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Full text of "Altisländische und altnorwegische Grammatik unter Berücksichtigung des Urnordischen"

SAMHUIG 

KURZER &EAI1ATIKEN 

GERMANISCHER DIALEKTE 



HERAUSGEGEBEN 



VON 



WILHELM BRAUNE 



IV. ALTNORDISCHE GRAMMATIK I 




HALLE (SAALE) 

VERLAG VON MAX NIEMEYER 

1923 



IVfe34' i a/L 

ALTNORDISCHE GRAMMATIK I 



ALTISLÄNDISCHE 



UND 



ALTNORWEGISCHE GRAMMATIK 

(LAUT- USD FLEXIONSLEHRE) 

UNTER BERÜCKSICHTIGUNG DES URNORDISCHEN 



VON 

ADOLF NOREEN 



VIERTE VOLLSTÄNDIG UMGEARBEITETE AUFLAGE 






HALLE (SAALE) 
VERLAG VON MAX NIEMEYER 

1923 




Vorwort. 



[I. aufl. 1884.] Beim ausarbeiten der vorliegenden altis- 
ländisch -alt norwegischen grammatik habe ich in erster linie 
mich bestrebt, der in den vorhandenen iverken dieser art wenig- 
stens nach heutigen anforderungen gar zu kärglich bedachten 
lautlehre die ihr gebührende sorgfältige behandlung angedeihen 
zu lassen. Aus der besonders in den letzten jähren auf diesem 
gebiete so reich emporgewachsenen literatur, die ich mit allem 
fleiss ausgebeutet zu haben glaube, ist in meine darstellung alles 
das aufgenommen worden, was mir von wesentlicher bedeutung 
zu sein und dabei die vergleichsiceise gesicherten ergebnisse der 
forschung darzustellen schien, während noch unabgeschlossene 
Untersuchungen und flüssige theorien nur in geringerem masse 
berücksichiiyung finden konnten. 

Ein anderer punkt, auf welchen ich auch ganz besonders 
mein augenmerk gerichtet habe, ist die zeitliche und örtliche 
auseinanderhaliung der vielartigen in der altnordischen lauf- 
geschichte zutage tretenden erscheinungen. Ich habe also den 
versuch gemacht, sowol den lautentwicktungen ihr rechtes Sprach- 
gebiet als entweder urnordisch, alti^ländisch oder altnorwegisch 
anzupreisen, als auch innerhalb jedes der genannten sprachkreise 
das gegenseitige chronologische Verhältnis der erscheinungen, so- 
weit möglich, festzustellen. 

[II. aufl. 1892.] Die schnellen f ortschritte unserer Wissen- 
schaft haben dazu geführt, dass diese grammatik schon nach 
wenigen jähren fast wie ein neues buch erscheint. Von arbeiten, 
die mir bei der ausarbeitung dieser neuen ausgäbe besonders 
nützlich gewesen sind, nenne ich nur für das altnorwegische 
die ausgezeichnete abhandlung E. Wadsteins, ' Fornnorska homi- 
liebokens ljudlära\ Upsala 1890. für das altisländische das 



Vi Vorwort. 

musterhafte werk L. Larssons, 'Ordförrädet i de älsta islänska 
handskrifterna', Lund 1891. — — 

Betreffs der altnordischen Orthographie habe ich in dieser 
aufläge (wie auch schon in meiner 'Geschichte der nordischen 
sprachen' in Pauls Grundriss I, V, 4) nur die eine wichtige 
Veränderung durchgeführt, welche mir dringend geboten schien, 
indem ich konsonantisches i und u überall durch I, resp. u 
(nicht j, resp. v) wiedergebe, jenes im einklang mit allen, dieses 
mit den besten handschriften. - 

[III. aufl. 1903.] Wiederum haben die wissenschaftlichen 
f ortschritte dazu geführt, dass die neue aufläge meines buches 
ein wesentlich verändertes aussehen darbietet. Keine seite, 
kaum ein einziger paragraph ist ohne erhebliche änderung ge- 
blieben. Von arbeiten, die mir bei dieser revision förderlich ge- 
wesen sind, mögen besonders hervorgehoben werden: für die 
allgemeine grammatik die wichtige abhandlung 0. v. Friesens, 
'Till den nordiska spräkhistorien' , Uppsala 1901, welche mir 
zu einer durchgreifenden Umarbeitung der umlautslehre anlass 
gegeben hat, und für das altnorwegische die reiche material- 
sammlung M. Hcegstads, 'Gamalt trendermaal ', Kristiania 1899 
(desselben 'Maalet i dei gamle norske kongebrev', 1902, habe 
ich hauptsächlich nur mehr für die nachtrage benutzen können). 

Um eine allzugrosse anschwellung des buches zu vermeiden, 
habe ich jedes irgendwie entbehrliche wort gestrichen, besonders 
diejenigen vielen altnorwegischen nebenformen, welche nur ganz 
regelmässige entsprechungen oder rein orthographische Varianten 
zu den altisländischen sind; so dass also jetzt jede von mir 
erwähnte form, welche nicht ausdrücklich als l aisl.' oder 'anorw.' 
angegeben wird, als altisländisch und altnorwegisch anzusehen 
ist, obwol sie nur in ihrem altisländischen gewand auftritt. 
Trotz dieser knappen form ist dennoch das ganze nicht un- 
bedeutend umfangreicher als früher geworden, besonders wol 
weil ich nötig gefunden habe seltene sprachformen der regel 
nach durch quellenzitate zu belegen, was hoffentlich beifall finden 
wird. Auch habe ich zu den etwas seltneren flexionstypen die 
beispiele soweit möglich vollständig angeführt, was nicht nur 
an und für sich empfehlenswert erschien, sondern auch dadurch 
geboten, dass Wimmers grammatik, auf die ich in den früheren 



Vorwort. VII 

auflagen diesbezüglich manchmal rekurrieren konnte, jetzt nicht 
mehr vorrätig ist. 

In der Orthographie habe ich jetzt, wie schon in meinem 
'Abriss der an. (aisl.) grammatik', 1896, die änderung vor- 
genommen, dass ich ausser bei wiedergäbe rein altnorwegischer 
formen das zeichen 6 durch f> ersetzt habe, dies in Überein- 
stimmung mit den ältesten altisländischen handschriften und 
vielen in der letzten zeit erschienenen ausgaben (auch solchen, 
die hauptsächlich für anfanget' bestimmt sind) wie Sijmons 
und Jonssons Eddaausgaben, Golthers und Jönssons ausgaben 
der Islendingabök u. a. Zwar halte ich aus gründen, die 
Brate in Bezzenbergers Beiträgen XI, 179 ff. trefflich ent- 
wickelt hat, diese neuerung weder von der icissenschaft un- 
bedingt erheischt, noch für den ersten Unterricht gerade förder- 
lich, aber sie ist doch eine früher oder später zu ziehende 
konsequenz unserer sonstigen altisländischen Orthographie und 
scheint deshalb auch schon ziemlich allgemein durchgedrungen 
zu sein. — — 

Zur vierten aufläge: Das nach zwanzig jähren mein buch 
in vielfach veränderter gestalt erscheinen muss, ist selbstverständ- 
lich. Der text ist jetzt um drei bogen erweitert, der ur- 
nordische anhang ist von 68 zu 95 Inschriften angeschwollen, und 
übrigens ist fast jede seife dank reichlicher benutzung der 
neueren fachliteratur mehr oder weniger revidiert worden. Aus 
der einschlägigen literatur ist vor allem Hagstads überaus 
reiches werk Vestnorske maalfore mir von nutzen gewesen. 
Viel verdanke ich auch Marstranders Bidrag til det norske 
sprogs historie. Pippings De nordiska spräkens ljudlära ist 
aber zu spät mir zur hand gekommen um berücksichtigt werden 
zu können. Die sehr wichtige abhandlung I. Lindquists 'Galdrar' 
(Göteborg 1923) ist erst, nachdem mein runologischer anhang 
schon gedruckt worden ist, erschienen und hat daher nur als 
nachtrag einigermaßen benutzt werden können. 

Herzlichen dank schulde ich soicol herrn Johannes Warneck, 
der die gute gehabt hat, die ausarbeit ung des mühsamen registers 
zu übernehmen, wie auch meinem söhne Erik, der bei der heiklen 
korrektur mir vielfache hilfe geleistet hat. 

TJppsala, 1. April 1923. 

Adolf Noreen. 



Inhalt. 

sehe 

Einleitung § 1—16 1 

Lautlehre. 

I. Abschnitt : Einleitendes über schrift und ausspräche 33 

Kap. 1. Die runen § 17—21 33 

Kap. 2. Das lateinische aiphabet § 22—51 36 

I. Aussprache der vokalzeichen § 23—33 37 

II. Aussprache der konsonantenzeichen § 3-1—45 39 

III. Phonetische Übersicht § 46—51 44 

DI. Abschnitt : Die sonanten 49 

Kap. 1. Lautgesetze der starktonigen silben § 53—135 49 

A. Qualitative Veränderungen § 53 — 121 49 

I. Urnordische Vorgänge § 53 — 57 49 

IL Umlaut § 58—86 53 

A. Verschiebung durch velarisierung § 59—61 53 

B. Verschiebung durch palatalisierung § 62—75 .... 56 

1. t'-umlaut § 63 - 67 57 

2. j-umlaut § 68-70 64 

a) Regressiver umlaut § 68—69 64 

b) Progressiver umlaut § 70 65 

3. Ä-umlaut § 71—72 66 

4. Palatalnmlaut § 73—75 67 

C. Verschiebung durch labialisierung §76—86 .... 69 

1. «-umlaut § 77-81 69 

2. «r-umlaut § 82—84 80 

3. Labialumlaut § 85-86 85 

in. Brechung § 87—96 86 

IV. Die di- und triphthonge § 97—106 92 

a) Entwicklung der alten di- und triphthonge 
§97—101 92 

b) Entstehung neuer diphthonge § 102—106 . . 95 
V. Sonstige Verschiebungen § 107 — 121 97 

B. Quantitative Veränderungen § 122—129 108 

I. Dehnung § 122—126 108 

IL Kürzung § 127—129 111 

III. Hiatuserscheinungen § 130—135 115 



X Inhalt. 

eeite 

Kap. 2. Lautgesetze der schwachtonigen silben § 136—161 . . . 118 

I. Urnordische Vorgänge § 136—143 118 

IL Sonstige qualitative Veränderungen § 144—150 .... 122 

III. Kürzung § 151—152 129 

IV. Schwund § 153—160 132 

V. Svarabhakti § 161 140 

Kap. 3. Vokalwechsel aus urgerm. zeit stammend § 162—173 . . 141 

I. Spuren speziell urgerm. lautgesetze § 162—163 .... 141 

IL Ablaut § 164-173 142 

Kap. 4. Etymologische Übersicht über die sonanten § 174—218 . 152 

I. Die sonanten der starktonigen silben § 174—214 .... 152 

1. Monophthonge § 174—191 152 

2. Diphthonge § 192—214 156 

IL Die sonanten der schwachtonigen silben § 215—218 . . 159 

III. Abschnitt : Die konsonanten 160 

Kap. 1. Urnordische Vorgänge § 220—236 161 

A. Qualitative und quantitative Veränderungen §220—227 161 

B. Schwund § 228 - 236 166 

Kap. 2. Altwestnordische lautgesetze § 237—316 173 

I. Wechsel der artikulationsarten § 237—254 173 

A. Die stimmhaften Spiranten § 237—239 173 

B. Die stimmlosen Spiranten § 240—243 179 

C. Die stimmhaften explosiv« §244-246 182 

D. Die stimmlosen explosiv« § 247—249 183 

E. Die halbvokale, nasale und liquid« § 250—254 . . . 184 
IL Wechsel der artikulationssteilen § 255- 265 186 

A. Die labiale § 255-258 186 

B. Die dentale § 259—262 188 

C. Die palatale und velare § 263—265 190 

III. Quantitative Veränderungen § 266—286 192 

A. Dehnung § 266-282 192 

1. Assimilation § 266-278 192 

a) Regressive assimilation § 266—274 192 

b) Progressive assimilation § 275 — 278 199 

2. Sonstige fälle von konsonantendehnung § 279-282 203 

B. Kürzung § 283—286 207 

IV. Uebrige lautgesetze der konsonanten § 287—316 .... 210 

A. Schwund § 287-303 210 

1. Im anlaute § 287—290 210 

2. Im in- und auslaute § 291—303 212 

B. Zusatz § 304—312 223 

C. Metathese § 313—316 226 

Kap. 3. Konsonantenwechsel aus urgermanischer zeit stammend 

§317-322 229 

I. Spuren urgermanischer lautgesetze § 317—319 229 

IL Spuren indoeuropäischer lautgesetze § 320—322 .... 235 



Inhalt. XI 

seite 

Kap. 4. Etymologische Übersicht über die konsonanten § 323—355 237 

I. Die stimmlosen explosivae § 323—328 237 

II. Die stimmhaften explosivae § 329—334 238 

III. Die stimmlosen Spiranten § 335—341 240 

IV. Die stimmhaften spiranten § 342—344 241 

V. Nasale § 345-349 242 

VI. Liquidae § 350-353 243 

VE. Halbvokale § 354-355 244 

Flexionslehre. 

Abschnitt: Deklination 246 

Kap. 1. Deklination der substantiva § 356—422 246 

A. Vokalische stamme (starke deklination) § 356—398 .... 246 

I. a-stämme § 356—372 246 

a) Reine a-stämme § 357—363 247 

b) wa-stämme § 364-366 255 

c) ja-stämme § 367—369 256 

d) ta-stämme § 370—372 257 

U. ö-stämme § 373—384 259 

a) Reine ö-stämme § 374—379 260 

b) ice-stämme §380 263 

c) jö-stämme § 381—383 263 

d) lö-stämme §384 264 

ZU. t-stämme § 385-392 265 

IV. u-stämme § 393—398 272 

B. n-stämme (schwache deklination) § 399 — 411 276 

I. an-stämme § 399—405 276 

DI. ön-stämme § 406—409 279 

m. m-stämme 410-411 281 

C. Uebrige (konsonantische) stamme § 412—422 282 

I. Einsilbige stamme § 412—418 282 

H. r-stämme § 419—421 286 

m. nd-stämme § 422 287 

Kap. 2 Deklination der adjektiva § 423—441 288 

A. Starke deklination § 424—431 288 

a) Beine a-, ö-stämme § 426—429 291 

b) wa-, ico-stämme § 430 295 

c) ja-, jö-stämme § 431 296 

B. Schwache deklination § 432—435 296 

a) Flexion des positivs und Superlativs § 433 — 434 297 

b) Flexion des komparativs und partic. präs. § 435 297 

C. Komparation § 436—441 298 

Anhang : Komparation der adverbia § 442—443 302 

Kap. 3. Die Zahlwörter § 444—463 203 

a) Kardinalzahlen § 444—453 303 

b) Ordinalzahlen § 451—458 306 

c) Andere numeralia § 459—503 308 



XII Inhalt. 

seite 

Kap. 4. Pronomina § 464—479 309 

1. Persönliche § 464—466 309 

a) Ungeschlechtliche § 464—465 309 

b) Geschlechtliche § 466 312 

2. Possessiva § 467 312 

3. Demonstrativa § 468—472 313 

4. Eelativa § 473 . 319 

5. Interrogativa § 474 320 

6. Indefinita § 475-479 321 

II. Abschnitt : Konjugation 325 

A. Tempusbildung § 480-526 325 

I. Starke verba § 481-526 326 

a) Ablautende verba § 482—501 326 

Klasse I § 482-483 326 

Klasse II § 484-488 327 

Klasse III § 489—495 329 

Klasse IV § 496 333 

Klasse V § 497-498 334 

Klasse VI § 499—501 336 

b) Keduplizierende verba § 502—506 338 

Klasse I § 502 338 

Klasse II § 503 338 

Klasse III § 504 339 

Klasse IV § 505 339 

Klasse V § 506 340 

IL Schwache verba § 507-520 341 

a) Erste schwache konjugation §509—511 . . . 342 

b) Zweite schwache konjugation §512-514 . . . 343 

c) Dritte schwache konjugation § 515—518 . . . 345 

d) Vierte schwache konjugation §519-520 . . . 348 
III. Verba, die zum teil stark, zum teil schwach gehen 

§ 521-526 350 

a) Verba präterito-präsentia § 521— 525 350 

b) Das verbum vakla § 526 352 

B. Endungen § 527-546 353 

I. Aktivum § 527—541 353 

a) Infinitiv § 528—529 354 

b) Präsens indikativ § 530—532 355 

c) Präteritum indikativ § 533—534 361 

d) Konjunktiv (optativ) § 535-537 363 

e) Imperativ § 538 364 

f) Participium § 539—541 365 

II. Medio-passiv § 542—546 367 

Anhang: Die wichtigsten urnordischen inschriften 374 

Nachtrag 394 

Register 395 



Verzeichnis wichtigerer abkürzungeii. 



Aarboger = Aarbeger for nordisk 
oldkyndighed, Kebenhavn 1866 ff. 

abb. = abbildung(en). 

Accentuierung = Die alt- und neu- 
schwedische accentuierung von A. 
Kock, Strassburg 1901 (Quellen 
und forschungen LXXXVÜ). 

adän. = altdänisch. 

AfdA. = Anz. f. d. A. (s. unten). 

afranz. — altfranzösisch. 

afries. = altfriesisch. 

ags. = angelsächsisch. 

agutu. = altgutnisch. 

ahd. = althochdeutsch. 

aind. = altindisch. 

air. = altirisch. 

aisl. = altisländisch. 

allg. = allgemein. 

an. — altnordisch. 

anal. = analogisch. 

anfr. = altniederfränkisch. 

An. gr. II = Altnordische grammatik 
II. Altschwedische grammatik von 
A. Noreen. Halle 1897 ff. 

Annaler = Annaler for nordisk old- 
kyndighed, Kebenhavn 1836 ff. 

anorw. = altnorwegisch. 

Ant. tidskr. f. Sv. = Antiqvarisk tid- 
skrift för Sverige, Stockholm 1864 ff. 

Anz. f. d. A. = Anzeiger für deut- 
sches alterthum, Berlin 1876 ff. 

aostnorw. = altostnorwegisch. 

aon. = altostnordisch. 

Arkiv = Arkiv for nordisk filologi 
(s. § 16, a, s. 27). 

as. = altsächsisch. 

aschw. = altschwedisch. 



asl. = altslavisch. 

awestnorw. = altwestnorwegisch. 

beisp. = beispiel. 

Beitr. => Beiträge zur geschichte der 

deutschen spräche und literatur, 

Halle 1874 ff. 
bes. = besonders. 
Beyging = J. porkelsson, Beyging 

sterkra sagnoröa i islensku, Reyk- 
javik 1888. 
bez. = bezeichnet, -en. 
Bezz. Beitr. = Beiträge zur künde 

der indogermanischen sprachen, 

herausgg. von A. Bezzenberger, 

Göttingeu 1877 ff. 
Bugge, Bidrag = Bidrag til den 

aeldste skaldedigtnings historie af 

S. Bugge, Christiania 1894. 
Burg = Die älteren nordischen 

runenin Schriften von Fritz Burg, 

Berlin 1885. 
Cod. AM. s. § 12 anm. 2 (s. 15). 
Cod. Holm. s. § 12 anm. 2 (s. 15). 
Cod. Reg. g. s. s. § 12 anm. 2 (s. 15). 
Cod. Tunsb. == Codex Tunsbergensis 

(s. § 15, 30). 
Cod. Ups. Delag. s. § 12 anm. 2 (s. 13). 
d. = deutsch, 
dän. = dänisch, 
dial. = dialektisch, 
dicht. = dichterisch. 
Egilsson =Lexicon poeticum.couscrip- 

sit S. Egilsson, Havniae MDCCCLX. 
engl. = englisch. 
F. Hom. = Fornnorska homilie- 

bokens ljudlära af E. Wadstein, 

Uppsala 1890. 



XIV 



Verzeichnis wichtigerer abkürzungen. 



finn. = finnisch. 

Forn. forml. = L. F. A. Wimmer, 
Fornnordisk formlära (s. § 16, a ; 
die citate stimmen auch mit des- 
selben Verfassers 'Altnordische 
grammatik, aus dem dänischen 
übersetzt von E. Sievers', Halle 
1871). 

Fritzner = Ordbog over Det gamle 
norske Sprog af J. Fritzner. Omar- 
beidet Udgave. I— III, Kristiania 
1886-96. 

germ. = germanisch. 

Germania = Germania. Vierteljahrs- 
schrift hrsgg. von F. Pfeiffer und 
K. Bartsch, Stuttgart und Wien 
1856-81. 

Geschichte 8 = A. Noreen, Geschichte 
der nordischen sprachen, 3. aufläge, 
Strassburg 1913 (in Grundriss 3 ). 

geschr. = geschrieben. 

gew. = gewöhnlich. 

got. = gotisch. 

Gott. gel. Anz. = Göttingische ge- 
lehrte Anzeigen. 

gr. = griechisch. 

Grundriss 3 = Grundriss der ger- 
manischen philologie, herausgg. 
von H. Paul, 3. aufläge, Strassburg 
1911 ff. 

G. Tr. = Gamalt trondermaal av 
M. Hsegstad, Kristiania (Viden- 
skabsselskabets Skrifter II, 1899, 
no. 3) 1899. 

Hb. = Hauksbök udg. af Det kong. 
nord. Oldskrift-selskab, Kebenhavn 
1892-96. 

hdschr. = handschrift. 

Hertzberg = E. Hertzberg, Glos- 
sarium, Christiania 1895 (Norges 
gamle love V, 2). 

Hild. = Hildinakvadet av M. Haeg- 
stad , Christiania ( Videnskabssel- 
skabets Skrifter II, 1900, no. 2) 1900. 

ieur. = indoeuropäisch. 

I.F. = Indogermanische Forschungen. 
Zeitschrift hrsg. von K. Brugmann 



und W. Streitberg, Strassburg 
1892 ff. 

I. F. Anz. = Anzeiger für indo- 
germanische Sprach- und Alter- 
tumskunde, hrsg. von Streitberg, 
Strassburg 1892 ff. 

inschr. = inschrift, -en. 

isl. = isländisch. 

Kong. = Maalet i dei gamle norske 
kongebrev av M. Haegstad, Kristi- 
ania(VidenskabsselskabetsSkrifter 
I, 1902, no. 1) 1902. 

kons. = konsonant(isch). 

K. Z. = Zeitschrift für vergleichende 
Sprachforschung, hrsg. von A. Kuhn 
u. a., Berlin 1852 ff. 

läpp. = lappisch. 

Larsson == Ordförrädet i de älsta 
islänska handskrifterna av L. Lars- 
son, Lund 1891. 

lautges. = lautgesetzlich. 

Laesebog = L. F. A. Wimmer, Old- 
nordisk laesebog (s. § 16 f.). 

lehnw. = lehnwort, -Wörter. 

litau. = litauisch. 

Marstrander, Bidrag = C. J. S. Mar- 
strander, Bidrag til det norske 
sprogs historie i Irland (in Chra. 
Vid. Selsk. Skrifter, Hist.-fil. 
Klasse 1915). 

mengl. = mittelenglisch. 

misl. = mittelisländisch. 

mnorw. = mittelnorwegisch. 

mndd. = mittelniederdeutsch. 

ndän. = neudänisch. 

ndd. = (neu)niederdeutsch. 

ngutn. = neugutnisch. 

nisl. = neuisländisch. 

nnorw. = neunorwegisch. 

No. Hom. â– = das anorw. homilienbuch 
(s. § 15, 6). 

No. I. = Norges Indskrifter med de 
aeldre Runer. Udg. ved S. Bugge, 
und M.Olsen, Christiania 1891 ff. 

Nord. stud. = Nordiska studier till- 
egnade Adolf Noreen, Uppsalal904. 

nschw. = neuschwedisch. 



Verzeichnis wichtigerer abkürzungen. 



XV 



N. spr. = Till den nordiska spräk- 
historien. Bidrag af 0. v. Friesen, 
Uppsala 1901, 1906 (Skrifter utg. 
af K. Hnm. Vetenskaps-Samfundet 
i Uppsala VII, 2 und IX, 6). 

obl. = casus obliqui. 

onorw. = ostnorwegisch. 

Oplysninger = Oplysninger til trond- 
hjemske Gaardnavne I, II, Trond- 
hjem 1893 (in K. No. videnskabers 
selskabs skrifter). 

orkn. = orknöisch. 

ostn. = ostnordisch. 

Reykj. Mäld. — Reykjaholts Maldagi 
(s. § 12, 3 und 9). 

Rimb. = Rimbeygla (s. § 12, 4). 

run. = runisch. 

Runenschrift = Die runenschrift von 
L. F. A. Wimmer. Uebers. von 
F. Holthausen, Berlin 1887. 

schw. = schwach. 

seit. = selten. 

shetl. = shetländisch. 

Skjaldesprog = Det norsk-islandske 
skjaldesprog. Af F. Jönsson, Keben- 
havn 1901. 

son. = sonant(isch). 

Senderjyll. run. = Senderjyllands 
runemindesmserker af L. F. A. Wim- 
mer, Kebenhavn 1901. (Separat 
aus 'Haandbog i detnordslesvigske 
spörgsmaels historie'.) 

st. = stark oder statt. 

St. Hom. = das Stockholmer homilien- 
buch (s. § 12, 7). 

Studier = Studier over de nordiske 
Gude- og Heltesagns Oprindelse af 
S. Bugge, Christiania 1881—89. 

Stud. nord. fil. = Studier i nordisk 
filologi, Helsingfors 1910 ff. 

Supplement = Supplement til is- 
laudske Ordb0ger af J. porkelsson, 



(ved J. Thorkelsson) I, II, IV, 
Reykjavik 1876, 1879—85, 1899. 

Sv. fornm. tidskr. = Svenska forn- 
minnesföreningens tidskrift, Stock- 
holm 1872 ff. 

Sv. landsm. = Nyare bidrag tili 
kännedom om de svenska lands- 
mälen ock svenskt folklif, Stock- 
holm 1879 ff. 

Tidskr. f. Fil. N. R. und in R. = 
Nordisk Tidskrift for Filologi (og 
Psedagogik), >'y Rsekke, resp. 
Tredje Reekke, Kobenhavn 1874 ff. 

Tidskr. f. Phil. og. Paed. = Tidskrift 
for Philologi og Paedagogik, 
Kebenhavn 1860 ff. 

Upphavet = Upphavet til det norske 
folkemaal av M. Heegstad, Kristi- 
ania 1899. (Separat aus 'Syn og 
segn'.) 

urgerm. bb urgermanisch. 

Urg. lautl. = Abriss der urgerma- 
nischen lautlehre von A. Noreen, 
Strassburg 1894. 

um. = urnordisch. 

urspr. = ursprünglich. 

Vestno. maalf. =â–  M. Haegstad, Vest- 
norske maalfere fyre 1350, Kristi- 
ania 1906 ff. (in Videnskapssel- 
skapets skrifter). 

Vigfusson = An icelandic-english 
dictionary by G. Vigfusson, Oxford 
MDCCCLXXIV. 

vok. = vokal. 

westn. = westnordisch. 

wgerm. = westgermanisch. 

wnorw. = westnorwegisch. 

ZfdA. = Zeitschrift für deutsches 
Alterthum, Leipzig und Berlin 
1841 ff. 

ZfdPh. = Zeitschrift für deutsche 
Philologie, Halle 1868 ff. 



Druckfehler. 



S. 75 z. 6 f. lies s statt S. 

S. 223 z. 22 „ 1000 statt 1200. 

S. 247 z. 7 „ hAriwulfs statt hariwulfs. 

S. 247 z. 18 „ stAtnAR statt stainaR. 

S. 263 z. 1 „ wo- statt ivo-. 



Einleitung. 



§ 1. Unter altnordisch (an.) verstehen wir hier die 
spräche der germanischeu bewohner des skandinavischen nor- 
dens (mit einschluss von Island. Grönland und den Färöern) 
und der vom norden aus besiedelten gegenden der jetzigen 
britischen, russischen und deutschen reiche, von den durch 
denkmäler bezeugten anfangen (bald nach Christi geburt) 
dieser spräche bis zur reformatio!) (um 1530). Seit welcher 
zeit die vorfahren der germanischen bevölkerung im norden 
vorhanden gewesen sind, kann nunmehr annäherungsweise 
exakt angegeben werden. Es steht jetzt fest, dass sie schon 
sehr lange vor Christi geburt da waren, ja nach Montelius. 
Fürst und De Geer vielleicht teilweise srhon bald nach dem 
13. Jahrtausend v. Chr. Indessen kennt man nichts von der 
beschaff enheit der spräche in der zeit v. Chr. 

Änm. 1. Man wendet bisher oft — aber sehr inkorrekt — die be- 
zeichnung altnordisch als gemeinsamen namen für nnr zwei (übrigens 
nicht hinlänglich scharf auseinander gehaltene) altnordische sprachen (das 
altisländische und das altnorwegische) an. Diese ansdrucksweise. an- 
fänglich auf einem theoretischen irrtnm beruhend, muss aber jetzt, weil 
auch praktisch irre führend, vermieden werden. 

Anm. 2. Ueber das alter der germ. spräche im norden s. einerseits 

0. Montelius, Nordisk tidskrift 1884, s. 21, und 1921, s. 401 ff. ; G. Kossinna, 

1. F. VII, 276 ff. , 293 note und Die Herkunft der Germanen (Mannus-Biblio- 
thek Nr. 6) Würzburg 1911; K. B. Wiklund, Xär kommo svenskarne tili 
Finland? Upsala 1901 ; G. Eetzius (und C. M. Fürst) Anthropologia suecica. 
Stockholm 1902, s. 19 ff.; .T. Ailio und A. Hackman, Förhistoriska fynd (in 
Atlas öfver Finland 1910. Text II), s. 24. 39. 86: andererseits Joh. Steenstrup. 
Historisk tidsskrift (dän.) 6. R?ekke. VI. 114, R. Saxeu, Den svenska befolk- 
niugens älder i Finland (in Fiuska fornminnesföreningens tidskrift XXI. 
no. 3). Helsingfors 1901 und B. Salin, Vitterhets historie och antiqvitets 
akademiens Mänadsblad 1890. s. 12 ff. (Stockholm 1901). 

§ 2. Seinen Verwandtschaftsverhältnissen nach bildet das 
nordgermanische oder nordische einen selbständigen zweig 

Jforeen, Alti*l. granun. 4. aull. i 



2 § 3. Einleitung. 

innerhalb der germanischen (germ.) familie des indo- 
europäischen (ieur.) sprachstammes. Seine nächsten ver- 
wandten sind also die beiden übrigen zweige derselben familie. 
der (wandilische oder) ostgermanische — das gotische (got.). 
wandalische, burgundische u. a. umfassend — und der (deutsch- 
englische oder) westgermanische (wgerm.), von denen vielleicht 
jener dem nordischen etwas näher steht, weshalb er früher 
oft mit diesem unter dem namen "ostgermanisch" zusammen- 
gefasst worden ist. Die vorzugsweise wichtigen Überein- 
stimmungen der nord- und ostgermanischen sprachen sind: 

1. Die Vertretung des urgermanischen icw durch ggw, z. b. 
aisl. tryggue, got. triggiva der treue. 

2. Die Vertretung des urgerm. ,?';' durch ggj, resp. ddj, z. b. 
aisl. tueggia, got. twaddje zweier. 

3. Die erhaltung der alten endung -t in der 2. sg\ prät, 
ind. (wgerm. auf -i), z. b. aisl. und got. gaft gabst. 

Anm. Noch andere Übereinstimmungen erwähnt H. Hirt, Journal of 
germ. philology II, 272. 

§ 3. Das altnordische ist keine einheitliche spräche, son- 
dern eine kollektivbezeichnung vieler zu verschiedenen zeiten 
und in verschiedenen gegenden existierenden sprachen, von 
denen die älteste, die zugleich die mutter der übrigen ist, 
passend als ur nordisch (urn.) bezeichnet wird. Unter der 
urnordischen spräche versteht man demnach das altnordische 
bis zu der zeit seiner Verzweigung in verschiedene dialekte, 
die später als völlig selbständige sprachen hervortraten. Diese 
Spaltung fällt in die sogenannte vikingerzeit (c. 800 bis c. 1050) 
und ergab statt einer altnordischen spräche zunächst drei: 
altnorwegisch (anorw.), altschwedisch (aschw.), das in 
weiterem verstand auch den sehr eigentümlichen altgutni- 
schen (agutn.) dialekt umfasst, und altdänisch (adän.), zu 
denen nach der besiedelung Islands (c. 900) bald als vierte 
altisländisch (aisl.) kam. Erst im 11. jahrh. sind die 
differenzen so gross, dass man von vier (literatur)sprachen, 
statt dialekten, reden darf, wenn auch noch lange zeit einer- 
seits aisl. und anorw., andererseits aschw. und adän. einander 
sehr nahe stehen, so dass man die beiden ersten als west- 
nordische (westn.), die beiden letzteren als ostnordisclie 
(ostn.) gruppe zusammenzufassen pflegt. 



9 4. .'). Einleitung. 

Anui. In der vikingerzeit und noch später wurde sowol in Skan- 
dinavien als in England das altnordische als donsk tunga 'dänische zunge" 
bezeichnet. Später kam dieser ausdruck auch, obwol selten, in der be- 
deutung von alt westnordischer spräche statt des dann in dieser bedeutung 
üblichen norrvut med 'nordische spräche* vor. 

§ 4. Die liauptkenn zeichen des ur nordischen gegenüber 
dem gotischen sind: 

1. Die erhaltung der stammauslaute a und i im nom. und 
acc. sg. der a- und i-stämme (got. synkope). z. b. dagaR : dags 
tag. stama : stain stein. -$astii : gasts gast. 

2. Die endung -as im gen. sg. der a-stämme (got. -/.vi. z. b. 
godagas : dagis tages. 

3. Die endung -e im dat. sing, der ^-stamme (got. -«). z. b. 
-hn-ne : Mamma körn. 

4. Die endung -an im dat. sg. der <â„¢ -stamme igot. -in). 
z. b. -hüIüiTjar, : ga-hkdbin genossen. 

5. Die endung -tu im dat. sg. der «-stamme (got. -><" •. 
z. b. /&u»MMf[n]^Mi : magam sohna 

6. Die endung -in im nom. plur. der r- stamme igot. 
z. b. öoktrin : doMrjus töchter. 

7. Die endung -Ö in der 1. ^g. des sehwachen Präteritums 
(got. -«). z. b. tawufo : tan/da brachte zu stände. 

§ 5. Die denkmäler des urnordischen bestehen fast aus- 
schliesslich aus runeninschriften. Diese, die an altert üm- 
lichkeit der sprachform alle übrigen germanischen Sprach- 
denkmäler überragen, bedienen sich des älteren, allen germa- 
nischen stammen gemeinsamen runenalphabets von 24 zeichen 
und sind zu einer anzahl von beinahe 150 in Schweden. 
Norwegen und Dänemark vorhanden. Von dieser ziemlich 
grossen anzahl sind jedoch nur etwa die hälfte von eigentlich 
sprachlicher bedeutung. und auch von diesen sind die meisten 
sehr kurz. Die wichtigsten sind die folgenden, welche hier 
in chronologischer Ordnung aufgeführt werden, wiewol bei 
vielen die datierung sehr unsicher ist und die ansichten der 
gelehrten zum teil noch ein wenig auseinander gehen. 

Aus der zeit c. 200—300 n. Chr. die inschriften von Üvre 
stabu, Mos. Vi und Torsbjarg. 

300 — 400 die inschriften von Nedre Hov. Floksand 
Kylver. Einang. Himlingoie und Xydam. 

l* 



4 § 5. Einleitung, 

400 — 500 die inschriften von Lindholm, Kragehul, 
Gjersvik, Vetteland, Nordhuglen, ßdemotland, Möje- 
bro, Svarteborg, Rö. Strärup, Gallelius, Darum. 
Dannenberg, Stenstad, Etelhem, Fyn (brakteat nr. 24), 
Magiemose, Nsesbjserg, Seeland (brakt. nr. 57), Skodborg, 
Schonen (brakt. nr. 19), Börringe, Asum, Vadstena. 
Fredrikstad, Bjornerud, Selvig, Skärkind, Berga. 
Skääng, Krogsta und Tune. 

500 — 600 die inschriften von Tu, Kjolevig, Norge 
(brakt. nr. 48), Valsfjorden, Sotvet, Trollhättan, Skryd- 
strup, Faemo, Tanum, Tjurkö, Ägedal, Overhornbaek, 
Bo, Bratsberg, die ältere von Torviken, Beiland, die 
ältere von Myklebostad, Vänga, Fonnäs, Tomstad, 
Elgesem, Saude, Järsberg, Opedal, Reistad, Mogedal 
und Ärstad. 

600 — 700 die inschriften von Stora Noleby, Amle, 
Veblungsnaes, Eidsväg, Strom, By, Kinneved, die jüngere 
von Myklebostad, Istaby, Gummarp, Stentoften, F^rde, 
Björketorp und Eggjum. 

700 — 800 die inschriften von Valby, Vatn, die jüngere 
von Torviken, Tveito, Hämmeren, Roes, Flistad, Sölves- 
borg, Tanem, Farsund, Martebo und Rävsal. 

Anm. Ueber die um. inschriften vgl. u. . a. besonders die bahn- 
brechenden abhaudlungen von S. Bugge in Tidskr. f. Phil, og Paed. VII, VIII 
und in Aarbeger 1871 und 1905, sowie desselben und M. Olsens grossartiges 
werk Norges Indskrifter med de teldre Kuner, Chra. 1891 ff.; ferner 
L. Wiinmer , Die runenschrift, Berlin 1887, Senderjyllands runemindes- 
moerker, Kopenhagen 1901 ; F. Burg, Die älteren nordischen runeninschriften, 
Berlin 1885; E. Brate in Bezz. Beitr. XI, 177 ff. Zur Chronologie vgl. 
O. Montelius in Sv. fornm. tidskr. VI, 265 ff. und IX, 272 ff. ; Wimmer, 
Kunenschrift, s. 300 ff. , Senderjyll. run. , s. 28 ff. ; Bugge und Olsen, No. I. 
passiin ; vor allem aber H. Schetelig, No. I. III, 1 ff. (1914). Abbildungen bei 
G. Stephens, Handbook of the old northern runic monuments of Scandinavia 
and England, Kopenh. 1884; die norwegischen besser bei Bugge, No. I. — 
S. übrigens unten im Anhang betreffs der verschiedenen inschriften. 

§ 6. Eine andere, zum teil wahrscheinlich ältere quelle 
zur kenntnis des urnordischen haben wir in den lehn Wörtern, 
die aus dem urn. in die finnischen und, durch diese vermittelt, 
auch die lappischen sprachen hineingekommen sind, und die 
oft noch altertümlichere sprachformen als die der runen- 
inschriften voraussetzen, was vielleicht daraus zu erklären ist, 



§ 7. Einleitung. 

die entlehnungen zum teil schon in den ersten Jahr- 
hunderten unserer Zeitrechnung (um 200 oder wol noch frühen 
stattgefunden haben; anderseits aber ist es oft schwer oder 
unmöglich, diese lehnwürter von einigen in das finnische wahr- 
scheinlich aus dem gotischen eingedrungenen Wörtern aus- 
zuscheiden, ein umstand, welcher den wert dieser quelle für 
die nordische Sprachgeschichte ein wenig vermindert, besonders 
weil eben die altertümlichsten formen in dieser weise zwei- 
deutig sind. 

Anm. Vgl. V. Thonisen (übers, von E. Sievers). Ueber den einflus- 
der germ. sprachen aof die finnisch - lappischen . Halle 1870, Beröringer 
mellem de finske og de baltiske Sprog (in Videnskabs Selskabets Skrifter, 
6. Raekke. hist. og phü. Afd. I, 1), Kopenh. 1890 (bes. s. 27 ff., 150 f.); K. B. 
Wiklund, Lnle- Lappisches Wörterbuch, Helsingfors 1890 (bes. s. 179 ff.), 
Laut- und Formenlehre der Lule -Lappischen Dialekte (in Göteborgs 
K. Vetenskaps- och Vitterhets Samhälles Handlingar. Ny tidsföljd XXV). 
Sthlm. 1891. Die nordischen Lehnwörter in den russisch-lappischen Dialekten 
(in Journal de la societe finno-ougrienne X, 146). Helsingfors 1892, und De 
svenska noinadlapparnas flyttningar. Ups. 1908. s. 237 ff., sowie (besonders 
wichtige Le monde oriental V, 217 ff.; 0. Almgren, Antikvarisk tidskrift 
för Sverige XX, 1. s. 61 ff. ; J. K. Qvigstad. Nordische Lehnwörter im 
Lappischen (in Christiania Videnskabs-Selskabs Forhandlinger 1893, no. 1), 
Christiania 1893: Setälä. Journal de la Societe Finno-ougrienne XXDII, 1. 
s. 1 ff. ; T. E. Karsten . Indogerm. Forschungen XXLT, 293 ff. . Germanisch- 
Romanische Monat schrift VI. 65 ff.. Svenskarnas bosättningar i Finland. 
Helsingfors 1914. und (wichtig) Germanisch -finnische Lehnwortstudien, 
Helsingfors 1915 (wozu vgl. den wichtigen anisatz K. B. Wiklunds, Die 
ältesten germanischen Lehnwörter im Finnischen in I. F. XXXVIII). und 
Fragen aus dem Gebiete der germ.-önn. Berührungen, Hfors 1922. 

§ 7. Weniger ergiebig ist eine dritte, übrigens oft schlecht 
überlieferte, quelle: die nordischen orts- und Völkern amen 
bei lateinischen und griechischen Schriftstellern aus 
den letzten Jahrhunderten vor und den ersten Jahrhunderten 
nach Chr.. wie z. b. Polybios. Cäsar. Livius. Strabo. Mela. 
Plinius, Tacitus. Ptolemaios. Prokopios und vor allem Jordanes 
um 6. jahrh.). 

Anm. Vgl. z. b. K. Müllenhoh. Deutsche alterthum -künde II. Berlin 
L. F. Läffler. Om de östskandinaviska folknamnen hos Jordanes (in Sv. 
landsm. XHI, 9), Sthlm. 1894: Th. v. Grienberger, ZfdA. XLVI, 128 ff.: 
G. Werle. Die ältesten germanischen Personennamen, strassburg 1910: 
M. Schönfeld, Wörterbuch der altgerm. Personen- und Völkernameu. 
Heidelberg 1911; J.V SreMBOB, TV nordiska folknamnen hos Jor 
(Nftmn och bygd V) 1H1T. l't.-lema-us* redögörelse för folkeu p* ön Skandia 



6 § 8. Einleitung. 

(Xamn och bygd VII) 1919; A. IS T oreeu, Nordens älsta folk- och ortnanin 
(Fornvännen 1920; mit karte). 

§ 8. Eine Übersicht der urn. grammatik zu geben ist 
wenigstens zur zeit nicht wol möglich, da die quellen teils 
an umfang unzureichend, teils oft nicht sicher deutbar sind. 
Die bisherigen ergebnisse der forschungen auf diesem gebiete 
linden daher am besten ihren platz als momente in der dar- 
stellung der beiden altertümlichsten tochtersprachen des ur- 
nordischen. Dies sind die westnordischen. 

Die wichtigsten Übereinstimmungen der beiden alt w est - 
nordischen (awn.) literatursprachen, wie sie in den ältesten 
quellen hervortreten, gegenüber den altostnordischen (aon.) sind : 

1. Umlaut in vielen fällen, wo er im ostn. nicht da ist, 
z. b. westn. vcere : ostn. väre (er) wäre, westn. i gcer : ostn. 1 gär 
gestern, westn. lond : ostn. land 1 ander. 

2. Ein silben auslautendes u in gewissen Wörtern, wo im 
ostn. ö auftritt, z. b. westn. kü : ostn. kö kuh, westn. sü : ostn. 
so sau, westn. gniia : ostn. gnöa reiben u. dgl. 

3. Uebergang von i, e, y in konsonantisches i vor u. o, u, 
welcher dem ostn. mit wenigen ausnahmen fremd ist, z. b. 
westn. sid : ostn. sea sehen, Avestn. fiande : ostn. f lande feind, 
westn. biär : ostn. byar dorfes. 

4. Assimilation von mp, nk, nt zu resp. pp, kk, tt in weit 
grösserem umfange als im ostn. durchgeführt, z. b. westn. 
kroppenn : ostn. krumpin krüppelig, westn. ekkia : ostn. amkia 
wittwe, westn. stytta : ostn. stynta kürzen. 

5. Die endungen pl. nom. -er, -ir, acc. -e, -i statt ostn. 
nom. -iar, -icer, acc. -ia, -im bei sehr vielen maskulinen {i- und 
y'a-stämmen). z. b. westn. drenger, -e : ostn. dramgiar, -ia bursche. 

6. Die endung -onom, -mmm gegen (normalerweise) ostn. 
-umin, -omen im dat. pl. des mit suffigiertem artikel versehenen 
snbstantivs. z. b. westn. fotonom : ostn. fotumin den füssen. 

7. Einzelne wichtigere pronominalformen. wie z. b. westn. 
ek : ostn. iak, ioßk ich: westn. rr,r (ano)'w. auch mir) : ostn. ol(r) 
wir; westn. er oder per : ostn. /(»•) ihr; westn. sem : ostn. sum 
gleichwie; u. a. 

8. Die präteritalbildung auf -ra. weiche im ostn. nicht 
vorkounm. /.. h. :;. sg. westn. *ne ■. osin. 8dße säeto. 



§ 9. Einleitung. i 

0. Die medio-passiv-form auf -sk neben der im ostn. fast 
ausschliesslich gebräuchlichen auf -s(s), z. b. westn. kallask : 
ostn. kallas(s) genannt werden. 

Anm. Was hier angeführt ist, gilt nur für die eigentlichen literatur- 
sprachen. Dialektisch kamen ohne zweifei vielfache abweichungen vor, 
wie dies besonders in moderner zeit der fall ist. (Ueber die gruppierung 
der neunordischen dialekte s. Noreen , Vart spräk 1, 129 ff. : B. Hesselman. 
Sveamalen, Upps. 1905; H. Geijer bei I. Flodströ'm. Sverges folk, s. 196 ff.. 
Upps. 1918; A. B. Larsen, Oversigt over de norske bygdemäl, Kra. 1898; 
H. Kristensen. Nydansk, Kph. 1906). 

§ 9. Die hauptunterschiede des alt isländischen und 
altnorwegischen untereinander, wie sie in den ältesten 
literarischen quellen hervortreten, sind: 

1. ^-umlaut im aisl. in vielen fällen, wo er wenigstens 
im aostnorw. (normalerweise) nicht vorhanden ist, z. b. dat. pl. 
aisl. sQkom : aostnorw. sakum Sachen, 1. pl. prät. aisl. kglloßom : 
aostnorw. kallaöom nannten. 

2. Aisl. in der ältesten literatur regelmässig e, o statt resp. 
i. u überall in endungen und den meisten ableitungssilben, 
während dagegen im anorw. (ausser im Südwesten) durch 
eine art von vokalharmonie e, o nur nach gewissen vokalen 
der vorhergehenden silbe eintreten, z. b. 3. sg.. resp. pl. prät. 
ind. aisl. spurpe, -Jw : anorw. spurdi. -du fragte, -en, aber sowol 
aisl. wie anorw. lodde. -o haftete, -en. 

3. Erhaltung im aisl. von anlautendem h vor /. n. r. welches 
im anorw. (ausser in den dialekten von Orknö und Shetland) 
ziemlich früh schwindet, z. b. aisl. Maupa : anorw. loupa laufen, 
aisl. hniga : anorw. niga sich neigen, aisl. hringf : anorw. 
ringr ring. 

4. Uebergang von tautosyllabischem dn in mn, von dem 
das aisl. ziemlich wenige spuren hat, ist im anorw., bes. im 
dronth. (s. unten d), fast als regel zu betrachten, z. b. aisl. 
suefn : anorw. suemn schlaf. 

5. Aisl. selten, anorw. dagegen häufig sind die pronominal- 
formen mit neben vit wir zwei, mer neben ver wir. später auch 
(besonders ostnorw.) knurr neben himrr (aisl. huerr) welcher 
von mehreren. 

ti. Aisl. ist gleichzeitige Verwendung von präpositivem und 
postpositivem artikel selten, anorw. dagegen häutig, z. b. aisl. 
ßat skip : anorw. auch />at xkipit dieses schiff. 



8 § 10. 11. Einleitung. 

7. Speziell anorw. ist (seit c. 1280) die endung -r neben 
-ö, -t in der 2. pl., z. b. aisl. gripep, -et : anorw. gripir, -id. -it 
greifet, aisl. gripo]), -ot : anorw. gripur, -uö. -ut griffet. 

Anm. Ueber einige syntaktische differenzen s. Nygaard, Norran Syntax, 
s. 4 note. 

§ 10. In der geschiente des ausländischen kann man 
am passendsten drei perioden unterscheiden: Die erste von 
den anfangen der besiedelung (ende des 9. jahrhs.) bis um 
1150 zeigt noch eine sprachform, die anfangs natürlich gar 
nicht, später fast nur durch die oben (§ 9) angegebenen merk- 
male von dem ältesten anorw. unterscheidbar ist. Die zweite, 
die des sog. klassischen aisl., von c. 1150 bis c. 1350 zeigt 
dagegen wichtige sprachliche Veränderungen, die den unter- 
schied vom anorw. scharf hervortreten lassen, wie z. b. den 
Übergang von 6 in de (s. § 120), später auch von e in ie (§ 103); 
die dehnung von a. o, u vor l + f, g, k, m, p, später auch von 
q vor ng und nk (§ 124, 3 und 4) ; die Vertretung älterer e, o 
in endungen durch resp. i, u (§ 145, 1 und § 146, 1); später 
diphthongierung von e, o zu resp. ei, au vor ng, nk (§ 102 und 
$ 105), während q sonst zu e wird (§ 115, 2); svarabhaktisches 
u zwischen konsonanz und auslautendem r (§ 161. a); medio- 
passiv auf -z, später -st statt sk. Die dritte — 'mittelisländische' 
(misl.) — periode von c. 1350 bis um 1530 zeigt spuren von 
mehreren sprachlichen erscheinungen , die sonst als das neu- 
isländische konstituierend betrachtet werden, wie z. b. den 
Übergang von a in 6 nach v und w (§ 86); von anlautendem 
kn- in hn- (§ 249): von m und nn in ddn (§ 305); von rl und 11 
in ddl (§ 305); mediopassiv auf -st statt -ist u. a, m. 

ij 11. Dialektische differenzen innerhalb des alt- 
isländischen sind nur in sehr geringem mass bemerkbar, wenn 
sie auch natürlich nicht ganz fehlen. So z. b. zeigt sich um 
1200 teils ein (z. b. in Reykjaholts mäldagi 1 und II, s. unten 
§ 12, 3 und Ö) westlicher dialekt mit e, <> in endungen und 
mit partikel es. teils (z. b. in der Urkunde von Späkonuarfr, 
s. § 12, 11) ein nördlicher mit i, o in endungen (jedoch -er und 
-ungr) und mit partikel er (s. Neckel. Beitr. XL, 66Ü.). Ein 
Übergang von //; rf in Ib, rb tritt vorzugsweise in solchen 
handschriften des 13. und 14. jahrhs. auf, die aus dem west- 
lichen viertel der insel stammen (§ 237, 3). Andererseits unter- 



g 12L Einleitung. 9 

bleiben im Westen die sonst allgemein vor ny und tik auf- 
tretenden erscheinungen : diphthongierung des e zu ei (§ 102) 
und dehnung des a zu d (§124.4). Anlautendes um ist im 
norden nicht zu Im- (§ 249) geworden. Einige aisl. handschr. 
schieben s zwischen f. und t ein. andere aber nicht (§ 309, 1). 
In einigen fällen, wo die schrift keine Verschiedenheit auf- 
zuweisen hat. darf eine solche auf grund der jetzigen mund- 
arten vorausgesetzt werden. So z. b. ist wol der unterschied 
ziemlich alten datums. dass altes ///>• im norden und westen 
als /. t : in einem teile bes. des südöstlichen Islands als ch, sonst 
aber als chiv ausgesprochen wird. Die hierher gehörigen fragen 
sind aber bisher fast gar nicht untersucht worden, weshalb 
nähere aufschlüsse noch nicht zu geben sind. — Inwieweit 
die spräche Grönlands (wo von 986 bis c. 1450 isländische 
kolonisten wohnten) ein von derjenigen des mutterlandes ab- 
weichendes gepräge gehabt hat. ist den unbedeutenden (runen-) 
denkmälern — den beiden aus c. 1300 stammenden runen- 
steinen von Kingittorsuaq und Napassut ; s. F. Jönsson in Det 
gronlandske Selskabs Aarskrtft 1914. resp. 1916 — gegenüber 
nicht mit irgendwelcher Sicherheit abzusehen. 

:? 12. Die denkmäler des aisl. sind zweierlei art: 

A. Euneninschriften. Diejenigen (etwa 45), welche 
sich noch auf Island befinden, sind sämtlich in sprachlicher 
hinsieht ziemlich wertlos, zumal die ältesten (die inschrifteil 
auf dem kirchtor von Yalj>j6fstaöur und auf einem grab- 
stein von Hjaröarholt) erst aus der zeit um 1200 (oder 
etwas später), resp. aus dem ende des 13. jahrhs. stammen 
und also beträchtlich jünger als die ältesten handschriften 
mit lateinischem alphabet sind. 

Aniii. 1. Vgl. Kr. Käluml in Aarbwger 1882. i. 57 ff.: B. M. Olsen in 
Ärbük hins i^lenzka fornleifafelags 1899. s. 19 ff.: F. Jönsson. Aarbager 1910, 
-. 905 ff. 

B. Handschriften mit lateinischem aiphabet, die 
>owol überaus zahlreich als auch zum grossen teil sehr wert- 
voll sind. Von den durch alter oder sonst besonders wichtigen 
seien hier erwähnt: 

a) Aus der zeit 900 — 1100 stammen die vielen aisl. 
Personennamen im sog-. Reichen au er Neerologium: hrseg-. 
tjiur die aisl. Bauen) im Diplomatariuni islandicum I, Kopen- 



10 § 12. Einleitung. 

hagen 1857—70, 8. 171 f.. besser, weil nach der originalhand- 
schrift (und zwar alle an. namen) von P. Piper, Libri con- 
fraternitatum (in Monumenta Germ, historica 1884), s. 145—352. 

b) Aus der 2. hälfte des des 12. jahrhs. (ältere handschr. 
wie z. b. diejenigen des schon im jähre 1118 niedergeschriebenen 
gesetzbuches Hafltyaskrq sind nicht mehr vorhanden): 

1. Ein vielleicht schon c. 1150 geschriebenes kleines 
bruchstück eines homilienbuches, Cod. AM. 237a, fol.; 
hrsgg. (nur teilweise) phototypisch in Palaeografisk atlas, 
Kopenhagen 1905, als nr. 1 ; (vollständig) von f>. Bjarnarson in 
Leifar fornra kristinna frceöa islenzkra, Kopenhagen 1878. 
s. 162 IT.; vgl. dazu V. Dahlerup in Tidskr. f. Fil. N. R. IV, 153. 

2. Zwei vielleicht schon c. 1150 geschr. bruchstück e 
der Grägas, Codd. AM. 315 d und (ein wenig jünger) c, fol.; 
hrsgg. jenes (nur ein teil) phototypisch in Palaeogr. atlas als 
nr. 2, (vollständig) von V. Finsen in Grägas, Kopenh. 1852, 

I, 219 ff. (vgl. dazu J. Hoffory in Tidskr. f. Fil. N. R. III, 294 f. 
note); dieses ib. 1,231 ff. und Grägas, Kopenh. 1883, s. 490 ff. 

3. Das älteste stück (vielleicht aus der zeit c. 1185) von 
dem als Reykjaholts mäldagi (inventarienverzeichnis) 
bekannten Originaldokument im landesarchiv zu Reykjavik; 
hrsgg. (photolithographisch) von Samfund til udgivelse af 
gammel nordisk litteratur, Kopenhagen 1885, photo typisch in 
Palaeogr. atlas als nr. 44 — 45. 

4. Eine wahrscheinlich c 1187 geschr. komput istische 
abhandlung ('Rimbeygla'j und eine glossensammlung. 
Cod. Reg. g. s. 1812, ältester teil, und (von derselben Land) 
Cod. AM. 2491, fol.; jene hdschr. hrsgg. von L. Larsson, Kopen- 
hagen 1883 (vgl. dazu Beckman und Kälund, Alfneöi islenzk 

II, 65 f. und 72), diese von G. Dorläksson in Smästykker udg. 
af Samfund &c, Kopenh. 1884, s. 78 ff. (vgl dazu Beckman und 
Kälund, a. a. o. s. 67 ff.). 

5. Pläcitüsdräpa, Cod. AM. 673b, 4°; hrsgg. von 
F. Jonsson in Mindre afhandlinger udg. af det philologisk- 
historiske samfund, Kopenh. 1887, s. 210 ff. (und Den no.-isl. 
Skjaldedigtning A, 1,607 ff.). 

c) Aus der zeit c. 1200 bis gegen 1250: 

6. Ein c. 1200 (oder etwas früher) geschr. bruchstück 
des Elucidarius, Cod. AM. 674a, 4"; hrsgg. (photolitho- 



g 12. Einleitung. H 

graphisch) von der Arnaniagnäanischen kommission (durch 
K. Gislason), Kopenh. 1869; vgl. dazu Gislason in Aarboger 
1870, s. 262 ff. und Hoffory in Det philologisk-historiske sam- 
funds mindeskrift. Kopenh. 1879, s. 140 ff. 

7. Das umfangreiche und in sprachlicher, besonders ortho- 
graphischer, hinsieht sehr wichtige Stockholmer homilien- 
buch, Cod. Holm 15, 4°. von sieben bänden geschr.. von denen 
die älteste (phototypisch faksimiliert in Palaeogr. atlas nr. 3) 
vielleicht schon dem 12. jahrh. gehört; hrsgg. von Th. Wisen. 
Homiliu-Bök, Lund 1872; vgl. dazu L. Larsson, Studier över 
den Stockholmska homilieboken I— II, Lund 1887, und Svar 
pä prof. Wisens -Textkritiska anmärkningar', Lund 1888, sowie 
Wisen im Arkiv IV, 193 und Nägra ord om den Stockholmska 
homilieboken, Lund 1888; vgl. ferner K. Vrätny im Arkiv 
XXXIII, 141 ff. und G. Neckel, Beitr. XXXVIII, 459 ff. 

8. Cod. AM. 673 a, 4°, von c. 1200, umfassend teils zwei 
verschiedene, aber gleichzeitige bruchstücke aus dem sog. 
Physiologus, hrsgg. (photolithographisch) von V. Dahlerup 
in Aarboger 1889, s. 199 ff.; teils eine allegorische aus- 
legung vom schiff und regenbogen, hrsgg. von L. Larsson 
in ZfdA. XXXV, 244 ff. 

9. Das zweite stück von Reykjaholts mäldagi (vgl. 3 oben) 
aus der zeit 1204-1208; hrsgg. wie 3. 

10. Sechs bruchstücke der ältesten redaktion der so- 
genannten legendarischen Olafssaga im norwegischen 
reichsarchiv zu Kristiania, membr. nr. 52; aus der zeit um 
1200; hrsgg. (zinkographisch) von G. Storni in Otte brud- 
stykker af den a?ldste saga om Olav den hellige. Chra. 1893. 

11. Eine um 1210 geschr. teilungs Urkunde von Spä- 
konuarfr in der sog. bingeyrabök, Cod. AM. 279a, 4°; hrsgg. 
(von J. Sigurösson) in Diplomatarium islandicum 1, 305 f. 

12. Cod. AM. 655, 4°, fragmm. I (abschr. nach anorw. 
original), II— VIII, XII— XV, XIX, XXIII, legenden, 
biblische geschiente u. dgl. enthaltend. Hrsgg. I von Gisla- 
sou in 'Um frumparta", Kopenh. 1846, s. LXVIlff.; II von 
C. R. Unger in Mariu saga, Chra. 1871, s. XXXII ff. (teilweise 
von Gislason, a. o. s. LXIXf.); III— VIII von G. Morgenstern 
in Arnamagnäanische fragmente. Leipzig-Kopenh. 1893. s. 1 — 25. 
35—44 (vgl. dazu L. Larsson in Anz. f. d. A. XXI, 56 ff.); XII, 



12 § 12. Einleitung. 

XIII von Unger in Postola sögur, Chra. 1874, s. 211 ff. 529 R'.. 
762 ff., 791 ff., 834 ff.; XIX von Unger in Marin saga, s. XXXI ff.; 
XXIII von Gislason, a. o. s. LXXXII ff.; unediert sind XIV u. XV. 

13. Die homilien und dialoge Gregors des grossen, 
Cod. AM. 677, 4°, älterer teil; hrsgg. von Bjarnarson in 
Leifar &c, s. 19 ff. ; vgl. hierzu Dahlerup in Tidskr. f. Fil. 
X. R. IV, 150 ff. 

14. Zwei homilienbruchstücke, (Jod. AM. 686, c und 
(etwas jünger) b; hrsgg. jenes von Gislason in 'Um frumparta '. 
s. Cff., dieses von Bjarnarson in Leifar &c, s. 175 ff. (vgl. 
Dahlerup a. o., s. 153 f.). 

15. Ein grosses bruchstück einer legendensammlung, 
Cod. AM. 615, 4°, älterer teil; hrsgg. von L. Larsson. Isländska 
handskriften Nr. 645, 4«, Lund 1885. 

16. Die c. 1245 geschr. teilungsurkunde von Horna- 
fiorö, Cod. AM. Dipl. isl. LXV, 1; hrsgg. (phototypisch) in 
Palaeogr. atlas als nr. 47. 

d) Aus der zeit c. 1250—1300: 

17. Diehaupthandschrift ("Konungsbok") der Grägäs, 
Cod. Reg. g. s. 1157, um 1260 — 70 geschrieben; hrsgg. von 
V. Finsen, Grägäs I, II, Kopenh. 1852. 

18. Die haupthandschrift der sog. Liederedda, Cod. 
Reg. g. s. 2365, aus dem ende des jhs.; hrsgg. von S. Bugge, 
Norroen fornkvaeöi, Chra. 1867 (vgl. Arkiv II, 116 ff.), photo- 
typisch von L. Wimmer und F. Jonsson, Händskriftet Nr. 2305 
4to gl. kgl. Sämling, Kopenh. 1891. 

19. Die Uppsalaer handschrift der Snorra Edda, 
Cod. Ups. Delag. 11, 4°, aus der zeit um 1300; hrsgg. (das 
meiste) von der Arnamagnaeanischen kommission (durch 
.1. Sigurösson) in Edda Snorra Sturlusonar II, Kopenh. 1852. 
s. 250 ff. (vgl. Dahlerup und Jonsson in Islands grammatiske 
litteratur, Kopenh. 1884—86, 1,56 ff., sowie E. Mogk in ZfdPh. 
XXII, 129 ff., 364 ff.). III, Kopenh. 1880—87, s. 259 ff. und (der 
kleine rest) in Diplomatarium islandicum 1, Kopenh. 1857—76, 
s. 500 f., 504 ff. 

e) Aus der zeit c. 1300 bis c. 1350: 

20. 'Annales islandorum regii'. ('od. Heg. g. s. 2087, 
von verschiedenen Schreibern zwischen 1806 1328 (mit einigen 



g 12. Einleitung. 13 

jüngeren Zusätzen) geschrieben ■ hrsgg. von G. Storm, Islandske 
annaler. Chra. 1888. s. 79 ff., und diplomatarisch von H.Buergel 
Goodwin. Upps. 1906 (vgl. dazu E. Olsen, Arkiv XXVI. 87 ff.). 

21. Der grösste (zum teil etwas norvagisierende) teil der 
grossen miscellanhandschrift Hauksbok, d.h. Codd. AM. 371. 
544 (und 675: vgl. £ IS, 27). 4». c. 1314—30 geschr.: hrsgg. 
(durch F. und E. Jonsson) von Det k. nordiske oldskrift-selskab. 
Kopenh. 1892—96. 

22. Cod. Reg. g. s. 2367, umfassend teils den c. 1325 geschr. 
ausführlicheren text der Snorra Edda, hrsgg. von der 
Arnam. komm, in Edda Snorra Sturhrsonar I. Kopenh. 1848, 
s. 24 ff. (vgl. Th. Möbius, Hättatal I. Halle 1879. II. Halle 
1881) — handausgabe von F. Junsson, Kopenh. 1900 — . teils 
zwei gediente des Orknöer bischofs Biarne Kolbeinsson: 16ms- 
vikingadrapa. hrsgg. von C. af Petersens. Jomsvikinga 
Saga, Lund 1879. s. 103 ff. (und F. Jönsson, Skjaldedigtning 
A, II, 1 ff.) . und Malshättakua^e, hrsgg. von F. Jonsson in 
Smästvkker udg. af Samfnnd til udg. af g. nordisk litteratur. 
Kopenh. 1889—91. s. 283 ff. (und Skjaldedigtning A, IL 130 ff.). 

28. Die grosse sagakollektion •Müöruvallabok". Cod. 
AM. 132. fol.. hrsgg. von F. Jonsson. Egils saga. Kopenhagen 
1886 — 88: Kr. Kälund. Laxdcela saga. Kopenh. 1884—91; 
K. Gislason, Hallfreös saga in Fire og fyrretyve pruver &c. 
Kopenh. 1860. !i.6it.: H. Gering. Finnboga saga. Halle 1879. 
und Glkofra I'attr in Beiträge zur deutschen philologie 
J. Zacher dargebracht. Halle 1880; ferner (mit -normalisierter" 
Orthographie:) Th. Möbius. Kormaks saga. Halle 1886; G. Por- 
kiksson, Glüma in Islenzkar fornsögur I. Kopenh. 1880, s. lff.; 
K. Gislason, Sagan af Droplaugarsonum. Kopenh. 1847, und 
Fostbroeora saga. Kopenh. 1852; H. Fridriksson. Bandamanna 
saga. Kopenh. 1850: unediert sind drei brachst ücke der Nials 
saga. 

f) Noch spätere handschriften sind in sprachlicher hin- 
sieht weniger bedeutend. Hier mag von solchen nur erwähnt 
werden : 

24. Die zwischen 1387 — 94 von zwei bänden geschriebene 
riesige handschrift geschichtlichen inhalts. Flateyjarbuk. 
d. h. Cod. Reg. g. s. 1005; hrsgg. von G. Vigfusson und C. R. Fnerer. 



14 § 12. Einleitung. 

Flateyjarbok I— III, Chra. 1860—68 (ein kleiner teil photo- 
typisch von A. Reeves, The Unding of Wineland, London 1890. 
und — derselbe teil — photolithographisch von dem dän. 
generalstab, Flateyjarbok, Kopenh. 1893). 

Die ältesten aisl. (und anorw.) sprachformen sind oft nicht 
in den ältesten handschriften zu finden, sondern in einigen 
skaldengedichten, die zwar erst in handschriften des 13. jahrhs. 
erhalten sind, die aber infolge der metrischen abfassung manche 
form von besonderer altertümlichkeit aufbewahrt haben. Eine 
den heutigen forderungen der Wissenschaft genügende ausgäbe 
dieser hochwichtigen denkmäler ist neuerdings von der Arna- 
magnaeanischen kommission herausgegeben durch F. Jönsson, 
Den norsk-islandske skjaldedigtning, Kopenh. 1912 und 1915. 

Anm. 2. Ueber die aisl. literatur s. vorzugsweise K. Maurer, lieber die 
ausdrücke altnordische, altnorwegische und isländische spräche, München 
1867 (in den Schriften der bair. akademie) ; Udsigt over de nordgermaniske 
retskilders historie, Kra. 1878; Ueberblick über die geschichte der nord- 
germanischen rechtsquellen, Leipzig 1882 (in v. Holtzendorffs Encyclopädie 
der rechtswissenschaft l 4 , 321. ff.); G. Storni, Snorre Sturlassöns historie- 
skrivning, Kopenh. 1873; G. Vigfusson , Sturlunga saga I (prolegomena), 
Oxford 1878; G. porläkssou, Udsigt over de norsk-islandske skalde, Kopenb. 
1882; G. Cedersehiöld , Fornsögur SuÖrlanda (einleituug) , Lund 1884: 
J. porkelsson, Om digtningen pä Island i det 15. og 16. ärh., Kopenh. 1888; 
R. Meissner, Die Strengleikar, Halle 1902. Eine knappe Übersicht bietet 
W. Golther, Nordische Literaturgeschichte I (Sammlung Göschen nr. 254) ; 
eine ausführliche gesamtdarstellung E. Mogk im Grundriss 2 VI, 5, A, 
s. 555 ff. (vgl. K. v. Amira, ib. 3 , Grundriss des germanischen Rechts); aus- 
führlicher und reichhaltiger F. Jönsson, Den oldnorske og oldislandske 
litteraturs historie I— III, Kopenh. 1894—1902 (2. ausgäbe 1920 ff.; kürzer 
Den islandske litteraturs historie, Kopenh. 1907), wozu vgl. B. M. Olsen, 
Hvar eru EddukvseÖiu til oröin (in Timarit 1894), S. Bugge, Helgedigtene, 
Kopenh. 1896, und B. Sijmons, Die lieder der Edda (Einleitung), Halle 1906, 
sowie F. Jönsson, Norsk-islandske kultur- og sprogforhold i 9. og 10. arh. 
(Det K. Da. Vid. Selsk. Hist.-filol. Meddelelser III, 2), Kopenh. 1921. 

Vollständiges Verzeichnis der textausgaben bei Th. Möbius, Ver- 
zeichniss der auf dem gebiete der altnordischen (altisländischen und alt- 
norwegischen) spräche und literatur von 1855 bis 1879 erschienenen schriften, 
Leipzig 1880, und Catalogus librorum islandicorum, Leipzig 1856 (für die 
zeit vor 1855); die nach 1880 erschienenen ausgaben verzeichnet jährlich 
das Arkiv. S. ferner H. Hermansson, Islandica I — XIV, Cornell university, 
Ithaca, New York 1908—21. — Vollständiges Verzeichnis aller ausserhalb 
des atlas publizierten aisl.-anorw. faksimilia bietet Palaeogr. Atlas, Ny serie, 
s. XI ff. 



| 13. Einleitung 15 

Die handschrifteu sind vorzugsweise in folgenden grossen Sammlungen 
aufbewahrt: 1. Die Arnamagnseanische (AM.) der Universitätsbibliothek zu 
Kopenhagen ; s. (Kr. Kalund), Katalog over den Arnam. händskriftsamling, 

1. II. Kopenh. 1888—94. 2. Die alte Sammlung der königlichen bibliothek 
(Reg. g. b.) zu Kopenhagen: s. (Kr. Kalund) Katalog over de oldnorsk- 
islandske handskrifter i det störe k. bibliotek. Kopenh. 1900. 3. Die Dela- 
gardiesche der Universitätsbibliothek zu Upsala (Ups. Delag.) ; s. V. Gödel. 
Katalog öfver Upsala universitets biblioteks fornisländska och fornnorska 
handskrifter (in Skrifter utgifna af Humanistiska vetenskapssamfundet i 
Upsala II. 1), Ups. 1892. 4. Die Sammlung der königlichen bibliothek zu 
Stocßholm (Holm.): s. V. Gödel, Katalog öfver kongl. bibliotekets fornis- 
ländska och fornnorska handskrifter (in Kongl. bibliotekets kandlingar nr 
19—22), Stockh. 1897— 1900. — Zur datierung der ältesten hdschr. vgl. 
vor allem Kalund in Palseogr. atlas, bes. s. IX. 

£ 18. Innerhalb der geschichtlichen entwicklung des alt- 
norwegischen kann man dieselben drei perioden wie im 
aisl. unterscheiden. Die sprachform der ersten periode ist in 
ihrem gegensatze zum aisl. durch das oben (§ 9) angeführte 
schon hinlänglich charakterisiert worden. Die zweite periode 
(c. 1150 bis c. 1350) scheint zunächst keine grösseren Ver- 
änderungen durchgeführt zu haben. Das 14. jahrh. bringt aber 
mehrfache abweichungen vom älteren sprachgebrauche mit sich. 
So z. b. treten ziemlich allgemein U (zum teil schon im 13. jahrh.). 
nn, ss statt resp. rL m, r$ auf (s. £ 272): i wird vor /; p, m, 
L r -- kons, oft zu y (§ 85) : zwischen kons, und auslautendem r 
entsteht ein svarabhaktivokal. nach welchem das r bisweilen 
schwindet (§ 161b. § 301,3) u.a.m. Die dritte — 'mittel- 
norwegische' (mnorw.) — periode (c. 1350 bis um 1530), 
die übrigens seit 1400 fast gar keine andere literatur als 
diplome aufzuweisen hat. lässt z. 1>. anlautendes hu:- in 
grosser ausdehnung zu hv- (§ 243» und p durchgehends zu t 
werden (s. § 233 anm. 1). während d nach vokal schwindet. 
Uebrigens zeigt diese periode infolge der Vereinigung Nor- 
wegens (1319) in Personalunion mit Schweden einen ziemlich 
starken einfluss des schwedischen (z. b. die endung -in in der 

2. pl. des verbs. einzelne schwedische wortformen wie biuyy 
st. hiigg gerste. hsgh st. Aar hoch, später Iwra st. heyra, mei- 
st, meeir) und. nachdem Norwegen später mit Dänemark ver- 
eint worden ist, noch mehr des dänischen (z. b. stimmhafte 
statt stimmloser verschlusslaute nach vokalen, -e statt -a in 
endungen. einzelne dänische lehnwörtar und wortformen wie 



16 § 14. Einleitung. 

s& st. sid sehen, sperge st. spyria fragen u. a. m.) auf die 
spräche Norwegens. Schon seit 1450 sind alle aus Kopen- 
hagen stammenden königlichen briefe und seit 1510 auch 
alle erzbischöflichen rein dänisch abgefasst. Endlich hört 
das norwegische zur zeit der reformation auf als offizielle 
literatursprache zu existieren, wird durch das dänische ersetzt 
(als rechtssprache jedoch erst um 1600) und lebt von da ab 
bis in die erste hälfte des 19. Jahrhunderts nur in seinen 
dialekten (vgl. A. Taranger, Vort retsmaals historie 1388 bis 
1604, Kra. 1900; R. Iversen, Bokmäl og talemäl i Norge 1560 
bis 1630, I. Kra. 1921, in Videnskapsselskapets skrifter). 

§ 14. Schon in alter zeit sind im anorw. dialektische 
differenzen bemerkbar, wie es auch bei den geographischen 
Verhältnissen nicht anders zu erwarten war. Besonders hervor- 
tretend — je später je mehr — ist der gegensatz zwischen 
der spräche des westlichen Norwegens (zwischen Langesund 
und Molde), welche zum teil dieselbe entwickelung wie ihre 
tochtersprache auf Island durchläuft, und derjenigen des öst- 
lichen Norwegens, welche noch mehr in die äugen fallende Überein- 
stimmungen mit dem gleichzeitigen altschwedisch aufzuweisen 
hat. Die hauptunterschiede des ostnorwegischen (onorw.) 
vom westnorwegischen (wnorw.) um 1300 dürften sein: 

1. Onorw. bewirkt erhaltenes u in der regel keinen Um- 
lauf, s. oben § 9, 1. 

2. Onorw. (oft schon in der ältesten literatur) Jxenn 'den', 
p(Et 'das', J)wr 'dort' gegen wnorw. Jbann, Jxit, fiar. Vorzugs- 
weise onorw. ist auch der (bald nach 1200 auftretende) pro- 
gressive umlaut ia > ?>, z. b. hicerta st. Maria herz. 

3. Onorw. zeigen sich nicht nur durchgehends die alte 
schon vorliterarisch entstandene vokalharmonie (s. oben § 9,2). 
sondern auch (schon im 13. jahrh.) spuren der jüngeren sowol 
progressiven als regressiven vokalharmonie (sog. "tüjaevning"'), 
welche den neunorw. mundarten in so hohem masse charakte- 
ristisch ist, z. b. mykyt st. myhit grosses, d maÖal st, d medal 
'zwischen'. 

4. Onorw. wird (seit 1300) y vor r oder / + kons, bisweilen 
zu in, z. b. hiurÖir < hyrdir < hiröir hirt. lyhiull < lyhyll < 
lyhiU schlüssel. 



§ 14. Einleitung-. 17 

5. Onorw., aber im allgemeinen nicht wnorw., geht altes 
oder aus e entstandenes ce (wenigstens zwischen >• oder kon- 
sonantischem v und r) in oft schwachtonigen Wörtern vielfach 
in a über, z. b. huarr statt kucerr (so im drontheimischen noch 
bis in das 14. jahrh.) 'jeder', raröa st vercJa 'werden', mm 
st. rem 'sein'. 

6. Onorw. werden (nach 1300) Id. nd zu 11, nn assimiliert. 
z. b. der Ortsname Vestfoll < -fold, bann < band band. 

7. Onorw. gehen rö (nur bisweilen), rt und die sekundären 
Verbindungen rn. rs. W. lt. In, Is in resp. kakuminales d, t, n, s 
über (s. § 252). 

Das ostnorwegische zerfällt schon zu dieser zeit in zwei 
deutlich geschiedene dialektgruppen : einerseits eine nördliche, 
das sog. drontheimische, welches sich um 1300 zu einer, 
zwar etwas westnorwegisch gefärbten, reichssprache entwickelt, 
die in königlichen briefen zur anwendung kommt; anderer- 
seits eine südliche, das sog. ostländische. Die hauptunter- 
schiede dieser gruppen sind damals: 

a) Im ostl., aber nicht im dronth., geht (schon etwas vor 
1300) a in endungen nach langer Wurzelsilbe in ce (noch 
später e) über, z. b. scendce senden, Jwyrce hören (aber gera 
tun, vita wissen, weil mit kurzer Wurzelsilbe). 

b) Der svarabhaktivokal zwischen auslautendem -/• und 
einem vorhergehenden konsonanten erscheint im südlicheren 
ostl. als a, nach welchem dann bisweilen das r schwindet), 
sonst aber als e, z. b. presto* priester, retar winter. aftax 
zurück, br0Öa{r) brüder neben prester, reter. after. bräder. 

c) Das negierende präfix erscheint im ostl. als u-, im 
dronth. aber gewöhnlich als 6-. 

d) Das ostl. behält gewöhnlich die "Verbindung fn. während 
das dronth. das daraus entstandene mn bevorzugt, z. b. icefn : 
iremn eben. 

e) Im ostl. geht tl (über tsl) in sl über, im dronth. aber 
wird es ebenso wie ursprüngliches sl zu hl (wie im nördlichen 
westnorwegisch), z. b. ostl. U(t)sJi st. litli der kleine, A(t)sJe 
st. Atle (ein mannsname). 

Das westnorwegische wiederum zerfällt seinerseits eben- 
falls in zwei (literarisch bezeugte) dialektgruppen: das sog. 

Xoreen. Altisl. gTamm. 4. aufl. O 



18 § 14. Einleitung. 

nordwestnorwegische (von Molde bis Sogn, westlich) und 
das sog. südwestnorwegische (von Sogn, östlich, bis Lange- 
sund). Die hauptunterschiede dieser beiden gruppen sind: 

«) Nordwestnorw. werden die endungsvokale i, e und u, o 
durch die oben § 9, 2 erwähnte vokalharmonie geregelt (wie 
im ostnorw.), während südwestnorw. in allen Stellungen teils 
% und ti, teils (besonders an der küste nördlich und südlich 
von Stavanger, "Eogaland") e und o, wie im ältesten aisl., 
verwendet werden. 

ß) Der svarabhakti vokal vor r tritt nordwestnorw. als e 
auf, südwestnorw. aber daneben teils als u (nördlich), teils 
als a (östlich, vgl. das südlichere ostl. oben unter b). 

y) Das negierende präfix erscheint nordwestnorw. in 
gewissen gegenden als ö- (wie im dronth.), in anderen als ü-, 
während südwestnorw. w- häufiger als 6- ist (wie im ostl., 
s. oben c). 

6) Die Verbindungen sl und tl gehen beide nordwestnorw. 
in hl über (wie im dronth., s. oben e), südwestnorw. aber fallen 
sie mit der zeit in tl zusammen, z. b. nordwestnorw. geymhla st. 
yeymsla Verwahrung, südwestnorw. sytla st. sysla beschäftigung. 

Schwieriger ist — wegen des fast gänzlichen mangels an 
einschlägigen denkmälern — zu bestimmen, inwieweit die dia- 
lekte, die sich auf den westlichen inseln Europas ausbildeten, 
nachdem sich dort skandinavische — wol meist norwegische — : 
auswanderer angesiedelt hatten, von der spräche des mutter- 
landes abwichen. Diese kolonien waren: 

a) Die Färöer, deren charakteristischer, ursprünglich 
südwestnorwegischer (s. Hsegstad, Vestno. maalf. II, 2, n, 
s. 153 ff.) dialekt in neuerer zeit vielfache beachtung 
gefunden hat wegen der umfangreichen gedieh te altertümlichen 
inhalts, die im 19. jahrh. auf den inseln nach der volkstüm- 
lichen tradition aufgezeichnet worden sind. Aus anorw. zeit 
stammen nur teils die etwa um 850 datierende Kirkeboer 
runeninschrift (s. Wimmer, Runenschrift, s. 311 f.), teils ein 
paar unbedeutende handschriftliche quellen aus der zeit 1400 
bis 1450 (s. Hsegstad, a. o., s. 63 ff.). Von mutmasslichen dialekt- 
eigentümlichkeiten um 1300 s. Hsegstad, a. o., s. 151 f. 

b) Die Orknöer -inseln, wo der ebenfalls ursprünglich 
südwestnorwegische dialekt (s. Hsegstad, Hild., s. 75) etwas 



§ 14. Einleitung. 19 

nach 1700 ausgestorben ist. Denkmäler der alten zeit sind 
die 30 runeninschriften zu Maeshowe aus der zeit um 1150 
(a P. A. Manch, Samlede Afhandlinger IV. 516 ff.; M. Olsen. 
Tre orknoske runeindskrifter. in Chra. Vid. Selsk. Forhandlinger 
1903) und eine zu Stenness (s. Olsen. A newly discoyered in- 
scription. in Saga-Book of the Viking Club 1908), sowie 4 bis 
6 diplome aus der zeit 1329—1426 (s. M. Haegstad. Hild.. 
s. 32), welche uns belehren, dass h vor h n. r hier mindestens 
200 jähre länger als in Norwegen blieb, und dass in einigen 
Wörtern u, ü vor o, 6 bevorzugt wurden, z. b. brut st. brot 
bruch. landhüle st. -böle pächter u. a. m. (s. Haegstad, Hild.. 
passim, und S. Bugge, Aarboger 1875, s. 240). 

c) Die Shetland-inseln (Hialtland), deren etwas nach 1750 
ausgestorbener, ebenfalls ursprünglich südwestnorwegischer 
(s. Haegstad, Hild., s. 75) dialekt — jetzt "Nora" genannt 
(wie auch oft das alte orknöisch) und durch etwa 10000 in 
das heutige englisch (nieder-schottisch) hineingekommene lehn- 
wörter (s. J. Jakobsen, Etymologisk ordbog over det norrone 
sprog pä Shetland, Kopenh. 1908 — 21) sowie durch das im 
jähre 1774 aufgezeichnete gedieht Hildinakvadet (hrsgg. mit 
kommentar von Haegstad in Chra. Vid. Selsk. Skrifter Hist.-fil. 
Klasse 1900) repräsentiert — als denkmäler aus alter zeit 
nur 8—10 diplome aus der zeit 1299—1509 (s. Wadstein 
F. Hom., s. 67 f. note. Haegstad, a. o., s. 32) aufzuweisen hat. 
von denen das älteste (von 1299) phototypisch hrsgg. ist in 
Palaeogr. atlas als nr. 52. Diese zeigen ey, ay oder ö st. ty, 
z. b. Orkneyar, Ovendason st. 0yvindarson\ bisweilen e und ü 
st, ai (ei), resp. ou (an), z. b. rldum st, reeidum, ilstan st aastan 
von osten ; e, o stehen in offenen, i. u dagegen in geschlossenen 
endungen; iah neben elc 'ich'; h vor konsonantischem j wurde 
wie 'ich '-laut gesprochen (vgl. SyeüeJandia 1299 aus Hialt- 
land) und scheint noch 1360 vor r dagewesen zu sein, z. b. 
Hrolfs 'Kudolfs'; ia wird mit der zeit, wie oft im onorw, zu 
im, z. b. si&lfr selbst; l schwindet vor t, z. b. HiaÜcmd 1299 
< Hialtland (& Wadstein, a. o.. Haegstad. Hild.. passim. und 
Arkiv XXVI, 214 f.). 

d) Auf Man existiert schon seit vier oder fünf Jahr- 
hunderten kein nordischer dialekt, von dessen einstigem dasein 
jedoch 27 meistens aus der zeit 930 — 1050 stammende runen- 

2* 



20 § 15. Einleitung. 

inschriften zeugen (s. E. Brate, Fornvännen 1907, s. 20 ff., 77 ff. 
und die daselbst zitierte literatur, H. Schetelig in Opuscula 
archaeologiea 0. Montelio dicata 1913, s. 391 ff.; abbildungen 
bei P. ML C. Kermode, Manx crosses, 1907). In betreff der 
spräche geben diese nur sehr wenige auf Schlüsse. 

e— g) In Irland und dem nördlichen Schottland sowie 
auf den Hebriden (Suöroyiar) ist die im 9. jahrh. aus dem 
südwestlichen Norwegen (s. Marstrander, Bidrag til det norske 
sprogs historie i Irland, Chra. Vid. Selsk. Skrifter, Hist.-fil. 
Klasse 1915, s. 128 ff.) übernommene nordische spräche längst 
erloschen: in Irland um 1250 (s. A. Bugge, Aarboger 1900, 
s. 279 ff.), in Schottland im 17. jahrh., auf den Hebriden um 
1400 oder etwas später. Von denkmälern aus alter zeit gibt 
es nur ein aus Island stammendes Verzeichnis der runennamen 
(s. S. Bugge, Bidrag, s. 23 f.; Marstrander, a. o., s. 1351; v. G-rien- 
berger, Arkiv XIV, 104 und 106) und ein paar irische runen- 
inschriften (s. K. A. S. Macalister in Proceedings of the Royal 
irish academy XXXIII, sect. C no. 13, Dublin 1917), beides 
natürlich von geringer sprachlicher bedeutung. 

§ 15. Die denkmäler des altnorwegischen (mit aus- 
schluss der eben erwähnten inseldialekte) sind, wenn wir von 
den vielen ins altirische (etwa 100, vorzugsweise im 11. jahrh. 
entlehnten, s. Marstranders eben erwähnte Bidrag usw.) und 
noch mehr ins angelsächsische und mittelenglische (s. Björkman, 
Scandinavian loanwords in Middle English, I 1900, II 1902, 
Nordische Personennamen in England 1910, Zur englischen 
Namenkunde 1912 und Zur dialektischen provenienz der 
nordischen lehnwörter im englischen in Spräkvetenskapliga 
sällskapets i Upsala förhandlingar 1897 — 1900; H. Lindkvist, 
Middle-English place-names of Scandinavian origin I, Uppsala 
1912, und Some Old Scandinavian deposits in Middle English 
records in Minnesskrift tillägnad A. Erdmann, Uppsala 1913) 
eingedrungenen Wörtern sowie von den wenigen bei lateinischen 
Schriftstellern zitierten eigennamen absehen, zweierlei art: 

A. Rune n inschriften (etwas mehr als 300), von denen 
jedoch die weitaus meisten gleichzeitig oder doch wenig älter 
als die ältesten literaturdenkmäler sind, daher in sprachlicher 
hinsieht nicht besonders wichtig. Hier mögen deshalb nur 
erwähnt werden aus der zeit um 1000 die wichtige und aus- 



§ 15. Einleitung. -1 

führliche (21u runen) inschrift von Karlevi (auf der schwe- 
dischen insel Öland) — in welcher ein norwegischer skalde 
in 'drottkiuetf einen dort begrabenen dänischen häuptling 
verherrlicht — . um 1050 die inschrift von Frösö in der jetzt 
schwedischen provinz Jämtland, um 1150 die von Fiat dal in 
Telemarken und aus dem 13. jahrh. die zum teil metrischen 
inschriften von Ar dal in Sogn. 

Anm. 1. S. besonders Nicolassen, Norske fornlevninger, Chr. 1862 — 66; 
Undset, Indskrifter fra middelalderen i Throndhjems domkirke (Chra. 
Videnskabs-selskabs forhandlinger 1888, nr. 4); S. Boije in Bidrag tili 
kännedoni om Göteborgs och Bohusläns fornminnen och kistoria III, 266 ff., 
Sthlni. 1886 (behandelt die Inschriften der jetzt schwedischen provinz 
Bohnslän; dazu auch Brusewitz und Montelius ib. 1, 425 ff.) ; Bugge, >~o. I. 
passim, und No. I. med de yngre Runer 1902, 1906; M. Olsen (und Bugge). 
Runeindskrifterne i Urnes kirke i Sogn (in Aarsberetning for foreningen 
til norske fortidsmindesmserkers bevaring 1907); M. Olsen und H. Schetelig. 
De to runestener fra Tu og Klepp fra Jsederen (in Bergens musenms 
aarbog 1909, no. 11); 0. v. Friesen in Hoops Reallexikon IV, 30ff. Ueber 
die inschr. von Karlevi s. S. Söderberg, Ölands runinskrifter, Sthlm. 1900ff., 
s. 14 ff., Bugge, Aarbeger 1900, s. lff., Gering, ZfdPh. XXXVIII, 142, Brate, 
Ölands runinskrifter, s. 134 ff., Wimmer ib., s. 136 ff. und De danske rune- 
mindesmaerker I. CXIVff.: die von Frösö s. Xoreen im Arkiv III, 31 ff.; die 
von Flatdal s. Wimmer, Dobefonteu i Akirkeby kirke, s. 53 f., Kopenh. 1887: 
die von Ardal s. Bugge in Foreningens til norske fortidsmindesmserkers 
bevaring aarsberetning for 1868, s. 30 ff., Chra. 1869. Die 23 inschriften aus 
Telemarken behandelt 0. Skulerud, Telemaalet. Kra. 1918, s. 36ff., 70 u. 101. 

B. Handschriften mit lateinischem aiphabet, die 
zwar nach anzahl hinter den aisl. unvergleichlich zurückstehen, 
aber in betreff des alters diesen fast gleichkommen. Als die 
ältesten und wichtigsten mögen hier erwähnt werden: 

a) Aus der zeit 900 — 1100 stammen die anorw. (von 
den ostn. nicht genau zu scheidenden) personennamen im 
Reichenauer Necrologium (s. § 12. B, a) und die anorw. 
namen unter den (überwiegend wol adän.) c. 200 namen in 
Durhams ''Liber vitae" (seit 800). hrsgg. von J. Stefansson. 
The oldest known list of Scandinavian names (in Saga-Book 
of the Viking Club IV, 296 ff.), sowie unter den mehr als 
50 namen in einer ags. handschrift aus dem anfang des 
11. jahrh., hrsgg. von G. Stephens in Blandinger 1,62. 

b) Aus dem ende des 12. jahrh. (obwol das drontheimer 
gesetzbuch schon vor 1047 und das christenricht vielleicht 
noch früher niedergeschrieben sein sollen): 



22 § !§• Einleitung-. 

1. Drei legendenbruchstücke, Cod. AM. 655, 4 Ö , 
fragm. IX, die schon c. 1150 niedergeschrieben sind; hrsgg. 
von Unger in Heilagra manna sögur 1,269 — 71, 11,207—09, 
Chra. 1877, und Postola sögur, s. 823—25. Faksimile in Palseogr. 
atlas nr. 8. 

2. Steuerverzeichnis aus dem kloster Munkeliv, Cod. 
Eeg. g. s. 1347, c. 1175 geschr.; hrsgg. phototypisch in Palseogr. 
atlas als nr. 11. 

3. Vier bruchstücke des älteren Gulathings- 
gesetzes, Fragin. 1 B im Reichsarchiv zu Kristiania, gegen 
1200 geschr.; hrsgg. von Keyser und Manch, Norges gamle 
love 11,495—500, Chra. 1848 (1.— 3 auch photolithographisch, 
ib. IV, faksimil. XIII— XV; vgl. s. 795 f.). 

4. Drei bruchstücke des ältesten Galathings- 
gesetzes, Cod. AM. 315 F, a, b, c, fol., gegen 1200 geschr.; 
hrsgg. von G. Storm, Norges gamle love IV, 3 — 13, Chra. 1885; 
F. a genauer von A. Karlgren in Den AM. handskriften 315 F. a 
(Uppsala universitets ärsskrift 1905), Upps. 1904. 

5. Steuerverzeichnis der Jönskirche in Drontheim, 
c. 1200 geschr.; hrsgg. in Diplomatarium norvegicum XIII, 1. 

c) Aus der zeit c. 1200 bis gegen 1250: 

6. Das sehr wichtige, von drei verschiedenen Schreibern 
im ersten viertel des 13. jahrhs. geschriebene homilienbuch, 
Cod. AM. |019, 4°; hrsgg. von Unger, Gammel norsk homilie- 
bok, Chra. 1864 (vgl. dazu Wadstein, F. Hom., s. 4—33). 

7. König Philips schutzbrief für das kloster Hovedt», 
c. 1210 geschr.; hrsgg. in Dipl. norv. I, nr. 3, phototypisch in 
Palaeogr. atlas als nr. 48. 

8. Ein bruchstück eines für das Eidsivathing und 
das Borgarthing gemeinsamen (s. S. Tunberg, Studier 
rörande Skandinaviens äldsta politiska indelning, s. 213 ff.) 
gesetzes, Fragm. 1A im reichsarchiv zu Kristiania; hrsgg. 
photolithographisch in Norges gamle love IV, faksimile XVII 
(vgl. s. 797). 

9. Ein bruchstück des älteren Gulathings-gesetzes, 
Cod. AM. 315e, fol.; hrsgg. in Norges gamle love 1,115 — 18. 

10. Ein brief bischof Nicolas' von 1224. hrsgg. in Dipl. 
Norv. I, nr. 7, 



S lö. Einleitung - . 2o 

11. Ein bruchstück des Fagrskinna. 51 im reiehs- 
arehiv zu Kristiania, gegen 1250 geschr.; hrsgg. phototypisch 
in Palaeogr. atlas nr. 23—4. 

12. Die einzige vollständige handschrift der legenda- 
rischen Olafssaga, Cod. Ups. Delag. 8, zweiter teil, um 1250 
geschr.; hrsgg. von 0. A. Johnsen, Olafs saga hins helga, Kra. 1922. 

13. Die (ziemlich stark islandisierende) haupthandschrift 
der (nach dem lateinischen original Oddr Snorrason's über- 
setzten) saga Olaf Tryggvason's nebst einer aufzeichnung 
der zehn geböte und zehn wunder in Ägypten, Cod. 
AM. 310, 40; hrsgg. von P. Groth, Det AM. haandskrift 310. 
<lvarto, Chra. 1895. 

14. Der erste teil der miscellanhandschr. Cod. Ups. Delag. 
4 — 7. ein bruchstück der eben genannten saga Olaf Trygg- 
vason's enthaltend; hrsgg. von P. A. Munch in Saga Olafs 
konungs Tryggvasunar, Chra. 1853. s. 64 — 71 (vgl. dazu 
L. Larsson, Arkiv XXXI, 46 f.). 

d) Aus der zeit c. 1250 bis c. 1300: 

15. Ein bruchstück des stadtrechtes von Dront- 
heim (Niöaross biarkeyarrettr), Cod. AM. 315g, fol., um 1250 
geschr.; hrsgg. in Xorges gamle love IV, 71—4. 

16. Der zweite und grösste teil der miscellanhdschr. Cod. 
Ups. Delag. 4—7 und AM. öQ6 b, 4°, romantischen inhalts uud 
um 1250 von drei verschiedenen Schreibern geschr.; hrsgg. 
(vgl. dazu L. Larsson. Arkiv XXXI, 50 f., resp. 49 f. und 47 f.). 
von Kölbing, Pamphilus und Galathea in Germania XXIII, 
129—41; Elis saga ok Rosamundu, Heilbronn 1881; Keyser 
und Unger, Strengleikar, Chra, 1850 (vgl. dazu E. Meissner. 
Strengleikar. s. 137 ff.); Unger in Heilagra manna sögur 1,452 
note, ein kleines bruchstück eines dialoges zwischen 
mut und feigheit. 

17. Die einzige vollständige handschrift ('Rantzovianus') 
des älteren Gulathings-gesetzes, Cod. 137, 4° e dona- 
tione variorum in der Universitätsbibliothek zu Kopenhagen, 
nach 1250 geschrieben; hrsgg. von Keyser und Munch, Xorges 
gamle love 1,3—110, Chra. 1846. 

18. Die haupthandschrift der Barlaamssaga, Cod. 
Holm. 6, fol., nach 1250 geschr.; hrsgg. von Keyser und Unger. 
Barlaams ok Josaphats saga, Chra. 1851, 



21 § 15. Einleitung-. 

19. Die haupthaiidschrift des Speculum regale (oder 
Konungsskuggsiä), Cod. AM. 243 b «, fol., nach 1250 geschr.; 
hrsgg. von Brenner, Speculum regale, München 1881 (vgl. dazu 
Mogk in ZfdPh. XIV, 102 ff.), und F. Jonsson, Kopenh. 1920; 
photolithographisch, Kristiania 1871 und Urbana, Illinois 1915. 

20. Drei bruchstücke des älteren Frostuthings- 
gesetzes, Cod. Me II, 2 in der Universitätsbibliothek zu 
Tübingen, um 1260—70 geschr.; hrsgg. von Sievers in Ver- 
zeichniss der doctoren ... im decanatsjahre 1885 — 86, Tübingen 
1886, und von G. Storni, Norges gamle love V, 1 — 7 (und photo- 
lithographisch ib. faksim.), Chra. 1890. 

21. Fünf bruchstücke des Speculum regale, wovon vier 
im reichsarchiv zu Kristiania (sign. 58 C), eins in Kopenhagen 
(Cod. Reg. n. s. 235 g); hrsgg. jene phototypisch von G. T. Flom 
in The University Studies IV, nr. 2, Illinois 1911, dieses von 
Brenner, a. o., s. 89—93. Vgl. F. Jonsson, a. o. Indledning, s. 23 ff. 

22. Drei bruchstücke des Speculum regale im reichs- 
archiv zu Kristiania; hrsgg. von Brenner, a, o., 6 — 15, 21 3, 
24—7, 35—9. Vgl. F. Jonsson, a. o. Indledning, s. 27 1 

23. Ein bruchstück der Karlamagnussaga im reichs- 
archiv zu Kristiania, c. 1270 geschr.; hrsgg. von Unger in 
Karlamagnus saga ok kappa hans, s. 556 — 8, Chra. 1860. 

24. Die haupthandschrift der saga erzbischof 
Thomas', Cod. Holm. 17, 4°, c. 1280 geschr.; hrsgg. von Unger, 
Thomas saga erkibyskups, s. 1—282, Chra. 1869. 

25. Das überaus interessante, aus wachstafeln zusammen- 
gesetzte, von zwei verschiedenen händen geschriebene notiz- 
buch von Hoprekstad in Sogn; hrsgg. photolithographisch 
von H. J. Huitfeldt-Kaas, En notitsbog paa voxtavler (Chra. 
Videnskabs-selskabs forhandlinger 1886. nr. 10). 

26. Die drei ersten hände der von fünf verschiedenen 
Schreibern im ende des 13. jahrhs. geschriebenen haupthand- 
schrift der Dietrichssaga, Cod. Holm., 4°, fol.; hrsgg. von 
H. Bertelsen in Diöriks saga af Bern, Kopenh. 1905—11; photo- 
lithographisch (in 10 exx.), Chra. 1869. 

e) Aus der zeit c. 1300 bis c. 1350: 

27. Die von drei norw. Schreibern nach aisl. originalen 
niedergeschriebenen und daher mehr oder weniger islandi- 
sierenden partien von Hauksbok (und zwar Cod. AM. 544, 



S, Ib. Eiuleituug. 25 

t" teilweise, 675. 4° ganz; vgl. § 12. 21); hrsgg. in Hauksbok, 
Kopenh. 1892— 6. s. 150-77, 178-85, 470—99. 

28. Sieben bruchstücke der (sonst verloren gegangenen) 
norwegische königssagas enthaltenden grossen hdsehr. Jöfra- 
skinna: Cod. Holm. 9, fol., Cod. AM. 325, YIII,3, d, 4« und 
zwei kleine stücke im reichsarchiv zu Kristiania; hrsgg. (photo- 
typisch) von F. Jönsson in De bevarede brudstykker af skind- 
begerne Kringla og Jöfraskinna. Kopenh. 1895. 

29. Die einzige hdsehr. der politischen Streitschrift 'Oratio 
contra clerum Xorvegiae', Cod. AM. 114a, 4° (Matt 3 V — 9 r ). 
um 1325 von Ivar Klerk abgeschrieben; hrsgg. von G. Storni. 
En tale mod biskoperne. Chra. 1885. 

30. Die grosse gesetzsammlung Codex Tunsbergensis 
(Cod. Reg. n. s. 1642), deren ältester und grösster teil zwischen 
1320 und 1330 geschrieben ist; hieraus hrsgg. photolitho- 
graphisch Borgarthings aeldre kristenret. Chra. 1886 und Hird- 
skraa. ib. 1895; anderes von Keyser und Munch in Xorges 
gamle love HI, 17 f., 32 f., 44—55, 63—7. 70—3, 86—90, 93—7, 
1141, 118—20. 125—34; 'Tunsberg bylog' von G. T. Flom in 
The Journal of English and Germanic philology X. 214— 35 und 
415 — 28; das meiste noch anediert (vgl. G. Storm. Norges 
gamle love IV. 425 ff.). 

31. Ein bruchstttck von dem arzneibuch Harpe- 
streng's (Cod. AM. 696, 4», I). c. 1330—1350 geschrieben; 
hrsgg. von M. Haegstad. Gamalnorsk fragment av Henrik 
Harpestreng. Chra. 1906. 

Uebrigens mag als in sprachlicher hinsieht besonders 
wichtig hervorgehoben werden die grosse menge von diplomen. 
die seit dem anfang des 13. jahrhs. das ganze mittelalter hin- 
durch auftreten, nach 1400 fast die einzigen literaturdenkmäler 
ausmachen und vorzugsweise für die erforschung der dialek- 
tischen differenzen der jeweiligen sprachform von belang sind ; 
hrsgg. von Lange, Unger und Huitfeldt-Kaas. Diplomatarium 
norvegicum, Chra. 1847—1915 (B. I — XX). sowie Taranger. 
Johnsen und Kolsrud. Xorges gamle love 2. raekke, I (1388 
bis 1447), Chra. 1904—12, II (1448 — 82) 1914—18. Photo- 
typisch wiedergegeben sind 3 aus der zeit 1225 — 77 in Palaeogr. 
atlas nr. 49—51 und 6 aus der zeit 1340—1484 in Palaeogr. 
atlas, Ny serie nr. 50 — 55. 



26 § i(j. Einleitung. 

Aiim. 2. Ueber die anorw. literatur (welche fast immer mit der aisl. 
zusammen behandelt worden ist), die textausgaben und die handschrift- 
sammlungeii s. die oben § 12, anm. 2 erwähnten werke. 

Anm. 3. Eine gruppierung der wichtigsten anorw. denkmäler nach 
dialekten bietet M. Hsegstad, G. Tr., s. 23 ff., 96 f., Vestno. maalf. Innleiding, 
s. 8 ff., Kordvestlandsk, s. 30 ff., Sudvestlandsk 1 , 102 ff. , 11,2, n, s. 30 ff., 
Hoops Reallexikon III , 336 f. Demnach wären z. b. von den oben ver- 
zeichneten hdschr. ostl. nr. 7, 8, 10, 18, 21, 30, dronth. nr. 1, 5, 11, 12, 20, 
26 erste (und zweite?) band, 29, nordwestnorw. nr. 2, 3, 4, 6 erste und 
zweite hand, 9, 15, 17, 31, südwestnorw. nr. 6 dritte band, 13, 14, 16, 19, 
22, 23, 24, 26 dritte hand, 27, 28. 

§ 16. Aus der menge von hilfsbüchern zum Studium der 
aisl. und anorw. sprachen — die bisher fast nie gesondert 
behandelt worden sind — mögen als die brauchbarsten hervor- 
gehoben werden: 

a) Laut- und flexionslehre: 

L. F. A. Wimmer, Fornnordisk formlära, Lund 1874, ver- 
glichen mit der vorrede zu dem lesebuche desselben Verfassers. 
Die eigentliche formenlehre ist besonders gut, die lautlehre 
knapp und jetzt veraltet. 

Einen knapp gehaltenen leitfadeu für den anfänger bietet 
A. Noreen, Abriss der altisländ. grammatik, 3. aufl., Halle 1913. 

Eine geschichtliche darstellung gibt A. Noreen, Geschichte 
der nordischen sprachen, 3. aufl. (im Grundriss 3 ), s. 1 — 34, 
67-126, 162—230. 

Einzelne gebiete behandeln ausführlicher u. a. F. Jönsson, 
Det norsk-islandske skjaldesprog, Kopenh. 1901 (nur beitrage 
zur flexionslehre); Norsk-islandske kultur- og sprogforhold i 
9. og 10. ärh., s. 192 iL, Kopenh. 1921; J. Dorkelsson, Athuga- 
semdir um islenzkar mälmyndir, Reykjavik 1874 ; Brey tingar a 
myndum vidtengingarhättar, Reykj. 1887; Beyging sterkra sagn- 
oröa, Reykj. 1888—94 (vgl. dazu Wadstein, Arkiv VIII, 83 ff.); 
Islensk sagnorö meö f>älegri mynd i nütiö. Reykj. 1895; B. Kahle. 
Die spräche der skalden, Strassburg 1892; S. Bugge bei Fritzner. 
Ordbog, 2. aufl., B. III, 1101 ff.; 0. v. Friesen, Till den nordiska 
spräkhistorien, Upps.-Leipz. I, 1901, II, 1906; H. Celander, 
Om övergängen av d > d i fornisländskan och fornnorskan, 
Lund 1906; B. Hesselman, Västnordiska studier I, II, Upps.- 
Leipz. 1912, 1913; die einleitungen zu L. Larsson ; s ausg. der Isl. 
handskr. nr. 645, 4« Lund 1885, und des Cod. 1812, 4°, Kopenh. 



§ lij. Eiuleituii:;. "-' < 

1883; H. Gering*^ ausg. der Finnboga Saga. Halle 1879. und 
der Islendzk .-Eventyri I, Halle 1882 ; V. Dahlerup's ausg. des 
Ägrip, Kopenh. 1880; der Arnamagnaeanischen ausg. der Hauks- 
bök, Kopenh. 1892 — 6; E. Olson, Yngvars saga, Kopenh. 1912; 
M. Olsen. Volsunga saga, Kopenh. 1906—08. u. a.; endlich 
verschiedene — zum teil sehr wichtige — abhandlungen 
u. a. von S. Bugge, Hj. Falk. K. Gislason. J. Hoffory, A. Kock. 
E. Liden, Fr. Läffler. A. Xoreen, H. Paul, H. Pipping. 
E. Sievers und E. Wessen in u. a. folgenden Zeitschriften: 
Beiträge zur geschichte der deutschen spräche und literatur. 
Halle 1874 lt.; Aarboger for nordisk oldkyndighed, Kopenh. 
1866 ff.: Nordisk Tidskrift for Filologi (og Paedagogik), Ny 
Raekke, Kopenh. 1874 ff., 3. Ra?kke 1892 ff.; Spräkvetenskap- 
liga sällskapets i Uppsala förhandlingar 18S2ff.; Studier i 
nordisk filologi, Helsingfors 1910 ff.; vor allem aber Arkiv for 
nordisk filologi I— IV, Chra. 1882—88, Vff. (= Arkiv för nord. 
öl., Ny följd I ff.), Lund 1889 ff. — Vgl. auch die eben erschienene, 
für das nisl. wichtige arbeit von V. Guömundsson, Islandsk 
Grammatik, Kopenh. 1922. 

Das altnorwegische berücksichtigt — doch nur in einzel- 
heiten — N. M. Petersen, Det danske, norske og svenske sprogs 
historie II. 57 ff., Kopenh. 1830 (jetzt veraltet); Th. Möbius. 
Ueber die altnordische spräche, s. 15 ff., Halle 1872; J.L.Jones. 
The phonology of the Elis saga, Chicago 1897; H. Haegstad. 
Gamalt trondermaal, Kra. 1899; Maalet i dei gamle norske konge- 
brev, Kra. 1902 ; die einleitungen zu Sievers : ausg. der Tübinger 
bruchstücke, Tübingen 1886; Vigfusson's ausg. der Eyrbyggja 
Saga, Leipzig 1864: Keyser's und Unger's ausg. der Olafs Saga, 
Chra. 1849, und der Barlaams Saga, Chra. 1851: Unger's ausg- 
der Saga Piöriks, Chra. 1853; Groths ausg. der AM.hdschr. 
310 qvarto. Chra. 1895: die AM. ausg. der Hauksbök, Kopenh. 
1892 — 6; F. Jonsson, Konungs Skuggsjä, Indledning, Kopenh. 
1920; aber vor allem die wichtige abhandlung E. Wadstein's 
Fornnoi-ska homiliebokens ljudlära, Upsala (universitets ärs- 
skrift) 1890, und Hagstads überaus reichhaltigen Unter- 
suchungen Vestnorske maalfore fyre 1350, Kra. 1906 — 17. — 
Ueber das • mittelnorwegische ' s. u. a. A. B. Larsen, Arkiv 
XIII, 244 ff. (vgl. dazu Haegstad. ib. XV, 100 ff.) und H. Falk 
und A. Torp, Dansk-norskens syntax, Kra. 1900, s. XI— XV- 



28 



S 16. Einleitung. 



b) Stammbildungslehre: 

Eine zusammenfassende und einigermassen erschöpfende 
darstellung bietet A. Torp, Gamalnorsk ordavleiding (in Gamal- 
norsk ordbok von M. Haegstad und A. Torp, Kra. 1906 — 9. 
s. XXVIII IT.; auch separat). Einzelnes bieten: F. Kluge, 
Nominale stammbildungslehre der altgerm. dialekte, 2. aufl., 
Halle 1899; F. Tamm, Om fornnordiska feminina afledda pä ti 
och pä ißa, Upsala (univers. ärsskr.) 1877; W. Schlüter, Die 
mit dem suffixe -ja gebildeten deutschen nomina, Göttingen 
1875 ; K. v. Bahder, Die verbalabstracta in den germ. sprachen, 
Halle 1880; L. Sütterlin, Geschichte der nomina agentis im 
germanischen, Strassburg 1887; Hj. Falk, Die nomina agentis 
der altnord. spräche (in Beitr. XIV, lff.), 1889; E. Hellquist, 
Bidrag tili läran om den nordiska nominalbildningen (im Arkiv 
VII, lff., 97 ff.), 1890 (sehr reichhaltig) und Om nordiska verb 
pä suffixalt 4, -l, -r, -s och -t (ib. XIV, lff., 136 ff.), 1898; 
T. E. Karsten, Studier öfver de nordiska spräkens primära 
nominalbildning I, II, Helsingfors 1895, 1900 (vgl. dazu Falk, 
Arkiv XIII, 196 ff.) ; E. Ekwall, Suffixet -ja i senare leden af 
sammansatta Substantiv, Upps. 1904; J. Sverdrup, De gammel- 
norske adjektiver paa -ligr og adverbier paa -liga, -la (in 
Arkiv XXVII, 1 ff. und 140 ff.); 0. v. Friesen, Substantiv avledda 
med suf fixet -ju in Xenia Lideniana, s. 235 ff.); W. Cederschiöld, 
Studier över genusväxlingen i fornvästnordiska och forn- 
svenska, Gotenburg 1913: F. Jönsson, Maskuline substantiver 
pä -nir (Arkiv XXXV, 302 ff.). 

Eine elementare Übersicht bietet F. Holthausen, Alt- 
isländisches elementarbuch, Weimar 1895, s. 108 ff. 

c) Syntax: 

Das hauptwerk ist M. Nygaard, Norron syntax, Kra. 1906 
(wozu Bemerkninger, Rettelser og Supplementer, Kra. 1917). 
Einzelnes bieten noch G. Lund, Oldnordisk ordföjningslaere 
(Nord. Oldskrifter XXIX— XXXI), Kopenh. 1862 (material- 
sammlung) ; K. Hildebrand, Ueber die conditionalsätze und ihre 
conjunctionen in der älteren Edda, Leipzig 1871 ; Th. Wisen. 
Om ordfogningen i den äldre Eddan, Lund (univers. ärsskrift) 
1865; E. Mogk, Die inversion von Subjekt und prädikat (in 
I. F. IV, 388 ff.) ; A. Gebhardt, Beiträge zur bedeutungslehre 



§ 16. Einleitung. 29 

der altwestnordischen präpositionen, Halle 1896; L. Bernstein. 
The order of words in old norse prose. New York 1897; 
G. Xeckel, Über die altgermanischen relativsätze (in Palaestra V), 
Berlin 1900; R. Vonhof. Zur entwicklung der germanischen 
echten verbalcomposita im altwestnordischen, Bremen 1905; 
V. E. Mourek, Zur altgerm. negation (in Sitzungsberichten der 
k. böhmischen Ges. der Wiss.. hist. klasse 1905. VIII); T. Frank, 
The use of the optativ in the Edda (American Journal of 
Piniol. XXVII) ; B. Delbrück. Der germ. optativ im Satzgefüge 
(in Beitr. XXIX) ; Germ, syntax II. Zur Stellung des verbums. 
Leipz. 1911; Synkretismus, Strassburg 1907; Germ, syntax III. 
Der altisl. artikel, Leipz. 1916; A. Musinowicz, Die Stellung 
des attributiven Adjektivs im Aisl. und Anorw.. Riga 1911; 
Sievers, Zur technik der Wortstellung in den Eddaliedern I, 
Leipz. 1909 (Verhandl. der Sachs. Wiss. Ak.. Phil. -Hist, Kl. 
XXVII, nr. 15); A. Akerblom, Bruket av historiskt presens 
(Arkiv XXXIII. 293 ff.): K. Ringdal. Om det attribute adjektivs 
Position i oldnorsk prosa, Kra. 1918; Fr. Dietrich. Über den 
nordischen dativ (in ZfdA. VIII. 23 ff.); G. Vigfusson, Some 
remarks upon the use of the reflexiv pronoun in Icelandic 
i Transactions of the philol. society 1866, I, 80 ff.) ; M. Xygaard, 
Eddasprogets syntax I, II, Bergen 1865, 1867; desselben ab- 
handlungen über das hilfsverb munu in Aarboger 1878, den 
gebrauch des partic, praes. in Aarboger 1879, den gebrauch 
des konjunktivs im Arkiv I — III, subjektlose sätze ib. X, 1 ff.. 
particula expletiva er ib. XII, 117 ff., die Stellung des verbs 
ib. XVI, 209 ff. und den gelehrten stil in Sproglig-historiske 
studier tilegnede prof. C. R. Unger. Kra. 1896; H. Winkler, 
(Der dativ und die örtlichen beziehungsverhältnisse im alt- 
nordischen, in) Germanische Casussyntax I, 454 — 510. 

Eine gute kurze Übersicht gibt A. Heusler, Altisländisches 
elementarbuch, Heidelberg 1921 (s. 113 — 97); noch kürzer 
F. Holthausen, Aisl. elementarbuch, Weimar 1895 (s. 132—89); 
ausführlicher dagegen H. Falk und A. Torp, Dansk-norskens 
syntax, Kra. 1900, passim. 

d) Metrik: 
Grundlegend sind die Abhandlungen von E. Sievers. Bei- 
träge zur skaldenmetrik I— III in Beitr. V. VI, VIII; Das 



30 § 16. Einleitung. 

Verhältnis der ags. inetrik zur altnord. und deutschen, ib. X; 
Proben einer metrischen herstellung der Eddalieder, Tübingen 
1885. Einzelne ausführungen bieten ferner: Th. Wisen, Malahättr 
im Arkiv III, 193 ff.; desselben einleitung zu Eiddara Rimur, 
(Lund-) Kopenh. 1881; K. Hildebrand, Die versteilung in den 
Eddaliedern, Halle 1873; J. Hoffory in Gott gel. anz. 1888, 
s. 153 ff.; W. Ranisch, Zur kritik und metrik der Hamjnsmäl, 
Berlin 1888; A. Heusler, Der Ljööahattr in Acta Germanica 
I, 2), Berlin 1890, und Über germanischen Versbau, Berlin 1894, 
bes. s. 93 ff.; E. H. Lind, Versifikation i Gulatingslagen (in 
Uppsalastudier tillegnade S. Bugge, Uppsala 1892; B. Kahle, 
Die spräche der skalden, Strassburg 1892; K. Gislason, Fore- 
lsesninger over oldnordisk verslsere (in Efterladte skrifter II 
= Forelaesninger og videnskabelige afhandlinger, s. 27 ff.). 
Kopenh. 1897; H. Gering, Die Rhythmik des Ljööahattr (in 
ZfdPh.), Halle 1902 ; H. Pipping, Bidrag tili Eddametriken (in 
Skrifter utg. af Sv. litteratursällskapet i Finland LIX), Helsing- 
fors 1903; B. Sjöros, Malahättr, Hfors 1906; H. Wenck, Die 
alliteration im eddischen fornyröislag (Beitr. XXXI); B. Sijmons, 
Die lieder der Edda I, ccxxff.; R. Leonhardt, Der Malahättr 
der Atlamql, Halle 1907; L. F. Läffler, Om nägra underarter 
av ljööahattr (in Studier i nordisk filologi IV, 1 und V, 5) ; 
E. Noreen, Nägra anteckningar om ljööahattr (Meddelanden 
frän nordiska seminariet, utg. av Ad. Noreen, 9), Upps. 1915 ; 
Studier i fornvästnordisk diktning, Upps. (univers. ärsskrift) 
I, 1921, s. 18 ff., II, 1922, s. 1 ff. 

Eine kurzgefasste Übersicht geben E. Brate, Fornnordisk 
metrik, 2. aufl., Sthlm. 1898; F. Jönsson, Stutt islenzk brag- 
frseöi, Kopenh. 1892; E. Sievers, Altnordische metrik (im Grund- 
riss 2 II, ii, s. 16 ff., Strassburg 1905); Th. Wisen, Carmina 
norroena 1, 169 ff.; Lund 1886. Eine ausführlichere darstellung 
bietet E. Sievers, Altgermanische metrik, s. 50 ff., Halle 1893. 

e) Wörterbücher: 
(R. Cleasby und) G. Vigfusson, An Icelandic-English dictio- 
nary, Oxford 1874. Das reichhaltigste Wörterbuch (der pro- 
saischen literatur), aber nicht immer ganz zuverlässig; die etymo- 
logien sind oft gänzlich verfehlt. Hauptsächlich einen auszug 
hieraus bietet G. T, Zoega, Old Icelandic dictionary, Oxford 1910. 



§ 16. Einleitung. di 

J. Fritzner, Urdbog over det gamle norske sprog. 2. ausg., 
I— EH. Kra. 1886—96. Besonders betreffs der flexionsformen 
und der quantitätsansetznngen nicht immer ganz zuverlässig 
(s. vor allem die wichtige schritt J. Thorkelssons. Anmaerk- 
ninger til J. Fritzners Ordbog, Reykjavik 1913): legt anf das 
semasiologische besonderes gewicht; berücksichtigt vorzugs- 
weise den anorw. prosaischen Wortschatz. 

K Hregstad und A. Torp, Gamalnorsk ordbok med nynorsk 
tyding : Kra. 1909 ; kurz und bündig. 

E. Hertzberg. Glossarium (in Norges gamle love Vj 2), 
(hra. 1895. Enthält den Wortschatz der altnorwegischen 
gesetze bis 1387. 

S. Egilsson. Lexicon poeticum antiquae linguae septentrio- 
nalis. Kopenhagen 1860; neue, sehr veränderte ausgäbe von 
F. Jonsson, Kopenh. 1913— 16: enthält den poetischen Wort- 
schatz bis gegen 1400. 

J. Dorkelsson, Supplement til islandske Ordboger. Reykja- 
vik 1876: Anden samling, Reykj. 1879—85; Fjerde samling. 
Kopenh. 1899 (wichtig, bes. für die grammatik). 

Th. Möbius. Altnordisches Glossar ("SVtb. zu einer auswahl 
ai*l. und anorw. texte). Leipz. 1860. 

H. Gering. Glossar zu den liedern der Edda. 4. aufl., Pader- 
born 1915; ausführlicher Vollständiges Wörterbuch zu den &c. 
Halle 1903. 

L. Larsson. Ordförrädet i de älsta islänska handskrifterna. 
Lund 1891. Absolut vollständiges Verzeichnis aller belegten 
formen in den oben § 12. 1 — 9 und 15 genannten ältesten aisl. 
hdschr.; ohne Übersetzung der Wörter. 

G. T. Flom, The language of the Konungs Sknggsjä. I. 
University of Illinois 1921. Vollständiges Verzeichnis der 
nomina. 

0. Rygh (von K. Rygh, A. Kja?r. M. Olsen, Hj. Falk und 
A. B. Larsen fortgesetzt) Norske gaardnavne I— XVII. Kra. 1897 
— 1919 (Forord og indledning. Kra. 1898); Norske fjordnavne 
(in Sproglig-historiske studier tilegnede prof. C. R. Unger, Kra. 
1896); Oplysninger til trondhjemske Gaardnavne, I,II,Trondhjem 
(K. no. videnskabers selskabs skrifter) 1883, 1893; Gamle 
personnavne i norske stedsnavne, Kra. 1901; Norske elvenavne, 
Kra. 1904: vgl. K. Rygh. Bemarkninger om stedsnavne i den 



32 § 16. Einleitung. 

sondre del af Helgeland (in der norwegischen Historisk tids- 
skrift 1,53 ff., Kra. 1871); Om gaardnavne in Nordland (in 
Det k. no. videnskabers selsk. skrifter 1905, nr. 4); Nogle 
bemerkninger om gaardnavne (ib. 1906 nr. 7); F. Jonsson, 
Baejanöfn ä Islandi (in Safn til Sögu Islands IV, 412 ff.), 1911; 
Islandske elvenavne (in Namn och bygdll, 18 ff.), 1914; Hj. Falk. 
Altnordisches Seewesen (aus Wörter und Sachen IV), Heidelb. 
1912 (über die schiffsnamen s. B. Kahle, I. F. XIV, 133 ff.); 
Altnordische Waffenkunde (Vidensk. selsk. skrifter II", Hist.- 
filos. kl. 1914 nr. 6); Altwestnordische Kleiderkunde (ib. 1918 
nr. 3), Kra. 1919; 0. Nordgaard, Fiskenavnene i Snorres Edda 
(Maal og minne 1912, s. 54 ff.); F. Fischer, Die Lehnwörter des 
Altwestnordischen (Palaestra LXXXV), Berlin 1909; E. H. Lind, 
Norsk-isländska dopnamn, Upps. 1905 — 15; Norsk-isländska 
personbinamn, Upps. 1920 — 21. 

Von grosser Wichtigkeit für das aisl. ist natürlich auch 
das eben erschienene neuisländische Wörterbuch von Sigfüs 
Blöndal, Islandsk-dansk Ordbog I (A-leggingarbönd), Kopenh. 
1920—22. 

f) Lesebücher für anfänger: 

L. F. A. Wimmer, Oldnordisk laesebog, 7. aufl., Kopenh. 1916 
(eine ganz vorzügliche arbeit). 

H. Sweet, An Icelandic primer, 2. aufl., Oxford 1896 (ein 
kleiner auszug aus dem vorhergehenden). 

M. Nj^gaard, Udvalg af den norröne Literatur (I — III), 
3. aufl., Bergen 1889 (ein sehr gutes buch). 

H. S. Falk, Oldnorsk lsesebog, Kra. 1889 (gut). 

F. Holthausen, Altisländisches lesebuch, Weimar 1896. 

Treffliche kommentierte texte bietet die Altn. Saga- 
bibliothek, hrsgg. von G. Cederschiöld, H. Gering und E. Mogk, 
I-XVI, Halle 1891—1921. 

Von texten mit glossar seien hier erwähnt nurW.Kanisch, 
Die VQlsungasaga, Berlin 1891; A. Heusler, Zwei isländer- 
geschichten, Honsna-Pores und Bandamanna saga, Berlin 1897. 

Anm. 1. Sonstige hilfsbücher verzeichnen Th. Möbius' schon (§ 12 
anm. 2) erwähntes Verzeichniss &c. und die bibliographie im Arkiv Iff. 

Anm. 2. Betreffend die in dieser einleitung erörterten fragen vgl. 
meine 'Allgemeine historische übersieht' im Grundriss 8 unter dem titel 
Geschichte der nordischen sprachen, Strassburg 1913. 



Lautlehre. 



I. Abschnitt. Einleitendes über schritt und 
ausspräche. 

Kap. l. Die runen. 

§ 17. Es kommen im alten norden drei verschiedene 
runenalphabete vor. Das erste ist das. welches auch bei den 
übrigen germanischen stammen im gebrauch war. Es wird 
daher das germanische genannt oder, weil es im norden 
von einem jüngeren abgelöst wurde, das ältere; wegen der 
grösseren anzahl der zeichen wird es auch wol manchmal das 
längere genannt. Die zeichen sind 24. von denen einige 
von denjenigen, die in Deutschland und England im gebrauch 
waren, abweichen. Mit lateinischen buchstaben transskribiere 
ich im folgenden diese als 

/' n J> a r k g ir . h n i j e p r s , t 5 e m l » o Ö. 

welche hier in der Ordnung angeführt sind, die sie auf dem 
brakteaten von Vadstena (wo jedoch d jetzt nicht sichtbar ist) 
haben. 

Dieses alphabetes bedienen sich alle urnordischen runen- 
inschriften sowie zum teil einige aus der vikingerzeit. 

§ 18. Welche ausspräche diesen zeichen im norden zukam, 
ist natürlich schwer ganz genau zu bestimmen. Aller Wahr- 
scheinlichkeit nach waren d, d. g wenigstens anfänglich zeichen 
für stimmhafte Spiranten, für explosive nur unmittelbar nach 
nasalen sowie als geminaten ; / war bilabial, nicht labiodental ; 
w ein mitlautendes u ; h wol in den meisten Stellungen noch als 
deutsches ch zu sprechen; ist wol r ein frikatives dorsales >• 

Xoroe n. AJtisl. grramiii. 4. aufl. •> 



34 § 19. 20. Die nuten. 

(andere halten es für ein gingivales, lispelndes r); w drückt 
palatalen oder velaren nasal (vielleicht auch dessen Verbindung 
mit folgendem g) aus. Die übrigen zeichen sind wol wie in 
der späteren spräche auszusprechen. Doch scheint a sowol 
ce wie a zu bezeichnen. In späten inschriften wird der a-laut 
auch durch die (etwas modifizierte, hier durch a bezeichnete) 
j-rune ausgedrückt. 

Anm. Etwas unsicher ist der lautwert des sehr seltenen e (geschlossenes 
e oder offenes /? s. Bugge, No. I., s. 117 ff.; y, wie v. Grienberger, Arkiv 
XIV, 121 f., vorschlägt, ist ja unmöglich, da dieser laut nach aller Wahr- 
scheinlichkeit dem älteren urn. ganz fremd war). 

§ 19. Dies runenalphabet, dessen sich die urnordischen 
inschriften bedienten, wurde in der vikingerzeit durch ein 
anderes ersetzt. Dieses jüngere runenalphabet ist aus dem 
älteren entwickelt, hat aber nur 16 zeichen, weshalb es auch 
als das kürzere bezeichnet werden kann. Weil es den 
Skandinaviern eigen ist, hat es auch einen dritten namen, 
das nordische. Dies ist in lateinischer transskription : 

f u p q r k , h n i a s , t b l m ß. 

Dieses alphabetes bedienen sich während der vikingerzeit 
fast ausschliesslich, später nur teilweise (s. § 21), sowol die 
ostnordischen als die westnordischen runeninschriften. Unter 
diesen letzteren nehmen die meisten inschriften der insel Man 
sowie sehr viele norwegische wie die von Oseberg (in der nähe 
von Tönsberg ; gegen 850), Vang (in Valdres), Alvstad (Toten), 
Honen (Ringerike) und viele auf Jaederen (s. Bugge, Aarboger 
1899, s. 231) eine besondere Stellung ein durch verschiedene 
eigentümlichkeiten der runenformen. 

§ 20. Ueber die ausspräche dieses höchst mangelhaften 
alphabetes sei hier unter vergleichung des aisl.-anorw. normal- 
alphabetes (s. kap. 2 unten) nur folgendes bemerkt (vgl. Noreen, 
An. gr. II, § 15; v. Friesen, Upplands runstenar, s. 77 ff.). 

a entspricht sowol (unnasaliertem) a wie ce und q ; q be- 
zeichnet die entsprechenden nasalierten laute. 

i bez. i (sowol sonantisches wie konsonantisches) und e, 
später auch ce; dann werden ce und e auch durch die Ver- 
bindung ai, seltener ia, ausgedrückt; sonst bez. ai, ia die 
diphthonge cei, ia (ice, ig). 



§ 21. Die runen. 35 

m bez. sowol u (sonantisches und konsonantisches) und o 
wie y und 0, selten g\ später werden 0, g und auch durch 
an ausgedrückt; sonst bez. au teils au, teils ey (und e«/). 

/;, /, m, n, r, s sind die entsprechenden aisl.-anorw. laute. 
Die nasale werden indessen gewöhnlich nicht vor den b- und 
k- runen. oft auch nicht vor der £-rune ausgeschrieben, z. b. 
kühl = kumbl, lilci = fangt, aitapis = cendadiss. 

b, Je, t sind sowol mediae, resp. b, g, d, wie tenues, resp. 
p, k, t\ ausserdem bez. b bisweilen stimmhaftes f (d), k oft 
spirantisches g (<$-). 

h bez. h und. besonders etwas später, spirantisches g (g). 

a bez. frikatives r (vgl. § 18), selten e, ai oder t. 

P bez. ]) und d. 

Länge (sowol der vokale wie der konsonanten) wird nur 
ganz ausnahmsweise (dann durch doppelschreibung der be- 
treffenden rune) bezeichnet, z. b. truün = drottinn. 

§ 21. Schon um 1000 zeigen sich spuren einer neuen 
modifikation des runenalphabetes, die dahin zielte, die runen 
in stand zu setzen, ebensoviele laute auszudrücken wie das 
lateinische aiphabet. Diese bestrebungen gewannen ihren 
abschluss durch die reform vorschlage, welche von Thoroddr 
rünameistare (um 1125) vorgebracht und in der grammatischen 
abhandlung Olafs huitaskäld (um 1250; hrsgg. von B. M. Olsen 
in Den tredje og fjserde grammatiske afhandling i Snorres 
Edda, Kopenhagen 1884) dargestellt wurden. So entstanden 
allmählich die jüngsten runen, die punktierten (so ge- 
nannt, weil einige der alten runen durch pünktchen modifiziert 
sind) oder, wie sie auch wol (nach dem königlichen gönner 
Olafs) genannt werden, Waldemarsruneh. Dies aiphabet, 
das in transskription natürlich ganz mit dem lateinischen 
alph. der gleichzeitigen altnord. literatur zusammenfällt, hat 
schon im 13. jahrh. die kürzere runenreihe so gut wie ganz 
verdrängt. Da aber seit dem 12. jahrh. das lateinische aiphabet 
— auch für inschriftliche zwecke — immer häufiger angewandt 
wurde, so schwinden allmählich die runeninschriften überhaupt, 
in Norwegen im allgemeinen mit dem ende des 14. jahrhs., auf 
Island dagegen erst nach der reformation. Aisl.-anorw. runen- 
handschriften hat es wahrscheinlich nie gegeben. 

3* 



36 § 22. Das lateinische aiphabet. 

Anm. lieber die eutstehung und geschichte der runen s. vor allem 
teils das jetzt etwas veraltete hauptwerk von L. F. A. Wimmer, Die runen- 
schrift, übersetzt von F. Holthausen, Berlin 1887 (vgl. dazu R. Henning, Die 
deutschen runendenkmäler, Strassburg 1889, passim — dagegen Wimmer, 
De tyske runemindesmaerker in Aarbeger 1894 und v. Grienbeiger, Arkiv 
XIV, 114 ff. ; gute referate über Wimmers und Hennings arbeiten liefert 
E. Brate in Sv. fornm. tidskr. VIT, 50 ff. und 247 ff.), teils und vorzugsweise 

0. v. Friesens zeitgemässe darstellung in Hoops Reallexikon III, 5 ff. und 
die dort s. 12 f. angeführte litteratur; weiter P. Gr. Thorsen 'Om runernes 
brug til skrift udenfor det monumentale', Kopenh. 1877, und B. M. Olsen 
'Runerne i den oldislandske literatur', Kopenh. 1883 (vgl. dazu (x. Storm 
im Arkiv II, 172 ff. ; V. Dahlerup und F. Jönsson, Den ferste og anden 
grammatiske afhandling i Snorres Edda, s. VI ff., Kopenh. 1886; F. Jönsson, 
Den oldisl. og oldno. literaturs historie II, 246 ff. und 'Runerne i den no.-isl. 
digtning og litteratur' in Aarbeger 1910). Eine gute, populär gehaltene 
Übersicht bietet E. Alund 'Runorna i Norden', Stockh. 1904 (vgl. auch 
E. Brate, Sverges runiuskrifter, Stockh. 1922). Eine sehr kurze, aber fach- 
mässiger gehaltene», orientierende Übersicht gibt E. Sievers im Grundrisse 

1, 248 ff. Beides doch jetzt ziemlich veraltet. 



Kap. 2. Das lateinische aiphabet 

§ 22. Schon etwas vor 1050 begann man die heimische 
spräche in lateinischer schrift aufzuzeichnen, dies wenigstens in 
Norwegen (s. oben § 15, ß, b), wol erst etwas nach 1100 auf Island 
(s. § 12, B, b). Um den bedürfnissen der spräche zu entsprechen 
musste aber das lateinische aiphabet einigermassen bereichert 
werden. Deshalb wurde aus dem angelsächsischen y, p und 
(später) ö entlehnt; ausserdem nahm man zu digraphen 
(ce, cu, co u. d.), modifizierung der lateinischen buchstaben durch 
'zweige' (%, p, ö u. d.) und accente seine Zuflucht. Diese reform- 
versuche fanden — wenigstens was Island betrifft — durch 
die ganz hervorragende orthographische abhandlung eines 
unbekannten Isländers (um 1170, s. Haegstad, Yestno. Maalf. 
Innleiding, s. 27 — 32; hrsgg. von V. Dahlerup und F. Jönsson 
in Den forste og anden grammatiske afhandling i Snorres 
Edda, Kopenh. 1886) ihren einstweiligen abschluss (die auf- 
nähme des ö geschah erst um 1225). 

Die Orthographie der handschriften ist natürlich sehr ver- 
schieden; oft ist sie in derselben hdschr. sehr inkonsequent. 
Im allgemeinen unterscheiden sich die anorw. handschriften 
von den aisl. vorzugsweise durch folgende zwei eigentümlich- 



>; 23— 25. Aussprache der vukaizeickeu. ; >< 

keiten der Orthographie. 1. J> wird, ausser in den ältesten 
westländischen denkmälern, fast nie im in- und auslaute 
gebraucht, während es in aisl. hdschr. in dieser Stellung ent- 
weder ausschliesslich oder neben Ö vorkommt. 2. gh kommt 
oft (im aisl. selten) statt y in spirantischer funktion vor. 

Anna. Ueber die Orthographie der handschriften vgl. vorzugsweise : 
K. Gislason 'Um frumparta islenzkrar tüngu i fornöld', Kopeuh. 1846; 
K. J. Lyngby 'Den oldnordiske udtale' in Tidskr. f. Phil, og Paed. II; Möbius, 
Aualecta Norroena, 2. ausg., Leipz. 1877. s. 290 ff.; Hoffory, Arkiv II, lff. ; 
Wadstein, F. Hom.; Htegstad. G. Tr., s. 31 ff., Gamalnorsk ordbok. s. X, und 
vor allem Vestno. Maalf. Innleiding; G. T. Flom in Publications of the 
Society for the Advaneement of Scandinavian Study II, 92 ff. (1914 — 15) und 
in The Journal of English and Germanic philology XIV nr. 4, XVI nr. 3 ; die 
einleituugen zu den in § 12 und § 15 erwähnten textausgaben (besonders 
den in § 16, a nochmals angeführten); endlich Islands grammatiske litteratur 
i middelalderen, udg. for Samfund til udg. af gammel nordisk litteratur, 
Kopenh. 1884—86 und — besonders wichtig — Palseographisk atlas, Kopenh. 
1905 (Schriftstücke aus der zeit c. 1150—1330) und >'y serie, c. 1300—1700, 
Kopenh. und Kristiania 1907. 

Das bisher in den meisten grammatiken und sehr vielen 
textausgaben vorkommende normalalphabet nimmt auf die 
Schreibung der ältesten und besten handschriften oder, was 
auf dasselbe hinauskommt, die phonetische seile der spräche 
allzu wenig rücksicht. Das aiphabet, dessen wir uns in dieser 
grammatik bedienen, ist: aähddeefgh iiJclmnooprs 
t u ti v x y y s ]> p 6 ce ce e 4. 

I. Aussprache der vokalzeichen. 

§ 23. a bezeichnet kurzes offenes, ä langes geschlossenes a. 

Anm. Hier (wie im folgenden) wird zunächst die ausspräche um 
1200 — die zeit der ältesten hdschr. — berücksichtigt. Später wurde a 
wol im allgemeinen als langes offenes o (d) ausgesprochen (s. ij 107). 

§ 24. e bez. kurzes (geschlossenes, im aisl. doch vielleicht 
so wol geschlossenes wie offenes, vgl. § 103). e langes (ge- 
schlossenes) e. 

§ 25. i bez. sowol konsonantisches als sonantisches i: 

1. Kons, i (nicht spirans j) unmittelbar vor vokal (z. b. 
hiarta herz. sTciöta schiessen, dylia verhehlen) und in den Ver- 
bindungen ei, oei. 

Anm. 1. Die hdschr. haben vor vokal fast ausnahmslos i, selten im 
inlaut gi (z. b. Agrip, s. Dahlerup's ausg. s. XXVII). Die Schreibung e 
deutet in den allerältesten hdschr. vielleicht eine etwas verschiedene aus- 



38 § 26 — 29. Aussprache der vokalzeichen. 

spräche an; kaum aber wenn das e ganz ausnahmsweise in jüngeren 
hdschr. (wie der anorw. Barlaamssage — § 15, 18 — und der einen hand 
der Flateyjarbök — § 12, 24) vorkommt. Das in ' normalisierten ' text- 
ausgaben (und im nisl. seit c. 1794) übliche j kommt nur sehr selten in 
einigen anorw. und norvagisierend aisl. hdschr. (vgl. Wadstein, F. Hom., 
s. Ulf.; Groth, AM. 310, s. XXIX; Hsegstad, G. Tr., s. 33), vielleicht auch 
ausnahmsweise im aisl. (s. Olson, Yngvars saga, s. XLV) vor. 

2. Son. kurzes i in übrigen Stellungen; i ist der ent- 
sprechende lange laut. 

Anm. 2. Die in anm. 1 angedeuteten hdschr. haben sehr selten j in 
der bedeutung von i oder i. 

§ 26. o bez. kurzes, 6 langes geschlossenes o. 

§ 27. u bez. sowol konsonantisches als sonantisches u: 

1. Kons, u (nicht spirans v, w) unmittelbar vor vokal 
(z. b. huar wo, suä so, JiQggua hauen) sowie in den Verbindungen 
au, ou (qu). 

Anm. 1. Nur einige von den ältesten hdschr. (wie z. b. Reykj. Maid, 
erste hand und Rimb.) und vereinzelte späteren (wie die zwei ersten norw. 
Schreiber derHauksbök) schreiben konsequent u vor vokal (s. z.b. L. Larsson, 
Cod. 1812, 4°, s. XV, und Hb. s. XXIII, XXXIII); sonst ist die Schreibung 
» häufiger; selten ist w. Auch kommt av (oder die ligatur w) statt au vor. 

2. Son. kurzes u in übrigen Stellungen; ü ist der ent- 
sprechende lange laut. 

Anm. 2. Die hdschr- haben sehr oft v. Ob (wie Hb. s. LIII angenommen 
wird) auch y bisweilen denselben lautwert haben kann, bleibt sehr 
zweifelhaft. 

§ 28. y bez. sowol konsonantisches wie sonantisches ü: 

1. Kons, ü nur in den Verbindungen ey (cey, ay\ ey. 
Anm. 1. Statt des seltenen ay kommt in den hdschr. auch av oder 

die ligaturen ay, w vor. 

2. Son. ü (geschlossenes und offenes) in übrigen Stellungen: 
y ist der entsprechende lange laut. 

Anm. 2. Die hdschr. haben oft u oder v. 

§ 29. o bez. kurzes offenes o; 6 ist der entsprechende 
lange laut. 

Anm. 1. Die ältesten hdschr. haben p, o oder die ligatur w; später 
kommt gewöhnlich o, bisweilen ao, au (w) vor. Die normalisierten aus- 
gaben, besonders die etwas älteren, schreiben gewöhnlich, aber sehr irre- 
leitend, nach Vorgang des nisl., ö, ein zeichen, das erst im 16. Jahrhundert 
aus der deutschen schrift entlehnt worden ist. 

Anm. 2. Später bez. g einen ö-laut (s. §115,2); p ist dann durch das 
gleichwertige ä (s. § 23 anm. und vgl. § 107) ersetzt. 



33. Ausspr. d. vokalzeicueu. : pr. d. kausomuitenzekhen. ; ">'.» 

§ 30. et bez. kurzes, de langes offenes ä. 

Anm. Die hdschr. haben statt ce (so besonders anorw.) auch e oder 
p. sehr selten ae. Die normalisierten texte geben gewöhnlich, sehr un- 
zweckmässig, den kurzen laut durch e. den langen durch (e wieder. 

§ 31. o bez. kurzes (geschlossenes und offenes), s langes 
(geschlossenes) ö. 

Anm. Die hdschr. verwenden ausser ö und (in auorw. hdschr. fast 
immer) o> — welche beiden verwandten zeichen wir hier aus praktischen 
gründen durch e wiedergeben — nicht selten o, ey, eo (oft in alten aisl. 
hdschr.), seltener io (s. M. Olsen, Volsunga saga. s. XXVII und die dort 
note 2 zitierte literatur). Die normalisierten textausgaben verwenden im 
allgemeinen — sehr unzweckmässig — ö oder o für den kurzen, ce für 
den langen laut. 

§ 32. Die nasalität, die tonstärke und die tonhöhe 
der vokale werden in dieser grammatik — wie auch sonst 
allgemein — der regel nach nicht bezeichnet. 

Anm. Nur die in § 22 erwähnte alte orthographische abhandlung 
bezeichnet die nasalität und zwar durch einen über das vokalzeicheu 
gesetzten punkt, welcher bezeichnungsweise (,im wesentlichen) wir uns auch 
ganz ausnahmsweise hier bedienen: z. b. ä'. 

• § 33. Länge wird — wie wir schon oben gesehen 
haben — durch einen über den vokal gesetzten akut (') aus- 
gedrückt. 

Anm. 1. Nur die ältesten hdschr. verwenden in dieser weise accente. 
Die hdschr. des 13. jahrhs. bezeichnen die länge gewöhnlich nicht: die 
noch späteren verdoppeln das vokalzeichen, wobei statt aa seit 1300 nicht 
selten die ligatur ca gebraucht wird. 

Anm. 2. Die hdschr. drücken durch den accent bisweilen vielleicht 
den platz des haupttones, bisweilen nur den punkt des ?'. bisweilen diaeresis 
aus; vgl. Wadstein. F. Hom., s. 122 f. 

IL Aussprache der konsonantenzeichen. 

§ 34. b, d, m, p, r, s, t. x sind etwa wie im deutschen 
auszusprechen. 

Anm. 1. Statt d haben die hdschr. nicht selten d (so z. b. das älteste 
bruchstück der Gragäs, s. § 12, 2), selten Ö (z. b. in Agrip dann und wann,), 
sehr selten p; vgl. Hoffory, Tidskr. f. Fü. N. R. HI, 294 f., Arkiv H, 25 
note ; Haegstad. Kong. s. 23. Ueber das seit 1350 auftretende dh s. unten 
§ 35 anm. 

Anm. 2. In dem alveolaren r- laute, der durch r bezeichnet wird, 
sind zwei laute zusammengefallen, die in runenschrift (doch nicht der 
jüngsten) durch verschiedene zeichen ausgedrückt wurden : das tremulierende 
r und das frikative r ; vgl. oben § 18 und § 20. Ob der unterschied in 



40 §85 — 37. Aussprache der konsonantenzeichen. 

einigen anorw. dialekten noch in literarischer zeit bewahrt ist und das r 
also zum teil zwiefache geltung hat, bleibt unsicher. — Auslautend nach 
einem konsonanten (wenigstens nach stimmlosem) ist wol r in den meisten 
gegenden stimmlos gewesen (vgl. Sievers, Beitr. V, 457 note), z. b. uJcr, 
upr, otr; so wol auch m nach s und fi, z. b. bgsm, meißm. 

Anm. 3. Wo bei ableitung und flexion ks, gs entstehen, gebrauchen 
die normalisierten texte diese etymologischen Schreibungen statt x, das in 
den hdschr. auch in diesem falle oft vorkommt. 

Anm. 4. Statt x hat Cod. AM. 655, 4°, fragm. III bisweilen z; vgl. 
An. gr. II, § 49 anm. (anders Hoffory, Arkiv II, 83 note). 

§ 35. Ö bezeichnet im anorw. (vgl. §44,2) die stimm- 
hafte dentale spirans (engl, weiches ih)\ s. Wadstein, F. Hom., 
s. 107 f. 

Anm. Sehr viele wnorw. (aber nur sehr wenige onorw.) denkmäler, 
wie das steuerverzeichnis von Munkeliv, die erste band des Hoprekstader 
notizbuches u. a. (s. G. Storm, Tidskrift for retsvidenskab 1890, s. 424, 43t f.; 
Hsegstad, G. Tr. s. 35, Vestno. Maalf. Innleiding, s. 14 ff., und bes. Celander, 
Om övergängen av d^> d, s. 31 note) verwenden ausschliesslich oder häufiger 
alternativ p. Seit c. 1300 kommt d neben (wie z. b. schon in Oratio contra 
clerum , s. § 15, 29, und Cod. Tunsbergensis, s. § 15, 30) oder statt Ö vor (s. 
Hsegstad, G. Tr. s. 35; Celander, a. o. s. 38); noch später tritt bisweilen dh 
auf, z. b. in dem 1394 geschriebenen gildestatut von Onarheim (hrsgg. von 
M. Pappenheim in Ein anorw. schutzgildestatut, Breslau 1888, s. 160 ff.), 
aber dann auch statt d. Ueberhaupt wird nach 1350 im allgemeinen nicht 
mehr in der Orthographie zwischen Ö und d geschieden, sondern d oder dh 
wird ausschliesslich gebraucht (s. Celander, a. o. s. 39 mit note 3 und s. 56). 

§ 36. /' bezeichnet zwei verschiedene laute: 

1. Bilabiales, später labiodentales f im anlaut (des Wortes 
oder des Zusammensetzungsgliedes), vor k, s, t und in der Ver- 
doppelung, z. b. fara, rifka, liiifs, Hüft, offra. 

2. Bilabiales v (d), später labiodentales v in übrigen 
Stellungen (wegen Cod. AM. 310, 4° vgl. Groth's ausgäbe 
s. XXXIV f. und bes. Celander, Om övergängen av ö > d, s. 32 
note 1), z. b. hafpa, erfa, kelfa, yefa, gaf, huarf. 

Anm. 1. Die ältesten hdschr. schreiben oft inlautend v, die anorw. 
auch u ; jüngere haben in dieser Stellung nicht seit, fu (anorw. bisweilen 
fw, z. b. in Oratio contra clerum), bes. nach l, z. b. kcelfua. 

Anm. 2. Ueber die bilabiale ausspräche des f s. Noreen, Arkiv 1, 297 f. ; 
Hoffory, ib. II, 10 ff.; B. M. Olsen, Germania XXVII, 271 f. ; Mogk, ZfdA. 
X,60f., 186. 

§ 37. g hat sechsfache geltung: 

a) Stimmhafter verschlusslaut (g) im anlaute, nach n und 
in der Verdoppelung: 



§ 38. 39. Attttpnche der koiisouantenzeiekeu. 11 

1. palataler vor palat. vokalen, z. b. gefa, gilde, giant, leggia. 
Anm. 1. Die hd<ekr. schreiben bisweilen gi (doch nicht vor i), s. z. b. 

Hb.. B. XXXVII: Haegstad. G. Tr.. s. 36; Gering, Isl. Mr. I, XX. 

2. velarer in übrigen fällen, z. b. gamaU. gr/pa. benign, 
hoggua, dogg. 

Anm. 2. Xach n kommt in anorw. (seit, in aisl., s. z. b. Ceder- 
schiöld, Geisli. Lund 1873, s. XIII) hdschr. bisweilen gh vor, das wol eine 
etwas verschiedene ausspräche andeutet. 

b) Stimmhafte spirans (<§-) in- und auslautend (ausser in 
der Verdoppelung, nach n und vor s, t): 

1. palatale vor palat. vokalen sowie nach einem palat. vok. 
auslautend und vor den meisten konsonanten. z. b. berge, segia. 
•■eg. ngjja ; reg*. 

2. velare in übrigen fällen, z. b. draga, dggom, biarga, 
helgan. Icigjja, lag. 

e) Stimmlose spirans (cÄ-laut) inlautend (ausser nach n) 
vor s und t (vgl. Hoffory, Arkiv IT. 16 ff.): 

1. palatale nach palat. vokalen, z. b. vegs. cigt 

2. velare nach vel. vokalen, z. b. bl6]>ogs, blo^ogt. 

Anm. 3. In ostiändischen, seit c. 1300 auch in sonstigen anorw. (seltener 
und etwas später auch aisl.) hdschr. wird die spirans (sowol die stimm- 
hafte wie die stimmlose) oft nach vokalen, bisweilen auch nach l, r durch 
gh (wie im aschwed. und adän.) wiedergegeben. Selten und sehr alt sind 
anorw. h und hg, jenes im Steuerverzeichnis von Munkeliv, dieses in AM. 655. 
S. Haegstad, G. Tr., s. 36, und Vestno. Maalf. Innleiding, s. 12 f. 

§ 38. h hat zweifache geltung: 

1. h im allgemeinen, z. b. hafa, kimenn. So auch in den 
(nur im isl. vorkommenden) Verbindungen hl. hn, hr, z. b. hlaupa, 
hniga, hringr. 

2. Stimmlose spirans (cä -laut) vor konsonantischen u 
(wenigstens in den meisten gegenden. vgl. B. M. Olsen, Ger- 
mania XXVII, 272 ff.) und i (wenigstens in gewissen gegenden. 
vgl. anorw. Schreibungen wie Tiehnsical st. Hicelms call, Ticerundh 
st. Hiarrandr, s. Eygh, Oplysn. s. 195, Gamle personnavne s.293, 
oder Sgettelandia 1312, Schetland 1391 st. HialÜand), z. b. kuat. 
hiarta, 

§ 39. k hat zweifache geltung: 

1. Palatales k vor palat. vokalen, z. b. kippa, rike, kiolr. 
Anm. 1. Die hdschr. haben bisweilen ki (doch nicht vor i) — vgl. 
§ 37 anm. 1 — oder ch (vgl. anm. 2). 



42 § 40 — 42. Aussprache der konsonantenzuidien. 

2. Velares k in übrigen Stellungen, z. b. kasta, kutya, 
krefia, sok, 

Anm. 2. Die hdsehr. haben oft c, c7t oder (vor konsonantischem u) q. 
Viele der ältesten und besten hdsehr. (z. b. die oben § 12, 1. 3. 4. 7. 13. 15 
erwähnten; gewissermassen. auch § 15,6) bezeichnen der regel nach das 
velare k durch c, das palatale durch h (nur nach s auch durch c); andere 
(z. b. Ägrip) bez. jenes durch c oder lc, dieses durch c/i (neben c und jfc). 

§ 40. I hat wahrscheinlich zweifache geltung: 

1. Dentales l anlautend und (fast immer) in unmittel- 
barer Verbindung mit dental (doch nicht p, ö und vgl. 2 unten) 
sowie in der Verdoppelung und wahrscheinlich auch nach 
schwachtonigem vokal (s. Sjöros in Stud. nord. fil. VIII, 3, 
s. 25 ff.), z. b. liös, halda, falla, Opal. 

Anm. 1. Die hdsehr. schreiben oft 11 vor d, t, s. § 260. 

2. Ein kakuminaler, zwischen r und l schwebender laut 
('dickes' l) in übrigen fällen, z. b. Uiüfa, fliüga, tala, halfr, 
folh, holmr, qI, valfia; auch hals, gln, mylna u.dgl., wo die Ver- 
bindung von l mit dental durch synkope entstanden ist. 

Anm. 2. Ueber ein eventuelles stimmloses l im inlaut s. § 238, 2, b. 
Sicher war wol auslautendes l stimmlos nach stimmlosen konsonanten, 
z. b. hasl. 

§ 41. n hat dreifache geltung: 

1. Dentales n anlautend und in unmittelbarer Verbindung 
mit dental (ausser ]>, d) sowie in der Verdoppelung und wahr- 
scheinlich auch nach schwachtonigem vokal (vgl. § 40, 1), z. b. 
nenna, h^nd, gaman, alin. 

Anm. 1. Die hdsehr. schreiben oft mi vor d, t, s. § 260. 

2. Velares n (w) vor g, k, z. b. syngua, tgng, hpnk. 

Anm. 2. Die hdsehr. bez. bisweilen diesen laut — oder auch oft die 
Verbindung dieses lautes mit folgendem g (was sonst mit ng bezeichnet 
wird) — durch ein besonderes zeichen: rj, ?j oder q. Nicht seit, kommt 
auch nn vor, s. z. b. Hb. s. XLIX, Wadstein, F. Hom., s. 134. 

3. Kakuminales n in übrigen Stellungen, z. b. knütr, mon, 
venia, vanpa (urn. *ivanidö). 

Anm. 3. Ueber ein eventuelles stimmloses n im inlaut s. § 238, 2, b. 
Sicher war wol auslautendes n stimmlos nach stimmlosen konsonanten, 
z. b. söhn, väpn, lausn, vatn. 

§ 42. v bez. bilabiales v (5), später labiodentales i?. 
Anm. Die hdsehr. haben oft u, seit, w oder (s. z. b. Hb., s. L1V) y. 



§ 48. 44. Ausbräche der konsuiianieuzeichen. 43 

§ 48. 8 ist ursprünglich (d. h. bei der einfiihrung des 
lateinischen alphabetes) nur in der bedeutung von ds gebraucht 
worden. Aber schon in den ältesten der uns erhaltenen hdschr. 
tritt es — in folge des lautlichen Überganges von ds in ts 
(§ 245, 1) — auch (und zwar häufiger) in der bedeutung von 
ts auf. weshalb es in dieser grammatik nur für ts gebraucht 
wird. Noch später bezeichnet es — in folge des Überganges 
von intervokalischem ts in ss (§274,2) und des Schwundes 
von t vor antekons. s (s. § 303, 2) — zwischen vokalen ss und 
vor konsonanten s. Vgl. Wadstein, F. Hom.. s. 118 f.: Mogk. 
AfdA. X. 65 f.; Gering. ZfdPh. XYI, 380; Hoffory. Arkiv IX 79 ff.: 
Gislason. Xjala IL »326 5.: Groth. Det AM. haandskrift 310, 4» 
s. XXXVI ff. 

Anni. Statt 8 kommt, bes. in den ältesten hdschr., auch ds. ts vor. 
Hie und da wird ausnahmsweise p gebraucht (s. u. a. Specht . Acta ger- 
manica HI, 1. s. 12: Gislason, Um frumparta s. 98 f.; Gering, Isl. -Ev. 
I, XVIlIf. Pipping. Stud. nord. fil. Y, 6, s. 17 f. und daselbst angeführte 
literatur). 

§ 44. ß hat (im aisl.) zweifachen lautwert (im anorw. 
nur den unter 1 angegebenen) : 

1. Stimmlose dentale spirans (engl, hartes th) anlautend, 
nach k, jp und vor fc, s. z. b. ßungr. fylkßa. hleypßa, rißJca. 
baPstofu. 

Anm. 1. Die ältesten anorw. hdschr. haben im anlaut auch die 
majuskel £>, welche wol nur eine andere form des/) ist: im 13. jh. kommen 
anlautend sowol D wie Ö in der bedeutung von ß auch (aber sehr seit.) 
in aisl. hdschr. vor. Einige, vorwiegend anorw., hdschr. haben th, das 
seit c. 1450 alleinherrschend ist (s. Hsegstad, Yestno. Maalf. II, 2, i, s. 58). — 
Die meisten normalisierten textausgaben schreiben in- und auslautend Ö. 

2. Im aisl. (vgl. § 35) stimmhafte dentale spirans (engl, 
weiches th) in übrigen Stellungen, z. b. ntejtan. verpa, baß, leifp, 
garßr (= anorw. medan usw.). 

Anm. 2. Die ältesten (aisl.) hdschr. zeigen nur seit, d oder (wie 
AM. 677, 4°, älterer teil, s. § 12, 13. selten, jüngerer teil konsequent; Cod. 
Reg. der Eddalieder, s. § 12, 17, oft) d. Seit dem anfang des 13. jahrhs. 
kommen p und Ö (das immer häufiger wird) promiscue (konsequent Ö in der. 
wahrscheinlich von einem norw. schreiber herrührenden, teilungsurkunde von 
Spakonuarfr, s. § 12. 11) vor. nach 1350 d (sporadisch noch p, s. Kälund, 
HeiÖarviga Saga. s. XXIV, M. Olsen, VQlsunga saga, s. XLIV). S. weiter 
Celander. Om övergängen av Ö > <l. s. 42 ff. : Hsegstad. Vestno. Maalf. Inn- 
leiding, s. 16. 



44 § ib. Ausspr. d. konsonantenzeieken. § 16. 47. Phonetische übersieht. 

§ 45. Länge (" geniin ation") wird durch doppelschreibung 
des betreffenden Zeichens ausgedrückt. 

Anm. Die hdschr. drücken die länge auch durch grosse buchstaben 
oder durch ein über den konsonanten gesetztes pünktchen aus. Neben kk 
kommen cc, ck ("so z. b. in der Hauksbök regelmässig), kc (bes. in öl. hei. 
leg. saga) vor. Viele hdschr. bezeichnen ss mit s , aber s mit f (s. Sjöros, 
Stud. uord. fil. VIII, 3, s. 5; G. Indreba, Sverris saga, s. XXVI). 



III. Phonetische Übersicht. 
Das alt westnordische lautsystem um 1200 war also 
mit dem jetzt erörterten normalalphabete ausgedrückt 
folgendes : 

§ 46. Sonanten (nur vokale) : 









Palatale 




Velare 
od. Hintere 

Ohne labialisierung : a ä 


Mittlere 

ce db e 


Vordere 

e i l 




\Q $ 











Labialisierte: 


o 6 














u ü 






y y 


§ 47. Konsonanten : 








Labiale 




Oentale 


I'aUiale 
u. Velare 


Halbvokale: u; y 







*i y 


Liquidae: stimmhafte: — 




1 tt; r n 


— 


„ stimmlose: — 




l r 


— 


Nasale: stimmhafte: m mm 




n nn 


n 


„ stimmlose: m 




n 


— • 


Spiranten: stimmhafte: . ' , 
* (in- u. ausl 


f 


f aisl. p 
|anorw. d 


9 


„ stimmlose: /' ff 




(#=s=ts, sc 

p S SS 


= ks) |anl.A 
|inl./7 


Explosivae: stimmhafte: b bb 




d dd 


9 99 


„ stimmlose: p pp 




t tt 


K n/h- 

(x — ks). 


Hierzu kommen laryngales h (hauchlaut) und kakuminale 


l, n. Ueber kakuminale d, 


n, s, t 


s. 


§ 252. 







§ 48. 40. Phonetische Übersicht. § 50. Nasalierung. 45 

§ 48. Eine Verbindung von einem sonantischen und einem 
konsonantischen vokale nennt man diphthong. Solche kommen 
im aisl.-anorw. in grosser anzahl vor und sind zweierlei art : 

1. Fallende, die mit dem sonanten anfangen: (vorzugs- 
weise aisl.) au, ei, ey, resp. (vorzugsweise anorw.) ou (ou). tm, 
cey (ay) und ey: anorw. auch dialektisch cei. 

2. Steigende, die mit dem konsonanten anfangen: kurze: 
ia, ie (aisl.), io, iic, iy. ig, ice (vorzugsweise aostnorw.), ie; ua, 
ue, ui, uo (misl.), ug, uce (vorzugsweise anorw.), ue; lange: id, 
ie (aisl.), io, iü, ig, ie: ud. ue, ui, uo\ uce, ue. 

Anm. Aach einige triphthonge (Verbindungen von einem sonan- 
tischen mit zwei konsonantischen vokalen) hat das aisl.-anorw. aufzuweisen : 
uei (ucei), z. b. in stieigia biegen, uey (ucey) und uey, z. b. in kueykua, 
kueyJcua beleben; endlich iau (iou), uau (uou) in je einem einzigen bei- 
spiele: siau sieben, tuau zwei. 

§ 49. Ihrer quantität nach treten — wie wir schon 
oben gesehen haben — sämtliche vokale und explosivae. 
stimmloses f, stimmhaftes m und r, dentales stimmhaftes l 
und m. endlich s sowol als kurz wie als lang ("geminiert") auf. 

Unter "lange (stamm)silbe' verstehen wir im folgenden 
diejenige, die entweder einen laugen vokal (oder diphthong) 
mit folgendem konsonanten oder einen kurzen vokal mit zwei 
folgenden konsonanten (ausser gy) enthält, z. b. (tef, eig-a, hdld-a. 
Eine ; kurze (stamm)silbe' ist dagegen vorhanden, wo ent- 
weder ein kurzer vokal von nur einem konsonanten (oder gy) 
gefolgt wird, oder die silbe einen langen vokal (oder diphthong) 
ohne folgenden konsonanten enthält, z. b. far-a, egg, lü-a, dy-ia. 

Anm. reber die metrische geltung einer silbe s. Sievers, Beitr. 
XV, 401 ff., bes. 410; Altgerm, metrik, s. 58 f. 

§ 50. Alle vokale (auch diphthonge) können auch als 
nasalierte vorkommen. Hauptsächlich aus der alten (in § 22 
oben erwähnten) orthographischen abhandlung wissen wir, 
dass um 1170 nasalität wenigstens im aisl. in folgenden fällen 
da war (& Noreen, Arkiv III, 1 ff.. 36 ff.: Bugge, ib. II, 230 ff.; 
Kock. Arkiv XVII, 179 f., 185 ff., Svensk ljudhistoria IV, 467 ff.): 

1. Unmittelbar vor nasal (nur nicht wenn diese Stellung 
durch an. synkope entstanden ist), z. b. sy-na zeigen (aber syna 
gen. pl. von f. syia). rcnmr stark, vämr gewöhnt. 



46 § 51. Betonung. 

2. Unmittelbar nach nasal, wenigstens wenn die silbe 
starktonig oder halbstark (s. § 51 anm. 1) ist. z. b. m&r mir, 
pl. framer zu frwmr unverschämt. 

Anm. 1. Nach ausweis der inschrift von Eggjum (c. 700) — wo die 
fälle 1 und 3 belegt sind — war die nasalierung in diesem falle damals 
noch nicht eingetreten; s. M. Olsen, No. I., 111,111. 

3. Wo ein urnordischer nasal nach einem starktonigen 
(oder halbstarken) vokale fortgefallen ist, z. b. i' in, nom. pl. f. 
6'rar unsere; alt auch etcc essen u. dgl. (während gialda ver- 
gelten u. dgl. noch früher, vielleicht schon urn., die nasalie- 
rung aufgegeben hat ; vgl. anm. unten. 

Anm 2. Wie lange in diesem falle ein schwachtoniger vokal nasaliert 
blieb, bleibt für das aisl. unsicher. Im anorw. war — wenigstens nach 
der Frösöer inschrift zu urteilen — in diesem falle schon um 1050 die 
nasalierung nicht mehr da, z. b. kirua (d.h. gerua aus -an) machen; s. 
Noreen, Arkiv III, 31 ff. 

4. Wo schon in urgerm. zeit ein nasal hinter einem stark- 
tonigen vokale fortgefallen ist, z. b. fds'r empfängt, &re jünger, 
]>H feile, hä'r hai. 

Die nasalierung schwindet allmählich, wol zu sehr ver- 
schiedener zeit in verschiedenen gegenden. 

§ 51. Ueber die altwestm betonung ist bis jetzt nur 
verhältnismässig wenig genauer ermittelt worden. Es lässt 
sich aber vermuten, dass sie im wesentlichen mit derjenigen 
des ältesten altschwedisch übereinstimmte; vgl. meine dar- 
stellung im Grundriss 3 4 =±= Geschichte der nord. sprachen 3 , 
s. 90 ff., § 54. Hier sei nur in aller kürze folgendes bemerkt: 

In betreff des exspiratorischen akzents konnte eine silbe 
entweder haupttonig, stark nebentonig, schwach nebentonig 
oder unbetont sein. Die haupt- und stark nebentonigen Silben 
fassen wir als starktonige, die andern als schwachtonige 
zusammen. 

1. Der haupt ton ruht der regel nach: 

a) In zusammengesetzten Wörtern auf der Wurzelsilbe des 
ersten gliedes. Jedoch gibt es nicht wenige Wörter, bei denen 
die Wurzelsilbe des letzten gliedes wenigstens alternativ den 
hauptton trägt. Solche sind die meisten auf for- (fyr-) 'ver-', 
of- 'allzu' und tor- 'schwer', z. b.forbop verbot, ofmiok zuviel, 
torkenna unkenntlich machen; viele auf ä- 'an-', iafn- 'eben-' 



§ 51. Betonung. W 

und ü- (neben haupttonigem 6-) ; un', z. b. äsiöna ansehen, 
iafnsterhr ebenso stark, uhreinn (aisl. neben gewöhnlicherem 
ühreinn; umgekehrt anorw. öfter ürceinn als orceinn) unrein; 
ausserdem eine menge einzelner Wörter mit einsilbigem ersten 
glied, insbesondere solche, wo sowol das erste wie das zweite 
glied langen vokal haben, z. b. mishmn erbarmen, fdtökr arm, 
gäleyse Unachtsamkeit, framfarenn gestorben, hordomr hurerei, 
ret(t)Idtr rechtfertig, hugsJcot gemüt, ndlcegr anliegend, Mtip 
fest, die Zahlwörter auf -tan (nicht aber -tiän) wie sextdn 
sechzehn u. a. m. Weil die hdschr. nur ausnahmsweise den 
platz des haupttones angeben (s. § 33 anm. 2), und die metrik 
uns auch oft im Stiche lässt, sind wir in vielen fällen darauf 
beschränkt, mit hilfe der lautlichen Verhältnisse — wie sie 
im folgenden werden erläutert werden — konstatieren zu 
können, dass bei einem worte die letzterwähnte betonungs- 
weise wenigstens einst vorhanden gewesen ist, z. b. forynia 
(aus *for-rynia) vorbote, Purtyr (*Purfripr) ein frauenname; 
bisweilen geht sogar aus der lautentwickelung hervor, dass 
die früher vorhandene accentuierung mit haupttonigem letzten 
gliede schon zugunsten der gewöhnlicheren betonungsweise 
gewichen ist, z. b. ellefo (ellifo. *ainlidu) elf. Oft stehen 
nebeneinander doppelformen, die infolge der alternativen be- 
tonung lautlich mehr oder weniger verschieden gestaltet sind, 
je nachdem das erste oder zweite glied den hauptton trägt 
oder einst getragen hat, z. b. Uk(h)amr : likamr körper, fost(r)- 
syster-.fosyster pflegeschwester, Grik{k)land : GirMand Griechen- 
land, anorw. bryllaup (s. Hsegstad. Vestno. Maalf. II, 2, i, s. 32) 
ibr tUmp hochzeit; liQrfiar: Harfiangr. 

b) In einfachen Wörtern auf der Wurzelsilbe. Jedoch 
dürfte in einzelnen fällen die ableitungssilbe, wenigstens alter- 
nativ, haupttonig gewesen sein; so besonders in vielen mit 
-ing- und -ung- abgeleiteten Wörtern, z. b. prening dreieinigkeit, 
mining erinnerung. kening poetische Umschreibung, teningr 
Würfel neben resp. firenneng usw. mit haupttoniger Wurzel- 
silbe. 

2. Starker nebenton tritt in folgenden fällen auf: 

a) In zusammengesetzten Wörtern auf der Wurzelsilbe des 
nicht haupttonigen gliedes, z. b. kirkiogarpr friedhof. Doch 



48 §51. Betonung. 

ist das letzte glied schwachtonig in artikulierten noroinal- 
formen, z. b. barnet, -eno das, dem kind. sowie in vielen sonstigen 
Wörtern, denen das gefühl der Zusammensetzung abhanden 
gekommen ist, z. b. Airehr (* Al-rikr), Hamper (älter Hamper), 
SigurPr (*Sig-wgr(ir), J)anneg (*pann-weg) dorthin, nekkuat 
{*ne-wmt-ek-hwat) etwas, tottogo zwanzig. 

b) In einfachen Wörtern auf sehr vielen ableitungssilben 
zum teil aus alten Zusammensetzungsgliedern entstanden), wie 
-and, -ind, -und, -ing, -ung, -em, -ug, -ul, -ur (s. Neckel, Beitr. 
XL, 48 ff. und 65) und noch anderen (wofern sie nicht haupt- 
tonig sind, s. 1, b), z. b. eigande besitzer, sanninde Wahrheit, 
tiund zehnt, vikingr vikinger, lausung falschheit, faperne väter- 
liche seite, haupangr Stadt, apaldr apfelbaum, heimill von 
rechtswegen gestattet u. a.; vgl. § 78 (schluss). Dialektisch 
können doch auch diese silben schwachtonig sein, z. b. fiande 
(pl. fiandr — s. Gislason, Njäla II, 235 f. — nach § 64) neben 
dem aus fiande (mit starktonigem -and-) entwickelten fiande 
und, mit anschluss an ftä hassen, fiande (pl. fiandr, anal, neu- 
gebildet nach dem sg. statt *fiendr, vgl. büendr zu buande 
u. dgl.) feind u. a. m., s. § 64. 

3. Schwacher nebenton kommt der regel nach der- 
jenigen silbe zu, die in einem einfachen wort unmittelbar 
auf eine haupttonige silbe folgt (wofern jene nicht starken 
nebenton hat), s. 2, b, z. b. tunga zunge, kallape rief. Doch 
fehlt jedweder nebenton in den meisten zweisilbigen kom- 
parativen z. b. starre grösser, yngre jünger, färre weniger, 
betre besser (aber meire grösser, fleire zahlreicher mit neben- 
toniger ultima); ausserdem in einzelnen Wörtern, z. b. nio 
neun, tio zehn, deren anzahl mit der zeit immer zunimmt. 
Ueber den grund dieser Verschiedenheit s. Noreen, Geschichte 3 , 
s. 93 und (kaum annehmbar, aber anregend) Pedersen, Arkiv 
XXVIII, 1 ff. 

Anm. 1. Wenn die haupttonige silbe kurz ist, so ist früher — und 
wol noch in gewissen, bes. anorw. dialekten — der folgende nebenton 
etwas stärker ("halbstark") gewesen, z. b. gata gasse, tälape redete. 

4. Unbetont ist eine silbe in allen übrigen fällen; natür- 
lich auch die Wurzelsilbe proklitisch oder enklitisch stehender 
Wörter, z. b. epa oder, mepan während, ehe (neben betontem 
eiche) nicht, pikia (bet. pykkia) dünken usw. 



$52. Pie uni. sonanten. $6& Die starkton. silben. Fm. Vorgänge : #. 44* 

Anm. 2. Vgl. noch u. a. Wadstein. F. Hom., s. 122, 125; Bugge, Xorrceu 
fomkvseöi, s. 36 note. Aarbeger 1884, s. 87 f.; Jessen, ZMPh. II, 139 f.: 
Sievers, Beitr. VIII. 75; L. Larsson, Arkiv IX, 122 ff.: Beckman, ib. XV. 74 ff ; 
i'raigie. ib. XVI , 360 ff. ; Falk. ib. IV, 358; Kock, Aceentuierung s. 89f., 
208 ff. und bes. 219 ff. Vgl. aber besonders die bedenken E. Noreens, Studier 
i fornvästnordisk diktning. s. 47 ff. (Upps. 1921). 



II. Abschnitt. Die sonanten. 

§ 52. Das lirnordische übernahm ans urgerra. zeit folgende 
sonanten: 

Kurze: a. e. i. o (das nur schwachtonig vor m da war), u. 
Lange: ä, e, 7, ö. 77, ä: 

Dazu kamen mehrere diphthonge: 

Fallende: a% an, tu. Steigende: wo, we, ><i: wü, >re, ivl. wß. 

Diese vokale (und diphthonge) waren nasaliert, wenn ein 
nasaler konsonant unmittelbar nachfolgte oder doch in urgerm. 
zeit nachgefolgt war; ä scheint immer nasaliert gewesen zu 
sein und zwar aus letztgenanntem gründe. 

Die entwickelung dieser laute innerhalb des (urnordischen 
und) altwestnordischen wurde durch folgende lautgesetze 
bestimmt. 

Kap. l. Lautgesetze der starktonigen silben. 

A. Qualitative Veränderungen. 
I. Urnordische Vorgänge. 1 ) 

§ 53. a> in starktoniger silbe (vgl. anm. 2) ist schon in 
den ältesten um. Inschriften zu a geworden, z. b. c. 250 Vi 
makia (got, mekeis) 'schwört' und marihai ein mannsname 
(vgl. aisl. mceringr zu got. mcrs), c, 275 Torsbjaerg -maria (got, 
mers) 'berühmt' und c. 400 Möjebro frcucaradan (vgl. got, 
redan) ein mannsname: vgl. ferner aisl.-anorw. f/rdta (got, 
grstan) weinen, mdne (got, mena) mond usw. Die meisten 
an. ä sind in dieser weise aus älterem ö 5 entstanden. 

x ) Hier werden nicht aUe solchen Vorgänge aufgeführt, welche 

möglicherweise oder gar wahrscheinlich, sondern nur diejenigen, welche 

unzweifelhaft aus um. zeit stammen. Die um. umlaute und der Übergang 

//?> eR werden jedoch erst später (§ 58 ff., reap. § 106, 2 mit anm. 3) behandelt. 

Noreen, Altisl. «ramm. i. aiii'l. 4 



• r )0 § 54. Urnordische Vorgänge: ai. 

Anm. 1. Die annähme Wimmers (bei Burg, a. 153), dass spuren eines 
älteren um. a> noch in einigen finn. lehn Wörter erhalten seien,, ist (trotz 
Thoinsen, Ueber den einftuss s. 123, Beröringer s. 30 note, Samlede Afhand- 
linger II, 163, jetzt aber anders s. 251; Bugge, No. I. s. 153 und 305 note; 
Setälä. Journal de la Societe finno-ougrienne XXIII, 1, s. 17 f.) glänzend 
bestätigt worden durch die aufspürung von mehr als ein dutzend finn. 
und ein paar läpp, lehnwörtern mit ie aus e aus «, z. b. finn. lieko (aisl. 
16g) 'liegender baumstamm', mielcka 'schwert' (s. oben), rievä 'frisch' 
(aisl. hrär 'roh'), läpp, riekko '36 pfund' (aisl. vög 'gewicht') u. a., s. Wik- 
lnnd , Entwurf einer urlappischen lautlehre , s. 164 ff . , Le monde oriental 
V, 219 ff.; T. Karsten, I. F. XXII, 292, Germ.-finn. lehnwortstudien, s. 80 f. 
(und die dort zitierte literatur), und Fragen aus dem Gebiete der germ.- 
finn. Berührungen, s. HOL, Hfors. 1922; H. Pipping, Förhandlingar och 
nppsatser 31, s. 374 ff., Helsingfors 1918. 

Anm. 2. In schwachtoniger silbe ist OB (zwar durch a bezeichnet, 
aber seinem lautwert nach) einstweilen erhalten. Ueber dessen folgende 
entwickelung s. § 138. 

