 weinlicher ahhizot, 

alles unluftes 

zSiram gefturme, 170 

forhtone biba, 
zano klaffunga^ 
150 aller wefkreio meift, 

diu iemer werente angeft, 
aller fkandigelich, 175 

da:; feamilicheft oflfen « • 
aller tougenheite, 
155 leides unende 

und aller wÄwigelich 

marter unerrahlich 180 

mit allem unheile, 

diu wewigliche haranfkara, 
160 verdamnunga fwereden 
äne aUe erbarmida^ 
iteniu"wiu fer 185 

. ane guot gedinge, 

unverwandellich ubely 

165 alles guotes äteil, 

diu griminigifte herifcaft, 

diu viautUdie figenunft, 190 



griuHch gefemine, 

der vülida unf&brigheit 
mit allem unfeone, 

diu tiiivalllGhe anefiht, 
aller egifi[gi]lich, 

alles bales umme^, 
diu i^täche heima, 

der helle karkäre, 
da^ richifte triTehftB 

alles unwunnes, 
der hizze abgruüde, 

unbigebenlich flor, 
der tiuvalo tobeheit, 

da:; urHmugHche zom 
und aller ubelwillo, 

der ift da yer^^n 
in aller ^tunga vl^ 

und in alla taraliafbi 
der[o] hella erbon, 
. äne zites ende 
iemer in ^wa. 

86 ift ta:; helleriche 

einis teilis getan. 



GlaubeBsbekenntDis aod Beipb(e. 

In dert. Hs. wie das vorige Stück Bl. 104 ff. Reufs in Hpts ZU<äuc. 5, 453—456. 

Vera fldes. 

Die firfago demo tiuvale , allen finen werchan und allen finen gicieridon, 
vnde uirgiho dir, trohtin got alemahtige, fkalclicher gihorifami, nAh diu tö 
du mih giwerdeft wifen durh die dina alemahtigan gnäda. ich glaube uafte, 
trohtin got alemahtige : nu hilf aber du, uile gnadiger herre, al min un^oube! 
ich gloube in der allichun criftinlichün gloube, da:^ der alemahtige uater 
unde der fin einborne fun unde der uon in zvein uram uarente hdligofte 
geilt ein warer lebÄnte- trohtin got ifb. an d«r heiligun trinemmide 
gloub ich und ^en, unde giho uaffco eina ebenlelbwefönti, und an dör 
einün gotelichün ebenilJlbowigun einlelbwefendi gloub ick und eren, unde 
giho uafto mit ungifceidener ebenfölbgliche die uile heiligun trinemmede. 
ich gloube die heiligftn tribinemmede an demo imgifceidenen einwefente 
an ein andera unuirwehfellichi unde uncifamine gemifciKohe. ich gloubo 
eina gotheit, eben^che guotlichi, eben^wige maginkraft, eina uurftwe- 
fende natura, ungefceidena werchunga, einalmahtige , eina ebenewigheit 
des uater unde des funes unde dSs heiligofben geiftes. den einan wären 
trohtin got alemahtigen gloub ich uor allen werltzitan dd hie wefenten, 
unde gloubo in an 6wa iemer äne einde wefenden, den got gloub ich 
unerrahlichen , unme:^ michilen, ebenlelb gaginwartigan , unendigen, 
olanglichen allen in aller fteteglich, an aller ftete biuanginheit, eben- 



79 

felbweTentan. den got einan alemAhtigen gloub ich fcepffäre himilis und 
erde und alles des der iß; äne ßn fölbes. ich ^loubo, da^ der gotes 
fun, durch den dir al gitän ITk, fva^ gifcafifines iTt, unde der dö hie 
ebenewicUche uone finemo heiligin uater gibom was» unde der uane 
imo einen wären gote do hie wäre got was, unde der uone imt) eii^n 
waren liebte da^ ebenwefente wäre lieht was, da:^ er uone hinnle hera 
nider an erda quam unde uone demo tougenen werehe des heiligoften 
geiltis uone dero kiufkifbün magide fancta Maria an Sk ginam wäre 
nnfimthafta, alla menislicha, natöra, ynde gloubo da:; diu ün gotelicha 
natura geini^möt wart der meniscHchun in der magidlicthün wamba, und 
da^ die zvö natüre an imo £nt in ein andera unzifamine uirmifceta. fö 
gloub ich, da^ des gote» funes fnanger wart diu fin kiufkilta muoter 
magid ewlga ikncta Maria, und da^ er an aller fverodono we uon iro 
mennifcKcho gibom wart, iro ie wefente einer unvirwarton ^wigun 
magide, bediu fament durnohte gbt und dumohte mennifco; vnde gloubo, 
da^ er an dßn avein naturis ift an einer der binemmide, diu dir ift 
einer ChriTtus. ich gloube, das; der haltente Chriftus an dirre werlte 
lebÄta als ein ander meunifco, a?, ttane, flief, hungerota, durfta, douita, 
weinota, fuizta; unde arbeitennes ni deta, und er ni hie ni gifund^ta. 
ich gloubo da^ er gitoufit wart, do er dri^^ig iär alt was,, in lordäne 
none fancto lobanne und er fä ciTtunt in demo eindde geuaftSta uiie:;:;ente 
famint uierzig taga unde nahta, und er da bichorot wart uone demo 
nnreineffcen geilte, unde da:; er inio do erwelita zvelf iungeren unde 
andera maniga , die er uor imo fanta den liut toufente unde bredionte 
in aUer ftetegilich, dar er tölbo chomente was. ich gloubo diu unzale- 
hafliu finiu zeichen unde w[u]nderkrefte ioh lera, alfo di^ uier euange- 
lifte cellent, die er näh demo f?n Mbis toufe in drin iärin unde in 
zvein min ahzig tagen hier in erde giworhta. ich gloubo, da:; er uone 
Inda finemo iungeren uirräten wart, gibunden wart, gifpüen wart, gi- 
balflagdt wart, biuillit wart, an des a*ikcis galgan jginegelit wart, tmd 
er an dere marüne irftarb. ich gläubo, da:; diu fin heiligofta* f61a do 
none demo lidiaman zi hello nider uuor mit der finer gotelichun krefte, 
da^ er dannän lofti alte fine irweütan. idi gloubo, da:; er alfd toter 
in fina fittftn giw[u]nd6t wart unde fament da u? flo? bluot unde wa:;- 
^er. ich gloubo , äika; ßn lichamo abe demo cruce ginomen wart, uimI 
^r bigraben wart, unde an demo. drittin tage diu fin heiUgöfkä fela d 
demo lichamen widere quam^ und er d6 erltuont uone domo tude mit 
fin ielbes krefte und er fihen\iüngc»6n^ wflben und niannan, irfcein, und 
er in gougta und en mätieg^ wis. biwärta die wärheit finer urfteindide. 
ich ^oubOy da; er uone demo tage ßner urijtendide an demo uierzigofitwii 
tage ci hiimile Tuor, fin^i iungeron analehenten, und er do fa? zi dör 
zefvun fines uater' gotes alemahtigan, unde da; er nchifoft in der guot- 
li(ü der finer uaterlichun ewiguh ebenmaginkrefle. ich gloube, da; er 
^oh dannän chumftig ift in demo iungiften tage cirteilenne lebönte unde 
^ta, ubela unde guota, reht urteildäre näh iro giw[u]rhtan. ich gloubo 
heiliga einun alliohün botelichun chriftinheit unde gemeinfami aller gotis 
heiligon, unde giho eina toufi in den antlä; aller flahte fundon. ich 
gloube die allichün wärftn urftendide meinnifcinis chunnis in demo iun^ 



80 

gijDbeB tage, nnde gloubo denne da^ rShtifta gotee utteila. ich gloubo, da; 
denne aller mennisglfch uure fich Mban gote reda geban fol, Me Per güebet 
habÄ, wola alder ubelo, imde da? imo dar näh gilonot werde, herro got ale- 
mabtige, ich gloubo an dumohter bichßrida und an Mter rehter riuwa und 
an der wärun bigihta aller flahte ftindon ioh meintäton, uoUen giwüTen 
loh waren dinen antlä? näh demo ^hei; zinan ueMn gidinge, der unßh 
gihalten to^e der alemahtigun gnade, ich gloubo , übe mennisglfch näh 
wftrer flner bigihta die funda noh die meintat uurder ni gaiierit, noh er 
andera meintftt vorder ni giw[u}rchit über, rehto riuönte unde Mtlicho 
buo^^^ente, . fös imo uone gote denne giboten wirt, und er fö lebente 
difan gaginwartigan lib uolle uirendöt', da? imo dihein Hu ubeMt an 
demo iungüten tage da giwi??en ni wirt. alfamo gloub ich, da? alle 
mennifcin, an den die meintätlkhun funde ioh die houbethaftin ächulte 
uoUe giridiifönt unde uolle wonent, unde ße an iro nötdienide umbi- 
cherto ioh unwärlicho riuönte difan lib uolle uirend6nt, da? die none 
rehtemo gotes urtdlde denne uiruhiohte uarent mit demo tiuuele idi mit 
allen den unreinen geiTben in da? ewiga uivr der helle, idi gloubo, 
da? alle rehtgloubige unde rehte 1^4nte mennifcen unde alle die der 
dumohtliche uön unrehte ci rehte fich bicherent unde die dir r^to riuönte 
dilkn gaginwartigen lib uolle uirendont, da? die giföginoto aber denne 
ci demo ewigen himüriche uarent. ich gloubo alle die wirheit des hei- 
ligan ewangelien unde aUer der heiligen fcrifte, unde ialle? da? der 
horit ci rehter gloubo, da? gloub ich uafto näh ddn gö|p8 gnädän; 
unde al da? wider ift der rehtön gloubo, da? lougin . ich noh da? ni 
gloub ich. fus gloub ich, trohttn got alemahtige: aber hilf tu, nile 
gnädic hörro, al min unglouba! 

Pura confessia. 

Nune hab ich uüe fundige mennifge leidir mir niheina wis rehto chriftin- 
lidio. in guotemo lebÄnne die heiligun glouba 18 giweret noh bihalten, 
unde habe al mit d^ werchan leidir mir uirlouginet fuefßch uiriehen 
habe mit der gloube werten, nu wände ich uafte gloubo an wärer bi- 
gihta, unde wand ih gitrften in wärer riuwa näh diner gnädon miltide 
waren dinan antlä?, nu fliuh idi abtrunne der heiligun gloubo nnde 
aller rehter werchunge ci dcnno uüe mätin banne der dtüer alemahtigto 
irbarmide, unde bitte uone herzan, da? du, gnädöne uater unde du 
got alles troftis, mir fundigofb^no unde mesni^tigiGkimo über alle mein- 
taten nu giwerdefb gilä?en durch die dma alämalitig&ii erbarmida unde 
gnada ftäte bididrida, wära bigihta, unde aller mfner fundon durnohte 
riuwai unde wände du, uüe gnädic, guifib gnädig bift, unde wände 
du allen d^n geantlä?6ft in allen iro fculdam, fueledie rehte riuwiga 
gnädig fint unde geantlä??6nt iro fculdidn , . unde übe fie ouh girihte 
unde fuoria bietant, fö fie? uerrdfb gimugin, wider die euch && fculdig 
fint: Yone diu büä?? ich uone herzan in da? Mba gidinge, näh diu ß 
du, got alemahtigo, mir uerrdft güaft allen liiinen fculdigon, unde wfle 
gemo minna unde holtfcaffc giwinnen, übe ich e?, herrro, gimac unde 
fcol, umbe alle wider die ich fie leider mir uirworht habe: unde uone 
diu bigih ich nu dir gote alemahtige unde dir aUer.gnädene uater nab 



81 

aUen minen chtmften, nah diu f& du werddft ermanon min gihugide, 
dir und allen dinen trütan aller miner fculdona Ich habe leidir uir- 
brochen iah firlnmit alliu diniu gibot ioh dina ^wa in funthafton willon, 
giluHen, gigiriddn, giwii5?iddn, giuolgiddn, giurumidfin, in raten, gidan- 
chen, Worten ioh werchan. ioh bin leidir fculdig in allem ubermuote, 
in aUem michilhdhi, in allem achufbe, in magincrefbe ur&hi, in adeles 
güuite, in twerdunga, in uirünähide, in uirme^i^enheite , in unhuldie, in 
hergiride, in giboten, in uberwanide, in giwaltes giride, in nrlobin, an 
aberhSrfdnne, in unruoche, in urabalde, in ungnözfami, in hohyertigie, 
in UBgihörfami, an widerftacitigi , in unriuva, in hartmuotigi, in ungirihte, 
in undienifthafti, in umne^igheite, in aUemo uberwillen, in uber^rähi, 
in ubergiua:^de, in ubergibäride, an dämo frauelen uberuange aller 
gotis ewa. ich n,ereta noh ni giwirta mlna vorderen, mina meiftra, 
minin hßrtuom, hdthafta liute, noh ni was in gitriuva; noh nihein gotes 
hfts, den gotis lichamen, fin heilig bluot, die heiligün toufi, den geift- 
licfaan chriramen, gotes dienaft, die hei%ftn ISra, da^ hera heiligtuom, 
mheina gotes wihida, nafütaga, ufrretaga, anderre h^re dultaga, nihein 
heilic ding noh chrirtinlHi noh gotelich hab ich Fd geret fö fich mit rehte 
fcolta. ich. bin fculdig in allen offen l\ind4n, in aller gotis uirmanide, 
in maniger wirferongo mines ebenchrifkänin und in aller und^'umuotL ich 
habe gifundot in üppiger guotltchi, in ruome, in unröhter anadähti, öi 
Idfer ubercieride, in wftttiuride, in gimeitheite, in glichefmige, in aller 
bitrogioi, in aller l&sheite, in üppiger ehaldige, in funderÄwa, in lobis 
giride, in einftritigi, in vuriwizgemi, in niugemi, in zvfualheite, in un- 
giwoniheite, in zoubere, ii\ gouggile, in heilfite, in gitrugide, an demo 
uirwä^^en merfelie des gotis rehtis, in allemo tiuvalheite, an aller 
gotis uirlouginide und an aller ungloubo, in tumwiUige, in unr^ter 
milü, an allem uberulij^^e, in lobis flihtelunga ,- üi ftritiera, in überar- 
beite unde in allem uppigheite. ich habe gifundot in nide, in urbunfte, 
in hai^e, in giuäride, in ellinunge, in alier bittirgheite , in ubilwilligheite, 
an mrmeldungo, in meinräte, üi bifprächide, in murmelode, in miffi* 
wendigi, in argwänidi, in incithigi, in bichorunge, üi aller untriuwa, in 
, unchulte, iq uirmaride, in uirrougidiB, in uirleitide, in biffvichide, inleit- A*r 
famungo, in uiantfceften, in aller flahte gimuogide unde tarehafti, in 
aller widerwarti mtries nahifben und in allen Übeltaten, ich bin fculdig 
iuntha^r unfroude, in förmuotigi, an uirtriuwida, in farphfitigi, in 
unftätigi, in weihmuotigi, in blandini, in wefcreie, in wuoftin, in 
unrehter angifte, in trftrigheite, in chlagalere und in alles leides unme^^s^e 
unde miffetrofte. ich habe gefundot in trägheite, in fümigheite, in fenf- 
tigemi, in irrigheite, in unuimunftigi, in ungiwi^^de, in tumpheite, in 
allem ui^te, in flaiHgemo muote, in abtrunnide, in muo:5?igheite, in 
uppididfe, in aUem bosheite, in imörhafti, in uncitigi, in uirfläffini, in 
fenftimo legere, in ungiwariheite , in äge^^le, in aller undumohti, in 
unundirfocidunge , an demo unulf:5?e aller guottate und in aller unfrumig- 
heite, und da:^ ich mtno fiUole ungil^ret habe die heiligftn glouba. ich 
habe gifundot in zome, in äbulgide, in tobimuota, in frauili, in urfin- 
nigheite, in unredilichi, in laftere, in gibäge, in hönchftfe, in gähunga, 
in unwizzin, in un^re, in raffunga, in ftrites machunga, in wigis gifturme, 

Schade, altd. Leseb. O 



8g 

in uluochin^ in rächen , in aUß^i, irogidtiite, in allemp ungiznmfte,. an bifta- 
milonne, in büuw^tun, i^ ?»apflah^,git4te ieh willen, in mc^nigem mor- 
tode, in nirgifte, in g](ipynjig^ide> in tierlicher farphi, in ra?^, in meineide, 
in aller durhahtungo, in jangiMdefami^ in fceltnngo^ in gibrahte, in aUem 
ungezäme^ in nnft^omfi^i,^ in allem unmamminte^ an ungimeinlami und 
in aller florinheite. ich bin fculdig in fc^izgirida, in rihtuomes uröchi, 
in abgot gobide, in heidinfcefije , in meinftäla, in dubinön, in unrehtemo 
helenne, in notnäma, in fcahtuome, in bx^ande, in roube, in allemo ha^r- 
n^ilfame^ in w[u]ochere, in iibirchoufe, iA argheite, in uirzadilinne , in 
bCtelonne, in fcanüichemo giwinne, in unrebter wala, in girigh.eite, 
in funttofben meiton, in funth^-fto forgon, in funthaften wu[n]fcen, in 
bitwn»ginheite, in pfragpinngo, in ungitriuheite, in bifcrenchido, in uber- 
wortil^, in nirdanunungo , in uberteüide, an erlogenemo urctunde, an 
,nrdanf?Jiin, in managualten luginftj^, in unrehter funtualga, in nauottiir- 
deincb^e, in aller unwärheite miner antbei^p,, miner rehteinunge^ in 
der binun^fte, da? ich gilonot ni habe den ich fculdig bin, in aLLemo 
^iinrette, in farpfun antphange, in ungaftli^hi, in nnerbannidi, in un^wola- 
*willigi; in um^htemo trife, in unräwa, in überarbeite, in unrehten 
wachen^ ^ nngimeii^fami, an der uirfiimide aller chriftinlicher ehaldi^heite 
,nj^de: giwoniheite iriines cehenten, anderes gotis geltes und opferes, 
(gaftujomiSjelemuofineHS, gibetes, rehter wac^e, uirre gotis dieneftes, aller 
got^s bamie und aller woletäte unde piinnon und de^ rehtes ioh der 
l^elfe, der ich fci^dig hin allen minen ebendxriftänen. ich bin fonldig 
in gltigi ubere^^in^^, nbirtrinchinnes, in ungivagide, in unginuhte, in 
^^liubrigheite^ ^n u^pie^gheite und an nb^rwonide aller w[u]nnelufte 
nnd aller der wplöi^ des giluftigan ioh de^ gmgan lichamen, in wirtfoef- 
/jben, in uehelicher fotih^ite, in fcantlich^r fpinngo der girigun uberuulli, 
in allef flahte geilifungo, unde wolelibe und in werltw[u]nne und in aller 
flahte unrehter uroude, in huohe, in fpotte, in allen ungibariden , in 
unzuhte, in uirchronide, in lugifagilön, in lugifpellen, in huorlieden, in 
allein fcantfangen, in boureden manigen, in uppifpilen, in w[u]n3iefpilen, 
}3^ tumpcholen, in iagides luflami, in aller wörltminno unde min fölbes, 
in gotis h^^^e und an finer widerhori , in allen nunen iinnen , an miTiemo 
gifflne, an miner gihoride, in minimo ftanche, in minemo ünacche, in 
miisier IflTioride, an der unbihaltini heiliger uaftün unde kiufcer me:;hafti, 
unde bin da mite fculdig aller werlttichi ich habe gifundot m aller Hallte 
huore, ^n huorgiluften ioh in huoris gigiridon, an aller getilofi, an aller luge- 
hebede, an aUer unfcamide, an ^rlöfi, an huoris gifpenften, in huormachungo, 
in l^uoris gimeinde, in huoris giwii^^^ide, in huoris unreinide mit mir föl- 
^ßmo, mit mannen ioh mit wiben, in ueheliobemo huore, in fippuno huore, 
^^ manigemo meinhuore, in allen huorminndn ioh in hucrgibäridon., an 
dSemo mortode des unfuangirtuomis und an demo meinflore ioh an dero 
jgirride miner giburte , in miffeboran manigen, an d^ biwollinheite mlbidt- 
Jicher fuhte, an unreinen untroumen und an der girrida rehtis gäujbi- 
j^i^es,, und in aller unreini und in unkufci, mit diu mennifoo in huorllchen 
j^einen in diheina vd» fih felb^n biwellen mac. iok ni habo bihalten noh 
rehto giweret in gote noh an minemo näheften die rehtün minna noh 
reht^ uriuntfcaft noh reht gidinge, rehte glouba, gotes forhta, fina giho- 



8S 

rifana, detunuoti, nndirläiri, rehte gidult, Pabirgheii, ciüfgi, wÄrheit, lob- 
gnädigi, ebenbarmide, rehte baldfprähi, ueftmaoti, mä^^afti, tritira^ un^ 
ftigi, wolawüügheit, miltide, döro ftchuft&fie hkz, dero tugidone minBe, 
mamminti, rehtgemi, dancbftridi, vurebitrtfaaiu, dös libes mö^ftiora, dio 
werltoinnaiiiday ungirida, fuonefridoy den gotis andaii^ rehta gibärida^ 
rehta zubt, rehta riuva, rehta buo2;ga> röht weinÄn, rehta bigMa irnde 
ixcyrida miner tinzalehaften fundön, r^ta anadäht, r^hta ernualti^ geiiV 
Ma mandunga, rehta firuotheit, güot giwij^^a, döft rehtes huota, wts- 
tacnn, fimdgheit, guote chunft, ordenhafti, den ibnldigen huge aller gotis 
ewa, reht anizide, röht norebüde, rehta l^ra, reht underfceidunga, räh- 
ten rat, langmuoti, reht gifprächide, reht gifvtgide, reht flf??igi, guot- 
liibgi, eirannotigi, röht gunhti, r^t urteilide, rehtes urbot, reihten trdft, 
rehta dnmohtL ich ni habe rehte Uhaltki dai; ambat noh den Itb dar 
idi zuo ginamit bin, noh reht era, noh rein herza, gihellelkmi, nntare- 
bafli, reht giwinnigi, reht haben, räit teilan, da? rehta dieneft, reht 
mdftirtaoHi, reht niiob, rehten' antlft:5, rehte fite, rähta forgfami, heiliga 
bruoderfcafk, mtn reht gifezride noh min gnot bimeinida, nihöina reht 
werchunga noh nihein tuginhaft leban noh nihein gotis gibot noh fln era 
noh niht in chrifbinltoh guottät, los ich mit rehte fcolta. nnni mag ioh 
noak nidian mit herzan nodi mit munde mich fd giniochen noh £8 uber- 
teilan noh dir, trditin got alemahtige, (Ä niri^han, fo nerro fos ich 
fculdig bin, wände mtner fundon unde mtner meindatöne der ift difiu 
werlt uol, die fint leidir nbermfe's^ über alla döfent zala, über mennifcen 
gfidaac, viher engilifcan fin: dir einemo, hfirro, fint fie chunt: du eino 
mäht fie uirgeban. du weift alle? eino, £m% to mennifcen ift. nu ruof 
ich, tdle gnadige got, mit' allemo herzan zi dir, da? du durch dfna guoti 
HiHle durh die dige dör frouw[öJn fanctte Märidn und aller diner trftte 
imr giftungide gilä??ift da? ich iniglicho biweinftn ioh biw[u]offin ioh 
hifliftdn mugc, unde mit t^n reinen traWnen nu gitoufen muge die un- 
reineften mina grwi??ide uon allen mfnen funddn unde uön aller der 
biwollinheite der f§la ioh des lichamen; unde güä mir, du uite gnädige 
got, da? ich rehte riuönte uon^ dir enphähe giwiffen unde uollen den 
dmen tiuren antla? unde dän vurder Mten willen des unftindörinis unde 
<üe tiurÜÄ Mianueti iemer rehtweithis unde alles guoten Kbettnes. amen. 

' A 

Ans WiHirams Erklärans des hoben Liedes; 

Jttunchener (früher Ebersperg^) Hs. mit eigenhänügen. Gorrectttrea Wil^i^s. Vgl. 
Kut, 3, 438. Breslauer Hs. auf d. Rhedigerfchen Bibl. gefchr. iw. 1040 — 47, 

gedr. in Scliilters Thefaurus I. ti. in H. Hof&nanns Wüliram Bresl. t827. Leidener 
Hb. gefehr. warfehl. 1057, gedr. in Merolas Ausg. v. 1598 u. he^ SofiGtnaan. 
Wiener (Monlßes) Bmclift. 11. Jhdt, gedr. in Grafis Diutiiisa 2, 379. .Kxemsmün- 
%r, X2. Jhdt, i Diut 8, ?77- Wiener, 12. Jhdt, f. Hoffin. Wiener Hss. n. 235 
P- 285i, Stuttgarter, 12. Jhdt, f. Weckherlins Beitr. 5, 48— 54. Wolfenbüttler. 
* Taiicanifche (tfus Heidelbg) f. Diut. 3, 436. Grfeith Spicilegium Vaticanum S. 72. 
^>Wirift des 17. Jbdtg ▼. diefer zu Wien l. Hofikann Wiener Hss. n. 237. Trie- U/c,/i£. 
^% ÜDiut. 3, 437. EinJiedler f. ib. 440. Berliner, die ehem. Jofch zu Leipzig belnA. jqm^ 

Anfang. Kach der Münchner Bfe.: 

Wffer mih mit demo cufle fines mundes. Dicco gehie^^er mir fine 
ctaftnft per prophetas. nu cume ^r fölbo, unte cüffe nüh mit d^ro 

6* 



84 

fuoge fines etUingeUu 'Wisittta b^^er fint dine fpfinne . d^mo uyiix^^ fte 
i^nchente mit den bei^s^Often falbon. Diu fäos^e dinero giaticB iHt be:;:;era 
dänne diu Tcarfe dero legU^y als 1^ quit: lex per Moyfen data eß^ 
gratia ei veritas per Jefum Chriftum facta eß. Diu felba gnäda ITt 
gemifket mit uarii$ donU fpirüus fanctij mit d^u du michoft es pec- 
catoribm iuftoe^ ex damnandis remunerandoß». Dtu namo ift ü^ge^o^- 
s^ena? ole. Dm d^i?io ift uuiteno ^phreitet, uu4nta uone dir Chrißö 
hei^i^eu uuir Chrifäanu , Uone diu miimont dili die iunkfröuvon, da^ 
iiut die fela, die dear geiunget fiut in dero toife uute geuuatet mit.ifc/?^ 
innocentiiB. Zvich iiiuh näh dir, fo lofcra uuir ivk deiüp ftauke dinero 
falben. Ih bekennen miu unkraft, uone dannan hilf mir mit dineji gx^ 
don, fo fcünt ih andera ze dinemo uuega. Der kuijing leitota nüh in 
rine gegademe. Di unei^ nu in fide et fpe die gnada, die er mir noh 
gibet in re* Wir fprungezei;i unte fr^uuen unfih an dir, nal« an uns 
felbon, uuir gehuhtige dinero fpunne über den uidn. Wir ne uu611en 
nieth uerge^^an da:;, div gnäda dines euangelii füo^er ift danne diu 
außeritas dero euuo. Les div quit: ß qms hoc velilludfeceritj morie 
moriatur; du quides äbo in dinemo euangeUoi non Ueni upcare iuftos 
fed peccatores. Biß rehton minnont dih. Dih ne minnot nieman, er 
ne fi reht; ünte nteman ift reht, er ne minne dih. Dl bin falo ßuuo 
die hereberga Cedqr^ v^tß bin abo uuätiich fämo diu gezelt Salempnis. 
Cedary qui interpretatur tenebrce , er uuas Ißnahelis fun, uon deudo 
IfmahelitcB cuman fint, die der hüfer ne habent, funter okkeret uU^hüs, 
unte ^ndera ünuuatliche hereberga. Mit Cedur fint ßUi tenebrarum be- 
zeichenet, uon den ih mih clagon. Abo doh fuief^ ih nut perfecutiom- 
bu8 et erumnis uon in gequelet fi, ih häbo doh uuätliche in uirtulibus 
unte tiediv uyirdig bin uißtaUone et inhabitatione ueri pacifici^ id eß 
Chrißi, Tabernacula die uuerdent ex pelUbus mortuorum animalium^ 
alfo machon ih tabernaeulum Deo an den, qui carnem fuam mortificant 
cuffi uitiis et concupiß^entiis. Ne tuönt des niet uuara, da^ ih fo falo 
ß, is; tuöt mir michel not^ uuanta diu hei^^^a fünna hat mir mine fcöne 
benoman, Ne fehent da^ niet ana, . uuelihes leides ih lebe, fehent das; 
ana, da^ ih dar umbe mih niene geloiben minero uirtuoßp conßantiwj 
mit dero ih behalton mine interiorem pulchritudinenu Nu verneinet, 
uuannan fih da:; leit bürete. Miner muoter kint uuhton vuider mir. Ih 
bin primitiva eceleßa^ min muoter ift fynagoga. Iro kint ludcei 
uvhton fo emefthafto uuider den criftaneii, da^ fie fe tribon u^^e iro 
lante, ßctit ßiriptum eß: excitavervnt ludaH perfecutionemin PatUum 
et Bamaban et eiecerunt eos de finibus ßiis, Sie fazton mih ze hü«- 
tare in den uuingaytoi^; minem eigenen uvingarton nemoht ih behüotan. 
ApoßoU unte doctores fazton mih ze meifbrinno ändero eecleßarum^ 
uuant ih primiUua eccleßa bin. Nu fint kndere eccleßte uone mir diffe- 
minatce per totum mundum. abe die ereften eccleßam^ diu ze lerüfa- 
lem geflanzot uuärt, die ne moht ich isk hehahsji propter per fecutionem 

ludawrum. 

Fortfetzimg nach der Leidener Hs. Hofi&n. p. 9. 

Sage mir, wine min, war thu thine fcaaph weythenes, war thu rowes 
umbe middendach. tJmbe wa:; bidden ich thes? Tha? ich niet irre ne- 



»5 

begiime gen imder the herdniffe thinere gefellon. Kunde mir, o pponfe^ 
then ich mith allon (»*afton minno, war tiie vercB fidei doctares £n, the 
tele fcaph wifen ad pafcua mtcBj ände the fo falioh £n, tha:^ thu in 
hiran herzan thir hereberga macholt ande ^e befldermes ab omni fer- 
vore tenfattanis. Thes bidden ich zethiu, tha? ich newanne nekume 
wi canventicula hcereticorum^ thie fich anazucchont, tha? ^e thine ge- 
fellon fin , ande fint auor thine uiande. Hceretici fint mir thes teleyther, 
tha? ^B iehent zethir gefelfldphe ande tibajj iie thine defgnfares fin. In 
Mra canventicula ne welle ich niet cuman, tha^ ich thar niet befuichan 
ni wertha mith perverfa doctrina; wanda ^q thine fcaph niet neweythe- 
nent, funder hiro gewelich hauet fine herdniffe, quia in multas fectas 
ditiduntur. 

Brochstflck einer Predigt Ober Luc. X. 

6 Predigtbruchftücke in der Wiener Hs. der Notkerfclien Pfalmen, 11. Jhdt, Nr. 2681 
BL l*— 2^ 212»^ 232» -—235^ Gedr. in Eccardi Franoia orientalis t. II. col. 941— 
948 (Vergleicliimgen dazu . in Graflfs Diutifca 3, 119 — 122) u. in Hofl5nanns Fund- 
gruben 1, 59 — 66. 

Hs. p. 212«^ Hoffm. Fdgr. 1, 63 fg. Graflf Diut. 3, 120 fg. 

Da^ euan^eüum zelit uns, da? unfer herro lefus Ghriftus zuo dän hei- 
%en boton imo iruueliti Jibincig unta ziuueni iungerun, der er ie 
zmueni ulite ziuuem furefante mit finera predige in iegeliche burch unte 
ftat, dare er fölbi chomen uuolti. die ziuueni iungerun, die er fai||p in 
dera brediga, die pizeichinent die ziuuei kibot dere minne, die niemir 
irfiillet ni magen uuerden, ni uuäri iedoh zi minnifbe unter ziuuain. in 
imo felbemo ni mac ^ nieman irftdlen , funtir er fcol ü irfullen an einemo 
anderemo. der die minne uuider finen nähiften nieth ni hat, der fcol 
niemir da? ambahte der bredigi kiuuiii[nan]. da? er die ziuueni iungerun 
fö furefante in alla die ftete, dare er felbi diomen uuolti, da? bizeichi- 
net, fuenne unferiu muot imo kilüteret uuerdent mit dera heiligen bre- 
iige unte mit demo brunnen dera zahire, dare näh ehumet er unte 
pifizzet fiu mit finemo liebte. d6 er flu do hina fante, do fprah er, 
^^ der arin michel uuare unte dero fnitäre luzil uuäri. nu fprichit 
fanctus Gregorius: pittit den almahtigen got, da? er fenti die uuerh- 
manne in finen aren. diu werlt ift fol dero, die dir habent den phaf- 
liehen namen: da ift auer unter uile unmanic uuerlonap, der fin ambahte 
tö irfolle, fd i? gote liehe oder imo felbemo nu;?ze fl oder dero diheini- 
^mo, demo er i? fpönten fcol. da? kifcihit ofto^ da? der predigäre 
irftummet, ettifuenne durh fin felbis unreth, da? er dei nieth vuurchen 
^ umle, dei er da brediget, ettifuenne f6 kifcihit i? durh des liutis 
unreth, da? fi is nieth uuert ni fint ze fimemenne, da? ift unfemfte zi 
firftemii, uona uues fculden i? ft taret i? ettefuenne demo hirte? i? 
teret aue iemer demo quartire: uuante ni mac der bredigäre nieth fpre- 
chen, er chan iedoh da? rßth wurchen; unte doh i? der lii;t uuelle 
Archen, er ni chan, i? ni uuerde imo kichundit. vone diu fo fprah 
unfer herro zi finen iungerin, dd er fiu zi d€ra brediga fante, er fprah 
'ih fento iuuih alfo dei fcaf unter die uuoljfe.* qr gab in den kiuualt 



86 

predigiBiris, üiiite hie? fiu haben die miteuuari des lampis, f6 daj^ fi Ire 
orimme nieüi ni vobten in die ire Untertanen; fö fiunelichere fite ift, 
fö & kinualt kiiininne[n]ty da:; fi denno dän tarent, d€n fi ü-ume 

Aus dem altern prosaischen Physiologns« 

Wlenei Ha. Nr MS, olim cod. Philol. 244. 11. Jbdt. Bl. 31*— 33*. Anfg mitget. in 
yo%. Laizius he gentivm aliquot migratiombus (1672) p. 81. VoUftändig nach 
Schottkys Abfchrift gedr. durch von der Hagen in in Denkmalen (Bre^l. 1824) S. 50 
— 56, mit vielen Feiern, vgl. Seebodes neue krit. Bibl. 1825 I S. 113 — 116. Be- 
rieWigtngen von Oxaff Diutifca 3, 197 fg. Genauer Abdruck nach d. Hs. von Soff- 
mann in In Fundgruben 1, 17— 22. 

Anfang: vom Löwen u. Panther. Hoffin. a. a, 0. S. 17 fg. 

[HJier begin ih einna reda mnbe diu tier, uua:^ fiu ge[i]f[t]Iiho beze[ic]hi- 
nen. Leo beze[ic]hinet unferin trohtin türih fine Iterihchi, unde bediu 
uuir[d]et er ofto an hepjligero gefcrifte geüamit. tannan fagit läcob, 
td er namsßta finen fun ludam, er chat *Iudaf min fun ift uuelf def 
leuin.' ter leo hebit triu dinc annimo, ti dir unferin tro[h]tinin bezei- 
chenint. ein ift da:; 1(5 1er gät in domo uualde un[de] er de iag^ere 
geftincit, io uertiKgät er da? l^or mit finemo zagele, zediu da? ßen ni 
ne landen. Sft teta unfer tro[h]i$n, t& er an der uuerilte mit menifchon 
uuaf, ze diu da? ter ftent nihet uerltunde, da? er gotef fun uuare. 
Temie fö der leo fläfet, tt uuachent finu ougen. An diu cte? fin oflTen 
fin^, däranna bezeichenit er abir unferin tro[h]tin, alfer Dabo quad an 
d^üiG' bu[o]höhe cantica canticorum 'ego dormio et cor meum ui^at', 
da^ ^r rafta an demo lüenifgemo .li[c]hamin un[de] er uuahcheta an der 
götli'öite. 86 diu leuin birit, fö ift da? leuincheUn tot, fö beuuard fu 
i? utiziö an den tritten tag. ten[nje fo chumit ter fater unde bläfet e? 
a»la, fO uuirdet e? erehihit. S4 uuahta der alemahtigo hier finen ein- 
botÜm fun uone demo t&de an d^me tritftjen tage. 

■\ [Ejin tier hei??it pantera un[dej ift miteuu&re un[de] ifb mane- 
gwo' biWo, un[de} ift uile fcftne, ^»[de] ift demo drachen fieni tes 
fito ift fö gelegin, £i^ e? fiit ift miffeMhef, fö legit i? fih in fin hol unde 
fMfaeft trte taga. ten[n]e fö ftat e? üf unde ftire bringit iimme?lib€iie 
lutun unde hebit fÖ fu[o}5?en ftanc, da? e? uberuuindit alle bimentun. 
ten[n]e fö diu tier uerro unde näho tie fbimma gehörrint, fö famenönt 
fiu m unde uolgen[t] imo turih di fu[o]??i def ftanhef; unde der draocho 
uuir[d]et fö uorhtaL, da? er liget, alf&r tot fi, under der erdo. Paaa- , 
tera äin bezeidienet unfirin tro[h]tin, ter al manohunne zu[o] zimo ^la- 
dita tttrih tie fuö??i finero genädön. er uuaf miteuuäffe, aK& Efaiäs 
Chat 'gaudte dt letare, IBePttfalem! quia rex tuuf uenit tfl)! mllaiifiietiifl' , 
är ifuaf alüör manigero bilido uu&re turih flnen manieuaiteii miifttU)m 
unde durih Ün uunder, diu ^ nuorhta. er uuas [fjdiöke^] den i(e]itteB 
io uurde. aftet diu dö ^ gefaiöt unard mü tiemo lianne unde äit .täno 
fpotte unde' mt uillön dör ludftn ^n[de] er gecrucigftt imasd, ,iA rafter 
in demo grabe trte taga, aES dir t^b pimttera,. un[dß} aii demo trit[t]eii 
tage dorftu[o]n[i]0r iion dien töio*,' vnde iraard' da^f 1^ ofieoadibin 



87 

' gehont über alle difa naerilt; nnde nberuuand d§n drachin ^ den mih- 
chelin tieueL 

Das Ued von der £rl5saDg. 

Vorauer Hs. 128*» — 129*. Dtemer S. 319 — ^830, unter d«m Titel Die ner firangeüeiu 
Terfach einer Herftellung. des ganzen Textes mit ftrophiToher Abteilung (68 £^clis- 
leflige Str. in kurzen Yerfen) bei Schade GeiftUche Geiä- des'XTV. u. XV. Jbdts v. 
ITiederrhein, Einltg p. -xxir—xxxm. Vgl. iTet. mbli. theöt. decas VI p. Sa fqq. 
flier Yerfuch einer ^Herftellung des wrfprüngliclien ^ liedfes mit Ausfcheidung^ det Zu- 
thaten ^es oder mehrerer B«arbeiter.i ; Badnilch fallen 4ie V«t. mon. deoL :p:. SA ic^ 
erhobenen Zweifel, u. es kann d^ Text in .dicker Qt^Ra^ das darin längl^ v^n^iujbete 
Lied Ezzos fein. — Tgl. die Nachricht in der. Vita. ÜBnanni (Pafiauer Bifc^of jTeit 
1065), Ton einem- Gött«7eiher gefchr. im: 1125 t. Hil,' bei Pez, rer. Auftr'. Script. 
1, 117: Eo tempore [i. «; Anno 106Ö] |iulK noli^s'-ibani Jfer^olymaia, inyilere f(^pul- 
crom domini, quadam yhI^L oponioike do^pli^, qu^.mftarflk dies iudieü, bo quod) 
pafcha illo anno eyenüTet vi kaU Aprilis , qft<y fcribitur r^liii^e^tio Chrifti. quo errore* 
peimoti non folum vulgares fed et populörum primores, gener e et dig^itate iniigneSy 
et ipfi diyerlarum civitatum epifcopi , ihagns^ glotia (6t möinlo 'honOt-e fulti , pätriäm 
cognatos et divitias reliquerunt et per aftam Tiain* cri!ieis bf^olafit^ Ohrifhmi fefeuti 
hat quorum praeTius dux et in/centor foit. Guntherus Babeltbergenlis epifdopus , . viri 
tarn corporis eleganlia quam animi lapientia confpicuus , in cujus condtatu multi i^omi- 
nati Tili et clerici et laici tarn de orientali Francia quam de Bavaria fuerunt. inter 
quos pwecipue duo canonici extiterunt, vldelkfet Ezzo fcholafticus. vir omni fapientia 
et fcientia pneditns, qui in eodem itinere cantüenam de miraculK Chrifti patria lin- 
goa nobiliter compofuit, et Cunradus, omnia foientia et facmidia .orBKlus ^ qui poftett 
in noftro loco canonicis prselatus prsepolitug fuit. quibu^ ^tn^annus ex latere regin^' 
[feil Agnetis Henrici III regis viduse] cum multis viris de palatio lionoratis, factus 
eft comes itineris et fociüs faboris.' Und dazu f. di^ eiüleiteiid^n Verfe der ÜTJer-* 
arbeitung: > » - , . • i ., . >. 

Der guote bifcoph Günther vone Babenberch der hiej^tma^hisn.ein vil guot wenhe, 
er hie? di fine phaphen ein guot lieht machen. 
eines liedes 11 begunden, want G. die buoch chunden. 
Ezzo begunde fcriben, Willo vant die wtfe. 
*w er die wife duo gewan, duo Uten ß. fihc alle muneohan. 
Ton gwen zuo den ^wen got genftde ir aller fSle. . , » , 

1. Wärer got, ibc lobe dibc. ein anegenge gMdh an dich. 
da? anegenge biftu, trehtin, ein.- ja ne gihiho*andej€:J nehem 
der erdo johc des himeles, wäges nnde liifbeß, ■ * 

^t alles, des vieren ift lebentes mide ligentes: 

^ gefchftphe du alle? eine, du ne bedorftefb hellene[8] dar zuo. 

itc wil dihc ze aaegenge haban in Worten unte in werchan. 

2. Got, du gefchuofe alles; da? ter ift: äne dih nift niewibt 
ze aller jungeUb gefcuofe du dön man näh dinemO' bilide getin, 
lÄ dinero getäte, f* dft gewalt bäte. . ' > / 

du blife im dinen geift in, da? ei^ öwihe mohte- fin, 
aoh er ne vorhte deniftt, üb ör behtelte diu- gebot, 
'zallen ^ron gefcuofe At deft ^nan:' du w^ffefb wole den finen val. 

3. Wie der man getäte, • des gehüge-T/rir leider ndte. 
dnr des tiefelee rat- wi Ichir er eflente wart! 

^ harto gie dim fitt foult ^ über alle, fine afteröhuiKft. > 

duo wurde wir alle geaalt in de» tiefeles gewalt. 
^fl michel was diu iinfer'HÖht: duo begunde rtchefön dör tÄt. 
der hello wuchs der ir g^win: inandranne alle? vuor in. 



88 

4. Duo fih Adäm!gßYiel, duo was naht unte vinftrl. 
duo irfcinon an dirre werlte bire ziten di fterren, 
di der vil luzzel lichtes bäron, fö fi * wäron, 
wanta fie befchatewdta diu nebelvinfter- naht,' . 
diu von demo tiefel bechom, in des geweite wir alle wäron, 
unze uns erfcein der gotes ftm, wärer fimno von de'n himilun. 

6. Der fternen aller iegelfch der teilet uns da:^ ßn lieht: 
fin lieht da^ gab uns Abel, da:^ wir dureh reht erfterben, 
duo lert unfih Enohc, da^ unfriu werdi fin eUiu guot> 
ü:^ der aroha gab uns Noe ze himele reht gedingön, 
duo l^rt unfih Abrahani^ da:^ wir gote fin gehörfam, 
der vil guoto David, da2; wir wider ubele fin genädicji. 

6. Duo irfcein uns zaller jungift [Johajines] Bap[tift 
demo] morgen ftemen gelich, der zeigot uns dsa; wäre Keht, 
d^r der vil wärMcho was über alle prophetas. 

der was der vrono vorbote von demo geweitigen gote. 
duo rief des boten ftimma in dife w^rltwuoftunga, 
in fpiritu EliS er ebenöht uns den gotes wedi. 

7. Duo die vinf werlte gevuoron alle zuo der helle 

unte der fehften ein vil michel teil, duo irfcein uns allen da:; heiL 

duo ne was das langore bite, dör funno gieng den ftemen mite: 

duo irfcein uns der funne über alle:; manchunne 

in fine feculorum: duo irfcein uns der gotes fun 

in mennifclichemo bilide: den tach bräht er uns von himüe. 

8. Duo wart geboran ein chint, des elliu difiu laut fint: 
demo dienot erda unte mere unt elliu himelifciu here, 

den fancta Maria gebar: des fcol fiu iemer lop haban. 
duo chomen von himele der engil ein michel menige. 
duo fanhc da? here himelifch *gloria in excelüs/ 
wie tiure guot willo fi, da:; fungon ^e fä derbt. 

9. Da? chint was gotes wisheii fin gewalt ift michel unte breit 
duo lach der riche gotes fun in einer vil engun chrippun. 

der engel meldöt in da: die hirte fiindon in fä. 

ijr verdoleta da? ^e in befniten: duo begieng er ebreifcen fite: 

duo wart er circumcifus, duo nanton fie in Jefus. 

mit opphere lofta in diu maget: des ne wirt von ir niht gedaget 

10. Antiquus dierimi der wuohs unter den järun. 
der ie äne zit was, unter tagen gemerter fin gewahft. 
duo wuohs da? chint edili, der gotes ätem was in imo. 
duo er dri??ich jär alt was, des difiu werlt aj genas, 
duo chom er zuo Jordäne, getoufet wart er däre: 

er wofcjx ab unfer miflet^t: nehein er .fölbo nine hat. 

11. Da duo näh der toufa diu gotheit ß, fih ougta. 

da? was da? erifte zeichin: von dßmo wa??er machot er den win. 

drin töten gab er den lib, von demo bluote nerit ör ein wib. 

die chrumben unt die halzen die machot er alle ganze. 

den blinten er da? lieht gab , neheiner mite er .ne phlach, 

er lofta manegen behaftcn man, den tievel hie? er dane vsuren. 



89 

12. Mit finf pr6ten üAAt er vinf tuTent unte m^r; 

mit foo^jen wuot er über fluot, zuo den wint^i chod^er 'ruowdt'; 

di gebunden zungen di Idfter demo ftmnmen; / , 

er ein wärer gotes pmnno dei heilen vieber laDohter duo; 

diu touben dren er intflS:;; dia fuM Ton imo fl^:^; 

den fiecben bie^ är äfitftn, noii'Ilneino bette dane gän. 

13. Er was menniTch ante gcA. alld fnoi^e iüb fin gebot: 
er lert uns diemöt unte fite> triw mite warbst diranüe: 

da^ l^rt uns der. gotes foa ndt woiton joubc mit werchun. 
mit uns er wantelöta dira nnte. drt^^ibc jär. 
dia fmiu wort warn nns der lip. durdi imfih alle edlaorb er fibt 
er wart mit finem willan an da2; crooe irbangan. 

14. Duo babeten flne bente di reOte nagelgebente, 
galle nnt e^^c was ßn trancb: fd Idft was der heilani. 
von ßner fiten fL(j^ ds.^ pluot: des pir wir alle gebeiligöt 
von bolze buob üb de» töty von. bolze g^vil ör gote lop. 
der tieyel ginite an da:; fl^c:' derangel waa diu gotbeii 
nn üt iii; wol ii^angaiii dk ane^ watfc är gevangan. 

15. Duo der unfer ^airt al£i unTculdigier irüagen wart^ 
diu erda irvorbt ir da:; mein, der finmo an erde nhie feein, 
der umbebanc zeflei^ üb al, finen btoen efalageta <tör fal, 
diu grebere taten fib üf, die tdiun ftnonton dar &:; 

mit ir bÄrren geböte, fi irftuoni»n liibentibc, mit göte: 

di fint unfer urcbunde des, . da? wir allfe irftön ze jungefL ■.' i. > ;• 

16. Dar wart ein teil gefunderdt ein lucel von den engelon. 
ze zeicben an dtoo fam^tag? da:; .fleifc ruowöt in demo „grabe, 
nnt an demo dritten tage duo irfbuont ßr von demo grabe. 
Wnnen vuor er untotlihc: afler töfieNgab er uns den i lip, 

de'g fleifcbes urfbente, bimelricbe imer an ente. 

nu rtcbefftt tiu fm magenobraft über alle fllie bantgefcaft. 

17. Da? was dßr börro d^r da cbom tinctis yeftibus von Bofrä. 
in pluotigeme gewäte durcb unfib leid ^r nute 

vü fcone in ßner ft&la durbc fines Vater öra. 
vil micbel was ßn magencHrafb über alle himelifc berescräft. 
über di belle ift dßr ßn gewalt micbel tmte manicvalt. 
in becbennent elliu cbunne bie in Crde jobc in himele. 

18. Von d^r Juden flabte [vucHr] got. mit magencbrefte: 
diu beUeflo? är al zebraeb, duo nam ^ dk da? ßn was, 

da? er mit finem bluote vil tiure ercboupbet bäte. 

d(r fortis armatus. dar cblagieta duo da? im Ms, 

duo imo d£r ftarcbore cbvam: d^r zevnorte im ßn geroube a, 

& nam imo eUiu ßnu va?, dar är d fö manege? befa?. 

19. Dizze fageten uns & di alten* propböt^» 

dno Abel bräbta. da? ßln lamp^ duo bäter difen gedanc, 

unt Abrabam brabta da? ßn cbint, . duo däbter! bör in difen fin, 

unt Moyfes bie? dön Hangen in dar wöftunge bangen, 

da? di da lachen näüien, di der eiberbiMc waren, 

^r gehie? uns näb di^u wuntim an dtoi .cruce> wäre?« läobenduom. 



90 

20. crux be^uadictey allßt hoko befziftay : : . 
an dif i?r^,^Täfljg«u ; dßr igirig XeTiathan. > : ,. 
liep [fint] din efte, wantejwir difji.lib irnereteni an j dir. 

ja truogon d^n efte di bnrdei hime^ipße« ^ . < 

an dick flö:; da; frön^ .|>biot..! dm^ wutichoCi il^ TUO!^ ünte guoi 

da der .mite irlöfei ift ikianobiiQ* alle; da; der ift* . : ; . > 

21. Trehtitt^ dft mis gehie;e da; du tof reirÜs^.; 

du gewerdoteft uns Töte fagan, fwen du, herro, wurdeft irkafean, 

von der Crde an da^ cruci du unfiho Kugieft zuo ze, dir.- 

din marter ift irvoUöt: nft ISlJe, herrb, dine wort. 

nft ziuoli, du:cliumho himelifc, unfer höroa dar da du biffc, 

da; wir dme dineftman. von dir ne fin gelbeidan. 

22. crux ,fedhra{orii3, di unfer fßgelgerta bdft. 

düiu w&'lt elliu ift da^ meri^ :min trehtin fßgel unte vere, 
diu rfihten wercli ünfer ftgelfeü di. ribtent: uns di va^ heim, 
der ffigel ift dfirvwäije getonbo, dör Mfeiun^ der zuo wöle. 
dßr heüig ätemiift; der ^int, der vuorßt unfiLlan den rehten fint;. 
bimelriche ift unfer beim^t^, da fcuten wir Leiten gote lob. 

23. Unfer. nrtöfe ift: getan:, dfis lobe wir.got Irater al, 
unt loben esy önfej dßn fiaen fuui pi*o nobis, cnaoiöxüm, 
da; dritte ift ,dör lieilig ätem, dßr fcoL nts ofuhc genäden. 
wir gelouben da; di tarnen drf ein Bwäriu gotheit fi. 

alfo unlihc [vindet}. der iot , fö witt uns gelönöt. , ; . 

da wir den lip.nämenj^ . dar widere foul wir. , äinea. .: 



/">i 



M dem Gedichte auf de9 liieiligen Anno. 



2 yerfeliollene Hia. 1) des 'lifaiiää Opite, wonach teiae Aaag. Incerti teixtonici rjth- 
mus de fancto Annone etc. DantUhc 1039 ^ .difl dann in die FeillgiftbelCciiie Ausgabe Ton 
Opitzens Gcdiclite^ft tb^rgieiif ^ u. auf der der Text in Schüters ThefiEHruS 1 fin. mit 
SclieMensMAftni, l)erttkt (l/im 1726). Opitzens Ausg.. wiederholt mit neuen Anm. in 
Bodmärs u. Breitingers Ausg. fi: Gedichte (Zürich J 745) 1, 155 — 350. 2) Hs. des 
Bonaventura Yulcanius, f. f. Schrat' De literis et Ungua Gretärum (Lugd. Bat. 1597) 
p. 61 fl. — Eine Abfchrift des J'raaoc Juniua.tu O^dord (Bibi Bodl. ms. Jun. xvi) 
beruht höchft w^fchL auf. Opitzens Hs. oder ^ Abdrucke.— Qoffin« Fundgr. I, 249 — 
256. MsBre von Sente Annen hrsg. v. Bezzenberger (Öuedlinbg, Baffe 1848. Schade, 
Crefcentia (1853) p. 17 ff. Holzmann in PMffers'Getlnanid 2 (1857), i ff. 

Wir hörten: fe. dikke fingen von ^l^^'idingen, ... 

wi fnelle helide »Toliten, wi ß Tefte bürge bräciMsn, 

wi fich liebin winifcefte fchieden, wi diohe tunige al zegiengen. 

nü ifb cith da:^ wir denken;, i wi wiir üä\Qß fulin senden. 

Crift der ,unM herp gftt wi manige ceichen herj uns vure d&t, 

alför uffin Sigebei^g ha^t gedän »iduroh den diurlicliecn man 

den heiligen bifchof Annen durch dßn ^finin wüien. 

da bi wir uns fuHn bfifwaaahy wänte wir noch fuKn Tarin 

Yon diüm öUeridin .libe hin ein &ma, , da wir lejaer fulin fin. 

In der wörüd, an^nna , dua liirt ward ' unte . Aimma, : 
duo diu vrone godis h^at. .diu fpähin. werch jgeMph £o manigvalty 
duo deilti göi ßni'w^ch. al ül zYeir diu wMt ift da:^ eine deU, 



9t 

di wir inne birin, da^^ amlear 31 g«iflaiL 

duo gemengite d^wifo go^Iift Tond%zlf6m^iiiwerchd$4;dermeimirohi(l^ 

der beide iTt corpus, ulite geiSt dannin lüt her <&& dim eo^l aO^ meiOL 

alle gefcafb ifb an dem memuibhim, fo is; fa^ da; eyang^Ulmt 

wir Mn nn cir dritte weiilde celin, f^-^wir da; dieOrieebeiiliMm rediiu 

zden reiben ^rin ward gefeaphin Adanait hä^; (ir fioh behldtan. > 

Duo fich Ludfer duo ee ubile gevieng nnt Adämdiu godis wort ubirgieng^ 
duo balch fig ia got deftir mer da; hör andere fini weirebTacIi rechte gen, 
den mänen unten Ihnnidn, die gebiufc ir Uht mit wtmnen; 
die il&rin bihaltent ire Yart, fi gebdrent vrolb nnt Ubzae fi. rkäre; 
da? fiiir ha^it nfwCi:t ffain zugy dnnnir nnt wint irin Thigj 
di welken dragint den rCgingui^, nidir Wendint wa;35«r irin yln;; 
mit bluomin cierint fich dhi lant^ mit k>nbe dekkit fiieh d^ iifaH; 
da? wilt havit den ßirfn gane; fcÄne ift der vugilfanci 
m twdidi ding[ di 6 nodb havit, diemi got van ärifb virgab: . ' 
ne wäre die zvel geilbephfte di htt gefcüfh die bei^tpflie, T 

die Yirkirten fich in die doleheit: dannin; h&bin fich diu leiA.. ' T 

Cnnt ifb wt der vient YirQirnn dte man:, ü fcalke weiter im hathiu 
fö Yuort er ärrhelHh die ynnf wärilt.allQy 
nnze got gefante IlBin Tun, dier iiiftfte>nn8 ¥on den fmidon. 
ce opfere wart her vnr nns bridit, deino dodiiä nam her fini mahi . 
ce hellin vnr her äne Ibnde: her herite E.mit gewelde. 
der tiuvel Yirldß den finin gwalt: wir iwnidin al in vrfe geaalt. . » 

in der doufe wurde wir Griltis xnaiL den heirrin Min wir joittaan« 

Ob ir wlllit bikennin der bürg» Änegiiine> i ; , : r 

1<5 virnemit umbi di heidinfeapht^ dAm»n di^ aldin burgin qUam -j£tm 
Ninus hi; der ^rüti man, da dir ie ^lcw%i$ : bigan. , .: ; cftaidit; 
her faminddi f(d]ilt untL/fpÖTy ^ des lobiö ^a» hßr vili ger, : . 
halspergin unti brunigen^ dno garter Qdx ci fturme, 
die helmi ftalin heirti, dno ftifter hei^Ti^rti ;,)...• 

diu Hute wärin unz an diu yi! ungol^digetitL < ; h <] 

ir iwelich haviti fin laöt^ an diu andim fich) niwiht ni» ^a(ttt, i: '. 
nngewenit warn fi ci wige: vüi lieb wa« da? Ulne. . :> 

Nhius Ißirti fini maij aribeiü Kdan, , ; :, • / . 

in gewafimn ritin, dia; fi vreifin gidorftaa , irbidiu, , . . : r i i < 

fchie^en imti fchirmih. her ni li; fi ni gehiwijijd, i » 

unz er gewan ci finer ^ant elHu aQänifohijlant . r : ; t: '» 

da fkiphter eine bürg fit einir dageweidi with,. . . i ; — r 
drirr dageweidi lank. michil was der fin gewali 
di bürg nanter näh imo Ninivö,. d& fint der merevif<3h Jdj^aol i; fpie. 

Sin wif diu hi; Semiramis* die alten BaWlonje ftiphti fi: j 

van cigelrn den alten ^ die die gigandi. brauten,, 

duo Nimbrot der michilo gerith nn, d^mplieho, : - 

da; fi widir godis yortin einen tumi worjitin r ,, 

van erdin üf ce himele: ää$ drdfj fi got "wfidere, . 

duo her mit finir gewalt gedeütijR fö manigvalt 
in zungin fibenzog: fd fteit i; in der w/^ti noch. 



92 

— • I II TT»^ 

von denn gezögi des ffciphtis woiüdiu/Semfri^i» • , •* 

die bxEfchinüra vi^reggehtich 'neii mflin lank kmt föfid&g. 

dßs tumis bift&nt daimoch vieri düfent lafterin hÄhc. 

in der buroh fint wÄrin die ktminge ,vili mftre. ;. : i 

dai haTiän ir gefö? inne OhaldÄ diegTiHmiin^ j.. ..) -J'. : . 

die heritin afder lanten^ uneifi Hierii&lem virtöcanteni' i • i: i 

, Duo Cefar dno widere ci Rdme geßan, ^ m woMn fib öiht intfön. 

fi quädin, da? her durch flni geil haviti Tiirlorin des herisein miohil deil, 

da? her in vremidinlo lante an uplÄf £o : lan^e havite. 

mit zorne her duo widir wante ci diutifcbiino. lante, 

da her häte iitunnM manigin helit TÜi.guot 

her fante au den heirrin die dar in riche >jräriü. 

her clagitin allin fini nftth, her bot im golt vili: rdi, . 

her quad, : da? her ff wolti irgeMauj .ob iri um ieht ci leide häü gedin. 

Duo fi vimämin finin willen, fi fttminiÄtin fich dar alle.: « 
fi?ir Gallja unti Grermanie quäniin imi fcarin' manige- = ' 
mit fchhiintin helmen, mit Teftin halspergin. ^ It \ . ; r 
fi brahtin manigin fconin fchiltrant. . .als^einvlut »vftrin' ßn da? lant 
duo ci Römeher bigondinAn, du6 irvoiMim darmanig man, ' 
wanti fi fiigin fchinin D5 breite fcarin iim, . ' , 

vanin ingegin burtW: des libis fi alle vOrhün. . • 

Cato unti Pomp^jus rumiti rftmifchi hfts, ; * 

al der fendtus mit fiwgen Tluhiii fi dirü?. 
her vfir un näh jaginta wJtini flahinta 
unz in Egypti laut. W michil ward der herebrant" 
w^r mohte geo^n al die menige die Cefari iltin ingegine 
von oftrit allinthalbin, alfi der fn« Vellit ftffin ahrin, 
mit fcarin imti mit volkin, alfi dör hagil verit vän den wolkin. 
mith minneremo herige gänamter an die menig^. 
duo wart di? herifti volcwig (alft di?^' buoch qüit) . 
da? in difemo merigarten ie gevinmüt wurde, 
oy wt di wäfini dlungin , da die marih öifamine fprungin, 
herehom du??in, becche bluotis vlu??iny 
derde dir untin duniti, di belli ingegine glumiti, 
da di heriftin in der werilte fuohtin fich mit' ftrertiii. , 
duo gelach dir manig breiti fcari mit blüoie birunniii garL 
da mohte man fin douwen durch hölme virhouwin 
des rlchin Pompejis man. Oefar d& den Q^^ nam. 

Dar näh ving fich ane d^r ubile ftjrit, des manig man virlAs den liph, 
duo demo vierden Heinriche virworrin wart di? rldie: 
morth roub unti brant civörtin kirichin unti lant 
von Tenemarc unz in ApuKam, van^ Kerlingin unz an TJngeran. 
den niman nimohte widir ftön, öbi fi woltin mit truwin unfamit gÄn, 
die ftiftin heriverte gr6?e widir nevin unt hft8gen6?e. 
di? riche alli? bikßrte ffn gewäfine in fin eigin inädere, 
mit figinunftlicher cefewe - libirwant i? fich fölbe, i 



93 

da; (H'^do^ofiiii Ittihanun ohrärfin Ugin imibigraYiii 

ci ife den bellmdia den grawin waithuhdin. 

diK) da^ td trAite bifuonin Aiino , duo bidrftg im leben langer. 

Duo dat oft 4lM)ibigOÄde nän, da? imo got wolte I4nan, 
duo ward her gek^igot ; al£ dir heiligo Job» 
yane yxlo^ iin:; a^^ di^ hpibit) f& harti al. bitoibit 
fil fehlt diüi tiui'fe ' rSlft' von mentiifltobimo f^ra 
von difima fiechin iltbi in.,da^'*irigi paradyfi. 
di; yleüb intflne du öiölt, Ms[ geift vnr nß ei bexga. 
dar M wir iinir. dato, iaio deiifcin, wa wir ci jungüt Min leintin, 

y ■ 

Aus dem Gedichte yott der, Schöpfung und Erlösung. 

Yorauer Hs. Bl. .97*— 98«. Diem^r deutfche Gedichte des 11. u. 12. Jhdts (Wien 
1849) S. 93 — 103 fnter d^m TiteJ die Sohöpfimg. Schade Yeter. mönUm. theotilc. 
decaa p. 37 fqq. 

Got vater 4wioh ift da? an^gengi aUir giuoten dingi», 

der gibundin bät.den diuyal, idea. manctraft wonit ubir al. 

fü ilt Q]>iDd 4li dmp riü^Jitinti, nndin ftf habinti, 

innin is fu fi irvullinti „ ft??ln UDiäbi yahinü 

dar an ift UBW^raindiüieit An unwö??! und an arbseit 

Ain gotis cra^btfin drin ginennidin da? ift euch gilä??in dgn leUn^ 
di fi habint infaaaaint ungifctoidin: 3rat, gihugidi nüt dim willin» 
diu dri ginennidi fint; imtnir. infa^ndnt wonwiti. 
di ginädi uns got dd virli?, , 4<> er unfich fin ädim in bllfl: 
dannin birin wir an der föli midgiloubin da? eriichi götis biUdi 

Grot von bimointi in difi[n] avei[n] dingin al fin lob vnri brin^n^ 
da? er fl glwaltic jundi.guoi Ton den zvein er aUu wundirdftd, 

er ift kunic, krifir alwaltic • ;unt vatir woli wilüc; . . . : 

zi dft da? wir hinnin beidi vorchtin unde minnin^ 

da? wir ouch von difin dingin immir mugin fagin unde fingin. 

Houbit ift irftantin'der criftinheit: de» du göit aUi habint undirfcheid. 
er ni wil vurdir nicht irftertei :/ : vonr dft fö ni öiag zvifchiHgu doufi werdin. 
der du gnad ift der hat avir bigunnin unfirmo herzin einis brunliin; 
der mag unfich aUi gireinlJi, ob wir di Xundi Iftttirlichi. weinin* . i 

der dir lonit fin fölbis gebi, der wjl igilich fkgilit bringin da? i? in 

'.. .; . / i; ;■■■ ein lebL ' . ■ ' • '-> 

Got Mbi lörd unfich chufchi und dtmiuöt, gidult unt wefini widir 

.;,.;"."' ,,':'.• :':ubili"guot> ■- ■ :■ 

wit vremidjt? Mt ijjbannia, lerin di duÄibin, belfin den armin, 
di wärheit bifchirmin, unig^me fverigin, yimwdin du laftir joch werijgin^ 
veftm giloubin habin joch gidjuigi., sji dör diJiftinUchin minni, - 
gotis wort gihorin alfi? imo^bönai, föwir in bitin, da? ouch er ünficäi 

' vinaetdi 

Sri wir givallin, f5 fol i? unfich r&win undi.fuU wir gotivü wol gitrfiiwin, 
der Dävidin detili lobifatn, fit er üriaUa ve^rith. dean.^. fiSoi (Aonimigun; 



m 

I I -— — ^M I 

der demo fcacheri f lai meifidät Tirlf^ ibd/kno ^da^ KmiWcM ^fcf.» 
fö lang och der gotis dri ftunt virlougin&ti, ift nu di hiDailflug:5fli dr«^ti. 
it!^ der ^afchin irlAtinti: ^ nnliGh >aliA dai^ glas: d^ gnä^ki wa« ^ 

Paulus und Marjä ginas. 

Grotis brftth chi ffili adilvröwi vorclrii dft der iti d4%vi. ^ 

der lichami ift der leli chamerwib. Ör imag iri wltfin di^ ^Smgin üb. 
du f^li fol in fölbir rafi, alli? guot der d4w[i] gibitL 
fu fol irfterbi der döwi kiiit, da:^ des Uchamin ubüu ytmdi fint, 
undi fol edilu kint giwinnin, di fu zi dänvo gotis erbi mugi bringln. 

Der dir ifb beidu göt und mennifdii, 'der g&At terftendi 2vifohi%l 
di föli lit er:^«)n den fuadm irftan . jobödi lüttrllöjii rftwl hän* / i i 
voni grabi irftßnt noh luiti vir flachti an der jungiftin wachti. 
zi der urtheü ni chumii^t di wirfiftin, • di dir fint vor virdeilili ■ 
di durchnachtigin' fuliü irdeilin di* dirfirit^der iveir meddimin. 

Du gotis Tirthöl i&, hi dougin^ sai denio fttonti^ ifb.fti offin. 
mattigm vilMfc got mit fßri^ da^.ör fi<A'zi demo gÄti kÄri; 
ob er lieh dan be^^irin ni welli, da:5 er in vor geriwi zi der belli; 
zi jungifb in offinimo zöfni di höiiwin ftjheidit 6r von döaio chomi^ - 
da fihit ein fgiliohi^ nachfiir f^lbis i^nj^inicheit an dfe'mo gotis * imö B^ 

' ' bimo üb odlf leit.' ^ " 

Säligin di zi der zefiwin flnt immir gotis kint. 
den vatir ^rit da zi himili der fiiÄ löit >d6n ei* hat M in erdi giwtliüiiffl. 
infeaoaint in drinchit er den win , z^^^iin der 4wigin mendin. 
mid din engiliii ^fint Ü undötllch, - lüid in erbint fi das; himörlch. 
got ifb ir lib, räwa unde minni, 'tö-do; &ht ifb dör ougin wunni. 

Herro, di- dir dinint ift da? rtehi^ irl mugin wir dir gildni, 
dft dir liidlt ginigi 4f zi h0vmi dän man, der von fundki was givallan, 
du ^.Wäfin^ Wöltis unfinginft?, ^^dragin unfir buikfin f6 grA?! 
nu häftu/kÄttro, dinin malten r&t < allin dlnin hoidin sä vrowMi brächt^ 
das; dich unfir irloferi alli? da? lobi fva? dir ifb undir domo himili ]o<it 

dar obi 

Aas ^m Gedldite SalomoD. 

Yorauer Hb. BL 98°— 9^«^. Diemer S. 107^^114,: Schade, Veter. numuia. Aeotifc. 
decas vn p. 43 — 4Ö. . ' 

Inclita lux mundi, du dir habis.in dtnir kundi 

erdin undi lufd und £ÜUi himilcrefba^ 

du feudi mir zi mundi da? ich eddilichin deil mft??i kundi 

di gebi voli fc6ni, di du dÄti SalomAniy >i .^ i 

di manicfaltin wi^eii ubir dich mendit du crifkinheii 

*Salom6n Dävidis fun was^ • du ridii ^t fitL nach imo bäa?:. 
durh finis vatir fculdi gond imo got fimr huldi 
er fprach, da? er gebiti fv«ür f5 er wolti, 
lichtftm Jodir ivisheit, durch di Hui vnimiclieit 
er gihohit in f5 werdi ubir alli di dir wärin an dir erdi 

Der hörro*fich bidächti, za goti er k^tL • ' 
tkSiro, dft vü wdi weifb al^ -wt ndohü^läi^ ieh biwaiin faL 



95 

da madii mich 1<5 wifi^ das^ ich richti 05 (}iri gQIehil ; < ; i 

wfldn mir den wiftüm. gehin^ . fö mag ich iaamr dirhAifti l^bäi; 

da^ ift dir allir meiTd liTb, Id grvrinich fhra^ mir Hb ift. < ' > * ' ■>■ 

Der konic bizeichindt den gdt i d^fr difi weriiib hit g«bfliddt^ ^ ^ 
in des giwalt alli:^ da:; Mt^ da:; das; giOtimi xtmbi.git^ 
imo dinint vili vrd nun chdri dar einigilo: 

di lobint in mid allir macht, 'in fimo hori ni wiit tummir nac&t: 
da ifb inni das; ewigi licht ^ , das nmirt faini'Ynflrdir zigasc Miicht. . . / 

Du kunigin, fo icka; virneinin kän^ bi^eihittit ecdleßam; > : i. ^ 

da Fol weßn iin briith; di minnit «k dougin nut lübirluth. i > 

ich w^ni, ümo gimehilöt fi in cpminuinoüiem domini ^ . . > 

da fol imo gilichin in dugintin ribhlicbi^ > 

da fol giberin du kint du dir got fölbi gineimit fini 

Bi diniftmin, fo ichs; yimemin kan^ blEeiehndnt bifohoflicbi man. * 
di dinunt im in pliehti, da^ lüth foitin biriditi. 
^i foltm lÄri di criftinheit tiÄin undi wärheit^ 
mid werchin ir villin, da? fi demo luthi vori aelKn. \ >. * • 
fi folin Yur den yrdni dilb goti bringin hoMain laudis. ■ : r 

Bi Salmönia zitin yrsuR fulich Tridi undir diii Ifttiiin, l 

fyelich enti dir man wolti Tarin, niheiiiis urlougis wftrt man ^vrsm. 
di heriverti wärin Mli: dö dagitin di helidi fiiellL ' ', , ^ 

niheinis urlougis man giphacht, man ni Mlit ia^ aUis; mid finir craft, 
als i? got felbi giböt. dö. riGhTöti rex padfiQUs. « j > :. . . > 

Salomön der was heri, riurtchium was yiI m^ 

der des himilis walti «ndi daz; Uth Mi bäaUi, 

der ruchi tms di gnädi^id gebin, da^ wir imiir inüamint ' imo lebin, 

da:^ wir fchinin in fiino hoTi mid vil micfaüümo lobiy ; : 

da:; wir in mft?^ gefehen in der himilifchin HierMü^nl 

Judith. 

Vorauer Hs. 99°— 100«. Diemer S. 117 — 123. BclMide, geiftlichfe ^^edlchte dei 
Xiy. n. XY. Jahrhunderts yom Niederrhein, Haanorear 1854, Einleitung 8. xi^— SL'fcmj 
— Daniel c. 3. Judith c. 2 flf. 

■^ &ot giborin wurdi dft wilt er aller dirri werildi. 
da^ luth was heidin undi was dodh undirfc^didin: .. 

dar undir warin di dir von goti iaripi. > i 

Da; wann di hSrrin di gllin IfirahMb. 
ein andir ^i fagitin, aß» fi güeßn habitin, 

^^ got wäre uf demo himiäi fafla giwaltig faibi ht nidini <! > 

Ein kunic hl^ Nabuchodonofor, den rtchin' got er virkdä: . . > 
fmu abgot er worchti Ani gotis vorchti, ; , - 

Äni fäl guldin widir demo himilifchin fcunigL 

1)6 fprach ft:;^ir dör Mli dioki da^ ungihuiri . ^ ' 

fi wäbitin da:; L; wäri der ir heiläri. . ^ i 

fi irvultin alli fin gibot, Q. giloubtin vü vaßi an dm abgot i / 
^^ luithin fimo zifamini mid tpumbin joch mid cymbi}ii^ , * 



96 

mid phigüin und ry^dbemm, itiid rottm xmd mid lyrin, 
mid phiffin ün<t ntit IkinlHice fö bi^gin .......... 

mit cimbiliny J$ lobitin ii dän grimmin. . 

mid fö gitanimo gü&ti fö bigingin fi fini zi[ti]. 

Dar ktoin driiiÄrrin, di dir goti lib warin. 
der eini hi^ Sydnu^,- dir aadir Mißaich, 
dir dritti Abednägö: voni goti ln*idigöitin fin d6. 
Den heidin kjanic woltin ü bicherin: ^ niwolti fi niwicht hörin. 
der kunine bis; d6 wirehin euün cmn erinin, 
den ht^s^er drt dagi öddin^ du dm kint zi dc»no ovini leiddin: 
Ob min in das^ füir.nanti, da^ Ti ir got irchantin: 
ob ß das; Mr fähin, da^ G, ßnin got jähin. . i 
du dru kint fprächin vor deim vuri: 'dinu ali^ot fint ungihiuri. 
Wir giloubin ani den Crift, der gifclkAf alli^ das; dir ift, 
der dir hi:^ ^^^erdin den himil jocb di erdin. 
fin iTt al der ertrinc. kunic, dmu aJbgot. ßnt ein dnigidinc. 
Der kunic hi^ du heidini gen [al] zi lamini^ 
dragin du dru kint . zi dßm[o] ovini ; 

wi ubili fis ginu^pn difin dön bvin fchu^pn! 
Da^ fuir flug in ingeginiy is; yirbr&nti ein. midiil menigL 
got/mit {inir giwtdt. msußhit in den^ovin kalt 
di u:5:;irin brunnin, di, inniriu Amgin;. 
Dd^fimgin G: dar inni di i%^irin> ftimmi, 
dö fungin fin dem ovine . *glöria tibi, doniine! 
deus mens, laudanma tel' fi lobitin CriHi in dem oyme. 
Alf5 di heidini da:; gifdhia, vil harti fi avivilötiii. 
alfü h3.rti fö fi gitörfÜn, fu lobitin fi den vurftin« 
G, fprächin, da? unfir got wäri ein vä ^t belphÄri, 
Da? er mid finit giwalt machit in dm oyih oalt, 
und er mid fimo drofti du dru kint irloftL 
der kunic und finu abgot wurdin beidu.gilaftirot. 

Ein herzogi hf? Holoferni, der ftreitwidir goti gerni. 
er hi? di iQlir wirfiltin ma^ finin fiti l^nan^ 
da? fi wärin nidic undi niminni ginadich, 
noch ü??ir iri mundi nunan guoti redi vundi, 
niheini guot antwurti wari mid ir Ibarp&in fverti. 
Wa??ir undi viur [hi? esr] machin vili diur;. 

undi fichver dir ebrefchin icht kan^ dac; ir iabilibin lebendic niman. 
da? was dir ärgilti lib. fith flüg in Judith ein wib. 

Holoferni dö giwan ein heri michil undi vreifl&un, 
an der feibin Jftunt der heidin manic thtdfuni 
er reit verri hini weftir diurch du gotis laftir. 
Ein! burch du he??it Bathaniä (da flüg in du fchdni Juditha)^ 
da fa??er drumbi, da? is war, .mer danni edn jär^ 
da? er mid finin gnechtin alli. dagi gi zi deri bure TÖditin. 
Di drinni wärin, des hungiris nach irciÄmen; . ! 
di dir vori la??in,, di fpifi gari ga??in. 
dö fprach Olofe^öi, di burc habiter. gerni 



97 

'Xu hat mich miehil wiindir^ da; haUiddi g^rm irvnndiiiy 

an wen difi burgari jehin odir an wen fi fich helphi virlehin^ 

odir wer in helphi (Ungi: fi fint nftch an dem endt' 

Dd fprach dßr burcgravi 'fvigint, Oloferni! 

wir gfloubin an d6n Crifb^ der dir gilchuf allis; dai; dir ifk^ 

d6r dir hi:; wCrdin dßn himü joch di Crdin. 

Dft fprach abir einir dör Mben burgäri 

'nü giwin uns eini vrift * 

Ittfcof bebüin, ob i; flwiri gnädi megin fin. 

L* giwinnit uns eini yrilt fö lanc fö undir diin tagin üt^ 

ob xmiich got durch fini g&ti löfi u:;:^ dirri n6ti: 

nu lofer nnfich nicht danni, in dirri burc dingi fvCr 18 dir w«llL' 

Dö gided du guti Juditiia^ du zi goti woli digita, 
fu hi^^ir machin ein bat, ssi wäri fagieh ü da;. 
Tu was di^ allir fchduifd wtb, [fu zirti wdi] Aiin ir lib* 
8u undi [ir wib Ava di gingin zi wirf . 
11^ der burgi undir di beidinifchi menigL 
[Oloferni R. gifach, zi finin kamirärin er fprach:] 
*Ich güihi ein wib lußam dort ingegin mir gHax. 
mir ni wCrdi da? fchöni wib, ich virlükG d<5n lib, 
da^ ich giniti minis libis infamint demo fcönin wtbi.' 
Di kamiräri da? gihörtin: wi fchiri ß dar kertin! 
di vröwin fi &f hübin, in da? geztit fi fi dr&gin. 
d5 fprach du güti Juditha, du zi goti woli digita 
'M da? alfd wöfin fol, da? du mich zi Wibi nömin folt, 
Wirt du brüthlouft gitän, i? vreifkint wib undi man, 
nft hei? dragin zifamini di fpiß aLf5 manigi!' 
Do fprach Oloferni 'vröwi, da? dön ich gCmi/ 
do hi? min dragin zifamini di fpifi alf5 man^ 
inid alli di fpifi du in demo bero was: zi wäri fagin ich ü da?. 
Bö fchanethi du guoti Judjitha, du zi goti woli digita, 
fa undi ir wib Ava di fctanctin w^ol z\ wäri. 
d6r zenti fa? üffin der banc , der hetti diu win an dir hani 
Do dranc Holofemi (di burc di habiter g^mi) 
durch des wibis [fchöni]. er wart des winis müdi 
den kunic drug min flaSßn. Judith du ftal im da? wäffin. 

Do gi fu valiin an di? gras, fti .betti alfir was 
*nü hilf mir, alwaltintir got, der mir zi lebini gibot, 
da? ih di armin giloubigin irldß von den heidinin.' 

D8 irbarmoti? doch den alwaltintin got. 
do fanter ein eingil [her abi] voni himili, 
d8r kunti? [zi warf] deri vrowin hi nidini 
*Nu ftant öf, du guoti Juditha, du zi goti woli digita, 
^de geinc dir zi demo gizelti, da da? fvCrt fi giborgin. 
du hei? diu wib Avin vur da? betti g^hin, 
Ob er uf welli, da? fu in eddewa? a[be]velli. 
du ni^ tö i? wiblichi undi flä bamdichi ! 
du fla Holofemi da? houbit von dem büchi! 

Schade, altd. Leseb. 7 



98 

Du lä ligin dßn Min buch ^ da:; houbit ftS; in dtnin ftftch, 

undi geno yridirp] [heim fi] dür bnrgi! 

dir gibütit got von himili da^ du irluliB di irrahelifchin nienigi.' 

Ans einer Sflndenklage. 

Hs. des 12. Jhdts in 4« im Klofter Rbeiniui \Nr. 77 BL !•. Nach Graffs Abfckrift in 
Diutifca 2, 297 — 301, nach Ettmüllers genauerer ' in Haupts ^tfch. 3 , 618 — 523 
unter dem Titel die Bekehrung des heiligen Paulus. Vgl. damit die Hefte in der Mil- 
ftater Hb. in Earajans Sprach - Denkmalen ; Z. l— 16 tat-. $5, 5 — 19; 17—30 
Kar. 62, 4—19; Slrr^fin, Kar. 65, 20—07, «. - . 

* Heine, 
da? ich nint befize die Tereiflfchin [hlizze, - 

di die helle[kint] habin, d^s bittich tiöh dur did drJe chnabin, 
die du befchir[iii|dös, domine, in demo gluogin^in Inmne, 
Ananias, Afarias, jÄ ßigit uns da:; buoch da?, 
dir tritte da? was MifahöL in tet da? viur niwit we, 
e? inmahte fie niut gebreimin: du wäre lUnd in drinne. 
d6 befchirmdös tu die dine [degine] mit dinis I^lbeB fögine, 
die da hulfin vehtin wid^ diBm unr€hte: 
da? viur fi, niut inmute, fvj harte der ovin glüte, 
unze du mit tlnime trdifbe fie derft? löftds. 
nu bith ich die chnabin drie, da? fi mir hävinte fien, 
da? du mich irlofeft dhien fchalch mit dCr dinir gewalth. 
mit dömi Mbin tröifte, f5 du fie dru? 161168, 
f5 löfe euch mine föle genfidichlich, herre, 

da? Gu niuth brinne rgre. 
rex angelorum, nu tholtu mich irhorin 
dur dine wäm triuwe, alß du vemami dine di[u]we 
Mariam made Martam, die umbe dich irdigiton, 
da? ir brudir Lazarus ghenäs. d^ drie nahte begrabin was, 
undi du in hiTze üf It^n, yroliche danne g6n. 
in den fölbin namin bit ich üdi, da? td gelJchhaftos mich, 
undi gimmir urftendide dUir minir fundon 
dur tinin höligin töth, den du dür unfir n6th 
an dCm crftce irefturbe, do du dir mite irwurbe, 
da? du die dine alle irlöfteft von dCr helle, 
dur die ftlbun lofunge bittit dich min zunge, 
da? du irlofeft mine fÖe, gehädichlicher hirre, 
dur tine gotilichen craft imdi dur ta? heüge gmb, 

da diu licham inne lach. 
Himüchuninch h^rre, j6 hulfi du Daniele 
u?er der lewin grübe, da? in niuWet getorfton beruxin 
den er drin was gegebin, da? in zerbrächin die lewin. 
d6 befchirmdös tu dinin fthalch mit tlnir gewalth, 
da? tie lewin von imo vluhin, in einin winchil fich fmugin: 
da? mach6t al din gotehait: fin tatin ime inbein laith, 
unzi du mit Abacuchis br6te in drA? I6lt6d. ' 
nu bit ich den hdrrin, den gfttin DaniSlin, 



99 

da? €r mir fie wf ginde undi du mir fies vergCbindo 

di fundi minis libis. alf3 du täte dem wibe, 

diu dur rüge vur dich Ivarth gevftrith, 

die die Judin Yurtin, drehtin dir gftte, 

vur dich dur da? eini, da? du fi hi^ift Iteinin. 

ß dgin fi einis hüris: flu wäre wörth des tftdes, 

als ie diu alte Suwe gebot. d6 I&fbds tu fi ü?ir der ndt. 

do fcribi du an dCr €rde dön Judin unwCrde, 

dgr äne funde wäre, da? Cr niüwit verbäre, 

er ni wurfi an fi einin Utein. do inwas ir allir inchein, 

dfir fich des yermäfze: aini fi fie lie?in. 

dö gfngin fi alle dannin, eine nach andirmo 

uuuB pofl; unum, do begundon fie rftmin. 

dö ruwin fi ir funde: du vergäbe ir zer ftunde 

dur dine güti allis da? fiu ie gefunddte. 

d5 Mfze du fi, hörre, da? fiu ifz intäti »luth mere, 

da? [f]ir fiindon li?e fin. dd warth ßu dia trötin, 

vafte gloubte fiu an dich, dös anthlä?e8 gCrin ich, 

dfe tu ubir fi täte, dur dine gute 

vro du fi lie?e. nu lä mich ir geni?in 

undi Danielis, dinis -^^irifagen hftris, 

undi dinir fchalch allir, di du irlöftöft von dir helle. 

dur di felbin caritäte , fö du uMr fe täte, 

fö bit ich tich, gotes fun, dur dtnis vater wülin, 

da? tu gebitis, hfirre, fancte Michahele, 

da? gr mine feie bringe, fwenne fiu gefchaidi hinniil, 

in den barm Abrahämis zu dinin genädin dur dine trie namin. ämin. 

liGlftater Hs. 12. Jhdt. Bl. 154^ — 164^ }^cdr. iü Ka^jans detttfcben Spraohd^famalen 
des 12. Jhdts 8. 47 — 67 unter dem l^tel Vom Teriornon Sohne: tun Teil fefar 
defeet Das nachfolg. Stück Kar. 48, 24 — 50, 9. 

Nu vemim mich ftind[igen man]; wahd ich gandert hin 

einen fun [der finen] vater bat, da? er im finen teil gap 

alles fines guotes, da? er mit ubirmuote ' ' 

unde mit huore alle? zeftiorte, 

unde mit funden fÄ gare veriVante, da? er niht enhabete. 

do begunde er halten diu fwm: da:^ was diu Upnar fin. 

diu würzen die da? fwin gruop, die douhten in vil ^ot, 

da? er fich da mit nerte, wan ör andirs niht enhabete. 

d6 gedähte im der arme *wa? ob ich minem vater erbarme, 

da? ich im halte diu fwin? ja habent dei mietlou[te] fin 

l)r[dt un]de wtn genuoch. wa? ob er [mich zuo in] tuot? 

Cr [meinte] mich mit triwen unde [hat nu michil] riwe. 

"^a? ob ich bin fÄ ffienich da? ör] mir wirt gen8ödich^' ; 

dd begunder [gäben hmjnen. do enphiench in mit inin[nen 

d](lr fin vater guote, wände er in erbar[mdtel. 

Ich vil armer fundeere, ja furhte [ich mir] fft ßre. 
ich forge aliS harte ze den di[nen fkar]chen werten. 

7* 



100 

dei fnident fü diu ftr&[le: diu dulde] ich, herre, fwäre. 

fi varent [fam diu wurf]rbein. ja nemach ^ich unfir fun[d8ere dehein] 

nimmir da vor bewam, den[ne 11 vil ftarche] weüent taren. 

Dir fint [vil wol] chunde alle meres gründe, 
dei [wa:5:5er] joch die fewe, die buhele joch die lewer. 
vliuhe ich au da^ meres ort, da vindet mich da:^ dfn wort, 
oder in da:; apgrmide, wio ifchiere ^% mich da vindet 
der walt deheinen boum hat, du newi^^eft wol wa 6r ftat, 
joch da? vinfter tan, da nemach fich dehein man 
nindir inne verbergen, diu holir under Crde 
joch die vfltfteine die weift du, trohtin, eine, 
vliuhe ich indir darin: da vindet mich da? wort din. 

Aus einer Bearbeitung der Bücher Mosis, 

Wiener Hs., warfchl. a. d. 2. Hälfte des 12. Jhdts, früher cod. Theol. 653, jeW 
Nr. 2721. Genefis Bl. 1» — 129»». Exodus Bl 159» — 183». Gedruckt in Hoffinann« 
Fundgruben 2, 9 — 101. Mofsmann 6ed. d. 12. Jhdts 2, 234 — 310. 

Ifaac heiratet Rebecca. Fdgr. 2, 33 — 36. — Gen. 23, 1. 2. 24. 25, 7. 8. 

Do diu vrouwa Sara gelebete hundert jouch (iben imd zveinzich jare, 

dife werlt fi begab. Abraham choufte ir ein grab 

und bevalech fi fcone mit ftanch aller bimentoue. 

vil harte er li chlagete, ze lezziCt er gedagite. 

do begunde er fich trofton; wa? mahter d6 be^^eres tuon? 

Ä tuot unfer igelich, fö imo gefcihet famelich, 

D6 i? zuo diu chvam da? Ifaac fcolte gehiwan, j 
fin vater Al^rahäm eifcote flnen amma». 
den hie? er fverigen, fo in got muofe nerigen, 
da^t er. der liute,' da er under bftwete , 
niemmör wib ne gewunne Ifaac fineme ohinde. 
er hie? in dar varen, dannen er geborn was, 
zuo fines bruoder hus Nachor, da? imc} Batuel gäbe fin tohter, 
die fcönen Rebeccen Ifaac ze gebetten. 

der fcalch fprach, obe man ime ire niene gäbe, wa? er des mähte, 
er ne fcolte euch fich des pelgen, ob fi ime ne wolte volgen. ' 
Abraham chod 'des eides fis du Ißdich, ob dir ne vojge diu ma^t' 

In dem ente lupd ör zwo olbenten 
mit mißlichen dingen, ' , deV magide ze miimen. 
al8 er dare chv^m,^ er.irbei?te bi eiuQm brunnan. 
do der äbant zuo feich, da? fihe man ze trenche treib, 
er finiont bette, da? in got gewerte, 
da? er ime da? wib erougete, diu finem herren fcolte. 
'nu wü ich haben ze zeichene, welihe got mir eichine: 
fvelche maged ich pitte, da?sfi mir des wa??er8 fcepphe, 
ob mir got Terlihit, , da? fi mir des lueht yerzihet, 
ii ne hei??e mich fölben trinchen jouch mine olbenten, 
diu fcol mmeme herren ze minnen jouch ze eren.* 

Bi da? er da? gebet niderlie^ diu fodne Kebecca zuo gie 



V.' 



101 

und manech maged andriu, der Ire ^eBch was^ n^einiu. 

er fprach ire zuo [fö] * wände ne trenoheU du niich, vrouwai?* 

ime reiben fi fcanchte, fin olbenten fi ouch tranchte. 

gote Cr gnädöte, da? eY in fö feiere erhdirte. * ^ 

er gab ir ze minnen zvÄne Arringe 

und zvÄne annpouge 11:5 alroteme golde> 

und firagete fi fllre, Wes tohter fi wäre. ' . 

G fprach, Abraham wäre ir vater dheim. 

fi bat in ze hüfe, fprach, da wäre YÜe hottwe», 

di mähten gefte haben guote refbe. • 

nieht 11 ne tvalte, e fi ir vater al gezalte. 

a begunde zeigan ir bruoder Läban 

bouge und örringe, die fi enphie von deme jungelinge. ^ 

er Kuf dar feiere, i^prach, wand er ze hüs ne vuore. 

DA ^'r dare chvam, dö ward er wole inphangan. 
vüe wole fl in handelAten, maniges fi in vrägöten, 
nat allem niumäre, wa? fin g^werf w4re. 
£r chot, fin herre het^ in dare g^fant umb einen micheln ärant, 
ßneme junchArren umb ein wib, diu guot wäre und Arlidi, 
die fconen Eiebeccen deme hArreü Ifaao ze gebetten. ' 

frnen herren er lobete, wa? er rfhtuomes habete, 
fihis unde featzes, manichvaltes nutzes, 
und wie wole ire gefcähe, ob fi in genäme; 
ob fi i? weiten tuen, da? fi in des lie??en fpuon; 
ob fi des ne weiten, da? fi in niene tralten. 
G fprächen, da? fi gotes willen niene w<dt^ ftilkm. 
'bie in unfer tohtfei^ an aller flahte lafter. 
fvie feiere dir gevalle, var heim mit alle !* 
er wart yil vro folicher antwurto. 

tüberine napphe, guldine copphe, ... 

vfle guot gewate ze chemenäten er brahte. 
er gebete zerifbe der junchvrouwen aller be??efte, 
deme uater und dere muoter jouch ir bruoder. 
guot wären die gebe, wol geviel flu rede. 
fi lÄ?en ze muofe mit vrAlicheme geohofe.. 
da was fpil unde wunne xmäer wiben ünde manne: 
vone beuche ze beuche hie? maas allstem win fcenohen. 
fi fpilten unde trunchan, unz in i? d^ fläf binam. • • 

Alfö der tach chvam, ftf was der lfaac}iis man. ' \ . 
des urloubes er bat: da? ime nieman ne gab. 
G baten, da? er da wäre zehen tage Mtmfile. 
^^ duhte in ze lenge, er chöt, ze Wiu fi in fcolten tvellen./ 
er bat fich lä?en, da? is fineii hArfn ieht dorfte irdri^jen. 

DA R finen emill geiahen, diö maged fi frägeten, 
obe, fi ime weite volgen zuo eigenen feliden. 
G fprach, fi gerne vuore fvä ire ieht guöte& gefcähe. 
ze Itete fi ime fe gäben mit fcAnen mageden. 
G gäben ir mite ir ammen , da? fi der dan^averte defte min mähte erlangen» 



• ( . < 



m 

ze rolTe R giengen, mit ämare ß fcieden. 

vater unde muoter jouch ire bruoder 

fi bäten unfern trehtin, da? fi filich muofen fin 

ze tufent tftfent jaren und alle die von ir chvämieH. 

Ifaac was ü? gegangen zuo einem bnmnen, 
da? er euch fähe, wa? täten fine ßritaau 
alfS i? zuo deme äbande feig, ßn man mit der junchvrouwen zuo reit 
der herre ire gegen gie, vil 'V'role er fi enphie. 
er vie fie behende, er gie mit ire fpilende 
über da? fcone velt, er leite fie in fin gezelt 
er unde Rebecce giengen ze bßtte. 
dö wart ime da? lelbe wip alfö liep fame fin eigen lip. 
fi irgatzte in zewäre der manigen fSre 
und benam ime die chlage, die er tageUches hdte ze ßner muoter grabe. 

Do Ahrah&m finf imd fibenzich jouch zehenziob järe alt wart, dö mucfer 
die wir alle fculen leiften, fvi^ alt wir worden. . leijPb^n die vart, 

der lip den ente genam, diu fela, fuor ze gotes öwan: , 
die hunilwunne mamchvalt die hät^ fi da in gewalt. 

Die got forbtent und liäh ime g&me wurc^i^^t, 
rtche oder arme, die ohoment alle zuo finem barme: . ,. 
in ßn fcö? er fi fetzet, dies leides ergetzei 
fd wol den gebomen der da? fcol gamen, 
da? er ehumet under die gepo??e, die der fitzent in ßner ibo??e. 
die ne muot hunger noh dürft, hitze noh vroft; 
die ne horent gebäge, die lehent einvalte genäde. 
da iil fride unde wunne, alles fpiles: chuime. 
fi bittent umb uns genote, d^^ uns got da? gebe ze muote, 
da? wir flen mit allem willen unßch ime gehuldigen, 
. übe wir dem libe des gevolgen, da? .wir in erbalgen,. 
da? wir an den funten nieht yolMn, lä??en uns fi foiere riuwan^ 
fuochen ßne genäde: die vinden wir iUrie. 
des magen wir wol vrd fin, da? fd guot ift unfer trehtin, 
fvie wir tuo[e]n, welle wir i? puo??en, 
da? er uns gefetzet fuo??e ui Abiidilimes fcd??e. 

ADS einer andern Bearbeitung der Bücher Mo$is. 

Vorauer Hb., gefchr. i/tMe des 12. JhdtSi BL 74*'^96^. G«clruekt (liiit Ausname 
von BL 78^ — 87^ , der Gefehiclite Joiephsl, die mit der Wiener Crenefis Fdgr- ^^t 
37 — 84, 8, b ei M afem. y. 3454-^6063 „z^mlich genau überein flammt) bei Dkmer, 
Ged. d. XI. XL, Xu. Jbdta S. 8 — 90. 

Die Sündflnt. Hs. BL 75. Diemer S. 12 fg. — Gen. c. 6- 7. 9- 

Got von Sethes geflahte eiie fül er üfirihte, 

einen harren der hi? Noe. newedei: fit nob e . 

fö newart n) nechein man^ gote fo gehörfam. 

fin bfts er wole rihte. mit micheler zubte^ 

mit der gotes minne: got was mit ime darinne; 

mit micheler geloube.; er offenot ime fine tongen,, . 

wa? er wunde^res wQlde tuon: wol bedorfte .er fin d^arzuo. 



, .V 



6ot hi^ in vnirchen ^e yefte archen, 
da; er diMJime belulte jEdles.des er wüte^ 
ligente^ iinde lebente; ' crieheaotea; unde chreTendeg, 
fine fune mit ire wlben. er wolt im einen intltben 
Ndö unde fin wtp. da ne was inne nehein.ftrii 
da ne fcadet der wolf detn lambe noh der lewe deme chalbe. 
da ne nam der wige da2[ huon noh d^ are di .tdbun. 
i^ was al darinne wole bewart mit finem Gnne« 

D6 ii; al darinne was da^ da geordinet was, 
d6 wart ein gerigene, des wai^^eres michei menege. 
den fluot begunde gi^en, den wai^er harte du^en. 
nechein perc,was fd hdh, den unde dar ubere zoh. 
der wäc was- alW vreislich , ime newärt nf nicht gelich. 
alft ftnont e? alle veunfzöh tage volle. 

D6 der hÄrre Uää virftnont, da:; döa archa geftuont, 
dA fände er an di liten ein yogel der heilet rappe, 
da; er ime fagete märe, obe den tmde noh ynre wäre. 
d6 begurider tunbe wafchen dtirh fin felbes gepafke: 
er ne fagete ime niht widere deh^ geloublich pilede. 
dö fante er ft; di'tuben: der Wolter gelouben. 
döu brähte ime ein olezvl ; wole wiffe er dä'M, ' 
da; irgangen was d^u' not. dihi 'w(^'rlt was' ell§ü i&t 

Do Ate fr ft|^ä;en deine; unde grö;e;. 
fya; fo da gehalten was, da; ne yant Wp noh gras.^ 
da; muote in fiSre. &; gl dBv harre, 
da was nuchelnes^e, weinende ßi; er. 

Dö Q)raeh dgu gotes fümme zuo d^me gnoten manne 
'wes triireft du^ Noö? du folt.pouwen alf5 i* 
des antwurt ioie ISoe, üpe tdt fin h^rze vile we: 
*liber B(i!n her^re, ich vurhte mir vüe fere, 
da; guot ifb virfunchen, d^u w^rlt alläu irtrunchen, 
üb ich kint gewinne, d(ju vörlt von mir geriime, 
da; du fie irtrencheft, mit d^me -^äge al virfenchefU' 
dö fprah dßu gotes ftimme ^d^ kan icli wole irwinden. 
idi han r^wegenuc, da^ ich dj^'n mennifcen i gefdift^ 
ß ne wgrdent mm^v mere virtvplet mit fol^heme föra* 

Hymnua auf die heilige Jungfrau. Ha. Bl. 94^ Diemer 
S. 71 fg. Schade, vet. mon. theot. decas YIIl p. 46 fq. 

Na loben wir di gerten ' unde gmo;en C mit wocten. 
heil wiß iu, < magetin, das himeles heriu chunegin, 
gebom von ITeffes fkamme, des «gotes funes amme!- 

Des veldes bift du bluome/ wer mohte fih din gpnuoge, . 
Maria, Maria, edelto liebßu frouwa! 
von dir ift gebom lilium, .bluoni^e convallium, . 
dgr d^unmote we, Chnft got unfer herre. 

Der din ünacti ift io^ getan, er ne mac gelidies niht han^ 
falbe ub^r al nehej;B^ ,- din: mjuint i^ alfo ein. honecfoim. 



. . ( 



104 

under diner zungen da ift gewJffe fiiiiden 

honec tinde milch genuofc. du bift inaeclichen göoi 

von dir ift Irrunnen der lilie ift aller -ranne. 

Aus (lern Alexander des Pfalfen Lambrecht. 

\ 

Vorauer Hg. (Mitte 12. Jhdts) Bl. 109*— 115*, bei Diemet ß. 189-226. Spätere 
Überarbeitung des Gediehts in der Strafborg-Bfolsheinifehen Hf . L mnten. — A^ Holz- 
mann in PfeiSerB Gemumis 2, 29 £ 0. Schade Yet. mon. theot. d^^ßB c. 9 p. 48—57. 
Über die Quellen £ in J. Zachers DiTTert Alezandri M. iter ad paradifum, Eegim. 
1859 p. 1 — 18 u. in Weismanns Ausg. d. Überarbeitung Bd 2. Eochat in Pfeifers 
Germania 1, 273 — 290. 

Eingang. Vor. Hs. Diemer S. 183. Überarbtg V. 1 — 18. 

Diz lit da:^ wir hi wurchen da? fult ir rehte merchen. 
fin gevuoge ift vü reht i? tikte der phaffe Lambreht 
er täte uns gerne ze märe, wer Alexander wära 

Alexander was ein wife man% vil manec riebe er gewan. 
er zeftörte vil. manec lani Philippus was fin vater genant, 
diz muget ir wol hören in libro Machabeorum. 

Alberich von Biünzö der brabte uns diz lit zuo: 
er h^tes; in walhiiken getihtet. nu M ih e? euh in dütifken berihten« 
niman infhulde ßn mich: louc er> io leuge ich*, 

Handel wegen VerftoBung der Olympias. Vor. Hs. h. Diem. 
193, 22 — 195, 18. Vgl. d. tfberarbeitung, AVeittnaiuis 
Ausg. V. 446—519. 

Ein chunich was Nycolaus genant. Alexander fuor in ffn laut 
ze Gefaream für die grölen ftat: da wkrt der riebe ohunidi enfatL 
Alexander faht ime den &ge abe, er fiiorte die corone mit im dane. 
Unt als er dft wider haim gefan, ein laith niimäre er im vemam: 
fin fater habeth fleh finer muoter geloubet und fa? in foller brätloufe, 
er 1^5 die fine muoter. diu frouwe diu hie? Cleopatra. 
Alfo Alexander haim chvam, er geinch ftir finen fater ftftn, 
unt nam die coröne [d6], die Sr [von Nicolao] 
mit famt ime da habete, flnem fater ers üf fazthe. 

Er fprach * fater, nement iiz mit minnen, da? ich mit fturme hau 
unz ich es ba? mahc getuon. des habet ir ere ünde ruom. gewuxmen, 
wan eines tinges trag ich iuch ubelen muot, da? tünchet mich ze 

nöuhte guot, 
da? ir mine muoter lie?et iuwers willen unt habet ein ubierhuor geftellet 
ter rede willich nu gedagen, iver e??en willich neviht ferfagen. 
nu wevn fd mir dei ougen da ich mit kefihe! ich kedanche fin allen 
die difen räth habent gefirumit, da? er niemer zören chumii dSnhie, 

Ein nter hie? Lifias, der ftolz imd redehaft was. 
dem was da? vil ungemach, da? da? chint f6 verre fprach, 
unt antwurtim ein fmaheit, alfö diche der ftolze man deith. 
Dd bete der chunich ein naff fw&ren, da an ftuonden guldine plachmale. 
den habet Alexander uf der hende unt fluögen.Lifian für die zend^ 
da? fim in fine chelen rifin. er fprach '1& dft d!n .rede wefen!' 



105 

Der clinnich ftf iou der taveln fpranch, wf^nde in fin zom twanc, 
wan im dör ffcrlt niTeht wol gevi^L dö trat er vor uade viel, 
da? im fin fdieÄfcel isebraft unt da? 6r äne tugent Iahe. 
Vnt alfö der diunich dernider viel, Alexander fin Uuot wieL 
fiii zorn in derzuo truoch, da? er mit tem fwerte mnbe fluoch: 
unt fwer da wider wolte Mn, der nemohtÄ im mit dem leben nieht engän. 
Idi nefrd(te i^ den dar femäme, war din. brüt ie bechum^. 
Alexander gema^et fich es* tue unt giench finem £ater zuo, 
out tethe im haU fin bain, nnt briht in mi fine ma6ter enein. 

Sclilacbt am Sufrat. Vor, Hs. b, Diem. 217, 9^222, 21. 
Vgl. die Überarbtg iu Weismamw Ausg. Y. 1488 — 1753. 

Unde alfo der böte wider chvam unde Darios der zeweir herzogen rede 

vemam, 
före znmet Cr fiöh dM^ d6 nam er ain herzogen der hie? fich Mennos 
unde darzuo tftfint man, die ^r alle über naht gewan, 
unde fante fi Alexand^ g^^T^f nnd.hie? den zw^in herzogen fagen, 
li??en fin über?« wa?er varen, ö? folt in iemer mere fcaden: 
fi ne gewonnen fin niemer frmnen, nodi fi ne getorften fdr fin ougen 

ohomen: 
Würde Alexanders wille gendeth, fi wurden alle dermite gefcendeth. 

Die zewene herzogen getorften neuili lä?en alle da ir man ia?en: 
fi Tanten alrihte über alle? ir gerihte: 
die üe zefamene brähten, ze sUShen tufint mabti mans ahten 
unde dri?ech tMnt dar zno. er bäte einen ubermnoten muoth. 

er fcifiFeth ^ch ze fordereft über de fluoth. 
An eime itade ch^nen fi im enkagen, alfus hört ich maifter Alberichen 

fagen.. 
da hnob fich ein Cbarm vil grö?. ^ tüfint beleih ime da tot 
T(»L chriechilbeme chnnne, 6 Ales^änder de^ fürt gewunne. 

Duo chom Alexander fölbe geriten, alfers vil chüme habiti gebiten. 
üf Bözivdl er reith. d6 iflnog er all» der thonei: [d^t], 
for dem fich niemen mach bewam. |V/er [in] fon lerre fach gevaren, 
^ er hinder fich gefach , f5 heter fin ainen flach, 
^ er fin plnoth aUe? fpe und lebte onch darnach nie'V7[e]ht me. 
fin fchaft was märe gro? : fwöme wart ein flach oder ein ftö?, 
^r was des gewiflen tödes und ernbei? darnach niemer brötes. 

Mennes was ein herzöge genant, den Darios hcte dar gefant 
fe was ein helt vrumeclieh. ein hundert riter häter umbe fich 
niit fwerten vil gnoten, die taten fi in ze huote. 
^e mähte niemen brechen, wan ders lebenes wolte verge?iiL 
Alexander wänthe fin vanön. er begunde fine helide manen, 
^r fprengeöie ze Mennes wert unt lie? i? nieveht durch die fcarphen fwert. 
d^irch alle die fine er brach. Mennes er durch den fchilt ftach, 
d^ da? pluoth begunde rinnen. Mennes ftach hin wider durch den finen, 
der was fefte helfi^pein, da? da? pluoth an dem fpere fchain, 
^ iewedere ftadi den andern nider, aldä grifen fi zen fwerten fider. 
^ ^ da? fiur daru? fpran^^ da ein ftahel wider den andern dranch! 



106 

großer flege wiüxlell niö getan, fie ne Rage wÜeii Saaiifan> 

der die grö^n mäht an ime truooh, das; er mit eines ereles hachen ein 

t&ünt lintes erflnocb. 
ä wie mähte da? ie werden ! Mennes der fluooh Alexandem zao der erde. 
aldä wart ime dar heim abgeprochen ♦ 
. unde war er alfo wol gew&fenth nicht, er befoowete niemer:; tages liebt^ 
wan da? fins tödes noch neweht folte thL ein riter d^ üe? Badym^ 
der was mit Alexander da niide ftuont im des tajges vil nSL 
ein andef hie? Jübal, dar fleh tQ ungeme in deoi Hknrme hal: 
der was dar chomen mit teme herzogen unde biete da? fwert erzogen 
unde wold Alexander geben äinen fljfch, da er im d^ hals pl6?gera<ih. 
Dadym wart der erer: er lofte finen harren: 
er fluoch Jftbal von obereft finer zende al nider durch die lende 
unde macl^ete zewöne halbe man. ä wie guoth ainenlob da? fwert gewan! 
Daclym dSii hölm gebräiic, finem harren fern ftf daij höbet panfc 
fin houbet was im erfcellet, da er der nider wart gevelliBt,« 
nieväht verwielt er fich finer rede, ^ was in grd?er unhu^e. 
Er warf ßch umbe alfö ein helit. 'nü werth iuch, hdrre <;i«inich!' 
alfus fprach fin riter Daclym. * Mute ß iwer eilen ibhln, . 
wand ir ein diure kneht fitL nu zihet fwert! des ift zitL* 
Unde Alexander wart los, dö fpranc er uf fin ros. 
fin ougen wären freislich, fine fient ^rforhten fich. . , 

unde alfö er zim felben chvam, Büziläl e> mit den Q>om nakn. 
Er tete Daclyme danch unde firumite nuanegen fwertflädL . 
under die menege er reith, aUS dfe'r da? kras nider Ileith:/ 
fo ftrouwet Alexander, diz liemöhte nehain ander. 
Diii menige diu was märe grft?, die der herre flaoeh und fcA?. 
alfö vil lager da reflagen, da? iu unzallich wäre ze fagen, 
Perfen unde Chriechen, äne die wttnden unde Aedben. 

Man Cagetb* uon döm'fturm dar ftf Wolfenwerde gefcah, da Hüten 

väter tftt lach, 
zewifken Hagenen unde Waten: fö nemohter h^6 nieth katen. 
iedoch nemohte nehain fin, noch Heref^ddi nofeh Wolfwrin, 
der der ie gevaht volcwich d&n chünige Alexander gellch. 

Man iiA von guoten chenehten, die wbl getorften vöhten, 
in Troiäre liede, e fich derfturin gefchiede, - 

Achilles unde Hector, Paris unde Neftor, 
die manich töfint erfluogen unde die otich fcarfo göre truogen: 
fo moht ünder in allen zuo Alexander nievöht gevallen. 

Pincftn was ein gräve genant, der vürte den vanen an der haut, 
den er Alexander abe brach, dön Mennes demider Itaclu 
und alfo ei' den gräven bäte erchom, duo 'rftrther? ros mit den fportt 
Zuö dem grävenör' reith. eY fprach *da? was^ ein milshd diSnüieit, 
da? min Van6 chom in iwer baut, i? wirt iu ze lafter gewänt' 
der gräve da.? roö ümbö warf! ä wie fcht!re er da refk^rb! 
Er ^rach ^gewiffe fär ich einen vanen, der dinree wile mit mir fol 
ich fol dirn äUb wider geben, da? e? di^ gätk an* diu läien. wohen. 
Mit famfh dtöne worte fd Aach 6r in mit dto ^rte 



107 

^ ^ 



da; an dte fp^ne was^ da^ ür dür wunden wol genas. 

ob^aih d^r hra da was ter £[t]iQh ketän. . 

'SvL vemement wa^ Alexander fprah^ als in Pincftn geftach: 

*da folt lugenare wefea und idi fol des ftiches.wol genefen, : ' 

Mit dem fölben, Worte gab äriim nut dem, fwÄrte: . 

üf da:; liebet era SÜu^h dutcb den hal& uAd durcb den buot. 

der flach was tmfoo^e: da^ houbet viel im rar die fop^a 

ü;ide Aleixander Hn vanen wid^. gawan» Heimes aber im rao cbvauL 
den herzogen er d^mider fladL d6 gaber im mit dem.fvert aia flach, 
nf den arm er in fluoch^ da er, da? fv«rt inne truocäu . . 
Der Haoh was yone größer. :maht durch den arm und diu^h den fcapht 
lo chom da; fyert gedünmgen und erwant^ im an der lungen. 
aldi viel Mennes damider. Perfi nefuhten niveht fider. . . 
U^er dem yeldjd fi/ifluhen: fi ne getorften in fölben .nieht^igeiaruwen, 
des wart Ale:sandQr .yÜ fslt er belaib da mit gewalt ' . 

zQo den fölben ftonden, al bi; im geheilten fine wunden. 

. • ■ ■ • , 

Aas der Übersetzung der ersten Abschnitte von Nortperts 

Tractate de virtntibBS, 

MoDolmer (di^nü Indetidbtfer) fis. Kr. 837. IS*. Jlidt BL 46^48. Oedr. in Graffs 
Biatifca 1, 281-^291. l^of^p^ Sti£^ de» Främon(trate^63P Ordens 112p,, nftchwaUi 
^rzbiTcliof yon M^gdeburgy t 1134, Tom Pabfte Gregpr.ZUl. 1582 canoniüert. 

Be fapientia. TJor allen dingen fol mennerohe erucrfeän^ uuäiohiu fige 
diu wäre gewi^^da unte diu wäre wiCheit; wante diu wißieit dirre 
wlteift ein, tmnbheit ;U6ir$> gote. , diu wäre ^WK^^e ifty da; du dich 
peeheroft uon detL.fimtOB, rdie des tiuuela dieneft fint; unte.diu wäre 
wiCkeit ift, ; da:^'du.got.u[o]bert nach der iw&rheit. ftner geböte., in difen 
zeaua[i]n dingen fd wirt dj^r> ewige lib gew[u]linen, ialTe Diuid I^riehet 
'cheiiQ, dich uon dem Ubelä uute tuo dag guot'; . wan.eg 6n genn[o]get 
neheineme das; er dag ubeL «eratdet, et ne weUe da:; guote, ttioUr noch 
en hflfet niecht.da^^.er da; gins^^tuoty. er ne, welle, da; .übeloiiuerl&^en^ 
aller der fus imte ift/ de^ iHiiftne zwiuiel imer fälicL da; ift: aber der 
lälige 10^^ da; tii got erbhenaeft. : n. ... > 

De ;fidß. ' JÄXi chMa:nuire des ^otei* unte diu ge(wi;;ede der wärheüje 
^ foltu. aüier geliman durchwdie alltchen gelöube, wa^Läne fie fo nie 
i^n^ nieman^ goie gdlicben. der ißi.wiirliche iähoh , : dar in 4er reohtun 
geloube uuol lebeth unt in demo guoten lebenne die rechtun geloube 
l)^[o]tet; wan alTö diu geloube ubbik iTb äne guotiu uvensh, alfö ünt 
^ii^ guQt^ w^rchi niecht äne r^te geloube. dannj^ rprichet> Xanctus 
^bu9 jnines t^teaaes : böte alfua 'wa; hilfet^ mine bmodeire^ ob ir 
fpisCcphenty da; :ir geloubich figent, en habent ir d^r gnoton w<$rehe 
^ht^, mak. denn0 diu geloube imen behalten/ diu nieht iTt 4ne diu 
wCrch?, alTö, dilir liiQbaname .erairbei, fö dlir. geift in oerlat». alfft ift diu 
gdottbe tot, ,fd fie.d^ wCrche niene h4i :\ i'. . • i. / 

De caritate. In allen gotes geboten ift diu mitoe de h^refte, äne 
^^i f6 Janctua.PaÜua.rpi^het, :cl^ gote nieth 'geliehen muge^ da 6r 
^ptichity ^^ \Wäd^l[ diu inttEt^ra,. noch^ dimre Wädte uerooianungey noeh 



108^ 



ilmuoren yrume ßge an die minne. dannän fprach oudi g6t ftlba, dö 
in d€r wife lüde nrägete, welche^ nuai^ dag maiefte gebot in d€r ewe 
'du minnegeil dinen got uon allano dhieme harzen unte uon aller dhier 
rSle unte uon allein dinem muote , unte minnegeft dinen naheHen al£o 
dich Mben: in difen 2euuein geboten S) hanget eUu dir 4 unte aller 
wilTagone buodL* difin minne diu geltet in d6r bdinottinge d€r gotes 
geböte y alfö ^r fölbo fprichet 'dCr mich minnet, d41r behaltet mtne rede.' 
fö Q^ricltöt ouch fanctus lohannes ^mr haben dag< gebot uone gote, da:; 
d6r got minnot, da^ iSr ouch ßnen näheften minn6n fcol/ uuildu aner 
vna^^en^ wßr din nftheffee (ige? da^ ilt ain Igelich gdouUgSr/ wane ymr 
-werden alle in dßmo toufe ze gotes chindengeheiligdt^ da:; wir ge^ft- 
liche gebru[o]dere figen in d€r durnaohtigun mmne. difiu geiMtche 
geburt iTb uU micheles edelere danne diu ille[i]lbhU<&he. ntt gelinte läen- 
nefche , w€lihu figen diu gotes gebot unte behu[o}te fe aU& uile er megi> 
wante fö mag 6r ein^hafte gehen, da:; 6r diö gotes minne hubd. 

Seroio de naiivitate Dominu 

Aus der Handfchrift der Waßerkirche in Zürich C 68/275 S. 214*— 216*» in Vacker- 
nagelß altdeutfchem Lefebuche 3. Aufl. Sp. 101 — 196.. 4. Aufl. 193 — 198. 

AKo fanctus Auguftinus gelbribin bat 'fantta trinUä^ ad fttbriamduM 
haminem mgreffa eß in uterum virgims/ durch dö? chon dßr vatir 
unde der Tun unde dCr heilige geifb in die tougini fancte Märiun libis, 
da? von den drin ein folig mennifge da inaae gewor[hJt wurde, alfö 
geva??6t^ unde alf& gewäphiniter mit'un£ars hdrrin mennifghdite widir 
den tftvel, Chriftms dmwmwi itoftet^ dar da? -aOe? ToUebrahte an da? 
ende nach ßnen genMon unde näh unfir aUir nötdu^ftht alle drte eho- 
min fi dare: £ worhton aber ungeltc^e da. des nemint bilde an difen 
fünf dingin: an deme Ainnen, unde an eiaeme zwigebeln holze, unde 
an der harphun, unde; an der gerte das hSrrin Aaron, unde an den 
iiu??in> vden diu gerte gebar. r5 man -da? eine W(MPt fprichit funne, da 
ß^en wir driu dinc ime, folarem glotum^ radium^ et calorem: der 
funne wirt genemmit, dar fchime intliuhtit, diu hizze we^nnit, trucchinit 
unde derrit. der vatir unde dir fun unde der heilige geiH oh6men fament 
dare, unde worhton ungeliche dl got der ^wige funoä^ ordinöte alle? 
da? da geibah, der heilige geift wamde £e zuo der geloube, er dmc- 
chinte unde darte in ir alle mennefgltche äcufte, noch nievirlt? in irlibe 
nihein fnndichlikin gelufk; unde alfe der fdiim des funnin durdi da? 
gleßne fenftir in da? gadin fcUbit unde alle? da? intluihtit da? drinne 
ifb, unde alfe da? gleßne fönftir ganz bdiibit unde unfiribeitet, f3 d6r 
fiinne drtn flehit unde widir u? gSt, alf6 chom d^ ewige gotes fim zuo 
unCer frouwen fancte Märiun dar vamde unde dasm&n fdieidinte , da? 
flu newedier inhän wart getwanges noch feres. der ie vor allen werkten 
was ane anegenge des ewigin gotis fun &ne muotir, der wart ze dir 
wis der ^wigir magede fun fanete !Mlriun ftne irdi^n vatir uffin der 
erde an deme ende dir werelte. noch nemint bilde vone zwein eflin, 
die u?ir eineme ftamme gewailen fint: die dri namin hörent zuo einem 
holze: alfö habint iu de paire ei de fiHa et de fpkitu famcto. nodi 



109 

fchcuwint an die harphun: da iflt da:; holz unde der feite unde diu hant 
der lift tflitot da? werch, diu hant ruorit, der feitö clingit. der ewige 
vatir tihtöty der ^wige Arn werchöt^ der heilige geüt Uktit alle die zun- 
g<Hiy der herze got meinit. diu dürre geiie des hSnin Aaron biceikinot 
mine frouwen Tante Märiun, diu äne mannes rät unde ^e mannes Aiti- 
wifte den wittin wuocher gebar, da mite idle ßJig« felan gelabot wer- 
dint, engele unde mennifgen, vone finir anefihte zuo deme ewigin libe. 
diu nu? der fölbun gerte beeeiohinot unf^en herrin Ihefum Qhriftum, 
wane ^i jmi driu dinch ane, diu rinde, diu fchale, der eherne, diu 
bitten der rinde beeeichenot die arbeite dni^ libis an der mennifgheit, 
die er leit yaftende, turftinde,. mupdende, darnach den biteren tdt an 
d^e cruce; diu fcäte beoeichin^ die herti des crfliGis; der eherne be- 
ceihendt die fuo^^i d^ goteheit* da; ift alle; irftiUit an unfir frouwun 
fanctee Märiun. von ire chom uns diu genäde, die wir hiute lefen an 
der leczen 'c^aruit benignitaa^ uns iilt erfchinin der guote wille unde 
diu mennefgheit unTers haltares des almahtigin gotes.' nflwet vone der 
heiaen rehtin werohin, diu wir Mbe getan haben, wan nach Hi^er 
midihelen erbarmede hat er uns gehaltin, obe wir leibe wellen, wan 
€r fprichit euch ^ ego fum paftor bonus ^ et animam meam perdam pro 
ovibua meis: ich bin der guote hirte; ich wil minre föle äne w€rdin 
unde wü fie hine ze helle gelwtn umbe mtnu fcäph/ nu vem^mint, wa; 
d6r engil fprach }ecce ewangeU%o vobis gaudhim magnum: idi cunde 
iu guote botefcapht, niicliil mandunge, diu gefchöhin fol aUeme liute.* 
e? was Wcirliche ein michil mandunge. wir wären gevangin, wir lägin 
in dßr vinftri dßs hellecharhares, wir wärin , vörhcwunt von dtoe öwigin 
tode: do wart unfer vatir gebom, unde unfir fcephÄre d€r wart unfe 
gifil hine ze helle; fir v^art ein unfir arzat über alle die funde, da. mite 
wir d(5a tot habeton gamet. ^ facta cum angelo nmUittido celefHe eser^ 
dlus luudanHum et dicenlium: gloria in escelßs deo, et in terra pas 
hmninibtis bone volt^ntoO^J dö dtr eine en^ die botefob^plit ragij;0, 
do erüchein fant ime michil menigin engile d€i^ himelefchin heree;, die 
lobeton unferen herrin. d^ ^p fprach alTus ' glotia in ejfcelfU de0» 
da; quit frequenB farna cum laude ^ eme^i^g n^äre mit lobe. ,guot?er 
mare, die ze loben fint, deme mag niet ze vile fin. der got fahe alfe 
Cr ift, d^r mahti märe fa^en. quem nee oculue vidil nee avris audivit: 
die fconi gots die ne gfefäfch nie nehein ouge, die negeh6rte[n] nie ne- 
beinu öm, dir nedächte nihein herze; die g^rOnt die heiligin engil alle- 
?an befcowön. in anefßlünt äie heiligin engele hüte alfe g(jrne fo ze der 
ftunde, dö ?iQ in aller er-eft fdiouwon begundon, unde ift in böte alfe 
Bot in ze feöuon, obe ^& ze eimr ftunde ire antlutte von iöie muofin 
Weberin, da; fie nimir fö fchfre dar widere gefähin^ e in fettefwa; in- 
gmge an fime antlute, da; ?\ da vor nie geHihin unde euch darnäc[h] 
niemir gefAhin, obe fie die wile firfiindin; wan an ime ift, alfe fanctuB 
Gregorius gefcribin \Ai / eottidiana feftividas^ koraria jocundita9: da; 
kit, an ime ift tägelic hohzit.tmde zuo iegelicher wüe niwi lüITami unde 
wunne. d^ ift grd;e8 lobes wol wßrt, an deme diz alle; ift. dür wart 
gifougit unde gebom; vone ein^* magide -fanet^ Märiun, alfe wii* hiute 
l^en. 4i6 heiligin engele .fr outon fih, da; mit d£r geburte die meiini- 



110 

fohin widir geladit -mirdin beidiu ze gotes huldln luide zuo ire gno?- 
fchephte in den cöhindin chor, da dftr tiercl h^ virftft^n wart mit allen 
imö volgenden gieno^in. michel m^re ftiln die mennefgin gefronwit wer- 
din^ dCn diJr fridö gemachdt "Was an dör ferde. der iride chom an dßr 
citrf, wan diu gewette wönöte ftinf tufint jftre unde mßre, da^ Wir 
armennefgen newijdir habeten gotes hulde noch der engile niinne. der 
fride wart gechnndit an dttr erde d^n mennifgen, unde niut allen, Xun- 
dirbare abir dfe'n, die da wärin guotis -willin. da; ift dör guote wille, 
da? fie die fuone niet yerwurchen mit deheinen unzuhten, die gotis 
ougin mene z^'men ane ze fchouwenne, wane da gefcribin Mt 'mundi 
fü7¥t oüuU^ domini^ ne videant mahitn: fö reine fintdiu ougin Imferes 
hÄrrin , da; fie neÜein ' ubil in ir belfehowede dnltin -virellin.* fiu fungin 
■genftdigiltche hone voluntath^ da; kitsguotis wilKn. da; flu virfwtcton 
guotir w^rke, da; was dättnän Ton, wan der mennefge Mt genuog an 
detae gnoitin willin Tor gotis ougon, ob er d^ wSrche jiht bringin mag. 
d^ guote wäle hflfit ftne diu Wfe'rchj da man ire nieht geleiftin mag. 
fire guot aber^ diu werch fint, däiae ti der guote wille mite, da; man 
dir mite niene meine wan einvaltagüche got, e; ne hilfet ze göte niht 
von diti fprao fe*r * guotis wülin*. da; wort ift gemeine allen den men- 
nefgen ftffen der erde, die gehaltin ftiln wördin. Fratres, da; ir nn 
hie vimomin hänt, da; ift ein hÄre ding, ein mfiohil gfe'be, ein grö? 
genäde: ein magit gebar got ftlbin ire fceJ)J>härö, ein tohtir ir vatir, 
tohtir der goteheit, mnotir der meiinifgheit. wir bechennen zuo ge- 
' hurte iinfereö hßrrin eitie goteliche, ein andere menniflfche, eine äne 
muotir däzimele, eine äne vatir hienet'de. hiute hat diu virfiechitu men- 
nifghöit inphangin da; Äwige hei! unde die ftatun gefuntheit. hiute fint 
alle die haphte M gemachöt, die dir tievil häte gebundih mit den fun- 
don, übe Hu Ifelbe Wollen* hiüte ift der ellinde mennifge widir chomin 
ZUQ fineme herbe' * in der himelefgun hieinmuote. nu garwen wir die 
hferbörge unflrs herzin foUöhime gafte, folidiime chunige, da^ er uns 
geruöche zenphinne in die phallinze , da niemir niuwit unfchdnis in 
chumü d^r phallinzö geftate ims nach difime libe unfir hörre lefus 
Chrißus^ qui non teeipit uHam macutäm^ per inßnita feeula. amen* 

Aus dem jungem prosaischen Physiologus. 

Wiener Hs. Nr. 2721, olim cod. Theol. 653, BL 129*— 158*. 12. Jhdt. (Diefelbe H» 
enthält die poetifche, Bearbeitung der Genefis n. des Exodus.) Gedr. in Gra£fs Diu- 
tifca 8, 22 — 39; in Hoflfmanns Fundgruben 1, 22^—37; ih Mafsmanns deutfchen Gc- 
diohten des 12. Jhdts 2, 31 i— 325. Nach Graff a.a.O. S. 22 einer lateiniTchen Quelle 
8atz für Satz Bachgearbeitet, die im Wiener Codex 846 (Denis «ataL 1.) Torbanden 
unter dem Titel: Incipiunt dicta Johannis CriToftomi de natoiis beManun. 

Anfang. Hoffin. S. 22 £ 

Ditsje buoch redenot unde zellet michüen wlftuom uon tieren unde non 
fogilen, aller» erift uon dem leven, wie ftniu dmch gelegen fint Dd 
der alte I&cob finen fun gefögen6te unde gewihte, do chod e5r 'weif 
döf lewen biftu, Inda. ' wer fol irwekchen uon dfaieme geflahte einen 
man?' wer, ane got? Von dSm lewen zellent diu buoch, wfe er habe 
driu geflahte. Das5 ßrift ift, fö fer get in den gebirgen oder in deme 



111 

walde, fö im die lagere iagint, ob ime dan&e der ftanph, dünnet ze dere 
nafun, fd nertüiget «r diu fpor mit deme zagile, da? man in geuähen 
nemege. Saane töte, nnfer trehtin, der heilige Ghrift, der der.hei:55^t 
lewe uon dem Däuidif. chunne. da er uon flnif uater barme hepe chom, 
do bedaete er diu uil nernundiklidieii fpor finer gotjieitß; lich meine^ 
do er chom in dere magide puöfim, d6 geheilt eri mßniüfkc^n diunna 
fö wart der fun gefleifkbaftot unt buwot in unf : , bidiu ift er chunig 
unde herfcaft aller tuginde. So er ijÄfet,. fii ßnt ime diu ougen offep, 
alfö geferiben ift in demo fuo?J5en fange; *ich.flief unt üiin.heraewaohöte/ 
uon diu bezeichinet er den heiligen Chrifty want e» in flei&es löbite, .di^i 
gotheit aue wachAte ze der z^fewen ßnef tiater, .alfö gefotiben ijTt 'inen 
flaferöt nieht noch er nöflälbt, der dar behuoitet IfraheL' {E]in .drittiu 
gefcepfide ift, das; diu lewin da:; weif totesj erwirfet, fo huotet.fi d^if 
welfef dri tage, unze der uater diumet an däne drittem tagei^ fd, :btai}jt 
er in das; aniune def iungen unde machet i:; lebeni&ch. [8]ame ^pt sür 
mahtig finen fun def tritten tagef irchucti uon den töten, alfö läcob 
uore fagate 'inliginter räwut fd der lewe unte dasji Wjelf def lewea 
wer wecchit in äne got ? ' 

Aas dem gereimten Physiologus, 

Milftater Hs. zu Hagenfurt, 12. Jhdt, Bl. 84*»— 101». Gedr. in Karajans deutfchen 
Sprachdenkinäleii des 12. Jhdta & 73 — 1Ö6: durchgereimte Bearbtg des jüügem prd- 
fsifchen Phyliologus. . ' . 

