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Full text of "Anhang zu Homers Odyssee, schulausgabe"

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*iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiimiiiiiiiiiiiiniiiii!iiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiriiiiiiii!^ 



TIIK C;iFT OF 
I*UOr. Al^BXANDKK Xl>\'FT 



ANHANG 



ZU 



HOMERS ODYSSEE 



SCHULAUSGABE 



VON 

, . • • • 



K. F. AMEIS. 



II. HEFT. 

ERLÄUTERUNGEN ZU GESANG VH— XII. 

DRITTE UMGEARBEITETE AUFLAGE 

BESORGT VON 

Prof. Dr. C. HENTZB, 

OBBIUiEHBBB AM GYMNASITTM ZV OÖTTINGEN. 




LEIPZIG, 

DRUCK UND VERLAG VON B. G. TEUBNEK. 

1889. 



^ 



■t 



Kritischer und exegetischer Anhang. 



I. über das Verhältnis des Anfangs von tj zum Schlufs von 
^ vgl. den Anhang zu £"331 und dazu jetzt noch Scotland im 
Philol. XXXXIV p. 387ff. — V. 2—7 ist La Roche in Zeitschr. 
f. d. österr. Gymn. 1863 p. 191 geneigt noch zum Liede *Nausikaa* 
zu rechnen. Mit den Worten öate öi ot nvq V. 7 aber beginnt 
ihm ein späterer Zusatz, welcher 81 mit den Worten övvb d' "£(>«%- 
%^i\og jtvKtvov dofiov schliefst. Vgl. imten zu 18 ff. 

5. VTto mit dem ablativischen Genetiv in dem Sinne ^unten 
hervor' noch ö 39. s 320. i 141. 463. % 364. H 643. I 248. 
JV 611. P 235. 645. T 17. <P 56. W 7. Sl 576. Ebenso in den 
Compositis insövöero zu f 127. vTtoövcsat v 53. V7tig)riv6 q 409. 
VTto d' yQEöv B 154. VTtatöösiv J5 310. vnokvsiv t 463. -4 401 
und in der Tmesis ^513. Diesen Gebrauch von vTto behandeln 
Voss zu Hymn. an Dem. 338, G. Hermann zu Eur. Hek. 53, 
Jacob La Boche über den Gebrauch von vno bei Homer (Wien 
1861) p. 22ff. Zu Krüger Di. 68, 43, 1. 

II. Die Konstniktion von avcctsastv^ TCQaTstv^ ßaadsvst^v be- 
handeln C. Capel>e Dativi localis etc. p. 22ff., Bekker homer» 
Blätter I p. 209, vgl. Ellen dt drei homerische Abhandlungen II 
p. 37 ff. 

13. Köchly de Odysseae carmm. I p. 32 verwirft den Vers 
nach dem Vorgange Zenodots, und vielleicht auch Aristarchs, 
vgl. Ludwich Aristarchs Homer. Textkritik I p. 564. — eftf» 
findet sich noch in solcher Verbindung y 427. d 775. a 96. cp 229. 
H 270. N 553. Vgl. Lehrs de Arist. p. 138, * 134. Beispiele 
der Tragiker giebt G. Wolff zu Soph. Ai. 80. 

14. afjupl ö^ statt des von F. A. Wolf aus den meisten Hand- 
schriften aufgenommenen aircaQ ist in der 4. Auflage nach dem 
Vorgange von W. C. Kays er als * Aristarchische Lesart* aufge- 
nommen. 

15. Zur Verleihung dieser Unsichtbarkeit dienen rfi^Q v 189. 
E 776. & 50. S 282. n 790. T 444, vscpiXri d' 562. E 186. 345. 

\* 



4 Kritischer und exegetischer Anhang. 17. 

308. T 160, ctiXvg rj 41. E 127. O 668. T 321, W^ ^ 372. 
E 23. 506. Nachahmung bei Verg. Aen. I 411. 

18 ff. V. 18 — 42 und 46 — 81, welche das Zusammentreffen 
und die Unterredung der Athene und des Odjsseus enthalten, 
werden von Köchly de Od. carmm. I p. 2 8 ff. vgl. III 15 f. unter 
Zustimmung von Bernhardy Grundrifs d. griech. Litterat. ^ II 1, 
p. 178 ausgeschieden. Ebenso urteilt Bergk griech. Litteratur- 
gesch. I p. 672, vgl. dagegen Scotland im Philol. XXXXIV 
p. 390 ff. 

26. yatav i'xovatv mit Bekker aus Vind. 133. 56, August, 
und andern bei La Boche, dem Lemma des Ambr. E, var. Harl. 
statt des seit Wolf gewöhnlichen i'oya vi^ovrat^ das sich in an- 
deren Handschriften ündet. 

33. IXO"!/, das in der Meermannischen Handschrift, im Marc. 
457. Yind. 5. Stuttgart. 5 steht, ist statt des früher gelesenen 
eld-oc mit Bekker, La Roche, Nauck in der 5. Auflage her- 
gestellt. — 32 — 36 wurden von Anton im Rhein. Mus. 1863 
Bd. XVni p. 429 f. als Interpolation verworfen, weil unter sich 
ohne Zusammenhang, wie sie sprachlich nicht verbunden sind, und 
die zwei ersten, die Ungastlichkeit der Phäaken betreffend, mit der 
sonstigen Darstellung im Widerspruch stehend; vgl. auch Köchly 
de Od. carmm. III p. 16 f. und dagegen Kammer die Einheit d. 
Od. p. 105 f. Jetzt billigt Scotland im Philol. XXXXIV p. 604 
die Athetese von 32 — 36 und verwirft dazu 31. — 34. Über vrivßl 
d^o^atv mit coTcslifiatv vgl. Schneidewin zu Soph. Ai. 710. Da- 
gegen bemerkt Fick die homerische Odyssee p. 94: 'Die Ver- 
bindung von ^oaLöL mit äxelat^öi beweist, dafs ^oog vom Schiffe 
gebraucht nicht schnell, sondern spitz heifst.* 

36. mg el ohne beigefügtes Verbum noch r 39. 211. E 374. 

1 648. n 59. T 17. X 150. Sl 328 und mg si^ xb l 254. q 111. 
A 474. n 192. T 366. ^ 598. Über die Hinzufügung des Ver- 
bum bei mg sl vgl. zu t 314. Zu der im Kdnmientar gegebenen 
Auffassung vgl. L. Lange der homer. Gebrauch der Partikel e/, 
II p. 538 ff. Zu dem Vergleiche *so schnell wie ein Gedanke' 
vgl. Cic. Tusc. I 19: nihil est animo velocius: nulla est eeleritas, 
guae possü cum animi celerüate contendere. Unsere Stelle hat vor 
Augen Gratius Cjoieg. 204: ocior adfectu mentis pinnaque 
cucurrit Dazu Theogn. 985: al^a yccQ mg xe votkux noiQiqyjexcti 
ayXaog r^ßri^ wo Welcker Thaies bei Diog. L. I 35 xaxiöxa vovg' 
dicc Ttavxog yccQ xQi%si vergleicht. Aristaen. epist. I 5 d'äxxov voiq- 
(Aaxog^ vgl. Abresch lect. Arist. p. 26. Claudian de raptu Pros. 
II 201. Plut Alex. 35. Heliodor IV 16. Seneca de benef. U 29. 
Endlich beachte man was Sonne in Kahns Z. f. vergl. Sprachf. 
X S. 337 mit unserer Stelle und mit den Wolkenschiffen der Phä- 
aken d" 559. 562 vergleicht: ^auf beseelten Luftschiffen, auf ge- 
dankenschnellem Wagen führen die A^vin den Schützling auf dessen 



Kritischer und exegetischer Anhang. 77. 5 

Hilferuf . . . zum jenseitigen, himmlischen Ufer zurück.' Vgl. auch 
Gerland altgriech. Märchen in der Odyssee p. 14. 

39 — 45. Gegen diese Verse erheben sich an dieser Stelle 
folgende Bedenken: l) an die beiden formelhaften Verse 37. 38 
schliefst sich sonst {ß 406. 406. y 29. 30. e 192. 193) sofort ein 
Vers, der die Angabe des erreichten Ziels enthält. 2) auffallend ist 
hier die Wiederholung der Angabe, dafs Athene Odysseus in Nebel 
gehüllt, aus 16, da sie nochmsds 140 wiederkehrt. 3) unerklärlich 
die nachträgliche Erwähnung des Eindrucks, den Odysseus von 
den beim Eintritt in die Stadt gesehenen Lokalitäten erhalten 
hat, denn die hier genannten (43. 44.) entsprechen durchaus nur 
den f 262 — 266 angegebenen und sind von Odysseus nicht, wie 
Ameis zu 43 bemerkte, auf seinem Wege bis zum Königspalast 
gesehen, sondern bei seinem Eintritt in die Stadt (18). — 39 — 42 
sind ausgeschieden von Kirchhoff die Od. p. 205, Pick d. hom. 
Od. p. 58, 40 — 42 von. Hinrichs in Faesis Odysseeausgabe; 
auch W. Jordan in den Neuen Jahrbb. 1873 p. 87 ff. (Homers 
Od. übersetzt p. 491 ff.) verwarf 39—42, aber aus nicht zutreffen- 
den Gründen, welche Benicken im Philol. XXXIII p. 564 wider- 
legte. Übrigens würden V. 39. 43 — 45 zwischen V. 17 und 18 
eingefügt an richtiger Stelle stehen, wie auch Köchly de Odyss. 
carm. diss. I p. 21 V. 43 — 45 an 17 angeschlossen hat, — 41. 
^ ^d ot oiyhov war die Lesart Aristarchs, dagegen las Zenodot 
ri ag)i(Stv a%Xvv vgl. Ariston. ed. Carnuth zu rj 15. 41. 140; letztere 
hält Nah er Quaest. Hom.p. 137 f. für die ursprüngliche, da er diesen 
Unterschied des Gebrauchs von arjQ und cc%kvg beobachtet hat: 
^a%Xvv impedire quominus conspicias^ aiga quominus conspidaris.^ 
— 44 f. Dafs man unter den bei Homer erwähnten rsCx^a keine 
aus behauenen Steinen aufgeführte Mauern, sondern nur Erdwälle 
mit Fundamenten aus Baumstämmen und Steinen sich zu denken 
habe, macht Heibig d. hom. Epos p. 71 wahrscheinlich. 

50. Die Beispiele der letzteren Art, in welchen eine nähere 
Bestimmung nicht beigefügt ist, bei Prosaikern aber wenigstens 
der individualisierende Artikel gesetzt sein würde, sind aus Homer 
mit transitiven und intransitiven Verben folgende: ayogsvstv iyo- 
Qccg B 788. alxfniSstv cclxficcg A 324. ßQvXzvziv ßovXccg f 61. K 147. 
327. 415. W 78. Sl 652. öatvvvat öaha 1 70. dcclvvad'at dakriv 
fj 50. siTtstv i'mg d' 397. n 469. r 98. iQyoitsöd'ai %a % 422. 
lÖQOvv £ÖQm /l 21, Kreget^eiv KtiQsa zu a 291. iidxeöd'cci ficcxV*^ f 54. 
M 175. O 414. 673. 2 533. vetxstv veUea T 251. m^/fcti/ retxog 
H 449. q>vxBVBiv g>vt6v t 108. ^ctö^at %oiJv x 518. ^26. Hierzu 
kommt noch die Verbindung mit einem sinnverwandten Objekte, 
wie gxavstv ona zu 00 535. Vgl. La Roche Hom. Stnd. § 19 
und 20, Lobeck Parall. diss. VIII p. 501 sqq. Zu Krüger Di. 
46, 6, 1. 

52. Die andere Lesart ftaAa xriko^'Bv ist aus i 312. 1? 194^ 



6 Kritischer und exegetischer Anhaog. 77. 

E 478 entstanden. Bekker hat den Vers ohne den Vorgang der 
Alten athetiert, mit Beistimmung von Köchly de Od. canom. UI 
p. 16, auch Düntzer, Nauck, Kirchhoff d. hom. Od. p. 205, 
Fick d. hom. Od. p. 68, vgl. dagegen L. Lange d. hom. Gebr. 
der Partikel el I p. 472, Anm. 231. 

64. Nach 54 vermutet Bergk griech. Litt. I p. 673, 46 
den Ausfall eines Verses^ worin gesagt war, dafs sie mit Eecht 
Arete heifse, weil die Geburt des Kindes einen lange gehegten 
Wunsch der Eltern erfüllte. — 56 — 68 werden verworfen von 
Kirchhoff die Komposition d. Od. p. 55, die hom. Od. p, 205. 
320 f., Pick d. hom. Od. p. 307. Vgl. auch v. Wilamowitz- 
Möllendorff homer. Untersuch, p. 169, Köchly de Od. carmm. 
I p. 29 sq., H. Anton im Rh. Mus. 1863. XVin p. 428, Bergk 
griech. Litteraturgesch. I 673, 46, Sittl Gesch. d. griech. Litterat. 
I p. 109. Vermutungen über die bei diesem Zusatz vorgenom- 
menen Veränderungen, uin denselben mit dem Vorhergehenden in 
Verbindung zu bringen, bei Scotland im Philol. XXXXIV p. 392 ff. 
Derselbe verwirft mit Anton 69 — 72 und 74. 

64. Nauck in der Ausgabe nimmt Anstofs an Skovqov 
unter Verweisung auf die M61anges Gr6co-Rom. Vol. 2 p. 327 ff. 

65. Die Interpunktion nach vv^itpCov^ sodafs nun iv (isyccQip 
zum Polgenden gehört, ist eine Verbesserung von Th. Bergk 
commentat. critic. spec. V. Marburg 1850 p. 6, die übrigens schon 
bei Nicanor gegeben ist: Nicanoris negl ^Od, anyiirjg reliquiae 
ed. Camuth^ Berlin 1875 p. 49. 

74. An Stelle der handschriftlichen Lesart ol(Sl(v) x oder 
rjaC(y) X SV (pQoviyat vermutete nach Bekkers Angabe Voss 
n^al t' i7ti(pQ06vv'i[i6t und diese Vermutung hat jetzt Gau er in 
seiner Odysseeausgabe Leipzig 1886 in den Text gesetzt. Übrigens 
beruht die Vossische Konjektur auf einer dritten alten Lesart bei 
Eustath. jiCtv ivg)Qo<svvri<si, Weck schreibt: tjcI x ivg>QovCi[j(Si. 

79 — 81. Die Verse waren schon im Altertum verdächtig, 
vgl. Aristo nie. ed. Carnuth p. 73. Von den Neueren nehmen 
eine attische Interpolation an Pick die hom. Odyssee p. 94, 
V. Wilamowitz-Möllendorff homer. Untersuchungen, Berlin 
1884, p. 247 f., welcher die von Kirchhoff die hom. Od. p. 205 
dagegen geltend gemachten Gründe zurückweist. Vgl. auch Scot- 
land im Philol. XXXXIV p. 399 f., welcher gegen die Annahme 
einer Interpolation spricht. Jetzt hat Seeck die Quellen der 
Odyssee, Berlin 1887 p. 324. 335 die Stelle der Telemachie zu- 
gewiesen und als Heimat des Dichters derselben Marathon wahr- 
scheinlich zu machen gesucht. Dafs man übrigens nicht berechtigt 
sei unter dem ^EQe%^og tcvmvov dofwv den Tempel des Erechtheus 
zu verstehen und es sich vielmehr um einen Besuch der Athene 
in der Burg des attischen Heros handle, hat Bader die Baukunst 
in der Odyssee, Eutin 1880 p. 4 f. begründet und ebenso urteilt 



Kritischer und exegetischer AnhaDg. rj. 7 

Hei big das hom. Epos aus den Denkmälern erläutert p. 314. — 
78. yXavKmntg ist neuerdings von ß. Hildebrandt im Philol. 
XXXXVI p. 201 ff. erklärt als tj &ecc fj tijg ylavTiijg d-alaöörig 
(vgl. n 34) oder *ä7trig^ die Göttin der hellen Meerflut. — Über 
das Beiwort iQcctetvriv in 79 vgl. Gladstone Hom. Stud. von 
Schuster p. 446. 

84 — 102, wie 103 — 32 werden von Sittl Gesch. d. griech. 
Litt. I p. 109 verworfen. Vgl. auch Jacob die Entstehung d. 
II. u. Od. p. 401 f., Bergk griech. Litterat. I, p. 673, Lehrs de 
Arist. stud. ^ p. 405. — Nitzsch wollte Vers 87 streichen, weil 
die Beschreibung des inneren Hauses erst mit 95 beginne, ig 
fAv%ov i^ ovöoto aber schon hier auf das Innere weise, während 
d-Q^yxog den Kranz der äufseren Mauer bezeichne. Er übersah 
dabei, dafs die Beschreibung ausgeht von dem ersten allgemeinen 
Eindruck, den der im Innern herrschende Glanz auf Odysseus 
macht, dann zur genaueren Betrachtung des glänzenden Eingangs 
sich wendet und dann wieder zum Innern zurückkehrt. So giebt 
nach dem Zusammenhange nicht ig (iv%ov i^ ovöoto Anstofs, denn 
86. 87 sollen ja den Eindruck des im Innern herrschenden 
Glanzes (84. 85) erklären, sondern der folgende Zusatz nsQl de 
9crl, da an den übrigen Stellen bei Homer und nach dem späteren 
Gebrauch ^QtyTcog von dem Kranz der äufseren Mauer steht. 
Bei genauer Betrachtung der ganzen folgenden Beschreibung er- 
hebt sich aber die Frage, ob nicht vielmehr bereits in V. 84. 85 
der Grund des Anstofses zu suchen ist. Lehrs de Aristarchi 
stud. ^p. 405 hat, abgesehen von den Gärten des Alkinoos (vgl. 
zu 107) alle Beschreibung von den Wundem des inneren Hau- 
ses, wovon Odysseus vor der Schwelle stehend nicht betroffen 
werden konnte, unvereinbar mit 133 f. gefunden, ebenso scheint es 
Bergk Griech. Litteraturgesch. I 673 befremdend, dass die innere 
Einrichtung des Palastes geschildert wird, während Odysseus an 
der Schwelle stehend den Bau bewundert. Man vergleiche die 
ähnliche Situation in £, wo Hermes der Grotte der Kalypso naht, 
sowie Q 264 ff., um zu sehen, wie Homer bei solchen Beschrei- 
bungen, die er durch das Medium einer betrachtenden Person uns 
reflektiren läfst, die durch die Situation gezogenen Grenzen sehr 
wohl beobachtet. Mit solcher Weise steht nicht nur im Wider- 
spruch, dafs Odysseus von seinem Standpunkte aus vor der Schwelle 
des Hauses durch den immerhin offen zu denkenden Eingang das 
Innere nicht in dem Umfange übersehen kann, wie die Beschrei- 
bung es voraussetzen läfst, sondern vor allem auch die Verall- 
gemeinerung der Beschreibung über den Moment der Betrachtung 
hinaus in iÖQtomvxo 98 pflegten sich niederzusetzen (denn 
an allen homerischen Stellen hat das Verbum nur die Bedeutung 
considere^ vgl. Ebelings Lexikon s. v.) und gxxivovtsg vvTitag 
102. Scheinen danach auch V. 95 — 102, welche durch die Ver- 



8 Kritischer und exegetischer Anhang. 77. 

allgemeinerung der Beschreibung den Übergang machen zu der 
nun gar ins Praesens fallenden Beschreibung von Lokalitäten und 
Handlungen, die ganz aufserhalb des Gesichtskreises des Betrach- 
tenden liegen, nicht ursprünglich, so erheben sich damit auch 
Zweifel gegen die Ursprtinglichkeit von 84. 85 an dieser Stelle, 
wir lesen sie bekanntlich auch d 45. 46, wo sie das Staunen des 
Telemach und seines Begleiters, als sie in Menelaos Palast ein- 
getreten sind, erklären. Allerdings ist ja möglich, dafs Odjsseus 
durch die offen zu denkende Thür einen allgemeinen Eindruck 
wunderbaren Glanzes von dem Innern des Hauses erhielte. Aber 
wie mangelhaft ist hier die Motivierung dieses wunderbaren Glanzes 
im Vergleich zu der, welche die Verse in 6 72. 73 erhalten: 
von allen dort genannten Kostbarkeiten findet sich hier nichts als 
die ehernen Wände, nicht einmal die goldenen Fackelhalter aus 
100 ff. sind hier verwendet , wo sie doch zur Motivierung jenes 
Glanzes hätten dienen können. Beschränkte sich die Beschreibung 
ursprünglich auf die Stücke des Baus, welche Odysseus vor dem 
Eintritt übersehen konnte, so würden V. 86 im Anschlufs an 83 
die Aufsenwände zu beiden Seiten des Eingangs zu verstehen sein 
und d'QLyxog V. 87 in seiner gewöhnlichen Bedeutung von dem 
auCsen um die Mauer sich ziehenden Gesims, es würde daran sich 
die Beschreibung des Einganges selbst und der vor demselben 
stehenden Hunde schliefsen bis 94 und das Gunze passend abge- 
schlossen werden mit 132. In dem Bedenken gegen 84. 85 stimmt 
(nach brieflicher Mitteilung) auch A. Eömer mit mir überein. 
Derselbe bemerkt: *V. 84. 85 stehen ö 45. 46 viel passender, denn 
dort geht voraus: ccvtovg 6^ slcriyov ^stov dofiov^ und weiter: 
*Wer erwartet nach der Ankündigung in V. 84. 85 eine Beschrei- 
bung des Äufseren des Palastes?' Vgl. auch Sittl d. Wieder- 
holungen p. 97 imd Hinrichs bei Faesi, welcher 84 f. ausgeschieden 
hat. Dagegen verwirft jetzt Scotland im Philo!. XXXXIV p. 592 ff. 
V. 86. 87, wonach in 88 öi in (dv zu ändern ist, zieht 95. 96 
in den einen Vers iv öl ^Qovot negl xoi%ov iQfiQiöar% ivd"^ ivl 
TtiTtXoi zusammen und verwirft aufserdem 98. 99 und 102 — 33. 
— Über die Art, in welcher Lessing diese Beschreibungen co- 
existenter Dinge mit dem homerischen Kunstgriff der Verwandlung 
des Coexistenten in ein Successives vereinigte, vgl. Lessings 
Laokoon herausgegeben und erklärt von H. Blümner, Berlin 
1880, 2 p. 614 ff. 

86. Die Beschreibung des Palastes 86 bis 94 ist durch 
f 302 veranlaft. Die Form iXriXidccr\ in guten Quellen, ist wahr- 
scheinlich die Aristarchische Lesart, da diese Form in einem von 
Aristonikos herrührenden Scholion zu r 4 erscheint: Aristonici 
%6qI (Stif^eicov ^Oöv(S(Setag ßeliquiae emendatiores ed. Carnuth. Lips. 
1869 p. 119, Lud wich Aristarchs Homer. Textkritik I p. 565. 
Die von Buttmann ausf. Spr. § 98 A. 13* empfohlene und von 



Kritischer und exegetischer Anhang, rj. ^ 

W. Dindorf, Cauer, Nauck aufgenommene Form iXriXica findet 
sich nur in den zwei castigierten Hss. ; andere Autoritäten, dar- 
unter Ven. M., bieten die regelmäfsige Bildung iXrjkdöaT mit wur- 
zelhaftem 6^ wie ^Xaö-öa und rjXdad'riv erweisen, welche Nitzsch, 
La Roche, Düntzer und jetzt Hinrichs bei Faesi aufgenommen 
haben. Vgl. G. Curtius Etym. * p. 634 f. und d. Verb. d. griech. 
Spr. n p. 374. 

87. unter Q'Qt'yxog Tivdvoio versteht Bader die Baukunst in der 
Od. p. 27 f. einen einfachen um den oberen Band der Mauer ge- 
legten Metallstreifen, wie im Schatzhause des Atreus deren zwei 
vorhanden waren. — Über Kvccvog vgl. Hei big d. hom. Epos 
p. 7 9 ff., über die Metallinkrustation der Wände denselben p. 78 
und 324 ff. 

89. Hier ist auffallender Weise die einzige handschriftliche 
Lesart das metrisch unmögliche aQyvQSoi 6h övccd^fiot^ wofür all- 
gemein die Korrektur von Barnes örcc^fiol d^ aQyvQsot aufgenom- 
men ist. Kays er in der Faesischen Ausgabe schrieb aQyvQSoi. 
ßtad'iiot und motivierte diese Schreibung mit der Notwendigkeit 
der nachdrücklichen Betonung der Stoffe, wie sie die sonst durch- 
geführte anaphorische Anordnung verlange. Hinrichs ist jetzt 
zu Barnes Korrektur zurückgekehrt. 

91 ff. Über die goldnen und silbernen Hunde vgl. Overbeck 
Gesch. d. gr. Plastik I S. 39 ff. 46 und Heibig d. hom, Epos 
p. 288 ff., welcher bemerkt, dafs plastisch gebildete Hunde als 
Thürhüter sich in keiner der Kunstentwickelungen nachweisen 
lassen, welche zu derjenigen der homerischen Epoche in unmittel- 
barer oder mittelbarer Beziehung stehen. — Scotlandim Philol. 
XXXXIV p. 600 f. glaubt, dafs sie als Wunderwerke des Hephaestos 
wirklich lebend gedacht seien. Dagegen hat Bekker V. 94 athe- 
tiert, worin ihm Köchly de Od. carmm. I p. 33 beistimmt, der 
ihn als Versum perinepter ex 6 136 traductum' betrachtet, ebenso 
Kirchhoff d. hom. Od. p. 206, Fick d. hom. Od. p. 307, Hin- 
richs bei Faesi. Auch Nauck bemerkt: spurius? cfr. Hermann 
Orph. p. 824. Ferner verwirft Düntzer in d. Ausgabe 92 — 94, 
Köchly de Od. carmm. I p. 30 auch 95 — 99, Kirch ho ff d. hom. 
Od. p. 206 und Fick d. hom. Od. p. 59 V. 99 als aus % 427 
unpassend übertragen. 

100. Vgl. Lucret. II 24. An eine Art Fackelträger, wenn 
auch in einfacherer Form, ist wohl auch ß 105 zu denken. Brunn 
die Kunst bei Homer. Münch. 1868 p. ö und Heibig d. hom. 
Epos p. 290 nehmen an, dafs die Beschreibung dieser Fackelträger 
durch statuarische Eindrücke bedingt sei: Ma die menschliche 
Gestalt von der orientalischen Kunst seit uralter Zeit häufig als 
Stütze von Sesseln und Baldachinen und zu ähnlichen Zwecken 
verwendet wurde, so steht der Annahme nichts im Wege, dafs 
derartige Geräthe oder wenigstens Nachrichten über dieselben 



10 Kritischer und exegetischer Anhang, rj, 

schon während der homerischen Epoche in die ionischen Städte 
gelangt waren'. 

104. (Arjloip wird von Autenrieth im Lexikon s. v. weifs- 
glänzend verstanden und auf (iccXog alhus zurückgeführt: vgl. 
Brugmann in G. Curtius Stud. IV p. 123 und G. Curtius Etym.* 
p. 579. Vgl. dazu Veckenstedt Gesch. d. griech. Farbenlehre, 
Paderborn 1888 p. 128 f. 

107. Bisher ward gewöhnlich die auch von Bekker bei- 
behaltene Form TiaiQoaimv gelesen, welches die Lesart Aristarchs 
war: Lud wich Aristarchs Homer. Textkritik I p. 566, vgl. Mei- 
necke zu Eallim. p. 149 not. Die Form KcciQoCßicav bieten pr. cod. 
Pal., Plut. de Pyth. or. 1, Hesych. II p. 110. Et. M. p. 499, 44, wo 
erst Gaisford ändert. Nach der eingehenden Erörterung von Bergk 
im Philol. XVI S. 578 ff. habe ich mit La Eoche, Nauck, Hin- 
richs, Cauer xaLQOvßcioDv geschrieben (= TiaiQoeööicov), Lob eck 
Path. elem. I p. 504 dagegen und Ahrens gr. Formenl. § 23 
Anm. wollten Ticctgoscoiav geschrieben wissen, indem sie auch oe 
als Synizese betrachten. — Über das zur Besprengung der Faden 
gebrauchte öl vgl. Povelsen Emend.loc.Hom.p.93 und v. Leutsch 
im Philol. XV S. 329, und über diese ganze Frage V. Hehn 
Kulturpflanzen und Haustiere p. 46 und dagegen W. Hertzberg 
im Philol. XXXIII p. 6 ff . mit Friedländer in Fleckeisens Jahrb. 
Bd. 107 p. 89, H. Blümner Technologie und Terminologie der 
Gewerbe und Künste bei Griechen und Bömern. Leipz. 1874 I 
p. 126 f. und 184, Heibig d. hom. Epos aus d. Denkmal, erl. 
p. 126 f., Studniczka Beiträge zur Geschichte der altgriechischen 
Tracht, Wien 1886 p. 45 ff. Blümner bemerkt über xaiQog: 
*Dafür, dafs die Fäden der Kette nicht ineinander gerieten und 
in der Ordnung parallel neben einander blieben, dienten Schnüre 
oder Schlingen, ocatQog oder KaCQCDfia genannt, woher das Verfahren 
selbst, das Anbinden der Fäden an diese Schnur (welche vermut- 
lich am untern Ende der Kettenfäden sich befand) TiatQOG)^ ncti- 
^(06 tg hiefs.' Aus ^ftfvat 106 aber schliefst Studniczka p. 49, 
dafs die Mägde offenbar nicht an dem alten aufrechten Webe- 
apparat, sondern am eigentlichen Webstuhl arbeiten. — Dafs 
die ganze Partie 103 — 132 später eingeschoben ist, hat Fried - 
länder im Philol. VI p. 669 — 681 mit überzeugenden Gründen 
«rwiesen. Demselben stimmen zu Lehrs de Aristarch. ^ p. 405, 
Düntzer, Kayser, Nauck, Bergk griech. Litteraturgesch. I 
p. 673, letzterer mit der Vermutung, dafs diese Partie aus einem 
andern epischen Gedicht entlehnt sei, in welchem Odysseus, nach 
Hause zurückgekehrt, über seine Schicksale und Erlebnisse bei den 
Phäaken und wohl auch über seine Heimkehr berichtete, femer 
Kirchhoff die hom. Od. p. 206 f., Fick d. hom. Od. p. 307, 
Köchly de Od. carmm. I p. 33, Niese die Entwicklung d. hom. 
Poesie p. 179, Seeck die Quellen d. Od. p. 159, Sittl Gesch. 



B[riti8cher und exegetischer Anhang, tj. 11 

^. griech. Literat. I p. 77. Kirchhoff vermutet, dafs die Verse 
einer selbständigen, von dem Vorhergehenden unabhängigen Dar- 
stellung desselben Gegenstandes ursprünglich angehörten und der 
Bearbeiter sie daraus entlehnte und einlegte; Seeck, dafs sie ur- 
«prünglich einem Phäaken in den Mund gelegt waren. — Dagegen 
hat Plüss Vergil und die homerische Kunst, Leipzig 1884 p. 297 ff. 
die Verse zu rechtfertigen gesucht: *Für die Gesamtidee der Er- 
zählung ^wie Odysseus zu Alkinoos eingieng' ist das Bild schön 
imd wirkungsvoll'. 

110. Die gewöhnliche Lesart £(Stov re^vriöat (als ein von tÖQug 
abhängiger Infinitiv) änderte Bekker in re%vij(S(Sai^ worüber Bergk 
im Philol. XVI S. 581 Anm. 2 mit Eecht bemerkt: Mas Scholion 
^B%vriB(S(Scti^ rs%vldtsg (tsxvktdeg) bestätigt Bekkers Verbesserung: 
wahrscheinlich war dies die Lesart des Aristarch und Herodian, 
daher auch Arcadius p. 95, 6 ausdrücklich die Form tB%v7J(S(Sa ano 
xov texviqeccct anführt.' Zu dem Citate des Arcadius bemerkt auch 
Lob eck Path. elem. I p. 343 not. 26: ^hoc fortasse reperit in 
Od. VII 110' usw. Übrigens sind xexvrlaacci. und ufi^g 1 605, 
rtfiijvtcc i^ 475 (vgl. J. La Roche in der Zeitschr. f. d. österr. 
Gymn. 1865 S. 127) von den Adjektiven auf sig die einzigen con- 
trahierten Formen bei Homer, wozu auch 107 die Lesart KccigovCGecDv 
gehört. Vgl. darüber Menrad de contractionis et synizeseos usu 
Homerico, München 1886 p. 82 ff. — Statt des Acc. törov hat dann 
La Roche aus guten Quellen den Gen. [ßvmv hergestellt, vgl. den- 
selben in der ^ Ünterrichts-Zeitung für Österreich' 1864 p. 206. 

112 ff. Über die Gärten des Alkinoos handeln Böttiger kl. 
Schrift. III p. 157 ff., Friedreich die Realien p. 271 ff., Günther 
der Ackerbau bei Homer, Bernburg 1866 p. 20ff., Buchholz d. 
homer. Realien II, 1 p. 126 ff. — Über xerQoiyvog und Differenzen 
im Homer hinsichtlich dieser Mafsbestimmung vgl. Hultsch Metrol. 
*p. 41 f. Derselbe glaubt, dafs die yvri hier mindestens 12 Plethren 
gleichgesetzt werde, während sie 1 579 und <y 374 etwa dem Plethron 
gleich sei. 

114. 7tsg)vxa(St ist die alte auch von Bekker — vgl. indess 
Hom. Blatt. II p. 38,1 — aufgenommene Lesart, die durch He- 
rodian tvbqI ötxQ. p. 367 Lehrs bestätigt wird, um von Draco 
de metr. 33, 14 zu schweigen. Vgl. Battmann ausf. Spr. § 87, 
8 Anm. 4*. G. Curtius Bildung der Tempora p. 182, 0. Schneider 
zu Nie. Ther. 789. %Bq>v%Bi^ dem man die Präsensbedeutung an- 
dichtet, scheint aas t 238. 241 entstanden zu sein, steht jedoch 
überall nur am Versschlufs, eine Veränderung in ni(pv%Bv aber wäre 
bei Homer ohne Beispiel. — Die Schilderung von dem Garten des 
Alkinoos ist märchenhaft. Denn der Dichter hat alles schöne, 
was die Wirklichkeit an verschiedenen Gegenständen und zu ver- 
schiedenen Zeiten darbietet oder was die Phantasie in einem wunder- 
vollen Klima sich denken kann, auf diesen einzigen Gegenstand 



12 Kritischer nnd exegetischer Anhang, rj, 

übertragen. Daher ist es ein vergebliches Bemühen, jeden ein- 
zelnen Teil der Schilderung mit der concreten Wirklichkeit in Über« 
einstimmung zu bringen und den kritisierenden Verstand nach allen 
Seiten hin zu befriedigen. Der Zweck der ganzen Beschreibung 
ist die Veranschaulichung der Idee des Reichtums und des 
Überflusses an allem, was die Bedingungen und die Mittel 
zum frohen und üppigen Lebensgenufs darbietet. — 115f. 
^Erst in der Odyssee tritt der Feigenbaum auf, aber auch hier nur 
an Stellen, deren nachtragliche Einfügung sicher ist': V. Hehn 
Kulturpflanzen und Haustiere p. 41, über den Granatapfel vgl. den- 
selben p. 155 ff., über den Ölbaum 44 ff., vgl. auch Naber Quaestt. 
Hom. p. 71. — 119. Über die Winde und speziell den Westwind 
als Beförderer der Fruchtbarkeit der Pflanzen Nachweisungen bei 
Röscher Hermes als Windgott, Leipzig 1878 p. 71 ff. 

120f. werden von Anton im Rhein. Mus. 1863 XVHI p. 417f- 
als Interpolation verworfen, weil mit der Erwähnung der Traube 
hier unbegreiflicherweise in die zweite Abteilung des Gartens 
übergegriffen wird. Vgl. auch Nitzsch erklär. Anmerk. zur Stelle 
und Gras ho f das Fuhrwerk, p. 25 f., welcher 118 — 121 verwirft. 

— Wegen der Bedeutung des Obstes für die Tafel und den Gaumen 
widmet ihm der Dichter die ausführlichste Beschreibung mit acht 
Versen, während der Weingarten nur in fünf, der Gemüsegarten 
gar nur in zwei Versen beschrieben wird. 

123. Nach Bekker haben Nauck, Kirchhoff, Hinrichs, 
Gau er statt des handschriftlich allein überlieferten d-Bdonsdov aus 
Schol. B. Q. T. ^' stkoTtedov aufgenommen, wie schon Toup zu 
Hesych. III p. 401 wollte und Döderlein Gloss. § 115 begründet. 

— Alkinoos hat (darin liegt eben das märchenhafte) das ganze 
Jahr hindurch reife Trauben für die Tafel und für den Schmaus, 
und zwar in den verschiedenen Gestalten in denen man den Wein 
geniefst, als frische Trauben, als getrocknete Trauben (Trauben- 
rosinen), als gekelterten Wein. Das rigastai wird am besten 
ganz eigentlich verständen, weil man dadurch der rein sinnlichen 
Anschauungsweise des Dichters treu bleibt und ein Produkt für 
den Gaumen und für die Tafel zur Bezeichnung des Reichtums 
und Überflusses mehr erhält, während nach der gewöhnlichen Er- 
klärung ^ an den Stöcken trocknen, um nachher daraus vinum passum 
zu bereiten' nur an gekelterten Wein, wenn auch in verschiedener 
Qualität, zu denken wäre. Die homerischen Helden trinken immer 
nur eine Sorte: nirgends wird eine Abwechselung der Weine erwähnt. 
Vgl. indes Lang Homer und die Gabe des Dionysos. Mar- 
burg 1862 p. 12. 

126. av^og acpietaai Mie Blüte abstossend', d. h. indem sie 
die vom Fruchtboden getrennte Blumenkrone, welche wie ein 
Schirm die fünf Staubfäden der länglichen Beere gegen Regen und 
Sonnenschein schützt, abstofsen, in welchem Zeitpunkte die Her- 



Kritischer nnd exegetischer Anhang. 97. 13 

linge erscheinen und die Weinblüte den stärksten Wolgeruch hat. 
Mit der ganzen Beschreibung vgl. Plin. N. H. XVI 27. Noch jetzt 
trägt in Kampanien die eine Art des Weinstocks dreimal im Jahre. 
Vgl. K. W. Müller Bemerkungen über eine Stelle in Hom. Od. 
{VII 126) die Weinblüte betreffend (Rudolstadt 1853), auch Buch- 
holz die homer. Realien 12, p. 262, Hort vom Weine bei Homer. 
Straubing 1871 p. 9. Das imo in inoTtegKccSovaiv ist treue Natur- 
Zeichnung, indem kurz nach der abgestossenen Blüte die dunkle 
Färbung unten beginnt. Vgl. auch Achilles Tat. II 4 6 ßotgvg 
vTtOTteQKcc^etai und Nie. Ther. 337 alsv v7toSog>6(o<sa iisXalvBrai 
aKQo&Bv ovQi^. Auch TtccQotd'B ist aus treuer Naturbeobachtung 
herausgedichtet. Denn bekanntlich hängen die reifen Trauben am 
alten Holze, das dem Stamme näher ist, während an den vorderen 
Teilen der Bebe, an dem Jüngern Holze die sich färbenden, noch 
weiter vorn die erst ansetzenden Trauben, und an den vordersten 
Spitzen die Blüten befindlich sind. 

127. Über nqaCiai vgl. Lobeck Path. elem. I p. 244, Böt- 
tiger kl. Sehr. III p. 167. Es sind eigentlich Lauchbeete, von 
nqctaov porrum. Der Kopf- und Schnittlauch war später eine täg- 
liche Nahrung und vertrat die Stelle des Salats. Dafs auch die 
homerischen Menschen Gemüse gegessen haben, läfst sich aus dieser 
Stelle schliefsen sowie aus den im Vergleiche iV 589 erwähnten 
Bohnen und Erbsen. Die Zwiebel erscheint A 630. r 233. Viel- 
leicht ist auch bei (iBvostTif idoodriv %avxoiriv f76. 77 mit an 
Oemüse zu denken. Da aber in der homerischen Mahlzeit das Ge- 
müse für die Tafel einen untergeordneten Wert hat, so genügt 
€s dem Dichter, nur das Vorhandensein desselben in zwei Versen 
kurz zu erwähnen; indes konstatiert er auch hier den Reichtum 
und die Fülle durch das Epitheton navxolav und durch den Zu- 
satz, dafs hier zwei Quellen entspringen. 

136 — 138 hat Köchly de Od. carmm. I p. 30 bei seiner Kon- 
fitituirung des alten Epos ausgeschieden. — 137 f. Über Hermes 
als Schlaf- und Traumgott vgl. Röscher Hermes der Windgott 
p. 69f. und über die Hermesspende Bernhard! das Trankopfer 
bei Homer, Leipzig 1885 p. 6. 

140. riiqu ByBLv ist eine sinnliche Übertragung des b%blv B^ficctcc 
Q 24. 573. T 225. H 538 und Tsvxea K 440. Am Schlüsse von 141 
will Döderlein (öffentliche Reden S. 356) ein Komma gesetzt 
wissen: denn „jSaA« perperam divellunt ab og)^a." Aber wo eine 
derartige Partikel syntaktisch auch zum folgenden Satze gehören 
soll, da ist dieser sonst niemals wie hier mit d^ aqa^ sondern stets 
nur mit öi angeschlossen, abgesehen von der Anreihung xb oder 
ncti oder löL Aufserdem spricht dagegen die Erneuerung des Sub- 
jekts am Ende des Satzes 142 in ^OSv00Bvg^ dem zu Anfange des 
folgenden (nach den Partikeln) ainoio entsprechend eine Art chiasti- 
scher Gedankenbewegung ergiebt, wie sie zwischen Vorder- und 



14 Kritischer nnd exegetischer Anhang. 77. 

Nachsatz beliebt ist: vgl. 331. 332. x220. 221 und die Anmerkung^ 
zu X 207. 

149. Alles hierher Gehörige erörtert Haake der Besitz und 
sein Wert im homerischen Zeitalter. Berlin 1872. — 150. Die- 
politische Stellung der ßaadrjeg erörtert Fanta der Staat in der 
II. u. Od. p. 79 ff. Derselbe sieht in dem yiqag hier, das in einer 
den Geronten für ihre ganze Lebensdauer (auch zu vererben) zu- 
gewiesenen Volksgabe besteht, ein rifievog, 

152. d'ccaaov steht so mit dem Imperativ x 72. tt 130. v 154. 
^64. JT129. P654. 7 68; mit aXXä und dem adhortativen Con- 
junktiv x44. 192. 228. 268. 0)495. N 116. 2*257; in Absichts- 
sätzen ^307. x33. B 440. Z 143. M 26. 2*429. ^53; isoliert^ 
aber ähnlich 201. 

153 — 166. Bergk griech. Litteraturgesch. I p. 674 hält die 
Stelle für Überarbeitet. Vermutungen über die ursprüngliche Er- 
zählung giebt Scotland im Philol. XXXXIV p. 602 ff. Vgl. andrer- 
seits Kammer die Einheit d. Od. p. llOf. und 302 f. — 153. Zwar 
ist Hestia bei Homer noch nicht Göttin, aber die Heiligkeit des 
Herdes anerkannt: vgl. Autenrieth in Naegelsbach hom. Theol. 
*p. 298, ^p. 271 und Preuner über die erste und letzte Stelle der 
Hestia- Vesta. Tübingen 1862 p. 45 ff. 

156. Bekker hat aus Konjektur TtQoyeviatarog geschrieben, 
aber bei der Wiederkehr dieses Verses A 343 den Komparativ un- 
verändert gelassen. Vgl. dessen Hom. Blätter I p. 91. Nauck 
und Cauer sind Bekker gefolgt. 

167. Gegen die Erklärung von tsQog * kräftig' oder * rüstig* 
spricht V. Wilamowitz-Möllendorff hom. Untersuch, p. 106, 17 
und erklärt: ^die Menschenkraft oder Menschenseele, die einem un- 
bestimmten Gotte zugethan scheint, ist [sqov fiivog^ [?]. 

174. Aristonicus bei Camuth p. 74: a^svehaL ro srcog wg- 
a0vfig)Oivov ty xov ^OfiriQov cvinfieCa, ov yccQ noiBi tag rgani^ag 
ag)aLQOVfiivag Tcaqovxonv twv öatxvfiovcDv^ aXkcc iisrä t^v anakkayriv^ 
Phaeaces nondwm cübitum iverunt, itaque Laodamas, ci^s sellam 
Ulixes occupavU, mensam habet, 

182. Naber Quaestt. Hom, p. 84 und Nauck vermuten al& 
ursprüngliche Lesart iKlQvri statt des überlieferten iTclQva. — 183. 
iTtccQxsiS^at öeTtdeaaLv erklärt Bernhardi das Trankopfer bei Homer, 
Leipzig 1885 p. 18ff.: das Erste auf den Altar oder das 
Herdfeuer weihen mit Bechern, indem das Oberste des Misch- 
krugs in Becher gegossen und aus diesen auf das Feuer libiert 
wurde, oder *für die Becher', also gewissermafsen zu Gunsten der 
Becher, damit aus diesen nicht ebenfalls auf die Feuer libiert zu 
werden brauchte, sondern vom Platze aus die Weinspende aus- 
gegossen werden konnte. 

185 — 232 werden von Kirch ho ff d. hom. Od. p. 208 dem 
Bedaktor zugewiesen, ebenso von Fick d. hom. Od. p. 302f.; Bergk 



Kritischer und exegetischer Anhang, rj. 15 

griech. Litterat. I p. 675 verwirft 185 — 228. Vgl. auch Stein- 
thal in d. Zeitschr. f. Völkerpsychol. u. Sprachwiss. VII p. 38, 
welcher Kirchhoff beistimmt, Köchly de Od. carmm. I p. 30, 
welcher 148 — 232 ausscheidet, Düntzer Kirchhoff, Köchly und 
die Od. p. 40, welcher 194 — 225 verwirft; Scotland im Philol. 
XXXXIV p. 605 f. empfiehlt die Streichung von 190 f., Anton 
im Ehein. Mus. Bd. 18 p. 431 verwirft im Zusammenhange mit 
32—36 auch 195—198 und ebenda p. 419 ff. V. 207—225. Vgl. 
auch Seeck die Quellen d. Odyssee p. 161 f. 

194. Den zweiten Versfufs bildet KaQTtaXlfAmg hier und f 312 
so wie noch /ü 166. E 904, aber an den übrigen achtunddreifsig 
Stellen steht es im Versanfang, und zv^ar teils wie hier am Schlufs 
des Gedankens ß 406. y 30. s 193. rj 38. g 500. o 497. A 435. 
506. 546. X346. 2*190. X 159. ^408, teils im Anfange des 
Gedankens, teils in der Mitte desselben. 

196. Die gegen den sonstigen Gebrauch verstofsende Er- 
neuerung des Subjekts bei tcqIv in rov erklärt Bekker Homer. 
Blätter II p. 7 aus der Einwirkung von a 210 tzqIv ys tov ig Tgolriu 
avaßi^fievaL^ wenn nicht zu lesen sei ys J^erlg statt rov r^g. van Her - 
werden im Hermes XVI (p. 351 — 79) vermutet ebenfalls tcqIv ys 
iilg oder tzqCv y ¥ti J^tjg. Auch Nauck nimmt Anstofs, anders 
R. Förster in Miscellan. philol. libellus. Vratislav. 1863. p. 18f. 
Vgl. auch den Anhang zu B 356. 

197. Der Aorist vr^aavxo^ wie auch 2*128. Ä 49, und meta- 
phorisch von den Göttern überhaupt a 17. y 208. S 208. -ö- 579. 
X 139. n 64. v 196. ^525: weil die 'Spinnerinnen' das Geschäft, 
den Lebensfaden der Geschicke zu spinnen, mit der Geburtsstunde 
des Menschen abschliefsen. H. Usener im Ehein. Mus. 1868 Bd.XXIÜ 
p. 372 Anmerk. 159 vergleicht xi^s, — Statt xcnror steht sonst nur 
i%l *zuspinnen'. Nauck vermutet xcrxa. Über xata vX&^sg in 
Vergleich zu der frühern Lesart 'KataYX&^sg vgl. Buttmann 
Mythol. 1 p. 293*. Als stark verdächtig^ bezeichnet diese Stelle 
Nägelsbach nachhom. Theol. III 6 p. 150. Übrigens erscheinen 
die Schicksalsgöttinnen in der Dreizahl und als Töchter der Nacht 
erst bei den Späteren. 

204. Solche Aoristformen sind iv^ißlrixo f 54. S 39. 231. 
^v^nßXrivxo X 105. iS'27. Sl 709. ^vfißXi^rriv cp 15. ^vfißXi^fASvog X 127. 
441. if; 274. © 260. ^vfißXi^fisvac O 578. Bekker ist der Accen- 
tuation ^v(ißXijrai gefolgt. Aber nach den besten Zeugnissen der 
Alten ist der mediale Aorist nicht als Perispomenon zu schreiben^ 
wie hier auch der Schol. P ausdrücklich bemerkt: ^v^ißXrixaL' ivrv%rj, 
TCQOTtaQo^vtovov. Vgl. H. Rumpf de formis quibusdam verborum 
(Giefsen 1851) p. 15. 

208. La Boche und Nauck lesen nach der Mehrzahl der 
Handschriften (loi fAsXiroo^ nur Marc. 613 hat roi fisXirco, 

213. xal iiaXXov wie ß 334. ö 819. «• 154. o 198. 22. 216. 



16 Kritischer und exegetischer Anhang, tj. 

e 470. N 638. T 200. X 235. noXv (ucXkov I 700. m aal noXv 
fiakXov ^386. 429. Bekker ist zu der vor Wolf gewöhnlichen 
Lesart Kai nkeiov zurückgekehrt, die in wenigen Handschriften 
zweiten Banges steht. 

216. Der böse Euf des Magens erscheint auch o 344. ^286. 
473. (S 53. Vgl. auch Athen. X 19 p. 422 und Artemidor I 76. — 
Übrigens können 215 — 221 in dem Zusammenhange nicht bestehen. 
Ist die Aufforderung 215 an sich ganz unmotiviert, da Niemand 
an ihn das Verlangen gerichtet hat von seinen Leiden zu erzählen, 
so widerspricht sie andrerseits durchaus dem 177 Erzählten, zumal 
auch in den Formen der Aoriste öoQTtrjßaL iocüars^ die von dem 
Gestatten einer Fortsetzung des schon begonnenen Mahles nicht 
verstanden werden können. Dafs Odjsseus aber seine Mahlzeit 177 
bereits beendigt hat, zeigt deutlich die weitere Erzählung: von 
einer Fortsetzung des Essens ist nicht weiter die Bede, konnte 
auch nach der Schlufslibation 228 kaum mehr die Bede sein, vielmehr 
wird 232 sofort abgeräumt. Jetzt hat Scotland im PhUol. XXXXTV 
.p. 606 f. vorgeschlagen öoQTtrjaaL 215 in xoi(i'^öat zu ändern und 
216 — 221 zu streichen. 

221. ivLTtXfia&ilvai hat der Vrat. des Michael Apostolius und 
Athen. X p. 412; und dies, nicht iiiTtXfiö&rjvaij ist wohl Aristarchs 
Lesart: vgl. Lud wich Aristarchs hom. Textkritik I p. 566, die 
hier objektiver und concinner ist als das auch von Bekker, Nauck 
gebilligte ivLTtX'^aaa&ac. Auch bei i(A7tXri<s^i]vai könnte das in der 
Thesis gedehnte aal vor nicht digammierten Vokalen durch ß 230. 
232. B 8. 10. Sl 641 geschützt werden und aufserdem durch die 
Analogie in tj 70. d' 468. i 360. x 337. 574 (mit der Note). ^ 75. 
o 425. X 386. A 554. 522. ^431, wo überall der Hiatus regel- 
mäfsig ist. — ^jcai iviTtXrjßdiivat ävoiysij vgl. (iccX^ alel KeXsrai 219 f. 
und iüiXsvös avccyKrj (217): das ist gleichsam der ewige Refrain 
des unverschämten Magens'. G. Autenrieth. 

222. ozQvvsad'ai ist die Lesart des Aristarch. Bekker hat 
aus Vind. 133, Vind. 56 und andern bei La Roche otQvvsad'e 
aufgenommen, was nach Ar is tonikos (Aristonic. ed. Camuth p. 75 
vgl. Lud wich Aristarchs Homer. Textkritik Ip. 566, J. LaRoche 
Didymus p. 24) Zenodot geschrieben haben soll. Indes bemerkt 
J. La Roche über den Hiatus und die Elision (Wien 1860) p. 17 
zu dem Scholion: Miese Angabe ist entschieden falsch, denn Ze- 
nodot schrieb oxQvvsßd'ov^ oder er ist nicht konsequent geblieben, 
was wir nicht berechtigt sind anzunehmen'. Vgl. Düntzer de 
Zenod. p. 80. 

225. Dieser schon den Schollen mifsfallende Vers fügt dem 
Gedanken nicht nur ein überflüssiges, sondern auch überaus lähmendes 
Anhängsel an. Das adversativ zu ita^dvxa mit Nachdruck voran- 
gestellte löovtcc erhält vermöge dieser Stellung die natürliche Be- 
ziehung auf TtatQfig 223, welches sich von selbst dazu als Objekt 



» 



Kritischer und exegetischer Anhang, t/. 17 

bietet, und nur wer diese Beziehung verkannte, konnte den t 526. 
T 333 wiederkehrenden Vers einfügen, um löovxa das scheinbar 
fehlende Objekt zu geben — eine Interpolation der gleichen Art, 
wie t/; 48. Ebenso urteilen Nitzsch und Düntzer. Vgl. auch 
Kirchhoff d. hom. Od. p. 209. — Nach Cobets (Mnemos. neue 
Folge II p. 165) Annahme war naxQld^ i(iriv alo%6v xs die von 
Aristophanes gewünschte Lesart, vgl. indes Lud wich Arist. Hom. 
Textkritik I 567; W. Jordan Homers Od. übersetzt p. 493 be- 
merkt, dafs hier Odysseus noch nicht von Weib und Kind reden 
durfte, um nicht die Aufserung des Alkinoos 311 — 15 unmöglich 
zu machen. 

230 — 334. Als ein Einschub aus der Erzählung vom Nostos 
des Odysseus wird diese Partie von La Roche in d. Zeitschr. f. d. 
österr. Gymn. 1863 p. 191 ausgeschieden, ebenso von Niese die 
Entwicklung d. homer. Poesie p. 183. 

235. ^Mit dem ursprünglichen Import des Linnens und der 
Zurückgebliebenheit der Nähterei stimmt es, dafs nur an einer 
Stelle {ri 234 f.) von der Anfertigung eines Chitons die Bede ist 
und zwar im Phaiekenschlofs , welches auch sonst fortgeschrittene 
Kultur zeigt': Studniczka Beiträge zur Gesch. d. altgriech. Tracht 
p. 57, 4. 

239. Andere lesen qyyg als Präsens, aber dann würde man 
nicht die Negation, sondern etwa ^ öri q>yg oder nmg örj qyyg er- 
warten. Die Imperfektform gyrjg findet sich noch ^117 und E 473. 
Vgl. J. La Roche in der Zeitschr. f. d. österr. Gymn. 1865 p. 106 
und Hom. Textkritik p. 374. 

241. Über öirjvsKicDg vgl. Lob eck Path. prol. p. 145 und 
320, auch Döderlein Hom. Gloss. § 2092, G. Curtius Etym. 
*p. 309. Mit diesem und dem folgenden Verse, die in Beziehung 
auf 239 gesagt sind, umgeht Odysseus für jetzt die Nennung 
seines Namens und will mit dem Singular tovro 243 nur auf den 
einen Punkt, auf die Hauptfrage nach dem Empfange der Kleider 
eingehen. Als die Hauptfrage aber charakterisiert sich dieser Punkt 
schon durch die Gestaltung von 238, weil hier der formelhafte 
Anfang nicht auf gewöhnliche Weise zu Ende geführt ist, sondern 
gerade durch den Anschlufs dieser Frage im zweiten Hemistichion 
nnterbrochen wird. Denn diese Abweichung von der vollständigen 
Formel mufs hier wie <P 150 ihren tieferen Grund haben. Da- 
gegen sucht hier Kirchhoff ^eine Lücke' zu erweisen, welche ent- 
stand, indem Odysseus' Bericht über Namen und Herkunft sowie 
der gröfsere Teil der Erzählung seiner Abenteuer ausgehoben und 
an eine spätere Stelle versetzt wurden, und welche der Bearbeiter 
durch die V. 243 — 251 ausfüllte; vgl. denselben im Monatsbericht 
der Berliner Akad. 1861 p. 563>is 579 = Kirchhoff die Kom-' 
Position der Odyssee. Berlin 1869 p. 68 ff. = Kirchhoff d. hom. Od. 
p. 209 und 277 ff., welchem Fick d. hom. Od. p. 302 f. zustimmt. 

Hentze, Anh. zu Homers Odyssee. II. 2 



18 Kritischer und exegetischer Anhang, rj, 

Bothe de vetere quem ex Odyssea Eirchhoffius eruit voatay 
Berlin 1882 p. 18 ff. will zwischen rj 242 und 243 i 16—28 ein- 
fügen, dann nach r^ 248 259 — 97, darauf t 37f. folgen lassen. 
Gegen Kirchhoffs Annahme und Über die Auffassung der ganzen 
Stelle vgl. besonders K. Lehrs de Aristarch. *p. 438, auch Suse- 
mihl in Fleckeisens Jahrbb. 1868, Bd. 97 p. 102 flF., Düntzer Kirch- 
hoff, Köchly etc. p. 41ff., Kammer die Einheit der Odyssee, 
p. 303 ff., dem ich in der Auffassung der Frage 238 gefolgt bin, 
Schmidt über Kirchhoffs Odysseestudien, Kempten 1879 p. 4ff., 
Sittl Gesch. d. griech. Literat. I p. 106, v. Wilamowitz-Möllen- 
dorff homer. Untersuch, p. 131 ff. — Zur Interpunktion, Komma 
nach ayoQBvaaij vgl. Bekker Hom. Blätter I p. 230 und andrer- 
seits V. Wilamowitz-Möllendorff p. 133. 

242. Über OvQavlmveg^ worunter nur die Olympier zu ver- 
stehen sind, vgl. Lehrs de Arist. ^p. 191, Lobeck zu Buttmann II 
p. 437, Nägelsbach hom. Theol. II 3, ®p. 79. 396, Düntzer 
die hom. Beiw. p. 16, G. Curtius Etym. I No. 509, *p. 351. Ein 
Patronymikon OvQavltoveg ^Abkömmlinge des Uranos' harmoniert 
nicht mit 5 201. 302. Übrigens will W. Jordan in Fleckeisens 
Jahrbb. Bd. 107 p. 73 und Homers Odyssee übersetzt p. 494 ff. 
diesen Vers entfernt wissen. 

243 = 402. T 171. PI 77. Auch sonst sind im zweiten 
Hemistichion die Yerba avslgead'aL und fUTaXXccv nach epischer Sitte 
formelhaft verbunden: a 231. y 69. 243. ^ 378. o 362. 390. «465. 
1/; 99. 00 478. A 550. 553. 

250. Nauck und Cauer schreiben hier und e 132 mit 
Zenodot (vgl. Düntzer Zenod. p. 133) und der Mehrzahl der 
Handschriften ihiaag statt des sonst gelesenen i'Xaag^ welches s 132 
und wohl auch hier Aristarchs Lesart war, vgl. Lud wich Arist. 
hom. Textkritik I 567. Auch Cobet Miscell. crit. p. 271 em- 
pfiehlt iXaaag: ^Jupiter navim fulmine ictam diffidit'. Vgl. 
Aristonic. ed. Camuth p. 75, Nitzsch zu e 132 und Buttmann 
Lexilogus ^11 p. 127. 131. 

251. Hier bemerkt Aristonikos (Aristonic. ed. Carnuth p. 7 5 f .) 
in den Scholien H. P. über Aristarch: a&etovvrai ös (Sxl%oi ij, 
womit 251 bis 258 gemeint sind, weil denselben in der Venediger 
Handschrift M der Obelos beigesetzt ist. Es stehen hier offenbar 
zwei verschiedene Erzählungen aus zwei Rezensionen neben einander. 
Vgl. Friedländer im Philol. IV p. 588, Köchly de Od. carmm. I 
p. 34, V. Wilamowitz hom. Untersuch, p. 131 ff., auch Seeck die 
Quellen der Odyssee p. 163. Anders urteilen H. Anton im Rh. 
Mus. XVIII p. 426, Lehrs de Arist. ^p. 438, der nur an 254. 
255 Anstofs nimmt und da er das Übrige nicht entbehren möchte, 
Vermutet: vijaov ig ^Slyvylriv Ttil^aaav «Ö-eo/* rj öh Xaßovaa.,.^ zu- 
stimmend Kammer die Einheit 291 ff. W. Jordan Homers Od. 
übersetzt p. 497 f. will nur 255 tilgen und 256 lesen: ivdvKioog 



EritiBcher und exegetischer Anhang, rj, 19 

fiiq)lXei kxL Scotland im Philol. XXXXIV p. 608 ff. dagegen ver- 
wirft 244 — 250, indem er den Zusammenhang zwischen 243 und 
251 herstellt: xovto öi xoi iqim' (AiiSiSip ivl oXvoni Ttovrm \ Zeig fioi 
vY^a niaacs d-oriv aQyrjri sce^avvco* — Anders Kirchhoff die Kom- 
position d. Od. p. 76flF. = d.'hom. Od. p. 210 und 281 ff., vgl. 
Rothe a. a. 0. p. 23 und Schmidt üher Kirchhoff s Odyssee - 
Studien p. 9 ff. 

253. Dieselbe Verbindung auch *82. x 28. ^447. ^314. ^53. 
Z 174. Ä 610. 664. 784. Ohne ein nachfolgendes öeKatri nur M25. 
Sl 107. Vgl. La Roche Hom. Studien § 6, 2. Anspielung auf 
unsere Stelle bei Cassius Dio XLVIII 50. 

256. Fick vgl. Wörterb. ^p. 91 unter däkvas von däk ge- 
fällig, hold, stellt zusammen: aöevxi^g unholdig, IloXvdsvfirig viel- 
huldig, ivövxeag colenter.: anders ^ I p. 625. — Über den 
nächsten Gedanken bemerkt L. Feuerbach Theogonie (Leipzig 
1857) p. 405 gegen die Erklärung in den Schollen mit Recht fol- 
gendes: *Was die Kalypso verspricht, das sagt nur die Poesie des 
Affekts, das hat nur die Bedeutung einer, poetisch als ein Faktum 
vorgestellten, hyperbolischen Annahme. Aber gleichwohl ist der 
Vorzug, der hier dem sterblichen, aber heimischen Leben vor dem 
unsterblichen, aber auswärtigen, von den geliebten Gegenständen 
losgerifsenen Leben gegeben wird, voller Ernst und ganz im 
Geiste der griechischen Denkart und Mythologie.' 

261. Statt oyöoov hat Dindorf aus Konjektur oydoatov ge- 
schrieben und ihm bin ich mit Bekker, Nauck, Hinrichs, Cauer 
gefolgt. Diese Form findet sich noch y 306. d 82. T 246, und die 
Synizese des dri wie ji* 399. Vgl. Lob eck Elem. II p. 63. Zur 
Etymologie von TCSQiTtXofievog und imytXoiisvog vgl. Kuhns Zeitschr. 
Bd. XXIII p. 2ff. 