§ 54. ai wird schliesslich in den meisten Stellungen zu 
m, z. b. urn. Kragehul halte (Lindholm hate ist statt haue ver- 
schrieben), brakteat von Seeland haiti > anorw. Jueiti, aisl.. 
daraus entwickelt, heite heisse; Tune staina > stein stein; 
Reistad wraita > reit ritzung : Björketorp JiAiÖR- > hei]>r ehre. 
In folgenden Stellungen wird es aber zu ä kontrahiert: 

1. Vor (später geschwundenem) h. In den ältesten in- 
schriften steht noch ai, z. b. Einang c. 375 und Vetteland 
c. 400 faihido malte, noch Overhornbsek c. 575 (archaisierend?) 
Aih? (und Fonnäs c. 550 aih?) = aisl.-anorw. d besitze, aber 
schon Rö c. 450 fahido malte, Äsum c. 475 (und St. Noleby 
c. 600) falii male. Sonstige beispiele sind: für (got, faihs) 
schimmernd, fldr (vgl. got. piaihan) hinterlistig, mar (mör 
§ 77, 2 ; ahd. meh) möwe, län (neben dem d. lehnwort Un lehn) 
darleihe, cett (vgl. § 63, 2 ; got. aihts) familie, tö (vgl. § 77, 2) 
zehe, rö reh, ?sdld eimer zu sdr (litau. sa'ikas, s. Liden, Uppsala- 
studier s. 81 f.) zuber, Hd(a)rr (< *haihaharin zu got. haihs. 
lat. caecus, s. Detter, Beitr. XIX, 503 note) ein Odinsname. 

2. Vor (ursprünglichem) r. Urn. beispiele fehlen (Rö saira- 
ist unsicher); spätere sind: Ar (got. air) früh, sdr (got. sair) 
wunde, sdrr (finn. sairas) verwundet, harr (ahd. her) grauhaarig, 
dma (vgl. aschw. cBrna, got. airinön) ausrichten, örr (got. uirus) 
böte, ör (finn. airo) rüder, skcerr (*8kairin ; und nach § 64 ? iipp-, 
nisl. nphi-skarr offenbar, vgl. Karsten, Stud. öfver de nord. spr. 



£ 54. DnMfdJsehe Vorgänge: mi. 51 

prim. nominalbildning 11.272. und Psllander in Xeuia Lideuiana. 
s. 234: vgl. noch skirr. got. sJceirs) hell. 

Anm. t. Vor R tritt dagegen kontraktion nicht ein. z.h.or (got. 
mir) bronze. meire (got. mnizo) grösser, (fein (urgerm. latinisiert gmimt) 
ger u. a. Ags., resp. d. lehnw. sind khra (vgl. got. laisja») lehren, ctra 
ehren (echt nordisch eint rücksicht nehmen). 

3. In stark nebentoniger silbe (s. § 51. 2) und zwar: 
a) Vor dem haupttone, z. b. d (zu ey "immer', got. diu i 
in fällen wie d mepav -stets" (Kock. Arkiv VII, 177) oder 
Ovalt (< :: ä>r-aUt. got. am aUata, s. v. Friesen. R spr. 1. 14 t; 
später volksetymologisch of valt, of alt, um alt) 'immer', ebenso 
nnorw. dmi/rja neben aisl. rimyrim heisse asche: mit später 
gekürztem vokal (s. § 127, 1) nakknahr (< *nakkwarM < *ne- 
wati-ek-hwdrix) neben nekkuarr (< *nmkkwwrm § 82, 6 < *ne- 
wdit-ek-hwariM) irgendein, ellefo {ce'Uefo § 127.6 < allitm § 65 
< *än-li% vgl. got. oi»Ubim) elf. 

Anm. 2. Biifyer (got. bai pai) beide' kann — unter annähme 
späterer Verschiebung des haiipttones — hierher gehören; aber das o kann 
anch vom acc. bäfia (got. bans pamäj aus weiter verschleppt worden sein. 

bi Nach dem haupttone. z.b. Porldkr u. a. mannsnameu 
auf -War neben (wol etwas anders betontem) dat. Parleikr 
usw., Öldfr (woraus nach § 151, 1 Ölafn und andere manns- 
nameu auf -Idfr neben dat. Olafe (s. Hesselman in Minnes- 
skrift utgiven av Filologiska Sanifundet i Göteborg 1920. 
s. 55 f.). wozu das entsprechende fem. Olaf aus -löf. *-UÜm 
{& § 151,5) usw., latinisiert Hal(l)$tamis (st. HnJlsteinn) u. dgl. 
namen (wozu der kurzname anorw. Stäme st. Skemi); anorw. 
so wol (erfceöe (und -ade. s. § 64, § 151. 1) arbeit (aber kaum 
andiäte antlitz. s. § 64 und Ekwall. Suffixet ja. s. 57 note) als 
mannsnamen wie Momamr (ahd. -heim, s. Lundgren. Uppsala- 
studier, s. 18 note). Undss Hieben aisl. imem trefflich), run. (auf 
Man) Ufaak (d. h. Ofdij. aisl. Öfei(i) und Purhlbr (aisl. Porleifr: 
s. Bugge. Aarboger 1899, s. 239). Hierher mit früh gekürztem 
vokal auch dkafr eifrig (ags. cdf. s. Björkman. Xordiska studier, 
s. 168), heraj) bezirk (ahd. herimita. s. Tunberg, Studier rörande 
Skandinaviens äldsta politiska indelniug, s. 40 ff.), die vielen 
mannsnamen auf -am (aus *-[g\ltaaa neben -geirr). z. b. Porom 
neben Porgewr (entlehnt air. Tomrair 847, resp. Taraair 1171). 
Braawr {*Hrö6wü*M s. § 228. § 151. 1) neben Hropgein: trauen- 

4* 



o2 § 55. 56. Urnordische Vorgänge: au. en. 

namen wie anorw. (s. Rygh, Gamle personnavne, s. 198 und 
230) Iiognog, Bgnnog, Sglog (aus *-vög nach § 151.5) neben 
liggncwig, Jianncwig, Sglvwig, sowie nafarr (*nada[$]äRa/i, Ann. 
napahaira, ahd. »«hager) b obrer, das negierende verbalsuffix -at. 
-(( (got. ainata, resp. ain\ also ursprünglich gleich '[nicht] irgend 
etwas'), z. b. varat, -a war nicht; möglicherweise auch (s. Kock. 
Arkiv XI, 136 f., XIV, 263 f.) anorw. for{r)ad gefährliche passage 
(zu eip passage) und huar(r)a wo in aller weit (zu d 'immer', 
s. oben a). Ueber kann er, hönom ihm. hon. acc. hdna sie (alle 
zu got. jains) s. Noreen, Geschichte 3 , s. 180. 

Anm. 8. Aus dem afris. stammen bütr (neben dem einheimischen 
beit) schiff und klcbpc kleid (s. Wadstein, Friserna och forntida handelsvägar 
i Norden, s. 13 f., Göteborg 1920, und Friesische Lehnwörter im Nordischen, 
s. 8, Upps. 1922; anders Sverdrup, Maal og minne 1922, s. 49 ff.). Ags. lehnw. 
sind ärhialmr bronzehelm (s. Falk, An. Waffeukunde, s. 156 und besonders 

E. Noreen, Studier i fornvästnordisk diktniug, s. 47 ff. , Upps. 1921), tahn 
(neben teikn) zeichen und lapmaÖr (ags. läÖmori) lootse (zu leip weg) gleichwie 
nisl. säpa seife. Ueber das nicht hierhergehörige seit, rpk neben reih furche 
s. § 172, 2. Ganz unverwandt sind nisl. gäri ader im holze und aisl. genre 
streifen (s. Torp in Sproglig-historiske studier tilegnede prof. Unger, s. 187). 
Unklar bleiben häss heiser (s. zuletzt Karsten, Stud. öfver de nord. spr. 
nominalbildning II, 205) und um. Tune daliÖun teilten (verschrieben statt 
dailidrm oder zu litau. dah'jti teilen, lettisch dala teil?). Vgl. nocli 

F. Jönsson, No.-isl. kultur- og si»rogforhold, s. 67 mit note 2. 

§ 55. au wird etwa um 900 (s. Marstrander, Bidrag 
s. 155) zu (w, z. b. urn. laukan Floksand c. 350, die brakteaten 
von Schonen (nr. 19) und Börringe c. 475 sowie Skrydstrnp 
c 500, woraus IgtiJcr, gewöhnlich aisl. lau/cr, anorw. loukr, beides 
aus Igukr entwickelt: Bjöi'ketorp -ÖaüÖb > danfie tod. -laitfu: 
> lauss los. 

Anm. Bahn iahd. botihhafi) zeichen (in sigrbäkn) ist fremdwort 
(afris. bähen). 

§ 56. eu ist in den ältesten finn. lehnwörtern und in 
älteren urn. inschriften (vor 600) noch in den meisten Stellungen 
erhalten, z. b. finn. hetUa (ags. ceol, ahd. keol, aisl. Jeiöll) schiff, 
Skääng c. 500 leugna; vgl. bei Jordanes c. 550 theustes ein wohner 
der aschw. landschaft Pinst. Wenn aber die folgende silbe 
i oder u enthält oder n unmittelbar folgt, ist es wenigstens 
schon c. 575 zu iu geworden, z. b. Reistad iupingari (vgl. ahd. 
Fodunc), Opedal n. sg. f. liudu lieb (s. Bugge, Arkiv VIII, 22), 
aisl. dyy (s. § 71, 7) tier. Erst später (jedenfalls vor 900) ist 



§ 67. Die üb. BQflaaton. $ 58. I 'miaut. § b'J. Gu. Velarisierung. 5 : > 

><i in sonstigen Stellungen zu igu geworden, z. b. finn. jouhi 
— st. (j)iuhi durch einfluss des gen. — Weihnachten (vgl. got. 
jiuleis). aschw. Rök Jtiaurika Theodorik, adän. run. niqut geniest. 
•piaup (got.Jjiuda) volk. Noch später gehen sowol iu wie iqu 
von fallendem in schwebenden diphthong. resp. triphthong 
über. \yie aus der folgenden entwickelung (s. § 100 und § 101) 
hervorgeht. 

Anm. Vgl. Bugge. Vitterhetsakadeinien.- Handlingar XXXI, 3. s. 17; 
Pipping, Gutalag, s. LXIIff. ; Xoreen, Geschiebte 3 , s. 79; Karsten, Ger- 
manisch-finnische lehnwortstndien, s. 55 und 247. 

§ 57. Die etwas spätere um. zeit hatte also folgende 
sonanten : 

Kurze: a. e. i. o (s. § 52), u. Lange: «. ( T . 7. o. n. 

Diphthonge und triphthonge: fallende: m, oh: schwebende: 
in. i{m: steigende: na. we, wi und na. ivc. in. 

Von diesem stand gehen wir im folgenden aus. 

II. Umlaut. 

>j 58. Mit um laut bezeichnet man im allgemeinen eine 
Verschiebung des Vokalsystems, die durch den assimilierenden 
einfluss benachbarter laute hervorgerufen wird. Die artiku- 
lationsstelle des vokals wird also nach der seite hin verschoben, 
wo der den umlaut bewirkende laut gebildet wird. Von diesem 
gesichtspunkte aus ist der an. umlaut dreierlei art: velari- 
sierung. palatalisierung oder labialisierung des be- 
treffenden vokals. 

Anm. Je nach dem platze des umlautwirkenden lautes nach oder 
vor dem umgelanteten unterscheidet man zwischen regressivem uud 
progressivem umlaut. Im westn. jedoch ist der letztere nur spärlich 
vertreten. 

A. Verschiebung durch velarisierung. 

§ 59. Velarisierung. sog. «- umlaut, wird von a. offenem e 
(s. ij 61,2) und wahrscheinlich auch (s. § 61. 3) urn. ce (offenem e) 
bewirkt und tritt nur bei i und u ein. 

£ 60. Starktoniges i wird in kurzer silbe ausser wol 
nach g und k (s. Kock. Beitr. XXIII. 514 ff.) zu e. wenn in der 
nächsten silbe ein a oder ein sich nach § 137. 2 zu a ent- 
wickelndes, also offenes, ö ohne dazwischenliegendes j oder 



'» 1 § öl. «-umkuit von n. 

nasal -+- kons, steht oder doch in nrn. zeit stand, z. b. hefian 
von hier neben hipra (alt, s. Gislason, Njala 11,604: später 
anal, hepra) hier, ylepa (ags. glida zu glidan gleiten) weih. 
verr (lat. rir; vgl. vielleicht pl. virpar < *wvridö& i gebildet wie 
fytpar < ' u firhwidöR § 77, 5, a, die männer der verpony ehren- 
geleit des königs sowie möglicherweise aschw. pl. virpar die 
einwohner der landschaft Vcerand, aisl. Veriind: dagegen aber 
Lindroth, Namn och bygd VI, 41 ff.) mann, sef neben ndän. sir 
binse (zu lat, dissipo, ahd. sib), duena neben duina (ags. divhian) 
erschlaffen, anorw. suena neben sitina, suina (ahd. suinan) 
schwinden, prefa zanken neben prifa, prifa tappen (s. Noreen, 
Vart sprak III, 182 uote 2), nepan von unten neben nipre 
(auch nepre, neParre) niedere, heyre (ags. higora), here? (s. Vig- 
fusson; vgl. fi. Haihara, haikara, s. Saxen, Stud. nord. fil. I, 3, 
s. 93) § 317, 3, 1 reiher, anorw. skref, dat. skrifi (s. Fritzner) 
schritt. Durch ausgleichung ist der Wechsel beseitigt worden, 
resp. sind doppelformen entstanden wie steye (seit.), stiye aus 
ursprüngl. nom. stiyL pl. steyar leiter (wie noch in norw. dial., 
s. Haegstad, Vestn. maalf. II. 1, s. 154); ebenso sele, sile siele 
(vgl. Hsegstad. a. o. I, s. 111). sege, siye (s. Hellquist, Arkiv 
VII. 54, 58) : Bugge, ib. X, 87) Schnitzel, ref-ormr flechte neben 
nf reibung (vgl. Noreen, Vart sprak III, 186 mit note 4), 
pl. nepar (selten, s. Larsson) neben nipar abnehmender moud, 
klefe. seit, klife kleine stube, oeya. anorw. auch viga kämpfen, 
töten zu big kämpf, mannsnamen auf -(f)repr, -(fjrepr § 77. 3 
(wie Hallfrept; Geirropr) neben fripr friede (s. Bugge, Arkiv 
11,251); vgl. noch slepe neben aschw. ^Upi (nnorw. dial. slidi) 
schütten. 

Anui. Nach dem am, WiivaR Tune eiu mannsname zu urteilen, ist 
der Übergang 1 nm äOO noch nicht durchgeführt. 

§61. Starktoniges u geht in o über: 

1. Wenn in der nächsten silbe ein ä oder ein sich nach § 137, 2 
zu a entwickelndes, also offenes, ö ohne dazAvischenliegendes j 
oder yy oder nasal -f- kons, steht oder doch in urn. zeit stand; vor 
m. n ohne folgenden kons, doch wol erst spät-urn. und zwar 
nach der «-synkope, so dass ein fall wie z. b. humarr hummer 
statt Vtomarr durch den einfluss der synkopierten kasus (humrc, 
-rar, -ra, -rom) zu erklären wäre. Vgl. Kock, Beitr. XXIII, 511 ff., 
Arkiv XXVI, 97 ff.; Hultman, Hälsingelagen 1,182 ff.: Setälä. 



jj 61. »/-Umlaut voll u. 58 

Journal de la societe finno-ougrienue XXIII. 1. s. 21; E. Olson, 
Arkiv XXVIII, 291 ff. Schon um. beisp. sind horna Gallehus. 
Strom hörn gegen dat. -kurne Tjurkö körn. 1. sg. prät. icoro.hto 
Tum (aisl. ortet) machte. Dieser Wechsel ist aber fast überall 
ausgeglichen worden, so dass man nur ganz ausnahmsweise 
eine hdschr. finden kann, die das lautgesetzliche Verhältnis 
aufrecht hält. z. b. nom. sunr. gen. sonar. dat. syni. acc. siut. 
pl. nom. synir. gen. sona usw. (s. Gering. Isl. aev. I. XVI). 
Ziemlich oft sind aber doppelformen entstanden wie sonr : (bes. 
in alter zeit) sunr söhn, hugr : Jwgr sinn, fugl : (alt) fogl vogel. 
gull : (alt fast immer) §oü gold. gop (bes. in Zusammensetzungen 
vorzugsweise von den heidnischen göttern gebraucht) : gu\) 
(bes. in zus. vorzugsw. von dem christlichen gott gebraucht) 
gott. bukkr : bokkr bock, m m nr : monr sinn, unterschied. 
kona : (seit., s. Vigfusson) huna weib. togr : flupr anzahl von 
zehn. sfo/« : st ufa (s. Egilsson und Fritzner) stube. stofn : 
anorw. auch stufn (stumn) unterläge. Broddr : mnorw. auch 
Bruddr, Oddr : mnorw. auch Uddr mannsnamen. opt : anorw. 
seit, aft oft. pl. gotar ; pu&ir (s. Hertzberg. wol aschw. lehn- 
wort) einwohner von Gottland, -smogoll (s. Hertzberg) : smugall 
eindringend, koma : anorw. auch kuma kommen, stop : stuft stütze. 
burr : borr solm, bolr : bulr rümpf, bolstr : bulstr polster, fluy 
: flog gesch windigkeit. gul. -a : gol, -a windstoss. huerskonar 
: -kuuar von jeder art. rnp : (seit.) rop neuland. ulfr wolf neben 
mannsnamen auf -olfr (wie Porolfr. He Hol fr u. a.. vielleicht 
wegen schwachtonigkeit : aber auch -ulfr, wie schon urn. 
-irulaf,;. -wulafa Istaby neben -woljfjt Gummarp. -icoUfn Sten- 
toften). u. a. m., s. bes. Gislason, Um frumparta, s. 197 f.; Ha?g- 
stad. G. Tr.. s. 45. 

Anin. 1. « statt sonstigen o ist besonders in dem färöischen dialekt 
beliebt, z. b. brut brach, mul« zermalen. turf torf u. a. , s. Bugge. Aar- 
boger 1875. s. 40. 

Anm. 2. Kommgr köniy st. ■ anorw. . ». § 160 anm.) kunutujr ist von 
koar edelgeborner beeinliusst. Umgekehrt erklärt sich ein fall wie hunang 
honig vielleicht aus einer ausspräche mit haupttoniger ultima: vgl. 51, 1, b 
und Kock, Beitr. XXIH 517. 

Anm. 3. Der diphthong eu scheint nicht in entsprechender weise zu 
eo entwickelt worden zu sein. s. § 56. 

2. Wenn in der nächsten silbe ein — weil vor -na- stehend 
offenes — e (s. Wessen. Spräkvet. sällskapets i Upps. förhand- 



56 $ 62. Palatftlisierung'. 

Ungar 19 13 — 15, s. 56 ff., bes. s. 78) ohne dazwischen liegendes 
gg (und gd?) oder nasal + kons., alt-urn. auch m -f- son., steht, 
z. b. brostenn geborsten, brotenn gebrochen, stolen gestohlen. 
lokenn (St. Hom. einmal lulcenn) geschlossen u. dgl. part. prät. 
gegenüber bruggenn gebraut (brugPenn, seit, anorw. brogöenn, 
s. s. 495 anui. 5, geschwungen), bundenn gebunden, mimen n 
(anorw. und seit. aisl. auch nomenn) genommen. 

3. Wenn in der nächsten silbe urn. — ältest a geschriebenes — 
cB (woraus nach § 138 e) ohne dazwischen liegendes j, gg oder 
nasal (vgl. näher oben 2 und 3) stand (s. Hultman. Hälsinge- 
lagen I, 198 f., 213 f.), z. b. orte By usw. {mirte Tjurkö hat 
wol u von dem pl. und inf. bezogen) machte, olle verursachte. 
böge bogen, oxe (neben uxe nach pl. *uxnin > yxn) ochs, gofie 
: seit, gupe (nach guj>) priester, hertoge : seit, -tage herzog gegen- 
über gume mann, fune teuer. 

B. Verschiebung durch palatalisierung. 

S 62. Die palatalisierung findet in starktoniger silbe 
(vgl. § 147) im allgemeinen (vgl. § 75 und § 147) nur bei den- 
jenigen vokalen statt, die nicht vordere palatale sind (vgl. 
das vokalscheina § 46), also bei a, e, o, u, o, ä, ö, ü, 6, ö 
(s. § 68, 4) und solchen diphthongen, die diese vokale enthalten, 
wie ia, io, in, io, iti, ou (und den daraus entwickelten au. ou. 
s. § 98), tut, ud. Bewirkt aber wird im westn. dieser umlaut: 

1. durch ein mittelbar (aber jedenfalls zur zeit des Um- 
lautes in der nächsten silbe. vgl. § Q6 anm. 2) oder unmittel- 
bar folgendes sonantisches i (wahrscheinlich auch », s. Hessel- 
man. Västnordiska studier 1. 7 ff.), welches in literarischer zeit 
sehr oft entweder infolge der synkope (s. § 153 ff.) nicht mehr 
da ist oder auch in e (s. £ 145) übergegangen ist: »-am laut; 

Anm. 1. Dass ein vokal auch durch unmittelbar folgendes, noch 
nach der synkopieruugszeit erhaltenes, wenn auch später durch kontraktion 
( nach § lüö) geschwundenes, i umgelautet wird, geht aus fällen wie bktingr 
der schwärzliehe, luell (*häÜM < urn. 'hähikai) ferse, pneU knecht, aschw. 
Stginge ein mannsname u. a. hervor, s. Bugge, No. I. s. 83 note; Pipping, 
Neuphilologische Mitteilungen 15/11 — 15 '12 1902. s. 17, und Grammatieka 
studier, s. 4 note. 

2. durch ein mittelbar (aber jedenfalls in der nächsten 
silbej oder unmittelbar folgendes, seltener unmittelbar vorher- 



§ 68. i- umlaut von ", ä, t. ••« 

gehendes, konsonantisches i; (regressiver, resp. progressiven 
./- tun laut: 

3. durch ein unmittelbar folgendes frikatives (vvul /-haltiges) 
/ (mn. a. urgerm. : ; vgl. § 18: § 34 anm. 2: § 224. 1; § 265): 
/.-umlaut: 

Aum. 2. Die annähme Kock's (Arkiv VIII, 256 ff. und öfter | dass 
ein k. vor welchem ein i ohne umlaut zu bewirken synkopiert worden i<t. 
auch einen nicht unmittelbar vorhergehenden vokal umlautet, ist biufälliy. 
s. Wessen in Spräkvetenskapliga sällskapets förhandlingar 191(J — 191S. 
s. 73 ff. 

4. durch ein von r s oder k vorangegangenes ^ das zum teil 
wol schon in urn. zeit zu umlautbewirkendem i (s. oben 1) 
übergegangen ist (& Xoreen. Arkiv I. 152 note 2; Wessen, 
a. o. 1913—1915. s. 79: E. Xoreen. Xanm och bygd EX, 46): 
palatalumlaut (eigentlich nur ein Spezialfall von 1 oben). 

1. i-umlaut. 

>j »33. Die fälle sind : 

1. a > et (woraus aisl. e, s. § 117). z. b. ketell (got. Ä 
kessel. heldr (got. hu.ldis) lieber, nefnu (got. namnjan aus *nam 
man) nennen: schon Stentoften c 675 -gestnniR gasten gegen- 
über gasÜB Gallehus c. 425. 

2. (i (über dessen Ursprung s. ^ 52, $ 53, ^ 54) > ct. z. b. 
präs. 1. sg. mctle spreche zu mal spräche. 2. sg. Icetr (got. 
lässt. 

3. e > t, z. b. ctrk: cirkc Averk. hirtt (got. bairhtei) hellheit. 
nest proviant : nist« proviantieren. sess sitz : sissa sitz bereiten. 
segl segel : sigla segeln. ü mepul : d mi]>eJ zwischen, dat. Heftne 
(wonach nom. Heften») : anorw. selten HiÖin ein mannsname. 
Pckmgrh eine landschaft : pl. }>ilrr deren einwohner. dat. selten 

>. b. b. Yigfusson) vwpe (gew. anal, rerfte) zu >:er]>r malzeit ; 
noch andere beispiele s. Kock. Umlaut und Brechung, s. 44 ff. 
Schon Opedal c. 575 steht vielleicht birg birg (zu got. ba'ngan) 
und wahrscheinlich schon Veblungsnaes c. 625. By c. 650 wüam 
gegenüber Lindholm. Kragehul c. 400. Järsberg c. 575 erila/t 
ein mannsname (über air. ereil \jarl' s. Marstrander. Bidrag. 
s. 86 mit note l). womit die völkernamen f er vir und bergio bei 
Jordanes c. 550 übereinstimmen. — Urn. scheint t wenigstens 



«8 £ li:{. /- unilaut von o, 6, u. ii, p. 

nacli s auch durch ein folgendes a zu i umgelautet worden 
zu sein, z. b. gtbu Seeland (ich) gebe, wo doch i vielleicht aus 
gihln (ahd. gibis) gibst entlehnt sein kann. 

4. o > e (geschlossenes), z. b. sener söhne zu sonr söhn, 
3. sg. konj. prät. Jwlfie zu pola dulden, norpre nördlicher zu 
norjir nord, pl. exn zu oxe ochs. Dieser fall ist verhältnis- 
mässig selten, weil (nach § 61) o nie lautgesetzlich in der 
betreffenden Stellung stand, sondern erst durch ausgleichung 
innerhalb eines paradigmas dazu gekommen ist. 

Anm. 1. Weil (nach §61) o sehr oft mit u wechselt,, entsteht häufig 
der schein, als ob y der i- unilaut von o (statt von n, s. 6 unten) wäre, 
z. 1). sonr (älter und seltener sunr): pl. syner (jünger und seltener sener). 

Anm. 2. Da dieses e oft mit e wechselt (s. § 119), entsteht auch bis- 
weilen der schein, als ob o zu e umgelautet wäre. 

5. 6 > (geschlossenes), z. b. 1. sg. präs. böte büsse zu bot 
busse, dmna (got. dömjan) urteilen, 2. sg. präs. ind. bUtr (got. 
blötls) zu Motu mit opfer verehren. 

Anm. 3. Weil (nach § 166 anm. 2) ö bisweilen mit ü wechselt , ent- 
steht unter umständen der schein, als ob o zu y umgelautet worden wäre 
(vgl. oben anm. 1), z. b. byle (neben bele) aufenthaltsort zu böl ort, wo 
man sich niedergelassen hat, und zu büa wohnen (vgl. orkn. landbuli gegen- 
über gew. landböle pächter). 

Anm. 4. Auch das nach § 77, 2 und § 11(5 durch «t-umlaut entstandene 
6 wird auf dieselbe weise zu ö «-umgelautet, z. b. pl. später (neben spmnw 
zu spann, sponn) zu spann span. Beispiele sind äusserst selten, weil 
dies 6 nie lautgesetzlich, sondern nur durch ausgleichung innerhalb eines 
paradigmas in der betreffenden Stellung steht. — Der sehr seltene pl. ni>lr 
(s. Gislason, Udvalg af oldnordiske skjaldekvad, s. 148; Hsegstad, Vestno. 
maalf. II, 2, i, s. 94) statt ncetr zu nött (nott) nacht ist wol eine analogie- 
bildung nach bot: betr, rot: retr, not: netr u. dgl. 

6. u > y (offenes), z. b. syner söhne zu sunr (neben sonr, 
vgl. anm. 1) söhn, fylla (got. fulJjan) füllen. 

7. ü > y, z. b. 1. sg. präs. hyse beherberge zu litis haus. 
2. sg, präs. lykr (got. Itikis) zu luka schliessen. 

8. o (über dessen entstehung s. § 77, 1, § 82, 1) > e (offenes), 
z. b. 0JAc (aus *oöli > *aö*uUa, vgl. §06 anm. 2) neben afial 
begabung und dat. sg. oßla begabt (bei Brage, s. Bugge, Bidrag 
s. 161, vgl. § 173,1; dazu oplas/c, später nach ejtle zu epias'k 
geworden, 'sich aneignen'), ofjwgle übergrosse Schweigsamkeit 
(zu poyoll schweigsam wie athygle zu -higoll u. dgl.), vipforle 



$ 63. /-uinlaut von ia, tOj iö, in, iü, <hi. 59 

weites; umherfahren izu fyroll reisend), stepuer beruhiger (zu 
stQjnut zum stehen bringen), anorw. ertog (*Qrti- > *aruti-, ahd. 
. i â–  u mark. Beispiele sind selten, weil q nur ausnahms- 
weise in der betreffenden Stellung zu stehen kommt. Vielleicht 
gehören doch hierher einige von den £ 82. b* angeführten bei- 
Bpielen. 

9. ia > im (aisL ie). woraus später nach § 295 w (e), 
z. b. pl. vd(i)endr zu vetternde wählend (vgl. § »54). Beispiele 
sind selten, weil ia nur ausnahmsweise in der betreffenden 
srelhmg steht. 

10. io > ie. woraus nach § 295 o. z. b. o. sg. konj. prät. 
h(i)0fjije neben 1. pl. ind. prät. hioggom hieben. h(i)egge neben 
hioggom wohnten. Beispiele sind sehr selten. 

Anw. 5. Der scheinbare Übergang iu >> y. z. b. hygge. bygge neben 
h(i)eyye, b{P)oyye ist nach anin. 1 oben zu beurteilen. 

11. iö (über dessen entstehung s. £101.2) > iö. woraus 
nach $ 295 e. z. b. o. sg. konj. prät. hUpe neben 1. pl. ind. prät. 
hUopom liefen. (i)6se neben iosom schupften. (i)ele neben iökom 
vermehrten. Beispiele sind sehr selten. 

Anw. 6. Wenn es bisweilen aussieht, als ob iü zu y umgelautet 
worden wäre, so ist das betreffende iü aus einem nach S, 5tf mit m wech- 
selnden i'ju eutstauden (s. § 101, 2), z. b. 1. sg. präs. fc/ae leuchte zu Kos 
licht, 2. sg. präs. bypr (got. biudis) zu biüpa bieten. 

12. iu > ff, zunächst aus ig (s. § 295». das durch den ein- 
fiuss verwandter formen bisweilen erhalten sein kann. z. b. 
3. sg. konj. prät. yke neben 1. pl. ind. prät. iukom vermehrten. 
iyse neben iusotn schöpften, anorw. lypi neben liupum liefen. 
Beispiele sind sehr selten (s. z. b. anm 5 oben). 

13. in turn. in. über dessen entstehung s. £ 100) > y 
zunächst aus **jj (s. § 295 \ z. b. syke krankheit zu siiikr krank. 
dypp (got. diupijHi) tiefe zu ijmpr tief. 

14. qh (über dessen entstehung s. £ 55) oder in den meisten 
gegenden wol erst die daraus entwickelten (s. § 98) <m (vor- 
zugsweise anorw.) und nu (vorz. aisl.) > ey. resp. ey (cey, ay. 
wie wol noch um 900 gesprochen, s. Marstrander, Bidrag s. 72), 
/.. b. 1. sg. präs. (Iroijmi. dreyme träume zu droumr, drautnr 
träum. 2. sg. präs. loypr. klcypr (gw. Maupis) läufst, heyra. heyro 
I vgl. got. hansjan) hören. 



(>0 tj 64. /-und. in uebeutun. silben. § 65. /-und. durch siai-ktou. vokal. 

Anin. 7. Dieser fall ist natürlich nur ein korollar der in 1. 4, 6u. 8 
oben behandelten fälle. 

15. ua > uce (aisl. ue), z. b. nom. pl. cender neben gen. pl. 
vcmda ruten, huessa (*kwassian) schärfen zu huass scharf. 

16. ud > uds, z. b. 3. sg. konj. prät. kuceme (alid. quämi) 
käme, vceta (*ivätiari) nässen zn vätr nass. 

17. ue > ui, z. b. huirfing kreis zu huerfa sich wenden. 
§ 64. Die stark nebentonigen vokale werden ganz wie 

die haupttonigen umgelautet, z. b. pl. gefendr aus *-andiR) zu 
gefcmde geber (vgl. § 60, 9), tipende neuigkeit, fapeme, moperne 
väterliche, resp. mütterliche seite, rettynde recht, högynde neben 
hegende) kissen, daupyfle (got. daupubleis) leiche, innyfle (ahd. 
innubli) eingeweide, eimyria (ahd. eimuria) glühende asche, 
anorw. amhcetti (Haegstad, G. Tr. s. 67 f.) dienst zu arnbött dienst- 
magd. afrcede (neben afräd) abgäbe und andickte (vgl. mudd. 
antlät) antlitz: noch andere beispiele s. Kock, Umlaut und 
Brechung, s. 102 f. Dagegen werden schwach nebentonige 
vokale nicht umgelautet, z. b. proklitisch um(b) aus *umbi 
(ags. ymb), pl. fiandr (§51, 2, b) zu fiande feind, 3. sg. konj. 
prät. Icallape riefe, cesall elendig zu swll glücklich, Ingemarr 
(mnorw. auch -murr, nnorw. -mär) ein mannsname zu mderr 
(urn. -mariR Torsbjserg) berühmt, varü]> neben der neubildung 
carhygP vorsieht, mepan (got. mippanei) während, ? upjasMrr 
offenbar zu skeerr hell (s. § 54, 2), von denen jedoch die einst 
zusammengesetzten vielleicht das i schon vor der umlautszeit 
synkopiert haben (vgl. die behandlung eines ersten gliedes, 
s. § 66, 1 schluss; anders Kock. Umlaut und Brechung, s. 133 f.). 
Wo die betonung zwischen starkem und schwachem nebenton 
schwankt (s. § 51,2, b), finden sich natürlich doppelformen, 
z. b. domere (got. dömureis) : domare richter. missere : missare 
halbjahr, allynges : ollonges (durch kontamination auch allonges, 
Qllynges) ganz und gar, anorw. wtfeede i < er fade arbeit. 

Anm. ITeber eine art späteren umlauts in schwachtoniger silbe 
s. § 147. 

§ 65. Vielleicht wird der umlaut lautgesetzlich auch 
durch starktonigen vokal bewirkt, wiewol er in Zusammen- 
setzungen wie $stvinr lieber freund, fäoiss unwissend u. dgl. 
fast immer sowie in abgeleiteten Wörtern mit stark neben- 
toniger ableitungssilbe wie sanninde Wahrheit, »lättigr (got. 



§ 66. Entwickeln!!«* des /-nmlantes. Ol 

nw.hteigs) mächtig, braut in ge reisender, drötning königin u. dgl. 
sehr oft durch assoziation mit verwandten unumgelauteten 
formen unterbleibt oder früh aufgehoben worden ist (vgl. § 67). 
Wo aber ein ursprüngliches kompositum durch Schwächung 
des zweiten gliedes undurchsichtiger geworden ist und den 
schein eines simplex angenommen hat. ist die assoziation 
gewöhnlich unterblieben und der zu erwartende umlaut dem- 
zufolge vorhanden, z. b. Hrerekr (neben seit, anorw. Bödreh) 
Rodrich zu hropr rühm. Hderekr neben Hörelrr (s. Lind, Xo.-isl. 
dopnamn. s. 490) ein mannsname. Gyripr neben Gufrfpr und 
PyriJ>r neben Puripr (vgl. § 51. 1. a) frauennanien, HyJiipr 
neben Hirfljirrißr ein mannsname. Bryn aus *bru-vin, Man 
I Jfo-rm), Ben (*ro-t?m), -7-7/? (*«-n»), Scendin neben Sandvin. 
Oystrin neben Austr[r]in u. a. dgl. anorw. Ortsnamen (s. Rygh. 
Xorske gaardnavne. Forord s. 86), Ssrkner (§82,12) neben 
Sorkver (§82,8), Oluer (§82,6; anorw. auch JEluir) neben 
Olver (vgl. Bugge bei Fritzner 111,1103; anorw. auch Älter). 
Hemer. Hesuer. Pyrgils neben Porgils, Hlejmer neben HtoJmSr 
Ludwig u. a. dgl. mannsnamen. ymiss (ygL got misso) wechselnd, 
aisl. s(i)tyti<hi neben s(i)autwn siebzehn, ßeyge (*pau-gi) jedoch 
nicht, noin. acc. pl. ntr. btiepe (*bä-piu, vgl. and. bediu) beide. 
huetvctna neben huatcitna was auch immer zu huat was, huer- 
rrtna neben huarritno. allenthalben zu huar wo. 

§ 66. Der i'-umlaut wurde wol am frühesten durch ein 
ganz unbetontes, erst später durch ein etwas stärker betontes ? 
bewirkt. Infolgedessen haben wir in der historischen ent- 
wickelung des /-umlautes mehrere verschiedene perioden zu 
unterscheiden (s. Kock. Beitr. XIV. 53 ff.. XV. 261 ff., XVIII, 
417 ff.. XXVII, 166 ff.. ArkivXn.249ff., Umlaut und Brechung, 
s. 38 ff.: Xoreen, Geschichte 3 , s. 84 ff.: zum teil anders Pipping. 
Gotländska studier, Uppsala 1901. s. 97 ff., und noch anders in 
Memoires de la societe neophilologique ä Helsingfor< IV, 237 ff., 
wogegen Wessen in Sprakvetenskapliga sällskapets förhand- 
lin^ar 1916—18. s. 61 ff.): 

1. Die zeit (etwa 600 — 700), wo umlaut nur durch urn. 
ganz unbetontes (daher relativ früh synkopiertes, s. § 153, 1) t 
bewirkt wird. So besonders in langer — selten in kurzer 
(zur erklärung s. Wessen, a. o. s. 73 ff., A. Xoreen. ib. s. 91 ff.: 
vgl. E. Xoreen, ib. s. 95 ff. ) — starktoniger silbe. z. b. um 675 



62 § 60. Entwiokelung des «'-Umlautes. 

Stent of teil dat. pl. -gestumit (— anorw. gcestum) zu *gwst(j)n aus 
um (Gallehus) -gastin gast, um 700 Björketorp 3. sg\ präs. 
TiArutü {= aisl. bryir) aus urn. *briutin (got. 2. sg. briutis; aber 
noch Stentoften dariutip bricht: gleichzeitig mann (d. h. nurnnn) 
Eggjum mann er; dömpa (ich) richtete aus urn. *<fömi#ö u. dgl. 
— In fällen wie hiänlauss (*hwüm-) unverheiratet zu hichi 
(hum und liuün nach dem gen.) weib u. dgl. (s. Falk, Arkiv 
III. 297 f.) ist wol i schon vor dem eintritt des i-umlauts 
synkopiert worden (s. Kock, Arkiv XII. 251. 255. Noreen a. o.) 
«der von der simplex-form Man beeinflusst, 

Anm 1. 2vicht überzeugend sucht Bngge (No. I. s. 106 f.) den umlaut 
von a und au schon für die zeit um 500 nachzuweisen. Erst um 575 ist 
umlaut von e durch Opedal birg (s. § 63, 3) belegt, erst um 625 der umlaut. 
von ä durch Stram icate (d. h. wßte aus *u>ätto netze), um 675 der umlaut 
von (( durch das oben erwähnte -^estumn. 

2. Die zeit (etwa 700 — 850), wo auch ein nach kurzer 
silbe stehendes und also (s. § 51 anm. 1) etwas stärker betontes 
sowie ein nach langer silbe stehendes, aber erst aus i ver- 
kürztes (s. Sverdrup, Arkiv XXVII, 185 ff.), daher in beiden 
fällen relativ spät synkopiertes, i der synkope anheimfällt, 
aber ohne umlaut zu bewirken (anders im agutn.. s. N. Carls- 
son, Det gotländska «-omljudet, Göteborg 1921). So erklären 
sich teils sah saal aus *8qUk 9 ralpa (ich) wählte aus *walidö 
(vgl. got. walida), $61 (got. sauil), fdpa (ich) malte aus *fltido 
(s. § 49 und vgl. § 62 anm. 1) < urn. faMÖo Rö, teils pl. niösner 
(got. niuhseinös) nachrichten, gullner (got. gnlpeinai) goldene. 

3.- Die zeit nach der i-synkope, wo umlaut auch durch 
ein urn. noch stärker betontes (daher später erhaltenes) t 
bewirkt wird (z. b. demer (got. domeis) richtest, lykell (pl. lukhtr 
nach 2 oben) Schlüssel aus Hukiln (pl. HuMan. älter *lul;ilaii). 
Dieser prozess ist betreffs a zwar ostn. erst um 960 sicher 
bezeugt durch die adän. inschrift von Store Rygbjrerg, wo 
U[n\U (d. h. Iwngi) = anorw. Icengi (got, laggei) 'lange' belegt 
ist; doch dürfte er — wenigstens westn. — beträchtlich älter 
(aber kaum älter als c. 850, s. Marstrander, Bidrag s. 02 und 
154) sein, denn der Norweger Jriooolfr 6r Huini (gegen 900) 
lässt schon lamgi mit dramgr (aus *Örangi* nach 1 oben) junger 
mann assonieren u. a, dgl. Betreffs e wiederum ist dieser 
umlaut schon im 7. jahrh. belegt, wenn — wie wahrscheinlich 



5; 07. Ausgleichung. 03 

ist — in den Inschriften von Yeblungsnses und By küa* (noch 
im 6. jahrh. erilan, s. § 63. 3) zu lesen ist. 

4. Die spätere zeit, wo die umlautstendenz völlig erloschen 
ist. Demzufolge bewirken diejenigen i nicht umlaut, welche 
(ausser nach g und k, worüber s. § 73) erst jetzt durch kürzung 
von um. w, ai, e entstanden sind, ein Übergang, welcher nach 
ausweis ags. lehnwörter wie die eigennamen Bondi, Tosti, Tofi 
(s. Sievers, Beitr. XII, 482 ff.) wenigstens im adän. schon um 
1000 vollzogen war. Also z. b. faper, -ir vater. 2. sg. prät, ind. 
ralper, -ir (got. walides) wähltest, 3. sg. konj. präs. Inte, -i (got. 
Irtid) lasse. Haniper. -ir (älter Hamper) u. a. 

Anm. 2. Aus dem oben 2 und 3 angeführten geht hervor, tlass unter 
umständen ein i den vokal einer urspr. nicht unmittelbar vorhergehenden 
silbe umlauten kann, z. b. eple (§63.8). eple (*adh '<*adol> zu rtpal, ahd. 
edili) begabung, ellefo «*fiin«-lib-, s. §54,3,a) elf, 3. sg. prät. konj. 
reiße aus ncalöi aus *icnlidi (vgl. got. tcab'dedei) wählte, ellegar aus *cdligaR 
<_*ah'ligaR < *aljahlr,n (got. aljaleikös) sonst, anonv. &rtog (s. § 63, 8); 
<trtug (arti- <C *<&%&-, ahd. arvsi) ' M mark : vgl. F. de Saussure in Melange» 
Ueuier, s. 391. 

jj 67. Ein durch den umlaut hervorgerufener Vokalwechsel 
ist sehr häufig durch analogische ausgleichung aufgehoben 
worden. Wo nämlich in einem paradigma oder in einer gruppe 
von Wörtern, die untereinander nahe verwandt sind, ein um- 
gelauteter vokal und der diesem entsprechende unumgelautete 
nebeneinander vorkamen, ist manchmal der Wechsel aus- 
geglichen worden, so dass bald jener, bald dieser vokal durch- 
gedrungen ist, bald doppelformen entstanden sind. z. b.: 

a) Sg. präs. ind. flyg. flygr. flygr statt *fliiig (ahd. fliugu). 
flygr (ahd. fliugis). flygr von fliäya fliegen; sg. nom. ferj>, gen. 
ferpar statt ferjj ^fardi-). : farpar fahrt; pl. vinpr (aus *rinipr 
— bei Plinius noch renedi — durch ausgleichung nach den 
synkopierten kasus), gen. cinpa (selten lautgesetzlich renfia). 
s. Bugge, Arkiv II, 229) die wenden. 

b) Sg. stapr. pl. staper statt stapr. '"steper statte: sg. valept; 
pl. acc. rfilpa statt *relepr. >alpa gewählt. 

c) ben neben bön aus urspr. nom. ben. gen. bona r bitte: 
\>\. lyllar neben Inklar zu hftdl Schlüssel (vgl. $60. 3); ba:tr 
und be.-.tr best sind aus urspr. nom. *betistr. acc fortan kon- 
taminiert. S. weiter die flexionslehre. 



64 § 68. 69. Regressiver ./-umlaut. 

2. /-umlaut. 
a) Regressiver umlaut, 
§68. Die fälle sind: 

1. a > a> (aisl. e), z. b. telia zählen zu tal zahl, skepia 
neben skapa schaffen. 

2. d > ce, z. b. #?w (prät. dpa) weiden, Mceia jucken neben 
Jcld reiben. 

3. e > ?', z.b.mipr (acc. nrijri 'an; got. midßs, lat. medius) 
neben d ?wed«/ zwischen, Sif (gen. Sifiar) Thor's gattin und 
pl. sifiar Verwandtschaft neben sefe verwandter, Uggia liegen 
n. legr lager, sitia sitzen n. setr sitz. 

4. 6 > 4 > y, z. b. &^r (analogisch &j^r nach dem gen.) mit 
gen. byiar (anal, böiar nach dem nom.) dorfes (vgl. bände bauer 
u. a.), frißa (got. frawröhjan) absprechen, t;'/ia {töia nach präs. U) 
helfen (vgl. got. ubiJ-töjis missetater), glyiapr froh (vgl. as. gUfkm 
'glühen) neben gUa glühen, lüyia wärmen (prät. hUfia aus 

'hlöwidö) neben hloa heiss sein. Beisp. mit 6 sind äusserst 
selten, weil 4 (das nur unmittelbar vor i vorkommen kann) 
vor erhaltenem i lautgesetzlich zu y weiterentwickelt worden 
ist (vgl. § 75). S. 0. v. Friesen, N. spr. II, 38 und Xenia Lide- 
niana, s. 237 note, Noreen, ib. s. 9 und Geschichte 3 , s. 75. 

5. u > //, z. b. dylia verhehlen zu dnlr verbergung, flytia 
(prät. flutta) fortschaffen. 

6. u > y, z. b. lyia (prät. lüßa) zerquetschen, gnyia zu 
gnüa reiben. Beisp. sind sehr selten, weil nur die Verbindung nj 
in betracht kommt. 

7. kl > y, z. b. pl.pymr (got. fikijos) mägde, acc. sg. ntfian 
(got, niiijana) neuen. 

8. qu (ou, au) > ey (aisl. ey), z. b. deyia sterben zu daupr 
tot, pl. meyiar (got. maitjös) mädchen. 

9. ua > ua j (aisl. ue), z. b. Jcuelia (prät. knalpa) quälen. 

10. ue > ui, z. b. luipia versagen zu hiepa sagen. 

§ 69. Jedes kons, i wirkt umlaut; also auch ein (nach 
§ 133) aus sonantischem t in hiatusstellung entstandenes, z. b. 
die mannsnamen Heriolfr aus Hari{u-)olfn (JiArkvolAfR Sten- 
toften) und das latinisierte Herioldus aus *Hari(w)oldjt < *Hari- 
HoldiiR (urn. Harjawaldiiß, s. Noreen, Uppsalastudier s. 20 note; 
daneben die neubildung *HenyawaldaR, finn. als ortsname ll<<rj<t- 



S, 70. Progressiver ./-umlaut. 

ralta. wozu gen. Hurohls < mn. *]Iari-. Harja>r<rfda$ neben 
llaraldar < urn. *Hari-, *Ha*yavaldöm). Wenn es hier und da 
scheint, als ob vor geschwundenem j der umlaut unterblieben 
wäre, so erklärt sich das daraus, dass j nach der synkope 
eines unmittelbar folgenden vokals zunächst sonantisiert 
(a § 220) und dann wie andere sonantische i nach kurzer 
silbe ohue umlaut zu hinterlassen synkopiert worden ist 
• s. ^ 66. 2). z. b. mannsnamen wie Haraldr aus *HariwcddaR 

< urn. *Harj«>rcddan (s. oben) oder Ragnarr aus *Kazmharin 

< urn. *Baginakarjau (ahd. Bagmhari) u. dgl. 

Anm. Der gegensatz vou seit. Brunolfr neben gew. Bryniolfr (durch 
kontamination seit. Bryncifr) erklärt sich vielleicht aus uom. *Bmn{i)irolfaR: 
«tat. Bririiiiinulfe . so dass w vor u schon vor, vor o aber erst nach der 
/-synkope geschwunden wäre, was phonetisch sehr begreiflich wäre. 

b) Progressiver umlaut. 
§ 70. Die fälle sind: 

1. a > «b, nur anorw.. bes. aostnorw., etwas nach 1200, 
z. b. giarn > giaern begierig, gialda > guelda entgelten. fiaJI 
> fueü felsen: in der legendarischen Olafssaga nur nach gi, 
s. Haegstad. G. Tr. s. 58. und Kock, Arkiv XXXIII, 254 note. 
In Oratio contra clerum bleibt ia vor //'. lp. rt. bisweilen auch 
vor kl s. Kock. Arkiv XIII, 170 f. 

Anm. 1. Shetl. und orkn. tritt ia > im wenigstens nach s und zum 
teil h ein, z. b. shetl. S'W/>- 1355 selbst. Bietkmä 1509 Shetland, orkn. 
sMoer 1426 ; s. Hsegstad, Hild. s. 42. 

2. a > de erst mnorw.. z. b. fritidagr > fricedagher freitag 
1392, friuls > fridels frei, diühi > di&frn diakon. s. Hängst ad. 
Vestno. maalf. II. 1. s. 20. 

3. (und o?) > e, im allg. erst inisL und mnorw.. aber 
zum teil weit früher nach ausweis von Cod. AM. 645. 4°. alt. 
teil, wo schon überwiegend ie steht, z. b. gief gäbe, slieldr 
schild. mihi- sehr statt giof usw.. während vor r]>. rt, lk (zum 
teil auch m, g. k) und im lehn wort diofoU noch io vorherrscht.- 
z. b. ior]) erde, J/ioHr dick. Dass der umlaut auch im 645. 
4". später als die dehnung o > 6 nach § 124,3 ist, geht aus 
hiöJp hilfe u. dgl. mit konstantem 6 (o) hervor. 8. Kock. 
Beitr. XX, 118 ff. 

Anm. 2. Ueber diesen umlaut in sehwachtonigen sill.t-n b. § 146 in, :!. 

Xoreon. AltiM. gramm. i. aufl. 







... 

>*4 MMtfc 4*» ka* 4M. * iwp t 
•iwrw A», p*) 

| 74 Hfcrtor gftMra 

HAWAII. 

*jW»w frob fffL gel ftu/mnm 
nupyt) (ff,ttr.r. H**f*wn 
prftf.. wie ftttffrnn 

t&agma* memm 

genommen n*w. ^§5*1), *«lt 

vorhanden war. 

Im I M MMMjMl MM *)Mpmm bM •«'/<« ■jfawfjMfcMjm 

«f. 'lUffpnn n. ». w. aiaii Meli *> '»»» », fmtnm n. 4%\ mgikildet: v%i. 
"ihn»» ftsf** fuifin». 

wandte eraWiMMM g ist der sporadisch* 
^aiur de* -'hon (iunh t'-umlant entstandenen <i in y 'und * 

- __ -. Arkiv I 
I I ifffkmk Mmag werden Mka ämm Kind nflöeweB. 

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68 g 74. 75. Palatalumlaut, 

aus (> (älter ai und &) nach c s und /.• entstanden ist (vgl. § 62, 4). 
z. b. dat. dege (urn. *dage, got. rfa#a) zu dagr tag, .<>e#<?r (alid. sages) 
sagst, j>e</rr (alid. Jn<ges) schweigst, hager (prät. ftagße Haust- 
1911g 18; alid. häges) hinderst, f'ylger (aschw. prät. fulghjie) 
folgst, syrger (alid. Borges) sorgst, wonach inf. segia (aschw. 
präs. sühim Rök) usw., drehe (aus mndd. drahe) drache. Dem- 
nach ist hier eigentlich der umlaut durch das früher als sonst 
(vgl. § 66, 4) und zwar durch den diesen Wörtern spezifischen 
palatalen konsonanten aus e hervorgerufene i bewirkt. 

Anm. In den weitaus meisten fällen ist a durch einfhiss verwandter 
formen erhalten, z. b. fäage genösse nach den kas. ohl., dat. fiale zu pak 
dach, konj. präs. vdke wachen u. s. w. , oder sind doppelformen entstanden 
wie hrimdreye und nach den kas. obl. -dragte, fnikmenge n. -ränge schlafe. 
anorw. fiarger {Pyrger) neben ßorgeirr ein manusname. 

ij 74. Hierher gehören auch fälle wie myrgenu (alt und 
selten, s. Fritzner; got. maürgins, s. Wessen, a, 0. s. 89 f. und 
1816 — 1818, s. 24, sowie über anorw. mm- ginn ib. s. 22 f. und 
27), fegenn froh (vgl. got. fagin-ön sich freuen), pl. regen (got. 
ragin) götter, liegenn ein niannsname. megen stärke und part. 
prät, wie fengenn empfangen, gengenn gegangen, slegenn (urn. 
sla^inaii schon Möjebro bald nach 400) geschlagen, tekenn 
genommen usw. (s. § 501). seit, anorw. dryhhinn (Elis saga; 
vgl. aschw. dryhUnskaper) getrunken, denn fälle, wo kein pala- 
taler konsonant vor dem e steht, wie farenn gefahren, maJenn 
gemahlen usw. zeigen, dass nur nach r s und Je ein i zur umlauts- 
zeit vorhanden war. 

Anm. Folgemi verborgen statt *f;/l(jeim (got. fvilgms), flogen» geflogen 
st, *flygenn u. s. w. sind nach brostnni , flotrnn u.dgl. umgebildet; vgl. 
got. fulhans gegen fulgins. 

§ 75. Eine verwandte erscheinung ist der sporadische 
Übergang des schon durch /-umlaut entstandenen 4 in y (und » 
in y? s. § 515 anm. 2) vor gi und M (s. Bugge, Arkiv II, 350 ff.). 
z. b. ygiasli stössig werden neben ägja schreck einflössen, yger 
statt gew. öger schrecker, ygr (nach acc. ygian u. a.) neben 
seit, ägr wild, tße Übertreibung (zu got. wdkan, tri,/,: wßkrs u.a.). 
Vgl. § 68, 4. 



g iii. Labialer umlaut. s, .7. "-umlaut von o, ä. 69 

C. Verschiebung durch labialisierung. 

§ 76. Die labialisierung trifft im allg. (vgl. § 76.2. 10, 11, 
§ 82, 8) nur diejenigen vokale, die nicht schon mehr oder 
weniger labial sind (vgl. das vokalschema § i6), also a, e. i. 
»f. d. v. i. ce und die meisten diphthonge. die als letzten koni- 
ponenten einen dieser vokale enthalten, wie ia. nn. ni. tue (ue). 
nd. ni. uce. m (ei). Bewirkt wird im westn. dieser umlaut: 

1. durch ein mittelbar (aber jedenfalls zur zeit des 
unilautes in der nächsten silbe). bei langem vokal oder 
diphthong auch durch ein unmittelbar folgendes sonantisches 
— sei es ursprüngliches oder nach § 226 aus w entstandenes — 
h. das in literarischer zeit sehr oft entweder infolge der 
synkope (a § 153 ff.) nicht mehr da ist oder in o (s. § 146) über- 
gegangen ist: m -umlaut. 

Anm. 1. Kurzer vokal wird durch unmittelbar folgendes (dauu >\u- 
kopiertes) *< nicht umgelautet ; s. § 80, 2. 

2. durch ein mittelbar (aber jedenfalls in der nächsten 
silbe) folgendes h ■: «-umlaut. 

Anm. 2. unmittelbar folgendes tc bewirkt keinen umlaut (s. \ 

•">. durch ein unmittelbar folgendes, tautosyllabisches /'. 
>». f (alle bilabial). /. r (beides wol labialisiert); oder durch 
ein unmittelbar vorhergehendes v (und /<•?): (regressiver, resp. 
progressiver ) 1 a b i a 1 u m 1 a u t. 

1. «-umlaut. 
^ 77. Die fälle sind: 

1. a > o. z. b. mögt (got. magus) söhn. sgJc \ f s«ku) neben 
gen. saka.r sache. pl. Und (*Umdu) zu land land, 1. pl. präs. ind. 
aisl. hollom (aoetnorw. kalhim. s. § 80. 3) zu fo.dla rufen. Ebenso 
wo (das später synkopierte) >/ aus w entstanden ist. z. b. g&rr 
(< *gärus, aschw. run. Jtaruä Rök < *gotwak) fertig. 

Anm. f. lieber die weitere entwicklung des p bei nasaherung s. 
S, 115, 1. bei schwachtonigkeit s. § 14H. 

2. d > n (später d geschrieben, s. £ U>7). z. b. skol schale. 
pl. sgr zu sdr wunde, pl. aisl. gtom (aostnorw. dtom § 80. 3) zu 
dt ass. Wo ein später durch synkope (aber nicht ein noch 



70 § 77. a timiauf vuu <■. 

später durch kontraktion nach § 132) geschwundenes n un- 
mittelbar folgte, ist die labialisierung bis zu 6 fortgeschritten 
(vgl. Pipping, Stud. nord. fil. XII, 1. s. 7 ff), z. b. Mo (Haan, 
ahd. Mäiva, s. Psilander, K. Z. LXV, 284 f.. 269 note 2) klaue, 
Föll (neben später entlehntem Fall) Paul, seit, anorw. (s. Haeg- 
stad, G. Tr. s. 95) tö {Haiku > Hau, s. § 54, 1) neben gew. tö 
zehe, 6 (Falk, Arkiv VI, 117; Hsegstad, G. Tr. s. 95; Rygh, 
Norske gaardnavne, Forord s. 41 u. a.) fluss (aus *üu < *ah>cu. 
got. aha) neben ö, neubildung zu pl. *awan. (got. ahös), später 
— mit aiialogisch entferntem w — d(a)r, nach der analogie 
styl : sMlar u. dgl.; frö s. § 80, 2, s. 78. Nnorw. hö (HiaJuc/t. 
s. Liden, Uppsalastudier s. 9!) nachgras, rö (mlit. rahe) Stange, 
slö (*slahu-ii) schlagbaum u. a. (s. Falk a. o.) erweisen anorw. 
hö, rö, slö neben den analogischen hö, rö, slö usw. Mör 
(*mahuR < *maihwaji, s. § 54, 1) möwe und nö- (*nühu- < Hiälnctt. 
got. neh-) nahe sind auch nach § 116 zu erklären. 

3. e > e (geschlossenes) tritt nur dann ein, wenn e nach 
$ 00 (vgl. § 89) nicht gebrochen werden konnte, also nach r 
wie in 3. pl. prät, ind. rero (auch rero nach sg. rera, wie um- 
gekehrt sg. rora nach dem pl.) ruderten, grero (grerö) keimten, 
Preskoldr (öfter preskoldr s. § 79, § 148) türschwelle, Ballfrepr, 
Gupropr u. a. mannsnamen auf -(f)repr (*-fredus), anorw. 
rottyndi (kontamination von rrttyndi, s. § 64, und *r/ittundi 

< *rett-undi nach rettr < rettr, s. § 127) recht, mnorvv. Äsbern 
(danach simplex Born) ein mannsname; nach l wol in 1. pl. präs. 
ind. anorw. lesum (lnial) zu lesa lesen (s. Wadstein, F. Hom. 
s. 82); in nicht haupttoniger silbe. z. b. tai-. pritogr u. dgl. 2, 
3 dekaden enthaltend aus Hegun (danach das simplex tegr 
statt Hiogr, aschw. tiugher dekade), vielleicht moga (lmal. 
s. Larsson, s. 219) nach *meffoni, -op, -o neben tuega können, 
später häufig anorw. Olafs-, hrossnwssa u. dgl. (s. z. b. Hsegstad, 
Vestno. maalf. II, 2, i, s. 22) nach obl. -messo (dann auch simplex 
messa) messe. Ebenso wo a aus w entstanden ist, z. b. r0Jc(Jc)r 
aus *rekw(a)n (vgl. got. riqis) dunkel ; in diesem falle auch bei 
aus l (nach § 110, 1) entstandenem e, z. b. dekhr (*dekkt</t 

< *dinhwah, afries. diunk) dunkel. Vgl. Bugge. Arkiv II, 250 ff., 
Wadstein, F. Hom. s. 150 note, Haegstad, G. Tr. s. 52, 50. 

Anm. 2. Ueber die weitere entwickeluns: des 6 bei nasalierang: s». 
§ 116, bei schwachtonigkeit s. § 14S. 



? uiiiiaui T«.ii • . i 1 

> //. nur unmittelbar vor (.später >ynkopiertem) u. 
z. b. ß (a. Larsson s. 104. Wadstein. F. Hom. s. 21. 82. Haegstad. 
Vfstno. maalf. 1. 142 und II. 2. i. s. 94, 95: vgl. aschw. gen. 
f»iar- st. fear-) geld aus feu (so im 10. Jahrb.. a Wadstein. Alt- 
säehsische Sprachdenkmäler, s. 129. 20: gleichzeitig geschrieben 
flu. s. Bugge. Bidrag s. 22 1 und dies aus *fehu (got. fo.ih>n: 
vgl. nnorw. fas viehstall aus *fe-hus? Die gew. form fe ist 
dem eiustigen gen. fear. pl. gen. fea. ä&t. feum nachgebildet 
(darnach * fek m > fios). 

5- ' > V (geschlossenes) in folgenden fällen: 

a) wo tt aus u> entstanden ist. z. b. nyhr (*nikuR > *nik>riR. 
ahd. mkkuSj ags. mcor) nix. ykhr (*ikkup. > *inkui>\ got. ig 
euch beide, ypr (got. izicis) euch, myrkr (*aujrhuri* neben nierkut: 
obl. miorkua) finsterni<. pl. fyrpar (^fvrhu-idöp. zu got. fairhus) 
menschen, tryggr ^triyyiiR. vgl. aschw. run. aec. Siktriku; got. 
triyyics) treu, präs. hnyggr (porkelsson. Beyging s. 230: *hniggus 
<*hniyyuip.\ stösst; /. --4) heideki'aut u.a.m. 

Anm. 3. Vor nicht ans <r entstandenem u ist der nnüaut durch Aus- 
gleichung innerhalb des naradiginas nnterblieben <s. 0. v. Friesen. N. Spr. 
II. 7 ff.), z. b. litr statt *Jytr (adän. /»/f. ndän. Jed) färbe nach gen. Utar 
u. s. w. Von *$igu- <ah<l. «</«)> syg- sind doch in (bes. anorwr.) personen- 
namen spuren häutig, z. t». Sygwg. -rt'Pr (bei Saxo Sygrutha), -tryggr (rschw. 
'rtjkR). -urpr u. a. m. neben -iigny usw. zn sigr sieg. 

b) wo dem i ein bilabialer kons. (b. m. bei p fehlen beisp.) 
unmittelbar vorhergeht und das u erhalten ist. z. b. byskop 
(gew. durch fremden einfluss biskop) bischof. dzt. myklom. -o 
(anal miklom, -o zu mikeU tanal.. bes. anorw.. mykilJ) gross. 
myskunn (gew. miskunn) barmherzigkeit. anorw. Ortsname 
MyÖiu zu nnör mittler, nisl. mysa nach obl. niysu zu aisl. misa 
(2 mal in Kroka-Refs saga. Kopenh. 1883. s. 35; vgL nsen w. 
mesost ans ~*ni<sn-n$tr) molken. Vgl. Hoffory. Tidskr. f. Fil. 
X. R. III. &95 f. 

•5. / > </. nur unmittelbar vur i später synkopiertem) u. 
z. b. pl. by (*bit< : anal, auch sg. by statt *bi. aschw. bi) bienen. 
bly (ahd. blw) blei. sly (ahd. «Ho, ags. s//w Schleie) byssus. hg- 
byl.e (got. heiica-) neben hi-byle (nach dat. *ä//<?. pl. gen. *At/h) 
hauswesen, hyske ahd. hhriski) hausgenossenschaft, yr (*»w* 
<*fK-as. ags. Iv) neben gen. pl. ifa -. Sperber. Sv. landsm. 



72 §7(. «-uinlaut von <r, ab. 

1912, s. 65 f.) eibe, bogen, spijr (got. speiwis) speist, snyr (ahd. 
snlwit) schneit, Tyr (ahd. Tlo. ags. jföw, lat. dlvus) ein götter- 
name neben pl. tifar götter. 

7. » (aisl. e) > e (offenes), z. b. ex (*cektis- < *akwis-; 
anorw. auch (ex. s. Hertzberg ; vgl. got. aqüi) neben j># (z. b. 
Dahlerup, Agrip s. IX; Larsson, s. 396; Hertzberg, s. 760; 
Haegstad, Vestno. maalf. I, 83 ; nnorw. ox ; ahd. achus) und ow 
(z. b. Dahlerup a. o.: nacli gen. axar — s. Fritzner — zu ox 
neugebildet) axt, err (*Orwia, No. Hom. eer, wrr, s. porkelsson, 
Supplement IV, 27. aschw. <<r. eer, Ann. arjn\ narbe. sokkr 
(*sankwiR, got. sagqs) gesunkene läge, pl. ntr. rek (z. b. St. Hom.. 
No. Hom.: aus *rcekit, neubiklung zu rekia darlegen) statt rok 
(z. b. Hb.; ags. racu) darlegung, obl. rekkio zu rekkia bett 
(s. porkelsson, Supplement IV. 122), komp. gerr (*garwin) zu 
goruä (anal, genta) völlig, prät. gerpa (ahd. garota < garwita) 
machte, melpa (got. malwida) zermalmte, präs. heggr (*hteggun 

< *haggtvi/i) zu hgggua hauen, hneggr (porkelsson, Beyging, 
s. 230) zu hrioggUa (Unger. Postola Sögur, s. 470, Thomas saga, 
s. 337) stossen, firengr (porkelsson a. o. s. 568; Leffler. Oin 
r-omljudet, s. 60) zu prongua drängen (dringen), komp. prengre 
{*Prangu-iite) enger, anorw. (z. b. Wadstein, F. Hom. s. 81) 
gegnuni (auch gwgnum, aisl. gegr^m) statt gognum 'durch' 
nach (/) gmgn (aisl. gegn , anal, gggn, anorw. auch gegn) aus 

gcegin (s. § 428 anm. 1) 'gegen', anorw. ellyfti (Wadstein, 
F. Hom. i 79. 81, eJlyktl, eil pti Fritzner I, 324; III, 1077) elfte 
durch kontamination (vgl. rettyndi oben 3) von *eüofte (zu 
nnorw. ellov, ellug, anorw. wttugu, aschw. cellovo, adän. ceUuvat 
u. a. elf) und cellifti (;> *cellyßi s. §85), ? anorw. obl. Helgu 
(anal. Hwlgu) zu Hcelga (anal, sowol Helga, z. b. Hb.. wie auch 
mask. Helgi neben der noch dunkleren form Holgi. worüber 
s. Bugge, Helge-digtene. s. 326 f. mit note 2, und Marstrander, 
Bidrag s. 63 note 3) ein frauenname; ferner anorw. stemfnu, 
Hellu, missemiu, hettu, stafkerkim zu stwmna, Htella, -swmia' 
usw.. s. Haegstad, G. Tr. s. 51 f., 69. 

8. de > 6, nur unmittelbar vor (später synkopiertem) u, 
z. b. dat.. acc. so (in Rimb. und Physiologus. s. Larsson s. 296, 
324; Pipping, Stud. nord. fil. VIII, 1, s. 6 ff.) see aus *scbu 

< *scew mit (vor der **-synkope) aus gen. seewar und dat. seewe 
entlehntem w\ ebenso U (s. Fgilsson. s. &01; dazu Uhraut ver- 



£77. e-ninlaut vom tu, tat, k&. '•> 

dorblicher weg. s. Kalile. Die spräche der skalden. s. 283) 
neben Im (dat. Ickfe) verderb und anorw. (2 mal. s. Haegstad. 
i. Tr. 8. 59) frS- statt free (dat. freefe) sarae; anorw. (s. Haeg- 
stad. Vestno.maalt.Lio7, 143; II, 2, i, s. 94. 95: Gamalnorsk 
fragment. s. 10) twre aus *nähicin$ näher und nästr < *nähivist- 
nächst, 

9. ia > ig (geschrieben und vielleicht gesprochen io. s. § 89). 
z. b. smior (^smiaru < smerwa § 83. >} 2 i6. alid. smero) lieben 
dat. anorw. s>n&r(u)e (anal, smiorui und smyrui nach smi/rta 
schmieren) aus *sni>r«r (§82,3) schmeer u.dgl., s. Torp und 
Falk. Dansk-norskens lydhistorie. s. 128 f.; ferner z. b. dat.pl. 
hiortom aus *hiartum zu hiarta herz. io/ötr fürst lieben aostnorw. 
iafurr u. dgl. 

10. na > k<>. z. b. <•«■/«■//• (got. xandus) rute. sao>l>r (gen. 
sc'irpfir) schwarte, obl. / arfo zu rorfa warze. Postkonsonantisch 
(in welcher Stellung w als solches bleibt, s. $ 250) ist die 
labialisierung durch erhaltenes u bis zu *ivo. woraus (nach 
§ 235. l,a) ". fortgeschritten, z. b. soppr (neben anal, suoppr) 
pilz, ball nach dat. acc. pl. soppom, -<> (anal, suoppom. -u): sorta 
schwärze aus *suarta (anorw. dial. srorta). obl. sortu (woraus 
nnorw. dial. surta): gen. horfc schlinge (in Ynglingatal) zu 

hnarfa ( nnurw. dial. kcorra: s. Wadsteiu. Arkiv XI. 68 f.): 
anorw. Ortsname Sokku zu schwed. sencku Vertiefung (s. Lind, 
Dopnamn. sp. 1012); part, s(u)orenn (s. Egilsson und Hertzberg) 
statt saarenn geschworen nach den obl. formen auf -um. -u: 
pl. sor (Hertzberg) st. suor antwort nach dem dat.: anorw. 
herso (anal, auch kor) wie und horium (Hsegstad. G. Tr. s. 67) 
welchem zu hmarr welcher. Hierher gehören wol auch tottogo 
ittuyii s. § 266, 2 = acc. tw't tugu) zwanzig und tolf (statt 
noch lmal iaolf. s. Jjurkelsson. Supplement IV. 153. und 
aschw. tualf. d. h. twolf Rökj zwölf aus einstigem *twa&uf mit 
demselben u. das sich in ahd. eintuph, afries. andloru. ags. end- 
lufa». aschw. müovo (und attofte), adän. afflma (ceUufie), anorw. 
tellugu (»Uyfti) elf zeigt. 

11. aä. > u<>. /.. b. röjj {*nä()u) zeug zu gen. rtijtar. ]>uöttr 
(gen. pudttar) waschen, pl. v$pn zu vapn walte. Vor erhaltenem 
/' wird es zu *uö > ö (vgl. ua > uo > *uo > o oben 10), z. b. 
söno so (nun) aus sua nii (s. § 151. 4). ut sögoro so getan aus 
ai mn g-rro (s. § 148), Vaec. öf<, | R. \[. Olsen, Arkiv IX, 231 f.) 



f'4 S, 77. <t-unilaut von ui, tu. 

zu vdfa gespenst, obl. komo (anal, kuoino) zu Jcudma (anal, köinu) 
ankunft, 7*o^Z statt Imäll hügel nach dat. pl. holom, pl. kongor* 
ofor zu kgngorväfa spinne. Jmpöro nichtsdestoweniger aus 
*J)6-(a)p-huäru, 3. pl. prät. ind. öfo, 6ro, höpo, sofo zu sg. resp. 
va/* wob, var war, &*«$ sagte, ääo^ schlief; s. Wadstein. 
F. Hom. s. 06 ff. Vor geschwundenem u steht in Ol. hei. leg. 
saga (anorw.) auffallenderweise vd 2 mal (neben lmal vd) in 
vöpn (aber immer väpnom), s. Haegstad bei 0. A. Johnsen, Olafs 
saga s. XXXIII. 

Anm. 4. ue >• e ist nicht durch anorw. (vgl. Iiaegstad. G. Tr. s. ;V2) 
s0/7( (neben suefn und durch kontamination suefri) schlaf belegt, denn es 
dürfte aus einem durch aschw. si/mn belegten *subni- (vgl. gr. vjivoq 
<< *supnos) stammen, das nach sofa schlafen zu sotmi-, woraus nach § 63, 3 
sefn (aschw. sempri), umgebildet worden und durch neuen einfluss von 
sofa zu anorw. sofn (s. Heegstad a. o. ; aschw. sompn) geworden ist (s. 
Wessen, Spräkvetenskapliga sällskapets förhandlingar 1910 — 1918, s. 71. 
Ein allzu isoliertes beispiel wäre pl. riphuep zu vipkuep geschrei (s. 
porkelsson, Supplement IV, 176). 

12. ui > (*m/, woraus nach § 235, 1, a) y, z. b. kyn\ kuirr 
ruhig (urspr. nom. kyrr, acc kuirran; vgl. got. qa/rrus, acc. 
'/(th-rjana), syptr statt suiptr beraubt nach dat. syptom, -<> u. a. 
(dazu anorw. m. andsypUr ateinnot), anorw. (s. Hertzberg, s. 803; 
Haegstad, Vestno. maalf. II, 1, s. 17) Syftun. Syptun neben 
Suipthun (kontaminiert Siftun) ein heiligenname, syll (anal, 
anorw. suill) zu gen. siiUlar (anal, syllar) grundschwelle, sykn 
(got. swikns) schuldlos aus urspr. m. *.wikit. f. sykn usw., systor 
schwester aus ''"suistir (statt *suestir, urn. siccstar nach pl. *suistr 
aus *swistriu), obl. systm\ forrista (-ysta) zu obl. forysto (-visto) 
leitung. pyreXl (ahd. dtrirü. nnorw. tinrel) quirl nach *pyrnll 
(nnorw. terull, s. Ross; vgl. auch dat. pl. fiyvlum <*/mirh(m) 
anorw. tynni {tuinni) zwei nach dem dat. (s. Hertzberg), tyttuyu 
aus tuittugu (nach dem prätix tut-) zwanzig und tyttugü 
zwanzigste, huennsyft (s. Hertzberg) neben -suift weibliche 
seite nach gen. -suifiar, pyngan nebe» fiuingan zwang aus 
urspr. nom. -un, gen. -anar (s. § 137 anm. 3), einmaliges tystr 
(s. Jonsson, No.-isl. kultur- og sprogforhold, s. 300) st, tuistr 
schweigsam nach dat. tystum, -u u. a. 

13. ui > *u$ > y (vgl. oben 12), z. b. skyare statt skuiare 
bedienter nach dem dat. pl. (anders Kock, Umlaut und Brechung, 
s. 187), Öayfr (fttn&vtötux, eine rw-ableitung zu stiifa ablenken, 



k- nmlaut in nebentonigen siiben. v9 

während das adj. 6s*ifr, pl. ösuifer, eine o-ableitung ist) neben 
(isuifr ein mannsnanie (eig. rücksichtslos ; noch lmal als adj. 
pl. asuifrir in Sturlunga). Dyna ans :f Duhia, obl. Dynu (s. Wik- 
lund. Le monde oriental X. 171) ein flussname, anorw. oft 
(Haegstad. G. Tr. s. 56, 52. Kong. s. 11, 17. Vestno. maalf. 1,9. 
Tl. 1. s. 17 und 2. i. s. 35 sowie 2, n. s. 22) pl. S{u)ijar und 
(mit parasitischem i) S(u)yiar statt 8wm Schweden nach dem 
dativ : anorw. syns/str Schweinefett (s. Hsegstad. Vestno. maalf. 
I. 135) setzt wol einen dat. *synum zu suiii seh wein voraus. 

14. uce > *uv > (s. § 235. 1. a), nur durch sänskr neben 
sucenskr schwedisch nach smiskom. -o vertreten. 

15. cei (aisl. ei) > ey (aisl. ey), nur wo u aus //• entstanden 
ist. z. b. ey (*«w < Xatwa, got. uin . s. v. Friesen. X. spr. I. 24) 
neben schwachtonigem (vgl. § 78) ei immer, prät. veyi (s. Vig- 
fusson) neben ceik zu ykua weichen, sucyk is. Brenner, Alt- 
nordisches handbuch s. 136) zu sijkua betrügen, ceykr (anal. 
gew. veikr nach dat. v&kom u. dgl.) weich. 

§78. Die, stark nebentonigen vokale werden ganz wie 
die haupttonigen umgelautet, z. b. aisl. dat. pl. gefondam (aostnorw. 
gefanäum, s. § 80.3) zu gefande geber, pegnskgpom (aostnorw. 
-skapum) zu Pegnskapr lapferkeit. heldentat. Dagegen erleiden 
schwachtonige vokale keinen umlaut. und schwankende be- 
tonung gibt zu doppelformen anlass. z. b. Harpangr (noch 
anorw. Bar danger) ein landschaftsname zu Jivrpur (lat.-germ. 
harudes) ein völkername: 'k(k)la (ahd. ankläo) fussknöchel 
neben klo klaue, präf. na- und nd- nahe (s. § 77. 2); an und 6n 
ohne, hdnom und honom ihm u. a. m. (s. § 116): ei und ey immer 
(s. § 77, 15). Fälle wie aisl. grenign (woraus grenioti nach § 148) 
heulen zu gen. grenianar, rtom., aee. lrtr. pL tieügg (heilog) zu 
heihiyr heilig. 6])o( (ößol) zu öfml eigentum, dat. pl. riddorom 
(■orom) zu riädare ritter. >. pl. eJskopo (-ofto; anorw. celskaÖo) 
liebten zu 3. sg. elskape u. a. m. zeigen, dass viele später schwach 
nebentonige ableitungssilben einst stark nebentonig gewesen 
sind is. ij 51.2, b und besonders Kock. Altnordischer *<-umlaut 
in ableitungs- und beuguugsendungen. s. 17 ff., Lund 1918). ja 
dass sogar " halbstark" nebentonige silben (g. § 51 anm. 1) 
umgelautet worden sind. 



7<3 § 79. K-uml. durch schwächten, vokal. $ Hü. Safewickel, dos K-uml. 

§ 79. Wahrscheinlich wird der umlaut lautgesetzlich auch 
durch starktonigen vokal bewirkt, wie wol er in fällen wie 
z. b. barnungr jung wie ein kind. nättüra natur u. a. durch 
assoziation und fremden einfluss unterbleibt (s. Kock. Unilaut 
und Brechung, s. 240 f.). Wo ein urspr. starktoniger vokal zur 
schwachtonigkeit niedergesunken ist, unterbleibt gewöhnlich 
die assoziation, und der umlaut macht sich geltend, z. b. die 
mannsnamen Fgstolfr (anorw. Fastulfr), Omolfr (gegen Arn- 
grhnr u. dgl.). Ondopr (gen. Andapar: aus *Andhgpr, ahd. Ant- 
had), Stgrkopr (gen. Starkapar; s. Bugge, Sv. fornm. tidskr. 
XI, 110) und at sögoro § 77, 11. Durch schwankende betonuug 
und eventuelle assoziation mit verwandten formen entstehen 
doppelf ormen , z. b. dggorpr : dagretpr frühstück, gndorpr : and- 
vetpr anfänglich, gndoge : andvege hochsitz, gloge : alhuge ernst, 
Olfuss ein mannsbeiname : alfuss sehr begierig, glu]> : cdgp, -üp 
gewogenheit, gf und : af und neid. gllonges : allynges ganz und 
gar (vgl. § 64), glmosa : almusu almosen, gmhott : ambött magd, 
prodoldr : preshgldr (s. § 77,3) türschwelle u. a. m. 

§ 80. Der «-umlaut wurde wol am frühesten durch ein 
ganz unbetontes, erst später durch ein etwas stärker betontes u 
bewirkt. Infolgedessen haben wir auch in betreff des u- 
umlautes mehrere perioden — in hauptsächlicher Überein- 
stimmung mit denjenigen des ^-Umlautes (s. § 66) — zu unter- 
scheiden (s. die An. gr. II § 67 zitierte literatur und ausserdem 
Bugge, Bidrag s. 16 ff, Kock, Arkiv X, 388 ff., XII, 166 ff., 258 ff., 
Umlaut und Brechung, s. 153 ff.) : . 

1. Die zeit (etwa 700 — 900), wo umlaut nur durch urn. 
ganz unbetontes (daher relativ früh synkopiertes, s. § 153, 1) u 
bewirkt wird. So besonders in langer starktoniger silbe — 
in kurzer wol nur vor synkopierter binnensilbe — z. b. um 900 
ös, söl (so im Abecedarium nordmannicum: aus, aber soulu, 
reidu, s. § 153. 5. im Cod. Leidensis lat. 83, 4", beides denk- 
mäler — freilich wahrscheinlich ostn. und zwar am ehesten 
adän. - aus dein 10. jahrh.. wiewol Cod. Leid, eine etwas 
ältere vorläge voraussetzt) aus *ansun, *sölu als runennamen. 
aber schon Eggjuni c. 700 haMci (d. h. ngkdan. s. Olsen, No. I. 
III. 105 f.) aus *nakudan (vgl aschw. uakudher nackt): gleich- 
zeitig ist wol /.. b. acc. »tötkaii (später tnöthin. s. § 116) zu 



>. Entwickelnnsr ÖM /f-nmlau* « i 

nmtt>i>i>- (später mottogr. mHtogr, s. 3 unten) ' mächtig" ent- 
standen. — Tn fällen wie katthelgr (*k<xttu-) katzenbalg zu 
hottr katze. die mannsnamen Arngrimr zu örn adler, Asmundr 
zu fes (o5.s) gott u. dgl. ist wol u schon vor dem eintritt des 
//-umlautes synkopiert worden, wie ja auch schon die inschrift 
von Sölvesborg um 775 acc. sg. asmu[n]t (neben sunu söhn) 
aus *Answmmdu aufzuweisen hat (s. Kock. Arkiv XII. 252. 
259, Noreen, Geschichte 3 , s. 86). 

2. Die zeit um 900. wo auch ein um. etwas stärker 
betontes (daher relativ spät synkopiertes) u umlaut bewirkt. 
So besonders in kurzer starktoniger silbe vor synkopierter 
endsilbe. z. b. log (aus *lagn) gesetz zu lag läge. Ordnung. 
als runenname lauer, d. h. logr. im Cod. Leid. Dieser umlaut 
war im allg. vor 900 nicht deutlich ausgeprägt nach aus- 
weis air. lehn Wörter wie lagor (aus aisl. logr. s. Marstrander, 
Bidrag s. 74 f.. 1351; vgl. auch ags. lehnwörter — freilich 
meistens aus dem adän. — wie la$u gesetz, sowie die runen- 
namen feu, lagu im Abecedarium nordm.. fiu im Cod. Leidensis. 
s. 1 oben). Andererseits muss er bald danach durchgeführt 
worden sein, weil das betreffende n zu dieser zeit synkopiert 
wird (s. § 153, 7), womit auch stimmt, dass das gedieht HofoJ?- 
lausn (aus dem j. 936) Wörter wie Top (*/«//«). kuo]> C : kua]>i<) 
u. dgl. als einsilbige reime gebraucht. — Nur unmittelbar 
nach kurzem vokal, in welcher Stellung u überall aus w ent- 
standen ist, ist es synkopiert worden ohne umlaut zu hinter- 
lassen (vgl. § 66, 2). So erklären sich z. b. strdjxt (*stra-u&a 
< *strawiÖö. got. straivida) streute, strd (ahd. strao, gen. strau.es) 
Stroh, nur (got. naus leiche). fdr (got. ]A. fawai) wenig, hrdr 
(ahd. Iran) roh. dna-sott (vgl. got. awö grossmutter) alters- 
schwache, meer (got. muiri) mädchen, der (lat. ocis, got. aui-str) 
mutterschaf (vgl. £71.2). Jene (got. kniu) knie, tre (got. tritt) 
bäum, hie (ags. Ueo) lee, Ham-j« <r {uro. -frevan Torsbjaerg. Vals- 
fjord. got. }n äs) u. a. dgl. mannsnamen. p!r (got. Jnici) magd. 
•s7,v (St. Hom., gew. sky nach dat. *kye, pl.gen.skyia. dat. skyiom: 
ags. seeo. as. seio) wölke. Signi (aisl. gew. >>iyny nach gen. 
Signyiar: ahd. Siginiu) ein frauenname. \">h (urn. Wiieila 
Veblungsnaes, s. Sievers. Berichte d. kgl. sächs. ges. d. Wissen- 
schaften 1894, s. 133) ein mannsname u. a. m.: s. Kock, I. F. 
V. 153 ff. (wo jedoch </• -Schwund angenommen wird). I>a> 



f8 i? 80. Kut Wickelung des u- Umlautes. 

scheinbar widersprechende fror neben frär (urn. fraiva- 
Möjebro, ahd. frao) munter ist wol zu nom. sg. fem. und nom., 
acc. pl. ntr. fro (nach § 77, 2 aus *fräu < *frawu, s. Pipping, 
Stud. nord. fll. XII, 1, s. 10) neugebildet; vgl. acc. sg. m. fräfan 
statt *frawan nach frär. 

Aura. 1. Sonstige ausnahmen sind nur scheinbar. Da formen wie Üläfr 
(*AnulaibuR , s. § 54,3, b), aschw. Skepvc (*Skgöwi<i*SkaÖuicih-?) u. dgl. 
lautgesetzlich sein müssen, sind fälle wie sparhaukr (neben spi/rhankr) 
sperber zu spgrr sperling, prumsky schild zu prgmr rand (teils als von 
Zusammensetzungen wie lagastnfr meer zu logr flüssigkeit beeinflusst, teils 
und zwar gewöhnlich) als analogische neubildungen nach dem typus katt- 
belgr: kgttr (s. 1 oben) oder nach dem simplex *spaniR «*sp«rintR). 
*PramuR, ehe dies zu spgrr, prgmr wurde, zu ei klären. 

3. Die zeit nach der w-synkope, wo umlaut auch durch 
ein urn. noch stärker betontes (daher später erhaltenes) u 
bewirkt wird, z. b. Skggol aus Skagul ein walkürenname, pl. 
sogor zu saga aussage. Dieser prozess ist wenigstens in 
gewissen westnord. gegenden noch um 1000 nicht da nach 
ausweis des Reichenauer necr., wo neben Sorli (aisl. Sgrle), 
Olaf (aisl. Ol äff) und Gunnor (aisl. Gunnvgr) stehen Assur, 
Azor (aisl. Ozorr) und Anunt (aisl. Onundr) ; s. Kock, Arkiv 
X, 349 f. Wann und wo im westn. dieser umlaut entstand. 
ist nicht genau zu ermitteln. Zwar finden sich bei den aisl. 
skalden bis um 1150 häufige assonanzen wie faxa : larnsgxo, 
randar : strgndo u.dgl. (s. Gislason, Om helrim, s. 9 ff., Arkiv 
VIII, 52 ff.; porkelsson, a. o., s. 1511; Möbius, Kormaks saga, 
s. 99 ff.; Jonsson, Sv. Landsm. XII, 7, s. 22 f. note, No.-isl. kultur. 
s. 242 ff.; Kahle, Die spräche der skalden, s. 28 ff.), aber diese 
lassen nicht auf eine ausspräche -saxo, strando schliessen, 
ebensowenig wie die auch zu dieser zeit vorhandenen, wenn 
auch nicht so zahlreichen, assonanzen sonn: man nom, mggr : 
fvgro u. dgl. (s. Wadstein, Sv. Landsm. XIII, 5, s. 33 f.; Kahle. 
a. o., s. 30 ff.) eine ausspräche monnom, fggro erheischen. Denn 
wie besonders aus fällen, wo sowol g wie a unzweifelhaft sind 
(z. b. prgm : gram in der Hofoplausn), hervorgeht, können bei 
diesen skalden g und a assonieren, sei es dass man eine auf 
dialektmischung oder archaisierung beruhende poetische lizenz 
anzunehmen hat (Kock, Arkiv X, 3371), oder wol eher dass 
die differenz noch nicht so sehr gross gewesen ist, weil der 
umlaut im werden begriffen war (Söderberg in Öfversigt af 



§81. An^-leicbunsr des m- umlaute. TQ 

fllol. sällskapets i Lund förhandlingar 1881—88, s. 94 f . note: 
Falk. Anz. f. d. A. XIX, 214 ff. und die daselbst zitierte 
Literatur). Erst um 1200 sind "reine reime" (a : a und g:o) 
ausschliesslich herrschend, und zu der zeit — wenn nicht 
früher — muss wol also der betreffende umlaut vollständig- 
durchgeführt worden sein: dies jedoch nur im aisl. und (mit 
wenigen ausnahmen) in den awestnorw. denkmälern. Im 
aostnorw. dagegen tritt zwar konsequenterweise umlaut vor 
erhaltenem u ein bei nasaliertem ä sowie den diphthongen ud 
und postkonsonantischem na, tri, tri (beisp. s. § 77); betreffs 
der übrigen vokale aber verhalten sich die denkmäler sehr 
verschieden. Einige, wie die § 15. 12, 26 und 30 angeführten, 
zeigen nie (oder fast nie) umgelauteten vokal, z. b. dat. sg. aru 
pl. onim) zu gr pf eil . gafugr bedeutend neben acc. ggfgan, 
Amoidr (aisl. Onundr) ein mannsname usw. Andere (s. z. b. 
§ 15,18) zeigen umlaut in unmittelbarer nähe von labialen 
(b, f, m, r, w) und labialisierten konsonanten (wenigstens /), 
z. b. tyrnum kindern. dat. ntr. fggru schönem, dat. pl. mgrgum 
vielen, pl. mkttr wachen, acc. duoh.i Verzögerung, gfund neid, 
dat. pl. ollum allen, sowie wo der vokal nasaliert ist. z. b. dat. 
ntr. sä- nanu kurzem, hgndutn bänden. 1. pl. ggngum gehen. 
Wieder andere (s. z. b. § 15, 29) zeigen ausserdem umlaut in 
stark nebentoniger silbe. z. b. dat. pl. fortglum vorreden neben 
hdum reden. S. Kock. Arkiv XII, 128 ff. (bes. 166 ff.; vgl. 
dazu Pipping. Memoires de la societe neophilologique a Helsing- 
fors IV. 247 note); Wadstein. Der umlaut von A bei nicht 
synkopiertem U. Uppsala 1894; Ha?gstad. G. Tr. s. 55 note. 

Anm. 2. Suffigiertes pü du bewirkt keinen umlaut. z. b. farpu fabre. 

§ 81. Ein durch umlaut hervorgerufener Vokalwechsel 
innerhalb eines paradigmas oder einer gruppe von verwandten 
Wörtern ist oft durch ausgleichung beseitigt worden und 
zwar in verschiedener weise: 

a) Der umlaut ist überall durchgedrungen, z. b. sgkn statt 
*suikn nach f. syh>. dat. m. $yk».uni. ntr. sykim\ syster, gen. 
s'/stor statt " : suistir. systur (& § 77, 12); gen. mgrnar st,*marnar 
zu niom riesin (s. M. Olsen, Forhandlinger i Videnskabs-selskabet 
i Ohristiania 1908. nr. 6, s. 7 f.). 

b) Der umlaut ist überall geschwunden, z. b. hallr (got. 



80 § 88. »■-unilaut von a, ü. c. 

hallus) t'els nach gen.*hallar (später hak); blär blau und grär 
grau statt *bUr (ahd. Mao) und *grw (ahd. gräö) — nach 
§ 77, 2 — nach acc *hläiran, *gräwan (später bläan, bläu und 
grdan, grän nach blär, grär) u. dgl.; har]>r statt *h»r])r (got, 
hardus) hart vielleicht nach den sehr vielen Zusammensetzungen 
wie harjjgorr (vgl. § 80, 1) hart gemacht u. a. (anders, aber 
unsicher, Kock, Umlaut und Brechung, s. 129 ff.). 

c) Doppelformen sind entstanden, z. b. holl, seit, hall saal 
aus nom. holl, gen. hallar; rgnd, seit, rand schild; hnfn, spät 
auch hafn hafen (s. Gislason, Efterladte skrifter 11,175, 178); 
bMr, seit, balhr balken; <>, ä und nwr. mär (§77,2); /#, fc 
(§ 77, 4); hg-, hi-byle und tyr, ttr gott (§ 77, 6); gognum, gwgnmu 
(§77, 7j; $4 s« (§77,8); fö&, kdR (§77.11); bin: kitirr, 
syll, suill und tynni, tuinni (§ 77, 12); skgare. skitiare und Osgfr, 
Ösuifr (§ 77, 13); sönsh; sucenskr (§ 77, 14) u. a. m.; s. Kahle, 
Die spräche der skalden, s. 28 f.. Hsegstad. Vestno. maalf. II, 1, 
s. 13. S. weiter die flexionslehre. 

Aum. Schreibungen wie vän, spann u. dgl. (statt lautgesetzlichen 
na, spann n. dgl. nach § 116) sind wol in den meisten fällen mit den auch 
vorkommenden von, spornt u. dgl. gleichwertig (vgl. §107). Die letzt- 
genannten formen sind gen. vanar, spänur u. dgl. nachgebildet in analogie 
mit entsprechungen wie sköl, gen. skälar, schale, nr, gen. arar, rüder u. dgl. 
Sie sind natürlich erst zu einer zeit entstanden, wo der Übergang ö > o 
(s. § lHi), dem formen wie ön. spömi u. dgl. ihr dasein verdanken, längst 
durchgeführt ist. 

2. tr -umlaut. 

§ 82. Die fälle sind : 

1. a > ö, z. b. hgggua hauen, stgßua hemmen, \A.sgnguar 
gesänge. 

Anm. 1. T T eber die weitere entwicklnng des o bei nasalierung 
s. § 115,1. 

2. d > q nur durch *nükkuarr (s. § 54, 3. a) > *nokkorr 
(s. § 148) > *nokkprr (s. § 116) > anorw. nokkorr (s. § 127.;!; 
anders Wadstein, F. Hom. s. 95. 97) irgendein vertreten. 

3. e > e (geschlossenes), z. b. rskkua finster werden, â– nwrkac 
(Elis. Barlaam u. a., s. Egilsson; auch miorkue nach den kas. 
obl. und mgrkne nach nigrkr) finsternis, anorw. dat. smerue 
(s. z. 1). Hsegstad, Vestno. maalf. 1, 14 und TT. 2, f. s. 71 f.) zu 



§82. «/-umlaut von i, i, ce. 81 

-smior (s. §77, 9; anal, «mar) butter, nisl. ket (*Jcet, s. anm. 2; 
aschw. tot) fleisch nach dem dat. (vgl. aisl. kiot aus dem nom. 
H-iatu < *Jcetica). Ebenso wo e aus älterem i (nach § 110,1) 
entstanden ist. z. b. sekkua sinken, stekhia (got, stigqari) springen. 
hrekkua zurückweichen, klekkua stöhnen, ekkuenn dick, nisl. 
skkr (nschw. dial. ink. vgl. lat. inguen, Bugge, Bezz. Beitr. 
III, 115) geschwulst. 

Anm. 2. e wechselt oft mit e nach § 119. 

4. i > y (geschlossenes), z. b. syngua singen, Jtryngua 
drängen (dringen), slyngim schleudern, dat. lyngue zu lyng 
(*Ungu < *Ungiva nach § 77, 5, a) heidekraut, Yngue (aschw. 
Inge, s. weiter Noreen, Namn och bygd VIII, 1 ff.) ein manns- 
name, tyggua kauen, acc. trygguan zu tryggr (s. §77,5, a) 
treu, hrygguan zu hryggr betrübt, dygguan zu dyggr treu, dat. 
byggue zu bygg gerste, gyggua schreck einflössen, Pryskua 
(neben Priskia) dreschen, ypuarr (aschw. ijbar) euer, acc. pykkuan 
zu piokkr (anal. pykkr, s. § 91 anm. 1 und § 92) dick, sniyrua 
schmieren, tyrue (vgl. tiara teer) kien und der schwertname 
Tyruingr (s. Falk, An. Waffenkunde, s. 62), fyrua (vgl. fiara 
ebbe) ebben, acc. myrkuan zu myrkr (as. tnirki) finster, pl. fyruar 
(s. Gislason, Efterladte skrifter I, 140; danach syruar, a. o. 
s. 143 f., statt seruar. s. 6 unten, krieger; vgl. got. fairkus weit) 
menschen, Prysuar dreimal. Xyrue ein inselname zu JSiorua- 
sund der sund Gibraltars. 

5- i> y (geschlossenes) , nur durch seit. (s. St. Hom. und 
wol Hättatal 70) strykua (ags. strican; öfter zu strykia um- 
gebildet, s. Fritzner) streichen und dessen part. prät. strykuenn 
B, § 483 anm.) vertreten. Vgl. 11 unten. 

6. ce (aisl. e) > e (offenes), z. b. melua (got. gamahcjan) 
zermalmen, behia (z. b. Jones, The phon. of the Elis saga s. 4; 
gew. bolua nach bgl Unglück) verfluchen, 0luer (ahd. Almcih), 
Heiner (ahd. Hariicih), Hesuer (seit. H suer; zu hgss, acc. h sttan 
grau) mannsnamen, sekkua (got. saggjan) senken, dekkua ver- 
dunkeln, stskkua (got. stagqjan) besprengen, hrekkua scheuchen, 
slekkua (aschw. slcekkia, slekkiä) auslöschen, nekkueftr (aschw. 
nakuidher) nackt, acc. klekkuan zu klekkr sentimental (viel- 
leicht zu 3 oben), Prengua (anorw. auch fircengia) drängen, 
slengua (aschw. slcengia) schleudern, engua (got. aggujan) 

Noreen, Altisl. gramm. 4. aufl. 6 



82 § 82. w- umlaut von ia, ua. 

engen, engr (und gngr aus urspr. gngr, acc. enguan; got. aggtvus, 
acc. aggwjana) eng, prengr (s. Vigfusson und Hertzberg; gew. 
]>r' ngr) eng, sneggr (seit, sn<>ggr, z. b. Gering, Finnboga saga, 
s. 74; nschw. dial. snägg, snogg, snagg) kurzhaarig, gleggr (seit 
gl ggr, z. b. af Petersens, Jömsvikinga saga AM. 291, 4°, 
s. XI, 2 mal, M. Olsen, Vojsunga saga, s. XXVI, aschw. glugg-. 
got. glaggwus) genau, deutlich, hneggr (nach acc. hnegguan- 
ags. hneaw) knapp, deggua betauen, gerua (mhd. genven) machen, 
gerne kleidung, serue (mhd. geserwe) haisschmuck, pl. seruar 
krieger, skrekua fabeln zu shrgk (s. Hertzberg; auch anal, skrek, 
s. ib. und Leffler, Om v-omljudet, s. 62 note) fabelei; Nerua- 
sund (auch anal. Ngrua-; vgl. noch 4 oben) der sund Gibral- 
tars zu Nurr (ags. nearu eng) mit der schwachen nebenform 
Nere (nach § 119 aus *N&rue, got. *narwja; anal. Ngrue; 
s. Bugge, Helge-digtene s. 96 f.) ein mannsname. Ebenso wo 
ce aus cei entstanden ist (s. § 128), z. b. nekkuarr, -err irgend- 
ein, engr (nach acc. enguan u. dgl.) neben enge kein. Vgl. die 
scheinbar gleichlautenden sekkua, stekkua, hrekkua mit ge- 
schlossenem e, oben 3. 

Anm. 3. Gerr (gerr) neben gprr (so immer bei den älteren skalden. 
s. Kable, Die spräche der skalden, s. 44, und noch weit überwiegend in 
den ältesten hdschr., s. Larssou) fertig hat wol sein e aus dem adv. komp. 
gerr (s. § 74, 7; gerr) und dem verbum ger(u)a (s. oben 6; ger(u)a) bezogen, 
wie umgekehrt das statt gerpa (gerpa) bald auftretende (s. Kable a. o.) 
prät. ggrpa (später auch nach § 263 anm. 1 giorpa wie dann auch giorr) 
sein p aus gorr entlehnt hat. 

7. ia> ig, z b. Nioruasund {^Niarwa- < *Nerwa-) s. oben 4, 
obl. miorkua zu merkue s. oben 3, iorua (anal. nom. iorue statt 
*erue) sand, Kiotua (anal. nom. Kiotue) ein Spottname. 

Anm. 4. Fälle wie dat. sg. hiorue schwert, smiorue butter u. dgl. 
st. *hire (vgl. got. hairus) , smerue (s. § 77, 9) sind neubildungen zu nom. 
hiorr, smior nach den typen spgrr : sporne, hol : bqlue. 

$3 ua > ug, z. b. vglua Weissagerin, v<pue muskel. Post- 
konsonantisch (in welcher Stellung iv als solches bleibt, s. § 250) 
ist die labialisierung bis zu *uo (vgl. § 77, 10), woraus nach 
§ 235, 1, a) o, fortgeschritten, z. b. horuetna (agutn. hurvitna) 
neben dem nach huar (anal, mnorw. auch hör, z. b. Dipl. norv. II 
nr. 451) 'wo' aufgefrischten hugr-, huarvetna wo auch immer, 
hotuetna neben huatvetna was auch immer, Sorkver neben 
ßuerkuer (Serkuer s. 12 unten) ein mannsname; vgl. noch 



§ 83. Ausbleiben des to Umlautes. 83 

nnorw. dial. solo (suht, nschw. dial. solva, sula) aus *sicahca 
(ahd. swalaica) schwalbe (vgl. § 84 anm.). 

9. ue > ue (woraus lautgesetzlich wol e, s. § 235. 1, a), z. b. 
kuokua (neben kuekua: vgl. ahd. quec lebendig) beleben neben 
kuihr lebendig, ehkuekua neben eldkueikia (anal, -kueykia) 
feuerung. 

10. ui > (*uy, woraus nach § 235. 1, a) y, z. b. part. prät. 
ykuenn gewichen, acc. sg. m. kykuan (anal, kuikuan) zu kuikr 
(nach § 77, 12 kykr; ags. cwicu) lebendig, kykuende (kuikuende, 
k uikende) geschöpf, tysuar (ahd. zuirö) zweimal, kyrkia (statt 
*kyrkua) neben kuirkia erdrosseln. 

11. ui > *uy > y (vgl. 10 oben), z. b. ykua (anal, vykua) 
neben vikia weichen, sykua (s. z. b. porkelsson, Supplement IV) 
neben suikia betrügen. 

12. wb (aisl. ue) > ue > e (s. § 235, 1, a), z. b. Serkuer 
neben Suerk(u)er (Sorkver, s. 8 oben, und durch kontamination 
oft Serkuer) ein mannsname, röAwa neben reföa erwecken, 
vekue m. oder vdk[ku)a f., obl. vek\k)o (anal, re&o) flüssigkeit. 

13. cpz (aisl. e«) > ey (aisl. e?/), z. b. keyk(u)a (aus kueykua 
nach § 235, 1, a) neben kueikia beleben, kueykua zu pl. kueikor 
(wonach anal. sg. kueika, wie umgekehrt pl. kueykor nach dem 
sg.) feuerung, anorw. Leykvin (und Leikvin), Oydvin (zu -EVd), 
BUykin (zu bfetfcr bleich) u. a. dgl. Ortsnamen s. Rygh, Norske 
gaardnavne, Forord s. 86), anorw. 0ykrey neben JEikarey 
(s. Haegstad, Vestno. maalf. II, 1, s. 50; vgl. ä. nschw. ökia 

< *eykua : nschw. eka nachen). 

§ 83. Jedes w (d. h. kons, u) wirkt umlaut ; also auch ein 
(nach § 137, a) aus sonantischem u in hiatusstellung ent- 
standenes, z. b. der frauenname Bupuildr aus *Badu(h)ildR 

< *BaÖwahildiR. Wenn es scheint, als ob unmittelbar nach 
kurzem vokal * ohne umlaut zu hinterlassen geschwunden 
wäre, so erklärt sich dies nach § 80,2 so, dass w nach der 
synkope eines unmittelbar folgenden vokals sonantisiert worden 
ist, so dass hier kein w, sondern u synkopiert wurde; daher 
strdpa (got, stratcida), strä, ndr usw. (s. § 80, 2). Wiederum 
wenn erhaltenes w einen unmittelbar vorhergehenden vokal 
nicht umgelautet hat, so ist dies wol so zu erklären, dass w 
in dieser Stellung schon vor dem eintritt des u-umlautes zu d 

6* 



84 §84. Ausgleichung des w- Umlautes. 

(geschr. /') geworden ist (s. § 250), also nicht mehr als solches 
(d. h. kons, u) da war. Daher sind umlautlos z. b. afe (vgl. 
got. awü f., lat. avus) grossvater, pl. mdfar (anal, mofar) zu 
mör möve, fräfan zu frdr munter (vgl. § 80,2), läfe (die seit, 
nebenform 16 fe, s. Larsson, hat ablaut wie aschw. löe, Ann. 
luuva, gr. äXcoq, dkcof/j) dreschtenne, ävalt (s. § 54, 3, a) immer, 
snifenn (vgl. ahd. sniwan) beschneit, pl. tifar (vgl. § 77, 6) 
götter, Ifarr (*Ihu-hariii) ein mannsname, Suifor (Suivgr) ein 
frauenname, skcefa (got. skewjan) gehen, dat. hrcefe (got. hraiwa) 
leiche, Icefe Verderb, fr tiefe (got. fraiiva) samen, acc. mdefan 
schmalen, slcefan stumpfen, frcefan fruchtbaren, pl. stiefar seen, 
dat. sncefe (got. snaiwa) schnee, tiefen- (got. aiweins) ewig-, tiefe 
lebenszeit. Da der Übergang w > 5 in der betreffenden Stellung 
frühestens um 1000 (durch eine assonanz wie Suifor : life, 
s. § 250) bezeugt ist, wäre also der eintritt des w-umlautes 
frühestens in diese zeit zu verlegen. Damit stimmt auch, 
dass assonanzen, wo ein durch «-umlaut aus u (also älteres) 
und ein durch w-umlaut aus i entstandenes (also jüngeres) y 
miteinander reimen (z. b. hygg : Tryggua, ynglengr :]>ryngue), erst 
etwas nach 1000 belegt sind (s. Falk, Anz. f. d. A. XIX, 2 15 f.). 
Zu dieser zeit wäre demnach der w-umlaut schon vorhanden. 
Dagegen spricht nicht, dass noch im 1 1. jahrh. assonanzen wie 
her -.genta, eJckio : nekJcuat, hringe : lyngua begegnen, wo man 
nicht gerua, nekkuat, lingna einzusetzen, sondern nur ein noch 
nicht ausgeprägtes 0, also "unreine reime" (vgl. §80,3 und 
Falk, a. 0. s. 216, F. Jönsson, No.-isl. kultur, s. 241) anzunehmen 
hat. Dass andererseits um 1200 der w-umlaut nicht mehr ein 
lebendiges lautgesetz gewesen ist, beweisen wol solche auf 
ausgleichung (s. § 84) beruhenden formen wie nakkuat, gerua, 
tuisuar, acc. kuikuan u. a. 

Anm. In der ältesten poesie bis c. 1000 assoniert ein (aus i, i durch 
w>-umlaut entstandenes) geschlossenes y, y nicht mit einem (aus u, ü, iü 
durch i- und J-umlaut entstandenen) offenen y, y, was wol beweist, dass 
die beiden laute nicht früher als c. 1000 oder etwas später zusammen- 
gefallen sind ; s. Marstrander, Bidrag, s. 73 mit note 1, F. Jonsson, No. - isl. 
kultur, s. 241, Kahle, Die spräche der skalden, s. 267 ff. 

§ 84. Durch ausgleichung kann der w-umlaut beseitigt 
werden, resp. wo er nicht lautgesetzlich motiviert ist, ein- 
dringen (vgl. § 81), z. b. Olvalde ein mannsname : alvaldr (nach 



§ 85. Regressiver labialumlaut. 85 

anderen mit al- zusammengesetzten Wörtern) herrscher, Rogn- 
valdr : Ragnvaldr (nach Bagn-arr, -hildr u.a.), NgrucNarfe 
(Xare, nach *narion, -u zu norr, s. § 82, 6) mannsnamen, 
nokkuarr. nekkuar : nakkuar. nekkuar (nach nakkor, nekkor 
u. a.), horvetna : huarvetna (nach huar), acc. enguan : enguan 
(nach engom, -6) keinen, gerua : genta (nach prät. gerpa. seiner- 
seits statt g&rßa nach dem inf. *geru-a vor dem eintritt des 
w-umlautes neugebildet), tysuar : tuisuar (nach dem präfix tui-), 
Ynguarr : Inguarr (nach IngoJfr, -unnr u. a.) ein mannsname, 
Solveig : Salveig (nach Salbiorg, -gerßr u. a.) ein frauenname, 
Leykvin : Leikvin . anorw. Bergvin (s. Haegstad. Vestno. maalf. 
II, 2, i, s. 73 und 94) : Bergvin Ortsnamen (nach berg gebirge) 
u. a. m. (s. § 82 passim). 

Anm. Es gibt auch fälle, wo eine umlautlose form in ein para- 
digma hineingekommen ist. das lautgesetzlich keine einzige unumgelautete 
form aufzuweisen hätte. Hier ist also die analogie anderer paradigmen 
massgebend gewesen, z. b. gata statt *gotua (got. gaticö) gasse zu pl. aisl. 
ggtor, aostnorw. gatur, nach dem Verhältnis von saga aussage zu pL sggor, 
sagur u. dgl. ; ebenso suala statt *solna (s. § 82, 8) schwalbe zu pl. suylor, 
sualur; ebenso bei "brechuDg", z. b. tiara teer statt *tiorua (vgL §82,7; 
finn. terra) zu obl. tioro, aostnorw. tiaru, nach stiarna gestirn zu pl. stiornor, 
stianrnr; fiara strandwasser statt *fiortta (läpp, fjercvd) zu obL fioro, fiaru. 

3. Labialumlaut. 

§ 85. Ein regressiver umlaut ist der vorzugsweise 
anorw., besonders nach 1300 häufige — aber doch sporadische 
— Übergang i (das in allen Wörtern noch der häufigere laut 
ist) > y vor tautosyllabischem f, p, m, l, r mit folgendem 
konsonanten, z. b. pl. gudsyfiar (s. Hertzberg) paten, ellyfti 
(s. § 77, 7) elfte; klyppa scheeren, sypta (suiptä) reissen: 
pl. ymbrudagar jejunia quatuor temporum. Grymkell ein manns- 
name, frdeyidsymi Verwandtschaft. g>jm$t<?inn (Elis saga) edel- 
stem; sylfr silber, PorgyU ein mannsname, yJmr duft, yhna 
duften: fyrra entfernen, byrta kundmachen, dyrfask dreist sein. 
cyröa ehren, herbyrgi herberge, hyröa schützen, hyrdir hirt, 
hyrta züchtigen, Byrgir und Byrgitta personennamen. S. z. b. 
Haegstad, G. Tr. s. 54, Kong. s. 11, 18. 32. Vestno. maalf. 1,20 
und II, 1, s. 44, F. Jonsson. Fagrskinna, s. XXIV f. 

Anm. 1. Vor heterosyllabischem f (b) ist der Übergang nur durch 
yfa (Wadstein. F. Hom., s. 79, porkelsson. Supplement IV, 183; bezweifeln, 



86 § 86. Progressiver labialumlaut. § 87. Brechung. 

vor n nur durch fynna (Cod. Tunsb. , s. § 15, 30) finden belegt. Ganz un- 
klar bleiben hyte hitze und hytta finden statt gew. hite, hitta (s. porkelsson 
a. o., s. 73). 

Anm. 2. Dialektisch scheinen e und ce vor f (b), l, r zu o zu werden, 
z. b. gefet gegeben, refr, Refr fuchs, resp. mannsname, öfter (vgl. § 172 anm. 2) 
nach, Leftravägr (statt Lceifira-, vgl. § 128) ein ortsname (s. Bngge, Ant. 
tidskr. f. Sv. X, 224); heimele wob n sitz; kertisicceinn k erzen träger. Ebenso 
e und ce zu e vor m, resp. f (b), z. b. Klemcetson (zu lat. Clemens) ein 
mannsname, efenlegr ewig; vgl. noch mnorw. Fereum st. F&reyium. 
S. Häigstad, G. Tr. s. 69, Vestno. maalf. II, 1, s. 44, Arkiv XXVI, 221; Rygh, 
Gamle personnavne, s. 200; Lind, No.-isl. dopnamn, s. 693 f., 852 (vgl. noch 
N. G. L. III, 119). 

Anm. 3. Ob derselbe Übergang vor l stattfindet, bleibt sehr unsicher. 
Beisp. wären etwa (s. Bugge, Helge-digtene, s. 326) helzti (aber daneben 
liplzti) statt hcelzti allzu, Helge (und Hqlge; vgl. aber oben §77,7, wo 
auch über ellyfti und Hellu). 

§ 86. Ein progressiver umlaut ist der speziell misl. 
Übergang d (jetzt wie o auszusprechen, s. § 106) > 6 unmittel- 
bar nach tautosyllabischem v (und w?, vgl. § 250), z. b. vööi 
(älter väpe) gefahr, svö (suä) so, hvörhi (huärJce) weder. Der 
Übergang tritt nicht vor 1350 ein (s. Gislason, Aarboger 1889? 
s. 360, 363). 

Anm. 1. Unklar ist der misl. sporadische Übergang ue^>uo (obwol 
die schrift das e gewöhnlich behält) in den Wörtern liuom jeden, huossu 
wie, huort wohin, huorfa weggehen (alle schon am ende des 14. jahrhs., 
s. Boer, Orvar-Odds saga, s. III, Leiden 1888), kuold (gegen 1500 belegt) 
abend. Vgl. nisl. hvolfa (hvölfa) wölben, hvolpur junger hund und hvör 
(hvur) jeder, hvöncer wann, kvöld abend, Jccörn mühle, tvöfalda verdoppeln 
u. a. gegen hvessa, kveda, sverfa u. s. w. (s. B. M. Olsen, Germania XXVII. 
266 f.; Kahle, Gott. gel. anz. 18y5, s. 909 ff.). 

Anm. 2. Verwandt sind die Übergänge wq > (w)o § 77, 10 und § 82, 8, 
top > {w)ö § 77, 11 , i > y § 77, 5, b, und die § 80, 3 erwähnten aostnorw. 
erscheinungen. 

III. Brechung. 

§ 87. Unter brechung verstehen wir hier die entstehung 
eines parasitischen vokals nach einem andern vokal durch den 
einfluss eines in der nächsten silbe folgenden sonantischen 
vokals. Brechung — eigentlich nur ein Spezialfall von umlaut 
— tritt im aisl.-anorw. nur bei e ein, welcher vokal (mit den 
unten § 90, § 94, § 95, b erwähnten ausnahmen) gebrochen 
wurde so oft in der nächsten silbe ein — in literarischer zeit 
oft infolge der synkope (§ 153 ff.) geschwundenes — a oder u 



§88.89. Brechung. 87 

folgte. Je nach der verschiedenen qualität des wirkenden 
vokals haben wir zu unterscheiden zwischen der durch a 
hervorgerufenen a-brechung und der durch u bewirkten 
M-brechung. Vgl. auch § 96. 

Anm. 1. Wo früher eine w-brechung angenommen worden ist, liegt 
vielmehr u-brechung vor, indem w, vor dem eintritt der brechung, zu u 
sonantisiert worden ist ; vgl. § 77, 9. 

Anm. 2. Auch ein nach § 128 und § 117 aus an entstandenes e wird 
gebrochen, z. b. anorw. hicelgi (nach obl. hicelga aus Viialga § 70, 1 <C helga- 
s. Undset, Indskrifter fra middelalderen, Chra. 1888, s. 13) der heilige sowie 
oft Hicelgi als mannsname ; s. Noreen , Arkiv 1, 170 f. , und vgl. Kock, 
Umlaut imd Brechung, s. 263. 

§ 88. Durch die a-brechung wird aus e zunächst der 
fallende diphthong *ea, woraus dann steigendes ia (vgl. § 133, a), 
z. b. biarga bergen, hiarta herz, siarna stern, gialda vergelten, 
Hialdr (urn. lieldciR Tjurkö) ein mannsname = hialdr kämpf, 
sialdan selten, iafn eben, siatna zusammensinken, iata krippe, 
iara streit, giafare geber, iafiarr rand, iaxl backzahn u. a. 

Anm 1. Ueber a(ost)norw. ice aus ia s. § 70, 1. 

§ 89. Durch die w-brechung wird aus e zunächst *ea, 
dann ia (das aonorw. vor erhaltenem u bleibt, ausser unmittel- 
bar vor g, k) und noch später ig (in der ältesten literatur 
gewöhnlich geschrieben und vielleicht auch gesprochen io, 
s. Kock, Umlaut und Brechung, s. 281 und die daselbst zitierte 
literatur, Arkiv XXII, 347 mit note; Jones, The phonology 
of the Elis saga, s. 5), z. b. iorp erde, hiorfi herde, i fiorfi 
(gr. jrtQvoi) im vorigen jähre, hiortr (ags. heorot) hirsch, hiorr 
(got. hairus) schwert, fior (vgl. got. fairlvus leben), miolk (got. 
miluks) milch, fiol- (got. filu) viel-, ioforr (aonorw. iafur) eber, 
fürst, fiotorr (aonorw. fiatur) fessel, iotonn (aonorw. iatun) riese, 
Iokoll (aonorw. Iakul), Iorundr (aonorw. Iarundr) mannsnamen, 
miok (gr. (itya) sehr; s. Hultman. Hälsingelagen I, 344 und die 
dort zitierte literatur. Bei dehnung (nach § 124, 3 oder sonst) 
wird dies io (io) zu io (nicht iq), z. b. hiolp hilfe, miolk milch, 
dat. siölfom selbst, fiorom (*fiodrom § 292) vier. 

Anm. 1. In einigen fällen findet man anorw. iu neben io, z. b. 
fiugur vier (ntr.), fiugrtän vierzehn, tiugu (s. §449 anm.), piukkr dick, 
Piustulfr (s. § 95, 1). Wahrscheinlich steht (wie im aschw.) tu ursprünglich 
nur vor erhaltenem u oder w, also piokkr {*pekwuR), aber dat ßiukkum : 
doch kommt im mnorw. selten als mannsname Biurn statt Biorn vor. 



88 §90—92. Brechung. 

Anm. 2. Ueber a(ost)norw. fialde menge neben gew. fiolde (aisL 
fiolpe) s. teils Hultman, Hälsingelagen, s. 346, teils Noreen, Arkiv 1,166. 

Anm. 3. Wol nur dialektal ist die anorw. brecbung eines i zu tu 
(seit, io) unmittelbar vor gw, z. b. SingurÖr (aus -vprdr; einmal SiogvorÖr), 
Siugvalde, Siugvatr (einmal Siog-) neben SigurÖr, -valde, -{h)uatr u. dgl. 
mannsnamen. S. Kock, Arkiv XXXII, 176 ff. 

§ 90. Brechung findet nicht statt, wo ein v, w (kons. u\ 
l oder r dem e unmittelbar vorhergeht, oder heterosyllabisches 
h (das früh mit ersatzdehnung schwand, s. § 230, 1) unmittel- 
bar folgte, z. b. verpa werden, velta wälzen, vefa weben ; huerfa 
sich wenden, suelta hungern; lefir (Hepra) leder, legr, lega 
grabplatz; reka treiben, rekkr (s. §77,3; vgl. dagegen piokkr) 
finsternis; sea (sid) aus *sehan (statt *sehwan, got. saihan) 
nach den übrigen Stammformen: *sah, *säjum usw. sehen, fe 
(ß < feu, got. faihu, s. § 77, 4) vieh, geld. Vgl .noch § 94 und 
§95,3,b. 

§ 91. Wo in einem paradigma oder in einer gruppe von 
verwandten Wörtern gebrochene und ungebrochene formen 
wechseln sollten, ist oft ausgleichung eingetreten, so dass 
entweder der gebrochene vokal durchgeht, z. b. bialke balken 
nach obl. bialka, siafne liebe (vgl. sefe gemüt), dat. Malte nach 
nom. hialt schwertknopf ; oder es ist der ungebrochene vokal 
verallgemeinert worden, z. b. ßegn (aschw. picegn) freier mann, 
setr. (und seta f.) sitz nach dat. setre (vgl. auch setia sitzen, 
aus scbtia), sehr (aschw. sicel) seehund nach dat. *sele, melr 
Sandbank, stertr (aschw. sticerter) sterz, snerta berühren nach 
präs. snertr, gnesta krachen, serpa Unzucht treiben, bera bärin 
nacli obl. bero (s. § 95, 3, b), obl. setta (aschw. siätta aus *siähta 
<*siahta) nach nom. sette (*sehte) sechste; oder endlich sind 
doppelformen entstanden, z. b. biarg und berg gebirge, fiall und 
feil fels, berftall bärenhaut : bokfell pergament, fialms- : felms- 
fullr erschrocken, gupspiall : -spell evangelium, kiaptr, kioptr 
und keptr kinnlade, spiall und spell schaden, spiald : speld tafel, 
siatna : setna zusammensinken, iata : eta (nach eta essen) krippe, 
anorw. Piasmör : Pesmor (s. Haegstad, Gr. Tr. s. 61) ein Ortsname, 
anorw. Biarne : Berne, Iarpr : Erpr, Hicelgi (s. § 87 anm. 2) 
: Hcelgi mannsnamen u. a. m. 

§ 92. Das den brechungsvokalen zugrunde liegende e 
kann in gewissen formen (zu e) ?£-umgelautet worden sein 



§93 — 95. Brechung. 89 

(§ 82, 3), in anderen (zu ä) i-umgelautet (s. § 63, 3), endlich in 
anderen zunächst in genannter weise i-, dann (zu y) «'-um- 
gelautet (s. § 79, 4). Durch ausgleichung entstehen dann 
doppelformen wie miorkue : merke {myrkue) und smior : sm&r 
(§82,3 und 77,9); fiarre-.firre fern, anorw. tiogo (nach nom. 
sg.*tiogr, schwed. tjog; lmal bei Sighuatr) oder üugu (lmal 
in Fagrskinna, F. Jönssons ausgäbe s. 222; s. § 89 anm. 1) 
zwanzig : acc. pl. tigo (nach nom. tiger; tego nach § 95, 3, b) 
dekaden; fiorua : fyrua (s. § 82, 4) ebben, piokkr (anorw. auch 
P'tukkr) : pykkr und tiara :■ : tyrue §82,4. Tgl. noch gegensätze 
wie giald: gilde bezahlung, hialpa helfen : hilper helfer, pl. hiap- 
ningar gefolgschaft Heden's (ahd. Hetari) : anorw. Hiden 
(s. § 63, 3) ein mannsname, kialta (kioltung) : kilting schoss, 
sniallr begabt : snille begabung; fior leben : firar (fyruar § 82, 4, 
anal, fioruar) männer, fiorpr (gen. fiarpar) : pl. firper meerbusen; 
iolstr : ilstre salix pentandra, miok sehr : mikell gross', Skiolf 
u hügel" als Ortsname : skilfingr eine fiirstenbenennung. 

§ 93. Ebenso sind, wo a- und u-brechung wechselten, 
bisweilen ausgleichungen eingetreten, z. b. kiaptr : kioptr kinn- 
lade, anorw. seit, tiarn ntr. : tiom f. kleiner see. Fälle wie 
aonorw. dat. Ingibiargu : awnorw. -biorgu ein weibername, iarÖu 
: iordn erde, dat. pl. skialdum : skioldum erklären sich im allg. 
nach § 89, dagegen fälle wie gen. Ingibiorgar statt -biargar 
(Haegstad, G. Tr. s. 61), dat. anorw. fiatri (nach nom. fiatur, 
s. § 89) st. fiotri durch ausgleichung. 

Anm. Der mannsname latmundr Edmund ist ags. lehn wort. I'eber 
iaparr : ioporr s. § 173, 5. 

§ 94. In schwachtoniger silbe tritt keine brechung ein, 
z. b. mepal zwischen, mepan inzwischen, epa (got. aippau) oder, 
ef wenn (vgl. aschw. ioef zweifei). Verschiedene betonung gibt 
anlass zu doppelformen wie anorw. (s. Wadstein, F. Hom., s. 67 
note; Groth, Det AM. Haandskrift 310 qvarto, s. XXIII; Falk 
und Torp, Dansk-norskens syntax, s. XII note; Kock, Arkiv 
XXX, 344 ff., XXXII, 185 f.) iak (urn. eka) : ek ich. 

§ 95. Die brechung wurde wol am frühesten durch ein 
ganz unbetontes, erst später durch eiD etwas stärker betontes 
a, resp. w bewirkt. Infolgedessen haben wir auch in betreff 
der brechung mehrere perioden — in hauptsächlicher über- 



90 § 95. Brechung. 

einstimmung mit denjenigen der nahen verwandten umlaute 
(s. § 63, § 77) — zu unterscheiden (s. Söderberg in Öfversigt 
af filol. sällskapets i Lund förhandlingar 1881 — 88, s. 95 f.; 
Kock, Arkiv XVII, 161 ff.): 

1. Die zeit (etwa 650 — 900), wo brechung nur durch urn. 
ganz unbetontes (daher relativ früh synkopiertes, s. § 153, 1) 
u, resp. u bewirkt wird. So besonders in langer starktoniger 
silbe. Formen wie hialdr (urn. heldaii Tjurkö um 550) kämpf, 
biarg (*berga) gebirge gehören schon der letzten urn. zeit, 
weil das betreffende a um 700 nicht mehr da war (vgl. zwar 
in Schweden schon c. 650 Istaby -ivulafR < -*wulfa,R, aber gleich- 
zeitig in Norwegen noch By hroRCLR und erst c. 725 Vatn 
rhoaltR mit synkope); iorft erde u. dgl. wiederum der zeit 
gegen 900 (vgl. § 80, 1 und air. c. 850 elta pl. t, das un- 
synkopiertes anorw. *heltu, d. h. hiolt schwertgriff, voraussetzt. 
s. Marstrander, Bidrag, s. 77). — In fällen wie der mannsname 
(s. Lind, Arkiv XI, 269) anorw. Pestolfr (neben Picest-, Piostolfr, 
Piustulfr nach 3 unten) oder (s. Falk, Arkiv III, 306 f.) spellvirke 
beschädigung zu spiall (spell) schaden, bergbüe felseneinwohner 
zu biarg (berg) berg, ferner der Ortsname Bergvin (anal. Biarg- 
vin, Biorgviri) zu biorg grat (s. Rygh, Norske gaardnavne, Forord 
s. 43), erpgröenn (bei Egell, überliefert iard-, aber mit ver]>a 
assonierend, s. F. Jonsson, Kritiske studier, s. 117 f.) aus der 
erde gewachsen zu iorp erde u. a. m. ist wol a, resp. u schon 
vor dem eintritt der a-, resp. w-brechung synkopiert worden; 
anders Kock, Umlaut und Brechung, s. 299 f. 

2. Die zeit gegen 900, wo auch ein urn. etwas stärker 
betontes (daher relativ spät synkopiertes) a, resp. u brechung 
bewirkt. So besonders in kurzer starktoniger silbe, z. b. 
giafmildr freigebig aus *gedamüdtR, fiolkunnegr zauberkundig. 
miopdrekka zeche (ein fall wie miapveiter, -kona 'metgeber. 
-geberin ist wie sparhaukr § 80 anm. zu beurteilen, verhält 
sich also zu miopr wie z. b. skia.dsueinn statt *skeldsueinn, 
s. 1 oben, Schildträger zu shigldr, d. h. ist neubildung nach 
dem typus kattbelgr : kgttr) , Mal rede, Molr kiel usw. (miop, 
Mor, miol, siot als einsilbige reime schon in der Hofoldausn, 
vgl. §80, 2). 

Anm. I. Fälle mit ungebrochenem vokal wie metorp Würdigung. 
berfiall bärenhaut sind wol von meta würdigen, bera bärin u. a. beeinflusst. 



§95. Brechung. 91 

3. Die zeit nach der a-, resp. w-synkope, wo brechung 
durch ein um. noch stärker betontes (daher später erhaltenes) 
«, resp. u hervorgerufen wird, z. b. hiarta herz, dat. pl. kiolom 
kiele. Dieser fall ist bei a-brechung vielleicht schon um 900 
durch assonanzen wie (bei piööolfr) blaÖ : fiaörar u. dgl. 
(s. Kahle, Die spräche der skalden s. 51; vgl. auch den runen- 
namen biercan im Cod. Leid.), bei w-brechung etwa gleichzeitig 
durch air. eobur aus anorw. iofurr (nicht iofurr l nach Mar- 
strander, Bidrag s. 79) und um 1000 durch (bei Sighuatr) 
flokke : piokkua (s. Kahle, Arkiv XII, 375) belegt. Diese jüngere 
brechung wird von jedem in um. zeit schwachtonigen a und u 
bewirkt, aber nur von solchen; demnach haben wir bei der 
brechung folgende zwei verschiedene fälle zu unterscheiden 
(s. Kock, Arkiv XXX, 339 ff. und die dort zitierte literatur, 
XXXI, 321 ff., Umlaut und Brechung, s. 248 ff.): 

a) In langer silbe tritt brechung allgemein ein. Also 
steht brechung sowol vor um. unnasaliertem vokal, z. b. hiarta 
(got. hairtö) herz, stiarna (got. stairno) stem, gen. iarpar (got. 
airpös) erde, wie vor urn. nasaliertem vokal, z. b. hialpa 
helfen, biarga bergen, obl. bialka balken, acc. pl. fiorpo neben 
nom. ferner meerbusen; sowie auch vor noch in literarischer 
zeit nasaliertem vokal, z. b. sialdan selten, iafnan immer, 
biarkan ein runenname, fiorggn (got. fairguni) die erde, kiol- 
tung neben kilting (s. § 92). 

Anm. 2. Anorw. gema neben gew. giarna gern ist wol von dem 
mndd. gern beeinflusst. 

b) In kurzer silbe unterbleibt die brechung vor vokalen, 
die in urn. zeit wegen des Schwundes eines folgenden nasals 
lang geworden oder geblieben sind, und die infolgedessen bei 
späterer kürzung noch wenigstens halbstark (vgl. § 51 anm. 1) 
sind. Es tritt demnach zwar brechung auf z. b. in gen. giafar 
(got. gibös) gäbe, iaparr, giafare. iura, iata (gew. eta nach eta 
essen), s. § 88, iotonn riese , ' ioforr fürst, fehlt aber in stela 
stehlen, bera tragen, obl. ]>ela frost in der erde, bero bärin, 
acc. pl. tego (got. tiguns). 

Anm. 3. Unklar sind die überhaupt etymologisch etwas dunklen 
fxgat (pagat) dorthin, pegar (anorw. auch pagar, s. Hsegstad, Vestno. 
maalf. II, 1, s. 21 und 11,2, i, s. 37) sogleich, anorw. peöan (aisl. papan) 
von dort. 



92 § 96. Brechung. § 97. Entwickelung der alten di- und triphthonge. 

Anm. 4. In gewissen anorw. gegenden steht brechung in kurzer 
silbe auch (wie im ostn.) vor (einst) nasaliertem a, z. b. giafa (Haegstad, 
Vestno. maalf. I, 67, gicefa Haegstad, G. Tr. s. 61) neben gefa geben, obl. 
stiaTca stecken und die Spottnamen Hiaka, Hicesa « *Hiasa s. § 71 anm. 1), 
wonach nom. stiaki u. s. w. 

Anm. 5. Unsichere aisl. spuren dieser brechung sind iake, obl. -a 
eisblock, räßgiafe, -a ratgeber u. a. auf -giafe, die vielleicht auch anders 
erklärt werden können (s. Kock, Arkiv XXXI, 334 ff.). Hiala reden, skiala 
schwatzen und stiaka einen stoss versetzen haben sich nach präs. hialar, 
prät. hialafia u. s. w. gerichtet (s. a. o., s. 324 ff.). 

§ 96. Eine verwandte, wenn auch weit spätere, erscheinung 
ist die seit dem anfang des 13. jahrhs. in gewissen anorw. 
hdschr. auftretende i-brechung bei e, ce, ce, welche zu ei, resp. 
cei und cei werden, wenn die folgende silbe ein (son. oder kons.) 
i enthält, z. b. dreipin getötet, veirit gewesen, hceifir hat, sceitia 
setzen, leeigi läge, landamceiri grenze usw. statt drepenn usw.; 
s. Dahlerup, Ägrip, s. XIV; Wadstein, F. Hom., s. 62; Haegstad, 
G. Tr., s. 70, Vestno. maalf. II, 2, i, s. 121. 



IV. Die di- und triphthonge. 

a) Entwickelung der alten di- und triphthonge. 

§ 97. cei (urn. ai, s. § 54) wird — vom umlaut (§ 77, 15 
und § 79,13) abgesehen — auf dreifache weise behandelt: 

1. In den meisten Stellungen ist es im anorw. (in den 
meisten gegenden) als solches erhalten, dagegen im aisl. natür- 
lich bei dem Übergang des ce in e (s. § 117) zu ei geworden, 
z. b. anorw. bceit, aisl. beit (got. bau) biss, ceinn, einn (got. ains) 
ein, hceill, heill (got. hails) heil, hceita, heita (got. haitan) heissen. 

2. Zu e kontrahiert vor einem aus schon in urn. zeit aus- 
lautendem s entstandenen, später geschwundenen, h (s. § 230, 2), 
z. b. 1. 3. sg. prät. hne zu hniga sich neigen, stc (anal. 2. sg. stet 
neben steigt) zu stiga steigen, se zu siga sinken, me zu miga 
harnen neben den anal, neubildungen hneig, steig usw. 

Anm. 1. Dialektisch kommt dieselbe kontraktion auch in anderen 
Stellungen vor: aisl. belege schon vor 1250, z. b. in Codd. AM. (645, 4°, alt. 
teil?) 655, 4°, fragm. II, IV, V und 677, 4°, alt. teil (s. L. Larsson, Arkiv V, 
142 ff.); shetl. aus dem j. i355 (Haegstad, Hild., s. 44); onorw. vor 1400 
(Hsegstad, Upphavet s. 7; Falk und Torp, Dansk-norskens syntax, s. XII 
note); orkn. aus 1426 (Haegstad, Hild., s. 44). 



§ 98. Entwickelung der alten di- und triphthonge. 93 

3. Zu ds kontrahiert vor erhaltenem (später zu 5 über- 
gegangenem, s § 250) w, s. v. Friesen, N. spr. I, 17 ff., 29 f., 
II, 11 ff. Beispiele sind dsfen (got. aiweins) ewig-, cefe (vgl. lat, 
ceuum) lebenszeit, langcer (lat. longcevus) lange dauernd, de (nach 
dat. *awe) neben ey (got. aiw, s. § 77, 15) immer, hrce (got. 
hraiiv) leichnam nach dat. hrcefe, Icefirke (ags. läwerce) lerche, 
Hläfopr, -freyr (zu urn. hlaiwa grab) Odinsnamen, sär (got. 
saiws) see nach gen. sdefar u. a., sncer (got. snaiws) schnee, 
s£ö§r (ags. slcew) stumpf, free (got. fraiw) same, />#/- fruchtbar, 
freefask gedeihen, vce (finn. vawa, ahd. we, gen. icewes) weh, ^ 
(ags. Za, ahd. Ze^-es) verderb. Ueber die weiterentwickelung der 
Verbindung ceiv s. § 106. 

Anm. 2. Ueber die kürzungen von cei, ei zu ce, e s. § 128, zn i, e s. 
§ 127 anm. 1. 

§ 98. Ott (um. au, s. § 55) wird — vom umlaut (s. § 63, 14, 
§ 68,7 und § 71,8) abgesehen — auf zweifache weise behandelt: 

1. In den meisten Stellungen zwar in einigen dialekten 
als solches erhalten, im allgemeinen aber anorw. zu ou (oder 
au), aisl. zu au geworden, z. b. anorw. gout, aisl. gaut (got. 
gaut) goss, ouka, auka (got. aukan) vermehren, douör, dau]>r 
(got. daapus) tod, ouga, auga (got. augo) äuge. Wenn es durch 
schwund eines folgenden 5 vor u (s. § 235, 2) antesonantisch 
zu stehen kommt, geht es in w, woraus nach § 250 d, über, 
z. b. anorw. hofuÖ (hufuÖ nach § 121), hofoö, hafud, aisl. hofo]> 
aus *JiqwuÖ < *haubuÖ (ags. heafod, vgl. got. haubip), in alten 
gedienten noch vereinzelt (s. Sijmons, Die lieder der Edda, 
Nachträge s. XIV und Einleitung s. CCLIII) liaufop mit wieder 
eingeführtem 5 nach den synkopierten kasus, z. b. dat. hanfpe 
(aschw. h&fpe) haupt; ebenso tofr (bes. nisl.) neben taufr (bes. 
aisl.) durch ausgleichung einer flexion Hofor aus *tau(ß)ur (ags. 
teafor) : dat. taufre Zauberei. 

2. Zu o kontrahiert vor einem urspr. oder aus schon in 
urn. zeit auslautendem g (s. § 230,2) entstandenen, später ge- 
schwundenen h, z.h.pö (got. }>auh) jedoch, prät. (selten) flö 
(got. piauh) oder (öfter) fläpa (*flauhicfö) floh, subst flö (ahd. 
flöh) floh, hör (agutn. haur, got.hauhs; vgl. § 55) hoch, No. Hom. 
höÖ [*hauhipu) höhe, lö (agutn. Lau, ahd. loh, litau. laükas, lat. 
Jmcws) hain, bes. in Ortsnamen wie Oslo u. dgl.; 1., 3. sg. prät. 



94 § 99 — 101. Entwickelung der alten di- und triphthonge. 

ind. 16 (got. laug) zu liüga lügen, so zu süga saugen, smö zu 
smiüga schmiegen neben den anal, neubildungen laug usw. 
S. Leffler, Arkiv I, 269 ff.; Pipping, Stud. nord. fll. XII, 1, s. 58 
und die dort zitierte literatur. 

Anm. Dialektisch kommt dieselbe kontraktion auch in anderen 
Stellungen vor: aisl. schon vor 1250, z. b. in Cod. AM. 677, 4°, alt. teilj 
onorw. Bömariki (1383) statt Roumariki, BökstaÖer < Baugstader Orts- 
namen (s. L. Larsson, Arkiv V, 146 ff. ; Hsegstad, Upphavet s. 7). Selten 
steht (wie im ostn.) e, z. b. bisweilen in Cod. AM. 645, 4° sowie mnorw. 
(drontheimisch, s. Hsegstad, Kong. , s. 22 und 32 f.) uud im orknöischen 
(s. L. Larsson , Isländska handskriften Nr 645, 4°, s. XLVIII und LIV; 
Hsegstad, Hild. s. 43); in shetländischen Urkunden ü (s. Wadstein, F. Hom., 
s. 67 note; Haegstad a. o.). Z. b. böß, resp. böÖ und büö statt baup bot. 

§ 99. Das durch i-, j- oder Ä-umlaut aus gu, ou ent- 
standene ey (s. § 63,14, § 68,7, § 71, b) ist demnach über- 
wiegend anorw., das aus au entstandene ey (anorw. wy) vor- 
zugsweise aisl. Im 13. jahhr. schwindet ey auch wo es durch 
u- oder et'-umlaut aus ei entstanden ist, s. § 77, 15 und § 79, 13) 
im aisl. ganz, wozu der im § 119 erwähnte Übergang e> e 
beigetragen haben mag. 

Anm. Dialektisch kommt kontraktion zu e vor, z. b. in Codd. AM. 
645, 4°, alt. teil und 677, 4°, alt. teil, im orknöischen, im shetländischen 
und mnorw., bes. drontheimisch (s. L. Larsson und Haegstad, a. o.). Selten 
steht y, z. b. in Codd. AM. 320 fol. und 625, 4° (s. Gislason, Om navnet 
Ymir, s. 7 ff., Um frumparta, s. 196) z. b. hyra statt Jieyra (hceyra), heyra 
{hera) hören. 

§ 100. Der schwebende diphthong iu (um. eu > iu, s. § 56) 
wird — vom umlaut (§ 63, 13, § 68, 6 und §71,7) abgesehen — 
zum steigenden iu, z. b. nom. sg. f. liüf (ürn. liudu) Opedal, s. § 56), 
iül (bes. anorw., s. Fritzner) aus urn. \f)iulu (s. § 56) neben gew. 
iöl nach § 101,2 a usurn. *(j)igulu (s. § 56) mit igu nach *igul- 
> iöla-aptann Weihnachten, itigr, iür (s. § 292) euter. 

§ IUI. Der schwebende triphthong igu (urn. eu, s. § 56) 
wird zu den zwei steigenden diphthongen: 

1. iu vor f, g, Jc,p, z. b. hiüfra (vgl. got. hiufan) wehklagen, 
fliüga fliegen, siükr (got. siuks) krank, kriüpa kriechen. 

Anm. 1. Ausnahmsweise steht iö (vgl. 2 unten) vor f und p. So 
allgemein in piöfr (in mannsnamen auch seltener -piüfr, s. Bugge, Arkiv 
VI, 225) dieb, selten misl. stiöpmöÖir, -son (s. M. Olsen, VQlsunga Saga, 
s. LXXXVIII) Stiefmutter, -söhn, mnorw. riöfa (s. Haegstad, Kong., s. 21) 
reissen. 



§ 102. 103. Entstellung neuer diphthonge. 95 

2. iö in übrigen Stellungen, z. b. siön (got. siuns) das 
sehen, Jriöp (got. piuda) volk, kiösa (got. kiusan) wählen, hliömr 
ton, <7id£a (got. gintari) giessen, piörr stier, kiöll schiff, pio 
(&gs. peoh) lende. 

Anm. 2. In anorw. dialekten kann in (wie im aschw.) statt iö vor- 
kommen, z. b. liüs (s. Hertzberg s. 238) licht, orkn. biürr (s. Hsegstad, Hild. 
s. 42) bier. 

Anm. 3. Vielleicht war in irgend einem anorw. dialekt der Übergang 
in steigende diphthonge noch im anfang des 13. jahrhs. nicht durchgeführt, 
s. Wadstein, F. Hom. s. 123. 

Anm. 4. Die fallenden brechungsdiphthonge ea, ig werden ebenfalls 
zu steigenden und zwar zu ia, io (iu), iä, iö (iü); s. § 88 und §89 
mit anm. 1. 

b) Entstellung neuer diphthonge. *) 

§ 102. e (altes oder nach § 117 aus ce entstandenes) vor 
ng wird seit 1300 (zum teil schon früher, s. Kälund, Heiöar- 
viga saga, s. XX) im aisl. (selten im awestnorw., s. Haegstad, 
Gamalnorsk fragment, s. 11, Vestno. maalf. 11,2, i, s. 121, 122) 

— doch nicht im westlichen teil der insel (mitteilung R. Arpi's) 

— zu ei z. b. geingu (sie) gingen, leingi lange. 

Anm. Ueber e > ie nach k, g, h s. § 103 ; e > ei vor » s. § 96. 

§ 103. e wird im aisl. (sporadisch auch im awestnorw., 
aber erst in mnorw. zeit, s. Haegstad, Vestno. maalf. II, 2, i, 
s. 89) zu ie, dialektisch schon um 1200, allgemein erst um 
1300, z. b. hier hier, iel schneeschauer, mier mir, liet liess statt 
her usw., wiewol die Schrift gewöhnlich das zeichen e behält; 
s. J. porkelsson, ßreytingar, s. 34, Dahlerup, Aarboger 1889, 
s. 248. Nach (den palatalen) k, g. h hat gleichzeitig kurzes 
(nach h aber nur geschlossenes, d. h. nicht aus ce nach § 117 
entstandenes) e die analoge entwickelung zu ie durchgemacht, 
z. b. kietill kessel, giekk ging, hiekk hing, hielt hielt, hiedan 
von hier, hieri (vgl. § 71 anm. 1) hase, Hieöinn ein mannsname 
statt ketell usw. Sehr auffallend tritt diphthong auch in hieraö 
(anorw. im allg. hcerad, also mit urspr. offenem aisl. e) bezirk 
auf. S. Sievers, Beitr. XVI, 242 ; Hoffory, K. Z. XXVII, 502. 

Anm. Ueber ?w > iö s. § 106 anm. 1. 



') Ueber die brechungsdiphthonge s. §§ 87 — 96. 



96 § 104 — 106. Entstehung- neuer diphthonge. 

§ 104. y wird sporadisch im anorw. (bes. ostländisch) 
des 14. und 15. jahrhs. zu iu (selten io) vor r oder l (bes. 
kakuminalem) mit folgendem konsonanten, z. b. GiurÖ(e)r, 
Giordr ein mannsname, hiuröir (< hyrdir aus hirdir nach § 85) 
hirt, kiorkia kirche, Murr still, kiurtil rock, skiorta hemd statt 
GyrÖr usw.; kiulna darrofen, miulna mühle statt Jcylna, mylna, 
der mannsname Giulfe st. 6fyZ/e, sj'wI/V (< s«/£/V < silfr) Silber, 
skiuldr, skioldr (< skyldr < skildr) geschieden. Der Übergang 
tritt auch in nebentonigen ableitungssilben ein, z. b. lykiul 
(< lykyl § 145 anm. 5 < lykill) Schlüssel, mykiul gross, kcetiul 
kessel, JEgiul, JEitiul, Vigiul, Porgiuls u. a. mannsnamen. 
S. Noreen, Arkiv VI, 335; Haegstad, Vestno. maalf. II, 1, s. 45 f. 
und II,2,i, s. 97 f. 

Anm. Aus dem Drontheimischen ist nur ein vereinzeltes tiusdagr 
statt tyrsdagr (s. § 272, 3) < tyrsdagr (s. § 127, 5) dienstag zu belegen, 
s. Haegstad, G. Tr. s. 70; vgl. aber § 106 anm. 2. 

§ 105. q geht im aisl. in au über vor ng und nk, z. b. 
staung stange, nom. acc. ntr. pl. laung lang, haunk handhabe 
statt stgng usw. Spuren hiervon zeigen sich um 1300. 

Anm. Derselbe Übergang zeigt sich weit früher sporadisch sowol 
aisl. als bes. anorw. (wie jetzt z. b. in nordwestnorw. dialekten, s. Haegstad, 
Vestno. Maalf. I, 8) vor g, k und l -f- kons., z. b. mannsnamen wie Augmundr, 
-valdr, -urr, Haugne; Aukrene (s. A. B. Larsen, Maal og minne 1914, s. 166 f.) 
ein ortsname, haukstaldr (so immer; als mannsname hagusta[l]daR 
Kjalevig, hagustalöifi Valsfjorden, s. § 239, l,b) häuptling, raukn (s. Gislason, 
Nogle bemserkninger om skjaldedigtenes beskaffenhed , s. 27 f.; Wimmer, 
Lsesebog s , s. XXI note; Bugge, Bidrag, s. 30) zugvieh; mannsnamen wie 
Aulvaldr, Aulver (anorw. auch 0yluir nach § 65) , Saulver u. a. , hauldr 
(so anorw. immer, aisl. hglpr) freier grundbesitzer u. a. m. (s. Haegstad, 
a. o. II, 2, i, s. 78) neben gew. Qgmundr u. s. w. — Vgl. die im nord- 
westnorw. (wie allgem. im nisl.) angetroffenen spuren eines Überganges g 
(aus ä nach § 107) >• au, z. b. bauöom beiden, maugr verwandter durch 
heirat u. dgl. (s. Haegstad, a. o. II, 2, i, s. 88) statt bädom u. s. w. 

§ 106. cew, welche Verbindung lautgesetzlich nur ante- 
sonantisch steht, kann früh (aber erst nach der w-synkope) 
durch ausgleichung in den auslaut oder in antekonsonantische 
Stellung geraten. Schon im 10. jahrh. kommen neubildungen 
wie frcew (neben free) same nach dat. freewi vor. Wenigstens 
um 1150 ist das so entstandene cew (über eo) zu iö geworden, 
das dann das ganze paradigma durchdringen kann, so dass 



§ 107. 108. Sonstige Verschiebungen : ä, c. V" 

friö (so bes. oiiorw.), dat. friofe neben free (so bes. wnorw.), 
dat. frtiefe steht. Sonstige beispiele sind : friör, freier fruchtbar. 
miör, meer schmal, slior, slder stumpf, sior, stier see. snior, sntier 
schnee, spio (*sp(Siv <*spceiic §97,3. neubildung statt *spey, 
got. spaiw § 77, 15. zn zptwa nach dem muster bäSÜ : hlta) spie. 
S. v. Friesen, X. spr. I, 30 ff.. IL 19 ff. 

Anra. 1. Wahrscheinlich hat ein auf dieselbe weise entstandenes eiv 
in derselben Stellung die gleiche entwickelung durchgemacht, z. b. anorw. 
nom. acc. pl. triö neben tri hölzer und l-nid neben h\e kniee nach gen. 
*trexca. *hieica (got. trhee, kniwe) ; vgl. v. Friesen, >\ spr. I, 48 f. Ior pferd 
braucht man nicht hierher zu ziehen, denn *ehicaR (got. aiha-) gibt *iahuR 
§88, § 226 > *iäuR (vom ags. lehnwort Jaulf <C*Iäuiculf vorausgesetzt, 
s. Björkman. Nordische personennamen . s. 71) §123 >»tfr (wozu der 
mannsname lölfr = ags. Jaulf) § 77. 2. 

Anm. 2. Ein entsprechendes ito ist durch gen. *iws statt ys zu (//-. 
dat. *iiei bogea bei Sighuatr belegt; s. v. Friesen, N. spr. 1.57 ff. Ein 
daraus entwickeltes m könnte in dem § 10-1 anm. erwähnten anorw. tUuämgr 
f art tf/sflagr vorliegen. 



V. Sonstige Verschiebungen. 

§ 107. ä fällt allmählich im laute mit ö zusammen. Schon 
um 1250 ist diese entwickelung abgeschlossen, und seither 
wird von den beiden nunmehr gleichwertigen zeichen d und 6 
nur jenes — also mit der lautlichen geltung des ehemaligen o 
— gebraucht, z. b. pl. dto assen, sdr wunden statt älteren oto, 
sar usw. Bisweilen steht umgekehrt ö oder 6 (bei späterer 
kürzung o) statt «, z. b. No. Hom. vorr unser, mol spräche, 
Jcuäma ankunft statt vdrr, mal. kudma (s. Wadstein, F. Hom., 
s. 76), anorw. Nikolos, Bordr u. dgl. (s. Hsegstad, Vestno. maalf. 
II,2,i, s. 88), Olofr ein mannsname; shetl. 6 'auf, Örnason 
ein mannsname st, d, Ärnason, s. Haegstad, Hild. s. 34. 

§ 108. e geht nach ausweis der assonanzen im anorw. 
schon vor 1000 (s. F. Jönsson, No.-isl. kultur- og sprogforhold, 
s. 237) in ce über zwischen v oder w (kons, u) und r, z. b. vcerk 
werk, vcerda werden, hucerfa weggehen, sucerÖ schwert; in 
gewissen dialekten in geschlossener silbe nach v oder w, 
weniger konsequent nach b, r, l, z. b. vcel wol, vcestr westen, 
i-eegr weg (aber pl. cegar, wonach analogisch sg. vegr), suasfn 
schlaf, hicedr (zu hieöa) sagt, beerg berg, bmn (zu bera) trägt. 

Xorean, Altisl. grramm. 4. aufl. 7 



98 § 109. Sonatige Verschiebungen : 6. 

rosgn regen, broegda schwingen, bloeza segnen, klcerkr clericus. 
Endlich in anderen dialekten tritt ce überall ausser nach g 
und k ein, z. b. ncema nehmen, pl. vcegar wege, bcera tragen 
(aber gefa geben, geta bekommen, Teerte kerze). Vgl. Sievers, 
Tübinger bruchstücke, s. 9; Wadstein, F. Hom., s. 55 ff.; Brenner, 
Literaturblatt für germ. und rom. philo!. 1885, sp. 52; Haeg- 
stadt, G. Tr. s. 32 und 57; Kolsrud, Arkiv XXXIII, 290; 
(F. Jonsson) Konungs skuggsjä (1920), Indledning s. 12. Nach 
M. Kristensen , Arkiv XVII, 87 f. sollen die meisten fälle auf 
einer art von a-umlaut beruhen, was sehr unsicher bleibt. 

Anm. 1. Weil dieser Übergang in schwachtonigen silben unterbleibt, 
steht also in Wörtern, die oft proklitisch oder enklitisch vorkommen, e 
neben ce, z. b. vera, seltener vcera, sein. 

Anm. 2. Ueber die Weiterentwicklung zu a s. § 149 anm. 2. 

§ 109. e wird im aisl. sporadisch zu de vor tt, z. b. sdette 
(Rimb. und mehrmals St. Hom.) sechste, Idettare (St. Hom.) 
leichter, bei skalden schon um 1000 leetta, rdettar, später steettar 
(s. Gislason, Njala II, 602) statt sette usw.; bes. oft nach v 
(vgl. Sievers, Beitr. XVI, 244), z. b. in vdett (zu vega heben) 
deckel, vcettvangr (zu vega töten) kampfplatz. In vdettr (got, 
waihts) wicht ist de häufiger als e, in vdett (zu vega wiegen) 
gewicht sogar alleinherrschend, was wol darauf beruht, dass 
nach v (und w) der Übergang auch von einst folgendem h hervor- 
gerufen wurde, z. b. allgemein sumra (got. swaihrö, s. Schulze, 
K. Z. XL, 401, und vgl. Hellquist, Studier tili. E. Tegner, 
s. 238 ff.) Schwiegermutter, aisl. tucevetr ('Himh-, vgl. § 111) 
zweijährig, misl. hucel (gew. huel ; ags. hiveohl) rad, vdela (*ivihl-, 
s. § 111; gew. vela) sich beschäftigen und vielleicht sucenskr 
(*sivih-, s. § 110 anm. 4) schwedisch. Möglicherweise kommt 
derselbe Übergang auch zwischen v und l vor, z. b. vdela (gew. 
vela) überlisten und vdel (gew. vel) kunstgriff , s. Kock, Arkiv 
XI, 140 f. 

Anm. Kaum darf man (mit Kock, a. o.) denselben Übergang zwischen 
v und r wegen des anorw. seit c. 1250, aisl. erst nach 1300 neben ver auf- 
tretenden vcer (s. Gislason, Njäla II, 602, Jones, The phon. of the Elis saga, 
s. 10 und Hsegstad, Vestno. maalf. II, 1, s. 18 und II, 2, i, s. 30) ' wir' annehmen, 
denn das anorw. kennt nicht nur vcer, sondern auch hetr hier, metr wir, 
peer ihr statt gew. her u. s. w. und übrigens ce sporadisch st. e in allerlei 
Stellungen, z. b. breef brief, fee vieb, licet hiess, leerept, -reft (z. b. Norges 
gamle love 11,346, 111,177, V, 35) leinwand, rcett recht, sab sei u.a.m. 
(s. Haegstad, a. o.) 



§ 110. Sonstige Verschiebungen : t 99 

§ 110. i wird vorliterarisch zu e (bei dehntmg e) in 
folgenden fällen: 

1. Wenn unmittelbar nach dem vokal ein nasal (nach 
§ 266 oder § 233) geschwunden ist — jedoch nicht wenn in der 
folgenden silbe ein t oder ü noch zur zeit des nasalschwundes 
stand (vgl. Liden. Uppsalastudier. s. 80 f.) — z. b. drekka trinken. 
brekka brink, ekke (ags. inca) schmerz, rekkr (ags. rinc, aschw. 
Rinka-by) mann, sekkua (aus *sekkua. s. § 82. 3) sinken, stekkua 
(got. sügqan) springen, hrekkua (aschw. rynkia aus *hrinkira) 
zurückweichen, klekkua iä&n.klynke) stöhnen, ekkuenn (vgl. nisl. 
ekkr § 82, 3) dick, dekkr (afries. diunk. s. § 77, 3) dunkel, defta 
(vgl. aschw. dynter schlag) niederfallen, ?nisl. skuetta (gr. orrtr- 
öeir) bespritzen, mnorw. sletta (aschw. slinta) gleiten, spretta 
(mhd. sprinzeyi) springen, prettdn (*prinn-tdn. vgl. got.prins) drei- 
zehn. vet(t)r neben seit. rit(t)r (s. Yigfusson) nach dat. vit<J)ri. -um, 
anal. vet(t)ri. -um winter. klettr (aschw. klinter) f eisen, kleppr 
(aschw. klimper) klumpen, krepp-hendr (vgl. mhd. krimpfen) mit 
krummen bänden, skreppa (mndd. schrimpen) gleiten: vgl. mit 
lautges. i skikkia mantel (zu uschw. skynke stück zeug). Dehnung 
des e (nach § 123) zeigen mel neben nisl. (und aschw.) mil 
durch ausgleichung einer flexion *minnil dat. mele (aus *minnle 
< *mhiple. ags. midi ahd. mindil) mundstück des gebisses und 
anorw. acc m. (s. Hertzberg) pre (got.prins: anders Hultman. 
Hälsingelagen, s. 180 note 1). mit anal, -aprea (>prid § 133, b, 2) 
drei ; vgl. mit lautges. i fifl (ags. fifel) aus *fimfill (vgl. fimbol- 
§ 317, 1) mit synkope nach dat. *fefle riese, istr ^inpistra-, 
d. iyister. vgl. lat. intestlnus) schmer. pikis- neben pikkisdagr 
(aschw. pinkis-) pfingsttag. 

Anm. 1. Durch ansgleichuug kann i wieder hergestellt werden, z. b. 
imperat. spriklc zu springa zerspringen, litt zu binda binden. Statt gen. 
*ekk-uar (got igqara) steht ykkar euer beiden nach dat. ykkr (got. igqis). 

Anm. 2. Weil der Übergang in schwachtoniger silbe unterbleibt (z. b. 
anorw. himiriki himmelreich aus himin-), steht in solchen Wörtern, die 
gewöhnlich proklitisch sind, natürlich i (fi, z. b. ntr. mitt, pitt, sät zu 
mimt mein, pinn dein, sinn sein; präp. i in, präfix si- (got. sin-) immer-. 

2. Vor r (wie im ags., s. Behaghel. Germania XXXI, 381. 
Sievers, Zum ags. vocalismus, s. 33: vgl. Pipping, Gutalag. 
s. XLY note 1), z. b. ero (urg. *üunp. agutn. iru) sind. Dehnung 
des e (nach § 126, 1) zeigen mer (agutn. mir. got. mis, ahd. mir) 



lfK) §110- Sonstige Verschiebungen: i. 

mir, ]>er dir. ser (got. sis) sich, ver (ahd. wir) wir, er (ahd. tr) 
ihr, er (Larsson, s. 358, 361, Wadstein, F. Hom. s. 125; gew. er, 
weil unbetont, vgl. auch den pl.) ist. Vgl. An. gr. II, § 88 
anm. 3. 

Anm. 3. Dieser Vorgang ist, wie Opedal meR 'mir' zeigt, schon ur- 
nordisch (vom agutn. abgesehen). Dass er dann nicht (wie Kock, Arkiv 
XV, 355 will) in nichthaupttoniger silbe stattfand, beweisen ?'-umgelautete 
formen wie brytr brichst u. dgl. , welche nur aus urn. *briutiR (nicht -eR) 
u. dgl. erklärt werden können. 

3. Vor (später geschwundenem) h, ausser wenn in der 
folgenden silbe ein / oder ü zur zeit des Überganges stand 
(vgl. Lindgren, Sv. landsm. XII, 1, s. 155 ff.), z. b. mit dehnung 
nach § 123 heia (*hihlön-, vgl. aind. gigird-, s. Bugge, Arkiv 
II, 354 f.) reif, el (*jihla) schneeschauer; mit dehnung nach 
§124,1 vet(t)r, seit. vit(t)r nach \A. vitür (anal vetMr), wicht, 
stett (zu stiga steigen) fuss eines bechers, seit anzahl von 
sechs, frett frage, vettvangr (zu vig kämpf) kampfplatz, iättyrpe 
(mit brechung aus *eht-, ahd. jiht) einwilligüng, retta (anal, 
präs. rettir) aufrichten, sletta schlichten. Vgl, nit{t)a nein sagen 
nach präs. nit(t)ir. 

Anm. 4. Der Vorgang dürfte schon urn. sein nach ausweis von 
Jordanes Suehans (wo das e doch auch wol schon durch «-umlaut ent- 
standen sein kann, Avie übrigens auch in einigen von den oben angeführten 
beispielen), aschw. Swear, aisl. Suiar nach dat. Suium und aschw. Swiar 
(s. Wigforss, Namn och bygd VI, 119 f., 124 f.). Dann wäre Tacitus Suiones 
ungenaue Schreibung statt Suihones (mit demselben kollektivsuffix wie 
got. bropahans gebildet) wie auch der vielleicht dazu gehörige — aber 
jedenfalls verwandte — sg. ahd. gi-swlo 'verwandter durch anheiratung' 
statt -swiho (so Laistner, Germ, völkernamen, s. 39). Da -weh- nach § 109 
zu -ivceh- wird, so hiesse der gen. lautges. *Sv.cfcna (wie got. aühsns u. dgl. 
gebildet), was das auffällige et im adj. sucenskr (das doch wol auch die 
entlehnte aschw. form sein könnte) erklären würde. — Dasselbe *swih- 
' selbst, eigen' (vgl. got. swi-hunps selbstverständlich, ags. swi-tal selbst- 
redend) finden wir wol im anorw. sue-, sui-däe (auch suidda, suiddauÖr 
mit aus hd assimiliertem dd) von selbst gestorben, aisl. sue-viss selbstklug, 
eigensinnig wieder. 

Anm. 5. Dass ih > eh später als hs > ks (s. § 222, 2) stattfindet, 
zeigt vixl Wechsel. 

Anm. 6. Sporadische fälle von i^> e in noch anderen Stellungen finden 
sich im orkn. und shetl. des 14. und 15. jahrhs., z. b. greptn gegriffen, velia 
wollen, iel zu, s. Haegstad, Hild. s. 36: ausserdem überhaupt dann und 
Wiiini im uinorw.. s. Hfpgstad, Vestno. maalf. II, 1, s. 48 und 11,2. i. s. 103. 



§111.112. .Sonstige Verschiebungen : i. u. IW 

§ 111. i wird vorliterarisch zu e in folgenden fällen: 

1. Vor einem nach § 299 geschwundenen nasal, ausser 
wenn die folgende silbe zur zeit des nasalschwundes ein t 
oder ü enthielt, z. b. lerept leinwand zu lin lein. Tgl. pi(n)sl 
pein, weil später entlehnt oder nach jü.pislir und^//m peinigen. 

Anm. Dass der Vorgang nicht (wie Kock. Arkiv XV, 313 f. will) 
in nicht -haupttoniger silbe stattfand, beweisen <-uingelautete formen wie 
fräße (got. frödei, -eins, -ein) gelehrtheit u. dgl. , welche nur aus älterem 
*/Vö<)t(m). nicht -e(n,), erklärt werden können. 

2. Vor (später geschwundenem) h. ausser wenn in der 
folgenden silbe ein t oder u zur zeit des Überganges stand 
(vgl. Lindgren, Sv. Landsm. XII. 1. s. 155 ff.), z. b. Hloßver 
(afränk. Chlodoinch) Ludwig, tea (got. teihan) zeigen, lea (got. 
ieikari) leihen, vtlu (litau. »:eikaloti. s. Bugge. Arkiv 11,354) sich 
beschäftigen, tuenn (s. porkelsson, Supplement II, 617, sp. 2; 
vgl. got. pl. tweihnai. aschw. Urmü) doppelt, ßrenn (porkelsson 
a. o.: "Wadstein. F. Hom. s. 131) dreifach. Uttr (ahd. hhti) leicht. 
petir (mhd. dihte) dicht, ve (got. weih n. a. ntr.) heiligtum. pel 
(urg. *pi[n]klö, s. HeUquist, Arkiv VII, 160 note) feile, fei 
(B. M. Olsen, Aarboger 1888, s. 85 f.; ahd. fihala) feile, nisl.j>e/ 
(zu ]>ettr. s. Liden. Studien zur aind. und vgl. Sprachgeschichte. 
s. 39 ff.) zusammengelaufene milch. Vgl. mit lautges. i JAsl 
(durch ausgleichung von nom. *fiisil. gen. *peslar; ahd. dihsila. 
aschw. JilstiJ) deichsei. ffarr (ags. Inner, air. Imar. lehnw. wo 
», resp. m die nasalität des vokals bezeichnet; urn. *fkuhariä 
> *IuatR = Ynguarr — vgl. Marstrander, Bidrag. s. 67. 108, 117. 
anders v. Friesen. Rökstenen, s. 139 f. — < *Ingu-harin nach 
§ 134, a, ags. Ingar) ein mannsname: anal, sia (ahd. siha) nach 
obl. siu seihe, sia seihen, anorw. Utia (s. Hertzberg neben gew. 
letta erleichtern nach präs. Hittir, anal, lettir. 

§ 112. u wird vorliterarisch zu o (bei dehnung o) in 

folgenden fällen: 

1. Wenn unmittelbar nach dem vokal ein nasal (nach 
§ 266 oder § 233) geschwunden ist — jedoch nicht wenn in 
der folgenden silbe ein t oder ü zur zeit des nasalschwundes 
stand (vgl. Kock, Arkiv XI, 315 ff.) — z. b. strolch- (d. Strunk. 
Liden, Uppsalastudier s. 84) butterfass, pokke (agutn. p"unki) 
wolwollen, okkarr (got. ugkar) uns beiden zugehörig (wonach 



102 § 112. Sonstige Verschiebungen : u. 

okkr uns beide statt *ykkr, got. ugkis), part. prät. wie sokkenn, 
stokkenn, hrokkenn, dottenn, sprottenn, skroppenn (zu sekkua 
usw., s. § 110,1) und das adj. kroppenn (aschw. kr umpiri) ver- 
krüppelt. Vgl. mit lautges. u prät. pl. sukkum, stukkum usw. 
sowie (mit i-umlaut) pykkia dünken, drykkr trunk (drukkenn 
getrunken gegen anorw. seit, lautges. nach § 74 und § 162, 2 
drykkinn, s. § 495 anm. 5 — vgl. auch aschw. drykkin-skaper 
trunksucht — hat u aus drukkum u. a.), kryppell krüppel, stytta 
kürzen (stuttr kurz statt *stottr nach dat. stuttum, -u u. a.). — 
Dehnung des o (nach § 123) zeigen z. b. ösk wünsch (aber 
yskia, anal, öskia wünschen), anorw. 6s (got. uns\ vgl. aisl. ess 
< *ösir nach ös statt *«, got. unsis, wie auch die beiden 
kontaminationen aisl. seit. 4ss und das gew. oss) uns, Batatoskr 
(*töskr § 127, 3 < *tunsk-, ags. tüsc zahn) ein mythisches eich- 
hörnchen, pl. orer zu värr (*6arr oder *üarr § 134, b — agutn. 
öar, ngutn. euar aus *Uar — s. Noreen, Sv. landsm. I, 346, 
v. Friesen, N. spr. 1,63 ff.), eine neubildung st. *6$arr, f. *üsur 
zum pl. urspr. *un{z)reR unser, Pörr (aber Puripr s. § 51, 1, a 
und nach § 65 Pyripr neben seit. Por(r)ipr und Pyre nach § 65 
neben Porve frauennamen, anorw. seit. Purgils und oft nach 
§ 65 Pyryils neben gew. Porgils, mnorw. Pure neben Porer 
mannsnamen) aus *Punrait (ags. Punor, gen. Punres; s. Lind- 
roth, Namn och bygd IV, 161 ff.) der donnergott, töpt (nisl. 
tött; gew. aisl. topt nach § 127, 3 neben anorw. *tiift > tuft 
nach dat. tuftu, -um u. a.) aus *tumft (anorw. turnt — s. Lind, 
No.-isl. dopnamn, sp. 98 — und tomt, aschw. tompt mit o von 
toft) bauplatz, präfix 6- neben unbetontem (s. § 51, 1, a) ü- (so 
besonders im anorw., aber selten im Nordwesten und im Dront- 
heimischen, s. Hsegstad, G. Tr. s. 68 und 96, Vestno. maalf. II, 1, 
s. 23) un-. 

Anm. 1. Die scheinbare ausnähme husl (gut. hunsl) das heilige abend- 
mahl ist aus ags. husl entlehnt. Kan(n)ukr (neben Jcanöke) und mükr sind 
von den gelehrten nebenformen kanunkr canonicus und munkr (aus ags. 
munuc) mönch beeinflusst. Im anorw. kuppän < kumpänn kumpan bleibt 
u wegen schwachtonigkeit, denn dass nicht, wie Kock, Arkiv XV, 383 ff. 
will, nicht-haupttoniges u(n) zu 6 wird, lehren auch ?(-umgelautete formen 
wie acc. pl. mggo (got. maguns) söhne n. dgl., welche nur aus altem *ma$ü, 
nicht -5 (das übrigens, weil nasaliert, später zu -a geworden wäre wie in 
Peima aus *paimüh u. dgl.), erklärt werden können. Das vereinzelte füss 
(so immer, aber 2 mal Qlföss — s. Kock, Arkiv XV, 325 — ein mannsname. 



§ 113. Sonstige Verschiebungen : «. 103 

aschw. 1 mal fös und öfter framfö's vorwitzig) eifrig dürfte sein H von 
*füsiR vor dessen Übergang in fyser gelüstet n. dgl. entlehnt haben. 

Anm. 2. Anch vor erhaltenem n wird u (nnd w) zu o (o) in aostnorw. 
diall. (seit, im aisl.), z. b. Äsmondr u.dgl., Gonnor {Gunter): Bönolfr 
Personennamen, ortsname mnorw. Bmice zu rüm räum (s. Lindroth, De 
nord. ortnamnen pa -nun, s. 105 und dort zitierte literatur); dies schon im 
12. jahrh., s. Bugge, Arkiv X, 258. 

2. Vor (später geschwundenem) *, ausser wenn in der 
folgenden silbe ein t oder ü zur zeit des Überganges stand, 
z. b. dröttsete truchsess, gnott (ahd. ginuht) genüge, flotte flucht, 
Jcnes-bot (d. bucht) kniehöhle (sowie Bot, fi. Pohto, als ortsname, 
s. Lind, Namn och bygd II, 173 ff.), sott, söt (d. sucht) krank- 
heit neben anorw. (s. Wadstein, F. Hom. s. 127 ; Haegstad, G. Tr. 
s. 43; porkelsson, Supplement IV, 141) sütt nach dat. pl. u. a.. 
i-smött das worin man schmiegt (vgl. anm. 3), Ion (anorw. auch 
lün) stilles wasser (vgl. logn § 317, 3, b stille), floe weite und 
seichte wassersammlung (vgl. aschw. fly < *fluhja seichte pfütze, 
s. Saxen, Stud. nord. fll. I, 3, s. 60 f.), böla (*buhlön- zu ahd. buhil 
hügel) beule neben aschw. brda nach den kas. obl., ebenso 
(s. Kock, Beitr. XXIII, 538 note) föa (got. faühö) füchsin neben 
orkn. füa, 

Anm. 3. -smätt neben -smött (s. oben) beruht nach v. Friesen. N. spr. 
1,69, auf gen. -smättar, entstanden durch entgleisung nach dem typus 
nött : nättar u. dgl. 

Anm. 4. Um. ÖohtriR Tune (aisl. detr) tö'chter hat das o ans dem sg. 
*öohtßr entlehnt. Da dies o vielleicht durch a-umlaut entstanden ist. so 
ist der Übergang uh > oh (und üh > <jh, s. § 113) nicht für das um. sicher 
erwiesen, um so weniger als die Schreibungen muha Kragehul und hariuha 
brakteat von Sjaelland (nr. 57) direkt dagegen zu sprechen scheinen. Dass 
uh > oh später als hs > ks (s. § 222, 2; stattfindet, zeigt uxe (got. aühsa) ochs. 

Anm. 5. Wahrscheinlich ist u schon um. (vgl. § 110 anm 3) vor R 
zu o, woraus nach § 71,3 e und mit dehnung nach § 126,1 e, geworden 
(vgl. Behaghel, Germania XXXI, 381). Beisp. s. §71,3 und 4. Die prä- 
position ür oder (nach §71,6) yr 'aus' und die präfixe *tur- (später nach 
§ 146, 3 tor- und nach § 71, 5 tyr-) schwer-, ur- (or- und nach § 71, 3 er-) 
ohn- sind zur zeit des Überganges schwachtonig {uß, tun-) gewesen und 
daher dem übergange entzogen. 

§ 113. u wird vorliterarisch zu 6 vor (später ge- 
schwundenem) h, z. b. ötta (got. ühtwö) früheste morgenzeit, 
pötta (got. pühta) dünkte, pro (ags. prüh) trog, mor heideland 
(fi. muha sumpf mark, s.Karsten, Germ.-finn. Lehnwortstudien. 
s. 601); mit t'-nmlaut 4m (got. jühha) jünger, statt dessen man 



104 §114.115. Sonstige Verschiebungen : »/,{>• 

in anal ogie mit § 112,2 *yre erwarten sollte (adän. yrce kann 
vom snp. yngstcer beeinflusst sein, wie noch gründlicher die 
neubildung aisl. yngre), 6ska Jugend. 

Anm. 1. Ueber das unklare anorw. almöge neben -mügi (aschw. müghe, 
aisl. müge, ags. müga, müha? schar) das ganze volk s. meine unsichere Ver- 
mutung in Urg. lautl. s. 179 (wozu vgl. Hellquist, Arkiv XXXIV, 183 note 2). 

Anm. 2. Ueber ü > 6 in aostnorw. diall. s. § 113 anm 2. 

§ 114. Ein dialektischer Übergang y > i, wenigstens 
wenn die folgende silbe i enthält, findet, bes. im südwnorw. 
(wie durchgehends im nisl. wenigstens um 1550, s. Jiriczek, 
Bosa Bimur, s. XXV) statt (vgl. § 147), z. b. brinia brünne 
(vgl. den häufigen anorw. mannsnamen Briniolfr), higgia 
verstand, minni (wol nach ösminni § 147) mündung, lif 
(wol nach pl. lißar) arzneiraittel, anorw. ifrinn überschüssig, 
reichlich, anorw. kindir zündet u. dgl. neben brynia usw.; 
s. Haegstad, Gr. Tr. s. 69 note, Vestno. maalf. II, 1, s. 47. Der 
Vorgang scheint durch air. lipting (aisl. lypting) schon für das 
11. jahrh. bezeugt zu sein (s. Marstrander, Bidrag s. 73). Wo 
ausnahmsweise y zugrunde liegt, dürfte zunächst kürzung 
(nach § 127, 5 und § 151) zu y anzunehmen sein, z. b. prät. 
sindi zeigte, anorw. imiss wechselnd, hibili Wohnsitz, selten 
(s. Haegstad, Gr. Tr. s. 69 note) bisna (nach präs. -ir) zu weit 
gehen neben syndi, ymiss (pl. ymsir § 127, 5), Mbyle usw., aber 
so können wol nicht z. b. anorw. seit, hiding Stäupung, Urit(t)r 
allgemeines recht, Hisingr ein mannsname statt gew. hyding, 
lyrettr, -rit(t)r, Hysingr erklärt werden, sondern dürfte hier 
ein dialektischer Übergang // > i (wie allgemein im nisl.) an- 
zunehmen sein. 

Anm. 1. Ueber das seltene anorw. bril(l)aup (s. z. b. Haegstad, Vestno. 
maalf. II, 2, i, s. 32) neben bryllaup (vgl. § 51, 1, a) hochzeit s. ein erklärungs- 
versuch bei Kock , Arkiv XII, 257. Ueber hibxjli neben lautgesetzlichem 
htfbyli s. § 77, 6. 

Anm. 2. Mnorw. kann y, besonders vor r und kakuminalem l, in 
e übergehen (wie im aschw.), z. b. ferre frühere, melna mühle, efer über 
u. dgl., s. Haegstad, Kong. s. 18, Vestno. maalf. II, 1, s. 48 und II, 2, i, s. 104. 

§ 115. o. wird verändert: 

1. Zu o vor nasalen mit folgendem kons., wenn in der 
folgenden silbe ein u (o) oder w steht, vorliterarisch in gewissen 
sowol aisl. wie anorw. dialekten. Für das aisl. wird der 
Übergang bezeugt durch die alten bruchstücke der Olafssaga 



§116. Sonstige Verschiebungen : <}. 105 

(§ 12, 10), welche z. b. monnom männern, atgongo (und gongo) 
angriffe, Rognualdr (d. h. Bon-, s. § 239, 2)- ein mannsname 
haben, während in anderen Stellungen konsequent o steht, 
z. b. hond. rond. Onnndi: nofnom. morgom (lmal morgom, wol 
Schreibfehler), fofior usw.; für das anorw. (s. Kock, Arkiv 
XVI, 254 ff.) durch den ersten anorw. Schreiber des Hauksbök 
(s. § 15,27) und wol auch Oratio contra clerum (§ 15,29); 
vgl. Haegstad. G. Tr. s. 84). 