Eingang. Karajan 73 — 75 , 14. 

Ir fult an difen ftunden von wifes mannes munde 

eine rede fuochen an difem buoche. 

phiGologus ift e^ genennet: von der tiere nature ei; uns zellei 

ift e? nu iwer wille> fö fwiget vü fülle I i 

Ditze buoch' wil uns chunt tuen ünde zellen: grds;s^en wistuom 
von tieren unde von vogelen, allerfte voti' d^in lewen, - l 
wie fin nature unde fin leb^ an im GM gelegen. 

Do der guote Jacob fine fune gefegenftt 
unde fi gewihte von der gotes bihte, 
dd fprach er vil hewen 'weif des lewen . -. i 
Wftu, Juda reche, nu wer fol erwechen -; 

von dmem geflehte einen inan?' ane got nieman. 

Von dem leWen zellent diu buoch rehte, wie er; habe drter 

nature Heilte 
da? erft ift fo er in dem gebirge get ode in dem tieffin. Walde ftöt, 
fö in die jegere danne jagent, ob im der ftanch chumet ze der nafen, 
fö vertiligpt er da? fpor mit. dem zagele, da? man in iht vohe an dem 
fem tet unfir h^rre Chrift der heilige, . gejagede. 

der der lewe gehei^^en ift von dem chunne DavJdis. 
do er von f ines vater erbarmede - her diom in erde, 
do bedahte er gereifee der vinftern.fpor mit-ßner gotheite. , j ; 
ich meine, do er chöm in den..buofem der inagede, d4* geheilt er men- 

nifohlich chunne. 



112 

do ward er mennifch alfö wir mit vleifce, er bouwet in uns mit dem 

heiligen geifte: , 
d» von ift er chnnich allir chimige, herf(diafb aller tugende. 

So der lewe flaeffet, finiu ougen er haltit offen, 
da^ fchul6n wir fuochen gefchriben an den bnochen: 
'ich flief genote, mfn herze wachdte/ 
von diu bezeichent er dm heiligen Chrift got her: 
wände er in d^m vleifche entflief, diu gotheit in an rief: 
dö erwachot «r aber ze dör zeTwe fines Yater, 
alfö gefchriben ift ' ftand ouf I min 6re du bift. 
got den enMfi*6t niht, wände er Ifrahel behuotet unde fihet.' 

So ift diu dritte natftre lin: fwenne diu levin 
da? weif tÄti? erwirfet, dar -zuo fleh diu muotir rihtet, 
ii huotet lin dri tage, unz da:^ der vater chumet dare, 
fo blöofet ör undir da^ antluzze der jungen: lebentich werdent fi an den 

ftunden. 
fam tet der almachtige got finem fun. des dritte tages erchuchet er 
von dem tode ou? dem grabe. Jacoben hört ir vor fagen in vruo 

^io der lewe unde des lewen weif rawot, wer fol in wechen äne got?' 

Aus (lern Leben Jesu von Ava, 

Vorauer Hs. p, llö*^ — 125», gedruckt bei Diener, p, 229 — 292. Jüngerer Text in 
einer Hs. der' Bibl. der Oberlauf. GefeUfch. zu Görlitz, 13.— 14. Jkdt BL 1» — 24^ 
gedr. in Hofimanna Fundgruben 1, 130 — 204, mit einer Einltg über Johannes den 
Täufer (Fdgr. 1, 130 — 140, 10) u. obne die SchluÄzeilen der Vor. Hs. über die Ver- 
faBerin (Diemer 292, 13 ff.). Über diefplbe Diemer Einltg p. xxv ff, 

Jefus u. die Sünderin. Diemer 243, 6 — 245, 14. Fdgr. 
1, 158, 45— -161, 2. — Luc. 7, 36 — 50. 

Do ladet in ein fiech mJEwa, er hiesj in Httan, 

da^ er durch fine guote in von der mifelfuhte nerte. 

Do er in da^ hAs chvam unde er ei^en foegan, 
in dem leiben muofe chom dar ze hufe 
ein funtige:^ wip, alfe h; an der rede chvii 
ii brähte ir falbe, G. gie Chriftes halbe, 
ii gie hinder im zuo, nider chinite fi duo, 
ii weinote vil fuo^e an die goteß vuos^e, 
mit trahenen fi ii badete, mit der falben fi fi falbete, 
mit ir vahfe fi Ge wilkte, vil lieblichen fi fi ohufte. 
ich wei!5 ins der bedahte der in dar brähte : 
er dähte in finem muote *ware dirre gÄote 
ein rehter prophete, alfe ich gedäht hete, 
er rechante da^ wlp, ir was vil funtich der Hp, 
er fprach, da:^ wäri ein gemeinen fundil^n.' 

Do fpradi Chrift ze dem manne vone fjnen gedanchen 
*hdre, hereSymeon, du folt ein urteile tuon. 
nu wären zewene arme majEi, die folten fcae geltan: 
der eine befundert der folt phenninge vinf hundert, 
der ander dar engegene fibinftunt zehene. 



its 

do Terliei; er in die fcnlde^ da^^tfi vaof irArien holde> * 

durch yfl michel minne die felben phaimi]^. ^> . ; 

nt Tage dn mir^ SimeAn^ zeige dhien wtetuom, - 

wed^ den' herrdn Mte mtoseA mire/' --^-^ • ^ • n 

erfprach *fo ich verften mach^* dehi ^^siere vei^g^/ 

di fprach got ze der fttitide ^^du b&ft fiii reht vundeni v , n 

ich chom Mute her ze dir,' noÄ (& /w«s^er ^äbe dft/nKr^ ^ »in. 

des du hält genuoge,' da^ieh toin fiio:^i|64wn()die; ' ^ ^ > i . fi' 

arer dwnoch H fi mit däaibronnbn , depur'¥^« d^ne hecsen waa^^afjpmiigen; 

fiwifkte fi mit'ir Marer dA^ rivbet ze Jder grd^pBn-miime ve iribre. 

do ich hiute her in dfa^hfts gie utiie^idLtsao däm muofbrgiöphiey 

da^ ift dir felbem wol chnnt, du ne olntftei mir siht minen 'munt: 

aye chofte R mtne Tuoi^e^ da^ -sdufaet 2e* der.iDdnre< ftio^e. ' 

di ich hiute hie ge(jE^> dae ne gäbe du nur dM^ derai), , : ' 

da? ich ze note nifn hocibet gefalbAte: ü , . ,. 

aye da:; wtp die du fiheft undeifr DiuididL haiiptt, ! 

diu brähte ir Mben teine gdialddn; « < . , / . , 

fi falbete mlne fuoge, der ^kanch "w^t^ Aio:;e, I. . . < i. 

da? erfiillet wart da? hÄöy ül gioi ftattck gie ^darÜk^^ •' n 

. ' ■ * * f J i ' _ r , /* ; ' ' * J * J ' ^ * » . . I 4 I , ' ' ' , j t ' 

Do bliht er üf an da? wip;, '. d6 ipra^h der, ewige lip - 
*nu wis tu wip enbunten von allen dlhen fuiite];, „ , ,.,. ,: * 
durch dine minne f5 la?. ich dich varen J^innen 
ine dhie funde. nu var in gotes jnundel' . 

Swä er hine cherte, die tümben Si- lerte,' '■ . ' 

die armen er trdfte, die behaften fe't- Idfte,. ' ; • r 

er half der wa^erAihte, die chruinben er'rihte, . > ( • i 

er entfld? die touben dren, feV.Kefi wöl' hÖfen/ ' ' 
diemifelfuhtigen ör hertfe, ^55 'fl Öi ne tettö, ' '*♦ ' . ' 
er hie? die ftummen' I^rfe'chen, ^ef teniperdte die firSchön, ' ' , ' '' 
er hie? den vergihtigen gäh/"Rri bette ih fin'hö» tragenl ' 



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.*• »i n 






Kreuzigung. Diemer 260,92-^-268/18; Fdgr. 175, 29^1 TS;«!; " ■ 

Die unläligen löte die wärhteri ein ci^frcQ/ 

da fi den guoten vü crimine an ertfttenl' ' " " ' '' '"' • * 

da? holz lach ze wärß in einei^ wiäre. ^ , , 

do fi i? gewarhtun, d6 legeten !fi i? üf äeh gotefiin. ' ' 

d6 hete er über fich genomen dann^ uns die funde wären comen , . 

von dem erltem wibe in dem paradyfe. ' , 

an dem holze huop lieh der. tot, an dein holze geviel ei*''gote löp? 

d& truog er i? ie fa an einen berch nei?et CalväriS!.' 

mit im truoff iz Symeön: er Tiabetes luzelen Iftn: " '' . - . 

Da? cröce fi geftahten, flne ih«ide> & im' gesahtemiO ^ > ;; J I i / 
di wurden vier nagele durch 'Oifttoil'geflagene;' f-i ^^w j .! v <'.<l 
dnrch fine hende, da? laid er duycto unfer fimde,' f rr ' /r .^t; f ' 
durch die ftio?e fine, da? wolt'ei* duroh linfioh Uden ' r s:/:r < m 
iteiri?e genuoge mit michelem IvucAe. ^ ■ ^ . ' .. .^' / 

Schade, latd« Leteb. ^ 



tt4 

Tü harte firouten ß Mf« ,{ aifMkbm; '^ti^l^ch. r 1 ; i • . 

itbe dem crftci! fd geloube 'TOrifdmf (• <', ' • > - r, j •..'.. 

TJnder da; crftoe was gegangeil fin flünotfor mid, Tante Johanne«, 
do fprach der goteik fimv ae>£lknt^ ACfioriun . ; > 
^fich, wtp, dize ift douXim/ i da^ maint ar an fidi felbun^ 
das; er da; chorter r^^dbre> da; tr ^on är. a&m^« ' 
diu gotheit was dar aageh , däa y^ftei^ dör>alte Hange. 
imiQjinart 4a gare.f^IÖDoi <1a «erlviroitgete dar:&wi^tt6t( . i : 
hin zedem jongeriL er fidi chette^* «Uteiier\g|^imj[m6^. htite': . 
^fich djae, ffibmfai'maDtdtiL' döib^YAkh« er die-g!toitaii 
fante Joaaae^; .fifboid» dni andeife. >: > i . - ' • -ü: 

D6 hnob örauü ftunme,. do'ligiiar to^ die yUmä^ mtmem i 
^nu vergip in, hdvrevifttor'.gati »fl 'n^ wifp^.wa; £ tdiDt/ 
zeiner lexte da; ergie, da; pian ut.'an/den galgeli Iua: 
da yaht er in agdne da; idiaiif ' «nti ^ ^iernöne,:' .j:, 

dö wart gefceiden der ftrit, do gefigteMUJtui därl eiwigiei il!p. •: 
er fprach ^i; ifb al yerend6tV dö gwng^ )ij;: ^n* d^n ,tpiy : 
d6 gefchiet fin hefl^inJele itim dea.iipltoheu föife.N 
durch unfich leid, er die ndt: nu lehet, wi ir im fin Idnöt! 

Owt Maria Magdaleiia, WJ gehöhte di le da; ' ' 
da du dinen herren gubten Ähe hangen tknde bluoteii, ' . 
unde du fahe an finem Übe (Jiegeftofchen wunden (fiten! 
wt mohteft du yertragen die bätlSrfien chlage 
finer trut muoter fante Marien dßr guoten!., 
wie manegen zäher fi gaben xe dem (elben m'iü, 
diniu chüfken ougen, min yil iUe)aiu frou^^e, , ? 

dd du fus fähe handeldn , 4^; ^f9^^i^f%f n, fun, - « , 

dd man in marterdte aUi5 for^ dia; äß^ ^ .^r yon.^ü; genoiiaen bete! 

Owi Jofeph 40^ gu|ote> dp dn, i^ti^ ^errn ab, dem cruce httobe, 
hete ich d6 gelebei^; ich h^te dir y4lte.;^uo gechUibet 
ze der pivüde here mines yil lieben harren! 

Owt fTfclHxlemaSy :wane muht ich <dir [fus] 
etewa; liebes erbieten ze löne unde z^ mieten, 
da; dft in abe huobe und in t& fc^ne b,egruobe! 

Lohn der Seügen. Dienaer 290, X^ — 291, ,16. Funäffruben 
203, 15-264; 12. • ' '! i *" 

So der tievel däne geyert, yil wpl unfer diivch .yeri, 

rft feinet uns fo^ftne • diu edel^ perrune, •'.'',. 

fich zaiget gbt mii nennen < allen ("inien chinden. 

lÄ fint die arbeite fture, fd finge, wir zwire 

alellujä da; fc& fandi, wir fagen got gnade unde danc^, 

wir loben gotes ene mit libei imift ttä. fei». 

Do yähet an, da; ift wiff> juhäiitt Klti;>guoterWUime}ir. 
fd beginne wir minnen. 'diinreni£nne^.: 
yemunft unde ratio, die iodsle meditatio: 
da mit erchenne wir Crifb, da; er i; laHa; itL 






y 



fö habe wir ^nl imcheliWUtne,» • i lo ß w.fib«iiOtted fdiiMr denne der ranne. 

zuo der fölben fcdiae (ft gibet ims got ze lone : < * - i . . 

eine yil JOtILtige j^eiode unde manige herliche, tugeiidei .... 

wir Allen jlWcb^.^wärdfin« wolten wir di berge 

zebrechen lUfo da^.glaft, •. ze "w^äre fag ich iu d»;^ 

die craft habnt d4 >dltt gotes . ehifit,' die hie mit Aü;e guot fini > / 

Dd habe wir da^ ewige lieht , neheines ßchtuom^s^.tfihi . s \ 
di üt diu TeOe ^^nefoapbt, diu nulteft trfttfciq^, t' ^ 
diu chimechlich ere, die^ babt^ü wir iemer mere. , /^ • > > , 
da; unfagelich 16n. ia dem bimefifohen tedn:. 1 i* « . : <*>' 

habent die go^8 erb^^ idie.4än&Dh wolten werfen. ' ; . 
emphiliehe wirb^ej dietfunde^ . wir iin dl Ineller .dennd die winde.: 

Kn TefnäaAieib ail0idä bi: dä^ßt ir. etd^le undi^'M.. 
da ne dwingetvJA«b.ßmHiei)^och leit: da^ ITb diu gaiHM« .frikeifci* \ 
a ergeteet uns gfi% Sciidx^ aftsr der lere, . ,, . • 
die wir manege Xtundan Jiten in>ellende. . * ^ ' /i* 

Da ift da^ ^wige lebenv da^iift uns alzoges.: gegeben. * , 

Crift unfer yeDmunft .undei unfor wistuom . *, . 
der ift goobesetan in,)i . vil lediel^ ift unfer fin. . • 

OBfei? h^rze und wTerä^ieugdAv iehent die gotea. tougen; ^ 

TÜ ztrlich vnit da^cJelh^^Uiebt, i; ne wirt zegancliok ^nSit. .v. > \ :\ 

Epilog; ' Diemer 29^, lä' tf. 
Dizze buoch dihtÄte zVeier Chindö muoter: 
diu fageten ir difen fin. michel mandunge was under in. 
der muoter warn diu öhint llep. der eine von der werlt fcietlL' 
DU bitte ich iuchgemeinfe, "piifcliel unde chleine^ 
fwer dke buoch lefe,' das^ er Rnet töle gnaden wunüende Wöfel 
Wöbe den einen dte nöcK Ife'bet. unde er in den arbeiten Krebst, 
dem wimfket gnftdeh nnder üiuoter, däij ift Ava. 



i' 'I 



ri! 



, Lied an dle/Jaogfrau Maria. V, , 

Holker Hs. 7, 8, gffciir. imJ. ^123, il^ffinums Fundgr. 2, U% H Wi^rtL oltd. 
I^feb. n. Ausg. d. 2. Aufl. S. 195 ff. 4. Aufl. S. 163 ff. . '. , 

1. Iu in^e^dif 1^. .: 3. Gedeo». 4Us.,Ifmid 
Aaron eine gertse: nider fprseit er ein lamphel^ 
diu gebar m^uD^aslof, ; , ..- j , ., .; id^.4ii*^jqJ|fco|^.^ M<ße 
nu^i^e alfö eoile. betouwete alimtalle. , , 

die fuof^^e häft dft Aire braht^ . alTp. chom d^ diu magenchraft, 

aiuoter ä|ie maAues rät, , ., . da^ dft wurde tberehaft^ :. in,/ 

fancta Maria. fanciä Marta. \ ^ 

2. Iu in dtoe gefpreidach 4. Merftfime^jmotgönröt, 
MoyPfes ein fiur gefach: . ai^er ungebrächot,. , . y 
da; hol? nien^ )^rm; . . . d^ .loi^e ftftt ein bluome, / 



den louch Dah Sr obenan, ' diu liuhtet alfö fcönei 

der waslänich uhde bteit: fi ift under den änderen 

da; bezeichint din<^ magetbeit, , lo läium undem ^onien. 

/angta Marig* faneia Maria. .. 

8* 



im 



•' ' &. Bin aDgeUjmor geiahtin i(t: 
dannen du gebom bifb: 
da:; was diu dln chunneibafb. 
der angel was diu gotes chväft/ 
da der tdt wart ane irworgeii, 
der von dir wa»t verborgen, 
fancta Maria, 

6. Yfayas der wiSSaige 
der habet dtn gewage[n].. 

der quot, wie von lelTes stamme 
wuochTe ein gerten [gjimme. 
da vone Cool ein bluome varen: 
diu bezeichint dich unde dln bam^ 
faneta ' Mona, ~ 

7. Bd gehit ime fd werde 
der himel zuo der erde, 

da der eOl unda das; rint 
wole irchanten da^ vr5ne chint: 
dd was diu din wambe 
ein chrippe deme lambe^ 
fancta Maria* 

8. Duo gebsBre du da^ gotes chint^ 
der unfih alle irlofte fint 

mit finem heiligen bluote 
von der ewigen nöie. . 
des fcol er iemmer gelötet fin. 
vile wole.gnie^ge wir difa^ , 
fancta, Maüa 

9. Dil bilt ein beflo^i^eiiiu borte, 
entaniu deme gotes werte; 

dft waba triefendiu, * . 

pigmenten fd volliu; * 
d4 bilt Aue galten 
glich der turtiltüben, 

fitm^a Maria. ' ' 



1 ' , 



i' 



1 10. fomme befigelter, 
garte b0flo355{ener, 
d4r inn^fliug!^ iaifamumj 
dar "^ee^^^it fd cinamamvm* 
du bift fäm Mt cederbo«Lm^ 
döÄ da ffluhet derwürin, 
fhncki Maria. 

11. CedruB in LibafW, ^ 
rofa in teriehoj 

d4 imelte mirre, : 
du der wse^ft alfö Tcirrd/ 
dA bin über engil al, ' 
du befuontefli d^ü- Even val, 
fantia Maria* 

12. Eva brj^ uns ewiffen tut: 
der eine ien^h rtchfenftt 

dft bift dai; ander wlb,^ 
diu uns bfahte den 1^.^ 
der tinfei geriet da; mort^ 
Gäbrih41 dilmte ^ d»; gotee wort^ 

fancta Maria. 
. 13. CJhint gebösre dft magedin, 
aller werlte ediÜn. ; , 
d)i bifb glich deme funnen 
yon Nazareth, irrun^pn. 
Hierufalem gforioy 
ffra^l letfcfaj 

fanoia Maria. 
14. Chuniginne des himeles, 
porte des paradyfes, 
dft ir;welte:; gotes hfts, 
facrarium fancti fpiritus^ 
4Ä wis uns allen wCgunte 
ze jungifte an d6m enle, 

fancta Maria t 



' I u 



l ». 



Aus dem HolftBdsIiede des Pfaifen Konrad. 

Hss.: 1) Die Heidelberger Perg.'Hs. Nr. 112 in *<>, J23 BU., mit Bildern awifchen 
dem Texte.* Eine Lücke nAch Bl. 41 ift wahrfchl. durch 2 ausgefchn. Bll. entftanden. 
Vermutlich n04)h ittd 12. Jhdt gefckr. Facfim. in W. Ch^mteis Ausg. Bafelbft voll- 
ftändiger Abdrju;^; .4^ \Ka;;\^ber die Schreibart derf. JSuiltg i-»-XTin^ 2) Die 
Straßburger Hs., ^a^fehl. auch aus d. 12. Jhdt, gedr. im 2. pde ▼. Schilters The- 
faurus unter d.' Titel' Anonymi fragmentum de hello Caroli M. contra Saracenos, mit 
Anm. T. Schilter u. Scherz; grbßfe Bruchftücke, 4621 Zeilen, etwa die Hälfte des in 
der Tor. H8.'.«ilihalteden. Di« Sin^kformen altertümlicher , dem' niederdeutfchen Laut- 
fyfteme lieh näh^n^d:. t ß^iiih^T Mi W>. Grimm Einltg S*.»na-^xxiii. i 8)< Bmclilt 
einer Hs. ebenfalls ^wahrfcbL des 12. Jhdts, 8 Bll., die aweite Quaternio, durch Ar- 
chirar Lifch im Archive zu Schwerin entdeckt u. in den Jahrb. des meklenburg. Ver- 
eins f. Gefch. n. Altert. 1, 157 — 172 abgedruckt. Der pfötziföhen Hs. äuÄerlich und 
innerlich fehr ähalkki tW. Gr. Einltg xxin fg. 4) EittPergameiitblateVonKiiuaer 



117 

in Siattgart getedeft u. duick Uhland an Orimm gefea^ei Die »Schrift äkt der Pfal- 
zer Hb. ähnlich, aber fohöner L d. Faof. bei W. Gr. Die Sprachformen in mundartl. 

fliniicht zwifchen der Pfalzer u. StraiSb^rger : f. Vf. Gr. 'Einltg auü^. Ausg. des 

Gedichts nach der Pfalzer Hs. mit den Lesarten der fibrigen , fo wie mSt £inltg u. 
Anm. nebft den Bildern der PfiOzer Hs. ▼. W. Grimoi Huol^^es liet Gd«ting#n ^838. 
Über die Zeit der Abfiifin^g (gegen Grjnun xxxi ff.) ßcl^dq iii Yetcmun monumen- 

tonim theoüfoorum decas x p« 63 — 66. 

' • . • • .• ►■ . . '■ 

Eingang. W. Grimm S. 1, .1 — 3, 19. ^ 

I ' • « * 

Schephäre allir dingte^ cheifer allir chiininge, . . -i 

wol du oberitter ewarty 16re mich ftlbe diniu woirt! 
du feude mir ze munde diu beilege Urkunde, M 

da? ich die luge;Vir)nide, die wärheit foribf^ .; . 

Yon eineme türlichem mau, yie ^r da? got69 riebe gewtm« / 
da? ift Karl der dbeifer: vor gate ift Cr, . 

want Cr mit gote uberwaut vil manige heideuifke laut, . ■..■]■.> 
da er die criDjn hat mite geret, alfe uns da? buo^ l^retb , 

Karl dCr wae Kpine» ftine. michel ere unde fruUae • . ( . 
hat dCr herre gewunniu, die grimmigen beiden, bedii^miginy 
da? n erkanten da? wäre liecht. fi ne wCflea 6,niebt^ » . 

wCr ir fchephere was. ie ba? unde bau^ , 

fteic der herre ze tugeüte vott kintbeit ze jugente, - .: 

von der Jugent in da? alter: nu hat in got gehalten ::, 

in ftn^na riohe; da wont Cr imir ewicl^be. 

Do der gotis dinillman ;von YPpaniä vemam, , •: 

wie unkufclichen ß lebeten, die apgot ane betetei^. j 

da? fi got nfne verebten, harte lieh virworchten: ; 
da? clagete dör cheifer bere. er manete got vCrre, 
da? er durch mennirken geborn wurde, an deme cnik)6 irHurbe, 
da? er die fine erififte, da? gr geköjle 
di manicvaldigen haidenfeyaft, de» diu nebelvinftere nacht 
den tdtlichen fc^te pibne, da? 6r fi dem tftvQ benäme. 

Karl betete dicke ifdt tiefen hfe'rce bUckiA> 
f8 da? lut alli? intflief, vil tiure er hin ze gpte rief , 

mit tränendin ougin. dA iaob er mit flaifclichin ougin : 

den engel von himele. ^t (^raoh zuo dem kuninge 
*Karl, gotes di^oiftman,' üein, yfpaniam! 
got hat dich idiöret:» ilaij- lAt wirdit bikeret . 
di dir abiu widir üaU, ' di» k«i?ent des tuvetis, kint 
unt fint alleCamt virlorln; die Hebet der gotea zorn 
an libe unt an S^\q : die helle puwint fi imerm^re.' 

Karl an fineme gebete lac unz an den morgenlichin taic. 
dd ladete er zwelf herren., di di wifiTten wären, , < 
die fines heres.phl^ten, vil tugentliche p. lebeten, . 
11 wäreoa guote chn^htei, diS& keifere» vorvßcbten, = 

ir vanen fie gewanten nie ze dehein weritlichen fcanten. 
fi wären helede vil guot. der keifer was mit in wol 'behuot 
fi wären kftfke unt reine, den Kp ftiorten fi veiie » i 

durch wOlin der feie, fine g^reten nichtis mere . . : 

wan durh got irfterfein, da? himekiohe mit der martire irwetben. ; - 



tl8 

Dw heidnircheii Gdluidteii tot K&ri. ^. Corinna iO,'lS-^Sd, 16. 

Die bolen duo chSirt^ , ^ar man fi lerte - ', 

mo iöc criftiu lande mit yü lierlicheme gewande. 

6ie hcrge ftigen fi 4« iale. fl f&hen über frf 

maäigeii Met chiiörifeii, maöfgöri iaiien griion^'n, / ' 

manigen röten unde wi^^en. die velt lähen fi gli^en 

fam fi wären rötguldln. idie boten redeten nndei* in, 

da? der keifer wole w#re ubcfr al dife werelt mdre, ' 

widir finir herfeaphte nedörfte floh nioman' behefbeni • '■» ' 

Die boten iahen ze d^'mo gel^i^e manig^ helet virm^^en. 
fi chomen zeineme bdmgarteni der was geoierftt harte:- 
da Yundin fi inno di leweö alW grimme ' 
mit den beren vechten, fl lähen guote knöbhte ^ 

fchie^en nnde l^ringen, ' Q. hörten' ßigen unt fingen, 
TÜ maaigir ffachti ifeitfpfle: aller wrame w«i8 da TÜe: 
di chönin vi4ttechetii{)hen ' "vor ein ander gew'febken, ' - '' 

fi hiuwen 'mit' d'Sn fwörtett ftf ^än vlinshe^n^ ' 

da; da; yur di'obe«ie üi; fpranc. 'fi iShen, da; die adeknnen 
dar zuo gewenit waren, dal; fi fi^ate b^ren* / > . . 
fi hörten die phahi leren - die edilin junchöweh ^ 

unde fchermen mt dfei fcMten , wie dÜB valke» l^ileteb • 
unde andir manic vedei^^il: allisr' wörltwunne was da- vüe. 
vile manich edele wtb zierete' ^ole ir üb 
mit phellele unt mit nden,* mit guldineme gefmtde: 
fit Salomdn irftaarph fo tief wart nie IS grö; hörfcapht 
noch newirdet nünmer möi^t Kari Was aller tugende ein herre. 

Die boten ynre giengen, vü dicke fi nidir vielen, 
in pheUillnem gewande diepaknen an den banden 
ie mere unde ffi^re vielen fizne' der wde. 
fi vunden d#n keifer zwäre eb deme fchäohzabele. 
fin antlize was wunneikiii. die boten hart» ^zam 
da; fi in muofen Ibhouwen. ja Iftohtei fine ougen 
fam der morgenft^e. man iikante in' vile verre: 
nieman ne dorfte vr%dn, wer dör keilfer w4re: 
nieman ne was ime geltoh. ßu antlizsie was ziierlfch. 
mit voUiclichin ougin ne mochtin fiöimcht gefoouwint 
die lüchte gab in^ d^ widirÜac fam di^r Ainne umbe mittin tac. 
den vianden was er gremeKdi, dän armen was ör heimelich, 
in volcwfge figelWich, widir ubü was er genädich, 
ze gote was er gewftre, är was redtk ricAtire. 
er lerte uns die phahte: dar eUg^l fi imo Töre tichtCi 
er chonde ellu räht zuo deme fwerte was er ein gnot knecht, 
aller tugende was er ft? erchom, milter hÄrre en wart nie gebom. 

Der Verrat kommt aus. \Y. Grimm 214, »6—217, 1. 

Kuolant vie mit ^aiden hauten den guoten Olivanten 

fazt er ze munde, plafeu er begunde. 

der £9al wart fö gt^os^, dar ^mei u^ter di h^en d&;, 



Itt9 

dai; niemen den andern qaiaohtte^ geliövettx /ß' !Terfoubim'!C31faetiidiiiftteil*< . 
di himribe fich im entranto. dtelds^üoiiiBl wtgtaiie/ > . r': •/> ^ .h 

M yerwandelot »Ues^ da^ an im titos; iTÜxd^fi €r S^ßj^y* '' "li ^ iir 
lin herce crahte innen.: di! ßne cirändcia\ftimi9e > * : i r • ir 

yernämen Ii alle. ^Maiit. • cUÜrXcalSflpnb m dkillaitlt. . > > r I iV 

Yü fckbre dhom zei ho¥eiit)6re>' da^ dSs Dfadifer»: pläi&re; ; ; < v : 
pliefen al geliche. dd wläffltai ß iwiriu^ny ( -üI ....! •;. ^ »i 
da; di &el6d^ in nöten wiren. da wacft ein Bki((di^l!Atfiejr^D\(i : . i 

der kaifer begunde vor angeft fwia^iy örikoiarein^ftail'flr^ fi^eil :^9^eQ^ ^ 
er nndulte harte, da? här {irach er iü^^Äir fwarte,. ;'''!) m. ,\i 
Genelftn der verrätäreü QMPadi^^dife nngabelare' ' ' ( ' ,; i 

gezimet tiicht dem rfdiaii :dli gp^bäi^ Ongiezogenltche. : : ^ 

wa; h^u^dir fölben gbm^en? Bnoliintenuhftt Uohiie ei« preim f^e^i^^n!^ 
di er Hieran dem g«tfe> oderijuget Itch^ ain hafeÄ — i • ?: 1» i ' 
da? du durch am homplift allen diliQr.Vizäe yergü^eÄ lAft/ .;,: - i i 

Der chaifer zuo im^ Qirath 'owe dln^Miobiidich, ieg^facA, ; :r i.,.. 
oder ie din dehaisi künde gewänl >4a$ Iril io])i!iemii!'g<»te (dtbiigffn^; , xl !' 
von dir ainin muo? KarUngiii ieiair «wainini .*. , V ff ' ' > ! i >. ; 
dor den urmären hört fö häftkbgefrunietidifenf, mcirty . . i ;* y 1 ' 

den dir Marfilie gap. ich geriche i^/ .0% ich »a4j» . . ' ' ! 1 ^ » 
wa? bedorfteftu d!eÄt\: dar Bub il^rakG der hj^ogö Naime9,..i .;. ri ^ 
er rprach 'ja du irUäntcii'itnän^^ mä^ligLTtu :1W9 deiltie;Ji^(^ gpeisin^r . ; 
der nnferin h^rrin yecrlt xint iiingapi^ idune Veif^deftiBiomir diHn^ta^ 
dizze häftu gepruwen: du trinchefl; > üp inta^wcis^' , ^ : i » 

er wolte in gerne haben 6rßagelnJ der< kaifer hie? in OJtttokbeii. -i :'• r 
er fprach 'wir fculen iaaikdeiSiizuQhtigjen.l ick wilbe]7n^li,1iberin t»Qbte%: 
alfö über in ertailet vrirÖet^' ich waauer wir8 erftiirbet > / ; ..<. i : 

Der kaifer hi? in' Mendeiiv ■ pinten fine h^>^ jl ,. . \ i 

nut ehetenen unt mit fnuoreu hie? er in njitdm fnoresi. :; j 
da? gewagt fim ft? -flouftän., da? här i& taij aetottftet, , 
C halüageten in gen^oo. Terfluoehet ift'diil muoiter diu in traoc 
nnt fwanner ie geborn waft' är Üudr aiii egesliohe Tfti^t. 
n bunten in üf ain foüimläi«. R fuorten djen vffiorftt&te: r v .; ü , r ' 
wid^r ubei* da? gepirge . gegsn .ßinim hirren !Mikrßlien : 
Tmen untriwen ze foame. iiii huoteten zeheiuti^b man«: 



t r 



, Rolands Tod. W.Grimpi 236, .1 — 24^, 10. - 

ßuolant cherte gegen Tfpanie Törre von d^n erflagenen^ 

er gefa? zuo ainem bonjkje: .da beStcr^/nl chAm^' i . . 

in ainer finer haut thiog er da?' hoi^ OUvant, . ' . 

in der andern Diufndax>len. aili haiden im gewarte.: 

nüt bluote fir fich aikn beftirsttoh, vil tongenlichQ. 6r i^a näoh flaicb- , 

<^« gedachte der haiden 'unter difeuTir toinw 

da errHrbet Kuolant . DilrMarten nim ich ^ mincir hant 

nnt Olivanten: Oft £agtt icL in dem laute , >■ 

^ wir gefiget haben V unt ich habe Rnoiantei^ erflagen: 

<i€8 front ßch imer m^re elliu arabifkiu .^e.* , , . , - 

B.uolant was vondön fincn chomön . W TöÄn gefchie?eAma}ite ainew;bogeii 



1 1 1 



lao 

unter d0a ^anoilftBiiicaii i dd> wäito^dar haiden>i 

da; er tdt wäre: doenthflt i^'def heli inäre^. . • ^ 

unz im der hsuden fö nftbeii' dhom: >äf aticfater da:; horn|> . 

über den heim er in fluoo^i dsljj im da!; verhWuot . 

u; finen engen fpranc. ^örifpräcki^da; du habb undaiic> r 

da; du mir ie fo n^en torftefk chomen. lOli^anti iA aectdob^' , 

er rezumte vile harte, fus red^ker se/Dumdairte > = 

'nu ich dtn nidüti^l'trkgen^i^dane wirft nieabir metoüloeBi Ke foadeiu^ 

da; fwfe'rt ör iuf'hüoj),' ' indeb ftain er i;' ßtaoc:; - : i j » „s 

i? ne tet fin nehain war. -ci* flföoo i; avfer dar ' .n 

mit paiden finen hanten. da;^ fwert «? umbe yfante, , ... .n • . 

er verfnocht i; zähen' ftünt erßpvkeh 'Idgefta in das oaiere» . grünt 

da; du dehaiiiie]!&' x^hriften inän nicnmt' mere wiordefl »^ baue! 

fcol dich dehain haid^ tragen y da; wii iobiimer gote ddagseo.' . 

mit grimme ör arer fluoo: dd da; fwert 'tor iiiäegeülnoüit 

äne mal unt äne foarte^ droiired^^ ave z&iDurndacte. 

*ich beohenne- wol dtüen fiüe^ ^ da; Au nicht des vermit^^ =? j. 

fwä ich dich hin gebot, den» was geraitc der i&t^ i 

di wUe ich tochte. ich hätn mit dir enqochteii ! i 

da; [laut] ze Ai&ne^ di mären Petftwe. * ii., 

ich dwanc mit dir !&0Tineiam ^unt dl l^i^iNi Sßog^taoeam« 

Lancparten ich niit dir revadit > Pulkr macheti<A eioBhafbi 

Malve unt Pälem^ ' fdi bedwanc 'ich mlnem hfirröi, 

di grimmigen Sorbiten uioft Baieredie* ftritegen i • Z: 

mit ir fcarphen IWeften, { Sadiüitn di diofce 1Vt>l herten 

in manigem ^;en vol<3Wlg©: ' fi muoßji im alle nigen. 

Alemanniam ich ervacht, IJngeren nam ich ir duraft,. \ , 

Pritania nemacht mir ni^t wider ftän, Bdhaim u&de Polän. 

Frauchen di chnoÄen ne lie; ich nie gerne wen, : 

unze di chomen an ir räcteten' ftam. - Friefen ioh mit diu gewan* 

Scotten linde lerlarit öfvacht ich mit miner zefew^al^nt. 

Engellant zainer 'kamerö 'ervacht ich dem kiAee Karle 

unt andrin yi\ manigiü ytehe. ja newart diu /geltche 

nie gefmidet üf dirre 'eWe-, noch Uewiit ouoh hin^ für niemir mere: 

da; bewarteftu wole an difem waL ze Moriftna in.d&nvtai 

der engel dich minem hörren brächte, gnädiclichen er min gedächte, 

benamen er mich nante: eY hie; mir Rüolante 

Karlen den kaifär, ze befchiwneu witewen unt waifen, 

dich Dnmdarten imibe hinten, da; ich ie fä erpUndö, .- 

da; riwet mich vil före. nu Vei^^p^ du, mir, himilifchöf «hßrre, 

da; ich i; nngezogenlfchen fluoic, mineß hfaren fent Petres bluot, 

diu herfchaft fitöt 'Pii&eü, döö häres mlns hfirfn fent Dionifien, 

des gewätes mfner fronwen fent Marien, der kaifer newolte nie beliben, 

unz in dir verfigelet wart diu vil grft;e härfchaft. 

nune wil ich erben zuo dir mere wan den adelh^rren, 

der durch funtäre gebom waart, 'dör gebdt mir dife hervart. 

ich fcol verwandelen da; leben, in fine gnade wil ich ^geben, 

fwa; ich von im hän , want ich fin ntmen fe wol gah.' 



tu 

• Bii^MM,! n I I I I I 

den hantTchuocb er abe>jDd<tht^ {»gegen >d|{tff Insiel ä^ in^iötr 

den nam der yröne botte'Yon fiaer kaut. -■ 4ie8 ift 4er h«lt Süolaht >< 

von aller der criTtenliait gedrM>v/ ai£& tina' da^ prrohiMret. <<> > ^ t 

Ruolant viel in crftcertaL er fprax^ ^iiditre; nti ^aiftd* Vile wld^, 
da; dich nun herce maim^ti' i ' dln rtngent liAft> an mii* 'enet^^r ' 
herre, dinen boten rdooheiQir'zeillMuienl im g^iiM« mtüer 'aislfnOSley 
da^ir dehein bofer gaiTb idne wSn«4 ich mähe diidi rnttb^tüin^^h'^herren? 
geftätige in an dem rechÖn! > verdnkshfe flne! "WidenrSrfitdn:^ ;m' :.' 
da; fine vlante alle geligen, 'Jimti eblaanin^efige' - - n ' i > 

in dines namin minne nnt umbä dl' Tüof^eki Ka^linge* '. '?•< • : ^ 

unt ander fin nntert&nö. : di bbirilhioii imo dhien '^älton/V / ! ' > ^ ' 
alle di in mit truwen main#n/ läbentigle odei^ VerA)biaddii;> '^ ^ ^^ 

beMtige ß in dl^n Abrahame»* bafh ! \ ^%i leite ibh an ftnmi »(^rewili'^afni; 
da; houbet^er nidep naiöte, di hende'^^i^radte: f- ^ 

dem alwaltigen herrrti- döm behwßcdi Sär fiüe fille. i: . •- •" 

nut fenfc Michah^, i foöte G^brifelBJ *' >; . j :i '; 

fent Raphahä»iJ ^out <gr Äth wiÄf merfei ^ t ,»..': ü 

Dö Kuolainti v<>n d6r Xfii^lt ir^rfohiir^ Ton Mmfl'^aaHikmmichelfifiOki 
la nach der. wße '<;houai dn mittel ertpibe, " i' f' ' »i '*••(. n 

doner nnt himibsaichwi in döH; zJfrain i^en " :^ » • - ' ' • : : . 
ze Karlingen unt inffpaaüfc dl winte huoben^^cb dft, i . 

fi zevalteA di urm&ren llalbotilne« ' ^'liiit emerüe fich cbAmet *' n ' 
fi Men vil didhe ^ vorchtlichen himübliche : 
der liechte funne d^r, retefc. d^ haidijn gebraft,': i 

diu fcheph in verfunohen, in dem wa^^er fi ertrunchen. 

der vil Uehte tac wart.;^ii%|t'tfP|i'^!!4hL'P4t^^ ./ 

die turne) zevielon,, diu fcone palas zegiengen, 

di ftemen, pffßneten fich,: da? wete^ wartmiiUQh, . . , / 

fi weiten alle wAnen,. d«i5 di wfle- w&re, . ; . 

da; diu- ^erit Terenöen Mte nnt got fin gerichte haben Wolta 

Epüog. W.; Gtimto »08, 10-^fla. j Haupts ZtfelwKlS, 281 iL 

Nu wunfchen* wir alle geßche d^m herziogin Hainri^O: ; , 

df^ im gqi löne^ diu matterja, diu ift Jteone, / ; . . f , 

die fuo^e wir voä im habeiL da^ buooh hi? pr yor, trägem . - 

gefcriben ze den Karlingen.; des gerte di .edde herzogitoe, 

^es riehen chuniges, hjBum* mit den Ueeht^ himelwu;en rcaren- 

nach werltlicben atbuütett; werdent & gdait^t ' i 

unter allen eirwelten gotßs kinden, dA fi di Ewigen anandÄnge vinden. 

^a; fi fin 19 gedft^hten, . ds^g man fhr brädite <; . ^ f , 

in titifche zungin gekeret, da ift da;; rtohe wol mite/g^ret. : 

fiue tugente dwimgin i» dar zaio. wft: Ij&bet dehain furfte ä«; 

dem ie ffi wol gefcahe? dör herre dö* ift^getriwe unt gewäre^ .^ 

Nune mugen wir ia difen^ »ite dorn ö}iuniü|p9 Davitöi « 
luemen fo wole glichen £o -den herzogen -Jlain^hen. 
gpt gap ime di craft, dajj er- alle ßn mandö enrä^t,. 
^ criften hat er wol geret, di haiden ßnt von imef bekÄretc > . 
^? erbet in von rechte an* ze flnchto-gewant «ar 'dJä fin yane^ 



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' ■■■■■■ li—i^i^^w—— i» • 

got tet in ijei'%9fiaft4 1 iaiISiwtt:>hffve neidr^ltfbi'isieBiir ii^^ 

ich in^me d^ iwig^ tbdit^ ' des iicai^riiaMt imvnixdktl . ./ - i) ' . 

untröwe ift ime;l«tt: .leffri^iuilmt.jfecjWle wßgbfiiii^i Ua,.- < > i ,l, :, , 

unt fin tuire iÄfftfiiidöi! in; Oi^ lwvö;inÄö>viBrii»i .;,, .; .; ..;.' li ; , 

filleiftÄtoirtin4f>^ BlK^ i-dä iftf i^D©«da\inii;gdtöoht, ij > i .h , 

dft ift»ikuflBf?ti»ntf^febaiti;ii> willio &s^ itMiline ^nton/; - .., i i * .i» :i 

da iTb tugint uBtt|y^«r: ,ti^& firaifcetoiiir ie^ m^cl^ i . , ; 

da? iemen ba? gefchähj»^ UtteinÄnfetephire , u .;*..; ;i; 

opheret er lip unt [eie : S^M Bavit dar hÄiare. . . : t t. . 

fwä er fich virflüieclk.h^t^i .1^ gericUofigr iminu .(Uüt . ., t i 

an dem jungiftia):iiaigev; dA got i£mg«rf 1 ;t, « 

dftil ;eir; in J« gfirfcbte itiö|e»voirdMre;: fmtdif iwJ ta^ ördiw , 

zno den Äwigin genädeöf danaöbe^imafei wii: aUo^.fam^ii'. 1 \ . i 

Ob iu da? liet gevaUey • Jft 1 g^oÄclhot Jr . itttn aöe* . . • 
ich hai?e der pbaffe Cbuonräi alfft ij^is«. däkn buAchß^forfbBl ßat 
in firanzifcher zungen, fö hin ich i^ iii»i«ti& tetia^ badlmiig««^^ '■'■■■ ' 
dwnö lin-di'tÄöfkö geMiJelt. ich nöhte der; fiißht: äner gem&rfe^ 
ich nehän dir nicht über haben*', h^et i^ mmt hteol geJAgcm, . > . 
der fcol in der wären gotes .mitutte u'mm^: p»tör]PnolW fiiig^n . s 
ze helve minem henfön/ 2q ti^öfl^ alleu gleloubiganf^^leiiy . / 

da? unficb gx»*! ÄBl rechtem golduJjjA madw veflie^. da? ;uii^ im guoteB 

1 :i weitken fiSne gebrefte, 
unt mache uns Hn richq geiitFis^ liii olitesQb, doi0i«e/ Mifererei. Bobis! 

Aus der KahwtclireBik. 

Hss. aufgezält und befchrieben in Mal^manns Ausg. 1 , ^u ffT '3 , ä ff. ' Die alteiU, 
die Vorauer, hersg. y. Jofe^h Öremeri-'t^ieö lfe'^9/ 3Öer 'keJftr und' deif kuiiige bnoch 
oder die fog. Kaiferchronik , Gedicht d««/ ISl Jhdt« t«n 18578 lt«lnxtellen etiiL t. 1. 
Male hersg, f,y./P^f:J^^ri MtiAwaa^ii^ Quedlin^ u^ ]:^aJ^4^ JTSI^ ,pd' In. 2j ;rex^ u, 
Lesarten, Bd 3 (1854) Ezcurfe etc. enthaltend. 

•' i - ' Eöi^g. Di«Äker S/ 1 tg. MafÄÄ. 2f. 1 -tf . .^ 

In des almehtigen* ^i&» AiAkeftk'lh wit ich d^s liied^s b«g;imie^ < ' 

da? fcult ir gezogenliche vernemeiL jft mÄc ^ iüh Vil wole ^e^'emn 

ze hören alle frumiöheit/ diö iumben duiichet i? ärebeit, 

fculn Q. immer ibt gelern^b- 'oder ir wisttiom- jgenÄ^Sren» ; ^ 

die fint üimuzke uttde phlög^nt iliht guot^r wMze, • 

da? fi imgeme horent fagedy da&nen von fi mdht^ haben 

beidiuiwistnoD^' imdö' Are, ' tind^ ^wrore iedödi^Ä^ia det» &i\&. 

Ein buoch ift ze diute götihtety dä:J unfidl *dmilbes rfaäies wol berihW, 
gehei?en ift i?> C5tdöi^ '*i?^ öhtiüdet uni -dÄ ■ . / ; 
von den bäbften uiit voilideü ichunii^en- beditL> g^ot^n üfide tibelen^ 
die vor uas-wftren' • und© 'rftmi&ee riefend phlftgeft • '- ■ 
unz'an difen hfttegöi i3&ßlir^i& iöh 'aller beffce fliairfi ^ ^ 
f5 wil ich i? iu vowifliiöw.'' iJ? vöTÄSme fwfer der fwiSlk. 

Nu ift leider in diteft*zlilön -eiii'geWöii^eatwitei ' • 
manege erdemöhent iw kgetie > und© vtt<)g«nt<fi ssöfam^ö- > ' - 
mit fcopheUohe» worte». tttt/v^roM 1^ vil ha^te^ ■ 



das; diu iele darambe brinne, «iffci^ ane^l^tes mmHe. * >r ^ -! 
ß leret man db hige ^m kSbit? ^ näch>iiiui ehniiiftiph.fliitl : • «1 i l >/ 
die w($lleii4 ii alfd ibehaben* nde >^vv4SIent*iii/mier. f«r: ivlkr (fcg«BJ M 
Inge imde"iib6niniot*; liTb iiieBMA «gtiot:. ? ** -.1'' ''••': *:(!) '.. .-t ' . ; f ( - '. 
die wiTeB li/örnt ii9gäi9te'>d6rvoflle. ,(iiiri^^ir|fertwir dafl^i^te« lieiandk^/ < h 

Hie bevor bi dfiriieMc» zttttt' !&&(>• iaoMMtto; maik.i^^ . ^}■ 
abgot diu unreinen, die beiden. ttBdinMnid r • .f ' .! > (. • 1 

maofen fiwern tüod isnebCtcötf' tal nfcl^i c^bf • cbxüngpe fpelKite.* i . .. ; . r 
diu wol gezierte BAmo'^iiftohdS^ fwfrlte wüit fi ^diabeQ fiildltie* // • .• 
da; täten zw^n gebruoder rfch^ ^ (fhgMt-diti boxicb w»üUehe)yt .•>./ ..« k 
d(b* eine Hie^ Rftmiiltis, 1 d)er coyder. B^innB. '■ > .' .>i,il -v r . 

nt dieneten -dfe Tediilidie' elUndia- riebe. ■ i 1. t -• t, r.M 

drin hnnderi 41iMtret[ pfalA^emrjr zuhte'nhde ar .ereile < . - : * ^ mi > 
(Wa; fi ze Utetö f erietew/ dä^ bici^' fi gi^hieten :'.,.< 1 ; « ! 

über älliu diu lantif ivil' xnicfcfl wart;d6tBto8Bro g&^altt \ ! 1 .. . : 

von ßcliadeiix,d'er Crerceotia (Berlin ISfi) S. 26 — ^0.. , ' .' 

Da; bnoch ebundeti uBs^fus/'; dA^.tidicl befahl dft',Be¥jlrub« > i < > . ; 
bi ßnen zlteai wUsöfii Bfddren, ajnfaeirzoge^. dir Hüisiiiii grö^^m lobe, 
geheimen was €r Adel^Är.- vil dikö getÄb 'ör! .1. •. n'i \, ,; . 
wider rdnßfcfaeil irioh'er d^ bdgonde iik haüirte.tilifleUobefn«' :. 1 >( n.. 

Dem cfaunie kotti: ze-miere, . dai^ in finein ^ebe ine^nierd. 1. ^ ^^ n. 
nehaaner flabte w^rel^b num; dä> fö 'dike iric^tf fin. htdd^ b^td getao) 
unt vertruoge er^ itti/ihi m^, iu; gienge* im ao^ ßn .^e. . . ; , . ; 

BodKomen boten frdin&^ ß/gebutenl'im ze.£dm6a< > . < 1. 

d& cumo ifolt^ mitrim'Tedo YAA^^ ^t «bete, i^idir ßniihuldäti ig'^tln/ , . > 

I)€r berzoge bete eiaen iBttik, dto* ^»d^äe^e naeiti; )r&te BaiBL 
i^ Yordert in z«l ftnetr ebcönenät^^: , 'nu folt dxi mir abE4ffC|;e iDiten, / -i 
dm gedancbe fint eAe guote. icb bän grö^ ungemuote. 
Kämeere bänt nacb mir gefendet:*. ii^ Yorbte da:^ fir micblJbeideiij . m 
i; ißi ein giimmigiu diet : ' manigeaiuote metr^ mkbi'cbr niei / 

mobt icb fin über w^diem,' ich k^ffie dair harte ungiHme.' 

Du fpracb dir alte rätgiebe .'alib, giim« fö/idu a($be; 
fö rät ich dir diu ere. iievoriiftfe diri5fnöit'i<8fel; 
wil du mir volgen, /befende du. dtnci holden! 
hei^ ß ya:;:;en nntt^d^mahTebelteugewande ' tdl^fknaurvitutein^ allem. lande! 
du nemaht niht gevfehten wider röitiifcheiitt rlrhte. > . : »i, » . 
var du hin ze Römei «gbere du die. cp6nej . « ,, .1 ., . :-» 

wette dem cunia fin itaamfcarl Idle» r^bteii ^8 im gar 1 . t . ,1. ' 
^ (fr iht dartibCTe, >da^ erget im libte» tibeW r . St ,} 

D6 va^teifich d^ berzoge in deB'kömges hovew r ( . 

ftlfe (i'r ze hove kom> inan ex^hie m leider niet ^oh * ;s * - 

di in der cuB&h atne faeb, TU t^Mmltobeitr/rpfaoh d • ol 

wi getarfb du vor nudi kotai«tii?' d£nen lip MA; .da fVOn i^btevierlorn, 
du had mir Tä ze ieide get6n.< die; racbe wil iob ihiHtte an dir h|;i|.\ : 
D6 fpraob der terzoge Ad0lg^P i'dfn boJbei beteite'imi^b'bifr* ;,.a ; 



.;: !*'• . . . \ i '. t' 



mit re'hter urteile RdineBre «l)er gemeiiie : . . 

wil ich dine faulde^gehprimieny! «cünic, ial n^dhl dtten.giiädien. dingen.' 

Dd fpraoh dfr koiedö SeviSr 'i^' enweisj d^V giuLden nÜBnier. 
da; houbet fol man dir abe flahen.* ' dhi hoAM ein andern faierreh haben.' 
dö w^get^iim 'Bd^nB^e:' 'fi'>]^räch^ doK^ in'd^miridie nentsare > 
nehein miltei»e*'(nrai», d^r««binrio'Mte ffia' ^m .' i 

In dfeme fenäte berieten ßiffli^dr&te.i ■ :♦ -i ' 

(i fniten im abe'ßn i^wiuit^ däi^i^ im im d^ c^en «widerwant. 
da weiten fi'iik gefoeiMteal müe. • da^Ahto fiim vorftij'rniteiij i 
alfö woltena 'äfiiüÄwMi - de» aller trar^n h&pren ••* = ' » - . .'. 

der ze Beieren ie lant gewan. Jij 'ü^art^a/rer fith ,aH^:iwdl widjbrtfthi 

Dd dcJr tiurliche herzöge irtderiiiuoi^dfen heirbCär^nn ohom/ ' > 
ßnes muotes was er ^ harte >efbolg6tii> ijflitrftrte^ atte-ünfetholdcin; ! 

Dd fprach dfer alte rÜggbe ' 'iherre', däi; din g'C't^'phl^gÄ'B . ^ 
nu lä din trureü^ftnl gevolgeft 'du noh d«a rate min; ; 
i? ergät al nach dinen eren, dich muo35en elliu rdmifke hfts flegen.' 

Dd fpi^h 'd^ hett!r(%^ Ädölgör '^dTn reete btthtenieaffch h«r. 
mäht du mit dme(ii guöten fini|(6n' t^ich^ieiiiei' wideii^liri^g0ti 
an di ftat-dä ich e was, ich getruwe dir iemer dfefte ba;; 
ich enbehabe oudi hie mi» '^re^; icbenkumb anders zei Beiem meiner mere. 

Dfo alte (^rach im aver zuo '^hetre^ nu heii^ mir ßun tuen, 
alfam dir R getan, darzuo befelMie alld dihe man!' / ' 
du Tolt in allen üHeii'üiide g^ben^ da^ ß^ßch'alMamt Ift^ befceren. 
nu wa; wil du iWsinei^B • ich beherte du-^ kerre, aüe dtii ere 
oder ich' verlhife d^ Ifip min. lä mich, herve, dek'tddes denunbe fin.' 

Der herzöge VK)rdörftte ßne man, 4n .ftu^eri^üädie ör fi nam 
*fw6r mir nu ze mtner note volleMt, wirt mbi iexier mer dehdn rat, 
dä'm wil ich lihän unde g^ben, dar ßch dundh moeh hu lelt beföären, 
alfe mir ift gefcöhen** ja fpr&chen' alle itne nran, 
fi warn im gereii; tmz an deti tot, fi gefwichn im toimer ze neheiner 

^ . : . . : flaht© ndt: 

allen fb^n wiDin- ' wold^s Iemer göme enrollen. * ■ 

Vil fciete fi fleh alle bcfeÄren' di mit im u^ komen wären, 
fi fniten abe ir gewant, dn,^ is; anidM cnien. widerwant. • 
die helede warn lanch ^ewahfen, allb herlMie gefoaffen, 
fi wären alfo zierlich. i% newait nie nehcfin kunic fo rieh, • 
fi gezömen im wol in finer^ibar. di helede wären ^wol var. 
fi w^reii tügehdtch unt luir«m, da? fin alle wtmder. nam 
di fi ie geiahen, da; fi alleftcmt jähen, ! ' 

fi gebarten fö verme;;enliche^ fi gezaemen wol d^yin- rtdie 
ze minnen unt ze &renc % fpiAcben alle dr tiurfteh harren. 

Des anderen morgens irilfruö' dör herzöge chom ze hove dd. 
als in der keifer ane fa^h, mit femphtem mnote er zuö im fprah 
'wen fagefb du mir, Heber mani,' wer hat dir difen rät getan? 

Dd fprah der hersiöge Anfelgäri *ich fuorte famt mir h^r 
einen mtnen dieneObmaAi, ^dfer riiir dfe liebe' hält getan, 
ouch irt ^nter ^oÄMt ' da heime ; fwä; einem . gleitet ze leide, 
da; muofen'wir allefamt'diölttl alte wir htlr fin.chonien, 



er ß ann od tkhe, ^iai^ inugen im aB^igeltche-r u; 

unfer fite ift alfus/' d6 Ijpvbh di^künio'Sevßrafi^i ' i <♦ ii- vj 

^ISn gunmir den fölbcHl'l]la1)^I - den iväicb in mnieBL thoirä ^aben, ' 
lo du nu fceKlelt hiniiett. däB haft du ^kiine näiinet • i : i >• i 
hinnen vor lem^ nk^re. : tdit altem goiote Ifin ieh^dicfia gänie.\i > .1: .. 

Yil ungeme ig däri henioge ^tete > iedoch mnbieriii gawem deiJbetjBl 
er nam den dieneftman bi der ha^, er enphalban dein kunige m>fken) 
der herzöge unt fine man ze dem* knnigie er nrloup näm.' : v,r \ gwtdt.) 
duo fprächen alle EAmsBre,^ wt^iriülch fi' im waren» i lu\ // :.. . . 

Bannen feiet der herzogei^ är rkabnt inidem^Uerliäften lobe^r ' .. 
io nie neh^ tfttifk mau* ^fo3ä ere a& 'B^DMeren^^wan; . \ i' Vij 
du fi diomen nnder Wegön,' dir rieieniäVer .di rätgebsn, i i :...u i/. 
er fante ze Beiend^ii^i <k:^4aiilli. ep geb^Sn alltti bi' der 'wäl^estbibBÜb^uj 
fwelhe lehenr^ti^^^tiBtfihabeti odet* dt^sves namen,. i • .üa v ui 
£ erten den herzogen dft mitev - dai;/ & dw^ gewiint obe- Ikiten>; .. • i; u . i' 
unt fwelbe onch dag yerbaBren')- dag fighaa-'niht yoii ii^^aaStedveSk^ / . 1 • 
dilieten di hatit-^riimi/ alfe dag 'iaeBreidÄ ftg chom^; : *: ii • rj/t • 
da? fich di Beiere heMüm) dd geUebet in der.fite> Ni:: » ml :i . J vj.L* 
da? fich allie di näök^itt befcUtreii di iia tntifehem xiohe wareoL .: 1» 'Im 

Bamadi'^ofii'^ei «idangOy nnse diu frita^Cbalt was« aergingQn / . 
zwifchen dem chuni^ unt dem hßfzoffsoi^ inanTUOcht üiav8£d& zehiivQ.') 
Komäre fpraehn alle' «ibelltehe deratto, : wietg ie ^torlte getaom. L ;/ i. < 
man gebot ddm ^rzog» AcMg£n»j^ als^Uep im 'wsßre % .ndtiiäre^ v/ < 
er ch&me: Ibie^ zo Lätertn^^' d^'r ^iTer vfolt mit^^im: i^deibäiL:. dß 

Der herzöge -'^ote' -wart etie^?ag unmuoibe.^ < i . .\;' ^ ,: . 

«n betn ei?^ töotföiüiche fiättitfr ze^WöMiifkeiki Hände i. o >. .. .. L -iv < 
ze finem alt^ü dien&ftman: er bieg in der alten triwen manen, 
da? er im Utilla ööbuteiä^'s ehünigesfrMiRffleii,^ ' i-i 1 ü i 

^ er fin wolte, ob ^ tA hoTe fdlte, f- u : . ; .// 

«der da heime folte beflÄn:^ dal* Wolter« ßnen'rät'^uo h&n. v • • : t .. : ' 

Bft l^rah d^ alto^m^n Mun hälft nikt r^hte her züo imiriigetlam ri 
Ue vor do idi d§s liemo^« wan , 4i6 .mt ioh iäiial id^fbe ibäg^i ! >r 
er gab mich hm d&iP*hutii^o: dA gewarf er kider nbekt» ; :^ •) . ■ 
riet ich nü an dagiiiöhi^,) fö tcbt' iQh nngetruwelicÜe; li < '» ; . >.. -. 
i^oeh wil idi d^ni^^kimge ein fp^lifagen: mäht dftg wöli böhab^n > : 
^t fagefb^üg tiäiteHJiti^m hArr^,' fö^ g^imtini wd ziiö linen :^!etxu' t 

Bes andern morgeit» ^ friio der^alte gie zehOve duo..; t'r.i 

«r fprah 'höreft dm^, Uebep bÄire, 'ieh^gedench an alte dioch yei^e./, • 
^ dug, hörre, vemämen, icl^ fagedür ein föfine ifoL*^ l/^u - \^ 
dö fprach de> culile SeVßre; *dag htee ich vil gerne/ / : ;: . : . j - 

*EinmaÄ hie v<)re^waß (nfein Vater- fe^fete mir dag), > . .'. j , . : 
te zoch im ein gtiö^^ garten: d& fligter fich idl härte: : ; i : n . fi: 
^rinne zech ^r wtütte nnt <5rftt dör garte wart im imiecliclie; trfiti r ,; 
ein Urg wart -fin ge^i^aft nahte» fleiob ör dar i ; .; ; . , 

öW eine MgelennÄlow: > da fprandiiör alleg ubere. i \ ! i'.: 

^ vil guote würze di dfthten in fnoge, • i i» ' ; :. ^ <»;. 

^e der gart^ 'idter wnöftogelaoh. dagtrfeip ür vüvmanigfen *aoh;i) %. 
*^r gartenfiöre wart fin gewaer: vil' feiere geriht er fidi' dar* i "' ■>'. \ ., 



tsst 



alfer wider ft; folte yani'y:! «idajradi: dgr ftnvu-tiu^ (ün^ii ifbadj^: . 

da^ ein ore er im abe OttOoL :diii;fiiliUb iiLidA^.truo(}h« ;: 

der mahiirärtefui ftiner: . ^letrreiohei imiidräizagpel, i , 

er fluoch in im halben* >abew er^i^rah .^die aeicheft da. trage I 

fmirzet ü^ dich ikii'r^yi dune ehomeAih)^]: wider. nihi ; mere.' 

is^ gäfcaeh in Inzel rkundeuj, i dem* hir^ gehpiUea titii» WundßU, 

er Itreieh hia iwidenerian ßa aliift Itigel/a)ft: . 

cr&t.' mit würze ( iegqt är jini>aUe]^ wUofte; . : .. 

der man wart Im inne. jout vil iguoten/Biwien, , i .. 

tlt er nui lieBzell^! detii^garten ^loinhotr^flzenk. : rn^^^i i ; : , 

alfe der hir^ woltei^widprie^ i nb^ifiikialiia fid^iileQ^wt /i .. u' •: . 

der man begreitifiöe^ifpie:^, 1 4finjibint, elPi.do, ftii^ r ;, 

duxkdLide&vbftoh ^> in' ftai^bu iiflag»<MPQrti er dani%ih> fptai^*) i > . . . 

'diu fuo^e wirt dir s^ iura: > jn&i s^rustd aimettiiliui )Ttt/tiai1B^M t 

fmen hin; :er)dii eatwoidite> fö^er yoit rejitä foltd. i : vi .; i .> . • 

eine ycdie: idiiEurgo^ii lae'da.:bi'm.eiiie|:;rur]^ek . i »/ , l» i p 

alfe der man her dane ei>itW^ioh|, ,>diu\]?ioh0dar.«u0i£l^i^>; . ., 

da; herze fi im entzuoMi,- Ir me^Ä di^iCäl^ ritctl)^: J : j ; 

alfe der matt>iwider iohom, ßsi. geg^lgjet ge^i^l iitt ftU^r yii WoL . 

dd er des.faefraenriuene V«nik^:. fit;ilii(^.ze()»mdn0>liü;t)d|ir.bf^ 

er>/Üfe ariö'zwf¥el> Br .fiigeta; ßnwt wibe,3. > >•!,..> 

'ich wil dir ein. gv'öije >msdre fa^n:.. diir hiir; dgn iph;i^v#i^t. ^än^ 

der was .inichel onnde guoty 1 (^aH-da; ^.n^iA bfäi:^. lA iiUf^ ^ikti^oalu' 

dd antwurtelimd dai^itwfipf )1da^ -.^Ajoh i4:>wqI tiPriPianigeff ^it: .. 

want der hir:; leit e den Cmäfxmaiii osi >h^ jär. deh^i berae, ^ J 

do er da; dre unt den'dagi^li]i^te< ^kini>v er;la^w^;n^a!WlI^r la ^^^ 

Elliu diTe rede wsehe w^ ;dem^ boten ::8e fiiht^ Jimrey ; . 

wand ers einvaltecliche vemam. ^mitzornd fcirter dian 

wider in Beierejlanty di; er. finenihiirven^.Tanibr, . ' 

als alt Ra heitm tden iierzogn <a9/e^faob»t i<toi^ woi^^er uberl&t . fpracli . 

Twiech mijchölärbiiilhaibe x^liiiel),;: ich,iQpba9^ 3ibt^^rw€^ 

da; dir gulte ein bftne; : i^a; >w«itefl> d|jL;.mi^) Jiinfii^QiJ^ .; 

er nebütet dir niht inSr^y wdn ein jpgli fag^r l^ifi^^s^i hetTtien. . 

er hie; inibh diit^ im<ei)ZfilhQYe gi^ i;tXL|)it;)d«ft>nueh.[dit2^fj>iii$lirebte yernäo^ 

unt hie; mioh dir; Ihie bttmeaä^n*! ds^* ß/^ienw ü^elj^ in^^9 bab^n!' 

Bö der hersoge/dd; '£pel yeiigWj. /er )m% im (fffväm^^iGn^ i)QBA: 
'o wolj kihÄÜftdei vilifiaei> ; ichjwll iu.befoetd^n diz,l^L / . • . , 
Komflöre wellnt nüt ^zaeni «air üiin^n Up; .terfe«zBen*t i - r .. . i . 
nu wi;;et aver wol za.wlr^,/ firi diürfcn min andö^ Wgölen! täIPä. 
unt gefuochent averjfi ze iBeiw^,-, ißb Titiä in die/ rede beft^dftH, . 
ift da; ich felbe her^eifhän^ «nt. treli$nt dan imin.Ji^bo in^> < : 
fie vindeüt hiei «in ;bi£^a d)Oufy. £ g^wiwoi^vd^ bie d^r^belea b^> 
da; f«lbe der chunic Severe „gfiwinilet. ün.mömexj &m^|e», pa^cb ,«»^' . 

Dö faget man aver in rtoüfc^m bore^ . ida; Mt b^r^^oge men^ wolte 
dö zomde der chunic Severe i^.meir imt.swlj^ ; . , . cbope»« 

da; er Tben faofaewiolteirupöhemf if^r woü^SÜi^,i(i^ nwckm < 
da; «r befeehe^ .,► irt /tvatobeto ^ndeiAdelgör: wfpwi. .. j , 



tS7 



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Mit gemeiüonnB rate! .'id^rtkuBiahlb^iramto fioh.dKle. il 
in einer luzzelen ftunt ''|;!ei#a»6b ^i:;ec tufiint ,•• ^'z • < > i'. 

aUe^ g^oter 4B€h)l»,!i kü .isÄren wol.g^^ .! . l.\ . 

mit h^lmen. ii]ijb;hal&bftQ9«^rtr&)0ke]^ke& Tor Serne.; : > H 
das; here yolget im uberaly fi siteii! dufcU Tnentalv m i 
do froweten fih Idi: Tei^eo^ idf ia% lant aö läefiereiu f. 

DSm herzogen^^oiU'Ee maeone^ .da; in.di ftdnue^ * . i ' 

faochten mit f5 geiAaem.hes^yU, dr' nemahte. fiäh ir liiht' wöl rew^iin; " r> 
do nam im dar halt guot eiaesm yfl tugentUaheii muot > * i < ! > * 
Cr ladete zewäre friiöit undemagfe,! > » . i ! • : :I v 

beidiu chunne untmasvi hfflfe Tubobtar 'fi an^ > ^ : ^ r . »'1 

ein wa^er hei:;et Iiij> uda chÖBieiL fi 'alle .buo ditL i . ^ ! ' "i s-, 1 1')! 
manic helt fnölle unt jun^ . ohftmto' ii&/ der ünnieiiungei ; i ; ^ t • i 1 • i ; > . . ' < // 

Der herzogorr^f j^iuf li^heiwiraft^ -'seß^dsia Beiea^eii;^>fj»'&cä;i .i >* : i.» 
*o wol ir helede vü yahafi;a^n>^ nu enfblt isriüht tä^^^^^ä-v a. < » i.: 
da; ir mir diche habet gebesp^n-; nu. folti.ir^ öbcb kifteK.' -> i Iji 1; ^ r.j 
man tuot mir grö; unr^bt. zerSomeiftuostiicb g0r#bil^>i /'!> :: . ' .1 ; 
da mieb dar cimic fbante^r iiiit]<biü*e.iiiKt!i»Lt,.gbwa2ide;^ 'inhi viua .1/ i-.f 
dl gewan icb fine kaldei? r^M fiiodiet/'i&r'niabb ia!kB:i£caM& <'if < . t> i 'hi 
da? enwflere nebein gro^iikAt, IsagO; dftr aüia feidre titf t » 1 > iww/ : *.: 
uns drouwent R6m8öre in ir oharcbiete. -> < : 'ii . . '^ ! 1 ;^' 

f5 cholent £. miä/dis/ %,].'£ giebiäneM tma ditt^wip* >' üi :i m .. ii it 
die in r5 liep fint, fi r^dtebti nhs did ohinty < i ; < ! / i^- ti / 
fi Mpbtent ronp unde« bxfiubü); ifö gfi^^istet £eier lant» 'A 'i »: i ' ii r 
liinnen vor niemeir 'ini&pe\ lä tugenl; iultidi'*lere,. . . »! "1 

nnt i^ bt mir gewon wa^i.vniL w<dü> faekd^> difte bas^ .:• / ! . ■://^ j1 
beidiu lip jmde,.lmitV< 8i. xabtön. lalle >'ufi,ir:baflttti**)i. ) •: m ; ^ : •.v r h •!> 
fwCr in da entranne, das^ €r nißmer/,ii[ier»!gewiinrie ' i •. • ; .! i ■ 
an beierifker örde neyB!6d'er;teigeti'iiOQk l^heo^ • II ■ ' i ' « »i 

Herolten dän marcgaräreir »dßilrÜBaileriiinlgegen ileii^äwiben, li / ' 
da? ör in di marke werte, .di/indüo fiarcfiie herteiL ii . ' ♦ i ' / r-, 
ndt djßii lir )einenIfliiffini>WbA^ » dA:rtdt inag^^ '•" '^ 'i •' : ^' 

dlaberzogeH^Br^iiD^h ihti yiej> .aaieiten gadgen 9r in bie. : .> '/i i* 

Den gräven RuAdölrenii tiüt andto ßi&e Jicüden . ('.M : ^ 

mit ßnen brttMer^i.iiw^a den raiitel*>!ingögen.'Bebeim. li >« : j / 

der kwoki ton Blbciili:i«a8.2a\Siilm > nuirmicbelen! imageiie^. ' / 

di berter in Beieiie'faiiit. idi<iiit»ider'gHi^£i>E.uQde^ i i.i :. 

€r nam ftlbe finenvanem, »Jf»: raht in 'ver&äi^eiüicbeD'iäne^ • >. 1 vi : 
Cr refluocb den kunich Osmingen: do entrannen ime di üne. 
den ronb Cr wol wider gß^j^?., da ^jKaflitopk yanter finen vanen. 

Wirat bies5 der burc^ä^ipe, " ^den feiit'fif '44 wäre 
ingegdii d«h Hüne mteeüf dasj eÄchan iu niefm^ tMite fefö^,*^^'^ ' ') 
wie vü dfer Mne d& ßi ^51)0: ^ Ä jageten,s (^i!n fome^^^ taph "! 

uiö !i|n .^ii;i waj{;5ey iiei^ßk^tvAne^, ßig«niäFtt.dä vor d*n Böi^rn-chAmÄ. .< 

BKäS'edd keraoge Ajddgeridlir leite lln her .- ' -' . •: 

zeBricbfen an di^'veltt ^dä fluogen Ü %f ir jgezelt. ' ' 
^ £Uten>BOmAi!ie .iranfimaüi -^ribt^n ftf ir^yanei^ /' t < lü' 'M 
fi iften eagegi^B den BmerenL: da vielftii. di ireigen«! . ; i 



,-i ' '' 



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.-.-i ■/ \ 



da braut manich fifehiner fcaft. YöloWtiiü^t »michelre orefti 
ftach des chuniges venre, : das; dem l^llea' beide ; • • .. . t.\.\ ' 
da? ort hin durch brach, da:^ -w^rt ör TeniiBi^e]iltch& f|nrah • 
Men eins brinch dhiem h^i^n> xmt fog)^>demik||iiic' SeV^r^a:' : ^l 
ob er min herren fcantei ; mit h&re 'Uiit init'^gewandey i i: 
i? ilt chomen an di Itat, da^ <»^ im; wol Vergel^ maöh; ^ 
er zucte wider üf den viüien, jJdai^l ros er mit den- ijponi"^«^; ^ • ^ 
er durchbrach !in di.»foarJ B behben alle' da. gar :i ' « » 

ü?e iewederem rtchei- newdlteni fi- nihit/eiiitwlohen» ^ - 1 '' 

wi luzel der genären di nuzze oder frume Wären! t , , 

Der itrit was unregangeit: ideit taoh Tö fumerloagen; 
BömsBre helede die vil ohüonen idieac vanen ^ruonen ' * j \ . ;.. 

wurden alle bluotvan diir. ^il' w^t^e Mähte fear« \ i ■ 1 . . 

di trörten aile de:; %^albhioi, da? nie i%inaiildii hielt iguoi 

an einem y^de gi^ac. iiiemen in gefagens^naclt 

di vil micheln gnmm^. ' di finelleu' jungelinge 

mähte man da fcowi^ii liärte TerhouWän; > 

da viel man über man; /.da?.walUiiot vdn.in ran . • i • •• k 

m^r denne über ein mile. djlrm^hte man bAren föri^n ' 

niet wan oh unt we* -da? gohArtet ir e hie m4r, ; 

da? helede fö chuone alle ein ander Huogen. . i 

fi ne wolten durch dc^ tdt ' ncoh dural dehjein. ^vereitlidie'nöt 

von dar walftat chören noch verl&jen ir hArren^ • i. 

£ nebrfiehten in mit eren däne: > da? w^ir aito' 'baiie. 

Der tac begunde figen^ c Eiftmäre begundeh zwiveln^ ' • 

fi waren verhouwen hart««.' ^Vokbwfn dö» gewarie: 
den vanen begunder cherto 'ingegesiidemkunic Sevöido. • 
Beiere di horten mit ir fcarpfen fwerteri » , , - i- 

ingegen dem kunic fi drun^ri, : iir* wtcliet fi ftogen* ij : » i - . 
di Walhe d4 entohten ze vliehen nöchze värien, r i » k : 

Severus erfach da?^ Ö? frame nienewas, , ■■ >r -i • • i 
da? di fine warn wunt m^ e^fliigen ^tmb den.wal nihfc langr^eMnahte ge- 
da? fwert warf fif u? der haat: ^i^Bdme:, dich b^ Beder mpi hibeo. 
gefcendet alfö fere: nu ehniLOche ich> 3e lebene niSfe.' 1 : 
Volcwtn fluoc in wflBrlioKe.; .fibendehalp jaarjriht er» da? riebe; 

Alfe der kuaie erflagen wart, deplhörzoge ftadite Men fcaft 
ze dem hefeltnen bmnneB! ^da?> lantMnlih'^ewuniea 
den Beieren ze eren. di marke diene iiLiehier mera!' 

' ' V SchWtohps 'YerWtrais. ■ . 

Ha. zu MüipuDlie^^ .ftod,!}atin,Ji. 2 {B, ,A.) .toi M. ^8^ Ifie.Hs. (frä|id^ impefitae des 
Malth. Yon tappenteim j Augsburger Cfanomkus -f. 1511;. yo^dem in Bunl^erg) enthält 
verfchiedene 'Stücke. sus^Öeti Jahrfen :ii04— llfe. /'fifts Stüök von der J&ie freier 
SchWabenleute zuei^ft' rnttg^teüt ^uk^oii- lA^s^ann itii Itheinübheh MiiTeum; Ar Juris- 
prudenz 3, 281 — 83, dann iriejdeiOiOh.w&riftfclmfnrtuiigifon^iila.e^^ 
179 fg. Wackemagel altd. Lefob.. S.; Av^. S. lö^'fe. 4. Auff; B.^ 18^7 ,ff. 

Da ein M Sw^benne Awet am Swife/^ dar ilt .ain -M man; der muo? 
im fiben hantfcuohe han;^^' mit tenfgit er fiben wete >iiädi ^em IWibe- 



12» 

fchen reihte unde fprichet zem ßreften alftis: '*Wi, ich iu erwette den 
rehten münt, den ^werten nmnt, deü gewaltigen mnnt nMi Swäbe 
e, näh Swäbe rehte, fft'vön i^hte ain M Swftbh ainer vrien Swäbtn 
fol, mir ze mineme rehte, iu zuo itiwereme rähte, mit mtneme vole- 
werde engegen iuwereme vollen werde. IL Wi ich iu erwette £o 
getaniu aigen, f5 ich ih Swftbe hörfchep[h]te hän, (Ä ich in dfes chu- 
niges riche hän näh Swäb6 6 näh Swäbe rehte. IH. Wä ich iu er- 
wette chu[o]richen unde chu[ö]2al, als ic[h] en Swäbe herfchep[h]te 
hän unde in des chuniges rfehe hän näh Swäbe i näh Swäbe rehte. 
niL Wä ich iu erwete zoun unde gecimbere unde ougvart unde hi- 
nart näh Swäbe e, näh Swäbe rehte. V. Wä ich iu erwette ftuot 
nnde ftuotwaide unde fwaner unde fwaige unde rehte ganswaide 
nnde chorter fcäphe näh Swäbe ö. VL Wä ich iu erwete fcaz unde 
fchfllinch unde gölt unde gimme ' unde allen den träfen den ich h[i]ute 
Mn oder vurbasj gewinne unde ' fbharph egge näh Swäbe ^. VlL Wä 
i<km wette aller der wette, der ich iu getan hän, widenbuoche ze 
vrommenne unde diu ze geüöutenne ze hove unze gedinge unde ze 
allen den ftaten, da ich ze rShte fbl, näh Swäbe rehte, fö Ton rehte 
ain yriSwab ainer vrien Swäbtn fol, mir ze mfnem rehte, iu zeiwe- 
rem rehte, mit minem volwerde engegen iwerem vollen wärde, ob ir 
mir den canceläre gewinnend Diu wete elliu diu nimet diu firouwe 
nnde ir voget. Nu nimet der voget, ir gebom voget, diu wete unde die 
frouwen unde ain fw^Yt unde ain guldin vingerlln unde ainen phen- 
m'ch unde ain mantel unde ain huot buf da? fwert, da; vingerlLa an 
di heizen, unde antw[ti]rtet fl dfem man tinde fprichet: 'Wä ich iu 
bevilhe mfne muntadele ziweren triwon unde ze iweren gnaden unde 
bit ittch durch die triwe, als ich fi iu bevilhö, da? ir ir rehte voget 
fit unde ir genädich voget fit unde da? ir nit palemunt ne wördeni' 
86 enphähet er fi unde habe fime. 

I I • r 

t 

Ahs dem Gedickte vtin Rechte. 

Hs. des 12. Jhdtd, früher im Beütze der ehemaligen Benedictinerabtei Milftat inKäm- 
^i jetzt dem Vereine f. Gei'ch. u. Landeskunde Kärntens zu Klagenfnrt gehörig. Bl. 
1351"— 142*. Oedr. in Eatajans deutfehen Sprach -Denkmalen des 12. Jhdti Wien 
1846 8. 3 — 16. 

• Anfang. Xarajan S, 3. 

Nieman ü% fö hdre ß> dsa; reht zwäre^ 

wan got ift zewäre ein rehtir rihteere. 

von diu hie^ er den finen ehneht vü ftarche minnen da; ifeht^ 

da; er nach im vienge unde ßn . reht begienge, 

wan mit im nemach nieman geftän, ^'r new^e da; reht hän, 

wan er fcheidet die unrehten von ßn fiäbes ohnehten. 

SchhiS. Karajaa S. 14—16. 

Swie eine da; mennifch geMt da e"; da; reht begät, 
e; bedarf nieman lassen fehen, e; hat einen guoten nächgeben: 
ot reibe da ftät da e; da; räht begäi 
er e;] höret, er e; fihet, er es immir nach gihet, 

Schade, altd. Leieb. 9 



i 



^t fterchet 055 dar ane da^ e? da? reht getuo. 

TO» diu fü fchiüen wir uns bewam, das^ wir yü rehte gevarn. 

Wer ift des rehtep meifter? da? M fin der brieftir. ,, 

der ift unfir liehtva?. d^r bezeichint da?, 
da? er vor uns fol fin nait aller flahte gufttin, 
«r fol uns leren unde fagen , den rehten fpiegel vor tragen, 
vr foi uns ^ren, wie wir unfir geweete ckeren 
inxi^V^ yon den funten, ou??en von den fql^anten. . 
wü. er briefterlichen leben, er fol driu reht haben: 
. ^ini? iA diu guotin, da? ander diu die^muotin, 
da? dntte ift diu ipiinne: fo wirvet er mit finnen. 

E? ifb reht da? [der] leige dön felben fit aige, 
fü im der brieftir ; tot [ti^]age , 1 da? er im yiV rehte nach trage, 
fo mugen fi bedefamt gän hin für den himilchunich ftan 
4er l^ge unde der briefber: got der ift ir meifter. 

Der rehtfint noch driu, durch not erliden wi?" diu 
undanches ode dancbes: dar an.ift,;Qi)^ wanchiß. 
wir YTi^'den eines geborn, wir muo??en andirftunt vervaren, 
wir mno??en drittenfkunt erftän: da? ifb rehte getan. 

Gefach got den man, der [iegUchJea verdenchen chan, 
wiev€^re er da gelobet ftftt, der da;; rejit begÄt. . 
in lobet der himilherre felbe vil verre, 
er hei??et fi elliu finiu chint, die da? reht wurcbunde fiiM^, 
-er, hei??et Q. varen geliche ze fin^ vater riebe 
gewihet joch gefägenot: da ne fiirfitent fi den tot. 
dSi yindent fi ewechlich li^ht, da newirret in niht. 
dar n)UQ??en wir allefamt chomen die die touffe habent genomen, 
wf^nd wir Ton dem rehte chwämen. nu fprechpt a)le *ämen.' 

Ans dem Gedichte die Hochzeit. 

Hs. des 12. Jhdts, früher, im Befitzo der phßjn. Benediptinerabtei Milftat in KSmten, 
jetzt za Klagenfurt, BL liSi^-^l&i^i Ofiiie. in Kat^jaiis deqlfclien SpraehdenkmAlen 
des 12. Jhdts S. 19 — 44. 

Karajan a. a. 0. 22, 13— 26, 14. 

i)ä vernemet rehte wie •$? git. i^ dem meßren meregarten ftat, ; 

da? in da? apgrunde gät, 
ein] vil hoch gebirge. deifk &.n michfl forge 
ubir] alle? erme??en. da? hat ein wirt be[fB??en]. 
da nemach nieman ouf chomen, wan der den fich h^ genomen . 
an dem äUen [wigajnde,- dem ünferem viande. 

Dar zöch üch bi alten ziten ein herre mit finen louten. 
der herre lebete rehte. der habete vil chnehte. 
er lech in allen den rät, des er. vil guot ftat hat 
fumelich Cne hÄrifte chnehte die würben niht rehte, 
die rieten an fin ere: des enkulten d vil fere. 

DA was undir dem gebirge ein vil michil forg?, 
ein tiefBr charcha3re, der ftuont alle wil^ tere, 
des habeten entrifche lotete verge??en. der was mit >^urmen befe??en. 



/ 



m 

4v undir fwief der, berrei Itoe. ipig^triwe otmebte Ywre. 
di joeiiabeten £i niht ze dem lebete , io^axi.da^ in die vrurm«^ l^eti&n ze 
Da; gewurme ungehiure d^^ ch^lete fi mit fiore. ; gSbei^e. 

von den dren ß chAmen, diu finri^fsn bai^t G nämen« 
da^mdfte wundir du gefohacb ,. ida^j.ie dehc^n i»an geliujli: u 
die die wurme dk choißtefi iinde die die martere doletQn, 
da; fi einen anderen rieten, da? fi widir ir henren .hukUn giet^ien, 
da? fi ir herre verfwief in da^ appgrunde i^ef, 
itarche räch er Imen ,zpm: d4 hab^te er ß'alle Tforlo^i. 
do was er d6 b[t den] ziten mit.a^eiien.lputen^. . ! ; 
die er haben {[olde^ i^x^ej.ftifte a). 4^ fy: wolde. 

Dö was dd ei[n yü ibh^^ji ti^ eines lulTamea, alle vol. . . ,. 
di wart g[ebom] undir der diete ein maget.guote 
ü^er e[inem vilj edelen chunne. der was gare eüjai.wunna .^ 

[nnde] was gare alliu ire^ . die. g€^i»^a« nie maget jx^xe. \ .'. 
diu habet alle guotin, die i\eW©n diemu<?tbi, 

ir varwe was ir alfö lieht, jßjie w^^rf nieiio Ärlfe^pa niht: , a ;. , . 
die vreifdidt do der h^q^Q.. quf .^Wi^o^^rii:^^ ^Ü Ti^W*/ 

Dö chom im d6 in finen^mvpt^ da^ m diu mag^l« ^^rej gupt . .. 
dd wolde dft dar guote chneht* gebiwfift. jtwba dw rehfc . . .i ., , 
da? er einen erben rertieiW^^ .df^Ai»««»^ ßnes riebe» beftifi^^p.; . ; . 
der md^te ,fia ein cbunWi-toß fttfgep. Äbir; dei telir ujmI. ubir) die. berg^, 

Einen boten habete-cir, algar^ . {ze Jtete, ß^nde er.iar 4^, . i 
er gert ir ze wibe ze finem libe«- . ;• . . :, 

do ir diu botfehaft wart gefaget, dd gelobte e? diu magei 
ir vriunt guote gfe*?]te* ^ß„ dir^te.^. . , !.,.:.....( 
do beveltente fi der" [^W 'fSVas gäwonlföh unde reht: 

er gap pr] fih [vinf et]l[inj , da?'wa«f rÖhtfe gtöiaatelfn. ' ' ' 

eines [tajges wurden n e[nem], da? er ä wold^ hdeh t^im, 
[ir] vriunte guote die habeten fi mit huote, 
da? fi indir nifwibt, tjaete^. 4*5 A ^ ir.'eren iht g^Tj^uote. 
fi [moh]J»a • fi . [vi]l llhte ]i?e:?fap:\i 4ne Tv^plde 4o ^ i [i^mil^ m IjUeyariep. , j . 

Einen l?o,t^^,Jiahte iär algg^^ i^o^ rtet fandcf je];.in.[dar]. , . 

mit fmer i?iai^Hng^: ,%: diei.b^^ ■ . , ,,. ,. • . , ..„;„. 

da?] fi niht entwalte, ob Q. dar T/f<>ltßp in. 

i vli??ete fich ir weete, die ß ane heete, . ; r , ( L , 

da? fi zsBme finem ,liut|9 .. vil y^cA zua einer broute. i. 

do/ir diu bo^fthaft W:^t gefagi^t, ,40' vli??et ßch.diu.i^aget, 
ba? ir wfiöte danne G, ^ /haßte. ... - , - , * „.^ 

Dö der tach do wart da? er Jblde vaiien an. 4iQ rfff^ , , i ' 

n4ch finer fchönen l^raute, ,d& gewinn e?" tJ^ 
rittere gemeite vij wol bereite, . 

Duchil herafcl^re; er <jhom cjwpi^chlii^en d^e. , / . . -, 

do fi 46 f^qr^n ^ die yart unde der liut gefamenet wart, ' 

d6 nam er li^er der i^pnegipa, 4^^ aüet tjnrifib fojdf^ fip, 
diu herifben lüte, imde faJwiei ß j^äch -der b^'pute,^^ ,< ,: ,. 

^de enbot dem wirte . von der <finen verte, . ,,,,,. ;^,^., 
ob fi dar wolten, da^ fi iiH^ entwalten; .' , , 

9* 



\ < 



13fe 

do dem wir[te] dlti bbtfohäft a[6j wart? geßaget, dd > Ute' ßf 'görWeh die 
^r] badet fi mit ^11:^!^; m gewcete da:^ wp|5?6 ' maget, 

mit pcHi^n behangefi, nrit ^dtnen l^[ängejn, 
die guldinen wier© für die inaget Mre. i 

SÄ d[iu] maget dft b^rfargieiidi: tinde fi [In] a[6 he]rl[lche] enphieadi, 
fi was geberht unde liöht: [ftian gefeidi] nie (& Mrlfchefe t^t 
dö fbaönt diu mfaget gaotel vor allein' dem liute 

an alle miffeteetfe: fi zam wol deiner bJroute. 

die hant bÄt er if [Iftr. ^r gejreit zevordii^fb to det foharfe' 

mit f[iner fchonen] broute voi^ allem ^dämlitite. ' ' • ' 

da ß fiior in der vare, fi lonhte uhif alle die ftAare : '' 

als ein liehiir ta[geftef]iiö. dör leiten fi fi göme. ' 

Dd riten mit der bröut© chindiföhe lernte, 
rtter gemeite hAflieh geleite. » .- . 

hoy wie fi d6 fiirigön, ^ dfi fi fie heim bro^jgeHl • 
heime wären loute, die wartdten der bronte. • ' . 
fi enphiengen fi mit räte^ mit att^me' gut>tie. . . • 
die Ä da heime wären, die 'wirtfbhaft fi vörbärfen, 
die nm^^en fi mit dän geilen ^t aller fiahte lufteü. 
dö chomen mit der broute heriöuode k)ute, 
die trundien des Mdes undii ei^eten fich all^ leideä. 
dar diom des liutes ein miobll <!luraft. da was diu bedte wirtfchaft, 
die der ie dehein man ze finen brfttlonften gewan, ^ 
wände fi die nw^^en, die ir e nine enbi^en. ^ 

BrocbstOck vom jflng^en Oericbt 

2 Perg. Bll. in 8, 12 — 13 Jhdt in. d. öfßtl. Bibl. zu Hamburg, gefiindctn u. mitgei. 
T. Lappenberg in Mones Anzeiger 1834 Bp. 35 — 38, nach fiofimanns Abfchrift in 
deflen Fundgrubeh 2, 135 — 138. • 

h^din wir] da^ vor ougin, wir dorfdin nnü földin vr6win: 
dij kint in dör mftdir Irft ö? wt^, ^ möhde des dages irftickin. 
fd cumint di engele in dhA lafdin geVaiin und bringint ein crftce gedragin. 
rh6ne und lütdir dar nach cumit menQiche d€?r Mmilifhe cunic 
und fidt zu gerehde in finir maöcrefde 
imd umbe in fine heiligin, da^ R urtdeilin 
igeltchis; nach finir andäht und dar nach e; gelebit hat. 
lo ougit er fine wundin tin f?nir fftdin, aü fininfö^n, an flnin handiii. 
dann fal ein fgelich ouge got unßrin hörrin fhowini 
als in di Judin vin^in und an da? crftce htngin, 
da? er fvicide blftt, da? man in baut, da? man in flftc. 
Co ougit er alle fine not, di er leit und auch dän ddt 
und fprichit *fich, menfhe, wa? ich durch didh gelidin hänf fage, wa? 

hafdu durch mich gedAn?' 
fift dut man ftf <fi bftch, dft ane fi;*t unfir dat, fi ff ubü odir gut. 
danne wirt irfiieinit w<Jr äu got mit herein meinii 
di herein und lib nu intreinint^, wi hei^?e di danne wdnint,' 
fo fi vor in gefcribin föhint, wi fl dÄnt, wt fi nü läbini 



J 



188 

e; in in mt fö;.h4l0|^ ss; 'ini Mrerde woh njOBlAb^; ' 

e^ R nhü ödir gdi fö man cÜ bAch uf d&t, 

fö man di buch inflA^t unde *brddit, uii<^ di dftdin urtdeilit 

al damadi di büdiDs^^ittt, £6 vidwint fich di wol ^elebtt hänt 

fwer idl da^ man d.aime ßn fhande tat iä Mq, dar habe nu rftwe und 

fwes wir nu zu bihdin cuniin^ da^ wirt danne virhuHn. bejeha 

fwea wir jm nit bij^iiii, da^ ÜA danne i^e di Wßrilt föhint. 

owi der fhandin und des leides, des gnuge Iftde nit einb; 

danne folin IMin! di ir Tunde nu fich fhamint Mhdfia, 

wi fi folin irten, fö got un4 dl heiligin beginnint fplen 

gein deme ftanke ir unreinekeide: 4sjme woldin •£ ir Amdin hau bejehin. 

fö got di b«di ane gefiMt und eims tgeMcMa menfoUn lebin g^t, 

fö yrit 6r fich zft der öefiwin haut zu den di ime gedfnit haut ^ 

imd fprichit 'cumint, mtne vil libin kint, zu den himilifchin gnädin di 

' .A ■' .' Äoh bereidet fint 

Ton der werilde aneginne, wandet ir äaditit mtiün WiiUin! , : . r 
euunt, ni£i»e.yfl libin Mut! ich bin ^wir yadir, ir biat 
di idi irldfit hän von der heUe ndt: . ich bin mieieüEbhe unda gpi 
des ftwir h^ree t hat gegeüit, des werdint ir allis nui gewerit, 
ir bint di durch di ich <tön ddt leii ich Tal ftoh ongia mf «e ßidnheit^ 
ich fal uch ougbii nolne h4cflia£' - daene endit imfis uHgemacb. 
di zft der linehia hant ftent, di heispti et in da; owige f&r gßn^ . 
da nit in ift dan ach weinia und wli, dan i^ in eumint fi nwir me. 
fö gii e; an ein fh^idin, Id g^t %; aa ein /weinin, ■ 

fö firient 11 'hörre, herre, luipr Ikeph$re! 
war folin wir nü vil armin? Jli^rdiph unfir nftt irbarmiu 
und tu uns etlichin rät! uns rftwit «nur müfedäi' 
fö antwurdit unCr herre 'der rftwe ift jA zu fpeda 
di portin ünt beflo^: ht in pSM) niman me ^ jooh tn. 
ich in wei? wer ir bint: ir fint d& dftvflis kini 
g^üii d^ ir gedinit hkai in der yinftirniffelant , , 
von mir, mine viende!' d4 wirt main weininde Und jQriende. 
fö fi Tile geweinint upd gefirient ^zu unfirvne h4rri^ uM er in den rucke 

, , . biegiBAVt kimf ' f 

fö frient fi di gikliii aDe> da); fi in helfin unde got. naanin, >. . 

da:; er ire gneide wolle han. fö weinit m^c wib und man. 
ifwer den andirin dft. irkenmt, der reckit ime dihendd i : . 

und fprichit 'hilf mir, frunt herre!' d& wirt maplc betdil^re. 
ß fpreohint fi 'j4 fint ir di , v : o 

di ir fhephere Mden lUdi^^ i ' 

durch ftwiria libis feaaftikeit? wä ift nu uwir ubbikeit? . ' [\ \ > 

nu hat fi ^dde genumii^ wir in mogin iUdi nit zu beUin (»imin. i ; 
dar ir gedinit* h|nt dar gent^ wände ir geCöhint uns nimir me]' 
der front in fi dft oi lo gut, in dunke it leihe wenie gnftc, 
ob er tt gode gediuit hat dftmt alle wole, e; ift lafn rit 
ß glt e? an ein fheidip^ fö g6t e? an räi weinin, , ., 

föfi danne Ton canya^:^, fft hi^int di bdfin mide cari^t» ... ^ .... 
fi windint ir [hende * 



Aus Heinrichs Gediclite Tond gemeinen Leben uAd der Erinncining 

an deD Tqa. .. 

Hs. der HofbibL n Wto, o»d«frea ol.:8176y aubc 26M; £.<165^-f;'ll6>k :1» — 14 
Jhdt Soffinu Fdgr.. 1. ^ÖT £ .Yerz^ohn, d. W^wr :^8. Kr. XX. S. 2^ £^ ..Oedmokt 
in Malsmanns Ged. des 12. Thäta (Quedlbg u. Leipz, 1837) 2, 343 — 3^7^ u. in Jof. 
Diemers kleinen Beiträgen zur altem deutfclien Sprache *u. Liter. $ (Wien lÖ5ä), 71 
ff. Z. 1 ff. Mkh keiti^ meiiler geHnben gelTWie dAs; iidh i^h def todcff gehygde 
eine rede fnrbring«. Z. 44H :ff. Bw weUe «ndßa dita Uet das; Tordtr gebillet ükm 
niet, da; wir haben zered^ne. yon dem ge^ieij^fiin ,iebene ^ mag e;; einen beTvnder 
nam wol haben, fwa; wir von dem tode welle. Tagen, da; vindet ir gefchriben hie 
bi. def beginnen wir in nomine dömlni. Am ScfluBe 2. 987 ff. 't)ai: brlhge dv göt 
liere dvr^h deiner mnter ere • Vnt dVrolh afler deiner bdligen^ reoht JSxenkafititLeh.' d^eineA 
armen dmecht . mit den^ebt erohennen Mde: • den habe dv horre-in dtiasm ftide.. . Sin 
Abt Erchpnfrideiiw ßtifte MeUc.1122.— 1163 .flP^ fq^pt 1, 96), w wi4?rei TO lJp90 — 
1120 in Göttweig unter <dcm Prälaten H^man* S. Biemer kl. Beitr. 3» 3 — 38. 

Y0n'd4r:GieüUifn4eit Hafom. Z. 55 ff: S. 344 ff. Diemer S. 72 ff. 

Chriftenlicher örden' döif ift harte ferlWorden. 

fumlich habent deh namenäft^diag sunbet. lttyid«p tS lut^lim iemen 

ouf den waocher der armen MIe. die diei* «obHften 6re ' ^ - etiUaadet 

underder'phaffhieitroldiänphlägein^ d§n da; Tingettfilijimtdlnri^pifl; geben 

unt ander yfl bezÄieheididh gewant, dk von fi- biMi^f ßnt ginant, 

ze den ifb da»; jrödit enewwit pharreli pp^ibftet' tnt «btei, 

weihe, zehende, phrtioitdä', > »die fi^ nidht «ze rerchottfen befknonde^ • 

da; gCbentfi ander niemen, "wan der &; 'mit fobatze macyierdien^ri. 

Ip junger habent <wi<jh 'wtol 'erdiörft; wie in ist mteifber bint 
vor gitragen da; bilde, beichte ntot bWlde, ^ 
müTe nnt falmen', da:; bi4figent ß 'allenthalben 
ze eütchem choufe. ö; fei ^r ohrCfem oder diu teufe 
oder ander fwa; G Men begän, da; Mnt fl niemen vergeben ftAn, 
wan airS diu miete ert^erben mao. owÄy jtthgifter tac, 
weihen 14n foltu in bringen! ir 'delwellier! 4ä<? deü gedingen, 
ob fein dös tages ful werden rÄt fwer gteiftlichegäbe verchöufet Mt, 
wie mochte d^a mSiObtiMi immer m£r«i würden rät^ 
Wirt er daran ftüidenv "^ mwo; immör fein gebwftden 
in der h8Bi;;eB ttured flanmie. ze fpäte chlaBit er danne. 
fwa; er halt gu^ter dinge bigftt, ' die •^eile« er afi demMnredit HAt^ 
da; ift vor got ' verflüdohet. ' ^fein gebet Wirt vehrniruöfchet, 
wan e; ze gotes Ären nicht ttelgöt: fein gehugdewirt'iwi'öhfedi verlVeiget 

Die ze bn^efter fint' gezöiit?i ^^^ h^änt dei* zwel^otfeii'giwalt, 
da; ß mit dem gotes werte da; fibrsedigent diefundser bindent tint erl(^geni 
euch fulen fi ir leben behalten: anders muo; ßgöt-engatten,* 
da; ß den nutz äne mtio'weiiefit< 'haben:' in ffäÜ ^oivenTeineii;\(f«eiffagen 
ein vorchtttehe iHrclfuiide ^ difei v^rfwelb^üt meiner littte ßiiide.'' 
unfer herre euch i^be chiut 'dlfe^adent oüf da; arm lint^ 
folhe bürde dSe' nieman mac erhöbb«; «nt weilent ß fölbe iii^t erWegen.* 
funOiche die aber (9 fitofte fint, di^'trdftoit üb^r 'r^t des ttevels ebint 
unt liebent in die meeifität tHrer in ze gebene litt, 
der mac tuon (V«; er iril, 'da; er defeieöine wete fö' vil ' 

mac getuon böfer dinge, e; buo;en die phenninge. 






m 

die muken fi lichent^ die olbendeir fi verflicheni 

fi reffent niewan die armen, die folden in erbarmen: 

fwa? der reiche man getüot, da? dtinchtet fi fuo? tint guot. 

got enwelle feiniu tvort verwandelen *fwer' v<nrdert ein föl vor d§r anderiMa* 

wä fol der menfch denlie erlbhöeinen; der von d§n fchulden feinen 

verliufet mit feiner gelr töufent JRbI oder mfo? 

als mr diu buoeh hören fchreiben, ir aller weitee §r inno; leide» 

nach der jnngirben fchidmige, (o Ireider Äne barmunge 

gotes zom nber fi ergfit.' wie tiwer fi danne geltet 

dirre werlfiiche reichtuom und dgr unfaelige freitöotn, 

da? Q. löbent äne twanehlUl. nu 'w^Üerit die i>'haffen liberal 

in da? halben ze feinem rechte gär, da? fi<?h under dar phaffön fchar 

fnl der w^eibe iemen' änen. ja folden fi fidi >oh ir ntidemnen, 

als ich ein ebenmä??e wtlftir ziehen, als dft^ vlhirt [von] dön vihen 

unt der maeifter von den jnngern, i^ fölten fi fich fundertL 

unt wellent leichtichseit phlegen. dürh wä?iIVin diii meeifterfcfeaft gebeto? 

bÄdiu zucbt unt hsBilichsBit', unkiulbhe unt tflßinechaöit, 

die fint nicht wol enfamt. fwenne des briefters haut 

wandelt gote» leichnamen, fol fi fidi danne nicht zamen 

von weipltchen anegriffen? entriwen fi fint da^ran befmcheiK 

Ünfer geloube da? bivangen hat , fwenne der briefter ob döm alter 
under dem gerinne di entflie?ent fich die hiiAel ö, . ftat, 

da? feiniu wort dar durch vam. im fendet ou? aften englifohen fcham 
tmfer h£rre feine dienftman. ' da? opher wirdet lobefam: 
e? vertilget alle diu miflet^t, die diu clririfkenhcBit big*t, 
die des mit wirem gelouben gedingent. die da? ampt ftir bringeilt, 
fprechet, welher rsBinichsBit er bedürfe? dar umbe heb wir uns ze ruoffe 
unt fprech^n, 4J? ful got miflecemen, da? wir der miffe vememen, . 
die wir fö nicht ßhen leben noch den fegen fo rechte geben, 
als fi von rechte folden: dar umbe fei wir in erbolgen. 
Twa aber da? gotes wort unt diu geweihte haut ob dem gotea tifche 

wurchent enfamt, 
da wirt der götes leichname in der miffe von einem fundeer fo gewiffe 
fd von dem hseiligiftwn man, der briefterlichen namen ie ge^an. 
getorft ich iu fagen da? ich wasi?, die ir ohriftenlichen antheei? 
mit ander geh8Bi??en babent gemiret, fwie Wol fi diu buoch fein geWret, 
die fich von dirre werlthabent jgezogen: dntwMerdiu fchrift ift gelogen, 
oder fi choment in ein vÜ michel n&t. fi folten in dirre werlt wefen tot 
nnt folten da? vleeiM an in rÄwen, da? e? teegKeh muofe flÄwen, 
unt die föle ane fchowen fam ein diu die rediten frowen. 
nn habent fi ha? unt neit, miffehellunge unt ftreit. 
wol chunnen fi fpoten unt greinen, unt lÄ??ent übel fdieinen, 
ob fi die wären miniie in döm harren fulen gewinnen, 
iriu wort fint vil manicvalt. fine haben ampt oder gewalt, 
anders dunchete? fie ze nichte. fi dienent niwsm ze geßchte, 
durch verebte, niclA durdi minne. Q. gefitzent nimmer inne : • 

fi wellent umbetwungen fein, da? ift an firinlichen fchdn, : 

die ir dinc Rf fchafient ft??e:* die wellent in (6 gitftnebuo??e, 



186 

die C fö fwanzunde tragen: der m der werlt nicht ein eTel mochte bahen^ 

ze boefer gewinnunge ill fein lierce nnt fein znnge 

in wunderlicher weife, unt möcht iemen mit h^rlicher fpc^fe 

da:; himelreich beherten nnt mit wol geftrselten härten 

nnt mit hAh gefchomem hare, £6 weeren fi alle haeiUch zwäre. 

Darüf hab wir Iseien ein archwän: fwa; wir diewandelbsdre fehenbigän, 
des yerw$Bne wir uns ouf die andern alle. Ii fint ein Hchande unt einfalle 
gsBiflilicher famnunge. von wie getaner ordenunge 
fold er ze einem hirren werden gehabt fui da; er der werlt hat widerfagt, 
der Yordes ein arm menfch wais^ in dem winder wirt dnrre tta:; gi^ 
da; des fumers was gmone. 4^r ßch In der werlt donchet chnone, 
lo der greifEet s^ gseifiüch leben^ da er mit dem üeyiel muo; ftreben^ 
r5 zimt TÜ weisleichen, da; er ander C^ geleichen 
aller itÜ inne bringe feiner tugentlicher ding^. 
gerne hab wir geredet da; die phaffen biweget 
nnt die mmuche ze grd;em zome. die folden binden nnt vorne 
der ongen alfo wefen yqI, da; fi allenthalben wol 
die veinde gefeehen, wä fi ilh wolden neehen 
ze den die in bevoUien fint wellent fi nu bSdenthalben wefon blint, 
f5 werdent fi 6wiohlioh^ erblendejt: da; ift un/» offenBchen verendet 
mit den warten der warbaeite 'fwä ein blinde dem andern git gelidite, 
da vallent fi böde^in die gruobe«' . dife rede verfi^iit genuoge. 
diu graobe ifb diu hellen fwer nu die blinden wi;;en welle, 
da; fint die boefen l^netre, dje die verworchten hqarsere 
mit in IsBiten in den ewigen vaL noch hceret ein andern fkurmfchal 
von unfern herhome tie;;eny des euch die Iseien mac verdrie;;en. 

Aus des Priesters Arnolt Lobgedlcbt auf den lieüRgm Geist. 

Yorauer Ha.: Mite des 12. Jhdts, p. 129^-— 183^. Biemer, deuiTelie Gedichte det 
XI u. Xn. Jlidts, Wien 1849 S. S83^a67. 

Hymnus, Hs. S. 133, im Abdruck S. 354 fg. — Daniel 3, 62—90. 

Nü lobe ^wir mtnen trehtin jouh den heiligen geift Cm, 

die namen alle drte fepciea in die. 

alle tage üben ftnnt lobet dich v& manidi mn^t 

ze vefper jonhc ze mettin fcul wir fpate nnte vruo £üi 

ze gotes (Uenelte: da; gepiutet uns der pfakmTta 

[der vil guote] Dävid^ duo, er machote die .tagecit 

ze prime jouhc ze tercie lobe wir gewüTe, , 

ze I%xte unt ze ndne fö lobe wir dich fcdi^e, 

an der complite lobe wir dtne guote^ 

fd du vile wole ^r^rt pift: laudate dominum de celia! 

Nu loben dich aver ia fol et hmaj 
der l\ume jouhc diu mänin. die ftemen loben dich unter in, 
imte loben dioh, trehtin, über al peidiu perch nnte tal. 
holz unte ftaine loben dih, trebün, eine 
unte al da^ uf der erde id: laudate dominum in escelfbJ 



Na loben dih, tr^Wihij avet lÜ maria «^ flumima^ 
wa^er unte pmimen^ nnte loben dih iJle zungen. 
viffce unte vogelin loben dih, Mrro trehtuL 
loben dih diner chrefte alle die, geflelite t . . 

da; lemtigis M d^r ^rde iüt laudate dominum de oeHai: 

Nu loben dih, trefattn w^de,, die himde joiAc diu ^de. 
loben dihc, h^rro, da pi amma fidera celif 
jonhc da^ firmamentum lobe dih, hSrro, unt dendimeii. fun. 
die würze jouh da; ander chruth loben dich^ ^^rro gotes UAihy 
¥ante dn dCs fchephdre pift. laudate danduwm in esoelßel 

Nu lobe wir dich aver la in pfafterio et ci(hara^ 
mü lalmen jouhc mit feitfpile. diln^ labest enge! vilQ, , 
ane mofent R dich fus, alle chodeni fi }fumtm\ 
alle; da; uf d^m himmele iA laudate dominum de .eeUel 

Nu loben diho, trehtin, aver la rorea et pruinä^ 
i^ne unt die winte vüA ell^u apgrunte, 
die puhele jonhc die l^vr^i&y dje pache jonhc die föwe, 
ante al da; ter ie wart nnt iemer iH Umdatß döminutn in escelfiBl 

Abs Hartmamis Hede vom heiligen Glaabeir. 

Strafiborg-Molsbeiinirche Hs. y. J. 1187 Bl. 1°— 9^; gedr. in MaTsmanns dentfch. 
tOed. d. 12. Jhdts 1, 1—42. Lücke von 1 Bl. nach Z. 3224, c. 400 Yerfe feien. 
Ber Dichter nennt lieh gegen den Sehlnf Z. d7&7 Maftni.: Da; när tb wöl gelinge, 
^ wefen in minen gedinge alle mit ire gebSte cd dSme himelUbhta göte, di dft 
bdrent fprSchen, diTe rede rechen« di ih arme H^riman tpn dem^ hetligien ge- 
louben hfin get^ Er hat Tchon früher Yom jüngften Gerichte gefchrieben nach Z. 
1622 £: Cnius regni non erit finis. ich lagüh da^ dUr w^ ift. ISn riche alTö ebene 
1^ da; is niemer ne zegSt. none wolle wir nüwit lipger an dirre r^de hangen, 
wände wir )de tore l^aben g«r0det, tu beü^belcUfit^h^ .^efagit^ 4dfe wir Ton den 
wlfen hfin yemomen, wü^ dan alli^ lal oomen zd deme g^d^en urteile der werelt 
*1 gemeine, da; ne habe -wix niwit yemiden. i; ift alli^ gercriben ze gehdremie 
ude le gefihte in dütiToher :rorifte. fyer da; bdeh wüte lefen, d^ m»eh i^ alii; 
d^ Ternemen, (d wir; mit tmfen linnen aUer beft mohtmi yindttL 

Yom i;eichen Kanne iL Lazarus. Ha&m. S. 33 fg. Z. 2684 C 

Nu wil ih dir z^len ein bifp^e 

umb einen riehen man, wf; wilin ime quam. 

di fcnft di faget nns alT^: induebatnr pnrpura et byflb, . i 

mit peile är fih w^te, vil 6r difs h^te. 

alli; da; Sr trftc ane, da^ was fcAne pnrpirvare. 

Til wol ^t aUe tage ga;. flner föle Cr verga; : 

durh ßn, nbirmute ^r ne tet neheinegftte, 

got (fr ntt ne Torhte, . niht gntis ^'r ne worhta >*' 

D6 was ein vü arm man, dCs ne wolder Gh niht irbarmen, 
d6r was gehei;en Lazarus, (di rede faglt nns aUns) 
der Iah vor des riehen mannes ture, da fo dicke gino Yore, 
d& wolde Yil gi^me dar lm>isien gefatii wlärden, 
di von dCs riehen mannis tifche vielen, dd ne höter dto willen, 
da; in nieman dar gwerte dCr brofitnen, dör (jr görte. 
do quamen di hnnde nnde leoketen fine wunden. 



Dd da? lo gwi^ \dia; det arme Lazarus irfkarb, 

di engele dar quämen, finö Wie fi nämen 

unde vurten fi in Abrahanus Ifcdgi da Vatiter frowede srü grfe^. 

dÄ fkarb der riebe mit den armen al gltdie. 

di tubele dar quämen/ fi«e feie A nftmen 

unde vftrten fi in di helle zA den nbÜen giBfellen. 

da besonder inne quelen tmde Ibrinne. 

dd hüb er üf fin» engen: v^rre begunder fcowen 

in Abrahfanis feö^e frowede vfl ^ö%e. 

da gefah er Lazarmn? der Was ze rnowen dar comen. 

vü wol er in cante: fön ör^in tiante. 

do bat er Abrahamen, dai^ ^ finer gnaden = 

müfe gnies^e, da? er Lazafuin lie^^e 

in finer not lergeteen, finfeti minniftön vinger tfötzen 

in einen kalden brennen, da? er in ircolte fine zungen, 

wander alfd grimme in den ihn begtode brinne. 

mufte da? gewerde, da? 6r Mochte irfterbe, 
\imew6re lieber di tot, daii er lide di grd?e not 

Abraham der fprach dö deme riehen man alTus z6 

*di Ungnade 'miioft 'du dolfu ; gehugb dih, ftin, vil wc^, 

di wfle da? du lebetis unde alle gnäde habetis, 

unde Lazarus begonde Itde michele pthe: 

nü ift er ,wple getröft, un4e >du pewirs nit irlofi' 
, aird ne wart ddme riehen jäth nehein gnäde getan. 

Abraham in ntt ne g^ewSrte des lutzilen des €r görte 



Aus dem MarkstlebeR Wernhers vob Tegerasee; 

Wernher Priefter xn Tegemfee t 1190 ^Hditete 1172 ein Marienleben nach äcm apo- 
krypMrchen Misrieneraiig^him d«« Matthsens (Thilo Codex apogryph. xot ff. 319 fi\ 
wie er felbft fagt. Berl. Hb* Fdgr. 2, 1 4^8) 7 ft: Kr wü loh It den orUtaben bcdir 
chundcn vnde Tagen, da:; ich die materige mit himiHIkem herig« vnd div ftarchen 
maere al defte ba^ 1>ewaefe. Hatheus ewangelifte der fcreip is; nön Chrille und 
uon der muoter div in truch: dannen Tcreib er zeiehen gnnoch. doh wm div rede 
betwngcn in ebreifker zunge untze an iknt leronimum: der tet da; dnrh den gotes 
fun vnt durh zwcir bifcoffe rat da; er da; liet gewitert hat in die fenften 
latine. ' ■ ' . . 

Das Gedicht mehrfach, wie es fcheint, üiberarbeitet. iHss.: 1) Die Berli- 
ner Hs., Ms. germ. oct. 109, < :&ähef in Otters, dann in yon Nagler» j^efitz. Perg. 
13. Jhdt 91 Bll. 80 mit 85 Miniaturen. Gedr. d. F. W. Otter Wern)iera Gedicht zur 
Ehre der Jungfrau Maria, Nürnb. ü. Altdorf 1802. mit 6 Bildern. Genauer durch 
Hofl&n. in in Fundgruben 2 (1837) S. 147 — 212. 2) Wiener Hs; im Archire des 
deutfch. Ordens daf., Perg, kl. 4» Anfg ISJhdts, 103 BU. in 13 Lagen. Bl. 9»— 74*» das 
Marienleben, -jxroranfich von demf. Schreiber BL 74^—101*» ein Gedicht v. d. Kindheit Jcfa 
fchließt (hersg. v. i^eifalik Wien 1 85 9). Nach diefer Hs. die Ausgabe, v. JuL Feifalik d. Priefters 
Wernher driu liet von det niaget, Wien Gerold 1 860. 3) Münchner Bruch ftück, 
ein dünnes Perg». Bl in 8«, 13: Jhdt, die Verfe nicÄt abgefetzt; durch Docen gefun- 
den f. denf. in Aretins Beiträgen 7, 120, ahgedx\.< in tn. ^tiscdUmeen 2 (1807), 103— 
108, danach wiederhoU in Fnndgr. 2, 213 fg. Das Bruchftück enthält nach Otter» 
Drucke S. 61—65, nach Hofiin. Fdgr. 2, 163, 40-7-165, 9 (121 kurze Zeilen), aber 
mit folchen Abweichungen von der vor. Hs. , daß fchon Docen diefer gegenüber es ßr 
urfprüngliche FaÄung cridlfarte. 4) Karlsruher Bruchft. 2 Perg. Bll. kl. 8'\ 



m 

die Yerfe fortlaufend, 13. Jl^d^ aif DedLel^^ner/aus Nütnbevg ftamnenden Hs. yon 
Si Feter im Sebwftr^wald su :]S^9?:^ru)^e yofi MjMie gefim^e^ u. m fm J^tag^ tva 
Kunde der tentfchen Vorzeit 6 (^1837), Spu' 156 — 164 veröffentlicht. 370 kiir^eZeilen 
(durch Befclmeiden der 'Blätter meliirfacn defect) das !Ende ,deB GedicKts enthaltend, 
aber fehr abweichend yon der Börl: HB."^d JStöoke mehr, die jödoch in d. Wiener 
Hs. nur in andrer Ordnung ftehn. Hierzu, kannnea noch ein paar Blätter* to. fitreifen 
derfelben Hs. yon K. Bartfeh gefunjcien, befchriehen hei Fei^lik £^. <S. ix M^ und 
die Lesarten im Nachtrage S. 189 f. ,Im Epiloge nach der 3er^ner Hs. heiÄt es: 
(Hoffin. 212, 7 fL): Do fcilinatis tfitipeftäs driyz^heii lare e^ltiuiden wää M ,dem 
pabes Alexander, da? driÖ herren ander wrren itrie den fttile, ' -da^ er Wifdös füre 

uf dem lande ynt' uf dem mere mit yü lutzeleiii here^ do' diy forniTkiii riebe 
ftnnten gewalticliche in des keifer l^^ep.ckes haut» y^vt er JPolfOK da^ ]ffnt rbetwanch 
mt heruerte, da in got liges gewprte: do wrden div liet elliy dfiu ; gjßtihtett] un- 
der diy. In der "Wiener Hs. u. un Karlsruher Bructftück geht diefen Worten Voran: 
D6 TOE gotes gehurtie tÄfent jär Wutdön hundert und fibenzec u^esfweiV döwart 
ein priefter des enein, Wgmher'gdtBU^, da^-ir yon dlmweii;« ^zu'^ndm abe 
fchiede mit difen. drien^^^n,^ ^^ e^ fchreipzuQ i^r^n «der y^o,Yr^,4iU;,)^fem 
Wrren erzeigete in ir jg^czelte aller difer werlte. im was 'ein ander prieAer holt, 
Ifchei^en was er Mäneg(>lt, /d^r wiTte fh der mätörje, ' als ein guöt Veije öa^ ruoder 
wifet mit d^r haut tont ^'kuinät a^ da^ la&t. ; 3r läddt in in fhi hüii ^d «^Idie? in 
niht darü?, imz Br gefinirat&>anl geriet, i das; diu geüTi^hen Ktt irardei» gonachet. 
da enwart niht yil gelache^ ^a^te Marie diu^gal^ in kurzie.wi^ un^ lua^egei; yrou- 
den fpuote, daz ez Ü niht enmuote. etc. 

Mari« VeiWmdigung. N^ach 4^^.Berms. Fdgr., 2, 177,^21 ft , i . 

Ein burch heia^et N&zaföt. in fetaer gegeiidö* jße Mt, 
diu genant ift GaJilÄä; tinfer frotiwe diu waö dft 
aller tagende gitiiniö, fl hete hfts dlt inne. 
nu was ovih komen diu zit dat; got d^s yfand^s ntt 
niken wolte an nüs^ armen nnd fleh -Mölte erbftnflen 
über alle fin hantgetät d6 wart erweit von ffn^m rät 
zuo der frönen botfchafk ein engel, der die öhraft: ^ 
nnde die gnäde ' fiü Wgothette '&r i<elaön brcehte uni fuvmite:' 
Gabriöl ift er genant, von* d^ hftn wir {n eikant, 
der Leviäthanöfl dro^^j^en mit dem cruce Mt beflo??0n. ' 

do faor er froliche Ög döm himelrfche' . , . 

Dider zuo der örde,' da diu gotee werde . .. , . 

fa? in einer kemiAAten mit fdoz;?cttn*werche beraten: •' - 
die cbleinen fiden ^e fpatt, die fife arane lö^^e gewan;'"- = 
do die andereü^ dön bare muöfen fpinnen furWär. = -^ 
alfo micbel was der glafl>,' dön dCr engeBftirö gaft 
von gotes engen brfthte,' da^diü magettfib nberdahte, 
unt da:; w^rcb da^fie^'dä t^orhtö^^' da? lie fie Von gr6^er vorhte 
nifen ü? d(in handeb: dCe pofcen fie 'niht erchande. 
der forgen «r if g^üöi^ta • nu b^et, wie el^ fie grilo:^e. ' * 
*avö, got gruog^et dib Marie,' diu vtyH 'allem: meile biH Me. 
aller gnaden biftü-Vöi, wan Cbrlft TOn dir körnen fchol. * 

unfer btoe ifttnlt di^: ' «r minnet dibjdas; gloube mirj 
^nt hät'dih dafzuo eroboi^n, da? fer-von'^r wörde geborti.- 
bi dir wilet^tteüben, gertgfentitf X)b ölten Kvfbeü. 
dir nfget fwa:; fib "cban Terftäü. • du fcböit zö brAtbetiÄ gän- - 
iü dem bimele obcne: d€s wlrdbftu ze lobetie.* * 

diu maget begunde denchen, diu ougon nider fencben, 



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Xiid nsaa i&% in ir ahte, wie da^ w^tüeii mehte 

unt Tirie dfön grtto?ftil weere. trürjk ftuont diu gewwre. 

4er engü tröft fie ave fä Mm fargen du yerl^ 

l^ePte aU^r wibej goi h&t in dmem Übe ,, 

im erweit ein ftiL du fckolt dßr welflte uberal 

bringeii einen fun, der in gnftde njiak getuon. 

er virt genant Ein&nuel unt der htilant IfrahÄL' 

diu npiaget die'^vorhteverKe; einen guoten muot fie geVie, 

ir ielber kiufche lie an fach, ze dem engel fi dd fpradi 

Mä ne Mn ich niht b^trahte, wie da:; ei^n mehte^ 

dasj ich kint gebflere unt iedoh maget wäre. 

ich bin fo kamen an dife ltunt> da:; mir i(t YJX unkiint 

ma^iiieB liebe unt gererte: mit fli^ ih mih des. werte 

unt ouh iemer gerne tuen: wanne käme mir d^r Ihn? 

des muo? mih nemen wunder/ . & antwurten begunder 

/4tt fc^olt neh^ines zwivek pflegen^ wand der himelilCke fögeu 

unt der tu heilige geül der wirt des kindes rolleift. 

des oberifben tugent unt msüit gezeiget dir wo! die aht, 

wie im da? mugliche fi, da? er dir alfft wone bf. 

mit fines geiftes touwe befcatewet er dih, fircmwe, 

unt gefordert 4ih darzuo. i? wart geordent vil firuO, 

da? e? alfo fcholte ei^n, e diu erde begutidö ftan; 

unt der himel fwebexKie Wurde, fselich ift (Jiu biorde 

unt der wuodier diner barufte, wan dih fund^ nie gelufte.* 

als diu rede was ei^angon , diu &ouwe wart beTiuagen 

unt erzunt mit rehtem glouben. üf haob ße. diu ougeii 

gein der himilifkea r^fte* ir, gedinge was fft vefte> 

fie fpri^ mit diemuote *got gn&de mir der guote. 

alfe ich dih, herre, hdre jeheto, alfo muo?e mir gefchehen. 

du bift e? der bete frdn, nu göb er dir da? Äwige I6n> 

der dih ze mir fante unt mtn beJr^e erkaate.' 

do fprach der engel *ämen^. von des glouben fJUnen 

wart üe zehant^ fwanger. got enflini^t e? niht' langer, 

ja ilter zwäre durfa die armen fundeere 

die mennifkeit an fih nemen. dd mähte im wol gecemen 

diu herberge alTd rein^, fin muoter unt meit al eine. 

der wite er niht verjle, de er zuo der enge gie. 

dör den himel vil grö? unt die i^rlt ie befld?, 

der fuochte im ein chleine (tat: dar hat er Rti gecelt gefaty 

unt wart.doh geminnert nie. da in diu guote enj^fie, 

fin gewalt fkuont ebenriche, fin magenchraft ewicliehe, 

joh wart diu meimifkeit gehfthet von der gothei^ 

diu gotheit ungefwachte> die mennifkeit anerlachte. 

dA got mennilke we^en ruodite durb mennifken, den er fuochte, 

er leit an fleifkUche bmnne durh alle? mannes chunne, 

da? er näh cfaampfes fite mit dem viande ftrite, 

da wart der himel geneiget, als ims diu ferift zeiget, 

zuo der (Jrde: da? ergie, do in unfer frouwe umbevie 






Ui 



mit meitwefentem Übe, diu nie wart ze wibe. 

fie ifl; mit dar Crde gemeinte, zno d{jr fih alfus vereinte 

der bimel job dfis himels wirt fiu ifb> diu ftne leit gebirt, 

der engü froude, der w&rlte heil, maget An ei^e, muotir äne meü 

Aus einem Gedicbte vom Himinelreiehe. 

In cod. Lat. Monac. 9513 (Qberaltaoh 13) am Bande eines Gregoriut in lob. Oedruckt 
durch Schmeller in Haupta Zeitfchr. 8, 145 — 155, Anfang: 

Michil bis du, hörro got, und lobelih harte, 

michfl ift dtn chraft ftf dere himili&On warte. 

din riche ift gelten höhe obe alten riehen. 

dinemgwalte mach niemen eiq)hliehen mih. ^ktwiohen: . 

des ne*darf halt niemen wsenen noh ßnnen, 

da:; dir iemen iemer hine mege entrinnen. 

dinere ären, dines wistuomes ift niht zale 

von oberifi des himilis in das; abgrunte ze tale. 

von öfteret in wCfteret, vone mere ze mere 

lobent dih döre engile jouh dCr mennilken here. 

allenthalben des umbeiingis fint die dih ^rent, 

fint die i^ ire ^ohint ouh g&me guiotliche llrent 

alte dine hantgetsBte, alle ^e gefchefte 

fint umbevangen mit dtnere magenchrefte. 

mit <^ere z^fwen eUenthaften tugende 

fint befciimit, fint gefirmit alter unde jugende, 

fint elliu dinch bewaret, fint gliche gefcaret, 

da; ire neheini; . da:; andere von gefchihte ne daret, 

nihwan allo du über ieglichi^^ verbenges. 

du daa^ cit, al£d du wil, churces unde lenges. 

du häft in gebruche dinere gwaltigen heute 

allere dinge *anegenge jouh den ente. . \' 

ouh fint zewäre unverholn in dinere gefihte 

allere bruften gluTke, allere hCrcen urgihta 

von diu hei^s du in chriechifken alfa et w, > 

fd is; [uns kunt hat] getan Xohannis revelatio, 

des, heiligen, des tiurlichen eva^gj^lifte, <! 

dines funterliclien trfttes, domine Jefu Chrifte. > : 

wellent i; ouh Walhe unde Chrieche guote fuochen, 

li vindent i? gefcriben in hebreifken buochen, 

da; du unzwAviUiGhe alles werobes dinis 

eine bis initium unde ervoUenter finis. 

* 

Minnegesang. 