267 — 269. Als Zusatz eines Rhapsoden werden diese Verse 
im Zusammenhange mit e 278—281, 345, 358f., f 170— 174 be- 
handelt von Kammer die Einheit p. 245 ff. — eine für diese Stelle 
jedenfalls sehr bedenkliche Athetese, da övöfAOQco mit der erläuternden 
Erklärung 270 in höchst wirksamem Gegensatz zu yrid^as öi fioi 
(flXov rftoQ steht, dagegen an 266 sich gar nicht passend an- 
schliefst. Vgl. auch die Gegenbemerkungen von Bisch off gegen 
Kammer im Philol. XXXVII p. 164ff., und zur Chronologie Bergk 
griech. Literat. I p. 658, welcher annimmt, dafs Odysseus ursprüng- 
lich 7 Tage auf der Meerfahrt zubrachte, der Diaskeuast aber 
hier und e 278 daraus 17 Tage gemacht habe. 

272. Der Singular TiiXevd'ovj aus vier Hss., steht wie j3 213. 
429. 434. Der auch von Bekker und Nauck gebilligte Plural 
KiXsv&a ist, wie es scheint, aus x 20 und KeXev&ovg aus f 383 
hierher gekommen. Beistimmend J. E. Ellendt Drei Hom. Abhandl. 
(Leipzig 1864) S. 41: *Der Singular TiiXev&og bezeichnet überall 
einen bestimmten, vorgezeichneten Pfad, Weg,' was dann 



20 Kritischer und exegetischer Anhang, rj. 

auch für die Form xikev^ot erwiesen wird; wo aber *ein solcher 
fester Weg nicht existiert, nämlich durch Luft und Meer, da findet 
das Neutrum ^ilsvd'a seine Verwendung in der Bedeutung Strich, 
Bahn'. — 273 schreibt Cauer nach Nitzsch ovd' l'w statt der 
Überlieferung ovdi n (pvdi fie). 

283. Düntzer zur Stelle nimmt eine Lücke an, da Q'v^riysQmv 
wieder zu sich kommend nicht zu Ix d' BTtsaov passe. Ver- 
gleicht man £ 458 xai ig cpgiva d-vfibg ayigd'fij dessen Sinn doch 
^vfirjysQicDv wieder zu geben scheint, so pafst dieser Ausdruck 
allerdings nicht zu der mit ix S*H%b0ov bezeichneten Situation, man 
würde vielmehr oXtyriTceXicDv {e 457) erwarten, wie Nauck wirklich 
vermutet. Treffend ist die jetzt von mir aufgenommene Vermutung 
von Kraus im Bhein. Mus. XXXII p. 323 Ix 8s nsamv d'VfitjyiQeov 
statt der Überlieferung Ix S^Mneaov d'VfiriysQmv^ gebilligt von 
Wackernagel in Bezzenbergers Beitrag. IV p. 275 und Auten- 
rieth im Wörterb. s. innLittBiv. 

289. öelXsxo ist die Lesart des Aristarch: vgl. Lud wich 
Aristarchs homer. Textkritik I p. 567, statt des gewöhnlichen övaetOj 
das aber mit f 321 vgl. 117 im Widerspruch steht; vgl. deLsliri- 
aag Q 599; und q 606. J. La Boche in der Z. f. d. österr. Gymn. 
1859 p. 220 (vgl. denselben ebenda 1863 p. 191) bemerkt dazu: 
*die Lesart dvcevo war gewifs die ursprüngliche; die Änderung er- 
folgte erst, als man den Widerspruch entdeckte.' Und andere, wie 
W. Hartel in der Zeitschr. f. d. österr. Gymn. 1865 p. 339, Cauer, 
Hinrichs, nennen östXsxo geradezu eine * Konjektur*. Vgl. auch 
Merkel in den Prolegg. zu Apollonii Argonautica p. CXXXV und 
Cobet Miscell. crit. p. 422, Seeck die Quellen der Od. p. 164, 
Anm. 1 und andrerseits Lud wich Aristarchs hom. Textkritik II 
p. 102. Zur Etymologie vgl. Brugman in G. Curtius Stud. V 
p. 221 ff., welcher dieselbe an övofiai^ dvvo} anknüpft. 

294. Bekker hat den Vers athetiert, ohne an der dann ent- 
stehenden Knappheit des Gedankens Anstofs zu nehmen, ebenso 
Kirchhoff d. hom. Od. p. 210. Auch Nauck bemerkt: spurius? 

297. Schmidt über Kirchhoffs Odysseestudien p. 10 verwirft 
den Vers als nach dem 296 gegebenen Abschlufs (xaC fwi rccös 
sTfuxt idcDuev) überflüssig nachhinkend, vgl. dagegen Rothe de 
vetere . . . voarco p. 20. 

298—347 werden von Kirohhoff die hom. Od. p. 210 dem 
Redaktor zugeteilt unter Zustimmung von Fick d. hom. Od. p. 302 f., 
Rothe de vetere, quem ex Od. Kirchhof fius eruit voötm p. 22. 

300 f. Über den Wechsel der Präpositionen (leta und avv 
hier und 304 vgl. Mommsen Entwicklung einiger Gesetze in dem 
Gebrauch der griech. Präpositionen. Frankfurt a. M. 1874 p. 32. 
— 301 habe ich mit Classen Beobachtungen p. 24 statt des üb- 
lichen Kolon nach {jfiiTeQov Komma gesetzt und dadurch eine engere 
Verbindung zwischen dem folgenden Satze und dem vorhergehenden 



itischer und exegetischer Anhang, rj. 21 

von ovvsKa a. nängigen hergestellt. Während man an mancher der 
dort von Classen behandelten Stellen über das syntaktische Ver- 
hältnis der verbundenen Gedanken zweifeln kann, giebt es für eine 
Reihe von Stellen ein sicheres Kriterium, welches die enge Zu- 
sammengehörigkeit zweier Gedanken erweist. Es ist dies die dem 
griechischen Ohr sofort verständliche, für uns erst durch aufmerk- 
same Beobachtung zu entdeckende, anaphorische Verbindung, wo- 
durch vielfach ein scheinbar selbständiger Gedanke an einen vor- 
hergehenden von einer Konjunktion abhängigen oder Relativsatz 
gebunden ist: so ^ 60. 61 ovvbku (Tf| nagccxairig Kiakruiai^ <Sv de 
Ttaat (let ad'avdtoKSiv avaaaeig. O 181. 182 insl aio g)rißl ßlrj 
TtoXi) (pigregog slvai nal yevs^ TCQoreQog^ 0ov S* oim od'STai tpiXov 
r^roQ xrl. o 200. 201 fi?^ jii' 6 yiqmv ainovra Kard<s%i[j co ivl o^K€o 
lifievog (pdieiv^ ifih ös %^€co d-äöCov t%i<s&ai, (7 231. 232 ix yaQ 
jLie nXriocovCi na^^Bvoi ccXXo&sv aXlog o^ds xaKcc g)Qoviovrsg^ ifioi 
d^ ovK sIgIv uQCDyoL £ 201 o? 0io g)eQzeQol sißi^ av d^ arcroXsfAog 
Kai avaXüig. 11639. 540 o*i (si&ev e^vexa xfjXs q>iX(ov Kai TCatQlöog 
aifig -ö-vfiov a7toq>d'tvvd'ov6i^ (si) ö^ ovTi i&iXstg iita^vvBiv, Vgl. auch 
die ähnlichen anaphorischen Verbindungen in unabhängiger Para- 
taxe «418—420 GB (paaiv — av ö' ovx, 102. 103. 1437. 438. 
JV631f. E809ff. Z55f. 328. P443. £349. ^634. 745. f 26. 

303 ff. Zur Erklärung des Widerspruchs dieser Stelle mit f 
vgl. Seeck die Quellen d. Od. p. 158 und andrerseits Kirchhoff 
d. hom. Od. p. 210. — 305. Den Unterschied von ala^vvri und 
alScig erörtert L. S ch mi d t die Ethik der alten Griechen I, Berlin 1 882 
p. 168 ff. 210. 

311. Zur Erklärung des Infinitivs nach at yaq vgl. L. Lange 
der homer. Gebrauch der Partikel d. II p. 523 ff. — Aristarch 
sprach 311 — 316 Homer ab, vgl. Aristonic. ed. Carnuth p. 76: 
e^ 6i %al ^OfiriQtKol (h. e, eiiamsi nihil coniinent, quod a consuetudine 
sermonis et antiquitatis Homericae äbhorreat) Blaortog avxovg tcb- 
QiaiQsd'rjvaC (pri<Si. nmg yccQ ayvomv tov avÖQa fivtiöxBVBxai ainm ri)v 
d'vyccTBQa Kai ov TCQotQBTCOfABvog^ aXXa Xmagav; vgl. darüber Köchly 
de Od. carmm I p. 34, Kirch hoff d. hom. Od. 210, H. Anton 
im Rh. Mus. 1863, XVIII p. 416 f., Kammer die Einheit p. 447ff., 
Seeck die Quellen d. Od. p. 164 f., W. Jordan Hom. Od. übersetzt 
p. 498f. Scotland im Philol. XXXXIV p. 611ff. verwirft 313 und 
will 314 avd'i fiivBiv statt av&i fAivtov schreiben. 

314. Bekker, La Roche, Nauck, Hinrichs, Kirchhoff, 
Gau er geben nach Marc. 613 statt des sonst überlieferten r: x\ 
was vielleicht auch in K&yci der einen Breslauer Hs. steckt, indem 
Apostolius n iyci verschrieben hat; die andere Breslauer giebt x ifAov, 

317. An Stelle der Überlieferung TtofiTcfjv ö^ig rod' vermutet 
van Herwerden in der Revue de philol. 1878 II (p. 195 ff.) 
TcofATtrjv öf] Tot. Scotland im Philol. XXXXIV p. 613ff., welcher 
die Ankündigung vermifst, dafs Odysseus in der Nacht enta^GÄfc^ 



22 Kritischer und exegetischer Anhang. ^. 

werden soll, schlägt vor ö^ig rod' iyci zu streichen und dafür 
ö^ivvv%lriv zu schreiben. — In diesem und den folgenden Versen 
nimmt Kammer die Einheit p. 444 ff. eine Interpolation an, welche 
mit og>Q ev slö^g beginne und sich bis yakrjvriv 319 erstrecke, 
indem er daran anstöfst, dafs Alkinoos dem Odysseus voraus ver- 
kündige, dafs er während der Fahrt in tiefem Schlaf liegen werde, 
da er diesen nicht als einen durch die Schiffe selbst gewirkten 
Zauberschlaf anerkennen kann. — Indes läfst die Schilderung dieses 
Schlafes v 79. 80 doch kaum eine andere Auffassung zu, und jeden- 
falls kann der nach Ausscheidung des dazwischen Liegenden ent- 
stehende Gedankenzusammenhang nicht befriedigen. Vgl. auch 
Bischoff im Philol. XXXVII p. 162 ff. und Seeck die Quellen d. 
Od. p. 164 f. 

325. Über die Partikelverbindung tucI (liv vgl. Mutzbauer 
d. hom. Gebrauch d. Partikel fäv I Köln 1884 p. 14 ff., welcher 
erklärt: und sicherlich. 

344 f. werden von La Roche in Zeitschr. f. d. österr. Gymn. 
1863 p. 191 verworfen, 347 von Bergk griech. Literat. I p. 672 
Anm. 45 wegen öiaiioiva^ das einem ionischen Dichter durchaus 
fremd auf Sparta weise (wie y 403. iy 53). 



7 — 15 werden von Sittl Gesch. d. griech. Lit. I p. 109 als 
unpassender Zusatz verworfen. 

12. Die Erklärung von Uvai als imperativischer Inf. bei ÖBma 
*aufr nach der Analogie von 145. 205. 424. ^ 184. % 233. 395. 
ri30. 162. 390. ir75. ^314. i\r481. -X 450, auch mit dem 
imperativischen Konjunktiv, worüber zu j3 410. 

14. In TtovTov iniTtXayxd'slg ist die Präposition mit dem Verbum 
verbunden, wie in den analogen Beispielen ^15. e 50. 284. t 227. 
r 47. 196. Z 291. Dagegen empfiehlt W. Pökel Bemerkungen 
zur Odyssee (Prenzlaa 1861) p. 9 Ttovtov k'm TcXayxd'sCg, wie übrigens 
zwei Handschriften bei La Boche haben, ebenso schon Hage na 
im Philol. VIII p. 293. Der Versschlufs wie y 468. i/; 163. 

15. Dieser formelhafte Abschlufs und Übergangs vers findet 
sich in der Odyssee nur hier, aber zehnmal in der Ilias: E 470. 
792. Z72. ^291. JV155. 500. 514. 667. JI210. 275. Bekker 
hat den Schlufs mit Bentley unter Vergleichung von 6 358 aus 
Konjektur in fiivog d-vfiov te fsKccatov umgeändert, um in ?%a<Stog 
das Digamma herzustellen, welches durch eine lokrische Inschrift 
gesichert ist, vgl. Allen in Curtius Stud. III p. 248, auch W. Har- 
tel homer. Studien. Wien 1874. III p. 60. Gegen Bekkers Verän- 
derung spricht H. Rumpf in d. Jahrbb. f. Philol. 1860 p. 677 f. 

17. Sq id^riaavxo, statt Squ «Ö-i^iJcyai/ro, aus Harl. und Vind. 5, 
auch August, und Venet. 457 bei La Boche, auch Bekker. Denn 



Kritischer und exegetischer Anhang. ^. 23 

derartige zweisilbige Wörtchen opfern ihren Endvokal dem Augment. 
Vgl. Kofe's specimen observ. in Od. crit. (Kopenhagen 1806) p. 19 
undK. Grashof Zur Kritik des homer. Textes (Düsseldorf 1852) p.22. 

20. Köchly de Od. carmm. I p. 35 scheidet den Vers, weil 
nach ^230 unerträglich, aus. 

23. Über den Beziehungs - Accusativ bei nsLQocad'ai vgl. J. 
La Roche Hom. Stud. § 16, 12 und § 86, 1. — Schon Zenodot 
(vgl. Düntzer de Zenodot. p. 191) nalim an der Stelle Anstofs 
imd wahrscheinlich auch Aristarch vgl. Lud wich Aristarchs 
homer. Textkritik I p. 568, und Nitzsch, Düntzer, Bergk griech. 
Literaturgesch. I p. 676, Anmerk. 55, Köchly de Od. carmm. I 
p. 35, Scotland im Philol. XXXXIV p. 615 sehen in 22. 23 einen 
späteren Zusatz. Nauck hat 23 eingeklammert. W. Jordan 
Homers Od. übersetzt p. 499 streicht 23 und will 22 Ss^Xov statt 
ai&Xovg lesen, Fick d. hom. Od. p. 318 hat 23 ausgeschieden; 
vgl. auch Kirchhoff d. hom. Od. p. 212. Auffallend ist auch der 
Anschlufs von öeivog x aldoüg rs nach, dem vorhergehenden g>lXog, 

29. Andere betrachten ovk olö^ og rig wie das lateinische 
nesdo quis nur als bedeutungslose Umschreibung des indefiniten 
Pronomens (vgl. Menke zu Luc. Charon c. 6) und schreiben hier 
rji und rj als einfache Disjunction; aber dann dürfte das bedeutungs- 
volle 0Ö6 nicht vorausgehen. Zu Grunde liegt offenbar die Formel 
r/ff, Ttod'sv eig avÖQoiv. Das Tto^sv wird hier durch die indirekte 
Doppelfrage spezialisiert. Übrigens wird der Gesichtskreis bei Homer 
gewöhnlich in Morgen und Abend eingeteilt: t 26. h 190. v 240. 
M239. Vgl. Völcker Hom. Geogr. § 27. 

31 — 33 werden verworfen von Scotland im PhiloL XXXXIV 
p. 616. — ag xo nocQog tzsq steht hier und r 340 in der Mitte; 
sonst bildet es den Versschlufs: ß 305. x 240. v 358. v 167. E 806. 
ir370. K 309. 396. X250. Vgl. auch zu d 627 und s 82. 

34. Statt der Überlieferung vija fiiXccivav vermutet van Her- 
werden im Hermes XVI (p. 351—79) v^a fihv aZif/a. 

36. In ^ 825 und JT 23 dagegen lautet diese Schlufsformel 
0(501 Ttagog ri<sav &Qi(Sxoi. Und auch hier wird ijcyav im Vind. 56, 
August.; Vrat., cod. Gonzagae, auch Marc. 613 La Eoche, ge- 
funden. Sodann ist hier und ß bl, P 513 das bIgIv ausdrücklich 
hinzugefügt; aber in den übrigen zahlreichen Stellen findet man 
bei der Verbindung eines Relativ mit agtazog die nötige Form von 
slfil nicht ausgedrückt; vgl. F. Otto Beitröge zur Lehre vom Rela- 
tivum bei Homer T. I p. 7 Anm. 21. 

48. Der Dual hat hier und 35 wegen-der zuerst genannten 
dvto den Vorzug erhalten. Gladstone Studies on Homer and the 
Homeric age HI p. 135 Anm. r, (bei Alb. Schuster p. 45 5 f.) er- 
innert an die 50 Schiffe des Achilleus, deren Bemannung 17170 
auf je 50 Mann angegeben wird. Dasselbe findet hier statt; die 
hier noch besonders hinzukommenden dvca sind die zwei Haupt- 



24 Kritischer und exegetischer AnhaDg. d; 

personen der Bemannung, nämlich the Commander und tJie steersman. 
Übrigens hat Bekker synthetisch övmTiaLTtevtrJTiovTa geschrieben. 

49. Fr. Scholl in den Acta Societ. Philol. Lips. ed. Ritschi lY 
p. 325 ff. stellt axQvysTog zusammen mit tfiXvyetog und Tavysrog 
und führt den ersten Bestandteil des Wortes auf die W. tru (in 
lat. truco) mit der Grundbedeutung finster zurück. Das so ge- 
wonnene finstergeboren sei Beiwort des Meeres und des Äthers 
in der antik-mythologischen Vorstellung vom Ursprung der Dinge 
aus Nacht und Dunkel, vgl. Hesiod. Theog. 123 ff. Vgl. über das 
Wort sonst Clemm in G. Curtius Stud. VIII p. 87 f. und jetzt be- 
sonders Dahms Philol. Studien zur Wortbedeutung bei Homer, 
Berlin 1884 p. 19 ff. 

52. Breusing in d. Jahrbb. f. Philol. 1885 p. 93 verwirft 
diesen Vers, Mer schon deshalb nicht zu & 34, — 38 pafst, weil 
Alkinoos nur ein Ruderschiff im Auge hat und weder Mast noch 
Segel erwähnt. Es konnte ja auch gerade in diesem Falle das 
Schiff keine Segel gebrauchen, weil Alkinoos tj 319 ausdrücklich 
sagt, dafs Odysseus bei Wind- und Meeresstille heim gebracht 
werden solle.' 

54. Die Athetese des Verses ist begründet von Kammer die 
Einheit p. 169 f. Vgl. auch Scotland im Philol. XXXXIV p.617. 

58i Der Vers fehlt in der Handschrift des Eustathius und 
in andern Quellen. Er ist aus «d- 17 und ö 720 zusammengesetzt. 

63. Zur Erklärung vgL Grumme Homer. Miscellen, Gera 
1879 p. 7. — 65 f. In diesen beiden Versen glaubt Kirchhoff 
d. hom. Od. p. 212 einen Zusatz des Bearbeiters zu erkennen, Fick 
d. hom. Od. p. 219 hat dieselben ausgeschieden. 

68. Wie hier vor vTcig^ so steht das adverbiale avzov vor iv 
oder ivl ß 317. x 271. [i 256. g 275. o 306. a 190. 266. (p 40. 
X 96. B 237. E 886. H 330. T 330; vor tc&qcc mit dem Dativ n 74. 
9 239. 385. O 656; vor inl mit dem Dativ x 96. 511; vor ngog 
mit dem Dativ 9? 138; vor fista mit dem Dativ t 96; vor xoror 
dcaixaxa t; 159; vor TtQoö&s %o8&v % 4. 1174:2; vor TCQOTtaQoiS's % 344. 
2*441. Zu Krüger DL 66, 3, 3. Vgl. auch zu t 29. 

74. Über oi^ri vgl. Welcker Ep. Cycl. p. 349 und H. Anton 
im Rhein. Mus. 1864, XIX p. 420 ff., der die verschiedenen Auf- 
fassungen der Alten wie der Neueren zusammenstellt, auch Bergk 
griech. Lit. I p. 745; Steinthal in d. Zeitschr. f. Völkerpsychol. 
und Sprachwiss. VII p. 77: ^ein epischer Kreis d. h. ein Kreis mög- 
licher epischer Lieder, vielleicht weil jeder seine besondere Weise 
hatte.' In der Verbindung ot^rig xi\g nahm Am eis mit Bekker 
homer. Blätter I, 314 eine Aüractio inversa an unter Vergleichung 
von g) 13. Z 118. 396. K 416. S 75. 371. X 341 und erklärte: 
cujus cantilenae, von welcher Gesangesweise. Ich bin zu der 
Welckerschen Auffassung zuiilckgekehrt, weil sie mir einfacher und 
natürlicher scheint. So erklärt auch Nicanor ed Carnuth p. 52: 



Kritischer und exegetischer Anhang, d: 25 

äno otfJLfig ixeCvrig^ rjg evQv t6 Kksog ^v. Zur Auslassung des 
demonstrativen Pronomens vor dem relativen vgl. ovAifv, wjv t 219, 
ebenfalls im Versanfang. — 75. Über den Inhalt der folgenden 
Verse vgl. Welcker Ep. Cjcl. p. 288 f., Nitzsch Beiträge p. 192 
und 199 ff., Bergk griech. Literat. I p. 676 f. In dem Liede des 
Demodokos sieht Niese die Entwicklung d. hom. Poesie p. 48 f. 
245 eine die Ilias nachahmende Neudichtung, ^ein Seitenstück zu 
dem berühmteren Zwist des Achill und Agamemnon', ebenso Seeck 
die Quellen d. Od. p. 288 ff. eine neue Version der (irjvig ^AxdXicDg: 
^Wenn in unserer Ilias der Beste an Kraft mit dem Besten an 
Herrschgewalt hadert, so war dort an die Stelle des letzteren der 
Beste an Schlauheit getreten.' Über die von den Alten (Aristarch? 
vgl. Ludwich Arist. hom. Textkritik I p. 569) über 81. 82 aus- 
gesprochene Athetese vgl. denselben p. 289 und Christ in d. 
Jahrbb. f. Philol. 1881 p. 444; Köchly de Od. carmm. I p. 35 
hat dieselben mit Nitzsch erklär. Anmerk. II p. 178 verworfen, 
auch 79, 80 eingeklammert, Fick d. hom. Od. p. 219 81. 82 
ausgeschieden. Dagegen vermutet Scotland im Philol. XXXXV 
p. 4f. in 81 f. den vermifsten Inhalt des Orakels und will schreiben: 
TOT« yccQ ^a Aiog fuyaXov dicc ßovXccg TqgxsI KvXlvdsßd'ai Aava^v Stvo 
7Ci](iatog aQxi^v, 

85. Nachahmung unserer Stelle in Schillers Graf von Habs- 
burg: ^Und verbirgt der Thränen stürzenden Quell In des Mantels 
purpurnen Falten.' 

87 — 92. Diese Verse werden von Anton Rhein. Mus. XIX 
p. 432 verworfen. Ihm stimmen zu Düntzer die homer. Fragen 
p. 167 f., Scotland im Philol. XXXXV p. 6, Kammer die Einheit 
p. 448 ff., welcher die Verschiedenheit der hier vorliegenden Situation 
von der 521 ff. erörtert und die an die scheinbare Wiederholung 
derselben Situation geknüpften Bedenken und Vermutungen bei 
Nitzsch Anmerk. zur Odyssee II p. XLVm, Hartel in Zeitschr. 
f. Ost. Gymn. 1865 p. 340, Bergk griech. Literaturgesch. I p. 678, 
Kirchhoff d. hom. Od. p. 212, welcher 83 — 96 für einen Zusatz 
des Redaktors hält, Beruh ardy Grundrifs der griech. Lit. ^11, 1 
p. 178, zurückweist. Nur scheint demselben V. 95 aus 534 fälsch- 
lich herübergenommen: ^denn da es hier wirklich seine Absicht 
ist, nicht bemerkt zu werden, so kann er hier nicht ein ßaQv 
<st6V(x%(ov sein'. Auch Nauck bemerkt zu 9^: spurius? Vgl. da- 
gegen Scotland im Philol. XXXXV p. 6. Fick d. hom. Od. p. 220 
hat 93 — 95 ausgeschieden. Dagegen hält Niese die Entwicklung 
d. hom. Poesie p. 180 die Erzählung hier für ursprünglich, weil 
sie sich hier am besten aus der Handlung entwickele: Menn in 
dem zweiten (Stück) fordert Odysseus selber den Sänger auf, von 
sich zu singen; er führt also die Rührung selber herbei. Vermutlich 
ist etwa V. 92 mit V. 532 zu verbinden und fehlte das Dazwischen- 
liegende ursprünglich'. Ähnlich Sittl Gesch d. griech. Lit. I p. 109. 



26 Kritischer und exegetischer Anhang. &. 

93. Xav^dvm mit dem Partizip noch •9'532. JV721, und das 
Partizip bei A^JO-co ö 527. /i* 17. 182. 220. v 270. n 156. r 88. 91. 
Xl98. X279. i\r273. 560. PI. 89. 676. ril2. X 191. ^388. 
ii 13. 331. 477. Über Xa^6v neben dem Verbum finitum zu q 305. 
Vgl. C lassen Beobachtungen p. 86. 

99. Vgl. Schol. zu Pind. Nem. 9, 18. Val. Placcus III 159. 
^ccXeLa pflegt sonst von der nach dem Opfer stattfindenden dalg 
gebraucht zu werden, was hier keine Anwendung leidet; daher 
haben nach Eustathius einige hier sxalqvi gelesen wie ^271, welche 
Lesart Nitzsch Sagenpoesie p. 177 vorzieht. 

111 — 119 werden von La Eoche in Zeitschr. f. österr, Gymn. 
1863 p. 192 verworfen. Fick d. hom. Od. p. 315 beseitigt die 
^ionisch und gründlich verkehrt gebildeten Namen l^x^oi/eog und 
^AvaßrialveoDg' als spätere Zusätze. — 116. NcivßoXLör\g ist ^Sohn 
des in die See stechenden': vgl. d 359. Bekker hat das «d*' nach 
diesem Namen, welches sich auch in dem guten Marc. 613 nicht 
findet, getilgt nach der Konjektur von K. Grashof (über das Schiff 
bei Homer und Hesiod, Düsseldorf 1834, p. 3). Vgl. auch H. Anton 
im Ehein. Mus. 1864 p. 234, La Eoche homer. Untersuchungen 
p. 225 f.; auch Nauck, Pick und Cauer haben dasselbe beseitigt. 
— Ü86g XB öifMcg re bildet regelmäfsig den VersschluTs: X 469. 
<y251. rl24. (»17, während in der Mitte des Verses difiag %al 
elöog e213. ^177, und im Versanfang ov difucg ovös (pvriv f 212. 
ly 210. Allb gesagt wird. Über den Begriff vgl. auch zu i 508. 

124. Die von Am eis für ovqov angenommene Bedeutung 
* Vorsprung', an sich aus dem Stamme oq schwer zu entwickeln, 
ist mit ölaKovQu und ^^431, wovon man doch das Wort hier und 
£ 351 nicht wird trennen wollen, unvereinbar. Wir können also 
nur mit Leskien de digammo p. 21 von der Bedeutung spatium 
per quod quid moveatur ausgehen, welche Nitzsch für K 351 
bestimmt als eine Strecke Feldes, wie man sie einem Gespann 
Maultiere zumutet in derselben Zeit, da die ßinder weniger vor 
sich bringen, Zehlicke über das homerische Epitheton des Nestor 
ovQog !/i%at(»v, Parchim 1839 p. 26 ff. als die Strecke vom Anfang 
des Brachfeldes bis zur ersten Wendung, A. Thaer im Philolog. XXIK 
p. 592 als Mie Zeit des Ziehens ohne Anhalten, denn darin steht 
der Ochs dem Maultier nach, in sofern pflügende Ochsen öfter 
pausieren müssen'. Für eine Beziehung auf £ 351 an unserer 
Stelle fehlt es an jedem Anhalt. 

125. tmsKTtQod'ietv bildet als ^(icc tstQccnXovv (wie es bei den 
alten Grammatikern genannt wird) hier eine vollständig malerische 
Bezeichnung, wie 1506. (I> 604. Ähnliche Komposition mit drei 
Präpositionen vgl. zu f 87. 88. ft 113. B 267. Beispiele dieser Art 
(von ^iia rQiTiXovv) giebt Chr. Bahr zu Herod. IV 120. VIII 4. 

136. Statt der Überlieferung (liycc xe od'ivog vermutet van Her- 
werden im Hermes XVI (p. 351 — 79) (xiya de a^ivog mit vor- 



Kritischer und exegetischer Anhang. &. 27 

hergehendem Komma; diese Yermutimg hatte schon Schütz Opusc. 
philol. et philos., Halae 1830, p. 12 ausgesprochen; es genügt auf 
T361 %6qgCv ts TtooCv re %ta ad'ivei zu verweisen. 

140. Kammer die Einheit p. 453 findet zwischen 141 (vgl. 
mit 135. 136) und 159. 160 einen Widerspruch und vermutet, 
dafs hier ^A^npUiXog statt Ev^ccXog zu lesen sei. 

141. Die Endung Accodccfia gab Aristarch, wie Didjmus 
zu M231 bemerkt: IIovXvTSafia. at ^Aqiötccqxov %G»Qlg rov v, naQa 
xriv avaXoylctv' ZrivoSorog de %al XafJuxiXioDV övv rm v^ novXvddfiav, 
Und im Schol. A zu ^285: roiovro de nal ro Aaodtifici, naQcc tbv 
OQ&bv Xoyov. Bekker dagegen hat hier und 153 Aaoda^v und 
M231. JV751. S'470. 2; 285 UovXvScc^v geschrieben, der Analogie 
wegen: vgl. Bekker Hom. Blatt. I p. 158. Auch Aristarch las 
^86 KdXxavy N 68 und anderwärts ^fav, JV 222 Öoav, während 
Zenodot Kccl%cc gab, wie Aris tonikos zu allen drei Stellen be- 
richtet. Vgl. La Roche hom. Textkritik p. 293. Man sieht daraus, 
dafs starre Konsequenz in der Declination der Namen keine Eigen- 
schaft der Alten war. Über den Vokativ auf or, der den scenischen 
Dichtern noch unbekannt ist, vgl. Bekker Anecd. p. 1183, Eustath. 
p. 299, 20, Schol. zu Aesch. Prom. 428, Buttmann ausf. Spr. 
§45, 3 Anm. 1, Lobeck Elem. II p. 278 sq. Von (iccXa bis 
k'siTtsg^ wie O 206; ohne fidXa g? 278. Über den häufigen Vers- 
schlufs vgl. den Anhang zu <? 170. 

142. „oüre ^AQlöraQxog ovre ^AqKSxofpdvTig ovxe Zrjvodotog iiti- 
axavxai xovtov xov (5xi%ov'' H. Ebendaselbst sagt Didymus: ovro^ 
(Sxi%og iv xcttg ^AQiaxaQxetotg ov cpBQBtai, Von den Neuern haben 
den Vers ausgeschieden Bekker, Köchly de Od. carmm. III p. 17, 
Kirchhoff, Fick. Sonst folgt bei Homer auf die kräftige Ver- 
sicherung 141 entweder eine längere Begründung, wie 6 267. it 70. 
1/; 184. r205. K 170. ^^627, oder ein Einwand mit iXU^ wie 
V 38. A 287. 147. O 208, oder eine Aufforderung mit ciXXi 
alll. Pill und aU' aye-, /3 252. v 386. % 487. 160. Ä 380. 
Daher sollte man hier den Anfang mit ctXX^ ays vvv erwarten. 
Denn man mufs zugeben, dafs Vers 141, für sich allein stehend, 
immer eine auffällige Antwort bleibt. — 143. Statt a^ova^ ayad-og 
vermutet Nauckin d. M^langes Gr6co-Rom. V, 2 p. 123 aTiovasv ivg, 

" 146. J. La Eoche über den Hiatus p. 12 vermutet als ur- 
sprüngliche Lesart k'J^oiKS as J^ld(iev aid'Xovg. Das e? xivcc nov als 
Versanfang wie ^ 418. 1371. O 571; ähnlich J 278. IZ 39. JV456; 
abweichend nur K 206. Nauck bezeichnet den Vers als ver- 
dächtig und Fick d. hom. Od. p. 315 hat denselben gestrichen. 

147 f. werden von Scotland im Philol. XXXXIV p. 617 f. 
verworfen als ungeschickt und den Zusammenhang störend. 

159. Zur Erklärung von ydg an dieser und ähnlichen Stellen 
vgl. Capelle im Philol. XXXVI p. 707. — 160. Zur zweisübigen 
Form a^Xov vgl. ad'XfixriQ d- 164, ad'Xsvmv Sl 734, cc^Xi^öcivxsg HA63j 



28 Kritischer und exegetischer Anbang. d'. 

ä&X'^davxa O 30, a^ko(p6Qog I 124. 266. A 699. Über die Ab- 
leitung dieser Wörter vgl. G. Curtius Etym. I No 301, *p. 249, 
Leo Meyer in Kuhns Zeitschr. XTV p. 94, Fick vgl. Wörterb. 
?p. 396. 

161. Über Sfia vgl. T. Mommsen Entwicklung einiger Ge- 
setze für den Gebrauch der griech. Präpositionen p. 44 ff. 

162. Cobet Nov. Lectt. p. 392 bestreitet die Möglichkeit, 
dafs Tt^KxrJQsg Handelsleute bedeute, und will TtQtjrfJQeg gelesen 
wissen, was er durch eine Änderung des Schol. zu Soph. Ant. 
1034 herausbringt. Vgl. indes y 72 ^ xi naxcc Ttg^^t^v — aXd- 
Xriad^e und J. Bekker im Berliner Monatsbericht 1865 p. 556 ff. 
= hom. Blätter II p. 50 ff., Büchsenschütz Besitz und Erwerb 
p. 359. — Dagegen will Riedenauer Handwerk und Handwerker 
in den hom. Zeiten p. 169, 74 hier TtQrioixiJQsg im Gegensatz zu 
dem aQxog fiv^fjuov — Kai iTtlöKOTtog, der blofs Spekulant, der 
scheinbar ünthätige sei, als die Handlanger verstanden wissen, 
welche schaffen und arbeiten. 

163. ^aiv ist die bestbeglaubigte und älteste Schreibweise, 
welche Eustathius, Harl. M. Vrat. Vindd. 133 und 50 u. andere 
bei La Roche, Herodian zu K 38 darbieten. Bekker, Nauck, 
Gau er haben dafür aus Harl. marg., Vindd. 5. 56 elaiv aufge- 
nommen, rjaiv ist durch T 202 gestützt. 

167 ff. Die folgende Gedankenreihe, welche sich in den be- 
liebten Formen der Verallgemeinerung eines besonderen Falles und 
wiederum der Anwendung des allgemeinen auf den besondern Fall 
bewegt, leidet an mehr als einem Anstofs. Die zwischen beiden 
in der Mitte stehende Exemplifikation des allgemeinen Gedankens, 
169 — 175, stellt körperliche Schönheit und Anmut der Rede und 
zwar letztere als Volksrede gedacht in ihrer Wirkung auf die 
Gemüter der Hörer, einander gegenüber und zeigt, dafs beide 
gewöhnlich nicht in demselben Subjekt vereinigt sind. Diese Aus- 
führung steht aber weder mit dem an die Spitze gestellten all- 
gemeinen Gedanken 167 in Einklang, noch findet sie eine passende 
Anwendung auf den ftesondem Fall 176. Um von dieser letzten 
Differenz auszugehen, so macht Odysseus dem Euryalos nicht das 
Äufsere seiner Worte zum Vorwurf, sondern nur den Inhalt, daher 
voov &7to(pmXiog 177, wie 466 qv kccXqv — axac^akm und 179 
ov %axcc xo<7jiior, während jene das Allgemeine exemplificierende 
Ausführung von der Charis der Rede spricht, welche doch, wie 
auch Nitzsch bemerkt, mit der Verständigkeit der Rede keines- 
wegs zusammenfällt. Andrerseits konstatiert jene Exemplifikation 
das Vorhandensein der einen Charis bei Fehlen der andern, wäh- 
rend der vorangestellte allgemeine Gedanke 167 sagt, dafs man- 
chem Gaben der Anmut überhaupt fehlen. Man hat mit Recht 
167 einen Gedanken des Inhalts verlangt: nicht allen verleihen 
die Götter alle Gaben der Anmut, einen Gedanken etwa, wie 



Kritischer und exegetischer Anhang, d: 29 

^ 320 oAA' ov TtoDg a(ia tcccvzcc d'sol Soöav ivd^gdTtoiGtr^ ähnlich 
JV 729 äXX^ ov TtoDg Sfux TtdvTcc öwi^ösai avrog sXiad'ai und in dem 
Epigramm Anthol. XII 96 (mg) ov nivxcc d-eol jcäaiv sdonTiav k'%siVy 
vgl. Bergk Analecta lyrica, Part. 11, Marburg 1852 p. IV, Poet, 
lyr. gr. ^p. 1324, No 10. Endlich hat auch der Anschlufs von 
168 an den vorhergehenden Gedanken seine besonderen Schwierig- 
keiten. Nach Nitzsch müfste xagCevra adjektivisch gelten und 
auf jeden der nachfolgenden verneinten Begriffe bezogen werden: 
*so giebt die Gottheit nicht allen Menschen schön (richtiger: ^mit 
Anmut begabt') weder den Körper, noch den Geist, noch die 
Bede.' Aber weder so, noch wenn wir %ciQlevxct substantivisch =^ 
anmutige Gaben fassen und diesen Begriff durch die folgende 
Disjunktion spezialisiert denken, erhalten wir einen befriedigenden 
und für die folgende Ausführung passenden Gedanken; auffallend 
bleibt die Aufführung der q>QivBg unter den %ctQlevxa^ auffallend 
auch nach Ttäircsaai- der nachträgliche Zusatz von Svögaai an be- 
tonter Versstelle, während derselbe keinerlei Bedeutung beanspruchen 
kann. Der ganze Vers scheint nach der bekannten Gegenüberstel- 
lung ov öifAccg ovrs qpvifv, ovt' ag (pqivag ovve xi igya umgebildet, 
um den Anschlufs der folgenden Exemplifizierung an den allge- 
meinen Gedanken 167 zu vermitteln. — Von diesen Bedenken ist 
vorzugsweise nur das an 167 unmittelbar sich knüpfende beachtet: 
man hat teils durch Interpretation, teils durch Konjektur den für 
das Folgende erforderlichen Gedanken zu gewinnen gesucht. So 
wollte Düntzer navTcc zu laqUvxa hinzudenken, lieber aber lesen: 
ovxüng ov% SfAu Ttavxa &sol (vgl. N 729), ähnlich bemerkte Am eis 
früher, dafs Ttdvrsaai auf den Begriff des %aQtetna ebenfalls ein- 
wirke, so Doederlein; dagegen will Adam in den Blatt, f. d. 
bayersch. Gymnasialschul w. 1871, VII p. 126 f. entweder lesen: 
ovxcng ov Ttccvtsaai &6ol Sfia Ttccvxcc dtdovciv oder ovxmg ovk Sqcc 
Tcavxcc d'sol Ttccvxsaai dtdovciv, Nauck bemerkt zu 167: vix in- 
teger; quid requiratur, docet /1 320, und bezeichnet überdies 
168 und 173 als verdächtig. Jede Interpretation, die für 167 
den mit Bücksicht auf das Folgende notwendigen Gedanken er- 
geben soll, ist unmöglich, für eine Konjektur fehlt es bei der ein- 
stimmigen Überlieferung des an sich verständlichen Verses an dem 
rechten Anhalt und selbst bei Anwendung einer Konjektur bleibt 
die Schwierigkeit des Anschlusses von 168, sowie weiter die 
Differenz zwischen der exemplifizierenden Ausführung 169 — 175 
und der folgenden Anwendung 176 f. Erwägt man femer, wie 
wenig es der erregten Stimmung des Zürnenden entspricht sich 
in soweit ausgesponnenen allgemeinen Betrachtungen zu ergehen, 
sowie, dafs diese ganze Partie mehrere auffallende Worte zeigt, 
auch in 171 — 173 Reminiscenzen aus Hesiod. Theog. 86 und 91 f. 
zu enthalten scheint, so dürfte der Verdacht einer gröfseren In- 
terpolation nicht unbegründet sein. An der ürsprünglichkeit von 



30 Kritischer und exegetischer Anhang. 9; 

176. 177 ist kein Grund zu zweifeln: die Gegenüberstellung der 
äufseren Schönheit und der inneren Nichtigkeit in diesen Versen 
konnte zu der Einschiebung der scheinbar entsprechenden Aus- 
führung 169 — 175 Anlafs geben, zumal da aldot (udixlji 172 so 
recht im Gegensatz zu Euryalos an der Stelle zu sein schien. 
War 167 ursprünglich, so ist der Vers infolge der Interpolation 
von 169 — 175 verändert, indem wahrscheinlich der Begriff %aQUvtcc 
im Hinblick auf xdgig 175 an die Stelle eines allgemeineren (wie 
Ttavra) gesetzt ist, während der Zusatz von 168 den in der fol- 
genden Exemplifikation durchgeführten Gegensatz vorbereiten sollte. 
— 169 — 73 citiert Galenus Protrept. 8. 

168. Die mit ayoQtirvg analogen Wörter bei Geppert CTr- 
spnmg der hom. Ges. IIp. 87, Lobeck Parall. p. 439 sq. Alle 
diese Wörter stehen entweder als Genetiv im vierten Fufse vor 
der bukolischen Cäsur: vgl. Bekker Hom. Blätter I p. 145, 36; 
oder als Nominativ und Akkusativ im sechsten Fufse. 

173. H. Anton bemerkt im Rhein. Mus. 1864 Bd. XIX 
p. 437: *der Vers 173 stört die Kongruenz der Rede, sofern ohne 
ihn auf jeden Abschnitt 4 Verse kommen. Wir halten ihn des- 
halb für eingeschoben und für eine Reminiscenz aus Hesiod. 
Theog. 91.' — Zur Verbindung und Erklärung der Worte vgl. 
Ph. Mayer Studien zu Homer etc. p. 59. 

175. Da bei der synthetischen Schreibweise ä(ji,(pi7t6Qt6ti(p6xai 
hier wie noch ^^ 159 bei a(iq>movria6(ied'* die Cäsur im dritten 
und vierten Fufse zugleich fehlen würde, jeder Hexameter aber 
entweder nach der dritten Länge oder nach der darauf folgen- 
den Kürze oder nach der vierten Länge ein Wortende haben mufs: 
so hat .man mit K. Lehrs in Fleckeisens Jahrb. 1860 p. 513, 
de Aristarch. ^ p. 395, an beiden Stellen das ifopl getrennt zu 
schreiben. 

177. ^Bei anog)ciXtQg hat man wohl eher [als mit Döder- 
lein Hom. Gloss. § 1097 an a7caq)ia^ai.'] an q>mg von (pvoo zu 
denken, gleichsam verwachsen, ausgewachsen, schief.' G. Auten- 
rieth, welcher im Wörterbuches, v. hier erklärt: schändlich. 

182. Aus dem von Miller verglichenen Florentiner Kodex 
des Etym. Magn. ergiebt sich, dafs man an dieser Stelle ehemals 
aXOficii statt *i%o^i las: Philol. XXXV p. 728 (nach Naucks Be- 
richt über E, Millers M61anges de litt6rature Grecque). 

186. Über die Verbindung von ctvxog mit dem Dativ als 
sociativem Instrumeniälis vgl. B. Delbrück Ablativ, Localis, In- 
strumentalis, Berlin 1867 p. 52 und T. Mommsen Entwicklung 
einiger Gesetze für den Gebrauch der griech. Präpositionen p. 40flF. 
Den von Krüger Di. 48, 15, 16 angegebenen Stellen ist hinzuzu- 
fügen W 8. 

192. TtdvToav^ statt des gewöhnlichen navra^ bieten hier Vindd. 



Kritischer und exegetischer Anhang. &, 31 

133 und 56 und andere bei La Boche. Es ist die Aristarchische 
Lesart; vgl. W. C. Kays er de vers. aliquot Od. disp. alt. p. 14. 

193—200 werden von Scotland im PhiloL XXXXIV p. 618 ff. 
verworfen. — 197. d'ccQöBi hat nur hier einen Akkusativ des Be- 
zuges bei sich (Krüger Di. 46, 11) und findet sich nur hier in 
der Mitte des Verses, sonst' steht es überall absolut im Versati- 
fang und zwar entweder mit nachfolgendem Vokativ und dann 
explikativem Asyndeton, wie r 546. 39. X 183; oder ohne Vo- 
kativ mit nachfolgendem Asyndeton 254; oder mit dem Vo- 
kativ und insl |3 372; oder ohne Vokativ mit i^tsl % 372; oder 
mit nachfolgendem Imperativ: vgl. die Stellen zu ^825 und v 
362. — 198. rode y ist die Lesart des Aristarch: vgl. Lud- 
wich Arist. hom. Textkritik I p. 570; die andere früher gewöhn- 
liche Lesart, die Bekker und Nauck beibehalten haben, ist xov ^', 
nftmlich Xl^ov oder dlanov, — 200. ivrii^g erklärt Fick Vgl. 
Wörterb. ^ I p. 25 aus avas Gunst, Beistand von av sich sättigen, 
erfreuen, beachten, begünstigen^ helfen. 

201, Der Ausdruck 7iovq)6t6Qov ^erinnert an Kovq>ov6(ov xs 
q)vXov oQvlQ'aiv bei Soph. Antig. 343, nur sind da nicht mit Schol. 
und Schneide win die leichtbeschwingten Gäste zu verstehen, 
sondern die leichtsinnigen, sorgenlosen, wie Ev. Matth. 6, 26.' 
G. Autenrieth. Dagegen will A. Nauck Mölanges Gr6co-Eo- 
mains lU p. 21 das %ovq>6TBQov aus Konjektur in v^ovQoxiqoig ge* 
ändert wissen mit der Begründung ^dafs Odysseus an die jüngeren 
Phäaken sich wendet, ist ganz in der Ordnung und ausdrücklich 
bezeugt durch den folgenden Vers xovxov vvv cKpUea^e viot/ Auch 
Scotland im Philol. XXXXIV p. 619 nimmt an 9iovq)6xsQov An- 
stofs und vermutet nach Ausscheidung von 193 — 200 dafür yiy- 
&riaag, — 202 schreibt Nauck nach Schol. u, Eust. und einigen 
Handschriften xovxov vvv igp/xftfOf. 

206 ist nach dem Vorgange von Hennings die Telemachie 
p. 143 von Köchly de Od. carmm. III p. 17, weil im Wider- 
spruch mit 230, verworfen. 

212 ff. Die folgenden Verse bis 233 sind nach dem Urteil 
von Anton im Rhein. Mus. XIX p. 438 f. von einem Sänger zu- 
gedichtet, der gern seinen Helden als in allen Kampfarten aus- 
gezeichnet darstellen wollte und daher nachholte , was vorher 
vergessen schien. 207 — 33 verwirft Scotland im Philol. XXXXIV 
p. 620f., 214 — 233 Bernhardy Grundrifs d. griech. Lit. ^11, 
p. 178, 215—229 Hennings die Telem. p. 143 und Köchly 
de Od. carmm. III p. 17, 216—28 Kirchhoff die hom. Od. p. 
213, 219—28 La Roche in Zeitschr. f. d. österr. Gymn. 1863 
p. 192, Fick d. hom. Od. p. 223, Lehrs Arist. ^p. 405 und 
Kayser bei Faesi. Da Odysseus es bis dahin gerade geflissentlich 
gemieden hat Näheres über seine Person zu verraten, so würde 
die hier enthaltene Ajideutnng, dafs er einer der Helden vor Troja 



32 Kritischer und exegetischer Anhang. &. 

gewesen, der späteren Erkennungsscene in unpassender Weise vor- 
greifen, überdies bleibt dieselbe in den diese vorbereitenden Fragen 
des Alkinoos 577 — 586 ganz unberücksichtigt. Somit ist die 
Athetese jedenfalls von 219 — 228 begründet. Christ in d. Jahrbb. 
f. Philol. 1881 p. 439 f. führt die Interpolation auf den Einflufs 
des epischen Kyklos zurück, ^einesteils auf die kleine Ilias, in der 
der Bogen des Philoktetes eine grofse Bolle spielte, und andern- 
teils auf die OliaXlag akmöig^ in der Herakles und Eurytos die 
Hauptpersonen waren/ — Wenn die Scholien es auffallend finden, 
dafs den Herakles, der doch dasselbe that, wie Eurytos, nicht die 
gleiche Strafe traf: so ist doch in dem speziell von Eurytos ge- 
sagten nQooiaXt^eto ein besonderer Akt der Überhebung zu sehen, 
während in igl^eaoiov 225 nur ein sich gleichstellen in Ge- 
danken zu liegen braucht. 

215. Über den häufigen Hiatus in der trochäischen Cäsur 
des dritten Pufses vgl. Spitzner de versu Graecorum heroico IV 
§ 11 p. 142 sqq., Ahrens im Philol. VI p. 12 ff., J. La Roche 
über den Hiatus p. 1 ff. 

232. 233. Bekker hat aus beiden Versen einen gebildet: 
KV(iaaiv iv TtoXkoig' rol fioi tplXa yvtcc kiXvvxai, So schon Nitzsch, 
mit Beistimmung von Köchly de Od. carmm. III p. 18, auch Kays er 
bei Faesi. Vgl. dagegen jetzt Hinrichs bei Faesi und Adam in 
d. Blatt, f. d. bayersch. Gymnasialschnlw. 1871, VII p. 129. Einen 
passenderen Gedanken würden die schwierigen Worte ergeben, 
wenn man sie mit Suhle im Wörterbuch s. v. KOfAidi] fafste: denn 
keineswegs fand ein beständiger Transport zu Schiffe statt, als 
Erklärung des vorhergehenden 7iv(iaaiv iv nokloig; aber diese Be- 
deutung von oio(iidi^ ist unhomerisch und nach der Parallele 451 
— 453 unwahrscheinlich. 

239. Eine andere Erklärung von mg giebt Lehrs Aristarch. 
^p. 159. 

240. Die Entlehnung des Verses aus S 92 scheint nach 
Sittl die Wiederholungen in d. Od. p. 40 f. sich dadurch zu ver- 
raten, dafs ri>g sowohl im Hauptsatze als beim Belativ steht, wo- 
von derselbe nur noch ein einziges Beispiel und zwar in einem 
jüngeren Stücke kennt, a 334 ff. 

243. Man könnte zwar Ssvyvv(isv U 145 vergleichen; indes 
ist dies doch etwas verschieden: vgl. Lobeck zu Buttmann II 
p. 8 und Path. Elem. I p. 268. Vielleicht war hier $aivvBai das 
ursprüngliche. 

248 f. H. Anton im Rh. Mus. 1864 Bd. XIX p. 440 möchte 
Mie Verse 248 — 249 nach 253 stellen, wo Alkinoos durch %ai 
0Q%ri6Tvi oial ioid^ fröhlich gestimmt und seiner Bede freien Lauf 
lassend in den Wortlaut dieser Verse fallen konnte.' Aber an 
dieser Stelle würden die beiden Verse, weil an die Tänzer ge- 
richtet und den Zusammenhang der für den folgenden Tanz zu 



/ 



Kritischer nnd exegetischer Anhang. 9", 33 

treffenden Anordnungen unterbrechend, noch weniger begreiflich 
sein, als da, wo sie stehen. Hier aber hat Alkinoos soeben von 
den Leistungen (ßoycc), von denen der Fremdling daheim erzählen 
soll, gesprochen; die in diesen Versen aufgezählten Neigungen 
eines behaglichen Lebensgenusses aber lassen sich weder in der 
Weise in dem Zusammenhang rechtfertigen, dafs sie etwa die 
Wahl der vorhergenannten Fertigkeiten (Lauf und Schifffahrt) 
erläuterten, noch so dafs sie den Übergang zu der folgenden an 
die . Tänzer gerichteten Aufforderung passend vermittelten. So 
scheinen 248 und 249 mit Kammer die Einheit d. Od. p. 457 
verworfen werden zu müssen. Hennings die Telemachie p. 143 
und Fick die hom. Od. p. 223 verwerfen nur 249, wodurch aller- 
dings wenigstens ein leidlicher Übergang zum Folgenden gewonnen 
wird. Neue Bedenken erheben sich bei Vergleichung von 241 bis 
247 mit 250 bis 253. Friedländer im Phüol. IV p. 590 fand 
die Übereinstimmung beider Stellen so auffallend, dafs er daraus 
auf eine doppelte Bearbeitung schlofs, zumal da das erste Stück, 
wo Alkinoos den Phäaken die Fertigkeit in Faust- und Ringkampf 
abspricht, im Widerspruch stehe mit 102. 103, wo er gerade die 
Vorzüglichkeit der Phäaken darin hervorhebt; und weil die Phä- 
aken Bing- und Faustkämpfe ausgeführt haben und nicht, wie im 
Diskoswurf, von Odysseus übertroffen worden sind, kein Grund für 
Alkinoos ersichtlich sei seine frühere Behauptung zurückzunehmen. 
Auf Grund dieser Beobachtung hat dann Köchly de Odyss. 
carmm. diss. EU p. 17 f. 241 — 249 verworfen. Dagegen begnügen 
sich Lehrs bei Kammer p. 772 und La Boche in Zeitschr. f. d. 
österr. Gynm. 1863 p. 192 mit der Athetese von 246 — 249; 
Düntzer Kirchhoff, Köchly etc. p. 121 will V. 241 mit orrt nsv 
ehioo schlief sen, die 4 folgenden Verse streichen und 246 oi di^ 
lesen, im Folgenden aber 253 entfernen. Endlich verwirft Kam- 
mer a. 0. p. 458 f. mit 248 zugleich die ganze folgende Tanz- 
partie, sodafs ursprünglich an 247 sich sofort 387 und 389 ff. in 
der Form: aH' aye, ^airjücav riyritoQBg f^dh (lidovreg^ ^Blvat vvv 
ömfiev ^sivi^'iov geschlossen hätte. — Von diesen verschiedenen 
Versuchen die Schwierigkeiten der Stelle zu beseitigen, kann der 
von Lehrs schon deshalb nicht befriedigen, weil nach Ausscheidung 
von 246 — 249 der Ankündigung 241 i(ii&6v ^vvCbi ferog die ent- 
sprechende Ausführung fehlen würde. 246. 247 sind von Kammer 
als notwendig, um Odysseus für die widerfahrene Beleidigung Ge- 
nugthuung zu geben, treffend gerechtfertigt. Die Ausscheidung von 
241 — 249 femer ist von Düntzer mit Recht zurückgewiesen, da 
^unmöglich auf die Anrede ^biv nebst dem anakoluthischen Satze 
mit ind unmittelbar das oU' aye an die Tänzer sich anschliefsen 
kann.' Düntzers eigner VorscMag 242 — 45 (und weiterhin 253) 
zu streichen, um die Wiederholung des fast gleichen Gedankens 
zu beseitigen, könnte annehmbar erscheinen, wenn nicht gerade 

Hentze, Anh. zu Homers Odyuee. II. 3 



34 Kritischer und exegetischer Anhacg. &, 

innerhalb der ausgeschiedenen Verse Gedanken enthalten wären, 
die teils mit den vorhergehenden in enger Beziehung zu stehen 
scheinen, teils ihrem Inhalt nach für die Situation sehr angemessen 
sind. So hat fifiSTi^g äQstijg eine unzweifelhafte Beziehung auf 
ariv agsti^v 239 und noch deutlicher zeigt die folgende Ausfühning 
ola Tial rifiLv etc., vgl. mit 239, dafs der ganzen anakoluthisch ge- 
störten Entwicklung der Gedanke zu Grunde liegt, dafs eine neid- 
lose gegenseitige Anerkennung der Vorzüge des andern geeignet 
sei den störenden Zwischenfall zwischen Gastgeber und Gast zu 
beseitigen. Andrerseits hat die geflissentliche Hervorhebung aotg 
iv fuyaQotCiv TcaQce 6f z itXofff xal col^i riTisaaiv den Zweck dem 
Gast jeden Zweifel an der auch nach dem Zwischenfall erfolgenden 
Heimsendung zu benehmen. Ich möchte darum diese Verse nicht 
missen. Dagegen empfiehlt sich mit Düntzer V. 253, der nicht 
blofs wegen der Wiederholung störend ist, sondern den ungehörigen 
Gedanken ergiebt, als könne die Vortrefllichkeit der Tänzer auch 
erweisen, dafs die Phäaken in der Schifffahrt, im Laufen und im 
Gesänge andere Völker übertreffen, zu entfernen. 

258. Über die Äsymneten vgl. Fanta der Staat in d. IL 
u. Od. p. 95, welcher annimmt, dafs sie vom Könige oder den Ge- 
ronten ernannt wurden. — 259. Als einen zur Erklärung des 
Wortes alavfivijtai beigefügten Zusatz verwirft den Vers Fick d. 
hom. Od. p. 315. 

264. Dieser Tanz war auf dem amykläischen Thron abgebildet 
nach Paus. II£ 18, 7, der trotz seiner Kürze doch (Pataxcov xogog 
und SdcDv 6 ^rjfAodoaog ausdrücklich getrennt hat. — Vs. 265. 
fiagfiagvyag hatte Livius Andronicus mit nexus dubios übersetzt. 

266 ff. Westphal in d. Verhandl. d. Breslauer Philologen- 
versamml. p. 54 fand hier ^ein vollständig ausgemaltes Bild eines 
vor Kampfrichtern gehaltenen musischen Agon, ganz in der Weise, 
wie an den spartanischen Gymnopädien agonistische Hyporcheme 
zur Aufführung kamen.' — Am eis bemerkte: *Der Gesang wird 
nach dem Präludium dann begleitet mit pantomimischer Darstel- 
lung durch die phäakischen Kunstspringer (250. 383, angeführt 
von Strabo X p. 473), die hier zum Einzelballet 371 den Gegen- 
satz bilden. Diesen Gegenstand hat aufser andern auch Kotzebue 
benutzt in dem Lustspiel ^Der Vielwisser' lU 6, wo er den Pere- 
grinus sagen läfst: ^Es gab einen Tänzer, der sogar ohne Musik 
die Liebesgeschichte des Mars und der Venus so trefflich darstellte, 
dafs der Cyniker Demetrius ausrief: ich höre dich, das spricht mit 
den Händen.' Eben so dienen Mie epischen Lieder der Ditmarsen 
als Tanzmusik, wie die Ballade durch ihren Namen den Zusam- 
menhang zwischen epischem Gesang und mimischem Tanz verrät, 
und noch heute in römischen und neapolitanischen Tabemen zur 
Tarantella dergleichen Balladen unter dem Schall des Tamburin 
oder des Puttipu gesungen werden.' 0. Ribbek im N. Schweiz. 



Kritischer und exegetischer Anhang, d". 35 

Mus. I (Bern 1861) p. 216. — Gegen die Annahme einer panto- 
mimischen Darstellung sprechen Nitzsch Sagenpoesie p. 130, 
Jacob die Entstehung der II. u. Od. p. 415 f., Guhrauer Musik- 
geschichtliches aus Homer I Lauban 1886 p. 19, und A. Bömer 
bemerkte in brieflicher Mitteilung Folgendes: ^l) wenn der Dichter 
an eine mimische Darstellung dachte, so hätte er, wie ^571 solches 
angegeben; 2) wenn es eine mimische Darstellung war, so darf 
sich der Dichter nicht ausdrücken (ucQfAa^yag difjetTo Ttodmv^ ohne 
ein weiteres aufklärendes Wort beizufügen. Mit diesen Worten 
wird eben nur der Eindruck^ welchen der Beigentanz auf Odysseus 
machte, geschildert und damit ist diese Scene abgeschlossen. 
Es folgt ein Lied des Demodokos areßcclXeto naXov asCSsiv^ der 
Eindruck ist 367 ff. geschildert, und somit auch diese Scene voll- 
ständig für sich abgeschlossen.' Diese Bedenken sind wohl be- 
gründet. In der That ist in der Darstellung nirgend klar von 
einem Zusammenwirken des Sängers mit den Tänzern die Bede, 
beider Thätigkeit wird als nach einander folgend, jede für sich in 
ihrem Eindruck auf Odysseus dargestellt. Es bleibt einzig die 
Möglichkeit der Annahme mit Bergk griech. Literaturgesch. I 
p. 679, dafs nur die ungeschickte unklare Darstellung des Dichters 
das Zusammenwirken des Sängers mit den Tänzern verdunkelt 
habe, da die Anordnung der Scene 262 f. ein solches erwarten 
läfst. Freilich könnte sich dies, wie Bömer annimmt, darauf 
beschränkt haben, dafs Demodokos auf seinem Instrumente den 
Tänzern nur den Takt angab. Vgl. auch Scotland im Philol. 
XXXXV p. 2 f. Indes wurde das ganze Lied von Ares und 
Aphrodite bereits von alten Kritikern athetiert: Carnuth Aristo- 
nic. p. 82, Lud wich Aristarchs hom. Textkrit. I p, 570 und von 
Neueren behandeln den Abschnitt als einen unächten, kürzer Bergk 
griech. Lit. I p. 679, Köchly de Od. carminibus III p. 17, Niese 
die Entwicklung d. hom. Poesie p. 180, Bernhardy Grundrifs 
d. gr. Lit. * II, 1 p. 178, Fick d. hom. Od. p. 315, ausführlicher 
H. Anton im Bhein. Mus. 1864 Bd. XIX p. 430ff., Thiersch 
die Urgestalt d. Od. p. 63 ff. Dagegen bewundert das Stück als 
eine unschuldige Götterkomödie Welcker Bhein. Mus. I p. 254 ff. 
= Kleine Schrift. II p. 32 und W. Jordan Homers Od. übersetzt 
p. 503 f. sucht es als wesentlichen Bestandteil im Plane der Odyssee 
zu erweisen. Vgl. auch Kirchhoff d. hom. Od. p. 213. Eine 
eigentümliche Ansicht über avaßccXXsa&at bei Bergk a. 0. p. 433 
Anm. 28, vgl. dagegen Düntzer die homerischen Fragen p. 158. 
283. e&or' üfiev erklärte Bekker Hom. Blatt. I p. 155 
Anmerk. 35 fingit iter, ü fit semhlant d* aller. Gegen diese Er- 
klärung, wie gegen die andere = ido^s^ jputatm est macht 
Ahrens Beiträge zur griech. und lat. Etym. I p. 112 ff. aufser 
anderem geltend, dafs aus 301 ersichtlich sei, dafs Hephästos 
wirklich nach Lemnos wollte und nur durch die von Helios er 



36 Kritischer und exegetischer Anhang. &. 

haltene Kunde veranlafst wurde unterwegs umzukehren. Er seihst 
führt aber den Aor. slaoifAriv nicht auf 6l(u zurück, sondern auf 
einen ganz verschiedenen digammierten Stamm J^ei^ Wurzel /t in 
der Bedeutung des intransitiven oQiAäv, oQficca^ai^ wozu auch das 
Prfts. Tsfiai mit dem Kennzeichen des Digamma und langem f 
gezogen wird. 