2. Zu (offenem) e (nisl. ö geschrieben) im aisl. (im anorw. 
nur in der gegend nördlich von Bergen sowie auf den Fär- 
bern) überall ausser vor ng, nie (s. § 105) und in dem oben 1 
erwähnten falle. Dies e tritt in einzelnen gegenden schon 
im 13. (z. b. Cod. Am. 645, 4°, alt. teil, wo schon gew. e ausser 
nach kons, u steht, also z. b. vetn gegen suor u. a.), sonst 
allgemein erst im 14. jahrh. auf, z. b. dat. sg. ntr. e]>ro anderem, 
dat. sg. geto gasse. Vgl. Lyngby, Tidskr. f. Phil, og Paed. 
II, 300 f.; L. Larsson, Isländska handskriften Nr. 645, 4°, s. IUI; 
Kock, Beitr. XX, 122 ; Haegstad, Vestno. maalf. I, 80 f., 85 und 
II, 2. ii, s. 156; F. Jönsson, Arkiv XXXV, 314 ff. 

Anm. Im sonstigen anorw. (wie im ostn.) kommt dieser Übergang 
mir vor r und kakuminalem l und nur in gewissen dialekten (aber schon 
bisweilen in den ältesten hdschr.) vor, z. b. &rn (No. Hom. 3 mal) adler. 
el bier. 

§ 116. o wird zu o, wo es nasaliert ist (s. § 50), z. b. spönn 
(*spänuR, gen. spdnar. wonach nom. spann) span. 6n (und rä» 
nach gen. vänar) hoffnung, Iorjjon (-an) der fluss Jordan', ön 
(ahd. äno) neben schwachton. an ohne, hon und (schwachton.) hdn 
(Reykj. Mäld.; vgl. das agutn.) sie, hönom und hdnom ihm, 1. pl. 
som zu sä sah. mönoJ>r (gen. mänapr) monat. 3. pl. nomo zu 
ndm (wozu neugebildet nwno, ndmo nach analogie von bar : boro, 
bäro u. a.) nahm, möto zu mat mass, nött (gen. ndttar) nacht, öst 
(gen. dstar; got. ansts) liebe, oss name der germ. rune *ansuz 
(identisch mit oss, dss gott, älter oss, gen. äsar, wozu der Orts- 
name aostnorw. und aisl. Oslo neben awestnorw. AsU, lat. 
Asloia, mndd. Anslo). Oh (ahd. Anulo) neben Ale (ahd. Analo. 
ags. Onela), Oläfr, -lafr aus *AnulaibaR (air. lehnw. Amlaib, 
ags. Anldf), On(n) neben pn(n), An(n) mannsnamen, öl (anaL 61, 
dl nach gen. dlar) riemen (gr. tvpcvhj), oll (und all; sanskr. 
ankurd-) keim, ro (anal, rä) zu pl. rar (anal, röar) winkel 



106 § Ü7. 118. Sonstige Verschiebungen : ce, ct. 

(vgl. rong spant), eld(s)-tö herd neben anal, td hofplatz und 
schwachtonigem -ia in nnorw. elta herd und nschw. spilta ver- 
schlag (vgl. finn. lehnw. tanhua hürde und ags. töh zäh), ? Öttarr 
neben nmorw. Attarr (vgl. ahd. ähta, ags. oht Verfolgung; anders 
Marstrander, Bidrag, s. 82, 155, 156, und Björkman, Studien 
z. engl. Phil. LVIII, 85 ; vielleicht sind zwei namen zusammen- 
gefallen) ein mannsname; vielleicht auch hierher iprött (aschw., 
adän. ifrrcet; vgl. Noreen, Värt spräk III, 326 f.) talent und 
lömundr neben Icemingr lemming. Nach ausweis der assonanzen 
(wie nött : ötta) ist 6 schon um 1050 statt o eingetreten. Vgl. 
Wadstein, F. Hom., s. 64 ff.; Gislason, Njala II, 607 ff., 612 ff.; 
Kock, Arkiv V, 46 ff.; Falk, ib. VI, 114 ff. 

Anm. Ueber mör, nö- s. § 72, 2 ; anorw. nokkorr s. § 82, 2. 

§ 117. ce fällt im aisl. früh orthographisch und vielleicht 
auch lautlich mit e zusammen, z. b. selia (anorw. soslid) über- 
geben, erfa (anorw. cerfa) erben usw.; zwar unterscheidet der 
aisl. grammatiker um 1150 noch e (d. h. ce) und e, aber schon 
die ältesten skaldengedichte lassen die beiden laute assonieren. 
Vgl. L. Larsson, Isl. hdskr. Nr. 645, 4°, s. LH ; Heusler, Aisl. 
Elementarbuch 2 § 57 anm. 1. — Dagegen im anorw. tritt 
der Übergang ce > e im allgemeinen nur vor nn sowie vor n 
(und m?) mit folgendem heterosyllabischen konsonanten ein; 
dies schon im anfang des 13. jahrhs., z. b. Jcenna (got. kannjan) 
kennen, menn niänner, dat. hende (aber pl. hcendr) hand, lenge 
lange (aber leengr länger); s. Wadstein, F. Hom. s. 50 f.; Sievers, 
Tübinger bruchstücke, s. 8; Haegstad, G. Tr. s. 68, 79 ff., 83. 
Im Cod. Holm. 34, 4 — steht e ganz regelmässig vor nn und 
m, n + kons, sowie in nefna nennen; aber ausserdem wird e 
wenigstens geschrieben vor i oder u der folgenden silbe, 
wiewol die vokalharmonie (i, u, nicht e, o, als endungsvokale) 
zeigt, dass das ce nicht zu gewöhnlichem e geworden ist; 
s. Kolsrud, Arkiv XXXIII, 287 f. Speculum reg. hat e nach g, k, 
s. Jönssons ausg., Indl. s. 12. 

§ 118. ce geht im anorw. (seit, aisl.) dialektisch in e über, 
teils (z. b. in Cod. AM. 310, 4°, §15,13; s. Groth's ausgäbe, 
s. XVI) nach g (nach k fehlen zufällig beispiele), z. b. cigetr 
berühmt, gefa glück; teils (s. Skulerud, Arkiv XXVIII, 259 und 
dort angeführte literatur sowie Kolsrud, Arkiv XXXIII, 290) 
vor und nach », z. b. renr raubt, ner (auch aisl., s. Larsson) 



§119—121. Sonstige Verschiebungen: e, <i u. a. 107 

nahe; vielleicht auch vor r (js), z. b. serr sät, Leradalr ein 
Ortsname (s. M. Olsen. Stednavnestudier, s. 119 und dort an- 
geführte literatur). 

§ 119. Geschlossenes e (nach § 63, 3, § 71, 3, § 77, 3 und 
§ 82, 3 entstanden) wechselt, bes. in aisl. hdschr. (anonv. beisp. 
bei Haegstad, G. Tr. s. 69 und Vestno. maalf. 1, 89) mit e, ohne 
dass man überall imstande ist zu entscheiden, ob ein laut- 
licher Übergang e > e vorliegt. In einzelnen fällen kann 
nämlich möglicherweise e der ältere, nicht durch u- oder 
w-umlaut veränderte, laut sein, z. b. smer (smer) butter, wie 
wol sicher der fall ist in eple < cepli (ahd. edili) neben ej)le 
(s. § 66 anm. 2) begabung, wo übrigens das e offen ist. Sonstige 
beispiele — welche keine regel durchblicken lassen (nach 
Kock, Arkiv IX, 150 note soll das e zum teil auf schwach- 
tonige Verwendung des betreffenden Wortes oder der betr. silbe 
beruhen, was aber sehr unsicher ist) — sind u. a. präs. Jcemr 
kommt, sefr schläft, trepr tritt, prät. konj. jier/>e wagte, part. 
prät. frerenn gefroren, pl. stePr stützen, sener söhne, komp. efre 
oberer, nerpre nördlicher, eocn ochsen neben kemr, sefr usw. 

§ 120. e geht im aisl., schon etwas vor 1250, in dz über, 
z. b. dcema richten, starre grösser usw.; s. J. porkelsson, Brey- 
tingar ä myndum etc., s. 30 f.; Kälund, Palaeogr. Atlas (1905), 
s. VI f. — Ueber vorKterarisches •§ aus vor j s. § 68, 3. Ueber 
etwas späteres y aus vor yi. Jci s. § 75. 

Anm. Orkn. ist i statt w aus dem j. 1369 belegt, z. b. bäa büssen; 
s. Htegstad. Hild. s. 41. 

§ 121. Spuren der dem neuostnorw. charakteristischen 
vokalharmonie, welche einen kurzen vokal in offener (selten 
in geschlossener) silbe demjenigen der folgenden silbe ganz 
gleich werden lässt, finden sich schon, wiewol anfangs selten, 
seit dem 13. jahrh. in onorw. denkmälern, z. b. ä madal statt 
ä medal zwischen, afan st. ofan von oben, gumul st, gomul alt, 
hufud st. hofud, Tcana st. Jcona weib, samar st, sumar sommer, 
slada st. skoda schauen, Falke, FalJcvarör st. Folk-, Fanne 
st. Forne, Parsten st, Porstein und mit urspr. langem vokal 
Paraldr st. Poraldr u. a. (vgl. Lind, Arkiv XI, 271) manns- 
namen, falage st. felage genösse u. dgl.. s. Haegstad, G. Tr. 
s. 62 f., Vestno. maalf. II, 1, s. 43 und 50; A. B. Larsen, For- 
handlinger i Videnskabsselsk. i Kristiania 1913, nr. 7, s. 29 t 



108 §122-124. Dehnung. 

B. Quantitative Veränderungen, 
I. Dehnung. 

§ 122. Gedehnt wird jeder kurze vokal, der entweder 
ursprünglich oder durch Schwund folgender laute (vgl. § 123) 
auslautend steht, z. b. sä (got. sa) der, ])ü (got.jw) du; ä 
an, ]>ä dann, i in, sä (got. sah) sah, prät. vä zu vega aufheben, 
brä zu bregfia schwingen, präs. mä zu mega können, Jene 
(*Jcnewa) knie, tre bäum. 

Anm. 1. Wo im auslaute kein konsonant geschwunden ist, kann die 
länge des vokals möglicherweise schon urgermanisch sein. 

Anm. 2. Auch in urspr. ' halbstarker ' silbe (s. § 51 anm. 1) ist 
dehnung einst (wenigstens in offener silbe) eingetreten. In anorw. dialekten 
ist die länge noch in die literarische zeit hinein (ja noch in nnorw. diall.) 
erhalten, z. b. in No. Hom. verä sein, erö (vgl. das häufige rö § 158 anm. 2) 
sind, acc. einsetö einsamkeit, etä (4 mal) essen, acc. etö krippe, getä 
bekommen (formen wie ifän, varän, eröm, tgküm, ävitäsk, later können von 
*ifä, *varä, erö, HaJcä, *vüä, late u. dgl. beeinflusst sein ; vgl. jedoch gleich 
unten); anders Wadstein, F. Hom., s. 122 ff. In anorw. hdschr. des 14 jahrhs. 
kommen oft Schreibungen wie beraa tragen, hafaa haben u. dgl. vor (s. 
J. Storm. Englische philologie J , s. 251), wo jedoch aa wol schon nach § 107 
o bezeichnet, wie o in mnorw. kono weib, meto messen, skoSo schauen 
und gleicherweise ofon von oben, somon zusammen, uton von aussen (s. 
A. B. Larsen oben § 121 a. o.). Sonst ist kürze eingetreten, weil die halb- 
stärke zur schwachtonigkeit geworden ist. 

§ 123. Sogenannte ersatzdehnung kommt im inlaut 
vor, wo unmittelbar nach dem vokal entweder ein vokal syn- 
kopiert wird oder ein konsonant schwindet ohne sich einem 
folgenden zu assimilieren (d. h. ohne konsonantische ersatz- 
dehnung), z. b. när (*na-m § 80, 2 < *nawix) leichnam, fdr (vgl. 
got. fawai) gering an zahl; o, 6 (*äu, s. §77,2; got. aha) fluss, 
ß, fe (feu § 77,4; got. faihu) vieh, geld, tär zähre, Ale, Ole 
(ahd. Analo, resp. Anulo), Pörr der donnergott, gos gans, qst 
(got. ansts) liebe, äss (got. ans) balken, Äke (ahd. Enihho), nom. 
pl. huärer zu huaparr (gew. huärr nach dem pl.; got. hqpar) 
welcher von beiden, Görejir statt Gofrrejjr Gottfried, Frirekr 
Friedrich, nol nadel, mal (got. mapl) spräche u. a. m. (s. §§ 292 
bis 299). 

dort §124. Dehnung vor konsonantenverbindungen tritt 
vor uzenden fällen ein: 



§ 124. Dehnung. 1Q9 

1. Vor ht (später zu tt assimiliert, s. § 267), z. b. dötter 
toehter, ätta acht, retta richten; vgl. Kock, Beitr. XV, 252 note. 
Die dehnung muss schon um 900 vorhanden gewesen sein, 
weil die assimilation ht > tt schon aus dem 10. jahrh. belegt 
ist. Andererseits zeigt ein fall wie iättyrpe (§110,3), dass 
die dehnung später als die betreffende brechung (gegen 700, 
s. § 95, 1) ist. Sie fällt demnach zwischen 700 und 900. 

2. Vor rh und Ih (woraus später r, resp. I, s. § 230) findet 
sporadisch dehnung statt, z. b. fyre, fyre föhrenholz und füra, 
fura (vgl. ahd. foraha) föhre. snire (*sicerhian-, vgl. ags. sweora 
aus *swerhan) nacken, pl. vdler, gew. valer (vgl. ahd. walaho) 
kelten (s. Bugge, Studier s. 208 note), föle (agutn. fuli, vgl. 
got. fulhans verborgen) diebsgut, or (bei Larsson und oft im Cod. 
Eantzovianus, § 15, 17) neben or (ags. earh. vgl. got. arhazna) 
pfeil, Ml als ortsname neben aschw. pl. Alir (vgl. got. alhs 
tempel), pl. firar (s. Pipping. Neuphil. Mitteilungen 1914, s. 150 f.) 
neben firar (as. gen. firiho) männer, vielleicht Byleiptr oder 
Byleistr ein mythischer mannsname aus *byl-heiftr (mhd. keifte 
adj. heftig, subst. sturmwetter), resp. -heistr (ahd. heisti, ags. 
hceste heftig), also ; windstossheftig': aber nur marr (ags. mearh) 
pferd, fior (ags. feorh) leben, puerr (ags. fiiceorh) quer, for 
(jedoch nschw. dial. for) furche, snara (ahd. snaraha) schlinge 
neben nschw. mär gestrüpp, fiol (*felhö, s. Wiklund, Finnisch- 
ugrische Forschungen XII, 33 f.) brett, melr (s. ib.) sandhügel, fela 
(got. filhari) verbergen, fair hülse, Fialarr ein name, malr (vgl. 
shö..malaha) sack neben nnorw. Maal- in Ortsnamen, s. M. Olsen, 
Arkiv XXII, 105, und aschw. Mcelir als seename, s. Pipping, 
Stud. nord. fil. XII, 55, seh (ags. seolh) seehund, biartr (ags. 
beorht) hell, licht u. a. Zur erklärung s. vor allem Pipping, 
Stud. nord. fil. XII, 28 ff. und dort angeführte literatur sowie 
Noreeu, Geschichte 3 § 46, e und dort zitierte literatur. 

3. Vor kakuminalem l (s. § 40, 2) + konsonant (also haupt- 
sächlich vor If. Ig. 1k, Im, lj)) sind a, o, g, u im aisl. und zum 
teil im südwestlichen (seit, nordwestlichen) anorw. und färöisch 
(s. Hsegstad, Vestno. maalf. II, 2, n, s. 155 und I, 50, 68 sowie 
Wadstein, F. Hom., s. 121) schon etwas vor 1200 (beisp. schon 
in St. Hom., vgl. auch Marstrander, Bidrag, s. 79) gedehnt 
worden, z. b. hälfr, f. holf (half) halb, ulfr wolf, gölf fussboden 
im zimmer; yalge galgen, söJgenn verschlungen: slidlh- diener. 



110 §125.126. Dehnung, 

fölk volk; hälmr stroh, hidlmr, dat. pl. hiolmum (hiälmum) 
heim, holmr kleine insel; hiälpa helfen, hiölp Qiiälp) hilfe, 
holpenn geholfen. Beispiele der dehnung vor In, Is, welche 
gruppen nur wo sie durch synkope entstanden sind kakumi- 
nales l enthalten, sind qln (vgl. got. aleina) eile, kolna (zu 
aschw. kolin gekältet) kalt werden , bölstr (anorw. bolstr und 
bulstr) polster, hals hals, s. Noreen, I. F. IV, 320 ff.; Celander, 
Om ö vergangen av ä > d, s. 79 f. 

Anm. 1. Die seltenen ausnahmen beruhen auf analogie, z. b. prät. 
Jialp, hulpom zu hiälpa (älter hiälpa) helfen, sualg, sulgom zu suelga ver- 
schlingen, skalf, skulfom, part. prät. skolfenn zu slciälfa (skialfa) zittern 
nach barg, bitrgom, borgenn zu biarga bergen u. dgl. Ebenso pl. stolner 
nach sg. stolenn gestohlen u. dgl. , s. Noreen a. o. , s. 321 ; über prät. valpa 
zu velia wählen u. a. s. ib. note. 

Anm. 2. In säld sieb und skäld skalde ist die länge ursprünglich. 

4. Vor ng, nk wird a im aisl. — jedoch nicht im west- 
lichen teil der insel (mitteilung R. Arpi's) — und anorw. 
nördlich von Bergen (s. Hsegstad, Vestno. maalf. I, 145 und 
11,1, s. 41) wenigstens um 1350 gedehnt, z. b. längr lang, 
krdnkr krank. Vereinzelt steht kongr (kongr) neben konungr, 
-ongr könig. 

Anm. 3. Dialektisch wird in anorw. ein vokal vor rd, rt und m 
gedehnt, z. b. bärn kind (s. Hsegstad, Vestno. maalf. II, 2, 1, s. 79 ff.). 

§ 125. Zu welcher zeit die in der jüngeren spräche fast 
überall durchgeführte dehnung jedes kurzen vokals vor kurzen 
konsonanten eingetreten ist, ist unsicher. Wahrscheinlich 
fand sie statt zu verschiedenen zeiten je nach verschiedenen 
orten, auf Island wol erst nach 1400, stellenweise doch viel- 
leicht schon im 13. jahrh. In Norwegen ist sie westnorw. 
seit dem anfang des 14. jahrhs. belegt (s. Hsegstad, Vestno. 
maalf. 1, 145, II, 2, i, s. 83 und IL 2, n, s. 41), z. b. maat speise, 
laas las, eer ist. 

Anm. Vgl. noch Bugge, Beretning om forhandlingerne pä det ferste 
nordiske filolognxode, s. 141, Wimmer, Lsesebog*. s. XVI ff., Dahlerup, Ägrip, 
s. VII, Kock, Studier i fornsvensk ljudlära, s. 236 f. — Wegen mnorw. 
(südwestlich) okkaar, odhaal u.dgl. vgl. Hsegstad, Vestno. maalf. II, 2, i, 
s. 84. 

§ 126. Sonstige fälle: 

1. Vor tautosyllabischem, aus urn. r (urgerm. z) ent- 
standenem r (ausser natürlich wo zwei konsonanten folgen, 



§127. Kürzung. 111 

z. b. mergr mark, s. § 71 anm. 1), z. b. präpos. 6r, tir, &r, yr 

(got. us) 'aus' neben dem privativ-präfix or-, ur-, er-, nom. pl. f. 
pcer (um. pcui Einang < *pöz § 137, 2) die. prät. vdr (No. Hom. 
8 mal, s. Wadstein, F. Hom. s. 121; gew. rar, weil unbetont) 
war, ?dat. (Rigsf>ula 3) arm (anal, arne) zu arenn herd (s. § 72 
anm.), mer, per, ser, ver, er pron. und er (gew. er) verb s. § 110,2. 

Anm. 1. Fälle wie gier (§ 71, 1) glas, fror (§ 71, 3) frost u. dgl. haben 
sich nach den zweisilbigen formen giere n. s. w. gerichtet | tyr- (§ 68, 5) 
ist erst nach der deknungszeit starktonig geworden (vgl. § 72). Also ist 
die dehnung älter als der Ä-umlaut, 

Anm. 2. Die seit. prät. -formen sera, smra statt sera (got. sa(sö) 
säete. snera wandte haben wol die länge aus dem inf. sä, snüa, resp. dem 
präs. und part. entlehnt. 

2. Sporadisch im anlaut, s. A. B. Larsen, Maal og minne 
1914, s. 147 ff., z. b. anorw. äf von, anorw. d~kr acker, mnorw. 
dl- all-, mnorw. äpostole apostel, anorw. dt zu, dass, anorw. 
Ormr ein mannsname, aisl. eh (misl. jeg, vgl. § 103), aisl. eta 
(s. B. M. Olsen, Germ. XXVII, 262 f.) neben af, abr usw.); s. Haeg- 
stad, G. Tr., s. 65, Vestno. maalf. I. 50, 89, II, 1, s. 41 und 
II,2,i, s. 82 f.; Wadstein, F. Hom., s. 121; Hertzberg. s. 854 f.; 
Fritzner; Lind, No.-isl. dopnamn. 

3. Ueber init. iu > iö, in s. § 100 und § 101. 

4. Ueber eventuelle dehnung bei hiatus (z. b. fear > fiar 
viehes) s. § 133, b, 2. 

Anm. 3. Ganz unklar sind die Verhältnisse bei sehr vielen lehnwörtern, 
bes. eigennamen. Denn zwar ist die länge urspr. in z. b. Ädäm (lat. Ädäm), 
DäviÖ (lat. David) Jesus (lat. Jesus), Tomas (gr. 6o>,m5^) u.a., aber wie 
ist sie zu erklären in z. b. der ersten silbe von Ärön (lat. Ärön), oder der 
zweiten von Magnus (lat. Magnus), der beiden von Petrus (lat. Petrus), 
Satan (lat. Satan) u. s. w.? S. das material bei F. Jonsson in Festskrift til 
V. Thomsen (1894), s. 204 ff. (wo s. 220 ein ungenügender erklärungsversuch). 
und L. Larsson, Arkiv IX, 118 ff. 

II. Kürzung. 

§ 127. Vor tautosyllabischer oder durch synkope ent- 
standener konsonantengruppe — doch nicht den in 
§ 124,2, 3 und 4 genannten Verbindungen — oder geminata 
tritt kürzung eines langen vokals ein, aber zu sehr ver- 
schiedenen zeiten je nach verschiedenen Stellungen. Jedoch 
ist dies Verhältnis sehr oft nicht mehr aufrecht erhalten, so 



112 § 127. Kürzung, 

dass faktisch die lautgesetzliche kürze nur in verhältnismässig 
wenigen fällen auftritt. Dies beruht teils auf ausgleichungen 
nach verwandten formen, wo die länge nicht in der betreffenden 
Stellung stand, teils wol auch darauf, dass in gewissen dia- 
lekten die kürzung vor gewissen Verbindungen nie eingetreten 
ist. Jedenfalls ist das lautgesetz durch die isolierten formen 
als solches gesichert. Von beispielen (vgl. anm. 3) mögen hier 
angeführt werden: 

1. d > a in kann (gen. hans) er neben dat. hqnom, hönom 
ihm, gasse gänserich zu gas gans, vapmäl (väp-) kleidstoff zu 
vop zeug, skald (skäld nach dem dat.) dichter, haske (häske) 
gefahr, arna (dma) böte sein, tarn (idrn) eisen, natt (gew. 
ndtt, nott, nott) nacht, att (gew. dtt, ott) geschlecht, ntr. vart 
(vdrt) unser zu f. vdr (vor, 6r), ntr. sart (sdrt) verwundet zu 
f. sdr (sor), nakkuarr (s. § 54, 8, a) irgend ein, Aslaug, -mundr 
neben As- personennamen. 

Anm. 1. Das nach § 97 anm. 1 aus cei, ei dialektisch entstandene c 
wird zu i verkürzt, z. b. huimleipr (aschw. hwemisßer) jedem verhasstzu 
hueim jedem, Indripe neben Eindripe ein mannsname, anorw. inginn (schon 
Hoprekstad 2. band acc. ingan; spätere beisp. s. Hsegstad, Upphavet, s. 8) 
neben ceinginn kein; dazu ntr. ikki (s. Hsegstad, G. Tr. s. 91) neben cekM 
nicht(s) ; mnorw. Girmnndr <C Geirmundr ein mannsname. 

2. i > i in minn, pinn, sinn (ntr. mitt. J)itt, sitt) zu f. min, 
J>in, sin mein, dein, sein, vitke (ags. witga, ahd. wlzzago prophet) 
zauberer, pl. Utler (selten litler) zu Meli klein, Skirner ein 
mythischer name zu skira (prät. skirfia, skirfia) hell machen, 
skirr (skirr) zu acc. skiran hell, Vigfüss ein mannsname zu vig 
kämpf, sild (sild, vgl. den fischnamen sil) hering, huilp, -d 
(huilfi, -d) ruhe zu huila ruhen, litt (litt) neben litet wenig, iss 
(iss) zu pl. isar eis, ntr. fritt (fritt) zu f. friß schön, fifl (fifl) 
idiot, ipvandr (ip-) tatkräftig zu ip tat, illr (illr, aschw. Uder, 
nisl. illr neben illr) böse. 

3. 6 > o, seit, u, in Porsteinn, -finnr u. a. dgl. namen neben 
Pöroddr, -(h)ildr u. a., HroJ)biartr (Hröp-), Hrolleifr, Hrollaugr, 
Hrokkell u. a. dgl. namen zu hrofiogr ruhmvoll, ntr. gott (gott; 
3 mal gutt, wie im aschw., im Cod. AM. 921, 4°, IV, 1, s. Morgen- 
stern, Arnamagn. Fragmente, s. 44 f.) zu f. göj) gut, topt (seit. 
töpt, s. § 112, 1), anorw. tuft bauplatz, drot(t)ning (dröt-) königin 
zu dröttenn (drottenn) könig, ogn (ogn) schreck, forn (forn) 



§127. Kürzung. 118 

opfer. briost (briöst) brüst. Porpr (Porfir) ein mannsname, lioss 
(liöss) zu acc. liösan licht, hell. Xorreyr neben Xoregr 
(s. § 235. 1. 1) Norwegen, okr (got. icökrs) wucher. anorw. kriny- 
hitr u. dgl. (in Ol. h. leg. saga, § 15. 12 1 st. -öttr (s. Kock. Arkiv 
X. 330 note 1), mnorw. mkn (s. Ha?gstad. Vestno. maalf. 11. 2. i. 
s. 33, vgl. seit, aschw. ticfta < sökm) durch anschlug an söknar- 
dagr zu gerichtlicher Verhandlung freier tag neben söhn 
(wie oft im aschw. > nach säkia gerichtlich belangen st. sykn 
(s. § 77, 12) zu gerichtlicher Verhandlung frei, schuldlos, Eulfr 
(aisl. Hrölfr). Prundr taisl. Pröndr) mannsnainen. Diese 
kürzung ist .durch air. lehnwörter schon bald nach 800 
bezeugt, s. Marstrander. Bidrag. s. 65. 

i. n > m in Wuüaup aus brujtlaup hochzeit zu brüpr 
(gen. brüpar) braut. 

5. y > // in KnyÜenyr zu Knütr (dat. Knute), pl. ymser 
zu [jmiss (anal, ymiss) wechselnd, ytre (ytre) äusserer, yztr 
(yztr) äusserster zu üt hinaus, dyrka (dyrka) verehren, dyrp 
[dyrp) herrlichkeit. dyrr (di',rrj zu acc. dyran teuer, hyske 
(hyske. ühtLhiwisü) hausgenossenschaft. prät. synda (synda) zu 
sf/na zeigen, brynn {brynn) -augenscheinlich' zu acc, bryi 
anorw. bryllaup (= bndlaup. s. 4 oben). 

6. de > as (aisl. e) in kenne ihr neben hämun ihm, ellefo 

(s. § 54. 3, a) elf, hestr < Viceistr iura. Viähistaa < urgerm. 

*ha(ti)histoz, vgl. ahd. hengisi) pferd. anorw. nefJr neben >?#$/>• 

(s. § 135; auch nestr s. § 118) nächst, prell neben gew. prall 

(nach ^X.prdtlar; vgl. § 62 anm. 1) sklave. suenskr (s. E. Olson. 

Yngvars saga. s. XXXVIII) neben gew. sucenskr schwedisch. 

Anm. 2. Vettr wicht kann ebensowol aus rettr wie tetttr sekürzt 
sein: 9. § 109 und § 110.:', 

7. > in tfss (gew. oss s. § 112, 1) neben 6s (und es) uns. 
Ob edda (aus *<*Wa nach § 119?) als name eines buches hierher 
gehört, bleibt sehr unsicher, s. Sijmons, Over afleiding en 
beteekenis van het woord Edda. Amsterdam 1898. s. 16 ff. und 
die dort zitierte literatur. 

Anm. 3. EeL-p überhaupt bei Gislason, Aarbeger 1666. s. 242 ff., 
Annaler 1858, s. 89, Om helrim. s. 49 f.. Xjala 11,953; Mogk, Auz. f.d. 
A. X, 62 f. : Wimmer, Laesebog*. â– . XIII ff.: Hsegstad, G. Tr. s. 73. Vestno. 
maalf. 1,10 and 11,2, i, s. 31. 

Xortsn. Altisl. jrauim. i. aufl. t> 



114 §128.129. Kürzung. 

§ 128. In ganz denselben Stellungen wird der diphthong 
cei (aisl. ei) zu ce (aisl. e) verkürzt, z. b. ekke (ethe) 'nichts' 
aus *ceitt-gi, nekkuerr, -arr irgend ein aus *ne-wceit-ek-hwcerr, 
-hwarr, helge (vgl. air. Lehnwort Elgi als mannsname im j. 922, 
s. Marstrander, Bidrag, s. 63) der heilige zu heilagr (anal, 
anorw. hcelagr) heilig, superl. mestr zu meire grösser, flestr zu 
fleire mehrere, gedda (zu fi. kaita, ags. gäd spitze, s. Liden, 
Finn.-ugr. forschungen XI, 137), flesk Schweinefleisch, eldr 
(aschw. eleper, Eider, ags. dsled) feuer, edda grossmutter zu eipa 
(vgl. got. aipei) mutter, pl. hepner (s. Kälund, Heiöarviga saga, 
s. XXIII) zu heipenn heidnisch, ve(i)tka ich weiss nicht, gen. pl. 
pe(i)rra ihr, kle{i)ss lispelnd, E{i)ndripe (*Ainida-rädie, s. § 151, 6; 
vgl. adän. runisch ainrapi neben aschw. enda, adän. run. enip 
einzig, s. Noreen, Arkiv VI, 380) ein mannsname, ve(i)da be- 
wirtung, e(i)nn ein, e(i)nge kein, aisl. endeme (eindäme) etwas 
ausserordentliches, pl. e{i)gner zu eigenn (anal, anorw. ceginn) 
eigen, sue(i)nn bursche, ekkia (aschw. cenkia; zu einka einzeln, vgl. 
got. ainakls vereinzelt) wittwe, Sue(i)gper (zu sueigia, s. Noreen, 
Uppsalastudier s. 200, 203) ein mythischer name, hegre (no. 
dial. auch heigre; ahd. heigaro, fi. heikara) reiher, anorw. serlcestis 
(zu Imstr fuss, s. An. gr. II, § 80 anm. 6) besonders, Ge(i)rmundr 
(shetl. Gcermundr), Sve(i)nke mannsnamen u. a. m. 

Anm. 1. S. u. a. Wadstein , F. Hom. s. 58; F. Jönsson in Mindre af- 
handlinger udg. af det phil.-hist. samfund, Kph. 1887, s. 224; Boer, Orvar- 
Odds saga, Leiden 1888, s. III; Larsson, pass. ; Brate, Ant. tidskr. f. Sv. 
X, 17 note ; Hsegstad, G. Tr. s. 73, Hild. s. 44. 

Anm. 2. Selten und zum teil unsicher sind spuren einer dergleichen 
kürzung von qu (oh) zu q (o) und von ey (cey) zu e (ce), s. Wadstein, 
F. Hom., s. 76 und Hsegstad, G. Tr. s. 73 f., Vestno. maalf. 1, 68, 89. Beisp. 
wären etwa teils aisl. Qr-, Aurvandell (ags. earendel morgenstern), Qpr, Auftr 
Personennamen; anorw. Oöbiorn, -finnr, -gceir st. Aud- mannsnamen, Sors- 
haugr (zu saurr schmutz) ein Ortsname, sgrgasTc (saurgask) sich schmutzen, 
gen. pl. qgna (aagna) äugen; teils das häufig sowol aisl. als anorw. vor- 
kommende brott neben braut weg, hin (vgl. § 152, 2); teils anorw. Jcepte 
(keypte) kaufte, semdr (soymdr) genäht, yEstein (JEisteinn, ßystehm) ein 
mannsname. Vgl. jedoch § 98 anm. und § 99 anm. 

§ 129. Ein langer vokal scheint unmittelbar vor einem 
andern verkürzt worden zu sein, wenigstens fakultativ bis 
um 1400 (später steht wieder ausschliesslich länge), z. b. hua 
(bria) wohnen, gloa (glöa) glühen, buenn (buenn) fertig, aber 



§ 130. Hiatuserscheinungen. 115 

pl. biiner, daenn tot, pl. däner. In St. Hom. wären wenigstens 
/ und m, nicht aber, scheint es, 6 (und «?) verkürzt worden 
(s. Koek, Arkiv XIII, 175 ff.). Aber diese kürzung ist bestritten 
worden (s. Beckman, Arkiv XV, 86 ff., Pipping, Bidrag tili 
eddaraetriken, s. 1) und ihre annähme vielleicht überflüssig 
(s. § 49). 

Anm. 1. Vgl. noch Bugge, Beretning om ... det ferste nordiske 
füologmade, s. 142 f., Beitr. XV, 391 ff. ; Sievers, Beitr. V, 462, 468, XV, 401 ff.; 
porkelsson, Beyging, s. 59; Gislason, Xjala II, 945 (vgl. dagegen Hoffory, 
Gott. gel. anz. 1888, s. 155 f. ; Wadstein, Arkiv VIII, 87). 

Anm. 2. Eine derartige kürzung darf man als Zwischenstufe in den 
Übergängen e, i, y, <e > kons, i (§ 133, a und b, 2) und 6, ü > kons, u 
(§ 134, b) voraussetzen. . 

III. Hiatuserscheinungen. 1 ' 

§ 130. Wo zwei gleiche sonanten — e, e sind hierbei 
mit i, i sowie o, 6 mit u, u gleichwertig — zusammentreffen, 
werden sie zu einem langen von der qualität des stärker be- 
tonten kontrahiert. Hier wie in allen im folgenden behandelten 
kontraktionsfällen setzen die ältesten skaldengedichte (bis gegen 
1200) sowie die allermeisten Eddalieder noch fast durchgängig 
unkontrahierte formen voraus (s. Sievers. Beitr. V, 515, Gislason, 
Njälall, 260 ff., Udvalg af oldnordiske skjaldekvad, s.X, XIV f., 
porkelsson, Supplement IV, 271, 29 f., Sijmons, Die lieder der 
Edda I. CLXXIII, F. Tönsson, No.-isl. kultur- og sprogforhold, 
s. 257 ff. und bes. Bugge, Beitr. XV, 394 f.). Z. b. fä (got. fähan) 
bekommen, acc. sg. m. bldn (älter bläari) zu bldr blau, der 
Odinsname Hä(a)rr (s. § 54, 1); U{e) sichel, 3. sg. präs. konj. 
se(e) sehe, dat. sg. kne(e) knie, pl. frtendr > frcendr verwandte, 
frelsa (auch frialsa nach frials. s. § 133, a) < *fre(h)elsa 
< *frihcdsian (s. § 111, 2) frei machen; dat. pl. shö{o)m schuhen, 
bonde (*böunde — vgl. aschw. runisch bonnta An. gr. II, § 440 — 
neben biiande) bauer, Hrö(ö)lfr (s. § 228) Rudolf, Iö(o)lfr u. a. 
dgl. sowie SQhkölfr aus * SQJcJco-olfr mannsnamen; dat. pl. 
hüsfri((o)m hausfrauen, gen. sg. tru(o) glaubens. Später treten 
durch analogie hiatusformen wie bldan (zu bldr nach truan 
zu triir) u. dgl. wieder auf. 



') Ueber kürzung des ersten vokals s. § 129 , hiatusfüllendes kons, i 
s. § 312. 

8* 



116 §181—133. Hiatuserscheinungen. 

Anm. Wo der eine komponent ein diphthong ist, bleibt dieser als 
kontraktionsprodukt, z. b. veill < *ve(h)atill krank. Anorw. Sd[h]mmr ein 
ortsname ist jedoch auf mehrfache weise behandelt worden: wnorw. Seimr, 
onorw. Seceimr, Siccimr, Siaimr (einsilbig), gew. Sckmr, Sernr; s. 0. Rygh, 
Oplysninger til Trondhjemske gaardnavne II, 228f., Hsegstad, Gr. Tr. s. 71. 

§ 131. d -\- e, i bleibt unverändert, z. b. ddmn todt. pde 
pfau, nom. pl. m. fder wenige. 

§ 132. ä (6) -f- o, u gibt 6, z. b. dat. sg. ntr. blo' {Udo) 
zu bldr blau, dat. pl. 6m {dorn), 6m (s. § 116) zu nom. pl. dr 
(dar) flüsse, 3. pl. prät. so (sdo) sahen, mannsnamen wie Bprftr, 
Ol fr, (Jn(n) u. a. (s. § 228), öl (dl s. § 116) riemen, oll (all 8. ib.) 
keim. Später wurde das zeichen p, wie gewöhnlich (§ 107), 
von ä verdrängt, also dm u. dgl. Noch jünger sind analogie- 
bildungen wie dum nach anderen dat. pl. auf -um usw. 

Anm. Die Verbindung aivu (aus abu s. § 235, 2 oder arbu, arwn s. 
§234) gibt den diphthong du, z. b. havkr habicht, haustr herbst u. a. 
(s. a. o.). 

§ 133. e, e, i, i, ij, ce, 6 4- a, d, o, 6, u, ü, werden in mehr- 
facher weise behandelt: 

a) Wo der zweite vokal starktonig ist, geht — und zwar 
verhältnismässig früh (wenigstens etwas vor 1200, s.Marstrander, 
Bidrag, s. 79) — der erste in konsonantisches ** über, z. b. 
siunde, seit, sionde (*sedunde § 235, 2, as. sivondo) siebente, 
frials (frials § 124, 3, anorw. seit, fr aus nach fr (Bisa § 130, 
s. porkelsson, Supplement IV, 4(3) frei aus freals (so noch seit, 
im anorw., s. Hertzberg) < *frihalsan § 111, 2 (vgl. got. freihals 
freiheit), fiös (*fc-hiis) Viehhof; mipialdre von mittleren jähren, 
anorw. Midiö ('mittelfluss') ein ortsname, mannsnamen wie 
Heriolfr aus urn. Hariwulf(a) r, Nefiulfr, Bryniolfr u. a. dgl. 
(s. Sievers, Beitr. XII, 486ff., ZfdPh. XXI, 104 note), fiande 
(fidnde, s. §51,2, b) feind; skiöttr i^shjottr) fleckig, Biolfr 
(Biolfr § 124, 3) < "Bf/olfr, anorw. Biulfr < *ßi}ulfr: Sfiiolfr 
(Sndmlfr), Siolfr {*Säolfr) mannsnamen. 

Anm. Die Verbindung ewu (aus ebu s. § 235, 2) gibt zunächst den 
triphthoug ioti, welcher nach § 101 teils als u> teils als iü auftritt, z. b. bi6rr 
biber, Gikke ein mannsname; vgl. aber sin mir, Sionde (s. oben) mit in, io, 
wol weil zwei konsonanten folgen. 

b) Wo der zweite vokal schwachtonig ist, wird die Ver- 
bindung verschieden behandelt: 



§134. Hiatuserscheiaungen. 117 

1. Nach >\ w (kons, u) bleibt überall der hiatus, z. b. gen. 
pl. vea, dat. pl tteam zu vi heilige statte, pl. suiar die Schweden. 

2. Sonst zeigt sich ein schwanken, so dass in gewissen 
Wörtern nur hiatusformen auftreten, z. b. nio neun, tio zehn. 
ah seihe, seihen, sia geschmolzenes eisen, hüct diskutieren: in 
anderen geht (ausser in gewissen anorw. hdschr., s. z. b. Wad- 
stein. F. Hom.. s. 53, Haegstad, G. Tr. s. 71) — vielleicht nur 
wenn der zweite vokal schwach nebentonig ist (s. Kock. Arkiv 
XIV. 220 f.) — der erste vokal in kons. * über, wobei der 
zweite vokal gedehnt wird (eventuell seine ursprüngliche länge 
behält), z. b. sid (anorw. auch sea) und 1. pl. präs. siöm (seom: 
anal, sidm nach dem inf. und der 3. pl.) sehen, liä (lea) leihen. 
bria (brea; mhd. breiten) funkeln, idm (alt eam, s. M. Kristensen, 
Nordiska studier tili. A. Noreen. s. 18 ff.) eisen, gen. sg. fair 
(fear), pl. fid, dat. pl. fiöm (feom; anal, fiäm) zu fe vieh, hniom 
(knidm) zu kne knie, triam (triam) zu tre bäum, friädayr (anorw. 
auch frea-, fre-, frice-, free-, freea-, s. Haegstad, Vestno. maalf. II. 1. 
s. 52 und II. 2. i. s. 35. 117) freitag, gen. liä zu le sichel; pl. hh'i 
(aschw. Bio als Ortsname; ahd. kiwtin), gen. Warna (anal, hidna 
nach dem nom.; ahd. hucöno) eheleute, familie; gen. sg. War, 
pl. bid, dat. hiöm (bidm) zu bär. byr dorf; anorw. ylid (ylcea) 
glimmern. 

if 134. o, 6, >j. ii -\- a. d. e. e. », i werden in zweifacher 
weise behandelt: 

a) Wo der zweite vokal starktonig ist, geht — und zwar 
verhältnismässig früh — der erste in konsonantisches u über, 
z. b. die personennamen Bgßuarr, Bo])uildr aus resp. *Badu-(h)arR. 
-(h)ildn. pol uer renn vielbeschäftigt zu fiol (got, filu) und er renn 
(vgl. Sievers, Beitr. X1T. 487 f.). der mannsname Ynyuarr (anal. 
Tnguarr) oder Ifarr aus *Ingu-, resp. *Ilui-(h)arR. 

b) Wo der zweite vukal schwachtonig ist. bleibt ge- 
wöhnlich der hiatus. z. b. roa rudern, floe untiefe wasser- 
sammlung. smia wenden, bue bewohner. Selten geht — wenn der 
zweite vokal schwach nebentonig ist? (vgl. § 133, b. 2) — der 
erste vokal in kons, u über, wobei der zweite vokal gedehnt 
wird (eventuell seine urspr. länge behält), z. b. pl. shuär (ski.iar. 
skoar Hb. s. XXIX, später skör) zu skör schuh (s. Wadstein. 
F. Hom.. s. 79); rärr unser aus *6arr oder *iiarr. s. § 112.1. 



118 § 135. Hiatuserscheinungen. § 136. 137. Um. vorg. in schwächt, silben. 

Im auorw., bes. dem südlichen, schwindet das kons, u nach 
I, m, r, z. b. pl. mär (möar) zu mör haideland, Flär (Flöar) ein 
Ortsname, gen. brär (bniar) zu brü brücke, Eäld(e)r (älter 
Ruäldr, aisl. Hröaldr), Rar (Ruär, aisl. Hröarr), ? Prändr (zu 
proask gedeihen) neben Prondr (< *Pröundr, vgl. bönde 
< *bounde u. dgl., s. § 130) mannsnamen (s. Bugge, Beitr. 
XV, 396 f.). 

§ 135. Bei y, de, 6 -f e, i schwanken schon die ältesten 
hdschr., so dass bald hiatus, bald kontraktion in resp. y, cb, 
stattfindet, z. b. my{e)U ball, mje der neue, dat. sg. bhj(e) blei, 
Bnjn (Briivin, s. Eygh, Oplysninger II, 242 f.) ein Ortsname; 
dat. sg. hrce(e) kadaver, frce(e) samen, konj. sce(e) sähe, sce(i)ng 
bett, ncestr (urn. ^nähistan) nächst, blceingr, hcell, fircell u. a. 
(s. § 62 anm. 1), Hcen (Hävin) ein Ortsname; konj. dö(e) stärbe, 
Hö{i)ngr, KU{i)ngr (s. Gislason, Njäla II, 258 f.) mannsnamen, 
Mön (Mövin) ein Ortsname. 

Anm. Anorw. sind sowol ey -j- cei als ey -j- ui zu ey geworden im 
ortsnamen Freymr {*Fr0ylueimr, s. Hsegstad, Vestno. maalf. II, 2, 1, s. 102), 
resp. 0yndr (runisch JEyintr u. dgl.) neben 0yvimh- ein maunsname. 



Kap. 2. Lautgesetze der schwach tonigen silben. 
f. Urnordische Vorgänge. 

§ 136. a ist wahrscheinlich (wie im ags.) wenigstens schon 
um 500 in einer (später synkopierten) mittelsilbe zu i über- 
gegangen, wenn die vorhergehende Wurzelsilbe ein son. oder 
kons, i enthielt, sowie unmittelbar nach g und k, z. b. urn. 
acc. sg. m. minino Kjolevig (got. meinana; vgl. as. enna, ags. 
cenne < *aininö, got. ainana) meinen, anorw. dat. sg. merne 
(< *morgine, vgl. ahd., as. morgan) morgen. S. Walde, Die germ. 
Auslautgesetze, s. 93 f., Wessen, Spräkvetenskapliga sällskapets 
förhandlingar 1916—18, s. 27; vgl. § 162, 2. 

§ 137. und (später gekürzt) haben, wenn auch zu sehr 
verschiedenen zeiten (s. anm. 2), ganz dieselbe entwickelung 
durchgemacht und treten, wo sie nicht später geschwunden 
sind, in historischer zeit in zweifacher gestalt auf: 



§ 137. Uniordische Vorgänge in sohwachtouigen silbeu. 1 19 

1. Als u (woraus später unter umständen o, s. § 146) un- 
mittelbar vor m und in unnasaliertem auslaut. z. b. dat. pl. 
riinom (got. rünöm) runen. 1. pl. präs. ind. koUom (urn. *keiUömR) 
rufen, bindom (got. bindam. urgerni. *bindomü) binden, dat. sg. 
m. blindom (got. Uindamma) blindem; urn. tAuiu (got. tauja 
Overhombaek (ich) stelle her. urn. nom. sg. fem. Opedal mimt 
(got. meinet) meine und liubu (got. littba) liebe, dat. sg. strondo 
ufer. dat. sg. ntr. Uindo blindem, nom. sg. f. sti (nach § 122 in 
haupttoniger Stellung aus urspr. *su gedehnt: got. so) die. 
lieber das auffallende minino Kjelevig meinen statt des zu 
erwartenden *miminu s. Hesselman. Västno. studier II. 36. 

Anm. 1. Sicherlich ist dieselbe entwiekelnng nicht auch vor (nz >) 
nn eingetreten, wie Xock. Beitr. XXIII, 523 note will (anders, aber ebenso 
unannehmbar Bugge, Xo. I., s. 180). Beisp. wären gen. sg. wie tuv.yo (got. 
tuggüns, vgl. urn. dat. ijijön Steustad?) zunge u. dgl. Aber wahrscheinlich 
liegt hier urgerm. -Unz <ahd. -ün. as. -uri) vor, dessen u-qualität wol aus 
dem acc. stammt, s. Paul, Beitr. VI, 223 ; Möller, ib. VII. 543 f. ; Streitberg, 
ib. XTV,220; v. Helfen . ib. XV, 463; Jelünek, Beitr. zur erklärung der 
germ. flexion . s. 86 f. : Loewe, Germ. Sprachwissenschaft 2 , s. 88 fi". ; Noreeu, 
Gescbichte 3 § 196, 2 und 3. 

2. Als a in allen übrigen Stellungen, z. b. nom. acc. pl. f. 
pmr (< *J>äa § 71, 2; got. pös. aber urn. schon Einang Pur) 
und acc. sg. i.])ä (got. j/ö) 'die' in haupttoniger Stellung aus 
Pur nach § 126. 1. resp. *pa nach $122 gedehnt, nom. acc. pl. 
rünar (got. rünös. urn. runoR Järsberg, Tjurkö. später rutiAR 
Istaby). gen. pl. riina (urn. ntno Björketorp) runen, tunga (got. 
tuggö) zunge. hiarta (got. hairtö) herz. 1. sg. präs. ind. ~ka.Ua 
nenne (aber kollo-mk nenne mich, nach 1 oben), 2. sg. kallar 
nennst, 1. sg. prät. ind. orta (urn. uorahtö Tune) machte, /«/></ 
(urn. faihidö Einang. Vetteland, fahido Rö) ritzte, kallapa 
(*kallödö < *-öm) rief, rnänapr (got menöj)s) monat. komp. 
fröpare. sup. -astr (got frödöza. -östs) klüger, -st. acc. sg. f. 
blinda blinde, inf. kalla (*kaUön) rufen, aostnorw. kallado (vgl. 
aisl. kollopo mit w-umlaut) riefen, spakastom (aisl. spokostoin) 
den weisesten u. dgl: acc. pl. daga (urgerm. *dagonz) tage, inf. 
und 3. pl. präs. ind. binda binden, acc. sg. m. Mindern blinden, 
acc. sg. hana hahn. Dieselbe entwickelung zeigt ein nach 
§ 98, 2 und § 113 entstandenes ö. z. b. en{n)da (*enn-äö, anders 
v.Friesen. Rökstenen. s. 32 f.) "und (doch)' neben en pö (got. 
Pauli) -und jedoch', ok\k)Ia (ahd.ankläo: vgl. Wo < *ldqu § 77. 2) 



120 § 138. Urnordische Vorgänge in schwachtonigen silben. 

fussknöchel, anorw. Stagla statt Staglö (zu 16 hain) ein orts- 
name (s. Hsegstad, G. Tr. s. 76); herna (got. her nnh) eben liier, 
dat. pl. fieima (got. *paimüh) diesen. 

Anm. 2. Der Übergang <7 > a tritt am frühesten in unbetonter silbe 
ein, z.h.paR Einang; dann in nicht nasalierter nebentoniger silbe, z. b. 
runAR Istaby (runoR Järsberg, Tjurkö): am spätesten in nasalierter neben- 
toniger silbe (s. Walde, Die germ. Auslautgesetze, s. 101), z. b. aisl. gen. 
pl. räua (noch um. runo Björketorp, vgl. acc. pl. runo <C *-önz Einang und 
noch St. Noleby, s. Walde a. o. s. 51 ff., sowie raginaku[n]do St. Noleby). — 
Dagegen tritt urgerm. o schon in den allerältesten um. inschriften als a 
auf, z. b. in den zahlreichen nom. und acc. sg. auf -aR, -a (gr. -oq, -ov, 
lat. -ms, -tun), wie -pewaR Torsbjserg, horua Clallehus, ÖQgaR Einaug, erilaR 
Kragehul. 

Anm. 3. Nicht hierher (s. § 78) gehört der Wechsel innerhalb eines 
paradigmas zwischen a und durch «-umlaut entstandenem u (o), je nach- 
dem die folgende silbe urspr. u enthielt oder nicht, z. b. prifnopr (got. 
-ödus) das blühen, gen. prifnapar, gen. pl. -apa , dat. pl. -opom (aostnorw. 
-adom); skipon « *-anu, vgl. got. -uns) anordnung, gen. -anar; kallapa ich 
rief, pl. kollopom (aostnorw. kallaöom) u. s. w. ; s. Kock, An. w-umlaut in 
ableitungs- und beugungsendungen (Lund 1 918). Bisweilen ist ausgleichung 
dieses wechseis eingetreten, so tlass doppelfonnen entstanden sind, wie bei 
den fem. auf -an (-on), -an, z. b. skipon, -an, gen. sg. skiponar, 'anar, 
und den mask. auf -upr (-opr), -upr, z. b. prifnopr, -apr. 

Anm. 4. Aus obigem geht hervor, dass man in fällen wie glika (got. 
galeikd) gleich, 1. sg. prät. ind. sera (got. saiso) säete nasalierten auslaut, 
resp. analogiebildung nach Wörtern mit nasaliertem auslaut (wie den 
schwachen prät.) voraussetzen muss; vgl. aber Walde, Die germ. Auslaut- 
gesetze, s. 108 mit note. 

Anm. 5. Nom. acc. f. Uuer (aus *twä& § 71, 2) zwei entspricht nicht 
dem got. twös, sondern ist aus Hwä (got. in twa püsundja) mit anal, 
zugetretenem -R entstanden: s. Geschichte 3 §215,2 und Torp, Arkiv 
XIII, 340 note. 

Anm. 6. Das späte" misl. mänudagr (aber schon früh anorw. mano- 
dagr) montag hat sich nach sunnudagr sonntag gerichtet (s. Bugge, 
Sproglig-historiske studier til. prof. C. R. Unger, s. 21 mit note), malu-. 
rapu-, pingu- nautr u.a. -genösse wol nach foru-, Irgit-, nwtu- nautr u. a., 
wo teils dat., teils gen. von for, legu, mala u. s. w. vorliegen ; vgl., etwas 
abweichend. Swenning, Arkiv XXIII, 1 ff, 

§ 138. ce, welclies in den urn. inschriften durch die a- 
rune wiedergegeben wird (s. Bugge, Arkiv VIII, 17 ff.; Walde, 
Die germ. Auslautgesetze, s. 62 ff., 102 ff.; anders Hirt, Arkiv 
XVIII, 373), geht in e und weiter in i (woraus später unter 
umständen wieder e. s. § 145) über, z. b. 3. sg. prät. ind. orte 
(urn. w[o]rt« Etelhem, wurte Tjurkö, orte By — vgl. sxte 



§ 139 — 141. l'rnordische Vorgänge in Khwftchtoni£en silben. 121 

(Tiimmarp setzte— urti'C Sölvesborg) machte. Yile (urii. iciu'dn 
Veblungsmes; vgl. -ÖAUÖe tot Björketorpi ein mannsname, syster 
(urn. sirestar Opedal) Schwester, 2. sg. prät. ind. voller (got. 
ivalides) wähltest 

Anm. Der Übergang ce > e lindet ara frühesten in nicht nasalierter 
silbe statt (vgl. § 137 anm. 2), z. b. icurte Tjurkö c. 550, während noch nm 
825 iriicila mit nasaliertem -a Veblungsnses vorkommt: erst gegen 100 
jähre später in nasalierter silbe, z. b. -ÖAuÖe Björketorp (vgl. adän. nm. 
kußi Helnses, Flemlose um 800. gleich aisl. go/je priester). 

§ 139. ot ist schon in den ältesten urn. Inschriften im 
allg. (s. die flexionsieh re) durch kontraktion zu e geworden, 
welches zum teil schon lange vor dem ende der urn. zeit i s. 
haiti-ka hier unten) als i (woraus später unter umständen e. 
s. § 145) auftritt, z. b. 3. sg. präs. konj. fare (got. farai) fahre. 
2. sg. präs. ind. hefer (vgl. got. habais) hast. 2. sg. präs. imperat. 
life (got. libai) lebe. nom. pl. m. blinder (got, bl'utd<ii. vgl. um. 
sijostes Tune) blinde. 1. sg. präs. ind. heite (uro. hatte Kragehul 
c. 100. ha[i]te Lindholm e. -100 und noch c. 575. h[a\ite -Tärsberg, 
aber schon brakteat von Sjaelland nr. 57 c. 475 haiti-ka) heisse. 
dat. sg. f. Jieire (vgl. got. pisai) der. dat. sg. ulfe (vgl. urn. 
woÖuriÖe Tune. -käme Tjurkö. wage Opedal u. a.) wolf. 

Eine ausnähme macht pa^miltima von nicht zusammen- 
gesetzten Wörtern, wo nach kurzer wurzeisilbe ai vor kurzer 
unbetonter (und daher später synkopierten) ultima zunächst 
wol zu a geworden ist (vgl. § 54. 3. b) und dann zu a verkürzt, 
z. b. dtapr{< ■'uitädart, got. uitaips) angewiesen, sayapr gesagt. 
/*/a* gelebt; s. Xeckel. ZfdA. XLIX. 815. Tijdschr. voor Nederl. 
Taal- en Letterkunde XL. 239. Kock. Sv. ljudhistoria IV. 168. 

§ 140. au ist in entsprechender weise zu ö kontrahiert 
und dann weiter (nach ij 137) zu u oder u entwickelt worden. 
z.b.ätta igot. ahtau) acht, sonar {got. sunaus) sohnes. konj. 
präs. gefu (got. gibau) gebe. pr&t. gdefa (got. gebjau) gäbe; aber 
gefomk, gcefomk werde, resp. würde gegeben. 

§ 141. eu, ix sind (sehr spät) zu i u. s. § 145) geworden. 
z. b. eyrer (wol aus lat. aureus entlehnt) eine art münze: dat. mege 
(urn. *jnagw, vgl.leunimu[n]<Hu Tjurkö) söhne, syne (ahd. suniu) 
söhne, nom. pl. syner (got. sun jus) söhne: vgl. Sievers. Beitr. 
V. 158 mit note 1. 



122 § 142. 143. Um. Vorgänge in schwachton. silben. § 144. Schwachton. a. 

§ 142. Svarabhakti (d. h. entwickelung eines vokals aus 
dein stimmton eines stimmhaften konsonanten) tritt sporadisch 
schon in alten urn. inschriften (c. 400—600) — später (c.600 - 700) 
bes. in den aus dem südlichen Schweden stammenden — ein, 
indem konsonantengruppen, die r, l oder (seltener) n enthalten, 
ein parasitisches a zeigen, z. b. worahto (aisl. ortd) Tune machte, 
waritu Järsberg (ich) schreibe, ivarAÜ (aisl. reit) Istaby (er) 
schrieb, dAriutip (got. briutip) Stentoften, dArutii (aisl. brytr) 
Björketorp bricht, upAVAdAsdA (aisl. üparfaspo) Björketorp un- 
heilbringende Prophezeiung; gen. sg. asugisalas (aisl. Asgisls) 
Kragehul, dat. sg. wita[n]da-halaiban (vgl. got. hlaibs brot) Tune 
brotherrn, -ivulafn, -ivulafa, -ivulaßR Istaby, -woUfA Gummarp, 
-woUfii Stentoften (aisl. -ulfr, -ulf -olfr, -olf) wolf, JaUIia!* 
(aisl. falh) Björketorp ich verbarg; harabanaR (aisl. Hrafn) 
Järsberg u. a. Dies a ist aber später überall geschwunden. 

§ 143. Kurzer, unnasalierter, auslautender vokal ist schon 
vor 500 apokopiert worden, z. b. 1. 3. sg. prät. ind. [rajist 
Vetteland c. 400 ritzte, -nam Reistad -nahm, was Tanum war, 
war Ait Istaby schrieb (vgl. gr. folöa, folöe = aisl. veit weiss), 
m[i]k Etelhem c. 475 mich (gr. ifitys), ?2. sg. imperat. dirg 
« *bergi, s. § 63, 3) Opedal birg, bitt (urn. *bind, s. § 220) 
binde (vgl. gr. <ptgi- = aisl. ber trage) u. a. 

Anm. Ueber sonstige synkope in urn. zeit s. § 153 ff. 



II. Sonstige qualitative Veränderungen. 

§ 144. a wird im onorw. — doch nicht im Dront- 
heimischen — etwas vor 1300 (vielleicht am frühesten wo die 
vorhergehende silbe einen palatalen vokal oder palat. diphthong 
enthält, s. Hsegstad, G. Tr. s. 93 note) zu ob nach langer Wurzel- 
silbe, z. b; sendas senden, heyrw hören usw. (gegenüber gera 
machen, vita wissen u. a.); s. Haegstad, Arkiv XV, 102 f., G. Tr. 
s. 77, 93. 

Anm. 1. Anderer art — wol, wenn auch teilweise analogischer, 
ablaut wie in aisl. pess, penna, petta u. a. neben pat, pann u. s. w. — muss, 
wenn auch nur zum teil (denn in einem anorw. briefe vom j. 1303 wird 
zwischen schwachtonigem peet und starktonigem pat geschieden, s. Hpegstad, 
Vestno. maalf. 1, 141), sein das schon im onorw. des 13. jahrhs. allgemein 
auftretende ce statt des in den ältesten hdschr. gew. (doch nicht in pegat 



§ 145. Schwachtoniges i. 123 

dorthin, pegar sogleich, s. §95 anni. 3) a in den pronominalen Wörtern 
pott da?, pcftin den, pcer dort, ficedan von dort, pcengat, pcenneg dorthin 
(s. Hsegstad, G. Tr. s. 65 f., Hertzberg, pass.. porkelsson. Supplement IV, 
186 f.), dies um so mehr als entsprechende wnorw. formen mit e vorkommen 
wie peöan (so regelmässig in Cod. Rantzovianus des Galathingsgesetzes; 
vgl. agutn. ruu. piapan), pengat, pennug. 

Anm. 2. Im mnorw. wird, zum teil durch dänischen einnuss, dies a> 
oft durch e ersetzt, z. h.lwre hören {sSghe suchen) u. dgl. ; s. A. B. Larsen, 
Arkiv Xin, 247. 

§ 145. i (altes oder nach § 138, § 139, § 141, § 151, 2, 3 
und 7, § 152, 1 neu entstandenes) geht in silben, welche nach 
der haupttonigen stehen, schon vorliterarisch in e über: 

1. Aisl. (und anorw. in Stavanger amt. 'Rogaland') in 
allen Stellungen (bes. konsequent in den § 12, 1.3 und 9 genannten 
denkinälern sowie in dem § 15, 6 erwähnten homilienbuch, 
3. hand), z. b. acc. pl. geste (got. gastins) gaste, acc. sg. hirfe 
(got. liairdi) hirt, 2. pl. präs. ind. biöpep (got. biadip) bietet, 
ralepr (got. iralips) gewählt: nur dass in gewissen alten hdschr. 
/ häufiger ist nach Jk und g. z. b. miJcill, -eil gross, eigi. -e nicht 
(s. z.b. Wisen. Homiliu-Bök, s.VI), oder wenn die vorhergehende 
sübe i (oder y) enthält (s. anm. 1). Aber schon vor 1250 tritt 
statt e allgemein wieder i ein. wol teilweise durch einfluss des 
nördlichen isl., wo nach dem § 12,11 erwähnten denkmal zu 
urteilen r nie ausser gebrauch geraten ist (vgl. Xeckel, Beitr. 
XL, 66 ff.) — was wol auch der fall ist bei dem § 12. 13 
genannten denkmal sowie im Südwesten Norwegens (ausser 
Rogaland) — z. b. gesti, biöpip u. s. w., wenn auch in einigen 
endungen (bes. vor r) das e (wenigstens in gewissen hdschr., 
z. b. den § 12, 18 und 23 genannten) weit länger bleibt (oder 
von neuem entsteht), z. b. prät. pass. kallapesJc wurde genannt, 
nom. sg. der verwandtschaftswörter wie fdper, -ir vater, möper, 
-ir mutter, nom. pl. m. der adj. wie blinder, -ir blinde, präpos. 
wie under, -ir unter, gfer. -ir über, epter. -ir nach (s. Dahlerup, 
Ägrip s. Xu; Gering, Finnboga saga, s. VIII. Isl. ^Ev. I, 
s. XIV f.; F. Jönsson, Egils saga, s. Vit; Neckel, Beitr. 
XL, 73 f.); in einigen hdschr. steht (wie im aschw.) e fast 
nur nach langer Wurzelsilbe oder nebentoniger ableitungssilbe 
(s. F. Jönsson. Egils saga s. VIIL Hb. s. XXXV1Ü: vgl. auch 
Kock, Accentuieruug, s. 89). Dialektisch (z. b. in der Flateyjar- 



124 § itö. Schwachtoniges /. 

bok) tritt wiederum am ende des 14. jahrhs. e statt i auf, dann 
aber vorzugsweise in offenen silben (oder vor r, s. E. Olson, 
Yngvars saga, s. XLII). 

2. Anorw. (ausser im Südwesten) vielleicht schon im 
9. jahrh. (s. Marstrander, Bidrag, s. 86), wenn die vorhergehende 
silbe ein a, d, e (altes oder nach § 117 entstandenes), e, o, 6, 
o, oder o, ce enthält (bes. konsequent in onorw. und nord- 
wnorw. schritten wie der leg. Olafssaga, resp. dem homilien- 
buch, 1. hand), z. b. nom. pl. m. marger viele, räöenn geraten, 
3. sg. präs. konj. gefe gebe, rette richte, dat. sg. hende hand, 
kononge könige, dorne urteil, S0ne söhne, nom. pl. m. söter süsse, 
nonge nachbar, 3. sg. prät. ind. mcelte sprach (gegenüber synir 
söhne, spurdi fragte, dat. sg. vcelli feld, shildi schild, vini wein, 
hofdi köpf u. s. w.); s. bes. Haegstad, Gr. Tr. s. 78 ff.. Vestno. 
maalf. passim, Wadstein, F. Hom., s. 88 ff. Jedoch weichen 
viele hdschr. mehr oder weniger von der regel ab. Die § 15, 4 
erwähnten bruchstücke des Gulathingsgesetzes haben e auch 
nach ey. Oratio contra clerum (§ 15,29) hat bisweilen % nach 
e und umgekehrt e nach ce; dies letztere auch die Tübinger 
fragm. (§ 15, 20) und teile vom Cod. Tunsbergensis (§ 15, 30). 
Die Hauksbök (§ 15, 27) hat i nach (so auch Cod. Holm. 
34,4«, aber nicht nach 0: s. Kolsrud, Arkiv XXXIII, 284), ö, 
gew. auch nach e, e, ce, aber dagegen e nach (s. Hb. s. XXI f.); 
ein teil der hdschr. bevorzugt zwar i nach i, y, ei, ist aber 
übrigens ganz regellos (s. ib. s. LI). Auch in Cod. AM. 310,4° 
(§ 15, 13) stehen e und i ohne sichtbare regel (s. Groth's aus- 
gäbe, s. XX ff.). Andererseits haben z. b. diplome aus AgÖer 
der regel nach i in allen Stellungen (s. Haegstad, Upphavet 
s. 3); ebenso Elis' saga, wo doch ziemlich oft e nach a (bes. 
nebentonigem) und « steht (s. Jones' Phonology s. 12f.). Um- 
gekehrt haben No. Hom. 3. hand (s. Wadstein, F. Hom.. s. 93) 
und diplome aus Rogaland c 1300 sowie die mnorw. könig- 
lichen briefe (s. Haegstad a. 0. und Kong.. s. 21 f.. 33) der regel 
nach e in allen Stellungen. Thomas' saga hat zwar gew. -e 
(auch vor kons.), aber in der regel -is(s); vgl. Haegstad, Arkiv 
XV, 101 note. Shetl. und zum teil orkn. sowie in einigen 
diplomen aus Bergen um 1340 steht im absoluten auslaut -e, 
vor kons, aber -i- (s. Haegstad, Hild., s. 56 f., Vestno. maalf. 
11, 2, 11, s. 2). 



§ 146. Schwachton iges u. 125 

Anm. 1. Spuren einer derartigen vokalharmonie zeigen sich auch 
in einigen alten aisl. hdschr.. in so fern das i statt e nach i (so z. b. in 
St Hom. und Placftiisdräpa) und _;/ (a. b. in Pläc.-dr.) beliebt ist. 

Anm. 2. Wenn in gewissen, sowol aisl. (z. b. AM. 237, 4° und Eine, 
s. Kock; Stud. öfver fsv. ljudlära. s. 228 f.) wie anorw. (z. b. No. Hom., s. 
Wadstein, F. Hom., s. 89) hdschr. und bes. in den alten skaldengedichten 
(s. Sievers, Beitr. XII. 483; Jönsson bei Gislason, Udvalg af oldno. skjalde- 
kvad, s. Vif.) das suifix -ing- regelmässig % zeigt, so beruht dies darauf, 
dass -ing- starktonig war (s. § 51, 2, b und 1, b), z. b. drotning (schwachton. 
-eng) königin. Bei schwankender betonung eine3 kompositums finden sich 
natürlich ebenfalls doppelformen, z. b. andlet (St. Hom.; vgl. andlete § 165 
No. Hom., leg. Olafssaga) neben ändüt imit noch starktoniger ultima) 
antlitz, lerept, -ript leinwand. 

Anm. 3. Anorw. (s. z. b. Hsegstad, G. Tr., s. 79, Vestno. maalf. II, 1, 
s. 91 und II, 2, i, s. 56; Wadstein, F. Hom., s. 53) mek mich, pek dich, sek 
sich, cet, met wir zwei neben (vorzugsweise aisl.) mik. pik, sik , n't, mit 
gehören wol auch hierher und zwar als in proklitischer und enklitischer 
Stellung entstanden. Ueber mnorw. j >> e vor ö (wie in den meisten nnorw. 
dialektenj, z. b. med ans mit wir zwei s. Hsegstad, Vestno. maalf. II, 2, i, 
s. 103. 

Anm. 4. Unklar bleibt der umstand, dass im anorw. das suffix -lig- 
iu vielen hdschr. regelmässig die form -leg- oder -leeg- (vgl. § 108) hat ohne 
rüeksicht auf den vorhergehenden vokal, z. b. nylegr neulich, müdlegr mild, 
u. a. In Oratio steht immer -leg- vor vokal (jedoch ausnahmslos elligar 
'sonst') aber -leeg- oder -leg- vor kons. (s. Kock, Arkiv XII, 245 ff.). 

Anm. 5. Statt i, e zeigt sich dann und wann y, (vorzugsweise) wenn 
ein y vorgeht, z. b. aisl. sgstkyn (z. b. St. Hom. mehrmals) geschwistei, 
anorw. pykkyr (z. b. oft in der Barlaamssage) es dünkt, mykyü gross, 
It/kyU Schlüssel. 

Anm. 6. Im mnorw. des 15. jahrhs. wird auslautendes -in, -en über 
-4M zu -«, z. b. iordan c. 1100, iorda 1437 statt ioröen die erde; s. Hseg- 
stad, Arkiv XV, 105, A. B. Larsen, ib. XHI, 248. 

§ 146. u (altes oder nach § 137, 1, § 140, § 151, 4 und 5, 
§ 148 entstandenes) geht schon vorliterarisch in o über: 

1. Aisl. (und anorw. in Stavanger amt. 'Rogaland') in 
allen silben, welche nach der haupttonigen stehen (bes. konse- 
quent in den § 145, 1 genannten denkmälern). z. b. acc. pl. 
sono (got. sununs) söhne, nom. acc. pl. gqtor gassen, 1. pl. 
präs. ind. bmdom binden, ebenso in enklitischen Wörtern, 
z. b. heyrpo höre (du), sono so (nun), tottogo (s. §77,10) 
zwanzig. Aber u kommt daneben schon in den ältesten 
hdschr.. bes. in den meisten (wol nebentonigen) ableitungs- 
silben (s. Neckel, Beitr. XL, 51 ff., 56) vor, so dass z. b. St. Hom. 
es gern nach einem u, ti, o, 6, e, 6 der vorhergehenden silbe. 



126 § 146. Schwaehtoniges u. 

AM. 645, 4o oft nach o (> 0, s. § 115, 2) hat (s. Larsson, Stud. 
över den St, hom., s. 67, Isl. hdskr. nr. 645, 4 ft , s. XL VI). Schon 
um 1225 steht bei einigen Schriftstellern (z. b. dem 3. Schreiber 
des Reykj. Maid., s. Mogk, Anz. f. d. A. X, 67) u regelmässig 
in geschlossener silbe, z. b. bindum u. dgl.; nur dass in gewissen 
hdschr. (z. b. der norvagisierenden Ägrip) vor r fortwährend 
beliebt ist, z. b. gotor, ~ur. Seit 1300 ist u auch in offener 
silbe gewöhnlicher als 0, z. b. sonu söhne, bundu banden usw. 
2. Anorw. (ausser im Südwesten) in nachtoniger silbe, 
wenn die vorhergehende silbe ein e (altes oder nach § 117 ent- 
standenes), e, 0, 6, 0, 6 oder ä, 0, de sowie der regel nach ein 
nebentoniges a (bisweilen auch i) enthält (bes. konsequent in 
onorw. und nordwnorw. Schriften; vgl. § 145, 2), z. b. dat. pl. vegom 
wegen, velom kunstgriffen, acc. sg. kono weib, 3. pl. prät. ind. 
toho nahmen, acc. sg. 0Ölo eidechse, mödgor mutter und tochter, 
acc. sg. gäto rätsei, 3. pl. prät. ind. voro waren, dat. pl. fircelom 
knechten, 3. pl. prät. ind. Jtiönado dienten (gegenüber acc. sg. 
düfu taube, mylnu mühle, viku woche, 3. pl. prät. ind. hafdu 
hatten, badu boten u. s. w.); doch scheint u vor m hie und 
da gegen die regel beliebt zu sein; s. bes. Haegstad, G. Tr., 
s. 78 ff., Wadstein, F. Hom., s. 94 ff. (vgl. Kock, Arkiv VII, 370 
note). Aber viele hdschr. weichen mehr oder weniger von 
der regel ab: Oratio contra clerum (§ 15,29) hat u nach e, 
e, gew. nach ä, de und nicht selten nach 0, 0; teile vom Cod. 
Tnnsbergensis (§ 15, 30) haben u nach de und gew. nach e, e\ 
umgekehrt die Tübinger bruchstücke nach ce. Die Hauks- 
bok (§ 15, 27) hat u nach ce, 0, 6 und gew. -um nach jedwedem 
vokal; aber andererseits auch nach a (s. Hb., s. XXIII f.); 
ein teil der hdschr. ist ganz regellos (s. ib. s. LI). Auch in 
Cod. AM. 310, 4° (§ 15, 13) stehen und u ohne sichtbare regel, 
nur dass unmittelbar nach kons, i immer vorkommt (s. Groth's 
ausgäbe, s. XVIII). Andererseits haben z. b. diplome aus 
AgÖer (und einige aus Bergen, s. Hsegstad, Vestno. maalf. 
II, 2, 11, s. 2) der regel nach u in allen Stellungen (s. Haegstad, 
Upphavet, s. 3); vergleichbar ist Elis' saga, wo jedoch nach 
d, 0, 6, 0, 0" überwiegend, nach e, ziemlich häufig ist 
(s. Jones' Phonology, s. 14). Umgekehrt haben No. Hom. 3. band 
(s. Wadstein, F. Hom., s. 99) und diplome aus Rogaland c. 1300 
sowie die mnorw. königlichen briefe (s. Hsegstad a, 0. und Kong., 



§ 147. 14a Schwachtoniges y, g. 127 

s. 21 f.. 33) der regel nach o in allen Stellungen. Shetl. und 
zum teil orkn. steht im absoluten auslaut gew. -o, vor kons, 
aber gew. -u-. bes. in -mn (s. Haegstad, Hild., s. 57). 

Anm. 1. Sparen einer vokalharmonie zeigen sich gewissennasseu 
auch in einigen aisl. hdschr. s. 1 oben. 

Anm. 2. Wenn in gewissen, sowol aisl. wie anorw. hdschr. und bes. 
in den alten skaldengedichten (s. Jonsson bei Gislason . Udvalg af oldno. 
skjaldekvad, s. VUljf.) das suffix -itng- regelmässig u zeigt, so beruht dies 
darauf, dass -ung- starktonig war (s. §51,2, b und l.b), z. b. buphtngr 
(schwachton. -ongr) fürst. 

Anm. 3. In Cod. AM. 645, 4° kommt ein progressiver umlaut io > ie 
(vgl. §70,2) vor wi vor; s. Kock, Beitr. XX. 121 f. 

Anm. 4. Spuren eines Überganges m > (geschlossenes) e zeigen sich 
im aisl. hie und da schon vor der mitte des 13. jahrhs. ; s. Gislason, Um 
f rumparta, s. 129 ; L. Larsson, Isl. hdskr. nr. 645, 4°, s. XL VII. 

Anm. 5. Im mnorw. werden sowol u wie o des suffigierten artikels 
zu einem dunklen, durch e oder ce bezeichneten, e- laute, z. b. rikene dem 
reiche, brevenoe dem briefe; s. A. B. Larsen, Arkiv XIII , 252 , Haegstad. 
Vestno. maalf. I, s. 21. 

3. Sowol aisl. wie anorw. in schwachtonigen präfixen und 
proklitischen Wörtern, z. b. präf. tor- (got. tuz-), or-, präpos. Ar 
aus (dann starktonig er-, resp. ör nach § 71,3 und § 126,1), 
mon (später nuui) wird, pl. mono (munu) werden, skolo (später 
shrfu) sollen, seit, mnorw. om statt um(b) um, shetl. op 1355 
statt upp hinauf und onder 1465 statt undir unter (s. Haegstad. 
Hild.. s. 38 und 49, Kong.. s. 18). 

Anm. 6. Of (neben seltenerem uf — s. Egilsson und porkelsson. 
Supplement IV, 154 — got. uf) 'über' kann dem ahd. oba entsprechen und 
also nach § 61 zu erklären sein. 

§ 147. // wird vorliterarisch zu • (e § 145), wenn die 
folgende silbe i enthält — dies also eine art von /-umlaut — 
z. b. ifir über. firi(r) für. Jjikia dünken, konj. skili solle, prät. 
sJcildi sollte, mindi würde u. a. neben starktonigem yfir, fyri(r), 
pykJda usw.; apinia affin, innifli eingeweide (vgl. anorw. Orts- 
namen wie Sikk-, Sunn-, Purm-, Vanifli), ösmhmi mündung 
neben apynia, innyfli usw. mit starktonigem y (vgl. § 51, 1, a). 
S. Noreen, Arkiv 1, 168 f. note 3 und die daselbst zitierte 
literatur; Kock, ib. IT, 163 ff. 

^ 148. o und nach § 151.5 gekürztes o werden vor- 
literarisch zu h (o § 146). z. b. forjtnm (got. fam pommd) ehe- 



128 § 149. Schwachtoniges re. 

dem, die mannsnamen Ondopr (ahd. Anthad), StgrJcopr, Nipopr 
(ags. Nidhad) mit gen. -apar (wonach anal. StarJcapr, seit. 
Nipapr) zu hgpr krieg, die frauennamen Gunnor (schon c. 1050), 
Steinor neben -vor, nom. 8g. f., nom. acc. pl. ntr. ngkkor (seit. 
nukkurr, s. porkelsson, Supplement IV, 112) irgend welche zu 
hugr welche, at sögoro (s. §77, 11) so getan, orrosta (-rasta, 
-rgsta; urspr. orrasta, obl. -rgstu, -rosto, vgl. ahd. rasta ruhe) 
streit, preskoldr (preskgldr, s. § 77, 3; ags. perscwald) türschwelle, 
Gizorr, Ozorr < *-vgrr mannsnamen, pl. hundrop < *-rgd hundert, 
Sigorpr (misl., mnorw. Sigvarpr vielleicht aus dem deutschen; 
urspr. nom. Sigurpr, gen. Sigvarpar) Sigwart zu vgrpr wache, 
anorw. obl. BötolfsoJco, -uJca zu Botolfseaka vigiliae S. Botulphi, 
Vglundr < *-hgndr (got. handus; s. Brate, Zeitschr. f. d. Wort- 
forschung X, 174, 180), lor-, Onundr zu vondr rute (s. Noreen, 
Namn och bygd 1, 143 if.), nom. sg. f., nom. acc. pl. ntr, heilgg > -og 
heilig, vesgl > -ol unglücklich, anorw. Gunnuldr neben -valdr 
(s. Lundgren, Uppsalastudier, s. 20; vgl. nom. Herioldr : gen. 
Haraldar § 69) mannsnamen. Beisp. von 6 > g > u s. § 151, 5. 
S. Noreen, Arkiv VI, 300 f. 

§ 149. ce und nach § 151,6 gekürztes de werden vor- 
literarisch zu e, z. b. anorw. pl. gefendr zu gefande geber, 
skynseme Vernunft zu skynsamr vernünftig, 2. 3. sg. präs. ind. 
hefer hast, hat, huerr welcher, epter 'nach' neben stark- 
tonigem anorw. hcefir, resp. hucerr, ceptir; gew. gera machen, 
mega können, 1. pl. Jenegon vermögen, weil gew. schwachtonig. 
Ueber de > ce > e s. § 151, 6. S. Wadstein, F. Hom, s. 52, 54f.; 
Sievers, Tübinger bruchstücke, s. 8; Haegstad, G. Tr., s. 79. 

Dies e kann dann in ein mit e wechselndes i übergehen. 
So schon vorliterarisch vor ng (s. Bugge, Arkiv II, 224, Kock, 
Beitr. XXIII, 508), z. b. foringi (ags. foregensa, got. faiiragaggja) 
Vorsteher, vebringe (ags. weergenga) Söldner, anorw. unningi, 
undingi (ags. üd'genge) entwischter Sklave u. a. urspr. Zusammen- 
setzungen mit -geenge, -geengia (vgl. § 229) wie lanzof ringe 
vagabond, erfinge erbe, hgfpinge häuptling, brautinge reisender, 
freisinge freier mann, lausinge freigegebener, hamingia schutz- 
geist. Später tritt der Übergang auch in anderen Stellungen 
ein, z. b. harpinde (ägs.heardtcende) härte, heilinde (&gs.hdlwende) 
gesund hei t, (eipinde (ags. lädwende, ahd. leid wen ti) abscheu u. a. 



§ 150. Schwachtoniges e. § 151. Kürzung in schwachton. silben. 129 

auf -inde (vgl. §173.2), frcendsime Verwandtschaft, gershne 
kostbarkeit, apile (zu apal wesen) hauptmann einer rechtssache. 
Erlindr, mnorw. AsJciU mannsnamen. 

Anm. 1. In den wenigen fällen, wo ein altes, kurzes e in schwach- 
toniger Stellung zu stehen kommt, geht es ebenso in i über, welches nach 
§145 wieder mit e wechselt, z. b. hinnig, -eg aus *hinniceg (§235, 1, f) 
dort, pannig dorthin, sinnig jeder für sich, der bestimmte artikel am (in 
gewissen anorw. hdschr. so immer ohne rücksicht auf benachbarte vokale, 
x. Wadstein, F. Hom., s. 88 und 61; Hb., s. XXUI; Haegstad, G. Tr., s. 79), 
inn der, die. das, en, in noch (vor komparativen, z.b.en, in meira noch 
mehr) neben starktonigem enn noch, ausserdem; mnorw. Fartign st. Farpegn 
ein mannsname, Nörigr (Haegstad, Kong., s. 22, Vestno. maalf. II, 1, s. 29) 
Norwegen. 

Auin. 2. Mnorw. wird, ausser in gewissen wnorw. dialekten, ce 
zwischen v, w und r zu a, z. b. huarr jeder, rara sein, varda werden. 
austnnrarör gegen osten gerichtet, s. Hsegstad, G. Tr., s. 67, Hild., s. 46, 
Vestno. maalf. II, 2, i, s. 38, Hertzberg, s. 855 und bes. Skulerud. Arkiv 
XXVIII, 219 ff. 

§ 150. lieber e > i (e) s. § 151, 2; 6 > i (e) s. § 151. 7. 

Anm. Mnorw. wird in nachtoniger (über vortoniger vgl. § 121) 
Stellung o und u seit, und sporadisch zu o, z. b. Guttarmr seit 1400 statt 
Guüormr, Vikand c. InOO statt Vidkunnr, GoÖ-, GuÖman st. GoÖ-, Gudmundr 
(s. Rygh, Oplysninger H, 238 note). — Das präfix af- neben of- über-, allzu- 
(z. b. of-, afstope Übermut, s. u. a. Wadstein, F. Hom., s. 49 f.) gehört nicht 
hierher, sondern entspricht dem got. af- (z. b. in afdrugkja trinker, afetja 
fresser), resp. uf- (vgl. got. afar neben ufar). 

III. Kürzung. 

§ 151. Kürzung langer vokale tritt schon vorliterarisch 
und wol zum teil sehr frühe (über urn. kürzung s. §§ 137 — 141) 
ein. Die fälle sind: 

1. ä > o, z. b. die mannsnamen Ölafr neben Öldfr (mit 
stark nebentoniger ultima), Ingemarr (bei Tacitus Inguiomerus. 
mnorw. auch Ingemarr. nnorw. dial. -mar) zu m&rr (vgl. § 64) 
berühmt, vesall unglücklich zu sdll (*säliii) glücklich, Styrkarr 
neben -karr (Karr und Kare) ein mannsname, afra]) neben -rdj) 
(und anorw. -rdede § 64) abgäbe, anorw. airfad{e) neben -a}de 
(s. §61) arbeit, acc. pl. m. bdpa (*bd-pd, got. bans pans. vgl. 
§ 122) beide, acc. sg. hana neben (seit., s. Gering, ZfdPh. 
XXIX. 543) haupttonigem hdna sie; nach § 54, 3, b sowol dkafr 
eifrig, herdp bezirk, nafarr bohrer, anorw. for{r)aö gefährliche 

Noreen, Altisl. gramm. i. auf]. 9 



1 30 § 151. Kürzung in schwachtonigen silben. 

passage, . die mannsnamen Pörarr, Hröarr u. a. (so schon in 
air. lelmwörtern aus dem anfang des 9. jahrks., s. Marstrander, 
Bidrag s. 89) aus *-drr wie die negierenden verbalsuffixe -a 
und -at neben haupttonigem einn (got. ain, vgl. § 54, 3, a), resp. 
eitt (got. ainata) etwas; ferner missare neben misser e (aus 
-*cere nach 6 unten) halbjahr zu dr jähr, dömare neben (seit.) 
dömere richter u. a. auf -are (und -ere, s. § 64 sowie unten 6, 
und vgl. ahd. -äri). 

2. e > i (e, s. § 145), z. b. Hamper aus älterem Hamper 
(s. § 51,2, a) ein mannsname, Hlepuer aus -ve'r (afränk. Chlodo- 
wich, vgl. § 65 und 111, 2) Ludwig, huatvetna was auch immer 
und eyvet, -ar, -o nichts zu vet(t)r (s. § 110, 3) wicht, ding, lyritr 
gesetzliches verbot zu rettr recht. Vgl. § 139. 

3. i > i (e, s. § 145), z. b. hirper (got. hairdeis) hirt, frdpe 
(got. frödei) Wissenschaft, nom. pl. gester (got. gasteis) gaste, 
1. pl. prät. konj. bypem (got. budeima) böten. Auffallenderweise 
steht konstantes e in namen wie Alrekr (§ 51, 2, a) Alarich, 
Hrörehr Eodrich u. a., in vielen hdschr. (vgl. § 145 anm. 4) 
auch im suffix -leg- (aus -*lik- zu lik körper); vgl. Neckel, 
Beitr. XL, 74 ff. und 79 f. 

Anm. 6 > u ist wenigstens durch aisl. gen. dat. Öslu neben -16 (s. 
Jonsson, Skjaldesprog s. 62, Hsegstad, Utredning om no. bynavn, s. 12 und 
14, G. Indreba, Sverris saga, s. XVIII, oft) sowie in den vielleicht eher 
nach § 127, 3 zu beurteilenden anorw. adj. auf -utr st. -öttr, z. b. kollutr 
ohne hörner, striputr gestreift (s. Hsegstad, Vestno. maalf. 1, 112 und II, 2, i, 
s. 71 sowie bei 0. A. Johnsen, Olafs saga, s. XLII) u. a., s. § 127, 3, belegt. 

4. ü > u (o, s. § 146), z. b. obl. sg. tungo, nom. acc. pl. 
tungor (ahd. zungün) zunge, -en, nom. acc. pl. augo (ahd. *ougün 
;> ougun) äugen, utan von aussen her und utar weiter hinaus 
neben älterem utan, resp. utar zu ut hinaus (und üte draussen), 
nu, no (bisweilen suffigiert) neben nü nun, vildo du willst. 
esto du bist zu pü du (s. L. Larsson, Stud. över den Stockh. 
homilieboken s. 54). 

5. o > u (o, s. § 146), z. b. dat. pl. domorom richtern, nom. 
sg. f. und nom. acc. pl. ntr. vesol unglücklich, nom. acc. pl. forop 
gefährliche passage, pl. (dann auch sg.) afrop abgäbe, anorw. 
ozrfud aus *-od (*-äöu, *-aidu) arbeit; urspr. schwachtonig hon, 
später auch hun, neben starkton. (alt) hon < *h$n § 116 sie; 



§ 152. Kürzung in schwachtonigen silben. 131 

frauennamen wie anorw. Bgnnog, Sglog s. § 54, 3, b. Vgl. über- 
haupt 1 oben und § 148. — Bei verhältnismässig später kürzung 
steht auch o, z. b. Älof (Alof) ein frauenname zu dem manns- 
namen Oldfr: a.is\.kgnom (lmal [hjunom St. Hom.) neben honom 
(könom § 116) ihm, vesql neben vesol, -ul (s. gleich oben und 
§64). 

6. ce > e (bisweilen *, s. § 149), z. b. de > e 'immer', re- 
in vescettj -sali (s. 1 oben), veill (s. § 130 anm.) zu vce weh 
(s. v. Friesen. N. spr. I, 29 note), pl. Heipsefar (anorw. 2Eid- 
sifar; -sifiar durch volksetymologischen anschluss an die Orts- 
namen JEiÖ, JEidsvollr und pl. sifiar) die einwohner der gegend 
um den see Heifiscefe; missere halb jähr, dömere richter u. a. 
s. 1 oben; H16r(r)ipe ein Torsname, E{i)ndripe (s. § 128) ein 
mannsname < -räpi (zu rdpa walten); nom. pl. f. per statt 
gew. p&r. 

7. ä>i (e, s. § 145), z. b. endeme (-dimi) neben eindöme 
(mit stark nebentoniger pänultima) etwas ausserordentliches, 
anorw. norenn neben nörönn (s. § 291, 3) norwegisch. 

§ 152. Die diphthonge werden ebenso verkürzt: 

1. cei {ei) > i (e § 145), z. b. bdper aus *bd-Panr (got. bai 
pai, s. § 54 anm. 2) beide, nom. pl. m. per, gen. pl. pera, dat. pl. 
pem st. gew. Peir, peira, Peim, erfede (< *cerfaiiöi mit einst 
haupttoniger pänultima) neben anorw. wrf&de, -ade (s. § 54, 3, b) 
arbeit, anorw. Asger, -gir neben -gceirr, Kolbinn neben -bmnn 
mannsnamen; mnorw. Ortsnamen Ufikspueit (Rygh, Gamle 
personnavne, s. 188) zu dem mannsnamen Ufeigr und Särefs- 
land, -stadir zu Scerazifr; St. Hom. egi (cegi in AM. 921, 4°, 
IV, 1, s. Morgenstern, Arnam. Fragmente, s. 46), eg (vgl. aschw. 
igh) neben starktonigem eige nicht. Spuren solcher kürzung 
zeigen air. lehnwörter schon in der mitte des 9. jahrhs., 
s. Marstrander, Bidrag s. 89. 

Anm. Seit, elifr (St. Hom. 2 mal) ewig ist nicht aus dem gew. eilifr 
entstanden, sondern verhält sich zu diesem wie et > e § 151, 6 zu ei § 77, 15. 
Ueberhaupt scheint kein Übergang eiy>e, i in vortonigen silben vor- 
zukommen. 

2. ou (ou, au) > o (seit, u), z. b. Hdlogaland land der 
anorw. Hdleygir, valrof (ags. wcelreaf) beute, ok (schon Eggjum 
c. 700 uk) 'und' neben starktonigem (bes. anorw.) auk 'auch' 



132 § 153. Schwund der vokale. 

(und 'und', z. b. Hb. s. LIII u. a.; vgl. Gislason, Njäla II, 951 
note, Sijmons, Die lieder der Edda, s. GLXXXIV, Jonsson. 
No.-isl. kultur- og sprogforhold, s. 231 f.), brot{t), brutt, bort, burt 
(s. § 315), brgt (! s. G. Storm, Otte brudst., s. 5, porkelsson, 
Supplement IV, 17) neben starktonigem braut (hin)weg (vgl. 
§ 128 anm. 2), brullup (s. Haegstad, Vestno. maalf. II, 2, i, s. 32) 
neben -laup hochzeit; anorw. ertog, osrtug (vgl. agutn. ertaug; 
doch vielleicht zu § 166) eine art münze, niDorw. Hicelmlop 
< Hialmalaup (Haegstad, G. Tr., s. 76), Allsogh < Alvishaugr 
(s. Rygh, Oplysninger II, 157) Ortsnamen, Äsgotr (-gautr), Gup- 
logr, Hrollugr, anorw. Hcerlogr, -lugr u. a. mannsnamen auf 
-laugr, mnorw. Äslog, Gislog u. a. frauennamen auf -laug. 

IV. Schwund. 

§ 153. Gegen die mitte der urn. zeit und im anfang der 
vikingerzeit, also etwa zwischen 450 und 900, wird allmählich 
jeder unbetonte kurze (urspr. oder in urn. zeit gekürzte 
wie alle in unnasalierter ultima und S, e — aus ai nach 
§ 139 — in pänultima vor nicht synkopierender ultima) vokal 
synkopiert. Wenn wir von vielleicht schon urgerm. synkope 
auslautender kürzen (s. § 143) absehen, so sind die ältesten 
belege fahi (*faihiu) Asum c. 475 male (vgl. aber unten 7, 3 
mit anm.), an (got. and) Tjurkö c. 550 an, wate (*wätie) Strom 
c. 625 nässe. — Ueber die Chronologie der einzelnen syn- 
kopierungsfälle sind folgende allgemeine bemerkungen zu 
machen (vgl. Noreen, Geschichte 3 , s. 84 ff. und die oben §66 
und § 80 zitierte literatur) : 

1. Synkope tritt früher nach langer als nach kurzer 
Wurzelsilbe ein, weil nach jener nicht wie nach dieser ur- 
sprünglich ein nebenton folgte, der erst schwinden musste. 
So z. b. hat die Sölvesborger-inschrift c. 775 im acc. sg. der 
«-stamme asmu[n]t (aisl. Asmund), aber sunu (aisl. sun) söhn, 
die adän. inschr. von Helnaes (c. 800) ebenso Kupumu[n\t (aisl. 
Gupmund), aber sunu. Abecedarium nordmannicum (s. § 80, 1) 
hat die runennamen söl (*sölu) 'sonne' und 6s (*äsuR) 'Gott', 
aber feu (aisl. fe) 'vieh' und lagu (aisl. hgr) 'flüssigkeit'. Die 
3. sg. präs. ind. weist in der Björketorper-inschrift (c. 700) die 
form dArutn (aisl. brytr) 'bricht' auf, aber noch die aschw. 



§ 153. Schwund der vokale. 133 

inschr. von Rök (c. 850) hat sitip. (aisl. sitr) 'sitzt' (vgl. den. 
wenn nicht etwa deutschen, runennamen fiuris = aisl. p>n*. 
im Abeced. nordm,). 

2. Synkope tritt früher in binnensilben als in der ultima 
ein. z. b. Strom c. 625 wate (*icätie. aisl. eckte) nässe, aber hali 
(d. h. halli, aschw. heel) stein; vgl. Rök fatlapR (*fatil- zu aisl. 
feteU tragband) umgebunden, aber sitia sitzt. 

3. Synkope tritt früher nach schwachtoniger als nach 
starktoniger und früher nach nebentoniger als nach haupt- 
toniger silbe ein. z. b. an (got. ana) Tjurkö c. 550 'an' und 
uilalä Overhornbaek c. 550 kunststück, aber hlaiita Bo c. 550 
grabhügel, uraita Reistad c. 575 ritzung. horna Strom c. 625 
hörn; Afunp Valby c. 700 neid, aber Jjah 'r Bratsberg c. 550 
und noch Rök süir sitzt: fahi <*faihiu; vgl. aber anm. unten) 
Äsum c. 475 (ich) male, aber Uinu Overhornbaek c. 550 (ich) 
stelle her. Dies dürfte der eigentliche grnnd sein, weshalb 
der umlaut fehlt in den früher — d. h. vor der umlautszeit 
— synkopierten Ingemarr. ol-(k)hi u. dgl. gegenüber den syn- 
kopierten meerr, Mo ; vgl. § 64 und § 78. 

4. Synkope tritt früher vor starktoniger als vor schwach- 
toniger silbe ein. Daher hiänlauss gegen die umgelauteten 
demjia und hickn (s. § 66. 1) und Jcatthelgr gegen mötkan und 
kottr (s. § 80, 1). 

5. Synkope scheint früher vor konsonanten als im absoluten 
auslaut eingetreten zu sein, wenigstens nach den runennamen 
des Cod. Leidensis (s. § 80, 1) aus (d. h. aisl. oss), aber reidu 

I aisl. reiß), soulu (aisl. sol) und lauer (aisl. /• gr), aber ftu (aisl. fe) 
zu urteilen; vgl. auch Istaby -irulafR. aber -wulafa (unten 6). 

6. Synkope tritt früher bei unnasaliertem als bei nasa- 
liertem vokal ein. Die Istabyer-inschrift um 650 hat schon 
nom. sg. -uulafR (aus *-umlfam i s. § 142). aber noch acc. sg. 
-wulafa (aus *-uulfa mit nasaliertem a. weil aus -om, lat. -um, 
gr. -or); ebenso die wenig jüngere inschr. von Gummarp acc. 
sg. -icoUfA. erst die adän. Helnaeser-inschr. c. 800 -ulf wolf. 

7. Synkope tritt wahrscheinlich unter sonst gleichen Ver- 
hältnissen am frühesten bei a ein, wol etwas später bei i. am 
spätesten bei u; aber mit irgendwelcher Sicherheit ist es aus 
dem dürftigen material nicht zu schliessen, und die zeitlichen 



134 § 153. Schwund der vokale. 

differenzen sind jedenfalls ziemlich unbedeutend. Die urn., 
oft natürlich allzu spät auftauchenden, ersten belege der 
synkope sind die folgenden: 1) a fehlt nach kurzer, unbetonter 
silbe in Tjurkö c. 550 an an, nach langer Valby c. 700 wipr 
'gegen', nach schwach nebentoniger Overhornbaek c. 550 uilalct 
kunststück, nach stark nebentoniger (und zwar unnasalierter 
vor kons.) Istaby c. 650 -wulafR (neben -tvulafa, nasaliert und 
auslautend, s. oben 5 und 6), nach langer, haupttoniger Eggjum 
c. 700 stain stein (fiskR fisch, sot gesucht u. a.), nach kurzer 
aber erst in den adän. inschr. von Tryggevaelde und Glaven- 
drup c. 900 acc. sg. uar (aisl. ver) mann; 2) i in pänultima 
nach langer silbe Strom c. 625 wate (aisl. vcete) nässe, nach 
kurzer Gummarp c. 675 sa te (vgl. satiöo Rö) setzte, in ultima 
nach schwachtoniger silbe Stentoften c. 675 -gestuniR -gasten, 
nach starktoniger Valby c. 700 Afunp neid, nach langer haupt- 
toniger Eggjum manR männer und Björketorp c. 700 darutR 
bricht (nach kurzer aber noch nicht in Rök süIr; 3) u in 
ultima nach schwach nebenton. silbe in Äsum c. 475 fahi (auf- 
fallend früh und daher verdächtig, sonst Stora Noleby c. 600 ; 
vgl. anm.), nach stark nebenton. Björketorp c. 700 -sÖa (aus 
*-spähu), in mittelsilbe nach stark nebenton. silbe Sölvesborg 
c. 775 (zu später beleg) asmu[n]t, nach schwach nebenton. 
Eggjum c. 700 nAMa[n] nackten, in ultima nach langer haupt- 
toniger silbe erst in Abeced. nordm. 10. jahrh. ös y söl (Cod. 
Leidensis zwar aus, aber reidu und soulu, s. 5 oben), nach 
kurzer nebenton. silbe zwar etwas nach 900 nom. -siiur, acc. 
-sun söhn in den aschw. inschr. von Sparlösa, resp. Gursten, 
aber noch um 850 Rök sunu, JcaruR (aisl. gorr) und etwa 
gleichzeitig, ebenfalls aschw., Kälvesten sunu gegen adän. 
Tryggevaelde, Rönninge c. 900 sun. Das durch sonantisierung 
von w (s. § 226) entstandene u scheint etwas später als das 
alte synkopiert worden zu sein, denn die aschw. Vedelspanger- 
inschrift gegen 950 hat noch Siktriku (aisl. Sigtrygg) neben sun. 
Anm. Nach Hesselman, Västno. studier II, sind a und i in kurzer 
pänultima nach langer silbe oder kurzer ableitungssilbe früher als u in 
ultima (vgl. 2 und 1 oben) synkopiert worden, was den auffallenden gegen- 
satz part. prät. dempr : talepr erklären würde. Die entwickelung wäre 
dann nom. sg. f. und nom. acc. pl. ntr. *dömiÖu : HaliÖu >> *Ö5mdu : HaliÖu 
>» dSmb : HaliÖ, wozu analogisch nom. sg. m. d&mör : taliör. Gegen 
Hesselmans regel verstösst das oben mehrmals erwähnte fahi Asum, Stora 



§154.155. Synkope. 135 

Noleby, fai Yatn c. 725, das — wenn überhaupt richtig gelesen — dann wol 
als eine, zwar auffallend früh, nach 2. 3. sg. *fählR vorgenommene Umbildung 
von zu erwartendem fcehu (oder dem älteren *faihiu) aufzufassen wäre; 
vgl. Hesselman, a. o. s. 49 f. 

Wir gehen jetzt dazu über die verschiedenen synkopierungs- 
fälle zu besprechen: 

§ 154. In unbetonten silben wird vortoniger vokal synkopiert, 
z. b. teygia (got. ataugjan), s. Wadstein, Arkiv XVIII, 180 f.) 
zeigen; breipa bereiten (s. Kock, Arkiv XXIV, 184) ; fryja (got. 
frcucröhjan, s.§68,3) absprechen; granne (got. garaznd) nachbar, 
greipa (got. garaidjan) in Ordnung bringen, gUhr (got. galeiks) 
gleich, glam neben hlam lärm, glymr starker klang neben hlymr 
klang, glöfe handschuh zu 16 fe handfläche, gneiste (vgl. and. 
ganeisträ) funke, ? gneggia neben nisl. hneggia (ags. hncegan, 
mhä. neien) wiehern, gnögr (vgl. got.ganöJis) hinreichend, gnüa 
(ahd. part. prät. ginüan) reiben, ggrr (as. garu) neben grr (as. aru) 
fertig, grein (got. garaideins) bescheid, gr edder einer der zu 
speisen gibt (vgl. ags. gereordian speisen), gdera schaffeil zu hcera 
haartuch vgl. mhd. gehär behaart) u. a. Wörter mit dem präfix 
ga- (s. Bugge, Arkiv II, 212 f., 2381; Erdmann, Ant. tidskr. f. 
Sv. XI, 4, s. 29 ff., Wadstein, I. F. V, 12 ff., wo vieles unsichere, 
vgl. z. b. Liden, Bezz. Beitr. XXI, 114 ff.); prät. sg. sueip (*se- 
swceip) zu sueipa einhüllen, ? seit. (s. § 502 anm.) heit (got. hai- 
hait) neben gew. het zu heita heissen; slikr (got. sualeiks) 
solcher. — Vgl. mit betonter vorsilbe pl. gotuar (ags. geatwe) 
rüstung (s. Kluge, K. Z. XXXVI. 70, v. Grienberger, Zeitschr. 
f. d. österr. gymnasien 1905, s. 753), prät. sera (got. saisö) aus 
älterem *sezö zu sä säen. 

Änm. In lehnw. wie postole (ags. postol) apostel , pi stell (ags. pistol) 
epistel, spitale (ahd. spitäi) hospital, papreimr hippodrom, Pül Apulien ist 
wol der vokal meistens schon vor der entlehnung geschwunden. — Unklar ist 
das Verhältnis von dis zu as. idis, ags. ides hehres weib. — Erst mnorw. trifft 
man pä st. appä auf, an (s. Haegstad, Vestno. maalf. II, 1, s. 89). 

§ 155. Unbetonter kurzer vokal in der ultima wird ausser 
vor urn.w, m, r synkopiert, z. b. dagr (um. dagaR Einang) tag, 
heitenn (um. haitinaR Tanum) geheissen, gestr (um. -gasttR 
Gallehus) gast, sunr (got. sunus) söhn, fe (got. faihu) vieh, 
acc. sg. stein (um. staina Tune) stein, hörn (um. hör na Gallehus) 
hörn, mag (um. magu Kjolevig) söhn, nom. sg. f. und nom. acc. 



136 § 156. Synkope. 

pl. ntr. gnnor (got. anpara) andere, gen. sg. yisls (urn. -gisalas 
Kragehul) geissei, dat. sg. fe]>r (lat. patri) vater, acc. sg. m. einn 
(vgl. got. ainnö-hun) einen, Mindern (got. blindana) blinden, dat. 
sg. m. blindom (got. blindamma) blindem, nom. pl. d6tr (urn. 
dohtriR Tune) töchter, 1. pl. konj. präs. berem (got. bairaima), 
prät. beerem (got. bereima), 1. sg. präs. ind. ber (got. baira) trage, 
2. sg. imperat. söh (got. sö&ei) suche, fiol- (got. /?7w) viel-, ÄeZdr 
(got. haldis) mehr, Äatfr (got. hatis) hass, 2. sg. präs. ind. brytr 
(got. briutis) brichst u. a. — Vgl. dagegen mit kurzem vokal 
vor n, m, r z. b. acc. pl. daga (got. dagans) tage, geste (got. 
gastins) gaste, suno (got. sunus) söhne, 3. pl. prät. ind. bupo 
(got. budun) boten, inf. und 3. pl. präs. ind. gefa (got. #i6cm, resp. 
giband) geben, acc. sg. hana (got. hanari) haben, nio (got. niun) 
neun, 1. pl. bindom, bundom (got. bindam, resp. bundum) binden, 
banden, ?//er (got. ufar) über u. a.; ferner mit langem vokal 
z. b. valper (got. walides) wähltest, s?/sfcr (urn. swesteer, § 158) 
Schwester, 3. sg. prät. ind. orte (urn. w[o]rtce, § 138) machte, 
nom. pl. gester (got. gasteis) gaste, /is&ar (got. fiskös) fische, gen. 
pl. rw'wa (got. rwnö mit urspr. nasaliertem ö, weil aus *-öm) 
runen, acc. sg. tungo (ahd. sungün) zunge u.a.m. s. § 137 — 141. 

Anm. Die 3. sg. prät. konj., z. b. bijße (got. budi) böte, welche laut- 
gesetzlich synkope erleiden sollte, hat wol schon urn. langes I von der 
2. sg. und dem pl. (got. budeis, resp. budeima, -eip, -eina) entlehnt. Die 
verba präteritopräsentia, welche im präs. konj. (das ja urspr. ein prät. 
konj. ist) fast nie i-umlaut zeigen, haben wol (wie im aschw. alle verba, 
s. Noreen, Geschichte 8 , s. 215 f.) schon vor der umlautszeit die endungen 
des funktionell ja gleichwertigen präs. konj., welche sämtlich lautges. nicht 
synkopiert werden (z. b. 3. sg. got. -ai u. s. w.), entlehnt. Die erhaltung 
des vokals in der 2. pl. starker verba, z. b. bindep (got. bindip) bindet, 
bundop (got. bundup) bandet, beruht wol auf einfluss der lautgesetzlichen 
typen demep (got. -eip) und hafep (got. -aip), welcher einfluss ja offenbar 
bei kallep st. -ap (got. -öp) vorhanden ist. 

§ 156. Unbetonter kurzer vokal in pänultima wird, wenn 
ultima nicht nach § 155 synkopieren soll, synkopiert, z. b. 
1. sg. prät. ind. fäpa (urn. faihido Einang) malte, gen. pl. augna 
(ags. eagena, eagna) äugen, gen. dat. sg. f. hennar, -ne (*häniRö~R, 
-ine) zu hön i^hänii) sie, gen. pl. gumna (got. gumane) männer, 
nom. acc. pl. Jiimnar, -a (got. himinös, -ans) himmel, numner, -a 
(got. numanai, -ans) genommene, valper zu sg. calepr (anal, 
später calpr) gewählt, dat. pl. hofpom (vgl. got. haubidam) köpfen, 



§157. Synkope. 137 

eure (got. alpiza) älter, minzte (got. minnistd) der kleinste, 
\A.mensker (anal. sg. menskr; got. manniskai) menschliche, fagna 
(got. faginon) sich freuen u. a. — Urspr. langer vokal, sowie 
das nach § 139 aus ai entstandene e, wird zunächst gekürzt 
und dann synkopiert — a jedoch nur nach nicht haupttoniger 
silbe — z. b. nom. pl. m. gullner (got. gulpeinai) goldene, mdtker 
(wenn gleich got. mahteigai) mächtige, pl. lausner (got, lauseinös) 
lösungen; munpe (got. munaida) erinnerte sich, vitte (got. icitaida) 
beobachtete, gen.pagnar (vgl. got, Jtahainais) Schweigens, gen. 
pl. blindra (got. blindaizo) blinder, mikella (got. mikilaizö) grosser; 
komp. veglegre (got. -öza) und sup. nom. pl. m. veglegster (got. 
-östai) zu veglegr prächtig gegenüber z. b. armare (got. armöza) 
ärmer, 1. sg. prät, ind. losnafia (got, lusnöda) wurde los, skapere 
(vgl. and. -äri, got. -areis, s. § 151, 1) Schöpfer. Vgl. Neckel, 
ZfdA. XLIX, 3 15 ff., Tijdschr. voor Nederlandsche Taal- en 
Letterkunde XL, 238 ff., Sverdrup, Arkiv XXVII, 185 f., Kock, 
Arkiv XXI, 107 f. 

Anm. Fälle, wo (wenigstens scheinbar) sowol die ultima als die 
pänultima synkopiert worden ist, erklären sich teils nach § 159 (beisp. s. 
dort), teils wol nach § 153 anm., z. b. acc. sg. m. einn ' einen', minv « *mhinu 
< 7nuu'no, s. § 136) 'meinen' oder part. wie bundenn « *bundinnu < *bun- 
denanö) gebunden, vgl. got. ainnö(/iun), ?meinna (Matth. 11,10); ebenso nom. 
acc. sg. ntr. Mint blindes aus *blintu < *-blindato, got. blindata oder heilagt 
<^*hceilagtu <^*hailagat() heiliges (vgl. dagegen pat 'das', welches nicht 
got.pata, sondern pat in pat-üh, vgl. gr. röds — go\..pata aus *patö gäbe 
in Verbindung mit -üh ein *patöh, s. Noreen, Arkiv VI, 374 note — entspricht; 
got.pata wäie aisl. *pot); ferner fälle wie dypp <*dyppu <C*diupipu, 
-ipö (got. diupipa) tiefe. S. Hesselman, Västno. studier II, 7 f., 43 ff. 

§ 157. Unbetonter kurzer vokal sowol in antepänultima 
wie in ultima wird synkopiert, z. b. dat. sg. m. bundnom (got. 
bundanamma) gebundenem, acc. sg. m. ralpan (got. walidana) 
gewählten, gotneskr aus *gotaniskaR gutnisch. — Vgl. dagegen 
mit nebentoniger antepänultima und langer ultima — deshalb 
mit synkopierter pänultima nach § 156 — z. b. gen. dat. sg. f. 
und gen. pl. mikellar. -eile, -ella (< *ileaö) zu mikell gross. 

Anm. Fälle, wo drei silben nach einander synkopiert zu sein 
scheinen, sind immer zum teil analogisch entstanden. So z. b. entspricht 
nom. acc. sg. ntr. valt gewähltes nicht got. walidata, sondern ist nach der 
analogie blindr : blindan : blint wie valpr : vaipan : x gebildet. 



1 38 § 158. 159. Synkope. 

§ 158. Enklitische einsilbige Wörter werden — wo nicht 
assoziation hindert — wie sonst unbetonte ultima (s. § 155) 
synkopiert, z. b. emk (neben em eh) ich bin, mceltak (mcelta ek) 
ich sprach, kollomk (*kallö-mik) ich nenne mich zu kalla (ich) 
nenne (über den gegensatz -a : -o-mJc s. § 137, 1 und 2), Utom 
(Hetu-mR aus *letu-men gleich leto mer) sie Hessen mir, kallask 
(*Jcalla-siJc) sich nennen, snüas (*snüa-SR aus *smia-seR) sich 
wenden, sds {sä es), Peims (peim es) derjenige, resp. demjenigen 
welcher, nüs {nii es) nun ist, Paz (J>at es) das ist, unz (*und-es) 
bis, ])6t(t) neben seit. pö at wiewol, suät (suä at) so dass, seit, 
anorw. (s. Fritzner) hit (*hi-at, s. Noreen, Arkiv V, 373) hierher, 
anorw. pit {*pi-at) dorthin, weil, mattet (*mätti-at) konnte 
nicht, pät eins St. Hom. {pä at eins) nur dann, anorw. 
aldregen {*aldrege-enn, s. Kock, Arkiv IX, 161) noch nie, humrgin 
(*hucergi-enn, ib. XI, 126) noch nirgends u. a. Reichliche 
beisp. aus den skaldengedichten bieten u. a. Sievers, Beitr. V, 
491 ff. und Jönsson bei Gislason, Udvalg af oldn. skjaldekvad, 
s. XIX ff. — Wenn das zu synkopierende wort vor dem 
(schwindenden) vokal w hat, wird dies nach § 226 sonantisiert, 
z. b. hinnog neben hinn{v)eg (s. § 235, 1, f) dort, pannog n. 
gew. panneg (J>ann veg) dahin, huernog (huern veg) wohin, 
huersug wie. Vgl. aber slikr (got. sivaleiks) § 154. 

Anm. 1. In derselben weise sind vielleicht (nach einer Vermutung 
Liden's) entstanden die formen auf -t und -r der 2. pl. , z. b. bindet (aus 
bindid-t, s. § 268, 2, § 285, 5), anorw. bindir (bindiö-r, s. § 292) gleich bindiÖ 
it, er (auch bindi pit, per) ihr bindet. 

Anm. 2. In den zweisilbigen verbalformen erom, erop, ero wird e 
nur (? s. Sievers, Beitr. V, 495) nach unmittelbar vorhergehendem r syn- 
kopiert. Das dadurch entstandene rr wird bisweilen vereinfacht (§ 285 
anm. 1), die einstige länge des ultimavokals in ero (s. § 122 anm. 2) ge- 
wöhnlich (bes. in St. Hom.) erhalten , eventuell auch auf erom übertragen. 
Z. b. ver(r)öm (ver erom) wir sind, peir(r)ö (peir ero) sie sind, seblerro 
(sceler ero) selig sind. 

§ 159. Wo innerhalb eines paradigmas synkopierte und 
unsynkopierte formen (resp. formen mit synkope bald in der 
ultima, eventuell auch der antepänultima, bald in der pänultima) 
mit einander wechselten, ist oft ausgleichung — gewöhnlich 
zu gunsten der synkopierten formen — eingetreten oder doppel- 
formen entstanden. Z. b. valpr neben valepr nach pl. valp&r 
gewählt, danskr statt *deneskr nach pl. dansker dänisch, eldr 



§ 160. Synkope. 139 

(aschw. noch seit, eleper, ags. celed) nach dat. elde teuer, Hgrpr 
(aschw. run. noch gen. liarups Rök) ein mannsname nach pl. 
hgrpar ein wohner von Hordaland, beztr und baztr aus urspr. 
*betistr (got. batists), acc. baztan bester, magn und megn neben 
megen nach dat. magne stärke, nektr neben nekkaepr, nekfatepr, 
(bes.) anorw. auch ngkknepr (s. z. b. Leffler. Om r-omljudet 
s. 13 note) nackt aus urspr. nekkuepr, acc. nekpan, ngkpan 
(s. v. Friesen, N. spr. I, 7), ntr. btit (als adv. 'vielleicht') statt 
Met nach bünom, -no, -ner usw. 'fertig', ebenso anorw. 
ddt(t) statt ddet totes und nänn statt ndenn nahe u. a., s. die 
flexionslehre. 

§ 160. Weit später, erst zur zeit der ältesten hdschr. 
durchgeführt, ist die synkope des anlautenden vokals im pron. 
enn. inn bei dessen Übergang in den suffigierten artikel. Das 
nähere hierüber s. § 472, 1. 

Anm. Sonstige beispiele späterer synkope sind im aisl. selten und 
unklar, z. b. gen. pl. erna neben erenda zn erende in der bedeutnng ' not- 
durft '. In proklitischer Stellung sind möglicherweise entstanden die manns- 
namen Bärpr (alt Bäropr, air. Barid, ags. Bared) und Pörpr (ags. Pored). 
Vielleicht auf dissimilation beruhen kongr (erst gegen 1300, s. Gislason, 
Njala II, 216) neben konongr (anorw. häufiger kungr aus kunungr, s. Haeg- 
stad, Vestno. maalf. 11,2, i, s. 67, Kong., s. 22) könig, pengr (auch anorw. 
s. Haegstad, Vestno. maalf. n, 2, i. s. 112) neben pen K n)engr münze (vgl. 
aber Kock, Arkiv XXIV, 194 ff.). Dagegen ist das adv. lit{t) 'ein wenig' 
kaum aus dem ntr. litet kleines entstanden, sondern entspricht wol dem 
genau gleichwertigen got. adv. leita, worüber s. Grienberger. Untersuchungen 
zur got. wortkunde, s. 146. Fiogrtän vierzehn ist nicht aus fiogortdn ent- 
standen, sondern wie dies aus *fioÖrtän durch partiellen, resp. vollständigen 
anschluss an fiogor vier; s. Noreen, Svenska etymologier, s. 41. Nicht 
hierher, sondern zur wortbildungslehre gehören die von Hellouist, Om de 
svenska ortnamnen pä -inge, s. 246 mit note, angeführten fälle des typus 
borgfirpingar leute von Borgarflorpr; indem hier keine synkope von -ar 
vorliegt, u. dgl. — Wiederum in anorw. ist eine sekundäre synkope keines- 
wegs selten (bes. nicht seit c. 1300) und zwar am häufigsten auftretend in 
lehnwörtern (wo die synkope vielleicht zum teil vor der entlehnung statt- 
gefunden hat) sowie in personen- und Ortsnamen , z. b. (s. bes. Haegstad, 
G. Tr., s. 93 ff., Kong., s. 22, M. Olsen, Hedenske kultminder 1, 51) Benye)dikt, 
Lar en)s: Phil(i)pus, Öl(a)fr, Eir(i)kr, 0y{vi)ndr, Marg{a)reta, Kat(a)rina, 
Mari(u)m(BSsa, Gregöri{u)stncessa, Ing{i)biorg, -g&rdr, -mundr, -Hör, resp. 
Nör(e)ge Norwegen, Häl(o)gatand , Ö<f)e)nsal, Nid(a)röss, Biark{a)rey, 
-heimr, Gceit(a)r{h)ceimr. Efrüsum (Ofrahüsum) , Sti6na)daü, Brig{i)daruÖ, 
sonst mä(naöar)matr esswaren, bröÖie)r bruder, möö{e)r mutter, skoddom 
<CskoÖaÖom (wir) schauten, frcenk{on)a verwandtin (zur erklärung s. 



140 § 161. Svarabhakti. 

Xoreeu, Vart spräkIII,422 note3), de(yia) sterben, fry(ia) absprechen, 
ßy(ia) fliehen, husfrey(ia) ekefrau, äsan(a) die gräte, iorÖen(e) der erde, 
talaÖ(e) redete, s. Hsegstad, Vestno. maalf. II, 1, s. 52, 53 und II, 2, i, s. 101, 
112, 113, 116, 118; in proklitischer Stellung ha (schon 1299) aus hafa haben, 
luk(a) upp 1346 aufschliessen. Kicht hierher gehören dial. formen wie 
Siurdr, orkn. tuttü (statt Siugurdr Sigwart, tuttugu zwanzig), welche nach 
§ 293, 4 und § 130 zu erklären sind. 



V. Svarabhakti. 

§ 161. Svarabhakti tritt in etwas jüngerer spräche zwischen 
auslautendem r und einem vorhergehenden konsonanten ein: 

a) Im aisl. ist der svarabhaktivokal u, von dem spuren 
schon vor 1300 sich zeigen, z. b. rikur (statt rikr) mächtig, pl. 
bcendur (böndr) bauern usw. Um 1400 ist wol die ausspräche 
-ur allgemein üblich gewesen, obwol die Schreibung -ur 
erst nach 1550 völlig durchdringt; s. porkelsson, Um r og 
ur i niörlagi oröa, Keykjavik 1863, E. Olson, Yngvars saga, 
s. XLIII. 

b) Im anorw. ist der svarabhaktivokal verschieden in 
verschiedenen gegenden. Wnorw. tritt südlich von Bergen u 
oder o, nördlich davon i oder e (orkn. i, shetl. e, später auch u) 
ein; onorw. dagegen im allg. a, in gewissen gegenden auch e 
(so regelmässig im Drontheimischen) oder ce, z. b. wnorw. 
aftur, -or, -ir, -er, onorw. aftar, -er, -cer statt aftr zurück, usw. 
In einigen denkmälern richtet sich der svarabhaktivokal nach 
demjenigen der vorhergehenden silbe, wie z. b. in der Barlaams 
saga heilagar heilig, slihir solcher, mättogor mächtig, atburdur 
ereignis usw. statt lieilagr usw. Die entwickelung tritt 
(wenigstens in Barlaams saga und im Drontheimischen) schon 
um 1250 auf, wird seit 1325 häufiger und ist wol im all- 
gemeinen während des 14. jahrhs. vollzogen worden. Vgl. 
J. Storm, Norvegia I, 35; Hsegstad, G. Tr., s. 91 f., Hild., s. 58, 
Vestno. maalf. I, 145. 

Anm. 1. Cod. Holm. 34, 4° zeigt auffallender weise svarabhakti nur 
vor einem aus z > R entstandenem r, vor urspr. r aber nicht, z. b. eter isst, 
Üiker solch, aber aJcr acker, alldr alter; s. Kolsrud, Arkiv XXXIII, 284 
note 2. 

Anm. 2. In anorw. runeninschriften kommen auch nicht selten im 
inlaut spuren von svarabhakti nach der art der um. inschriften (s. § 142) 



§ 162. Spuren speziell urgerm. lautgesetze. 141 

vor, z. b. beleitir (d. h. bleytir, Aardal. 13. Jahrb..) netzt, acc. Lumpur (d. h. 
bröÖor Tanberg) brnder ; s. Bngge , Foreningens til norske fortidsmindes- 
mserkers bevaring aarsberetning for 1869, s. 33. In der anorw. literatur 
kommen selten beisp. von svarabhakti zwischen r und kons, vor, z. b. 
kirikia st. kirkia kirche, kores st. kors kreuz, dat. ntr. okoro st. okro zu 
okkor uns beiden zugehörig, dat. sg. gareöe zu gardr hof, s. Hsegstad, 
Yestno. maalf. II, 2, i, s. 122 f., Kolsrud, Arkiv XXXin, 284 note 2. Ver- 
einzelt steht einmaliges tuu-eir st. tuceir zwei, s. Hsegstad. a. o.. s. 123. 



Kap. 3. Vokalwechsel aus urgerm anischer zeit 

stammend. 

I. Spuren speziell urgerm. lautgesetze. 

§ 162. e wurde zu i: 

1. Unmittelbar vor nasal mit folgendem konsonanten. 
Daher gen. pl. kuinna (*kicen-nö, gebildet wie got. aühsne. 
abne u. a.) neben kuenna (aus *kivenanö synkopiert, vgl. got. 
qinöno) und Zusammensetzungen wie kuen-kendr weiblich (vgl. 
got. qina-kunds, s. Bugge bei Fritzner III, 1110) zu kona (aber 
obl. kuenu. geschrieben cuinu in einer runeninschr. aus Man und 
als air. lehnwort cuiniu, s. Marstrander, Bidrag. s. 107) weib. 
snema und snimma (durch kontamination auch snemma und 
snima) früh. Ebenso ist aus brinna (alt und seit), rinna 
(ziemlich seit.) neben brenna brennen, rennet fliessen zu er- 
schliessen, dass in der urspr. flexion dieser verben nn mit n 
gewechselt haben muss (vgl. brune brunst. mne rinnen); 
s. Noreen, Urg. lautl., s. 13. 

Anm. Prät. pl. gengo gingen, fengo bekamen (neben den bis etwas 
nach 1200 weit häufigeren gingo, fingo ; s. Larsson, Ordförrädet, und Jönsson 
bei Gislason, Udvalg af oldno. skjaldekvad, s. XI f., und Skjaldesprog, s. 98, 
sowie porkelsson. Beyging), hengo hingen, blendo mischten haben e von 
sg.gekk, fekk, hekk, bleu entlehnt (vgl. umgekehrt aschw. sg gik. fik nach 
dem pl.), während wiederum part. prät. gingenn, fingenn statt der in der 
ältesten zeit fast ausschliesslich (s. Jönsson a. o.) gebräuchlichen gengenn 
(anorw. geenginn, also aus *ganginn durch palatal-umlaut. s. § 71), fengenn 
sich nach gingo, fingo gerichtet haben. Das seit, anorw. hengat (Heilagra 
manna sögur II. 208 und bei Hertzberg; heengat No. Hom.) statt hingat 
hierher ist wol nach pengat dorthin ( das sich zu ßangat wie penn, peenn 
zu pann § 144 anm. 1 verhält) umgebildet worden, während andererseits 
die form fringat auf einfluss des hingat beruht. 



142 § 163. Spuren speziell urgerm. lautgesetze. § 164. Ablaut. 

2. Unmittelbar nach g und h sowie wenn die vorher- 
gehende silbe ein son. oder kons, i enthielt, z. b. slagina/i Möjebro 
(später slegenn) geschlagen, haitinaR Tanum verheissen. Ueber 
scheinbare ausnahmen (ohne fumlaut) s. § 74 anm. Vgl. § 61, 2, 
§ 73, § 74, § 137 und bes. Wessen, Spräkvet. sällskapets i Upps. 
förhandlingar 1913 — 1915, s. 56 ff., 1916—1918, s. 28. 

§ 163. au, eu und aiv, ew wechselten in der weise, dass 
jenes vor konsonanz (und auslautend), dieses vor sonanten 
stand (vgl. got. taujan : prät. tawida, kniu : gen. hniwis u. dgl.). 
Daraus erklären sich folgende gegensätze: 

1. au (oder ./-umgelautet ey) : aw, woraus nach der Syn- 
kope d, z. b. pl. meyiar (got. maujös) : sg. mär (*mawiR § 80, 2 
und § 71, 2; got. mawi) mädchen; daupr tod, tot und deyia 
sterben : part. prät. däenn (statt *dafenn < *dawenR nach pl. 
däner u. a. synkopierten kasus); heyia ausführen : prät. häpa 
(*hawido) ; preyia sich sehnen : prät. J)rd])a ; peyia tauen : po 
aufgetaute erde. Gewissermassen hierher gehören fälle wie ey 
aue, insel : 6 § 77, 2, g (got. aha) fluss; hey gras : ho § 77, 2, 
hö nachgras; vgl. § 317 anm. 2. 

2. eu (woraus iö, iü § 100 und § 101 oder ^'-umgelautet 
y) : ew, iw, woraus nach der synkope e, i, in z. b. hly (*hliuja) 
obdach und hlyia schirmen : prät. hlepa (*hlewiöo), hie (*hlewa, 
ags. hleo) lee; triöna Stange und tryio-sg^oll (= trog-sQ^oll) 
eine art sattel : tre holz, bäum; Icnyia drängen : prät. knipa 
(nach dem anal. inf. Icnia diskutieren); gnyia lärmen : prät. 
gnipa; piönn dien er und \A.])yiar (got. piujös) : sg.pir (*piwtR, 
got. piwi) magd; sJciöl schirmdach, shiöpa tasche und dat. 
pl. skyiom : ski (s. § 80, 2) wölke; gen. Signyiar : nom. Signi 
(s. § 80, 2), gen. Bor(g)nyiar : mnorw. Borni (anal. Bomy, aisl. 
Borgny) frauennamen. 

Anm. Eine verwandte erscheinung ist der Wechsel ü (auslautend und 
vor konsonanz) : iv (aus u, vor sonanten) in z. b. stil säule : suill § 77, 12 
grundschwelle; syr § 71,6 (acc. sü) sau : suin schwein. 

II. Ablaut. 

§ 164. Unter ablaut verstehen wir jeden Vokalwechsel 
innerhalb einer gruppe etymologisch verwandter Wörter, den 
das urgerm. aus ieur. zeit übernommen oder analogisch nach- 



§ 165. 166. Ablaut. 143 

gebildet hat. Je nach der natur der wurzeln ist der ablaut 
verschiedener art. In den germ. sprachen zeigen sich folgende 
sieben ablautsreihen, die bes. deutlich in der tempusbildung 
der sog. starken verben hervortreten. Vgl. Noreen, Urg. lautl.. 
s. 37 ff.; Streitberg. Urgerm. granimatik, s. 79 ff. 

§ 165. Die erste ablautsreihe lautet: 

urgerm. i — cd — i; anorw.-aisl. i — o?i (ei) — i, e (§ 60). 
z. b. btta beissen : prät. beit : pl. bitom : part. prät. bitenn u. a. 
verben; ferner lp tat : ipia geschärt: stigr : stigr pfad; vißer 
weidebusch : vip gerte; uty kämpf : vega, viga (§ 159, 1) kämpfen; 
Por-gisl (-gils) u. dergl.. Gisle mannsnamen : geisl, geisle stock; 
sui : suei pfui; sMrr : skderr (*skairin § 54. 2) hell; heitr heiss 
: Jiite hitze; feitr fettig : fita fett; kleif reihe von klippen : klif 
klippe; Tceikr zurückgebogen -.hihna hinsinken; fiueite ntr. :]>uita 
f. abgespaltenes stück; geil : gil kluft; deigr teig : digoll 
tiegel; streitask : stritask sich sträuben; Uta sehen : suart- 
leitr von schwärzlichem aussehen, leita suchen (got. wlaitön 
spähen) : litr färbe, aisl. andlit(e), -Jet. anorw. auch -lete § 145 r 
anm. 2 (got. ulits) antlitz; u. a. m. s. z. b. Kock, Svensk 
ljudhistoria I, 89 ff. 

Anm. Selten kommt in dieser reihe auch ein ablautsvokal urgerm. 
-l.-anorw. e vor, z. b. her : hißra, hepra (s. § 159, 1) hier, higat, hegat 
hierher, hepan hievon : anorw. (s. § 158 ff.) hit hierher. 

§ 166. Die zweite ablautsreihe lautet: 

urgerm. eu — au — u oder ü; anorw.-aisl. iü, io § 100 r 
§ 101 — qu (ou, au § 98) — u, o (§61) oder ü, z. b. verben 
wie kriüpa kriechen (giota giessen, siipa saufen) : prät. Jcraup 
: pl. krupom : part. prät. Jcropenn; ferner riöpr : raupr rot : ro/>e 
röte; styra (got. stiurjan) steuern : staurr Stange : styria stör 
(s. Liden, Cppsalastudier. s. 91 note); hriiifr schorfig, hryfe 
schorf : hrufa rinde einer wunde; Uüga lügen : lyge lüge, lugvitne 
falscher zeuge; strhipe : strüpe kehle; striügr : strügr neid; niötr 
geniessend : nautr genösse : wotegleich(en); biiigr krumm : baugr 
ring : böge bogen; shöpa tasche : pl. skauper vorbaut des pferdes; 
liona (s. F. Jönsson. Fernir forn islenskir rimnaflokkar, Kph. 1896, 
s. VIII) : leyna verhehlen; liöp lied : hipr hörn zum blasen ; 
hliöp aufmerksamkeit : Hlopver Ludwig; liotr ungestalt : lütr 
gekrümmt; taug : tog, tug seil; gautar : gotar Völkernamen; 
baula kuh : bole stier, bylia brüllen; Maut f. anteil (der götter) 



144 §167. Ablaut. 

: hlutr los, teil; daa]>r tod, tot : dode ein Spottname, aisl. (s. Möbius, 
Analecta norroena 1 , s. 196) dopna wie tot werden (vgl. nisl. dodi 
erschlaffung, dodna erschlaffen); hiüpr wünschen : totroghypia 
lumpiges weib; mittler weich : molca ausmisten, mykr mist; haufop, 
hofop (s. § 98, 1) haupt : Mfa haube; braup brot : brop (s. Vig- 
fusson) brühe; gnaup : gnypr lärm; fraup : fropa schäum; aisl. 
f rauhe, anorw. fraupr : froskr frosch; daufr taub : dofe duselei; 
leygr flamme : löge lohe; blautr weich : blotna weich werden; 
praut anstrengung : prote schwulst : Pnitenn geschwollen; aurr 
nass : tlr regen, niederschlag; aurr griess, eyrr Sandbank : anorw. 
pl. Yriar, -a Ortsnamen; lauss los : losna los werden; saurr 
schmutz : surr sauer; myrr (*meuz-) moor : mose moos; tryggr 
(*triuw-, s. § 227, 2) treu : traust trost : trua trauen; greyfa 
: grijfa vorüber beugen; suin (*su-, s. § 163 anm.) schwein : syr 
(*su) sau; ? kuiga färse : kyr kuh; kiüklingr gänseküchlein 
: kokr hahn; hrüga häufen : hroke (nschw. rage) aufmass; u. a. 
m., s. z. b. Kock, a. o. II, 320 ff. 

Anm. 1. Auffallend ist au (vielleicht aus der zweiten silbe entlehnt) 
im 2 maligen braullaup (Hb. XXXVIII; gleich aschw. brellep?, vgl. aber 
An. gr. II, § 116) neben gew. bruttaup, brüplaup hochzeit. Vgl. das noch 
mehr auffallende konstante brudgaumi st. brüpgume bräutigam in Bösa 
saga nach Cod. AM. 586, 4° gegen 1450 (s. Jiriczek's ausgäbe , s. XXVII). 

Anm. 2. Selten kommt in dieser reihe ein ö (aus öu) vor, z. b. nör 
schiff : naust schuppen für böte; bände (s. §130) bauer, landböle (orkn. 
-büli) pächter, böl, bele (anders Ekwall, Suffixet ja, s. 41) wohnort, ber 
dorf : büa (anorw. seit, böa) wohnen, büande (anorw. auch böande s. § 422) 
bauer, bü Wohnsitz, büp bude, biie (anorw. auch -böe, s. Jönsson, Fagrskinna, 
s. XXV, und als mannsname Böe) einwohner, bür stube, hybyle wohnung, 
byr dorf, byggua wohnen; störr gross : gny-styrer grossen lärm machend; 
prät. dö, gö zu deyia sterben, geyia bellen. Mcht hierher gehörig, sondern 
aus verschiedenen sprachen oder dialekten entlehnt sind sköle (ags. seol, 
lat. schola) : anorw. (seltener) sküli schule (mhd. schuok) und dökr (mndd. 
dök) : (häufiger) dükr (mndd. dük) tuch. 

Anm. 3. Ebenfalls selten zeigt diese reihe ein Ce{w), z. b. grär §81 
grau : gryia (s. Vigfusson) grauen, dämmern : ? grey-hundr (graue?) hündin: 
anorw. sncelda i^mä-öl-iön-) spindel : snüa drehen, zwirnen. 

§ 167. Die dritte ablautsreihe lautet: 

urgerm. e — a — u; anorw. -aisl. e, i (§ 63, 3) — a — 
u, o (§61), z. b. verben wie verpa werfen : prät. varp ' pl. 
urpom : part. prät. orpenn; binda binden : prät. batt : pl. bun- 
dom : part. prät. bundenn; ferner giallr (*gella- § 88) : gallr hell 



§ 167. Ablaut. 145 

tönend; Kalke balken : bolkr Scheidewand; giorp (*gerSu § 89) 
gurt : garpr zäun, garten ; gyrpa gürten; vella : anorw. (seit.. 
s. Wadstein. F. Hom.. s. 48) valla wallen, sieden; Xyrue, Xiorua- 
sund §82, 4 : Nerua-, Noruasund. Nf/ff §K2, 6; ping Volks- 
versammlung, Pinyill (anorw., s. Rygh, Oplysninger II, 230) 
: Pen y eil ein mannsname (aisl. auch als fürstenbenennung); 
strind rand (anorw.; auch als Ortsname) : strond ufer; mitte 
(*nestia) spange : nesta (*nastian: vgl. agutn. nast heftnadel) 
heften; vindr schief : vandr schwierig, misslich; minnask sich 
küssen, mel (s. § 110, 1) mundstück des gebisses : munnr mund 
(s. Liden. Uppsalastudier, s. 7yf.), mynne (minne § 114) mündung: 
kind nachkommenschaft : -kundr. -kunnr herstammend; hindre 
später : handan jenseits (vgl. agutn. handar mair weiter hin): 
tindr zahn am rade : tonn (*tanpn) zahn, Gullentanne. Hilde- 
tannr beinamen : Tunne (vgl. got. tunjius) ein mannsname, 
sannr wahr : nauft-syn (vgl. got. sunjis wahr) not; miolh milch 
: molka melken; biary berg : bory bürg, Boryund ein Ortsname; 
kiame kern : körn körn; verk werk : yrkia würken; Perm (vgl. 
got. ya-Pairsan verdorren) dörren : J)urr dürr; duergr zwerg 
: dyryia zwergin ; verfa werden : urPr Schicksal ; viryell strick 
ivargr räuber; lend (*landi-) lende : pl. lunder Schinken: skars 
hexe : skyrse Schrecknis; sterkr : styrkr stark, storkna starr 
werden; yoltr (*galtuR) ferkel : yyltr sau; faldr : anorw. (seit, 
s. Fritzner) foldr falte; ? troll (s. Noreen, Svenska etymologier 
s. 8f. und die daselbst zitierte literatur sowie Gislason, Efter- 
ladte skrifter II, 160, Jonsson, Aarboger 1912, s. 9) : troll (vgl. 
mhd. trolle) dämon; suartr schwarz : sorta schwärzen, sorte 
dunkelheit (auch als mannsname), sortna schwarz werden, 
Surtr ein feuerriese; valda walten : prät. olla\ hallr sich 
senkend (ahd. hald geneigt) : hollr hold; bgllr ball : bolle bowle; 
yrann- : yrunnleitr hohlbäckig (s. Karsten, Stud. öfver de nord. 
spr. prim. nominalbildning II, 144); ha (*ha[n]hön. vgl. lit. kanka 
quäl) quälen : hunyr hunger; sejtr (< *sennr) für sich, je : sundr. 
anorw. (s. Hertzberg, s. 860, sp. 2) auch syndr abgesondert, ent- 
zwei (s. Noreen, Arkiv VI, 370 ff.), ? einmaliges d^kkr (s. F. Jonsson. 
No.-isl. kultur- og sprogforhold, s. 308; nnorw., shetl. dokk; aus 
*dankwa-) : dekkr (*dinkiva-, s. § 77, 3, § 110, 1 ; oder ist es *dank- 
tria- nach § 87, 6?) dunkel : dunkr ein beiname (s. § 266 anm. 3). 
Anm. Ueber den ablaut »' — a — w in ableitungssilben s. § 173. 
Noreen. Altisl. gTamm. 4. aiifl. 10 



146 § 168. 169. Ablaut. 

§ 168. Die vierte ablautsreihe lautet: 

urgerm. e — a — c& — w; anorw.-aisl. e, i (§ 63,3) — 
a — ä (§53) — u, o (§ 61), z. b. verben wie stela stehlen 
: prät. stal : pl. stglom : part. prät. stolenn; nema nehmen : nam 
: nömom : numenn (anorw. auch nomenn); ferner g. pl. Jcuenna 
(u. a. mit Jcuen-, s. § 162), Jcuinna (§ 162, 1) : kucen (*kiväni-) 
: Jcona, kuna (s. §61,1) weib; suima schwimmen : prät. suam 
: pl. sutfmom : symia schwimmen, sund (*swumÖ-) das schwimmen: 
suefn schlaf : suaf schlief, suefia beruhigen : sucefa einschläfern, 
pl. söfom schliefen (s. § 77, 11) : sofa schlafen, syfia schläfrig 
machen; vin(r) freund : vanr gewohnt : vcenn schön : una zu- 
frieden sein; grim{m)r : gramr feindselig; mepal- mittel-, mibr 
mittler : undorn (*um&-) nachmittag; vel wol, vilia wollen 
: anorw. val (so regelmässig im landgericht könig Magnus', oft 
in Hb. u. a., s. Fritzner, Haegstad, Vestno. maalf. II, 1, s. 21 und 
II,2,i, s. 38; as., ahd. wala) wol, val wähl; saman : anorw. 
auch soman (s. Hertzberg, s. 535, 862; asch w. soman, suman, 
s. Noreen, Arkiv VI, 365 ff.) zusammen ; samr : dat. sg. ntr. sumo 
(Cod. AM. 645, 4°) derselbe, sumr ein gewisser; gemlingr ein- 
jähriger widder : gymbr junges weibliches schaf; prät. trap 
tritt : pl. tr$pom : tropa treten; vatn- wasser : vätr nass : otr 
otter; sualr kalt : sudela rauchen (s. Torp, Nyno. et. ordbok); 
vefa weben : vefr (*wabja-) webe, vafra hin und her fahren 
: väfahm und her schwanken : ofenn gewoben. 

Anm. Bisweilen kommt in dieser reihe ö vor, z. b. Tcemr (*Tcdmi-) 
neben kudmr (*kwämi-) passabel, zu pass : koma kommen; skära kämpf, 
anorw. skära (s. Hertzberg) aufschneiden : skera schneiden : skarpr be- 
schnitten : pl. skctre schere : skor einschnitt; suefn usw. (s. oben) : sefa 
töten. Vgl. § 170 anm. 1, § 171 anm. 2. — Ueber brüpgaumi st. -gumi 
s. § 166 anm. 1. 

§ 169. Die fünfte ablautsreihe lautet: 

urgerm. e — a — «; anorw.-aisl. e, i (§ 63, 3) — a — ä 
(§ 53), z. b. verben wie gefa geben (bipia bitten) : prät. gaf 
(bap) : pl. gtffom : part. prät. gefenn ; ferner pess des : pat das 
(anorw. pedan : padan u. a., s. § 144 anm. 1); stiake kleiner 
stecken : stake stecken; bikkia : grey-baka hündin; hie lee : Meer 
lau; sid (< *sehan, s. § 235 anm. 4) : Saga name einer göttin 
('die Seherin'); $ (got. aha) fluss : JEger der meergott (vgl. 
ags. ceg-iveard wache an der see) ; mggr söhn : mdgr verwandter 



§170. Ablaut, # 147 

durch heirat; tagl steifes haar, f#*'a (got. tahjan) karden 
: fgy faser. 

Anm. Bisweilen kommt in dieser reihe 6 vor, z. b. lekr i*löki-) bach 

: leka leck sein : prät. lak : pl. /pfroo»; Zd^r lagerbestand für einen tag : liggia 

liegen, leg friedhof : leggia legen, lag Ordnung : lägr niedrig, log liegender 

bäum, leege läge: möt form, art : meta messen : prät. mat : mäte art und 

weise; fötr fuss : fet fusstapfe, fit schwimmfuss : prät. fat fand einen weg 

pl. fgtom; freMenm mutig : frekr gierig; rekr legitim, rekia beachten 

rettr recht : rakr gerade, rek <s. §77, 7), rgk darlegung. rekia darlegen 

rgk furche; snäkr ringeluatter : stwkr als beinarae; segr (: aschw. saghi, 

mndd. sage) Schnitzel : sigpr sense : sog säge. Vgl. § 170 anm. 1, § 171 anm 2. 

§ 170. Die sechste ablautsreihe lautet: 

urgerm. a — ö; anorw.-aisl. a — 6, z. b. verben wie skafa 
schaben : prät. sköf, pl. sköfom : part. prät. skafenn; ferner hagr 
geschickt : lwgr, liöglegr leicht zu bewältigen; dagr tag : dägr 
tag oder nacht; stapr platz : -stepingr -einwohner; fiefia 
musig machen -.pdf zank; net netz : not zugnetz; hane bahn 
: hena henne. Jwns hühner; fnasa : fnesa schnauben; skape 
: skop schade ; skage Vorgebirge, skegg bart : skögr wald ; apal 
eigenart : öpal eigenart, eigentum; batna besser werden, betre 
besser : bot besserung, busse; sama : söma passen; hake haken 
: hekia krücke; age: ögn schreck, egiask erschrecken, otie furcht: 
slakr schlaff : slökr herumschlenderer: sgk sache : sekia suchen. 

Anm. 1. Bisweilen kommt in dieser reihe ce, an. ä vor, z. b. ku&fa 
: anorw. k{u o?fia, aisl. kefia ersticken, k\n)afna erstickt werden : kefa 
ersticken, gr&fr : grefr einer der begraben werden darf : grafa graben; dobld 
tälcheu, d'tla rinne : dalr : del tal; häfr fischhamen : liefia heben : prät. höf; 
atlujtfe verbalten, aup(h cefe (s. z. b. Wadstein , F. Hom., s. 59) reichtum. 
anorw. häfa (d. lehnwort?) hab und gut : hafa haben, behalten, enthalten, 
hafask sich verhalten : höf das richtige Verhältnis, )wfa das ziel erreichen, 
aupChwfe reichtum, anorw. athefe (Hb., Cod. AM. 310, 4°) verhalten. Vgl. 
§ 171 anm. 2. 

Anm. 2. Ausnahmsweise kommt in dieser reihe auch u, o vor, z. b. 
kulpe kälte : kaldr kalt, kala frieren : prät. köl; dylia verschweigen : duelia 
verzögern, duol ausruhen : delskr töricht; prät. pl. uxom : vaxa wachsen 
: prät. öx; gryfia grübchen zu grafr, grefr, grafa s. oben anm. J ; gnött (ahd. 
ginuht, s. §112, 2) genüge : gnögr (vgl. got. ganöhs) genügend; luma los- 
lassen : lame lahm : lömr schlechtheit s. Noreen, Svenska etymologier, 
s. 50 ff., Hultmau, Hälsingelagen s. 213 note 3). 

§ 171. Die siebente ablautsreihe lautet: 
urgerm. ce — ö; anorw.- aisl. d — 6, z. b. grata weinen 
: grata zum weinen bringen; ? anorw. Nord-, Sunnmcere (Haegstad, 

10* 



148 . §171.172. Ablaut. 

G. Tr. s. 69, Vestno. maalf. I, 20) : -möre Ortsnamen; rdmr heiser 
: römr stimme; ncera nähren : nöra stärken; läfe : löfe dresch- 
tenne; suä : anorw. (z. b. Haegstad, G. Tr. s. 51, Vestno. maalf. 1, 9 
und 92; seit. aisl. wie z. b. E. Olson, Yngvars saga, s. XXXII) 
auch so (ahd., as. so; vgl. aber söno § 77, 11) so; hudesa zischen 
-.hoste husten; hudta (s. Bugge, Tidskr. f. Fil. N. R III, 264; 
porkelsson, Supplement 11,217) : höta (s. Hertzberg) treiben, 
stossen, stechen, hot drohung, hMa drohen; glce{f)a glänzen u.a. 
(s. v. Friesen, N. spr. I, 37 und 57) : glöa (ags. glöwari) glühen: 
fcegelegr : ßgelegr angenehm; döj) geschicklichkeit, dcell fügsam 
: dömr urteil; gräpa zu sich raffen : gröpasamlega brutaler weise; 
flg (< *flahö) fläche : flo Schicht. 

Anm. 1. Unklar bleibt (trotz Kock, ZfdA. XL, 196; vgl. dagegen 
Hellquist, Arkiv "VII, 46 und Sv. etym. ordbok) blckia (zu mhd. blähe) neben 
seit. (z. b. Goprünarkuipa 1, 13) bleia (wie im aschw.) bettuch. 

Anm. 2. Bisweilen kommt in dieser reihe a vor, z. b. latr faul : lata 
lassen (: aschw. löt Hess); snefia aufspüren : mtäfr : snefr flink; hrake : Jcräkr 
: krökr haken; huatr keck, huass scharf wol zu huäta, heta (s. oben); gleggr 
scharfsichtig zu gldsa, glöa (s. oben), fegenn froh zu ftäge-, fügelegr (s. oben). 
Vgl. § 168 anm., § 169 anm., § 170 anm. I. 

§ 172. Berührungen dieser reihen untereinander (vokalische 
1 wurzel Variation') sind nicht selten, wiewol grossenteils erst 
sekundär entstanden entweder durch "entgleisung" eines Wortes 
aus einer reihe in eine andere, partiell übereinstimmende, oder 
durch assoziation etymologisch nicht verwandter, aber lautlich 
wie begrifflich ziemlich übereinstimmender Wörter. Ausser dem, 
was schon in den anm. zu §§ 168 — 171 angeführt worden 
ist, mögen hier noch folgende fälle in aller kürze erwähnt 
werden : 

1. Vermischung der 1. und 2. reihe, z. b. in skirr, skcerr 
(§ 165) : sJcyrr hell, rein; rifa : riüfa zerreissen; gripa greifen. 
greip klaue : greypa in einander hineingreifen lassen ; gnipa 
: gnüpr steiler abhang, gneypr vorüberliegend; Maupa laufen 
: anorw. prät. (wie im dalekarlischen) lep (s. Fritzner); hrista 
rütteln : hriösa schaudern ; ellefo § 54, 3, a : anorw. seit, cellugu, 
mnorw. (s. Hsegstad, G. Tr. s. 54) celluva (vgl. § 77, 7 sowie ahd. 
einluph, ags.. endlufan, afries. andlova) elf; brime feuer : breyma 
brünstig; sima strick : saumr Saumnaht; strykua § 82, 5 : striüka 
streichen. 



§ 172. Ablaut. 149 

Anin. 1. Sehr selten ist Vermischung der 1. und 5. reihe, z. b. 
bipa erwarten, beipa verlangen : bipia bitten, bap bat, böpom baten; vig 
kämpf, vega, viga (s. § 60) kämpfen, prät. vi (aus *tcaih^: pl. vögom. 

2. Vermischung der 1. und 7. reihe, z. b. in gnipa (s. oben 1) 
: gnapa vorüberliegen; suipa, sueipa : söpa fegen; gripa, greip 
(vgl. oben 1) : gräpa, gröpasamlega (s. § 171); ?prät. seit. (z. b. 
Haegstad, G. Tr. s. 70, M. Olsen, Vojsunga saga, s. XXI und 
regelmässig in Cod. AM. 291, 4°, s. Petersens, Jömsvikinga Saga, 
Kph. 1882, s. X f.) reip, wenn nicht umgekehrte Schreibung (vgl. 
Hesselman, Arkiv XXVII, 351 ff.), was jedoch nicht für alle 
fälle annehmbar ist : rdpa raten ; reik haarfurche : rtfk (§ 169 
anm.) furche (Xoreen, Svenska etymologier, s. 62 f.); bleikr 
bleich : blakkr fahl; huisla flüstern : hucesa, hoste (§ 171); blistra 
pfeifen, prät, bles : bläsa blasen; grina greinen : grenia heulen. 

3. Vermischung der 2., 6. und 7. reihe, z. b. in fnysa 
■.fnasa, fnösa (§ 170) schnauben; gnüpr. gneypr : gnapa (s. oben 
1 und 2); tugr, togr (vgl. ahd. zwein-zug, -zog) : tigr. tegr, 
tegr (§ 77, 3) anzahl von zehn; gnaup, gnyPr (§ 166) lärm 
: gnadd brummen ; ? dys Steinhaufen : des (kaum aus dem air., 
s. Marstrander, Bidrag, s. 154) heuhaufen; kliüfa spalten, klauf 
gespaltene klaue, klyf, klofe : klafe etwas zweispaltiges, saum- 
sattel; greypa. s. oben 1 : gröpasamlega § 171, gröp aushöhlung, 
gräpa § 171; baula, bole. bylia (§ 166) : belia brüllen; lasmeyrr 
: -mehrt gebrechlich; stofn stamm, stubbr stumpf : stafn Steven, 
stafr stab ; stypia stützen : stepia fixieren; knütr knoten, ti-knytter 
böse streiche : kngttr ball; fliiiga fliegen, flokkr schar : ?floke 
haarflocke, flgkra umherstreifen. 

Anm. 2. Ganz unklar sind anorw. eyÖla : aisl. epla eidechse; auplingr 
iBugge bei Fritzner III, 1 103; wol von aupr reichtum beeinflusst) : yplingr 
edeling. Ueber anorw. eptir, efter (s. z. b. Wadstein, Autiqvitetsakademiens 
mänadsblad 1891, s. 78, Hsegstad, Vestno. maalf. II, 1, s. 44), färöisch run. 
nftiR Kirkebo 'nach', 'über' statt ceptir §85 anm. 2. 

4. Vermischung der 3., 4. und 6. reihe, z. b. in miol 
mehl, mole brocken, mold (staub)erde : mala mahlen, prät. möl; 
fiorpr enger meerbusen, 'fahrwasser'. fdr gefahr : fara fahren, 
prät. for; anorw. oft (s. Sievers, Tübinger bruchstücke, s. 8 note: 
Haegstad, G. Tr. s. 49 und 81; Fritzner) drega (ob mit aus 
dem präs. übertragenem e??) ziehen, dorg angelschnur : draga 
ziehen, drog streifen: kunna können, kann (und knd) kann 
: kenn erfahren. 



150 § 173. Ablaut. 

Anm. 3. Noch verwickelter sind die Verhältnisse z. b. in tiara teer, 
tyrue kienholz : tre holz, tryggr fest : traust Sicherheit : trür treu : trog 
trog; hiortr hirsch : hrütr widder; biorn bär : brünn braun; duergr, dyrgia 
(§ 167) : draugr gespenst: s. Noreen, Urg. lautl. s. 90, 85, 224. Etwas unklar 
ist pema (wol aus einem dem mndd. derne zugrunde liegenden as. *thema 
<! thiorna) dirne : piönn diener. 

§ 173. Ein, in vielen fällen wol analogisch entstandener, 
ablaut i — a — u kommt in ableitungssilben häufig vor, wie in: 

1. Suffix -il-, -al-, -ul-, z. b. subst. wie vapell (anorw. auch 
veÖill, s. Hertzberg s. 831) : pl. vgplar (*ivadula,R; anal, vajblar) 
fürt; drasell : dat. drgsle, pl. drgslar (Bugge, Studier s. 394 f. 
note; Jönsson, Skjaldesprog, s. 19; Noreen, I. F. XIV, 3ü6n\) 
eine benennung des pferdes ; bitell : -oll gebiss ; virgell : -oll 
strick; gymbell seh af : anorw. gumbull als beiname; smyrell 
Zwergfalke : air. lehnw. Smurull als mannsname (s. Marstran der. 
Bidrag, s. 54); Engell : Ongoll, mnorw. BreJcill : Brghull manns- 
namen; f ereil reisender : adj. foroll fahrend; ä mipel in der 
mitte : mepal- (vgl. § 63, 3) mittel- ; ävitall : -oll anzeichen ; 
apal'.efile (*apulia §63,8) begabung, eigenart; oder adj. wie 
afial- edel- : dat. sg. m. best. f. Qpla (s. §63,8) begabt; seit. 
pagall : ppgoll (vgl. subst. ofpegle < *-pagulia § 63, 8) schweig- 
sam; seit, giafall : giofoll freigebig; anorw. seit, hosimall : gew. 
-Ul : -ull verfügbar; hugall achtsam : flä-hugoll hinterlistig (vgl. 
athygle < *-hugulia § 63, 8 nachdenken) ; Suipall ein beiname 
Odin's : suipoll veränderlich; veitall freigebig : 6-veitoll karg; 
smugall : -smogoll (s. § 61, 1) durchschlüpfend. 

Anm. 1. Gegensätze wie vapell : pl. vgplar, drasell : dat. drösle pl. 
drgslar, um. erilaR (s. §63, 3) jarl? : pl. als völkername latinisiert Erulos 
(acc. = urgerm. nom. *Erulöz) Herulen zeigen, dass in um. zeit, wenigstens 
bei vielen mask. subst., die suffixformen -il- und -ul- innerhalb eines para- 
digmas derart verteilt waren, dass jene nebentonig und daher später nicht 
synkopierend, diese unbetont und daher später synkopierend war. Eine 
entsprechende Verteilung von -al- und -ul- dürfte bei den adj. durch fälle 
wie pagall -.pegle, hugall : hygle u. dgl. erwiesen sein, so dass die mit der 
zeit immer häufiger auftretenden formen auf -ull (z. b nisl. nur fjögull, 
hugull) als vor der syukope entstandene neubildungen (statt formen auf 
-all) nach den später synkopierenden kasus anzusehen sind. (Hugall, smugall 
statt der lautgesetzlich a-umgelauteten *hogall, *smogall sind wol am 
ehesten von hug sinn, resp. smuga loch beeinflusst). S. Noreen, I. F. 
XIV, 396 ff. und vgl. anm. 3. 

2. Suffix -and- (^-umgelautet -wnd- > -end-, bes. wnorw., 
s. Haegstad, G. Tr. s. 41. Vestno. maalf. I, 109 und II, 2, i, 



| 173. Ablaut. 151 

& 50, 70, > -ind- § 149). -und- («-umgelautet -ynd-, bes. onorw.. 
> -ind- § 147). z. b. rettende, -indi- : -ynde recht; sannende, -indi 
und (nach § 64) -ande : -ynde und (nach § 64) seit, anorw. -unde 
Wahrheit; harpende. -indi : -ynde härte; fegrende. -indi : -ynde 
Schönheit; högende (auch högendc. -indi nach högr bequem und 
zwar immer in der bedeutung 'kissen') und 6-hogande (s.Larsson) 
: hogynde bequemlichkeit: hlunnende, -indi (mnorw. auch -ande. 
s. Hsegstad, Yestno. maalf. II, 2, i, s. 70) : -ynde landwirtschaft- 
liche nützlichkeit; tipende, -indi neuigkeit; heilende, -indi: -ynde 
gesundheit: rangende, -indi : -ynde ungebührlichkeit; vitand. 
-end. -ind : -und wissen; büande : bände (*böunde § 130) bauer; 
? Prändr : Prondr § 134, b ein mannsname: hefiande : hgfundr 
Urheber. 

Anni. 2. Die form -inde, welche in den ältesten hdschr. überhaupt 
nicht vorkommt, ist wol durchgeheiids nach § 147 und § 149 ans -a-ndi 
und -yndi entstanden, also nur scheinbar ablautend. Die formen beruhen 
sicherlich gTOssenteils auf Zusammensetzung mit einem adj. *icandia mit 
der nebenform *icimdia, die entweder ablautend (s. Falk. Beitr. XI V, 50) 
oder wol eher nach § 226 entstanden ist. S. § 149. 

3. Suffix -ing-, -ang- (seit.), -ung-, z. b. cettinge : öttungr 
verwandter; SJceringr ein mannsname : skorungr hervorragender 
mensch; hemingr : hgmungr haut eines hinterfusses ; hading 
(anorw. und seit.) : hppung spott; anorw. seit. pl. skaningar 
(s. Jönsson, Fagrskinna, s. XXVII) : sJcönungar leute aus Schonen. 
Vgl. agutn. laipingr : anorw. -aisl. leipangr (s. § 229) : aschw. 
Uponger kriegsexpedition zur see. 

4. Suffix -ig-, -ag- (sehr seit.), -ug-, z. b. gofegr : -ogr edel ; 
naupegr : -ogr genötigt; gfegr : -ogr umgekehrt; aupegr : -ogr 
reich; kunnegr : anorw. seit, (s. Haegstad, G-. Tr. s. 42) kunnugr 
bekannt, Vgl. heilagr heilig. 

5. Sonstiges, z. b. myrgenn (s. § 74) ; morgonn (durch 
kontamination morgenn) morgen; Openn : mnorw. auch ÖÖon\ 
fepgen vater und mutter : seit, anorw. (s. Fritzner 111,1096) 
fwÖgan vater und tochter; undam : -orn nachmittag; iaparr 
: ioporr rand; ex {cex; *akivis) : gx (aar; *ahis) axt, s. § 77, 7; 
set. setr (gr. tdoc) sitz : siot (*setu[R]) Wohnsitz ; elptr (ahd. 
albh) : olj)t {*albut-) schwan; anorw. osrtug cariti- §66 anm. 2) 
: ertog (*aruti- § 63,8) * , 24 mark: halr (ags. ha?le, hwled) ; held'. 
freier mann : hglp>r (*halup-) freier grundbesitzer. 



152 § 174. 175. Uebersicht über die starktonigen sonanten. 

Anm. 3. Aus einem gegensatz wie Hepenn (anorw. Hifiin nach § 63, 3) 
ein mannsnarae : hiapningar (*hedan-) Hedin und seine leute dürfte her- 
vorgehen, dass in um. zeit, wenigstens bei einigen Wörtern, die suffixformen 
-in- und -an- innerhalb eines paradigmas derart verteilt waren, dass jene 
nebentonig und daher später nicht synkopierend, diese unbetont und daher 
später synkopierend war. Vgl. anm. 1. 



Kap. 4. Etymologische Übersicht über die 
sonanten. 

I. Die sonanten der starktonigen silben. 

1. Monophthonge. 

§ 174. Aisl.-anorw. a hat folgenden Ursprung (vgl. § 195, 1): 

1. Gewöhnlich geht a auf urgerm. a zurück, z. b. faper 
vater, halda halten, hafa haben, dagr tag, band band, allr all. 

2. Bisweilen ist a aus älterem ä verkürzt, s. § 127, 1; 
§129. 

§ 175. ä ist: 

1. Gewöhnlich urgerm. ce, s. § 53. 

2. Bisweilen aus a gedehnt, s. §§ 122 — 126. 

3. In einigen fällen urgerm. ai, s. § 54, 1 — 3. 

4. Selten urgerm. ä, z. b. fä (got. fahari) bekommen, ])ättu 
(got. pähta) wurde gewahr, gätt (got. -gähts) türöffnung (und 
weg?, s. v. Friesen, Arkiv XVIII, 74), pdttr (ahd. daht) abteilung, 
ha (vgl. lit. Jcankä quäl) plagen, hdr hai, dulle (vgl. fi. lehn- 
wörter wie hanho trinkgefäss mit zwei handgriffen, hanka 
ruderpflock u. a. m., s. Liden, Uppsalastudier, s. 89 ff., Setälä, 
Journal de la Societe Finno-ougrienne XXIII, 1, s. 30 f.), rd 
(rö § 116) winkel, td (tö § 116) hofplatz, all (oll § 116) riemen, 
fid (got. pähö, ags. Ööhe) lehmboden, hd-möt, -sin (vgl. ags. höh, 
aisl. hdül ferse) fersenglied, -flechse, vg, vd Unfall und vd verargen 
(vgl. ags. wöh, got. un-wähs), wozu vdndr bös und vdpe gefahr 
(s. v. Friesen, N. spr. 1, 9 ff.), prdr (ags. droh ranzig) zudringlich, 
beharrlich. Dies d ist immer nasaliert (s. § 52). 

5. Selten mnorw. aus 6a, üa entstanden, s. § 134, b. 

Anm. Ueber ü als orthographischer Stellvertreter des älteren y 
S. § 107. 



§ 176—180. Uebersicht über die starktonigen sonanten. 153 

§ 176. e (vgl. § 188) hat folgenden Ursprung: 

1. Gewöhnlich urgerm. e, z. b. nemo, nehmen, gefa geben. 
cePr wetter, vegr weg, verpa werden. 

2. Seltener urgerm. i, s. § 60, § 110, 1. 

3. Im aisl. allgemein (vgl. § 188). im anorw. seltener aus 
älterem ce entstanden, s. § 117. 

4. Sporadisch kommt e neben älterem e vor, s. § 119. 

§ 177. e hat sehr verschiedenen Ursprung: 

1. Urgerm. e~ regelmässig, aber sehr selten, z. b. her (got. 
her) hier. 

2. Urgerm..*, s. § 111. 

3. Urgerm. i, s. § 110. 

4. Gedehnt aus älterem e, s. §§ 122 — 126. 

5. Kontrahiert aus cei (urn. cd), s. § 97, 2 und anm. 1. 

6. Im anorw. dialektisch aus de entstanden, s. § 118. 

7. Steht orknöisch statt ö, s. § 120 anm. 

Anm. Hie und da beruht e auf entlehnung aus dem deutschen oder 
ags., z. b. klenn klein, pena (ags. ßenian aus pegnian?; die echt nordische 
form piöna ist dann ein verschiedenes wort, aber vielleicht ist pena eine 
kontamination von piöna zu piönn diener und mndd. denen — vgl. Perna 
§ 172 anm. 3 — oder auch aus *pewanön entstanden, vgl. xxra.peicaR diener) 
dienen, href brief, len (echt nordisch län § 54, 1) lehn. 

§ 178. i vertritt: 

1. Gewöhnlich urgerm. i. z. b. binda binden, bitom (wir) 
bissen, fiskr fisch. 

2. Oft urgerm. e nach § 63, 3 und § 68, 3. 

3. Hie und da urgerm. l, nach § 127, 2 und § 129 verkürzt. 

4. Selten älteres y nach § 114. 

5. Selten aus e verkürzt, s. § 127 anm. 1. 

§ 179. i entspricht: 

1. Gewöhnlich urgerm. i, z. b. Uta (got. beitan) beissen, 
rifa reiben, iss eis, sipa seite, ribr reich (adj.). 

2. Bisweilen urgerm. i, nach §§ 122 — 126 gedehnt. 

§ 180. o entspricht (vgl. § 199 und § 210): 

1. Gewöhnlich urgerm. u nach § 61 und § 112, 1. 

2. Selten älterem o, nach § 127, 3 und § 129 verkürzt. 

3. Selten gekürztem ou, s. § 128 anm. 2. 



154 § 181 — 185. Uebersicht über die starktonigen sonanten. 

4. Selten u- oder ^{;-umlaut von postkonsonantischem ua, 
s. § 77, 10 und § 82, 8. 

5. Dialektisch nasaliertem o, s. § 115,1. 

§ 181. 6 hat sehr verschiedenen Ursprung (vgl. § 200): 

1. Gewöhnlich urgerm. ö, z. b. br öfter (got. bröftar) b rüder, 
böJc (got. böka) buch, fröftr (got. fröps) gelehrt, prät. för fuhr. 

2. Dehnung eines o, s. §§ 122 — 126. 

3. Urgerm. w, s. § 113. 

4. Urgerm. u, s. § 112. 

5. Aus qu (um. au) kontrahiert, s. § 98 und anm. 

6. Nasaliertes o, s. § 116. 

7. w-umlaut von a, s. § 76, 2. 

8. w-umlaut von uä, s. § 77, 11. 

9. Misl. aus d nach v entstanden, s. § 86. 

Anm. Ueber o als orthographischer Stellvertreter des 6 (ä) s. § 107. 
§ 182. u entspricht (vgl. § 201, 3 und 4): 

1. Fast überall urgerm. ü\ z. b. hundr hund, ungr jung. 
fturr dürr, bundenn gebunden, gutom (wir) gössen. 

2. Selten älterem ü, nach § 127,4 und § 129 gekürzt. 

3. Selten 6 durch kiirzung, s. § 127, 3. 

§ 183. ü entspricht: 

1. Gewöhnlich urgerm. ü, z. b. düfa (got. dübö) taube, hüs 
(got. hüs) haus, bruftr (got. brüfts) braut, lüka (ags. lücan) 
schliessen. 

2. Bisweilen urgerm. u, nach §§ 122 — 126 gedehnt. 
.3. Shetländisch älterem gu, s. § 98 anm. 

§ 184. y hat folgenden Ursprung (vgl. § 203) : 

1. Gewöhnlich i-, j-, r- oder palatal-umlaut von u, s. § 63, 5, 
§68,5, §71,5, §73 und § 74. 

2. Seltener u-, w- oder labial-umlaut von *, s. § 77, 5, § 82, 4 
und § 85. 

3. Selten i-umlaut von iu, s. § 63, 12. 

4. Selten u- oder w-umlaut von ui, s. § 77, 12 und § 82, 10. 

5. Selten kürzung von y, s. § 127,5 und § 129. 

§ 185. y hat sehr mannigfachen Ursprung: 
1. Gewöhnlich i-, j- oder Ä-umlaut eines u, s. § 63, 7, § 68, 6 
und §71,6. 



§ 186—190. Uebersicht über die starktonigen sonanten. 155 

2. Oft V-. j- oder Ä-urnlaut eines iti s. § 63. 13, § 68, 7 und 
£71.7. 

3. Selten u- oder w-unüaut eines *, s. § 77, 6 und § 82, 5. 

4. Selten u- oder ?<--umlaut von ui. s. § 77, 13 und § 82, 11. 

5. Selten j- oder palatal-umlaut von ä, s. § 68. 4. resp. § 75. 

6. Dehnung eines y, s. §§ 122—126. 

7. Dialektische kontraktion von ey {ey\ s. § 99 anm. 

§ 186. o (vgl. § 204) ist überall durch u- oder w-umlaut 
eines a entstanden, s. § 77, 1 und § 81. 1. 

§ 187. o ist zweierlei Ursprungs: 

1. Gewöhnlich u- (selten «Mumlaut von ä, s. § 77, 2 (resp. 
§ 82, 2); über o aus o (o) + u, s. § 132; über g gleich sonstigem 
d in späterer zeit s. § 107. 

2. Selten dehnung eines o } s. §§ 122—126. 

§ 188. Anorw. ce (aisl. überall durch e ersetzt, s. § 117: 
vgl. §176,3) ist (vgl. §205): 

1. Gewöhnlich i-,j-, r- oder palatal-umlaut eines a. s. § 63, 1. 
§68,1, §71,1, §73 und §74. 

2. Selten i-umlaut von ia, s. § 63, 9. 

3. Aus älterem e entstanden, s. § 108. 

4. Aus cei verkürzt, s. § 128. 

5. Aus de verkürzt, s. § 127, 6. 

§ 189. ä hat folgenden Ursprung (vgl. § 206) : 

1. Gewöhnlich i-, j-, r- oder palatal-umlaut eines a, 
s. § 63, 2, § 68, 2, § 71, 2 und § 73. 

2. Aus cei kontrahiert, s. § 97, 3. 

3. Selten aisl. aus e entstanden, s. § 109. 

4. Im späteren aisl. durchgehends statt älteren e, s. § 120. 

5. Sehr selten dehnung eines w, s. §§ 122 — 126. 

§ 190. e hat sehr mannigfachen Ursprung (vgl. § 207): 

1. i- oder Ä-umlaut eines o, s. § 63, 4 und § 71, 3. 

2. i'-umlaut eines o, s. §63, 8: im aisl. später jedes o 
vertretend, s. § 115,2. 

3. i-umlaut eines io, s. § 63, 10. 

4. m-, tc-, dialektisch auch labial-umlaut eines c, s. § 77, 3. 
§ 82, 3 und § 85 anm. 2. 



156 § 191 — 195. Uebersicht über die starktonigen sonanten. 

5. u-, iv- (dialektisch wol auch — z. b. anorw. skynsomd 
verstand, s. Bugge bei Fritzner III, 1102 — labial- )uml au t 
eines ce, s. § 77, 7, § 82, 6 (und § 85 anm. 2). 

6. w-umlaut von uce, s. § 82, 12. 

7. Kürzung eines 0, s. § 127, 7 und § 129. 

8. Mnorw. aus y entstanden, s. § 114, anm. 2. 

§ 191. hat ebenso sehr verschiedenen Ursprung (vgl. 
§208): 

1. •-, j- oder Ä-umlaut eines 0, s. § 63, 5 (auch wenn 6 
aus entstanden ist, s. ib. anm. 4), § 68, 4 und § 71, 4. 

2. «'-umlaut von iö, s. § 63, 11. 

3. w-nmlaut eines e, s. § 77, 4. 

4. M-umlaut von de, s. § 77, 8. 

5. w-umlaut von uce, s. § 77, 14. 

6. Dialektische kontraktion von ou (au, ou), s. § 98 anm. 

7. Dialektische kontraktion von 0y, s. § 99 anm. 

8. Dehnung eines 0, s. §§ 122—126. 

2. Diphthonge. 

§ 192. au (ou, s. § 98, 1) hat folgenden Ursprung: 

1. Gewöhnlich urgerm. au, urn. ou, s. § 55 und § 98, i. 

2. Urgerm. -dbu-, -ardu-, s. § 132 anm. 

3. Aus diphthongiert, s. § 105 mit anm. 

§ 193. ei (cei § 97, 1) entspricht: 

1. Urgerm. ai, urn. mi, s. § 54 und § 97, 1. 

2. Aelterem e, s. § 96 (anorw.) und § 102 (aisl). 

§194. ey (ey §99) ist: 

1. Gewöhnlich i-, j- oder Ä-umlaut von au (ou), s. § 63, 14, 
§ 68, 8 und 71, 8. 

2. Selten u- oder w-umlaut von ei (an), s. § 77, 15 und 
§ 81, 13. 

§ 195. ia hat folgenden Ursprung: 

1. Gewöhnlich a- (anorw. auch n-)brechung eines e, s. § 88 
(und § 89) : 

2. Aus e, i, i -f- a kontrahiert, s. § 133, a. 
Anm. Ueber ia im anorw. giagnum s. §263 anm. 1. 



§ 196—203. Uebersicht über die starktonigen sonanten. 157 

§ 196. id ist: 

1. Dehnung eines ia, s. §§ 122 — 126. 

2. Aus e, i, y, de -f « kontrahiert, s. § 133. b. 2. 

3. Urgerm. jah in id jawol, s. § 231 anm. 1. 
Anra. Ueber iä in giär, gidta s. § 263 anm. 1. 

§ 197. ie ist nur aisl. und entspricht: 

1. Aelterem ice. vgl. § 176, 3 und § 205. 

2. Aelterem e nach g, h, k, s. § 103. 

§ 198. ie ist nur aisl. und immer aus älterem i entstanden, 
s. § 103. 

§ 199. io (vgl. § 204) hat folgenden Ursprung : 

1. Gewöhnlich w-brechung eines e, s. § 89. 

2. Selten aus i, y, de + o, u kontrahiert, s. § 133. a. 

3. Selten anorw. aus iu (< y, s. § 201, 4) entstanden, 
s. § 104. 

§ 200. io hat sehr mannigfachen Ursprung: 

1. Um. iou, s. § 101, 2. 

2. Dehnung von io (io), s. § 89 und § 124, 3. 

3. Aelteres dew, s. § 106. 

4. Seit, älteres ew (und ho), s. § 106 anm. 1 (und 2). 

5. Aus e, e, i, i, y, de -f o, 6, u entstanden, s. § 133, a 
und b, 2. 

6. Urgerm. -ebu-, s. § 133 anm. 

§ 201. iu ist überhaupt selten und zwar als : 

1. t, y + m, s. § 133, a. 

2. Urgerm. -ebu-, s. § 133, a mit anm. 

3. Anorw. entwickelung von io, s. § 89 anm. 1. 

4. Anorw. aus älterem y entstanden, s. § 104. 

5. Anorw. selten brechung von /. s. § 89 anm. 3. 

§ 202. iu ist : 

1. Urn. iu, s. § 56 und § 100. 

2. Urn. iou, s. § 56 und § 101, 1. 

3. Aus t , y + u entstanden, s. § 133, b, 2. 

4. Selten urgerm. -ebu-, s. § 133 anm. 

§ 203. iy ist sehr selten und immer i-umlaut von im. 
s. § 63, 12. 



158 §204—214. Uebersicht über die starktonigen sonanten. 

§ 204. iq (io) ist immer durch u- oder w-umlaut von ia 
sowie w-brechung von e entstanden, s. § 77, 9, § 82, 7 und § 89. 

Anm. Ueber ig in gigrr, giggnum s. § 263 anm. 1. 

§ 205. ice (aisl. ie, s. § 197, 1) ist «'-umlaut von ia, s. § 63, 9; 
im anorw. auch durch progressiven J-umlaut aus ia entstanden, 
s. § 70, 1. 

§ 206. ids ist mnorw. durch progressiven j'-umlaut aus ia 
entstanden, s. § 70, 2. 

§ 207. ie ist in ältester zeit sehr selten und immer i-um- 
laut von io, s. § 63, 10; später auch durch progressiven /-Umlaut 
aus io entstanden, s. § 70, 3. 

§ 208. iö ist selten und urspr. nur durch i-umlaut aus io 
entstanden, s. § 63, 11; dann mnorw. auch durch progressiven 
J-umlaut aus iö, s. § 70, 4. 

§ 209. ua, ue, ui (anlautend va, ve, vi) sind entstanden aus: 

1. w + a, e, i, über deren Ursprung s. § 174, § 176 und § 178. 

2. u -+• a, e, i, s. § 134, a. 