Alte LiediBrfamlungen in Has: A, die lieidelbiergifche Hi. Nr 367. 
*5 Perg. mi. in 4. Von 4 rerfcb. Händen gelbbrieben. IMe 1. ron BL 1—39»» «ier- 
bch XL rcb6n gehört dem 13. Jbdt , die 3 übrigen auf den 6 leisten Blättern der 
^ßtte n. dem Ende des 14. Jhdts aa. Facfimüe aller bei Pfeifler, der erften böi 
%en 4, 767. Befchreibüng der Hs. neblt Auszügen gab Friedr. Adelung in feinen 
^litichten yon altdeutfchen Gedichten, welche aus der heidelbergifchdn äM^ in di« 



yaticanifche gekommen find, KÖnigsK n$l6, 1,. 87 — 180; wne , Agfaffliing aller eia^ 
zelnen Strofen u. weitere NachweiTungen (nach Crlöckles AbfcliriLft) von äer Hagen ia 
fm GnmdriÄ, 1812, S. 486—4^7. Beriditigmigen der Nachrichtön Adelnng^s in Wfl- 
kens Verzeichnis der Heid^. Hm. (1817) S. 438 tigi BSe Stffo^BUiiiffimge durch Lach- 
mann in Haupts Zßii(Q\^. t deutfohes Altert. (1843) 8^ .dj08^33^3« Abdrt(4c der Hs. 
durch Franz Pfeiffer, Studg. 1844, als 9. ^ublication des Hterar. Vereins. fi, 

die Weingartne^ iHs,, im. 16. Jhdt Eigentum des Schultheißen Marx zu Kon- 
itanz, u. Yon ihm'^er Btii»^ef;^aliei ^"Wei^«rten :z. ^(dO^fietik^^acht. Kach Auf- 
hebung des Klofters kam fie 1810 in die Handbibliothek des Königs y. AVirtemberg, 
wo fie noch aufbewart wird. 'Keuerdings gebunden u. nachteilig befchmtten. ' Gegen- 
wärtig zält ^% noch 312 S. (^ Bll: fblen). JÄq Üb. au^P^rg. ih 8o zu Anfange Ah 
14. Jhdts Yon mehreren, etwa 6 Händen gefchrieben« Lieder Yon 82 Dichtem ent- 
haltend. Erlte Nachricht Yon der H$; gab der Züricher Prof. Iieonhart, Meifter in 
fn Beiträgen z. deutfchen Sprache u. Nat. Lit. 1780, 1,. 94. 102 fg.; einzelne Stüeke 
der Hs. nach Bodmers Abfchrif); Ohriftoph Heinri M^er in fr G^nlg deütfcher Ge- 
dichte, 1783 -B,; einigies Mch U. W. Za:pf in iiii Bei&n. in eünge -KISftor Schwabens 
etc. im J. 1781, Erlangen 1786, 4^; ¥< d. Ha,g«n naeh Oji^^Uns. Mitteilungen im 
^ Orundrifie (1812) S. 480 fg. Ausfürliche Befchreibg durch Ferd. "Weckl^erlin in den 
literar. Beilagen 3 u. 4 der Graterfchen Ztfchr. Iduna und Hermo de Hall 1816, 4). 
Verzeichnis der Strofenanfinge durch Graff Diutifca 1,-76-^114. Völlig'. Abdruck 
der Lieder der Hs. doch Fr« Pf^ifier (nebft den Büdtm nach Holzfchnitten Yon Dr. 
F. Fellner) Stuttgart 1843, als^5. Publicati^n des liteta^riTaheii VereipSf C, die 

Parifer Liederhs., die fog. maneffifche,, eine Zierde der könig^ (kaiferl.) fiibl 
Mscpt. Nr. 7266. 429 Bll. (darunter 84 leer). Auf feines Pergam. in groß Folio, in 
gefpaltnen Columnen, die Strofän, nicht die Verfe, abgefetit, utn' 1300 gefchrieben, 
mit prachtYoUen Bildern, ' 140 Dichter enthaltend.' Einer unbewielbnen Vermatong 
Bodmers nach die Sammlung, welche ^ laut Zeugnis des Zürch^rl PpcAieai Hadloub, die 
Zürcher Manefie um 1300 Yeranftalteten: MSBodm. 2» 187* MSHag.- 2, 2S0\ Im 16- 
Jhdt lag die Hs. im Befitze des freiherrlichen Haufes Yon Hohenfax auf SchloA For- 
Iteck (Canton Zürich), dann zur Abfchrift beim St. Gall6r Bartholonubus Schobinger, 
der daraus Stücke an Goldait mitteilte, diä diefer 1864 inParäeneücdrrm Yeterrm 
pars I p. 257 — fin. Ycröffentlichte (TyroUs jegis SootorYnfi, Winsbekü eqvitis Ger- 
mani, Winsbekiae nobilis feminae germanae paraenefes ad ^os, ex bibUotheca Bar- 
tholomaei Schobingeri) , nachdem er fchon 1601 in fr Ausgabe ^es Valerianus Cime- 
lenfis epifcopus you der Hs. erftc Erwähnung getan (Lachnl. W'alther Binltg 8. tu). 
Schobinger ftarb 1604 über der Ahfchrilt, die jiun famt -dem kbftbanen Originale die 
Witwe des verft. Freihenrn.Hanp Philipp v. Hojienfax an Ghurfttfft Friedrivh IV von 
der Pfalz überliefi. So kam Ausgang 1607 der Schatz nach Heidelberg u. itand Fre- 
hem u. Goldaften (der damals im Xarmeliterklolter zu Frankfurt lebte) zur Benutzung. 
Goldaft fetzte die you Schobinger^ begonnene Abfchiiffc fort u. lüaohte in* h Beplicatio 
pro lac. Caelarea et regia FroncorYm naieftste aduerfusilacobi Gretfferi leluitfle e foe. 
Loyolitarum crimina laelte maioftatis (I][anpYi& %Q\l) p< 281 iL w^ijtQre( Mitteilungen 
von Stellen Walthers y. d. Vogelweide. Vgl, EpiftolsB- elaron^n et doc^tonun virorran 
ad Melchiorem Goldaftum ex' bibt Guntheri Hiylemanni 1688 u. daraus die Stellen 
bei Bodmer 1, xyh fg. Die Hs.' wurde dann nach Erobei^mg Heideloergs, während 
ein Teil der übrigen jiäch Eomgdbraobt ward,, nach Frankreich Yerfcbiagen und der 
königL franzöfifohen Bi^l. zu Paris einverleibt. , ; Von ihrer dortigen E^oütenz wnften 
Schilter iL Scherz u. der letztere erhielt zu fr erneuten Ausgabe der Goldaftifchen 
Paraenefes antiquae Gei^ähicae für den 2. Teil von ScHlters Thefaurus,' durch fc 
Schwager, den kaiferl. Hofcanzleirät Jofa*. Christoph' von Bartenftein, die' Collation 
der betreffenden Stücke (f. die Prsafatio), nachdem dier erftere fürs OlofCarium Ala- 
mannicum (3. Teü des Thefaums) ein Verzeichnis der Liederdichter der Hs. bekom- 
men : Catalogus Autorum quorum poemata continentur. Codice mss. 7266to Bibliothece 
Begise Parifienfis: f. feine Prttfsmo'ad Qloff. Alam. ^pl xxyi fl^. Durch weitere Er- 
kundigungen J>6i , iSc^zen gewapneniiA Anfge der 40er. Bo<^er. u. Byejtinger die 
Gewisheit der .I4enti^t dieXer Parife;r Hs. mit der Schobinger -,GoldaÄifchen u.. faÄten 
den. Vorjfiati^ fie der Dunkelheit zu entreißen. Canonicus u. Prof., Schöpflin zu Stra0- 
bnrg • brachte die Schweizer- ans Ziel ihrer 'V^/'ünfche. * Seine B^kanntfchaft mit dem 
Herrn Abb^ SaÜfr, dem Auffeher yber die Hss. der k^ulgL B^^v, /eine Verdienft«» 
die ^am-Hofe: V9f| YerfaiUes bekannt find, ftelleten uns ang^i^lune, Wc^l^Dh^inUchkeiten 



im 

Tor Augen. Bas SehicJ^al befoederte unterß Abüeht, Herr Qanoi^s Schcepflin anofte 
im Jahc 1746 in wichtigen Gefchseften nach Paris gehen , wo ea ito l^ei feiner per«, 
(ähnlichen Gegenwart um fo Tiel leichter ward, die Sache nach /VVunfch^ aoszufyhren. 
Der Herr von Manrepas wyrkte ihm bey dem Monarchen eine Xüettr^ de Cachet au^^ 
da& der Codex ai> ihn nach Strafsburg und Ton da weiter an uns nach Zürich ger 
fchikt wyrde. Wir erhielten ihn durch ihre Excellenz Herrn de Courteüle, Ihrer Maj. 
Abgelandten bey den Cantons. Das Vergnygen das fein Anblik bey, Uns erwekete^ 
und noch in hceherm Grade der Inhalt diciies Werkes, war von den empfindüchlten/ 
Sie nahmen alsbald Abfchrift u. forgten dalür, dafi 174S einige Auszüge unter dem 
Titel* Proben der alten fchwäbifchen Poefie des 13. Jhdts' ans' Licht gelteUt wurden^; 
Obwol die Aufforderungsfchrift für Unterftützung der Herausgäbe des Ganzen v. Jahre, 
U53 nicht den gewünDchten groBen ^Erfolg hatte, unternahmen fie fie doch: Samm- 
limg Ton MiimeungerA aus dem fchwseMfchen Zeitpuneta cxl Dichter enthalten^^ 
cbroh Buediger li£^e|ten , , weiland des . Bathes 4er uralten l^yrich-. li TheiL Durof^ 
Torfchub einer anfehnlichen Zahl Ton Freunden- cl,es Minnegefangs. Zyrich, V^rleigt 
T. Conrad Orell u. Comp.. 1758; 2. T. 1709^ in 4**. Aber die Herausgeber hatt^ 
(trotz der Yerficherung Bodmers, nur Ton wenigen Sängern Strofen von geringei^t 
Werte oder anftößigem Inhalte in der Äs» zip-ückgelaÄen zu haben, Vorrede z« 2. T. 
S. t) mehr übergangen als man glaubte » vielleicht einen Siebenteil des ganzen Inhalts. 
Pas merkte zueril Georg Priedr. Benecke (Morgenblati 1808) u. verglich, mit dem 
Zürcher Drucke die in Bremen befindliche Schobinger-Goldali(che Abfchrift der Hs. 
Diefe Abfchrift auf Papier, 367 Bll. in Fol. von 5 verfch. Händen gefchriebcn, ent-i 
halt etwa zwei Fünftel der Originalhs.» nach dem Zürcher Drucke 1, 1—172. 2, 6%~: 
72. 248 — 251 u. innerhalb diefer Menge ein gut Teil mehr des Ausgeladenen. Die 
Ausbeute der Tergleichung der bremifchen Hs. gab Benecke als 1. Teil (r Beiträge, 
2ur Kenntnis der altd, Spr- u. Litt. Minnelieder , Ergänzg der Sammig von l^ünne-; 
fingern, Göttingen ,1810. Aufmerkfam eemacht durch jene erlle öffentl. Bemerkui^g 
Beneckes veranlaiBte von der Hagen den damals in Paris verweilenden G, "W, Jftffimann 
(nachmals Profi in Gent) eine genaue Vergleichg der Hs. mit dem Zürcher Drucko 
Torzanehmen^ deren Befultate erfchicnen im Mufeum für altdeutlche Literat, u. Kunft 
(hersg. von v. d, Hagen, Docen u. Bü&hing 1. i^d i. Heft 1809) im. 2. St^k des 1.. 
Bdes S. 313 — 444. Im J. 1823 ftellte v.d» Hagen felber eine nochmalige Verglei- 
chong in Paris an. Danach dann jCeine Ausgabe im 1. u. 2. Teile ü Minnelinger. 
Zeichnungen der Bilder der Hs. im Bilderfa^ altd. Dichter, Atlas, Berlin Stargardt 
1856. FacÜmile der Schrift Minnef. Teil 4 S. 765 Tafel J. C% Bjuchftiick© 

einer Liederhs. in der königl. Bibl.. zu Berlin, ms, Germ. 4. 519. 4 Perg. Bll. in 4**,^ 
U. Jhdt.; die b€)iden . auBeren Doppelblättcr eines mit xfj bezeichneten; .Quatemio^ 
Auf jeder Seite 3^ Zeilen in 2 Spalteiu Lieder Heinrichs v., Mqrnnge^ u^.def Sche?f-;i 
^ea V. Limpurg mit des letztern Bild enthaltend. Aus derl'. (Quelle wie . C , ftammend., 
Lacbu. u. j^aupt des Mihnefangs Frühling S- vi. C^,Bru,chft, einer dgl; Hs.» 

ifl der kÖnigl. Bibl zii Berlin, früher in von Naglers BeütZi der ßie durch v. Dert, 
fchau in Nürnberg erhalljen; . 2 Bll.: Anfg 14, Jhdts, ein Gemälde Strett%genJ^, un,d, 
Lieder Toggenburgs enthaltend* Facfimile MSHag. 4, 770 Tafel VL Vgl eb^ndf* U 
Eiidtg XVI. 4, 809». D, die Heidel)),erger Hs. Jfr 3^Q. .68 Perg.. Bl^r 

(nach ^l 5d u. 6ä feit je 1 31at> in 4^ oder kl. Fol in 2 Spalten; nach Lac^ma^ 
(Walther viii) ficlier. noich aus dem 13. Jh^t, nach v. d. Hagen (MS 4, 900*») bald 
lu^b 1300 gefchriebcn. .Lieder Walthei^s, Beimars, des Marners, Franenlobs u. a. 
enthaltend. Kachrichten bei Adelung 1, 27. 2, ^50-— 55, Hagen, aWid. Mijifeum 2, 
164, Hagens Grundriß (nach Glöckles Ablchrift) 498 fg. Wilkens Verzeichnis B.'433. 
fiageins Ms 4, 900^. 1, Einltg xvi. Facfim. ebdf. 4, 767 Tafel III. Die Strofenan- 
fönge durch Lachmann inHaupts Ztfchr* 3, 333 ff. E, die Würzbarger Hs,,,, 

"> Fol 286 Perg, Bll. gegen Mitte des 14. Jhdts in Würzbucg gefchrieben, kam. 
dann nach Ligolftadt, mit der Univcriität nach Landshut u. von da nach Münciien^ 
^^e enthält Lieder Bdiniars d. A., Walthers, Frauenlobs u. a. Nachricht von dipfer 
Ss. u. Proben gab zuerft D. K. Bottmanner in F. Afts Zeitfchr, i. WiÄenfch. u. KunXt 
^d 1 (1808) S. 78 ff. W;eiteres MSHi^. .4, 901. Facfimüe ebdf, 767 t^ IH. Pie- 
^ofenanfängfi durch Lachmann in^uptr Ztfohr. 3, 346 — 356. F, Weii?iarer. 

Ss., daf. auf der CTofiherzgl Bibl ^ap. 150 BIL in 4, aus d. Anfengo dce 15* Jhdts,^- 
lieder Reinmars, ^aitheTs, Frauenlobs lu a. enthaltend. Unvollft^digo Nachricht 
aus Kochs Mitteilung in Hagens örundrifl S. 503. MSHag. 4, 906. Fac%. ebdf. S. , 



144^ 

769 Ta£ V. Brucli'ft. einer Per^. Hä. aed 14. JMta, niedetdeutfch ; 8 Dop- 

pelMätter in 4, die ztü Eitibähden gedient haben, von Ja(hiä M^fer au%eftmden, dann 
in yon der Hagens Befitz, jetzt in der königl. Bibl. zu BerKii ms. Germ. 4. 795. 
Möfers Patriot. Phanii. 3 (1778) 240^45 n. kleine Schriften Bd. 2, die Briefe. Vgl. 
Biefter in der Allg. deutfchen Bibl. Bd. Ä7 St. 2, S. ß70-— 73 n. Berliner Monats- 
fchrift 1793 Jnli S. 69. Ansftlhrfiche Nachricht durch Hagen im GnmdriB 604—8. 
MSHag. 4. 905 %. Facfim. ebdf. T67 Taf. HL J, Jenaer Hs. Perg. gr. Fol 

(yon Geftalt die gröfte aller altd. Hbs.) 14. Jhdi 136 Bll. in 6 Spalten, die Eeim- 
zeilen purictiert u. mit größeren Anfangsbuchltaben, die ßtrofett abgefetzt mit abweoh- 
felnd rothen u. blauen Buchftabeni dergleichen; kleinere auch die 3 Teile der Ör. u. 
die beiden Hauptglieder des AbgeflEm^ bezeichnen. Die Melodien mit gröBer gemal- 
ten Anfangsbüchf^ben: Die Hs. liickenhaft: ausgefchnitten ift BL 1. 32. 33. 57. 72. 
76. 80. 85. "92. 112. Inhalt: 29 meift fpätere Dichter, zumal Norddeütfche. Die 
Hs. ift mit der Bibl. Churfarft Friedrichs des "Weifen Ton "Wittenberg nach Jena 
gekommen, Nachricht yon ihr gab zuei^ft Melius in In Memorab, biblioth. acad. Jenen- 
fis (1746) p. 376, ausführliche fodaim Balil. Chrift. Beruh. Wiedeburg in fr AusfBhrL 
Nft'chr. yon einigen alten teutfchen poet. Manufcr. etc. Jena 17Ö4 in 4 Cap. I: Ei 
Aldt Meifter GefangBuch auff Pergameil. S. 1 — 76. Aus fr Abfchrift iür Bodmer 
ift der gröfte Teil gedruckt in Müllers Sammig deutMer Gedichte Bd 2 (1785), aber 
unyöllft. u. ungenau, fo daß I>ocen 1807 in den Mübellaneen 1, 96. 113. 2, 278 Er- 
gänzungen zu Hefem begann. SämmtHche nicht in befindl. Lieder der Hs. bei r. d. 
Hagen MS 3, 3 ff. Die Sangweifen der Hs. bei demf' 4, 775 — 844. Facfim. ebdt S. 
766 Taf. H. M, Handf chrift der ehemaligen oberbairifchen Abtei Benedi et - 

heuern, feit Aufhebung der Klöfter zu Anfang diefes Jhdts in München, Cod. ms. 
cum pict 73; 112 Bll. in U. Fol., die Seite zu ^2 durchlauf. Zeilen (die 5 letzten 
Bll. zu 27 Zeilen mit kleinerer Schrift). Lücken offenbar zwifchen BL 42 und 43, 
55 u. 56, wahrfchl. auch zw. Bl. 2 u. 3, 72 u. 73, 82 u. 83, 98 u. 99, die fchoa 
gewefen fein müflen, als das Buch den gegenwärtigen Einband (geprefftes braune» 
Leder mit metallener SchlieBe) wol im 15. Jhdt erhielt. Gefchrieben yon mebreres 
yerfchiedenen Händen des 13. u. 14. Jhdts, grÖftes Teils yon einer zierlichen des 
erftem, yom Bubricator nachträglich mit farbigen Anfangsbuchftaben yerfehen, die 
Feier mehrfach gebeBert von einer fpätto curfiyen Hand. Der Band der Blätter hie 
u. da bis über die Schrift befchnitten. Inhalt: Stücke religiÖfes, moralifches u. gei/t- 
liches Lihalts, Trink-, Scherz- u. Minnelieder, lateinifch u. deutfch. Zuerft über die 
Hs. berichtet yom damaligen Vorfteher der Hof- u. Centralbibl. zu München Preiherm 
Chriftoph yon Aretin in ir Zeitfchrift • Beiträge zur Literatur etc. München Jahrg. 
1806 S. 297 ff., 301 ff., 497 ff., Jahrg. 1807 S. 1311 ff., in fii Mifcellaneen zur Ge- 
fchiehte d. deutfchen Literatur Bd 2 Jkfiinchen 1807 S. 18^ — 208,. u. im Neuen lite- 
rarifchen Anzeiger 1807 S. 247 ff. Yollftändiger Abdruck d6r Äs. yon Scbmeller 
Carolina Buraiia Sttrttg. 1847 im 16. Bde der Bibliothek des literarifchen Vereins in 
Stuttgart. Leipziger Hs., StadtbibKöthek Hep. 11 70», 14. Jhdt, Perg. kL 

]^ol. 102 Bll. , meift hiftorlfches enthaltencl ; die Lieder darin bilden ein bef. Heft von 
8 Bll. Bl. 91 ff. Facfim. in MSHag. 4, 767 Taf. HI, Stellen daraus bei Eccard cat 
Theot. (1713) 'p. 124 u. Franc. Orient. II (1729), 878: 890, Docen Mifc. 1 (1809), 111. 
Nach Got^fchedÖ Abfchrift zu Dresden (Nr. 90). Nachricht yon y. d. Hagen im Grund- 
riÄe S. ö08--6k. Die Strophenanfange durch Haupt in fr Ztfchr. f. d. Altert. 3, 
366—368. «. auch MSHag. 4, 905^ "Wiener Hs. Nr. 509, fonft 605, 50 Bll. 

in 4®, 14. Jhdt, mit Melodien, yon mehreren Händen gefchrieben, z. Teil unleferlich, 
yerftockt u. zerrifien. Facfim. MSHag. 4 Taf. IV. V. VH. S. 768. 769. 771. Wei- 
tere Befchrbg ebdf. S, 900*» 1i. -901». Bern er Hs. Nr 260 Perg. Pol. 14. Jhdt, 
aus Böngars Bibl., mitteii unter lat. Werken Bl. 216*— 217^ 36 Str. y. yerfch. Dich- 
tem, abgedr. in ^raffs Diutiffea 2, 255 — 266. Vgl. J. R. Sinner cataL codd. mis. 
bibl. Bern. IH (1772) p. 584 — 38. MSHag. 4, 905«. Liederh. der königl. BibL 
im Haag Nr. 721 Perg. H. Fol. 67 Bll. '^fpaltig zu c. 40'Terfen, wahrfcbL am 
Ende des 14. Jhdts yon zwei wenig yerfch. Händen gefchrieben, enthält neben hollao- 
difchen auch Nieder deutfcher Dichter, wie Widthers u. a. Etfte Nachricht gab Hoff- 
mann Konft^en'letterbode 1821 T. 2 8. ill. ToJIftändiges Inhaltsyerz. yon Jnlins 
Zacher in Haupts Ztibhr. 1, 22*r^2e^. Spätere Hss. des 15. Jhdts, befonders 
Meifterfönger enthaltend: die Münchner Nr. 351, die Heidelberger Nr. 392. 
680. 109, die Dresdner Nr. 71, die Berliner Fol. Nr. 22 — 24 f. MSHag. 4,907 



145 



Nr. 59—67. Die .TMjj^MtNMv Kolmarer Hs., in Folio ^ fpannendick , angeb- f^ k i 

M über 1000 Lieder dcil^. — 16. Jhdts Ms 1691 enthaltend. Bei Gelegenheit der XV' 
Unnihen im ' J. 1789 auf der Sc)m|]ter^nnft zn Kobnar entdeckt Naehricht über fie 
giü) Prof. (%bold zn dachsweiter (n der Oothaer gel. Zeitg 1790 Kr. 42 mit Yer- 
nifihiii» der Dichter' n. einer Fabel Franenlobs; wiedeiliolt in Bragur 1, S80 — 82; 
irailoref durch Seo^r Billing sn Kolmar ebdf. 2, 329. AntfUfarlichercr IVtu^riehten 
IL Auszöge ans der Hs. yon d^mfelben an OberUn gegeben mitget. dnrch y. d. Hagen 
inMofeam f. altd. Liter, n. lEunlt Bd 2 (Berl. 1811) 8. 146 — 225. Grondriü 6. 501 
— Ö03. MSHag. 4, 706^ ff. Ausgaben. Gefammtansg. aller: Minnefinger, dent- 

bhe Liederdichter des 18., 18. u. 14. Jhdts ans allen bekannten Hss. n. frieren 
Dnieken gefammelt n. berichtigt, mit den Lesarten derrelben^, Gkfchichte des Lebens 
der Dichter n. ihrer Werke, Sangweifen der Lieder ^ Beimrerzeichnis der Anfinge 
n Abbildungen lamtL Hss. yon Friedr. Heinr. yon der Hagen , 4 Teile in d Bdn, 4<>, 
Lopz. Barth 1838. Dazu als 5. Teü: BilderDaal altdeutfcher Dichter, nebft dem 
Atlas mit 75 Abbildungen auf 41 Tafeln in Folio, Berlin bei Stargardt 1856. 
IM« laederdichter des 12. Jhdts i D6b Minnefangs Fr&hling hersg. y. Karl Lachmann 
n. Moriz Haupt, Leipz^ Hirzel 1857- Inhalt: i. Namenlofe Lieder, n. Der yon 
Karenbere. m. Her Meinloh y. Seyelingen. iy. Der burcgr&ye y. Begensburc. t. 
Dtt borcgrdye yon Eietenburo. vi. Speryogel. vii. Her Dietm^ yon Eift, vni. Her 
ftiderich yon Hftfen. ix. Her Heinrich von Veldegge. x. Her üolrlch von Guoten> 
bore. XI. Grdve Buodolf yon Penis, xn. HA Albreht von Johansdorf. xm. Her 
Hdnrich y. Bugge. xkvj 'Bm Bfimger von Horheim. xv. Her Hartwig von Büte. 
xvL Her Bligglr von Steinach. . xvn. Der von Kolmaa* xvn^. Äer Heiifftch v. Mo- 
rongen. xix- Engelhart von^Adelnburc. xx. Her "Reinmär. xxi. Her ^rtman von 
Ouwe. (Vgl. dazu' dife 'feecenfion von K. Bartrtfli ^ü.'Fr. Pfeiffer in des letztem Ger- 
Butma 3, 481 —508 U)^dSe .^Slttgegnung von M. Hait|»t inf fr Zätfobi'. 11, 5^3 ff.) Von 
diefen die Lieder de« 'ron KOnenbrarci früher durch W. Wackemi^l in Hoffin. Fundgr. 
1,263—267; Heinncha T^^VtWegg^xin de^en Wwken von Ettmuller (Leip^ Gqlch^n 
1852) S. 3 — 14; Hartm'i^ v* ^ue^ in Die tiedier u. Büchlein u. d. arme Heinrich 
wnH. v. A. hersg. y. Ml Haupt ' (t,4ipz. Weidm. 1842) S. 3 — 24. Die Lieder Spä- 
terer: iWoüfcOtas in darren Werken? hersg. v. Lachmann Öeirl.vl8öd ß. 3 — 10, 2. Aufl. 
Bert. 1854; Gotfrieds..ir^ fitraSbusg in deCTen "Werken hetlg;\von y..d*HÄgen Bresl. 
1823; TJlrichs v. Lichtenftein jin der. Ausg. v. Lachmann u..!^^J9n^erlinkA841. Die 
iJeder Walthers v. d. Vogelweide hersg. v. Lachmann 182^7. 1843. 1853; Neidharts 
▼. fieaenthal durch Äiujrt Leit)z*.* 1Ö58; Gottfrieds v.Neifen dWchöäupt Leipz. 1861; 
Ottos y. Botenlai^n durch L. Bechltein, Leipz. 1845 ; Hadlaubs d. Ettmüller im l! 
^ der M^ü. der antiqua^. Gefellfchaft in Zürich .1841 ; Heinrichs v. Meiflen gen 
I^enlob' durcTi Ettmiüler tiuedlinburg' 1843. '" Hilfsft^hrlften: X Grimm über den 
«Itdeutfchen Meaftergefan^ CKitt i811; • K Laffamaan' übn. die Leich«, im rheinifchen 
Mufenm f. Phüol. u. ^e^ 1,82». 18,,449t+^4^ Ferü. Wolf über die Lais, Sequen- 
M» u. Leiche, Heidelb. 1841. Wüh. Wackernagel ; altfranzöfifcie Lieder u. Leiche 
^1 1846. K. Bartfeh, der Strophenbau in d. deutfchen tyHk, in Pfeiffers Germania 
* (1857), 2ÖT — 298. 'W.'-GAnin zWGelfehichte dös Reiins Berlin 1852, gelefen in 
der königl. Aoad. der WiBenfohaften am 7. März 1850. 



Vam6Blo8d Lieder. 



1. 



Anfiraichnung Werinhers von Tegernfee 
^ter in Briefen, ScUuB des lai Liebes- 
^'^^ eiÄes Mädchens, in dem Münchner 
cod. Tegemf. 1008 Bl 1A4^^ IfaehDooena 
^litleüung in Beneckes Apim. zu Iwein 2. 
A««g. S. 309. Schmeller bair. WB 3, 500. 
HSPr. 8 m. Anm. S. 2^3. 

Dill Irfft. min, ih bin din: r 
d€s folt du gewis fin. 
dft bift bejlo^c» ; t * 

in minem herzen. •• 

Schade, altd« Leseb. 



verlorn ift da? fln:5?elin: 

dft muoft immer dar inne fin. 

2. 

M. 60». Schmeller Carm. Bur. 185, MSFr. 
3.. Lachmann über Singen u. Sagen S. 16 
MSHag. 3, 444». 

Wcere din wCrlt alle mfn 

von dtoe mere unz an.:d£n Ein. 

des wolt ih mit darben, 

da? diu drane^a von Engellant 
Isego- an mtoen ammcm. 

10 



146 

3. kkie equitanft. 

M. ei^ Sehm. Cftfm. ßur W9. Äfft^r. 5. eia. quis me amahit. 

MSHag. 9, 446.. / , ^^^. |?^,^ ^^^^ ^«l«^e; 

Toug^Ä n^iqae dju ift guot, , aj^ mime gafeU^n ift mir we. 

fi chftA geben htthea muot; ^ g^Honeife der -w^ ftllefitkriben: 

der Ibl maa fih vli:5eH. wa iß min gefelle [alfe lange]? 

fwär mit triwen der nit phKget, ^^ ift gerfte?! hiimeiL 

däim folmaa dag verwii^^^. owi, wer M mich mimen? 

■ • 4. - ■ '■> ' 

M. 71. Cartn, Bttr.^iS: Wack/^ltÄ. Lef. 6- 
4, ai7. MSHag. 3, 446» , M. 70. Carm; Bur, 210. Hoffin. I» 4 juV- 

Ich wü trüren varen Un. , 32 Kr 4, MSHag. s, 446, 

uf dif J^ide Mwir g^n, Sieiü pneUa 

yü liebe gelten mtn: n^ twrica: 

äk t&rvpjc d& bluom^n fchin. ß qtds eam ieiigity 

Ich läge diiTricJi läge dir, Ifz^nki ^puit %\k\ 

nUn gefi^e^ chnm mit mir! S^tit pnMa. • . / 

äuo^ rahme rakie min, i tenv^tiiif^ reflila^ ' / ^ 

mache [mir] ein chtenzelöir' fUcie fpt&n^uif ^ 

da,5 (pl tr^^etn ein jptplzer ma», ^^o« yuß ßorüit^ Eiä^. 

4er wol wiben disnen kftOfc : ; St^üt^punUa 

: . 5-, '/ •'^ , . biein^ 'boome, f 

H. 60^' ^Ärm. 3ur. i:ö8,' HoflSn. In Üiücl , r ßrippt athötem 
jBbilo SS.Jfrr. 5, ; .: . , ., .7 . ,^,^1^ euua loube, , . 

JFlor^t ßlva notdlis . !Öi«r chom Venu» aM^.fram? 

/ ü6i efl antiqnuB \ • * hflhe minnö, — 

' •'. ... '■'.'.'. • . k-ltj-: f- -f . i: v^•'u^ . ..'. . . 

M. i^,9^ CftTHK Biir. S. 185. Wftckern. alti^ t^efet^ ;^ ;^l;9 Jf^^ yji iföH^g; a, 444* 

Ih Ubi ^eföhen da^ mir vUL dem beiden fajdftp tool 
des gruonen iodbei bin ih wordeli 'f^?l^t^<fc^'' 
diu beide wunnecblTcheiiftat. [\ '. ., • ' ': 
mir ift liap, da^ fi alla Tjl , d^. r<6h(i)^^ Jl^upm^ I^ 

In A unter Kiune 38, Pfeifter% 13|jr; Jn .0 iffter Waltram r. Gre/ten 14, 
Bodm. 2, 110*. MSFr. 3. MSHag. 2, 161»». 

Mich dunket niht f5 guotes noch ß lobefam 
fö diu liebte röfe und diu minuQ lAines man^ 

diu cleinen vogellin 
diu fiji:igent in dem wald^: ddlt menegem her^eil liep. 
mir enkome mtn holder gefeU^, ine hau def Pimer^^ntte niet 

In B tintet Kaifer Hainrich i ti. ^, Pfeiffer Si 2 fg; fai G ebenf. Bodtai. 1, 1' 
MSFr. 4. MSHag. 1, d>. - ' 



• * i * 



> 1 



WW h(feher danöe^ riebe bin ich al ii^^«tt,' 

ft fö glieöftAö dik guote bf mir Ift. 1 . i 



147 

fi hat mich mit ir tagende gpemachet leides frt 

ich kom ir nie fö yäire 
fit ir jagende irn msr win, Ifaetei^ h»tze ie nähe bt 

'Ich hän den Up gewendet an einen rittor gnot, 
da; ifl; alfö verendet^ da; ich bin wol gemuot. 
da; ntdent ander yrouwen und habent des ha; 

imd fprechent mir ze lelde^ 
da; fi In wellen fehouwen, mir geviel in al der weite nie man ba?.' 

In BC imt&t Kaifer Hainr^ch 7 u. 8. Pfeiffer S. 9. tioioL i, .1. MSJ^r. 4 fg. 
MSHag 1, 4. 

'BItert dtt nu hinnen, der" dh*e Heb^fte lasbii 

du bilt in minen (innen für alle diecfa ie g'et^^tn. 

knmefb du mir niht fcKiere, fy T^rliufe ich minen Üp: 

den möhte in al der w3te 

got niemer mir vergüten' (Jpradi da; ininnecllche wip. 

'Wol dir, g^ü^l^ gaqt^ y , da; ich ie U dj^ s^tjao! 
du woneft mir in deQ^ mfotQ • c^e na^t uiul oucb deif t^; 
du zierefb mhie fijf^^] x^ l^ mt d^. Vf^ ho^i 

(nu nk^rj^j^t, wi^.da;:;meiBe!)i. - . '> 
als edele gerteine, fwä man da; leit in da; golt.' 

Der von .Ktbretiliiorc* , 

Nur in G, 15 Str. Bbdtti. 1, d^^^ds^. Bet heri()gr- Slurenbeligä k Alt^Aad dMrften- 
fis poetarum theotiTcorbm '4iarxibiEk *Memtävmqäe firtlgpueAta YedebMiti, MdiUem reftituit, 
l&cimas indicavit Goil. Wackemagel, BeroL 1827. 8<>; idederbolt in Hpffin. Fnndgr. 
1, 263—267. JtSFrV^JTK^ *ni S; 7^10' tt; Aiüii. Sl 220 W, ^fiSHa^. S,'9i ^rgl 4, 
109 4;. Wackemagel, LeiWbA 2(lfl)ff; - i . 

'Yil lieber Munde |Y&]i€n]i da;; ift üdledelieh^ : 
fw^ finen Munt bebtitoti^.oda^ ifli lobdfch. : ^ 

die ßte wil ich minnen. ,f ..^ . , .. • , ; .. 

bite in, da; er nur, holt fi, ,.Bi» er ti^ yox was, , . ^ 
und man in wa; wir redeie^> do ich in ze jui^efte lach.' 

W4Ni imaneA idn <miob kddeB , • min, tu Uebe[; liep} ? 
unfer zweier fcheiden muo; ich geleben niet, 

verliufe ich d^ne minne,, 
r5 lä;e ich die Uute [harte] wo! entftan, 
da; min froude d^ mm ift umb ,«lle andere man/ . 

'Leit machet forge, vil liebe wunne. 
eines hovefchett rt^ers gew*n"i<ft^ «^ÄiÄ * •' 
da; mir den benomfin , hän >dk meckcr- usde ir nit, 
des mähte mir mit. hera» .nie frp werden ßt/ : . 

'Ich IWont mir nehtin lj>äte ain eiher zinne: ; 
do hört ich einen rfter tu Wole fingen - • . 
m Küröliböi^s wtfe al ft; där^toenigft. • ' 

er muo; mir diurlant'iiumen^ aUt ich gseküettf )Baich fin/ 

'Swenne ich ft&n al»n« ift mlnem heiMde 

10* 



148 

und ich gedenke ane diob,. riter edele, •: 

fo erbluojet fich mm varwe als der rofe fm dome' tutHt^i 

und gewinnet da:^ heiz^ vil manegen trurigesii mnot.' 

*E:5 hat mir an dem herzen vil dicke we getan,. 

da? mich des gelufte, de^ ich niht mohte hän 

noch niemer mac gewinnen, da? ift fehedelich. 

Jon mein ich golt noch filber:. e? ift den liuten gellch/ ' 

*Ich zoch mir einen valken mere danne ein jär. 
, dö ich iii gezam^te, als ich in wolte hän, 
und ich im fm gevidere mit golde wol bewant, 
er huop fich üf vil hohe und fleug in andmu laut., ; 

Sit fach ich den; valken fch&ne jQieg^n: , p: 

er fiiorte^ an finem foojje . fidiÄC riemen,. 
und was im lin gevidere alrot guWin. 
got f<p»dß ,fi «efamene <Jie, geliebe well^ ger^ie fin!.' 

*E? gk ixni Vxtoti^ Vett^^ äa?'lbh gteWeiner. • " ' 
ich tod ölt«! geföU^^ liiTib^eÄ uös 'Meidei. ' ' ' ' ' 

da? machen« lugetifere. ' ^<? dÄ;' ^gbfe iü Wltl ^ ^- ' 

der uns zwei verfuonde vil'WlV'dSö -^^if^ifeh teineJfc.'' * 

Wip vüe fchdne, nu var du fam mir! 
liebe und^ leide teilen iflW faBüotft idic ul 
dip;wile. unas ich ,43^ l<Sben hÄn,f fö.bift du mir -vrfl liep* 
... wan» miimeßni einen b6C9n> des ei^aiiL idi dir niet. ::. , j 

^!jfl. ;i)rin^ imr^ h^ vü Wide mjn< ros, min ifeagwairtA ., . 

wan ich muo? einer frouwen rümen' diu la^t» ^ ^^ : - •' 

diu wil mich des I)eiwinge(n^ i da^< ic^ ivi.h^li'ßLi;' ! > : H ^ 
fi muo? der mtner müme iemordarbeiüe ißn. 'I . .' i' 

Der tunkel fteme der birget fich. • /' 

als.tpo du, froiiwe fchöV^ ' lg du feheft liädh: ' ■ .'^ ' '" '/ 
fd lä du dfnin ougen gÄQ an einen andeifn maü: ' ^ " 
fon wei? doch lutzel lekniäB, wie? itndr nnsuzwisin iß; getttü 

Wip unde vederfpü^- die werdent IJJite zam: 
fwerfi ze rehte lucket, fö ftiochent fi den man. 
als warb ein fchone, riter umb eine frouwen guot. 
als ich dar an gedenke, f6 fket wol höhe min muot 

Der bwog^YO von Begeailmro» 

MSFr. TV S. 16 t tL Anm. S. %il t MAHag. ^,171. 4, 480 — 484 Nt. 109. 

Ich lac den winter^^ne^ wol getr6ite mich ein wip. 

für Ge niet vroiden kunten die Uuom^n unt diu JCxunerzit 

da? ntdten merksere : de^ ift min herze wnnt. 

e? enheile mir ein frowe jBoit ir min^e^ £? e^wirdet niemor j^eßini 

'Nu hei?enl fi »ick 'mWün «inen riterv ich^enmäe. • •' ^ -^ 
fwenn ich dar an ged^gl^^, * da? i^ I9 guotUchea» lac ,, ..r. 



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t., ' 



t49 



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yerholne an finem anne, des Üu^^imr'ftnede we. 

Yon ime ift ein al^ unfenfte:; fchoidon: das n^iac G^ mm |ierze wol entft^ 

• » r 

^ . IB^ Sietnar von Aist : ., ., 

MSFr. vn, 8; 3Ä— il w. An«. Su 2Alr^2i9. MSH^Igt..! , I^R: »7 S. $8^^Jt02,:4,• 
m fg. VacfcLer^J,.*2^1ff,. ^,- •. : > i , ;: . . i. • . *: 

E; ftuont einjär^u^F^ 9iß\ni^ , 
und warte über beide ; . .; i 
und warte ir IJ^TS^^:;, n 
fog^b 4 J^Gtk yliegen, ; ^ 
*S6 wol dir,, yalke, daz du bift! 
du mugell fwar dif liep id. 
du erkiufeft dir in dein Walde ' 
einen boum, der dir gevalle. 
Alffi hän onch ich get&n. * • 
icherkos^mir felben einen man: 
den erweiten mtidn ougen: 
da^ nident fehöne fröuwen. 
owe, wan laut fi whf mtn liep? 
jo engerte ich ir deheiner ^r^sniet. 

So wol dir, fnmerwunne!* * 

da? vogelfanc ift gerwtinden, , 

als ift der linden ir loup.' .' 

jarlanc truobent mir öuch * . 

miniu wol ftenden ongen. 

mm trnt^ du fott dili ^miliien 

anderre.v^e: ^ . . j. • 

wan, helt, die fbtt da Inideni ^ *> 

Do du mich ^^rfte föhe> 

do dfthte ich dich ae w4re ^ * - 

io rehte nönnedtoh getan: 

des man ich dich> lieber man. 

'SUfeft du; frifedel ziere?' 

wan Wecket nns leider fohfore^ 

ein vogellin fo wol ^etan^: 

da; iTb der linden an da^ zwt gegin«' 

"Ich was vil fanfte :eAtfl*to^:i' 
na ruofePto, • kmt^ wäfen.^ 
liep ane leiimäc niht geßn.^ • • 
fwa^du gebiuteft, leift ich, friundJjiL" 

Diu frouwe begunde weinen^ 
'da ritft und läft mich einp. , 
wemie wilt du wider her zuo mir? 
owe, du fuqrft.piijn froide fament dir/ 

Seneder Muttdömeböte, > 
na Ihge d^ Tchduen wibe^ 



da? mir to^primwi^ ,y(p ^ [ 
da; ich fiefä Is^nge mide, ,^ 
lieber hetict.ir minnje; - 
dap al, der . vog^le fingen, . r : ,7 
nu muo; ich von ir gefcheiden fin: 
trftric ift al da^^. herze ätfn;' 

Hei nu kämet nn« diu ^U, 

der deinen vVogefUfbe fanc. ' ' 
e? gruonet wol dm Imdo brcft) 

eerganjgen üt-id^ wn^rUane. 
nu fiht man Unomen wöL gidtftn 

an der beide uohent fie ir fcbin. 
des wirt vil manio herze vr6: . 

des fölben trottet fich daz min. 

Uf der Imden obenan ^ ' ■ ; - ' 

da fanc ein cldn^'Vo^öMn.^^, 
vor d^ Walde wart ^ lAti 

do huop fich aber da? hei^zeÄtü 
an eine Ilat da e? et 4^ w^ 

ich fach die rftfeblnomen. ft4n; ^ ; 
die manent mich der gedankt vil, , 

die ich hin zeiner frouwen b&ir^' 

E? dunket mich wol tftfent jär 

da? ich an. liebes, arme ^ac* 
funder ane mtne fchiilt ' ' 

fremedet er mich sitfUiegmi ^c. 
fit ich Uuomen nibt enfa^h 

noch hörte .deiner vögele ßinc, 
fit was al mtnvfroide, kujz 

und euch der jämer alze lanc. 

Der winter waere mir ein zit 

f5 rehte wunnecllche guot, 
wurd idL m teile da? ein wtpf 

getr6fke minen ftüedon n)|ioty ^ 
to wol nich dsimer langer naht, * 

^elmge ich^- alsüeh willen Mni - 
fi hat mich in ein trftren brakt,' -* 

des ich midir niht gemäßem kan. 



t59 



8p«ir¥0geL 

HfiFr. ▼! S. 20—51 ra. ÄsatL 284 — tiS. • MSHag. 2, »70 — ^t 7. S, 82 tg. i, «86- 
692 Kr 187. Waok. Le£« 283 £ 



Weiftu, wie der igel I^ridi? ^ 
'Vil gaot ift eigen g^nadl^ 
zimber ein hfts^ Eerlinc: 
dar inne fdiaifib diiifrL <Utte! 
die hSrren fint erar^ei 

fwer da heime nlbt enhftt/ 
wie maneger gaota^ dinge dar darbet. 

Swie da^ wijiter tuqje, 
der gaft fol wefen vruoje. 
der wirt hat tJ?uc4:«aen vnö? 
vü dicke, (b dör gaft nrno? 
die l^^li^d tto[JO^n. 

fwer in idter w«Ue wöfe» wirt, 
der M fioh io dfff jugecod^oibtCim^i 

E:; was ein wojf gräwe 
nnde ein 'man alwire. 
die liute wolten fläfen. 
er lie den wolf zw fci^fen, 
do begienc ^r ii^ 4er ftig©» 

da:; n^ des morgens biene 
w^d iemej? m6 fin kipiiq a;io fohriget. 

Ein wolf fine fnnde vlo^h, 

in em clÖfter er (ich zdch, 

er wolde geifffichen ISben. 

dd hie; man in d^'r fchftfe phl^gen : 

fit wart gr wftät^. 

dd bei? er fchäf mide fwin: 
er jach, da:; e:; des yhaffe» rudei^ täten, 

Er ift gewaltk unde ftarc, 
der ze wthen naht geboro Wart: 
da; ift d&r heilige Crilt. 
ja lobet im alle; da; dir i^, 
niewaa d€r tieyel ehie: 

dur finen grd;en ubermi^ot 
to wart ime diu helle ze tqile'. 

In den heUß ^ mi^l «noit , / 

fwer ^ hofliJMte h&t^ 

diu fiuoe fiofaiiet mt Tä MiK 

d^c mäona lul&t. im nieht 

nocl) dür liAhte fteme. ' 

ja mmot in aUe;. da; er Cht. 
ja wßörer da ze himele alfd gerne. 



In' liimelttche ein hüs Mt: 
ebi^goldin wee dar i^' ^^ 
die ^e die fint mermeftht 
die zieret nnfer trehtln * 
mit edelem geAeuie. 

da enkomet liieiman In 
em fi Yor idlen ftmdeii sill% reine. 

Swer gerne zno der kilchen gät 
und &ne lüt da RH, 
der mac wol vrcjichen leben, 
d&n wirt ze jungeft gegeben 
d€r engelo geineine. 

wol in, da; €r ie wart! 
ze himel ift da; Üben aUö reine. 

Ich ybgi g0dien0t; lange 
leider ein^a •manne, ; . ; 
der in d€r helle umbe gat. 
d€r bruovet mine miffetät, 
fin l&n dfcr ift bftfe, 

hilf mir, heiliger geift^ 
deich mich von flner vancnifle erlJfe! 

Crift Geh so mnitt^reime gajs 
€r lie fich legen in ein grap. 
da; tet elr dur diei gotebeii 
da mite 16ft &: die mftenheit 
von dfo heisren Jielle» 

Cr getuot ^ nietider «fter: 
dar an gedwüte fwf r foi der w«lle. 

An dem ^teritchen te^e. 

d& ftuQöt fleh. €ri(t.u; 4«me grabe, 

kunec allear keifer, 

voter aUor weife», . • 

fin hamtgetftt er lAfte. 

in die hdUe Sobfim ein lieht: 
dö kom 9c fiD^ kbden ze ti4ft^ 

Würze däe waMes 
imd €riz dfe geldes 
und ellin apgrunde 
diti fint dir, hSrre, künde, 
diu ft6nt in dbier hende. 

alle; himekfidie; her 
da; enmohte dich niW voHoben wi 

ein ende. 



föl 



MSFr. in..:ä fti-u.ll lü^^Anm. S. 231 fg. MSHu^ 1> 219 £g. 4, 156 ff. Nr. 43. 



Mich ditfli löHeÄjifttte," ' ' 
do hete i<^ S^li^g^tiäf erkant. 
dwyfc'dfeiö' lttgfeffde'iüdii£g:e'^ ' '^^ 

da? ich dich r^ geftfaöü' Mn;' ' '^ 

da? ettWtträt &• Mifet. 
«r ilt vü wöl 'g^ui^t; 

d€n du V^ilfV froV^; hälfe* li^li: 
dn Hft dir Wfteii ^^; . ' ' — 

d<feiftuo?man dirrbii FcMldfeii jehen. 
ffi wol äM aiieH püg^ö! 
die kunnen, fwto ß liiröleii, 

an vil guotelichen töhen. 



•» 



':,<: ) 



E? m^ Iniät M^teri minne; - 
der Iftäg^ isriWbfe^f tiÄb eii Wf). ' 
die liute wCrdents* itine, ' ^ 
und Wfc «r^bret cfer Mi - 
üaftöö^ Mtintföliaft 
' mUfch^ii ^äüketeh muot. ^^ '' ' 
wan fol z6 V^h^ gahen: 

drff^ftu^ dier löei-ba^t^ ^bt) 
da?8 iöiiiett i^^rdeJ iiiim, ■ ' 

e ir wiUe.n ei^n. '/ ' \ 
fö fol Bian R triegen. 
da ift gnuogen ätie gelungen, 

die da^ l%lbe hänt getan. 



I I 



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Seqaefltia die S. Mf^ia« 



Hs. des Kiöftdhr liföri 5ii dei' Ö6hWi 'Sefcen ü: (>el>6W criöialtena, M. ÄS«>— *6* ^t-' 
get. Von Gtftff Efitrt:'2, ^94^. Von Läduriantt alr Löich crkanirt: Slier di6 Mchfe der 
dctttfchen Düüiterj im Rhein. MüfeuA f. Fhilologie Bonn i831 S. 425—429. Wack. 
Lefeb.8 ^73 ff.' * t59 ff. . ' . ' 

AtS, TU liehfo mens Hk^me^ wie magii äae. nuoi . 

«inMt de? erfft&iheit, M*fi4, alri= iemir cUnt gibäre. 

magid^ öin hicome. PrpxiWe, ^ dir ifb wundir, , ^ 
Rowe dieh, gotis cell^j ; , ; nyaoür und magit dar undir: 

d^r die faeUe brftdi, 
der lac in dbne libe, 
üiidö wurde ie doch 
dar undir niet zi wibe. 
Du faHt allein dar Mde eia porte. 
jd wurde du fwattgir von worte 
dir Cham ein chint, 

frowe, i^xxt din dre, 
de» orirtin judin und die heidin lint, 

uride des giiiäde ^ 

io 5ras endelös, 

allir magide ein gipime^ , . i 
dag ehi&t dich ime zi mnotir choB. 
IKn wirdecheit ditt nift lii^t öfeke: 
jft tntoge du magit vil reine 
da; lebindic briüt. 

da? was got tölbe, 
der finin munt zuo dinen^brufli^ bot 

unde dine bruTto 
in fine hende via, , 

owe kuniginae, 
wai5 gnädin got an dir begie! 



Iriflo^u eappölle. 
d4 du den ^bäre, 

dföf dich und al die yrölt gifcuöf, 
"^^ Geh wiß ^ne ein v^; dumagit 

. . di w4re. 
Sende lA tiiine ßnne, 
dg8 hpiiilis (iuniginne, . , ' 
wwe jjede^ füojje/ 

d^ ich deit vatir läid denfun 
«adi^A vü Mriö geift ^öWn inuo^e. 
lemir j(ia^ fei ^ndö, 
■B^otir ane miffewende, , 
ßfOTTW«;: du h&ft virftionlt fdfl? Eve 
^|i got uMrhftrte. zirftÄrte, 

^mir, frouwe h4re! 
Mß; uius ac9^ <^ die ere, 
da? diu g^t vor allen? wibjn zi.mno^ 
Je dir Gabriel -.hri*]!». gidihte, 
^\ du in vir^äpe, > 
^ie di^:y<» ei» ^bämel .; 

?ii» tä Feine feam 
^%acfe.von deine naäre, 



töS 



La mich ginies^, f wmme^ ich dich 

ueimei 
da:; ich, Maxiä frcuwe,, das^ 
gfloube und da; an dir irdieim^, . 
da; nieman pptir 
mach des Tirlougin^ dm^ Ijpjpk äßt 

irba)a]^e,innQtir. 
La mich geiue^iu^ .dßs du.ie ,bi- 

gleite 
in din» weit mit dt^le Tiai^ 
fö dun mit handin zuo di^ yienge. 
wol dich des kindis! 
hilf mir nmb in ! ich weij wol, firowe, 
das; du in fenftin yindi& 



Ute mich dich din liebir firn 
Biemer \iisifhin. 
Bite in des^.da; ermir muo^ YfSaee 

, riwe Tirlihin! 
und da; er dur dän grimmia iAt^ 

den er leit dnr die meinifchcd^ 
föhe an q^nifoUche n&t, 
Und da; er dnr äh namen dri 

ßn criftinltphir bantgiUt 
gnadicb in dei^ Amdin H 
Hilf mir y frouwej £5 diu C^ von mir 
(o com ir zi trdfte: fclK^e, 

wan ich giloube, da:; da Mfk 
muotir unde magit b^e. 



Ans König Rother. 

Hss.: 1) die Heidelberger fis.: cöd. i^alift. bdO, metnbr. in 8». 12. Jhdt, nieder- 
rheiniToh. A&liang yerbliohim, £iide feit Naebricbt u. Proben toa ihr« ala fie no^ 
ijn VatieaQ war^ gab Fr. Adelung in In Kachri^hten von den vatlo. Hss. 1 (1796), 
212 — 15. Nach L. Tieckg in ^om genommener aber ziemlich ungenauer Abfchrift 
gedr. in y. d. Hagens u. BüTcbings deutTchen Gedichten des MAs Bd 1 (1808) Anfg, 
mit Einltg u. Anm. von v. d. Hagen. Auf die Ungenauigkeit diefes Abdrucks wies 
Mone hin in Wilkens Gefch. der ^«id^b^ BacherfammL (1817) S. 461 fg. Der AnfEuag 
nach Hoffinanns Lefung in in Fundgr. 1 (1880) S. 81$ — ,19. Das ganie Ged. nach 
Maftmanns 183^ zu Heidelbg gefertigt^ Abfchrift in In deutüchen Gedichten des 12. 
Jhdts 2 (Quedibg 16B7) S. 162 — 233. 2)* Badener Bruchftück, von einer 

oberdeutfchen Hs., jünger, m^ tibbrarbeitet, ein Pergamentftreifftn defTen unke ^B^Sfte 
abgefchnitten u. der auf ^em JftüdiGrdeekel gewefen St, im Befitze defl Fxot Fedenr 
zu Baden im Canton Aargi««, ged^r. duneh Grafif in fr BintiTca 2, 376 — 78; enthalt 
y. 1001 — 1053 nach Hagen, 995. — 1047 n. Mafsm. (bei dem es an der betreffenden 
Stelle S. 176 ff. mit beigefügt ift). 3) Hannöverfches BruchftGck, mit 

niederdeutfchen Formen, gefimden u. im Beßtz von Herrn v. Amswald in HannoTer, 
fchön gefehtieben, die Verf» abgefetzt zisiTchen gezogenen Linien; um&flt V. 5134 — 
47, 5158 r- 73 n. MaTsm. nebft 4inem Teile (16 Verfe) des in der Heidelb. Hs. faka- 
den SchluBes; gedr. bei Maf^mann an den betr. Stellen S. 232 ff. Über den Stoff 
des Gedichts f. Hagen in fr ^en. lEinleitg u. im Grundriß (1812) 8. 5 fg. J. (Mmm 
Heidellf. Jahrb. 11 (1809) Bd 2 S. 156 ff. W. Grimm Heldenfage S. 50. 857. S«8. 
MüUenh<^ in fr Ahhdlg tber die ooiltrafifche Dietritfhsfoge ia Hpts ZtSAi. 6» 44« ff 
Gefchichtliche Beutung des Kaüüers Conftantin im Gedichte auf Kaifer Ale^ua I £. in 
Wilkens Gefch. der Kreuzz. 2. Teil, :peilagen S. 17 — 24. Üb,er die Art diefer Poefic 
f. Lachmann Anm. z. Klage S. 290. Ygl. Haupt in Ir Ztfchr. 7, 262. V^rfuch einer 
Herftellung des Gedichts in Strofen (^zeitige) durch Schade Einltung ziff OreToeniia 
(1853) S. 54 ifg.1 u.vm^, etims^llber dett feöhftto Teil des Ganzen, in der XünUjg-xm 
den geiftliehe^ ^edic^bijtG^ des; 14 ,u«45.,^dts v. l^iederrhein (1854) S; pLxyi^-Cf 



' I i^ * 



tf • 



Z. 1901— 2280. 



Die hfthcith was' irgangen. 
du lief man wider ittianne /' 
z6 vrÄner kemenfttm, 
unde fagiie von der wete 
die der recke Dietherich 
h^tte geva^^it an fieh. 
Alfö der' eine inne wa«, 



der ander vor dö* tnrin wai^, 
wante die magit fft vö viroam^ 
da^ lie den tuginlhltMn man 
von aller flachte Ssäe 
in iren herz^' befgtinde amu^ä. 
Noch dann was fie ime vrwnide 
lint gewan fie mit deme helede 



159 



manige w€Titwtmne ' 
nnde ouch truobe dar under. 

In d^r "kcimeiilUaii wairt h^ ftSle. 
dd fpradi die kmdngiime 
'owf, vr6we Herlint, 
wie grd? mfaife förge Bat 
mnme den h^tren Diethert^ke!' - 
den hettich ficbii^lfdie ' 

vorholne gerüe ge(^^ 
nnde moehtu^ mit g^ytioge gelfeMn 
nmbe den tagintli&fljn inftn. 
vnnfbouge loflam 
die äio^hte ein böte IbMere 
nmbe mich Terdienen, 
der den helit drate 
brachte zd miner kemenftten* 
*In tröwen' fpracii Herlint, 
'ich Wille »ich heven an den fittti' 
k fi fchade oder ne fi, 
ich ge zA dSn herb^rgen fin. 
doch pflegit her Mfcher züchte, 
da? w fin varen iäe lafter/ ^ 
Herlint gienc drate 
z4 einir kemenätin, 
Wide nam die tftrlichen wät, 
aU8 manich vrowe hit: 
dar in eierte fie d^n Kph; 
d4 ging da!5 liftige? wtph 
20 deme harren Dieihertche, 
her entfinc fle TTomeMche. 
Vil nä fie zd ime fiig; 
deme recken fie in d»; dire Qprddi 
'dir imbutit hoHe minne 
mtn vrÄwe <Ke knninginne 
tmde ift dör rrtmtfheftö ' nnderdin. 
du falt hin zft ii- gän: 
D4r ml die magit zväre 
dich fölve ircAe inflihen 
lücht wene dnrdi dfti *i^. 
aller trftwin herte, ' ' 

des mach du vil gewiß fin ^ 
an dSgr jnncvröwen löin/ ' ' 

AHhs rededfe ä4' Dieiherfch: 
*vr6we, du fuhJligis dich 
an mer elleftden mannfe. 
ich bin ouch z6 kemenftten gegangen 
hie vore dft das; mochte fin: 
war ^mme ^oteder mini 



Leider 13 t6d' man d§a armen ie. 
Awer vrAwe ingedaoMe die'rede nie. 
hie is Ä vae herzogen 
nnde vorften in deme hoVe, ' 
da:; ir mit bitten anderen mau' 
ftwerin fdiimf mo^btin häilk 
Des hetter minnir fundci' ' 
ir yirdienit <la? afgind&de ' 
da? her mich fd tfir^ht Woldit h&n. 
ich ne bin ne fö arm man, 
ine wäre doch zYftre . 
dar hfeime ein rtöh^ grAve/ 
Heriint fprach d€me herren kA; - 
fie künde ire rede wale geddn: 
*neinä, hörre Diöthetich, 
nicht nedenke das ane mieh: 
ich ne hftn is, wei? got, ni<^t getan, 
mich hie? min yrdwe höre g&n. 
Sie nimit midnl wunder^ ' • 

da? du lA manige ftunde 
in defleme höre heree ^ew^en 
unde fie ne woldfe nie gei%n: 
da? ift doch (gldetie^^ getähi 
Ton eime fö ftatehaft^n mani 
Nu ne wt??it mer dör rede nielJ 
der knninginne wäre liepl^ 
Pwelldi ere d«r gefohA, 
fwie du fie nie niigefiÄ. 
woldiftu aber dar g&a, '< 

du ne thädis nicht ubeU» dar ane/ 
Dieiherioh a6 deY Trftwin l)[era^: 
her wifte "wole da? i? ir ännft wast 
*hie ift der merkere fö TÜet • 
fwer fin Are behaldm wile, • ' 
der fal gezogenliche gän. 
jft wenit d^ elende man, 
da? her nimmAr f5 wole getft, 
da? fie? alle vur g6t ' ^^ 

nimen, die tn detoe hoire ßö.' 
nu fage der jungVr(Wiwin dtn 
min dieidft, ob fie Ib g^ftclutr 
ich ne madi ße nicht gelAcheni , > 
vor dör mififetoöQe.^ ' * 

ich vorte da? i? irfiöhelle 
uns beiden lafterclirfiö: " ' > 
fo virbutitmör da:^ riebe 
Conftantin dör hAre: 
fo mo? ich immlr mAre 



%m 



vluchlich .fin vor jR4äi#re^ . ; 

Herlint wplde clannen g^ ' •:,] 
der herre hßi fi^ 4A? b^tä^i^ r 
unde 1^ die gQltfii^de' i^i^ 'r ^ 

flinde gie^., 



f.. 



•m;; 



f ;< 



(wie ße d&'ÄWin liejin!) ; 

xmdß sjvßiw VOB golde, : 

alfer ße göven; woldi^. 

dö bat ber Aspril^ii^^p^ 

da:; die zieimm/^r^e^vAimj^ 

d&z V^ die b<$id6; n6me> , 

unde; der yrftw» g©vp, • . : 

unde enin miAtil Tilei göt> ., 

zvelf b^ugi^ goltröt: 

Me M Qieaä ^kür kui^nginne 

ir bo.ün nmmin.' 

d& fprancb |ie vrdKqbie : 

Yon deme hä^emn Dietboi^icbe.: 

Heäioifc ^tLam drate 
zd ire tyrftwwi feBrnjenaten, . 
unde fageteiir yon^ deme h^r^wi, , 
ber pfl^gß ßw er<^ 
hai^tß.yl^eUcbe, 
'dasj wi^^ 'vy^rlicbe: 
ime fin des ktminges faulde lieb: 
ber ne macb diob g^feü niet : 
mit nicbeinir (lacbte yogei / 

IUI warte* aö dife lob^be: 
PiÄ g«t): Äif. d^beflit ,g*t, 
unde t^ mir lieyief, geiaoeh; 
unde emü mspitU iM g^täxi: ; 

wol mieb^d^ iA iesdare^'^iwnl 
unde zvelf .bibugei> die i<^ hd^> < 
die gaf mij' der heJit loffam., 
L; ne.moQW ikffe der erdi^ 
nie fcbÄnfi- ritär werden, 
dan Diethwehf der de^:, .. 
lo la?eiie'mi^:g^ lebin! 
ich kaiM:> !ii^ ^<m«titn^s , aj¥^ 
da:; i^:iiläQ]» ^i«)^r maäi f(^hame|i/ 
* I; fcbinit wole' Sf^i^^ die kamn« 
'da:; ich ni(dlt i8)t& nebiii^ gifi^ 
nu her min moht:wiL geilen. ' 
macht du mir die fchiS^ gevea 
durch des harren hHldeS 
die vullicb dir mit golde/ 



Schire wart der Cj^f, g^^ 

fie z6ch dßne guldipßu, iS^n/ ; . 

ufl4» npi.denQ fiiiwiwpa MÄbt 

der ginc an 4^ fe^yjpnyA^, 

'owi' fprach die,teii4^g«i>, V V .\ - 

'wie wer njo. geM^ ßftl' 

Z6 diefen Jx^boeuj Iftflp^ * - 

ift miiregrife g^täU^*;/ - .! . 

ich nebringen i^ipaer apv ,. / 

in trörwen, d^/m&fli l^./Vfidir: g4a 

unde bittep Di^ti^^iSobe . . 

harte gezogenliche 

da:; her dirMdepanderin^eben wiUe, 

unde mich geföhe ftilye^^ 

ob her in fune kua^e 

ie goter flachte gewum^/ 

'Owi' fpraoh H^rüiji:^ 

^vfiß gare die tafter daane fint 

unfer beider, yrfiwe! 

nu wi^^ifta:; in tr^wini; 

foldicb immer fcbande han, 

ich mö; Q^}X widir g^' 

D6 hob die magit wdgetäa 

ir wät loflam 

vaüte an de kw: 

ße nigedaGhte:.dfr zttcht nie; 

vroweUcher gang^üe wg«;: 

wie fchire fi<e ober deniih^f gd^oufin was 

zö deme herrep BtiBther^el. 

her infinc fie Trwa^che ,. 

in allen den g^b^r^n : 

allfei? fie nie gefög^. ; 

do wifte der helit woto fön, 

war umm^ifiedfMT, wider quam. 

, Heritat fßw*i zd^ deme l»rrea 
' ich mo? immer mei« r, 
in bodefchefe gän:^ . . 
der rch6 is mifiegriie getaa 
^Q fin der kt^nj^gi^ne 
gegeven durch dima willin. 
Noch folde wir,4en pinip haven: 
des hei; dic^ ig^n y^Äw:e manea, 
da; du it den findt^cQ.^e^en w^ldis, 
unde fie gefeges i%9ke» 
ob du undir dme kune 
ie g4t geflieofate gewmmia/ 

'Ichdfiti^gärBe' fpracb Bietherich: 
'wane die keuofti^ere die mcädin mich.' 



MS 



'niefie' i^racH Sorfini: 
'mit yrowedea; fi«: in 4dm6 liove fist; 
die nüm ToUegeu ileii Ihbaft: . 
dar is mtctfi rpait$ ottift. i r ! 

Ich irfl Un wrt gÄÄ;; 

und heve dich, vüjirate. ;.;•'; 

nä mer zd dar keiilenAt^it:;i j i : 
mit deme ^rä^eu fcballie - . . 

TirBuHfin fi« dttl.»ll«w 

ich gefchefiSer ;^ rgdPtälci: :: ; ., ;. 
Ton der:l«öii»giime/ • 

Herlint wolde dmnen. gäit 
do fprach der liTtigor maa- 
'hq beide däa kaatorämr , i 
ich wOle nä d^ fehdeh rjAgfm' , 
fchire quam Aspafi&B:- 
'owf wa? hän ich der götto? 
die wöge ich ittLoU ididin SMC^ 
du in^wis mi^aOeii difen t«c ,i 
mit itenüwim mite, 
dan du ie getä1js,'hdrre. ! 
ir was hie ein mieb^ t^ genagja«: 
die iSok die hnechto sotragin. 
ift ir dar icht irrldlra, 
ich bringe der fie alle/ 
d6 nam Asprian 
den andren M^ lüSmai 
unde einin mantiil TÜe^ gftt 
Qode arelif annbdgd aröt^ 
Wide gab der alden vröwin. 
dd gieno fie al£6 4e«^ 
TÜ hittte .vpftKche 
von d^3ou9 h^eA Blethe^iobe^ 
imd ftigijbe imck anraren 
ir vrftwen lieWk injlre^ . 

Der megede vwtin was g^lißb* 
fich b^riei dar tu^ffre I)ietheri(^ 
mit Berkere deine nUen laaa^ 
we i^ mit gev<|ge modite ga^ 
'vile wok* l|ri^h ißn kersjftg^ 
'an deme poderämus hoye 
M ich machen gr^en Tchal^ . . ,, 
dar zftt da^ Iftt nbit al: ' '• * ' • 
fo ne wardst dtn neheia mmt' 
her hei^ die rtefen ti^ g^; 
ßlve bedacter, fln ros: 
Hch bof der lut ftffe d^^ii hof. 



» i* 



do YÖrte der aide; jnngelinie ' 
dftfint rttär in de« &nt 
Widolt mit der^^timgen 
yftr dar fcrickande. . . 
in allen den geberei». 
alfer hire^ vS^ •]/. w ' 

da ubirwarf iicb.iA^friän:,, 
der wßAlMti .fifikUiS^iXen^iA. 
Grimme . ÄveUf 'cWÄer . fpraöc : 
1(5 dätin die an^Aiin aljautfatot; 
her gifeifdnitiiuii^gefv^njXtein; 
da:5 der vi^AßXB.nßdißigi 
Biederiebe viüH^my- . i' .:./ 

do; iie begonden umbe gab. 

In d^xm tveofler . .dfe jjiiinipfejliftq 
fcHiurfö <|uaiQ d^ hoUt jimc . ftuni 
over kof ; gegMgm • ; ,] 

(da wart her wol/$^ infaingfoft) ' 
mit zyen ritätin ;^lieh« 
dar ginc di^ recke. I>ii3i3l^eQwdu ; . 
do wart die kem^niAe ,uf geibinr 
dar in |^ dör b^t wolgetajn« 
dän iaa^ die.,j«sig8 kuaä^;^ 
Klve willeeii»e 4ifl;; ; : :/ 
fwfes her dirg^tei -. ; 

da^ fie da:; e^Vßßl det^e^ < 
na er.fbddiMr: ereopu . , \ 
'ich hän dii^ glJrne, b$rre, 
durch doie yroHiic^ait geC^n; . 

dai; ne is divcb tmd^ä% nibt gefcb^n. 

d^fle fchd iQfltoa: ^ 

die £Bdta Bur^ienan/ 

*Vile gerne' fpww^ Dietberii^^; 

'nu ies geroebit «n mqh/ f 

der herre »d d^vfti^n fas;: 

vü fcdiidne ßtt gehöre was» 

üffe ßn beiiii fa^ jße d^n vö^: 

i? ne. ?wart nie vr6we ba? gefchot. 

Do fprach d€r .liftiger , iwa 

'nu fege m€r, vr&we lolTam, 

n^^ ulfe die tmw^ din« , 

alfe du criftin woUis fin: 

nu h^t jdin gebätin manic man; 

oVi^ an cÖfnltt wfliin'ftlde fban, 

-wSich xwäßf in aUeot 

der befte ge^lie?' 

*dä^ 'fiigic d€r,* fprach die vrdwe 

*yil Cnuftlicbe. in trowe», 



, > I 



IM 



herre, ftffe d^ föi© miß, 
alHch getoufet Iwii. 
der ft:;e allen land^ ' 
die tftrin wtgandd 
zd einander hies^e g&n^ 
fo ne wart nie nicheib man 
der din gemd^ tnecbte fin: 
da? nemioll^ an dö Mwö min; ' * 
da? nie niohein mftter gcwan i ' 
ein barin alfd^ loBkxi^, > i : 
da? is; mit 2tiditixiv Dielheridi^ 
mnge gefizin in eben dich: 
von dft biftu der taginde ein &? ge- 

nmndn man. 
Mdich^ aber ^ wele liim^ 
1% n^mich einin hellt gnot nnde bsdt: 
des botin qnämin Ücir ist diz fent^ 
imde ligen hie zvire 
in minis vater kerketn^re; > 

der ift gidhe^ Bdthere, 
imde fizzet wdftert nber mere. 
ich wil onoh immer magit g^n, 
mer ne wärde der heUt loflkm/ 

Alfi? Diederich virnom, 
dft fprach die liftegd man 
'wütu R6there minnen, 
den wil ich dir fohfre bringin. 
i? nelevet nichein 'Wörltman 
der mer W leve bitte getAn 
(daß M hgr noch genießen) 
bit in die h6nede libt;in. 
Her b6?te mer dici» mine nftt: 
des Idne hne noch goth ; 
wir nn??en vrWtche da? lant, 
nnde leveten v*6liche ftimt; 
her was inh* ie genMich nnde g6t, 
allÄn have mir Au Virtriven d^r he- 
lft gAi* 

'In trnljren* (^rach die junge 

küüingfn- 
'ich virftan mich an d^ rede dfn: 



der ift E6ther ai(6 Seb: ' 
h^ ne h&t dich Tirtritren met* 
fwamieii du- i^rifb, 'h^ ba^ 
du bift ein bode ^rgMkni : 
Dir fint des kuni^^ hulde lieb, 
nu ne virbel mich der rede aiet: 
fwa? mir hftte wiri gcfagit, 
da? ift im«r 'wole vii^gii 
bi? an den jimgiftin tac.' 
der herre z6 der Trftwen 'fpväch 
'Ifu lft?ich a^lei mine diiie 
an godes genäde unde diu: 
ja ftent dine ^e 
in R6theri6 feh^.' 

Die vrdwö'lnurte Irfcricte: 
den vd? le df züchte, 
unde I^rach zd^ DieQieridie 
harde beliltche 

'nu newart ich n<to fd ungezögin 
(mich hat min tibermöt bedix>g6n), 
da? ih nüne y6?e 
fazte in dine rch6?e; 
unde biftu tlAtiiek*/ 
fo nemachtu, kuninc^ nimir mint 
be??er tugint geiWnnen: 
der ft? genumener dinge 
häftu Ton meifterfchaf lift.^ 
fowilchis kunnis du kber bift^ 
min her?e was elletide. ^ " * 
unde hette- dich goth nu lllir ge- 

fendet, 
da? were mc$r innencUche lieb, 
ich ne mach is do<di getrAwen niet, 
du nefcheinis mir die wikrheit. 
unde wäri? dan aMer werlde leit, 
r5 rumde ich fichirliche 
mit ikmt d^ die rtche. 
fus ift i? aber immif ungetan, 
doch neiget nekein man 
fö fchdne, dän ich dA' vor n£me, 
ob du der küninc RdIJier w&rift.' 



' >j« 



Aus IsengriDS Not von Heiorich dem Gleisner. 

Von der arfprftngl. Biehtutag etwa ein Drittel enthiHtn in Bruchfkiifiken einer 
Hs. aus dem Ende ^' 18. Jlidl»» 8 Lagen von je S aniv gehöiis^ Blätteim nebß 
2 Streifen (Un^fchlägeii y. Bechnungsbilchern feit d. J. 1Ö15), durcU J. Grimm der 
öffentl. BibL in Caftel übergeben. Gedr. im Sendfehreiben an Karl Lachmann ton J. 
Grimm über Reinhart Fuchs, Leipz! 1840, mit ^acfiihile, urkundlich S. 13 — 32, 



isr 



Herftello]^ S. as — l{f* Der IVchter nennt lieh n. f. Bueh a. a. 0. S, 30 n. 49: (ott 

fernänent feltföniol düic unde ire[me<liu mfire, der der Gl]tcliezäre [iu knnde git 
TÜ] gewSrUch , ' Jder iHt geheimen] Heinrtch. er hat [dw buocli gedihtöt] uml)e Ifen- 
grines ndt. TwS^ gihet da^< ^ gelögen ß, den Idt @r ßner ggbe M. £ine^ber-> 
arbeitung idiefes C^diohtB, meift, nur zum Behufe cler Tilgung, altertlbnlielier For^ 
men, yon einem Bie^t^i: a, j$. 1. .QaUte^des 13. Jhdts, ii^ 2 Hirt., der, Heidelberger 
Ferg. Hs. des U. Jbdts 341^ 61 (Wulfen S. 421), ^. der Koloczaer ebenfalls Perg, 
Hs. des 14.. Jhdts (zur vorigen in Inhalt u. Texten rtimniend) gedr. v. Orafen KaiUdi 
n. Xöffinger (Peft 181*7), wonach die Ausgabe y. J. Grimm in An Bemhart Fuchs 
(Berlin, Belmer 1834) S. »5—103. Am SchluA: Hie endet ditie mfiote. da; k6k 
der GltolMÜBere her Heinr^h getihtet, und lie die rime ungerihtet: die; ^^Uite tit «in 
ander man/ der ouh ein teü getihtes kan: und hfit da; euch al£d gelang da; er 
dai; Buere hat yerlSa. ganz rehte, als e; euch was S: an (ümelich rtme fpraeh'er m§ 
dami S dran wsere gel^^rrochen : euch hfit er abe gebrochen ein teil, dk dSr Worte 
was «e vil. 

Hengrln fi/feht J. XHmms Sendfchr. S. 14 — 18 u. 34 — 38. 
Die Lüoke ausgefeilt durch die Überarbeittrng J. <}r; Bein- 
hart Fmolu S. 4djfg. ZI B61— 696 (klein gedruckt^' Waoker- . 
iM«^ altd.;LeL 4. Aufl. ?2fl[ flf. :..:.,. 



Beinhart zieh, fich zuo vefttn, 
er Yorhte VräimdeigeftL 
emhAsiworfcteher balde :: 

Tor einemo locheläi dämeiwalcle; < 
di zöch er ßne fpifaiHi i ' i 

eines tages. dö :gia Ifingrtn ,' 
wider da; fölbe^liAB in deii ^walt; 
fin kamber däc: was. mi^niGvdt: l 
von hungerarteüiw arbeit: ' <l : ^ 
einlafter was* ini: aben^ereii : ' 

Reiohartiwaa' Wol ber^titi^ .' 
do hat er . gobratih i^f fi... : . :» 
ale, dieirfioiactäilfiii^imi ' 
er dachte /'äöhaeh/ diil i9»b w«l ßn 
va harte -goot l^piJBfe.'' ' . 
der tris begande ia wifin» . t 

vur finea gevateren üäei r 

di fazte £ch: Ifengrin iar^ 
dar.ia er bd^n! begaii. 
Beinhart, der wunder kau, 
fprah *wan gän ir Toa der iure! 
d&lanc kumit luemaa dar ftire, 
da; wi^^int wol, noh her in. 
Vttr toont ir, mnodinc, uwerin fin? 
wan yam hinnen fcdnel 
e; iß; dälanc aftir n6ne: 
wir manche fpr»chen niht ein wort 
iinibe dev KSbelunget hovt.' 
'^geyatere, <ljpraoh h&r. If engten) 
wüdu hie gem^idttti fin,. 
iemer unz.dn.dfiimi t6i?r • 
«i^ ich, (ijpmh er) ^ taut: Mir s^i: 



(I' 



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.- f1 



l J 



du woldeffc mir fin foiiiMe 

Terlagen dine hulcle -. ' ^ 

und wold^ mir nSmtn da$ ISben.'- 

er fprach;><Uh tili (Hrlyerl^n, 

ob du mir iht habefti getta^i 

da; ich dich'mflge le gefellen hfin/f 

'da; mahtu (fpraoh Eeinhafi)^ 

min leben werde niht> :gJ6l^artf : 

ob ich dir ie taete einen wcUk. 

woldeftu mirs wi^^eii danc, 

zwei files Meke gaibich dirc - 

diu ßnt Mut über woiidvk mi^.'. 

des wart Ifongrin vrd» 

wite begunder gfnan d^: 

Beinhart war£a im in ^Sna rniuii 

''ich wse^ iemer md gefunt, \ 

(fprach der tdre J&ngjrfn) 

foldich dfi hinne koch fi4-" . ^ 

Qmhart fpradlli 'des itia^tn, gpuocJM^: 

wildu hie bruodi^fohalb enphan, > 

du wirdeft meifter fiber die. b^^t^' ; . 

dd tirart er £än berfi^n. 

"da? lob ich" (fpraeh Ifengrfn), , j 

'nu fltd; (fpraoh er) diu hoi^t h^ in!' 

des was Ile^grtn bereite 

dd nahet im fSn arbeit. 

dar tn ftie; er ^ ^oifbef grd;i 

Iwuoder Keinhart in beg^ ,r ■ ' 

mit heilem w«^er, daj^ ift w^^ 

da^ .^)^bip abe \A\ unde hir. ^ 

"da:? ^ot^nair we'?; (fpwib Jfingrm) 
*wänet ir mit ftftftfn ; ^ . 



•;[ 



\ 



lös 



..r r , 



paradtre biflzzin? 

äa^ fctunet von un\^izzui. 

ir mngint gerne IZden diile not. 

ge^atere^ rvrennii^ ligent döt^ 

diu bnxoiteifeafb iit'^ir}f get&ii; 

an cehincik jbufint mälCn fulint ir hän 

deil aUir tageBißh. ; 

die Ton Gitei loorent dih 

se fr6ne himelrtehet 

da? w^i? icü wftrHcIie/ 

Xßqgriba ^ände^ e^ twiie war. 
f beide fin hut unt fin här 
ruwin in yü deine, 
er fprach ^^gey^^^re^ nu fol gemeine 
die ale fin^ die di inne. fint^ 
ßt wir wnrdin gotis kint. 
fwer mir ein Oißkß yetü^^,y u 
e^ wirt ze Citel geda^'' / 

Keinhart £fXMk ^ä^i^^ «ATerfeitH 
fwa; wir bfta^ ^dgk% i& dif'gerei^: ; 
in bruodirllcbfi» sunnei i : r ir, <:> 
hie nilü ]iiiiniii& fiüeeinBe.. :', <: i 
woltint ir gioi :; :'..r ;>* 

da wir einen ivjger hän^ 
da iß; inne 6Soe der» sudii: 
ir kan nieman "wi^^n ahl 
die bruodir leileiK fe dräu' 
"wol hinl" fpiadi liingfin. 

Der wflier was nbiNr&ovn. ^' 
dar hnobin lie ÜA, kae zorai 
fie begand«D dai? ts foouwen» 
ein loch was drin geboiiweH> 
da man wa:;^ ^ nam: 
da:; ITengrine ze foaden kam^ 

Sh binodet häte fin gri^ hm;; 
eines eimii*si€äienW€ägwerdäi*ergagf 
Reinhart was fr A da? ör in vant: 
ßme bruoder em an den za^I bttni. 

Do fprach Ifingrtn 
"in noinme pattis, wa? Mdii fh?"* 
*ir fulnt den eiitoer &ie t& Ikn, 
wan ich wil pMfln gkät' 
nnde ftänt vil fi^i^Ötefic&e! 
wir werdin viföe tidie, 
wände ih Me iie ^10*^ da? fe/ ' ^ 
Reinhart was Mis/ Iffiigrfn rniwfe; 
'<&ge, ten«odir.;/in d6i^ öünnfey »' 
ift dehein äl hie intie?'* 



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-f.f,: 



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M.l 



^^ ^; imsA, dibdi erlShta fcäiL' 
da? ifl mir liep ; wir ftdn ffe vin." 
Üjongnn päac tiunbir fin^e. 
iske gefrSr. di^r zagil drinne : : 
diu naht was kalt ünde lieht^ 
fhi briiöfdir warnetse ftn deht, 
Reinharüs dringe w4rin Üe^: 
. er gi^ör ie ba? niide ba^ 

^Diwe eiait fw&rft" fprach Ifia- 
l'da hän ich gezeffltdrtii ' grin. 
dri?ic Sie (fpr^ Reinhart), 
diz Wirt ein nnzze vart. . 
kunnint fi, fülle geftän,. 
zehinzic. welHnt drin goo.' 
^ AJSez d4 be^fofide ditgen, 
Bdnhart fyteadh: 'ich wfl iuch mere 

. ' {iogin^ 
ich fiirbte, wir ntt&r.gitichat 
TÜ före engelÜBu :mi]D:iEb leit^ 
da? Ifll.Til iiificte diriniie^ ift ., 
ich newei? därzuo^ nehmen U^ 
ir muginifie.Tülht ]n^ (ärhekfm: 
fehinty/ob ir lie iuigidilirwdgisi' 

IfijIgimdgMiet /Eudden^ 
da? is begimäe drudoinr : 
den zagelt > Jniiiao&i dk ftaa. 
Reinhartiifpcrabho'Tch wiLglln i 
näh unfim bruoderih .tot^ faeint ;! 
dirre gewiAinjärfe !niht jjcA^/ '^ 
ruDer d0g bti^nte.M'gsoL 
Reinhart huob ffdh.^lEuinAn. 
Ifingrin de» tifceire 1: . 
der yemam >]idda:m£rew . ^ 
er fach einesk ritcr.koknen: 
der häte künde se ime^ glenc^meD* 
Ifengrine dExaa ia ftf die Tart: 
da?: vUben imo« ze- leide wart 
der ritex hie:^ her Birti% 
an jagin k^rtei^ frnen iin: 
da^ ksoa hli:m Ifingrine as (btcten- 
üf der vart btgtmdcr: diiabifiir 
alfer Ißngrmen. gefad^ 
zno den hnsden: er d^ fpraeh 
'zuo' unde begimde ^fe feaffin« 
fie gerietfiü.in.rteK i^üpfii; , 

Ifingrin bei?, nmibe fidt 
fin an^ der "ynm gt^A. 

H^e Bii^^ Itaih gerant^ 



1S9 



da^ fwert käftef mit de> 'hftnt 

mde irbei^^ d^ was iibe gä^h. 

ufd»; fe lief«» Ä,' 

da!5 fwert hnofc öp harte 'hÄ: . 

des wart d^ fifoÄre vft unfirfi:' 

er hate ze Yafte.i^eladdii. 

fwer irhebit dag er niht mac geträge^^ 

der mnog ßg tmder w^gin Hin. 

als was e; oxkA ^ omb Ifeiigrtne 

her BiPÜfl hite ime geme^ ; 

den to^e woltra» iitie ä& 2wiei fläMflf. 

ii begunden iaiiB i!^ ftioge ingän: 



vonme fliflfo er nider kam; f* ' 
diu gleti ime den fwanö täan. 
umbe den fturz €r iaht enUe: 
an den kniwi er wider- gie 
diu glettn itia ab^ 4än ^ane nan^ 
da:; er eht ubir defi «agel istmk: 
den üuoo ir ime g^arwe abe. 
ße irbuobin b^de grdge dage; 

Her Birtin dd elagete, 
da? er rermifltet Üabele; 
euch dagite före Ifingrln^ . ' 
den Vil UebSk zagä ßn: / 

d^ länofor dft^ ti6 p&nde lau. 
d6 huob lär ßch ^aiml^ 



im vden .ßrwhstAckea.der Legende Yoa AltMnBS« 

2 im. in ^S ik fiefite ^tt^rnisebachsV jetk in der kdn. Bübl. am ':^etlltf. ^^edl^kft Von 
liaDbmwm, ^ibar dtei ^mfiftfl^ n^deiiheinifotier. QbÜdtÜß (Aeadi Abbdlgi 19S^}, ^ 
Über die -gÄgte. j f, Fe^af de. Jfjatijftrts i^italogiui ra|lotQi?|m,, VÄq^liz^ Upä £^}. U|>K:ii| 
c. 16. Acta Swictorum. Junü .t-4,p* 94 fe. Crreith fpicil. V^tic. 159 fgf • ' , 

inde w^Mö döddQ all% . • .:; 
bi? dad wort .9ilg^.j^?i{ttain< ': ; . i .. :^ 
flea itfraj^e J^.wif itdefiman^; u 
b^ide Anne öwte bm^öi.. Miir jii ^.1) 
aUe die'4».wfePNtaiHJigÄrtriAeri .1) 
dad }ä :g^tior9»iii^&»ö eui::iÄnA^|aBfe 
alfua ginc id,»yörMalrai&?e. .:.r nI ul 
Der cm^-ki^iäxL M» imdisiß 

inde acdk^r Qu^iMEtcUah i öfoeii tor 

geben. 
dad kint begunde du vure yän , 
inde wart fehlere ein juncaieÖe^ vil 

... lulftwa;. 

ind alfer fiüe kintliehe da^ hatte UY«^ 

' , gangen, 

an begündei: barde maünen.. 



dft begunde jqmoi Any^ä^e^cieninde 
.'.•../■-:■'■ ■'■: . •■•,;, i' ;vafl..ftrea:.,/ 
uver al dad läcdija »en&», ,i ^ :>; 
fo ,dfti ini:minnedeti grm^iehej i . ' 
alle die wären itopaiei ricb^«', i ^ 
dad döhtet jflei» ^miSao TÜ g&t j 
ind iryrtnmte im„hftrdar finein }nAt^ 
fo got mt imdeöps, inwUdc^ , 
dad er alfubbenveiinreii haYen Doilde; 
indQ ßnmeaidie die Turfk^i ra^ime ri(^^ 
inde jcroude ift vü hjjiriic4e^ , ; 
inde gaf im uver al fin riebe gewalt. 
dea. warj; der jungelinc wis inde halt 
iiifde wart ein harde yrumich man. 

. Dik mered&.inßn^ yadpr rl^h^ 
dad de junch^e» . ; (|nam^ 

fS Vrumieh yffyre ' 
du begunde fich verßniien * * 



- ii 



Aus (tei BFUchsiÖckeii des Tuodalus« 

2 £11. Meufebaclx geliö'ri^^ jetzt in dec Ber]ln^T Bü4. Lacbmann' ä. (t. 0: S. 8 — U- 

GodeBiwusden-^odtiiaiiicfaltv ' wä*: te<>fpr)ftcliia nimer oibel Wort . 
di ör wfd^e h&^^eS^^ m ift di arriie flwmflieit; \ ' 

bit ftn0y' |^^0i/orefte, , : ' " , älfö cranp'tlnjj^ d^ otq^etejl, 

w^Uen wk »ey^ y^^febe ) ... ' da^.fi fäeh .iiirt>(^ph^ r 
QiuleTemeiaftndberhei]%enferift^W(»rt, in kan b^ftde Toien, 



', t 



( I 



I t 



160 



got in d^.i^.bit flner crafl; 
di id£Oftgm hwt joBagefagit 
ft^er der godöS.lÄre, . : 
da? eim tehte fundore ; / ; : 

alfe dme olbe9d^ i^/ 
da? er Gh koim^gebpugeii 
durch der nalden oug^i. 
da? ift engeftUch güük. 
och fd kondeot iins di bftcb 
*vir juftus falvabitur/ 
da? yimCmet aldjsn unde junci 
da? quid» Aua^ yanmoimeiicKdiTim^ibe 
digen reht in k(»(me beltben; 
her wider fi5 ift uns gefagit 
gut trftft an eineip ander (tat 
*nolo mortem pe^catoris/ • : - ^ 
got fpriphit, dßs ;fimd&ri# djflidis, ' , 
inwotte ür vit, wene dai^ ßr l6be 
tmde fich finer ^Emden ibaldic gäbe' 
unde fih betalliß trabe ^ire, ' 

nu ifold ir yfrn^di m^e, 
war tonbe ich d€r reiden begnnde. 
ich hän is g^ftt «rkunde • • ': j/j 
Yon geleräen mid 6eh Vonilelgäi^ <>. 
da? ich äne fineicMii > •' ' ' ' > 
in dnzfen fage di "wäriieit; ' I^i' 1 i» 
als i? in laünen gefcriben fteity " n 
von eime manne wot bekaiit, j ^: t.: 
d^r was Tnndalns genant -' * ' ^^i^ 
dir was ^ man tu miffietddk^' :1 
got wart ime fiat gen^dik. 



;f:i 



dn tage Cr in brddin lac. 

ßn geifli KT^ zu d4$r h^eji und Tacdi 

manege dink, dj&it dt wart wis. 

Ach quam &c in da? patradis, 

da er irkf^dß godis: dogien 

YÜe bit finen' dgßn, 

di er fint fageta offenb&ro. 

nu hfiijet, in wdlcbeme järe 

djtfe mere gefceheL 

des wdren d6 eilif hundert jär 

und nüne und ytrziky da? ift war, 

da? unfer hSrre geborin wart 

iiu wil i<^ Cagen yon dSm man^ 

Yon deme ich d^r reiden began. 

Ibemen üt ein [einjlant 
inweiften ftffe da? mere gewant, 
^an. fö?er 'Irden da? i? Hi^ 
4ar umbe geii^ WfÄ^r ^ breiig 
da? gebirge.grd? und da?,geTil<lfi. 
di lüde '^t da harte milde, 
-irs ffAniüdes fint fi vrö. " 
da? «iant^ ift mH<^ und hene^es mi 
inde fi*uchte, ^ man ikg^« ' 
beide yiflei unde ja^. 
m&T whies m kotmimi fi nit gewinnen« 
da ift yile flangen obdin t)[»nneiL 
doch *<5 y^ Ir' hobdi craft 
da?''i? jidlligi Yir^pniAb' uWwinden 
r5 i? wirt väitibenid&n.i'^ mstet^ 

«Ui int jßde wtb > «nde man, ' 
ft'bäli|b 'gftde wäpen unde gewant 
inde wonent vil ni Engelaoit. 



Aus Herzog Erast. 

2 BraohMcke, c. 128 Yerf«» fti^ 8 Pgtbl. a. d. A'nfgedes 13. Jhdts, cu Prag auf- 
gefunden n. abgedr. in Hoffinanns Pdgr. 1, 228-^810. Höchst warfohein]. TeOe des 
Gedichts, das in einent Briefe des jGrrafen Berchfcold y, Andechs an d. Abt Ruprecht 
V. Tegeiifee (f 22. Mai llßG) erwähnt wird, bei Bemh. Pez Cod. epilt. 2, 13: rogo 
affSeibilitatem et pietateiii tuam, nt concedas mihi libelltun teutonicum de herzogen 
EmTten, donec velocius fcribator mihi, quo perfcripto continuo reiyittatar tibi. Er- 
neuernde Umarbeitung des alten Oedichts yon. d. Hand . eines Baiecs oder öfterreichers 
in einer Wiener Pphs. dea 15. Jhdts (nach Boeen wartchl. zw. 1445 u. 75), 115 BIL, 
früher H. p.^ 1070,. jetzt .3028. Eine zweite unmittelbare Umarbeitung des alten Ge- 
dichts (mit der Meinung, daß Yeldecke der Verfafier desfelben gewefen) ebenfalls Ton 
einem Baier in fänet g(rt&Alf<^en .Ppha^ des 15. Jhdts Nn 48, gedn in 1. Bde der 
deutfchen Gedichtid doa MA^ tou t. d,. Hagen u. Büfching. . YgL JTac. Grimm in den 
Heidelb. JahrbV Vi {18p9) ^,210 ff. Wahrfcheinl. Quelle 4es Herzog Ernft ein kt 
prof. Buch. Ein* lolfches von pinem Kloftergeiftl. gefchriebenes nach 2 MüncMei^ 5«. 
(Cod. lat. 850 itä J:^147t tu l^rdKn^en gefchr., Cod: germ. 572 a. 4. H^ffiOfte'dei 
15. Jhdts) hersg. ▼. fiKvpt in M Kt^r» f. deatfoh. AUer*. 7, 198 ff., der dos Beweis 



161 



ZV fahren tathtf dasfelbe fei eine rhei^rifohe Arbeit, xu der ein Oeiftlielter dM alte 
niedeiTheimfche Qedicht yerarbeitet habe. LateiniTclies Oediclit über H. Emft ron 
Odo aa Erzbifchof Albrecht y. Magdeburg (zw. 1206 u. 1233) aus einer Terrchollenen 
Hs. zu Tours in Martenes Thefaums 3, 308 ff. Ein BfinkeUangerlied ron H. Bmlt 
(89 Str.) nadi eineA Nfintberget Drueke der Kunegund Hergotin dnxvb Zcmeke in 
Epts Ztfchr. 8, 477 ff. Bearbeitg denfelben d. Kafpar y. d. Eoen (54 Str.) in Hafen 
n Primiirers Heldenbucli 2, 227 ff. 

Hoffm. Fdgr. 1, 228, 12 — 229, 2&. 230, 3 — 46. 



Emeft dar herzöge 

de mogte wale dl ze hove» 

ime was dö kuning vil gut 

inde d6de ime Uvea gnng: 

dat YOTdinether wale bit ören 

wider d€n kuning hören. 

wa tö Us bedorfte zu dör not, 

da gaf her ime dat golt rdit 

dicke äne wäge. 

fament fi d6 wären 

TÜ gäde frfint, dat is wäir, 

bit eren vü manig jär, 

dat fi nie m wurden gevß. 

dat dede eime Henriche wo, 

de was des keiferis neve 

inde was ellenclfche fin ratgeve. 

dö hatte di pelenze da ze Kine. 

de begunde den heHt niden 

dorg anderis itikeine fculde 

wene dat he des kuningis hulde 

fo gnWenclfche hette. 

do dagtier, wat he rette, 

di mide hörs ime intvente, 

dat her in ffi gefcente, 

dat hör ime van herzen worde gram: 

wände man in däzehovenitinvemam 

alß wale fö da bevore: 

dat was ime leit inde zorn. 

Do begunde de ungetröe man 
Kt Kften vor dfe;n kuning gan 
inde fagede ime werMche, 
in wolde vanme riche 
dCr herzöge ffcöi^en, 
h« hüfe fig fÖ grö^^e. 
%e fint die vurften alle holt. 
^ Torten , herre , dat du folt 
djn Ären verliefen. 
24 inwoldis du dir nu kJfen 
finen anderen tr6t? 
h fprichet her over Iftit, 
bC Wille fig dir geltchen 

Schade, altd. Leseb. 



in geburten oug anme rIche. 
ig wil, dir werUche Tagen, 
he geid ze räde alle dage, 
wie he dcis beginne, 
dat he dir ane gewinne 
din laut int dtne bürge, 
he wilt dig gerne verderven 
alfö gerne fö he levet. 
dat hänt mir intrften gefaget 
di it an der reden hdrten. 

Emea da helit gftt 
de havede einen grimmiefaen mfit: 
dat befcheinede wale der degin h^r. 
dö intvalter nit mSr, 
wände ime leide was gedän. 
d6 nam he zv6ne ßne man, 
der ellene he wale irkante. 
hine ze Franken he d6 rante 
zu einer bürg di hi; Sptre, 
di fteit nog bhne Rhie. 
da befa:; de kuninc einen ho£ 
des wunderit maniche Iftde nog, 
dat he den freifen ie beftunt. 
des ävendis dft der helit gfit 
ftf den hof geriden quam, 
den grefen Wezzele he zu ime nam 
inde hi:; den anderin degin bewaren 
dat he di ros h^tte gare, 
ofe fin wille irgtnge, 
ie fi ieman vtnge, 
dat H dannen ritten äne danc. 
der herzöge dö hine drano 
zeinir kemenäte: 
da fa:; da kuninc ze rate 
bit deme palenzgrefen fime trute. 
oug was da me Idkde, 
di ig gehennin nit inkan. 
der herzöge inde fin man 
di prangen In zu der duren. 
di kamerere fbftnden di vure 

11 



162 



in<te tobten- ife ubete bewarei 

It aa wcten di Mrt 

q^ TeaBpiißE eine n^inne. 

di s^ntt j&agtelijage 

z^M^dm dat ger&me. 

der kaniiic lofede kume^ 

(des fagede he iemer gode danc) 



dA fpraiic h^ orer eine bane^ 
dat he in eine kapelle quam, 
der palenzgreve fin man 
d6 iract dea r4de« imvrä. 
dir herzöge gaf ime dö 
einen allö freislichen (lag, 
dat ♦ 



Aas den Brucbstfick(iQ des Tristan Eilharts von Oberge. 

4 Perg. Bll.y die Mid^n erften luEdb «bgerchnitten , a. d. Ende des 12. Jlidtii, tob 
Prof. Wiggert in.Magd^NifgM^deQkt u, von H. Hoffmgnn hcsg. Brasl. 1833^ B M 
und in den Fi^dgruben 1, 231 — 239. S. die Eeo. t. Benecke in den Gott. ge^. Am* 
1824 S. 638—40. Spaterö Übeiratbeitung des Gedichts in 2 Hss.: 1) Heidelberger 
Pap. Hr. ganz a. d. Anf. defl ISi Jb*te 175 Bll. M. Cod. tat. occxlti f. WiMten B. 
430. Adelung .f; 78 £ Bev Diditer: mrd hier von Baiibemberg Segehart gontnat 
2) Breednar JPap« Hs. ▼. 1433 JSi xlii BL 90^— 156^ 7699 Yerfe. Anfg u. Ende in 
V. d. Hagen^, Grundriß S. 1?7 — 130. Hier heißt der Dichter von Hobergin her JEyl- 
hart. Diefe Überarbeitung In Profa auf^elöft bildete dann das nachmalige Tolksbach 
gedr. Augsburg 1498 fol. Straßburg 1510, 4°, Worms um 1560 (f. Ebert 23117—19) 
u. Tonft. Im Buch Ate Liebe frkf. 1587 BL 79 — 109 , in y. d. Hageas Su^ d« 
Libbe Beii. 1809 S. .1— '143, in Simrocks Sammig n. in JahrmarktsdrudEeou Ein 
Eilgrdus de Oberge, l)ien(bnann Hekirich des Löwen, erfcheint in den Jahren 1189— 
1207 in tTrkUtiden: Büföhings ^Öthentl. Nachr. 3, 206 ff. Spangenberg im neuen 
Vaterland. Archiv für Hannover 4, 346 — 361. 

Hs. Bl. 3 u. 4. Fundgr. 1, 236 ff. 



[dft fi den getuwerk yuadin 

unde er] in folde cundin 

wi i^ dar nmbe rtaa4e> 

der yalant dd begun/de 

da:; gefUme fc&win. 

er fprach f jwine frdwin 

Trifbant figerlichje bat 

unde wü der chuDWig, mbin rat 

tuon, ich wil in U^n fehen, 

dsu^ &c ielbe muo:; jeben, 

da!5 ich iu rehte hän gefagit, 

unde ob ich liege, da:; ir babint 

minin lip gewunnin 

ze fuwelehen marterungin 

fö min hörre welle/ 

ich wene, ßn gefeile 

der tübil ü^^^ir im fprach, 

bi? da:; er sdUs des verjach, 

da^ TriTbant wdre lugen fiech. 

er fprach 'ne fi da? wiir niet^ 

fd hei:;int mir min boubit abe flan.' 

do brachtin fin Tor den cunig ßln 

unde fagitin wes ör fich verma:;. 

^ich.wilS? iu ouch noK^ bieten ba^ 



(fprach der unholde) 

ob min h&re fillbe wolde, 

er nuiofli; wol iryindin: 

er neme fin gefinde 

unde rite jagen in den walt, 

fö worde Triftant fo baH^ 

da? niwt em mide de fröwin; 

fo läget ich? ime in trowen, 

wenne er zd ir quame 

unde brachtin da ex vemume 

flglbe wol di wärheit' 

der cunig dö feiere jagen reit 

mit allin den da w^en 

unde fprach opinbärin, 

er wolte fiben naht ü?e fin. 

des frowede fich diu c^migfn. 

Dö der cuning an den walt qsaia 
unde der wenige man 
tU rehte bete yemomi^ 
da? Trifbant ♦ * » 
'ich fage iu, here., wa? ir tuot; 
(fprach der gote leide tuwcrk) 
wir nehän tuMlers ^ebetn goberc, 
wene ir fulint rhi M Xtigen 



161 



imde fulii tU ftäle fawfgen. 

Ife dum QOhin homm 

fnle wir n(^men goxaxxe, 

va? ht gefeie von difeu zuwmn/ 

der Jims (6 libie foeiii 

alG; tacb were. 

do Mch dcar gtuu^ here 

Äfin bouia, aifer in hei?, 

der tiiw0rk da? mwt ne lie?, 

er ne ftige nä im da ftf. 

ich wtoe, in fin gefelle hüf 

Saianas der iftvil. 

idi bin ift dch ane zjawibO, 

wanÄr wfl fln ii(*e 
Bdt im hcln gemeine : 
wi mohter in da f6 einen 
Iffe den bomn ftigin lä?en? 
^ & beide got verwi^e! 

Dar ne ftnndin fi niwt lange, • 
e Triftant quam gegangen. 
des loubis bradi er in dön w&ch, 
46 lie? ör dän fpan nfe^, 
dar da? (^ce ane was geferiben. 
u^den brunnen M #p<bt dCn ToiineiL 
fife «uwÄne bobin im ftftn. 
di t€t er alg ein wts man 
^ er niwt ftf ne fa<*. 
20 im felbin er d6 fpradi 
'^^ muo? i(^ Idder t6t fin. 
owi, wifte diu cunigtn 
^^tüte, di uns ig getftn!' 
äo flo? da? loub «nde der lj»4n 
äwch ü kemenftüen. 
i] Hwe d& vü dr*te 
20 inne neaaülne eine, 
äa fitt dön f^Än mfte vinc, 
Wide beguöde da? crftee fo6wen: 
lo)rifte ^ * ^ 
^a? ift dinin jungelinge, 
^ er niwt ftf ne Mt 
Joch er ingegin mir niht neg&t? 
ies was ic^ barte nngewone. 
oh newei? , wä yone i? nu come. 
^* gefach fiu 4a? wenkin 
?*e begande Hin dei&in 
^ wirret ftiwa? fö i? H. 
* w«ne, M ätfcwör fi bt^ 



der uns habe gehm.' 
bi dem brunnin Au ftunt 
unde wart der fpebire gewttc«. 
der mim iaraoob. däi foate iitfe 
in den brunnia von d^n maiuiiuaiLVttn. 
der Mwin wf&fce de ihein^ 
da? fiu ir onge dlf TaSbt n^ karte 
unde rehte alfd gebärto, 
alfe fi ir da nibt ne wiAie, 
unde fpracb mit gr4?ir Ufta 
^Triftant, wa? foldidi ber z6 dir?' 
t *^fr6lre, da? ir belpint mir, 
da? mir min h^re f^e l^ulde gebe, 
made U?e micb we&n, 
als icb was, an fineose bebe/' 
*vil ännfthafte ich dir gelobe, 
d^r zuQ ne helben icb dir niet, 
wane mir liebe is gefeiet, 
da? er dir fö gram ie. 
des wis zuwtee gewis, ' 

da? ich dir dar zuo niht ne vrome, 
wane ioh bin ze worte eomen 
Yon dir äne mlne fenlt. 
ich was dir durch minin h^pen helt, 
wane dft fin neve w6rift 
unde ftnef ^ren pldgift 
ba? den di andern alle, 
nu bin ich ze fealle 
wordin ♦ ♦ ♦' 
"... doch wöfin leit, 
da? er mir unrehte tuet, 
wiltu mir eine wefin guot, 
fd werdint mir de hukle, 
wane er äne fculde 
hat gezorait wider miA.*' 
dft fprach diu cuninginne ridi 
^ich nehelfe dir niht d^6. 
wil dir mtn h&rre gonade td, 
des gan idi dir wol und ifb iisär lieb: 
ich ne bitten in aber dimunbe niet.' 
dd fprach der h^rre Trtftant 
" f5 muo? ioh rftmen da? lani 
fuwl luzil i? mfe herre ciage, 
iedoch ne macher den feaden 
ninomer m^r Terwinnin, 
ob ich mit unminnin 
ü?ir fime lande rare, 
is wirt guot r&t, ich w3 rftin dare, 

11* 



164 



dar man i^ mir wol büiit 
unde mich guote Inte 
erint nnde habint liep. 
mtn h4re ne *wil des m%%m m^t: 
Ihwenne ich ze lande kire; • 
fA bin ich ein cuning h^re 
unde alfd rtcte als er isi 
onch bin ich Mbe das -gewis^ 
fuwä ich 'wil beltben, 
da:; ich itie ntdin 



al eine wol rerdiene, da^ 
man mich liepHdi &Ae hA7^ 
behaldit ungeha^^ 
xmie mioh riter vaa^^^it : 
unde gift mir ros unde perit. 
fröwe, wer ich is -wider iu wert, 
da:; Ir bäten mtnin h^ren^ 
da:; er durch fin lelbis ere 
mir wolte Iftfen mtn phant, 
fö woldich * 



i' 



Ans Graf Rudolf. 

Ratte einer Hs. tt. d. Ende des 12. Jhdfs: 14 halbzerltörte Perg. Bll., 10 dayon titt 
Beiitze SpangenWgs in CeU^, tp^ter ut die Göttinger Bibl. übergegangen; 4 andete, 
Yorfef^UitUr einer Inennabel der Miniüerialbibl. zu BraanTchweig. Ortd Endolf v» 
W. Grimm ^ 2, Ausg. Gott. 1844. Über die gefchichtL Grundlage des Stoffes y. Sybel 
in Haupts ZtTelir. .2, 235 ff. 

W. Grimm [ll], 9 — [13], 13. 



Der kunic reit in da:; lantt 

er ftifte roup unde brant 

Tafte, an die heidenfchafi 

er waÄ dea vil wol bedach^,* 

da:; er ime fohaden wolde, 

alfer Ypn rechte fol^er 

er h^te ime alTame getan. 

dd mülte al in ouwe gan i . 

beide wip und kinder: 

die flüc man alfe rinder^ 

er herete in da:; lant.- 

do quam balde gerant 

ein böte unt fa^ete meye, , . , , 

da:; die criftinen w^ren 

cumen inme lande/ • t 

die roubeten unde branden. 

da; fagete man deme kunige: 

da; geviel im harte ubele. 

Do er; [ejrougen ge&xi^, 
zomiclicjie da; er fprach 
zu eime knechte unt hiß; in ge 
zft deme edelen man, Girabob& 
der was ein wife junger man. 
er ne wolde nuwet ane gan, 
er ne hetes linen rät: . 
wender ime zä herlicher- tat 
dike riet mit guten Tyizzen. 
durch da; folde er fizzen 
uffe der eren banke. 
nu fult ir alle danken 



den herren die des gerne phlc^en 

da; fie Mbo rfttgäben 

nemen zft inne rate, 

die fich Tra unde fpäte 

zaller zit dÄs. heften ylt;en^ 

den m^i lue jnechte verwi;en 

junti^&W^ unt tracheit, f1 

und ir herren wifen von d^r bofeit 

fd lä;e nu/ßb got Ifliben, , 

fus getaner r^Ltgeben 

ift luzel inme lande. 

fie ne rMen e die Xcftisnde 

dan &e tun die 4re. 

fine foldön ire lere 

nimmer gerolgen.. 

w4 , den bin ich harte irbolgen. 

Dd fprach der.h^let G-inJaobe 
'diz ne gefchach uns nie me. 
nu wir; aber haben Yomumen 
und i; alfd fi nu kumen, 
nu fuldir boten fenden 
in allen den enden 
da ir die helfe muget hau. 
wir Aün &e yr&ltohe beMü 
oder ich Torliefe den lip. 
e; ifb alfd gut inzit 
alfe wie langer biien: 
wir m&;en doch mit in fkrtten.' 

DA der helt f5 g«[neit 
gefchuf da; der böte rdt. 



t6t> 



di m&ften fie alle ü:ffe cUe were. 

do quam d^; »ichele bere 

mit gi^er crait Y«ir 4ie ftat^. 

alfe der grev© RÄdolf bat 

fie wiren alle wol gare. 

zu liant h&bßn fie ficb dare 

mit ßneme Tauen Txur da? tote. 

Girabobe der ftünt da vore 

mit drm ßnen gefellen, 

diewfl ich ü nennen: 

der eine hie? Grajol Gntwin^ 

der ander Agarrsdn, 

den driten nante man Agar.^ ■;;'.' 

vm wurdiß dicke wol gewar 

^ fie güteheledie ^wdjren,. f < 

da? fage ich ü zväre. 

Do irbüp fich ein geftrite. 
d4 flögen wunden witer 
die eilendes recken 
mit den fchar^ ecken. ' 
oucb nämen fie nlidielen fc^aden. 
deme greyen beleip da irflagen 
drft hundert finer mannei 
der ftrft der werete lange. 
da vore lägen fie , da? ift wAt, 
me danne ein haip jar^ . 
da? &e fe nicht mochten gewiniiei 
do fchiden fie fidi mit unminnen. 
die burchere Ton der yefte 
die Hefen an die gefte . i i » 

eines nachtes under da? here 
e dan he qnem^t zft w6re:^ 
di täten fie in mioiiebi MisäM. 
deme ^Ten wäört Gh toIo e]*nageiD9 
da? ig luael gei^ts. 
al zu Tnrderfb er was 
karte dicke an der not: j • 
doch nüch er Gajol GrTümm dfti - 
fine feilen wurden geTangen 
^t darnach Til fcMre irbiai^en. 
da^ hie?>der grÄre tftn Tor die ftai 
harte dk^e man in hat, 
^ ers nicht tun mewolde : 
Diit filber unt mit golde 
volde man ime die hÄrreÄ wögen 
durch da? Cr fie hie?e loben. 
'des hetidi immer fehande. 
ich han yon mime lande 



mit mir here brädit f6 tiI, 

da? ich des unberien wiL 

fie haben vil .gr6?en. fchaden getam 

wollet ir die laut lä?en ftän 

unt rumen gote ze eren, 

f6 wil ich ft die herren i 

beide lebende wid^r gfelien/ 

dd Q)radi' Girabobe der degen , 

'da? ne wirdet lümmer getan 

al die wile da? ich da? leben hau 

unt fichein fwert mac gerben: 

fft ful wir aber ein nöwi? heben: 

,ab i? got geruchet, 

'fo, Txndit ir da? ir fuchit 

W. Grimm [17] , 6 — [18] , 4, . 

Der greve hüp fif unde fprach, 

finer vrowen er [dd j^ch, 

warjumme er wart fo rot. 

*Tr6we, harte gr6? not 

[lidich umme] ftwere minne. 

alle mine finne 

hän ich an ü[ch gela?en.] 

ich minne öch äne mis;e, , 

da? ich dar abe wa[a xA iAt] 

ftwer minne tut mir gr6?e npt.* 

do fprach d[ie Tröwe] riöhe 

wider in gezogentliche 

* Rudolf, du b[ift mir] harte Uep: 

da? ne mach ich Terheten niet 

[euch] tTinget mich die miflne: . 

ich ne wolde dieh [innen] 

der liebe nicht bringen,' 

*wol mft?e uns gelin[ge»' 

fprach] dör ^Te gute, 

ime wart liebe ze mute. 

[d6 bat] der helt wJfe 

die maget Beatrifen, 

da? fie [fehlere] wolde. tenden 

in des hoTis ende 

n[äch Boni]faito Jfime neT^i. 

ich wene der milde kikne [degen] 

die fchonen ViÄwen kufte: 

beide fie is wol ge[lufte. 

da?] gefach Beatrife 

die hoTifche unt die wife, 

die [fprach] in ireme mftte 

*dife zrei fint . funder hüte; 



166 



I— t 



[ich wil] gan an die phorten Mn^ 
da; fie iren wilije[n hin.*] 
di der gt%re yenuan, 
da; da metnan ne [qtam^ 
unde] der forewsurte 
ftunt in der warbd, 
unt fie di[e ftate] hAten, 
wa; wÄnit ir da; Re titen? 
fie fpilet[eii mit] ein ander^ 
dis$ en^ nidiein waadel^ 
wa[nd© gto»] fi eÄ gew^rte 

Abs 

Perg. Hs. V. J. 118T tn SttaJburg C. 
des 12. Jhdts i, 145 — 152. Eingang 
277 iL 4. Ausg. 27Ä tf. 

Man fagit yon dütifcher ztmgen^ 

fiu fi nnbetwnngen, 

ze vuogenä herte. 

fwer fi dicke berte^ 

fi wurde wol z6he: 

als dem Itäle gefchehe, 

der mit finem geeftwe 

üf dem anehAwe 

wurde gebouge. 

fwt äi; gezouge, 

ih wil fpabneil m^n fin 

z6 einer rede> an dör ih bin 

ane gedhenet vil cfiiii^. 

mac fih entiaMen mbi gedanc» 

unz ih fi geeiäden^ 

16 wei; ih, dai; genidndeti 

me tuet dan ii^e 

an fulhen anllge. 

Ih grtfen an dän yoUefiitint 
unde Aerke mtnen ftmt 
mit dem drillen finn^ 
der under unde inne 
fft gewultKiri^t l&t 
Wirt mir ftate unde firift, 
ih gezfthe ft; im einen 
z6 d^ ftiB^^nen 
1(5 manige« l)atatt yoileift> 
da; mir fin ^^e geöl 
gemuot werdent beiden 
& ih dar dbe Tch^de» 

Der eirii^ M Ib fö ^tte, 
den ih te ifültemuiide hau 



alles d^8 äf g^rtej' 

fie tet alle[s äne ßxA&i] 

[der ne hatte] fie ane von mianen. 

dd da; fpil wtis irg^ 

die [yrowe ga]b im äue wAll 

ein herte g4t vingerlln, 

da; [ftie; fie a}n d&^ h&nt fte/ 

und er gab ir ein aiider. 

fus [ein ander] wandel 

täten fie beide 

mit vrotideA ftüe leäe. 

Pilatus. 

V. 16* Bl. 29»— 3^. Gedr. in Mafatn. Ged. 
bis Z. 142 in Wads. albd. Lefeb. 3. Ausg. 6. 

under di andren geleit: 

is irfchrikket min friBiriliieity 

fweime ih neigen dar ani. 

er ift allir finne Tane^ 

ir sil unde ir zeidien. 

ih ne mac fin nSit gemoten, 

fwt ih in lege unde 

z6 dem fis&munde. 

da; kernet doh alfö: 

er is mir wilen ze hdy 

wßen is ik mir eben, 

als in der hat gegeb^i 

der wundeiitoh bei;et 

unde umbekrei;et 

himel «nde erden^ 

der lie; d6n fin geworden. 

I>^ f^be fin der ifb finy 
4er mir in gab. di fint müi, 
di ih dar abe hän gezogen« 
ih bin gebougit unde gebogen 
ba; dan ih w^re. 
ih Qpien mih m f§re 
dd ih di finne befichiei 
noh ne&tMk;en üi liuh niei: 
3i wü an miner mä^ denen, 
unz ih gew^cben und gewonen 
in dfttifoher eungea vot ba;» 
ß ift mir noh al ze lak;. 

Aneg^tt und eöde, 
dinen g^ tnir fende 
z6 minem beginge, 
bltb mit mi!* deriwBe 



i«r 



rm ih derA^ mu^e kom«n. 

diz m^re^' da^ ih )An. yernoinen 

lubd ib Me ml ragen, 

da; gefcach in den tagen, 

dt din &m -wart gebpm 

von einer ifröwen Ü55 irkom, 

di mitiotir ift imde maget, 

di mir ze mltter naht taget 

und in vinftemifle lühtet 

imd min herze irvühtet, 

fwenne ih irledien; 

di mih heulet QHrechen, 

fö min Zunge ift trocken; 

di mih, 15 ih bocken, 

wider Äf rihtet; 

di mä berihiet, 

fwenne ih äwegje gen; 

di roSi heilet ftf ften, 

fweime ih nider vallen. 

Ca ift ima alien 

komen z6 heile: 

n hat uns von dem feile 

imfer viende erlaft. 

^i ift uns allir dinge ttoft. 

8u8 vant ih an laüne. 
ze Megenze an d^ Sane 



Tiynm ein kuniac fa^. 

fin gewalt greif Vor ba?: 

Mäfe Moyn iinde 'Bin 

di dri wa^er wären ßn. . 

di lant di dar nmbe lägen 

linde di der lande plagen, 

nigen an line gewalt. 

13^ was da^ m&rre teil wsit 

da:; ime was nndirtan. 

der hÄrre mohte wol hän 

vifche unde wütprat. 

des quam er an . den rät, 

da? ör ftf di5m walde 

ze lögere und ze hehalde 

jagelius worhte 

dorh gemaoh unde durh Yorkto, 

beide durh ^erfete 

da? er di öefte ouh hete 

durh fine gwarheit, 

eines tag» er Ai; reit 

i? glnc im harte wol in haut: 

wildes er vil vant. 

an der äbuntHnnde ; . 

durh jegere und durh hnuKte. . 

bleib der kuninc Tynwi ! 1 

di naht in einem jagehus. 



Aos neHiriehs von Yeldeke Enei^. 

.: 1) Die Berliner Hfl. Ms. Germ. Fol. 282. kl. fol. Perg. 148 Seiten (77 IJext, 
n BQder). g. 2 beginnt das Gedicht. Z. 1 — 270 auf 2 Seiten je zu 2 Spalteii, Äie 
Zeilen fortlaufend, ^er mit HeimpuÄct^. Auf S. 6 beginnt die 2. Hand, 3£^»altig, 
^e Yerfe abgefetzt, mit. lMeau9geräck|t6B Anfangsbucliftaben der 1. Zeile jedes B^« 
paars, die Spalte zu 47 Zeilen, die Abiatze durch groBe rote Initialen bezeichnet 
Die Schrift auf mehreren Blättern erlofchen, von fpäterer Hand überzogen, wobei 
falfches eingefchwärzt. Die Hs. dfefect, 8 BU. feien: 1 Bl. in der Mitte, auf *em 
^9074^0ai3 ftehem tollte^ 7 ^ «m Ende Y. 11293 — 13331 des MTilerfclim 
^oka. Die :i:fl^ .geTb^el^ei^ iotuf der Grenzfeheide des 12. it 13. Jhd^. . Er^a^^ -vOH 
der kön. Bibl. von Carl Carvecchi aus Caffel, der das ^inod, laut fr Angabe, auf 
feinen kaufinännifchen Reifen im fildl. Deutfchland im J. 1819 gefunden, wo er es. mit 
einem Wufte alter Buchet- u. Papiere aus den in Baiem aufgehobenen Kldftem «rwor-* 
oen hatte. 2) Die Mttnckner Perg. Hs. CJod. gewn. 67. A^. BL 63»-. 184*: 
vfi^ Hs. enthält noch Vim^ derselben Mmä. Mai und Beaflor u. JBrftcHus.) Anfang feit, 
^e erften 1168 Zeilen. Der Text zur Berliner Hs. ftimmend, aber die Selire^ung 
oftreichifch-bairifch. 13 — 14. Jhdt Am Schluße des Gedichts eine Notiz (die der 
Schreiber diefes Codex in fr Totlage fand), es fei für Ruodolf von Stadekke gefchrie- 
^^' ohne Zweiftl dttr AfiiQieijiager, der in öftreich. Utfbonden ixt der Mittt 4es 13. 
^^^ erwähnt wird, f. Weinhold Der Jk^innefinger von StÄdeck u. f Geihhlöeht Wien 
1860 S. 10—12. Diefe Hs. befohrieben u. mit Proben v. Docen MifoelL 2 (1807), 
^4—65. Die Lesarten bei Ettmüller. 3) Die Heidelbergier Hs. Cod. paL 368. 
yrg. FoL 14. Jhdt. 206 HL Die erften 119 enthalten Herborts v. Fritslar trejata. 
^eg. Auf Bl. 120 bBgauA von asderer Hand die Eneid« u. gefeit bis sun SchluA 



1€8 



BL 206. Der Text yqxl deii beiden rotigen yielfaeh »bweichend. Die T^edarit^^ bei 
Ettmüller. (Vgl. auch Wül;en S. 448 fg. wo Herbort als Teil der Ei^eide betrachtet 
ift.) 4) Die Gothaer Hs. Fol Anfg 15. Jhdt. 92 Bll. auf Ochfetikopfpapier , in 
Spalten, die mit Linien ein^efaBt find. YoUftändig abgedr. nach Antons in GtJrlitz 
Abfchrift im 1. Bde der Myllftrfehem Samlg. Eine GottlbhedUchs Abfahrift der GoÜl 
Hs. zu Dresden Kr. 46 Fol. 5) Die Wiener Hs. olim cod. Hill. prof. 584, Anw 
2861 (Ambras. 294). Pap. Fol. 95 Bll. in 2 Col. mit colorierten Federzeichnungen, 
T. J. 1474 durch Jörg von Elrbach. Lambec. comm. lib. II p. 948. Hoffin. Yep. S. 
32. VoUftändige Abfchrift in ineinem döefitz. 6) Bruchftück einÜr terlomen Hs. 
a. d. 13. Jhdt, durch y. d. Gabelentz aus Altenburg entdeckt auf einem zum :^h- 
deckel verwandten Pergbl. in "WoUenbüttel. Z. 9790 — 9893 Myller. Mitget. dur«h 
von Soltau in Mones Anzeiger 6 (1837), 48 ff. 7) Bruchftück einer verlornen 

Perg. Hs. a. d. 13. Jhdt. 1 Foliobl. 3fpaltig, 60 Zeilen auf der Spalte, die Verfe 
abgefetzt , nicht eingerückt , die Abfchniite mit groAen Buchftaben abwechfelnd röt n. 
blau bezeichnet; Z. 11704 — ^12061 naeh Myller, zuf. 360 Verfe enthaltend, Inaaei- 
nem Beütz. 8) Ein anderes Bruchftück, ebenfalls in meinem Beütz, einer Hi. 
des 13. Jhdts: ein Pergamentftreifen^ die hintere Hälfte eines Blattes, Folio, etwas 
kleiner als das vorige Format, ebenfalls 60 Zeilen, die Schrift kleiner u. ei^er, fo 
daß häufig 2 Verfe neben einander gefchrieben find; die Zeilen nicht eingerückt, ihre 
Anfangsbuchftaben durch eine rote Linie markiert ; die Abfchnitte durch groA« xote 
Buohftaben bezeichnet; enthält Z, 7113 -;- 7185 und 7348.— 7419 nach Myllen 
Ausg. der Eneide durch Ludwig Ettmüller, Leipzig Göfchen 1852. Über Veldeckes 
Mundart Franz Pfeiffer in fr Germania 3, 492 — 500 u. einiges in X. Bartfehs Auffetze 
über Veldeckes Servatius ebdf. 5, 406*^431. Über feine Heimat Mone Quellen und 
Forfohungen 1, 252 u. Bormans im Abdrucke des Servatius. Abfaflungszeit der Eueide 
Lachmann Ataa, zu Iwein 6943 S. 3f 7. 



Z. 213 — 258. 

Do was da en foi^eii 
den äb^it und den morgen 
TÜ manich müder barii; 
alW mftiten fi varn 
unze an den vierden dach, 
da^ der wint dö gilach 
nnd di Harken und^ 
ze ftillene begunden, 
nnd geflihtet wart der fe 
der fd roch was i, 
nnde hüb Geh der dach, 
dö da:; Eneas giTacli 
da^ Cch da^ mer füllte, 
fin höbet er üf rihte 
dör wal gilobite wigant. 
er gifach von Libiä da^ laut 
und di berge vü W: 
des was fin herze vil frö> 
däÄ5 in Portüne erlöfte. 
fin lÜt er dö dröfte, 
da;; fi fich wal gehielden 
und riirden unde fdiielden, 
da? fi zu dem lande quftmen 
und die habe da nämen 
al folich fö fi wäre. , 
da? was ein nuwe märe, 



da? fi gerne hörden. 

fi fpnmgen zö den bordtti, 

fi ftunden unde rftrden/ 

manUche fi furden 

ir arme unde ir hai^de 

unze fi quamen zi lande. 

Do fi da? lant.geviengen 
mi tki den fcjiäfen giengen 
und an di erde quamen, 
da? gimach £i da nämen 
al folich fö fie? funden. 
dö fi dö begunden 
ir fchef zellen 
di eilenden gifellen, 
(fo idi di rede hau vimomen) 
dö was der fcheffe dar komen 
fibene unde niet mö, 
der da zweinzich wären e, 
dö fi von Troie fiiren 
enfamen von d^ inftren. 

Z. 574 — 640. 

Di hocjlen wären vil firö, 
dö in di firowe Didö 
alfe gude rede bot, 
wan des was in doch not. 
mit der fröwen urlove 
turen fi u? deme hove 



«et 



und kerden hin mder 

zn vt hären Eneafe wider 

al da ß in funden. 

in den leiben rtunden 

warn di fchef «iraonine komen, . 

di in der wint hadde ginom^ 

in dSme ftornie da beTorn^ \ . 

di fi wänden hän verlorn. .. 

li Ihinden alle* enfamen da 

bl ein ander gnfich nä, ; »I ' 

funder da? da was yerfunken, i ,. 

da di lüde inne ertronk^s^ 

des (i iemer fint enhiren. 

di andere komen wären:« 

des wäiens alle yü. frd. 

Eneas was tu hö < j 

ftf einen berch gigangen, . . . 

dö in begunde belangen . '. 

nich den die er hadde giSaa^* :!■ 

dordi yerfiioheii in da? lant < 

umbe folhe märe 

di ime lieb wäre 

nnd die er gerne hei Yern<aneii: - 

do gifaeh er die bod«n komen. 

Engegine in er d6. giene^ 
minnechliche er fie enphiienc 
mit frölicheme mftde^ . . 

do ime di boden güde 
nagen begnnden. 

er fprach ^was habet ir fanden?' 
"alle? gnoi" 'wa??' 
"Karthago." ^wa? ia da??' 
"e^ is ein horch hdre," 
'dorch got faget'm^re: . / 
fandet ir den kunich .da?' ! 
n antworden ime.fä 
"daeniskonegesmei" Sriedesmefö?' 
"da is di frdwe Did6." 
'gifprächet ir fieJ' ^ja wir -d&den." 
'wie fandet ir rieV "wal berftden" 
*wa? enbftdet ß Tms?' ^^alle? gut" 
'meinet fi e??' «ja fi dftt / 
ß enphienc onis mit minnen - 
wid wil nch des bringen ihnen^ 
da? ir ir willikomen fit 
zft alfe langer zit 
fö ir mit ir weit fin* 
fi wil dch da? l»?en MIb, 



da? fi üch ;til igeime fiet 

ft enmach Ijld gewerren pie^ 

noch nietes gibi^hen 

des iemen mach.igifpre(^eAy 

da? ir weit oder.g^etj 

ir werdet fin alle^, givreret, . 

weit ir zu ir kepea. . 

fi *wil ftch mit eren 

(ob ir mit,^äden weit leben) 

und äne kof gnüqh geben* 

lä?et fies giwfUldenl 

fi wil üch wal behalden 

in ir lelber pa^." . , ,^ 

des frowfede ßch JIneaSf 

Dd e? f5 verre naht was 
unde der here ^neas 
gerne ruwen wölde 
und fi dannen foldQ ; . 

gan mit ir ijoannen, ; > 

d6 fchiet fe ungeme dannen: 
fi wäre gemie beliben noch; . 
dannen fchiet fi iedoch 
in ir kemenäde. 
dd dochte e? TÜ.fpäde ; , 
ir juncMwen. 
d6 hie? fi hal^ zdwen, 
da? fi ze beddiQ quäme^ 
als ir wal giz^Uoie. . 
ir gimaches fi gidac^iten: 
herliche fie fi,,br^ht^ . 
da ir b^dde ftui^t beoreit 
mit güdeme pheÜelp -befprelt, 
alfe e? ir W2d gizam. 
d6 fi dd dar zft qwtm, . 
und gilegen waß dsu: ane, 
di firöwen fandi^ alle ^f^np^ 
wib unde m^igß^^, ; f ,;; ; ;, 
die da bt ir fQ}4^ f^^' 
fi wolde beliEbe^ , eine da. 
di mipuQ was ir al ze nä^ 
di fi al zunfanfte ane qu^ 
und ir den Qäf gar benam. 
d6 fi denkend# wart, ; 
ir bedde doehiie fi yil. hart, 
und was doph fenfte genück 
ir was alle? widermftt 
da? ß gerftrde und gifaeh. 