285. Mit La Boche und Nauck habe ich nach Yindob. 56 
und dem Yenetus A an den betreffenden IliassteUen alaog (S^oitir^v 
geschrieben, welches wahrscheinlich die Lesart des Aristarch 
(vgl. La Eoche homer. Textkritik p. 184, Lud wich Arist. hom. 
Textkritik I p. 322 zu K 515) ist, während Zenodot aXciov axo- 
Ttnqv schrieb. Die einfache Wendung (S%oitiiiv M%biv findet sich 
%' 302. Aristarch s Lesart empfiehlt sich dadurch, dafs so der 
Begriff ovd' icXuog^ der Komposition entnommen, selbständiger her- 
vor- und dem Xöbv schärfer gegenübertritt, welches hier nur das 
Eintreten des Gegenstandes in den Gesichtskreis des Betrachtenden 
bezeichnet. Dagegen will Ahrens im Philol. XXVil p. 255, in- 
dem er die Zurückführung des ersten Bestandteils in dem Kom- 
positum auf &Xaog = xvcpXog erkünstelt fand, aXaog als eine 
Nebenform von itXeog = '^Xsog gefafst wissen — vergebliche, 
erfolglose Wacht. Nauck vermutet SXiov axoni/i^Vj Cauer 
aXaov öKOTtii^v. — %gvai]Viog wird sonst gedeutet: goldene Zügel 
führend, mit Bezug auf den Schlachtwagen des Ares: so von 
Welcker griech. Götterl. I p. 395, vgl. dagegen Schuster Un- 
tersuchungen über die homerischen stabilen Beiwörter I, Stade 
1866 p. 18. — *Der Dichter der Götterkomödie scheint aXcco- 
(SoiOTthiv in abgeschwächter Bedeutung anzuwenden, weil er im 
folgenden Verse wieder die Worte mg idev gebraucht': Sittl die 
Wiederholungen p. 39, wo derselbe auch bemerkt, dafs in V. 275 
(= JV" 37) wir weder vollkommen verstehen, für wen Hephaistos die 
Fesseln bestimmt, noch besonders, welchen Ort der Gott bei av'9"* 
im Auge hat. 

288. Für liS%(uvi(o sucht G. Hermann zu Aesch. Hik. 816 
die Schreibart Ixavaco zu begründen. 

292. Dieselbe Metathesis wie in xQaTtslofiev haben wir in 
h'TtQccd'OVy k'ÖQaxov, i'dgad'ov^ r^^ß^oxov. W. Christ Gr. LautL p. 126. 
Kr. Di. 6, 2, 1. Das U%xqov8b giebt hier zu 278. 279. 282 eine 
sinnlichere Plastik als das für F 441. S' 314 geeignete (piXotvixi, 
Ähnlich sagt Musäus 248: devQO fioi slg q>iX6xrixa. Daher in 
Bekker Anecd. I p. 88: öbvqo avxl xov i'^ov. So bisweilen auch 
in Prosa. Vgl. Stallbaum und Cron zu Plat. Apol. c. 12. Die 
Verbindung dieses XhxQovde mit dem prägnant gesagten ösvqo^ 
welche durch Cäsur und Sinn geboten ist, wurde als notwendig 
erkannt zuerst von Povelsen Emendd. p. 14 und ist mit Aus- 
nahme von La Boche und Nauck von den neueren Herausgebern 
angenommen. 



Kritischer und exegetischer Anhang. &, 37 

300. a(Aq>iyvTi£tg ^ nur von Hephästos am Yersschlufs gesagt, 
findet sich S' 239 in der Verbindung i(iog Ttäig a(i(piyvi^6ig , in 
^614 mit vorhergehendem Klvxog, an den übrigen Stellen mit 
TtsQiKkvtog d- 300. 349. 357. A 607. 2 383. 393. 462. 587. 590. 
Früher wurde das Wort nach dem Vorgange der Alten von yvtooo 
oder yviog abgeleitet und durch utrogue pede claudus *lahm' oder 
^an beiden Seiten gelähmt' erklärt. Aber dies pafst weder zu 
dem im Anhang zu t 33 erwähnten Gesetze noch in den Zusam- 
menhang der bezüglichen Stellen. Die andere Deutung Mer glieder- 
gewandte' oder Mer armkräftige' Künstler oder kurz Werk- 
meister, von der Beweglichkeit der yvla ausgehend, harmo- 
niert mit den Ausdrücken Klvtotixvrig ^ 286. A 571. £ 143. 391 
und KkvrosQyog &> 345. Diese Erklärung ist zuerst von Kanne 
aufgestellt worden, der ^gliederstark' oder ^handstark' deutete, ge- 
billigt von Klopfer im Mythol. Wörterbuch unter Vulcanus Bd. IE 
p. 628, genau begründet von Anton Göbel De epith. ßomericis 
in Big desinent. p. 20 sq., adoptiert von Pott Etym. Forsch. I 
p. 583 (der 2. Aufl.), Döderlein in der Ausgabe zu A 607, 
Hugo Weber im Philol. XVI p. 700, vgl. auch K. Lehrs de 
Arist. ^p. 112, G. Autenrieth: 'Das Wort afKptyv^etg, geht auf 
die Hände, denn dafs diese hauptsächlich und zunächst unter yvia 
verstanden werden, beweist iyyvccXl^oi einhändigen und iyyvrj 
Faustpfand.' 

303. Der Vers fehlt in den besten Quellen, im Byzantinus 
des Eustathius pr., Vind. 133 pr., Harl. und andern. Es ist offen- 
bar ein aus |3 298 entlehnter matter Zusatz. Nauck scheint auch 
302 verdächtig. — 304. Das zweite Hemistichion wie J 23. 
460. 

307. Wolf (1794), Nauck, Kirchhoff, Düntzer, Hin- 
rtchs, Cauer schreiben gegen die Handschriften, nach einigen 
alten Zeugnissen e^^ ayiXaata^ was neben ovx iTtiSMrd und wegen 
der folgenden Ausführung 308 — 314 sich vor Sgycc yelaoxi zu 
empfehlen scheint. Vgl. indes Nitzsch Anmerk. zur Stelle. 

315. Statt des überlieferten Ir' MoXna empfiehlt Cobet 
Miscell. crit. p. 373 xt HfoXita, 

320. ixid-vfiog wird von Autenrieth im Wörterb. s. v. ge- 
deutet coMbens cupiditatem^ vgl. auch Schaper quae genera com- 
positorum ap. Hom. Cöslin 1873, p. 12, — Autenrieth, der 
früher 'Herz habend, gefühlvoll' und mit der Negation 'herzlos' 
deutete, bemerkte dabei: 'Dagegen scheint mir 322 yair^oxog etwas 
anderes zu bezeichnen, als Länder umfassend, da i%Biv ja nicht 
umfassen oder gar zusammenhalten heifst. Da nämlich yccta 
dem ovQcivog gegenübersteht, wie auch dem Taqi^ctqog^ so könnte 
vielleicht in ymrio%og der Gegensatz zu dem ald'iQi vctimv und 
iviqoKSi ävdaamv liegen und denmach yaii^oxog (vgl. das spätere 
nohovxoi u. ähnliches) den Besitzer oder Herrn der Erde be.- 



38 Kritischer und exegetischer Anhang, -d*. 

zeichnen. In anderer Auffassung freilich bewohnt er das Meer, 
wie Aides S6(pov und Zeus ovqccvov O 190 ff.' 

321. Über %aX}ioßca:'qg vgl. Heibig d. hom. Epos aus d. 
Denkmälern erläutert p. 75. 78, ^108. 117. 

325. Vgl. Lehrs Q. E. p. 66 sqq. Bekker ist zu den For- 
men irjog und idoov mit dem Spiritus lenis zurückgekehrt, der 
Analogie wegen. Vgl. Hom. Blätter I p. 78. Ebenso Spitzner 
epist. ad G. Herrn, p. 20. Die doariiQes idcoav erwähnt Lucian 
Prom. s. Cauc. 18. 

328. Tckrjclog als Substantiv in diesem formelhaften Verbin- 
dungsverse noch X 37. v 167. a 72. 400. (p 396. B 271. J 81. 
X 372. Über andere Substantivierungen des adjektivischen Ma- 
skulinums vgl. zu 373. Über andere Versausgänge zu dem for- 
melhaften odSs di xig stTtsöTie vgl. zu ß 324. — 329. Benner 
über das Formelwesen im griech. Epos p. 26 vergleicht Theognis 
329. 330. 

332. Das to Hn dieser Beziehung, deshalb' steht ebenso 
r 176. H 239. M 9. P 404. T 213. W 547. Vgl. J. La Roche 
Hom. Stud. § 41, 12. Krüger Di. 46, 4, 2. Über otpiXlei vgl. 
zu y 367. 

333 = S 620. 71 334. | 409. o 493. n 321. q 166. 290. 
a 243. V 172. 240. % 160. t 288. w 98. 203. 383. E 274. 431. 
H 464. e 212. N 81. JT 101. 2 368. 514. Einen Zusatz hat 
dieser Formelvers co 204. N 82. Das Nachfolgende ist jedesmal 
mit de angeschlossen oder d' &Qa it 322, oder mit toipQa Si JV 83, 
r6(pQa d' aQcc tf; 289, einmal mit airdg <Z> 515. Das Verbum ist 
dem erwähnten Si vorausgesetzt ij 335. o 494. % 161. JET 465. 
Eine ähnliche mit unserm Formelverse vergleichbare Redewendung 
vgl. zu V 165. — 333 — 342* iv ivioig avxiyqdtpoig ot öixa (Sxi%oi 
ov q>BQOvtoii dtce x6 ccnqiitBiav i^ktpaiveiv. vsodteqmov yccQ to g>Q6- 
vfificc H: vgl. Carnuth Aristonic. p. 83 Note. Lud wich Aristarchs 
homer. Textkritik I p. 571 hält es für mehr als wahrscheinlich, 
dafs Aristarch ebenfalls an diesen Versen Anstofs nahm; vgl. 
Lehrs Arist. ^p. 339. 

335. Zum Beiwort des Hermes dmooQ idoDv vgl. Röscher 
Hermes der Windgott p. 7 5 ff. 

340. Den Vers zitiert Plutarch de Is. et Os. 36 p. 365'*. 
Zu der Auffassung der Optative in diesen Versen vgl. B. Del- 
brück der Gebrauch des Konjunktivs und Optativs p. 199 und 
L. Lange der hom. Gebr. d. Part, el I p. 336, der zu dem An- 
schlufs derselben an einen vorhergehenden Wunschsatz mit al' yaQ 
passend a 368 vergleicht. Ähnlich verhalten sich die Optative 
ij 314. Z 480. Eine so enge Verbindung mit dem vorhergehenden 
Wunsch freilich, wie Lange sie durch Komma nach'l^TroUoi/ herstellen 
möchte, scheint mir nicht gerechtfertigt. An allen diesen Stellen 
enthalten die dem Wunschsatze sich anschliefsenden Optative eine 



Kritischer und exegetischer Anhang. ^. 39 

weitere Ausführung des Wunsches, teils indem sie die nötigen 
Voraussetzungen dafür angeben, teils die Vorstellungsreihe, die 
durch den Wunsch angeregt ist, weiter verfolgen. Ich kann diese 
Optative daher nicht auf gleiche Stufe mit dem Wunschsatz selbst 
stellen, betrachte sie vielmehr als reine Optative der Vorstellung 
ohne wünschenden Charakter, wie zweifellos ly 314 das Verhältnis 
des Gedankens ergiebt. 

351. iyyvai und iyyvdaöd'cci sind ana^ ElqrnUva, Letzteres 
heifst hier ^sich etwas verbürgen lassen, Bürgschaft annehmen'^ 
als nähere Erklärung zum vorhergehenden, y^^yy^^ Mv o diSovg^ 
iyyväxai Sh o XafAßavoov^^ bemerkt hier Eustathius nach Isäus 
ni 29. 37 f. Vgl. die abweichende Auffassung der Stelle bei W. 
Jordan Homers Od. übersetzt p. 502 f. 

352. Aristarchs «wg av ev^-vvoifit^ woraus Barnes durch 
die Änderung nag av a^ svd"vvoi(u eine Lesart Aristarchs machte, 
ist nur seine Erklärung von dioi(u: vgl. Ludwich Arist. hom. 
Textkritik I p. 571. Dagegen wollte Ameis die Variante nmg 
av iym aij (piqtctz^ (ist a^avatoifSi dioifii auf Aristarch zurück- 
führen. Indes verdient die gewöhnliche Lesart den Vorzug wegen 
der gewifs nicht zufälligen Wiederholung von (isx^ ad'avaxoKS^ d'sotciv 
aus Poseidons Worten 348. Wenn der Sinn dieser Worte in Po- 
seidons Munde ist, dafs er die rechtliche Erledigung der Sühne 
unter die Garantie der Götterversammlung stellen will, so dafs 
vor ihnen als Zeugen dieselbe vorgehen soU, vgl. T 172 ff. 249. 
T 314, so liegt in der Wiederholung der Worte in Hephästos 
Munde ein wirksamer Spott: jene Garantie der Götter hilft mir 
nichts, wenn der Elende sich davon macht. 

353. Über die von La Roche homer. Unters, p. 41 ver- 
langte Schreibung XQioag^ welches einsilbig zu sprechen sei, vgl. 
Hartel hom. Stud. I p. 64 und Ludwich Arist. hom. Textkritik 
IT p. 357. 

359. dsafiov ist die frühere gutbeglaubigte Lesart, die Bekker 
mit Recht zurückgeführt hat, nachdem Wolf dafür aus Eustathius, 
9 Codd. bei La Boche, deöfmv aufgenommen hatte, welches auch 
Cobet Mnemos. N. S. IV p. 271 u. Miscell. crit. p. 424 und 
Wackernagel in Bezzenbergers Beitrag. IV. p. 272 empfehlen. 
Aber der Genetiv ist eine unnötige prosodische Verbesserung und 
hat folgende Bedenken gegen sich: 1) avlri(ii ist sonst nirgends 
mit einem derartigen Genetiv verbunden und die Auslassung des 
Objekts, das nun gerade den Hauptbegriff enthält; ist auffällig; 
2) deafmv verletzt die Symmetrie mit dsöfiov 353 und i^ dsa(ioio 
360, da der Dichter in derselben Umgebung nicht willkürlich 
zu wechseln pflegt; 3) mit Recht sagt Nitzsch: ^ deaiimv avlsi 
mit ausgelassenem avtovg ist hier besonders seltsam, weil man 
beim Fortsprechen nun geneigt sein muss, (livog^ was doch zum 
folgenden Genetiv gehört, dorthin zu beziehen.' dB(S(i6v war auch 



40 Kritischer und exegetischer Anhang. ^, 

die Aristarchische Lesart: Lud wich Arist. hom. Textkrit. I p. 571. 
Vgl. auch Sollten dam Observationes in Homerum et Scenicos. 
Lugd. Bat. 1855 p. 10 ff. 

363. Paphos auf Kypros war ein LiebÜngsort der Aphro- 
dite, der von ihr häufig besucht und bewohnt wurde, was schwer- 
lich geschehen sein würde, wenn sich daselbst kein Tempel be- 
funden hätte. Hierzu kommt das Zeugnis des Herodot I 105, der 
das dort befindliche Heiligtum der Aphrodite als ihr TcdvroDv 
aQxaMTOTov Iqmv bezeichnet. Vgl. Gies Quaestionum de re sacer- 
dotali Graecorum Part. I (Hanau 1850) p. 18 sq. — IWa Tf, 
statt des überlieferten ^v^a di, empfahl Hermann zu hymn. in 
Yen. 59. Vgl. aber W. C. Kayser im Philol. XXH p. 523. Mv%'ct 
XB steht X 475. v 107. q 331. r 178. co 14. B 594. ^ 247. 
E 305. §215. T329, IW« Sb aber 48. N 21. X147. M. Axt 
wiU hier und 48 ivd-ccÖB geschrieben wissen. — Über die Bil- 
dung von d-vT^Big vgl. zu r 33. 

365. Die Formen iit bv-i^vo^b^ wxX'Bv-i^vo^b und naQ-Bv-i^vod's 
sind gleichsam starke Perfekta zu in-Bv-icvO^m etc., wie yiyrid'a 
zu ytid-icn: G. Curtius Etym. *p. 250; dies billigt Autenrieth 
im Lexic. unter der Annahme, dafs das Wort an unserer Stelle 
als transitiv wie von d-ioa mifsverstanden gebraucht sei, gleichsam 
überläuft, umstrahlt. Anders A. Göbel in Z. f. d. österr. 
Gymn. 1858 p. 792 und in *Homerica', Münster 1861, p. 9: von 
einem obsoleten avid'ca, zur W. av im Sinne von ^glänzen'. 

368. Dieses objektive Verhältnis des Particips zeigt sich vor- 
zugsweise bei Ausdrücken der Freude, vgl. J. Classen Beobach- 
tungen III p. 13 f., Gesamtausg. p. 92 f. So bei TiQnofiai a 26. 
369. d 47. 194. 372. 597. 626. d- 429. x 181. n 26. x 513. 
t 301. 308. A 474. B 774. J 9, E 760. I 336. A 643. Ä 633; 
bei x^^Qfx> I 377. F 76; rn^ioa H 214. K 190; bei iiöo(iat i 354. 
Vgl. auch zu q> 150. 

371. G. Autenrieth: ^inovva^^ BvqiJ^^ oöd^ scheinen aus alten 
Instrumentalen auf — «jc — ig gebildet; nur möchte nicht mit 
L. Meyer vgl. Gr. U 508 und in Kuhns Zeitschr. XIV 92 f. auch 
die Endung auf — f§, Skt — änc zu vergleichen sein. Ein vor- 
homerisches fiovvaKog liegt von dem aristotelischen fiova%6s nur 
der Zeit nach fern. Diese Bemerkung habe ich zu Terminus 
in Quem p. 30 nachzutragen.' — ^li?«fev certabat, gewöhnlich, 
nicht also überhaupt nicht.' Derselbe. 

374. Die überlieferte Lesart ^litxaa^B als eine Unform ver- 
werfend schreibt Fick d. hom. Od. p. 224 /^Af;a(;x£, daneben 
p. 231 ^CfcxBöTis als möglich hinstellend. Schon Eirchhoff schrieb 
^/'if;cK(fxe und so jetzt Cauer. 

377. In der Auffassung dieser Stelle bin ich Adam in d. 
Blatt, f. bayersch. Gymnasialschulw. 1871, VH p. 131 ff. gefolgt, 
welcher über die Verschiedenheit der beiden Produktionen bemerkt: 



Kritischer und exegetischer Anhang, d; 41 

„Wir haben also bei dieser Solopartie {fiovva^ oQxi^öaa&ai) des 
Hallos und Laodamas zwei Arten der Produktion, nämlich Luft- 
Sprünge mit dem Balle j wobei besonders ihre Behendigkeit und 
Geschicklichkeit den Ball zu werfen und im Sprunge wieder auf- 
zufangen zur Geltnng kam und vielleicht etwas ruhigere nach dem 
Rhythmus der Musik ausgeführte Bewegungen in oft wechseln- 
den Stellungen, die nicht blofs Gelenkigkeit der Beine, sondern 
auch Biegsamkeit des Oberkörpers, sowie rhythmische Bewegung 
der Arme in sich schlössen (vgl. Guhl und Koner das Leben der 
Griechen und Römer I p. 299)." 

378. xd'ovl TtovXvßotsCQji, stabiler Versschlufs, gewöhnlich mit 
vorhergehendem ijr/, wie fi 191. r89. 195. 73. M 158. 426; 
nur hier mit jtotl (vgl. zu 1 423), nur Z 213 mit iv/, wie Bekker 
statt des handschriftlichen inC verbessert hat, der blofse Dativ mit 
TtiXccas x&ovl 7t. & 277. M 194. 11 418. Einmal getrennt in dem 
Ausgange x&ovl %CXvaxo TtovXvßotelQin ^^ 368. Ebenso am Vers- 
ende inl xd-Qva TtovXvßotsiQccv F 265. A 619; mit uvi x 408, ein- 
mal der blofse Akkusativ ^ 272. 

380. Diese Schreibart eo als Spondeus im ersten Fufs und 
ao mit daktylischer Messung im zweiten Fufs ist durch die bessere 
Überlieferung sichergestellt, wie durch Didymus zu Sl 701 und 
durch den Harl. zu x 1^^< '^ ^^' ^ ^^^' ^^^* ^^ Boche Hom. 
Textkritik p. 262. Bekker hat diese Schreibart überall ein- 
geführt: denn die Abweichungen, die sich bei ihm ^ 380. X 583. 
B 320. M 336. 367. JV 293. P 355. T 79 im Text oder in der 
annotatio vorfinden, beruhen auf Druckfehlem oder Versehen; vgl. 
H. Rumpf in Fleckeisens Jahrb. 1860 p. 583. 

384. G. Curtius Etym. ^p. 337, *p. 379 bemerkt: 'Auch 
hoifw-g wird wie ¥cv-(iO'g ursprünglich wirklich, vorhanden 
bedeuten.' Das findet durch unsere Stelle eine Bestätigung. 

388. Die Auffassung des Verses ist gegeben nach Lehrs 
bei Kammer die Einheit p. 772. 

390. Über die Zwölfzahl dieser Unterkönige vgL H. Leo 
Lehrb. der üniversalgesch. I* p. 267. Die Sache erinnert an die 
aristokratische Verfassung in Attika vor Theseus, wo über den 
zwölf Dynasten der zwölf Distrikte der König stand, femer an den 
von zwölf gotischen Fürsten umgebenen Odin. 

393. Über den Begriff von tccXccvxov vgl. aufser H. Weissen- 
born Hellen (Jena 1844) p. 67 not. 250, Böckh Metrol. Unters, 
p. 33, Naber quaestt. Hom. p. 62, jetzt besonders Fr. Hultsch 
Metröl. p. 104,^ p. 128. 

394. aoXXictj statt des früher gewöhnlichen aoXXisg^ schreiben 
auch Düntzer, La Boche, Nauck, Hinrichs, Cauer nach 
den meisten Handschriften. Das Neutrum ist das einfachere, weil 
es sogleich wieder bei ivl xe^tflv Ijijcöv als Objekt vorschwebt. — 
Das ivl x^Q^^'^ steht hier wie noch g? 399 am Versschlufs, sonst 



42 Kritischer und exegetischer Anhang. &. 

findet sich überall nur iv xbqoL Diese Bemerkung mit Bezug auf 
Meineke zu Theokr. 3, 40. 

396. Statt der überlieferten Lesart I avvov haben Düntzer, 
Cauer und Nauck die Konjektur I avtog, die von H. J. Heller 
im Philol. XI p. 585 vorgetragen, aber schon von Stephan 
Bergler gemacht und von Gr. Hermann Opusc. I p. 315 be- 
handelt worden ist, sich angeeignet und in den Text gesetzt. Mifs- 
lieh bleibt die von Am eis und Kays er gegebene Erklärung von 
ccvvov allerdings, da der das betonte avvov erklärende Gredanke: 
ohne auch uns, den durch die Verletzung des Gastes gleichfalls 
beleidigten, Genugthuung geben zu müssen — doch schwerlich 
so ohne weiteres im Sinne des Sprechenden liegend angenommen 
werden kann. Eher läfst sich I avvov im Gegensatz zu der vor- 
hergehenden Aufforderung ihm als ^eivog Geschenke zu geben, 
fassen: ihn persönlich versöhnen, sofern ein freundliches Wort 
der Abbitte den Sprechenden jedenfalls in eine unmittelbarere Be- 
ziehung zu der Person setzt als die Gastgeschenke. 

403. Über das Verhältnis dieser ganzen Scene zu W 537. 
560 ff. vgl. Gemoll im Hermes XVIII p. 85 f., welcher der Ilias- 
stelle die Priorität erteilt. 

404. Vgl. zu a 196. Sil. Ital. XVI 207. Bei Pausanias 
I 12, 4 wird erzählt, dafs man vor den Zügen Alexanders des 
Grofsen keinen Elephanten in Europa gesehen habe, so dafs ihn 
auch Homer nicht erwähne, ungeachtet das Elfenbein durch den 
Handelsverkehr der Phöniker schon seit den ältesten Zeiten be- 
kannt gewesen sei. Das Elfenbein wird im Homer erwähnt: d 73. 
T 56. 564. 9 7. 1^ 200. J 141. E 583, vgl. Heibig d. hora. Epos 
^p. llOf. 425. — Statt veoTtQlavov vermutet Nauck in d. M6- 
langes Gr6co-Rom. V 2 p. 115 ivitqlavov. 

408. Ttaviiq statt des überlieferten Vokativ navBQ empfehlen 
Naber Quaestt. Hom. p. 135, Harte 1 in d. Wiener Sitzungsber. 
68 p. 456 und Wackernagel in Bezzenbergers Beitrag. IV 
p. 281, %alQB TtdvsQ fioi ^Btvs Nauck in d. Melanges Gr6co-Bom. 
V 2, p. 123. — Über die dem st tcsq mit Emphase vorgesetzten 
Wörter vgl. ^ 113. f* 140. v 143. q 14. K 225. ^116. JZ 263. 
847. X 191. Vgl. auch zu q 223 und zu r 567. v 47. g? 254. 
CO 507. Krüger Di. 54, 17, 12. 

409. Vgl. J 363. Apoll. Rh. I 1334. Horat. carm. I 26, 2 
mit der Note von C. W. Nauck. 

414. Die gewöhnliche Erklärung, die auch Am eis gab: 
^Mögest du nie in eine bedrängte Lage kommen, in der du dies 
Schwert vermissen könntest', leidet an mehr als einem Bedenken. 
Euryalos hat den hohen Wert des reich geschmückten Schwertes 
hervorgehoben, nicht dafs es ihm gleichsam als sein Kampfschwert 
besonders lieb sei: daher der Gedanke an eine bedrängte Lage 
durchaus fern liegt. Sodann bleibt bei dieser Erklärung die Be- 



Kritischer und exegetischer Anhang. ^. 43 

Ziehung von (isvoTttö^s zu dtj, von no^q zu d&Kag aufser Acht, 
überhaupt kommt der ganze nachdrückliche Zusatz zu ^lg)eog in 
415 nicht zu seinem Becht, er könnte eben so gut fehlen. Aus 
diesen Erwägungen ist die gegebene Erklärung hervorgegangen. 

417. Scotland im PhUol. XXXXV p. 1 verwirft den Vers 
und will 418 im Eingange dmQcc ö^ ig statt nal xi y ig schreiben. 

418. Die Formen ayavov^ ayavolj ayavovg stehen überall am 
Versschlufs, die übrigen Formen stets in der bukolischen Cäsur. 

425. avTi] statt des handschriftlichen avr^J empfahl Povelsen 
Emendatt. p. 12 nach den Schol. B. Q.: Kai avxri de nqoacpBQB xo 
fpaqog xaJ xov %ix&vcc. Dann hat Bekker hier wie 441 avrij ge- 
schrieben und darüber im Berliner Monatsbericht 1861 p. 585 
(Hom. Blätter I p. 273) bemerkt: ^selber d. h. deinerseits, als 
deinen Beitrag zu dem Gesamtgeschenk. Ebenso 441. avx^ war 
überflüssig, weil es sich von selbst verstand, gerade wie avx^ sich 
436 zu beiden Präpositionen versteht: beide sind als Adverbien 
zu fassen.' Ihm sind Faesi, Nauck, Cauer gefolgt. Ameis 
hielt avr^J fest, aber wie 441 die handschriftliche Lesart avrt/ 
durch den Gegensatz zn xa ot Oalri^Bg i'dcoKccv 440 gerechtfertigt 
ist, so ist auch hier, da unmittelbar vorher die Geschenke der 
Phäaken der Königin übergeben sind, der persönliche Gegensatz 
der natürlichste, natürlicher als der bei aifxrj von Ameis gedachte: 
in dieselbe Truhe, in welche nämlich die Geschenke der andern 
kamen, — der 441 nach dem Vorhergehenden xl^ei d' ivl TuiX- 
hficc ömQa allerdings auch möglich wäre. Darf man auf die sonst 
im Epos übliche Übereinstimmung in den Angaben über Anord- 
nung und Ausführung einer Sache Gewicht legen, so empfiehlt sich 
jedenfalls eher 425 nach 441 avxri zu schreiben, als umgekehrt 
mit Ameis 441 avx'^ zu korrigieren nach 425. 

429. Nauck schreibt ohne handschriftliche Auktorität, aber 
gestützt auf die gut beglaubigte Lesart olfiog im hjmn. Herm.. 
451 olfwv statt des handschriftlichen vfivov. Vgl. desselben M6- 
langes Gr^co-Bomains III p. 21 f. Die Ableitung des letzteren, 
nur hier bei Homer vorkommenden Wortes von W. vq> weben 
(G. Curtius Etym.* p. 297), welche hier die ansprechende Deu- 
tung ^Gewebe des Gesanges' (vgl. 1^212 (ivd'ovg Kai fn^ÖBa 
vq>alvBiv) ergeben würde, ist zweifelhaft: vgl. Fick Vergl. Wörterb. 
* I p. 230 unt. sumna, Christ Lautlehre p. 135. Neuere Deu- 
tungen: Brugmann in G. Curtius Stud. IX p. 256 von W. siv 
siu nähen vgl. aind. ^ü-mcm Land, Streifen, so dafs vfivog und 
^a'ilJtpdla sich decken; H. D. Müller d. indogermanische Sprach- 
bau I, Göttingen 1879 p. 318 aus (einer Weiterbildung der W. 
so) sam, sim, sum vgl. mhd. nhd. summe tönen für övfivog Lied, 
Gesang. 

435. tcvqI miXim als Versschlufs wie i 328. & 235. £ 346. 
X 374. 512; nur 217 steht es in der bukolischen Cäsur. Zur 



44 Kritischer und exegetischer Anhang, d; 

Ableitung des Wortes von »ijXov (wie (MqXsiog von fMTJXov) bemerkt 
Döderlein Hom. Gloss. § 2105: *mit Feuer aus Brennholz, 
im Gegensatz des d-stov nvQ, des Blitzes und ähnlicher Natur- 
erscheinungen.' Richtiger aber wird es wohl von %aUiv Krjcci ab- 
geleitet; vgl. Lob eck Bhem. p. 286 und Path. Elem. I p. 418. 
Dagegen über das nicht mit kccIsiv zusammenhängende Ktjlov ^Ge- 
schoss' vgl. G. Curtius Etym. I No. 55, *p. 148. — 436. Wegen 
der umgebenden Lnperfekta hält Cobet Miscell. crit. p. 419 S%eov 
statt ix^ccv für notwendig und so hat Cauer jetzt geschrieben. 

443. Die Art der Umschlingung dieses Knotens zeigen uns 
die Abbildiingen der dstae mysUcae auf den Kistophoren. Dieselbe 
Sitte bei Herod. m 123: Tuxtadricccg ds rag XaQvccKag sl%s izolfiag, 
mit der Note von Bahr. Auch Plinius N. H. XXX 1, 4 berührt 
die condUas arcis vestis et eas conHgatas nodi, non cmuli nota, wo 
das am Schlüsse negierte non amüi nota mit Bezug auf die spä- 
tere Sitte des Yersiegelns gesagt ist. Man lehrte jene künstliche 
Verknotung als eine Art geheimer Tradition, wie nach 448 Kirke 
den Odysseus. Sprichwörtlich waren später zur Bezeichnung einer 
unauflöslichen Schwierigkeit der Knoten des Odysseus, der Hera- 
klesknoten, der Gordische Knoten, den Plutarch Alex. 18 ebenfalls 
dsiS(i6g nennt. 

444. H. Köchly Verhandl. der Philologen- Vers, zu Augs- 
burg p. 49 und de Odysseae carmm. I p. 31, H. Anton im Bh. 
Mus. 1864 Bd. XIX p. 441, W. Hartel in der Zeitschr. f. d. 
österr. Gymn. 1865 p. 337, Bergk griech. Litteraturgesch. I 
p. 680 und Kammer die Einheit p. 461 ff. finden in diesem ccvts 
eine anmutige Anspielung auf das Unglück mit dem Windschlauche 
X 28£f. und urteilen demnach, jeder nach seinem Prinzip, über 
die Interpolation unserer Stelle. Dagegen hat Düntzer hom. Ab- 
handlungen p. 579 ff. durch sprachliche Erörterung von atme, 
welchem er demonstrative Bedeutung, etwa die unseres da, bei- 
legt und die Bedeutung wieder abspricht, sowie in der Schrift 
Barchhoff, Köchly etc. p. 102 den angeblichen Widerspruch als 
auf einer sprachwidrigen Erklärung beruhend zurückgewiesen. Wie 
es mit jener von Düntzer angenommenen Grundbedeutung auch 
stehen mag, dafs ccvts hier jedenfalls nicht eine Wiederholung zu 
bezeichnen braucht, erweisen deutlich folgende Stellen, wo mit 
CCVTS einfach eine zukünftige Handlung einer gegenwärtigen 
Situation gegenübergestellt wird: A 340. H 335. 459. I 135. vgl. 
auch S 142. T 127. Liegt aber in avTS nicht die Andeutung der 
Wiederholung einer bereits früher stattgefundenen Handlung 
und denkt Arete bei den Worten an den von Alkinoos 17 318 an- 
gekündigten Schlaf, der regelmäfsig die auf einem Phäakenschiff 
Fahrenden befällt, so ist kein Grund mehr in den Worten eine 
Anspielung auf das Unglück mit dem Windschlauch zu ffnden. 
Auch Schmidt über Kirchhoffs Odysseestudien Kempten 1879 



Kritischer und exegetischer Anhang, d: 45 

p. 10 f. weist die Ansicht von Köchly zurück, indem er bemerkt, 
dafs bei dieser Deutung ccvrs (= wiederum) bei öriXi^iSstcii stehen 
müsse, und erklärt selbst avr« wieder einmal, wie du wohl 
schon früher hie und da gethan haben wirst [?], unter Verweis 
auf (i 279. K 281. A 338—42. Vgl. auch Seeck die Quellen d. 
Od. p. 174, 1. Auffallend ist in den Versen jedenfalls die Ver- 
dächtigung der eignen Leute im Munde der Königin, seltsam im 
Folgenden die Verbindung fiiv äidcis g>Qsal 448, worüber Fulda 
Untersuchungen über die Sprache der homer. Gedichte p. 315 spricht 
. — so dafs der Verdacht einer Interpolation nahe liegt. Jetzt hat 
Scotland im Philol. XXXXV p. 1 dem zugestimmt. Derselbe schlägt 
vor nach Tilgung von 442 — 48 im Anfang von 449 zu schreiben 
^stvov d' airtodiov statt civtodiov d' Sqcc (uv, — 445. Statt der 
Überlieferung lAv iv viyi fieXalvifj hat Düntzer in Fleckeisens 
Jahrb. 1864 Bd. 89 p. 682 övv vr(i (islalvifi vermutet. Aber das 
iv dürfte durch fi 264 und T 160 (verglichen mit o 416) hinlänglich 
gestützt sein. 

450. aöTtccaiog J^lds statt der Überlieferung acnoccliog i6s 
empfiehlt Cobet Mise. crit. p. 295. 

452 f. sind nach Kirchhoff d. hom. Od. p. 213 eine Ein- 
lage des Bearbeiters, Fick hat die Verse aus seinem Texte aus- 
geschieden. 

456 — 68. Dafs diese Abschiedsscene ursprünglich für den 
Eingang des 13. Gesanges bestimmt gewesen sei, nimmt Bergk 
griech. Lit. I p. 679 f. an und Köchly de Od. carmm. 11 p. 19 
hat sie nach v 63 eingesetzt. Fick d. hom. Od. p. 302 hat sie 
als Zusatz des Bedaktors ausgeschieden, vgl. Kirchhoff d. hom. 
Od. p. 213. VgL auch die von Düntzer Kirchhoff, Köchly und 
die Odyssee p. 121 geäufserten Bedenken und dagegen Kammer 
die Einheit p. 125 ff., auch Frey Homer, Bern 1881 p. 32 f. und 
Scotland im Philol. XXXXV p. 2. — 461. Schwierigkeiten in 
dem Gebrauch von Tva findet hier Keil de particularum finalium 
Graec. vi principali et usu Hom. Halle 1880 p. 22 f.,. welche neben 
anderen Anstöfsen denselben dazu führen in 457 — 68 eine Inter- 
polation anzunehmen. Auch Weber Entwicklungsgeschichte d. 
Absichtssätze I, Würzbiu'g 1884 p. 22 bemerkt, dafs hier Tva zu 
einer äufseren Verbindungspartikel herabgesunken sei, da zwischen 
XcciQB und fivriay ifisv kein Gedankenverhältnis bestehe. [?] 

469 — 531. In dieser Erzählung sieht Niese die Entwicklung 
d. hom. Poesie p. 180 eine nachträgliche Wiederholung des 62 ff. 
ursprünglichen Motivs. Nach Bergk griech. Lit. I p. 678 war 
dies vom Nachdichter verfafste Stück ursprünglich bestimmt sich 
an das erste Lied des Demodokos V. 62 — 68 anzuschliefsen, wurde 
aber durch weitere Nachdichtungen aus seiner Stelle verdrängt. 
Köchly de Od. carmm. m p. 18 verwirft 469 — 83 als Inter- 



46 Kritischer und exegetischer Anhang, d: 

polation und versetzt 486 — 521 in die Ehapsodie ^'Odvaaicog ano- 
7tXovg\ Vgl. auch Nitzsch erklär. Anmerk. II p. XLVIII, Hartel 
in Zeitschr. f. d. österr. Gymn. 1865 p. 340 und dagegen Kammer 
die Einheit d. Od. p. 449 ff. und Scotland im PhiloL XXXXV 
p. 5 ff. 

487. Welcker Ep. Cycl. ^ p. 295 vgl. p. 347 vermutet unter 
dem poetischen Namen Demodokos eine wirkliche Person und zwar 
den blinden Dichter von Chios, in dessen Namen der Hymnus in 
Delos gesungen wird, das Haupt der Homeriden von Chios. 

488. Hiermit harmoniert auch Hesiod. Theog. 94 bis 97. 
Der Sinn ist: dich können nicht menschliche Lehrer, sondern nur 
Gottheiten unterwiesen haben. Auf das Vorhandensein mensch- 
licher Lehrer für den Heldengesang Iftfst auch x 347 das avxo- 
äläocKxog d' elfil schliefsen, weil bereits ein besonderer Sttngerstand 
sich ausgebildet hatte. Vgl. A. Jacob über die Entst. der IL 
und Od. p. 10 f. Dafs Apollon hier als der inspirierende Gott 
d er Weissagung zu denken sei, nimmt Nägelsbach Hom. Theol. 
II 25 p. 114 der Ausg. von Autenrieth an. Vgl. dagegen Bergk 
griech. Literaturgesch. I p. 428, Anm. 10, Nitzsch Beiträge zur 
Gesch. d. ep. Poesie p. 30, Welcker episch. Cyclus p. 356. Das 
accentuierte ai ys ist soviel als ah rov roiovde iovra. Vgl. Bekker 
im Berliner Monatsbericht 1861 p. 847 (Hom. Blätter I p. 284). 

489. Die Formel xara aoa^v findet sich nur hier mit einem 
durch yciQ getrennten A/i^v, sonst geht unmittelbar vorher entweder 
€v K 472. A 48. M 85. Sl 622, oder ov B 214. E 759. & 12. 
P 205. y 138. ^ 179. ^ 363. v 181. 

490. Bekker hat den Vers athetiert, auch H. Anton im 
Bh. Mus. 1864 Bd. XIX p. 417 sieht darin den Zusatz eines In- 
terpolators, der eine ausführliche Erklärung vom o2ro^ ^Axaiciv 
geben wollte. Ebenso urteilen Kirchhoff d. hom. Od. p. 214, 
Fick d. hom. Od. p. 316, Köchly de Od. carmm. 11 p. 19. Nauck 
scheint auch 491 verdächtig. 

492. Gegen Am eis' Auffassung von fUTaßi^d'i (Übergang 
von dem erheiternden Gesänge (368) wieder zu einem ernsteren) 
ist von Anton im Rhein. Mus. 1864, XIX p. 429 f. mit Recht 
bemerkt, dafs es nicht einfach sei fiercißrid'i seiner Beziehung nach 
an V. 488, statt an 489. 490 anzuknüpfen und solche Verbindung 
nur möglich sei, wenn man den zweiten Gesang des Demodokos 
für ebenso ursprüngliche als diesen dritten halte. Der Zusammen- 
hang 488 — 491 führt ungezwungen nur auf die in der Anmer- 
kung gegebene Auffassung. Vgl. auch Nitzsch Beiträge zur 
Gesch. d. ep. Poesie p. 197. 

494. Den Akkusativ öolov bieten alle Hss.; nur eine Va- 
riante im Vind. 133 giebt doXto^ das hier teils prosaisch teils 
weniger bezeichnend ist, wiewohl es im Schol. H. als Lesart des 
Aristophanes und Aristarch aufgeführt wird. Auch Vergilius 



I 



Eritiscber und exegetischer Anbang. &, 47 

Aen. II 264 hat in der Nachahmung ipse doli fäbricator Epeos 
das doXov wiedergegeben. Über die Ableitung bemerkt G. Cur t ins 
gr. Etym. I p. 203, * p. 236: 'für die Verwandtschaft von doXoq 
und SilBctq ist /n 262 beweisend/ Übrigens wird der dovQBiog 
ÜTiTtog bei Plutarch Them. ö sprichwörtlich erwähnt. 

495. o7 §\ was hier vorzüglich pafst, statt des gewöhnlichen 
or, aus Harl. und andern Hss. Bekker giebt wegen des ein- 
geführten Digamma dt HXiov: Köchly de Od. carmm. II p. 19 
betrachtet 494 und 495 als unpassende Kompilation. 

499. Eine durchaus abweichende Erklärung des Verses bei 
Bergk griech. Literaturgesch. I p. 434 Anm. 31, mit Recht zu- 
rückgewiesen von Düntzer die homer. Fragen p. 159. — (palvm 
und q)ri(il hängen aufs engste zusammen, da beide zur Wurzel q)a 
gehören, die sich in die beiden Hauptbedeutungen sprechen und 
leuchten (scheinen) teilt. Vgl. A. Göbel in Mützells Z. f. d. 
GW. 1860 p. 421 und 'Homerica' p. 5, Fick Vgl. Wörterb. 
2 p. 1035. 

500. ivd'ev iXciv will Bergk Rhein. Mus. 1864 Bd. XIX 
p. 602 und griech. Literaturgesch. I, 389 in i'v&sv ikcäv ver- 
bessert wissen. Vgl. dagegen Nitzsch Beiträge zur Gesch. d. 
ep. Poes. p. 200 f. — Diese Stelle hat vor Augen Heliodor V 16 f. 
Vgl. auch Köchly zu Quintus Sm. IV 148. — 502. Über 7]6ri 
vgl. besonders Bäumlein Griech. Part. p. 141 ff. 

508. Nach dieser Stelle hat man die Burg an einer Seite 
unzugänglich und abschüssig zu denken, so dafs das Rofs seitwärts 
an den Rand gezogen und von den Felswänden hinabgestürzt 
werden konnte. Arktinos hat nach Proklos Bericht TtaxaKori^vliSai, 
und Tryph. 253 doXixotaiv inl KQtifivotCtv aQa^ca. Dagegen hat 
Vergilins Aen. II 36 nach andern Quellen die Sache verändert. 
Hinsichtlich der Frage nach der Lage Trojas vgl. Hasper Bei- 
träge zur Topographie der hom. Ilias, Brandenburg 1867, u. da- 
gegen Christ in d. Sitzungsber. d. Kön. Bayer. Akad. philos.-philol. 
Kl. 1874 p. 216, Anm. 18. 

509. Über die Etymologie und Grundbedeutung von law vgl. 
L. Kraushaar in G. Curtius Stud. II p. 429 ff. und dazu Bugge 
in Fleckeisens Jahrbb. 1872 p. 95, über die Entwicklung der 
Konstruktion des Akk. c. Inf. bei diesem Verbum Hentze in der 
Zeitschr. für d. Gymnasialwesen XX p. 728 f. 

520. Die Zusammenstellung von zoXfii^aatna viKrjam hat ihre 
Parallele in vTtoöxofUvog xsXiösiev K 303, iq>0Q^rid'6taci %C%i[^civ jk 122, 
Xoxri0a^voq XeXaßiad'at 6 388 u. a., sofern korrespondierende Hand- 
lungen oder korrespondierende Momente derselben Handlung mit 
Vorliebe unmittelbar zusammengerückt werden. Dies hat öfter zur 
Folge, dafs Objekte oder adverbiale Bestinunungen des Hauptver- 
bums durch das Partizip von diesem getrennt werden, wie jli 388 



48 Kritischer und exegetischer Anhang, d: 

rvx^cc ßakoiv xecißaLfii, od 90 (uiXißra lda>v d'i^i^aciOj A 423 tcotI yaly 
XSigag ccsCqohv ßciXlov. Die Verteilung beider Verba auf den Schlufo 
des ersten und den Anfang des zweiten Verses, wodurch die kor- 
respondierenden Begriffe einen besondern Nachdruck erhalten, findet 
sich ebenso, wie hier: l 423. 424 isCqmv ßccXlov, § 214. 215 
slöoQOCDvta yiyvdoKBiv^ ß 314. 315 anovoDv itvv^ctvo^i , ähnlich 
1/29. 30 nc[(ig)civ6(ovra Svvai, Durch diese Einflüsse ist die Stel- 
lung von Tial enBixct (vgl. «9' 510) nach viarjöai im Wesentlichen 
bestimmt. — äicc eigentlich ^durch', dann vermittelst, zufolge, 
nach, wie 82. l 276. 437. v 121. t 154. 523. ip 67. A 72. Vgl. 
Sintenis zu Plut. Themist. c. 18 in der lat. Ausgabe von 1832. 
Zu Krüger Di. 68, 23. Nie findet sich in diesem Sinne bei 
Homer öta mit dem Genetiv. Der Versschlufs öta fi€yad'V(AOv 
^AQ^vriv noch v 121. Sonst wird das Beiwort fAeya'9'viLtog nirgends 
bei Homer einer Gottheit beigelegt. 

523. cog 8i yvvfi kIccI'(i0i, *Der Konjunktiv in solchen Fällen 
ist bedingt durch das Modusgesetz und den damit zusammen- 
hängenden Mangel eines Artikels, ag 6h yvvri nXaUi würde ein 
Faktum, einen bestimmten Fall und also eine bestimmte Frau 
bezeichnen; es hiefse nun den Hörer zum besten haben, wenn er 
aus dem Folgenden entnehmen müTste, dafs im gedachten Vergleich 
gar keine bestimmte Frau gemeint sei, auf deren Nennung er eben 
gewartet, d. h. wenn dieselbe Ausdruckswelse durch Indikativ zu- 
gleich auch den blofs gedachten Fall sollte andeuten können. Dafs 
die Scheidung durch die Modi aber dann einen blofsen (attischen) 
Artikel unnötig macht, leuchtet ein. Interessant ist es aber, dafs 
durch das längere Verweilen bei dieser nur gedachten Scene die- 
selbe im weitem Verlauf für den Griechen solche Lebendigkeit 
gewinnt (schon 526 i] fisv rov), dafs das Bild gleichsam wirk- 
liches Leben wird, daher nachher besonders in dem Hauptmoment 
desselben der Modus der Bestimmtheit kodkvsi (527) slaavccyovai 
(529) hervortritt. Es ist für das Gemüt des Hörers sehr an- 
sprechend, dafs nicht die anfängliche Reflexion das Feld behauptet, 
sondern der kalte Verstand dasselbe dem teilnehmenden Herzen 
räumen mufs.' G. Autenrieth. Es ist dies zugleich eine gram- 
matische Begründung der sachlichen Erklärung von Lessing Lao« 
koon XVI. 

529. Über sTqsqoq vgl. Döderlein Beden und Aufs. II 
p. 118, Lobeck Path. Elem. I p. 176 not. 43, G. Curtius 
gr. Etym. I No. 518, *p. 355, auch Fritzsche in G. Curtius 
Stud. VI p. 319. Für dies ancc^ slQtifiivov scheint der Begriff 
einer konkreten Lokalität am nächsten zu liegen, was auch in der 
Glosse des Schol. P. mit dem spätgriechischen Worte fj kovötzov 
angedeutet ist. Dafs die ^Gefangenschaft' oder das ^Gefängnis' 
auf der Burg zu denken ist, scheint das ava in elaavayovai zu 
beweisen, wenn man dies Kompositum nicht von der Schifffahrt 



Kritischer und exegetisclier Anhang. &, 49 

versteht wie ß 172. Übrigens findet sich die geschilderte Grau- 
samkeit nnr hier, aber ähnliche Beispiele der Barbarei vgl. zu 
a 339. Nitzsch Beitr. zur Gesch. der ep. Poesie p. 328 not. 39 
behauptet, dafs hier *das Einsperren' als *ein der Sitte wider- 
streitender Zug eingeführt' sei, weshalb er p. 338 not. 54 Hn den 
Versen 526 — 529 ein Einschiebsel, eine übertreibende Ausmalung 
der Scene' erkennen will. Auch Nauck bezeichnet 526 — 530 
als suspecti, und Kammer die Einheit p. 448 Anm. stimmt Nitzsch 
bei. Vgl. auch Köchly de Od. carmm. in p. 18. Der Vers- 
schlufs wie N 2. 

531. Vgl. Bernhardy Synt. p. 58. Über den Wechsel und 
die Ableitung der Verba frjSftv imd Xslßetv Lob eck Path. Elem. 
I p. 108 sq. Über den ganzen Zusammenhang, in welchem das 
Lied des Demodokos mit der nachfolgenden Erzählung des Odys- 
seus steht, macht Wilhelm Hartel in der Zeitschr. f. d. österr. 
Gymn. 1865 p. 340 folgende gute Bemerkung: ^Es giebt kein 
natürlicheres und mehr poetisches Motiv, Odysseus' Selbsterzählong 
einzuleiten, als das Lied des Demodokos. Dafs der edle Dulder 
bei der Erinnerung an das, was er im Verein mit edlen Helden 
gethan und gelitten, in Thränen ausbricht, ist eben so wahr ge- 
dacht, als dafs Alkinoos, der allein diese Thränen bemerkt, von 
ungewisser Ahnung ergriffen nach des Gastes Herkunft fragt.' 
Dazu fügte Am eis; ^Um aber zu zeigen, dafs der Wechsel der 
dazwischen liegenden Scenen keine Änderung in der Sachlage und 
Stimmung des Odysseus herbeigeführt habe, hat die altertümliche 
^Breite' der homerischen Dichtungsweise eine Wiederkehr derselben 
Situation mit Wiederholung des ^poetischen' und Vahr gedachten' 
Motives eintreten lassen. Auch G. Hermann De Iteratis apud 
Homerum p. 6 findet die Wiederholung der Verse 93 bis 97 in 
532 bis 536 notwendig und natürlich.' Dagegen bemerkte A. 
Römer in brieflicher Mitteilung: *532 ff. scheint mir hier uner- 
klärlich, wenn man nicht etwa annimmt, dafs die übrigen Phäaken 
mit Blindheit geschlagen waren. Das wichtigste Moment V. 84. 
85 KccXtnIfe dh Ticckct TCQoßcDTca vgl. 92 ist hier übergangen.' Nach 
Kamm er s Ausführungen p. 450 ist diese auffallende Verschieden- 
heit von der ähnlichen Situation 84 ff. daraus zu erklären, dafs 
Odysseus hier durch den selbst gewünschten Gesang vom hölzer- 
nen Pferde die folgende Erkennungsscene herbeiführen will. *Er 
kann und will nicht seine Rührung bemeistem, er verhüllt sich 
nicht mit dem Mantel: so sitzt er da in Wonne und Schmerz auf- 
gelöst und hätte von allen Phäaken bemerkt werden können, wenn 
diese nicht ihre ganze Aufmerksamkeit dem Sänger bis dahin ge- 
schenkt hätten: nur Alkinoos, der diesmal neben dem Fremden 
sitzt [V. 95 scheint ihm aus 534 ungrehörig übertragen] — es 
ist das hier ausdrücklich gesagt 469 — hört den ßciQv axevccxov- 
zog.' Indes hat Scotland im Philol. XXXXV p. 7 ff. gegen 

Hentze, Anh. zu Homers Odyssee. II. 4 



50 Kritischer und exegetischer Anhang, d; 

Eanuners Erklärung begründete Bedenken erhoben und die An- 
sicht ausgesprochen, dafs 532 — 534 zu Unrecht aus 93 — 95 ent- 
lehnt seien und 535 (= 96) ursprünglich gelautet haben möge: 
ahlfa d' a^' ^AXalvoog rote OairjTtsßCi fieri^vda, 

536 — 586. In dieser Eede findet Seeck die Quellen d. Od. 
p. 180 einen klaffenden Bifs zwischen dem ersten Abschnitt 536 
— 571 und dem zweiten 572 — 86, indem die zusammengehörigen 
Fragen von einander getrennt seien, und weist die beiden Ab- 
schnitte verschiedenen Quellen zu; vgl. denselben auch p. 172 f. 
Köchly de Od. carmm. I p. 35 f. hat aus der Rede 551 — 553. 
556—572. 575 f. 578—86 ausgeschieden, W. C. Kayser bei 
Faesi zu V. 550 sieht in 550 — 577 das Stück eines spätem Be- 
arbeiters, der die ^/ihdvov anoloyoi in das vorliegende Gefüge des 
Epos zu verweben hatte. Kirchhoff d. hom. Od. p. 215 ver- 
wirft 572 — 586 als Zusatz des Bearbeiters. Vgl. aufserdem unten 
zu 546 und 564. 

538. ov yiq ttod^ haben fast alle Handschriften: vgl. darüber 
und über den Gebrauch von ov yiq neu La Boche in der Ad- 
notatio critica. 

540. Da nämlich die Präposition und der dazu gehörige 
Kasus des Nomen gleichsam in einen Begriff verschmelzen, so ist 
es gleich, ob die Partikeln öi und vi der Präp. oder dem dazu 
gehörigen Nomen nachgesetzt werden. Die Stellung der Partikeln 
gleich hinter der Präp. ist zwar das regelmäfsige, doch findet 
sich auch häufig die Anfügung hinter dem Kasus des Nomen, 
so dafs also die Partikel an dritter Stelle steht. So Si a 212. 
y 458. ^ 540. K 518. § 120. a 253. (p 299. A 461. JB 194. 424. 
808. J 96. H 248. & 492. 505. 545. K 430. 474. A 151. 273. 
513. N 7. 497. 657. 779. S 229. 69. 313. JI 293. P 607. 
W 254. 338. Sl 274. 275. 459. Und ti % 68. % 140. Krüger 
Di. 68, 5, 1. Ebenso steht hi und %i an dritter Stelle^ wo statt 
der Präposition mit ihrem Nomen zwei andere Worte 6inen Total- 
begriff bilden oder wenigstens als eng zusammengehörig betrachtet 
werden, wie di ? 155. x 29. ^ 14. x 202. 500. A 54. JB 329. 
72. 244. 743. P 170. Sl 665. Und xk in E 442. «F 295. 
Ä 250. Vgl. Bekker Hom. Blätter I p. 286. Dieselbe Stellung 
gilt von ya^, worüber zu q 317. Analog hiermit ist der Umstand, 
dafs xk überhaupt bei einem Wörterkomplex in freierer Stellung 
erscheint, besonders wo die Beziehung auf ein folgendes vmL statt- 
findet: a 385. j3 232. f 191. ^ 403. tf 276. x 368. x 324. A 417. 
JB 136. E 878. Z 317. P316. 2:473. 514. (P 559. ^146. Ä 36. 
632. Vgl. Franz Schnorr v. Carolsfeld Verborum collocatio 
Homerica p. 30 sqq., Bäumlein Gr. Part. p. 212. Aus den 
Spätem geben zahlreiche Beispiele die in Matthiä Gram. § 626 
p. 1503 der 3n Ausg. unter s, t u. angeführten Gewährsmänner. 



Kritischer und exegetischer Anhang. &, 51 

Übrigens folgt hier das ds im Nachsatz zu dem vorhergehenden 
l| ov, wie N 779. Dies zu Krüger Di. 65, 9, 2* 

545. ^Ttofjmri xal q>lXa d&Qcc xtA. habe ich eigentlich nie recht 
verstanden; ich nahm immer das tctÖB 544 allein von dem Mahle 
und dem Liede des Sängers, welches mir allein in diesem Zusam- 
menhang richtig zu sein schien, zudem es ja Odysseus war, der 
zu dem Liede des Demodokos aufgefordert hatte. Soll sich wohl 
TtofiTf^, als Zurüstung zur Entsendung, auf die beim Mahle an- 
wesenden Ruderer beziehen?' A. Römer. — Diese begründeten 
Bedenken sind von den zum folgenden Verse genannten Gelehrten 
im Zusammenhange mit andern behandelt. 

546. Über avrl mit elvai handelt Lahrs de Arist. p. 120, 
^114. Zum Gedanken vgl. Ps. 35, 14. Das Verhältnis zwischen 
Brüdern wird oft als der Mafsstab für die Wertschätzung anderer 
Menschen angenommen. Vgl. Xen. Kyr. VIEL 7, 14. Apomn. 11 3, 
Nägelsbach nachhom. Theol. V 2, 50, und jetzt besonders L. 
Schmidt die Ethik d. alten Griechen II p. 157. Übrigens ist 
Eriedländer Anal. Hom. in Pleckeisens Jahrb. Suppl. III 472 
geneigt die Stelle 542 bis 549 als interpoliert zu betrachten, in- 
dem er an tccds 544, an dem gleichen Versausgange 544 und 546, 
an ToS 548, endlich an dem Asyndeton 546 Anstofs nimmt. Um 
das letztere zu entfernen, hat M. Axt wiederholt avü %a6iyvrixov 
d' UixTiq ^Bivoq r£ vorgeschlagen. Gegen 545 und 546 f. spricht 
auch Köchly de Od. carmm. I p. 35 imter Zustimmung von 
Düntzer Kirchhoff, Köchly etc. p. 102, welcher auch 544 ent- 
fernen will und die ganze Partie bis 572 verdächtigt. Nauck 
bezeichnet 546 und 547 als verdächtig. Kirchhoff d. hom. Od. 
p. 214, Pick und Hinrichs bei Paesi haben 545 — 547 als In- 
terpolation ausgeschieden. Nach Bergk giiech. Litterat. I p. 681 
ist 545 eingeschoben, um auf die Gastgeschenke und die betreffende 
Scene, welche der Ordner vorher eingeschaltet hatte, hinzuweisen. 

551. Bekker hat oi hier in ot verwandelt und dadurch die 
Substantivierung mit dem vermeintlichen Artikel in bedenklicher 
Weise erweitert. Vgl. auch Z 49 und v 208. © 84. 

560. Statt TtoXuxg hat Bekker an den angeführten Stellen 
aus Konjektur die Porm noXig eingeführt. Auch statt des über- 
lieferten TCoXet hat er 569 und an andern Stellen noXi gegeben. 
— ^TCoXiag scheint noXtg nicht noXjag (wie Ttoljog JB 811) gesprochen 
worden zu sein, d. h. die ursprüngliche Länge des i hätte sich 
hier behauptet, wie auch die Endungen — i/o^, ??t, i;£g, ring (über 
welche Delbrück in G. Cui-tius Stud. II, 1 zu vergleichen ist) 
bezeugen; aufserdem wäre auch nicht recht begreiflich, wie das 
Neuionische zu der Porm noXig (wie ytoXiöt) gelangt sein sollte.' 
G. Autenrieth. 

564. Bekker giebt das relative mg noxe und hat 564 bis 
571 athetiert, weil Schol. Q zu v 173, wo Aris tonikos spricht, 

4* 



52 Kritischer und exegetischer Anhaug. &. 

bemerkt hat: (istccKsivrai elg toc xat oiQxriv TtQog ^Odvßßia vno ^AX- 
Mvoov XeyofiBva, Carnuth Aristonic. p. 85: a^BTovvrai' oIkeiozsqov 
yccQ iv totg IJiJg (v 172 seq.) orccv iöcaai xriv vavv ärcoXeXtd'ODiiivriv 
'Into rov no0si6ävog [äöxs &vafU(iviqiSKovtat\ unter Yergleichung 
von X 330, etc. Vgl. auch Lud wich Aristarchs hom. Textkritik 
I p. 572. Auch Nitzsch Sagenpoesie p. 155, Scotland im Philol. 
XXXXV p. 9 f., La Roche in Zeitschr. f. d. österr. Gymn. 1863 
p. 192 verwerfen 564—71, Fick hat 564 — 76 ausgeschieden, 
vgl. Kirchhoff d. hom. Od. p. 214. — Dafs 565 Aristarch 
äyaaa^cii gelesen habe statt ayciaaad'ai, ist eine Vermutung von 
La Koche Didymus p. 25. Dagegen vermutet Naber Quaestt. 
Hom. p. 103 als ursprüngliche Lesart aydasad'ai nnd so hat Cauer 
geschrieben. Vgl. Lud wich Arist. hom. Textkritik I p, 600 zu 
V 173. Zur Sache vgl. Doerries über den Neid der Götter bei 
Homer p. 28 ff. 

571. Ansprechend ist hier die von Barnes und Povelsen 
(Emendd. p. 12 sq.) nach den Winken der Scholien gegebene Kon- 
jektur €^09 statt evtl, 

578. Bekker giebt hier ans Konjektur fiQacDv JavacSv mit 
einem ^cf. & 353' und jcal fiXCov. W. C. Kays er zur Stelle ver- 
mutet velnea ^AQyslcov^ sodafs in den beiden Gliedern die Gegen- 
stände der beiden Lieder 75 — 83 und 500 — 521 angegeben waren. 
Nauck vermutet statt ^AQyslcov — ccxqblov oder wie Bekker 
riQcicav, Fick d. hom. Od. p. 231 schreibt ^AQystcDv re vdav Kai 
FiXlcD olxov aKovcDv nach t 15, van Her wer den im Hermes XVI 
(p. 351 — 79) vermutet: ^AQyttcov xs doXov xat FiXlov. Vgl. dagegen 
Hinrichs bei Faesi. Gladstone Hom. Studien von Schuster p. 78 
will Aavamv adjektivisch verstanden wissen mit der Begründung: 
Menn Homer, der ein achäisches, pelasgisches und iasisches Argos 
hat, konnte auch von Danaer-Argivem sprechen mit dem Hinter- 
gedanken, dafs es auch auf serhalb Griechenlands Bewohner von 
Niederungen gab. Dagegen gab es, so viel wir wissen, keine an- 
dern Danaer als eine einzige griechische Dynastie. Auch gebraucht 
Homer in anderen Stellen Aavaol als Beiwort von i^QCDsg und 
aluirixaC (JB 110. 256. 733. M 419), nicht aber 'Aqyuoi. Es 
scheint, als ob dem Worte ^AqyBlot noch etwas von der alten Be- 
deutung eines colonus anklebte. Als Beiwort von Helena und 
Hera hat es aber rein lokale Bedeutung.' Bergk griech. Litterat. 
I p. 681 weist 578—80 dem Ordner zu. 