§ 210. ud, ue, ui (anlautend vä, ve, vi) sind entstanden aus: 

1. w -f- ä, e, i, über deren Ursprung s. § 175, § 177 und § 179. 

2. o, ü + a, e, i, s. § 134, b. 

§ 211. uo vertritt im misl. selten älteres ue, s. § 86 anm. 1. 

§ 212. uo, uo", uo3, ua?, ue, uö (anlautend vo, v$ usw.) 
sind immer aus w + o, q, as, ä, e, 6, über deren Ursprung 
s. §§ 186 — 191, entstanden. Vgl. aber bes. für ug § 77, 10 
und § 82, 8; ug § 77, 11; wo? § 63, 15 und § 68, 9; im § 63, 16; 
ue § 82, 9 und 12. 

§ 213. Das seltene anorw. dsi (über an s. § 193) ent- 
spricht älterem dz, s. § 96. 

§ 214. Die triphthonge uau (uou), uei {uasi), uey 
{uey) sind immer aus w + au, ei, ey, über deren Ursprung 
s. §§ 192—194, entstanden. 



§ 215 — 217. Uebersicht über die schw&chtonigen sonanten. 159 

II. Die sonanten der schwachtonigen silben. 

§ 215. a entspricht: 

1. Urgerm. und um. o, s. § 137, 2. 

2. Urgerm. o, urn. a, s. § 137, 2. 

3. Urgerm. au, urn. o, s. § 140. 

4. Seltener älterem a, nach § 151, 1 verkürzt. 

5. Selten urgerm. ai, s. § 139. 

6. Selten mnorw. o, s. § 150 anm. 

7. Später ist a im aonorw. svarabhaktivokal, s. §161, b. 

8. Mnorw. ce, s. § 149 anm. 2. 

Anm. Ueber a als um. svarabhaktivokal s. § 142. 

§ 216. e und i. nach § 145 wechselnd, entsprechen: 

1. Urgerm. 7, s. § 151, 3. 

2. Urgerm. i, z. b. ynglingr, -engr Jüngling, valefir, -ifir 
gewählt, acc. pl. geste, -i (got. gastins) gaste, 2. pl. präs. ind. und 
imperat. bitep, -ip beisset, part. prät. bitenn, -inn gebissen u. a. 
Vgl. auch § 73, § 74. 

3. Urgerm. ä?, s. § 138. 

4. Urgerm. ai urn. e, s. § 139. 

5. Urgerm. eu, iu, urn. in, s. § 141. 

6. Aelterem e durch kürzung. s. § 151, 2. 

7. Aelterem «, s. § 149. 

8. Selten älterem ce durch kürzung, s. § 151, 6. 

9. Urgerm. e, s. § 61, 2 und § 149 anm. 1. 

10. Selten älterem y, s. § 147. 

11. Selten älterem ei, s. § 152, 1. 

12. Sehr selten älterem ö, s. § 151, 7. 

13. Später sind sie im nordwestnorw. svarabhaktivokale, 
s. § 161, b. Vgl. 16 unten. 

Ohne mit • zu wechseln kommt e ausserdem vor: 

14. Aelterem w entsprechend, s. § 149. 

15. Aelterem & entsprechend, s. § 151, 6. 

16. Im späteren aonorw. als svarabhaktivokal, s. §161, b. 

§ 217. o und u, nach § 146, 1 und 2 wechselnd, entsprechen: 

1. Urgerm. ö, s. § 137, 1. 

2. Urgerm. o, s. § 137, 1. 

3. Urgerm. ü, s. § 151, 4. 



160 §218. Uebers. über die schwachton. sonanten. §219. Die konsonanten. 

4. Selten urgerm. au, s. § 140. 

5. Selten urgerm. w, z. b. acc. pl. suno, -u (got. sununs) 
söhne, 1. pl.prät.ind. bitom, -um (got. bitum) bissen. Vgl. 11 unten. 

6. Selten älterem g", s. § 151, 5. 

7. Aelterem g, s. § 148. 

8. Aelterem w, s. § 226. 

9. Selten älterem w, s. § 158, § 226. 

10. Im etwas späteren süd westnorw. sind sie svarabhakti- 
vokale, s. § 161, b. Vgl. 12 unten. 

Nur ausnahmsweise mit u wechselnd kommt o ausser- 
dem vor: 

11. Aelterem gu {au, ou) entsprechend, s. § 152, 2. 

12. Urn. u entsprechend, s. § 146, 3. 

Ohne mit o zu wechseln kommt u ausserdem vor: 

13. Im späteren aisl. als svarabhaktivokal, s. § 161, a. 

§ 218. Von den übrigen vokalen kommen in schwach- 
toniger Stellung nur y, ce und 0, alle verhältnismässig selten, 
vor und zwar: 

1. y seit, statt i, s. § 145 anm. 5. 

2. m im späteren aonorw. teils älteres a vertretend, 
8. § 144; teils als svarabhaktivokal, s. § 161, b. 

3. sporadisch im etwas späteren aisl. statt eines älteren 
u, s. § 146 anm. 4. 

Anm. Ueber die diphthonge in schwachtoniger silbe s. § 354 und § 355. 



III. Abschnitt. Die konsonanten. 

§ 219. Das urnordische übernahm aus urgerm. zeit folgende 
konsonanten: 





labiale 


dentale 


l-ahttale u. velare 


Explosiv«: stimmlose: 


P, PP 


t, tt 


Ä, KfC 


stimmhafte: 


b, bb 


d, dd 


9, 99 


Spiranten: stimmlose: 


f,"f 


J>, s; ßß, ss 


h, hh 


stimmhafte: 


d — 


&, z — 


s — 


Nasale: 


m, mm 


n, nn 


13 


Liquidae: 


— 


l, r; 11. rr 





Halbvokale: 


w, ww 


— 


.;', ü- 



§ 220. 221. Urnordische Veränderungen von d, g. p. 161 

Auni. 1. b, d, g kamen wahrscheinlich nur nach den entsprechenden 
nasalen vor: d ausserdem nach 1 (sofern dies nicht wegen assoziation 
kakuminal gewesen ist. S. Pipping, Stud. nord. fil. VI, 5, s. 25 ff."». Vgl. 
Paul, Beitr. 1, 147 ff. 

Anm. 2. Urgerm. ff, fip, Mi waren sehr selten, sodass ff und hh über- 
haupt nicht im an. durch sichere belege vertreten sind; s. Kluge, Beitr. IX. 
157 ff. ; Kauffmann , ib. XII, 504 ff. ; Liden , Arkiv IV. 98 f. : v. Friesen , Om 
de germ. mediageminatorna, s. 10 und 115 f. 

Die entwickelung dieser laute innerhalb des l urnordischen 
und) altwestnordischen wurde durch folgende lautgesetze 
bestimmt. 



Kap. 1. Urnordische Vorgänge. 

A. Qualitative und quantitative Veränderungen. 

§ 220. Die stimmhaften explosiv* d. g in den Ver- 
bindungen nd. vg und Id (s. § 219 anm. 1) werden im urspr. 
(d.h. vor der synkope) um. auslaut einer starktonigen silbe 
zu /. resp. k (aus nt, wk wird später tt. kk nach § 266, 2 
und 3). z. b. imperat. hitt, sprikk. gialt. prät. hatt, spiraük, galt 
zu hinda binden, springet zerspringen, gialda bezahlen. Schein- 
bare ausnahmen wie imperat. bind, > a ld. giald. haUL gang, 
prät. sprang neben gew. bitt. valt, gialt. halt, gaiek, wprakk 
zu bindu, ralda walten, gialda, halda halten, ganga gehen, 
springa sind dem infinitiv, präs.. prät. pl. u. a. nachgebildet, — 
Nach schwachtonigem vokal scheint nd zu nn geworden und 
dann wie jedes solche nach § 299. 5 geschwunden zu sein. 
z. b. 3. pl. präs. ind. hinda (got. bindand) binden. 

Anm. 1. Der Übergang ist früher als die synkope eines auslautenden 
nasalierten a nach langer Wurzelsilbe (§ 153. 6) durchgeführt worden, wie 
ans dem erhaltenen d, g in formen wie acc. *e\ band furn. *bamdf) band, 
giald bezahlung, gang e;ang erhellt. 

Anm. 2. Ein entsprechender übergaug -mi> > ->np (-)>/> nach § 266, 1) 
ist wol anzunehmen, wenn auch sichere beispiele fehlen. 

§ 221. Die stimmlose spirans p wird zu: 

1. ö (aisl. ]> geschrieben) nach stimmhaften lauten sowie 
anlautend in schwachtoniger silbe. z. b. anorw. broder (got, 
bröpar) bruder, kueda (got. qipan) sagen, vcerda (got. nah-pan) 
werden. Sigdir \*Si£i])eiran), Hamder. Eggder w. a. mit um. 
pewan zusammengesetzten mannsnamen. Ber(g}dörr. üafdorr 

N uroen, Altisl. jrramm. i. aut'l. {{ 



162 §222. Urnordische Veränderungen von h.- 

neben -])6rr u. a. dgl. mannsnamen; ferner anorw. du du, dinn 
dein, öat das, tfme dieser, dar dort u. a. (s. z. b. Hb, s. LV; 
aisl. beisp. bei Storm. Otte brudstykker, s. 6) neben betonten 
/>«', pinn usw. 

Anm. 1. Durchsichtige Zusammensetzungen behalten oft p nach 
massgahe des simplex, z. b. arfpege erbe, hioiping schlacht, Suipiöö 
Schweden, alpyda das ganze volk, iprött kunst u. a. neben seltneren laut- 
gesetzlichen formen wie arföege, hioröing, SuiÖioÖ, alÖyÖa, iÖrött usw. 
zu resp. piggia empfangen, ping gericht, piöb volk, pröttr stärke u. a. 
(s. Falk, Arkiv V, 120). Vgl. noch Lindroth, Namn och bygd III, 41 ff. 

Anm. 2. Die um. inschriften bis gegen 700 (z. b. noch Eggjum, s. 
Olsen, No. I. III, 189 note 3) scheiden noch etymologisch zwischen p und ö 
(s. Bugge, Aarheger 1884, s. 86). Aber schon um 775 zeigt sich eine Ver- 
wechselung, die wol wenigstens für Schweden den Übergang p>Ö beweist, 
z. b. die umgekehrte Schreibung Sölvesborg ivAp(i) ein mannsname (ags. 
Wada, ahd. Wato). In Dänemark wiederum scheint dieselbe Verwechselung 
weit früher belegt zu sein durch Overhornboek aupa (ags. Eada, ahd. Öto) 
c. 550. Ob sie in Norwegen schon c. 650 durch By m\arki]pe r i belegt ist 
(vgl. ebendaselbst alaifu? st. -bu) bleibt unsicher. 

2. /" anlautend vor l, z. b. flyia (got ])Uuhan) fliehen, flär 
falsch (vgl. got. gaplaihan liebkosen), wenn wirklich das got. 
pl primär ist (s. aber die bedenken bei Noreen, Urg. lautl., 
s. 1971, und Zupitza, Die germ. gutturale, s. 131). 

§ 222. Die stimmlose spirans h (deutsch ch) wird zu: 

1. Blossem hauchlaute (h) anlautend ausser vor konso- 
nantischem i und u (wenigstens in gewissen gegenden, vgl. 
Marstrander, Bidrag, s. 104), z. b. hörn hörn, haue hahn, hefia 
heben, hlaupa springen, hniga hinsinken, hringr ring. 

Anm. 1. Der Übergang ist wol schon durch sigaötiR (Svarteborg) 
st. -haduR, aber jedenfalls aus dem anfang der vikingerzeit bezeugt durch 
das air. lehnw. elta knöpf oder Schutzvorrichtung am schwert , urn. *helta 
(aisl. Malt). 

Anm. 2. Dialektisch werden dann hl, Im, hr weiter zu gehauchten 
/, n, r (geschrieben ah, rh; Vi ist noch unbelegt) entwickelt. Der Über- 
gang ist schon etwas nach 700 bezeugt durch die Schreibung der Vatner 
inschrift: rhoÄltR statt urn. *HröpuwalÖuR oder -aR (aisl. Hröaldr) ; dann 
etwas vor 1100 durch den Spitznamen Nhaki statt Hnakke in einer inschrift 
aus Man (s. Bugge, Aarbeger 1899, s. 236). Vgl. weiter Noreen, Geschichte 3 , 
s.13, §8,6. 

2. Je vor s, ausser wenn anderer konsonant als l oder n 
folgt (ks wird dann x geschrieben), z. b. ax (got, ahs) ähre, sex 
sechs, vaxa wachsen (wonach vgxtr ge wachs), fylxne (got, 



§228.234. Ürnordisehe Veränderungen von h, ö, g, z. 168 

fulhsv.i) versteck, qx\ achsel. «xla vermehren, pl. yxn (vgl. got, 
gen. auhsne) ochsen ; dagegen . aber U6§ (vgl. got. liuhap) licht. 
Uöss hell, hjstr y^ahstus. vgl. ags. leahtor) laster, misfr (*mihst-) 
dampf, mistelteinn vgl. got. ma'<h$tus düngen Viscum album. 
niösn das spähen i*niuhsin-. got »nihseins besuch". i»j?m (got. 
ruthsjan) spähen, ost (vgl. ahd. uohsanä) höhle über dem 
Schlüsselbein; über die scheinbare ausnähme pisl s. £ 111. 2. 
8. Sverdrup. I. F. XXXV. 149 ff.. 163. Pipping. Inledning tili 
studiet av de nordiska spräkens ljudiära. s. 175 t. 

Ania. 3. Der Übergang ist wenigstens älter als die in § 112, 2 und 
§ 110, 3 erwähnten Übergänge « > o (> 6) nnd i > e (> i) vor h. Sonst 
wären ja formen wie uxe ochs, warf Wechsel unmöglich: Tgl. § 106 anm. ."> 
und § 112 anm. 4. 

§ 223. Die stimmhaften Spiranten 5. d. g werden zu: 

1. b, d. g anlautend (s. Wimmer. Runenschrift. 8.2205.), 
z. b. brt'/tr iura, hjxrut* Björketorp) bricht, dagr »urn. Öagan 
Einang) tag. gestr (urn. -gast in Gallehus. Berga) gast. 

Anm. 1. Schon urn. Zusammensetzungen behalten im sekundären inlaut 
einstweilen die spirantische ausspräche nach ausweis air. lehnwörter wie 
l'recan 830. Colvan (ans Kol>> Marstrander. Bidrag s. 106: ebenso 

'•'•pis am Ynglingatali zu iör pfer.l und dfa hehre frau (die form ioödis 
in Snorra Edda beruht wol auf volksetymologischem anschlug an iöd neu- 
geborenes kind). Vgl. aschw. Öirrädher st. Obrmdkar u.a.. s. Xoreen. An. 
gr. II, § 225 anm. 

Anm. 2. Der Übergang scheint um 700 durch die umgekehrte 
Schreibung -*'<-< Björketorp st. -spä Prophezeiung bezeugt zu <ein. 

2. /'. ]>. h (welches .später nach § 230. 2 schwindet) aus- 
lautend, wenigstens etwas vor 700 (s. Bngge. Arkiv VIII. 14 note: 
vgl. Groth. Det AM. haandskrift 310 qvarto. s. XXXIV f.). z. b. 
Stentoften gAf gab und b~Ariutil> bricht. Beisp. von g > h 
- ; 230, 2. Ueber die spätere entwickelung von diesen f und ]> 
8. § 240. 1, resp. § 221. 1. 

3. Inlautend vor u wird d zu >/•. welches später nach 
§ 235, 2 schwindet. Beisp. s. ebendaselbst. 

§ 224. Die stimmhafte spirans urgerm. r (weiches s) ist in 
den ältesten finnisch-lappischen lehnwörtern noch als spirans 
erhalten, z. b. finn. armas (got. arms. aisl. armr) elend, Huris 
(aisL dyrr) teuer u. a., später aber — vielleicht schon vor 550 
(s. anm. 1) — allgemein (vgl. aber 2 unten) 

11* 



164 § 225. Urnordische Veränderungen von m. 

1. zu ä (palatalem r) geworden, z. b. Torsbjserg -pewaa 
(got. pius) diener, -marin (got. mers) berühmt, Gallehus -gasUa 
(got, gasts) gast. Einang dagcm (got. dags) tag (als mannsname). 

Anm. 1. Dass um. R wirklich einen r- und nicht einen s-laut be- 
zeichnet, ist vielleicht aus Jordanes fermr einwohner von Fjäre zu er- 
sohliessen (s. Bngge, No. I. II, 511). Beispiele aber, wo man bisher Ver- 
wechselung von n und r angenommen hat. sind alle hinfällig. 

2. td, zn (eventuell rö, an) werden zu (dd, woraus, 
wenigstens schon um 950 [s. Marstrander, Bidrag, s. 102], nach 
§ 238. 1, a) dd, resp. nn, z. b. gaddr (got. gazds) stachel. hodd 
(got. huzd) hört. vQdd (got. razda) stimme, oddr ort. spitze, 
broddr (ahd. Wort) spitze, gredder § 154 einer der zu speisen 
gibt; rann (got. razn) haus, granne § 154 nachbar, onn (ahd. 
aran; vgl. got. asans) Jahreszeit für f eidarbeit, hronn (ags. hcern) 
woge, fonn (lit. pusnls) schneefei d, Marne, fiorna s. § 283. 
Ueber die scheinbare ausnähme prät. eirpe (aschw. edde) zu 
eira (aschw. edha) gefallen s. Noreen. Arkiv V. 394 note. 

Anm. 2. Diese assimilation muss sehr früh, vor dem eintritt des 
Ä-umlautes (ob auch vor dem Übergang *>> R - so Setälä, Journal de la 
Societe Finno-ougrieune XXIII, 1, s. 34, dagegen aber Karsten, Neu- 
philologische Mitteilungen 1906, nr. 12, s. 15 f.), durchgeführt worden sein; 
sonst würde man ja w-umlaut des vorhergehenden vokals (§ 71) finden. 

Anm. 3. Ueber eine, vielleicht schon urgerni., assimilation #/■>• II 
in knylla schlagen zu knöto zerstossen, hrolla zittern zu hriöm schandern 
s. Kluge, Beitr. VIII, 524. 

Anm. 4. Ist 0m (Rm) — oder dm (s. § 268 anm. 3) - - zu »mm, woraus dann 
nach § 285 anm. 1 m , geworden in dem häufigen p;/k1cc mer statt [yyTcker 
mer (oder ßykke/) mer) es scheint mir? VgL pykke frer aus *fiykkeß P&r 
nach § 241 (vgl. § 285 anm. 1). 

§225. mn wird zu 5», z. b. hafn name, safn Sammlung 
(zu saman zusammen), lief na rächen und hafna verwerfen neben 
hemia hemmen, dat. sg. hifne (anal, wieder himne) und gafne 
(gamne) zu himenn himmel. resp. gaman freude; hierher wol 
auch der schlangenname Fdfner (< Fadmnir § 292; auch 
Famner. s. M. Olsen, Voteunga saga. s. XXVIII) neben anorw. 
Fadmer 'umarmer' wie anorw. ('s. Hertzberg) fdfn neben gew. 
faömr busen (vgl. adän. fafnce neben aisl. fajmta umarmen). 
S. Bugge, Arkiv II, 214 ff., Studier, s. 343 note. 

Anm. 1. Die erscheinung stammt vielleicht zum teil schon aus nrgerm. 
zeit, s. Noreen, Urg. lautl. s. 140 f.: Brugmann, Grundriss d. vgl. gram.- 
1,383; dagegen J.Schmidt, Kritik der sonantentheorie, s. 133 ff. 

Anm. 2. Dies bn kann später wieder zu mn werden, s. § 237, 2. 



| 226. 227. Uruordiscbe Veränderungen von .;', tc. .y, ww. 1Ö5 

§ 226. Die lialbvokale /. »• werden, wo sie durch synkupe 
des folgenden sonanten antekonsonantisch oder auslautend zu 
stehen kommen, souantisch d. h. zu silbenbildendem i. resp. '/. 
Insofern diese neuerschaffenen sonanten schon vor der all- 
gemeinen i. resp. /r-synkope (s. $ 153) entstanden sind, werden 
sie gleichzeitig mit altem i. u synkopiert s. v. Friesen. N. spr. 
1.3 ff.), z. b. Uta. Her/«- ; später Huri- > aisl. Har- in manns- 
namen (s. § t>9): urn. dat. sg. kuninnvji dia Tjurkö aus 
ein mannsname: \\v\\. zo.ruaR (ahd. gur/rer) bereit und acc. : "> 5 
trifiijira 'Vgl. got. triggtcs ein mannsname > in der vikingerzeit 
kurun. resp. Siktrik". >. § 153.7 und 77.5, a) > aisl. i/orr. resp. 
Stf/tn/gy. vgl. aschw. nakodb*,- nackt durch kontamination von 
nakuidhd : aec nuk >/ d'ut (aisl. nekkuejn : nokpan. s. ij 159). 
Sonst bleiben /. o. z. b. bei enklitischer Verwendung von *-tceg 
in hinnog dort, {lonnog dahin, huemog wohin, huersog wie 

- § 15b), oder wo die pänultima späterer Zusammensetzungs- 
glieder mit der zeit zu völliger unbetontheit niedersinkt und 
daher der synkope anheimfällt, z. b. andugi hochsitz statt des 
älteren ondvege (andvege. s. § 79), dogorpr neben -rerpr früh- 
stück, f/tuJorPr neben -vetfr vorwärts gerichtet, wol auch fälle 
wie harpyndt (ags. htardu-ende- härte, heilynde (ags. hdhvende) 
gesundheit is. § 173.2 mit anm. 2). Aun{n) Edwin durch kon- 
tamination von *Auwmn bei Einhard als Aoün belegt: aus 

Auövni:. >. §228: latinisiert Auduen nus. s. Lind. Dopnaran. 
s. 105 und 1278. air. Oduind. ags. Eddwine) und gen. Außunar 
I wonach nom. Aupon. -o, tl ,. wie umgekehrt nach Aunn der 
gen. Aumar entsteht/, gen. Ingmnmr zu Yiigmnn (& Noreen. 
Namn och bygd VIII. 1 ff.. Hdkon<»\ neben anorw. latinisiert 
Haquinus (air. Acut ><d; anorw. und aschw. durch kontamination 
Hdquon. s. Noreen a. u.) mannsnameii oder Btorgyn Bergen 
statt ui-jäpr. Bw/grih (zu w», gen. pttotor Weideland; ; gen. 
Biorgyniar (< t-ummt. durch 7-umlaut'. später auch durch 
kontamination Biorgiti. gen. Sigyniar (wonach nom. Sigyn) zu 
nom. 'Sygiin oder (s. Lind. a. u. s. v»t»i) durch kontamination 
Sygin ein frauenname: u. a. dgl. 

§ 227. ,jj (got. ddj) und wm (got. ggu) werden wenigstens 
im anfang der vikingerzeit zu ygj. resp. ggu\ Xach dem urn. 
niuwila Naesbjaerg ein mannsname zu urteilen wäre der Über- 
gang nicht (früh-mmordisch (sonst stände *Nigwüa)\ vgl. aber 



100 §228. Urnordischer küiisouaiitensehwnnd: d. 

Bugge, Arkiv VIII, 22. Jedenfalls ist aber das firm, lehnwort 
kuva bild (aisl. skugge, got. skuggwa. s. unten 2) vor dem Übergang 
entlehnt worden (s. Karsten, Germ.-finn. Lehnwortstudien, s. 151). 

1. jj > ggj, z. b. gen. tueggia (got. twaddje, ahd. sweiiö) zu 
tueir zwei, veggr (got. waddjus) wand, egg (dat. pl. eggiom) ei, 
jPn<%/ (gen. Friggiar: ahd. 2<Wa) Odins gattin, gneggia (s. § 154) 
wiehern, gen. beggia zu 6a/>er (s. § 54 anm. 2) beide, Priggia 
(ahd. $rJo, aber got. prije, vgl. Osthoff, Etymologische parerga, 
s. 139) zu Jmr drei, skeggia beil zu skeina streifwunde. 

2. kw > ggw, z. b. tryggr, acc. -gguan (got. triggws, ahd. 
triuwi) treu, gleggr (vgl. §82, ö). acc. -gguan (got. glagywus) 
deutlich, skugg-sid Spiegel, skugge (got, skuggwa spiegej> 
schatten, skyggua überschatten, hoggua (ahd. houwan) hauen. 
(%<7</, gen. -gguar tau, hryggua (vgl. ahd. hriuwan) betrübt 
machen, bruggenn (vgl. ags. breowan) gebraut, 6«/</</, 'dat. -</</we 
(ags. 6cöw) gerste, hneggr, acc. -gguan (ags. hneaw) karg, 
hngggua (s. § 77, 7) stossen. sneggr, acc. -gguan (vgl. got. snüran) 
hurtig, tyggua kauen, gygguu schreck einflössen, snugga 
schielend spähen (vgl. sww'a drehen), >></(/ grobe haare zu 
rijia rupfen, byggua neben bua wohnen, gluggr lichtöffnung zu 
glöa (ags. glöwari) leuchten. 

B. Schwund. 
§ 228. t), altes oder nach § 221, 1 aus p entstandenes, 
schwindet sporadisch vor w (s. Noreen, Arkiv VI, 315 ff.), z. b. 
die personennamen Hrölfr (ags. Hrödwulf) Rudolf, HQlfr (urn. 
}\,Apuwulafn Istaby, -woUfx Stentoften), Olfr (belege dieser 
Schreibung gibt Bugge bei Fritzner III, 1105 und Lind; aschw. 
run. Äulfr. ags. JEdwulf) Adolf. Onn, On (mnorw. oft nach 
§ 110 On. s. Rygh, Garnle personnavne s. 10, och Lind, Dop- 
namn, neben An; ahd. Adwin), Amin. Ann neben Aupon{n) 
Edwin (s. § 220-), mnorw. Awwlff (s. Lind) neben gew. Audulfr, 
Kolfr (ahd. üathwulf, ags. Geadwulf), pl. mö(P)ylßngar nach- 
kommenv on Möjndfr, Hroaldr (ahd. Hrödowald, vgl. § 235, 1, d). 
Hröarr (*Hröpu[g]üRR, ags. Erödgdr) Rüdiger; ferner py(p)- 
verskr deutsch, pl. Unavdgr mythischer Ortsname zu unap 
genuss. Vgl. aber mit erhaltenem dw — wol im allgemeinen 
durch einfluss verwandter Wörter - z. b. Bopuarr, Bgpuüdr 
(s. § 134, a), stgpua hemmen, vgPue muskel u. a. 



$229,230. Urnordischer konsouantenschwund : ±, h. 167 

Anm. Das alter (spätestens bald nach 700) der erscheinung wird 
durch rhoAltR = Hröaldr in der Yatner iuschrift erwiesen. Uebrigens 
zeigt die entwiekehmg - Hröpuu:oifoR > *Hrüdwolf'R > *Hrölw)olfr 
> Hrölfr u. dgl. da-s* der Vorgang nach der betreffenden »-synkope aber 
vor dem seh wunde des w vor o stattfindet. 

§ 229. 6 fehlt ohne ersichtliche regel im anlaut einiger 
späteren zusammensetznngslieder : -gisl (-gisl $ 127. 2. -gils 
§ 313,4), -nein-, -genge, z. b. die mannsnamen Apisl (Apils. alt 
wol noch Apgils. s. Sievers. Beitr. XII, 487), mnorw. AuÖels 
neben Aupgisl tags. Eddsils): Hröarr (s. § 228, i; 151. 1; ags. 
Hrödgdr). Pörarr (Porgtirr. & § 54,3, b; air. Tomroi, ■ . 'tttorr 
(aisl. auch *Ottir. s. Marstrander. Bidrag, s. 89 und 15(3). ferner 
nafarr iahd. nabager) bohrer; vceringe. forjnge, lanzofringe, 
anorw. unningi umdingi). hofpinge. erfinge, brautinge. freisinge, 
1 ansinge, humingia 8. § 149 (Bugge, Arkiv II, 224 f.): leiptangr 
kriegszug zur see zu gangr gang (s. E. Olson. De appellativa 
Substantiven, s. 206). 

Anm. Wenigstens in den nainen auf -isl fehlt das g schon in der 
vikingerzeit nach ausweis des mannsnamens aschw. pl. HqislaR (Rök . 

§ 230. k schwindet : 

1. Inlautend in allen Stellungen, ausser vor s (nacii § 222. 2i 
und zwischen vokal und t (nach § 267). Die ältesten beisp. 
wären etwa, wenn die inschr. richtig gedeutet sind. Svarte- 
borg sigaduR aus *-hadu& (vgl. Kjolevig badulaUcciR) ein manns- 
name. Etelhem iv[o]rtu (vgl. Tnne iroruhto). Tjurkö nurte. By 
orte. Sölvesborg urti machte. Björketorp -sZa aus *-spahu Prophe- 
zeiung. Yatn 1. sg. präs. foi'i ( < foki Ä<um und noch St. Noleby 
< *faihiit: vgl. präi. I. sg. Einang. Vetteland faihiöo. Rö fahido. 
aber 3. sg. adän. run. um 800 fapi Helnaes. faabi Flemlose) 
male, aber andererseits noch Tjurkö wUha (statt *icalha-) wälsch. 
Björketorp fAl.ih-.ik ich verbarg. Aisl. beisp. sind u. a. <>. pl. dr 
(got. aka, pl. akus. vgl. § 77, 2) fluss, sid (got. saihari) sehen, fela 
(goX.filhan) verbergen, fqr furche, fa (got. fähari) bekommen. 
fe (got. faihu. Abeced. nordm. feu. Cod. Leid, fiii) vieh. slä (got. 
slakan; als lehnw. im Orrmnlumin slän) schlagen, malr (ahd. 
mafoha) sack. 

2. Auslauteud erst später, z.b.pö (got. pauk; noch als 
ags. lehnw. poh. s. Björkman. Scandinavian loanwords. s. 73 f.. 
181) doch, d (got, aih. urn. Ath Overhornbaek. aih Fonnäs?) 



168 §231 — 238. Urnordiseher kousouanteuschwund : j, m, n. 

besitze, flö (gut. plauh: adän. run. flu Haellestad um 980. der 
älteste beleg des h -Schwundes im auslaut) floh. — Ebenso 
wenn h nach §223,2 aus g entstanden ist, z. b. präs. md zu 
mega können, prät, pd zu piggia (*pigi(^ s. § 279, 1) empfangen, 
drö zu draga ziehen, ste § 97. 2 neben anal, steig zu stiga 
steigen, 16 § 98, 2 neben anal, laug zu Ihiga lügen. 

$ 231. j schwindet anlautend, z. b. är jähr, ok joch, ungr 
jung, enn (got. jains) der, ostr (Ann. jausto) käse, ysa (läpp. 
jukso) gadus aeglefinus. ? einer (lat. jfftti-perus, s. Taram, Arkiv 
II. 347 f.) Wacholder, eyJb* zugvieh (vgl. got juk joch), «o? (ags. 
geohhol) Weihnachten, gier (got. jinl eis) weihnachtsmonat, iokoll 
(vgl. ags. gicel) eiszapfen. 

Anm. 1. Eine scheinbare ausnähme, die bejahende partikel ia (got. 
ja), erklärt Liden, Arkiv III, 235 ff. laf/a jagen, htngfrü Jungfrau u.dgl. 
sind (spät) aus dem deutschen entlehnt. 

Anm. 2. Dass schon um 550—650 j geschwunden war, beweisen die 
inscbriften von Fonnäs und Istaby, wo die alte järu-nme die bedeutung 
a, d. h. u (nicht mehr j) hat. Ihr name war also schon damals är (nicht 
mehr jära), wie im Abecedarinm nordmannicum. 

§ 232. m ist wol (wie n, s. § 23:5) vor s geschwunden, 
z. 1). Idss (*UiMsaR zu aisl. Igm türangel an einem kästelten, 
lat. lammina metallplatte, s. Noreen, Arkiv III, 13) riegel, ?dss 
(got. ams schulter, s. Torp, Nyno. et. ordbok) bergriieken. 

§ 233. u schwindet (vielleicht schon in vorchristlicher 
zeit, s. Wiklund, Le Monde Oriental V, 235) vor s, z. b. aada- 
gasu Vi ein t'rauenname zu aisl. gqs gans. gen. asugisalas 
Kragehul und acc. asmu[n]t Sölvesborg mannsnamen zu aisl. 
oss gott (vgl. got, Ansi- in namen), bdss (nhd. banse) kuhstall. 
füss (ahd. ftms) willig, istr (nlul. instr) schmer, 6s, üs (oss, ess. 
s. § 112,1) uns. osk wünsch. Ost (got, ansts) liebe. Matatoskr 
(s. § 112, 1) mythisches eichhörnchen. des (vgl. lat, ansa griff) 
schuhloch. 

Anm. 1. Ob die erst misl. je 1 mal belegten humt , -a (s. Unger, 
Heilagramanna sögur 1,41,394) neben gew. küsl (s. § 112 anm. 1) auf aus- 
gleichung von *hunisla- : *hunsla- beruht (s. v. Grienberger, Untersuchungen 
zur got. wortkunde s. 122 ; anders, aber unannehmbar, Kock, Arkiv XV, 327 
note), bleibt sehr unsicher. 

Anm. 2. Auch vor p eines späteren zusaminensetzuugsgliedes ist H 
verstummt nach ausweis von upArAbAsh A Björketorp Unglücksprophezeiung. 



§234.230. Urnordischer konsonantensckwund : r. ic. IÖ9 

§ 234. /• schwindet vor wo, wu (vor dem Schwunde de« 
>i nach § 235, 1. a) um 800 (s. Xoreen. Arkiv VI. 303 ff.: anders 
Kock. Arkiv IX. 154ft'.>. z. b. Pool fr (ags. lehnw. TouJf. s. Björk- 
man. Nordische personell n amen. s. 63 mit note 3) > Pol fr 
neben Pörolfr (*-icolfii). Stilfr neben Störolfr mannsnamen. 
iioumr ('naruHinn. vgl. as. naru. ags. nearu) eng. Ebenso wo 
>c nach § 220. 3 aus f> entstanden ist. z. b. monr (*artums) 
neben armr (*arbin-) elend, kamt Charbusta. vgl. ahd. herbist. 
ags. ha'rfest) herbst. — In fällen wie dat. spar f um zu nom. 
sporfar Sperlinge u. dgl. war die Verbindung rtem zur zeit des 
r-schwundes nicht vorhanden (& £ 235 Anm. 1). 

§ 235. ir. sowol altes wie nach £ 223. 3 aus d entstandenes, 
schwindet : 

1. Ursprüngliches w in folgenden Stellungen: 
a> Vor o. 6. m, ti und (zum teil wol schon vor der nmlauts- 
zeit) deren umlauten y. y. e. 4 allmählich während der zeit 
850 — 800, z. b. By orte, Sölvesboig urti (aber noch Tjurkö 
wurte, got. Hüthhta; vgl. Tune woraktö) machte, ais]. orf (ahd. 
worf) sensenstiel. ormr (adän. Urm bei Einhard c. 800. got. 
waürms) schlänge, wurm. or}> wort, sorg (ahd. swörga) kummer. 
1. pl. synyom zu syngua singen, dat. pl. rolom zu vglua Wahr- 
sagerin : öpr (got. tcöds) rasend. Opexn (vgl. ahd. Wötan) ein 
göttername. ömon stimme (vgl. ags. woma laut), pl. orar Ver- 
wirrung, örr verwirrt (vgl. ahd. worag berauscht, ags. teerig 
ermüdet i. 6p geschrei. opa (got. uöpjati) schreien, höt (got. höta) 
drohung. Mste tags, kwdsta) husten: nlfr (noch Istaby -wulafm, 
Rävsal gen. -irulfs. aber adän. run. c. 900 Ulfs Hammel) wolf. 
in mannsnamen -olfr (noch Stentöften wolAfpX uü wolle, undr 
wunder. ?urt las. wurt oder got »nirti-yards garten, s. "Wiklund. 
Le Monde Oriental V. 248) kraut, und wunde, yrkiu würken. 
syltu (gut. .sirultjau) stürbe. — Ueber alte fälle wie Wöfienn. 
nfrrft. uulfr in gedienten s. porkelsson. Supplement IV. 179. 
181 f. (zweifelhaft). 

Anm 1. Durch einfluss verwandter formen kann das w anal, erhalten 
resp. wieder eingeführt werden, z. h. prät. | >< <>t zu sueria schwören: um- 
gekehrt auch anal, entfernt werden, z. h. k u)efia niederdrücken (nach prät. 
kof), k(u)afno ersticken, gaia. suala. fiara. fiara statt *gotua usw.. s. § 84 
anm. — Nachdem «• zu z | f) geworden ist ^s. § 250), kann die analogische 
einfünrung diese» laute* natürlich noch leichter vor sich gehen, z. b. prät. 



170 $ 235. Urnordischer konsonantensehwund : w. 

pl. vunuum statt urmom zu sg. waww, part. prät. vunninn statt loinenn zu 
Mftrta ausführen, vorpinn statt orpenn zu r<?r/)a werden, prät. (w)dx zu 
wa#ö wachsen . dat. pl. spgrfum statt spgrom nach nom. spgrfar < spgruar 
zu spprr sperling, mäfum nach mdfar zu mor (anal, mar, später auch 
/wa'/V) möve, dat. sg. f. gorfri nach acc. fifpr/o <iggrua zu </p?T fertig. Beisp. 
zeigen sich schon um 1250, am frühesten in anorw. hdschr. (z. b. AM. 310, 
4°), dann in aisl., wo aber diese erscheinung immer ziemlich selten bleibt. 

b) Vor r mit folgendem o, 6, u, ü, y, y, e, ä (s. Bugge, 
Ant. tidskr. f. Sv. X, 265), z. b. roskenn (zu got. ga-wrisqan) 
gereift; röta (ags. wrotan) aufwühlen, röy streit; regia (as. 
wrögian) vorwürfe machen. In anderen Stellungen bleibt w 
vor r einstweilen erhalten, s. § 288. 

c) Vor l, z. b. litr (got. wlits) färbe, Uta (ags. wlitari) sehen. 

d) Nach 6, z. b. Hröaldr (schon Vatn rhoAlts), Hröarr 
(aus *Hrödw-, s. § 228 und § 229) personennamen, röa (ags. 
röwari) rudern, flöa (ags. flöwan) überfliessen, spöe (nschw. spov 
zu ags. spötvan, s. Noreen, Tidskr. f. Fil. N. R. IV, 37 f.) wetter- 
vogel, Noattin (zu lat. nävis) ein nvythischer Ortsname, Möens- 
heimar = Man (s. § 65, § 135 und Bugge, Helge -Digtene, 
s. 135 f.), pl.prönder (ags. pröwend-, s. Bugge, No. I. s. 358) ein 
völkername und Pröndheimr Drontheim zu ])röask gedeihen 
(vgl. Noreen, Fornvännen 1920, s. 47), ylöa (ags. jlöwan 
leuchten. 

Anm. 2. Das auffallende löfe (aschw. lautges. lue, finn. luuva, vgl. gr. 
a'AojFij) dreschtenne hat wol sein f von der n ebenform läfe (s. § 83, § 171) 
bekommen. 

e) Nach y, k, wenn die vorhergehende silbe u oder o 
enthält (vgl. Kock, Arkiv XII, 241 ff.), z. b. skugge (got. skuggwa) 
schatten, part. prät. tuggenn zu tyggtia kauen, sungenn zu 
syngua singen, sokkenn (got. sugqans) gesunken u. a. m. 

f) Nach langer, auf anderen konsonanten als g, k (vgl. e 
oben) endender silbe (s. Heinzel, Anz. f. d. A. XII, 49, z. b. ötta 
(got. uhtwö) frühe morgen zeit, benda (got. bandwjan) anzeigen, 
Porer aus *-ver (s. Marstrander. Bidrag, s. 156), Steinarr (aus 
stainawarijaR Rö), Pöraldr neben Porvaldr (s. § 127,3), anorw. 
Pörifill zu Vifill und Iöris zu viss weise (s. Luudgren, Arkiv 
X, 178 f.) personennamen, Noregr (s. Sievers, Beitr. VI, 290, 
VIII, 59 ; Kahle, Sprache der skalden, s. 254; Gislason, Efter- 
ladte skrifter I, 206; Noreen, Svenska etymologier, s. 22 f. - x 



jäi 235. Uruordischer konsenantensehwund : t&. 171 

Haegstad, Vestno. maalf. II. u. 1. s. 56) neben seit. (z. b. Hertz- 
berg, s. 817: Storm. Otte brudstykker, s. 7) Norvegr (s. § 127,3; 
durch kontamination dann auch Noregr) Norwegen. Pyp(u)erska 
Deutschland. harrende (vgl ags. adj. heard wende) härte, leipende 
(vgl. ags. adj. lädwende) abscheu. In Zusammensetzungen ist 
das w natürlich oft anal, enthalten, z. b. Prüfttangr mythischer 
ortsname. Asialdr. Bogn-, Bagni-aldr neben Ragn-. Rognaldr. 
anorw. Pöraldr neben seit, (im aisl. allg.) Porraldr. Gunn(v)ald>\ 
Rann(v)wig neben li-jnnog (s. § 151.5). Aid(u)ir. 0yl{u)ir und 
Saul(u)ir (s. § 105 anm.) personennamen, brün{v)glue der tinster 
blickende, hinn(v)eg dort, anorw, pann(r)eg f Haegstad. G. Tr.. 
s. 66) dahin u. a. dgl. 

Anm. 3. Vor kons, t scheint m ebenfalls zu schwinden . z. b. hiöl 
(ags. hiceol) rad. siöt (VqIospq 40,3. Hyndloliöp 43.8. Fiolsuinzmöl 1.3. 
Biskupa sögur 1, 647 ; ags. sweott schar. 

Anm. 4. Wo w sonst geschwunden ist . beruht dies auf dem einiluss 
verwandter formen, z. b. ykkar (got. igqar) euer (von zweien) nach ykkor, 
ykkrom. -rar usw.. t//j<n)arr euer (von mehreren) nach ypor, yprom u. a„ 
tyr(u)e kieu nach den synonymen ti/ro-tre. tyr-cipr u. dgl., Fyr(u)e ein Orts- 
name nach fiara Strand wasser, kuik(u)enäe animal nach kuikr lebendig. 
keyk(u)a neben kueikni beleben (& § 82, 13) . anorw. Bleykin ein ortsname 
statt *-vin nach bleikr bleich, däenn tot (8. §163,1), my(f)eU (*müicilaK, 
s. Falk. An. Waffenkunde , s. 87 note) ball nach pl. mylor. äe urgrossvater 
neben afe grossvater (s. Kock. I. F. V. 163 ff.), Leik(v;ungr ein ortsname 
nach kaupanyr Stadt, Biorg(cjin § 226. Syyiu mythischer frauenname 
durch kontamination von *Sygvin : gen. Sigymar (anal, auch nom. Sigyn, 
Sigtm, gen. Sigunar, vgl. § 226). stit < sea < ®sehan (st. *sefan. got. sailvari) 
sehen nach prät. *sah > sä, 1. pl. präs. *sehum "> »tönt n. dgl., ptiä (aus j6«ö 
nach § 133, b, 2), prät. piäpa durch ausgleichung einer flexion *ßefa (got.ga- 
piwan), prät. *pepa knechten, Huraldr § 148, gä beachten st. *gafa (inengl. 
lawen, s. Björkman. Nord. stud. s. 169 ff.) nach prät. gäpa, pl. firar männer 
(as. gen. pl. firiho, und vgl. aisl. fior leben § 124, 2) neben fioruar und fyrnar 
(vgl. got. fairhus weit), hüi 'neben* t's. § 405). Im anorw. s(u)h-irding miss- 
achtung könnte wol der w- seh wund dissimilatorisch sein. 

Anm. 5. 8d (4 mal in St. Hom.. nicht seit, im anorw.. s. Hertzbergi 
neben gew. mm 'so' ist wol eine kontamination von suü und so (s. § 17 i 
und § 77, 11). Pü neben dem wol anal, neugeschaffenen päe (z. b. Sn. E. 
11,489, Njala 1.325, 351. Forum, sögur II. 19. Kormaks saga 1832, s. 118: 
mitteilung K. Arpi's) pfau ist wol mittelenglisches lehnw. (s. Kock. I. F. 
V, 166). 

2. Aus t> nach § 223. 3 entstandenes w vor ursprünglichem 
(nicht aus ö entstandenem) «. vielleicht schon um 550, wenn 
nämlich der mannsname haukopuR Vänga zu aisl. hatikr (Ann. 



172 §236. Urnordischer konsonantenschwund : ß. 

havukka, ahd. habuh, ags. heafoc) habicht gehört. Andere aisl. 
beisp. sind z. b. au- (*adu-, gr. cljcv = djto) ab- in auvirp (ags. 
wfwyrd) verächtlicher mensch, aukuise entarteter mensch, auvisle 
schade; aur- (ahd. abur-) zurück in aurkunnask entarten, aurvase 
einer der wieder znm kind geworden ist (vgl. nschw. vase 
bube), aurgat'j (zu geta) empfang; anorw. (s. Hertzberg, s. 750) 
oukt statt gfukt, gfugt verkehrt; biörr (ags. beofo>\ adän. biwccer 
aus *bebur-) biber; biörr (Vgl. lat. fibra) streifen; niöl (ahd. 
nebul, ags. ra/»Z) neben m/7; siö (siau) sieben und sionde 
(siaunde) siebente; Giüke (*Geduke, vgl. got. Gevica, ahd. Gibihho) 
ein mannsname; siöle (vgl., mhd. un-swel unfreundlich) ein 
fürstenepitet; Iörvik (aus ags. Eofonvic) York, iftr- (ahd. 
ebur) in personennamen wie Iör-unn, -eipr, -is (s. Lundgren, 
Arkiv X, 179; Bugge, No. I. s. 248) neben ioforr nach dat. iofre 
u. a. 'eber' als fürstenepitet; anorw. seit. (s. Haegstad, Vestno. 
maalf. II, 2, i, s. 197, resp. Fritzner und Haegstad, Gr. Tr. s. 54) 
celliufu, celHufti nach *celliu (< *cettibu) neben cellifu elf, wllifti 
elfte; yrenn (zu ahd. ubur) neben yfrenn (anorw. i/h'«w § 147) 
und efrenn (zu ahd. obar), durch kontamination auch ^rewn 
überschüssig, zahlreich. Ueber haustr, aumr s. § 234. S. weiter 
Noreen, Arkiv 1,163 f., VI, 310 ff. 

§ 236. p schwindet vor l, z. b. mal (got. mafil) spräche, 
nöl (got. ne})la) nadel, stäl (ahd. stadal) der einer halbstrophe 
eingefügte parenthetische satz, heuschober, vdlap (zu ahd. 
wadal) elend, sil (*sipla-) ein tischname neben sild hering 
(*sidla-. s. E. Smith, Maal og minne 1910, s. 141). 

Anm. Das auffallende anorw. (und aschw.) mall (s. Hertzberg) statt 
gew. mal ist wol mit wgerm. mallo- in Lex salica u. a. zu vergleichen. 

Ohne zweifei sind mehrere der im folgenden behandelten 
lautgesetze auch der urnordischen zeit zuzuschreiben, was 
jedoch zur zeit nicht erweisbar ist. 



§237. Die ätimmhafteu «piranten: b. 173 

Kap. 2. Altwestnordisclie lautgesetze. 
I. Wechsel der artikulationsarten. 

A. Die stimmhaften Spiranten. 
§ 237. b unterliegt folgenden Veränderungen: 

1. Zu (stimmlosem) /* — wo nicht assoziation hindert — 
vor A\ s, t. ]). z. b. vif h.i vermehren zu rifr (ndd. ribe) freigebig, 
gen. Uufs und nom. acc. sg. ntr. litift zu liii.fr lieb, mnorw. 
Haftör ein mannsname aus -J)o'rr. Nach l\ s. t ist f selten, 
weil gewöhnlich assoziationsbildungen eintreten: vgl. jedoch 
z. b. knesfotr neben hiesbot (zu bot < *bot bucht, s. § 223, 1) 
kniehöhle, vettfangr neben vettwmgr (zu vcmgr < *bangr § 255 
< *warujR § 250 feld) ort an dem ein kämpf stattgefunden hat. 

Anm. 1. l T eber die weitere eutwickelnng von fs, ft zu ps. pt s. § 240 
anm. 4. 

2. Zu nasaliertem b (geschrieben mf. selten fm, s, z. b. 
Hsegstad. Vestno. maalf. II, 1, s. 33, II, 2, i, s. 60, resp. I, s. 16 
und 110,11.2.1. s. tu), woraus um 1200», vor n und zwar 
vorzugsweise anorw., z. b. iofn. iamfn, iamm (ift-mn) eben. In 
gewissen (bes. aostnorw. sowie shetl. und orkn.) dialekten tritt 
bn > >»» überall ein (z. b. in Öl. hei. leg. saga); in andern nur 
wenn bn tautosyllabisch ist, z. b. suann. dat. suefne. schlaf 
(dann ausgleichungen): in anderen (wie z. b. Cod. Holm. 34, 4°, 
färöisch und wol auf Man. s. Marstrander. Bidrag, s. 130, 158) 
nur vor konsonanten. z. b. »afn. gen. nam(n)s, name; in andem 
nur vor labialen konsonanten, z. b. iam(n)fridr ebenso schön, 
aber iafndiarfr ebenso kühn; in andern nur in schwachtoniger 
silbe, z. b. (mit haupttoniger ultima) anorw. i<tm{rt)rcel (statt 
*emncd. aschw. &mwel, s. § 94) "ebenso wol' zu iafn eben; in 
andern (aisl.und zum teil südwnorw.) endlich nie; vgl. Wadstein. 
F. Hom. s. 1081: Kock, Arkiv VI. 37f. Bisweilen zeigt sich 
m statt b auch vor einem nasalierten vokal (vgl. Bugge, 
Sv. landsm. IV. 2. s. 8 f. note; Kock, Arkiv XIII. 242 notej, z.b. 
"f'a.n. anorw. oman von oben; seit, helfingr neben hehningr hälfte: 
ftialfe. pirilme (vgl. aber keltisch taut*, te1m)bezv?mgei\ schlinge: 
sküfingr, seit, skilmingr könig in Upysala; Pambarskelfe . seit. 
-skelme ein zuname. Ueber wahrscheinlich nicht hierher 
gehöriges nema (anorw. seit. neima\ s. Hertzberg) "wenn nicht' 



174 §388. Die stimmhaften Spiranten: ö. 

(zu got. imma dem?; anorw. Imal, wie im adän., em, s. Hertz- 
berg) neben seit, nefa (zu got. niba) S. v. Friesen, Vär älsta 
handskrift pä fornsvänska, s. 43 f. 

Anm. 2. Unklar sind aisl. fiermlask (sehr seit, perfla&k) entbehren zu 
pqrf bedürfnis ; hmlmt : Imilft (vgl. got. hilftri sarg) höhle, ntr. feskylmt 
: -skylft < skyflt (s. § 313, 1 ; zu skyfla vergeuden) geldvergeudend: ialmr 
: -ialfr (seit.) geräusch; anorw. lmim\f)t : aisl. heipt (got. haifsts, vgl. § 291 
anm. 2) hass; mnorw. gen. Öleims st. Üleifs Olafs. Ueber anorw. JElm- 
trartiorn ein Ortsname zu celftr (vgl. alt. ndän. elmte) schwan (vgl. nschw. 
Ämterud — anorw. *2ElftruÖ, %. Noreen, Namn och bygd I, 9 f. Aus lat. 
scamellum, scabettum entlehnt ist skemell, resp. slcefett schemel. 

Anm. 3. Seltene Schreibungen (s. z. b. Bugge, Helge-Digtene, s. 343) 
wie sopna (sofna) einschlafen, dat. hipni (hifm) himmel sind vielleicht nur 
Schreibfehler (s. Brieskorn, Arkiv- XXV, 168). 

3. Zu b nach l und r im westisländischen des 13. und 
14. jahrhs., z. b. tolb (tolf) zwölf, fiorb (pgrf) bedürfnis: s. Hoffory. 
Arkiv II, 14; Vigfusson, Eyrbyggja saga, s. XLV. 

Anm. 4. Mnorw. kommt bisweilen b auch vor Ö vor, z. b. hcebdhi 
« hceßi) hatte, libdc « lüifÖe) schützt, s. Hsegstad, Vestno. maalf. II, 2, 1, 
s. 126 f. und II, 2, n, s. 40. Vgl. das nisl. 

§ 238. d (altes oder nach § 221, 1 entstandenes) ist ebenso 
in mehrfacher weise verändert worden: 
1. Zu d in folgenden fällen: 

a) Wo zwei Ö durch synkope zusammentreffen, entsteht 
schon in der vikingerzeit da, z. b.prät. eydda i^audidö < *aupidö 
§ 221, 1; vgl. got. aujbeis öde) zu ey]>a veröden, ßdda zu fäßa 
nähren, gladda zu gleftia freuen, hadda (vgl. lat. catena) kette, 
edda grossmutter (§ 128), rudda keule zu rypia aufräumen, 
samfeddr, -möddr (vgl. § 291, 10) von demselben vater, resp. 
mutter geboren zu faper vater, möper mutter. 

Anm. 1. Schreibungen mit Öd, pd (s. § 44,2 mit anm. 2) beruhen auf 
analogischem anschluss an formen mit einfachem d, p (z. b. ßdda, ßpdn 
nach feöa, fepa), s. Hoffory, Arkiv II, 31 f. note. 

Anm. 2. Nach konsonanten tritt öd teils (z. b. immer im Cod. AM. 
310, 4°) als d (aus dd nach § 283), teils (nach § 245,2) als aisl. p, anorw. 
o auf, z. b. prät. hirda (hirdda, hirpda, s. anm. 1) und hirpa, hirÖa zu htrpa, 
hiröa bewachen. Spätere formen wie prät. hirta (aus MrÖ-ta) haben zur 
Verdeutlichung des tempus nach der analogie anderer verba mit lautgesetz- 
lichem t (wie rdina rauben, prät. rdmta) t angenommen. 

Anm. 3. Ueber zo (*ö) > dd s. § 224, 2. 

b) Schon vorliterarisch und zwar nach ausweis der skalden- 
reime wenigstens schon um 900 (s. H. Geländer, Om övergängen 



§388. Die stimmhaften Spiranten : a. 175 

av d > d) nach einer auf I. n auslautenden langen ȟbe 
(ausser in dem unten 2. b erwähnten falle), z. b. huild ruhe, 
prät. gimda machte begierig, die mannsnamen Arndörr 
(fast ausschliesslich anorw.. vgl. § 275), Halldörr, Kelldarr 
(vgl. §221.1). Steindörr zu Parr. prät. felda i*falliöö) fällte. 
kenda kannte. skal(l)do du sollst. mon(n)do imundu) du wirst 
zu du (pu. $ 221. 1 : im anorw. Cod. AM. 31o. 4" u. a. auch 
nach langer silbe auf -r. z. b. fir(r)dr entfernt, fegrd Schön- 
heit (s. Groth's ausgäbe, s. XXIV und vgl. Celander, Om 
ö vergangen av 6 > d. s. 95 f.). Später, anorw. im allg. schon 
etwas vor 1200. im Südwesten — z. b. Cod. Delag. 4 — 7. 
AM. 310, 4". haupthdschr. des Spec. reg.. Thomassaga — doch 
Bfftt 1250—1300, aisl. wiederum erst etwas nach 1300. ja zum 
teil erst nach 1400 (s. Olson. Yngvars saga, s. LV) nach einer 
auf l. n auslautenden kurzen starktonigen silbe sowie nach m, 
z. b. prät. (taipa) talda zu telia zählen, (canpä) vanda zu venia 
gewöhnen, Valdiüfr zVLpiüfr (piöf'r) dieb (§ 221. 1). tamda zu temia 
zähmen, demdr verurteilt. Homdir (s. § 221. 1) ein mannsname. 
Noch später, doch im anorw. zum teil (wie im No. Hom.) schon 
vor 1250, allg. um 1250. im aisl. aber erst nach 13 00, auch nach b, 
If (&. h. lv). lg. ny. rg. z. b. prät. kembda (älter kembpd) zu kemba 
kämmen, skelfda zu skelfa schütteln, fylgda zu fylgia folgen. 
h.engda zu hengia hängen. Ber(g)dorr ein mannsname. Vgl. 
Wimmer, Laesebog 4 Xf.; Wisen, Homiliu-b6k. s. XII: Bugge. 
Aut. tidskr. f. Sv. X. 247: Wadstein, F. Hom. s. 106: vor allem 
Celander, a. o., und Pipping, StucL nord. hl. VI, 5. 

Anm. 4. Ueber vereinzelte, auf neubildung beruhende, fälle wie sctlp 
glück, huilp, girnpa, s. Celander, a. o. s. 4 ff.. 9 ff. und — wol besser — 
Pipping, Stud. nord. fil. VI 5, s. 23 f., 38. 

Anm. 5. Wo also in älterer zeit <3 nach einer kurzen auf l, n 
auslautenden silbe auftritt, wie in prät. selda zxx selia verkaufen, rtida zu 
tilia wollen, skyida zu skolo, skulu sollen, mundo zu mono, munu werden, 
hat keine synkope stattgefunden, sondern d ist nach § 219 anm. 1 zu be- 
urteilen, also schon urnord. So vielleicht auch in V^lsungasagi- 
M. Olsens ausg. . s. XXV11) skiUde (vgl. seJlda u. dgL) scheidete gegenüber 
hulde, kualde. valde u. dgl. 

2. Zu (stimmlosem) p. woraus dann t. allgemein nach 
und vor stimmlosen konsonanten, also: 

a) Nach s. z. b. prät. reista (got. raisida) zu reisa auf- 
richten, hueßta zu huessa schärfen, busta zu by^ja strömen, 



176 §238. Die stimmhaften Spiranten: Ö. 

estu (*es-Öu) du bist, anorw. Icegstu "du legst dich' zu du {pu) 

du, u. a. (s. Wadstein, F. Hom. s. 115). 

Anm. 6. Die mittelstufe /> zeigt sich in runeninschriften, z. b. raispi 
(er) richtete auf. 

b) Nach ü, nn, wo sie aus Ip, np entstanden sind (s. § 265), 
sowie nach l, n, vor welchen ein stimmloser konsonant steht 
oder in urn. zeit gestanden hat, wodurch l. n auch einmal 
stimmlos geworden sind (eine ausspräche dieser laute, die 
vielleicht noch in literarischer zeit einstweilen stattfand; vgl. 
Hoffory, ZfdA. XXII, 375 ff.), z. b. prät, vilta (schon Eggjum 
part. prät. pl. m. unltiR) zu vüla (vgl. got. wiipeis) irre führen, 
nenta zu nenna (got. nanpjan) wagen; öx(l)ta zu exla vermehren. 
vix(l)ta zu vixla wechseln, mdelta zu mcela (got. mapijan) 
sprechen, stcelta zu stMa (vgl. ahd. stahal) stählen, velta zu 
irla (litau. veikaloti) sich beschäftigen, vcepnta zu vcepna 
bewaffnen, rdenta zu rcena (ahd. bi-rahanen) berauben. 

c) Nach (stimmlosem) f\ k, p, wo die älteste literatur noch 
die mittelstufe p bewahrt. Nach langer silbe tritt aber t neben/» 
nach (anorw. wol schon vor) 1200 auf und wird ziemlich bald 
herrschend, z. b. merktet, (alt merkba) zu merkia bezeichnen, 
dreypta zu dreypa tropfen lassen; nach kurzer silbe dagegen 
dringt t erst etwa 50 jähre später durch, z. b. prät. vakpa, 
vakta zu vekia wecken, ylappa, glapto zu ylepia narren, mnorw. 
Haftör (s. § 237, 1) neben Hafdörr (zu Porr, s. § 221, 1) ein 
mannsname; vgl. Wimmer, Leesebog 4 Xf., Hoffory, Tidskr. f. 
Fil. N. R. III, 293, Wadstein, F. Hom. s. 107, Geländer, a. o. s. 100. 

Anm. 7. Wo also in den ältesten hdschr. t nach /', p ausschliesslich 
herrscht, wie in prät. purfta, frei/pta zu pnrfa bedürfen, kaupa kaufen, ist 
t schon urgermanisch. Purfta ist got. paürfta; über keypta < Tceyfta 
(§ 240, 2) < *k9yftÖa (§ 268, 2, § 283) < *kaufUöö zu Jcaufta (ahd. koufta) 
s. E. Noreen, Spräkvetenskapliga sällskapets i Upps. förhandlingar 1916-1918, 
s. 96 ff. 

Anm. 8. Helfp, -t hälft« neben lautgesetzlichem (anorw.) hrelß, -d 
(*halbiÖ-) ist wol nach tylft zwölfter u. dgl. umgebildet worden (vielleicht 
zum teil unter fremdem einfluss; vgl. mndd., afries. Jielft) ; ebenso anorw. 
Pyft, Aisl.pyfp (*ptubtd-) diebstahl nacb pyrft bedürfnis B. a. 

Anm. 9. Vor f ist derselbe Übergang belegt durch anorw. staifeMa 
feststellen (s. Hsegstad, Vestno. maalf. II, 2, 1, s. 125). 

d) Vor s, wo nicht assoziation hindert, So steht häutig 
schon in den ältesten hdschr. £ statt ps in ableituugen auf 



$ jtfs. I>ie stimmhaften Spiranten: ft 177 

-ska, -sla } -sie. superl. auf -st und 2. pl. reflex. der verben. z. b. 
yäzka gute zu göpr gut. ßzJa nahrung zu fepa nähren, brigzle 
Vorwurf zu hregjba schwingen. si:t am wenigsten* zu sipr 
weniger. 2. pl. hr&pezk zu hrchfuisk furchten: selten vor s in 
einsilbigen reflexivformen, z. b. prät. humrk zu httß* sagen, 
und im gen. sg.. z. b. <ß: zu </o/>/- gut. adv. vU weit, eigentlich 
gen. sg. zu vifir weit: in den ältesten anorw. hdschr. sind 
aber formen wie die letzten nicht gerade selten (in einigen 
späteren allyinherrschend): in aisl. hdschr. werden sie während 
des laufes des 13. jahrhs. regel. wo dem p ein ;• vorhergeht, 
z. b. gen. sg. "/■; zu 0rj> wort. Am seltensten ist ; £fo)*, wo ö 
und s verschiedenen zusammeiisetzungsgliedern gehören, z. b. 
haztufa (bitpstofa) badstube. Ileircpfesping gerichts Versammlung 
der Upplond. anorw. Auteetr (zu *t$0e öde) ein ortsname. Vgl. 
Hofforv. Arkiv IL 32 ff.. 86 ff.. Mogk. Anz. f. d. A. X, 64. Gering. 
Isl. ,Ev. i, xvnif. 

Anm. 10. Die textausg-aben haben hier gewöhnlieh etymologische 
sehreibnng mit fe. 

e) Vor /. z.h.hlipku säuft igen zu blipr sanft, ripka er- 
weitern zu mpr weit. Hier bleibt gewöhnlich d. p durch 
assoziation; vgl. ohne solche den namen HrokkeU aus "HrotkeJJ 

v § 274. 1) und dies ans *Hropkell (§ 127, 3) < *Hr6d-Ml 

Anm. 11. Auch hier haben die meisten textausgaben etymologische 
Schreibung mit b. t 

f) Ausserdem tritt im etwas späteren aisl. statt d (oder j!> 
wie konsequent im Stockholmer fragm. der Laxdöla. s. Kälund's 
ausgäbe, s. XXII f.) auslautend nach schwachtonigem vokal t 
ein. was doch möglicherweise nur auf umgekehrte Schreibung 
(vgl. § 248) beruht (so Cel ander. Om övergängen av ö > d, 
s. 95 note 1. und F. B. Sehröder. Beitr. XLIII. 497 ff.: vgl. 
aber das aschw.. s. Noreen. Grunddragen av den fornsvenska 
grammatiken. 2. aufl. § t>3). z. b. met (selten) neben mep mit. 
acc. sg. skihat zu shli>n}>r Verschiedenheit, hreivsut nom. sg. f. 
zu hreinsapr gereinigt: s. Gering. Isl. Mw. 1. XVIII. L. Larsson, 
Isländska hdskr. No. 645, v. s. LXY. Kälund. Laxdoela saga. 
s. VII. Hb. s. XLVIII und L. M.Olsen. Volsunga saga. s. XLI. 
E. Olson. Yngvars saga. s. L mit note. Ausnahmsweise tritt 
die erscheinung auch in anorw. hdschr. auf. z. b. nt bei. met 

Xoreen. Alrisl. gramm. i. aufl. J2 



1 78 § 239. Die stimmhaften spivanten : j. 

mit, hundrat hundert u. a. (s. Jones. The phonology of the Elis 
saga, s. 22, Haegstad, Vestno. maalf. II, 2, i. s. 126. 

Anm. 12. Formen wie acc. bei statt bep bett, prät. kuat statt Jcuap 
sprach, misl. bat (Olson, Yngvars saga, s. LI) st. baß bat u. dgl. sind wol 
aus gen. bez, pass. kuazk (s. oben d), bazk abstrahiert (anders Celander, 
a.o. s. 94 f.). Natürlich können so auch formen wie foral (-«/>) gefährliche 
passage, hefut (hpfop) köpf erklärt werden. — Misl. imperat. vert (z. b. 
Bösa saga, Jiriczek's ausgäbe s. 18') statt verp ist aus verttu (verp-pü 
nach § 241) abstrahiert. Wegen mnorw. vart (Hsegstad, Vestno. maalf. II, 2, i, 
s. 126) wurde vgl. Noreen, An. gr. II, § 260 anm. 7 (schluss). 

Anm. 13. Was bedeutet tö statt d, z. b. matör (madr) mann, ytör 
(yör) euch, bädia (piöia) bitten u. a. im anorw. (piöreks saga)? Eine 
Vermutung bei Celander, a. o. s. 96. 

3. Dialektisch, bes. im anorw., scheint ö auslautend und 
(besonders) vor l, n, s in einen (interdentalen?) r-laut (ör ge- 
schrieben) übergegangen zu sein, z. b. ordr (schon in St. Hom.) 
statt ord wort, gen. gudrs zu gad Gott. pl. hceidrnir zu hceidinn 
heidnisch, ceörli (aisl. eple) natur, u. a., s. Haegstad, G-. Tr. s. 37 f. 

Anm. 14. Auf dissimilation beruht wol o > r in anorw. hofudbarmr 
(-badmr) männliche seite (Stammbaum, hauptzweig), aisl. hröprbarmr 'ruhm- 
baum' (doch auch cettbarmr, -bapmr Stammbaum). Aber anorw. lanzeyra 
neben landeyöa Verwüstung eines landes? Suipior (Agrip) st Suipt'öd ist 
dittographie (s. Brieskorn, Arkiv XXV, 148). 

Anm. 15. Ein dialektischer Übergang Öm > nm (vgl. An. gr. II, § 257 
anm. 7) ist durch anorw. vanmäl (z. b. Hsegstad, G. Tr. s. 73) neben vaömäl 
kleiderstoff und häufiges mnorw. Gunmundr st. Gudmundr ein mannsname 
belegt. 

Anm. 16. Ueber rö > kakum. / s. § 252 anm. 

Anm. 17. Anorw. I statt Ö vor b ist im mannsnamen Gulbrandr (wie 
auch im aschw.) belegt (s. E. Schröder, ZfdA. L, 222 f. und bes. E. Noreen, 
Namn och bygd IX, 53). 

§ 239. s wird in folgender weise verändert: 

1. Zunächst stimmlos, dann zu Je: 

a) Regelmässig nach s, t, z. b. gen. sg. m. enskes zu enge 
keiner, huärshes zu huär(r)ge keiner von beiden, lyske laus- 
krankheit zu lüsogr lausig, mnorw. Aski, kurzname zu Asgautr; 
acc. sg. m. m6Ut)kan zu mottogr mächtig, huatke (dat. huige) 
was auch immer, hudr(t)ke keines von beiden, vitke zauberer 
(s. § 127, 2), sys{t)ken (vgl. fepgen eitern) geschwister. 

b) Häufig auch vor s, t, z. b. gen. Nor ex zu Nöregr Nor- 
wegen, dax zu dagr tag, bfol neben bögr bug, haukstoldr vor- 



§240. Die stimmlosen Spiranten. 170 

nehmer mann neben um. hagusta[l]dan (s. § 105 anm.), anorw. 
Ortsnamen wie BauhstaÖer , Ufffikskiöer zu den raannsnamen 
Bauyr, resp. Ufceiyr: brixle aus *brik(t)sJi (nach § 291, 11) 
> hrigzle (s. § 238, 2, d) Vorwurf, ntr. heilakt. drvikt zu heilayr 
heilig, äriügr tüchtig, anorw. Syltryyyr (Keyser £ Unger. 
Olafs saga, Chra. 1849, s. 59 notej statt Syytryyyr ein nianns- 
name. Dass man häufiger y als /.• findet, beruht aur assoziation. 

Anm. 1. Der tibergang in k vor t ist früher in unbetonten silbeu 
eingetreten als in betonten . welche in den allerältesten aisl. hdse.hr. noch 
immer g aufweisen j vgl. Hoffory. Arkiv II. 19 ff. ; Wadstein. F. Hom. s. 1 10. 

Anm. 2. Dialektisch und seit, tritt derselbe tibergang im schwach- 
tonigen auslant ein. z. b. aisl. pannok (Unger. Alexanders Saga. s. 51) neben 
pannog dorthin, anorw. aUrek < s. Hertzberg) statt aldrege nie ; vgl. (§ 238, 2, f 
und) An. gr. II, § 258, 3. 

Anm. 3. Vor /) ist <j > /« im manusnamen anorw. Uokporsaon neben 
Hag- (vgl. aschw. Haghporn). 

2. Dialektisch geht g im 13. jahrh. (oder noch früher, denn 
ein bruchstüch des ältesten Gulathingsgesetzes — s. § 15, 
B, b, 4 — schreibt yeyner st. yengner, vgl. anm. 4) vor n in 
velaren nasal (oft ny. seltener w geschrieben) über. z. b. shjnyn 
statt skyyn klarsehend, gen. reus (aus remis ij 291. 9 statt reyns) 
regens, u. a., s. Ha?gstad, G. Tr. s. 36. 

Anm. 4. Daher erklärt es sich, dass statt etymologisch berechtigten 
»ii nicht selten gn geschrieben wird. z. b. gen. fagns (fangs) zu fang griff, 
empfang, ntr. lagnt statt langt langes n. dgl. 

3. Ueber <$■ > yy bei dehnung s. § 279. 1. 

B. Die stimmlosen Spiranten. 
§ 240. Ueber /' ist folgendes zu bemerken: 
1. Nach vokalen und /. r (<$•? s. anm. 1) wird es. wenn 
kein s, t oder p folgt, gegen das ende der vikingerzeit stimm- 
haft (d.h. d). z. b. hefin (got. hafian) lieben. »1fr wolf. Jtarf 
bedarf. 

Anm. 1. Dass derselbe Übergang lautgesetzlich auch da eintrat, wo/" 
als anlaut des späteren gliedes eines zusammengesetzten wortes stand, geht 
aus Schreibungen wie air. Torbend aus *Porbinnr st. -finnr (s. Marstrander. 
Bidrag s. 105), (anorw.) Porvastr < Porfatfr (dazu der kurzname Vaste 
-tatt Faste) ein mannsname, tuevoUdr <C tuefaldr doppelt u.dgl. hervor. 
So auch nach ^ dann und wann: z. b. mnorw. Si{g)raster (-fobtr) ein 
mannsname. 

12* 



180 § 240. Die stimmlosen Spiranten. 

Anm. 2. Dass dieser Vorgang nicht der uro. zeit, sondern erst dem 
9. jahrh. (s. Marstrander, Bidrag s. 106) angehört, beweisen ausser air. 
lehnwörtern auch aschw. und adän. runeninschriften der vikingerzeit, die 
noch in der bezeichnung streng zwischen dem stimmlosen /' (got. /') und 
dem stimmhaften b (got. b) scheiden (vgl. aber By alaifu?, s. § 221 anm. 2); 
s. Noreen, Geschichte 8 , § 6, 21 und § 64, a sowie An. gr. II, § 259. 1 ; vgl. 
auch M. Olsen, No. I. III, 189 note 3 über die Eggjnm-in.sohrift. 

2. Vor s, t geht es (das nocli bilabial ist, s. § 86, 1) ohne 
klare regel seit etwas vor 1000 (s. Kahle, Die spräche der 
skalden, s. 68) in p über. Schon in den ältesten hdschr., sowol 
aisl. als anorw.. findet sich eine menge hierher gehöriger 
beispiele (neben formen mit fs, ft), z. b. repsa (ahd. refsan) 
züchtigen, gen. PöroJps, Olaps, Üsnips, Sharps. Valdiüps manns- 
namen, hepta (got. haftjan) hindern. Besonders beliebt ist pt 
nach schwachtonigem vokal, z. b. epter neben efter (vgl. got. 
aftd) nach, ellepte elfte; oder wo pt tantosyllabisch ist, z. b. 
opt oft; oder wo verwandte formen mit p vorhanden sind, 
z. b. skipta (jedoch vielleicht ans *sfäpatjan, also mit urspr. p) 
verteilen neben skipa ordnen; oder nach a, z. b. skapt schaft 
neben giß gäbe usw., vgl. Kock, Arkiv VI, 42, Wadstein, F. Hom. 
s. 109, Haegstad, Vestno. maalf. 1,87; anders, aber verfehlt, 
Heusler, Aisl. Elementarbuch 2 § 159. Später ist in aisl. hdschr. 
pt, in anorw. (bes. onorw.) hdschr. ft (zum teil vielleicht 
wieder aus pt entwickelt, s. § 247) weit überwiegend (vgl. 
Olson, Yngvars saga, s. XL VII). 

Anm. 3. Die 2. sg. prät. starker verben richtet sich gewöhnlich 
nach der Lsg.; also drap, drapt tötete, -test, aber gaf, gaft gab, gabst. 
Auch sonst liegen vielfach aualogiebildungeu vor. 

Anm. 4. Auch das aus h (nach §237,1) entstandene /' kann in p 
übergehen, z. b. ups (got. ubis-wa) traufdach, anorw. gen. skaps zu shaf 
rinde zum essen, erpskinn zu erfr vielfrass, Stüpsrud ein ortsname zum 
mannsnamen Stfyfr, wenn auch dies weit öfter durch analogiebildung ver- 
hindert wird, z. b. hnpt (seit.), hoff gehabt zu hnfa haben, leypt, leyft 
gelobt zu leyfa loben , epstr, ofstr oberster. Vgl. Hoffory, Arkiv II, 4 ff., 
Ftegstad, Vestno. maalf. 1, 11 1 und II, 1, s. 34, KÜlnnd, Heiöarviga saga, s. XXI. 

Anm. 5. Die nicht seltenen Schreibungen pft, (seltener) fpt drücken 
wol verschiedene Übergangsstadien aus; vgl. Noreen, Geschichte 8 §64, b. 

Anm. 6. K ach s ist f zu p geworden in hütpreyia (so z. b. regelmässig 
in der Laxdöla nach MöÖruvallabök ; anorw. auch hüspreya, -prey, -prce/'a, 
-prei, s. Hsegstad, Vestno. maalf. 1, 20 und IL 2, i. s. 101, 124, 126) neben 
tmHfreyia (nach freyia frau aufgefrischt) hausfrau. 

Anm. 7. In löseppr (griech. Ivjaijnng) neben Jösef (griech. 7ty<;//^) 
ist die doppeltheit alt. 



§ 24 1—243. I »ie stimmlosen Spiranten. 181 

g 241. ]>]> wird nach starktonigem vokal zu tt, z. b. woto 
(ags. moöde) motte, sfiotta spotten, rtitta (ags. ryddä) lumpen- 
huud. brotfall (als lelmw. mengl. broppfuU im Orrmulumm) 
fallsacht, Svttungr (^sup-paayr "vom absud beschwert* zu .so/». 
aschw. saj, -absud". s. Xoreen. Uppsalastudier. s. 208: durch 
Volksetymologie seit. Sitptungi) der riese iw dichtermets. 
imperat. biottu biete (&\i\ hiettu sage (du: s. porkelsson. Bey- 
ging. s. S6 und 2S4) au* biofr <s. ;* 223,2% resp. kae]i ]•«. kuittr 
geschwätz zu kur]>« sagen. Nach schwachtouigem vokal tritt d 
iaus ]> § 221, 1 und dies aus ]>]> J; SJ8ß, 1 ) ein. z. b. mepan (got. 
mippau-ei) während, sipan tags. siöÖam "seitdem" neben sipuii 
mach sipare "später" umgebildet) -nachher*. <p<i (got. o.ippau) 
'oder* neben sehr seltenem etpa iPhysiologus I lmal: kom- 
promiss von f ettu und eöu), Guttormr fßutfhonmr, QuQPo 
u. a. Schreibungen) ein mannsname zu pyrnkn ehren. 

Aum. 1. Mnorw. wird p allmählich in allen Stellungen zu t. in 
.Tämtland schon um 13ÖO. sonst erst etwas später, am spätesten im Süd- 
westen is. Hsegstad, Uppliavet s. 9. Koug. s. 36, Vestno. maalf. II. 1. s. 31 f. 
und II. 2. i. s. öy. Featakrift til Torp. s. t>9). am frühesten nach .»■. z. b. orts- 
namen wie Gaukstorp, Gautstorp zu purp dorf. Am allerf rühesten — schon 
seit c 1100 — tritt ( in hypochoristischen nanieu ein und dann auch im 
aisl.. z. b. ToOha st. Pmbiorg. luddu st. Pordis, lubbe st. Porbioro und 
vielleicht Toste st. Porsteiun: vgl. F. .lönsson. Aarbeger 1907. s. 301. 

Anni. 2. Unklar i>t das t *tatt p in den maunsnamen Angantyi- (ags. 
fMgettpeutr; vielleicht nach ////â–  gott umgebildet! und Hiahnth: -f>er ans 
urn. pevaH. 

\ 212. sl wird in wnorw. mundarten schon im 14. jahrh. 
zu tJ oder hl (s. § 14, e>. z. b. sytlo (sysla) beschäftigung. Pinthn 
(Pinslar) ein Ortsname. yeymhla (geymslu) anfbewaarnng. S. 
z. b. Haegstad. Vestno. maalf. 1. 146 und II. 2. i. s. 125, 

Anm. Ueber Ig, n > kakum. 8 s. § 2.V2. 

§ 24o. hu: wird zu /.» wnorw. schon im anfang des 
14. jahrhs. ^s. Haegstad. Vestno. maalf. IL 1. s. 57 und IL 2. i. 
>. 1201), OBorw. um 14U0. im norden und westen Islands wol 
noch später, z. b. hxü (Jwat) was. hvitur, -är Omitr\ weiss. 

Anm. Vor vokal fallen hi uud p> anorw. beide in eine palatale 
frikativa (da) zusammen, dies zum teil schon bald nach 1300. z. b. piä at. 
hiä bei, hiowsta st. piöwsta dienst u. dgl. (s. Haegstad. Vestno. maalf. II, 1. 
s. 60, 61 f. und II. 2. i. â– , 1*2. 133. 



182 § 244 — 246. Die stimmhaften explosivae. 

C. Die stimmhaften explosivae. 

§ 244. b wird, wo assoziation nicht hindert, zu p nach s, 
z. b. gen. Aspiannar (im Hoprekstader notizbuch, 2. hand) statt 
Asbiarnar zum mannsnamen Äsbiorn. 

Aum. Nach vokal ist b zu b geworden in biflia neben biblia bibel 
und vielleicht dem Öpens-namen Bif linde, Biblinde. Unklar ist misl. 
Vemarftr neben BernarÖr (Biarnharpr) Bernhard. 

§ 245. d wird schon zur zeit der ältesten hdschr.: 

1. Zu t vor und nach k, s, t, wo nicht assoziation hindert, 
z. b. stentk (stend ek) ich stelle, Otkell (Oddkell) ein mannsname, 
anorw. Mertalr (*Myrk-dalr) ein Ortsname; unz (*und es) bis, 
gen. sg. lavis zu land land, eh zu eldr feuer, Gaustalr ein Orts- 
name, ty(r)st{d)ayr (tysdayr) dienstag, pörst(d)agr (porsdagr) 
donnerstag, mnorw. Ästts st. -dis ein frauenname; anorw. fiuät- 
tagr st. -dagr Sonnabend (s. Haegstad, Vestno. maalf. II, 2, 1, 
s. 125). Vgl. Hoffory, Arkiv II, 92 ff. 

Anm. 1. In den ältesten skaldengedichten (und einigen späteren) ist 
jedoch ds, nacli ausweis der reime, noch erhalten ; s. Mogk, Anz. f. d. A. X, 65. 

2. Zu d nach stimmhaften lauten, wo nicht assoziation 
hindert, z. b. samfepr, -mäfir von demselben vater, resp. mutter 
geboren aus -feddr, -möddr (s. § 238, 1, a, § 284, § 291, 10), prät, 
hirpa < hirda < *hirdda (s. § 283 ; vgl. § 238 anm. 2) zu hirfta 
bewachen, prät. brigPa < brigda < *brigdda zu brigPa brechen; 
vgl. aber abbadis äbtissin, Pordis ein frauenname nach dis 
ehrwürdiges weib u. dgl. 

Anm. 2. Vereinzelt steht mnorw. Hallinyedaal aus Haddingiudidr 
(s. Hsegstad, Vestno. maalf. II, 1, s. 59). 

§ 246. y wird zur selben zeit : 

1. Zu / vor (stimmlosem) /', s, t, wo nicht assoziation 
hindert, z. b. iunkfru (iimyfrä) Jungfrau; ynxte der jüngste, 
gen. konunx königs; ntr. ylekt zu yleyyr deutlich, rankt zu 
rangr verkehrt. 

Aum. Die von Bugge ( Helge -Digtene, s. 129 note und s. 344) an- 
genommene entwickelung ggl > kl ist durch kein sicheres beisp. gestützt. 

2. Zu $ nach vokal isch vor konsonanz, z. b. prät. byypa 
zu byyyua wohnen, skyyPa zu skyygua überschatten u. dgl. 
(s. Liden bei Ottelin, Studier öfver codex Bureanus I. 80 f. note, 
öislason, Njäla, s. 362 ff.), skygn klarsehend, gugna zu gyygu« 
schreck einflössen, ngla (ahd. Uwila) eule. Vgl. § 284. 



55 247. 248. Die stimmlosen explosivae. 183 

D. Die stimmlosen explosivae. 

§ 247. j)s und pt treten im anorw. sehr selten (aisl. 
noch seltener, aber mal. allgemein, wiewol die schritt p behält) 
als fs. resp. ft (beides mit labiodentalem f s. § 255) auf. z. b. 
aisl.. anorw. allg. ylefsa kläffen neben ylepia zum kläffen 
bringen, gen. anorw. Greifs. Täkofs zu Greifr. Iakopr. aisl. Hofs 
zum seenamen Hop i Kälund, Heiöarviga saga. s. 64 note); 
prät. hyfti (lei/pti). auorw. stceyftut (stceyptizf) zu leypu laufen 
lassen, sheyp« stürzen; s. Wadstein. F. Hom.. s. 109 note. Ha?g- 
stad. G. Tr. s. 35. 

Anm. Vor einem auf b, d anfangenden zusaininensetzuiigsglied ist 
p su h geworden in anorw. nbborit aufgetragen . Ubdale ein ortsname ; 
s. Haegstad. Vestno. maalf. II, 2. i. s. 124,126. Zur erklärung s. Xoreen. 
Minnesskrift tillägnad A. Erdmann. s. 1 ff.. Lindroth. Namn och bygd III, 37 ff. 
ibes. s. 50). 

§ 248. In unbetonter silbe (bes. im auslautj werden t. k 
nach vokal häutig zu 9 (woraus t nach § 238. 2. f ; s. Kälund. 
Laxdtela saga. s. XXII f.). resp. g. Beispiele kommen (wenigstens 
bei t > ö), wenn auch selten, schon in den allerältesten hdschr. 
bei einigen pro- und enklitischen Wörtern vor. z. b. ap (at) 
•zu\ ; dass". Später werden die fälle häutiger. In hdschr. des 
13. jahrhs. treffen wir z. b. mioy (miok) viel, miy (mik) mich. 
piy [pik) dich, siy (sik) sich, dp (dt) wir zwei, ip (it) ihr 
zwei, skyldup (skyldu-at) sie sollten nicht, nom. acc. sg. ntr. 
wie mikip (-it) gross, kallap i-at) geheissen, pakip (-it) das 
dach u.dgl. Um 1300 und später werden die beispiele noch 
häufiger, z. b. ey yek) ich. oy (oh) und. hmad (huat) was, lud 
(hit) jenes. Peöur. Peör st. Peturr. Petr Petrus. 

Anm. 1. Einige aisl. hdschr. (z. b. das Kringla-fragment. Hauksbök, 
Finnboga saga nach MöÖruvallabök und Jomsvikiuga saga nach cod. AM. 
291. 4°; zum teil auch Elis saga j. die nicht zu den ältesten gehören, haben 
eine art dissimilation durchgeführt, so dass immer 9 steht, wenn die silbe 
mit t anlautet, z. b. litid wenig: sonst ist t häutiger, z. b. tekit genommen; 
vgL Gering. Finnboga S., s. XI, Jones. The phonology of the Elis $.. s. 19. 
Haegstad. Vestno. maalf. I, 115, 131. Umgekehrt ist oft / besonders gut 
bewahrt, wenn die silbe mit Ö oder d anlautet, z. b. bobit geboten, bundit 
gebunden; vgl. P. Palsson. Krokarefs saga. s. XV. M. Olsen, Vojsunga saga, 
B. XLI, Kälund, Kirialax saga. s. XIII. Haegstad. a. o.. II. 2. i, s. 130. 

Anm. 2. Im südwestlichen mnorw. sowie gleichzeitig im orkn. (im 
15. jahrh. auch bisweilen anderswo , aber dann durch dänischen eintluss 
treten fe, d, g statt p. t. k auch nach haupttouigem vokal ein. z. b. rceig- 



1 84 § 249. Stimmlose explosivae. § 260. Halbvokale, nasale u. liquidae. 

nodos (schon 1344 statt rmfataöe) zählte, orkn. lüga (1369 st. luka) schliessen, 
hordo (1426 st. burtu) weg, weghe (1529 st. vika) woche u. a. dgl. ; s. Hseg- 
stad, Upphavet s. 7, Arkiv XV, 106, Hihi. z. 65 und 67, Vestno. maalf. II, 1, 
s. 58, J. Storni, Norsk Retskrivniug 1, 10. 

Anm. 3. In ' Riniur ' des 15. jahrhs. steht regelmässig (sporadisch 
weit früher) Ö statt t auslautend nach langem haupttonigen vokal, z. b. 
neu (set) gesehen, späö (spät) prophezeit. Das häufig schon früher vor- 
kommende büd (büt) als adv. 'vielleicht' neben buifi (büel) als adj. 'fertig' 
erklärt sich nach (§ 248 und) § 159. 

Anm. 4. Vereinzelte Schreibungen, wie Gopland, Gaupland, GodpioÖ 
land der Goten, Hauten u. dgl. (s. Heinzel, Ueber die Hervararsaga, s. 75 f.) 
beruhen auf volksetymologischer Umbildung nach gop götter. Das schon 
in der ältesten zeit auftretende -Ugr, -legt- in adj. wie dagligr täglich u. dgl. 
beruht wol wesentlich auf analogischer Umbildung von -Ukr 'gleich' 
durch anschluss an adj. wie aupigr, -egr. ntr. aupikt, -ekt reich (ebenso in 
adv. wie ettegar — got. aljalaikm 'sonst';; zum teil anders Sverdrup, Arkiv 
XXVII, 2 f. 

Anm. 5. Vor einem auf d, g anfangenden zusammensetzuugsglied 
ist / zu d geworden in anorw. Fladdal < FlatÖalr (s. No. gaardnavne VII, 
331), Gr(i)6dgar$r (Hsegstad, Vestno. maalf. DI, 2, i, s. 125, 127), Grad- (s. 
§ 295 anm. 3) ein mannsnamen. Zur erklärung s. die § 247 anm. angeführte 
literatur. 

§ 249. Anlautendes hn wird im misl. (jedoch nicht in 
den nördlichen mundarten) des 15. jahrhs.. selten im anorw. 
seit 1300 (s. Hsegstad. Vestno. maalf. II, 2. i, s. 151 f.) zu hn. 

z. b. hnütur (knütr) knoten, hnifur (Jcnifr) messer. 

Anm. Hieraus erklärt sieb, dass hie und da umgekehrte Schreibungen 
mit ku statt etymologisch berechtigtem hn anzutreffen sind. 



E. Die halbvokale, nasale und liquidae. 

§ 250. w d. h. kons. •*) geht anlautend und nach vokal 
allmählich seit dem ende der vikingerzeit, nach heterosylla- 
bischen konsonanten wol erst im 18. jahrh. in bilabiales t>. 
woraus dann (s. § 255) labiodentales /• (geschrieben v, f. s. § 42. 
§ 36, 2). über, z. b. vor (vgl. urn. was Tanum) war, vinna (got. 
tvinnan) ertragen, pl. häfer zu hör. (Aar) hoch, cefe (vgl. got. 
aiws zeit) leben, sniöfa (vgl. ahd. snuvan) schneien, part. snifmn 
beschneit; nach 1200 auch z. b. gerfe kleidung (zu gerr gemacht), 
stgPfa (älter stgpua) hemmen; vgl. auch neuschöpfungen wie 
mdfr möwe statt mor (mär) nach pl. mdfar (§ 83), dat. sg. f. 
ggrfri statt ggrre nacli acc. gyrfa zu gorr gemacht (vgl. § 235 
anm. 1). Eine frühzeitige spur des assonierens eines nach- 



$351— 253. Die halbvokale. nasale und liquidae. 1^5 

vokalischen 5 aus 10 mit altem ft ist vielleicht Suicor : ///ie bei 
porbiorn disarskald (c. 1000). aber sonst kommen solche 
assonnanzen erst nach 1300 häufig vor. Andererseits scheint 
anlautendes te noch im Cod. AM. 310. 4° (gegen 1250) erhalten 
zu sein. Vgl. Kahle. Die spräche der skalden. s. 69: Groth. 
Det AM. haandskrift 310 qvarto. s. XXXIV: v. Friesen. N. spr. 
1,62t; Mogk. I. F. XXVI. 209 ff.: E. Noreen. Stud. nord. fil. 
III. 5. — Weit später (und wol zu sehr verschiedener zeit in 
verschiedenen dialektem tritt derselbe Übergang nach tauto- 
syllabischen konsonanten ein. z. b. svartr st. suartr usw. Nach h 
ist u: in gewissen gegenden noch erhalten, z. b. nisl. Jmat neben 
(nördlich u. westlich) kvat (beides hvat geschrieben); vgl. § 243. 

§ 251. Kons, j wird wenigstens dialektisch seit 1250 zur 
Spirans,;, wie aus assonanzen mit y : i wie yeiga : syiur, eigi : skyium 
u. dgl. (s. Kahle. Die spräche der skalden. s. 69) hervorgeht. 

§ 252. /• und kakuminales / schmelzen im ouorw. — zu 
sehr verschiedener zeit in verschiedenen mundarten — mit 
folgendem d (d). h. s, t zu kakum. d. resp. ». s, t (geschrieben 
rd. Id. d: ru. ht, n usw.) zusammen, wenn die betreffende 
konsonantengruppe durch synkope entstanden ist. bei rö und 
ri auch sonst, z. b. run. (schon Flatdal) gen. sg. m. kamas 
(d.h. gamate) zu gemäß alt: nach 1300 Sitrd&er 1301 ff. st. 
SuUtSler einwohner von Siildal. ätüd st. drtiö seelentag (Haeg- 
stad, Vestno. maalf. II. 1, s. 92). kolsbroder (st. körs-) kanonikus. 
gen. sg. Boerdols st. Bcer{y)Ö6rs (Bergpörs). Giuls st, (nur{d)s, 
Vardiüfr st, Valdiufr (Vaipiöfr). Pü(l)ne. iniu(l)na mühle, kiu(l)na 
darrofen; mnorw. Ortsnamen (s. Rygh. Oplysninger II. 155. 241. 
vgl. 194) wie Mo(l)skones, Vigu(l)stadtr. 

Anm. Kakuminales d wird dauu nmorw. zu kakum. /. z. b. b'imjii! 
1851 < -yardr. latinisiert Huliualn* | HuUcurdr) 1851 (Lind. Dopnamn, 
s. 1290) mannsnamen. Kammefwl < "-fiord ein ortsname. 

§ 253. /■ (altes oder nach § 265 aus /.> entstandenes i wird : 
1. Bisweilen zu ö durch dissimilation infolge eines iu der 
vorhergehenden silbe vorkommenden >•. z. b. aisl. hrefiask neben 
hrerna in verfall geraten, hrept oder hrepa unruhe zu hr&ra 
bewegen, anorw. Fridikr (Frfribr aus Fridrikr £ 292) Friedrich. 
Prydikr (Pryrikr). Porid (Wadstein. F. Hom. s. 137) < P&rir 
mannsnamen. Ragndidr mach §288,1/% aus *-4UFr < *-ri#r) 
ein frauenname. Vgl. Bugge, Arkiv II. 241 f.. 247 ff. 



186 § 254. Die halbvokale, nasale und liquidae. § 255. Die labiale. 

Aum. 1. Das erste r ist dissimiliert worden im anorw. Ortsnamen 
LceiÖangr (um 1200 Loeirangr, s. Bygh, Oplysninger II, 244 f.). Dagegen ist 
bapmr 'beide ausgebreitete arme, busen, bäum' (eigentlich 'Verzweigung') 
wol nicht, wie allgemein geschieht, mit barmr, got. barms busen, resp. 
bagms bäum zu identifizieren, sondern vielleicht eine nebenform von fupmr 
'beide ausgebreitete arme' (gr. nora/xoq? vgl. Noreen, Urg. lautl. s. 126). 

Anm. 2. Unklar bleiben einige fälle von (seit.) ä statt r, wo dissimi- 
lation nicht vorliegen kann, z. b. bößpa neben -fern (s. Falk, Beitr. XIV, 16) 
brünne (vgl. bppfara brünne), mannlepa neben -lera (und mannleyse) ver- 
ächtlicher mensch, ?dat. sg. bopue und byrue zu bprr bäum. 

2. Bisweilen anorw. zu 1 durch dissimilation infolge eines 
vorhergehenden r, z. b. Borgal{ß)stadir (No. gaardnavne II, 171 
und III, 178) ein ortsname zum mannsnamen Borgarr (vgl. 
auch § 252), morteel (mndd. morter) mörser, quartell (mndd. 
quarter) viertel (s. Hsegstad, Vestno. maalf. II, 1, s. 100, resp. 
101), SorJcel, Serquill ein mannsname (s. § 82, 12). 

Anm. 3. Das erste r ist dissimiliert in mnorw. Cantelbergh (Haegstad, 
Vestno. maalf. II, 1, s. 60) st. anorw. Kantarabyrg Canterbury. 

§ 254. I wird bisweilen durch dissimilation zu r oder n, 
z. b. das zweite l in hialmur-, hialmun- (hialmu-, s. § 297) neben 
hialmul-volr (eine tautologische Zusammensetzung, denn hialmul- 
< hialmvol- nach § 148), hialmvglr helmstock, al(e)mandr neben 
alemandel mandel und wol auch helfningr, helmnlngr hälfte 
st. *helflingr (ags. hylfling, mhd. helbelinc, s. E. Olson, De appella- 
tiva substantivens bildning, s. 256 note), anorw. (seit.) nyUU 
st. lyhill (anders Byskov. Arkiv XXV, 179 f.) Schlüssel. 

Anm. Unklar ist ulfalde kamel gegen got. ulbandus, ags. olfend, 
und anorw. JwgeldekirTcia (Haegstad, Vestno. maalf .\ I, s. 39) st. högitide- 
kirkia private kirche. Nicht verwandt sind bvlke (engl, bulle) und anorw. 
buriki (afries. bimk) Schiffsladung. — Unklar ist auch der Wechsel l : r in 
kpngol- (seit.) : kpngorväfa spinne. — Ueber einen wol fraglichen Übergang 
anorw. lr^>&r im Ortsnamen Odhrin, JEÖrin und orir i^gÖrir'i) erle neben 
[dr, oärir erle s. No. gaardnavne XII, 64 f. und Amund B. Larsen, Maal og 
minnel914, s. 165 f. 



II. Wechsel der artikulationssteilen. 

A. Die labiale. 
§ 255. Die bilabialen Spiranten, urgerm. und noch urn. f 
und 5, gehen, wol während des 13. jahrhs. (im aisl. jedenfalls 
zum teil nach dem § 237, 3 erwähnten Übergang lö, rt > Ib, rb). 



g 9H 258. Die labiale. 187 

in die entsprechenden labiodentalen Spiranten 'beide mit f 
bezeichnet) über. 

Anm. Die Verbindungen Ift, rft werden im nisl. zum teil noch bilabial 
ausgesprochen, s. B. M. Olsen. Germania XXVII, 271 f. 

§ 256. 5 wird in anorw. inundarten sporadisch zu g, 
z. b. stoga. acc. sttigu (stofa, stufa) stube. AlgartB im (aisl. 
Alfarheimr) ein Ortsname. LiÖskialg (aisl. Hlifiskialf ) ein 
mythischer ortsname. hielgdar- [hcelfdar-)land stück land von 
gewisser grosse. StagU (Staflö). Bagund (Bafund) Ortsnamen. 
LggÖarhorn (Lofdar-) ein gebirgsname (jetzt 'Lyderhonr), nagle 
(gew. nafle) nabel. sugl (suft) znspeise. Yaldiugcer (Valdiiifr. 
aisl. Valpiöfr), Vtgiul- in Ortsnamen st. Vifül (s. § 104. § 145 
anm. 5) mannsnanien, cellugu (vgl. celluia § 172, 1 und gew. 
asÜifu) elf. sthig- (stiüf-) stief-. mnorw. Biiigr oft st. Biü{l)fr 
ein mannsname. — Ebenso wo w zu gründe liegt, z. b. siögarlud. 
hüs (Haegstad, Vestno. maalf. II, 2, i, s. 132; siöfar-) baude am 
see, mnorw. mit hiatusfiillendem ir ts. §312. 2) Iogan (Iöwan. 
Iöan, Iöhari). lögar {löuarr. Ioarr). Bögar (Boucir. Böarr), 
Bö(g)alde>% R6{g)e. lrö(g)en mannsnamen. 

Anm. Die anorw. mannsnamen Hagpör(e)r und Hafporn sind wol 
am ehesten durch kontamination von den beideu ursp. verschiedenen namen 
Hogfiont und Hafpör(e)r entstanden ; vgl. § 239 anm. 3. 

§ 257. p wird ebenfalls im anorw. sporadisch zu k. bes. 
vor n. z. b. (ziemlich seit. ) vakn auch nisl. seit. cokn. s. Maurer, 
Arkiv IV, 284 ff., porkelsson. Supplement IV. 180: färöisch 
räkn. finn. vaaktma) statt gew. räpn waffe. Gaukna st. Gaupna 
(s. Rygh. Sproglig-historiske studier tilegnede Unger. s. 41 note) 
ein ortsname. gauko? 1 mal (& Hertzberg) st. gaupa luchs. 
stiük-. style- (stülp-, styp- 1 sti^f-. ux (s. Rygh. No. gaardnavne. 
Indledning s. 83) st. gew. ups (vgl. § 240 anm. 4) traufdach. 
ellykti (vgl. § 77.7 und cellugu $ 256; gew. leUipti) elfte. 

Anm. Vielleicht durch umgekehrte Schreibung kommt seit dem 15. jahrh. 
finngäipn statt -gd1k(a)ii kentaur vor; s. Bugge. Aarbeger 1895. s. 127. 

§ 258. m wird, wo nicht assoziation hindert: 

1. Zu velarem (n geschriebenem) nasal vor g. k. z. b. dat. 

pl. mglonge zu nujlom mahlzeiten . dat. sg. pl. hu&ronge (-amge) 

zu hudrge keiner von beiden, huerionge zu huerge keiner von 

allen, einonge zu enge kein. 1. sg. präs. ind. pass. minnonk (gew. 



188 § 259. Die dentale. 

-onik) ich erinnere mich, anorw. Grinkell (seit. Gritn-, s. Rygh. 
Gamle personnavne, s. 94) ein mannsname. 

2. Zu n vor d, s, t, z. b. Handir (seit.) statt Hamdir 
(§ 238, 1, b) ein mannsname; Ond st. Omd (s. Bugge in No. 
gaardnavne XVI, 411) ein inselname; der anorw. ortsname 
Lanornstadir zum mannsnamen Landormr, misl. passivendung 
(seit c. 1500) -unzt statt -umzt\ önta (s. Fritzner) st. ömta 
berücksichtigen, anorw. (Cod. Tunsb.) prentände (*prem-tände, 
vgl. ahd. zweinmiy, ags. twenüg. wol gleich got. twaim tiyum; 
aschw. pramtände, s. An. gr. II, §493 anm. 1; zum teil wol 
von prennir drei beeinflusst; anders Kock, Arkiv IX, 140 f.) 
dreizehnte. 

Anm. 1 . Auf dissimilation beruht m > n in ünu-mapkr statt d»iu- 
itiapkr eine art made, anorw. Mundn neben Mwndinr, Monämr (s. §54, 3, b; 
wol unrichtig Rygh, Gamle personnavne s. 183) ein mannsname ; wol auch 
möna mutter (ahd. muoma, mndd. mönte, möne, mengl. mfine muhme'i, 
mnorw. millm (Haegstad, Vestno. maalf. II, 2, i, s. 132) st. m/'Uim zwischen. 
Vgl. noch § 278 anm. 2. — Bukrau. -rum eine art zeug ist mlat. bucaraittiui, 
resp. mhd. buckerom; siklulun ist afranz. siglatou, während s/Matton wol 
dat. pl. von siklat (lat. cyclas) eine art zeug ist. 

Anm. 2. Unklar ist der Wechsel fiös : später pioa waltischrleisch. 

B. Die dentale. 

§ 259. d (urspr. oder nach § 221, 1 entstandenes) wird schon 
vorliterarisch zu g zwischen io, iu, au und einem (erhaltenen) 
sonan tischen u (s. Noreen, Svenska etymologier, s. 40 ff.), z. b. 
ntr. ftoyor (*fiodur nach § 89 aus *feduru, vgl. got. fidur-, aschw. 
fioper-) vier; iägr neben nir (Hudr § 292) euter durch aus- 
gleichung von nom. *iügur (urn. *iudura, afries. iader, mndd. 
jeder) : dat. ldre(< HuÖre); anorw. laugur-dagr Sonnabend neben 
aisl. laupr (nach den synkopierten kasus; ags. leador < Haupur) 
ascheulauge; anorw. Auyun (s. Rygh, Gamle personnavne, s. 25, 
Lind, Dopnamn. sp. 105) neben AuÖun (nach sonstigen namen 
auf AuÖ-) ein mannsname. — In fällen wie dat. traupum, -u 
(blaupum. raupum usw.) ist d erhalten durch einfluss von 
formen wie traupr. -an, -ra usw. unwillig (vgl. umgekehrt 
nschw. dial. traug, nnorw. dial. hlaug. rang u. a. nach *trauyum, 
-u < *traudum, -u u. a.). 

Anm. 1. Über gagarr iair. gagar, erst später gadharj huud 
s. Marst.rander, Bidrag s. 158. Ueber seit, fngnui (i. Möbius, Analecta 



$>ÜMli6t. Die dentale. 189 

norrcena 2 , s. 309' neben fafma vgl. ags. fatm) umarmen s. An. gr. II. 
§ 274 anm. 3. 

Anm. 2. Zweimaliges Biarhnarr st. Binrtmarr ein raannsname ist 
wol nur Schreibfehler. 

§ 260. Vor einem nach § 2:38. 1. b entstandenen d (aber 
nicht vor d) und vor altem oder nach § 238, 2. b entstandenem 
t werden bald nach 1200 kakuminales / und n in stark- 
toniger silbe zu dentalem (oft //, nn geschriebenem) /. n, z. b. 
huild > hutlld ruhe, gremda > greinnda erörterte, erst weit 
(vgl. § 238. 1. b) später i'anorw. schon früh. K Wadstein. F. Hom.. 
s. 134) xfold«. > sMlda entschied u. dgl.: füll > füllt hassliches, 
mcel{T)ta sprach. van(n)t gewohntes, rcen{u)tr beraubt; vgl. 
Äström. Sv. Landsm. VI. 6. s. tttl lt.. XIII, 2, s. 62 ff.. Kristensen, 
Arkiv XII. 3131.. Pipping, Stud. nord. fil. VI, 5. Die Schreibung 
mit 11. nn hat also jetzt die aufgäbe bekommen, die qualitative 
art der 1-, «-laute anzugeben (vgl. § 40, 1 und 2. § 41. 1 und 3). 
Daher werden jetzt auch die altererbten Verbindungen Id, It, 
nd. nt, wo /, n von alters her dental gewesen sind, oft mit 11, 
resp. nn geschrieben, ohne dass dadurch eine veränderte aus- 
spräche angegeben werden dürfte, z. b. hallda halten, sallt salz, 
b.tnnd land, ntr. rannt zu ran(n)dr schwierig. Vor r steht aber 
oft nd (nicht und), was vielleicht angibt, dass hier nd etwas 
alveolar ausgesprochen worden ist. s. Pipping. Stud. nord. ül. 
VI. 5, s. 3 ff. 

Anm. Cod. AM. 921, 4° hat (nach der mitteilung Kristensens) immer 
tiutlta, aber m<tüt neben iwrlt, sodass hier ?>fl vielleicht mir vor tanto- 
syllabischem t stattgefunden hat ; vgl. ? St. Hom. r<tntesk gegen rc6nnt(r). 

§ 261. nn (altes oder nach § 275 und § 277, 2, c ent- 
standenes) wird vor t (wegen r s. § 277. 4. b) zu d, z. b. ißre aus 
*inneri innerer (vgl. minne aus *minniRi. got. minniza minder), 
supr südwärts zu nmna n von Süden, pl. aprer zu nnnarr anderer. 
Da die gruppe nnr überall durch synkope entstanden ist. fällt 
demnach dieser Übergang frühestens in die vikingerzeit (beisp. 
bei Einarr Skälaglamm gegen 1000). Aber auch wo etwas 
später ein | urspiüngliches oder aus r nach § 265 entwickeltes) 
/• zu im tritt, findet dieselbe ent Wickelung statt, z. b. pl. mejn- 
imit neu zugetretenem plural-/) aus wenn (*manniR. got. maus) 
männer. 2. sg. präs. brefir (*brenn -f- r) neben brenn (got. brinnis) 
zu brennet lodern. Durch ausgleichung entstehen dann häufig 



100 § 262. Die dentale, § 268. Die palatale und velare. 

nebenformen mit nnr, z. b. innre (ipre) nach imian innerhalb, 
(alt, s. Jönssoii, Skjaldesprog, s. 63) mannr (mapr) nach dat. 
manne mann und pl. (s. ib.) mennr (mepr) nach gen. manna, 
brunnr (brupr) brunnen und munnr (mufrr) mund nach pl. 
brunnar und munnar, suinnr {suipr) weise, sannr (sapr) wahr, 
kunnr (kuPr) kund nach acc. suinnan, sannan, kunnan, tiiennr 
(tuepr) neben tuenne doppelt, 2. sg. präs. finnr(f>p-), rmnr (vipr) 
zu finna finden, vinna ausführen usw. 

Anm. Ob das auffallende ypr (got. iztcis) euch hierher gehört, indem 
es ein nach unsis umgebildetes Huzwiz *> *inmviR > *yimr voraussetzt? 
Ebenso entspräche yprum einem nach iinsaramma umgebildeten *inzw«- 
rammet, und yjmarr wäre dazu neugebildet statt *ynnworr. 

§ 262. n wird, wo assoziation nicht hindert, zu: 

1. m vor b und p. z. b. almboge (seit., z. b. F. Jonsson, 
Sn. Sturluson Edda, s. VI) neben gl(n)boge, alboge eilenbogen, 
acc. sg. Gestumblinda aus *Gcest unblinda 'den nicht blinden 
gast' (Kock, Arkiv VII, 180), Vimboldr (mndd. Winbold), Fimbogi, 
Stceimbiorn, Ambiorn st. A(r)nbiorn u. dgl. mannsnamen, anorw. 
Umblauzstadir ein ortsname zu dem mannsnamen Ublaudr 
(vgl. § 299 anm. 5), amboÖ st. an(d)bod instrument, anorw. ambon 
(aisl. ombon) st. andbun (s. Hertzberg) lohn; Jcampr neben kanpr 
(afries. kanep) Schnurrbart, hampr, hanpr (ags. heenep) hant 
Bampr, Banpr (got. Danaper) Dniepr. — Ausnahmsweise tritt 
m auch vor f ein, z. b. mnorw. Emfrith neben Enfridh ein 
frauenname. 

Anm. Aus umgekehrter Schreibung erklärt es sich wol, dass (seit.) 
np statt alten mp geschrieben wird, z. b. kenpa, kempa kämpe. 

2. Velarem nasal (gew. n geschrieben) vor g und — wo 
der nasal nicht schwindet (s. § 299, 1) — k, z. b. mumdt {mungdt) 
heimisches bier, vimof (vingiof) Schlüsselgeld; kanunkr (kanükr) 
canonicus, u. a. 

C. Die palatale und velare. 
§ 263. Velares g, g, k wird vor palatalen vokalen pala- 
talisiert. Die in dieser weise modifizierte ausspräche erhält 
der regel nach keine besondere bezeichnung (vgl. jedoch § 37 
anm. 1 , § 39 anm. 1). Wo aber, bes. durch synkope eines 
dazwischenstehenden palatalen vokals, ein palatales g, s, k vor 



§ 963. Die palatale und velare. 191 

einen nicht palatalen vokal zu stehen kommt, tritt die 
Schreibung gi. ki auf. welche ohne zweifei in sehr vielen 
mundarten als g, & k + i aufzufassen ist. z. b. merkia (2 -silbig) 
aus *markian (3-silbig) merken, dat. pl. rikiom, engiom. lägiom 
zu rike reich, enge wiese, läge läge. Ein durch vorher- 
gehenden palatalen vokal hervorgerufenes 7:i, gi tritt (fast) 
nur in lehnwörtern auf, z. b. kirkia (ags. cirice) kirche, Grikkiar 
(und Grikker) Griechen, fikia (sehr seit, fika; lat. ßcus) feige. 
Mk(i)äU Michael, blikia (ags. blkan) blinken, suikia (ags. suican) 
betrügen, cikia (ags. witxm) weichen; gigia (mhd. gige) geige. 
In mergr, gen. mergiar mark scheint gi durch das einst vorher- 
gehende fnkative r (vgl. asl. mozgü) hervorgerufen zu sein. — 
Mnor w. ist anlautendes g(i) zur spiransj geworden, z. b. loerPrud 
st. Gos{i)r])rüdr ein frauenname. Inlautend ist gi zum teil weit 
früher zu j geworden, z. b. teyia st. teygia zeigen. Ryia- st. 
RygiafyJki die landschaft Ryfylke u. dgl. (vgl. umgekehrte 
Schreibungen wie ftijgia st. flyia fliehen, nygian st. nyian neuen;, 
s. Haegstad. Vestno. maalf. 11,2. i. s. 134 und II. 1. s.60f. Vgl. 
noch § 293, 2. 

Anm. 1. Durch kontamination entstanden ist gi in giorr i^auch gen) 
statt gorr gemacht' nach genta l woneben dann giorua nach giorr machen. 
?' giär (bes. anorw., s. Fritzner) st. *i gar (s. § 71, 2) nach i ga?r gestern, 
anorw. giognum (s. Fritzner und porkelsson, Supplement IV. 54) oder 
giagmtm (s. Bugge bei Fritzner III, 1101, Hsegstad bei 0. A. Johnsen, Olafs 
saga, s. XXXV; gicegnum §70.1 statt gggnum (s. Bugge, a. o.i, resp. 
*gagnum (vgl. §80,3) nach gcpgnum und gegmtm iß. §77,7) 'durch'. Un- 
klar ist anorw. gutta (z. b. in >'o. Hom. 4 mal, vgl. Hsegstad, Vestno. 
maalf. I, 50) neben gceta hüten. 

Anm. 2. Sehr seit, stehen k, g statt zu erwartenden ki, gi z. b. 
drykk(f\a trunk, was vielleicht nur ungenaue Schreibung ist wie in den 
runeninschriften, s. M. Kristeusen, Tidskr. f. Fil. HI B. XV. 150f.), vielleicht 
aber auch eine verschiedene ausspräche anzugeben hat (vgl. § 389 anm. 4). 

Anm. 3. g wird im anorw. dialektisch wenigstens nach a, ü, p (vgl. 
An. gr. U. § 279, 1) zu b i/), z. b. Kagastadum > Kofstoottm i vgl. Eygh. 
Gamle personnavne, s. 152) ein Ortsname, küga >■ kitfa bezwingen, kogurr 
>• seit. ! s. Fritzner kofurr teppich, anorw. rt'tfa faisl. hritga. s. Xoreen, Värt 
sprak 111,259 häufe, Ofmundr <iOgmundr ein manusname. 

Anm. 4. kn wird im anorw. dialektisch zu t». z. b. Ortsnamen wie 
Gaukna (vgl. «5 257 > Gantna, Barkna's > B&rtnas, *Au(d)kn (aschw. 
epkn, e~kn, s. An. gr. II, § 308 anm. 3* > Autn; s. Bygh, Oplysninger I. 32 f., 
Xo. gaardnavne 1, 5, Indledning s. 42. — Skarlat {-ad, s. § 248) neben 
skarlakaro Scharlach ist mhd. seharlät imengl. scarhitf. resp. scharlor-h 



192 § 264. 265. Die palatale und vefare. $ 26f>. Regressive assimilation. 

mndd. scharlaken). Unklar ist das Verhältnis von träne zu mhd. kraue 
iandd. krano, ags. crftn) kranich. 

Anm. 5. Mnorw. fallen Kit) und vorvokalisches ti (sowie pi und hi, 
s. § 241 anm. 1 und § 243 anm.'i in eine palatale frikativa (ch) zusammen, 
z. b. Ktösos st. Tinsäs ein ortsname (vgl. umgekehrte Schreibungen wie 
lie- st. Kidm-\, s. Hsegstad, Vestno. maalf. II, 2, i, s. 138. 

§ 264. Velarer nasal (») ist zu n geworden in enshr aus 
eng{l)s"kr englisch, harfiensbr einer aus Haröangr, anorw. Ban{g)se 
ein mannsname, a?wfo' aus *cengii nichts, s#w saka statt st/n# 5. 
oder sy^n s. (s. Hertzberg) freigesprochen, mnorw. Ben{k)t, gen. 
Drmn{g)s mannsnamen, Ban(g)didr < Ragn(f)ridr (s. § 239, 2 
und 253); zu m in iüinfni, iömfrü (anorw. auch ionfru) neben 
iungfrü (aus dem deutschen) Jungfrau; beides durch partielle 
assimilation an den folgenden konsonanten. 

§ 265. Das aus urgerin. ? entstandene urn. « (s. § 224, 1) 
ist schon vorliterarisch (vgl. F. Jonsson, No.-isl. kultur- og 
sprogforhold, s. 206, 262 f.; anders Marstrander, Bidrag, s. 116 f.), 
am frühesten nach dentalen und interdentalen konsonanten 
(s. Noreen, Geschichte 3 § 62), mit altem /• zusammengefallen, 
z. b. betre (got. baiisa) besser, meire (got. maiza) mehr, er (got. 
iz-ei) welcher u. a. (s. § 7 1 und § 72). 

III. Quantitative Veränderungen. 

A. Dehnung. 

1. Assimilation. 

a) Repressive assimilation. 

§ 266. Die nasale werden schon in der vikingerzeit in 
folgenden fällen assimiliert: 

1. mp > pp, z. b. kapp kämpf, kappe kämpe, Meppr § 110, 1 
klumpen, kroppenn § 112, 1 verkrüppelt, skreppa § 1 10, 1 gleiten, 
sugppr (schon als air. lehnw. soppi mndd. swamp) pilz, apr 
(*appr § 284; mschw. amper) bitter. 

Anm. I. mp kommt fast nur in lehn Wörtern, oder wo es (nach § 262, l) 
älteres np vertritt, vor; dialektisch ist mp bisweilen erhalten, z. b. dtimpit 
schlagen, gumpr steiss, stumpr stumpe, kumpr, rynipell, vimpr heinamen 
ts. Liden, Stnd. nord. fil. 1, 1, s. 47). Wegen der schwach tonigkeit der silbe 
ist mp assimiliert worden im lehnw. kump&tm > seit, anorw. bM f p d nA 
is. Kock, Arkiv XI, 817uotei. 



< 2»>6. Regressive assimilation. 193 

2. nt (altes oder nach § 220 aus nd) > tt. z. b. stuttr 
(aschw. stunter) kurz, vetr (*rettr § 284; misl. rintur. s. Jonsson, 
Fernir fornisl. rimnaflokkar, & YII, und porkelsson, Supplement 
IV. 178. ist vielleicht ein danismus) winter. klettr ß 110, 1 fels. 
spretta § 110. 1 springen, nisl. skufttn $ 1 10. i bespritzen, detto 
$ 110,1 niederfallen, prettin (*pfi*n4an < *£rww § 277. 2, e 
+ £.. vgl. got, prins) dreizehn, tottogo (*tH-ann-tu$vnn. vgl. 
got. £w>««s tigun*. s. $ 77. 10) zwanzig, tigfr (aschw. vcuiter) 
handschuh, fattr (lat. pandus) biegsam, brattr (aschw. branter) 
steil: (mit tä aus iuQ prät. bott (sehr seit. 6aw/ mit wieder 
anal, nach dem pl. eingeführtem n). imperat. bitt zu bind« 
binden, prät. bleu zu blando mischen, catt zu vinda winden, 
hratt zu hrinda stossen u. dgl. Auch alte lehnwörter nehmen 
an dieser assimilation teil. z. b. mottoV (anorw. auch manttdl) 
mantel. kleme(v).zmessa missa Clementis, mnorw. Laure(ri)s 
Laurentius. Wenn aber nt erst durch synkope entstanden ist 
(auch wenn das n urspr. kakuminal gewesen ist, s. § 41. 3. 
und erst durch das zusammentreffen mit t dental geworden, 
s. § 260) : 

a) bleibt es im allg. in starktoniger silbe wegen starker 
assoziation, z. b. prät. nenta zu nenna wagen, ntr. vant zu vanr 
gewöhnt. Mint zu blind r blind. leipint zu -indr (mit stark 
nebentoniger ultima) langweilig. Lautgesetzliche formen sind 
nur ntr. satt zu .w?>>>- wahr (wol von dem m. sapr § 261 gestützt, 
nach der analogie ghtpr : glatt froh u. dgl.: vgl. superl. sijztr 
st, synnztr nach komp. sypre südlich), rcettn (neben rd>nto. nach 
Kckna) erwarten; ferner ntr. mitt. pitt. sitt. eitt zu minn mein. 
pinn dein, sinn sein, einn ein. wo die erhaltung der assimilation 
in dem überaus häufigen gebrauch der Wörter (die drei ersten 
sogar oft als seh wach tonige. s. unten b» zu suchen ist; 

b) wird es in schwachtoniger silbe (wo n wahrscheinlich 
von alters her dental gewesen ist, s. £ 41. 1 > zu tt. Avelches aber 
nach §285.5 zu / verkürzt worden ist. z. b. ntr. fandet zu 
bundenn gebunden, heipet zu heipenn heidnisch, et (got. jamata) 

•das' (als artikel). 

Anni. 2. Nicht durch syiikope entstandenes nt kommt wol uur in 
eiuigen lehnwörtem vor sowie in der 2. sg. prät. ind., z. h. temmi kannst. 
mant erinnerst dich, munt wirst u. dgl. formen, die nach 1. 3. sg. kann. 
mm u.s.w. neugebildet sind. 

Xoreen. Altisl. gTamm. 4. aufl. 13 



1 94 § 266. Regressive assiuiilation. 

3. nk (altes oder nach § 220 ans ng) > kk, z. b. drekka 
trinken, brekka brink, ekke § 110, 1 schmerz, >eMr § 110, 1 
mann, sekkua sinken, fiokke § 112, 1 avoI wollen, okkarr § 112, 1 
uns beiden zugehörig, strokkr§ 112. 1 butterfass, pykkia dünken. 
stekkua (aschw. stiunka) springen, hrekkua § 110,1 zurück- 
weichen, klekkna § HO, 1 stöhnen, dekkr § 110, 1 dunkel, ykkarr 
(got. iggar) euch beiden zugehörig, ekkia § 128 wittwe, bekkr 
bank, hlekkr (aschw. Icenker) fessel. pakka danken, pekkr anmutig, 
Pokke wolgefallen, blakkr (ahd. Manch) blass, pekkia (got.pagk- 
jan) gewahr werden, gk(k)la (vgl. §137,2 und aschw. ankul) 
fussknöchel, hlakka (lat. clango) kreischen, makke (nschw. manke 
(wampe u. a.; (mit nk aus ng) prät. stakk zu stinga stechen, 
sprakk zu springa zerspringen, gekk zu ganga gehen, hekk zu 
hanga hängen, fekk neben pl. fingom zu fä bekommen u. dgl. 
Auch bei alten lehnwörtern tritt assirnilation ein, z. b. akkere 
anker, pikkisdagr (s. 110, 1) pfingsttag, pl. Frakkar (Frankar) 
Franzosen. Ueber die behandlung eines durch synkope ent- 
standenen nk s. § 299, 1. 

Anm. 3. nk kommt vielleicht nur in lehnwörtern und neubildungen 
wie (litnkr ein beiname (einheimisch? vgl. as. dunkar dunkel), honk (viel- 
leicht einheimisch) henkel und hanke haspen (wol aus mndd. hank hand- 
habe), krankr krank, anorw. senkt? besetzt u.a. vor; vgl. noch §299,1. 

4. nl > 11 wahrscheinlich nur unmittelbar nach urspr. 
schwachtonigem vokal, z. b. ellefo (got, ainlif: vgl. § 51, 1, a) elf, 
mullaug (mit urspr. haupttoniger ultima?) neben mun{d)laug 
Waschbecken zwmund hand und mit kürzung nach § 285,5 kriste(n)- 
legr christlich u. dgl. (s. Sverdrup. Arkiv XXVII, 147). Ueber 
die behandlung des nl nach haupttonigem vokal s. § 299, 2. 

Anm. 4. Beispiele einer assirnilation mb >• bb sind wol nicht 
(s. v. Friesen , Om de germ. mediageminatorua . s. 8 note) klubba , klumba 
kenle, kubbr, kumbr klotz : vgl. kamb kämm, lämb lamm, r.gmb bauch u. a. 

Anm. 5. Die von Noreen, Arkiv VIII, 147, als wahrscheinlich und 
von Kock, ib. XIII, 186 f. und XXI, 118 f. als sicher angenommene assirni- 
lation wh>hm existiert nicht (vgl. über mu> mm § 278 anm. 2). H&ma 
(zu akinn haut und air. rem» schuppe, s. Liden, Bezz. Beitr. XXI, 107 ff. i 
und einmaliges himna (zu agutn. lümin, nnorw. hlm, h'ima haut) häutchen 
sind nicht verwandt: mälfinne (s. Egilsson), -fime beredsamkeit und velßnnf, 
-fime knnstfertigkeit gehören zu fhma (er)finden, resp. fhnr rasch. Ueber 
den von Kock ebenfalls hierher geführten typus kauponautr s. § 137 anm. G. 
— Eher ist eine assirnilation IM > mm anzunehmen, s. § 299 anm. 2 und 
misl. Bruwmadr st. Brtinmafrr? ein mannsname. 



jj 267. 268. Regressive assimilation. 195 

§ 267. ht wird vor 900 (s. Marstrander. Bidrag s. 98), ja 
nach Eggjura sot (d. h. sott) gesucht zu urteilen wenigstens 
wnorw. schon um 700, zu tt, das dann antekonsonantisch 
(s. § 284) und nach schwachtonigem vokal («. § 285) zu t wird. 
z.b.dötter (ygL mm. pL Öohtrin Tune. aisl. äetr. wonach auch 
sg. doter) tochter. retta richten, nott. nätt nacht, ätta acht, 
m/itta mochte, sott, satt (ig*, seht) vertrag, frett orakelbefragen 
(ags. freht orakelspruch), rdttr zeuge (vgl. ahd. giuaht er- 
wähnung) u. a. m. (s. z. b.§§ 110.3; 111,2; 112,2; 113: 17'.. 4 ; 
321). Vgl. mit t z. b. pl. no?tr nachte, (ktla i.'meugl. ehthn, zu 
as. ahtön) die absieht haben, ät'wn (zu dtta acht) achtzehn. 
retr (und rettr nach den 2-silbigen kasus) recht, richtig, drötenn 
{dröttenn) nach dat. drötne fürst, almdtegr {-mdttegr) nach acc. 
mdthm allmächtig u. a.: eyvet, -ar. -o § 151,2 nicht«, pöta 
neben haupttonigem fiötta schien. ]>öt (seltener ßött, vgl. § 158 
und § 230, 2. s. Jönsson bei Gislason. Udvalg af oldno. skjalde- 
kvad. s. XX». gen. h/rit{t)ar § 151,2 des allgemeinen rechts. 

Anm. 1. t statt tt in fneta [gew. f retta) ausfragen, prä-t(t)a zanken 
(wonach firetta zank), »it{i)a verneinen ist eine neubildung zn tt in prät. 
frtttta usw. nach der analogie von verben wie rata. hlHo : prät. vettta, hlitto 
(s. v. Friesen, De genn. mediageminatorna. s. 16 note). lata (ahd. gi-jäzen) 
bejahen ist urspr. von idt/o laM.jihianj -gestehen" verschieden, s. Lideu. 
Arkiv. TTI. 238 f. Unklar bleibt t in Bot. knesböt und söt{t), s. § 108,2. 

Anm. 2. Ob seltene Schreibungen wie reeta st. retta, magtigr st. mdttegr. 
gect st gart, oktag st. ättok. pokt st. polt, freekt st. frett. bjrictnr st. lyn't J)or 
eine dialektische ausspräche des alten spiranteu (noch in literarischer zeit) 
bezeichnen oder nur Schreibfehler sind, bleibt unsicher: vgl. Bugge. Arkiv 
IV, 116 f., Runeindski ifteu paa ringen i Forsa, s. 57, "Wadstein. F. Hom. s. 110, 
Kock, Undersökningar i sv. sprakhistoria. s. 81 ff., Liden, Arkiv III, 238 note. 
Noch unklarer sind Schreibungen wie hiriftor. Urij/tar (vgl. tgpto st. tykta 
züchtigen; d. lehnw.j. lyrbrimr. 

Anm. 3. Eine assimilation hd > dd ist wol durch auorw. tuidda, 
tmdfanbr (s. § HO anm. 4) belegt: hk>kk? s. § 280,2 (schlnssi. 

§268. d und d werden in folgenden fällen assimiliert: 

1. dt. ddt > tt ausnahmslos, z. b. ntr. blint (ans *blintt 
nach § 283) zu blindr blind, ßtt zu feddr geboren. 

2. dt > tt ausnahmslos, z. b. ntr. glatt zu glaftr froh, gott 
zu göpr gut. 

Anm. 1. Gladt, yoöt u. dgl. in späteren hdschr. sind wol nur etymo- 
logische Schreibungen. Anders Hoffory. Arkiv II, 31 note. 

13* 



196 §269 — 271. Regressive assimilation. 

3. Öd > dd, wo nicht assoziation hindert, z. b. guddomr 
gottheit zu gup gott, hgfoddukr kopftnch zu hgfop köpf. 

4. öl > /?. z. b. frilla konkubine zu fripell liebhaber, 
d mille, millom neben d mepal, i mipel zwischen, brullaup (aisl. 
auch bruphlaup. anorw. auch briiÖlaup. bryölanp, bryllaup, 
brullup §152,2) hochzeit zu briipr braut. sUJn < sipla spät, 
brdlla < brdpla plötzlich, traulla (traup'lega) kaum, hrapallegr 
eilend zu hrapapr eile, kuilla wehklage zu knipa ängstlich 
sein, mannsnamen wie Gkdlaugr, -leifr. -leih- (und deren kurz- 
name Gnlle) neben Gupiaugr usw., Hrolleifr. Hrollaugr gegen 
Hröpgeirr, -murr, frolleikr (St. Hoin.) < fröpleikr wissen. Unter, 
noch nicht bestimmbaren, umständen bleibt dl, z. b. anorw. 
syöla, aisl. epla eidechse, eple neben apal natur u. a. m. Vgl. 
endlich § 292. 

Anm. 2, ddl ist ebenso (über dl § 284 > öl § 245, 2) zu U geworden 
in den personennamen Olleif, -r, Ollaug neben Oddleif, -r, Oddlang; vgl. 
aber Arpi, .Nord. stud. s. 74. 

Anm. 3. Vereinzelt steht Ob > bb in anorw. Gu{Ö)brand, Hobbcerder 
(isl. Hröpbiartr) mannsnamen; dm > mm in anorw. Gnmmundr ein manns- 
name, vammdl < vdömdl kleiderstoff ; <hi und ddn > mm in anorw. Ronny, 
resp. Onwy frauennamen. 

§ 269. Das stimmhafte f (5) kann sich einem folgenden S 
oder stimmlosen f assimilieren, z. b. abbragp statt afbragP das 
was sich vor andern auszeichnet, abbinde stuhlzwang, abburpr 
< afbarpr Überlegenheit, obbelde < ofbelde Übermut; affgr 
abreise. Vgl. Hoffory, Arkiv II, 9. 

§ 270. ggk wird kk, z. b. hykk {hygg ek) ich denke, pikkat 
(*pigg-ek-at) ich empfange nicht, 

Anm. $m scheint anorw. (wol über Htm, vgl. § 239, 2 und An. gr. II, 
ij 258 anm. 1 ) zu mm geworden zu sein im mannsnamen Ammundr, Qm- 
nmndr (z. b. schon im Hoprekstader buche, 2. band; s. übrigens Lind, Dop- 
namn) neben Agmundr, Qgmundr. — Vereinzelte fälle sind auch : g b > bb 
in anorw. Sibborg iSigbiori)) ein frauenname, mnorw. HabbarÖr ein mamis- 
name: sf > 1f in mnoiw. Daffindcr {JJagfinnr). Auffallend ist ,$t > dd 
(wol über $d) in ags. Sidroc 871 (Sigtryggr, s. Marstrander, Bidr&g, s. 159, 
und Björkman, Nordische Personennamen, s. 120) ein mannsnaim\ 

§271. pt wird im mnorw. dialektisch zu tt, z. b. tutt 
(anorw. tupt < tuft; vgl. nisl. tott < aisl. töpt: s. § 112, 1) bau- 
platz , anorw. (bes. mnorw.) und orkn. a(t)ter < aptr zurück, 



§ 272. Regressive assimüatiou. l-'< 

noch: s. ILegstad. Yestno. maalf. IL 1. s. 35 und 
FI. 2. i. s. 138. UO. Hild. s. 66, 0. Sknlerud. Telemaalet. s. TP. 
Anm. Vereinzelt stebt pk > kk im seit. (s. Fritzner) skakker < «tapfer 
(mid volksetymologiseh sknptker) bowle: S.Falk. Arkiv XIII. 90S. 

§ 272. / wird im aisl. and vielen anorw. mundarten in 
literarischer zeit in folgenden fällen assimiliert: 

1. //>//. /.. b. kaU < hui alter manu, ketting < kerling 
altes weib. toti fori jarl. polfci is.-hon in St. Honu < varfa 
kaum. framaUa | sc&on > T Hom.) < framatrla weiter vorwärts, die 
mannsnamen Polhifr < Porleifr. Polkikr < Porldla. Stullaug-r 
(als kurzuame Stuüe) ' Sturlaitgr u. a. m.. s. bes. Gislason. 
Njäla IL 435 ff.. Efterladte skrifter IL 165 f. 

Anm. 1. In gewissen gegendeu ist uur tautosyüabisckes ri assimiliert 
worden, z. b. aisl. fcotf, aber dat. pl. kprlum n. a. (Hb., s. XLIX). 

2. m > ><». z. b. anorw. Bionn (schon im Hoprekstader 
buche. 2. hand. vor 1300) ein mannsname vgl. § 244). honu 
(ib.) hörn st. Biorn, resp. hörn, in personennamen häufig . 

st.. Am-, pl. (ib.) prestanner {-arner) die priester: püfonner die 
päpstc; vgl. J. Storni in Norvegia 1. 101. 124 note. Im aisl. ist 
wol die assimilation etwas später als im anorw.. aber jedenfalls 
vor 1400. eingetreten (vgl. Arkiv IX. 382 und Arpi. Nord. stud.. 
>. 75 1. Nach air. Vorfand 1014 aus Porbiom zu urteilen ist 
r« (das iu air. lehnwörtern derselben zeit in lianpitoniger silbe 
durchgehend* steht) im südnorw. weit früher in schwaehtoniger 
als in haupttoniger silbe zu u» geworden (s. Marst rander. 
Bidrag. s. 129 f. und 151). 

Anm. 2. Anderer art ist wol spemtu (,prät. spenta und spunn) neben 
wahrscheinlich unverwandtem sptnw (qpemta, sporn) einen fussstoss ver- 
setzen; vgl. nscbw. dial. »pärma (gpaim). S. Persson, Beiträge zur indog. 
Wortforschung, s. 412 nute 2. 

3. r« > ss (doch, der assuziatiun wegen, nur ausnahms- 
weise wo * der flexionseudung gehört, z. b. Cod. AM. 921, 4" 
annas staßar statt aamars st. anderswo), z. b. foss < fors was>^i - 
fall, huessu < huersc wie. skass < skars hexe, mnorw. Besst 
< Berse ein mannsname. In einigen hdschr. nur wenn rs 
antekonsonantisch steht, weshalb ss (nach § 284) zu *■ verkürzt 
wird, z. b. fy(r)str erster. rc(r)sna sich verschlimmern, poi â–  
dorsch. bu(r)st börste u. a. m. (s. Gislason. Efterladte skrifter 



• 9$ § 273. 274. Regressive assimilation. 

II.1661) Die assimilation ist nach ausweis der skalden- 
assonanzen wenigstens schon um 1300 (vereinzelt schon um 
1200, z. b. Rimb. fyst anorw. Cod. AM. 655, 4°, IX huassu wie) 
da: s. Mogk, Anz. f. d. A. X. 186; Morgenstern, I. F. Anz. VI, 96. 

Anin. 3. Hieraus erklärt sich wol, dass man (durch umgekehrte 
Schreibung) bisweilen rs statt etymologisch berechtigten ss geschrieben 
findet; so besonders in anorw. hdschr. (aisl. beisp. s. z. b. Hb., s. XLV). 

Anm. 4. Ueber eine andere behandlung der gruppen rn, rs im onorw. 
8. § 252. 

§ 273. ss wird zu ss assimiliert und dann eventuell nach 
§ 284 verkürzt, z. b. 3. sg. präs. ind. pass. kallask aus *kallaR-s(i)k 
nennt sich, mannsnamen wie gen. Porgei(r)s, anorw. Gesteein 
(aisl. Geirsteinn). 

Anm. 1. Eine assimilation Rl > U (mit späterer kürzung) wird wol 
vom onorw. mannsnamen G(?i(r)laug>- (zu geeirr aus *gaiSaB speer) vor- 
ausgesetzt. 

Anm. 2. Ueber eine möglicherweise vorhandene assimilation Rr > rr 
s. Pipping, Neuphilologische Mitteilungen 1909, s. 214. 

§ 274. t wird in folgenden fällen assimiliert: 

1. tk. ttk > kk, z. b. nekkuerr (s. § 128) irgendein, seit. 
huakke < huatke was auch immer, seit, pakke (fiatke) 'nicht 
einmal das' (l)orkelsson, Supplement IV, 186). ekke < seit, etke 
(s. § 128) nichts, vekke < cet(t)ke, vcettke nichts, acc. sg. m. (schon 
in der Flatdaler rasehr. um 1150) almakkan < -mdttkan (vgl. 
§239, l,a) zu almattegr allmächtig, ffrokkell (s. § 238, 2, e). 
Bokke (< *Botke < *Bopke zu Boßuarr, s. Lind, Dopnamn, 
s. 185) mannsnamen, hlykk (aus hlyt-ek) ich bekomme, lekkuji 
(aus leet-ek-at) ich lasse nicht, anorw. vcekka (*vcetka) feuchtigkeit 
u. a. (s. Bugge. Tidskr. f. Phil, og P&d. IX, 125; Studier, s. 137 
note). 

2. ts (,?) > 88 in iutervokalischer Stellung (über antekons. ts 
s. §303, 2) dialektisch schon um 1150, allgemein- (wo nicht 
assoziation hindert) seit um 1250, z. b. bfesson (blezon) segen. 
Gissurr (Gizorr) ein mannsname, Piassi (Piaze) ein riesen- 
name u. a.; s. Mogk, Anz. f. d. A. X, 66; Gislason, Njäla II, 626 ff. 

Anm. Vereinzelt steht tl > U (wol über dl, s. §268,4 und §248) 
in Porkell u. a. mannsnamen auf -kell < -ketl (so sehr seit., z. b. im 
mnorw. Ortsnamen JiafnkeUsstadir) statt -tetell nach dem dat. -hatte; vgl. 
§ 359, 2. 



; JT5. 276. Progressive assiuiilation. H-W 

b) Progressive Hssiuiilation. 

£270. //>. np werden zu U, resp. nn wenigstens um 950, 
wie aus ags. lehnwörtern wie Gunner Günther (Björkman. 
Nordische Personennamen, s. 84 1) u. a.. sowie auch Reichenauer 
Xecrologium Arnur (d.h. Amörr < Arnpdrr) ein mannsname 
hervorgeht, aber noch nicht um 700. nach Valby .<fu,tp zu 
urteilen, wiewol andererseits aus läpp, skidne (< urn. skinna. 
8. Wiklund. Finn.-Ugr. Forschungen XII. 34 f.) hervorzugehen 
scheint, dass die assimilation irgendwo schon vor dem Schwund 
des auslautenden et, also c. 700. vorhanden war; vgl. Xoreen. 
G-eschk-hte • £ <<. 1»'>. Z. 1>. goU. yitli (got. gnlp) gold. IbUr (got. 
/?><//>*) hold. W/Ve (got. tdpiza) älter. faritr (vgl. got. halpei) 
geneigt, voür < ahd. »ald) feld. prät, /W/ (seit., s. Egilsson: gew. 
/'eft. dem pl. nachgebildet, nach § 220: vgl. got. faifaip) zu fakla» 
falten, prät. hell (seit., s. Egilsson; gew. helt. s. §317. 2. a» zu 
halda halten, prät. oVa zu >aldn walten. Vllr (got. mäpt»\ 
vgl. urn. o w lj mfrcw an Torsbj*rgi ein göttername: annarr (got. 
anpai) ein anderer. /?><>/« (got. pnjwo) finden. MMNir (nm^r 
§261; got. mmnps) mund. <Hiw (vgl. ahd. scindan) haut, /öih/- 
lahd. lint) lindwurm. unnr (ahd. undea) welle, hlennt (vgl. ahd. 
hndtri. ags. hUdere) räuber. ümm (vgl. mhd. rinden) flinte. 
(vgl. got. >////<-.<•: gang, kynne (got. kunpi) künde, prät 
jhmna (got. kunpd) konnte, prät. wnm liebte, mtnne (got. 
gaminpi) gedächtnis. Homm (got. nanfijan) wagen, tonn (vgl. 

got. tunpus) zahn. 8 — -: got. sicinps) weise. ww m <ft 

(ags. mtot») von süden her. a an n r (sapr: ags. sotf. lat. sOns, 
gen. söntis) wahr. o&mmi (ygi ahd. alwf) eine fischart. stinnr 
(stipr: ags. »&ffj steif, u. a. m. (vgl. jj 317. 2\. 

Anm. In onorw. nmndarten der mnorw. zeit werden Id. nd zu //. 
resp. nn, z. b. VestfoU (so auch Hb.. s. XLV. wol norvagisuvus) < -/bW ein 
landschatt>nauie, Bungi>>U<^ Ragnhildr ein frauennaine: battn < 6m«f band. 
S. bes. Hsegstad. Vestno. maalf. II. 2. i. B. 148. resp. 146 f. 

§ 276. tö wird zu tt ausnahmslos, z. b. atte (got. ahtuda) 
der achte, prät. betta (got. bötida) büsste. prät. inatta (got. 
tnatida) schlürfte, gaftuttu (aus *gaft-at-Öu) du gabst nicht. 
briöttu (briöt du) brich (du), pöttu (aus *pöh-at-du) obgleich 
du. Httat (litt Öat) ein wenig, u. a. (s. Wadstein. F. Hom.. 
s. 115). — Ebenso würde dö zu dd werden; nach £ 283 ist 



200 § 277. Progressive assimilation. 

aber kürzung des dd eingetreten, z. b. prät. vendu (got. wandida) 
zu venda wenden. 

Anm. Eine assimilation td i^oder vielleicht auch hier td, s. § 228, 1 ) 
> tt, woraus nach § 283 t, zeigen anorw. Ortsnamen wie Aftalr « *Aft- 
dalr), Gtestalr n. a. , s. Fritzner 1.286. — Ebenso ist pb (oder pb) zu pp 
geworden im aisl. Ortsnamen Pappyli aus -byli (s. Kalund, Bidrag til en 
historisk-topografisk beskrivelse 11,276). 

§ 277. Die gruppen h. ns, r/t. s& (über ms s. anm. 4 
unten) wurden g^gen das ende der urn. zeit fast überall zu 
resp. II, nn, rr, ss (woraus später oft l. n. r. s. s. § 283. § 285, 5. 
§286). Folgende fälle sind zu unterscheiden: 

1. Wo ein langer vokal (oder diphthong) oder ein kurzer, 
sohwachtoniger vokal vorhergeht, tritt assimilation ein, z. b. 
stöll (got. stöls) stuhl, heul heil, ketell kessel (vgl. air. Ereil 
848 ein inannsname — s. Marstrander. Bidrag, s. 115 und 159 — 
aus urn. erilaR Lindholm, Kragehul. Järsberg); 3. sg. präs. skinn 
zu skina glänzen, steinn (schon Eggjum c. 700 stAtn aus 
stainuR Krogsta?) stein, heitenn (urn. haitiua h Tanum) geheissen 
(vgl. schon Eggjum skorin aus *skorewiK geschnitten: ferner 
air. Agonn aus Hdhmn, s. Marstrander, Bidrag, s. 118); mcerr 
(urn. -marin Torsbjaerg) berühmt, aurr sand, hamarr hammer 
(vgl. air. Badbarr vor 850 — aisl. Bofyuarr ein mannsname); 
iss eis, 3. sg. präs. eyss zu ausa schöpfen, lauss (um. -Iausr 
Björketorp) los, ymiss wechselnd. 

Anm. 1. Statt ss tritt um 1800 bei adj. auf -s in obliquen kasus 
analogisches ir auf. z. b. g. pl. vlssa, später visra (nach göpra u. a. formen 
gebildet) zu viss weise, g. sg. f. i'/missar, -srar, dat. sg. f. ymisse, -$ri, 
g. pl. ymissa, -sra. 

2. Wo ein kurzer, starktoniger vokal vorhergeht: 

a) Treten rr, ss überall ein. z. b. barr (vgl. got. bariz-eins) 
nahrung. ferne (vgl. nhd. färse) stier, byrr günstiger fahrwind. 
rgrr niederschlag (vgl. lat. versus strich), Purr (vgl. got.paürsus) 
dürr, verre (vgl. got, waiirsiza) ärger, 3. sg. präs. ferr zu fara 
reisen, less zu lese, lesen, yss lärm r ]jys.s getümmel, gyss spott. 
Vgl. § 286 anm. 

b) Dagegen ist 11 verhältnismässig selten, z. b. fiall felsen, 
3. sg. präs. gell (und gelr) zu gala singen, stell (seltener stelr) 
zu stela stehlen, skill (und skilr) zu skilia scheiden, vill (sehr 
seit, vilr) zu mlia wollen, anorw. (Hsegstad, Vestno. maalf. II, 2, i, 



?; 277. Progressive assinnlation. -Ol 

s. 144) teil (gew. telr) zu telia zählen. Gewöhnlich aber steht 
lr. z. b. oh\ eher erle, 3. sg. präs. hylr zu hyliu hüllen, sclr 
seehund. mehr sandhaufe. Der grund der doppelheit ist unklar 
(vgl. Tamni. Beitr. VII. 453: Kock, Spräkhist. unders. om svensk 
akeent IL 452 f.. Arkiv VI. 52 f.. VIII. 386. XIII. 193 f.. . 

c) »« bleibt, wo die gmppe durch synkope entstanden ist, 
unassimiliert. z. b. suanr schwan. Unr mild. 3. sg. präs. vewr zu 
Kenia gewöhnen u. a. dl Nur scheinbare ausnahmen sind solche 
fälle, wo der vorhergehende vokal entweder ursprünglich lang 
gewesen ist. z. b. kann er (§ 127. 1). dat. kenne (gen. kennar) 
ihr (§ 127. 6), minn mein, pinn dein, sinn sein (§ 127, 2), oder 
gewöhnlich schwachtonig ist. z.b.enn (got. jains) 4 der (als 
artikel). hinn jener (auch als artikel). Solche formen sind 
also nach 1 oben regelmässig. — Dagegen wo die gruppe 
schon um. ist. wird ni (**? s. §224) immer zu nn assimiliert, 
wiewol dies nn später immer nach § 284 gekürzt worden und 
dann nach £ 299. 5 oder § 266 geschwunden ist. z. b. aec daya 
(got. dayans) tage, tud (got. ticans) zwei. anorw./»r (got. prins 
£ 110. 1) drei, prettän (*prinntän § 2(36, 2) dreizehn, tottoyo (vgl. 
got. taans tiyuns) zwanzig: vgl. noch §261 anm. 

Anna. 2. Auffallend ist das einigemal vorkommende anorw. so**, sunn 
('s. Haegstad. Vestno. maalf. II, 2, i : s. 145 und Hertzberg, seit, aisl., s. Egilsaon ; 
got. hnum) söhn neben seit, sour i'aisl. gew. sonr. s«>»r) und gew. sov. (viel- 
leicht urspr. als letzte Zusammensetzungsglied wie regelmässig im aisl.». 
seit. IM 

3. Wo ein konsonant vorhergeht, müssen die durch assimi- 
lation entstandenen U. nn. rr. ss zu /. n. r, s werden (§ 283). 
z. b. iarl (vgl. urn. erilar. Lindholm. Kragehul. Järsberg) jarl?. 
krafn (urn. kardbanaa Jftrsberg) rabe. vdkr (tum. wahra* Rei- 
stad) wachsam. Jd(f)t,- (uro. Öoktri* Tone) töchter. jmrs riese. 
lax lachs. 

Anm. 'A. In adj. auf -n i*t in den obliquen kasus da« /■ analogisch 
wieder hergestellt worden. /.. b. gen. sg. f. iafm rm mach göprm u. dglA 
dat. sg. f. iufnre. g. pl. iafnm zu iefk eben Später können auch derartige 
formen bei adj. auf -.-• vorkommen, z. b. fr<öJs(rtar. -()•)>'. -rra zu (Hat 
freigeboren, htiassirjar. -ini. -na zu huas* scharf. 

Anm. 4. Ober die Wörter auf -//. -».» s. unten 4. 

4. Eine Sonderstellung nehmen die Wörter auf // uud 
nn ein: 



202 § 278. Progressive assimilation. 

a) Nach 11 steht fast ausnahmslos r, was sehr wol laut- 
gesetzlich sein kann in den fällen, wo 11 aus ip (§ 275) ent- 
standen ist, z. b. hollr hold, eure älter; denn in dieser Stellung 
ging r (nach § 265) sehr früh in r über, welches nicht assimi- 
liert wird. Aber sonst muss wol llr auf analogiebildung (statt 
des sehr seltenen 11) beruhen, z. b. 3. sg. präs. fellr zu fallu 
fallen, allt; gen. pl. alba (No. Hom. lmal alla), gen. sg. f. 
allrar (St. Hom., Pläcitüsdräpa und No. Hom. je lmal allar), 
dat. sg. f. allre, ganz, illr, gen. pl. iura (St. Hom. 1 mal illa). bös. 

b) Nach altem im ist n assimiliert in minne (got. minniza) 
minder, pl. menn (*manniR, got. mans) neben me]>r (seit, mennr, 
s. § 261) männer, 3. sg. präs. brenn (alt; später brennt-, brefir) 
brennt, renn (rennr) reimt, fliesst; sonst steht allgemein anal. 
mir oder (nach § 261) J>r, z. b. brunnr, brupr brunnen, mafir 
(alt mannt; seit, mann, erst spät öfter mann nach dem acc.) 
mann u. a. m., s. § 261. Wo aber nn aus n]> entstanden ist 
(§275), steht lautgesetzlich (vgl. aber Kahle, I. F. Anz. V,96 
und Pipping, Stud. nord. fll. VI, 5, s. 55) pr oder anal, nnr, weil 
in dieser Stellung r sehr früh (nach § 265) zu nicht assimilier- 
barem r wurde, z. b. gupr, gunnr (ags. güd) streit ; jedoch hat 
man neben pl. tepr (seit, tennr) auch tetin zahne (vgl. sg. htm 
neben Hildetannr), neben upr, unnr (ags. äff) woge die vielen 
frauennamen auf -unn (neben -upr, -unnr), z. b. Ipunn, Pörunn. 

Anm. 5. Auch mR ist wol nach schwachtonigem vokal zu mm (woraus 
dann nach § 285, 6 m) assimiliert worden. Wenigstens kommt im No. Hom. 
10 mal dat. pl. pttumm neben sonstigem pllom 'allen' vor (s. Wadstein, 
F. Hom., s. 135). In derselben weise entstanden sind fälle wie letom < **0»ä 
(Mio mer, s. § 158) sie Hessen mir, erom (ero mir) sie sind mir u. dgl. 
Vgl. dat. pl. seit, tueimr (gew. und ältest tueim — eine urspr. dualform, 
ags. tiväm, s. Loewe, KZ. XLIII, 91 f. — s. Jönsson. Hb., s. XXX) analogisch 
(nach primr, s. Loewe, a. o., s. 92) zweien, gew.ßrimr (später /w/w» — so 
1 mal schon in St. Hom. — nach anderen dat. pl.) dreien mit -mr nach 
starktonigem vokal und urn. geektmM (Stentoften) gasten mit noch un- 
assimiliertem -mR. Fromm (got. framis , s. Sievers, Beitr. XV, 405 note) 
'hervor' ist wol ursprünglich nur schwach tonig gewesen (daher später — 
aber in der skaldeupoesie noch äusserst selten [wiewol schon bei Egell], 
s. Jönsson bei Oislason , Udvalg af oldno. skjaldekvad , s. XVII f. — fram 
nach § 285, 1 und 3), dann aber auch stark tonig gebraucht worden. 

§ 278. Eine eigentümliche assimilation von anlautendem 
ic mit einem vorhergehenden, auslautendem m kommt vor in 



4J 279- Konsonantendehmiug vor kunsonanz. 203 

fällen von enklise wie oprom megen (statt regen n. s. Kock. 
Arkiv XXXV, 82) oder megom (statt cegom) auf der andern 
seite. böpom m. auf beiden Seiten. ollom m. auf allen seiten 
u.a.; dann steht megen. megom auch in ausdrücken, wo das 
nächstvorhergehende wort nicht auf m endet. In derselben 
weise sind die fast ausschliesslich anorw. formen mit. met 
neben cit. ret -wir zwei*, mer neben cer 'wir* entstanden, denn 
diese pronomina standen oft unmittelbar nach ihrem verbum. 
das auf -m auslautet, z. b. anorw. hallum mer wir rufen. 

Anm. 1. mb wird nach schwachtonigeui vokal zu mm, woraus m »ach 
§285,1. Altes beispiel ist nur die präpos. umb (alt und dichterisch, s. 
Jönsson. Skjaldesprog. s. 122), später umm (anorw. bald nach 1200. s. Wad- 
stein, F. Hom., s. 135, Hertzberg. s. 660), gew. mm um. Spät mnorw. tritt 
mb > mm auch in starktoniger silbe auf, s. Haegstad. Vestno. maalf. 
II. 2, i, s. 146. 

Anm. 2. Schwachtoniges mn ist wol zu mm (woraus nach § 285, 5 m) 
assimiliert worden in dem mit suffigiertem artikel verseheneu dat. pl., z. b. 
seit, mpnnomnom > *mr»tnom(»>')om (aschw. monnomom . s. An. gr. II, 
§ 294, 1) > gew. monuvnom iinit dissimilation des mittleren m um die 
spezifische dativeuduug -om zu wahren; vgl. auch § 258 anm. 1) den 
männern; s. Liden, Bezz. Beitr. XXI, 110 note 3; Noreeu, Geschichte 3 
§ 267, c. 

2. Sonstige fälle von konsonantendehnung. 

§279. Vor einem anderen konsonanten tritt dehnung 
in folgenden fällen ein: 

1. Vor kons. I werden (vor 900) g und k nach kurzem 
vokal zu gg. woraus (vgl. öd > dd § 238, 1. a) gg. resp. zu kk. 
z. b. leggia (got. lagjari) legen, hyggia (got. hugjan) denken, 
byggia (got. bugjan) vermieten, hryygr (gen. -iar) rückgrat, egg 
(gen. -iar) schneide: lykkio schlinge zu lok schluss. bikha 
neben greybaka hündin. anorw. hornekkio j s. Bugge bei Hertz- 
berg) neben aisl. kornreka (winkel)beischläl'erin. anorw. 
(s. Hertzberg) kmekkia (zu hscIiw. knokai zerknicken, bekkr 
(gen. -iar) bach. Weil in den meisten fällen nach g. k bald 
kons, i stand, bald nicht, ist sehr oft ausgleichung eingetreten 
— bei g gewöhnlich zugunsten der geminata (gg). bei Ä' gew. 
(bes. im aisl.) zugunsten des kurzen lautes — oder auch sind 
doppelformen entstanden, z. b. präs. liggr statt Ugr (anorw- 
nicht seit.; aschw. ligher, got. ligis) nach Hggio liegen, ßig(ß)r zu 



204 § 279. Konsonantendehnung vor konsonanz. 

piggia empfangen, seggia (z. b. Cod. Tunsb. oft, sonst sporadisch. 
s. Gislason, Njäla II. 451 ff., Jonsson, Skjaldesprog, s. 109) 
neben gew. segia sagen nach präs. seger, pegia (Cod. AM. 
645, 4° 2 mal fieggia) schweigen nach präs. peger; \)\.bekker. 
Grikker (und Grikkiar, seit. Griker) nach gen. bekkia, resp. 
Grikkia Griechen, vekkia neben vekia wecken nach präs. vekr, 
anorw. acc. sg. scv(k)kian neben aisl. sekian zu scekr, resp. sekr 
schuldig, anorw. soe{k)kia schuldig machen, anorw. pce(k)kia 
neben aisl. pekia decken zu pak dach, anorw. rce(k)kia neben 
aisl. rekia recken, aisl. (oft) rekia neben rekkia bett, ly(k)kia f. 
eingezäuntes grundstück, v. zuschliessen u. a. m. (vgl. Bugge, 
ßeitr. XIII, 171 f., Gislason, Njäla II, 351 ff., Annaler 1863^ 
s. 329). 

Anm. 1. In literarischer zeit tritt im anorw. (ziemlich sporadisch, 
z. b. piöreks saga, Cod. Tunsb.) dehnung auch bei n und / (hier auch im 
aisl. , obwol sebr selten) vor kons. » auf, z. b. syiinia weigern, brynniu 
brünne, oittia besuchen, scettia setzen, sittia sitzen u. a. gleich aisl. 
si/nia usw. 

2. Vor kons, u (w) wird (wol zur selben zeit) k nach 
kurzem vokal zu kk, z. b. slekkua auslöschen zu slokenn erloschen. 
nnkkue nachen, pykkr (acc. pykkuan; vgl. air. tiug) dick. Oft 
kommen durch ausgleichung doppelformen vor, z. b. rek(k)ua 
finster werden, rek(k)r (got. riqis) finsternis, acc. sg. m. kuikuan 
neben seltenerem kuikkuan (kykkuan) zu kuikr lebendig. 
nekikjaepr (vgl. § 226 und got. naqaps) nackt, anorw. präs. 
ocekkir zu vek{k)ua zum fliessen bringen. 

3. Vor l werden ^ k sporadisch zu (gg. woraus) gg, resp. 
kk, z. b. mgg(g)lan das brummen, pl. mik(k)ler zu mikell gross, 
dat. iok(k)le zu iokoll eiszapf en u. a,; vgl. Gislason, Njäla II, 443. 
Wadstein, F. Hom., s. 134; Jones, Phonology of the Elis saga. 
s. 24, Gering, Isl. Mv. I, XX. 

Anm. 2. Vor /• werden im anorw. (selten im aisl.) k und t sporadisch 
gedehnt, z. b. blak(k)>a flattern. c«k(k)r wachsam, gen. pl. spak(k)ra zu 
spakr weise; biet(t)ri besser, oitit)ra klugheit, präs. ettar (§l61,b) statt 
etr zu eta (bisweilen anal, etta) essen. Vgl. u. a. Wadstein, F. Hom., s. 134, 
Hb., s. LVII. — Mnorw. kann d vor r (zu da) gedehnt werden, z. b. fryääer 
< {P)yÖr euch, medäer < meÖr mit ; s. Larsen, Arkiv XVIII, 86. 

Anm. 8. Vor n kommt dehnung sehr seit, (am häufigsten bei t, 
B. Hb., s. LVII) vor, z. b. vü(t)ne zeuge, f } 6t(t)n ein Ortsname, nom. pl. m. 
ty<f(y)ner zu lygenn lügnerisch. 



§280. Konaonantendehnung nach langem vokal. 206 

§280. Nach langem, haupttonigem vokal tritt bis- 
weilen dehnung ein (vgl über diese schwierige frage Noreen. 
Arkiv VI. 319 ff., und Kock. ib. TU 334 ff.). Die fälle sind: 

1. In urspr. (d. h. urn. auslaut) wenigstens bei /. z. b. 
prät, hctt (seit., s. Laisson. s. 141. sp. 2. Hertzberg. s. 859, 
IL Olsen. Volsunga saga. s. XL) hiess und lett (im Hoprek- 
stader buche; aschw. seit. Isett. s. An. gr. II. §297 anm. 4) Hess 
neben gew. het und Ut: ilft (oft, s. Hertzberg. Haegstad. Vestno. 
maalf. I. s. 133 und II. 2. i. s. 171, F. Jonsson. Gunnlaugs saga, 
s. VIII. E. Olson, Yngvars saga LXXIl.. Kälund, Alfraeöi 
islenzk I. xv; vgl. das sehr häufige aschw. utt s. An. gr. II, a. o.; 
ob vielleicht aus *i<t-at wie hit. anorw. pit u. a. nach § 158 
gebildet'?), wonach anal, uttnu. littar. uttnstr, neben iit (litan 
usw.) hinaus. 

Anm. 1. Imper. wie blöü opfere, grätt weine neben blöt, grät können 
aus blöttu (< blöt-Öu % 276), grätt* abstrahiert sein; prät. wie biött wohntest. 
fu'ott hiebst neben seit. biot. hiöt können zu der 1. sg. feto, hiö neugebildet 
sein nach der analogie sfött «*f>toht §267) schlugst, hlött lachtest zu 
slö, hlö. 

2. Wo der konsonant durch synkope mit dem vokal 
zusammentrifft, wird wenigstens r vor unbetontem vokal 
gedehnt (doch noch nicht in den ältesten hdschr.), z. b. gen. 
sg. f. grär(r)ar. dat. sg. f. grar(r)e, gen. pl. grdr(r)a (wonach 
nom. sg. m. seit, grdrr neben gew. grdr) grau, komp. fcer(r)e 
weniger, smder{r)e geringer, ngr(r)e neuer u. dgl., H16(r)ripe 
(zu hlöa heiss sein: vgl. § 151, 6) ein Torsname: vielleicht 
auch /• in fällen wie sek(k)a aus *se-(e)k-a ich sehe nicht. 
dk(k)a ich habe nicht u. a., wiewol andererseits möglich ist. 
dass sekka aus *seh-k-u, *äh-k-a mit assimilation des hk zu kk 
(vgl. ht >.tt§ 267) entstanden sind. 

Anm. 2. Nicht hierher gehört das schon in einigen der ältesten hdschr. 
iz. b. Cod. AM. 315 F — s. § 15, B. b, 4 — wo peim\ aber noch fctre, nicht 
fterrt) alternativ vorkommende -rr- der nicht durch synkope entstandeneu 
formen peirirun: -r(r)e. -r(r)a 'derfen. deren' nach deren analogie dann 
zum pron. tiA 'dieser' pc<*ar r «r. -rtr(i-y, nrirui statt /mmt, -m, -sa ent- 
standen sind. Nach E. Olson. Östgötalagens 1300-tals-fraginent. s. XCVIf., 
wäre peirrar usw. ein urn. paiRiRöR usw.. d. h. eine Umbildung von paiRöR 
usw. nach *blindiRöR « blhidrar) n. dgl. 

Anm. 3. Ueber das wol nicht hierhergehörige anorw. .sHÜldaudr. -da 
neben wtkUmdr, -chi s. § 267 anm. 3. 



206 §281.282. Konsonantendehnnng. 

Anm. i. Wo kein vokal folgt, ist vielleicht überhaupt (vgl. doch 
1 oben) keine lautgesetzliche dehnung anzunehmen. Z. b. ist wol das schon 
in den ältesten hdschr. auftretende komp.-adv. vutir 'näher' so zu erklären, 
dass, nachdem der urspr. komp. ncbr (got.neJvt's) früh die bedeutung : nahe' 
angenommen hatte, die komp.-endung -/• zum zweiten male hinzugetreten 
ist (wie in mipr < minnr weniger neben aschw. min, got. min*, oder fremr 
'weiter' zum urspr. komp. framm, got. framis, s. § 277 anm. 5); ebenso in 
dem eines eigentlichen positivs entbehrenden komp. meirr (so schon in den 
ältesten hdschr. häufiger als meir, got. mais) mehr. Von ncerr, meirr u. a. 
ist wol rr anal, übertragen worden in fällen wie optar{r) 'öfter', nepar{r) 
'weiter unten'. — Ebenso zweifelhaft ist dehnung bei anderen auslautenden 
kons, als r. So z. b. ist vielleicht ss urspr. (\gl.pess, Jniess, hirpess u. dgl.) 
in solchen gen. wie adj. grds(s) u. a., subst. ntr. bü$(s), tres(s) — so schon 
im St. Hom. — m. Tys(s), wids(s), wozu möglicherweise rr in nom. Ttfr(r), 
mör(r) eine neubilduug ist. Seltenes siäkk statt siäk 'ich sei' kann ja nach 
siäkka (s. 2 oben) u. dgl. sein kk angenommen haben. Und es konnte wol 
auch sein, dass das schon in den ältesten hdschr. weit überwiegende tt in 
sg. n. a. ntr. wie fätt weniges, miött schmales u. dgl. auf assoziation beruhte, 
indem fätt statt des seit, fät zu für, miött zu miör neugebildet wäre nach 
der analogie smätt (*smäht nach § 267, vgl. ahd. smähi) : smär, hott {*höht, 
got. hauhata) : hör u. dgl.; umgekehrt seit, smat, hat nach fät u. a. Upp 
(ags., as. upp; vgl. aisl. uppe, yppa u. a.) neben seltnerem (s. Larsson, bes. 
s. 340) üp (ags., as. üp, ahd. üf; vgl. aisl. seit, äpi, s. Larsson, ib.), seit, 
durch kontamination üpp hinauf ist wol nach § 318, 2 zu erklären (s. 
Johansson, Bei tr. XV, 240 ff.). 

§ 281. Nach kurzem, haupttonigem vokal tritt, 
scheinbar ganz regellos, dehnung in einigen fällen auf, wie 
in brot(f), brutt (vgl. § 152, 2) neben braut weg, hin, seit. 
huatta beschleunigen , hatta hassen u. a. statt huata, hata 
(8. Bugge, Norrene skrifter, s. 356), skattyrpe neben sköting 
höhn u. a. (s. Falk, Arkiv V, 121 f.), anorw. forraö (s. z. b. 
Wadstein, F. Hom., s. 133) gefährliche passage und huarra, 
•e wo in aller weit neben f'oraö, huara; vielleicht auch das 
rätselhafte snimma, snemma (s. § 162, 1) neben seltenerem 
(bei den älteren skalden nie vorkommendem, s. Jönsson, 
Skjaldesprog, s. 113) snema, snima (aschw. snima; vgl. got. 
sniumundö) früh, bald. 

Anm. Das im mnorw. häufige Uli statt til 'zu' ist wol wie im aschw. 
zu erklären (s. An. gr. II, § 299). 

§282. Nach gewissen konsonanten, bes. /, n, r, tritt 
(wie im aschw., s. An. gr. II, § 301) dialektisch dehnung ein 
und zwar nach /, n, r in der anorw. Barlaams saga. z. b. birtta 



$ 283, 284. Konsonantenknrznng. 207 

offenbaren, enddo enden, halldda halten: nach /. //. r in der 
Flateyjarbok: bei / nach r und bei n nach f, g, r im anorw. 
Cod. AM. 655. 4 Ö . fragm. IX. b und Cod. Holm, der Olafs saga 
helga (vgl. Brenner. Beitr. X. 436 ff.); bei n nach f. r in Cod. Reg. 
n. s. 1824 b. 4* c 1400 (>. M. Olsen. Volsunga saga. s. XXXIV ; 
bei /, n nach r in einem teile der Hauksbok (s. Hb.. s. XL1V) 
und (hier auch bei n nach f) in Jöfraskinna (s. De bevarede 
brudstykker s. XVIII), z. b. nafkn name. korll alter mann 
kornn körn. same. 

Anna. In lehn Wörtern wird d nach haupttonigem vokal zu dd, z. h. 
kredda lags. creda) credo. tteddn (ags. steda) stnte. Zur erklämng n. 
Noreen. Värt gprSkIV, 62. 



8. Kürzung. 
§ 283. Nach einem anderen konsonanten (nicht aber 
konsonantischen vokal) wird geminata verkürzt, z. b. ntr. blint 
^aus *bUntt § 268.1; got. blindata) blind, prät. venda (aas 
*wmdda, -dda § 276) zu venda wenden, ntr. hudrt{t)ueggia 
jedes von beiden, karl {*karü <*Jcarh §277.3) alter mann, 
bot* (*hotnn < *botnn) boden. lax (*Iakss < *laksii) lachs, hiarne 
{*hernne, *herznW §224.2: vgl. hiarse Scheitel und §317,4) 
hirn, J>oma [*por.zna. vgl. got. paiirsus) dorren. Vgl. dagegen 
z. b. teinn zweig, omr lehm. nass. ei/ss schöpft u. dgl. 

§ 284. Vor einem anderen konsonanten sind schon 
vor 1200 alle geminaten (wenigstens in der schrift) vereinfacht 
worden, ausser II, mm. nn. rr vor /. m, n, r und gg, kk vor 
kons. i. u. Jedoch ist schon in den ältesten hdschr. diese regel 
durch ausgleichung vielfach durchbrochen worden. Beispiele 
des alten Verhältnisses sind u. a. hlotr (ahd. hlahtor) gelächter. 
r(it{t)r zeuge, slötr schlachttleisch. Idtr ruhestätte der See- 
hunde, ncetr. detr (seit, dettr) u. a. § 267. vetr § 266. 2, ketlingr 
junge katze (zu kgttr katze). Otkell §245.1. etki nichts 
(zu eitt ein), retke gar nichts {*u-ett-Äi nach §239. l.a; vgl. 
ahd. triht), brotfall § 241. misktoin barmherzigkeit (zu präfix 
miss-). ok(k)la §266.3. bijgpa. yngna. ueia §246.2. f skygna 
['tkuggwinön) spähen, galdr \*yadl- § 313. 2. § 245. 2. zu gaddr) 
i'ussstapfe im schnee. ntr. J>tat zu Jmrr. dürr, prät. kipta zu 
kippa rücken, samfepr §245.2. apr §266.1. Vgl. Hoffory. 



208 §306. KonsonanteokUrzufig". 

Arkiv II, 38 ff.. Mogk. Anz. f. d. A. X. 61 ff.. Wadstein, F. Hom., 
si 127 ff. 

§ 285. Nach schwachtonigem vokal tritt regelmässig 
kürzung ein, jedoch nur zu sehr verschiedenen Zeiten in ver- 
schiedenen fällen, je nachdem ein ursprünglich starktoniger 
vokal früher oder später schwach tonig geworden ist. Bei- 
spiele sind: 

1. Enklitische und proklitische Wörter (von denen die 
meisten natürlich auch oft haupttonig vorkommen, dann fast 
immer mit erhaltener geminata), z. b. epa oder, mepan während, 
sifian seitdem (vgl. über diese drei § 241), fiih'a (haupttonig 
pykkia, vgl. § 147) scheinen, ek(k)e nicht, os{s) uns, kan{n) 
kann, han(n) er, hin(n) der (als artikel), en(n) noch, pan(n) 
den, huer(r) jeder, pes(s) des, um (umm, umb § 278 anm. 1) um, 
hineg dorthin, hierher neben hinneg (aus hinn-iveg nach § 235, 1, f) 
dort, pan(n)eg dahin, vil{l) will, anorw. nok{k)or{r) irgendein, 
sin(n), sit{t) sein u. a. (s. z. b. Wadstein, F. Hom., s. 130 ff.). 

2. Schwachtonige Vorsilben einfacher Wörter, z. b. gew. 
teningr (mit haupttoniger pänultima tenningr, s. § 51, 1, b) 
würfe], pre{n)ning dreieinigkeit. ke(n)ning poetische Um- 
schreibung, mi{n)ning erinnerung, s. Kock, Accentuierung, 
s. 225 f. und die daselbst zitierte literatur; Wadstein, F. Hom., 
s. 125; Hb.. s. XXIX (wo unrichtige erklärung) und s. XLIII. 
Peningr (so z. b. oft in Norges gamle love) neben pennmgr 
pfennig ist wol aus ags. pen(n)inx entlehnt. 

3. (Urspr.) schwachtonige erste Zusammensetzungsglieder 
(s. § 51, l,a), z. b. forynia (s. Falk, Arkiv IV, 357 f.) vorbote, 
Puripr (aus *Pwtffipr § 291. 4. b) ein frauenname, orgsta 
(s. z. b. Wadstein, F. Hom., s. 126), -rosta (z. b. Kräkumäl; gew. 
orr-, s. § 148) kämpf, fosyster aus *fös(t)systir und dies aus 
föst(r)systir (vgl. § 201, 10 und 11) pflegeschwester. ijwbtt 
geschicklichkeit (s. Kock, Accentuierung, s. 214). spanyr 
(St. Hom.) neben spännyr nagelneu, anorw. malauss (s. Kock, 
ZfdA. XL. 199) neben gew. mdllauss stumm. iam(m)ihit gleich 
viel, stör(r)dör grosse plane hegend (s. Kock, Accentuierung, 
s. 218), brilaup neben bryllanp (vgl. § 114 anm. 1) hochzeit. 

4. »Schwachtonige zweite Zusammensetzungsglieder, z. b. 
rindt{f)a freundschaft, eyvet, lyrit(t)ar s. § 267, mishun(n), 



s, 28.Y Koiistiiiaiiten-kürzimg. 209 

barmherzigkeit. anonv. (fwb(pf(t)f amt. u. a. m.. s. Wadstein, 
F. Hom.. s. 126. 

."». Schwachtonige ableitungs- und endungssilben. z. b. dat. 
8g. m. blindow (got. blind nrii ma) blindem, dat. pl. ollom (glhimm 
jj 277 anm. 5) allen, nom. acc. sg. ntr. bandet ( H/t md iH i § 206. 2. b i 
gebunden. feo&ri (*Aa#a<W § 2(33. 2) gerufen; entsprechend 
hgfo(d)d>ikr ans hqfuSdmhr | § 2(38. 3 ) köpf tuen. diofn{l)le(ir teui- 
lisch. hrigtdegr (vgl §206, 4) christlich. hriino(l)lr<in behörig 
u. dgl. (s. Sverdrup. Arkiv XXVII. 7). Nach langem vokal 
(auch wo dieser schon in der ältesten literatur verkürzt worden 
ist) und wo die geminata verhältnismässig spät entstanden 
ist. bleibt sie — tt vielleicht besonders lange, s. Sjöros. Stud. 
nord. fil. YIll. :'«. s. 13 f. — einstweilen, z. b. gen. sg. hirpess (vgl. 
]>ess. bness) zu hmper (got hu'rrdeis) hirt. Jcoüottr kahl. jfeefeft 
kessel, gen. sg. Lyren nar der kuh u. dgl. Später kann die 
geminata auch in diesen fällen verkürzt werden: im aisl. 
kommt dies in älterer zeit nur ziemlich sporadisch vor. z. b. 
nnnar(r) "anderer. drotten(n) herr u. dgl. in St. Hom. i andere 
beisp. bei Gislason. Xjäla II, 628JL, später aber regelmässig 
in gewissen hdschr. 's. .liriczek. ßusa saga. s. XXXII): dagegen 
im anorw. (bes. onurw.) ist diese kürzung nach 1200 ganz 
regelmässig, z. b. nokior(r) irgendein, kristin(n) Christen. 
drepen(n) getötet (Tüb. brachst.), n'nnahj) alt. annar(r) anderer, 
gen. pl. fktffur{r)a vier (Cod. Tunsb.). mykil(l) gross. hhmn(n) 
himmel. amb6i(t) dienstmagd (Xo. Hom.: weitere beispiele bei 
Wadstein, F. Hom.. s. 130 iL), gen. pl. ij)»i$($)<< zu ifmis(s) 
wechselnd, der suffigierte artikel -en(n). -in(n). gen. f. 8g. 
ar usw. 

Anm. 1. Die oben erwähnten kürzuugeu können auch dann eintreten, 
wenn die gfUri— t» aus dem auslaut eines wertes und dem anlaut eine- 
folgenden besteht, z. b. Jx'i ki<<ii/>) pai IM wir 'dann sprach so B.'. drefe />â–  
J>i'i tötet sie. }>>ihke }>*>)■ aus * p t fkki i (got. pivikeijA Ber ij»'r\ ; es scheint 
dir', n { p\ /j"t nif po(. s. § 248) dass es'. toio(m) w'r («*#) -wir (zweii 
nahmen", peim) mon : in dem masm m %xu vor eron (§ lös anm. 2) 

•wir sind'. 

Anm. 2. Anden zu beurteilen sind fälle wie die urspr. zusammen- 
gesetzten mannsnamen Hökun neben seit, -kunn is. Egilssom. anch -tonn s. 
Lind, Dopnauni ; air. Agonn S47. s. Marstrander, Bidrag, s. 118i, später gew. 
■ l;on is. Gislason. Efterladte skrifter 1,3). Aun(n) §228 neben (sehr seit, 
anorw. Auöunr, s. Lind. Arkiv XIII. 193. nndi gew. Aufiundi). -oh und (JitUt) 
< *Aun(n) §226 und §228. wo auch in aisl. hdschr. -» hännVer als -,n\ ist. 

X^rpfri. Alti*l. granmi. 4. aufl. ii 



210 § 286. Konsonantenkürzung'. § 287. Konsonantenschwund im anlaute. 

In jenen formen fehlt nämlich die nominativendung wie bisweilen im simplex 
kon (s. Egilsson) , vin neben konr sprössling, rinr freund. Zur erklärung 
s. Noreen, Arkivlü, 14 note, VI, 308 f., Uppsalastudier, s. 195 f. und 201. 
Auffallend ist son, sun neben sonr, sunt; sonn, sunn (s. § 277 anm. 2) und 
Halfdan neben seit, -danr st. des zu erwartenden * Halfdann (doch air. 
Albann 874,876, Albdann 934, s. Marstrander, Bidrag, s. 1 18;. 

§ 286. Nach langem, starktonigen vokal (oder 
diphthong) wird auslautende geminata in älteren aisl. hdschr. 
nur ganz ausnahmsweise (sporadisch) verkürzt, z. b. piön(n) 
knecht, 3. sg. präs. skm(n) leuchtet, is(s) eis, laus(s) los, vis(s) 
weise, 3. sg. präs. frys{s) friert, stöl(l) stuhl, scelil) glücklich, 
heil{l) gesund, pior(r) stier, skir(r) klar u. a. schon um 1200 
(s. Gislason, Njäla II, 628 ff.), fälle die wol sämtlich auf Über- 
tragung aus formen mit lautgesetzlich einfachem konsonanten 
(wie acc. sg., 1. sg. präs. u. dgl.) beruhen können; in den misl. 
rimur aber ganz regelmässig (s. Jönsson, Fernir fornisl. rimna- 
flokkar, s. Vif.). Dagegen in anorw. (bes. onorw.) hdschr. ist 
schon früh (in nebentoniger silbe schon um 800 durch air. 
lehnwörter bezeugt, s. Marstrander, Bidrag, s. 119) diese kürzung 
durchaus regelmässig (s. Wadstein, F. Hom., s. 130 ff.), z. b. ntr. 
breit zu bräÖr hastig (aber satt zu sadr wahr), vis weise (aber 
Jcoss kuss), kr ös (vgl. ahd. chruzi) neben hross kreuz. 