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i . 



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// 



17« 



do R eine ^^ d& gflach 

und Geh ^ ttftde mtrde^ 

ir hftbet C umbe ki^d« 

nider zxL d^ ffl^^ 

ir enmohte gebt^ctn 

da? ir wertende was 

niemen wan En6tM> 

des fi niene vergaß. 

fi richte ßch 4f unde fa?, 

misliche ß^j^ ane vienc, 

Yon d^me bedde ß dd gienc 

nider an di örden. 

ri fprach 'wa? fal werden 

dgr armen firdWön Didon?' 

R bat genMe& Ci^{)idAn 

Eneafes bruder 

nnd VÄnerem fine mftder. 

Si beftreioh ir Agfen 
mit den lieben bdgen 
unde kufte ir vingöiflln. 
fi wold^ dös gewis fin 
da:; R niemer mohte gin^fen. 
d6 fi umbe ^neafen 
denken begunde, 
d6 wolde fi die RuxAe 
alfft hine bringen 
mit ödeslichen dingöö: 
da? was alle ir lachte. - 
fö fi umbe in da^le^ 
fft ir ie wirs was. 
do newefte Aiet BÄeaA 
da? ß ra mit d«r äiiimeÄ viSMcht 
und fi in aUe^ 4gp nacht 
nie fanfte gilach. 
vil dike wunfte fi w&ä wflte "6? dach. 

Vil unlknfte fi iebide, 
ß fwitzed uAde bebiile, 
fi leit michel ungiinatii. ■ 

zu ir relber'ß fp^act ' 
'wie lange Ad äi^ftiö Mb} 
wa? hän ich ^m dage' g:id&ii> 
wer hat iö g«tt:^t, 
da? er fi6h ra la%e Vetwit? ' 
ich hän e? dikfe gedacht, 
da? in di längen^ ütAt 
di in der wigrMe ie wart. 
&w6 der vart, 
da? Paris SMaifi tialn 



t » 



und da? er ie zft ir quam^ 
darumbe Troie wad; zebrochen ! 
da? wart an mir .girodien 
unfanfke unde ISre» 
owe^ war M Bdfn ire 
und mtA rat und min ßn 
da? ich her e6 kernen bin! 
nu bedarf ich wal araie, 
da? fich Yfous min erbarme, 
ob ich iemer fal ginefen, 
odr ich mft? fchiere ddt weTen.' 

Da? gend? ß der minne, 
da? fi in mai^gem finne 
ir dinc ane TJeno. 
di nacht zegleit und zergieno 
nach der Yinfter hanedrAt^ 
rehte an dager&t 
d6 lach fröwe Didft 
unde quam aUii, 
da? ir da? öge zft qmäa. 
ir dekelachen fi nam 
undr ir arme vafta 
ir giditeuie TOn ir gaßte: 
fi doohte da? «i; wäre 
Eneas der märe, 
fi^ dwanc e? an ir munt 
zu vil maniger ftunt, 
grö? wunder & machide. 
do ß dö erwachide, 
eine wfle hadde ß gimach, 
imze da? ß gi&ch, 
da? der h^ Eneas 
da bi ir nine. wa6. 
d6 was ir aber tu we, . 
noch wird dänne' e^ ! 
ir enwas niet bÄ?. 
an ir bedde ß g^n^, 
fi newefte wie. ß öf quam, 
ir gebende ß d6 nam 
und ir giwant vtjooi ir Tcfad^ 
väiA adl^ da? fe ane Iblde dün, 
da? dede fi alle? eine Jine^ 
und gieno drftrin^ dane: 
des ß vü nagiwoine woA. 
da? gefchüf aber Eneas^ 
da? ß ir dinc fo ime Tienö. 
in ein kemenäden ß'^enc, 
da ir frftwen lägea* 



ITi 



do fi fi k6ia» lägMiy ' : * . '■ 
d6 wären Ife en forj^m 
e; was doch M vitTgeaL 

Si hadde midicln nngimaoli. 
wisUche fi dd fjpraeh ^ 
ZQ ir fwefb^ Almeia. 
n leide fi dmsfieu 
in ire kemenädttn ^mder 
und yiel an da^ bddde sod^r. 
fi clagede ir ir tanmaiity 
da; li in aller d§r üftlit 
nehan deil gefliefe. 
ß IMe yfl diefe 
und wart yil tibUe gidftn. 
fi fprach 'min Öre %il aergÄn;* 
"fröwe.fwefter B«d6, 
(fprach Anna) vne daime tbi 
faget, wa? is nwer nfit?" 
^fwefker, ich bin vü üä ddi' 
"wenne wotdet ir fieoh, ze wöäi^f 
*fwefter, ich biü ai gefiint ftimt?* 
nnd enmaeh doch i^t ginäfen. 
fwefter, wie mach da^ -wSfen?' 
''ich wäne, fl^me,^ is minii«." 
'ja, fwefter, mit imßnne.' 
"war nmbe gäunbet ir %ch ^6, 
Hebe frö^we Jyt^f 
wartimbe weit ir verdorben? 
im doriet v&n minnen niet ftc^ben, 
ir moget tu w>(^ ginäfon, 
e? mach g&i rät ^fen. 
^ enis deheln man 4f der irden^ 
er enmoge ft w«l wi^Wen, 
er enfi frft^ Welt itn minnen. 
ir folt ftch bai? irefKimen.'' 

Z. 9625 — 9707. 

ob du fälUche 4» 

unde wal welleß; dftn, 
dohter, Ift minne Turnuin/ 
"wä mit M ich in mfencn?*' 
'mit dem herzn nnd mit dgn fmnen.' 
"fal ich imfe min hörae geben?" 
'Sftd'a/ ^wie folÄäidÄim» giWben?" 
'du uefelt %% ith'ö fd gebeil inei* 
*'wa:5, ob §15 niemer gefchiet?^ 
'mid wa?, dohter^ ob e^ dftt?* 
"fröwe, wie mohi»^ minon mü^t 
an einen man gikÄren?" 



*di Minne fal dichliJiffeiL^ 

"dorch got, i^föP in dl Mbfief'* 

'fi is von anegfame 

geweldich «il^ ^ I^Mt $1 

und iemer mir W^feä kl 

unz M 4@n jiüftgidtlieli^dach/ ' 

diu; &^ niema!^ «ai^Diiiöh 

neheine wis widerftä^; 

wände fi ift Ol gidaU^ 

da:; man fi dtib^ret noch 6ni%t.' 

"frowe, def «rkenne ich niel.'* 

*dÄ Mt fld «erkennen nodi/ 

''wan moget fehs etbeideta dock* 

'ich eribdde-^ Ig^^, t)b Mmlbcii. 

lihte gel^W ich fidch d^ da(^ 

da:; du ungibeten minneft. 

fwenne du es begiiknieft, 

dir wirt vil li^t>e dar ziiJ 

*kh enwefcj) Mtr6, wMör €? dfL* 

'du macht es wöfen gewis.* 

"fa fagöt mir denne, was miAnö is." 

'ich enmach c^ üiet geferlben/ 

"fofolt ir!5 14i?^n Mtb^/' 

Dd fprach di ktinegihne 
'r5 gidän is di miiutie 
da^ e^ rehte nieman- 
dem andim gSkgin kän, 
deme fin herze (» ftat, 
da; fi drin ntne gftt, ^ 

der f5 fteanlidhen l^et. ' 
fwer ir aber rehte ^atföbet 
unde zft ir kl^ 
vü fi in des l«röt 
da; imc 6 was lOiktuit. ' 
fi mach^ in Ä^ök wunt,- 
e; fi Ļn oder um, ' 

fi begrJfet ime den Ifp 
nnd diO; fiiuifi g^vw^. 
waA. faliwet ime die varwe 
mit til größer giw^lt. 
fi machet in dike yfl kalt 
und darnach fö fchiere fadgy 
diRt er ßi Mbes rät "ne wei%. 
Mdi fint ir wä&n: 
fi benifiet mae 4ai; fl&fea 
. und e?;en unde drenken. 
ii. leret in gedenken 
YÜ midiere. 



. I... 



m 



niemen is fft ridiQ .. i 

der ich if möge- erwern 

noch fin herze vor ir gmem : i . • 

noch enlq^ nooh enmath. 

nu is des rvil mmiißh^ach ! 

deich nie fö' vjl dw^^ gü^pruich/ 

"frowe, is deime Biinii^uBgimacb?'' 

*nein fi, niwaa wg&x bi, 

ich "wäne da^ EL ftet ker fi 

dan dii^fuht odßr da:; fielnerr 

fi wärBinir beides lieherv . 

wan man bek^iretnäeh dem fwei^* 

mimie dAt^Joit ^^d:hiei^e : , - / " 

m^r , idßim^ der ^vier tage; ritew : .: i • 

fwer feeiftrikot irirt da nute, i 

er mü:; ßch all^» des genieden*' l 

fo mü^^e mir» glot rerbieden!* 

nein, ja ifii fi- vii gfttf : . 

y^^T^ meinet dapne das^ Hld wßdfttf -^ 
*ir nngimach is fiks^e/ 

got g^be, da:; fi mich .mu^e. 
ferren und vermWen! « 

wie foldich 4i€i B&t aUo erlid^n!" . 
z;, 10076— lodoa. 

'wer hat mir^.geJi^l^t fö? 
Amor nnde Cüpidoj; 
und di godijine y^nns» 
von ir fcholden quelioh fti^ . v ^ 
unde von ir wiinden. , ; j. ; :» 
Minne, ich häa dij^h fitfujl/^n >• 

bitter albedallß^ -. " ti ,/ 

Minne, du bift nocdx, gajle^ ; ; 

Minne, nu wirt fl^e, \ :' . 
da? ich dich Ipb^nrmftj^^! m 
Minne, fenfte n^r : edd^a^, : ; 
deich dir gedien^n ipcjge bä^! . ; 



€i 



4t 



4< 



Minne, fal ich iet lange laben, 
(o müTku mir drift gebeli 
mit eddelichem iiim^. 
was; liil&t dich da^, Miime, ' 
da; ich fus rmetee* enbinne ? 
du hei!5el!t unröbte» Minne, 
als ich dich noch bekenne; 
du bift ein t^uelariime. 
V^nus, h&re godiime, 
gefenfte mir dife jmnne 
(fprach di kunegintte) 
unze ich bekenne 
die rehten art der minne: 
du treges Mbe^ Minme: 
is da*:;niöh4et gewinne, 
fo genefe ich, .^«le .!bCnii6, 
und häfttis nridiel dre. / 
ich quele JilDöus ze..föra/ 

.: E.'ioöis— lOftds: . 
^GieftÄde. (fprftohi eiO,; Mänael 
ßfc. dju; ich dös begiiine^ 
deich Ä fal dienen^ Minaae, : 
fo bedarf ieh g&d^r &in0,. . 
der helfet ir nrir, -Minne, - 
Ä danne ioh gw^ vffrbrinaiei 
wa? hüfet . u -das; , Mime/ 
das; ich fus fimelz^ iabinne? , 
genädet mit^Minne; 
d ifch denfchaden geiwdiinel 
gedroftet midi, MilDine, • . . 
ftarke kuneginnel 
bifbu tatn mftder , Miime; : 
Vßnus, hSre godiBae, 
ob ich dinfun bin,. Minne, 
des bring. mich fohiem Snjiei 



m 



Aus (ter Überarbeitung von Lamprechts Alexander. 

Die Hs. früher Eigentum des Molsheiniirehen JefuiteritoUeg«» , jetzt in; ^ex StsTÄfiburger 
Bibl. C. V. J6. 6. in 4«, gefphr. nach' eiper- Bemerkung auf Bl. 29» im Jahre. der Er- 
oberung Jerirfälems durch ßüaldin il67, Bl. 13« — 2f9» ' Abdruck durch Mafsmaim in 
fn Denkpialem deat&her Bpr. n. Lit 1828 S. 16 — 76 ü. in fit döutfchen <3ted. de« 
12. Jhdts 1837 Bd 1, .e^;-^^^. Ai\^i des GediöW» d»wh ffeiär, Weiamann Frwk" 
fürt ä. M^ 1850. . 1. Bd. . rfext (nach neuer Vergl. ^er Hs. durch; Frana Both) mit 
Einltg u. Anm. 2^. Bd. Üi|)erfeb|g des ffeudo - KaSifthenes nebft Aaszügen aus an4?r» 
Bearbeitungen deir Alexattdetfage. 

■ Die Gcfchichte Ton den "V^aldfchattpiimäachcn (a. d. Briefe.' 
Alexanders an (Hympiäs «u. Ariftoteles) Hs. 24*-*- 25*. YTeis- 
mann Z. 5004«- 5SMJeu j 



173 



Du wir forea b{ «UmiiMVe, - 
d& reit ih ft^er d^' hte ' ' ' 
mit dnn diifibit OKaiuiieiu^ ^ ^ • ^^^ 
d6 hübe wir «nfik danniEiii > ' < > ' 
nnde wolden wiindff»'bö(Ü& - < 
do Iahe wir Terre dannen ft^ . • 
emen herlichen wali • 

da; wunder da; wa» naiiic&lty 
da; wir da yetnüiaii. '* • • 

do wir dk bi iqttfimen^' ' 
do hörte wir daiümet . i : 

manige fcfine fdminey 
liren nnde harfen clanc 
unde den fo^eften faäc, 
der Yon menTcheii ie w^art gedacht: 
w^rer allir ze famene biia<^ty 
der ne kundö fihidarao niet gegaten; 
vü harte wnimedfoh der fcate 
under den boumen dar was. 
da entfpnmgen blftmen unde gvaa 
imde wnrze namge kmme: 
ich wene^ ie walt gewiu»ie 
alfö manige zirheit. 
er was lanc unde bieit 
der reibe wiedt der kxdi, ' ' > 

^ch in der¥OB üigMi likoch, 
an einer fcönen oawea 
dar mftfte wir fcoiiwen^ ' 
nianigen edelen bmnnen, 
der o; den walde quaai gerannen, 
lutir nnde vil kali. • \ , ■ 
ih unde mtne helede btlt ' : 
hiten da wnndüiii gemach, 
da; uns ze liebe d& gefcah, 
da; newil ih I& niwit Terdagenj 
ih ne wili; ü flti^ohe Tagen. 

Der edele walt fröne 
^8 wnnderiichen Mne: 
des näme wir aüisgoüsiew 
ho wären di boume, 
di zeigen dicke nnde breit 
^ der rehtea warheit - 
da; was ein midHl wmme. 
da ne mohte die ßinne 
^ di erde niht geüMäei^ 
ih Unde di mfne . • • »• : < 

^ lie:^en nnfe^ roa.'Il&n 
^e giengen in den walt fiin 



dnrh den wnnnicltdi^ (kni- 
di wüe dohte niM hdirte lanc, 
bi; wir dar qudmdnv • ' 

dar wir vemaftien, 
^a; wnnderis M, %i(^te fin. 
yfl manich fciSne tnagetin 
wir al da Amden, 
di da in dftn fttindeü 
fpilten üf dün grünen ütf. 
hnndirt tftfint nnde nD§ 
di fpileten «nde f{»iingeb. 
hei wi fcdne fi fungen^ 
da; beide deine n^e grd;* 
dnrh dte fü^ohe^ di5;, • 
den wir h6rten in dem Walt, 
ih unde mfne helede balt^ 
vergäben unfe herzeleif ' 
unde der gr6;en arbeit 
und alli; da; nngemah 
nnde fwa; uns leides ie gefeacb. 
tms allen d6 bedohte, 
alG; wol mohte, 
da; wir genüc habeten, 
di wile da; M* lebeten, 
frowede unde rt<Aeit. 
da verga; & angifb unde leit 
unde min gefinde, 
unde fwa; uns von kmde ' 
ie leides gefcach 
bi; an dte dSIben tadi. *< 
mir dohte an der ftünt, 
ich newurde niemer ungeßint 
ob ih dar imer mftfte wefen, 
fö wäre ih garwe geiä§föh 
Ton aller angifütoher n6t 
unde neforhte niwit den t6t. 
Woldir nu rehte verftftn, 
wü; nmbe di Mwen quam, 
wannen fi bequämen 
oder wilih ende fi nämen, 
des maeh fl wol beßinder 
nemen mioyi wunder. ' 
fwanne der winter abe ginc ' 
unde der fumer ane gmc 
und i; begonde gi^fhaen 
unde di edelen blibaien '^ 
in den walt begunden &€ gän, 
dd wären fi vil wol getan. 



r 



I ( 



■ I 






STä 



t / 



liecht w^ ir ^$, 

ir rate m^e^ ir wfejßr 

vil Terre von ir^itifämfU 

blümen ne wart im sabeiot 

di fcdner wößw.ia^Me. 

fi wäniy eis mu» b^dohte, 

rechte finewel als em M 

unde vaTke beflp^gßi» ulnr al/ 

fi wären vuadi^Uoliein stA%^ 

alTe fih di blÜMö obeiie< ontfl^ 

(das; merk^ «A ucm». &we) 

rft wären dariwe 

megede v^i» voU^niCamen. i 

ih fagfth, alM«5 hÄn vomowan, 

fi giengein unde löbeteit^ 

naenfchen ßn fi babetea 

nnde redeten iml^ bäten 

rehte alfe fi Ht^ü^ 

aldir nmbe zwe]tf jär» 

fi wärei^ ,pf(}affen, da? is w&r, 

feftne an ir libo* 

ih ne fach nie von >^ibe 

fconer antluzze mi 

noh ougen ^ wol ftS. 

ir bände unde ir ar^e 

wären btetnc ^Is eii^e^ Jb^naEtQ 

unde fuo^e unde b^ü^ 

under in ne wita. ¥ißb^ 

fi ne pUege fconer jiubifi^heit 

fi wären mit ^ubtQn wt)l f^mmt 

unde lacheten.ui^iQ Itir^en fi^ 

unde fung^ svlfö» 

da:^ ^ noh ixnt nob^in nmn 

fö fluide ftinme :ne vemtuoDu 

MugiQt iiTä getrouw^ i 

fi5 folden dife ,^QHwen 
allij an dö^fcate Kefen: 
fi nemohten andii^ mt geoäfon. 
fwilhe di funne -befc^caB, 
der nebleib s^ Vbe m» n^b^ii». 
da? wunder dft? wan jjajöii^felt 
d6 wart irfchdlei 4är Wl^lb 
von der flkjer fti«u»e, 
di da fungen iAS^ 
di fugele unde r^i mftgßtfsu s 
wf mohti? wunoiqfUßh^ ß» , 
frd unde fpÄte!. 
al ir libis gewato 



ii» 

.vi.' 



I * ' 



was »e ß gttwaffoi 

ane hüte und.ane valfe. 

in was getan, dkwam 

näh den bükmeii gttme 

röt und omhyHi fil der fii& 

dd wir £i »im« lägen g^ 

zözin fpilete uns d«ir üb. 

fiis hO&mo i^b 

fint der werlt mkiuLt. 

näh mtnem heute üaiäb. seftnni. 

d6 ß ze mir quäisen 

unde ouh vemamen 

di herlichen ftimme, 

dö vdren fi mü; finne 

und» flngea ir getüik 

in den vsrüt^ nil^ an da?!Mt. 

dd läge wir dar mit Xchalle 

unde firaweten unllh AÜe 

der reltfignon .bi^uto. 

ih UAde mtne lu^ 

wir weiten dar W?t«i 

unde näfiMA & ae wiben 

unde bäten mer wsmen 

dan wir ie gewönaeiv 

fint da; wir, wcrdM. gn^m. 

ow^ da; umr £1 lohien' vorkm 

da; michele gemMhl 

diz wunder ih fdli; fah 

ielbe mit lauMoi aagta^ 

des mngent kt ^lonbaiL ^ 

diz werte , alsih in fage^ 

drt mänede oade.ilwielif tage^ 

da; ih und nuae lirifide baU 

wären in dSm. gxnne&iwatt 

undf» ii d«^ fodBöi omwen 

mit den lieben firotiwen 

unde wunne miit iahabeten 

unde mit frowedan liSheteii. 

vil jämerlidbie «na d& gefoach, 

da; ih verclagen nit^ ne moclu 

dö di zit voUengifiuc, 

unfe firowede.di z^gima 

di blümen gare v^^rluffben 

unde di fcönen firtwea iSorhen. 

di boume ir loah *}ie;en 

unde di brunnen ir iSiei^n 

unde di fugele ir fingen« 

dd begunde ilwiBfen' 



f » 



an 



un&owede ir bei^e ; ; 
mit manicfalder toer90v ! 
freislich ws» mti jmgwsb^ 
da; ih alle tage iHh 
ai den fcön^a fro^nren. 



d6 ih fi M fterbm 
und di UÄmAn i^ortQrbea! 
d6 fchiet ih: tpftriob: (Mumen 
mit aUen mti^e« /inftm^- 



Aas Atbls und Prophilias, 

Belle Ton 3 Hsf : 1) 4 F^. Btt. froher in Kindlingm Befiti, 4«» m W* AnhW 
n Arnsberg ui W|Blt£Kleii, jeUt im k(wgl. geh. CabinetiarchLT i^ Berlin; abgedr. w 
Grafb Diutifca 1, 1-r 22, aber nicht fehr genau. 2 andere Blatter in X^acombletf 
Mtx, gedr. im Archiv ftXr die Gefch. des Kiederrheins 1. Ahlig. 1, 15 — 27. 2 drf. 
m Prof. Kehel in If^llfUen erwot%eii, dann an W* Grimm gefohenkt. Bleib H«. 
wol ans dem Anli:« <b» !&, Jhdta. f). Ahfchrifte^ HevMacki tot 4 PergamanÜbrei^ 
fen, die üeh in J^aJherAa^ befonden-zn haben fcheinan, Warrohl- ^tte 13. J^dta. 
3) Hälfte eines Perg. Bl. in Meufebachs Bibliothek: Ünde 13. oder Anfg 14. Jhdts. 
Alles zuf. mit reichen Erörterungen bei W. Grimm Athis u. Prophilias, Berlin 184e. 
Weitere Bmthft&oiBt, B«d. 1863. Derf. über die Sage in H^ Zirdur. 18, 195^208. 

Bei W. Grimm 8. 82 iL Bruchft. A. 

er fach , ^ fich der helit halt 

Hnin YijaDdin virgalt 

Mi YerchTäria wundiu; 

oüch fach ^r u^ der forundiB^ 

wie die jiiiic¥rouwe int^p 

luid wie fie den ediUn v^^ n 

Hiur cleidir intnactin 

lund mit loufaLm hedaotjn 

^d worfin erde Affin; 

wid fach, wie Bß fluffin 

durdi die mftm an da!^ velt, 

^ fie nichein widirgelt 

ir mordis inlphienginj 

^d fach, wie fie giengtn 

^ §?ehirg!e in den waji 

<ii dit der m^re heut halt 

aUi? wol befcoawitc^ 

hart er Säck uBrrouwite 

des junkherrin tddiB. 

'da? der i»wmifch fiis hrfidiÄr 

Sprach der mAgßinnota, 

^hDiKne an finim Binote. 

'wa? fide wir arme l&te? 

<iurre knappe lefaite hüte 

^ forgän enio 

nnd virfach fich harte wSnic 

foa getänir znovirMt: 

^de ich üTtr^ '^'y wiqht 

fturbe gerne, ob äoh mpqhte. 

<uiim edifin kinde toehte 



in der w^dide Wfd «n lehino» 

wend al fin dino ftoeot efaiMB: 

al lit er nü zuhonwiA. 

er minnite Dane yr<mwin .: 

in Gme härzin binnin > v 

mit getr&welidiin minpin: 

da widir minnite fie ia: 

unde rtuont.ie^edira G^ 

wie i; d^m andim da^ getete, 

des er ganze vroawide hdte. 

dit was ein lebin von wiUeknire; 

hie nemich al die wedt ^obsk vmif» 

ob ich folde kiefin: 

Ais nemich eine biefin 

Ynr min lebin' fpraoh Atbiß. 

' da^ ich ie wart alfoi^ wia 

an der liebe nnd.an detr leide! 

nnd da; ich annir man fie beidie 

alf& rechte wol irkenne! 

und dai( ieh ettiawe^ne 

liebis fö gewxddic waa^ 

da mioh min vrlnt Prophiljis 

alfus yerre abe fpiet^ 

der mich hüte irkf^nte. niet^ . 

do er mioh £& tim&iß Skcti 

da; mir allis des getes^bi 

des ich zua Ans^ Xold^ tragin! 

da; wil ich iemki .gote olagin, , 

da; ich ie lieb zu liehe jrkda 

und ich; 1)5 foiii»« Tirlds. 



m 






i.}> 



weftich nicht Mra^' lieb' were; 

fd were mir una^Sre »' 

da? ich mtn lieb 'virleWi habe, 

da mir dit leit ifb kuiliin abe^ 

da? ich hie ärao?- Vrrendin.*- 

mit windindin hendin, 

mit- herze fwerindin nötin i 

gienc er zuo dem totin 

und huob m von döt* ötdin; 

dd er truoc döh^wördin 

hin zu rinir fcrundin, ^ 

d6 Muotin. imo die wundin 

nnd machitiA'al dön 'weo tot' 

*wie mac ich leinir mtnin'töt 

an ichte ba? irwerbin, 

ßt.ich doch wü fterbin, 

denne an dißme kinde?' 

gedachte der fwinde ' \' 

und rediti? fölbe widir fich. 

*dißn mort dön zie iibh 'frffe- mich: 

morgine fö man fin inbirt ' 

unde bf mir Ttindiii wirt, ' 

fö fprechich, ich hab in irflägin 

und zuo mir in da? hol getragin: 

fd wirt da? volc mich TÄnde 

und län zu iftde irMnde. 1 

der tot' ift famflir he^tfe trü 

(fit ich ot nicht genöfiö^wil 

mit jemirKchir pinö) ' 

den nnr cße hande mine = 

den tot feibin tötin.': 

in dißn ungei^tin 

lac der helii unde quäl 

wen bi? der morgin ubir al 

l&chte und die ftinne Tcfein. 

d6 die EdmSr ubir ^in 

giengin widir unde vort, 

d6 vundin fie da? blüot 'dort, - 

da der knappe irmordit v^art 

und volgitin der irflündin vart- 

wen bi? zuo der Ibrundin. 

den tötin fie da Vundin ' 

unde den lebindin dÄ \A ligiÄ 

mit dem bluotö gar befigiA. ' 

Grö? jämir fie l)egiöngin; * 
den lebindin fie 'vietuginf - » ' 
den totin lichaöan ' ' ^ • 
in einin feilt Äe ne^into:- • 



r • 



imd vrägitin den läbindin, 

dd fie fich vir^fidin, 

wer den knappin fluoge ' 

und in die fcrunäih fepuoge. ^ 

^da? hän ich' Qnraeh der hellt ßln. 

*wer hÄti? andirs getan, 

wendjQh bin htr eine?' 

fie fprächin al gemeine, 

daS; wupd ime al zu leide. 

do Vuorte man &g beide 

zu Rdme vur den dincttuoL 

bime häre dui^h den phnol 

wart er dicke gezogin 

lind zuo der Ördin gebogin, 

als man in fterbin wolde, 

wen da? is nicht wefin folde. 

TJnune Röme wa? is fd geftalt^ 
da? der rfchin gewalt 
ubir die armiri nine giönc. -'' 
fwenne f5 man da geVietic 
einin fculdigin an ichte, 
f5 muofter vur? gferichte: 
in torffce niemin fterbin 
noch nicheine' wis virterbin 
an guote noch an Itbe, 
an kinde riöißh an wtbe, 
Ar dan er vut? gerichte quam 
unde der cleg^re alfam. 
ift da? er fich intfagite 
deme der öf in clagite, 
fo wart er ledio gelä?in fän; 
h^ter abir f5 mifletan 
da? vur in ftuont nichein bete, 
fd beflo? man in zu ftete 
in eine ketinin die da lac: 
da muofte unz an d^n drittin t»c 
er inne ligin gefpannin 
vur wibin und vur miannin, 
da? al da? volc an ime geßß, 
von wilchir föult fin väme gefci. 
fo den der dritte täc irfceln, 
f5 quam da? volc ubir dbi 
zu Rdme in den vrdnin fal 
und die confule ubir al, 
unde virteiltin den haft, 
fwie den fin, vSme vms gefcaft, 
die wart da bereitit> - 
da? des nidit wart gebeitit. 



177 



fus ftarb dft mamo manige wf s. 
in dife k&tiiun wart Athts 
gefpannin durch geridito 
ZQO der wärlde gefichte: 
in der lae er mit forgin 
nnz an den drittln itiorgin.. 



DA der dritte morgia quam 
und die nacht abe naiu^ 
da:; Tolc al zu, hov» gienc. 
ein ieoliofa conful der hevienq 
einen ftnol den er urbilrte. 
Athtfin man do vuorte * • 



UedMilichter. 

Her Eeinrioli von Yeldaka. 

MSFr. IX S. 56—68 m. Anm. S. 204 — 260. MSHag^. 1, 35-- 40. 4, Nr 16 S. 72— 
79. l^fillers AuBg. Heinrichfl t. Y. Leipz. 1852 S. 3 — 14. Wackemagel, altd. 
Lefeb.» 281 ff. * 267 iL 



E? fin g&de nuwe m&re^ 
da; die yogel offenbare 
fingen da man blümen fiet. 
zu d^n liden in dem järe 
ftonde wal da:; man fr 6 vr&re: 
leider des enbin ich niet. 
min dumbe:{ hörze riiich yerriet, 
da? ich mtb; nnfänfte und fwÄre 
tragen da^ leit da? mir gefdiiet. 

Di fehöneft und di belle frdwe 
zwifchenn Roden und dör 86we 
gab mir bltdfchaft hie bevom. 
deis mir kernen al ze xAwen 
dorch dumpheit, niet Von undrfiwen, 
da? ich ir holde hlin verlorn, 
diech zer bellen h&t erkom 
odr in der weide mohte fchöwen, 
noch lere forhtich iren zom. 

Alze hdge [hegende] minne 
brahten mich sd u? dem finne.^ 
do ich ir dgen unde mnnt 
fach ß wal ftän und ir kiime, 
do wart mir da:; herze enbinue 
von £5 lu^er dumpheit wunt, 
da? mir wisheit wart unknnt 
des bin ich wal worden inne 
init fchaden fit ze maneger ftunt 

Da? übel werte fin verwftten! 
da? ich niene künde verlftten, 
d5 mich betroch "min dumber wän. 
der ich was gerende ü? der mäten, 
ich bat fie in' der kart^t^ 
da? fi mich müfe al umbe vftn. 
fö vil het ich niet gedÄn, 

, Schade, altd« Leseb. 



da? fi ein w^ch ^er fhriten 
dorch mich ze unrehte wolde ftän. 

Triltrant mufte funder danc 
fkäde (in der kuneginne, 
wand in. poiTän dar zu. dwano 
mire dan di craft der minne. 
des lal mir di g&de danc 
wi^en, da? ich niene . gedranc 
alfolhen win^ und ich fi minne 
ba? dann er, und mach da? Hn. 
walgedäne, valfches äne, 
lä mich wefen din , 
unde wis du mtn! 

Stt. di funne ir liebten fchtn 
gegen der kalden hat geneiget 
und di kleine vogellin 
ires fanges fin gefweiget, 
tr&rich is da? herze min: 
wan e? wil nu winder fin, 
der uns fine craft erzeiget 
an den, blihnen, die man fiet 
liehter varwe erbleichet garwe. 
da Yon mir gefchiet 
leit und liebeB niei 

Man feit al for wir 

nu manich jir, 

di wib ha??en grawe? här. 

da?'i8 mir fwär, 

und is ir miffeprf s, 

di lieber habet iir amt» 

dump danne wis. 

Defte me noch min, 
da? id| grä bin, 

12 



1 



f78 



ich btt^e an mAetk hkvkeh ihi, 

die nuwe:^ wA ' 
nemen für aWes^gölU 
ß j^n; fi ßtt d^ juitgidu holt 
dorch uDgedolt ' i 

Der fchöne fumer gai uns kri: 
des is yil manich vogel bltde, 
wan fie yrowen fich ze ftride«,, • 
die fchonen zit vil wal enphän. 
järlanc iTb reht da? dör-^ »V 
winke dem vil f&zen winde, 
ichbfii wofdeil.gevaf .\ 
nuwes loubes an der linde. 

Gernor ÄQt iA ic g&a^e 






dAfeA^ marlce fwä icb wblde 
unde einen fohrin v«n gölde 
danne ich TX>ik ir wäfSsn folde 
yerre fiech.tuid arm und eine, 
des ßd fi ßn*YO<n inir gewis^ 
da; da:^ dv wArheij; an mir is. 

Schdne wort mit f&^em fange 
M ^rten dike fwären mfti 
di mach man gerne halden lange, 
'•#fe4*«^fitt i^oges gut 
ich .finge mit ^ü ti^bem müde 
der foh^n frOwan und der guden* 
Af ir drdfb ich wüea foiic. 
fi hat mich milTedrdftet, däs^^iBlanc 



^er Friedrich von Hnse&. 

MSFr. vin Ö. 4^ — 55 m. Änm. SL 040—254. MSHag. 1, 218 — 217. Ä, S«l- 4, 150 



154 Nr 41. Waökem. Lef.* 3li ff. 
Hartm^ittnl Lieiletn BQcHl. <&ic. Si xVi tg* 

Gelebt ich koteh* ^e Uebön rft, ' 
da? ich da? taiif folt iber fchouwQn, 
dar iniie al mfh froide Ht 
nu lange kn ehier fchoefüen firouwen, 
f5 geföshe minei Itp 
niemer wÄ^der man noch wip 
getrftren noch ge^iineü röuWfeii. 
mich dfthte nu vil manage? gutrf:, 
da von 4 ftv^sre.wiaff min nluöi. 



Laohm.. ^u Iwein 4431 S, 316^ Haupt in 
Bartfoh in Pfeiffers Gerin. I, 4Ö0 ff. 

Ich w^cjbir 4 vil yeixe Bp. 
da ich nu vi^ nAhe w»ra 
alrörfte hat da? herze^ min 
von der fremde grä?e lw»re. 
e? tupt wpl fine trouwe fchin. 
W86r ich iender mab deii Bm, . 
fü friefche jch Übte ein ander xnewe, 
dßs ich doch leider nien veraam, 
fit da? ,ich ü^ber die b^rjfe kam. 



MIti hferze tiiia >fti Wp diu wellent fdheideü, j 
ditt tiiit ein ahdei* vatiit nu mange fcit 
döi* Itp' vKl gerne vSJiten an die heides: 
ft hat iedoch' da? hörzö erweit ein wip 
vor al döir wÖrlt da? müet midi iemcr fit,; 
da? fi ein ander nieiie Volgent beide, 
iflu" habent diu ougen vil getan i» leidie. 
got eine mUe?e fclheiden noch den ftrit 

Ich wände l^ö fin von folhar fwssre^ 
dö idi da? kfhize in gotes £re nam* 
e? wasr ouch: rSht, dai? herze als ich dft wtöte^ 
wan da? fih fteetekeit im fin Verbau, 
ich föto flnt «eirähte ^n lebendic man, 
ob e? d^n tumben willen fin verbeere. 
nu fihe ioh: woli, dai? im ift gar uümisrey . . 
wie e? mir an dcl» edde fole erg&n. 

Sit ieh diohv l^eree, niht wol mao er^^enden^ 
dun i^Ueft mk^ Vil tr&reolichen ÜBy > 
fö bit ieh 'got, da? er dich inioche fanden 



an eine* fltot; '^ nuBi dioh iwolienpB. 
pw^,, wie fol e? armen dir ergän! 
Ivie torfteH eine an folhe n&t ^menden? 
wer fol dir dine forge helfen enden 
mit foU^en trouwen als ich hw getan?. 

Oittre Auodolf von Fenis^ 

MSFr. XI. 80—85 m. Anin. S. 261— 2«6. MSHagf. 1, 18-^20; 4, 4T— 6« Nt. lö. 

Ich Mufe an dein walde, fin loup ift geneidet, 
da? doch ril fchone ftuont froelichen i. 
nu rifet e:^ balde: des fint gar gefweiget 
die vögele ir fänges: da? machet der fofi: 
der tuot in beide unfanfte unde wo. 
des inuo? dur not mich verdrießen dör zti, 
nnze ich erfihe ob der winter zörgö, 
da von diu beide betwtmgenin fii 

Ltp ntde Anne diö gap ich fiir eigen 
ir nf genäde: der h&t B gewalt ^ ^ 
ift da? diu miime ' ir güete wil zeigen, 
W ift al min kuinber ze vröuden geftali 
fu8 mäc ich jungen, alfus wird icl alt; 
wan da?, mir öin msbre* noch fknfter tuöt^ 
da? ß zfer heften ift tör ü? gözaflt, ' 
diu midi fol. machen tto vroelich gemuöi 

"Wolte fi eine, wie fehlere al min fweöite 
wurdö geringet, fwie w6 fi mir tuot. 
ir ltp ift üb reinö, da? nieman eriwsere 
an vröuden richer noch höher gömtiot 
ift da? diu fchoene ir* gfenäde an mir tuot, 
fö ift mir geltingeh noch ba? danne -^61 
wan diil vil'guote ift noch be??er dan guot, 
von dör min hörze niht fcheiden enfoL 

Her Albreht ton Johansdotf. 

MSFr. XU. S. 8d — 95 m. Anm. S. 267 — 270. MSHag. 1, 321 — 326. 4, 252 — 264. 
757. Kr 56. , 

^6r al der werlte firöude git^ da 11 gdiniuir den dinen ha?! 

der troBfte mtn gemüeta >.. , ' • Ion mao mir niemer werden ba? 

^ froude an der vil fchiBnan. Itt, waa indäm himelriofae. 

^ch der min herze wüetei Und foldidi iemer da? geleben 

fcheide, frouwe, difen ftrit, da?, ich fi uiaibevienge, 

der in minem herzen lit, müM jmn herse in fröuden fweben. 

^t reines wibes güeta fwenn das^ aU& ergienge, 

I)unimda?,fironwe^induienmuot fö wurde idi von forgen tri 
^d tuo genffideclichen . (iv . genäde ft^ ida bi), 

^ mir! unfanfte mir da? tuot, ob fi mir de», voriuenge. 
^Dd fol ich von dir wicheiL 

12* 



180 



Her Heinrich yon XonmfeiL 



MSFr. xvm S. 122 — 147 ta. Anm. 278 — 
Kr 34. Wackem. Lefeb.« 80« ff. *^ 814 ff. 
Pfeiffer ebd. 603 fg. 

In fö hoher fwebender wuime 
fo geftuont min herze an frouden nie : 
ich var alfe ich vliegen ktinne 
mit gedanken iemer mnbe fie, 
fit da^ mich ir troH enphie, 

der mir dur die föle min 
mitten in da:; herze gie. 

Swa^ ich wunnecliches fchouwe, 
da^ fpil gegen der wunne dieichhän: 
luft und erde, walt und ouwe 
fulnt die zit dfir froude min enphän. 
mir ift komen ein hugender wän 

und ein wunnecUcher trofk, 
des min muot fol hohe ftan. 

Wol dem wunneclichen m^re, 
da:; IS fuo^e dur min ore erklanc, 
und der fanfte tuender fwöre, 
di mit frouden in min herze fanc; 
da von mir ein wunne entfpranc, 

di vor liebe alTam ein tou 
mir ü^ von den ougen dranc. 

Selic fi di fuo^e ftunde, 
felic fi di zit, d^r werde tac, 
do da? wort gie von ir munde, 
da2; dem herzen min fo näen lac, 
da? min lip von froude erfchrac, 

unde enwei? von liebe Joch 
wa? ich von ir fprechiön mac. 

Sach ieman die frouwen, 
die man mac fchouwen 



287. MSHag. 1, 130 — 131. 4, 122 — 128 
K. Bartfeh in Pfeiffers Germania 3, 304 ff. 

in dem venfter fbftn? 
di vil wol ge^bae 
di tuet mich äne 
forgen die ich hän. 

^e lühtet fam der funne tuet 
gegen dem lichten morgen, 
e was lie verborgen: 
dö muoten mich forgen: 
die wil ich nu Idn. 

Ift ab ieman hinne 
der fine finne 
her behalten habe? 
der ge nach der fchönen, 
di mit ir krönen 
gie von hinnen abe: 

da? fi mir ze trdfke kome, 

6. da? ich verfcheide. 

di liebe und di leide 

' die wellen mich beide 

furdem hin ze grabe. 

Man fol fchriben kleine 
reht üf dem fteine, 
der min grap bevät, 
wie liep Q. mir were 
und ich ir unmßre; 
fwer dan über mich gät, 

da? der lefe dife not 
und gewinne künde 
der vil gr6?en funde, 
die H an ir frunde 
her begangen hat. 



Leitliche blicke und gro?liche ruwe 
haut mir da? herze und den lip nä verlorn, 
mtn alte not die klagte ich für nftwe,^ 
wan da? ich furhte der fchimpfere zom. 

finge ab ich dur die 
di mich froute hie bevom, 
fö vdfche dur got nieman mine truwe,^ 
w^m ich dur fimc bin zer werlte gebom. 

Manger der fpnehet ^nu. iet wie der .finget! 
wer im iht leit, -er t4t anders dan fo.' 
der mac niht.wi?en,. wa? mich, leides t^nget:. 
nu tuen ab ich rehte als ich tet aklö> . 



181 



d6 ich in leide ftuont, 
d6 huob ich ß gar unhd. 
diz ift ein ndt di mich fanges verdringet: 
forge ift unwert da die Iftte fint fro. 

Di mhleB herzen ein wunn und ein krön ift 
vor allen frouwen diech noch hän gefön, 
fchone und fchdne und fchdne, aller fchdnift 
iHb R, min frouwe: des muo:; ich ir j6n. 

al di weit fol fie 
durch ir fchone gerne flön. 
noch w^re zit, da^ du, frouwe, mir Idnift: 
ich*1iän mit lobe anders torheit verj^n. 

Stän ich vor ir unde fchouwe daz; wunder, 
da55 got mit fchone an ir lip hat getan, 
fo ift des fd vil das; ich K da beftmder, 
da:5 ich vil gerne wolt iemer da ftan. 

üwÄ f5 muo? idi 
trürecliohe dannen gän: 
fd Jcumt eyi wölken lo trttobe? dar under, 
' daf ich des fchinen von ir niht enhän. 

Her Heinrich von Eugge. 

MSFr. xni. S. 96—111 m. Anm. 270—74. MSHag. 1, ^20-^223. 4, 158 fg. Nr 
44 Wackern. Lefeb.* 323 ff. 



Ein tmnber man iu hat 

gegeben difen wifen r4t, 

dur da^ man in ze guotefdiol verft^ 

ir wifen merkent in : 

fe? Wirt iu ein vil grd:^ gewin. 

IVer in verftät, 

fo ift min rät 

Qoch wifer denne ich fölbe bin* 

Mm tumbes mannes munt 

1er tuot iu allen gerne kunt, 

'^e^ mnbe gotes wunder ift getan: 

terft mere danne vil: 

^wer ime nicht gerne dienen wil, 

ier ift y erlern: 

^^ fin zorn 

^ harte ergftn muo^ über in. 

Nu hoerent wffes mannes wört 
^on tumbes mannes munde : 
;? wurde ein langer wernder hört,' 
^er gote nu dienen künde. 
^^ weere guot und euch min rät, 
^ Wisent algelfche. 
^fl maneger drumbe enphangen hat 
^^ frone himelriche. 



Als müe^en wir, 
ja teil ich mir 
die felben faslekeit: 
ob ich gedienen kau damädi, 
diu gnäde ift mir gereit. 
Ob ich verbir 
die bloeden gir, 
die noch min herze treit, 
fo wirt mir hin zen fröweden gäch, 
da von man wunder feit. 

TSn fint uns ftarkiu mare kernen: 
diu habent ir alle wol vernomen. • 
nu wünfchent algelidie 
Heiles umbe den riehen got: 
wand er revulte fin gebot 
an keifer Frideriche: 

Da? wir gemeinen miie:5en fin, > 
des er gedienet hat 
und ander manec bägerin, 
der dinc vil fchune ftät. 
der feie diuft vor gote fchuv 
der niemer fi verlät: 
der leibe ledel ift uns allen veile. 
Swer in nu koufet an der zJt> 



18t 



da^ ifb ein fsBlekeit, 
fit got f6 füei^eii market git. 
ja vinden wir gereit 
lediclichen äne übrit 
gr6; liep an alle; leit. 
nu werbent nach dem wünoeettcJieB 

lieiie! , 
Nu hcBret man der liute yil 
ir Munde fere klagen, 
zewäre ich iu darumbe wü 
ein ander msere fagen» 
Minen rät ich nieman hil: 
ja Fun wir nieht rerzi^^ 
unfer leit da? ift ir fpil:' 
wir mugen wol ftille dageo. 

Swer fi weinet, derft ein kini 
da? wir niet fin da fi da fint, 

da? ift ein fchade, 
den wir michels gemer möhten weinen. 
Diz kurze leben da? üt ein wiqt: 
wir fin mit lebenden ougen blint, 

da? wir nu got 
Yon herzen niet mit rehten triwen, 

meinen. 
Ir dinc nach grd?en eren ftät, 
ir fselec iele enphangen hat . . 
funder ftrit 
und äne nit • . 

die liebten himelkrone. 
Wie ffieleclfchen? deme ergät, 
den er den fkuol befitzen^lät * 
und ime da git 

nu zaller ztfa 

nach wünneelibhetB )6n&. 

Der tiufel huob dem; Mben.fpot: 
enflilbn was der riche got, 
dur da? wir bräciben fin gefeot: 
in bat fin. gnade erw^kdt . 
Wir wäreH' lä?en uncler wegen: 
nu wil er unfer ßäbe flege»* 
er bit yil> mannen ftolzen degen: 
die boefen fint erfohreoketi < 

Swer jsu 48? kriuze nimeit, . 
wie wol da? beiden zimetl 
da? kunüt ydn' manne« mnote. 
got der guote 



in Hner buote 

k^ zaUeUiZiten hat,: 

dar niener £ YBrljüt 

86 fprichist/ /übte, ein man, 

der herz« myQ»,gew$n 

.*wir fun, hie heime beliben, 

die ^it Yßrtrib«a 

fcfeöne mit wiben ^■■ 

S& fpriobet diu der er da gert 
^'gefpile,. er ift wM bafbes wert: 
wa? fcbol er 4an ze Munde mir? 
TÜ gerne ich in Terbir/* 
*tröt gefpil,< da^ rit ich dir.' 
Ru da? er ie wart gebom! . 
nu bat er beidinthalp ferlom. 
er Yorbte da^ got im gebot, 
durch in ze lidennAt 
[^leqlicbesj wd. den töi 

Gehabent iueb, ftojÄS beide, wol! 
erlt üsißo der da fbl^ben fol 
da got erfbarb, 
dd et ^ibrwaa^ 
da^ heil der krifbenheite. 
Diu belle diufb ein bitter hol, 
da? himelrich genäden voL 
nu volgent mirlr . 
(6. werbent ir .. 
da? man iuch dar v^leiie. 

Vil maaeger näüßh der werft» 

flarebet, 
dem Q. mit boafem ende gebat, 
und meman iwei? , wie lange er lebet: 
da? ifb ein micbel nöi 
Ich rate iu: dar. icbi Mbe bin. 
nu nement da^ kriuza uä4 vareni 

da Md, 
(da? Wirt iu ein vü grö? gewifl) 
und fürbtent nieht d§a t4ti 

Der tumbe man yon Rugge hat 
gegeben di&n wifem.rät. 
ifb ieman der in mi verftät 
ieht anders wan in goot, 
Den riwet, i» der fcihad« «g**» 
da? ime äMr, großen mifletät 
nieman neöheinen wandel hat; 
ze fpftte ifb ers bebuot. 



%m 



äl6 tch ioüg^i^he'^tra^. 

litine fok im niinbief niht verjehen 
sOkfi des ich^h^^Pei^' 



MSFr. XX S. iöO— 204 m. Ammy tBT^-^ZU. MiSHAg. r, J74—20I. «, 818 ff. 468*. 
4, 137—144 Nr 37. Wack. altd. Leftö.* 321 ff. i -i 

'Lieber böte, nii wkp alC5, 

fich in fehlere imd fe^ im tia; ' 

Tert er wol und ift ^r :frÄ, 

ich leb iemer defte ba?. 

fage im durch den w2!en'm(n, 

da:; er iemer foHies iht getua 
di von wir gefcheiden -fin. 

Frage er, wie ich mich gehdbe, 
gich da? ich mit fröuden M>e. 
fwd du mügeUb da leite in ftbe, • 
da? er mich der röde^ begiöbe. 
ich bin im von herzen holt 

und fsahe in gemer denne den 

lielftfi^ taQ: 
da? ab du verfwigen folt. , 

E da^d iemer ime YßTiök^üi, 
deich im holdes; herze tr,age, 
ß fich da?d alrerft betöh^tt, 
und vemim wa? ich dir fage: \ ». 
meine er wol mit triwen rö^d^ 

fwa? im danne Tmfgß ^e.T^i^p» 

kpmen^. • 
da? mtn ere fi, da? fpiv^k , 

Spreche er, da? er welle her, 
da? ichs immer lone dir, , . 

fi bit in, da? er vepbör 
rede, dier jungeft fpraQh.ze s^; 
fö mac ich in an gelehen. . • . 

wes wil er dd mite befwsßr^H mi;^, 



da? doch nimmer mac gefchehen 
Des er gert da? ift dC^Clot 
iiöd yeri^rbet' manegen lip: 
bleich und etelwenne tot 
aWa irerw^t 6? diu wfp. ^ 

^*^e hei?ent e? die man, 

unde möhte bä? xuimfame* ßn. 
^Ä ün d§t«Ä' ah*6ft began ! ' 

Da? i^ alli^ vil 4ft yoä 
kan geredet, da?' ift imr lei*, 
wan^e ich wa« fä wigewcni 



Idk facih 11^ ^üA^lichen ftän 
dief heidc nstJt delk ibhiomen rot; 
dör Yföl ' d«r 'ift wol g^tän : 
d@6 Mt diu fiahtegal ir not 
wol Ä^rwundeH irai ß. twanc: 

' «ei^angen ift «dft* wiöfcer lanc: 
ich hört» it Änie. ^ 

Dd Jc^k 4i^ gr^tto loup erfach, 
dd.liß? i((rfi. vü 4wf fn^re min. 
^W' mßm WÜ^ ffir gefchach, 
da^ riehiWIo? wmfflr m&re fin 

.yjl w^D»epltphß» /wo}, gemuot. 
e? fi)i mkk att^ i^\i^n guot, 

, 8i fatieti ^n , f^gßß minen lip, 
da? i(^ dekeine Swß^Tß hän. 
wWj.Ipq fi, vipr tufent w^ 
jtUetPi Motia f^üjö niht getan, 
ir gviet0 Wßi)40t minw^ leit. 
i^ ^Ä» J5 jnir 4ij9 friiwde bereit, 
fv^^?; ienjwi f^t. 

Mim . Ulftc mhi^ Wes widerfkän : 
,4e8 ^tt ich g|ir,^ji ai^eft fin. 
0il^nge ei^.jate j^b wälen hin, 
fo IsBges an dem arme min. 
d»? -atir idäk* fchoenen würde ein teil, 
4a? diöhte n»ch eia michel h^, 
und weere ouch geil. 

Drfch ir fo holde? Pi^ze tr^ge^ 
da? ift in fumelichen leit. 
dar umbe ich niemer (6 verzagfe^ 
R vliefent aUe ir arebeit. 
wa? Wffet fi ii^'arger lift^ 
ßn wi^?en wie? ergangett fft 
in kkrzer frift. 



Hölje 9^a;fß ^u (\mm Mt da? hecte min : 

da? kumji f^on mn^ ftpuwen, diu kan fteete ßn 

ir geBä(^y fw& fi fi. 

fi machet mich vw allem leide fri. 



184 



Ich hän niht ze gäienne wan min fölbes lip. 
derft ir eigen, dicke mir diu fehcene git 
firöide und einen höhen muot, 
fwann ich dar an gedenke wies mir tuet 

Wol mich des da; ich ß ie fd itoete vani! 
fwä fi wonet, diu ei^e liebet mir da; lant 
fueres nber den wilden fö 
dar füere ich hin: mir ift nach ir fo wd. 

Hei ich tftfent manne ßn, da; wsere wol^ 
da; ich Xi behielte, der ich dienen fol! 
fohftne imd wol 11 da; bewar^ 
da; mir yqh ir niht leides widervar. 
, . iloh enwart nie rehte f©lic wan yon ir. 
fw^s ich ir gewünfchen kan, des gan ß mir. 
ffiöleclich e; mir ergio, 
dA mi«^ diu fohcene in ir ^enäde vie. 

ißn engen wurden liebes alW toI, 
dÄ ich die minneclichen erft gefach, 
da; e; mir hiute und iemermS tuet wol. 
ein minnecliche; wunder dA gefchach : 
fi gie mir alfe fanfte dur mm ougen, 
da; fi fich in der enge niene ftie;. 
in mtn6m hörssen fi fich nider lie;: 
da trage ich noch die werden inne tougen. 

La ftan, lä ftän! wa; tuoll du, fselic wip, 
da; du mich heimefuochefk an der flat, 
dar Ij5 gewaltecliche wibes lip- 
mit ftarker heimefnocfae nie getrat? 
genäde, frowe! ich mac dir niht geftriten. 
min härsse ift dir ba; veile danne mir: 
e; folde fin bt mir, nuft e; bl dir: 
des muo; ich ftf genäde lAnes bften. 

Her Hartman von Ouwe. 

Die Lieder u. Büchlein u. d. arme Heinrich v. H. v. A. hersg. v. M. Haupt Leipng 
1842 S. 3 — 24. Dazu Ztfchr. 3, 273. Wack. ebdf. 4, ö80. MSPr. xxi S. 205- 
218 m. Anm. 315 — 320. MSHag. 1, 328 — 334. 4, 261—278 Nr 60. Wackemagel 
liCfeb.« 309 ff. *333 ff. 



Dem kriuze zimt wol reiner muot 

und kiufche fite: 

rö mac man Tsalde und ^lle; guot 

erwerben mita , 

euch ift e; niht ein kleiner haft 

dem tumben man, 

der fime Hbe meifterfchaft 

niht halten kan. 

e; wü niht da; man ß 

der werke drunder frt: 



wa; touc e; ftf der wät, 

ders an dejpi harzen niene hat? 

Nu zinfent, dritter, iuwer leben 
und euch den muot 
durch in der iu 4^ hat gegeben 
Ifp unde guot. 

fwes fchilt ie was iser werlte bereit 
ftf hdhen prls, 
ob er den gote nu verfeit, 
der ift niht wf». 



m 



wan fwem da^ ift beJbhert 

da? 8r da wol gevert, 

da; ^tet beidiu teil, 

der werlte lop , der l(Me hßSl, 

Diu werlt midi lachet triegent an 
und winket niir. 

ni han ich alfi ein tümber man 
gevolget ir. 

der hacken h'ln idk manegen tac 
geloufen nach: 

di niemen fteete vinden mac, 
dar ^as mir g&öh. 
nu hilf mir, herre Krifb, 
der min da värend ift, 
da; ich mich dem entfage 
mit dtnem zeichen deibh hie triage. 

Sit mich der tdt bcroubet hat 
des herren min, 

fwie na din werlt nach im geftät^ 
da? üäje ich fin. 

der fröide mtn dän heften teil 
kiterdahin; 

nnd fchnefe ich nü där^fele hefl, 
da? wsBre ein fin. i 
mag ime ze helfb komen 
^ vart, diech hän genomen, 
ich wil irm halber jöhen: 
Tor gote müe^e ich in geföhen. 

Min fröide wart nie forgelös 

^nz an die tage 

da? ich mir Eriftes bluomen kös, 

die ich hie trage. 

die kündent eine fumerzit, 

^u air5 gar 

w rne?er ougenweide lit. 

got helfe nns dar, 

^ in den zehenden kör, 

^r u? en hellemdr 

Rn valfch verftö^jen hat, 

^ noch den guoten offen ftät 

Mich hat diu wßrlt alf5 gewent, 
da? mir dßr muot 



fidi zeiner mä?e nach ir fent; 

deft mir n& guot 

got hat YÜ wd ze mir getan^ 

als ü^ nn ftat> 

da!5 ich dCr forgen bin erlän, 

din manegen hat 

gebunden an d^n Aio^, 

da!5 fcr beltben mno?, 

fwenn ich in Kriftes fchar 

mit firöiden wünneclichen rar. 

Swäch vrowe fendet liebäo. maa. 
mit räitem nmote nf dife yact, 
diu koafet halben 16a dar an, 
ob fi fich heime alfö bewart^ 
da:; li verdienet kioCbhiu w<Nrt 

n bete fiir R beidiu hie, 
fo vert fr für n beidin dort 

Maneger grüe^jet mich alfö 
(der gruo^ tuot mich ze mä^e fco), 
* Hartman, gen wir fchouwen 
ritterliche frouwen!' 
mac er mich mit gemache Mn 
und ile er zuo den frouwen gänf 
bt frouwen trftwe ich niht vervän, 
wan da? ich müede vor in ftän. 

Ze frouwen hab idi einen fin: 
als fi mir fint, als bin ich in; 
wand ich mac ba? vertriben 
die zit mit armen wiben. 
fwar ich kum, da ift ir viL 
da vind ich die diu mich da wil; 
diu ift euch mines herzen fpiL 
wa:; touc mir ein ze höhe? ziL 

In miner törheit mir gefchach, 
da? ich zuo zeiner frouwen fprach 
'frouwe, ich hän mine finne 
gewant an iuwer minne.' 
dd wart ich twerhes an geDShen. 
des wil ich, des fi iu bejehen, 
mir wip in folher mä?e fpehen 
diu mir des niht enlänt gefchehen. 



Aus Hartmans von Aue BQchleio. 

In der groBem Ambraft» H«. (237 PergWL gr. fol.) v. J. 1517 auf BU. «2 — «6 Un- 
^ dem Iwein das 1. Büchlein, Uberfcli^ieben 'Ein fchöne DiTputatz. Von der Liebe, 
w einer gegen einer fchönen f)cawcn gehabt vnd getan hat.' Bekannt geworden durch 
^rinuiTers Anzeige in Hormayrs Tafchenb. v. 1822 ; das Ende Z. 1645 ff. mitget. d. 



4 



Hagen MS, «i jiW- f^ p»» 3^. BüoWtin Bl. 26— 29 «wiÄplifn dem 1, ^ 4fm Pw 
mit dein Titel'' Ein kl^tg; einer frawen, , to (j der lieb halb tuet/ Beide bjerat^. toq 
Haupt zuf. mit den Liedern u. d. armen Heinrich Leipz. 1849. S. 87 — 11^0. JBerich- 
tigungftt dM^ in Hpte ZtMrJ 8, 971$ f|?: 4, 395 fg.; vonW. Waek.' ebdf.' 4, 5Be. 
Am BchluBe des 2ten Z, aU ff.: Kkifte; büechiel; livl iok ü, 1^ vone mttaer 
frowen hlp^ wiaml^^zui^e und noin J^yata und tao ijc,|ti|t^ jp^mekunib» . 4^'9;doeh 
wu^e di^ ir u min her^e'zallen ztten bi, Twie yerre joch der Üp vfur. 



I, 164e— 170ß. , 

Swas; kombers ich mu ii^üx erl^ü^ 

fit ich folgen begopde, ,. 
da? wa^ eia fenftiu ^rebeit 

unz an dife Hunde. 
miBiiiOiiiudi noch ie YBrmeit/ 

fi Maa mir usikiinde: 
nft häi» ir Isralbi an mich ^cieä;, 

wan.fi, mii' fetifte dTbunde^ 
als ir.jW8Bre: niht'te leit, 

ob ich/gttr verCVunde^ 
wan fi. inir alfiS än.geflreii^ 

da? fich mijn. herze enzunde. 
n§/ßh dir, fi^oüWe vil gemeit, 

brinüet e? ybn. gründe: 
des folt ih ne^I0n mfnen eit. 

geloiiJ)e jninem munde. 
m|n,^6(lani6 ift nftch dir breit: 

ob mich dtn gnäde enbunde, 
iöh Wser dir immermö bereit 

IVes ich gedienen kimde. 
nlir erban der die kriftenheit 

vil gerne verfluüde, 
fwaere die mlij h^rze treit, 

ob din an mir erwunde, 
von Unglücke niem^n feit 

der. des nie beftinde: 
unheji tnir übör d6n wöc fchreit 

gelfoh einem hunde: 
te vafte ich mich dar üf verr^it, 

da? fchadet mir an gßÜunde: 
fin zant njich ßre verfneit, 

mir bluotet noch diu wunde. 
Als ich det Vmndeh.eriphant, 

dÄ n^am miti freude ein ende. . 
min 1^ vor leide nach verfwant: 

wer ift dör da? leit fwende? 
ze forgen ift e? n\b g^w^Bt. . 

frouwe, da? eisende! ' 

j4 y!l?et fidi d^ vilänt, 

da? er min h^ü gefchende. 
IQ gjoate bilt dÄ mir .genant, 



1 1 



fipe. idji mto 4inc ^©l^fwie» 
dordi got folt e? dir fin ßrkanti 

w»r ich in, prjtepde; 
wie mich din tugent jUborwwt, 

durch df^; f<ft g^nei^e^ 
od ich lebe als ej^ ^Ic^f^^ei^ traßt; 

f5 brinnen^j^nd^ )^r^i|d§. 
ja frument mir: 4^Wl^u..baiM; 

äne din ^be^dß* 
mißk jh^t ,n])99»apodfif hao^ 

y^m im he^d^. .. . . 
mim werde trofb rqj^ dir gjefii^t, 

.,idp> w0}? "wör mir in, fen^fu 
nft diner gnaden wiß g^siian^ 

da? ich mich der gimtemle, 
e mir der zwivel nea^ ein i^nt 

und mich des Ifbe^pheBde. 
ich hän den* muot alfö gewant> 

fwie ich.d^? gewe^de» 
da? mir an diqh ^lliu h^nt 

fint ein eU^de.. 

An freuden djiilde ich armuot 

in gro?er ai'miiete. 
forgen bin ich unbehiiot,. 

vor den mich got "behliefce. 
wa? firumet mich, des furaers bluot 

mit miffevarwer'blüete? . 
Jan ruoche ich ob der bonme gruot 

immer mere grüete, 
dun gnädeft piir und fifb mir guot 

durch wipliche güete. 
nach dir han ich mich verwuot : 

e ich ß^ verwtlete * 
ja macht mich zwivel ungemuot 

mit finem ungemüete, 
da? mich dunkt, wie mir da? Unot 

%e ai^ einer jglüete, 
n^an ich das tiefen mores fluot 

ihit finer breiten flöete, 
fwie in vil ISlten iemen wuot, 

füj: difen kumboi: wüete. 



«a 



■' .,K\ii nartniaöns von km Eree. , 

Kur 19 «iner leuizi^an« Hd. «shaUien^ >d^ großen Ambrnrer- zu Wkm,; Üe'^t^ BwMA 
Kaifer MaTinniHana i. m Jf. tJjiOS .liieg^Qspen u. 1517 vollend^k wxt^ fin^ 4^r,«niilü cüf 
Büchlein^, Iw^io^ Gndjnm u, ä.). ^ PryoilT^r in Ir BefclLfeil)UJM'. d^r AffibraJ(iBr ßaptppli^ 

5. 275 — 279). Mcht ohne hiicken am Anfange u. in der Mitte. Danacli j(ieraus|^. t. 
M. Hanpt Erec eine ' fözähttinfe y. Hi t. A. Leipz. Wdd'm. 1839. Dazti Berichti- 
gungen XU Naokträg*» t. !H«i»pt, Xachadann, Benecfct, WJ Qrkiin, "W). WaökeM. in 
HptsZtfchr.S (1843), ^-^2:7», I W^it^ro Beßerung/jy«rAw*ie dxaph Fr. Pliif er im Ir 
Germania, 4 (1859), ,195 — 23?f. . , VerfchoUene Hss.: Im X5. Jhdt belaß die gräflich 
OrtenburgiTche Bibl. zu l*ambach in Oberfranken unter vielen andern yerrchwundenen 
deutfch^ Hss. «üoh eine Von Erec,' -^e ein in ein Exemplar dek Schwabeni^iegels 
gefcluiebener Gattalog sdigti das ^e^ ron kunig Ereckh. KaiBmamift S«j^pi«ite 184A 

6. 339. MfLB andre ]^. befand /io^ im Beiitze der ]^abeth YoUnnftorforiiu 4l9'ihr# 
Hss.-Samlg auf dem lef;zten Blatte der. Ambrafer ,Hs. yon J&udolfs Ayp^tQhrpniik .(1^^ 
77 FoL Perg.) eigenhändig y erzeichnet hat: NV 20 Hedeck und Eneyt 'Pfeiffer öi tr 
Genn. 4, 188 fg. tJber die n»rdfranfcöfifcbe Quelle des Erec I*. W.* Holland Chre- 
ftien yon Tpoieo, einei literitirgelch. Unterf. Tüb.. 18ö4 B. 15—53. Des CWwftien 
▼on Troyes EieQ und. Enida Mraofg. y, Imm. Bekker in ßw§ia'Z9iU^]iT.tO (il86^ 
373 — 550. 



Z. 2923:7-312§. ., 

Erec was bid^rb^ HBde ffuo^y . 
ntterliche ftuon^ £^ m2^t> * * 

e er wtp g^naeioe . • , 
und hin heim kiaioie} ,,..., 

nü fö er heim komen iftj 
do kerter allen fii^ßa liüt 
an ^owen Eniten mipne. 
fich vli^^en fine finne, 
wier alle fine fad^e 
wante zq gemache. . i 

^ fite er ivandeJ(n began. 
als er nie wurde man, 
alfo vertreip er d^n tac.' . 
des morgens er nidör lao, 
da? er fin wip trftte, 
unz da? man meffe lujie. 
fö {tuenden fe &f gdiel^e 
vil müe^ecliche. . . 
ze handen fi fich viengen, 
zer kapellen fi gjengen: 
da was ir tw^la lalfö lapc 
^nz da? m^ metfe geffe^a 
ditss wap fin mcifüij axl^eit 
ft was der imbt? bereit • 
fwie fehlere i^au ^e tUchß ftf ?5Öeh> 
Jöit finem wibe er,do fl6oh 
ze bette von d§n tiuten. 
di huop floh aber triuten. 
Von daime kam er abi^r nie 
nnz er ze naht sb§ tifcli© gie. 



Do £!ree fll 4le t^i Laa . -^ 
ritteyfobcfke ,fi^h verwao, // .'i i 
der tugende ör.da«n«cb iriidlj^ '*> 
da 6r fich fohdoe. aiii beMelt, 
fwie er deheinn t>w(ei faboht«^ < 
da? ©r dpoh b^f wQQhte : . 
fin gefellen Silgeliehc ! 
da? fi yil voUeclioke . 

von in fßlben mobten vam. . 
€r hie?.fi.alf6 wol bewam 
als ob 4fr falbe. 3nit kt rite., 
ich, lobe fin im dtli I<^en iGte.- 

Eröo ^€nt0 fi»ea lip 
grü?e8 gemaches dutoh fia wip. 
die miniiet ör X5 Tere^ . 
da? er aller Are < i . • . \ 
durch ß eiueii verphlae, 
unz da?i ,er fich Tu gftr verlac . 
da? niemen 4eheia akke < , 
uf in gehaben iQahte. 
do beigunde wt r6hte 
ritter unde ki>€htei 
da ze hoye betj^a^pen. •; 
die vordßs fjrottde pWag«i, 
die verdrö? vil Wre.dft, 
unde rumten Jdsi? fa: 
wand 6? bete wip nc^chiisaii 
deheinen zwiV^ dat atiy 
er miiefte f}n ' verdsorben. 
den lop heter erworban: 
ein wapdelup^ at» iiti gefchaoh. 



188 



da; man im e f6 wol fprach, 

da; verkerte fich ze fchanden. 

vriderdie in erkanden^ 

in Malt diu wMt gar. 

rto hof wart aller freuden bar 

unde ftuont nach fchanden : 

in dorfte fi; fremden landen 

durch freude niemen füochen. 

da; begnnden flnochen 

die in an wunden 

wde< im guotes gunden. 

n fprÄchen alle 'we der ftunt 

da; uns min frowe wart ie kunt! 

des verdirbet unfer herre/ , 

Dißu rede gefchach f5 verre 
da; fi die frowen an kam. 
als fi den itewi; vemam, 
des wart vil riuwic ir muot 
(wan fi was biderbe nnde guot), 
und gedähte manegen enden 
wie fi möhte erwenden 
alfö gemeinen ha;, 
ouch geruochte fi erkennen da;, 
da; e; ir fchult weere. 
ß. begunde dife fwcere 
vil wtplichen tragen. 
Erecke getorfte fi; niht klagen: 
fi vorhte in da verliefen mite. 

NA kam e; aUo nAch ir fite, 
da; er umb einen mitten tac 
an ir arme gelac. 

nu gezam des wol deV funnen fchin 
da; er dienefb muolte fin: 
w^nd er den gelieben zwein 
durch ein venfterglas fchein 
und het die kemenäten 
lichtes wol beraten, 
da; n fich mohten underfehen. 
da; ir von fluochen was gefchehen, 
da begunde fe denken an. 
vil gÄes ruhte fi hin .dan. 
fi wände da; er fliefe. 
einen fiufben nam fi tiefe 
unde fadü in vaite an. 
fi fprach *wÄ dir, vil armer man, 
und mir eilendem wfbe, 
da; ich minem libe 
fö manegen fltto<^ vemiimen foL* * 



da vemam Eröc di rede woL 

als fi der rede het gedaget, 

Ereo l^rach 'frowe Ehtte, Taget, 

wa; fint iwer forgen 

die ir di klaget verborgen?' 

nu wolde fis gelougent hän. 

Erec fprach *lät die rede ftan. 

d^ nemet iu ein zil, 

da; ich die rede wi;;en wil. 

ir müe;et mir benamen fagen 

WSU5 ich iuch dÄ horte klagen, 

da; ir vor mir fus habt verfwigen.' 

vorhte da; fi wurde gezigen 

voja im anderre dinge, 

und feite im; mit gedinge, 

da; är ir da; gehie;e 

da; er; äne zom lie;e. 

Als er vemam diu msere, 
wa; diu rede trsBre, 
er fprach ^ der rede ift gnuoc getan.' 
zehant hie; er fi ftf ftän, 
da; fi fich wol Heite 
unde ane leite 
da; befte gewflete 
da; fi iender heate. 
finen knaben er feite,, 
da; man im fin ros- bereite 
und ir phärt der frowen Eniten. 
«r fprach, er wolde riten 
ft; kurzwilen. 
das begunden fi d6 ilen. 
d6 wäpent ör fich verholne 
unde truoc verftolne 
under d«r wät fin ffengwant 
finen heim ^r uf baut 
über; houbet alfö blo;. 
fin vli; was ze helne gro;. 
er tet alfam d(Jr karge fol: 
Cr fprach *min h€lm ifb niht woL 
mir ifb liep da; ich €; han erffehen: 
und w8Bre mir fin nftt gefchehen, 
fd w8Br ich gar geirret, 
ich fage iu wa; im wirret: 
^man fol in ba; riemen.' 
dö was aber niefaien 
der fich de's mohte verfbän, 
wie fin gemüete was getan, 
ab einer want nam €r 



189 



beide fdult unde fpfr 
nnd be^ondei kroijieren, 
als er wolde buhurdieren. 
ritter unde knßhte 
wolden fament r^hte 
mit ir htoen rlten: 
d6 hie^ er n da biten. 
gein kuchen fante fö zeftnnt, 
da^ man den kochen taete kunt, 
da; fi des war nsemen^ 
fwie fchiere da:; ß kffimen 
da; in da:; e:;^en weere bereit. 
Mit.felher rede er ü^ reit 
imd geb6t ftnem wibe 
benamen bi dä'm libe, . 
der fchoenen frowen Eniten^ 
da; ß muofe für rtten, 
und gebot ir da:; zeftnnt 
da; in Q)rikdienne ir munt | 
zfto. der reife iht ftf ksme^ 
fwa; fi yemffime . 
oder iender gelobe. 



dife komberfiche fpeebe 
rnuofte 13 gelobem dd: 
wan fi Yorhte flne drfr. 

Kü riten fi beide 
nü holz nu beide, 
nnz da:; fi der tac reriie. 
dd diu naht ane gie 
(fchone fchein dSr mAne), 
nach äyentiore wftne 
reit der guote kntiit Eree. 
nft wifte fi der wäc 
in einen kreftigen walt: 
d^ baten mit gewalt 
drte roubsere. 
ze fwäre in w»re 
zno dä'n ztten widerriten 
dem fi möhten hin geftriten: 
(o bäten fi den wik} behuot 
da; fi im umbe da:; gnot 
nsemen Are nnde Itp, 
die erfach von erlte da:; wlp, 
wan fi vtare vor reit 



Aos Hartmann$ von Aue Gregorins. 

Hss.: 1) Die yatieanirche, cod. membr. biblioth. Ghriftin» Nr 1354. 13. Jhdt 
4» 136 Pergbll. Von 1 — 107 Strickers Karl, Bl. 108 — 136 Gregor. Befchr. durch 
Oreith Spicüegimn yaticanam, Frauenfeld 1838 S. 46. 52 — 56, Abdruck des Gregor 
ebdt S. 180 — 303. Fao&i». eMC 2) Die Terlorene Perghs. der ehem. Johaimiter- 
bibl zu StraAburg A 100 (Haupt in Ir Ztfchr. 3, 534) BL 125 — 158 odet 159. 
Die Anfuhrungen daraus von Scherz u. Oberlin im GloHorium Germanioum, Argentor* 
1781. 1784, Ton Lachmann u. Haupt gefammelt bei Lachm. in den Lesarten. 
3) Bruchft. Ein TerMmmeltes Perg. Fol. BL fonft in Prof. Veefenmeyers zu Ulm 
Beiitz; 8 Spalten auf jeder Seite mit grünen, blauen u. roten Anfangsbuchft. Z. 818 
— 1144 enthaltend. Nach Marsmaims Abfchrift bei Greith 166 — 176. 4) Bruch« 
ftuck einer Hs. zu Salzburg cod. collegii St. Caroli chart l^ Kr 60 (nach In^ 
fchrift *Tom Donum Dn. D. Guil. BidembacM, u. BeHtz des Chriltophorus Befoldui 
1621) BL 1 (früher das lOte) —8«» (früher das 12te) Zeile 257 — 412 enthaltend. ' An- 
^g u. SchluB n. einige lietarten Ton Kafsmann bekannt gemacht in Mones Anzeiger 
7 (1838) Sp. 390. 5) Die Wiener Hs. oL Cod. recentes 2256, nunc 2881, Pap. 
15. Jhdt, aus der Windhagenfchen Bibl. BL 235» — 294^ Anfg u. Ende in Hoffm. 
Verzeichn. ß. 233. Die Lesarten bei Lachm. Eine Abfchrift diefer Hs. durch Schottky 
^ der kön. Bibl. zu Berlin. 6) Einen proMfchen Auszug enth. das Winterteil der 
Hdligen leben Strafib. durch Johannes Grüninger 1502 foL BL lxxiii — Lxxvn. 
Kritifche Ausgabe y. K. Lachmann Gregorius eine Erzählung von H. y. A. Berlin 
fieüner 1838. Der Apparat dazu in Hpts Ztfchr. 5 (1845), 32— G9. Quelle Hart- 
inanna ein nordfranz. Ged. des 12. Jhdts. im Auszuge mit einzelnen Stelleu in Ad^m, 
^rame anglo-normand du xn. Qhcle publik par Victor Luzarohe, Tours, imprimerie 
de Bouferea 1854 Einltg p. xxni — xxxi; das Gedicht felbft hersg. v. Luzarohe Vie 
du pape Gr^goire le grand Tours 1857, mit Faciim. der Hs. Berliner Bruchftücko 
eineg latein. Gedichts, vpn Leo entdeckt u. veröff. in den Blättern f. liter. Unterh.. 
I^ipz. 1837, 18. Dec. Kr 352 S. 1431 fg. u. danach von J. Grimm in den latein. 
<>ed. d. X. H. XI. Jhdts Gott. 1838 S. xi.t fg. Ein anderes lat. Gedicht (453 Hexam.) 
aus einer Münchner .Hs. (14. Jhdt) durch Schmeller in Hpts Ztfchr. 2, 486— 500. 



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Z. ^^7^t->«f«8.. . 

E:; wäm deito riehen dirfti^^ 
alle genäde ^etzigefit, 
wan da^ er al (la >ärbei6 t^ u/ 
mit willigen muoteieii 
er gert in fibom mtioto 
da? in got der guote 
gefande in eisie »wiLöfta^ 
da er inne müeftö. . .i f -i 

biie^en un^ at fikieia tat 
fpilnde bellaont ^ di^Bi . ntt; ' 
er fchühte ine mk^ 
die liute und die' fi^ä^e i • » 

und da:^ bld?e gevüde i : • 

alle:; gegen der wädd i . ' 

fd rihte der arme fine wege^ 
er wupt diu w^^er. H dein tt^ge, 
mit baresi.föe^en.ungefchtlocdi' 
ftreich er W9li unde- braoci^i 
t6 .da? er fins gjsbetea pUac, . 
ungia^yiWOA to dea dritten iBsa > 

Nu gie ein ftic (der -vvas i&nal); 
nach bi einem tö ze taL 
den ergreif der lipl&fe n^aa^ , < ., 
unde gevolgete iili dän, 
unz er eiü hhiMin gefkch: 
dar kßrt dar änne durch gejn^li, . , 
ein yiPph^r h^t g^hiifet da, , ., 
den düht/ da?, niender anderswä 
da? 'vifohen we&ger Veere. ' '' 

den bat der riufsöre , , , 

der herjberge dur^h gai . . 
von dem dult er mörren fpot 
daain er gewon wsere. 
als Im d§r vifcbsöre 
Ichoencn fin^n lip gefach, 
er wegt da? honpt unde fpraeh 

^Jä dft fkarker triigensere! . ' 
ob e? nii fö weere, 
da? ich der torheit wielte 
da? ich dich &ä^ behielte, 
fo n8Bm dich, grft? gebftre, 
der rede Vil untüre, 
foich hintQ ei^tnie& und min wtp, 
da? da uns naBmeft den Itp 
beiden uüibe unfer gtiot. 
öwe wie diu werlt iuot, 
da? die liute under in 



dultent folhen tüngep#itt^ l 
fo manegen unuüfeen miaa^ 
des got nie -^re f^ewin, 
und wüeftet die liute» • 

e? wfiBre ein breit geriute 
zuo dinen armen wiol bewautt 
e? z8Bme ba? in dtner hlm^ 
ein houwie' und ein gaürt^ 
danne «diu umbeviri 
e? ift ein wol gewant«} brftt 
(da? dir der tiuVel tttO' diön toit!) 
da? düi fra^ retCmemiefk, 
wie d^ diu ftefke Mendeft! ^ 
röm da? hüs väi-drfttel* 
nu was e? harte fpAte^ • \ 
do enphie derTilndeere 
ditz fchelten iine' fw88re 
und mit ladiendem oauoie. 
fus äntwurte im> der guotei 

^Herre, -ir-häfet mir wir gefeit 
fwer guote gewarheit • 

im ielben fchaffet , di^ eik >^' 
guoter naht wunfcht er in 

SndTchjbtrlMhende dan. 
er wiielofe man 
hörte gerhe dän fjot . 
unjle lobte filmen got 
idär Ielben uns^eideUieii - 
f welch terfixteBäieit unde Idt 
d& ünem libe'wiBere gefchöien, 
die ;l^et er gerne, gelShen. 
het.im der ungeboma 
giCö?» flege von zorae 
iibör.fineh räkkö.geflagen, 
da? het er vil. gei;ne vertragen, 
ob finer Funden fwsere 
iht deffe ringer weere. 

Deä tibelen vifchaer^ wJp 
erbarmt ßch.liber finen lip. 
fi bedi^ht d^ da? er wsNEie 
niht ein trügensere. 
d§s fch^ltens unde ir man tete 
ümb JTin dUrfliciiche?i bete, 
des . ervoUetn ir diu ougen. 
n I^rach *des ift unloügen 
Ötne. ß ein, guot man: 
ze, wäre ich £he #? im wol an* 
got U? dichft oihtt eBgeUen: 



SOI 



du hiß getan tÜi Melteto • < . 
da:; dinem hBÜ^nMierngtit > 
dft wein wolndag dlii':h6ft ftäi 
den liuten allo 'titW^ri t 
fweim dieli nnfttr ^i¥i^e 
dmer MdeH ermoaite' ' 
und dir Qnen boten ft(ntdy 
dä'n foldeft du enphfthen bai;/ 
und YÜ wol bedenken dai^^ * 
dim kom kein dibtftage niey 
ßtmr begtaaden bttwenbie, > 
wan nü dirre ArmmAn, 
der ouobiiiht vü daran g^wan. 
fwelch man ßah a^ tag»d 
begSn mnos^ toi^ ttne* bcgage^ 
als du HHt sinrtiTdl h&ft getln, 
der folde got Vor ougen hä»; 
da:; too ab n<kih7 da^ rit iok 6h, 
io helf dir giA, mkd gunne mir 
da^ loh im ruofen »liege; 
fin vart diu ilt \ifti1i»get ' 
Jane g£t er nä^ bald^, ' 
er benähtet in dem vm]A6. '* 
enge^^ent in die wolve niht^ 
da? aber vil If kte gefohiht, 
fö muo^ •ISr di nng^ l^gton 
^d aller gnaden vwagen. 
li mir da^ ^e geiAraite 
^^ ich in nooh' bebaM' 

8us gefonfte fi Uli güete 
dem vifchsBPe fk gewöete, 
da? er ir dös gunde, 
da? fi da zeftunde • 
dem wifelöfen nftcb üef . 
M ^ Q. im tau? iwider rie£ ^ 

Dd fi in h€r widerte ge^pran, 
dd was dem Tsfli^endeii (man 
fin ibente:5!5en berwt. 
d^ grölen unwirdeMieit, 
<*io er V aller flahte not 
dem edeln düfflagei bot, 
der wöld in da? wtp ej^geteen 
|mde begunde im fiü? > fetzen 
^^; aller heften fym. 
f^ ver^iiach der wtflei, 
^yie Yfl fi in genote. 
e^a rauft Yon.iiaberbrAte 
der wart im dar gewunnen^ 



ii 



./ 



unde ein truno^ehiiBi bninne(&> ' 
do l]pracb er wider dai; wfp,*' 'f 
da:; kume fin füiMteO'!^' '^^ ' :^ 
der l^tto ^nt WBte. ' ' 'i 
dd in der vifcbÄre >j 

die kraiücen i^llb e^^en (m^, 
d6 fcbalt em al«rtmde> fptkdb 

'Owe deich dii^ ab flehen Kit» ^ 
ja erkenne ich trUgeneare wöl 
und alle trügewifö* •* 

dune häft ß) kranker fptTe - 
dich niht unz her begangen, 
e^ fchtnt an diften Wangen " 
weder dürft iH>ch hungere üitt 
die fint lA^mi^ tcnd A r6t; i > 
e:pi gefach nie misin noch wi^ 
deheinen weekltokem Up: 
den häft d6 nihtr gewonnen '"■' > 
von brdte und Ten branneni ^ > 
du bift gemeftet baftei -w^»^ n • ! 
din fchenkel fleht^ din ili^iholy ^ 
dine zehen gHmet unde län<^ • ' 
dine nagel lillter niide blanc. • : -' 
dine füe^ folden unden* i • 

breit fin und ^BeMrunden 
als einem wallend^ ilsnan. 
nune kiufe ich dtnän^ft^henkök «&> 
deheinen vid nedi iVd^t = • ' i if 
fine fint nibt lange ;gew<§fen U^ : •' * 
wie wol fi dös beiR^aPtifini •: 
da? (i vroft ode wint " ♦ • > 

iender l^abegerüereii 
fleht und unÄefiieret'i * ■ ■ • 
ift dtii här/ und diu Itch ^ H 
dme gemaften frik? geltdi» - ■ ' 
dfn arme und dme hendet < ' '/> 
fbent 4n müTewende: 
die fint fft fleht und (4 wiij: 
du häft ir anderen vlt? ' ' 

an diner heimeliche i > 

dan dft hie tnoft gelfohe. ^ 

ich bin das ine lörgen^ 
dune beginneft morgen 
dirre not vergö^^en. * 

du kauft wol ba? g^s^n, 
da du e? Teile Tundeft, 
da dtf wol übearwuhdeft 
wei^got alle dtne ndt, : 



t I 



I > 



IM 



denne ditz haberbtftt, 
und dirrö braune ftfudre 
dinem muncb: munffiire.' 

Dife rede enj^iie dar guote 
mit lachendem muote^ 
nnd woldes gnie^en wider got 
da; ^r 1^ 10 grft^en fpot 
vom fö fwachec göburt. 
€m gab^ im dehein autwurt 
nnze*an die Hunde 
da:; €r in begunde 
fragen dgr meare, 
wa; maimes ^ W9^te. , 

Er fpraob 'bi^rre, ich bin ein man 
da; ich niht ahte wii^en^Jcan . • 
miner föntUohen fohidde, 
unde fuoche mnb gotes hulde 
eine Itat in dirre wöefte, 
ftf d^r idi i^ner müefte 
blieben uj&z an minen töt 
Tafte loit des libea nAt. 
$; ift Mute der dritte tac 
da; ich dör wörlde verpflac 
und alle; nach dar wilde gie* 
ichn yerfach mich niht hie 
gebiuwes noch liute. 
usd ßt da; mi<äi hiute 
mtn w^c zuo iu getragen hat^ 
lo fuoche ich gn^ unde rät. 
wi;2;t ir i^ider üe bi 
eine ftat diu mir geyellic G, 
einen wilden Bma ode ein hol, 
dgs bewifet mich: £& tuot ir woL' 

Dgr vißßhcBre antwurte im alfö. 
'fit du dfe's gärft, vriunt, fii wis vr6» 
dÄswär ich bringe dich wol hein. 
ich wei; hie bi uns einen fttsn^ 
ein lützel über difen fe: 
da mac dir wol werden we. 
fwie wir da; erringen 
da; wir dich dar bringen, 
da mäht du dich mit fwsdren tagen 
dlner fände wol beklagen, 
er ift dir gnuoc wilde, 
wart des ie kein bilde 
da; din muot ze riwe ftät> 
fö tuen ich dir einn guoten rät. 
ich hän ein ifenhalten 



nü lange her behaUen: 

die wil ich dir ze ftiure geben, 

da; du beft»teft din laben 

Af dem felben ft^ne. 

die fliu; zuo dlme gebeine. 

geriwet dich danne der. gedane, 

f5 muoft du wider dinen danc 

doch dar üfe beftan. 

e; ift der ftein. alfö getan, 

der euch ledege füB;e hat, 

da; er unfanfte drabe gat 

fi dir nft erneft dar zim, 

f5 ginc flilfen, und wis Ymo, 

die ifenhalten nim zuo dir, 

fitze an min foh^ zno mir, 

f5 ich vor tage YiCcben yar. 

ich kere durch din liebe dar, 

und hilfe dir M den ftein, 

und beheft dir dkiiu bein 

mit der ifenhalten, 

da; du da muoft alten. 

und da; du wiBcltche 

uf difem örtnehe 

mich niemer gedrangeß^ 

des bin ich gar an angeft.' 

fwie er; nnt hSnfohaft tsate, 

f5 wären im die rsete 

rehte als er wi&nfchen weide, 

ob er wünfdien folde. 

M was der unguote man 
YÜ harte Jftrenge dar . an 
da; er im deheines gmaches 
r5 vil f5 des obedaches 
in finem hüfe iengunde. 
fin wip im enkunde 
mit allen ir finnen 
da; niht an gewinnen, 
da; er da inne w®re beliben. 
er wart en hundes wife getriben 
an den hof für die tur. 
dägie er vroelichen fiir. 

Des nahtes wart er geleit 
wider fin gewonheit 
in ein fö arme; hiufelin 
da; e; niht armer mohte fin: 
da; was zevallen, äne dadi. 
man fchuof dein flirften folch gema^^ 
da; vil gar unm»re 



193 



ßnem afchman wäre. 

er vant dar inne fwachen rät, 

weder fkrd noch bettewät: 

im tmoc da; güote wfp dar in 

ein lützel rAres under in. 

do leit er gehalten 

Tme ifenhalten 

und fine taveln dar zno, 

da? er fi ynnde moi^n vruo. 

Wie lützel er die naht lac! 
fins gebetes er phlac 
nnz m diu müede übergie. 
d4 er ze fläfe gevie, 
di was ei; nähen bt dSm tage. 
nu fuor der vifcheör nadi bejage: 
dar zuo was er fimo gereit 
Bach fmer gwonheit. 
DA ruofte er finem gafte: - 
do flief er alfö vafte 
als e; von größer miede quam, 
da; er fin räefen niht yemanL 
d6 niofb är im anderftunt: 
er fprach 'mir was onch e wol kunt 
da? diFem trügenflere 
der rede niht Cmeft wsere. 
ichn geröef dir niemer me.' 
^U8 gabt er zuo dem le. 

1)6 dai; da:^ gaote wtp erfadi, 
fi wahte in ftf unde fprach 
*wil du vam, gnot man, 
fich, da fikmeft dft didi an. 
Diin wirt wü varen üf den 16 ' 



done wart da niht gebiteli m^. 

er vorhte im größer fwsere, 

da? fer verfftmet weere: 

fö wart ^r aber d6 

fines muotes harte vrd, 

da? fe'r in folde fUeren hin, 

als er gelopte wider in. 

diu liebe und diu leide 

die machten im beide 

da? «r dör tavelen verga? 

(von ßnem gähn gefchach im da?), 

die Sr zallen ztten 

truoc bt finer fiten. 

die ifenhalten tiliog ^'r dan 

unde gähte nach d<^'m man. 

Er bat durch got, da? er fin bite. 
alfuB faoTt ^T in mite 
üf jfenen wilden ftein: 
da beOd? €r im diu bein 
vafte in de ifenhalten. 
fer fprach *hie muoft dft alten, 
dichn füere mit finnen 
der tievel von hinnen, 
dune kumft hie abe nimmer me.' 
den flü??el warf fe'r in dCn le, 
fer fprach 'da? wei? ich äne wän, 
fwenn ich dCn nu??el ftinden hän 
ö? dirre tiefen ünde, 
£o bift du äne fünde 
unde bift ein heilic man.' 
€r lie in da und fchiet €r dan. 



Aus Hartuiaons vod Aue aroiem Heinrich. 

Hss.: 1) Brucliftück zu St Florian, 4 Pergamentftreifen , von Jodok Stülz 
^' auf dem Deckel einer Hs. des KloAers entdeckt, Stacke aus Z. 646 — 888 ent- 
haltend. Die Hs. höclift wahrfchL kl. «o mit 21 — 22 Zeilen (29— SO Verfe) fort- 
laufend gefchrieben, a. d. Anfange des 13. Jhdts: Pfeiffer in fr Germ. 3, 347—350, 
^er diefer Hs. den wirklich echten Text zufchreibt. 2) A. die Straßburger Hs. 
ja der Bibl. der Johanniter A 94 Bl. 23*»— 36»», a. d. 2. Hälfte des 13. Jhdts. Abgedr. 
ia der MüUerfchen Samlg Bd 1 (1T84) hinterm Paranval 8. 197 — 208. Nene Ver- 
gleichung der Hs. durch die Brüder Grimm in ihrer Ausg. 3) B*. Die Heidel- 
^rger Hs. Nr. 341 Bl. 249»— 258^ Perg. Fol. 384 Bll. in gefp. Col. 14. Jhdt. 
"Aken S. 417 ff. 424. In Grimms Ausg. nach GlÖckles im Vatican gefertigter Ab- 
fchrift. Eine voHft. Abfchrift d. ganzen Hs. in d. kön. Bibl. zu Berlin. 4) B»». Die 
Coloczaer Hs. im Befitze des Domkapitels daf. Perg. 14. Jhdt, in ihren Texten z. 
vorigen Itimmend (wahrfchL beide Abfchriften einer yerl. Hs.) hersg. durch d; Grafen 
HaiUth u. Joh. Paul Köffinger (Peft Hartleben 1817) S. 425 ff. B» u. B* Überarbei- 
*^g des echten Textes. Ausgaben: von J. G. Büfching, 1810 in 12; durch die 
Brüder Grimm, Berlin 1815; von Laohmann in fr Auswahl (1820) S. 1 — 52; von 

Schade, nltd. LcMb. 13 



194 



W. MUlUr m.. Wörterbuch Oött, 1842; yon Haupt mit den Xiedem u. BilclUein lut 
Leipz. 1842, u. dazu Nachträge in fr Ztfehr. 3, 275; von W. Wgckemagel altd. LeC 
321—360, * 345 — 382, bei. Ausg:. Bafel 1855 in 16. Überf. v. Simrock Berlin 

1830. Nachgedichtet von Ad. v. Chamiffo im deutfchen Mufenalm. f. 1839, Werke 
(Berl. Weidmann 1850) Bd 3 S. 350 — 363. Über Inhalt u. Sag« f. di« Ausg. der 
Br. Grimm S. 160 ff. Setig Caflel Zum armen Heinr. im Weimar. Jahrb. herau9g. ▼. 
Hoffmann u. Schade 1, 408 — 478. 



Z. 1—204. 

Ein ritter fö geWret was, 

da; er an den buochen laa^ 

fwa? er dar an gefchribei^ rant: 

dör was Hartman genant; 

dienftman was er ze Owwe. 

er nam im mange fchoawei ; 

an mislicben l^uodb^n: 

dar an begimde ^ faoQhe^ 

ob er iht ^^s ftinde, 

da mite er fwa^rje ft^ndQ 

möhte fenfter machieQ» : , 

und yon £6 gewagten faplieQ, 

da? gotes eren tobte 

und di. mite er £di möbte 

gelieben den liuten. 

nft beginnet er iu diuten 

ein rede^j die er gefchrib^n viinfc 

dar umbe bat er £cb gonpint, 

da? er fioey arbeit, 

die er dar an bat geleit, 

iht äne Ion belibe, 

und fwer nach finem libo 

fi beere fagea oder lefe, 

da? er im bitende wefe 

der feie heiles hin ze gote. 

man feit, er fi fin lelbes böte 

unde erloefe fich da mite, 

fwer über des andern (btelde bite. 

Er las diz lelba mssre, 
wie eiÄ berre wssre 
ze 8w&ben gefe??en; 
an dem enwas verge??en 
deheiügr der tugeut, 
die cick riitr ia finer jugent 
ze voUem iobe baben Ibl. 
man fpi^ch. d4 nienxen alf&. wol 
in allen den landen» 
er bete z^ finen banden 
geburt und dar zuo richeit; 
ouch was fin tugent vil breit. , 
fwie ganz fin habe weere, 



fin burt unwandelbaere 
und wol den fiirOen gelich, 
doch was. er unnäob alfo riob 
der geburt und des g^iotea 
r5 der eren Und des muotes. 

Sin naä^e was gar erkenndidi; 
er hie? der berre Heinrich 
und was VQU Ouwe gebom 
fin her^e bite yerfwoTA 
valfch und bM^ törperbeit, 
und behielt ouch va(le den, eit 
ftaete unz an i^n ea^^ 
an alle müFewende 
ftuont. ßn ere mA ün lebe», 
im was der yebte wunfob gegäxui 
ze werltlioben er^iu;. 
die künde er wol gemtfiren 
mit aUer bände x^iner, txj^mt 
er was ein biuome der jugent, 
der werltQ firöude ein Xpiegelglas, 
ftseter triuwe eiin adamas, 
ein gaotMsiu kröne der zoiii. 
er was der notbaiten fluht, 
ein fcbilt finer ;mag[e^ 
der mute. ein gUchiu w%e: 
im envrart über noch gebrall, 
er truoc den arbeitfamen laft 
der eren über rücke, 
er was des rates brücke 
und fanc yü wol yon minnen. 
alfus kund er gewinnen 
der werlte lop unde pris. 
ör was hübefch und dar zuo wia 

Da der bßrre Heii(irich 
alfo genißte Äch 
^ren unde guotes 
und froeliches muotes 
und werltlicher wünne 
und was fiir al fin künne 
geprtfet unde geeret: 
fhi höchmuot wart yerkßret 
in ein leben gar geneiget. 



195 



an ime wart erzeiget 

als onch an Abralöne, 

da^ diu üppige kröne 

werltlteher füege 

Yellet under füe^e 

ab ir heften werdekeit, 

als uns diu fchrift hat gefeit. 

6; fpricht an einer ftat da 

,i media vita 

in morte fumus *^ : 

da; hediutet £eh alTus, 

i^ wir in dfe'm tdde fweben, 

lo wir aller hefte w»nen I8hen. 

Dirre wärlte vefte^ 
ir ftaete, unde ir hefte' ' 
önde ir groeftö mägenkroft, 
diu ftat 4ne Eaeifterfchaft. 
des muge wir an dar ktoen lehen 
em wäfQ? bilde gefchchen, 
da; fi zeinör efohen "wirt, 
eamitten da n lieht hirt. 
wir fin von hroeden fachen, 
im fehent, wie unfer lachen 
mit weinen eröfchet. 
unfer fliege ift vermifchet 
Diit hitterre gallen. 
unfer bhiome der muo:; vallen, 
fo er jdler griieneft wesnet fin. 
an hem Heinriche wart wol fchJn : 
der m dem hcehften werde 
lebet ftf dirre erde, 
derft d6r v^mwhete vor gote. 
er viel von fime geböte 
ab finer heften werdekeit 
in ein verfiaaeehelJche? leit: 
ia ergreif diu mifelfuhi 
d4 man die fwseren gotes zuht 
gefach an finem libe, 
Joanne unde wihe 
^^art ^r dft "WiderzÄme. 
öü fehent/wie gar genseme 
er e der werlte w«re, 
^ wart nli alfe nnmiBre, 
da; in niemen ge^e ane fach; 
alfe oucK Jpbe gefchach, 
dem edeln und dem ricW, 
der onch vil jewanerlichen 



dem mifl;e wart ze teile 
mitten in fime heile. 

Und d6 d^ arme Heinrich 
alröft verftuont fich, 
da^ er der wärlte widerftuont, 
als alle fine glichen tuont, 
dö fchiet in fin bitter leit 
von Jdbes gedultekeit. 
wan e? leit Job der guote 
mit gedultigem muote, 
do Q% ime ze lidenne gefchach, 
durch der föle gemach 
den ßechtuom und die fwacheit, 
die er von der werlte leit; 
des lobet ^'r gat und frönte fich. 
äÄ 'tet deraiTne Heinrich 
leider niender alföt 
wan er was trurö und unfrö. 
fin fwebende? herze da^ verfwanc, 
fin fwimmendiu fröude ertrano, 
ßn hftchvari? muofte Valien, 
fin honec wart ze ffalleii. \ 
ein fwinde vinfter donr^^ 
zebrach im finen mitten tac^ 
ein trüebe? wölken unde dio 
bedaht im finer fannen b|ic. 
er fente fich vil lere, 
da^ er fo manege 6re 
binder im müefte iä^en. 
terfluochet und verwaisen 
wart vil ofte der tac, 
da fin gehurt ane lac 

Ein wfinec fröuwet er fich doch 
von eime trofte dannoch: 
wan im wart dicke gefeit, 
da:; difiu lelbe fiedieit 
wsere vil mißlich 
und etelichiu genislich. 
des wart vil maneger flahte 
fin gedinge und fin akte. 
er gedähte, da? er w«er6 
vU lihte genisb»re, 
und fuor allo dräte . 
nach der arzate rate 
gegen Munpafiliere. 
da vant er vil fehlere 
niht wan den untroft, 
da:; &t niemer wurde erldft. 

13* 



196 



Da^ hörte er gar ungerne 
und fuor gegen Saleme 
und Rioeht euch da durch genift 
der wifen arzäte lift. 
den heften meifter Cr da vant 
d(;'r feite ime zehant 
ein feltffiene meBre, 
da:; fer genisKch wffire 
und W8er doch iemer ungentfen. 
dd fprach 6r 'wie mac dai; wtfen? 
dfi redeft harte unmügelich. 
hin ich gnislich, fo genife ich, 
und fwaa; mir für wirt geleit 



von guote oder von arheit, 

da:5 truwe ich vollebringen/ 

'nü lät da^ gedingen' 

fprach dör meifter aber du. 

'iuwerre fühte ifb alfo 

(wa:5 frumt, da? ich? iukunttuo?): 

da hoeret arzenie zuo: 

dös vTserent ir genislich. 

nu enifb ab nieman fd rieh 

noch von fo ftarken finnen, 

dSr fi müge gewinnen. 

dös fint ir iemer ungenCfen, 

got welle dan dör arzät w6fen/ 



Ans Hartmanns von Aue Iweio. 

Hss. (die mit Bucliftaben bezeichneten yo)i Lachmann benutzt): 1) A, die Heidel- 
berger Hg. Nr 397 Pcrg. gr. 8», 90 BU., fortlaufend gefchr., die Seite zu 25— 2T 
Zeilen. Anfg des 13. Jhdts. Die 1. Seite abgerieben, die 2. beg^innt in Y. 41; auch 
auf mancben Blättern in der Mitte die Schrift fehr befchädigt; Z. 6926—7074 Yom 
Schreiber übergangen. Wüken S. 466 fg. 2) B, die Giefsener Ha., Perg. in 
kl. Format, 1. Hälfte des 13. Jhdts 162 BU. u. 3 BU. Papier (1. 1321. 162). BL 90- 
92 im J. 1531 ergänzt. Adrian S. 34. mit Facfim. Tab. 3 Nr 1. 3) C, Münch- 
ner Bruch rtück, die Verfe fortlaufend, durch Poncte gefchieden, die Abßtze 
durch große rote Anfangsbuchftabcn bezeichnet , ein kleines Pergbl. , nach Docen nn- 
gef. a. d. Mitte des 13. Jhdts, Z. 5881 — 5976 enthaltend. Docens Mifc. 2, 112— lU- 

4) Linz er Bruchft. auf der dort öfTentl. Bibl., ein Pergamentdoppelblatt, em- 
fpaltig, zu 24 Zeilen, 8», aus d. 1. Hälfte des 13. Jhdts. Auf den innem Deckds 
einer a. d. 'Ffanziscanerklofter Pupping ftammenden Incunabel aufgef von Franz Pfeif- 
fer u. von ihm mitget. in fr Germ. 3, 343 — 47. Z. 4949 — 4996 u. 5191 — 5238 
enthaltend. 5) Wiener Bruchft. im Befitze des Dr. Zahn dafelbft. 1 PergW. a. 
d. Ende des 13. Jlidts, Fol. in 2 Spalten zu 38 Zeilen von einem mitteldeutfohen 
Schreiber forgfältig gefchr. Z. 3211 — 3362 enthaltend. Abgedr. in Pfeiffers Germania 
3, 339 — 343 der Text ftimmt meift zu Bb. 6) D, die Florentiner Hs., Bibl. 

Magliabechiana, Perg. 14. Jhdt. Nach L. Ufteris 1761 zu Florenz gefertigten Ab- 
fchrift gedr. im «. Bde der MüUerfchen Samlg (1784) als Twein. 7) E, die Bie- 

d«gger Hs, in der BibL des alten Stahrembergifchen Schlofies Riedegg in Öftieich, 
Perg. 13—14. Jhdt, Fol. Die Seite 2 Columnen zu je 48 Zeilen. Sie fängt mit 
Z. 1331 an u. fchließt mit Z. 8158; in der Mitte feit ^in Bl tt mit 192 Verfen, 5953 
— 6144. Die Hs. enthält hinterm Iwcin noch den Pfaffen Amts u. auf den beiden 
letzten Lagen (16 BU.) Nitharts Lieder. Beneckes Beiträge S. 297 — 299. 495. 
8) Wiener Hs. Nr 2779, olim R. 2259, Perg. 14. Jhdt, BL 46»- 68». GfafiDint 
3, 371 fg. Hoffmanns Vcrz. S. 16. Haupt in fr Ztfchr. 2, 187 fg. 9) a, die 
Dresdner Hs. Nr 65. Papier, Fol. mit der Jahrzahl 1415. Adelung Nachrichten 
V. altd. fiss. 2, XX der Yorredc. Eine Abfchrift davon in der kön. Bibl. zu Berlin. 

10) Die Dresdner Hs. Nr 87, Papier in 4°, 15. Jhdt, Anfg mangelhaft. 
Adelung 2, xxui der Vorrede. 11) b, die Heidelbergifche Nr 391. Papief» 
in 8», 172 BU. Docen in v. d Hagens etc. deutfchem Mufeum 1, 168 Anm. Witten 
S. 462. 12) c, die Heidelbergifche Nr 316. Pap. Fol. 114B11. Am Schlu« 
*Finitum. Anno 1477. Amberge.' Adelung 1, 21, 2, 83—89, wo Anfg u. Ende gedrückt 
ift. Wilken S. 407. 13) Die Roftocker auf der Univerfitäts- früher Bfitiower 
Bibl Nr 25. Ende 15. Jhdts. Fol. 72 BU. Ochfenkopfpapier, in Spalten v. 28-29 
ZeUen. Von der Hagen u. Büfchings Grundriß S. 118 — 122, wo Anfg u. Ende ge- 
druckt ftehen. 14) d, die große Ambra fer Hs. zu Wien Perg. v.J. 1517. D«» 
Anfang gab Car. Michaeler in fn Tabulae paraUelae antiq. Teuton. dialect. Oenip. fifj 
p. 290—389; dann von demf. gnnz hersg. mit Paraphraf. Commentar u. Gloffar JBd« 



197 



Vfiq^ 1786 o. 87. 15) Die Lindauer Hfl., auf der Stadtbibliothek. Perg. y. J. 

1521. Pertz Archiv 9, 587. 16) e. Die Ergänzung der Lucken in B- 

'1531. 11. Sept. hab ich den defect erfilt aus aim alten buoch. Yileicht yü falfch.' 

17) eine Wallerfteiner Hs. Nach Docen altd. MuT. 1, 168 befaA Dr.Bott- 

manner eine Hs. a. d. 15. Jhdt KritiTche Ausgaben: von Benecke u. Lachmann, 

Berlin 1827. 2. Ausg. 1843. Dazu Beneckes Wörterbuch Gott 1833. Überf. yon 

W. Grafen v. Baudiflin Berlin 1844, von Friedr. Koch (1. Bd. des Bittcrbuehs) nebft 

dem armen Heinr. Halle, Schwetfchke 1848. Quelle Hartmanns ift das Gedicht 

des Chreftien y. Troies li romans dou cheyalier au lyon f. dar. W. Holland Ohreftien 

y. Tr. Tub. 1854 S. 148 ff. Aus einer ]^rifer Hs. gedr. in Charlotte Gueft The mabi- 

nogion 1, 134 — 214. Eine altengl. tfberf. bei J. Ritfon Ancient englilh metrical 

romances Bd 1. Das die Grundlage bildende wälTche Mabinogi die Frau yon der 

Quelle wälfch u. englifch bei Ch. Gueft 1, 1 — 84 , franzöf. bei Th. de la Villemarqul 

Contes populaires des anciens Bretons 1, 2d3 — 299, deutfch bei San Harte die Arthur- 

lagc (Quedlbg u. Leipz. 1842, Bibl. dör Nat. Liter. Abt. 2 Bd. 2) S. 99 — 125. 

Iwein ein keltifcher Friihlingsgott y. W. Olterwald, Halle 1853. Vgl. dazu Holland 

a. a. 0. 193 fg. 



Z. 3201—3654. 

Da:; fmsBhen das; vrou LftnCte 
dem hiJrren Iweine t6te, 
da? göBhe wider keren^ 
der flac fixier eren, 
da? n fö Yon ime fehlet 
da? fi in entrofte noch enriet, 
da? fme&hliche ungemach, 
da?s im an die triuwe fprach, 
diu verfümde riuwe 
und fin gr6?ia triuwe 
ßnes itsBten muotes, 
diu verluft d^s guotes, 
dör jimer nach d6m wibe, 
die benamen Time libe 
beide vreude unde den fin. 
nach eime dinge jämert in, 
da? er w8Bre gtswä 
da? man noch wip enwCfte wä 
und niemer horte msere, 
war Cr komen waere. 

Er verlos fin ftlbes hulde: 
wan em mohte die Ichulde 
fif niemen anders gefagen: 
in het fin fiJlbes fwert erflagen. 
ärn £dite wöder man noch wip, 
niuwan öf fin Mbes lip. 
tr ftal fich fwigende dan 
(da? erfach da nieman) 
unz ^v kom vür diu gezült 
ü? ir gefihte an da? velt. 
do wart fin riuwe alfo gro:;, 
da? im in da? hime fchft? 
ein zom unde ein tobefuht, 



er brach fin fite und Rne zuht 
und zarte abe fin gcwant, 
da? er wart blo? fam ein haut, 
fus lief er über gevilde 
nacket nich der wilde. 

Do diu juncvrouwe gereit, 
do was dem künege fkarke leit 
hem Iweines fwsere, 
und vrägte wä er wsöre 
(er wold in getrcsftet hän) 
unde bat nach ime gän. 
und als in nieman envani, 
nü was da? vil unbewant 
fwa? man ime Ak gerief, 
wander gegen walde lief, 
er was ein degen bewaeret 
und ein helt unervesret: 
fwie manhaft er doch wrore 
und fwie unwandelbeere 
an libe unde an finne, 
doch meiftert yrou Minne 
da? im ein kranke? wip 
verk^rte finne unde Up. 
der ie ein rehter adamas 
ritterlicher tugende was, 
der lief nu harte balde 
ein tore in dem walde. 

Nft gap im got der guote, 
der in ft? Hner huote 
dannoch niht voUecliche enlie?, 
da? im ein garzün widerftie?, 
der einen guoten bogen truoc: 
den nam er im und fkdden gnuoe. 
als in der hunger beftuont, 



199 



fö teter fam die tören tuont; 

in ift niht mfere witze kunt 

ninwan diu eiiie umbe den mnnt. 

er rch6:5 prislichen v{o\: 

euch giene der walt wildes vol: 

fvrä da? geftuont an iin zil, 

dös fchö:^ ^*r fi? der mäi^e ViL 

ouch muofe er? felbe välien, 

ka% bracken ergaben. 

föne heter ke?!5el noch fmalz, 

'v^eder pfeifer noch falz: 

fin iaJfe was diu hungernot, . . 

diu? im briet unde= föt, 

da? e? ein füe?iu fpife was 

und wol vor himger genas. 

Do er de» lange gepflae^ 
er lief umb* eineü mitten tac 
an ein niuweriüte. 
dane yander nie me liute 
wan einen einigen mai^: 
der felbe fach im da? wo! an . 
da? er niht rehtea Annes was. 
der vldch in, da? er genas, 
da bi in fin hiufelin. 
dane wänder doch niht ßcher fin , 
unde ver^gelt im vafte d^ tür: 
da ftuont im dei" töre vür, 
der töre dftht iji alze gro? : 
er gedähte 'tuot er einen ftp?, 
diu tür vert ö? dem angen, 
und ift um mich ergangen, 
ich arme, wie genife ich?' 
ze jungeft do verdäbter ßch 
^ich wil im mineQ brotes gebn: 
fü lät er mich vü lihte lehn/. 

Hie giei^,.ein venfter durch die 
da durch rahter die haut wnnt: 

und leit im fif ein bret ein brdt; . 
da? fuo?t im diu hungers not; 
wand er da vor , da? got wol wei?, 
fd jeemerlicheö nie enbei?. 
wa? weit ir:dÄ? dj^r töre tue? 
er a? da? brotiund traac 4ä ^up 
eines w^?er^y :da? ^r tant . , 
in einem einb^y at^ diö»; w^ant^ 
unde rämtoj; im ouoh tk 
der einfidel fach im. uä . 
und vleget got vil fer^, 



da? er in iemer m€re « 

erlie?e felher gefte; 

wand pr Vil lutzel welle 

wie e? umbe in was gjewant. 

nu erzeicte der töre zehaait, 

da? dSr töre und diu kint 

vil lihte ze wenenne fiht. 

er was da zuo.gnupo wife, 

da? er nach der. fpife 

dar wider kom in zwein tagen, 

und brähte ein tier fif im getragen 

und warf im da? an die tür. . 

da? machte, da^ er im her vür 

defte willeclicher bot 

fin wa??er ünde ßn brftt: 

eme.vorht in dfi niht me 

und was im be??e^ danne e, 

und vant ditz ie da gereit 

euch galt er im. die arbeit 

mit finem wiltpreöte. 

da? wart mit ungersöte 

gegerwet bf dem viure. 

im waö dei^ pfeffer tiure, 

da? falz unde der e??idi. 

ze jungeft wenet. er JSlch 

da? er die hiute veüe truoc, 

unde kouft in beiden gnuoe 

dös in zem übe was not, 

falz unde be??er brot 

Sus twelte der nnwife 
ze walde mit der fpife, 
unz der edele töre 
wart gelich eimmore 
an allem fime Itbe. 
ob im von guotem wibe 
ie dehein guot gefchach, 
ob fer ie hundert fper zebrach, 
gefluoc 6r viur u? hclme ie, 
ob ^rmit manheit begie 
deheinen loblichen pria, 
wart ä'r ie höve&h uxkde ^1^, 
wart er ie. edel unde rieh, 
dem ift er nfi vil nngeltch. 

Er lief nu nacket beider, 
der finne unde deroleider, 
unz in zeinen ftnnden 
fläfende vnnden 
drie vrou'wen da ßr lac, 



199 



wol mnb einen mitten tac, 

na ze guoter ma^e 

bi der laütfträi^e, 

din in ze riten gefchach. 

und alij5 fchiere do in 'erfaöh 

diu eine YroQwe Yon din drin, 

d4 kerte fi über' in 

und üidi in rlii^edioben an. 

nft jach d€s ^in' xeglidi'nuin, 

irieer yerloren w»re : ^ 

dai5 was ein geiige2; tüssre 

in allem dto kxnie: 

und da!; fi in ^^kande, 

da^ was d^sfchnlt; und doch niht gar. 

fi nani ^ im war 

einer der wnnden 

diu ze manegen ftuaden 

an im was wol erkant,. 

imdä nande in zehani 

8? fprach her ^der ttxo diiA zwein 
*Ttouwe, lobt her Iwein, 
fo lit fer äne zwivel hiey 
oder ichn gefach in nie/ 
ir höficheit üiide ir gäete 
befwaart^n ir genmete, 
da? fi Ton größer rinwe 
und durch ir reine triuWe 
vü fere weinen began, 
da:^ eim alffl Trumen man 
diu fwacheit foite gefchöhn 
da? er in d^n banden wart ^^h^. 

E? was diu €sine Ton dündrih 
dör zweier Trouwe under in; 
nu fprach fi zuo ir TrouWen 
*Trouwe, ir mugt' wol fi^ouwen 
da? ör de'n fia Mt teriorh. 
Ton be^iem zühteÄ wad; gehören 
nie ritter dehein 
danne min hör Iwein, 
dSA idh fö fwache ßhs U$bn, 
im ift benamen Terg^bn, 
ode ä? ifb Ton minien ko^äi^en 
da? im d^'r finifb benotoEken. 
und ich wei? €bi^ als mSfiien t^t, 
da? ir alle iuwetf nAt, 
die in durch fin^ übermuot 
dör gräT»< Aliers Itoge tuet 
und noch ze tuonne \rflleri hat, 



fchiere überwunden hat, 

ober wirdet gefunt. 

mir ift ßn maiüieit wol kuirt:. 

wirt ÜT des libes gereit, 

6r hat in fchiere. hin geäeit: 

und fult ir ottch Toi^ ime genäAi,' 

da? muo? mit finer hölfe W'iifil' 

Diu Ti^ouw« was dös tröftes Tro. 
fi fprach ' und ift der fuht alfi, 
da? fi Ton d&& hime gät^ 
dör tuon ich m tu guotien xAt, 
wand ich noch' einer Mbeii h&n, 
die da J^eimorg&a 
machte mit ir fBlbei^ hani 
da ift 6? umbe fö gewant, 
da? niemen himf&ht^ lite, 
wurd ^'r beftriohen da mite, 
£me wurde da zeftuat 
wol Tarende nnde göfimi' 
fus wurden fi ze rate 
und rite^ alfi drate 
nach d(«r felben alle dri: 
wand ir htks was da bi 
Tü kikme in einer mile. 
nft wart dCr Mb«Q wile 
diu juncTrouw© widea* gfdfant, 
diu in noch fläfende Tant 

Diu Trottwe gebot ir an da? löba, 
dö fi ir hät<^ gegäbn 
die bühfen mit dör falben, 
da? fi in aQenthalben 
niht beftidche da mite. 
wan da i&'r die ndt Ute, 
da hie? fi fi ftrichen an: 
fo entwiche diu fuht dan^ 
under w^ zdiant g^nän. 
da mite es gnuoc möhte wäfn, 
da? hie? fi an in ftrtdi6n, 
und da? fi ir nämelidien 
brsöhte wider dla? ander teil: 
da? wsere lüaneges Inannes k^ 
euch fante fi bi ir dan 
Trifchiu kleider, feit T(m gran 
und deine iinwät, zwei, 
fchuohe und hofen Ton I^i. 

M räit fi allo lAlde^ 
da? fi in in d^ walde 
dannoch H&ftaide Tant, '• 



200 



und z&ch ein pfert an idv hant, 

da? vil harte fanfte truoo 

(ouch was der zoom riche gnuoc^ 

da? gereite guot von golde), 

da? är rlten folde, 

ob ir da? got befcherte, 

da? fi in emerte. 

D6 fi in ligen fach als i, 
nüne tweltes niuwet mÄ, 
fi hafte zeinem alte^ 
diu . pfert beidiu vaCfce^ 
und fleich alfö lifo dar, 
da? 6r ir niene wart gewar. 
mit ter yü edelen falben 
beftreich fi in allenthalben 
über houpt und über vüe?e. 
ir wille was fö fue?e, 
da? n da? alfö lange treip, 
unz in dör bühfen niht beleip. 
d€s W8Br doch alles unnot, 
da zuo und man ir? verbdt; 
wan da? fi im dCn willen tmoc, 
esn duhtes dannoch niht genuoe, 
und w8Br ir fijhsftunt mi gewgfn: 
fö ggme fach fi in genCih. 

Und d6 Qs^ gar an in gefkreich, 
vil drate fi von im entweidi, 
.wand fl da? wol erkande, 
da? fchemelichiu fchande 
dem vrumen manne wÄ tuot, 
und bare fich durch ir höfichen muot, 
da? fi in fach und är fi niht. 
fi gedähte 'ob da? gefchiht 
da? er kumt ze Annen, 
und Wirt er danne innen 
da? ich in nacket hän gefghn, 
fo ift mir übele gefchehn: 
wan des fchamt er fich fo fere, 
da? er mich nimmer mere 
willeclidien an gefiht/ 
alfus enoucte n fich niht, 
unz in diu falbe gar ergiene 
und .ler ze finnen gevienc. 

Bö er fich öf gerihte 
und fich felben ane blihte 
und fich fä güulichen fach, 
wider fich felben er d& fprach ^ 
*biftu? Iwein, ode wer? 



hän ich gellten imze her? 
wäfen, herre, wäfen, 
fold ich dan immer fläfen! 
wan mir min troum hat gegebn 
ein vil harte riche? lehn. 

Ouwi wa? idi eren pflac 
die wil ich fläfende lac! 
mir hat getroomet michel tugent: 
ich bete geburt unde jugent, 
ich was fchoene unde ridi 
und difeme libe vil unglich, 
ich was hövefch unde wfs 
und hän vil maneg^a horten pris 
ze ritterfchefte bejagt, 
hat mir min troum niht mifTefagt. 
ich bejagte fwes ich gerte 
mit fper und mit fwerte: 
mir ervaht min eines hant 
ein fchcene vrowen, ein riche? lant; 
wan da? ich ir doch pflac, 
f5 mir nu troumte, unmanegen iac, 
unz mich der künec Artiks 
von ir vuorte ze hüs. 
min gefelle was her Gäwein, 
als mir in mime troume fchein. 
fi gap mir urloup ein jär 
(da?n ift alle? niht war): 
do beleip ich langer äne not, 
unz fi mir ir hulde wideriwt: 
die was ich ungeme ftne. 
in allem difem wäne 
fo bin ich erwachet, 
mich hete min troum gemachet 
zeime riehen herren. 
nü wa? möhte mir gewerren, 
wser ich in difen 6ren tdt? 
er hat mich ge£B&t äne not 
fwer fich an troume keret, 
der ift wol gun^ret. 

Troum, wie wunderlich du biß! 
du.macheft riche in kurzer vrilt 
einen alf5 fwadien man 
der nie n&ch eren muot gewan: 
fwenner danne erwachet, 
fö häftü in gemachet 
zeime t6ren als ich. 
zwäre doch verfihe ich mich, 
fwie rftch ich ein gebüre fi. 



201 



w8Br ich ritterfchefte bt, 

waer ich gewäfent unde geriten, 

ich kund nach ritterlichen fiten 

alfö w'ol gebären 

als die ie ritter wiren.' 

Alfas was cir fin ßähes gaft, 
da; im des finnes gebrafb: 
und ober ie ritter wart 
und alle fin mnbevart 
die heter in dem maere, 
alss im getronmet wsBre. 
er fprach 'mich hit gel^ret 
mm tromn: des bin ich gSret^ 
mac ich ze hamafche komen. 
der troum hat mir min reht benomen : 
Twie gar idi ein gebäre bin^ 
e; tnniieret al min fin. 
min herze ift mime Übe nnglich: 
min Up ift arm, mm herze ricL 
ift mir getronmet mm lehn? 
ode wer hat mich her gegöbn 
ß rehte ungetanen? 
ich möhte mich wol änen 
ritterlfches mnotes: 
m>es nnde guotes 
der gebrift mir beider.' 
als er diu vrifchen cleider 
einhalp bi im ligen fach, 
des wundert in, imde fp^'^h 
*ditz fint cleider, der ichgnuoc 
in mime troume dicke truoc. 
ichn fihe hie niemen des fi fin: 
ich bedarf ir wol: nüfints euch min. 
nft wa^ ob difiu fam tuont? 
fit da? mir Ä f5 wol Ituont 
in mime troume rieh gewant' 
alfus cleiter fich zehant 
als er bedahte de fwarzen lidi,, 
do wart er eime ritter glich. 

Nu erfach diu junovrouwe da?, 
da; ^r unlafterlichen fa:^: 
fi fas; in guoter kündekheit 
ftf ir pferit unde reit, 
als ß da TÜr w8Bre gefant, 
und Tuorte ein pfert an d0r hani 
wßder fi enfach dar noch enfpracfa. 
d6 Cr fi vür fich riten fach, 
do w»rer üf gefprungen, 



wan da; fo was bedwungen 

mit felher fiecheite, 

da; Cr fö wol gereite 

niht üf mohte geft^ 

I& Cr gCme hete getan, 

unde rief ir hin nach. 

dd täte fi als ir wcere gich 

und niht nmb fin geverte kunt, 

unz är ir rief anderftuni 

dö k^rte fi fö 

unde antwurt ime da. 

fi fprach 'wer ruofet mir? wer?' 

er fprach 'vrouwe, keret her.* 

fi fprach 'herre, da; fi.' 

fi reit dar, gehabt im bt. 

fi fprach 'gebietet über mich: 

fwa; ir gebietet, da; tuen ich', 

und vräget in der meere, 

wie er dar komen w©re. 

Do fprach her Iwein, 
als e; euch wol an im fchein, 
'da hau ich mich hie yunden 
des libes ungefunden. 
ichn kan iu des gefagen niht, 
welch Wunders gefchiht 
mich da her hat getragen: 
wan da; kan ich iu wol gefagen, 
da; ich hie ungerne bin. 
nü YÜeret mich mit iu hin: 
lo handelt ir mich harte wol, 
und gediene; immer als ich foL' 
'ritter, da; fi getan, 
ich wil min reife durch iuch lau: 
mich het min vrouwe gefant 
diu ift euch vrouwe über ditz lant: 
zuo der vüer ich iuch mit mir. 
ich räte.iu wol, da; ir 
geruot nach iuwer arbeit.* 
fus fa; er üf unde reit. 

Nu vuorte fi in mit ir dan 
zuo ir vrouwen, diu nie man 
alf5 gerne ge&ch. 
man fchuof im guoten gemach 
Yon cleidem fpife unde bade, 
unz da; im aller fin fchade 
harte lützel an fchein. 
hie het her Iwein 



302 



(ine nut überwanden 
unde guoten wirt Timden. 

Z. 7147—7234. 

Swer gerne giltet, ßaa; i£t guot: 
wan hat er borgennes maoi, 
fö mac er wol borgen, 
das; xnuofen fi beforgen, 
fwer borget und niht gulte, > • 
da? er des lihte engidte.t ■ n '. , 
borgtens äne gölten, 
dea "vorhfen fi engelten; 
wand ers dick^ engiltet 
fwer bore niene giltet. * •' 

fi hetens Ai «ngoUen, 
dane . wnrde bore vergolten ; 
da von ir ietweder galt, 
da? ers an lobe niht ehgali 
fi muofen vafte gelten 
vür de« todes fchelten 
und vür die fcbelteere 
boefer geltsere. ' ^ 

fi entlihen b^de fl? voller hant, 
und wart nach gelte niht gefant: 
wand ff beten öf da? velt 
beide bräht ir übergelt . 
unde vergulten an dfer ftat 
m!e und i dan matt fi bat., 

Verlegeniu müe?ekiieit 
ifb goie und der werlte. leit: 
dane l&t fich euch niemen äri 
niuwan ein verlegener man. 
fwer gerne lebt nach ören, 
der föl vll ftarke k^ren 
alle fine finne 
nach etesllchem gwinne, 
da mit er fleh wol bejage 
und euch . vertrtbe die tage, 
alfus beten ft getan: 
ir leben was niht Verlan 
an deheine müe^ekheit. 
in was beiden vil leit, 
fwenne ir tage gi^ngen hin, 
da? ft deheinen gewitn 
an ir koofe "i^unden, 
des fi flöh ufiderwunden. 



Si wären zw^ne moerd 
karge w^hfeleere 
und enilihen u? ir varende guot 
ftf einen feltfronen mnot. 
fi nämen wuocher dar an • 
fam 2WBne w^rbdnde man : 
fi pflügen zir gewinne 
harte vremder finne. 
dehein koufmim hete ir fite, 
(Jm verdürbe da mite: 
da wurden fi riche abe. 
fi entlihen niemen ir ^be^ 
in envraere leit, galt er in. 
nu fghent ir, wie felch gewin 
iemen geriehen mega 
da entlihen fi fdohe nnde flege 
beide mit fwärten und mit fpGni: 
d^»ai inofat fi nieman gew^m 
vol unz an da? halbe teil! 
dös wuohs ir 6re und ir heü. 

Ouch was. ir w€hfel fi> g^eit, 
da? er nie wart verfeit 
manne noch wibe, 
fine wehfeiten d6r übe 
arbeit umb ere. 
fine beten nie mere 
in alfö kurzen ftunden 
fö vollen gelt vimden: 
Q. entlihen nie' einen flac 
wan da dfe'r g^lt felb ander lac. 
die fchilte wurden dar gegöbn 
ze nötpfande vür da? l^^Din: 
die hiuwcns dräte von dör haut, 
done beten fi dehein ander ptot 
niuwan da? ifen alfö bar: 
da? verpfanten fi dar. 
ouch enwart der lip dös niht erfin, 
em nmefe dil ze pfände fDftn: 
den verzinffcen f i h. 
die helme wurden ^swä 
vil fere verfchröten, 
da? die ioeilen röten 
von bluote bekunde», 
wände fl vil wunden 
in- kurzer ftont enpfiengefft, 
die niht ze verte glengen. 



' f 



Lieder »id Sprüche AValthers vod der Vogelweide. 