580. Vv i'yai statt der Überlieferung Vva yai verlangt die 
homerische Sprache: Ahrens Beiträge zur griech. u. lat. Etymol. 
I p. 130. Ebenso urteilen Leo Meyer in Kuhns Zeitschr. IX 
p. 378 und Cobet Mise. crit. p. 424 und Kirchhoff hat so ge- 
schrieben. 

583. Bergk im Lid. lectt. Marburg 1850: commentatt. crit. 



I 



Kritischer und exegetischer Anhang, d; t. 53 



spec. V p. 6 nimmt Anstofs an airroSv und vermutet av x&v, se- 
eundum liberos et rursus illorum liberos (nepotes). 

585. Hier führen handschriftliche Spuren auf i%Bi ov fiiv 
xol XL xaöiyvi^xoio y so dafs dann insl ov wie anderwärts Synizese 
bildet. Zum Gedanken, vgl. Sprüchw. Sal. 18, 24. 



1 — 38. Zu dieser Einleitung vgl. Kayser hom. Abhandl. 
p. 8. 30 f., welcher in derselben ein jüngeres Stück erkennt, be- 
stimmt zwischen ursprünglich selbständigen Liedern eine Verbin- 
dung herzustellen, und dies aus zahlreichen Entlehnungen und 
eigentümlichem Sprachgebrauch zu erweisen sucht. Ähnlich urteilt 
Niese d. Entwicklung d. hom. Poesie p. 181. Vgl. auch v. Wi- 
lamowitz-Möllendorff Homer. Unters, p. 130. 

3. 4. Diese Verse waren nach Strabo XIV 1 p. 648 die In- 
schrift unter dem ehernen Standbilde des Eitharöden Anaxenor im 
Theater zu Magnesia. 

5 ff. Dafs die im Altertum beanstandeten Verse 5 — 10 auch 
von Aristarch obelisiert seien, vermutet Lud wich Arist. hom. 
Textkritik I p. 572. 

6. ox av evq>QOiSvvfi ist nach W. C. Kayser de versibus ali- 
quot Odyss. disp. III p. 8 die älteste verbürgte Lesart. — Zu 
der folgenden Schilderung vgl. E. v. Leu t seh im Philol. XXXIII 
p. 430. 

14. Statt der überlieferten Lesart x( TCQmov xoi ensixa ver- 
mutet V. Wilamowitz-Möllendorff homer. Untersuch, p. 14 xl 

TCQ^XOV^ Xi 6* S7CSLXCC, 

20. Künstliche Nachahmung bei Verg. Aen. I 378. Zum 
zweiten Hemistichion mit ovQavbv i%bi bemerkt J. La Koche Hom. 
Stud. § 56 folgendes: Wt Ausnahme von P 425 steht bei ovqa- 
vov in Verbindung mit Eko in der Ilias nie ein Epitheton, während 
umgekehrt es in der Odyssee nur i 20 fehlt.' Über den Sinn dieser 
Formel vgl. zu o 329 und Koraes zu Plut. Caes. 15 p. 475. — 
Statt fisv empfiehlt Menrad de contractionis et synizeseos usu 
Hom. p. 96 fioi, 

22. slvoalq>vXXog = iv-So^-al-qyvl'log aus W. J^oO stofsen 
(in dd'ioi)) mit Ersatzdehnung nach Ausfall des Digamma, iwoal- 
ycLiog = iv-J-o^-öt-yccLog mit Assimilation des / an v: Pick vgl. 
Wörterb. ^ I p. 209 unt. 3 vadh, Curtius Etym. * 260, Christ 
griech. Lautlehre p. 224. 

25. Über die homerische Einteilung des Gesichtskreises zu 
•d* 29. Mit Bezug auf unsere Stelle und anf a 57 ff. sagt Cicero 
de orat. I 44: ^nos . . nostra patria delectat, cuius rei tanta est 
vis ac tanta natura, nt Ithacam ülam in ctsperrimis sooctdis tan- 
quam nidülum adfixam sapientissimus vir immortaJitati anteponeret.' 



54 Eritiscber und exegetischer Anhang, i. 

Über die Widersprüche der hier gegebenen Lokalschilderung mit 
den Angaben anderer Bücher, wie mit der Wirklichkeit vgl. Her eher 
im Hermes I p. 263, Bergk griech. Litteraturgesch. I p. 784 AT. 

28. Zur Erklärung von fjg vgl. Brugman ein Problem der 
homerischen Textkritik Leipz. 1876 p. 65 f. Anders Bekker Hom. 
Blatt. I p. 78: *t 28 ist t} yata sua cumsque patria, eines sein Va- 
terland; vgl. 34.' Ebenso G. Curtius Schulgr. § 471 Anm. c. — 
Düntzer hat statt ffg aus Konjektur tijg (d. i. tavxrig) in den Text 
gesetzt und so vermutet auch Nauck. 

29. civzo^L durch iv mit dem Dativ näher erklärt, wie d 302. 
I 617. 201. Sl 673. 707 und durch den blofsen Dativ l 187. 
Ähnlich avd'i durch int tm ß 369. k 166. A 48. M 85, durch 
TtaQoi ZIVI y 156. o 455. I 427. K 209, durch ^ixa xi^i K 62. 
2^ 86, durch iv mit dem Dativ P 244, durch nodmv TtQonccQot^ev 
Q 357. Zu Krüger Di. 66, 3, 3. Ober das adverbiale avzov zu 
^ 68. Die Elision in avTO>' findet hier statt wie 496. k 132. 
^ 67. 327. r 428. E 847. IT 848. T 340. Ä 707 und av^i 
elidiert tc 463. I 690. A 48. M 85. Zu Kr. Di. 12, 2, 9. 

34. Bekker u. W. C. Kayser folgten mit Nitzsch Sagenp. 
p. 169 für 34 bis 36 dem Schol. Q., bei dem diese drei Verse mit 
dem Obelos versehen sind. Vgl. Carnuth Aristonic. p. 87 und 
Lud wich Arist. hom. Textkritik I p. 573. Allein die Athetese 
ist mit Köchly de Od. carmm. II p. 7, Sengebusch Aristonicea 
p. 13 auf 29 bis 36 auszudehnen, wie auch Düntzer in seiner 
Ausgabe gethan hat. Kirchhoff d. hom. Od. p. 216 vgl. 314 
teilt 29 — 36 dem Bearbeiter zu: vgl. v. Wilamowitz-Möllen- 
dorff Homer. Untersuch, p. 130. V. 31 u. 32 scheinen auch Nauck 
unecht. Abgesehen von der an avtod'i V. 29 sich knüpfenden 
Schwierigkeit geben besonders auch V. 35 und 36, welche im 
Cod. Meermann, und Stuttg. fehlen, während Vindob. 56 sie am 
Eande hat, mehrfach Anstofs: ylyvstai an betonter Versstelle ohne 
Nachdruck des Gedankens; der folgende Koncessivsatz läfst auf- 
fallender Weise den wichtigsten Begriff nlovcc fast verschwinden 
vor der dreimaligen Bezeichnung der Entfernung von der Heimat, 
wodurch der ganze Gedanke etwas Schiefes erhält. Möglich, dafs 
der Interpolator bei dem nlova olxov an Aikinoos' Anerbieten t^ 314 
dachte, wie Nitzsch vermutete und W. Jordan Homers Od. über- 
setzt p. 505 f. für die Verse geltend macht. Wir haben hier 
übrigens den ältesten Gemeinplatz über die Vaterlandsliebe, den ^ 
wir bei den Späteren öfters nachgeahmt oder berücksichtigt finden, 
wie Anth. Pal. IX 395, 1, Lucian Encom. patriae 1. 

39 — 61. Dafs das Kikonenabenteuer eine ungewöhnlich grofse 
Anzahl von Versen enthält, die aus der Ilias stammen, hat Ge- 
moll im Hermes XVIII (p. 34 — 96) nachgewiesen und daraus 
gefolgert, dafs dasselbe innerhalb unserer Odyssee verhältnismäfsig 
jung sein müsse, unter Zustimmung von v. Wilamowitz- Mollen- 



Kritischer und exegetischer Anhang, i, 55 

dorff Homer. Untersuch, p. 131. Sodann hat Gern oll Homer. 
Blätter, Striegau 1885 p. 9 ff. noch bestimmter begründet, dafs 
das Stück nicht blofs jünger als das Kyklopenabenteuer, sondern 
auch jünger als das Kirkeabenteuer sei. — Über die Eakonen 
vgl. Crusius in Ersch u. Gruber Encyklopädie, 2. Sektion Bd. 37 
p. 43 ff. . ^ 

43. Die Auffassung von öuQoq rege, rasch, welche hier 
auch Autenrieth im Lexikon annimmt, ist näher begründet in 
Kuhns Zeitschr. XIX p. 425, vgl. auch Bergk griech. Litteratur- 
gesch. I p. 114, Anmerk. 167, Carnuth Aristonic. p. 87, Lehrs 
de Arist. ^ p. 47 ff., Curtius Etym. * p. 235. 

47. Nauck in den M61anges Gr6co-ßom. IV p. 41 ff. ver- 
wirft die Formen yiytova und ysytovirn und setzt iyiymvov als 
Aor. n an; darnach empfiehlt er hier yiymvov statt des über- 
lieferten yeycivsvv zu schreiben. 

51. Seeck die Quellen d. Od. p. 363 will diesen Vers, so- 
wie B 468, weil nur an diesen beiden Stellen bei Homer Sqy 
ohne den Znsatz von laQog oder iaQivq die Bedeutung ^Frühling' 
habe, auf Mimnermos frg. 2 als Quelle zurückführen. Dagegen 
sehen Gemoll im Hermes XVHI p. 44 und Sittl die Wieder- 
holungen p. 15 f. in B 468 das Original, nach dem die Odyssee- 
stelle gebildet sei, während van Herwerden Quaestiunculae ep. 
et eleg. in der Vorrede zu der umgekehrten Annahme neigt. 

54. 55. (Accxfiv gehört zu i^i^ovro^ ist aber zu öTfiöcifUvoi 
im Gedanken hinzuzunehmen. Das avi^aaö^ai (JL(i%fiv heilst ^die 
Schlacht für sich einrichten oder aufstellen' und ist mit konkreter 
Beziehung auf die Wahl des Ortes gesagt, hier naQci vrival d'O'yacv^ 
in ^533 notcifjiOLO itaq^ ojij&aq^ vgl. iv ^OXvfiTCG) g>vX67Cidcc örrjosiv 
X 314, femer ön^acca^ai nokifiovg bei Herod. VII 9, 3. 175. 236, 2, 
und ßoccv iaxa&axo bei Theokrit. 17, 99. Dazu Mqtv (Sx^öai n 292. 
Über ßaXXsLV vgl. Lehrs de Arist. p. 73, ^ p. 61. — Classen in 
Fleckeisens Jahrb. 1859 p. 301 und Priedländer ebd. Suppl. 
III p. 482 f. sehen in den Versen 54 und 55 eine Interpolation 
aus U 533. 534 unter Beistimmung von Nitzsch in denselben 
Jahrb. 1860 p. 870 (wieder abgedruckt in: Beiträge zur Gesch. 
der ep. Poesie p. 121), auch W. C. Kayser bei Faesi, Kirch- 
hoff die Komposition der Odyssee p. 131 f. und die homer. Od. 
p. 312 f. und Fick, Nauck, Hinrichs, Cauer haben die zwei 
Verse ausgeschieden. Dagegen bestreiten die Entbehrlichkeit der- 
selben Schmidt über Kirchhoffs Odysseestudien p. 26 ff. und 
Seeck die Quellen d. Od. p. 171, vgl. auch Kammer die Ein- 
heit p. 326 und Georg Schmid flomerica (Dorpat 1863) p. 28: 
*ut unicuique duci atque auctori rei alicuius armis gestae licet 
utrumlibet dicere, et milites rem gessisse et se ipsum, ita v. 59 
Ülixes dicens daficcauvreg ^A%aiovg^ quod non est ^jnag ^A%(ui(yvq sed 
tovq ^Ayjuiovg^ aut in idem incidisse putandus est, quod illis videtur 



56 Kritischer und exegetischer Anhang, i. 

admisisse v. 54 et 55, aut summo iure ad snos id refert, cuius 
partem magnam se fuisse neminem, qui haec audiret, fugere posse 
putavit/ Wenn nach dem Charakter des ganzen Stückes (vgl. oben 
zu 39 — 61) überhaupt die Annahme von Interpolationen Berech- 
tigung hat, so würde man Grund haben, die angenommene Inter- 
polation noch weiter zu erstrecken. Der formelhafte Vers 56 hat 
in den Parallelstellen 68 und ^86 seinen richtigen Gegensatz 
in den Wendungen: rifiog d' rjiXiog (liaov ovqccvov afig>iß6ßi^KSi und 
fIfMg Sh ÖQVTOfiog tceq aviiQ oTtXlööato öetTCvov, Hier folgt auf- 
fallender Weise der JI 779 wiederkehrende Vers ^fiog tf' rjihog 
fiersvlaaero ßovXv-covde, der dort im richtigen Verhältnis zu der 
Wendung cg>Qa (jtiv riihog fjiiaov ovqccvov afKpißsßi^Tiei steht, wäh- 
rend hier sofort die Frage sich aufdrängt: was geschah denn vom 
Mittag bis zum Spätnachmittag? Auch Friedländer war geneigt 
aufser 54 f. die folgenden 4 Verse zu streichen, Niese d.- Ent- 
wicklung d. hom. Poesie p. 194 verwirft 56 — 59, nicht so ent- 
schieden 54 f., Faust Homer. Studien, Strafsburg 1882 p. 401 
sogar 51 — 58. 

62 ff. Zweifel an der Ursprtinglichkeit von 62 f. an dieser 
Stelle äufsert Kirchhoff d, hom. Od. p. 216. V. 64 f. verwirft 
Fick d. hom. Od. p. 307 besonders wegen -cQlg sKaaxov, das den 
Jonier verrate. 

70. Die Beziehung des iniKceQaiog auf i^tl Ttdg (11 392) 
bestreitet Düntzer in Kuhns Zeitschr. XIII p. 8: ^wHgaiog scheint, 
wie Ttlccyiog^ schief, schräge zu bedeuten,' indem er iyxaQaiog 
bei Thukydides vergleicht. Vgl. auch Fick vgl. Wort. I ^ p. 523 
unter karsa. 

74. avvsxig hat die erste Silbe gedehnt wie Tcägiiif] x 113, 
weil es aus ovv6B%ig entstanden ist. Manche wollen QvvB%ig mit 
verdoppelter Liquida durch Assimilation geschrieben wissen. Vgl. 
Spitzner de vers. her. p. 77, J. La Roche hom. Textkritik 
p. 354 und Hartel hom. Studien I p. 77. Übrigens findet sich 
das övvnyig cthi auch bei Herod. I 67 in aweiitng clIbL Vgl. auch 
zu B 210. 

75. ^v^Mv idBiv hier wie k 143. 379. Z 202. Sl 129 [kqu- 
6lriv.'\ Auch Cicero Tusc. in 26 in der Übersetzung einer ho- 
merischen Stelle hat ipse suum cor edens. Vgl. auch d-vfAoßoQog 
in der Uias und d-vfioduTii^g '9* 185 nebst naxadiittBiv iixoQ it 92. 
g)d'ivvd'Biv xiJQ K 485. (p^ivBiv (pqivag 21 446. Dasselbe Bild bei 
Verg. Aen. IV 66. Xll 801. 

77. Die technischen seemännischen Ausdrücke erläutert Breu- 
sing die Nautik d. Alten> Bremen 1886, vgl. p. 64. 

78 = ;L 10. IIA 152. § 256. Ebenso b 245. q 341. q> 44. 121. 
P 632. Nachahmung bei Verg. Aen. HI 269. 

83. Ix^voBvxa' ccxiq^ was Gerhard Lectt. Apollon. p. 112 
herstellte statt des gewöhnlichen 1%&v6bvx^' avxaQ^ geben mehrere 



I 



Kritischer und exegetischer Anhang, i. 57 

Hss. mit Recht: denn ainaQ steht mit der ersten Rübe bei Homer 
nur in der Arsis; vgl. auch zu J 542. Über den Hiatus, zu & 215. 

84. Das in dieser Erzählung dem Lotos gespendete Lob er- 
innert an den umstand, dafs die Lotosblume bei den Buddhisten 
heilig ist. Mehr über den Lotos bei Buchholz die homer. Realien 
I 2, p. 282 ff., ein Versuch die Sage zu erklären bei Mttllenhoff 
deutsche Altertumskunde I p. 49. 

88. Auf die Bedeutung, welche bei den Landungen und dem 
Kundschaften das Bedürfnis die geschwundenen Mundvorräte zu 
ergänzen hat, macht Brau sing in d. Jahrbb. f. Phil. 1887 p. 4ff. 
aufmerksam. 

90. Dieser Vers steht in den ältesten und besten Hand- 
schriften (in der des Eustathius, im Harleianus, in den Breslauer 
Membranen, im Cretensis des Michael Apostolius und in andern) 
vor ot tLveg avigeg xtl., in andern wie im Vind. 133 am Rande, 
und findet sich erst im Vind. 56 nach diesem Verse wie x 102, 
woraus sich schliefsen läft, dafs der Vers vor dem zwölften Jahr- 
hundert auf nngeachickte Weise aus x 102 hier eingeschoben sei. 
Sodann steht dieser Vers im Widerspruch mit 94. 95, weil der 
Ausdruck dieses Gedankens nicht blofs drei, sondern vielmehr eine 
gröfsere Anzahl der zur Erkundigung abgesandten voraussetzt. 
Der Vers verletzt auch die homerische Sitte, insofern er eine ein- 
fache Rekognoscierung zu einer förmlichen Gesandtschaft steigert, 
welche nur x 102 an ihrem Platze ist. Für das Rekognoscieren 
dagegen verwendet Odysseus, wie beim Kyklopen und bei der 
Kirke, beliebig viele Genossen. Vgl. über dies alles die gründ- 
liche Erörterung von W. C. Kayser im PhUol. XVII p. 350 ff. 
Die Unechtheit des Verses erkannten auch Richard Franke in 
Fleckeisens Jahrb. 1856 p. 199, Nauck, Kirchhoff d. hom. Od. 
p. 216, Köchly de Od. carmm. II p. 8 u. andere. Bekker hat 
den Vers beibehalten. 

97. 'Da das Vergessen nicht Sache freier Entschlief sung ist, 
sondern unwillkürlich sich einstellt,' so vermutet Nauck in den 
M61anges Gr6co-Rom. IV p. 603 f. und ebenso Naber Quaestt. 
Hom. p. 93 kad-ovro als ursprüngliche Lesart statt des überlieferten 
ka&ia&aL, Vgl. dagegen van Herwerden im Hermes XVI p. 371. 

99. Die Erklärung der Worte ino fvya hier und v 21 'unter 
Deck' giebt Breusing die Nautik der Alten p. 38, indem nach 
ihm ^vyä die Deckbalken sind, welche als Unterlage des Decks 
dienten. 

102. fii} Ttag, statt des gewöhnlichen (m/j tcgo, aus Eustathius, 
Vindd. 133 und 56, cod. Gonzagae, Hamb., wie dies fii^ noog mit 
dem Konjunktiv oder Optativ noch an 25 Stellen gefunden wird; 
dagegen steht (irj nm an den übrigen vier Stellen, wo es sich 
noch findet, % 431. a/; 59. P 422. 2 134, mit dem Imperativ. 

105. Dieser Übergangsvers ist Kirch hoff d. hom. Od. p. 216 



58 Kritischer und exegetischer Anhang, i. 

auch hier verdächtig: besonderer Grund, zur Niedergeschlagenheit 
war in diesem Falle nicht vorhanden. 

106. Über das Märchenhafte in der Kyklopensage vgl. Bender 
die märchenhaften Bestandteile d. hom. Gedichte, Darmstadt 1878 
p. 27 ff.; Anklänge daran in der mongolischen Heldensage bei 
Jtilg in den Verhandlungen der Innsbrucker Philologen- Versamm- 
lung, andere Litteratur über die Verbreitung der Sage bei Sittl 
Gesch. d. griech. Litterat. I p. 40, vgl. auch unten zu i 366. 
Die Polyphemsage in modern hellenischer Gestaltung in: Land und 
Leute in Nord-Euboea, ländliche Briefe von Georgios Drosinis, 
übersetzt von Boltz, Leipz. 1884 p. 171 ff. — v. ßaer über die 
homerischen Lokalitäten in der Od. Braunschweig 1878 p. 2 deutet 
das Land der Kyklopen auf Malta, vgl. dagegen v. Wilamowitz- 
Möllendorff Hom. Unters, p. 164. 

106 — 181. Dafs auch im Kyklopenabenteuer Stücke vor- 
kommen, welche, wie 106 — 115 streng genommen nur im Munde 
des Dichters, nicht des Selbsterzählers passend sind, haben Hartel 
in Zeitschr. f. d. österr. Gjmn. 1865 p. 327 f. und Schmidt über 
Kirchhoffs Odjsseestud. p. 17 ff. gegen Kirchhoff ausgeführt. Zum 
Teil darauf beruht es, wenn Bothe de vetere quem ex Odyssea 
KirchhofBus eruit votfi« p. 23 die nächste Partie 107 — 181 als 
nicht ursprünglich verdächtigt. 106 — 151 sind auch von Gitl- 
bauer philol. Streifzüge p. 145 ff. einer scharfen Kritik unter- 
zogen: derselbe verwirft 113. 114. 117. 122 — 124. 143 und stellt 
116. 118—21 zwischen 141 und 142. 

108. 109. Dies ist eine öfters citierte oder berücksichtigte 
Stelle: vgl. Strabo XI 4, 3 p. 502; Lucian Paras. 24; Phalar. 11 8; 
de mercede cond. 3; rhet. praec. 8 z. E.; Saturn 7 und 20; Plut. 
Grylli 3 p. 986. Vgl. auch Boissonade zu Philostr. Her. 
p. 290 sq. 

114. Über ^€(uatBV€i vgl. H. L. Ähren s die Göttin Themis II 
(Hannover 1864) p. 11 ff. Über diese patriarchalische Monarchie 
des Familienhauptes als ursprüngliche Eegierungsform im Natur> 
zustande Piaton de leg. HI 3. Vgl. Hermann gr. Privatalt. 
§ 9, 1. W. Grimm die Sage von Polyphem (Berlin 1857) p. 18 
bemerkt darüber: *Wenn wir sonst im Homer Länder und Völker 
in einem geordneten öffentlichen und häuslichen Leben erblicken, 
werden hier uranfängliche Zustände geschildert, eine von den Ein- 
wirkungen menschlichen Treibens noch unberührte, in wilder Pracht 
und grofsartiger Fülle sich entfaltende Natur, bewohnt von dä- 
monischen Biesen die, unbekannt mit Sitte und Gesetz, nur der 
Willkür folgend in rohen Felsenhöhlen hausen. Jetzt, zum ersten- 
mal, scheint es, landen Bewohner gesitteter Länder an dieser 
Insel, und Homer hat was die Sage von der Begegnung der Men* 
sehen mit den Kyklopen erzählt in die Irrfahrten eines berühmten 
Helden verflochten.' Vgl. auch Haake der Besitz und sein Wert 



Kritischer und exegetischer Anhang, i. 59 

bei Homer p. 5 u. 9. — 115. Die Annahme der Variante akoxov 
bei Aristoteles (La Boche Hom. Textkritik p. 29) widerlegt 
Eömer in d. Sitzxmgsber. der Bayer. Akad. philos.-philol. Kl. 
1884 p. 277. 

116 ff. ^Es ist sehr auffällig, dafs dieser Ziegeninsel eine 
liebevoll eingehende landschaftliche Schilderung, fast wie der Insel 
der Kaljpso und dem Garten des Alkinoos gewidmet wird^ ohne 
dafs dafür, wie in diesen beiden Fällen, ein poetisches Motiv er- 
sichtlich oder damit eine in dieser Scenerie spielende bedeutsame 
Handlung vorbereitet würde:' W. Jordan Homers Od. übersetzt 
p. 507. Derselbe vermutet auf Grund dessen, dafs ein Stück darauf 
bezüglicher Erzählung verloren gegangen sei, etwa ein von Odyss. 
mühsam überwundenes Gelüst seiner der Irrfahrt müden Mann- 
schaft sich in diesem kleinen Paradiese anzusiedeln, während Fick 
d. hom. Od. p. 308 meint, dafs die Ziegeninsel ursprünglich der 
Schauplatz der an die Kyklopeia sich anschliefsenden Nekyia ge- 
wesen sei. Vgl. auch Seeck die Quellen d. Od. p. 364. Dagegen 
findet Maurer Cruces philologicae, Mainz 1882 p. 28 ff. einen 
typischen Zusammenhang zwischen dem Abenteuer des Odysseus 
und der vorausgehenden Schilderung des Eilands: wenn in der 
Gestalt des Odysseus der griechische Geist, genauer der Geist des 
Seegriechentums mit seiner Kultur in idealer. Verklärung sich 
selbst objektiviere, so werde das Kyklopentum in seiner Unkultur 
die Folie für das Hochgefühl des griech. Seevolkes in seiner Kul- 
turarbeit. 

116. Zenodots Lesart ineix iXdxsta geben Bekker, wie vor 
ihm schon Voss und Bothe, Nauck, Cauer, Hinrichs, vgl. 
G. Curtius Erläuter. zur Schulgr. p. 71 [^75]. Aristarch Xaxeia. 

117. Früher wurde hier, wie auch bei Bekker, nach Kv- 
Ttkciitcav ein Komma gesetzt und yatrig von Xtfiivog abhängig ge- 
macht. Aber durch Änderung dieser Interpunktion, wie es im 
Texte geschehen ist, gewinnen wir eine einfachere und natürlichere 
Verbindung. 

120 f. sind von Fick d. hom. Od. p. 307 f. wegen der un- 
homerischen Worte el0oL%vBV(ii und Tivvriyirai verworfen. — 122. 
Ein Emendations versuch van Herwerdens im Hermes XVI (p. 
351 — 79) lautet: ovr aqa noifiiiStv 7] ye nctxldx^xai ovS* aQovfJQötv, 

125. Zur Erklärung der TtaQeuxl der Schiffe vgl. Breusing 
die Nautik der Alten p. 36. 

126 — 29 werden von Fick d. hom. Od. p. 308 ^als ionisch 
erwiesen durch teXioLev SwxiSra und tY.vevyLSvoL verworfen. 

136 f. Angeführt werden die beiden Verse von Max. Tyr. 
XXXI s. 2. Übrigens bemerkt Nauck zu 137: spurius? und 
I^ntzer hat in der Ausgabe denselben eingeklammert. 

138 f. ^nach 136 f. das reine Geschwätz' von Fick d. hom. 
Od. p. 308 wegen des ionischen vavtioav verworfen. 



60 Kritischer nnd exegetischer AnhaDg. i. 

143. *Der ionische Interpolator verrät sich durch TtQovqxulvtt^ 
Idkd'at': Fick d. hom. Od. p. 308. 

144. Ttsgl vrivalj statt des gewöhnlichen naga vrivcCj ist die 
Lesart des Aristarch, wie aus der Notiz des Didjmus im Schol. 
H ovxfog negl vrivdlv hervorgeht. Dieses jzeqI bieten auch die 
Vind. 133 und 60, Vrat., M. Vgl. J. LaEochein der ^Unterrichts- 
Ztg. für Österr.^ 1864 p. 207. Nachahmung bei Verg. Aen. HI 
686 ff. Angeführt werden 144 und 145 von Galenus in Hippocr. 
epidem. VI 4, 19; dazu in comm. T. XVII p. 2 p. 186. 

145. ovQavo&sv^ was auch Bekker statt ovQavo&s aufgenom- 
men hat, geben bei La Boche alle Hss. mit Becht, weil d'ev 
an Nominibus den Schlufskonsonanten nie abwirft. Daher ist § 352 
^vQTjd'^ aus d'v^d'i und t 237 OLHod'^ aus o^nod'i elidiert. Vgl. 
Spitzner zu Sl 492, Lobeck Elem. 11 p. 146, Bekker Hom. 
Blatt. I p. 32. Aristarch soll ovgccvod'e geschrieben haben, 
Lud wich Aristarchs homer. Textkritik I p. 574 vermutet, dafs 
Aristarch vielmehr oifQavod't schrieb. 

147. Ebenso steht im zweiten Gliede ovre nach ov im ersten 
l 483. X 265. Vgl. Fr. Franke de usu particularum ov8i et 
ovts (Rinteln 1833) p. 21 sq., Krüger Di. 69, 64, 2, auch G. 
Wolff zu Soph. Ai. 428. Das ovv im zweiten Gliede der nega- 
tiven Partition wie noch k 200; sonst steht es überall im ersten 
Gliede: a 414. ß 200. f 192. P 20. T7. 7t 302. q 401. @ 7. 
n 98. Zu Krüger Di. 69, 62, 2. Dagegen ovdi xtg ovv nur g 254. 

149. Zur Erklärung von iia&eCloiisv tarla navxcc vgl. Breu- 
sing die Nautik der Alten p. 56 u. 64. 

159. Statt des gewöhnlichen ig de sKccöTriv geben der Harl. 
und andere Hss. bei La Roche iv öh sKccatifii vgl. 164. 392. 
A 142 und anderwärts. Krüger Di. 68, 12, 2. 

161. 162 = 556, 557. k 183. 184. 476. 477. (i 29. 30; 
der erstere Vers auch t 424. A 601, und von nQOTtav ri(iaQ an 
T 162. Sl 713. Abweichend ist nur co 41. 

167. Vgl. besonders Lob eck *de vocabulis sensuum eorumque 
confusione' in dem Rhem. p. 329 sqq. Der Vers wird von Düntzer 
verworfen und ist auch Nauck verdächtig. 

182. Dem in aytiog eüdofiev verletzten Digamma, wie Bekker 
im Berliner Monatsbericht 1861 p. 587 (Hom. Blätter I p. 276) 
bemerkt, ^ist schwerer zu helfen. Vielleicht svgofisv^ wie x 252.' 
Cobet Mise. crit. p. 352: J-Cdofisv CTtiog statt aniog stdofuv. Gegen 
das in der Form slöov (mit eldeg^ Blöe^ eiöofuv^ höovto) angenom- 
mene Digamma verhandeln eingehend A. Leskien de digammo 
p. 33 und A. Nauck M61anges Gr6co-Romains II p. 406 ff. 

183. Gitlbauer philolog. Streifzüge p. 153 ff. scheidet die 
Worte ivd-a 8a bis laveOKov aus. — 184. Die Auffassung -von 
avlrj als Hofmauer ist begründet von H. L. Ahrens avlij und 
villa. Hannover 1874 p. 14. 



Kritischer und exegetischer Anhang, e. 61 

185. Für das riesige ungeheuer ist auch die ganze Umgebung 
^hochragend' oder ^gewaltig': aniog 183, Sx&og 233, d^vgeog 240, 
vfidvg 296, ^v^al 304, ^OTtakov 319. Über nkvg 186 vgl. Hehn 
Kulturpflanzen etc. p. 205. 

189. ad-SfiUana sidivat und ähnliche Verbindungen: zu a 428. 
ß 231. y 244. 277. ö 460. 696. e 182. ^ 584. X 432. v 405. §288. 
433. T 248. 329. 9 85. Ähnlich fiavd'avetv zu Z 444 und inlataad'ai 
zu J\r223 und q)Qovstv zu Z 162. Vgl. J. La Roche Hom. Stud. 
§ 84, 8. Nägelsbach zu B 213. 

192. Bekker schreibt oxs (palvnai im Sinne von otav 
qxnCvritccL^ ich habe Wolfs Trennung von xb als Pronomen bei- 
behalten. Döderlein öff. Reden p. 357 will das Komma nach 
vhqBvxi gesetzt wissen, sodaTs v'^X&v oQimv mit 0:71;' aKktov zu ver- 
binden sei und Polyphemos mit einem in der Ebene von den 
Bergen getrennt emporragenden Felsen verglichen werde. Aber 
das giebt eine bedenkliche Wortstellung, da ein vor dem Relativnm 
stehender Genetiv sonst von diesem Pronomen abhängig ist, vgl. 
die Beispiele zu e 448. Ähnliche Vergleiche und Nachahmungen 
dieser Stelle E 560, Kallim. h. in Dian. 52, Verg. Aen. IX 674, 
Lucian VII 790, Stat. Theb. III 13. 

198. Über afiq)ißsßi^7isiv vgl. Autenrieth bei Nägelsbach zu 
A 37, auch C. Hentze im Philol. XXVII, 524. Andere wie Nitzsch 
und Nauck konjicieren afiq)ißiß7}KSv, Allein das Plusquamper- 
fectum harmoniert mit dem Glauben der alten Hellenen, nach 
welchem die Götter eine zerstörte Stadt zu verlassen pflegten; vgl. 
F. Jacobs verm. Schriften III p. 465 f. und die Erklärer zu Verg. 
Aen. n 351. Über den im vorigen Vers erwähnten Maron vgl. auch 
Phüostr. Heroic. praef. 1 p. 661 und 2, 8 p. 680. — 200. Statt 
des überlieferten ©xa* vermutet Nauck in d. M61anges Gr6co- 
Rom. V, 2, 98 vcctev. 

209. Es ist eine märchenhafte Dichtung, um die unerhörte 
Stärke des Ismarischen Weines hervorzuheben, von dem auch Pli- 
nius N. H. XIV 6 zu erzählen weifs. Ein solcher Wein gehörte 
dazu, das riesige Ungetüm zu bewältigen. Indes verwirft Fick 
d. honu Od. p. 95 und 308 den Vers, tilgt auch %ev^ zu Anfang 
des folgenden und schreibt dann oöfia 8h J-döeLa. 

221. Zur Sache vgl. A. Thaer im Philol. XXIX p. 602. 

222. An Stelle des überlieferten sQöm vermutet Müller- 
Strübing in 0. Schades Wissenschaftl. Monatsblätt. Vn p. 69 ff. 
o^Cot nach Hesjch. oqcoI' tmv aqvav ol e6%atoi> ysvofisvoi, — Statt 
vatov empfiehlt van Herwerden im Hermes XVI (p. 351 — 79) 
k'vaovj weil das Wort sonst bei Homer kurze Stammsilbe zeige. 

V Aristarch las vaiov^ vgl. Lud wich Aristarchs Homer. Textkritik I 
^ iwß74. 

231. ^Die homerischen Helden opfern, was sie selbst zu essen 
haben, sogar Käse t> 231, wo nicht, wie P. Stengel Jahrbb. 1882 



62 Kritischer und exegetischer Anhang, i, 

p. 672 annimmt, ein rituelles Käseopfer gebracht wird, sondern 
Odysseus und seine Geehrten eben nur deshalb den Käse zum 
Opfer verwenden, weil sie selbst nichts besseres zu essen haben, 
da sie naturgemäfs an den vorhandenen Ziegen und Lämmern sich 
aus Rücksicht auf den zu erwartenden Wirt nicht zu vergreifen 
wagen. So wird aus Not auch Wasser gespendet, wenn kein Wein 
zur Hand ist |ii363': Bernhardi das Trankopfer bei Homer^ 
Leipz. 1886 p. 4. Dies gegen Pökel Bemerkungen p. 10, welcher 
bei idvaafiev an eine Weinspende gedacht wissen wollte. 

235. Die Lesart SKvoa&ev steht mit 233. 234 in Widerspruch, 
nur SvToad'sv kann richtig sein. Denn dafs er wieder hinaus- 
gegangen sei, kann bei avrccQ o ;^€ 237 wohl vorausgesetzt werden; 
aber ein Hereinholen des Holzes etwa nach dem Eintreiben der 
Herde oder ein Vorrat desselben in der Höhle für die in 251 
angegebene Handliing müfste ausdrücklich erwähnt sein. 

239. H. Rumpf Beiträge zur hom. Worterklärung (Gief8enl8öO) 
p. 10 ff. hat hier und 338 statt Ixto-O'fv die Konjektur i'vxod'ev auf- 
gestellt und allseitig begründet. Die Form i'vtod'sv für ivxoö&ev 
hat er aus Gramer Anecd. Öxon. I p. 177, 31, Bekker Anecd. IL 
p. 945, 22 nachgewiesen. Dieselbe erscheint auch ^316 im cod. 
Augustan. mit der Randglosse yg. ßivd'eöLv^ wie J. La Roche im 
Philol. XX p. 713 angiebt. hto^ev verteidigen Döderlein Hom. 
Gloss. § 2085 und Düntzer in seiner Ausgabe, auch Weiden- 
kaff nonnulla ad syntaxin Homeri. Wittenberg 1870 p. 1. — In 
241 hat Bekker dvonTiauFeUofi synthetisch gegeben, Cobet Mise, 
crit. p. 381; övco xal iJ^elKod, 

242. Statt des überlieferten mQciKVTikoi hat zuerst Barnes 
xeaaciQcciivKkot vorgeschlagen, um das Metrum herzustellen, und so 
schreiben Nauck, Düntzer, Hinrichs, Cauer. Ich habe die 
Überlieferung xstQccKVKXot beibehalten, vgl. die sorgfältige Zusammen- 
stellung analoger Fälle bei Weinkauff homer. Handbuch p. 113 
und Hartel Homer. Studien I p. 61. 126. Sodann giebt Bekker, um 
der Analogie willen, statt des überlieferten oxUaaetav die Form 
6%kr^<ssiav^ die nur im Augustanus und Marc. 456: La Roche steht, 
jetzt auch Cauer. 

243. riXißcexog wird gewöhnlich mit ahip bei Hesych. zu- 
sammengebracht, eigentlich * saftlos, daher welk, hart', also SXiijf 
mit der Weiterbildung aXCßag und tjUßaxog^ wozu auch Xinag Mie 
Klippe' gehöre. K. Schenkl in der Zeitschr. f. die österr. Gymn. 
1859 p. 510 glaubt in aXtip die Wurzel Xtn zu erkennen in dem 
Sinne *glatt, und daher schroff, steil'. Bezzenberger in seinen 
Beiträgen IV p. 344 zerlegt das Wort in ri-XCßaxog wie ri'Xayiaxri 
und erklärt aus Xelßetv giefsen: vom Regen begossen, ausgewaschfip, 
nackt oder schroff. Noch andere Erklärungsversuche im Anhang 
zu JI36. Vgl. auch Lobeck Elem. I p. 372 und 305, Leiden- 



Kritischer und exegetischer Anhang, i, 63 

roth in Jahns Neue Jahrb. Suppl. XII p. 426, H. Eumpf de aedibus 
Homericis I p. 30 sq. 

263 — 2ÖÖ. a&stSL ^Aqi6xoq>avrig ^ dem Bekker gefolgt ist. 
Vgl. A. Nauck Aristoph. Byz.p. 28. Auch Köchly de Od. carmm. II 
p. 8 hält die drei Verse hier für unecht. Vgl. dagegen Kammer 
die Einheit p. 420 ff. 

271. Bekker hat hier Athetese geübt, mit Beistimmung von 
Köchly de Od. carmm. II p. 8 und Kirchhoff die hom. Od. p. 217; 
Pick hat den Vers ausgeschieden, auch Nauck bemerkt: spurius? 
Aber Düntzer bemerkt hier mit Becht: ^Die dringende Hin- 
weisung auf Zeus verrät die Furcht des Odysseus.' Berücksichtigt 
ist der Vers von Piaton Soph. I p. 216^ — tJTjer die Bedeutung 
des Zeus ^ivtog bemerkt v. I bering die Gastfreundschaft im Altertum 
(deutsche Eundschau 1886/7 Bd. III p. 440): „Zeig U^i^og ist der 
Gott der Fremden im doppelten Sinn des Worts. Im ethischen: 
er schützt sie; im historischen: sie haben ihn gebracht — er ist 
nichts als der ins Griechische übersetzte Gott Baal der Phönizier." 
Derselbe nimmt für die Gastfreundschaft bei den Griechen phöni- 
zischen Ursprung an: ^Für den Handel berechnet, ist das Institut 
von dem Handel svolk der alten Welt, den Phöniziern geschaffen 
worden imd der Handel hat es den Griechen und Römern zu- 
getragen.' 

276. Über die Trennung des insl ^ vgl. Lehrs Q. E. p. 62 sqq.. 
Spitzner zu ^156. Es findet sich wie hier vierzehnmal vor itoXv 
(pigtegog: (i 109. 7t 89. tp 154. % 289. A 169. A 56. 307. & 144. 
211. K5Ö7. T1S6. 368. X40 (ohne ^ nur Z 148. If 105); und 
vor fidka % 465. A 156. Dabei wird man sich aus Homer, wie 
Bekker im Monatsbericht 1860 p. 457 (Hom. Blätter I p. 262) 
bemerkt, ^erinnern, dafs ^ jitaAa und r\ noXv^ gerade wie ij (liyccy 
gewöhnliche Verbindungen sind, die durch eine davor tretende 
Konjunktion nicht zerrissen werden können, da eine solche ja 
lediglich ihren Satz mit der übrigen Periode verknüpft, ohne irgend 
ein einzelnes Wort des Satzes zu afficieren.' Man findet nach i^tel 
jioch Tj %al n 442. 2^437, 17 <pfito q 196, ^ q>iaav 1 31; und ^ ^a 
xoi T 556. Gegen die Trennung iitsl fi spricht Bäumlein Griech. 
Part. p. 121 und in Fleckeisens Jahrb. 1862 Bd. LXXXV p. 194f. 
Vgl, auch Autenrieth bei Nägelsbach zu A 156. Übrigens steht 
dieses iittl ^ an sämtlichen Stellen als Anapäst. — Was den Sinn 
dieser Stelle betrifft, so erkennen die Kyklopen zwar das Dasein 
der Götter an, aber in übermütigem Vertrauen auf ihre Kraft 
glauben sie gegen Fremdlinge nicht an diejenigen Pflichten ge- 
bunden zu sein, welche durch Gesetze der Götter bestimmt sind. 
Dagegen erklärt J. La Eoche in der Zeitschr. f. d. österr. Gymn. 
i§64 p. 557 mit Bezug auf Krüger Di. §44, 3, 6 den Plural 
KviilüDTtsg 275 'ein Kyklop, wie ich einer bin. Dies ist dann 
nur von Polyphem zu verstehen, während die anderen Kyklopen 



64 Kritischer und exegetischer Anhang, t. 

nach wie vor gottesfürchtige Männer bleiben' u. s. w. Aber bei 
dieser Erklärung ist ovd' av iyoi 277 übersehen, wodurch Polyphem 
sich selbst den andern Eyklopen anreiht. Hierzu kommt der bei 
den besten Schriftstellern gebräuchliche Übergang von der dritten 
Person zur ersten oder zweiten: vgl. die von 0. Schneider im 
Philol. XXni p. 415 ff. gegebenen Beispiele und Nachweisungen, 
unter denen auch E 87 8. If 1Ö9.P248 erwähnt sind, auch Aristonic. 
ed. Camuth zu i 106 p. 88. 

277. Diese Stelle hat nach der Verbindung des Gedankens 
mit dem Vorhergehenden ihre nächste Parallele in (P 357. 358 ov 
Tt>g Col ye d'sav Wvai' avxLfpBQi^Biv ^ ovö^ av iya Col y oade nvgl 
g>keyid'ovtL fjuxxolfiriv (ähnlich ist auch a 175 — 177): an beiden Stellen 
macht der Eedende von einem allgemeinen Satze eine specielle An- 
wendung auf sich selbst. Nun zeigt (P 358 deutlich, dafs dieser 
negative Optativ mit av keineswegs auf einen nachfolgenden oder 
etwa zu ergänzenden Bedingungssatz mit si und Optativ berechnet 
ist, vielmehr ohne alle Voraussetzung die Vorstellung ablehnt (in 
gleicher Weise, wie die Fragen mit Ttag av und Optativ in nega- 
tivem Sinne vgl. a 65. K 243. 1437 mit Z 128. 129. 141) und 
zwar als Folgerung aus den im Zusammenhang liegenden Gründen, 
vgl. auch Philol. XXIX p. 141 f. Ich verstehe also den Optativ 
mit av hier: ^auch ich werde nicht aus Scheu vor Zeus Feind- 
schaft dich schonen.' In Bezug auf den folgenden Bedingungssatz 
stehen unserer Stelle parallel: e 177. 178 und x 342. 343, wo in 
gleicher Weise mit sl firj die einzige Voraussetzung, unter welcher 
die im Hauptsatz gegebene Erklärung hinfällig wird, hinzutritt: es 
müfste denn sein dafs. Anders L. Lange der homer. Gebrauch 
der Partikel el I p. 462 ff. 

283. Über via als eine durch Synizese entstandene Länge vgl. 
Hephaestio 2 p. 23 ed. Lips. Ähnlich 8 757. t 44. k 185. 300. 
^282 und besonders Qea im Versanfange iV 144. P461. 2^263, 
vgl. Ahrens Pa p. 9. So Aristarch. Vgl. dazu Ludwich Arist. 
hom. Textkritik II p. 260. Andere scheinen hier ursprünglich v^' 
a(iriv Tuxtia^e oder vija ifir^v (wl sa^s gelesen zu haben. Vgl. y 298. 
Nauck vermutet v^' afwjv nach dem Vorgange van Gents in 
Mnemos. vol.3 p. 277, vgl. Wackerna gel in Bezzenbergers Beitr. IV 
p. 287, welcher verbessert vif afifiriv und (noi tilgt, ebenso Pick 
d. hom. Od. p. 1 f., Menrad de contractionis et syniz. usu Hom. 
p. 80: VYivv fdv (Wi naTsJ-a^e, 

286. Zur Beseitigung des Hiats xotads iyjtinfpvyov schlägt 
Cobet Mise. crit. p. 353 vor zoliSiS* vniTup, 

298. öt>ä mit dem Genitiv von der kontinuierlichen Ausdehnung 
durch etwas hindurch in 6iner Richtung, wie x 391. (i 206. 
335. 420. Q 26. E 503. Z 226. i 468. K 185. A 754. Vgl. ^ußji 
zu ri 40. 

301. 302. Vgl. den Anhang zu t 480. Die Erklärung der 



Kritischer und exegetischer Anhang, t. 65 

Stelle ist ausführlich begründet von Oppenriederde duobus Homeri 
locis. Augsburg 1865 p. 11 ff. 

314. mg ei ts hat hier das Verbum finitum ausdrücklich bei- 
gefügt, wie X 420. B 780. I 481. N 492; ebenso mg ü k 416. 
Q 366. A 389. 467. X 410. Mit dem Particip E 374. JI 192. 
<2> 510. Sl 328. Über den Gebrauch ohne beigefügtes Verbum finitum 
vgl. zu iy 36 und L. Lange der hom. Gebrauch der Partikel si I 
p. 433 ff. II p. 538 ff. — Zum Gedanken vgl. J 116. 

315. Über den Hirtenruf findet man eine interessante Zu- 
sammenstellung bei Grasb erger Erzieh. I, 135. 

317. Da Athene in den Irrfahrten nirgends Odysseus hilfreich 
erscheint und auch von ihm nicht erwähnt wird (vgl. Kayser 
hom. Abb. p. 34), so hält Niese die Entwickelung d. hom. Poesie 
p. 175 den ^nach If 81 gebildeten' Vers für eingeschoben, auch 
Düntzer hom. Abb. p. 420 zweifelt an der Echtheit desselben. 

318. Der formelhafte Vers fiöe di fioi (pt) kccxcc d-viibv aq^arri 
q>alvBxo ßovh^ steht t> 424. ^230 selbständig mit nachfolgendem 
Asyndeton, aber B5. K 17. /S'161 mit nachfolgendem Infinitiv. 
Nur hier wird der nächste Vers mit yccg eingeleitet, welches die 
erst 325 folgende Ausführung der ßovXi] vorbereitet: vgl. E. Pfudel 
Beiträge zur Syntax etc. p. 9. Das zweite Hemistichion aqlarri 
q>cclvsro ßovXi] findet sich noch mit einem gleichlautenden Anfange 
09 52. H 325. I 94 und zwar mit asyndetischem Anschlufs des 
folgenden Verses. Über den andern formelhaften Vers mds 8i ol 
q)qoviovxt doaööaro niqdiov slvai vgl. zu o 204. 

320. Über xkonQog vgl. Veckenstedt Geschichte d. griech. 
Farbenlehre, Paderborn 1888 p. 129 ff. — Kayser beiFaesi schreibt 
statt €Kza(uv — h'KüTtccaevy hatte mit der Wurzel ausgerissen, was 
nach Eustath. ot aKQtßiöreQoi hatten, worin jedoch Hinrichs zur 
Stelle eine blofse Konjektur vermutet. 

322. ietaoaoQog ist von W, ig in ig-i-aam gebildet, indem die 
Endung -og den Wurzelvokal £ sich assilniliert hat, wie in den 
spätem TQiaKovzoQog^ TtevtrixovTOQog^ wo Herodot -regog hat. Vgl. 
Döderlein Hom. Gloss. §565, G. Curtius Etym. *p. 344f. 

3,25. Statt oQyviav empfiehlt van Herwerden im Hermes XVI 
(p. 351 — 79) o^ymav, wie x 167, und iwoQoyviot A 312. 

328. Über invQoiictsov Etym. M. 697, 17. Das im vorher- 
gehenden Verse stehende i^omaa hat Euripides im Kyklops 456 
also bezeichnet : angificav ikalag . . , ov q>a<Syiivm rcod' i^arcol^vvcig 
&KQOV ig TtvQ Tcad'rjöa, 

330. fieyciXcc steht hier wie sonst das formelhaft gebrauchte 
lisyakaart^ zu (o 40; aber es ist l^er anders gebraucht als in den 
V zu 8 505 erwähnten Verbindungen. Es konnte sehr leicht durch 
^Tcc^amlovg fisyciXov iii%vx, riXi^a noXXiq vermieden werden, was 
J. ta Roche Hom. Stnd: § 32, 12 p. 53* billigt, auch Nauck 
vermutet. Über ^Xi^u vgl. Lobeck Path. prol. p. 366, Merkel 

Hentze, Anh. zu Homers Odyssee. II. 5 



66 Kritischer und exegetischer Anhang, t. 

zu Apoll. Rh. p. CLXXX. Das ijXi&a TtoXkr^ bildet einen stehenden 
VersschluTs: e 483. | 215. r 443. A 677. 

331. TtETtaXccad'aL giebt Aristarch hier und If 171: vgl. 
Ludwich Aristarchs homer. Textkritik I p. 575. Döderleins 
Vermutung TtSTtakiiSd'ca, als Inf. Aor. von Ttalkm^ die auch Nauck 
anführt, hat Cauer jetzt in seinen Text aufgenommen. Über die 
Form vgl. Anh. zu If 171. 

333. Das iiii giebt Aristarch statt des gewöhnlichen iv, 
das aus 387 entstanden zu sein scheint. Aber tQifjjai ist das 
Antecedens zu öiviofisv 388. Düntzer hat rgi^l^ai in 6q)d'ak(ia 
vermutet: aber dies würde den Gedanken nur al3sch wachen und zu 
iviQSiCav 383 weniger passend sein als rgi^ilfai. Der Grundbegriff 
von tQiApoci reiben und der metaphorische Gebrauch ergiebt den 
Sinn des Drückens. Um das Auge des Kiesen zu vernichten, 
war vor allem ein gut gezielter Stofs oder Druck vonnöten. 

334. Statt &v TiSy das auch Nauck verdächtig, empfiehlt Hin- 
richs zur Stelle ag ks. Vgl. den Anhang zu S 246, 

338. Gitlbauer philol. Streifzüge p. 156 vermutet als ur- 
sprüngliche Lesart ßad'sl'd inrog iv avXf, 

346. Kiaavßtov wird gründlich behandelt von H. Rumpf Beitr. 
zur hom. Worterkl. p. 1 bis 9, und von Fritzsche zu Theokr. 1, 27. 
Vgl. I 78. Hier ist anzunehmen, dafs Odysseus das mcavßiov in 
der Höhle des Kyklopen gefunden habe. — Zu 348 vgl. Eurip. 
Kykl. 414: aKitjjcciy xoS* olov ^EXkag ufiTtiXcav a%o ^biov üO(ilSei 
jtmfia, Cobet Mise. crit. p. 302 schlägt vor oq)Qa J^LÖirjg statt 
der Überlieferung oq)Q sld^g, 

350. Eine Entlehnung aus & 355 nimmt an Sittl die Wie- 
derholungen p. 29. 

352. Manche setzen das Fragezeichen nach TtoXioav^ wo indes 
besser mit Eustathius Komma gesetzt wird, weil iTtsl bei Homer 
nie geradezu Menn' bedeutet. Bekker hat ohne den Vorgang der 
Alten den Vers athetiert. 

360. Über das in der Thesis gedehnte o£ vgl. den Anhang 
zu fi 221. Bekker hat von G. Hermann die Umstellung iyav 
avtig statt des überlieferten avttg iyci in den Text genommen. 

366. Diese Dehnung der letzten von drei Kürzen vor Vocalen 
auch 392. E 576. & 556, ähnlich x 322. v 213. t 553. Vgl. auch 
den Anhang zu x 265. Vom gedehnten Dativus singularis zu ^ 248, 
von der Dehnung vor Konsonanten zu ^^ 230 und W. Hartel hom. 
Stud. I p. 39 ff. Lides findet lüfaber Quaestt. Hom. p. 136 den 
Hiatus ovofia' Ovrtv unerträglicAi und vermutet nach a 306 ovofi 
IW, was hier einige Handschri^n bieten. Vgl. dagegen Hartel 
hom. Stud. I^ p. 57. 126. In .Bezug auf die Sache spricht 
W. Grimm die Sage von Polyphemsp. 24 Von der List, ^omi^ 
sich Odysseus den Namen Niemand "bwkgt, di« nur in dem 
esthnischen Märchen wieder zum Vorschein kommt. Sie ist auch 



Kritischer und exegetischer Anhang, i, 67 

in deutschen Sagen ein wohlbekannter Zug.' Dazu werden Bei- 
spiele gegeben. Zwei Gegenbilder zum homerischen Polyphemos 
in Bezug auf dessen Bestrafung giebt aus einem deutschen Märchen 
und aus einer Erzählung bei den Oghuziem auch J. F. Lauer 
Litterarischer Nachlafs L Herausgegeben von Th. Beccard und 
M. Hertz (Berlin 1851) p. 319 ff. Anklänge an den homerischen 
Odysseus dieser Situation finden sich auch nicht selten in den neu- 
griechischen Volksmärchen: vgl. L. Ross Erinnerungen und Mit- 
teilungen aus Griechenland. Von Otto Jahn. Berlin 1863 p. 289. 

370. ApoUonius de pron. p. 291® hat den Imperativ SarcOy den 
Bergk commentt. crit. spec. V. Marburg 1850 p. 6 verlangt, statt 
des in Handschriften und bei Grammatikern wie Herodian zu ^ 41 
überlieferten ?arat. Das letztere ist vorzuziehen: denn durch das 
Futurum, das den Ausdruck eines kategorischen Versprechens ent- 
hält, wird der Gedanke höhnischer hingestellt. Vgl. zu <y 358 und 
Anhang zu 7t 272. Das to de hat Düntzer wieder in roöe ge- 
ändert, wie hier vor F. A. Wolf gelesen wurde. 

377. avadvCfi statt des gewöhnlich gelesenen avaövri verlangte 
Bekker Hom. Blatt. I p. 70 und so hat Cauer jetzt geschrieben. 

383. igeiad^stg ist die aristarchische Lesart. Dieselbe ist sinn- 
lich bezeichnender als das gewöhnlich gelesene asgd'slg^ da dieses 
* emporgehoben' den hier notwendigen Begriff des ^Anstemmens 
an den Pfahl um ihn zu drücken' erst als Eonsequenz durch 
einen Schlufs erhält, während iQetad-slg diesen Begriff mit der ein- 
fachsten Bestimmtheit ausdrückt. Sodann ist die Bezeichnung 
^emporgehoben' schon durch iq)V7SSQ&ev im Gegensatz zu dem 
6q>d'ccX(im hinlänglich dargelegt. Auch dient das Entsprechen von 
igetad^sCg und ivigsLöccv dazu, die gleiche Thätigkeit des Odysseus 
und .der Gefährten nachdrücklich in Parallele zu stellen, denn auch 
von Odysseus wird 384 dlvsov gesagt vgl. 388 dtvio(k6v, 

384. G. Hermann Opusc. II p. 51 erklärte: ut si quis carmam 
terebraret, qua forma poeta propterea utitur, quia in mente habet, 
ita Cyclopis oculmn torquebanms, tamquam si trübem ^terehraremus'. 
Ameis: Vie man sich anstänunt, so oft einer^ mit dem Optativ 
t^vTtm^ weil die Vergleichung eine schoii d«r ältesten Griechen 
beim Schiffbau gewöhnliche Verrichtung enthält'. Allein dadurch 
kann die Auffassung des Optativs von einer wiederholten Hand- 
lung, wie sie auch Friedlaender Beiträge zur Kenntnis der hom. 
Gleichnisse I p. 21 billigt, schwerlich gerechtfertigt werden. Diese 
rein objektive Auffassung des 0|^tativs würde nur passen, wenn 
der Vergleich mit mg d' ot€ (waä», übrigens drei Handschriften bei 
La Roche haben, wozu der Konjunktiv zQVTta von Draco de metr. 
86, 26 geboten wird), eingelßirot, von dem Vorhergehenden ge- 
trennt, wäre und nur zur ^ünleitung der folgenden, die Thätigkeit 
def^Gesellen veraaa8baalit!f!ienden Züge diente. Aber der Vergleich 
soll im engen Anschlufs 2ai das Vorhergehende zunächst die Thätig- 

5* 



70 Kritischer und exegetischer Anhang, i. 



'i» 



404. 406. 495. 603. Nur hat Bekker aus Konjektur O 288 fMxk 
iHXntto und O 701 ^' iJ^iknsto gegeben, aber O 539 8^ ilnsro im 
Texte unverändert gelassen. Cobet Mise. crit. p. 274 schlägt auch 
hier vor: ovroo yccg xl fi iHhtBx . 

425. ^Seit Buttmann pflegt man dem Aristarch gegen alle 
Überlieferung oXiBg beizulegen': Lud wich Aristarchs hom. Text- 
kritik I p. 576. Die überlieferte Lesart oug wird von Meineke 
zu Theokr, 1, 9 und zu Kallim. h. in Apoll. 53, auch W. C. Kays er 
bei Faesi und Hartel hom. Stud. I p. 70 verteidigt. Fick schreibt 
ov*fg, wie auch Hinrichs bei Faesi neben mtg empfahl. — 426. 
Nach Veckenstedt Geschichte der griech. Farbenlehre p, 155 be- 
zeichnet MvBq>rig als Farbenbezeichnnng ein Schwarz, das über ein 
kaum bemerkbares Blau zu einem rötlichen Schimmer fülirt. 

428. Statt des überlieferten sidfüg hat Bekker aus Konjektur 
niXoüQ a&Sfilöna elöog gegeben unter Vergleichung von £ 321. 
2^410. x 219. (iS7, Aber sldoig mit dem Akkusativ bezieht sich 
immer auf den Hauptbegriff, nicht auf die Apposition. 

430. Die Form adm bei Homer verwerfend, korrigiert Nauck 
in d. Mölanges Gr6co-Eom. IV p. 138 (Socoovrsg statt des überlieferten 
cdovrsg, 

435. Die Verbindung von vakeiiscag mit ixofifiv wird trotz 
Wortstellung und Versrhythmus durch folgende Erwägungen ge- 
boten: l) durch die unmittelbare Verbindung dieser Worte (i 437, 
vgl. 7t 191. E 492; 2) die Wortstellung hat ihre Analogie in 
fi 388 TvrOa ßalAv Tceäümfii, ^418 (iccXi>0Tet I8a)v 6Xoq)VQaOj vgl. 
den Anhang zu & 520, und ist dadurch veranlafst, dafs 4STQ6q)d'slg 
ixofjurjv, wie ähnlich fi 433 7tQoag>vg i%6(iriVj t 433 ikvc^eig Kel^iriv 
als eng zusammengehörige Begriffe, da sie Beginn und Dauer der- 
selben Handlung zusammenfassen, auch lokal aneinander gerückt 
sind. — van Herwerden- in der Revue de philol. 1878, II 
(p. 195 ff.) versteht atQiq>&slg conversus, Dünt^er: ^gedreht, 
nach der einen Seite hingewendet, damit das Gesicht frei blieb'. 

447. In solchen Stimmungen scheint der Lieblingsgegenstand 
momentan von Gleist beseelt mit dem Menschen zu sympathisieren. 
Wie hier Polyphemos mit seinem Leitbock redet, so anderwärts 
ein Held mit seinen Rossen oder seinem Schwerte, Sappho mit 
ihrer Leier, Teil mit seinem Bogen. Ausserdem giebt Düntzer 
folgende gute Bemerkung: *Die liebevolle Neigung zum Widder 
söhnt uns einigermafsen mit Polypliemos aus, aber seine Strafe 
wird gerade dadurch schärfer, dafs sein geliebter Bock ihm den 
Odysseus entführt.' i 

448. Die kontrahierte Formv^l'ov verwerfend, empfiehlt Men- 
rad de contractionis et syniz. p. 8^-die in einigen Handschriften 
gebotene Lesart k'Q%so aQväv statt i'QX^^ olW. '-" 

450. (MXKQa ßißig enthält hier ein "ifWMiOlies Pathos im 
Vergleich zu den übrigen Stellen: X 539. F 22. H 213. 307. 



Kritischer und exegetischer Anhang, t. 71 

686. N 809. O 676. IT 534, wo muterfttllte Helden geschildert 
werden. 

456. 7Couq)(ovrJ6t>g ist ein von jror/ und gxovtf (zu r 33) ge- 
bildetes Adjektiv dieser Art, ohne dafs sich das zusammengesetzte 
Substantivum nachweisen läTst. Ebenso verhält es sich mit aiMpiyv^eLg 
ß,us a^jupl und yviov (zu & 300)^ mit ßadvdivi^eig aus ßadvg und 
Slvri^ mit ccXi(ivQ^€tg , wozu aus dem wirklichen Gebrauch auch nur 
(ivQog vorzugsweise der ^Plutfisch' nachweisbar ist (zu s 460), und 
aus dem späteren Gebrauch TtsQ^ufM^etg Hymn. in Apoll. Del. 65 
und vTtBQYixrieig Quint. Sm. IE 1, wo indes Köchly getrennt hat. 
Andere suchen das Ttorupouvrieig durch Konjektur zu entfernen. So 
Ahrens im griech. Elementarbuch aus Homer p. 83 durch die 
Trennung norl q)mvristgy wobei die Stellung des xi durch manche 
der zu -ö* 540 erwähnten Beispiele gerechtfertigt wäre; und A. Göbel 
de epith. Hom. in eig desinentibus p. 42 durch die Konjektur sl 
dij bfioq)QOviotg %oti^ q)aivi^stg ts yivoio^ wodurch jedoch teils der 
Vers in zwei gleiche Hälften zerfiele (zu y 34), teijs die Stellung 
des 7t(yti am Schlufs des Satzes ohne Beispiel wäre. — c iJLoq>Qovioig 
verstehen Faesi-Kayser: auch Verstand hättest, auch dächtest, 
wie ich (bfioSg iiwC)'^ Adam in den Blatt, f. d. bayersch. Gymnasial wes. 
1871 p. 147: fähig zu denken. So sehr aber die Verbindung 
mit dem folgenden noxiqxovriEig diese Auffassung empfiehlt, so ist 
dieselbe doch nach dem übrigen Gebrauch des Wortes sehr be- 
denklich. Andrerseits scheint der hier ausgesprochene Wunsch vor- 
bereitet durch den Gedanken 452 ri tsv y avccnxog 6q)d'aXfiov no&isig^ 
worin dem Widder eine Ahnung von dem schmerzlichen Verlust 
seines Herrn beigelegt wird. Nahe liegt dabei der Gedanke, wie 
schmerzlich es in solcher Lage sei, einen mitfühlenden Freund 
entbehren zu müssen und dem entspricht wohl der Ausdruck 
6(ioq)Qov6lv vgl. 198. So gefafst: wenn du doch mit mir 
empfinden, als Freund meinen Schmerz mit mir teilen könntest, 
enthält der Wunsch eine angemessene Steigerung des vorher- 
gehenden Gedankens 45 2 f. Übrigens vermutet C a u e r : oju.o'D q>Qovioig, 

457. Bekker und Cauer haben statt ^XaayucSst G. Hermanns 
Konjektur ijAvc^xa^a« (so Vratislav. A bei La Boche) aufgenommen, 
wodurch aber ein isoliertes rj in den Homer gebracht wird, da 
sonst nur ccXvdTici^m iXvöTiavm aAvtfxo* gefunden wird. — V. 459 
hat Düntzer die überlieferte Lesart ^loixo aus Konjektur in 
Qalvotto verwandelt, weil ihm <nit Bezug auf 290 *der BegriflF des 
Spritzens' notwendig zu sein schien. So verlangt auch A. Nauck 
im Bulletin de fAcademie de St. Petersbourg 1864 T. IX p. 335 
unter Vergleich von Soph. Trach. 781, Eurip. Cycl. 402 fr. 388, 
und so haben jetzt auch Hinrichs und Cauer geschrieben. 