Anm. Fälle wo eine geminata nach kurzem, starktonigem vokal 
verkürzt worden zu sein scheint, beruhen — mit ausnähme der misl. 
kürzung eines auslautenden rr, worüber s. Gislason, Efterladte skriftei 
II, 169 f. (und vgl. An. gr. IL §305) — wol auf anal. Übertragung, z. b. 
3. sg. präs. seit, stel, skil, fer, oft les statt stell (steh; s. § 277, 2, b) stiehlt, 
skill (skilr) scheidet, ferr fährt, less liest, wol durch entlehnung aus der 
1. sg. präs. Unklar bleiben pakä (so immer im Cod. AM. 645 4°) neben 
pakka danken, fiori (so immer im aisl. teile der Hauksbök, s. Hb., s. XLIV, 
wie zum teil im nisl.) neben porre der 4. wintermonat, aisl. pes(s)a dieses, 
-er (gen. sg. und pl. ; ein erklärungsversuch bei Hänninger, Fornskänsk 
ljudutveckling, s. 38; aber vielleicht kommt pesa nur in solchen hdschr., 
z. b. St. Hom., vor, wo ss durch s wiedergegeben wird, s. §45 anm.i. 

IV. Uebrige iautgesetze der konsonanten. 

A. Schwund. 

1. Im anlaute. 

§ 287. Wo durch synkope einer unbetonten vorsilbe (§ 154) 

eine der spräche fremde konsonantengruppe oder auch eine 

geminata entstehen sollte, schwindet der anlautende konsonant, 



§ 288. 2S9. Konsonantenschwund im anlaute. 2 1 1 

z. b. nmnui (ags. bemämm) berauben, xtolernt (ags. bestolen) 
beraubt; burpr (got. gabau rp$) geburt. nnnne (got. gaminpi) 
gedächtnis; prät. meip § 154 u. a. m. Vgl. Delbrück. Syn- 
kretismus, s. 51 uud 178, Yonhof. Zur entwicklung der germ. 
echten verbalkoraposita. s. 4 f. 

Anni. Aus demselben grund fehlt gew. p in den lehuwörtern {p>*nh»r 
psalm und ip<$a1t(ire psalter. 

§ 288. ><■ schwindet im allg. schon vorliterarisch vor r. 
z. b. reipr (aschw. rreper) zornig, reha (aschw. rrmku. got. wrikan) 
treiben, rangr i aschw. vranger, engl, tcrong) schief, rata (got. 
irmton) wandern, rist (nschw. vrist) rist, rise (vgl. as. torisitik) 
riese. ripa (aschw. cripa. ags. wHÖan) drehen, rita (ags. iiritan, 
mndd. irrlten, vgl. urn. prät. wotaü Istaby. präs. waritu Järs- 
berg) schreiben, rcijje (vgl. ags. urced. got. irripus statt *wre~Pus. 
s. Bugge, Bezz. Beitr. III. 114) ferkel, ro (aschw. crä) winkel, 
reine hengst (vgl. aschw. vrSna, mndd. urenschen wiehern). 
reitr (aschw. irreter. vgl. urn. wraita Reistadj abgesteckte 
fläche. 

Anni. 1. Noch im 10. jahrh. ist ic in dieser Stellung nicht fortgefalllen. 
wie bewiesen wird durch gedichte. die zu dieser zeit verfasst worden sind, 
wo Wörter, die später mit r statt vr anfangen, durch die alliteration mit 
solchen Wörtern verbunden sind, wo » als v auch später geblieben ist. z. b. 
bei Eilifr Guju-ünarson: [TT] /•?«/»• ttoß [W]rgsJco bröper, vä gagn faper 
Magna, u. a. (s. Bugge, Bidrag s. 8». Noch später als auf Island schwand 
w in Norwegen und hier später im Süden (wo, bes. onorw., noch heute iw 
als w in vielen dialekten herrscht; vgL anorw. vreiöe zom aus dem j. 1381, 
s. Fritzner III, 58) als im westeu und norden. Vgl. noch Sijmons, Die lieder 
der Edda I, clxxiv und cclxxxiv, F. Jönsson, Arkiv VI, 150 f. . No.-isl. 
kutan- og sprogforhold. s. 264 ff., B. M. Olsen, Timarit XV, 43 ff. 

Anm. 2. In anorw. hdschr. seit dem 13. jahrh. kommt es einigemal 
vor, dass statt wegfall von w metathesis von to und r eingetreten ist, z. b. 
ruceidi (gew. rmÖi) zom, ruangr (rangr) schief: s. Vigfusson, Eyrbyggja 
saga, s. XLIX note ; Fritzner III, 58 ; Hsegstad, Kong. s. 24 und 35, Vestno. 
maalf. II, 2, i. B. 151 : G. Flom, University Studie* IV. 2. s. 15 (wo unrichtige 
erklärung). 

§ 289. Im anorw. schwindet h schon vorliterarisch vor 
l, n, r, z. b. lutr (aisl. hlutr) teil, niga (aisl. kniga) sich neigen. 
rasinn (aisl. hreinn) rein. 

Anm. 1. Die Orthographie einiger alten rnneninschriften (wie Hrikarifo 
= Hringariki Alstad im 10. jahrh., Hrabisun = Hr(eppis$ MM Skollevold 
c. 1000, s. Bugge, Norsk Sagafortaelliug . s. 124 note 2) und die alliteration 

14» 



212 §290. Kons. -Schwund im anlaute. §291. Im in- und auslaute. 

der ältesten anorw. gediente zeigen, dass im 10. und ll.jahrh. h noch da 
war; andererseits fehlt, es schon in der Faberger inschr. c. 1050 [Itoar 
= Hröarr, s. Bugge, ib.) und in der literatur schon bei Theodoricu* 
monachus um 1175 (Ranason — Hranason, Ringr = Hringr). Orkn. blieb 
es wenigstens bis ins 13. jahrh. (s. Vigfusson , Eyrbyggja s. , s. XXXV) ; 
sbetl. ist noch aus dem j. 1360 Hrolfs bezeugt (s. Hgegstad, Hild. s. 64). 

Anm. 2. Auch in aisl. hdschr. des 13. und 14. jahrhs. finden sich 
einige beispiele von dem wegfall des h vor l, n, r (s. z. b. Bugge, Norroen 
FornkvjeÖi, s. XII und 446; Gering, Isl. /Ev. I, XX). 

Dagegen fehlt sporadisch, sowol in aisl. als in anorw. 
hdschr., anlautendes h vor vokalen; so z. b. oft in St. Hom., 
in Agrip u. a. 

Anm. 3. Dieser Unsicherheit des anlautenden h verdankt wol das 
bisweilen zugesetzte unetymologische h (§ 306) sein dasein. 

§ 290. Seit 1300 schwindet im aisl. g vor n, z. b. (g)naga 
nagen, (g)neisti funke; mnorw. auch in einigen dialekten, z. b. 
Nüpr st. Gnüpr ein mannsname. 

Anm. Die schon früher (und auch anorw.) auftretenden nogr hin- 
reichend, Wer gleich neben älteren gridgt, f/likr sind wol selbständige bil- 
dungen ohne das präfix ^a-. 

2. Im in- und auslaute. 

§ 291. Wo durch synkope, Zusammensetzung oder sonst 
eine aus drei konsonanten zusammengesetzte gruppe ent- 
steht, welche sonst nicht der spräche geläufig ist, fällt der 
mittlere konsonant fort, wo er nicht durch assoziation erhalten 
wird: 

1. b fällt zwischen m und s, z. b. I)um(b)s haf das eis- 
meer, gen. dram{b)s zu dramb (das) prahlen; zwischen m und / 
wol in kum(b)l (as. kunibl, -dl) grabdenkmal zu kumhr (vgl. 
griech. yo/tr/oQ pflock) keule (s. Meringer. I. F. XIX, 447 und 
XXI, 298). 

2. d. z. b. frcen(d)kona muhme, pl. syn{d)ger zu syndogr 
sündig, van(d)lega sorgfältig, mun(d)laug handfass, tial{d)lnt]) 
zeit, hol(d)gan incarnatio, hal(d)faicemr nützlich, pl. hal(d)ner 
zu haldenn gehalten. slenguan{d)bauge ringvergeuder, Vellan[d)- 
katla, Hengiankiapta u. a. dgl. poetische benennungen (Falk, 
Beitr. XIV, 42); bes. häufig in dem präfix and-, z. b. an(d)mar/:r 
fehler, an{d)lit antlitz, an{d)lät tod, an(d)nes Vorgebirge u. a. 
sowie die vielen adj. auf -«wfr?)^-. z. b. elskanlegr liebenswürdig 



§291. Konsuuauteuschwuuil in dreikuusouautischer giwppe. 213 

neben dugandlegr tüchtig (s. Sverdrup. Arkiv XXVII. 156 ff.); 
ferner häufig wo d zwischen zwei l oder zwei n kommt, z. b. 
mil\d)lega sanft. v?ral\d.)ltgr weltlich. d\d\hgr feurig, pl. 
bun(d)ner zu bundenn gebunden. blanid)ner zu bJandenn 
gemischt. — In fällen wie tm tfymuir {emtmar^ antwort. -skate 
gegner. -spiall gespräch. -xtyggr hässlich oder gen. tiaHdis zeltes. 
suu(d)s sundes u.a. (s. Gislason. Xjäla II. i>34fi ist wol eher 
t (s. § 245. 1) geschwunden. 

3. ö. z.b. l'iiap^and. wn-fviin ahd. nord roxi: auch wo'/ ■ 

s. Gislason. Efterladte skrifter 1.208. anorw. noreno § 151.7. 
nach Noregt) norwegisch, pl. nor{p)menn norweger. dat. ntr. 
//>•'/ <i>J)- iio zu bruffpmn geschleudert. hai\p)la sehr. iuryPSleyr 
irdisch. sÄwr( 7^ )</'># götzenbild. stir{P)na steif werden, pl. <>n p)ner 
zu urpenn geworden, dat. or(p)yom zu or(p)oyr heftig, aufrecht, 
aufsätzig. orj/uiu. aufrichten, heben. cer(P)gangr bettelei. die 
mannsnamen anorw. HdfanÖr). -voiiär). Siyur(#r), die wol auch 
nach § 292 anm. 2 erklärt werden können u. a. — In fällen 
wie anorw. mar(d)skinn marderfeil ist wol am ehesten t 
(s. § 238. 2, d) geschwunden. 

4. f: a) Stimmhaftes (Z), z. b. par{f)nask bedürfen. 
Personennamen wie ll(f)gestr. -rekr. Al{f)dis. -yautr. anorw. 
hfpVf ningr hälfte. haslda- neben hxdfdar-lund stück land von 
sre wisser grös>e. anorw. tolmönudr (Cod. AM. 31 5 F.: st. tolf- 
Jahresfrist, prät. (el(f)öi. yl(f)Öi s. § 313. 1. bi Stimmloses \f. 
eventuell p. s. $ 240. 2 . z. b. find anzahl von fünf, fimte fünfte, 
anorw. hrnit. turnt vgl. §112. 1 und 298. 2) bauplatz. land- 
skiahf'U erdbeben. al(f)i BOawaa, Sigroja- iso schon um 1000. 
s. Maut I ander, Bidrag s. 92 und 106; ''Siyr-frodn. Gop)-. 
Guprepr (sehr seit, -frepr) Gottfried u. a. mannsnamen auf -repr 
(vgl. HcdlfreJ/r u. a.). Sigripr. Gu]nripr, Pnnpr \*PurfHPr). 
Rayn{f\>'tp>\ Arnif \>npr. Hobu(f ')ripr DL a. frauennamen auf 
-(fyipr. gen. B6tol\f)s. Bryniol(f)s (wonach auch ein mnorw. 
nom. Brgmoh, E>/iobf)6. (Jl(f)s (<01afs) mannsnamen. anorw 
Biol(f)stader ein Ortsname. 

5. s fehlt sehr häufig in den synkopierten formen von 
moryonn {moryenn) morgen, z. b. dat. sg. mor(g)ne. nom. pl. 
mor(g)nar: ferner z. b. fgl(g)P begleitung, dbyr(g)p Verantwort- 
lichkeit und personennamen wie Ber[g)dorr, Ber(y)sueinn. 



214 §291. Konsonantenschwund in dreikonsonantischer grappe. 

Bor{g)ny (mnorw. Borni). Dol(g)finnr, mnorw. Mar{g)reta. — 
Im ntr. märt (so überall in den ältesten aisl. hdschr., sehr 
häufig auch in älteren anorw. hdschr.; erst später tritt margt, 
markt auf) zu margr 'mancher' ist. es wol zunächst der stimm- 
lose spirant (s. § 239, 1, b), welcher fortgefallen ist. 

Anm. 1. Explosives g (oder wol eher k, s. §246,1) fehlt in enskr 
(sehr seit. engsJcr, vgl. 7 unten), harpenskr, anorw. ionfru, s. § 264. 

6. k. z. b. ntr. beis{k)t zu beiskr bitter, gen. ver(k)s zu 
oerk werk, heims(k)legr von törichter art und viele andere 
adj. auf -s{k)legr (s. Sverdrup, Arkiv XXVII, 7 und 48), fyl(k)sne 
versteck § 222, 2, hannyrp kunstfertigkeit < *-yrkp (zu yrkia 
verfertigen, s. Hultman, Hälsingelagen I, 66 note), iartegn Wahr- 
zeichen aus (nach Liden) ^iarktcgn\ä&s wol in der Schreibung 
iargtegn. s. § 293, 3, vorliegt) < *iark(ii)tegn (s. unten 9) zu 
iarkna-steinn edelstem (got. -airkns, ahd. erchan echt), anorw. 
Mertalr (*Myrk-dalr, s. § 245, 1) ein Ortsname, kir(k)messa 
kirchenfeier. Vgl. anm. 1. 

7. I, z. b. kar(l)mapr mann. gen. kar{l)s (wonach sehr seit, 
nom. kar) zu karl alter mann, gen. im\l)s zu iarl jarl. engskr 
(gew. enskr. s. anm. 1) aus *ceng(l)skr neben unsynkopiertem 
engliskr englisch; bes. oft in prät. öx(l)ta zu oxla vermehren. 
sys(l)ta zu sysla verrichten, part. prät. cix{l)ir zu vixla wechseln. 

8. m, z. b. Hol(m)steinn . Hulvipr {<C*Hulmvidr). mnorw. 
Hol[m)fastr, Hol(m)ger mannsnamen. Or(m)snces ein ortsname. 

9. n, z. b. ber(n)ska kindheit, 3, sg. prät. gir(n)tesk zu 
yimask verlangen, ol(n)boge eilenbogen, ntr. iam(n)t zu iamti 
(anal, sehr seit, iam) eben, iam(n)büenn 'ebenso bereit', gen. 
vcm (so immer in den ältesten hdschr.) zu mtn wasser. boz 
(botns) zu botn boden. naf(n)s zu nafn name. gangs (gaws) 
statt gagns (gamis §239,2) nutzen, iartegn (s. oben 6) Wahr- 
zeichen, Ar(n)biorn, Ar{n)möpr, Kag(ri)-. Hog{n)valdr manns- 
namen; anorw. beisp. sind u. a, horrcekkm (s. § 279, 1) bei- 
schläferin, ncef(n)dr, ncef(n)t genannt, gen. stof{n)s. stom(n)s 
stumpfes, mnorw. Ar(n)cidr u. a. auf Ar{n)-, Biar{n)mödr, gen. 
Bior(n)s mannsnamen, Ram{pn)stader ein ortsname. 

10. r, z. b. die verwandtschaftswörter pl. fepgar (aschw. 
run. faprkan, d. h. fasdrgaR) vater und söhn, mepgor (aschw. run. 
muprku, d. h. mtörgu) mutter und tochter, mäpgen (adän. run. 



^ 292. Konsonantenschwund im iu- und auslaute: d. 215 

muptkin. d. h. medrgin) mutter und solin. systken fsyai, 
vgl. 11) geschwister. sammeddr (*-m4ÖriÖr) von derselben 
mutter. u. a.: ferner schwankend z. b. gen. myrk{r)s zu myrkr 
tinsternis. aust)-)ker (vgl. 11) schöpfgefäss. fast r)syster pflege- 
sch wester. nom. sg. «7/V/e (*nlfr-gi) 'ein wolf nicht', nom. acc. 
pl. kuerk(r)nar die kehle, gen. AleMo>dir)s ein mannsname. 

Anin. 2. Unsicher bleibt, ob s iu der gruppe fst (pst) schwinden 
kann (vgl. § 309. 1). Heipt, heift uud seit. (3 mal bei Larsson) keifst hass 
können mit verschiedenen suffixen (-ti-. resp. -sti-) gebildet sein (vgl. mhd. 
keifte sturmwetter : got. kaifs's nebeu haifts. s. Streitberg. Got. elementar- 
buch 8 , s. 88, streit), oder auch ist keifst nach § 309, 1 aus keift entstanden. 
Ebenso können das nicht seltene (s. z. b. Larsson) eftr. eptr (vgl. got. iftuma'f) 
und das gew. efstr letzt sich zu einander verhalten. 

11. t. z. b. heip{f)giam rachgierig, krisitjne Christentum. 
hudr[t)ke keines von beiden. aus(t)ker (s. oben 10), Bes(t)la. 
Biartt)marr personennamen. gen. pl. hiar(t)na (s. H. Rydberg. 
Die geistlichen dräpur. s. XXX) beizen. sys(t)ken geschwister. 
ä-At. pis'tjle zu JdsteV. distel. gen.hesitjs pferdes. Kris'ts Christus. 
fosyster (§ 285. 3) aus föstsyster (s. oben 10) pflegeschwester. 
brixle aus brig.de (aus brigdsli § 238. 2. d) Vorwurf . anorw. 
op(t)lega oft. Aus{t)maÖr ein mannsname: bes. oft in den syn- 
kopierten kasus von aptann abend, z. b. dat. sg. ajAtme. nom. 
pl. ap(t)nar. — S. auch oben 2 ischluss) und 8 (schluss). 

jj 292. ö (altes oder nach £ 221. 1 aus J, entstandenes) 
schwindet sporadisch vor /•. », seltener vor nt. y. 1. /', k. z. b. 
die personennamen Görepr iGoprvpr) Gottfried. Gyrip, iGupripr. 
mnorw. auch QwriÖr . Pry\p)reki\ Morekr ^ahd. Möderlh). Börekr 
\*Bodrikr, ahd. Paturlh;, Frirekr (Fnprekr) Friedrich, Piö(P)rekr 
Dietrich. Hrd{]>rekr Roderich, mnoi'w. Pe{Ö)r. ferner z. b. d(J))r 
vorher, iür enter, fiörer ffedweä > *fwdrir) vier und fer- (ans 
schwachtonigem 'feör-'i. s. Noreen. Svenska etymologier. s. 41: 
seit, anorw. fier-, s. Haegstad, Vestno. maalf. 1. 130. entspricht 
wol aschw. ficepr-. mschw. fixer-) vier-. yr (jgpr) euch, lyritr 
(HyÖrettr) allgemeines recht, pl. hudrer zu huaparr (gew. anal. 
hnärr) wer von zweien, mnorw. Endri(ß)r ein mannsname. 
ner (nidr) hinunter is. Haegstad. Vestno. maalf. II. 1. s. 32. resp. 
II,2,i, s. 60): Skdney (ags. Scedenig. aber Sconeg schon bei 
Wulfst&n vor 900; lat. Scadinauia. aber Scania bei Adam von 
Bremen c. 1050) Schonen, pl. heiner ibei "WidsiA IneÖnas. vgl. 



210 g 2!>ü Konsonantenschwund im in- uiid auslaute: £. 

Ptolomaeus Xaidtiroi in Schweden) einwohner der Heipmork 
(ebenso Hb. s. LVI heinir statt gew. heipnir heidnische), (/rein 
bescheid zu greifia in Ordnung bringen (vgl. § 154), reyner 
sperberbaum zu raupt rot. pl. truncr (tropmer) zu tropenn 
getreten, vielleicht Bon die meerfrau zu rapa walten (s. Kock. 
ZfdA. XL, 205); die mannsnamen Hrdipjmandr, Gu(P)mundr. 
Hrei{p)marr (s. Lind. Arkiv XI. 269), anorw. Bd{Ö)mundr 
(s. Rygh [und Bugge |, Gamle personnavne, s. 197 f. mit note), 
mnorw. Frömundr (ahd. Frödomand) ; mnorw. Augaüt (*Aiidgautr). 
Bögard. (*Hrödyardr)\ Fri{p)leifr (s. Hb., s. XLV), yö(P)leyr 
schön (über das zweifelhafte (Aegr s. v. Friesen, N. Spr. 1,11). 
mnorw. Sauland (Ha?gstad. Yestno. maalf. II, 2, i, s. 60) ein 
Ortsname zu sauÖr schal'; Fdfner (s. § 225, aus Fadmner Ha-g- 
stad bei 0. A. Johnsen. Olafs saga, s. XLIX) mythischer 
schlangenname. bgßrq neben bopfara brünne (vgl. § 253 
anm. 2). mnorw. sta{d) feste (H;egstad, ib.) bestätigen; anorw. 
(sehr seit, aisl.) Vi{Ö)kunnr ein mannsname. Beispiele kommen 
schon bei pioöolfr (um 900) vor. Vgl. Bugge, Ant. tidskr. 
f. Sv. V.41, Kingen i Forsa kirke, s. 56. Arkiv II, 2121. 2181, 
246 ff.; Gislason, Udvalg af oldno. skjaldekvad, s. 61 und 72. 

Anm. 1. lieber zweifelhafte fälle, wo d vielleicht nach seh wach touigem 
vokal auch vor anderen konsonanten als den oben erwähnten geschwunden 
ist, s.Falk, Arkiv IV, 354 (bes. die note) und andererseits Noreen. Urg. 
lautl., s. 171. 

Anm. 2. Anorw. fällt bisweilen <) teils intervokalisch. z. b. mara(d)e 
antwortete u. dgl. (s. Hsegstad, Vestno. maalf. II, 1, s. 32 und II. 2. i, s. t>0). 
mnorw. Vier (Vidarr) ein mannsname, teils auslautend nach /•, z. b. 6rskur(dr) 
entscheidung, skipgier{d) Schiffsausrüstung, mnorw. ior(d) erde (s. Hsegstad, 
ib. 1, 15 und II, 2, i, s. 60, vgl. 132). Mnorw. kann d auch inlautend nach r 
schwinden, z. b. giondy machte, Har(9)angr ein ortsname (s. Hfegstad, ib. 
II, 2, i, s. 60). — Vgl. auch § 303, 3. 

§ 293. s schwindet : 

1. In nicht haupttoniger silbe zwischen u, y und d, sowie 
vielleicht in unbetonter silbe zwischen u und /. z. b. die vielen 
Zusammensetzungen auf -(h)dp. -yp neben -{h)uyp. -yyp wie 
dst(h)dp liebe, illdp bosheit (vgl. Bugge, Beitr. XIII. 50S), ferner 
afbrype {-bryyPe) eif ersucht, dbrdpegr eifersüchtig; ipu(g)lega 
unaufhörlich, mottuleyr neben mottugr mächtig. naufnt{g)legr 
streng u. a. (s. Kock, Arkiv XXI,' 108 ft'.). 



§294. Konsonantenschwund im in- und auslaute: h. 21 r 

2. Vor kons, i allgemein gegen das ende des 13. jahrhs. 
iaiiMialmisweise schon früher, z. b. anorw. in Xo. Hom. und 
Cod. AM. 310. 4°). wie aus Schreibungen wie gy(g)iar zu gxjgr 
riesin und umgekehrte Schreibungen wie py(g)iar zu pgr magd, 
blce{g)ui decke. Orhue(g)ior die Orknöer erhellt: vgl. Bugge. 
Xorroen Fornkva?di. s. XII. Liden. Blandade sprakhistoriska 
bidrag I. 39 note und oben § 2(53 (schluss). 

3. Sporadisch vur w, seit, auch d. ?/'. /. m. ?#, r, z. b. 
Ä(g)vahh\ anorw. Ma(g)i(ddr. Si(g)rardr mani^namen. Beiig)rin 
i B. H*gstad. Vestno. maalf. II. 2. i. s. 74) Bergen, mnorw. Si(g)- 
raldr. -rastr {-fastn. -ro.tr. -cidr mannsnamen; mnorw. lo.udagr 
(Haegstad. ib. II. 2. i. s. 117) Sonnabend zu laug bad: anorw. 
V>(g)fast>\ aisl. Fi(ß)füs8 mannsnamen (in welchen wahrschein- 
lich doch f als b. r nach ^ 240 anm. 1 aufzufassen ist; vgl 
Bugge. Arkiv 11.105. Lundgren. ib. X. 181); hl4{g)legr lächer- 
lich ; anorw. | seit, misl.) A(g)mundr (vgl. § 270 anm. und Lind. 
Dopnamn. sp. 1239). anorw. $i(y)m>.tndr mannsnamen: qmbon 
(anorw. auch atuBmn^ >. >. 262,1; aus *anäabusm-?, s. Falk, 
Arkiv III. 342) lohn. <ort?nq)n y-tegr<. später — wol volks- 
etymologisch teihi. seit, lardttik». lüar-. iary-. artcgn. ia.rtign. 

s. Wadsteiu. F. Hom.. s. 60. anders Hultman. Hälsingelageu 
-. 76) Wahrzeichen; förUlct < fagrJ/kt'f schöne* iso Mogk. 
Literaturblatt f. germ. u. rom. phil. 1893. sp. 278). mnorw. Si(g)- 
//'/,/•. Si\y)ridr personennamen. 

4. Dialektisch zwischen zwei u (o). z. b. fu(g)uti (auch 
f'ogutti. folguti. fwiti u. a. unklare formen) vogt. auorw. Siurdr 
(schon 1338: shetl. 8eorör 1452 1 aus Siugurör \§ 89 anm. 3) 
Sigwart. orkn. tottu aus tuttuyit zwanzig (s. Ha?gstad. & Tr.. 
s. 94, Hild. s. 63) ; vgl. £ 203 anm. 3. 

Anni. 1. Vereinzelt steht mnorw. statu st. >Utfutuir > Schreibfehler ?? | 
eiu inannsnawe. Ueber die nicht hiureicheud erklärten adv. auf -la neben 
â– lega s. bes. Sverdrnp. Arkiv XXVII. 181 ff. und Kock. ib. XXYTII. 178 ff. 

Anni. 2. Auslautend in hize\ij\ dort. h ucv$ u ( g) wie und ninorvv. 
Ingebior(g) ein frauenname. 

§ 294. h schwindet, wo es durch Zusammensetzung in 
den inlaut zu stehen kommt, wiewol es natürlich oft durch 
assoziation erhalten wird. z. b. öneis* bedeutend zu hneiss un- 
bedeutend. 6f aus ohaf (& Jönssun. Skjaldesprog. s. 24) grosse 
menge, umböge (ags. ymbhagm) sorge. nt(h)d>fr gebärde. er(h)cefe 



218 §295. Konsonantenschwund im in- und auslaute: i. 

küste ohne hafen, er(h)öf unmenge, austr-, vestr-, norpr{h)alfa 
(danach anorw. anal, auch als simplex alfa neben halfa) öst- 
licher usw. Weltteil. eWk{h)uge liebe, afr(h)endr vollendet, lik- 
(h)amr, -me körper, frials (vgl. got. freihals) frei, Gimle Wohn- 
ort der seligen (zu Me obdach). yullaj) (gullMap) goldenes band, 
brulLaup (seit., z. b. St. Hom., bruplauj)) hochzeit, ein(Ji)arpr 
zuverlässig, varp(h)ald wache, Seimr oder Scemr (§ 130 anm.) 
aus Sce(h)eimr, anorw. Vllarvdll (< *-huäll, s. M. Olsen, Maal 
og minne 1917, s. 48) Ortsnamen; ferner eine menge von 
Personennamen, z. b. llluge (zu huge), Nipopr (zu hqfir; ags. 
NiÖhad), Älf{h)eipr. Möeipr. Bagneißr. Bandeipr, Arn(h)ei/jr 
(zu heipr), Älf(h)ildr, Bopuüdr, Yng-, lnguildr, Gunn(h)ildr, 
Grim(h)üdr (zu hildr), Sig(h)uatr, Pör(h)allr, Pör(h)addr und 
bes. die vielen auf -arr (zu herr), z. b. Gunnarr (ahd. Guntheri). 
Harr (alt Häarr, s. § 54, 1). 

Anm. Ueber das möglicherweise hierhergehörige — dann aus den 
vielen Zusammensetzungen losgelöste — reifr froh (nisl. hreifr) s. Pipping. 
Kuninskril'terna pä Ardre-stenarna, s. 21 f. 

$ 295. Kons, t (welches urspr. überhaupt nur antesonantisch 
nach kurzer silbe vorkam, s. § 226) schwindet in nicht haupt- 
toniger silbe vor palatalen vokalen, z. b. 2. pl. präs. velep (got, 
waljip) zu velia wählen, eile (gen. vüia) wille. In alten 
gedichten zeigt sich noch bisweilen i vor w, e, z. b. nom. pl. 
part. präs. dylicendr verneinend, hyggicendr denkend, viniey 
Weideland am wasser u. a. (s. Sievers, ßeitr. XII, 486, ZfdPh. 
XXI, 104 note). Später kann lautgesetzlich erhaltenes i durch 
analogie schwinden, z. b. mip{i)aldr ; von mittleren jähren" 
(nach mipr mittlerer), skegg(i)uld kriegerische zeit (nach skeggex 
'securis barbata' u. dgl.). 

Anm. 1. Durch dissimilation ist i geschwunden in siautän, seit. 
sautiän iseytimi) neben siautiän (sieytiän) siebzehn (Gislason, Aarbeger 
1879, s. 161 ; Noreen, Arkiv VI, 331 f.). 

Anm. 2. Ueber das scheinbar erhaltene i nach langer auf ^ , g , k 
endenden silbe s. § 263. 

Anm. 3. FreUa frei macheu (zu frials § 133, a frei) hat kein i ver- 
loren, sondern ist aus *fre{li)elsa <C*frihal$ian entstanden. Aber sonst 
schwindet nicht seit, im anorw. und noch häufiger im mnorw. i zwischen 
r und haupttonigem vokal, z. b. fr(i)als frei, fr(j)cpdagr (s. § 70, 2) freitag, 
Gröd-, Gröd- (s. § 248 anm 5), Gröt- (vgl. § 70, 4) st. Griötgardr ein manns- 
name, StrensstpÖum (Striöns-) ein ortsname, pr{i)ü drei, pr{i)özka wider- 



§ 296—298. Konsonantenschwund im in- uud auslaute: k, t. m. 

spenstigkeit ; seltener auch nach /. z. b. Ledolfr (ZJ6Ö-), Lot-. Letuifr, 
-olfr (Liöt-) mannsnamen, tep (aus Miöp) lief: noch seltener nach n. z. b. 
m ut mam (sntö-, s. §70,4) schneeschnielzung: s. bes. H#gstad. Vestno. inaalf. 
II, 1, s. 54, 87 und II, 2, i, s. 119. — Nonr. t'rauennainen wie anorw. Ingiborg, 
-barg, muorw. Giinnborg, Raüborg (statt der älteren -biorg) sind wol den 
wgerm. auf -burgt's (neben -berga) gleichzustellen, sei es dass sie um. ver- 
wandt oder wol eher entlehnt sind. 

§ 296. k kann vor sk durch dissiuiilation schwinden, z. b. 
prät. pass. lau(k)sk schloss sich. tö(k)sk nahm sich. fe(kk)sk 
(vgl. § 284) empfing u. dgl. (s. Wadstein. F. Hom.. s. 139). 
yri{k)skr griechisch. häley\k)skr aus Hdloyaland stammend. 

§297. t Kakuminales 1 schwindet dialektisch im anorw. 
(vorzugsweise wnorw.. s. M.Olsen. Xamn och bygd II. 248 f.) 
vor labialen und gutturalen konsonanten. z. b. 3. präs. konj. 
(runisch) hiabi (Äardal. Byglandj. d. li. hidpe (hialpe) helfe 
wie Hb? s. XXXVIII hidp ; im Hoprekstader buche ihahh; höf 
statt idfülde kamel. //Z/halb: in Hb. sid(l)fo; ferner Biu(T)fr, 
Brynio(l)f>\ Gvnnu(l)fr : Uro 1 fr. Sando[l)fr. l\l)fgestr, So(l)fe. 
P6(l)fr, St6(l)fr, X6tto(l)fr mannsnamen. hdfsdld. -scelda halbes 
mass, hialmu & § 254 helmstock: E{l)ftaleyti; Ä{l)mdaler 

Ortsnamen. H6{l.msüeinn, Sä(l)mundr, Vilid(l)ntr: Ko'ljbiorn: 
H(B{l)ge. Va(l)gardr mannsnamen. fy(hgt gefolgt; he(T)kn Stein- 
boden. fö{l)k volk. F6(l)ke ein mannsname; vgl. umgekehrte 
Schreibungen wie piolfr statt piöfr dieb, Hündiulfr, Valdiulfr 
statt -diüfr (s. § 238. 1, b). Vgl. z. b. Haegstad. Vestno. maalf. 
IL 1. s. 75 und II. 2. i. s. 154. sowie u. s. 47. 

Anm. 1. Seiten ist dieser schwand bei dentalem 1. z. b. fria(l)s frei, 
kgndi(l)smessa lichtmesse, Päfa(l)staö ein Ortsname : Ha(U)dörr ein manns- 
name. landskytlyi pachtgeld (s. z. b. Haegstad. a. o.). Shetländisch ist 
HiaÜand (schon 1226) st. Ritäüaml (<. Wadstein. F. Hom.. s. 67 f. noteV 
vgl. nshetl. getling aus *g(eltlingr. 

Anm. 2. Ausnahmsweise kann /. sowol aisl. als anorw., im unbetonten 
auslaut nach vokal schwinden, z. b. hdzti, miküsti allzu, mhkursti 'ein 
bisschen zu" neben til -zu'. sÄ-«(/) soll. . 

g 298. m schwindet : 

1. Im urspr. auslaut. z. b. fra (got. fram\ 'von' (vielleicht 
noch mit lautges. inlaut. m in St. Hom. frambmrr neben frabchrr 
'ausgezeichnet - . 1. sg. präs. püna ahd. diovöm diene u.dgl. 
vgl. § 531 anm. 2). 



220 § 291). Konsonantenschwund im in- und auslaute : u. 

Auin. Mnorw. schwindet m ziemlich allgemein in der dativendung 
-um, -om, i. b. gardeno, -ue st.gardenom dem hofe; s. A. B. Larsen. Arkiv 
XIII, 250 f., Haegstad, Vestno. niaalf. II, 2, i, s. 160. 

2. Vor urspr. stimmlosem /; z. b. fifl (s.-§ 110, 1) riese, tor 
neben fimbol- riesen-, töft (toft, anorw. tuft, s. § 112, 1) bau- 
platz neben anorw. tomt, turnt (nach § 291, 4, b), beides ans 
Humf't-; fim, seit, fimm (got, fimf) fünf hat sich nach fimte (got. 
fimfta), fimtän u. a. gerichtet (s. Noreen, Arkiv III, 39 f. note. 

§ 299. n ist in folgenden Stellungen fortgefallen : 

1. Vor k, wo die laute durch synkope zusammentreffen 
und nicht assoziation oder gelehrter einfluss das n (dann als 
velaren nasal) erhält, z. b. Äke (adän. run. qaki, alid. Anihho), 
Hake (ahd. Hannihho). dykr (dynkr zu dynr) lärm, mtikr (ags. 
munkr, ags. nmnuc, s. § 112 anm. 1) mönch, kan(n)ükr (kanöke, 
kanunkr) canonicus, pl. pikisdagr (vgl. l&t. pentecoste) pfingsttag 
(vgl. Bugge, Ant. tidskr. f. Sv. X, 42 note); aber seinka ver- 
zögern zu seinn spät, Sueinke zu Sueinn mannsnamen usw. 

2. Vor l nach starktonigem vokal (vgl. § 266, 4) etwa 
bald nach 900 (s. Marstrander, Bidrag, s. 61t, F. Jonsson, 
No.-isl. kultur- og sprogforhold, s. 292, Björkman, Nordische 
Personennamen, s. 5), z. b. die personennamen Ate (ahd. Analo), 
OVe (s. § 116), Äleifr (nicht ganz sicher belegt, s. Hesselmau, 
Minnesskrift utg. av Fil. Samfundet i Göteborg, s. 55 ff.; air. 
Amlaib, ags. Anläf), Oldfr (s. § 116), Eileifr. -läfr (wol zu einn) 
mannsnamen, Älof, mnorw. Sualaug neben seltnerem Suan- 
laug frauennamen, Väle (ahd. Wanilö), Beyla (vgl. ahd. m. 
Bönila, s. Sievers, Beitr. XVIII, 582 ff.) mythische personen- 
namen, üselegr (zu senn gesehen, s. Sverdrup, Arkiv XXVII, 159) 
hässlich anzusehen, der Ortsname Grönland, Greland (Gren- 
land), mel (s. § 110. 1) mundstück des gebisses. 

3. Vor r, z. b. lerept (zu Im) lehrwand, pl. örer (§ 112, 1) 
unsere, Port- aus *Punran ($. § 112, 1) der donnergott, Eirekr 
^jEinrikr) Erich, anorw. himi{n)riki himmelreich. 

Anm. 1. Der Vorgang gehört der vikiugerzeit , z. b. air. Turges 845 
(aisl. Porgestr; s. Marstrander, Bidrag, s. 118), adän. run. Pur (d. h. Pörr) 
Nerre Nasrä (c. 850), Glavendrup (c. 900). 

4. Vor s (vgl. § 233) nur sporadisch, z. b. pi{n)sl peinigung 
zu pina peinigen, anorw. rm(n)son reinigung zu reeinn rein, 



§299. Konsonantenschwund im in- und auslauft- : it. 221 

â– jgL tffeire (seit., z. 1). St Hom.) neben vkuite der linke, pl. )w{n)sn 
(vgl. v. Umverth. Beitr. XXXVI. 23 und 29) hühner. Mo{n)sir 
ein Ortsname, 

Aura. 2. Ob n lautgesetzlich auch vor m schwindet (oder vielleicht 
eher tm zu i»m assimiliert — vgl. § 267 anm. 5 — und danu pm nach 
schwachtonigem vokal und? nach diphthong verkürzt wirdV/ Wenigstens 
hat St. Hom. 2 mal poleimpe gednld, St. Hom. und Cod. AM. 645. 4° je 
1 mal polemöplega geduldig neben gew. polen-, und der mannsname Eymundr 
scheint ags. Eanmtmd, ahd. Amummtd zu entsprechen (s. Levander, Ant. 
tidskr. f. Sv. XVIII, 3. s. 21. Björkman, Studien z. engl. Phil. LVIII. 14 ff.). 
Ob Ämtindr (wie Björkman. a. o., s. 16 f.. annimmt i ans *Anmundr ent- 
standen ist? 

Anm. 3. Vor ic dürfte n geschwunden sein im mannsnamen mnorw. 
Äfarr (adän. run. quo/n, agutu. Äw«ir. s. Bugge. Arkiv II. 224) und aisl. 
ipi'Pffiarn böse (zu as. imrid bosheit), iripin hexe. 

5. Im urn. auslaut. z. b. d (nrn. an Tjurkö. aber schon 
c. 800 adän. ä Snoldelev. ja schon Eggjuni c. 700 scheint o 
zu haben) an, pd (got. ])an) dann (vgl. meßan = got, »rißpanei 
während), i (so vielleicht schon Eggjum) in. inf. binda binden. 
3. pl. präs. ind. binda (s. § 220) binden, acc. pl. daga (got, dagans 
s. § 277. 2. c) tage, pd (got pans) sie. die. tud (got. tuans) zwei, 
gen. dat. acc. sg. hana (vgl. urn. dat. Prauijan Tanum. -halaihan 
Time, got. acc. totmm) hahn. gen. dat. acc. sg. tungo (ahd. znngün) 
zunge. 

Anm. 4. Wo n im urn. durch einen auslautenden vokal geschützt 
war, bleibt es, z. b. acc. sg. blinden (got, blindana) blinden, «mm (got. 
ainnö-hun) ein. Zur erkläruug der scheinbar widersprechenden 3. pl. konj.. 
z. b. präs. here (gegen aschw. bierin. got. bairaina). prät. betre (gegen 
aschw. hnrin , got. bereina) und nom. acc.pl. der schwachen neutra, z. b. 
ttugo neben seltnerem anorw. cmjfwi (aschw. eghon. got. augma) äugen, 
s. teils Noreen. Geschichte 3 ij 252, 3 und 195.7. teils Falk, Anz. f. d. A. 
XVIII, 191 (anders Kock, Beitr. XV, 244 ff.: noch anders Holthausen, 
ib. XI, 555). 

Anm. 5. Die präfixe 6-, ü- (got. un-) 'un-* und si- (got. sin-) : immer-' 
sind vor k, 1. r, » (/?, h?, m?, ic? p?) eines späteren znsammensetzungs- 
gliedes lautgesetzlich (s. 1—4 oben sowie anm. 2 und 3) entstanden und 
von da aus verallgemeinert worden. Vgl. die laute:esetzlichen Grst-uwblind<t. 
l'mhlnuzsUiftir (§262,1). 

Anm. 6. Dialektisch schwindet im anorw./* auch im unnrspr. aus- 
laut, z. b. sidain) später, nordain) von norden her u.a., s. Kock, Arkiv 
XIII. 173 note; beisp. aus dem mn«>rw. 8. A. B. Larsen. ib. XIII. 253. Hseg- 
stad, Vestno. maalf. II, 1, s. 71 und II. 2, i. s. 162, 166; vgl. noch oben 
§ 145 anm. 6. 



222 § 300. 301. Konsonantenschwund im in- und auslaute: r. 

§ 300. r (um. r, vgl. § 301) schwindet: 

1. Vor n, t in unbetontem auslaut (vgl. aber anm. 1), z. b. 
schon in den ältesten hdschr. acc. sg. m. annan, ntr. annat 
(aschw. run. noch qnart Rök um 900) zu annarr ein anderer; 
etwas später auch okka(r)n, -a(r)t zu oftkarr uns beiden zu- 
gehörig, ykka{r)n, -a{r)t zu ykkarr euch beiden zugehörig, 
yPua(r)n, -a(r)t zu yPuarr euer, noMo(r)n zu nokkorr irgend- 
ein. Die r- formen beruhen auf anal, neuerung oder auf 
schwachem, in kofa(r)n schosshund auf starkem nebenton. 

Anm. 1. Vielleicht ist eher analogische Umbildung anzunehmen. 
Npkkon kann sehr wol nach ntr. ngkkot, das nie -rt gehabt hat (vgl. huät), 
umgebildet sein. Noch wahrscheinlicher ist, dass annat u. dgl. anal, zu 
annarr, annan neugebildet ist nach massgabe von nokkor (nakhtarr) 
: nokkot {nakkuat), pan(n) :pat u. a. m. 

2. Durch dissimilation (schwankend) in z. b. anorw. F(r)i- 
rekr, Frip{r)ekr Friedrich, Pryp(r)ekr ein mannsname, anorw. 
Magretta (mnorw. auch Margeta) Margareta, my{r)kr finsternis, 
dia(r)fr kühn u. a. (vgl. Wadstein, F. Hom., s. 140). Vgl. noch 
§ 301, 1. 

Anm. 2. Fyre, fire — neben häufigerem fyrer, firer (s. § 147) oder 
fyr, fir — kann hierher gehören, aber beruht wol eher wie im agutn. 
(s. Pipping, Gutalag, s. LXXXIV) auf sandhi, so dass R vor gewissen kon- 
sonanten (durch assimilation , vgl. § 273 mit anmerknngen) geschwunden ist. 

§ 301. r (urn. r, vgl. § 300) schwindet: 

1. Durch dissimilation (jedoch wol erst nachdem r zu r 
geworden ist, so dass die betreffenden fälle eigentlich zu 
§ 300, 2 gehören) bisweilen in Krist(r) Christus, seit, in andern 
nomin ativen auf -r, z. b. anorw. styrk(r) stärke, frid(r) friede, 
burä(r) geburt, fyrst(r) erst, vwrst{r) bösest (Wadstein, F. Hom., 
s. 140). Ausserdem wol in anorw. Ortsnamen wie Biark(r)ey 
(vgl. § 160 anm.), Ncerd{r)eimr (s. M. Olsen, Hedenske kult- 
minder 1,51), Orka-, Stiörna-, Siirna-, Yeradalr aus *Orkar usw. 
(s. M. Olsen, Historisk Tidsskrift IV R. V, s. 158). 

2. Im onorw. sporadisch seit c. 1300 nach dem svarabhakti- 
vokal a (ce), z. b. Gu&lceifce (schon 1349) < Gudlceifr ein manns- 
name, seltener wnorw., z. b. Irööe (schon 1338) < bröör brüder; 
seit c. 1300 auch sonst nicht selten, z. b. pl. konunga{r) könige, 
alleir) alle u. dgl., s. Haegstad, G. Tr. s. 93, Kong. s. 23 und 35, 
Vestno. maalf. I, s. 146, II, 1, s. 67 f., II, 2, i, s. 156 f. und II, 2, n, 



§ 302. 303. Kons.-schwund : u, t. § .°>04. Zusatz von kons. 223 

s. 47; Falk und Torp. Dansk-norskens syntax. s. XIV note 1 
und 2. 

§ 302. s fehlt nicht selten durch dissimilation auslautend 
nach st. z. b. gen. sg. (vorzugsweise anorw.) Krist(s) Christus. 
hest(s) pferdes. prest(s) priesters, mest(s) meist (Wadstein. 
F. Hom., s. 141). Ob Schreibungen wie Kriz (oft in St. Hom.). 
prez die ausstossung des ersten s angeben? Vgl. jedoch § 316 
anm.). 

Anm. 1. Vereinzelt steht der dissiinilatorische schwnnd des in- 
lautenden s im anorw. süki(s\parlak seidener Vorhang. 

Anm. 2. Ueber tarn (alt tarn, aus dem keltischen) neben älterem 
imm eisen s. M. Kristensen. Nord. Stud.. b. 23. 

§ 303. t fehlt: 

1. Bisweilen durch dissimilation auslautend nach z (d. h. ts). 
z. b. he1z(t) am liebsten, siz{i) am wenigsten. 2. sg. prät, ind. 
leeif) liesst. ceiz(t) weisst (vgl. Gering, Isl. Mv. I. s. XIX, 
XXIII); so immer in einigen hdschr. bei den superl.-endungen 

st. -ast, -azt (s. § 310 anm. 3), z. b. huataz am keckesten 
u. dgl. s. H. Rydberg. Die geistlichen drapur. s. XXX f.. XXXII. 
E. Olson. Yngvars saga, s. LIII note. welche — vielleicht mit 
recht — b als eine nur orthographische Variante zu st ansehen. 

2. Vor antekonsonantischem s schon um 1200. z. b. bgsto, 
beste (acc. sg. f.), estr vornehmst, priosha Widerspenstigkeit. 
göska gute, kuask sagte sich statt bgxto, eztr usw., s. Morgen- 
stern, Arkiv X,207f., I. F. Anz. VI." 95 f.: Wadstein, F. Hom., 
s. 119; Gislason. Udvalg af oldno. skjaldekvad. s. 133. Vgl. 
$274,2. 

3. Mnorw. bisweilen im schwachtonigen auslaut. was wol 
zunächst einen Übergang t > d nach § 248 (vgl. auch § 292 
anm. 2) voraussetzt, z. b. brefe(t) der brief, 1ege(t) gelegen, 
s. Haegstad, Vestno. maalf. I. s. 24 und II. 2, 1, s. 161. 

Anm. Ueber mnorw. schwnnd von tc zwischen L m. r und betontem 
vokal s. § 134. b. 

B. Zusatz. 
§ 304. b wird anorw. seit, zwischen m und r (wie im 
aschw.) eingeschoben, z. b. dat. ham(b)rp. s>(m(b)ri zu hamarr 
hammer. mmmt sommer. 



224 §305 — 'iiÖH. Zusatz von konsoiianten. 

ij 305. Von ddl, ddn statt 11, nn (sowol alten wie aus W, 
rn nach § 272 entstandenen) zeigen sich spuren im misl. des 
15. jahrh. und in gewissen mnorw. dialekten (s. Marstrander. 
Bidrag, s. 115, Haegstad, Vestno. maalf. IL 1, s. 116 und II, 2. i, 
s. 142 f.), z. b. fnddla, hoddn 9t. falla fallen, hörn hörn. Vgl. 
das nisl. 

Anm. 1. Vereinzelt steht der eiuschub von d zwischen n{n) und /, 
r (vgl. das aschw.) in Vin(d}htnd, Swi(d)lendingä fiorpungr (s. Hb., s. XLI) 
Ortsnamen, anorw. (nach 1300). andrwm, -a anderen, -e (s. §455 anm.), 
mnorw. Dagßn(d)er ein mannsname. Unklar bleibt der aisl. (seit, anorw.) 
mannsname Hgskoldr neben (gew. anorw.) Hpskollr, hoskollr grankopf. 

Arm. 2. In lehnwörtern tritt nicht seit, ein unurspr. d nach aus- 
lautendem n auf, z. b. prisund (afranz. prisan) kerker, tuend (ags. inen) 
namen des buchstaben v, u. a., s. Bugge, Studier 1, 130 f. 

Anm. 3. Mnorw. ist auslautendes au dialektisch zu aug geworden in 
siaug sieben, tuaug zwei, paug die, s. Haegstad, Vestno. maalf. II, 1, s. 76 
und II, 2, i, s. 1 70, 1JX) sowie Kong., s. 37. 

§ 306. h wird nicht seit, im anlaut vor vokalen (seit, vor 
1, n, r) zugesetzt, z. b. (h)elska lieben, (h)af 'von', (h)er 'ist' 
(alle in St. Hom.) u. a.; s. Gislason, Um frumparta, s. 64 ff., Om 
navnet Ymir, s. 5ft., Wadstein. F. Hom., s. 111, Bugge, Norro?n 
Fornkvseöi, s. 417. Vgl. § 289 anm. 3. — Immer // zeigt hnipr 
(vgl. frz. jwpe und oben § 243 anm.) kurze jacke ohne ärmel. 

Anm. Auffallend ist der (wie im aschw., s. An. gr. II § 328) sporadisch 
vorkommende einschub von kons, i nach anlautenden konsonanten im mnorw., 
z. b. f(i)orn von alters her, h(i)engia aufhängen, l(i)opt luft, m{i)ellow 
zwischen, n(i)cettr nachte, s. Hsegstad, Vestno. maalf. II, 2, i, s. 123. — Das 
ziemlich häufige anorw. milliitm (s. Fritzner) 'zwischen' ist wol aus milli 
und m/llum kontaminiert. 

§ 307. k wird in anorw. mundarten sporadisch vor st 
eingeschoben, z. b. Ortsnamen wie Kui(k)stader, Lwiri(k)sttina\ 
öri(k)staöer, Gan(k)storp (aus Gautsfiorp), Gan(k)staÖer u. a. 
(s. Rygh, Oplysninger, C-raardnavne. Personnavne u. a. passim). 

§ 308. p tritt ziemlich seit, zwischen m und t ein, z. b. 
lam(p)taland , ntr. sk«m(p)t (in St. Hom.) zu skummr kurz, 
ös6m{p)t (in St.Hom.) zu ösemr unpassend, mm(p)t (in Agrip) 
zu sumr irgendein. Noch seltener, mnorw. jedoch ziemlich 
häufig (s. Haegstad, Kong., s. 34 f.), sind fälle von eingeschobenem 
p zwischen m und n, z. b. sam(p)nu (in Agrip) sammeln, anorw. 
Pi<un(p)n- (aisl. Hrafn-) in Ortsnamen. Vgl. das aschw. (s. An. gr. 



§ 309. 310. Zusatz von kousonauteu. 326 

II, § 332). — Sehr seit, ist (wie im aschw.) mnorw. mps st n ?, 
z. b. Onempsht'tser ein oitsname. s. Liden. Spräk och <til VT. 12 
note. 

Anm. Ueber das nicht genügend erklärte r in tpu(r)1egr unaufhörlich. 
»öf)u(r)legr gnädig u. a. s. Sverdrup. Arkiv XXVIT. 172 ff. 

§ 309. .5 wird eingeschoben : 

1. In mehreren alten aisl. hdschr. zwischen f und t. wenn 
die gTiippe ff alt ist. d. h. nicht durch synkope entstanden, 
z. b. ofst (oft, opt) oft. kmfstr (kraflr, krajrtr) kraft, afstt (aflr, 
nptr) zurück u. a. Vgl. Hoffory. Arkiv IT, 10 ff.. WiseD, Homiliu 
B6k. s. X. 

2. Dialektisch im ostläudischen onorw. um 1300 zwischen t 
(welches später schwindet, vgl. £ 303, 2) und /. z, b. htli > Htsli 
> lisli der kleine. AÜe > Üfefc > Js/c ein manusname. pl. 
kretslar (s. Hertzberg, s. 860» kessel. Vgl Haegstad. Vestno. 
maalf. II. 2. r, s. 125 und IT. 2. n. s. #5: 

§ 310. t wird in vielen Stellungen eingeschoben : 

1. Vorliterarisch zwischen //. »x und einem folgenden s: 
statt ts wird r geschrieben (vgl. Hoffory. Arkiv II. 88 ff.), z. h. 
gen. al(l)z zu nflr ganz. goM})s zu goü gold. superl. e/t /)://• zu 
komp. eWre älter: gen. »ot» rn): vumnmr, »m]>r mund. samjn: 
zu sannr. sapr wahr, superl. »>i»(»):t mindest, refl.-pass. />»i 

es findet sich. 

Anm. 1. In den ältesten hdschr. kommt noch s statt z dann nnd 
wann vor. 

2. Zwischen s und altem t (urn. r, nicht a : vgl. § 277). z. b. 
die personennamen Astrdfrr (s. Zimmer. De da. runemindes- 
maerker IV. s. XL: adän. rtUL qsraßr), Astripr (noch rrmisch 
qsripr — adän. qsfripr — z. b. Dynna. s. Bugge. Tidskr. f. Phil, 
og Paed. Vltl. 190. und auf Man. s. Brate. Fornvännen 1907. 
s. 32). husUni (ziemlich spät i statt Äws/rW hausfrau. in welchen 
fällen sfr zunächst nach £ 291. 4. b zu a¥ geworden ist. Vgl. 
Xoreen. Arkiv I. 295 ff.. Hoffory. ib. I. 38 ff. 

3. In einigen anorw. hdschr. (z. b. Barlaams saga immer 
im anlaut. Ol H. leg. saga auch sonst i zwischen s und n. z. b. 
*(t)min wenden. s(t)ni<'»r schnee. s(t)negyr hurtig. lnns(t)ti 
erlösung. niös{t)» ausforschung. u. a.: seit, im aisl.. z. b. rametißpi 
s. Jonsson. Arkiv TX. 377 ansehen. 

Xur^n. Alti«l. gnuiUB. +. aufl. IX 



226 §311.312. Zusatz von konsonanteu. §313. Metathese. 

4. Bisweilen zwischen s und l, z. b. in den mannsnamen 
As(t)läkr, As(t)leifr (oder ist hier assoziation mit äst liebe 
anzunehmen ?). 

Anra. 2. Vereinzelt steht anorw. rmk(t)na rechnen (s. Hsegstad, G. Tr., 
s. 37); vgl. §263 anm. 4. — Ueber seit. (s. Hertzberg) anorw. aldriyt'(t) 
'nie' s. die erklärungsversuche bei Kock, Svensk ljudhistoria IV, 74. 

Anm. 3. Etwas unklar ist das, bes. in anorw. hdsohr., seit c. 1250 
häufige ~~ statt e zwischen a und /, z. b. der frauenname Aztridr und bes. 
die vielen superl. auf -aztr, ntr. -az (statt -azt nach §303,1?), wie 
(Uüpaztr neben -astr tiefster (aber z. b. nur fkesler zahlreichster, tdfarstt 
spätester usw.): s. z. b. Brenner, Beitr. X, 432, Gering, Isl. JEv. I, s. XIX, 
Wadstein, F. Hom., s. 118, F. Specht, Acta Germanica III, 18 f., 34 f., Hb., 
s. XXXIV und LVI, F. Jönsson De bevarede brudstykker af . . Jöfraskinna. 
s. XVIII, Rydberg. Die geistlichen dräpur, s. XXXII, Olson, Yngvars saga, 
s. LH, G. Indrebe, Sverris saga, s. XXVII. Wahrscheinlich ist z nur eine 
orthographische Variante zu s und st, s. § 48 und § 303, 1. Vgl. § 816 anm. 
— Ueber arz, ras s. § 315 anm. 3. 

§ 311. Volksetymologischer art ist wol der einsclmb 
von (j, r, n in fällen wie aisl. Mik(g)ar])r (Lind. Arkiv XI, 266) 
Richard, anorw. Kristia(r)n (nach den namen auf -tarn und 
-biarn, s. Lind, ib. 257 f.. Kock, ib. XII, 269) Christian, linspund 
neben seit. U(f)spunä (aus mndd. lispunt, llvespunt livischer 
pfund. 

Anm. Ueber anorw. al(lrer/r(n), lm(t'rgi{n) s. § 158. 

§ 312. Hiatusfüllend tritt bisweilen im anorw. ein: 

1. Kons, i oder («', j, ghi geschriebene) spiransj (s. § 251) 
zwischen palatalem und nicht- palatalem vokal, z. b. fre(i)«- 
dagr freitag (Bugge, Arkiv IV, 123), fe{i)ar viehes (Hertzberg. 
s. 857), ti(j)u zehn, ti(f/hi)und (vgl. § 263 schluss) zehnt u. dgl. 
Schreibungen (s. z. b. Haegstad, G. Tr., s. 71). sky(i)are bedienter 
(s. Fritzner), ufrmals (s. Haegstad, Vestno. maalf. I, s. 143) un- 
frei, pl. s{u)i{i)ar, s(u)y(i)ar (s. Haegstad, Vestno. maalf. II, 2, ir, 
s. 35 und vgl. § 77, 13) Schweden. 

2. Kons, u (w) zwischen 6 und a, i. Beisp. s. § 256 (schluss). 

C. Metathese. 
§ 313. I kann in folgenden gruppen umgestellt werden: 
1. dl, fl > lb~, z. b. innylfe neben -yfle (vgl. ahd. imwfili) 

eingeweide. ftskylfr (skyflr) vergeudend zu skyfla vergeuden. 

filfsTii (Hb., s. XLV) der törichte neben ffflsha torheit. präi. 



§314. MKathe.se. 227 

(anorw.) tjlfdi {ilfdi, 8. £ 114) und part. ylft zu *$/§ö ^ags. y/fa»; 
s. Bugge bei Hertzberg. s. 730 f.) unrechtfertig anklagen, part. 
Uilfdr (s. Hertzberg) zu te//« spielen, alfe und '</fa stärke, elfa 
und ^/?« (ygL ahd. aval&n) zuwege bringen; ebenso wol iqilfn. 
kyfla tappen, stottern (& Bngge, Xorropn Fomkvaeöi. s. 419). 

2. öl > Id (statt W, s. $ 223, 1) wol schon urn. regelmässig 
in dem suffixe -dla-, z. b. sdld sieb. ? s-Äv/W dichter. siW bering 
(& § 236). heimold (ygL got, hmmöl/li heimati recht, bilda beil 
u. a.; ausserdem wol in yaldr fussstapfe im schnee aus *y<u)l- 
<*yo<)d-l- in peubn> C'nadd- <*gazd-, got. yazds) Stachel, s. 
Bugge. Sv. landsm. IV. 82 f. note. 

3. £l > lg antekonsonantisch selten, z. b. gen. yalys (yayls) 
und iu Zusammensetzungen ynly- (yayl-) zu gayl vogel. part. 
nelydr (Hb.. s. XXTX) statt neglär vernagelt. Vgl. umgekehrte 
Schreibungen wie tegldr statt trtydr is. Fritzner) geschnitzt. 

4. sl > Is oft im auslaut. z. b. mannsnamen auf -(y)ish 
die gew. auf -(</)//•>• enden, wie Porgüs (-gisT), Hergäs, Apils. 
welche bisweilen konsequent nom. -d.s. aber dat. -isle zeigen 
(s. Jonsson. Egils Saga 1894. s. 43 note und s. 154 note). der kurz- 
name Güs neben Gislj seit, beüs (s. Vigfusson). hüls (s. Fritzner). 
snifirls. shrimls (Hb.. s. XLV. Kälund, Kirialax saga, s. XI). 
oft pils (s. Gislason. Um frumparta. s. 119. I">orkelsson. Supple- 
ment IV. 121) neben beisl (auch beis% anal, nach he/to.) gebi». 
hrnsl Sakrament, smgrsl salbe, shrmsl gespenst. pisl peinigung. 
Inlautend vielleicht im snffix -eise, z. b. in reykelse Weihranch, 
aus *-isli (vgl. Sievers. Beitr. V. 529). 

Auni. Vereinzelt stehen ajwl st. nlnfi nahrung (Gislason. Aarbeger 
1881, s. 224 f.), cpie st. dpe leibesfurcht . gen. Stmpif (Hb.. s. XLV. fcanl) 
zu Skalpr ein mannsname. 

§ 314. » wird ausnahmsweise umgestellt in den aus- 
lautenden gruppen sn. tu. hu (jm? s. anm. 2). z. b. seit. Umns 
(Hb., s. LVI: vgl. An. gr. 11.337,9) st. fousn erlösung. anorw. 
pLjfWE (! Fritzner 11.922. 2 mal) st. gxn oclisen. anorw. tmmi 
(s. Hertzberg, s. 686) st. veän wasser. anorw. sonk (s. Ha^gstad. 
Vestno. maalf. IL 2. i. s. 176. Skulennl. Telemaalet, s. 47: auch 
aschw.) und (durch kontamination?) sonkn (Hoprekstad) statt 
söhn kirchspiel. 

Anm. 1. Anorw. *>/gn neben sykn (got. sicikns. s. § TT. 12) schuldlos, 
zu gerichtlicher belangung frei kann ans dem ntr. $yknt > feyntt > sifut 

15* 



228 §31&«lft Metathese. 

(geschrieben sgnkt, syngt, si/gnt, sgngnt, s. Hertzberg) stammen, indem zu 
8yvt ein m. sygn geschaffen worden ist nach der analogie lovt « lopnt 
< lognt, s. § 239, 2 mit anm. 4 und § 291, 9) : logti ruhig- u. dgl. 

Anm. 2. Im anorw. dürfte auch ausnahmsweise (wie im aschw., 
s. An. gr> II, § 337, 5) auslautendes pn zu mp werden können. Dann wäre 
seit, campn (s. Hertzberg) waffe als koutamination von nom. *oamp << väpn 
und dat. vdpne aufzufassen (vgl. sonkn oben). Dunkel bleibt die seit, 
anorw. form vamn (Hoprekstad; vgl. auch Heinzel, lieber die ostgot. 
heldensage, s. 55, wogegen aber F. Jönssou, Heimskringla IV, 53 note), 
denn zwar könnte sie eine Vereinfachung (nach § 29 1 V, vgl. aber §308) 
von dem eben genannten campn sein, aber vielleicht entspricht sie eher 
dem ebenfalls unklaren ags. wremn (neben inepu) und dem wämbn-nm des 
Hildebrandsliedes. 

Anm. 3. Vereinzelt steht anorw. Maghins (früh nschw. Magens) ans 
Magnus ; anders Haegstad, G. Tr., s. 94. 

§ 315. r wird bisweilen nach dem folgenden vokale ver- 
setzt, z. b. schwachtonig bort, burt neben starktonigem brot{t), 
brutt (s. § 152, 2) weg, hin, aJcarn (got. ahran) ecker, pl. Girker 
und GriMer Griechen, girshr und gri(k)slcr (s. § 296) griechisch, 
mnorw. Anders und Andreas; auffallend umgekehrt mnorw. 
f J rü(g)ils, Proeis, Pruls neben gew. Porgils ein mannsname. 

Anm. 1. Gewaltsamer ist die Umstellung gewesen in fifrilde aus 
*f{ftiäri (vgl. ahd. ftfaltra) Schmetterling (vgl. nisl. fidrildi aus *fiÖildri zu 
aschw. fifedhal u. a.). In kokodriHus statt crocodihis ist die Umstellung 
schon auf ausländischem boden vorgenommen. 

Anm. 2. Ueber anlautendes riv statt wr s. § 288 anm. 2. 

Anm. 3. Die verschiedene Stellung der r im adj. (urspr. part.) skorpenn 
eingeschrumpft und skreppa (wozu neu gebildet part. skroppetvn) gleiten 
stammt aus urgerm. zeit; vielleicht auch seit, hors neben hross (vgl. as. 
hros und lat. cnrrere laufen aus cttrs-). lieber die euphemistischen formen 
ragr neben argr (ahd. arg) feige, raz neben arz aisch, einmaliges er]»- 
(Fritzner II, 50) neben gew. repr (ib. III, 47) männliches glied, freta furzen 
(: schwed. f'järta, ahd. ferzan, gr. nkQÖeo&ta), strepa (part. prät. slropemi) 
neben serpa (sorpenn) perverse Unzucht treiben s. E. Noreen, Studier i forn- 
västnordisk diktning II, 60ff. — Gramr neben Garmr (zu mnorw. garma, 
gorma lärmen) name eines mythischen hundes ist wol das von Garwr 
etymologisch verschiedene adj. gramr zornig. 

§ 31t). s erleidet (von den § 313, 4 und § 314 erwähnten 
fällen abgesehen) selten metathese wie in geispa (zu geij>« 
den mund verzerren) gähnen, rispa (zu no. und schwed. dial. 
ripa ritze; vgl. Noreen, Värt spräk III, 187 mit note 2) f. ritze, 
v. ritzen, britxle neben brixtle (brixle § 239. 1, b) statt' brigzle 
§ 238, 2. d Vorwurf, sysken statt sgstken geschwister. fi/hkur 



§317. Urgerm. lautgesetze : Yerners gesetz. 229 

statt fyLcne jj 222.2 versteck. bmntA&ies oder Ashnes (s. 
Kygh. Oplysuinger IL 155) ein Ortsname. 

Aum. Kaum annehmbar ist. dass fälle wie gen.. seltener aec. Krü 
statt £rof (s. § 302) und superl. ntr. ämpoM >tatt -fl*f (gBgei aus- 
schliessliches flcest u. dgl. . s. § 310 anm. 3) hierher gehören. Denn die 
annähme einer metathese von auslautendem -st (so dass m. dinpastr zu 
dem ntr. rfinpaz neu gebildet wäre statt des lautgesetzlichen diüpastr) 
erklärt weder den gegensatz äiüpai : fUtsi noch warum Kn'z u. dgl. 
häufiger im gen. als im acc. auftritt (vgl. § 302 schluss). Vgl. § 310 anm. 3 
ischluss) und § 303. 1. 



Kaj». ^ Konsonantenwechsel ans urgermanischer 
zeit stammend. 

I. Spuren urgermanischer lautgesetze. 

§ 317. Unter allen urgerm. lautgesetzen ist das Weitaus 

wichtigste das s. g. Yernersche gesetz. wonach inlautendes 
/'. ]>. h und s (ausser in den Verbindungen fs. ft. hs. ht. .v/r. sp, 
ss\ st) in resp. 5. <1, $ (nach nasalen resp. b. d, y) und z (<L Ii. 
stimmhaftes s) übergehen, wenn der nächst vorhergehende 
sonant nach der altererbten betonung nicht den hauptton 
trug. Bei verschiedener betonung entstehen demnach doppel- 
bildungen mit /': 5 (b). j> : ö (d). h : g (y) und 8 : :. 

1. Der w T echsel f:h ist im nordischen durch die Über- 
gänge f > t (§ 240. 1) und 5 > f (§ 223. 2 und § 237. 1) fast 
immer aufgehoben worden, z. b. parf bedarf : pl. fiurfom gegen 
got. parf 'â– ': pcuirbum. Nur ist von dem Wechsel mf (an. > f 
§ 208. 2) : mb eine spur bewahrt in fifl riese. tor (ags. fifel 
untier) : funbol- riesen- (in Zusammensetzungen wie fimbolcetr 
furchtbarer winter >. 

2. Von dem Wechsel p : ö ist wol noch eine spur bewahrt 
in dem urn. gegensatze von kApuwmktfu (Istaby; vgl. auch 
Stentoften und Gummarp) und hadulo.ihiR (Kjelevig) wie auch 
wol sigaduR (Svarteborg) — vgl. ags. Headvläf, aber Xidhad — 
und vielleicht Af'unp (Valby) gegen aisl. ofund neid. Später 
ist aber durch den Übergang j> > 6 (§ 221. 1) und d>p (§ 223, 2 
und § 238.2) der Wechsel aufgehoben worden, z. b. anorw. 
bröSer (got. bröpar) bruder wie fader (got. fadar) vater ; dies 
jedoch nicht nach l und n. weil lp, np ja zu U, nn (§ 275) 



B#0 § BIT. Urgerm. lautgesetze: Yeniers gesetz. 

und lö\ nd zu Id (§223.1), nd (dies schon urgerm., s. oben) 
geworden sind. Also gehören hierher folgende zwei fälle: 

a) 11 : Id. z. b. ballr (vgl. got. halpei kühnheit; aber baldr 
Hampesmol 25) gefährlich, ballripe (bald-) kühner reiter : baldr 
(ags. bealdör) fürst, baldenn übermütig, ofbelde Übermut; ellre 
(got. alpha) älter, eile alter : aldenn alt, aldr alter, (cer)old Zeit- 
alter; prät. feil (das nähere s. § 275) bedeckte : pl. feldom; prät. 
(s. § 275) /teil (vgl. ahd. halt/tan neben kaltem) hielt : pl. heidom: 
prät. otta : später (und daher vielleicht neubildung) olda zu 
i-alda verursachen. 

Anin. 1. Unklar ist II : Id, in gußspiaU evangeliuni. skilliuyr münze, 
anorw. auch -gpjtUd, skihlingr (dies, wiewol seit., aucli im aisL), tLoskvIlr, 
-koldr (s. § SÖ5 anni. 1) und haukstcddr (nur einmal -siallr, s. Egilsson) 
bäuptling, wo nach got. spitt, skittüjgs und mndd. hol da» //. resp. nach 
got. -staldau das Id schon urgerm. ist. Uh in den zwei ersten fällen nur 
umgekehrte schreihuugen mit Id nach §275 auin. vorliegen? Wegen skil- 
dingr vgl. aber E. Schröder, KZ. XLVIII, 254 f. 

b) nn : nd. z. b. finita (got. finftan) linden, prät. fann : pl. 
fnndom. part. fundvnn; sinn (vgl. got. sinp-s) reise : senda (got. 
sandjan) senden; -kunnr (kupr) : -kandr (got, -kunda: s. t-rislason, 
Aarboger 1881, s. 208) entsprossen, kundr söhn; enne stirn 
: ender ende; yrunnr (yrupr) grund : yriind boden ; linnr (lijrr) 
lindwurm ; linde band; anorw. unninyi : seit, undinyi entwischter 
sklave, undan weg von (vgl. got. unpa-plmhan : afries. und-fha 
entfliehen, s. Bugge. Arkiv 11,224); ttnnr (uör. ags. yd) welle 
: Verm-undr ein seename. 

3. Der Wechsel h : & zeigt sich im nordischen seit dem 
Schwunde des h (§ 230) als ein Wechsel zwischen : 

a) Formen ohne und mit g. z. b. da (got. slahan). prät. 
slo : pl. sloyom. part. sleaenn schlagen; ^d, flo : floynm. ftegenn 
schinden: ,vio. .svi (got. sa&) : pl. (anorw. seit., s. § 498 anm. 4) 
sägom sehen. Saga name einer . göttiu (s. £ 169); päd (got, 
pwahan). pö : poyom, pueyenn waschen; hlwia (got. hlahjan). 
hlö : hloy om, hleyenn lachen: flyia fliehen, prät. (seit.) flo : pl. 
(seit.) ftuyom; fda (got. filhan) verbergen, /o/c (§ 124) diebs- 
gut : part. folyenn verborgen, fidya dünne Schneedecke; tiöa 
(got. tiuhan) oder tyia ausreichen : toyenu gezogen ; tiä (got. 
teihan) : alt auch (s. F. Jonsson. Aarboger 1912. s. 44) teya 
zeigen, tiyenn ausgezeichnet, iarteiyn. -teyn. -tiyn (vgl. § 293.3) 
Wahrzeichen: d (got. aih) : pl. elyom besitzen, eiyenn eigen: W 



§317. Urgerm. lautgesetze : Verners gesetz. 831 

leiben : hifji'i mieten: Ut zehn : tegr. tigr anzahl von zehn: 
hör (hör) : anorw. auch kaugr (sehr seit., s. Fritzner) hoch. 
haugr hügel: herel (s. § 60) : hegte (s. § 128) reiher; leer 
Schenkel : leggr (*lagja- § 279. 1 ) bein ; lq Strandwasser : logr 
wasser; prät. cd (got. waih) kämpfte : part. n-genn getötet, ctg 
kämpf: sia seihen : sigu sinken: prät. St. Hom. gnepe-sk (got. 
ganöhlda) : gnegia befriedigen; Ion stilles wasser : logn stille; 
skitd-? : skialgr schief s. Hesselman. Västnordiska studier I. 25); 
flö schicht : flaga dünne schicht (s. Persson. Beitr. zur indogerm. 
Wortforschung, s. 238): brid (mhd. brehen) oder brä funkeln 
: brago flammen: fi»r (ags. feork leben, gut. faMms weit) leben 
: in Zusammensetzungen auch fiarg- (s. (rislason. Efterladte 
Skrifter I. 17S), Lokasenna 19 pl. forg (ags. feorg) lebende 
wesen: i-(' (gut. ireih-s) heimstätte : -reig "heimisch, hausgenosse' 
in frauennamen wie Bann-. Poneig (s. Noreen. Urg. laut!., s. 
130); Ve\e) (got. iveihu) ein mythischer mannsname. pl. vear 
die heiligen : vigia weihen: o (got. alm\ fluss : JEgcr (vgl. ags. 
(Pftceard uferwächter) gutt des meeres. Vgl. noch nisl. tdsjä 
(anorw. dial. fasern: gut. tahjun reissen) : tag faser. tag! haar. 

b) Formen ohne und mit ng. wo n schon urgerm. vor h 
geschwunden ist (s. Noreen. Urg. lautl.. s. 25 f.). z. b. fd (got. 
fähetti) : prät. fekk (aus *fmg § 220. dem pl. nachgebildet), pl. 
fingonh part. fingen n bekommen; ere (got. j/ihiia) jünger, eska 
Jugend : ungr jung: fd (rd § 116) winkel : tong spant ; fo (s. 
§ 116) fest zugestampfter boden : tong zange, tengia zusammen- 
binden: ffarr : Yngxarr (anal. Inguarr) s. § 111.2: d$ unfall 
(s. § 175,4). vd verargen : cangr (Sn. E. 11.601) falsch (s. Noreen. 
Urg. lautl.. s. 222). ränge backen (eig. krümmung. rundung): 
l»i quälen : hungr (s*. § 167) hunger; häske gefahr (vgl. got. 
hiihan hangen), heett« t ^ 321) riskieren : hanga hangen; -rrr 
(afränk. -tneh. zu got. weihdn, lat. rincere) "kämpfer* in 
mannsnamen wie Hloprir Chlodwich: Ving-pörr. Vingner be- 
nennungen des donnergottes. 

Anin. 8. Weil htc unter umständen zu urgerm. / wurde, ist der 
Wechsel hie : ,pc (woraus teils j. teils nach § 319, 1 m) bisweilen durch 
einen Wechsel / *: g wie in ofn (Tgl. got. aühns) : anorw. Cselt. s. Fritzner) 
ogn ofen. itlfr wolf ; ylgr wöltin ersetzt worden. Sonst ist der Wechsel 
htc : (g\to im nordischen gew. nicht bemerkbar, weil nicht nur h. sondern 
auch ic (s. § 235, 1) in den meisten Stellungen schwinden musste. Nur in 
den wenigen fällen, wo w (aus gw) schon urgerm. vokalisiert worden ist 



232 § 818. Urf erat, lautgesetze : Geniinaten. 

orliT in einein diphthong vorkommt (vgl. § 163) , entstehen (vokalische) 
doppelformen, z. b. siä sehen : suht (*segwm'-) gesiebt; hn nachgras : linj 
gras (s. § 168, 1) ; 6 (got. aha) fluss : ey (*agivja-) insel, aue; huel (Vmrhla-. 
ags. hweohl) : hiöl (*Jiwegtt&a- §235 anm. 3, ags. hweowol ', hiveol) neben 
(nicht redupliziertem, s. Noreen, I. F. IV, 320 ff. ; anders Kock, Arkiv 
XIV, 246) liuel (Vntrla-, vgl. asl. Jiolu; die kürze des e ist durch den 
schwedischen dialekt von Dalarna sicher bezeugt, s. Noreen, Sv. landsm. 
IV, 106, so dass der zweifei Bugge's bei Fritzuer III. 108 hinfällig ist) rad. 

4. Der Wechsel s : z tritt als s : r (urn. r § 224, 1, § 265) 
auf, z. b. kiosn. prät, latus : pl. kerom \ktirom § 72, anal, auch 
kusom). part. kerenn (korenn, kosemi) wählen: (bes. anorw.) Jcos- 
iu Zusammensetzungen : gew. kor wähl; friösa, fraus : frerom 
(fruso)n). frorenn (frosenn) frieren ; res« (anal, cera), cas (cur) 
: vörom, reret (anal, ceset) sein: sä säen : prät. sera (*se#o-. vgl. 
got. slepan : saizlep) ; wesfo* (got. muists) grösster : meire (got. 
maiza) grösser; ynystr jüngster : ere (got. jühiza) jünger usw. 
in komparativen; ysiu feuer : eim-$ria glühende asche; pysia 
: pt/ria hervorstürzen; ofse : ofr iibergrösse; h$ms : hmnr hülle; 
forste durst. Jjyrstr durstig, porskr dorscli : Jnirr (aber got. 
paureus) dürr. Jtorna § 283 (aber got. yupmirsnan) dorren; ///».s7 
das äussere ohr : hhra lauschen, hlyr wange ; yeisl geissei : yeirr 
ger; Marse Scheitel : hiarne ^herzn- § 283) hirn; cersna schlimmer 
werden ; rerre (*verRRe < *rerziz-, vgl. got. uairsim) schlimmer; 
mose moor ; myrr sumpf; heilsa grüssen : heul (*hanlR § 277, 1) 
heil, glück; iolstr. ilstre weide : ohr erle; 6s, es, ess, oss uns 
: pl. örer (*uHzar«i-. s. £ 112, 1; anal, osser) unsre; ylys glimmei 
: ylyrna äuge ; Glaser mythischer hain mit goldenem laubwerk. 
ylcesa glänzend machen : yler glas; huysa sinnen : hityr sinn; 
hrqste gemeischtes malz : hrvra rühren, hronn (s. § 224, 2) woge 
u. a. (Bugge, No. I., s, 98) ; fauskr mürbes holz : anorw. (Hertz- 
berg, s. 857) fftyra poröses Zellgewebe: lasenn kraftlos (vgl. 
got. Jasiws schwach) : yaiiylere reisemüde, mamüera entarteter 
mensch, söttleru durch krankheit entkräfteter mensch, cettleru 
entarteter geschlechtsgenosse. 

§ 318. Wechsel von einfachem konsonanten mit 
geminata (welche nach konsonanten und nach langem vokal 
verkürzt wird) findet in folgenden fällen, meistens infolge 
urgerm. assimilation eines n statt (s. Noreen, Figerm. lautl.. 
s. 154 ff., 100 ff., 163 ff. ; v. Friesen, De germ. mediageminatorna. 
pass. ; Sievers, I. F. IV, 335 ff.) : 



$318. Urgerm. lautgesetze : Geminaten. 888 

i. 5 (/') : bb. z. b. stüfr. stufe, stofn, stufn : dtubbr, stubbe 
stumpf: lauf laub. Itifu dickes haar : lubba grosser dorsch; 
kiiföttr kugelförmig i kobbe robbe, saltkubbe salzklumpen: prät. 
tjafdi (v. Friesen, a. o., s. 39) gaffte : yabba spotten. 

2. b (/*) : pp, z. b. kuföUr kugelförmig I koppr erhöhung 
(des helmes): krof kröpf : kroppr rümpf: knefell knebel : knappr 
knöpf ; äkafr (s. § 54, 3. b) eifrig : kippu (schwed. auch Jtfpa ; 
vgl. E. Olson. Frän filol. f öreningen i Luud III. 59 ff.) schnappen ; 
ofan von oben : uppe oben, upp und mit kürzung des pp seit. 
is. § 280 anm. 4) üp hinauf: Gleifner (vgl. Kock. I. F. X. 109) 
: Olapner mythische fessel. 

Anin. 1. Durch ausgleichung kauii (auch uach kurzem vokal) ein 
Wechsel b : p entstehen (vgl. aum. o). z. b. prät. gäfSi (k oben 1) : gopo 
gaffen. 

3. Ö : tt. z. b. buftkr büchse. boftn ein gefässname. bioßr 
tisch : bytta bütte. ?bauta stossen (t durch ausgleichung, vgl. 
anm. 1 und 3. auch in buta kappen, butr stück holz?); knopu 
kneten : pl. il-knytttr böse streiche, hnütr knoten; ? geldr gelt 
: ynltr kastriertes ferkel. yyltr sau. Durch ausgleichung 
auch dd : tt, z. b. todde bisschen : tuttr kleine person. 

Anm. 2. Ein urspr. p ; pp liegt in mapkr niade : motte (s. $241) 
motte vor. 

4. g : yy. z. b. cuyn wagen : cayyo wiege. 

5. g : kk. z. b. sminya schmiegen : smokkr brustlatz ; fliuga 
fliegen, fluya fliege iflokkr fliegende schar: boye bogen : ?bokkr 
bock, "krumm hörn': hruga : hramkr häufen (nisl. hnika): ? sniyell 
Schnecke : snäkr, snohr ringelnatter : teyu zeigen, ki.rteiyn, -tegn, 
-tign (s. § 293, 3) : teikn zeichen. 

Anm. '6. Durch ausgleichung entstehen aöwol ^ : k (vgl. anm. 1). z. b. 
hrüga haufeu : hruke aufmass. wie auch gg : kk. z. b. ? bagge packen : bm&ke 
auhöhe. kinnbakke backen: knggoll tingerspitze, kaggr. kagge : äy'Ääv fässchen. 
kokkr klumpen. 

H. h : kk. z. b. tui (gut. tti/wn | zeigen : teikn zeichen (vgl. 
oben 5): ?hol (ags. holh.\ höhlung : kotier zwinge. 

7. j :jj (an. ggf, s. § 227. 1). z. b. firif : gen. pnyyw drei; 
M£r : gen. tttSffffia zwei: bdfrer (gnt. bai pah : gen. beggw beide. 

Anm. -k Friä-dagr freitag (zu Frigg (Mens gattini ist lehnw. (ahd. 
inatag, ags. frigetUeg). 



284 § 319. Sonstige argem: Lautgesetze der kons. 

8. k : kk, z. b. läüktotogr gänseküchlein : kokkr hahn; brök 
hose, •gebrochenes kleidstück' : Brokkr mythischer schmied, 'der 
sich mit brocken beschäftigt'; stake stecken : stakkr schober, 
"das stehende' (lat. stagnum); bakr rücken (runde erhöhung) 
: bakke (u. a., s. anm. 3). 

9. I : U, z. b. bolr bauch : bolle bowle; miol mehl : mioll 
neugefallener schnee; präfix al- ganz : all- all-; stöll stuhl 
: stallr stall. 

10. m : mm, wol in z. b. suhn{m)a, sym'ia schwimmen; 
stam(m)r (got. Stamms : ags. stamof) stotternd ; grim(m)r (vgl. 
gramr) wild ; skam(m)r kurz ; ram[m)r stark ; slcom (Hb., s. XLIH, 
Olsen, Voteunga saga, s. XXXII) : gew. skomm schände; ganOv 
adler : gammr geier; glam{m) lärm; Mum(m)r handhabe des 
ruders ; hrum(m)r schwach ; hamingia : anorw. seit. (s. Hertz- 
berg) hemmmgia glück; Hem(m)ingr ein mannsname; möglicher- 
weise auch snema (vgl. got. sniumundö) : snimma (u. a., s. § 162, 
vgl. § 281) früh; vgl. noch hrammr bärenpfote : aschw. ram- 
(ahd. rama). S. z. b. Olsen, a. o. 

11. n : nn, z. b. spune gespinnst : spinnet spinnen; brune 
brunst : brenna brennen; rune fluss : renna fliessen; vgl. kona 
weib : gen. pl. kuenna (s. § 100). 

Anm. 5. Ueber man- in Zusammensetzungen (manvii und pl. man- 
heimur. s. Bugge bei Fritzner 111,1110; vgl. got. manuseps) neben mannt 
(maßt; got.manna, dem vielleicht manne Vafprupnesmöl 55 entspricht; 
anders Neckel, K. Z. XLV, 6) mit unurspr. un s. Noreen, Urg. laut!., s. 159 f. 

12. p : bb, z. b. snopa schnauze : snubba anschnauzen 
(vgl. 13); gapa gaffen : gabba spotten (vgl. 1 und anm. 1 oben). 

1 3. p : pp, z. b. sleipr schlüpfrig : sleppa entschlüpfen ; snopa 
: snoppa (vgl. 12) schnauze. 

14. ic : iv w (an. ggw, s. § 227,2), z. b. biorr bier?, büa 
: byggua wohnen, bygg gerste: trdr : tryggr treu; stuia drehen 
: snugga schielend spähen ; prät. hiö hieb : pl. hiuggom hieben ; 
gloa (ags. glöwan) leuchten : gluggr lichtöffnung ; ryia rupfen 
: rqgg grobe haare. 

§ 319. Sonstige, spärlicher vertretene, erscheinungen sind: 

1. Nach vokalisches g schwindet vor w, z. b. (vgl. § 317 

anm. 2) mogr söhn : mär (got. mawi) mädchen; JEger gott des 

meeres : ey (*auja im latinisierten Scadinauia) insel. aue; taug 

seil : taumr (*taugw-) zäum ; flitiga fliegen : flaumr schwärm: 



§320-321. Iurtoenropäische laufgesetze der kons. 235 

drangt- gespenst : draumr träum: Xaglfar "leichenschiff ? ivgl. 
jrr. p&evg) : ndr (got. naus. pl. naweis) leiche. 

2. d und p schwinden im auslaut. bleiben aber im inlaut. 
Daraus erklären sich doppelbildungen wie z. b. mdne mond. 
monat : mänafir monat; nefe neffe : nifi. nipt nicht«: miot inass 
: miotojtr igot. mitaps mass) Schicksal; «/ (ags. ealu. obl. ealod) 
: anorw. gen. pl. olda (s. Bugge bei Hertzberg. s. 162 und 535) 
hier (vgl. fijtr hier, schmaus); hcdr (ags. h/vle) freier mann 
: Jwlpr (ags. hreled) freier Grundbesitzer; pl. ff&gp (as. giscagm 
Schicksal : skupopr schöpfer; e/* zweifei, 'wenn' : efa(p)samr 
zweifelhaft : leika (*-«»]>) : leikunde Spielzeug. 

3. m wird vor </ zu >/. z. b. ftymui schwimmen : sund (das) 
schwimmen; koma kommen : mm kund Zusammenkunft; brim 
brandung : brundr brunft. 

-f. hu: und kir werden vor u. U zu h. resp. k. z. b. /*«</£ 
was lieben ha wie: gen. pl. kuinna. kutnna : kitna > kona weib. 

5. f schwindet vor sk. z. b. frtir : Mdr bitter. («Ur faul 
: /ö.sA'f schlaff. MriN wasser : caska waschen. 

6. » schwindet vor h. Beispiele B. § 317. 3. b und § 175.4. 

II. Spuren indoeuropäischer lautgesetze. 

§ 320. t. d, d. }) -f t treten als $#, nach oder vor kons, 
sowie nach langem vok. oder diphthong als $ auf. z. b. vita 
wissen : prät. rissa w T usste. viss tpl. viser) weise, gewiss, risa 
weisen, cisa gebundene rede: hmatr keck, huetia anspornen 
: huass scharf; sitia sitzen : sess sitz: giöta giessen : giosa 
sich gewaltsam ergiessen. gegso in heftige bewegung versetzen, 
vgl. nisl. Geysir name einer quelle: hnito anstossen : hniss 
widriger geschmack: meüa abhauen : meiss art holzgerät: fundr 
fund : fti.ss C'funss-. s. ^ 233) begierig; hJajxi laden : Mass 
führe; hnopet gehämmert : hnoss geschmeide: snipa schneiden 
: sneis spiess: htopr rühm : hrosa rühmen; ß]»/. füttern : föstr 
(*fö$ra- mit eingeschobenem t) nalirung. 

£ 321. /.. g. c. h h t treten als ht tan. tt. s. § 267) auf; 
vor ht schwindet ein « (s. § 319,6). Beispiele sind u. a. seha 
>uchen : prät. sötta: pgkkia sclieiuen : prät.pötfa; Pekkia merken 
: prät. pätto; [fi-kin bewirken : prät. oria (urn. worahio Tune); 



B36 § 322. Indoeuropäische lautgesetze der kons. 

siiikr krank : s6U sucht; miolk milch : mialtr (*melhtan) melk; 
mega können : prÄfc matta : stiga steigen : stett fuss eines bechers; 
haga einrichten : lurftr beschaffenheit; draga ziehen : dröttr 
(mengl. draught) zug; ganga gehen : gott (got. -gähts) gang, 
durchgang; hanga hangen ; hcetta (vgl. mengl. häht, haughte 
gefahr) von etwas abhängig sein lassen, riskieren. 

§ 322. Anlautendes s kann unter umständen fehlen (s. 
Noreen, Urg. lautl., s. 202 f., Siebs, K. Z. XXXVII, 277 ff. , H. 
Schröder, Beitr. XXIX, 479 ff. und die dort — s. bes. s. 484 mit 
note l — erwähnte literatur). Statt sk, sp, st stehen dann 
h, f, ]). Beispiele sind u. a.: 

1. sk : h. z. b. skera schneiden : hiorr schwert; skor : här 
haar; skiöpa ledersack, pl. skauper vorhaut des pferdes : htlp 
haut; sküme : hiim dunkel; skare gefrorene kruste des schnees 
: hiarn reif; pl. skurfor : hrufa , hryfe schorf, hriüfr schorfig; 
skrcekr geschrei : hrökr seerabe; skrikiu schreier, eichelkrähe 
: hrika knirschen; skrukka runzel, pl. skrykker wellenbeAvegungen 
: hrokkenn runzelig ; skraume : hraume schlingel ; skark : hark 
tumult; skiallr laut, sküd : hial geschwätz; skg Wölkchen : hy 
flaum; skemmask sich schämen ('sich hüllen') : hamr hülle, 
gestalt; snykr (*sknyk-) : hnykr stank. 

2. sp : /" z. b. sprekla fleck chen : pl. freknor Sommersprossen ; 
sprcekr rührig : frekr gierig, frech, frakkr, frökn mutig (s. Torp. 
Sprogl.-histor. studier til Unger, s. 183 ff.). 

3. st : j>, z. b. stirfenn starrköpfig, stiarfe erstarrung : fr'tarfr 
derb; stynia stöhnen : Porr (^PunraR. s. § 112, 1) der donnergott. 

4. Sonstige fälle, z. b. ?smär (ahd. smähi) klein : magr 
mager; snqs f eisen vorsprang : nqs nasenloch, nes erdzunge; 
snefta aufspüren, snafpr mit feiner nase, sncefr, snöfr flink 
: nef nase, n&fr klug (s. Liden, Bezz. Beitr. XXL 101 note, 
Armenische Studien, s. 64 f.). 

Anm. Im anlautenden skr scheint ;• bisweilen schwankend zu sein, 
l. b. sk(r)okkr ranzen, sktrjukko runzel, pl. sk(r)ykker Wellenbewegungen; 
skreppa ranzen : skeppa scheffel; skrißa gleiten (z. b. vom schiff), skreip 
(das) gleiten, lavine (ags. scräd schiff) : skeip f. schiff', ntr. lauf. Aber 
wahrscheinlich liegen hier nur reimwörter vor. 



§323—326. l'ebersicht über ilie stimmlosen explosivae. 237 

Kap. 4. Etymologische Übersicht über die 
kon so« a nten. 

I. Die stimmlosen explosivae. 

§ 323. p entspricht : 

1. Gew. urgerm. p im in- und auslaut sowie nach an- 
lautendem 5. z. b. gripa (got. greipan) greifen, skejna (got. 
skapjan) schaffen, hialpa (got. hilpan) helfen. skij> (got. styp) 
schiff, spgrr sperling, springa entzweispringen. 

Anm. Anlauteudes p kommt, soweit die etymologischen Verhältnisse 
klar sind, fast nur in lehnwörtem vor. z. b. penningr pfennig. pund pfund, 
prestr priester und vielen anderen. L'eber mehr oder weniger sichere fälle 
von urspr. an. p- s. K. F. Johansson. K. Z. XXXVI. 342 ff. 

2. Aelterem /: & § 240. 2. 

3. Aelterem 5. s. § 240 anm. 4 (und § 237 anm. 3??). 

4. Seit, älterem b. s. § 244. 

5. Es ist selten eingeschoben, s. § 308. 

6. Es ist selten aus pp verkürzt, s. § 284. 

§ 324. pp entspricht : 

1. Gew. älterem mp. s. § 266, 1. 

2. Seltener urgerm. />/>. z. b. klapp« klopfen, hoppn hüpfen. 
tnoppa schnauze. Jniappr knöpf. 

§ 325. t hat mehrfachen Ursprung : 

1. Eegelmässig urgerm. t, z. b. tueir (got. ttrui) zwei, tre 
igot. kirn) bäum, hiarta (got. hairtö) herz, et» (got itan) essen. 
ixtn (got. ivatö) wasser. 

2. Aelteres d. s. § 238. 2. 

3. Aelteres d. s. § 220. § 245. 1. 

4. Ist eingeschoben, s. § 310. 

5. Aus tt verkürzt, s. §§ 283—286. 

6. Dialektisch (anorw.) aus s enstanden. s. § 242. 

7. Seit, (anorw.) älteres /.-. s. §263 anm. I. 

8. Aelteres p (mnorw.i, s. § 241 anm. 1 (vgl. anm. 2). 

Anm. Ueber kakuminales t s. § 252. 

§ 326. tt hat sehr verschiedenen Ursprung : 
1. Aelteres nt (nd). s. §266.2 (§220). 



238 § 927: 32^. fJebei-6. über <1. .stimmlosen explosivae. § 3*29. Stimmhafte«. 

2. Urgerm. ht, s. § 267. 

3. Aelteres dt, s. § 268, 2. 

4. Aelteres d(<fK, s. § 268, 1. 

5. Aelteres tö (und td?), s. § 276 (vgl. anm.). 

6. Aus * gedehnt, s. § 270 anm. 1, 2 und 3, § 280, 1, § 282. 

7. Urgerm.«, z. b. skattr (got. skatts) schätz, hottr (ags. 
htett) hut, knottr ball (vgl. ags. enotta knoten), kottr katze. 

8. Urgerm. t -\- t, durch synkope zusammengestossen, z. b, 
ntr. fa*o« (got. liutata) zu froft- hässlich u. dgl. 

9. Urgerm. pp, s. § 241. 

10. Seit, (mnorw.) pt, s. § 271. 

§ 327. k (velares und palatales) hat folgenden Ursprung: 

1. Gew. urgerm. k, z. b. kne knie, kennet kennen, «kr acker, 
ek (got. **#) ich, Höbe (got. reiki) reich. 

2. Urgerm. h, s. 4? 222, 2, § 243. 

3. Aelteres 6 -, s. § 239, 1. 

4. Aelteres g, s. § 220, § 246, 1. 

5. Aus kk verkürzt, s. § 284, § 285. 

6. Seit, (anorw.) p, s. §257. 

7. Seit, (anorw.) eingeschoben, s. § 307. 
8.? Seit, älteres t, s. § 259 anm. 2. 

§ 328. kk hat mehrfachen Ursprung: 

1. Gew. aus älterem nk (ny). s. § 266, 3 (§ 220). 

2. Urgerm. kk, z. b. sekkr sack, bokkr bock, flekkr tleck. 
fiuakke nacken, smokkr (ags. smocc) Unterkleid, stokkr stock. 
lokkr locke, lokka verlocken, flokkr schar. 

3. Aus k gedehnt, s. § 279, 1, 2, 3 und anm. 2, § 280, 2. 

4. Aus t{t)k assimiliert, s. § 274, 1. 

5. Aus ggk assimiliert, s. § 270. 

II. Die stimmhaften explosivae. 

§ 329. h kommt nur anlautend und nach m vor. Es 
entspricht: 

1. Urgerm. d, s. § 223, 1, § 237, 3. 

2. Urgerm. b (§ 219 anm. 1), z. b. kambr (ags. comb) kämm. 
lamb (got. hmth) lamm, mnb (ags. //mb) um. tnttif, (got. toamba) 
bauch. 



S Iftft MH fTffctfnirtit über die stimmhaften explosivae. 889 

3. Seit, älterem ;>. s. § 247 anm. 

4. Ist seit, i'anorw.) eingeschoben, s. § 304. 

§ 330. bb ist im ganzen selten. Es ist : 

1. Urgerm. bb. z. b. krabbe krabbe. gabbu (ags. gatirimt) 
spotten, stubbr stumpf. Vgl. § 318. 1 und 12. 

2. Aus b -- h assimiliert, s. £ "269. 

3. Seit, aus ob assimiliert, s. § 268 anm. 3. 

4. Seit, ans xb assimiliert, s. § 270 anm. (schlu>- 

§ 331. d kommt nach vokalen nur in Zusammensetzungen 
(z. b. friddagr freitag) vor. Es hat folgenden Ursprung: 

1. Gew. urgerm. ö, s. § 223. 1. § 238. 1. b. 

2. Urgerm. Ü-{§ 210 anm. 1). z. b. binda binden, hond hand. 
hnid land u. a. 

3. Seit, älteres p, s. §238. l.b verglichen mit $ 221.1. 

4. Seit, älteres t s. § 248 anm. 5. 
:>. Aus dd (öd) verkürzt, s. § 283. 

(5. Ist eingeschoben oder zugesetzt, s. $ 305 anm. 1 und 2. 

leber kaknminales d s. § 252. 

§ 332. dd hat folgenden Ursprung: 

1. d+d, s. §238 ? l.a. 

2. Urgerm. zö (urn. wdf% s. § 224. 2. 

3. Urgerm. dd. z. b. kodde (vgl. ags. codd) lasche, todde 
(and. zotto) wollflocke. 

4. Aus Öd assimiliert, s. § 268. 3. 

5. Aus 4 gedehnt (anorw.). s. $ 279 anm. 2. $ 280 anm. S, 
§ 282. 

6. In lehnwörtern d. s. § 282 anm. 

7. Ist eingeschoben? (misl. und mnorw.). s. § 305. 

§ 333. g (velares und palatales) kommt nur anlautend 
und nach n vor. Es ist: 

1. Anlautend urgerm. g, s. § 223. 1. 

2. Urgerm. g (§ 219 anm. 1), z. b. langt lang, mngr gesang. 
nngr jung. 

§ 334. <jg hat dreifachen Ursprung: 

1. Aus gedehntem s- s. § 279, 1 und 3 mit anm. 3. 

2. Urgerm.,//. s. § 227.1. 



240 §335 — 339. Ilebersicht über die stimmlosen Spiranten. 

3. Urgerm. ww, s. § 227, 2. 

4. Urgerm. gg. z. b. mgga (vgl. mengl. waggw) wiege. 
hugge packen. 



III. Die stimmlosen Spiranten. 

§ 335. /' kommt nur anlautend und im inlaute vor k, s, 
t, p vor; auslautend ist es früh nach § 240, 1 zu K geworden. 
Es entspricht: 

1. Gew. urgerm. f, & b. fotr fuss, fliöta fiiessen. friösa 
frieren, giß (got. gifts) gäbe. 

2. Urgerm. T) in- (und aus)lautend, s. § 237, 1 (und § 223. 2). 

3. Urgerm. p? (anlautend vor /), s. § 221,2. 

4. Seit, (anorw.) urgerm. p, s. § 247. 

§ 336. ff kommt fast nur in lehnwörtern vor, z. b. off'ra 
opfern, die buchstabennamen eff = f und vaff=r. In echt 
nordischen Wörtern ist es aus d + f entstanden, s. § 269. 

§ 337. p kommt nur anlautend und im inlaute vor )c 
sowie nach k. p vor; auslautend ist es früh nach §221.1 zu 
(J geworden. Es entspricht: 

1. Anlautend urgerm. ]>, z. b. pola (got. pulan) dulden. 
pro- (got Preis) drei, piöf'r (got. piufs) dieb, puti (gotpivahan) 
waschen. 

2. In- (und auskaufend älterem fl, s. § 238, 2, c — f (und 
§ 223, 2). 

§338. s ist: 

1. Gew. urgerm. 8. z. b. sonr söhn, stand« stehen. hiSsa 
(got. kiusan) wählen, oxe ochs, hals hals, gras gras. 

2. Aus ss verkürzt, s. §§ 283—286. 

3. Eingeschoben, s. § 309. 

Anm. l T eber kakuminales s s. § 252. 

§ 339. ss hat mehrfachen Ursprung : 

1. Urgerm. ss, z. b. huass (got. Jvass) scharf, rissa (got. 
n-issa) ich wusste, Mass führe, sess sitz, hnoss gescfrmeide. 

2. s | 5, durch synkope zusammengestossen, z. b. gen. sg. 
hdss hauses, rtss eines weisen. 

:;. Aelteres ss (urgerm. s f ,?). s. § 277. 



?j 340. 341. Uebers. über 4 stiniml. spir. § 3-12. 343. Die stimmhaft, spir. 241 

4. Aelteres (später gekürztes! /?.?. s. $ 273. ' 

5. Aus rs assimiliert. 8. § 272. 3. 

6. Aus te assimiliert, s. §273,2, 

§ 340. Der (velare und palatale) Spirant h kommt um 
anlautend vor kons, i und >/ vor und entspricht immer urgerm. 
h (s. § 222. 1), /.. b. hi'irtn herz. fttMtf (vgl. got. feil) #*& 

Auiu. 1. Derselbe laut — jedoch g geschrieben — "kommt als iiber- 
gaagntafe in <ler entwickelung ^ >> spir. h >■ k vor. s. § 239. 1. 

Anm. 2. I'eber ek aus /,/-. />/-. li- g. $ 243 an in.. § 2*»3 anm. 5. 

IL Der hauchlaut h kommt (ausser in Zusammen- 
setzungen) nur anlautend vor sonanten vor und entspricht: 

1. Gew. urgerm. spirantischem h. s. § 222. 1. 

2. Aelterem jfc vor n (niisl.), s. $ 249. 

3. Ist zugesetzt, s, § -306. 

IV. Die stimmhaften Spiranten. 

§342. h. später (& § 25^ und vgl. § 250 1 < anlautend 
durch r. sonst durch f bezeichnet) entspricht: 

1. Urgerm. T>. z. b. grafa graben. H>ifr lieb, 'trfmgt erbe. 
halft kalb. 

2. Urgerm. /'. s. § 240. 1. 

3. Urgerm. w } s. §250; (im diphthonge an s.) §98.1. 

4. Seit, urgerm. m, s. § 225. 

•">. Seit, älterem * (anorw.). s. § 263 anm. 3. 
6. Seit, älterem b. s. § 244 anm. 

§343. (1 kommt sehr selten anlautend (s. § 221.1) vor. 
Ks hat folgenden Ursprung: 

1. Gew. urgerm. d. z. b. fmfor (got. faäar) vater. hitfm 
(got. bimdan) bieten, §arpr (got. gards) gehnft. ],iüj, (gut. 
fiiitda) volk. 

2. Urgerm. /,. s. § 221. 1. 

3. Aelteres t s. § 248. 

4. Aelteres nn, s. § 261. 

5. Aelteres fip. s. § 241 (schluss 

6. Aelteres dti. s. § 285 anm. 1. 

7. Aelteres r, s. § 253. 

8. Aelteres a\d). s. § 245. 2. 

Tfumii. AHM gl â– im *. aufl. | t j 



242 §344. Uebersicht über d. stimmhaft, spir. §845-347. Die nasale. 

§ 344. g (velares und palatales) kommt nur nach vokalen 
und ff, (stimmhaftem) f, l, r vor. Es entspricht: 

1. Fast überall einem urgerm. g, z. b. eiga (got. aigan) 
haben, dagr (got. dags) tag, slegenn geschlagen, rUyla weihen. 

2. Seit, älterem k, s. § 248. 

3. Dialektisch älterem 5, s. § 256. 

4. Seit, älterem d, s. § 259. 

5. Aelterem g(g), s. § 246, 2. 

6. Ist seit, zugefügt, s. § 365 anm. 3. 

Anni. Ueber spirantisches j aus i s. § 251, aus g(i) s. § 263 (schluss). 

V. Nasale. 

§ 345. m entspricht : 

1. Gew. einem urgerm. m, z. b. mdnc mond. nema, nam 
nehmen, nahm, armr arm. 

2. Seltener älterem d, s. § 237, 2. 

3. Seit, älterem n, s. § 262, 1. 

4. Seit, älterem w (ng), s. § 264. 

5. Aelterem mm durch kürzung, s. § 284, § 285. 

Anm. Ueber anlautendes m statt w s. § 278. Ueber auslautendes 
stimmloses m s. § 34 anm. 2 (schluss). 

§ 346. mm ist sehr mannigfachen Ursprungs : 

1. Fast überall urgerm. mm, z. b. ramm (got. wamm) 
schände, dimmr (ags. dimm) dunkel. 

2. Seit, älteres mb, s. § 278 anm. 1. 

3. Seit, älteres mn, s. § 278 anm. 2 und § 266 anm. 5 
(schluss). 

4. Seit, älteres »ä, s. § 277 anm. 5. 

5. Seit, älteres m + iv, s. § 278. 

6. Seit, älteres dm (anorw.), s. § 268 anm. 3. Vgl? § 224 
anm. 4. 

7. ? seit, älteres gm (anorw.), s. § 270 anm. 

Anm. Ueber eventuelles mm aus urgerm. 4 + m s. § 224 anm. 4. 
Etwas unklar ist das mm in fim(m) fünf (vgl. § 298, 2) ; vgl. auch mehrere 
der im §318,10 angeführten Wörter. 

jj 347. Das dentale oder kakuminale n (vgl. § 349) ist : 

1. Gew. urgerm. dentales oder kakuminales n, z. b. nott, 

nott nacht, hane hahn. kyn (got, kmri) geschlecht, laun lohn. 



§ 348. 349. Uel.ersiohT über <\W nasale, g MX). 851. Die liquidae. 243 

2. Seit, älteres m, s. § 258. 2. 

3. Seit, älteres velares n («), s. § 264, 

4. Seit, älteres 1. s. § 254. 

5. Seit älteres tf (anonv. i. >. § 238 anm. 15. 

6. Aus nn verkürzt, s. §§ 283—286. 

Anm. T'elter kakuminales h s. auch £ 252; über stimmloses » %. sj 41 
anm. 3. 

§348. »9i ist sehr mannigfachen Ursprungs: 

1. Urgerm. nn. z. b. sp mm a spinnen, knnna. burn können, 
kann. ace. sg\ hyuun brunnen. 

2. Urgerm. nj>. s. £ 275. 

3. Urgerm. zu (urn. sn?\ s. §224.2. 

4. Aelteres »«, s. § 277. Vgl § 285 anm. 2. 

5. Aelteres ™. s. § 272. 2. 

6. Seit, älteres nd (anorw.X s. ^ 275 anm. 

7. Aus n gedehnt, s. § 2-_\ 

8. Urgerm. n + n, z. b. gen. pl. kuentm zu kann weib. 

9. Seit, aus ön oder ddn assimiliert, s. § 268 anm. 3. 

?j 349. Das velare n (u) kommt fast nur vor g (sehr seit, k 
— dies vielleicht nur in lehnwörtern — und n) vor und ent- 
spricht : 

1. Gew. urgerm. velarem /*. z. b. lan<ir lang, ferign zunge. 
hi.nk henkel. 

2. Seit, älterem m. s. § 258. 1. 

3. Seit, älterem dentalen oder kakuminalen n, s. § 2Ö2. 2. 

4. (Geschrieben §, ng) älterem g vor n. s. ^ 2'dv. & 

VI. Liquidae. 

§ 350. / ist : 

1. Gew. urgerm. I. z. b. lamtr lang, v&a (gut. nHjatt) wollen, 
IJönif blume. steht. stoJ stehlen, stahl. 

2. Seit, älteres r, s. § 253. 2. 

3. Aus ü verkürzt, s. §§ 283—280. 
Anm. Ueber stimmloses / s. § 40 anm. 2. 

§351. // hat sehr mannigfachen Ursprung: 

1. Urgerm. II. z. b. ull wolle, fußt voll, falht fallen. 

2. Urgerm. //-. s. § 27". 



244 §352.353. Uebersieht über die liqnidae. §354. Die halbvokale. 

3. Aelteres In, g. § 277. 

4. Aelteres öl, s. § 268, 4. Vgl. § 274 anm. 

5. Aelteres rl, s. § 272, 1. 

6. Seit, älteres nl, s. § 266, 4. 

7. Seit, urgerm. d (oder urn. rJ), s. § 224 anm. 3, § 273 
anm. 1. 

8. ?Selt. älteres d(d)l, s. § 268 anm. 2. 

9. Seit, älteres Id (anorw.), s. § 275 anm. 

10. Aus l gedehnt, s. § 281 anm., § 282. 

11. ? Aelteres tl, s. §274 anm. 

12. Vereinzelt d, s. § 245 anm. 2. 

§ 352. r ist folgenden Ursprungs : 

1. Urgerm. r, z. b. rettr recht, bera (got, huiran) tragen, 
verr. (got. wair) mann, armr arm. 

2. Urgerm. z (urn. n), s. § 224, 1, § 265. 

3. ? Seit, älteres ö, s. § 238, 3. 

4. Seit, älteres l, s. § 254. 

5. Aus rr verkürzt, s. §§283-286. 

6. ? Eingeschoben, s. §308 anm. 

Aiim. Heber auslautendes stimmloses r s. § 34 anm. 2 (sf.hlnss). 

§ 353. rr ist folgenden Ursprungs : 

1. Aelteres m, s. § 277. 

2. ?Aus r gedehnt, s. § 281, § 280,2. 

3. Urgerm. rr, z. b. kuirr. /.y/rr (got. qaforüs) ruhig, fiarre 
(got. fairra) fern. 

4. r + r, z. b. norrönn (ahd. nordröni) norwegisch. 

5. ä -f- ä (urgerm. # + #), z. b. rayrr (vgl. got. rawa) röhr, 
^eirr (gr. als lehnwort yaloog) spiess. 

6. r H- r, z. b. Geirrepr (*GceiRfreÖR) ein mannsname. 

7. ?Aus * gedehnt, s. §280,2. 



VII. Halbvokale. 

§ 354. i findet sich in starktoniger silbe — ausser in 
den § 306 anm. erwähnten fällen — nur in den § 103. §§ 195 
—208, § 213 und § 214 schon erwähnten diphthongen und 
triphthongen. Tn schwachtoniger silbe ist es: 



§ 355. Uebersicht über die halbvokale. 245 

1. ürgerm. kons, i inlautend uach kurzer silbe. z. b. velia 
(got aal Jan) wählen, leggia (got. lagjan) legen, brynia (got. 
biunjö) panzer. 

2. Nach palatalem g, y. k entwickelt, s. § 2ö3. 

3. Seit, hiatusfüllend (anorw.). s. § 312. 

§ 355. m (tc) findet sich in starktoniger silbe nur in den 
§ 192, §§ 209—212 und § 214 erwähnten diphthongen und 
triphthongen. In schwachtoniger silbe entspricht es: 

1. Fast immer einem urgerm. w, z. b. syngua (gut. sigg- 
wan) singen, vyluq Wahrsagerin. 

2. Ist seit, hiatusfüllend (anotw:), s. § J56 (schluss). 



Flexionslehre. 



I. Abschnitt. Deklination. 

Kap. 1. Deklination der substantiva. 

A. Vokalische stamme (starke deklination). 
I. «-stamme. 

§ 356, Die «-stamme sind maskulina uud neutra. welche 
letzteren nur im uom. sg. und nom. aec. pL von den maskulinen 
abweichen. Die endungen sind: 



uiask. 


neutr. 


niask. 


neutr. 


8g. N. -r 




Pl.N.-or 


— («Html. d. wurzelv.) 


•G. 


-s 


G. -u 




D. 


■h ■<' (§ 145) 


D. -um, 


-um (§ 146) 


A. 


— 


A. -a 


— (Vuml. d. wurzelv.) 



Anm. 1. Nom. sg. in. endete urn. auf -a.R. Die kierhergehövigen 
Beispiele (auch adj.) sind (chronologisch geordnet): owIpupewuR (Torsbjserg, 
pewaR Valsf jorden) , laukaR (Floksand, brakteat aus Schonen, Börringe, 
Skrydstrup), daguR (Einaug), erilaR (Lindholm, Kragehul, Järsberg, iriluR 
Veblungsnueg , By), wilagan (Lindholm), . . . daR (Vetteland), fratoaraöaü 
und daginaR (Möjebro), hrapoR, stainaivarijaR, sairaiciÖoR und swaba- 
harjaR (Rö), holtijaR (Gallehus), haktR (Stenstad), hou\h\aR (brakteat aus 
Fünen), gakaB (brakteat aus Schonen), ukon (Äsum), ubaR (Skärkind, 
Järsberg), leugaR (Skaäng). atainaR (Krogsta), whvaR (Tune), haÖulaikaR 
und hagusta\l]daR (Kjelevig und, wenn -lR st. -aR verschrieben ist, hagu- 
HtaldiR Valsf jorden), fakaR (Faeine), haitinaR (Tanum), IveldaR (Tjurkö), 
la[n]dawarijaR (Torviken I), harabauaR (Järsberg), iupingan und irakrui; 
(Reißtad), laipigoR (Mogedal), hiwigaR (Ärsrad), h[l]aiwidaR (Amle). hau[h]- 
aRaR (Eidsvag), hroRaR (By), viaU[u}sar Stentoften). Spät-urn. steht 
nur -R, e. b. hapuwulafn (Istaby, -woUfR Stentoften), iuaIausr (Björketorp), 
fiskR und mit assimilation nach § 277, 1 und 3 skurin, stAiu, fokl (Eggjura ). 
hroAltR (Vatn), tAitn (Tveito), gawR? (Flistad). Vgl. § 870 anm. 



§ 357. Keine u - stamme. 



347 



Auin. 2. Nom, acc. sg. utr. hatte um. die endung -«. Beispiele: bn« 
(Floksaud). homu (Gallehus, Strom), auja (Seeland. Skodborg), ui-bija 
<Tune), hhiivo (Bei. gwimal (By). Leber die synkopierten uilald (Over- 
hombadc). lernt, sot (Eggjum) s. § 153. 7. 

Anm. 3. Gen. sg. endete um. auf -a$. Beispiele sind: aaugismUu 
iKragehul), godogtu (Valsfjordenj . hnaludo.s (Bo), wa[n](}aradas (Saude). 
Spät-um. steht nur -i z. b. harhruJß (Bävsal). 

Anm. 4. Dat. sg. hatte urgerni. die endung -oi. die vielleicht noch 
in den allerältesten um. inschr. erhalten ist. z. b. gisai (hobel von Vi). 
murihai (zwinge von Vi), hahai (Möjebro): später steht -e, z. b. fki[)i]/xilf 
(Skärkindi. woÖmriÖe iTune), wilhakurne (Tjurkö), wage (OpedaK 
(Eggjum). 

Anm. 5. Ate. ,<g. m. endet urn. auf -a. z. b. makia (zwiuge von Vi i. 
[stayina (Vettelaud. dainu Tunej, wraita (Reistad), haha? (Strom), h.iri- 
tntlafu i.Istaby . h.ipincol.ifA (Gummarpt. 

Anm. 6. Xom. acc. pl. m. sind aus alter um. zeit nicht belegt, 
müssen aber die endungen -öß, resp. -arm (vgl. got. -ös, resp. -aus) gehabt 
haben. Spät-um. steht im nom. -aR. z. b. steinalt (Bävsal). im acc. -«, i. b. 
kAlbA (Eggjuni). Nom. acc. pl. ntr. sind ebenfalls aus um. zeit uicht 
belegt , müssen aber auf -u geendet haben ; vgl. das finn. lehnw. joulu 
iaisl. ü'/ pl. t. Weihnachten [noch alter wol -o. vielleicht in liuu. jukko joch 
entlehnt). Die.se endung ist später fortgefallen, zeigt aber ihre frühere 
existenz durch x-umlaut oder -brechnng in der Wurzelsilbe des wortes. 

Anm. 7. Gen. pl. ist um. nicht belegt, aber endete wol auf 
nasaliertes -ö. 

Anm. 8. Dat. pl. endet urn. auf -umR nach ausweis zweier anal, 
gebildeten /-. resp. rtn-stamms-dative : hagestumn, häborumR (Stentofteu). 

Als Unterabteilungen der a- stamme werden gew. ab- 
gesondert die ia-, ja- und tra- stamme; die übrigen fasst man 
als -reine' a -stamme zusammen. Wir behandeln hier zunächst 
die letzteren. 



a) Reine «• 

§ 357. Paradigmen: mask. 
mor heideland; neutr. bam kind. 

muskulina: 
Sg. N. armr hamarr 



G. arais 
D. arme 
A. arm 
PI. N. armar 
G. arma 
D. ormoin. 

> inum 

A. arm 



hamars 

hamre 

hamar 

hamrai 

hamra 

h<jmrom, 

liamrmn 

hamra 



mor(r) 

mös(s) 

mö 

mo 

möar 

möa 

möni 



stamme. 

armr arm. hamarr hamnier. 

s'.i.mar sommer. bu Wohnsitz, 
n e u t r a : 
sumar bü 

sumar. s büs(s) 



bam 

barns 

barne 

bam 

bom 

bama 

boraom. 



sumre, -» (ij 145) büe, -i 

sumar bu 

sumor. -«/-(§ 146) bü 

sumra büa 

sumrom. büm 



bornum summm 



bijrii 



sumor, -ur 



bü 



248 §358. Reine «-stamme. 

Anni. Die kursiv gedruckten formen sind hier und in allen folgenden 
Paradigmen die altnorwegischen (bes. ostnorwegischen). 

§ 358. Wie armr flektieren die meisten einsilbigen mask. 
mit langer Wurzelsilbe, z. b. domr urteil, fiskr fisch ; glugyr 
lichtöffnung, hundr hund, kambr kämm, mopr mut, skattr tribut, 
toppr oberste spitze, raryr wolf, piöfr dieb usw.; ferner die 
vielen zweisilbigen auf -engr (-irigr; oft daneben -inye nach 
§ 403), -onyr (-unyr), -auyr (vgl. anm. 2), -leikr (oft daneben 
-leihe nach i; 401) sowie die zahlreichen urspr. zusammen- 
gesetzten mannsnamen auf -arr (urn. -harjas, -warijan Rö), 
-yeirr (-arr § 54, 3, b, § 151. 1), -yisl (-yisl, -yüs, -isl, -ils, s. § 229), 
-kell (vgl. § 359, 2), -lauyr, -leifr (-lafr § 54, 3, b), -leikr (-ldkr 
§ 54, 3, b), -murr (s. § 151, 1), -rdpr, -rekr (s. § 151, 3), -tannr (-tapr) 
u. a. (vgl. s. 250), z. b. bdnenyr rüstung. hmongr könig, kaapanyr 
Stadt (vgl. anm. 2), kcerleikr liebe, Raynarr, Porgeirr (Pörarr), 
Aupyisl, -yüs (AuÖils), Hrollaayr, Oleif'r (gew. -Idf'r, seit. Äleifr, 
air. Äieib, s. Marstrander, Bidrag, s. 89), Porleikr (-ldkr), Biart- 
marr, Apalrdpr, Eirekr, llildetannr (-tapr); dagegen von ein- 
silbigen Wörtern mit kurzer Wurzelsilbe nur sehr wenige wie 
— von den urspr. langsilbigen malr § 230,1, marr § 124,2, 
melr (s. Bugge, Öv. landsm. IV. 150 note) sandabschuss, selr 
§ 124,2 abgesehen — dayr tag, huerr kessel, refr fuchs, verr 
mann und die schwankenden (s. 4 unten) dalr, smipr, stafr, 
siigr, ceyr (malr, valr u.a., s. §387, 2); ausserdem noch ein- 
zelne Wörter wie die namen Herlann, lieyenn und fast alle 
lehnwörter auf kons., z. b. inkarr becher, Petarr (Pettarr) Peter. 
Kristr Christus usw.; vgl. Wimmer. Forn. forml. § 32, § 35 
§ 36, § 47, Larsson, s. 422 f., Jonsson, Skjaldesprog s. 7 ff. — 
Ueber die einzelnen kasusendungen ist zu bemerken: 

1. Im nom. sg. ist zu beachten die verschiedene be- 
handlung des -r (-n) bei den Wörtern auf /. h. r. s (§ 277). 
z. b. stöll stuhl, steinn stein, iss eis; selr seehund; fuyl (alt 
fogl) vogel, hrafn rabe, akr (gen. akrs, dat. akre usw., s. anm. 2) 
acker, prurs riese; hallr stein, mupr (§ 261; jünger munnr) 
mund, brupr (brunnr) brunnen. — Heber misl. -ar. das auch 
vor dem artikel eindringt, s. § 1(31. 

Anm. 1. Die eudung fehlt ganz in einigen frenulwörtern : biskop, -tip 
(alt auch byskop, -up § 77, 5, b), anorw. aber auch oft biskuper (s. Hsegstad, 
Kong. , s. 23 j bischof, siniör herr und eigennamen wie Benedikt, Israel, 



§ 358. Keine a - stamme. 249 

X'kolas, Magnus ^seltener Moguäsj. Salomön, Satan, Simon u.a.: gew. 
(s. Jonsson in Festskrift til V. Thomsen, s. 226) iu Adäm(r), Däciß{r) 
(auch anal. Bnfipr, -finnr, gen. -flnz nach Fipr, Fi nur : Finz), Iäkob(r), 
lösef, gew. Iösep (löseppr, s. § 240 anm. 7), bisweilen in Krist^r) § 301,2. 
Ueber Qn(n), Auhji), Aupun(r), Häkun(n) (s. § 226). Halfdan{r) s. § 285 
anin. 2; stöl(l), piör(r), is(s) u.dgl. §286: idfge (*ulfrgi) u.dgl. §291,9. 
In den niisl. rimur' fehlt die endnng durchgehends in Wörtern auf -ing, 
-louj sowie in vielen uiannsnamen, bes. denjenigen auf -muiui (s. (jislason. 
Efterladte skrifter II, 167, 174). Mnoiw. kann die enduug -/• überhaupt 
fehlen (s. Falk und Torp, Bansk-norskens syntax, s. XIV note), wol durch 
entlehnung der acc.-form. 

Anm. 2. Nicht enduug, sondern dem stamme gehörig und daher in 
der flexion durchgehend ist -r in akr (vgl. 1 oben) acker, aldr alter, andr 
Schneeschuh, angr reue, meerbusen, a>pr ptlug. tmetr schöpfen, bak*tr 
backen, Baldr Balder, bUmstr blume. bolstr polster, galdr zauberlied, 
gambf strauss (tien. hafr bock, Irriipr schorf, hangr hunger, klungr 
hagebuttenstraueh . hur lärm, Uöstr nachgäbe], litpr hörn (zum blasen), 
motr kopftuch, napr schlänge, nykr nix, otr otter. pustr ohrfeige, sigr (seit, 
ntr. sig, s. Egilsson und zur erkläruug Xoreen. Arkiv III, 14 f. note) sieg 
und alle auf -angr. z. b. leifmngr kriegszug (jedoch schwankt im auorw. 
/ronpongr Stadt. /.. b. dat. -ge nebeu -grr): ferner die 2 unten erwähnten 
hlätr, Itropr. lem.itr. mrlir, vepr und (alle schwankend) apaldr. gropr. Iiripr. 
rekstr, rofir (s. Ekwall. Snflixet./". s. tj8 note). Im gen. sg. ist dies r 
bisweilen nach §291,9 schwankend, z. b. apald(r)s. arpir)s. käupang(r)8. 

2. Im gen. sg. haben viele Wörter die endung -ar (wie 
bei den *- und »stammen, aus deren liexion die meisten von 
diesen Wörtern hierher getreten sind) statt -s. Solche sind 
yrautr grütze, g-röpr (gen. yröprar. alt auch grojjar) Wachstum. 
bh'itr (gen. -rar) gelackter, hufnndr hauptmann. lernst)- (gen. 
-rar) Verstümmelung, mundr brautkauf sgabe. re/.-str (gen. -rar 
und -ar) das treiben. rt;jrr (auch nach § 384) röhr, smipr 
vorteil, sueiyr kopftuch. tnipr gatikler. lirr auerochs. cisandr 
bisonochs und mannsnamen wie Volandr. Punär und diejenigen 
auf -{f'jreßr (s. § 77. 3. § 291. 4, b; oft auch -fropr. -ropr. s. Bugge. 
Arkiv IL 250 f.. vielleicht durch Vermischung mit den nameii 
auf -ropr. raupr, s. § 397 anm. 2). -(f)repr (s. £ 119). z. b. Hall- 
frepr. Goprejjr. Andere schwanken zwischen -s und -ar. wie 
apaldr (gen. -drs. -ds. s. anm. 2. und -dar) apfelbaum. aupr 
reichtum. bastarpr bastard. eipr eid. yarßr (seit. -ar. s. Jonssou. 
Skjaldesprog. s. 8) Umzäunung, heipr (gen. heipar. später heiprs) 
ehre, hröpr (gen. -rs. -rar) rahm, kraptr kraft, lävarßr herr. 
/andr hain. meipr bäum, meldr (gen. -rar. -rs) mahlen, öss (gen. 



250 § 358. Reine et -stamme. 

Ö88y aber Xiparosar neben -oss Drontheiin) niündung, ö]>r 
(gen. -är, -s, aber als eigenname immer Ö]>s) gedieht, Vopr 
(gen. -rs, -rar) rudern, seißr Zauberei, sigr (gen. -rs, aber bes. 
bei Zusammensetzung auch sigrar-) sieg, skögr. wald, smipr 
(s. porkelsson, Supplement II) schmied. teigr erdstreif, tirr ehre, 
vegr weg, vepr (gen. -rar. später -rs) widder, vindr wind und 
eine menge von eigennamen wie Andres (erst später -s), Aron 
(seit, anorw. -ar), Asgautr (seit, anorw. -ar), Aupon(n), Börpr, 
aisl. Eipr, anorw. Eindridr, Erlendr (seit. aisl. -ar), Ey vindr 
(erst misl. und mnorw. -s, s. Gislason, Efterladte skrifter II, 175, 
Rygh, Gamle personnavne, s. 289), Gizorr, Gyrpr, Hdhm(n), 
Halfdan(r), Heimdal(l)r (seit, -dollr, s. Bugge, No. L, s. 181; 
misl. auch -dcell, s. Gislason a. o. II, 196, vgl. dcell < däll tal- 
bewohner), anorw. Hiarrandr, Hoskoldr, -uldr, -ollr, -ullr (s. § 305 
anm. 1), Magnus (gen. alt -ss, erst später -sar, s. Jönsson, Fest- 
skrift til V. Thomsen, s. 226 f.), Rikarpw, Sig(h)uatr (nur ein- 
mal anonv. -ar), Sigorpr (-vaipr, -verpr), Simon, Stefan (seit. 
misl. -ar), Surfe (auch schwach gen. Surta), Ullr, Vigfuss (seit, 
aisl. -ar), anorw. Viglaugr, Vipkunnr (seit, -s), Pomäs (seit, -ar), 
PorJ»; Porgils {-ar nur anorw.), Prondr (Prändr, s. § 134, b 
und § 173,2), Qndottr, Qnundr (anorw. auch Anundr), Qzorr 
(anorw. auch Azurr) und diejenigen auf -möpr (z. b. Am-, 
Pormopr), -miiudr (z. b. As-, Geir-, Gup-, Sigmundr), -(v)aldr 
(z. b. As-, Mogncaldr, Arn-, Har-, Pöraldr), -varpr (z. b. Ha-, 
Hall-, Porvarpr) und -vipr (z. b. Ar(n)vipr), wo im allg. -s bes. 
anorw. und verhältnismässig spät ist. 

Anm. 3. In Wörtern auf s mit einem vorhergehenden konsouanten 
ist, natürlich der gen. dem nom. gleich (§ 283) , z. b. purs riese, lax lachs. 
lieber fälle wie Jiest(s), Kriat(ß) s. § 302 (Hess, Kriss § 291, 11); liös(s) 
u. dgl. s. § 286. Sonst fehlt -s nur in einigen fremden eigennamen wie 
Dävip(s), Israel. 

Anm. 4. Wörter auf U, nn haben z statt s (§ 310, 1). z. b. hal(l)z zu 
halb' stein, muti{n)z zu muwnr, mupr mund. Ueber formen wie elz zu 
dar feuer s. § 245, 1; über garz zu garpr Umzäunung u. dgl. s. § 238,2, d; 
k<u-(1js, iar(l)s, bot(n)s, stof(n)s s. § 291, 7 und 9. 

Anm. 5. Statt Nöreys Norwegens kommt mnorw. ein nach dem dat. 
gebildeter gen. Nör(e)ges (s. § 160 anm.) bisweilen vor (s. Hsegstad, Koug., 
s. 22 und 23). — Anorw. Elrikis (aschw. run. Airikis Sparlösa), Erikis, 
JErkis (s. § 160 anm.) entspricht got. (Enpa)reikeis und geht von dem 
adj. *rUür (später zu rikr umgebildet) aus, vgl. got. -mere is (um. -maris 
Torsbjserg s. § 385 anm., aisl. tnarr), *aupeis (aschw. »pe, aisl. aupr, aber 



Jj 359. Reine u - stamme. -o 1 

ah prstes zusaimnensetzungsglied und substantiviert <'.'//*• >. müßeii (an. 
ml»-) u. dgl., s. Streitberg, Die got. Bibel II, 110; vgl. v. Grieuberger, Gott, 
gel. Aas. 1908. nr 5. B. 423. Vgl. auch § 425 aum. 2. 

Anm. 6. Mnorw. wird seit, -s zu der alten eudung -ur gefügt, z. b. 
Attdunars. 

3. Dat. sg, ist nicht selten endungslos (wie bei den i- 
stämmen), z. b. Aiw(e). d6m{e). eld(e). Grim(e), Gunnare (anorw., 
bes. mnorw.. oft ohne -e). Regen (so immer), skog(e). zmijne). 
carg(e), veg(e). cer(e), Por(e) u. a. m. (s. Jonsson. Skjaldesprog. 
s. 7 ff.. Walde. Die germ. auslautgesetze, s. 4 f.). Sehr selten 
kommt dies in alter zeit (misl. öfter, s. trislason, Efterladte 
skrifter II, 174) bei den Wörtern auf -ingr. -ongr vor. 

Aum. 7. Von dagr tag heisst der dat. depe (s. >; 73) ueben seit, dag, 
welche form bei dem eigennamen Dugr die in alter zeit einzig gebräuchliche 
ist (muorw. aber auch Dage). Bei dem urspr. «-stamm mundr (s. obeu 2) 
kommt im anorw. (die if ntMilfiftiim) myndi neben mundi vor. 

4. In nom. acc. pl. können ryzar (aber nicht die neben- 
form rnzar) russen. sigr sieg (s. porkelsson. Supplement IV. 
1291), smifir künstlet-, sta.fr stab (in der bedeutung Tunen- 
stab* immer) und (seit.) vermar die bewohner von Värmland. 
später auch ckdr tal und murr (pl. metrar, -ir) pferd wie 
/-stamme flektieren: smipr und vegr (z. b. noch in Volsunga 
saga. s. Olsens ausg.. s. LXX. und oft in den anorw. gesetzen) 
seit, auch als «-stamme (vgl. 2 oben). Prettr list. sUgr oder 
stigr steig können nur im acc. pl. wie «stamme flektiert 
werden. 

Anm. 8. Gen. pl. von cegr zeigt die form cegna (statt gew. cega) 
in adverbielleu ausdrücken wie tueggiu vegna beiderseits, m t nn a vegma 
meinetwegen u.dgl.; vgl. An. gr. II. ij 407. 4, und Bugge bei Hertzberg. 
s. 699. 

§ 359. Wie hamarr flektieren die meisten mehrsilbigen 
mask. mit kurzer ableitungssilbe. /.. b. JmmaU daumen. pistell 
distel. diofoü teuf el . apbmn (anorw. oft aftoum, s. z. b. 
F. Jousson. Fagrskinna. s. XXV. und Hertzberg: wol mit ie 
nach ceftlr •nach', s. Kuck. Svensk ljudhistoria IV. 22) abend. 
himenn himmel. Hepenn ein mannsname, iotonn riese. ia]tarr, 
ioporr rand. fiotorr fessel: vgl. Wimiuer. Form forml. ^ 37, 
Larssou. s. 42o. Jonsson, skjaldesprug. s. lsff. Die synkopie- 
rung des ableitungsvokals tritt (nur) vor vokal isch anlautender 



252 §359. Reine a- stamme. 

endung ein. Jedoch erleidet diese regel scheinbar einige aus- 
nahmen : 

1. Synkope kommt überhaupt nicht vor in einer anzalil 
von Wörtern, die meist urspr. Zusammensetzungen oder auch 
fremdwörter sind, wie z. b. bikarr, Gunnarr, Petarr oder Pettarr, 
Pitymarr, Pörarr, Gamall (vgl. aber mit synkope das adj. 
yamall § 428), Mall, IJeriann, Begenn, Alrekr u. a., s. § 358 
mit 1 und 2. 

2. Durch ausgleichung bekommen bisweilen sämtliche 
kasus den anschein synkopiert worden zu sein, z. b. myll neben 
my(f)ell ball (zum etymon s. H. Falk, An. Waffenkunde, s. 86 
note) ; gndr, andr (s. Jonsson, a. o. s. 20) neben ondorr Schnee- 
schuh aus urspr. *andurr (> ondorr, s. § 80, 3) : pl. gndrar; Ion 
(erst nach 1200, s. Jonsson, a. o. s. 23) neben älterem Joan 
Johann nach dat. Jö(a)ne; Porkeil u. a. namen auf -kell (schon 
aus dem 11. jahrh. belegt, s. Gislason, Njäla II, 269 ff.; Jonsson, 
a. o. s. 19, Arkiv IX, 381; Bugge, Bidrag, s. 98 f.) aus *-ketl 
(s. §274 anm.) neben altem -ketell nach dat. -katle (vgl. anm. 1; 
erst spät auch -kell nach dem neuen nom. Auf --kell); eldr feuer 
statt *eilej>r i (aschw. noch einigemal eledh, s. An. gr. II, § 384 
anm. 2; ags. Med) nach dat. elde (§ 128). Wol schon urn. 
standen nebeneinander die stamme *erla- (ags. eorl), *karla- 
(ags. carl; vgl. ags. ceorl < *kerla-) und *erila- (*erula- s. § 173 
anm. 1), *karula-, jene durch aisl. iarl jarl, karl alter mann, 
diese durch urn. erilaR, lat. (lehnw.) carolus repräsentiert. 

Anm. 1. Wörter mit kurzer Wurzelsilbe und dem ableitungsvokal i 
sollten eigentlich in den nicht synkopierten kasus umgelauteten , in den 
synkopierten kasus aber nicht umgelauteten vokal aufweisen (§ 66, 2 und 3). 
Diese regel ist aber nur in wenigen Wörtern aufrecht erhalten worden: 
fetell tragband, ketell kessel, h/kell Schlüssel, trygell kleine Schüssel, tygell 
schnür der und eigenname Egell mit dat. katle, lukle usw., pl. katlar usw. 
Jedoch kommen auch bei diesen Wörtern (bes. bei fetell) in den synkopierten 
kasus nebenl'ormen mit umgelautetem vokal (bei Egell sogar später und seit. 
ein nicht synkopierter dat. Egüi) vor. doch bei ketell nicht im pl. (erst 
spät onorw. pl. luttdar, s. § 309, 2) und nur seit. (s. z. b. Gislason, Efterladte 
skrifter II, 243) im sg. Bei allen anderen Wörtern ist ausgleichuug durch- 
geführt worden und zwar sowol zu gunsten des umgelauteten vokals wie in 
f'ereU reise, reisender (pl. ferlar, statt *farlar) als des unumgelauteten wie 
in stuftell stütze statt *styßell (pl. stuplar). Wenn der ableitungsvokal 
u ist, haben im aisl. und awnorw. alle kasus w-umlaut oder -brechung in 
der Wurzelsilbe, im aonorw. dagegen nur die synkopierten, z. b. spftoll (saÖulf) 



§360.361. Reine n- stamme. 

sattel, ioforr (ia/urr) fürst, pl. soplar. >'ofrar (§ 80. 2 und 3). — Ueber den 
gegensatz vapell (veöill) : pl. roplar (anal, rapiar). dmaell : dat. drösle, pl. 
drgslar s. § 73 anm. 1. 

Aimi. 2. Ueber nom. sg. mit einfachem auslautenden kons., wie 
hamar(r). drottenO»). kgriel(l) u.dgl.. s. § 285, 5. Umgekehrt kann, wenn 
auch sehr seit., doppelkonsonant (durch anal. Übertragung ans dem nom.) 
vor dem gen. -s erscheinen, z. b. (bisweilen) drötten(n)s zu dröltenn herrscher; 
ebenso steirn'n)s Steines u. dgl. 

Anm. 3. Dat. sg. von morgen», murgonn. mgrgenn (s. § 74) morgen 
heisst im anorw. oft mern.e und pl. mernar (s. § 136 und Hsegstad, Vestno. 
maalf. I, s. 92. 95. sowie Hertzberg), wonach bisweilen nom. m&rgemi 
(s. § 74).' 

Anm. 4. Ueber die synk. kas. von morgonn morgen, apta mi abend, 
himenn himmel vgl. noch § 291, 5 und 10, resp. § 225. 

§ 360. Wie mor(r) flektieren nur wenige Wörter, alle auf 
langen vokal endigend, z. b. hrandnor schiff mit galeone. G6r(r) 
ein mythischer mannsname, HUr(r\ name des meergottes. ior 
pferd (dicht.). Mor ein mythischer pferdename. slör schuh, 
die eigennamen auf -v&r und -per, wie Hlopver, RandvSr, Eggpt'r. 
Hialmper u. a. (Ueber War. Ufa s. § 404 anm. 1). Bei der 
flexion dieser Wörter sind die § 130 ff. behandelten hiatus- 
erscheinungen zu beachten, z. b. dat. sg. Hie (< Hlee). dat. pl. 
mom (< ninom; später wieder anal. mnnm). 

Anm. 1. Wegen nom. sg. -rr und gen. sg. -ss (gew. -$) s. §280 
anm. 4. 

Anm. 2. Dat. sg. ist fast immer ohne endnng (vgl. § 358, 3) : je 
1 mal sind brandnöe und Möe belegt. 

Anm. 3. Nom. acc. pl. von i&r kann auch wie von einem /-stamme 
gebildet werden, also ider, -e. Vgl. anm. 5. 

Anm. 4. Skör flektiert im pl. : nom. dküar (tkoar, später skör) neben 
(alt und seit.) skuür, gen. skia, sküd, dat. skdm, acc. sküa (sköa. später skn). 
sfotä ; s. § 134. b. 

Anm. 5. Die eigennamen auf -Per und -Jjtr können auch, nach kürzung 
des e (§151,2), wie /«-stamme (auf -?vr, -per) flektieren. In der späteren 
spräche (zum teil vielleicht doch schon um 1000, s. Marstrander, Bidrag. 
s. 117) kommt auch eine flexion Hloöver, Hialmper, gen. -vers, -pers usw. 
mit durchgängigem r vor: ebenso spät von iör gen. iörs, pl. iörar usw. 

§ 361. Wie harn gehen fast alle neutra auf konsonanz. 
z. b. einsilbige wie hak rückeu. fmll berg. gop (seltener gtip, 
vgl. § 61. 1, § 387) heidnischer (seltener christlicher) gott. hiolt 
(auch f. hiolt nach § 375) schwertknopf. hdhi (anorw. auch 
hatbm) Steinboden, hens. htinsn. Iwsn (§ 299. 4) pl. t. hühner. laun 



254 §362. Reine a- stamme. 

pl. t. (anorw. auch f. sg.) lohn, log pl. t. (anorw. auch f. sg. 
nach § 375) gesetz, Iggn pl. t. (anorw. auch f. sg.) zugnetz. 
akald, sMld (§ 127,1) skalde, ping Versammlung; zweisilbige 
wie herap bezirk, mäpgen pl. t. mutter und söhn. Vgl. Wimmer, 
Forn. forml. § 34; Larsson, s. 4231; Jönsson, Skjaldesprog 
s. 24 f. 

Was oben § 358 anm. 3 und 4 für das mask. bemerkt ist, 
gilt auch in betreff der neutra. Ausserdem ist hier zu beachten, 
dass durch die in nom. acc. pl. einmal vorhandene endung -tt 
(§ 356 anm. 6) ein Vokalwechsel in der nächstvorhergehenden 
silbe hervorgerufen wird. z. b. fiall, pl. fioll durch M-breclmng, 
herap, pl. herop, mannWcan bildnis, pl. -on (vgl. siimar § 357) 
nach § 78. 

Anm. 1. Ueber den gen. sg. vaz (später anal, mtns) zu vatn (alt 
und seit, vatr, s. Gislason , Udvalg af oldno. skjaldekvad , s. 206) wasser. 
drambis), tial(d)s, sun(d)s, ver(k)s, naf(n)s, gangs (gagns), myrk(r)s u.a. 
derartige fälle s. § 291, 1, 2, 6, 9, und 10. Von län leihe kommen in Zusammen- 
setzungen sowol länrir(dröttemi) wie läns(fe) vor. 

Anm. 2. Im dat. sg. fehlt die endung gewöhnlich bei gas gut (urspr. 
gen. sg. ntr. zu göpr gut), sonst (im gegensatz zu dem mask.) nie, weshalb 
Öwennings versuch (Arkiv XXIII, 24 ff.) das dunkle oprovis(e) 'auf andere 
weise' hierher zu führen verfehlt ist. 

Anm. 3. Ob etwaige spuren des alten instrumentalis auf -u (vgl. 
§ 393 anm. 5) in Zusammensetzungen wie kaupo-, mplo-, pingo-nautr kauf-, 
gesprächs-, dinggenosse u. dgl., wie Swemüng, Arkiv XXIII, 15 ff. vermutet, 
vorliegen ? 

Anm. 4. In nom. acc.pl. haben berg berg, cip landzunge, 7« oft holz, 
wald, hrte gebüsch, ht'is haus, fand land, torg markt, tun hof, porp gehöft 
u. a. als Ortsnamen gebraucht auch formen auf -ar oder -//•, also Berget) . 
Eipar, Holter (ahd. holz/r), -ar, Hrisar (vgl. ahd. hrixir), Husar, -er (ahd. 
hüsir), Lander, Torgar, (Sig)tüner und Timor, I'orpar. Diese formen 
sind im allg. femininen geschlechts; s. 0. Eygh, No. gaardnavne, Forord 
s. 11 f., Oplysninger 11,216, v. Unwertb, Namn och bygd 1914, s. 55 ff. 
(dagegen Hppgstad, Maal og minne 1915, B. 168 f.). 

§ 362. Wie sumar (lmal als mask. belegt, s. Jonssoii, 
Skjaldesprog s. 18) flektieren nur sehr wenige neutra: opal 
eigentum, gaman (vgl. § 225) freude. wegen stärke, regen pl. t. 
götter, hofop haupt. Die übrigen zweisilbigen neutra mit 
kurzen ableitungssilben synkopieren nicht, z. b. herap, dat. sg. 
herape (§ 361). 

Anm. 1. Opal kann auch ohne synkope flektieren. Nom. acc. pl. 
heisst sowol o/tol als opol, s. § 78. 



§363. Reine '/-stamme. § 3<W. 3^ö. ^/-stamme. 855 

Audi. 2. liegen hat in den synkopierten kasns keinen /'-umlaut des 
wurzelvokals . megen dagegen hat doppelformen (vgl. «$359 anm. 1); bei 
beiden Wörtern kann die synkope durch ausgleichung anch in den uom. acc. 
eindringen, also magn (1 mal auch gen. mogns). megnsg., rognfl.; endlich 
kann zu diesem rogn und dat. rognom ein gen. rogna statt ragna gebildet 
werden. Bei gagn (seit, gegn) vorteil (vgl. ahd. gagin) sind keine un- 
synkopierten formen mehr anzutreffen. 

§ 363. Wie bi.i gehen bh) blei. da entzückung, fe vieli 
(vgl. anm. 1). hli- lee. bne knie, strn stroh, tr<- bäum, vi ge- 
weihte statte. Hier sind die § 130 ff. erwähnten regeln zu 
vergleichen; z. b. gen. pl. stro (aus streut), dat. pl. ström {stränm >; 
später ström (§ 107). noch später sträum (§ 130. schluss); dat. 
^g. hie (hiee). gen. pl. Luid (kn<'a). dat. pl. hiiom (kveotri). aber 
gen. pl. r/-a. dat. pl. i&m ; dat. pl. bum (buom). später bmnn. 

Anm. 1. Im gen. sg. kommt oft -8 neben etwas häufigerem -ss vor. 
Der urspr. ((-stamm fr. seit, f» § 77. 4 (got. fatlm) endet auf -tu: also fiar 
\fear). mnorw. anal, zu fidrs. fiart erweitert (s. A. B. Larsen, Arkiv 
XITI, 245; Falk und Torp. Dansk-norskens syntax. s. XV note : vgl. §358 
anm. 6 und § 363 anm. 1). 

Anm. 2. Nach gen.pl. knio . tria wird später dat. pl. knium. triam 
statt kniöm. triöm gebildet. Nach dem dat. pl. kniöm, triam sind vielleicht 
die anorw. nebenformen nom. acc. pl. kniö. triö statt knt, tre sowie gen. pl. 

statt fria geschaffen worden: vgl. jedoch § 106 anm. 1. 

b) wa- stamme. 

§ 364. Paradigmen : mask. horr flachs, neutr. hogg hieb, 

mask. neutr. mask. neutr. 

Sg. X. hQrr hQgg PI. X. horuar hQgg 

G. hors hQg(g)s G. hQrua hoggua 

D. hQrue, -/ hoggue. -/ D. horom, harum hQggom, haggum 

A. hör hQgg A. horua hogg 

§ 365. Wie harr flektieren borr bäum (dicht), pl. fioruar. 
fyruar (s. § 82. 4) leute. hiorr (vgl. anm. 1) schwert, marr un- 
geschmolzener talg. roggr haarbüscliel (vgl. rogg § 380), spgrr 
(vgl. anm. 1) Sperling, sgngr gesang. pl. s&ruar £ 82. 6 (sgruar 
§ 82, 4, s. Egilsson) männer (dicht.) und eigennamen wie Si]>- 
hoggr, Xon: Sigiryggr u. a. Das; charakteristische »■ darf urspr. 
nur vor einem a oder e (i) der endung stehen (§ 226, § 235, 1). 
In der etwas späteren spräche wird aber durch ausgleichung' 
oft iQ entweder auch in dieser Stellung beseitigt, oder es dringt 
auch vor dem w der endung ein (vgl. § 235 anm. 1). — Sehr bunt 



256 § 366. n'ii - stamme. § 367. ja - stamme. 

infolge der vielfachen ausgleichungen und auch sonst wesentlich 
abweichend ist die flexion der Wörter mbr(r) § 77, 2 möwe. 
stör § 106 see, sniör § 106 schnee und Tyr{r) § 77, 6 ein götter- 
name (dazu pl, tifar götter, seit. sg. tyr gott) ; 

3£br(r), später mdr(r), nid fr § 235 anm. 1; gen. mbs(s), 
mds(s), später mdrs; dat. mdfe, onbfe §83; acc. mb. md\ pl. n. 
mdfar, mbfar; g. mdfa. mbfa; d. nu'nn, mdfom; a. mdfa, mbfa. 

Sibr, scbr, sidr; gen. smfar. sibfar, sidfar; seit. sces(s), sibs(s), 
sids(s), später scers. mnorw. auch sibfars (vgl. § 358 anm. 6); 
dat. sce(fe), sib(fe), sid(fe), seit, sd §77.8; acc. sib, sce, sid, 
seit, sd § 77. 8; pl, n. scbfar, sibfar. sidfar; g. scefa, sibfa, sidfa; 
d. sm{f)om, sibfom, sidfom ; a. scefa, sibfa, sidfa. 

Snibr geht wie sibr, ausser dass im gen. sg. -s älter als 
-ar ist und dass eine form snd nicht in alter zeit (vgl. aber 
§ 70, 4 und § 295 anm. 3) belegt ist, 

r J'yr(r); gen. Tys{s), später Tyrs; dat. tife, Tyife). Tyre; 
acc. Ty;^\. tifar; g. Ufa, seit, tyfa; d. tifom; a. Ufa. 

Anm. 1. Im gen. sg. hat der urspr. u- stamm hiorr (got. hairus) 
neben hiors auch hinrar (nach § 396), spgtr neben spors auch sparrar und 
als mannsname Spar(r)är. 

Anm. 2. Dat. sg. ist oft ohne endung, z. b. bor(ne), hior(ne), h(>r(vr) 
sgmjiue); vgl. § 358,3, § 360 anm. 2. 

§ 366. Wie hggg gehen byyy gerste, hol Unglück, fior 
leben, frib, fra? (fre, s. § 77, 8) samen, fgl dünner schnee, glyyy 
wind, hrdi aas, Hot fleisch, lyny heidekraut, leb (U, s. § 77,8) 
betrug, miol mehl, skrok, skrok §82,6 (anorw. auch skrmk) 
Unwahrheit, smior (smer, dat. sg. auch smyrae; s. § 77, 9, § 92) 
butter, sol eine art meertang, gl bier; über hey s. § 369 anm. 
Das iv kann später fehlen, z. b. dat. glyggi (gegen 1300), frib(e) 
neben fribfe (s. porkelsson, Supplement IV, 47), kiot(u)i u. dgl. 

Anm. Ueber anorw. gen. pl. o/da (später oldra nach dem synonym 
nldr) zu ol s. § 319, 2. 

c) //'«-stamme. 

§ 367. Paradigmen : mask. nipr abkömmling, neutr. kyn 
geschlecht, 

mask. neutr. mask. neutr. 

Sg. N. nipr kyn PI. JS. nipiar kyn 

G. nips, ni)>iar kyns G. nipia kynia 

I). nip kyne. -/ D. nijnom, -um kyniom, -um 

A. nip kyn A. Bipia kyn 



$ J6& 909. ./«-stamme. ?; oTO. m lflhnwi 257 

58. JN7//r (auch mfre nach gf 408) steht fast ganz allein 
mit seiner flexion (die dagegen im aschw. sehr zahlreich ver- 
treten ist. >. An. gr. II. § 391, § 392). Der ortsuame pl Nesiar 
(zu nee § 369: vgl. £ 3öl anm. 4) darf hierher gerechnet werden. 
Von rcengr Hügel, anorw. vdarmg* (gew. wie im aisl. -gi nach 
g 403) varäger. pl. grikker, girier, griechen. pl. ryger ein wohner 
von Rogaland und vielleicht noch einigen Wörtern, welche 
gewöhnlich als '-stamme flektieren, kommen in sehr alten 
hdschr. hierher gehörige formen (nom. acc. pl. -/",-. -i-.n vor. 
deren kons. i. sofern es nach langer silbe steht, nach § 
zu erklären ist. Ausserdem ist von hepr bett einmal acc. pl. 
hf'lki !>. Gislason. Aarboger 1879. s. 194) neben gew. hefte 
belegt. Sonst sind die alten ja- stamme in die /-deklination 
übergegangen. 

Anm. Anonv. ist einmal acc. pl. nidi belegt (& Fritzner). 

§ 369. Wie kgn flektiert, eine auzahl von Wörtern mit 
kurzer Wurzelsilbe: her beere, egg ei. fen sumpf, ffet fussboden. 
fley schiff, fyl fohlen, gep gemüt. gil kluft. gren höhle, greg 
hündin. heg (vgl. anm.) heu. hregg stürm, kip zicklein. pl. Igf 
(sg. gew. als Jö-stamm. s. § 382) arznei. men haisschmuck, nef 
nase. hes (vgl. § 368) Vorgebirge, net netz. ni]> (auch f. pl. 
nipar. seit. nePorj s. § 160 abnehmender mond. Hy neumond. 
nf rippe. sei sennhütte. skegg hart, eher schären, skg {ski 
S, 80. 2 1 wölke, stef kehrreim. »er fangort, vep pfand. pü diele. 
Ueber heu. skyn s. S, 382 — Das charakteristische i kann hie 
und da fehlen, gew. bei nij>, bisweilen bei lip, sehr seit, bei kyn. 

Anm. Hey hat im dat. sg. auch die form heyfe (zur erklärung s. 
lüden. Uppsalastudier. s. 94 notei wie von einem >r« -stamm (s. § 366) neben 
hei/e oder, auffallenderweise. heu («. bes. porkelsson. Supplement IV, 63). 

d) trt-atämme. 
§ 370. Paradigmen: mask. hirper hirt. neutr. Lucepe gedieht. 



mask. 


neutr. 


mask. 


neutr. 


Syr. S. kirper. -ir 


kusepe 


PI. N. hirpar 


knspe 


G. hirpes(s), -w 


ktuej - 


G. hirpa 


kuffepa 


D. hirpe, -*" 


kusepe 


D. hirpon. 


kusepom 


A. hirpe. -» 


kmepe 


A. hirpa 


kufppe 



Anm. Ein paar vielleicht hierher gehörige nom. sg. m. auf -in < ?f. 
< *-aiR (s. § 139) < *-((ioK (s. Sievers. Berichte d. K. rifcka Urs. d. Wiss. 
Nortta, Altisl. gnunm. *. »ut'l. VI 



258 § 371. in- stamme. 

1894, s. 189 f.) sind aus der späteren um. zeit belegt: hsroSeR (By). IxAeru- 
wulafiR (Istaby). In alter zeit steht -ijaR, z. b. holtijaR (Gallehus): vgl. 
§ 356 anm. 1. 

§ 371. Wie kirper geht eine sehr grosse anzahl von 
Wörtern (von denen jedoch die meisten der dichterischen 
spräche eigen sind) mit langer Wurzelsilbe, z. b. elrer erle 
heller f eisenhöhle, herser herse. leehier arzt, mceker Schwert. 
/>;/>•)> er dornbusch und bes. eine grosse menge von eigennamen 
wie (irr/Irr. Gylfer (auch schwach Gylfe), SLinicr, Shörer. 
Suerrer. Viler (auch schwach Yile), JEger der meergott u. a.; 
s. Falk, Beitr. XIV, 20 ff.; Hellquist. Arkiv VII, 21 ff.; Sievers, 
a, o., s. 1881, 142, 150. Ausnahmsweise ist die Wurzelsilbe 
kurz, z. b. in den eigennamen Urinier, dinier, (ii/mer. Hymer. 
Nefer, Her er. Siner. Ymer (Sievers, a. o., s. 120 ff.), mnorw. 
Scelir (öfter Sceli nach § 403). Der i-umlant der Wurzelsilbe 
fehlt in einigen namen, wo nicht urn. -ian, sondern -aian zu- 
grunde liegt (s. $ 370 anm. und Sievers, a. o., s. 130 ff.) wie 
z. b. Glaser, (r6er, (iuser (auch schwach (iuse), Kuaser, Möer, 
Praser; aus demselben gründe wol in den meisten der vielen 
Wörter auf -ner und in einigen auf -per. z. b. Fäfner. Miollncr 
(*Mellunir), Vafpriipner (aber Mijlner, Jif/mner), logper schwelt 
u. a.; s. Sievers, a. o., s. 148 ff., 151. Ebenso fehlt lautgesetzlich 
der umlaut bei urspr. Zusammensetzungen auf -per, -ver. die 
hierher übergetreten sind, z. b. ifampt r. Hlopuer (neben Hlopen). 
Sgluer (neben Sglrer; auch schwach Solue. Solfe) — vgl. § 300 
anm. 5 und § 151, 2 — Pörer ^hm-urr'?, s. Marstrander, Bidrag, 
s. 156). Bei eyrer 'öre' (ein gewicht) fehlt auffälligerweise 
der umlaut im pl. (aurar, aura usw.). 

Anm. 1. Ueber spuren dieser flexion bei den Wörtern auf -are (got. 
•areis) s. § 402 anm. 

Anm. 2. Gen. dat. acc. sg. weiden bei dem eigennamen Mimer 
oft wie von einem an- stamme (§ 401) gebildet. Ausserdem kommt nicht 
ganz seit, ein gen. (nach § 358) Mims vor. Ender ende geht im nom. sg. 
bisweilen, im gen. sg. fast immer, im dat. acc. sg. immer wie ein ««-stamm ; 
zur erklärung s. Noreen, Geschichte 8 , §195,4 (schluss). Vgl. §402 anm. 
und Gißfer, Viler, Guser, Scelir, Hoher oben. Mnorw. weiden fast alle 
hierhergehörige Wörter schwach flektiert (s. Hsegstad, Kong. 8. 13 und 24. 

Anm. 3. Im pl. muss das charakteristische i nach § 156 synkopiert 
werden. Also hirpar aus *ltirdiaR usw. 

Anm. 4. In der etwas .späteren spräche werden diese Wörter mir 
durchgängigem r (gen. sg. Mkmrs usw.; so mnorw. bes. bei mannsiiaiiieu, 



g 972. in -stamme. §373. ö-stämme. 859 

s. Hsegstad. a. o.. s. 24) flektiert und dann entweder nach §358 (nom. pl. 
IfAJMrar usw.) oder nach § 359 (nom. pl. hrtlrar nsw. zu Mbr). 

§ 372. Wie kucepe flektieren sehr viele Wörter, die ent- 
weder lange Wurzelsilbe oder auch zwei silben vor der endung 
haben, z. b. denn behauptung. enge (vgl. eny § 382) wiese, turne 
stirn. merke merkzeichen. rfke reich; erfej>e arbeit, forellre 
(anorw. auch -celdri, s. Hertzberg; auch m. pl. -elbnr oder -ellar. 
später, bes. anorw.. -eidrar) vorfahren, finde geschäft u. a. 
(s. Larsson. s. 124 f.: Hellquist. Arkiv VII. 31 ft\). Kurze Wurzel- 
silbe vor der endung kommt vor nur bei grene fichtenholz. 
tepe mist. frile (neben ]tü i s. ij 3o9) bretterwand. sowie in 
späteren ziisammensetzungsgliedern vieler Wörter mit kollek- 
tiver bedeutung. z. b. unyiipe junge bäume, iVgrese unkraut 
u. a. (s. Hellquist. a. o.. s. 34); endlich in hadere mittagsstunde. 

Aum. 1. (ieu. dat. pl. von Wörtern auf -ki, -yi, -^i müssen nach 
§ 263 ein parasitisches i vor der endung aufweisen, also ri&a, rikiom zn 
rike n. dgl. 

Aum. 2. Von birke birkenwald, eike eichenwald. hdle wohusitz u. a. 
kommen Ortsnamen pl. Birkiar. Eiklar. re>p. Bdler vor, s. Rygh, Oplys- 
ninger 11.216. No. gaarduavne. Foxord, s. 12. und vgl. § 361 anm. 4. 

Anm. 3. Lirte betragen, laut hat gen. pl. hita. dat. pl. /o7o»w (wie 
von lät nach §361 und mit derselben bedeutnngi. aber auch kttom (s. 
F. .Tonsson. Arkiv IX, 378). 

Anm. 4. Von fylke schar, leerte Wachslicht, tippe büschel, khepe kleid. 
-peise. purite eine gewisse müuzeinheit kommen gen. pl. fylkaa 
(fylkia). frerli >t>'t. k ippim , kktp{nui . älnn. anorw. Puarit(n)a vor: zur er- 
klämng tans alten -/></- stammen) s. A. Erdmann. Arkiv VII, 75 ff. 

II. '^-stamme. 

ij 373. Die ö-stämme sind nur feminina. Die regelmässigen 
endungen sind: 

Sg.N. (»-uml. des wnrzelvokals i PI. N. -ar 

8. -ar G. -a 

D. — (tt-tuiil. des wzv.) oder -u, -o § 146 D. -u»t. -om § 146 

A. — (t<-uml. des wzv.) oder -u. -<■ A. -ar 

Anm. 1. Nom. s«-. endet nrn. auf -u. ist aber bei subst. nicht sicher 
belegt. Beisp. wären etwa: MfJjp«! iKylver). alu (Lindholm. Darum I. 
Schonen, lijömerud. Skrydstrnp, Elgesem). lapn (Damm II. Fünen. Schonend 
tau iElgesemj; ganz rieber aber sind die adj. -formen mimt, lialn (Opedal). 
Vgl imch lappische lehuworter wie farru (aisl, for) wanderschar, lauka 

17* 



260 



§374. Reine s- stamme. 



(aisi. laug) waschen (s. weiter Wiklund, Laut- und formenlehre der Lnle- 
lapp. dial., s. 88) und finnische wie orkku (aisl. ork) kästen , panku spange 
oder (wol noch älteres -ö voraussetzend) runo rune, sakko sache. Die 
enduug ist später (schon in um. -sbA Björketorp, s. § 153, 7) fortgefallen, 
wird aber durch den M-uinlaut oder -brechnng des wurzelvokals noch 
bezeugt. 

Anm. 2. Gen. sg. ist um. nicht belegt, muss aber auf -DR (vgl. got. 
-ö.s) geendet haben. 

Anm. 3. Dat. und acc. sg. sind aus alter urn. zeit nicht ganz sicher 
zu belegen, müssen aher die endungen -u (das später synkopiert wird) 
und ?-w, woraus das spätere -u, -o (vgl. ahd. dat. erdu. erdo) gehabt haben. 
Urn. beisp. des dat. wären etwa aaöagasu (spange von Vi), tanu/u (Börringe), 
sardlu? (Arstad), alaifu? (By), später sohl (Eggjum). 

Anm. 4. Nom. acc. pl. endeten urn. auf -DR, z. b. acc. runoR (Järs- 
berg, Tjnrkö), woraus später runAR (Istaby, Björketorp) nach §137,2; 
hierzu auch das zahlwort nom. [>rijoR (Tune) und das pron. acc. pAtAR 
(Istaby; paR Einang, s. § 137 anm. 2). Eine acc. nebenform auf (wol 
nasaliertes) -8 ist durch acc. runo (Einang, St. Noleby) und das adj. ragina- 
l;u[u]do (St. Noleby) belegt (vgl. Walde, Die germ. Auslautgesetze, s. 5.1 ff., 
Noreen, Geschichte 3 , § 192,5; anders Bugge, Arkiv XV, 144 f., No. I. 
s. 288 und 528). 

Anm. 5. Gen. pl. urn. auf (nasaliertes) -5 ist wol durch das späte 
-nmo (Björketorp) belegt. Eine später ausgestorbene nebenform auf -öuo 
zeigt vielleicht das ebenfalls späte runono (Stentoften); vgl. ahd. erdöno, 
as. gebono, ags. north, sorgona, aind. äfvünäm u. dgl. 

Anm. fi. Dat. pl. ist urn. nicht belegt. 

Als Unterabteilungen der ö-stämme haben wir in analogie 
mit den «-stammen aufzustellen: wo- stamme. jö- stamme, io- 
stämme und 'reine' ö-stämme. 



a) Reine ö-3tämme. 

§ 374. Paradigmen : sog säge, kerling altes weib, Ingebiorg 
ein frauenname. Skogol (anorw. SJcctgul) name einer Walküre, 
6 tluss. 

Ingebiorg Skqgol, Skagtd ö 

Ingebiargar SkQglar äv 

Ingebiorgo, SkQgol, Skagtü (> 

litgibiargu 

Ingebiorgo, Skogol, Skagtd (> 

Ingibiargu 

iir 

ä 

üin 



Sg. N. 


sog 


kerling 


G. 


sagar 


kerlingar 


D. 


SQg 


kerlingo, 
koerlingu 


A. 


SQg 


kerling 


I'l.X. 


sagar 


kerlingar 


G. 


saga 


kerlinga 


D. 


sogoni, 


kerliugom. 




wgum 


L<i'Hingu))i 


A. 


sagar 


kerlingar 



§ Mb. 376. Reine <>- stamme. -'>1 

§ 375. Wie sog geht eine ziemlieh grosse anzahl von 
einsilbigen Wörtern. z. b. bni brücke, dreif zerstreuen. </>// speer. 
döl tal. clitö (seit, eldtö. s. ^ 116) feuerstätte. fiopr feder. jfar 
furche, t/erl klnft. pl gerfiar anzog, ///>»•/> gnrt. ggmbr mutter- 
sehaf. /////' selmtz. pl. iprar eingeweid^. kl elf steiler abhang. 
kui i anorw. auch schwach kum) bürde. /•//. 1 quäl, tot kranken- 
bett. hos häufe, hif Überrest. lifr leber. pl. ümar (vgl. § 395) 
zweige, lom eine art haspen. Ion reihe, pl. me^mar kostbarkeiten. 
m ,n mahne, nol oadel, me/* i anorw. einmal pl. -//•. s. Fritzner) 
birkenrinde. pl. örtar Verwirrung, ramf loch, reim riemen. ritn 
schindel, ro ruhe (vgl. ro ecke § 379). rtin rune. sin sehne, 
«for schnitt. && /• kopfhaar. snew Splitter, siteiX braten, pl. sualar 
gedeckter gang. trii glaube, toi betrug, pl. rnrar gelübde. 
trank, rigr speer, mg Schlitten, cks schuhloch. anorw. ortoy 
(certog § 173.5) * , 4 mark, frauennamen wie HU f. Hhkk, i 
Vor, Ortsnamen wie Böhn. pl. Biliar, pl. H/rar. Hin. Suolpir). 
Sehr viele können auch wie /-stamme (nach § 390) flektieren. 
z. h. pl. borttr (seit, -er: auch schwach boror) bahre, dorg eine 
art tischzeug. dugl aufenthalt. fiol brett. flaug flucht, giöf 
gäbe, gisl geisel. grof grab. gron Schnurrbart, ggrn dann. 
kuern mühle. kuisl zweig. lend (seit. pl. -er) lende. nof nabe. 
ngs nasenloch (pl nase). rq% reihe, sköl schale, slifr (gew. 
1*1- ► scheide, spior läppen. sok rechtssache, taug (tog, tag § 166) 
seil, rrl list. vatif) lippe. Pgrf bedürfnis. ogn spreu. <dn (vgl. 
§ 378) eile: diese flexionsweise ist in der späteren spräche 
bei diesen Wörtern die gewöhnliche (bei einigen auch die 
ursprüngliche >• Ueber sonstige Wörter, welche alternativ hierher 
gehören, fc. §890,4; §395 [lim -.. § U6,8, £4*7 anm. 2 und 
§ 418 anm. 2. 

Anm. 1. Ueber anorw. lern neben /../< und dgl. 9. §81,c 

Anm. 2. Im pl. hat 6/« neben &*Mor sehr seit. 6ni/\ anorw. auch 

bryr (nach § 416) oder brär (s. § 134. b). dies jedoch wol erst mnorw.. aber 

dann seit, auch im gen. sg. 

§ 376. Wie kerling gehen zunächst die sehr zahlreichen 
zweisilbigen Wörter auf -ing und -ung. z. b. drotning herrin. 
lausung unverlässlichkeit u. a. (Larsson. s. 425); ferner Agnes 
(auch nach § 384) ein frauenuame. Hleipr (gen. Hleipar 
neben gew. Hleiprar. s. Jönsson. Skjaldesprog. s. 12) ein Orts- 
name. Miß seite. laug bad, mioll sg. t. neugefallener schnee. 



262 $ 377-379. Keine o- stamme. 

paradit (auch -dise nach § 410) paradies. rein rain, tdl sg'. t. 
wolle, öl, 61 (§ 116) riemen, <}r rüder sowie die. bes. in etwas 
späterer spräche, auch wie i- stamme (nach § 391) flektierenden 
fgr reise. Mit genüge, leip reise, reip reiten, vok loch im eise; 
über iorp, sol, gld s. § 391 anm. 2. Alle diese Wörter können, 
bes. in der etwas späteren spräche, auch nach § 375 flektieren, 
die Wörter auf -ing, -ong doch ziemlich selten (s. Jönsson, 
Skjaldesprog, s. 40 f.). 

Aum. I. Gen. sg. auorw. laugurdagr ist wol von dem aisl. laugardagr 
Sonnabend urspr. etymologisch verschieden, s. § 259. 

Anm. 2. Selten, wenigstens in der älteren spräche, endet bei Wörtern 
auf -mg auch der acc. sg. auf -o (-u) nach § 377. 

§ 377. Wie Ingebiorg gehen nur eigennamen: die zu- 
sammengesetzten auf -biorg (seit, borg, s. § 295 anm. 3; mnoiw. 
auch durch ausgleichung -biarg, -biterg), -huit, -laug (seit. -log. 
s. §152,2), -leif, -hp, -rtin, -reig, -vor u. a., z. b. Droplaug, 
Suanhuit, Asleif, (iunnhp, (ruprün. ltannveig, Skialdvgr: ferner 
Jhrgliöt, Osk und fremdwörter wie z. b. Katrin, Kristin, 
Margret. 

Aum. Hie und da kommt neben der regelmässigen forin ein acc. 
ohne -o (-») nach § 376 vor, wie Almveig, Gidlveig, Ösk (so auch im dat. 
sg). Auffallend kommt bisweilen im anorw. ein gen. Anbiorgo vor. 

§ 378. Wie Skggol gehen nur Ggndol name einer walküre. 
Vimor ein flussname und noch einige seltene Walküren- oder 
flussnamen (s. Hesselman. Västnordiska studier II, 9) sowie das 
auch im pl. vorkommende alen (statt lautges. 'tagen, vgl. $ i>7 
und agutn. ein), woneben mit durchgeführter synkope (vgl. 
§ 359, 2 und § 362 anm. 2) und dann regelmässig nach § 375 
oder als ?'-stamm nach § 391 flektierend gln, <}ln (§ 124. 3), 
anorw. (dicht.) auch alun (wozu dat. sg. ahm nach § 376) eile. 

§ 379. Wie ö (6. s. jj 77. 2) flektieren fast alle fem. auf -<}. 
z. b. brg' wimper. giö kluft, Gnö ein mythischer frauenname. 
fw nachgras, lö flüssigkeit. ro {rö § 116; pl. rar. später röar) 
ecke, ro rahe, rö reh. skrö Schrift, slö schlagbaum, spö Wahr- 
sagung, pinghö gerichtsbezirk, pro Sehnsucht. Ueber formen 
wie dar, da, dum s. § 130 und § 132. 

Anm. Seltene nebeuformen nach der i- Stamms -ttexion sind pl. <)vr. 
Hpäer (Hb., s. XXIX). Ein schwacher pl. &or ist anorw. 1 mal belegt (s. 
porkelsson, Supplement IV, 193). 



§380. wo-BOmmt § 381 ft£ jo- staune. 263 

b) u'o-stämme. 
§380. Paradigma : tfapy tau. 

Sg. N. di}gg PL S. dqgguar 
G. dqgguar G. dQggua 

D. dogg(o), daggu. dogg D. dQggom, äaggum 

A. dqgg A. dqgguar 

Se gehen nur noch &g£ i dicht.) kämpf. pLgotuar anzog, 
Iggg kimme. rogg (vgl. >*o</*/r § 365) Ziegenhaar, stop landungs- 
platz, pL (anorw.) trygguar (run. auch dat. sg. triku. d. li. tryggu. 
s. Aarboger 1899. B. 241) vertrauen. /;>w^/ druck, or pfeil. 
Ueber die behandlung des w gilt das § 365 bemerkte. 

Anm. i. Im dat. sg. ist die endnng -o. -u verhältnismässig selten. 
An m. 2. Spät kommen nom. acc. pl. daggir (dann auch gen. sg. 
daggar, pl. daggu). arir statt dogguar, oruar vor. 

c) /©-stamme. 

§381. Paradigmen: ben wunde, egg schneide. 

PI. >'. beniar eggiar 

G. benia eggia 

D. beniom. b attmm eggioni. teygwm 
A. beniar eggiar 

§ 382. Wie ben (seit. ntr. nach §369) gehen einige Wörter 
mit kurzer Wurzelsilbe : des heuhaufen. dregg hefen, dgs grab- 
hügel. fit schwimmhallt, aue. fies kfippe im meer. pl. hrejnar 
scrotum. ü fasssohle, i]> (auch ij> nach § o90) Wirksamkeit. /•////' 
säum, lyf (vgl. § 369) arznei. pl. miwiar gaben zum andenken. 
nyt nutzen, skel schuppe, skyn (seit. ntr. nach £ 369) einsieht. 
syn leugnen (nau]>syti bedürfnis hat im anorw. auch pl. -ir). vifr 
band: mit langer Wurzelsilbe nur eng wiese (vgl. enge § 372). 

§ 383. Wie egg flektieren nur wenige appellativa (sämt- 
lich mit kurzer Wurzelsilbe; wie ey insel, hei tod. meer (s. 
anm. 1) junge trau, py (s. anm. \) magd; dagegen viele frauen- 
namen. z. b. Frigg, Sif (pl. sifiar Verwandtschaft). Sigg und 
bes. die zusammengesetzten auf -ey. ->ty (vgl. aber anm. 3), -yu 
oder -(c)in (S. § 226. § 235 anm. 4). z. b. Laufet}. Borguy. Fioryyn. 
Sigyn (Sygin. Sigun. s. a. o.): endlich einige Ortsnamen wie 
Vigg. Biorg(r)i)i (s. § 226) oder Biorggn Bergen u. a. auf -yn. 



Sg. N. ben 


egg 


G. beniar 


eggiar 


D. ben 


eggio, oygiu 


A. ben 


egg 



26 1 § 38 J. in- stamme. 

-(ü)m, bei welchen im anorw. das kons, i schwankend ist. z. b. 
gen. sg\ Biorgvin{i)ar (vgl. aisl. gen. Siyunar neben Sigymur). 

Anm. 1. Nom. sg. zu dem stamme maujö-, heisst few&r (s. § 163, i; 
erst spät und seit., den übrigen kasus nachgebildet, we//, noch seltener 
i/wyt'a nach ij 408 flektierend) wie von einem «ö-stamme (§ 384), aber gen. 
meyiar (got. maujös) usw.; zu/»«/ (ebenfalls den übrigen kasus nachgebildet) 
kommt eine seit, (dicht.) nebenform fiir (s. § 163,2) vor; neben Signy seit. 
anorw. Sign* (s. § 163, 2 und § 80, 2), wozu gen. Signiar. 

Anm. 2. Dat. sg. kann, doch nicht bei Iiel, auch endungslos sein, 
also nach $ 382. 

Anm. 3. Acc. sg. endet auf -io (-m) bei eigennamen auf -ity 
(vgl. § 377). 

d) tö-stämme. 

§ 384; Paradigma: heij>r (die) beide. 