über die Hss. f. iu Lachmtums A»ag. Einltg. .B|q. QeoUoltf Walthers y. d. Y. hrs^. 
T. Karl Lachmann, Berlin Eeimer 1827. 2. Ausg. 1843. 3. Ausg. v. Haupt beforgt 
1853. In MSHa^. I, 222 — 279. 3, 451. 468°. 468'*'*. fiomig, Gloffarium zu den 
Ged. Walthers v. d. V. Quedlbg 1844. Überf. v. K. Simrock mit Anm. r. ßimrock 
u. W. Wackemagel 2 Teile Berl. 1833. 2. Ausg. 1853. Überf. v. Friedr. Koch* Halle 
Schwetfehke 1848; von G. A. Weiske, Öalle Pfeffer 1852. Walther v. d. V. ein alt- 
deutfeher Dichter gefchildcrt r. Lttd^r. ühland, Stuttg. n. Tüb. Cotta 1822. Hagens 
MS. 4, 160 — 190 Nr 45. Sein Grab in WÜrsburgf Vgl. Böhmer Fontes rerum ger- 
man. 1, xxxvi. W. Grimm ku Walthejr :r. d. V* in HiJts Zt&hr. Ö, 381 — ät4. 0. 
Abel über die Zeit einiger Gedicht« Walthers v. d. V. ebdf. 9, 138 — 144. Th. G. v. 
Karajan über 2 Ged. Waltherö y. d. V. Wien BraumüHer 1851 , aus den Sitzungsber. 
der kaif. Acad. der Wiß. Mft. phil. Cl. Bd 7 Heft 3 iS. 359 — 3B2. Dr. Anton Daffis 
xnr Lebensgefchiehte Waithers t. d. Y. Berlin Hertz il 854. G. A. Weiske», die Minne- 
Terhältni£fe Walthers v. d. Y. im 1. Bde (18Ö4) dee WeiteJir. Jahrbuchs hersg. t. Hoff- 
mann u. Schade S. 357 — 371. J, 0. Opel Min guotcr klölenaere, ein Erkiinwgsver- 
fuch, Halle Waifenhaus 1860, bef. gedr. aus Mützells Ätlchr. f. Gymnafialwefen xni, 
11. Franz Pfeiffer über Walther f'. d. Y. in fr Germania 5 (1860), 1 — 44 u. im bef. 
Abdrucke. 



Uns hat der winter gefchadet übet al: 
keide und walt fint beide nu val, 
da manic ftimme yII fuoi^e iime haL 
fehe ich die megde an der fträ^e den bal 
werfen! fö keeme uns d§r Togele fchal. 
Höhte ich verfläfön des winters zf t ! 
wache ich die wile, f5 hftn ich fin n!t, 
h:^ ßn gewalt ift fö breit nnd lo -v^^tt. 
wei:; got er lät oudi dem meien 

den ftrit: 
fö lis ich bluomen, da rife n& lit. 

Muget ir fchouwen , wa:^ dem meien 

Wunders ift befchert? 

föht an pfeffen, ßiht an leien, 

wie da^ alle? vert. 

gr4j5 ift fin gewalt: 

ine wei:5, ob er zouber künne: 

fwar er vert mit finer wünne, 

dän ift niemen alt. 

Uns wil fehlere wol gelingen, 
wir ftiln fin gemeit, 
tanzen lachen unde fingen 
ine dörperheat 
wÄ war weere unfr6? 
ßt die Yogßle alfd fdidne 
fingent.in ir heften d6ne, 
tuon wir ouob aUoI 

Wol dir, meie, wie dft fcheideft 
alle2; isi^ bi^l ... 

wie wol da die bouine Idddeft, 
und die beide h^l 



diu hat varwe me. 
'du bift kurser, ich. bin langer', 
alfo ftritents üf dem anger, 
bluomen und© kl^. 

'TJnder der linden 

an der beide, 

da unfer zweier bette was, 

da mugent ir vinden 

fchöne beide 

gebrochen bluomen unde gras. 

vor dem walde in einem tal 

tandaradei ! 
fchöne fanc diu nahtegal. 

Ich kam gegangen 
zuo der ouwe, 

d6 was mtn friedel komen e. 
do wart ich enpfangen^ 
here frouwe, 

da? ich bin feelic iemer m8. 
kuher mich? wol tafentftunt: 

tandaradei ! 
fäit, wie rdt mir ift dßr munt. 

Dd het er gemachet 
alfd riebe 

von bluomen eine betteftat, 
des wirt »poh g^aehet 
innetlidve, 

kumt ieme^i an da? DMbe pfat. 
bi den rftfon ^ wol mao 

tandaradei! 
merken, w* miir? houbet lac. > 



204 



Da:; er bi inir l»ge, 
weffe^ iemen 

(nu enwelle got!), fd fchamt ich mioh. 
wes er mit mir pflsege, 
niemer niemen 



beyinde da:;, wan er unt ich 
und ein kleine; vogellin: 

tandaradei ! 
da:; mac wol getriuwe fin/ 



Durhrüe:5et und geblüemet fint die reinen frouwen : 

e; wart nie niht fd wünnecUches an zo fchouwen 

in lüften noch ftf erden noch in allen gnienen ouwen. 

liljen unde röfen bluomen, fwft die liuhten 

in meien touwen durh da? gras, und kleiner vögele fanc, 

da:; ift gein folher wünnebemden fröide kranc, 

fwä man fiht fchoene frouwen. da? kan trüeben muot erfiuhten, 

und lefchet alle? trAren an der felben ftunt, 

£8 lieblich lache in liebe ir fue?er rdter munt 

und fträle ft? fpilnden ougen fchie^e in mannes herzen grünt 



Ich minne, finne, lange zit: 

verfinne Minne fich, 

wie fi fdione L5ne mtner tage. 

nü löne fchftne: d^ft min ftrit: 

vil kleine meine michy 

niene meine kleine mine klage, 

unde rihte 

gro? unbilde, 

da? ein ledic wip 

mich verderbet 

gar äne fchulde. 

zir gefihte 

wird ich wilde, 

mich enhabe ir lip 

fröide enterbet 

noch ger ich hulde. 

w8Bre msere ftsBter man, 

fo folte, wolte li, mich an 

eteswenne denne euch fehen, 

fo ich gnuoge fuoge künde fpehen. 

Mit feelden müe?e ich hiute uf ften, 
got herre in diner huote gen 
und riten, fwar ich in dem lande kere. 
Krift herre, lA? mir worden fchin 
die gr6?en kraft der güete din, 
und pjQic min wol dur diner muoter ^re. 
Als ir der heilig engel pflfißge, 
und din, dd du in d^'r krippen leöge, 
junger mentoh unt alter got, 
d^müetic vor dCm efel und vor döm 

rinde 
(und doch mit f»ldenrtcher huote 



pflac din Gabriel der guote 
wol mit triuwen funder fpot), 
als pflig euch min, da? an mir iht er- 
da? din vil götelich gebot. winde 

Swer äne vorhte, herre got, 
wil fprechen diniu zehen gebot, 
undbrichetdiu, da? ift niht rehtiumin- 
Dich hei?et vater maneger vil : M. 
fwer min ze bruoder niht enwil 
der fpricht diu ftarken wort ü? kran- 
kem liiuie> 
Wir wahfen ö? gelichem dinge: 
fptfe frumet uns, diu wirt ringe, 
fö G, dur den munt gevert. 
wer kan den harren von dem knehte 

fcheiden, 
fwa er ir gebeine blö?e? funde, 
het er ir joch lebender künde, 
fo gewüime de?" fleifch verzert? 
im dienent kriften Juden undo beiden, 
der elliu lebenden wunder nert. 

Nu wachet! uns g^t zuo der tac, 
gein dem wol angeft haben mac 
ein ieglich kriftöu Juden unde beiden. 
Wir hän der zeichen vil geföhen, 
dar an wir fine kunft wol fpehöi, 
als uns diu fchrift mit warheit 

befcheidöi. 

Diu funne hat ir fchm veikeretj 
untriuwe ir lamen ft? gereret 
allenthalben zuo den wegen: 



205 



Kr vater bJ dem kinde untaiuwe 

vindet, 
ier bruoder finem bruoder Huget : 
feiftlich leben in kappen triuget, 
lie uns ze himel folten ftegen: 
jewalt get ftf, reht vor gerihte I windet. 
ffol ftf! hie ift ze vü gelegen. 

(Ter lieht den lewen? wer fleht den 

rifen? 
ffer überwindet jenen unt difen ? 
ia? tuot jener der fich ielber twinget 
md alliu Uniu lit in huote bringet 
k der wilde in ftsBter zühte habe. 
jeligeniu zuht und fchame vorgeften 
nugen wol eine wfle ergleften: 
1er fchm nimt dräte ftf unt abe. 

ton hohgemäe, an firiunden kranc. 
Ja? ift ein fwacher habedanc: 
ba? gehilfet friuntfchaft äne fippe. 
li einen fin gebom von küneges rippe : 
erenhabe Munt, wa^.hilfet da^? 
magfehafk ift ein lelbwahfen 6re: 
ß muo? man friunde verdienen lere. 
Dttäc hilfet wol, friunt verre ba?. 

Ich fa? ftf eime fteine 

öDd dahte bein mit beine, 

^ar üf fazt ich den ellenbogeu, 

»eil het in mfne haut gefmogen 

«a? kinne und ein min wange. 

do dähte ich mir vil ange, 

^e man zer weite folte leben: 

aeheinen rät kond ich gegeben, 

^le man drin dinc erwürbe, 

der keines niht verdürbe. 

diu zwei fint ere und vamde guot, 

da2; dicke ein ander fchaden tuot: 

da? dritte ift gotes hulde, 

der zweier Überguide. 

die weite ich gerne in einen fchrin. 

ja leider desn mac niht gefin, 

da? guot und weltlich ere 

^^^ gotes hulde mere 

zefamene in ein herze komen. 

^^^ unde wege fint in benomen: 

»ntriuwe ift in der ßl?e, 

gewalt vert ftf der fträsje: 



frid unde reht fint före wunt. 
diu drin enhabent geleites niht, diu 
zwei enwörden e gefunt. 

Ich hÄrte ein wa:5:5er diesen 
und fach die vifche fliei^en, 
ich fach fwa? in der weite was, 
vflt walt loup ror unde gras, 
fwa^ kriuchet unde fliuget 
und bein zer (jrde hinget, 
da:; fach ich, unde fage in da:;: 
dCr keine:; lebet dne ha?, 
da:; wilt und dag gewürme 
die ftritent ftarl^e ftürme, 
fam tuont die vogel under in; 
wan da:; fi habent einen fin: 
fi dfthten fich ze nihte, 
fi enfchüefen ftarc gerihte. 
fi kiefent künege unde rCht, 
fi fetzent herren unde knäht 
lo wÄ dir, tiuTchiu zungey 
wie ftet dm ordenunge! 
dag nft diu mugge ir k'ünec hat, 
und dag din ire alfo zergät. 
bekerä dich, bekörie! 
die cirkel fint ze höre, 
die armen künege dringent dich: 
Philippe fetze en weifen ftf, und heig 

fi treten hinder fich! 

Ir fult fprßchen willekomen: 

der iu msere bringet, dag bin ich. 

alleg dag ir habt vemomen, 

dag ift gar ein wint: nü fraget micL 

ich wil aber miete: 

Wirt min Ion iht guot, 

ich fage iu vil lihte dag iu fanfte tuot. 

feht wag man mir eren biete. 

Ich wil tiufchen frowen fagen 
folhiu msere, dag ^ döfte bag 
al der werlte fuln behagen: 
äne grftge miete tuen ich dag. 
wag wold ich ze löne? 
fi fint mir ze her: 
fo bin ich gefdege, und bite fi nihtes mer 
wan dag Q. mich grüegen fchone. 

Ich hän lande vil geföhen 
unde nam der heften gerne war: 
übel müege mir gefchehen, 



2m 

künde ich ie mhn h6rze bringen dar, fam mir:got, C5 fwuere ich wol da:^ 
da? im wol gevall^i hie diu wip 

wolde frctoeder fite. be^^er fint dan aiwier frouwen. 
nu wa:5 hülfe mich, ob ich uprßhte Tiufche mau fint wol gezogen, 

fbrite? rfe'hte als engel'fint diu wip getan, 

tiufchiu zuht gät vor in allen. fwßr fi fchildet, dßrft betrogen: 

yon dar Elbe unz an den Ein ich enkan fin ander» niht verftan. 

tmd h^r wider unz an TJngerlant tugent und reine minne, 

fo mugen wol die heften fin, fwör die fuochen wil, 

die ich in der wfe'rlte hän erkaiit difr fol" komen in unfer laut: da ift 
kan ich rChte fchouwen wünne vfl. 

guot gelä? unt lip, ' lange müe^e ich leben dar inne! 

....'■'* ' . . 

Diu kroaae ift elter dänne der küneo Philippea fi: 
!■ da mugent ir alle fchouwen wol ein wundei* ibt> 
: wiea im der ühit fo ebene habe ;gEmachet. - ^ 
fin fceilerlieheB^'houbet aimt ir alfö wöi^ . : i 

dai; :fi ze . lähte niematL güoter fcheiden fol : 
. ir deWeden^ däsj' amder iniht eaaTwachet. 
.fi liuMent beide ein ander an, 
da? edel gefteine "wider dfc'n jungen f&e^en man : 
did ougenweide fehent die fürffcen gerne. 
fwei nü des rtches irre g6, ^ \ ' ' 

der fohouwey wem der weife uf fiine nacke fte: 

der ftein ift aller füirfteii leiteftörne. i* 

_..,.,, ■,:.:.■ ^ • ■ ■■..•■. 

,E^ gienc^ ^ins tages al& unfer herre wart gebom 
von einer maget dier im ze muoter hat qrk.om, ! ' ' 
ze Megdeburc der ktinec Philippes fchdne. 
da gienc eins keifers bruoder und eins keifers kint 
in einer wät, fwie doch die namen drige fint; 
^r truoc des rJches zepter und die kröne, 
er trat vil life, im was niht gäch: 
im fleidi ein höhgebömiu.künegihne nach, 
rös äne dorn, ein töbe funder gallen. 
diu zuht was niener anderswä : 
die Dürenge und die Sahfen dienten alfö da, 
da:5 ei; den w!fen muofte Wol gevallen. 

. Der in den .ör^n fiech von ungefühte ß, 
: da^ ift min rät,, der lä? den hof ze Dürengeü M : 
; wan kußiet er dar, deswär er irirfc ertoeret. . 

ich häo; gedrungen unz ich niht mS dringea maa 

ein fchai^ veirt u?> diu ander in, naht umd« taa 

igro^ wimder ift, dä^ iemen dk gehoerei 
. der lantgrave iffc fo gemnot, 

da^ er mit Jftolzeto helden fine habe veituot, 

der iegesÜdier wol ein kenpfe wsere. 

mir ift fin hähiu feor Wol kunt: 



ao7. 

und gulte esn fuoderr guötes wbiee täfeni pfimt, 
dd rtiiende ouch niemer ritters becher Issre. 

Ich bin des muten lantgräven ingefinde. 

e? ill min fite, da? man mich iemer bi den tiurften vinde. 

die andern fiirften alle fint t;! milte, iedoch 

fö ftseteclichen niht: er was e? e und ift e^ noch. 

da von tan er ba? danne G. dermite gebären: 

er enwil dekeiner lune yären. 

fwer hiure fchallet und ift hin ze järe boefe als e, . 

des lop gruonef unde valwet fo der klö. . 

der Dümge bluome fchinet dur den fne: 

fumer und winter bliiet ßn lop als in den ^rJpien jären. 

Wir klagen alle, und wi^^en doch niht wa? uns wirret, 

da? uns der bfibefb unfer rater alftis hat TBrirret, 

nö gät er uns doch harte vaterlichen vor: 

wir volgen ime und komen niemer fliö!^ 4^5 ßnem.Qwi*; 

nö merke, welt^; wit? mü* dar ane miffevalle. < • ^ 

gitfet er, fi gÄfent mit im alle: .'''/' 

Huget er, fi liegend aUe mit im fine lüge, 

triugei^r,' fi trie^önt mit im fine trüge. 

nft merkent, wer mir da? verk^ren müge: ' ' 

fus wirt d&^ i?i»gö JMas, mit dem alten dort, ze fchalle. 

Ahi wie kriftenliche nft der bäbeft lachet, 

fwenne er finen Walheö feit 'ich h&n? aUft gemaoJiet'i 

da? er da feit, ^ßm feilt er niemet hän gedähi 

er giht 'ich, häai zwen Aim&n under eine kröne bräW, ; > 

da? fi? riche ful^n ftoöten unde walten: 

ie dar under füllen wir die kaften. 

ich häns an minen ftoc g^ment: ir guot ift alle? mm^ 

ir tiufche? filber vert in miüen weifchen fchrfta, 

ir pfafien, e??ent hüenr und trlnkent win 

unde länt die tiutfbhen * vaften.' 

Von Röme vogt, von PüUie künec, lät iuch erbarmen, 

da? man mich bi richer kunft Idt alfus armen. 

ge'me wolde ich, mohte e? fin, M eigenem fiure erwarmen. 

zäi, wiech danne funge von dön vogellinen, 

von dßr beide und von dSn bluomen, als ich wilent fanc! 

fwelch fchoene wip mir denne gsebe ir habedanc, 

der lie? ich lüjen unde rofen ö? ir wengel fchinen, 

kume ich fpäte und rite fruo, /gaft, w6 dir, we!': 

lo mac dßr %viiH; wol fingen von dem grüenen klß. 

die not bödenkent, milter künec, da? iuwer not zerge ! ' 

Ich hän min When, al die w^lt, ich hän mtn löhea! 
nu enfurhte ich niht d^n homxmo. an die zehen, 
und wil alle boafe harren döfte minre flöhen. 



208 

dar edel künec^ dar mute künec Mt mk^ beraten, 

da:; ich dfo fumer loft und in dem winter hitze hän. 

m{n nähgebüren dunke ich yCrre ba:; getan, 

fi föhent mich niht m£r an in butzen wis, als fi & täten. 

ich bin ze lange arm gewßfen an minen danc. 

ich was fü volle fcheltens da? min äten ftanc: 

da:; hat dör künec gemachet reine, und dar zuo minen fanc. 

Owö war fint verfwunden alliu miniu jar! 
ift mir min iCben getroumet, oder ift 6? war? 
da:; ich ie wände da:; iht wsere, was da:; iht? 
dar nach hän ich gefläfen und enwei? Cs niht. 
nü bin ich erwaht, und ift mir unbekant 
da:; mir hie vor was kündic als min ander hani 
liut unde laut, da ich von kinde bin erzogen, 
die ßnt mir frömde rßht als ob £? fi gelogen, 
die mine gefpilen wären, die fint traege unt alt. 
vereitet ift da:; velt, verhouwen ift der walt: 
wan da:; da:; wa:;:;er fliu:;et als e:; wilent flo?, 
für war ich wände inin Unglücke wurde grd?. 
mich grüe:;et maneger träge, der mich kande e wo{. 
diu weit ift allenthalben ungenäden voL 
als ich gedenke an manegen wünneclichen tac, 
die mir fint enpfallen gar als in da:; mer ein flac, 
iemer mere ouw^. 

Ow^ wie jfiemerltche junge liute tuont, " ' 
den nü vil riuwecliche ir gemüete ftuont! 
die kunnen niuwan forgen: wÄ wie tuont fi lo? 
fwar ich zer werlte köre, da ift nieman frÄ: 
tanzen, fingen, da:; zergät mit forgen gar: 
nie kriftenman gefach foi jaBmerliche fchar. 
nft merkent wie den frouwen ir gebende ftät: 
die ftolzen ritter tragent dörpelliche wät. 
uns fint unfenfte brieve her von Rome komen, 
uns ift erloubet trure und fröide gar benomen. 
da:; müet mich inneclichen (wir lebten ie vil wol), 
da? ich nö für min lachen weinen kiefen fol. 
die wilden vogel die betrüebet unfer klage: 
wa? Wunders ift da bi, ob ich da von verzage? 
wa? fpriche ich tumber man durch minen boefen zorn? 
fwer dirre wünne volget, der hat jene dort verlorn 



lemer mer ouwe. 



öuwe wie uns mit füezen dingen ift vergeben! 
ich fihe die gallen mitten in dem honege fweben: 
diu Welt ift ili?en fchcene , wi? grüen unde rot, 
und innän fwarzer varwe, vinfter fam der t6t. 
fwen Q. nü habe verleit, der fchouwe finen troft: 
er wirt mit fwaeher buo?e größer fünde erloft. 



i 



im 



dar an gedenkent, ritter: ;ib*:5 ift iuwef diftc. 

IT tra^ent äie liebten häbne und manegen herten rinc, 

dar Kno die veften fchilte und diu gewßiten 'IVrert 

wolte got, wser ich der figenünflbe wert! 

fd wolte ich ndtic man verdi^en riehen Mt. 

joch meivne ich niht die huob^ noch ddr .h^ren golt: 

ich wolte fselden kröne Äweclichen tragen: 

die mehte l4^ foldener mijb ßme fper bejagien.' 

möht ich die lieben reife gevaren über fß> 

fd wolte, iich denne fingep wo}:, und nißmer mßv ouwe. 



■!'• 



Lieder Wolfrains von Eschenbacb. 

Wolframs Lieder «Ulbeiif. in dtsn I4/Qderfiipil. A B<C n. in flec alten l^^irziyalhB. zu 
Mimchen: Laohm. Wolfram S. xi ff. KritiTolie Aiisgabe t. I^chmann a.a.O. S. 3 — 
10. MSHag. 1, 284— .287 4, 192 ff. Nr. 47. 

'Sine kläwen 



duA die wölken fint geflagen, 
er ftiget üf mit gro^^er kraft, 
ich fih in grawen 
tägelich als er wil tagen, 
den tac, der im gefeilefohaft . 
erwenden^wü, dem weMen man, 
den ich mit forgen in verliejj. ' 
ich bringe in hinnen, ob ich kan. 
fin vil manegiu tugent mich^ leiften 

".WahtöBr, du fingeft hie?/ 

da? mir manege freute nimt . , 
Bnde mÄret niine klage. 
nwBr du briogeft, 
der mich leider niht gezimt, 
ttamer morgens gegein. depo.; t^e. 
diu folt du mir verfwigen gar. 
da? biut ich den triw^n dtn: 
des 16n idi dir als ich getar. 
fö beHbet hie c^er JTelle . mtn.** . 

'Er muo? ^ hüÄen ' ' 

balde lind &ne fumen ficl^: 
^^ gib im urkup, fae^^ei; wip. 
li?e in nmmen 
hernäch.I* verholne dich, 
^ Ör, Veh-alte er und den lip. 
«r gab fich miner triwe ali3&, 
da? ih in brtehtö^ öuöh wider dan. ' 
e? ift nu tact naht Wais ög dö 
^t druck an bruft ^in ku^ mim an. 

**SwU:5 dir gevalle^' gewan.' 

^^aWter, finc, und tt d6n hie, , 

Seh ade, altd. Leseb. 



der minne b^äht und minne enphienc. 
von. dinem fchalle 
ift er und ich erfchrocken ie: 
fö ninder morgenftern üf gienc 
üf in, der her nach minne ift komen, 
noch ninder lühte tages lieht, 
du häft in dicke mir benomen 
von blanken anaen, ipid Ü!5 herzen 
Von den blicken, nicht." 

die der tac tet durh diu glas, 
und dd der w^htaBr warnen fanc, 
fi . muofe gierfchricken 
durch den der da bi ir was. 
ii: brüft^ltn an bruft fi dwanc. 
der riter ellens niht verga:^ 
(des wold in wenden wahters don): 
urloup näh und näher ba? 
mit kuQe und anders gab in^ minne Ion. 

Der beiden minne ir klage 
du funge ie g^en dem tage, 
dag füre nach dem fliegen, 
fwer minne und wiplieh grüegcn 
alfd enpfienc 

dag fi fich öiuofen Meiden, 
fwag du d6 riete in beiden, 
dd^ üf gienc 

d#r morgenfteme, wahtöBr, fwic; da 

von niht gerne finc. 
Swer pfliget odr ie gepflac, 
dag er bi liebe lac 
deü merkem unverborgen, 

14 



der darf niht durch den morgop iüf fin ISben. > < 

dannen ftrebeB, .ein offen füeje wirtee wJp kan fölhe 

er mae des tages, ^bjöiten : ... minoe geben, 
man darf in niht üj; leiten 

Urfprinc bluoiöön, loup ii^ dringen, 

und der lufb des meigen nrbort vogel ir alten dön: 

etswenn ich kan niuwe? fingen, 

fd der rife ligt, guot wtp, noch alle:^ &n dhi l&n. 

die waltfinger und ir fano 

nftch halben fumers teile in niöpiens dre elildano. 

Der bliclichen bluomen gleften 
fol des touwes anebanc erliutem,,. fwft ü fintj: 
vogel die hellen und die beften," 
al des meigen zit fi weg^it mit gefange ir kint. 
dd flief niht diu nahtegal: 

nu wache abr ich und finge üf berge und in dem täl. 
' Min fanc wil genäde fuochen 

an dich, güetlich wfp: nu hilf, fit helfe ift worden not. 

din lön dienfbes fol geruochen, 

da? ich iemer biute und biute unz an mmen tot. 

lä? mich von dir nemen den träft, 

da^ ich fli5 mfnen langen klagen werde eriftft. ' 

Guot wfp, mac min dienft ervinden, 
;' " ob din helfelich gebot mich fröiden welle wem, 
da? min trftren müege fwinden 

und ein liebe? ende an dir bejagen min lange? gern? 
din güetlich gelä? mich twanc, 
da? ich dir beid(^ finge al kurz od wiltu lanc. 

Werde?* wfp, din nie?iu giiete 
und din minnecUcher zom hat mir vil fröide erwert, 
mäht du troefket min gemüete? 
wan ein helfeKche? wort von dir mi6h fanfte erneri 
mache wendie mir mm klagen, 
W da? ich weVdö gro? gemuot bi mtn^n tagen. 

' ' • « 

Aus Wolframs vod Esehenbach Parzival. 

Hss. verzeichnet, bei Lächm. Vorr. S. xv flf. u. in Karl Gödeke« deutfchc Bichtg im 
MA. Hann. 1854 S. 738. Ausgabe y. Karl Lachmann in Wolfram». WeAön, 1. Auig. 
Berlin Reimer 1833, 2. Ausg. v. Haupt >©forgt 1854, S. 11 — 388. Über/, v. Saa- 
Marte im Leben n. DieJitfeiii, Wolframs y. Efch. 2 Bde Jiagdeb. 1836 — 41 Bd 1. i- 
Aufl. Leipz. 1858.; von Karl Simrock Stuttg. Cotta 1841. 1849. 1855. Zur ErBw- 
terung : Lachmann über d. Eingang d: Parzivals , gel. in der BerL Acad. d. WÜtenfi*- 
a. 15. Octbr 1835. Haupt zu Wo^fr^-Porz. Ztfchr: 11, 42^6i9i, Yerm. Ab'dr. ans d« 
Ber..4. .^gl. föchf. GefelKcl^. d. Wi^e^iA^b. 1849 ß. 186 flf. 1,853 S. 1 ff. KätI U» 
d« Parzivalis poematis Wolframl ETchenbacenüs leois aliquot di^ciUoribus , HalüTclie 
Doctordülert. v. Dec. 18^59. Oskar Jänicke de dicendi uXu Wolframi de Efchenbach, 
Ha lifche' Doctordiä". V. Octbr 1860. Kührmund chronölog. Beftimmg der Begeben- 
heiten in Wolframs Parz. in Haupts »Ztlbhr. 6, 465 — 78. Dert Progr. ,dea Potsdamer 
Gymn. 1845: Probe eimi Vbegct 4^8 Paacfz. neblt Amn«, da£u ^e 4)'>^^ ^^^ ^^^ 



Hi 



mai, :Beiiii, Barfleihmgsweife des BieSiters etc. Ladirigf Di^ftd, refcHrmatorifohe An- 
klänge mWoih Pacz.» in der «Ugem. ^eler) Monatsfcbrift f. WiBenfch. u. lateratar, 
Halle Schwetfchke 1861 S. 239—256. FaroiTal'* Studien to^ San-Marte, Halle Wai- 
fenhaus 1861 2 £de 1: Des Guiot von Prorins Dichtungen altfranz. u. in deutfcher 
tberf. mit Einitg Anm. u. vollft. erklar. Wörterb. v. Joh. Friedr. "Wolfart u. San- 
Marte. 2 : Über das K^gidfe in den Werken Ws ▼. E. n. die Bedentg des heiligen 
Onus m dafien Parz. t. San^Marte. Franz Pfeiffer c Pars, in & G«rm. 2, 81 — 84. 
San-Marte ebdf. 84 — 88. DerA IUk d. Eigennamen im Pars, ebdr.2, 385—409. Dert 
.Volfr. V. E. u. Guiot V. Provins ebdf. 3, 445 — 464. Alfred Eochat Wolfr. v. E. u. 
Chreftiens de Troyes ebdf. 3, 81 — 120. Derf. ider deutfche Parzival, der conte del 
Graal n. C^eftiens Fortfetzer ebendaf. 4, 414 — 420. Zingerle Wdfr« y.B. u. Hein- 
rich y. Tärlein ebdf. 5, 468—479. W. Holland Ghreftien TOn Troief Tüb. 1854 8. 
195 — 225. A. fiochat über einen bisher unbekannten Percheral li X^alois , eine liter. 
Mßor. Abhdlg, Zürich 1855., Über die AbfaAungszeit von Ws Parzival: Lachmann 
Vorrede S. xix , zu >Valther 20, 4 S. 146, zu Iwein 4533 Anm. « Ö. 486. 

Parzivald erfte Einkehr auf der Gralburg. Eingang des 5. Buchs. 

224, 1 — 248, 16. 

Swer ruochet hoeren war üu kumt do fi in rften ßUieü, 



den äventiur hat ö^ gefrumt, 

der mac grö^u wunder 

merken albefunder. 

lät riten Gabmuretes kint! 

fwa nu getriwe Hnte I5nt, 

die wtinfclm im heils : wan e^ muo; fin, 

da? 6r nu Wdet höhen pin, 

etswenne euch freude und 4re. 

ein dinc in müete före, 

da? er von ir gefcheiden was, 

da? mnnt von wibe nie gelas 

Wh fus gefagte maere, 

diu fchoBnr und be!5^er weere. 

gedauke nach der küiiegin 

begunden krenken im den fin: 

den müefer gar verloren hän, 

^8Br? niht ein herzehafter man. 

mit gewalt den zoum da:^ ros 
^og über ronen und durche? mos: 
wände? wffte niemens haut. 
'ins tuet diu äventiure bekant, 
da? ^r \A dem tage reit, 
ein Vogel hetes arbeit, 
folt er? aUe:5 h&n erflogen, 
niich enhab diu äventiure betrogen, 
fin reife unnäch was 1<5 gHJ? 
des tages do er Itheren fchö?, 
^t fit d6 er von Gräharz 
kom in da? laut ze Brobarz. ' ' 

Welt ir nu ho6m wie? im geM ? 
er kom dds abnts an einen fÖ. 
da beten geankert weideman: 
den -was da? wa??er undertän. 



fi w^ dem ftade fö nähen, 

da? fl wol horten fwa? eV fpracL 

einen er im fchiffe fach: 

der het an im alfolch gewani, 

ob im dienden elliu laut, 

da? e? niht be??er möhte fin, 

gefurriert fin huot was p^wtn. 

den felben vifchaere 

begunder vrägen meere, 

da? er im riete durch got 

und durch finer zühte gebot, 

wa er herberge möhte hän. 

fus antwurte im der trftric man. 

ßr fprach 'her, mirft niht bekant 
da? weder wa??er oder laut 
inre dri?ec mihi erbftwen fl. 
wan ein hus lit hie bi: 
mit triwen ich iu rate diff: 
war möht ir talanc andersVar? 
dort an des velfes ende 
da kert zer zefwen hende. 
fo'r üf hin komet an den grabn, 
ich wsen dft müe?t ir ftille habn. 
bit die brüke iu nider lä?en 
und offen iu die ftra?en.' 

Er tet als im der vifcher riet: 
mit urloubei^ dannen Ibhiet. 
er fprach *komt ir röhte dar, 
ich nim iwer h!nt felbe war: 
fö danket als man iwer pflege, 
hüet iucht da gent unkunde wege: 
ir muget an der liten 
wol mifleriten, 

14» 



m 



deiswär de» ich ■ i\i doct •nUit gan.' 
Paraiväl der hnöp fich dan: 
er begunde wafckörlichen dWlb^n . ' 
den rehten pfiat unzäh den gra^öii, 
da was diu brükke ftf gezogen^ 
din hmto an veft© nihi i betvogen. 
11 fliuont reht al9 fi 'V^rsöi-ö gedrtöt. ' 
ej; qn^^ügß od bete der wint gewaet^ 
mitiftunne ir: nibt gefcbadet ^as. : 
til tüme, manec paias j . 

da ftiiout mit Wnderltcher wei*. 
op & fuoebten elliu ber, ' 
fine gsBben für -die felben ;p6t . 
ze dri^ec jären niht ein bröt^ ] , 

ein knappe jiea geruQpJit^e 
und vrägte in,'wa:5 er, fuQchte 
od. waanfin. reife w»re. ;. 
er fprach 'dSr vifobeere ; . 
hat Dpdßh von im her gefant. . t • 
ich han genigen finer baat 
niwau 4urch d^r herberge .wäf). 
er bat die briikken nidar ^an^ 
tind bie:5 mich zuo ziu riten in/ ^ 
^berre, ir fult willekomeB fip* 
fit es der; vifobeere verjaeh,: 
man biut iu ere unt gemach 
durch in der i^ch fände widr' 
fprach der knappe, und Uß die brükka 
Indie.butcderkü^ereit, ^dr. 
üf einen höf -wt unde fereit., . 

durch fchimpf är niht zetretetw^ ; 
(da ftuont alkürziigrüßne gras: 
da was biihurdiem yeru^ten), . , 
mit baudeni feiten Uberriteuj ; 
alf5 der anger z'Abenberc. ;f 
feiten frcelichiu : Wjärc ... ; , ; ;, 
was dä,gefrumt ^e lajager fttqpt: ' 
in was wol herben j^er kunt 
wenc er des. g^in. in, ^alt. 
in enpfiengön ritt^ jupg, unt ajtj 
vil kleinst .jun<AjSrr|ölin , ^ j 
fprungen.*g0in dem .?wime fias 
iesliche^ für de? and^ greif. , j , 
G. habteA finen ftegreif:, ,-,: 
fus muofer yoB dem orfe ftei^ 
in bäten rittcar für bargen: - . , ; 
die fuorten in an fin.gemaciv 
harte fchiere da:; gefchaob, 



' •; 



da? «r mit^zujit eaiitwappnt wMi* 
d& E dM jungen än^ bart 
geiahen älfiäs minneclfcli> 
,' 11 jÄhn, ex- wserfe faBlden Irick 
, Üin wa??Cfr ie&h der junge man : 
er: twuoo den rÄm von im fäÄ 
undern engen unt an ha^nden. 
alt und junge wänden '' . 

da? von im wod^ir t^g eyfchli;^: 
fuä'fa^ der minnBeolicbe wine. 
gtx vor allem tädel Vrt 
mit pfelle von Ajr^hi ' 

, man truog im eilten mant^l dar: 
dei^ legt an lieh der wol gevar; 
mit offi^jir e Jf^üe^e. 
e? was im ein lobs gefiieije. 

H5 fprac^ der kamerflöre kluoc 
'ßepanfe de fchoye in truoc, 
min frouwe:4e. kiii^^giB: 
ab ir fol er iu gliben, fin: 
wan iu iffc xiiht kleider npch gefioiteiL 
ja mobte ich fis mit ^ren biten: 
wände ir fit ein we^'der mm^ 
ob ich? geprü^vet reht^ hän.* ; 
'got loniu^ h^rre, dos; irs jeht 
ob ir mich ze rehte fpeht,, 
f5 hat min lip gelücke erholt: 
diu gotes i:^B& git fölhen folt' ; 

man fchanote im^ upd^i pflac. ßß ^• 
die tr&regen . wärea^ mit int y?:6. 

man bot im wird«! ui^d ere : , 

wan da was rätas mere . 

denne er zjq Pelrapeire vant, , 

die dö von kumber fcl^et; (in haut 
Sin hamafch was von im getragene 

da? begunder iider klagen, 

da er fich fchimpfes, niht yerlan. 

ze hove ein redefpaeher mai^ 

bat komn ze yräyeUiohe 

den gaft.ellens riclie 

zem wirte, fds ob im waere zom 

des het e^ nach den lip verlorn 

von dem jungen ParziväL 

du er fin fwert wol gemäl 

ninder bi im Jigen yant, 

zer finftQ tw^nger fus die ha»t, 

da? de?.pluLot ü?eiv nagelen foh&; 

und im den ermel gar beg6?. 



ZI* 



•l .1. 



'nein hefi*e' fprach diii ritterfchftft: 
'e? ifl ein man d^ fclii^pfes kraft 
Mt, fwie tröre wir and^s fiii: 
tuot iwer ÄÜM göiniiri fchini, 
ir fult:5 niht anders Mn rernömn,'. 
wan dai5 dör Vifdiser fi komn. 
dar gÄtV irfit lin wfeYdef gaft; 
und IbWitet ab' 4ü ' Äömes lafL* ' 

R giengen ftf diri palad. ^' 

hundert krfeae da' göhängen ^as, ; 
vfl kerzein drfif geftÄ^en, ' ' ; ' 
ob den hftsgend^^en ; ^ ' 

kleine kerzen nnibean der Wänt;' 
hundert pette e^ ligeÄ Yant 
(das5 Mitiofen dies da pfl&gen): 
himdert • ktdter drftfe ' lageii'J 
levier giöfdleü ftrndeT^iz; ' 
da eiiiWifchten' tras'öin ünÖerviz; ' 
derföl' ein teppecfh finewöl: 
fil K rot'Frfnnitm; ' ' . " 

mohto >prt>l geMfbeti da:^. 
eins ding^s man da nBit'verga:^;: ^ 
fine hete niht betöret, 
mit marmel was geitmret 
dri vierekke fiwerrame: 
dar ufe wäfe des fiwers name, "^ 
holz He^ iign al66. ' ' / ; 
fö gro^u fiwei*' fit noch 6 - ' . 
fach niemen* hfe ze WiWenbe'rfct ' 
jen^ wären kofbeiiltchiu werfe. ' 
der Wirt fich ffelbeii fetzen bat 
gein der mittein fiwei'ftat 
üf ein fp^Äbette. '. ' ;' 

e^ was worden wette - 
zwifchen iüi und dör vröude t . ' 
er lebte niht Van tötide. 

in dfett 'paläs köln gegangen 
der da wart wol enpfö,ngeil, 
Parziv&l der liehtgefvar, 
von im d^ in ftinte däjr. ; 

er lie:5 in da niht fatigör ften: 
in bat d€r wirt näher gen ' ' 

und fltieni 'zno mit da her an. 
fazte i'ueh Terre dort hin dan, 
da? wfiere' in alzö gaftliöh.* 
fuß fprach d^ wirt jämei^s' rieh. 

Der wirt het durch fiechheit 
grd^u fiui' und an im wariiiin kleit. 



.-1, 



.1 



wit nnde lanc zobeltn, 

fus muofe Ü^e und inne iin 

der pelM? 'tiüd . def inantel drohe. 

der fwechefb halc wser wol ze Idbe ; 

der was doch f^ai*z nnde gr^; , 

des fßlbeii was' ein lifthe da 

üf fime höubte zWivalt, 

von zob^le dfe'n man tiure galt. 

finwSl aräi)f(!h ein borte 

oben druf gehörte; ' ' 

mitten dran ein knöpfeltn, 

ein durchliuhtic rufcpi. ' 

da fa? manec ritter kluoc, 
da man jämet' für fi truoc. 
ein knappe fpranc zer tür dar in. 
d$r truog eine gleevin 
(der fite waö ze . trören guot) : ' 
an der ftitden huop ßch phiöt, 
und lief den Tchaft unz fif die hant, 
dei^ in dfe'ni ettnel \^iderwant.! 
da wart geVeinet und gefchrit 
üf dem palafe "Wit : ' 

da:5 volc von drt^ec landen 
möht:5 den ougen niht eriblanden. 
er truoc fe Jn finen henden .' 
alumb zen iier wenden 
unz ^ter wider zuo der tür. 
deV knappe fpranc hin (1:5 der für. 
Geftillet ^as des Volkes not, 
als in der jämer 6 gebot, 
des Q. diu glsDvin het ermant, / 
die der knappe bi^äjite in finerhant. 

wil iuch nu nilit erlangen^' . ' . 
fo Virt hie zuo gevangen, 
da:^ ich iuch bringe an die vart, 
wie da mit zulit gedienet wart. 

zende an dem palas . 
ein ftählin tür entflo^^eh was: - , 
da gieÄgen ü:5 zwei werdiu. kint. 
nu hoert, wie diu geprüevet fint. 
da:^ fi wbl gseben minnen folt, 
fwer:^ da mit dienfte. het erholt, 
da? waren Juncfrouwcn clär. 
zwei fchapel über blö:5iu här . 
blüemin was ir gebende, 
iewederiu üf der hende 
truoc von gotde ein k^rzftal. 
ir här was reit lanc unde val. 



214 



fi traogen brinnendigiu lieht , 
hie Me wir verge^^en lueht 
nmbe der juncfrowen gewaat^ . 
da man fe kumende inne vani^ 
de gr»vm von Tenabroc, 
brftn fcharlachen was ir roc: ; 
des leiben truoc euch ir gefpiL 
fi wären gefifchieret vil 
mit zwein gürtein an der kreotke^ 
ob der hüffe ame gelenke. 

Nach den kom ein herzogin 
und ir geQpfl. zwei ftöllelin 
fi truogen von hetfenbein. 
ir mnnt nach fiwe^ roete fchein. 
die nigen alle viere; 
zwuo fazten fchiere 
für den wirt die ftoUen. 
da wart gedient mit vollen, 
die fhionden enfamt an eine fchar, 
und wären alle wol gevar. 

den vieren was gelich ir wät 
feht wä Geh niht verfilmet hat 
ander fi'ouwen vierftunt zwuo. 
die wären da gefchaffet zuo: 
viere truogen kerzen gro?; 
die andern viere mht verdro:^, 
fine trüegen einen tiuren ftein^ 
,dä tages de fiinne lieht durch fchein. 
da für was fin name erkant; 
e^ was ein granat jächant^ 
beide lanc unde breit 
durch die lihte in dünne ftieit 
fwer in zeime tifche jna^ 
da obe der wirt durch rlchheit a?. 
fi giengen harte rehte 
für den wirt al ehte; 
gein nigen fi ir houbet wegten. 
viere die taveln legten 
fif helfenbein wi:; als ein fiie, 
fl^llen die da kömen ö. . 

Mit zuht fi künden vrider gen, 
zuo den erften vieren fiien. 

an difen aht frouwen was 
rocke grüener denn ein gras, 
von A^agouc famit, 
gefiiiten wol lanc unde y^it 
da mitten fi zefamne twanp 
gürtein tiur final unde lanc. 



dife ahte juncfrouwen klitoc, 

ieslichiu ob ir häre truoc 

ein kleine blüemin fchapeL 

der grave Iwan von iN^onel 

unde Jemis von Rfl, 

ja was über manege m^ , 

ze dienß; ir tohter dar genoxmi: 

man fach die zwuo iiirltin konm 

in harte wünneclicher wät 

zwei me:^er fiudende als ein grit 

brahten fi durch wunder 

ftf zwein twehelen albefunder. 

Abs; was Süher herte wi^: 

dar an lag ^in fpesher vli^: 

im was f^ldi fcherpfen niht vermiten, 

e; hete ftahel wol veclhiten. 

vorm filber kämen frouwen wert, 

der dar ze dienfte was gegert: 

die truogen lieht dem filber ,bl; 

vier kint vor miÜQwende vrL 

fiis gidngen fe alle iehfe zuo. 

nu beert, was; iesUchiu tuo. 

Si nigen. ir zwuo dö tjraogen dar 
üf die taveln wol gßvßx 
da? filber, ui^de leiten? nidr. 
dd giengen fi n^t zühten widr 
zuo den ^rfiien zwelven län. 
ob r? geprüevet rehte hän, 
hie fnlen ahzehen frouwen ftän. 
ävoy nu iiht man fehfe gen 
in weet^ die man tiure ^t: 
da? was halbe? plialt, 
da? ander pfell von Ifinnive. 
dife unt die ärßien fehfe e 
tmogen zwelf rocke geteilt, 
gein tiwerr koft geveilt 

nach den kom diu künegin. 
ir antlütze gap den fchin, 
fi wänden alle, e? wolde tagen, 
man fach die maget an ir tragen 
pfellel von Aräbt 
üf einem grüenen achmardi 
truoc fi den wunfch von pardis, 
bede wurzeln unde ri^. 
da? was ein dinc, da? hie? der gr4 
erdeij^ wunfches überwaL 
Repanfe de fchoy & hies^ 
die fich der gräl tragen lie?. 



913 



' i 



« I 



(• 



der ^äl itas y(m fiilher artt 
wol nmofer kiolche Iin bewart, 
die fin ze rehte MdeipB^gni ' 
die muofe Talfdieft Mi bew^tt. 

Vorem grale- kämen lieht: 
dia i^^m ¥0U armer koftenkht; 
lehs glas lano lütter woIgetAn^ 
dar hme batfcm, der wx>l bran. 
do & körnen von dar tiir' 
ze rehter mjb^e' alTm här für, 
mit zübten ncde di« küäegin 
und al diu junciröwelfn • ' 

die da trüog«n balfemvai^ * 
diu küxtgin valfolieite ia^' ' 
fazte fdr den wirt döö gräii. 
de^ meare gät, da^ Paiäiväl 
dicke an ß fach imt dähte, 
diu dim gräl da brahte: i : 

er het och ir mantel an. 
mit znht die iibene giengen daii ' 
zQo eleu afazähea erUten. 
dö lie^^enji cbe herden 
zwiüdien fich; iman &gte mir, 
zweite iewederthalben ir. 
diu mafget mit der kröne : 
ftuont da bairte; fc^öne.'. 

fwat; inttw dö'giefä^en was 
über sd den palas, * i 

den wkren kamereere 
mit gnldin beeren Tweere < 

ie Yiem gefchaffet eineif dar, 
nnd ein jnndierre wol gevar, 
der eine <*wl^e twekelen truoc. 
man fach da rieheit g^auoc. 
Der taTeln mnoÜBn hnnd^ fin, 
die man da tmoo zer tvfr da;* in. 
man fazte iesliehe fchiere 
für werder ritter viere; 
tifdilachen var nach wi^e 
wurden druf geleit mit 'vli2;e. 

der wirt dö fölbe wa95er nam: 
der was an hohem maote lam. 
mit im twuoc ßdi ParziväL 
ein fidin tw^eln wol gemäl 
die bot ei(B8 graven Tun demädi: 
dem was ze knien für fi gäch. 

fwa dö der taveln keiniu ftuont, 
da tet man vier kns^pen kunt. 



da^.fe ir diens niht verg«:;en > 
den die drobe fe^ön. ' - ■ 

zwöne knieten uridfe firitenj " .^ i*f> 
die andern z^eiie niht veriniten, ' • 
fine trüegen trinkn und «^i$e& dar^ 
und nämen ir nnt diende w«wv ^' 

hoert mör von riehheile fagen, •' 
vier karrüfol^n muofen tragen' 
maaeo tiwer' goltva^ - ' 

ieslichem ritter der da fa?. 
man zöhs äen vier wenden, 
vier ritter mit ir henden ^ 

maus fif die taveln fetzen ^h. 
ieslichem gieno ein fchriber nach, 
der fich dar züo arbeite 
und fi wider uf bereite, 
So da gedienet ws^-e. 
nu hoert ein ander >ma3re. >i 

hundert knappen man gebot: 
die nämn in wi?e tweheln bröt 
mit zühton vor däm gräle. 
die giengen al zemäle 
nnd teilten für die taveln fiok 
man fagte nur, diz fag ondi ich 
öf iwer iesliches eit, 
da:5 vorom gräle w©re bereit 
(fol i(^ dös iemen triegen, 
fö müe^ iri mit mir liegen) 
fwä nadi jener bot die hant, 
da? er albereite vant ' 

fpife warm, fpife kalt^ 
fpife niwe ujitt dar zuo alt, . 
da? zam unt da? wilde. - • > < 
esn wurde nie kein bildey ; 
beginnet maneger fpreöhen. 
der wil fich übel rechen: i- » 

wan der gral was der feelden fruht, 
der werlde füe?e ein föUi genaht: 
er wac vil nach geliche t ; 
als man faget von himelriche. 

in kleiniu goltva? man nam, 
als ieslicher fpife zam> 
falffen, pfeffer, agra?j ; ' ' ' 

da het der kiufche und dör ^rA? 
alle geliche genuoe. 
mit größer zuht man? für fi truoc. 
Möra?, win, finöpebrÄt, . 
fwä nach den napf ieslioher b6it,u 



216 






tl! 



fwa^ er triBkens kimde neimeB/ 

da:; mohter driime erkennen 

alle:; voi^ des grües kraft. 

diu werde gefeUeMaft . ' 

hete wirtCchaft yome gral. i 

wol gemarete Parzayäl 

die iricheit und da^ wunder gri^: 

durch zuht in vragem doch Yetdr&;. 

er dähte ^nrir riet GurnamaiiE^ i 
mit gr6;en triw^i ane fchranz, . 
ich folteiTÄ gevrägen nihi . ( 
wa:; op min wefen hie, gefahiht ;.. 
die m&^t als dort pi im? , -. 
äne vräge, ich vemim, 
wie? dirre maffente Mt' 
in dem gedanke näher g^t 
ein knappe, der truog ein fwört:. 
des pale was tufenfc marke weit; 
fin gehüze was ein rubin; . 
euch möhte wol diu. klinge fin 
grö^jer wunder urhap. 
der wirt es; fime gafte gap. /j 

der fprach 'herre, ich pr&ht^inaattt 
in maneger rkat, 6 da:; mich got. , 
ame libe hat geletzet. .1 ., 
nu fit dennit ergetzet, • . 'j 

ob man iwer hie niht wol enpflege. 
ir muget:; wol fiieren aHe wege: 
Swenne ir geplrüevet finen arti /, 
ir fit gein ftrite dermite bewaxt.' . 

owö da? er Aiht vrägte dö! : 
des pin ich. för in noch unvro. i 
wan do er? enpfienc in fine hanty ; 
dd was er Tragens mit ermant. 
och riwet mich fin füe?er wirt, . 
den ungenande |uht verbirt,. 
dös im von vrägn nu wsere lAt.- 
genuoc man da gegeben hat: 
dies pMgen, die gri&n? an: . 
& truogü? genifte wider dan^ 

vier kairäfchen man dd luot. 
ieslich frouwe ir dieneft tuot, 
e die jungften nu die erften.. 
dd fchuofen'fe abr die herften 
wider zuo dem gräle. 
dem Wirte und PareiviUe 
mit zühten neic diu künegm ,- 
und al diu juncfiröwelin. 



■),j 



fi brahten wider, iii Ecr ^or 
da? £ mit zuht e truög^i för^. , 

P£U*ziycLl;in'b&te>nach. i . 
an eisßid fpänbette^ fach- i 
in einer, kemen&ten^i i . > / 
e & nioh in tuo ge4äten^ • 
den aller, fchoenftea lalten man^ 
des er küiide ie g^wttit: : 
ich mage? ^woL fprechen äne gttft: 
er wa9 noch grawer daod der tvft. 

Wer der, £elbiö> wsdce, 
des freifchet;her nach meeore.. 
dar zuo d^r .wirt^ Xini.baro,>fiB lant^ 
diu werdeot. iu tioai tnir tgenaot 
her näch,fö de4 wirdei Äiti.ii 
befcheideolichen^ äne flarit 
unde än.aUä? f«jr zeigein. i 
ich Tage die föneii^enaiLe bogen. 

diu lenewe ilt ein bifpeL 
nu dxmket iuch der; boge^ fnel: 
doch ift fneUer.da? diu ienewejag^t 
ob ich iu rehtehlLli g&ra;get, 
diu lenewe >gel£chet,mS9^en Hebt: 
diu dunkent owsk die üuteirebt 
fwer iu lüageiwon .der krüsahe^ 
der wil iuch . leitein; ümbei 
fwer > den • l>Qg^ gietCpannen fiht, 
der fenewen er djär flfihtöigihi^- 
man welle ß zer^ bioge« ärdeneni 
fo ß den fohu? mue?> m^neit 
fwer aber dem. fin maere fcbin^et; 
des in. durdi <not yerdriiiget. 
(wan da? hat d4 nind^. ^ftai^ 
und YÜ ger&mediej^en p&t^ 
zeinem oireisi in, sem andern für), 
min. arbeit ich gar rerlür 
op den min mseireMdriinge: 
ich fagte oder funge, 
da? e? nock pa? trerafißme eia böc 
odr ein ulmiger ftob* , j 

Ich wil iu doch pa? bediuten 
von dilen jibiMrbseren lijiteB;> 
dar kom .gieaiteki Päraival, , 
man fach da feiten fr^iden fchal, 
e? wäsre buhurt oder, taaz^; 
ir klagendiu fteete was fö gswa^i 
line kerten Mk> on fohimphen rM- 
Iwä man noch minner tolkes fiht> 



«17 



C .1 



I , '- 1 \ 



< I 



den tuot jöts^iieime Yiisiide ^Mols 
dort warn die 'winkd alle yoly 
und onoh ze h(rite dä< ihan fo fachw 
der wnrt zeißine gaüx» \^raGh '> Vi 
'ich wsanf inan<!iii!^ebeti)etihäi 1:^ 
ßt ir tniiiedey: Mift^imtln' rxii ' 
da:; ir get, }fiit< fach j (Mini.' i >>! .\ :> 
na folt ick Radien' iviAfeaa 'i» ! ;: r) 
mnb i£ feheiden da^tfi inohtfc ^ ^ 
ei; wirt grd^ JUbade in bäden^kimt.!' 

Yome fpanJMtevtc^t .t ' . 

&fen tepch an raid.ftat> , }( / 

Farnval der wol 'genaht: ! = 
der wirt bAt im {piote nahti 
diu literfdiaft dd garr iM %)ranc. i 
ein teil ir im dar niher dsäno:* t 
dd fttorten 11 jden jmigensnian : >/ 
in eine ksmienäBen fite. \) jlrnih . 
diu "was alfö <gelierdt/i ' •: > ii'.: 
mit einod tiette g6a^^ i > tn t: 
da^ inicft:'Aifai'>^i^mnibi kn]Dcir"müBi^ 
nt d'ärde idCHhe jr8dy»it i>lüei 

'B&DOL beirt» armbot! i^iae tinr. 
alfer gloUe.in eimJS'lTzry 
lac drftfe: bin» pfefl^. tiektgemAL <. > 
die rittet bat dd PatrzirAl ;> I . 
wicLeriiTaren eia ir gcmikdiy. 
do'x, ^inibtNmfe botte fadui ü 
mit nrlöttbei fe 4a(MB' daiii 1 . 
hie hebt li<di ander fdiehft! süi 

. Tä l^efzöiL' vnt din.'Yärwe Cn 
die gäbn ito i^egenftritei fohin: 
wa; möhte liehtei; fti» ider>täc^? «w 
vor Hnem bettftÜäinlaiiMter^ l^,' 
daxi«Afe.ein.]shiU»r, dc^ erfdäf ^l^ 
juDchdrveni inel:'mnd nihtf ae las^' 
maneger im dar^ndäuo?' IjfMrknc} • 
d enfc^iMditen ibem^ diu wanen Uanb. 
onch zdch im mer gewändes abe i' 
manec wol gclboncter hnabe/ - 
Tterteo wäm dim ISlben l^doltli. 
dar nach gieno ^d zertür dal* im 
vier clare junefroaniefn: 
die folten debnoch föhonwen 
wie. man des beides pflsege 
und ober^iianfte' isege. ' • ' 
als mir diu ävenüure gewuoc, 
vor iesltcher ein knappe truoc 



' / 



r , 






eine keinen diu wol bi>aii. 
ParzivU Aef fnelle ma» 
fpranc < tindet^ • d^olaohe»; ' ' n . ; 
fi Tagten ^irvftdt wadien 



. " '» 



J> •' 1 ''*■»;( r 



Durch uewrhoih leine * ^Üe.*' ' w • • 
flui».Fxtüi'iäit>d0r'tljii>''i/! i! • '-.i-rn) 

^et :er.un£ um den ott'igefbäiit « > 
da? man geiü. liebfe» Tarwfli^ilt; ^ » 
da!^ iKgnnde ir ougeh fltegeii^t i >// 
d fi enpfiengten 4!hr griß^ni • '.' <'Ji 

ouch fuogt^n in >g6daäke''ii6t; ' - ^f 
da? imt >^ mimt f was >£& v^^i : ' t 
imt da? Yortjugenäe idiemeii'dTainii 
k5s gein emeos« halben gcran;' t' c * 

:i dife'TieF junefronwen: UiM»o^> * 
beert wa? Sedtefaid traooi < ^ ^ üi 
»Aku;; y^ ömt JitfertifiiCM^ ( " ' 
tmögem^dri uf kendikktidano;' ' ' 
di^^l^feDde:j^nci!^oöfwe wfe 
truog iftb?/ dör feft vott ffattM» • ' 
Af einer t^ehehi ^blaixcgi^ar.: 
diu ielba kniete ouxA mih .ctoir. *' 
er.bat'die {nmT^enrjßtäesL i '"''''■ 
fi fprach Mätmidh M SiWti»n.= •• »' i 
C5 W8Brt ir diene ungeVöirt, * ' 'i >• 
als mini her^ mir ba/ct ift g^g^M' • ' < 
rüe?er redei ftr gein' iAlalht^^Yör^^ 
dßr herrö tranc, « ^j leil*l(5ir Ä^. • ' 
mit urloube fe giengsu' ^iHdr: '' '•' 
Parziväl fich leite faidn • ^ ♦ '^ • 
ouch fazten junchöitrelfn ' • '^ * ' 
üfen tepch-die' kettea ffe, • '^ ' 
dö fi in Häfen» föheh: ' '^i '^.> i ;v • ' 
fi.begunden dannbn'>g4ke&'.>< ^ -^ >' 

ParziiTäl iiiU; einelao:- ^^ ^'< 
gefelleclfohe unz'an^d^ ta6 • • 
was bi im ftreirigiu' arbelti ' • ^ '• 
ir boten fettnftigiti iöit : ' '■ i- 
fanden im ifa .Mi^dar; •: • ' 
fä da? d*r:jitTRg<8: «iföl gievar ' ' 
finer muoter ttoum gar widenivac> 
des fi nifich GrBhmt^fet}& pSktf,^' > 
fiisr wart gefkep^et'ötf^in'Hi'öu'mt ' 
mit fwörtnegen umbe den i fotM, 
dervor mit man^er tjöÄe ^rtcÜ. > 
von rabbine hurteclM :^ '• ^^ 
er leit in fläfe ötsliche ndt. 
möhter drt?ecftunt fin tot, 



218 



.'j 



da; heter wa^hdnde i geddt 

fus teilt im lu^macli ddü foltl i 

Yon difen Ikengen fabhea > ;' 
muos er dureh not erMradieit . . • 
im fwizten .ädern uiüle ^b^n. ^' 
der tag euch dordk dm Veüfben fdieüu 
do fprach er 'we wä fini diu kint^ 
da; fi hie Yor mir niht fint? 
wer fcd inir bieten min gewawt?/ ; • 
fus wart ir der wigant : > l\ '■ 

unz er i iL^derftuht . entflie£ 
nieman.dä. redete noch enrief: i .j 
fi wtoen gftr.verboig»n. 
nmbe d^n mitteii morgen 
do ea*wd<^te aber der junge man: 
ftf rihte ficli der kiüene lan. :i 

üfem teppecfa fächderdegenwert 
ligen fin h&iiiAfeh vüid zwei fwärt: 
da; eine der wairt im geben hie;, 
da; ander was Ton Gähevie;. 
do fpraoh er aiiü lelbeti fön 
^ouwd, .diucch i^ra; ift diz: getat? V 
deiswär ich ibl midi wäpen drin, 
ich leit in flafe alfölhen pin, 
da; mir wachende itrbeit 
noch hiute wpetlich ift beireit, 
h&t dirre tvirt iirliuges nftt, 
fo Ißift ich gerne fin gebot 
und ir g^bot mit triuwen, r ^ 
diu difen mantel niuwen f i 

mir loch durch ir güete. 
wan ftüend0 ir g^müete, . > 

da; fi dienft wolde nemnl 
des künde mich durch fi gezemA, 
und doch niht durch ir miime: 
wan min wip de küneginne 
ift an ir IJbe alfe dftr, 
oder fiirba;, da; ift war/ ' 

er tet aller tuon fol: . ' 

von fiio; ftf wäpent er ficb wd 
durch ftrttes, antwurte; 
zwei fjYert &t umbö gurta 
zer tUr u; gieöc der werde degeii: 
da was fin ors an die ftegen 
geheftet; f<jhüt unde fper 
lent derbi: (iaäj wasiin g^* 



Ei ParzirAL der rwigant 
fich d§8 orfes nnderwant, i 
min^e; er der 'gadem erlief, 
f6 da; er üiädi den linten rie£ 
nieman er> hArte noch enfach: 
ungeföege leÜ dm^drtkn ^^efishadt 
da; het' im ssorii gereisjei : 
er lief da er 'was erbtet 
des ftbents dd er. kamen* was. 
da wäseMe nnde grasN* 
mit tretenne gerüeret i 
unt; ton gar zerföiN?e1u /. 

al fchrinde Uof der jtihge man 
wider ze« fime orfe an* 
mit pftgendeh -Worten 
fa; er drof. die poi^ni 
vandeu wit» offen Mii, i 
derdurch ft; .grd;e Ha geai 
niht langer er.dd habte, 
yaft ftf die brükkc^ er drabta. 
6in> Terborgen' knappe'^ feil 
zöchv da; der IZogebi^üÜLen tcd) 
het; oors yä? äadirrgeve^fll nidr. 
Parziväl der feu^h fich /wid^s 
dd Wolter him ^eiirr&getr ba;. 
'ir fult varen der Cdnnen hx^* 
fprach der knappe, ^ir fit ein i^- 
möht ir. gerüeret hdnxlen flaie, 
imd het den wirt^gevrägiet!' 
YÜ prifBiuch'Mt betraget' 

2f ^Udi den mseren Dcbrei därgaft- 
gegenrede imrgär gebraft. 
fwie Yiler nach geidefe, 
relit. alfer gdnde fiiefe 
warp dek» knappe und flnocdieporiöi 
dö was fin fchisiden dan ze finio ^' 
an der flnftbflBrto zÜ 
dem dier na zins Ton freud^ gtt: 
diu ift an im yerborgen. 
umbe den wnrf der forgen 
wart getöppelt ' d^ er den gräl Tant, 
mit finen ougen , ftne haut 
und äne wtirfi^ieckie. 
ob in nu kumber wed£^ 
des was erdä vor niht gewent: 
em bete fich niht vil gefent- 



1 1 • 



Abs Wolfruns von Esebenibiek TitenL 

Wolfipams Titurel, cl. f. g. ältere Titirel, 2 BrucWt. 170 Str. fjir ficli äiifbewkhk Jn 
2 Hb. f. Lachm. Yorr.xxyifg. u. verwebt in den fog^, jungem Tkiurel, deflen aal^ei>6%^ Hl», 
f. Lachm. Torr, xxra fg. t. d. Hagen OenniS»» 26$—^» n. 320 -r 340, K. jCU^ekfi 
deatfche Dkhtg im. MA. S. 761.. Ausg. t. ;Iochmann in ba Wolü^ S„ SS^rrtiSO. 
Üb«rt Y. San-Marte Bd 2 Hagdeb. 1841, ol t. Simrock Bd 2. äaupt zn Ws 
liturel Sn fr Ztfchi-. 4, 396 fg. • ' ' '. / . ' ! 

Von der Minne. Str. 47 — 73. 

• .■•'. ... , , j 

Der rtoIze.Gal^niqret dißu kiat mit da, an^ 
in liner kemenät^ zdcdb. dö„Scfa|oiu^f|iider . . 

was dannoch iiiht ftarc an finepi ;fi;ape,, ; > ; 

er ^wart iedoch beflo^^n, ; qi h&^ei^ ndt you Siguoen ]^iI^lp. . . ^ 

Owe des^ fi fint noch, ze tipop .ze folber angelt. , . , 
wan, Cwä diu miime in der jugeiit begriffi^ wirt^ diu wert aller Imgßtk, 
op da^ alter minnen fleh geloubet^ 
dannoeh diu ji^eait w^^ntip diu: nuiine bfuity jninne. ift krafte unbeiroubei 

Owd, minne^ wa^ tone diu kraft^nnder kinder? 
wan einer der nih^ o|igen. Mt, der möht dich jpün^i, giengejr blindjer. 
minne, du bifb alze mangw flahte^ , , ,. 

gar alle Ibhrtb^Br künden niq^er TolTchribeQ din art noch dtn ahte,. 

Sit da:; man den rehten münch in der zninne 
nnd och. den kl6fen»re ^^ol befwert, fint gehörfani ir finjue^ ^ 

da; ß leiTbent mangiu dinc doch kume. 
minn twinget riter ^nder. hetm: minne ift vil enge an ir rame* 

Diu minne hat begriffen da; linal und da; breite, 
minne hat uf erde hC^: . ze himc^l ift reine fiir got ir geleiit^. 
nmme ifb allenthalben, wan ze helle, 
diu ftarke.imime eri^anet>an ir kaufte, ift zwifel mit wa];ike ir gefelle« 

Ane wanc und Ane zwifel diu beide 
was diu mage^ Sjgftne, uud Schionatulander, mit leide: 
grd^u liebe was aar zuo gemenget. . . '; 

ich feit iu von }x kintliofier mnm^ yü ^wunders, wiM^ da; e;; Cch längst, 

Ir fchemelichiu. ^ubt ' und diu art,^ geflöhtes 
(fi wäm u; l&terlidier minne er^iiom) diu twano fi ir rehtes^, 
da; fe u;en tougenllche ir minne hälen 
an ir clären liben, und inne ai[i den herzen yerquälen. 

Schionatulander mc^t ouch fin^ wir<p 
Yon manger Aie;en tiotrchafHj, die ^ranzoyfe künegln AnphUTe 
toagenliche enbot dem Anfchevine: 
die erwarber unde wände in tjI dicke ir not; nu weade ouch die finei 

Sehionatulander tu dicke wart des innen 
lunb Hn^ (Bheim Galupfturet, . wie wol^er fpreeheu kun^e mit ßnnen,, 
nnd wie er Hch von knmber künde, fo^ieiden: 
des jähen im hie viL der tonfbsern diet^ als dort die werden beiden. 

AI die minne phlägen und miime an ßch leiten^ , 
nu beeret magüic^ forge unde manbeit mit den arbeiten: 
djl Yon ich wil äYentiure künden 
den rShten^ 4iQ [^on nainnen] durch herzeliebe ie ienende not erfunden. 



Der rüej5e SiM«i^liiliü«^lgfiWitd,!0/ <*?Tnlii/;7 ?uL 
als fiu, gi^fßUpi^^it : i^ rprgen jnaajecya^^ ,_ .. 

do ifpra^ er .'iSigöiae fefHferioh|e,, ;i .r •/ i .: . - , 'r 

ntt feüf Air, füe^^itt ) inage4^ 4^ den>Mfo%en2 f6 luoftn heiflfche. 
\^^ Dticäffe 1^^ ': 

icn icBPö Tagen /^düfiTtefbören' 4ön der art," die, nie kwäiet^^ Yetines^en, 

fine weeren helfec mit ir, Idn^^ . 

fwer durch fi kumberliche not enphienc: ämer feelden an mir fchone/ 

"Beäs ämts, nu fpridh, f4bed^ t^tint; Wa? ^dn -möineft. ■* " • 
lä hoem, ob du mit zühten ' dicTi'^®^ WiDön^^ge» 'W fÖ vereineft, 
da? dtn klagendju bet iht müge vel*VaieÜi'" ' '^ - ''^-''' ' -^ '= ^ ' - 
dune wi!5?eft öö^ n«l rghtier-dlfe wärhefl;,'^fcrie%M diöb irfht'^ i^er^äheh:'' 
'Swä genäde wonöt, d« ' M ixMii ♦n''l\fo6ben." ' ' ^^=- ^^ '^ ' * * 
frouw^l icS'g^V^etiideii: 'd^a^'iblt du Uü'fli'fdte^ ^riÄde' ^eWiodi^. 
werdiu gefellekeit Mi wol den kinden. -^ ' •'• ' - * - -' ' ' 

fveä TÖht i^enädÖ iiiÖ nlhi/-%cWäi{ z?e '«ööiüie; l^f mäc'fi'^ft Tinde^?* 
Si fprach ''du folt dfa truren ''dircli trööfteri'^^ktfoden,''^^ ' ' 
da'' iiiäii 'dit' %a!? geftaffen rtäc' 4diahAeidi :- 'Ändert'dti käliftj diöli ferfönden, 
ob du fferfb da:; ich dir kumber wende: * ''' ' * * - < > ' ■ 
wan irff W 1*ht 'eih 'Weife, öiinfer mäge/ läöds ttiMi"=Hdtö ^iWde." 

'Ich wei:5 wol, du bJft'ldnd^Ä UÄd-liüte ^rö^iii frottw€^. / , 

des enger ich iillt^siniht, wan da? <Äln höi-zö^^dur 'dtn ottgiB Töhpiiwte ' 
alfö da? e? den Jtumber mm bedenke. ' » i,; ; r. \ -.' ■■ 

nu hilf mü*' Miete, 6 da^ dfn rninö nfln .Üäiize und 'fröhde VefkrteÄke.^ 
"Swer fd m^nne hat, da^'fW Wiine itl g^Wö ' ^'' ; '; ' ' 
deheime als lieben Mun'de ils du^mir liifli,*dä^ A^^drt'üngebaöW'- ' 
wirti von mir nimmer benennet minne.* ' "^ '' - ' • '-' ' 

got wei? -WoY da? ibh'riie Ibekknde ttifiiiaen MUb' 'öocb -ii* gewinne. ' 

Minne, ift da? ein er? mäht du tniniie' niilr diiiten? • 

ift da? ein fie? kuiriei liiii- -'tiiihtie; iJV^'M'ich tniötiö getritrten? •' ' 
muojj ;icl> fi behalten bi den tocken? -^ '- ' ^^ - "' '^ • ' ' 

öd iMuget Mniie iitigfettie uf hätit' ^^dÜrh'äle'wildö?tchkÄi niiirti^'wöllobkeö." 

'Frouwe, icl\ hän ylmoihett^ 'ioii'^wfb^n uAd Vito"^ lüöiiti^ö;' ' '^ ' 
minne kan digü alteii, 'dön'jtm^eA fa'"R^hti?l{eh^ fjVawieö, '''' " ;' • 
da? fi mit gedanken fere fchiu?eti ' = | ' ' ' " ' ' .; . ^ 

H trifiTet äne wenken, da^ Ibufety'ki^üöh^^ fü'öiget-^der'^ftitt^et.^ • " 

Ja erkande ich, fiie?iu maget, & wo* totttine Vöfü nl8ep6n. * - ' 
minne ift ah gedanken: da? mag' ich iiü mit nlti^^ Itgfce bewfeifen : ■ 
des betwinget fi diu ftsete liebe, : ;.'Jil ;w ,( . . ;. . » 

nii'iine ftilt mir fbötide^ li? dSm'h^l^zen,'^ eötöM^ eitn didbe/ •'• 

"Schionatulander. ^^cH't^Wilgent g^dnke, '' ^ ' ' ; * - ■ 

fo du mit^ ft!5 den oögen kumeft,' da? iish mub?-fih'än'fröttden*dftrkratike, 
unze ich toug^nliche . an dich gebMcke.^ ' ; ' '" •- ''♦»' ' ' ' 
des Wre ich in äer ^Srot^en niht iieiminMv^e? 'erg4t afe^ dicke/' 
'Sone darft_du, me?iti' Ääget, triifeh lölft' Mgi^- Von öiinne t • 
dir wirt wol anfe frage bekant* ririhüen flüft Und ir gewinne. ' 
nu fich wie minne ö? fröude in forge w^rb^^i ' ' • • ' 
tiio der minne ir reht, 'S cßu minne uns beidte iÄ Iröfjien' Verderbe/ 



m 

Si i^firi^h f'}f93X 4iu inH9»ej \n diu herzen fd fltcl^^ , rj. 
dai; ir m^ uocfarjyip ,j^oc)i.4iu.,iq^ mit ir fnelheit efotlift^fl^^ 
weig abe iexi^A, wajj ,diu,:inixmQ,,r^het > i ;. 

an Jliut^n diia ir foji^^^^/^mp^, .ge^^K^ben, das; 11 den ijföii4ß ^ebijch^ti'' -, 

/J[$i.ift fi.g^^aJt^/ /4er tiimb©]?^ und där-gpC^ , .;\ 

niemen »lö küiift^.j}ä^t^,i.4^ ^ ^ünne ir w^i^idqr. xolpriff% .; ' ./ 

nu fnlen. wir j^diji -nftcb i^ bgife,;kfiegen , . ,; . .;; ,.,, , ;,[ 

mit tuiYeribbart^r ^^^t^^b^ mj^e kan mit ir w/^^e niom^n triegei^/F, 

''^0;wÄ, bi^((:(Üf, fliiijfte..^de?^.h^^ . ., ;.. , , 

danne da; ic^^ gadbe ; in. dAQiig^bot;^^ min Men lip; für. eigen l, ; • : . ;r 
mich b^t din.jpgept nocb nihi rebib eramet. . . . ; . 

du muoüt ;a[](ueb nifide;; lj(^tlid2/8inr J^s^e & dien^ •^. des wis vor ge(w«ur^t^'' 

* Prouwe, ais.ich^mik krefte diu wäpen.mae, leiten,. ., 
hie enzwiCphen nnde» ouqh d^^ min lip wirt gefehe^ in Tü^^en Im/s^^ 
fo da? min dieyift naqhj din€\r helfe ringe., : . i i . , . .: ^Jl^eitep, 

ich wart in dine hälfe erbciT^Q : : nu hilf.lÄ d^ i][% W.dir geljgage!/ 

Diz waa dCr.anevano,, 4t: geij^Jlffchefte ,,• ,. 

mit werten,, an d^^ ?^ib^.. 4<S| r^p^ppeius^ pir Ba^da^ Wt kre^ .,_, 
het ouch .fine herjvaj^ .g^fp^rophe^i, . . ' . ,. ,, 

und Ipomidto dgr. w^rjiei:: ,^:ir her wart.vü njL^er fper..zebrp(4^en. ,, 

Aus WolfSmns vto /EschenbMh WiMalm/ 

Hss. Laclim^ Yorr. S. xxxiii fe' ' K. Gödeice deutfche Dichtg im MA S; 697. Ausj^. 
y. I^aohmainli iil lini Volfratti 6. '421'-^«86. Überf. v.S. Mai'te BA 2: GuUlimine' 
d'Orai^e^ r^l^falAp$ de gftfte d^r Xlb et Xlle il^le«^i piü^li^s jk)tir>la, prfmUtQ foift 
par W". J. Ar Jlonckbloet» ^,tome9., L^ -Haye, Mart.Nyhpff, XJBöi. Ai^ioJ^xifxgßzeit: 
Lachm. zu iJ^altW f7, 11 S. 139. 



4 > .' ■ . ' • . ' ' ■ I /' I . : ) 



ij* 



. j .• . , i ,. , ,4ua 4e^ U^^ri^e 45, 23-51, 30, , ■ . ,,.^ : , . 

nu naht der krifte» ui^yial. ^ nu wart gerocheu^ P{nö : i 

die beiden, bß'rgo unde tal ... von Halzibier 4em küjoge ßoyel, 

mit l^e, bed^^ten fehieore, :: . . ^ er an YMaw erjCsudi ; : 

man hört an KfizibieTey • •> da? er die fchar nnt hurte braich, 

fwa? iemen V^y\^t wold etiJda^renl nnd da? er fhio« LiWWn, . «ii 

Pinä 4er da waa erflageoa. • :: . , Arefels fv^'fter fun, .i , 

dem künge :\^0|n Falfiinde' .. / • > Efkelabön und G;alafre,. . . 

tet il^es növ^ j%^bßii>w&< r Bubiün ui^d Taii^pafte^' , 

Halziläer 4ep<icl&re Gloridn und Merhant. i 

mit reidbrunem hitr^ die fiben kün^e IH zehant 

und fpanne:br0it zwifchen brä«> lägn vor Vivianae tOt 

fwa? fterke beten fths« hkbujij, : - Hal^el»eir die grögen niot j / . 

die truoo von P^lfandddör kttaec. mit einem fwertee fwanke galt, . > 

der was al finer hde firüjpeci. . V da? Vivians wart gevalt , > 

und manlioh^S' bjär^QH, j ; r hinder? ora uf dferde» . 

zer zefwen und sißVflmBm ' ' / unverfennen laoder w^de, 

^rehtjzebeden, banden.: .; .^ der ^ wias heidjßöfcheft eia.fohAr: 

fin höher p]?iB vo}f fohanden : i » des ja<^ da manec aniazur- 
was mit werdek^ behttot:; * , Dp e? Vivi^nz: Aw ergj^ncV; m 

in wibe dienfte/ bet';ffr.mi}pt. * ' mj Halzebier dife ahtof £^I)tf^i vi^nc,. - 



m 



Bertram und Craüdtn, ' 

Gaudiers und 'EbKn, 

Hünas und Grerart, 

Sanfftn und Witfchari 

die erkant fin manlichiu ' kraft 

wol bt ir guoten rtterfchaft. 

in düüite an ir gebseren, 

da? fi 26 vaSi^e wteren 

von art dem marcgraven benant, 

und da? er heSte gffibiu p&nt 

fiir Arabeln die künegin. 

er hiö? dife ahfce füeren hin. ' 

manec ftorje dar zuo gähte^ 
d€5r *Bi*e da? Terßnähte, 
duA WÄ? fi wären ze orffe komn. 
von wein dör fcbal d& wcerevemomn; 
des begunde vrägen manec man: 
dien weften niht von wöm gewan 
TerramÄr f5 großen fchaden, 
da? fin häfze' injämer muofe baden. 

manecftorje durh die andern brach, 
von treten nibftij^^ gat)6 gömach 
der cläre-Vivtans gewan. 
bi einer wile er fich verfan, i 
doö alle enwec kArnn gevam. 
des matcgräven f\^efter bam 
lach ein wunde? ors da R^n: 
al krefte Ids begund er g#n, 
Mit unftÄten- dröf er fa?; 
ßns febildeB är da niht vek^?: 
den begund @r dannen mit im traget^ 
hulf i? Ölt, nü fold ich kla^n 
Heimriches toiter fuon. 
ob ich der triwe ir röht wä tuon 
und riterlichem prffe, 
und ift min mtint W wife, 
ich fag da? msere erkennecUöh, 
wie Vivians der lobe« rieh 
fich fölbe verkottft uöab unfemfögen, 
und wie fin haut Ift' tot belegen, - 

diu dÖn gelouben %örte 

unz er fin verch verwerte. ■ ' 

der uns ime toufe Wart ' 
und Jefus an dör fiie?en vart 
ime JördAn »wärt genennet Kirift, 
der nam uns noch bevolhen ifty 
den die der touf bedecket hat: ' 
ein wtTe man idmttier lätj 



;i» 



6Yii däiike an fiite krifteiiheit; 
dar tünbe ouch Vitianz W ftreii;, 
nnai''im'dör t&t namc fbi6 ju^nt. 
Ön VCrch was 1nü*zel finfer tug6nt: 
Wöer^'dii? gtefwfbt'hSai famßnpris, 
ibhe iüöhte (hr äehfeinen wfs 
mit (werten nihterianget filn. 
mich jifanöH? ddtch die telde min 
'und freu Mdif dotth wie «t reftarp, 
dfeY Defte' «^eMekeit örwarp. 
• Dftp junge hiölt vor got erkant 
reit g^ d€ni wa??er Larkant 
niht der föfe v6ige ' 

reit heutih d^t enge* zteige 
unkrefüc von'dem jflähö 
^in einer ihntine. ' 
öJnderböume und albdmach 
und eine Irndfen Cr da fach : 
duiteh dto Miate kert Cr dar. 
vor d&n tienel' nafai^d(fr ttlb war 
der erzengel KerubhL 
VitfeHüa;, dttJttiftttÄf'Ain 
mag ieslich riter manen got^ 
fwenn & fiokfölbißn fiht in n6i 

der junge u? füe?em munde fjprach 
* tulgenthafter got, mth ungömach 
fi diner hohen kraft gegeben, 
da? du mich f6 lange lä!?ell leben, 
unz icti mtn osheim geföhe, 
und da? ich d^s Vor im veijehe, 
ob ich ie ztiht g^in im gebrach, 
ob mir fölch untät ^geCchach.' 
Eerabfn der engel Hehi 
fpraoh *nön hab des zwivel nieht, 
da? vor dinem tode dich 
diu oeheim fiht: des ivartan mich/ 
der engel lU vor im verfwant 
Vivians fich £k zehant 
(tracte fö der t6t geligt: 
unkraft het im an g^figt. 

D8r fluftebeere Tranzeys 
Willahn ehkmhieyfit ^ 
mac nu die fluft' erkennen 
und fich Mbön nennen 
zem aUer fchadhaftefbem man 
der fchiltes ampt ie' gewan 
und der i;» ttterfchaft gepflac. 
fin hefte hUfe ifttdä lac. 



tts 



jm an äht, die ßnt gerangen. ' ; 

der Itrit was IS ergangen: 

Munfchoy der crye y^s^ gefwigeni 

fmin zweinzec täent/wton gedigen 

xm an vierzlSiien der ßne, 

die werlfdte pfne 

bl ir Herren aolten, , 

und niht von im enw^iten, 

wan da; fe ir yereh für in bitten. 

in Maote nnde jn fwei^e ftiten 

die helde von der hifcze ftarc;. 

in mme ftonbe er fidb vttrbare, 

di mwe ftorje von däm h^ 

mit poynder kofm; ü? dem mit w^r 

l<äb funfzehende der markis 

reit, die mit fwerten priB 

beten di erbönwen. 

zelen nnde Ibbouwen 

G Geh djo begnndßn, 

an den J^en ■ fiamden / . 

ß marcten r^bte, wi3^% ir was • 

ö?erhalp des bers an eime gras. 

Der ie yor ftianden was bel^not 
[praeh 'fireude und böber nmot, 
ir beidiu ßget mir ze tal. 
TO wÄnee mtn ift an der zal! 



»fint mine m&ge tAt belügen^ 

mit w^m Ibl leb nu frende pflegen? 

dar zue min ellentbafte. nian* 

£& grft^ Maden nie gefwan . 

deb^fn färtte mlft gen6^ 

nu ft4n icb frende und bfelfe Wlftj. 

ein dinc ich wol fpreobeii wil: 

dem Reifer £aii waer ze yfl > 

^£rf^ fMte eeinraa inile. 

idie ^r tet ze Bnnzevftle 

unde« In anderen ftürmen fmen^ 

didne möbtcdi gein den mtsen 

ame fcbaden niht gewegem 

d6s mno; ich immer jdmers pflegen, 

ob ich han manltcben Hn. 

€tj GybarCy fne^u künigin^ , 

wienu mtn herze gtt d(^n zins 

nach diner lüinne ! wan idbi bins 

mit jamers laOb vaft übei^ade^n, 

da; ich d^nkikafteclksheii Ibhadeii ' 

an dir nn mno^ ^pfSßien. 

fwöm da:^ nijit wil verfmahen, 

d^r jebe mir mer noch flüfte, 

dan bürze nnder brüfte . 

ie getmoc ze heiner ztt, 

fit Abel flarp darb bruoders nit' 



Aas (xtitfrieds tob Straszbarg Tristan. 

Sm.: 1) Die Münchener Hs. cod. germ. ÖL Perg. 13. Jhdt. 109 BU. mit Bildern; 
enth. auch Ulrichs t. Türheim Fortfetzung. Von Mafsni. gebr. f. die Lesarten. 

2) Die Heidelberger Hs. Nr- »60. Perg. 13—14. Jbdt. 154 M. gefp.CoI Id. 4®. 
Auf BL 128^ beginnt dU Fortfetsung Ulrichs t. T. Doonx. im M«f. f. alld. Ui, l\ 
(Berl. 1809) S. 206 Anm. Wilken S. 440 fg. Grundlage des Grootjerqh^ ^^eztes* 
Facfimile bei ihm auf der Schriflprobentafel unter H. Lesarten bei Mafsin. 

3) Die Wiener Hs. Nr. 2707 frUher cod. Philol. 216. Perjg. 14. jFhdt. 12d BU. ift' 
Spalten je au 38 Z. kl. Pol. Leo t, Seekendorf im Mnf. f. altd. Lit; Bd 1 Sj 681 — 
641 mit Proben u. li^sa^t^iv HoAüann» Yerz. S. 106. Lesarten bei Mafsmann. x , 
J)Die Piprei^zer Hs., in der Laurentiana. Perg. 1^; Jhdt j;J9 Bll. Apf^ng- feit, 
oeginnt mit 4, 22 Mafsm. Mit Heinrichs v. Vriberg Fortfetzung. Der Canton Zürich 
jieil Abfchr. y. d. Hs^ nehmen, die fich noch in Zürich befindet. Danach abgedruckt 
^ Müllers Samlg Bd/2 (1786), 1^-^41 (die Fortfetzg in demL Bde). 6) Die 
^Unkenheim-rCrxootefche ^4., $inft zu der herrlichen Sanüg ▼* : Kittiti^rkeil 
^•Altertümern gehörijj^, welche die Grafen y. JV^anderfcheidt auf ihrem Schlqfle 9U 
«laukenheim in der ISfel befaßen, jetzt im BeCtze Herrn E. yon Grootes in')Kij6i» 
y^S' gr. so gefp. Col. mit 10 Federzeichnungen. 132 BU. Auf ß. 234 folgt, flur 
^vch «inen gräiem Anfängsbuchlt beseiiehnet, Ulrichs Fortt auf 20 Seiten. Die Hi« 
J^Qt Schluli^ae^iTSiQhtjyoll^ndet.den 23. 4ng^ 1323. Sprachfom^n niedarrheiiäfch.; Fao* 
^e bei Groote a. a» 0. 3- Lesarten bei demU unter h, 6) Die Blank en- 
I^eini-Berlinei' Hs., aus, Blankenheiiij ftammend , jetzt in der köi^. Bibl. zu Ber- 
^» Perg. 14. JBdt 198 Bll. 13. Fbl. dfpaltig. Auf Bl. 64 beginnt am SchluBfe dfer 
1. Spalte GotiHds. Gedicht n. |^ bis aiiri3. Spalte des l»9ften Blattea /Daralof l(^gt 
^Inchs Fortf., die auf dem IdSi^ten Bi, in der 1. Sp. mit V. 2507 Groo^ Jchlieütr 



Mundart AiQd9irHik^ini^.o ^^phrj^ung-bei Qroo^ i^fwm fl. FticSM* M öemffiunfcr 
lX,.Lempe^^^p^. j{,7) Pi^ Pberlin-Grootefche 5;s, ^i%jl§.J^dt Groote 
kaufte Re 1815 in Paris vom jungem öberlin. Pap. Fol. l^Ö Ell., die .3. erften Seiten 
leer, drö' 4!' Üegittrit'-nilt Y, iU <3tt:^i&, 1 Mkf^; ' IHeTfetikteA'SÖ BllV ^nth; Im- 
richs FttrtÄttg blrf T.'lB7C(ö' Ml^ieri ^ Äicfindle bei ßtöou/ 0^' Lbiirt^Xebeitf. Difife 
Hs. ift nicht ^e ifl[K'SÄhj8?z-Obei^in(U)i4n:01oirar benutzt«: jGin)(<^ -wsia^vi 1/ «), Die 
RQ^^i^Bqfi«b^ ]H^, ,^iUi^ in der. ^ä^, Birresheimifchen Bibl. zu .Kabl^flÄ/ÄSa^midri« 
S. 124) , jetzt m Befitze des GralTen, von Rennes. Pap. gr. 4 oderSeit H. HoL 2. 
Hälfte ffey^ l8: Jüdfei, eiitKäli' iiit Viölei ausgemalten Federzeiclrimngäi (dli TM%i:i 
Groote Trtftaff\ztii i*rdhi)'iu£* 439.iBliLi'idh)tfrids GedichtV'iAWJlÜiet «df 0» 'ein kd««» 
unbedeutendeß/,tt .iTry^hii n^oa t^pi. 1^,^11. (§ß. Vetfe), £^^ ,(£ die BubmheRijjrott 
Groote S. 39S( fg,)^ Jffacljniil^ u-.ljie^arten bei Qxoopi vqatex R. : , Briichftüqke: 
9) Docena Bruchtt. 2 BU. Pei-g.' 40. "Mitte 13. ';ridt. 2 mal 16^ Zeilen V. 10480 
— 106*42' ui liÄd'9'/^-^lf4«Ö'MWnefl JeÖÄ'Col. 42 Verfe, di(^ Abfätzö dtircli einen gro- 
fien BndWUibea;,'ldei!i «HS id«h:Lime>ifin: wenig hervortritti Üet Tdxt ftimmt b. Ror. 
tfs. Not^r% Le^ftT^ni dujoh;^I)<>9p]D^^^ Mifc^ 2 (lSQ(l)^^lf,0 ,|g^ Dooe» h«tt» die 

alten Hs. Z. 

v>«#Mi — w^w -; — o- — ,- » ~-~~jj — v»v/* .u^xj^Aj.g^A j-u.i.üi'fti.-Ztg 1826 

April Nr 98!S'pi!''1^9-Hr-.8(l{bekiiiiit )Axa Büfcliings Nadüof Ifadi da^ Bbit aüHag^n, 
MSHagv: 4^.§ftlt:Amn*M :| , X^) Wi^j^pr Bruohft. Der Wi^BWüiJJÄ .2707 («ben 
Nr ,^) vopg;^bm^den ift 1 ,]^l..,z. T. ver\^cht u. zerrißen, das V. J919— :9^,Mftller, 
2027— 21|t)2 Ha^i ^htbält. Abgedr. . durcli Leo v. Seckendorf im altdeutfchen kut S. 
633— Sfe.*' Vgl: 'fiöffi»: Verz. S. lOt ' * Verlorne Hss.; 12) betlins Hs. Fol. 
Y^ die: iD^tiltta imas. yoni iScherz 1 0bejdEATclien Gloflar p. v. . ' . : ; tiä) i «in^ B e gtns- 
burger Hs^, yerbT^n^te^ b^i den Jefi^ten-daf. L J. 18^9/ Gpoyte i,:^*!». Aus- 

gaben f l^rift^ y. Meifter Gotfrit v. Straßburg mit d., Fortf 4e's Meiftjßis IJlrich y. 
Turheim brsg. y. E'. von Groote, Berlin Reimer 1821. (Die Einleitung entt. i^ones 
Abhdlg n!^ir' die Bedeütüiig dfef Sag^.v. Triftftn' Ö. fn— ixivi.) GktM^ds'V.' S^ass- 
bürg "Werke hrög;? v. von der fla^n,* ^Breslau Max. iBSSf Bd 1 Giotfrl IWßan nebft 
Ulrichs Fortf..t ?d.,2^Heiniichs.Fortf,, Gqttfr. Minnelieder, die.aifcen firan«. en^nt^ 
lif. m,, fpan. i i3re dichte. V. Triftan .u. Ilblde. Hagen hat übpr k lyrit. Hilfsmittel keine 
Rechenichaft ahgelegt. Üie-L^skrtenfamlg Bd 3 ift verbrannt :* MSHag. 4. 611 Am 
Triftan u. Holt (mit Ulrichs Fortf.) hrsg. v. H. F. Mafsmann, Leipz. Göfchen 1843. 
tT)erfetzunge^:.fv.j:pj3rm,rai*tz,|^^g^;.J84ff; y^^ 2 Bde. 

Zpx Schwertleite. Hag. . ß. ß4 — 70 Z. 4545 — 4972. Mafs^l. . 
•y^ : V Ii5, 27 — 126; 14: ^Tack.* 477-^488.. ' ' 

. ; Sniö grqif iBÄÄl- wit IPriften .. , und wa» der. ^i^e iegelich 
i# diÄc b«f(kieiid6iiMcheii 'Äh, ^ ' lA ir* ambetö ridi. ' ' ' 

als ö^ a 'tedei Väi^ gisw^i * • jla? eme da? was höfcer itiuot; 
15 : gcji^niieiir iiarnfifci unt gewant< da? ander «da? was yoÜe? guotj 
inncrhalp fdijii drl?eo tagea, : , . Aaj^ dritte wasi biefcheidßBheit, 
da? drteeo-ritter folden tk*agen, - '^ €iti' difitt fewei^^efötaiÄne flcDBit; 
4e fich der hbrelfehe TrifÄ^ ' . i ! ^^^ yrjkxie dk? '^s' hövörcber y± 
ze g^eÜen.: weite nemen aW . '.def j^set^ difea ajlei driiv , / 

fwer tüich nu Trüget umbe ir Jüeit' > ß rwothten alle viere 
utod ttmb^'ir^ tefeidfer rtdfeit/ > '^vil pöhle in it ürame^: 

T^-;jäiu ^eläinfinö' Wrden bt&lit,;,' Mi Mhe muot <feV gerte, 
de» W iciji kiuFz^. bed^bt, ', 4ö^. volle gu9(. gewerte, 

dekn flge idi^ «als da? mcBre gibt, befcheideiaheit IclUK^-iindB fneii 
[^^e idh tae ftuders M, ' - ' dör fiü d^ tiefetö* ir äfler Meit 

fo TpidöÄe >r inich -dÄt kü ^ ";; und andeir ü-' f^itim, '] 

mxd Age «r Ifelbe Üa? ^derirah:, pwpr^ imd l^overäiw _, . 

ir kleider^Wären ftf geleüi imdand^m der ritter rart, 

mit vier hande rfebett ' ' ' : . ^ . dlSr dön Wtter böMt ■ 



SiS 



iw^ fo 4a; roa und ouob den inam 
ze ritter gepröeven kan^ 
der gezloc was aller fore rich^ 
mid alfö rieh, da; ieg^lich 
eim köne^e wol geaadme^ 
da; 6r fwQii dar iime iuBma * 
Sit die gefeUen QtA bereit 
mit. befek^idenllcher rioheit, 
wie gevihe ich nn. miu (frechen an, 
da; ich d6a werden houbettnan 
Triltandeiai X6 bereite 
ze finer fwörtleite^ 
da; man ^; g&me^ yemtoi^ 
nnd an d£m iH^ere wol getBmei < 
ine wei;, wa; ich d4 yqh ge&ge, 
da; in geUche und iu behage . 
und fchone ^i diCeme in»re übe; . 
wan bi minen td^en nnd 6 
Mt man fii rehte. wöl geßeit 
von wferltiicher zierheit, 
von richeiBt ^iMBte, 
ob ieh dfo. rit^& h»t6 
zwelve, d^ ich einem han, . 
mit d^n idh imibe folte gän, 
und wffireida^igevüege; 
da; ich tweülzwtigeii trUege 
in min eines mnndey 
d<ir iegeUcbiuiloinde 
ipr($cben^ ailsvieh fpcechen kan, 
ine weite wie.gߥyaien an, 
da; ich von rtohette / 
fö guotes iht gefette» 
mane haate ba; da von gefeit 
ja ritterlichiii zierheür 
din.ift fd.&^anäege wia befcdiriben 
nnd/ift mit rede alfu zeirtriben, 
da; ich niht kan gereden ds^ abe/ . 
dA von kein hörze vröüde habe. 

Hartman dar Onw^re,. 
ahi wie der diu msere 
beide ü;en unde innen : 

n^it Worten nnt mit Onnen 
durchverwet nnt durchzieret! 
^e er mit rede.figieret 
der äventiure meine! 
wie lüter nnt .wie reine 
Hn kriftallinin wörteikin 
beidiu fint und iemer müe^n ßn! 

Sehade, altd. Leseb. 



ß kflm^t A%a man mit Qten an, 
ß tuont lieh nähen suo dem man 
und liebent rähtem. muote. 
fwer gnote rede ae guate 
und euch ze rehte kan verMn^ 
der muo; dem Ouwsere län 
Hn fchapel tmd fin Idrzwi 
fwer nu des hafen gefelle fi 
und uf der wortheide 
hochfpräiig» und .wttweide 
mit bickelworten welle fin 
und üf da;, lörfohapellekin 
wän äne volge w^lle h^ 
der l2l;e uns bi d^ wäne Üin, 
wir wellen an der kür ouch wäfett. 
wir^ die die blu<HQen helfen lefen, 
mit den da; felbe loberis 
undervlohtea üt in bluiomen wis, 
wir wellen wi;;en, w«d er ger; 
wan fwer ea ger, der fpringe her 
und fkecke fine bluomen dar: 
fö neme wir an den^ blnömen war, 
ob n lo.wol dar an gez^en, 
da; wir; dem Ouwiere nräMhn 
und geben ime dia; Idrzwi 
fit aber noch niemen komen fi: 
der e; billicher Me hht, 
fö helfe got, fö lä;en fÜn. 
wir fuln e; niemen lä;en tn^n, 
£m wort ^dlan vil wol getwagen, 
fin rede enfi ebn unde Hebt 
ob iemen fc|;^6ne und uireht 
mit ebenen finn^a dar getrabe, 
da; er dar über iht beßiabe. 
vindcere wüder m»re, 
der meere wildensere, 
die mit den ketenen liegent 
und ftumphe. finne triegent, 
die golt von fwachen fachen 
den kinden kunnen machen 
und ü; der bühfen gießen 
fboubine mergrie;eny : 
die bemt uns mit dem ftocke fehate; 
niht mit dem grüenen linden blate^ 
mit zwigen noch mit eften. 
ir fchate der tuot den gefken 
vil feiten in den ougen wol. 
ob man der wärheit jeheii foL 

15 



zS6 



dane gät ikihi gnc^s miiiotes ran^ 
dane lit niht he'p^eliifteB an: 
ir rede ift nüit alfö gövar, 
daz; edele herze iht lacdie cUti^. 
die Alben 'wildenesre ^ 
Q. müe^en diutere 1.1 

mit ir mseren lassen gän? .! 1 
wir miigen ir da nach niM verftan, 
als man ü hceret unde* üh^; >> 
föne han wir onoh der soxuii^ lüfat, 
da^ wir die glof« faochön ; i ' 
in den fwarzeÄ bnochen.. 

Noch ift der verw:we mßr:' * 
von St^inahe Blflc^r^ 
diu ßniui wort fint lualkm. < 
fi worhten vronwen an der ranji 
von golde nnd ouoh von liden, : 
man möhte^fe nndertoiden^ ^ 
mit krißohifehen borten; . 
er hat den -wunfch von woften. 
finen lin- den reinen, ^ 
ich wsBue da:; in feinen < 

ze wunder haben gefpimnen 
und haben in in ir brunnen 
geliujiert und gereinet t ' i»;: 

er ift benaaüBn gefeinet. 
fin zunge,.din die harphe ireit, 
diu hat awft vollem feelekhcät : ^ 
da^ fint . diu wort, da^ ift der fin. 
diu zwei im harphent linder in 
ir msere^ iii vremedein pr«fe, 
der lelbö.w(Mrtwife, 
nemel w:al*, wie der hier nnder 
an dem ümbehange woindei* 
mit fpeeher rede entwirfet: 
wie er diu me^^er wirfet 
mit behendeclicben rimen. 
wie kan.er rime limen," / •. 
als ob £ da gewahfen Iin[ 
Üt; ift noc^ der gelonbe miny / ' . 
da:5 er buoch unt hnödiftabe, 
vür vederen angebunden habe: 
wan wellet ir (in nemen war, 
(in wort 'diu £weimenttala em ar^ 

Wenmac ich nu.mer ü^ gelefen^ 
ir ift und ift genuoc gewöfen 
vil finnec xmt vil rede rieh* 
von Veldeken Heinrich 



&!(r fpraclt i^j^ VoWen Hnn^n.' 

wie wol fanö Ijr vonminn^l 

wie föhöne "^ finen fin be(neit! 

ich wsene, ftr fiae wl^eit 

11:5 Pegafes orQfyriage nam, ■ 

von diSm diu wfi^heat' elliu kam. 

ine h&n fin £&be niht gef^en, 

nu hoere ich aber die heften jBheB; 

^ do b} flnea jihren 

und fit her meiiter wllren, 

die fölben g^ibeni im einen prts, 

Cr imphete da? erfie ris 

in tiutefc^we? ^ngen^: < • 

dk von fit jßfte erfftmAgenl i - 

von di^ die bkomen kibnen^ 

da fi die fpeehe ft^ nämen 

dar Tneifterliohen vtinde; 

und ift diu fBlbe k:ünde 

fo witen gebreitet, 

fü manege wts geleiteiy 

da? alle, die nu fprßobenil,' > 

da? die dBn wnnföh da bfd^eni 

von bluomen uni <von rtfen 

an werten undeian wifeai. ^ 

Der nahtegalen dMr ift vil, 
von dän ich nu niht fprCchen w3: 
fine hoerent niht ze dirre fohar. 
dur da? fprich ich niht anders dar, 
wan da? ich iemer fpir^ohen fol: 
fi kunnen alle ir ambei wol 
und fingent wol 2» prife 
ir füe?e fumerwJfe; 
ir ftimm ift Inier unde gnot, 
fi gübent d6r wallte höhen mnöt 
und tuont r^ht in dem hISrzen woL 
diu w^rlt ^n wsere uxruoohes vot 
und llibete rehte als äne ir danc, 
wan d^ vil Ifebe vegellano; 
d^r ermant vil dicke den man, 
dör ie ze liebe mnoi; gewan, 
beide liebes undeguotes 
und maneger hande muotes, 
dgr edelen harzen fanfta tnot 
6? wecket vriuntlidifin muot. 
hie von kumt iimeciich gedinc^ 
fo der vil füeaje v<^elfanc 
dgr wgrlde ir liep begiimet zaln 
nu fpröohet umb* die nahtegaluf 



227 



die iint ir dingee wol bereit 

nnd küiiBen die ir fenede leit 

fö wol befiogen und b^age». 

welhiu fol ir baniefre iamg^i>, 

fit dia vo» Hagenönwe^ 

ir aller leltevronwe 

der werlde alfit» gelWigen ih, 

diu aller «doene houbet^ 

verfigeleir m v^ izmngiea ti^oc? 

von der deiik>i<^ vil «nd geacioa 

ich meine/ äb^ von ir doineffl^ 

den Hielten, dfo A3b<»nen, 

wä ß dar Dd tu neeme^ 

wann ir dai; wunder 'ksBine ■ • 

fö maneger wandelimge. 

ich waane, Orfenfes zunge; 

diu alle doene Icuade, 

diu doenete t^ ir munde. 

Sit da:; man der nu nifat enhftt^ 
fö gebet uns etelidbien rät 
(ein fffilec man der fpreche 4ar)! 
wer leitet mk die lidben fcharr? ; 
wer wifet diz geßnde? 
ich wöBne, icb fi woi Tinde^ 
diu die baniere vüeren foi: 
ir meifterinne kan e? wol, 
diu von der Vogelweide, 
hei wie diu über beide 
mit hoher rtümne fdieüeti 
wa? wundes fi geftdlet! ^ 

wie fpsehe fe organieret! 
wie fe ir fanc Wandelieret: 
ich meine ab in däm dftne 
da her von ZithÄrene, 
da diu gotinne Minne 
gebiutet mf und inne: 
diu ift ze hove kamererin 
diu fol ir leiterinn« fin; 
diu wffet fi ze wunftjfee wol; 
diu weii5 wol, w& fi fuocfeen fol 
deriminnen mdlodte; 
fi und ir kompante 
die m&e^en 1^ geifiges, 
da:^ fi z6 vrönden bringen 
ir truren unde irfenöde:^ klagen i • 
und da; gefchebe \A mtiüien tagen! 

STu hän ic^^rede genüoge 
'^on guotef liute tuogie 



gevüegen liutMi vür geleit 
ie noch ift Triftan umberejt 
ze finer fw^rtleite. 
ine wei;, wiedi in bereite: 
der fin wü tuender dar zuo; 
föne weK5 diu zunge, wa; fi tuo 
aleine und an d^ finnes rit, 
von 4em Seir ambet Biäe^ thät 
watj aber nu wärre üi beiden, 
des wü ich fach befeheiden. 

Si zwei bftt daa^ reniret, 
daa; tftlbiukiii wirret: 
dem man, der niht wol reden kan, 
kumt dem ein rede richer man, 
im erlifchet in däm munde 
da:; (elbe, da; er künde, 
idi weene, mbü al&m g^bkeben: 
Ich fihe ukid hin bi; her ge^*hen 
fö nlanegen fi^Ane redenden man, 
da; ic^ des ntht geraden kan, 
e;n dunke n^di da wider ein wint, 
^s nu die liute redende fint. 
man fpridtöt nu fd rehte wol, 
da; ich von grA;em rcMe fol 
miner werte nemen war 
und fehen, da; fe ehSÜ fin gevar 
als ich weite, da; fi wssrem 
an vremder liute mssren 
und alfe icb rede' gepriieven kan 
an einem anderen man. 

Nu enwei; ich, wies beginne, 
min zun^ und mtne Unna 
dien mugen mir niht ze h^Ufe komen ; 
mir ift von vorhten g^iomeu 
enmitten ü; dem munde '^ 
da; felbe, da; ich lomde. 
hie zuo enwei; ich, wa; idi tuo, 
ine tuo da; eine dar zuo, 
deiswär da; ich noch nie geteter 
mine Tl6he und mfne böte 
die Wil ich erfte fenden 
mit herzen unt mit henden 
hin wider zEHköne 
ze dem niunvalten trAne 
von d^'m die bruniaen diB;ent, 
A; den die gäbe vlie;ent 
der werte unt der finne. 
der wirt, die niun wirtimie, 

15* 



49AA 



Apolle und die Kamenen 
der ftren niun SirÄnen, 
die da ze hove der gäbe phlegeiai, 
ir gnäde teBent uiMle wegeilt, 
als fe ir der werlde gunnen, 
die gebent ir finne bnmnen. 
fö YoUecliche lüanegem man, 
daz; ft mir einen traben 'd(u-T«n 
mit ereil niemier^intigenverfagen. 
und mao oiich kti den M bejagen, 
fo behalte id» miüe ftatidft wol, 
da man fe mit: rede bdi^ten ifoL 
der fölbe tifahen der eine^ 
der iß .o«ch inie fö ki^e^ : . .m 
em müege mir verrihien> 
verrihtende 'böHihten 
beide s^ungen UAde.ßn, 
an dän ich fds entrihtei Irin, 
diu minejn Wort mxkO% er mir Un 
durch d^nvil liebten tegel gan 
der /kain^fohcn finlie, 
und mnoi^ mir diu dar inne 
ze vremdem wunder eiten, 
dem wunfche betreiten 
als golt von Aräbe. ... 

die ielben gotes gAbe 
des wären Blikone», . 
des* oberellen trdnes, 
von dem diu wort entl|>ringi^nt, 
diu diuxih das; öre klingent 
und in da^ fa^rze. lac^ent, 
die rede:darliuhtee mach^t^ 
als «in etwelte gimmie, 
die geruüohen mine iUmme . 
und mine böte erhoBren 
oben in ir bimelkb^en 
und'r(*hte als ich gebeten hän, 
Nu diz laut alle:; fin getan, 
da? ich des alles fi gjBwiJtt, 
des ich von Worten han gegört,.:. 
und habe des alles tollen hört; ! 
fenft allen oren mtniu wort; .i 
bßr iegelichem herzen fdiate 
mit dem ingrüenen lindenblate; 
ge miner rede als löbene mite, 
da:; ich ir an iegelichem trite 
rüme und reine ir itr&^c, 
noch an ir ftra^e enlä^ 



dehein^ (Iahte ftöubelln, 

e^n miües^e dan gefi^eiden fin, 

und da? fi. Biwatt'Afemkle 

unde üf liebten bluomen g& : 

dannoch gew^ide ich minen fin, 

fö kleine als ich gefinnet bin, 

kftm oder niemer dar an^ 

dar an lieh alfo manic man 

verfuoohet ?uad verprffet Mi 

deiawar^ Job fol e& hi(beti tÜ. 

und ker^a iieh. alle, mine kraft 

ze ritters bereitfkhaft^ .* 

als wei? got maneger Mi geUn^ 

und feite in fla«;, wie Valkftn> 

der wife, der mmte, 

der guote liftmach»re . 

Triftande finen holäbeni 

fwert und hofen und ander werc, 

da? d6n xitter fol lieftan, 

durch Hne hende liei^ gan 

fch6n und nach meifterlichem Rie; 

yfiet im entwürfe unde fnite, 

den kuonheitnie hevilto, 

den eher an dem fchiKie; 

wier im d€n heim ''betihte 

und oben dar üf ribte 

al nach der binnen quAl^ 

die viurinen ftrale; 

wie er im al befundedr 

ze wunfche: tot ze wunder 

bereite ein und ander;. 

und wie. min viKm.lCaffander, 

diu wife Troierinne, 

ir lifte und alle.ir ßnne / 

dar zuo hsete gewant, 

da? fi Triftande ßn gewant 

berihte unde beraite 

nach folher ; wtshdite, • 

fö fi? aller bcfte 

von ir iumen weite, 

der geilt ze himele, als ichg. las, 

von den goten geiüei]^ was: 

wa? haste da?f iht ander krafliy .« 

dan als idb die gefeUefcdiaft 

Triftandes e bereite 

ze finer fwerüeite? 

mag ioh die. volge.vOn iu hän^ 

£& itt min wan aUo getan, 



n9 



und wei? dai5 woIj mttoi undei^uot^ 
fw€r «wo dfn zwem giepffitoi 4uöt 
befcheioteiiMii/ und höf^Ghen fin, 
diu vieriu wüikent under in 

293, 11— 30ä, 16. 

Hie mite die kiele ükridien hin. 
n beide hfidt^nunder in* 
guoten wint und guote var. 
nu was diu vimwhie Fchar, 
Ißt und ir ^finde, 
in wa!5:5er unde ih winde: 
des ungevertes ungewon. 
unlanges komen Q. dft ron ^ 
in ungewonlkhd nÄi\ 
Triftan ir' meifterdd^ ^cObot, . 
da:; man ze laMe.ifefaidttie. < 

und eine ruowe hielte. '. • * - ^ 
nu man ^diäkitB in «eine iiabe> 
nu gie da^ Tokf almej^c abe 
durch banekse^A^ an* dä^ Jaost^ ■' 
nu gienc euch. Triftan zehant 
begrüe^en unde belbhouwen 
die liebten ßneTi-oi^en;! 
und als er zuozir nider gefia:; • 
und redeten diz unde da$ 
Yon ir beider dingen, • 
er bat im trinken bringen, 
nune was da niemen inne 
an die künegiÄne, j ^ ;■ 

wan kleiniu juncirrÖÄwdin. 
der eine^ fpradi: 'föht, hie ftat win 
in difem yä^^^^eline/ 
nein e:pi was niht>mit wine, 
doch e? im gel ich wa3(Te : 
e? was diu wemde fwöere, 
diu endelofe hei^not, 
von der fi beide Wgen tot 
nu was ab ir da^ unrekant: 
fi fluont M und gie zehant, 
da daj5 tranc uni da? glas, 
verborgen ^u»t behalten was.' 
Triftande ip metftferibot ß da?; • 
er bot If44e vüarba?: * : 

fi tranc ungenie :und überlaac ' •: 
und gap d&TriCbaiul, UAdelSfetraac, 
und wanden böide, e? w»r© win. 



als wol als iemen ander, 
ja Vulkan und Kaffander 
diu zwei bereiten iritter nie 
ba? ze prife, dantie euch die. 

-166 Z. 11649-^18054. Hatiin. 
Wack.* 488 — 458. 

ie mitten giene auch Brangeen in 

unde elende 'ida? glas 

und fach wol, wa? der rede was: 

fi erfchrac fo fere unde erfcam, 

da? e? ir alle ir kraft benam, 

und wart reht als ein tote var. 

mit totem herzen gie ß dar: 

ft nam dag leide yeige va?, 

ß truog e? danne xxut warf da?; 

in den tobenden wilden fe: 

'owe mir armei ' fpi^ch ii, *öw^, 

da? . ddü zeö i weFldö' ie wart 'gebom l 

ich aibi^, wie* hin. ich verloi^n 

mJn ereiund*>mlne tiduwe! 

da? e?tg*»t ienaer riuwfe, 

da? ich an^diferidi^ iekaaiLi! 

da? mich der tdt d& nihi ennsun, 

do ich anf'dife veige vart 

mit Iföte ie bef<^ei(tea wart! 

owe Triftan linde Iftit, 

diz tranc ift luwer beider tdi 

Nu da?- diu maget unt der man, 
Iföt unde Gfriftan, 
den tranc getrunken beide, la 
was oudi der werlde unmuo?e dA, 
Minne, aller herzen lagertn, 
und fleich zir beider herzen tu, 
& fis ie wurden gewar. 
dd fbie? fe ir figevanen dar 
und zöeh fi beide in ir gewalt: 
fi wurden ein und einvalt, 
die zwei und:zwivalt wiren e. 
fi zwei enwären do niht me 
widerwertic under in: 
Ifote ha? der was dö hin. 
diu fuonednne Mmne ^ 

diu hsöteir beider finuie' * 

von ha??e alfö* geireinet^- 
mit liebe alft - Veremirt; : 
da? ietwäder dSm' andirn^ wat ' 
durchlüter als ein i^piegelglas. 



280 



fi hsBten beide ein herze: 

ir fwflöre was fm fintoe, 

fin Imerze was ir Tweere; 

fi wären bdde einbeere 

an liebe nnde an leide 

und hälen fich doch beide, 

und tete da:; zwivel nnde fcham: 

ß fchamte ßch^ er tete al£ftm; 

fi zwiYelte an im, £r an ir. 

fwie blint ir beider herzen gir 

an einem willen weere, 

in was doch beiden fwewe 

der urhap und der begin. 

da^ hal ir willen under in. 

TriTkan, do er der minne enphant^ 
er gedahte fä. zohant 
der triuwen uut der ^nes 
und wolde dannen keren. . j 
^nein' d^te &t alle; wider ßoh, 
*1A Mn, Triftau, verfinne dichy; t •: 
niemer genim es keine war T «m 
fö wolte et ie da; herze dar, 
wider finem wiUe». krieget et, 
er gerte wider flner ger; i , 
er wolte dar und wolte dan. 
der vergangeae man 
verfuochte e; m dem ftricke 
ofte ui^de dioke 
und was des lange fibcete^ 
der getriuwe der haßte 
zwei nähe gendiu ungemach: 
fwenn er ir under engen fiach 
und im diu füe^e mintie 
fin herze und fine finne 
mit ir begunde feren, 
fo gedahte er ie der Eren: 
diu jmm in danne denran. ' 
hie mite fd h&rt^ in aber an 
minne, fin erbevogetin, 
der muofe er aber gevolgec fin. 
in muoten harte forö 
fin triuwe unt 'ßn ere, 
fö Benote in aber. diu liam« jml, . 
diu tet im -vrirs dantoewe: 
fi tete im meze* leide 
dan triuwe und ere beide. 
fin herze la^ ß laehend an 
und nam fin ouge denran. 



',t 



als er ir aber niht enfaoh^' 
da^t was fin meifteg ui^^oach. 
dicke belazte er tuten« 'SMao^, 
als der geyamgene tiuity j 
wie er it möhte entwenken, 
und b^unde ofte denken 
'kere dar oder her, 
verwand^ dife ger, 
minne und meine anderswir 
fö was ie dirre itrio aldä» 
er nam fin herze nmi finen fin 
und fuochte enderunge in in: 
föne was ie niht dar inne 
wan Iföt unde minne. 

Alfam gefohacii Iföte^i 
li yerfuochte e; oucä gMidter 
ir was diz leiten ooeii ande^ 
dö fi den Ifhi erkande 
der gefpenftigen iniiuie • . 

und fadi wol, da^ ir fiAne 
dar in Verfec^et wkßea. 
ü hegende ilistdes yären, 
fi wolte ui5 unde danc 
fö klebet ir ie dar Ihn an; 
der zoch fi wid^:unde niden. 
diu fchcene fiaröbete aüe; wider 
und ftuont am iegeUehem trite ; 
fi volgete ungerae mite, = ■ 
ii yerfuochte e; manegen enden, 
mit yüe;en unt mit henden 
nam fi yil manege kere 
und yerfande ie mere 
ir hende utide ir yüesje 
in die blinden fiie^e 
des mannes unt der minne. 
ir gelimeten finne 
dien künden niender hin gewogen 
noch gebrücken noch geftegen 
halben yuo; noch halben trite, 
minne diu enweere ie dd mite. 
Iföt, fwar fi gedüite, 
fwa; gedanke fi yürln^hte, 
föne was ie diz no^ dau; !<hir m 
wan minne unde. TriHan; 
und was da; alle; toogeBt 
ir herze tmde ir ougen 
dici müB^üüen tmder in: < ' . 
din fchame^ diu jaget ir otigeR hia, 



23:t 



> r 



dia minne z6di ir hense.dar. 

diu widerwerläge ifduuf, > 

mag^ und nmiy müui ubde jEehan^' 

diu was aot jjr i^ ii^&iii: 

diu maget dm Tircdte den man ; 

und warf ir' oügen dar t^an; 

diu fcham diu woUemianeb 

und brahte es niiNiieti iim^ä« 

wa:; tmoo das; tut ? . föham nxide mi^et, 

als al diu w^t gemeine' ü^t, 

diu fint ein alfö h»le dioe, < 

fö kurze wl»mde m urfpiim^ 

fine habent fieh niht lange iHder. 

Itöt diu leite ir kriec d^mider . 

und tete, als eij^ir waft-^ewant: 

diu figeldfe: er^s^nzehani . 

ir lip und ir fiane . . i 

dem man nmt fdiSr mtnnie. .> ^ ■ . 

fi blicte nnxler ijsrüen idari ■ 

und nam fbi toügeniiebe', Yrar: 

ir klären engen nnde.it Gn .. ,! 

die gehnllen dd: wd nnden in.,: 

ir herze nnde ir engen - , ! , 

diu fchacbefcen tu iongen . 

und lieplichen an dän man^ 

der man der fach n wider aii ' 

fuo?e und inmcclichen. / . 

er begnnde ondi entwichen, 

dos in din minne niht eriiie: 

man und maget fi gäben ie 

ze iegelichßn fitunden, 

W fi mit vuogen künden^ 

ein ander ougenweide. 

^e gelieben dähten beide 

einander fchoaner vil dan e, 

deift Hebe reht, deift Minnen «: 

% ut Innre und was euch vört 

^d ift; die wile minne weart, 

^der gelieben aßen, 

d^ fe ein ander ba^ gevallen, 

K Ifebe an in wahlemt wirt^ i 

diu bluomeh xmt den wno^r birt 

Hepttctoar diBgle, 

dann an dem «iffpriiiget 

^ Wuetinehalke nämäe 

^tt fcboenet nick beginne. . 

da? ift der i&iüe ^' den fi bat^ 

^^w» dem fi ukmes z^i^äit. 



Si dunk0t fchcdaer fit dann 4: 
dil to)» fo tUuret Minn^ e^; 
diuhte J)Iinne fit als e, .; , 
fo zer^ienge fehiere Minnen e. 

Die kiele Itie^n aber an 
und Yuoren vrodliobe dan, 
wan ala yil, dai; minne 
zwei h^rze 4&r inne 
von ir fbrä:;en hd^ brabi . 
diu zwei diu wären verdaht, 
bekumberet beide . 
mit döm lieben leid6| 
da^ folhiu wunder .Hellet» 
da? honegende gßüet; r 
da; fließende fiiu^t^.i 
da:5 touM^egad^.vinyßt^,. . , 

da? fenfjÄp^eNEwW*,. v / ., . 
da? alliu h^r#B ^nthlBrKet» 
u|ii4 al die'^firlt y^rk^ret: ^ . 
da? bfiete fi .yeffe^t^ : - : ; 
Triftanden un4^ Kote^ •. • , 
Sa twanc dppi p^ ^e?M^te 
und in fiJltfeener ahte^ ; < 
ir dewtJdere? enm^^lite 
gehabt^ {mowe npch. gemach^ 
wan fo e? j|a? andere £lBu?k 
fös aber einander fabep, 
da? gieng in aber nab^n, . 
wan fi enmpjtiten nudsr in zwein 
ir willen . nibt gehaben eneiu \ 
da? gefchuof diu vremde untdinfoham, 
diu in ir wunne be^^m. 
fös e'teswenne tougen 
mit gelimten ougen 
einander folden nemen war, 
fo wart ir lieh geliche var 
d^m hi^rzen nnt d^m llime. 
minne diiji yerwennne, 
dien dühte €8 niht da mite gennoc, 
da? i^ans in edden herzen truoe 
verholn unde tougen, 
fine weite nnder ougen 
ouch offenbaBren ir gewalt: 
dgr was an, in zwein manecyalt.. 
unlange eaei^ ir yarwe erich/^ 
ir varwQ fchein ,u;i^laAge eneiin; 
fi \tehfelten genÄte ; 
bleich /widpr rotß.; 



t. • ! 



in 



fi wurden rdt unde bleioli, 

als ä? din minne in undierftreich. 

hie mite erkante iewäder^ wol, 

als man an folhen dingen fol/ 

das; Cteswaj^ von minnen 

in ietwfe'dere ßnnen 

ze dem anderen was gewant, 

und befunden oueh zehant 

liepliche enein gebären, 

zit nnd itate vären 

ir rüne nnde ir meere. 

dfir Minnen wildensere 

leiten einander äioke 

ir netze unde ir ftricke, 

ir warte unde ir l%e 

mit antwürt nnt mit^vrigej 

fi triben vil mööyö töjdör iÄi 

Ifdte rede und ir begin^ ' 

da? was vil röhte in megede wte'J^ 

fi kom ir trut und ir fimts '^ 

al umbe h€r von vörreto an. 

von ende mante fi 1^ dan, 

wie er ze Develine 

in einem fchififeltee ^ 

gevlo^jjen wunt und eine katei, 

wie in ir muoter an fich liam 

nnd wie fin euch gei^rtej - 

von allem dorn geverte, 

wie ti ftlbe in finer pfe%e • ' 

fchriben l^mete alle wijge, 

latJne'unde MiX^pjl, 

der umberede ^Cr was vil, 

die fe im vür ougen leite 

von finer manheite 

und oueh von d^m fl5rpande, 

und wie fin zwir efkande 

in dä'm mofe und in d^m bade. 

diu rede was under in gerade, 

R Mt im nnd fe'r feit ir: 

'd' fpracb Iföt, dö ^% fich mir 

ze alfd guoten fbaten getruo(?, ' 

da? ich iuch in dto bade niht fluoej 

got herre, wie gewarb iöh fft! 

da? ich Im wei^ , wiftich €? dd, 

benättieii fö weöre e? iuwer tdt.' 

'war timbe?' fpraeh «r ^fohoefie Ifot? 

wa? wirret iu? wa? wi^et ir?' 

'fwa? ich wei?, da? wii*ret mirj < 



fwa? ich fihe, da? tujot mir« we: . 

mich müejet hiaui tinde fe; . 

lip und leben dä^ fwnnret BiicW 

fi ftiurte nnde kinde fich > 

mit irellebogen ftn in? 

da? was d#r beide ein begim 

ir fpiegdliehten ongen 

diu volleren vil tongen. 

ir begunde ir herze qneHen, 

ir füe?CT mant ftf fw^lwi, 

ir houbet da? wac alles nider« 

ir vriunt begunde oueh fi der wider 

mit armen umbe vähen, 

ze verre noch sse nähen, 

niwan in gaftee wlfal 

er fprach fiio? unde lifo: 

*ei, fchoBue füe?e, üa^et mirs . 

wa? wirret in ywa? klaget ir?' 

Der Minnbn vederfplllföt^ 
'lameir' %raK^ fi ^da? ift nxtn nftt, 
lameir dai? iVa&TPei mir den muot, 
lameir ifb da? inir leide taot.' 
dö fi lameir :fö dicke fj^raoh, 
er bedähte out beiadi 
andtchen unde kleine 
des felben wertes meinem 
fus begunde er fich verfinn^i, 
Tameir da? wsere minnen, 
Tameir bäier, la meir mer: 
der meine d^ düht in ein her. 
er überfach der drier ein 
unde vrägete von den zwein: 
er verfweic die minne, 
ir beider vogetinne, 
ir beider tröfb, ir beida^ gör: 
mer und fikr beredete er. 
'ich weene' fprach Sr, 'fchoene Iföt, 
mer nnd ffir (int iuwer n5t; 
iu fmecket mer uide wint: 
ich wsene, in dm zwei bitter fii^' 
'nein, hötre, nein! wa? fa^et k? 
dör dewödere? wirretmip^ 
mim fmecket weder kift noeh fö: 
lameir aleine toöt mir we/ 

Do er däswortes isenide harn, 
minne dar inne veimam, 
er fpraeh vil tougenltehe.zir: 
'entriuwen, fdraene^ als ift owjh mir: 



28S 



und offenen ir togenuieUki 

ietwedero; i^irach mide. £adi 

da; ander baltltcher aa^i 

der man die Hiäget^ dki sitzet deoamaiL 

yremde uad^r in, diu waä tld hin: 

er kuHbe ti uni fi knTb in 

liepUch^ undefiio^e. 

da; was däi*Minn^i buD^e 

ein fffileclichcr. anevanc. 

ietweder; fchancte uade tcano' 

die riie;e> dki von herzisn gie.. 

rö fi die ftäte gewusnen ie, 

f5 gie der ^?ehfi^ mider in 

fliehende her luu^ hi& 

yil toug^iiltchen unde äUd^ 

da; niemen in d6r wirld^ d6 .' 

ir willen- uildö ir muot bevant: 

wan fi, der är dooh -wds eiktot. . > 

Ans FreMante BescheldMrteit. ' ': 

IHe Hss. aufgezält u* befprochen iit W. Grimms Vorrede zu fii beiden Ausgaben : Vri- 
öankes Befcbeidenlieit ^6ti VT. Griinifa; Oött. Dietr. 1834: Freidank "2. Ausg.' Gott 
1860. Der Ttxt däf. ^H. 1—181; » 1 — 117* Die Lesarten * 188—318; » 118— 
289. AnmeiiRmgenifai9;T-394rt Hpt Ztfehr. 3, 278 fg- JReimregifter ^^H-r-l^; 
^290— 3^16. Untf^ciumgeiiL. übers G^edicht u. fn Verfaßer "W. Grimma Einleitung 
S. xxxvu— rcxxx. Über Freidank v. "W. Gr. gelefen in der Bcrl. Acad. d. WiBenfck. 
15. März 1849 , Berlin 18^0. tTbet Freidank Nachtrag." Über Freidank 2. Nachtragl 
Gott 1855. Datti in lÜpts Zticbr.al> 209 fg., 238 ff.; in Zarnokes CentralblÄtt i857 
Nr 26 1858 Kr 4/8. J, Gnnnh Gedichte des MAs auf £ö;iig Friedrieh I. den Staufet 
feel. Berl. A<?ad. 1843): S. & ß, (14ö M.). Fr. Pfeiffer ?ur deutschen Litteratuaif efch, 
Stuttgart, Köhler 1855 S. ^7—87. 

Von Gptjt W. Grimm > S. 1 — 5. 

ower gote dienet äne wane. 



lameir und ir^' ir fit nu^nit ^ 
herzeTTonwe / liebe ITftti, 
ir e^ iHtd iuTver minne ,• 
ir babt nmr' mlne' finiie 
gar verköret unt baaoinen. ' . 
idi bin u;er w^e: komen i » 

tö ftarke xmd alfö före, 
ich erhol nüehs nieiDier mere; . * 
mich müeget imt mich fwver^ 
mir fwac]]^ imde iinme^ret' 
allein, da; min ouge ßht: 
in al der ^«»rlde »uit mir niht 
in mbem hSrsen liep wan ir/ 
Ißt fpraoh: *h^Te, als fit ir wsrJ 
Dö die geliedvat» tmderi in- 

beide erkanten em&& lln, 

m U^rze trnd. eiüenl Tviöen, < . / 
e? begundcf in feeidm QiHeik: r . 