, - 462. Th. Bergk äufserte einmal in einem Gespräche zu Am eis, 
dafs statt rjßacov bei Homer wahrscheinlich überall ^ ßaiov zu 
schreiben sei nach der zu i 276 erwähnten Analogie. Dazu be- 



72 Eritischer und exegetischer ADhang. t. 

merkte Am eis: ^In der Überlieferung freilich haben alle bekannten 
Handschriften rißatov: hier und ovö^ rjßatov y 14:, B 380. 386. 
JV^lOe. 702. 2*361. ovd' rißaicti a 355. q) 288. S* 141. Aocent und 
Spiritus werden ausdrücklich bezeugt im Et. Magn. 417, 16, Et. 
Gud. 234, 41, vgl. auch Zonar. Lex. 971. Auch ApoUon de 
Coni. 524, 6 hat es angenommen, indem ihm der Anfang von 
'^ßaiov als ein 7cXeova(S(ibg tov rj gilt wie von Ttif das Ende. Da- 
gegen bietet der Harleianus zu 9) 288 ov de ßtal im Texte, was 
vielleicht aus ov dri ßaial verdorben ist. Denn die zweite Aus- 
nahme von der allgemeinen Überlieferung giebt der Schol. A zu 
£380: ^ol (iBv To TtXrJQig q>ctai ßaiov^ ot de rißctiov, k'au öh slitBiv 
ow TtaQcc (ihv Tc5 noirity outb tov rj Ttoiet tfiv ceQxriv äel ^^ iXd'ovreg 
d' iJjSofiov'' (Od, 9, 462), itaga (litnot totg vecotigotg 6iaari r, XQV^^9' 
^^ ßatov irnlq 7tota(ioio'\ Ttal KaXXlfia%og de ^^rjßatriv omi mxtcc 
7tQ6q>aaiv,^ Bekanntlich wird schon Hesiod. Op. 418 ßatov imlQ 
ae(paXrjg gefunden. Aus welcher Zeit aber das erwähnte Scholion 
herrühre, und ob man darin aufser für ov öri ßaiov auch für ovd' 
VI ßatov eine Bestätigung finden könne, das wage ich nicht zu ent- 
scheiden. Schliefslich möge noch hinzukommen, dafs in Bekk. 
Anecd. III p. 1095 aus den yXo500ai Tiatcc noXsig unser '^ßaiov als 
Eigentümlichkeit der Kyprier bezeichnet wird. W. Sonne in 
Kuhns Zeitschr. XII p. 277 betrachtet 9) in '^ßaiov als Instrumental 
des Pronominalstammes, sodafs '^ßaiov *wie — oder so — wenig' 
bedeute, also ovo* rißctiov *nicht einmal so wenig (nicht im mindesten'). 
Vgl. auch La Roche Hom. Textkritik p. 268.' 

473. Schon Nitzsch zu ^491 bemerkte den Widerspruch, der 
in der Angabe t 491 &XX* ore 6ri ölg roßßov SAa Tt^acovreg ccTtijiiev 
nach 473 toaöov aTtijv^ oöaov re yiycovs ßoi^aag enthalten ist, da 
jene doppelt so weite Entfernung die Möglichkeit sich dem Cj- 
klopen verständlich zu machen ausschliefsen müfste. Au& diesem 
Widerspruch hat nun Ed. Kammer zur homer. Frage 11 p. 77 f. 
und die Einheit der Odyssee p. 465 ff. gefolgert, dafs die erste An- 
rede des Odysseus an den Cyclopen mit dem was dazu gehöre 
(475 — 501) interpoliert sei, und diese Vermutung besonders darauf 
gestützt, dafs der Inhalt der ersten Anrede (475 — 479) der vorauf- 
gehenden Ankündigung 474 jtQoarivdüDv KSQto(iloi<Siv ebensowenig 
entspreche, als der Inhalt der zweiten (602 — 606) der Ankündigung 
TtQoöifpriv TisnorrjorL ^vfia^ vielmehr, die zweite Anrede von dem 
triumphierenden Hohne gesättigt sei, der dem Ksgrofiiotdiv so wohl 
entspreche. Ebenso hält Bergk griech. Literaturgesch. I p. 683 
die erste Anrede für interpoliert; und Düntzer homer. Abhandl. 
p. 420, wenn er die Gründe auch nicht dringend findet, neigt doch 
ebenfalls dieser Vermutung zu, da die Stelle durch diese Annahme 
an Kraft und Bedeutung gewinne. Andere glaubten den Wi^gr?. 
Spruch durch eine Konjektur in 491 beseitigen zu müssen: so ver- 
mutete Nitzsch 6ri avxtg Toaaov und Lehrs in Zarnckes literar. 



^ 



Kritischer und exegetischer Anhaog. i. 73 

Centralblatt 1870 St, ÖO dr xo0aoinov = soweit, ebensoweit, 
vgl. d" 203. Dagegen erklärt John Mayor (nach Giseke in Bur- 
sians Jahresbericht über die Fortschr. d. class. Altertums wissensch. 
1873 p. 923), sowie Wittmann wie ist Homer in der Schule zu 
lesen, Büdingen 1883 p. 17, die Formel 473 nicht von der äufsersten 
Hörweite, sondern innerhalb der Hörweite, so dafs für t 491 ölg 
TOöaov noch Baum bleibe, während Giseke im Philol. Anzeiger III 
p. 390 dlg toaöov auf ataa Ttagi^ 488, nicht auf 473 bezieht. 
Letztere Deutung hat schon Nitzsch mit Becht zurückgewiesen: 
da der Cyclop mit Aufwendung aller Kraft (538) beim zweiten 
Wurf das Schiff nicht erreicht, so zeigt sich, dafs wirklich eine 
doppelte Entfernung von der beim ersten Wurf den Verhältnissen 
entspricht, wie sie andererseits der klugen Vorsicht des Odysseus 
nach der ersten Erfahrung angemessen ist; der Widerspruch ist 
also jedenfalls anzuerkennen, um aus demselben jedoch auf In- 
terpolation der ersten Anrede zu schliefsen, scheinen die bei- 
gebrachten Gründe nicht ausreichend. Jene erste Anrede enthält 
in den Eingangsworten einen unverkennbaren, wirksamen Hohn, 
wenn Odysseus ihn an sein schweres Leid erinnernd, ruft: kein 
Schwächung war, wie du nun wohl eingesehen hast, der Mann, 
dessen Gefährten du verzehrtest; auch den folgenden Worten fehlt 
es in ihrer Beziehung auf des Cyclopen übermütige Verachtung 
der Götter 273 ff. nicht an Bitterkeit; die zweite Anrede anderer- 
seits kann, wenn sie auch von Hohn erfüllt ist, doch als Ausflufs 
des Grolls, dem jener ja entquillt, bezeichnet werden. Vgl. auch 
Bischoff im Philol. XXXVII p. 166 ff. Im übrigen scheint mir der 
vorhandene Widerspruch leicht erklärlich und verzeihlich, da die 473 
gegebene Bestimmung als formelhafte nur eine ungefähre ist und 
nicht das äufserste Mafs der Hörweite zu bezeichnen braucht. Bichtig 
bemerkt auch Bischoff a. 0. p. 168: ^Nur das erste Mal ist die 
Entfernung durch das Bild veranschaulicht; wenn es dann später 
heifst: zweimal so weit, so haben Dichter und Zuhörer nur noch 
die durch jenen Ausdruck angedeutete Entfernung vor Augen, nicht 
mehr das Bild, welches zur Veranschaulichung gedient hatte'. Auf- 
fallen mufs aber der Wechsel in der Wahl des geworfenen Gegen- 
standes: 481 ccnoQQi^^ag KOQv<priv oQBog fieyccXoto und 537 noli) 
fiel^ova Xciav aelgag: man sollte eher erwarten, dafs die Bergspitze 
an zweiter Stelle verwendet würde, wo doch offenbar eine Steigerung 
im Verhältnis zum ersten Wurf beabsichtigt ist. Vgl. dazu und 
über das Verhältnis von 537 f. zu H 268 f. Sittl die Wieder- 
holungen in d. Od. p. 27. C. Bothe de vetere quem ex Od. Kirch- 
hoffius eruit voatm p. 3 ff. vgl. 12 ff. verwirft 537 f., sowie den 
ganzen Best des Buches bis 566. 

474. MQto(iioiai>v substantiviert wie v 177. A 539. Ebenso 
ovHÖdoKSiv 2:497. (lEtXixfotai v 165. ^ 256. Z 214. P431. Krüger 
Di. 43, 4, 4. Übrigens ist der mutwillige und neckende Hohn ein 



74 EriÜBcher und exegetischer Anhang, i. 

charakteristischer Zug in märchenhaften Erzählungen. Es findet 
sich diese epische Sitte auch in milderem Sinne als Prüfung, vgl. 
den Anhang zu o 304. 

479. Nauck bemerkt: spurius? — Die Worte enthalten 
eine Beziehung auf 269 — 277. 

483. „aÖ-mÄat." H. M. Q. V. Vgl. Carnuth Aristonic. p. 92. 
Mit Recht. Denn wegen des Steuerruders, das sich am Hinterteil 
befindet, und wegen der 485 flf. geschilderten Wirkung ist der Vers 
aus 540 hier unpassend eingefügt. Er müfste sachlich wenigstens 
mit vorausgehendem tucö öl ßaXdv %q, v. k. hier heifsen: rvxd'bv 
idsvrjöev TtQdOQfj atov Hkqov [xicd-ai^ wenn das von dem Etym. M. 
p. 177, 47 erwähnte Wort sonst vorkäme und das kcc6 de ßaloiv 
in einer homerischen Quelle nachweisbar wäre. Es ist dies eine 
Konjektur von M. Axt inscriptiones duae Oraecae (Kreuznach 
1855) p. 23 und Coniectanea Homerica (ebd. 1860) p. 27. Übrigens 
interpungieren manche nach xvavoTCQciQoto und verbinden nach Weg- 
lassung des ^' das adverbiale xvr&ov mit iöevriaev, teils des Sinnes 
wegen teils wegen des Digamma von oli^tov, wie auch Bekker 
T 43 und (i 21S das Digamma vorgesetzt hat. Und dies ver- 
teidigt J. La Roche Hom. Stud. § 34, 24. Aber derselbe Sinn 
liegt in den Worten auch mit beibehaltenem ö\ vgl. den Kom- 
mentar zu 540. Ebenso urteilt Bekker im Berliner Monats- 
bericht 1861 p. 1037 (= Hom. Blatt. I p. 286 f.) unter Anführung 
von Alciphron III 5, 3 iöirjCa Mvdvvip TceQiTteaetv und kurz nach- 
her iSiriai (lov kccccc rov ßQiyfiaxog Kctxa%Bvai t^ovtog tov vdaxogy 
wozu Haupt im Hermes IV p. 30 Pausan. IV, 17, 8 fügt. 

486. Über &6(i6m vgl. Lobeck Rhem. p. 161, Fick VergL 
Wörterb. ^ I p. 114 unter dhaman. Über die angebliche Lesart 
Aristarchs &ifA(oaEv statt ^ifnoae di vgl. Lud wich Aristarchs 
hom. Textkritik I p. 576 f. Derselbe Gedanke bei Eur. Iph. T. 
1363 mit slg yrjv d' i'(i7taXtv kIvöcov TtaXlQQovg tjys vavv. Vgl. zu 
diesem Verse auch Nitzsch Sagenpoes. p. 173. — 487 f. Eine 
abweichende Erklärung der Worte &6a naqi^ giebt Breusing die 
Nautik der Alten p. 105. 

490. 7uicxavev(Dv. Über die Dehnung des a vor v vgl. Hoff- 
mann quaest. Hom. I p. 150. Über die dem i(i߀ikiBtv Kmjtyg und 
TtQOTtsastv entgegengesetzte Bewegung ccvuTihv^vaL vgl. zu v 78. 

491. Statt Tt^OGovxsg las Rhianos TcXi^aöovxeg^ welche Les- 
art K. Mayhoff de Rhiani Cretensis stud. Hom. p. 77 ff. empfiehlt. 
Dagegen bemerkt Nauck in d. M^langes Gr6co-Rom. IV p. 5: 
^Das Simplex TtXrjaaG) oder jtXi^xxm ist im Präsens und Imperfektum 
aktiver wie passiver Form überhaupt vor Aristoteles nicht nach- 
weisbar.' Bergk im Philol. XXXII p. 563 vermutete ^caovxeg, 
— Vgl. auch den Anhang zu 473. ^ 

492. Kai xoxs öi^ ist die Lesart des Aristarch, die ich mit 
Kays er aufgenommen habe, weil *die nachdrückliche Betonung 



^ 



Eritischer und exegetischer Anhang, i. 75 

des Zeitpunktes, in welchem er sich den neuen Versuch erlaubte, 
sehr angemessen ist/ - — Den Vers 494 gebraucht Fhokion bei 
Plutarch Phok. 17. 

496. Statt des überlieferten oliad^at verlangt Naber Quaestt. 
Hom. p. 103 olita&aiy wie auch Madwig adversar. crit. I, 170, 
Cobet Mise. crit. p. 329 und wie Nauck und Düntzer ge- 
schrieben haben, vgl. dagegen Capelle im Philol. XXXVTE p. 120. 

504. In der Nennung des Namens ^Oövöaiia liegt hier eine 
höhnische Siegesfreude: Odysseus befindet sich überhaupt bei diesem 
ganzen Vorgange in einer verwegenen Stimmung. Nach Aristot. 
Ehet. II 3, 16, wo auf unsere Stelle hingedeutet wird, ist die 
Bache erst dann vollkommen, wenn der Bestrafte weifs, von wem 
und weshalb er gestraft worden ist. — Statt TttoXiTtoQd'tov i^a- 
lacSöai vermutet van Herwerden in d. Revue de philol. 1878, 
n (p. 195 ff.) tcvoXItcoq^ov a* i^aXamaat., 

608. rivg rs (liyag rs verbunden wie B 653. F 167. 226. 
E 628. Z 8. ^221. T 457. 5^ 664. Ebenso xaXog xb (liyag ts 
a 301. y 199. i 276. Q 108; (liyav Kai tuxXov t 513; KaXri rs fie- 
yaXri rs v 289. o 418. % 158; wxXm Kai (uyaXm 2 518; auf Tiere 
und Gegenstände übertragen ^ 426. | 7. <f 68. Dazu dSog xb (U- 
ya^og xb s 217. ? 152. X 337. a 249. w 374. B 58, wechselnd 
mit sldog Kai fiiyBd'og cd 253 und fiiyBd'og Kai TiaXXog a 219. Die- 
selbe Verbindung bei Herodot wie VII 187 g. E. Vgl. Chr. 
Bahr zu Herod. III 1. Mit Becht sagt Bernhardy griech. Litt. 
I ^ p. 17: *im besonderen sehen wir den Begriff der Schönheit mit 
völligem und stattlichem Wüchse schon in der seit Herodotus 
üblichen Phrase fiiyag Kai BVBidi^gy uiyag Kai KaXog (Boissonade 
zu Eunap. p. 333) verschmelzen.' über diese Verbindung von 
^Schönheit und Gröfse', die von Homer an durch die ganze Grä- 
cität hindurchgeht, vgl. auch K. F. Hermann über die Studien 
der griech. Künstler p. 61, Nitzsch Beitr. zur Gesch. der ep. 
Poesie p. 132 Anm. 2. — Die Namen Tr^XB^iLog und EvQVfildrig 
bezeichnen das Ferne und Weite. 

512. Nah er in der Mnemosyne 1855 p. 212 (auch Quaestt. 
Hom. p. 137) hat statt a(iaQxi^aB6d'at die Vermutung afiB^i^aBad'ai 
aufgestellt mit Vergleichung von & 64. X 58. Über die Verbin- 
dung dieses Verbums mit i^ vgl. Krüger Di. 68, 17, 6. 

518 — 536 werden von Düntzer hom. Abb. p. 420 f. ver- 
worfen: *Auf den höhnenden Vers eJU' ays^ dsvQ\ OSvasv, Iva xoi 
TcaQ ^bIvuc d-sloa mufs unmittelbar der mit den ^slvia gemeinte 
Wurf folgen/ Vgl. Niese die Entwicklung d. hom. Poesie p. 173 
und dagegen Bothe de vetere quem ex Od. eruit Kirchhoffius 
voaxG) p. 6. 17. 

^ 525. Wie hier Nitzsch, so urteilt auch Grote Gesch. 
Griech. I 523 der Übers, von Meissner. Aber wenn auch Odys- 
seus glaubt, dafs Poseidon den Fluch des Polyphemos erhört (536), 



76 Kritisclier und exegetischer Anhang, t. 

und wenn auch Zeus in vorliegendem Falle 553 das Opfer nicht 
gnädig annimmt: so ist doch der Zorn des Poseidon gegen Odys- 
seus nicht durch diese kraftvolle Eede berechtigter Siegesfreade, 
sondern durch die Blendung des Polyphemos erzeugt worden, vgl. 
cc 69. A 103. V 343. So urteilt auch Nägelsbach hom. Theol. 
* I 14 p. 35. Auch ist nirgends erwähnt, dafs der fromme Odys- 
seus durch Poseidons Zorn sich die Götter überhaupt verfeindet 
habe: es sprechen vielmehr dagegen a 65 flP. und € 7 ff. so wie die 
schon vorher i 39 bis 104 bestandenen Gefahren. — Über die 
Verwendung der Wunschsätze zu einer Beteuerung wie hier vgl. 
L. Lange der homer. Gebrauch der Partikel sl I p. 330 f. 

527. aareQOBtg von &ati]Q (vgl. zu r 33) stelliger, stel- 
latus findet sich bei Homer als stehendes Beiwort in den Vers- 
ausgängen ovqayov aöTeQoevra hier und A17. f*380. 371. 
T 128; ovQavov aöregoevrog v 113. E 769. Z 108. & 46. T 130; 
einmal ovQav^ aötSQoevn A 44. Vereinzelt steht aüxt^dzvxa von 
%fh^%a des Achilleus JT 134 und von äo|lu)v des Hephästos S 370, 
beide Male im zweiten Versfufse. Über den Sinn dieser Stellen 
vgl. Anton Göbel De epithetis Hom. in ug desinentibus p. 12. 

529. Das Ix^ov steht bei Homer überall mit ü in Verbin- 
dung, und zwar entweder im Versanfang wie hier zl iteov ye 
7C 300. 320. © 259; sl keov co 352; ei irebv dri t 216. of; 36. 
N 375; sl d' ixBov 2 305; ei d' ixeov ör^ H 359. M 233; aU' 
ei öi^ ^' ixeov ye 53; abweichend eiiti (loi ei ixeov ye v 328; 
oder am Versschlufs: ei ixeov ye y 122. S 423. M 217; ei ixeov 
neQ S 125; ei ixeov (le E 104. JV^ 153; ei d' ixeov tfif ^ 107. 
Ähnlich zu B 300 und dazu G. Autenrieth. ixeov ist «in dieser 
Verbindung überall adverbial gesetzt. Vgl. auch J. La Roche 
Hom. Stud. § 33, 16. Vergleichbar ist ei noxe zu y 98. 

530. van Her werden in der Revue de philol. 1878, II 
(p. 195 ff.) vermutet nxoXinoq^ov oX%aS* statt TtxoXmoQd'iov ofkad\ 
vgl. zu 504. 

631. Der Vers fehlt hier in den meisten und besten Hand- 
schriften, vgl. W. C. Kayser im Philol. XVII p. 693, und Köchly 
de Od. carmm. II p. 9: *nec versum aeque importune ex luculenta 
Ulixis de suo genere praedicatione v. 505 in aestuantem Cyclopis 
exsecrationem illatum Alexandrinorum suspicio tacite praeteriisse 
videtur, quem pluribus in codicibus omissum recte recentiorea 
reiecerunt omnes.' 

535. Kayser hom. Abb. p. 14. 36 weist diesen Vers dem 
Diaskeuasten zu. 

540. Als ursprüngliche Bedeutung von devofiat stellt L. 
Meyer in Kuhns Zeitschr. XIV p. 87 auf *sich von etwas fem^ 
halten', von devco *fem sein von, verfehlen'. Danach ist mit 
Delbrück d. Grundlage der griech. Syntax p. 47 diese Stelle zu 



Kritischer und exegetischer Anhang, t. x. 77 

deuten: er war (noch gerade) fem davon, verfehlte es, das Steuer- 
ruder zu treffen. 

560 — 555. In diesen Versen vermutet Dtintzer hom. Abh. 
p 421 eine Interpolation. 555 — 56 4 verwirft Fick d. hom. Od. 
p. 308 *als einen reinen Cento', 537 — 66 Rothe de vetere quem 
ex Od. Kirchhoffius ernit v6ax(p p. 3 ff . 12 f. van Herwerden 
im Hermes XVI (p. 351-- 79) verwirft 554 f. 

654, Dieselbe Wiederholung des Subjekts nach tlg (i 188. 
<j 142, so wie nach dem Nomen: | 422. A 320. B 3. 420. ^ 389. 
E 321. Z 504. M 305. 394. N 523. Q 581. ^ 5. Vgl. auch 
Bekker Hom. Blätter I p. 80. Dieses aU' o ys aus den besten 
Hss. statt aU' aQa, weil das pyrrhichische Sqa bei Homer sonst 
nirgends das nachfolgende Augment verdrängt. So nach dem 
Vorgange von Kofe's specimen observationum in Od. crit. (Kopen- 
hagen 1806) p. 22 und K. Grashof zur Kritik des hom. Textes 
in Bezug auf die Abwerfung des Augments (Düsseldorf 1852) p. 9. 



X. 

1. Zur Sage von Aiolos und der schwimmenden Insel vgl. 
Bender die märchenhaften Bestandteile d. hom. Gedichte p. 31, 
Jordan Homers Od. übersetzt p. 511, Breusing in d. Jahrbb. 
f. Philol. 1886 p. 85 ff., Sigismund Aromata, Leipz. 1884, p. 224, 
von Wilamowitz-Möllendorff Homer. Untersuch, p, 164, v. 
Baer über die hom. Lokalitäten in d. Od. p. 2 ff., A. Th. Christ 
das Aiolosabenteuer in d. Odyssee, Progr. Landskron 1888 p. 9. 

3. Das TcXcDtf erinnert an die spätere Sage über Delos, wie 
bei Pindar Fr. 58 ^v yccQ ro TtaQoiS's q>OQ'rira KV(iccts(SGiv Ttavro- 
dccTtmv X avifMDv ^iitausiv^ und an Herod. II 156. Nach Müllen- 
hoff deutsche Altertumskunde I p. 51 wird sie schwimmend ge- 
dacht, weil die Richtung des Windes sich immerfort ändert. 
Breusing a. 0. deutet TrAcorif in der Luft schwebend vgl. 
Herod. II 156 mit Stephan. Byz. unt. Xififiig und erklärt das 
Märchen aus Beobachtungen der Seeleute von Gebilden der Pata 
Morgana. Die 6 Söhne und 6 Töchter bezieht derselbe auf die 
12 Winde d. h. auf die 12 Eichtungen in der alten Teilung des 
Horizontes. In der spätem Zeit verstand man hier entweder eine 
der Inseln, die jetzt die liparischen heifsen, oder eine der äga- 
tischen Inseln. Der Name des Windwärts AhXog (von aloXog) 
und seines Vaters ^htitoxrig beziehen sich auf die Beweglichkeit. 

4. Dafs die eherne Mauer freie Erfindung des Dichters sei, 
ist wahrscheinlich. Jedoch stellt Heibig d. hom. Epos p. 72, ^ p. 94 
die Möglichkeit auf, dafs dabei eine dunkle Kunde von einem orien- 
talischen Dekorationsmotive mafsgebend war, vgl. die Mauern von 
Ekbatana bei Herodot I 98. 

5. Statt des überlieferten %ctl dcidsKa vermutet Nauck ovo 



78 Kritischer nnd exegetischer Anhang, x. 

Tuxl öiTia unter Billigung von Wackernagel in Bezzenbergers 
Beitrag. IV p. 289. 

10. Statt des tiberlieferten avX^ (5 Handschr. bei La Roche: 
ccvXi^. yQ, xal avdi] C.) haben manche die Konjektur aifd^ gebilligt. 
Bekker giebt die schon von Nitzsch empfohlene Konjektur 
Schäfers avk'^ d. i. avli^ast Von PlÖtengetön' im Texte, mit Bei- 
stimmung von W. C. Kayser im Philol, XVILl p. 665, der sie 
auch in der Faesi'schen Ausgabe aufgenommen hatte. Roche fort 
Odyss. I [1777] p. 396 vermutete nach der Angabe bei Cauer: 
avkw^ Düntzer und Nauck haben geschrieben: TtsQtatsvaxl^st 
aoid^. Für die Überlieferung ccvlij haben sich ausgesprochen: 
H. Rumpf de aedibus Hom. I p. 28 not. 35 und G. Autenrieth 
bei Nägelsbach zu A 317 p. 124*. Der letztere hat für die Be- 
ziehung der Präposition zum Verbum die Stellen jt 454. 398. 
Q 541. X 227 als Parallelen erwähnt. Femer Hinrichs bei Faesi, 
welcher ccvXfj zurückgeführt hat. Nach dem Zusammenhang ist 
TceQiGxBvctii^exai ohne allen Zweifel, wie i/; 146, als die Folge von 
Spiel und Tanz, oder wenigstens von Spiel und Gesang zu ver- 
stehen; vgl, ^270 %vl(Sri fiev avijvoö'fv, iv öi xe (pOQfit/y^ rfTtvet, 
Dabei ist aber der Zusatz des lokativen Dativs cciX'^^ wenn man 
Stellen, wie k 454. t^ 146 vergleicht, so auffallend, dafs allerdings 
eine Verderbnis der ursprünglichen Lesart möglich ist. Die auf- 
gestellten Konjekturen, welche dieselbe beseitigen, geben zugleich 
zu TteQiaxBvaxlisToct eine erwünschte Bestimmung, welche die den 
Wiederhall bewirkende Ursache enthält, wie 1^/146 noaalv. Dürfte 
man nicht annehmen, dafs in dem Zusammenhange mit Kviaijev 
dem griechischen Hörer nach der stehenden Verbindung mit dem 
Mahl Saitenspiel und Gesang oder auch Tanz selbstverständlich 
als Ursache des 7tBQiax6va%lSexat vorschwebte, so wäre die Auf- 
nahme einer der gemachten Konjekturen unabweislich; indes so 
erwünscht die Bestimmung der bewirkenden Ursache wäre, für 
notwendig halte ich sie nicht und da der Zusatz des lokalen Da- 
tivs avXy doch nicht sinnlos ist, so habe ich mit Am eis die 
handschriftliche Lesart beibehalten. 

12. Bekker hat hier im Versschlufs x^xoig XB%is(Saiv bei- 
behalten, obgleich er a 440 x^xotci Xixeaaiv und P 391 divcDioia^ 
Xixeaaiv giebt. Aber auch hier wird die Vorliebe der Epiker zu 
dreisilbigen Schlufsformen bestätigt, indem die bessern Hss. xQti- 
xoiai Xixsaai bieten wie an den beiden andern Stellen. Vgl, W. 
C. Kayser im Philol. XVIII p. 680 und J. La Roche in der 
Zeitschr. f. d. österr. Gymn. 1864 p. 93. 

16. Kai (ihv iyoi ist die Vulgata, die sich in den meisten 
und besten Handschriften findet; nur der Vind. 56 und die ed, 
princ. des Demetrios Chalkondylas geben ainiiQ iym^ das Bekkej: 
und Nauck aufgenommen haben. Vgl, W. C. Kayser im Philol. 
XVII p. 706. 



► 



Kritischer nnd exegetischer Anhang, x. 79 

19. Bekker und Nauck geben dmni (loi indelQag^ was W. 
C. Kayser im Philol. XVII p. 716 beleuchtet mit dem Resultate, 
dafs durch die Elision dmie di fi iKÖelgag der Überlieferung ihr 
Becht widerföhrt. So auch J. La Roche in der *Unterrichts- 
Zeitung für Österreich' 1864 p. 207. Zur Elision des (lol vgl. 
auch Bekker zu A 170. Was sodann die Zahlbestimmung iv- 
vitDQog betrifft, so ist derselbe Begriff P 376 nach anderer An- 
schauung ausgedrückt. Eine neue Erklärung des Wortes aus 
Veranlassung einer Aufstellung von J. C lassen in Fleckeisens 
Jahrb. 1859 p. 310 giebt H. Weber im Philol. XVII p. 166: 
Venn wir trennen iv-vi-co^o-g, so ist der Stamm ve- leicht als 
der dem latein. nav-u-s^ griech. vif-o-g zu Grunde liegende zu er- 
kennen.' Das '(üQo wird dann als verstärktes Suffix betrachtet 
und Mas noch fast adverbiale iv' soll ^eine vor allen seines gleichen 
oder vor dem des eigenen dabeistehenden Stammbegriffes hervor- 
hebende Bedeutung' haben, so dafs das ganze heifse ^jugendlich, 
neu, frisch, kräftig mit besonderer Hervorhebung dieses Be- 
griffes', Diese Erklärung hat Düntzer also adoptiert: ^ivvimQog 
jugendlich, von iv und vedigri^ d. i. via &qri (wie oTtmQri), Vgl. 
Svöiog d 450.' Aber hierbei vermifst man erstens den Nachweis 
eines derartigen iv in wirklichen Compositis und zweitens die 
Begründung, warum ein so gewöhnlicher Begriff bei Homer nur 
in den wenigen auserwählten Beziehungen erscheint: 2 351. 
K 19. 390. X 311. T 179. Hierzu kommt, dafs X 311. 312 die 
Oleichmäfsigkeit der poetischen Darstellung, die doch offenbar 
in ivvicDQoi mit ivvsaTtrixssg und iwsoQyvioi^ liegt, verloren ginge. 

24. Über den Konjunktiv TtagaTtvevarj nach Karidsi vgl. Krüger 
Spr. § 54, 8, 2 und Weber Entwicklungsgeschichte der Absichts- 
sätze I, Würzburg 1884 p. 47 ff. Bekker hat statt des über- 
lieferten TcaQaTtvsvaiij aus Konjektur nctqanvBviSBi gegeben. 

30 f. Bei den TtvQTtoXiovrag denkt Breusing die Nautik der 
Alten p. 6 an Feuer am Strande, die in dunkler, stürmischer 
Nacht als Warnungszeichen oder als Leitmarken für den Seemann 
angezündet seien. — Das hier gewöhnliche iyyvg iovrag haben 
J. La Roche, Cauer, E. E. Seiler beibehalten. Bekker, Kirch- 
hoff, Nauck, Hinrichs haben der anderen, wahrscheinlich Ari- 
starchischen Lesart iovtsg (Lud wich Arist. homer. Textkritik I 
p. 577) mit Recht den Vorzug gegeben. Denn der vorherrschende 
Gedanke des Zusammenhangs ist nicht sowohl die Nähe der Wacht- 
feuer, als die Annäherung der Schiffenden, wie die zwei vorher- 
gehenden Verse beweisen. Hierzu kommt, dafs man iyyvg iovrag 
in solcher Verbindung mit dem unmittelbar vorhergehenden iXevß- 
aoiisv anfs engste vereinigen, daher wenigstens 6Q(6(iB^a erwarten 
müfste. Denn iXevaao(A6v kann nicht wie oq&(iev k 99 mit dem 
Particip verbunden werden, weil es nicht sehen heifst, sondern 
überall schauen oder betrachten. 



80 Kritischer and exegetischer Anhang, x. 

31. Der Schlaf als natürliche Folge der Ermüdung ist zu- 
gleich ein Mittel zur Motivierung auch (i 338. o 440. Zu ähn- 
lichem Zwecke als Mittel gebraucht noch ß 395. (p 357. % 429. 
1^ 445. — In Bezug auf die Komposition der Stelle bemerkt 
Nitzsch in Pleckeisens Jahrb. 1860 p. 869 (jetzt auch in den Bei- 
trägen zur Gesch. der ep. Poesie p. 120) mit Recht folgendes: *Der 
Selbsterzähler sagt x 31, wie ihn gerade, als man schon die Hir- 
tenfeuer auf den Bergen der Heimat gesehen, bei der grofsen An- 
strengung Schlaf überfallen habe. Aber sofort 34 bis 49 fügt 
er in dritter Person hinzu, was seine Gefährten während der 
Zeit verhandelt und verschuldet. Wieder erfolgte, was die Ge- 
ehrten sprachen und anstifteten, im engsten Zusammenhange mit 
dem bisherigen, und war, was in dritter Person eben von ihnen 
berichtet wird , die allein richtige Geschichte der Fahrt. Als sie 
den Schlauch, in welchem sie Schätze vermuten, losbinden und so 
die Winde hinaus- und zurückstürmen, da erwacht der Schläfer 
und sieht an dem Vorgange, es mufs wohl eine begehrliche Vor- 
stellung sie verlockt haben, vielleicht auch wegen des silbernen 
Bandes (23 f.): denn er hat versäumt sie über den Schlauch zu 
unterrichten. Man erwartete nun, dafs der Erzähler hier angäbe, 
dafs er sie gescholten und dadurch veranlafst habe zu erklären, 
wie sie zu der unheilvollen That gekommen seien. Doch er spricht 
nur von seiner eignen Verzweiflung im Augenblick seines Er- 
wachens und der darauf gewonnenen Fassung, in welcher er aus- 
dauernd sich in seinen Mantel gewickelt still hinlegt. Wir sehen, 
es hat der Dichter das poetische Motiv, den Charakter des 
ausharrenden Dulders bei diesem grofsen Unfall glän- 
zend zu zeigen, allein wirken lassen. Er hat dem Zuhörer die 
Entstehung des Unglücks gezeigt und ihn befriedigt durch die 
psychologische Wahrheit und das dramatische Leben der Scene. 
Da liefs er ihn denn selbst hinzudenken, woher der Er- 
zähler sich die vorausgehende Beschreibung gebildet 
habe, sei es nach eignem Gedankenbilde oder infolge einer Er- 
kundigung, die er nur nicht angebe. Leicht aber möchten die 
Hörer gar nicht weiter darüber gegrübelt haben.' Und Wilhelm 
Hartel in der Zeitschr. f. d. österr. Gymn. 1865 p. 325 bemerkt 
über derartige Stellen folgendes: ^für den Hörer oder Leser hat 
die Beantwortung der Frage, woher Odjsseus wisse, was er nicht 
mit eigenen Augen sah oder eigenen Ohren hörte, nicht die min- 
deste Schwierigkeit und die Erzählung desselben im Munde des 
Odysseus entbehrt nicht der psychologischen Wahrheit.* Und 
ebendaselbst p. 329: *Die Naivetät oder wenn man will Unbe- 
holfenheit altertümlicher Dichtungsweise brachte es wohl mit sich, 
dafs der Erzähler, wer er auch war, beim Erzählen das Vorrecht 
genofs, zum Dichter zu werden und Eingebungen der Muse zu 
empfangen, die alles zu lehren und zu sagen weifs, und so die 



Kritischer und exegetischer Anhang. %. 81 

von nüchterner Reflexion gesteckten Grenzen seines Wissens über- 
schritt/ Vgl. andererseits Kirchhoff d. hom. Od. p. 310 und 
dagegen v. Wilamowitz-Möllendorff Homer. Unters, p. 126. 

32. Die Erklärung von Tcoöa vriog ivci(i(ov ist gegeben nach 
Breusing die Nautik d. Alten p. 59< 

36. AloXov mit gedehntem Mittelvokal auch 60, wie dieselbe 
Dehnung anderwärts in ^lUov^ iyqlov^ icvs'^iovy ^Ig>hov, ^AanheiTtiov^ 
weshalb in solchen Fällen sehr wahrscheinlich Genetive auf oo 
anzunehmen sind. Vgl. Ähren s im rhein. Mus. N. F. II (1843) 
p. 161, mit Beistimmung von W. Christ Gr. Lautl. p. 137, G. 
Curtius Erläuter. p. 65, ^ 59, Wackernagel in Bezzenbergers 
Beitrag. IV p. 283. Nauck, Hinrichs, Pick, Cauer haben 
AioXoo geschrieben. Vgl. andrerseits W. Hartel Hom. Studien 
III, Wien 1874 p. 8f. 

40. Aristarch fafst TQotrjg mit Diärese als Adjektiv zu 
Xrjtöog^ also im Sinne von TgmiTirjg, wie A 610 und u4 129. Vgl. 
W. C. Kayser im Philol. XV p. 546 f.. Lobeck Elem. II p. 19 sq. 
— Übrigens hat Düntzer 40 — 42 als in jeder Weise störend in 
Klammern gesetzt und allerdings erwartet man nach 38. 39 keines- 
wegs die Ausführung über die vor Troja gewonnene Beute und 
die daran gefügte Klage, während 43 ff. als spezieller Fall mit 
Kai vvv dem allgemeinen Gedanken 38. 39 sich sehr passend an- 
schliefst. Auch wird offenbar 44 die Neugier als treibendes Motiv 
hingestellt, während die Klage 41. 42 eher auf die Absicht führen 
würde den Odysseus zu berauben. Im übrigen vgl. auch Kirch- 
hoff die Komposition der Od. p. 128. 

54. Vermutungen über den ursprünglichen Abschlufs des 
Aiolosabenteuers bei A. Th. Christ das Aiolosabenteuer in d. Od. 
p. 16, vgl. p. 10 Anmerk. — 56 ff. Über die Benutzung von i in 
der folgenden Erzählung vgl. v. Wilamowitz-Möllendorff Homer. 
Untersuch, p. 127, Anmerk. 

65. Die Lesart der besten Quellen oq>q^ Sv Inriai statt *6(pQ 
ciq>lKoio oder SipQ* av ikoio hat J. La Boche in seiner Ausgabe 
und in der Zeitschr. f. d. österr. Gymn. 1867 p. 169 zu recht- 
fertigen gesucht. Bekker schreibt oq)Q* av tKoio, die Neueren 

75. W. C. Kayser im Philol. XXII p. 613 bemerkt Folgen- 
des: *Nach Bekker Hom. Blätter I p. 88, 21 wird nur einmal 
&BoC einsilbig u4 18 und ^Bolaiv zweisilbig J 251 gebraucht, wäh- 
rend jt 76 ^QQBy iitel aga ^Botoiv i7te%^6(ievog roJ' [KccvBig durch 
die Überlieferung so verbürgt ist, dafs ihm in einem urkundlichen 
Texte der Platz eingeräumt werden mufs.* Bei J. La Roche ist 
das nicht elidierte Sqqs nur als yQ, aus dem Palatinus angemerkt, 
aber insl agcc &Botatv haben 6 Handschriften, und sehr gutß, inel 
&Qa Ceolat Vindob. 133. Innere Gründe empfehlen die von Kayser 
gebilligte Lesart ganz besonders. Nachdem Aiolos die erste Auf- 

Hentze, Anh. zu Homeri Odyssee. II« 6 



82 Kritischer nnd exegetischer Anhang. %. 

fordemng i'QQe durch einen allgemeinen Satz 73. 74 begründet 
hat, macht er nach der Wiederholung des Sqqb 75 in dem be- 
gründenden Satze mit iTcel die Anwendung jenes allgemeinen Satzes 
speziell auf Odjsseus, indem er die Berechtigung denselben auf 
Odysseus anzuwenden aus der Thatsaehe folgert, dafs er zur Insel 
zurückgekommen sei. Bei diesem Oedankenverhältnis ist gerade 
die genaue Wiederholung der Wendung d-soiat unix^Ba^cn aus 74 
ganz besonders angemessen und ebenso das aus dem Erfolg 
schliefsende &Qa an seiner Stelle. Ich bin daher Kays er gefolgt. 
La Koche, Bekker, Nauck, Cauer, Kirchhoff, Fick schrei- 
ben: ^Q^^ iytel a&ccvccroLöiv. Bei dem angegebenen Oedankenver- 
hältnis empfiehlt sich übrigens V. 74 nach ficcTuxQeaöLv eine schwä- 
chere Interpunktion, als den üblichen Funkt zu setzen. 

82. In der Märchenerzählung von den Lästrygonen haben 
wir das dritte Wunderland, das von den spätem Griechen, wie 
Thuk. VI 2, in Sicilien, von den Römern in Latium bei Formiae 
gesucht wurde. Über die neueren Ansichten vgl. unten zu 90. 
Über AociaxQvyovlri vgl. auch Philostr. Her. 2, 20 p. 694. Diese 
Stelle behandelt ausführlich J. F. Lauer Litterarischer Nachlafs I 
(Berlin 1851) p. 294 ff. Über die Sage von den Lästrygonen 
handelt femer Bender die märchenhaften Bestandteile d. hom. 
Gedichte p. 27, Packard in den Transactions of the American 
Philological Association 1874, Sigismund die Aromata p. 109 f., 
Breusing in Jahrbb. f. Philol. 1887 p. 8 f., Martin im Annuaire 
de Tassociation pour Tencouragement des ^tudes Grecques en 
France XII (1878) p. 22 ff. Den Namen AaiaxQvyoveg hat man 
wohl am wahrscheinlichsten von Aa, lat und tQv%eLv^ xQvyeiv ab- 
geleitet, so dafs er ^Starkverzehrende' bedeute. 

86. Dieser Mythos scheint aus einer dunkeln Kunde von den 
nordischen kurzen und hellen Nächten hervorgegangen zu sein (den 
Gegensatz haben wir in dem Märchen über die Kimmerier A 14 ff.). 
Vgl. K. MüUenhoff deutsche Altertumskunde I p. 5, Welcker 
Gr. Götterl. II p. 349, Bergk griech. Literaturgesch. I 810, 52, 
K. E. V. Baer historische Fragen mit Hülfe der Naturwissen- 
schaften beantwortet. St. Petersburg 1873 p. 28 f., Heibig d. 
hom. Epos p. 15, der den Joniem die Kunde davon durch die 
Phönikier zugekommen sein läfst, Menen der von Gau zu Gau 
durch das mittlere Europa durchgehende Bemsteinhandel man- 
cherlei Nachrichten über die nordischen Länder zuführen mufste.' 
Vgl. dazu V. Wilamowitz-MöUendorff Homer. Unters, p. 168. 
Diese Ansicht bestreitet J. F. Lauer Litterarischer Nachlafs I 
p. 306 ff. Dessen eigene Ansicht ist p. 316 folgende: *Der Dichter 
denkt sich die Lästrygonen weit, weit von Griechenland entfernt, 
nach der Gegend zu, wohin die Sonne und der Tag wandelt; er 
denkt femer dafs, wenn es in Griechenland Tag ist, es auch bei 
den Lästrygonen Tag sei, man also in Telepylos und Hellas die 



/ 



Kritischer und exegetischer Anhang. %, 83 

Sonne zu gleicher Zeit aufgehn und den Tag über scheinen sieht. 
Der Dichter meint, dafs es in jener Stadt noch nicht dunkel 
werden könne, wenn bei ihm zu Lande die Nacht einbricht, dafs 
sie länger von der Sonne profitiere, weil sie dem Orte, wo die 
Sonne untergeht, ja so bedeutend viel näher liegt. Da er nun 
andrerseits für Griechenland und Telepylos einen gleichzeitigen 
Sonnenaufgang annimmt, so trifft es sich bei den Lästrygonen, 
dafs während noch der Schäfer von der Weide heimtreibt, schon 
der Binderhirt wieder mit seiner Herde auszieht; kaum ist die 
Sonne unter, so kommt sie schon wieder hervor.* — Andere Er- 
klärungsversuche bei Bachholz hom. Realien I, 1, p. 263, Thaer 
im Philol. XXIX p. 601, 'Adam in Blatt, f. d. bayersch. Gymn, 
1871 p. 147 ff. 

90. ciQaiog mit dem Spiritus asper nach Aristarch, während 
Herodian zu A 469 bemerkt: x6 e xai a tcqo tov q^ qxovi^evrog 
i7tiq>eQO(Uvov 'tffdovxai. Vgl. La Eoche homer. Textkritik p. 201. 
Bekker giebt faqaiog. Die geschilderte Lokalität erinnert unter 
anderm an die Meeresbucht von Balaklava, in die nur eine schmale 
Spalte vom Meere aus hineinführt. Vgl. Neumann die Hellenen 
im Skythenlande I p. 336 ff. und K. E. v. Baer historische Fragen 
mit Hülfe der Naturwissenschaften beantwortet, St. Petersburg 
1873 p. 19 ff. und über die homerischen Lokalitäten in der Odyssee, 
Braunschweig 1878 p. 4 f., welcher nach dem Vorgange von Du- 
bois de Montpereux Voyage autour du Caucase et en Crim6e 
nachzuweisen sucht, dafs in der Odyssee offenbare und zum Teil 
sehr genaue Schilderungen von Gegenden der Nord- und der Ost- 
küste des Schwarzen Meeres vorkommen. An der arabischen Küste 
des arabischen Meerbusens sucht die geschilderte Lokalität Sigis- 
mund die Aromata p. 225 f. Vgl. dagegen v. Wilamowitz- 
Möllendorff Homer. Untersuch, p. 166 f.: *Die lokale Vermittlung 
zwischen dem Aiolosabenteuer und der Kirkeinsel fordert, wenn 
man einfach im Sinne eines Joniers etwa des achten Jahrh. denkt^ 
eine Passage durch die Propontis; man kann sichs auch anders 
zurechtlegen, aber dies ist das einfachste. In der Odyssee steht 
an dieser Stelle das Abenteuer bei den Lästrygonen. Die aber 
setzt die Odyssee wie sie ist eben an die Propontis, an die Quelle 
Artakia (x 108).' Vgl. unten zu 108. 

97. Man interpungiert hier gewöhnlich so, dafs hinter ör^aag 96 
Kolon oder Komma und am Schlufs von 97 nach avBXd'tov ein 
Punkt gesetzt wird. Aber es ist kein Grund hier anders zu ver- 
fahren als in den ganz ähnlichen Stellen x 148, 149. 220. 221. 
Wie dort der zweite Vers an der ersten Stelle mit xa/, an der 
zweiten mit öi angeschlossen den parataktischen Nachsatz zum ersten 
bildet, so hier vermittelst des Anschlusses von ev^a. Jedenfalls 
steht 97 in einem viel engem Zusammenhang zum folgenden als 
Äum vorhergehenden Verse. 



84 Kritischer nnd exegetischer Anhang, h. 

102. Eine derartige Gesandtschaft bilden Odysseus und Me- 
nelaos F 205. A 140; Aias und Odysseus unter Führung des 
Phönix I 169 und andere. Auch hier suchen die Gesandten 110 
den Lästrygonenkönig und würden ihm jedenfalls ihre Bitte um 
gastliche Aufnahme vorgetragen haben, wenn nicht der Wilde es 
ihnen durch einen wilden Angriff 116 unmöglich gemacht hätte. 
Odysseus aber hat eine Veranlassung zu einer solchen Vorsicht 
(welche nach den Zügen des heroischen Lebens, die auch Aeschylos 
in den Schatzflehenden andeutet, nicht zu den Seltenheiten gehört), 
da er nach den letzten bittem Erfahrungen schon mit argwöh- 
nischem MiTs trauen landet 95, und durch seine eigene Betrachtung 
98 ff. keineswegs Spuren von Gesittung wahrgenommen hat. Vgl. 
den Anhang zu t 90. 

103. Über den Akkusativ Islriv oSov vgl. J. La Boche 
Hom. Stud. § 3. In Bezug auf das folgende a^tct^ct lehrt Hero- 
dian zu 2^ 487, dafs das Wort bei Homer Big ISioxrixa den Spir. 
lenis erhalte, während die jungem Attiker S/tiaJa schrieben. Vgl. 
La Roche hom. Textkritik p. 187. — Den Zusammenhang der 
SteUe erläutert Nitzsch in Fleckeisens Jahrb. 1860 p. 867 (auch 
Beiträge zur Gesch. der ep. Poesie p. 118) also: * Verständlich 
und erklärt genug erscheint das von den an die Lästrygonen ab- 
gesandten in dritter Person gegebene x 102 — 116. Denn 117 
kommen zwei der abgesandten flüchtig zurück, die also das ge- 
schehene erzählt haben. Das weitere, den Ruf durch die Stadt 
und das Zusammenlaufen der Riesen zu den Höhen am Hafen 
und ihre Würfe auf die Schiffe und das Aufspiefsen und Fort- 
tragen der im Wasser schwimmenden mufste Odysseus gehört und 
in einzelnen Beispielen gesehen haben, so dafs er nun demnächst 
von sich in erster Person erzählen konnte, was er gethan habe 
und wie er mit seinem Schiff allein entkommen sei: 126 — 132.' 
Vgl. auch oben zu 31 die Schlufsbemerkung und dagegen Kirch- 
hoff die Komposit. d. Od. p. 124 ff. 

106, Ableitung und Deutung von ifp^^iLoq ist unsicher: von 
l(pi und w|i*if, *sehr geehrt, edel, kräftig, tapfer': Döderlein Hom. 
Gloss. § 862. H. Düntzer in Kuhns Zeitschr. verteidigt die 
Zusammensetzung aus l(pig und Ov/iiog, so daüs es aus Ifpl^vuog^ 
i(p^v(iog entstanden sei und mit fi6yäd'V(iog^ (isyaXiqrcDQ synonym 
stehe. H. D. Müller der indogermanische Sprachbau, I, Göttingen 
1879 p. 433 stellt das Wort zusammen mit q>^dv(o skr. sphä und 
deutet *edel, herrlich, trefflich'. Über den Gebrauch von i<p^i(iog 
bei Homer vgl. Autenrieth bei Nägelsbach zu. A 3, — Die hier 
nach Wasser gehende Königstochter erinnert an die verwandelte 
Athene i/ 20 und an Rebekka 1. Mos. 24, 16; auch an Goethes 
Dorothea VII 37. 

108. Der Name Artaki6 erscheint auch als Name einer 
Quelle bei Kyzikos in der Argonautensage: Apoll. Rh. I 957. 



Kritischer und exegetischer Anhang, x. 85 

Orph. 496. Über die Stadt Artake vgl. Herodot IV 14. Den 
Namen der Quelle verwertet Kirchhoff die Komposition d. Od. 
p. 126, d. hom. Od. p. 288. 307, fftr seine Annahme, dafs das 
Lästrygonenabenteuer aus der Argonautensage entlehnt sei: vgl. 
dagegen Schmidt über Bärchhoffs Odysseestudien p. 43 ff., welcher 
in V. 108 eine Interpolation annimmt, wie Bergk griech. Litera- 
turgesch. I p. 684, Christ in d. Jahrbb. f. Philol. 1881 p. 446, 
Nauck: spurius? Vgl. auch Niese die Entwicklung d. hom. Poesie 
p. 223 und v. Wilamowitz-MöUendorff Homer. Untersuch, 
p. 166. 

110. Die Handschriften haben nal olavv oder ijd' oltsiv^ riS* 
ohig. Wenn Aristarch xal xotaiv schrieb, so sah er darin wohl 
ein tiotCiv (wie Nauck als ursprüngliche Lesart vermutet) = rtötv. 
Denn die Formen des Demonstrativpronomens o ij to als Ver- 
treter des Interrogativpronomens anzunehmen wäre noch viel ge- 
wagter, als es schon ist von einer Vertretung desselben durch 
og, ij, zu sprechen: vgl. Windisch in G. Curtius Stud. 11 p. 210 f. 
Die Stellen bei Homer, wo og scheinbar für das Inten'Ogativ 05 
wg steht, sind: O 609. 2*21. B 365. N27S. (> 363. /5 45. ^498. 
7t 317. y 185. r 219. H 171, vgl. Hentze de pronominum rela- 
tivorum lingnae graecae origine atque usu Homer. Gott. 1863 
p. 27 und den Anhang zu H171. Cobet Mise. crit. p. 424 
vermutet: xaJ otioiGi favdaaoiy vgl. Lud wich Arist. hom. Text- 
kritik I p. 578. 

112. Statt der Überlieferung r^v ös ywal^a vermutet van 
Herwerden im Hermes XVI (p. 351 — 79) iv 6h ywaha. 

116 f. In diesen beiden Versen sieht Kirchhoff d. hom. Od. 
p. 308 einen Zusatz des Überarbeiters und Fick hat dieselben 
ausgeschieden, vgl. dagegen Schmidt über Kirchhoffs Odyssee- 
studien p. 36 ff. 

126. ^lq)og o|v igvaöccfuvog Ttagoc (iriQov i 300. x 294. 535. 
k 48; mit q)ciöyavov u4 190; sonst heifst der Versschlufs auch 
iQV06afievog ^lg>og o^v S 496. T 284. 116, und iQvööcifievog 
^lq)og ctQyvQorilov P 361. JV 610. 

130. aXoc ist die Lesart des Rhianos und Kallistratos, 
die Toup schon durch Konjektur gefunden hatte. Düntzer ist 
zu a(icc zurückgekehrt, was in fast sämmtlichen Handschriften und 
in Citaten geboten wird: vgl. W. C. Kays er im Philol. XVIII 
p. 665. Gegen Düntzer bemerkt W. C. Kays er richtig: *Der 
Euderer wirft allerdings die Salzflut in die Höhe; der Dichter ver- 
sinnlicht seine Thätigkeit durch die Anwendung dieses Bildes 
ri 328. V 78; gleichwohl ist die Annahme eine sehr gewagte 
und unberechtigte, dafs dieser poetische Ausdruck für igiaaei'u 
oder vielmehr ߣri<ptv i^iacsiv so gewöhnlich gewesen sei, dafs ihn 
der Dichter ohne das Objekt aXcc habe gebrauchen können.* Vgl. 
auch K. May hoff de Rhiani stud. Hom. p. 80 f. Nauck in den 



86 Kritisclier und exegetischer Anhang, x. 

M61anges Gr6co-Eom. IV p. 604 vermutet nach xi 328. v 78 als 
ursprüngliche Lesart o*i 6^ aXa Ttriöa aviqqiA\jav: Menn Ttccvrsg ist 
weder notwendig noch durch den Zusammenhang empfohlen', 

133 ff. Den Zusammenhang der folgenden Partie bespricht 
Kammer die Einheit p. 469 ff. eingehend und schlägt, mancherlei 
Bedenken geltend machend, für 172 bis 204 eine andere An- 
ordnung vor. 

135. Über Alatri vgl. auch zu ^ 32. Wir haben hier das 
vierte Wunderland, unter welchem die Römer die frühere Insel 
und spätere Halbinsel Circeji in Latium verstanden: Plin. H. N. 
III 9. Vgl. zu i 106. Über die Kirkesage vgl. Bender die 
märchenhaften Bestandteile d. hom. Gedichte p. 20 ff., Sigismund 
die Aromata p. 107. 114 f. 220 f., Gerland altgriech. Märchen 
in der Od. p. 35 ff., zu der lokalen Frage v. Baer über die ho- 
merischen Lokalitäten in der Odyssee p. 7 ff. und 19. 

137 — 139 werden als eine aus der Argonautensage entnom- 
mene Interpolation verworfen von Christ in d. Jahrbb. f. Philol. 
1881 p. 446. Vgl. andrerseits Niese d. Entwicklung p. 239. 

141. Jordan Homers Od. übersetzt p. 515 vermutet, dafs 
nach diesem Verse ursprünglich l 143 — 145 gefolgt seien zur 
Motivierung der Worte %al rtg d'sog rjysfiovBvev, 

148. Dieser Vers fehlt in keiner alten Urkunde, fort^v di 
ist der hier zur malerischen Vollständigkeit notwendige Haupt- 
begriff; die folgenden Worte aber enthalten in homerischer 
Weise den Abschlufs des mit ccvjqiov ig naqimnr^v noch in der 
Entwickelung begriffenen Gedankens. Vgl. auch 194. Hierzu 
kommt, dafs beim Fehlen des Verses das %al fiot islaccto aaitvog 
sich nur an das icvriiov ig TtsQuorci^v anschliefsen könnte, Odysseus 
also schon beim Hinaufsteigen den Rauch gesehen haben 
müfste, was dem Zusammenhang widerstreitet; vgl. 140 iv (leyct- 
QoiGt und die Note zu 152. Dies mit Bezug auf Alfred Rü- 
diger in Mützells Z. f. d. GW. 1860 p. 894, wo der Vers für 
ein entbehrliches Einschiebsel aus 97 erklärt wird. Über das 146 
erwähnte 7tsQi>(07ti^ vgl. Lehrs de Arist. p. 153, ^ 150. 

149. oiTto xd-ovog svQvoöslrig als stehender Versschlufs auch 
y 453. JT635, und mit vito X 52. Zu vergleichen ist das mit 
nohg und TqoIti verbundene evQvccyvia^ das aufser rj 80 und ^i 52 
auch stets den Versschlufs bildet, wie das vom Meere gebrauchte 
evQVTCOQotOy worüber zu d 432. 

150. öioc ÖQVficc TtvKva 9cal vXriv als zweites Hemistichion 
auch 197. A 118; hierzu avcc ÖQVfAcc x 251. In Bezug auf al^ona 
Kajtvov 152 hat Anton Göbel in der Zeitschr. für das GW. 
1864 p. 325 nach dem Vorgange von Albert Schuster folgendes 
bemerkt: Odysseus blickt von seiner Warte aus gerade auf den 
Herd, sieht das dort brennende Feuer selbst nicht, so wenig wie 
anderweitige Gegenstände der Wohnung, und zwar von wegen 



Kritischer und exegetischer Anhang, x. 87 

„des dichten Laubes und Gebüsches^'; aber es sticht für sein Auge 
grell gegen das dunkle Gebüsch der glühendschimmernde 
[richtiger Wittmann wie ist Homer in der Schule zu lesen? 
p. 11 ^hellglänzend, hellschimmemd'] Rauch oder Schwalch ab, 
so daCs er deutlichst erkennen kann, es sei dort eine Feuerstätte 
resp. Wohnung. Die Erklärer haben mit Unrecht den malerischen 
Gegensatz zu ÖQVfia tzvkvcc Kai vXriv ganz übersehen.' Dagegen 
erklärte Kays er bei Faesi 150 für eingeschoben, vgl. jetzt indes 
Hinrichs zur Stelle. 

160. 8riv yccQ war die Lesart Zenodots, welche Nauck 
in den M61anges Gr6co-Rom. IV p. 605 empfiehlt. 

169. Über die Adverbialform iccn;aXog>ccd6ia vgl. Lob eck 
Parall. p. 154 und Theognost in Cramers Anecd. Oxon. II 
p. 164, 25, G. Curtius Etym. TL p. 200. 215, * 616. 631. Die 
adverbiale Auffassung verwerfend erklärt Woerner in G. Curtias 
Stud. VI p. 367 f., und im Jahresbericht d. Meifsener Landesschule 
1879 p. 35 f. 7icn:alog>ad8ia als Objekt zu (peQCDv: die von dem 
Nacken herabhängende Last. Was die Sache betrifft , so pflegen 
es die Gemsjäger noch heute so zu machen und sich dann mit 
beiden Händen auf den Alpe;nstock zu stützen. — *Die Dehnung 
KaraXoq>dS6La ist entweder durch die Aussprache KaraXXotpccdsia 
entstanden, oder es ist die ursprüngliche Länge des Instrumentalis 
oicacc {Terminus in quem p. 29) hier erhalten, neben dem ja sonst 
auch der Lokativ %axciC gebräuchlich war: vgl. Terminus in quem 
p. 25'. G. Autenrieth. 

188. Rhianos las öri ror' imd ^v^ov statt jracrtv, vgl. dar- 
über May ho ff de Ehian. stud. Hom. p. 81. 

189. Diesen Vers hat Eallistratos mit Recht getilgt* 
Denn er ist hier wegen des folgenden Verses unpassend, weil 
Homer in Anreden nie einen doppelten Eingang so gebraucht, 
dafs erst bei der zweiten Anrede eine Begründung derselben mit 
yccQ hinzugefügt würde. Ebenso urteilt Eöchly de Od. carmm. 
II p. 9, Kirchhoff d. hom. Od. p, 218, während W. Jordan 
Hom. Od. übersetzt p. 515 V. 189 nach 193 stellen will. — 
^Aus Aristonic. P 221 geht hervor, dafs Aristarch den Vers, der 
aus jii 271 oder 340 herzustammen scheint, gar nicht kannte': 
Ludwich Arist hom. Textkritik I p. 580. Vgl. auch zu X 92. 

190. Dafs Homer überhaupt nur die zwei erwähnten Him- 
melsgegenden, Westen und Osten, bestimmt unterscheidet, ist schon 
zu «O- 29 bemerkt. Eine Nachahmung unserer Stelle bei Xenophon 
Anab. V 7, 6: v^Big d% k'q)ri^ Xoxb di^nov^ o&ev 6 i^Xiog avl0%ei xal 
OTtot dverai. 

191. Statt ovo' hat C. W. Nauck Vohl ovx' vermutet. So 
erhalten wir zwei Parallelglieder, in denen sich sehr schön ov mit 
ovo OTtTfi '^tog und ov% mit eltf' vno yctlav ovS* oTCifi ccvvstrai ent- 
sprechen. Indes kann keiner der verschiedenen Versuche (vgl. 