8g. N. heipr PL N. heipar 
G. heijmr G. heij?a 

D. heip»e. hmdi D. heipom, lucidum 

A. heipe, ha-ihi A. heipar 

So flektieren noch eine anzahl von appellativen mit langer 
Wurzelsilbe, z. b. abbaute (vgl. anm. 2) äbtissin. byrjbr bürde. 
dfr fluss, ermr ärmel. ei/rr sandufer, festr band, fleijpr (gen. 
fleyjtrar) dachsparren (s. Hertzberg, s. 857), fläßr flut. förhupr 
(-hi)inr, s. § 261) neugier, fyllr fülle. r/«^»r (gunnr) kämpf 
(dicht.), (jygr (vgl. anm. 4) riesenweib. gr«/% sau, helgr fei er, 
Äer^r (gew. pl.) Schlüter, hildr (dicht.) kämpf, pl. hrei/sar Stein- 
haufen, merr (anorw. seit. gen. sg. und nom. acc. pl. murar, 
worüber s. Hesselman. Västnordiska studier 11,32 note 2; die 
Wurzelsilbe ist erst sekundär kurz, denn der stamm ist urspr. 
*marhiö-, alid. nicrilm. vgl. marr. § 124,2) stnte, myrr sumpf. 
r&yrr (s. I)orkelsson, Anmarkninger s. I I : auch nach §358,2) 
röhr, reyjir forelle. rygr (vgl. anm. 1) weil) (dicht,), veipr jagd. 
ylyr (vgl. anm. 4) wöltin, d j f>r eider. ce/ir (oder ce]> nach § 390) 
ader, m i vgl. anm. 2), < : x. <u\ anorw. auch ce£ (s. §77,7 und 
J? 173,5) axt; ferner frauennamen wie Agnes (auch nach § 376). 
Aujir. Eltn (neben Elina nach § 408), Frifir, Oefn, Gerftr (pl. 
gerjtar kleidertracht sowie anorw. almosogiurdar almosen, abei' 
gerp handlung nach § 390), Gripp, Hildr. Jfn/r. Binär, Pnifir. 
Yrr (vgl. Vre § 401 ) und bes. die zahlreichen auf -dis (vgl. 
anm. 2; aber dis — seit, diss. s. Sjöros. Stud. nord. fll. VIII, 3. 



§ 385. '- stamme. -''- 1 

s. 5 - ehrwürdiges weib nach § 390). -eip\r). -(f)fifrr), -yerfir. 
-gupr (-gtinnr), -ftüär] ->mn (-uftr, -u»»>\ s. anni. 2), -/>>"/>>■ 
und die seit, auf -elf); z. b. I J ordis. Jkujneipr. IöfriJ»: Sigripr, 
Porgerjtr, ftoryupr, Raynhildr, Ipunn. Siyprüpr. Porelf r\ endlich 
der ortsname Di/flinn Dublin. Ueber schwankende Wörter 
s. g 390, :i. § 416.1. 

Anm. 1. Der zu erwartende /-unilant fehlt in einigen hierher über- 
getretenen /- oder r>- stammen, wie Aufor. forhipr. gußr. Prüf* und den 
namen auf -gupr. -nun. -prüpr (der nmlaut im namen Pryßreh; Prtfrekr 
ist wol nach §66 zu erklären): vgl. noch anorw. pl. uuirar (s. oben). Zu 
anorw. (riß- tluss kommt ein alter gen. sg. ohne uuüaut im Ortsnamen 
Alfarlueimr vor (s. Bngge. Arkiv 11,209 ff.); vgl. § 390 anm. 1. 

Anm. 2. Im nom. sg. fehlt gew. die endung bei den namen auf -dt's 
(und abbadis) statt -diss (£277.1) und -unn (aber daneben -upr. -unnr 
mit -/•); in alten anorw. hdschr. auch sehr oft bei den namen auf -aid(r) 
und -(f')rid(r) , später und seltener iu aisl. hdschr. bei namen auf -(f)ribr 
und (sehr seit.) -hildr (s. Hb.. s. XL1X; Gislason, Efterladte skrifter II. 176: 
Kälund. Gnll-pöris saga. s. V). Dagegen fehlt -r nur scheinbar in ex 
(♦•faü § 277, 3). 

Anm. 3. In der späteren spräche endet der nom. sg. oft auf -» wie 
dat. acc. Umgekehrt fehlt bisweilen in den rimur das -* das acc. sg. 
(s. Gislason. Efterladte skrifter 11.177); vgl. einmaliges anorw. myr 
(s. Fritzuer). 

Anm. -1. Wörter ivie gygr. rygr, glgr schieben nach £ 2fi:i for einem 
a oder o (") der endung ein kons. > ein. Ausnahme macht W'/c pl. hrlgar; 
zur erklär ang s. Hesselman. Västnordiska studier II. 17 Bote 3. 

Anm. 5. Anorw.. bes. muorw., kommt nicht seh. gen.. dat., acc. 
Astrid« (wie nach § 408) vor. 

III. /-stamme. 

§ 385. Die /-stamme sind mask. und fem., bei welchen 
letzteren man eigentlich, ausser im acc. \\\.. dieselben endungen 
wie bei den mask. erwarten sollte. Diese sind: 

Sg. N. -r PI N. -ir, -er 

G. m. -soder -«/•; f. -//- G. -c 

D. — D. -um. -om 

A. — A. m. -/. -e : f. -ir, ->')■ 

Die feminina folgen aber (bis auf wenige spuren, s. § 390, 

1 und 8 sowie anm. 1) im sg. der tiexion der ^-stamme (§ 875 
und $ 376). 

Anm. 1. Nom. sg. endet nru. auf -in. i. b. hletcagaistiB Gallehus), 
litiR (Darum III), gleaugi* (Dannenbergi. iaKgasÜK i Berga), pfiHR (Brats- 



206 § 386. 387. /-stamme. 

barg), asugttaiJiR (Myklebostad). -in (Amle) und die adj. -marin (Torsbjssrg; 
urspr. ««-stamm *mariaR i got. -mereis, s. § 358 anm. 5), tmgcmÖili 
(Nordhoglen). 

Anm. 2. Acc. sg. um. au? -i ist wol durch hall (Strom, aschw. Iwh 
belegt und später durch das schon synkopierte Afunp (Valby). 

Anm. 3. Ein vok. sg\ steckt vielleicht in alawin (Skodborg) und ein 
acc. pl. -hin (got. -ins) in hallin 'einwohuer von Hailand' bei Jordanes. 

Anm. i. Alle übrigen kasus sind urn. nicht belegt, ausser dat. pl. 
aus der spätesten zeit und in unursprünglicher form (s. § 356 anm. 8). 
Eine spur der urspr. endung -imR (vgl. got. -im) ist in der literatur nur 
das zahlwort jyrimr drei. 

§ 38(3. Paradigmen sind: mask. gestr gast, stajrr statte, 
hekkr bach ; fem. oxl aclisel, rost meile. 





mask uli na 


femin i na 


8g. N. gestr 


stapr 


bekkr 


oxl 


l'QSt 


(t. gests 


stapar 


bekks. bekkiar 


axlar 


rastar 


D. gest 


stap 


bekk 


oxl 


rqsto, rastu 


A. gest 


stap 


bekk 


oxl 


rost 


PL N. gester, gcestir 


staper 


bekker, bcekkir 


axler 


raster 


(t. gesta 


stapa 


bekkia 


axla 


rasta 


D. gestom, 


stqpom, 


bekkiom, 


oxlom, 


rqstom. 


gcestvvt 


stabum 


bcekkiwm 


awlum 


rastiou 


A. geste, gcesti 


stape 


bekke, bmkhi 


axler 


raster 



§ 387. Wie gestr (als mannsname mnorw. auch mit gen. 
■ar, dat. -e) gehen recht viele Wörter, z. b. alr ahle, brestr 
(s. anm. 3) mangel. bugr biegung, bulr, bolr rümpf, dugr 
tüchtigkeit, dgttr schlag. doli talbewohner, fair schafthülse 
des spiesses, Glapr ein pferdename, glepr verbrechen, gramr 
(s. anm. 2) kriegsheld (dicht.), griss (s. 2 unten) ferkel, gufi 
(seltener goß, vgl. § 161. § 361; s. noch 2 unten sowie anm. 1 
und 2) gott, hagr lebensbedingung, halr (s. anm. 4) mann (dicht.). 
hamr (s. anm. 2) hülle, här (pl. häer, seit, hdfer, s. Egilsson) ruder- 
dulle. hlumr (oder hlummr nach § 358) handhabe des ruders, 
hualr (s. 2 unten) walfisch, Uk(h)amr (seit, likawu. Hb., s. LVI; 
auch Ukame nach § 401) körper. Ifipr (s. 2 unten und § 392) 
mensch, ndr (s. anm. 2) leichnam, pyttor pfütze, mr (s. 2 unten) 
zuber, skellr klatschen, slagr saitenspiel, sullr geschwür. suanr 
schwan, suipr rasche bewegung. vaty (pl. fehlt) die gefallenen. 
valr (s. 2 unten und anm. 2) falke. vanr (s. anm. 2) eine art 
götterwesen, vajir angelschnur, vegr (pl. fehlt) rahm, prtkr 
kraft und viele vttlkernamen wie daner (sg. als mannsname 



| Bft /-stamme. 887 

Dmnr, ereii. ■«, seit. -ar). egper (s. 2 unten), friser. hdrer, raufc- 
wmwdmr, skeynt r. stxeäder, volar, restfi/kler. Joönder u. a. Ueber 
die einzelnen kastts ist zu bemerken: 

1. Im nora. sg. kommen, wie bei den a- stammen, die 
ij 277 gegebenen regeln zur anwendung. z. b. doli. bolr. sheUr, 
suanr, griss. 

Anin. 1. Iii gup. gop fehlt die nom.-endung, weil das wort ursprünglich 
neutr. ist. In St. Honi. fehlt die endnng einigemal auch im gen. sg. 

Anm. 2. Dat. sg. hat hei gup immer, bei gestr. gratin: havtr, nar, 
coli- falke. ranr bisweilen die eudung -e (-/). 

2. Im nora. acc. pL haben viele Wörter -ar, resp. -«. wie 
die «-.stamme, neben -er. -e (-tr, -/>. Solche sind gramr. gup. 
hualr. h)pr leute. sär (pl. aisl. säet: auorw. aar aus säar). seit. 
eg])er. griss. r,dr falke. Ueber dalr. marr pferd. rgzar. smipr, 
sto.fr. rermar s. § 358. 4. 

Anm. 3. Von brestr ist der acc. pl. selten nach den «-stammen 
(§ 385) gebildet. 

Anm. 4. Von hair heisseu geu. nud dat. pl. nur Unlpo (s. §319, 2), 
resp. holpern . nom. acc. pl. aber sowol /><>Ifxi.r, -a wie (neugebildet) haier, 
-r: s. Gering. Vollständiges Wörterbuch, sp. 139S. 

§ 388. Wie stapr flektiert eine ziemlich grosse anzahl von 
einsilbigen Wörtern, wie bragr diehtkunst. burr. bort (g. 1 unten) 
söhn (dicht.), barpr geburt (vgl. 2 unten i. ft-hlr is. 2 und 3 unten ) 
mantel. flugr flucht. /'////(//• is. 2 unten) Zusammenkunft, gripr 
(s. 4 unten) kustbarkeit. wwwm argwöhn. hUdr is. 4 unten) los. 
teil, b.ayr sinn, fomr t vgl. anm.) geschlechtsangehöriger (dicht.), 
geschlecht (so nur in adv. wie z. b. abtkowm von jeder an). 
kostr (s. 2 und 4 unten) bedingnng. »tun- (s. 1 und 2 unten) 
meer (dicht.», ino.tr (s. 3 unten) speise. »omi: monr (s. 2 unten 
und anm.» sinn, unterschied, rugr roggen. s. 1 unten und 

anm.) saal. scmPr <chaf. sl.ripr <>. 1 unten» lauf, skurpr scheren. 
skulr hintersteven. stidftr diebstahl. sultr (s. 1 und 2 unten» 

huuger. a.2 unten und aum.) freund, Jtrottr (s. 1 unten» 

stärke, foilr redner. purpr Verminderung und die zahlreichen 
wöner auf -skapr (dat. pl. aisl. -skopom $ 78. anorw. -skapum). 
z. b. fumdskapr feindschaft. Doch kommen bei vielen von 
diesen Wörtern schwankenden nach de? seite der a- oder »- 
stamme vor: 



268 §989, /-stamme. 

1. Gen. sg. auf -6' neben -ar bei burr, man; munr, sah, 
skrijtr, sultr, firottr, anorvv. auch stajrr in der bedeutung \stad1 •' 
(erst ranorw. in der bedeutung 'statte', s. Haegstad, Kong., s. 30; 
niuorw. auch stadhars, vgl. § 358 anm. 6, § 363 anm. 1 und die 
daselbst zitierte literatur) und vinr (s. F. Jönsson, Arkiv XI, 378). 

2. Dat. sg. auf -e (-i) bei athurfir ereignis, felär, fundr, 
kostr, marr, munr, stapr, sultr. 

3. Nom. acc. pl. auf -ar, resp. -a neben -er, -e (-ir. -i) 
bei felär und seit. mutr. 

4. Acc. pl. auf -o {-u) kommt, obwol selten, bei yrij>r 
(s. Haegstad, Vestno. maalf. I, 117), hlutr und kostr vor. 

Anm. Im nom. sg\ kann -r fehlen bei mtm(r), mon(r) und cin(r), 
sehr selten hei Jcon(r) und (s. Noreen. Uppsalastudier, s. 201 f.) sul(r); vgl. 
Aufion (ags. Eadwitie), Au», Qu und Hähon § 358 anm. 1. Zur erklärung 
s. § 285 anm. 2 und die daselbst zitierte literatur. 

§ 389. Wie bekkr gehen mask., welche /-umgelautete, 
entweder kurze oder auf g, g, k endende lange Wurzelsilbe 
haben (s. Wimmer, Forn. forml., § 41, b; Jonsson, Skjaldesprog, 
s. 32 ft'.), z. b. Bäleyyr ein mythischer mannsname, bekkr bank, 
belyr balg, berserkr berserker, bepr (vgl. § 368 und anm. 2 
unten) bett, bylr windstoss, bf/r oder bör (s. anm. 3 und 4 unten) 
dorf, byrr günstiger fahrwind, drenyr (vgl. anm. 2) junger 
mann, drykkr (vgl. anm. 2) trank, dykr lärm, dynr getöse, elyr 
elentier, eykr zugvieh. fenyr fängst, fnykr stank, Freyr ein 
göttername, ylymr geklirr, ynyr getöse, ynypr brummen, pl. 
fjrikker, girier (vgl. § 368) griechen, gyss (*gysft) spott, pl. 
hdleygr einwohner von Halogaland, heggr traubenkirsche. herr 
(vgl. anm. 2; nom. acc. pl. nicht belegt) heer, hlekkr kette. 
hlymr getöse, hlynr ahoi'ii. hrckkr ranke, hryggr rücken, hrytr 
schnarchen, hylr Schlund, hyrr teuer (dicht.), kengr bügel, kylr 
kälte, leggr Schenkel. If/r eine art dorsch, Ukr bach, mergr 
(vgl. anm. 2) mark, reykr (vgl. anm. 2) rauch, rifr weberbaum. 
pl. ryger (vgl. § 368) einwohner von Rogaland. rykkr ruck, 
rymr lärm, seggr kampfgenosse (dicht.), sekkr (vgl. anm. 4) 
sack, pl. serker Sarazenen, serkr (vgl. anm. 2) hemd, skrcekr 
geschrei, skykkr erschütterung. slegr vorteil, sprengr sprengen, 
stekkr Schafhürde, strengt- sträng, strykr Sturmwind, stynr 
stöhnen, styrr streit (dicht.), suelgr Schlund, sylgr trank, sägr 
ungewitter, vefr gewebe, veggr wand, verkr schmerz, uiggr 



g Ha /-stamme. 

pferd (dicht.), vtbmgw (vgl. anm. 4 und § 368) flügel. Yggr ein 
name Odins. ///>• wärme, ymr lärm, yss (*ysft) lärm, 7>e/>' geruch, 
peyr tauwetter. prytnr donner. puengr schuhriemen. pffkkr ver- 
druss. £yss (*pysR) tumult. ^j///- lärm. 

Aum. 1. Im gen. sg. sind BoJeygr. (Ire-ugr, dynr, Freyr, glywr. 
gnyr, kengr. lyr, seggr, sprengt; mtelgr. ssgr nur und elgr fast nur mit «i 
belegt; byrr, fengr. hryggr, hylr, teh: riggr. yh: pykkr nur nnd drykkr 
fast nur mit - 

Anm. 2. Im dat. sg. kommt die endung -e (-<") sehr seit, vor, z. b. 
bei bepr, drengr, drykkr. harr, r»prgr. reykr und terir; häufiger erst im 
inuorw. 

Anm. 3. Ber, byr (s. § 68, 4) hat gen. sg. be(i)ar, by(i)ar (seit, bes, 
bys, byss) und bi<ir (§ 333. b. 2). gen. pl. be(i)a. byii)a und bin. dat. pl. 
l'Sii)om, btti». byiom und biom, biävx (vgl. §363 anm. 2). 

Anm. 4. Einige von diesen Wörtern können auch wie reine t-stämme 
flektieren, z. b. teuer, pl. sekkar. -a usw. statt -iar, -ia (vgl. § 263 anm. 2), 
anorw. nom. pl. bear (g. Jönsson. Fagrskinua. s. XXVII. Hs-gstad bei 
O.A.Johnsen. Olafs saga. s. XLIX). acc. pl. bea (s. z. b. Flom. The 
lauguage of the Konungs sknggsja), byu. Dat. pl. r<engom (z. b. 2 mal in 
St. Hom.) neben rchngiom erklärt sich wol daraus, das3 vtengr nach § 135 
aus *v<£)ngr entstanden ist und also ursprünglich zu § 358 gehört. 

§ 390. Wie oxL also im sg. nach § 375. gehen die meisten 
aisl.-anorw. feminina. z. b. sorg sorge, pgkh dank. bes. viele auf 
-d. -p. -t. -n. wie vkld weite. t>p (scheint in den ausdrücken 
/ pann oder pennu tlp zu jener zeit' mask. zu sein) zeit, ddp 
tüchtigkeit. sott krankheit. nom norne sowie alle auf -on 
(gen. sg. -anar. nom. pl. -aner usw.. bald auch nom. dat. acc. sg. 

umgekehrt bisweilen, bes. in den ältesten hdschr.. gen. sg. 
-onar; vgl. § 137 anm. 3) und -l-xnn. z. b. skipon. -an anordnung. 
■ <i.rki<nn nachsieht u. a. (vgl. Wimmer. Forn. forml. § 481 üeber 
die einzelnen kasus ist zu bemerken: 

1. Im nom. sg. ist die alte und ursprüngliche endung -r 
(vgl. got. -s) noch erhalten bei bnipr braut, frau. naup(r) not- 
wendigkeit. Cipr name einer norne — urpr. yrpr Schicksal, 
Verhängnis i dicht.) ist mask.. >. Gislason. Aarbeger 1881. 
s. 242 f. — upr. nnnr welle (dicht.), vdsttr (seltener rettr. vittr. 
- § 109. § 110.3: in Zusammensetzungen -n'(t)tr und dann aus- 
nahmsweise mit nom. acc. pl. nach § 413. z. b. hialmvitr Wal- 
küre) wicht, wesen. — Ueber durch ausgleichung entstandene, 
umlautslose nom. acc. wie hafn hafen. skamni (s. Gislason. Efter- 
ladte skrifter Tl. 175 1 schände statt hof». m ^ 81. c. 



270 §391. /-stamme. 

2. Gen. sg. endet als erstes Zusammensetzungsglied seit, 
auf -s, z. b. (zu hiolp) hialpsmapr heiland, pl. hlsingsbüar ein- 
wohner von Hising. 

Anm. 1. Spuren einer uralten endung -?,n (vgl. got. -ais) bieten 
vielleicht aisl. vetterges 'nichts' zu vd>ttr, vettr wicht, ding- und anorw. 
Alfer- in Ortsnamen zu dem in die flexion der in- stamme übergetretenen 
odfr (s. § 384 anm. 1). 

3. Dat. acc. sg. auf -e (-i) nach § 384 zeigen brnpr frau, 
dis ehrwürdiges weib, Hrist (acc. auch ohne -e) ein mythischer 
frauenname (s. Jonsson, Skjaldesprog, s. 54). vcettr, vettr wicht. 
Ebenso dat. von eir, http. lind, aber nur wenn sie in frauen- 
bezeichnungen gebraucht werden (s. Gislason. ITdvalg af old- 
nordiske skjaldekvad. s. 59); ausserdem einmal acc. von mpt 
Schwester. 

Anm. 2. Ein nach § 391 gebildeter dat. von vetttr, vettr scheint in 
vettoge 'nichts' vorzuliegen. Von nxl ist t mal anorw. dat. oxlu belegt 
(s. porkelsson, Supplement IV, 194). 

4. Alt und selten kommen nom. acc. pl. auf -ar nach 
§ 375 vor. z. b. von ambgtt. ambött dienerin, hgfn hafen, anorw. 
(später) ncefnd nennung. - - Von pgp zeug kommt bisweilen 
(dicht.) pl. vcejjr nacli § 416 vor (s. Jonsson, Skjaldesprog, s. 51); 
ebenso anorw. einigemal von vettr wicht pl. vettr. aisl. nur in 
Zusammensetzungen -c/(t)tr (s. 1 oben). 

5. Gen. pl. von vcettr, vettr heisst ausser vcetta (z. b. in 
ekke vcetta oder mit suffig. artikel vcettana 'durchaus nichts') 
auch retna. vitna in Zusammensetzungen wie fwtvetna. -ritna 
"was auch immer', horvetna. -vitna wo auch immer'. Vgl. 
§ 358 anm. 8. 

§ 391. Wie rgst. also im sg. nach § 376, gehen borg bürg. 
braut weg, fold boden, erde, gipt gäbe, grund erde, hiorj) herde, 
hur]) tu)', holt {hall s. § 81, c) halle, ior]> erde, laut tälchen (dicht.), 
mold staub, erde, mgrk wald (vgl. mgrk mark § 413). rgdd stimme. 
rond rand. skidd (s. Hertzberg) schuld, snM weib (dicht). s6l 
sonne, spgng platte, strgnd Strand, stund zeit, stgng Stange, so/ 
seele, long zange. rist aufenthalt. rön, 6n (§81 anm.) hoffnung. 
}n6]> volk. nid Zeitalter. <md atem und vielleicht noch einige. 
Von diesen Wörtern gehen jedoch mgrk. rond, spgng, stvgnd. 
stgnp, tmg im pl. {t<>ng und seltener mwk auch im gen. sg.) 
auch nach § -110 oder §417. Uebrigens können die meisten 



| 3vc2. /-stamme. 271 

auch, wiewol seltener, nach § 890 gehen (beisp. bei Jonsson. 
Skjaldesprog. s. 51 ff.). 

Aum. 1. Gen. sg. von *o/ zeigt im anorw. auffallend söJo-idayr, 
-f/hidan) neben «ö/«r(-). 

Anm. 2. Alt und selten kommen in der dicht, spräche nom. acc. pl. 
auf -or (nach 4; 376) vor. wie z. b. von fold (s. Hjelmqvist. Arkiv 
XXIV. 171 i. i'orb. *nl. ohl. 

§ 392. Die /-stamme sollten lautgesetzlich in nom. acc. 
pl.. die mit langer Wurzelsilbe auch in nom. acc. sg. (§66,1), 
/-umlaut des wurz« j lvokals aufweisen. Aber bei sämtlichen 
Wörtern ist — von vereinzelten fällen wie den völkernamen 
ryyer : (gen. rffgia, aber der landschaftsname) Roya-land. piler 
: Pela-m >rh. hdleyger : (gen. kdleygia, aber) Hdloga-land 
(s. §152.2) abgesehen: s. Mach, ZfdA. XXXIX. 40, M.Olsen, 
Xamn och bygd 1916. s. 58 — ausgleichung eingetreten (vgl. 
§ 67) entweder 

1. zugunsten des nicht umgelauteten vokals. wie in m. 
(s. § 388) sau})}- (agutn. soi/pr). skurpr (aschw. skyip f.). sta.pr 
(agutn. stepr). stnlpr (aschw. styld £), mUtr (aschw. st/lt f. und 
snl t er m.) und (s. §387) slayr (agutn. sleyr); — f. dop (aber 
noch Karlevi pl. taipir. d. h. dcedir) tat. 8cgn (aschw. swyn) sage. 
urt (aschw. i/rt) pflanze, vorn (aschw. oaurn) Verteidigung; 

2. oder zugunsten des umgelauteten vokals, wie in m. 
8. § 387) gestr, yUpr. ferner beUjr. bekkr u. a. auf -g. -y. -k 
3. § 389) und vielen nur im pl. vorkommenden völkernamen, 

wie prender. restfyJder u. a.: seltener in f. wie (den zwar als 
ö-stämme. aber wol einst als i- oder w-stämme flektierenden. 
s. § 375) del. gymbr. ncefr. ces\ 

3. oder es sind doppelformen entstanden, wie m. hüner 
: Ityner (s. Fritzner; auch hünar nach § 358) hunnen. Mumr 
: seit. (s. Egilsson) hlymr griff des ruders, dünn : seit. (s. Fritzner) 
dynn schar, fundr : seit. (s. Leffler. Sv. landsm. I. 278 note, 
l)orkelsson, Supplement IV. 49. Hsegstad, Vestno. maalf. 1. s. 83 
und 71. II. 2, i. s. 33. sowie bei 0. A. Johnsen. Olafs saga. 
s. XXXV) fijmlr Zusammenkunft, biopr : seit. f. byrp (s. Leffler. 
a. o.. und Jonsson. Skjaldesprog. s. 48) geburt. «rpr : yrpr Ver- 
hängnis (vgl. § 390. 1). fiirr : seit. (s. Bugge, Runeindskriften i 
For&a kirke. s. 21) fyrr teuer (dicht. ». ürr (pl. ürar nach §358) 
seit. ///■/■ (»Tislason. Aarboger 1881, s. 208) auerochs, gluggi 



272 §393. u- stamme. 

(pl. -ar nach § 356) : anorw. glyggr (s. Fritzner: ausserdem in 
Konungsskuggsiä) lichtöffnung, pytr : seit $üfr (s. Falk, Arkiv 
III, 296) lärm, dünn : seit, dynn (s. Vigfusson) daune, lyPr : seit, 
Höpr (s. Fritzner und Egilsson) mensch, hlütr : anorw. seit, lytr 
(s. Hertzberg, s. 860) los, teil, egper als Völkername : Agper 
als landschaftsname (s. Noreen, Fornvännen 1920, s. 45 f.), ytar 
männer : iutar jäten (s. Noreen, a. o., s. 40 f.); — f. ött : cett 
himmelsgegend, familie, sott : scett vertrag, Jcuon : Jcucen haus- 
frau, bon : bän bitte, sion : syn sehen, jtoerftf : Pyrft bedarf, tylft 
: seit, tolft zwölfter, nauj)(r) : seit, neijp notwendigkeit, skuld 
: 5%M schuld, lund : anorw. seit, lynd (s. Hertzberg, s. 860) art, 
feip : seit. pl. farper (s. Jönsson, Skjaldesprog, s. 54) fahrt, iprott 
: seit. pl. iprötter (s. Larsson) talent, flöp : /fo$ (vgl. /fc^' § 384) 
flut, gnött : seit, gnett (s. Fritzner) genüge, Zusammensetzungen 
auf -(#)«/> : -///> oder -(h)ugp : -ygp s. § 393, 1; vgl. noch brüpr 
braut, aber bryllaup (neben brullaup, brüplaup) hochzeit, vop 
zeug, aber anorw. vcedmäl (neben vädmäl, vaömäl § 127, 1, durch 
Volksetymologie vefmäl, durch mndd. einfluss ratmäl: vgl. 
pl. vcePr § 390, 4) kleiderstoff, anorw. Alfarlueimr zu sdfr (§ 884 
anm. 1). 

TV. n -stamme. 

§ 393. Die w-stämme sind nur maskulina (über das fem. 
hond s. §416 anm. 1, das neutrum ff s. §368 anm. 1). Die 
endungen sind: 

Sg. N. -r («-umlaut d. wurzelvok.) PI. N. -ir, -er (/-uml. d.wurzelvok.) 

G. -ar G. -n 

D. 1) ;t, -* («-uml. d.wurzelvok.) D. -um, -om 

2) — (u-uml. d. wurzelvok.) A. 1) -u, -o 

A. — (w-uml. d. wurzelvok.) 2) -/, -e («'-uml. d. wurzelvok.) 

Anm. 1. Xom. sg. endet urn. auf -uR. Beispiele sind: sigaöuR 
(Svarteborg), haukopuR (Vänga), waruR (Tomstad). 

Anm. 2. Gen. sg. und der ganze pl. ist urn. nickt belegt, 

Anm. 3. Dat. sg. endet urn. auf -hi. Beispiel ist kwnimu[n]diu 
(Tjurkö). 

Anm. 4. Acc. sg. endet um. auf -u. Beispiele sind: magu (Kjolevig). 
lapoÖu? (Trollhättan), sun-u (Sölvesborg: ebenso in aschw. und adäu. runen- 
inscbriften) neben synkopiertem atimu[n]t (Sölvesborg). 

Anm.."). Vielleicht ist ein instrum. sg. (vgl. § 301 anm. 3) durch 
hußu (Strom) und ein vok. sg. durch ahurio (Skodborg) belegt, 



§ 394. 395. «-stamme. 



273 



§ 394. Paradigmen sind: rxmdr rute. fiorpr meerbusen. 
fognopr freude. 



v _ X. vondr 




tiorpr 


foguopr, fagmt&r 


G. vandar 




fiarpar 


fagnapar 


D. vende. voml 




firf»e. -/ 


fagnape 


A. vond 




fiorp 


fognop. fagmtd 


PI. N . vender 




firmer. -fr 


fagnaper 


G. van da 




fiarpa 


fagnapa 


D. vondom, van-li-w 


fior)7om, fiarSum 


fognopom. fagnaöom 


A. Vull'lii, rinnhi. 


veiule 


fioorpo, fiardu 


fagnape 



§ 395. Wie nrndr geht eine ziemlich grosse anzahl von 
Wörtern, /.. b hlüstr 'gen. hjnstnr. später Uastrnr. dat. blcestr. 
sp. blcestri usw.; vgl. anm. 2 unten) blasen, Ao//r (dat. hege) bug, 
feöftr (anorw. seit, acc pl. bglia, s. Dorkelsson. Supplement IV. 18; 
vgl. anm. 2 unten) balken. bgUr ball, bgrhr rinde, (/>v>ft>- zug. 
//etfr fläche, frißr friede, groptr (gen. graptar. später graptrar 
usw.; vgl. anm. 2) grab, grofr gier. ggUr eber. Hgrpr ein manns- 
name. ft^ftr (vgl. anm. 2) hut, höttr art und weise, Hopr-em 
mythischer name. hnorr (gen. Jmarrar) handelsschiff. hiottr ball. 
fettttfr- zweig, hiittr (auch als «-stamm nach § 358) geschwätz. 
Inipr zeugnis. bauch, hgkkr klumpen. Kgrfr ein beiname und 
pferdename, kostr häufen, Icgttr (vgl. anm. 2) katze. Umr (pl. 
auch Umar f. § 375. seit. m.. z. b. in No. Hom.) glied. zweig. litr 
färbe, lipr (vgl. 2 unten) gelenk. Iggr tlüssigkeit. lostr laster. 
mogr söhn (dicht.). mgMor Staubwolke, mglr motte, mgrpr marder. 
M^fr macht. r«är (später — aber doch schon um. irraita 
Reistad — auch als «-stamm) ritze. rStör recht, sipr sitte. 
slottr mähen. führ (vgl. 1 unten) solin, spglr schindel. 

spann, spornt (pl. spcener, spmer §63 anm. 4) span. suqppr pilz. 
suorPr schwarte, tegr (tegr. tigr. tugr, togr. vgl. anm. 3) zehner. 
röttr (nur anorw.. s. Hertzberg und Möbius, An. Glossar; aisl. 
und anorw. rö.ttr geht als a-stamm nach § 358) zeuge, verpr 
(vgl. anm. 1) mahlzeit (wozu dogorpr frühstück und nottorpr 
nachtmahl. ohne Vokalwechsel in der flexion), vi]>r holz. wald. 
roh- stab. vgllr feld. vorr (gen. inrm,) ruderzug. >:orpr (vgl. 2 
unten) wacht, vottr handschuh. nutr Wachstum. &rn (vgl. 
anm. 2) adler. orr (pl. drar neben derer: vgl. anm. 2) böte. (>ss 
heidnischer gott (auch äss nach § 358 und so immer in der 
bedeutung 'balken'). preslMr (presJiohh- §77.3. £ 79, §148. 



X o r <• « n . Altisl. stramm. 4. aufl. 



18 



274 §395. »(-stamme. 

durch Volksetymologie preskioldr, prasMoldr, prepsikioldr\ frep- 

sfaddr; vgl. noch anm. 2) türschwelle, prgmr rand, prgstr drossel. 
propr (seit, anorw. nach §413, s. Jönsson, Arkiv IX. 378; vgl. 
auch 2 unten) zwirn, pnottr waschen, pottr abteilung. lieber 
prettr, smipr, stigr (stigr), regr s. § 358, 4; spgrr s. § 365 anm. 2; 
anorw. mundr s. § 358 anm. 7; hrestr s. § 387 anm. 3; gripr, 
hlutr, kostr s. §388,4; fötr, fingt, retr s. §414. Ueber die 
einzelnen kasus sei bemerkt: 

1. Im nom. sg. fehlt sehr oft das -r bei son(r), sun(r), 
aisl. (aber nicht anorw.) regelmässig, wenn das wort als 
späteres Zusammensetzungsglied steht (s. Vigfusson). Ueber 
spgnn, orn, öss s. § 277, 1 und 3. 

2. Gen. sg. endet auf -s oft bei rorpr (corps neben varpar) 
und mannsnamen auf -rij>r (z. b. Ärnvipr), bisweilen bei lipr 
und Jjropr, spät-mnorw. Orn (gen. A ms. vgl. anm. 2). — Mnorw. 
steht oft sonars statt sonar (s. A. B. Larsen, Arkiv XIII, 245; 
vgl. § 358 anm. 6, § 363 anm. 1. § 388, 1). bisweilen sons 
(s. Haegstad, Kong. s. 24). 

3. Dat. sg. ohne endung (rgnd) ist etwas später als die 
form auf -i (rende) — daher wol aus dem acc. entlehnt — 
und nur bei gewissen Wörtern wie fripr. gröpr. higrr, Umr, 
Utr, lipjf, Iggr. mogr, mgttr. rettr, sipr. sdhr, stigr. vißr, rgndr. 
vgrpr, promr. pöttr, örr, öss neben der längeren belegt. 

Anm. 1. Von dem nur im sg. gebräuchlichen verpr kommt neben 
verfii seit. (z. b. Havamol 32 und 116) ein alter, lautgesetzlicher (s. §63.3) 
dativ rirpe vor. Vgl. aber Gislason, l'dvalg af oldno. skjaldekvad, s. 1601'. 
und Bugge, Norrcen FornkvpeÖi, s. 394. Sonst zeigt sich kein /-umlaut von e. 

4. Acc. pl. auf 4 (wie rende) kommt in der ältesten 
literatur nur bei wenigen Wörtern (alternativ) vor: Umr. sonr. 
sunr (acc. pl. sene, sgne). örr (cere), öss (cese). Sonst zeigen 
sich solche formen erst später, werden aber immer gewöhn- 
licher. 

Anm. 2. Der Wechsel von umgelauteten und nicht umgelauteten 
formen hat bisweilen ausgleichung und doppelformen veranlasst, z. b, mit 
anal, /-umlaut seur (acc. sen, gen. pl. nenn, dat. pl. senom, s. Larsson) statt 
SOtir, <?rr (No. Hom.) st. orr, fw&iheldr st. -nldr. anorw. gen. sg. grceftar 
(s. Hertzberg) st. graf'Uir, dat. pl. <rsnm (s. Gislason . Efterladte skrifter 
II, 178; vgl. auch namen wie JEstHpr, in Agrip, statt gew. Ästripr, der 
vorzugsweise aisl. kurzname Jiuia neben dem vorzugsweise anorw. Am. 
anorw. JEsbiom, -gteirr, -kell neben As- zu 6ss) statt Qsom. Umgekehrt 
ist der /-umlaut anal, entfernt, z. b. anorw. dat. sg. bläute st. bltcste, erne 



-»6.397. «-stamme. '211 

'ans *;»/»>. 9. § 115 anm.) st. erne. beides in Xo. Hom.. ebenso der ti-nmlant 
in bnlkr (dal bolki. s. Hsegstad. Vestno. maalf. II. 2. i. s. 33. pL balkmr), 
toffr, kuttr. preskohlr. mnorw. Am als mannsname neben bolkr iuw. 
Anm. 3. Das urspr. zu § 396 gehörende (vgl. §91 anm.) tegr (S, 
zehner flektiert in den ältesten kdschr. : sg. nom. tegr (tegr). gen. tegar, 
dat. tifje. ace. teg . pl. nom. tiger. gen. tega , dat. tegom {tigom). aee. tego 
(togo, >. S, 17*2 3): später tigr, tegr. tegr. togr. tugr. gen. tigar, tegar n<w. 
ohne jeden Vokalwechsel innerhalb des paradigmas. 

\ 96. Wie fiorpr. also mit >-umlaut von e (§63,3) im 
dat. sg. und nom. pl.. mit brechung in allen übrigen kasus. 
gehen biorn (*hiornR) bär. hiortr hirsch. iostr gäscht. kinlr kiel. 
miopr met. Xonpr ein göttername. skioldr schild. ttiolf gl 
Ueber hi&rr schwert s. § 365 anm. 1. 

Anm. 1. Durch ansgleichnng steht mehrmals dat. sg. skiolde statt sküde 
(s. Gislasou. Efterladte skrifter 1,32, Jonssou. Skjaldesprog s. 56), lmal 
vielleicht nom. pl. skioblor st. skilder (Jönsson a. o.), spät und seit. dat. sg. 
biert, mied (Gislason. a. o. 11,177): anorw. als mannsname gen. Biornar 
(Bernar), mnorw. dat. B>urn(?\. nom. -bitern. -bim (s. Lind. Dopnamn. 
s. 38, 64. 703). 

Anm. 2. Als mannsname ist gen. sg. Biorns anorw. (mnorw. auch 
Biortis) mehrmals belegt. Vgl. § 395. 2. 

§ 397. Wie fognopr. also ohne jedweden /-umlaut (dies 
wegen der schwachtonigkeit der betreffenden silbe. s. § 64). 
gehen alle mask. auf -ofir, später anal. -a}>r (also fagnajtr. 
s. § 137 anm. 3). z. b. buno]>r zubehor, glotqpr verderber. 
iolfojtr (geu. kdfnpar. vgl. anm. 1) ochs, skihwfir Scheidung u. a. 

• >n Bahder. I»i^ verbalabstracta in den germ. spr.. >. 104 f.; 
Falk. Beitr. XIV. 33 ff.) ftowie mannsnamen. z. b. Sipo}»-. Stork- 
opr (dat. lmal Starkepe — s. Jönsson, Skjaldesprog. s. 49 — 
also noch mit starkem nebenton wegen der urspr. Zusammen- 
setzung, s. § 143, § 64 1. OndoPr. Ueber nwnopr (mänapr) s. § 414. 

Anm. 1. Gen. sg. endet bei den Wörtern auf -nopr .-napr) bisweilen 
anorw. auf -nadr (vgl. mänaßr S, 414i statt -nudur. >. Gislason, Um fruinparta, 
b. 78f., Wadstein. F. Hom.. s. 104 — lolfopr hat als Odinsuame geu. 
lolfops: ebenso zeigt grondopr Schädiger lmal -grondui)* (s. Jonssou. 
>kjaldesprog. s. 49 f.). 

Anm. 2. Getrropr : gen. Geirrapar (Sa. E. II, 300 f. 6 mal, I. 290 note. 
Grimnessmül 49. Landnainabok. Kph. 1900, s. 154 > ist wol nach diesem 
paradigma anal, umgebildet statt Gein-mißr vso mehrmals in Landnäma n. a. ; 
â– itter -ropr, -rupr nach dem gen. und dat.) : Geirropar (dat. -ropt), welche 
formen sich dann zu einander verhalten wie Hälegger ; Häloga{litrul). 
b. §158,2. Gen. Sigrapar (Bngge, Arkiv II. 251) statt -rtpar, -ropar isl 
wol zu Sigropr anal, neugebildet. 

18* 



276 



§399. 400. an- stamme. 



B. n-stämme (schwache deklination). 

I. aw-stämme. 

§ 399. Die «w-stänime sind fast nur maskulina (über fem. 
vgl. § 401) und neutra, die, ausser im nom. sg\ und nom. gen. 
acc. pl., dieselben endungen haben, nämlich: 





mas 


k. 




ueutr. 


Sg. N. 


-i, -e 






-a 


G. 






-a 




D. 






-a 




A. 






-a 





m ask. 



neutr. 



Pl.N. 


-ar 






-U, -0 


G. 


-a 






-na 


D. 




-um, 


-Olli 




A. 


-a 






-11, -0 



Die maskulina haben also (bis auf wenige spuren, s. § 401. 
2 und 3) im pl. die flexion der «-stamme (§ 357) angenommen. 

Anm. 1. Nom. sg. m. endet um. auf -ff. Beispiele: rauntja? (0vre 
Stabu), ala (zwinge von Vi), laasamvija (spange von Vi), harja (kämm 
von Vi), hera (messerschaft von Kragehul), muha (lanzenschaft von Krage- 
lml), g-udija (Nordhuglen), frohila (Darum II), uha (Darum III), m[a]r[i\la 
(Etelhem), niumla (Nresbjserg), hariuha (Seeland), aupa und no[ri]tiva? 
(Uverhorabtek) , wiivila (Veblungsnsos) , wozu das adj. farauisa (Seeland). 
Spät-urn. steht -e: weUÖAuÖe (Björketorp). — Nom. sg. ntr. ist nicht belegt. 

Anm. 2. Gen. sg. ist um. kaum sicher belegt, aber endete vielleicht 
auf -an, z. b. ...an (Tomstad, wenn nicht dat., s. anm. 3). Ueber eine mut- 
massliche endung -inn (got. ins), etwa im lat. Scadin-auia s. Noreen, 
Geschichte 3 § 195,4. 

Anm. 3. Dat. sg. endet um. auf -an (aus dem acc. entlehnt, s. Noreen. 
a. o.). Beispiele: harijari'! (Skääng), ivita[n]Öahala>'ban (Tone), prairljan 
(Tanum), kepan (Beiland), ...an (Tomstad? vgl. anm. 2). Später steht -a, 
z. b. gla{n]ta? (Flistad). 

Anm. 4. Acc. sg. und nom., dat., acc. pl. sind um. nicht belegt. 

Anm. 5. Gen. pl. endet um. auf -anö: arbijano (Taue). 

§ 400. Paradigmen sind: mask. hane hahn, harjmre harfner. 
hryte Verwalter, pae pfau; neutr. hiarta herz. 



maskulina 



Sg. N. hane 

G. D. A. hana 

PI. N. hanar 

G. hana 

D. hQnom, 

hunuui 
A. hana 



harpare 

harpara 

harparar 

hai^para 

hQrporom, 

harparum 



bryte, bryti 

brytia 

brytiar 

brytia 

brytiom, 

l>rj)1ivm 



harpara brytia 



pae 

pa 

pär 

pä 

pöm 

pa 



neutr. 
hiarta 
hiarta 

hiorto, liiurUi 
hiartna 
hiortom, 
liiarlmii 
hiorto, hin riii 



§401. '/«-stamme. 277 

§ 101. Wie feine gellt eine sehr grosse anzahl von niask.. 
z. b. arfe (lmal erfe. s. Larsson. gleich got. arbju. aschw. rerce 
und urn. gen. pl. ardijano Tnne) erbe, bardage kämpf, felage 
genösse, granne nachbar. mdne inond. moshie (dat. pl. nnjsl-om 
$ 235. 1. a) masche. ska]>e schade, tbne zeit, Warne (später auch 
trana nach § 407) kranich. eise (später anch ciser nach £ 371) 
anführer n. a. (s. Larsson. s. 427: Jonsson. Skjaldesprog. s. 58 f.); 
ausserdem die weiblichen eigennamen ska]>e und Yre (neben 
Yrr. s. £ 384). während dagegen die drei dichterischen be- 
nennungen des weibes: sprakie, »Manne und suarre mask. sind 
(s. Sievers. Berichte d. K. sädis. Ges. d. Wiss. 1894. s. 141). 
Ueber die einzelnen kasus ist zu bemerken: 

1. Auch der nom. sg. endet auf -a bei den lehnwörtern 
/terra i neben herre und seit, harre) herr, papa (auch -e, gew. 
pdfe). sira (anorw. auch siri) herr (bes. von geistlichen), sehr 
seit, postola (gew. -e) apostel und profeta (gew. -e) prophet n. a. 

s. Hsgstad. Vestno. maalf. I. s. 146 f.). sowie den mannsnamen 
Attda. Ecca, Falko. Sifka und Vipga. 

Aniu. 1. Acc. sg. von ande geLst kann bisweilen (z. b. in St. Hom. 
und Na Hom.) ande statt -u heissen; ebenso einmal lundshiulfte st. -" 
erdbeben - 

2. Im pl. zeigi ochs eine sehr altertümliche 
flexion (vgl. got. mann aus *man-niz. gr. &qvgc, u.dgl.) : nom. acc. 
ijxh {*yxnn < *yxns, urn. *uham*\ vgl. ags. eexen, afries. ixen) 
oder exn (beides später auch als neutr. gebraucht; die seit. 
m. form exner. fanür s. Vigfusson und Egilsson. ist wie menner 
§415 zu erklären), gen. yxna, eama (anal, statt des seltenen 
— s. Sn. E. I. 484 — u . ><a. aschw. uxna. got. aiihsne), dat. 
yxnom, #xnom. Flexion nach ^ ■">•" 7 inom. pL uxar, oxat usw.) 
kommt erst später vor. 

Anm. 2. Eine andere urspr. endung des uuin. pl.. nämlich -« (vgl. 
got. -ans) i>t in 'indeklinablen' Wörtern wie z. b. samfepra, -meßra 'die- 
jenigen welche gemeinsamen <-e) vater (mutter) haben' bewahrt. Ueber 
spuren der urspr. endung -nu des acc. pl. s. Noreen. Geschichte 3 § 195,9. 

3. Im gen. pl. kommen spuren der alten endung -na 
(gew. -a nach § 357) vor (ausser bei v 2 oben, und ein- 
maligem boyna zu böge bogen, s. Gislason. Efterladte skrifter 
1. 107) nur in einigen Wörtern, die sämtlich männliche weseu 
bezeichnen, der dichterischen spräche eigen sind und oft das n 



278 §402 — 401. an- stamme. 

aus dein gen. in die übrigen kasus des pl. eindringen lassen: 
hraynar pl. •principes' (sg. Braye als mannsname), flotnar pl. 
seeleute, yot{n)ar pl. ; goten' (sg. Gote als beiname und pferde- 
name). yume, pl. gum{n)ar (aber nur brüpgumar, gen. -guma zu 
-gtime bräutigam), mann, skate, skat{n)ar hervorragender mann. 

§ 402. Wie harpare gehen alle mask. auf -are, z. b. 
dömare richter, leikare gaukler, skapare Schöpfer. Weil diese 
Wörter ursprüngliche «a-stämme sind (vgl. got, -areis, ahd. -Ort), 
zeigen sie in alter zeit noch oft -ere neben -are (vgl. § 151, 1 
und § 64), s. Larsson. s. 428. 

kam. Spuren der Urspr. fiexion (nach § 871) kommen in alter zeit 
sehr seit, vor, z. b. nom. sg. ganfjverc(r) kleider, raldere(r) gebieter, gen. 
sg. mütares falke, vartares ein lischname; s. Gislason, Njäla II, 42f. 

§ 403. Wie bryte (aus *brytie § 295) gehen alle mask. 
auf -byyye, -Inge, -nyte, -skeyye, -vere, -cirke, z. b. aptrbyyge 
krieger im hinterteil des schiff es. er finge (der) erbe, arfnyte 
erbnehiner, eyiar skeyye Inselbewohner, skipvere matrose. iUvirke 
missetäter; ferner apile hauptmann einer rechtssache, einhere 
kämpf er (in Walhall), yupsife pate. kleyye heuschober. bremse, 
uipe (s. § 368) abkömmling, skyle könig (dicht.), shyte schütze. 
stepe amboss, tygge (s. Gislason, Om helrim, s. 42 ff.) oder tigge 
(nach § 84; vgl. Tiggue als zwergname) fürst, tyrke türke, 
vile wille und die mannsnamen Bele, Ifte, Vige und mnorw. 
Stell (auch -ir, s. § 371). Auch nach § 401 gehen z. b. aj>ih-. 
skyte, seit, bryte, ni/x: rile und die auf -cere; auch nach § 865 
im pl. die auf -byyye; anorw. auch nach § 389 im pl. die auf 
-vere. 

§ 404. Wie päe (vgl. anm. 1), also unter beachtung der 
in § 130 ff. enthaltenen regeln, flektieren einige wenige Wörter 
wie z. b. de urgrossvater. bäe (dat. pl. tum) dorfbewohner. floe 
(dat. pl. flimi) sumpfige stelle (pl. als ortsnaine anorw. Flow 
und mnorw. Fldr, vgl. § 134, b). Jcle stein zum straffziehen des 
gewebes, kmie knöchel, U (alt lee; gen. sg. liä aus Ua usw.) 
sense, Ve (alt Vee: gen. sg. Vea usw.) ein göttername. 

Anm. 1. Im nom. sg. kommen später die formen lidr, Uiät neben 
U, Jcle vor. Neben päe kommt auch pä (mengl. pä) vor; vgl. §235 anm. 5. 

Anm. 2. Im gen. pl. ist vielleicht eine spur der urspr. endung -h« 
( vgl. § 401, o) in anasott altersschwache (zu de) bewahrt, s. f.eiTler, Arkiv 
III, 188 f.. 287 f. 



§405. «/«-stamme. §-406. on- stamme. -7'. 1 

§ l<»5. Wie h ia rta gehen die wenigen neutr. auf -" : auga 
äuge, ptugw wnrst, eista hode. ^//ra ohr. flagbrioska brnst- 
knorpel. heima heimat. Mona, hiüna nur im sg. vorkommend 
in der bedeutung 'dienstboten'; in der bed. ''ehegatten' kommt 
zwar ein nom. acc pl. vor, ist aber dem sg. ganz gleich, dies 
weil das wort urspr. ein nach ij 399 auf -na gebildeter gen. pl. 
des unten erwähnten pl. hui ist. s. Koek. Arkiv XL 138 f. note) 
hausleute. hnojta knäuel. hüela rad, leiht Spielzeug, pl. lungo 
(anorw. einmal Umgusöü — wie von einem schwachen f. — 
sehwindsucht st. Ittngna-, s. BaBgstad, Yestno. maalf. I. s. 138) 
hinge. inipnutni/a (gewöhnl. t nach £40li mittelpunkt. nara 
liiere, slma (auch m. sime nach §461) seil, ripbcina Schlüssel- 
bein. <A\krfa (auch m. oJUe nach § 401) fussknöchel. 

Von diesen haben im anorw. wenigstens hiarta, <>uya und 
nyra nicht seit. (s. Wadstein. F. Hom., s. 14) im nom. acc. pl. 
-un (wie im aschw.. vgl. got. -öna) statt -u. Im aisl. ist diese 
endung anscheinend im pl. hion, hitin neben hiii (s. § 133. b. 2) 
ehegatten. hausleute belegt, aber hier ist das -n wol aus dem 
gen. hiüna entlehnt wie in flotnar nach flotna u. dgl. (s. § 401, 3); 
der urspr. dazu gehörige sg. hi>i statt *hifa nach dem pl. />/«' 
umgebildet, vgl. § 235 anm. 4) ist nur als präpos. ; bei. neben' 
(i hiä in der nähe') im gebrauch und wird als subst. ersetzt 
teils (und gew.) durch die nach dem pl. neugebildeten formen 
hion, h'uin oder hiüna. hiä na (s. oben», teils durch das (zu /*//- 
§77,6 neugebildete) m. hye ; diener' (vgl. m. sime neben ntr. 
u. dgl.). 

IL o/< -stamme. 

i? 406. Die pn-st&mme sind fast nur feminina (über mask. 
vgl. § 408 und § 409. Die endungen sind : 

Sg. X. -ii PLN. -ur, -ur 

G. -u, -o G. -na 

D. -u, -o D. -um, -ont 

A. -u, -o A. -"/•. -or 

Anm. 1. Nom. sg. eudete um. auf nasaliertes -ö. Beispiele sind 
vielleicht talijo (hobel von Vi», hariso (Himlingeje). lefiro (Strärup). fmo 
(Berga), [i]vgubor</? (Opedal\ nluko (Ferde): vgl. übrigens finn. lehnw. 
kaltio (aisl. kelda) quelle, snotto (aisl. sota) heuhaufen u.a. 

Anm. 2. Ein urn. gen. sg. auf -ön ist kaum (vgl. anm. 3) 
iStenstad); vgl. § 137 anm. 1. Spät-urn. mit vom acc. entlehntem -u ArAgeu 
I Stentoften. Björketorp). 



280 §407.408. ön- stamme. 

Anna. 3. Dat. sg. ist wol durch igijon (Stenstad) belegt. 

Anm. 4. A c c. s g. ist vielleicht spät-urn. durch ronu (Björketorp) belegt. 

Anm. 5. Nom. acc. pl. sind sicher um. nicht — wie auch gen. und 
dat. pl. — belegt, enden aber in der vikingerzeit (wenigstens alternativ 
noch) auf -n (vgl. ahd. -ün, s. § 137 anm. 1), wie aus dem acc. la[n]kmuprka 
(wäre aisl. *langmeprgo) der sehr alten aschw. iuschr. von Kärnbo hervor- 
geht. Wahrscheinlich ist diese endung auch im aisl.-anorw. hie und da 
erhalten, nämlich regelmässig beim schwachen adj. (z. b. göfio die guten), 
sehr seit, beim subst. (z. b. nom. pl. sköfo 'späne' in Haustlong, vgl. Arkiv 
V, 287, und öriöstk/rkio 'kirchen im herzen' in St. Hom.), endlich im 
zahlwort ellefo elf. Die gew. endung -w; -or — vielleicht schon durch 
Stentoften -ronon belegt — hat wol ihr -/• anal, von den übrigen de- 
klinationen übernommen. Vgl. Bugge, Ant. tidskr. f. Sv. V, 101 f.; Leffler, 
Tidskr. f. Fil. N. R. IV, 285 f.; Noreen, Geschichte 3 § 196, 4. 

§ 107. Paradigmen sind: gata Strasse, smijna schmiede. 



Sg.N. 


gata 


smipia 


G. D. A. 


gQto, gatu 


sinipio, -u 


Fl. N. 


gotor, gatur 


smipior, -tir 


G. 


gatna 


smipia 


D. 


gotom, guttun 


smipiom. -um 


A. 


gotor, gattir 


smipior, -tir 



§ 408. Wie gata flektiert noch eine sehr grosse anzahl 
von femininen wie z. b. bylgia (gen. pl. bylgna, s. § 226) woge, 
1' regia (sehr seit. Fregfa, s. Larsson ; vgl. § 408, 1) naine einer 
göttin, gata (gen. sg. aisl. goto) rätsei, Grou (gen. Grö §130; 
anorw. auch Grda, vgl. § 134. b) ein frauenname. kirkia § 263 
(gen. pl. kirkna) kirche, stiarna (gen. pl. stkirna § 283) stern, sgia 
(gen. pl. st/na, s. § 226) naht der Schiffsbekleidung, tnia (gen. 
tni § 130; auch nom. trü nach § 379 flektiert) glaube, tunga 
zunge, vika (anorw. seit, uha: aus ags. wfcti, resp. wucu entlehnt) 
woche. volua Wahrsagerin (gen. sg. colo §235, 1, a; so auch 
slnngua sohlender und der eigenname lloskua) u. a.; ausserdem 
einige wenige mask.. z. b. kempa (auch kappe nach § 401) 
kämpfer. rytta schult (diese beiden auch f.) und die manns- 
namen Ella, Sifka, Sküta, Sturla (auch m. Sturle nach § 401), 
Urekia (vgl. Kock, Skandinavisches Archiv 1, 1 ff.). Ueber die 
einzelnen kasus ist zu bemerken: 

1. Nom. sg. ist ohne endung bei frd (bisweilen frau, fron. 
sehr alt frdca, frauva, froua, frouva) frau, hüsfru (später auch 
hiistrd § 310, 2) hausfrau, hmgfrä Jungfrau. Später kann fni 
im sg. auch nach § 379 flektieren. 



$ 409. ön-stäinnie. §410.411. m- stamme. 281 

Anni. 1. In No. Hora. kann nom. .sg. sehr seit, auf -«, -o wie der acc. 
enden . lvie umgekehrt (etwas häufiger, bes. mnorw. . s. Hsegstad , Kong., 
s. 36, Vestno. maalf. II, 2, i, s. 179) acc. sg. auf -a wie der nom. (Wadstein, 
F. Hom., s. 103 und 106). 

Anm. 2. Gen. sg. kann im auorw. seit, auf -ur. -or (wie im agntn.) 
enden, z. b. (im Cod. Tunsb.) kirknir. stefnor zu kirkia kirche. ttefna Zu- 
sammenkunft. Im aisl. sind solche formen nur in Zusammensetzungen 
belegt, z. b. eisor-fäht riesin zu eisa feuer, geigo(r)-skot feindlicher schuss. 
Vgl. Xoreen, Geschichte 3 § 196,2. 

2. Gen. pl. von kona, kunu (später auch kuinna. am 
frühesten auf Man belegt, s. Bugge, Aarboger 1899. s. 235) 
trau heisst kuenna oder (Jönsson. Skjaldesprog, s. 61; Gislason. 
Efterladte skrifter II. 156 f.) kuinna. worüber s. § 162, 1 und 
§ 168. 

Anm. 3. Bei den Wörtern auf -ua (und den weitaus meisten von den 
übrigen) ist der gen. pl. nicht zu belegen. 

§ 409. Wie smifiia gehen diejenigen Wörter auf -ia. welche 
unmittelbar vor dem i einen anderen konsonanten als £, g 
oder k haben, z. b. bnjnw bräune, gyjna priesterin. tiUa lilie. 
skytia erker. stijria stör, ripia draht u. a. sowie die mask. hctio. 
(auch f.) mutiger mensch und skytia (vgl. m. skyte § 403) schütze; 
ferner Wörter auf -siä (aus -st«), z. b. dsid (gen. 8g. dsiö. pl. 
äsid (§ 133, b. 2) aussehen, fürsorge. 8kuggsid Spiegel. Von 
diesen letzteren können einige, bes. in etwas späterer zeit, 
auch nach § 379 flektieren (sg. nom. dsio, gen. -sidr usw.). 



III. /»-stamme. 

§ 410. Die *»-stämme sind nur feminina. Die endungen 
sind: sg. in allen kasus -/. -e; pl. fehlt bei fast allen hierher 
gehörigen Wörtern, sollte aber, nach ausweis von § 435 
eigentlich nom. gen. acc. -*, -e. dat. -nm. -dm haben. Paradigma : 
eile alter. 

.Sg. N. G. D. A. eile, oft 

PI. fehlt. 

Anm. Aus um. zeit ist kein kasus belegt. 

§411. Wie eüe geht noch eine sehr grosse anzahl von 
Wörtern, meist abstrakter bedeutung. z. b. frdpe (auch neutr. 
nach § 372) künde, gtepe freude. (jöe (als frauenname einmal 



282 § 412. 413. Einsilbige stamme. 

Gö) der fünfte wintermonat, heijme heidentum, helge heiligkeit. 
hlypne gehorsam, kcete numterkeit, Ute faulheit. retvtse recht- 
schaffenheit, snille trefflichkeit. hyggiande verstand und viele 
andere auf -ande, -ende, -iude. -ynde sowie noch andere (Wimmer, 
Forn. forml. § 74; Larsson, s. 429). Zu den einzelnen kasus ist 
zu bemerken: 

1. Nom. sg. von myke düng hat die nebenform mykr. 

2. Gen. sg. endet auf -ur bei faske (gen. fiskiar § 384 
anm. 4, seit, fiske) fischfang, gerseme kostbarkeit, gerue tracht. 
rekende fessel; bisweilen auch bei müde milde, cefe Zeitalter. 
Die endung -is, -es zeigt sich nicht selten, z. b. bei forvitne 
neugier, frcendseme Verwandtschaft, kristne Christentum, reipe 
zorn und vielen andern sowie auch oft in Zusammensetzungen. 
z. b. öglePes-klcepe trauerkleider (porkelsson , Athugasemdir, 
s. 7 iL). 

3. PL kommt bei einigen wenigen Wörtern vor: gprseme 
kostbarkeit, gorue tracht. lyge (pl. nom. h/gar. nicht -iar usw.) 
lüge gehen nach § 374 ; rekende fessel nach § 422 ; frelst(n)e 
Versuchung, bamsyke kinderkrankheit, cefe Zeitalter sehr seit, 
nach § 386. 



C. Uebrige (konsonantische) stamme. 
I. Einsilbige stamme. 

§ 412. Diese sind maskulina und feminina. Die endungen 
beider geschlechter wären eigentlich : 

Sg. N. -r PI. K, -;■ (7-uuü. d. wurzelvok.) 

G. -r (<-uml. d. wurzelvok.) G. -<< 

D. — (i'-uml. d. wurzelvok.) L>. -kih. -om 

A. — A. -r (/-uml. d. wurzelvok.) 

Diese endungen sind aber fast nur im pl. geblieben. Im 
sg. nämlich flektieren die meisten mask. ganz wie u- oder 
«-stamme, die fem. ganz oder teilweise wie o-stämme. 

Aum. Ans urn. zeit ist kein kasus belegt. 

§413. Paradigmen sind: mask. fötr fnss, nagt nagel; fem. 
rong spant, mork mark (geld oder gewicht), kyr kuh. 



§ 414. 415. Einsilbige stamme. 





maskalina 




feminin a 




Sg. N. 


f.'.tr 


nagl 


rong 


mork 


kyr 


G. 


fötar 


nagls 


rangar 


merkr. markt 


kyr 


D. 


Ute 


nagle 


rong 


mork 


kü 


A. 


fot 


nagl 


l-Qllg 


mork 


kü 


PI. N. 


Uta 


negl, ntegl 


rengr. rcengr 


merkr. markr 


kyr 


Ö. 


fota 


nagla 


ranga 


marka 


küa 


D. 


fotom 


nqglom. 


rongom. 


inorkom, 


küui 






naglum 


rangitm 


BMVÜHN 





A. f#tr negl, niegl rengr. rangr merkr, markr kyr 

§ 414. Wie fotr (vgl. anm.). also im sg. nach £ 395 (aber 
mit dat. sg. nur auf -/. -e). gehen: fhigr (*finfjnt § 277^3; 
also gen. sg. fingrar, später fmyrs nach §415. \\<m\.\A.f>nyr) 
tinger (seit, als ntr. nach i> 361 flektiert), vetr (*vettra: gen. sg. 
retmr. später seit, vetrs Hb., s. XXX) winter. die völkernameu 
pl. eistr (auch eistet: eistrer nach § 387) estländer, pl. rinpr 
(Bugge. Arkiv II. 228 ff., porkelsson. Supplement IV. 178: später 
mah- $ 238. l.b und cinder nach § 387; gen. pl. seit, rcnpa. s. 
Bugge. Arkiv IL 229. neben cinpu nach § 63. 3. vgl. lat. cenedi, 
aber ahd. winid) wenden, \A.prmdr (Jonsson, Skjaldesprog s. 64: 
gew. prender nach § 387) einwohner der gegend von Drontheim 
und pl. iamtr (ohne /-umlaut. also spät aus *ia$natr nach gen. 
iamta umgebildet, vgl. Xoreen. Urg. lautl. s. 52 und 85: auch 
inmtar nach § 358) bewohner von Jämtland; endlich das zwei- 
silbige münopr. mäno.pr (im pl. auch nach § 397, aber später 
bisweilen im acc. pl. mit der endung -u ; im anorw. kann der 
pl. auch als «-stamm flektieren) monat. welches wort übrigens 
allein (vgl. aber § 397 anm. 1) unter den mask. auch den 
alten gen. sg. auf -/• (nu'owpr. anal, auch mono]*, gleich nom. 
acc. pl.) aufweisen kann. 

Anm. Gen. sg. von feto ersetzt als späteres ziisamuieusetzungsglied 
von Spitznamen in der etwas späteren spräche die form -fötar (s. Jonsson. 
Skjaldesprog s. 63) durch -jöts. z. b. uasaföUt, aber alt pyrttefötar. 

§ 415. Wie »wjl (*naglit, pl. negl < *wvylR, s. ij 277,3), 
also im sg. nach >ü 358. geht nur noch mapr (alt auch mannr 
— Eggjum ma[n]n geschrieben — ft § 261; spät — bes. mnorw.. 
s. Falk und Torp. Dansk-norskens svntax s. XV note. Haegstad. 
Vestno. maalf. II, 1. i. s. 132 und 179 — auch mann) mann. 
gen. man{n).i. dat. /t'<uit>t. acc, Mann, pl. nom. acc, menn 



284 § 416. Einsilbige stamme. 

(§ 277, 4, b), ftiepf, alt auch mennr (Eggjum mann geschrieben; 
s. § 261), gen. mannet, , dat. mgnnom (vgl. noch § 318 anm. 5). 
Die mit artikel versehene form (menn-ener oder seit.) menner 
(aus *menn-ner, vgl. § 472, 1) wird als unbestimmte form (vgl. 
pl. gester u. dgl.) aufgefasst und daher nochmals mit artikel 
versehen : menner-ner (seit,); vgl. 0xner(ner), yxnir(nir) § 401, 2. 

§ 416. Wie rgny. also im sg. ganz nach § 375 oder § 379, 
geht eine ziemlich grosse anzahl von Wörtern, z. b. brik tafel, 
brök (pl. brökr) hose, dreif band (aber dreif zerstreuen auch 
im pl. nach § 375), pl. dyrr (vgl. anm. 4) tür, pl. ertr (vgl. 
anm. 3) erbsen, flo (pl. fl4r) floh, flö Schicht, ggs (vgl. anm. 3) 
gans, ggt (s. porkelsson, Anmaerkninger, s. 23) umsieht, hind 
hindin, hnot (vgl. anm. 3) nuss, hond (vgl. anm. 1 und 2) hand, 
kinn (vgl. anm. 3) wange, klö klaue, 16 regenvogel, Jus (vgl. 
anm. 3) laus, mus (vgl. anm. 3) maus, pl. meetr (s. porkelsson, 
a. o., s. 41) Wertschätzung, not fischnetz, oblot, oflot (auch 
schwach obläta, ofläta) hostie, reik haarfurche, rist rist, rö 
eisenplatte, rot wurzel, spik fliesse, stöp (s. Noreen, Svenska 
etymologier, s. 69) stütze, syll (seit, schwach sylla) grundstock, 
tint (s. porkelsson, Supplement IV, 149) flasche, to (pl. tmr, 
gen. tu, dat. tom) zehe, tonn (vgl. anm. 3) zahn, veit Wasser- 
graben sowie folgende, welche Schwankungen nach andern 
Paradigmen aufzuweisen haben : 

1. Auch nach § 417, also mit (i-umgelautetem) gen. sg. 
auf -r, flektieren: eik eiche, yeit geiss, ngtt, nött (s. §116; 
gen. sg. ncetr, ndttar. sehr seit. nMr, s. § 63 anm. 4) nacht, 
sce{i)ng bett, tik hündin, tong zange, ork kiste; seit, bok buche, 
buch, mork wald und olpt. (im sg. auch, bes. anorw.. (elptr. nach 
§ 384 flektiert ; im pl. gew. idpter nach § 386 ; ausserdem 
kommen noch sehr unregelmässig acc. sg. elptr oder elpt, gen. 
pl. elptra, dat. pl. elptrqm vor) schwan (vgl. § 173, 5 und betreffs 
alvitr in der V^lundarkuiJ'a teils Wadstein, Uppsalastudier, 
s. 175 note, teils Bugge, Helge-digtene, s. 18). 

2. Auch nach § 376, also mit dat. sg. auf -u, -o, können 
im sg. flektieren: grind gitter, mork wald, nott, nött nacht, 
rond (vgl. anm. 1) rand, strgnd Strand, stgng stange, sce(i)ng bett. 

3. Auch im pl., also durchgehends, nach § 375 können 
flektieren: ßk zipfel, galei]> galeide, greip hand, sild hering, 



§ 417. Einsilbige stamme. 285 

skeip schiff, tög wurzelfaser. pro ausgeholter bäum oder stein, 
seit, honk handhabe. Ueber bru brücke s. § 375. 2. 

4. Wie /-stamme können im pl. flektieren: rit (Jonsson. 
Skjaldesprog, s. 65) schild (dicht.), skrip schiff, spong platte. 
(um)sot (s. Dorkelsson. Anmaerkninger, s. 41 und 51) hinterhalt, 
tong zange. v$g hebel und anorw. vett (s. porkelsson. Supple- 
ment IV) gewicht, gew. o$ zeug und olpt (vgl. 1 oben) schwan, 
seit, (dicht.) bot busse, glo]> glühende kohle, lind wesen. 
familie, skript (s. Egilsson), schritt, gnd (alt unp. s. Geländer. 
Om ö vergangen av d > d. s. 50) ente und im anorw. bnin 
(s. ftorkelsson, Supplement IV) augenbraue. spät stop (vgl. 
anm. 3). stu]> stütze, welche Wörter also ganz nach § 390 
gehen können: ferner grind (selten), mork wald. rond. strond, 
stong, die also ganz nach § 391 flektieren können (vgl. oben 2). 

Anm. 1. Nom. (dat., vgl. anm. 2 acc. sg. von hpnd und rond können 
bisweilen auch hond. rund obne M-umlaut heissen (s. porkelsson, Supple- 
ment IV, 60: Gislason. Efterladte skrifter II, 178) , was auf ausgleichung 
nach dem gen. sg. beruht. Vgl. § 81, c und § 375 anm. 1, § 390, 1. 

Anm. 2. Dat. sg. von hond heisst henie, weil das wort alter «-stamm 
ist (got. handus); später auch hond (hand, s. anm. 1). 

Anm. 3. Nom. acc. pl. kinnr. kipr zu kinn und tepr, tenn, tennr zu 
tonn (aber HiMptannr und Topr. Tonnr. Tannp als mannsnamen) erklären 
sich nach § 277, 4. b und §261: >>njnn, gcess, Jyss. myss zu brün, gös. lüs. 
»ins nach §277.1: pl. ertr (gen. ertra usw.) nach §277,3. Ueber hnetr. 
hnetr (anorw. ncttr. bisweilen seit um 1300 gen. iiata, dat. natum neben 
notii. resp. notom; jene formen wol nach dem Verhältnis ncttr : nätta, hcendr 
: hnnda u. dgl. neugebildet") und stepr. stepr zu hnot. stop s. § 119; der auf- 
fallende i-umlaut in diesen kurzsilbigen Wörtern (s. § 66, 2) erklärt sich 
nach Wessen. Spräkvetenskapliga Sällskapets Förhandlingar 1916 — 1918, 
s. 73 ff., daraus dass sie die accentuierung der weit zahlreicheren hierher- 
gehörigen langsilbigen früh angenommen haben und daher gleichzeitig 
mit ihnen (und zwar mit umlaut. s. § 66, 1) synkopiert worden sind. 

Anm. 4. Dyrr (später auch dt/r) pl. t. tür kommt in älteren hdschr. 
auch als ntr.. doch nur im nom. acc. vor. In etwas späterer zeit dringt 
der Mimlaut (über welchen s. anm. 3 schluss) in gen. dat. pl. ein: o'j/m. 
ihjrum statt älteren dura, durom. 

§ 417. Wie mork flektieren: kuerk (vgl. anm. 3) kehle. 
miolk (vgl. anm. 1 und 2) milch, rip fels (dicht.), iik bucht 
und, wenn auch sehwankend, die oben § 416. 1 erwähnten bok, 
f'l: geit. mork wald. ngtt. sce(i)ng. tik. tong. glj)t, grk. 

Anm. 1. Gen. sg. von miulk ist ohne /-umlaut [miolkr), weil spät 
aus *miolokr {*melukix, vgl. got. mditks) nach dem nom. acc. umgebildet (vgl. 
mnitr S+14): pl. ist nicht belegt. 



286 §418. Einsilbige stamme. §419.420. r- stamme. 

Anm. 2. Dat. sg. von wioll- kann anorw. auch miaUco heissen 
(s. Hb., a. XXX). 

Anm. 3. Nora. acc. pl. auf -ar (§375) kann bei hterh vorkommen. 

§ 418. Wie hyr. also mit erhaltnng der ursprünglichen, 
fl-umlaut bewirkenden endung des nom. sg., flektieren nur 8#r 
sau und der (dat. acc. o) mutterschaf. 

Anm. 1. Als beinamen haben kyr (anorw. auch einmal als appellativ, 
s. Haegstad, Vestno. maalf. 11,2, i, s. 178) und syr im da't. acc. sg. kyr, syr 
neben kü, 9Ü; syr ausserdem im gen. sg. sf/rs, syrar oder m'irar neben syr. 

Anm. 2. Nom. acc. pl. auf -ar (nach §379) zeigt der pl. slagär 
mutterschafe, die geschlachtet werden sollen. Ein nach § 379 flektierendes 
simplex 6 (statt (er) ist sehr selten. 

IL } -stamme. 

§ 419. Die r-stämme sind maskulina und feininina. Para- 
digmen sind: mask. faper Pater, fem. moper mutter. 





mask. 


fem. 


mask. 


fem. 


Sg. N. 


faper 


moper 


PI. N. fepr, fceör 


möpr 


(t. 


fQpor, fadur 


mopor 


Gr. fepra, faöra 


niiöpra 


D. 


fepr, fceör, 
fopor, faötir 


mopor 


D. feprom, 
fceÖrum 


möprom 


A. 


fopor, faÖttr 


mopor 


A. fepr, fcedr 


niöpr 



Anm. 1. Aus urn. zeit sind nur nom. sg. swestar (Opedal) und nom. 
pl. dohtriR (Tune) belegt. 

Anm. 2. Ueber nom. acc. pl. fepr, mäpr (*fad> •/?. *nwärR) s. §277, 3. 

§ 420. Wie faper geht nur noch bröper, pl. bröpr, bruder. 

Anm. 1. Später und ziemlich seit, kommen die formen fepr, br4pr 
auch in no m. (beisp. schon aus dem j. 1229), gen., acc. sg. vor. s. (iislason, 
Efterladte skrifter II, 178 f.; porkelsson, Supplement IV, 29; Kalund, Qall- 
p6ris saga, s. VI; Fritzner; Olsen, Volsunga saga, s. LXX. 

Anm. 2. Von faper kann (dicht.) in zusammensetzungeil eine flexion: 
sg. nom. -fgpr, gen. -fgprs, -fgpr (s. Lind, Dopnamn, s. 11; vgl. foor-, d. h. /;><)/•-. 
Kälnnd, Heiftarviga saga, s. XXVI), dat. acc. -fopr vorkoniinen, z. b. AI- und 
Valfgpr namen Odins. Später und seit, kommt fgpr (anorw. fßÖr) auch als 
simplex vor. — Ein gen. sg. aisl. (z. b. St. Hom., Lind, a. o., und Olsen, a. o.) 
fgpors, anorw. (z. b. Cod. Twusb.) faöurs ist einigemal belegt. Mnorw. sind die 
formen fafrurs, brööors (auch misl., s. Olsen, a. o.) häufig (s. Falk und Torp, 
Dausk-norskens syutax, s. XIV note, XV note). Zu solchen gen. ist wol 
der in rimur (c. 1400) ausnahmsweise auftretende nom. brödur (g. F. Jönsson, 
Feruir fornisl. rimnaflokkar, s. VII) anal, neugebildet. 

Anm. 3. Gen. und dat. pl. können im anorw. (wie im aschw.. s. An. 
gr. II, §438,0) bisweilen ohne /-umlaut gebildet Bein, i. b. brtöra, -om, 
g. Hsegstad, G. Tr. s. 49. 



§421. >- stamme. $ 422. /<'/- stamme. 287 

§ 421. Wie moper flektieren nur noch dotier (nom. acc. pl. 
(Uir. seit, düttr § 284: tochter. st/ster Schwester. 

Anm. Seit, kommen im dat. sg. mäpr, -dätr mach § 420) vor, 8. z. b. 
Sijmons, Die lieder der Edda. s. < I.XXVI. Später und ziemlich seit, treten 
dieselben formen auch in nom. (s. Gislason a. o.), gen. (s. z. b. mfgtr Sijmons. 
a. o.. Kalund, a. o.), acc. (s. z. b. si/nlr Sijmons. a. o.: dagegen — auch 
betreffs gen. und dat. — F.. Jönsson, No.-isl. kultur- og sprogforhold, s. 306) 
sg. auf; vgl. § 420 anm. 1. Ein nom. sg. möÖr ist anorw. (z. b. Cod. Tunsb.t 
einigemal belegt, mödur misl. c. 1400 (s. Jönsson, Fernir fornisl. rimnaflokkar, 
9. VII). Mnorw. kommt oft der gen. sg. möfiors vor (a. Falk und Torp. a. o.). 



III. nd- st am nie. 

§ 422. Hierher gehören fast nur maskulina. Die flexion 
ist im sg. die der schwachen an-st&mme (§401). im pl. die- 
jenige der einsilbigen stamme (§ 412). Paradigma ist gefande 
geber. 

Sg. N. gefande PI. N. gefendr 
G. gefanda G. gefanda 

D. gefanda D. gefondom § 78, -ondom § 148, gefunden» 

A. gefanda A. gefendr 

So flektieren alle substantivisch (sehr seit, auch adjektivisch) 
gebrauchten partieipia präs. (meist nur als mask. gebraucht), 
unter welchen drei zu reinen Substantiven geworden sind: 
fände (seit, fände £51.2. b: nom. acc. pl. ohne umlaut favdr. 
alt und seit, fiandr. s. § 64) feind (zu fd hassen), freende (statt 
*frumde — anders Sievers. Beitr. XVIII. 410 — nach dem pl. 
freendr. alt und seit, noch unkontrahiert wol friendr. s. § 130) 
verwandter (urspr. part. prfbs. zu fiid aus *fria lieben), buande 
(anorw. oft boamde, s. § 166 anm. 2. so z. b. in AM. 815 F fol.. oft 
in Ol. hei. leg. saga. gew. in Xo. Hom. und regelmässig im Cod. 
Rantzovianus des älteren Tiulathingsgesetzes) oder bönde (§ 130), 
pl. alt gew. buendr, später gew. höndr. seit, höendr. bauer (zu 
bua, anorw. auch boa wohnen). Sonstige hierher gehörigen 
Wörter s. bei Sütterlin. Gesch. d. nom. agentis. >. 25t; Falk. 
Beitr. XIV. 42; Jönsson. Skjaldesprog s. 67 f. 

Anm. 1. Nicht selten i-t der /-umlaut ans nom. acc. pl. in den dat. 
(seit, gen.) pl. eingedrungen , z.h. bdendom . bändom (gen. anorw. bvcnda, 
benda sehr seit.) zu biwnde, bönde; anorw. (g. Wadstein, F. Hom. s. 58) 
dötaa ndu m richtern, misgeerandum missetätern. Umgekehrt kann im 
anorw. der /-umlaut des nom. acc. pl. anal, entfernt (oder nach § G4 unter- 



288 §423. Deklination der adj. § 424. Starke ad j.-dekl. 

blieben) sein, z. b. böandr (Hsegstad, G. Tr. s. 49), hafnandr missbilliger 
u. a. (Hb., s. LVII). 

Anm. 2. PI. rekendr (der seit. sg. rekende geht nacb § 410) fessel isl 
gew. fem., sehr seit, neutr. oder mask. Sehr seit, sind auch die plural- 
formen rekander f., rekende ntr. 

Anm. 3. PI. nom. -ar, acc. -a nach §358 kommen seit 1200 dann 
und wann vor, z. b. aM. srmpandar verfertiger u. a. (s. Jonsson , Skjalde- 
sprog, s. 68), anorw. asigandar eigner u. a. (s.- Hsegstad , Vestno. maalf. 
11,1, s. 81). 

Anm. 4. Spuren der einstigen starken flexion auch im sg. kommen 
hie und da noch im gen. sg. (vgl. got. nasjandis) vor, z. b. siänz-vil >w 
zeugnis eines sehenden, segianz-saga hörensagen, flanz-bop botschaft eines 
feindes u. a. zusammensetzungeil; vgl. Brate, Bezz. Beitr. XIII, 38 f., Bugge, 
Arkiv IV, 139, Falk, Beitr. XIV, 41 f. Ausserdem ist der urspr. konsonant- 
stamm in Zusammensetzungen wie dugand-mapr taugender mann, frcend- 
kona verwandtin u. a. bewahrt, s. Falk a. o. Vgl. noch nomina propria wie 
Hiarrandr neben -andf, SUgandr neben -ande, Prondr und appellativa 
wie hofmulr (§ 358, 2; vgl. § 173, 2 und § 539 anm. 3) Urheber, tonn (*t«»p- ) 
zalin, pröndr geschnittener eher, vitund wissen, s. Xoreen, Vart sprak 
II, 270 note 2. 



Kap. 2. Deklination der adjektiya. 

§ 423. Die weitaus meisten aisl.-anorw. adjektiva können 
im positiv und Superlativ sowol stark als schwach flektiert 
werden. Die schwache flexion wird gebraucht, wenn das adj. 
vom artikel bestimmt steht (z. b. enn göpe honongr der gute 
könig), oft auch im vokativ (z. b. göpe konongr! guter könig!) 
und als beiname (z. b. Hdkon göpe H. der gute); sonst kommt 
fast überall die starke flexion zur anwendung. Dagegen wird 
der komparativ nur schwach flektiert. 

Anm. Ueber die im pos. und sup. nur schwach flektierenden adj. 
s. § 434, §435, §456—458. Nur stark gehen z. b. (dir all, awnarr ander, 
m/pr mittel, sialfr selbst, aumr irgend ein. 

A. Starke deklination. 

§ 424. Eigentlich müsste man bei den adj., in Überein- 
stimmung mit den Substantiven, «-, ö-, i- und w-stämme mit 
ihren verschiedenen flexionen erwarten. Dies ursprüngliche 
Verhältnis ist aber durch zwei Vorgänge schon in urgerm. zeit 
durchgreifend verändert worden: 



§424. Starke adj.-deklinatiom 289 

1. Die /- und w-stämme sind mit den a- und o-stämmen 
zusammengefallen. Diese Veränderung ist in urgerm. zeit (vgl. 
das got.) noch nicht ganz durchgeführt, im aisl.-anonv. aber 
in allen formen. 

Aura. 1. Noch in um. zeit haben »-Stämme wenigstens im uom. sg. in. 
(s, ^."»85 anni.i ihre alten formen bewahrt, z. b. fiun. lehnw. Huris (aisl. 
dyrr teuer, um. -murin (aisl. mehr) berühmt. Die «-stamme (welche um. 
nicht belegt sind) müssen wol im allg. schon um. im nom. sg. zu den 
«-stammen übergetreten sein . denn sonst wäre das fehlen des «-umlautes 
in harpr (got. hordus) hart u. dgl. unbegreiflich; s. Kock. Umlaut und 
brechuug. s. 180 ff. — T'eber die /"-stamme s. § 358 anm. 5 (schlnss). 

Anni. 2. Alte '/-stamme können bisweilen noch in aisl.-anorw. zeit 
als solche erkannt werden durch das nebeneinander Vorhandensein von formen 
ohne und mit /-umlaut (vgl. den gegeusatz von got. kardtu nom. : h är dje ma 
acc. sg. m.). z. b. <eh R.§82, ' ; ) glogy>' <g"t. gloggu-us) : gew. gleggr genau, 
deutlich: seit. (a.$$8,6) snoggr : gew. sneggr mit kurzem haare, hurtig; 
ongr (got. aggicux) : engr eng: piotkr \*pek k n m) : pgkkr (*pikkicia- § 82.4. 
ahd. dick») dick: prgngr (litau. trunkim) : seit. (s. § 82,6) prengr eng: 
strirkr (s. Jönsson, Skjaldesprog s. 70, No.-isl. kultur- og sprogforhold, 
s. 309) : Stärkt stark ; Xorr ; Ni - i 82, 6; h»g- fs. Gisla.son, l'dvalg 

af oldno. skjaldekvad, s. 49; vielleicht /-stamm und dann als kuän-lauss 
u. dgl. nach S, 66. 1 zu erklären) : h»gr bequem; fhärr (8. § 54,2; vielleicht 
von hur haar beeinflusst) : hehr (vielleicht nach hrtra grauhaarigkeit) gran- 
haarig : pnrr (vgl. got. ßawrsus) : anorw. -elt . wie im mackw.)ßf/rr (s.Haegstad. 
G. Tr. s. 49. VtttM. maalf. II. !. s. 19) dürr: ? aisl. SÜup- : anorw. *tgp(faden 
stief(vater): ffrarnt : nisl. raek'/roMn glänzend: -hmdr (s. .lousson, Skjalde- 
sprog s. 70) neben hjndr gesinnt ist wahrscheinlich von lund gesinnung 
beeinflusst: über das sieht hierhenrehörige gorr : gerr 8. §82 anm. 3. Vgl. 
folgende fälle, wo die doppelheit erst durch herauziehung des ostn. oder nnorw. 
ans licht tritt: Mal. punw (aind. tnuu.<. gr. r«ii-) : mschw. ihgnder dünn: 
aisl. fastr : nebw. fettter (ahd. festi) fest: aschw. seit, dnl â– . aisl. ditfl leicht: 
aschw. giibb'r : aisl. geldr (rnndd. geldc) unfmehtbar; 'aschw. lugn (vielleicht 
vom subst. lugn beeinflusst) : aisl. Jygn (vielleicht von Iggna ruhig werden 
beeinflusst") still: aschw. napper : aisl. hneppr spärlich: aschw. kufer (got. 
qafmu) : aisl. kuirr innd kt/rr. s. jj 77. 12) ruhig: aisl. sunrr : nnorw. mar 
(ahd. swäri] schwer: nnorw. ungg ; aisl. hueggr (§ 82. 6) knapp: nnorw. 
maur : aisl. mejfrr mürbe. — Bei den /-stammen kommen derartige doppel- 
formen seit, und nur bei kurzer Wurzelsilbe vor. z. b. aisl. frmur (vielleicht 
von fram : hervor* beeinflusst) : aschw. froewber aus *fi ra mi (ags. freme) 
hervorragend: aschw. sdher (vielleicht von eak rechtssache beeinflusst) : aisl. 
sekr schuldig. — Vgl. Söderberg, Forngutnisk ljudlära. s. 12: Xoreen. 
Sv. landsm. I. 691 f.. 783, Arkiv I. 167 t'.. An. gr. II. §455.1: Karsten. Stud. 
tifver de nord. Bprikena primära nomiualbildning II, 183 ff. 

2. Etwa die halbe anzahl der alten nominalen endungen 

Koreea, Altisl. gramm. i. aufl. 19 



290 §425. Starke adj.-deklinatiou. 

sind von pronominalen (den endungen des pron. demonstrativum, 
got. sa, so, fiata) verdrängt worden. 

§ 425. Jedes adj. flektiert sowol als a- wie als ö-stamm. 
Jener tritt in m. und ntr., dieser im f. auf. Die endungen — 
die von der substantiv-dekl. abweichenden kursiv gedruckt — 
sind nun: 





mask. 




fem. 






neutr. 


•.N. 


-r 


— (u-uml. 


d. 


Avurz 


il'lv 


.) 


-t 


G. 


-s 


-rar 










-s 


D. 


-um, -om 


-ri, -re 










-11, -0 


A. 


-an 


-a 










-t 


UN. 


-ir, -er 


-ar 










— (u-uml. d. wnrzelv.) 


G. 


-ra 


-ra 










-ra 


D. 


-um, -om 


-um, -om 










-um, -om 


A. 


-a 


-ar 










— (u-uml. d. wurzelv.) 



Aura. 1. Von den mit pronominalen endungen versehenen kasus sind 
ans turn, zeit nur acc. sg. m. minino (Kjelevig; vgl. § 1.56 anm.), hino 
(Strom), spät-urn. synkopiert nAkba[n\ (Eggjum), sin (Sölvesborg) und nom. 
pl. in. s/josteR (Tune). snAreh, voiltiR (Eggjum) belegt. Zu vergleichen sind 
aber noch die urn. belege bei einigen demonstr. pronominen. — Die etwa 
16 belege (nur nom. sg. und pl. m., nom. sg. und acc. pl. f.) der mit nominalen 
endungen gebildeten kasus sind schon §356 anm. 1, §373 anm. 1, §385 
anm. 1 und § 399 anm. 1 angeführt worden. 

Anm. 2. Nom. acc. sg. u t r. sind selten nominal statt pronominal 
gebildet, also ohne -t (vgl. got. blind neben Hindata), z. b. (im St. Hom.) 
verp, all, (im No. Hom.) lang, mild, (im Cod. Tuns b.) half, slik u. a. m. 
neben gew. vert wertes, allt alles, langt laiiges, milt mildes, halft halbes, 
slikt solches. S. Noreen, Arkiv VI, 361 , 36< i und Geschichte 3 § 205, 1 ; Wadstein, 
F. Hom., s. 141. In adverbialem und substantivischem gebrauch sind dagegen 
solche formen häulig, z.b. saman zusammen, sialdau selten, ftol- viel-, 
miok sehr, d mepal oder i mißcl zwischen, nög genug, tu zu, i gegn 
entgegen, diüp tiefe, füll becher, hol loch, lios licht, kol (vgl. Kolr als 
mannsname) kohle, sä/) aussaat, skarp scharte, verp wert, eigen eigentum, 
Imnden garbe, megen (vgl. §428 anm. 1), rype (s. §358 anm. 5) einöde, 
gihlf bezahlung, gilde, dai+pyflt (zu got. chm/^ddris) kadaver, inn/tfle ein- 
geweide u. a. 

Anm. 3. Acc. sg. m. zeigt seit dem U. jahrb. oft (z. b. in der Flateyjar- 
bök, M. Olsen, V(jlsunga saga, s. XXXIII, E. Olson, Yngvars saga, s. LVI) 
die endung -ann statt -an (s. J. porkelsson , Breytingar a myndum viM., 
9.85), wo -nn wol von kristenn, minn u. dgl. übernommen ist (s. Walde, 
Die germanischen auslautgesetze, s. 96). Vgl. aber die partikel eipanh 
(in alten hdschr., wol um die dentale natur des N hervorzuheben, rgL 
§ 260) neben sipan, Bißart seitdem. 



S 420. 427. Adj. reine n-, ö-stäinnie. 



291 



Anni. 4. Eine kontaraination von dat. sg. (müh") und pl. (miUum) 
zeigen wol mehrere von folgenden präpositionalen formen: (/) millem, auorw. 
auch mellem, maih'ni is. z. b. Hsegstad. G. Tr. s. ßS. resp. Kong., s. 11) 
•zwischen" neben MtSr, nullom, anonv. milhun, millium (& Fritzner. Hsegstad. 
Yestuo. maalf. 11,2. i. s. 22 f.). nifllom. aus *m>dl>\ resp. miNum (§268,4) zu 

meftai (mipcA in Agrip: ?ih.A. meto 1 'inedius' oder mipH â– - ; â–  
Aisl. gegnem (häufig in der Hauksbök, sonst sehr seit. s. Hb. & XLYI. 
porkelsson. Supplement IV und Egilsson) neben gegnom durch' zu gegn 
'gerade' (vgl. § 428 anm. 1) dürfte von miUem beeinflnsst sein. 8. Kock. 
Arkiv XXXV, 85. 

Anm. 5. In den ; rimur' des 15. jahrhs. fehlt bisweilen jede eiidung 
bei einem nach seinem snbst. stehenden adj. 



a) Reine a-, o- stamme. 

§ 42t>. Paradigmen: spmbv verständig-, gtmaü alt. grtö grau. 



Sg. N. spakr 

G. spaks 

D. spokom. spttkinn 

A. spakan 
PI. N. spaker 

G. spakra 

D. spokom. »paktm 

A. spaka 
Sg. X. gamall § 277. 1 

G. gamals 

D. gomlom. gamhtm 

A. gamlan 
PI. N. garnier 

G. gamalla 

D. gomlom. gamhm 

A. gamla 

N. grär(r) §280.2 

G. gras(s) § 280 anm. 4 

D. grom § 132 

A. grän § 130 
PI. N. gräer 

G. grar(r)a 

D. gröm 

A. gra 



spok 

spakrar 

spakre 

spaka 

spakar 

spakra 

spokom, spnI;ion 

spakar 

gQmol, (jininil 

gamallar 

gamalle 

gamla 

gamlar 

gamalla 

gomlom, gamhtm 

gamlar 

gro 

grar(r)ar 

grarine 

gra 

grar 

grär(r)a 

grom 

grar â–  



spakt 

spaks 

spoko, spaku 

spakt 

spok 

spakra 

spokom, s^iiktim 

spQk 

gamait 

gamals 

gqmlo, gamla 

gamait 

gQmol, gmnul 

gamalla 

gomlom, gumlum 

gQmol, gamul 

grätt§280anm.4 

grä~ 

gâ„¢ 

grätt 

gâ„¢ 

gräri r)a 
grom 

gTQ 



£ 427. Wie spakr gehen die meisten adjektiva. z. b. mikr 
krank, kupr, fattwr (§ 2tU und ^ 277. 1. b) bekannt, iafn (§ 277. 3) 
eben, vcknn < § 277. 1) schön, heilt (§ 277, 1) gesund. ]n<jr | pl. fag 
;j 277, 3) schön, huass (pLA«a«*er; §277,8) scharf. pfes(p], 

. S, 277. 1 ) weise, die auf -6ttr wie härottr brliaart. part. 

19* 



202 §428. Adj. reine a-, ö- stamme. 

prät. auf -apr wie lallapr genannt, superl. auf -astr (mit aus- 
nähme derjenigen auf -legastr, s. § 428) wie spakastr ver- 
ständigst. 

Ueber die kasus, die das paradigma mit den substan- 
tivischen a- und ö-deklinationen gemeinsam hat, s. was dort 
angeführt worden ist. Ueber die abweichenden kasus sei be- 
merkt : 

1. Im nom. acc. sg. ntr. assimiliert sich dem -t ein vorher- 
gehendes d. Ö (§ 268, 1 und 2) ; tt wird dann nach einem 
konsonanten oder schwachtonigen vokal gekürzt (§ 283; § 285, 5). 
Z. b. blint zu blindr blind, ßtt zu ßddr geboren, breitt zu 
breipr breit, hart zu harpr hart, fast zu fastr fest, hitt zu hittr 
gefunden, kallat zu kallapr genannt. 

Anm. 1. Ueber mart (später mtinjl , markt) zu murgr mancher s. 
§291,5; iam(ri)t zu iafn eben §291,8; s«1f zu safir, mnnr wahr § 266, 2, a: 
f/olt (neben f/ött) zu gößr gut § 127, 3. 

2. In gen. dat. sg. f. und gen. pl. ist bei Wörtern auf -l 
-«, -r, -.<? zn beachten die verschiedene behandlung des an- 
lautenden -r- in den endungen -rar, -ri, -ra nach den in § 277 
dargestellten gesetzen. Z. b. gen. sg. f. vcennar zu vcenn schön, 
linrar zu linr mild, iafnrar zu iafn eben, saprar, sannrar zu 
.<?«/>■>', sannr wahr; w'ssar (später visrar) zu ms weise, huassar 
(später huassrar) zu /mass scharf; heillar zu />e«7Z heil, hollrar 
zu Äoüf hold; feffror zu foYr (pl. &#rer) bitter. 

Anm. 2. Im anorw. schwindet seit 1300 (am frühesten, wie es scheint, 
im Drontheimischen) das -/•- analogisch auch bei anderen Wörtern, z. b. 
gen. sg. f. (ifenhg{r)cir, dat. sg. f. half{r)r, gen. pl. göd(r)a, s. Hsegstad, 
Arkiv XV, 102, Koug. s. 25, Vestno. maalf. II, 1, s. 74 und II, 2, i, s. 181, 183, 
Falk und Torp, Dansk-norskens syntax, s. XV note. Mnorw. kann im gen. 
pl. -s nach der analogie der substantiva hinzutreten, z. b. alla's statt ultra, 
s. Falk und Torp a. o. Vgl. überhaupt die aschw. entwickelung, worüber 
s. An. gr. II, § 454, 2, 3, 5 und anm. 9. 

Anm. 3. Adj. auf -legr können mnorw. in nom. sg. m. und f. auf 
-ligen enden, s. Hpegstad, Kong. s. 25. 

§ 428. Wie gamall gehen, von den unten 1 — 5 erwähnten 
abweichungen abgesehen, die meisten zweisilbigen Wörter mit 
kurzer ableitungssilbe, z.b.hugaU aufmerksam, fgroll umher- 
streifend. Utell (pl. litln: litUr § 127.2) klein, mikell (mykitt 
§77,'5,b); openn offen, alle part, prät, auf -inn. wie bunäenn 
gebunden; aupeyr reich, mdttegr (pL mdtker § 230, 1, a) oder 



S 42S. Adj. reine «-. o-. stamme. 293 

ttintt'xjr ipl. motker) mächtig- . wologr gesprächig, heiUtgr (pL 
beiger ii; 128) heilig; nßk[l)ue]>r fpl. nekfier. nekter £ 22i*>. ^159, 
§238, 2. c; seltener nokJ.\-mJ.,: >. § 159) nackt, alle part. prät. 
auf -idr, wie valejir gewählt: mit langer ableitungssilbe nur 
fftniss ( *y m iss m), ymiss (§127,5), anorw. auch imis.s (§114 
•wechselnd' und die superl. auf -legastr (aber im allg. nicht die 
sonstigen auf -astr. s. ^ L56), z. b. veglegasir ipl. reglegster) 
prächtigst (s. Oederschiöld. Arkiv IX. 95 1 . 

In betreff der synkopierung ist zu bemerken: 

1. Die synkope unterbleibt infolge ursprünglicher länge 
des ableitungsvokals in den part. prät. auf -aar (got. -&]>s), 
z. b. kalhtpr genannt; infolge des starken nebentones in beimell. 
heimoll verfügbar, bisweilen auch in andern Wörtern auf -/. 
z. b. vesall (pl. aisl. vesaler, aber anorw. vesler) elend; nicht seit. 
(bes. im anorw., aber im aisl. erst seit c. 1300) bei den Wörtern 
auf -//. z. b. aji/iegr. hrilagr. dregrogr blutig (pl. aupger und 
aufregtr usw.i: endlich nicht seit, in y m is s ulann pL yiw« 
neben ymser. ymser. anorw. auch hnsir . 

2. Die synkope ist durch ausgleicliung in allen kasus 
durchgeführt worden bei den Wörtern auf -efir. die schon in 
den ältesten hdschr. keine nicht -synkopierten formen in gen.. 
dat. sg. f. und gen. pl. mehr aufweisen. Später haben sie durch- 
gehende synkope. also nekjtr, nektr statt rihk{kue},>\ ralpr statt 
>ale]tr. Wenn die Wurzelsilbe auf ö oder t endet, ist die (früher 
eingetretene, s. § 6o\ 1 und die daselbst zitierte literatun syn- 
kope schon in der ältesten spräche durchgängig, z. b. gladdr 
(nie *glape]>>) erfreut, huattr (zweimal huettr, nie *huatepr) 
geschärft, mettr (zu got mafian essen) satt: s. Noreeh, Sprak- 
vetenskapliga sällskapets fnrhandlingar 1916 — 191\ & 92. 

Anm. 1. Auch von Qmiss kommt bisweilen ein anal, synkopierter 
gen. pl. im*[>')a vor. Neben megetm kräftig- steht ein durchsynkopiertes 
megn (über «las substantivierte ntr. megen, wegn. mag* s. § 3<5*2 anm. 2 
und §425 anm. 2); neben f rekenn mutig- steht freien, neben nüenn 'nahe' 
anorw. auch nänn-. über ntr. äntit) und Iriti s. § 159. Nur synkopierte 
formen, aber teils mit, teils ohne /-umlatit (vgl. § 359 anm. t und §362 
anm. 2) sind durch ausgleichung entstanden bei gegn gerade, vorteilhaft. 
gagfi-stigr richtweg. i gegnom. gggnom durch, i gegn. gggn entgegen. 
gagn-vart gegenüber, gagn (seit, gegn) vorteil (substantiviertes ntr.. s. S, 4"2"-i 
anm. 2). 



294 §429. Adj. reine a-, o- stamme. 

l'eber die bildnng der einzelnen kasus sei bemerkt: 

3. Im nom. acc. sg. ntr. wird bei den Wörtern auf -enn 
das n dem t assimiliert, tt dann verkürzt (§ 266, 2, b), z. b. keipet 
zu heipenn heidnisch, lieber heilakt (ebenso gen. sg. m. ntr. 
heilaks) zu hcilagr u. dgl. s. § 239, 1, b. 

Anm. 2. Ueber Utell, mikell s. unten 5. 

4. Ueber die behandlung des anlautenden -r- der endungen 
in gen. dat. sg. f. und gen. pl. s. § 277,1; also gen. sg. f. 
heimellar zu heimelt, lieipennar zu heipenn. Von fpniss kommen 
neben ymissar, -sse, -ssa später ymisrar, -ri, -ra vor (§ 277 
anm. 1). 

5. Im acc. sg. m. haben die Wörter auf -enn (gleichwie 
alle — auch einsilbige — adjektivpronomina und Zahlwörter 
auf -n oder -r; zur erklärung s. v. Friesen. N. Spr. 1, 63 note) 
statt der endung -an nur -n (vgl. § 156 anm.), z. b. kristenn 
(nicht *kristnan, wie häufig im aschw.) zu kristenn christlich. — 
LUell klein und mikell gross bilden sowol acc. sg. m. als auch 
nom. acc. sg. ntr. wie von einem adj. auf -enn, also acc 
(mnorw. seit, auch nom., s. Hsegstad, Vestno. maalf. II, 2, i, s. 186) 
sg. m. Wenn, mikemi, nom. acc. sg. ntr. Met, miket, woneben als 
adv. lit{t) — worüber s. § 160 anm. — wenig, miok (*nieku. 
gr. fitya) sehr. 

Anm. 3. Ueber die doppelfornie» im nom. sg. f. und nom. acc. pl. 
ntr. oesol, heiloy oder vesöl, hciloq zu desatt und hetlagr s. § 78 und S, 151, ■) 
(vgl. § 148). 

Anm. 4. Nom. acs. pl. ntr. von ynüss bat bisweilen die ganz unregel- 
mässige form ymse oder yws. 

Anm. 5. Ueber die fiexion tffrewn, yreun, »renn reicblicb, pl. yrner, 
erner s. §235. 2 und Noreen, Arkiv VI, 312 f. 

§ 429. Wie (}riir{r) flektieren die meisten (über frdr. frch: 
/na: mch: slcer s. $ 430., nyr § 431) adj. auf langen vokal, 
z. b. bldr blau, fdr gering an zahl, \\dr falsch, fldr warm, hlyr 
(poet.) oder hlter lau, hrdr rau, kndr tüchtig, ror ruhig, die auf 
•sMr (z. b. herskdr kriegerisch ), smdr gering, .spar prophezeiend, 
die auf -sdur (z. b. aupsder leicht sichtbar), trnr treu. ]>rdr 
trotzig, die auf -der (z. b. skdmmcer kurzlebend). 

Anm. Ueber späte formen wie acc. sg. in. gräan, dat. pl. grdvtn u. a. 
s. § 130. § 132. 



S 430. < l '"\- "ö- stamme. -•'•' 

b) w(t-, «'«-stamme. 
ij 180. Paradigma f\>lr bleich. 

mask. fem. neutr. 



Sg. X. fofr 


fQl 


fo.lt 


G. f(jls 


fQlrar 


fols 


D. fQlom, fghim 


foke. fptri 


folo. fnhi 


A. folnan 


folna 


folt 


PI. N. foluer. foha'r 


folnar 


fol 


G. folra 


folra 


fQlra 


D. fQlom. fohon 


folom, fohon 


folom, fohon 


A. folua 


folnar 


fol 



86 flektieren noch: dyyyr (vgl. anm. 4) treu, deich- (dokkr. 
9. § 167) dunkel, frdr. fror (§ 80.2 schluss sowie anm. 2 und 3 
unten) munter, fr der (pl. frdefer). frior (§ 106) fruchtbar. f Uj&r 
(§424 anm. 2) deutlich. y»rr ( pl. ynruer). yorr (yerr § 82 anm. 3) 
bereit, här. alt hör (§98.2 sowie anm. 2 und 3 unten) hoch. 
h.noyyr knapp, hryygr (vgl anm. 4) betrübt, hoss ipl. hod 
grau, klokkr sentimental, kuikr. kykr (§ 62. 10. § 279. 2) lebendig, 
hjskr träge. rtyrir (vgl. anm. 3 und 4) liuster. mcer <pl. miefen. 
mior (§106), mtrfr ■ wol nach dem pl. midfer. der seinerseits 
zu >/>*'o>- nach der analogie fror : frdfer gebildet ist: vgl. noch 
anm. 2! schmal, t&skr rasch. slcer. sliör. slidr (vgl. mcer und 
anm. 2 unten) stumpf, sneggr (£ 424 anin. 2) schnell, kurzhaarig. 
■styyyr mürrisch, tryyyr treu, prmyr (vgl. § 424 anm. 2) eng. 
pykkr. piokkr (s. >j 424 anm. 2. £ 92 sowie anm. 8 unten), olr 
betrunken, onyr. nnyr (ij 424 anm. 2) eng. orr (pl. qruer) rasch, 
freigebig. 

Anm. !. Teber .späte fonueu wie fpkwm, folru vgl. 5; 335 anm. 1. 

Anm. 2. Bei adj. anf laugen vokal, z. b. d<err) u _' mit 

anm. 4 zu beachten: also nom. acc. ntr. slti-tt, diött. sliött. gern pl. 
$ker(r)a usw. 

Anm. 3. Har{r) — nach Pippiug. Stud. nord. fiL XII. 1. s. <i6. au< 
*hahic- (oder auch wie fror: fror) — hdir(r) und frär(n. frör\r) gehen 
auch (bes. in etwas späterer zeit' nach ^429. Au< h sonst (z. b. bei pykkr 
und myrhj kommt schon ziemlich früh eine flexion ohne das charakte- 
ristische io (also nach § 427) vor. 

Anm. 4. Dyggr (s. Bugge, Beitr. XIII. 510). hrygyr, myrkr und viel- 
leicht noch einige andere gehen auch nach S, 431. 



296 § 131. ja-, ja- stamme. §432. Schwache adj.-deklination. 

c) ja-, ,/o-stämme. 
§ 431. Paradigma sehr (anorw. votier, vgl. § 279, 1) schuldig. 



mask. 


fem. 


nentr. 


Sg. N. sekr 


sek 


sekt 


G. seks 


sekrar 


seks 


D. sekiom, srrkkittm 


sekre, scekri 


sekio. sa'kkiu 


A. sekian 


sekia 


sekt 


PL N. seker, scekir 


sekiar 


sek 


U. sekra 


sekra 


sekra 


D. sekiom, scekkmm 


sekiom, scekkhmi 


sekiom, siekkium 


A. sekia 


sekiar 


sek 



So gehen ziemlich wenige adj.: von Wörtern mit kurzer 
wurzelsibe nur mipr mittel und nyr (ntr. nytt, gen. sg. m. 
und ntr. nys(s), t nf/r(r)ar usw.. s. § 2*0. 2 mit anm. 4) neu; 
sonst einige auf ~g, -y, -k endende (urspr. teils $-, teils w-, teils 
ia-, iö-stämme) wie äeiyr weich, die auf -ärfyr (z. b. eindregr 
fortwährend), eyyr mit äugen versehen. fdtökr armselig (aber 
tekr annehmbar nach § 427), die auf -fenyr (z. b. harpfengr 
kräftig greifend), fleyyr fliegend, freegr berühmt, yengr gang- 
bar, hegr bequem, Idegr liegend, rikr (vgl. § 358 anm. 5) mächtig, 
rcekr verwerflich, sampykkr einwilligend, slegr schlau, sterkr 
(§424 anm. 2), styrkr (§ 167) stark, vigr streitbar, omgr wiegend, 
yyr, ögr (§ 75) schrecklich, pekkr angenehm, peegr annehmlich: 
vgl. noch § 430 anm. 4. 

Anm. 1. Die meisten von diesen Wörtern können — einige schon 
früh, andere (z. b. mipr, nyr) erst später — anch nach § 427 flektieren. 

Anm. 2. Die übrigen ia-, io- stamme sind, wie die meisten /- und 
/(-stamme (vgl. §424 anm. 2|, mit den reinen a-. o- stammen ganz zu- 
sammengefallen (vgl. jedoch § 3öS anm. h) und sind nur durch den /-Um- 
lauf als solche zu erkennen. 



B. Schwache deklination. 

§ 432. Die schwache adj.-deklination (im positiv und Super- 
lativ) ist im allgemeinen im sg. m. und ntr. die der «w-stämme 
(§ 399), im sg. f. die der cm- stamme (§ 406); der pl. hat eine 
besondere flexion (vgl. jedoch § 406 anm. 5). Aber die partieipia 
präs. (in adjektivischer funktion; vgl. § 422) und die komparative 
flektieren im sg. f. und im ganzen pl. wie «w-stämme (§ 410). 



§ 4:s:j— 435. Schwache adj.-dekliuation. BOT 

a) Flexion des positivs und Superlativs. 

§ 133. Paradigmen: spake der verständige (vgl. sjmkr 
$ 426). grde der graue (vgl. grdr § 426). 

mask. fem. neutr. mask. fem. neutr. 

Sg. X. spake spaka spaka grae grä § 130 grä 

8; D. A. spaka sp<jko. spaku spaka grä grö § 132 grä 

PI. N. G. spoku, spaku grö 

D. spokom, spaku (s. anm.) grQio. </r« (s. anin.) 

A. spoko. spaku gro 

Auin. Iu anorw. und sehr späten aisl. hdschr. endet auch der dat. 
pl. auf -u. -o. z. h. spoku (spaku): vgl. Winater, Lsesebog* s. XXIV f. 
uote. Wisen, Kiddara Biinur, s. XXXIX. Sehr seit, enden im anorw. sg. 
gen. dat. acc. m. (vgl. § 401 anm. 1) und sg. ntr. auf -»", -e statt -« (Wad- 
stein. F. Hom.. k 102 >. 

So flektieren die meisten adj.. z. b. kunne der bekannte 
vgl. kupr. kunnr §427). fagre der schöne (vgl. fagr §427). 
gamle der alte (vgl. gcmall § 428). matke der mächtige (vgl. 
mattegr § 428). helge oder heilage der heilige (vgl. heilagr 
§ 428). folue der bleiche (vgl. folr § 430). sehe, f. und ntr. 
sekia (anorw. stekk ia). der schuldige (vgl. sehr § 431). spukaste 
der verständigste (zu spakastr verständigst). 

£ 434. Sehr viele, meist zusammengesetzte, adj. sind (aus 
verschiedenen gründen, s. z. b. § 401 anm. 2) indeklinabel ge- 
worden mit der schwachen endung -«. älter auch oft mit nom. 
sg. mask. auf -i. -e (übrigen kasus auf -a). z. b. andvake, -a 
schlaflos, thnnbe (auch stark dumbr) stumm, frvmoaxta aus- 
gewachsen u. a.i v s. die vollständige materialsammlung bei Wessen, 
Zur geschichte der germ. w-deklination. s. 136 ff.). 



b) Flexion des komparativs und partic. präs. 
§ 435. Paradigmen: spakure weiser, gefande gebend. 

mask. fem. neutr mask. fem. neutr. 

Sg. N. spakare spakare spakara gefande gefande gefanda 

G. D. A. s pakara spak are spakara gefanda gefande gefanda 

PL X. G. spakare gefande 

I>. BpQkorom, spdkaröm geftmdom. -oadom, gefmiäom 

A spakare gefande 



298 § 436. 437. Komparation. 

Anm. 1. Im anorw. können alle kasus, sowol im sg. als im pl., 
auf -e (selten auf -d, s. Wadstern, F. Hom., s. 100) enden. Im aisl. kommt 
selten (später häufiger) dat. pl. auf -e. -i vor ; in rimur einigemal acc. sg. 
m. auf -» (s. Gislason, Efterladte skrifter 11,179). Vgl. noch porkelsson, 
Athugasemdir, s. 10 f.; Wimmer, Lsesebog* s. XXIV note; Wisen, Riddara 
Rimur s. XXXIX. 

Anm. 2. Im anorw. kann, wenn auch selten, der komparativ nach 
§•±33 flektiert werden (s. porkelsson, Athugasemdir, s. 9 f. , Hsegstad, 
Vestno. maalf. II, 1, s. 81); bisweilen auch stark, z. b. gen. sg. f. mceirrar, 
dat. sg. ntr. bcetrn, fkeiru, mceiru (s. Hsegstad, a. o. I, s. 118 und II, 2, i, 
s. 181, 183). 



C. Komparation. 

§ 436. Die steigerungsformen des adjektivs können nach 
dreifacher art gebildet werden: 

1. Komp. mit suffix -ar-, superl. mit suff. -ast- (-azt- § 310 
anm. 3), z. b. spakr verständig, komp. spakare, sup. spakastr. 

Anm. 1. Aus urn. zeit ist ein hierher gehöriger superl. belegt : noni. 
pl. m. sijosteR (Tune). Vgl. got. armöza, armösts. 

2. Komp. mit suff. ->•- (aus -in.-, got. -iz-), superl. mit dem 
suff. -s£- (aus -ist-, got. -ist-); ^-umlaut des wurzelvokals tritt 
(bei langer silbe immer, bei kurzer — nur durch ein beisp. 
vertreten — gewöhnlich, vgl. § 06, 1, § 67, c) sowol im komp. 
als superl. ein, z. b. lanyr lang, komp. lengre, superl. lengstr: 
göpr gut, komp. betre, superl. beztr (baztr). 

3. Komp. mit suffix -r (aus -ar-, -er- und -r, vgl. got. aftarö 
und aftra, ahd. aftaro, -ero und -ro), superl. entweder nach 2 
oder 1 oben gebildet; i-umlaut tritt im komp. gewöhnlich 
(aber auch bei langer Wurzelsilbe nicht immer) ein. Positiv 
fehlt bei allen hierhergehörigen Wörtern. Beisp. s. § 441. 
Vgl. F. de Saussure in Melanges Renier, s. 383. 

Anm. 2. Das partic. präs. wird nie, das partic prät. seit, gesteigert. 
Anm. 3. Der komparativ flektiert nur schwach (§ 435). der Superlativ 
sowol stark (§ 427) als schwach (§ 433). 

§ 437. Wie spakr gehen die meisten adj., z. b. 
fegenn froh fegnare fegnastr 

gofogr vornehm gofgare ggfgastr 

heilagr heilig heigare § 128 helgastr 

huass scharf huassare huassastr 



s, 438. Komparation. 






kndnn tüchtig hnär{r)e § 130. § 280, 2 hndstr 

mdttegr mächtig - mdtkare § 239. 1. a mdtkastr 

ndenn nahe ndnare, vgl. § 428 nanaatr 

) Ermächtig; vgl. §439 rikare (vgl. § 431 anm. 1) rikastr 

toder rasch rosk{u)are (vgl. £ 430 anm. 3) roski u)astr 

ritr klug ritrare vitrastr 

>>>•>• freigebig oruare § 430 ruastr 

Anm. 1. Anal, kontrahiert siud mioi\r)e (miäre Hb.. s. XXXVII i. 
Diiöstr neben miöfure (miäfare), miöfestr zu »nur. miar schmal: ebenso 
fröre, frästr neben frafastr (fröfantr) zu fror, fror hurtig. 

Anm. 2. Der positiv fehlt bei siakhiore 'seltener', fialdmmitr und 
ist nur im acc. s£>\ ntr. als adv. s/aldan (§ 425 anm. 2) erhalten. Ein 
primitiveres *sialdr ist in Zusammensetzungen wie siaM-sänt -selten' und 
adv. komp. sialdar belegt. 

§ 138. Wie lau t/r gehen ziemlich viele adj.. z. b. 



fagr schön fegre § 277. 3 

fdr\) : ) wenig fa3r(r)e (vgl. anm. 2) 

(jnumr. grupr seicht yrynnn: <jnjl>re 

hdt\r), hör(r) hoch h(kr(/)e. höre 



hreinn rein 
ld.gr niedrig 
,skam(m)r kurz 
smmjf) klein 
störr gross 
NMpr jung 
pr>mgr eng 



hreinne § 277, 1 

Icegre 

skem(m)re 

.mi(er(f)e (vgl. anm. 2) 

större 

yngre (vgl. anm. 3) 

prengre 



fegrstr 
fdtstr 

grgtutr $ 310, 1 
h(Estr, büstr 
hreinstr 
Icegxtr 
skemstr 
smästr 
â– stdrstr 
gngstr 

prmigstr (vgl. § 439 
anm. 2) 

So gehen auch (ausser den in § 439 erwähnten Wörtern; 
vgl. auch § 440) u. a. gr&nn grün. \dzr lau. mein» schädlich. 
skirr. skyrr (aber zu der form skeerr superl. skeerastr) hell. 
siA/r klug, synn offenbar, /n/kkr dick, rdinn (vgl. §'439 anm. 2) 
schön: wahrscheinlich auch die nur im komp. belegten auphdnn 
erbittlich. aujyveldr leicht zu bewältigen, ferr imstande zu 
fahren, gagns&r durchsichtig und das nur im superl. belegte 
peegy annehmlich. 

Anm. 1. Im positiv fehlen Itrhlre, helzir (ludzlr Hb.. s. XXXVII) vor- 
züglichst, dpre, 4ztr vornehmst. » -v. anorw. seit, »ere und öfter 
nestr (s. Hsegstad. Vestno. maalf. I. s. 137. 148 und II. 2. i. s. 94. 95 sowie 
Gamalnorsk fragment. s. 10. wo unrichtige erklärungi nächst' (vgl. posit. 



300 § 439. Komparation. 

na-, no-, §77,2, §78 'nahe-' in Zusammensetzungen) und fytre 'früher', 
fyrstr, fystr § 272, 3 (sehr seit. — wenn nicht Schreibfehler — ohne umlaut, 
§67, c, im ausdruck i fursfonne statt t fyrstonne 'anfangs') 'erst'. Vgl. 
noch § 440. 

Anm. 2. Von smär und für kommen im komp. auch seit, snwre (Gis- 
lason, Um frumparta s. 154, Unger, Saga BiÖriks, s. XVIII, Hsegstad, 
Gamalnorsk fragment, s. 10; vgl. anm. 1 oben), f&re (Unger a. o.) vor. 

Anm. 3. Von vm.gr jung kommt im komp. auch ihr (§113; got. 
juhiza) vor; im superl. ist einmal ürstr (nach anm. 4) belegt. 

Anm. 4. Sehr seit, dringt ;• aus dem komp. in den superl. hinein. 
So findet sich von für neben frestr auch febretr; über erstr s. anm. 3 oben. 
Vgl. § 442, 3. 

Anm. 5. Die adj. (urspr. participia) auf -Utk' werden im allg. durch 
vorangestelltes betr, bezt kompariert, z. b. snp. viliazir, häufiger bezt viliadr 
'am meisten geneigt'. 

§ 439. Doppelte Steigerungsformen (nach § 437 und § 438) 
haben einige adj. wie z. b. diiipr (diüpare, diüpastr und dypre, 
d;'/pstr) tief, dyrr teuer, f'ramr vorzüglich (komp. und sup. in 
der bedeutung 'vorder', 'vorderst'), frceyr (frägre. frcegstr und 
später frcegare, -astr) berühmt, gleggr {yleyyuare. yleyyuastr 
und yhyyre, yleyystr) deutlich, yreipr (komp. nicht belegt) 
leicht zu bewerkstelligen, hcettr (superl. nicht belegt) gefährlich, 
rikr mächtig, skyyn (skyyne, skyynstr und skyynare, -astr) 
klarsehend, shyldr verwandt, sterhr (styrkr § 167; seit. komp. 
sterkare, superl. alt gew. sterkstr) stark, punar schwer. punnr 
dünn. Ueber die eigentlich nicht hierhergehörigen midr. frdr 
s. § 437 anm. 1. 

Anm. 1. Einige adj., die nach § 437 gehen, haben nur im komp. doppel- 
formen, z. b. giofoU, komp. gioflare und gio fülle, freigebig; müdr milde; 
nyr, komp. nyi'are (seit.) und nyr(r)e, neu ; slrm; komp. skefarc und skh-(r)e, 
stumpf; setr süss; tryggr, komp. tryggvarr und irygyre, treu. 

Anm. 2. Einige adj., die nach §438 gehen, haben nur im superl. 
doppelformen, z. b. fript schön ; heill gesund j Iwgr, sup. hfgetr und Iwgiaxtr. 
bequem; seinn, sup. seimtr und temastr, langsam; still, sup. xcrtstr und 
soblastr, glücklich; vildr (sup. seit, rilzlr, s. Jönsson, Skjaldesprog s. 72) 
beliebt; vihin (aap. vdbnastr erst in rimur, s. Gislason, Efterladte skrifter 
II, 179; früher, aber sehr seit, im anorw., s. Hsegstad, Vestno. maalf. I, s. 118) 
schön; prongr, sup. firengstr und proHyatyistr (s. Vigfusson), pronguastr 
(s. Hertzberg), eng. Doppelbildung nur im komp. zeigt renal/, komp. aisl. 
resaUe, anorw. veslare, sup. vesalstr elend (vgl. § 428, 1). 

Anm. 3. Gemischte koraparation, so dass komp. nach § 438 und superl. 
nach § 437 gebildet ist, kommt wol nur scheinbar vor, z. b. uu/jegr, aupegre, 
mipgastr reich und (mit wenigen ausnahmen, s. Flom, The language of 



§ 440. 441. Komparation. 



301 



the Konungs skuggsjä. s. 138) die auf -legr wie wejßegr, -legr>\ JekjtUHr (aber 
acc. -legstan usw., s. §428: seit, anorw. anal, -legst) prächtig, wo synkope 
nach § 156 anzunehmen ist. Komp. nach § 437 und superl. nach § 438 zeigt 
fiohnetmr, -rnrnnare. -mentir von vielen lenten begleitet. 

§ 440. Einige adj.. die nach § 438 gehen, aber nur in 
komp. und superl. vorkommen, ersetzen den fehlenden positiv 
durch Wörter, die ihrerseits nur im pos. vorkommen: 



gamaU (alt auch al- 

denn) alt 
gopr gut 

>lh\ rändr böse 
litell klein 
margr (anorw. seit. 
mangr) mancher 
mikeü (m/fkilT) gross 



eure (seit, anorw. elstr § 310. 1 

cehlri) 
betrt (vgl. § 416 

anm. 3 schlussi 
rerre s. anm. 2 
minne § 277, 4, b 
fleire 



bfitr, alt gew. baztr 

§67,c 
rerstr, restr § 272. 3 
minztr § 310. 1 
flestr § 128 



meire 



mestr § 128 



Anm. 1. Hierher kann auch ffiafcfowm, rialdmare, tktkhmstr (s. § 437 
anm. 2) gerechnet werden. 

Anm. 2. Verve statt *vü*e (s. §63. 3) beruht wol teils auf anschluss 
an da-ss adv. verr (got. wah*) . das nach Usthoff aus "versa* teine bilduug 
wie lat. mmnm) entstanden ist. teils auf dem einrluss von betrt (s. Pipping. 

Neuphilologisrhe Mitteilungen 1902. 15. 11.— 15. 12.. s. 3). 

§ 441. Der dritten komparationsart (§ 43(5. 3) gehören nur: 
(vgl. präp. af ab) efre später 



(vgl. adv. apUiu von 

hinten) 
( vgl. adv. uuston 

von osten her) 
(vgl. das späte und 

sehr seit. adv. //'>?/• 

fern) 
(vgl. adv. handän 

von jener seitei 
(vgl. adv. /»« hinein; 
(vgl. adv. »epnn 

unten) 



eptre (sehr seit, op- 
tre)\ aptate 

eifstre 

fiarre. seit, firre fern; 
t>n> ort entfernter 

hmdre später 

innre, ifire § 261 

§ 280 anm. 4 



e/&r,e/fr(§291anm.2) 

letzt 
epztr: aptastr hinterst 

austastr östlichst 

fhttr entferntest 

hmztr letzt 

inztr innerst 
neztr unter. st 



302 



§ 442. Komparation der adverbia. 



(vgl. adv. norpan nj/rprf\7ierj)re.ner])- )i//i\:h\ nontr, nerztr\ 
von norden her) re (seit, norpre); horpästr nördlichst 

nor])ar(r)e 
(vgl. präp. of über) efre, efre § 119 
(vgl. adv. s/p spät) sipre; sipar{r)e, vgl 

§ 442, 1 



(vgl. adv. sunnan sy\yre § 261, anorw. 
von Süden her) auch sundri, sun- 

nare 
(vgl. adv. üt hinaus) ytre, ytre § 127,5 



ofstr, efstr oberst 
stpastr, siparstr (vgl. 
§ 438 anm. 4), ##- 
arastr spätest 
synztr, sy.Hr (§ 266, 
2, a) südlichst 

yztr, yztr, anorw. auch 
ytarstr äusserst 
vestastr westlichst 



(vgl adv. vestan von vestre 
westen her) 

Anm. Nur im komp. kommen vor: vinstre (seit, vistre §299,4) link 
und dessen (urspr. zu luif/r bequem nach § 438 hörender) gegensatz 
högre recht. 



Anhang: Komparation der adverbia. 

§ 412. Die adverbia werden im allgemeinen ganz wie 
die adj. gesteigert, also in dreifacher weise: 

1. Komp. -ar (oft -arr § 280 anm. 4, anorw. bisweilen -are. 
s. Hsegstad, Vestno. maalf. II, 2, i, s. 207), sup. auf -eist, z. b. opt 
oft, 0}jtar(r), optast; sialdan selten, sialdnar (und sialdar § 437 
anm. .2), sialdnast-, vipa weit, npar(r), vipast, u. a.; bes. alle 
auf -la und -lega. 

2. Komp. auf -r, sup. auf -st, beide mit i-umlaut der 
Wurzelsilbe, z. b. ggrua, gerua (s. § 77, 7) genau, gerr, gorst; 
{nä- y no- vgl. § 438 anm. 1; urspr. komp.) ncer und ner (nach 
nest, s. § 127, 6), seit, nach 1 oben alt u. dicht, ndar (s. Sievers, 
Arkiv V, 133 f.), etwas später auch nceri nahe, komp. nd'rr, 
später auch ncerri, sup. ncest, nest § 127, 6 und durch kon- 
tamination nest (s. H&gstad, Vestno. maalf. II, i, s. 31); snem(m)a. 
snim(m)a bald, snem(m)r, snim(m)r früher, snemst, snimst neulich; 
lenge lange, lengr (temporal, vgl. anm. 3), lengst; skamt kurz, 
skem(m)r (temporal, vgl. anm. 3), skemst, u. h. 

Anm. 1. Im positiv fehlen (vgl. § 438 anm. 1) sipr weniger, s/n/y, 
Tgl. 3 unten: fi/rr früher, fyrst, fyti, §272,8, zuerst. 



§ 443. Komparation der adverbia. i; 444. Kardinalzahlen. 303 

Auni. 2. Poppelformen kommen auch hier (vgl. § 439) bisweilen vor. 
/.. b. fram(w) vorwärts, hervor (vgl. § 277 anm. 5). fremr und framar(r), 
fremst und framast, -arst (vgl. § 438 anm. 4). 

3. Die dritte komparationsart weicht bei den adv. insofern 
von der entsprechenden der adj. (s. ij 436. 3. § 441) ab, als der 
komp. auf -<tr(r). der 'superl. auf -a(r)st endet, z. b. sip spät, 
sij)ar(r\ $>.pa(r)st (vgl. anm. 1 oben). So gehen noch die schon 
§ 441 erwähnten adv. aptan. austan. inn. nejmn. norpan, summ». 
dt, vestan; abweichend jumr {fmrre. ferre. s. Jönsson. Skjalde- 
sprog, s. 116, M. Olsen. Volsunga saga, s. LXXVI). fm\ fnst 
und (handan), hindar(r). hmet 

Anm. 3. Wie im positiv (z. b. ritt neben vipa weit) und superl. (z. b. 
ijzt neben utarat, annnv. auch fttthnst. äusserst), so kann auch im komp. 
die form des acc. sg. (seit, pl.) ntr. des adj. statt der eigentlich adverbialen 
form verwendet werden. Bei vielen Wörtern ist in der älteren zeit diese 
bildung sogar die einzig gebräuchliche, z. b. tißara zu t/tt oft, lengra 
(lokal, vgl. 2 oben) zu langt laug, skem(m)ra (lokal, vgl. 2 obeu) zu skomt 
kurz (s. porkelsson. Athugasemdir. s. 25 ff.); sonst z. b. vipara neben 
ripnrir) weiter, fyrre neben fyrr früher, seltener optare neben optor(r) öfter. 

Anm. 4. Bisweilen kann der adverbialen komparativform noch »wir r) 
>mehr" angehängt werden, z. b. fymneirir) früher, firrmeir(r) ferner, 
n(e(r)meir(r) näher, ofarmrinr) mehr nach oben, sipanncirin mehr nach 
unten, später. 

§ 443. Besonders ist zu merken die suppletorische kom- 
paration (vgl. § 440) folgender adverbia: 

yiarna gern heldr, giamara helz{t) 303. 1 

illa § 127, 2 übel ven verst, rest § 272. 3 

VH{t) § 160 anm. wenig minnr. mipr mimt 

miok sehr meir(r) mest 

npp auf wärts (vgl. ofxxbev) ofar(r), ofarmeir(r) ofa(r)st 

vel(worw.vel,vcel,vdty'Wo\ betr bezt, bazt 



Kap. 3. Die Zahlwörter. 

a) Kardinalzahlen. 

v? ! U. Kinn, mn § 128 'ein'. ; einer flektiert: 

raask. fem. neutr. 

8g. N. einn ein eitt § B66, 2. a 

G. eins einnar tMii- 

Di einem, e rinu ti einne. teimn eino, tt iu u 

A. einn § 428, 5 eiirn eitt 



&04 § 445. 446. Kardinalzahlen. 

mask. fem. neutr. 

PI. N. einer, ceinir einar ein 

Gr. einua einna einna 

D. einom, mmtm einom. semutn einom, crinvw 

A. eina einar ein 

Anm. 1. Der pL kommt in den bedeutungen 'irgend ein* und 'allein" 
vor. In der letzteren bedeutung kommt auch schwache flexion: eine, eina 
usw. (nach § 433) vor. 

Anm. 2. In etwas späteren Schriften kann eiun auch als unbestimmter 
artikel gebraucht werden. 

§445. Tueir 'zwei' flektiert: 

mask. fem. neutr. 

N. tueir tuser § 71, 2 tuau (seit, tua) 

Gr. tueggia, tnaiggia tueggia, tmeggia tueggia, tmeggia § 227, 1 

D. tueim tueim tueim 

A. taä tuser tuau (seit, tua) 

Anm. 1. Dat. heisst alt (vor c. 1200; einige spätere beisp. s. bei 
porkelsson, Supplement IV, 152, Hsegstad, Vestno. maalf. I, s. 26, und 
Wimmer, Aarheger 1867, s. 59) auch tueimr, s. § 277 anm. 5. 

Anm. 2. Acc. m. hat in alten gedichten bisweilen die anal, (nach 
bläa, grün u. dgl.) gebildete form tudä; s. Jonsson, Skjaldesprog s. 85; 
porkelsson, Supplement IV, 152. 

Anm. 3. Aeusserst seltene formen sind nom. m. tuier (St. Hom.), 
nom. acc. f. hier (Reykj. mald., Rimb.), tueir (St. Hom., Strengleikar s. 46), 
ntr. tu (s. Hregstad, Vestno. maalf. II, 2, i, s. 198). mnorw. auch ptUmg | s. 
§ 305 anm. 3). 

Anm. 4. Tuemier, tuhmer 'zwei' (über den bedeutungsunterscbied 
von tueir und tuenner s. Sievers bei Brugmanu, Die distributiven, s. 71 ff.) 
flektiert ganz wie ein starkes adj. Jedoch kann im nom. acc. ntr. (anorw. 
auch in anderen kasus) bisweilen titenne neben titenn (aisl. auch seit, tucnneu ; 
anorw. auch titinn, tuinni, z. b. Jonsson, Fagrskinna, s. XX VII, tynni, ja 
ein sg. titint) vorkommen. 

§446. Bäfter 'alle zwei', 'beide' flektiert: 

mask. fem. neutr. 

N. bäper bäpar b«pe, bade 

G. beggia, bceggia, bä&ra beggia, bceggia, bofya beggia, bceggia, bäöra 

D. bopom. bä&om böpom, bddom bopom, bäDom 

A. bäpa bapar baepe, bäÖt 

Anm. 1. Nom. acc. ntr. kann im anorw. bisweilen und ziemlich 
spät bdeöen, bäöen (wie im aschw.) heissen; im aisl. alt und seit, beißt- 
(St. Hom.), bepe (so immer in der Hauksbok, gew. im Cod. AM. »145, 4 U , 
bisweilen mnorw., s. Hpegstad, Vestno. maalf. II, 2. i, s. 95), dies aber gew, 
als konj. 'sowol* (. . . . als). 



§447—449. Kardinalzahlen. 305 

Anm. 2. Gen. kann mnorw. bisweilen auf -ins. -Art, -*• enden, s. 
Falk und Torp, Dansk-norskens syntax, s. XV note. 

§ 447. Prir 'drei' flektiert: 

mask. fem. neutr. 

N. prir priär, prear J>riü 

ff. priggia priggia priggia § 227, 1 

T). prim'r). prem(r) prim(r), prem(r) prim(r), prem(r) 55 277 anm. 5 

A. pria, prea, pre priär, jf»-e'or J>riu 

Anm. 1. Aus urn. zeit ist nom. f. als prtjon (Tune) belegt. 

Anm. 2. Sehr seltene nebenformen sind: nom. acc. ntr. priö (Agrip, 
Dablerups ausg. s. XV), anorw. prü (s. Haegstad, Vestno. inaalf. 11,2,1, 
s. 119), mnorw. prea (s. Haegstad, Kong. s. 37), try (Haegstad, Vestno. maalr'. 
II. 2, 1. s. 198). 

Anm. 3. Prenner, prinner 'drei' (vgl. §445 anm. 4) geht wie ein 
starkes adj., nur dass im nom. acc. ntr. anorw. prenne (Haegstad, Q. Tr.. 
s. 43), aisl. prenne n (Jonsson, Skjaldesprog s. 87) vorkommen kann. 

§ 448. Fiorer (mnorw. auch firir. s. Haegstad. Vestno. 
maalf. II, 2, 1. s. 198) 'vier' flektiert: 

mask. fem. neutr. 

N. fiörer fiorar ■ liogor § 259, fiugnr § 89 anm. 1 

Ct. fiogorra, fingurra fiogorra, fingurra fiogorra, fingurra 
D. fiörom fioroni fiörom 

A. fiora fiörar fiogor, fiugur 

Anm. 1. Sehr seit, ist mnorw. gen. figurra (Fritzner, Haegstad. 
Vestno. maalf. ü, 1, s. 84), fygura (Haegstad, a. 0.) ; vgl. agutn. fygura und 
aschw. nom. acc. ntr. fighur. 

Anm. 2. Ferner 'vier* (vgl. § 415 anm. 4) geht wie ein starkes adj. 

§ 449. Indeklinabel sind (von dem vereinzelten dat. anorw. 
siaum, s. Fritzner, abgesehen) die zahlen von 5 bis 20. Sie 
lauten: fim (seit. fimm, s. porkelsson, Timarit 1901, s. 68, mnorw. 
femm, s. Haegstad, a. 0. II, 2, 1, s. 103; vgl. § 298,2) 5, sex 6. 
fMM 7, ätta 8. nio 9. tio 10, ellefo 11, tolf 12, prettdn (§ 266, 2) 
13, fiog(o)rtdn (anorw. auch fiug(u)rtän), fiortan (vgl. 160 anm., 
§ 89 mit anm. 1) 14, fimtän 15, sextdn 16, siaut{i)än § 295 
anm. 1) 17, dt{t)iän 18, nitiän 19, tottogo (§266,2), tuttugu, 
tuitiän 20. 

Anm. Seit, nebenformen sind, für 7: siö (Agrip; Cod. 655, 4°; Fritzner; 
porkelsson, Supplement TL), misl. sie (porkelsson, ib. I: ein erklärungs- 
versuch bei Kock, Beitr. XV, 252 f.), anorw. siaug (Fritzner und § 305 
anm. 3; vgl. aschw. siügh, afries. siugon); 11: anorw. celliufu § 235, 2, cellugu 
(§ 172,1; §256), mnorw. tettuva §172,1; 12: tuolf §77.10; 13: preti&n 

Noreen, Altisl. graram. 4. aufl. 20 



306 §450— 453. Kardinalzahlen. § 454. 455. Ordinalzahlen. 

(Jonsson, Skjaldesprog s. 87; vgl. auch prentän-de § 456 anm.); 14: anorw. 
fiürtän (Fritzner, vgl. das aschw. ; vgl. auch fiörtiän-de §456 anm); 15: 
flmtiän (Jönsson, a. o.); 16: sextiän (Jonsson, a. o.); 17: sautiän, s(i)eytiän, 
anorw. siötiän, misl. sietiän (s. Fritzner; Vigfusson; porkelsson, Supple- 
ment I; Gislason, Aarboger 1879, s. 161); 20: tiogo § 89, 1 (kaum suecismus 
wie Bugge, Arkiv II, 252 note vermutet, denn vgl. tiugu hier unten), anorw. 
tuittugu, tyttugu, tugtugu, tyktugu (Fritzner ; Hsegstad, G. Tr. s. 52, Vestno. 
maalf. II, 1, s. 17, II, 2, i, s. 170 und II, 2, n, s. 23 f.), tut(e)gu, tutigu (beides 
im Hoprekstader buche), tiugu (F. Jönsson, Fagrskinna, s. 222), orkn. tuttu(gu) 
(Hsegstad, Hild., s. 63). 

§ 450. Die zahlen 30, 40 usw. bis 110 werden durch 3, 
4 usw. mit folgendem pl. des subst. tig?% tegr, tegr, togr, tugr 
(§395 anm. 3) 'anzahl von zehn' gebildet; also p>rir tiger, teger 
usw. 30, fiörer tiger 40, ellefo tiger 110. Später hat man 
indeklinabel: Jbriätigi (shetl. prcetige, s. Hsegstad, Hild., s. 42, 
anorw. ]>rcettigi, s. Haegstad, Vestno. maalf. II, 2, i, s. 34 und 111), 
fiörutigi, fimtigi, sextigi (-togo Re} r kj. mald., -tugu Hb., s. L VII, 
anorw. -tigu, s. Hasgstad, a. o. II, 2, i, s. 197) usw., noch später 
PridUu, fiörutiu, ßmtiu usw. 

§ 451. Die zahlen 21 — 29, 31 — 39 usw. werden in fol- 
gender weise gebildet: tottogo ok einn oder einn ok tottogo 21, 
fiorer tiger ok fim, fim ok f. t. 45, ellefo tiger ok nio 119 usw. 

§ 452. Hundra]) 120 (Jmndrap tolfrätt; seit, in der be- 
deutung von 100, hundrap tirMt, das gew. durch tio tiger 
bezeichnet wird) ist ein subst. neutr., das nach § 361 flektiert; 
also tuau hundro]) 240, firiil hundrop 360 usw. 

Anm. Seit, wird hundrap als indeklinables adj. gebraucht. 

§ 453. Pusund, ])ushund 1200 (seit. 1000) ist ein subst. 
fem., das nach § 390 flektiert; also tucer Jaistinder 2400 usw. 
Die nebenform ptisundraj) ist natürlich neutr. nach § 361. 

b) Ordinalzahlen. 

§ 454. Fyrstr (stark nach § 427) oder fyrste (schwach 
nach § 433) 'der erste' (vgl. § 438 anm. 1). Bei aufzählung 
und in den Verbindungen '21ste' usw. kann auch die kardinal- 
zahl einn oder eine gebraucht werden (vgl. § 444 mit anm. 1). 

§ 455. Annarr 'der zweite' (auch 'der eine' oder 'der 
andere') wird in folgender weise (nur stark) flektiert: 



§456—458. Ordinalzahlen. 



307 





mask. 


fem. 


nentr. 


Sg. K. 


annarr 


Qnnor. anmtr 


annat § 300. 1 


G. 


annars 


annarrar 


annars 


D. 


Qprom, abrum § 261 


an narre 


qpro, abrn 


A. 


annan §300,1 mit anm. 1 


af>ra 


annat 


PI. N. 


aprer 


aprar 


Qnnor, cuniur 


G. 


annarra 


annarra 


annarra 


D. 


Qprom, abrum 


oprom, abrum 


oprom, abrum 


A. 


ap>ra 


aprar 


qnnor. annur 



Anm. Seit 1300 zeigt sich anorw. gen. pl. annra, dat. pl. and nun, 
acc. pl. andra (s. Hsegstad, Vestno. maalf. I, s. 147 nnd II. 2. i. B. 134); vgl. 
§ 305 anm. 1. 

§456. Die Ordinalzahlen für 3 — 12 lauten: Jjripe; fiorpe, 
fwrpe; fimte; sette (anorw. auch sexte); siaunde. stunde; dtte. 
dttande, ottonde: nionde: tionde; ellepte: tolfte. Diese, wie alle 
folgenden, flektieren nur schwach (nach § 433). wobei Jjripe 
(fem.pripia usw.) als -jan-, -Jon -stamm geht. 

Zu 13 — 19 sind die ordinalia aus den kardin alzahlen 
durch zufügung von -de gebildet; also prettdnde usw. 

Anm. Seit, nehenformen sind, zu 7: sionde (Hb. s. XXV; Fritzuer; 
Lind, Dopnamn, sp. 873; siende), anorw. sütudi (Wadstein, F. Hom., s. 140); 
1 1 : anorw. tellhifti § 235, 2, eUyfti § 77, 7, § 85, ellykti § 257. e^epti, wlipti; 
13: anorw. prent ände (s. §258,2); 14: anorw. fiörtiände (Hb., s. XXXV: 
2 maliges fogrtdnde — s. Kock. Arkiv XXXIII, 253 — ist wo! nur Schreib- 
fehler); 17: seytidnde. 

§ 457. Um zu 20, 30, 40 usw. die ordinalia zu bekommen, 
hat man den stammen tot- oder tut-, pri-. fer-, fim-, sex-, siau-, 
dthi-, ni- die endung -togonde, -tugonde, -tegonde, -tegonde. 
-tngande, später -tugti (-tukti), noch später -tugasti anzuhängen. 
z. b. tottogonde, tuttugonde usw. der zwanzigste usw. 

Anm. 1. Neben tottogonde usw. kommt auch tadüamde, seit, tugtugti 
(sehr seit, anorw. tyttugti, tyktugti, s. Hsegstad. Vestno. maalf. II, 2, i, s. 170: 
vgl. § 449 anm.) vor, neben pritogonde auch seit. aisl. prettogonät 
(St. Hom.), anorw. pretugti, priätygtt; neben fertugti auch fioriugti. 

Anm. 2. Zu 100 und noch höhereu zahlen kommen in der alten 
spräche keine ordinalia vor. 

§ 458. Zu 21—29, 31—39 usw. lauten die Ordinalzahlen 
tottogonde 6k fyrste (oder einn) oder auch fgrste {einn) ok totto 
gonde usw. 



20* 



308 §459—463. Andere numeralia. 

c) Andere numeralia. 

§ 459. Multiplikativa (adj.) werden durch komposition mit 
-faldr gebildet: ein-, tut- (seltener tue-, vgl. § 111,2, und tuce- 
in tucevetr zweijährig), pH- (seit, pre-), fer-faldr (anorw. ver- 
einzelt ficer-, s. Haegstad, Vestno. maalf. I, s. 130) usw. Ausser- 
dem hat man tuepr, tuennr (alt auch tuipr, tuinnr, seit, tuenn 
§ 111,2, tuinn, vgl. ags. twin zwirn) doppelt, Prepr, prennr 
(seit, pripr, prinnr und prenn) dreifach. 

Anm. Die pl. tuenner usw., prevmer, ferner werden als reine kardinal- 
zahlen gebraucht. Vgl. § 445 anm. 4, § 447 anm. 3, § 448 anm. 2. 

§ 460. Auf die frage 'wieviele dekaden enthaltend' (bes. 
'wie alt') antworten die adj. tuitegr 20 jähre alt, pHtegr 
30 jähre alt, fertegr 40 j. a., fimtegr 50 j. a., sextegr 60 j. a., 
siautegr (siötugr), vgl. anm. 1, oder siauräpr 70 j. a., ättröpr 
80 j. a., niröpr od. nitegr 90 j. a., tiräpr (seit, teröpr) 100 j. a., 
tolfräpr 120 j. a. 

Anm. 1. Statt -tegr kommt seltener -togr, anorw. (später auch aisl.) 
-tagr vor; vgl. porkelsson, Athugasemdir s. 25. Das vereinzelte tmtygr 
(Agrip, s. XVI) ist wol nur ein Schreibfehler. 

Anm. 2. Halffertegr bedeutet 35 jähr alt, halfnirepr 85 j. a. usw. 

§ 461. Eine anzahl kann bisweilen auch durch subst. 
fem. auf -d, -t ausgedrückt werden: fimt, sett, siaund, niund, 
tylft (seit, tolft § 392, 3), pritegt usw. vgl. § 460) anzahl von 
5, 6, 7, 9, 12, 30 usw.; vgl. noch cett, ätt drittel des runen- 
alphabets (also ursprünglich 8 runen, s. Brate, Sv. fornm. tidskr. 
VII, 55 f.), misl. auch oktant des horizonts (s. Hertzberg, s. 679, 
sp. 2, Bugge, No. I. Indledning, s. 33 f.), tiund zehnt. Auf -ing 
enden eining einheit, tuen(n)ing (vgl. § 285, 2) zweiheit, 
pren(n)ing (prinn-) dreiheit. Isoliert steht tigr, tegr usw. 
(§ 395 anm. 3) anzahl von zehn. 

§ 462. Subst. mask. durch -ung- von den Ordinalzahlen 

abgeleitet drücken den teil aus: prip{i)ongr drittel, fioipongr 

(fiörpongr) viertel usw. Ausnahme macht helmingr, hel(f)ningr 

(seit, helfingr § 237, 2) oder helfp, -t (anorw. hcelfd, -d § 238 

anm. 8) hälfte. 

§ 463. Von Zahladverbien kommen nur zwei vor: tysuar, 
uisuar (anorw. auch tysuar, tysuor, tuisuor, s. Hertzberg) zwei- 



§ 464. Persönliche Pronomina. 



309 



mal, prysuar, prisuar (anorw. auch oft prysuar, seltener prysuor, 
Prysor, priss(u)or, Presuor, s. Hertzberg) dreimal. Sonst bedient 
man sich der Umschreibungen eino sinne einmal, tueim sinnom 
oder tysuar sinnom zweimal. Prim oder prysuar sinnom drei- 
mal, fiörom sinnom viermal usw. 

Anm. 'Zum ersten, zweiten etc. male' heisst (et) fyrsta sinn, (i) 
annat sinn (auch opro sinne), (et) pripia sinn usw. 



Kap. 4. Pronomina. 

1. Persönliche. 

a) Ungeschlechtliche. 

§ 464. Diese sind ek 'ich', pü, du (§ 221, 1) 'du' und das 
reliexivum der dritten person. Die flexion zeigt noch einen 
dual. 

Sg. N. ek, eg § 248 
G. min 
D. mer 

A. mik, mig § 248, mek 
§ 145 anm. 3 
Du.N. vit, vip § 248, mit 
§ 278, vet, tuet 
§ 145 anm. 3 
G. okkar 
D. A. ok(k)r 
PI. N. ver, v&r. vier § 278 
G. vir 

D. A. oss, (aisl. auch) oss, 
ös§ 112,1, §127,7 

Anm. 1. Aus urn. zeit ist nur die erste person belegt: Sg. nom. ek 
(Nedre Hov, Lindholm. Kragehul. Xordhuglen. Eö, Gallehus, Magiemose, 
Tune. Kjolevig, Valsfjorden. Faem«, Järsbergi. f A- (ßeistad), ek? (Veblungsnaes. 
By), ik (isum), ekA? (Stentoften), Ak? (Björketorp), vgl. §465 anm. 2; dat. 
meR (Opedal); acc. m[i]k (Etelhem). 

Anm. 2. Im nom. sg. hat das anorw. und der Shetlandsdialekt bis- 
weilen iak (wie das aschw.) statt ek, s. §94. Im 15. jahrh. kommt ein 
danisierendes iek vor. Im aisl. kommt seit, ek (woraus nisl. jeg) vor. 

Anm. 3. Im gen. sg. kommt pina (vgl. agutn. refl. sind) statt pin 
in ein paar anorw. runeninschr. vor. 

Anm. 4. Ueber dat. sg. mcer, ßctr s. §109 anm. Mnorw. kommen 
mik, sik auch als dat. vor, s. Hsegstad, Vestno. maalf. II, 2, i, s. 187 und 
Festskrift tu Torp, s. 70. 



hü 


— 


pin 


sin 


per 


ser 


pik, pig § 280, fiek 


sik, sig § 248, sek 


§ 145 anm. 3 


§ 145 anm. 3 


it, ip § 248, pit § 465 


— 


anm. 5, piö 




ykkar 
yk(k)r 


? wie im sg. 


er, per § 465 anm. 5 


— 


yp(u)ar§23oanm. 4 


\ wie im sg. 



310 § 465. Persönliche pronomina. 

Aum. 5. Nom. pl. vctr statt ver kommt anorw. seit c. 1250 (z. b. Elis 
saga 47 mal vdr : 1 mal ver), aisl. seit c. 1300 (z. b. Morgenstern, AM. frag- 
mente, s. 46 f., und im Cod. reg. der Snorra Edda ausschliesslich) vor und 
ist in den 'limur' des 15. jahrhs. häufig (s. Gislason, Njäla II, 602 f.); 
s. § 109 aum. Alt und äusserst seit, sind vir (bei Sighuatr, s. Gislason a. o., 
s. 600) st. ver und es (in der anorw. inschr. von Sele c. 1100 und Cod. 
AM. 677, 4° etwas nach 1200, s. Bugge, Arkiv XVI, 327, 329) st. er. Mnorw. 
vi (s. z. b. Heegstad , Kong. s. 26 und 37) ist vielleicht ein suecismus. Die 
anorw. formen mit (welche mnorw. auch als pl. gebraucht wird, s. Hsegstad, 
Vestno. maalf. II, 2, i, s. 187), mir kommen in aisl. hdschr. nur sehr seit, 
vor. — Seit 1350 werden nom. du. und pl. it, er von den anfangs seltenen 
pit, per (s. § 465 anm. 5) ganz verdrängt. 

Anm. 6. G e n. p 1. värr st. vär ist zweimal in St. Hom. belegt. Un- 
mittelbar nach allra und sialfra werden die formen värra und yp(u)arra, 
nach beggia die form okkarra gebraucht, s. porkelsson, Supplement IV, 172, 
179, 182. 

Anm. 7. Dat. acc. pl. aisl. es st. ess, anorw. (auch misl., s. M. Olsen, 
Volsunga saga, s. LXXI) öss st. 6s (Wadstein, F. Hom., s. 133) sind äusserst 
seit. ; ebenso (das anorw. häufige) 6s im aisl. — Mnorw. ist pydr, pydfier, 
pifdder (s. § 465 anm. 5) belegt, s. A. B. Larseu, Arkiv XVIII, 86 note, 
Kristiania bymäl, s. 111, Haegstad, Afhandlinger viede S. Bugges Minde, 
s. 224. Mnorw. iöir ist vielleicht ein suecismus. 

§ 165. Enklitischer anschluss von pronominalformen an das 
vorhergehende verbum kommt in vielen fällen vor (vgl. § 156) : 

1. Eh wurde (vor 1200 in der regel, im 13. jahrh. vor- 
wiegend) in der dichterischen spräche, nicht seit, auch in der 
prosa (z. b. St. Hom., Cod. AM. 645, 4° u. a., s. B. M. Olsen, Aar- 
boger 1893, s. 225) als -k, seltener -g (vgl. § 248) suffigiert, 
was man 'bragarmal' nennt. Z. b. mmltak ich sprach, siäkk 
(§ 280) ich sei, emk ich bin, hykk (§ 270) ich denke, frettag 
ich fragte. Treten die enklitischen negationen -«, -at hinzu, 
so steht nach starktoniger silbe -k, nach schwachtoniger -g } 
z. b. sekka ich sehe nicht, pikkat (§ 270) ich empfange nicht, 
aber porega ich wage nicht, gerpega ich tat nicht. Das -k 
kann nach der negation nochmals angehängt werden, z. b. 
mäkuk idi kann nicht, mättegak ich konnte nicht; nichtsdesto- 
weniger kann ausserdem proklitisches ek vorkommen, z. b. ck 
mäkak ich kann nicht. 

Anm. 1. Zahlreiche beispiele s. bei Gislason, Um frumparta s. 228 ff., 
Njäla II, 11 ff. ; Sievers, Beitr. V, 501 ff . , VI, 322 ff . ; Vigfusson, Eyrbyggja 
saga, s. XLVII. 



§ 465. Persönliche pronomina. 311 

Anm. 2. Beisp. schon urn. suffigierung sind ha[i]teka (Lindhohn \ hnitika 
(Seel. brakt.), wol auch fAlAhÄk (Björketorp; vgl. adäu. ak?). Ueber das 
Verhältnis der formen s. Xoreen, Geschichte 3 , §201,1. 

2. Pii kann als -du (§ 221.1), -du (§ 238, l,b), -tu (§ 238, 
2, a) suffigiert werden, z. b. estu (*es-öu, *es-pu; durch unrichtige 
auflösung von estu entsteht dann [])ü] est statt es) du bist. 
kenn du kenne (du), skal{l)du (dann sehr seit, shdd statt skall\ 
statt* (*skalt-du § 276, § 283) du sollst. viliMu. viltu du willst. 
heyrJ>o, -u höre (du). Die negation -at kann zwischen das 
verbum und das pron. hineingeschoben werden, z. b. gaftattu 
(*-at-Öu) du gabst nicht, grdtattu weine nicht u. a. Vgl. attu 
{at J)ü) dass du, ])öttu (J)6tt pü) obgleich du. 

3. Dat. mer und acc. mik werden in alten gedichten nicht 
selten als -m (aus *-mx, s. § 277 anm. 5). resp. -mk dem verbum 
in der 3. pl. suffigiert, z. b. letom sie Hessen mir, rökomk 
sie trieben mich, under stöpomk sie standen unter mir. Die 
formen auf -mk können bald diejenigen auf -m vertreten und 
umgekehrt, z. b. leip eromk fioll leid sind mir die berge. Wo 
diese suffixe an die 3. sg. treten sollten, hat das verbum die 
form der 3. pl., z. b. verpomk or]>e ä (statt verpr d mik) er 
schleudert worte auf mich, göfomk (statt gaf mer) er gab 
mir, miok erom (statt er mer) tregt sehr schwer ist es mir, 
von erom hoffnung ist mir. Noch mehr auffallend sind kon- 
strnktionen wie st/>ida auke hofom (statt hefer mik) sott die 
menge der Sünden hat mich niedergedrückt. Reichliche beisp. 
bei Kock. Arkiv XXXV. 56 ff., wo auch s. 68 ff. eine wahr- 
scheinlich richtige erklärung. 

Anm. 3. Diese formen werden bald mit den gleichlautenden medio- 
passiven auf -om(k) verwechselt und bekommen daher wie diese später 
nebenformen auf -omz, -umzt, -univt, -unst. s. Dyrlund, Tidskr. f. Fil. N. R. 
VI, 262 f. 

Anm. 1. Ueber die suffixe -m. -mk und -s (aus sir), -sk (aus sik] bei 
der bildung des medio-passivs s. daselbst. 

Anm. 5. Ueber eine mutmassliche suffigierung der nom. du. und pl. 
it und er als resp. -t, -r s. § 158 anm. 1. Sonst werden it. er nicht ganz 
seit, unsynkopiert suffigiert, z. b. komeper ihr kommet, später als kome per, 
dann auch komep per (vgl. § 285 anm. 1) aufgefasst. So sind die jüngeren 
formen per, pydr und pit statt er, resp. yÖr, it (§ 464 anm. 4 und 6) ent- 
standen. 



312 § 466. Persönliche pronomina. § 467. Possessivpronomina. 



b) Geschlechtliches. 

§ 466. Dies ist das pron. der 3. person hann er, hon sie. 
Ntr. und pl. werden von dem pron. dem. sä (§ 469) entlehnt. 



mask. 
Sg. N. hann 
G. hans 

D. honorn (alt auch hönom), hQ- 
nom, hänom, hQnom, hanum 
A. hann 



fem. 
hon, später auch hun, alt auch hon 
hennar 
henne 

hana (alt auch häna), hona, hena 



Anm. 1. Seltene nebenformen sind: mask. nom. (Rimb.) hänn, gen. 
(AM. 645, 4°) häns, dat. (St. Hom.) [h]unom, mnorw. hunum (s. Hsegstad, 
Vestno. maalf. 11,2, i, s. 106 und 107); fem. nom. (Reykj. mäld.) hän (wie 
im agutn.), anorw. hon (wie seit, im aschw. ; s. Hsegstad, a. o. II, 2, i, s. 23 
und 103), gen. anorw. lienne (Fritzner II, 703, sp. 2; Haegstad, Kong. s. 26), 
hannar (Wadstein, F. Hom., s. 59 note), hennom (vor subst. im dat.pl.; 
Wadstein a. o., s. 37)', mnorw. henna(r)s (Falk und Torp, Dansk-norskens 
syntax, s. XV note), dat. anorw. henno (Wadstein a. o., s. 37). Reichliche 
belege der anorw. acc. sg. f. hona und hena bieten Wadstein a. o. , s. 59 
note; Haegstad, G. Tr., s. 49, Vestno. maalf. II, 2, i, s. 189; Hertzberg; 
porkelsson, Supplement IV. 

Anm. 2. Ueber den sowol qualitativen wie quantitativen Vokalwechsel 
s. § 116, § 127, 1 und 6, § 151, 1 und 5 ; über den Wechsel von n und nn 
s. §277,2, c. 

2. Possessiva. 

§467. Diese sind: minn mein, fiinn dein, sinn sein, ihr, 
okkarr uns beiden zugehörig, ykharr euch beiden zugehörig, 
värr unser (von mehreren), y]>(u)arr euer (von mehreren). 





mask. 


fem 




neutr. 


Sg.N. 


minn § 127, 2 


min 




mitt 


G. 


mins 


minnar 




mins 


D. 


minom, minum 


minne, miniü 


mino, minn 


A. 


minn 


mfna 




mitt 


PI. N. 


miner, minir 


minar 




min 


G. 


min na 


minna 




minna 


D. 


miuom, minum 


minom, minum 


minom, minum 


A. 


mina 


minar 




min 


Sg.N. 


varr 


ör, VQr 




värt 


G. 


vars 


varrar 




vars 


D. 


orom, ossom, v«jrom, 
värom 


varre 




öro, 08so, VQro 
väro 


A. 


varn 


öra, ossa, 


vara 


vart 



§ 468. Demonstrativpronomina. 



313 



mask. 
PI R. örer, osser. varir 

G. varra 

D. orom, ossom , vörom, 
värom 

A. ora, ossa. vara 
Sg. X. yj>i»arr § 235 anm. 4 

G. yp(u)ars 

D. yprom, yÖrum 

A. yp(u)a(r)n § 300, 1 
PI. >". yprer, yörir 

G. yp(n)arra 

D. yprom, yörum 

A. ypra 



fem. 
orar, ossär, varar 
varra 
orom, ossom, vörom, 

värom 
orar, ossär, varar 
ypor, yöur 
yp(n)arrar 
yp(u)arre 
ypra 
yprar 
yp(u)arra 
yprom, yörum 



neutr. 
6t, vöt 
varra 
orom, ossom, vörom, 

värom 
6r, VQr 

y p(u)a(r)t§ 300,1 
yp(u)ars 
ypro, yöru 
yp(n)a(r)t 
ypor, yöur 
yp(u)arra 
yprom, yörum 
ypor, yöur 



yprar 

1. Wie minn flektieren pinn und sinn. Formen mit i vor 
nn, tt {minn, mitt usw.) kommen vor 1200 bisweilen (s. Jonsson. 
Skjaldesprog. s. 76) sowie in den rimur durch ausgleichung 
sehr oft (s. Gislason, Efterladte skrifter n, 180) vor. 

Anm. 1. Um. belegt sind nom. sg. f. minu (Opedal) nnd acc. sg. m. 
minino (Kjelevig). vgl. § 156 anm.. später sin (Sölvesborg). 

Anm. 2. Durch ausgleichung steht nicht selten nn statt N und um- 
gekehrt, z. b. gen. sg. m. ntr. sinns, acc. sg. f. und acc. pl. m. sinna, sinna, 
acc. pl. ntr. sinn; andererseits gen. sg. f. shiar, gen. pl. sina, acc. sg. m. sin 
(vgl. § 285, 1, wonach sit neben sät zu erklären ist). 

2. In der flexion von värr kommen die (nach pron. pers. 
oss gebildeten?) mit oss- anlautenden formen fast nur in alten 
gedichten vor. Die mit 6r- anlautenden formen werden im 
13. jahrh. allmählich durch die (in der ältesten zeit seltenen) 
mit vdr-, vor- (später natürlich vär- geschrieben, s. § 107) an- 
lautenden nebenformen ersetzt. 

3. Wie yp(u)arr (anorw. auch iöarr. seit, pydarr — nach 
pydr § 465 anm. 5 — s. Haegstad. Vestno. maali IL 1. s. 83, 
IL 2. i. s. 170 und 188) flektieren okkarr und ykkarr. 

Anm. 3. Ueber die flexion der pron. poss. vgl. ftorkelsson. Athu- 
gasemdir. s. 12 f.. Wimmer. Lsesebog* XIII f., Hoffory, Tidskr. f. KL R. K. 
ni,297ff., Gislason, Aarbeger 1889, s. 343 ff., v. Friesen. N. Spr. I, 63 ff. 



3. Demonstrativa. 

§ 468. Diese sind: sd der (pron. dem.), siä (fiesse) dieser. 
hinn jener, enn. inn der (artikel). Auch können hierher 
gerechnet werden puilikr (seit. püür, s. Gering, Isl. ^Ev. I, xxi, 



314 § 469. Demonstrativpronomina. 

porkelsson, Supplement IV, oft in Volsunga saga, s. Olsens 
ausg., s. LXXI) solcher, slikr solcher, sialfr selbst und same 
(seltener samr) derselbe, welche ganz wie adj. (nach § 427, 
same nach § 433) flektieren, sowie der partikel saä solcher. 

§ 469. Die flexion von sä ist wie folgt: 

mask. fem. neutr. 

Sg. N. sä su pat, pcet, pet 

G. pes(s) peir(r)ar pes(s) 

D. peim peir(r)e, pceir(r)i p ui, pi 

A. pan(n), pcen(n), pen(n) pä pat, pcet, pet 

PI. N. peir p&r pau 

G. peir(r)a peir(r)a peir(r)ra 

D. peim peim peim 

A. pä paer pau 

Anm. 1. Ans nrn. zeit sind nom. sg. m. sa (Lindholm) , sa(r) 
(Stentoften) und sar (Björketorp ; wahrscheinlich als sä-eR aufzufassen), 
dat. sg. m.pAim (Eggjum), dat. sg. f. ?ßini (Tu), acc. sg. m. Jiino (Strem), 
acc. sg. ntr. pAt? (Magiemose), pat (ßy), pAt (Björketorp), acc. pl. f. 
paR (Einang), pAiAR (Istaby) belegt. 

Anm. 2. Die formen mit -rr- (über welche s. § 280 anm. 2) werden 
allmählich häufiger als diejenigen mit ->•-. 

Anm. 3. Nebenformen sind: sg. nom. m. s«r (St. Hom. lmal; vgl. anm. 1 
und das aschw.), mnorw. pann (auch misl., s. Gislason, Efterladte skrifter 
II, 180 f.), pcenn, penn, nom. f. mnorw.^m, pcen, pen (Hsegstad, Kong. 
s. 26, Vestuo. maalf. II, 1, s. 83), nom. acc. ntr. anorw. pä (Wadstein, 
F. Hom., s. 141) und oft (z. b. Tüb. brachst, Cod. Tunsb. u. a.) pcett, pett 
(nach petta?), gen. m. ntr. öfter pers (anorw. auch f>ers, z. b. Flatdal), orkn. 
pis (Haegstad, Hild., s. 46), dat. i.perre (s. Olsen, Volsunga saga, s. LXXI), 
mnorw./>e (s. Haegstad, a. o. II, 2, i, s. 192), dat. ntr. (belege der form pi 
— wie oft im nisl. — bei Egilsson, Hertzberg, Gering, Isl. JEv. I, xxj, 
Kälund, HeiÖarviga saga, s. XXII, XXIV, XXVI, Olsen, Vojsunga saga, 
s. LXXI, Haegstad, a. o. II, 1, s. 83; vgl. auch Brenner, Altnord, handbuch, 
s. 117, und pi-likr § 468) pue (Brenner, a. o.), pü (St. Hom., vgl. das 
aschw.), mnorw.jfa/ (suecismus? vgl. aber Egilsson, s. 909), acc. f. mnorw. 
pan, pen (Haegstad, Kong. s. 13), pe (s. Haegstad, a. o.); pl. nom. m. pdr 
(St. Hom., Wadstein, F. Hom., s. 58; zur erklärung s. Hultman, Hälsinge- 
lagen s. 98 note 1), per (Wadstein, a. o.), per (nach § 152, 1; Physiologus I, 
Olsen, VQlsunga saga, s. XLVIII), mnorw. pei (s. Haegstad, a. o. II, 2, i, 
s. 189), nom. f. peir (Reykj. mäld., Rimb., Jönsson, Fagrskinna, s. XXV; 
zur erklärung s. Hultman a. o.), per (St. Hom., AM. 645, 4°, Physiologus III), 
pei- (nach §151,6, Rimb., Physiologus I, die bruchstücke von Grägäs), 
nom. acc. ntr. mnorw. fiaug (wie im nisl.; s. § 305 anm. 3), gen. per(r)a 
(z. b. Physiologus I , brachst, von Elucidarius , Pläcitüsdrapa) § 128 und 
§ 152, 1, mnorw, tlmrras (Falk und Torp, Dansk-norskens syntax, s. XV 



§ 470. Demonstrativpronomina. , 315 

uote. Haegstad. a. 0. II. 2, i, s. 190), ther(r)is, thceires (Haegstad, Kong. s. 37), 
dat. pem (z. b. Placitusdräpa : § 152.1), acc. m. und ntr. anorw. peim 
(Haegstad. Kong. s. 13. 26. 37. Vestno. maalf. II, 2, i, s. 190, wo auch mnorw. 
them, suecismus'?). acc. f. mnorw. th(e (Haegstad, a. o.), thä (Haegstad, 
Kong., s. 37). Ueber die häufigen pes, pan statt fxss, pann s. § 285, 1. — 
Vgl. überhaupt Noreen, Geschichte 3 , §204. 

Anm. 4. Statt des anlautenden p steht häufig d (§ 221, 1). 

Anm. 5. Am frühesten im anorw., dann auch hie und da im aisl. 
kann dies pronomen auch (st. hinn und wol etwas prägnanter als dies) als 
artikel vor adj. gebraucht werden, s. Xygaard, Norron Syntax, s. 4 note 
und s. 53. 

§ 470. Die tiexion von siä ist in den ältesten lidschr. 
sehr verschieden, je nachdem sie aisl. oder anorw. sind. Die 
im folgenden paradigma durch den druck hervorgehobenen 
formen sind diejenigen, die in den ältesten aisl. hdschr. die 
einzigen gebräuchlichen sind. Die übrigeu kommen anfangs 
nur in anorw. hdschr. vor, zeigen sich aber später auch im 
aisl. (noni. sg. pesse schon um 1152, s. porkelsson, Breytingar, 
s. 25). 

m a s k. f e in. n e u t r. 

Sg. N. siä, pesse. pessorr, pesser siä, pesse, pessor petta 
G. pessa Pessar, pessar(r)ar pessa 

D. pessom, paeima. pema pesse, pessar(r)e puisa, pessu 
A. peuna, penuan pessa petta 

PI. N. pesser pessa r pesse, pessor 

G. pessa, pessarr)a pessa, pessar(r)a pessa, pessar(r)a 

D. pessom, paeima, pessom, paeima, pessom, j'aeima, 

pem(m)a pem(m)a pem(m)a 

A. pessa pessar pesse, pessor 

Anm. 1. Aeltere formen, die den Ursprung dieses pronomens aus 
pron. sä und den enklitischen Partikeln -si und -o (got. -üh) klar legen, 
kommen häufig in den runeninschriften der vikingerzeit vor. z. b. sg. nom. 
m. sasi, f. susi , -atr.patsi und pita, acc. m.pans» > pensi auf Man. s. Aar- 
boger 1899, s. 242) und pana oder pina, i.pasi, posa, dat. m. paimsi (z. b. 
Karlevi), pl. nom. ntr. paust n. dgl. Aus um. zeit ist ein wahrscheinlich 
hierhergehöriger acc. sg. ntr. pit (Overhombaek) belegt. 

Anm. 2. Die formen sg. nom. in. f. pessi. gen. f. pcssarrar, dat. m. 
pessum, f. fxssarri, ntr. pessu, pl. nom. acc. ntr. pessi, gen. pessarra , dat. 
pessum werden im aisl. allmählich die herrschenden: die form siä wird im 
mnorw. nie mehr gebraucht (s. Haegstad. Vestno. maalf. 11,2, i, s. 192 note). 
Alle formen mit -ss- haben statt dessen nicht selten -s- nach § 285, 1. 
Seltene nebenformen sind sg. nom. m. anorw. pessar (Bugge, Tidskr. f. 
Phil, og Paed. IX, 119, Haegstad, a. o., s. 191), penna (Falk und Torp, Dansk- 
norskens syntax, s. XV note), nom. f. mnorw. pemia, -e (Haegstad, Kong. 



316 §471.472. Demonstrativpronomina. 

s. 26, Vestno. maalf. II, 1, s. 83), dat. ntr. anorw. puisu, pisa (Bugge, a. o. 
s. 117, Haegstad, a. o.), acc. m.panna (Gislason, Efterladte skrifter II, 152), 
f. pissa (Jonsson, Skjaldesprog, s. 79), ntr. patta (porkclsson, Supplement IV, 
Haegstad, a. o. I, s. 118, II, 1, s. 21, II, 2, i, s. 191 und 193), petti (St. Hom.), 
hitti (St. Hom.; von hinn § 471 beeinflusst) , pl. nom. m. anorw. pesse 
(Wadstein , F. Hom. , 8. 140) , nom. a c e. ntr. anorw. pcessir (s. Hsegstad, 
a. o. II, 2, i, s. 191), dat. pl. anorw. pema (s. Hsegstad, a. o. I, s. 118 f. und 
II, 2, i, s. 92. 

Anm. 3. Bes. in anorw. hdschr. (vgl. auch Isl. Mv. I, xxn) kommen 
oft formen mit -rs- statt -ss- vor. Vgl. § 272 anm. 3. 

Anm. 4. Ueber die flexion des wortes vgl. bes. porkelsson, Athu- 
gasemdir, s. 13 ff. Zur etymologie vgl. Bugge, Tidskr. f. Phil, og Paed. IX, 
111 ff.; Liden, Arkiv IV, 97 ff . ; Th. v. Grienberger, Zf dWortforschung IX, 
66 ff. Vgl. übrigens im allgemeinen Noreen, Geschichte 3 §206. 

§ 471. Hinn flektiert ganz wie minn (§ 467; doch überall 
mit kurzem i in der Wurzelsilbe). In etwas späterer spräche 
(doch schon vor 1250) kann hinn auch als artikel (statt enn, 
inn §472) vor adjektiven gebraucht werden; es hat dann 
im nom. acc. sg. ntr. die form hit (statt hitt, das jedoch anorw. 
nicht seit, ist, s. porkelsson, Supplement IV) und im nom. acc. 
sg. m. oft hin (st. hinn), vgl. § 285, 1. 

Anm. 1. In Reykj. mald. kommt einmal dat. sg. f. henni statt hinni 
vor ; vgl. aschw. sg. nom. m. Tuen (neben gew. hin) und hcengat (neben gew. 
hingat), anorw. hengat, hingat hierher (s. § 162 anm.). 

Anm. 2. Von einem ursprünglicheren pronominalstamme lie-, hi- sind 
nur einige trümmer erhalten worden: sg. nom. acc. ntr. hit (got. hita), dat. 
ntr. *hi im anorw. hit (aus *hi-at § 158; vgl. ? aisl. higat, hegat) hierher, 
vielleicht auch acc. m.hin (Eggjum), *hinn (got.hina; vgl. pann = got. 
pana) in hin(n)eg oder hinnveg (s. § 235,1, f, vgl. § 285,1) 'hierher', 
'dort'. 

§ 472. Enn, inn (§ 147 anm. 1) wird ganz wie hinn 
flektiert, hat aber im nom. acc. sg. ntr. immer die form et — 
einigemal anorw. at, s. Haegstad, Vestno. maalf. I, s. 38 note 
und II, 1, s. 30 — it (nie *ett, *itt § 285, 1) und, bes. im anorw., 
oft en (in) im nom. acc. sg. m. Es wird als bestimmter artikel 
gebraucht und zwar vor einem adjektiv (z. b. enn göpe der 
gute, et göpa das gute), dagegen nach dem Substantiv. Auch 
in dem letzteren falle ist der artikel ursprünglich freistehend 
gewesen (St. Hom. und No. Hom. haben noch einige beispiele 
davon) ; schon früh (etwa um 1000, s. Jonsson, No.-isl. kultur- 
og sprogforhold, s. 315) aber ist er dem subst. suffigiert worden, 



§472. Flexion mit suffigiertem artikel. 317 

am häufigsten im anorw. (s. Xygaard, Xorron Syntax, s. 4 note). 
Dabei treten folgende Veränderungen der selbständigen Wörter 
ein (s. Noreen, Arkiv VIII, 140 ff.). 

1. Der artikel verliert seinen anlautenden vokal: 

a) in den einsilbigen formen nur nach schwachtonigem 
sonanten. z. b. likame-nn (St. Hom. noch likameenn) der körper, 
trüa-n (St. Hom. trüa en) der glaube, auga-t das äuge, gen. 
hana-ns des hahns, nom. acc. pl. augo-n die äugen, aber nom. sg. 
o-en der fluss, tre-et der bäum, faper-enn der vater usw.; 

b) in den zweisilbigen formen mit geschlossener pänultima 
ausserdem oft nach stärkt onigem sonanten, z. b. nicht nur 
gen. pl. orpa-nna der Wörter, dat. sg. sulo-nne und söl-enne der 
sonne, sondern auch o-nne neben o-enne dem flusse, aber nur 
gen. sg. fiafirar-ennar, dat. sg. fiopr-enne der feder usw.; 

c) in den zweisilbigen formen mit offener pänultima immer 
nach schwachtoniger, sehr oft aber auch nach starktoniger 
silbe, z. b. dat. sg. ulfe-nom (und ulf-nom) dem wolfe, barne-no 
dem kinde. nom. pl. ulfar-ner, acc. pl. ulfa-na die wölfe, tungor- 
nar die zungen, aber dat. sg. streng-{e)nom der saite, acc. sg. 
sol-(e)na die sonne, fiofir-ena die feder neben ona den fluss, 
nom acc. pl. menn-ener neben (seit.) menn-er (aus *menn-ner; 
später seit, menner-ner, s. § 415) die männer. negl-ener die 
nägel, aber myss-nar die mause, hierk(r)-nar die kehle usw. 

2. Im dat. pl. steht statt des nach 1, c oben zu erwartenden 
-om-nom gewöhnlich -onom, das wol zunächst (nach § 278 
anm. 2) aus *omom und dies aus *-om-mom entstanden ist, 
z. b. orpo-nom den Wörtern, kirkio-nom den kirchen. In den 
ältesten hdschr. wie St. Hom. und No. Hom. kommen noch 
einige formen auf -omnom, z. b. kirkiomnom den kirchen (nebeu 
uoch ursprünglicheren auf -omenotn, z. b. anorw. stceinomenom 
den steinen) vor; weil aber in allen derartigen fällen der 
erste nasal verkürzt geschrieben worden ist, ist eine lesung 
-Hu- nicht ausgeschlossen (vgl. L. Larsson, Stud. över den 
St. hom., s. 89 note; Wadstein, F. Hom., s. 112 und 156). 

Paradigmen: m. boge-nn der bogen, f. laug-en das bad, 
ntr. borp-et der tisch. 



318 



§ 472. Flexion mit suffigiertem artikel. 





mask. 


fem. 


neutr. 


8«. 