■>' 



rsy 



deift aller wisheit anevane. 
8wOT umbe dffe kurze zit 
die ewigen firöude git, . 
der hat fich fdbe gar betrt^en 
^d zimbert üf den wSg^obogen ; 
Avenue der regenboge zergät/ 
fon wei; er wÄ fin hüs ftät. 
Swer die feie wil be?«^am, 
dfermuo; fich fölben l&i^n Tarö. 
Swer got minnet als. er fol, 
fe hörze iffc aller- tugfende-^ol. 
SweT äiie got fichjmlibegän, . 
d«ni: mao nüit fteeter -Ären häa. , 
Swer got niht Türhbet alle täge^ . 
da^ Avi;;et, idßifti ein röiterzage. 
S^elchmenfche lebt nidigoteB geböte, 



in dem ift ;got, und fer in gote. , 
Grot hoehet alle güete > 

und nideret höchgemüete. 
Gote ift niht verbotgen vor, . 
er fiht dürh aller herzen . tor. 
E; fi übel oder guot, 
fwa; ienian in der vinlter tuot, 
oder im herzen wirt etdäht, 
da; wirt dooh gar ze liebte bpraht. 
AI diu werltioii^ etiphät\ , ., 
von gote al« fie giedieiüet iAL 
Vil reiten ieman nMtffegit, ;; 

fwer finiu difto; 9M got verUt. ü .-' 
Swer lebt:ftn gotes Yorhtiiöid f0g^a, 
der mac keines guotß$ pflege»«.;: 
Wir fuln mit aJ}en tollen 
got fürht€» unde minne». 



tu 



Der werldÄdrA iiiuiear zwn 
iTb gegen gote gar voriom: 
man muo^ im flehen nnde Uien; 
er f&rhiet luemeiis tmfiteiL 
Diu aller kleinftie gote» geTchafb 
vertriflfet aller ii^rlde kraft. 
Got gefchuof im halm fö fwaohen^ 
den ieman müge gemachen : 
der engel tiuTel noch der man 
ir keim; ein fldch gemachen kan^ 
Got allen dingen hat g^gebon 
die ma:5e ^e fi fulen leben, 
Got bes^zper mäge -^der gtt 
dan wir im mei^^en saUer zit* 
Die linte.rntdent unde nuent > 
als fi uf' di^ ädier fsdntt ' 

got kan uns «gerihte geben 
dänliofa aHe -wir hie leben. . 
Got rihtet nach dem muote 
ze übele und euch ze gt^^tfil '•' . • ! 
Swa? der menfehe begät, , 

got. rihtet als da^ herze ftat. 
Der wille ie vor den werken gät. 
zfe guotö und euch ze miffetät. 
Got der durch alKu h^jrze fiht, 
den möhte al diu werlt niht 
erbiten eins unrehtes: 
fern wü niht tuon wan flehte»; 
ein Meine kint crbaeten wol 
fwes man ze rehte biten fol. 
Got zweier flahte willen hat, 
die §r uns beide wi^;5ön 14t: 
er tuet wol alle!^ da? er wil> 
er verbeuget euch unbildes vil. 
rsBcher halbes das; er mac, 
fo ftüent diu werlt niht einen tac, 
Wolte uns got in pfnen l&n 
lo Imgä als wir gefündet hftn 
(da? fin ^enäde wende), 
fo w^des niemer ende. 
Hete wir d^ himel feebro^en, 
e? wüi^^ eines äiges gerodien. 
Diu buoch fagent uns für w4r, 
da fi «in tac tftf^ j*r. 
Swer ein' fwarze? ifön iuot 
in fiut :Oder in hei?e gluot, ' 
diu fwarze vftrwe lät e? fia ' 
und gewinnet fiures fdihtt 



fö der fmicter füiftde Ui 
und dar näckgrii^ia iüuwje hit, 
fo enzündet gob dän^ reiii^. nuolot i 
reht als da? -fiiir dai$ tfeä tuot: 
mit fines^geütes« ininne . . 
erfüllet er; ime die finne 
und gedenkt der Aindö^ niemer mei 
diu feleift;wi?!er jdaä ein find. 
Got affin diAc gefehafifen Mt:: 
nieman er rehte vri??en lii, 
wa? krefbe. in ßneoa dingen ß;. 
da ifb meifteil alk? Wonnen bt.. 
Man gifaifc, got habe dear wedde geg«^ 
midiel ete und i&nfle? leben: 
,doch ift. ir üai£t«^f&e So gr6?/' 
unfenfte fi.da Utagenoj^t s 1 
Yil feiten ilnir ie liep goTchac^ 
e?n ksBDurä drt?ec ^tkngenKaGh. 
Diu zit fflölde nie gewan, 
^^ nto^ g^te& jVergi??et an. 
man veri^^?et gptes dicke 
voii liie?ei^ an^blitke. 
Got mfmegen .dieiift enpjiäjiejt;, . 
da? törefn-gar vetfmahetfr 
die bi*olineÄ ^ni Vbr gote ^rt, 
der niepiah 6be deüi tatche gßrt 
Wi^ !gelp1;>9ji jalle gote pie 
dan mit} den Werken er^4 
Durdi fühde nieman lJL?en fol, 
ern tüo doch eteswenne wol. 
Memens guottat wirt verlorn 
wan der zer helle wirt gebora 
Sw6r niht r()hte kan geloben, 
der fol doch nach r^hte ftreben. 
Got niht unvergolten lät 
fwa? ieman guote» begät; 
dekedner hande milfet»it 
ungerochen niht beftät. 
Gotes gebot niht übergät 
wan dermen&^e dänergefchaffenluit> 
vifchevc^de unde tier 
die habent ir i*eht ba? danne wier. 
Got hÄrte Moyfea geblt^ 
da? er den mxmt nie üf getüti 
fwCs noch ein reinel^ h&^e g#Et, 
des wirt e? äne wort gewert. 
Des mundes böte ifk leider kranc 
ane des herzien fürgedanc. 



28S 



irer nifat gebät^ küime, 
iir yerfdodie des meres wiiime. 
jKeimegeliches gewü^^xüieit . 
vor goto Gse fchidde feit 

Wille got aU^ dag gefchifat 
i ör iht gefchüete od wifters idht?. 
iiEe wtfen jähent, är wiüte wol 
i^ k gfohach niide gefohl^hen foL 
^t himd und Men nmberino 
^fchuof und dar in eltiu dinc. 
ir gelbkof d«n engel, dßr fit wart 
m tiuTel durh fin höchvart, 
|br Ml geMuof ^r einen n^n; 
|Jie zwfoie nieman fuenen kan. 
)t Mrille ir nit woJ und ir hag, 
cre gefchüef&, and über dag 
fchuof JS got. wer fbheidet fi? 

tuot ouch göt; der wa,ß da bi. 
dr kan den Arit gefcheiden. 



under öriPten Juden heHen 
Wan got dar. fie gefchaffen h&t 
und alUu dino An Jemens rät? 
der wüle wol ir aUer Arit, 
6 er» gefchüefe, und ouch ir n!t 
War umbe ein menfche d verlpm 
und der ander G ze gnäde erkom, 
fwer des fraget, deft ze yfl: 

tot mac tuon wol fwag fr wiL 
wag göt üiit finer gefchephede tUot> 
dag fol uns alle dünken guot 
Wag mac der haven gefprechen, 
wil in fin meifter brachen? 
niht mör muge wir wider got 
gelpr^chen, kumt uns fin gebot 
Iwie der bayeH Teilet, 
er wirt vil Klite erfchellet: 
Cr valle hCr oder bin, 
der Tdiade gät ie über in.^ , 



Ans den NibeloDgen. 

8B. (Laclmiänn» Ausg. in d. Vorrede j Zamcke Zur Nibelxingenfrage, "Leipt. 1854, 

*»aög, nebft der Üb^rGoht der V^ffchiedenen Gruppen auf der Tabelle; desfelben 

?I. Ansg. Leipzig 1856 Einltg S. ii- xislv; Holtfcmann in fr Ausg. Stnttg. 1867 

t^tg.); A. i) A, die Hohenems-Münchelier Hs. früher, noeh in der !^. Hälfte 
vor. Jhdtä , zn Hohenems neben C , Ton der letzten Erbin , einer' Grräfin Harracli 
Prof. SchufteV in Prag verfchenkt, Von dem fie 1810 in die Münchener Bibl. gc^ 
K*«-, Daf. Cod. germ. 34 Cimel. m. 4. b. Sie zält 50 Perg. Bll. in Pol., jede 
f^te in 2 Spalten, die Spalte zu 50 — 52 Zeilen zwifchen feinen Linien, die* Läng- 
'«rre dttrohgöngig abgefetzt, die Sfoofen durch Yorrüekung des Anfangsbucbltäben 
^ 1. Zeile erft Ton det 4. Seite an bezeichnet. Bio Schrift klein, nicht fchön, 
wchtig, Ton mehreren Schreibern. Nach Docen um 1250, vielleicht noch fpäter ge- 
feliriebeii, jedesfalla aber noch im 13. Jhdt. Befchrieben durch v. d. Hagen in den 
tonat^r. der Berliner Akademie 1853 (n. im bef. Abdr. Nibelungen, einzige Hs. der 
tieften Barilellung etc. Berlin Stargardt) nebft Facfiirüe. Ein folches yon ihr auch 
n 4. Bde Ton Laisbergs Liederfaai. Proben bei v. d. Hagen a. a. 0. Ungenau war 
^ großer Teil der Hs. im Nibelungenliede der Mülleifchen Samlg nach von Bodmer 
eforgter Abfchrift gedruckt worden S. 1 — 76 Z. 6805 (bis in Str. 1582). Die Klage 
^gt in diefer Hs. auf S. 94 ftn u. find die kurzen Reimpaare derfelben ebenfalls je 
B einer Zeile verbunden. Diefe Hs. bildet die Grundlage des Lachipiannfchen Textes, 
B. 2] B, die St Galler Hb. in der Stiftsbibl. daf., erlt in den 70er Jahren 
w vor. Jhdts dahin gekommen, gehörte in der Mitte des 16. Jhdts dem Gefchicht- 
:hreiber Aegidius Tfchudi, vorher dem Grafen v. Werdenberg (wenige Meilen thal^ 
ttfvSrts von Hohenem^. Pferg. 128 Bll. in Pol. 2fpaltig meift zu 54 Zeilen, die 
trofen abgefetzt. Die 1. Seite ftark abgelbhabt. Die Klage beginnt Bl. 111». Mitte 
3. Jhdts, von mehreren Schreibern. (Indemf* netfen Bande mit den Nib. Wolfiratma 
arrival u. Wilhelni u. d^s Strikerö Karl.) Die>fe Hs. liegt V. d. Hagens Ansgabe von 
820 zu Grunde. 3) D, die Prunn-MUnchener Hs., die zweite MÖnchc*. 

w> cod. germ. 81. Cinlei ^^4. Von Wiguleus Hund auf Schloß Prunn an def Alt- 
^ gefimden n. 1&70 an c^ herzogl. Bibl. zu München abgegeben: f. Zamcke in 
Teiffers Germ. 1, «62 — 247. Perg, 1^8 Bll. in gr. 4" mJt gefpaltenen Seiten zu 32 
cücn. In den Nib, die StroleA abgefetzt. Die Klage mit abgefetzten kurzen Vcrfen, 
»n denen je< der 2. eingerückt ift, beginnt Bl. 144 r, bricht aber mit Z. 1568 ab. 
chöne Hs. des 13.^14. Jh^. Facfimilo in Lafsb. LS. Bd. 4.' Der Test ftimmt 



£86 

im An&nge bb 368^ a (215» JAtßh.), u. im Anf. der Kkge.bis 840 (697 Ut^.)\ 
Texte Yon C£, dann geht er mit dem gemeinen Te^te. ,., 4)1, dieBerlii 
Hs. von der kÖn. Bibl. Anfg 1835 erworben. Perg/ kl. Fol. oder gr. 4°. 13. i 
14. Jhdt. 68 Bll. Die Nibel. 2 faltig attf jeder Seite, jede Spalte gibt tp durcli 
bige Anfangtbhchllaben beeeicbnete Str. oder 40 at^eftrtzte' Langzeileii , eine 2 
mehr wo Überfchrifkn der Abenteuer find. Lücke Ton l^tr. 14$6 — 15^7. Atif 
Bäckfeite des 57lten Blattes fangt ein Auszug der Klage in, 944. kurzen Zeilen 
deren ebenfalls je 40 in gedritten Spalten ftehn. Von 61 v. an haben die Seiten i 
der nur 2 tSpalten; ^uf der MJtte dlcfer Seite folgt der "VTinsbecke u. Bl. 6ö t. 
Winsbeckin: die Yerfe hier nicht, nur die Strofen abgefetzt. Facfimile der Hs,^ 
y. d. Hagens Germania Bd 3 (1839). 5) h, die Hs. Meufebftchs in Bt 

lin, vom Freih. Karl Hartw. Greg. v. Meufebach 1830 gekauft, jetzt in der köi 
Bibl. Papier 15. ifhdt kl. Fol. 144 Bll. zu 28 — 34 abgefetzten Langverfen, mit S 
fenabtig die Nibelunge , von verfch. Hunden gefchr. ; voUftändig ander dafi vom 1. 
nur ein Stückchen übrig ift u. das 2. mit 28, 1 begiimt. Die letzten 24 BIL hi 
gefpaltene Seiten: 33 Spalten füllt der Auszug auB der Klage, in 62 weiteren f<j 
Winsbecke u. Winsbeckin. Die Hs. ift Abfchrift von I mit derfelben Lücke. 
6) d, die große Ambrafer Hs. zu Wien Perg.' gr. Fol. 237 Bll. v. J. i\ 
enthShm 95—127 die Nibclunge mit Auslaßg v. StW 7— ^ll 175^-^1786. 185^ 
1964. 2072—2316 in abgefbfztea Strofen, u. BL 131 — 139 die Klage bis Z. 2f 
Mittig darüber in Bufchinga vöchentL Nachr. 2 (^816), 344—^3^0. 3, 11—13. 
ßmile in Lafsb. LS. Bd 4.(1408, 4 — 1417, 1). 7) e, die. verfchollene Hs. 

"Wolfgang Lazius, angeblich fehr alt, Perg. In fr Schröl De gentivm ali^ 
migrationibus (Bafil. 1555 fol.) fuhrt er daraus an Nib. 72—75. 1813. 1814. 1{ 
1. 2. 1894 — 1900, 1. 2072 — 2075, 2. 2076, 1. 2. 2106, 3 — 2107, 3. 2132, 8.| 
2155, 3—2156, 2. Bruohftückec 8) H, ^ocens Bruchft in München.' 

Perg. Bll. in gr. 4^, enthalte Kib 1230, 3 — 1283, 2. 1500, 2 — 1549, 4. Abf" 
in Hagens Germania (neues Jahrb. der Berlin. Gefellfoh. f. deutfche Sprache) 1 (Ü 
3^^ ff. 9) k,.Dronkes Bruchft. in Berlin. Von Emft Dronke im 

zu Koblenz gefunden, feit 1846 auf der kön. Bibl. in Berlin. 2 zuf. hängende 
BÜ. Fol. Sfpaltig, je zu 52 Zeilen mit abgefetzten Strofen; enthalten z. Teil 
)irexftümmelt Nib. 1712, 8—1774, 1. 2254, 3 — 2313, 4. Facfimilc u. Abdruck! 
Y. d. Hagens Germ. 3, (1839) 1 ff. 10) L (=ä e.u. f), Görres Bruohftücj 

in Berlin, 2 Perg. Bll. u. eine Beihe Streifen, von Görres in Koblenz gefunde 
V. Wf Grimm u. A. W. v. Schlegel an Lachmann gegeben-, der ße 1850 der 
BibL verehrt hat. Jlefte einer Perg. Hs. des 14.Jhdts 8^ die auf jeder Seite 27.' 
Zeilen hatte, enthaltend einzelne Zeilen u.' Worte, zw. Str. 849 — 1016 u. faft to 
1505, 4 — 1532, 1. herausg. v. W. Grimm in den altdetttfchen Wäldern 3 (U 
241—249, und von K Lachmann in Haupts Ztfchr. 1 (1841), 111 — 116. 
11) g, Heidelberger Bruchft. 17 BU. Papier in der Heidelb. Hs. 844, auf je 
Seite 26 Langzeilen ohne Strofenabtlg: -U88, 3 — 1292, 2. 1499, 4 — 1551, 2. U 
2 — 1627, 2. 2216, 2 — 2229, 1. Gedr. in v. d. Hagens Germ. 1, 180 ff. Aus L 
gefchrieben. 12) M, Linz er Bruchft. im Mufeum dat, Foliobl. einer Perj 

in gefpaltenen Columnen ftrofenweis; in Wels gefunden: Mone im Anzeiger 7 (18i 
431. Gedr. in v. d. Hagens Germ. 5 (1843), 1 ff. Enthält Strofc 1329 — 1364» 
13) N, Würzburger Bruchft. 2 Perg, Streifen, die zuf, ein bwderfeits befcl 
benes Folioblat bilden mit 2 Columnen u. 49 linücrten Zeilen. Die Anfgsbuchlt 
einzelnen abgefetzten Strofen rot durchftrichen , die Verfe derfelben nicht abgefö 
u. der Schluß jeder Strofe mit ejner roten Schlangenlinie bez^hnet. Anfg" 14. Jh 
Str. 1542, 1 — 1585, 1. Gedr. im Serapeum 13, Jrg. t852 'S. 12 — 16. U) 

Nürnberger Bruchftücl^e. 4 Porgbl. (2 DoppelW.) . der Nih., FoL Die Si* 
2fpaltig, jede etwa 50 -Zeilen ^ zw. Linien, der groJÖe rot -durchftrichcne Anfgsbac 
jeder Strofe vor die fenkrechte Spaltenlinie ausgerückt, die Verfe fortlaufend gefch 
ben u. nur durch Puncto bezeichnet, Enthalten lüokeöhaft Str. 1377, 3-^l420,J 
1; 1824, 3 — 1863, 2. 2022, 1.-^2062) 2. 21.42,/2 — 21ftl, 4, Femer von derf 
a Pergbl, der Klage, zu(. hw^g^end, die. inaerlten einer Lage, 2 fpaltig, 52 " 
zw. Linien mit abvr^t^bf^h^^l roten u. blauen Ajifgsbuc^t. .der Abfatze, die KuriK 
abgefetzt, die er/^e Zeile des Paaifos allemal mit größeren rot durchTtrichenen 
buchftt vorgerückt, die Endbuchftaben jedes Reimpaalros hinten .wiederholt u. 
rückt. Z. 538 — 741 Lachm. ^Vnfg 14. Jhdts. Beide Bruchft. Eigentum des gern««- 



tZf 

ums zu Nonbergi bef. gpdnmden Nr Stil* u. 4885*. Faofimile u. A^tdnick dnreli 
d. Hagen in den Monatsber. der 36Eliner Aoad. 1853 S. i08 ff. £b ftehi zn unter- 
en^ ob N u/F nicM derfislb^i Hs, angehören. 15) 0, von der Hagens 

'.i&bft Überbleiblel eines Per^. Doppelbleiites , de« Umerftea einer Lage. Bas t. 
seiginocbd Y4 Spldte, das 2. iXt bis auf 'Wenige Wörter einer Spalte verftüttunelt'. 
it ßtri 1052,. 6--10Ö9, 1^ lOW, 2--ld^5, 1. 1117, 4 — 1126, 4. 1134, 1 — 
iy 2. il50, 3— 1L56, 4. 1231, 1^123«, 4. Abdruck ncbft Faofimüe diirek t. ^. 
en in den Monatsber. d^ Berl Acad. ,1852 S«:445 ff. 'Koch' Hagens Bereehmmg 
Ansfehnit einer großen Nib. Hs. in 3 Spaltes zu je' 74 Zeilen, u. ren ihm wnkr- 
mMeh gemacht, da3 es ein Bell des Heldenbneh« an der Etf^ fei, deffen Abfchriifl 
»Ol die grofie Ambrafer Ha) Kaifer Max 1502 anbefc^en. 16) Q, ariesha- 

«rsBrtcbfi. 4 Pei^.BU. (2 Do|>peIbl.), dieäuB^en (1. 2. 7 8) einer Läge. Sie 
RÜndien arrjprönglidi 44 StrV 91«, 4—^33, 4. »7tf, 4^998, 1, find aber duroh' ^e 
jriiedie des / Buchbinders 'ftsrk verftOmmelt 4<» 2tpaltig, je 28 Zeilen. Die- Yerfe 
Rtlasfend,. durch Funote getrentit; die Strofen abgefetzt mit röten Lntialen. 1. äiäfte 
k U. Jhdts. Genauer Abdmek durch Pfeiffer, in fir Genn. 1 (1856), 208 '--218. < 
7) i, Hoffmannis Brü&hft. > 1 Papierbkit in 32 u. SO Langz^en ebne 'idtifofen- 
Wg, enthaltend Nib. 223, .l--2^8j 1. Seit dem Jun£ 185Ö auf der Beriin^ koni^. 
ibl Gedr. durch fioffinann in den altdsutfehen. Hl. 1 (1835), 47 ff. C 18) G, 

^s fiohenems - Lafishergirche Hfe. Sie betod fich in der 2. Hälfte -des vor. 
Mt8 za Hohenem» neben A. Die Befitzerin überlicB He 18107 Schufte in Prbg» Ton 
Irfem gelangtet He an Frickart in Wieii^ von 4em'lie der Fieiherr Jof. v. Lafeberg 
W6 durch Vermttteluhg der Färftin ElÜabeth v^iFürftenbe^g erwarb n. vor der Ver- 
mma% in ^e BibL des Fn^änders Spencer MiUrlborough rettete; jetzt in der f&rftL 
ärMbergüe^B. Bäd. zu Donauefchingen. Gkfohrieben' fchÖn u. cerrect im Ahfge 
BS 13. Jhdtsw Sie hatte 120 Perg. BU^ in 4^, tob deneb aber 6 rerloren gegangen 
^: es feit Nib. 1390, : 8^1410, . 7. 1436, 2— ,1531, 8. 1057, 1—158*, 8. Die 
nie hat 33 äusgefchnebene' «Zeilen, die Halbverfe Und durch Puncte geftjhiev^en, die 
bofen nicht abgefetzt, aber durch groAe BuchTtaben mit' roten Beiftr^eA i^Wie^ axtcik 
Sgennamen) heirvorgehobcn; die gfö3em Abibhmtte ebenfbUs nicht abgefotzi, aber 
irch geröfiere r<tta BuchJtaben bezdohnel Aus diefcr Hs., auf die ihn Wocher in 
berlachtn' aufinerJdiam gemacht, gab Bodmer 1757 den letzten Teil des Gedichts vom 
lUuJSe der l^zten Lücke nebft der Klage heraus. MiSIer nahm' ihn> 1783 in feine 
asg. auf (das vorhergehende aus Hs» A). VoUftandiger Abdruck der Hs. ttebft Fac- 
Bule dureh Laisberg im 4. Bde £s Liederiaals 1821. Über die Schreibting der Hs. 
)bft YerbeBerungen zu Läfsbei^ Adolf Holtzmaikh in ir Ausg. des Nibelungenliedes, 
Ittttg. 1857 ij^iiüeitg IX ff. Diefe Hs. C liegt den Ausgaben' von Zarncke u* Holtz- 
«QMi zu Grunde. 19) a, die Wallerfteiner Hs. in'der fürftl. öttingen- 

(üllerfteinfchen Bibl. zu Wallerftein im Riefl. 260 Bll. kl. Fol. Papier 15. Jhdt: 
ie Hs. beginnt ei^.mit S^^ 325 (LaChm. 4. Lied^ nachdem^ eine prof. EÜÜtg voraus^ 
tfobickt ift; dann feien, <'dooh ohne dafi eine Lücke in der Hs. der Gvund -wSre, 
^. 341-^3g01 u. 665 — 7^0, 8. Bl. 191^ fängt mit der 3. Textzeüe die Klage an. 
ie Zeilenzal wechfelt zw. 17 u. 23. Vers oder Strofcnabtlg feit. 19chrift ungleich, 
Äter fßblechter aber oorrecter. Befchreibung mit Proben u. Facfiraile g^ü nach von 
öffelbolz t. d. Hagen in den Monatsber. der 'Berl. Aoad; 1854 (auch im bef. Abdr. 
»1. Stargardt 1855> ui Zirncke in deniBerichten der königl. fachf. Gelfellfeh. der 
^iÄenfclu 8, 245 ff. Die Hs, langfk nicht unbekannt, aber verborgen gehalten, konnte 
achmann, der danach 2 mal 1824 in Wallerftein war, nicht fehen. Benutzt zuerll 
ircb Holtzmann in ih XJnterfuch. über das Kib. L. 1854 Anhang. Durchgängige 
Dilation in ir Ausgabe. Sie fteht in nahem Y erhältniffe zu , • ergänzt die Lücken 
irfelben, hatte aber höchft wahrfob. eibe von nicht direct abhängige, fondem 
ae C coordinierte Quelle: f. Zarncke in Pfeiffers • Germ. 4, 483 ff. ?0) E^ das 

öder-Leichtlenfche Bruehft. 2 Perg. Bll. kl. 4» auf jeder Seite 34 Z. mit 
»sgea. (abw. roten u. grunqn Büöhft.) aber nicht abgefetzten Strofenanillngen, im Befitz 
5« Preiherrn'Kari von Boder in Offenburg. 2. Hälfte 13. Jhdt. pie Hs. früher im 
Bf. eines Ritters Zofn v. Plobsheim, Straßbg), enth. Nib. 250, 8 — 296, 4. Gfedt. 
Jtd. Leichtlens Forfchungon Bd 1 Heft 2 (Freiburg im Breisgau 1820) S. 17 — 
' u. Berichtig, dazu von Holtzmann in fr Ausg. der Mb. Einltg" S. vi. 21) P, 

ruchft. aus Kärlsburg in Siebenbürgen ^ 1 Pergbl; 4^^ niit gefpal^enen Seiten, 
e Strofen abgefetzt, enth, Str. .1904* 1 — 1914, 2. Durch v, d. Hägen hersg. in ir 




388 

— 

Genau 1 (1896)^3^ ß. ^ SU) G^ B^romünfterfehe« Bmekft^, d»9 im Af 
cldye zu Beroiuttiifter im Caiieton Luzorn als Bnchdeokel gedient liat^^ Mher im. Laüi 
bergs 3eüt^y jetzt wal zu DonaueDohingen. Ein BerdAeaes Perg. ' I)op|felbL 4^, ^ 
Seitea gefpaltea zu M — BA Zeilen. £s eailuQt Yerfe aui der JOäg»^ inacdi kona 
Zeilen abgefetzt, eine um die Andere «ingeruöktc 1T7&— 92. 1^7-^21. 1640— ä 
1875r-93. .2723 — 42, 2757--^ 76. .XWl— 2812. 2826-^40 ia&b. Die Lehrten U 
I^acWo. ia den Anm^ 23) EyKoltzmanns BfuchTt., du' Terftümmeltes Peq; 

Deppelbl. aua der. l^. BBfte des 13. Jhdts, . rom Buehhdlr Kirohhoff in Lieipzig st 
eiaem Buehdeekel gellmden, jetzt in Holtzmaona Beiitz. ftfjpaltag xu 29 Zeilen, äi 
Bl^lbTierfe. cUirch Fn^ete. getrennt , «Ue Stil abgefi^t n. ahm» diirph einen lOien id 
blauen Buchil. bezeichnet; der AnfangsbuchTt der Aveutiure Tergoldet Enthält ilSIW, 
3 — 12«^^ 2. 127&., 4-tl279, 4.. 140flg 2 — 141^^16. 1411, 2-^1410, 3. I4U, i- 
1421;,. 4. 1422, S(-^U27, 2 Lackm. 6. Holtzmannfi Ausgabe .Eitütg vt n.idieLes 
arteiy an 4en betr; Stellen. . Zu diefen 23. Haa. treten nodi hinzu: 24) b, fiua« 

deshageus Ms* kl. Fol. Pap., angiebL t. 1426,. zu Mainz gefundeln, 17d 31L feU 
gefchr. mit 37 £aub6rn Bildern. Voniibr ßjod nur £!tr. 127i — 1M> äbgedr. in Büfe 
wöjßhentl. Nachrichten 3 (1817), 99^ 14)2. :In: diefen : Stellen geht die Hs. meüt 
D (welche hU Str, 268 dem € Texte folgt). Nach einer HitÜg^ Zeüües in y. d. 
Geriu^ 2 (1837), ift die Erzöiung fftgtn £nde mit neuen Znfiitaen.ftark imtei^oliei« 
.25) k, eine Wiener Hsj Pap. 4?. 1& Jhät,. aa^ det Bibl. dea Piariftei 
CoÜegium«, duroh Jul. Feifalik äufgelanden^ enthiOt eine aiis dem L5. Jhdt ftam« 
mende Bearbeitg des Liedes nach einer Vorlage, die teils den Text:B teils G entkall 
XL 9war letzteren ausgeführter als in- Oa. Darüber nehft Proben aw d. Ha. L Holti* 
m^nn in Pt G«m(. 4 (185d), 315-^-337. . 28) Ein Petg. BUt zu Darmftsdl 

im Staatsarcläve vom ArDhivar Baürattfgetoden, weldies mit sdea;! An£iBkxilt 'Acker» 
buch 1540' al4 Umfehlag eines aus eiue*i Mainzer Kl^^fterarchiveübeilüommenen Acker« 
buchs diente» kh PoL 15. Jhdt, entbäUt das InhaltSTerzeichnis einer. Nib. Hi., du 
Überfehrif^en von 28 Atentiuren, eine ganz eigentümliche Bearbeitg teils hinüehduk 
der Är^|rtiure(neinteihuig , teils weil hi«f ins KibeL Lied die Jugendgefch. BiegMedf 
u* fe Dj^^enkämpfe, wie 11« das fogen. Siegfiriedslied gibt, mit l^ein gearbeHeC 
waren. Gedr. durch Weigaad in Gieffen in Hptfi Ztfehr. 10 (1866), 144 — 14«. 
27) Bej^ einer nie der länd. Übert des 13i Jhdts. 2 Bruchftüeke:: das eine 1 Per|^ 
Bl. 80. £uid. d^ OeHter Bibliothekar de Latäl auf dem Deekel eined 1648 zu Leidit 
gedruckten Buches, das fich feit 1704 in dei^ BibL 4er Karmeliter zu Lowes hebal 
Die Seite zu 36 Z. ^ew; Linien, die Langweilen abgefetzt, die Cäinr durch Puncti 
bezeichnet, die JStrofen nicht abgeteilt. Es enthält Str. 885, 2 — 904. Mitgct duni 
Serruie,. in deffen Beiitz es übergegangen War, in Mones .Anzeiger 4 (1835), 191 ^> 
u. danach yon von der Hagen in fr Germ. 1 (1836) 339 fg, Pacümüe in Lou^ dt 
Baeokers des Nibelungen Saga m^oyingicnne Paris 1853. Das zweite ebent 1 ^ 
durch SenruTü^, 1833 auf einer Verfteagerung in Gent erworben, entttält fitr* 978 — 999. 
Bekannt gemacht nebft Faoßmile durch Serrure in fm Yadetlandibhe -Mufeum ?oof 
nederduitfche Letterkunde etc. 1 (1855) u. danach in Pfeiffers Germ. 1 (1856) 215 £ 
Die Vorlage der Überftzg enthält den gemeinen Text, nicht ohne eine gewilTe Hin- 
neigung zu 0. Yon deiT Ausgaben find die wichtiger^i: ^on t. d. Hi^en die 
3. Max Breslau 1820, nach B.; von Laohmann Beri. Bi^mer 1826. 1841. 1851, n^ 
A nebft den Abweichungen der gemeinen Lesart, daäu d^ krit Apparat 1836; tob 
Vollmer Leipz. 1843 , nach A; Ton Zarncke (ohne die Kliige) Leipz. 1856 y naeh C; 
Ton Ad. Holtzman das Nib. Lied Stutt^ 1857, die Klage daf. 1859, nach C. 
Zur Textkritik: K. Laohmann über diö urf|>rgl. Geftalt des Gediofats yon derNib. 
Noth , Berlin 1816 , fe Ausgäben u. die. Anmerkungen. Haupt zu d. Kib. Ztfchr. 8, 
349 fg. y ermittelnd zwifchen 1 Dichter u. Lachmanns Volksliedern: W. Muüer über 
die Litider v. d. Nib. Gott. 1845. , Gegen Laehmann: Holtzmann Unterfuehungen ^ 
d. Nib. ^edStuttg. 1854. Zarncke z.. Nibelungenfrage Leipz. 1854. Holtzm. Kampf 
um der Nibeluuge H^rt Stuttg. 1855. Heraann Widferfprüohe in Larfimaniis Siitik 
der Mb. Wien 1865. Zarncke in Pt Germ. 4 (1859), 431 ft Fifcher Nibehmgenliei 
oder ^Nibelungenlieder Hannover 1859. Für Lachmann: MüUenhoff z. G^ichichte da 
Kibelunge Not, bef. Abdr. a. d. Kieler Monats&hrift 1855. Max Bieger zur Kritik der 
Nibelunge Giefieu 1855. Lilienoron über die Nib. Hs. C Weimar 1856. . Zacber üb- 
Holtzmanns ITuterf. in Jahns: neuem Jahrb. f. Philol. u. Pädag. Bd 78 (1858) S. 112-- 
123. 170 — 184. 216 — 234. 256—264. : Zur &age} Laehmanns Kritik der " 



■ . 

ifon den Kib. gßkkt.> l%%$\:gtät^ 19B2 iia 'Rhein. Hafedm t PhiloL etc. y. IHebahr 
LBnudis 3. Jahrg. 4. Heft S, 435^-^464; wie4erh, in Lachm. Anni^tjc. p. 933 ff. 
iPetErafin. Mnller Sagabibliothek Bc( 3 Kopenh. 1818; in deutfcher Vheft. Yv. Georg 
ilienge Frankt .1832. W. Griimn deUtfi^« Heldenfoge Oött. 1829/ A. Giefebreeht üb. 
M Urfpnmg der ^Siegtiiedsfi^ iil Y. d. Hag. O^tisA » (tSft?), t08 -^tUki' W. Mül- 
ikr Yerfach einer mjthol. ErU^rg der Nibel^igenfage OoÜ. xi^U Bovmbt die Sage 
T. d. Kib. wie fie in der Klage errcheint, in Hpts Ztfchr. 3» 1^3 ff. MSIlenhoff zur 
tfiefeh. der Kibelungenfage in Hpts Ztfchr. 10, 146 — 180. KaTzmanik die deutfcheHel- 
Mafe Q. ihre Heimat ^ Bde HannoYer ldtS7 u. 6ß, H. Leo die altarifehe Grund- 
Hige des MbelnngeidiedeB in Ifolfs Ztfehr. f. deütfoltö Mythok n, Sittenbinde Bd 1 
(Gott. 1853), 113 -—/l^d.: Berf. yorlßfimgen «her die.Gelch. de« deütfchei Volkes u. 
Reiches Bd 1 (Halle 1854), 47 — 72. Holtzmann Unter^hnngen. nher da« Nibel. 
&187~203. .. -Vf-*- 

I ; pa» vi^e 14^4^ LacJ^m. Str. «5 «; .; 

I 1. B^j^wauK eiti tihi^iim© geft:^i»n übet 18: ' 

^ [ninder] ir geliche was dehebdu ni^. '> \ i^ ' ' 

ä was unmaijen fchoene, vil midid was ir kraft, < 

i fi fchö; mit ihällen d€^al tunbe aiiniie dßfi Maft. ^ ^ ' 

2. Den ftein WM»f fi vörre, dar n&eb fi wtteii ü^ranfe.' 

fwiBr ir minne gCrte, dCr müofe feile wanb 
I driu fpil an gewimieh idßr vrowen wol geboni} 

gebraft im an eime, fe» het da^ houbet Terl<MrÄ. * 

I 3. D4 fprach d€r voit von Rine 'kA wÜ an dSn M; 

I hin zno Priinhüde, IVie (% mir crg6. 
, ^ ich wü umb ir minne wfegen d^n lip: 

den wü idk vi^lieföii, fine w^rde min wip:* 

4. Er fprach 'wü dii mfr höfen, edel Sifrit, ' ' 

die minneclichen werben? ttio d«ö Ich dicb bit. 

lind wirt mir ze trute dft^ miünediche wtp, '^ 

ich wil durch d&€ln wilkn wägen ere ünde llp.' 
I 5t' Dö* antworte Ölfrit Sigmundes fdon 

; 'gift du mir din fwöfter, fo wü ich e^ tuen, 

die fcboenen Eriemhüde, ein küniginne her: ' 

fö gäre ich niht lönej* ukc^ mtnen arbeiten mer.' 

6. 'Da? lobe ich/ (^ch Günther, 'Sffrit, aii dine liant. 
^de kimiet diu fchoene Prünhüt in da;; lant, 

fö wü ich dir 2© wibe ■ intne fwßfter geben: 
fö mäht dtt mit ir« immet Vroelichen liben:^ 

7. Deft fwttonen fi dd eide, die refoeö tu h^r. 
des wart ir arbeite verre defter mer, 

e da^ ß die fröuwen l»rahten an den l^n. 

des m«U)fen die küenen ßt in gi^o^en n<»ten fin. 

8. SiMt mttoße Äeren die kappen mit im dan, 
die der helt küene mit forge gewan 

ab eime getwerge, da? hieg Albrieh. 

fich garten ^o der rerte reken küene unde rtdi. 

9. Ir goltsr«»wen fchflde man truoo in ftf den ßmt 
^de brähte in zno zin* alle? ir gewant: 

1*08 hie:; man in ziehen : ' & wdden rtten dan. 

da wart Yon fchcenen frouwea michel weinen getAn. 



'' \^ 10. D6 ftübnden in diu vilnfter diu nunneclloli^n kint 
ir tcilf mit dUüi fegele morte'ein hdhei* wint. ' 
die ftol^eu horgefellen (ä^en an den Ein. , 
Aß fprach der jtUiue Crwthier. ./.wer.fol fcbi&aeiiter VinV 

11. Sifrit dd baMe ein fi^idten gowan, 
Tön ftade i*r fchieben Vjrfle began. 
Günther der tüene ein i^uoder i^lbenam. 
; dd Jmoböi» ßch( yon la»dQ die öieUen. ritcr loWam^ . 
/ 12. Si ftiorten riebe fpffe, dar zno guotön win, ' 
doli bißfteii' döh man kutide Tiriden umben Rfn. 
ir ros ftuonden ebene, ü beten guot gemach, 
ir fehif giene ouoh äbene: Inzel leides in geMiach. 

13. An de||L (5 weiften morgen, ffif vrk hcerenfagen, 
heten ü die winde verre dan g^trag^n 
gegen Kenfteinji? Jn PrüiAilde lant; 
da? was niemöHi m^re wto Sifride bekavt > 

14;«: 3eh$^ m^ ab^ec turne E föhen drixmei ftau, 
dri palas wite und einen fal wol getan 
von edelem marm^elfteine grüeniQ .aUam ein^.gxas, 
dar inne felbe JPrünhüt. mit ir ingaßnda wa&; 

15; Diu. buTfi. \vfa$ entfloij^en, ^ wfte üf ge;tan. 
do liefen in enkegene die Prünhilde mjan 
und enphiengen die gellß in ir firouw-en lani . 
ir ros hie? man behidden und ir fGbüde yon der, haut. 

16. Dö diu küncginne Sifriden Jach, . 

ZUG dem gafte ß z^tedicSiea.fprach-, .. . • - 

*fi wfllekomen her Sifnt . her iil ditse laut. 

wa? meinet iwei^ ; reife.? .da:}; het ich: görae beklant* 

17. Er fprachr f hie- ift Günther, ein kÜJWJO rieh tinde her: 
erwurb Cr dfne miftne, ; foa^ö gert fer niht mtery 

durch dich mit im : ich her: gev^m hän; 

wcerer niht mi^i hejre, ioh bete? Äimmer getan»' 

X8. Si fpraoh *ift er 41a hßrre unde du ßü man, 
wil Cr min geteiltiu fpil alfö beftan, 
behabe er die meifterfdiaft, £5 wird ich fin wip : 
gewinne ab ich [ir euoes^, ei; get iu aUeil an diBn Up.' 

19. 'Den fteiu fol er werfen uiwl Qpringen dar nach, 
den gßr mit mir fchie^en, Ut iu fin niht ze gäch! 

ir muget hie wol v^rKöfen die ere und euch den lip: 
des fult ir iuch bedenken,' fpjacihda^ minnecliche wip. 

20. Sifrit der fnelle zuo (töm künege'trat, 
allen finen willen er in reden bat 

gen der küniginne: er fold. An angeft ßn: 

'ich fol dich wpl behüeten vor ir mit den liften min.'. 

21. Dö ^vdi(^ der küuio Gunthetf fküneginne hör, 
nu teilt fwa:5 ir gebietet 1 und ^v^ös dsüanoch mer, 
ich beMend ei, ajüe^, .du)?chiiwiren tchoenen %. 

min houbet ic'h verliufe^ ir enwerdet.mtn wip.' 



241 

22. Dd diu küniginne fine rede vemam, 
der fpile bat & gäben, als ir da; gezam. 

fi hiez; ir ze ftrite bringen ir gewant, 

ein brtlnne von golde und einen guoten fcfaildes rant. 

23. Die wile was ouch Sifiit, der wsetliche man, 
end e? ieman weffe, zuo dem fchiflfe gegän, 

da er fin tamkappe verborgen ligen vant. 

dar in flouf er fchiere: dö was er niemen bekant. 

24. Er ilte hin widere: do fach er recken vil, 
da diu küniginne teilte ir hohiu fpiL 

da gie er tougenlichen, da; in da niemen fach 
aller di da wären: von liften da; gefchach. 

25. Do truoc man der frouwen fwcere unde gro; 
einen vil fcharfen ger, dens zallen ziten fchö;, 

ftarc und ungefüege, michel unde breit, 
der ze finen ecken vil freislichen fneit. 

26. Brünhilde fterke groe^lichen fchein. 
man truoc ir zuo dem ringe einen fwceren Hein, 
gro; und ungefüege, michel unde wel: 

in truogen küme zwelfe der küenen beide unde fnel. 

27. An ir vil wi;e arme fi die ermel want, 
^ begunde va;;en den fchilt an der haut, 

den ger fi höhe zucte: do gie e; an den fkrii 
die eilenden geffce vorhten Prünhilde nit. 

28. Unde wsere im Sifrit niht dH ze helfe komen, 
fö bete fie Günther finen lip benomen. 

er gie dar tougenliche und ruort im fine hant. 
Günther fine lifte harte forclich ervant. 

29. Er fprach 'gip mir von banden den fchilt lä mich tragen, 
unde merke rehte, wa; du mich boereft fagen. 

nu habe du die gebearde: diu werc wil ich begän.' 
d6 er in bekande, e; was im liebe getan. 

30. Do fcho; vil krefticlichen diu herliche meit 
üf einen fchilt niuwen, michel unde breit: 

den truoc an Finer hende da; Siglinde kint. 
da; fiur fpranc von ftale, ihm e; wate der wint. 

31. Des ftarken geres fnide al durch den fchilt gebrach, 
da; man da; fiwer lougen ü; den ringen fach. 

des fchu;;es beide ftruchten die kräftige man: 
wan diu tamkappe, £1 wseren tot da beftän. 

32. Sifride dem küenen von munde braft da; bluot. 
vil balde fpranc er widere: dö nam der helt guot 

den g^r den G. gefeho;;en im bete durch den rant: 
den fchö; dö hin wndere des ftarken Sifrides hant. 

33. Da; fiwer ftoup ö; ringen, als ob e; tribe der wint. 
den ger fchö; mit eilen da; Sigmundes kint. 

fine mohte mit ir krefte des fchu;es nilit geftän. 
e; en bete nimmer der künic Günther getan. 

Schade, altd. Leseb. . lÖ 



242 

34. Bninhilt diu fehcBne balde üf fpranc: 
'edel riter Günther, des fchu^^^es habe danc!' 
G. wände, da:^ er? hete mit finer kraft getan: 

nein, G. hete gevellet ein verre krefüger man. ♦ 

35. Do gie fi hin balde: zomic was ir muot: 
den ftein huop vil hohe diu edel maget guot. 

£i fwanc in kreffcieliche verre Ton der haut: 

do fpranc fi nach dem würfe, da? lute erklang ir gewant. 

36. Der ftein was gevaUen zwelf kläfter dan : 
den wurf brach mit fprunge diu maget wol getan, 
dar gie der fn€lle Sifrit> da d€r ftein gelac: 
Günther in wegete, d6r höde des wurfes pflac. 

37. Sifrit was küene kreftic unde lanc: 

d(fn ftein warf ör vörrer, dar zuo Cr witer fpranc. 

von finen fchoenen liften het er kraft genuoCy 

da? €r mit d6m fprunge dän künic Gunthere truoc. 

38. Zuo ir ingefinde ein teil ß. löte l^rach, 
dö ß ze ende des rmges dCn holt gefunden fach, 
'balde komet hör näher, mäge und mine man: 

ir fult künic Günther alle worden undertan.* 

39. Do leiten die vil küenen diu wäfen von dar hant, 
R. buten fich ze füe?en von Bürgenden laut 

Günther dem riehen, vil manic küener man. 

G. wänden, er hete mit finer kraft diu fpil getan. 

40. Er gruo?tes minneclJche: ja was er tugende rieh, 
do nam in bi der hende diu maget lobelich: 

R. erloubte im, da? er folde haben da gewalt. . 

des freuten fich die degne vil küene unde halt. 

41. Sifrit der fnelle, wife er was genuoc, 
fine tamkappe er ze behalten truoc. 

do gie er hin widere da manic frouwe fa?, 
da er und ander degne alles leides verga?. 

42. '8d wol mich dirre meere,' fprach Sifrit der degen, 
'da? iwer höhverten alfo ift gelegen, 

da? iemen lebet, der iuwer meifter müge fin. - 

nu fult ir, maget edele, uns hinnen volgen an den Km.' 

Aus der KudruD. 

Nur in einer Hs. überliefert, der großen Ambrafer in Wien, a. d. Anfange des 16. 
Jhdts. Danach abgedruckt in d. deutfehen Ged. des MAs hrsg. v. Hagen u. Biifching 
Bd 2 hrsg. v. Hagen u. Primiffer. Vorher Erwähnung durch Primifler in BiUfehings 
wöch. Nachr. 1 (1816), 389 u. Inhaltsanzeige durch Bülching ebdf. 3, 174 — 181. 
Ausgaben: Kütrün, mittelhoch deutfch, hrsg. v. Ad. Ziemann , Quedlbg u. Leiz. 1835, 1 
Bd. der Bibl. d. gef. deutfehen Nat. Lit. Güdrünüeder, hrsg. v. L. EttmüUer, nebft 
e. Wörterb. Zürich u. Winterthur 1841. Gudrun hrsg. v. AI. J. Vollmer, mit e. Ein- 
leitung V. Albert Schott, T^eipz. Göfchen 1845. Kudrun, die echten Theile des Ge- 
dichtes, mit e. kritifchen Einltg hrsg. v. Karl MüUenhofl^ Kiel 1845. Echte Lieder 
der Gudrun nach Müllenhoffs Kritik als Manufcr. f. Vorlefungen von K. A. Hahn, 
Wien, BraumüUer 1853. Überfetzungeri: Gudrun, ein epifches Gedicht, Programm 



243 

u.Probegefang (y. Gervinus), Leipz. W. Engelm. 1836. Gudrun, Nordfeefage, nebll 
Abhdlg üb. d. mhd. Gedicht Gudrun u. d. Nordfcefagenkreis, hrsg. v. San-Marte (A. 
Schulz), Berlin, Pofen u. Brombg, Mittler 1839. Gudrun a. d. IVflid. überf. v. Adelb. 
Keller, Stuttg. 1840. Gudrun, deutfches Heldenlied, überf. v. Karl Simrook, Stuttg. u. 
Tab. 1843 (auok als 1. Teil t. Süttroeka Heldenbueh in 5 Bdn). Überf. des Müllen- 
hofflchen Textes v. Friedr. Kochj Leipz. Otto AVigand 1847. Kudrun, Überf. u. XJr- 
teif, m. erkl. Abhdlgen hrsg. v. Wilh. v. PlÖnnies. Mit einer fyltemat. Darftellg der 
mhd. epifchen Verskunft v. Max Rieger, Leipz. Brockh. 1853. Weiteres für Text 
iLErürg: Haupt in fr Ztfchr. 3, 186 fg. 5, 604 — 507. J. Grimm Allerhand z. Gu- 
dnm ebdf. 2, 2 — 5. W. Grimm, deutfohe Helden£age 325—332. 342. 370 fg. Mone 
Überlicht d. niederländ. Yolksliteratur Tüb. 1838 S. 66 fg. Mone in tm Anzeiger 8 
(1839), 281 fg. 

Horants Gefang. Str. 372 — 428. Vollmer S. 39 ff Wackern. 

altd. Lefeb. * 555 ff. 

Da; kern an einem äbent, daa; in fo gelane, 
da? von Tenemarke der kiiene degen f^c 
mit fö herlicher ftimme, dasj e? wol gevaUen 
muofe al den liuten. da von gefweic der vogelline fchaHen. 

Da:; hftrte der künic gerne und alle ßne man; 
da von Tenen Hörant der vreude vil gewan. 
euch hete e; wol gehceret diu alte kiineginne. 
e; erhal ir durck da; ven(ler, da fi was gele;;en an der zinne. 

Do fprach diu fchoöne Hilde *wa; hän ich vemomen? 
diu aller belte wife ift in min ören komen, 
die ich ze dirre werlte von iemen hän erfanden, 
da; wolte got von himele, da; ß mine kamersere künden!' 

Si hie; ir den gewinnen, der fö fchöne fanc. 
dö ü fach den recken, ü faget ims grö;en danc, 
da; ir der äbent wsere mit vreuden hin gegangen, 
von vrouwen Hilden wiben wart der helt wol enpfangen. 

Do fprach diu küniginne ^ir fult uns hoeren län 
die wife, die ich hinte von iu vemomen han. 
da; gebet mir zeiner gäbe zallen äbunden, 
da; ich iuch hoBre fingen: 16 wirt iuwer I6n wol erfunden.' 

"Frouwe, ob irs geruochet, weit ir mirs fagen danc, 
ich finge iu zallen ziten alTd guote; fanc, 
fwer e; rehte erhceret, da; im £m leit verfwindet 
und minnert gar fin forgen, der min füe;e wife rehte erfindet." 

Er fprach, er diente ir gerne, da mite fchiet er dan. 
fin fingen alfö grü;e; Iftn ze Irlant gewan, 
da; man im nie da heime gelönte alfö verre. 
alfö diente Hetelen u; Tenemarke der herre. 

Do fich diu naht verendet und e; begunde tagen, 
Hörant begunde fingen, da; da bi in den hagen 
gefwigen alle vögele von finem füe;en fange., 
die liute, die da fliefen, die enlägen dö niht lange. 

Sin Iftt erklanc im fchone, ie hoher unde ie ba;. 
Hagene e; felbe hörte: bi finem wibe er fa;. 
ft; der kemenäten muoftens in die zinne. 
der gaft wart wol beraten, t^ horte 6; diu junge küniginne. 

16* 



244 

Des wilden Hagenen tohter und ouch ir magedin 
die fö:5en unde lofeten, da? diu vogellin 
vergab^en ir doene öf dum hove vrone. 
wol hörten ouch die helde, da? dar von Tenemarke fanc fö fchöne. 

Dd wart im gedanket von wiben und von man. 
dö fprach von Tenen Pruote: 'min neve möhtes län, 
fin ungefüege dcene, die ich in hoere fingen. 
w6m mac er ze dienfte als ungefüege tagewife bringen?' 

Do fprächen Hagenen helde: 'hCrre, Idt vemömen. 
niemen lebet fü fiecher, im möhte wol gezCmen 
hoeren fine llimme, diu get u? finem munde.' 
'da? wolte got von himele/ fprach d€r künec, 'da? ich fi felbe künde/ 

Dö €r dri dcene funder volgefang, 
alle, die e? hörten,, döhte es niht fö lanc. 
fi hetens [weerliche] niht einer hende wile, 
obe er folte fingen, da? einer möhte riten tufent mile. 

Dd er nu hete gefungen und Cr von ftdele gie, 
die junge küneginne froelicher nie 
wider morgen wart gekleidet mit liehtem ir gewande. 
diu junge maget edele nach ir vater Hagenen fi dd fände. 

Der herre gie balde da er die maget vant 
in trftreclicher wife. dö was der magede haut 
an ir vater kinne. Q. bat in vil fere, 
fi fprach: 'liebe? vaterlin, hei? in [hie ze hove] fingen möre.' 

Er fprach: 'liebiu tohter, ze äbende fbunt 
wolte er dir dienen, ich gaebe im töfent pfunt. 
nu fint fo höchvertic die gefte mine, 
da? uns hie ze hove niht wol erklingen die dcene fine.' 

Swa? R gebiten künde, der künia dannen gie. 
dd vlei? fich aber der wife Hdrant, da? er nie 
gefanc fö ritterliche, die fiechen zen gefunden 
fich niht mit ir finnen wol dannen gefcheiden künden. 

Diu tier in dem walde ir weide lie?en ftön. 
die würme, die folten in dem grafe gßn, 
die vifche, die da folten in dem wäge vlie?en, 
die lie?en ir geverte. ja künde er finer ftioge wol genie?en. 

Swa? er dA doenen mohte, da? döhte niemen lanc. 
fich minnerte in kceren da von der pfafien fanc. 
die glocken niht enklungen fö wol alfam ^. 
alle?, da? in hörte, dem was nach Hörande we. 

Dö bat in ir gewinnen da? fchcene magedin, 
da? e? äne ir vater wi??en vil tougen folte fin, 
noch da? ir muoter Hilden niemen fagte de? maere, 
da? er alfö tougenliche in ir kemenäten wsere. 

Ein gevüeger kamereere der erarnte den.folt. 
da? R im gap ze miete, da? was röt golt, 
lieht unde tiure zwelf bouge fweere, 
da? der fanges meifter ze äbende in ir kemenäten waere. 



245 

Er warp 6*55 tougenlichen. ja vreute fich der man, 
da? er io guoten willen da ze hoye gewan. 
er was von vremeden landen gevaren nach ir minne. 
durch die fine vuoge truoc ii ime wol holde, finne. 

Si hie^ ir karaersBre Yor dem hiife ftan, 
da? niemen folte nach im dar in gän, 
unz fi volgehdrte die wife, die er funge. 
da was manne niemen, wan er unde Morunc der junge. 

Den halt "bat fi fitzen, 'ir fult mich hceren lan' 
fprach diu maget edele, 'da:; ich e vemomen hän, 
des lüftet mich yü fere: wände iuwer ftimme 
diu ift Yor aller vreude obe aller kurzwile ein ginmie.' 

"Getörfte ich iu fingen, yü fchoene? magedin, 
da? mir dar umbe nseme niht da:; houbet min 
iwer Yater der künec Hagene, mir folte niht Ycrfmähen, 
fwa? ich iu möhte dienen, wseret ir mins herren lande nähen." 

Do huob er eine wife, diu was Yon Amile. 
die gelernte nie kriften menfche fit noch e, 
wan da:; er fi hörte üf dem wilden vluote. 
da mite diente Horant ze hoYC der fnelle degea [unde] guote. 

Do er die füe?en wife ze hoYe volgefanc, 
do fprach diu maget fchoene: 'friunt, du habe danc!' 
fi gap im abe ir hende : niht goldes was fo guotes. 
fi fprach 'ich löne iu gerne, des bin ich iu Yil williges muotes/ 

Si gap im des ir triuwe mit willen an die haut: 
getnieges immer kröne und da? fi gwunne laut, 
da? man in yerrer künde niht Yertriben, 
wan zuo ir bürge: da möhte ßr mit eren wol beliben. 

Swa? im diu frouwe büte, des wolte er niht, 
wan einen gürtel: "des man mir vergibt, 
da? ich fi behalten, maget vil minnecliche. 
den bringe ich minem herren, fo ift er mmer msere vreuden riebe." 

Si fprach: 'wer ift din herre oder wie ifk er genant? 
mac er haben kröne oder hat er eigen lant? 
ich bin im durch dine liebe holt vil ficherlichen.' 
do fprach von Tenen der küene: 'ich gefach nie künec alfö riehen. 

ITnde melde uns niemen, vil fchoene magedin, 
fö faget ich dir gerne, wie uns der herre min 
von im fcheiden lie?e, dö er uns here fände, 
vrowe, durch dinen willen ze dines vater bürge unde lande.' 

Si fprach 'la:; mich beeren, wa? mir der herre din 
^ iuwerm lande enbiete. ift e? der wille min, 
des bringe ich dich wol innen, e da? wir uns gefcheiden.' 
Horant vorhte Hagenen; im begunde da ze hove leiden. 

Er fprach zuo der vrouwen 'fo enbiutet er dir da?, 
da? dich fin herze minnet an aller flahte ha?. 
^^ lä? in genie?en, frouwe, diner güete! 
^^ hat durch dich eine genomen von allen frouwen fin gemüete.' 



246 

Si fprach 'got inüe:5e im Idnen, da? er mir wsDge fi. 
koeme er mir ze mä:;e, ich wolte im ligen bl, 
ob, du mir wolteft fingen den äbent und den morgen.' 
er fprach 'ich tuon e? gerne: des fit an aller flahte forgen.* 

Er fprach zer fchoenen Hüten *vil edele:^ magedin, 
min herre tegeliche hat in de'm hove fin 
zwelve, die ze prife vür mich Gngent vCrre. 
fwie fiie^e fi ir wife, doch finget aller befte min herre/ . 

Si fprach 'nu fo gefiiege din Heber hßrre fi, 
ich wil g6n im nimmer dßs willen werden vri: 
ich geldne im dar gedanke, -die er hat nach minen minnen. 
getörfbe ich vor döm vater min, f5 wolte ich iu gßme volgen hinnen.' 

Do fprach d€r dögen Mörunc *frouwe, uns fint bereit 
fiben hundert recken, die liep unde leit 
ge'me mit uns dulden, kumet ir uf die fträ:5e, 
fo fit an alle forge, da? ich iuch dorn wilden Hagenen lä?e.' 

Er fprach 'wir wellen hinnen urloubes göm. 
fo fult ir Hagenen bitten, da? er iuch müe?e gewgm, 
junge maget edele: er und iuwer muoter 
fiil unfer kiele fchouwen, unde ir felbe' fprach der dßgen guoter. 

'Da? tuon ich vafte gerne, ob mirs min vater gan. 
dar zuo fult ir bitten dön künec und fine man, 
da? ich und die mag^ie riten zuo dön ünden. 
ob iu? m!n vater gehei?e, ir fult mir? drier tage vore künden.' 

.DCr hoehfbe kamereere bete dös gewalt, 
da? er ofte bi ir wsere. dgr föbe degen halt 
dör gienc an dör wile durch mesre für die frouwen. 
die beide beide mohten do ir Ißbenes niht getrouwen. 

Er fprach zuo vroun Hilden 'w€r fint die fitzent hie?' 
dd wart den beiden fd r^hte leide nie. 
'wer hei?et iuch bede g6n ze kemenäten? 
fwör iu da? gevüeget, der hat iuch entriuwen gar verraten.' 

Si fprach 'nu la din zürnen! ß müe?en wol genefen. 
ob du mit ungemache niht immer w€lleft wöfen, 
du folt fi tougenlichen zuo ir gemache bringen, 
ja hülfe in anders übele, da? €r fö ritterlichen kan gefingen.' ^ 

Er fprach 'ift ö? dör recke, d^r fo wol fingen kan? 
dör fBlben wei? ich einen, da? künec nie gewan 
be??eren recken (min vater und fin muoter 
die wären eines vater kint): wanne er was ein zierer dßgen guoter/ 

Diu maget begunde vrAgen: 'wie was der genant?' 
er fprach 'er hie? Hörant und was von Tenelant. 
fwie er niht trüege kröne, er dienet im die kröne, 
fwie Gl mir fin vremede, wir lebeten ie bi Hetelen fchöne.' 

Dö Mörunc den erkande, den man in sehte bot 
da heime in finem lande, dö gienc dem recken not. 
im erwielen finiu ougen, truoben er began. 
dö fach diu küniginne den recken güetlichen an. 



247 

Ouch Dach der kamersQre der rechen ougen na?. 
er fprach *liebiu frouwe, ich wil iu fagen da:^: 
e? fint mage mine. nu helfet, da:^ ii gnefen 
dife helde beide, ich wil ir hiietere wefen/ 

Den recken wart in forge ein teil ir herze wunt. 
Uörft ich vor miner frouwen, ich kuftes an ir munt 
dife recken beide, da:; ift nu langiu Hunde, 
da? ich von Hegelingen nach Hetelen vrägen niht enkunde/ ** 

Do fprach diu juncvrouwe 'fint G. die neven din 
(mir fulen defte lieber dife gefte fin), 
lo folt du die helde mtnem herren künden^ 
da? 11 alfo gähes niht enkomen zuo des Acres ünden/ 

Do giengen funderfprÄchen die zwene ritter guot. 
Mdrunc dem kamersere fagete finen muot, 
da? li durch ein frouwen koemen zuo dem lande, 
und wie kiinic Hetele fi nach frouwe Hilden dar fände. 

Do fprach der kamersere ^mir ift beidenthalben not, 
nach des küneges ire, und wie ich iu den tot 
gevremede von dem künege: wan wirt er des innen, 
da? ir gert der magede, fo enkomt ir nimmer von hinnen.' 

Do fprach der dggen Horant 'hoere, wa? ich dir fage. 
TO gern nrloubes an dem vierden tage, 
da? wir wellen fcheiden hinnen von dem lande, 
fö muotet uns ze gebene der künec mit fchatze unde mit gewande. 

Sd muot wir nihtes mere (des folt du uns helfen biten), 
wan da? uns gwer her Hagene mit vil guoten fiten . 
riten zuo dem fcheffe er und mtn frouwe, 
i^in wip diu küniginne, unde unfer kiele da fchouwe. 

Mac uns dar an gelingen, fö fwindet unfer leit, 
unde ifb wol geendet unfer arbeit, 
ob diu maget edele ritet zuo den grie?en, 
des muge wir da heime wider den künec Hetelen wol genie?en.* 

D5 bräbtes ü? dem höfe der liftige man, 
älfö da? der msere der künec fich nie verfan, 
da? fi zir herberge balde folten gäben. 
alTo getriuwer dieneft dorfte da ze hove in niht verfmähen. 

Si fageten heimlichen dem £^ten Waten da?, 
da? diu maget edele minnet äne ha? 
den ir vriunt Hetelen von den Hegelingen, 
dd rietens mit dem degene, wie fis mit in ze h&fe folten bringen. 

Do fprach Wate der alte 'ksemes ft? dem tor, 
da? ich iuch niuwan eines gefeehe da vor, 
fwie halt wir gerungen mit den vor dem hüfe, 
diu junge küneginne kseme nimmer zuo ir vater klufe.' 

Dize ftarke msere gar verholn wart. 
fi rihten fich vil tougen zuo ir widervart. 
fi fageten? ouch den degenen, die in den fchiffen lägen. 
R horten? niht ungerne. ja mohte fi nu lange da betragen. 



248 

Aos dea BrachstQckeB tob Walther and Hihlegaod. 

Ein Doppelblat , Perg. mit zierlicher Schrift eher aus der 1. als 2. Hälfte des 13 
Jhdts, die Anfangsbuchit. der Strofen teils rot durchftrichen, teils einfarbig rot oder 
blau, eine Initiale bunt verziert. Als Umfohlag einer Bücherdecke in Kleinoctav iA 
die 2. Hälfte des Blattes, urfprgl. kl. 4^, vom Buchbinder arg Terltiimmelt. Ton Frs 
Ooldhann erhielt Elarajan die BIL zum Gefchenk (yoü ihm dann der k. k. HofbibL 
rerehrt), erkannte den Inhalt u. veröffentlichte das Lesbare in fr Frühlingsgabe für 
Freunde älterer Literatur, Wien Braum. 1839 S. 1 ff. Nach erneuter Lefung durck 
MaTsmm in Hpts^ Ztfchr. 2 (1842), 216 — 222; durch Hagen in deffen Germania 5, 
114 — 121. 

Hpts Ztfchr. 2, 218 fg. Wack.* 569 ff. 

Nu hcBrt ouch, wie der reke firumt i[ii finiu] lant 

die boten, die ^r h^te dem Kinige gefant 

die riten ros diu guoten und fuorten fpeshiu kleit. 

die Tagten in dem lande, da? ör koeme und ouch vrou Hildegunt diu mdt 

Do dfer künic Alpker gehörte dife fage, 
do entweich im ungemüete und ouch fin langiu klage, 
die boten Cr yli^jicliche enphie und ouch fin wip. 
Q. wurden harte größer vreuden riche durch d(jn Walthere» lip. 

D6 fprach der vogt von Spanige 'fö wol mich iuwer fage! 
ich hete forge manige lange mine tage. 
da:5 fin [lip uns fö] fremde, was mir wol tüfent jär. 
ich fihe in gferne, fwenne in got fende. diu rede ift entlichen war.* 

Do e:5 diu küniginne het mit im vernomen, 
ir was yon lieben meeren vil dfer trähene komen 
von herzen in diu ougen. weinde Ci dd fa:^. 
fi riet, wie man ii b^de folde enphähen, und tet vil willeclichen da:^. 

Dö fprach aber der reke 'ir fult mich hoeren län, 
wie Etzele und frou Helche zuo zin haben getdn.' 
dd fprach der boten einer 'da? wil ich iu fagen. 
Walther ift von dem künige fö gefcheiden, da? e? die Hlunen inuner müe?en 

Ir etelicher drunder, da? fl im wseren holt. klagen, 

fe'r hat an fumelichen vil wol da? verfolt, 
da? ii im immer fluochen: wand ä*r hAt in erf lagen 
an finer verte vil ir lieben mäge. ich kan iu anders niht gefagen.' 

Do fprach der künic edele 'ich fol mich vreuwen fin. 
er muo? wefen herre in den landen min.' 
"er wirt [genant mit rehte] der Hiunen bürgetor. 
fwes Ezel und fine reken ie begunden, dil was Cr zallen ziten vor." 

Der künec fprach zuo den reken 'wol öf al mine man 
und ritet im begegene! er hat mir liep getan, 
fwer im nu gerne dienet, des vriunt wil ich wefen. 
diu lant fult ir mit uns beiden bouwen. ii* mugt bi Walther wol genefen.* 

Man fagt im, da? in leite durch Guntheres lant • 
Volker der vil küene (der was im wol erkant) 
und ouch des küniges recken driu hundert oder ba?. 
dö bat er fin gefinde zuo im gäben, die täten willeclichen da?. 

Dö hie? ouch fich bereiten des edelen küniges wip. 
jd wolde R beleiten den Hildegunde lip, 



249 



ß & aller bellte künde, ze Lengers in die ftat 

irTTOuwen fi dö wol kleiden begunde: des ii der kiinic fölbe bat. 

Sm warten fine liute mit größer ungebite. 
dar nach in kurzen Itonden man Tagt im, da^ da rite 
da? Günthers gefinde mit in in da:; lant. 
do kom der wirt mit Hbolzer maflenie, da er vroua Hildegunden vant. 

Diu küniginne fuorte wol lehzec megedin, 
die aller fchoniften die der mohten fin, 
und ouch der höhften mäge, di man dö bi in vant 
dö fuorten ouch des alten küniges beide vil harte herlich gewani 

E fi vol drie mile komen w^ären dan 
Ton der flat ze Lengers, in volgten tufent man 
oder dannoch mere, die zuo den gelten riten, 
wände fi der küniginne here beten * 

Liederdichter, 

Ntthart von Biuwental. 

Hss. f. Haupts Ausgabe Vorrede S. v ff. Die Eiedegger gedr. in Beneckos Beiträgen 
1. Kenntn. d. altd. Spr. u. Litt. Bd 2 Gott 1832. Ausgabe von Moriz Haupt Neid- 
iart von Beuenthal, Leipzig Hirzel 1858. MSHag. 2, 98 — 125. 3, 185 — 313. 
468d— g. Wackemagel in MSHag. 4, 435 — 442. Hoclius v. Liliencron über Neid- 
Wts höfifcbe Dorfpoefie in Haupts Ztfchr. 6 (1848), 69 — 117. Vgl. AVackem. alt- 
franz. Lieder u. Leiche S. 182 fg. 



Hpts Ausg. u. Wack. Leu* 543 ff. 

üf dem berge und in dem tal 

liebt fich aber der vögele fchal, 

Mure als e 

griiener kU. 

^™e 655, Winter! du tuoft w^. 

Die boume , die dd ftuonden gris, 
fc habent alle ir niuwe:^ ris 
vögele vol. 
da? tuot wol. 
da Ton nimt der meie den zoL 

Ein altiu mit dem tode vaht 
'>eide tac und ouch die naht. 
diu fpranc fider 
als ein wider 
^d ftie:5 die jungen alle nider. 

■Ein altiu diu begunde fpringen 
hohe alfam ein kitze onbor: 
ß wolde bluomen bringen, 
tohter, reich mir mm gewant! 
ich muo^ an des knappen hant, 
der illb von Riuwental genant, 
traranuretum traranuriruntundeie ! ' 
"Muoter, ir hüetet iuwer finne: 
^rft ein knappe fo gemuot, 



er pfliget niht ftfieter minne." 
Hohter, lät ir mich an not. 
ich wei:5 wol wa? er mir enböt. 
nach finer minne bin ich tdt. 

traranuretum traranuriruntundeie ! ' 
Do fprach ein altiu in ir geile 
Hrutgefpil, wol dan mit mir! 
ja ei^at e^ uns ze heile, 
wir fuln nach bluomen beide gän. 
war umbe folt ich hie beftän, 
fit ich fo vil geverten hän? 

traranuretum traranuriruntundeie ! * 

Der meie der ift riche. 

er fueret ficherliche 

den walt an finer hende: 

der ift nft niuwes loubes vol. 
der winter hat ein ende. 

'Ich fröu mich gegen der beide 
der liebten ougenweide, 
diu uns beginnet nahen.' 

fo fprach ein wolgetaniu maget. 
'die wil ich fchone enpfähen. 
Muoter, lät:5 ane melde, 
ja wil ich komen ze velde 
und wil den reien fpringen. 



250 



j4 ift e? lanc, da? ich diu idnt 
niht niuwes h&rte fingen.' 
"Neinä, tohter, neine! 
ich hän dich alters eine 
gezogen an minen briüten: 

nft tuo 655 durch den willen min, 
lä? dich der man niht lüTben." 

*Den ich iu wil nennen, 
den muget ir wöl erkennen, 
ze dem fo wil ich g&hen: 

er ift genant von Riuwental: 
den wil ich umbevähen. 

E? gruonet an den eften, 
da? aUes möhten breften 
die boume zuo der erden. 

nu wi2;?et, liebiu muoter mtn, 
ich volge dem knaben werden. 

Liebiu muoter here, 
nach mir fd klaget er fere. 
fol ich im des niht danken? 

er fpricht, da? ich diu fchoenfte fi 
von Beiem unz in Vranken.* 

E? gruonet wol diu beide, 
mit niuwem loube Mt der walt: 
der winder kalt 
twanc fi fere beide, 
diu ztt hät^fich verwandelöi 
mfn fene(Ua ndt 

mant midi an die guoten, von der 

ich unCanfte fcheide. 

Gegen der wandelunge 
fingent wol diu vogelin. 
den vriunden min 
den ich gerne funge, 
dös fi mir alle fagten danc. 
iif mtnen fanc 

ahtent hie die Walhe niht: fo wol 

dir, diutfchiu zunge! 

Wie gerne ich nft fände 



der lieben einen boten dar 
(nu nemt des war), 
der da? dorf erkande, 
da ich die feneden inne lie. 
ja meine ich die, 

von der ich den muot mit ftsater 

liebe nie gewande. 

Bote, nu var bereite 
ze lieben vriunden über fe! 
mir tuont vil we 
fende arebeite. 

du folt in allen von uns fagen, 
in kurzen tagen 

faehens uns mit vröuden dort, wan 
durch des wäges breite. 

Sage der meifterinne 
den wülecUchen dieneft min, 
fi fol diu fln, 
diech von herzen minne 
vür alle vrouwen hinne vür. 
e ichs verkür, 

& wold ich verkiefen der ich immer 

teil gewinne. 

Vriunden unde mägen 
fage, da? ich mich wol gehabe, 
vil lieber knabe, 
ob fi dich des vrägen, 
wie? umbe uns pilgerime ftö. 
fo fage, wie we 

uns die Walhehaben getan : des muo? 

uns hie betragen. 

Wirp e? endelichen! 
mit triuwen la dir wefen gäch! 
ich kum dar nach 
fchiere ficherlichen,. 
fo ich aller baldift immer mac 
den lieben tac 

lä?e uns got geleben, da? wir hin 
heim ze lande ftrichen! 



'Nu ift der küele winder gar zergangen: 

diu naht ift kurz, der tac beginnet langen; 

fich hebt ein wunneclichiu zit, 

diu al der werlde vreude git; 

ba? gefungen nie die vögele e noch fit. 

Komen ift uns ein liehtiu ougenweide: 
man fiht der rofen wunder <if der beide; 
die bluomen dringent durch da? gras. 



251 



wie fchdne ein wife getonwet was, 
da mir min gefelle zemern kränze las! 

Der walt hat finer grife gar verge^^en 
(der meie ift üf ein grüene? zwt gele^^en) : 
er hat gewannen loubes viL 
bint dir balde, trütgefpil! 
du weift wol, da? ich mit einem ritter wil* 

33a? gehorte der mägde mnoter tougen. 
fi ^rach ^'behalte hinne viir din lougen! 
din wankehnuot ift ofienbär. 
wint ein hüetel tun dtn här! 
dft mnoft an die dfnen wät, wilt an die fchar." 

* Mnoter mhi, wer gap in da? ze lehen, 
da? ich iuch mtner weste folde vlehen? 
dem gefpunnet ir nie vadem. 
lallet ruowen folhen kradem! 
wä nft flii??el? fliu? nf balde mir da? gademl' 

Diu wat diu was in einem fchrin verfperret. 
da? wart bi einem ftaffel ftf gezerret, 
diu alte ir leider nie gefach. 
do da? kint ir kiften brach, 
dö gefweic ir zunge, da? fi niht enfprach. 

Dar ü? nam fi da? röckel alf5 balde. 
da? was gelegen in maneger kleinen valde. 
ir gürtel was ein rieme fmal. 
in des hant von Riuwental 
warf diu ftolze maget ir gickelvßhen bal. 

Diu alte diu begreif ein rocken grü?en. 
fi begunde ir tohter bliuwen unde ft6?en. 
**da? habe dir des von Riuwental! 
ruch ift im fin überval. 
nft var hin! da? hiute der tievel ft? dir kal!" 

Kint, bereitet iuch der fliten ftf da? hl 

ja ift der leide winder kalt. 

der hat uns der wunneclichen bluomen vil benomeq, 

maneger grüenen linden ftßnt ir tolden gris, 

unbefungen ift der walt. 

da? ift alle? von des rtfen ungenäden komen. 

muget ir fchouwen, wie er hat die beide erzogen? 

diuft von finen fchulden val. 

dar zuo fint die nahtegal 

alle ir wec gevlogen. 

Wol bedörfte ich mtner wlfen vriunde rät 
umbe ein dinc, als ich iu fage, 

da? ^ rieten, wä diu kint ir vreuden folten phlegen. 
Megenwart der witen ftuben eine hat: 
obe? iu allen wol behage, 



1 



252 

dar ful wir den gofenaiu^ des viretages legen. 
e^ ift finer tohter wille, kom wir dar. 
ir fult? alle ein ander fagen. 
einen tanz alumbe den fragen 
den brüevet Engelmär. 

Wer nach Künegunde gö, des wert enein. 
der was ie nach tanze we. 

e^ wirt uns verwi^en, ift da? man ir niht enfeit. 
Gifel, ginc nach Jiuten hin und fage in zwein! 
fprich da:; Elle mit in g&l 
e? ift zwifchen mir und in ein ftarkiu ficherheit 
kint, vergiß durch niemen Hädewigen da! 
bit fi balde mit in gän! 
einen fit fi fulen lau, 
da:; binden üf die brä. 

Ich rat allen guoten wiben über al, 
die der mä:5e wellent fin, 

da? 11 höhgemuoten mannen holde? herze tragen, 
rücken? vorne hoher, binden hin ze tal, 
decken ba? da? näckelin. 

wä zuo fol ein tehtier an ein coUier umbe den kragen? 
wip fint ficher umbe de? houbet her gewefen, 
fö da? in da? niemen brach, 
fwa? in anders wä gefchach, 
des fints euch genefen. 

Eppe der zuht Geppen Gumpen ab der haut, 
des half im fin drifchelftap : 
doch gefchiet e? mit der riutel meifter Adelber. 
da? was alle? umbe ein ei, da? Ruopreht vant 
(ja w8Bn im? der tiuvel gap): 
dk mit dröte er im ze werfen alle? jenenther. 
Eppe der was beidiu zornic unde kai: 
übellichen fprach er 'trat?*. 
Ruopreht warf im? an den glatz, 
da? e? ran ze taL 

Erideliep bi Götelinde wolde gon: 
des het Engelmär gedäht. 

wil iuch niht verdrie?en, ich fag iu da? ende gar. 
Eberhart der meier muofte e? underftän. 
der wart zuo der fuone bräht: 
anders wsere ir beider hende ein ander in da? här. 
zwein vil oeden ganzen gÄnt fi vil gelich 
gein ein ander al den tac. 
der des vorefingens phlac, 
da? was Friderich. 

*8inc, ein guldin huon; ich gibe dir wart ich vro: 

fchiere do wei?e.' nach ir hulden ich vil gerne finge. 



253 



alio vreut den tumben guot geheime 

durch da^ jär. 

würde e^ war, 

lo geftuont nie mannes muot fo ringe, 

M mir der mine danne wsere. 

mac fi durch ir fselekeit 

niniu leit 

senden ? ja ift min kmnber klagebeere. 

Bümet ü^ die fchämel und die 
iei:5 die fchragen ftiiele! 

rürder tragen! 

liüte ful wir tanzens werden müeder. 
werfet üf die ftuben, fo ift ez küele, 
la? der wint 
m diu kint 

anfte waeje durch die übermüeder. 
die voretanzer danne fwigen, 
fult ir alle fin gebeten, 
la^ wir treten 
iber ein hovetänzel nach der gigen. 

Los ÜJ5 ! ich beer in der fbuben tan- 
QDge man, zen. 

not iuch dan ! 

la ift der dorfwibe ein michel triinne. 
^ gefach man michel ridewanzen. 
iwene gigen: 
^0 fi fwigen, 

|a^ was geiler getelinge wünne. 
eht, d6 wart ze zeche vor gefungen. 
iurch die venfter gie der galm. 
Idelhabn 
äözet niwan zwifchen zweien jungen. 

Geiaht ir ie geburen fü gemeiten 
^Is er ift? 
^e Krift, 



er ift al ze vorderft anme reien. 
. einen veij^el zweier hende breiten 
hat fin fwert. 
harte wert 

dünketer lieh finer niuwen treien. 
diuft von kleinen vier und zweinzec 

tuochen, 
die ermel gent im uf die haut: 
fin gewant 

fol man an eim oeden kragen fuochen. 
Yü dörperlich ftät alle? fin gerüfte, 
da? er treit. 
mirft gefeit, 

er finn Engelboltes tohter Aven. 
den gewerp erteile ich im ze vlüfte. 
fi ift ein wip, 
da? ir lip 

zeeme wol ze minne einem gräven. 
da von lä?e er fich des wJfen tougen. 
zeche er anderthalben hin. 
den gewin 

trüege er hin ze Meinze in finen 

ougen. 
Im ift fin treie nie fo wol zer- 
noch fin kel houwen 

nie fo hei, 

er enmüge fi fin wol erlä?en. 
difen fumer hat er fi gekouwen 
gar vür brot. 
fchamerot 

wart ich, do fi bi ein ander ia?en. 
wirt fi mir, der ich da gerne diene, 
guotes gibe ich ir die wal, 
Riuwental 
gar vür eigen : deift min Hohiu Siene. 

Eeinmar der videlare. 

^ im Abdr. S. 22 — 25. C, Bodm. 2, 110 fg. MSfiag. 2, 161 fg. 3, 330 fg. 4, 474 
?• Wackern. Lef.* 555. 

^ot Welle föne welle, doch fo finget der von Seven 

^och ba? dann ieman in der weite, fraget nifteln unde neven, 

^efwien, fwiger, fweher, fwäger, e? enfie war. 

^eliet,-clageliet, hügeliet, zügeliet, tanzliet, leich er kan; 

P finget criuzliet, twingliet, fchimphliet, lobeliet, rüegliet als ein man, 

fer mit Werder kunft den liuten kürzet lange? jär. 

^ir mugen wol alle fwigen, da her Liutolt fprechen wil: 

% darf mit fange nieman giuden wider in. 

r fwioget alfo ho ob allen meiftem hin: 

^ vrerde noch, die nft da leben, den brichet er da? zil. 



254 



Gotfirit von Htfen. 



Die Lieder GotMeds ron Neifen hrsg. v. 
1, 41 — 62. 4, 80—83 Nr 17. 7ö4 fg. 

Ht, wie wunnenclich diu heide 
fich mit manegem fpeehen kleide 
gegen dem meigen hat bekleit! 
loup gras bluomen vogellin beide, 
die man fach in manegem leide, 
gar verfwunden ift ir leit. 
alfö mehte opch mir verfwinden 
forge, diu Ton fröide ie fwant. 
wolde fröide forge enbinden, 
fit da? fröide ie forge enbant, 
fö wurd ich von forgen fri. 

Do min ouge erkfts die füei^en, 
do wart mir ein lieplich grüe^en, 
rcefeleht ein roter gruo?. 
do däht ich *diu ougen müe^en 
dir vil fend^n kumber blieben: 
anders dir wirt niemer buo:^ 
forgen, e? enwende ir güete.* 
dannoch was ir giiete guot. 
fam der rofe in touwen blüete 
was ir munt rot als ein bluot. 
owe, dannoch was ich vro. 

Wer kan froelich fro beliben 
wan bi reinen lieben wiben? 
hf, wie Hie^e ein name wip! 
wip kan fendiu leit vertrlben. 
wol ir reinen lieben liben! 
och, fi hänt fo lieben lip, 
da:5 mich nach in muo? belangen, 
bl in ift diu wile unlanc. 
fwä liep liep hat umbevangen, 
daft ein füe^^er umbevanc, 
lieplich nach der minne ger.^ 

We der gar verlornen ftunde, 
da? mir fenden niene enkunde 
lieplich küflen werden kunt 
von ir rftfevarwen munde! 
owe, Minne, da? diu wunde 
mich fd lange hänt verwunt! 
ich bin von dir ungeheüet; 
ich gewan gein dir nie heil. 
Minne, da? du fift verteilet! 
habe euch dir der minne ein teil! 
du verwundeft mich niht me. 



Moriz Haupt, Leipz. Weidm. 1851. MSHa;. 

Wa? touc mmnecliche? fingen? 
wä fint wip, die kunnen twingen? 
wä fint man, die minne ie twanc? 
wer kan ftsete fröide bringen? 
wer kan forge ü? herzen dringen? 
minne ie forge ö? herzen dranc , 
von der wtbes ougen blicken, 
da man fach ein fiie?en büc. 
fi went fich der minne entftricken: 
man fint Ainder minne ftric. 
weit, da von trag ich dir ha?. 

Merkent wunder iemer mere! 
do ich die lieben jungefb fadi, 
dd was ich vw^agt fft fere^ 
deich vor liebe niht enfpradL 
ich was ir ze fehenne vrö: 
des erfchrac mis herzen ISra 
wäfen! wie gefchach mir fo? 
Wibes ere, wibea güete, 
wibes fchoBne, ir werdekeit, 
git den mannen bochgemüete, 
die gein tugenden fint bereit 
fi fröit als diu fumerzit 
gegen des werden meigen blüete. 
ahi, wa? der fröiden git! 

Swa? der winter forgen bringe 
dien vil liebten bluomen rot, 
fwa? er kleiner vögele twinge, 
doch klag ich ein ander not. 
der ich mich ze dienfte b6t, 
derft min fweere gar ze ringe: 
des bin ich an fröiden toi 

Owe, ja hat mich betwungen 
ir vil minneclicher munt. 
an ir ift mir niht gelungen, 
fwsere diuft mir worden kunt, 
fit ich vant fö füe?en funt 
an der minneclichen jungen, 
herze, diu hat dich verwunt 

Nu wol üf ! grüe?en 
wir den füe?en, 
der uns büe?en 
wil des winters pin. 



r 



255 



der uns wü bringen 

Togele fingen^ 

bluomen fpringen 

und der funnen fchin. 

da man fach e 

den kalten Ine, 

da fibt man gras, 

TOD touwe na:^ 

(briievent da:^!) 

die bluomen und den kle. 
Vor hin in walde 

üf der halde 

beert man balde 
wunneclichen fchal. 
in füe?er wife 
gar von prife, 
bohe, life, 

fingt diu nahtegal. 
der vögele fanc 
derft niht ze kranc 
Mn gegen dem meigen. 
megde, leigen, 
^ fun reigen 
den lieben fumer lanc. 
Des meigen blüete, 
des fumers güete 
iochgemüete 
git den vogellin. 
da? hüft mich kleine, 
wan diu reine 
trcefte aleine 
noch da^ herze mm. 

|r ougen klär, 

T roter munt 

Wt mich verwunt 

^ an den grünt, 

wie frö ich doch gebär. 

feh wolde niht erwinden, 
ch rit ft^ mit winden 
üure in küelen winden 
regen der Hbat ze Winden. 
et wolt überwinden 

• 

'in maget fach ich winden: 
vol ^ garn want. 

Do fprach diu fseldebeere 
^ bift mir gebaere 



ftille und offenbasre. 
du bift fröidebflere. 
küme ich dich verbsere. 
diu dich ie gebeere, 
got der gebe ir guot! 

Ir funt iuch erlouben 
ringens üf der louben. 
länt die linden louben. 
ir funt mir gelouben, 
hänt ir den gelouben, 
ir brechent Botenlouben 
lihter die fteinwant. 

Du folt mir befcheiden, 
ift der kriec gefcheiden, 
den du foltell fcheiden? 
du bift fü befcheiden, 
diu Welt muo? e verfcheiden, 
e da:5 wir uns fcheiden, 
trutgefelle guot.' 

Sol ich difen fumer lanc 
bekumbert fin mit kinden, 
fü wser ich vil lieber tot. 
des ift mir min fröide kranc, 
fol ich niht zen linden 
reigen, owe dirre not! 
wigen wagen, gigen gagen, 
wenne wil e^ tagen? 
minne, minne, trüte minne, 
fwic! ich wil dich wagen. 

Amme, nim da:^ kmdelin, 
da? e^ niht enweine, 
alfe liep als ich dir fi! 
ringe mir die fweere min! 
du mäht mich aleine 
miner forgen machen fri. 
wigen wagen, gigen gagen, 
wenne wil e? tagen? 
minne, minne, trute minne, 
fwic! ich wil dich wagen. 

Uns jungen mannen fanfte mac 
an frouwen miflelingen. 
e^; kam umb einen mitten tac, 
dö hörte ich eine fwingen: 
wan fi dahs, 

wan fi dahs, fi dahs, fi dahs. 
Guoten morgen bot ich ir. 
ich fprach 'got müe^e iuch erenl' 



256 



wan fi dahs, 

wan fi dahs, fi dahs, fi dahs. 

Diu nahtegal diu fanc fd wol, 
da; man irs iemer danken fol 
und andern kleinen vogellin. 
dd dähte ich an die frouwen mfn: 
diu ift mis herzen künigin. 



zehant do neic diu fchoene mir: 
dar in fd muofte ich keren. 
wan fi dahs, 
wan fi dahs, fi dahs, fi dahs. 

Si fprach 'hien ift der wibe niht: 
ir fint unrehte gegangen. 
e iuwer wille an mir gefchiht, 
ich fsehe iuch lieber hangen.* 

Uhlands Volkslieder 2 S. 737 ff. Nr 285. Schade im Weimar. Jahrb. 3, 259 l 
465 — 469. 

Von Walhen fuor ein pilgerin mit finem kötzeline. 
zerhouwen wären im die fchuo; er was fö rehte f&e. 
er bat der hereberge in der minne. 

'ja enift er niht guot pilgerin' 
fprach der wirt: 'vil leit ift er mir hinne.* 

"Wa? hilfet iuwer mette gän und iuwer venjen fuochen, 
da^ ir des armen pilgerins hie inne niht weit ruochen?" 
er bat * 

Aus dem Pfaffen Amis des Strickers. 

Hss. r. Hagens u. BöTch. Grundrifi S. 350 — 355. Beneckes Beitr. 2, 495 fL Aasgabe 
durch Benecke chdf. 499 — 608. 



Eingang. Benecke S. 499 — 512. 



Hie yor was vröude und öre 
geminnet alfo fere, 
fwa ein hövefch man ze hove quam, 
da? man gerne von im vernam 
feitfpil fingen oder fagen. 
da? was genseme in den tagen: 
da? ift aber nuo fo unwert, 
da? fin der lehfte niene gert, 
em künde danne ein msBre, 
da? guot den liuten weere 
viir forgen unt TÜr armuot: 
anders dunket e? vil leiten guot, 
fwa? er mit werten künfte kan. 
wie fol danne ein geyüege man 
ze hove nuo gebären? 
des enkan ich niht gevären. 
ich kan gevtieger werte vü, 
da? beziugich fwer Q^ beeren wil; 
fwa man der ze hove niene gert, 
da bin ida. eines tftren wert, 
nuo beeret wa? hie vor gefchach. 
do vröude vür die forge brach, 
dd man ere vür die fchande enphie, 
unt milte viir die erge gie, 



unt triwe vür untriwe fchreit, 

unt vrümekeit vor der bosheit 

äne kumber wol genas, 

unt wärheit vor der lüge was: 

dd was diu zuht genseme 

und unzuht widerzseme, 

do befa? diu tugent elKu lant, 

da? man untugent ninder vant; 

vür übele gienc diu güete, 

vür truren hochgemüete; 

do was diemuot des vrides kneht^ 

unt gie da? reht vür? unreht 

da? was in den ftunden, 

e triegen wurde vunden. 

Nu faget uns der Stricksere, 
wer der erfte man waere 
der liegen [unt] triegen ane vienc, 
unt wie fin wiUe vür fich gienc, 
da? er niht widerfatzes vant 
er het bös in Engellant 
in einer f^at ze Tränts, 
und hie? der phaflfe Amis, 
er was der buodie ein wife man, 
unt vergap fo gar fwa? er gewan 



2S7 



beidiu durch <^e mit ditreh gotv 

dajj er der mute gebot 

ze keiner zit übergie. 

er lie die gefte unde enphie > . 

ba^ denne ieman tsBte, 

wand er es ftate hsBt^. 

fin miltekeit was alfö grds;, 

daa; es deii bifohöf verdroi^, 

dem er was gehorfam. 

da? er des fo tu vcm im vemaro, 

da? lie^ er niht äne. nÜ 

er kom zem phaffen zeiner zft. 

zuo dem fprach der bifchof 

'herre, ir habet groBsjern hof 

zallen ziten denne ich; 

da? ifk harte unbillich. 

ir habet überige^ guot, • . 

da? ir mit hövefcheit Tertuot; 

des Tült ir mir ein teil geben. • 

ir endürfet dÄ niht wider ffcrebeh; 

ich enwils von iu niht enbem; 

ze wäre,, if miie^et michs gewem*' 

d5 fprach der phaffe Amts 

'min inuot der ftet ze fölher wis 

da? ich mfn guot vil wol verzer, 

vmt mich des vil gar gewer, 

des mir über weren fol: 

wsöres mere, ich bedörft ßn woL 

ich engibe iu anders niht: 

gemocht ir miner fpife iht, 

fö ritet in da:5 hfts min, 

unt lät mich iwem wirt fin, 

fwie dicke e^ iwer wüle fi, 

Jint lät mich dirre gäbe vri* 

ich engibiu umbe difiu dinc 

^^inimer eiiien phenninc/ 

da? wart ^em biMiove zom. 

'fö ift diu kirche verlorn,' 

fprach er ^die ir von mup hat, 

umbe die felben mifletat' 

^r fprach 'des foi^h kleine* 

ane diz dinc alterseine 

ich was iu gehfirfam ie; 

dar an verfümet idi mich nie. 

ouch heilet mich verfuochen 

^t Worten, an den buodiön. 

tunne ich min amte alfö wol, • 

fö ich ze rehte kUÄuen fol. 

Schade, altd. Leseb. 



des lät ouch genie?en midi.' 
der bifchof fprach 'da? tuon idL 
fit ich iuch verfuochen fol, 
fo kau ich iuch verfuochen wol 
mit kurzen werten hie zehant: 
ir habet den habec an gerant 
faget mir, wie vil des mores fi; 
der rede enla?ich iuch niht vri; 
unde bedenket iuch vil eben 6. 
faget ir linir minner oder mö, 
ich tuon iu folhen zom fchfn, 
da? diu kirche muo? verloren fin.* 
'des ift ein vuoder' fprach är, 
der bifchof fprach 'nu faget, wer 
geftöt iu des? den zeiget mir.' 
der phaffe fprach 'da? müe?et ir. 
ichn liugiu niht als umbe ein här. 
endunket? iuch niht vollen wär^ 
fö machet mir ftille ften 
diu wa!5?er diu dar in gin, 
fö mi??ich!5, unde lä^e iuch leben, 
da? ir mir nach müe^^et jehen.' 
der bifchof fprach zem phaffen 
'fit ir^ alfd wellet fchaffen, 
fo lät. diu wa??er vür fich gän; 
ich wil iuch des me^i^ens erlän, 
fit ichs niht verenden mac. 
nu faget mir, wie manec tac 
ift von Adam unze her?' 
'der fint fiben, fprach er. ' 

als die ende hänt genomen, 
fo fiht man aber fiben kernen. • 
fwie lange difiu werlt fte, 
im wirt doch minner noch m4.' 
da? was dem bifchove ungemach. 
zornicliche er zuo dem phaffen ft)i?aeh 
'nu faget mir aber da bJ, ' 

weihe? rehte enmitten fi ' 

üf difem ertrlche. 
teilt ir? niht vil geliche, 
ir wert der kirchen äne. 
des fagt mir niht näeh wäne.' 
der phaffe fprach 'da? fi getan, 
diu kirche, die ich von iu hau, 
diu ftet enmitten rehte. 
da? hei?et iwer knehte 
me??en mit einem feile; 
reich e^ an deheinem teile 

17 



2SS 



eins halmes breit vürba?, 

fo 3)ömt.dia kirchen uinbe da^/ 

der bifchof fprach <ir lieget. 

fwie harte ir mi<jh betrieget, 

doch muo^ ich iu. gelouben e^ 

dann ich da^ me^^^en ane ge. 

nu faget mir, wie verre 

(ir ßt ein wifer herre) • 

vond^r erdie nnz au den himel ü 

der phaffe fprach ^ob e^ fö bi, 

dar ruofet famfte ein man. 

hen?e, j^wivelt ir iht dran, 

fo ftiget hin üf: fo ruofe ich, 

unt hoerter niht vil greite mich, 

fo Higet vü balde her nider, 

und habet iu die kirchen wid^r/ 

daj5 was dem bifohove leit. 

er fpirach 'iwer wisheit 

diu müet mich f5 fere. 

nuo fagt mir aber mere, 

wie breit der himel müge fin,. 

oder diu kirehe ift min.* 

dö fprach der phaffe Amis 

'des m£^di idi iuch vil fchiere wis. 

als mr min kunft hat gefeit, 

fö ift er tufent klafter breit 

unt dar zuo tufent ein. 

weit ir ii rehte zeln 

(des wil ich iu wol gunuen), 

fö fiüt ir die funnen. 

und euch den mänen nem^en abe 

und fwa? der himel fberren habe, 

unt rücket in danne über al 

zefameu: er wirt alfö fmal, 

fwenjie ir in gemej^^en hat, 

dag ir mir mme kirchen lät/ 

der bifchof fprach *ir kunnet vil : 

da von ich niht enberen wü, 

ir müeget mich da mite eren 

und ein efel diu buooh 14ren. 

fit ir den himel gemes^j^en hat, 

und den. wec der dar git, 

und dar zua mer und erden, 

nu ^il.ich innen werden, 

ob iu iht kunne widerftän. 

habt ir diz alle^ getan, . 

da:5 ir mir hie vore zeit, 

fo tuet ir ouch wol fwa:; ir weit. 



nuo wil ich fchonwen hie bi, 

ob da; ander all^:; war ß. 

gelßrt ir nu den efel wol, 

fo nim ich alleij dasj. vür vol, 

da; ir mir habt gefagt, 

unt wei; wol, da; ir rehte jagt' 

*nuo gebt mir einen efel her! . 

den wil ich leren' fprach er. 

dö wart in kurzen ftunden 

ein junger efel viinden, 

den bräht man dem phaffen dar. 

der bifchof fprach 'nu nemet war, 

unz wenne ir in gelßret hat, 

da; ir mich die zit wi:^en lai* 

der phaffe fprach 'ir wi;;et wol, 

fwer ein kint l^ren fol, 

unz man im wisheit müe;e jelien, 

da; enmac nünmer ^ gefchehen, 

er-ihüe;e leren zweinzec jäü: 

dÄ von wei; ich vür war, 

gel^re ich einen efel wol 

in dri;ec jären als ich Toi, 

fit ijr fprfe'chfen niene kan, 

da muo; 't% iu genüegen an.' 

der bifchof fprach 'nu lät fßhen! 

zwäre und enmag äs niht gefchähen, 

ich gemache iuch harte unvro.! 

nuo daht der phaffe. dd 

' wim geleben nimmer dri;ec jar 

alle dri, da; ifb war, 

der efel fterbe oder ich, 

ode der bifchof. fwa; er fich 

vermi;;et; üf ininen fchaden, 

des mac der tot mich wol entladen 

dd der bifchof danne <|uam, 

der phaffe finen efel nam; 

dem hie; er madien einen fkal, 

da er die kunfb wol verbal, 

wier in leren wolde. 

ein boefe buodi er holde; 

da; leit er rehte vür in, 

unt fchütte im haberen dar in 

zwifchen ieslichem blat, 

imt lie; in nie werden fat. 

diz tet der phaffe umbe da;, 

da; er die bleter defte \a% 

gelernde werfen umbe. 

als danne der tumbe 



259 



zwifchen einem blate niene vant, 
fö warf er umbe zehant 
ein andergy unde fnochte dA, 
und Aiochte aber anderswä. 
als da niht mer inne was, 
fö Anoiit d^ efel nnde las 
in dem buoche nnz an die ftont, 
da? im die litte wurden kunt, 
wie er den habei*en ftg gewan. 
> da? treiber zaHen ztten an 
beidhi vruo nnt l^Ate, 
nnz er wol ffelemet bäte 
da? fölbe blatwerfen gar. 
nu quam der bifchof dar, 
unt fprach, ör wolde wippen, 
wie fich bete gevli^s^en 
fin efel zuo den buoöben. 
nu begunde der phaffe fuochen 
em buocb niwe nnde vrifcb. 
da? leit er vlir ficb ftf den tifch, 
unde fprach dön bifebof an 
'hferre, icb fttge iu wa^ ßr kam 
Cr kan blat warfen wot' 
*da? ftlblö nseme ich vtir vol* 
fprach der bifebof zehant 
Tit fer fidi ' I»» Tinderwant, 
dCs ift fü, lange niht gewtfen, 
^r gelCme oüich wol löfen. 
uuo lät mich? blatwferfen fthen!' 
d€r phaffe fprach * das^ fi gefch^hen.' 
als (fr da? buoöh 6f getet 
i^ch des bifchove» b€t, 
vuort 6r den efel dar. 
^0 er d€8 buoches wart gewar, 
di greif ^r ß durch gewin 



nach d($m haberen dar in. 

fwa? Cr g^??en het unz dar, 

da? was ü? einem buoche gar. 

nu enwas da niht inne. 

do warf er nach gewinne 

her umbe ein ander Uat, 

unt vant euch niht an d^r fbai 

d5 warf ör aber anders war, 

und erfuodit e? buocb alfo gar. 

W8Bre ein kom dar inne gewefen, 

da? het er euch ft? gelefen. 

d5 er ninder niht envant, 

do begunder lüejen zehant 

fo er immer lAtift künde. 

als er des begunde, 

d5 fprach der bifchof *wa? ift da??' 

'des wil ich iuch befcheiden ba?' 

begunde der phaffe jehen. 

'^ hat die buochftaben erleben. 

ich lere in da? ä bS ce; 

des enhät c^ niht mi 

noch gelemet wan da? a, 

der hat er vil geföhen da. 

dd l^rach er? di<;ke, umbe da?, 

da? er? bedflöbte dßfte ba?. 

er lernet ft? der mä?e wol; 

ich 16re in fwa? ich foL' 

des was der bifchof harte vrd. 

alfus fchieden fi fich dd 

harte minnecltche. 

nu Idfte got der riebe 

den phaffen von der fölben ndt, 

wan der bifchof der lac tAt 

da nach in einer kurzen ztt. 

nu enlerter niht den efel fit. 



Aus Rudolfs von Ems Alexander. 

Hb. in München cod. gerxn. 263 fol. L Hag. Grundr. S. 221. H$igens Germ. 10, 104. 

Ka^h der Hs. BL 28 in MSHag. 4, 865 ff. 



AÜer mtner meifter kür 
^ ich diz meere legen für, 
^d wil fie fl^hien unde biten, 
da? fie nach meifterlichen fiten 
IT höhe kunft mir zeigen 
]«id dömüeteclidi neigen 
ir ore, ir kunftrteh herze Mr, 
^d merken , vfi» mtn hörae gen 



Ich wil den werden guoten 
flehelichen muoten, 
da? fi friuntliche war 
nemen, ob ich hie miflfevar, 
da? vil lihte muo? ergän; 
wan idi mich an genomen hän 
mit tumbes herzen ftiure 
fö richer äventiure, 

17* 



260 



mii' gezwivelt der fin, 

dös ich eriä!5en euies bin, ' 

Q. g6be mir arbeit »e vil. 

da von ich lere fuooben wil, 

wan ich mich mht geliehen 

mac den künfte rtchen ; > 

ich ggr aber d^r l^e* 

min knnft hat meifteir mere, 

denne ir ie wurde her an mich. 

an kunft verMnt alle fieh: 

finnen, ßngen, tihten, 

mit rfme finae flihteö, 

dgs ift nü vil, ßß yßxt nie mS. 

vor nns in allen zJtea 4. . . 

nft ftat diu kunlt aleine, 

fwie . fi fi gemeine, 

aleine, als ich iu fagen wil. 

künfte richer liute ift; vil, 

die doch niht kument an da^ I^or, 

da? uns ift getreten vor, 

an meifterlicher fprüche kraft 

und an höhe meifterfcbaft. 

uns ift diu .kunft aleipß, 

fwie fl fi gemeine: 

ir hört ift gar vereinet, 

uns allen doch gemepbiet: 

kunft ift uns allen wol erkant; 

doch fint ir wCge vil ungebant, . 

des uns gemeine volge giht;, 

wan nieman nu fp guotes iht 

gefprechen kan, fd man do fpra^, 

dd man uns kunft vor beizen fach. 

üf den ktlnfte riehen ftam, 

von dem getihte urhap nam, 

von Veldeke den wifen man, 

der rehte rime alrerfte began, 

den kiinfte riehen Heinrich* 

der ftam het wol gebreitet fich, 

den uns fin höhiu'r wisheit 

zuo anevange hat geleit. 

driu künfte richer. bluomen riis 

hänt fich dar ftf manige wis 

vil fpsöhelich zerleitet 

und bluomen vil zerfpreitet. t 

da:5 eine ift fleht, füe? unde guot, 

des fruht den herzen fanfte tuet; 

da ift niht wurmaB^pges an: 

da? ftie? der wife Hartman, 



der künfte riche Ouwfiere 

mit manegexjQk föe?en':(qießre. 

da? ander ift dar uf gez(^en, 

ftarc und manege wis gebogen, 

wilde, guoi^ doch fpeehe, 

mit fremden fprüchen w<phe: 

da? Mt gebeizet flf den ftam 

von Efohenbach Wr Weifram, 

mit wjäden aventiuren ; 

künde er die kunft wol ftiuren: 

des gebeut fixi äventiure 

kurzwile guOte ftiure. 

obe ich nü prifwi wolde, 

als ich von rehte foWe, 

da? dirte voUekoimön ris, 

fü müefte ich fin an künflien w: 

da? ift fleht, fpaehe, guot und reht, 

flu rüe?e bluot ebn luode fleht, 

wflehe, reine, voUekomen. 

da? rts ift eine und ü? genomen 

von künftie riehen finnen; 

wie feit e? fus von minnen! 

wie füe?et e? den herzen 

der füe?en minne fmerzenl 

wie güetet e? der guoten guot, 

der hochgemuoten Mhen.muotl 

da? ftie? der wife Gotfrit 

von Strä?burc, dör nie valfchentri 

mitvalfche in finer rede getrai 

wie ift ebene und fleht gefat 

fin funt, fin fin fö riche! 

wieft f6 gar meifterliche 

fin Triftan! fwer den ie gelas, 

der mac wol hosrea) da? er wa« 

ein fchroeter füe?er wollte 

und wifer finne ein porte. 

wie künde er fö«wol tihten, 

tihtende krümbe flihten, 

prifen beider hande lip, 

beide man und werdiu wip! 

wie truoc im f6 hdhe gunft, 

in tiufcher zungen rehte kimft 

got, der der kunft wol gunde, 

da? er fi fö wol künde. 

richer finne ift vil geleit 

in unfer kunft mit wisheit: 

wir tihten undß. rimen, . 

wir. W89nen, da?, wir limen 



2«! 



näc hwäne - dSr* iSme 
der hohen finne lime. • 

dar an ßn vm ein teü betroffen: 
uns hki der wftn dar sn gelegt, 
wir gern, das^ wb ftdnen, 
den edeln und den reinen, 
geliehen nnfep gunterfeit; 
elliu nnfer arbert • 

ift nft an wüdin wort gedigö», 
diu vor uns 'wÄreiji ie TerfWigen, 
und leiten ie in<S vemotnen: 
an din wellen wir nu ko;tnen. 
Noch ift der meifter mere, 
an den ich Xüoche 16re: 
Ton Heimesfdrt her Knonrat, 
der wol von gote gietihtet ^t: '. 
den darf riuwen niht fin werc. 
ier Wimt von Ghrävenberc 
ift an einem 'msere ' ä / 

worden lobeb^re; 
an dem hat fin meifterfdiaft 
erzeiget höher finne kraft: 
des ia:5et wife linte jehen, 
die reht getihte künnen ^ehen. 
von Zezinchoven her Dolrich 
M onoh an witzen be^em mich, 
der uns da^ nwere und die getät" 
künftediche getihtet h&t, 
wie Lanzelet mit werdekeit- 
laanegen höhen pri» erflafeit. 
eines fundes hftt gedtot^ 
fer wart nieiher vollebr&ht, 
m Steinahe hör Bltkfer. • 
der fant ift lös und al» her, 
^H aller tihtaere fin 
fan niemer voUebringen in: 
der ift dei; löfe TJmbehanc. 
Wfiöre er fünf tfifent eilen lanc, 
Daan künde in voUem&len niht 
bi? des getihtes iht gefchiht, 
fö mac man malen die gefchiht, 
3l8 ieglich äveiktiure gibt: 
d4 von mac des niht gefchehen, 
da? er iht endes müge föhen. 
Aller äventim^ kröne 
treit euch ir namen fchöne, 
fit diu ift alfÖ meifteriich, 
^ fi ir meifter Heimrich 



von dÄa Tüi^lke hie?, 
der dinre Äventitir üf ffeie^ 
ein zil übr ellla mfiere; 
fi dife rede gewahre, 
fö.lä^en wir der kröne 
den namen ftän vil fchÖne. 
tumpheit ftr&fen nnde fpot> 
die werlt erkennen, minnen got, 
des Itbes und' der ^^^ heil, 
werltlicher ^ren t^ 
in dirre werlde kurzen. tagen 
lerte künfteliche bej&gen 
der finne i^he Frlgedanc, 
dem äne valfoken wanc . 
elliu rede volge jach, 
fwa? er -in tiufcher zungen fprach. 
ein zwi der kunft geftö^en hat 
her Tlec der guote Kuonrät, 
(da? ift onA lobebsere) , 
dö er befchiet da^ maßre, 
wie Floren nnde Elanfcheflir 
was füege und nnder wÜen für 
ir liepliche gefellefchaft, 
und wie der ftrengen minne kraft 
Cliefen twane: des r4t fuochich, 
fwä min unkunft fätnet miich. 
fin hebete mm fritmt alfö lön 
an gefüeger fprüdhe dönj 
die fint gennoc guot nnde reht 
von Kemenftt her Albreht 
des kunft gert wtter fchouwe. 
her Heinrich von Linonwe 
hat ouch vil füe^ arbeit 
an den Walleere geleii 
fwenne Cr wil dfe'r StricksBre, 
f5 machet €r gnötiu m»re^ 
Sante Margareten laben 
hat vil gefuoge gegeben 
min friunt, her Wetzel, des gihißh. 
von Türheim h^ üolrich 
hat als ^n befcheiden man 
gefuoge und wbl' gefangen an, 
ouch fo wol gendet, da? er hat 
ein lop, da? bi dCn wifen ftat. 
Des idi gihe und jehen fol, 
fie hant gefpro<^en alle wol. 
künde min künfte löler fin 
kernen an ein teil nach in! 



EM 



da:; leider nü lüht iabc erg»n; 

wan ich niht höh^ küzkfte Mb, 

da von üch hänt ir \%re 

geflihtet alfö fere, 

fi fin Ife'bende oder tdt. 

got helfe mir ze dirre not, 

da^ fi min zwi niht warfen abe, 

da:; ich üf geRA^ßn habe^ 

da^ ich da^ msBre befohiety 

wie vil nötiger diet 

der guote Grerbart lofte 

von großem i^itrÄfte, 

und wie der guote Jo&phät 

Jßch durh Barlaämee rät 



die gotes genäde koufte^ 

dd er fich gote toufke^ 

und wie £ah von der beldenfchaft 

b^^rte näoh der gotes kraft 

dar guote 8änt Euftachius. 

mac mtn swt bliben aUus, 

r5 wil ich fiir ba^ fpreohen hie, 

da ich hie vor diz msere lie, 

und wü ^ fenden einen man, 

ob ich in wol geprüBTon kan, 

des pris fö h^hen pris bejaget, 

da^ vor im nieman uns betaget, 

der folhen prts bejagete, 

und höher ere betagete. 



Aas Rudolfs von Ems Wilhelm von Orleans, 

Hss. f. Hagens Grundr. S, 192 — 199. Wack. Lef.* 603. Gödeck^s MA- S. 863.987. 

*Wer hat mich guoter her gelefen? von Vildeke den wifen, 



Ift e? ieman. gewefen 

Lebende in Mher wife, 

Lob er mich, di^ mich prife, 

E:5 fi man oder wip, 

Hab är fö getriuwen Ifp 

Ane valfch, fö fol er mich 

Lieben, das; ift Muoüich, 

Mit füe!5er finne ftiure. 

ich bin diu Aventiure, 

diu des nüt fl^helichen fiten 

wil die ere gemden biten, 

da^ fie mich niht verkeren ' 

und minen meifter lören, 

der mich bi:; her getihtet hat, 

äne fpot fö wifen rat, 

da:; er mich voilebringe, 

wan ich an in gedinge, 

fol er min ^fpreche wefen, 

er frume mich alfö gelefen, 

da; man für guot dulde micL 

Ruodolf, nik verfprioh dft didi 

und fage der msere mer vcmi mir. 

an den bin ich gevolgic dir 

nach der geweeren wärheit, 

die diu welfche von mir feit/ 

Pröu Aventiure, fit ir das;? 
*jä.* fü möhtent ir wol ba:; 
fin an wifer liutä komen 
und be;:;er meifter hän genomen: 



der iu wol künde prifen 

lobelichiu üiosire; 

oder den Onwaere, 

der uns Erekes getat 

und von d^'m Leun getihtet hat; 

oder den von Efohenbach, 

der wol ze meiftwfchefte fpraA 

von ]f arziväles manheit, 

und wie nach hohem prife ftreit 

Santo WillehÄlmes leben; 

oder hfiötent iuch. ergeben 

meiftier Got&ides kunfb 

von Stra;5burö : hretent ir des gunft 

fö wol fö Triftan unde Yf&t, 

der liebe, der triuw unde ir ndt 

der fö wol künde weehen 

mit wifen werten fpaöhen, 

der heete iu ba; dann ich getan; 

oder heetent iuch verlän 

den wifen BUkeren 

an guot getihte k*ren, 

des kunffc, des wislidi^ rit 

den TJmbehanc gemälet hat: 

der künde iu rehter tuen dann ich. 

von Zezinc^oven her Uolrich, 

der uns tihte Lanzeleten, 

hsBt mich wol an iu vertreten; 

und her Wimt von Grävenberc, 

der uns vü manliduu werc 



2«3 



an dem Bade hat ^elbit 

von Wigaloifes iiianlieit: 

io wordent ir lulit alTö krazx^ 

wolde mdk jneifter Frldano • 

getdhtet hän^ fik we^rent ir 

ba; für JkamQn datme $,ix lair; 

oder von Abfalone, 

hast er iuch alfö Xohöiid 

benhiet* als diu, mf&re, 

wie d^r edal Stoufesr^, 

der keifei: Friderioh, verdarp 

und lebende höhe^ lop erwarp. 

haetent ir künde- gwunnen 

des Yon Vuo^espmnnen, 

ß w»re iu aber ba:^ gefcb^hen 

danne an mir: dös muo^j ich jöhen. 

ir w©rent ouch ba:^ vojlekomen, 

haßt fich iuwer an genomen 

her Flec der guote Kuonrät, 

fo €r Flfiren getät . 

nnd BlanTcheflors berihte. 

ouch waere iw^r getihte 

tomeu in he^^er fchouwe 

mit dorne von Linpuwe, 

der Ekken manheit 

Wt geiahtet und gefeit: 

da? ift der Wallaere. 

ouch hsete iueh der Strickeere 

ba? dan ich berihtet^ 

wold er iuch hän getihtet 

^ Daniehi voin BluomentaL 

die vferdetn ritter über al, 

die bi Artufes jiren 

in finem hove wären 

für die wördeften erkant, ;♦ 

die hat uns wisliche genant 

ein Gotfrit von! Höhenloch ; 

dBr künde iuch hihi gemaehet höch^ 

ob er iu gerne wolde hAn , 

fö wol fo iemen dort getan. 

oiM^ hflöte iueh, mit wisheit 

her Albreht ba^ dann ich gefeit, 

von £eiiienät der wife man, 

der meift^ichen tihten kan: 

an den foldent ir fin komen, 

oder iu ze meifter hän genomen 

ander wife liut^ 

die hich ze wifer tiute 



künden ba:; denn, ich gefagen. ■ > % . 

'da was eht ich do blden tagöji . 

in welfch verborgen unze nu / 

an dife fölbe zit, da^ du 

mich begundeft tihten.' ,. 

wan lie^jet iijich dd rihten 

den wifen Tüj?heim8Bre> 

der wol guotiu meere i 

ze meifterfchefte; tibten ka;Q? . 

der hat Artüfe einen man 

von Kriechen niuUche 

gefant in ßniu riche. . 

mit fo guoter fprüdlie krafl^ 

da? ich mich der meifterfchaft 

von der hfthen wisheit, 

die er an Clie3 hat g^eit, 

niht geliehen wil noch fol. 

gefchiht iu von mir niht fp wol, 

lo iemen von im ifb gefchehen, 

des fol man mich ,unfchuldic lehen. 

*fich, da kum ich niht an. 

fwie meifterliche er übten kan^ 

fit da dich mtn häft an genomen 

und ich nii bin an dich komen, 

fo vollefüere eht du mich. 

e? ift gar unfchamelich, 

ob in guotem muote ein man 

tuet, fo er hefte kau.* 

nü tote ieh^y ob ich Wefle, 

ob mir meifter Helle, . 

von Strä^burc der fchrib»rö, 

wolde difiu msere 

prifen, ob fi waeren guot. 

*jä er benamen; ja, er tuoi . ■ , 

er hat befcheidenheit fo yil, . 

fwä er getihte bes^gem wil, 

da? Sr ze rehte be??em foly 

da kumt fin überboeren wol, 

wan e? be??erunge holt.' , , 

wil min vritmt Vafolt , 

und ander merksere, , , 

die wol guotiu msere 

kunnen merken, tihten, fageu, 

min unkunft an iu vertagen, ; . 

fo wil ich mich arbeiten 

und iuwer msere breiten. , , 

'üf ir genäde lä du da?, 

und brinc mich aber für ba?: ; 



Ui 



e% we&ire uns beiden miil^t^n, 
woldea du mich alfö lan/ 

Vrou Aventiure, fo wil ich 
mit iu gerne arbeiten mich, 
da^ ir mit guotltchen fiten 
geruochet fine vronwen Hten, 
da^ fi dur wibes güete 
im hoBhe fin gemüete, 
der er mit ftfietem muote 
mit libe und ouch mit guote 
wil iemer dienen finiu zil, 
dnr den ich iuch tihten wil; 
und manent Q. der werdekeit, * 
die ^ot an ü bat geleit 
alfö lobeliche, 
da? fi in frönden rtche 
und da? Q. finer ftsöte 
durdi ir -tagende raete 



I . 



ze guote an im gedenke, 
da? iffc der werde Schenke, 
der hdbganuote Euonrät 
von Winterfteten, döt* ühkA htt 
gebeten dur d^n willen fin, 
da? idi dur in die finne min 
arbeite und deich iuch tihte 
in rehter rime rihte. 
*da? wil ich gerne tuon dur in, 
wan fin gemüete und ouch fin fin^ 
und aUer finer tugende rät 
gar nftch der weite prtfe Mt 
da von dunket er mich wert, 
des er an mich h&t gegert, 
da? ich fe? gerne durch in töo. 
die rede lä?en grffen zuo 
der ruhten ftventiure hie, 
wie? dem eilenden kiüde ergie/ 



. Aus tllrichs von LIclitenstein Franendienste. 

über dfU9 , hftndTolirimicbfi !MAtef^al L H^gens Grundr. S 190 ig» LadhmwTtf A^g- 
S. 680. . .Fraiiendienft ,11. Frauenbuch in: Ulrich von Lichtenitein mit Anm. v. Theod. 
V. Karajan hrsg. v, K. Lachmann Berlin Reimer 1841. Das Frauenbuch a. d. "Wiener 
Hs. gedr. durch Jof. Bergmann in d. Wiener Jahrb. 1840 Bd 41. Frauendienft oder 
(^efchichte u. Liebe des Eitters u.. Singers Ulrich v. Lichtenftein von ihm TeM be- 
fchrieben, n. e* alten Hb. bearbeitet u. hrsg. v. Ludwig Tiefky Stuttg. u. Tub. 1812. 
Über Leben u. Werke des Dichter^ f. MSHag. 4, 321 — 404. 

Lachm. Ausg. S. 19 — 32. , - 



Sus fchied ich hohes muotes dan, * 
und däht alfo 'fit da? ich hän 
nach mmem willen ir gefant 
einen boten, der bekant 
ir tuet al den willen min, ^ 
fo wil idi hohes muotes fin, 
und wil mtn truren gar üf geben, 
und wil m hohem muote leben.' 

Min wefen was von dann unlanct 
hin wider ftuont gar mtn gedanc. 
fünf Wochen reit ich vrowen föhen. 
in der zit was da? » gefoheheny 
da?, min niftel hin imt her 
was gevam nach miner ger, 
zuo mtner vröwen und von dan. 
da? wart zehant mir kunt getan. 

Des freut ich mich, und reit zehant 
hin da ich mfn niftel vant. 
diu guot enpfie mich allo wol, 
als vriunt den vriunt enpfähen foL 



fi fprach '^ich han dir getan 
da? ich vil pilMch hete län, 
und da? diich doch vil kleine framt 
und lützeldir ze frumen kmni 

Nu fitze nider her zuo mir: 
fö fag ich endeltcben dir 
gar wa? din vrcwe wider mich 
hat geredet und wa? oueh ich 
wider fi geredet hÄn. 
ich hän ir für wir kunt getan 
da? fi dir iHb für elliu wip 
und lieber dann dtn fiäbes % 

Ich fagt ir von dir dannoch me, 
dir wBBre nach ir hulden w^, 
fo da? du 11p guot unde leben 
ir hefceft &f genäde ergeben: 
Q. wsBre diner freuden trdlt: 
dfn herze nimmer wurd erloft 
von fenelicher minne baut, 
dir würde ir wiplich güete erkant 



2tö 



Ich fprach 'vrbwe, gedönbetdaij, 
nie männes harze ein wtp lie&i^ ' - 
Jo r^te gar gewidtidt^h. < 
und fold er haben elliti rteb, ' • 
die g8Bb er, vrowe, tuüb iuren grtcfi^i 
fit ich die w&theit Kröchen mtios^:, 
des fwuor €r mir vil inaiiegen< eft ' 
4f aUe fine feefikeit/ i 

E da? min lip von danne fcbiet, 
ich las ir dtniu niüwen liei 
do fprach diu reine -^ol gemußt ^ 
*diu liet diu flnt ze^W'&re guot. 
ich wil db mich ir niht swa n^ön: 
fin dieneft mac miririht geaemen. 
du folt der rede gar gedagen-' 
und mir von im Hiht m^re fagen. ^ 

Wan wiiiidin növe ein biderb man, 
da? ift ein dinc, dös ich im gab.- • 
des hän ich von dön dingen reöltt > 
er ift gewefen e mtü kneht. ■ 
da von gan ich im e^en ^1, ' ' 
dfewär, als ich von rSitö toli ' 
er fol ab folhe rede verbern, ' ' 
der ich in nimmer wü gevöm. ' 

Ift da? er fölher tumphftit '^ert, 
des ift ^ immer nngewärt, ' ■ 
da? mtn Hp nem den dieneft Iin. '' 
da? gien^ mir uf die Are mfn, 
onch wfiBrs im wei? got gar zfe yä; 
durch znht idi nim^ fpreChen ^h 
ich habs onch von im guoten räft: 
diu rede mich belVcöret hat/ 

D6fprachich 'vrowe, enaiimettiiht ! 
ilfolher dmge vil gelbhiht, ' 

^ ein jnno man 18 h&he gört; 
tes er ift immer nngeWert. 
ß werbent höh durch höhen mttoi 
5 jehent, e? ß gar ze ^ren guö^t, 
^ hoch gemuotes ritters Ifp ' 

iiene unde wCrbe umb wörditt Wfp; 

Ir fit im gar ze h6he'göbom. 
^^ wa? dar umb ? «r hat erkom 
;^ch ze frowen fine zit. ' ■ • 
^^ nt an dör fin wunne lit^ 
[^ fit an der fin Mde ftät, 
|r fit diu finen dieneft hit ' 
'^^er mer gar ftinder wänc: * 
^ ift fin muot und fin gedätte/ 



'Vlu f#te : «^ rede Ibl fin genuoc. 
nie man tÖ'hÄhe? loj) ^etWioc,' 
und neöm mfö l#pf dfct dieineft fin, 
ör mtteft «ö wöi gettu^t ^; 
dfe's ich nie willen noch gewan. 
ja enwart noch nie lÄ biderb man, 
d€r wol verdienen möhte midi: 
da von JTol örs 'gelottben fich: 

! • Nu läge' abr in fin gar volkomen 
(d«s ich Vcm im «iht hftn vörnomen) 
an sdler handfe werdekeit: 
iedodi^ fd müeft Wol wefen Mt 
einem wlbe ze' aller ftunt 
fin ungöfuoge fl^nter muiit. * ' 
ob ichz mit urloub fpröchön 'fol, 
d€r Mi im ftbel, das? wbift» Wol/ 
: ' 8i wdlt von dir mit mir Iniht mer 
reden, niiiift da? w^Ä-iöin g(Jr ' 
gein' dir; und ouih mtn vriund^s iit^ 
fit dtt^ ir muot fö höhe Mt, ' 
da? du fi läJ5eft dienftes vrf, ^ 
als liej la dir dte 6re fi. ' ' 
du folt ir dtenieft gär Öf g^beii,' 
und anders hohes muötes Mb^.*^' 

'*Nift'el, d«8 v^lg ich dh? nilit, 
da? ich d^r wCrdeii zuoverfiht, 
di ich gein mtner frowen h4n, 
durch iemens räi w«ll ab geftan. ' 
d& rätes foltn mir ööit gäbett. 
ich wilze dienfb ir immer leben: 
von ir fi kanmich nimmer ndt 
vertriben, wan dCr grimme tti' 

' ^'Sö wil dochidi niW; W^fen bot/' 
'Äeün, Kebiu niftel mtn, dureh got, 
du foit an mir noch niht verzagön. 
nu hc&re mich, ich Wü diir ftigen, 
ich wil in vil kürzBcher ftunt < 
mir hei?en fnCden mineri munt, 
fwie halt ^% mir mi ergÄn, 
fit er fi duiiket übel ft*n. • 

Du folt fiir wftr geloubfen da?, 
ir muo? min munt gevallen ba?, 
oder wirs wol tÄfentvalt. ' 
fit er fo übel ift geftalt, 
da? in mtn vrowe ung^me fiht, 
fo lä? ich des betiamen niht, 
ich Inid «? drab fwa? miffefk&t: 
in kurzen ziten da? &^V 



2M 



'f Mit rtil^t^ ti^ipweBj £5 rÄt ich, 
da? du S^ ; iht . yerderbeft ;4ieh. u ; 
leb alsdich.gpt Ii»b: ]^i^vk ttbeöv 
und hab, d^ ^r dir. Mb giegfäben^ 
von im vil YriüecÜGhifer )guQfe . : 
ob . du .dA? tuoft y ' deQi r^bter . mugti. 
wil di|L.;diGh audeiTB da^^. er wil, > 
des muptes iffc^ dir alze <YiL" ■ . 
. . ,'Nift^l, dafj.djioh. got gefegön! 
wi?9. k^ h^nmiG^ fin gwr befWegeft. 
fwie mir gelinget oder gefchiht^ 
des 'wfli ich; dich verfwig^n nihi: 
ich enbiut e? .^nd^lichen diry . . 
und bite dich:, da? du e? ir ;, 

enbiet«sftidurol^ diß triwe din, . 
d§>: J^eirzeplißbe^ frawen jahu* 

"iPa? lob }c3h dir, üf minen eit: 
und fvrö^f,:p^Y|e> e? ift mir leit,. 
d^ du XiH;Bih]fc wil abe gefklin." 
fus reit ich vpn dar guoten daiÄ 
ze Grr8e2.fö i» da? 9|birelant; 
da ich vil guote meifter Yani, j ' 
dem. beften tiet; iph.al zeltmit . ;. 
gar aUeiii miiien willen kunt 

JIr fpr^h f e? ift au gar enwiht: 
ich fnid iuch vor dem maien niht; . 
kumt ir mir in dem maien her, 
bi nxtnen triwien ich iuch wer, 
ich mfl-ch iu iwem m«nt alfö, " . 
da?r in fin fit you fiohulden .vi?6. 
der .dinge , icbi , gar eiu meißb^r bin: 
ich hto d^r^uo vil ganzen fin.' 

: D4 reit hh 9J>er; frowen fiäien. 
den vrinder gs^r d^ >^a8 grfchebe{n> 
bj? da? der füet?e fumer (pam 
und da? dör wind^r ende naan.. 
do hart ,i<jh',fi»g^n vogßlin; ; 

ich ged^t ^fin mac ztt Hn, f 
da? min Hp fol ae (GrrcBze Viarn. 
got miie?^ mich ald4 bewam.' 

Sä reit ich hin in gotes pflege, 
mir widerlaor uf minem wege, . 
iieht, miner vrowen »kneht , den ich 
erkande wol: er kaiwi ouch mich, 
er fragte, wä ich.wölde hin, 
und war zen ziten weer min fin. 
'gefelle, da? wil ich dir fegen, 
vremdiu wjfßm nibt yerdagen. 



'.NuJwije, ich bin vil wd gefunt, 
und wil' ndch machen: gerne wtmt 
man fol ze Q^ree^e fniden mich.' 
der knap]^ gupt der fögent M 
»»dfpE^^nn^berre, fagtnürwi" 
ich fpraoh'^gaCdle: n^n, fich, da. 
d^ leffe , der ich drie hän> 
der wil ich einen; fntdem daa* 

''Und ift e? war, fo helf iugot 
fo fprich iah wpl 4ne allen fpot, 
e? ift ein wrunderlich gefchiht 
fin wei?, ioh.^€ön, min froweniht: 
derwilidi? fagen durch wunderfrö:;. 
got 'Wei? wol> ir fit finne bloi^, 
da? ir iuch wäget funder nöi 
ir müget d& von geligen tot" 

. 'Nufagö? fwem du wü für wir: 
ichibin fin in d«m willen gar: 
e? mxio? ftf dirre vart . gefchehen' 
''en triwen f5 ^wil ich ä? föhen, 
mag e? in iuren hulden fin: 
und will euch fagen der vrowenmin, 
da? ir mich weit da bji in hau, 
ze fchowen, wie iu wirt getan." 