88 Kritischer und exegetischer Anhang, x. 

Kammer die Einheit p. 471, dazu Gladstone Homer und sein 
Zeitalter, deutsch von Bendan p. 249 f., W. Jordan Hom. Od. 
übersetzt p. 513 f.) die Schwierigkeiten dieser Verse durch Inter- 
pretation zu heben, einigermafsen befriedigen. Die Behauptung 
190—192 steht unleugbar im Widerspruch mit den Wahrneh- 
mungen, welche Odysseus und die Seinen an den vorhergehenden 
Tagen nach 144. 160. 185. 187 hatten machen müssen und es 
ist schwer sich davon zu überzeugen, dafs so bestimmte konkrete 
Anschauungen, wie Sonnenauf- und Untergang, in dem abgeblafsten 
Sinne, wie sie Nitzsch und Am eis fassen, hätten verstanden 
werden sollen. Vgl. auch W. Jordan Hom. Od. übersetzt p. 513 f. 
welcher deshalb 183 — 187 verwirft und nach 182 einschalten will: 
avTctQ insl itoöiog xal idrjrvog i^ igov svro. Der Gedanke ferner 
193, wo Odysseus seine völlige Eatlosigkeit ausspricht (denn 
Nitzschs Deutung, welche auch Wittmann wie ist Homer in 
der Schule zu lesen? p, 16 vertritt, ist unhaltbar), ist nicht nur 
auffallend nach der gehobenen Stimmung desselben am vorher- 
gehenden Tage (174 ff.), sondern ebenso unvereinbar mit den Er- 
wägungen und dem Entschlufs, den er 151 — 155 gefafst hat, als 
mit der 194 ff. folgenden Begründung, die ja, wie die Wirkung 
der Worte auf seine Gefährten zeigt, sofort den Gedanken Kund- 
schafter auszusenden nahe legen mufste. Wäre die von Am eis 
gegebene Auffassung von 190 — 193 begründet, so würde aller- 
dings sich ein leidlicher Zusammenhang gewinnen lassen. Unföhig 
sich zu orientieren, wo sie sich befinden, kann Odjsseus nur rat- 
los sein in Bezug auf die weitere Fahrt; und diese Ratlosigkeit 
könnte durch 194. 195 begründet werden, sofern die rings um 
die Insel sich breitende unendliche See die Möglichkeit weiterer 
Orientierung ausschliefst. Aber auch so bleibt bei dem fest- 
stehenden Entschlufs des Odjsseus Kundschafter auszusenden, der 
durch 196. 197 sofort jedem nahe treten mufs, das Geständnis 
völlig ratlos zu sein seltsam und der Zusammenhang zwischen 
der ersten und zweiten Hälfte der Rede nicht recht begreiflicbv 
Unter diesen Verhältnissen lag zumal bei dem doppelt vorliegenden 
Eingang der Rede (189. 190) der Gedanke nahe mit Düntzer 
homer. Abhandlungen p. 460 ff. eine doppelte Fassung der Rede 
anzunehmen. Nach ihm bestand die ursprüngliche Rede aus 189. 
194 — 196, ein Rhapsode aber, der meinte, die Betrübnis der Ge- 
fährten (198) sei durch die vorhandene Rede nicht genügend be- 
gründet, dichtete in 190 bis 193 eine zweite Fassung. Allein 
weder kann die so gewonnene ursprüngliche Fassung der Rede 
befriedigen, da man doch irgend eine Andeutung dessen, was nach 
den gegebenen Verhältnissen zu thun sei, oder eine Aufforderung 
zu erwägen erwartet, noch ist die Wahrscheinlichkeit der zweiten 
Fassung gehörig motiviert; überdies wird ja 199. 200 die Be- 
trübnis der Gefährten eigens begründet. Daher hat Kammer 



Kritischer und exegetischer Anhang, x. 89 

p. 473 und 531 f. Düntzers Ansicht verwerfend, bei dem Ver- 
such diese ganze Partie nach der ursprünglichen Fassung zu ord- 
nen, 190 — 193 als aus dem Zusammenhang von A 15 ff. hier an 
ungehöriger Stelle eingeschoben ausgeschieden. Einen vergeblichen 
Versuch 189 zu retten und zugleich einen passenden Zusammen- 
hang herzustellen hat Adam in den Blatt, f. d. bayer. Gymnasial- 
schulw. 1871 p. 151 gemacht, indem er 193 unmittelbar an 
189 anschliefsen will, alles übrige aber unverändert läfst. Breu- 
sing in Jahrbb. f. Philol. 1887 p. 1 flE*. sieht in den Worten 
ov yccQ x fdfiev^ OTtifi Kti ein Schiflfersprichwort zur Bezeichnung 
der äuTsersten Verlegenheit, der vollständigen Ratlosigkeit, was 
annehmbar wäre, wenn nur nicht die epexegetische Ausführung 191 f. 
dem Charakter eines Sprichworts widerstrebte. — Übrigens war 
von Aristarah (Carnuth Aristonic. p. 96) zu den Worten iyat 
d' ovn otoiiat bIvcli bemerkt: xovxo slvai öuc fiicov &g av aTtaXyrj' 
öavrog tov ^Odv00i(og Idla avaneqxovijc^ai. — 193 vermutet Men- 
rad de contract. et svnizes. . p. 168 als ursprüngliche Lesart ovk 
i'fifisv 61(0 statt der Überlieferung ovk oiofiai elvai, 

200. In diesem Verse sieht Kirchhoff d. hom. Od. p. 314 
einen Zusatz des Bearbeiters, Fick d. hom. Od. p. 314 hat auch 
199 wegen des in ^vriaafiivoig h^yonv enthaltenen sprachlichen 
Verstofses ausgeschieden. 

212. Diese Beziehung des filv gab schon Aristarch, indem 
die Bemerkungen bei Apollonius de pron. p. 108 und de synt. 
p. 200, wo fdv auf dcifiaxa bezogen wird als Ttqog xo 0vv(avv(jLOv 
TOV oMcov, sicherlich von Aristo ni kos herrühren. Vgl. Carnuth 
Aristonic. p. 96. — Über die Darstellung in dieser Selbsterzählung 
bemerkt Nitzsch in Fleckeisens Jahrb. 1860 p. 867 f. (auch in den 
Beiträgen zur Gesch. der ep. Poesie p. 118) folgendes: ^Wieder 
begleitet die Erzählung in dritter Person die abgehenden 210 
— 244, bis Eurylochos allein zurückkommt und ihren Gang und 
was sie gefunden kurz angiebt; aber es ist vorher als geschehen 
erzählt worden, was Eurylochos nicht alles gesehen hat, nämlich 
auch die Verwandlung im Hause der Kirke. Doch wiederum er- 
klärt der Fortgang, wie jetzt Odysseus aus alsbald erhaltener 
Kunde, sowie er vorweg gethan, den Hergang verfolgen konnte. 
Dafs die Verwandlung in Schweine geschehen, hat ihm alsbald 
Hermes mitgeteilt 282. 283, und die Weise der Kirke, durch 
den Zaubertrank, ersah er 316 — 320, als Barke ihm selbst einen 
solchen mischte. So war ihm alles bewufst, was er jetzt vorweg 
gegeben, und hat Eurylochos in seinem ersten Bericht der im 
Vorhof wedelnden Wölfe und Löwen (212 f.) nicht gedacht, so 
spricht er doch 432 — 434 seine Warnung in Erinnerung an sie 
aus. So erkennen wir des Selbsterzählers Weise.' Vgl. auch die 
oben zu 31 gegebene Schlufsbemerkung und dagegen Kirchhoff 
die Komposition d. Odyss. p. 122 f., d. hom. Od. p. 304 ff. 



90 Kritischer und exegetischer Anhang, x. 

213. Ameis verstand, wie Nitzsch, Kaxi^sX^sv von der 
Zähmung wilder Tiere und bemerkte: * Anders Verg. Aen. VII 19. 
20, worüber schon Scaliger bemerkt hat: ^Homerus feras agreates 
medicaminibus cicuratas, Yergilius homines in feraram speciem 
conversos depingit/ Nach späteren Dichtungen freilich hat Kirke 
verwandelte Menschen in ihrer Menagerie auch als Hunde (Hör. 
Ep. I 2, 26), als Esel (Plut. praec. coniug. 5 p. 139*), als Bären 
(Ov. Met. XIV 255)/ Indes macht die Anwendung von ^ilya 
3c 291 und 326, sowie die Vermutung des Eurylochos 432 f. es 
sehr wahrscheinlich, dafs Katid^eX^sv von der Verwandlung aus 
Menschen zu verstehen ist und das Attribut nand bei g>ccQfjuicKa 
nötigt geradezu es so zu verstehen. Jetzt hat auch Büttner die 
Verwandlungen der Kirke p. 1 ff. die von Nitzsch und Ameis 
für ihre Auffassung geltend gemachten Gründe zurückgewiesen 
und die von mir befolgte Erklärung begründet. 

219. Gewöhnlich wird hier und an allen bezüglichen Stellen 
Sddeiaav^ Idösiasv usw. gegeben. Aber Aristarch hat das dop- 
pelte ö nicht geschrieben; vgl. Didymus zu @ 423. O 123. 
^ 417. Auch Bekker ist hier durchgängig dem Aristarch 
gefolgt. Über den ursprünglichen Anlaut df der W. öl vgl. den 
Anhang zu A 33. 

220. Zu dieser Deutung der Ari st archischen Lesart iv 
7tQod"vQoi0i vgl. 232. 259. 260. 432. 433. Ov. Met. XIV 254: 
steiimusque in limine tedi. Wenn nämlich Eurylochos im Hofe ge- 
wesen wäre, so hätte er die Kirke gesehen, wie sie die verwan- 
delten Gefährten in die Eofen trieb, und hätte demnach dem 
Odysseus sichere Nachricht gebracht. Vgl. H. Rumpf de aedibus 
Hom. II p. 13. Düntzer dagegen ist zu der früheren Lesaii; 
elvi d^vQTjai (wie 310), die vor Fr. A. Wolf in den Ausgaben 
stand, zurückgekehrt mit der Bemerkung: * Einer avXi^ vor dem 
Hanse der Zauberin wird gar nicht gedacht; die Löwen und Wölfe 
treiben sich vor der Thüre herum; die Ställe sind hinter dem 
Hause zu denken. Polites, der am nächsten getreten ist, sieht sie 
[die Kirke] um den Webstuhl gehn 226 f.' [?] 

235. Über olvog IlQaiAvsiog und icvaeciv sind die Erörterungen 
zu vergleichen, die hier E. E. Seiler gegeben hat. Und dazu 
noch Adolf Lang Homer und die Gabe des Dionysos. Marburg 
1862 p. 17. Göbel Lexilogus I p. 572 f. verwirft die Ableitung 
von dem Namen eines Berges (Pramne auf Ikaria oder in Karien) 
oder sonst einer Örtlichkeit und deutet nach Pollux VII 150 
p. 310 Bekk. und Hesych. TtQccfivri' ccfineXogj 7tQ<x(jLvri Gewundenes, 
Eanke, Rebe, speciell Wildrebe und olvog TtQafivswg Wildrebenwein. 

238. Zu der Erklärung der präsentischen Perfekte, wie Tri- 
TtXriya und derer, welche Laute der menschlichen und tierischen 
Stimme bezeichnen, vgl. H. Warschauer de perfecti apud Ho- 
merum usu, Posnaniae 1866, Philol. XXVII p. 522 ff. und 



► 



Kritischer und exegetischer Anhang, x. 91 

Fritzsche in den Sprachwissenschaft!. Abhandlungen hervorge- 
gangen aus G. Curtius' grammat. Gesellsch. Leipz. 1874 p. 45 ff. 
Unhaltbar ist die Ansicht von Classen Beobachtungen III p. 16 f., 
Gesammtausgabe p. 97ff. — Über die Verwandlung selbst be- 
merkt H. D, Müller Mythol. d. griech. Stämme I p. 158 Anmerk.: 
*Durch den Tod werden die Menschen verwandelt, weshalb auch 
von der ursprünglichen Unterweltsgöttin Kirke berichtet wird, dafs 
sie die zu ihr Kommenden verwandelt habe (Ares p. 109)/ 

240. Cobet Mise. crit. p. 274 vermutet aXla voog y rjv 
statt der Überlieferung avtaQ vovg fiv, 

242. Diesen Vers soll Aristarch nicht gelesen haben, vgl. 
Carnuth Aristonic. p. 96. Meierheim de infinitivo Hom. I p. 40 
und Kirchhoff d. hom. Od. p. 218 nehmen an, dafs das Schol. 
sich auf 243 beziehe, indes zeigt Ludwich Arist. hom. Textkritik 
I p. 581 f., dafs diese Annahme unmöglich ist, dagegen nach 
Schmidt Did. p. 201 wahrscheinlich ovx oXöb statt ovxfog olöe 
verschrieben ist. — V, 243 vermutet Nauck eHdax^ statt aiiv. 
Fick hat 243 ausgeschieden. 

244. al'tjr ist die überlieferte Lesart, wofür Barnes aif; ver- 
mutet hat, das von J. H. Voss (Randglossen p. 60) gebilligt und 
von Bekker, Cauer, La Eoche, Nauck aufgenommen worden 
ist, weil man alrj^a mit 260 driQov dh ^ccd^i^fisvog iaKonla^ov nicht 
im Einklang fand. Aber es ist ein psychologisch begründeter 
Gedanke, dafs jemand beim langen Warten und Spähen unter 
solchen Verhältnissen ängstlich wird und dann von dieser Angst 
getrieben rasch davoneilt, um seinen Jammer andern mitzuteilen 
und Hülfe zu suchen. In dieser Lage befindet sich nach der vor- 
liegenden Situation Eurylochos. 

251 ^habet obolum in M.' La Roche. Fick d. hom. Od. 
p. 314 hat denselben wegen ^des unhomerischen Asyndeton' rihfiBv 
— evQOfuv ausgeschieden. 

253. Dieser Vers, welcher bei Eustathius und in guten 
Hss. fehlt, ist hier wegen des Epitheton xci;A,a ungehörig. Dagegen 
hat Bergk comm. crit. spec. V (Marburg 1850) p. 8 nach Apol- 
lonius de pron. p. 108 (368) sehr wahrscheinlich gemacht, dafs 
hier ursprünglich 212 gestanden habe. 

265 = ß 362. 3c 324. 418. X 616. n 22. E 871. A 815. 
Hier fehlt der Vers in den besten Handschriften. Vgl. W. C. 
Kays er im Philol. XVIII p. 702, wo bemerkt ist, dafs der Vers 
^wahrscheinlich von dem Urheber der Diorthose (Vind. 56) gegen 
das Jahr 1300 nach v. 324 gebildet und in die Stelle gebracht 
wurde, weil er in dem Ausdrucke Xaßoiv iXklaaero yovvoov kein 
verbum declarandi erkannte, welches die folgende Rede schicklich 
einleiten könnte. Der Einflufs jener Diorthose auf andere Hand- 
schriften, insbesondere auf E [den Augustan.] und I [eine Bres- 
lauer], läfst sich nachweisen.* Der Vers wird also, da er bei 



92 Eritischer und exegetischer Anbang. x. 

Eustathius, im Harlei. Vind. 133. 50. 5. Vrat. Meerm. u. and. 
bei La Boche fehlt und im Marc. 613 am Bande steht, hier mit 
Becht getilgt. — Zur Dehnung der ultima in 6Xog}VQ6(ievog vor 
STtea vgl. X 616. n 7. q 396. 543. 591. t 3. % 150. 311. 343. 
366. 436. rj} 112. cd 494. H 356. O 48. <P 368. W 557. 

268. (S^v ist hier Pronomen. Entscheidend für diese Auf- 
fassung ist, dafs ^die einsilbige Form amg der homerischen Poesie 
fremd ist': Nauck in d. M^langes Gr6co-Bomains IV p. 131 f., 
welcher die zweisilbige Form aäog als die allein berechtigte er- 
weist. Auch sachlich ist die Auffassung von a^v als Pronomen 
begründet. Eurylochos sagt tfwv, nicht ifimv, weil dem Odysseus 
sein eigener Standpunkt klar gemacht werden soll: denn ifimv 
würde den Gedanken involvieren, als sollte Odysseus nicht sowohl 
für sich als für Eurylochos handeln. Aristarch hingegen fafst 
(ScSv als Akkusativ von amg im Sinne des sonstigen aoov, vgl. 
Lud wich Arist. hom. Textkritik I 582. 

275 ff. Über die Darstellung in dieser Selbsterzählung vgl. 
Kirchhoff d. hom. Od. p. 305 und dagegen v. Wilamowitz- 
MöUendorff Homer. Untersuch, p. 125. — 279 verwirft Kirch- 
hoff p. 219 als Beminiscenz aus Sl 348 und Fick hat den Vers 
ausgeschieden. 

281. Statt der überlieferten Lesart ö^ avrs hat Bekker 
mit Becht dri avrs gegeben. Auch anderwärts hat Bekker ein 
d' in d'^ verwandelt, so dafs dieses d'^ mit dem folgenden ovraog 
oder av oder «vre Synizese bildet. Die Stellen dieser Art hat 
J. Bieckher in Fleckeisens Jahrb. 1862 p. 474 not. 5 zusammen- 
gestellt, nämlich A 131. 340. 540. B 225. E 218. H 24. 448. 
@ 139. K 385. A 138. 386. S 364. T 134. 155. <P 421. i 311. 
3c 281. f* 116. ;c 165. Vgl. La Boche homer. Untersuchungen 
p. 281 f. Übrigens empfiehlt Adam in den Blatt, f. d. bayersch. 
Gymnasialschulw. 1871, VII p. 153 die Lesart des Vindob. 50 
und Vratislav. A. ccvtcog für am (3, worin Nitzsch Anm. III 
p. 130 und Düntzer Zenod. p. 141 Zenodots Lesart sehen: vgl. 
Lud wich Arist. hom. Textkritik I p. 582. 

287 f. verwirft Kirch hoff d. hom. Od. p. 219 als Interpolation 
und Fick hat die Verse ausgeschieden, ebenso Einrieb s. Die 
Verse sind in der That mit 292 nicht vereinbar, während 302 
damit zu vereinigen wäre, vgl. e 346 mit 351, v 345 mit 352. 

297. Dieselbe Verbindung von kvd^a und i'Tceixa in einem Satze 
y 108. 495. s 73. i? 196. k 516. X 71. fi 56. v 106. tt 48. t 59. 
102. if» 139. JV444. S* 129. JI613. P529. 2:450. ^^818, tiberall 
durch ein oder zwei Worte getrennt, am häufigsten durch öL 

305. Die ^Göttersprache' erscheint noch jia 61. ^ 403. JB 814. 
S 291. T 74. Dazu bemerkt A. Bömer: *Es ist zu beachten^ 
dafs an sämmtlichen Stellen der Ilias auch die von den Menschen 
gebrauchten Namen angegeben sind, in der Odyssee nur die von 



Kritischer und exegetischer Anhang, x. 93 

den Göttern angewendeten. Wie die Alexandriner über diese Ver- 
bindung in der Odyssee dachten, erfahren wir Schol. vulg. fi 61: 
xajc wvxov dHXovj Zu TtinXaTisv/ Vgl. Bernhardy griech. Litt. 
I» p. 213 f., Nägelsbach Hom. TheoL V 6, Bergk griech. Lit- 
teraturgesch. I p. 112, Anm. 165. So hier ^^Xv. Ov. Met. XIV 
292: moly vocant superL Vgl. Boissonade zu Philostr. Her. p. 333. 
Mehrere im Altertum deuten es als Nymphaea alba. Von den Scho- 
lien wird es hier Ttaqa xo fionXvetv^ o iexiv ittpavi^Biv xct q)dQ(iaKa 
erklärt, von Sokrates bei Xen. Apomn. I 3, 7 symbolisch als Sinn- 
bild der Vernunft und Erziehung gedeutet, wie Kirke ebendaselbst 
als Repräsentantin verführerischer Lust gilt. Es steht aber hier 
ebenso märchenhaft wie im ^Schatzgräber' von Musäus die zauber- 
hafte ^Springwurzel*. Mehr bei Buchholz die homer. Realien I, 2 
p. 216 f., Hehn Kulturpflanzen und Haustiere p. 130 f. Vgl. auch 
Jordan Hom. Od. übersetzt p. 517. Zum Schlufswort d^sol di xs 
Ttdvxa övvccvxui vgl. if; 184 bis 186. Das ndvxa övvavxai selbst 
heifst: sie können alles, nämlich was sie wollen: vgl. ^ 445. it 198. 
208. Mit dem Wesen dieser Allmacht aber verhält es sich wie 
mit Ttccvxa iGctGiv zu 6 379, welches vcaüiv^ statt dvvavxai^ auch 
hier der Harleianus und andere Hss. bei La Roche bieten. Über 
die Sache vgl. auch Nägelsbach Hom. Theol. I 7. Übrigens be- 
merkt Nauck zu 306: ^purius? 

311. Statt ißoriöa hat Bekker ijWa, welches sich im Au- 
gust, und im Venet. Marc. 647 als Lesart bemerkt flndet vgl. La 
Roche, gegeben, wie das letztere Verbum in demselben Versan- 
fange ^10 gefunden wird. 

315. Nach Schol. Q las Aristarch diesen im Stuttgart, 
fehlenden Vers nicht: vgl. Lud wich Arist. hom. Textkritik I 
p. 582. Nauck hat denselben aus dem Text entfernt. 

316. Zu den angeführten Formen yi^Qac k 136. rj} 283, dincci 
ßn unserer Stelle, KiQat A 385, aiXai tp 246. @ 563 vergleiche 
man das analoge aa%BC und oukbi^ so wie ^08v(Sbi € 398. 1/35. 
Nach den Zeugnissen der Alten behandelt diesen Gegenstand ge- 
nauer J. La Roche in der Zeitschr. f. d. österr. Gymn. 1863 
p. 329 f. und ebendaselbst 1865 p. 96 f., vgl. Homer. Textkritik 
p. 297 und Bekker Hom. Blatt. I p. 139. 

320. Dasselbe Asyndeton zwischen zwei Imperativen o 46. 
jr 130. Q 508. 529. 544. v 149. % 157. A 335. B 10. 11. 164. 
r432. E 109. 399. 169. K 53. 175. A 186. 512. 611. M343. 
2; 171. T 347. Ä 144. Über die Stellen mit der Negation vor 
dem zweiten Lnperativ vgl. zu v 362, und wo nal im Sinne von 
*auch' dazwischen tritt zu a 171. Krüger Di. 59, 1, 6. Über 
das nur an 5 Stellen bei Homer vorkonmiende fiera mit Genetiv 
vgl. Ty. Mommsen Entwicklung einiger Gesetze für den Gebrauch 
der griech. Präpositionen p. 35 f. 

326. Bekker und Nauck haben statt des überlieferten &g 



94 Kritischer und exegetischer Anhang, x. 

Ttmg (im Vindob. 133 und Harl. übergeschrieben) gegeben, was 
schon Cobet Var. Lectt. p. 108 konjicierte, gegen welche Ver- 
mutung Döderlein off. Reden p. 363 spricht. Vgl. auch zu q) 123. 
Über die Bedeutung von ag bemerkt W. C. Kays er zur Stelle, 
dafs dasselbe stärker als ot^, nicht blofs die Thatsache, sondern 
auch die Art, wie sie stattfinde und den Grad, in welchem sie 
eintrete, als Gegenstand des Affekts bezeichne. Vgl. aufser den 
in der Anmerkung angefahrten Stellen noch Ilias K 116. TL 17, 
W 648. Dieser Gebrauch ist aus der exclamativen Funktion von 
ag herzuleiten: vgl. k 38. o 381. q 449. 

329. Der Vers ist von Aristarch mit Recht verworfen 
worden: Carnuth Aristonic. zu 240 und zu 329. Denn bei der 
Abwehr der Verzauberung handelt es sich nicht um voog iv axiq- 
&E(S(Siv: vgl. 240. Es mag aber dieser nach JT 63 gebildete Vers 
hier frühzeitig eingefügt sein, als man das ganze bereits allegorisch 
erklärte. Nauck bemerkt auch bei 328: spurius? 

332. 0VV vrjl fieXalvy = y 61. "k 58. v 425. co 152 und noch 
2 7 mal in solcher Verbindung. Die andere Verbindung ist mit Ivl 
oder iv, wie T 331. Ä 438. 

335. avv^ xal (piX6xrjrt> als Versanfang wie o 421 und im 
Genetiv S 207» 306; sonst als stehender Versschlufs tpiXoxrixi kccI 
eivrj e 126. if; 219. T 445. Z 25 und im Nominativ O 32. 

337. So n^g yiq x 325. A 123. K 61. 424; auch jr 70. xCg 
yccQ K 383. 501. ^15. -S 182. nrj yccQ o 509. tto/j? yccQ % 222. 
Bekker hat hier wie o 509. 2 182 das yaQ aus Konjektur in 
t' Slq geändert nach den zu a 346 berührten Stellen, r' aQ steht 
hier im Meermann, und Stuttgart, s. La Roche. Zur Erklärung 
dieses yuQ vgl. Bäumlein über griech. Partikeln p. 73, Hentze 
im Philol. XXIX, 161, Capelle im Phüol. XXXVI p. 707 ff. Über 
n&g ohne beigefügtes Fragezeichen, wo der Gedanke in einen rheto- 
rischen Ausruf übergeht, vgl. a 65. J 26. K 243. P149. Ä 203. 519> 

342—44. Das Verhältnis der Stelle zu b 177—179 bespre- 
chen van Herwerden quaestiunculae ep. et eleg. p. 42 f., Niese 
die Entwicklung d. hom. Poes. p. 178, Kayser hom. Abhandl, 
p. 35 übereinstimmend mit dem Resultat, dafs die Verse hier 
original und in e aus dieser Stelle entlehnt seien. Vgl. dagegen 
V. Wilamowitz-Möllendorff Homer. Untersuch, p. 119 ff. — 
344 vermutet van Her werden a. 0. p. 43 ßovXevifisv statt des 
überlieferten ßovXevaifiev *siquidem Ulysses suspicatur Circen eo 
ipso quod se in lectum suum pellicit malum aliquod moliri in 
ipsum.' 

348. An Stelle des handschriftlichen xiong oder ricog fiev 
schreiben Nauck und Cauer xijogy vgl. auch Wackernagel in 
Bezzenbergers Beitrag. IV p. 286. 

350. Dergleichen Praesentia finden sich 6 79. tt 161. <r 194. 
E 341. 342; auch co 343 und zu a 70. Krüger Spr. 53, 1, 1. 



Kritischer und exegetischer Anhang, h. 95 

Übrigens gehört das elementare Entstehen der Dienerinnen *aus 
Quellen, von Hainen, aus Flüssen' zu den märchenhaften und dem 
Zaubergebiete der Eirke entsprechenden Erscheinungen. Vgl. Lehrs 
popul. Aufs. p. 95 Anm. Nitzsch und Köchly de Od. carmm. 11 
p. 9 halten 350 und 851 für unecht, nach Düntzer sollen sie 
^sich schon durch das Präsens als fremd erweisen.* Auch Nauck 
bemerkt zu 350. 351: spurii? und Fick d. hom. Od. p. 315 hat 
dieselben verworfen. Wegen des Präsens vgl. Friedländer im 
Philol. VI p. 674 Anmerk. 11. 

351. Hier hat Düntzer nach Zenodot, vgl. Lud wich Arist. 
hom. Textkritik I 583, oE' zs SXads in den Text gesetzt mit der 
Bemerkung: ^Aristarch schrieb oVt* elg^ gegen den homerischen 
Sprachgebrauch, der nur SXade^ nicht slg SXads kennt.' Allein die 
bei Krüger Di. 19, 3, 1 und 3 erwähnten Beispiele bieten eine 
ausreichende Analogie, um Men homerischen Sprachgebrauch' in 
dieser Hinsicht -ju erweisen. 

353. So im wesentlichen Döderlein Hom. Gloss. § 2430 
mit Beistimmung von K. Grashof über das Hausgerät p. 10 
Anm. 9. 

357. Über die Begriffe ^silbern* und ^golden' im homerischen 
Zeitalter vgl. K. F. Hermann griech. Privatalt. ^ p. 406, Anm. 1. 

366. ad' Yjoa^ elaccydyovda statt des überlieferten elas di jii' 
elaayayovGa schreibt Fick d. hom. Od. p. 230. 

368 — 372. Hierher sind diese in vielen Hss. fehlenden 
Verse aus q dl&, gekommen, aber mit Unrecht, weil die ^Schaff- 
nerin' nach xiaaaQsg 349, das *Brot* nach den gefüllten Mxveicc 
355, und besonders der *Tisch' nach tQaTti^ag 354 ganz unpassend 
erwähnt sein würden. Köchly de Od. carmm. II p. 10 fügt noch 
hinzu: *non dubito, quin quinque versus, qui in aliquot codicibus 
non leguntur^ a recentioribus certatim damnati etiam ab Alexan- 
drinis aut obelo notati aut adeo „ne scripti quidem" fuerint, cuius 
rei haud scio an aliquid indicii in eo insit, quod in scholiis statim 
a V. 362 ad v. 374 transitur nulla intersitorum mentione facta.' 
Vgl. auch Kirchhoff d. hom. Od. p. 219. Auch 367 scheint 
Nauck verdächtig, sowie 374. 

374. In dem überlieferten akko {(pqoviaiv) erkennt Fick d. 
hom. Ilias p. 389 f. hier und ^698 das äolische üXiog oder 
aXkog = ionischem rikBog und zieht nach der hier überlieferten 
Lesart aXla (pqovioiv im Hinblick auf ctxaXct^ oiicc g>Qovetv vor a^^a 
g>QOvi(ov = ion. riXsa g>QOvi(iov. 

378, Ein Präsens s^ofiat wird für die ältere Gräcität von 
vielen bezweifelt, wie von Hermann zu Mosch. 3, 62, Ahrens 
Hom. Formenl. § 95 A 2, und deshalb hier mit Grashof und 
Pas so w s^so für notwendig gehalten Mu setztest dich', so dafs 
Eirke schon früher das Benehmen des Odysseus beobachtet habe. 
Indes ist e^eai^ das mit dem folgenden aTCteai und oteai innig zu- 



96 Kritischer und exegetischer Anhang, x. 

sammenstimmt, hier die Überlieferung ohne Variante. Beispiele 
dieses Präsens aus Späteren giebt Lobeck zu Buttmann Sprachl. 
II p. 202. Übrigens betrachtet Bekker S^€ai als zweisilbig, da 
er itecci fioog mit Digamma giebt. Janus Soutendam Observ. 
in Homerum et Scenicos (Leiden 1855) p. 55 hat ?J;e' ccvavöm 
iftaog konjiciert. 

380. ovd' In schreibt Cauer nach Nitzschs Vermutung 
statt des überlieferten ovdi t^, vgl. A 393. 

397. ^xccatog neben dem Plural als distributive Apposition 
findet sich noch a 424. ß 252. 258. y 396. i/ 229. & 399. v 17. 
a 291. X 57. A 606. B 775. E 878. H 175. 185. 371. & 233. 
347. I 88. 656. 712. A 731. N 121. S 87. 111. O 369. 505. 
662. n 202. 351. 697. P 250. Z 299. T 84. 277. 339. ^3. 26. 
58. 203. 371. 497. Ebenso Ixatfny d 729. ^ 324., k 542. 520. 
2; 496. T 302; Ixacrro) a 349. f 189. 265. E 195. K 473. ^ 11. 
O 109. U 375; fxatfTOv x 173. 547. fi 207. q> 418. IT 215. T44. 
Den Übergang zum kollektiven Subjektsgebrauch der Späteren bil- 
den «• 392. K 215. Krüger Di. 57, 8, 2, Kühner Gr. 266, 3. 
Wegen des appositiven Plural sKadroi zu v 76. 

403 f. Kirchhoff d. hom. Od. p. 219 erkennt in diesen 
beiden Versen eine Interpolation: in 405 habe ursprünglich etwa 
Tieid'ev statt ccirtog gestanden. Pick hat die beiden Verse aus- 
geschieden. 

404. Andere lesen wie Bekker öh aTCi^eaet neXdaacrte^ Nauck: 
6s CTteieaat, Ob diese in Schol. H erwähnte Lesart (ßi ansleaai) 
Aristarchs Lesart war, wie La Eoche in der Annot. crit. ver- 
mutet, ist imsicher: Lud wich Arist. hom. Textkritik I p. 584. 
Dalis aber neben itsld^Hv eg %i ri 254. ^ 448 xm^ovöiade k 440 
die prägnante Verbindung TteXatstv iv zivi keinem Bedenken 
unterliege, zeigt aufser andern Analogien das Kompositum i(A7t€- 
Xa^siv^ das schon von Hesiod. Sc. 109 nnd Hjmn. in Merc. 523 
an im Gebrauch ist. 

411. Zu TiOTtQog und ariKol vgl. A. Thaer im Philol. XXIX 
p. 600. 604. 

412. Statt des allein überlieferten aytalgovaiv^ das auch 
Nitzsch mit Thiersch und G. Hermann zu Hymn. in Merc. 
288 und Opusc. 11 p. 49 als Anakoluth erklärt, haben Bekker, 
Nauck und Cauer aus Konjektur analqfoaiv gegeben. Vgl. auch 
Bergk griech. Litteraturgesch. I p. 859. Aber dann sieht man 
nicht, teils wie der Begriff ivavrtai mit den Worten nsQt ßovg 
zusammenstimmen solle, teils warum afiq>L^iovaiv (ein StcckI el^- 
fiivov) gesagt ist, wenn dies Verbum nicht den bei negl ßovg aye- 
XaUxg nur vorschwebenden, aber in lebhafter Bede übergan- 
genen Begriff hier in selbständigem Satze ausdrücklich bezeichnet. 
Sachlich bemerkt Nitzsch Beitr. zur. Gesch. der ep. Poesie p. 338 
mit Becht: ^Die Liebe erscheint hier ganz als Naturgefühl, das 



► 



Kritischer und exegetischer Anhang, x. 97 

in den Menschen dasselbe ist wie in den Tieren. Dazu kommt 
die sich dort anknüpfende Weckung der Heimatsliebe/ Der Ver- 
gleichungspunkt ist die freudige Begrüfsung. 

415. Bothe und Bekker (vgl. Hom. Blätter I p. 90) haben 
die Interpunktion vor iitel getilgt und den Akkusativ ifd zu tdov 
gezogen. Dagegen wurden von Amels unter anderem die Paral- 
lelen ß 155. y 373. X 615. rjj 92. X 236 geltend gemacht. Aber 
L. Meyer in Kuhns Zeitschr. XXIi p. 43 hat dazu bemerkt, dafs 
man bei dem überhaupt so seltenen Gebrauch des rein lokalen 
Akkusativs bei Homer nicht berechtigt sei i%vvro mit ifd zu ver- 
binden. Gewifs mit Recht. Allein bei der unmittelbaren Ent- 
gegenstellung von cog ifii zu firiziQag^ das von ufMpt^iovCtv abhängt, 
war ifä ohne Zweifel als Objekt fllr das folgende Hauptverbum 
berechnet, indem die vorhergehende Konstruktion von &^q>i^iov(Siv 
einwirkte; als dann aber der Nebensatz inel Höov 6g>d'aXfioi0i.v da- 
zwischen trat und i(ii gleichsam als Objekt vorwegnahm, konnte 
das intransitive ^%vvxo sich frei anschliefsen, indem die Beziehung 
auf die Person aus dem Vorhergehenden vorschwebte. Indes hält 
Kirchhoff d. hom. Od. p. 220 415 — 17 für interpoliert und 
Fick hat dieselben ausgeschieden. Auch van Her wer den im 
Hermes XVI (p. 351 — 79) verwirft dieselben. 

418. TtQocrivddov findet sich nur hier als dritte Person des 
Plural, in den übrigen zwölf Stellen ist es die erste Person des 
Singular: d 550. * 345. 363. 474. 492. x 482. X 56. 209. 396. 
552. (i 296. ^ 484. Über die Konstruktion imd Wortstellung vgl. 
J. La Eoche Hom. Stud. § 97, 1. 

420. Das TS nach el gehört zu C9g, nicht zu el: *der Dichter 
benutzt die aus einer älteren Periode erhaltene noch halb demon- 
strative oder anaphorische Form Sg xa neben der jüngeren Ver- 
gleichnngsform durch relatives cS^, je nach dem für das Metrum 
die eine oder die andere bequemer ist': L. Lange der homer. 
Gebrauch der Partikel ü I p. 437 f. Wegen des Optativs im 
Vergleichssatze vgl. Friedländer Beiträge zur Kenntnis der hom. 
Gleichnisse I p. 20 ff. Über elg bei atpMie^at, vgl. J. La Boche 
Hom. Stud. § 50, 1 und 6. 

425. oTQvvBO^B i(iol — fjTrecyOa* geben Eustathius, pr. Harl., 
Vindd. 133 und 56, August. Dieselbe ist von den neueren Her- 
ausgebern fast allgemein aufgenommen. Dagegen findet sich das 
erst von Wolf adoptierte 6vQvv8ad'% iva fwt ccfia Ttävreg ^nriöd's 
im Vrat., cod. Gonzagae u. a. bei La Boche. Es ist eine alte 
Koi\jektur mit unhomerischer Sprache. Denn nach otqvvs^v hat 
eine Absichtspartikel, wie a 54. a 85. X 214. J 269. q 362, eine 
ganz andere Bedeutung, die hier nur für das folgende oq)Qa pafst. 
Vgl. W. C. Kayser im Phüol. XVHI p. 650 ff., welcher h^ea^e 
(Eustath. Vindob. 133 von zweiter Hand u. a.) mit dem zu x 320 
erläuterten Asyndeton für das ursprüngliche hält. 

Hentze, Anh. sn Homers Odyssee. II. 7 



98 Kritischer und exegetischer Anhang, x. 

426. W. Jordan Homers Od. übersetzt p. 519 bemerkt den 
eindrucksvollen Kontrast zwischen leQoig iv dci^mai Kiq%riq und 
nlvovxag kuI iöovxag: Mas für uns bisher mit heiligen Schauern 
umgebene, gefürchtete Haus der Kirk^ ist jetzt so wenig furcht- 
bar, dafs eure Geehrten dort lustig und guter Dinge sind.' 

430. W. C. Kayser im Philol. XVHI p. 702 bemerkt: 'Der 
Vers ist augenscheinlich jung. Dem Schol. Harl. war er unbekannt, 
als dieser zu 429 die Bemerkung niederschrieb Xslrcet^ to Xiyav: 
er ist weder von Eustathius angeführt, noch durch die Hand- 
schriften pr. Harlei. Cret. Vind. 56 und 5 gegeben. Seine älteste 
Spur treffen wir in einem Texte des dreizehnten Jahrhunderts Vind. 
133.' Im Marc. 613 u. a. steht er am Bande, vgl. La Eoche. 
Der Vers wird mit Recht getilgt. Denn die Hast des aufgeregten 
Eurylochos wird durch das blofse iQVKave besser bezeichnet, wie 
W 734. K 191; anders % 410 so wie t. 493. 7t 43. x 545. S 412. 
Sl 238. 

431. i:(uv als Indikativ noch ß 127. a 288. P 155. Andere 
verstehen es hier als Infinitiv. Aber eine Frage mit dem Infinitiv, 
wovon Krüger Spr. 51, 17, 7 und Kühner Gr. 306 A. 11 c 
(letzterer mit Anführung unserer Stelle) sprechen, ist noch nicht 
homerisch. 

432—434 verwirft Düntzer Kirchhoff etc. p. 58. Büttner 
die Verwandlungen der Kirke p. 3 ff. schlägt vor nach Ausschei- 
dung von 433. 434 in 435 iQ^eij o&^ statt bq^^ ots zu lesen. Da- 
gegen nimmt Steinmetz eine Sjnesis, Batzeburg 1882 p. 6 f. an, 
dafs der Dichter vermöge einer gewissen Synesis den Eurylochos 
unbefangen so sprechen lasse, als ob er von der Verwandlung der 
Gefährten wisse, obwohl er selbst nichts davon gesehen oder ge- 
hört hat — weil der Dichter im Vorhergehenden die Sache schon 
mehrmals berührt hatte. 

435. Die Erklärung ist gegeben nach Adam in d. Blatt, f. 
d. bayersch. Gymn. 1871, VH p. 154, welche dadurch gestützt 
wird, dafs das parallele g)vkda0oifi8v aal ctvccyKy ein gezwungenes 
Immerdortsein d. i. eingesperrt sein bedeutet. — Über (liaaavXog 
vgl. Ahrens avkrj und villa, Hannov. 1874 p. 17 f. — Kirchhoff 
d. hom. Od. p. 220 und 314 sieht in 435—437 einen späteren 
Zusatz, vielleicht des Bearbeiters, Fick hat die Verse ausgeschieden. 

439. Zugleich sachlich entscheidend sind ^190. t 300, 
aufserdem sprachlich x 51. q 236. a 91. % 334. K 504. M 18- 
iV 455 und anderwärts, wo wir jedesmal- bei genauer Auflösung 
des Particips ein ^hätte' oder Väre' gebrauchen müssen. Ebenso 
nach andern Verben von dieser Bedeutung. Vgl. auch zu y 227. 
s 415. ? 111. 

440. Das aTtonki^^agj welches Eustathius und der Schol. 
zu ^^ 120 bieten, ist hier bezeichnender und nachdrücklicher als 
das gewöhnliche aTCorfMq^ag. La Eoche hom. Textkritik p. 342 



Eritisclier und exegetischer Anhang, x. 99 

macht wahrscheinlich, dafs Aristarch anonXri^ag las, und so ur- 
teilt auch Lud wich Arist. hom. Textkritik I p. 584. 

456. 456. Der zweite Vers, der hier wegen des (isv &y%i 
Ctaea (455) ans 401 hinzugekommen ist, fehlt in den bessern 
Hss. mit Becht. Denn an den übrigen 21 Stellen folgt auf diesen 
Vers entweder ausdrücklich mit einem singularischen Imperativ 
ein specieller Auftrag an Odysseus, oder es folgt irgend eine an- 
dere speciell an ihn selbst gerichtete Eedewendung, nirgends aber 
nach dem Ende der Bede ein sylleptisches Personalpronomen, wie 
hier 466 fifuv. Eirke trat hier nahe zum Odysseus (455), weil 
dieser sich unter seinen Gefährten befand. Woher übrigens Eirke 
die erwähnten Leiden wisse (457 ff.), das haben nicht homerische 
Zuhörer, sondern erst reflektierende Leser späterer Zeiten gefragt. 

462 — 465 werden von Nauck als suspecti bezeichnet. — 
465. Ttinccd^s war die Lesart Aristarchs: Ludwich Arist. hom. 
Textkritik I p. 585, vgl. G. Curtius d. Verb. d. gr. Spr, 11 p. 165. 
Die handschriftliche Überlieferung %bto(S%'B als völlig sprachwidrig 
verwerfend erklärt sich Brugmann in G. Curtius Stud. IX p. 385 
für die Aristarchische Schreibung und diese hat auch Fick in den 
Text genommen. 

469. xai i^r^Xv^ov mgai ß 107. X 295. ^ 294. r 152. o 142. 
Die Hören nämlich bezeichnen gleichsam den Wellenschlag der 
Zeiten und beginnen den vollendeten Ereislanf des Jahres mit 
jedem Frühjahr von neuem. Vgl. E. Lehrs Popul. Aufs. p. 76 f. 
Hierauf bezieht sich auch der allgemeine Ausdruck vom ^Umschwung 
der Jahre,' Vgl. zu cc 16. 

470. Dieser Vers fehlt hier wie t 153. oo 143 in den besten 
Hss. und macht durch seinen didaktischen Inhalt nach der voraus- 
gegangenen Personifikation einen störenden Eindruck. Der Vers 
ist aus Hesiod Theog. 59 entlehnt, wo auch derselbe Vers wie 
hier vorausgeht. 

475 — 479 wie 482 (vgl. den Anhang zu 265) fehlen bei 
Enstathius und in guten Hss., stehen aber nach La Boche 
(in der Zeitschr. für die österr. Gymn. 1865 p. 254) *im Texte 
zweier der besten Handschriften, des Marc. 613 und des Vind. 133, 
auTserdem in Vind. 5. 56 und der Stuttgarter'. Die Verse scheinen 
indes eine zur vorausgehenden Erzählung unpassende Ergänzung 
einer alten Lücke zu sein. Denn man vermifst hier die Antwort 
des Odysseus und was nach derselben bis zum Vortrag der Bitte 
an Eirke geschehen ist. Vgl. auch Bergk griech. Litteraturgesch. 
I p. 548, 38, Nitzsch Sagenpoesie p. 141, Eirchhoff d. hom. 
Od. p. 221. Dagegen verwirft Scotland im Phüol. XXXXV p. 571 f. 
die Annahme einer durch Interpolation verdeckten Lücke und hält 
475 für echt, verwirft aber 476 f. 

482. Über die folgende Erzählung bis zum Schlufs vgl. Eirch- 
hoff d. hom. Od. p. 221 ff., v. Wilamowitz-MöUendorff Homer. 

7* 



100 Eritischqr und exegetischer Anhang, x. 

Untersuch, p. 143 f., Hinrichs bei Faesi zu 490. Bergk griech. 
Litteraturg. I p. 688 nimmt den Schlufs des alten Gedichts mit 498 
an. Fick d. hom. Od. p. 276 f. sondert x 509. 510. 513—515. X 568 
—601. 605—11. 613—16. 618—26 als ein 'Bruchstück einer 
Nekyia' aus. Köchly de Od. carmm. HI 19 ff. läfst die 'ursprüng- 
liche Nekyia' beginnen mit 490 und scheidet aus 538 — 40. 542 
— 45. Einzelne Athetesen in diesem Abschnitt: Düntzer hom. 
Abh. p. 143 verwirft 511—515. 527—30. (p. 141) 539 f. (p. 
135 f.) 551—60, Sittl Gesch. d. griech. Lii I p. 110 529 f. 532, 
Scotland im Philol. XXXXV p. 578 ff.: 492—95. 565. 513—526. 
529. 530. 535—40. 

485. Statt der Überlieferung o? (lev tpd'ivvd'ovßt vermutet 
Menrad de contract. et synizes. usu p. 96 dt i^ov <p^, nach a 250. 

491. Dies erhellt schon daraus, dafs die axvyeQccl iQtvvg die 
Dienerinnen der Persephone sind. Daher virird sie iTtaivr^ auch 
nur in Verbindung mit ^Aldrig genannt x 534. 564. A 47. I 4:p7, 
569. Erst Tryphiodor 52: vß)g ^A%dXrjog kccI iTcatvijg Jrjidafulrig 
folgt dem Mifsverständnis des Wortes 'lobenswert'. Das inl ist 
hier nur der sinnlich malerische Zusatz ohne materielle Bedeutung, 
worüber zu a 273. So im wesentlichen mit Ph. Mayer Hom. 
Synon. IV p. 8 Anm. 6, mit dem in Bezug auf die Bedeutung 
auch Döderlein Hom. Gloss. § 998 übereinstimmt. Lob eck 
Path. elem. I p. 354 meint freilich, man müsse über dies Wort 
den Apollon befragen. 

493. fidvTfiog ist eine Konjektur G. Hermanns: die Hand- 
schriften haben, mit Ausnahme von Marc. 613, der fiavTrjog hat, 
(lavnogy was Ahrens im rhein. Mus. N. F. H (1843) p. 162 bei- 
behält, indem er die auffällige Quantität aläov durch die Genetiv- 
form aXaoo entfernt wissen will; vgl. den Anhang zu x 36. Hin- 
richs schreibt (lavttog aXaoo. 

495. Cicero de div. I 40 übersetzt mit Recht: solum sapere^ 
ceteros tmbrartmt vaga/ri modo, Pia ton. Rep. III 1 tadelt den 
Vers von seinem Standpunkte aus. Dafs übrigens der ältere Cato 
den Vers auf Scipio angewendet habe, erzählt Plutarch Cato mai. 
27, in den Apophth. p. 200* und in den Praec. reip. ger. 10 p. 805*. 
Vgl. aufserdem Strabo XVI 2 p. 762; Hemsterhuis zu Lucian 
Nekyom. 6. Über ay^iaC Kayser im Philolog. XXII 512. — Statt 
der überlieferten Leeart xol 81 empfiehlt Bekker nach einer Wiener 
Handschr. xctl 8i: Hom. Blatt. II p. 24. 

508. Zu der Erklärung vgl. die abweichende Auffassung von 
Schoemann Opusc. II p. 335, not. 23, welcher auch Ameis 
folgte. — Die ganze Stelle über den Eingang in den Hades hat 
in eigentümlicher Weise behandelt W. Jordan in Fleckeisens 
Jahrbb. 1872 p. 1—8 mit dem Resultat: 'das Hadesreich der 
Odyssee ist die von der Sonne abgekehrte Rückseite der Erd- 
scheibe, die avrlxd'cavj Gegenerde eines weit späteren Zeitalters. 



Kritischer und exegetischer Anhang, n. 101 

Von der ^elöcoQog uQovQa und vom Götterhimmel aus betrachtet 
bleibt es allerdings Unterwelt, wtb Ttevd'BCL yalag, aber nicht 
als Erdinneres, sondern als jenseitige Oberfläche/ Vgl. 
dazu Kammer die Einheit p. 486 ff. Eisenlohr über die Lage 
des homerischen Totenreiches, Lahr 1872 sucht eine zwiefache 
Vorstellung von der Lage des Totenreiches bei Homer nachzu- 
weisen und zwar in der Ilias die, dafs dasselbe unter der Erde 
liege, in der Odyssee dagegen mit Ausnahme des letzten Buches 
überall im äufsersten Westen über dem Ocean, nicht unter der 
Erde. Beide verstehen de' ^Sbieavolo vom Durchfahren des Okeanos 
bis zum jenseitigen Ufer und diese Auffassung scheint auch die 
natürlichste, wenn gleich A 13 und A 689 dagegen zu sprechen 
scheinen; indessen läfst sich die Vorstellung eines gleichwohl unter- 
irdisch gedachten Totenreichs nicht durchaus abweisen: x 560 
'tjyvxrj ^' ^Aidoads aatrjld'ev, A 37 vTte^ igißevg^ A, 57 imb ^6g)0v 
weisen darauf, und die zunächst X 23 — 50 gegebene Schilderung 
im Charakter einer Totenbeschwörung läfst kaum eine andere 
Vorstellung zu, als dafs Odjsseus nur am Eingang des unter- 
irdischen Totenreichs zu denken ist und die Toten aus der Tiefe 
desselben hervorkonomend sich seinem Standort nähern, eine Vor- 
stellung, die freilich weiterhin nicht festgehalten ist. 

509. Der folgenden Lokalschilderung sollen nach v. Baer 
über die homerischen Lokalitäten in der Odyssee p. 9 — 12 Nach- 
richten von dem Pappelhain an der Mündung des nördlichen Armes 
des Kuban und den Schlammvulkanen auf der Halbinsel Taman 
in der Meerenge von Kertsch zu Grunde liegen. 

510. ^Man braucht nur die schwanke, traumartige, farblose 
Weide, die lispelnde, melancholische Pappel zu sehen, um in ihnen 
die notwendige Staffage der griechischen Unterwelt zu erkennen': 
Motz über die Empfindung der Naturschönheit bei den Alten, 
Leipz. 1865 p. 90. — Über den Begriff von mleatKciQTtot vgl. Dö- 
derlein Hom. Gloss. § 2159. 

515. Bergkin Fleckeisens Jahrb. 1860 p. 400 bemerkt: *man 
mufs sich wohl den Acheron mehr als See vorstellen, wie ja auch 
später die Anschauung beständig zwischen See und Flufs schwankt: 
aus dem Lmem des Totenreiches ergiefsen sich zwei Flüsse, der 
Pyriphlegethon und der Kokytos, letzterer aus der Styx entsprin- 
gend.* Und in der Note: *nur von zwei Flüssen ist die Bede, 
daraus geht hervor, dafs Acheron nicht als der dritte Strom zu 
denken ist, höchstens könnte man die Strecke, wo Kokytos und 
Pyriphlegethon vereinigt fliefsen, als Acheron bezeichnen. Von 
einem Einmünden des grofsen Stroms in den Okeanos ist auch 
nicht die Bede, man kann sich also den Acheron nur als einen 
See unfern vom Ufer des Okeanos denken.' Ähnlich urteilen Ei- 
senlohr über die Lage des homer. Totenreiches p. 17 und W. 
Jordan in Fleckeisens Jahrbb. 1872 p. 6. — Über verwandte 



102 EjdtiBcher und exegetischer Anhang, x. 

Vorstellungen anderer Völker von dem Eingang zur Unterwelt vgl. 
Gerlach altgriech. Märchen p. 40 f. Nach ihm scheint die hier 
erwähnte nk^ keine andere zn sein, als die o 11 erwähnte 

518. Wir haben hier die älteste Andeutung von der Liturgie 
des späteren Totenkultus; aber die Gebräuche sind der märchen- 
haften Eirke in den Mund gelegt und den Zuhörern noch unbe- 
kannt. Die eigentliche Psychomantie und Nekyomantie dagegen 
gehört erst in spätere Zeiten. Über den Gebrauch der Gruben 
im Totenkultus, das vorhergehende ßo^Qov oqv^w vgl. Hemster- 
huis zu Lucian Nekyom. 9 und die Interpreten zu Sil. ItaJ. XUI 
406. — Menrad de contract. et synizes. usu p. 138 schlägt vor 
%svB0d'at TtaCi viKv60i statt %ü6^ai naöiv vsKveöOi, 

521. Döderlein Hom. Gloss. § 147 erklärt afuvrivog aus 
a priv. und (Uva nicht standhaltend: ein Charakteristikum der 
Geister, die ein gespensterhaftes Scheinleben mit matter Empfin- 
dung und geschwächtem BewuTstsein leben, tenues sine corpore 
vitae Verg. Aen. VI 292; ebenso der Träume (t 562), die beim 
Zugreifen in nichts zerfliefsen. Dagegen betrachtet es Lob eck 
Path. prol. p. 145 und 192 als aus ifisvi^Q (von fiivog) verlängert, 
Leskien in G. Curtius Stud. II p. 101 aus afisvsöfivog vgl. tcs- 
rsrivog^ vgl. Froehde in Bezzenbergers Beitr. VII p. 323 f. 

525. Sittl die Wiederholungen p. 38 vergleicht A 720 aUa 
Kol &g Innevci luxinqenov fifietigoiaL und findet die familiäre Bede- 
weise * euere Schafe' hier bei dem Herrscher selbst, welcher der 
eigentliche Besitzer ist, nicht am Platze. — An Stelle von ^f«- 
xiqotaiv {yfiSTSQüiaiv) empfiehlt Nauck in d. M6langes Gr6co-Bom. 
V, 2, 1 1 1 f. nach den Wiener Handschr. äygofiivotaiVj entsprechend 
X 33. — Ttafifiilava und 527 ^kvv xs (likatvav: Mit Recht bemerkt 
L. Feuerbach Theogonie p. 364 folgendes: *Die Griechen und 
Römer opferten den obem Göttern, den Göttern des Lichts und 
Lebens weifse, den untern, den Göttern des Todes und der Fin- 
sternis schwarze Tiere und drehten diesen beim Schlachten den 
Hals unterwärts, jenen aufwärts. Diese Handlungen und Farben 
sind Zeichen, die aber das Wesen, die Bedeutung der betreffenden 
Götter nur auf synonyme, gleichbedeutende Weise versinnlichen, 
denn Weifs wirft das Licht unzerlegt zurück, erhellt, erheitert, 
erfireut; Schwarz verschluckt alle Farben, alle Lichtstrahlen, wie 
die Unterwelt alle Lebensfreuden, macht finster, traurig, verstimmt.' 
Vgl. auch Hermann gottesd. Ali 26, 23. 

530. Zu viicvsg TKxxaxs&vri&xsg oder im Singular oder im Sim- 
plex vsKQog xs&vTidg sind die homerischen Beispiele ^37. 541. 564. 
567. (i 10. X 448. Z 71. IT 409. K 343. IT 526. 565. -S 173. 
540. Dieser Sprachgebrauch ist dann auch auf die Tragiker über- 
gegangen, vgl. Schneidewin zu Soph. Ant. 26. Und dafs dann 
dieselbe WortfUlle zur nachdrucksvollen Hervorhebung des Begriffs 



EritiBcher und exegetischer Anhang, ic 103 

auch bei dem entgegengesetzten Gedanken, bei 6 q>vtv(Saq nari^Q 
und ähnlich sich finde, zeigen die zahlreichen Beispiele bei Lo- 
beck zu Soph. Ai. 1296. 

532. Marc. 456 hat Kcircc^tt\ Stuttg. KcnäKSirai^ die übrigen 
Handschriften xaxiKsn nach La Boche. Letzterer bemerkt in der 
Zeitschr. f. d. österr. Gymn. 1859 p. 221: *das Imperfektum ist 
grammatisch nicht zu rechtfertigen; hier wird jeder Erklärungs- 
versuch zur Künstelei.' Vgl. andrerseits Kirchhoff d. hom. Od. 
p. 222, Bergk griech. Litterat. I p. 688, Anm. 81. Sittl Gesch. 
d. griech. Litt. I p. 110 verwirft den Vers, ebenso Scotland 
im Phüol. XXXXV p. 582. 

543. Sittl Gesch. d. griech. Litt. I p. 110 nimmt an, dafs 
hier gedankenlose Abschreiber vv(i4pri statt KlQKri gesetzt hätten. 
Vgl. V. Wilamowitz-Möllendorff Hom. Unters, p. 117. — 
Zur Tracht der Kirke Studniczka Beiträge zur Gesch. d. alt* 
griech. Tracht p. 86 f. u. 95. 

548. 549. Über okotsiv vgl. Clemm in G. Curtius Stud. II 
p. 54 ff. — V. 549 vermifst J. Bekker Homer. Blatt. II p. 28 
bei i7tiq>Qaös ein Objekt und vermutet d'iaqxxra statt Ttozviaj 
welches 2 Handschriften bei La Boche haben. 

552. Über die Elpenorepisode vgl. Jordan in Fleckeisens 
Jahrbb. 1872 p. 4, Bergk griech. Litteraturgesch. I p. 689, Kam- 
mer die Einheit p. 525 und 500 f., Kiene die Epen des Homer, 
Hannov. 1881 p. 107 — 9, v. Wilamowitz-Möllendorff Ho- 
merische Untersuch, p. 144 f., Seeck die Quellen d. Od. p. 364, 
W. Jordan Homers Od. übersetzt p. 528 f.. Kirchhoff d. hom. 
Od. p. 227 f., Düntzer homer. Abhandl. p. 134ff., Scx)tland im 
Philol. XXXXV p. 571 ff. 

559. In den südlichen Ländern pflegte man auf den platten 
Dächern der Häuser, wo man des Tages spazieren ging oder sich 
umsah, nicht selten des Nachts zu schlafen, der Kühlung wegen, 
weil in den innem Gemächern zu grofse Hitze herrschte, und zu- 
gleich um dem kalten Nachtthau zu entgehen, welcher den Erd- 
boden bedeckt und leicht Erkältungen herbeiführt, wie £ 475. q 25. 
Vgl. auch 5. Mos. 22, 8. Jos. 2, 6, 8. 

565. Schon von den SchoL ABLV zu A 541 wird bemerkt: 
ri de (pQCLOig cvvrjd"rig äito öoxMtjg elg ahiazMriv i'gxsöd'aL Derartige 
Akkusative des Participiums finden sich a 90. f 60. -ö* 508. k 533. 
S 195. TT 466. 1/; 211. ^541. ^341. Z 529. S' 162. 58. 
Krüger Spr. 55, 2, 7. Zu Krüger Di. 55, 2, 5. Vgl. auch zu 
240 und wegen des Dativs beim Infinitiv zu v 312, Classen 
Beobacht. p. 141 ff., Hentze in Zeitschr. f. Gymnasialwes. XX 
p. 745. Dagegen hält Naber Quaestt. Hom. p. 90 den Dativ xQfi- 
aofdvoig für notwendig, falls der Vers nicht etwa aus 492 hierher 
geraten sei, vgl. dagegen Dingeldein de participio Hom. Giefsen 
1884 p. 20. 



104 Eritisclier und exegetischer Anhang. X. 

567. xot' av&i statt xarat^t ist geschrieben nach J. La 
Boche homer. üntersuchnngen p. 246. 

573. Nach homerischer Vorstellung ist die menschliche Seh- 
kraft zu schwach, um eine unverwandelte Gottheit wider deren 
Willen zu sehen. Dies zeigen aufser andern Stellen E 127. 
T 321. Vgl. auch 'Nägelsbach Hom. Theol. * IV 11 und 12 
p. 164 bis 166. Übrigens bezeichnet Nauck 569 — 74 als suspecti, 
Ygl. auch Kammer d. Einheit p. 531 und dagegen Scotland im 
Phüol. XXXXV p. 583, auch Kirchhoff die hom. Od. p. 224. 



1. Über die ganze Unterweltscene vgl. Kirchhoff die Kom- 
position d. Odyss. p. 89 ff., die hom. Od. p. 225 ff. und die eingehen- 
den Untersuchungen von Kammer die Einheit p. 474 ff. und y. 
Wilamowitz-Möllendorff hom. Unters, p. 140 ff. 

10. Statt X&vvsv will van Herwerden im Hermes XVI 
(p. 351 — 79) gelesen wissen fö-vi/ov. 

12. Der Vers wird verworfen von van Herwerden in d. 
Revue de philol. N. S. 1879. III p. 68 ff. 

14—19. von Christ in d. Jabrbb. f. Phüol. 1881 p. 446 
sieht in den Versen eine Konfundierung der Argonautensage mit 
dem Nostos des Odysseus. Auch Köchly de Od. carmm. III, 21 
hat dieselben verworfen. Über die Verwertung der Kimmerier 
zur Zeitbestimmung Homers vgl. Niese die Entwicklung p. 224 f., 
über das Lokale v. 6a er über die hom. Lokalitäten in d. Od. 
p. 8 und V. Wilamowitz-Möllendorff hom. Unters, p. 165. — 
16. Der Wurzel dark ist die Bedeutung des hellen, leuchtenden, 
Glanz ausströmenden Blicks eigentümlich: Curtius Etym. ^ 99^ 
wie sie auch in Wendungen, wie dsivov diQKBCd'aij tzvq öedogudg 
durchblickt. Danach wird die Kraft des Ausdrucks KaxadiQTisxai 
durch die übliche Auffassung 'erblickt von oben* vöUig ab- 
geschwächt. Vielmehr: strahlt Glanz herab, bescheint von 
oben. Denn nicht etwa hindert der Nebel die Sonne das Land 
der Kimmerier zu erblicken, sondern er giefst sein Licht nicht auf 
dasselbe herab, weil es an der Schwelle der Unterwelt aufser 
seinem Bereich liegt. 

20 ff. In den folgenden Versen nimmt Scotland im Philol. 
XXXXV p. 584 eine Verderbnis an, welche er durch Umstellung 
zu heilen sucht. Derselbe verwirft weiter 25 — 34, 36. 37, 38 
—43, 48—50. 

27. Über die Bedeutung des Honigs beim Totenopfer vgl. 
Bosch er Nektar und Ambrosia, Leipz. 1883 p 66, und über die 
Totenopfer bei Homer überhaupt Bernhardi das Trankopfer bei 
Homer p. 11. 

38—43. Diese sechs, obgleich schön gebauten (und von 



Kritischer und exegetisclier Anhang. X, 105 

mehrem wie von Plutarch de fortuna Rom. 3 p. 317* citierten) 
Verse sind von den Alexandrinern (Carnuth Aristonic. p. 100) 
mit Recht verworfen worden. Denn sie stehen in Widerspruch 
teils mit dem den Psychen sonst zugeschriebenen Mangel an Kör- 
perlichkeit, der 207 am stärksten hervortritt, teils mit der Frage 
an Agamemnon 398 ff., teils mit der vorausgehenden Kürze, teils 
endlich mit TtQmri ^'^^' ^^) das seine eigentliche Bedeutung ver- 
löre, wenn diese Schatten schon vorher so bestimmt von Odysseus 
erkannt worden wären. Sprachlich ist 40 ovraiASvoi auffällig, dafs 
sonst nirgends von der Wurfwaffe gebraucht wird. Gegen die 
Verwerfung der Verse sprechen Brausewetter de necyia Ho- 
merica p. 2 f., Lauer de undecimi Od. libri forma germana vgl. 
Düntzer hom. Abh. p. 138, Kirchhoff d. hom. Od. p. 227. Über 
43 insbesondere vgl. v. Wilamowitz-Möllendorff hom. Unters, 
p. 142. — Th. Bergk griech. Litteraturgesch. I p. 692, Anmerk. 
90 glaubt; dafs dieselben ursprünglich ihre Stelle nach ^632 
hatten, was Nauck und Köchly de Odyss. carmm. III p. 21 bil- 
ligen. — *Dafs hier die Vorstellung herrscht, als ob die Schatten 
dem Leib im Moment des Todes glichen, und dafs vielleicht SLÖmla 
Tiafiovrav dieselbe enthält, habe ich bemerkt und vermutet bei 
Nägelsbach hom. Theol. p. 405 oben und mir dazu notiert: so 
schon Schol. Q zu ^ 40.' G. Autenrieth. 