. N. boge-nn 


laug-en 


bor)7-et 




G. boga-ns 


laugar-ennar 


borps-ens 




D. boga-nom 


laugo-nne, laug-enne 


borp>e-no 




A. boga-nn 


laug-(e)na 


borp-et 


PL 


N. bogar-ner 


laugar-nar 


borf>-en 




G. boga-nna 


lauga-nna 


borpa-nna 




D. bogo-nom 


laugo-nom 


bor]?o-nom 




A. boga-na 


langar-nar 


borp-en 



Anm. 1. Von dem bestimmten artikel bei den adjektiven findet man 
bisweilen (in den ältesten hdschr. jedoch sehr seit.) im pl. formen, die von 
dem folgenden schwachen adj. die endung -u herübergenommen haben, 
z. b. nom. acc. eno (und nach § 471 hinu), gen. enno (hinnu) statt enna 
(bei wirklich schwacher flexion des artikels stünde ja *eno); vgl. L. Larsson, 
Stud. över &c, s. 74, Svar pa prof. Wisens &c, s. 61 (wo jedoch die be- 
treffenden formen als blosse Schreibfehler betrachtet werden; ganz sichere 
beisp. bietet jedenfalls das 14. jahrh.). 

Anm. 2. Bei dem mit suffigiertem artikel versehenen Substantiv kann 
gen. sg. m. und ntr. (seit, f.) schon in den ältesten aisl. hdschr. (und 
etwas späteren anorw. wie Barlaams saga, Strengleikar u. a.) bisweilen in 
der weise gebildet werden, dass die artikelform -ens (seit. f. -ennar) zu dem 
acc. sg. des subst. gefügt wird, z. b. m. suein-ens des knaben, smip-ens des 
Schmiedes, ntr. nafn-ens des namens, tungl-ens des mondes, mustere-ns des 
klosters, f. skirn-ennar der taufe. Zur selben zeit kommt aber auch schon 
vor, dass die endung -s zu dem mit artikel versehenen acc. sg. eines mask. 
subst. tritt, z. b. ösenn-s der mündung, dagenn-s des tages, heimenn-s der 
weit, likamann-s des körpers, pafann-s des papstes; durch Übertragung 
kann dann die einheitliche endung -nns auch bei neutren auftreten, z. b. 
ker-enns des fasses, mustere-nns des klosters, tre-enns des baumes, aber auch 
vaz-mns des wassers. Vgl. L. Larsson, Stud. över &c, s. 64 f., Svar &c, s. 53. 
— Cod. AM. 645, 4° hat immer suemns-en(n)s st. sueins-ens des knaben u. dgl. 

Anm. 3. Hie und da kann der acc. eines mask. subst. mit dem nom. 
des artikels verbunden werden und umgekehrt, z. b. (St. Hom. und Cod. 
AM. 645, 4°) nom. pl. postola-ner die apostel, nom. sg. prest-enn der priester, 
st<ein-en(n) der knabe, acc. sg. sneinn-en(n) den knaben. 

Anm. 4. Mnorw. kann dat. pl. (wie im aschw.) auf -omen (-ome, -ume 
§ 299 anm. 6) enden, z. b. gardomen, böndome, iorÖumme, Jcannuhivinice 
u.dgl., s. A. B. Larsen, Arkiv XIII, 253; Falk und Torp, Dansk-norskens 
syntax, s. XII note, Hsegstad, Vestno. maalf. II, 1, s. 79. 

Anm. 5. Verbindungen von artikuliertem adj. (s. §471) und artikuliertem 
subst. , wie z. b. hinn huite biornenn u. dgl. , kommen bes. im anorw. hie 
und da vor (s. Nygaard, Norren Syntax, s. 4 note und s. 29 f.). 

Anm. C. Ueber die entstehung des suffigierten artikels s. bes. Delbrück, 
Germ. Syntax III, 1 ff. , und Kock , Arkiv XXXV, 97 f. ; dagegen — aber 
nicht überzeugend — Nygaard, a. o., s. 33f., und H. Pollak, I. F. XXX, 
283 ff., 390 ff. 



§ 473. Relativpronomina. 319 

4. Relativa. 

§ 473. Als pron. relat. dienen teils, aber ziemlich seit, 
und fast nur in dem gelehrten stil, die Interrogativpronomina 
huat (nur anorw. im dat. pl., s. §474 mit anm. 1), huerr (huarr) 
und huüih- (über welche s. §474,3 und 4), teils und zwar 
sehr seit, das pron. demonstr. sä s. § 469 ; beisp. bei Fritzner 
III, 155 sp. 2), teils endlich und dies gewöhnlich die Partikeln 
es (später er, am frühesten bei Sighuatr c. 1025 belegt; in 
alten aisl. hdschr. sowie im anorw., bes. onorw. und südnorw., 
auch bisweilen bis c. 1500 en) und — etwas später, am frühesten 
(s. Nygaard, Norron Syntax, s. 263) im anorw. (doch aisl. 
schon bei Are, s. Heusler, Aisl. elementarbuch. 2. aufl., § 471) 
— seni, denen gew. das pron. demonstr. sä (sii. pat usw.) voraus- 
geht. Ausserdem kommt nicht seit, die konjunktion at (wo- 
neben seit, ein aus dem ablautenden *<rf entstandenes *ed, z. b. 
Flateyjarbok III, 254 n , Olsen, Volsunga saga. s. XLI u. LXXII 
und nisl. bisweilen) in relativer bedeutung vor. — Nicht ganz 
seit, fehlt jedwedes relativum als einleitung des nebensatzes, 
s. Neckel. Teber die altgerm. relativsätze, s. 77 und die dort 
angeführte literatur. 

Anm. 1. Die form es herrscht durchaus in den allerältesten hdschr. 
(Reykj. mald. I. II, AM. 237 fol. sowie den bruchstücken der Gragäs, anorw. 
in AM. 655, 4°. fragm. IX). ist fast alleinherrschend im bruchstücke des 
Elucidarius und in der pingeyrarurkunde , überwiegend in St. Hom. 
(es : er = 3 : 2) und noch im AM. 645, 4° (gegen 1250) ebenso häufig wie er. 
Sonst ist schon um 1200 die form er allgemein (schon in Rimb. weit über- 
wiegend, er : es = 12 : 1), in anorw. hdschr. ausschliesslich gebräuchlich. 
T.'eber das etymologische Verhältnis der formen es, er, en und at (*et>ed) 
s. Xoreen, Geschichte 3 § 208. 

Anm. 2. Es wird sehr oft als -s (s. § 158), seltener er als -r (s. Neckel, 
a. o., s. 74 ff. und 80) seinem korrelate enklitisch angehängt, z. b. säs (wol 
schon hierher das urn. sar ßjörketorp s. § 469 anm. 1) derjenige welcher, 
süs diejenige welche, paz dasjenige welches, fianns denjenigen welcher, 
huars, pars doit wo, da wo, pegars so bald als, huärz (*huärt-es) ob, pim 
{par) damals als n. a. Ausführliche beisp. bei Gislason, Um frumparta. 
s. 235 ff.; Sievers, Beitr. V, 497 ff. 

Anm. 3. Mnorw. (ja schon 1345 f.) kommt bisweilen sum, som (vgl. 
das aschw.) statt km vor, s. Hsegstad, (x. Tr., s. 92, Kong. s. 26, Vestno. 
maalf. II, 1, s. 83, 159 und II, 2, i, s. 193. Sehr seit, (wol suecismns) ist 
mnorw. Par, s. Haegstad, a. o. s. 194. 

Anm. 4. Ok 'und' steht in alter zeit als relativum fast nur nach 
samr, »am-, *<iman, s. Heusler, Altisl. elementarbuch. 2. aufl. §472, Nygaard, 
Bemerkniuger, s. 49 ff. (bes. s. 53). 



320 



§ 474. Interrogativpronomina. 



5. Interrogativa. 
§ 474. Diese sind die folgenden: 

1. Das defektive huat '(wer,) was', dessen fehlende formen 
durch entlehnung von huerr (s. unten 3) ersetzt werden: 

mask. neutr. mask. 

Sg.N. — huat Pl.N. — 

G. hues(s) hues(s) N. — 

D. hueim hui D. humm(r) 

A. — huat A. — 

Anm. 1. Seltene nebenformen sind: sg. nom. acc. ntr. hol (Fritzner), 
anorw. (s. Wadstein, F. Hom., s. 141) huä (vgl. nekkua § 475 anm. 1 und 
got. ha) und hü, gen. hues (St. Hom.), dat. hue ('warum'; häufig aber als 
fragepartikel 'wie'), anorw. hü (nur in der Verbindung hü ok ha 'wie und 
was'. Misl. kommt in derselben bedeutung wie hui 'warum' auffallender- 
weise auch häufig pui (§469) vor, s. porkelsson, Supplement IV, 191. — 
Gen. sg. ist nur aus den ältesten hdschr. zu belegen, dat. pl. nur anorw. 
sehr seit. (s. porkelsson, Athugasemdir, s. 16 und Hertzberg, s. 860) und 
gew. als relativum gebraucht. 

2. Huärr, seit, in alten gedichten (s. Jonsson, Skjaldesprog, 
s. 82) huaparr (got, hapar; s. § 292), 'welcher von beiden' 
flektiert : 

fem. neutr. 

huor huart 

huärrar huärs 

huarre huoro, huäro 

huära huart 

huärar hu(jr 

huärra huärra 

huorom, hua'rom huorom, huärom 
huärar huur 

Anm. 2. Die lautgesetzliche form des dat. sg. ntr. ist in pöpöro (aus 
*pö-aß-hörö, s. § 77, 11) 'nichtsdestoweniger' erhalten. 

3. Huerr, anorw. hucerr (in alter zeit weit überwiegend, 
s. Haegstad, G. Tr., s. 67, Vestno. maalf. I, s. 147, Wadstein, 
F. Hom., s. 48) und, onorw. und bes. mnorw. (s. § 149 anm. 2), 
huarr 'welcher von mehreren'. Huerr flektiert ganz wie sehr 
(§431; also z. b. dat. sg. m. hueriom, f. huerre, ntr. huerio usw.), 
nur mit der abweichung, dass statt des regelmässigen acc. sg. 
m. huerian, welche form nur in alten gedichten (häufig, s. 
Jonsson, Skjaldesprog, s. 82 f., Sijmons, Die lieder der Edda 
I, clxxix) und einmal im Cod. AM. 645, 4° belegt ist, der 



mask. 
Sg. N. huärr (huaparr) 

G. huärs 

D. huorom, Jmdrom 

A. huärn (huaparn) 
PI. N. huärer 

G. huärra 

D. huqrom, huürom 

A. huära 



§ 475. Indefinite pronomina. 321 

prosaische Sprachgebrauch durchweg die (auch in der poesie 
häufigere) form huern aufweist. Huarr dagegen wird gew. 
wie huarr (s. oben 2) flektiert, also z. b. dat. sg. m. huarum. 
f. huarre, ntr. huaru usw.), seltener wie huerr (also dat. sg. m. 
huarium, ntr. huariu); acc. sg. m. heisst spät oft huan statt 
huarn (vgl. § 300, 1). 

Anm. 3. Seltene nebenfonnen sind: sg. gen. f. anorw. huceriar, 
huariar (s. z. b. Hertzberg, s. 306), dat. m. anorw. hugrium (Fritzner II, 116) 
und horium (s. §77, 10), acc. f. aisl. huerio (nur nach einer anderen schwachen 
form auf -o, vgl. § 472 anm. 1). 

4. Huüikr "wie beschaffen' flektiert ganz wie ein starkes 
adj. (nach § 427). 

Anm. 4. Seit, nebenfonnen sind: Sg. nom. ni. huelilcr (Gislason, Um 
frumparta, s. 191), dat. ntr. hulko (Fritzner II, 90; suecismus?), Jiolko, 
nom. acc. ntr. hulkett, lucukkit (s. Hsegstad, Vestno. maalf. II, 2, i, s. 194; 
suecismen ?). 

6. Indefinita. 

§ 475. In der bedeutung 'irgendeiner)' werden gebraucht : 
ein(n)huerr oder einshuerr, eittlmat (nur substantivisch), nakkuarr 
(u. a. formen, s. unten 3), sumr und einn; endlich das nur in 
negierenden Sätzen gebräuchliche neinn. Nur anorw. belegt 
(lmal) ist sumhucerr (s. porkelsson, Supplement IV). 

1. Einnhaerr, f. einhuer, ntr. eitthuert wird in den übrigen 
kasus gew. so flektiert, dass ein- unverändert bleibt und huerr 
nach § 474,3 geht; in der ältesten zeit flektiert oft auch einn 
(nach § 444). In dem vorwiegend anorw. e ri nsJm w rr bleibt 
mns- unverändert; ebenso sum- in sumhucerr. 

2. EiWmat wird nur im nom. acc. ntr. gebraucht. 

3. Sakkuarr ist durch mischung von zwei ursprünglich 
verschiedenen pronominen entstanden: das adj. nekkuerr (auch 
nvkkuerr § 82, 6) oder nekkuarr (auch nekkuarr), das wie huerr 
(aber oft ohne das charakteristische i vor «, o, u der endung), 
resp. huarr (§474,3) flektiert; und das subst, nekkuat (auch 
nekkuat, früh daneben nakkuat. das auch als adj. gebraucht 
werden kann; seit, nekkuet), welches wie huat (§474,1) geht. 
Diese flexion kommt aber nur in den ältesten hdschr. vor. 
Die Vermischung beider Wörter ergab schon in der älteren 
literatur ein pron. nakkuarr (auch nokkuarr und nakknerr). 

Xoreen, Altisl. gramm. 4. aufl. 21 



322 § 476. Indefinite pronomina. 

das sowol als subst. wie als adj. gebraucht wird und folgende 
flexion hat: 

mask. fem. neutr. 

Sg. N. nakkuarr nQkk(u)or § 148 nakkua(r)t § 300, 1 

N. nakkuars nakkuarrar nakkuars 

D. nQkk(u)orom § 148 nakkuarre n<}kk(u)oro § 148 

A. nakkuarn nakkuara nakkua(r)t 

PL N. nakkuarer • nakkuarar nqkk(u)or 

G. nakkuarra nakkuarra nakkuarra 

D. nQkk(u)orom iiQkk(u)orom no.kk(u)orom 

A. nakkuara nakkuarar nQkk(u)or 

Früh tritt aber daneben (durch ausgleichung?) eine form 
nqkkuorr (f. nqkkuor, ntr. nqkkuot usw.) auf. Aus dieser ent- 
steht endlich das in der späteren spräche gew. aisl. nqkkurr 
(f. nokkur, ntr. nokkut § 300, 1, seltener nqkkurt), welches wie 
ein regelmässiges adj. (ohne synkope) flektiert (doch im acc. 
sg. m. nqkkurn oder seltener nach § 300, 1 nqkkun) ; oft auch 
nqkkorr, nokkorr, seit, nakkorr, nukkurr § 148 (s. porkelsson, 
Supplement IV), nekkurr oder nokkurr; anorw. (schon in No. 
Hom.) nokkorr (vgl. § 148, § 285, 5), seit dem ende des 13. jahrhs. 
oft (s. z. b. Hb., s. XXIV) nokor (§ 285, 1). 

Anm. 1. Alte nebenformen sind:«nom. sg. ntr. nekkua (lmal St. Hom.) 
statt nekkuat (vgl. §474 anm. 1), dat. sg. ntr. nekki (lmal St. Hom.), 
nekkue (oft) st. nekkui (§151,3). Die anorw. bruchstücke der Jöfraskinna 
zeigen formen wie nokkoria, -tum, nokkria, -iar (s. Jönssons ausgäbe, s. XIX). 

Anm. 2. Ueber die flexion vgl. besonders Wimmer, Laesebog 1 XXIIf., 
Forn. forml. § 99, a, 3; Vigfusson, s. 451 f. Zur etymologie vgl. Bugge, 
Tidskr. f. Phil, og Pged. IX, 122 ff., Hoffory, Tidskr. f. Fil. N. R. III, 296 f.; 
oben § 54, 3, a, § 128. 

4. Sumr flektiert ganz wie ein gew. adj. (§ 427). 

5. Die flexion von einn s. § 444. Ganz ebenso geht neinn. 

§ 476. 'Keiner', 'kein' wird durch enge, 'niemand' auch 
durch man(n)ge, 'nichts' auch durch vetke oder vcetke aus- 
gedrückt; über Marge 'keiner von beiden' s. § 477,3. 

1. Enge (über dessen entstehung s. § 128) hat eine sehr 
bunte flexion. Im folgenden paradigma werden die ältesten 
formen zuerst angeführt, die am häufigsten vorkommenden 
durch Sperrung hervorgehoben, die seltensten [eckig] ein- 
geklammert. 



§ 477. Indefinite pronomina. 323 

mask. fem. neutr. 

Sg.N. en(n)ge, [engr, enge, enge, fang, eng,] eingi, etke,ekke §274.1. 
engr,] eingi, e(i)nginn e(i)ugin eke §285,1, 

[cmktit, (enti] 
G. e(i)nskes. e(i)nkis, einegrar, engrar, ong- = m. 
[e(i)ngis, e(i)nskins, rar, eng(u)arrar, 

cenkins] [eng(njarrar] 

D. [einonge §258,1], en- einegre, engre, engre, einoge, [enoge,] 
gom, [oeingum,] en- eng(n)arre,[eng(u)arre] engo, engo 
gom 
A. eng(u)e, eng(u)an, [einega], enga, [cei)iga,] 

[enguan,] engan, eng(u)a, [engua], cengi = nom. 

eingi, angin 
P1.N. eiueger, enger, eng- e[i]negar, engar, eng- enge, [engo,] 

(u)er, [enguer, engij (n)ar, [engnar] eingi, e(i)ngiu 

G. einegra, engra, engra, eng(n)arra, [eug(n)arra] 

D. einegom, engom, engom 

A. [einega,] enga, eng (n)a, = nom. = nom. 

[engna] 

Anm. 1. lieber die flexion des wortes vgl. besonders porkelsson, 
Atbugasemdir, s. 22 ff. : Wimmer, Forn. forml. § 99, e, 1 ; Fritzner; Jönsson, 
Skjaldesprog, s. 83 f. — Seit, anorw. (bes. mnorw.) nebenformen sind sg. 
nom. m. imgin (Hsegstad, Uppbavet, s. 8, Vestno. maalf. II, 1, s. 84, und II, 2. i. 
s. 123), dat. ntr. ingo (Hsegstad, a. o. II, 1, s. 84), acc. m. ingan (Hoprekstad, 
2te band), acc. f. inga iHsegstad, a. o.), nom. acc. ntr. ikki (Haegstad, 
G. Tr., s. 91), onorw. enkie, mnorw. einki, einkii, einte, einket, hütet (Hsegstad, 
a.' o.II,l, 3.84 und II, 2, i, s. 122, 123, 170), pl. nom. m. inge (Hiegstad, 
a. o. II, 1, s. 84); vgl. § 127 anm. 1. 

2. Man{n)ge, gen. man{n)zkes, dat. mannege, acc. man(n)ge 
(pl. fehlt) wird meist von dichtem gebraucht. 

3. Vetke, das nur im sg. vorkommt, hat folgende formen: 
Sg. N. A. vetke, vsetke, vekke § 274, 1 

G. vettoges, seit, vetkes, vetterge(s)s (z. b. St. Hom., Volospo; 

s. § 290 anm. 1) 
D. vettoge 
Anm. 2. Vgl. die ausdrücke ekke vcitta (vättanna) durchaus nichts. 
nokkot vceüa irgend etwas. Vgl. noch § 109, § 110, 3 und § 127 anm. 2. — 
Nur als adverb 'nicht' werden gebraucht eyfet, eyvet, -ar, -o, s. § 151. 2. 

§477. 'Was auch immer' heisst huatke. huatcetna, huat- 
•wer auch immer' huerge, wenn von mehreren, dagegen liuärge. 
wenn von zweien die rede ist; seit, velhuerr (s. porkelsson. 
Supplement IV). 

21* 



324 



§477. Indefinite pronomina. 



1. Huat und huatvetna werden nur im sg. gebraucht: 

huatvetna § 390, 5, -vitna § 151, 2, huetvetna 

§ 65, -vitna, hotuetna § 82, 8, -uitna 
huersvetna, -vitna (vgl. § 474, 1 und 3) 
huivetna, -vitna, sehr seit, huevetna, hövetna 
(s. Egilsson) 
Anm. 1. Vgl. porkelsson, Athugasemdir, s. 20 ff. 

Huat flektiert ganz wie das pron. interr. huat (§ 474, 1). 



Sg. N.A. huatke, seit. 

huakke § 274, 1 
G. kuesskes (alt u. seit.) 
D. huige 



2. Huerge flektiert: 
mask. 



fem. 



n e u t r. 



Sg. N. huerge § 284 huerge huer(t)ke 

G. huer(s)kes, [huerges] hueregrar huer(s)kes, [huerges] 

D. huerionge§ 258,1, hueregom huer(e)gre, huerrigi huerego 
A. huernge, huern(e)gan huerega huer(t)ke 

PI. N. huereger hueregar, huerege, huer(e)ge 

[hueriage] 



G. 
D. 



hueregra 

huerionge § 258, 1, 
hueregom 



A. huerega 


hueregar, huerege, huer(e)ge 




[hueriage] 




Anm. 2. Vgl. porkelsson, Athugasemdir s. 18 ff., 


Wimmer, Forn. forml. 


§ 99, e, 2. 






3. Huärge flektiert: 






mask. 


fem. 


neutr. 


Sg.N. huärge, [huäregr,] huärgen 


huorge 


huär(t)ke, [huärgi] 


G. huär(s)kes, [huärges] 


huärregrar 


huär(s)kes, [huärges] 


D. huoronge, huäronge § 258, 1, 


huäregre, 


hugroge, huäroge, 


huär(e)gom 


[huärrigi| 


huär(e)go 


A. huärnge, huärn(e)gan, 


huäre)ga 


huär(t)ke, [huargij 


huär(e)gan 






Pl.N. huär(e)ger 


huär(e)gar 


[huärge] 


G. 


huäregra 




D. huoronge, huär(e)gom, huäronge 


§ 258, 1 



A. huar(e)ga huar(e)gar [huärge] 

Anm. 3. Die synkopierten formen (nom. pl. Iniärger, huärgar o. d.) 
sind verhältnismässig selten. Vgl. übrigens porkelsson, Athugasemdir, 
s. 16 ff., Wimmer, Forn. forml. § 99, c, 1. 



4. Velhuerr geht wie huerr, s. § 474, 3. 



§ 478. 479. Indefinite pronomina. § 480. Tempusbildung. 325 

§ 478. 'Jeder' heisst huerr (anorw. hucerr, huarr, s. § 474, 3), 
wenn von mehreren, hudrr, hudr(r)tuegge und (bes. im anorw.) 
hudr(r)tueggia (-tuceggia) oder tueggia hudrr. wenn von zweien 
die rede ist; 'jeder für sich' wird durch ser huerr (hurerr. 
huarr), 'jeder zweite' durch annarr huerr (hucerr, huarr) aus- 
gedrückt. In diesen Wörtern flektieren die einzelnen bestand- 
teile ganz wie die gleichlautenden pron. interr. (§ 474, 2 und 3) 
und das Zahlwort annarr (§ 455); tueggia (§ 445) und ser 
(§ 464) bleiben natürlich unverändert. In hudrrtuegge flektiert 
das erste glied nach § 474, 2, das zweite schwach nach § 433 
(und mit einem i vor a. o, u der endung), seltener nach § 435 
(so bes. im nom. sg. f., nom. acc. pl. ntr., sehr seit, in andern 
kasus). 

Anm. 1. Alt und seit, sind sg. m. nom. huapartitegge (s. Egilssoii , 
acc. huaparntueggia (s. Fevers, Arkiv V. 132 f. ; vgl. §474,2). — Später 
findet man bisweilen nom. pl. m. huärutneggiu, wo also auch das erste 
glied schwache flexion hat. 

Anm. 2. Das nur plurale bäper (§ 446) mit derselben bedeutuug 
wie huärr, huär(r)tueggia , huär{riuegge kann auch hierher gerechnet 
werden. 

§479. Als pron. indef. können auch betrachtet werden: 
mapr (s. § 415) man, annarr hudrr (§ 455 und § 474, 2), annarr 
tueggia (flexion nach § 455, tueggia bleibt unverändert) oder 
annarrtuegge (flexion wie hudrrtuegge § 478) einer von zweien 
(pl. die einen, von zwei parteien gebraucht). 

Anm. PI. menn kommt auch bisweilen in der bedentung "man' vor, 
dann aber immer mit dem verbum im sg., s. porkelsson, Supplement IV, 103. 

II. Abschnitt. Konjugation. 

A. Tempusbildung. 

§ 480. Je nach der bildung des präteritalstammes sind 
die germ. verba zweierlei art: starke, die ihren präterital- 
stamm ohne zusatz am ende bilden, z. b. prät. gaf zu gefa 
geben, let zu lata lassen; und schwache, die im Präteritum 
eine mit dentalem konsonanten beginnende ableitungssilbe an- 
hängen, z. b. prät. valpa zu velia wählen, felda zu fella fällen, 
lysta zu lysa leuchten. Einige verba sind zum teil stark, zum 
teil schwach, s. § 521—526. 



32(5 § 481. Starke verba. § 482. Klasse 1 der ablautenden verba. 

I. Starke verba. 
§481. Die starken verba sind zweierlei art: 

1. Die ablautenden, welche ihren präteritalstamm durch 
ablaut (§ 164 ff.) des wurzelvokals bilden, z. b. zu gripa 
• greifen ' prät. greip, prät. pl. gripom, part. prät. gripenn. 

2. Die (einst) reduplizierenden, welche in urgerm. zeit 
(und noch im got.) den präteritalstamm (ausser im part. prät.) 
durch reduplikation der Wurzelsilbe bildeten; dies ursprüng- 
liche Verhältnis ist jedoch im an. durch Schwund der redupli- 
kationssilbe (s. § 154) und noch andere Vorgänge gänzlich 
verdunkelt worden, z. b. zu heita 'heissen', prät. het (got. haihait), 
prät. pl. hetom, part. prät. heitenn ; zu sueipa 'einhüllen' prät. 
suelp, part. prät. sueipenn. Bei einigen verben ist jedoch die 
reduplikation noch einigermassen erhalten, s. § 506. 

a) Ablautende verba. 

Klass9 I. 

§ 482. Verba der ersten ablautsreihe (§ 165), z. b. 
gripa greifen, greip, gripom, gripenn. 

Ganz wie gripa gehen: hlipa (älter klypa, schwach nach 
§515) kneifen; blifa (d. lehnw. des 15. jahrhs.) werden, bleiben, 
drifa treiben, hrifa greifen, Mifa klimmen, rifa reissen, suifa 
ablenken, prifa (aber prifa schwach nach § 509) ergreifen ; Uta 
beissen, drita cacare, hnita stossen, Uta sehen, rista ritzen, 
rita schreiben, sldta cacare, slita zerreissen; lipa gehen, ripa 
reiten, ripa (aschw. vripa) drehen, sipa zaubern, skripa schreiten, 
snipa schneiden, suipa sengen ; hniga sich neigen, miga mingere, 
siga sinken, stiga steigen; fisa pedere, risa sich erheben; gina 
das maul aufsperren, hrina schreien, sich erfüllen, huina 
kreischen, sJcina glänzen. 

Anm. 1. Hniga, miga, siga, stiga haben im prät. sg. auch hne (ein- 
mal hncg, Morkinskinna, ed. Unger s. 60, mit anal, wieder eingeführtem g; 
vgl. aschw. stcegh < *steg), im, se, ste (s. § 230, 2 ; § 97, 2), welche formen 
ursprünglicher, wenn auch später seltener, sind. 

Anm. 2. Von hniga (s. Jönsson, Skjaldesprog, s. 96), sipa, suifa, suipa 
kommt seit. , von lipa , snipa öfter auch ein schwaches prät. nach § 515 
vor; ginpa gehört aber zu einem dem ahd. ginm entsprechenden schwachen 
verb (vgl. Celander, Om övergangen av Ö >■ d, s. 69 f.). 



§ 483. Kl. 1 der abl. verba. g 484. 485. Kl. 2 der abl. verba. 327 

Aiim. 3. Von hnita und Mm ist part. prät.. von skita ausserdem 
prät. sg. nicht belegt. 

§ 483. Besondere eigeutümliclikeiten zeigen sich bei : 



bißa warten 


beip 


bißom 


beßenn § 495 anm. 5 


blik(i)a blinken 


— 


blikom 


— 


anikia, su/'kua. seit. 


sueik, seit. 


suikom 


suik{u)enn, seit, sykenn 


sykua § 82, 11 be- 


sueyk § 77, 15 




vgl. § 82, 10, § 235 


trügen 






anm. 4 


vikia , vfkua , seit. 


veik , seit, veyk 


cikvm 


vikenn, seit, ykuenn 


(v)ykua , anorw. 








gew. vika weichen 









Anm. Von einigen ursprünglich hierher gehörigen verbeu sind nur 
schwache spuren der alten starken bildung erhalten : 

inf. strykua (ags. strica7i, s. § 82, 5). part. prät. str ykuenn (s. Jönsson, 
Skjaldesprog s. 102) streichen (vgl. § 486 anm.) ; 

part. prät. snifenn beschneit und 3. sg. präs. ind. snyr (§ 77, 6) schneit 
(beide formen nur dicht.), vgl. ahd. snlwan; 

part. prät. hnipenn beklommen zu hnipa (schwach nach § 515 oder 
auch nach § 509) beklommen sein ; 

part. prät. visenn verwelkt (vgl. ags. töweosan, mhd. verwesen); 

part. prät. suigenn gebogen (zu schwed. dial. svlga) ; 

part. prät. lifenn (zu got. bi-leiban) lebend; 

1. sg. präs. ind. te (got. teiha) und part. prät. t/genn (§ 317, 3, a) aus- 
gezeichnet, vornehm zu tiü (schwach nach § 520) zeigen ; 

1. sg. präs. ind. U (got. leika; § 111,2) und part. prät. nom. pl. m. 
lener (einmal belegt, s. Vigfussoni zu lia (schwach nach § 520) leihen. 

Die schwachen verben digna erweicht werden und stikna geröstet 
werden setzen hierher gehörige starke part. prät. *diginn (got. diyans) und 
*stikinn (vgl. steik braten) voraus. 



Klasse II. 

§484. Verba der zweiten ablautsreihe (§ 166), z. b. 
fliöta fliessen. flaut, flutom. flotenn; 
Jeriüpa kriechen, kraup. krupom. kropenn; 
süpa saufen, saup, siqwm. sopenn. 

Anm. Ueber die doppelheit iö, iü im inf. s. § 101. 

§ 485. Wie fliöta gehen : briota zerbrechen, giöta giessen, 
hliöta bekommen, hriöta schnarchen, stieben, liösta schlagen. 
niöta geniessen, skiota schiessen, piöta tosen, priöta aufhören 
(unpersönlich): biöpa bieten, hriöpa reuten, riofia röten, siöpa 
sieden; giösa sprudeln, hniosa niesen. 



328 §486—488. Klasse 2 der ablautenden verba. 

Auin. 1. Von hniösa ist part. prät. nicht belegt, von priöta nicht 
prät. pl. (wol aber prät. konj.). 

Anm. 2. Eine nebenform zu part. prät. protenn 'erschöpft' (zu priöta) 
ist vielleicht das adj. prutenn 'geschwollen'. Seltene nebenformen sind: 
anorw. prät. sg. hob (AM. 655, 4°, Thomas saga u. a. ; ein er klärungs versuch 
bei Kock, Beitr. XXIII, 496), pl. boöom, Skotom, part. prät. bnöinn, s. Wad- 
stein, Arkiv VIII, 85 ; aisl. part. prät. hlutenn (St. Hom.); vgl. §486 anm, 
§ 487 anm. 1. 

§486. Wie kriüpa gehen: driüpa triefen; Miüfa spalten, 
rkifa zerreissen; fiüka stieben, riüka rauchen, strkika (vgl. anm.) 
streichen, liüka, s. § 487; fliüga (auch flüga nach § 487) fliegen, 
Uüga lügen, smiüga schmiegen, siüga, s. § 487. 

Anm. Von fliüga, Uüga, siüga, smiüga kommen im prät. sg. neben 
flaug, laug, saug, smaug die ursprünglicheren formen fto, 16, so, smö vor 
(§230,2, §98,2). Seltene nebenformen sind: inf. strykia und strykua 
(vgl. § 483 anm., § 172, 1), ßügia (nach fliügip, -i u. dgl., s. § 263), auorw. 
ryfa (nach dem präs. ; s. Hertzberg), riöfa (Hsegstad, Kong. s. 21 ; vgl. 
§101 anm. 1); prät. sg. aisl. klof, anorw. fok; part. prät. anorw. rufinn; 
s. porkelsson, Beyging; Wadstein, Arkiv VIII, 88; Hsegstad, Vestno. maalf. I, 
s. 130. Vgl. § 485 anm. 2. 

§ 487. Wie süpa gehen : lüka (spät und seit., s. Fritzner, 
liüka nach § 486) verschliessen, hita sich beugen, süga (spät 
und seit, siüga § 486) saugen, flüga s. § 468, und wahrscheinlich 
die nur im inf. belegten stüpa hervorragen und dufa (nur 
anorw. einmal) niederdrücken; dazu part. prät. als adj. dofenn 
erlahmt. 

Anm. 1. Ueber die nebenform prät. sg. so s. § 486 anm. Ein paar- 
mal ist part. prät. lukenn (St. Hom.; Hsegstad, Kong. s. 38) belegt, vgl. 
§ 485 anm. 2. 

Anm. 2. Neben lüka steht lykia schwach nach § 522, aber sehr 
seit, in übertragener bedeutung. Lüta hat seit, schwaches prät. nach § 519 
(lütta, pl. lüttom). 

§ 488. Besondere abweichungen zeigen folgende verba : 

flyia fliehen flö (*flauh flugom § 317, 3, a ; vgl. — 
§ 230, 2) anm. 2 unten 

(fraus ifrusom tfrosenn 

friösa frieren < aisl. alt frwal aisl. alt frerom '. aisl. alt frerenn 

v aisl. frera I aisl. frerom \ aisl. frerenn 

(kaus (kusom (kosenn 

aisl. alt keral aisl. alt kerom, kuruml aisl. alt kerenn, komm 
aisl. kera l aisl. kerom l aisl. kerenn 

spyia speien spiö § 106 spiöm — 



§ 489. Klasse 3 der ablautenden verba. 329 

Anm. 1. Prät. sg. frera , kera (mit schwacher flexion nach § 533) 
?ind den pluralformen frerom, kerom nachgebildet, über welche s. §71.3, 
§ 317,4; über die nebenformen frera, -om, kern, -om s. § 119. Prät. konj. 
kesa setzt wol ein prät. pl. *kosom (vgl. § 485 anm. 2) voraus. — Seit, 
heisst part. prät. im anorw. kesenn (legendarische Olafssaga), kerenn (s. 
Hertzberg; öfter im aisl., s. oben). 

Anm. 2. Flyia (statt *fli6a , got. pliuhan) ist dem präs. fhjr (got. 
pliuhis) nachgebildet. Prät. flö, flttgom kommt nur alt und dicht, vor. 
Sonst hat das wort schwaches prät. nach § 533, 2 : flößa (Jlö mit zugefügter 
schwacher endung -da; nur 2 mal belegt, Schreibfehler nach porkelsson, 
Anmserkninger. s. 15). flepa (*tlauhiÖö), flypa mach präs. /h/r), anorw. (s. 
Wadstein, F. Honi. s. 63) flyida /nach dem inf.), part. flüeßr (lmal belegt, 
Schreibfehler nach porkelsson, a. o.), fleepr, flyepr, flypr; in später zeit 
auch bisweilen fh'iÖa, part. fli'iidr, flüÖr nach lyia : lüöa, lü(i)dr u. dgl. 
Nach dem prät. flepa, fleepr sind ferner die nebenformen inf. fleia, präs. 
fUr gebildet. 

Anm. 3. Spyia (nach präs. spyr § 77, 6 gebildet ) hat später schwaches 
prät. nach § 512 (spüpa, part. ntr. spüt). 

Anm. 4. Nur in spärlichen resten ist die starke bildung bei vielen 
verben erhalten : 

prät. pl. bugum, part. prät. bugenn 'gebogen"; 

prät. sg. hnaup, part. prät. ntr. hnopet 'geschlagen'; 

3. sg. präs. ind. hryss. prät. sg. hraus 'schauderte' ; 

zu tiöa (got. thihan) "ausreichen, helfen' (präs. ind. tiö . tyr. tyr, pl. 
tiöm, tiöep. tiöa) kommt in der bedeutung 'gezogen' ein altes part. prät. 
togenn vor: sonst hat das wort (in seiner gew. bedeutnng) nur schwaches 
prät. (nach §513,2): tepa, typa, part. tepr, tyPr, wozu die inf. teia (präs. 
te), tyia (präs. ty), mit derselben entwickelung wie bei flyia (anm. 2 oben ; 
zum teil aber urspr. ein anderes verb, s. §68,4); ausserdem kann tiöa 
ganz nach § 509 gehen (präs. tiöa. prät. tiöafra. part. prät. tiöapr). im prät. 
ind. auch nach §519 (tiöpa); über die Vermischung mit tiä, tepa (tiäpa) 
s. Hultman, Hälsingelagen, s. 43 note 3 : 

nur im part. prät. belegt sind: füenn verfault, hropenn (vgl. ags. 
hreoÖan) gefärbt, anorw. [h]rufinn ([A]rti/tnn?; vgl. § 485 anm. 2 und § 487 
anm. li struppig, lopenn (vgl. ags. leodan) haarig, rotenn verfault, snopenn 
dünnhaarig; femer hokenn zu hüka (schwach nach §519,1) kauern, Herrn 
zu lyia (prät. schwach nach §512) zerquetschen; die schwachen verben 
losna sich lösen und glüpna stutzen setzen starke part. prät. *losinn (got. 
lusans), *glüpinn voraus. 

Klasse HI. 

§ 489. Verba der dritten ablautsreihe (§ 167), z. b. 
bresta bersten, brast, brustom, brostenn; 
biarga bergen, barg, burgom, borgenn; 
spinna spinnen, spann, spunnom, spunnenn; 



330 § 490. 491. Klasse 3 der ablau tenden verba. 

slyngua, slyngia schleudern, slgng, slungom, slungenn; 
sekkua sinken, sokk, sukkom, sokkenn. 

Anm. Ueber e, i im iuf. s. §162, §110,1; ia §88; y §82,4; e 
§ 82, 3, § 110, 1. Ueber o, u im part. prät. s. § 61, 2, § 112, 1. Vgl. § 490 
anm. 2. 

§ 490. Wie bresta gehen : detta niederfallen, gnesta krachen, 
kretta mucken, snerta berühren, spretta springen, suelta hungern, 
sterben, velta wälzen; skreppa gleiten, sleppa gleiten lassen, verpa 
werfen; serfia (vgl. § 315 anm. 3) perverse Unzucht treiben, verpa 
werden; huerfa sich wenden, suerfa feilen; suelga (auch suelgia 
nach der 2. pl. präs. ind. suelgip, 2. 3. präs. konj. suelgir, -i u. a., 
vgl. § 263 und fliügia § 486 anm.) schlucken; bella treffen, 
suella schwellen, vella sieden; puerra abnehmen. 

Anm. 1. Von bella und kretta ist ausser dem inf. (und dem auf- 
fallenden, wol etymologisch verschiedenen, präs. knettr Mälshättakusepe 24 ; 
vgl. nnorw. knetta) nur prät. sg. belegt ; von gnesta und vella ist part. prät. 
nicht belegt, von serpa und suerfa nicht prät. pl. 

Aum. 2. In detta, kretta, spretta, skreppa, sleppa ist e im inf. nach 
§ 110, 1, o im part. prät. nach § 112, 1 (sonst nach § 61, 2) zu erklären. 

Anm. 3. In verhen wo v oder kons, u dem wurzelvokal vorhergeht, 
fehlt dies in alter zeit natürlich vor dem u, o des prät. pl. und part. prät., 
zeigt sich aber oft in der späteren spräche, z. b. urpom,- orpenn (später 
vurdum, vorÖinri) zu verpa; hurfom, horfenn zu huerfa u. dgl. (s. § 235, 1, a 
mit anm. 1). 

Anm. 4. Das adj. skorpenn 'eingeschrumpft' ist urspr. part. zu skreppa 
(wozu part. prät. skroppenn neugebildet ist); vgl. § 315 anm. 3. Sehr 
seltene anorw. nebenformen sind inf. valla (Wadstein, F. Hom., s. 48; ahd. 
wallan, ags. weallan) statt vella und prät. pl. voröom (leg. Olafssaga) st. 
(v)urdum; ebenso setzt anorw. prät. konj. herfa (leg. Olafss.) st. hyrfa ein 
prät. pl. *horfom (vgl. § 485 anm. 2) st. hurfum zu huwrfa voraus ; vgl. 
noch shetl. und mnorw. inf. varda (s. § 149 anm. 2). Mnorw. kommt 
bisweilen prät. sg. vart (wie im aschw., s. Ad. gr. II, § 260 anm. 7) statt 
varö vor, s. Haegstad, Kong. s. 38, Vestno. maalf. 11,1, s. 56. 

§ 491. Wie biarga gehen: gialda (prät. sg. galt § 220) 
gelten, gialla (part. prät. nicht belegt) gellen, skialfa zittern, 
skialla klatschen. 

Anm. 1. Spät geht biarga auch schwach nach § 509. 

Anm. 2. Sehr seltene nebenformen sind: inf. skella (s. porkelsson, 
Beyging) und anorw. gelcla (Cod. Tunsb.), gilda (mehrmals, s. Haegstad, 
G. Tr. s. 45) ; prät. sg. anorw. skolf (porkelsson , Beyging ; vgl. holp § 495 
anm. 5). 



§ 492 — 495. Klasse 3 der ablautenden verba. 



331 



§492. Wie apüma gehen: cinna ausführen. Linda binden, 
hrinda stossen, vinda winden; springa zerspringen, stinga 
stechen; suimma (vgl. suima. symia §496) schwimmen. 

Anm. 1. Prät. sg. zu binda , hrinda , vinda , springa . Stmga heissen 
bau (seit, baut, Hb. s. XXX 2 mal und Wadstein, Arkiv VIII, 85, Hsegstad, 
Vestno. maalf. IT, 1, s. 56), hratt, vatt, sprakk (spät und seit, sprang nach 
dem pl.. s. porkelsson, Supplement II). statt , s. § 220, § 266,2 und 3. — 
Ueber prät. pl. [r)imnom, (v)undom, summom, part. prät. (v)umienn usw. 
s. § 235. 1, a mit anm. 1. 

Anm. 2. Sehr seltene nebenformen sind 1. pl. imperat. hryndum (so- 
wie die schwache 2. sg. präs. ind. hrinder, nach § 515 wie im nisl.) und 
part. prät. ntr. sommet (vgl. §496 anm. 2). S. Wadstein, Arkiv VIII, 92 
und porkelsson. Beyging. 

§ 493. Wie slyngua, slyngia gehen : syng(u)a (§ 235 anm. 4), 
-(i)a (§ 263 mit anm. 2) singen, pryngua. -ia drängen; tyggua, 
■ia (dies auch schwach nach § 512) kauen. 

Anm. ßryngua hat im präs. neben pryng(r) auch ßreng(r), wozu 
sowie zu einem vorauszusetzenden *sleng(r) dann neugebildet werden inf. 
ßr&ngua , -ia und slengua (wie nach präs. tyggr inf. tyggua statt *tio>igua. 
aschw. tiugga, aus *teggwa § 82, 7) welche später oft schwach nach § 516, b 
flektieren. — Seltene nebenformen sind inf. aisl. songua (St. Hom. ; Schreib- 
fehler?), anorw. prangt ji)a (Hb., s. XXXIII: Hertzberg, s. 748 f. ; hierzu 
das oben erwähnte präs. firengr < *prangiciR § 77,7), gebildet wie 
hnggg(u)a (nschw. nagga) §495 und vaüa §490 anm. 4; ebenso scheint 
das eben erwähnte *slengr ein inf. *styngua vorauszusetzen; prät. pl. 
songom (St. Hom. 4 mal: nach dem sg.), syngom (AM. 645, 4° nach dem 
konj. synga); part. prät. syngenn (St. Hom. 3 mal. AM. 645, 4°), songenn 
(St. Hom. 3 mal). 

§ 494. Wie sekkua gehen: hrekkua weichen, ktekkua 
stöhnen, stekkua springen. 

Anm. Seit, nebenformen sind: inf. sokkiui (Hb., s. XXXIII; Kahle, 
Die spräche der skalden, s. 278); part, prät, sukkenn (Kahle, ib. s. 260). 

§ 495. Besondere abweichungen zeigen : 



bregpa durch eine schnelle 
bewegung in eine ver- 
änderte läge versetzen 


brä 


brugpom 


brugpenn 


brenna brennen 




braun 


brunnom 


brunnenn 


drekka trinken 




drakk 


drukkom 


drukkenn § 112, 1 


finna finden 

hialpa helfen 
hnggg(n)a stossen 




fann 

halp, hialp 
hnogg 


j funnom 

I funiom 

hulpom 


\ funnenn 
\/»w?e>m§317,2,b 

holpenn 

hnuggenn 


renna rennen 




rann 


runnom 


runnenn 


sporna anstossen 




spam 


spurnom 


— 



332 § 495. Klasse 3 der ablautenden verba. 

Anm. 1. lieber die Unregelmässigkeiten bei bregpa s. § 61, 2 und 
Noreen, Geschichte 3 § 235, 1. In den bedeutungeu 'rügen', 'betrügen', 'aus- 
lösen', 'auf etwas ansprach machen' kommt auch, bes. anorw., die (gew. 
schwach nach § 515 flektierende) form brigpa vor , welche dem 2. 3. sg. 
präs. (anorw., s. Hertzberg) brigdr (§ 530 anm. 4) nachgebildet ist. 

Anm. 2. Neben brennet, rennet kommen (bes. in alter zeit und anorw.) 
seit, brinna (Hertzberg; Jonsson, Skjaldesprog, s. 90), öfter rinnet (porkels- 
son, Beyging; Hertzberg; Jonsson, a. o. und No.-isl. kultur- og sprogforhold, 
s. 316) vor; vgl. § 162, 1, § 318, 11. 

Anm. 3. Hnggg(u)a — nicht *hneggua, wie Bugge bei Fritzner III, 1102 
angibt (s. Wadstein, Arkiv VIII, 91) — hat im präs. ind. sg. neben hneggr 
auffallend auch hnygg(r). Da hier ggw aus ww (§ 227, 2) entstanden ist, 
gehört dies verb (wie auch tyggua und gyggua anm. 6 unten) ursprünglich 
zu der 2. ablautsklasse (§ 484 ff.). 

Anm. 4. Von (dem gew. schwach nach § 509 flektierenden) spornet 
(ahd., ags. spurnan) ist ein starkes präs. *spyrn (§ 63 anm. 1) nicht belegt, 
liegt aber der nebenform spyrna (schwach nach § 515) zu gründe. Neben 
spornet hat wol einmal ein dem aschw. spicerna entsprechendes *spiarna 
gestanden — vgl. (die schwachen) horfa sich wenden, molka melken neben 
(den starken) huerfa, ahd. melchan — und zu dessen präs. *spern (§ 530 
anm. 4) ist die form spernet (schwach nach § 515) neugebildet. 

Anm. 5. Sonstige, sehr seltene nebenform en sind: zu hialpa inf. anorw. 
heelpa (Hertzberg), prät. sg. holp (porkelsson, Beyging), help (Fritzner; 
auch 3. sg. prät. konj. helpe, s. porkelsson a. o.); über das zu spornet {sperna, 
s. anm. 4 oben) wahrscheinlich nicht gehörige prät. spann (porkelsson a. o.) 
s. § 272 anm. 2; zu bregpa, drekka und finna part. prät. anorw. brogÖenn 
(Wadstein, Arkiv Vni, 87) §61,2, drykkinn (Elis saga) §112,1, fynninn 
(Spec. regale , ed. Brenner, s. 96 35 ) mit analogisch eingeführten suffix -in- 
st, -en-, wie umgekehrt in benenn § 483 -en- st. -in- § 162, 2 eingeführt sein 
und a-umlaut bewirkt zu haben scheint (oder ist es nur von bepenn § 498 
beeinflusst ?) , vgl. nisl. byndin, porkelsson, Supplement II, neben bundin 
garbe. Hialpa kann auch schwach nach § 509 gehen. 

Anm. 6. Nur in spärlichen resten erhalten sind: 

3. prät. pl. (anorw. einmal, s. porkelsson, Beyging) gnullu schrien; 

inf. und part. prät. bryggia (anorw., s. Hertzberg; ags. breowan), 
bruggenn brauen, gyggua, *guggenn (aus gugna ' erschrecken ' zu erschliessen) 
schreck einflössen, melta, *moltenn (erst als nisl. molttnn belegt) schmelzen ; 

part. prät. bolgenn angeschwollen, holfenn zu holfei (schwach nach 
§ 519, 1) gewölbt sein, kroppenn zu kreppa (schwach nach § 515) schrumpfen, 
roskenn (vgl. got. wrisqan) gewachsen, storkenn erstarrt; die schwachen 
verben morkna morsch werden und porna (vgl. § 283) dorren setzen starke 
part. prät. *morkenn (nisl. morkinn) und *porrenn (vgl. got. gapaürsans) 
voraus. 



§ 496. Klasse 4 der ablautenden verba. 333 

Klasse IV. 

§ 496. Yerba der vierten ablautsreihe (§ 168), z. b. 

hera tragen, bar, borom, borenn. 

So gehen noch skera (vgl. jedoch anm. 4) schneiden, stein 
stehlen und mit gewissen abweichungen : 

fela verbergen fai fglom folgenn § 317, 3, a 

Jioma (anorw. oft Jcuma) kom kugmom,kömom komenn 

kommen § 77, 11 

nema nehmen nam nömom, nömom numenn, nomenn (oft 

§ 116 anorw., sehr seit, aisl.) 

sofa schlafen suaf sugfom, söfom soferm 

§77,11 

suima, si/mia schwimmen sttam sugmom sumenn § 235, 1, a 

tropa treten trap trgpom tropenn 

vefa weben vaf, vgfom, öfom oferm 
öf § 77, 11 

Amn. 1 . Fela (*felha § 230, 1 ; anorw. einmal präs. pass. fiadzt, s. Hsegstad, 
Vestno. maalf. II, 2, i, s. 200, vgl. aschw. ficela) gehörte urspr. der 3. ablauts- 
klasse (§489 ff.), wie auch das part. prät. bezeugt: demnach ist prät pl. 
fölom anal, neubildung (statt *fulgom. aschw. run. fuJku Kolunda) zu sing. 
fai nach dem Verhältnis stal : stglom u. dgL Sehr seit, kommt anorw. ein 
schwaches part. prät. felaör (s. Fritzner; vgl. aschw. jiaüaper) vor sowie 
misl. prät. falda (wie im aisl.) st. fal mit neu hinzugetretenem -da (s. 
porkelsson, Anmaerkninger, s. 12). 

Anm. 2. Neben suima (später auch schwach nach § 509), symia 
(*sumjan) kommt auch saimma (*swimnan §318, 10) mit nur präsentischem 
-n-, vgl. f reg na § 498 anm. 2) nach klasse III vor (s. § 492). Aus einer 
urspr. flexion suimma, prät. suam, part. sumenn, *somenn (gebildet wie 
nomenn, s. oben) sind durch ansgleichung sowol suima wie suamm, summenn 
und sommenn (§ 492 anm. 2) entstanden ; ein dem inf. nachgebildetes part. 
prät. ntr. suimit ist einmal belegt (s. porkelsson, Beyging). 

Anm. 3. Koma, tropa, sofa (über deren vokalisation s. Noreen, Sv. 
laudsm. I. 693; Sievers, Beitr. VIII, 80 ff.) haben präs. kern, trep, sef(% 66, 1, 
§416 anm. 3. schluss). resp. kern, trep, sef (§ 119). Zu trep ist wol das 
bisweilen vorkommende schwache prät. tradda, part. traddr gebildet nach 
der analogie glep erfreue : gladda : gladdr u. dgl. (§ 512). 

Anm. 4. Ueber prät sg. kom s. Ljungstedt, Anmärkningar tili det 
starka preteritum (Upsala 1887), s. 111 ff. Öf ist wol zu dem pl. öfom ge- 
bildet nach der analogie för : forom (§499): ebenso wol auch ein sehr 
seltenes näm (Wadstein, Arkiv VIII. 89) zu nämotn nach ät : ätom u.dgl. 
(§ 498 anm. 7). Umgekehrt sind nach der anal, nam : nömom gebildet zu 
prät. sg. bar seit. pl. aisl. börom (z. b. St. Hom. 3mal). zu skar sehr seit. pl. 
anorw. skörom (Hb. s. XXV) ; vgl. § 497 anm. 2. 



834 



§ 497. 498. Klasse 5 der ablautenden verba. 



Anm. 5. Von *slokkua «*slekwan §82,3, mnorw. dial. slekka: kk 
nach § 279, 2) erlöschen (vgl. das schwache slekkua § 82, 6 auslöschen) ist 
aus alter zeit nur part. prät. slolcenn belegt; dann aus dem nisl. ein präs. 
slökkr. — Von hlymia klirren, das übrigens schwach geht, ist in Egils 
HQfoplausn ein starkes prät. hlam (oder hlamm? vgl. suam und suamm zu 
symia) einmal belegt; von koma einmal part. prät. dat. kumnum, s. Jonsson, 
No.-isl. kultur- og sprogforhold , s. 317. — Ueber strepa, part. strojjenn 
s. § 315 anm. 3. 



Klasse V. 

§ 497. Verba der fünften ablautsreihe (§ 169), z. b. 
gefa geben, gaf, ggfom, gefenn. 

So gehen noch: drepa erschlagen; feta den weg finden, 
freta pedere, geta bekommen, meta abschätzen; leka leck sein, 
reka treiben; lesa lesen; trega betrüben, vega (prät. vä §230,2) 
aufheben, wiegen, wägen. 

Anm. 1. Von trega sind prät. sg. und pl., von freta prät. pl. und 
part. prät., von leka prät. pl., von feta part. prät. nicht belegt. Die neben- 
formen frata, fata (gebildet wie valla, prpngua u. a., s. § 493 anm.) gehen 
schwach nach § 509; so bisweilen auch freta und gew. trega, das aber 
auch ein prät. tregpa in der bedeutung 'betrauerte' aufzuweisen hat. 

Anm. 2. Sehr seltene nebenformen sind: inf. giafa (s. § 95 anm. 4), 
prät. sg. gäf (Rimb. , St. Hoin.), mät (No. Hom.; vgl. § 498 anm. 7, §496 
anm. 4 und Wadstein, Arkiv VIII, 89); prät. pl. anorw. (No. Hom., leg* 
Olafssaga) mötom (s. § 116). Aisl. dröpom, götom, (beides z. b. in St. Hom.) 
sind entweder als nur ungenaue Schreibungen statt dröpom, götom oder 
als anal, neubildungen nach nömom , kopom (§ 498) u. dgl. aufzufassen 
(vgl. borom, skörom § 496 anm. 4, pögom § 498 anm. 7). 



§ 498. Besondere ab weichungen zeigen : 



eta, eta, s. anm. 1 dt, s. anm. I 

essen 
fregna fragen, s. anm. 2 frd §230,2 



ötom 



kuap,kuat§238 
anm. 12 



frögom 

kuöpom, kopom 
§ 77, 11 



kaepa sagen 

rek(k)ua § 82, 3, 

§ 279, 2 dunkeln 
siä (sea § 133, b, 2, 

§ 230, 1) sehen 
vega (anorw. auch 

viga) töten 
vesa, vera sein 

rom § 77, 11 

und mit dem präsens vokal i nach § 168, 3 : 



sd § 122 



va, s. anm. o 



vcis, var 



söm § 132, söm 

§116 
vögom 

vörom, seit. (v)6- 



etenn 

fregenn 
kuepenn 

ntr. rekk(u)et 

senn § 130 

vegenn (anorw. 

auch viginn) 
ntr. veret, seit. 

veset 



§ 498. Klasse 5 der ablautenden verba. 335 

bipia bitten bap bopom bepenn 

liggia § 279, 1 liegen lä § 230, 2 logom legenn 

sitia sitzen seit sotom setenn 

piggia empfangen pä pögom pegenn 

Anm. 1. Neben ein tritt eta (ieta § 103), wo die vokallänge wol ans 
dem prät. ät (got. fr-et, lat. edi, gr. eö-rjöa) herübergenommen ist, schon 
seit dem anfange des 13. jahrhs. auf, s. B. M, Olsen, Germania XXVII, 262 f. 

Anm. 2. In fregna ist n ein spezifisches präsenssnfiix, das den übrigen 
Stammformen fremd ist; vgl. § 496 anm. 2 sowie lat. cerno, sino, Uno u. dgl. 
Statt präs. fregn kommt sehr seit, freng (st. *frengn, vgl. §239,2) oder 
freg (zu dem prät. frei, frögom neugebildet nach reg : vd , vugom) vor; 
s. Fritzner. Das wort geht auch schwach nach § 515, später und seit, auch 
nach § 509. 

Anm. 3. Von kuepa kommt einigemal (in alten handschr.) auch prät. 
sg. kuad (in Verbindungen wie kuap pat 'sprach so' entstanden, vgl. 
§ 238, 1, a) vor; wenn das folgende wort mit p (oder 8) anlautet (sonst 
sehr seit., s. Arkiv X, 207 note), steht sogai bisweilen kua (vgl. Hoffory, 
Arkiv II, 33 ff. ). Dem prät. pl. kupom nachgebildet ist der seit, anorw. 
(s. Hsegstad, Vestno. maalf. I, s. 140, und Hertzberg) sg. köÖ, pass. koz 
(*köp-S); vgl. aschw. köp. 

Anm. 4. Von siä kommen spät im präs. statt se, ser, mm, sep die 
formen siai, -ir, -im, -it (wie nach §509 gebildet" vor. Anorw. steht im 
prät. pl. bisweilen (wie im aschw. immer) sägom , s. Hsegstad, a. o. , II, 1, 
s. 76 und II, 2, i, s. 200. 

Anm. 5. Vega {riga — so regelmässig im Cod. Rantzovianus des 
Gulathingsgesetzes — vgl. § 60; gehört urspr. der 1. ablautsklasse (vgl. 
got. weihan, ahd. ic'igan). Demnach ist prät. rü aus *ica//< (s. §54,1, 
§ 317, 3, a) entstanden und pl. vjgom neubildung statt *vigom. 

Anm. 6. Ueber den Wechsel von s und ;■ in vesa, vera s. § 317, 4. 
Im inf. und prät. sg. sind die formen vera, rar, wo r auf Übertragung aus 
den übrigen formen beruht (wie umgekehrt s im part. reset), jünger als 
KM, vas, kommen aber schon bei den dichtem seit Einarr Skvilason c. 1140 
(s. Jönsson, Skjaldesprog s. 93) sowie in den ältesten hdschr. vor (z. b. Eimb. 
und Placitüsdrapa). Die formen mit s kommen noch vereinzelt bei Snorre 
und einmal in der etwa gleichzeitigen Liknarbraut vor, sind aber später 
ganz ausser gebrauch (vgl. Palseographisk Atlas 1905, s. VI). — Das im 
inf. einmal belegte rasa (St. Hom.) dürfe nur Schreibfehler sein; vgl. aber 
mnorw. (und shetl.) vara § 149 anm. 2 und § 497 anm. 1. — Ueber die sehr 
eigentümliche flexion des präs. s. § 532, 3 und § 537. 

Anm. 7. Sonstige seltene nebenformen sind: inf. sita (porkelsson, 
Beyging) nach präs. sit; präs. konj. pege neben dem gew. (nach dem inf. 
gebildeten, s. § 279, 1) pigge (s. porkelsson, Supplement IV, 186); prät. sg. 
bäÖ (Wadstein. F. Hom. s. 121), sät (Wadstein. Arkiv VIH,89), vär (mehr- 
mals in No. Hom., s. Wadstein, F. Hom. s. 121) zu pl. bopom usw. neugebildet 
(nach ät : otom; vgl. § 496 anm. 4 und § 497 anm. 2), mnorw. einmal (s. Hseg- 
stad, a. o. II, 1, s. 76) lag (wie im mschw. sehr oft) st. lä; prät. pl. frögom 



336 



§ 499. 500. Klasse 6 der ablautenden verba. 



(Fritzner; ungenaue Schreibung statt frggom?), pögom (Islendinga Bok, 
ed. Jonsson, s. XVII), vgl. § 496 anm. 4, § 497 anm. 2; part. prät. spät 
rekkuat (Fritzner II, 1099), anorw. einmal (alt, aber vielleicht Schreibfehler) 
voret st. veret, s. G. T. Flom, The University Studies IV, 2, s. 29. 

Anm. 8. Vereinzelt stehen prät. sg. huak (Ägrip, ed. Dahlerup, s. 15 17 ) 
wankte (vgl. das schwache huika wanken nach § 509) und part. prät. iäenn 
zu iä (&h(\.. jehan, s. Liden, Arkiv III, 240 f.) versprechen, das sonst schwach 
nach § 520 geht. 



Klasse VI. 

§ 499. Verben der sechsten ablautsreihe (§ 170), z. b. 
fara fahren, för, förom, farenn; 
taka nehmen, tök, tökom, teJcenn (anorw. twkinn) § 74. 

§ 500. Wie fara gehen: ala ernähren, gala singen, kala 
frieren, mala mahlen; grafa graben, skafa schaben; hla])a 
(auf)laden, vafia (prät. 6p, öpom, später vöd, vodum, s. § 235, 1, a 
mit anm. 1) waten ; und mit besonderen abweichungen : 



äeyia <*daujan) sterben 


dö (*dou) 


dorn {*döwum 


däenn § 163, 1 








§130) 




geyia bellen 


9 Ö 




göm 


— 


hefia heben 


höf 




hofom 


hafenn 


kefia niederdrücken 


köf 




köfom 


kafeun 


skepia schaffen 


sköp 




sköpom 


— 


standa stehen 


stop 




stöpom 


stapenn 


sueria schwören 


s(u)ör 
mit 


§ 235, 1, a 
anm. i 


s(u)6rom 


suarenn 


vaxa wachsen 


öx 




öxom, uxom 
§170 anm. 2 


vaxenn 



Anm. 1. Auch schwach nach § 512 gehen kefia (bes. in alter zeit), 
skepia (im part. prät. immer) , sueria, nur im part. prät. (aber dort fast 
immer) hefia. Das mit skepia gleichbedeutende skapa geht schwach nach 
§ 509 ; so seit, im prät. misl. gala (üislason, Efterladte skrifter II, 181), seit, 
im part. prät. anorw. skafa (s. Hertzberg). 

Anm. 2. In standa ist n ein spezifisches präsensinfix, das von alters 
her den übrigen Stammformen nicht zukommt; vgl. lat. tundo, ttmgo, 
cumbo u. dgl. 

Anm. 3. Sehr seltene nebenformen sind: inf. anorw. (s. Haegstad, 
Arkiv XX, 365) fera (nach dem präs.); prät. (schwach) aisl. deype, anorw. 
debe (s. Fritzuer), aisl. vexta (s. Vigfusson) den inf. anorw. (s. Hsegstad, a. o.) 
vexa (got. wahsjan , aschw. vtexa) voraussetzend; prät. pl. aisl. (St. Hom.) 
grofom (vgl. grdifr § 170 anm. 1) den inf. anorw. (s. Hsegstad, a. o.) grefa 
nach § 497 (aschw. gra>va) ; anorw. (Streugleikar, s. 70) häfom ist vielleicht 



§ 501. Klasse 6 der ablautenden verba. 337 

nur Schreibfehler (vgl. aber §170 anm. 1): part. prät. ntr. anorw. dät(t), 
den synkopierten kasus, pl. deiner u.dgl., nachgebildet (s. § 159), anorw. 
einmal (s. Flom, a. o., s. 42) tikit st. teekit (Schreibfehler? Vgl. jedoch aschw. 
präs. tiker und oft konj. tiki). 

Anm. 4. Nur im prät. sg. belegt ist aisl. (und nisl. , s. porkelsson, 
Beyging) hnöf 'schnitt ab". 

§ 501. Wie taJca gehen diejenigen verba. bei denen nach 
dem wurzelvokale im part. prät. ein palatal folgt. Ganz gehen so 
aka fahreD, skaJca schütteln und mit besonderen abweichungen: 

draga (anorw. auch drega drö §230,2 drögom dregenn (anorw. dree- 
§ 172, 4) ziehen ginn und dregenn) 

flä(*flahan§ 230,1, §130) flö flögovi flegenn 

schinden 
hlceia (*hlahjan § 123) hlö hlögom hlegenn 

lachen 
klä reiben kiö klugem hlegenn 

slä schlagen slö slögom slegenn 

puä waschen p{u)ö § 235, 1, a p{u)ögom puegenn 

mit anm. 1 

Anm. 1. Ueber den Wechsel zwischen (einstigem) h und g in flä, 
hlctia, slä, puä s. § 317, 3, a. Klä flektierte urspr. wie deyia (§ 500), aber 
statt *kleyia (dän. kle) wurde klä neugebüdet zu dem präs. klcer (*klaiciR; 
vgl. umgekehrt präs. deyr st. *dcer nach deyia wie nom. niey st. mti-r nach 
gen. meyiar § 163, 1) nach dem muster slä : sUer; zu prät. klö wurde pl. 
hlögom st. *klöm (vgl. aschw. später döghom st. dorn) gebildet nach slö 
: slögom, und ebenso part. klegenn st. *kläenn nach slegenn. 

Anm. 2. Auch schwach nach § 509 geht aha (seit.). Slä geht im 
prät. auch nach § 506: slera, slera, pl. slerom, slerom. 

Anm. 3. Seit, nebenformen sind: prät. sg. slög (s. porkelsson. Beyging) 
mit aus dem pl. entlehntem % : part. prät. ntr. anorw. dragit (Elis saga). 
mnorw. taket (Hsegstad, Kong. s. 38), nach anm. 5 zu erklären. 

Anm. 4. Von dem schwachen (nach § 509) gnaga nagen sind zwei starke 
formen je einmal belegt (s. porkelsson, Beyging): 3. sg. präs. ind. aisl. gnegr 
und part. prät. ntr. anorw. gnaget (nach den synkopierten kasus, vgl. anm. 5 
und aschw. gnaghin). Vereinzelte part. prät. sind: fegenn (ags. gefa>gen, 
vgl. got. fahsds und faginün) froh, vakenn wach zu vaka (schwach nach 
§519,1; got. wakan) wachen und der name Präenn zu preyia (schwach 
nach § 513, 5) oder prd (nach § 511 : vgl. klä , s. anm. 1 oben) sich sehnen. 

Anm. 5. Part. prät. hat — von den vereinzelten norw. dragit, taket 
(s. anm. 3), gnaget (s. anm. 4) abgesehen — den Wechsel von umgelautetem 
vokal in den nicht synkopierten und unumgelautetem vokal in den 
synkopierten kasus (s. § 74) durchgehends (vgl. doch Konungs skuggsiä 
dreeginn : nom. pl. f. dragnar ; gezogen') zugunsten des umgelauteten aus- 
geglichen, z.b.tekenn, pL tekner st. *takner (wonach umgekehrt aschw. 
takinn) 'genommen'. 

Noreen, Altisl. gramm. 4. auü. 22 



338 



§ 502. 503. Klasse 1 und 2 der reduplizierenden verba. 



b) Reduplizierende varba. 

§ 502. Klasse I. Verba der ersten ablautsreihe. Hier- 
her gehören nur: 

heita heissen het hetom heitenn 

leika spielen lek lekom leilcenn 

sueipa fegen, wickeln sueip suipom (Fritzner III, 624) sueipenn 

Anm. Seltene nebenformen sind: prät. heit, -om (s. Olsen, VQlsunga 
saga, s. XXI, Hb., s. XXXVII, Haegstad, Kong. s. 38 u. a., wol nicht alles 
Schreibfehler — wie Hesselman, Arkiv XXVII, 360, vermutet — sondern 
zum teil nach §154 zu erklären), sg. hat (s. §280, 1), hit (Hauksbök, 
s. Brenner, Literaturblatt 1885, sp. 54). Sueipa geht gew. schwach nach 
§ 509 oder § 515. Ein isoliertes part. prät. ist eikenn rasend. 



§ 503. Klasse IL 
Hierher gehören: 



Verba der zweiten ablautsreihe. 



auka vermehren 


iök 


iökom, iukom 


aukenn 


ausa schöpfen 


iös 


iösom, iusom 


ausenn 


hlaupa laufen 


hliöp 


hliöpom, hlupom 
(anorw. auch liupuni) 


hlaupenn 


büa wohnen, 


biö (anorw. auch 


bioggom, biuggom 


büenn 


bereiten 


biugga, biogga) 






hogg(u)a § 227, 2 


hiö (anorw. auch 


hioggom, hiuggom 


hggg(u)enn 


hauen 


hiogga) 






Anm. 1. Seltene nebenformen sind: inf. böa, wenigstens durch das 



öfter im anorw. als im aisl. belegte substantivierte part. präs. böande (s. § 422 
und vgl. § 166 anm. 2) bezeugt, anorw. heggua (und part. prät. hegguenn; 
s. Hertzberg) nach dem präs. heggr (wie umgekehrt bisweilen hgggr nach 
hgggua) ; prät. sg. hiü (s. Larsson) und mnorw. (wie aschw.) hiogg (s. Hsegstad, 
Vestno. maalf. II, 2, i, s. 200), anorw. (s. Fritzner II, 4, sp. 2; ebenso im 
dalekarlischen, s. Noreen, Sv. landsm. IV, 144 f.) lep (vgl. §172, 1) und mnorw. 
lep (Hfegstad, a. o. II, 1, s. 87) § 295 anm. 3, aisl. (wie im anorw., s. oben) 
biogga (s. Jönsson, Skjaldesprog s. 99) und mit aus der 2. 3. sg. entlehntem 
gi (s. § 263 anm. 1) anorw. bygga (s. Haegstad, a. o. II, 1, s. 87 und II, 2, i, 
s. 200, 204) oder (wol nach dem pl.) biuggia (s. Wadstein, Arkiv VIII, 87); 
prät. pl. hiuggiom (s. Larsson), hioggiom, bioggiom, buggiom (Schreib- 
fehler?) alle mit gi nach § 263 anm. 1, misl. hlaupum (Olson, Yngvars 
saga, s. LXIV) und anorw. laupom (s. Wadstein a. o., s. 90). Zur erklärung 
der formen s. Noreen, Geschichte 3 §240 und 243; anders Lindroth, Arkiv 
XXIV, 353 f., noch anders Wood, Modern Phüology XIV, 2, s. 63. — Ueber 
part, prät. ntr. büt neben bitet s. § 159. 

Anm. 2. Auch schwach flektieren auka (bes. im anorw.) nach § 509 
und im anorw. büa nach § 519, II (doch nicht im präs.). 

Anm. 3. Von bauta schlagen sind nur präs. ind. pl. und (als zweites 
glied in Zusammensetzungen) part. prät. (dicht.) belegt; später auch ein 



§ 504. 505. Klasse 3 und 4 der reduplizierenden verba. 



339 



schwaches prät. bautapa nach § 509. 
'vom Schicksal bestimmt". 



Ein isoliertes part. prät. ist aiipenn 



§ 504. Klasse m. Verba 


der drittel 


i ablautsreihe. 


Hierher gehören: 








blanda mischen 


blett (*blind) §220, 
§266, 2, §110,1 


blendom 


blandenn 


fä(*fanhan §317, 3, b. 


fekk (*fing) § 220, 


fingom, später 


fingerin, fengenn; 


§ 130) bekommen 


§266,3,b,§110,l 


fengom 


vgl. anm. 1 


falda den köpf be- 


feit § 220 


feldom 


faldenn 


decken 








falla fallen 


fett 


fdlom 


faflenn 


ganga gehen 


gekk (*ging) 


gingom. 
später gengom 


gingenn, gengenn 


halda halten 


heit 


heldom 


haldenn 


hanga hangen 


hekk (*hing) 


hengom 


hangenn 



Anm. 1. Von fä heisst die 3. sg. präs. konj. ein paarmal (s. Fritzner) 
fange (st. fäe); .der inf. fanget, welcher sich zn fä verhält wie hanga zu 
got. hähan, bedeutet gew. -fangen' (und wird schwach nach §509 flektiert), 
seit, 'bekommen'; ebenso heisst die nicht seltene part. prät.-form fangenn 
gew. 'gefangen'. Zu ganga kommt mehrmals (s. porkelsson, Beyging) 
eine 3. sg. präs. ind. aisl. gingr (st. gengr) vor wie von einem inf. *ginga 
(vgl. ?ahd. gingen, litau. zengiu, § 167 und Kluge, Beitr. z. gesch. d. germ. 
conj. s. 84, 160; anders Kock, Beitr. XXIII, 508). Die im Cod. Tunsb. belegte 
3. sg. präs. konj. hange ist wol mit dem aschw. inf. heengia zu vergleichen. 
Sehr seltene nebenformen sind ferner: prät. sg. feil (st. feit) § 275, § 317, 2, b, 
anorw. gikk (Haegstad, a. o. II, 1, s. 87; wie im aschw.), hell § 275, § 317, 2, b 
oder hüt (mehrmals heilt geschrieben, s. Wadstein, Arkiv VIII, 89 und 
Hsegstad, G. Tr., s. 70); prät. pl. anorw. hiaüdo (s. porkelsson, Beyging; agutn. 
hieldu), mnorw. heldo, hello (s. A. B. Larsen, Lydlaeren i den solerske dialekt, 
s. 135; aus *hieldo < *hioldo, s. An. gr. II, § 75, 2 und § 313 anm. 2). 

Anm. 2. Hanga geht im präs. ind. immer, im prät. sg. und pl. oft 
schwach nach § 519. Falda geht selten , blanda oft schwach nach § 509. 

Anm. 3. Ein isoliertes part. prät. ist aldenn alt (vgl. got. us-alpan 
altern). 

Anm. 4. Ueber die (späte und seltene, s. Egilsson und porkelsson, 
Supplement FV) nebenform gä zu ganga, welche ursprünglich zwei ganz 
verschiedene verba sind, s. Lorenz en, Tidskr. f. Fil. >".R. IV, 223 ff.; Mahlow, 
Die langen vokale, s. 136 ff.; v. Fierlinger, K. Z. XXVII, 432 ff. 

Anm. 5. Prät. pl. fengom , gengom, hengom, blendom sind dem sg.. 
part. prät. fingenn, gingenn dem prät. pl. und dem inf. *ginga (vgl. anm. 1 
oben) nachgebildet. 

§ 505. Klasse IT. Verba, die im inf. und part. prät. 
der siebenten ablautsreihe (§ 171) angehören, im prät. dagegen 
— wenigstens anscheinend — der ersten (§ 165. anm., vgl. 

22* 



340 § 506. Klasse 5 der reduplizierenden verba. 

§ 172, 2). Hierher gehören folgende verba. die in zwei gruppen 
zerfallen, je nachdem der inf. ä oder 6 als wurzelvokal zeigt: 



•. bläsa blasen 


bles 


blesotn 


bläsenn 


grata weinen 


gret 


gretom 


grätenn 


huäta stossen 


— 


— 


huätenn 


lata lassen 


Ut 


Mtom 


lätenn 


räpa raten 


rep 


repom 


räpenn 



Anm. 1. Im inf. kommt neben lata nicht seit, lata vor (s. Gislason, 
Njäla II, 920 f.), urspr. wol nur wenn das wort proklitisch stand (s. § 151, 1). 
Ausserdem kommt anorw. bisweilen (s. z. b. Hertzberg) leta vor, wol nach 
dem präs. anorw. letr (s. Wadstein, F. Hom. s. 52, und Hertzberg; aus lottr 
verkürzt in proklitischer Stellung, s. §151,6) gebildet. Auffallend sind 
die seltenen anorw. (z. b. in No. Hom. und Spec. reg.) formen: 2. pl. imperat. 
UtiÖ, litit. — Neben huäta steht seit, anorw. höta (s. § 171 und vgl. II unten). 

Anm. 2. Im prät. kommen folgende, mehr oder weniger seltene, neben- 
formen vor: lit (agutn. Ut) Hauksbök (vgl. hit § 502 anm.), anorw. lett 
s. § 280, 1, pl. Utom (z. b. Cod. AM. 677, 4°; agutn. litum), reiß § 172, 2; mnorw. 
prät. pl. lötom (s. Hsegstad, a. o. II, 1, s. 87; vgl. das aschw.). 

Anm. 3. Im part. prät. kommt neben huätenn (s. Bugge, Tidskr. f. 
Fil. N. R. III, 264) später ein schwaches huätat (s. porkelsson, Supplement II), 
neben lätenn ein anorw. letenn (s. Hertzberg und Hsegstad, a. o.; vgl. inf. 
leta anm. 1 oben) je lmal vor. Ein isoliertes *brä£>enn (aschw. bräpin und 
ahd. gibrätan) wird von dem schwachen bräpna 'geschmolzen werden' 
vorausgesetzt. 

II. blöta opfern biet bletom blötenn 

söa feierlich töten — — söenn 

Anm. 4. Auch schwach nach § 509 gehen sowol blöta (im präs. ind. 
und prät. gewöhnlich) wie später söa. 

Anm. 5. Ein isoliertes part. prät. ist flokenn 'verworren', 'verwickelt' 
(gleich ahd. far-fluohhan?). 

§ 506. Klasse V. Verba, bei denen die alte redupli- 
kationssilbe noch bewahrt ist (s. Noreen, Geschichte 3 § 244). 
Hierher gehören z. b. 

röa rudern rera, rera § 77, 3 rerom, rerom röenn 

sä säen sera § 317, 4, sera serom, serom säenn 

snüa wenden snera (*snesö-), snera snerom, snerom snüenn 

Nach röa geht gröa keimen, nach snüa geht gmia reiben. 
Von sld (s. § 501) schlagen kommen alternativ die nach sd 
gebildeten formen prät. sg. slera, slera, pl. slerom, slerom vor. 

Anm. 1. Sä kann (schon vor 1200, s. Jonsson, Arkiv Xin, 267) auch 
schwach nach § 511 gehen. Von snüa ist ein schwaches part. prät. snüpr 
einmal in St. Hom. belegt. 



§507.508. Schwache verba. ;,, 4l 

Anin. 2. Hierher gehört auch die einmal (aus Cod. AM. 677. 4°) be- 
legte 3. sg. prät. bnere zu einem *bnüa (got, bnauari) reiben. 

Anm. 3. Das prät. sg. dieser verba flektiert schwach (§ 533). 

Anm. 4. Ganz anders entstanden sind die §488 mit anm. 1 erwähnten 
prät. frera, frera und k«ra. kern. 



II. Schwache verba. 

§ 507. Diese bilden regelmässig ihr prät, (und part. 
prät.) durch zusatz eines Ö. seit, t (§ 518. 1; § 522.2; § 523,3; 
§ 525). d (§ 513, 3; § 524, 2 und 3; § 526), p (§ 523, 1 und 2; 
§ 526) oder s (§ 522. 1). Wenn durch synkope dies Ö mit 
einem vorhergehenden konsonanten zusammentrifft, treten die 
in § 238 dargelegten lautgesetze ein, so dass das d sich oft 
als rf, p, t zeigt. 

Anm. Selten kommen formen ohne dentale ableitung (s. Noreen, 
Geschichte 8 1,635, §246,3 und § 256,3; anders Wood, Modern Philology 
XIV, 61 f.) vor, z. b. in St. Hom. prät. ind. 3. sg. horf(p)e, haf(p)e, skelf(p)e, 
misgeri p)e, hug(p)e-sk, 2. pl. sog(p)op, part. prät. vaf(p)r, sef(P)r, lag(p}r, 
sag(p)r, samteng(p)r: in No. Hom. prät. ind. 3. sg. horf\Ö)e, part. prät. 
samtcengid)r, lag(Ö)r. Gewöhnlich sind part. prät. gprr, sparr neben dem 
seltenen anorw. ggrör, gerbr (s. § 518 anm. 3) 'gemacht' und dem nur im 
ntr. belegten sparat 'gespart'. Vgl. das aschw. und adän. 

§ 508. Dagegen ist die bildung des präsensstammes 
sehr verschieden. Je nach dem ausgange der 1. sg. präs. ind.. 
wo der präsensstamm am deutlichsten hervortritt, kann man 
vier schwache konjugationen unterscheiden: 

1. Präs. sg. auf -«. prät, sg. -ada, part. prät, -aör, z. b. 
kalla, kallaPa. TcallaPr zu kalla rufen. 

2. Präs. sg. auf konsonantisches *-i (das nach § 226 
sonantisch wird, um dann nach § 155 fortzufallen), prät. ^g. 
■da (ohne ?'-umlaut der Wurzelsilbe, s. § 66, 2), part. prät. -{i)ör 
(ohne /-umlaut, s. §67, b), z. b. vel, valpa. vdl{e)Pr zu velia 
wählen. 

3. Präs. sg. auf sonantisches (und zwar ursprüngliches) -i 
(mit i- umlaut der Wurzelsilbe), prät. sg. -da (mit z'-unilaut), s. 
§ 66, 1), part. prät. -Ör (mit t'-umlaut). z. b. styre. styrpa, styrpr 
zu styra steuern. 

4. Präs. sg. auf (aus ai entstandenes) -e (im allg. ohne 
j-umlaut der Wurzelsilbe s. § 66, 4, vgl. aber § 73). prät. sg. -da 



342 §509 — 511. Schwache koujugation 1. 

(ohne «'-umlaut), part. prät. -adr oder -ör (ohne i-unilaut), z. b. 
spare, sparpa, sparat (ntr.) oder sparßr zu sparet, sparen. 

a) Erste schwache konjugation. 
§ 509. Hierher gehören die meisten aisl.-anorw. verba, z. b. 



elska lieben 


präs. elska 


prät. elskapa 


part. prät. elskapr 


stgpua aufhalten 


stgpua 


stgPuapa 


stppuapr 


heria verheeren 


heria 


heriapa 


heriapr 


spä prophezeien 


spä 


späpa 


späpr§ 130 



und bes. die vielen abgeleiteten verba auf -na, z. b. 

vakna erwachen vakna vaknapa vaknapr 

Anm. Im prät. können flöa fluten und das deponens öask sich fürchten 
nach § 519, 1 gehen ; glöa glühen, leuchten so auch im präs. Visa zeigen 
kann anorw. im prät. und part. prät. nach § 515 gehen. 

§ 510. Verba wie heria sind von denen, die wie heria 
(§512) gehen, wol zu unterscheiden. Die ersteren sind, der 
regel nach, denominativa zuja-,jö- (oder «'-)stämmen; bei den 
letzteren dagegen ist -i- ein verbales ableitungssufflx. Nach 
heria (zu herr § 389) gehen z. b. dnyia erneuern, belia brüllen, 
brynia die brünne anziehen, brytia zerstückeln, byria (zu byrr 
§ 389) beginnen, dysia begraben, eggia (zu egg § 381) anreizen, 
emia heulen, gilia verlocken, gneggia wiehern, grenia heulen, 
ipia sich womit beschäftigen, kilia zanken, Myfia belasten, 
klceia jucken, lyfia (zu lyf § 382) heilen, netia mit netz fangen, 
nytia melken, rifia auswickeln, skynia (zu skyn § 382) ein- 
sehen, stefia (zu stef § 369) hindern, syfia schläfrig machen, 
synia verweigern, vefiia wetten, vitia besuchen, ßefia riechen. 

Anm. Synia kann später (wie im aschw.) nach § 512 gehen ; so auch 
bisweilen im anorw. byria geziemen, anstehen. Vgl. feria §513 anm. 6. 

§ 511. Wie spä (aus späa), also mit kontraktion (§130), 
gehen nur wenige verba wie fd (< fda § 130 < urn. *füian 
§ 66, 2 < *fähian § 230, 1 < *faihian § 54, 1 ; das präs. fd aber 
ist eine neubildung, nach dem inf. und dem ebenfalls laut- 
gesetzlichen prät. fdpa, statt *fce < *fcei § 135, § 62 anm. 1 
< urn. fäi Vatn § 230, 1 < fähi Äsum, Stora Noleby § 54, 1, 
statt *fah(i)u, s. § 153 anm.) malen, fiä hassen (dicht.), md 
abnutzen, skrd anschreiben und die neubildungen strd (statt 



§ 512. 513. Schwache konjugalem 2. 



34( 



*streyia. aschw. strffia, nach prät. sträpa uiid der analugie von 
preijia : ßrdpa u. dgl. § 513, 5; vgl. ßrd § 513 anm. 5) streuen. 
pid (s. § 235 anm. 4) knechten. 



b) Zweite schwache konjugation. 

§ 512. Hierher gehört eine ziemlich grosse anzahl von 
verben mit kurzer Wurzelsilbe, z. b. 



krefia verlangen kref 

beria schlagen ber 

telia erzählen tel 

venia gewöhnen mm 

temia zähmen fem 

gießt a erfreuen glep 

vek{k)ia § 279, 1, Bei 

anorw. seit, vekua 

§ 82, 12, erwecken 
glepia narren 

flytia fortschaffen flyt 

bysia strömen bys 

leggia § 49, § 279, 1 legg 

legen 

lyia zerquetschen ly 

ctia weiden ob 



krafßa 

barßa 

talßa, später talda 

§ 238, 1, b 
ranßa, später randa 
tamßa, später tamda 
gladda § 238, 1. a 
vakßct §238,2,c, 

später vakta 



kraf(e)ßr 
bar(e)ßr 
taJ(e)pr, taldr 

van(e)ßr, cundr 
tam(e)ßr, tamdr 
gladdr § 428, 2 
vak(e)ßr, vaktr 



glep glapßa, später glapta glap(e)ßr, glaptr 



flutta § 276 
busta § 238, 2, 
lagßa 

lüßa 
äßa 



fluttr § 428, 2 

lag{e)pr (vgl. jedoch 
§507 anm., §5 14 anm.) 
lü{e)ßr 
ä{e)pr 



Anm. 1. Ein ausführliches Verzeichnis hierher gehöriger verba findet 
sich bei Wimmer, Forn. forml. § 145 — 148. Vgl. auch Jonsson, Skjaldesprog 
8. 105 ff. 

Anm. 2. Vereinzelte fälle von /-umlaut im prät. und part. prät., wie 
dynda zu dynia donnern, gremßa zu gremia erzürnen (s. "Wadstein, Beitr. 
X VII, 417 ff., wo auch viele andere beisp. angeführt sind), kefßr zu kefia 
(s. Fritzner) ersticken, vendr (statt vandr s. oben) in rimur (s. Gislason, 
Efterladte skrifter II, 183) oder anorw. ütrektr (s. Hertzberg) zu ütrek(k)ia 
ausdehnen, beruhen wol teils auf entlehnung des präsensvokals, teils wol 
auch auf kontamination von urspr. *vetießr, acc. vandan u. dgl. (s. § 67, b). 
Vgl. § 514 anm. Heber hueitr und mettr s. § 428, 2 und § 66, 1. 

§ 513. Besondere abweichungen zeigen sich in vielen fällen: 
1. Im präs. (auch inf.) gehen wenigstens alternativ, nach 

§515: 

fyrua ebben (impers.) fyruer (3. sg.) furße (3. sg.) — 

melia, melua § 82,6 zer- mel, meine malßa, melpa — 

malmen 

smyria, smyrua schmieren smyrue, s. § 532, 5 smurßa smurpr 



344 § 513. Schwache konjugation 2. 

veJcia (anorw. vcekkia), vek- vek (anorw. auch vakpa, vakta, vakpr,vaktr 
(k)ua § 82, 12, § 279, 1 u. 2 voekki) vekta (Fritzner) 

zum fliessen bringen 

2. Im prät. (auch part. prät.) gehen, wenigstens alter- 
nativ, nach § 515 : 

fryia absprechen fry fryßa, seit, früpa fry(e)pr 

gnijia lärmen gny gnüpa, seit, gnypa oder — 

gnipa § 163, 2 



hlyia § 68, 4 wärmen 


— 


hlepa 


— 


hlyia schirmen 


hlxj 


hlüpa, alt seit, hlepa § 163, 2 


hlü(e)t (ntr.) 


knyia drängen 


kny 


knypa, knüpa, dicht, auch 


kny(e)f)r, knü(e)pr, 






knipa(s. Jonsson, Skjalde- 


knipr 






sprog s. 107) § 163, 2 




lyk(k)ia § 279, 1 


lyk 


lukpa, lukta, später lykpa, 


lukpr, luktr, 


zuschliessen 




lykta 


später lykpr, lyktr 


melua s. 1 oben 








sek(k)ia § 279, 1 


sek 


sekpa, sekta 


sekpr, sektr 


schuldig machen 








selia verkaufen 


sei 


selda § 238 anm. 5 


seldr 


setia setzen 


set 


setta 


settr 


*syia (got. siujan) 


— 


sepa 


sepr, sepr 


nähen 








vek(k)ua s. 1 oben 









Anm. 1. Zur erklärung von lykpa, sekpa s. Kock, Beitr. XVIII, 436 f. 
Ueber selda (*saldiÖo), setta (urn. satido Rö) s. E. Noreen, Sprakvetenskapliga 
sällskapets förhandlingar 1916 — 1918, s. 98, resp. A. Noreen, ib. s. 91 (vgl. 
oben § 428, 2). 

Anm. 2. Knyia hat seit, ein prät. knijiapa, kniapa nach § 509. Ueber 
inf. knia s. §163,2. — Sehr seltene anorw. nebenformen sind: prät. sg. 
fryiöa (nach dem inf., wie flyida § 488 anm. 2; Wadstein, F. Hom. s. 63), 
pl. sgldum (Wadstein, Beitr. XVII, 422 note; aschw. saldum), sattum (Wad- 
stein, Der umlaut von a, s. 44; aschw. sattum). 

Anm. 3. Ueber die ursprünglich starken verba flyia, spyia, tyia s. 
§488 mit anm. 2—4. 

3. Das prät. ist, auch in der ältesten zeit, mittelst -d 
(nicht ö) gebildet (s. § 238 anm. 5) ausser bei selia (s. oben 2) 
auch bei 

vilia wollen vil vilda vüiat (ntr.), adj. viliapr, vilpr erwünscht, 

dessen part. prät. übrigens alternativ nach § 509 gebildet ist. 

Anm. 4. Ueber die flexion des präs. von vilia s. § 532, 7. — Ein aisl. 
prät. skilda (neben skilpa) wird vielleicht (vgl. aber § 260) vom misl. skilldi 
(gegenüber dualdi u. dgl., so konsequent in Yngvars saga, Olsoris ausg. 
s. LXX; vgl. nschw. sklMe gegenüber välde u. dgl.) 'schied' vorausgesetzt. 



§ 514. Schwache konjugation 2. § 515. Schwache konjugation 3. 345 

4. Im pari prät. schwankt nach §519,1 

hyggia meinen hygg hugpa hngpr, hugat (ntr.) 

5. Aus einem urgerm. Wechsel zwischen antesonantischem 
-auj- und antekonsonantischem -aui- (s. § 163. 1) erklärt sich 
der Vokalwechsel in: 

heyia ausführen hey häßa hä(e)pr 

preyia sich sehnen prey präpa präpr 

Anin. 5. Statt preyia und prey kommt durch ausgleichuug später 
Prä (nach §511), statt liey auch hä (s. Jonsson. Skjaldesprog s. 106) vor. 
Anm. 6. Feria *mit der fähre über das wasser setzen" kann später 
ganz nach § 509 gehen. 

§514. Die nicht synkopierten formen auf -epr im part. 
prät., welche überhaupt der älteren spräche angehören (belege 
z. b. bei Jonsson. Skjaldesprog s. 105 f.), kommen nie bei verben 
vor. deren Wurzelsilbe auf ö oder t endet (z. b. fluttr. nie 
*flutepr, zu flytia), s. §428, 2; auch bei den meisten von den 
übrigen ist schon vorliterarisch die synkopierte form (seit um 
1100) belegt und bei vielen sogar durchgedrungen. Wo in 
der ältesteD spräche -ep- stand (also im sg. nom. m. f., gen. m. 
ntr., pl. nom. acc. ntr., s. §428,2), ferner in sg. gen. dat. f., 
acc. m. und pl. gen. tritt nach 1200 -en- ein nach der analogie 
der starken verba, gemäss der proportion ntr. malet : m. malenn 
= ntr. valet : x, z. b. sg. nom. m. valenn. i. valen. gen. f. valennar. 
acc. m. valenn, pl. nom. acc. ntr. valen statt valePr, vahp. valprar, 
calpan, valep zu velia wählen (aber nie *flutenn usw., weil 
kein *flutePr usw. vorhanden gewesen war). 

Anm. L T eber den mangelnden i-umlaut in den unsynkopierten kasus 
s. § 67, b. Ein lautgesetzlicher nom. acc. sg. ntr. mit umlaut ist ein paarmal 
angetroffen worden, z. b. legit zu leggia legen (s. Kock. Beitr. XVIII, 433). 
lemiÖ zu lemia (lahm) schlagen (s. H. Eydberg, Die geistlichen dräpur. 
s. XIV); vgl. auch § 512 anm. 2. 

c) Dritte schwache konjugatiom 

§ 515. Hierher gehören eine sehr grosse anzahl von 
verben mit langer Wurzelsilbe, z. b. 

erfa erben erfe erfPa erfpr 

fera fuhren f&re ferpa f»rf>r 

deggua betauen deggue degpa § 226, § 284 degpr 

kemba kämmen Jcembe kembpa,$pitkembda%238,l,'b kembpr, kembdr 



346 



§ 516. Schwache konjugation 3. 



shelfa schüttelu skelfe 

slengua schlingen slengue 

dema urteilen deme 

hirpa hewachen lihpe 



skelfpa, spät skelfda 
slengpa, spät slengda 
demßa, später d6mda 
hirda, hirpa, später hirta 

§ 238 anm. 2 
felda § 238, 1, b 
siglda 
Jcenda 
nefnda 

pydda § 238, 1, a 
senda § 283, § 276 schluss 
sekpa, später sekta § 238, 2, c 
eppa, später epta 
mätta § 276 
huesta § 238, 2, a 
lypta § 283, § 276 



skelfpr, skelfdr 
slengpr, slengdr 
dempr, demdr 
hirdr, hirpr, Mrtr 

feldr 

sigldr 

Teendr 

nefndr 

Pyddr 

sendr 

sekpr, sektr 

eppr, eptr 

mättr 

huestr 

typtr 



fella fällen feile 

sigla segeln sigle 

kennet kennen kenne 

nefna nennen nefne 

pypa deuten pype 

senda senden sende 

sekkua senken sekkue 
epa rufen epe 

m-äta begegnen möte 
huessa schärfen huesse 
lypta in die höhe lypte 
heben 

Anm. 1. Weitere beispiele sind in grosser menge verzeichnet bei 
Wimmer, Fora, forml. § 137—141 und § 143. Henta 'passen' geht oft, 
enda 'enden' und efla 'im stände setzen' selten nach §509. 

Anm. 2. Slekkua auslöschen hat im prät. neben gew. slekpa, -ta auch 
seit, slekpa (Jönsson, Skjaldesprog s. 102), slekta (Fritzner III, 428; vgl. 
aschw. sl&kkia, s. § 82,6) und slykta (Fritzner a. o.; vgl. §75 und An. 
gr.ll, §106,2,a). 

Anm. 3. Ueber späteres siglöa, nefnöa s. Geländer, Om övergangen 
av Ö <C d, s. 55 ff. 

§ 516. a) Verba, deren Wurzelsilbe auf,?, <j oder k endet, 
müssen nach §263 inf. auf -ia aufweisen, z. b. 



hneigia beugen 
syrgia trauern 
telgia verschneiden 
sprengia sprengen 
drekkia ertränken 



hneigpr 
syrgpr 
telgpr, telgdr 
sprengp/)', sprengdr 
drekpr, drektr 



hneige hneigpa 

syrge syrgpa 

telge telgpa, spät telgda 

sprenge sprengpa, spät sprengda 

drekke drekpa, später drekla 
Anm. 1. Weitere beispiele bei Wimmer, Fora, forml. § 142. In leiga, 
später leigia mieten und steik(i)a braten ist das kons, -i- schwankend. 
St. Hom. (g)lika statt sonstigen (g)likia 'gleichen' ist mit got. galeikon 
zu vergleichen. 

b) Einige verba, deren Wurzelsilbe auf -gw oder -kw endet, 
haben infinitivformen auf -ia neben -ua, z. b. 

byggua, byggia wohnen bygg(u)e bygpa bygpr 

prengua, prmgia, anorw. auch preng(u)e 

preengia § 82, 6 drängen 

pryskua § 82, 4, priskia , anorw. pryskue, 

auch preskia dreschen priske 



prengpa, spät prengpr, 
prengda prengdr 

priskpa, später priskpr, 
priskta prisktr 



§ 517. 518. Schwache konjugation 3. 347 

Anm. 2. Wie byggua gehen noch hryggua. -ia betrüben, skyggua, -ia 
überschatten, styggua, -ia erschrecken, tryggua, -ia ruhig machen; wie 
pryskua gehen kueykua (s. Jönsson, Skjaldesprog s. 102), keyk(u)a § 82, 13, 
keykia (Jönsson a. o., H. Bydberg, Die geistlichen dräpur, s. XXV), kueikta 
beleben und myrkua, -ia verfinstern. 

§ 517. Hierher gehörige verba, deren Wurzelsilbe auf l 
oder n ausgeht, haben gewöhnlieh prät. auf -da. part. prät. auf 
-dr (z. b. fella, sigla, kennet, nefna § 515). Unter umständen 
(s. § 238, 2, b) kommen aber bei solchen verben prät, auf -ta, 
part. prät. auf -tr vor, z. b. 

viUa irreführen vitte vilta viltr 

r&na rauben rcene mnta rctntr 

So gehen noch: hello, giessen. spilla verwüsten, stilla be- 
ruhigen, gylla vergolden; heia (später regelmässig) mit reif 
überzogen werden, vela (anorw. auch auffallend väla, s. Fritzner) 
hm sich womit beschäftigen, vela (aisl. auch vtiela, s. § 109; 
part. prät, jedoch im Cod. AM. 645, 4° einmal vceldr, vgl. anm. 2) 
überlisten, mcela sprechen (aber mala messen geht regelmässig), 
stdela stählen, ßla (auch regelmässig) höhnen; sysla (prät. systa, 
part. prät. systr § 291,7) verrichten, vixla (part. prät. vixtr 
§291,7, vixltr) wechseln, exla (prät. öxta, &xlia, part. prät 
oxtr § 291,7) vermehren; nenna wagen, senna sich auseinander- 
setzen, zanken, spenna spannen, ginna bezaubern, inna aus- 
führen, minna erinnern, minnash sich küssen, pynna dünn 
machen, kudena (auch regelmässig, s. Fritzner und Gislason, 
Efterladte skrifter II, 183) verheiraten; girna (s. Gislason, Um 
frumparta s. 110; gew. regelmässig) begehren, vdepna bewaffnen. 

Anm. 1. Sysla, vixla, exla gehen auch nach § 509; gylla, spilla, 
spenna in rimur auch regelmassig (s. Gislason, Efterladte skrifter II, 183). 

Anm. 2. Bei einigen von diesen verben , z. b. vüa überlisten (vgl. 
oben und Bugge, Arkiv II, 352 ff.), pynna, ist t nicht lautgesetzlich ent- 
standen, sondern beruht auf analogiebildung; ebenso das einmalige v£nta 
(s. Jönsson, Skjaldesprog s. 104) statt v&nda zu vaHia vermuten. 

§ 518. Besondere Unregelmässigkeiten zeigen : 
1. Einige verben, die das prät. schon urgermanisch mittelst 
t (unmittelbar an der Wurzelsilbe angefügt) bildeten; über 
die dann eintretenden konsonantischen Verhältnisse vgl. § 321, 
§ 267; die Wurzelsilbe hat natürlich im prät, keinen umlaut. 
Diese sind: 



348 § 519. Schwache konjugalem 4. 

sökia suchen seke söttet, später sekta söttr 

yrkia machen yrke orta § 321,. später orkta, ortr, später orktr, 

yr(k)ta §29\, 6 yr(k)tr 

pekkia gewahr werden pekke pätta (nur dicht.), pekpr, pektr 

pekpa, pekta 
pyk(k)ia, pik(k)ia PyKk)e, pötta § 113 pöttr 

§ 285, 1, § 147 pi{k)ke 

scheinen 

Anm. 1. Von sekia und pykkia kommen spät prät. sökta und pökta 
(mnorw. auch tette, tykte) vor, s. z. b. Jiriczek, Bösa saga s. XXXIV, und 
Jönsson , Fernir f ornislenskir rimnaflokkar, s. VII. Sampylckia einwilligen 
geht regelmässig nach § 516, a, also prät. sampykpa, -pykta. 

Anm. 2. Zu skemma schämen (vgl. skpmm schände) kommt im prät. 
neben skempa auch skampa vor, das einen inf. *skama (got. skaman; vgl. 
skamma nach § 509) und eine flexion nach § 519, 1 voraussetzen dürfte. 

2. Das verbum 'machen' mit mehreren hauptformen: 

ger(u)a § 82, 6 f ger(u)e f gerpa ( ggrr, gerr, gerr 

ger(u)a § 84 ' ger(u)e ) gerpa ) 

gior(u)a §263 [ gior{u)e; vgl. ( g{i) orpa § 82 \ gigrr ; vgl. § 507 anm. 
anm. 1 § 532, 5 anm. 3 

Anm. 3. Die formen mit iv kommen nur dichterisch vor. Sehr seltene 
anorw. nebenformen sind prät. giarÖa (Ko. Hom. und bei Hertzberg), part. 
prät. ggrör (zu ntr. ggrt gebildet nach styrÖr : styrt u.dgl.), gerör; vgl. 
noch § 507 anm. 

Anm. 4. Ueber die verschiedenen formen s. u. a. Gering, Finnboga saga, 
s. VI ff.; Gislason, Udvalg af oldno. skjaldekvad s. 130, Njäla II, 168— 193; 
F. Jönsson, Egils saga (1888), s. VHIf.; M. Olsen, Voisunga saga, s. XXVI 
und XXII, XXIII. 

d) Vierte schwache konjugation. 

§ 519. Hierher gehört eine ziemlich geringe anzahl von 
verben. Das part. prät. kann entweder auf -adr § 139 (schluss) 
oder (seltener) auf -dr (vgl. § 156, schluss) gebildet sein; infolge 
der bedeutung der meisten hierher gehörigen Wörter kommt 
aber diese form fast nur im neutrum vor. Beispiele: 

dugPa § 156 (schluss) dugat 

unpa , später unda § 238, 1, b unat 
skolda § 238, l,b skoUat 

lodda § 238, 1, a lopat 

vakpa, später vakta § 238, 2, c vakat 
brosta § 238, 2, a brösat 

Anm. 1. Wie duga (seit, duga, s. Jönsson, Skjaldesprog s. 108) gehen: 
bäga (präs. b&ger § 73 ; auch nach § 509) quälen, holfa oder hualfa gewölbt 



duga taugen 


duge 


una zufrieden sein 


une 


skolla schlenkern 


skolle 


lopa anhaften 


lope 


vaka wachen 


vake 


brosa lächeln 


brose 



§ 520. Schwache konjugation 4. 



349 



sein (park prät. nur als holfat belegt; vgl. aber holfenn §495 anm. 6). lafa 
schlenkern, Ufa (part. prät. auch Ufpr, Ufinn, vgl. § 514, in der bedeutung 
'lebendig' leben, nara leben, stara starren, väfa schweben, vara ahnen 
(impers. ; vara warnen geht nach §509), vita beobachten (s. v. Friesen, 
Arkiv XVI, 196), pora (part. prät. seit, port nach II unten) wagen und die 
im part. prät. nicht belegten grüfa sich niederbeugen, mara mit dem Vorder- 
teile (des Schiffes) tief im wasser liegen, stüra betrübt sein, ugga fürchten. 
Ueber flöa, glöa, öask s. § 509 anm. Vgl. noch § 520. 

Anm. 2. Wie una gehen: gana (später bisweilen auch nach § 509) 
fortstürzen, sama oder söma geziemen (part. prät. nur als samat belegt), 
pola (part. prät. auch polt nach II unten) ertragen. Von luma loslassen 
kommt wol nur die 2 sg. imperat. lume vor. 

Anm. 3. Wie skolla geht tolla anhängen. 

Anm. 4. Wie vaka gehen: gapa (über einmaliges prät. gaföi s. §318 
anm. 1 und v. Friesen, De germ. mediageminatorna s. 89) gaffen und die 
im part. prät. nicht belegten drüpa sich neigen, flaka gähnen, gnapa sich 
beugen, hüka (vgl. aber § 488 anm. 4) hockern; blaka flattern geht im prät. 
nach § 509. 

Anm. 5. Wie brosa geht das im part. prät. nicht belegte pr.asa 
schnauben. 

II. horfa umkehren horfe horfpa (vgl. jedoch § 509 anm.) horft 
skorta mangeln skorte skorta § 276, § 283 skort 

Anm. 6. Wie skorta geht wol das im part. prät. nicht belegte glotta 
grinsen. Auch nach § 509 geht (bes. später) iät{t)a zugeben , einräumen. 
Ueber pola s. anm. 2, pora s. anm. 1. Vgl. noch § 520. 



§ 520. Unregelmässigkeiten zeigen sich bei: 


gä achten 


gäe, anorw. 
auch ga) 


gäpa 




gäf>r § 130 


hafa haben 


hefe, alt auch 
hef 


hafpa 




hafpr, alt u. sehr seit, 
ntr. hafat 


iä versprechen 


iäe, iä § 511 


iäpa 




iäpr, seit, iüenn § 498 
anm. 8 


kaupa kaufen 


kaupe 


keypta 
anm. 


§238 

7 


keyptr 


kligia ekel empfinden 


klige 


— 




— 


Zi'd (alt Zea§ 133, b, 2) 


le, spät lia? 


lepa 




lepr, sehr seit, lenn 


leihen 








§ 483 anm. 


nä bekommen 


näe, spät neb 


näpa 




näpr, näet (ntr.) 


segia, seltener seggia 


sege § 73, alt u. 


sagpa 




sagpr, dicht, sehr seit. 


§ 279, 1 sagen 


sehr seit, seg 






sagapr 


spara sparen 


spare 


sparpa 




sparr § 507 anm., 
spar(a)t, vgl. I oben 


tiä (alt tea), seltener 


te, tiäe, tiä 


tepa, tiäpa 


tepr, tiäpr, adj. tigenn 


tega § 317, 3, a 








§ 483 anm. aus- 


zeigen 








gezeichnet 



350 § 521. 522. Verba präterito - präsentia. 

trüa glauben trüe, anorw. trüpa trüat, adj. trüajbr 

auch tri) gläubig 

pegia schweigen pege § 73 pagpa M#( a )* 

Anm. 1. Ueber die schwankende flexion des präsens von gä, hafa, 
liä, nä, segia, trüa und pegia s. § 532, 6. Mistrüa geht ganz nach § 509 ; 
so auch bisweilen spara; nur im präs. (vgl. jedoch anm. 2) das neben tiä 
nicht ganz seit., bes. in alter zeit, vorkommende tega. 

Anm. 2. Sonstige sehr seltene nebenformeu sind: zu hafa aisl. 3. sg. 
prät. hafe (s. § 507 anm.), anorw. inf. hgfa, hefa, prät. hpßa, hefda (s, Wad- 
stein, F. Hom., s. 68 note); zu segia aisl. 2. pl. prät. sggop und part. 
prät. sagr (§507 anm.); zu tega part. prät. ntr. tegat (s. Jönsson, Skjalde- 
sprog s. 110). 

III. Verba, die zum teil stark, zum teil schwach gehen. 

a) Verba präterito-präsentia. 

§ 521. Diese sind ursprünglich starke verba, deren präsens 
verloren gegangen ist ; das alte starke Präteritum hat präsens- 
bedeutung angenommen (vgl. lat. memini, gr. olöa), und ein 
neues schwaches Präteritum mit präteritaler bedeutung ist 
geschaffen worden. Die hierher gehörigen verba sind im ganzen 
zehn, deren präsens den 1., 3., 4. und 5. ablautenden klassen 
angehört; prät. und part. prät. sind am ehesten als nach der 
4. schwachen konjugation gebildet zu betrachten. Der alte 
infinitiv ist durch einen neuen, der sich dem präs. pl. an- 
schliesst, ersetzt worden. 

Anm. Wegen der unregelmässigen flexion des präs. ind. (s. § 532, 3 
und 7) werden vesa (vera) 'sein' und vilia 'wollen' oft — aber mit un- 
recht — zu den verb. prät.-präs. gerechnet. 

§ 522. Erste ablautsklasse : 

1. v ita wissen, präs. veit, pl. vitom, prät. vissa § 320, part. 
prät. vitapr (oder zu vita § 519 anm. 1?). 

Anm. 1. Ueber die form vetka aus veit-ek-a ich weiss nicht s. § 128. 
Nicht ganz seit, ist im mnorw. prät. viste (wie im aschw. ; s. Hsegstad, Vestno. 
maalf. II, 2, i, s. 205). 

Anm. 2. Im part. prät. kommt sehr seit, ein vitinn (s. Jönsson, Skjalde- 
sprog s. 112) vor. Auch das adj. viss weise (s. § 320) ist ursprünglich 
eine part. prät.-form von vita. 

2. eiga besitzen; ä (um. aih § 54, 1), mnorw. auch ceiger, 
-ar, -ur (d. h. ceigr, s. § 161, b), s. Hsegstad, a. o.; eigom, mnorw. 
sehr seit, ägom (wie im aschw.) ; (Uta (*aihta § 267) ; ättr. 



§ 523. 524. Verba präterito-präseutia. 351 

Anm. 3. Ueber den Wechsel von h und g s. § 317, 3, a, § 321. 
Anm. 4. Das adj. eigenn eigen ist ursprünglich ein altes starkes 
part. prät. zu eiga. 

Anm. 5. Beachte den unregelmässigen ablaut im präs. pl. ! 

§523. Dritte ablautsklasse: 

1. unna lieben; ann\ unnom; unna (*unj)a § 275); un(na)t ntr. 

Anm. 1. Spät kommt im prät. auch unti (Hb. lmal undi) vor, s. 
porkelsson, Islensk sagnorö med pälegri mynd i nütiö, s. 25. 

2. kunna können; kann; kunnom; kunna (*kun])a § 275), 
mnorw. seit, künde (s. Haegstad, a. o.); kunnat ntr. 

Anm. 2. Auch das adj. kupr, kunnr §261 bekannt, kund ist urspr. 
ein hierher gehöriges part. prät. — Sehr seit. (St. Hom.) kommt prät. kynna 
(aus dem konj. entlehnt , vgl. anm. 3 und § 524 anm. 4) statt kunna vor. 

3. ]>urfa bedürfen; jbarf; Jfurfom-, Jturfta § 248 anm. 7; 
Purft ntr. 

Anm. 3. Seltene anorw. nebenformen sind inf. porfa (So. Hom.; 
aschw. porva), Pyrfa (s. Hertzberg, porkelsson, a. o. s. 31, Haegstad, Kong. 
s. 19, Kälund, Heiöarviga saga, s. XXII), parfa (Hertzberg s. 864), präs. 
anorw. pcerf (Wadstein, F. Hom. s. 80 note, Hertzberg, Jönsson, Fagrskinna, 
s. XXV, Haegstad, Vestno. maalf. I, s. 95 und 99 sowie bei 0. A. Johnsen, 
Olafs saga, s. XXXV), plporforn (Bugge bei Fritzner III, 1107) , pyrfom 
(Jporkelsson, a. o. s. 30), part. prät. purfat (ib. s. 32). Selten ist aisl.-anorw. 
prät. pyrfta (aus dem konj., vgl. anm. 2, § 524 anm. 4), s. ib. s. 31. 

§524. Vierte ablautsklasse: 

1. muna (St. Hom. lmal ?nona) sich erinnern; man; tnunom; 
munPa, später munda § 238. 1, b ; munapr. 

2. mono (anorw. auch manu, s. J)orkelsson, a. o. s. 43; 
Wadstein, F. Hom. s. 49), sp. munu § 146, 3, werden; mon, sp. 
mun (anorw. oft man); monom (anorw. oft manum), sp. munum; 
munda § 238 anm. 5, monda, mynda, minda § 147, menda, 
seit, menda § 119; part. prät. fehlt. 

Anm. 1. Verhältnismässig seltene anorw. nebenformen sind präs. 
mpn, pl. monom (s. Wadstein, F. Hom. s. 76), prät. m andi (s. Flom, The 
University Studies IV, 2, s. 42). 

3. skolo, sp. skulu §146,3, sollen; skal; skolom (anorw., 
bes. onorw., oft skalum, s. Wadstein, a. o. s. 49, porkelsson, a. o. 
s. 53 f., Haegstad, a. o. II, 2, i, s. 15), sp. skulum; skylda § 238 
anm. 5, skilda § 147, ziemlich seit, und bes. anorw. (s. z. b. 
porkelsson, a. o. s. 57, Haegstad, a. o. I, s. 121 und 131,11,1, 
s. 86 und II, 2, i, s. 205) skulda ; adj. skyldr schuldig. 



352 § 525. Verba präterito-präsentia. § 526. Valda. 

Anm. 2. Ziemlich seit, ist präs. pl. skolom (St. Hom. mehrmals), sehr 
seit. inf. anorw. (Barlaams s.) skalu, wnorw. skolu (Hsegstad, a. o. II, 2, i, 
s. 15), präs. sg. anorw. (Strengleikar) ska (vgl. das aschw.), s. § 297 anm. 2. 
Einmaliges aisl. sal (S.Morgenstern, AM. Fragmente s. 47), gleich aschw. 
lmal sal (s. An. gr. II, § 314 anm.), ist vielleicht nur ein Schreibfehler. 

Anm. 3. Ueber die inf. skolo (anorw. bisweilen skula, s. Hsegstad, 
a. o. II, 2, ii, s. 50 , Kong. s. 17 und 31) , mono s. § 528. Beachte den von 
der 4. ablautsklasse abweichenden ablaut im präs. pl. dieser verba sowie die 
unregelmässige bildung des präs. sg. von mono. 

Anm. 4. Prät. mynda, minda, menda, menda und skylda, skilda sind 
eigentlich die formen des konjunktivs (§ 535), die im ind. gebraucht 
werden (wegen skylda vgl. aber die bedenken E. Noreens, Spräkveten- 
skapliga sällskapets förhandlingar 1916 — 1918, s. 99 f.; vgl. § 533 anm. 
2 und 3). 

§ 525. Fünfte ablautsklasse: 

1. mega können; md § 230, 2; megom- mdtta (*mahta § 321, 
§ 267); megat, matt ntr. 

Anm. 1. Seltene nebenformen sind inf. anorw. muga (Fritzner II, 742, 
vgl. Hertzberg s. 861, Hsegstad, Kong. s. 27; aschw. mugha), moga (Hsegstad, 
Vestno. maalf. II, 1, s. 97) und maga (Fritzner II, 618, Hsegstad, a. o. II, 2, i, 
s. 106; got. magan, aschw. magha), aisl. mega (s. § 77, 3), sehr alt (9. jahrh.) 
einmal (s. Jönsson, No.-isl. kultur- og sprogforhold, s. 316) megia (vgl. got. 
opt. magjau), misl. einmal megu (s. porkelsson, a. o. s. 8 f.); präs. pl. mnorw. 
mugom (Hsegstad, Kong. s. 19); prät. anorw. matte (Hsegstad, Vestno. maalf. 
H, 2, i, s. 94). Der auffällige stamm meg- stammt wol aus dem konj., der 
einst *megja gelautet haben muss (vgl. das got.). 

2. knqtto können; knd; knegom; kndtta; part. prät. fehlt. 

Anm. 2. Ueber den inf. knqtto s. § 529. Zu knä (ags. cnäwe) sind wol 
die übrigen formen nach der analogie von mä : megom usw. gebildet. — 
Seit, kommt ein prät. knäpa vor (s. Vigfusson). 

b) Das verbum valda. 

§ 526. Valda 'walten' geht im präs. und part. prät. wie 
ein starkes verbum; das prät. aber ist schwach gebildet und 
zeigt ablaut in der Wurzelsilbe: valda, präs. w?W, prät. olla 
(*wol]>a § 275, § 235, 1, a), später olda § 317, 2, a oder volla, 
volda § 235 anm. 1, part. prät. ntr. valdet, später voldit, spät 
ollat. 

Anm. 1. Nur einmal ist prät. pl. ullum st. ollom belegt (s. Vigfusson). 
Prat.konj.bat aber immer die form ylla, später vylda, nie *ella u.dgl. 

Anm. 2. Ueber schwache präterita auf -ra zu starken verben s. § 488 
anm. 1, § 501 anm. 2, § 506. 



§ 527. Paradigmen. 



353 



B. Endungen. 

1. Aktivum. 
§ 527. Als paradigmen regelmässig flektierender verba 
seien aufgestellt die starken skiöta schiessen (§ 485). falla 
fallen (§ 504) und die schwachen safna sammeln (1. konj.), 
suefia beruhigen (2. konj.), styra steuern (3. konj.). vaka wachen 
(4. konj.). 









Präsens. 














Infinitiv. 










skiöta 


falla 


safna suefia, 
sucefia 

Indikativ. 


styra 




vaka 


Sg.l. 


skyt 


feil, fatt 


safna suef, sucef 


styre. - 


â–º 


vake 


2.3. 


skytr 


fellr, fceUr 


safnar suefr, sucefr 


styrer, 


-ir 


vaker 


PI. 1. 


skiötom 


fQllom, 
fallutn 


SQfnom, suefiom, 
safnum sucefium 


styrom, 


-um 


vqkom, 
vakum 


2. 


skiöte)?, -et, 


falle)?, -etj 


safne)?. -et. suefe)?, -et, 


styre)?, 


-et. 


vake)?, 




-«•§531.4, 


c -er 


-er sucefir 


-ir 




-et, -er 


3. 


skiöta 


falla 


safna suefia, 
sucefia 

Konjunktiv. 


styra 




vaka 


Sg.l. 


skiöta 


falla 


safna suefia, 
suwfia 


styra 




vaka 


2. 


skiöter 


faller 


safner suefer, 
su&fir 


styrer. 


-ir 


vaker 


3. 


skiöte 


falle 


safne suefe, sua'fi styre. - 


i 


vake 


PI. 1. 


skiötem 


fallem 


safnem suefem. 


stvrein. 


-im 


vakem 



suazfim 

2. skiötep, -et, falle]?, -et, safne)?, -et, suefe)?, -et, styre)?, -et. vake)?. 

-er -er -er sua*fir -ir -et, -er 

3. skiöte falle safne suefe, sua'fi styre, -i vake 



Imperativ. 

Sg. 2. skiöt fall safna suef, suaf styr 

Sg. 1. 2. = präs. ind. pl. 1. 2. 

Participium. 

skiötande fallande safnande suefiande, styrande 

sua'fiande 
Xoreen, Altisl. gramm. 4. aufl. 98 



vake 
§538.4 



vakande 



354 



§528.529. Infinitiv. 









Präteri 


tum. 












Indikai 


biv. 






sg.i. 


skaut 


feil 


safnapa 


suafpa 


styrpa 


vakpa 


2. 


skauzt 
§534,2 


feit 


safnaf>er 


suafper 


styrper, 
-ir 


vakper 


3. 


skaut 


feil 


safnape 


suafpe 


styrpe, -i 


vakpe 


P1.1. 


skutom, 


fellom 


sQfnopom, 


suQfpom, 


styrpom, 


VQkpom, 




-um 




safnaÖom 


suafdum 


•um 


vakpum 


2. 


skuto)?, -ot, 


fello)?, 


sqfnopop, -ot, 


SUQfpOp, -ot, 


styr}?oJ>, 


VQkpop, -ot, 




-ur 


-ot, -ur 


safnador 


suafÖur 


-ot, -ur 


vakpur 


3. 


skuto, -u 


fello 


SQfnopo, 
safnaöo 


SUQfpO, 

suaföu 


styrpo, -u 


VQkp>0, 

vakpu 








Konjunktiv. 






Sg.l. 


skyta 


fella 


safnapa 


suefpa, 
suceföa 


styrpa 


vekpa, 
vcekpa 


2. 


skyter, -ir 


feller 


safnaper 


suefper, 
suceföir 


styrper, 
-ir 


vekper, 
vcekpir 


3. 


skyte, -i 


feile 


safnape 


suefj?e, 
sucefdi 


styrpe, -i 


vek|>e, 
vcekpi 


Pl.l. 


skytem, 


feilem 


safnapem 


suefpem, 


styrpem, 


vekpem, 




•im 




•n» 


suceföim 


-im 


vcekpim 


2. 


skyte)?, -et, 


fellep, 


safnape]?, -et, 


suefpep, -et. 


styrpe]?, 


vekpep, -et, 




-ir 


-et, -er 


-er 


suceföir 


-et, -ir 


vcekpir 


3. 


skyte, -i 


feile 


safnape 
Particip 


suefpe, 
sucefdi 

ium. 


styrpe, -i 


vekpe, 
vcekpi 




skotenn 


fallenn 


safnapr 


suaf(e)pr 


styrpr 


vakat (ntr.) 



a) Infinitiv. 

§ 528. Präsens inf. endet regelmässig auf -a, das nach 
einem ä natürlich schwindet (§ 130), z. b. slä schlagen, spä 
prophezeien. Nur die verba präterito-präs. mono, munu 'werden', 
skolo, skulu 'sollen' (s. § 524, 2 und 3) — vereinzelt auch megu 
s. § 525 anm. 1 — haben die endung -u (= 3. pl. präs. ind., 
wie ja auch sonst präs. inf. und 3. pl. präs. ind. dieselbe endung 
haben). Vgl. Noreen, Geschichte 3 § 247. Vgl. § 529 mit anm. 

Anm. Präs. inf. ist aus um. zeit nicht belegt. 

§ 529. Ein Präteritum inf., mittelst der endung -u von 
dem präteritalstamme gebildet (der form nach mit der 3. pl. 
prät. ind. identisch, vgl. anm.), kommt bei einigen (etwa 37) 



§ 530. Präsens indikativ. 355 

verben vor. Im prosaischen Sprachgebrauch finden sich nur 
vier beispiele: mundo (myndo, mendo, mondo, mindo s. § 524. 2), 
shßdo (sehr seit, skuldo) und seltener vildo, anorw. uröu zu 
mono werden, skolo sollen, vüia wollen, vceröa (anorw.) werden. 
Sonst kommen derartige formen nur in der poesie vor, z. b. 
in der poetischen Edda: mdelto. sJcipto, bendo zu mala sprechen. 
shpta schalten und walten, benda beugen; andere fälle sind 
föro zu fara fahren, knotto (präs. inf. fehlt) können, hämo zu 
kun na können, misto zu missa verlieren, mqtto zu mega können, 
ollo zu valda walten, sendo zu se>\da senden, stopo zu standa 
stehen, vjro zu vesa. vera sein u. a. (s. Lund, Oldnord. ord- 
föjningslsere, s. 386; Jonsson, Skjaldesprog s. 89 f., 100 f.). Von 
den verben der 1. und 2. ablautsklasse sowie der 1. schwachen 
konjugation ist keine einzige hierher gehörige form, von den 
verben der 4. schwachen konj. nur einmaliges nopo (ndöu) 
belegt. 

Anm. Dass diese an. nenbildung ans der infinitivisch verwendeten 
3. pl. piät. ind. entstanden ist (s. Xoreen, Geschichte 3 § 248), geht aus hie 
nnd da angetroffenen konstrnktionen wie einerseits hygg ek iarlar knättu 
(porkelsson , Isl. sagnorö meö pälegri mynd 1 nütiö s. 14), andererseits 
Pörir kuaß G-retti skyldi (ib. s. 59; vgl. nisl. hann sagbist skyldi, ib. s. 61), 
hann kuaz mundi (Niala) hervor. 

b) Präsens indikativ. 

§ 530. Die endungen eines regelmässig flektierenden 
verbs sind: 

stark schwach 1 schwach 2 schwach 3, 4 

Sg. 1. — ^ mit t'-uml. d. -a — -*,-«§ 145 

2. 3. -r j wnrzelvokals -ar -r -ir, -er 

PI. 1. -um, -om § 146 -um, -om -tum, -iom -um, -om 

2. -iÖ, -ed oder -it, -et (anorw. auch -ir, -er) 

3. -a -a -ia -a 

Anm. 1. In der 1. sg. der starken verba ist der i'-umlaut aus der 
2., 3. sg. entlehnt; vielleicht ist einmaliges aisl. blöt statt biet ein archaismus 
(8. Wadstein, Arkiv VIII, 85) und so wol sicher die hie und da auftauchenden 
anorw. biöÖ, fä, kiös, skiöt u. a. (s. Hsegstad, Arkiv XX, 358 ff. und XXII, 283 ff., 
A. B. Larsen, ib. XXV, 75ff.; dagegen Jonsson, ib. XXI, 253ff.). Die um. 
endung der 1. sg. ist nämlich bei den starken und den schwachen verben 
der 2. und 3. konj. -u, resp. -ju, -tu mit folgenden belegen: Hawiju lanzen- 
schaft von Kragehul, gitu Seeland §63,3, Um* Overhornbaek, icaritu Järs- 

23* 



356 § 530. Präsens Indikativ. 

berg (über fdhi Äsum, Stora Noleby, fai Vatn s. § 153, 7 mit anm.). Diese ur- 
sprüngliche endung -u ist vor dem enklitischen -mk, -m(R) in der 1. sg. pass. 
(s. § 542) noch erhalten, z. b. aisl. bindomk werde gebunden, glepiomk freue 
mich, leynom verberge mich. Bei den schwachen verben der 1. konj. muss 
die urn. endung (nasaliertes) -ö (durch tawo Trollhättan belegt ?) gewesen 
sein. Auch diese endung ist vor dem passivischen -mk, -m(R) als -u, -o 
enthalten z. b. aisl. kollomk nenne mich, hrösom rühme mich. Die (un- 
belegte) urn. endung der 4. schwachen klasse scheint (nasaliertes) -e gewesen 
zu sein. 

Anm. 2. Die 2. sg. ist urn. nicht belegt, setzt aber die en düngen -in, 
-T>R, -jiR, -ir, -er (vgl. got. bairis, salbüs, nasjis, dömeis, habais) voraus. 

Anm. 3. Die 3. sg. hat urn. die endungen -id, -dö, -jiÖ, -iÖ, -EÖ (vgl. 
got. bairip, salböp, nasjip, dömeip, habaip) gehabt nach ausweis von hA- 
riutip bricht (Stentoften). Aber schon mit dem anfang der vikingerzeit 
(wenn nicht früher) wird die endung der 2. sg. angenommen, z. b. urn. 
hArutR bricht (Björketorp). Doch sind spuren der ursprünglichen endung 
noch in der literatur erhalten, teils häufig vor dem passivischen -sk, -s(R), 
z. b. betezk wird gebüsst, leynez verbirgt sich usw. (s. Brate, Äldre Vest- 
mannalagens ljudlära, s. 64; vgl. Schreibungen wie JiefÖz, hefdzt bei Fritzner 
I, 685), teils in vereinzelten formen wie pykke per es scheint dir (s. § 285 
anm. 1), St. Hom. gerip (aschw. einmal gcerid) macht (s. Noreen, Arkiv 
V, 393 f.), verÖ wird. 

Anm. 4. Durch ausgleichung steht bei allen starken verben im ganzen 
sg. e statt i, wo dies in urgerm. zeit aus e entstanden war (s. § 63, 3), 
z. b. huerf, huerfr, huerfr statt *huirf (huerf? s. § 63, 3 schluss) , *huirfr, 
*huirfd nach dem inf. (und präs. pl.) huerfa sich wenden. Sehr seit, tritt 
ausgleichung zugunsten des i ein, z. b. anorw. bisweilen brigdr, wonach 
inf. brigöa, neben aisl. (immer) bregpr nach inf. bregpa schnell ersetzen. 
Wenn das e im inf. gebrochen ist, hat das präs. zwiefache bildung, je 
nachdem es den infinitivvokal vor oder nach der brechungszeit entlehnte; 
daher teils formen wie bergr, helpr, skelfr, g Idr, teils — seltener und vor- 
zugsweise anorw. — biargr (aostnorw. bicergr, s. § 67, 1) , hialpr, skialfr, 
gialdr zu biarga bergen, hialpa helfen, skialfa zittern, gialda gelten, beides 
statt urspr. *birgr usw. 

Anm. 5. Der i'-umlaut im sg. sollte urspr. lautgesetzlich unterbleiben 
in starken verben mit kurzer Wurzelsilbe (s. § 66, 2). Jedoch sind solche 
umlautlose formen sehr selten (im gegensatz zu dem Verhältnis im ostu.), 
wenn überhaupt vorkommend, denn z. b. anorw. 3. sg. komr (Haegstad, 
G. Tr. s. 47) zu koma kommen, hpggr (s. Hertzberg, Hsegstad, Vestno. 
maalf. I, s. 83) zu hgggua hauen, takr (Haegstad, a. o. I, s. 124) können 
sehr wol nach dem inf. neugebildet worden sein (vgl. anm. 4) wie um- 
gekehrt anorw. Iwggua (§ 503, anm. 1) u. dgl. nach dem präs., und bes. fälle 
aus dem spätesten mnorw. (s. Hsegstad, Kong. s. 37, Falk und Torp, Dansk- 
norskens syntax , s. XIII) dürften am ehesten ostnordischem einfluss zu- 
zuschreiben sein. Durch accentverschiebung nach analogie der starken 
verba mit langer Wurzelsilbe ist nämlich sonst überall umlaut eingetreten 
(vgl. § 416 anm. 3 und § 66, 1), z. b. kem(r), gel(l), fer(r) zu koma kommen, 



§ 531. Präsens indikativ. 357 

gala singen, fara fahren usw. Auffallend ist das einmalige anorw. daur 
(Hsegstad, G. Tr. s. 47) statt de t/r oder lautges. *d(tr « *dam'R nach 
§80,2 und §71,2) stirbt; ist es von daiipr tot, tod beeinflusst? 

Anm. 6. Starke verha, die im inf. auf -ia nach kurzer Wurzelsilbe 
enden, z. b. hefia heben, zeigen die endungen der 2. schwachen konj., also 
z. b. 3. pl. hefia. 

§ 531. Folgende abweichungen sind zu bemerken : 
1. Die 1. sg. nimmt schon ziemlich früh bisweilen die 
form der 3. sg. an — so bes. häufig bei vesa, vera sein (aisl. 
erst seit um 1350, anorw. aber schon seit 1280. s. J. Storm bei 
Bugge, No. I., s. 493), hafa haben, segia sagen und noch einigen 
— z. b. byPr bietet (St. Hom.). stendr steht (G. jDorkelsson, 
GyMnga saga. s. 62 7 ), skialfr zittert (Strengleikar). shytr 
schiesst (Norges gamle love II, 30 l4 ). Diese entlehnung findet 
früher im anorw., wo sie vor 1300 durchgeführt ist (Haegstad, 
a. o., II, 2, i, s. 199), als im aisl. statt. 

Anm. 1. Dicht, kommt bei verben der schw. konj. bisweilen -/, -e 
statt -a vor, wenn das pron. ek — und gew. noch dazu die negation -a — 
dem verbum suffigiert wird (vgl. §465, 1), z. b. kallegak (statt kalla-pg-a-sk) 
'ich rufe nicht', cttleg 'ich denke'. Derselbe austausch, welcher wol auf 
elidierung der verbalendung -a vor dem e des pronomens beruht (s. Kock, 
Arkiv XIV, 224 ff.) zeigt sich unter denselben bedinguugen auch in der 
1. sg. prät. ind., z. b. vildegak 'ich wollte nicht', ßorßeg 'ich wagte', präs. 
konj., z. b. biargegak 'ich rette nicht' und prät. konj., z b. myndegak 'ich 
würde nicht'. 

Anm. 2. Dicht, kommen oft formen auf -um , -om vor, welche also 
der 1. pl. ganz gleich sind (s. porkelsson, Arkiv VIII, 34 ff.). Bei verben 
der 1. schw. konj. kann diese form, wenigstens zum teil, ursprünglich sein 
(s. Wadstein, Arkiv VHI, 86; anders Falk, AfdA. XVIII, 193, wo entlehnung 
aus dem passiv angenommen wird), z. b. cbtlomk ich denke (mit suffigiertem -k, 
und mit ausschluss desselben) piönum (ahd. dionöm, as. thionon) diene 
u. dgl. Anal, ist dann bei anderen verben die form der 1. pl. in den sg. 
eingeführt worden, z. b. hyggiom denke, reynom prüfe, hofom habe, biö- 
pomk ich biete, leikom spiele u.a. formen, von denen die meisten doch 
auch nach § 530 anm. 1 (also mit suffigiertem mk, mR) erklärt werden 
können. Vgl. § 534 anm. 3 und § 536 anm. 1. 

Anm. 3. Bei verben der 3. schw. konj. sollte nach § 153 anm. die 
1. sg. eine um. entwickelung -iu > -u zeigen, und vielleicht ist dies -u 
noch in solchen fällen wie dem oben anm. 2 erwähnten reynom (wenn aus 
*reynu-mR entstanden) erhalten. Sonst ist -m schon früh (z. b. Asum fahi) 
von dem aus 2. 3. sg. entlehnten -i ersetzt worden. 

Anm. 4. Anorw. kommen ausnahmsweise solche sehr auffallende 
formen wie bitt, halt, ritt, statt st. gew. bind binde, held halte, (h)rind 



358 § 531. Präsens indikativ. 

stosse, stend stehe vor, 8. Hsegstad, Arkiv XX, 358 f., 361, 362 (vgl. s. 365) 
und XXII, 286. 

2. Wo bei den starken und den schwachen verben der 
2. konj. die endung -r der 2., 3. sg. mit einem vorhergehenden 
l, n, r, s zusammentrifft, sind die § 261, § 277 und § 286 mit 
anm. gegebenen regeln zu beachten. Es heisst also z. b. gell 
und gelr, stell (gew.), stelr und sehr seit, stel, duelr und duel 
(Hb. s. XL VI), selr und seil (anorw., s. porkelsson, Supplement 
IV, 128), skill, skilr und seit, skil, hylr und sehr seit. (z. b. Hb. 
s. XLVI 2mal) hyl, aber nur fellr zu gala singen, stela stehlen, 
duelia verzögern, selia übergeben, skilia scheiden, hylia hüllen, 
falla fallen; sMn(n), venr, fregn, brepr und brennr (alt brenn; 
ebenso renn neben rennr rennt, aber nie *re]>r, s. Jönsson, 
Skjaldesprog, s. 88 f.), fipr und finnr zu skina glänzen, venia 
gewöhnen, fregna fragen, brenna brennen, finna finden; ferr, 
ßuerr zu fara fahren, puerra abnehmen; frys(s), less und oft 
les, vex zu friösa frieren, lesa lesen, vaxa wachsen. 

Anm. 5. Von pyk{k)ia, pik(k)ia 'scheinen' kommen oft pyk{k)e, pik(k)e 
statt -er vor; so besonders häufig vor unmittelbar folgendem mir mir oder 
per (per) dir. Zur erklärung s. § 530 anm. 3 und § 285 anm. 1. 

3. In der 1. pl. fehlt sehr oft, doch nicht in den aller- 
ältesten hdschr. (anorw. aber schon in AM. 315 F. fol. und 
Elis saga, s. Haegstad, Vestno. maalf. II, 2, i, s. 156, vgl. s. 158), 
das auslautende -m, wenn die pron. vit (mit) 'wir zwei', ver 
(mer) 'wir' unmittelbar folgen, sonst seit., z. b. bindo ver wir 
binden. Zur erklärung s. § 258 anm. 1. 

Anm. 6. Mnorw. wird die form durch diejenige der 3. pl. ersetzt, 
z. b. ver vilia wir wollen (s. Falk und Torp, Dansk-norskens syntax s. XV 
note; Hsegstad, a. o, II, 2, i, s. 201, Kong. s. 37). 

4. a) In der 2. pl. fehlt regelmässig das auslautende -d 
der endung -iö, -ed, wenn pron. pit (Öit) 'ihr zwei', per {der) 
'ihr' unmittelbar folgen, und auch sonst nicht seit., wenn das 
folgende wort mit p (ö) anlautet, z. b. gefe Per ihr gebet, er 
drepe pä ihr tötet sie. Zur erklärung s. § 465 anm. 5 und 
§ 285 anm. 1. 

b) Die endung -it, -et kommt schon in den ältesten hdschr. 
hie und da (in St. Hom. doch nur sehr seit.) vor und ist 
schon im Cod. AM. 645, 4°, sowie allgemein seit dem ende des 
13. jahrhs. häufiger als -id, -ed (doch nicht wenn t unmittelbar 



§ 532. Präsens iadikativ. 359 

vor -id. -ed geht). Zur erklärung s. § 158 anm. 1 (resp. § 248 
anm. 1); anders Hoffory. Arkiv IL 33 note (dagegen L. Larsson. 
Isl. handskr. Nr. 645, 4», s. XLVf.). 

c) Die endung -ir, -er ist ausschliesslich anorw. (bes. 
onorw.) und kommt (neben -id. -ed und -it, .-et) seit c. 1280 
dann und wann, seit c. 1335 weit überwiegend vor; s. Bugge. 
Arkiv XVI, 333 ff, Ha?gstad. Vestno. maalf. II, 2, i, s. 130 f. Zur 
erklärung s. § 158 anm. 1; anders Wadstein. F. Hom. s. 137. 

Anin. 7. Im mnorw. des 15. jahrhs. kommt bisweilen (als suecismus) 
-in vor, z. b. vilin wollet, s. Haegstad, a. o. II, 2, i, s. 157. 

Anm. 8. Mnorw. werden die pluralformen nicht seit, durch singular- 
formen ersetzt, s. Falk und Torp. Dansk-norskens syntax, s. XV, note: 
Hsegstad, Kong. s. 27. 

§ 532. Unregelmässige oder schwankende flexion zeigen 
folgende verba: 

1. Die starken verba blikia blinken, suikua. sykua 
betrügen und r/kua. ykua weichen ('§ 483) können auch wie 
schwache verba der 3., 4. konj. flektieren, also z. b. 3. sg. 
suikuer, syk(u)er neben suikr. sykr. 

2. Heita (§ 502) geht in der bedeutung 'rufen, versprechen' 
regelmässig, aber in der bedeutung 'genannt werden' (sehr 
seit., z. b. in No. Hom.. in der bed. 'rufen, versprechen') wie 
ein schwaches verb der 3., 4. konj. (vgl. § 542 anm. 2). 

3. Vesa, vera (§ 498 mit anm. 6) geht fast ganz wie ein 
Präteritum : 

Sg. 1. em, später er § 531, 1 PI. 1. erom 

2. est, später ert 2. erop, -t, -r 

3. es. später er 3. ero 

Anm. 1. Ueber die verkürzten formen s, (r)6m, (r)6p, (f)ö statt es, 
erom, erop, ero s. § 158 mit anm. 2. — Die formen est, es, s sind vor 1200 
fast ausschliesslich gebräuchlich, aber schon im anfang des 13. jahrhs. ist 
er ebenso häufig wie es und wird bald alleinherrschend; ert wird am 
frühesten bei Einarr Skülason c. 1140 sowie etwa gleichzeitig bei Rogn- 
valdr jarl angetroffen und ist sehr bald nach 1200 das allgemeine. — Sehr 
seltene alte nebenformen sind 2. sg. es (got. is), er, 3. sg. er, s. § 110,2, 
ves (Schreibfehler? denn immer nach of stehend; oder nach dem inf. vesa 
umgebildet?), s. Larsson. — Um. ist die 3. sg. vielleicht als -s (Kylver, 
Eggjum). kaum aber als i[s] (Möjebro) belegt ; das e in es ist wol von der 
nach § 110, 2 entstandenen nebenfonn er entlehnt. 



360 §532. Präsens indikativ. 

4. Die verba präterito-präs. (§§ 522 — 525) gehen im 
allgemeinen wie regelmässige präterita. Doch kommen in der 
2. sg. bei mono, munu 'werden' und skolo, skulu 'sollen' oft 
die nach § 544, 2, d (vgl. § 260) entstandenen formen monn, 
munn und skall (in älterer zeit auch nicht seit, mon, mim und 
sJcal, s. Gislason, Udvalg af oldno. skjaldekvad, s. 51 f.) statt 
mont, munt und sJcalt vor. Im pl. zeigt fast immer muna 'sich 
erinnern', gewöhnlich auch unna 'gönnen, lieben' die endungen 
des präsens, welche in späterer zeit auch bei den übrigen verba 
prät.-präs. auftreten, bei eiga 'besitzen', hunna 'können', mega 
'können' und bes. anorw. vita 'wissen' ausnahmsweise schon 
in alter zeit. 

5. Unter den schwachen verben schwanken ger(u)a, ger(u)a, 
gior{u)a 'machen' § 518, 2 und smyrua, smyria 'schmieren' 
§ 513, 1 zwischen der 2. und 3. konj. in folgender weise: 
sg. 1. ger(u)e, ger(u)e, 2., 3. ger(u)er, ger(u)er, in alter zeit 
auch gerr, gerr oder gerr er, gerrer (vgl. den lmal in Eluc, 
s. Larsson, belegten inf. gerra gleich agutn. gierra), pl. 1. gerom, 
gerom, giorom, 2. ger{u)ep, ger{u)ep, gior(u)ep, 3. ger(u)a, ger(u)a, 
gior(u)a; vgl. Sievers, Gott. gel. anz. 1883, s. 55 ff. 

6. Zwischen der 2. und 4. schwachen konj. schwanken gä 
achten, hafa haben, kligia ekel empfinden, lid leihen, nd be- 
kommen, segia sagen, trüa glauben und Pegia schweigen § 520 
in folgender weise: 

Sg. 1. hefe, alt auch hef , sege, alt und sehr seit, seg, trüe, anorw. 
spät hefir §531,1 spät segir § 531, 1 auch try 

2. 3. hefer, alt oft hefr seger, alt auch segr trüer, anorw. 

auch tryr 

PI. 1. hQfom, hafum segiom trüm 

2. hafep, -t, -r segef», -t, scegir trtiep, -et, -ir 

3. hafa segia trüa 

Anm. 2. Wie sege gehen Tclige und ßege, bei denen aber keine ein- 
silbigen formen zu belegen sind; wie trüe gehen gäe und spät (aber auch 
im isl.) näe und U (litis). Zur erklärung der schwankenden flexion s. Sievers, 
Beitr.VIII,90ff. 

7. Villa 'wollen' (§ 513,3) flektiert wie folgt: 

Sg. 1. vil, dicht, bisweilen vilia PI. 1. viliom 

2. vill, später vilt, bisweilen (z. b. oft in No. 2. vilep, -et, -ir 

Hom.) vil § 285, 1, sehr seit, vilr § 277, 2, b 

3. vill, bisweilen vil, sehr seit, vilr 3. vilia 



§ 533. 534. Präteritum indikativ. 361 

Anm. 3. Die form vüia (got. xäljau) in der 1. sg. ist eigentlich die 
der 1. sg. konj. präs.. Zur erklärung s. Kluge, Beitr. VIII, 515 ff., Sievers, 
ib. IX, 563 ff. 

c) Präteritum indikativ. 
§ 533. Die regelmässigen endungen sind : 

stark schwach stark und schwach 

Sg. 1. — -a PI. 1. -wm, -07» 

2. -t -ir, -er 2. -up, -op, -at, -ot (anorw. 

auch -ur, -or) 

3. — -i, -e 3. -u, -o 

Anm. 1. Die 1. sg. der starken verba ist schon urnordisch ohne 
enduug: un-num (Reistad), fAlÄh (Björketorp). Die schwachen verba 
dagegen enden urn. auf nasaliertes -ö, z. b. faihiöo (Einang, Vetteland), 
fahido, satiÖo (Rö), tawiÖo (Gallehus), icorahto (Tune), MaaiiciÖo (Kjelevig). 

Anm. 2. Die 3. sg. der starken verba ist schon urn. endungslos: 
[ra]ist (Vetteland), was (Tanum), aih? (Fonnas), warAit (Istaby), gAf 
Stentoften, ivarh (Eggjum). Bei den schwachen verben ist die endung -ä 
(d. h. -ß, s. § 18, § 138), später -?, noch später -i (s. § 138), z. b. ?aiwuida 
(Darum III), w[o]rta (Etelhem), wurte (Tjurkö), orte (By), SAte (Gummarp), 
tnAÖe (Eggjum), urti (Sölvesborg). 

Anm. 3. Die 3. pl. eines schwachen verbums ist urn. einmal belegt 
und endet auf -im: Öa[i]lidun (Tune). 

Anm. i. 2. sg. und 1. 2. pl. sind um. überhaupt nicht belegt, setzen 
aber die endungen -t (stark), -en (schwach), resp. 1. -um, 2. -uÖ voraus. 

§ 534. Ueber die endungen im einzelnen ist zu bemerken: 
1. In der 1. sg. der schwachen verben kann schon ziem- 
lich früh (am frühesten in anorw. hdschr., z. b. schon in No. 
Hom. mehrmals, s. Wadstein. F. Hom.. s. 102 ; vielleicht schon 
urn. in orte By) die endung der 3. sg. -i, -e statt -a vorkommen; 
im 14. jahrh. ist dies -i in gewissen hdschr. regel; vgl. § 531, 1 
mit anm. 1. 

Anm. 1. Umgekehrt kommt im anorw. — z. b. in No. Hom. (s. Wad- 
stein, F. Hom., s. 101) und in runenin Schriften (s. Eydqvist, Svenska spräkets 
lagar 1, 329) — bisweilen vor, dass die endung -a aus der 1. sg. in die 3. sg. 
entlehnt wird. 

Anm. 2. Ueber die behandlung auslautender Id. )id, ng im starken 
prät. s. § 220, § 266, 2 und 3. Ueber auslautendes g s. § 230, 2. 

Anm. 3. Dicht, kommen oft formen auf -mm, -om vor, welche also 
der 1. pl. ganz gleich sind (s. porkelsson, Arkiv VIH,34ff.)- B ei dem 
schwachen prät. kann diese form ursprünglich sein (s. Wadstein, Arkiv 
VIII, 86 f.), z. b. hpfpom hatte, Ipgpomk ich legte, hengpom hängte. Anal. 



362 § 534. Präteritum indikativ. 

ist dann auch bei starken verben die form der 1. pl. in den sg. eingeführt 
worden, z. b. repom riet, Jcömomk ich kam, u. a. m. Vgl. § 531 anm. 2 und 
§ 536 anm. 1. 

2. Beim zutritt der endung -t in der 2. sg. des starken 
verbums ist folgendes zu beachten: 

a) Endet die 1. 3. sg. auf vokal, so wird t gew. gedehnt 
(§ 280 anm. 1), z. b. biött, seit, biöt, zu biö wohnte; in fällen 
wie stett, stet (neben steigt; s. § 230, 2 und § 267) zu ste {steig) 
stieg, slött zu slö schlug ist tt lautges., weil aus ht entstanden. 

b) Endet die 1. 3. sg. auf -t, so ist die älteste endung -st 
(aus -ss § 320 -f nochmaliges endungs-^) sehr seit, belegt, z. b. 
(zweimal in St. Hom.) veist (got. waist, aschw. vest) zu veit 
weiss. Durch einfluss der 1. 3. sg. lautet nämlich die 2. sg. 
fast immer auf -zt (nicht seit, -z nach § 303, 1) aus, z. b. veiz{t), 
lez(t) zu veit weiss, let Hess, baz(t) zu ba tt band, helz(t) zu 
helt hielt, oder (doch sehr seit.) auf -tt, z. b. lett liesst, oder 
endlich ist die form derjenigen der 1. 3. sg. ganz gleich, z. b. 
helt hieltst, hratt stiessest, was immer der fall ist, wenn die 
1. 3. sg. auf -st endet, z. b. laust zu laust schlug. 

c) Endet die 1. 3. sg. auf -ö, so ist das zu erwartende (und 
im aschw. bisweilen vorhandene) -st nicht zu belegen; sondern 
durch einfluss der 1. 3. sg. hat die 2. sg. ältest -tt (später nicht 
seit. -dt geschrieben, s. §268,2 mit anm. 1), später sehr oft 
(aber bei gewissen verben nie) -zt, z. b. batt, bazt zu baß bat, 
reitt (reidt) zu reip ritt, stött (nie *stözt) zu stop stand, vart 
(*vartt § 283) zu varp wurde. 

d) Die endung -t fehlt oft, wenn pü unmittelbar folgt 
(sonst sehr seit, und dann wol durch entlehnung der 1. 3. sg.), 
z. b. gekk pü (mit restituiertem pü statt gekktu aus gekkt Pu, 
§ 276, § 283) du gingst (St. Hom. pü tök du nahmst, in den 
Eddaliedern kuapattu du sagtest nicht, varattu du warst nicht). 

3. In der 1. und 2. pl. fehlen die auslautenden -m, -ö nach 
derselben regel wie im präsens (s. § 531, 3 und 4, a), z. b. töko 
ver wir nahmen, töko Per ihr nähmet; ausserdem scheint -ö 
auffallend zu fehlen (durch entlehnung aus der 3. pl.? oder 
Schreibfehler?) in urpua ip (GuJ>rünarhuc;t 3) 'ihr zwei wurdet 
nicht'. Eine form wie töko vit 'wir zwei nahmen' kann 
möglicherweise eine alte 1. dual sein. 



§ 535. 536. Konjunktiv. 363 

4. In der 2. pl. kommen die endnng -ut. -ot und die 
anorw. nebenform -ur, -or in derselben ausdehnung wie im 
präsens -it, -et und -ir, -er vor (vgl. § 531. 4, b und c). 

Anm. 4. In No. Hom. kommt einigemal ein aus dem präsens ent- 
lehntes -iÖ, -eÖ vor (s. Wadstein, F. Hom., s. 103). 

Anm. 5. Mnorw. kommt in der 3. pl. nicht selten -e st. -o vor, z. h. 
svarade (> svara § 292 anm. 2) antworteten, haföe hatten, s. Hsegstad, 
Vestno. maalf. II, 1, s. 86 und II, 2, i, s. 202. 

d) Konjunktiv (optativ). 

§ 535. Präsens und Präteritum konj. haben in historischer 
zeit dieselben endungen. Doch besteht der wesentliche unter- 
schied, dass die endungen des prät. koüj., weil urgerm. i ent- 
haltend, /-umlaut hervorrufen in der Wurzelsilbe der starken 
verben (welche übrigens die ablautsstufe des prät. pl. ind. 
aufweist) und der schwachen verben der 2., 3. und 4. konj., 
während die endungen des präs. konj.. weil urgerm. ai (urn. e) 
enthaltend, keinen umlaut erzeugen. Die regelmässigen 
endungen beider tempora sind: 

Sg. 1. -a PI. 1. -im, -etn 

2. -ir, -er 2. -iß, -eß, -it, -et, anorw. auch -ir, -er 

3. -i, -e 3. -i, -e 

Anm. 1. Aus urn. zeit ist von hierher gehörigen formen nur 3. sg. 
präs. wate (d. h. wette, Strom) belegt. 

Anm. 2. Auffallenderweise zeigen die verba präterito-pras. — ausser 
skyla (später skula, skola) 'solle' und myna, mena (neben muna, mono, 
mana) -werde' sowie im anorw. bisweilen ßyrfa statt ßurfa 'bedürfe', 
s. Wadstein, F. Hom., s. 80; porkelsson, Islensk sagnorö &c, s. 30 f.) — 
keinen umlaut im präs. konj., das doch ein altes prät. konj. ist. Auch im 
prät. konj. zeigen einige von diesen verben bisweilen unumgelautete formen: 
ynunda, monda neben mynda, minda, m&nda 'würde', ßurfta neben ßyrfta 
•bedürfte', shdda neben skylda, skilda 'sollte' und seit, kuntia neben kynna 
•könnte', mnorw. rare 'wäre', svöre 'schwüre' (s. Haegstad. a. o., EL 2. i. 
s. 120): also mit einer Vermischung, die der im § 523 anm. 2 und 3 und 
§ 524 anm. 4 erwähnten entgegengesetzt ist. Sonst ist unum geläutetes 
prät. konj. sehr seit., z. b. biogga neben bygga, biegga, begga und Miöpa 
neben hlepa, hlypa zu bita wohnen, hlaupa springen. 

§ 536. Von abweichungen sind folgende anzuführen : 
1. In der 1. sg. wird die endnng der 3. sg. in derselben 

ausdehnung wie bei dem schwachen Präteritum (§ 534. 1 ; vgl. 

§ 531 anm. 1) entlehnt, und zwar anorw. schon im anfang des 



364 §537. Konjunktiv. §538. Imperativ. 

13. jahrh., aisl. erst um 1300 (s. porkelsson, Breytingar ä myn- 
dum viötengingarhättar, s. 9 ff.). 

Anm. 1. Alt und dicht, kommen einigemal formen vor, die der 1. pl. 
ganz gleich sind, z. b. aisl. eigem besitze, cbttem besässe. In fällen wie 
anorw. (legend. Olafssaga) kudmomk ich käme (eigentlich mediopassiv, 
s. § 542, 1) — das nur scheinbar der 1. pl. gleich ist (vgl. 2 unten) — statt 
kudbma (got. cfimjau) ek ist die endung -o(mk) aus *-ö < *au vor m(i)k 
lautgesetzlich berechtigt (s. § 140 und vgl. § 137, 1). Vgl. übrigens § 531 
anm. 2 und § 534 anm. 3. 

2. Der pl. kann, bes. in der späteren spräche, die endungen 
des indikativs annehmen. Im präs. konj. geschieht dies fast 
nur in der 1. pl., z. b. anorw. schon in No. Hom. bidium statt 
bidim 'bitten' u. a., aisl. erst in Mööruvallabök lätum st. Jdtim 
'lassen' u. a. (ausnahmslos seit 1500). Im prät. konj. dagegen 
findet etwas später die entlehnung auch in der 2. und 3. pl. 
statt, z. b. anorw. in der legend. Olafssaga 3. pl. mindu st. -i 
'würden', misl. in der Flateyjarbök (um 1370—80) 2. pl. vcerut 
st. -it 'wäret' (bei mono und skolo aber schon in St. Hom.); 
doch kommen auf Island die alten formen noch im anfang 
des 17. jahrhs. bisweilen vor. Vgl. porkelsson, a. o. 

Anm. 2. In St. Hom. kommt (durch verschreibung ?) dreimal eine 
form der 1. pl. präs. konj. auf -e (wie in der 3. pl.) statt -em vor, z. b. auke 
'vermehren'; ausserdem einmal haldenn (gleich aschw. haldin?; vgl. Hult- 
man in Finländska bidrag, Helsingfors 1894, s. 226) st. holdem 'halten'. 

§ 537. Besonders unregelmässig ist der konj. präs. von 
vesa, vera 'sein': 

Sg. 1. sia, später auch se § 536, 1 PI. 1. sem, später seum § 536, 2 
2. ser, seit, verir 2. B&p, -t, -r 

3 se, seit, vese (alt) oder veri 3. se, später s6u 

Anm. In der ältesten zeit kommen natürlich auch unkontrahierte 
formen (sea, seer, sie usw.) nach § 130 vor. Die 3. pl. hat in St. Hom. 
einmal die form vese. Misl. kommt im 15. jahrh. auch die form sert (nach 
dem ind. ert) in der 2. sg. vor; s. porkelsson, Breytingar a myndum &c. 
s. 63, vgl. Beyging s. 534, Olsen, VQlsunga saga, s. LXXIV. 

e) Imperativ. 

§ 538. Der imperativ kommt nur im präs. vor und nur 
in der 2. sg., sowie 1. 2. pl. Die beiden letzten formen sind 
den 1. 2. pl. des präs. indik. völlig gleich. Die 2. sg. dagegen 
zeigt eine besondere form, über die folgendes zu bemerken ist : 



§ 539. Participium. 365 

1. Die starken verba haben keine endung, z. b. far fahre. 
gef gieb ; ebenso die präterito-präsentia, z. b. eig besitze. Dass 
dies schon um. (vgl. das got.) der fall war, beweisen formen 
wie bitt (sehr seit, bind nach dem präs.. wie umgekehrt seit. 
präs. bitt u. a., s. § 531 anm. 4, nach dem imperat.?) binde, 
sprikk zerspring (s. § 220 mit anm. 1). Ueber formen wie blöt(t) 
opfere, grät(t) weine s. § 280 anm. 1. 

2. Die 1. schwache konj. endet auf -a, z. b. kalla rufe. 

3. Die 2. und 3. schwache konj. haben keine endung, 
z. b. vel wähle, dorn richte. In urn. zeit muss aber (wie aus 
formen wie send, nicht *satt, 'sende' hervorgeht, s. § 220 anm. 1) 
eine, vielleicht durch skapi und ligi (s. anm.) belegte, endung -l 
(vgl. got. walei, dömei) vorhanden gewesen sein. Diese ist wol 
noch im inlaute erhalten in formen wie hyggiat 'denke nicht', 
teygiattu 'strecke nicht (du)', kueliat "peinige nicht', deilet 
'streite nicht' zu hyggia, teygia, kuelia, deila. 

4. Die 4. schwache konj. zeigt bei den meisten verben 
keine endung, z. b. lif lebe, haf habe, seg sage. Doch kommt 
eine endung -i (urn. -e, vgl. got. habai u. dgl.) bei einer anzahl 
hierher gehöriger verben vor: aisl. duge tauge, gape gaffe, 
lume lass los, trve glaube, ugge fürchte, une sei zufrieden. 
vake wache, Pege schweige (und Xo. Hom. einmal lifi lebe). 
Ausser pege sind diese formen später durch endungslose impera- 
tive ersetzt worden. 

Anm. Der imperativ ist wol aus urn. zeit belegt durch birg'! (Opedal.) 
und vielleicht ligi, skapi (Strem). 

f) Participium. 

§ 539. Das part. des präsens wird bei allen verben 
mittelst -ande gebildet, z. b. farande fahrend, kallande rufend, 
veliande wählend usw.; zu spä prophezeien u. dgl. (§ 511) heisst 
das part. präs. natürlich spände (§ 130). Ueber die flexion 
des part. präs. als subst. s. § 422, als adj. s. § 435. 

Anm. 1. Prädikativ (mnorw. auch attributiv) steht seit, (wie im 
aschw.) -andes statt -ande, z. b. Vera lifandes 'lebendig sein' (s. Fritzner 
H, 511). Vgl. An. gr. II, § 465, 2. 

Anm. 2. Ueber das ablautende suffix -und- im subst. bände (aus 
*böunde, vgl. ahd. friunt, as. flund, ags. friond, fiond, s. Sievers, Zum ags. 
vocalismus, s. 51 f.) neben büande (böande) 'bauer zu biia (part. büande) 



366 §540.541. Participium. 

'wohnen', högynde bequemlichkeit, kissen zu hegin bequem machen (vgl. 
hpfundr anm. 3) u. a. s. § 173, 2. 

Anm. 3. Urspr. participia ohne e'-umlaut zu schwachen verben der 
2. und 3. konj. sind die subst. dömande richter (neben part. demande) zu 
dema richten, högynde (vgl. anm. 2) neben anal, umgebildetem hegende 
bequemlichkeit zu hegia bequem Qiöglegr) machen, hgfundr Urheber (neben 
part. hefiande) zu hcfia heben; zur erklärung s. Streitberg, Zur germ. 
Sprachgeschichte, s. 15, 17 f. und Urgerm. grammatik, s. 286. Ueber die 
starke flexion bei ligfundr u. dgl. s. § 422 anm. 4. 

Anm. 4. Eine um. spur des part. präs. bietet wita[n]da- (Tune). 

§ 540. Das part. Präteritum endet bei den starken 
verben auf -inn, -enn, z. b. farenn gefahren; bei den schwachen 
der 1. konj. auf -apr, der 2. konj. auf -{e)pr (vgl. § 514, § 428, 2), 
der 3. konj. auf -pr (-dr, -tr\ vgl. § 515), der 4. konj. auf -{a)pr 
(vgl. § 519). Die flexion ist die eines gewöhnlichen adjektivs. 

Anm. 1. Ueber das scheinbar starke part. auf -enn bei den verben 
der 2. konj. s. § 514. Dagegen ist die partizipialbildung auf -pr ursprüng- 
lich nicht auf die schwachen verben beschränkt, sondern spuren solcher 
bildung kommen auch bei den starken verben vor, z. b. Jcaldr kalt zu 
Jcala frieren, daupr tot zu deyia sterben, skarpr vermindert zu skera 
schneiden. — Ueber part. ohne dentale ableitung s. § 507 anm. und Noreen, 
Geschichte 3 § 256, 3. 

Anm. 2. Aus um. zeit sind zwei starke part. prät. belegt : slaginaR 
(Möjebro), haitinaR (Tanum); ferner wahrscheinlich zwei schwache: 
sairawiÖaR (Rö), h\l\aiwiÖaR (Amle). 

Anm. 3. Ueber reste des einstigen part. prät. akt. wie halze wer 
festgehalten hat zu halda, heize wer versprochen hat zu heita u. dgl. (vgl. 
got. berusjös die geboren haben , eitern) s. Noreen , IF. IV, 324 ff. , Brate, 
Z. f. d. Wortforschung XIII, 150, Torp bei Hsegstad - Torp , Gamalnorsk 
ordbok, s. LVII. 

§ 541. Das part. prät. wird in Verbindung mit dem präs. 
und prät. von hafa 'haben', bei einigen verben vesa, vera 'sein', 
zur bildung eines umschriebenen perfekts, resp. Plusquam- 
perfekts verwendet. Das part. steht in der Verbindung mit 
hafa gewöhnlich im neutr., kann sich aber auch oft (bes. in 
alter zeit) nach dem Objekt richten, z. b. eh hefe hallat hann 
oder hann hallapan ich habe ihn gerufen, hann hafpe set hana 
oder hana sena er hatte sie gesehen. In der Verbindung mit 
vesa, vera richtet sich das part. nach dem Subjekt, z. b. peir 
ero gengner sie sind gegangen. 

Anm. 1. Das hülfsverb hafa kann bisweilen ausgelassen werden. 



§ 542. Medio-passiv. 367 

Anm. 2. Futurum und konditionalis werden mittelst des präs., 
resp. prät. von mono (in der 1. pers. auch skolo, das sonst mehr die 
bedeutung von 'sollen' hat) und eines folgenden präs. infinitivs umschrieben, 
z. b. ek mon kalla, ganga ich werde rufen, gehen, ek munda kalla, ganga 
ich würde rufen, gehen. In derselben weise bildet man ein futur. exakt, 
und kondit. exakt.: ek mon hafa kallat, resp. vera gengenn. ek munda hafa 
kallat, resp. rem gengenn, wo jedoch bisweilen hafa und oft vera aus- 
gelassen werden können. 



II. Medio-passiv. 

§ 542. Die formen des aktivums erhalten reflexive oder 
auch, wiewol seltener, passive bedeutung durch enklitische 
anfügung von persönlichen ungeschlechtigen pronominen ent- 
weder im acc. oder — urspr. wol nur bei verben mit dativischer 
rektion, ein unterschied der jedoch bald verwischt worden 
ist — im dat. Demnach treten zu den aktiven formen der 
1. sg. teils -mk (aus mik § 158), teils (sehr seit.) -m (aus *mex 

> *men § 151, 2 > *mn § 158 < *-mm § 277 anm. 5 > m § 285, 5); 
dagegen zu allen übrigen formen das pron. reflexivum, teils 
als -sk (aus sik). teils seltener als -s (aus *seR >*sen > *sr 

> -ss — so noch oft im aschw. — § 277, 1 > -5) ; in der 1. pl. 
vielleicht doch auch -k (aus okkr) und -s (aus oss). s. Kock, 
Arkiv XXXV. 74 ä.. Hierbei sind folgende erscheinungen zu 
zu beachten: 

1. In der 1. sg. präs. ind. starker verba und schwacher 
verba der 1., 2., 3. konj., prät. ind. schwacher verba sowie präs. 
und prät. konj. aller verba sind die urn. endungen -u (got. -a), 
nasaliertes -0 (got. -ö) und nicht nasaliertes -ö (got. -au) sämt- 
lich als -u. -0 (§ 187, 1) erhalten, z. b. aisl. tokom(k) werde 
genommen zu tek nehme, ko!lom(k) werde gerufen zu kalla 
rufe, veliom{k) werde gewählt zu vel wähle, demomik) werde 
gerichtet (aus *dömiu-mik synkopiert, s. § 157) zu deme richte, 
vol]>om(k) wurde gewählt zu valßa wählte. velpom(k) würde 
gewählt. Nach der analogie dieser formen tritt -um(k), 
-om(k) auch im präs. ind. schwacher verba der 4. konj. und 
im prät. ind. starker verba ein. z. b. Jjolrmik) statt *polemk 
werde geduldet zu pole dulde, gofom(k) statt *gafmk wurde 
gegeben zu gaf gab, bundom(k) statt *battmk wurde gebunden 
zu bau band; in dem letzten falle ist ausserdem (wie in den 



368 § 543. Medio-passiv. 

§ 465, 3 erwähnten fällen) das pronominale suffix an die form 
der 3. pL getreten (d. h. gofomk, bundomk sind in der tat aus 
gqfo mik gaben mich, bundo mik banden mich entstanden). 

2. In den übrigen formen müssen vor dem suffigierten 
-s(k) folgende lautgesetzliche Veränderungen der aktiven 
endungen eintreten: 

a) -r (um. -r) schwindet nach § 273, z. b. 2. sg. präs. ind. 
gefs(k) zu gefr gibst, binzQc) zu binär bindest, kallas{k) zu 
kallar rufest. 

b) -ö und -d werden zu -t (und t -f- s wird dann z ge- 
schrieben) nach § 238, 2, d, z. b. 2. pl. präs. ind. und konj. gefezQt) 
zu gefep gebet, prät. ind. dömpoz{k) zu dämpop richtetet, 1. 3. sg. 
prät. ind. kuaz(k) zu kuap sprach, 3. sg. präs. ind. pykkez(k) zu 
*pykkep (s. § 530 anm. 3) scheint, gefz(k) zu *gefp gibt, stenzk 
zu stendr steht. 

c) Nach -11, -nn wird t eingeschoben nach § 310, 1, z. b. 
2. sg. präs. ind. felz(k) zu fellr fällst, finz(k) zu finnr (fipr, 
s. § 261) findest, 1. 3. sg. prät. ind. fanzk zu fann fand. 

d) Geminata wird meist vereinfacht (s. § 284), z. b. 2. sg. 
präs. ind. bldesk zu blcess bläst, 1. 3. sg. prät. ind. feks(k) zu fekk 
bekam, part. prät. ntr. möz{k) zu mött begegnet. 

Anm. 1. Ueber die bildung und geschiente des mediopassivs s. Wimmer, 
Det phil.-hist. samfunds mindeskrift 1879, s. 184 ff. ; Wisen, Arkiv I, 370 ff. ; 
Hoffory, ib. 11,96; Lyngby und Dyrlund, Tidskr. f. fil. N. B. VI, 257 ff.; 
Brate, Äldre Vestmannalagens ljudlära, s. 65; Bugge, Ant. tidskr. f. Sv. 
X, 117; Larsson, Studier över den isl. homilieboken , s. 75 f.; porkelsson, 
Supplement II, v und Breytingar ä myndum &c, s. 32 f. ; Mogk, ZfdPh. 
XIII, 235; Wadstein, F.Hom., s. 115 f.; Noreen, Geschichte 8 §258; Morgen- 
stern, Arkiv X, 207 f.; Specht, Acta germanica III, 1 (reiche material- 
sammlung) ; Kock, Arkiv XXXV, 55 ff. 

Anm. 2. Von dem uralten ieur., im got. zum teil noch bewahrten, 
medio-passiv ist eine einzige spur erhalten in der 1. sg. präs. ind. heite ich 
werde genannt (die übrigen personen wie von einem schwachen verbum 
der 3. schw. konj. ; s. § 532, 2). Diese form ist schon in um. zeit mehrere 
mal belegt: ha[i]te-ka (Lindholm), hatte (Kragehul), haiti-ka (Seeland), 
hait(e) und h[d]ite (Järsberg). Vgl. Sievers, Beitr. VI, 561; Schmidt, K. Z. 
XXVI, 43. — Von dem neugebildeten mediopassiv ist um. keine form belegt. 

§ 543. Die ältesten endungen des medio-passivs (vor 1200) 
hätten demnach folgendes aussehen: 



§ 544. Medio-passiv. 



3»59 



Infinitiv: 
Präsens. 
-as(k). 2. schw. konj. -ias(k) 

Indikativ: 
Präsens. 
Sg. 1. -um(k), -om(k), 2. schw. -ium(k), -wm(k) 

2. st. u. 2. schw. -s(k), 1. schw. -as(k), 3. n. 4. 

schw. -i's(fc), -es{k) 

3. st. u. 2. schw. -z{k), 1. schw. -<*.?(&), 3. u. 4. 

schw. -iz (k). -ez(k) 
PI. 1. -Mmsft"). -oms(k) 2. schw. -iumsik), -ioms(k) 

2. ->z k) t -ez(k) 

3. -as(k), 2. schw. -?as(Ä-) 

Konjunktiv: 
Sg. 1. -um(k), -om(k), 2. schw. -ntm(k), -iom(k) 

2. -Js(fc); -es(k) 

3. -/»(*), -^s(Ä-) 

Imperativ: 
Sg. 2. -s(£). 1. schw. -as{k) (4. schw. unbelegt?) 



Präteritum, 
kommt nicht vor. 



Präteritum. 
-om(k(, -unvk) 
| st. -z[k), schw. -is(k), 
-es(k) 
st. -s(£), schw. -**(£) 

-i<»js(i\ -owis(ä:) 
-«z(Ä). -oz(k) 
-us(k), -os(jfc) 

PI. 1. -ints(k), -ems(k) 

2. ->>(&)> "«*(*) 

3. -isik). -es(k) 

PI. 1. -itms(k), -oms(k). 
2. -&(*), -^(*) 



Participium: 

Präsens. Präteritum ntr. 

-andesije), 2. schw. -iandes(k) st. u. 2. schw. -tffjfc), -££(&)> 1- u - 4. 

schw. -az(&), 2., 3.. i. schw. -z(jfc) 

. § 544. Diese endungen gelten aber in ihrer reinheit nicht 
einmal für die ältesten hdschr. Folgende Veränderungen treten 
in rascher folge ein: 

1. Schon vorliterarisch sind (wie im aktivum. s. § 530) 
die 2. und 3. sg. präs. ind. zusammengefallen, so dass sie beide 
auf -s(k) oder -2(k) enden können. Seit um 1250 im anorw.. 
um 1300 im aisl. kann (wie im aktivum, s. § 531, 1, § 534, 1, 
§ 536, 1) auch die 1. sg. (ausser im starken prät.) die form 
der 2. 3. sg. (zunächst im konj.) annehmeü. was immer häufiger 
stattfindet und im anorw. um 1300 sowie im nisl. ausnahms- 
los durchgeführt worden ist. 

2. Schon etwas nach 1200 können alle endungen, die -s(k) 
enthalten, dieses durch -z(k) ersetzen (selten umgekehrt), was 
wol teils nur eine orthographische neuerung ist (s. § 43), teils 
auf analogiebildung nach denjenigen formen beruht, welche 



Xoreen, Altisl. gramin. 4. aufl. 



24 



370 § ML Medio-passiv. 

lautgesetzlich -z(k) zeigen, nämlich ausser den § 542, 2, b und c 
sowie oben 1 erwähnten fällen noch die 2. sg. prät. ind. starker 
verba, part. prät. ntr., 2. sg. präs. ind. wie binz(k) wirst ge- 
bunden, lcez(k) wirst gelassen, 1. 3. sg. prät. ind. wie lez(k) 
wurde gelassen u. a. Doch tritt e statt s nach l, n?, r fast 
nie (bes. nicht im aisl.), zwischen n und k nur im anorw. ein; 
also z. b. aisl. 2. sg. präs. ind. nur spyrsk, 1. pl. spyriomsk 
(anorw. -umzk) zu spyria fragen. Sonst kommen im aisl. (im 
gegensatz zum anorw.) seit um 1300 keine s-formen mehr vor. 

3. Bald nach 1200 können die endungen der 1. sg. und 
pl. miteinander verwechselt werden. So steht in der 1. sg. ind. 
aisl. -omsk (sehr seit., z. b. AM. 645, 4° und Agrip), anorw. 
(vgl. oben 2) -umzk (sehr seit., z. b. Strengleikar 3 mal), resp. 
aisl. -anorw. (sehr seit, z. b. AM. 623, 4° und Strengleikar) 
-oms, -ums, häufig -omz, -umz, welche letzte form vor 1300 
(bes. im aisl.) herrschend wird und dann dieselbe entwickelung 
wie die gleichlautende form der 1. pl. einschlägt (s. unten). 
In der 1. sg. konj. kommen entsprechende "plural"- formen auf 
-ems(k), -ims(k) nicht vor, sondern nur im anorw. ein sehr 
seltenes -imz (einmal auch -emk in tynemk Strengleikar, wol 
durch kontamination von 1. sg. -umk und 1. pl. -imsk, vgl. § 536 
anm. 1). — In der 1. pl. ind. ist vor 1250 die " Singular "-form 
-omk (einmal -om in kollom St. Hom.), -umk ebenso häufig, im 
anorw. sogar häufiger als -omsk, -umsk (-umzk), -omz, -umz 
(oms, -ums sind hier nicht belegt) ; dagegen in der 1. pl. konj. 
ist das nach -omk gebildete -emk, -imk weit seltener als -emsk, 
-imsk, -emz, -imz. Seit 1250 werden -umz, -imz und deren 
fortsetzer (s. unten 4) -umzt, -imzt (anorw. seit 1250, misl. seit 
1350) bald herrschend, um endlich (c. 1500) im misl. durch 
-unzt (noch später -unst geschrieben), im mnorw. durch die 
form der 3. pl. ersetzt zu werden. 

4. Die anfangs weitaus häufigsten formen auf -k (-mk, -sk, 
-zk) werden im anorw. seit 1250 (oder ein wenig später, denn 
noch Elis saga hat 9 mal -zk, 3 mal -sk gegen sonstiges -z 
oder, s. unten, -zt), im aisl. seit 1300 (oder etwas früher, denn 
schon die bruchstücke der Kringla gegen 1260 und eine 
Urkunde von c. 1245 haben immer -z) nicht mehr gebraucht 
(so dass das häufige -sk, -zk, seltener -mk in einem teile der 
Hauksbök wol als ein archaismus anzusehen ist, vgl. Hb. 



§ 545. Medio-passiv. 3? 1 

s. LVI). Doch werden dadurch diejenigen auf -z (seltener -s. 
s. 2 oben; -m ist immer, auch im sg., äusserst selten gewesen) 
nicht alleinherrschend. Schon in den ältesten anorw. hdschr. 
wird bisweilen zu den formen auf -s und -* (ganz ausnahms- 
weise zu einer auf -k) ein -t hinzugefügt, welches wol zum 
teil funktionell berechtigt ist. z. b. Xo. Hom. 2. sg. imperat. 
minzt (aus minzta < minz Öu § 238, 2. a ausgelöst; Elis saga 
hat 4 mal -zt vor ]>. z. b. slöguzt pegar u. dgl., sonst nur -z 
oder. s. oben, -zk, -sk) erinnere dich, part. prät. ntr. farezkt 
(d. h. faret "gefahren' -f sk -f- nochmaliges neutrales -t). teils 
aber analogisch übertragen. Diese -st, -zt werden allmählich 
häufiger (schon alleinherrschend in der ersten partie der Hauks- 
bok, s. Hb. s. XXX), bis sie -s. -z überwiegen (um 1350). Seit 
1300 zeigt sich -zt (ganz ausnahmsweise -st wie in einer 
etwas norvagisierenden partie der Hauksbok neben seit, -z, 
s. Hb. s. L) auch im aisl. Da aber jetzt z und ss phonetisch 
gleichwertig sind (s. § 43), wird ohne unterschied -zt. -zst und 
(misl. jedoch erst seit 1450 sowie ausnahmslos im nisl.) -st 
geschrieben. Seit 1450 kommen im misl. keine formen auf -z 
mehr vor. Dagegen im mnorw. wird (seit 1350) die form 
ohne -t wieder immer häufiger und um 1450 (wenigstens im 
onorw.) alleinherrschend, dann ohne jeden unterschied der 
ausspräche -s(s), -s(s)z, -zs(s), -z geschrieben. 

§ 545. Als paradigmen seien angeführt für die starken 
verba hikas(k) "sich schliessen. geschlossen werden', für die 
schwachen kallas(k) "sich nennen, genannt werden'. Die ältesten 
formen werden zuerst angeführt, die seltensten [eckig] ein- 
geklammert. 

Präsens. 