Dd reit ich hin, und reit oucli er, 
hin ze Grraez: dar ftwnt min ger; 
da ich fa .mtnen meifter vani 
der underwaHt fleh min* zehant 
eö^s njäi(itagn, morgen» harte fruo 
greif er mit fiiiem; fniden zuo. 
er. wplt mich binden, idi wdtniht 
er l^ratjh >da von iu fchad geßßhiht 
; / Und rüert ir iuch als umb einhär» 
ir nemt fin fohaden; da? ift war.' 
ich fprach ' da? wirt von mir v^miten. 
ich pin dft her zuo iu geriten 
vü, .willeclidiien dnüch min ndt: 
und feld ich von iu ligen tot, 
deswär man fiht mich wenken A 
tytiß wl.fo mir von iu gefchiht' 

; Mtn voithte was zewäre kranc, 
ich £a? vor im uf einer baue: 
er nam ein fcharffMJh in die haut, 
und fneit den munt mir al zehant 
hin ob den zenden er durckfneit; 
da? ich vil fenfteclichen leii 
da? fniden alfö gar ergie, 
da? ißb^ da von gewancte nie 



Wf 



Er het mich ]ictftaAidi>gciriutto: 
da; het onch ich^manUoli eiUteit 
der mont mir al zehant geAi^ 
gros^ar yä denn ßin fl^ipaL ■> 
der wunden. tet er do ,ir rehi . 
da? fach gar miner Troweja knejit. 
fr fprack zno mir "mügt ii» genöftn, 
ß pin ich gerne hie' gerwöfen. 

D3 ich nahfte ton in reit, 
und da? ich, miner Yfpwen feit, 
da? man iuch wolde fniden hie, 
da? wolt fi mir gelouben nie. . 
fi fprach alfo, 'ör tuet fin niht: 
min mmit für wärheit dir dös giht 
e? dioht mich tumpHdi gar get^, 
wrold Cr fich all3 fniden län,' 

Nu hab idis ajle? rf bt gefthen, 
wa? an iu wtinders ift gefchChen; 
QU wfl ich hinne Tön iu vam. 
te rfche got müe? iuch be^am 
and mache iuch kürzlich wpl gäfunt. 
ich wü tuen mJnelr vro'vC'en knut, 
äa? man d€n munt iu hat; gefiatten 
und ir da? manlich habt eisten.'' . 

*Du folt von mir dCr vroweri dtn 
Ai fagen ^an dCn dieneft min: 
ichn tar mfr anbieten ir. 
Iran fwfoA du wil, döm feg von mir, 
'wa? hie erlitesn hat min Ifp, 
la? fi gefchiBhen durch ein wtp, 
h ^rach, mir ftü^nd mte munt niht 
la von ich difen ßnärzen dol.' ^ol ; 

Der diene ich alfff Äiniu j*r ' 
^ fag von mir wol offenp&r), 
'^ io ir an mir milTßbagfet, 
Iftn ift von mir gai* widerfeget, 
feriel ir niht mfn zefwiu haut,' 
^ fiüeg fi ab bi goi z^iatt. . 
* wü da von niht Qprech^ vil: 
^ wil dodh niht wan däij ß wiL' 

SuB reit d^r* knappe von voit dan; 
lie lag ich als ein wunder man 
^ol fthfthalp Wochen oder me. 
Äir was wol, mir was we: 
^ i'k von, min iip was wunt;: 
& was mfn hörze wol gefuni 
to nuMue twingen twanc mich F5, 
ia? mir was we, und was doch firo. 



IdrwasMV^A^ ffwa^-mirgeMach. 
von hung«r gv6?en ungemaehM < ' 
und euch von durfte dto lefii icL 
ich künde« prinigen nihtin ndoh.' 
zend und mund mir täten irwiS. 
ein falbi nooh grüener denü d£r kl6 
rbreittfa nanii mnr ki:idlnen miumt: 
diu fbanc aifem ein fnler hniKt 

'B6 mich d6ft l&es: aiAt bi^twanc, 
da^ ich a^ od da; ich tran<v *' 
diu falbe .gar (dann in inichvgie; t^ 
da von min Ifp dfo fmac ^ertie. 
da; trinken ^;en widerflnioiiili 
mir: iÖ tet ich als die iuont, • ' 
die vor fiechtuom ouolbei^nt' näit: . 
de« wart win Up vil ^ enwiht. 

Ich hän iu nu genuoc gefeit, 
wie ich durch mine frol^en Xneit 
mfnen munt: nu Mtir ni^ 
hoBren, wie; fürba; erg6. 
zo Grnez ich* al£5 lange was» 
fanz da; min Itp viiwol.geiiäsrt ' 
d6 rait ich danne fa zehuii' . * . 
mit freuden, da ich mbi niftel vani 

Dd mich diu aller verrefb fach, 
nu Tült ir hcBren, wie, fi fprach* 
*'dexL munt dir niemen in£re>fol 
verwt;etij er ftät'dir nuiwioL 1 
fich hat din dinc gefiüegöt Cdy] • ' 
da; ich lln pin von i»rzeil')fr4: / 
oucb ift mir endSelidi gefeit! > . 
gar dines libes arbeit«: rt n-.;! 

Oui^h'ift da; von mii* nSibbcliben^ 
ich hab €; alle; an gefohrämi^i ' 
und wil e; fendeü an.dib ft«6,'> 
da din lip ie gnftden bat. lit 
ich mein die lieben frowen'din: 
der «wil ich- äf die trlwe, mtn • 
und euch üf mine fselde jehen^- 
da; e; gar von ir ift gefcbiäien; 

Von einem Worte da^ fi fpra^, 
diu guotej do ich fi nAhfte fach, 
da; ir din munt geviele niht. 
min brief fol ouch verfwigen niht 
din manicfelden arbeit, 
und ouch dfri wemde fteetekeit, 
di du mit tiivren gegen ir haft, 
und ouch ir nimmer ab geflAft." 



2t& 



Vil föe^e wip^/getri^Ror fcoL .: r 
du' tudft mir i ak xekte woly • r^ 
da^ i(^ Tön; ttiite dienen ToL 
du haft/.miir 1)5 ivqI getlkn, 
dai^ ich ßn näii verdienen käiL ! 
geintmir dtn beim ie iriwe riet 
ich haltet aber niwiu'Det ; 

* Gelingen: diu föhu von inir 
durch nrfnen Ai^en fenden ir. 
d6 ic^zef GrsBze \^h lac, 
die ifile idi £ soe ^ten pflac. 
ir lop tturiöfte-fanftetuot/ 
ir lop mir ^M yü h&hien mtLDtv 
ir lop micli 'ofte* machet !yrA. 
nu höart^diU' lieti:' dpu fprßchexii/ C&. 



.* ' 



.1 ' i 



Neijj wä? ich finge . i . , 

von der nadit: diu gibt mir fireudenäit« 
Mm höhgedinge 

der ligtimdem ta^e: wcüi er iftliht 
Ouch-ift'fin' fohin/ ^ '• : % 

d€r vroi*«o'min 

väigellQEü'dCs. mäe^ ^r fsdlio ßn.i! ; 
«' 'Er mac/vonifchüldeil . ! 
lobend die 'näht ^ dSr^ABlidichen lit 
Sd IdIlo^ ich dulden • 
fenediul'leitt d& Yon trag ich ir ntt? 
Und Ipöfe *dte tao^ . .. ' 

fwen»'3cli fi mao , ' . 
fighen, diu tarir ^1 heilet' rorg^ii flao. 

Dto tac ich <re, 
dd ididdiä TÜguoten. SrOe ftbdh. 
Sit imwür nlere 

gab ddsfiiaht mir lait und imgemaclu 
Si iffc mir gräm, 
und ich' ir fam. .; 

wol dir tac, vil faelic fi din uaml 

86' niicli befts^en 
nahteabab^nt dieforge alfamdie Ifcbar, 
Difti »wirt TÄa^gßj^em 
la, fft inir<^lr tac erfchinet dar. 
So kümet ein wän, 
da; ich Ril gftn 
die vil fchoenen tougen fthen an. 

Vil gönie ich woWö \ 
loben die naht^ ergienc ö? immer fo. 
Da? ich ir folde 



ndAibniligeii^ äht niehinutuot imvil 
W&r*vJmr kh dan, ] 

ich fttlie'iaant i 

we da; iairädiu guotei niht engani 






"Li^t nnde brief fend ich ir dar, 
und wil ir endelicben gar , 

enbleten fw68 du haft veij^hen, ] 
und dä^ ich dich, hau gelÄen. 
ich wil Quch ir, ia; madien kirnt, 
da; dir als rechte ftät plör munt, , 
für wäxj als ein^m ^dern man: 
da wü icl;i ir niht liegen an. 

, Den brief, den li hex vdder mir 
fendet, friunt,.den vil ich dir 
fenden, ol^ er d^ ifb guot." 
' ja^, liebiu jiuftel wol jgemuot. 
äin bqt ^oich vindet bi der Muor.' 
mit fölher rede ich von ir fupr 
vro.unde.hQhep n^uotes heia, 
den rehtej w^ gein Liehtenftein. 

^ do ich von <^ne quam, 
liet ujade brief mm niftel nam, 
und fa;^d diu wilieclich zehant 
hin dä;flia|i min 'vp'pwen vant 
der. bot unlange bi ir was: 
wan la do fi den brie^f gelas 
und euch diu, l^et, do fch^ eip ^ wider, 
ieht, einen brief, der freut mich fider. 
Do der brief kom der nifteln min, 
ssehant dd muofb ein bot üf (in: 
bi dem lo; fai^de ii in nair. 
des i^eig ich wiÜeclichen ir. 
der brief der tet min herze, yro, 
min muot der fbuont von fchulden ho. 
fd gern ich f nie brief gefacL 
nu fült ir beeren, wie er fprach. 

f Min huH und ouch den dieneft 
mtU' enbiut ich dir vil willedichen, 
und tuön dir kunt, da; idi mich hebe 
von diöm nähflen mäntage von d^m 
hufe äi ich al;an uf bin, und var 
hinze dim hufe als du wol weift, 
und bin über naht in dem maric«*? 
der bi dir 11t. nu bit ich dich, da^ 
du des iht läft, du komeffc dar zuo 
mir: f5 wil ich dir aUes des ant- 
wiü*ten , der du mir enboten ball 



•1 



.1 li i 



g«9 

wil ouch diA'4ftW)4ari'löirfi0tt:v ^^y^iß!AniMr?Mrut»^ 4rirch anders 
fihe ich gern,, durch finen mnnt, niht 

üine TaBSweüe. Laclimu S. -394 Sg^ 

Wol mich dör ßjme> 4^0 mir; ie^ gerieten die lere, 
da? ich fi miime von hörzen ie langer ie mere^ , . , 

Da? ich ir ere, ' . * .. : 

reht als ein wunder ; fö funder W lere 
minn ünde meine, . A reine j fi feelic, fi here. ' ' /"* ^ 

SflBlden ich wöere Vil rieh und an jreuden dßr fruote,' , 
wolde mm fwiere bedenken wol diu hochgemuote, "" '/. '"! 

M wolM)ehuote ;' ; _ ' ' ■;. :' ;':.| 

vor valfchen dingen! mit fingen ich muote, • < - • » 

da? fi min hiiete mit g;üetß, fi liehe; figuote. ' ' ' '" *' 

Mm hende ich valde' imt tri wen alggrnde üf ir fiie?e', '] 
da? fi als Ylalde Triftramen getroöften mich müe?ej 
Und alfd grüe?e, 

da? ir ge^)8Bre min fweare mir büe?e, ' V 

da? fi mich fcheide voA .leide, fi liebe, fi nie?e. ' '! ' 

Min fenede?; denken, ' 4d bi mine finri algemeine, \'\' [". 
gar äne wenken beforg^nt befunder da? eine,' ' ' . . . 

Wiech ir befcheine, 
daz ich nu lange mit fange fi meine' , ' , ' ! 

grawein* häre , 
mir da gelinge ba? dann ir genäde gebäre. ' . , 

xrollb mmer lare, . , 

da? ift ir fchouwe, fi vroüwe, zeware : 
mich fol ir lachen vrä machen, fi fchoene, fi cläre. 

Eine Tanzweife. Lachm. S. 429, fe,, 

^ dCm hifteßjLe^m meien, ^ Stsetift lieb© .bei?^t wnpe. , ,. , 

S der walt gekleidet ftat, • . liebe, i^wme, ift sA ^' , ' , 

^ Hht man fi^ fch^ne .s^wei^n die kau iich ün^mioen^: fin^e , 

ille? da? iht liebes hat^ • . , niht gemache(n wol wOi.z^feiÄr . 

lÄde ift mit, ein and^r vro. . . , liebe muo? ,n4f minne fiii 1 

1^ ift r€ht; diu ztt wil £5. . , . immer in dem herzen m^ v \ 

8wa Geh licp ze liebe zweiet, .. Swä oin ftaete? h^ze yin^^t, ,. 

lihen muot diu liebe gft. , ^ fteet^ liebß^. ftsöten nmoit, i , - 

tt der beider hc^r^en meiet , da von ftl ßn truijen fTyindet., . 

?mitvreuden all©^ z^t. , ftaetiu li^b^.ift alfp gu.<>t, . /,u >■ > 

^ns wil diu liebe nih,i, , da? ß, ftaei^ fjpeude git . < v ;, 

«fa man liep hl liebe ßht fkcBtem hCrzen .all^;9it . ; i, 

Swa zwei l^p einander meinent. Möhte ich ftsete Uebß.rvioä^, 

Crzenlichen äp^ wanc, ... der woW ich, fö ftsete fi»,?/ n .; 

fid fich beidiu fo vereinent,, da? ich da mit üb^rwindenf« iid .. 

^ ir Hebe ift äne kjrano: ^ wolde gar die ft>rge min, ni 

ie hat got zefauaii^ gäbö^ , ftceter lieb^ ,wil i^h g€rg . 1,, ,,,.... 

f ein wün»eclich€i?.läx^n.. . , tmde unftcöte:gar verb^rA«. »no 7 



in ftaetiem muote, fi guote, fi liebe, fi rein^. *' 

Ich wiinfche, ich dringe,' dös einen ^a? vor grä^ ^ ""^ ' 



/ «' 



970 



Aas Kohinds VBD Wflnbtti^ goklener Schmiede. 

Hss. f. in W. Grimms Ausg. Vorr. S. in ff. Ausgabe : Konrads von Würzburg 
goldene Schmiede von Wilhelm Grimm, BärUn Klemaiüi 1840. 



• Eixigatog. W. Gtimm 

£i künd ich' wol eninitten 
in mines harzen fimtten 
getihte ü^ golde imelzen, . 
und liehten üngevelzen , 

Ton karftinkel fchdne drin"* . / 
dir, höhiu himelkeiferin, 
fi5 wold ich diner wirde ganz • 
ain lop durchliuhtic ilnde glänz 
dar 4^5 vil harte göme finiden. 
nft bin ich an d6r künfte liden 
fft meifterlichen niht "bereit, 
da^ ich nach diner wärdekeit . 
dar Zungen hamer künne flahen, 
od minen munt all<i) geWahen, 
da^ Bt ze dinein prife tüge. 
ob immer üf ze berge vlüge 
min rede alTam ein adelar, 
din lop enkünd ich nimmer gar 
mit fprüchen überhoeheh^ 
fus kan din wirde enpfloehen 
W verre fich dßn finnen mtn, 
dajj ich dän höhen eren din 
mmmer mac genahen. ., 

fö min gedanc wil gäben 
üf ze dinem werden loibe, - ' 
fü fwebet €? d«n himtehii' db€i' ' 
rßht als ein TlttJcke? ^vedfer^:- 
fwenn abef ibh hite liidfen wil ' ' '' 
mit gedenken ftiodien 6^, ' 

fö reichet ßner tiefe m(^ 
vür alle^ abgrtinde; 
iin ende ich nimiÄet vtindö 
und grüebe ich fif däii dilleftein. 
der mannel und das; helfeiibein 
Wirt mit halmen i durchbört, 
6 da^ man dinör wirde ein ort 
mit tiefer rede irinde«. ' 

mit dmeblfe linde * * 

durchgrebt-män ^ den ädamas,^' 
und brichet mbt ein dütines^' glas ' 
mit einem flegel fteheün, 
& man die hoh^n-^ diu' 
mit werten übergiiidet: '' 



' :i 



*il 



S. 1 — 10. Zeile 1 — 3Ö7. 

da? mer man & verfiudet 
und alle? fin geflehte, 
e man din lop ze rehte 
bi? an dän grünt erkime. 
lo man nu da? geftime 
gerechent und der funnen ttoup, 
und allen grie? tind alle? loup 
durnehteclichen hat gezelt, 
fü wirt din pris alrerfb befchelt 
nach finer ganzen wirde. 
keins wifen herzen girde 
mac diner tilgende richtuom 
noch diner höhen fselden ruom 
vöUeclichen übergerh. 
kein ftsetekeit diu mac gewern 
fö lange fö din hoher pris. 
er muo? der künfte "meijen ris 
tragen in der brüfte fin, 
Iwer diner wirde fchapelin 
M blüemen unde vlehten, 
üa? er mit roefelehten 
fprüchen e? floriere, 
iind allenthalben ziere 
mit Violinen Worten, 
fo dat5 'fe'r an den orten 
vor allem valfdie ö? liuter, 
und wüder rime kriutet 

' dar uilder und dar zwifchen 
vil fchöne kühne mifchen 
in der füe?en redfe bluot. - 

' vrow, alles guotes überguot, 
und alliör ftöldön 'hotibetfehatz, 

' ^ von dir iniiier 'Worte fatz 
vil ungem8e?e ift harte, 
der künfte meijen garte 
ift leider mir ze wilde, 
dar inne ich lobes bilde 
dir, vrowe, folde wurken. 
zer zefwen und zer Itirken 
hende bin ich ungewört 
bluomen, dör min herze gärt 
ze diner Wirde ki*itnze. 
von lichter fiinheii glänze 



%n 



wirde ich niht gemgej^ '' >> * 

der wilde rim niht blilejet 

Yor rnines herzen oageny 1 > 

nocb klinget Tür mich toug^n 

te klaren vünde beohelIii:< 

wei^t ich ßhe niht dar fn, 4 

wie fanfb e^ allei; r&fdien ge, 

kh fitze onch nihtüf grüenem klS 

von füei^er rede toawes nai;, ^ 

da wirdeclichen Me &% 

Ten 8trä:5burc meilW GotMt> 

der als einwasher houfoeiftnit 

goldin getihte worhte, 

der het, an alle yorbte, 

jdich gerixemet, vrowe, ba? 

^nn ich, vil reine:; ttLg&atriia;, 

hmer könne dich, getdon. 

ich muo? der türteltAben hnon 

tno Opfer bringen ^ne golt: 

divon du, Trowe, enpfaUien folt 

den guoten willen viir diu wörc. 

üniich, an witzen eiii götwörc, 

lonfen üf der fprüche wiFen, ' . 

^ der vil höhen künft» rifen 

din lop nü bi^edient alle. ^ 

f^ in der rede eapfalk, 

da^ ich die lefe in. mtnen mant, 

luid fi Til fchone U där'Htunt 

fecke an diner wirde kioben. 

tone ich dich, vrowe,; niht gelogen 

nich volleclichen ^en, 

1» zno f(5 Mtu keren 

Im ft^ erweite gnade, 

^ da:5 mir Cuonrade , 

^on Wirzeburc dia^ heil gefdiShe, • 

|a?niir dm güete überföhe 

^ ich vermide an dJnem lobe. 

ede ich e?, vrowe, n& ze grobe^ 1 

i lieh her nich mir unde gip • 

e ftiure diner helfe fip, 

weh da^ ich ö? vil Heine r«dfe. < - 

'h wil uf diner gnaden pfede • 

>tzen miner finne fuo^, 

^ ich tftr dich loben muo:^ 

lit d«n wifen als Mr göuch, 

Br in dfe'm meijen gugzet euch, 

> im diu liebe nähtegal 

^ lobe dcenet iibeiy/al, 



•> ' . 



,'.) 



1" 



.; /. 



'I, ' 



und in mit Oftnge pi^tfet. 
als mich diu häf6 wifet, 
fö heb ich künHie Iftfer man^ '' ' 
din lop mit reinem willen an. > 
Maria, nrootor unde ma^et, 
diu fam d^r morgenft^'rkie taget ' 
däm wifelöfen armen ]xet^ < 
da:; ftf d€m wilden MbeiWr: • 
dfe'r grunttöfen wi^de fwäbet, 
dft büt ein lieht, cla; imin^ Mb^t,> 
unt im Ü6 ßaelden ie erfchein, 
fwentie ^ dar Ttoden 1 a^etftdin 
an ßch mit ftnen kreften naix», ' 
fwa^ diu fyröne trügeftwn * >' ": 
verfenken wil dftr fchiffe 
mit ßieger doene griffe^ 
diu leiteft , vrowe , dti ie flade ; 
din helfe ti% tiefer forgen bade 
vil mangen hat erlüdiget. 
din lop hat ims geprOdiget >' 
Bomiokus unt Francifcus. ■ 
dör hellebäfilifcus ' • ■ 
fchaden vil* von dir begreif: ' 
din tugent fchuof d^ ftf in fldrf 
d^'s tüdeis ha^^ und ßn rifeli ' 
bi dir b^eichent Ifb «ömS«rlfel, 
diu das; hetmelin gebar^ i 
da^ d€n flangen eitervar 
ze tode an Uner kreftö beii;, 
unt ftnen bluotvarwen fweb; 
rerte durch ir beider fburm.' 
do Lucifer der hellewurm 
uns den apfel ^g^en fadi, 
da von ze fterben uns gefchach/ 
dd quam unö^ dift geburt ze' ftaten, 
und warf uns an der wünne fehatevt 
ft? bitterlichel' UflBte wartn. 
Chrilt der höhe himelhafm 
flouf in der tiefen helle tunc, 
und bei:; den mortgitigen nnc 
ze töde an aller Hner mäht, 
an dem criuce in übertaht 
dines edelen kindes Itp, 
da von dö bifk vür elMu M^ip 
gerüemet unt gel^genet. 
bego:;:;en und beregenet ' 

mit dem himeltottwe 
du bift erhoebet,^ vro«we, • • 



va 



I I 



(1 . , 



fam in Sidn d$r cypriäii ; . i f 
und der ceder ijx Lib^n .. 
fich ftf sse, jbierg^ leichett 
din tug^nt Wbe , ftf reichet l i . 
fam in C^eS'4er ,paliiveii,rjs«j 
du Wt ein J^h^näß^ pftradis. . 
vil manigejS'^Qlan bluomen, 
ob allen •]i;;$ki?dlimuomdn. i.i ' 

dtn rü^^<ar jBiac fiob, wsej^i: . > * 
eririwb^ounde djraehet' : . r - » 
vür den,:balfem uixd dei^ bifem; . » 
den tou^ vil.h^c und . den brifem 
hat dta geburt gdhai^: i- i 
din vruht die erden eret 
unde zieret wöl den hiinel. 
dft mirren va^ &n allen/ fchiiBel^ 
dft edßliu wirQwhbühfe, ..i > 

fi müegßn ißm die lühfe 
dumehtecliQhenwol g^lShen, ii 
die manic wunder wellent fpehen, • 
da:5 an dir.bliiejet ssaller ftuni <l 
wie kan dm minneclicber mtmt 
die Me Opifen unde labenl, ' ; 

du Wft dar ifüejjem ihäte ein waben,! 
der fcboite tüopfet. zalter zit^ > ; 
wan undcpr dicüer ^ungj^n )lit .<f 

diu mUch und oueh der . bonicftöim« . 
dich hat der himelkiuiec hin heim 
geladet in fin riöhe iwert, ?: : 
und hat d^r 'fohoöne din gegärt 
vor allen werden vrouwen. * 
dft folt vil eren fdiouw^i ^ 

und wünne maneger haiide. 
in fines vater lande 
wü er dich l*gen. wßfrten, . ( » 

ob in dem wingarten; 
blüejen noch die trftben, 
und ob die türteltuben . , » 

ir ftimme li?en hcsren. 
du häft in ßnen kceren 
enpfangen werde gnäde« ' , 

gefniten von ^ycläde . 

t diniu kleider foWi^e.; 
2; wunfcbes. gjolde^ ein kröne 
zieret wol da!^ houbet' din* 
zuo der zefweA henda ßn 
folt dft fitzen äna'.9il>. 
da der himele feiten fpä 



t 



M A 



"'I 



in din öre kUnget, 
und dir ze lobjdi ünget< 
der engel f^moBunge. 
dich wü d^ meide Zunge 
prifen undö:räemen. 
^in haut diu M in blilemen 
ir fchapel und ir krenze. 
dft ^aft in vor die tenze 
dort in dem-paisadire 
und bricherk a^b dein rife 
die glänzen himalräfen. 
durchgaründeHnöch durchglofen 
mac niemen dine werdekeit 
den gotes briulten allen treit 
din fchcBne vor den fpiegd. 
alTam, dag golt den ziegel , 
immer übergleftet, 
alfö bia dft gegeftet 
mit klärheit vor in allen^ 
wer möhte. dir gefchallen 
in der Üehten meide fohar?- 
din, ere kan ir Are gar 
mit eren übOTgulden- 
du bift genant von fohulden 
ein maget aller megede. 
du vienge.alüL dm gejegede 
des himalB einhüme^ 
der waüt in dag gedüme 
dirre wildteÄ wörlt gejaget, 
imd fuochte,: keiferlicbiu maget, 
in diner fchog vü fenfteg leg^. 
ich meine, dd der himeljeger, 
dem undertän diu riohe fint, 
jagte ßn einbomeg kint 
ftf erdm nädi g^ewinne, 
dö in diu wäre minne 
treip her imder balde 
sse maneger fünden walde^ 
dö nam eg, vrouwe, fine vlnht 
zuo dir, vil fiölden riebe vruht, 
unt flottf in dinen buofen, 
der äne liianneä gruofen 
ift lüter unde liehtgevar. 
Crill Jefua, den din lip gdbar, 
der leite üoh in dinen ibhög, 
dö des vater minne grÄg 
in jagete zu6, der. erden, 
er fuochte dine werden 



273 



kiafche l&ter unde gbdoz. 
din reiniu fbeßte uimiä^en ganz 
bot im ze vröudea voUeift. 
der fun, der vater und d^r geift 
liffiten an dir, vrouwe tröt, 
ir kint, ir muoter und ir bmt 
Tor mangen ziten fls; erkom. 
dft würde vor der werlt geborn 
dem yater diu ze muot^; 
unt was 6m lip vil güoter 
ze tohter dinem fun gezelt^ 
f6 haste dich ze briuie eirwelt 
der vröne geilt dar under* 
er wolde dich Jbefunder 
als eine gotes ammen 



enzünden und enpflammen 
mit finer waren nmme^ 
da^ dine kiufchen ünne 
menfchlich geluft verbsere, 
unt da:5 ör bl dir wsere 
fam in der lichten ouwe 
diu funne ift bi dem touwe, 
diu gar fin fiuhte fweinei 
er hat dich fo gereinet 
mit götlicher wirde, 
da^ nimmer dine girde 
fleifchlich tou genetzet; 
alfo birt du gefetzet 
mit im an den brfttftuoL 



Aus Konrads yon Wfirzbarg Engelhard. 

Hss. Terlorän. Nach ä^tn. alten Drucke Frankfiirt am Main durch Kiiian Han lj^78 
(noch in 2 Exempl. Torhanden» zu Wolfenbüttel u. in der Kirchenbibl. zn Celle) üt 
das Gedicht wiederhergeftellt worden durch Haupt: Engelhard, eine Erzählung von 
Konrad von "Würzburg, mit Anmerkungen von Moriz Haupt, Leipz. "Weidm. 1844. 



Eingang Z. 1 — 8$. Haupt S. 3—- 6. 

Ein möBre . wsare guot gelefen, 

da? Triuwe niuwe möhte w^en- 

ir Kehten vkleider lei<^er blint 

durch valfchen orden worden fini 

ü? wünneclicher W8&te, 

die 11 vor ziten haste, 

gezogen ift diu ftsöte 

durch valfcher liute rsate. 

ir varwe garwe liuberüch 

yon fwachen fachen trüebet ficL 

ir lop kan iieben trüeben glaft: . 

fi wü üf erden werden gaft. 

ir roBfelghten wangen 

Diit bleiche fint beyangeü: 

yen fol nach ir verlangen? 

ir fchoene ifb gar zergangen. 

die riehen wichen man ir fiht: 

ir girde wirde vindet niht: 

fi treit verborgen forgen vil : 

nieman fi reinen meinen wD. 

gar feiten man fi rüemet: 

• 

IT name ift gar vertuemet, 

der wilen ftuont geblüemet 

^d fehdne was gefüemet. 

D^u folte, wolte man ir pflegen, 

Schade, altd. Leseb. 



ir ftarke marke widerwegea. 
Jß kan wol vinden fwinden rät,, 
der zuo den eren keren lai 
Triuw ift an tugenden vefte. 
fwie truobe ir lop nu gleite, 
fi löret doch da? hefte 
die künden und die gefte. 
ir rsete fteete machent wip: 
ir lere fere mannes lip 
ze wären dingen bringen wil: 
an ir ich merke fterke viL 
ein wip unftflöte fchiuhet, 
diu triuwe en herze diuhet: 
ein man dem valfche enpfliuhe^ 
der triuwe an fich ziuhet. 
ir huote guote bürge mac 
beforgen morgen unde tac. 
ir haut öf erden werden man 
beflie:5en fine fchrine kan. 
fwer wil in triuwen alten, 
der kan der bürge walten: 
man lät in bort behalten 
inkiften manicvalten. 
kein herze fmerze trören birt, 
fwä Triuwe niuwe gerne wirt, 
wan fi mit füe:;en grüe:;en git 

18 



iu 



der minne diebe liebe zit. 

von triuwe leit verfwindet 

und alliu forge erwindet: 

fwer triuwe an liebe vindet, 

ze freuden fich der bindet 

ir güete blüete wilder dorn: 

ir kluoge ftioge Munde zom 

kan wol gefcheiden: leiden . lin 

tuet li befunder under in. 

fwä Yintrchaft mit gedrange 

tuet zwein gelieben ange^ 

ift da der Triuwen zange, 

ir zom der wert unlange» 

ir kläre wäre l^re ifb guot 

ir lltiure tiure vehten tuot^ 

wan fi nach eren mören wil 

an fippefchefte krefte vil. 

got fselden im verbünne, 

der Triuwen leides günne, 

wan Triuwe ifb under künne 

ein freudebemdiu wünne. 

ir ougen tougen nähe l^hent, 

heinltehiu rlohiu dinc ü i^'heni 

man- darf ir wunder ftinder wan. 

fi muo:; an fteete reste gän. 

fwie kleine man li triute, 

man lat iedoch ze diute 

heinlichiu dinc noch hiute 

verftan getriuwe Hüte. 

fi wifen prifen ich hie foL 

n)it henden Twenden kan 11 wol 

\il witzecliche riebe wät: 

ii tuet den armen warmen rit 

wol ir vil füe!5en liften! 

fie ziuhet ü? der kifteu, 

dk mite fi kan friden 

die armen ebenkriften* 

Z. 217 — 390. Haupt S. 10 — 15. 

Wilen da diu triuwe 
den liuten was fo niuwe, 
da:^ man ir rt^eteclichen pflac 
und man ir wirde höhe wac, 
do lebte in Bui'guntriche 
vil getriuwecliche 
ein herre von gebürte fi^i. 
dem wonte zuht und ere bi, 
mute und ganziu Itete. 
ein fchcenej; wip er haßte 



an herzen \auie an libe. 

bi dem felben wibe 

het er gezogen zehen fiine, 

die vil gar der Eren büne 

het überdaht mit flis^e. 

von allem itewi^e 

wären. fi gefriQt. 

got hsBite üf fi gezwiet 

höher fselde ein wunderw 

doch künde ir einer drandep 

liuhten fiir fi alle, 

r6hte ak ein kriCtalle 

ft; kifelingen fchinet 

fus hsete er fich gepinet 

ftf tugent für die bruoder fün, 

und gap fin lop fo liebten fchin, 

da; alle die des yXken, 

die fin antlitze lähen, 

da; niender üf der erden 

gefchouwei m(äite werden 

tugende richer Jüngelinc, 

üf älliu faeleclichiu dinc 

fbuont finea harzen girde. 

fin muot nach hoher wirda 

kande ringen unde Itrßben. 

fin junger lip, fin werde; l^ben, 

was niender wandelms^ec 

fö rähte gar lintfAdlec 

was fin tugentricher lip, 

da; vü manio edel wip 

nach finer minne was verfent. 

ör haete ftf iriuwe fich gewent 

nach finer väterlichen art 

^r was gehei;en Engelhairt 

und haste gar an fich genomen 

fwä mite ein man ze lobe kernen 

in dirre wilden w^lde foL 

ör was gar aller faelde vol, 

wan da; im braut an guote, 

da; edeles h^zen muote 

bieten muo; geleite 

ze höher w($rdekeite. 

Wan zwäre, als ich eri^ennenk&n^ 
fö mac vil k&me ein edel man 
wärt gefin in kranker habe, 
an höher wirde get im abe, 
fwenne Bv gtides niht enhat 
als e; nh in der waride OAi, 



275 



lo darf ein man v^kA ga6tes, ' 

der edeles herzen mnötes 

wil pflegen unde ^ulgen. 

da; Biber in d^n bulgen ' 

dringet für die höhen tugent. 

da? künde wol in finer jngent 

bedenken Engelhartes Itp. 

finmuoter, das; vil reine wip, 

und euch fin yater wol gfemuot) 

die haßten vil gefüeges; guot 

nnd wären kinde riche; 

dar umbe er tougenlfche 

alß gedähte wider fich 

^fich, herre got, nü Wie fol Ich 

verdienen werder liute gruoij? 

ich wBBne, an mir verdarben maoi; 

ritters name und ouöh fln ami 

ich fiirhte, ich muö? ir beider femt 

ledic unde fri geMn, 

fwenn ich des geldes niht mac hän, 

di mit ich gewinnen mtige 

lop, da^ mfnen Ären tilge, 

die von geburt mi<ih erbent an. 

fwa? mtn vater geldes kan 

geleiften und diu muöter mtn, 

des dürfens unde ir kindd?ri 

äne mich ze l*ehter ndt. 

zewäre, ich wolde i ligen tot, 

e da? ich in neeme da?. 

ich muo!5 hegen Ais eteWa? : 

da? wil ich niht langer Qpam. 

ich fol ze fremden landen vam, 

^k da? ich den erfuoche, 

der min ze knehte ruoche. 

ich hoere loben ftarke 

aldä von Tenemarke 

den muten künic Fruoten. 

zuo dem hftchgemuoten 

wil ich balde keren. 

ich truwe finen eren, 

ia? er mich vas^^e fchone 

and er mir noch ze Wn6 

rtchiu fwertl^hen gebe. 

ia? ifk vil be??er denne ich lebe 

üfö verdorbenliche/ 

*U8 gienc der tugentriche ' 

sehant für finen werden vater. 

irloubes in nait zühten bater 



und feite im finen willen da, 
da? er wolte keren fil 
durch dienefb in ein fremde? lani 
und d6 der haete da? erkant, 
dA wolte' er den vü füe?en knaben 
der verte göme erwendet haben, 
da? half in aber kleine, 
wan Engelhart der reine 
niht beliben wolte. 
fwa? ör haben folte 
bi der zit uf fine vart, 
yil fc^iere im da? gewunnen wart 
gar nach fines herzen kür. 
euch truöc fin vater im her für 
wuxmeelicher epfel dri. 
< lieber fun' fprach er, 'da bl 
fölt du die verfuochen, 
die dtn h^ nach geruochen 
üf der .fträ?e wellen 
vil lihte zeime gefellen. 
ich fage dir rehte, wie dft tuo. 
fwenn iemen dir gerfte zuo, 
dfer dich gefellefchefte bite, 
den verfuoche alf5 dft mite, 
gip im der. epfel einen dar. 
i??et er in in fleh gär 
unde git dir niht dar abe, 
f5 Init, vil herzelieber knabe, 
alle fin gefellefchafk. 
ifb aber er io tugenthaft, 
da? er durch finer feie heil 
des apfels gebe dir ein teil, 
f5 lä? in mit dir rtten 
und won im zallen ztten 
vil gefelleclichen bl. 
fus gip dis epfel alle drl 
nach miner höhen lere fite, 
ob du verfuocheft dri da mite 
und fi die e??ent äne dich, , 
fo denke, Ueber fun, an mich 
und wis gar äne gefellekeit. 
und häfb du die befcheidenheit, 
da? du behalteft min gebot, 
e? wirt dir guot, fam niir got, 
und bringet dir noch feelden viL 
dar under ich dich biten wil, 
da? du getriuwe gerne fift. 
hie mite dft dir felben gtft 

18* 



276 



vil maneger haBde wftrdekeit; ! 
triuw ift das beftes^xen, kleit^ . ^ 
da? den friuntlöXen jaüan 
in dem eilende kan ' , : 

erfröuwen unde erbose», wol/ 
* vater ' fprach er , • * ich enfol 
niht zebrechen dtnen rät^ i 
der alliu dinö beflöi^^en bat 
gewaltecliche in finer bant, 
der tuo dir fselden ml befcant 



und der vü . reiyien mnc^tei^ min* 
e? fol mit urloube ßn il - ^ * 
da? icb kere üf ftiiöe vart' 
bie mite fa? uf En^eüiairt v 

und Ute fine ftiä^ei 

und nam der w^gie mS^e . . 
bin gegen Tenemarke. . ! 
in" gotesf buote, flbarke . 
wart ßn tugentricbe? leben . ' 
tiure und em^eclidie gegeben..: 



Aus dem PassionaL , 

Über die Hs8. f. .Pfeiffer in den .M^lenlegendeii Yorw. yii,ff. DexL Jerofchin xxhl 
Gödeke MA 209. 987. DerJL. u. 2. Teil gedr. n. d. Hei^elb. Ha. Nr 352' durch 
K. A. Hahn; Das alte Paffibnal, IVaiikf. a. M. BröiiniBr 184'5. Zur VervoUftändi- 
gung des 2. Teils mdbrerellegeiiden yoü J^cobus duri^h • Klädeii i ift- Hagens' Gtenn. 7, 
252—268, u. die MarienlpgeÄdei^ durcb Pfeiffer, Stut^g:; j^ra^^e 18*6- Per *i Teil 
n. d. Königsb. Hs. dur<5h Köpkie: Das PaHional, eine Legßuden(ammlg des 13. Jlidts, 
Quedlinbg, Baffe 1852. ' •• ' = .... 

Des Sünders 1?raum. Pfeiffer Marienl. S. 127 ff. 



In funden ein menfcbe lac,. 

da? docb da. bi der tugende' pflap, 

da von gote ein menfcbe b^a^et: 

Marien, die kufcben maget, > 

bete er liep befunder. 

nu fiigte lieb? hie under, 

da? got durch fine gute . 

des menfchen gemöte , ; • 

zu rechtem wege bel&hte. 

den menfchen fus bediihte, 

wie er nach tddes gebpte 

an da? urteil vor gote 

were genzlich bekumen. , , , 

lieh bete nitlicji angenum^n . • 

der tüvel, da? er bi in trat 

unde über in gerichtes bat , 

nach finer yalfcheit gebot. - . 

er fprach' /alweldiger got, 

gib mir difen! er ift min, 

wand ich vpr den ougen'din* 

dm felbes wort dar uf mac ha^>en 

an fime herzen ergraben/ 

der richter fprach *wa? ift, da??' 

do fpnach 4ör tüvel üirba? : 

* du fpreche ' an ^kluger wife , . 

in dem p^radife: , ;, , 

fwenne ir öph verge??et - ; x 

und da? obe? ^*??etj . -. . ;,.. . 



fö fult ir ftjBj^ben. -— ^ diz eigije. 

nu ffcet dirre menfcbe aJüiie 

von dem l^vmege^oru, 

dem du dei^ tot häft gefwoT»? 

noch hän icb ein Urkunde : 

wan er in grö?©r funde 

wol dri?ic jar bat gelegen, . 

der er vil bat gepflogen, 

und wolde lä?eu nicht d^ aba 

da? dritte urknnde ich oncb hahßf 

da? icb.alhie bewife: 

ob er an tugende prife, . 

da bi icht gutes habe getan, 

fd wil ich nu zufamne jlän 

da? böfe und da? gute. 

in fines herzen mute 

nimt da? bofe, überbaut: 

des fol er billich fin gefobant, 

und alfus häft du night; an iqa.' 

dd fprach der ricbter 'nip. yernim, 

wa? dirre dar zft welle (agen/ . 

der menfcbe mufte gar v^'dagen , 

von grd?er fchemde leid«e. 

und dd fprach anderweidie 

der ricbter 'wir fuln e? län 

achte tage alumme ft&n, ' 

e man ii^ yerfenke; 

ob er noch ic}it.g©4önke, 



' 



'I 



was; §r iridervede! habe/ ^ 
dd gienc'iril! triek).ii€r abe: > 
dür ßflbe menfote/ iiiiid underwägen 
gienc im einer engegen^ 
\ der yrägte m |a d6r mere, . 
war umme er trftrö'wera 
*owÄ!' fprach :ftr *icb bin imvtd', 
und nnderfobieiä im alfd^ 
wie im. drü' Muufe Itacke 
uf fin gro^ nn^elücke V 
der tftvel bete for gieleit^ > . 
nnd msoL wäre vil tinbereit^ 
wie €r da von enf^^che flci. 
jener fpracb 'enrAche dach! 
ich bin die W^beiä genant 
und wil fiir didi al znbailt 
dds Griten ftucke» vede! gtfben.' 
als dar fimder gieaic benäben, 
ein ander ime do wider fÄr> 
der im veftieliohen fwftr, ; 

6r wolde im zu gehicke i 
wol da? ander ftucke 
Ün legen in röcbter wisheit : 
'min name ift die Geröcbtikeit' 
Tprach är^ 'und icbbänwoldiemacbi' 
D6s acbten tages \rart £r biraeht 
aber für gerichte als e. 
dfir tüvel näcb urteilö &^rÄ 
über in um da? ^rfte leik •; , 
do fpracb zu im die Wärheit . - . 
'du häft im dös bie fcbult gegeben, 
er ß verloren um da? leben, 
da? mit yrevele namen . , 
alle killt von Adäaaeti, 
do fir gebracb gotes; gebot 
und a? '4^X1 «apfel wider got, 
dar abe im g()(fc dön tdt gehie?, 
da ör in fitioucb iurftie?. 
der traf dön lib, nicbt den geift. 
und da von, als du nu feift, 
ift muTus die facbe. 
des reiben, tödeß fwaohe 
gab 6t ftf d<m lib dä'n flach, 
des mü? er durdi d(f n unrücb 
werden zein^oa ftoube. 
hie mite ich wol betoube 
üf in die brüten . fadie jaibie.' 
die Gerechtikeit d6 hine gie 



und i^raeh aldä '&^ wä ich ) 

des andern imderwinden mich. 

du hart gefprochen offenbar, 

er habe dir wol di:'i?i6 jar 

gedient an grd?en fundem 

r6 wü ich da bi ku!iid6n> 

da? b^ide hie unde euch da. 

in ime die. oonrGienciä 

murmelte an der räiwe, 

und wart da? dicke nuwe 

mit der bihte^ dör er pflac' 

der tüvel leiiUch. erwac 

fich der zweier, die im flecht 

gemachet bete wol da? rtk^ht. 

idoch da? dritte greif är an. 

für den fundigen man 

enfprach dö weder dirr noch der. 

dö fprach der richter 'bringet her 

eine wäge und lat wegen, 

wes er md hit gepflegen, 

des guten oder des argen.' 

der funder wart do kargen, 

wand in fin berze an vorchten fncit 

Wärheit uj;Mie Gereohtikeit 

fprächen heimBoh wider, in ; 

'armer menfch, louf balde hin 

zu Marien unferr vrouwen! 

bit* fiö w^en fchouwen 

din arJnut ujide ir göte. 

ir tugentlich gemut^ 

ifb fo milde imd alfo gut, 

da? fi dii? io helfe tat. } 

^ ift -dir ti*uWen wol gewoin 

und vermac fich wol da von, 

wau &. den edelen bamen treit 

pxuter. der barirf»emkeit.' 

der arme fund^re. 

milt ßne^ herzen fwere :: 

viel fiiir der vrouwen fÄ?e. 

*ey' fprach er, *du vil lä^e, 

du Btiflde, du getröwe, 

lä? ao mir werden nftwe, 

da? du bift be??er denne gftt, 

wan nair fo redbte we tut, 

fol man mich hie verteilen. 

du macht mich, vrouwe, heilen 

mit diner tugende gewali 

e? ift um naipb alfö geftalt. 



278. 



dai; du mir woi m&cbiti hälfe IftrL 

ö yrouwe, mftter^ iich dar an 

da:; du uns fondegen Inten 

zu rächte falt bedüten, 

wie din lob difn nam^i trdt 

müter der bannhärzikeit i * 

hilf mir, vrouwe, hilf mir nu! 

wan mir git alle; jämer zu 

in dar ewigen hitze, 

ob du din fch6ne antlitze 

hin von mir wilt kßren. 

du falt dich dar an kSren, 

wan mir diu troft gehflfen mac' 

hie mite ör die vrowen erwaoj 

da; & quam bi die wäge* 

mit wol gehüfler läge 

wart die funde kl zumile 

geworfen in die fchile 

unde gehoufet als ein berc. 

man leite ouch Kne gftten werc 

in da; ander becken. 

der tövel wart zft lltecken 

an fin ende alle genftc, 

da; die fchäle nider Hftc^ 

und dächte, im were gdungen. 

die gftten werc ftf fwungen. 



I : 



die nam die'juiiovroiLwe 'gAt 

durch iren tugenthäften mit • 

unde legte. diM ir. faani 

die böfen werc al zvhant 

iÜAch man,li6oh ftf imirren. 

die tüvel zu fehurren 

fwa:^il arges kund^i; 

dar über ouch fi. begunden, 

da; ß £ch fölber Mengen dran, 

und wolden zi«a ß^ her dan 

ir teil in die tiefe nider. 

die vrouwe hielt lo voDbe wider 

die fchäle an widerföa^, 

da; fi in fchAner mä;e 

den funder vri machte. 

Der men(k^ £ä ent^adite> 

wan er cüz in dem fläfe fach. 

von der werlde er fich brach 

und diente vlis^clichen gote: 

in üme heiligem geböte 

was er ftete vorchtfam. 

die kuningtn Ma^iam 

mit ganzer vreude er lieb gcwan, 

die alfi» wol helfen kan 

den armen, die in iiiten ßn. 

das fi gelobet die kuningin! 



Lieder- aed Sprachdiekter. 

Her Reininar von Zweter. 

Hagens MS. 2, 1T5—281. 3, 352. 46^8». 4, Nr 113, S. 487— -510. 758. 873. Wack. 
altd. Lefeb.* 689 — 6»6. 



Got, vater unfer, du da bift 

in dem himelrich gewaltio alles, des 

dir ift, 
geheiliget fö werd din nam. zuo müe;« 

uns kernen da;rtchediiu 
Din wille werde dorn gelich' 
hie üf der erde, als in den himeint 

des gewer unfich. 
nu gib uns unfer tegelich brdt, und 
fweö wir dar nÄdi dürftic ßn* 
Vergib uns allen fametottmferfchiilde, 
als du wüt, da; wir durch dine hulde 
vergeben, der wir ie genämen 
dekeinen fchaden, fwie grd; er fi. 
vor fänden kor fo mache uns vn, 
und loefe uns ouch von aUem übele. 
• amen. 



Man tuot uns michel wunder kirnt, 
wie man für Parci&len truoc mit 

ziüiten manger ftunt 
den gräl Von arte rein, des wtmfdi 
waiiaUei^ ktoicridien obe. 

Dem gJÄl ich wol geltdien wil 
ein reine; wip: der kiufohe reichet 

wol des gr&les ziL 
diu fich vor valfohe vrf t, diu wirt ge- 
ziert wol n&eh d€r wifen lobe. 
Wil ieman nach dto niuwen gräle 

ftriten, 
dör fol fin kiufche, milte zallen asiten, 
als alle, die dös grales pflegen 
und noch vil guoter frouwen pflögen, 
wirt dem ein reiner wlbes l%eii, 
der iftvrl vor Söhanden unde irmägea 



979 



Zwei adei fiikt am d^ linton o«ch: 
v<m ßaem könne ift, einer edel und ift 

doch Mbe ein goadi; 
dSr ander ift Toniinen tngenden edel 

nndnibt ^on li^en namea 
Swä dife zwene folteii Üben 
ze wdTte nmb ere, w€m da^ lop die 

.wifen Polten g^ben» 
1% nffime ich in ze kempfen, d<$r Qch vor 

Untugenden künde fchamen. 
8w({r edel ift von mign und . niht 

Yön ffiuote, 
dCr brichet finer edelen vordem huote. 
M fprfidient, ir näh fpi^hende liute^ 
fit da:5 dCr edelen vet^e kint 
von hohem adel gunedelt fint^ 
war ere müge, dämanfimüedetrinte? 

Ir ftht dCr kilchen in dän munt, 
life'r bäpft, und nä'ment war, ob alle ir 

ordeu fin gefunt; 
tuot war, ob linder bertn iht fböchen 

grsete in dör kilchen kfln. 
Ein erden, dör fich ftreichen lät 
init fymonie hant und doch d€r kil- 

ehen zeichen hat 
an mantel unde an fchappn, dfer wil dajj 

inre mit dorn ü^em höln. 
Diu kilch enfölt niht mit dßr fymonfe 
gemeine hän noch mit d6r erefie. 
da^ guot ift niht wol gewunnen, 
da? man dort nimt und diöhalp hilt. 
wer i(t ein diep, wan der da ftilt? 
nu heln und fteln! doch breite ich:; 

an die Hinnen. 

Här unde bart nach kldfterfiten 



und kl&fterlich gewant nibh klofter- 

Uchen fiten gefioitcln, 
des vind ich genuoc: in vindö ab der 

niht ril, die:; rehte tragen. 
HalpTifch, halp man ift vifch noohmanc 
gar viTchift vifch, garmaniftman, al& 

ick; erkennen kan. 
YOii hofmünchen und von klofterritiem 

kan ich niht gerag;en. 
Hofiaünehen, kloüterrittem, difen bei- 
den 
wolt idi ir reht ze irehte wol befcheiden,* 
ob fi üch wolten lä^n binden, 
da ü ze rehte folten wefen. 
in klöfter münche Men genejbn: 
£o fuln des hofs fich ritter underwiaden. 

E:; was ein gar unfsBÜc man 

in einer ftat gefö^n, dar itoe er niei 

kein heil gewan. 
der dähte * ich wil verfuocheii, ^e. min 
glücke in frömden landen GJ. 
Do im der reis ze muote wart, 
Unfeld wart fin gev^t; diu huop fich 

mit im ftf die vart 
er lief gein einem walde : er wände, er 
w8Bre TJnfeBlden worden vri. 
Er fprach 'UnCeold, nu bin ich dir 

entrunnen.' 
'nein' fpradi TJnfeelde, 4ch hÄu.den 

fig gewutmen. 
fwa? du gelie^ dai; leibe ich rande: 
uf dinem hals was min gemach.' 
der man do zuo im ielbe fprach 
'foft niht fo guoty ichn kßre wider 

ze lande« 



Her Steinmar. 

MSHag. 2, 154 — 159. 4, Nr 103, S. 468 — 471. 

Herblllied. Wack. a. a. 0. 



Wack. Lef.* 741 flf. 



Sit fi mir niht Ionen wil, 
der ich. hau gefungen vil, 
föbt, fo wil ich prifen 
Den, der mir tuot forgen rit, 
herbeft, der des meien wät 
vellet von den rifen. 



da:; ein arm^? minnerlin ift reht ein 

martercDre. 
feht, zuo den was ich geweten. ; 
wäfen ! die wil ich län lyid wil in;^ 

luoder treten. 
Herbeft, underwint dich miti:. 



Ich weis;. wol> e:; ift ein alte? Hiaere, wan ich wil din helfer fin 



eso 



gegen dem glänzen meien. 

Durch dich mide ich fende not. 

fit dir Gehewln ift tfit, 

nim mich tumhen leien 

Yür in zeime Ita^ten ingefinde. 

*Steimnftr,fich, da^wüichtuon, fwenn 

ich nn ha; bevinde, 
ob du mich kanit gebrüeven woL* - 
wäfen! ich finge, da:^ "wir alle wer- 
den Tol. • 

Herbeft, nu hoer an min leben, 
wirt, du folt uns vifdie geben 
mi danne zehen hande; 
Genfe, hüener, vogel, fwin, 
dermel, pfawen funt dft fin, 
win von welfohem lande. 
Des gip uns vil, und hei? uns fchü?- 

:5el fchochen* 
köpfe und fchü^i^el wirt von mir unz 

an den grünt erlochen, 
wirt, du lä din forgen fin: 
wäfen! joch muo? ein riuwio herze 

trceften wJn. 

8wa? du uns gift , da? würze uns 
ba? dan man ze mä?e fol, wol, 



da? in uns werde <ein hitsse. 

Da? gegendBmtrunkegan^eeindimft 

alfe rouchvon einer brunft, 

und da? dßr man erfwitze, 

Da? ^ waeme, da? er vaüte lecke. 

fchaffe, da? der munt nns als ein 

apöteke Ihiecka 
erftumme ich von des wJnes kraft, 
wafenl fö giu? in mich, wirt^ durch 

gefellefchaft. 
Wirt, durch mich ein ftra?e g4t: 
dar üf fchaffe uns allen rät, 
manger bände fpife. 
Wines, der wol tribe ein rat, 
hoBrqt ftf der ftFä?e p&t. 
mtnen flunt ich prife: 
Mich würget niht ein grö?iu gans, 

fo ich flinde. 
herbeft, tr&tgefelle min, noch nim 

mich zingefinde. 
min feie ftf eime rippe Mt, 
wäfen! diu von dem wine druf ge- 

hüppet hat 



Der Marner. 

MSHag. 2, 236 — 257. 3, 332 ff. 451 fg. 468^ 4, Nr 118, S. 524 
altd. Lef.* 745 — 750. 



536. Wackem. 



We dir, von Zweter Eegimär! 
du niuweft mangen alten vunt. 
du fpeltefb als ein milwe ein här; 
dir wirt ü? einem orte ein pfunt, 
ob dm lie?en dich niht triuget 
Dir wirt ft? einem tage ein jär; 
ein wilder wolf wirt dir ein hunt, 
ein gans ein gouch, ein trappe ein fbar. 
dir fpringent hir?e dur dm munt: 
wä mit häffcu da? erziuget? 
Ein lue dur dme lefpe fam ein fleh- 

tiu wärheit vert. 
du häft den vifchen huoften, kreb?en 

GLt erwert, 
bi dir f5 fint driu Wundertier: 
da? ifk der git, 
ha? unde nft 
du doene diep, 
du briuweft äne malz ein hier. 



fupf ü? ! dir ift ein Jtecker Jüep, 
der den harren vil gelinget. 

Lobt von der Vogelweide 
noch min meiPter her Walther, 
der Venis, der von Rugge, zwene 

Heinrich der Veldeggfißre, Wahsnmot, 

Rubin, Nithart, 
Die fungen von der beide, 
von dem minne werden her, 
von den vögeln, wie die bluomen 

fint gevar. 

fanges meifter lebent noch: fi ^^^ 

in todes vart 

Tote mit den töten, lebende mit den 

l^mnden fin! 

ich vorder ze geziuge 

von Hdnburc den herren min 



nt 



(dem fint rede, wort [und] rlme/in j HooBfön ald hem Witigen ftnrm, Sig- 

, ' . f|umcl»9]i) ]roBt)y t / .< iiideBaldhem Eggen t5t; 

da; ich nat.iangiB iU09iQp...triiage.. i Sd^derah,te;44btni]i)twaiP)»ibrchep;i 

lihte yinde idi^eHt^ YUn^, . : ; ; , . : jninneifai^c; 

den fi vnnden hänt, die vor mir dem /lüunden i(t diu wile bi den 

ickmaQ^'^ ir garten und ir fprii- der zehendef eAwei; wie: 

cheja;Wuwuei^ Ipfj^P*. i^n Mt, ;f^u.Ie;rn^ d»n, au darj m 

0" • 1, ^- V 4. *^* - V i • ; ,\hiö,.nu^$p; >u4ort,jauhie. 

^^,"^^^^? i'^^^ ^^^ ^^^' > da bi h^t^ manger gerne der Ym- 

B wil der erfte da?, ' . . luiure hart 

wie Dieterich von Berne fehlet; , ^ , ^ ^^ ^^ ' y^ 

der ander, wd künc Euother fa?; WeriWieem ort; i , , ' - , 

der dritte ml der Biu^n fturm^ fö ^^^ ^^^ ift.in.fqhaz verfchort 

Der fonfte , wen Itaemhilt V^tnet; . ^^ yj^ j„ ^^^^ bort 

dem fehften tsete b^,^ ^ fuBfingeichw»dBfageiu,:die8iunihtM 

warkomenrxderWibendiet; ., ^ f iS«terkiUnb6t 
der übende wolde ^teswaj^ . 



.1." ••• '' .'' 



Meister Sumelant» Von Sahsen. 

MSHag. 3, 62 — 68. 4, Nr 136, S. 671 — 685. Wack. altd. Lef.* 751 ff. 

Vü lieber Mattier, Triunt,^*bm^dt' dSr'berte dfctfcbe finger, 
den mta Hu lebendic. weis;? des hat dtn nam grd^ erei ; . 
Du häft die mufeken ap der haut, die fillaben an dem vinger 
gemeij^jen: des Terfiuft die.teien niht ze fere. 
Du weift, niht al, dai^ got v^rmac, wie Cr al fine gäbe 
geteüefcbit. ^ ' 

ja glt er eime Sahftaa alfo.vil als eime Swäbe ' ' ' 

helf utide rit. . ' 

da2; Saute Piwd in.dßr pifteln hat gefprochen, 
*got glt nach finem \rillen', lä da? ungerocheii.'. 

Keiftter Stolle. 

MSHag; 3,.Ö — 10; 4, Nt 143, S. 706 fg. WÄeki*:751 ff. : 

per künec von Körne engit ouoh niht, und hat doch fcttneges guoi 

^rn gtt oach nflit: €rft W8Bl?lich rChte alfft ein löu gemuot 

fn ^ ouoh niht: ^ft kiufche gai^. 

^rn glt ouch niht, und ift doch wandeis eine. 

^ni git ouch niht: §r imimet got und eret reiniu wip. ' 

era git ouch niht: fe^n wah nie mian fö vollenkomeiieii lip. ' ' 

^rn gtt ouch niht: ^rft fchanden bar. . — 

em glt ouch niht: ör ilt wis unde reine. 

Em gtt ouoh niht: er rihtet wol ■ 

^rn glt ouch niht: er minnet triuwe und öre. 

^ra glt ouoh niht: örft tugende vol. 

^ni glt ouch leider nieman niht: was fol dCr rede mere? 

^rn glt ouch niht:' ^r iffc ein helt mit zühten vil gemeii 

^^ git ouch niht, d€r fctinecEnodolf, fwa? ieman von im' finget oder gefdt. 



// 



'f.: 






iSw'Xeiiiier; 

UBUsig, 3, 86^110. 4, Nr 157, 8/WO C Wfcck.« 753 iL 

MJü ktmiliei» wferet nmr ze lailgö^ Ich Ü&ä iiodi xmibe ftis g^edrofcheii : 



da^ ifb niir fchedelich; und ifb mir 

M ich: fus bJ richer kunft verarmen 

titid verderben. 
Ich kan mit i^riidben und öüt l^nge! 
gewirdeh wol, die inik» fint hClfe- 

''■■•*'•''' bsöre': ' 

d€n tilgende löfen bin ich gram; d^n 
wünfche ich, daj^ fie ftörben. 
Ouch bite ich keinen Are Iftlfenniht, d€r 

hieläbfcleftörliche: 
ich wei^j wol, das^ mir niemangit, ftme 

' fi gar tilgende riche. 
Irai; Ibide mir eins Ibhalkes gibe? 
d€8 guoteng'gr ich nihtnochfiner habe : 
dCn fchilte ich, da; 6r ftinket wirs 

danne ein vider rabe. 



min tinkel Üt mir worden g^r ae 

fprfuwe; 
d& mir hie vor wei?e wuchs, da i^eh- 

fet mir ttu rÄtea 
8tn lop mno; immer fin verlofchen; 
min fchcäten fol im rteete wöfen niuwe : 
hflöte er mir gelogen niht, ß -waer 

mir fca? geraten. 
Be^^ert er mir niht, ich wirfe im einen 

ftein in fihen garten 

xmd eine kletten in den hart, ich muo; 

durch vriuntfchaftlenger warten ; 

dennoch fd muo; ich in verfuochen. 

hilft es; mir niht, ich backe im einen 

kuochen 
von fpriuwen und von raten, da; im 

rile vrouwen vluochen. 



'! 



Meister Ji^wnjrat von Winebnrc. 

MSHag. 2, 310— 33&. 3, 110. iB:34-^-.344* 453. 4, 723 — 730. Wadt. LeCf 755 fi 

Stiege, büe^e trftren! 



Gar bar lit 
wft walt, kalt 
fne we tuot: 
gluot fi bt mir. . > 
Gras was e, 
kl4 fpranc blanc, , 
bluot guot fchein: 
ein hac pflac ir. 
Schoene doene klungen 
jungen Uut^ ; triüten 
inne minne merte: 
funder wunder b»re 
fweere wüden bilden 
beide, weide rerte, 
d6 vrd ß.55en die, 
der ger lä^en : fpil 

Trfit brftt, fich 
mich an! man 
hat rat da, 
fwä du nü bift. 
Diu fchtn wit 
glt muot guot 
dem, fwem fin 
pin arc Itarc i(t 



wil hia 



raren [hörten] fintirzen, 

reine, klein^ niachet 

kluogen vuogen fohodue 

loene m&re ttrel 

niuwe riuwe [Wache! 

lieh rieh Uhen mir, 

wipl lip vlÄhen fol wol dir. 

Jiriimc vrijet fich. diu grüene linde 
loub^s unde blüete guot 
'wunder güete 

biuot des melen e der wate bar. 
Gerner ich durch liebte Uuomesiliniib 
bittre in touwes. flüete wuot^ 
da&ne ich wüete . 

flttot des rifen nu. mit füe:^en bar. 
Mr tuont w6 die küelen fcharpfen 
. fwint, vertaneij winterleit, winde, 
dur da; mtnem muOte forge fwinde. 
wint min herze ie kume leit^ 
Wand er kleiner vogeUine firoide ni* 

der Idi 
Owd, da; diu liebe mir niht dicke 
heilet mtner wunden ftint! 



ass 



ich bin ftinden s - ^tiQ. • 

wunt Yf^ ir\ ^Si mache ft/Hucit^ heil 
Sende? trftreB hnßa^ hreit umie dtck^ 
Wirt mir ?äUen ftunäen bjat: 
^mir künden ; " . . 
ftunt gelückes, fo Tind ich da; heil, 
Da? fi jnio^ in Jfpilnde froide kleidet, 
leit an mir nihi; lange wej::t: , 
ir gewaiii mir ungemiiet^ leidet. 

Meit nie wart £o reht^ wert 

ß diu wät, der jnich diuh^r^eliebe 

danne wert 
Welt, wilt dft nu zieren dich vü 
ßgip dinen ki»46ii wißt, fchone,^ 
der ipht winden 

kint ^neren nuige: d^ft min rat . 
Swir mit fteete diene dii«, de» ft*f6ne; 
Mf im forge binden, vint, 
& dich viAdcn.}' 

bint ^ zua dir ^ igip in hordesrät, 
B^iniu wip : den rdt mein ich ae güötß. 
JDuot und znht irt in gewsud. :- ' 
fwen fi kleidSent nutir reinem muote- 
guot und edel ^a; gewant 
ift; dar umhe ich A; it dienfte midi' 

noch nie gewant 



1 1 1 ' ■ I 



! . / 



.1 



Jj» 



;ToitfHiitI Vollen aber triufet 
^f dip J?6fßn :ane taft. s !^. 
TJ?ei: holten iftjMnej ilitrfef 
manger lofen blüete klttft. .1 : 
Dar in fenkent : i . : » 

fich diu vogellin, ) . . 

diu gedkene Iftt erkjenkent,: , t' 
das} yil fchoenp H^ gieEm: ; •. d 
Bi der ,wiu(me wol mit .ereiL r 
fol fich kleinen manneaf lij, L, '• 
Da? im künne froide: meräti . • L 
ein befcheiden üdÜQ wijf^ i i - 
Swer verfchulden 

: wibes imixuie fol, 
ider muaaj fingen, nach irr luddeil 
adt Til. dingen tagende ypi. 
Swer mit ßnne vgilfch kaii 
als ein dieplich nächgebur, 
Der wil minnci fö betrtieb^ 
da? ir liepüch lÄii wiirt för. 
Wan ft)l ÄWÜchen 
minne mit genuht 
triuwe in glanzer fteite niiTclieili"! 
da? birt ganzer froiden fi^ht [ 




,pn 



i\-*i 



!.M 



Keisteir Johans Hadloup*. 

M. Hadlcmbe» Gediohte tofe. t. Lüdw. Ettmüllep, Zürich 1840. MSHag; 2f, 278^ 
308, 4, N^ 1^5, .S. 62^-^«33. Wack. Utd. Jüef,* 841 ff. i ' :.. 

^ä vund man IkmeKk fö iakoig liet?i Da? tat ir fin: der richtet fiiiachei^iii 



ifian Tunde ir niet . im künignchey 
?J8 in Zürich an bnochen. ftai: 
Jes priieft taan difc; da itoeifterfang; 
«^r Mane? rang* daif nÄch enditchej 
dfe's er diu lieder budch nu hat 
^ fim kdf mechteÄ mgin die fingsere^ 
ß'i lob hie piriievn und andirsw^: 
^an fang Mt iboünund würzen däi 
'"^d^?iflfegr^^ft gtiötßingiiochWeBre, 
^J* wurb Til endelich dar na. 

Sin ftua der ;kufter treib? ouch dar> 
käut fi gar : vü edils fanges, " 
^^ Mrren guot, ?e 'fenme bracht 
^^ ^re ppueret man da bl 
^fr wifte fi d«s anevanges? 
<iör hat ir ören wol ^dftcht 



da? ift oudi in erbom wol an. 
fang, da man di^n froweii wol getäni 
wol mite kan ir lob gjein^en^ ' 
den woiten fi niet 14ä ^e^gfen. '■•' '^ 
Swem ill mät ^lö<n ftiiige wol, ' 
des herze ill toI ^ gar ödler fiÄrie; * 
fang ift ein fö gar edle? guot: 
Er kumt von edlem finne dar. 
dur frowen dar, dur edil inihne,' ^ 
von dieii zwein kunit fö hÄher lÄubt' 
Wa? w8Br diu weit, eAwfiereii wib 155' 

fchöenö? 
dur fi wirt fö vil 'flie?ekeit j ' 
dur fi man wol fingt -unde ftiit 
fo guot, gemeit uM füe? gedoene: 
ir wunne fang u? herzen treit 



t»k 



, > :Hänlaal^ der Damen. ^ . 

MSHag. 3, 160 -^170.' 4,' Wr 1Ö8 Öi 74S[-^44.'='''Vl^clt[ altä/lef.* 8hl fg. 

Reimär, WältÜör, 'feüliiii; ithliart;" ' Wolfram ünd'eltlnilbi^, göiianf von 

• ♦ ■ *' ^ ''"•'Un^erlant, 
difei: zweier tilite ' ift Veiftei-licli 

diel- Misriaer und ^eiftfth .Ctiöiirät, 
die zwi^ flnt nfli die fc.eften. 
ir fanc geme??ene öbene ftät; 
künden, geften ^ ■ ., '. ' ' 
ift ei" näcii pHä 'geweben. 



Vridrich 4er Suonburgsöre, 
dis alle fint in tddes yärt: 
äne fwsßre, '; ' * 

geb got , ' däa; Ae dort lebetlf / 
Der Maraer» däär ^ oüch von hin, 
und der i von* Oftei^dingen. 
die alle-tetten wMfen fin* ' ' 
üf da? 'fingen: 
des ift ir prt» gegeben. 



<"/ 



1 ■ f 



Meister Heinneli von Mis«& der Vröttwenl^. 

; ' ■ 1 ■ 

Heinndbal von MeÜXen des Franetilobes Leiche , Sprüche , Streitgedichte und Lieder 
erläutert u. hrsg* t. L. EttmnKyr, iC^edlbg u. Leip. BalTe 1843; Bd 16 Ati BibL der 
deu^oheii ;N^at. J^it. M§^»g. 2, ,337 — 302.»! lllT-^lö^f 35Ä--^405; 409-^465.4, 
730 — 742. 756. töS— 760., ' ' •: , . 

Ach gotV i?.i|i Tsofte^^ ich gjäme, . 
war koi|i^ %t dio ft^ken man, 
Wolfhart, Witeche imde, Höime, 



Hilbrant und ouch-dör hei^e lUail, 
wa?; kai^ her Iiw^ein unt Gäwiö, i., 



Ja mein ich den numtloiol^ii, 
an Mok dl nlini trofteiL ligii 
Sprechet älle> !röte> röfen^ 
da; ei^ znunt mit iroefB %i' 
!ßa9 dem mündei zräme* «in üy^wi^e^ 



Egge \up^f2iHja,g;en4ie beide ouQbaUe-i denne einaein vom jain^rbla: ji 



Wä kam hin der von Beme ? fände, 
wa kom hin marcgräf Eüedigör? 
wä kam hin Etzel g\^altec 



d^^ wott tuoü ^ch jun^«n gri 
: , Minne, kaüftu vreude borgen? 
des gih ich dir niemer tac. 



mit finer großen mäht fö h&^ ^^ Sw-eüa ^u lacheft gen dem morgen, 



wä.kam. hin Sivrit der ,hümin? 
war kom künc Kantolän ^ Soden?- 
W^r.fcamjnitjPa^iyäle ,. - landel 
ris Sigenpt, unfcder wüdie maü ? 
ß kerteu zuo dem gtäle.; r 
der tot hat fi erflichen. * w 

wa55 h^ i^ m^aht utid Oti(di ir kraft ^ 
der tot yf^^ an in Jßgehäft: 



zwar dem wirt din afterflad. 
Biner Mifte rofen hegent feharpfen 
teidie ift liebe zuo gebom: ' •■ dorn; 
folhen wnolcher treit dih kom, 
Minne , wilta < folhen jämer 
uf mdch Brberi mtike mtt} 
Diner lüfte feBlden ämer 
mir dehekae ftiurö gih. 



ieslich^ war dem Jfcode al» gSme Kie dem hern Jwine wirs: kein maget 

entwidien.1 waa.diu fdioäne vtoh Ijunet tet, 



n 



Owöjherzelicher leide, 
die ich f<^er traigen muos^J 
O.w^ lichter ougenweide i 
wi^nne wirt mir forgen buo?? 
Wenne fol din roter gnutit mich la^heii 
unde iprechen: 'f«elio man, . aA, 
fwa; du wiH da? fi getan?' 



hälfe ) da) Jy&m troft laa het 

.ich foltidkidenapfel teilen^ 
den Fans deh Miüne gap, 
Zwar >du miüeftes jämer feüien, 
folt ich da durc& in min gra^ 
PaUas oder JünÖ müeften huMenimr.' 
fo rflBch ich iüfnf leide an dir, 
die du.häft vererbet mir. 



hm dem Wartbmi^kriege»^' 

über die handrohrifU. Überlieferung f. bei ^imtock 6. 237 ff.' Gedr. nach d. PariTer 
Liederhfl in IfSHag^ li d-^r9^i dto^ die Lesarten aiiderer S, 65(^"ff.' Aasgabe nach 
der Jenaer y. Ettmüller 1930. Der Wiirtborgikxieg^ heisg. geordnet .ftbeorfetEt.u. erläu- 
tert Ton £arl Simrock, Stuttg. iL. Augsb. Cotta 1858. ; A* Kol^ft^in, «bfirdfw wahr- 
fcheiiü. Alter u. die Bedeutung des Gedichts vom ^artburger ^i^ge^ Naumburg 
1823. YgL K Lachmanns Bez. in der Jenaer Lit. 2tg 1823 $. 194 ü. früher ebdf. 
Mai 1820. Lucas ^ überidMl t^eg Ydn Wkrtburg, Königsbg 1838 (in den Abhdlgen 
der kön. deutfchen Gefellfch.). B^ine, e« h«t keinen Bffegerkriog av WartUofg gege- 
ben, Zeitz 1842. Ludw. Ettmüller, HalliTche Lit Ztg 1933 3^r 32 fg..,u; derU in 
Heinrichs r. Meiflen 4es Frauenlobes Leiche, Sprüol^e etc. Vorrede S. xxti fg. £r- 
Uuterungefn S. ä83' tf. V: d. Hägen, der Krieg' auf Wartburg MS '4, 74^ ~ 7i>3. VgL 
anch J. Grimni Über den iahdeirttrohe^ Hdiftergefong , Gott. 1811 6. 77 ff. 

SchluB des erften u. Ahflmg des zweiten Teils. SiDu^öök 
B.i4d^BS; WAOktm. Lefeb«^ 846 ff. : MSHag. 8,7 £ 
Lohengrin Eing^g, ti . ; .; 

Här Walther von dßr Vogelweidö. ' . ' ' •' 
Ich Walther kume in Tanges klage. ■ ' • ^ ' 

Heinrich von Ofterdiia^eÄ^,^ WÖs hSTl? <kt gedäh^ ' ' • 
da? ich dir dinen übennuoi' verti^age/ 
der mich in zom hat braht?' i . ' 

da; nurnotinzinige iHb 'zö' Akel! ^ / 

des edelen viirftn u:; OftenWche hete i<5h mich v^näg^tt. '"-/'^ 
da? fl verfwellen müe?e und onch diu kifl, : ' 

ob wir dto zom verligen! ^ > > • 

mir ift geicheh^ tBht al0 Ad^e, der dän apfel Hant ' ' 
von des tiuvels rate und- was kuhi^mnotes finewrt. ' 

da? wort ich niemer me verwant. ' ' ' 

möht ich? ergr^ alfank den: apfl , ich for8dche? ü?' de^r kA. '\ 
vil edele li6oh geiobete Vüifte wert V 
in Ofterrich, !. • 

min kride gert: i- ' 

verkius nach gotes erden wider mich! ' 

Ein künec und zwene vürften rieh ' ' / 

fint ö? genomen, fö prüevich al die Wiärlt zuo ftCrtie glaft.' 
die heften fint dem moirgenftöme glich, ' 

fwenne er ie vriieje üf braft. 

in mac e? lenger niht verdagen: ^ ^ i . ' 

der zweier »vürftett einer 'wol d^ fimnen gliche hat, ' -' ' 
diu die triieben ^olkeft kan vertagen, . ' 

als fl gar Iftter Mt. ' • / 

Heinrich von Ofterdingen, fage, wer mäc di5r ^ele fii/, • 
de» tngent vür • «die . vürften kan' dfer fünueö gfltche w^fen ? ' ' 

Von Oftei*dlngen^ ' ' • = 

von Ofterrich der herre min. 

von, ßnßT, mute wSrik noch vil gefungen ulid gelöf(^' * 
uu hoeret,. ob ich «reite me??en kan! 
al fwä er gat, . ' ' 

leuw undeiman^. i .- » - ü"; ■' • ' - ■ ' "" •' '"' ^'^^'^ 
der zweier herze und hamrahgeär hat. 



1 ll ■ ■ > !l 



986 

^ . ,^ Ich, Tage , c^ßr ^ l^^t prifee Bp^ ..;. • 

,, ^, . denji luaanß^ päw, fteraia glulx:, als icl^: befcbciden -ml. 

- : > das müe^en höhe pfaffen lu&r geß^ < • ' ' ' 

- ^ utid trtför leten vil '^ 



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■' ■ : • i M > . 






V I 



'* ' . i I 1 1 



map' Jici g:eziiige tijlit ent^efe», i 

.. .,ip .fuoolie ich w^de wtfe jjxßifter hie umd ftoderÄ w4: 

ich meine «iie die bibljen häat gelefen^ 
■■'■•' dör lande crönicä. ' . ' , , , 

'l') ir edelen Dtirenge^ fielTeu, Vr^nk;en, Swäh^/.la^l m Cpiig^u: 

wer jnf^j deri vürfteißn, der al der .werlte ift Ubergelieh? • 

der DiireDge herre k^ uns tagea;/ ., , , -. 

fA get im.nach em funnen fohuDLi.der.edele li^: Ofteinri<^. 

der tac die werlt, wilt unde vogelin "vreut, ' 

deift wol bekant. : / . 

mit willen %eut j . 

an uns fin gu0t .Herpian in Diwjenge ]mt / . . . 

Yon Qfterdingeiu : . ■ .i • >i 

Heinrich von Ofterdingen klagetj ; sVi u . : 

da^ man im l^e in Düreiiigo.Wti.ungUche (Würfel yüv. 

Waltbier wt.vaäßAie prfe an im.bqjui^ctj ; .. 

deift niht nach triuwen küri . . . .•< ;i > > / 

e der von Ofterriche gi / . /i ' 

deheinen niäch, fwie hdbe er in^erfuimea habe genant 

ja beitich dix»^, nnd ,w«irßft über ie, 

Hing^Ar in Ungerlant. ^ . i; 

ja Wio; ich mich an dieb; beiraofii nnd kan diidx ia; erweln: 

dtn meifterkunft vor alleii fingern nn ift 'u^ erkora. 

ob du des mers grie? foltes zeln 

iond alle fteme fimder nennen, ich bin nnverlom. 

foltich dr^ec jär in wa?^$rs mer, ./ 

in Ungerlant ... . t. 

dem ift des tugent ft;^ : Qfterrich bekant 

,11«. > ■ f 

Vier meifter weiten finen tot: , 

vil ofte Stepipfelwart ^emajit, er folt bereite wefen. .. 
diu vürftin fprach *fwew ich min h^.nt iö bot, 
der lät in wol genefen. 
her Wolvpra»! .vön EfchenbaiAy 

W^thep, Reimär, d^r Sobriberi Biterolf, l&i^etiiu geft^n, 
wart ich vür kumber iß iar . keines ,da6h, 
fö fult ir zom verdagen/ . i ' 

die kiefer fpräoben 'vrouwe, ^wi un» gefchiht al iawer g^, 
ja was uns ie zuo aller: »tt der fini.an iikohgiewant 
lät in den Eling^ör bringen her! . . 

es wirt vil lihte lanc, 6 er in bringe u^ Ungeiiani' »- 
fi fprach 4ät in vam/ diarfiadi: är.iftai 



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in difeme zQ 

TUT Megenze gat - \ \,, ■ .^ >. ri • i i :.!» 

die wlle des klär^i^ BiiÜBs hbrte yiL' i / . : • . * i 

D6 man dem edelen fitt ^ekÖlt ; ; ■ '^ 

von Dttrenge laiit flnoc M d'a:5 wa:5ger ftf dä:^ Veit, 

do quam ein kramer, den ich hdhen pHfe. ' ' 

fin fchirmetnoch was "baldekhi 

von der funnen. wa^ mae darin veile flfl? ' • 

man fach da niht. dar under fa; d€r wffe. ' 

er jach *fwer mit mir kottfö» iril', hieft vöil ein yremdet; ktmffer, 

da? man mit ougen nie gä^h i * 

noch nimmer nie gefiht' dar milte vürffce fj^radi i . 

'wie giftu^ mir? ich konfei^ durch ein wunder/ ' > ' 

•' "''KliJigijftr.- • '-' ■ ' ■ ' i > ■.' 
Ich hän^evlohteb^einiön ftranö: i 

fwCr mir dCn loeft, däm wfl ich? knmer wiu^^M daüb, - 

mit meifterfchaft wÜ idi in' üä^ tiiBr Msl&cl 
wirt ein yaden yon im verJhiten, ' . . . 

wi;:;et, da^ knmt niht von meifberltchen fiten, \ \ 
fö wfl ich in an rShteki künften letzeift. 
er fol mir billich figes jChen,: ob ISr inir:^ niht erkefet, 
13 wfl ich in Tagen mat, \ 

da; ^ die yürften hioeren.hie a& difei^ ftat, . 

da? mm knnft ob dar finen ift gercefet^ ... 

Swer mir nu kefiet difen faa^, 
der hat in fines harzen knnft guot meifterfcbift, 
tmd mir d^'n fin gar äben knnde ft;rihten> / >! ,: 

der müefte wol gelernt fin, . i : >. . 

Cr möhte fanfter viirte vinden über Rfn, 
er weere ein meifter nnde kunt wol tihten. 
doch -wffir ich, gfe'm^ und njöhte? ph, da euch ein ineifkei; wcere. 
man faget von dem von Efchenbach , 

und git im pris, da? leien munt nfe ba? gel^rach: 
hCr Wolveram dföp tihtet jpuotiu meere. 

Wolfram. 
Den ^QQ hat got in finer hant, 
fwCm Crs gan, dä'm wirt dfer meifterfchaft bekant. 
wfl 6r mir hWfen, fÖ vürhtich iuch kleine, 
ich entwiche in niemer einen vuo?. 
ich wfl mit rChter künfte in Tagen mates bno?. 
ja ahtich nflit üf iuwer di^ö aleine. ' ; 

iuwem wäd dCÄ wate ich vol, der ift mir noch gar fihte. 
ir grabet dan tiefer iuwem gitmt, 
oder ich tuon iu hie vor difen vnrften künt, 
da? mir iuwer fin ift gär ze lihte. 

Kling?6r. 

Ein -diäter fineta kinde^ rief, 
vor eines föwes tamme lac q% unde flJef: 



< I 



<• .♦ 



I — — — — ^— — — 

'nu wachä, kint! ja weckich dich durch triuwe. 
difen fö dCn dringet wint: 

lo kumt diu naht gar yinltev:/ wbkMl, UsUb:^ kint! 
verKufe ich dich, fo wirt min ja^nfir jpiu^e/ i . 
dannoch da? kint fläfe^nea pflac. . l^^pert, wie der vater tjete! 
6r fleich hin naher da e^.lac, 
mit der hant gap Cr im einen b€femen flac: 
*nu wachä, kint! ja .'vriift ^5. dir z^ fpfiet©- 
DCm vater wart von fctuldeUtZ<)rp.,i{ : 
ft? ßnem wunde €fflbhell^]b,;0r ein Wi&^ hörn, 
€r fprach 'nu lä didi wecken, tumbj^r tore ! ' ,. 
von rßhter liebj^ iin-da^ gezam; . ,1, 
da? €r da? kint bi..ßnQniimdenil>^E,e;;nani .. 
unt gap im einen backen fl^ß an9>!6re. 
^iTI; dir din he'rze alfö vermofet, : ioh muo? imicli din. enzieh^u. 
kan dich min .bom nibt .vw getragen. j . 

noch der bCfemen flao, dCn ich dk. b^.g^flagen? '. 
noch hilf ich dir, wilt du däm. w^e ^nfli^h^n./ 

Kling?8r ü? Ungerlant vei^aohc» 1. , t .: 

der vater wider zuo d€m üeben kindefach^ > r 
fin ougen ^r" niit' jämer gein im' wanisej i 

fin gemüet da? was im fcharf , ;i . ; 1 . 

mit einem flegel er zuo d^' lieben. kinde warf, u > 
er fprach *nim war, den boten ioh dir; Xante; ■ ■ 
E?idemdn ein tier dtn pflac, dai; l^as gar Anoideir; galle*: 
da vür nsem du em&luhfes^r&t,' 4 / -.1 ' .; - 

der dich in difen valfchen fläf gedrungen hat' 
dö brach der tam unt quam der fe mit! fchalle.. ' 

: Wolfi-am. 
Kling?ör, ich loßfe du* den knoten, 
nu dol da?, wifer meifter, (Jiirch diö. zwelef boten,' 
ob ich in dines finnes wap iht fcbepfe. . ^ ' 
verwirre ich mich in dinen hamen, ' ' ; ' i 

diu fträfen duld ich gerne, meifterj^ funder' ^fchamen, 
nu lache, ob mich mm tumphöit iht beklopfe. . 
ich fage dir, wer dem kinde rief: AltifBnius der ftarke. 
ein ieglich fünder ift dä^ kinjt. * ^ 

gotes hörn die wifen in^ifterphaffen fint 
fus fwebt üf diner künfte fö möl atke. ' ' ' ^ 

Nu hoere, ob ich iht künne fpöheur . . * 
den befeinden fla|:|. got Ut -an yrii^den. dir ge|cneheh 
grö? herzen leit: da? ift fin erfte? fträfen. ' 
biftu an be??erunge fchiech, 
den backen flac den merke: du wiril felber fiech! 
wiltu ze lange in dinen fünderi flafen, 
des flegels wurf da? iffc der t6t, den ^r dan an difji Cpndet 
riuw unde bfhte er an diot gert^ 



289 

/ 

Wirt er der beider vollecliohen niht gewert», 
din teDepln ift iemer unverendet. 

Sint mir die finne im herzen zam, 
fö wil ich dich befcheiden umbe des föwes ihia: 
da? iJPt dm ztt, die got dir hat gefprochen. 
verwürkeft du die fölben zit, 
geloube mir an aller flahte widerftrJt, 
15 häftu fölbe dir den lam zerbrochen. 

der fS fint diniu kumenden jär, din tage da? fint die winde, 
din engel iTt E?idem6n. 
der luhs dön tievel diutet, d^r dir füren Ion 
wü geben, fus kan ich vüi^te in Rine vinden. 

1 
t 

Ans Lobeogrio. 

über die Hss. ^ Rückert S. 204 fiE. Aus der Heidelberger Nr 36i (damals im Vati- 
caii, nach Glöckles Abfehrift) hersg. v. Görres: Lohengrin, ein altdeutsches Gedicht 
mit einer Vorrede hersg. Heidelbg 1813. Lohengrin, aum erfteanale kritifch hersg. 
n m. Anm. verfehen von Heinr. RückeH , Quedhnbg u.' Leipz. 1858 (Bibl. der gef. 
deutfchen Nat. Lit. Bd 36), Über das Gefchichtliche des Gedichts Kuni/ch in Bü- 
fchings wöch. Nachr. 3, 363 ff.. Moae Anaeiger 3 (1884), 158. Über Verfaßer u. 
Quelle Lachmann in der Jenaer Lit. Ztg 1820 Nr. 97. 1823, 194. Ma&manns Kaifer- 
chronik 3, 80 fg. 191—215. Rückert in den Anm. S. 224 ff. 

Lohengrins Abfchied u. Rückkehr z., Gral. Str. 715 — 723. 

Er fprach 'hoch ein gebirjge lit 

in der innern Indiä, da^ iA; niht wit: 

den gräl mit al den beiden €55 beflitu^et, - 

die Artus präht mit im dar. , 

man vindet da vil fchosner vrouwen lieht gevar. 

4ä durch mit drsete ein fn^lle? was^^^er vliu55ei 

da lit bi nach wunfch dn hüs unt zwir als wol erbouwen 

dan Muntfalveetfch erbouwen was. 

f weniger edel ftein ziert templ unt palas, 
an ie ze Muntfalveetfch wurd halp gehouwen. 
Ich fage da:5 Muntfalvsetfch was blint 
mit gebü gein difen böwen die da fint, 
und ift doch Muntfalveetfch nach im genennet, 
nu quam fo ungevüege ein fchal 
in die burc und in^ gebirge überal, 
da^ von dCm dön fich beten hirn entrennet, 
an da:; uns der gräl da:; fagt, wie ein juncvrouwe wsere, 
der müeft wir einen kempfen gCben 
oder von dem döne ie mit forgen leben: 
des gräles fchrift diu half uns ü:; der fwsere. 

Min fwefter dran gefohriben vant, 
da:; diu juncvrouwe wsere geft^^en in Präbant 
und ein ir vater rät fle kampfs an fprseche, 
der wser doch dar zuo niht gebom. 
muoter unde vater het fie beide verlorn. 

Schade, altd. Leseb. 19 



290 

da \ün der dön dasj houpt in allen braöche, 

ob der kempfe niht bald wurd gefant der klagenden meide. 

iöglicher weit dd kemphe fin. 

diu maget fpraöii 'e:^ iTt min bruoder Lohengarin, 

diu fchrift da:^ fagt/ unt gwan unmaht vor leide. 

Min vater wapent mich zehant. 
nach einem ftarken rofle fii^llich wart gefant, 
dar üf ich folt die äventiure fuochen. 
nmb die burc lit fö fchoene ein lant 
dri^ec mile, da:^ nieman be^:5er:^ ift bekant: 
da vint man alles^ dös der luft kan ruochen. 
dai5 gebirge burc unt lant fo vaft^ hat beflo^j^en, 
da^ nieman mac u:^ oder in 
komen, ^15 müe:5e danne dqs hohften willen fin. 
dö quam dör fwan mit finem fcliiffe gevloi^i^en 

Unt brÄht mich hör in difiu lant. 
hßrre keifer, nu fult ir dös fin gemant, 
ob ich iu He . hab dienftlich triuwe erzeiget, 
da? lät nu an mir werden fchin 
unt lät iu mm liebe:; wip bevolhen fin, 
diu vürba? wirt ze klagendem leide geneiget, 
dar zuo unfer beider kint bevilhe ich in iur triuwe.' 
fus zuo der keiferin ör fprach 
*vrowe, fit wibe unde kinde fchörm und dach, 
da? in mit gwalt iht ieman unröht priuwe. 

Von Lutring fwäger, fit gemant, 
da^ iuwer muome ie ftsDte triuwe an iu vant 
tuet als fie iu und ich dar zuo getrouwe. 
mim fwager, dem von Engellant, 
fult ir fagen, da? er fi von mir gemant, 
da? man in hie ze helfe den kinden fdiouwe; 
ob in der von Lütich man, dem ich da? lant bevilhe, ^ 
da? er in danne geholfen fi. 
dar zuo ift der keifer im mit hilfe bi. 
helft, da? iu helf des name fich vliht in drilhe!* 

Er fprach 'bringt mir die zwene knaben^ 
die ü? touf min herre von Lütich hat erhaben, 
lät mich ^e fehen, e ich von hinne fcheide.' 
ein teil diu vürfttn trurens lie 
unt gedäht da? in diu kint behabten hie, 
unt wart genomen ein liitzel von ir leide, 
zwen ritter balde im diu kint dar truogen an ir annen. 
von vlins ein herz fo hert nie wart, 
dö ers kuft unt fprach *nu muo? ich doch die vart', 
e? müeft den jamor und die rede erbarmen. 

* Herre von Lütech, liut unde lant, 
wip unde kint enpfilh ich triwelich in iur lant* 
fus ers enpfalch, als er beft immer künde. 



291 

dgn kinden ^r behalten hie:; 

hom unde fw&rt, der vrowen ir vingerlin er lie:^ 

isa; man kür das; er in guotes gunde. 

er fprach 'da^ ift bi dem gräle gewefen lange wile. 

mm vater gap mir hom unt fwert, 

da^ vingerlin min muoter. min bet des nu gert, 

da^ man e? wol behalte.* nu quam mit ile 

Uf einem fchif fin vriünt der fwan. 
alrerrt huop fich klegelicher jamer an. ; 

er nam urloup und wolde gen zem fchiffe. 
diu herzogin in umbevie. 
fie fprach *min vil lieber herre, belibet hie!' 
man Tagt, da:; er fie bt dem kinne begriffe 
unt fprach 'des enmac niht fin, vil liebe:; liep da:; mtne' 
unt kufk 'fie mer dan drL:;eic fkunt 
er fprach 'herzeliep^ got 14? dich fin gefunt!' 
hin mit dem fwan fus vuor der Antfchouvine. 

Aus dem Reoner Hugos von Trimberg. 

Viele Hss.: f. die Bamberger Audg. Vorrede; Gödeckes MA. S. 900. Gedruckt Frankf. 
1549 fol. Auf Grundlage der Erlanger Ha. hersg. v. hiftor. Vereine zu Bamberg 1838 
n« 34 in 4. Über Hugos y. Trim1>erg Leben und Schriften von K, Janicke in Pfeif- 
fers Germ. 2, 363 — 377. JDerL Freidank bei Hugo v. Tr. ehöL 411—424. 

Z. 1502 — 1603. 

Tuot nädi tugentlichen fiten des ritters ros, der in der ftÄt 

imd befcheidet uns noch, des wir biten, gefö^^en ift ze Eacherat 

von den die halpritter fint und ift genant her Toldnir?" 

wid doch ungeme gebeut ir kint *ja' fprach er. "geloubet mir, 

1U18 gebum, fwie doch ir adel da:^ felb ros ift min oeheim: 

niere gefippe fJ dem ftadel, alfd ift mir gefagt da heim. 

denne e^ dem ritterfatel fi. da? felbe ros und mm muoter 

fi fint niht eigen und niht fri ä^^en mit einander fuoter 

^d wonent den edeln liuten mite ü? einer krippn und fint geborn 

wid habent doch gar unedel fite von einr muoter." dßmküncwas zom 

und tuont uns armen ofte leit.' und fprach *noch ift mir unbekant, 

ich fprach: nu fi iu für geleit wie diu vater fi genant.* 

ein bifpel, dajj ich wilent las, er fprach '*hfe*rre, gienc iuwer ftic 

d<i ich ein junger Ichuolsßr was. ie für die ftat ze Br&nswic? 

Do der lewe übr alliu tier fßht, herr, da ftet ein junger vol, 

tenic wart, für fich vü fchier des man pfliget harte woL 

hie? er komen gemeine der gebeert dös landes herren an 

diu tier grö? unde kleine und ift min oeheim, als ich hän 

und gebot da? ^e des niht enlie?en, vemomen von ddv muoter min " 

fie fagtn im alle, wie fie hieben. er fprach *fwie edel dm oeheim fin, 

nnder des dö diz gefchach, fwie edel euch din muoter ift, 

do kom der mül. der künic fprach doch wei? ich noch niht, wör du bift, 

*fage mir, wie biftu genant?' ,du fageft denn, wCr din vater fi.* 

er fprach "herre, ift iu bekant. er fweic. d5 ftuont der fuhs da bi, 

19* 



292 



er fprach * bekennt ir, hörro, den efel, 

den der pfifter hiit ze Wiofel 

dort uz hin gegen dem veldo^ 

fö wis^^^et ane mi'lde, 

da^ der folb fin vater ift/ 

dö fprach der künc 'Ht du 'nu Lift. 

von ungell eh er art geborn, 

lo fage mir ein:^ doch dne zorii / 

und güetlich, wie du fift genant.' 

ßr fweic. dö fprach dßr fuhs zehant 

*er hei^^t ein mul und ift ein tier 

fterker und groe^er dann min vier: 

ich wolt aber ungern mün leben ■ 

umb fin geflicket adel gebeü. / / 

fin vater , des er niht wolde neniien, ' 

weit ir die wärheit tehte erkennen, 

ift tiurr denn kein fin oeheim ^, 

wan triuwe und einvalt wont im bf, 

und nert fich mit .finr arbeit , 

und tuot ungerne ieman kein leit. 

herr, diz xede ich iine var/ 

do fprach der lewe 'du häft wAr.'' 

Diz bif^iel fol man diuten 
den tumben hohfertigen liuten, 
die iich ir armen friunde fbhement 
und fich eins adels an nement, 



von! den (fie ir -niht gar vii ahten, 
und foltA ir armuot wol; betrahten. 
lie hant hicj. unde doct. vßrlöm 
und lalloht uf der hohfart dorn 
ziDo den , die vor draf fint gevallen. 
maa fihi:<noch manegen hohe fchallen 
üf fin vriunde, der er. lützel vindet 
triuwe, ob er lieh imdejrwindet 
grö:;er kriege, und tiihi enhät 
(ienn mäge vil und gemifchien nlt 
fwer kriegen wil und kriegen fol, 
der bedarf guöter finumde wol: 
dä:^ fint Jin ceheim, den:, diu fnuor 
vü dicke durch die kel'e fuor, 
die da hanget an* der fiten: 
die künncn' füenen kriegen ftriten. 
miner firiunde halp mir we gefchiht, 
und hitn ich in dem biutel niht. 
die wfle da? feh bi; guote bin, 
fö hän ich friunde und höhen fin; 
fwindet aber mir da^ guot, . 
fö fwindent friunde uiid höher muot 
KHnghart, Richart und Gebehart 
fint Werder vil denn Adelhart, 
fwer fich zuo den gefriundet niht, 
des fchoene, des adel fint gor en>irihi 



Ans König Ortnit. 

Hss. f. in Mones Ausg. S. 9 f. , bei Ettm. S. viii fL Hagcns Heldenbuch (1855) 1, 
XII ff. xciv f. Göd. MA. 440 Otnit hersg. v. F. J. Mone, Berlin 1821 (nach d. 

Heidelb. IIs. Nr 36.5). Sclbftrccenfion Heidelb. Jahrb. XTV, 793 fL Lachmanns Hec. 
in d. Jenaer Lit. Ztg Jrg. 1822 K'x 14 S. 187. Künec ürtnides mervart unde tot 
hersg. V. Ludw. Ettmüller, Zürich 1838 (auf Grundlage der Wiener Hs. Nr 2779). 
Nach der großen Ambrafer Hs. u. der Windhag- Wiener (Mitte 14. Jhdts) in Hagen« 
Heldenb. (l»dö) 1, 1--69. Der von 587 zu 297 Strofen abgekürzte .Ort ney aus der 
Dresdener Hs. Nr 103 Bl. 1*— 43"^ gedr. in Hagen u, iPriraüTcrs H^denb. Teil 1. l>fr 
Ortuit auch ins alte gedruckte Hcldenbuch aufgenomiuen. 

Anfang der 2. Aventiure, Hagen S. 9 ff. Ettm. S. 14 ff. 

Mit 7^ühten fprach fin müoter da? minnedicho wip 
*du wilt in gro^o forge bringen dmen lip. ^ 

du folteft billichcn hdn diner friunde rat: 
■ es$ ergetvil leiten ^bene fwa? man ane rat begat.' 

" Miioter unde fromve'* fprach der künec Ortnit 
**dun Iblt mir niht in*en d(jn willen noch dCn ftrit. 
fvrag du mir gebiuteft, frouwe', da? gefchiht: 
het aber ich tufent niüetcr, durch die belibe ich niht." 

'Ich fol? niht widerraten,' fprach diu künegin 
*vator unde herre, man tmde landelin. 



293 

fit dichs fo fere liiftet, fon wil ick dir? hilit wern. . 

nu müe^e dir gelücke und faelde ' goi da bel'diem.* 

Do fprach diu frouwe in zühten *du bift mhi lieb^ «luiit. 
fit alle mine mage an dich gedigen fint 
und ouch an minen bruoder , din (Bhcim Utas, * 

den künec von wilden Riugen, der dir ie getriuwe was' — » 

^'Bringet mir min linge!" fprach der helt halt 
"ich muo? nach äventiurö riten in den walt. 
mir ifii min muot fo ringe, mir gelinget lihte wol: . / 
der biderbe an allen dingen fin heil verfuochen fol." 

Do fprafch fin liebiu muoter /dti wilt in forgen leben*' 
und fuochftu äveiitiure, ieh wil dir mm ftiüre geben, 
da? du mir immer möre muork defte hoMer fin» 
fwenn du nu von mir ritd*t, >f6 gibe ich dir da? vingerUn,* 

"Muoter unde' froüwc, ich fwer dir einen eit, 
da? ich? gibe niemen, ift e? dir anders leit" 
*fun unde herre, nu habe dir da? golt!" . 
und gibefb du? aber iemen, ich enwirde dir nimmer holt/ 

AJfe d$r Lomparte da? vingerlin erfach, 
er fchouwet? vli?eclichen , er lachet unde fprach 
"nu weftich harte gerne, vil liebiu muoter min, 
wa von f5 liep dir wajre, diz kleine vingerlin." 

*Da? vingerlin ift riebe und dunket nihtes wiöil. 
du fuocheft äventiure: fit des diu herze. gert,' 
wiltu in die wilde rlten, fon lä? e? von dir niht! 
du vindeft äventiure: ' von dem fteine da? gefchiht* 

Du folt mir da? gelouben , diz fölbe vingerlin, 
da? du da? engsöbeft, ob diu riebe waeren diu. 
da? golt hat nutze» kleine; der ftein ift aber fo ftark, 
(ir vrumt dir an difem järe über vünßsec tufeiit mark. 

So du von Garten Hteft,^ fii ker zer linken haut 
über ronen und über gebirge neben der fteinwant 
und warte, wä ein liiide underm gebirge fle 
und ein küeler brunne u? der < ftein wende ge. 

Diu linde diu ift grüene, dar under ein änger breit, 
fünf 'hundert rittem fchone diu linde fc^te treit 
kumftu unüer die linden, fo muoft du mir des jehen, / 

foltu äventiure finden, da? muo? aldä gefehehen.' 

Do neic der Lamparte der lieben muoter fin. 
fi fprach 'du folt niht bergen, fun, da? vingerlin. 
fwar du welleft riten, fd lä? e? blecken bar: 
foltu äventiure vinden, die wifet e? dich »dar.' 

Do reit der Lamparte vil unverzagter dan 
von der burc ze Garten an alle fine man. 
da? was den getriuwen und ouch den biderben leit, 
da? er des niene wolte, da? ieman mit im reit. 

Do meit er da? gevilde, als in fin muoter bat, 
und kerte in die ^vilde äne fträ?e und äne ' pfat. 



294 

do habte er gegen der funnen da:; ylngerlin an der hant. 
er reit diu ungeverte ze tal b! der fteinwant 

Dö kam är in ein ouwe neben dem GrartenTä : 
da fprungen flf der beide blnomen unde kl^^ 
die vog^e fchdne fungen , da hörte er füe^en dd?. 
die naht het er gewachet: des ritennes in verdrö?. 

Diu funne gegen dem morgen dnrdx diu wölken fchein: 
dö befchouweter dicke da^ golt und fmen Hein. 
d5 vant er über anger da:; gruene gras geweten: 
er fach mit kleinen füe:;en ein finale; pfat getreten. 

Dem fölben pfiide er volgte undec die fteinwant, 
da er den küelen brunnen und euch die linden vant.. 
er fach die grüenen beide und euch der linden aTk. 
11 het üf ir rife vil manegen werden gaft 

Die vögele daruf füngen vil lüte widerftrii 
*ich wane, ich reit rähte' fprach der künec Ortnit. 
do erheizte er vom rofle und z6ch e? an der hant. 
do fi:euwet ßch fin herze, da; er die linden vant. 

Die linden fchouwet er lange, er lachet unde fprach 
'da; wi;;e got von himele, du bift ein fchoöne; dach.' 
e; gienc von einem boume nie fö füe;er wint. 
do luoget er under d'efte: da fach 6r ein kleine; kint. 

Da; het fich gednicket nider fif da; gra«. 
don wefte der Lamparte leider , wer e; was. 
e; het an finem libe die aller befte wät, 
die junge; oder alte; in der werlte inder hat 

Mit edelem gefteine was gezieret fin gewant 
-do er da; kint aleine under^der linden vant, 
*owe, wä ift dtn muoter?' fprach der künec Ortnit 
*din lip vil unberuochet under difem boume lit 

Du häft an dinem libe vil rijiterlichiu kleit. 
ich getar dich niht erfchrecken. wie bin ich fo gar verzeit? 
durch din kindes fchoene tar ich dir niht getuon. 
da; wolte got von himele, unde wsereft du mtn fun! 

Du biß; in kindes mä;e das vierden jures alt 
ob ich dich mit mir fuorte, wa; hülfe mich der gewalt?' 
ich het es lützel ere, Gt nieman hüetet dm. 
owe, wä ift diu muoter, vil Hebe; kindelin?* 

Von golde und euch von fiden was fin geweete gar. 
da ftuont er ünde fchouwet den Itp und euch da; ha^. 
in dühte harte fchoBue da; kint und ouch fin dach; 
e; kam von einem fteine, da; er in ligende fach. 

In einem vingerline, da; vuorte er an der hant 
er ftuont in manegem muote, do er; ligende vant 
er fprach *din gr6;iu fchoene und diu w4t ift alfö guot, 
fvvie ich dich eine vinde, dune bift niht unbehuot* 

Sin ros da; hafte er vafte an ein lindenzwi. , 

er fprach 'ich wil verfuochen, ob ieman bi dir fi. 



2&5 

wenne wiltu. wachen? der Lmnparte rie£ 

der kleine bribt in inne, . da.^ er niht ze vafte flief. 

Er wolt in zuo dem roITe in kindes wifo tragen, 
des wart imiZUQ der briifte ein großer flac geflagen. 
der kleine dö den großen mit der fiufte flüoc: 
da half im des fin Uterke, da^ er in niht entruoc. 

Do fprach der Lamparte *fwer fine vinde fpart ; 
und fine vrinnt; erzürnet, hat fich niht wol bewart: 
der mac vil lihte an beiden großen fchaden nemen. 
fmeöher vinde und deiner wunden fol fich nieman fehemen. 

Wie bijlt als ungefäego?' fpraeh der küneo Ortnit. 
wä von kumt dir dtn fterke, diu an dinem libe lit? 
du wilt mir entrinnen lihte an minem danc* 
fich fegeut der greife didce, do er mit dem kleinen , ranc. 

Ans Hugdietricb. 

über die Hss. f. Hagen im Heldenb. (1855) Vorher, xxv ff. Nach der Wiener Hs. 
Nr 2947, Ende 15. Jhdts, gedr. in Haupts Ztfchr. 4, 401 — 4^0. Naeh Hagens Hs., 
Mitte 15. Jhdts, in fm HeldenbucUe 1, 169 — 198. Nach einer Öhringer v. Öchsle: 
Hugdietrichs Brautfahrt u. Hochzeit, Ohringen 1834. Über die Sage: Müllenhofi^ die 
auftrafifche Dietrichsfage . in Hpts Ztfchr. 6, 435 — 459, u. derf. Zur Gefch. der 
Nibelunge N6t S. 1^1 m. Anm. 

Anfang. Hagen S. 169 ff. Haupts Ztfchr. 4, 401 ff. 

E^ wuohs in Kunftenopele ein junger künic rieh, 
gewaltic unde biderbe, der hie? Hugdietrich. 
üf von kindes jugende kunt der helt wol leben, 
durdi got und durch ere beide lihen unde geben. 

Er wa$ an dorn libe wol gefchafifen überal, 
gedroUen als ein kerze über die hüffe ze tal. 
fin här was im reide, darzuo lanc unde fal, 
e? gienc im über die ahfel üf die hüffe hin ze tal. 

Sin vater was gehei«5en der künic Anzius, 
ein künec in Xriechen lande: da:^ buoch lagt uns alfus. 
der het üf finem hove erzogen, da? ift war, 
einen alten herzogen: der lebte da vil manic jär. 

l)a? was herzog Berhtunc, geborn von Merän. 
der künic Anzius hie? in für fich gän, 
er fpraeh * herzog Berhtunc, ich han erzogen dich 
in [vil hoher] wirdikeit: des foltu län genießen mich. 

IcÄ enpfilh dir üf diu triuwe und üf den eit diu 
Hugdietrichen , min vil liebe? kindelin. 
der tot hat Weh erflichen, die werlt muo? ich veiiän.' 
ritter unde knehte fach man truriclichen ftän. 

Er fpraeh * herzog Berhtunc, du folt michs gnie?en län: 
ich lerte dich me??er werfen, des getar dich nieman bftän. 
do gap ich dir ze wibe die edelen herzogin. 
nu 1er e? Hugdietrichen, als liep ich dir mügegefin!* 



296 

Er fprach "lieber herre, de» Mt ir fioher fin, 
fwa^ ich kau, ich lere? dem lieben herren mfn. 
ich getrcmwe got von himele, ir miigt noch wol genefen." 
*iiein' fprach der künic, *da? enmac nimmer wefen.' 

Dar nach in kurzen tagen der künlc da erftarp. 
mit zühten herzog Berhtunc vü fchiere da? warp, 
da? er begraben wurde, als man noch künegen tuet, 
er nam zuo im den jungen, vil trftrio wa& fin «muot. 

D6 zöch er finen herren unz an da? zwelfke jftr. 
dÄ fprach Hugdietrfch, da? fage ich iu förw&r, 
* lieber meifter Berhtunc, ich fuoche triwe ze dir: 
durch alle dfne tugende folt du? erzeigen mir. 

Nach einer fchoenen frouwen fö ftät mir der muot. 
du weift wol, lieber meifter, ich hftn ere undö guot, 
beide laut und liute, wit ift diu herfchaft min: 
ob ich nu alfö fturbe, wes folt e? danne fin?' 

D6 was herzog Berhtunc diu rede niht leii 
"ich bin gewefen im lande verre un^e br,eit: 
ich gefach nie mit ougen frowen noch magetfn, 
die dir hie ze lande müge gend?fam fin. 

Hat ß:^ an dem libe, fo ift fe ein dienftwip; 
hat fi? an dem adele, fo ift ungefchaffii ir lip. 
da von enkan ich finden nehein magetin, 
diu dir zeiner frouwen inüge wol gezseme fin." 

Dd fante Hugdietrfch liberal in fin laut, 
dd kom gen hove geriten manec küener wfgant. 
er fprach 'nu ratet alle an eii^ magetin i' 
R fprächen alle 'dirre rät muo? ligen an dem meifter dln.' 

Er fprach "vil lieber herre, da? tuen ich iu kunt, 
e? fitzet ze Salnecke ein küneo, hei?t Walgunt, 
fin frouwe ift gehei?en diu fchoene Liepgart: 
die habent eine tohter, da? nie deheiniü fchoener wart. 

Hiltburc diu fchoene fo ift fi genant, 
man enfiinde ir gellche, fwer fiiere durch alKu lant, 
weder küniginne noch deheiner flahte maget, 
diu iu hie ze lande ze frouwen alfe wol behaget. 

8i ift von al ir arte künigen gebar, 
ir wont bi zuht und ^re: da? fag ich iu fürwär. 
fcham unde mä?e, darzuo befcheidenheit, 
tugent unde fchcBue die treit diu felbe meit. 

Uf einen turn geflo??en fö ift diu werde mei<Ä 
ir vater hat verfwom, fi fi allen mannen verfeit 
unze an fin ende, die wfle er habe da? leben: 
ob umb ße bsöte der keifer, er wolt im Q. nimmer geben. 

Ir phliget ein wachter fchone ze aller zit 
unde ein torwertel, als cfian ir ze e??en gtt, 
unde ein juncfrouwe , die ir darzuo behaget: 
alfus ift fi behuotet diu keiferliche maget. 



9K 

Wa? hüft lueh, liebenr höirre , dajj ibh iti i^rJ^ieÄ hAn 
TOn der fchoenen fronwen? die Tarnest ir varh'klL ,' ,. ' ; 
mit allen inren fihnen mügt irs gewinnen niht 
ir miie^t Q. län däheime^ fwa^in dar ulnbe j^^fohäii- ' 

'Du weift wol, lieber meittef / da? die' ttunben kini 
ze ftoi^e nnd ze tßxtten defaeutrfrnm em&nt,.i : i > .. 
noch ze höhen .cseten^ . fwÄ InÄii der phlegen Mt . ■ > .: v .. 
nu rät mir durch diu triüwe: ian nfir fo tuoft^ du wo}. > • i » 

Nach der fchoBnen £^o^wen IJft fta^ mjr det muoi 
ich lerne nssn und fpmnen, ob es dich dunket guot, 
dar zuo würken niii fiden uild mit vadeh: ; . . ,. 
mit frouwelicher zühte wilJch mich überladelL : . i 

Hei? mir balde gewinnen! die hefte meiTterin, ^ 
als fi In dem lande ;inder mac gefin, : / 

diu mich ISre würken mit fiden an der ram: -t > 

und daruf entwerfen beide wilt unde zam, / / . 

Diu mich lere an der hübpn wunder änei zal - — 
darumbe gen die borten ; ^beide . breit unt Unat ^*— . ; • 

birken unde hinden fam fi lebendic fin. 
ich muo? mit liften werbeii umb da?i.feho3ne magetin«' ^ 

Det* herzöge Berhtunc d6n h&rren ane fach^ 
da? er von zwelef jären fo liXtedichen fpradL 
er gewan im durch wunder die./beften meifterm, 
fö £ ze Kriechen lande nihi be??ier mohte geßn.. . 

Do lertes Hugdietrtchen woliein ganze? jär. . 
alfö waehe würken, da? fag ich fürwär> , 

fwa? fi im vor worhte fin getriwe ineilStJerin, ; . . 
des wart er öudi meifter zuo- dten ienden.fin. j .: . ! 

Nach wiplfcher fkimm» fökerter den munt 
da? här lie? er wahrem ^ an Aar Mben ftunt . . 
dd wart er vii Jchoene unde mihniclich, ,,,. ^ 

oberhalb der gürtel einer fifou^en gar gellch. . i 

In wiplidier wfiötö er fich föhen lie,. , 
da er ze Kunftenopele zuo.. der kirchien gie, 
die in vor wol erkaoten iden fiirften löbeiam', 
die gunten alle fragen 'wer ift diu wölgetan?' . 

AUo Hugdietrich an im iCrfant, 
da? er W89re worden den liujen unerkant, 
des freuwet er fich in herzen . und htehet fich fjn n^uot» 
er gedäht 'gen Salnecke min w^ben da?,wirt guot/ 

Aus Wolfdietricli. 

t^er die verfchiedenen Gedichte v. Wolfdietrick f. MüUenhoff zvx :öefcli. d^ JS'ib. N6t 
S. 23 fg. Über die Hss» f. Hagen Heldenb, xxii — xxyni. Das ältere Gedicht aus 
der großen Ambrafcr Hs. gedr; in Hagens Heldenb. 1, S. 73 — 151. In Verbindung 
^t Hugdietrich aus Hagens Hs., Mitte lö.'Jh'dts, eb^f. 199 — 278, n. d. Wiener 
Hs. 2947, Ende 15. Jhdts, in Hpts^tfchr. 4*, 430 — 462: Bruchftüök «inör um 1300 gefchr. 
Ha. bei Hagen 1, 163 — 166. Der Ton 700 auf 833 Strofen abgekürzte Wolfdietrich der 



II ß 



i I < 



»98 

Dresdener Hs. Nt 103 :(4ie8 togt, Heldenbuchs Kdlpiir» y, d. Bßön) gedr. in Hagen und 
Primiffers Heldenfl. teil 1. Ein W^dfetrich (n^bÄ Oiitnlt u, Hugdietrich) im alten 
gedruckten Heldenbüche. /' . . 

Ana WolMetrioh iw Alis der 3, ärentim^ i^b.dos kiiid^a 
geniit. Ambrafer\Pa. HageA Helv'enb. S. ;80 — 85. 

Der künec fprach zuo Berhiangesk 'idttihaa nucth wol bedaht^ 
wie wir da^ kint gewinnen, du folt wachen dife naht 
dir muo; der torwarte ala nndertssnic fin^ 
fwenne dich gehiTket, er läidich w; tmde in« 



'1 . 



Er rönte durch die porte *Berhtune, Mft du da?' 
d6 fprach mit lifem worte där./ril getriwe " jaL" 
* weift du, ob in dför bürge die liufce entfläfen fint?' 
''herre, e^ wachet nieman. nu emphlähet nur da:^ kint!" 

Bö gienc er zuo dem bette, da lac da:; kindelin, 
da? er verfteln woli» - der lieben müoter ßn. 
do getorfte er niene rüieren da? Heine kindeUn: 
er forhte, ob er? wacte, e? waote die muoter- fin. 

Er gedaht in ßnein mudie ^und wirt da? kint lüt, 
fo erfchriet euch diu mupter, als üep ir ift da? trut, 
und bringet mich ze fohanden. noch lieber vliufe ich? leben, 
ich wil? rehte ermorden und wü im? alfo töte? geben.' 

Ze fines bettes houbet fuocht er fin gürtelgwant 
nach walhiTchem fite nam er ein me??er an die haut, 
er fprach *wütu weinen, unreine? kindelln, 
unz an die haut da? me??er fticlte ich in 4^ herze din.' 

Bö zucte er ü? dem bette da?'kint, da er? vani 
durch ßnen tot da? nDe??er truoc er an der bant 
got gap im d4 ze heüe, da? da? kint fliefi 
anders het er? ermordet. Berhtimc im aber rief * 

''Wie lange wiltu. beiten? e? ift gen däm tage, 
gip mir da? kindelin, da? ich? fürder trage, 
e diu frouwe erwach^ und uns melde des tages fchtn ! " 
vil fanfte fprach der Krieche 'nu nim hin da? kindelin!' 

Berhtunc der getriuwe ßnen herm emphienc* 
von der kemenäten er ril life gienc. 
do er kam für das gewelbe, do gfene er näher ba? 
unz für die burcporten, M da? ros er gefa?. 

In finen regenmantel want er da? kindelin. 
er fprach zom torwarte 'und gewähenft du min, 
ich flahe dir ab da? houbet und wirf dich in den graben; 
verfwigeft ab du die reife , * du mäht fin fnim gehaben.' 

Swie eben ab är fich fazte, der reife in doch verdro?. 
dör torwarte im legete da? Idnt in die fdiö?. 
er reit über die brücke, im luhte des morgens fchin. 
röhte an dar burditen erwachete da? kindelin. 

Bö ruofte ä? in den forgen, als ein }dnt tuot, 
da? ze folhem töde hat deheinen muot. 



999 

e^ fprach erbs^rmooUclt^ ^muoiter^ decke michl/ 

der alte fpradi in zosne ^ich «nmoc^ uilde Yriufet dieV' 

Die rtige und önch die ftraj^e lir durdlYoritta meit 
dnrch walt uHd durch .gerüde 6r mit i^ fchadies teii 
do erwacliet in d^ fttiiiden . vil gar ida^ kliideHn: 
do verga? ä? fines firoftes uhd fpilte mit demiringen ßn. 

E? lühte. im nnder ougeni fiji % als dar Mi 
fwa; da^ kind g:elachte, da; £ä't däm alten W&; 
er dähte **ob ich dich teete, da; ergienge mir nitnmer iroh 
mfn herze ift fo betrüebet, ich waen mit dir erft^rben fol 
Dd ftiorte är; üf die heide , an ein vil grüene; gra8> 

in eine firemed« iriide, dk loeman bt iii was 

er fazte €; üf dCn anger,; dd uÄoh.ör fl; da; JvfüSrt: » 

da; kint wolt är dSs tddßs dnrdi fiii fa^'rrea h&n geWäri . 

Da; fwgrt begunde €r fdionweri: dd vwart fin h^rze verzagt 
ir hat wol gehoeret, vil dicke ift da; gefagt: 
fwem got fin laben vni. friften, niht leides d^B gefchihi 
Hn hende r; weilten toBten.: d& geftatetö fin h^e niht 

D6 fprach er widearlim Mben "wie ift mir fö gcfchÄen? 
ich han vor miner hende wol hundert mangeföhen^ 
die ich alle ertcetet hän^ mit m^ eines hant erflagen: 
da; ich nu bin fo bloede, da; wil ich gote clagen. 

Da; ich dich niht tar toöten, wä von kumt mir da;?" 
da; kint Cr danne fdorte mit zome fürba;. 
er gedähte in'finem herzfen *S; hat dir got gegäben, 
du bifb lihte alfo ßelic, du fiolt behalten* dtn leben. 

E ich aber von dir fctierde, wirt dir d!n Itp benomen. 
ich wil durch dm fterben ze einem bruainen komen. 
du muoft dich felbn ertrenken in dem wa;;er, liebe; kini 
da; kumt von liebten röfen, die enmitten drinne fint. 

8ö wil ich danne fchouwen, wie der tot dir fi befchert. 
ift diu vater ein tiufel , er hat dich fchiere emert" 
mit grimmigem muote kom.er dar gerant 
an ein wifen grüene, da e^ den brunnen vant 

Mit jämerlichem herzen erbei;te er uf da; gras, . 
dannoch im harte fwaere umbe des kindes ftärben was. 
er fazte e; über dön bnum^n: het aber da; kindejm 
gegriffen nach den rdfen, e; wcer govallen darin. 
E; kom von finer fselde, die rofen e; vermeit. 
do gienc e; von dem ppunnen ftf dßn anger breit, 
durch kurzewile viel e; &f da; grüene gras, 
e; ahte des härte kleine, da; e; alters eine was. 
Berhtunc der getriuwe was liftic unde karc: 
fin ros in loubes dicke und fich leiben verbare, 
er fprach *nu wser ich gerne difen tac bi dir: 
ich fürhte, ob dir iht werre, du vlieheft her zuo mir. 

Ich wil doch bt dir wachen zwäre dife naht, 
du muoft benamen fterben, fo verre ich dich hin braht 



609 

ich.wil michel ^nider hlntetöi dim libe föhen: . . 

und gelebeft ooch du hisi; war^ii, esj mac Mrba? gefcteSheii. 

Dag: kmt was aftersi* eine imdhetkümbelis niht 
ej5 warte; des genideft;' Von dem lüan wiüdiör fihi -/ . • 
der phlac fin wx^l'iiiit trinw^iij * fin li^jfö &; nM. tetröttc. 
da^ wip* waa im üse v&Te*> ; der brüftelfti g:^ fouc. ':•■ 

E? fa? uuznan den äbeit, ' diu ftinno gar verfwant ' 
do brach der liöhtefm&ne durch xMu wölken fit zehant. 
doi hfuop floh zuo dem bnmnen! durch hitze manic wilt: 
dd "v^^äB aber memia des Mudes fridefi^Mli ^ ^ . i . : 

Swaa; wfldes e^ehs muoget, daj} mac wc^erö niht eübern. 
genas da^ kleine, fcintiel:, 'des mäofte e? got gerwem. i 

zuo dem :brttmien liefen »löw'en «bern, fwtn: •< ' 

under. dem gewilde efimitteik fa^ da? Idndelin. 

f 'Swaj5 wildös wai^i^er wolte, dag muofte et ällei; dar.- 
. ze jungeft kom göloufen der wolve ein michel fdiar 
in ftarkein hungers gite, als mansie loufen fihi' 
der huAger dwahcr fl före, undö töten dem kinde nibi 
' : VcÄi i füe^^es 'libes- fmiacke wart in da? ünt kunt. "i 
von großes hungers nöte iegltches woIvbs munt 
da? kindelin beginte i undr in ' alba - e?, da ' fä? : 
fö fat wart iegeltcher, da? er des kindes^niht eiia?. 

Aps äeiü groszen RQseDgarlea. / ' 

Hss. f. W. Grimm., ß. II' fg^ -QöcWke'ömridi. 0t fg. Gcd*. naeh.oinJKC Heidelb. u. 
Straßb. H», ffl[f.,Held§^buq^ vpotj Q^g^n u..Jf*i:iimffer' (^t Bd der.deutfchcn Ged. des 
MAs) Teil 1, Berlin' lß20. Nac)i einQ^r Frankfmi;er . ii^t Untorfucliimgen über die 
verfch. DarfteÜungen Von "Wilb. GriiÄAiV.'der rofeiigarte,' Öbtt. ^Dietrich 1836. Nach 
der PomHiet«9feia6r PÄp. 'Ha. des 154. Jüats lersg. ^. K. Bartfch lii Pfeiffers Germania 
4, 1 — 33. Die Cbewffbeitui^ Kaipafs T.'.d. 3«eä gedr^ ih Hagen u. Primiffcrs Hel- 
denb. 2, 188— 21», . , . . \ , : i ' . 

Ilßtn'^drwis.dem l^Qftet, ge^^lt. W.|Grü?mx.S. 77-r«2. 

Uf fö,?en dö die Mrröii; diö röfcken tu gemeü" • ' 
hem Dieterichc« reife 'waö inäiiegem vir löit. * 

dö huobeh Höh die harren gein Ifenbnrc an die v^^rt,- 
da döi*' münchlMü durch röfön u? gezucket ^\^t. ^ 
• D6 reit ^ze aller vorderft m^fter Hiltebrant. " 

her Dietertch von Bffme kam im nach gerant: 
fin fchilt und fper vuorte Mbe dör dögen her; 
als tot ouch öieiftöi" Hiltcbrant. mit in reit niemen m^r. 

An dem vünften morgen und ein wfte dk vor 
waren die hSrren k6möfi gdn Ifenburo an da? tdr. 
do dt5r münch wolte fingen mettin alfö vruo, 
die herren mit dßn fchilten Hapfcten vafte hin zuö. 

HiltebraAt'begündö klopfen, *balde lat midi tri! 
ich wil in difem klofter ' ein bredigsere oiich fin.' 
der münch rief VÜ lüte ^'wör klopföt an dem tor? 
hin u? bakJe luoget, w(^r nu fi dA vor. 






30t 

Brbgöt nririinlnen 'h^rnaTch . utid> ndtn 'griote^tftrert '^ 
fwa:; lie daanB fiioclh^ty. dfo Wterdentie gb^i^^ri •*-*' - 
und minen hiölm.vü liöhteiir f^raob der müi^ HUftaii. ! ' 
"welln fie dßn nmnidi tmngeiiy ; da:5«Ver ich ob ich kan." 

''I<^ Mnd^' minen haniarch/');^adi d<^ müich IU%n, 
"waeren ir dar:dri:$ec,ui ich wolte ^q beft&Q.> 
mir brdche in,del& handen df^guote ,f^ert mti^ 
wir wollen in däm klofter vor in luigeCdret fin. ' 

:• Bälde hin 4? Inoget, w«» vor d^r porten fi.^' 
^hßrre, e:; ÜJb ein altear^ . xmt vüeret wphredyf, ' '' - i 

fo vüert Cr 4f.dön hölme.' ein-güldin fafbantw' ' : 

"wäfen iemer wifen! .deift min briiod^ Hildelirant;" • ^^ 

^Bt Jmö habei ein junger ftf eime fnCllen marCi 
mich dunket ani d^n linneny. Ha; fi ein helt Itarc. '> ' : ^ i ' 
ör vüeret au dem fohilte einen läwen griultehl' :•' ' ' ' 
"er mac 6:5 wol volbringen: ^g ift aftiA her DieterftOi'.'' - *' 

Bo trat viir die.iporteii: d>er i müniclii Uf^ ' > • ^ 

dö truoc Cr ob dCr briimie lieiüe. griwetkiukte ü,' 
do truoc Cr:bb.djÖn beinceb : zw4 dicke tgrawe.iwifen. •' -i ' '•> 
er trat vür die porten: . dftr ÜMBre iwalt 4t lofeni > * '< • '^^•' 

'Beinedlcite^ bruoder' ipradi meiiter .Hiite^^rardi' '*> 
^nu geleite dich dCr tinvel/' fpcach) dör möBch sehant, . 
"da? du järlanc fiteft . uf ftriteniies v&ch:- ' ' .: »r» 

du mohtell W vnitt TJoten lieber haben -guotgemaöhi" ' ' ' 

^Dä? tööte ich, ob ich möhte/ fpradi iheifter Hiltebrant. 
'Kriemhilt diu ifismsß hat nach uns gefaiit> 
da? wir fuln komen . zno ir hdchgeaJt/ i * r 
"e? fchint wol, lieber bnkoder, da? ir ein töre Gk. ' [ 

Mich dunket an dfr wife, .diu rede fi gemdfoh. ' ^ ^ 
wÜTet iu iht äe B^toe, TiCrreDieterfch?" . . 

*min hCrre hei?t iuch ibitten/ fpwich nieifter IfilteWatit, * 
'da? du die vart leütefk, die du gelobteft mit dtner karrt.* 

Du'gffibe in dtne triuwe und fwüere iin einen eit, • 
fwanne Cr wolte reifen, du woiteft fin bereit' ^ • ' ' .' 
"nu mac ich niemer reifen," ; fpraoh der mündi IliUn^ 
"doch wei? ich wöl dar timbe, da? Jchö? gelobet hän. 

Wirret iu- iht z© BCme, dar wil ich mit iu "valmi ^ i''- 
der reife hin gein. Wonne? wü ich mich bewam." 
do fprach Hiltebrant dCr alte {^lieber bruoder mtn, 
bruoderlicher triuwe folt du ermanet fitt. > . - . 

E? ftat an dCm brieve da? uns diu maget eiäbAt. • > ^ 
mir noch mime hCrren tet hälfe nie fo not/ 
*ir helfet iuwerm bruoder,' fprach iiCr Dietertoh-; ' 
unt hübet ir hie heime, ^ e? ftÄt iu lafterlich/ 

"Ich wü rä gerne helfen," fprach der münch HI&ä. • 
"nu luoget, lieber herpe, -wa? ich ze ffefiten hähf ^ 

dö zöch er ab die kappen, unt warf fie in da? gras, 
bei wie wünnecltche der münch verwäfenet was! 



Mi::! 



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i .j 



a<tt 

^Wa^ traget ir undfini hofoB?' fpi^aoh meifter HiUebrant 
^da; taon ich, lieber, bnK>der, m&i alte; Itarmgewant" . 
dö fchouwete der von Beme münch lUanea fwert: 
'eines guoteii bredigerftabes < fit ir tu. wöl gew^ri 

Swem ir den ban entdahet mit iuwenn bredigerftap, 
ich gib in des mtn trinwe, e^ volget, im in fin grap. 
wellen e^ bi dem Blna, die edelen Burgondsdr, 
6 fie iu bihten, üe würden zwivelflßr,' 

'Wir wellen gein^ Wonnen riten, ^fchonwen des ßines flu;, 
nach eime r6fen. kranae, nach, einer) vrcmwen kua. 
da:; wi^^et, lieber berre, es^ mnö; werdeii yolbräht: . 
Eriemhilt möhte wellen, fie hBBta ßh nie. gedäht 

Durch refen und durdi bluomen, da; Mt ir glonben mir, 
fit ir nach Hinnen recken ilt worden folhiu gir, . 

fö fnln wir ße ßiochen mit mangem kiienen man, ; 
der in von d^'n ougen ' da; mies wol gebläfen kan. 