52. Statt des überlieferten vno xd'ovog schlägt Cobet Mise, 
crit. p. 370 wegen des Hiatus vor zu lesen Kccva %%'.•, vgl. dagegen 
Nauck in d. M61anges Gr6co-Rom. IV p. 607 f. — 53. Diesen 
Gebrauch von gwiim hat schon Aristarch beobachtet, vgl. Lehrs 
de Arist. p. 95, ^ 86. Was die Sache betrifft, so hatten die Ge- 
führten des Odysseus bei der Abreise im Drange der Geschäfte 
den Elpenor nicht vermifst. Sonst hätten sie sicherlich ihre Pflicht 
erfüllt, so gut wie bei der Flucht aus dem Kikonenlande i 65. 
Vgl. indes Kammer die Einheit p. 499 ff., welcher 52 — 55 ver- 
wirft; Kallistratos athetierte 52 — 54: Carnuth Aristonic. p. 101, 
vgl. dagegen Kirchhoff d. hom. Od. p. 227. 

58. Itiv bieten Didymus im Schol. Karl.: vgl. J. La Roche 
Didymus p. 15 f., auch 2 Hdschr. bei La Roche, die übrigen ioov. 
Über die Verwechslung von imv und Imv vgl. C. A. J. Hoff mann 
XXI. und XXn. Buch der Ilias I p. 302. Und über den Begriff 
Uvai von einem Toten vgl. den Anhang zu jd 99. 

60. Der Vers fehlt in den bessern Hss. mit Recht: denn er 
ist wegen des vorhergehenden Zusatzes ol^^^ag unpassend, vgl. 
die Parallelstelle i 506. 

65. Nach diesem Verse nimmt Bergk griech. Litterat. I 
p. 689 den Ausfall mehrerer Verse an, in welchen die Wanderung 
Elpenors zum Schattenreiche genauer beschrieben war. — 66. Die 
Verbindung rwv omd'ev wie I 559. S 274 ohne ein vermittelndes 
Particip ist analog dem zu t 285 berührten Gebrauche der Prä- 



106 Eritisclier und exegetischer Anhang. X, 

Positionen. Daraus hat sich später der attische Gebrauch mit 
dem Artikel entwickelt. Eine Bitte um der Abwesenden willen 
ist rührender, weil sie das Herz des gebetenen mit Erinnerung 
und Sehnsucht erftült und so zur Weichheit stimmt. 

69 — 71 werden verworfen von La Boche in der Zeit sehr, 
f. öst. Gymn. 1863 p. 193 und Köchly de Od. carmm. HI p. 21. 
Vgl. dagegen Bergk griech. Litterat. I p. 689, 82. 

76. Zur Erklärung vgl. C lassen Beobachtungen p. 175. 

84. KaxccTsd'vfiavlrig mit Bekker im Berliner Monatsbericht 
1861 p. 242 (Hom. Blätter I p. 228). Ebenso 141. 205. 6 734. 

88 — 153. Die Begegnung des Odysseus mit Tiresias ver- 
wirft Scotland im Philol. XXXXV p. 576 f. mit Kammer die 
Einheit p. 490 ff. Vgl. zu 100. — 88. ngorsgov statt des über- 
lieferten TtQoxeQfiv vermutet van Herwerden in d. Revue de phi- 
lologie 1878 II p. 195 ff. 

91. Über das goldene Scepter des Tiresias vgl. v. Wila- 
mowitz-Möllendorff Hom. Unters, p. 146. 

92. Der Vers fehlt in den bessern Hss. Es gilt von dem- 
selben das zu 9c 189 bemerkte. Die ausdrückliche Bezeichnung 
des Umstandes, dafs er ihn erkannt habe (weshalb man den Vers 
hier für notwendig hielt), ist im folgenden genügend ausgesprochen, 
besonders mit oS övöttivs, das doch wie x 281 mit Bezug auf die 
Irrfahrten gesagt ist. Vgl. auch X 390 ff. Indes hat Bekker in 
der annotatio beigefügt: ^paenitet expuncti: tam enim aptus quam 
473 et 617.' 

100 — 137. Das folgende Orakel des Tiresias behandeln 
Ja ekel das Tiresias-Orakel, Freistadt 1876, Kirch ho ff d. hom. 
Od. p. 228, Bothe de vetere quem ex Od. Kirchhoffius eruit 
voaxG) p. 12 f., Seeck die Quellen d. Od. p. 188 ff., 297, Kiene 
die Epen des Homer p. 112, Düntzer hom. Abh. p. 137 f. 423, 
Kays er hom. Abhandl. p. 14. 35 f., Bergk griech. Litterat. 
I p. 687, V. Wilamowitz-Möllendorff Hom. Unters, p. 145 
und 160 ff. Vgl. zu 88 und zu 120. — 100. 'Hinsichtlich der 
Ableitung von dl^rifiaL befriedigt mich G. Curtius Etym. ^ p. 552 
nicht ganz, weil die Glosse des Hesychios, auf welcher dessen Ab- 
leitung beruht, nicht sicher ist. Ich habe deshalb an örJBig ge- 
dacht, aus welchem eine reduplicierte Form öi'djri'fiai sich wohl 
mit der bekannten Lautaffektion entwickeln konnte: eigentlich also 
für sich zu finden trachten.' G. Autenrieth. 

102. Nach der Notiz des Didymus im Harleianus nahm W. 
C. Kays er de versibus Od. disp. altera p. 11 ov ycLQ^ olcn \ Xy^cbi 
iwoalycLtog als Lesart Aristarchs an, vgl. aber Lud wich Arist. 
hom. Textkritik I p. 587 und La Roche Hom. Textkritik p. 136. 
Aus der Variante Xi^aetev erschliefst Naber Quaestt. Hom. p. 136 
als ursprüngliche Lesart Xi^astv 6* ivvociyaiov. 



i 



Kritischer und exegetischer Anhang. X. 107 

103. Statt der Überlieferung v£ov q>iXov vermutet Nauck 
in d. M6langes Gr6co-Rom. IV p. 102 (piXov vtia, 

107. Bqivanhi wurde von XQelg und a%Qov abgeleitet (vgl. 
Lob eck Parall. p. 15) unter der Annahme , das B sei aus dem 
Einflufs von q zu erklären; vgl. Buttmann Ausf. Spr. § 17, 5. 
Jetzt führt man das Wort auf ^Qiva^ zurück und erklärt ^die 
gabelförmige': v. Wilamowitz-MöUendorff hom. Unters, p. 168 
deutet dieselbe vom Peloponnes, da nach hymn. Apoll. 411 bei 
Tainaron die Rinder des Helios weiden, während v. Baer über 
die homerischen Lokalitäten in d. Od. p. 14ff. in Thrinakia die 
dreispitzige Insel Imbros an der Ausmündung der Dardanellen 
erkennt. 

120. Man beachte einerseits, ob es mit homerischer Einfach- 
heit harmoniere, die Sehergabe scharf abzugrenzen, und anderseits, 
ob die Disjunktion dem Inhalt der Odyssee entspreche. Teils 
durch die sprachlichen Eigenheiten 120. 125. 131. 135. 136, teils 
durch die unepische Dunkelheit der Dichtung, teils durch den 
mangelnden Zusammenhang mit dem Inhalt der Odyssee und mit 
der Angabe x 539. 540 wird eine spätere Einfügung des Abschnitts 
119 bis 137 wahrscheinlich gemacht. Vgl. Ph. Mayer quaest. 
Homer, part. III de Tiresiae vaticinatione (Gera 1845), Kammer 
die Einheit p. 491 ff. und Nitzsch Beiträge p. 265, Bergk griech. 
Litteraturgesch. .1 p. 689. 

121. ivr^qsqy wie 129. f* 15. i/; 268; im Plural X 125. i/; 272. 
Das iviiQBq igstfiov^ wozu auch Maximus Tyrius XXX 3 p. 8 
Eeiske zu vergleichen ist, war eine handliche Schaufel zum 
Budern, so breit, dafs sie den Menschen ohne Seekunde nach 128 
wie eine Wurfschaufel vorkam. — Über den Gebrauch des Salzes bei 
den Indogermanen vgl. Hehn Kulturpflanzen und Haustiere p. 395. 

129. Wie hier yal'^ bei Ttij^ai^ so findet sich mehrmals im 
Homer der blofse Dativ zur Bezeichnung der Annäherung bei ein- 
fachen Verben, wie E 82 xelg neölco nias, H 187 (TcXiJQov) Kvviy 
ßdXs. T 222 7U)cXcc(iriv xd'ovl xccXuog i'xevsv. Krüger Di. 46, 2, 4. 
Vgl. B. Delbrück Ablativ, Localis, Instrumentalis, p. 45 f. Was 
den vermeintlich tiefern Sinn des Gedankens betrifft, so will schon 
Eustathius in der vorliegenden Stelle die Aufforderung finden, dafs 
Odysseus den Kultus des Poseidon nach Gegenden verpflanzen solle, 
wo er noch nicht vorhanden sei. Auch J. Bekker Homer. Blätter 
II p. 179 teilt jene Ansicht, mit dem Zusatz: vermutlich, um den 
Zorn des Poseidon zu versöhnen, vgl. auch Nägelsbach Hom. 
Theologie ^ p. 351. — Über das Verhältnis dieser Stelle zu der 
Wiederholung in i/; 268 — 284 vgl. Kirchhoff die Komposition 
d. Odyss. p. 89. 

134. Das Ix im Sinne von inxog aito {K 151) findet sich 
auch 272. n 288. t 7. ^ 376. S 130. IT 668. Vgl. auch zu 
T 387 und Nägelsbach Hom. Theol. VI 25. Erst nach der Sage 



108 Kritischer und exegetischer Anhang. X. 

bei den Kyklikern ist Telegonos, des Odysseus und der Kirke 
Sohn, nach Ithaka gekommen imd hat seinen Vater im Kampf am 
Ufer mit einer aus dem Bückgrat des Meerrochen gefertigten Lanze 
getötet. Wahrscheinlich ist die ganze Sage aus falscher Deutung 
des i^ oclog entstanden. Zu d-dvarog di xoi l| aXog avtm vgl. auch 
Philostr. ApoU. Tyan. VI 32 und Her. 21, 20 p. 695.' — Statt 
des überlieferten avTooi vermutet van Herwerden in d. Revue de 
phüol. 1878, II p. 197 aikcog. 

144. Statt der überlieferten Worte nrng %iv (as vermutet Cobet 
Mise. crit. p. 370 onTCoag x€ fi', wogegen Nanck in d. Mölanges 
Gr6co-Rom. IV p. 606 spricht, welcher seinerseits an rov iovtoc 
Anstofs nimmt und naQSovra erwartet. 

148. Bei einem vorausgehenden Relativsätze mit hypothetischem 
Sinne wird das ös anoöouTwv in Verbindung mit dem wiederauf- 
nehmenden Demonstrativpronomen, mag dieses Subjekt oder Objekt 
sein, zur Einführung des Nachsatzes noch in folgenden Stellen 
gefanden: a) wo das Demonstrativ mit di den Hauptsatz beginnt: 
X 149. (i 42. T 330. B 189. 1509. K 490. A 409. O 745. ^858. 
b) wo das Demonstrativ im Nachsatze eingeschoben ist: I 511. 
Vgl. ^548. c) wo das Demonstrativ vor öi nicht ausdrücklich 
gesagt ist: 5^ 321. Vgl. hierüber Fr. Otto Beiträge zur Lehre 
vom Relativum bei Homer. T. I (Weilburg 1859) p. 9, Hentze 
De pronominum relativorum linguae Graecae origine atque usu 
Homerico (Göttingen 1863) p. 36. 

149. TCccXiv slaiv oTtlaaoa^ d. i. wird sich von Odysseus und 
vom Blute wieder zurückziehen, ist mit Bezug auf 142 gesagt. 
H. Düntzer im Phüol. XVIII p. 716 ff. = Homer. Abhandl. 
p. 446 ff. sucht die ganze Stelle 138 bis 149 als ein späteres 
Einschiebsel zu erweisen. 

154 ff. Zu der folgenden Scene vgl. Kammer die Einheit 
p. 521 ff. und dagegen Scotland im Philol. XXXXV p. 585 ff., 
welcher 157—59, 165, 182 f., 187—96, 209—24 verwirft und 
zum Teil durch Veränderungen das Ursprüngliche herzustellen sucht. 

157 — 159. Diese drei Verse wurden schon von den Alten 
mit Recht athetiert, da sie mit den sonstigen Vorstellungen, wie 
X 502. 508. 513 ff., nicht harmonieren. Auch hat fji^v Ttgmra bier 
keine homerische Beziehung. Vgl. auch Eirchhoff d. hom. Od. 
p. 229, V. Wilamowitz-Möllendorff Hom. Unters, p. 158. Auch 
160 — 162 scheinen Nauck verdächtig, 161 und 162 verwarf 
schon Aristophanes. 

161. Zur Auffassung der Dative vril rs tuxI etccQ0t6iv vgl. 
Holzweissig über den sociativ-instrumentalen Gebrauch des griech. 
Dativ bei Homer p. 15. 

174. Die Konstruktion der Verba des Sagens mit dem Ge- 
netiv erörtert Raspe grammatische Kleinigkeiten. Güstrow 1871, 
vgl. Philolog. Anzeiger V p. 186 f. . 



» 



Kritischer und exegetischer Anhang. X. 109 

178 f. verwirft van Herwerden in d. Revue de philol. 
N. S. 1879 in p. 68 ff. Vgl. dazu Seeck die Quellen d. Od. p. 187. 

185 ff. Anders erklärt die Stelle Nägelsbach Hom. Theol. 
^p. 278, wieder anders Volquardsen Telemachs Process, Kiel 
1865 p. 24 f., vgl. jetzt auch Fanta d. Staat in d. II. u. Od. 
p. 73 f. Über die an die Stelle sich sonst knüpfenden Differenzen 
mit der übrigen Odyssee vgl. Düntzer hom. Abh. p. 144, Bergk 
griech. Litterat. I p. 687. 

191. ?6rat statt der Überlieferung riaxai^ slxai oder slarai 
korrigierte Kirchhoff und ihm ist Cauer gefolgt, G. Curtius 
d. Verb. d. griech. Spr. 11 p. 222 fordert slaxcci^ wie Hinrichs 
geschrieben hat. 

196. 60V voarov no^itav ist die Lesart, welche die ^ange- 
nehmeren' Ausgaben {at xaQiiarsQcci yqcttpctC) darboten und welche 
Bothe, Bekker, Nauck u. A. aufgenommen haben; Düntzer 
ist zu der andern Lesart 0ov noxfwv yooonv zurückgekehrt. 

202. Zum objektiven Gebrauch des aog vgl. T 321. 336. 
Ebenso Ter. Heaut. II 3, 66: ut facüe sdas, desiderio id fieri 
tuo. Da nun hier etg Ttod-og dem Sinne nach tu desideratus ist, 
so konnte auch bei tuague consiUa und tiuique hmignitas ein de- 
siderata dem Gedanken vorschweben, so dafs (t/ridea und ayavog)QO' 
ovvri prägnant stehen. 

207. Über das gleichartig gedachte Wesen der Seele und des 
Traumbildes giebt Nachweise Röscher Hermes der Windgott p. 64 f. 

218. Dieselbe Verbindung bei vorhergehendem Plural b 120. 
V 180. J 362. E 129. Zu Krüger Di. 58, 4, 4. Die Lesart oxb 
rlg KB d'dvyötv geben Eustathius, Veneti M. N, Vind. 133, Augusta- 
nus, und so las wahrscheinlich Aristarch^ da Aris tonikos zu 
T 454 bemerkt: om Idtmg nXrj^vTMm ivtaov im^vByKBv, Die Vul- 
gata dagegen orB xiv xb d'dvcoatv, die Bekker beibehalten hat, 
ist insofern unhomerisch, als sich xi sonst nirgends unmittelbar 
nach iUv oder av gesetzt findet, so dafs also wenigstens xB&dvcDaiv 
als reduplicierte Neuerung nachweisbar sein müfste. Den folgenden 
Vers citiert Plutarch de occulte vivendo 7 p. 1130^ 

221. öafiva war die Lesart des Aristarch: Ludwich Arist. 
hom. Textkritik I p. 588. Nauck und Cauer schreiben ö<i(ivcn:\ 

225 — 327. Diesen Heroinenkatalog verwirft Köchly de Od. 
carmm. IH p. 20 als Werk eines hesiodeischen Dichters, auch Sittl 
Gesch. d. griech. Litterat. I p. 111 weist denselben einem mittel- 
griechischen Dichter zu. Vgl. auch Kammer die Einheit p. 525 ff. 
und dagegen Bergk griech. Litteraturgesch. I p. 690 und Kiene 
die Epen des Homer p. 113 f. Nach dem Inhalt wird der Katalog 
jetzt eingehend besprochen von v. Wilamowitz-MöUendorff 
hom. Unters, p. 147 ff. 

232. TtlvBiv^ statt des von Bekker beibehaltenen TttsBtv, aus 



110 Kritischer und exegetischer Anhang. X, 

den besten Hss., da es zu tjysqi^ovTO nnd naöag geeigneter er- 
scheint. So Düntzer, Nauck, Cauer, Hinrichs. 

243. Nachahmung dieser Stelle bei Verg. Georg. IV 360. 
Zu 7toQ<pvQSov »vfuc Vgl. auch Lucian dial. marin. XIII 1. Phi- 
lostr. Imag. I 7 p. 775 und 11 8 p. 822. Vgl. über Ttogg/vgeog 
jetzt Breusing in Jahrbb. f. PhiloL 1885 p. 81 ff., welcher das 
Wort hier ^aufwallend' fafst, sonst als Beiwort von Gewändern 
feuchtend weifs', in anderer Verwendung als Bezeichnung der 
Farbenerscbeinnng, welche das Meer beim TtoQgyvgsiv zeigt. — Eine 
physische Erklärung des ganzen Mythus versucht Böttiger kl. 
Sehr, in p. 391. Über die Form iera^ Nachweise bei 0. Schneide r 
CaUimachea I p. 352 f. 

245. Ein in dieser Darstellung wegen seines Schlusses un- 
passender Vers, der aufserdem die Formel Iveiv imniv enthält, 
die sonst bei Homer nicht vorkommt. Der Vers wurde schon von 
den Alexandrinern verworfen. 

249. Über xi^Big^ welches die Aristarchische Lesart ist^ vgl. 
J. La Boche in der Ausgabe und in der Zeitschr. f. d. österr. 
Gymnas. 1867 p. 170. — imoqxaUog erklärt Autenrieth im Wör- 
terbuch aus <pvm^ g)(6g = sine fetu, ohne Eindersegen. — Um 
die Synizese inel ovx zu beseitigen, schlägt Menrad de con- 
tractionis et synizes. . . p. 178 vor: xiKv\ insl oinc, 

252. Statt des überlieferten toI vermutet Nauck in d. M6- 
langes Gr6co-Rom. V, 2, p. 112 rstv, 

263. Vgl. Unger Theb. Parad. p. 19. Angeführt wird der 
Vers von Diod. Sic. XIX 53, Brißrig sdog imaTtvXoto, wie jd 406. 
Über die Bedeutung der 7 Thore Thebens vgl. J. Brandis im 
Hermes 11 p. 259 ff. 

267. ^HQauXiia ^qaav^U^vova &v(ioXiovra ist vielleicht aus einem 
Heraklesliede entlehnt, da viele Spuren von alten oder gleich- 
zeitigen Herakleen bei Homer uns vorliegen. d-gacv-fAifiyrnv ist 
gleich d-gaüicag fisfucdg audacter nitens, audaci animo. Vgl. 
Anton Göbel Novae qu. Homericae (Berlin 1865) p. 7. — Zum 
vorhergehenden Verse bemerkt Bekker im Berliner Monatsbericht 
1859 p. 263 (Hom. Blätter I p. 142) in Bezug auf die zwei 
gleichen Hälften: 'Die Verse I 134 und X 266 geben geringen 
Anstofs, weil sie durch die Cäsur des dritten FuTses, die deutliche 
Bezeichnung des Wechsels der Rhythmen, in ungleich grolse und 
nach verschiedenen Richtungen bewegte Teile zerlegt werden.' Vgl. 
auch zu y 34. 

269. 270. Nauck bezeichnet diese beiden Verse als suspecti. 

274. Über die Verschiedenheit der ödipussage des epischen 
Zeitalters von der des tragischen vgl. Nitzsch Sagenpoesie p. 517ff. 
— Die ganze Stelle behandelt eingehend Seebeek de Homero 
Oedipodeae fabulae auctore. Bonn 1865 p. 20 ff. Erst spätere 
Sagen erwähnen vier Kinder des ödipus von der lokaste, so wie 



EriÜBclier und exegetischer Anhang. X. 111 



seine Blendung und Flacht. Düntzer erklärt hier richtig: aq>aQ 
sogleich, nach der Heirat/ Aber dessenungeachtet deutet er zu 
279. 280 auf das bestimmteste: ^Skyea^ die eigene Blendung und 
die MiTshandlung von den Söhnen, denen er deshalb fluchte/ was 
doch erst Spätere nach den homerischen Worten herausgedichtet 
haben. Vgl. Siebeiis zu Paus. IX 5, 5 Vol. IV adnot. p. 20 sqq. 
und Carnuth Aristonic. p. 104. 

278. Angeführt von Plutarch de curios. 2 p. 516^ Die 
Sache erläutert H. Rumpf de aedibus Hom. 11 p. 37. Über die 
Epexegese, wo ein mit einer Präposition verbundener Kasus zur 
Erklärung eines Adjektivs hinzutritt, wie 50, spricht Aulin 
de usu epexegesis p. 17 not. 3. Etwas verschieden ist die Nach- 
ahmung unserer Stelle bei Verg. Aen. Xu 603. 

284. Vgl. J. La Roche in der Ausg. und in der Zeitschr. 
f. d. österr. Gymn. 1867 p. 170. 

286. ayigmxog ist Beiwort der Troer F 36. E 623. H 343. 
n 708. O 584; der Myser K 430; der Rhodier B 654; und hier 
des Periklymenos, der nach der Mythe sogar mit dem Herakles 
den Kampf aufnahm. Über aya bemerkt Anton Göbel Novae 
Quaestt. Hom. Berlin 1865, p. 4 : ^Equidem minime dubito, quin 
eadem ratio intercedat inter ayri (stujpor, admiratio) et aya, 
quae est inter aiyi^ et adverbium atya. lam si comparaveris g)vya 
in q>vya'6s cum fpvyr^^ ImKa cum ^oxif, facile intelleges, Sya proprie 
ac primitus esse accusativum quem vocant heteroclitum, praesertim 
cum etiam alii accusativi in adverbia abeant , sicuti xccg^v^ SIktiv 
cet. Cf. Buttm. Gr. Gr. § 146, 4.' Und über die Bedeutung des 
Wortes sagt er p. 11: ^ ciy-iQ(0'%og idem valet quod gall. fort 
imjpetueux, germ. sehr ungestüm, lat. magno impetu^ modo 
= ferox, violentuSy vehemens^ modo = importunus^ pro- 
cellosus cet.' Das Suffixum -pg, fem. %i^, wird durch Erörterung 
der von Lob eck Prol. 332 gesammelten Beispiele erwiesen, und 
der Umstand dafs vom Stamme igtoa (Nominativ l^coi^) das a 
nicht erscheine, durch ildivog^ vtiJtla-xogj aold-ifiog^ afö-ifwg^ ojccdo- 
ivog^ ^ei-öcDQog und andere Analogien begründet. Vgl. dagegen 
Fr. Schmal feld Noch einmal über ayiQ(o%og u. s. w. Eisleben 
1873 und den Anhang zu H 343. 

288. ovd' aga NriXevg statt ovdi w NriXsvg ist die Lesart 
des Aristophanes: Ludwich Arist. hom. Textkritik I p. 589, 
die hier trefflich in den Zusammenhang pafst. Vgl. die Beispiele 
bei A. Rhode über den Gebrauch der Partikel a^a bei Homer. 
Moers 1867 p. 13f. Zum Inhalt der Sage von Melampus vgl. 
Nitzsch Beiträge p. 151 f. und H. D. Müller Mythol. d. griech. 
Stämme I p. 159 ff. 

297 wird von Nauck als suspectus bezeichnet und Fick die 
hom. Od. p. 308 hat denselben verworfen. 



112 Kritischer und exegetischer Anhang. X. 

298 — 325 werden von W, Jordan Homers Od. übersetzt 
p. 531 als eine nachhomerische Einschaltung verworfen. 

301. Vgl. r 243. Bekker hat den Vers athetiert, wie 
hier schon Nitzsch den Satz *der Vers ist entweder eine witzige 
Interpolation oder bedarf einer Berichtigung' zu begründen sucht. 
Düntzer hom. Abh. p. 139 und Fick d. hom. Od. p. 309 ver- 
werfen 301—4. Vgl. auch Gemoll im Hermes XVm p. 46 f. 

303. Dieselbe Sage über die Dioskuren bei Pind. Nem. 10, 
55 ff. Es ist eine Versinnlichung ihrer Halbgöttematur; die Spä- 
teren erwähnen die wechselseitige Trennung derselben. Vgl. Verg. 
Aen. VI 121. In letzterem Sinne versteht irs^iisQoi Welcker 
Griech. Götterl. I p. 611 f. Zum folgenden Verse vgl. J. Bekker 
Homer. Blatt. II p. 37 und W. Leaf in dem Journal of philo- 
logy XII p. 287, welcher 304 als Interpolation verwirft. 

305 f. Vgl. zu diesen Versen Fick d. hom. Od. p. 309. 

310. Statt des überlieferten fistd ye kXvxov schlägt Bekker 
hom. Blatt, n p. 36 vor fisz^ iycmXvtov, 

313. Als dorische Form verwirft Cobet Mise. crit. p. 382 
ansili^Tfiv und verlangt anedettriv und so hat Kirchhoff ge- 
schrieben. 

315. 316. Nach Angaben bei Eustathius und in den 
Scholien, die Nitzsch mit Beistimmung ausführlich behandelt, hat 
Bekker beide Verse athetiert, worin ihm Düntzer nachgefolgt 
ist. Dazu bemerkte Am eis: *Aber von einer Flucht der Götter 
aus dem Olymp in den Himmel, wie man die Stelle gewöhnlich 
auffafst, ist beim Dichter auch nicht die leiseste Andeutung zu 
finden. Die übermütigen Aloiden drohten nur die Götter im Oljmpos 
anzugreifen und aus dieser ihrer Wohnung zu vertreiben, indem 
sie die Absicht hatten (daher 315 explikatives Asyndeton), den 
Götterberg nicht mehr als den höchsten Punkt der Erde gelten 
zu lassen, sondern denselben als Grundlage zu noch höheren Bauten 
zu benutzen, weil sie voll Übermuts in ihrem Schaffen noch über 
die Göttermacht hinauskommen wollten.' Allerdings deutet nichts 
in dem Zusammenhang darauf, dafs die Götter nach erfolgtem 
Angriff aus dem Olymp in den Himmel geflohen seien und die 
Erklärung von Lehrs Aristarch. * p. 171 in diesem Sinne leidet 
an mehr als einem Bedenken. Andrerseits aber vermag ich auch 
Am eis' Erklärung mir nicht anzueignen, da die einfache Angabe 
der Absicht tv oigavog a(ißax6g stfi nach dem Zusammenhang 
nur den Sinn haben kann: um den Göttern beizukommen. So 
bleibt fttr mich der von Nitzsch bemerkte Widerspruch dieser 
Verse gegen die vorhergehenden in Bezug auf die lokalen Be- 
zeichnungen, der die Annahme wahrscheinlich macht, dafs 315. 
316 später aus einer Gigantomachie eingefügt sind. Vgl. jetzt 
auch Mackrodt der Olymp in Dias und Odyssee, Altenburg 1882 
p. 18 ff., welcher sich ebenfalls gegen Lehrs, aber auch gegen 



^ 



Kritischer und exegetischer Anhang. L 113 

die Annahme einer Interpolation ausspricht. Die Namen dieser 
Eiesenbrut erklärt man gewöhnlich also: ^Akcasvg (305) der Tenne- 
mann oder Pflanzer; ^Slrog (308) von cJ^iw der Stampfer des 
Getreides; ^Eg)uiltrig von iqxikXoficcL der Kelterer der Trau- 
ben. Der ganze Mythus bezeichnet wahrscheinlich den Übermut 
der menschlichen Kultur, die von Ackerbau und Weinpflanzung 
ausgehend zu riesenhafter Gröfse emporwächst, aber bei ihrer 
Selbstüberhebung durch eine höhere Macht zu Grunde geht. Er 
erinnert an den Turmbau zu Babel. Nur in Bezug auf ^Slrog 
bemerkt Hugo Weber im Philol. XVII p. 167: *Otos kann nim- 
mermehr mit (od-siv zusammengebracht werden, da niemals ein t 
für ein & eintreten kann.' 

321 — 25. Eine attische Interpolation wird in diesen Versen 
angenommen von Bernhardy Grundrifs d. griech. Litterat. * II, 1 
p.l79, V. Wilamowitz-Möllendorff Homer. Untersuch. p.l49. — 
325. Wahrscheinlich ist der Yers ein späterer Zusatz schon wegen 
der beispiellosen Verkürzung J t6vv6og stB,tt Jidwaog. Vgl. Bergk 
commentatt. crit. spec. V p. 8 fil , der die Spuren einer doppelten 
ßecension in diesen Versen verfolgt, Kirch ho ff d. hom. Od. p. 229, 
Fick d. hom. Od. p. 309, v. Wilamowitz-Möllendorff Homer. 
Untersuch, p. 149 und Kydathen p. 225, Ludwich Arist. hom. 
Textkritik II p. 292. Wegen des Gottes selbst vgl. Nägelsbach 
Hom. Theol. II 26. Die Zeugnisse über das Leben dieser Sage 
erwähnt Nitzsch Beiträge zur Gesch. d. ep. Poesie p. 169. In 
L, Prell er Ausgew. Aufsätze, herausg. von R. Köhler (Berlin 1864) 
p. 294 wird zu unserer Stelle folgendes bemerkt: *Dia ist nicht 
Nazos, sondern eine kleine Insel vor Knossos. Nitzsch zu dieser 
Stelle hat die richtige Erklärung nicht gefunden. Sie liegt eben 
darin, dafs Ariadne sich schon dem Dionysos ergeben hatte, als 
Aphrodite sie mit heifser Liebe zu dem attischen Helden erfüllte: 
in welchem Zusammenhange die kretische Sage auch bei Hygin. 
P. A. II 5 erzählt wird, wo Dionysos die Liebe der Ariadne durch 
das Geschenk des bekannten Kranzes gewinnt und das Leuchten 
eben dieses Kranzes später dem Theseus wieder aus dem Laby- 
rinth heraushilft: so dafs Ariadne also schon die Geliebte des 
Dionysos war. Dahingegen vom Tode der Ariadne durch den 
kretischen Dionysos auch in Argos erzählt wurde, wo man einen 
jdcovvGog KgriGtog verehrte und zwar dtoxi ^Agtccövriv oiTtod'avovßav 
k'^a^ipsv imccvd'aj d. h. in einem Tempel, wo man ein Grab der 
von ihm oder auf seinen Antrieb getöteten Ariadne zeigte: Paus, 
n 23, 8.' Vgl. aufserdem Welcker griech. Götterlehre II p. 591 ffi. 
Preller griech. Mythol. I p. 423 f., ^5591 

333. 334. KfiXfjd'fiog übersetzt Quinctil. IV 2, 37 durch 
^intentionis silentium'^ nach Gell. N. A. V 1 ist KfjXTi&fiä de- 
linimentis aurium. Bei Gellius nämlich braucht Musonius diese 
Worte um zu beweisen: admirationem, quae maxima est^ non verba 

Hentze, Anb. zu Homers Odyssee. II. 8 



114 Kritischer und exegetiBcher Anhang, l. 

purere sed süentium. Vgl. auch C. W. Lucas quaest. lexil. p. 45. 
— 333 — 384. Schon Nitzsch nahm Anstofs an der ganzen Partie 
und nach ihm haben dieselbe als späteren Zusatz verworfen Kays er 
hom. Abh. p. 16. 32, Düntzer hom. Abh. p. 139, Köchly de 
Od. carmm. III, p. 14 f., Sittl Gesch. d. griech. Litt. I p. 111, 
Scotland im Philol. XXXXV p. 570. Vgl. auch Bergk griech. 
Litterat. I p. 690, Kirchhoff d. hom. Od. p. 225 f., v. Wila- 
mowitz-MöUendorff Hom. Untersuch, p. 143, Kammer die 
Einheit p. 532 ff., welcher 335 — 61 verwirft. Über die auffallende 
Art, wie Arete hier geflissentlich in den Vordergrund gestellt 
wird, sowie über die Stellung der Arete überhaupt vgl. auch 
F. Susemihl in Fleckeisens Jahrbb. 1868 Bd. 97 p. 101 ff. 

339. Statt des überlieferten fifi schreibt Kirchhoff (aiv^ was 
er (d. hom. Od.) p. 229 begründet, und ihm sind Hinrichs und 
Gau er gefolgt. 

343. Der Vers fehlt hier in mehreren guten Handschriften, 
weshalb ihn F. A. Wolf, Bekker, Nauck und andere athetiert 
haben. Aber dazu scheint ein zwingender Grund nicht vor- 
handen zu sein. 

357. Nauck bemerkt: versus aut eorruptus aut spurium. Ich 
habe mit Bekker und W. C. Kayser die vom Marc. 613 ge- 
botene Lesart TtofiTtrjv ö^ otg. statt der gewöhnlichen, von Am eis, 
La Koche und Nauck beibehaltenen nofim^v x oxq, aufgenommen, 
weil das Gedankenverhältnis der beiden von el abhängigen Sätze 
adversativ ist. Darauf führt auch die Analogie von d 97. 98 
und & 340 — 342. Anders fafst die Stelle L. Lange der homer. 
Gebrauch der Partikel e^ I p. 359f. 

359. Die einfach naive Bemerkung, dafs die aus der Feme 
Heimkehrenden gern etwas mitbringen, zeigt sich auch bei den 
Griechen in Xen. Anab. V 6, 30; inel 7iti]6cc$vo fxai/a, Sats tovg 
eavtov ohslovg dg>6Xrjaa£ xu Und Schillers Wilhelm Teil IV 3 
sagt: 'Sonst wenn der Vater ausging' usw. Zum Folgenden vgl. 
auch Haake der Besitz und sein Wert p, 8. 

364. Nach der begründeten Ansicht von J. La Boche Di- 
dymus p. 25 hat Aristarch hier TtoXlovg^ Zenodot dagegen noXld 
gelesen. Vgl. Lud wich Arist. hom. Textkritik I 590. Das tcoXXci 
hält Düntzer die hom. Beiwörter p. 29 hier für notwendig, indem 
er noXvGneQiag durch 'zahlreiche' übersetzt. Aber dieser hier aller- 
dings notwendige Begriff ist eben in noXXovg enthalten, TCoXvansQi^g 
dagegen heifst wie B 804 und überall bei den Späteren viel- 
verbreitet. 

365. Einen andern Versuch die schwierige Stelle zu erklären 
giebt Adam in den Blatt, f. d. bayersch. Gymn. 1871 p. 157 ff. 

368. Über wg oxs ohne Verbum (s 281. x 494. jB 394. J 462. 
M 132. JV 471. 571. 2; 219. ^712, vgl. q 358.) vgl. L. Lange 
der homer. Gebrauch der Partikel el I p. 440. Über den Gedanken 



Kritischer und exegetischer Anhang. X. 115 

unsers Verses vgl. Nägelsbach Hom. Theol. * p. 6 Note**. — 
In 369 vermutet Kirchhoff d. hom. Od. p. 229 einen späteren 
Zusatz und ihm ist Hinrichs gefolgt. 

374. d'icKslog wird nur in der Bedeutung ^übernatarlich, 
wunderbar' von Sachen gebraucht. G. Hermann zu Aesch. 
Agam. 571 bemerkt darüber: ^d^iöTielog quod non alibi, quod sciam, 
apud tragicos invenitur, neminem praesertim in Aeschylo mora- 
bitur. Constat autem ea voce admirabilia et incredibilia signi- 
ficari/ mit Beifügung der Stellen T 130. W 107. k 374. 610. 
Über die Zusammensetzung des Wortes vgl. Lob eck Elem. I p. 309, 
Döderlein Hom. Gloss. § 422, G. Curtius Etym. II p. 95, * 461. 

381. ayoQSvetVj statt des gewöhnlichen ayogsvCaty geben Eu- 
stathius, pr. Harl., Vind. 133, also die besten Quellen. 

385. aU]?, statt des gewöhnlichen akXfiv, giebt Aristarch, 
weil hier nicht wie S 35 die Distribution des Objekts zur Haupt- 
sache des Gedankens gehört. Das akXvdtg SXXjj findet sich noch 
s 369. L 458. N 279. Über SXXvöig vgl. G. Autenrieth Ter- 
minus in Quem p. 30. 

386. yvvatKBg d'fjXvrsQat, wie X 434. o 422. -i/; 166. cd 202. 
@ 520, und d-sal d^rjXvteQai, -9" 324, und -Ö^Aem d-sog ® 7. Lo- 
beck Elem. II p. 362 meint: ^yvvaiKsg d'i^Xsicn sive d"riXvT6Qcci est 
quod nos dicimus zarte Frauen, ut Sophocles quoque accepit 
yvvfj ÖS d-rjXvg ovoa xovx avÖQog q)v0iv^ Soph. Trach. 1062.' Aber 
man darf die Stelle des Sophokles nicht ohne weiteres mit dem 
homerischen Ausdruck identiücieren. Sodann scheint für Homer 
der Gedanke an das ^ zarte Geschlecht' zu sentimental zu sein. 
Hierzu kommt das Wort selbst, über welches A. W. von Schlegel 
Krit. Sehr. Ip. 92 mit Recht bemerkt: ^Zartheit in der körperlichen 
Bildung hätte der Grieche eher auf jede andere Art bezeichnet; und 
wird geistige Bildung darunter verstanden, so ist Gedanke und Aus • 
druck noch unhomerischer/ Düntzer zu 434 erklärt: ^ ^riXvxBQog^ 
Weiterbildung von ^r^Xvg^ blühend, wie unser schön, stehendes Bei- 
wort.' Aber da haben wir auch wieder erstens die Anschauungsweise 
von dem ^schönen Geschlechte', und zweitens den Übelstand, dafs 
ein ^stehendes Beiwort' * blühend' oder ^schön' für die weib- 
lichen Psychen der Unterwelt geradezu spöttisch oder ironisch klänge, 
bei den Frauen der Oberwelt aber die bejahrten und Greisinnen 
ausschliefsen würde, wozu wir an keiner Stelle ein Recht haben. 
Endlich würden wir auch mit der Bezeichnung *zart' oder ^schön' 
nicht auskommen, wo das Wort auf Tiere übertragen ist: oig 
X 216. L 439. X 627. 572. AX&ri W 409. iTCTtot. B 767. E 269. 
A 681. r 222. ö 636. (p 23. aveg | 16. Döderlein Hom. Gloss. 
§ 2352 hält bei yvvalxeg die Bedeutung ^weiblich' fest, vgl. 
Lobeck de Epithetis otiosis p. 361: ^Veteres hoc ad schema re- 
ferunt, quod %aQuvTt0fi6v vocant, neque negari potest, hanc ad- 

8* 



116 Kritischer und exegetischer Ajihang. X. 

iectionem attributi omnium oculis oecurrentis nativam prisci ser- 
monis simplicitatem prae se ferre/ Über die Ableitung von d'ijXvg 
vgl. G. Curtius Etym. I No. 307. II p. 316, * p. 252 f. Am 
meisten empfiehlt sich mit Bezug auf T 97 die Deutung* Mie schwa- 
chen Frauen' im Gegensatz zu dem stärkeren Männergeschlechte : 
vgl. yvvalnag avihiidag £ 349. yvvainog ?) ov% olöev Tioksin^ta i'gya 
H 236. ^A%aiiÖBg^ ovicir ^A%aioi B 236. H 96. yvvatmg &q^ avrl 
rixv^o S 163. äg rs ywatTUc X 125. oig sH (as yvvri ßdXoi A 389, 
und andererseits avxiavsiQai, von den kriegerischen Amazonen JT 189. 
Z 186. Mit dieser Deutung harmoniert die Stelle des Soph. Trach. 
1062 yvvii öh ^rjlvg ovaa xovx avÖQog (pvGiv, Ebenso Eur. Med. 
901 yvvri ös ^ijXv %&iti danqvoig k'g>v, 

388. J. Bekker hat die treffende Konjektur ocaot statt 
oaaa$j welche Dindorf, W. C. Kayser, Nauck, Cauer auf- 
genommen haben, näher begründet in den homer. Blatt. II p. 235. 
Zweifel gegen die ürsprtinglichkeit von 388 f. äufsert Dtintzer 
hom. Abh. p. 138. 

390. Da in der folgenden Partie, bei dem Zusammentreffen 
mit den Helden vor Troja, das Bluttrinken gar nicht erwähnt 
wird, so hält Kammer die Einheit p. 534 vgl. 495 ff. V. 390 in 
der gewöhnlichen Fassung inel nUv alfia Kekaivov für unecht. 
Dem kommt die Beobachtung Kaysers (zur Stelle bei Faesi) zu 
Statten, dafs dem alten Scholiasten, welcher die Frage aufwarf, 
wie die Erkennung vor dem Genüsse des Blutes möglich gewesen 
sei, die gewöhnliche Lesart unbekannt sein mufste. Er sieht daher 
in dieser eine Konjektur derjenigen, welche die Schwierigkeit dieses 
thatsächlichen Verhältnisses beseitigen wollten, und liest nach 
dem Vindob 133 insl fösv dg>Q'ccl(wtai,v, In gleicher Weise ur- 
teilen V. Wilamowitz-Möllendorff homer. Untersuch, p. 151 
und Seeck die Quellen d. Od. p. 185, während Hinrichs bei 
Faesi für wahrscheinlicher hält, dafs 390 frühzeitig nach 615 
umgeformt sei, vgl. auch Scotland im Philol. XXXXV p. 591. 
Kammer sieht übrigens gerade in dieser Partie, der die Vor- 
stellung des Bluttrinkens fehlte, das älteste Stück der Unter- 
weltsscene. 

391. In diesem Verse findet v. Wilamowitz-Möllendorff 
p. 151 das Pronomen o ys störend und empfiehlt zu lesen ocXatsv 
de Xiyimg. — 393. Statt des überlieferten ovdi u forderte Dö- 
derlein Emend. Hom. (1858) p. 13 ovd' Iw, dem Cauer zuzu- 
stimmen geneigt ist unter Vergleich von a 403. 

399 — 403 wurden von Aristophanes verworfen: vgl. Car- 
nuth Ariston. p. 106. Ludwich Arist. hom. Textkritik I p. 590 
nimmt an, dafs auch Aristarch diese Athetese billigte. — V. 403 
änderte Fr. A. Wolf nach co 113 das überlieferte (laxeovfisvov in 
fjuxx6ov(iBvot (Vratislav. A hat (laxovfisvoi), was W. C. Kayser auf- 
genommen hat. Da; wie .^265 zeigt, iui%s0d'ai tccqI TtvoXiog ridh 



Kritischer und exegetischer Anhang. X. 117 

yvvaiamv anch vom Angreifenden gesagt werden kann, so bedarf 
es keiner Konjektur. 

410. ovkofisvog erklärt G. Curtius in den Stud. V p. 218 
auf lautlichem Wege als Partie, praes., so dafs dasselbe von dem 
Aor. okia&cci ganz zu trennen wäre; sonst vgl. Olassen Beobach- 
tungen p. 60 ff. — Den folgenden Vers bezeichnet Nauck als 
verdächtig und Kirch hoff d. hom. Od. p. 230 verwirft denselben. 

414. Friedländer in Pleckeisens Jahrb. Suppl. III p. 459 
hat hier eine Lücke angenommen mit den Worten: *ubi nisi versum 
post 415 excidisse sumemus, necesse erit principium versus 414 
(ot ^d T«) pro vitioso habeamus' unter Zustimmung von Nauck 
und Kirchhoff d. hom. Od. p. 230. Über die sonst nach & 306. 
n 407 angenommene Ellipse von meivovxccL bemerkt G. Auten- 
rieth: *Die Ellipse erscheint mir sehr hart; doch herrscht der 
Gedanke des Ttxelvea&ai^ ^ävcerog und g}6vog so stark vor (fast in 
jedem Verse ein Wort dafür), dafs man gleichsam hinterher noch 
über jene Ellipse beruhigt wird.' 

420. äccTCBdov vom Estrich des Männersaals wie % 309. 455. 
CO 185. Vgl. Döderlein Hom. Gloss. § 2343. Aus unserer Stelle 
läfst Aeschylos Agam. 1063 die Kassandra Ttidov ^avxriQiov 
sehen. Diese Kassandra aber ist erst in der spätem Dichtung zur 
unglücklichen ünglücksseherin geworden. 

423. Zu dem lokalen afitp' ifiol vgl. d' 527. x 518. JB 782. 
J 493. I 470. T 284. TtQog mit dem Dativ steht überall mit 
Verben der Bewegung verbunden, so dafs es mit yalrj *an die Erde' 
oder ^zur Erde' bedeutet. Die Verbindung Ttorl yalrj ßdkXeiv ist 
die regelmäfsige: vgl. ß 80. s 415. i/ 279. t 284. J 245. X 64. 
Zu %6iQag ßdXXov vgl. ßccXXstv mit öcckqv d 114. 198; mit tuxqti 
e 306. W 697 und die Note zu e 316. — Ameis erklärte: 'Zur 
Erde (sinkend) erhob ich die Hände (als Flehender zur Ver- 
söhnung) und liefs sie zur Erde fallen (aus Kraftlosigkeit)'. 
In dieser Erklärung ist sprachlich die doppelte Beziehung von Ttorl 
yaii[i in hohem Grade bedenklich, sachlich aber nach dem Vorher- 
gehenden unwahrscheinlich, dafs noch der Moment zu denken sei, 
wo Agamemnon eben tödlich getroffen niedersinkt, das Geschrei 
der Kassandra aber als ein Angstgeschrei vor dem sie erst be- 
drohenden Streich zu fassen sei. Danach wird es auch unwahr- 
scheinlich das Erheben der Hände von einem Versöhnungsversuch 
zu verstehen, man könnte höchstens mit Giseke die allmähliche 
Entstehung der Gesänge der Ilias p. 159 f. denken, dafs er die 
Hände erhebe, um um Mitleid zu flehen für Kassandra. Aus diesen 
Gründen habe ich die Ameis'sche Erklärung aufgeben zu müssen 
geglaubt. In der Auffassung von noxl yalrj und des Participiums 
oisCqcdv befinde ich mich im wesentlichen in Übereinstimmung mit 
Giseke; über die Ameis bedenkliche Wortstellung ist im Anhange 
zu d' 520 das Nötige bemerkt. Vgl. jetzt auch v. Wilamowitz- 



118 Kritischer und exegetischer Anhang. X. 

Möllendorff Hom. Untersuch, p. 157, welcher die ünverständ- 
lichkeit der Verse aus der ungeschickten Nachahmung einer Vor- 
lage erklärt. — Zum Gedanken vgl. Vergil. Aen. IV 688 illa 
gravis oculos conata attoUere rursus deficit. 

424. Zur Verbindung ino^vjqC^Biv itBql tpctCyavtp vgl. 6 86. 
iV 441. 570. 2 231. <P 577. W 30. fi 395. Soph. Ai'. 828. 

428. La Boche bemerkt: iv noXXolg ov (pBQBxai Schol. H. 
Vind. 133, vgl. Ludwich Arist. hom. Textkritik I p. 591: *die 
für die Athetese angeführten Gründe scheinen auf Aristarch (Ari- 
stonikos) zurückzugehen.' Der Vers stört hier, zur Milderung des 
vorhergehenden harten Urteils angebracht, den kräftigen Gedanken, 
der an Hesiod. Op. 375. 703. Kohel. 7, 27 erinnert. Dazu be- 
merkt G. Autenrieth: ^Da übrigens in 427 ein offenbarer Ab- 
schlufs liegt, so ist wohl 429 ff. als spätere Ausmalung zu be- 
trachten: es ist psychologisch ganz begründet, dafs Agamemnon 
mit einem solchen „überhaupt^' über das ganze Geschlecht in seinem 
Grolle urteilt'. Indes ist es andererseits ebenfalls psychologisch, 
wenn jemand einen bittern Gedanken nicht aus der Seele loswer- 
den kann, dafs er denselben sogar beim Abschlaf s noch einmal 
vorbringt. 

435 — 40 oder bis 442 (443?) wurden von Aristophanes 
verworfen: Lud wich Arist. hom. Textkritik I p. 591, welcher 
annimmt, dafs Aristarch die Verse ebenfalls verwarf. Vgl. zu 
454—56. 

452. Das ov8b TtSQ findet sich bei Homer nur hier unmittel- 
bar vereinigt, wie kocI tcsq nur ri 224:. Zu vlog ivtnXricdijvcct mit 
dein im Versanfange nachdrücklich hervorgehobenen 6q)d'ccX(iotaiv 
vgl. Valckenaer zu Eur. Hipp. 1327 und Vulpi zu Catullus 
64, 220 p. 299. So in der. Nachahmung bei Verg. Aen. I 713. 
Vni 265. 617 ff. 

454—456. Im Harlei. und Vind. 133 steht bei Vers 452 
das hierher gehörige Scholion: ovöe ovroi itpiQOvxo iv rotg fcXsloxoig 
mg (jia%6(isvoi rotg TCQonstfiivoig: vgl. Lud wich Arist. hom. Text- 
kritik I p. 591. Ich bin daher in der Athetese hier Bekker 
gefolgt. Denn diese Rückkehr des Agamemnon zur Warnung und 
Verdächtigung, nachdem er so eben die treue Penelope als Gegen- 
bild zur Klytämnestra gefeiert hat, ist ungehörig. Wahrscheinlich 
indes enthalten 435 bis 453 die Vermischung einer doppelten 
Recension, so dafs man mit Bäumlein (Z. f. d. AW. 1857 p. 46) 
die Verse 444 bis 453 durch Klammern auszuscheiden hat (was 
Düntzer gethan hat, welcher übrigens Hom. Abh. p. 145 V. 427 
— 453 ausscheiden wollte, auch Nauck scheinen 444 — 453 su- 
specti), worauf 454 sich an 443 passend anschliefst. Dafür ent- 
scheidet sich auch Christ in d. Jahrbb. f. Philologie 1881 p. 439 
und führt die Interpolation auf den Einflufs des Kyklos zurück, 
da nach Proklos in den Kypria ausführlich erzählt war, wie 



Kritischer und exegetischer Anhang. X. 119 

Menelaoß, Nestor (und Agamemnon?) mit List den Odysseus für 
den Peldzug gewannen, vgl. V. 447 f. v. Wilamowitz-Möllen- 
dorff Hom. Unters, p. 155 nimmt die Dittographie an: entweder 
434, 435—43, 454—56, 457—60 oder 434, 444—453, 457 — 
460; die letztere Fassung ist ihm die originale. Dindorf hat die 
Athetese auf 435 bis 440 beschränkt, und Kiene die Epen des 
Homer p. 114 empfiehlt die Ausscheidung von 435—443. Nitzsch 
Sagenpoesie p. 155 f. verwirft 441 — 443, 454—456, Scotland 
im Philol. XXXXV p. 591 f. 441—451, 454—56, Kammer die 
Einheit p. 534 f. überdies 457 — 464. In der Venediger Hand- 
schrift (M. 613) stehen die Obeli bei 435 bis 442, so dafs sich 
nach dieser Quelle die Athetese wohl auf 435 bis 443 bezieht. 
Hierzu bemerkt J. La Roche in der ^Unterrichts -Zeitung für 
Österreich' 1864 p. 208 folgendes: ^So wird in der ersten Recen- 
sion der treulosen Helena die treue und verständige Penelope 
entgegengehalten, in der andern die Handlungsweise der Helena 
als eine in dem treulosen Charakter des Weibes begründete be- 
zeichnet und Odysseus zur Vorsicht bei der Rückkehr ermahnt, 
wozu auch V 383 ff. stimmt.' Vgl. auch Seeck die Quellen d. Od. 
p. 191 f. und Kirchhoff d. hom. Od. p. 230. 

456. Als Parallelstellen vgl. besonders: oqcct\ Ütcksxov wg 
yvvatKstov yivog Eur. Iph. T. 1298 und äg Itfr' aTtiCxov ff yvvcci- 
Kslrj cpiaig bei Menander. Unsern Vers citiert auch der Schol. 
zu Eur. Med. 426. 

461. ov yccQ Ttov^ im Vindob. 133 und bei Eustath., war nach 
dem Schol. H. die Lesart des Aristarch, welche Kays er bei 
Faesi aufgenommen hat. Übrigens wurde der Vers nach dem 
Schol. H. athetiert: Lud wich Arist. hom. Textkritik I p. 591. 
Vgl. dagegen Kirchhoff d. hom. Od. p. 230. 

468 — 71 werden verworfen von Scotland im Philolog. 
XXXXV p. 593. 

473. Kirchhoff d. hom. Od. p. 230 hat den Vers einge- 
klammert. 

474. Das rlTtvs im Sinne von Vas in aller Welt' findet sich 
nur hier und wohl i 403, sonst steht es überall wie «225. An Stelle 
von iii^aeccL vermutete Am eis (lYjdscci^ wie im Vindob. 56 mit über- 
geschriebenem tf. Nauck: fwjtfao? Fick d. hom. Od. p. 96 stellt 
aus hymn. Apoll. 322 (iriascci aXko statt des überlieferten (ji/i^ascct 
Mqyov her. 

476. Tiafwvtsg bezeichnet nicht wie das später so gebrauchte 
KSüfAYiKOTeg die ^müden, entkräfteten' als dauernden Zustand, auch 
nicht die dem Tode vorausgegangene Vollendung der Mühe und 
Arbeit, die Häboribus functi welche im Leben gelitten haben' (wie 
Nägelsbach will Hom. Theol. ^ VII 12 p. 375, vgl. ^ p. 170 und 
Anhang 205), sondern es steht ganz wie d^avovrsg aoristisch und be- 
zeichnet nur das Eintreten der Sache, den entscheidenden Moment 



120 Kritischer und exegetischer Anhang. X, 

des Todes, wie noch o 14. F 278. ^ 72. Vgl. Classen Beobach- 
tungen p. 57 f., auch Autenrieth zu Nägelsbach JT 278. 

478. Die Kürze der ersten Silbe von vtog ist durch olog^ 
i'lJLTtaiog^ ijtsl fi und ähnliche Worte hinreichend gestützt, wenn 
auch vlog, wie Spitzner zu B 566 bemerkt, in der Regel nur bei 
vorhergehendem Daktylus diese Verkürzung erleidet. Kirchhoff 
und Cauer dagegen schreiben vL Die Form IlriXijog^ statt des 
gewöhnlichen Tlrikiog mit Synizese, ist an den drei Stellen und 
A 489, wie Mi/xt^rijog JB 566. 5*" 678 nach dem Vorgange von 
Thiersch Gr. § 194, 46 b und von Bekker aufgenommen, da die 
Form nrjXilog durch den Rhythmus besser empfohlen ist als nrjXiog, 
Überhaupt hat Bekker überall, wo metrische Rücksichten ins Spiel 
kommen, diejenige Form vorgezogen, für welche am meisten der 
Rhythmus spricht. Vgl. H. Rumpf in Fleckeisens Jahrb. 1860 
Bd. LXXXI p. 585 f. 

481 f. Vgl. Scotland im Philol. XXXXV p. 593 f., welcher 
481 streicht und 482 f. ändert. 

483. Bekker hat statt der gewöhnlichen Überlieferung (la- 
TiccQuarog ficcKccQfvsQog , das sich im Stuttgart. 5 findet, geschrieben, 
und ihm sind Nauck, Kirchhoff und Cauer gefolgt. — TtQo- 
TtccQoid's von der Zeit wie noch K 476. A 734. X 197. Vgl. 
Köchly zu Quint. Sm. I 758. 

485. Das Simplex Tigarstv (anders ccvccaasiv 491) steht bei 
Homer entweder absolut oder mit einem Genetiv als Objekt. Zu 
B[rüger Di. 47, 20, 3. Den hier und tt 265 stehenden Dativ fassen 
andere, wie J. E. Ellendt Drei Homer. Abhandl. p. 40, als Objekt 
auf. Einfacher aber wird dieser Dativ in lokalem Sinne ver- 
standen: so C. Gap eile Dativi localis quae sit vis p. 23 und Jo- 
hann Peters de usu et vi digammatis p. 30. 

489. Über die Theten vgl. auch Riedenauer Handwerk und 
Handwerker in den homer. Zeiten p. 25 f. 

492. An Stelle des überlieferten rov vermutet Brugmann 
ein Problem der homerischen Textkritik p. 48 ov = ifiov. 

498. Das statt des handschriftlich allein überlieferten ov yccQ 
gegebene sl yiq war die Lesart des Zenodot. Wir erhalten da- 
durch schon hier einen Wunschsatz, der 501 in bI xoiogd^ ild-oifit 
aufgenommen wird, wie ähnlich y 218 und d 341 vgl. a 255. 
Diese von Nitzsch, Buttmann (Schol. p. 386), Bothe gebilligte 
Lesart ist auch von Düntzer, Nauck, Hinrichs und Cauer 
aufgenommen, und auch L. Lange der homer. Gebrauch der Par- 
tikel sl I p. 357 f. hält dieselbe für keineswegs verwerflich. Mit 
Recht bemerkt Nitzsch; *Der Zusatz rotog iciv u. s. w. und die 
Erinnerung an das, was der Sprechende Tcoxi war und vollbrachte, 
schliefst sich dem Wunsche weit natürlicher an, als einer solchen 
schlichten Verneinung'. 

508. Christ in den Sitzungsber. d. Kön. Bayer. Ak. philos.- 



t 



Kritischer und ezegetisclier Anhang. X. 121 

philol. Kl. 1884 p. 31 bezieht den Vers auf die kleine Ilias, da 
in derselben Diomedes den Philoktet, Odysseus aber den Neopto- 
lemos abholte. 

513. iiagvotiied'a geben die meisten Hss. nach Analogie der 
bei Späteren erscheinenden Formen Kgiftono fiiiivono ovoio. Vgl. 
Buttmann ausf. Sprachl. § 107 Anm. 35. Die seit Bekker auf- 
genommene Form (AaQvcclfied'a steht im Marc. 647, im Vindob. 5 
(iaQvdfisd'% vgl. La Boche. Am Schlufs des Verses geben die 
meisten Handschr. *Aiatolf Eustath. und Marc. 647 %a^xo^; mit 
jener von La Roche nnd Nauck aufgenommenen Lesart geht der 
antithetische Parallelismus zu (pQaiol(is&a ßovXag 510 verloren. 

519 ff. Gladstone Homer und sein Zeitalter, deutsch von 
Bendan p. 185 ff. vermutet, dafs Memnon selbst Keteier und der 
ursprüngliche Anführer der Keteier war und nach seinem Tode 
Eurjpylos ihm gefolgt war, die Keteier aber identisch mit den 
Hittiten im nördlichen Syrien seien (Heth auf ägyptischen Denk- 
mälern Kheta). Vgl. dagegen v. Wilamowitz-Möllendorff hom. 
Untersuch, p. 152 f., welcher auch als die Quelle für die Bestechung 
der Antioche die kleine Ilias aus Lysimachos (schol. Eur. Troer. 
821, Or. 1392) erweist. — Fick d. hom. Od. p. 309 sieht in 
522 einen späteren Einschub. Oobet Mise. crit. p. 352 vermutet 
nach Z 185 und (i 268 %cckki0Tov dij xov ys J-C6ov statt astvov dtj 
nccXXiarov tdov, 

525. „^AQtörccQxog ovn olds xov <rr/%oi/.*' H. Vgl. Lud wich 
Arist. hom. Textkritik I p. 592. Es ist ein aus E 761. 395 
mit dem Sl 779 vorkommenden nvMvov k6%ov gebildeter Vers. Die 
Leitung auf das Amt des Thürschliefsers zu beschränken, wäre 
hier unpassend. Hierzu kommt der mit J 392 und Sl 779 nicht 
harmonierende Gebrauch von tcvkivov und die unhomerische Me- 
tapher der Verba mit Xo^ov. Vgl. auch Fick d. hom. Od. p» 309 
und dagegen Sittl die Wiederholungen p. 23 und Nah er Quaestt. 
Hom. p. 116. — Im vorhergehenden Verse zu Ttavta xbaXxo (Bek- 
kers Änderung statt Ttavx^ ixixaXxo) vgl. J. La Roche in der 
Zeitschr. für die österr. Gymn. 1864 p. 90. 

527. Anders K 390 wto d' sxgsfAS yvta. Über den Plural 
des Verbum bei yvta vgl. Lob eck Path. elem. I p. 16. J. La 
Roche in der Zeitschr. f. d. österr. Gymn. 1859 p. 222 bemerkt 
indes: ^es ist wahrscheinlich eKaaxog zu lesen, so dafs yvicc wie 
Ä 390 Akkusativ der Beziehung ist.' Aber ähnlich sind Stellen 
wie tf 341. ^31 Xvd'ev d' vno yvicc eKct^xrig, K 96 xQOfiiet d' 
V7to (paldifia yvta. 

531. iil(i6vat ist die Lesart aller Hss. und des Schol. zu 
N 286, Harl. i^iivai eraso ji.; nur Eustathius erwähnt auch 
i^ifievai *ihn herauszulassen', was nach dem Schol. Harl. i^Kpavxi- 
v,(üXBQov. Eine Parallele für die Lesart tnixsvev i^tfisvcci bietet 
i 224. 225 if*£ — exagoi Xlocovx' iniecotv xvqcSv alvvfiivovg livat 



122 Kritischer und exegetischer Anhang. X, 

niXiv, Nach dieser Stelle scheint es mir zweifelhaft, ob man bei 
i^lfuvav nur das Subjekt des regierenden Verbums zu denken hat, 
so dafs zu interpretieren wäre: dafs er hinausgehen dürfe, und 
nicht vielmehr allgemein: dafs wir hinausgingen. Bei den Yerbis 
des Bittens, Flehens ist die Eegel, dafs das Objekt dieser Yerba 
für den abhängigen Infinitiv das Subjekt bildet; ist Subjekt und 
Objekt des regierenden Verbums zugleich bei der gewünschten 
Handlung beteiligt, so können, wie i 224 f. zeigt, beide als Sub- 
jekte des Infinitivs gedacht sein; von da aus scheint es auch hier 
einfacher i|i*i, das Objekt von Uivsvsv^ zu einem *wir' erweitert 
zu denken, als gegen alle Analogie das Subjekt für den Infinitiv 
aus dem Subjekt des regierenden Verbums zu entnehmen. Ist diese 
Auffassung begründet, so begreift sich, weshalb der Schol. die 
Lesart i^sfuvai als i(ig>ccvti%meQov bezeichnet, welche auch Nie- 
länder in den Jahrbb. f. Philol. 1876 p. 836 begründet hat. Der 
Feigheit der übrigen gegenüber tritt so die Kühnheit des Neo- 
ptolemos viel stärker hervor, sofern er damit von jenen sich völlig 
scheidet. Nitzsch Beiträge zur Gesch. der ep. Poesie p. 201 An- 
merk. 91 betrachtet die ganze Stelle 522 bis 532 als ^eine unbe- 
dachtsame Interpolation.' 