Infinitiv: 
lükask, [-as,] -azk, -az, -azt (anorw. kallask nsw. 

anch -ast, -as), -ast 

Indikativ: 
Sg. 1. lükomk, -nink, [-om, -omsk. kollomk. kaUumJc usw., 

-utnzl; -oms,] -nmz nsw. = 1. pl.. kallaz nsw. 

lykz usw. = 2. 3. sg. 
2. 3. lyksk, [-8,] -zk. -z, -zt (und -st. kallask usw. 
-*), -st 

24* 



372 

PL 1. 

2. 
3. 

2. 3. 
PL 1. 



Sg.2. 

PL 1. \ 
2.1 



§ 545. Medio-passiv. 

Indikativ: 

lükomsk, -umzk, -omk, -umk, [-om,] 
-umz, -umzt (und -umst, -ums), 
-umst, -unzt, -unst 

lükezk, -izk, -iz, -izt (und -ist, 
-is), -ist 

lükask usw. = inf. 

Konjunktiv: 

lükomk, -umk, [-imk,] -umz [und 

-imz], -umzt [und -imzt], -iz usw. 

= 2. 3. sg. 
Mkesk, -isk, [-es, -is,] -ezk, -izk, 

-iz, -izt (und -ts£, -is), -ist 
lükemsk, -imsk, -emk, -rnft, -imz, 

-imzt (und -e'wsf, -ims), -umz, 

-umzt usw. = ind. 
lükezk, -izk usw. = ind. 
lükesk, -isk usw. = 2. 3. sg. 

Imperativ: 

hiksk, [-s,] -zk, -z, -zt (und -st, 
-s), -st 

wie im ind. 



kqllomsk, kallurnzk usw. 

kallezk usw. 
kallask usw. 

kollomk, kattnmk usw. 

kallesk usw. 
kallemsk usw. 



kallezk usw. 
kallesk usw. 



kallask usw. 



Participium (selten): 

lvikandesk, [-es,] -ezk, -iz, -izt (und kallandesk usw. 
-ist, -is), -ist 



Präteritum. 

Indikativ: 

Sg. 1. lukomk, -umk, [-omsk, -umzk,] 
-umz usw. = 1. pl. präs. ind., 
laukz usw. = 2. 3. sg. 
2. laukzk, -z, -zt (und -st, -s), -st 



3. 


lauksk, -zk, -z usw. = 2. sg. 


PI. 1. 


lukomsk, -umzk usw. = 1. pl. präs. 




ind. 


2. 


lukozk, -uzk, -uz, -uzt (und -ust, 




-us), -ust 


3. 


lukosk, -usk, [-os, -us,] -ozk, -uzk, 




-uz usw. = 2. pl. 



kQllopomk, kallaÖomk usw 



kallapesk, [-es,J -ezk, -iz, 
-izt (und -ist, -is), -ist 

= 2. sg. 

kqllopomsk, kallaÖomzk 
usw. 

kQllopozk, kalladozk usw. 

kQlloposk, kulladosk usw. 



3 546. Umschriebenes pas>iv. 373 

Konjunktiv: 
Sg, 1. lykoink, -umk usw. = 1. sg. präs. kQÜopomk, kaUadomk usw. 
konj., lykiz usw. = 2. 3. sg. 
2. 3. lykesk, -isk usw. = 2. 3. präs. konj. kaliapesk usw. 
PI. 1. lykemsk. -imsk usw. = 1. pl. präs. kallapemsk usw. 
konj.. lykumz usw. = ind. 

2. lykezk. -izk usw. =f 2. pl. präs. konj. kallapezk usw. 

lykuz usw. = iud. 

3. lykesk, -isk usw. = 3. pl. präs. konj. kallapesk usw. 

lykuz usw. = ind. 

Participium (nur im neutr.): 
lokezk. -iz. -izt (und ist. -is) kallazk usw. 

§ 546. Ein umschriebenes passivum wird mittelst 
vesa, vera *sein' in Verbindung mit dem park prät. gebildet. 
Später (sehr seit, in alter zeit) kann statt vera bisweilen verpa 
'werden' gebraucht werden. Also z. b. von Jcalla "rufen, 
nennen' 1. sg. präs. ind. ek em oder verjt kallaPr, konj. ek sid 
od. verfia kallapr, prät. ind. ek vas, var od. varp k.. konj. ek vcera 
od. ytpa k., perf. ind. ek hefe veret (äusserst seit. or])ei) Ä\, konj. 
ek hafa veret k., plusquamperf. ek hafpa veret k., konj. ek hefPa 
veret k., futur. ek mon vesa, vera od. verPa k.. kondit. ek mundo 
vesa, vera od. veipa k., futur. exakt, ek mon hafa veret k.. kondit. 
exakt, ek munda hafa veret k. usw. 

Anm. 1. Statt perf., plusquamperf., futur. exakt, und kondit. exakt, 
werden gewöhnlich präs., resp. prät, futur. und kondit. gebraucht. 

Anm. 2. Im futur. und kondit. wird fast gewöhnlich der inf. vesa, 
vera od. verpa ausgelassen. 



Anhang. 

Die wichtigsten urnordischen inschriften.) 

1. Stein von Amle, Norwegen, c. 600. 
Die inschrift lautet: . Ar h\l]aiwiÖaR Par. 

Dies wäre in aisl. spräche: . .r *hläpr (vgl. § 77, 8) par. 
Ins deutsche übersetzt: . .r [ist] begraben dort. 

Anm. 2 ) Vgl. Bugge, No. I. s. 575 f. (mit abbildung); anders v. Grien- 
berger, Gott, gel. Anz. 1906, s. 1031 

2. Stein von Bell and, Norwegen, 6. jahrh. 
Urn.: kefran 

Aisl.: *Kepa (oder Kiapa, s. § 95, 3, b mit anm. 4; vgl. anorw. 

Kiadabwrg, nschw. Kädenäs und Kidinge). 
Uebers.: [Dem] KeJ>e [steht dieser stein]. 

Anm. Vgl. Bugge, No. I. s. 211 ff. (mit abb.), 538. 

*) Alphabetisch geordnet nach den fundorten. Ergänzungen sind 
eingeklammert, durch ( ) was als in späterer zeit verloren gegangen, durch 
[ J was als, absichtlich oder unabsichtlich, von dem ritzer fortgelassen ver- 
mutet wird (sowie meine sonstigen ausfüllungen). Ein ptinktchen unter 
dem buchstaben gibt an, dass die lesung der betreffenden rune unsicher 
ist, während ganz rätselhafte runen mit x bezeichnet werden. Ein bogen 
über zwei buchstaben bezeichnet, dass die beiden runen zu einer "binderune" 
vereint sind. Die Interpunktionszeichen der inschriften sind durch einen 
punkt wiedergegeben; neue zeile wird durch |, neue seite des denkmals 
durch — angegeben. Die hier durchgeführte worttrennung rührt von dem 
jeweiligen interpretator her. 

2 ) Ich verzeichne hier zu jeder inschrift nur das wichtigste der be- 
treffenden literatur. Vgl. übrigens für die zeit bis 1885 das ausführliche 
literaturverzeichnis bei Burg , s. 167 ff. , mit nachtragen von Noreen in 
Nordisk revy 1884—85 , sp. 363 (= Bezz. Beitr. XI, 181). Vollständige 
bibliographie bietet betreffs der norwegischen inschriften Bugge -Olsen, 
No. I. bei der jeweiligen inschrift. 



Die wichtigsten nrnordischen Inschriften. 375 

Mein von Berga, Schweden, gegen 500. 
Um.: fino | saligastiü 

AM.: Finna (frauenname), *Salgestr (anfr. SaUgast). 
Uebers.: Finna. Salgestr [ruhen hier]. 

Anm. Abb. bei Stephens, Handbook. s. 10. S. übrigens Bugge, Tidskr. 
f. Phil, og Paed. VTL 244 ff. ; 313 f. 

4. Stein von Björketorp, SchwedeD. gegen 700. 

Urn.: u^ataZa sZa — JiAiditruno ronu \ fAlAhAk liAÖerA $\ 
itiAruriAR ATAgeu J Jiacta itiaIausr \ uüam uelAÖAude \ sar hAt 

Aisl.: Vparfa spo. Heifirrüna rono (vgl. nisl. runa 'folge', aisl. 

rune 'lauf' ) falk hePra. *gimirünar *ergio (vgl. erge, ergiask) . . . 

mdllauss . . . *veldanj>e sd'r Pat brytr. 
Uebers.: Unheilbringende Prophezeiung! Die reihe der ehren- 

runen verbarg ich hier, die grossrunen der hexerei . . . 

stumm . . . tückischen todes wer dies [denkmal] bricht. 

Anm. S. v. Friesen. Lister- och Listerby-stenarna, s. 5 ff. (mit abb.) ; 
Brate, Arkiv XXXV, 184 ff.: Kock, ib. XXXVII, 22 ff: M. Olsen, No. I., s. 626 f. 
Vgl. die inschr. von Stentoften (nr. 65 ff. unten). 

5. Brakteat von Bjernerud, Norwegen, 5. jahrh. 
Urn.: alu 

Aisl.: *ql 

Uebers.: Amulett [ist dies]. 

Anm. S. Bugge. No. L. s. 428 (mit abb.). Vgl. nr. 9 (und die dortige 
literatur), 11, 17, 20, 36, 39, 40, 48, 57, 61 unten. 

6. Stein von Bratsberg, Norwegen, 6. jahrh. 
Urn.: PaliR 

Aisl.: *Palr (vgl. langobard. Thaloardus, ahd. Thalilo). 
Uebers.: palr [ruht hier]. 

Anm. Vgl. v. Grienberger, Gott. gel. Anz. 1906. s. 128; abweichend 
Bugge, No. I, s. 364 ff. (mit abb.). 

7. Stein von By (oder Sigdal). Norwegen. 7. jahrh. 
Urn. : ek iriluR (s. § 63. 3 und vgl nr. 86) hroRüR Iß-OReR orte 

Pat aßina übt qlaifu o\o^o\r \ r[unoR] m[arki]Pe 
Aisl.: Ek iarl (§ 359, 2) *Hrerr (vgl. § 71, 4; ags.. as. hrör hurtig) 
*Hr6rer (s. § 370 anm.) orte (3. statt 1. sg.? s. § 534, 1) pat 
aren? (s. § 72 anm.) *upt (st. ept? vgl. § 172 anm. 2? oder 



37(5 Anhang. 

asehw. run. yftia, s. An. gr. IL § 288?) Älof? D[ay]r? ni[nar}? 
m[erk]be ? 
Uebers.: Ich jarl Hrorr, Hror's söhn, maclite diesen hügel nach 
Älof. Dagr die runen zeichnete. 

Anm. Vgl. Bugge, No. I, s. 93 ff. (mit abb.) , 529 ff. ; Sievers, Ber. 
d. k. sächs. ges. d. Wissenschaften 1894, s. 139; Brate, Arkiv XI, 369 f., Sv. 
fornm. tidskr. IX, 333 ff. ; v. Grienberger, Gott. gel. Anz. 1906, s. 115 ff. 

8. Stein von Bo, Norwegen, 6. jahrh. 
Urn.: hnabudas hlaiwa 

Aisl.: *Hnofops (vgl. ? ags. Hnuef, ahd. Hnabi, aisl. prit. fwof 

schnitt ab) *hley (got. hlaiw, vgl. § 77, 15). 
Uebers.: HnQfoJ?'s grab. 

Anm. Vgl. Bugge, No. I., s. 238 ff. (mit abb.), 544 f. 

9. Brakteat von Börringe, Schweden. 5. jahrh. 

Urn.: laukan \ tanulu . al[u\ (verkürzt, wol um eine anzahl von 

8 runen zu erlangen) 
Aisl.: Laukr (aisl. als beiname) *Tonol (frauennamen, zu ahd. 

zenen, ags. tennan reizen, got. faüra-tani wunderzeichen?). *Ql. 
Uebers.: Laukr [gibt dies der] Tonol. Amulett [ist dies]. 

Anm. Abb. bei Stephens, Handbook, s. 192 (vgl. doch Bngge, Aarbeger 
1871, s. 199 note). Vgl. v. Grienberger, Gott. gel. Anz. 1908, s. 398 f., 406, 
ZfdPh. XXXII, 292; Noreen, Xenia Lideniana, s. 12. 

10. Brakteat von Dannenberg, Hannover, 5. jahrh. 
Urn.: gle'augin ue'u fcgR 

Aisl.: . . . eygr . . . 

Anm. Vgl. Bugge, No. 1. , s. 125 ff.; Wimmer, Sonderjyll. run., s. 22. 

11. Brakteat von Darum, I, Dänemark, 5. jahrh. 
Urn.: niujil[a] . alu 

Aisl.: *Nyle (mannsname; zu aisl. nyr, got. niujis). *Ol. 
Uebers.: Nyle. Amulett [ist dies]. 

Anm. Abb. bei Stephens, Runic monuments IV, 79. Vgl. Bugge, 
Arkiv VIII, 22; Wimmer, Sonderjyll. run., s. 25 f., 33; nr. 49 unten. 

12. Brakteat von Darum, II, Dänemark, 5. jahrh. 
Urn. : frohila . laj>u 

Aisl.: *Fräle (vgl. ahd. Fruolo). Lop. 

Uebers.: Freie [gibt? oder empfange? dies]. Liebesgabe [ist es]. 



Die wichtigsten nrnordischen iuschriften. Mi 

Anm. Abb. bei Stephens, Bunic monaments IV, 76. Vgl. Bugge, 
Arkiv VIII, 20, No. L. s. 247 : Wimnier, Senderjyll. rnn., s. 33 : v. Grienberger, 
Gott. gel. Anz. 1906, s. 154; m. 22, 57 unten. 

13. Brakteat von Darum. III ("Naesbjaerg"). Dänemark. 

5. jahrh. 

Urn.: ?HHr aiicui\öa it uha 

Aisl: ?*LiUr (vgl. ags. LH. gen. LW.es, und den aschw. Orts- 
namen LiUingf). *0pe (vgl. §77, 8; mhd. eicen nach recht 
machen) *et (s. § 473 anm. 1. sehluss) *Öe (vgl. got. aühuma, 
aisl. Ome). 

Uebers.: Lillr [besitzt dies]. Rechtlich machte es Öe. 

Anm. Abb. bei B. Salin, Ant. tidskr. f. Sv. XTV, 2. s. 36 (eine jüngere 
und schlechtere kopie bei Stephens, Handbook, s. 195, wird dort unrichtig 
nach Xaesbjaerg verlegt). Vgl. (mit wesentlich abweichender lesungi Bugge, 
No. L. s. 264 f., 551 ff. 

14. Steinplatte von Eggjum. Norwegen, um 700. 
Urn.: ni s sohl sot uk ni SAkse stAin skorin nxxxxx ma[n]n 

nAJcSa[n] ni snAreR ni idUtR manR la$i\hin ua)Z tiAseu ma[n]a 
ntAÖe JiAtm kAibA i dormopA huni Jiuicar ob kam JiAtxx hxx 
la[n]t $otnA fisl'R orxxx nAttim suema[n]de fokl if sxxxxxx 
gxlanÖis \ axxx misurkx \ hin | la 

Aisl.: Ne's solo soft ok ne saxe stein skorenn: n(e sete) mannr 
nokpan (s. § 159, § 226), ne snarer ne vittter mennr legge. 

*Hin varp *ndsiö mannr, mdöe peim keipa land gotna. 

Fiskr . . . *suemande, fogl ef . . . galande .... 

Uebers.: Nicht ist es von der sonne getroffen und nicht der 
stein mit messer geschnitten: nicht richte jemand ihn entblösst 
auf oder legen kecke oder unsinnige leute ihn so hin. Diesen 
bewarf der mann mit leichen-nass . . . das land der goten. 
Der fisch . . . schwimmend, der vogel. ob .... schreiend 

Anm. S. M. Olsen. >"o. I. ni,S2ff. (mit abb.): Meissner. Nachrichten 
der K. Gesellschaft der Wissenschaften zn Göttingen. Phil.-hi>t. Klasse 1921. 

6. 89 ff. : Burg, ZfdA. LVm, 280 ff. ; Brate, Arkiv XXXVHI. 206 ff. 

15. Stein von Eidsväg. Norwegen, anfang des 7. jahrh. 
Urn.: huu[h]aEaR (durch das einsetzen des h entsteht die 

erwünschte anzahl von 8 runen). 
Aisl.: Hdvarr (< *Hanha-gaiRaR)?. 
Uebers.: Hävarr [ruht hier]. 



378 Anhang. 

Anm. Vgl. Bugge, No. I., s. 452 ff. (mit abb.) und Indledning, s. 118 
note 1. 

16. Stein von Einang, Norwegen, gegen 400. 
Urn.: da$a,R Pur runo faihiÖo 

Aisl.: Dagr pcer rünar (lautges. *rüna, s. § 373 anm. 4) fdpa. 
Uebers.: [Ich] Dagr die runen malte. 

Anm. Vgl. Bugge, No. I, s. 73 ff. (mit abb.); M. Olsen, ib. s. 624 
note 7. 

17. Stein von Elgesem, Norwegen, 6. jahrh. 
Urn.: diu 

Aisl.: *0l 

c 

Uebers.: Schutzmittel [ist dies]. 

Anm. Vgl. Bugge, No. L, s. 159 ff. (mit abb.). 

18. Spange von Etelhem, Schweden, etwas vor 500. 
Urn.: m[i]k m[a]r[i]la w[o]rta q (dies vielleicht ohne sprachliche 

bedeutung oder kürzung von alu?) 
Aisl.: Mik *Mcerle (got. Merila) orte. 
Uebers.: Mich Mserle machte. 

Anm. Abb. bei Stephens, Handbook, s. 13. Vgl. Bugge, Tidskr. f. 
Phil, og Paed. VII, 246 ff., No. L, s. 148 ff.; Wimmer, Runenschrift, s. 169. 

19. Stein von Flistad, Schweden, 8. jahrh. 
Urn.: garriR AtR gla[n]ta 

Aisl.: Gammr (aisl. beiname, urspr. vogelname) *ettr (vgl. aschw. 

cettir, run. etiR, atiR u. dgl, s. An. gr. II § 288) *Glenta (dän. 

glente, schwed. dial. glänta weih). 
Uebers.: Gammr nach Glente [errichtete dieses denkmal]. 
Anm. Vgl. Bugge (und Noreen), Arkiv XVIII, 1 ff. 

20. Beinernes gerät von Floksand, Norwegen, c. 350. 
Um.: lina laukäh q\lu\ (verkürzt, um die bei erotischen in- 

schriften beliebte anzahl von 10 runenzeichen zu erlangen). 
Aisl.: lin, laukr, gl. 
Uebers.: lein, lauch, schütz. 

Anm. S. M. Olsen, No. L, s. 649 ff. (mit abb.). 

21. Spange von Fonnäs, Norwegen, 6. jahrh. 

Um.: a\ih sbi[n]dul[d\ t[a]l\ij[a]R spjsrdse \jlsklR \ wkshu 
Aisl.: A *spindol (ahd., ags. sjpindel) *Tceler .... 



Die wichtigsten uruordischen iuschrifteu. 379 

Uebers.: Tarier besitzt die spange 

Anm. Vgl. Bugge, No. I., s. 50 ff. (mit abb.), 5261; Olsen, ib. s. 634; 
A. Burgun, Forhandlinger i Yidenskapsselskapet i Kristiania 1911,1 (mit 
abb.) ; v. Grienberger, Gott. gel. Anz. 1906, s. 144 ff. 

22. Brakteat (Stephens nr. 24) aus Fünen, Dänemark, 
5. jahrh. 

Um. : hou[h]aR \ la]>u aaöuaaaliilall (statt diu ver- 
schrieben? Durch das einsetzen des h — vgl. 15 oben — 
entsteht die beliebte zahl 24). 

Aisl.: Hör (hier wol als name). LgJ) ol 

Uebers.: Hör. Liebesgabe [ist dies] .... Amulett. 

Anm. Abb. bei Saun. Ant. tidskr. f. Sv. XIV, 2, s. 46. Vgl. Bugge, 

Aarbflger 1905, s. 200 ff. 

23. Brakteat von Faemo ("Femo"), Dänemark, anfang 
des 6. jahrhs. 

Urn.: ek fakciR f[aihiöo] (kiirzung wol um 8 runen zu erhalten). 
Aisl.: ek Fäkr (vgl. ahd. Faco, Fachilo, Facco, langob. Facho; 

anders Hellquist. Maal og minne 1916, s. 198) f[dpd\. 
Uebers.: Ich Fäkr schrieb [diesj. 

Anm. Abb. Aarbeger 1915, s. 175 f. Vgl. Olsen, Xo. I., s. 610. 

24. Angelschnurstein von Forde, Norwegen gegen 700. 
Urn.: aluko 

Aisl.: *Olka (frauenname; vgl. as. Aluco, ags. Äluca m.). 
Uebers.: Olka [besitzt diesen stein]. 

Anm. C Vgl. Bugge, Xo. L, s. 312 ff. (mit abb.). 

25. Goldenes hörn von Gallehus ("Mogeltonder"), Däne- 
mark, etwas nach 400. 

Um.: ek hlewagastiR . holtijaR . horna . tauiÖo. 

Aisl.: Ek *HUgestr *helter (vgl. § 63, 4) hörn *tdj)a (1. sg. prät. 

ind. von *teyia, got. taujan; flexion wie heyia § 513,5). 
Uebers.: Ich Hlegestr aus Holt (d. h. Holstein) stellte das 

hörn her. 

Anm. Abb. Stephens. Handbook. s. 85 ff. Vgl. Bugge. Tidskr. f. 
Phü. og Paed. VIII, 215 ff. : Burg, s. 10 ff.; Thomsen, Arkiv XV, 193 ff. ; 
Wimmer. Semderjyll. run., s. 18 ff. (mit abb.). 

26. Beinernes gerät von Gjersvik, Norwegen, c. 400. 
Urn. : dxyfio pi (8 runen) llllllllll (10 runen) 

Anm. S. Olsen, >"o. I., s. 640 ff. (mit abb.). 



•380 Anhang. 

27. Stein von Gummarp ("Gommor"), Schweden, gegen 700. 
Um.: liA^uwolAfA — stAÜA priax — sÄte — fff 

Aisl.: . . . Holf (s. § 228) stafa priä sette . . . 

Uebers.: . . . [nach] Hqlf drei stäbe setzte . . . 

Anm. Vgl. Bugge, Tidskr. f. Phil, og Paed. VII, 347 ff.; Burg, s. 84 ff.; 
v. Friesen, Lister- och Listerby-stenarna, s. 21 ff. (mit abb.). 

28. Felsenwand von Hämmeren, Norwegen, 8. jahrh. 
Urn.: uu\lfpalfe 

Anm. S. Bugge, No. I., s. 373 ff. (mit abb.), 565 ff. 

29. Spange von Himling(h)0ie, Dänemark, gegen 400 
Urn.: hariso 

Aisl.: *Harsa (frauenname; vgl. erulisch Hariso m.) 
Uebers.: Harsa [besitzt dies]. 

Anm. Abb. Stephens, Handbook, s. 81. Vgl. Bugge, No. I , Indledning, 
s. 203. 

30. Kamm von Nedre Hov, Norwegen, c. 300. 
Urn. : ek ad x x x . . — fyul x 

Anm. S. Bugge, No. I., s. 419 ff. (mit abb.). 

31. Stein von Istaby, Schweden, c. 650. 

Urn.: Afatr hAriwulafa | hAfiuwulafit hAeruwulaftR (fehler für 

heruwulafiü?) — warAit tuhar Paiar 
Aisl.: Epter (lautges. aptr?) Heriulf. Hqlfr (s. § 228) *Hiorylfer 

(s. § 370 anm.) reit rünar pcer (lautges. *]>eiar, s. Noreen, 

Geschichte 3 § 204, 12). 
Uebers.: Nach Heriulfr [steht dieser stein]. H<)lfr, Hiorulf's 

söhn, ritzte diese runen. 

Anm. Vgl. v. Friesen, Lister- och Listerby-stenarna, s. 28 ff. (mit abb.). 

32. Stein von Järsberg (oder Vamum), Schweden, 6. jahrh. 
Urn.: haü(e) (vielleicht nachträgliche korrektur des im folgenden 

verschriebenen hite) \ ek elilaR ubaR h[a]ite (durch das ein- 
setzen des a macht ek . . . haue die beliebte zahl von 16 runen). 
harabanoR runoR wa\rit\u 
Aisl.: ek iarl (§ 359, 2) JJfr (aschw. run. Uf Bugge, No. I, s. 247 
note 3, vgl. aisl. JJfe, lat. lehnwort ubii als völkername. ahd. 
uppi, got. ubils böse) heite. Hrafn rünar rit. 



Die wichtigsten urnordischen inschriften. 381 

Uebers.: Ich jarl Üfr heisse. [Ich] Hrafn die runen ritze. 

Auia. S. E. Noreen, Sprakvetenskapliga säHskapet9 i Uppsala för- 
handlingar 1916—1918. s. 1 ff. (mit abb.) ; vgl. (abweichend) Bugge, Tidskr. 
f. Phil, og P?ed. VII. 237 ff. ; J. Sahlgren, Studier tillägnade 0. Almgren, 
s. 300 ff. 

33. Stein von Kinneved, Schweden, 7. Jahrh.? 
Urn.: sitt aluh 

Anm. Vgl. Bugge, No. L, s. 162 ff. 

34. Stein von Kjolevig (oder Strand). Norwegen, c. 500. 
Um.: hadulaiJcaü \ ek hagusta[l]dait \ hlaaucido (fehler für hlai- 

iviöo?) magu miyiino 
Aisl.: *Hgpleikr. Ek Haukstaldr (lautges. *Hogstaldr, s. § 105 

anm.) *hU])a (§ 77, 8, 1. sg. prät. ind. zu *hlcefa aus *hlaiwian\ 

vgl. got. hlaitv grab und urn. Mauca Bö) mog minn. 
Uebers.: HoJ>leikr [ruht hier]. Ich Hagestolz begrub meinen 

söhn. 

Anm. S. Bugge, No. I.. s. 268 ff.; anders v. Grienberger, Gott. gel. Anz. 
1906, s. 100 ff. 

35. Lanzenschaft von Kragehul, Dänemark, um 400. 
Urn.: ek erilak asugisalas imrfia Imite £a $a gh (d. h.? drei- 
maliges gibu au ja) ginufalielija haga [ga]laiviju di gi . . . 

Aisl.: Ek Iarl (s. § 359, 2), *Äsgisls möe (zu ags. tnuha, aisl. 
mugr wie ahd. Hüfo als mannsname zu hau f. hnfo häufen) 
heite. Gef{k) *ey ? (dreimal, vgl. 58 und 60 unten). *Ginn- 
hille (ahd. gahelli, vgl. § 425 anm. 2, § 358 anm. 5) *hag (sub- 
stantiviertes neutr., vgl. § 425 anm. 2, zum adj. hagr künstle- 
risch) *la?fa (got. gaUujan überlassen) . . . 

Uebers.: Ich Iarl, AsgisFs gefolgsmann, heisse. Ich gebe glück 
(dreimal)? Sehr helltönendes kunststück (d. h. die lanze) 
überlasse ich . . . 

Anm. Vgl. Wimmer. Runenschrift, s. 123 ff. (mit abb.); Olsen, No. L, 
s. 625 f. ; v. Grienberger, ZfdPh. XXXIX, 55 ff. 

36. Messerschaft von Kragehul, Dänemark, um 400. 
Urn. : . . . uma . dera — . . aau (statt alu verschrieben ?) . . 

Aisl.: *Bere (aschw. Biari. Bi&ri nach den kas. obl., 

vgl. Lind, Dopnamn, sp. 135, und fem. aisl. Bera). 
Anm. S. Bugge, Aarbeger 1905, s. 166 ff. 



382 Anhang. 

37. Stein von Krogsta, Schweden, c. 500. 
Um.: mwsteiji — stainaR 

Anm. Vgl. Bugge, No. I., s. 128 ff.; Wimmer, Runenschrift, s. 155 note. 

38. Steinplatte von Kylver, Schweden, um 400. 
Um.: fu]> arkgwhn ij p e rs td emlw Ö o x | suliu s 

Aisl.: /"(usw.) | *syVs (got. sulja, gr. vXla sohle; vgl. got. gasuljan 
das fundaraent legen, mndd. sul, ags. syll grundstock, aschw. 
sula sohle, s. Noreen, Värt spräk III, 120 mit note 3). 

Uebers.: f (usw.). Grundlage (d. h. aiphabet; vgl. gr. öror/eiov) 
ist [dies]. 

Anm. Ahb. hei v. Friesen und Hansson, Ant. tidskr. f. Sv. XVIII, 2. 
Vgl. v. Grienberger, Gott. gel. Anz. 1908, s. 410 ff.; Bugge, No. I, 
Indledning, s. 6 ff., 34 ff. 

39. Beinchen von Lindholm, Schweden, um 400. 
Urn.: ek erilaR sa wilagaR ha[i]teka. (durch das einsetzen von i 

erhält man die erwünschten 24 runen) — aaaaaaaaRRRnnn x 

bmuttt . diu . (im ganzen 24 runen) 
Aisl.: Ek Iarl (s. § 359, 2), sä *vilagr (vgl. ags. wil kunstgriff) 

heitek *Ql. 

Uebers.: Ich Jarl, der kunstfertige bin ich genannt 

Amulett [ist dies]. 

Anm. Abb. bei Stephens, Handbook, s. 24 (mit berichtigungen von 
Söderberg und Bugge, No. L, s. 162 note 1 und Olsen, ib. s. 600 note 1); 
vgl. Olsen, Aarb0ger 1907, s. 29 ff., No. I., s. 600, 625. 

40. Brakteat (Stephens nr. 55) von Magiemose, Däne- 
mark, 5. jahrh. 

Urn.: Jio.r (statt houhaR, s. oben nr. 22) | sihaukjju \ all (ver- 
schrieben statt alu) 

Aisl: Hör (hier wol als name) *Ql. 

Uebers.: Hör [besitzt oder machte dies]. . . . Amulett [ist es]. 

Anm. Abb. bei Stephens, Handbook, s. 185 (vgl. I. Lindquist, Väster- 
götlands fornminnesförenings tidskrift IV, 72). Vgl. Bugge, Aarboger 1905, 
s. 198 ff., 205 f. 

41. Lanzenspitze von Mos, Schweden, 3. jahrh. 
Urn.: sioag 

Anm. S. B. Nerman, Rig 1918, s. 50 ff. (mit abb.). 



Die wichtigsten urnordischen inschriften. 383 

42. (Aelterer) stein von Myklebostad, Norwegen, 6. jahrh. 
Urn.: asugasdi^R . .) 

Aisl.: *Asgestr . . . 

Anm. Vgl. Bugge, No. I., s. 321 ff. (mit ahb.); v. Grienberger, Gott, 
gel. Anz. 1906, s. 125 ff. 

43. Stein von Möge dal. Norwegen, gegen 600. 
Urn.: laipigaR 

Aisl: *Leipegr (wol als mannsname; ahd. leidig). 
Anm. S. Olsen, No. I., s. 711 ff. 

44. Stein von Möjebro (oder Hagby). Schweden, etwas 
nach 400. 

Urn.: frawaradciR \ ana liahai slagina\n 

Aisl.: *FräräÖr ä (got. ana\ lautges. *an, s. § 299, 5 mit anm. 5) 

*Hege (verhält sich zu här wie aisl. haugr zu got. hauhs) 

slegenn. 
Uebers. : Fräräör auf Hag (jetzt Hagby im gerichtsbezirk 

Hagunda) geschlagen. 

Anm. S. Pipping, Stud. nord. fil. XII, 1 , s. 78 f., 65 f.; Brate, Arkiv 
XXXI. 227 ff. ; vgl. (abweichend) v. Friesen, Upplands rnustenar, s. 3 f. (mit 
abb.); Olsen, Arkiv XXXTTT, 276 ff. 

45. Stein von Stora Noleby (oder Fyrunga). Schweden, 
um 600. 

Urn.: runo fahi raginaku[ri\Öo töA x a \ unapou . suhurah . susi x 

xxafxn|x akupo 
Aisl.: Bünar (lautges. *rüna § 373 anm. 4) fd (lautges. *fce, 

s. § 511) regenkunnar (lautges. *-hunda § 317, 2, b, § 373 

anm. 4) .... 

Uebers. : Von den mächten stammende runen schreibe [ich] 

Anm. Vgl. Bngge, Arkiv XIII, 317 ff. (mit abb.), XV, 142 ff.; Brate, 
ib. XIV, 329 ff. ; Pipping, Stnd. nord. fil. XU, 1, s. 13. 

46. Stein von Nordhuglen (~Huglen"), Norwegen, c. 400. 
Urn.: eh suÖija unganöin i b(iigulu) 

Aisl.: Ek gope (lautges. *gype, got. gudja) *6gendr (lat. lehnw. 

Ongendus als mannsname. zu gandr zauberstab) i H(ugul\ 
Uebers.: Ich der priester, der nicht vom zauber getroffen 

werden kann, in Hugl [schreibe dies]. 

Anm. S. Olsen , No. I. , s. 605 ff. (mit abb.) ; v. Grienberger, Arkiv 
XXIX, 367 ff. 



384 Anhang. 

47. Brakteat (Stephens nr. 48) aus Norwegen, c. 500. 

Urn.: anoana. 

Anm. Abb. bei Stephens, Handbook, s. 182. Vgl. Bugge, lS~o. I.. 
s. 456 ff. ; v. Grienberger, Gott. gel. Anz. 1906, s. 155 f. 

48. Pfeilschaft von Nydam, Dänemark, gegen 400. 
Um.: lua (wol statt diu verschrieben). 

Anm. Vgl. Wimmer, Senderjyll. run., s. 17 f. (mit abb.), Runenschrift, 
s. 57 note 5. 

49. Brakteat (Stephens nr. 80) von Nsesbjserg (oder 
Varde), Dänemark, 5. jahrh. 

Um.: niuwila (statt niujila — vgl. nr. 11 oben — verschrieben? 
oder als niwila — ahd. Niwilo — auszusprechen?) | Ifil \ tk 
Aisl. : *Nyle oder *Nile (s. § 80, 2 ; mannsname) . . . 

Anm. Vgl. Bugge. Aarbeger 1871, s. 217 ff. und 1905, s. 213 f., Arkiv 
VIII, 22; Wimmer, Sanderjyll. run., s. 33; v. Friesen, N. Spr. II, 5 note; 
v. Grienberger, Gott. gel. Anz. 1908, s. 400. 

50. Stein von Opedal, Norwegen, 6. jahrh. 
Um.: dirg [i]wgudoro swestar minu | liudu meR wage 

Aisl.: Biarg (lautges. birg) *Yngbora (? vgl. Hornbori, bes. in 
Ortsnamen, adän. run. Hurnburi), syster (lautges. *suester, vgl. 
§ 77, 12) min, litif mer Wäge (vgl. ags. Wceg-mund; oder 
*Vage, vgl. ahd. WagoY). 

Uebers.: Hilf, Yngbora, meine Schwester, mir Vägr lieb. 

Anm. Vgl. Bugge, No. L, s. 295 ff., 558 ff.; v. Friesen, Spräk- 
vetenskapliga sällskapets i Uppsala förhandlingar 1903 — 1906, s. 44 note. 

51. Brakteat (Stephens nr. 28) von Overhornbaek, Däne- 
mark, 6. jahrh. 

Um.: aupa ]>it eih uilalÖ tAuiu uo[n]twa | utl 

Aisl.: Aupe *])itt (as. thit, ahd. diz, s. Liden, Arkiv IV, 97 ff.) 

ä (lautges. *e, vgl. § 97, 2). Wtiald (vgl. 38 oben) Hey (got. 

tauja) *Vgtte (ahd. Wanzot) . . . 
Uebers.: AuJ?e besitzt dies. [Ich] Votte stelle das kunststück 
her . . . 

Anm. Abb. bei Bugge, Aarherger 1905, s. 242. Vgl. Olsen, ib. 1907, 
s. 19 ff. ; v. Grienberger, Gott. gel. Anz. 1908, s. 388 ff. ; I. Lindquist, Väster- 
götlands fornminnesförenings tidskrift IV, s. 72 note 2. 



Die wichtigsten urnordischen inschriften. 3 80 

52. Stein von Reistad, Norwegen, gegen 600. 
Urn. : iupingaR \ ek wakran . unnam \ wraita 

Aisl.: *Ypingr (ahd. Eodunc, lat. lehnw. jil. Iuthungi, vgl. aschw. 

Iildhe, ahd. JEWo, aisl. io]>?). Ek Vakr *un[d]nam (1. sg. prät. 

ind. von *undnema) reit (aisl. reitr, u- und a- stamm, ritze, 

aschw. wre~ter abgestochener platz, ahd. reiz linie; vgl. got. 

writs strich). 
Uebers.: Yj>ingr [ruht hier]. Ich Wacker unternahm die ritzung. 

Anm. Vgl. Bugge, Xo. I., s. 216 ff. (mit abb.) ; Wimmer, Runenschrift, 
s. 210 ff.; v. Friesen, a. 0., s. 41 note; Hellquist, Om de svenska ortnamnen 
pä -inge, s. 176 f. 

53. Stein von Roes, Schweden, 8. jahrn. 
Um. : iupin . duz. oder uÖr [?] rak 

Anm. Vgl. Bugge, Sv. fornm. tidskr. XI, 114 ff.; Läffler, ib. 197 ff.; 
Olsen, Ho. I. IU, 164 ff. (mit abb.). 

54. Stein von Rävsal, Schweden, gegen 800. 
Urn. : h Arneulf s . stAiriAR 

Aisl.: Heriulfs steinar. 

Uebers.: Heriulfs steine [sind diese]. 

Anm. Vgl. Bngge, Tidskr. f. Phil, og Paed. YTn, 163, Xo. L, s. 178; 
Wimmer, Runenschrift, s. 230 f.; S. Boije, Bidrag tili kännedom om Göte- 
borgs och Bohusläns fornminnen och historia III, 262 ff. (mit abb.). 

55. Stein von Rö, Schweden, etwas nach 400. 

Urn.: sicahaharjaR \ sqirawiöaR \ stdinaicarijdR fahido \ ek hra- 

J)aR satiöo (s)tain(ä) | ana m(agu) 
Aisl. : Sudfarr [ek] Steinarr fd]>a. Ek Hrdp-r (hier 

als mannsname; vgl. Hrafie) setta stein d (vgl. 44 oben) mqg. 
Uebers. : Suäfarr . . . [Ich] Steinarr malte. Ich HraJ?r setzte 
stein über den söhn. 

Anm. Die lesuhg nach Photographien v. Friesen's und einem Vortrag 
desselben. 

56. Stein von Saude, Norwegen, 6. jahrh. 
Urn.: wa[n\daradas 

Aisl.: VandrdJ)s. 

Uebers.: Vandrä)?s [stein ist dies]. 

Anm. Vgl. Bugge, Xo. I., s. 183 ff. (mit abb.). 

Noreen, Altisl.gTamm. 4. aufl. 25 



386 Anhang, 

57. Brakteat (Stephens nr. 19) aus Schonen, Schweden, 
5. jahrh. 

Urn. : lapu laukan . £alcaR llu (st. alu verschrieben) 

Aisl.: Lop . Laukr (hier als mannsname? vgl. 9 oben, anders 

20 oben) . *Gakr (mannsname ; vgl. ahd. Gakes-husen). *Ql. 
Uebers.: Liebesgabe [ist dies]. Laukr. *Gakr. Amulett [ist 

dies]. 

Anm. Abb. bei Stephens, Handbook, s. 172 (mit herichtigungen von 
Bugge, No.L, s. 162 note 2). Vgl. Olsen, No.L, s. 650 und 668 f.; v. Grien- 
berger, Gott. gel. Anz. 1908, s. 398. 

58. Brakteat (Stephens nr. 57) aus Seeland, Dänemark, 

5. jahrh. 

Urn.: hariuha haitika . farauisa (8 runen) .gidu auja (8 runen) . t 
Aisl.: *Heriöe (vgl. 13 oben) heitek *färvise. Gef (lautges. *gif; 

vgl. § 63, 3) *ey (vgl. got. awi-liup dank) . . 
Uebers.: Heriöe heisse ich, der gefährliches wissende. [Ich] 

gebe glück . . 

Anm. Abb. bei Stephens, Handbook, s. 186. Vgl. Bugge, Aarbeger 1905, 
s. 284 ff.; Olsen, No. I, s. 601, 624f., Aarbeger 1907, s.33ff.; v. Grienberger, 
ZfdPh. XXXIX, 54. 

59. Brakteat von Selvig, Norwegen, 5. jahrh. 

Urn.: tau (< *tawu? vgl. ahd. gizawa, mndd. touwe gerät? zu 
got. taujan herstellen). 

Anm. Abb. bei Bugge, No. I., s. 267. 

60. Brakteat (Stephens nr. 67) von Skodborg, Däne- 
mark, 5. jahrh. 

Urn.: [$idu] auja alawin auja alawin auja alawin j[a] dlawid 
Aisl.: [Gef] (vgl. 58) *ey (vgl. 35) *Ällvin (ahd. Älwini), *ey 

*Allvin. *ey *Allvin *ä (as.^'a, got. ja-h 'und') *AUvip (ahd. 

Älluid). 
Uebers.: [Ich gebe] glück Allvin, glück Allvin, glück Allvin 

und AllviJ?. 

Anm. Abb. Stephens, Handbook, s. 190. Vgl. v. Grienberger, Gott, 
gel. Anz. 1903, s. 708 f. ; Olsen, Aarbeger 1907, s. 34 f. 

61. Brakteat von Skrydstrup, Dänemark, anfang des 

6. jahrh. 

Urn.: laukan I alu 



Die wichtigsten urnordischen inschriften. 387 

Aisl. : Laukr . Ol 
Uebers.: Lauch. Amulett 

Anm. VgL Wimmer, Sanderjyll. run., s. 28 ff. (mit abb.), und nr. 5 oben. 

62. Stein von Skääng, Schweden, gegen 500. 

Um. : harijan leiigan . 

Aisl.: *Heria (ahd. Herio, aisl. ein-here) *Litigr (griech. Xsvxog; 

vgl. die mannsnamen auf -laugt). 
Uebers.: [Dem] Here [errichtet dies] Liügr. 

Anm. Vgl. v. Friesen, Kunorna i Sverige, s. 8 (mit abb., s. 25). 

63. Stein von Skärkind, Schweden, gegen 500. 
Urn.: sk^n]pah uZür 

Aisl.: *Skele (vgl. mele < *minnle § 110, 1; ahd. Scindalesheim, 
vgl. schwed. Skinnstad im kirchspiel Skärkind. aisl. Skinna- 
staper u. dgl. und Skinne als beiname). 

Uebers.: [Dem] Skinnall [errichtet dies] Üfr. 

Anm. Abb. bei Stephens, Handbook, s. 7. S. Swenning, Frän 
filologiska föreningen i Lund III, 220 ff. 

64. Lanzenspitze von 0vre Stabu, Norwegen, c. 250. 

Urn. : raunij.a x x 

Anm. S. Bugge, No. L, s. 412 ff. (mit abb., besonders s. 416); Wiget, 
Arkiv XXXTY, 155. 

65. Stein von Stenstad, Norwegen, um 450. 
Urn.: igijon halaR 

Aisl. : *Igio (vgl. got Igo, Igila, Igulfus) Hallr. 
Uebers.: [Der] Igia [errichtet dies] Hallr. 
Anm. Vgl. Bugge, No. L, s. 174 ff. (mit abb.). 

66. Stein von Stentoften. Schweden, 2. hälfte des 
7. jahrhs. 

Urn.: niu hAboruntR niu hagestuniR . \ JiApuwolAfR $Af j \ liAri- 
icohfR ßAUsnuh x e h[Ä\ideRrunono \ fAlAh ekA heder a gino- 
ronoR | herAtnAlA[u]sAR ArAgeuwelAd[A]ud[e] sa[r] — dAriutij> 

AisL: Xio *Hdborumr, nio *Hägestumr . Hqlfr gaf . . Heriolfr 
. . . heiprrüna (lautges. *hei]>runana; vgl. Heiprün, acc. -rüno, 
ein frauenname und § 373 anm. 5) fal iak (s. § 464 anm. 2) 
hepra *ginnronor (vgl. nisl. runa folge) . . mdllauss *ergio. 
*Veldau])e sd'r brytr (lautges. *brytt). 

25* 



388 Anhang. 

Uebers.: Den neun helden in der schar Häbore's (vgl. Homhori, 
nr. 50 oben, und A. Olrik bei Bugge, Der runenstein von Rök, 
s. 259 ff.) und Hägest's (vgl. Sal-, Hlegestr oben 3, resp. 25) 
[steht dieses monument]. Hqlfr gab . . Heriolfr . . . der 
ehrenrunen grosse reihen der hexerei verbarg ich hier . . . 
stumm. Des tückischen todes [ist], wer [das denkmal] 
bricht. 

Anm. Vgl. die inschr. von Björketorp (nr. 4 oben) ; v. Friesen, Lister- 
och Listerby-stenarna, s. 35 ff. (mit abb.); Lindroth, Studier tillegnade 
Es. Tegn<§r, s. 167 ff. ; Brate, Arkiv XXXV, 184 ff. ; Kock, ib. XXXVII, 2 ff. 

67. Diadem von Strärup (oder Dalby), Dänemark, etwas 
nach 400. 

Urn.: lepro 

Aisl.: * Lepra (f rauenname ?). 

Uebers.: Le]?ra [besitzt dies]. 

Anm. Vgl. Wimmer, Senderjyll. run., s. 16 f. (mit abb.). 

68. Wetzstein von Strom, Norwegen, erste hälfte des 
7. jahrhs. 

Urn.: wate hali hino horna — haha skapi hapu ligi 
Aisl.: Vate *hell (aschw. hcel) hinn hörn .Ha ske]>, hop ligg. 
Uebers.: Nässe diesen stein das hörn. Verletze einem pflock, 
liege [denn] im kämpfe unter. 

Anm. S. Olsen, No. I., s. 677 ff. (mit abb.). 

69. Medaillon von Svarteborg, Schweden, etwas nach 400. 
Urn. : s[kridado] sigaduR (8 runen !) 

Aisl.: *Sigoßr (aschw. Sighadher). 
Uebers.: [Ich] SigoJ?r [schrieb dies], 

Anm. Abb. bei Bugge, Sv. fornm. tidskr. XI, 109. Vgl. Kock, Arkiv 
XXXVIII, 159 ff. 

70. Stein von Sölvesborg, Schweden, ende des 8. jahrhs. 
Urn. : (Aft) qsmu[n]t . sunu sin \ urti . waPj . . . 

Aisl.: Ept Asmund sun sinn orte Va])e . . . 

Uebers. : Nach Äsmund, seinen söhn, machte Va}?e . . . 

Anm. S. v. Friesen, Lister- och Listerby-stenarna, s. 53 ff. (mit abb.). 

71. Stein von Tanem, Norwegen, gegen 800. 
Urn.: mairlxx 

Anm. Vgl. Bugge, No. L, s. 367 ff. (mit abb.), 564 f. 



Die wichtigsten urnordischen inschriften. 389 

72. Stein von Tan um, Schweden, anfang des 6. jakrhs. 
Um.: firawijan haitinaR icas (stainaii) 

Aisl. : *Prcefa (vgl. aschw. Prcecesta, Prceuingce Ortsnamen) 
Uebers.: Dem pr-iGfe wurde der stein verheissen (oder: gewidmet). 

Anm. Vgl. Bugge, Tidskr. f. Phil, og Paed. VII, 248 ff.; S. Boije, 
Bidrag tili kännedom om Göteborgs och Bohusläns fornmiunen och historia 
III, 259 ff. (mit abb., pl. 1); Wimmer, Ranenschrif t , s. 156 note; v. Grien- 
berger, ZfdPh. XXXII, 294 ; ganz anders v. Friesen, Rökstenen, s. X f. 

73. Brakteat (Stephens nr. 25) von Tjurkö (eigentlich 
Kyrkö), Schweden, anfang des 6. jahrhs. 

Um.: helÖaR kunimu[n]diu . würfe tuhor an wllhaJcurne (wol 

statt walhakurne verschrieben). 
Aisl.: Hialdr (hier als mannsname wie in der Landnäma, gall. 

Celtus, s. Much, Deutsche Stammeskunde, s. 52; vgl. das 

entsprechende fem. aisl. Hildr) *Kunmunde (ags. Cynemund, 

ahd. Chunimunt) orte riinar ä *valkurne. 
Uebers.: Hialdr dem Kunimund machte die runen auf dem 

wälschen körne (d. h. römischen Steuer). 

Anm. Vgl. Bngge, Aarbeger 1871, s. 190 ff., No. I., s. 334; Wimmer, 
Runenschrift, s. 213 f. (mit abb); R. Henning, Die deutschen runen- 
denkmäler, s. 123 ; v. Friesen , Reallexikon d. germ. Altertumskunde , s. 16. 

74. Stein von Tom st ad, Norwegen, 6. jahrh. 
Um. : (. .)an . wütur 

Aisl. : . . . a (gen. sg. eines mannsnamens) *varr (vgl. aisl. vor 

steinerne landungsbrücke). 
Uebers. : ... .'s Steinhaufen [ist dies]. 

Anm. Vgl. Bugge, No. I., s. 204 ff. (mit abb.). 

75. Zwinge von Torsbjaerg, Dänemark, gegen 300. 
Um.: ow[u]ipufewaR — ni wajemartR 

ALsl.: *üllper (mannsname; vgl. got. ivutyus und urn. pewaR 
Valsfjorden), ne *veimcerr (vgl. got. uajamerjan, aisl. vei und 
mcerr). 

Uebers.: Ultyer, der nicht tadelhafte [, besitzt dies]. 

Anm. Vgl. Bugge, Tidskr. f. Phil, og Paed. VIII, 180 ff.; Wimmer, 

Runenschrift, s. 104 f. (mit abb.), v. Grienberger, ZfdPh. XXXII, 289 ff. ; 

v. Friesen , Spräkvetenskapliga sällskapets i Uppsala förhandlingar 1903 

-1906, s. 28. 



390 Anhang. 

76. Schildbuckel von Tor sbjaerg, Dänemark, gegen 300. 
Urn. : ais[a]g[aiRa]R [ai]h 

Aisl.: *Eisgeirr (vgl. burgundisch Aisaberga, aisl. eisa glüh- 

feuer) d. 
Uebers.: Eisgeirr besitzt [dies]. 

Anm. Vgl. Wimmer, Sönderjyll. run., s. 15 f. (mit abb.). 

77. Brakteat (Stephens nr. 27) von Trollhättan, 
Schweden, anfang des 6. jahrhs. 

Um.: tawo lapoÖu 

Aisl.: *Tafa (ags. tawian, vgl. got. taujan) *l$op (vgl. lopopr 

einlader). 
Uebers.: [Ich] stelle eine liebesgabe her. 

Anm. Abb. bei Stepbens, Handbook, s. 176. Vgl. v. Grienberger, Gott, 
gel. Anz. 1906, s. 139 und 1908, s. 401. 

78. Spange von Tu, Norwegen, c. 500. 

Urn.: pini (got. pimi?) Öape . . . 

Anm. S. Olsen, No. I., s. 718 ff. (mit abb.). 

79. Stein von Tune, Norwegen, um 500. 

Urn.: (. . .)r woÖuride . staina . (sati\da.) PrijoR ÖohtriR öä[i]lidun \ 
arbija sijosteR arbijano — ek wuvür after woduri\de wita[n]- 
dahalaiban . worahto (runoR) 

Aisl. : . . . r *Opripe stein sette. Pridr dötr deilpo erfe, *siaster 
arfa (lautges. *erfna, vgl. got. arbja, aschw. cerve). Eh *Vir 
(nach § 80, 2) aptr *Opripe (dat. sg. m.) *vitandhleifa (dat. 
sg. m.; vgl. aisl. vita anweisen und hleifr brot) orta runar. 

Uebers. : . . . r dem Öfrfyr den stein setzte. Drei töchter teilten 
das erbe (oder vielleicht eher: die kosten für den erbschmaus), 
die am nächsten verwandten der erben. Ich Vir darauf 
für ÖJ?ri]?r, dem brotherrn, machte die runen. 

Anm. Vgl. Bugge, No. I., s. 1 ff., 510 ff. 'mit abb.); Läffler, Uppsala- 
studier, s. 1 ff., Arkiv XII, 98 ff.; v. Friesen ib. XVI, 191 ff. (vgl. dagegen 
Wimmer, Senderjyll. run., s. 13 f.; Burg, ZfdA. XXXVIII, 161 ff.), Reallexikon 
d. germ. Altertumskunde, s. 14; v. Grienberger, Gott. gel. Anz. 1906, s. 94 ff. 

80. Stein von Tveito, Norwegen, 8. jahrh. 

Urn.: tAÜR 

Aisl.: Teitr. 

Uebers.: Teitr [ruht hier]. 

Anm. S. Bugge, No. I., s. 431 ff. (mit abb.). 



Die wichtigsten urnordischen inschriften. 391 

81. (Aelterer) stein von Torviken (oder Torvik oder 
Jondal), Norwegen, 6. jahrh. 

Um. : la[n]ÖawarijaB 

Aisl: *Landarr (ahd. Lantwari; vgl. Rö stainawarijaR Steinarr) 

Uebers.: Landarr [ruht hier]. 

Anm. Vgl. Bugge, No. L, s. 278 ff. (mit abb.). 

82. Brakteat (Stephens nr. 22) von Vadstena, Schweden, 

5. jahrh. 

Urn.: luicatuwa (8 runen) . fuparkgw . hnijepRS . tbemlmÖ 

Anm. Vgl. "Wimmer, Runenschrift, s. 7G (mit abb.. pl. 3); v. Grienberger, 
Arkiv XXIX. 364 ff.; v. Friesen, Keallexikon d. germ. Altertumskunde, s. 16; 
Pipping, Stud. nord. fil. VI, 3. 

83. Stein von Valby, Dänemark, c. 700. 
Urn.: wipr A\fun]> | r (10 runen) 

Aisl.: vipr ofund (lautges. *ofunn, s. §317, 2). 
Uebers. : Gegen neid . . 

Anm. S. OlseD, Christiania Videnskabs-Selskabs Forhandlinger 1907,6 
(mit abb.), ßergens museums aarbog 1909, 7, s. 36 f. 

84. Felsen wand zu Valsf jorden, Norwegen, anfang des 

6. jahrh. 

Um.: eh hagustaldiR (wol statt -clr verschrieben) PewaR zodagas 
esuipelR [8 runen] 

Aisl.: Ek Haukstaldr (lautges. *Hogstaldr, vgl. 34 oben und 
§ 105 anm.), per (vgl. anorw. pe-borenn und Zusammen- 
setzungen wie aisl. Hialmper u. dgl.; %o\,.pius) *G6pags . . . 

Uebers. : Ich Hagestolz, der mann Gobag's [, ritzte die runen]. 
Anm. Vgl. Bugge, No. L, s. 340 ff. (mit abb.), 563. 

85. Stein von Vatn, Norwegen, anfang des 8. jahrhs. 
Urn. : rhoÄltR fax x x 

Aisl.: Hröaldr (mannsname) fä (vgl. nr. 45 oben) .... 
Uebers.: [Ich] Hröaldr schreibe . . . 

Anm. Vgl. Bugge, No. I., s. 353 ff. (mit abb.). 

86. Felsenwand zu Veblungsnaes, Norwegen, anfang 
des 7. jahrhs. 

Um.: ek irilaR (vgl. nr. 7 oben) iciwila. 

Aisl: Ek iarl (§ 359, 2) Vile (diminutiv zu Wir Tune; § 80,2). 

Uebers.: Ich jarl Vile [ritzte die runen]. 



392 Anhang. 

Anm. Vgl. Bugge, No. I., s. 316 ff. (mit abb.); Sievers, Ber. d. k. 
sächs. ges. d. wissensch. 1894, s. 133. 

87. Stein von Vettel and, Norwegen, c. 400. 
Urn. : (. . rajist (. . sta)ina {ek . . )öür faihido 
Aisl.: . . reist .... stein . Ek . . . ])r fä])a. 
Uebers. : . . . ritzte . . . den stein . Ich . . . pr malte. 

Anm. S. Bugge, No. I., s. 438 ff. (mit abb.). 

88. Scheidenbeschlag von Vi, Dänemark, c. 250. 
Urn.: liiwurk, d.h.? l[itö]s (s. 13 oben) wurk[io] 
Aisl.: *Lülr (s. 13 oben) yrke. 

Uebers.: [Ich] Lillr mache [dies]. 

Anm. Abb. bei Stephens, Handbook, s. 82. 

89. Hobel von Vi , Dänemark, c. 250. 

Urn. : talijo \ gisai o[rda] j[ehu] . wüjr aila orbq, — x x x otipis . 
Menno . ]>e regu 

Aisl. : *TMa (vgl. ahd. zälön wegreissen, griech. di]Xtoftcu zer- 
störe, lat. dolare behauen, ? delere tilgen, lit. dilti sich ab- 
nutzen, aisl. tel-gia schnitzen). *Gise (vgl. die vielen lango- 
bardischen u. a. namen auf -gis) *orf (aschw. orf erbteil) 
id . . . 

Uebers.: Hobel [ist dies. Dem] Giss [dies als] erbteil zuspreche 
[ich]. 

Anm. Abb. Stephens, Handbook, s. 83, berichtigt von Wimmer, Aar- 

bager 1867, s. 29 und 1868, s. 69 f. Vgl. Bugge, Aarheger 1905, s. 149 ff 

90. Kamm von Vi, Dänemark, c. 250. 
Urn.: harja 

Aisl: *Here (vgl. oben nr. 62). 
Uebers.: Here [besitzt dies]. 

Anm. Abb. bei Stephens, Handbook, s. 82. Vgl. v. Grienberger, 
Arkiv XIV, 116. 

91. Spange von Vi, Dänemark, c. 250. 

Urn.: laasauwija (10 runen; wol als läsauja auszusprechen) 
aaÖagasu (8 runen) 

Aisl.: *Läseye (vgl. ags. Ides weide, asl. Usü wald und Tacitus 
pl. aviones, aisl. Eyia als frauenname) *Apgos (lautges.-^os, 
s. § 116; vgl. ngutn. ad, aisl. cepr eider und Gos als beiname). 

Uebers.: Ldseye [eignet dies der] Apgqs. 



Die wichtigsten urnordischen inschriften. 393 

Anm. Abb. bei Wimmer, Eunenschrift, s. 147. Vgl. v. Grienberger, 
Gott. gel. Anz. 1906, s. 162 f., Namn och bygd DT, 63 f. 

92. Zwinge von Vi, Dänemark, c. 250. 
Um.: mariha\i ala — makia 

Aisl. *Mcere (vgl. norw. Mceresland, Mcerestad Ortsnamen, aisl. 

mderingr § 317, 3, b berühmter man) Alle (adän., aschw. Alle, 

ags., got. Alla, ahd. Allo) mceke [gaf\ 
Uebers.: [Dem] Mserer [gab] Alle [dieses] schwert. 

Anm. VgL Bngge, Aarboger 1905, s. 145 ff. (mit abb.) ; v. Grienberger, 
Axkiv XXIX, 352 ff. ; Kjser, No. Gaardnavne IX, 306 ; Olsen, Stedsnavne- 
studier, s. 5 ff. 

93. Stein von Vänga, Schweden, 6. jahrh. 
Um.: hauko]niR 

Aisl.: *HaukoJ>r (mannsname, 'der mit habicht jagt'?, s. § 235,2). 
Uebers.: Haukojr [ruht hier]. 

Anm. Abb. bei Stephens, Handbook, s. 8. Vgl. Burg, s. 95 f.; 
Bngge, >"o. I., s. 17 und 165 note. 

94. Stein von Ärstad (oder Orstad), Norwegen, gegen 600. 
Urn. : MivigaR | saralu | x x wina x 

Aisl.: *Hifegr (mannsname?, vgl. ?ags. hhcisc, as., ahd. hitcisJci 

familie, lat. ei vis) *S<?rol (vgl. ahd. Sarah, aisl. S^rle) 

Uebers. : Hif egr der Sorol 

Anm. Vgl. Bngge, No. L, s. 225 ff. (mit abb.) ; Wimmer, Runenschrift, 
s. 214 f.; v. Grienberger, Gott. gel. Anz. 1906, s. 117 ff. 

95. Brakteat (Stephens nr. 96) von Äsum, Schweden, 
5. jahrh. 

Um.: elie ik ahm fahi 

Aisl.: .. (mannsname im dat. sg. m.?) ek (lautges. *ik) *Akr 

(vgl. ags. Aca, got. Accila, ahd. Aho mannsnamen, Ahhilin-stat 

ein Ortsname) fä (vgl. nr. 45 oben). 
Uebers. : Dem ... ich Akr schreibe [die runen]. 
Anm. Vgl. Bngge, No. L, s. 111 und 123. 



Nachtrag. 



Im Anhang ist in den anmerkungen folgende literatur hinzuzufügen : 
Nr. 7: I. Lindquist, Galdrar (Göteborg 1923), s. 191. 
„ 26 : Lindquist, a. o. s. 75 note. 

„ 27: Kristensen, Danske studier 1919, s. 27 f.; Lindquist, a. o., s. 65 ff. 
r 31: Lindquist, a. o. s. 191, 192. 
„ 39 : Lindquist, a. o. s. 74. 
„ 65: Lindquist, a. o. s. 83. 
„ 66: Lindquist, a. o. s. 96 ff. 158 ff., 182 ff. 



Register. 



A. Altisländisch -altiiorwegische Wörter. 

Die zahlen beziehen sich anf die paragraphen der grammatik. Wörter 
wie halfr, hälfr, Tiiarta, hicerta, mep, meÖ, telia, t&lia, steinn, stceinn, auga, 
ouga, dreyma, dr&yma sind gew. unter der ersten form aufgeführt; ebenso 
Wörter wie bryie, bryti oder iotonn, iotunn nur als bryte, resp. iotonn. — 
In der buchstabenfolge stehen in diesem register (im gegensatze zu der 
s. 37 angegebenen Ordnung) p, 9 nach 0, ö sowie ß (3) unmittelbar nach t. 



ä präp. adv. 'an' 51, 1, a; 122; 299, 5. 

ä adv. 'immer', s. e. 

ä f., s. 'fluss'. 

-a neg. suffix, s. -at. 

abbadis f. 245,2; 384 u. anm. 2. 

abbinde n. 269. 

abbragp n. 269. 

abburpr m. 269. 

äbrüpegr adj. 293, 1. 

äbyr{g)P f. 291, 5. 

Ädäm m. 126, anm. 3; 358, anm. 1. 

äe m. 235, anm. 4; 404 u. anm. 2. 

af, äf präp. adv. 126, 2; 441. 

af- präfix, s. of. 

afan adv. 121. 

afbragp n. 269. 

afbrype n. 293, 1. 

afburpr m. 269. 

afe m. 83; 235, anm. 4. 

aff?r f. 269. 

afle m. 313, 1. 

afräp, -rop n. 64; 151,1,5. 

afr(h)endr adj. 294. 

afrdbde (anorw.) n. 64. 

af(s)tr adv. 309, 1. 

Aftalr (anorw.) m. 276. 

afund f., s. gfund. 



-ag- suffix 173,4. 

age m. 170. 

A(g)mundr (anorw.) m. 270, anm.; 

293,3; 299, anm. 3. 
-agr adj. 428 u. anm. 1. 
A{g)taldr (anorw.) m. 293,3. 
aka stv. 501 u. anm. 2. 
dJeafr adj. 54, 3, b; 151,1; 318,2. 
akarn n. 315. 
Äke m. 123; 299, 1. 
akkere n. 266, 3. 
akr, äkr m. 126,2; 327, 1 ; 358, 1 u. 

anm. 2. 
äl f., s. 61. 
al- präfix 318, 9. 
-a&- suffix 173, 1 u. anm. 1. 
aia stv. 500. 
alap n. 313, anm. 
albogt m. 262, 1. 
aidenn adj. (part.) 317, 2, a; 440; 

504, anm. 3. 
Aldis f. — Alfdis 291, 4. 
aldr m. 317, 2, a; 358, anm. 2. 
aldregen (anorw.) adv. 158; 311, anm. 
aJdrigi(t) (anorw.) adv. 310, anm. 2. 
aldrnare m. 72, anm. 
Ale m. 116; 123; 299,2. 



396 



Register. 



Äleifr m. 299,2; 358. 
al(e)mandr m. = dlemandel 254. 
alen f. 378, s. gln. 
alfa (anorw.) f. = kalfa 294. 
Alfarheimr 256, 384, anm.l; 392,3. 
alfe m. = afle 313, 1. 
Alfer- (anorw. ; in namen) 390, anm.l. 
Alfgpr m. 420, anm. 2. 
Algarceim (anorw.) 256. 
alhuge m. 79. 
all- präfix 126,2; 318,9. 
all 'keim', s. 611. 
All 124, 2. 

allonges, -ynges adv., s. gllonges. 
allr adj. 174,1; 277,4, a u. anm. 5; 
423, anm.; 425, anm. 2; 427, anm. 2. 
aUrek (anorw.) adv. 239, anm. 2. 
Allsogh (mnorw.) 152, 2. 
allynges adv., s. gllonges. 
almandr, s. alemandr. 
almät(t)egr adj. 267; 274,1. 
almboge m. 262, 1. 
almöge, -müge m. 113, anm. 1. 
almosogajrÖar (anorw.) f. pl. 334. 
almusa f., s. glmosa 79. 
Almveig f. 377, anm. 
Älgf, -oft 151,5; 299,2. 
aZr m. 387. 

AlreJcr m. 51, 2, a; 151,3; 359,1. 
alun (anorw.) s. gln 378. 
dlvaldr m. 84. 
alvitr adj. 416,1. 
aZ?//), w/> f. 79. 
alzhonar adv. 388. 
d maÖal (anorw.) präp. 121. 
Ambiorn, A(r)n- m. 262. 1. 
ambon (anorw.) = andbun 262, 1. 
amboÖ (anorw.) n. pl. 262, 1. 
ambgtt, -bött f. 64; 79; 285, 5; 390, 4. 
amb&tti (anorw.) n. 64. 
ä mepal präp. 425, anm. 2. 
ä mitte, millom präp. 268, 4. 
Am(m)undr, s. Agmundr. 
An (mnorw.) m. 228. 
an präp. 78; 116. 

-an- suffix 137, anm. 3; 173, anm. 3. 
änasött f. 80,2; 404, anm. 2. 



and- präfix 291, 2. 
-and- suffix 51, 2, b; 173,2. 
an(d)boÖ (anorw.) n. pl. 262, 1. 
andbun (anorw.) 262,1; 293,3. 
ande m. 401, anm. 1. 
-ande f. 411; vgl. -and-. 
Anders, Andreas m. 315. 
andlit{e), -let{e) n. 145, anm. 2; 165; 

291, 2. 
andl&te (anorw.) 54, 3, b; 64; 165. 
an{d)nes 291, 2. 
andr m. 358, anm. 2. 
andsyptir (anorw.) m. 77, 12. 
andvake, -a adj. 434. 
andvege, s. gndvege. 
andverpr adj. 79. 
-ang- suffix 173, 3. 
Angantyr m. 241, anm. 2. 
angr m. 358, anm. 2. 
-angr m. 35S u. anm. 2. 
anfo'tf n., s. andlit(e). 
annarr pron. 261; 275; 285, 5 (2 mal); 

300,1 u. anm.l; 423, anm.; 425, 

anm. 3; 455. 
annarr huärr pron. 479. 
annarr huerr pron. 478. 
annarr tueggia, annarrtuegge pron. 

479. 
annas stapar 'anderswo' 272,3. 
ansuar n. = andsuar 291, 2. 
änumapkr m. 258, anm. 1. 
J.ratwdr m. 80,3. 
änyia swv. 510. 
apaldr m. 51,2, b; 358,2. 
apinia f. 147. 
äposiole m. 126, 2. 
<y>r adj. 266,1; 284. 
aptan adv. 441; 442,3. 
aptann m. 291, 11; 359 u. anm. 4. 
aptare, -astr adj. 441. 
aptr adv. 271; 309,1. 
aptrbygge m. 403. 
ajtfre adj. komp. 441. 
apynia f. 147. 
dr n. 231. 

är adv. 'früh' 54,2. 
är adv. = d/>r 292. 



Register. 



397 



-are 151, 1,6; 156; 371, anm. 1; 402. 

arenn m. 72. anm.; 126,1. 

arfe m. 401. 

arfnyte m. 403. 

arfpege 221, anm. 1. 

argr adj. 315, anm. 3. 

ärhialmr m. 54, anm. 3. 

armr m. 357. 

armr adj. 234; 345,1; 352,1. 

Arn m. 395, anm. 2; vgL Qrn. 

ärna swv. 54,2; 127,1. 

Ar(n)biorn m. 291, 9. 

Arndörr m. 238, 1, b. 

Arn(f)ripr f. 291, 4. 

Arngrimr m. 79; 80,1. 

Arn(h)eipr f. 294. 

Ar{n)möpr m. 291,9. 

Jmdrr, ^T^nur m. 275 ; vgL Arndörr. 

Arön m. 126, anm. 3. 

-arr (in namen) 54, 3, b; 151, 1; 294; 

358. 
ars m. 315, anm. 3. 
arpr m. 358, anm. 2 (2 mal). 
Arvidr (mnorw.) m. = ArnviÖr 291, 9. 
äsan(a) 160, anm. 
Äsbern m. 77,3. 

Äsger, -gir, -gceirr (anorw.) m. 152, 1. 
Äsgotr, -gautr m. 152, 2. 
äsiä f. 409. 

Aski (mnorw.) 239, 1, a. 
Askill m. 149. 
Asknes (anorw.) 316. 
Äsläkr m. 310, 4. 
Asle (onorw.) = Atle 309, 2. 
Äsleif f. 377. 
Äsleifr m. 310, 4. 
Aslö (anorw.) 116. 
Äslog f. 152. 2. 
Äsmundr m. 80,1; 112, anm. 2; 

127,1; 153,1. 
äss 'balken' 123. 
äss 'bergrücken' 232. 
äss 'gott', s. oss. 
Astis, -dis (mnorw.) 245, 1. 
Äs(t)läkr m. 310,4. 
Äs{tjleifr m. 310,4. 
-astr superl. 427; 428. 



Ästräpr m. 310, 2. 

Astripr f. 310, 2. 

Äsvaldr m. 235, 1, f. 

at, ät konj., präp. 126,2; 158; 

248. 
at rel.-partikel 473 n. anm. 1. 
-at neg. snffix 54, 3, b ; 151,1; 158; 

245,1; 248; 465,1,2; 531, anm. 1. 
atburpr m. 388, 2. 
ater (orkn.) = aptr 271. 
at{h)dbfe n. 170, anm. 1; 294. 
athygle n. 63, 8; 173, 1. 
athefe (anorw.) n. 170, anm. 1. 
ätidn zablw. 267. 
At(s)le, Asle m. 309, 2. 
at sögoro adv. 77,11; 79; 148. 
ätt f., s. oft 127,1; 461. 
ätta zahlw. 124,1; 140; 267; 449. 
ättande zahlw. 456. 
Attar m. 116. 
atte m. 276. 
ätte zahlw. 456. 
ät(t)iän zahlw. 267; 449. 
Aüüa m. 401,1. 
ättrepr adj. 460. 
atdfe n. 294. 
ap konj., s. at konj. 248. 
apal n. 63,8; 170; 173,1; 313, 

anm. 
apal- präfix 173, 1. 
Äpalräpr m. 358. 
Ap(g)isl, -(g)ils m. 229; 358. 
apile m. 149; 403 (2 mal). 
Apils m. 331, 4. 
ö(/))r adv. 292. 
-q/>r m. 137, anm. 3; 397. 
-apr part. prät. 427; 428,1; 438, 

anm. 5. 
an- präfix 235, 2. 
auga n. 98,1; 405 (2 mal). 
Augun (anorw.) 259; vgl. Aupon(n). 
auk konj. 152,2. 
auka stv. 98,1; 503 u. anm. 2; 536, 

anm. 2. 
aukuise m. 235, 2. 
Aui{u)ir (anorw.) m. 235, 1, f. 
aumr adj. 234; (235,2). 



398 



Register. 



Aun(ri) m. 226; 228; 285, anm.2; 

358, anm. 1 ; vgl. Aupon{n). 
aur- präfix 'zurück' 235,2. 
aurgate m. 235,2. 
aurkunnask swv. 235,2. 
aurr m. 166. 
aurr ad]. 166. 
Aurvandell 128, anm. 2. 
aurvase m. 235, 2. 
ausa stv. 503. 
austan adv. 441 ; 442, 3. 
austanvarör, -verpr adj. 149, anm. 2. 
austastr adj. sup. 441. 
^4tts(t)ma5r m. 291, 11. 
austr m. 358, anm.2. 
austr(h)alfa f. 294. 
-Aus<r[yjiw 65. 
Autn (anorw.) 263, anm. 4. 
Autsetr (anorw.) 238, 2, d. 
AuÖbiorn m. 128, anm.2. 
aupbenn adj. 438. 
aupegr, -ogr adj. 173,4; 428 u. 1; 

439, anm. 3. 
Audels (mnorw.) m. 229. 
aupenn adj. (part.) 503, anm. 3. 
AuÖfinnr m. 128, anm. 2. 
Aupgisl m. 229. 
Audgceir m. 128, anm.2. 
aup(h)dbfe, -Qi)efe n. 170, anm. 1. 
auplingr m. 172, anm. 2. 
Aupon{n) m. 226 ; 228 ; 259 ; 285, anm. 2. 
a«/>r m. 172, anm.2; 358,2. 
Aupr f. 128, anm.2; 384 u. anm. 1. 
aitpsdsr adj. 429. 
Auöulfr (mnorw.) 228. 
Aupun(n), -on m. 285, anm. 2. 
aupveldr adj. 438. 
auvirp n. 235, 2. 
auvisle m. 235, 2. 
J.vaZrfr, s. Agvaldr. 
ävalt adv. 54, 3, a ; 83. 
ävitall, -oll adj. 173, 1. 
o# f. =ex 77,7; 384. 
ax 'ähre' 222,2. 
Axnes (anorw.) 316. 
-aztr superl. 310, anm. 3. 
AztriÖr (anorw.) 310, anm. 3. 



bäga swv. 519, anm. 1. 

bagge m. 318, anm. 3; 334,4. 

bah n. 361. 

baJcke m. 318, 8 u. anm. 3. 

bäkn n. 55, anm. 

bakr m. 318, 8. 

bakstr m. 358, anm. 2. 

baldenn adj. 307, 2, a. 

baldr m. 317,2, a; 358, anm.2. 

baldripe m. 317,2, a. 

Bäleygr m. 389 u. anm. 1. 

balkr m. 81, c; 395, anm.2; vgl. 

bolkr. 
ballr adj. 317, 2, a. 
band n. 174, 1. 
Ban(g)se (anorw.) m. 264. 
barar, -er f. pl. 375. 
bardage m. 401. 
barmr m., s. bapmr. 
barn n. 357. 
barnsyke f. 411, 3. 
barnungr adj. 79. 
ftarr (anorw.) adj., s. &m\ 
barr n. 277, 2, a. 
BärÖr (anorw.) = Bqrpr 107; 160, 

anm. 
bäss m. 233. 
bastarpr m. 358,2. 
ftatoa swv. 170. 
bätr m. 54, anm. 3. 
batre adj. komp., s. betre. 
bäf>er zahlw. 54, anm. 2; 65; 151, 1; 

152, 1; 227, 1; 318, 7; 446 u. 

anm. 1, 2; 478, anm. 2. 
bapmr m. 239, anm. 14; 253, anm. 1. 
baugr m. 166. 
Baug-, Baukstader (anorw.) 98, anm. ; 

239, 1, b. 
baula f. 166; 172,3. 
bauta stv. 318,3; 503, anm. 3. 
bazt adv. sup. 443. 
baztofa f. 238, 2, d. 
baztr adj. sup., s. beztr. 
beils n. = beisl 313, 4. 
fcmfcr adj. 291,6; 319,5. 
beisl n. 313, 4. 
beit n. 54, anm. 3. 



Register. 



beipa swv. 172, anm. 1. 

beiße (zahlw.) konj. 446, anm. 1. 

beizl n. 313, 4. 

bekkr m. 'bach' 279,1; 389; 392,2. 

bekkr m. 'bank' 266,3; 389; 392,2. 

Bele m. 408. 

belgr m. 389; 392,2. 

belia swv. 172,3; 510. 

betta stv. 490 u. anm. 1. 

ben f. (n.) 381; 382. 

benda swv. 235, 1, f; 529. 

Ben(e)dikt m. 160, anm.; 358, anm. 1. 

Ben(k)t m. 264. 

ber n. 369. 

bera f. 91. 

bera stv. 95,3, b; 352,1; 496 u. 

anm. 4. 
Berdörr = Bergdörr 238, 1 , b ; 291, 5. 
berfiaU n. 91 ; 95, anm. 1. 
berg n. 91; 361, anm. 4; vgL biarg. 
Bergar 361, anm. 4. 
bergbüe m. 95, 1. 
Berg/börr m. 221, 1. 
Bergvin = Biorgvin 84; 95, 1. 
beria swv. 510; 512. 
Berne m. 91. 
ber(n)ska f. 291, 9. 
ftero f. 95, 3, b. 
berr adj. 71, anm. 1; 72. 
Berse, Besse (mnorw.) m. 272,3. 
berserkr m. 389. 
Bes(t)la 291,11. 
betr adv. komp. 443. 
beire adj. komp. 170; 440. 
bepr m. 368; 389 u. anm. 2. 
Beyla 299, 2. 
6<?2f adv. snp. 443. 
beztr adj. snp. 67, c; 159; 303, 2; 440. 
ftiaZte m. 91; 95, 3, a; 167. 
biarg n. 91; 95,1; 167; vgl. berg. 
biarga stv. 88; 95, 3, a; 489; 491; 

530, anm. 4 (2 mal). 
Biargtin = Biorgvin 95, 1. 
biarkan n. 95, 3, a. 
Biarkar&y, Biarkey (anorw.) 160, anm. 
Biarne m. 91. 
Biartmarr m. 291,11; 259,2; 358. 



biartr adj. 124,2. 

biflia f. 244, anm. 

Biflinde 244, anm. 

bikarr m. 358; 359,1. 

bikkia f. 169; 279,1. 

bilda f. 313, 2. 

6t'w<7a stv. 110, anm.l; 167; 178,1; 

182,1; 220; 266,2; 331,2; 492 u. 

anm. 1; 534, 2, b; 538,1. 
biogga stv. 503, anm. 1. 
Biolfr, Biölfr m. 133, a. 
Biol(f)staÖer (anorw.) 291,4. 
Biotin (anorw.) m. 272,2. 
-biorg f. 377. 
Biorg(v)in, -yn 95,1; 226; 235, 

anm. 4; 383. 
biorn m. 172, anm. 3; 396 n. anm. 1,2. 
Biom m. 89, anm.l; 272,2; 291,9; 

396, anm. 2. 
biörr m. 'biber' 133, anm.; 235,2. 
biörr m. 'bier' 318, 14; vgl. biürr. 
biörr m. "streifen' 235,2. 
biöpa stv. 63, anm. 6; 343,1; 485 

n. anm. 2; 531,1 u. anm. 2. 
biöpr 318, 3. 
birke n. 372, anm. 2. 
Birkiar m. pl. 372, anm. 2. 
birta swv. 85. 
birte f. 63, 3. 

biskop, -up m. 77, 5, b; 358, anm.l. 
bita stv. 165; 178,1; 179,1; 482. 
biteU, -oü adj. 173, 1. 
bitr adj. 319,5; 427,2. 
bipa stv. 172, anm.l; 483. 
bipia stv. 169; 172, anm. 1; 238, 

anm. 13; 498 n. anm. 7; 534,2, c; 

536,2. 
biüga n. 405. 

biuggia (anorw.) stv. 503, anm.l. 
Biügr m., s. Biüfr. 
biügr adj. 166. 

Biulfr (anorw.) m. 133, a; 256; 297. 
Biurn m. 89, anm. 1 ; vgl. Biorn. 
biürr (orkn.) 'bier' 101, anm. 2. 
blaka swv. 519, anm. 4. 
blakkr adj. 172,2; 266,3. 
blanda stv. 266,2; 504 n. anm. 2, 5. 



400 



Register. 



blär adj. 81, b; 130; 132; 429. 

bläsa stv. 172,2; 505,1. 

blautr adj. 166. 

bleikr adj. 172,2. 

blesson f. 274, 2. 

blifa stv. 482. 

blikia stv. 263; 483; 532,1. 

blindr adj. 427, 1. 

blistra swv. 172, 2. 

blipka swv. 238, 2, e. 

blöme m. 350, 1. 

blömstr m. 358, anm. 2. 

fcZota stv. 63, 5; 505, II; 530, anm. 1. 

blotna swv. 166. 

blystr m. 395 u. anm. 2. 

Wtf n. 77,6; 135; 363. 

bldbia f. 171, anm. 1. 

bldbingr m. 62; 135. 

bldbr 71, 2. 

&Z<^'a f. 171, anm. 1. 

Bleykin (anorw.) 82, 13 ; 235, anm. 4. 

*bnua stv. 506, anm. 2. 

böa (anorw.) stv. 166, anm. 2; 503, 

anm. 1 ; vgl. büa. 
böande m. 166, anm. 2 ; 422 u. anm. 1 ; 

503, anm. 1; 539, anm. 2. 
böge m. 166; 318,5; 401,3. 
bogenn adj. (part.) 488, anm. 4. 
bögr m. 395. 

bök f. 181,1; 416,1; 417. 
bökfell n. 91. 
Bokke m. 274, 1. 
bokkr m. 61,1; 318,5; 328,2. 
Bökn f. 375. 

Bökstader (anorw.) 98, anm. 
böl n. 63, anm. 3; 166, anm. 2. 
bola f. 112,2. 
bole m. 166; 172,3. 
bölgenn adj. (part.) 495, anm. 6. 
bolle m. 167; 318,9. 
bolr m. 61,1; 318,9; 387. 
bolstr, bölstr m. 61,1; 124,3; 358, 

anm. 2. 
bön f. 67, c; 392,3. 
bönde m. 68,4; 130; 166, anm. 2; 

173,2; 422; 539, anm. 2. 
Bondi m. 66, 4. 



borg f. 167; 391. 

Borgal(z)stadir (anorw.) 253, 2. 

Borgny f. 383 u. anm. 3. 

Borgund 167. 

borr m. 61,1; 388 u. 1. 

bort adv. 152, 2; 315; vgl. braut adv. 

bot f. 63,5 u. anm. 4; 170; 416,4. 

So* 112,2; 267, anm. 1. 

botn m. 283; 291,9. 

Bötolfsvaka (anorw.) f. 148. 

bopn 318, 3. 

böfera, (-pa) f. 253, anm. 2; 292. 

bgl n. 366. 

bglkr m. 81, c; 167; 395 u. anm. 2. 

bgllr m. 167; 395. 

bglua swv. 82, 6. 

Börekr m. 292. 

bgrkr m. 395. 

fcprr m. 253, anm. 2 ; 365 u. anm. 2. 

JS^r/jr m. 132. 

bgp f. 380. 

bppfara f., s. bgßra. 

Bgpuarr m. 134, a ; 228. 

Bgpuüdr f. 83; 134, a; 228; 294. 

brä swv. 317, 3, a. 

braga swv. 317, 3, a. 

Brage m. 401, 3. 

bragnar m. pl. 401, 3. 

bragr m. 388. 

fcraZZa adv. 268,4. 

brandnör m. 360 u. anm. 2. 

ftrattr adj. 266, 2. 

bräpla adv. 268,4. 

bräpna swv. 505, anm. 3. 

braullaup n. = brullaup 166, anm. 1. 

ftrcm« f. 391. 

&rau< adv. 128, anm. 2; 152,2; 281; 

315; vgl. bort, 
brautinge m. 65; 229. 
braup n. 166. 
bref n. 177, anm. 
&rajf/>a stv. 122; 495 u. anm. 1,5; 

530, anm. 4. 
breipr adj. 427, 1. 
brekka f. 110, 1 ; 266, 3. 
brenna stv. 162,1; 261; 277, 4, b; 

318,11; 495 u. anm. 2; 531,2. 



Register. 



401 



bresta stv. 489. 

brestr m. 387 u. anm. 3. 

breyma adj. 172, 1. 

bnä swv. 133. b, 2; 317, 3. a. 

Brig(i)ÖaruÖ (anorw.) 160, anm. 

brigpa stv. (245,2); 495, anm. 1; 

530, anm. 4. 
brigzle n. 238, 2, d; 239, 1, b ; 291, 11; 

316. 
brik f. 416. 
brilaup (anorw.) n., s. bryllaup 

61,1,* 
brim n. 319, 3. 
brime m. 172, 1. 
Brimer m. 371. 
brinia f. = brynia f. 114. 
Briniolfr m. 114. 
brinna stv. , s. brenna 162, 1 ; 495, 

anm. 2. 
fendsf f. 127,3. 
briöstkirkia f. 406, anm. 5. 
briöta stv. 72; 485. 
brix{t)le n. = brigzle 316. 
fcroddr m. 61,1; 224,2. 
ftroft f. 318, 8; 416. 
Brokkr m. 318,8. 
brosa swv. 519, 1. 
brot(t) adv., s. ferawf adv. 
&ro//aÄ n. 241; 284. 
brop n. 166. 
bröper m. 160, anm.; 181,1; 221,1; 

317,2; 420 u, anm. 1,2, 3. 
brö f. 379. 
.BrpfcuÄ m. 173, 1. 
brgt adv., s. braut adv. 
ftrit f. 134, b; 375 u. anm. 2; 416,3. 
brudgaumi m. 166, anm. 1; vgl. 

brüpgume. 
bruggenn part. 61,2; 227,2; 495, 

anm. 6. 
brullaup n. 51, 1, a; 127, 4, 5; 152, 2; 

166, anm.l; 268,4; 294; 392,3: 

vgl. bryllaup. 
brün f. 4*6, 4 u. anm. 3. 
brundr m. 319, 3. 
brune m. 162, 1 ; 318, 11. 
brünn adj. 172, anm. 3. 

Noreen, Altisl. gramm. 4. aufl. 



brunnr m. 261; 348,1; 358,1. 

Brunolfr m. 69, anm. 

brun(v)glue adj. 235, 1, f. 

brutt adv., s. braut. 

brüpgume, -gaume m. 166, anm. 1 ; 

401,3. 
brüp{h)laup n. 166, anm.l; 294: 

vgl. brullaup. 
brupr m., s. brunnr. 
brupr f. 183,1; 390,1,3; 392,3. 
Brüvin 135. 

bryggia (anorw.) stv. 495, anm. 6. 
bryllaup (anorw.) n. 51, 1, a; 114, 

anm. 1 ; 127, 5 ; 285, 3 ; vgl. brullaup. 
Bryn 65; 135. 
brynia f. 354,1; 409. 
brynia swv. 510. 

Bryniolfr m. 69, anm.; 133, a; 291, 4. 
brynn, brynn adj. 127,5. 
bryte m. 400; 403 (2 mal). 
brytia swv. 510. 
Brekill m. 173, 1. 
bü n. 166. anm. 2; 357. 
büa stv. 63, anm. 3; 129; 166, anm. 2; 

227,2; 318,14; 503 u. anm. 1, 2; 

534,2, a: 535, anm. 2; 539, anm. 2. 
büande m. 16Ü, anm. 2; 173,2; 422 

u. anm. 1 ; 539, anm. 2. 
büe m. 166, anm. 2; 404. 
buenn adj. 129. 
bugr m. 387. 

bukkr m. 66,1; vgl. bokkr. 
bukran. -ram 258, anm. 1. 
bulke m. 254, anm. 
bulr m. 61,1; 387; vgl. bolr. 
bulstr n., s. bolstr 61,1; 124,3. 
bunden n. 425, anm. 2; 495, anm. 5. 
bunki (anorw.) m. 254, anm. 
bünopr m. 397. 
bür n. 166, anm. 2. 
burr m. 61,1; 388 u. 1. 
bu(r)st f. 272, 3. 
burt adv., s. bort. 

burpr adv. 287; 301, 1 ; 388 a. 2; 392, 3. 
büt adv. 159; 428, anm. 1; vgl. büp 

adv. 
buta swv. 318,3. 

26 



402 



Register. 



butr m. 318, 3. 

büß f. 166, anm. 2. 

buk adv. = büt 248, anm. 3. 

bupkr m. 318, 3. 

by n. 77, 6. 

bygg n. 82,4; 227,2; 318,14; 366. 

-bygge m. 403 (2 mal). 

byggia, -ua swv. 166, anm. 2; 227, 2; 

246,2; 284; 318,14; 516, b. 
byggia swv. 'vermieten' 279,1. 
byle n. 63, anm. 3; vgl. bele. 
Byleiptr, -leistr m. 124, 2. 
bylgia f. 408. 
bylia swv. 166; 172,3. 
bylr m. 389. 
byndin (nisl.) n. 495, anm. 5; vgl. 

bunden. 
byr m. 68,4; 133, b, 2; 166, anm. 2; 

389 u. anm. 3, 4. 
Byrgir 85. 
Byrgitta 85. 
öj/roa swv. 510 u. anm. 
byrr m. 277, 2, a; 389 u. anm. 1. 
byrta swv. = foWa 85. 
byrpr f. 334. 
6yr/> f. 392, 3. 
bysia swv. 512. 

byskop, -up m. 77, 5, b; 358, anm. 1. 
bytta f. 318,3. 

Bcertnces, Bcerk- (anorw.) 263, anm. 4. 
bele n. 63, anm. 3; 166, anm. 2; 372, 

anm. 2. 
Beler 372, anm. 2. 
belua swv. 82, 6. 
6ö'n f. 67, c; 392,3. 
her m., s. &t//\ 
Borgvin 84. 
JBom m. 77,3. 
beta swv. 276. 

&#/>e (zahlw.) konj. 416, anm. 1. 
Mxl f. 239, 1, b. 

da n. 363. 
däenn adj. 129. 
Däfifyr, -finnr m. 358, anm. 1. 
dagr m. 73; 155; 170; 174, 1; 344, 1; 
358 u. anm. 7. 



Dagr m. 358, anm. 7. 

dagverpr m.; 79; 226; vgl. dggorpr. 

dalr m. 170, anm. 1; 358 u. 4; (387,2). 

Dampr m. 262, 1. 

Daner m. pl. 387. 

Danpr m. 262, 1. 

danskr adj. 159. 

datf(£) adj. n. 159; (428, anm. 1); 

500, anm. 3. 
daufr adj. 166. 
daupr m. u. adj. 68,8; 98,1; 163,1; 

166; 540, anm. 1. 
daupyße n. 64; 425, anm. 2. 
Dävip(r) m. 126, anm. 3; 358, anm. 1 

u. 3. 
deigr m. 165. 
deigr adj. 431. 
deila swv. 538, 3. 
des f. 172,3; 382. 
detta stv. 110,1; 112,1; 266,2; 490 

u. anm. 2. 
<%/a stv. 68,8; 163,1; 166, anm. 2; 

235, anm. 4; 500 u. anm. 3; 501, 

anm. 1; 530, anm. 5; 540, anm. 1. 
diäkn m. 70, 2. 
dia(r)fr adj. 300, 2. 
digna swv. 483, anm. 
digoll m. 165. 
dimmr adj. 346, 1. 
diofoll m. 70, 3 ; 359. 
diofoQ)legr adj. 285, 5. 
dirfask swv. 85. 
dis f. 154, anm.; 384; 390,3. 
-dis (in namen) 384 u. anm. 2. 
diüp n. 425, anm. 2. 
cfoujpr adj. 63, 13; 439. 
diür (anorw.), s. dtfr. 
dicbkn m. 70,2. 
dofe m. 166. 
dofenn adj. (part.) 487. 
do/cr m. 166, anm. 2. 
domande m. 422, anm. 1 ; 539, anm. 3. 
dömare, -ere m. 64; 151,1,5,6; 402. 
dd»w m. 171 ; 358, 3. 
dorg f. 172,4; 375. 
döi(t)er f. 112, anm. 4; 124,1; 267; 

277, 3 ; 284 ; 419, anm. 1 ; 421 XL anm. 



Register. 



403 



doÖe, -t m. 166. 

dopna swv. 166. 

dof f. 375. 

dogg f. 227,2; 380 u. anm. 2. 

dogorfcr, -urpr m. 79; 226; 395. 

dokkr adj. 167. 

dop f. 171; 390; 392,1. 

draga stv. 172,4; 230,2; 321; 501 

u. anm. 3, 5. 
dramb n. 361, anm. 1. 
drasell m. 173, 1 u. anm. 1 ; 359, 

anm. 1. 
draugr m. 172, anm. 3; 319,1. 
draumr m. 63,14; 319,1. 
drega (anorw.) stv., s. draga 172,4; 

501 u. anm. 3. 
dregg f. 382. 
dreif f. 375; 416. 
drehe m. 73. 
drekka stv. 110,1; 112,1; 266,3; 

495 u. anm. 5. 
drekkia swv. 516, a. 
drengr m. 389 u. anm. 1, 2. 
drepa stv. 497 u. anm. 2. 
dreyre m. 71, 8. 
dreyrogr adj. 428, 1. 
drifa stv. 482. 
drita stv. 482. 
driüpa stv. 486. 
drög f. 172, 4. 
Droplaug f. 377. 
dröt{t)enn m. 127,3; 267; 285,5; 

359, anm. 2 (2 mal). 
dröt(t)ning f. 65; 127. 3; 145, anm. 5; 

376. 
dröttsete m. 112, 2. 
drgttr m. 321; 395. 
drüpa swv. 519, anm. 4. 
drykk(i)a f. 263, anm. 2. 
drykkr m. 112,1; 389 u. anm. 2. 
-dregr adj. 431. 
du pron. = pu 465, 2. 
duelia swv. 170, anm. 2; 531,2. 
duena swv. 60. 
duergr m. 167 ; 172, anm. 3. 
d«/a f. 183, 1. 
düfa (anorw.) stv. 487. 



duga, düga swv. 519, 1 u. anm. 1 ; 

538,4. 
duganllegr adj. 291,2. 
dugandmapr m. 422, anm. 4. 
dugr m. 387. 
duina swv. 60. 
rfwir m. 166, anm. 2. 
duir 68, 5. 

dumbe, dumbr adj. 434. 
dumpa 266, anm. 1. 
dunkr m. 167, 266, anm. 3. 
Ahm f. 392, 3. 
dünn m. 392, 3. 
duql f. 170. anm. 2 ; 375. 
dy<7<jr adj. 82,4; 430 u. anm. 4. 
dijkr m. 299,1; 389. 
dylia swv. 68, 5 ; 170, anm. 2. 
Dyna 77, 13. 
dynia swv. 512, anm. 2. 
dynkr m. 299, 1. 
<fyn» f. 392, 3. 
dynn m. 392, 3. 
dynr m. 389 n. anm. 1. 
<fyj>/> f. 63, 13; 156, anm. 
dyr pl., s. tfyrr. 
dyr n. 56; 71,7. 
dyrfask swv. = dirfask 85. 
dyrgia f. 167; 172, anm. 3. 
dyrka swv. 127, 5. 
dyr(r) f. (n.) pl. 416 u. anm. 4. 
dyrr adj. 127,5; 424, anm. 1; 439. 
dyrp f. 127, 5. 
dys f. 172,3; 382. 
dysia swv. 510. 
dyttr m. 387. 

<ta# adj. 171 ; 424, anm. 2. 
deggua swv. 82, 6 ; 515. 
degr n. 170. 
dekkr adj. 77,3; 110,1; 167; 267,3; 

430. 
dekkua swv. 82, 6. 
del f. 170, anm. 1; 375; 392,2. 
dell m. 387 (u. 1). 
dälskr adj. 170, anm. 2. 
dema swv. 63,5; 515; 539, anm. 3. 
deme n. 372. 
de(yia) stv. 160, anm. 

26* 



404 



Register. 



Ö-, s. i>. 

e adv. 151,6; vgl. ey adv. 

Ecea m. 401, 1. 

edda f. 'grossmutter' 128; 238,1, a. 

edda f. 'poetik' 127,7. 

ef n. konj. 94; 319,2. 

efa(p)samr adj. 319, 2. 

etf 336. 

e/Za swv. 313,1; 515, anm. 1. 

e/re adj. komp. 119; 441 (2 mal). 

Efrüsum (anorw.) 160, anm. 

ef(s)tr adj. sup. 291,10 u. anm. 2; 

441 (2 mal). 
Eftaleyti 297. 
efter präp. = epter 240, 2. 
eg pron., s. e& 288; 464; 465,1. 
eg adv., s. egi. 
Egell m. 359, anm. 1. 
egg f. 279,1; 381. 
egg n. 227,1; 369. 
egffirm swv. 510. 
Eggper m. 221,1; 360. 
eg(i) = e*'#<? adv. 152, 1. 
-egr adj. 428 u. 1. 
Egper m. pl. 387 u. 2. 
e» adv. 77,15; 78; vgl. ey adv. 
eiga v. 54, 1 ; 230, 2; 317, 3, a; 344, 1 ; 

522,2 u. anm. 3, 4, 5; 532,4; 536, 

anm. 1. 
eigande m. 51,2, b; 422, anm. 3. 
e/'ge adv. 152, 1. 
eigen n. 425, anm. 2. 
eigenn adj. 128; 317, 3, a; 522, anm. 4. 
eik f. 416, 1 ; 417. 
eike n. 372, anm. 2. 
eikenn adj. (part.) 502, anm. 
Eikiar m. pl. 372, anm. 2. 
eilifr adj. 152, anm. 
eimyria f. 54, 3, a; 64; 317,4. 
einarpr adj. = einharpr 294. 
Ein{d)ripe m. 127, anm. 1 ; 128; 151, 6. 
eindregr adj. 431. 
eindeme n., s. endeme. 
eine zablw. 454. 
ei'wer m. 231. 
einfaldr adj. 459. 



em<7<? pron., s. enge 128. 

ein(h)arpr adj. 294. 

einJiere m. 403. 

eining f. 461. 

<?(*')«» zahlw., pron. 128; 151, 1; 155; 

156, anm.; 266, 2, a; 299, anm. 4; 

444 n. anm. 1, 2; 454; 475 u. 5. 
ein(ri)huerr pron. 475 u. 1. 
Einripe m.. s. Eindripe. 
einshuerr pron. 475 u. 1. 
eir f. 390, 3. 
ei'r n. 54, anm. 1. 
eira swv. 54, anm. 1 ; 224, 2. 
Eirekr m. 160, anm.; 299,3; 358. 
eisa f. 408, anm. 2. 
eisorfäla f. 408, anm. 2. 
es'sta n. 405. 
Eistr, Eistet m. pl. 414. 
eitthuat pron. 475 u. 2. 
eip n. 361, anm. 4. 
Eipar m. pl. 361, anm. 4. 
-e//>(r) (in namen) 294; 384 u. anm. 2. 
eipr m. 358, 2. 
e/c pron. pers. 94; 126,2; 158; 248; 

327, 1; 464 u. anm. 1,2; 465 u. 

anm. 2; 531, anm. 1. 
ek(k)e pron., adv., s. enge 51,4; 127, 

anm. 1; 128; 274,1; 284; 285,1. 
ekke m. 'schmerz' 110,1; 266,3. 
ekkia f. 128; 266,3. 
el n. 103; 110,3. 
el{d)legr adj. 291, 2. 
eldkiieikia, -kueykia f. 82, 9. 
eldr m. 128; 159; 358,3 u. anm. 4; 

359, 2. 
eld(s)tö f. 116; 375. 
elfa swv. = efla 313, 1. 
elfr f. 384 u. anm. 1 ; 390 , anm. 1 ; 

392, 3. 
-clfr (in namen) 384. 
E{l)ftaleyti 297. 
elifr adj. 152, anm. 
Ella m. 408. 
eile f. 410. 
ellefo zahlw. 51, 1, a; 54, 3, a; 66, 

anm. 2; 127,6; 172,1; 266,5; 406, 

anm. 5; 449 u. anm. 



Kegister. 



405 



ellegar adv. 66, anm. 2; 145, anm. 4; 

248, anm. 4. 
eUepte zahlw. 77, 7; 85; 210,2; 257; 

456 u. anm. 
ellre adj. komp. 275; 317, 2, a; 440. 
elptr f., s. olpt 173, 5. 
-eise snffix 313, 4. 
elska swv. 509. 
clskanlegr adj. 291,2. 
elsk(h)uge m. 294. 
elpe n. 313, anm. 
elzkuekua f. 82, 9. 
elztö f., s. elcl(s)tö. 
elztr adj. sup. 440. 
em (anorw.) konj. = ef 237, 2. 
emia swv. 510. 
en rel. part. 473 u. anm. 1. 
en adv., s. en« adv. 
-end- suffix 173, 2 u. anm. 2. 
en<7a swv. 515, anm. 1. 
enda adv. 137,2. 
-ende f. 411. 

endeme, eindeme n. 128; 151,7. 
ender m. 317,2, b; 371, anm. 2. 
Endripe m., s. Eindripe. 
eng f. 382. 

ew/<e n. 372 n. anm. 1. 
enge pron. indef. 82, 6 ; 84 ; 127, anm. 1 ; 

128; 239, l,a; 258,1; 274,1; 284; 

476 n. 1 u. anm. 1. 
-enge = -genge m. 229. 
Engell m. 173, 1. 
engl(i)sJcr, en{g)skr adj., s. enskr 

291,7. 
-engr, -ingr m. 216,2; 358 u. 3 u. 

anm. 1. 
-enn adj. 428, 3, 4, 5. 
enn zahlw. (s. einri) 444 u. anm. 1, 2. 
enn best. art. 149, anm. 1; 160; 231; 

266, 2, b; 277,2 c; 278, anm. 2; 

468; 471; 472 (passim). 
en{n) adv. 149, anm. 1; 158; 285,1. 
en(n)da adv. 137, 2. 
enne n. 317, 2, b; 372. 
enskr adj. 264; 291,7 u. anm. 1. 
epter präp. 85, anm. 2; 172, anm. 2; 

240, 2. 



eptr adj. sup. = ef(s)tr 291, 10 u. 

anm. 2. 
eptre, epztr adj. 441. 
er pron. pers. 110, 2 ; 126, 1 ; 158, 

anm. 1; 464 u. anm. 5 (2 mal); 

465, anm. 5. 
er rel. -partikel, s. es 265; 473 u. 

anm. 1, 2. 
-ere m. = -are 151, 1; 156; 402. 
erfa swv. 515. 
erfe m. 401. 

erfepe n. 152,1; 372; vgl. cerfaö(e). 
erfinge m. 149; 229; 342,1; 403. 
Erlindr m. 149. 
ermr f. 384. 
-ern- suffix 51, 2, b. 
Erpr m. 91. 
erpskinn n. 240, anm. 4. 
ertr f. pl. 416 u. anm. 3. 
erpgröenn adj. 95, 1. 
erpr n. 315, anm. 3. 
Erulos pl. 173, anm. 1. 
es pron. = er 464, anm. 5. 
es rel.-partikel 158; 473 u. anm. 1, 2. 
eta f. 91; 95, 3, b. 
eta, eta stv. 279, anm. 2; 325,1; 

498 u. anm. 1. 
etke pron. zu enge pron. 274, 1. 
eÖ konj. = at 473 u. anm. 1. 
epa konj. 51,4; 94; 241; 285, 1. 
epla f. 172, anm.; 268,4. 
eple n. = elpe 313, anm. 
ejWe n. 'natur' 66, anm. 2; 119; 

268,4. 
-epr, -ipr part. 216,2; 428,2; 514. 
ey f. 163, 1; 317, anm. 2; 319, 2; 383. 
ey adv. 54, 3, a; 77,15; 78; 97,3; 

vgl. adv. ä, e, de. 
-ey (in namen) 383. 
eyfet(ar), -o 476, anm. 2; vgl. eyveHar). 
eygr adj. 431. 
eyiarskegge m. 403. 
Eyiofr m. 291, 4. 
eykr m. 231 ; 389. 
eyra n. 71,8; 405 (2 mal). 
eyrer m. 141; 371. 
eyrr t 166; 384. 



406 



Register. 



eystre adj. komp. 441. 

eypa swv. 238, 1, a. 

eyvet{ar), -o pron. (adv.) 151, 2; 267; 

285,4; 476, anm.2. 
Fyvindr m. 358, 2. 

fä stv. 50,4; 130; 175,4; 230,1; 

266.3; 317, 3, b; 504 u. anm. 1, 5. 
fä swv. 54,1; 511. 
fafn (anorw.) = faÖmr 225. 
Fäfner m. 225; 292; 371. 
fagma swv. = fapma 259, anm. 1. 
fagnapr m., s. fognopr 397. 
fagr adj. 427; 433; 438. 
falage m. 121; vgl. felage. 
falda stv. 275; 504, anm.2. 
faldr m. 167. 
-faldr adj. 459. 
Falko, m. 401, 1. 
FalkvarÖr m. 121. 
falla stv. 317,2, a; 351,1; 504 u. 

anm.l; 527; 531,2. 
fair m. 124,2; 387. 
fanga stv., s. fä stv. 504, anm. 1. 
Fanne m. 121. 
/dr adj. 'paucus' 80,2; 123; 429; 

438 u. anm. 2, 4. 
jfdr adj. 'schimmernd' 54,1. 
fara stv. 172,4; 181,1; 277, 2, a; 

286, anm.; 499; 529; 530, anm. 5; 

531, 2. 
färlikt adj. neutr. 293, 3. 
farre m. 277, 2, a. 
Faste m. 240, anm 1. 
fastr adj. 424, anm.2; 427,1. 
Fastulfr (anorw.) m. 79. 
fata swv. 497, anm. 1. 
fattr adj. 266, 2. 
fätekr adj. 431. 
faper m. 66,4; 155; 174,1; 317,2; 

343, 1 ; 419 u. anm. 2; 420, anm.l, 2. 
faperne n. 51, 2, b; 64. 
FaÖmer (anorw.), s. Fäfner 225. 
fapmr m. 225; 253, anm.l. 
/dör (anorw.) m., s. /e0er 420, anm. 2. 
fauskr m. 317,4. 
/ave'ss adj. 65. 



/e n. 77,4; 81, c; 90; 123; 133, b, 2; 

153,1,5; 155; 230,1; 312,1; 363; 

393. 
fegenn adj. (part.) 74; 171, anm.2; 

437; 501, anm. 4. 
fegrinde n. 173,2. 
feitr adj. 165. 
fei f., s. pel f. 
fela stv. 124, 2; 230, 1; 317, 3, a; 496 

u. anm. 1. 
felage m. 73, anm.; 121; 401. 
feldr m. 388 u. 2, 3. 
feil n. 91. 

fella swv. 515; 517. 
felmsfullr adj. 91. 
fen n. 369. 

fengr m. 389 u. anm. 1. 
-fengr adj. 431. 
/er- zahlw. 292. 
fera (anorw.) stv. 500, anm. 3. 
f ereil m. 173,1; 359, anm.l. 
ferfaldr adj. 459. 
feria swv. 513, anm. 6. 
ferner zahlw. 448, anm.2; 459, anm. 
ferre adv. 442, 3. 
fei-tegr adj. 460. 
ferp f. 67, a; 392,3. 
fervir m. 224, anm. 1. 
feskyflr, -skylfr adj. 313,1; vgl. 
feskylmt, -skylft 237, anm. 2. 
tesfr f. 384. 
fet n. 169, anm. 

feto stv. 169, anm. ; 497 u. anm. 1. 
fetell m. 359, anm. 1. 
fepgar m. pl. 291, 10. 
fepgen n. pl. 173, 5. 
fepr m. 420, anm.l. 
fiä swv. 511. 
Fialarr m. 124,2. 
fialde (anorw.) m. 89, anm.2. 
fiall n. 70, 1 ; 91; 277, 2, b; 361 (2 mal). 
fialmsfullr adj. 91. 
fiande, fiande m. 51, 2, b; 64; 133, a; 

422. 
fianzbop n. 422, anm. 4. 
fiar adv. 441; 442,3. 
fiara f. 84, anm.; 235, anm.l. 



Register. 



407 



fiarg- 317, 3, a. 

fiarr adv. 353,3; 442,3. 

fiarre adj. komp. 92; 441. 

fiarre adv. komp. 442, 3. 

fiatur (anorw.) m., s. fiotorr. 

fifl m. 110,1; 127,2; 298,2; 317,1. 

fifrilde n. 315, anm. 1. 

fikia f. 263. 

filfski zu fiflskr adj. 313, 1. 

Fimbogi m. 262, 1. 

fimbol- 110,1; 298,2; 317,1. 

fim(m) zahlw. 298, 2; 346, anm.; 449. 

fimt f. 291,4; 461. 

fimte zahlw. 291,6; 456. 

fimt(i)än zahlw. 449 u. anm. 

fimtigi zahlw. 450. 

fimtht zahlw. 450. 

fimtegr adj. 460. 

Fingal m. 252, anm. 

fingr m. (n.) 414. 

finna stv. 85, anm. 1; 262: 275; 

317, 2, b; 495 n. anm. 5; 531,2. 
finngälk(a)n, -gälpn n. 257, anm. 
Finnr m. 358, anm. 1. 
fiog(o)rtän zahlw. 89, anm. 1; 160, 

anm. ; 419 (n. anm.). 
fiol- präfix 89 (u. anm. 2); 155; 425, 

anm. 2. 
fiol f. 124,2; 375. 
fiolde m. 89, anm. 2. 
fiolkunnegr adj. 95, 2. 
fiolmennr adj. 439, anm. 3. 
fioluerrenn adj. 134, a. 
fior n. 89; 92; 124, 2; 317, 3, a; 366. 
fiörer zahlw. 89 u. anm. 1; 259; 292; 

448 u. anm. 1. 
fiorg d. pl. 317, 3, a. 
Fior gyn f. 95, 3, a; 383. 
fiörtän zahlw., s. fiog(o)rtän 419. 
fiörtiände (anorw.) zahlw. 456, anm. 
fiörtugti zahlw. 157, anm. 1. 
fiorp adv.. s. i fiorp. 
fiorpe, fiörpe zahlw. 456. 
fiorpongr, fiorpongr m. 462. 
fiorpr, figrpr m. 92; 172,4; 394. 
fiorua swv. 92. 
fioruar m. pl. 365. 



fiorutigi zahlw. 450. 

fiorutiu zahlw. 450. 

fiös n. 'Viehhof 77,4; 133. a. 

fiös f. 'walfischfleisch' 258, anm. 2. 

fiotorr m. 89; 93; 359. 

fiopr f. 375. 

fir präp., s. fire(r). 

firar m. pl. 92; 124,2; 235, anm. 4. 

Firekr m. = Friprelcr 300, 2. 

fire(r), -i{r) präp. 147; 300, anm. 2. 

firnare adj. komp. 441. 

firr adv. komp. 442, 3 u. anm. 4. 

firra swv. 85. 

firre adj. komp. 92; 441. 

firrmeir{r) adv. komp. 442, anm. 4. 

first adv. snp. 442, 3. 

firstr adj. snp. 441. 

fisa stv. 482. 

fiske f. 411, 2. 

fiskr m. 178,1; 358. 

fit f. 169, anm.; 382. 

fita f. 165. 

Fipr m. 358, anm. 1. 

fiÖrildi (nisl.) n. 315, anm. 1. 

fiugur zahlw. 89, anm. 1. 

fiug(u)rtän (anorw.) zahlw., s. fio- 

g(o)rtän 89, anm. 1 ; 449 (u. anm.). 
fiüka stv. 486 u. anm. 
fiürtän (anorw.) zahlw., s. fiog(o)rtän 

449, anm. 
fiozll n. 70, 1. 

fld stv. 317, 3, a; 501 u. anm. 1. 
Fladdal (anorw.) m. 248, anm. 5. 
flaga 317, 3, a. 
flagbriöska n. 405. 
fiähugoll adj. 173, 1. 
flaka swv. 519, anm. 4. 
Flär (mnorw.) 134, b; 404. 
flär adj. 54,1; 221,2; 429. 
flaug f. 375. 
flaumr m. 319, 1. 
fieire adj. komp. 51,3; 128; 440. 
flekkr m. 328, 2. 
fies f. 382. 
fiesk n. 128. 

fiestr adj. snp. 128; 440. 
flet n. 369. 



408 



Register. 



fley n. 369. 

fleygr adj. 431. 

fleyßr f. 384. 

flik f. 416, 3. 

fliöta stv. 335,1; 484. 

fliüg(i)a stv. 67, a; 101,1; 172,3, 

318, 5; 319, 1; 486 u. anm. (2 mal). 
flö f. 'floh' 98,2; 416. 
flö f. 'schicht' 171; 317, 3, a; 416. 
flöa swv. 235, 1, d ; 509, anm. 
Flöar (anorw.) 134, b; 404. 
flöe m. 112,2; 404. 
flog n. 61, 1. 
flöhe m. 172, 3. 

flöJcenn adj. (park) 505, anm. 5. 
fiokkr m. 172,3; 318,5; 328,2. 
flör adj. 429. 
flotnar m. pl. 401, 3. 
flotte m. 112, 2. 
flöß f. 392, 3. 
flgkra swv. 172,3. 
flgtr m. 395. 
flug n. 61, 1. 
fluga f. 318,5. 

flüga stv. 486; 487; vgl. flikga. 
flugr m. 388. 
flyia stv. 98,2; 160, anm.; 221,2; 

230,2; 263; 317, 3, a; 488 u. anm. 2; 

513, anm. 3. 
flytia swv. 68,5; 512; 514. 
fleia swv. = flyia 488, anm. 2. 
flöß f. 392, 3. 
fleßr f. 384. 
fnasa swv. 170; 172, 3. 
fnykr m. 389. 
/nj/sa swv. 172, 3. 
fnösa swv. 170 ; 172, 3. 
föa f. 112, 2. 
fögelegr adj. 171, anm. 2. 
fOfi m. 61,1; 358,1. 
fo{g)ut{t)i m. 293, 4. 
fold f. 391. 

/bZtfY (anorw.) m. 167. 
föle m. 124, 2; 317, 3, a. 
folguti m. 293,4. 
FolkvarÖar m. 121. 
/br- präfix 51, 1, a. 



for f. 124,2; 230,1; 375. 

foraÖ n., s. forraÖ. 

forellre n., -ell(r)ar m. 372. 

/brenne m. 149; 229. 

forkunnr, -kußr f. 384 u. anm. 1. 

förn, forn f. 127,3. 

Forne m. 121. 

for(r)aö, -t n. 54, 3, b; 151, 1, 5; 238, 

anm. 12; 281. 
fors m. 272, 3. 
forßom adv. 148. 
forvista f. 77, 12. 
forvitne f. 411,2. 
forynia f. 51, 1, a; 285, 3. 
/brysta f. 77, 12. 
foss = fors 272, 3. 
/osfr- n. 320. 
fo(str)syster f. 51, 1, a; 285, 3; 

291, 10, 11. 
fötr m. 169, anm.; 335,1; 413; 414 

u. anm. 
fouti m., s. fogut(t)i. 
fpgnoßr m. 394; 397. 
fol n. 366. 

fglr adj. 430 u. anm. 1; 433. 
fgnn f. 224, 2. 
fgr f. 376. 

föroZZ adj. 63,8; 173,1; 428. 
Fgstolfr m. 79. 
fgßr m., s. faßer 420, anm. 2. 
/"ra präp. 298, 1. 
fräbcbrr adj. 298, 1. 
Frakkar m. pl. 266, 3. 
frakkr adj. 322, 2. 
fraw adv., s. fram(m). 
framalla adv. 272, 1. 
frambdbrr adj. 298,1. 
fram(m) adv. 277, anm. 5 ; 280, anm. 4 ; 

442, anm. 2. 
framr adj. 424, anm. 2; 439. 
Frankar m. pl. 266, 3. 
fränn adj. 424, anm. 2. 
/rar adj 80, 2; 83; 430 u. anm. 2, 3; 

437, anm. 1 ; 439. 
frata swv. 497, anm. 1. 
frau f. 408, 1. 
frauke m. 166. 



Register. 



409 



fraup n. 166. 

fraupr (anorw.) m. 166. 

frauva f. 408, 1. 

freals (anorw.) adj. = frials 133, a. 

fregna stv. 267, anm. 2; 498 u. 

anm.2, 7; 531,2. 
fre\i)adagr (anorw.) m. 133, b, 2; 

312, 1 ; vgl. friädagr. 
Freifa f. = Freyia 408. 
freist{n)e f. 411, 3. 
freknor f. pl. 322, 2. 
frekr adj. 169, anm.; 322,2. 
frelsa swv. 130; 295, anm. 3. 
freisinge 229. 

fremr adv. komp., s. framm. 
freta stv. 315, anm. 3; 497 u. anm. 1 

(2 mal). 
freU f. 110,3; 267 u. vgl. 
fretta swv. 267, anm. 1, 2. 
-if)repr, -(f)repr(m namen) 60; 291, 4. 
Freyia f. 408. 
Freyr m. 389 n. anm. 1. 
friädagr m. 70, 2; 133, b, 2; 318, 

anm. 4; 331. 
frials adj. 70,2; 133, a; 294; 295, 

anm. 3. 
frialsa swv. = frelsa 130. 
Fr% f. 227,1; 318, anm. 4; 383. 
Frileifr m. 292. 
frilla f. 268, 4 
/Wo n.. s. frde. 
friör adj., s. /refer 430. 
friosa stv. 71,3; 317,4; 335,1; 488 

u. anm. 1; 506, anm. 4; 531,2. 
Frirekr m., s. Friprekr. 
Friser m. pl. 387. 
Fripekr m.. s. Friprekr 292. 
Fri(p)leifr m. 292. 
/W/>r m. 60; 395 u. 3. 
Fripr f. 381. 

fripr adj. 127,2; 439, anm.2. 
-(f)rip(r) (in namen) 291, 4; 384 n. 

anm. 2. 
Friprekr m. 123; 253, 1 ; 292; 300, 2. 
fridtls adj. 70,2. 
frolleikr m. 268, 4. 
/rör adj., s. frär. 



froskr m. 166. 

fropa f. 166. 

fröpleikr m. 268,4. 

/rö/>r adj. 181, 1. 

fron, frou(v)a f. 408, 1. 

fru, friiva f. 408,1 (2 mal). 

frumvaxta adj. 434. 

/ryta swv. 68,4; 154; 160, anm.; 

513,2 u. anm.2. 
frde n. 70, anm. 3; 77,8; 83; 97,3; 

106; 135; 366. 
frdefask swv. 97,3. 
frdegr adj. 431; 439. 
frais (anorw.) adj. = frials 133, a. 
frdende m. 422. 
frdbn(d)kona f. 160, anm.; 291,2; 

422, anm. 4. 
frdbndseme f. 85; 149; 411,2. 
frcenn (nisl.) adj. 424, anm. 2. 
frder adj. 83; 97,3; 106; 430. 
frdbta = fretta 267, anm. 1. 
fre- (anorw.) 77,8; vgl. frdb. 
frek{en)n adj. 169, anm.; 322,2; 

428, anm. 1. 
frer n. pL 71,3; 126, anm. 1. 
frepe f. n. 111, anm.; 151,3; 411. 
-{f)repr (in namen) 77,3; 291,4. 
Freymr 135, anm. 
füa (orkn.) f. 112, 2. 
fuenn adj. (part) 488, anm. 4. 
fugl m. 61,1; 358,1. 
fulga 317, 3, a. 
füll n. 425, anm.2. 
fullr adj. 351, 1. 
fundr m. 320; 388 u. 2; 392,3. 
furo, füra f. 124, 2. 
/"«irr m. 392, 3. 

füss adj. 112, anm. 1; 233; 320. 
fuviti m., s. fogut(t)i. 
fyl n. 369. 
/V?o*'a swv. 238, 1, b. 
fyl(g)P f. 291, 5. 
fylke n. 372, anm. 4. 
fyUa swv. 63,6. 
/Vtfr f. 384. 

fylxne, fylskne n. 222, 2; 291, 6; 316. 
/yntfr m. 392, 3. 



410 



Register. 



fyr, fyre(r), -ir präp. 147; 300, anm. 2. 

fyre, fyre n. 124,2. 

fyrr m. 392, 3. 

fyrra swv. = firra 85. 

fyrr(e) adv. komp. 442, anm. 1, 3. 4. 

fyrre, fyrstr adj. 114, anm. 2; 272, 3; 

438, anm.l; 454. 
fyrrmeir(r) adv. komp. 442, anm. 4. 
fy(r)st adv. sup. 273,3; 442, anm.l. 
fyrpar m. pl. 60; 77, 5, a. 
fyrua swv. 82,4; 92; 513,1. 
fyruar m. pl. 82, 4 ; 92. 
Fyr(u)e 235, anm. 4. 
fyst (s. fyrst) 272, 3. 
fdegelegr adj. 171 u. anm. 2. 
für n. 71, 2. 

fcedgan (anorw.) n. pl. 173, 5. 
ß n. = fe 77,4; 81, c; 90. 
fegelegr adj. 171. 
fela swv. 517. 
fera swv. 515. 
/&r adj. 438. 

fepa swv. 238, 1, a u. anm. 1. 
feyra (anorw.) f. 317,4. 
fezla f. 238, 2, d. 

gra- präfix 154. 

gä stv., s. ganga 504, anm. 4. 

#« swv. 235, anm. 4; 520 u. anm. 1; 

532, 6 u. anm. 2. 
gabba swv. 318, 1, 12; 330, 1. 
gaddr m. 224,2; 284. 
gafugr adj. 80, 3. 
gagarr m. 259, anm. 1. 
gagl n. 313, 3. 
gagn n. 291,9; 361, anm.l; 362, 

anm. 2; 428, anm.l. 
gagnstigr adj. 428, anm. 1. 
gagnsdbr adj. 438. 
gagnvart adv. 428, anm. 1. 
gala stv. 277, 2, b ; 500 u. anm. 1 ; 

530, anm. 5; 531,2. 
galdr m. 284; 313,2; 358, anm. 2. 
galeip f 416, 3. 
galg- zu sra#Z n. 313,3. 
gallr adj. 167. 
gamall adj. 285,5; 426; 433; 440. 



gaman n. 225; 362. 

gambr m. 358, anm. 2. 

gamle m. 318, 10. 

gammr m. 318, 10. 

#cma swv. 519, anm. 2. 

#Gm<7 n. = gagn 291, 8. 

ganga stv. 220; 266,3; 321; 504 u. 

anm. 1, 4, 5. 
ganglere adj. 317, 4. 
gangvere(r) m. 402, anm. 
(jraßa swv. 318, 1, 12 u. anm. 1 (prät. 

gafÖi); 519, anm. 4; 538,4. 
gäri (nisl.) 54, anm. 3. 
Garmr m. 315, anm. 3. 
garpr m. 167; 343, 1; 358,2 u. anm. 4. 
gasse m. 127, 1. 

gata f. 84, anm. ; 235, anm. 1 ; 407. 
gäta f. 408. 
gätt f. 175, 4. 

gauka (anorw.) f. — gaupa 257. 
Gaukna (anorw.) = Ganpna 257; 

263, anm. 4. 
Gau(k)staÖer (anorw.) 307. 
Gau(k)storp (anorw.) 241 , anm. 1 ; 307. 
Gaustalr 245, 1. 
Gautar m. pl. 166. 
Gautna (anorw.) 263, anm. 4. 
Gautsporp, s. Gau(k)storp. 
Gaupland 248, anm. 4. 
gefa stv. 85, anm. 2; 169; 176,1; 

497 u. anm. 2. 
gefande m. 64; 78; 422. 
gegn n., s. gagn. 
gegn präp. u. adj. 77, 7; 425, anm. 4; 

428, anm. 1 ; vgl. folg. 
gegnom, -em präp. 77,7; 81, c; 263, 

anm.l; 425, anm. 4; 428, anm.l. 
geigo{r)skot n. 408, anm. 2. 
geil f. 165; 375. 
geire m. 54, anm. 3. 
Geirmundr m. 128. 
geirr m. 54, anm.l; 317,4; 353,5. 
-geirr 54, 3, b; 229; 358. 
Geirrepr, -ropr, -raupr m. 353, 6 ; 

397, anm. 2. 
geisl f. 317, 4. 
gehle 'stock' 165. 



Register. 



411 



geispa swv. 316. 

geit f. 416, 1 ; 417. 

gelda (anorw.) stv., 8. gialla 491, 

anm. 2. 
geldr adj. 318,3; 424, anm. 2. 
gemlingr m. 168. 
â– (g)enge 229. 
gengr adj. 431. 
gera swv. = genta 149. 
gerfe f. 250. 

gerna (anorw.) adv. 95, anm. 2. 
gerr adj., s. flrprr. 
gerra swv. i= ##raa 532,5. 
gerp f. 384. 
£<?r/>ar f. pl. 375; 384. 
Gerjyr f. 384. 
-gerpr (in namen) 384. 
genta swv., s. genta, 
gestr m. 155; 386; 387, anm. 2; 

392, 2. 
Gestumblinda 261,1; 299, anm. 5. 
Gesteein (anorw.) m. 273. 
geta stv. 497 n. anm. 2. 
#<?/> n. 369. 

geyia stv. 166, anm. 2; 500. 
geysa swv. 320. 
Geystr (nisl.) m. 320. 
giafa stv. = gefa 95, anm. 4 ; 497, 

anm. 2. 
giafall adj. 173, 1. 
-$iza/<? m. 95, anm. 5. 
giafmüdr adj. 95,2. 
giagnum (anorw.) präp. = gegnom 

195, anm.; 263, anm. 1. 
giald n 92. 
gialda stv. 70,1; 88; 220; 491 u. 

anm. 2; 530, anm. 4. 
gialdkere m. 71, 3. 
gial kyri m. 71, 5. 
gialla stv. 491. 
giallr adj. 167. 
giär, s. i giär. 
giarn adj. 70, 1. 

giarna, -ara adv. 95, anm. 2 : 443. 
giäta (anorw.) 196, anm. ; 263, anm. 1. 
giß f. 335, 1. 
gigia f. 263. 



gil n. 165; 369. 

gilda stv. 491, anm. 2. 

gilde n. 92; 425. 

gilia swv. 510. 

Gas m. 313, 4 n. vgl. folg. 

-(g)üs (in namen), s. -gisl. 

Gimer m. 371. 

Gimle 294. 

gf/na stv. 482 u. anm. 2. 

ginna swv. 517. 

giofi. 70,3; 375. 

giofott adj. 173, 1 ; 439, anm. 1. 

giorr adj., s. #prr 263, anm. 1. 

giorp f. 167; 375. 

gionta swv., s. genta 263, anm. 1; 

518, 2 u. anm. 3, 4. 
GiorÖr, Giurö(e)r m. 104. 
giösa stv. 320; 485. 
giöta stv. 101,2; 166; 182,1; 320; 

485. 
gio f. 379. 
giognum (anorw.) präp. = gegnom 

204, anm.; 263, anm. 1. 
giorr adj., s. gorr 204, anm.; 263, 

anm. 1. 
giorua swv., s. genta 263, anm. 1. 
gipt f. 391. 

Girker m. pl. 315; vgl. Grik(Jc)iar. 
Girkland 51, 1, a. 
girna swv. 238, 1, b u. anm. 4; 291, 9; 

517. 
girskr adj. 315. 
Gisl m. 313, 4 u. vgl. folg. 
gisl f. 375. 
-(g)isl, -(g)isl (in namen) 229; 313,4; 

358. 
gisle td.. 165. 
Gislog f. 152, 2. 
Gissurr m. 274,2. 
Giüke m. 133, anm.; 235,2. 
gialda stv. 70, 1. 
giavrn adj. 70, 1. 
Gfoorr m. 148; 274,2. 
gladdr adj. 428,2. 
glam(m) n. 154; 318,10. 
Glaser m. 317,4; 371. 
Glapr m. 387. 



412 



Register. 



glefsa (anorw.) 247. 

Glei frier, Gleipner m. 318, 2. 

glepia swv. 51 2. 

gier n. 71,1; 126, anra.l; 317,4. 

glepa f. 60. 

gieße f. 411. 

glepia swv. 238, 1, a; 512. 

gliä (anorw.) swv. 133, b, 2. 

glika adv. 137, anm. 4. 

glik{i)a swv. 516, anm. 1. 

glikr adj. 154; 290, anm. 

glöa swv. 68,4; 129; 171 u. anm. 2; 

(227,2); 235,1, d; 318,14; 509, 

anm. 
glöfe m. 154. 
glotta swv. 519, anm. 6. 
glöp f. 416, 4. 
glgggr adj. 82,6; 424, anm. 2; vgl. 

gleggr. 
glgtopr m. 397. 

gluggr m. 227, 2; 318, 14; 358; 392, 3. 
glüpna swv. 488, anm. 4. 
glygg n. 366 (2 mal). 
glyggr (anorw.) m. 392, 3. 
glyiapr adj 68, 4. 
glymr m. 154; 389 u. anm. 1. 
glyma 317,4. 
glys n. 317, 4. 

glce(f)a swv. 171 u. anm. 2. 
glcbsa swv. 317, 4. 
gleggr adj. 82, 6; 171, anm. 2; 227,2; 

424, anm. 2; 430; 439. 
gUpr m. 387; 392,2. 
gnadd n. 172, 3. 
gnaga swv. 290; 501, anm. 4, 5. 
gnapa swv. 172,2,3; 519, anm. 4. 
gnaup f 166 ; 172, 3. 
gneggia swv. 154; 227,1; 510. 
gneisle m. 154; 290. 
*gnella stv. 495, anm. 6. 
gnesta stv. 91 ; 490 u. anm. 1. 
gneypr adj. 172, 1, 3. 
gnipa f. 172, 1, 2. 
#«ö>r adj. 154; 170, anm. 2; 290, 

anm. 
gnött f. 112,2; 170, anm. 2; 392,3. 
Gng f. 379. 



gnüa stv. 68,6; 154; 506. 

gnüpr m. 172, 1,3. 

gnyia swv. 68,6; 163,2; 513,2. 

gnyr m. 389 u. anm. 1. 

gnystyrer m. 166, anm. 2. 

#m//w m. 166; 172,3; 389. 

gnegia swv. 317, 3, a. 

gnett f., s. gnött 392, 3. 

gnepesk prät. (zu gmgia) 317, 3, a. 

Gö f. 411. 

0Ö<? f. 411. 

Goer m. 371. 

#oZ n., gola f. 61, 1. 

gölegr adj., s. göplegr. 

goll n. 61,1; 275. 

Gdr(r) m. 360. 

Görepr m., s. Go(p)repr 123; 292. 

grotar m. pl. 166. 

Gote m. 401, 3. 

got{n)ar m. pl. 401, 3. 

gop m. n., s. gw/». 

gope m. 61, 3. 

Gopland 248, anm. 4. 

gö{p)legr adj. 292. 

Gopormr m. 241; vgl. Guttormr. 

Goipyopr, -roprm. 77,3; 123; 291,4; 

292. 
#o/>r adj. 127,3; 427, anm. 1, 2; 

436,2; 440. 
GoÖpioÖ 248, anm. 4. 
#00 n. 235,2, d; 361, anm. 2. 
ggfegr, -ogr adj. 173,4; 437. 
gpgn(um) präp. 77,7; 263, anm. 1; 

428, anm 1; vgl. gegnom. 
ggltr m. 167; 318,3; 395. 
ggmul adj. 121. 
Gondol f. 378. 
ggm f. 375. 
ggrr adj. (part.) 77,1; 82, anm. 3; 

154; 204, anm.; 226; 235, anm. 1; 

250; 263, anm. 1; 424, anm. 2; 

430; 507, anm.; 618, 2 u. anm 3, 4. 
gprua adv. 77, 7; 235, anm. 1; 442,2. 
g$s f. 123; 233; 416 u. anm. 3. 
gp't f. 416. 
gg-tt f. 321. 
ggluar f. pl. 154; 380. 



Register. 



413 



grafa stv. 170, anm. 1, 2; 342,1; 

500 u. anm. 3. 
gramr m. 387 u. 2 u. anm. 2. 
Gramr m. 315, anm. 3. 
gramr adj. 168; 315, anm. 3; 318,10. 
grantie m. 154; 224,2; 401. 
grannleitr adj. 167. 
gräpa swv. 171; 172,2,3. 
grär adj. 81, b; 166, anm. 3; 426; 

429, anm.; 433. 
gras n. 338, 1. 
grata stv. 171; 505, I. 
graatr m. 358, 2. 
gredder m. 154: 224,2. 
Gregöri(a)smassa 160, anm. 
G-reifr (anorw.) 247. 
grein f. 154; 292. 
greip f. 172,1,2; 416,3. 
greißa swv. 154; 292. 
greifir adj. 439. 
Greland = Grönland 299, 2. 
gremia swv. 512, anm. 2. 
grmi n. 369. 
grene n. 372. 
grenia swv. 172,2; 510. 
Grenland = Grönland 299, 2. 
Grrtter m. 371. 
grey n. 369. 

grey-baka f. 169; 279,1. 
grey-hutidr m. 166, anm. 3. 
greyfa swv. 166. 
greypa swv. 172, 1, 3. 
<jrn"är adj., s. grär. 
Grik(k)iar, Grik(k)er m. pl. 263; 

279,1; 315; 368; 389. 
Grik{k)land 51. 1, a. 
gri(k)skr adj. 296; 315. 
Grhn(h)üdr f. 294. 
Grimkeü m., s. Grinkell. 
grim(m)r adj. 168; 318, 10. 
Grimr m. 358, 3. 
«jr/na stv. 172, 2. 
grind f. 416, 2, 4. 
Grinkell (anorw.) m. 258, 1. 
Grii)ödgarbr, Grsd- m. 248, anm. 5. 
gripa stv. 172,1,2; 323,1; 482. 
gripr m. 388. 



griskr adj., s. gri(k)skr. 

griss m. 387 n. 1, 2. 

Gröa f. 408. 

gröa stv. 77,3; 506. 

#ro^ f. 172, 3. 

gröpasamlega adv. 171 : 172, 2, 3. 

gröpr m. 358, 2. 

t/rö/" f. 375. 

groftr m 395, anm. 2. 

gron f. 375. 

grcndopr m. 397, anm. 1. 

grgptr m. 395. 

<jrro/>r m. 395 n. 3. 

grüfa swv. 519, anm. 1. 

grund f. 317,2,6; 391. 

grannleitr adj. 167. 

grunnr, grupr m. 317, 2, b. 

grunnr, grupr adj. 438. 

grunr m. 388. 

<7n//ia swv. 166. 

gryia swv. 166, anm. 3. 

Grymkeü m. 85. 

«/rce/ir adj. 170, anm. 1 u. 2. 

grefr adj. 170, anm. 1 u. 2. 

Grä(n)land 299, 2. 

<7/wm adj. 438. 

#r^a swv. 171. 

guddömr m. 268, 3. 

gugna swv. 246,2; 284; 495, anm. 6. 

Guike m. 2ä5,2, 

£!</ n , gida f. 61, 1. 

Gulbrandr (anorw.) m. 238, anm. 17. 

gutt n. 61,1; 275. 

guüap n. 294. 

Gtdlaugr m. 268,4. 

Gulle m. 268, 4. 

Gmöct'/t m. 268, 4. 

Gulleikr m. 268,4. 

gidlenn adj. 156. 

Gullentanne m. 167. 

Gullveig f. 377, anm. 

gutnbuü (anorw.) m. 173, 1. 

0«»j<? m. 61,3; 401,3. 

gumul adj. 121. 

Gamundr m. = Gupmundr 268, 

anm. 3; 292. 
Gunnarr m. 294; 359,1. 



414 



Register. 



Gunnb(i)org (mnorw.) f. 295, anm. 3. 

Gunn(h)ildr f. 294. 

Gumüpp f. 377. 

Gunnor, -vor f. 112, anm. 2 ; 148. 

gunnr f. 277, 4, b ; 384 u. anm. 1. 

-gunnr (in namen) 384 u. anm. 1. 

Gunnuldr, -valdr (anorw.) m. 148; 

235, 1, f. 
Gunnidfr m. 297. 
Guser m. 371. 

gutar m. pl. 61,1; vgl. gotar. 
gutt, s. göpr (127, 3). 
Guttormr, Guttarmr (mnorw.) m. 150, 

anm.; 241. 
gup m. n. 61,1; 361; 387 u. 2 u. 

anm. 1, 2. 
Gudbrand (anorw.) m. 268, anm. 3. 
gupe m. 61, 3. 

Guplaugr, -leifr, -leikr 268, 4. 
Giiplogr m. 152, 2. 
Gu(p)mundr m. 150, anm. ; 153, 1 ; 

238, anm. 15; 292. 
GaÖormr (anorw.) m. = Guttormr 241. 
gupr f. 277,4. b; 384 u. anm. 1. 
-gupr (in namen) 384 u. anm. 1. 
Gupripr f. 65; 291,4; 292. 
Guprün f. 377. 
Guprepr m., s. Go(p)repr. 
gupsife m. (85); 403. 
gupspett, -spiall, -spiald n. 91; 317, 

anm. 1. 
gudsyfiar = -sifiar 85. 
gyggua swv. 82, 4; 227, 2; 495, 

anm. 3, 6. 
gygr f, 293, 2; 384 u. anm. 4. 
Gylfe{r) m. 104; 371 u. anm. 2. 
<jri//Za swv. 517 u. anm. 1. 
02/ftr f. 167; 318,3; 384. 
gymbell m. 173, 1. 
gymbr f. 168; 375; 392,2. 
Gymer m. 371. 

gymstceinn (anorw.) m. = gim- 85. 
Gyripr f. 65; 292. 
gyrpa swv. 167. 
<jf?/ss m. 227, 2, a; 389. 
gyPia f. 409, 
Gcei(r)laugr (anorw.) m. 273, anm. 1. 



gdr, s. i giär. 

gcera f. 154 

Gosrmundr (sbetl.) m. = Geir- 128. 

Geestair (anorw.) m. 276. 

geeta swv. 263, anm. 1 ; 267, anm. 2. 

gegn(um) (anorw.) präp. = gegnom 

77,7; 81, c; 263, anm. 1. 
gora swv., s. gerua. 
gerr adj., s. gprr. 
g&rr adv. komp. 77,7. 
gerseme f. 149; 411,2,3. 
gerua swv. 77, 7 ; 82, 6 u. anm. 3 

84; 149; 263, anm.l; 507, anm. 

518, 2 u. anm. 3, 4; 530, anm. 3 

532, 5. 
gerua adv. 77,7; 442. 
gerne f. 82,6; 411,2,3. 
gezka, geska f. 238, 2, d ; 303, 2. 

Jiä (anorw.) = hafa 160, anm. 

ha swv. 'plagen' 167; 175,4; 317, 3, b 

Hä(a)rr m. 54,1; 130; 294. 

Habbarör m. 270, anm. 

hadda f. 238, 1, a. 

hädege n. 372. 

hafa swv. 160, anm. ; 170, anm. 1 

174,1; 240, anm. 4; 507, anm. 

520 u. anm. 1, 2; 531, 1 u. anm. 2 

532,6; 534, anm. 3; 538,4; 541 

u anm. 1, 2. 
hafa (anorw.) f. 170, anm. 1. 
hafask swv. 'sich verhalten' 170, 

anm. 1. 
hafn = hpfn f. 81, c; 390,1,4. 
hafnandi (anorw.) m. 422, anm. 1. 
hafr m. 358, anm. 2. 
häfr m. 170, anm. 1. 
häfsäld, -scelda (anorw.) n., f. 297. 
Haftör m. 237, 1. 
Hafporn (anorw.) m. 256, anm. 
Hafporr m. 221, 1. 
hafuÖ (anorw.) n. = hpfop 98, 1. 
haga swv. 321. 
hagr m. 387. 
hagr adj. 170. 

Hagpörer (anorw.) m. 256, anm. 
hale m. 170. 



Register. 



415 



Hake m. 299, 1. 

Hakanen), -un(n) m. 226 ; 285, anm. 2. 

Hakporsson, Hag- (anorw.) m. 239, 

anm. 3. 
halda stv. 174, 1 : 220: 275; 317, 2, a; 

504 u. anm. 1; 534, 2, b (2 mal); 

536, anm. 2; 540, anm. 3. 
hal(d)kuaimr adj. 291,2. 
Haleyger m. pl. 389; 392. 
Jiäley<g)skr adj. 296. 
halfa f. 294. 

Halfdan{r) m. 285, anm. 2: 358,2. 
halffertegr adj. 460, anm. 2. 
halfnirepr adj. 460, anm. 2. 
halfr adj. 425, anm. 2; 427. anm. 2. 
halkuämr adj. 291, 2. 
hau f. = hall 81, c; 391. 
Raüb{i)org (mnorw.) f. 295, anm. 3. 
hal(l)da stv. 260. 

Halldörr m. 238, 1, b ; 297, anm. 1. 
Hallfrepr, -fropr, -frepr in. 77,3. 
hallr m. 81, b; 358,1 u. anm. 4. 
haür adj. 167; 275. 
Haüvarpr m. 252, anm. 
Hälogaland 152,2; 160, anm.; 392. 
halr m. 173.5; 319,2; 387,3 n. anm. 4. 
Juüs (hals) m. 124.3; 338, 1. 
hamarr m. 304; 357; 359, anm. 2. 
Hamdir m. 238, l,b; 258,2; vgl. 

Hamper. 
luxmingia (anorw.) f. 149; 229 ; 318, 10. 
hä-möt 175, 4. 
hampr m. 262, 1. 

hamr m. 317, 4 ; 322, 1 ; 387 u. anm. 2. 
hams m. 317,4. 
Hamper, -per m. 51, 2, a; 66, 4; 80, 2; 

151, 2; 221, 1; 238, 1, b; 258, 2; 371. 
hand f., s. hcnd 416, anm. 1. 
handan präp. adv. 167; 441; 442,3. 
Handir m., s. Hamper 258, 2. 
hane m. 170; 347,1; 400. 
hanga stv. 266. 3 u. anm. 3; 317, 3, b; 

321; 504 u. anm. 1 (2 mal), 2, 5. 
hanke m. 266, anm. 3. 
hann pron. m. 54, 3, b; 78; 116; 

187,1; 277, 2, c; 285,1; 466 u. 

anm. 1, 2. 



hanpr m. 262, 1. 

hannyrf) 291, 6. 

här m. 'hai' 50,4; 175.4. 

här m. 'rnderdulle' 175.4; 387. 

här adj. 98,2; 2.50; 317, 3, a; 322,1; 

429; 430 a. anm. 3; 438. 
Har- (in namen) 226. 
Haraldr m. 69; 148; (226); 235, 

anm. 4. 
Härekr m. 65. 
hart (anorw.) m. 71, anm. 1. 
hark n. 322, 1. 
harla adv. 291, 3. 
Mröttr adj. 427. 
harpare m. 400. 
Harr m. 291. 
harr adj. 54,2; 424, anm. 2; 430, 

anm. 3; 438. 
harre m. 401,1. 

Harpangr m. 51, 1, a; 78; 292. anm. 2. 
harpende n. pl. 149 ; 173, 2 u. anm. 2; 

235, 1, f. 
har/xnskr adj. 264; 291, anm. 1. 
harpfengr adj. 431. 
harpia adv. 291, 3. 
harpr adj. 81, b; 427, anm. 2. 
harfrynde n. pl. 173, 2; 226; vgl. 

liarpende. 
häsin 175,4. 

Iiäske, haske m. 127,1; 317, 3, b. 
häss adj. 54, anm. 3. 
hata swv. 281. 
häta stv., s. heita 502, anm. 
hatr n. 155. 
hat{t)a swv. 281. 
hattr m. 395, anm. 2: vgL hgttr. 
haufop n., s. hgfof) 98,1; 166. 
haugr m. 317, 3, a. 
haugr (anorw.) adj., s.här adj. 317, 3, a. 
hankr m. 132, a; 235, 2. 
hauksialdr, -stalde, -stalle m. 105, 

anm.; 239, l,b; 317, 2, a. 
hauldr (anorw.) m. 105, anm. 
haustr m. 132, anm.: 234. 
Hävin 135. 

he-, hi- pron. 471, anm. 2. 
hefa ^anorw.) swv., s. hafa 520. anm. 2. 



416 



Register. 



hefia stv. 170, anm. 1; 240,1; 500 

u. anm. 1,3; 530, anm. 6; 539, 

anm. 3. 
hefiande m. 173, 2. 
Jiegat adv. 165, anm. 
Jieggr m. 389. 

hegre m. 60; 128; 317, 3, a. 
heif(s)t f., s. heipt 291, anm. 2. 
hedagr adj. 78; 128; 173,4; 428 u. 

1, 3 u. anm. 3; 433; 437. 
heilinde n. 149; 173,2 u. anm. 2. 
heill m. 317, 4. 

heilt adj. 286; 427 u.2; 439, anm. 2. 
heilsa swv. 317,4. 
heilynde n. 173,2; 226. 
heima n. 405. 

Heimdal(l)r, -dpllr, -dcell m. 358,2. 
heimdrage, -drege m. 73, anm. 1. 
heimeil, -oll adj. 51, 2, b; 173,1; 

428, 1, 4. 
heimold f. 313,2. 
Jieimo(l)lega adj. 285, 5. 
heims Jc)legr adj. 291, 6. 
heimele 85, anm. 2. 
Heiner, lieinir m. pl. 292. 
Iwipt f. 237, anm. 2; 291, anm. 2. 
heip,t)giarn adj. 291,11. 
heita stv. 54; 154: 280,1; 481,2; 

502 u. anm.; 532,2; 540, anm. 3; 

542, anm. 2. 
heitr adj. 165. 
heißem adj. 128; 428,3,4. 
lieißiie f. 411. 
heißr m. 358,2. 
lieißr f. 54; 384. 
Heißsefar m pl. 151, 6. 
Heizdbfesßing n. 238, 2, d. 
teZ f. 383 u. anm. 2. 
ZieZa f. 110,3. 
7teZa swv. 517. 

heldr adv. komp. 63,1; 155; 443. 
heldre, helztr adj. 438, anm. 1. 
hel(f)ningr, helfingr m. 237, 2 ; 254 ; 462. 
Mft, -ß f. 238, anm. 8; 462. 
Helga f. 77,7. 
Helge m. 77,7; 85, anm. 3; 87, 

anm. 2; 91; 128. 



helge f. 411. 

helgr f. 384 u. anm. 4. 

he(l)kn n. 297; 361. 

hella swv. 517. 

lieller m. 371 u. anm. 4. 

helmingr, helningr m. 254; 291,4; 

462, 
helzit) adv. sup. 303, 1; 443. 
Iielzti adv. 85, anm. 3 ; 297, anm. 2. 
helztr adj. sup. 438, anm. 1. 
liemingr m. 173, 3. 
hemmingia (anorw.) f. 318, 10. 
Hem(m)ingr m. 318, 10. 
hengat (anorw.) adv. 162, anm. 
hengia swv. 238, 1, b. 
Hengiankiapta f. 291, 2. 
henta swv. 515, anm. 1. 
hepta swv. 240, 2. 
her adv. 103; 165. anm.; 177,1. 
heraß n. 54, 3, b; 103; 151,1; 361 

(2 mal); 362. 
herbyrgi n. 85. 
here m. 71, anm. 1 ; 103. 
here in. = hegre 60; 317, 3, a. 
Hergils m. 313,4. 
heria swv. 509; 510. 
Heriann m. 358; 359, 1. 
Herioldr m. 69; 148. 
Heriolfr m. 61,1; 69; 133, a. 
herna adv. 137, 2. 
herr m. 389 u. anm. 2. 
herra, -e m. 401, 1. 
herser m. 371. 
Iwrskär adj. 429. 
hertoge, -uge m. 61, 3. 
for^r f. 384. 
Äes<r m. 127,6; 291,11; 302; 358, 

anm. 3. 
lietia m. 409. 

hepan adv. 60; 103; 165, anm. 
Heßemi m. 103; 173, anm. 3; 359. 
Jießra adv. 60; 165, anm. 
liey n. 163,1; 317, anm. 2; 366; 369 

u. aum.; vgl. hf. 
lieyia swv. 163, 1 ; 513, 5 u. anm. 5. 
heyra swv. 63,14; 99, anm. 
heyrn f. 71,8. 



Register. 



417 



M-, he pron. 471, anm.2. 

Mä präp. 235, anm. 4 ; 405. 

Hiaki (anorw.) m. 95, anm. 4. 

html n. 95,2; 322,1. 

Mala swv. 95, anm. 5. 

hialdr m. 88; 95,1. 

Rialmper, -ter m. 241, anm.2; 360 

u. anm. 5. 
hialm(ul)-vplr u. a. formen 254; 297. 
hialmvitr t 390, 1, (4). 
hialpa stv. 92; 95,3, a; 323,1; 491, 

anm. 2 ; 495 u. anm. 5 (2 mal) ; 530, 

anm. 4. 
Malpsmapr m. 390, 2. 
hüdt n. 91; 222, anm. 1; 361. 
Eia(T)tland 297, anm. 1. 
hiarn n. 322, 1. 
hiarne m. 224,2; 283; 317,4. 
Hiarrandr, -e m. 422, anm. 4. 
Marse m. 317,4. 
Marta n. 77, 9: 88; 95,3, a; 325,1; 

340; 400; 405. 
Martegn n., s. iarte(i)gn. 
Hiatland 297, anm. 1. 
Mapningar m. pl. 92; 173, anm. 3. 
hibyle, -büi n., s. hybyle. 
Meri m. = here 71, anm. 1 ; 103. 
higat adv., s. hegat. 
Mggia swv. = hyggia 114. 
Hildetannr, -tapr m. 167; 277, 4, b; 

358; 416, anm. 3. 
Hildr f. 384. 
Mldr f. (294); 384. 
-hildr (in namen) 294; 384 u. anm. 2. 
Eillar f. pl. 375. 
Mlper m. 92. 
himenn m. 225; 237, anm. 3; 285,5; 

359 n. anm. 4. 
7wni(ri}nfö(anorw.)n.llO,anm.2 ; 299,3. 
Mmna f. 266, anm. 5. 
hind f. 416. 

hindar(r) adv. komp. 442, 3. 
Mndre adj. komp. 167; 441. 
Mneg adv., s. hinneg. 
hingat adv. 162, anm. 
Mm pron. 277, 2, c; 285, 1; 468; 471 

u. anm. 1, 2; 472, anm. 1. 
Noreen, Altisl. gTamm. 4. aufl. 



hinna f. 266, anm. 5. 

hinneg, -ig, -veg adv. 149, anm. 1; 

235, l,f; 285,1; 471, anm.2. 
hinnog, -ug adv. 158; 226. 
hinzt adv. snp. 442, 3. 
liin-tr adj. sup. 441. 
hiöl n. 235, anm. 3; 317, anm.2. 
Molp f. 70,3; 89; 390,2. 
hiolt f. 95,1; 361. 
hiön n. 405 (2 mal). 
Mona n. 405 (2 mal). 
hiorr m. 82, anm. 4; 89; 322,1; 365 

u. anm.l, 2; (396). 
hiorir m. 89; 172, anm. 3; 396 u. 

anm. 1. 
hiorp f. 89; 391. 
hioröing n. 221, anm. 1. 
Hirar f. pl. 375. 

hirpa swv. 238, anm.2; 245,2; 515. 
hirper m. 104; 151,3; 370. 
Hising m. 390, 2. 
Hisingsbüar m. pl. 390, 2. 
hit pron. 248; 471, anm.2. 
hit (anorw.) adv. 158; 165, anm.; 

471, anm.2. 
hite m. 85, anm. 1 ; 165. 
hitta swv. 85, anm. 1. 
hitti pron. (neutr.), s. siä pron. 470, 

anm. 2. 
JU9 pron. = hit 248. 
Hipen, -in (anorw.) m. 92; 173, 

anm. 3. 
Möing (anorw.) f. 114. 
hipra adv. 60; 165, anm. 
Müfra stv. 101, 1. 
Mü(n) n. 133, b, 2; 405 (3 mal). 
hiüna n. 405 (2 mal). 
Hiozlgi (anorw.) m. 87, anm.2; 91. 
Hicelmlop (mnorw.) 152. 2. 
hioesi (anorw.) = here m. 71, anm. 1. 
Hiazsi (anorw.) m. 95, anm. 4. 
Makka swv. 266,3. 
hlam n., s. glam (154). 
hlam prät. 496, anm. 5. 
Mass n. 320; 339,1. 
hlätr m. 284; 358,2. 
hlapa stv. 320; 500. 

27 



418 



Kegister. 



hlaupa stv. 63,11,12; 172,1; 503 

n. anm. 1 ; 535, anm. 2. 
hlaut f. 166. 
Me n. 80,2; 163,2; 169. 
Hleipr f. 376. 
hlekkr m. 266,3; 389. 
hlenne m. 275. 
Hler(r) m. 360 (2 mal). 
Mif f. 375. 
Hilf f. 375. 

hliöta stv. 485 u. anm. 2. 
Wtö/> n. 166. 
Mit f. 376. 
fti$ f. 376. 
hlip f. 390, 3. 
Hlipskialf 256. 
ÄZda stv. 68,4. 
Hlör(r)ipe m. 151, 6. 
Hlopver, -ver m. 65; 111,2; 151,2; 

166; 317, 3, b; 360 u. anm. 5; 371. 
Hlgkk f. 375. 

hlum{m)r m. 318,10; 387; 392,3. 
hlunninde n. pl. 173, 2. 
äZms< f. 71,7; 317,4. 
hlusta swv. 71, 3. 
hlutr m. 16«; 388 u. 4; 392,3. 
7iZtf n. 163, 2. 
7tfr7*a swv. 68,4; 163,2; 513,2 

'wärmen'. 
hlyia swv. 513,2 'schirmen'. 
Jüymia swv. 496, anm. 5. 
Jüymr m. = glymr 154; 389. 
Mi/mr m. = hlum(m)r 392, 3. 
hlynr m. 389. 
Äft/r n. pl. 71,7; 317,4. 
hlyr adj. 429. 
hlypne f. 411. 
Bldefopr m. 97, 3. 
Hldbfreyr m. 97, 3. 
7^c6i'a stv. 317, 3, a; 501 n. anm. 1. 
Mdbr adj. 169; 429. 
Ue{g)legr adj. 293, 3. 
hlera swv. 71,3; 317,4. 
Hlepuer, -ver m. 65; 151,2. 
hnakke m. 328,2. 
hneggia (nisl.) swv. 154. 
hneigia swv. 516, a. 



hneiss adj. 294. 

hneppr adj. 424, anm. 2. 

Tmefr- f. 416, anm. 3. 

Ttragra stv. 97, 2 ; 482 u. anm. 1, 2. 

hniösa stv. 71,3; 485 u. anm. 1. 

*hniöpa stv. (def.) 320; 488, anm. 4. 

hnipa swv. 483, anm. 

hnipenn adj. (part.) 483, anm. 

/mm n. 320. 

hnita stv. 320; 482 u. anm. 3. 

hnöf prät. 500, anm. 4. 

/rnoss f. 320; 339,1. 

hnot f. 416 u. anm. 3. 

hnopa n. 405. 

hnogg(u)a stv. 77, 5, a, 7; 227, 2; 493, 

anm.; 495 u. anm. 3. 
/wm/ät m. 322, 1. 
Me^r adj. 82, 6; 227, 2; 424, anm. 2; 

430. 
hn&re m. 71,3. 
/mefr f. 41 6, anm. 3. 
ho f. 77,2; 163,1; vgl. hf. 
hodd f. 224, 2. 
höf n. 170, anm. 1. 
hofod (anorw.) n. 98,1; vgl. hgfop. 
hög~ adj. 424, anm. 2. 
högetide n., s. högynde. 
höglegr adj. 170. 
hogr m. 61, 1. 

högynde n. 64; 173, 2; 539, anm. 2, 3. 
hokenn adj. (part) 488, anm. 4. 
ÄoZ n. 318,6; 425, anm. 2. 
holfa swv. 495, anm. 6; 519, anm. 1. 
holfenn adj. (part.) 495, anm. 6. 
holgan f. = holdgan 291, 2. 
ÄoMr m. 318, 6. 
höll m. 77,11; 81, c. 
hollr adj. 167; 275; 427,2. 
Holm{f)ripr f. 291,4. 
H6(l)mst<xinn m. 297. 
Äo& n. 361, anm. 4. 
Holtar, -er 361, anm. 4. 
Äön, hon pron. f. 116; 127,6; 151, 1,5; 

277, 2, c; 466 u. anm. 1, 2. 
7ionw n. = hörn 272, 2. 
Hop 247. 
Tioppa swv. 324, 2. 



Register. 



419 



hör (mnorw.) adv. 77, 10; S2, 8. 
hör adj., s. hdr 250; 317,3, a; 430 

u. anm.3; 438. 
horfa swv. 495, anm. 4; 507, anm. 

(2 mal); 519,11. 
hörn n. 155; 272,2. 
horrcekkia (anorw.) f. 279, 1 ; 291, 9. 
hors n. 3 t 5, anm. 3. 
hör so (anorw.) adv. 77,10. 
horretna, -vitna adv. 82, 8; 84; 390, 5. 
hoste m. 171; 172, 2; 235, 1, a. 
höt n. 171; 235, 1, a. 
höta swv. 171. 

höta (anorw.) stv. 505, anm. 1, 3. 
hotvetna, -vitna pron. 82,8; 390,5; 

477,1. 
hq f. 77,2; 163,1; 317, anm. 2; 379; 

vgl. hey. 
hpfa (anorw.) swv., s. hafa 520, 

anm. 2. 
hofn f. 81, c. 

hpfo{d)dükr m. 268,3; 285,5. 
hpfop n. 98,1; 121; 166; 362. 
hpfpinge m. 149; 229. 
hpfundr m. 173,2; 358,2; 422, 

anm. 4; 539, anm.3 (2 mal). 
hpfudbarmr (anorw.) m. 238. anm. 14. 
hpgg n. 364. 

hpggua stv. 63,10 u. anm. 5; 77,7; 
" 82, 1 ; 227, 2 ; 318, 14 ; 503 u. anm. 1 ; 

530, anm. 5. 
Hogne m. 105, anm. 
H&fr m. 228. 

Hplge m. = Helge 77, 7 ; 85, anm. 3. 
holkn n. 361. 
hpü f. 81, c. 391. 

hplpr m. 105, anm.; 173,5; 319,2. 
hpltzti adv. 85, anm. 3. 
hpmungr m. 173, 3. 
hpnd f. 115, 1 ; 331, 2; 416 n. anm. 1, 2. 
hpnk f. 105; 266, anm.3; 349,1; 

'416,3. 
hprr m. 364; 365, anm. 2. 
Hörbar m. pL 51,1, a; 78. 
Hprpr m. 159; 395. 
Hpskuldr m. 317, 2, a. 
hoss adj. 430. 



Hpsuer m. 82, 6. 

hpttr m. 326,7; 395. 

hpttr m. 321. 395. 

Hppr m. 395. 

höpung f. 173, 3. 

hrafn m. 277, 3; 358, 1. 

hramtnr m. 318, 10. 

hrapallegr adj. 268, 4. 

hrdr adj. 80,2; 429. 

hraukr m. 318, 5. 

hraume m. 322, 1. 

hregg n. 369. 

hreifr (nisL) adj. 294, anm. 

hreinn adj. 438. 

hreinsapr adj. 238, 2, f. 

Hret(p)marr m. 292. 

hrekkr m. 389. 

hrepiar f. pl. 382. 

hreyse n. 71, 8. 

hreysar f. pl. 384. 

hrifa stv. 482. 

hrika stv. 322,1. 

hrina stv. 482. 

hrinda stv. 266, 2; 492 n. anm. 1, 2. 

Äriosa stv. 172, 1; 488, anm. 4. 

hriöta stv. 485. 

hriöpa stv. 485. 

hris n. 361, anm. 4. 

Hrisar 361, anm. 4. 

Sm* f. 390, 3. 

hriüfr adj. 166; 322,1. 

Hröaldr m. 134, b, 2; 222, anm. 2; 

228 n. anm.; 235, l,d. 
Hröarr m. 54, 3, b ; 72 ; 134, b ; 151, 1 ; 

228; 229; 235, 1, d. 
Hröbiartr m., s. Hröpbiartr. 
hroke m. 166; 318, anm.3. 
Hrokkell m. 127,3; 238, 2, e; 274,1. 
hrokkenn adj. 322, 1. 
hrökr m. 322, 1. 

Hrölfr m. 130; 228 n. anm.; 297. 
hroüa swv. 224, anm. 3. 
Hrollaugr m. 127,3; 268,4; 358. 
HroUeifr m. 127, 3; 268, 4. 
Hroliugr m. 152, 2. 
Hrömundr m. 292. 
Hrö{p)lfr m., s. Hrölfr. 

27* 



420 



Register. 



hrösa swv. 320. 

hross n. 315, anm. 3. 

hroste m. 317, 4. 

Hrö(p)biatr m. 127, 3. 

hropenn adj. (part.) 488, anm. 4. 

Hröpgeirr m. 54, 3, b ; vgl. Hröarr. 

Hr6(p)mundr m. 292. 

hröpogr adj. 127,3. 

hröpr m. 65; 320. 

hröprbarmr m. 238, anm. 14. 

hrgnn f. 224,2; 317,4. 

hrufa f. 166; 322,1. 

hrüga f. 166; 263, anm. 3; 318,5 u. 

anm. 3. 
hrum{m)r adj. 318, 10. 
hrütr m. 172, anm. 3. 
hrüpr m. 358, anm. 2. 
hryfe m. 166; 322,1. 
hryggr m. 279, 1 ; 389 u. anm. 1. 
hryggr adj. 82,4; 430 u. anm. 4. 
hryggua, -ia swv. 227,2; 516, 

anm. 2. 
Aryfr m. 389. 

/wcfe n. 83; 97,3; 135; 366. 
hrekkua stv. 82,3; 110,1; 112,1; 

266,3; 494. 
hrekkua swv. 82, 6. 
hrer n. 71, 3. 
hrera swv. 253,1; 317,4. 
Hrerekr m. 65; 151,3; 292. 
hrorna swv. 71, 3; 253, 1. 
hrepa, -e f. 253, 1. 
hrepask swv. 253,1. 
Sre\p)rekr m., s. Hrerekr. 
hu (anorw.) adv. 319,4; 474, anm.l. 
huak prät. 498, anm. 8. 
huakke pron., s. huatke 274, 1. 
hualfa swv. 519, anm. 1. 
huäll m. 77,11; 81, c. 
hualr m. 358; 387 u. 2. 
huar adv. 65. 

/mara (anorw.) adv., s. huarra. 
huärge(n) pron. 239, 1, a; 258,1; 

477 u. 3 u. anm. 3. 
huarr (anorw.) pron. 77, 10; 149, 

anm. 2; 464,3; 473; 474,3 u. 

anm. 3; 478. 



huärr pron. 123; 292; 474,2; 478. 
huar(r)a, -e (anorw.) adv. 54, 3, b ; 

281. 
huär(r)tuegge, -tueggia pron. 283; 

291,11; 478 (2 mal) u. anm. 1, 2. 
huär(t)ke pron. 239, 1, a. 
huarvetna adv. 65; 82,8; ^4. 
huärz konj. 'ob' 473, anm. 2. 
huass adj. 63,15; 171, anm. 2; 320; 

339,1; 427 u. 2; 437. 
huassu (anorw.) adv. 272,3. 
huat pron. 65; 248; 319,4; 340; 

473; 474,1 u. anm.l; 477 u. 1. 
huata swv. 281. 
huäta stv. 171 u. anm. 2 ; 505, 1 u. 

anm. 1, 3. 
huatke pron. 239, l,a; 274,1; 477 

u. 1. 
huatr adj. 171, anm. 2; 320. 
huat[t)a swv. 281. 
huattr, huettr adj. 428, 2. 
huatvetna, -vitna pron. 65; 82,8; 

151,2; 477 u. 1. 
huaÖ = huat 248. 
huaparr pron., s. huärr 123; 474, 2. 
huapartuegge pron. 478, anm. 1. 
hue pron., part. 474, anm. 1. 
huel, huel n. 109; 317, anm. 2. 
huela n. 405. 
huerfa stv. 63, 17 ; 90 ; 490 u. anm. 3, 4 ; 

495, anm. 4. 
huerge pron. 258, 1 ; 477 u. 2. 
huernog adv. 158; 226. 
huerr m. 358. 
huerr pron. 86, anm.l; 285,1; 473; 

474,1,3 u. anm. 3; 478. 
huerskonar, -kunar adv. 61, 1. 
huerso adv. 272, 3. 
huersog, -ug adv. 158; 226. 
huervetna, -vitna adv. 65. 
huessa swv. 63, 15; 515. 
huessu adv. 272, 3. 
huetia swv. 320. 
huetvetna, s. huatvetna. 
hüfa f. 166. 

hufud (anorw.) n. = hpfop. 
hugall adj. 173,1 u. anm.l; 428. 



Register. 



421 



hugr m. 61,1; 317,4; 388. 

hugsa swv. 317,4. 

-Qi)ugp suffix 293,1; 392.3. 

hui pron. 474, anm. 1. 

huika swv. 498, anm. 8. 

hiulft f. 237, anm. 2. 

huilikr pron. 473; 474,4 u. anm. 3. 

huilmt f. 237, anm. 2. 

huilp, -d f. 127, 2; 238, 1, b n. anm. 4. 

huimleipr adj. 127, anm. 1. 

hu/'na stv. 482 n. anm. 3. 

hui r fing 63,17. 

huisla swv. 172, 2. 

-Au?$ (in namen) 377. 

hüka swv. 488, anm. 4; 519, anm. 4. 

Hid[m]vipr m. 65. 

hüls n. = ÄusZ 313, 4. 

htm n. 322, 1. 

hu)7iarr m. 61, 1. 

Tiun pron., s. hon 151,5; 466. 

hunang n. 61, anm. 2. 

hundr m. 182,1; 358. 

hundrap, -t zahlw. 148; 238, 2, f ; 

450; 452, anm. 
Hüner, Hünar m. pl. 392, 3. 
hungr m. 167; 317, 3, b; 358, anm. 2. 
hunsl (misl.) = hüsl 233. 
huorfa (misl.) = huerfa 86, anm. 1. 
huort (misl.) adv. 86, anm. 1. 
huossu (misl.) adv. 86, anm. 1. 
huorvetna 82,8; vgl. huarvetna. 
hurp f. 391. 
hüs n. 63,7; 183,1; 339,2; 361, 

anm. 4. 
Husar, -er 361, anm. 4. 
hüsfreyia, hüsfrü f. 160, anm.; 240, 

anm. 6: 310,2; 408,1. 
hüsl n. 112, anm.l; (233); 313,4. 
hüspreyia, -pr&y f. 240, anm. 6. 
hüstrü f. 310,2; 408,1. 
hüp f. 322, 1. 

-Qi)üp suffix 293, 1 ; 392, 3. 
hucergi(n) (anorw.) adv. 158; 311, 

anm. 
hucerr (anorw.) pron. 478. 
hudsa swv. 171; 172,2. 
hy n. 322, 1. 



hybyle, -bili n. 77,6; 81, c; 114 u. 

anm. 1 ; 166, anm. 2. 
hye m. 405. 
hyggia swv. 114; 279,1; 507, anm.; 

513,4; 531, anm. 2; 538,3. 
hyggiande f. 411. 
hylia swv. 531, 2. 
hylr m. 389 u. anm. 1. 
Hyhipr m. 65. 
Hymer m. 371. 
Hyner m. pl. 392, 3. 
hyra swv. = heyra 99, anm. 
hyrr m. 389. 
hyrta swv. = hiria 85. 
hyröa swv. = hirda 85. 
hyröHr m. = hirbHr 85. 
Hysingr m. 114. 
7ti/ste n. 77,6; 127,5. 
hyte m. = Äi'te 85, anm. 1. 
hytta swv. => hitta 85, anm. 1. 
hyÖing f. 114. 
JuEtmall (anorw.) adj. 173, 1 ; vgl. 

heimelt. 
hceim(f)t (anorw.), s. heipt 237, 

anm. 2. 
hcelagr (anorw.) adj., s. heilagr (128). 
Hcelga f. 77, 7. 

hcelgdarland, hcelda- (anorw.) n. 256. 
Hcelge, -i m. 91; 297. 
hcsll m. 62, anm.l; 135; 175,4. 
Hcella (anorw.) 77, 7; 85, anm. 3. 
hcdpa (anorw.) stv., s. hialpa 495, 

anm. 5. 
Hcbn 135. 

hcengat (anorw.) adv. 162, anm. 
h&ra f. 154. 
Hdbrekr m. 65. 

Hoerlogr, -ugr (anorw.) m. 152,2. 
harr adj. 424, anm. 2. 
hcetta f. 77,7. 
hcttta swv. 327, 3, b; 321. 
hcettr adj. 439. 
hctdtng (anorw.) f. 173,3. 
Hä(i)ngr m. 135. 
hefa swv. 170, anm. 1. 
hefut n. = hpfop 238, anm. 12. 
hegeldekirkia (anorw.) f. 254, anm. 



422 



Register. 



hegende n. 64; 173,2; 539, anm. 3; 

vgl. Jwginde. 
Jieggua (anorw.) stv. 503, anm. 1; 

530, anm. 5. 
Jiegia swv. 539, anm. 2, 3. 
Jwginde n. 173,2; vgl. liegende, 
hegr adj. 170; 424, anm. 2; 431; 

439, anm. 2. 
hegre adj. komp. 441, anm. 
He{i)ngr m. 135. 
Mkia f. 170. 
Helga (anorw.) f. 77,7. 
Helge m. = Helge 77, 7 ; 85, anm. 3. 
helzti adv. 85, anm. 3. 
Jwna f. 170. 
Hengr m. 135. 

Jwns(n) n. pl. 170; 299,4; 361. 
Heruer m. 65; 82,6. 
Jwsn n. pl., s. Jiensin). 
Hesuer m. 65; 82,6. 
heta swv. 171 u. anm. 2. 
heb (anorw.) f. 98,2. 

* präp. 50,3; 110, anm. 2; 122; 299,5. 

iä swv. 498, anm. 8 ; 520. 

iä adv. 196, 3; 231, anm. 1. 

idenn adj. (part.) 498, anm. 8. 

iafarr m. 359, anm. 1. 

iafn- präfix 51, 1, a. 

iafn adj. 88; 237,2; 427 u. 2 u. 

anm. 1. 
iafnan adv. 95, 3, a. 
iafur (anorw.) m. 77, 9. 
iaga swv. 231, anm. 1. 
iak pron., s. ek 94; 464. 
iaJce m. 95, anm. 5. 
Iäkob(r) m. 247; 358, anm. 1. 
iall m. = iarl 272, 1. 
ialmr, ialfr m. 237, anm. 2. 
iam{m)ikit (anorw.) adj. 285,3. 
iamn adj. = iafn 237,2; 291,9. 
iam(n)vaä (anorw.) adv. 237,2. 
Iam(p)taland 308. 
Iamtar, Iamtr m. pl. 414. 
iara f. 88; 95, 3, b. 
iargtegn n., s. iartei(g)n. 
iarknasteinn m. 291, 6. 



iarl m. 272,1; 277,3; 291,7; 358, 

anm. 4 ; 359, 2. 
iarlegr adj. 291, 3. 
tarn, iärn n. 127, 1 ; 133, b, 2. 
iartei(g)n, -teilen, -tegn, -tign n. 

291,6,9; 293,3; 317, 3, a; 318,5. 
iarögröenn adj. 95, 1. 
iata f. 88; 91; 95, 3, b. 
Iatmundr m. 93, anm. 
iät(t)a swv. 267, anm. 1 ; 519, anm. 6. 
iättyrpe n. 110,3; 124,1. 
iaparr m. 88; 93, anm.; 95, 3, b; 

173,5; 359. 
iaxl 88. 

jeg (nisl.) pron. = ek 464, anm. 2. 
iek (anorw.) pron. = ek 464, anm. 2. 
Jesus m. 126, anm. 3. 
ieta stv. = eta 498, anm. 1. 
ifa swv. 85, anm. 1. 
Ifarr m. 83; 111, 2; 134, a; 317, 3, b. 
i fiorp adv. 89 (2 mal). 
ifir präp. 147. 
ifrinn (anorw.) adj. 114; 235,2; vgl. 

yfrenn. 
i furstonne adv. 438, anm. 1. 
-ig- suffix 173, 4. 
i gegn{om) präp. adv. 425, anm. 2; 

428, anm. 1. 
i giär, i g&r adv. 71,2; 72; 196, 

anm. ; 263, anm. 1. 
ikki pron. 127, anm. 1; vgl. enge, 
il f. 382. 

-il- suffix 173, 1 u. anm. 1. 
illa adv. 443. 
illgrese n. 372. 
illr, illr adj. 127,2; 277, 4, a; 440 

(u. anm. 2). 
Hinge m. 294. 
illvirke m. 403. 
Ilmr f. 384. 
-ils (in namen) 358. 
ilstre n. 92; 317,4. 
(i) millem präp. 425, anm. 4. 
imiss, i- adj., s. ymiss 114; 428. 
i mipel präp. 425, anm. 2. 
in adv. 'noch', s. enn 149, anm. 1. 
-in- suffix 173, anm. 3. 



Register. 



423 



-ind- suffix 51, 2, b; 173, 2 u. anm. 2. 

-inde f. 411. 

Indripe m., s. Eindripe. 

-ing- sufnx 51, l,b; 51, 2, b; 146, 

anm. 2; 173,3; 376 (2mal) u. 

anm. 2; 461. 
-inge m. 403. 
Ingebiorg f. 93 ; 160, anm. ; 293, anm. 2 ; 

295, anm. 3; 374. 
Ingemarr m. 64; 151,1; 153,3. 
inginn (anorw.) pron. 127, anm. 1 ; 

476, anm. 1 ; vgl. enge. 
Inguarr m. 84; 134, a; 317, 3, b. 
Ingue m. 84. 
Inguildr f. 294. 
inn best. art. = enn 149, anm. 1; 

468; 471; 472. 
inn adv. 441; 442,3. 
•Am part. prät. 428 u. (4), 5. 
inna swv. 517. 
innifli n., s. innyfle 147. 
innre adj. komp. 261; 441. 
innyfle, -ylfe n. 64; 147; 313, 1: 425, 

anm. 2. 
inztr adj. sup. 441. 
16 an m. 256. 
löarr m. 256. 
iod(d)is f. 223, anm. 1. 
ioforr m. 77,9; 89; 95, 3, b; 235,2; 

359, anm. 1. 
Iöfripr f. 384. 
log an m. 256. 
Iögar (anorw.) m. 256. 
Ioltan m. 256. 
iokoU m. 89; 231; 279,3. 
iöl n. pl. 100; 231. 
iolfopr, lol- m. 397 u. anm. 1. 
Iölfr m. 106, anm. 1; 130. 
Iö(f)mundr m. 297. 
iolstr m. 92; 317,4. 
iomfrü, ionfrü (anorw.) f. 264; 291, 

anm. 1. 
Ion m. 359, 2. 
I6(o)lfr m. 130. 
Iör- (in namen) 235, 2. 
iör m. 106, anm. 1; 223, anm. 1; 360 

n. anm. 3, 5. 



Iöris (anorw.) 235, 1, f. 

iorp f. 70,3; 89; 93; 95,1 u. 3,a; 

160, anm.; 292; 376; 391 u. anm. 2. 
Iorpön, (-an) 116. 
Iorundr m. 89; 148. 
Iörvik 235, 2. 
Iösef, Ioseppr m. 240, anm. 7 ; 358, 

anm. 1. 
iostr m. 396. 

iotonn m. 89; 95, 3, b; 359. 
ioporr m., s. iaparr. 
IoQ)fe m. 297. 
igrue m. 82,7. 

-t'sZ (in namen) 229, anm.; 313, 4; 358. 
ismätt, -ött f. 112,2 u. anm. 3. 
Israel m. 358, anm. 1, 3. 
In m. 127,2; 179,1; 358,1. 
it pron. pers. 248; 464 u. anm. 5; 

465, anm. 5: 531,4, a. 
ip pron., s. it 248; 464. 
ip f. 165. 
idarr (anorw.) pron. = yp{u)arr 

467, 3. 
Ipe m. 403. 
ipia f. 165. 
ipia swv. 510. 
■ipr part. prät. 428 u. 2. 
iprar f. pl. 375. 

ipre adj. komp. 261 (2 mal); 441. 
ipr ött f. 116; 221, anm.l; 285,3; 

392,3. 
Ipunn f. 277, 4, b; 384. 
ipu(r)legr adj. 308, anm. 
ipvandr, if>- adj. 127, 2. 
iügr n. 100; 259; 292. 
twJ n. pl. 100. 
iungfru, iank-, tum- f. 231, anm.l; 

246,1; 264; 408,1. 
iür n., s. iügr. 

kafna swv., s. kuafna. 
Kägastaöum (anorw.) 263, anm. 3. 
kagge m. 318, anm. 3. 
kaggr m. 318, anm. 3. 
kakke m. 318, anm. 3. 
kala stv. 170, anm. 2; 500; 540,