Wälet ir hie erbei;en, lieber h($rre min> 
nnt wället ir hte i^eai, ich gib iu gujoten win« 
die münche mjäefi^en; giÄten, die in dem klöfter üin. 
die ander ^;;en giSrften: ich wfl ir äne fin.'' 

D6 befamente fidi diSr abbeti .mit finer bruoderfchafty. 
fie gebuten alle geliche > Ub^ des münches kra& 
dö fprach dßr von Bäme, ein yürfte lobelidi, 
^lat ir in niht här wider in, ich.zelkare iiK^ fidierÜch.' 

D5 wart ze tifche gefetzet von Bä'me hBrlDieteridi, 
anderhalp dar engegene» da; wi;;et ficheriich,. . 
Hiltebrant der alte, ein ft; erwelt^ man. 
d5 pflac ir alfö fchöne der münich lUän. 

D5 fie gä;en unt geiarunken, . man Me; her ziehen diu marc, 
ein res, was Schemings bruoder, michel unde ftark. 
fin fwert gurte er nmbe, der munch Ilian: . 
alfö zomedidien er e; bi dem gehilze nain. 

Dö gie vür de« abbet der münch Ilfän. 
er fprach ''vil lieber herre, urloup wil ich hän. 
wir müe;en alle helfen von Beme hem Dietrich." 
'ich erloube; in gerne' fprach der abbet ficheriich. 

Dö hie; er im bringeil fin fper und fmen Ibhilt, 
da mite er in finen tagen did^e hate gefpilt 
da; guote ros Benig wart von im überfchriten. ^ 
urloup nämen die herren: von dem clöfter fie dö nten. 

Im Yolgete vür da; clofter münch unde man: 
fie begunden alle vluochen dem münecb DfAn. 
'da; du dich haft gefcheiden von diner hruoderichaft, 
des werdeftu erHodien unde niemer figehaft. 

Er ift ein man fö ftarker , wir fin dar an betrogen, 
er hat uns mit den 6ren dicke umbe gezogen, 
fwanne wir niht tuen weiten da; er uns gebot, 
er brähte uns in dem clofter in angeft unt. in not.' 



) ' 



808 

Ans Alpharts Tod. 

Nach der einzigen (jetzt verfchoUenen) Hnycdlft. fis. des 15. Jbdts gedruckt in Hagens 

Heldenbuche (1855) 1, S. 281 —M5, vgl Votbeiicht S. 28 ff. 

'' ' .' 

Str, 121 ff. Hagen 8. 2^7. . 

Do ftaphte über? gevflde Alpiiai*t zehant;: 

do fprach von Beme; fin Cöheim ffilteJbFaut 

'nu langt mir ein gefmidie, ein fi^mde? ftursEkgewant! 

ja wil ich iü t^^lngen mit mtüer eUentlüafteii haut. 

Ich wil im nftch leiten durch triuwe «f d^n plan, 
er müefte mich immer riüwen, fold wir in vlorn hiUi. • 
ift da:; ich in vinde, ich mache üiiftrites fat: : 
von der heide grüene muo? er her wider in die fkat/ , • 

Do fkaphte üben; geviltle meifter Hiltebrant, 
da er Alpharten alters^ eine vant 
alfe in der degen fiere von verre ane facfi, 
''dort knmt des keiferö diener: wan nm* liebere iöegefchach:. 

Mit dem 15 wil ich ftriten'* fprach der junge iäan. . . 

da? ros warf er umbe gein im ^ den plan. 
alf5 6a% der'alte von d^m jungii ferflich, 
gerne mugdt ir hoeren, wie meifter Hütebraiit fprach. ^ 

*Da? ich gein eim kinde ze velde kernen bin, 
ift da? ich fin enlohßne, wer gap mir? in den ^n} 
und ift da? ich fin fchöne, fprach der küene man, 
fo wirt mir niht ze Idne dan da? ich ßn lafter hän. 
Ich enmuo? im entwichen , idi mupg in beftan/ 
fie riten vil fchiere beide einander an: 
Hiltebrant der alte zerbrach fin fper zehant* 
fi erbei?ten von den roffen her nider üf da? lant. 

Die ü?erwelten beide fich bugen 
under zwene fchilde. zwei fcharpfe fwert fie zugen, 
^e lluogen uf einander die wol gemuoten iM.n, 
da? des fiures flamme über ir beider helme bran, 

Do fprach Alphart der junge "folt ich darumbe verzagen, 
ich wolt e ficherlichen ze töde fin erflagen. 
nunc fliuhe ich doch niht gerne" fprach dßr junge man 
**lit ich bin von Beme her komen üf den plan. 

Ich hörte fagen msBre" fprach der ritter guot 
"wie grö? lafter wesre fwer zegelichen tuet, 
wert iuch finimiclichen, ir u?erwelter manJ 
ich wil iu niht entwichen: e? muo? mir erliche ergän." 

Alphart der junge gap Hiltebrant ein flac, 
da? er üf der heide grüene vor im geftrecket lac. 
du rief vil fwinde der alte fa zehant 
*du folt mich leben lä?en: ich bin?, din oeheim Hiltebrant.' 

**Dem tete ich da? ungeme" fprach der junge man. 
"ich lie? vor mJnem herren ze Beme in hiute ftan. 



dune folt dich daran liiysn, .duibifi; dar* an betrogen. 

folt ich den hie finden? 'da:^ ift niht war und ift gelogen. 

.; , Du, -^t di<?l^ (^4 mit pjiftexi^jf , trfit gefelle ^iin: j 

dm lift dich niijt enhilfet: e^/ jnuög.din ende fin 

der groijen ungenäden," fprach der ritter guot, 

*'die ir unverfchulter ding'e dein edfeln vogt von Beme tuet." 

*Nein ich, uf min triuwe* fprach Hiltehrant 
*e? miiefte dich imAer riuwen^ flöegermi^^ dtn hant , 
bint mir vcfa^deiö h(mpte dön heim Ä^ zehant 
und fich mich uhder d'ougen: : Ü5 wirde ich dir fehlere befcant* 

Alphart d^r junge dön ih^hn im ab bant, 
er fach im under d'ougen,; ^r wart im fchiere bekani 
"nune dunket ir liiich wtfe:"» fprach dör junge man 
«ir foltet Wllidie uns dfer^ pfeife > hän erläm/' 

Ans der ßäbedschlacht. 

In 3 Hsft^ fftufb^wahrt, ,der Wia^haj-Wicsier 14, Jhd^ 112 — 130, der Heidelb. 
Nr 814 V. J. 1447, und der .großen Ambrafer a. i,Anf: des ie. Jhdts BL'75— 92 
(Hag. Heldenb. 2btxi. 3tixi» xitt.). In Allen drfeien unmittelbar • llnix^ dein in kunen 
Beimpaaren rerfafiten GediehtO) yon Dlttrklis lAbnen lu Fluckt am den Hennen (gedr. 
in Hagen u. PrimüTers HeldenU.^^^ ^g2^),f£d.S;.d^, deutrcf^n Qiediei^te des MAs). 
Die EabenTchlacJ^t gedr. nach der Heidelb. Hs". mit Ei^gänzungen aus der Ambrafer in 
Hagen u. Primiflers fleldenb. T|. ä,'niach der Windhag- Wiener in Hag^ns Heldenb. 
(1855) 1, S. 349 — 542. ' Verfuch einer AusfcHeiduttg n. Herftellung des Ächten Di? 
msere ron yroun Helchien fünen , aus - die?r (ßarennafehlacht ausgehoben yon Ludmg 
Ettmüller, Zürich 184ew ^ . .': , 1 . ; 

...'..:. ''' St». 801^213. ^ .;■ • 

Etzel der ridhe mit heWi DietrJehe reit < 

unz zSaders ficherliche, äl8 hfit man mir gefeit. 
da was fin widerköre : ' ■ 

vür die zit gefach er finiu kint liiem&re. 

Hin zogte mit ^ewalde der herre Dietrfdi 
mit manigem rocken balde dur Saders in Ifterfch 
üf fine eigen marke, 
nu hoeret msöre von eim fturme ftarfce. 

Sich hebt in römifch lande nftt und ungemach- 
von roube und von brande ' ^rÄ^^iu nSt aldä gefchach. 
von fkrtte michel wunder 
nu fult ir alrerft hoeren beftinder. - 

Als der vöget von BSme was komen in römifch laut, 
da föhen in vil göme die finen tecken zehant: 
die körnen euch mit fchalle: 
in empfiengen wol die Lamparten alle. 

Reinher von Meilän mit h^rlichen fiten 
und von Pole Berhtram kom fl^ d§r ftat geriten, 
als fie empföhen wolden 
ir erpherren, als fi ze rehte folden. ■ 

Als Reinher von Meilän den B^i^aar an ßich, 
als ein unverzagter man dör (i^^erwelte fprach 



ao5 

'got wäkomen, voget von B($meS 

wir fthen iuch mit ruhten triuwen gCrne. 

luwer kanft in rftmifch lant ift uns ze (taten komen: 
ze yrönden ift (S^ uns bekant in wei; habt ir diu m»re vernomen 
Ton d€m künege Ermrtche: 
der lit niit her ze Sahen gewaltikltche/ 

"Des mac wol wCrden guoter rat:" fprach h^r Dietrich 
'^dä ze Sahen vor d^'r itat muoi; uns künec Ermrich 
in kurzen ziten fchouwen 
im ze fchaden: dCa wil ich got getrouwen." 

'Da; vüege got dar guote!' fprach här Süedegir. 
'niht anders ich nu muote / l^radi d€r h6he recke h£r 
'wan da; wir Ermrtchen 
vor der (tat ze Sabene beftrichen. 

Da M wir an im rechen manegen ungetriuwen rat 
ich wQ niht anders fprächen. fwa; ür untriuwen hät^ 
da; müe;e got rihten! 
vogt von BemCy wir fidn uns dar zuo pflihten, 

Da; uns iemen yinde äne wer Af dän w^gen. 
Ermridis raete fint fwinda im ^artent euch üt&le d^gen, 
die e; wol geturren wägen. 
nu hüeten uns vor finen fwinden ligen!' 

Hie mit difem msere ritens vür fich dan, 
alfi ich iu da; bewsere und euch wol beibheiden kan: 
gegen Fadouwe mit gewalde 
zogte von B(fme der recke balde. 

Str. 867—378. 

Die edeln jungen hSre muolten ir riten län. 
fie heten ^ftrichen fiSre, do begund euch yafte (igen an 
diu naht in ze leide, 
fie beliben alle dri iif d^r beide 

Unz an den andern morgen ^ da; e; begunde tagen. 
mit vil grö;en forgen, als ich iu wil fagen, 
'nu ratet, lieben hörren!' 
fprach Diether, *ich vürhte grö;en werren, 

Da; unfer meifker DCan ims yil gefuochet hat. 
wir haben fere müfetan, wir fin ze verre von der (tat' 
^'da; ift niht ein wunder" 
alfo fprach hftr Orte befunder. 

Diether der künic here het forgen ze viL 
6r fprach 'mich wundert f§re, da; fich der nebel niht (kf läif wil, 
da; befwseret mich entriuwen: 
ji vürht ich, uns muo; diu vart geriuwen.' 

Sie gurten da ir marke mit williger haut, 
die jungen künege fkarke kerten da mit über lant 
gegen dem mere nidere: 
da vant man fie erdagen leider fidere. 

Schade, altd. Leseb. 20 



306 



I 

Wol ze vruoimbts^es zit dd körnen fio g^riten 
• uf ein fchoene beide wii nu vern^mt mit gnoten fiten! 
do erbei^tens uf.diJr beide 
Mr Diettier und vroun Beleben füne beide. 

Sie betrabten \il befunder: 'ja, bürro, wa nmg wir fin? 
d(J8 bat mich micbel wunder/ fpracb Diether. *uf die tinuwe miÄ 
wir fin miffekeret, 
uns bat diu wisheit unrebte geleret/ ^ 

Hie mit difen facben begunde ^^ werden lieht, 
fich begund der nebel M machen, da:; bän ich mlffefUget niht. 
vil heiter fcbein diu funne 
'nu vröuw ich miöh/ fpracb Scbarpfe 'difer wunne.' 

**Wäfen, beiKger Krift," fpracb Orte fA zehant 
"wie rebte fchoBiie ifb ditze berlicbe laut! 
awÄ, yogt von Bernel 
ir mugt wol hie wonen immer gerne." 

In den ftjlben ziten, als man mir gefagt hat fint, 
do laben dorther riten den ftarken Witigen diu kint. 
awö, er was in komen ze nähen, 
diu kint fprachen wider einandr als fi in erföhen 

'Ja, berre got der guote, wer mac jener recke fin, 
der mit fd vrevelem muote dort haltet? tröt gefelle min, 
da:; folt du uns befcheiden, 
weder ift er ein kiiften oder ein beiden. 

Er haltet fö vrevelliche, er mac wol ein recke fin. 
er ift hohes muotes riebe, ween ich üf die triuwe min. 
welle wir zuo im riten? 
er gebäret rebte, fam er welle ftrtten.' 

Bruchstßek von Goldemar. 

In einer von Auffeß entdeckten IIs. des 14. Jhdts, meift ärztl. Vorfchriften enthaltend, 
jetzt im German. Mufeum. Buchftäblicher Abdruck in Hagens Heldenb. 525— 52S 
unter dem Titel Dietrichs Brautfabrt. Hergcftellt v. Haupt in fr Ztfehr. 6, 520 ff. 
u. Albrecht v. Kemenaten zuge\vielen, den Rudolf v. Ems in iii beiden Bichterver- 
zeichniffen nennt (f. oben S. 261. 263), alfo vor 1241. Demfelben weift Haupt ebdf. 
626 auch den Sigenot u. Ecke zu, MüUenhoff z. Gefch. d. Nib. Not S. 9 Aiun. noch 
die Drachenkämpfe. Dagegen Uhland in Pfeiffers Germania 1, 324 ff. Wackernjigcl 
Lit. Gefch. S. 212. 



Wir han von beiden vil vernomen, 

die ze großen ftriten fint bekomen 

bi hern l)ieti*icbes ziten. 

R. begiengen degenbeit genuoc, 

da? eine«* ie den andern Ihioc. 

R. weiten niender [bitenj, 

R. waern ze ftriten wol bereit. 

ir fchilt, ir helme vefte 

maneg[en] kumber |d&] erleit. 

man fpracb, er tset da? befte 

der manegen äne fchult erfluoc: 



da von ir lop geprifet wart, 
fo man die t6ten von in trnoc 

Nu merkt, ir herren, da? ift rcK 
von Kemenaten Albreht 
der tibte ditze maere, 
wie da? der Bernaere vil guot 
nie gwan gen frouwen h<)hen muot. 
wan feit uns da? er waere 
gön frouwen niht ein hovelich man: 
fin muot fbuont im ze ftrite, 
unz er ein frouwen wol getan 



mi 



gefach bi einer zite, 
diu was ein hoch geloptiu meit, 
diu den Berneere do betwanc, 
als uns diu äventinre feit. 

Her Dietrich von Berne reit, 
die rehten fkräije er dicke vermeit: 
dd kert er gen der wilde, 
man feit von finer degenheil^ 
wa:; er not in ftriten leit 
ze walde und öf gevilde. 
wir beeren wunder von im fagen, 
da? er fö vil gevsöhte^ 
[da?] maneg[er] wart von im erflagen 
und ouch gen Bernq brsöhte 
beidiu gefan[gen] und verwunt, 
die er mit degenheit betwanc: ' 
im was ze ftrite [harte] kuni 

Do wart dem tugenthaften man 
von grölen rifen kunt getan, 
die weeren in dem walde, 
da fünde man £ ze aller ftuni 
da? gebirge heilet Trutmimt: 
dar gähte der degen balde. 
er fprach, er weite gerne IShen 
die rifen ungefiiege, 
wa? kumber[&] im da möhte befchehen, 
ob iegelicher triiege 
ein ftange grd? imd darzuo lanc. 
diu wunder weite er gerne fpehen. 
fin manheit in darzuo betwanc. 

In dem walddävantereinenberc, 
da bäten gar wildiu getwöro 
erbuwen unde befB^^en. 
bi die[n] 6r eine maget erfach, 
da? im fin hdrze d(j8 verjach, 
d€m edlen beide verm€?:5en, 
ßrn fseh nie wip fö wol getan: 
d(f8 fröut ör fich in fim muote. 
man weite in fi niht fehen lan : 
fi was in großer huote. 
die ftige verträten im diu twöra 
die fchoenen frouwen wol getan 
fuorten fiu mit in in den be'rc. 

DCs wart her Dietrich gar unfrö. 
mit guoter rede und ouch mit dro 
fprach ifr zuo den getwergen 
M'agt, wa:5 ifb itt von mir gefchehen, 
da? ir mich die frowen niht lä^jet fehen 



und ir fi hei2;ent bergen? 

ich nim e^ öf die triuwe min, 

da? ich iu niht fchaden weite. 

möht QT, mit iuwer hulde fin, 

da:? ich fi fehen folte, 

da für nsBm ich niht töfent marc.* 

der riebe künic Goldemär 

die frouwen hinder fich verbarc. 

Do da:? her Dietrich erfach, 
mit fenedem muote er gäbe fprach 
*fagent mir von der frouwen 
und wä ir fi habent genomen 
oder wannen ^ fi her bekomen. 
ich fihe hie niht verhouwen 
weder fchüte noch den ger: 
der ift hie niht zerbrochen: 
da? riuwet mich hiute und iemermÄr. 
kein fper hie lit zerftochen, 
als man durch fchoene frouwen tuet, 
fol mir min fpör hie bliben ganz, ^ 
da? trür^t mir iemer me de/i muoi 

Oder ifb kein her hie näie bf, 
der gewaltic dirre frouwen fi, 
der bewis mich durch fin ere, 
ob fi im niht des habe verjehen: . 
fo kund mir lieber niht gefchehen. 
ich fröu mich, fwar ich kere. 
oder ifb ^ durch mannes lip 
gevarn in ditz gewilde, 
als hie vor taten fchoeniu wlp, 
ob fi des niht bevilde 
und da? fi vuom durch werde man, 
und hat min frowe den felben muot, 
fü wil ich truren varen län. 

Goldemär fpranc für den berc. 
ein richer künec was da? getwerc, 
gewaltic wilder liute. 
*hcBrent, ir riter vil guot, 
ir mugt wol hän eins lewen muot: 
vernement, wa? ich iu diute. 
ich bin iu, herre, da? ift war, 
ze ftrite niht gewahfen. 
iwem fchilt und iuwern heim f6 klär 
den füerent hin zen Sahfen! 
da zerbrechent iuwer fper! 
ir vindent ftrites an mir niht' 
fprach Goldemär der künic her. 



20 



308 



Alis Sigenot. 

Die kürzere Fafiung des Sigenot (44 Sir.) in einer Hs. Lafsbergs angebl. noch aui 
d. 13. Jhdt, unmittelbar gefolgt vom Eckenliede u. mit ihm verbunden (44, 13 fns 
hebt ßch Eggen liet). In buchütäbl. Abdrucke durch Lafsberg: Ein fchoen kurzweilig 
Gedicht von einem Riefen genannt Sigenot etc. zum erftenmal ans Liecht geltellt io 
dem kalten Winter 1829 durch Meifter Seppen Ton Eppishufen , 1 Vs Bogen in 8. 
Danach wiederholt von Schönhuth Die Klage fanunt Sigenot u. Eggenliet, Tübingen 
1839 in 12 S. 195 — 216, neue Ausg. Tüb. 1846. Ausgabe d. Hagen Heldenb. 2, 
3 — 17. Das ausführlichere nicht mit dem EckonHede verbundene Gedicht (196 Str.) 
in mehreren Hss. u. einer Reihe von alten Drucken aufbewahrt: f. Hagens Heldenb. 
Vorbericht xxxvn ff. Gödekes Grundrül }. 77, 1 S. 70. Mit diefem ftinunt im Wefent- 
liehen bei leichten Abweichungen der Text Kafpars v. d. 'SLam in der Dresdner Hs. 
Nr 103, gedr. in Hagen u. PrimilTers Heldenb. 2, 117 — 142. 

Anfang der kurzem FaAuug. 



Welt ir, herren, nu gedagen, 

ich wolt in vremdiu meere fagen 

von großem ungeverte, 

da:5 her Dietrich nie meit 

von Bern, vil manegen ftrit er ftreit, 

nnz da^ in got emerte: 

du kund e% niemer fin ergan. 

er reit jücke eine von Beme 

durch manegen ungeAiegen tan: 

da? muget ir hoeren gerne. 

liep unde leit im da gefchach, 

er fluoc vil manegen degen tot, 

darnach er Eggen ftach. 

Ein fchilt den vuorte er vor der 
do vant er einen wtgant haut, 

flafend in dem walde, 
dßr was dCr aller küenfte man, 
der da55 loben ie gewan. 
do erheizte der d(jgen balde, 
als är in vörreft fach ze hant. 
fin huot im fere glafte. 
ßnen voln fer fchiere bant 
ze eines boumes afte. 
als gr in under ougen fiich, 
er wahte in harte unfanfte, 
dfes uns da:5 mcere jach. 

Als in dtJr rife ane fach, 
da? wort ßr zomeclichen fprach 
^du bift dör BCrnsere. 
du vüerft dön am von lewen kein, 
du vüerft mins neven Grimen heim: 
da? ift mir harte fweere. 
din übermuot ift gro? an mir: 
des hAn ich £ire engolten. 
rieh ich minen neven an dir. 



des bin ich nnbelbholten. 
ich fage dir, junger degen, eben 
und gibe dirs mine triuwe, 
e? koftet dich dhi leben.' 

Her Dietrich fprach zem küenen 
'helt, du folt mich riten län, man 
du hdft eht iemer ere. 
fiinde ich dich fläfend alle tage, 
da? wort ich dir benamen fage, 
ich ^ewahte dich memer mere. 
da? du min vtgent woltefk ßn, 
da? wifte ich niht zewäre: 
nu fprichft, du häft gehüetet min 
vil dicke in difem järe.. 
ftrites folt du mich erlän.* 
dö fprach der rife küene 
'zwar da? mac niht ergan.' 

Die Hange er du ze banden nam 
und fluoc dem wunderküenen m^ 
dem edeln vogt von Beme, 
ein alfo krefteclichen Hac, 
da? er dil vor im nider lac. 
da? mugt ir hoeren gerne, 
wie dem helde da gelanc, 
dem küenen Bemsere. 
e? gefchach im funder finen danc 
und was im harte fwcere, 
er het dem töde ergeben fich, 
wan in der rife küene 
truoc harte krefbeclich. 

Dö fprach der herre Dietrich 
von Beme ein fiirfte lobelich 
*muo? ich nu hie verderben T 
dd fprach der rife Sigenot 
Mu kaeme nie ze alfö grd?er not, 



309 



du maofb Von mir erfterben. 
da; du mir ie leit hält getan, 
da? mac dich vü wol riuwen. 
du beMft nie mer dekeinen man, 



da^ hab üf mine triuwe, 
fit du mir Grimen häR; erflagen, 
der was min rehter oeheim. 
wie möhte ich dir; vertragen!' 



Aus dem Eckenliede. 

Die ältefte Überlieferung, eine awfUhrlicliere Bearbeitung, gegen Ende unvollftändig, 
245 Strofen, in der Lafsbergfchen Hs. im unmittelbaren AnfchluBe an Sigenot; gedr. 
durch Lafsberg Eggen -liet das ift Der Wallere von Heinrich v. Linowe [f. oben S. 
261. 2«3] etc. durch Meifter Seppen von Eppishufen uf neu jar 1»32. Danaeh wie- 
derholt V. Schönhuth mit der Klage u. Sigenot Tüb. 1839 8. 216 — ^^339, neue Ausg. 
Tüb. 1S46. Nach diefer Hs. der Text in Hagens Heldenb. 2, 21 — 102. Eine Strofe 
(69) diefer Bearbeitung in der Benedictbeurer Hs. zu München, Schmellers Carmina 
Barana S. 711 Eine andere Bearbeitung geben die Münchner Hs. u. mehrere alte 
Drucke : f. Hagens Grundrifi S. 34 fi'. Hagens Heldenb. Vorbericht xly ff. Oödekes 
MA 461. Deff. OrundriA 8. 51. Wiederum abweichend die Bearbeitung Kafpars 
T. d. Ripn, gedr. in Hagen u. Primiflers Heldenb. 2, 74 — 116. Die Heimat der 
Eckenfage von I. Y. Zingerle, Pfeiffers Germ. 1, 120 ff. 

Ecke zieht aus auf Wunfeh der Königin Scburg v. Jochgrim. 
Lafsb. Str. 35 — 43. Hagen 2, 32 ff. 

ietwäderhalp hin in dßn walt! 

der Vögel ftimme wart manicvBlt, 

dd ör fie fo erwahte. 

dör fchilt, den ör zem arme truoc, 

weit klingens nie gefwigen. • 

Vögel unde tier genuoc 

die habeten zuo dön ftigen 

und fchöuten fin wol fwinde vart: 

fu8 im von wilden tieren 

vil nach gekaphet wart. 

Von vögeln wart ob im ein fchal. 
dön walt dön liuf ör hin ze tal, 
Cr kam uf ein geriute 
an ein vil enge gebuwen laut, 
einen einfideln er vant: 
den vrägte er, als ich diute, 
ob im iht kündic möhte lin 
wie verre noch wser ze Börne, 
'triuwen/ fprach er 'herre min, 
da55 fage ich in vil gerne, 
ir lont tälanc alhie beftan: 
dar lint noch zwelf mile, 
dar mugent ir niht gegän.' 

Diu naht begunde im ligen an. 
herr Egge fprach *ich wilhie beftan 
die naht unz an den morgen.' 
in wei55 gap im fm wirt genuoc: 
fwa:5 er des finen dar getruoc, 
da:5 tet er gar mit forgen. 



bi fprach 'Egge, lä dich erbiten: 
durch minen willen bis geriten! 
ja fchiltet man mich fere. 
l'war fo du nu der lande verft, 
min lop du gende mir verzerft. 
wan fprichet mir kein 6re, 
wan das; ich gar verwä^en fi, 
da^ ich dir gap die brünne 
und dir niht rofles gap da bi: 
phi im und ßnem künne! 
da von rit e?, die wtle es; wer!' 
"vrouwe, ich mac wol ze fuo^e. 
erUnt michs! daft mfn ger." 

Hie mite hat er ir:^ verfeit, 
urloup nam er zer fchoenen meit 
da harte minnecliche. 
die dri küngin beliben hie. 
ze fuo^e er von dannen gie, 
hin liuf der ellensriche. 
alfam ein lebart in den walt 
fach man in wite fpringen. 
den heim man hörte manicvalt 
wider üj; dem walde erklingen, 
reht als ein glogge wsere erfchalt: 
fwa in ein aft geruorte, 
niit klänge er im da:^ galt. 

Ber dön in da? gebirge gie 
fchellende dort unde hie. 
wa:j er des wildes erfchrahte 



310 



wie dicke er ob dem tifche fprach 
*wirt, bift iht dicke ze Eerne? 
des landes voget ich nie gefach. 
den fsDbe ich harte gerne/ 
"herre, ich was nehten fpate da, 
d6 fach ich in da heime: 
er ift niht anders wa." 

* Wirt, du häft; mir gnnoc gegeben, 
und fol ich keine wile leben, 
ich danke dir der mesre 
und euch deY handelunge dfn: 
da^ habe du üf diö triuwe min : 
und vinde ich den Bemsere, 
da? ift von dinen fchulden komen, 
und vinde ich da den veigen/ 
hie mit wart urloup da genomen. 
den fkic bat er im zeigen, 
''nu beitent, unz e^ werde tac!" 
er fprach 'mich twingt mtn herze, 
da? ich niht fläfen mäc/ 

Vor dgm tac fft fchiet er dan. 
er kam nf ein getriben ban: 
diu truoc in hin ze Beme. 
die langen naht ruowet er nie. 
des morgens in die ftat er gie: 
den bü den fach er gerne, 
fwä er hin in den ftra^en gie, 
da? liut begunde in fliehen 
üf die tum, nu merkent wie: 
ii gefahen nie man fö fchiehen. 



da? hdrte man im ze Bei^e jehen, 
er^mohte von rehter wilde 
zen füe?en niht geföhen. 

Do gap in der fbrä?e fdUn 
ietwederhalp diu brünne fin, 
als ob fe enziindet weere. 
reht als ein glüejendiu gluot 
luhte im fin fchilt und euch fin huot 
dö fprach fich ein Bemeßre * 
'ja, herre, wer ift jener man, 
der dort Mt in dem fiure? 
er treit fö liebten hamafch an 
und ifb fü ungehiure: 
und ftat er keine wile da, 
die guoten ftat ze Beme 
verbrennet er ie £L* 

Lüte rief der ellensrich 
'wä ift von Bern her Dietrtch? 
den hän ich vil gefuochet; 
wan mich hänt vrouwen ü? gefant, 
und hän erftrichen vremdru lant 
nach im, ob ers geruochet 
ii 0nt rieh fohoen und edel genuoc, 
des lät iuch niht verdrießen, 
Q. fa>henn gern, fi fint fft kluoc, 
er möht ir wol genie?en. 
ich wart nie mere vrouwen bot: 
ich hän durch G. geloufen 
noch mere dan durch got.' 



Aus Dietrichs und seiner Gesellen Kämpfe. 

Von diefem Gedichte (auch Dietrich und feine Ge feilen, Dietrichs Dra- 
chenkämpfe genannt) exiftiert ein Perg. Blat einer um 1300 oder Anfg 14. Jhdts 
gefchr. Hs. , früher in Kinderlings, dann Meufebachs Befitz, jetzt in der königl. Bibl. 
zu Berlin f. Hagens Heldenb. Vorher, liv fg. gedr. ebdf. 2, 511 — 515. Zu derf. 
Hs. gehörte auch , wie es fcheint , das verfchoUene Pergamentblat , deffcn Inhalt Chrift 
in feinem ViUaticum (Leipz. 1746) S. 232 ff. mitteilt, Haupt Ztfchr. 6, 308 ff., in 
richtigerer Folge Hagen Heldeub. Vorher, lv ff. wiederholt. Bruchftück, Doppelbl. 
einer Hs. Anfg 14. Jhdts, Perg., in der fürftl. Hofbibl. zu Donauefchingen. Mitget. v. 
Barack in Pfeiffers Germ. 6, 25 — 28. Bruchftück von 24 Str. in einer Perg. Hs. 
zu Leipzig, 14. Jhdt f. Hagens Heldenb. Vorher, lvii fg., gedr. ebdf. 2, 516 — 522, 
in niederrhein. Mundart. Vollftändige Hs., 1096 Str., Pap. 15. Jhdt zu Heidelberg 
f. Hagens Heldenb. Vorher, liii fg., gedruckt ebendf. 2, 105 — 508. Eine fpäterc 
Faßung diefes Gedichts in 866 Str. aus d. 15. Xhdt in einer gleichzeitigen Hs., auf 
der Bibl. des Piariftencollegiums zu St. Jofeph in Wien befindlich , hrsg. durch Franz 
Stark Dietrichs erfte Ausfahrt," Stuttg. 1860, Bd 52 des liter. Vereins. Ebenfells 
fpäter, auch aus dem 15. Jhdt, eine zu 130 Str. verkürzte Faßung, nach einer 408 
Str. enthaltenden Vorlage (vgl. Str. 130, 11), in der Dresdener Hs. Nr 103 (dem 
fogen. Heldenbuche Kafpars von der Roen) gedr. in Hagen xmd Primiffcrs Hcldenbuche 
2, 143 — 159. 



311 



Str. 67 ff. Heidelb. Hfl. vgl 

Diu loaget fach däa h^dea tot 
£ fprach 'Mrre^ lldent ir iht not 
von keiiier Hakte wunden^ 
die folnt ir mich la^en i%hen; 
Tu mac iu liep von mir gelch^hen^ 
£e würdent wol verbuuden.' 
er fprach '^ ^ ift niht ilne da^, 
mir enfl da:; verch verhouwen, 
die ring© rot, von bluote na^" 
*lo wol an zuo minor frouwen 
mit mir in den holen b^rc! 
ich fchafie^ da^ unmüe:^ wirt 
mit iu frouwen und getwörc' 

Er fprach ''da^ enmac niht fin. 
ich hin gelan den herren min 
dort vörre in einem walde, 
e ich, frouwe, vunde dich 
und ftrites underwunde mich: 
möhte ich, dijn fuochte ich balde." 
fie fprach 'ich vorhte, des beiden man 
iö, h^rre, widerriten. 
dea mugent ir niht gefigfen an. 
ir müe^ent mit in ftriten.' 
"fwa^ mir darumbe mac gefchßhen, 
ich wil dön jungen Dietrich 
den fürften von Eerne fchen." 

Si fprach ' ift dtr von Börne hie, 
des wir uns han getroeftet ie? 
des fulnt ir mich befcheiden. 
den fsehe ich, herre,.al8 gerne al» ir, 
^ie deine er habe geholfen mir 
vehten an den beiden, 
wer lieh lat öf Hnen troft, 
dem mac wol milTelingen. 
het iuwer banfc uns niht erloft 
Vüu forgefamen dingen, 
uür müefen iiner helfe tri 
oGwelen lin unz an difen tao, 
^wie kiiene der voget von Berae fi.' 

Er fprach " min herre ü't gar ein 
fwä wilde herftürme lint, kint. 

der kan er lützel walten. 
ich lere in fpäte unde vruo: 
^n groj^en eren nimt er zuo, 
nt er beginnet alten. 
^hi ich, ein u^erwelten man, 
^iia Züge ich ü:^ im gerne. 



.. m. d. Berliner ikucliftäck. 

darumbe muo:; er arbeit hän, 
unz er das^ geleme. 
er endarf niht ahten, ob im wirt 
von fcharpfen fwerten wunden tief, 
da? im darnach vil lange fwirt" 

Do fprach diu minnecltche maget 
'mir ift f5 vil von im gefaget^ 
da? ich in gerne fcehe.' 
Hiltebrant fprach "fö wol dan! 
ift da? ich e? gefüegen kan. 
mit kluogen werten fpeehe 
kan er iuch enpfahen woL 
er ift aller megede ein wunne. 
fin herze ift ganzer tugende vol, 
gelutert als ein brunne, 
dil niht trüebes inne gai" ^ 
*gedienent ir mir mit triuwen ie, 
min herze iuch des genießen lät' 

Daunen fuort €r die reine meit. 
unverre er wilde geferte reit 
wol eine halbe ralle. 
nu lä?en wir fiu. riten hie 
und fagen, wie? dem Berner ergie. 
der envorhte fich nie fo vafta 
hct er fins meifters niht gebiten, 
den wartet er vil gerne, 
von dannen wesre er ie geriten 
den rehten wec gein Beme. 
im quamen zuo des heidens man, 
den wart kunt ir herren tot: 
dA von er fchaden Ht gewan. 

Ir verte wären manicvalt. 
viere funder durch den walt 
öf ftarken reffen quamen. 
u? den vieren einer fprach, 
dö er hern Dietrichen fach, 
wol ven^e uf eime (amen 
*uns wil beraten Terviant 
und unfcr got ApoUe. 
ich fihe ein criften. rieh gewant 
da? liuhtet wol die volle, 
hänt iu da? res, laut mir die wät! 
ich bringe in her, blib ich gefunt, 
fwie vafte er fich verwaf^nt hat.' 

Den heim uf der von Börne baut, 
er fprach 'getriuwer Hiltebrant, 
wie haftu mich verderbet! 



312 



nnne wurde dir doch min erbes luht^ 
fwie man mich hie verderben fiht: 
min hraoder vor dich erbet 
Dietber, der järe gar ein kint> 
wirt noch zuo B<(me h^rre: 
d€8 diu riebe nach mir fint, 
diu breite und euch diu verre^ 
diu unfer vater Dietmar lie: 
der wirt dir niht^ (wie yfl din Itp 
imtriuwen uns erzeuget hie. 

Was; fol ich nu grifen an, 
lit ich yehten niht enkan? 
dail mime herzen fwsBre. 
fchirmen ich geleret bis, 
uf Itechen fbuont mir ie der ßn : 
wift ich, ob nütze wsBre 
zuo no^n mir diu lelbe kunft^ 
der woTt ich mich güften. 
ich han mit fwerten manegen dunil 
gefendet gein den lüften: 
da ritter und kneht nach prtfe ranc, 
da fchuof diu kunft, da^ dicke mir 
an hAhen eren wol gelanc. 

Sit ich den vinden bin gegeben 
und veile worden ift min leben 
und bin alfus verraten, 
ob niender lebete Hiltebrant, 
fö müefte idi wem bürg unde laut, 
als vor mir fürfben täten, 
äne fin helfe man mich fiht: 
des mac er wol engelten. 



ich enhete anders von im niht 
wan (träfen unde fchelten. 
nu maos; ich tuen alfam ein man, 
der von den finen helfe nie 
wan einen halben tao gewan' 

Ein beiden fprengen do began 
fam tet der u^erwelte man, 
der junge voget von Beme. 
her triben üf roflen beide Holz, 
als von der lenewe vert ein bolz, 
der manheit gar ein kerne 
fadi man den jungen Dietridi 
zuo ßnen erften noeten. 
ür ftach den beiden fidierlich, 
d»; fich begnnde rosten 
von bluote Hn ^ol rieh gewant: 
da? fper durch bede wende brach 
und durch den man unz an die hani 

Den fchaft er ft^er ime bradt 
vil balde ehr gegen im komen fach 
vil ftarker beiden drie, 
die woltn in madien lebens an: 
d6 wart durch vorhte niht geÜn 
der edele fchanden vrie 
üf einen ftarken beiden ftadi: 
er traf in da er fin gerte. 
das; fper zuo deinen fprijjen brach. 
die zwene er mit dem fwerte 
brahte in angeft unde in ndi 
alfus geigte an in fin haut, 
da? viere lägen von im tot. 



Das Bflcblein von der Tochter Syon. 

Hss.: 1) in Klofter Neuburg bei Wien, Perg. kl. 8» Nr 1244, 13.— 14. Jhdt, 
Bl. 1»— 12^ abgedr. in Graiöfs Diutifca 3, 3 — 21. Im Septbr 1852 durch Jof. Diemcr 
für mich freundlichft collationiert. 2) in StraBburg, JohanniterbibL A, 98, Perg. 
Hb. 14. Jhdt in 4» Bl. 188*» — 194* unter Predigten von Meifter Eckhart u. andern 
myMfchen Tractaten verfteckt, mit fortlaufenden Zeilen. 3) in Heidelberg Nr 
417 Perg. Hs. 14. Jhdt. Bl. 108 flF. Wilken S. 471. Ausgabe von Oskar Sckide 
Da^ buochlin von der tohter Syon, carmen theotifcum myfticum emendavit et expHca- 
vit 0. S. Thuringus Pars I (Einltg, Text u. Anm. zu den 57 erften Verfen enthaltend; 
hallifehe Doctordiffertation v. J. 1849.) Danach überf. v. K. Simrock: die Tochter 
Sion oder die minnende Seele, Ged. d. 13. Jhdts, Bonn 1851 in GommilT. bei Henry 
u. Cohen. Auch aufgenommen in delTen Altdeut. Lefeb. in nhd. Sprache, am Ende. 



'Von Jerfalem ir zarten kint, 
die minem libe heinlich fint, 
tuet minem herzenliebe kunt, 
ich fi fiech, von minnen wunt. 
bitet alle , . da^ er mir 



ein leben gebe n&ch mtner^gir. 
ich bm55 diu tohter von Sion, 
umgangen nach künc Salomön, 
da? ich mit finer kröne in töhe 
und alliu finiu wunder fpehe. 



313 



ich heisre S{>ecalatift. 

e; fprichet 8ante Pauls alf6 

'wir Sehen durch dnen Qpiegel hie, 

mit Yolfai ongen dort immer mk* 

Spiegel ift min tiufclier nam: 

wan an der cr^atüre ram 

würk ieh tinde tnon bekant, 

wie f<^0Bn 6s; fi in engel lani 

idi She fchoBiie und nim^e guot; 

nidi dto zwein rihte ich mlnen muot^ 

wie ich kum zem leiten 

zem fchcenfben und zem heften: 

Ton dem bedüin zuo dem bnmn^^ 

Ton d^'m fehine zuo dSr Aumen, 

von d^m tropflin euo dfe'm fuoder^ 

Ton dfoi truncHn zuo d^m luoder, 

Ton dem büde zem bildsBre, 

von d€r gfchepMe zem fchepftere. 

nft fragt ir lihte, w«r ich fi> 

ich bin ein tohter fchanden fei, 

fpeculieren ift min -wörc: 

di von hei? idi von Sj^egelbfoc. 

n& fragt ir Hhte furba; 

'fpeculieren wa? ift da^?' 

da? ift der in ddn fpiegel fiht 

der creatur, diu xm» vei^iht 

gotes in finer drivalt 

iiäch finem wunder ungezi^, 

wie lanc, -wie hoch, "wiewit, wie breit 

fin grundelöfiu wisheit, 

wie ungem6??en fin gewalt, 

da bi nn güete manicfali 

fö imaginatid diu bilderin 

und ratio diu liuhterin 

da? wife ane zwieren, 

da? hei?et fpeculieren. 

meditieren glt im vor 

und wifet uf die rChte fpor. 

hie nach gÄt ein hoeher kben, 

ob allen crÄatören fwöben, 

fin ftlbes alles wtfen^i, 

got fchen äne miteli: 

da? hei?et contemplieren. 

dar nach get jubilieren, 

ein herzen freude unfegelich: 

der freude wart nie niht gelich. 

kum ich üf der freuden trdn, 

^ hei? ich nimmer von Ston, 



ich hei?e virgd Israhel, 
diu got fol föhen immer me. 
ich bite iuch, tc^ter alle, da? 
ieglichiu briqge ir fpiegel glas, 
der mir der wärheite jehe 
(fwenne ich in den I^piegel föhe), 
wie ich zuo dem hoeäiften kume, 
als ir nft von mir habt vemumen.' 

Gogitatid fprach 
^von SiAn tditer, dl dempfilch 
gedultlichen mfniu wort: 
wan diu fint war bi? ftf den ort. 
ich hei?e Gogitatid, 
ofte trftricy fölten fro, 
(Gredimc ift mtn tiufcher nam) 
ofte wäde, fölten zam. 
ofte Wandel ieh. mich f5, ' 
da? ich hei?e Meditativ, 
fwen ich mich ielbe eins dings erman 
und blibe betrehtecUch daran, 
mm fpiegel, frouwe, ift diu weit 
feht durch elliu ir gezelt, 
f6 feht ir niht wan jämerkeit, 
bi w^nic freuden manic leii 
doch als ir mich habt gefant 
ze forfchenne dur elliu laut, 
wä iwer ruowe müge geiln, 
des hosret, frowe, die rede mtn. 
diu wSrlt elliu nit geleiften mac 
volle freude einen ganzen tac 
ich hän geiehen freuden vil, 
reien, tanzen, vöderfpil, 
mannes kuonheit, fr^wen zuht, 
von e??en, trinken grd? genuht, 
von kleidem da bf riche koft, 
von friunden, kindenmanegen troft: 
e? Wirt alle? als ein tron. 
des geloubet, tohter von Sidn. 
e? fprichet Sante Bemhart, 
da? aller difer werlte zart 
niht ift denn rouch, fchüm und Häfen 
und an dem tdde fchrien wafen: 
ein rouch von der bitterkeit; 
ein fchftm, wan fie da? herze bleit; 
ein näf, wan fie die finne 
bindet iü?e und inne. 
in die helle hän ich gefehen: 
der werlte kint hänt da verjehen, 



zu 



fie liden arbeit onde ndt, 

ir fpife fi der ewge tot. 

üe fchrient 'warzuo was uns guot 

grupr richtuom übernmot? 

e^ idb alb; alTam ein fohat 

und hat uns braht am dife ftat'. 

ein böte der nit widerfeit, 

als ist der werlte trügenheit. 

ein Ichif durch einen fnellen flu^, 

von armbruCb ein fneUer fchu^, 

durch den luft eins am fluc, 

und oudi des fnellen bliokes tue, 

des Hangen ime. gevAde^i 

des jungelings in liner wäde, 

wer zeiget mir der aUer gaac? 

wer,wiret mich des hafen wanc? 

dem wil ich ganze ruowe g6ben 

in dirre werlt bi fime löxsn. 

idi han alle hantgetat, 

die diu funne beichinen hat, 

geföhen: deJDb all^ ein üppekeit 

und d^s geiftes arbeit/ 

Dd fprach diu tohter 'wemirwe! 
ich bin fiecher vil dann e.* 
in d6n ftunden under des 
kom gegangen Eides unde Spes. 
du diu tohter ^e derfadi, 
zuo in he klegelichen fprach 
'ich klage iu beiden imniu leit 
Cogitatiö hat mir verfeit 
ruowe und ewige:^ gemach 
an allem da^ He ie gefadb' 

Fides dö fenftedicheh fprach 
Hohter, diu leidec ungemach 
und dines harzen quäle 
aUefamt ze male 
diu hÜGT^Q ich licherlichen dir, 
ift da? dft rates volges mir. 
ich Eides der Geloube * 

bin diu diu herze roube: 
zergencKcher wolluft 
der muo? dir, tohter, werden bruft. 
min fpiegel hei^^et Jefu Krift, 
in dem e? aU:^ gebildet ift, 
da wäriu ruowe mac gefm: 
in den fich, zartiu tohter min. 
Sante Bemhart fchribet, 
fwer in den wunden blibet 



des der die werit erloBfet hat, 

daj5 der in ßcherr ruowe ftat 

wiltu nft in ganzer ruowe fin 

bi Jdfä Krift dem herren min, 

fo merke, tohter, minen rät 

lä? alle freude diu zergät! 

habe dich an in mit veflikeit! 

fich übeif dich in die ewikeit! 

du ganc mir nach (ich gen dir vor), 

fo kumdb du td der heiigen fpor. 

ich hei^e merft^ne, 

ich füer dich, tohter,; gerne 

zuo miiiem herren Jeßi £rUt, 

der durch dich menfche worden ift, 

durch dich hat geben ßnen lip, . 

da^ er dich hffite eaUer zit 

er fant dir finen heiigen geifk: 

da? tet er dar umb aller meüt, 

da? dft von ßner Tüe^ekeit 

getroßftef wurdft in arbeit, 

da? du euch hfötefb liebten fdün 

üf alliu dinc des willen flu, 

da? in dir brünn fin minaenfiar, 

da? al der werlte kinde ift tiur. 

tohter, gip mir dine haut! 

ich bringe dich in dm eigen laut 

ich bin ein wiliu meifterin: 

werltwiüen vor mir tören lint 

der wife Ariftotiles, 

Pldto unde Socrates, 

Salomon und Philo, 

David und alle wifen dö 

genu??en alle ir wisheit nit, 

da? fie da ruowe hseten mit, 

diu da nach den kleinen wart 

bi minen ziten goffenbart. 

ich veften kiufche und heilekeit, 

ich ziere gotes wirdiakeit, 

ich mach fiiuntfchaft, geiftlich zuht: 

von mir kumt aller tugende fruht 

ich ften alle^^ liuten bi, 

wan die min wollen wefen frl 

diu natür hat einen louf, 

den wandelt fie durch keinen kouf: 

ich wandel da? ich wandeln wil, 

ich tuen mit gote Wunders vil. 

einer der gehoeret niht, 

dem andern briftet der gefiht: 



315 



fie fin fiech oder tfit, 
fie werdent gftmt von mime gebot 
fwer in mir wtirket minin werc, 
der fprech 'ich wü da^ dinre berc 
M fenke an des meres grünt': 
da? muo? gefchehen fö zeftnnt. 
fuft vefben ich die warheit: . 
deft ketzern, jnden nnd beiden leit 
ich mao geblieben dine klage« 
eft allei5 war daa; ich gefage: 
der beiden und der jnden fc^rift 
ine mich ift «in ver^fb. 
Spes diu erhörte da^, 
fie trat ein teil hin naher ba?, 
fie fprach in zühten beltlieh 
'von Siön tohter, merke mich, 
fich, fo tuon ich dir bekant, 
wie e? fi nmb mich gewant. 
ich hei^e Spes , ein ftiin maget, 
in herzen Utrite ich ünverzaget, 
(Zuoverfiht ifb ndn tinfcher nam) 
mm raQte die lint äne fcham. 
mm fpiegel heilet himelrtch, 
der troeftet arme uHde rieh. 
in den fich, frowe, zaller ftunt: 
fo wirft du ficherUch gefnnt. 
ich leifte gar fwa:^ ich gelobe: 
da von fprioh ich mit nriobe. 
frou Fides, ir gebt guoten rät; 
doch wundert mich, da^ ir beftät 
fö hohiu teiding äne mich : 
nu ma^et ir doch ficherlich, 
da? ich in gotes kiichen bin 
oberftiu küchenmeifterin. 
ich Wandel alle bitterkeit 
in gotliche füe:5ekeit. 
e? wi^^en wol die martereer, 
die bihtaer nnd die lera^r, 
"^e ich mit in han geftriten, 
[o fe an libe nnd an herze Uten» 
ich bräht in von himel kraft. 
ich fprach ^nu frummiu ritterfchaft, 
h't froelich dife kurze pin: 
d»n lön fol immer ewic Hn! 
ich mach küene und hoehgemuöt. 
ich zarte fam ein nmoter tuot. 
ich bin em veftiu ftriterin, 
^^'iges lones wererin. 



ffcrit ift mir gar ein ficherheit, 

untröft ift mir ein ftiegekeit 

wer fach mich ie gevliehen, 

zegelich (i? wö'ge fchiehen? 

mins hörren ruote und oudi fin ftap 

diu troeftent dich bi? an das^ grap. 

ich bin ein mowe in arbeit, 

mich drücket keiniBr flahte leit. 

nu pfuchdich, Werlt, du fchandenvag, 

habe nü nnd immer minen h^^l 

mir ift aU:; da? in dir ift 

nit anders denne eän fWacher mift. 

dft bift mir imöier unwert, * ' 

fwie dftft doch manic tftre g^rt. 

dft triege!»in, di üegerin, 

wie mohteft du mir liep gefln? 

min wandel ift dort oben: 

der freude hän ich entfoben. 

e? fprichet Augufttrius 

in finer heiiger 14re fns 

*der geloube begrifet niht, 

noch erreichet zuoverßht, 

Vernunft noch diu miime 

ergnindent nit mit fitne 

der ewigen freuden nutz, 

die got git äne urdrutz/ 

von Siön tohter; nu ift min rät 

(des leiben Eides mir geftät), 

da? dn frägeft die Wfsheit, 

wie du überwindeft dln leit' 

Dd diu rede alfö dergienc, 
diu tohter einen trdft gevienc. 
fie huop üf unde fprach 
*jä Ithtert fich mfn ungemach. 
mir ift wie ich erwachet fi 
von fwaeren tröumen, wan ir dri 
mich zuo der rüowe wifent, 
die alle beilegen pi^ffent. 
wer glt mir vedem, da? ich müge 
gefliegen dar ich gehüge? 
ir ougen, weinent immer m6\ 
w6 mir armen, we mir we! 
wie vinde ich den ich hän verlorn, 
von tiifenden u?erkorn? 
er ift wi?, darunder rot, 
wärer meiifch und wärer got. 
(ir hat fich lange mir verfeit 
nu ratet zuo, frou Wisheit! 



316 



ir vnz^et alle fine wege, 
die wften und die engen fkege, 
die ich zuo im, er zuo mir Mi: 
ich vinde Hn niht an iuwem i4t.' 
D6 l^rach zuo ir diu Wisheit 
'tohter, dft häft war gefeit: 
vü wifen rat gab er dir, 
der dich da wifet her zuo mir. 
ich hei^e Sapientiä, 
und yfSäR bi dime hebe d&, 
dft himel und erde gemachet wart, 
und was euch vdf der leiben vart, 
dd des menfchen falikeit 
wart geordent in der ewikeit 
Wisheit ift min tiufcher nmn. 
äne mich ßnt alliu dinc in fcham, 
min fpiegel, tohter getneit, 
hei^t gots fuon in der dwikeit; 
der wifet alle filme 
uf wäre gotes minne. 
ich bin über die funnen fchoene^ 
ich bin diu alle heiigen kroene; 
ich wele in gotes hantgetät: 
wan er tuet niht an minen rat, 
ich bin in gotes gedenken, 
den nieman kan entwenken. 
ich bin ein finekendiu kunfb 
üf alle gotlichiu vemunft 
ich bin ü^ gotes munde kumen 
und wtfe dich, tohter, dinen firumen. 
rihte dich üf ddmuot, 
üf liden willege armuot, 
üf erbarmherzekeit, 
Af gehdrfam unde ftf kiufchekeit! 
ahte da:; alliu diniu wort 
gefliffen fin üf driu ort, 
din ielbes heil, dins nsehften nutz, 
üf gotes lop an urdrutz! 
i? und Mnk m»?Uch, 
die zit vertrip nützlich! 
fo wirft dft edel unde rieh, 
fchoßu und dem widerglich, 
der dich nich im gebildet hat. 
hoere fürba:;, tohter, mInen rät! 
gip urloup allem da:; der ift, 
verlougen da:; du leibe bift! 
fliug über dich leiben hoch enbor 
durch alle dioere in*n oberften chor! 



Cb mac din liep des niht gelän, 
em müe:;e dir engegen gän, 
mit armen dich umbflie:;en, 
mit gnaden übergießen, 
er föert dich in die trinitat, 
er zeiget dir die majeHät, 
und Ut dich contemplieren, 
fich Mben fpeculieren. 
r5 wirft du gar ein dinc mit im. 
das; merke, tohter, und yemim. 
wilt dft nft fuft vereinen dich, 
fö kum zer Minn, diu wifet dich.' 

Diu tohter üf ir füe:;e trat, 
nach der Wisheite rät 
zer Minne fie vil bsdde giene, 
ir klage alfuft fie ane yienc 
'frouwe min, ver Minne, 
aller tugende küniginne, 
kein tugent ift iü gelfch 
in miner feie künicrich. 
ir fit an der min troft lit, 
wan ir diu urfache fit 
aller mines herzen klagen, 
mlns blengenlkhen fiechtagen. 
fürwär weis; ich aber da?: 
wollet ir, f6 wirt mir ba?.' 

D6 diu Minne derfach 
der tohter klage und nngemach, 
ir blangen unde ir herzeleit, 
fie fprach zuo ir in füe^ekeit 
'tohter min, dft fageft war. 
als kurz mache ich tftfent jär 
alfen gefterigen tac: 
wan ich alliu dinc vermac. 
ich twanc des den gotes fun, 
da? er her abe 6f erden kon 
und an fich nam die menfcheit 
und wart zem töde bereit, 
min fpiegel heilet güete 
imd erfreuwet din gemüete: 
fwer dar in fiht, der fiht in got 
und erfiillet alliu finiu gbot 
da? dft nft mich bekennes ba? 
und an mir nimmer werdes Ix^ 
fö merke hie befunder 
wunder über wunder, 
der gewalt wart überwunden, 
diu friheit wart gebunden. 



317 



diu wirheit wart überlogen^, 

da:; reht mit ftlTcheit überzogen, 

der fchepfser von der gfchept'de leit, 

fm wtsheit döhte ein tdrheit; 

der die engel verftieij unde Adam, 

der wart gefpannn ans krinzes ram, 

an allem Iinem libe wnnt, 

betriiebet fif der Wie grünt 

wart der bimelifche troft, 

da? diu feie wurde erloft, 

der küneo wart kneht, da:^ leben fkarp : 

ich bin diu ej^alles^ warp. 

got tuet alle:^ das; ich wil 

unverzogen äne ziL 

da? Marjä diu huhiu maget 

(als uns der geloube faget) 

wart vor allen frouwen wert, 

da? ir got ze muoter gert, 

da? was doch mfn fchult aller meid: 

wan ir 11p, ir herz, ir geift 

warn in mir enbrunnen: 

des brähte fie die funnen, 

von der die engel hänt ir fchtn: 

des muo55 ße imer diu hoehfte fin. 

doch fchuof ich ein?, da? ift da? meift, 

da? got hat Ifp bluot unde geift> 

vereinet mit dCr gotheit, 

rm kinden zeiner fpife bereu 

rm bluot da? fol uns reinen, 

Jii lip mit im vereinen, 

"in iele uns Terfiienen, 

^ geift mit tugenden kroenen, 

^n gotheit ziehen in andftht: 

& hdn ich alle? zuo bräht. 

ch bin übr alle krefte ftarc, 

ch fwende bein unde marc, 

ch derre bluot und herze 

doch fenftlich äne fmCrze), 

^ fie boöfe gewonheit länt 

«id da mit ftf in got gänt. 

ch be??er da? verdorben was. 

ch zinhe alfam ein adamas 

Ue föle in got und got in £\e: 

öit mir vereinent (ie fich hie, 

^elch lele kumt in mlne gluot, 

ler tuon ich als fiur golde tuet: 

ch Unter unde reine, 

ch fcheide und vereine, 



ich bringe dem ßbider rinwe, 

von altem mache ich niuwe: 

alle funde in minem lohen 

fint aUj5 fchiere verblohen, 

als ein kleine? glenlterlin 

verlifchet mitten in dem Rfn. 

fwer knmet in mine biunde, 

den fiiehent alle fünde. 

fwa? got hat da? ift alle? min: 

ich bin fin oberftiu kelnertn. 

ich mac die groeften gäbe geben, 

ich nim den tdt und gibe da? leben. 

fwer mich niht hat, der ift ein niht ; 

fwa? er gedienet, dÄft enwiht. 

fwen ich gefalbe, derft gefunt. 

dar nach wirt ruowe in gote kunt, 

dar nach f5 wirt enzücket 

und füe?eclich verrücket 

der geift von lib, von fei in got: 

f() lit der Itcham als ein tdi 

hie lernt ße contempliei>en : 

vor kund fie l^eculieren. 

wa? aber fi jubilado, 

wölte mit mir gen Oraciö 

(diu hei?t ze tiufche da? Gebet), 

wie gern ich dir da? kunt tet! 

Die rede erhörte Oracio, 
fie fprach in fcham zer Minne do 
*frou Minne, ir habt min begert. 
ich diende in gern, vror ich fin wert 
der berc ift hdch, der wec ift lanc: 
f5 bin ich leider ieze kranc. 
doch tuon ich fwa? min fronwe wil: 
wan idi hän euch botfchefte vil 
geworben iezuo lange ztt 
(diu noch unverendet *l{t) 
zwifchen miner firouwen von Sifin 
und Jeftt Krift uf finem trdn. 
und wroret ir bi mir gewefen, 
dö er zuo fins vater zefen 
fa?, ir w8Bren msere kumen^ 
der fie noch nit hat vemumen. 
doch lät ir mich bereiten ba?, 
bi? ich gehole min wa??erva?, 
der beilegen brieve, der engel brot, 
die fchuohe der beilegen dimuot, 
den ftap in mine hende, 
minen jgürtl nnd mtn gebende, 



ats 



und fpife guuoc in mlnen Xac: 
fö tuon ich alle^ da:; ich wtc, ; 
da? wa^ijerv^? ißt w^inunge, 
die brieve der heiligen fürderunge> 
der engej brot got inmier loben 
und imer in lobe nach im toben, 
da? beilege kriuze ift xnin ftap, 
aller miner ßalden urhap, 
da? gebende und der gür<;el wi? 
gedu\t und MufchQkeite fli?| 
diu fpife in den fac geleit. 
vil werke der barmherzekeit: 
an dife' fprach da? gebet 
*min dieaift w»r kranc, fwa? ich tei' 
Sie fuoren famt (nu nement war) 
hin übr aller engel fchar. 
diu Minne fuort die tohter für, 
do bleip diu maget vor der tür. 
fie verlos da gar ir finne. 
diu tohter und diu Müme 
kumen für den künic ftan. 
do lachet fie der künic an. 
diu tohter gar verlos ir kraft, 
fie wart von minne figelvaft, 
aller creaturen bld?, 
do fie der Minnen bic gefchö?. 
diu Minne verga? ir Delber nitci 
fie tet nach ir alten fit, 
^e nam ir minnenbogen, 
bi? an diu Oren in gezogen, 
fie fchö? d^'n künc öf Gnem tron, 
da? er der tohter von Sion 
viel minnediohen an den arn: 
durch beidiu kom der pfil gevarn. 
er twanc ^q in ein alfö, 
da? fürba? keiner fweere dru, 
mangel, dürft noch hunger not, 
da? fwert noch der bitter tfit 
fie gefcheiden mohte in keine wis. 
er fprach 'gemahel, wis gewis, 
ich gelä?e dich nu nimmer m& 
und enpfihe dich zuo rehter e/ 
da? was ein ganzer jubilus. 
fie fprach zuo ir liebe fus 
^herre, da bift wunderlich, 
din antlitz da? ift gnädenrich. 
ich bin in diniu wunder kumen: 
diu werlt ift mir n& gar benumen. 



und doch, fwie ich beftaetet fi 

mit dinem mah^lvingerli, 

fu fenke ich doch in den grünt 

den muot, und vorhte zaller ftant, 

wie ich der gnade rehte tuo, 

die du mir gUt fpät unde firuo. 

min liep, d& bift diu wisheit 

gotlicher klärheit. 

din glänz hat mich durchgleftet, 

din kraft an mir geveftei 

miner feie fchaz, mins herzen hört, 

von gründe uf höh bi? über bort 

hat mich din minn durchgo??en, 

durchgangen und durchflo??en. 

din fchoene ift der funnen fchin, 

dtk balfamus, du mirre min. 

ich lebe dir und ftirbe mir: 

wir fin vereint nach beider gir. 

mhi künec und ouch gemahel guot, 

du häft geedelt minen muot 

üf die Srften unfchulde, 

do Adam was in hulde. 

du zarteft nur und giÜ, gewali: 

des bin ich worden gen dir halt' 

dör künic fprach 'gemahel mtn, 

min fwefter und min friundin, 

ich tuon alle? da? du wilt: 

unfer minne ift ungezilt.' 

do wart ße gnädn als übervol, 

als von der drivalt ein toi 

fie gar und gar durflü??e. 

^e enpfienc da füe?e külfe 

von ir gemahels munde. 

w6r künde nft ze gründe 

gefagen, wie wol den lieben was? 

Ach Jefü Krift, du minnenva?, 

la? uns ouch werden inne 

der wisheit und der minne, 

die ^G u? dinem munde tranc! 

enpfach uns in dßn umbevanc, 

da diu tohter inne was! 

fo wart uns nie uf erden ba?. 

Sprecht amen, alliu lieben kint, 
den dife brieve gelefen fint, 
und gedenket ouch aaoit triuwen dub» 
fprecht 'er müe?e fsölic fin, 
der uns diz getiht gemachet hat; 
got gebe im aller faolden rät!' 



3td 



Geistliche Lieder. 

Das erfte auf einem Pergbl. zu Klöfter Neuburg: Wack. Lefeb.« 896 ff. * JOOl fg. 
Hofimann Gefch. d. deutfcben Kirchenlieds ^ Nr 23 S. 94. Die aftdcni in einer Hs. der 
Bauer Univ. Bibl. Perg. 14. Jhdt , urkundlich mitget. durch Wackem. in : den altd. 
Bll. 2, 124 ff. S. deit. Lofeb.» S9^ ff. * 997 ff. Hoffm. Kirchenl. S. 91 ff. 



Treuw dich, tohter von Syda! 
fchoene botfchaft kumet dir. 
du folt fingen füe{5en d6n ' 
wol nach dines hörzen gir. 
du bift worden gotes fchrtn: 
da von folt du vroelich fin 
und folt niht liden hfe'rzenpin. 

Ina ju ju jubilieren, , 

meditieren; 

j^ j^ j^ j'i jubilieren, 

contemplieren. 

ju ju ju jubilieren, 

ju ju ju jubilieren, 

l'peculieren ; 

j^ ju ju jubilieren, 

concordieren. 
Meditieren da^ ift guot, 
fwör an got gedenken wil. 
jubilieren wunder tuot 
und ift der föl ein feitenl^jil. 
fpeculieren da? ift glänz, 
contemplieren git d6n kränz, 
concordiereii leit dCn tanz. 

Ina ju ju ju[bilierenj. 

concordiem illb jubilieren 

von dem fiie:5en contemplieren. 

An Jefum denkn ift füe^ekeit. 
diu feie da von wirt gemeit, 
fö an ir der bHc 
Dimt gar den fic 
von der minnen ftric. 

Der lip der wirt betoeret gar, 
fwenne diu fßle reichet dar, 
da der heiigen fchar 
ift in vreuden gar 
mit maniger par^ 

Crift, dines geiftes lue^ikeit 

gip mir gereit 

durch willen diner muoter! 

dm gwalt ift hie öf erden breit: 

des fi gefeit 



dir lop vil, herre guoter. 
hilf mir durch jdtner namen dri, 
da:; ich hie niht vervalle! 
der kranken weite unftsetikeit 
diu bringet leit 
alfam ein bitter gallo. 

Nu fule wir alle 

gar mit fchaUe 

loben den vil fliegen Crift, 

da? der guote 

mit finem bluote 

uns ze helfe komen ift. 

Krift, dins geiftes füe^ikeit 
machet die feie vil gemeit. 
ir wirt alle freude breit, 
der weite leit 
hat bi ir kein quäle niht, 
fwa? ieman feifc. 

Jefus minne die fint guot, 
fi gent der feie hohen muot, 
und dar zuo fin reine? bluot,» 
da? durch in wuot • 
des fi lop der minnen craft, 
die? alle? tuot. 

Weine, herze 1 weinent, ougen! 
weinent bluotes trehen rot! 
weinent offenbar und tougenl 
weinent vil! e? tuot iu not; 
wände ich hau min liep verlorn, 
da? mir was vor alme liebe 
her an dife weit erkom. 

Ich gan umbe alfam ein weife 
und fuoch mines herzen. troft, 
der mich von der, hellen freife 
an dem criuze hat erlöft. 
ichn wei? war ich keren fol, 
da ich vinde den herzelieben, 
nach dem ich bin leides vol. 

Ich was liebes wol geweide, 
du ich finer minnen pflac; 
nu gän ich in hartem leide, 



320 



fit das^ ich mich fin verwac, 
owe reine (ue^ekeit! 
Jeta, liep^ lä mich dich vinden: 
fö ^wirt noch min freude breit 

Jefu dulcis memoria^ 

dana vera cordis gaudia, 

dulcis Jefuj pie Je/U^ hone Jefut 

Her J ^ixi gat in paradis, 
er git den kiufchen Unten pris. 
fües^er Jefti, milter Jefu, guoter Jefu! 

Her Jefu in der kripfen lit: 
nu wfier ^^5 jubüierens ztt. etc. 

Hern Jefu ift nach minnen we: 
er gert der kiufchen briute m^. etc. 

Her Jefus clopfet amme tor : 
er gert der kiufchen briute kor. etc. 

Her Jefus machet freuden viL 
er ifb der fehl ein feitenfpiL 
füeijerJefu, milter Jefu, guoter Jefu! 

Himelriche, ich fröiw mich din, 
da^ ich da mac fchouwen 
got und die liebe muoter fin, 
unfer fchoene frouwen, 
und die engel mit den ordnen, 
die da fingent alio fchone. 
des fröwent fi fich: 
got der ift (o minnenclich. 
wart umbe dich! 

hüetent iuch vor fänden! daft tu- 

gentlich. 
Lüzel reden da:; ifb guot 
und ze mäge lachen, 
twinc diu ougen und den muot! 
man fol lange wachen. . 
bete gerne und wis aleine! 
fiiuch die weit — fift gar unreine — 
ir valfche^ Üben! 
got dtr wil fich felbe uns gCben. 



wart tunbe dich! 

hüetent iuch vor fünden! daft tu- 

genüich. 
Sit ich mich nu hüeten fol 
Tor d^s tiefeis läge, 
herre got, nu tuo fö wol, 
verlieh mir dine gnäde! 
ich bit dich, herre, durch dingüetC; 
da; dßr lip iht an mir wüete 
und diu wüt, 
wände fi git f5 boefe gät 
wart umbe dich! 
hüetent iucl^ vor (linden! daft tn- 

genüich. 

^Ich wil järlanc nimml ßinden' 
fprach ein frouwelin gemeii 
^ich hab einen harren funden: 
von düB löne ifb mir gefeit 
juncfroulin, mit die funde gCme! 
d£r von riehen landen gibt, 
fw6r die funde niht wil miden, 
dar kom in fin riebe niht 

Ifb Cz d€r von riehen landen, ^ 
d^r die ftinde vergaben mac, 
alfö tuet £r mir noch hinre: 
€t nimt mir al min ungemach. 
da die wifen engel fliegent 
unde wCrbent umbe inich, 
und da man reine megede krcBnet, 
fiehent! da wil £r troefben mich. 

War für haut ir die gewinne, 
da man got ze lAne git? 
dar nach fbuonden mir ie die fiime, 
da man folicher loene pflit. 
ich truwe wol, da:; mich min hftrre 
niemer ml verderben lat* 
alfus fuor diu maget ze kl6fber 
frcelich äne ir muoter rät 



Aus Heinrich Heslers paraphrasierter Apocalypse. 

2 Hfls. in Königsberg und eine in Danzig. Bruchitücke gedr. bei EL Roth DicbtongeB 
des deutfchen MAs, Stattamhof 1845, S. 1 — 17; von F. ^. Köpke in Hagens (htm. 
10, 81 — 102. Karl Barifch die melrifohcn Kegeln des Heinr. Hesler u. KicoL T.Jero- 
fehin in Pfeiffers Germ. 1, 192 — 202. 

Z. 1319 — 1482. Pfeiffers Germ. a. a. 0. 



Des bit ich fleh, die diz bAch 
leTen, das; ir Annes füch 



rüchet an difem buche, 
die wÜe gdt geröche, 



S21 



dai; her mir dCs Ubes gan^ 

ab ir Yindet icht dar an 

wandelberiger üuobe, 

da:; ich i^ be^:;er maohey 

die wile ich an dä'm libe bin. 

durchfüchet wort, durchTadiet fin 

und durohluchet mine rime, 

fwan ich wort zu worte lime. 

dnrchprÜTet die mat^rjen 

und mit dto ewang^jen, 

die fich hir in diz bftch tragen. ^ 

da; Mbe t&nt die wisfagen. 

iJo dnrchprÜTet dan die gldfen, 

als ich Imoten mm; snüdi^n 

ü; tief gefprochem ßnne. 

vint ieman icht dar inne, 

dar an ich miffefpreche, 

rfm oderfin zubr^che^ 

materjen Torkere 

von unknnftiger lere, 

da; wider den gelonben fi, 

da; fpnch ich bi dm namen dri, 

die ein war got fint nnzufcheiden 

ober Juden oriTten beiden, 

^ die wile dag idi lebe, 

^ idi des antworte gebe. 

fterbe ich , f 6 wirt lichte 

vorkart nüa getichte, 

da; der fchriber milTefchribet 

und immer alfö blibet. 

die rede vordit ich vorfömen. 

darvon tichte ich difen lumen, 

ob einer durch itewi? 

oder lichte durch vergi:; 

oiBs rfms dar an vormiffe, 

da; man^ hlr vinde gewüle, 

da; ich den rhu nie valfch gefprach 

iioch fazt des rtmes nie zübrach; 

^d tun i? ouch durch den beröch, 

da; lange ftete fi min buch 

^d m^ kunlt lange fchme. 

vocales in latine 

fiöt genennet vumf buchftabe, 

dar die wort alle lut abe 

fernen, die man gefprechen mac 

von hinnen bi; an den lunestac 

oder ie munt gefprach bi:; her. 

fal ich ftch underwifeh der 

Schade, altd« Leseb. 



und fult ir ße bdcennen, 
f<5 mii^ ich fie benennen: 
fi fint diz ä e i ö Q. 
dife büchfkabe nenne ich u 
meifteren nioht zu fchanden 
von aller leie banden, 
die buch oder liet tickten, 
ich rede ig durch die licht^ 
die buch nu wollen madien 
von aller leige facton 
und rim zu rime yinden, 
und die nioht rechte binden 
und die nicht wegen gliche, 
dag fk^t unhöYeliche. 
die meifter die do wären 
bevor den alden jären, 
die Yunden ticht^ä aller irll: 
des fint ir werc noch aller herffc. 
fwer rime wil zu rimen 
und wort zu werte limen 
und fin zu finne fetzen, 
der muog den fin dö wetzen 
und nemen dar von bilde, 
dag fin rhu niht verwüde. 
d€n fin, den fie vor vagten 
und an getichte fagten, 
den mäge wir noch halden. 
fie fagten vor uns die alden 
gerecht getichte underwegne, 
dag kein buchdab begegne 
der Yumfer an dorn worte, 
dag, einer an dem borte, 
der ander an dem ende fie. 
deme ä belegene nicht dag e, 
deme e dag i, deme 6 dag u. 
diz dinc man lägen müg da zu; 
wand alle rime die fint valfch, 
&e fin latin, dfttfch oder walfch, 
da die buchftabe begegenen. 
davon müg man mit gelegenen 
Worten die rime füchen, 
den fin alfö beröchen, 
dag wir nicht valfches fprechen. 
doch müg mang wilen brechen: 
des endarf ^h aber nieman fchamen. 
ig machet dürft der lüte namen, 
die nieman kan bekennen 
anders : die müg man nennen 

21 



3tt 



alfo fie genamei Rm, 

und mft^ rime zien dar in,. 

die ßch den namen gUchen. 

wir fetzen wöl *der rteltön^ 

der edelen und der vrien' 

namen Fante Marien» 

da; vrien, Mnd ia; anderswar, 

da; were yalfc^, und i^ ganz dAr> 

wand lieh da rimet der nama 

den landen, Db^en ift alTame, 

den fteten, Imrgcn, bergen, 

die niemaÄ kan Torheiten, 

noch wort die mit uns wanderen, 

die nieman kan Toranderen: 

die mä;e wir wol letzen 

an gevellichen Tletzmi, 

mit loube die buch machen; 

mit fulchgetanen lachen 

bin ich dicke benacfatet 

und hän darnach getrachtet 

dicke mit unf&^e. 

fchedeliche mu;e 

nam ich mich ölte ^isa^ esikegen, 

wand ich hän die rime gewegfen 

mit ebenglichen vä^en, 

und hän mit langen mu^en 

ober der rede gefö^^en; 

wand ich hin Ile gar durehmet;;eii 

und ebengliche gewegen. 

fwä der fin wa» f6 gelegen, 

da; ich nicht mochte &; brengen 

ich enmürte den rim lengen, 



fo was beider gei^roohen 
lanc rim dan fin zubrechen. . 
doch fwen ich; nijOckte gächten 
mit föchfen, fibenen, achten, 
da; tet ich unde lutzel mer. 
niÜBe fa;t ich aber ^r, 
oder zum melßieB. zene 
(die leiben fint feltfene), 
dan ich zubridie den fin. 
alTus hän ich da; buch Mh 
gevarn bi; an da; ende, 
da; ich an zenen wende, 
mit föchTen yorbeginna 
dar zwiToiien fpreeh ich inde 
fibene und .adite , näne. 
fwelch meifter fcharf gefüne 
finnes habe, der fpreche nii, 
fiet her da; ieh unrechte ti, 
da; her mich des begru;e, 
weder ich zu vü der vö;e 
fetze dar oder va kleine, 
doch ding kh oach. ä; diz ^ne, 
da; kk dioke>>zwene kurze mfi; 
dar fetzen vor eine» langeU yuo?, 
fwa mir der fin alfo geburt, 
und ft; zwein wortmi mu; ein kurt 
machen oder ein halb uuderzin, 
da; ander teil di lu;en fin, 
nach deme der fin gevellet 
und fich der run geltellet 
und die materje fich getreit 
dar mite £i da^ hin geleit. 



Ans Nfcolaus von Jeroscbin Dentschordenscbronik. 

Hss. in Stuttgart (Perg. 14. Jhdt), Königsberg (Perg. Ende 14. Jhdt) iL Heidelbg 
(Perg. 15. Jhdt), f. Pfeiffer lxx fg. Proben nebft Unterfueh. üb. d. Spwujhe n. e« 
Gloffar in Die Deutfchordcnachronik des Nicolaus v, Jerofchin, ein Beitrag aur G^ 
fchiclite der mitteldeutfchen Sprache u. Litteratur von Dr. Franz Pfeiffer, Stuttgart 
Köhler 1854. K. Bartfeh, die metrifchen Kegeln dÄs H. Hefler u. Nie. v. Jerofchifl 
in Pf^iffisrs Germ. 1, 19^—202. Nie. hatte f. B^eimchnmik begonnen unter dem 
Hochmeifter Luther v. Braunfchweig (1331 — 35) fortgelfetzt unter Dietrich ▼. Alt»- 
bürg (1336 — 41), deffen Tod er nicht erwähnt. 

Aus d. Eingange: Über Plan und Versbau. Z. 221—330. 
Pfeiffer S. 9 — 13. 



Wol befcheiden an begmift 
ift des buchifi halbe kunit. 
und da von, fwer da tichte, 
der hab des yli^is pflichte, ; 



da:; er vor dem beginne 
di mateije befinne, 
da fin wiUe fich üf treit, 
unde mit intrdieidisheit 



68S 



fi teilinde znlite 

nach predig^res fite, 

d& fin rede in flaoke fctnoht, 

e dr von d£r natdijen iolit 

endehaflis fprtf ohet^ • 

unde lucht YcnHMohe 

dar lidir oardenimge« 

onch dCs tichtere» zange 

an der materjen fträi^e 

fol di rechte m&^e 

behalden an d^nrimeHy 

glich zu glichen limen 

an lenge, finne, Uüe» 

da; ich aifus bedota 

TÜ wort man gliohe Ibhribtt, 

dür luit unglich fioh tribit 

fulch rimen fol nian nüden, 

d&i fin oudi Mohi VoirlktdeiL 

di lenge helt ddr filbem zaL 

dar nnder man evLck merken (ak, 

^ Yumf filben ßn zn knrz^ 

z^ne hän ze langes fehnrz: 

zwifchin idto ^w^n endin 

runen di behendin/ 

di buchir pfiigin tiobiin. 

ond dar nach fal idi richtin 

nuch an diTs getaehti» vart 

di cronke teil ich in vk part. 

zum ßrftin vni ich fagen,- 

von w(Jm, in wSchin ttg^n 

und wi voti irft :ß wordin 

<le8 dutlxdiia hfülsi-ordm. ^ 

d^ andre teil uch machit kunt, 

in wßlchir wie, in wölchir ftunt 

des dütfchin opdhis brikder fin 

zu Prüzinlande knm«!! in. 

fö wfl ick kmutii^ an dto driten, 

^f urlongit und gefbriten 

uüt der goÜidien hrlfe oraft 

wider di vreiTe heidinü^^afl 

di d&tfchm brnder in IVft^^ant 

^, als ich ffefchfiben yant 

^d ein teü- MBbe'hab .gfetehen. ' ' 

^ virdey idi fol ftch Torjöhen, 

^ pÄWft unde kelfir hän 

gerichfit, fint da:^ örft began 

«ICs dätfchin. onüM w^ßki. 

^ in fö*wü ich KQn 



wa^ in ires löbins ztt ' 
in A^r wMde numdiirßt 
fin yremdir fchicht getriben, 
als ich di vant gefdiriben* 
das; wirt diTs b^his virde part 
nu iTt min ßn dsir ftf gekart, 
da^ ich diz teil wü miTdnn 
den andren teilin zwifchin, 
inhant der rede ein ßnu^e 
ylöchtinde in ein lacke, 
fwä das; ich di gel«ge> 
gevüclich noch gewege, 
fö das; diz nnd gi^emit 
fich irvolge an gevit 
an der zAl d^rjäre. 
fds ift ftch oSmhkPe 
wordin d^r matSrjen rUm. 
euch ich difs geti<^tis rtm 
ftf di zal der ßlben zftne, 
fSchfe, ßbene, achte, nflne. 
bi wüen ich zwu kürze 
üf eine lange fknrze, 
und min rfm wordin gebuit 
an dem ende Af glteh^ luit 
nicht velfchinde d^ rede fin. 
und want ich tmnmer finne bin 
meifkerlicher kunfke wan, 
dar zu lutzil dOrtfchis kan, 
dt als di mich larte, 
der fpune mich Ä narte, 
da von oudi umbefnitten 
nach hofelichin fitten 
mines mimdis lippen ßn 
und an fpr66hin nicht fö fin 
als in finer fchichte 
eifchit diz getichte, 
di58 darf ich gfttis hefliß wol, 
ob ich diz bftch volbrengen foL 
dar um ich armer fohrie 
an dich, fö^e Marie, 
d mütir, dich mir bie 
und hülfe mich gezwie, 
als idi dir wol geifruwe. 
6 vullemnnt d?r trftwe, 
ftf dinen trAft ich bftwe. 
ich Wei^ dich fö getrftwe, 
da^ ich gar bin zwivek &n, 
dun müs^is mir bt geftan. 

21* 



»u 



\k rehiiy joch ta^ ß; du mich ¥i)i:^«ax! 

der trotz in toffen i(t getan 

dir, milde kuniginDe. 

nü bis min leitirinne, 

want dir zu lobis winne 

difs bücys ich beginne; 

Aus dem Abiblmitte v. d« Abgöttern u. 
d. Unglauben d. Preußen, Pfeiffer 8.15—18. 

Di Prosen niöht irkantin gat 
noch diwßdir ßn gebot^ 
tum und einyeldic yr^ iv, fin:, 
dös inmochtin ß nicht in, 
bevan mit der yornumfte ga^ftj 
und want fi euch nicht hattin A^brif^» 
dar inne man gat pflit irfpe?^, . 
di's mochtin fi in a;Mcht irlen 
mit den oagin dörke^tpi/Tß. 
in was jocji fö ungewilfö . . 
und io vremde von voruunft 
der fchrifte wishßit unde kunft, 
da? fi zum 4rftin fundirlich 
da? düchte alzu w\indirlich, 
da? ein n^an dto wderen 
mit briven zwifcfiinwanderen 
mochte, hin in vremde lant 
finen willin tön irkant. 
und want in got fue^ was unkunt, 
dÄ von di irrekeit intftunt, 
da? fi in tumplichir vfire 
ein fcliche creature 
vur got pflagi?! betin, -au, 
donre, funne, ft^rne, jman, 
vogle, tir und ouch: di ci^olin 
warin in irkom zu gptii^. 
euch fo hatin R völ^e : 
wa??ere unde weldo 
heilic nach inne finuB, . 
fo da? ri nicht dar inne 
pflügin noch vifdiin, torftin . 

noch houwin in dür vorftin. 
nu was undir dirre , 



heidinfchaft fu irre 
wol in mittin gefat 
eine vom^nie ftatn 
in d6m lande S^adronwe. 
di rtat di hi? Rdmouwe 
unde was nach Kome* genant, 
want da was wonende irkant 
der obrifte ewarte 
nach heidenifohir iarte. 
Criwe was genant fin name. : 
di heidin pflagm allintfame 
vor einin pabft in haldin; 
want als der pibifb waldin 
pflit gemein der oriftinheit, 
fuft wariil difem ottdi geneit 
di Pru?in nicht aUeine> 
fundir euch .gemeine 
Littouwin uüd Liflaäde. 
fwa? man djk iriotnde 
von heidenifchiä rotin, 
di warin ßheA^ gebotin 
gehörfamltchbl undirtän. ' 
gewalt fd gcd? fach man in hän 
undir in und achberkeit, 
da? nicht alleii^ wirdikeit 
im odir finea mägin 
di heidin irbitiii pMgin^ 
fundir ; fwa ein böte ouoh 
durch di gegen6tä zonchy 
dem da Criwe filmen, ftäb 
odir ein andir zeichia gab, 
der heidenifchin dit b6kant> 
da? vr wfo von itn geCont, 
den pflägin fi iere eren. 
di kunge und di h£ren, 
dar zu di gemeine fehar 
fich im irböt mit dtnfte gar. 
euch hegte und bewarte 
der vorgenante öwarte 
dn burnde v&er immir, me 
nach gewonheit der aldin e. 



Ai)s einer Dorotheenlegende ; oiederrbeioisGL 

Nach einem kölnifohen Drucke von 1513 in Geiftliohe Gedichte deeJXIT. u. XY. JMto 
vom Niderrhein hersg. von Oskar Schade, Hannover Eümp»ler 1354, S. 1 — 29. 

Eingai^ Z. 1 — 111. Schade S. 15 ff. 

Man vindet hoefphert.Jufde vil, wae R gät löfen boieren, 

den dat is ein wu^i^ fpü, dat fi des nicht zoftoeren.» 



dör nae verftant iÖTen kau, 
dae bt £6 vint h^ manohen man, 
der nidit kan geliden da^, 
want k^ is aller doej^h^t geha^ 
und hC gapet alle^j dfe'8 wart: 
dat kompt- van finer fnoeder ari 
dem woulde ich raeden einen räit, • 
der fulchen lüden wail anftait, 
dat M Reh. machte van dan 
und Ke? einen vromen man 
hperen wat Öme gq^^^me, . 
dair van im vrende quieme. 
nochtan d€lfe fSlve effel?n 
die willen jo die heften, fin^ 
dat wil ich nu laij^QUijftaüi 
und wil dit boechelin heven an. 

ffier voir die heidenfchaft 
hadde gewalt nnde crafb 
in dtoe roemfohen rtche^ 
Ti büden alle geUche 
die valfche afgode aen 
beide vrouwen inde man, 
riebe arm groi? ind deine. 
fi dienden den dnveUn ^Ue gemeine. 
wgr dair wöder wonlde ftröven, 
dem nam der keifer dat leven, 
d^r dd geWTeldich over fi was, 
als ich in.deme boiche las. 
waer man einen erkante. 
dür J^Cum Criftum nante 
mid in anbede vor einen got, 
Tan djgs keifers gebot 
vink man zo hant den man 
und legede em groc^e pine an. 

Des "was zoRfime gefe^n ein gnet 
der mit vB^^e was underdaen man, 
gode van hemelriche 
und diende em heimiliche, 
als he hefte mochte. ^ 

doe eme dat nicht mer endochtCy 
do houf he Geh hlirave. 
be lie:^ daer bliven greife have, 
^ingarden, erves, aekers vil, 
t>urge, hufer ftne zil. 
he fprach ^i ich den wären got 
yerkore und diende des dftvels fpot, 
e wolde ich mit deme gefinde min 
arm bi^ an mm etide fin.' 



der man Theodorus was genant. 

he hatte got wail bekant. 

fin wif hie^ Theodora: 

fi volged em mit vlii5e nae 

beide fpäde unde vrö. 

iie hatten fchoner doechter zwoe,. 

die eine hie^ Chiiften, 

die ander Galiften. 

beide he fi mit eme nam, 

als it den trüwen wail an zam. 

van danne zogen Vi zo hant: 

zo Capadocja. in dat lant 

in ein ftat, hei^^et Cefarea. 

die herberge bat he p.ldae 

zo dem bcften den he vant. 

der dövel hat oiich dair overhäht. 

niet lenger wart dÄ gefpart, ;. 

fin z)vae doechter worden beide ver- 

ß nömen ane fin g^bode. . kart ; 

und anebedden die afgode; 

want fi vorten den bittem dojt 

und der groi:5en martel noit, 

die den luden wart gedaen, 

die die afgode niiet beden anj • 

dair nä. befcheirde in got ein kint — < 

dat bekeirde menichen beiden fint — 

ein rein zart junferchin. 

nä dem vader und der moder fin ^ 

wart ime fininame gegeven. - 

zo hant voirde it ein reine^' leven. 

do it zft der werlde quam, 

Dorothea wart fin naem 

genant van eime bufchove, 

der doeufbe it in eime hove 

na criften gclouven wail 

des heiligen geiftes wart fi vol. 

mit züchten und mit doegehden • 

zöch men fi in der joegende, ' ' 

ind wart fo gair ein fchdne maget, 

dat nie fchoenre wart bedaget 

in allem deme riebe 

noch fö minnencliche. 

dat beneit zo hant der boefe wicht, 

der düvel, der da lit nicht, 

dat man van ieme zucht die vlucht 

ind hait zo gode geine zucht. 

dair nae der ftat hoeftman 

erkante, dat he gewan 



mi 



doe iine ir fchoende wart gefagjet. 
zo hant he z6 ir fante/ 
(fin herze nae ir erbrante) 
he boit ir guit over guit, . 



dat fi hadda ir^^knoit 
van ;ireBi . gode gew«tnt :; 
he woulde iü.göven al -Gil latot 
ind woulde ir gevöA noch mi\ 
dat fi in n^me z6 der & 



Aus Ulrich Boners Edelstein« 

über die Hss. f. bei Pfeiffer S. 186 ff. Drucke: dnrok Albreolit Pfliteir bq Bamberg 
i. J. 1461; 88 Bll. kl. FoL mit IQl Holzfebnitten : eines der k^ftbazften aller gedruck- 
ten Büclier , das erlte gedruckte deutfche Buch und das erfte mit eingerückten Holz- 
fchnitten: das einzige yorhandene Exemplar in Wolfenbüttel , f. Schönemann hundert 
Merkwürdigkeiten der herzogl. Blbl. zu Wolfenb. Hannor. 1849 S: 66. Ein etwa« 
jüngerer Druök in 77 filL ohne SehkiAfohrift; u. Datum ^ frfiher im Beütae des Aiti- 
quars ßtöger in Mtncheb, 1845 von der königl. Bibl. in Berlin um IpOO Thlr. ange- 
kauft: f. Sotzmanns Befchreibg im Serapeum VI (1845) S. 321 ff. Gulemann bei 
Schönemann a. a. Q. S. 66 fg. Anm. Ausgabe von 51 Fabeln nach tr Hs. mit einem 
weitläufigen Gommentar yon I. G. Scherz in einer Reihe Von DÜTertatiouen Pfailolbphiie 
moralift Germananun medii fieyi fpeeim. t — XI, Argentor. 17D4 — 1710 in 4*. Aus- 
gabe der Zürcher nun Terlomen Hs. durch Breitinger mit jOHolfar ii. Anm-: Flaibelii 
a. d. Zeiten der Minnelinger, Zürich 1787 in 8. Lefling über die fo^enannten Fabeln 
a. d. Zeiten der Minneiinger : zur Gefchichte u. Literatur 1 , 1 — 42. 5, 1 — 52. J. 
J. OberUn, Bonerii gemma f. Boners Edelstein fabulas e ' phonafcorum seTo com- 
plexa, Argentor. 1782, 4^. (Verzaichms der Fabeln, ihrer Üherijahdften u. Lesarten 
aus der Straflb, Hs). Emeuerg Himtl. Fabeln durch Joh. Joach. JBfekenburg: Bonos 
Edelftein in hundert Fabeln mit Varianten u. Worterklänmgen , Ber.lin 3L810, ii 8. 
Erfte Yollft. Ausg. des Textes: Der edel ftein getichtet von Bonerius, aus Handfcbrif- 
ten berichtiget und mit einem Wörterbuche yerfehen yon Gebrge Friederich Benede, 
BerUn Bealf<^ul - Buchhdlung 1816. Der Edelftein y. ülriQhi Boner hersg. v. Fram 
Pfeiffer y licipe. Göfchen 1844 (4. Bd der Dichtungen des diSutCchen MAs). 

Von dem ritten und ybn der yld. von übr%eim gemaehe. 
Pfeiffer Nr XLvra S. 75—79. 



Ein ritte begegent einer vlo. 
eis mäls. dö was Ii nicht gar yrö; 
n hik ein übel nacht gebebt 
nnd hat vil herteMieh gelabt, 
als was dem ritten oueh befchehen. 
beide gerieten fi verjehen 
einandem nich dem gruot^e ir not. 
diu vld fprach *ioh bin hungers tdt. 
minr fpife wand ich ficher fin; 
ich fprich e? üf die triuwe inin, 
h^r Ritte y da^ ich dife nacht 
niut anders tet wan da? ich vacht: 
da? nrich gar kleinen doch vervieng. 
ich fag dir, wie 6? mir ergißng. 
ze einem klofter dar kam ich 
gefprungen, dA ich wände mich 
wol fpifen, da mir* miflelalig. 
Af em hohe? bette ich Iprang, 
da? was gebettet zart^lich 
dCr eptifchin; din was gar rieh, 
da? fchein an ir gebärde wol; 



aller klnogheit wact fi vol. 
dö fi d^'s äbeaodji nider gieug, 
nnd ichs an ir gemach enphieng, 
vil gern ich h»t mm Ipis genomen. 
fi wart gewar, da? kh was komen 
ft? der galter an d6n lip. 
fi fcbrei 'Irmendrftt, b^ip 
nicht lange! kum h€r wider in! 
mich bi?t nei?wa? : was^ mag da? fio- 
häft du nicht erfßhen wol 
diu linlachen? triuwe > ich dir fol! 
ich zjime, da? geloube nur. 
zünd bald da? Hecht I la?lingendir!'— 
'ich vlöch vil bakk»,' fprach diu tIo; 
*da? ich entran, döe was ich vro. 
und dö da? lieoht eriölfchen wart, 
dö kam ich üf d&r fölben värt 
wider uf da? bette als %. 
aber (bhrei diu vrouwe 'owf! 
wiefbit e? um da? bcftte mtn? 
entzünd da? Hecht ! wa?magdiznn?*-' 



827 



'dö Tlddi ioh balde. ei^ tet mir ii6t: 

W89r ich beg^riffen,, ich WBBr tot 

da^ triben £i die ioakgen naeht 

mir wart da nidit, wsls; ick gevacht : 

des bin ioih hnngrig' unde kg. 

got welle y da.:; mir beföbebe bag/ 

der ritte fpradi 'nu Ja dag iin! 

min nacht. iSb als bc&s als diu din 

gewefen; mir ift nicht vil bag 

gefin denn dir, geloub mir dag. 

in ein hfts ich gefter kan, ^ 

ein wip ich matfcer&n i1)ej^aii ; 

ich erfchutte ir ir gelider 

krefteklich. dö fag fi nider 

bald, und f 6t ein flarken bri, 

lind ag. da ftuont ein züber bi 

mit wagger: des trank ß genuog. 

ein buttin ß bar vür do truog 

vol tuochen, diu fi foite 

buchen, und enwolte 

mir kein ruowe lagen. 

^i hat mich gar verwagen, 

^ ruowet nie die langen nacht ; 

mit unruowe fi fere vacht, 

n Itattet mir gräg luigemach. 

des morgens, dd der tag uf brach, 

den züber ftf ir houbt fi nan, 

und zogte zuo dem bach hin dan, 

und fpucdt ir tuoch. dag tet mir we. 

ich mochte da nicht bliben fne; 

ich bin gemartert jämerllch. 

wir füllen wechflen, dag rAt ich, 

unfer herbrig beide, 

und morn, bi unferm eide, 

füllen wir bar wider komen, 

und fiillen fchaden unde vromen 

einandem beide hie verjehen.' 

diu vl5 fprach *dag fol beCchehen.' 

Der ritte bald üf ßnen gwin 

zogte zuö dem klofter bin 

und erfdiut der eptifchin ir ghder. 

ir jungvrouw half ir balde nider. 

fi wart gedecket harte w^ol : 

ir kemenät was rates voL 

^i Iprach ' mm ragge und ouch min bein 

die ridwent -vafte. ein ziegelftein 

foltu mir balde machen heig;, 

^iid w^ürde mir ein fenfter fweig, 



ich möoht vil lichte wol genelen. > 

ouch hab ich leibe dag gelefen, 

dag man die vüege riben fol 

mit eggich und mit falze wol. 

roswagger fol man balde haben: 

da mit fol man min höübet laben: 

dag ziucht Ag bcefe hitze.. 

acht eben, wenne ich fwitze, 

fo nim den beiz und decke, mich. 

lä nieman in, des bit ich dich, 

dag der fweig nicht erwinde. 

fag ouch dem gefinde, 

dag fi alweg fin bereit 

ze tuonde wag man in feit 

du folt ouch gewamet ßn, ■ 

dag man. mit vlige hüete min 

an franke und an fpife. 

ein muos Ton einem rife, 

mit mandelmilcihe wol bereit^ 

dag mache! ouch fi dir gefeit, 

zuckerviolet folt du dich 

warnen, dag erküelet mich: 

ich mag des bag ze fbuole gajt 

ein gränatöpfel folt du hän, 

der mir ervrifche mmen muni 

ich danken dirs, wiixl ich gefuni' 

des ritten wart enpfl%en wol; 

diu vlo was dennoch hungers yoL 

an die herbrig kam fi hin, 

da e der ritte was gefin, 

da ir dd vil guot gemach 

Ton der wefcherin befchaclL 

ri hat ir tuoch getrüknet woL 

ir hös was armüete toI, 

wirtfchaft was da tiure. 

fi falte fijch zuo dem viure 

und ag da^ fi da mochte han. 

dar nach fi flÄfen began: 

üf ir ftroufak leit fi fich do. 

des wart gemeit diu hungrig vlo. 

diu vrouw lag ftille unde flief : 

diu vlo uf unde nider lief, 

die fpife ir nieman werte; 

fi hat des fi begerte 

die langen nacht, des morgens vruo 

kämen fi zefemen duo 

beide, der ritte und ouch diu vlo. 

ir herbrig wären fi vü vro. 



S28 



der ritt© fprach 'mir. ift gar wol: 
diu eptifchtn mir betten fol 
achtzehen wuchen oder me.' 
do fprach diu vld 'mirft ouchniditwe 
ftf dem ftroufacke befchähen: 
wen fol mich difen fumer lehen 
üf dem ftroufak wefen vro/ 
von einander fchiedens dd. 

Wer dem fiechtag lofen wil, 



dem mag ßjaw^rdeü "^ol sse viL 
wen lyncht y daz;. überig gemach 
gefunde liute machet fwack 
nach finen fbatten wirt der man 
nech dik, als ich yemomen hin. 
mit emft diu wefohertn vertreip 
den ritten, der doch laijige bleip 
bi der kluogen eptifchtn: 
des müe:; er iemer fselig fin. 



Aus den Gedichten Heinrichs des Teichners. 

13 Hss. £ Karajan S. 73 fg. Anm. 226. Über Heinricli den Teiclmer, ein Vortrag 
gehalten in der feierliclien Sitzung der kaiferl. Akad. d. Wißenfcli. am 30. Mai 1854 
von Th. G. y. Karajan; Wien 1854, 18 S. in 8. Über Heinricli den Teichner yon 
Th. G. y. Karajan, Wien in CommilT. bei Branmüller 1855 (a. d. Denkfchrifteii der 
kaif. Akad. d. Wifl. phüof. hift. Claffe Bd 6 bef. abgedr.) 91 S- in 4. Nach Kara- 
jan gehört der Teichner dem gröBem Teile ir Lebenszeit nach in die 1. Hälfte des 
14. Jhdts; das Jahr 1378 fcheint er nicht erreicht zn haben; er dichtete etwa von 
1330 — 1375. Heimat n. Aufenthaltsort Öfterreich, znweil^i Wien. 

Von den zwiteren. Karaj. Anm. 15. 



E^ gefchach ze einen ziten, 
da? die vögele wolten fkriten. 
nach der flledermfts ^e fanten. 
diu fprach, da? &e bekanten, 
da? ÜB niht ein vogel hie?, 
da? man fie dfe'r reife erlie?, 
wan ^e waere ein mfts genant, 
do verlie?en £ie fi zehant, 
da? ii ir an dem ftrlt niht gewuogen. 
dar nach fich die miufe zetruogen, 
da? iie wolden einander fchaden. 
dar zuo wart R^e ouch geladen, 
dd fprach £ie 'wa? get iuch an? 
nu fßht ir, da? ich vedern hän. 
ich gehoere an der vogle pfliht.' 
alfö geftuont fie dewCderm niht, 
fi wolte vogel und mfts wßfen. 
ie mit wiu R mohte genSfen, 
da mit wolte £ie fich haben, 
dem geltchent fmcßhlich knaben, 
die gebüren wolten fin, 
und dfthten fich doch edel und vin, 
äventiurten mit dän edln 
und überfahen niht ein medl 
da zdem tanz nodi anderswär, 
fwl fich famt dfer tumben fohar. 
fwä fich hebt ein landes not, 



da? der fürft gein hove gebftt 
allen die von laut iht h^, 
fo nement Re fich arbeit an, 
£ie enhaben niht von dem lant 
da? geloubet in der fiirfte zehant 
und tuot fie dd heime beMn 
und hebt aver ein ander? an, 
legt 6^ lant ein grd?e ftiure. 
fö jehents dan 'wir fin ze tiure, 
da? wir mit den bftren zinfen. 
wir müe?en uf dfe'm vClde dinfen 
mit fchilt, mit fpCr wir edel liute, 
da? wir wägen müe?en d'hiute. 
davon gfe'b wir deheine habe.' 
alfö redent fie fich abe, 
als der fledermiufe gefchach, 
die man deweder? haben fadi 
und wolt doch beidenthalben fin. 
da? wart an eim bftren fchin, 
der hie? lange ein edel man. 
dd fprach in dör rihter an 
umb ein buo?, diu wart genant: 
W8er er ein edel man bekant, 
fö folt er zehen mai^e geben; 
biet er aber eins bftren leben, 
er ksem mit iehzee phenninc ab. 
e da? er dem rihter gab 



j 



8t9 



zehen mark, Aif tet er räht; 
er W8dre getae edel kn^t 

Von nngelichem liime 

*Mich wundert, fwie wol iemen tuot, 

da? gj5 der vünfb niht hat vür guot' 

alß fprach her Fridank 

ich klag onch dfe'n leiben gank. 

f»?en viinf iä einer fchar, 

hm der fehfte gangen dar, 

fwie da? fi init knrzewfl, 

ß ift einer an der zil 

oder zwen, die? fin beträgt 

fwie 6? den andern wol behagt, 

e? gevelt in allen nimmer. 

HU kan einr in fim gezimmer 

nimmer leben manegen tag, 

da? e? in allen wol behag. 

d4 Ton ift ef? mir vil fweer 

und mtner kunft alfö enbmr 

gegen aller menlfehen fin, 

di ich einer gegen Ijßhfen bin. 

ß wil jener niht fam der. 

fd fpricht jener 'lofent her ! 

fagt uns von hem Ecken klingen I' 

ffi fpricht der ander 'ör fol "fingen: 

w han an lihter predige gnuoc* 

fö fpricht der dritt 'e? weore kluoc, 

fwa? er ret von manegen fachen, 

künde er? ninwan fweebifch machen 

nach der lantfprRch üf und ab.' 

fö fpricht der vierd 'miner gab 

gan ich niem dan feitenfpil.* 

ß fpricht der vünfb 'fwer? ahten wil, 

fd ilt niht vor pfifen fchal.' 

ß fpricht der fehft Mer püken hal 

prfs ich noch vor aller kunft.' 



nu h&nt fich rei^angen diu meer. 
alfö l^rach dfe'r TfdüiöBr. 

Kar. Anm. 215. 

fÖ fpricht der fibent ' erbiet mmgunft, 

der mit der liren fpüt' 

fö fpricht der aht 'niht füe^er hillt 

dan der mit der herpfen kan,* 

alf5 ret ein ieglich man 

von natftr ftf fin geding. 

fwa? ich da bt fag und fing, 

ich han noch manegen widerftrii 

maneger fpricht, da? ich noch htt 

der ander fpricht 'nu machet ouf!* 

ieder man nach finem louf, 

der wil vröude, jener klag. 

und w8Br ich mit voller wag 

Ariftötitilis mit kunft, . , ' 

ich mÖhte nach ir aller gunft 

niht reden bi dem zil: 

einer niht fain die ändern wü. 

e? gibt *er hat manegen rät, 

der zuo dem wege gezimbert hat' 

alfd hän ich raste viL 

ich fetze e? flf ein mitter zil: 

da vil maneger vür mich kört 

und mich funderlichen lirt 

ieder man nach finem muot, 

da? han ich alle? famt vür guot 

und rede ich doch niur wa? ich kan 

und alliu kunft fich fchepfet van. 

unfer herre Jefu Chrift 

der kan nimmer tages vrift 

ä1 der werlde willen hegen: 

der wil regen, jener fne, 

da? dem ift rinc, ift difem fw8er. 

alfd fprach der Tichnser. 



Aus den Gedichten Peter Sacbenwirts. 

Peter Snchenwirts Werke aus dem 14ten Jahrhunderte, ein Beitrag zur Zeit- und 
Sittengefchichte ; zum erftenmale in der IJrfprache aus Hss. hersg. n. mit einer Ern^ 
leitung, hiftor. Bemerkungen u. einem Wörterbuche begleitet von Alois Primiffer, 
Wien 1827 gr. 8. Über die Sprache des ölterreichiTchen Dichters Peter Suchenwirt, 
1. Abtheilung: Lautlehre, von Auguft Koberftein (Einladungsfchrift zur Feier des 1. 
Nov. 1828 als des Stiftungstages der kön. preuB. Landesfchule Pforta), 4°. Caroli 
Angufti Koberftein Quieltiones Suchenwirtianae , fpecimen II, Numburgi 1842, 4^ 
(Einladungsfchrift zu dert Feier). A. Eoberftein, über die Betonung mehrfUbiger 
Wörter in Suchenwirts Verfen, 4 Bll. in 4 (Beitrag z. Pfortner Jubiläumsprogramm). 
Derfelbe über die Sprache des öfterr. Di6hters Pct. Suchenwirt, 3. Abtlg: Abhandlung 
der Conjugation, Naumburg 1852, in 4. 



Hailiger gaift^ fterk mein gemüett 
mich hat mein torhait vil gemüet, 
da von ich trag dör fiinden laft. 
ich pit dich , da:^ du mich niht laft. 
h€rr, du pift der öwig horfc. 
ich wolt vil gerne, da:^ mich hört 
dein parmung, die ich fleißig man. 
gewer mich unbelinten man, 
wCs ich dich, lieber h^rre, pit 
ich hän auf erden kurze pit, 
nu^ wie lang du lelber wilt 
ich pin alleh tugenden wilt 
und Isdder nur den fänden zam. 
wa? ie meinem leben zam, 
da:5 was der feie widerpart: 
da von lo grabet mir der pari 
tmd halt mich ab der freuden pan, 
da:; ich iht in des teufeis pan 
gevall und in fein ähte. 
und W8ßren meiner ahte, 
dCn widerriet ich dife vart 
des heÜehundea , der da värl ' 
des menfchen, wä fir kau und mag: 
er ift kain freunt und auch kain mag. 
gar lifticleich er zuo dir rant 
und ftach dich' durch des finnes rant, 
menfch, mit feinem fcharfen ger, 
da:; (Ju nu häft zuö funden ger 
tag und Wochen, zeit und weil, 
er hat gefwerzet auch fein weil, 
dar under er gefchriben lift 
des menfchen fund und auch fein liPt, 
dar zuo er fchündet fnio und fpät 
6 menfch , niht hink an einer fpat 
des kriftenleichen glauben: 
du folt dich 6 glauben 
des zwivel, und piß tugent vol. 
tuo niht als ain junger vol, 
der fich niht wil zäumen lan, 
die fünd dich pindet an ir lan, 
als du feift ain wilder per. 
ach, da^ ich dfer fiinden pfir 
älfö vil gerihtet hdn! 
des pin ich traurig als ain han, 
dör kranker fbet auf dürrem reis, 
hilf, milter got, da^ zuo mir reis 
der rüe:5eB tugent [mandel]kern. 



1103 C Die red ift «qtiYOöum. 

folt ich anaer von dir kern, 
lieber weer ich Biht gepom. 
ich kund mit jSnne niet gepom 
ii^ deiner weishait zimmerbant 
was ich ie für feiden baut, 
da? was zwjrm. ich tiunmer tör 
kloph an deiner parmung tor: 
lieber herre, kum her für! 
mit deinen gnaden du mich fiier 
von difem eilend an dein fcharl 
e? hat ge(ltoben auf mein fchar. 
der fiinden vil zuo manigem mal. 
gib mir tugent, die ich mal 
zuo meiner föl: da? ift mein haiL 
hilf, hoBhfter arzt, da? ich wert hau! 
ich pin laider funden wunt 
mein 1%1 die wolt, da? ich mich wuBt 
in götleich lieb vil vafte: 
15 veir ich vil und vafte 
vor guoten werken tag und naht, 
dk von mir ungemüete näht 
unde krenket mir da? leben, 
feit da? die wilden leben 
fterben. auch,» da? wig ich ring, 
milter got, hilf, da,? ich ring 
nach deinen hulden alle weg, 
da? ich mein fünd in reuwen weg, 
in peiht, in puo? auf gleicher wäg. 
ich var auf ungewiffen wag: 
der tobt mit wilden unden: 
f6 kau ich ob noch unden 
mit hilf nain fteuwer greifen, 
gedanken als^die greifen 
fliegent für mich hin und her. 
ich pin des muotes niht fo her, 
da? ich mich fetz gedanken wider: 
fi laufent gein mir als die wider 
und nement mein mit ft(B?en räm. 
fo wolt ich in der kunften ram 
golt in feiden flingen: 
fö drdt mir mit der Hingen 
unkunften kempf mit fender wer: 
fö ften ich In die obern wer 
und fprich 'mein freunt, dar nmb niht 
hab vil mit der kunften fchilt fchilt I 
und lä? fein walten gotes nam!* 
wa? ich ie von den milten nam 



9S1 



und noch von in geholfen 'vrirt, ' ' 
des tan ich Peter : Suochenwift 
laider näit gedanken 
mit Worten, mit gfedanken 
Main noch grö^: dä^ ift mir laii 
Yergelte:^, djBr da für nna lait . 
dän tdt. d^ hel£ uns gar geriht 
ze jungeft ^ih für fem gieriht 
zuo fein erweiten fchäff^n: 
er fol niht anders fcbaffen. 
'kompt, IT gefßgent, in mein r^ich, 
da? eu berait ift, die ißh reich 



/ mar Üsbm* r) dife fint mein hab : 
die fiier i(jh/wol in meine hab, 
da!5 fl pfei mir in freuderi fein/ / 
'Marill, hüff fdwörd^ wir fein, 
dßs, den du an mail gepar. 
da? er atfö mit uns gepfr, 
da? wir von im niht fjphaidein, 
fto? in der parmung fchaiden 
des ftrengen urtaüs wäfenl 
f5 fchrei wir. nimmer wäfen. 
fphel von uns der fünden fetal I 
fo hab wir freuden fexchen fchal. 



1 !. 



Liederdichter. 

6raf Hugo 'Von Honfdrt. 

Perg. Hs. 15. Jhdt.zu Heidelberg Nr 320: Wilken S. 411. Auszüge in F. Acleluijg» 



Nachriciltcn 



2, 215 — 239. 



2 Lieder in Wack. Lefeb.* Hol ff. 



I > 



Adelümg S. 219 ff. 
Wes zlchft dn mich, min lieblter buol Cr hat fidh zv^r veirgangen. 



mit' eilten funder wainen? 

foUch fach .die hüft inich nit. ' 

gfe dir fö ftän ich airie. 

dm nnmtiot mir mi fröiden bringt, 

davon fA knmpt mit trauren. ' 

gen dir fö bin ich zwfvels an, 

ftf dich f6 wolt ich mauren. 

Wol hin 1 Ift? laufen all ze wald 

untreu mit irem faile! 

in unfern wütpan hoert fie nit. 

'^ol hin dem tiefel ze tailel 

Wer wü al fach ze unmuot nämn, 
der muo55 mit willen alten, 
ain wiplich zucht mit ganzer treuw 
die folt du mir behalten, 
da bi lo hab ain guoten muot! 
dar zuo fo wil ich kÄJ*en. 
zwar und köm der Türken her, 
ich lie? mir? nieman werren. 
Wol hin! la? laufen ete. 

Ich wil ie haben guoten muot. 
^er kan all vßd verbieten? 
und lepte noch kung Karolus, 
er möcht fich zomes nieten, 
^ er all red zdeiti rechten breecht. 



meng man rümt \&ch Eggen mtiot,. 
€r hat nie hafen gevangen. 
Wol hin! la? laufen= ete. - < 

Ich fröw mich gend^s&benits kunfb 
dar nacht, wenn fi hCr fliehen tnoti. 
da? neiachet al? ir lieb vemunfb: ^ 
da von fö hän ich h6hen maot, 
da? ich ir güei folt ftfhen an. 
fröwt fi midi nit die rain, die zart^ 
fo w8Br ich gar ein hümin man. 

Ain gl(%gli man erklenket fuB, 
darnach hoei* ich ains homes dAn: 
ain halfen und ain liepHch kus 
da? wird uns baiden nun ze Idn; 
wan fchaiden da? tuet alfö we. 
und gdfiöcM ich nit hinwider ze komn, 
fo waer mtns fenens dijfter mÄ, 

Mit züchten fchftn gar äh gevser 
da bi fö mag wir wol beftän.* 
fait ieman dÄ von andre mser, 
da befchicht uns gar ungüetlich an. 
Yenus und auch Jupiter 
die gant ,vor der funnen; 
dann fö A^rt der tag dah€r. 



in 



Oswald Yon Wolkenitein. 

Gleichcdtige Hbs. a. d. 1. Hübte d. 15. Jhdts f. bei Beda 8. 17 fg. 491 ff. Oswald 
y. WoUkenltem mitgeteilt yon L. Bergmann, Wien 1844. Die Gedi<^te Oswalds r. 
Wolkenftein mit £uüeitg., Wortbuch u, Varianten hersg. y. Beda Weber , Innsbruck 
Wagner 1847. Osw. y. Wolkenftein ü. Friedrich mit der leeren TaTche,. in eilf 
Büchern, yon Beda Weber, Innsbruck 1Ö50. 

Weber S. 280 ff. • Weber S. 49 fg. Vgl. den Text in einer 

Es leucht durch gräl die vein lafür ^^- ^®" ^^ ^^^^ "^ Fiöhards Franke 



durchfichtiklich gefprenget, 
plick durch die brä, rein creatür, 
mit allef zier gemenget, 
preislicher van, dto niemand kan 

nach meim verftän 
blalhieren nur ein füe^el. 
an tädels maQ id fi fö gail 

würd mir zuo tail 
von ir ein freuntlich grü^el, 
f5 wser, mein fweer . mit ringer bäg 
volkomenlich gefchaiden, 
von dCr man er lobßngen mag 
ob allen fchoenen maiden. 

Dör tag leucht gogel * eichen hei t 
des klingen alle auen. 
darin mang vogd reich fein kfl 
zuo dienft derrainen fraueü 
fcherpflichen pricht, füe^lichen ticht, 

troeftlichen flicht 
von ftrangen heller Itimnxe* 
allplüemleinfpranz, däsmaienkranz, 

d^ funne glänz, 
des firmaments h6h klimme 
dient fchdn der krön, dieunegepar 
ain fun keufchlich zuo freuden. 
wä wart ktia zart junkfrau fd klär 
ie pillicher, zuo geuden? 

Dai^wa^i^er, feur, erd, luflund 
fchatz, kraft der edln geftaine, wint, 
all abenteur die man [ie] vint, 
gleicht nit der maget raine, 
die mich erloefb, teglichen troeft. 

R ift die hoeft 
in meines herzen klofter. 
ir leib fo zart ift unverfchart. 

ach rainer gart 
durch würz froelidier öfter, 
ftö för die tjir grauslicher" not, 
wann fich mein haupt wirt fenken 
gen deinem veinem mündlin rot, 
f6 tuo mich, lieb, bedenken! 



Archiy 3, 258 ff: ,Nk 39. 

Wol auf! wir wellen fläfen: 
hausknecht, nu zünd ein liechtel! 
wann ^z ift an der zeit, 
damit wir hit verkaffen, — 
der lezt der fei verheit! — 
da^ kien münch und pfaffen 
zuo unfern weihen nit ftaffen: 
ßdi hüeb aki poefer ftreit. 

Heb auf und la:^ ims trinken, 
da? wir alfö nit fchaiden 
von difem guoten wein! 
und lembt er uns die fchinken, 
£6 jnuo? er doch herein, 
herr Kopf, nu lät euch winken! 
ob wir.ssuo pette hinken, 
da:; ifb ain klaine pein. 

Nu n^ch wir zuo der türen. 
(echt zuo , da? wir nit wenken 
mit ungeleichem trit! ; 
wa? gilt des ftaubs; ain ieren! 
herr wjrt, nu halt e? mitj 
wir wellen doch nit züren, 
ob ir.euch werd beküren 
nach poläniftheiji fit 

Her tragt den förften leife, 
damit er uns nit velle 
auf gotes erdereich! 
fein lob ich immer breife: 
er macht uns freudenreich, 
ie ainr den aii4ern weife! 
wirt, flipf xdt auf dem eife! 
wann e? gat ungeleich. 

Hin fläfen well wir walzen, 
nu fragt da? hausdimelein, 
ob e? gepettet fei 
da? kraut hat fi verfalzen, 
darzuo ain guoten preL 
wa? ful wir dar zuo kalzen? 
er was nit wol gefmalzen. 
der fcheden wären drei 



über die Hga. t Qroote xi ff. Die Hauptha. 89 Ueder enthaltead , EU Trier Im J. 
U33 noch bei LebiettMi äea Diohten geTchriebaa (nledeirbcin. Hundut). 'Ibmch 
beraoBgegeben: Lieder MnicatbluU, erlter Druck, befor^ too Dr. B. n Oxoot«, KüIq 
185S. 3 Lieder in WmIc Lefeb.« llüT ff. 



Einzelne Strofen sni Harienliedeni. 
Groot« & 14%. 263. Im Hsfton. 

Halt aller €ni, idi Mt dir mem 
dein reiches lob: So bin ich z^rob 
von deiner wird Z6 täobteii. 



gewaltig regina, 

omhium oelsnan domina, 

dulcü fpü», te bo»9 m, 

lüjnechtigr kaiTerinne, 

lAb, £r und dank tt Tpreohen vrir, 



zwilrall möin gfimk iftlaiderkrank, «art jnakfiau, dir, 



da; ich nu fol didi gnAdea vcd 

mit meiner ftinua at^riolLten. 

der laob und. graa nnd allen grie% 

mön, Item nnd auch die I^ume, 

al^ firmament zefaiBjeii Ftie^ 

aller planeten wonne: 

die kirnten nicht ain ganz geticht, 

deioa lobe ain ort volbringen. 

danunb. MU meiner bkodilräit, 

dn raine mait, 

da; ich mit lin dir, kaiferin, 

aio liedlln BÜig ge&ngen. 

Groote S. IB. 
Die fchrift uns fagt, wie da; ain joigt 
rpacieren gieng. ain jnngeling 
^ilt ir in ainem garten, 
der Jüngling kam. fi w*l Temam 
den Mn^L muot die iier, die gaot 
die gont Tein eben warteiL 
die junkfrau mit dem Jüngling fpilt, 
den Tiol lie durchkneten. 
der Jüngling Unoch, die junkfrau hielt: 
di gwan fie an dem guoten, 
da; er di muoft ira herzen liift 
nich irer gir ervolleo. 
fie fpilten beide gleicher TchaHz, 
IT &eud was ganz. 
er hielt fie -wert, himel und, erd 
£ billich lohen follen. . 

Graste 6. 41 %. 310 ff. 
Ain junkfraln zart gekrcenet wart 
3uf gotee' fäL ganzi überal 
iö ilt die. mait. /önm/a. 
die lelbe nuüt ir rain keuFohut 
^halten hat - der tnnitat, 
"» omni gkmofa. 
» mater dn-gnOta, 



feit t^ ans hftft den hcechüten galt 
bär brächt in keuTdier minne. . 
Groote S. 68. Im langen Ton, 
Maria mait, thron, haus, palafl^ 
zuo dir rS kam ein Werder galt. ' 
ich fprich, da; du getragen hält 
den dör dich hat erfchaffen. 
ICaria muoter, tochter, kint,. , 
fürwär in dir enlfpro^en Gnt .'. 
die namen drei , den man hie dienl^ 
alle laien und pfaffen. ' 

des lobt 
und manc 
junkli^u, 
dein loh 
bi; auf dl 
nieman di 
hilf, jnncj 
hie in de 
Hinnelied. Im Haften. Qioote 8. 107 fg. 
!Q!er2, muot und ßn fent ßch da hin, 
da mein gewalt gar manigtalt 
ßch genzÜch hat TerkSret. ' 
mein fireier will ift worden rtiU, 
mein llater moot mich trawen toot, 
mein herz ift ganz vertiket. 
ach got, erkenn, 'wammb da; feil \ 
mir zem vil wol zno klagen, 
mein herz gebrochen ift enzwäL 
Tolt ich die wärhait Tagen, 
rü WSW da; gfohicht; kain wunder 
die weil ich lebt auf erden, . ntch^, 
da; herz, fin, muot nnd all mein .dank 
muoFt wefen kr&nk 
al umb ain weib. mein junger leib 
fjfcöhdi werd^i. ■ , 



Ach got, erketm, 'wanimb und wenä 
ich fendiBff msui verdienet h^n, 
d«; iah mno^ T«n ir rchaidea! 
na Tenwet ' mich Wertioh, da; ich 
He ie gefach. ir freuntlidi TprAcfa 
tnot mir noch vil vao hiideo. ' 
(le in gar-idler -Jfeaden'hDrt 
wann vätsk die Eairt anblicket,- 
f6 fie mir beut- ain tirenntüchwort^ 
meifl h(ir9! gfiii it «n-rohricket ' 
da; lieb mit laid ' von lieb» fchtod, 
da; hai^t doth- wol ^n- leideD ; 
wann lieb in hüt nitiht mag g^rain.' 
lieb bringet psin,' 

r5 man uiid weih mit btriiebtem leib 
hie von tön ander fchaiden. 

Wie möcht mein herz in fol- 
cheni fchmerz 
froelich gefein, da; ich die rain 
fol ^wicliob vermeiden! 
an dö'r ich hän mein [leeten wän 
genzUch genagt, - mein dien fc erzaigt, 

r fchaiden! 

uiewurd erdacht! 
bekrenken. 

uo ToFgeD brächt: 

edenkeo. 
gemachet Cech, 

verderben. 

itißelig weih! 



ni*^ wend dein leib 

von deinem kn€cht! . ichvilmitredt 

mein fi-eud ganz aufidich aiben. 



Wol anf, dn arg«r winder, 
und heb dich bald hin hindn! 
wann e; iTb an der . uäL 
lä; dich nicht me begrnfen 
mit deinem kdten reifen! 
du froHreft.Bns die &acht 
nu heb. dich an; dem, lande, 
da; du niobt komft zno Ichande! 
der mei suo földe leit- 
zwar der wll dii^ bezwingen 
mit hovellchen: dingen, 
da; da mnolt geben flacht, 
zucht bdngt <^ OD« mit 0^% 
rchoener junUranwcn grite^. 
hcer, wJDder lang, nn Inte^e 
wa; du begugeo hält 
an manchem jungen küde! 
du häft erümiet fwinde 
mit 'dcön^u foharfen winde 
vil mangen grüsnen att 
gaft biftu in der weide. ■ 
nn h^ di6h -au; dem vSlde, 
da; man dioh mmner Ichiäde 
in des muen palaft! 



GeisUlche Lieder. 

' ' Heinrieh von iLaüfenbei^. 
Diotktet« U1S~58. Priefter, Tpstej: Deehaut zu Freiburg im Biebgaa, trat er Uli 
in den St. Johannisordun za Strasburg. Hbs. ü Lieder, 1. BSltte dct IG. Jhdti, ■« 
Str&Bburg n. Hflnc&en. S. Mafamann in AufTel Anzeiger f (I8M), il^tS- f^ 
WMietnagA im- dtDtTekB Eirohenlieil B. 6S1 — 914. H. HoffiiMan Q«tA. d. dnlToL 
Lirchenlie4> ]&■ ti,l S.. 



Pb.WiiBk;6<<S0 2lic.7ai «.8.«saNi 74fk 

floffin. S. aas Jir lao. Toi« J. 1130. 
In einem criptli lag cöd kint, 
dft naontein er«! asd ein rint, 
M bl was euch ein magst dilr, 
^aria, diadai; kint gebar. 

Jäba d«jr Ufrte mta 

der was da;, kindelln. 

DA fangen: im d,Br engsl.b&r 

mit lue;er Mm' gkr fafteh embor 



'gltada, lob und wirdikcit 
n got im himelricb gefelL' 

Jefos der hene min 

iSr waa da; kinde^n. 
Di; wart din hirtmi fchier verlumt: 
dor umh fo Uefeu 6.,ze'lliint 
gän Bethleem und fundan dd 
da; edle kind nnd wurden frd. 

Jefue der herm-p^. 

der wae da^kändclim 



885 



Ze üfcniid enbran eias Mnren Min, 
da:; £^ Wart ktmt den iküngen drin 
in y^rrem land ze Orient ' 
fi körnen mit ir gob gereni 

Jgftts dar herre min 

dßr was da:; kindelin. 
Si vielen nider nf die toi, 
fi g&beten däm. kinde wfrt 
gar edel mirren, Y^tronoh, giDlt^ 
dem kindli worden fi »gar boÜ * 

Jefns dfo' h&tve min 

d(;r was da:; kindelin« 
Dö di:; Temam Herodes mnot, 
ßr doht^ wie ir Te)^^ (in bluot 
vil tufent kint tdt er te hani 
J^fus flöcL in Egiptenlant. 

Jefiis der keiire min. 

der waa da^ kindelin. 
Hie, noch wol iib^^ dri^^ig jdr 
do wart.dii; kindelin fitrwdr 
durch nnfer ewig fffilikeit 
ertoet und in ein grab gdeü 

J^fiis der herre mtn . 

dc^ waä da^ kindelin. 
Bar ndöb ze hant am dritten tag 
erfuont e^, nach der lÄrer lag, 
und fnor ftf in fins vater laut : 
do fitzt e^ znö- der rechten hant 

J^fas der herre min 
' der was das; kmdelin. 



/ 



Phil. Wack..Jb.7ßa. Hoffiö. Nr 54 

Ich wölt da:; i6h ddk^ime waer 
ui^d. ajler weite t^roft enbeer. / 

Ich mdn duheim in himelrioh, 
do ich got fchottwet ewenclk^h. 

Wol If, min m, und riht dich darf 
do wartet <iin der engel feha^. 
'. Won alle well ift dir ze' dein, -^ 
du kmneft <kan^ e wid^ heim/ > 

MhBia ift laben 6ne t5t 
und ganzi trüd dn alle ndt 

1 Bd ift gefnntheit Ane wd • 
und wäret hüli und iemer m£. 

Do .und doch tufent jör als hüt 
und ift euch kern Tsrdri^en nüt. 

Wol üf, min harz nndaUnltnmuot^ 
und Aioch da:^ guot ob aÜem guOtl 

Wa; das^ nüt IIb, da; fchetz gar elein 
und jdmer aUzit w^r hein! 

Du hift doch hie kein hüben nüt^ 
€k; He mom oder fie hüt 

Sid es; denn anders nüt mag fin, 
fö vlüch der weite valfchen fchin! ., 

Und rüw diii fü^id und bes;er dioh^ 
als wälleit.mom gdn himdrich! 

Aide, weit, göt gelegen dich! 
ich var dö hin gön himelrJch. ' 



Haiijefilose Lieder. 

Bresl. u. L^ips. H^ de» 15. Jhdts. S.jttoff- q princepi gtarief 



manna In dulci jubilo (Hannov. 1854) Nr 
14 S. 46 ff. Wack. Lefeb.* 1177. 

In düfci jubilo 

nun ßnget und feit fröJ 

alle unfer wonne 

leit in prcefepio* 

Re leuchtet Vor die fonne 

matris in gremio^> 

que efi a et Oj 

que eft a et o* 

O Jefu parvule^ 
nach dir ift mir fd we» 
troafte mein gemüete, 
o puer.optimej 
durch all^ jungfiraun güete, 



trahe me poft te! 
trahe fne p^ft ie! 

Mater et ßlia ^' 
ift jungifiran Märil 
wir wären gar verdorben 
per noftra criminäj 
nu hat ß uns erworben 
celorum gaudia. 
quanta gratia! > 

quantagrutia! 

Uöi funt gaudia?' 
niender md wen dfty 
da die engel ßngen 
nova cantica 
mit iren füe^en ftimmen 



8S6 



- m regia eur^^ 
eitty yualiaf 
eiaj füaiial 

Ave Maria. Stüttg. Perg. Hs. v. J. 1476. 
Hoffm.: Kr 13 S. 63. Pk. WaoLKr 121. 

Ave Maria, ain ro9 an alle dorii! 
mit miffetat h&n kh Yerlom . 
din kindy. da; \on dir i£t gebom. 
Maria I yerrüen mich Yor fSioeni zorn ! 

Aya.Maria^ durch diiieskindes tot, 
da:; Yor dir hieng Von bluote irftt, 
hilf, da; kh der engel brdt 
mit riuwea empfäoh in todös n&t! 

Aye Maria, durch dines kindes 

bluot, 
des fchmerz^n dir durch diu fdl Wuoi 
als ain , tiefe wages fluot, . 
hilf mir, da; min end ^^erd guot! 

AYe Maria> froV nnwandelbar, 
fende nur den ^iigel dar, 
wenn ich Yon der -vTelte ferl 
Maria, Yor d^n boofen Yinden mich 
, I ! . bewarl 

WBilinac'htslied. Mtinclm. £^8. des 15.Jluits. 

Dooen Mifc. 2, 24«. Ph. Wack. Kr X26. W. 

Wabk Lfifeb.^ 1179. Hoffin. S. 1&5 Kr 66. 

Ein kintlein ift geboren 
Yon einer reinen meit, 
got hat ims auserkoren 
in höher