539. Über die Asphodelos wiese bemerkt Welcker griech. 
Götterl. I p. 800: ^Die Asphodeloswiese ist keineswegs der An- 
fang einer erfreulicheren Ansicht der Unterwelt, sondern wo As- 
phodelos als Unkraut wächst, da ist der Boden thonicht oder 
steinicht, das Land öde, wie stellenweise in der Umgegend Athens, 
obwohl man ihn auch unter Waldbäumen antrifft. Die Farbe der 
grofsen dicken Blätter und die Blüte, gelb, weifs und etwas veil- 
chenblau, machen einen so eigentümlich widrigen Eindruck, dafs 
ich einem berühmten Botaniker, Herrn Brassier, die Bemerkung 
machte, diese Pflanze hätte sieh in die Unterwelt geschickt, als 
ich von ihm vernahm, dafs sie auch gerade Asphodelos sei und 
noch jetzt so heifse.' 

547. „ad'sxet ^AQl<sxciQ%og, fi de tatoqloc in xcSv xv)c^*x<3i/." H. 
Vgl. Schömann Opusc. 11 p. 170 Anm. 81 und Nitzsch Bei- 
träge zur Gesch. der ep. Poesie p. 238 Anm. 143. Christ in d. 
Jahrbb. f. Philol. 1881 p. 444 vermutet, dafs in dem Verse die 
von der der kleinen Ilias verschiedene, ältere, wahrscheinlich von 
Arktinos aufgenommene Form der Sage vorliege, und erklärt sich 
gegen die Athetese; ebenso Kirchhoff d. hom. Od. p. 231. Vgl. 
auch V. Wilamowitz-Möllendorff homer. Unters, p. 153 f. und 
Bobert Bild und Lied p. 221. 

550 f. sind von Nauck als verdächtig bezeichnet und von 
Kirchhoff d. hom. Od. p. 231 und Fick d. hom. Od. p. 309 
verworfen. 

565 — 627. Hier haben wir den Übergangsvers zu einer ganz 
andern Situation, die bis 627 sich erstreckt. Wir werden von 



Kritischer und exegetischer Anhang. X, 123 

dem Eingange der Unterwelt in das Innere versetzt. Die Situation 
des Odysseus an d^r Opfergrube, die Citation der Psychen ist 
aufgegeben und unvermerkt tritt eine allgemeine Schilderung des 
Totenreiches ein. Dabei haben sich die obigen leisen Anklänge, 
welche ein Denken und Beurteilen der Toten voraussetzen, 
wie namentlich 485, zu einer Vorstellung erweitert, die in dem 
Wesen der Psychen förmliche Abbilder ihres auf der Oberwelt 
geführten Lebens ^giebt. Die Alexandriner haben den Abschnitt 
für unecht erklärt, indem Überliefert wird: vod'svovtat^ Tiakoi ovk 
ovtsg ayBvsig Ttegl rriv tpqcifStv, Vgl. Carnuth Aristonic. p. 108, 
Lud wich Arist. hom. Textkritik I p. 593, die Angaben bei J. La 
Roche in der Zeitschr. für die österr. Gymn. 1862 p. 348 ff. Und 
so auch die Neueren; vgl. aufser Nitzsch noch Porson zu Eur. 
Or. 5 und J. La Roche Hom. Stud. § 97, 3 p. 216 Anm., Kirch- 
hoff d. hom. Od. p. 231, Köchly de Od. carmm. IH p. 20, Sittl 
Gesch. d. griech. Litt. I p. 111, Emerson de Hercule Homerico, 
München 1881 p. 17 ff., Scotland im PhUol. XXXXV p. 595. Vgl. 
auch W. C. Kays er zur Stelle, Bergk griech. Litteraturgesch. I 
p. 691 f., Seeck die Quellen d. Od. p. 193. v. Wilamowitz- 
Möllendorff hom. Untersuch, p. 140 ff. verwirft 566 — 631, Kiene 
d. Epen d. Homer p. 114 f. die V. 565 — 600 mit Ausschlufs von 
572 — 575, Velche entweder ursprünglich oder anderweitig ein- 
geschoben sein müssen'; in 601 — 27 unterscheidet derselbe p. 115 
einen ursprünglichen Abschnitt 601 und 615 — 27 und einen Jüngern 
602—14. Fick d. hom. Od. p. 36 und 276 f. erkennt in dem Ab- 
schnitt 568 — 626 ein kleines Bruchstück einer zweiten Nekyia, 
dessen ^Sprache gut \ind alt'. Über 601 — 627 vgl. auch Düntzer 
hom. Abh. 136 f. Über die ganze Dichtung spricht eingehend 
V. Wilamowitz-Möllendorff a. 0. p. 199 ff. 

565. Bekker und andere schreiben hier o^imq statt ofioo^. 
Über den Übergang in diesem Verse *ein jäher Absturz aus dem 
Sentimentalen ins Naive' vgl. Schneidewin die homer. Naive - 
tat p. 98. 

569. Über das Verhältnis der Participia zu einander vgl. 
lassen Beobacht. p. 129 ff. 

576 — 600. Über die hier dargestellten drei typischen Btlfser 
vgl. Welcker griech. Götterlehre I p. 818 ff., Schmidt d. Ethik 
der alten Griechen I p. 97 f., v. Wilamowitz-Möllendorff Ho- 
mer. Untersuch, p. 200 ff. Über die Tantalossage vgl. auch H. D. 
Müller Mythol. d. griech. Stämme II p. 150 ff. 

577, Über niU&Qov vgl. Hultsch Metrol. p. 31. Eine Pa- 
rodie der Verse 576. 577 von Matron bei Athen. 3 p. 73. 

583. In TtQochXvte bei Sext. Empir. p. 407, 16. 665, 19, 
Lucian Amor. c. 53, Tzetzes Chil. 5, 490 sieht Nauck in d. 
M61anges Gr6co-Rom. IV p. 601 die ursprüngliche Lesart, statt 
des überlieferten TtQoainXatB. 



124 Kritischer und exegetischer Anhang. X. 

588. Die Lesart kccxcc kqtj&sv ist die Aristarchische. Bekker 
hat hier und IT 548 aus einigen Handschr. aar aTc^rid'sv aufge- 
nommen mit der Note: *cf. xar' ÜTiQrjg 557 et 653. X411.* 
Vgl. auch Lobeck Path. Elem. I p. 628, Döderlein Hom. Gloss. 
§ 737. 

592. qCt\jcia%e statt des überlieferten ^iirtxaöKS verbesserte 
Kirchhoff und ihm ist Cauer gefolgt. 

596. Über die malerischen und bedeutsamen Rhythmen vgl. 
die ausführliche Erörterung von Dionys. Hai. de comp. verb. sect. 
20 p. 165. Anders Lucilius bei Cic. Tusc. I 5: Sisyphuf versat \ 
saxtim sudcms nitendo, Voss, der alte Meister sonder gleichen, 
hat beides erkannt und beides wiederzugeben versucht : ^Angestemmt 
arbeitet er stark mit Händen und Püfsen, | ihn von der Au' auf- 
wälzend zum Berge.' 

597. KQataUg^ von nQctraiog gebildet, ist die höhere Macht, 
die jedesmal die Kraftanstrengung des Sisyphos auf wunderbare 
Weise vereitelte, also die *Wucht' in sinnlicher Belebtheit gedacht. 
Auch Goethe gebraucht öfters von der Gottheit die Ausdrücke 
^das Mächtige' oder *das Waltende' oder Mas Allwaltende'. Vgl. 
auch zu (i 124. 

598. Ähnlichen Sinn geben die 6i:£%ot oXoddmvlot E 36. 71. 
Z 314. H 421. Q 235. 244. ^ 116. 238, und anderwärts, auch 
um die Behendigkeit efslustiger Helden zu bezeichnen a 149. 
Ähnlich in der Aufregung A 30. 31. 32; und zur Darstellung der 
Lebhaftigkeit ^95 bis 99. Hier kann man nachahmend über- 
setzen: * Wieder zur Ebne hinunter entrollte der tückische Stein- 
block.' Li Priedrich August Gottholds Schriften von P. W. Schu- 
bert II p. 130 hat Gotthold, wie er selbst bemerkt Men Ho- 
merischen Vers auch im Rhythmus aufs genaueste folgendermafsen 
wiedergegeben: Wieder hinunter entrollte zur Ebne trotzig 
der Pelsen. Dafs ich trotzig als Adverb gebraucht habe, wird 
sich verteidigen lassen, da der Trotz des Pelsen doch eben darin 
besteht, dafs er immer wieder hinabrollt.' Vgl. auch den zu 596 
citierten Dionysius. 

602. Herakles war der vorzüglichste und genialste Na- 
tionalheld, und wenn einer, der Cid der Griechen; vgl. Nitzsch 
Beiträge zur Gesch. der ep. Poesie p. 137. Daher bildet er pas- 
send den Schlufs des Gesanges. Ähnlich urteilt Bergk griech. 
Litt. I p. 692. Übrigens wurden die Verse 602. 603 athetiert 
und ebenso wie 604 dem Onomakritos zugeschrieben: vgl. La 
Roche Annot. crit. und Carnuth Ariston. p. 110, dazu Kirch - 
hoff d. hom. Od. p. 232 f., Köchly de Od. carmm. III p. 20. 
Auch W. Jordan Homers Od. übersetzt p. 532 sieht in 602 — 4 
eine noch spätere Einschaltung. 

604. Im Schol. Harl. wird überliefert: zovxov vno ^OvofiaTtQhov 
ifiTCSTtoirlad'ccC q>aGiv^ rj^ixrixat öi, worüber Nitzsch p. 336 und 



Eritisclier und exegetischer Anhang, l, 125 

W. Dindorf zu den Schollen handeln. Vgl. auch K. Lehrs 
Epimetr. zu Arist. ^ p. 448 und G. Bernhardy Gr. Litter. II ^ 
p. 109. Dafs diese Schollen zu 602 f. und 604 nicht auf Ari- 
starch zurückgehen, bemerkt Lud wich Arist. hom. Textkritik I 
p. 593 f. Das xQvaonsdlXov ist ein homerisches aTta^ ÜQrndvov» 
Ebenso der Plural iv d^aXlrjg, wofür 6 Codd. bei La Roche 
OaA/]/ haben. 

605. Man beachte die Rhythmen und den langen 0-Laut, 
wodurch das klangvolle Rauschen der aufgeschreckten Vögel 
sinnlich für das Ohr gemalt werden soll. In dieser ganzen Schil- 
derung erscheint Herakles wie eine plastische Bildsäule oder wie 
eine Leben atmende Figur auf einem Gemälde. Die Züge sind 
vielfach übereinstimmend mit den Darstellungen des Herakles in 
der äginetischen Giebelgruppe. Vgl. Fr. Thierse h Epoch. p. 249. 
— 606. Zum Vergleich iQBfiv^ vvml ioLucig vgl. Schirlitz über 
die Darstellimg der Nacht bei Homer in d. Verhandl. d. 35. Phi- 
lologenversammlung p. 75 f. 

607. Statt der einstimmigen Überlieferung i'%(x)v schreiben 
Düntzer und Kirchhoff aus Konjektur e'xBv und ihnen ist jetzt 
auch Gau er gefolgt. Hinrichs bei Faesi vermutet 608 iciast 
statt ioMcig^ welches vielleicht von dem iowcig 606 nachgezogen 
sei. Am eis sah in den gehäuften asyndetischen Participien die 
Anwendung des affekt vollen Epiphonems und verglich Ä 437. 547. 
Vgl. Lehrs de Arist. p. 385, ^ 369. Krüger Di. § 45, 1, 4. 
Über das Epiphonem bei den Römern vgl. Moritz Seyffert im 
Kommentar zu Cic. Lael. XI 37 p. 250 f. 

608. Es ist dies die einzige Stelle der Odyssee, wo ein 
Partie, fut. sich nicht an ein Verbum der örtlichen Bewegung an- 
schliefst; in der Dias finden sich solcher vier: vgl. C lassen Be- 
obacht. p. 79 f. 

609. Bekker giebt a(ig>i7teQl^ worüber Lehrs in Fleckeisens 
Jahrb. 1860 p. 513, de Aristarch. ^395 bemerkt, dafs er diese 
^sehr bedenkliche und alleinstehende Präposition anzuerkennen kein 
Recht' sieht. Vgl. auch zu & 175. 

611. Nach Piek vgL Wörterb. ^ p. 359 unter gharap vgl. 
^ I p. 81 ist %aQ07t6g kein Kompositum, sondern abzuleiten von 
gharap funkeln, einer Weiterbildung von ghar glühen, = 
funkelnd, feurig. Vgl. jetzt über das Wort auch Vecken- 
stedt Gesch. d. griech. Farbenlehre p. 146 ff., welcher dasselbe 
auf das Hellblaue im Auge und zwar als Widerschein deutet. — 
Zu den Darstellungen auf dem Schwertgehänge des Herakles vgl. 
Heibig d. hom. Epos p. 285, ^393 f. 

612 wird von Kirchhoff d. hom. Od. p. 233 und Köchly 
de Od. carmm. IH p. 20 als aus der Theogonie 228 eingeschwärzt 
verworfen. Ebenso urteilt Furtwängler die Bronzefunde aus 
Olympia p. 59: *Der Vers folgt völlig unpassend auf die mit der 



126 Kritischer und exegetisclier Anhang. X. 

Kunst ganz übereinstimmende Schilderung des Tierfrieses; der 
Vers stammt aus Hes. theog. 228, wo er, Geburten der Eris auf- 
zählend, völlig an seiner Stelle ist/ Dagegen sprach Heibig d. 
hom. Epos p, 288, ist aber in der 2. Auflage p. 393 Furtwänglers 
Ansicht beigetreten. Vgl. auch v. Wilamowitz-Möllendorff 
hom. Untersuch. Nachträge p. Vlllf. 

613 f. Aken die Tempora und Modi p. 38 Anmerk. 1 er- 
klärt: ^Kein Gedanke, dafs, wer dieses Werk gefertigt, noch ein 
anderes fertigen sollte, d. h. eines Mannes Leben ist reichlich da- 
durch beschäftigt.' Der Gedanke wäre ansprechend, wenn man 
aus 614 mit der von Kays er aufgenommenen, jetzt aber von 
Hinrichs verworfenen Lesart og xe/i/ß) teXaiiavt iriv ipicct^eto 
tixvYjv den Gedanken gewinnen könnte: der in jenem Tragriemen 
seine Kunstfertigkeit niederlegte d. i. an denselben seine ganze 
Kunstfertigkeit setzte. Indes wird diese Auffassung einmal durch 
die nicht abzuweisende Parallele von d 684, wo das Participium 
unter der Einwirkung des vorhergehenden fii^ steht und das Ganze 
einen Wunschsatz bildet, unwahrscheinlich; ferner dadurch zweifel- 
haft, dafs, wenn das Participium texvriadfisvog bereits das Subjekt 
für xB%vr^<5ctiTo enthielte, der folgende Vers überflüssig wäre; andrer- 
seits läfst der vermöge des Asyndetons so enge Zusammenhang 
mit dem Vorhergehenden (vgl. das betonte OfiegöaXiog und die 
schrecklichen Darstellungen auf dem Wehrgehänge selber) in den 
Worten mehr eine Darstellung des Eindrucks, den das Wehrgehänge 
auf das Gemüt des Beschauenden übte, erwarten. Aus diesen 
Gründen habe ich auch die von Am eis nach Nitzsch gegebene 
Erklärung aufgegeben, welche lautete: *nicht möge (sollte) er, 
nachdem er dies künstlich verfertigt, nicht auch etwas 
anderes verfertigen: er könnte seinem Ruhm nur schaden!' 
und die von Faesi-Kayser, Düntzer gegebene aufgenommen. 
Vgl. übrigens auch Lud wich Arist. hom. Textkritik I p. 594. 

617. Verdacht gegen diesen Vers spricht Kirchhoff d. hom. 
Od. p. 233 aus. 

624. TiQoxsQmeQov bei Se&Xov^ wie sonst bei vöfUvri^ tpvXoTttg^ 
de6(i6g^ hier auch zugleich, weil Herakles elg ^Aiöcto nvXiqxao ^qaxB- 
Qolo 211 kam. So die Hss. ersten Banges statt des seit Wolf 
gewöhnlichen laXsnmsQov. Vgl. auch 582. 593. — Bekker ver- 
besserte tovdi ys statt des früheren tovdi n. 

631. Der Vers ist als ein patriotisches Einschiebser des 
Peisistratos von Hereas bei Plutarch Thes. 20 bezeichnet, wenn 
anders Hereas als Megarenser Glauben verdient. Vgl. Gladstone 
Hom. Stud. von Schuster p. 92, Kirchhoff d. hom. Od. p. 233, 
Lehrs de Arist. ^ p. 446 und v. Wilamowitz-Möllendorff 
Homer. Untersuch, p. 140 f., welcher die Athetese mit überzeugen- 
den Gründen bekämpft. 



Kritischer und exegetischer Anhang. X. fi, 127 

634 f. Verdacht gegen die Ursprünglichkeit dieser beiden 
Verse spricht W. Jordan Homers Od. übersetzt p. 532 aus, vgl, 
dagegen Kirchhoff d. hom. Od. p. 233 und v. Wilamowitz- 
Möllendorff Homer. Unters, p. 140. Als Entlehnung aus £ 741 
bezeichnet 634 Sittl d. Wiederholungen p. 22. Über das Gor- 
goneion vgl. Heibig d. hom. Epos p. 286 fiF., ^ 388 fiF. 

640. Gewöhnlich wird hier, auch von Bekker, Nauck, 
Kirchhoff, Hinrichs der Nominativ slgealt} gelesen, so dafs in 
auffälliger Weise ein rein abstrakter Begriff in sinnlicher Belebung 
erscheint; vgl. D öd er lein Hom. Gloss. § 565. Doch den Dativ, 
der hier schon als die schwierigere Lesart vorzuziehen ist, geben 
tct Ttalccid xmv avriyQccqxQv bei Eustathius, und dies wird auch 
durch die Bemerkung im Vind.: avzl KaXXC(i(p ovQa bestätigt. 



1 — 22. Nach Bergk griech. Litteraturgesch. I p. 688 ge- 
hören diese Eingangsverse noch zu der erst später mit der Odyssee 
verbundenen Hadesfahrt und das alte Gedicht beginnt wieder mit 
V. 23, welcher ursprünglich an «498 sich anschlofs. — Über 
die Ausscheidung der Erzählung von der ' Bestattung des Elpenor 
vgl. Seeck die Quellen d. Od. p. 195 f. 

4. Der Plural ävtoXal findet sich auch bei Herod. IV 8. VII 
58. 70. Ebenso övafial^ worüber Blomfield im Glossar zu Aesch. 
Fers. 237 zu vergleichen ist, und andere Beispiele bei Chr. Bahr 
zu Herod. V 94. Zu Krüger Di. 44, 3, 1. 2. Der Gedanke un- 
serer Stelle soll nach einigen bezeichnen, dafs Odysseus aus dem 
sonnenlosen Dunkel hier ins Gebiet der Tageshelle zurückkehre. 
Ähnlich Kämm er d. Einheit p. 536. Aber dies war wohl schon 
auf der Meeresfahrt der Fall, nicht erst nach der Ankunft auf der 
Insel. K Schwenck bemerkt darüber im Philol. XV p. 577 
Anm. 2 folgendes: ^Die homerische Dichtung konnte die Sonne 
und das Tageslicht nicht in dem Hades, wie sie ihn beschreibt^ 
während der Nacht ruhen lassen, denn sonst würde derselbe er- 
leuchtet gewesen sein, daher nimmt sie eine Insel fern am Ende 
der Welt an, wo Helios und Eos, nachdem sie den Himmel durch- 
wandert. Nachts ruhen, und woher sie nach dieser Ruhe am Mor- 
gen wieder an den Himmel hinauf ziehen. Eine genaue Erörterung, 
wie sie westlich zu dieser Insel kommen und an der Ostseite 
Morgens emporsteigen, liegt der Dichtung fem, denn von Systemen 
ist bei Homer nichts zu finden, und nur jede Sache für sich ge- 
nommen richtig und anschaulich.' Ähnlich Welcker griech. Göt- 
terl. I p. 684, Preller griech. Myth. I p. 293. W. Jordan 
Homers Od. übersetzt p. 514 aber schliefst aus der vorauszu- 
setzenden nicht grofsen Entfernung der Kirkeinsel von der Lästry- 
gonenstadt Lamos, bei der die fast nachtlosen langen Tage des 



128 Kritischer und exegetischer Anhang, fi. 

hohen Nordens angedeutet werden, sowie aus (i 3, der auf unge- 
wöhnlich lange dauernde Sonnenaufgänge und Morgenröten zu 
deuten scheine, aaf eine sehr nördliche Lage der Insel. Dagegen 
bemerkt Heimreich die Telemachie und der jüngere Nostos p. 20: 
'Alles Sträuben und Händeringen der Interpreten hilft nichts; die 
Wohnungen und Tanzplätze der frühgeborenen Morgenröte und die 
Aufgänge der Sonne sind im Osten und sie auf eine Insel im 
fernen Westen zu verlegen ist mehr als wunderlich. Ich kann 
das nur durch eine Gedankenlosigkeit des Dichters erklären, der 
aus dem von ihm benutzten Argonautenliede ähnliche Verse im 
Gedächtnis hatte und für den Augenblick vergafs, dafs durch seine 
Fiktion, Odysseus sei auch nach Aeaea gekommen, die Aufnahme 
dieser vielleicht formelhaften Wendung in sein Gedicht unthunlich 
geworden war/ Christ in d. Jahrbb. f. Philol. 1881 p. 446 aber 
sieht in Y. 3. 4 eine aus dem Argonautenmythos stammende In- 
terpolation und vermutet, dafs es in dem ursprünglichen Texte 
einfach hiefs: vijaov x Alalriv, od't KCq%rig dcoiMaa xaAa, woran 
sich V. 5 schlofs. Auch Schmidt über Kirchhoffs Odysseestudien 
p. 48 f. hält die Verse für korrumpiert zu einer Zeit, wo die Aia 
des Aietes nicht mehr eine westliche Lage hatte, sondern bereits 
in den fernen Osten versetzt war. v. Baer über die homerischen 
Lokalitäten in der Od. p. 19£f. setzt die Insel Aeaea ins schwarze 
Meer und zwar in den östlichen Winkel desselben und v. W Hä- 
mo witz- Moll endor ff hom. Unters, p. 165 bemerkt: *Es ist un- 
möglich Aiaia von Aia zu trennen. Da nun Aia als Ziel der 
Argofahrt fest lokalisiert ist, so ist dadurch auch Aiaia bestimmt.' 

6—16 werden von Scotland im Phüol. XXXXV p. 575 f. 
verworfen, so dafs an vija filv IW ikd-ovreg iTiikaafisv (5) sich 
ovö^ aqa KCqktiv (16) schliefsen soll. 

14. Diese Sitte, eine arrilri auf den Grabhügel zu setzen, 
erhellt ferner aus A 371. TT 457. 675. P 434. Vgl. auch 1 Mos. 
35, 20. Übrigens ist tfri/Ai/ nicht eine ^Säule', sondern ein vier- 
eckiger dppus. Dies ist auch wegen der az'^lai ^ÜQaTiXiovg zu 
beachten, und dadurch wird zugleich verständlich, was Lucian 
zu Anfang seiner aXrid'rig ^^"^oqUi von den Inschriften in Betreff des 
Dionysos und Herakles erzählt. 

16. T« €xatfT(x, wie ft 165. 5 375. A 706; sonst auch mit 
Bezug auf die angeredete Person xavxa eTcccöxcc 5 362. o 487. 
A 550. K 432. W 95. 

25. Das Verhältnis des Futurums zu den vorhergehenden 
Imperativen ist näher erörtert von Hentze im Philol. XXVII 
p. 519 f.: vgl. Z 71. Sl 717. Entsprechend ist das Verhältnis des 
auffordernden Konjunktivs und des Futurums H 2d. 30. 290. 291. 
W 9—11. Sl 601. (i 291—293. v 13 — 15. 

27. r} yalag emendiert Fick d. hom. Od. p. 230 statt der 
Überlieferung fj inl yrjg. 



Kritischer und exegetischer Anhang, fi, 129 

34. Scotland im Philol. XXXXV p. 595 will 34—36 in 
den einen Vers zusammenziehen: slei re kccI (i inieaai TtQOßrivöa 
Ttotvta KIqktj, 

39. Als man die homerischen Märchen lokalisierte, wurden 
die Seirenen auf den Seirenusen am Busen von Poseidonia in 
ünteril;alien, oder auch am Vorgebirge Peloron auf Sicilien an- 
gesiedelt. Übrigens waren die Seirenen schon den Alten ein ge- 
bräuchliches Bild, wo sie die Reize der sinnlichen Lüste beschrieben; 
vgl. Xen. Apomn. II 6, 10 ff. und 31, Hör. Ep. I 2, 23, Seneca 
epist. 30 , 1 f. In Bezug auf das mythologische Wesen der Sei- 
renen vgl. auch Stoll zu Antimachos Fr. 82. Der Name Ubl" 
QTJveg bedeutet (nach Christ Gr. Lautl. p. 257) Mie Tönenden', 
was Karl Schenkl in der Zeitschr. f. d. österr. Gymn. 1865 
p. 225 sehr ansprechend also erläutert: ^An den Klippen, die sich 
stark zerklüftet in das Meer hinabsenken, erzeugt dasselbe, zumal 
wenn es vom Winde erregt wird, helle Klänge, die mit dem Rau- 
schen des Windes zu eigentümlichen Melodien verschmelzen. Man 
darf sich hierbei nur an die ühlandschen Verse erinnern: 

Der Wind und des Meeres Wellen, 
Gaben sie frischen Klang? 

Das sind die hellen Stimmen, die den Schiffer an das Ufer locken, 
so dafs er nicht achtend der Klippen zu landen versucht und 
dieses Wagnis mit seinem Leben bezahlt. Das ist die Grundlage 
des Mythos von den Seirenen. Sie sind die Bilder der rauschen- 
den Wellen und Winde, wie sie sich an den Klippen des Meeres 
brechen usw.' Hierzu noch die Notiz bei H. Köchly Verhandl. 
der Philol. zu Augsburg p. 48: *Aus den süfsen Stimmen der 
Seirenen ist, beiläufig bemerkt, erst in diesem Jahrhundert die 
angebliche Volkssage von der Loreley gemacht worden.* Mono- 
graphisch sind die Seirenen behandelt von H. Sehr ad er die Si- 
renen nach ihrer Bedeutung und künstler. Darstellung, 1869, vgl. 
Fleckeisens Jahrbb. 1869, Bd. 99 p. 165 ff. Vgl. auch Bender 
die märchenhaften Bestandteile d. hom. Gedichte p. 31. 

40. oTLg ag)eag d0aq)Urixai ist hier und in den Paral- 
lelstellen TT 228. y 188. % 415. i/; 66 die übliche Schreibweise, 
die aber in der Überlieferung nur schwach gestützt ist. Hierzu 
kommt, dafs die Pronomina OipiCi {ccpiv) und ötpeag^ wenn sie 
nicht mit Nachdruck gesetzt sind oder nicht im Gegensatz oder 
nach einer Präposition stehen, nach dem Wesen der Enklisis nicht 
auf der ersten Silbe den Ton haben können. Die bestbeglaubigte 
ältere Lesart ist oxi Oipsag Bi<5ciq>l%rixcii, So Charax in Bekk. 
Anecd. p. 1154, Eustathius p. 1706, 35, Arkadios p. 145, 22, 
Schol. Harl. Vindd. 56 und 133, welche Angaben sämtlich aus 
Herodian geschöpft sind. Es wird nämlich diese Verbindung als 
ein Beispiel zweier Akute auf einem Pyrrichius vor CipBocg an- 
geführt. Daher ist nicht zweifelhaft, dafs die Alten diese Ver- 

Hentze, Anh. zu Homers Odyssee. II. 9 



130 Kritischer und exegetischer Anhang, (i, 

bindimg vermittelst eines zu ergänzenden Ttg verstanden haben, 
wie N 287. X 199. Wir dagegen werden o rs lieber trennen 
und im Sinne von og ts verstehen. Vgl. über alle diese Punkte 
die Angaben von J. La Roche in der ^ünterrichtszeitung für 
Österreich' 1864 p, 237 f. (und Hom. Textkritik p. 413), wo über 
die Verderbnis in manchen Handschriften bemerkt wird: *Aus 
0TE2OEA2 ist zunächst ort ag)iag, daraus ortg Oipiag und aus 
letzterem oaxig aq)iag geworden, da die Abschreiber von der Be- 
tonung der Alten keine Kenntnis mehr hatten. Übrigens ist bei 
Arkadios p. 145, 22 das og rs acpiag in ori (Scpeag zu berichtigen. 
Denn hätte dieser oder Herodian hier angenommen, dafs oxb für 
og XB stände, so würde die Regel ein anderes Beispiel verlangen, 
da die Alten bekanntlich die Konjunktion itp" €i/, das Fronomen 
getrennt schrieben; vgl. Herodian zu tt 72. Indes hat M. Schmidt 
in seiner Ausgabe p. 166 oxl apBag aufgenommen.' 

41. Hier haben wir cpQ'oyyog^ dagegen 198 q>%'oyyiq^ wie der- 
selbe Wechsel der Formen bei no^og und no^iq^ bei ßoXog und 
ßohq^ bei OxQotpog und avQogyi]^ bei %6Xog und xokiq, notxog und Kokri^ 
q>6vog und q)ovri^ 0rig)avog und 6tsg)dvri^ ipdfifiog und ipdfifirj^ xcc- 
q)Qog u. a. stattfindet. Vgl. Chr. Bahr zu Herod. IV 201, Bredow 
de dial. Herod. p. 53 sqq. 

43. Zur Beseitigung des höchst anstöfsigen Wechsels des 
Numerus hatte Am eis nach W. C. Kays er z. St. naqiaxavx* ovde y, 
vermutet. — V. 44 vermutet Nauck statt äXXd xs ansprechend 
aXkd i. 

45. Dagegen verbindet Leo Meyer gedrängte Vergleich, d. 
griech. u. lat. Deklin. p. 55 aiig>* 60xe6q)iv mit Ttv^o^iivcav nach 
7t 145: Mer rings um die Gebeine modernden Menschen', unter 
Zustimmung von Moller über den Instrumentalis im Heliand u. 
d. hom. Suffix g)t p. 22. 

49. Gewöhnlich werden die Worte axciQ aifxbg dnovifiev aV 
x' id'iXyOd'a eng verbunden und als Vordersatz zum Folgenden 
verstanden. Aber da ist die Wortstellung aufföllig. Denn der 
Bedingimgspartikel sl werden zwar einzelne mit Nachdruck her- 
vorgehobene Wörtchen vorangestellt, aber nirgends ein den Haupt- 
begriff des Gedankens enthaltender Infinitiv. VgL die zu & 408 
und ^223 citierten Stellen. Hierzu kommt, dafs aH % l^iXt^e^a 
in dem Sinne *wenn du willst' sonst überall elliptisch steht und 
seine Ergänzung aus dem Zusammenhange erhält. Es ist daher 
mit C, W. Nauck die Interpunktion geändert, wodurch zugleich 
der ganze Gedanke schärfer hervortritt und mit Vers 160 har- 
moniert. Das Asyndeton bei öriadvxGiv gehört zu den Fällen, von 
welchen bei Nägelsbach im Exe. XIV, 9 und bei Krüger Di. 
59, 1, 4 und 7 gehandelt wird. — Vers 53 ist wie 163 sl 6i xa 
gesagt, nicht af di xe, weil a^ ks bei Homer niemals durch da- 
zwischen gesetzte Wörtchen getrennt wird. V. 53 und 54 wurden 



Kritischer und exegetischer Anhang. /*. 131 

von Aristophanes athetiert; dafs auch Aristarch die Athetese bil- 
ligte, hält Lud wich Arist. hom. Textkritik I p. 595 für wahr- 
scheinlich; gegen die Athetese Kirchhoff d. hom. Od. p. 234. 

57. Bekkerin den Hom. Blatt. II p. 1 vermutet statt m- 
noriQfi — OTtTCozionu und ihm ist Gau er gefolgt. 

61. Über die Flankten vgl. Bender die märchenhaften Be- 
standteile d. hom. Gedichte p. 32 f., über das Verhältnis derselben 
zu den Symplegaden und der Argonautensage Kirchhoff d. hom. 
Od. p. 288 und dagegen Schmidt über Kirchhoffs Odjsseestudien 
p. 50 ff., Niese die Entwickelung der hom. Poesie p. 239 ff. Zum 
Ursprung der Sage B reu sing in d. Jahrbb. f. Philol. 1886 p. 85. 

— C. W. Nauck im Archiv für Philol. Vni (1842) p. 549 Anm. 8 
will den Eigennamen JIAayxrat mit zurückgezogenem Accent ge- 
schrieben wissen. 

62. Zu TciXeiai XQi^QOivsg^ zal x a(ißQO0Criv Ju Ttaigl (pigovCtv 
vgl. Plutarch Sept. sap. conv. 13 p. 156^ und dazu Wytten- 
bach. Man versteht unter diesen Tauben das Pleiadengestim, bei 
dessen Aufgang Ende Aprils die Getreideernte beginnt; vgl. zu 
€272. Als Anlafs zur Bildung des Mythos vermutet Boscher 
Nektar und Ambrosia p. 28 die von den Alten gemachte Be- 
obachtung, dafs Baumhonig und Blumenhonig (der Honig ist ihm 
das Substrat der Ambrosia) nicht vor dem Aufgange der Pleiaden 
entstehen; die Quellen der Ambrosia, wie des Nektars aber sind 
in einem im äufsersten Westen gelegenen Göttergarten zu sucten. 
Und die in V. 64 erwähnte Sache erklärt man daraus, dafs von 
den Pleiaden nur sechs Sterne hell leuchten, der siebente aber 
verdunkelt ist; vgl. Aratos Phaen. 257 f., Welcker griech. Göt- 
terl. Ip. 69, Preller griech. Myth. I p. 311. Über die Tauben 
bei Homer vgl. auch Hehn Kulturpflanzen und Haustiere p. 238 ff. 

— Übrigens sucht Kammer die Einheit p. 540 ff. V. 62 — 72 als 
Interpolation zu erweisen, indem er die nixqai 59 und die (Srnneloi 
73 für identisch hält, unter Zustimmung von Niese a. 0. p. 205 f. 
Düntzer hom. Abhandl. p. 141 verwirft 62 — 65, ebenso Fjick 
d. hom. Od. p. 315. Nauck bezeichnet 62 — 65 als suspecti und 
69 — 72 als: spurii? Ebenso verwirft Christ in den Jahrbb. f. 
Phüol. 1881 p. 446 V. 61 — 65 und 69—72 als aus dem Argo- 
nautenmythos stammende Interpolationen und W. Jordan Homers 
Od. übersetzt p. 532 f. V. 61—72. Vgl. dagegen Kirchhoff d. 
hom. Od. p. 288 und andrerseits Schmidt über Kirchhoffs Odys- 
seestudien p. 50 ff., welcher die Identität der Plankten und der 
Symplegaden bestreitet. 

68. Gegen die im Kommentar gegebene Erklärung der nvqog 
^vsXXai bemerkt Breusing in d. Jahrbb. f. Philol. 1886 p. 86: 
^Dafs sich^ wie /ü 219 der %cinv6q auf den Brodem, so fi 68 das 
nvq auf das Feuern der Brandung bezieht, liegt für den Seemann 
auf der Hand.' 

9* 



132 Kritischer und exegetischer Anhang, ft. 

69. Andere geben hier die Konjektur von A. Matthiä Kelvifi 
unter Vergleichung von r^ 62. 66. 98. Da aber TieCvji mit ry 
nicht identisch ist, und da hier im Anfang des Verses 66 r^ mit 
Emphase vorausgeht, so würde aelvy einen hier nicht vorhandenen 
Gegensatz erfordern: ein solcher ist v 111 vorhanden. Dagegen 
bemerkt J. La Boche in der 'Unterrichts-Zeitung für Österreich' 
1864 p. 238: *der Augustanus hat xsCvi^j [dies ist in seiner krit. 
Ausgabe nicht bemerkt] und am Band yQ, Kelvriv^ und dies halte 
ich trotz der vorhandenen Lokalbestimmung vjj für richtiger, da 
die Hinweisung auf das folgende Nomen wegen des bei ^AQyd 
stehenden Attributs näa fiikovöa ganz bedeutungslos ist/ Aber 
näat fiikovöa gehört so eng zu ^AQyci, dafs es mit diesem gleich- 
sam in einen Begriff verschmilzt. 

75. igtaiet statt des überlieferten igtaet empfehlen Ähren s 
im Philol. VI p. 29 und Wackernagel in Bezzenbergers Beitrag. 
IV p. 284 und so hat jetzt Cauer geschrieben. 

77. ovd' inißatfi ist Aristarchs Lesart, die auch im Vind. 
133, Vind. 50, Vratislav. A. steht. Gewöhnlich las man hier ov 
TiceraßaCrij was aber mit afißalri wenigstens durch Partition eines 
doppelten ovw, wie 434, oder eines ovzs und ov verbunden sein 
müfste; denn ein ovöi mit nachfolgendem asjndetischen ov in zwei 
derartigen Satzgliedern ist aus Homer nicht nachweisbar. Zu 
78 bemerkt Nauck: spurius? 

85. Über Skylla und Charybdis vgl. Bender die märchen- 
haften Bestandteile der homer. Gedichte p. 33ff. — Nach Körner 
die homerische Tierwelt, Berlin 1880 p. 86 ff. hätte ein grofser 
Kephalopode, von dem Homer durch Seefahrer, wahrscheinlich 
phönizische Handelsleute gehört habe, den Anlafs zur Sage von 
der Skylla gegeben. — v. Baer über die homerischen Lokalitäten 
in d. Od. p. 16 setzt Skylla und Charybdis in die Meerenge von 
Konstantinopel. Schöner in der Allgemeinen Zeitung 1885 Beil. 
zu Nr. 281 macht auf eine Lokalität bei Capri aufmerksam, die 
genau der Schilderung der Skylla und Charybdis entspreche. 

86 — 88. Über diese schon von den Alten erkannte Inter- 
polation vgl. Düntzer in Zeitschr. f. d. Gjrmn. 1864, XVIII 
p. 155 = Hom. Abhandl. p. 452 und Carnuth Aristonic. p. 114. 
Gegen die Athetese spricht Hinrichs zur Stelle. 

89. ScDQOi wird von Aristarch durch aKtakot und 7tksarav(6' 
ÖBLg erklärt, wozu andere den Zusatz in futatpogäg x&v adqtov 
%a) (lii nsTteCgcDv KaQTC^v beifügen. Eustathius erwähnt als Er- 
klärung des Apollonios von Rhodos: aciQovg rovg Cvvsötak- 
fiivovg vobI, Zu der im Kommentar gegebenen Erklärung vgl. 
K. Lehrs Popul. Aufs. p. 77, mit dem auch G. Curtius Etym. I 
No. 522, * p. 357 übereinstimmt, wiewohl Lob eck Elem. 11 p. 75 sq. 
anderer Ansicht ist. Eine neue Erklärung des Wortes giebt Hugo 
Weber im Philol. XVII p. 165, wo er folgendes bemerkt: 'richtig 



Kritischer und exegetischer Anhang, y,. 133 

ist Classens Bemerkung, dafs S-taQ-o-g^ welches durch Verlängerung 
des Stammes und Anhängung des Suffixes -o aus usIqco gebildet 
ist, als Epitheton die beweglichen nach allen Seiten um 
sich greifenden Füfse des Untiers bezeichnet/ — Autenrieth 
im Wörterbuch * p. 65 erklärt das Wort aus c!-/o^ot, oqSv: un- 
sichtbar. 

101. Die tekeCa atiyfiri am Versende mit Nicanor, von dem 
wir in Q die Notiz haben: fiBvcc ro ötl^cci rskeUog elg xo ^OdvöGev^ 
ro ^^TcXriclov akkrjkoav" tag ano Skkrig c[Q%ijg TiQOtpsQOfisd'a Kai özl^o- 
fisv elg ro akki^ktov, kelnei ös t6 elöl^ nkriclov akkriktov elölv. Vgl. 
Friedländer zu Nicanor p. 25. So auch Aulin de usu epexegesis 
p. 22. Düntzer und Kayser haben 102. statt nkrjaCov nach einer 
schon alten Lesart (vgl. La Eoehe und Nauck zur Stelle) Ttkr^- 
olov gegeben mit Vergleichung von €71. 3c93. Aristophanes 
las wahrscheinlich Ttkriölo): Lud wich Arist. hom. Textkritik I p. 595. 

105. Das homerische xQtg haben Verg. Aen. III 566 f. und 
Ovid ex Ponto IV 10, 27 f. in ihren Nachahmungen beibehalten. 
Die Sache wird eingehend erläutert von H. J. Heller im Philol. 
XV p. 356 f. Dafs übrigens das in den Handschriften bei Vers 
104 stehende Scholion {yTtOTtvavet Kakklörgatog ag fia%6fievov toig 
k'Tteira] hierher zu 105 gehöre, erweist La Eoche in der ^Unter- 
richts- Zeitung für Österreich' 1864 p. 238, und erkennt Lud- 
wich Arist. hom. Textkritik I 596 an, vgl. auch Kirchhoff d. 
hom. Od. p. 235, welcher 105 als Einschiebsel verwirft. Ihm ist 
Hinrichs gefolgt. Über den von den Alten gefundenen Wider- 
spruch zwischen dieser Stelle und 438 — 41 und ein darauf be- 
zügliches Fragment des Krates von Mallos vgl. A. Ludwich in 
d. Berliner Philol. Wochenschrift 1888 No. 45 und 46. 

111 — 126 werden von Düntzer hom. Abh. p. 457 verworfen, 
124—27 von Fick d. hom. Od. p. 315. — Hl = 6 375. 394. 
464. t 522. X 270. 336. 382. k 79. 138. 163. 435. 462. 477. 
504. — Düntzer folgt hier G. W. Nitzsch, indem er aus den 
Schollen, der Hamburger Handschrift, auch Vindob. 133. Vind. 50 
in marg. Vratislav. A bei La Roche, äzv^ofisvog ^betrübt' auf- 
genommen hat, was i/; 42. 90. X 474 in anderer Verbindung 
vorkommt, mit der Bemerkung: ^Die Lesart afiSLßofiavog ist nach 
der langen Belehrung, die ihm einen Verlust von sechs Geehrten 
in sichere Aussicht stellt, weniger passend.' Aber die stehende For- 
mel dürfte gerade in derartigen Versen ihr Recht behaupten. 

113 f. Eine abweichende Erklärung giebt L. Lange der hom. 
Gebrauch der Partikel sl I p. 423 und 11 506. 

117. In den übrigen acht Stellen nämlich, wo v%obI%biv vor- 
kommt: TT 42. ^62. ^204. 211. 227. JI305. T 266. ^602, 
ist der Vokal der Präposition nicht elidiert: denn eh^Biv war ur- 
sprünglich digammiert. Auch hier hat Friedländer ^eolg imoel- 
l^eai vorgeschlagen, ebenso Cobet Mise. crit. p. 274 ^eoig vitofet^em. 



134 Eritischer und exegetischer Anhang, (i. 

Über die Bedeutung vgl. J. La Roche über den Gebrauch von 
VTto bei Homer p. 44. 

124. Über ßcoctQetv vgl. Lob eck Paral. p. 450 und Rhem. 
p. 150. — 124 — 26 wurden athetiert: Lud wich Arist. hom. Text- 
kritik I p. 696. 

127 — 41 werden von Düntzer hom. Abb. p. 140 verworfen. 
In 129 — 136 glaubt auch Niese d. Entwicklung d. hom. Poesie 
p. 172 einen späteren Zusatz zu erkennen; Pick d. hom. Od. p. 315 
scheidet 134 f. aus. 140 f., die in manchen Handschriften fehlen, 
sind nach Kirchhoff d. hom. Od. p. 235 nur irrtümlich hierher 
geraten aus X 113 f. und von Hinrichs ausgeschieden. 

129. Statt der Übdrlieferung xoca d^ oläv empfiehlt Menrad 
de contract. et syniz. p. 58 f. roca iii^kav. 

130. Über den Mythos von den Rindern des Helios vgl. 
Bender die märchenhaften Bestandteile d. hom. Gedichte p. 35. 
Der Mythos ist seit Aristoteles (vgl. Römer in Sitzungsber. 
d. Kön. Bayr. Akad. philos.-philol. Kl. 1884 p. 307) allegorisch 
gedeutet und zwar wurden die Zahlen auf die Wochen und auf 
die 350 Tage und Nächte des Mondjahrs bezogen, wobei man 
für die Kühe als Tageszeit und für die Schafe als Nachtzeit auch 
3c 85. X 36 zur Vergleichung herbeizog. Vgl. Welcker gr. Götterl. 
I p. 405. Vielleicht haben selbst (^aid^ovaa ^die Leuchtende', 
AufiTtetlri *die Strahlende', welche 375 die Prevelthat anzeigt, und 
NiatQa Mie Neue' eine allegorische Beziehung gehabt. Auch Nä- 
gelsbach Hom. Theol. ^ p. 4 wagt nicht hier ^Überbleibsel uralter 
Symbolik zu verkennen.' Und H. Köchly Akad. Vorträge und 
Reden I p. 19 bemerkt bei Gelegenheit mit Recht: Mer hesiodische 
Redaktor selbst hegt von diesem tieferen Sinne ebenso wenig eine 
Ahnung, als der homerische Dichter von der ganz unzweifel- 
haften Bedeutung von Zahl und Eigentümlichkeit der Herden 
des Sonnengottes.' Man kann noch zur Vergleichung hinzufügen, 
dafs nach altindischer Anschauung in den Veden die Strahlen der 
Sonne *Kühe' genannt werden. 

141. Statt des überlieferten vetai empfiehlt Nauck M6 langes 
Gr6c.-Rom, IV p. 99 hier und A 114 vieat. 

147. Die von Am eis und andern über diesen Vers ausge- 
sprochene Athetese ist von Kammer die Einheit p. 417 f. und 
B reu sing die Nautik der Alten p. 122 mit überzeugenden Grün- 
den zurückgewiesen. 

156. An Stelle der Überlieferung aU' iQim iiev iyav schrieb 
Bekker aXXcc fegicD ft. I., Menrad de contract. p. 146 vermutet: 
aXXcc (dv iTifeQicD. 

157. Es ist dies die einzige Stelle, wo %iv im Finalsatze bei 
Iva sich findet, während dasselbe sonst nur in Verbindung mit 
oq>Qcc und äg erscheint. Weber Entwicklungsgeschichte der Ab- 
sichtssätze, Würzburg 1884, I p. 36 fiF. sieht darin eine zuletzt 



Kritischer und exegetischer Anhang, (t. 135 

eingetretene Übertragung aus den Sätzen mit otpQa %s und &g xe, 
ein Werk der Analogie. Dagegen will Keil de particularum fina- 
lium Graec. vi principali et usu Hom., Halle 1880 p. 27 f. og)Q* 
oder ag statt Tva korrigiert wissen. Nauck und Cauer haben 
an Stelle von ^ .xc — ij %ev geschrieben rii und ^ %«/. Weiter 
kommt die in den besseren Handschriften sich findende Lesart 
q>vyoLfisv in Betracht, welche La Boche aufgenommen hat, wäh- 
rend die neueren Herausgeber den Konjunktiv g)vycofiev vorgezogen 
haben, welchen auch Naber quaestt. Hom. p. 96 verlangt. Alle 
diese Fragen sind behandelt im Anhang zu S' 245 und 2 308. 

163 f. wurden von Aristophanes und Aristarch athetiert, 
wie 53 f. 

166. totpQa di im Sinne von ^inzwischen aber' oder ^unter- 
dessen aber' zu Anfang des Satzes nach einer vollen Interpunktion 
findet sich noch y 303. 464. 6 435. t 246. 258. ? 171. ^ 438. 
L 47. K 449. fi 245. i/; 289. © 365. K 498. N 83. 525. P 79. 
2 338. 139. 

168 f. Die Abhängigkeit der Stelle von s 391 f. erweist v. 
Wilamowitz-MöUendorff Homer. Untersuch, p. 118. — 170. 
Die Erklärung von fat/a (irjQvaavzo ist gegeben nach Breusing 
die Nautik der Alten p. 58 und 91. 

174. Über rvzd'a vgl. J. La Eoche Hom. Stud. § 34, 24. 
Das %sQ6l außa^0i> ist hier wie ^686 gestellt, in den übrigen 
fttnf Stellen 6 506. & 84. 6 335. M 397. ^ 711 bildet es den 
Versschlufs. Zu xrjQoto rQ0%6v vgl. Plut. de aud. poetis 1 p. 15^, 
Luc. epist. Sat. 32. Auch das folgende in ovara tcccGiv Sksitlfa 
177 wird oft citiert oder benutzt; vgl. Dio Chrys. XII 36 p. 390, 
XXXIII p. 20, Luc. Charon 21, Plut. a. 0., Basilius Magnus 
de legendis libris gentilium 2. 

176 wird von Köchly de Od. carmm. II p. 7 verworfen, 
vgl. auch Nitzsch. 

184. Über itolvaive vgl. Döderlein im Hom. Gloss, § 999 
und zu A 430. Citiert wird der Gedanke von Xenophon Apomq. 
II 6, 11 und eine Übersetzung der ganzen Stelle haben wir bei 
Cicero de finibus V 18. 

196. Statt des überlieferten öiov verlangt Cobet Mise. crit. 
p. 349 nach dem Aristarchischen öidivrcov (i 54 auch hier ölöev. 

200. Weil nur hier die attische Form cStftv vorkommt, die 
Variante näatv bei Eustathius p. 1707, 39 aber 'schwerlich 
jemand gefallen wird': so vermutet G. Curtius Erläuter. zur 
Schulgr. p. 66, ^ 70, dafs das Hemistichion 'einst' © Cg)lv iit 
Ovar SAeti/;' gelautet habe. Vgl. Hinrichs bei Faesi zur Stelle, 
welcher ov und ovar' schrieb, ebenso Cauer. Dagegen Nauck 
und Kirchhoff ov und ovaa\ 

208. Das handschriftlich überlieferte nd will La Boche zu 



136 Kritischer nnd exegetischer Anhang, (i* 

& 538 in Ttcog verändert wissen und Gau er hat dies in den Text 
genommen. 

209. Nach den urkundlichen Zeugnissen, zu denen auch die 
Citate bei Apollonius lex. p. 64, 1 und Cicero ep. ad Att VTI 
6, 2 gehören, ist dies snei als die alte Lesart der Vulgata zu be- 
trachten statt des gewöhnlichen k'ni mit einer höchst auffälligen 
Dehnung des Schlufsvokals. So urteilt auch J. La Roche in der 
'Unterrichts-Ztg. für Österreich' 1864 p. 239: 'Am besten be- 
gründet ist enst^ welches schon früh falsch verstanden, in STcet 
und im geändert wurde. Die gleiche Aussprache der beiden Laute 
begünstigte die Änderung/ Am eis erklärte, gestützt auf Z 321: 
'dies hier (der Dampf und die Brandung und das Getöse) be- 
reitet nicht ein gröfseres Übel', allein diese Erklärung, an 
sich wenig ansprechend, findet auch in Z 321 nur geringe Stütze, 
da die angenommene Bedeutung bereiten an beiden Stellen doch 
in wesentlich verschiedenem Sinne steht. Nach dem übrigen Ge- 
brauch des Aktivs in Verbindung mit Präpositionen ist die Grund- 
bedeutung: in Bewegung sein, geschäftig sein, danach liegt es 
näher und ist ansprechender hier mit Suhle, Kayser u. a. zu 
verstehen: kommt heran, naht. Gegen sitBi^ welches eine very 
violent personification of tuxkov ergebe, und für IW spricht W. Leaf 
in the Journal of philology XIV p. 242 f., wo derselbe STtetv und 
STtsad-ai, ausführlich behandelt. — Übrigens sieht Kirchhoff die 
Komposition der Odyssee p. 133 = d. hom. Od. p. 314 in V. 209 
bis 212 den Zusatz des Bearbeiters, der eine Beziehung auf i her- 
stellen wollte: vgl. dagegen Düntzer Kirchhoff, Köchly etc. p. 59, 
Heimreich die Telemachie und der jüngere Nostos p. 21. 

213. Vgl. V 179. B 139. 1 26. 704. M 75. S 74. 370. 
294. -Z297. Bekker hat hier überall iyco J^elTta) gegeben, 
mit Beistimmung von J. La Eoche über den Hiatus und die 
Elision p. 9 f. iyci ist urkundlich besser begründet als iyav: 
Lange Observ. crit. (Oels 1843) p. 12 zu B 139, J. La Roche 
in der Zeitschr. f. d. österr. Gymn. 1863 p. 328, hom. Textkritik 
p. 232, J. Savelsberg de digammo p. 41 sq. 

218. Nauck in d. M61anges Gr6co-Rom. V, '2, 106 empfiehlt 
ßdlXs*^ inei statt ßaXlBv^ inei zu schreiben. 

220. Der Singular tfxoTr^Aoi;, wofür andere seit Wolf 0%o- 
niXoDv lesen, war Aristarchs Lesart: Lud wich Anst. hom. 
Textkritik I p. 596 und hat in den Handschriften hinreichende 
Stützen. Für den Singular spricht der hier befolgte Eat der Kirke 
108 und 223, wo nur von der Skylla die Rede ist, der Charybdis 
gar nicht gedacht wird, während der Gegensatz zu rovrov Kanvov 
allerdings das allgemeine CKonikav erwarten läfst. Den vorher- 
gehenden Vers gebraucht Lucian de conscr. bist. 4, wozu K, F. 
Hermann p. 28 zu vergleichen ist. 

226 — 234 werden von W. C. Kayser verdächtigt, Veil sie 



Kritischer und exegetischer Anhang, y,. 137 

uns ein unnützes and fast lächerliches Bravourstück des Helden 
geben, welches nur dazu geeignet war die Unbefangenheit der 
Gefährten zu beeinträchtigen'. Ebenso urteilt Düntzer in der 
Zeitschr. f. d. GW. 1864 p. 158 ff. = Homer. Abhandl. p. 457 ff. 
und verwirft 2 24 — 233. — V. 231 bezeichnet Nauck als: spurius? 

230. Über vrivg tiq^qu vgl. Am eis im Mühlhäuser Programm 
von 1861 p. 35. Anderer Natur sind die Stellen, wo die Species 
zum Genus oder der Teil zum Ganzen appositiv hinzutritt, worüber 
zu V 87. 

233. Über r^SQOBLÖi^g vgl. jetzt Breusing in d. Jahrbb. f. 
Philol. 1885 p. 91 f. Das Wort bezieht sich nach ihm auf die Durch- 
sichtigkeit des Seewassers: ^Das Wasser der See ist in dünnen 
Schichten so durchsichtig, wie es nur die Luft sein kann. Aber 
wie diese auf weite Entfernungen die Gegenstände blau ftlrbt, 
weil sie selbst blau ist, so auch das Seewasser in tiefen Schichten. 
Und wenn die Lichtstrahlen wieder aus der Tiefe hervortauchen 
und auf einen Felsen fallen, so geben sie diesem einen bläulichen 
Schein, gerade wie die Luft die fernen Berge blaut; es ist das 
die Tjegoeiöi^g Ttixqri (it 233.' 

238. Dieselbe Prägnanz Hiob 2, 12: ^sprengten Erde auf 
ihr Haupt gen Himmel' statt ^warfen Erde gen Himmel und 
sprengten sie auf ihr Haupt.' So mit C. W. Nauck. Vers 237 
bis 243 sind eine allgemeine Schilderung, die der Dichter im 
voraus zur notwendigen Verständigung der Hörer gegeben hat. 
Verworfen werden dieselben von Düntzer in d. Zeitschr. f. d. 
GW. 1864 p. 156 f. = Homer. Abhandl. p. 453 f. — Bekanntlich 
hat Schiller in dem Gedichte Mer Taucher' diese homerische 
Stelle nachgeahmt. 

241. An Stelle des überlieferten q)av66KS vermutet W. Jordan 
Homers Od. übersetzt p. 534 xavBöTie als ursprüngliche Lesart. 

243. Den Nominativ %vciveri giebt der Schol. Q: ctvxl xov 
üvctvi^Ofiivri mg ^^tpoCvtM tpaeivog'^ H 305. O 538, in welchem Scho- 
lion ohne Zweifel Aristarch spricht: vgl. Lud wich Arist. hom. 
Textkritik I p. i97. Ferner wird avaviri bestätigt durch Vind. 
133 und 5 andere Codd. bei La Eoche, Gramer Anecd. Par. 
in 271, 4; 301, 1, Epim. Hom. 315, 29 (316, 8), Et. Gud. 
440, 40. Vgl. auch Verg. Aen. VII 31 m'ulta flavus harena. 
Andere wie auch Bekker geben den Dativ xvav^j^, der gram- 
matisch kaum zu erklären ist. Über die Bedeutung von 'tlfccfifiog 
vgl. Lobeck Parall. p. 396 not. 8. Auch A. Schuster in Mützells 
Z. f. d. GW. 1861 p. 718 bemerkt über avaviri: *das ist eine 
ungleich poetischere Weise im Gebrauch der Farbenausdrücke, 
eben weil hier die Phantasie ungleich mehr anregt.' Vgl. auch* 
J. La Eoche in der Zeitschr. f. d. österr. Gymn. 1863 p. 336. 

252. Ahrens Beiträge zur griech. u. lat. Etymologie I p. 129 



138 Eritischer und exegetischer Anhang, ft. 

möchte öokov Kccra schreiben statt öokov Tuxrd und verstehen: in 
listiger Weise. 

258. Nauck schreibt statt des handschr. ifiotg — iyci unter 
Verweisung auf Epim. Hom. p. 175, 22. 

265. Bekker hat aus Eustathius (ivarid^fiov gegeben, wahr- 
scheinlich um mit ßkrixi^v Symmetrie und Analogie zu schaffen. 
Über avki^ofjbsvdtav vgl. Ähren s avXi] und villa p. 16. 

266. Statt ol^v xb ßXfi%riv vermutet Menrad de contract. 
et syniz. p. 59 ijd' oHtav ßL 

268 = 273. Den Singular ij iTtizekkev bieten an beiden 
Stellen, statt des gewöhnlichen oV iTtirekkov^ die zuverlässigsten Hss. 
Vind, 133, p. Harl., Vrat,, sicher auch die des Eustathius, da 
dieser 275 ebenso wie pr. Harl. und Vrat. k'tpacaev las. Daraus 
schliefst Seeck die Quellen d. Od. p. 197, 1, dafs 267, wie 272 
eine Interpolation des Bearbeiters sei. Vgl. Scotland im Philol. 
XXXXV p. 577, auch Kirchhoff d. hom. Od. p. 234 und Niese 
d. Entwickelung d. hom. Poesie p. 169, welcher 264 — 318 für 
einen späteren Zusatz hält. Düntzer hom, Abh. p. 140 verwirft 
dagegen 268 f. und 273 f. — Über den Sinn von itokkci bei Verben 
handelt J. La Roche Hom. Stud. § 32, 12. 

281. Über die Prägnanz von vTtvog zu ^ 366. Vgl. auch 
zu f 2. Über aörfKotag Lob eck zu Buttmanns Ausf. Sprachl. 11 
p. 99 und zu der im Kommentar gegebenen Erklärung Göbel in 
d. Zeitschr. f. d. Gymnasialwesen 1875 p. 651. Der Schlaf, dieser 
'Bruder des Todes', wird in älterer Vorstellung nicht als Begriff 
der Erquickung, sondern nach dem unmittelbaren Eindruck der 
sinnlichen Anschauung als eine Wolke, als eine überwältigende 
Macht oder niederdrückende Fessel gedacht. Daher auch vTtvo) 
ÖBÖfAfifiivot oder dufiivrss K 2. Sl 678. i/; 17. S 353. Vgl. zu 
ö 295 und v 79. ^ 

297. Der Vers ist wie X229 gebildet. Nach J. E. Ellendt 
Drei Homerische Abhandl. (Leipzig 1864) p. 22 soll hier das 
Aktiv ßLcc^sts nur aus metrischem Grunde gewählt sein. Aber das 
hätte der Dichter mit Leichtigkeit vermeiden können, wenn er nach 
i 410 ßia^scQ'^ olov iovta sagte, wie Zenodot nach Porsons 
Berichtigung wollte und Düntzer im Texte hat, obgleich ßtcc^sts 
einstimmig überliefert ist. Übrigens glaubt J. La Boche über 
den Hiatus p. 20, dafs hier ßtd^ets olov die ursprüngliche Lesart 
gewesen sei, und hat so geschrieben, wie auch Nauck. 

299. Menrad de contract. et syniz. p. 59 vermutet ttwi; w 
fji/i^k(ov statt der Überlieferung noh fiiy olmv. 

313. ^arjv ist die Lesart des Aristarch. Über die Form 
vgl. Lobeck Parall. p. 158 sqq. und p. 543. Die Form erklärt 
Th. Ameis de Aeolismo Homerico, Halle 1865 p. 41 f. aus dem 
Aolischen, wo sich ^arjv = ^asa-a-v^ ^asav ergiebt, vgl. auch Bez- 
zenberger in seinen Beiträgen VII p. 74. Anders urteilt v. Wila- 



Kritischer und exegetischer Anhang, fi. 139 

mowitz-Möllendorff Hom. Unters, p. 117 f., indem er annimmt, 
dafs ^arjv genau so entstanden sei, wie svQvoTta Zrjv: *Der falsche 
Akkusativ ist durch die Vertauschung mit dem richtigen Nomi- 
nativ aus einer andern Stelle hineingeraten: £368 steht avsfiog tcirjg/ 

314 f. wurden nach Sittl Gesch. d. griech. Litt. I p. 110 
gedankenlos aus i 68 f. hinzugesetzt, weil (it 313 sich mit t 67 
deckte, obgleich nicht Sturm, sondern ein lange anhaltender Wind 
sich erhebt. Vgl. v. Wilamowitz-Möllendorff Hom. Unters, 
p. 117 und V. 400. 

318 ist von Fick d. hom. Od. p. 315 als ganz müfsig und 
durch vvfMpicov ionischen Ursprung verratend verworfen. — 321 
schreibt Pick d. hom. Od. p. 231 (irjkcDv tmvde ßomv x statt der 
Überlieferung %cxiv^ tmv öh jJocov, ohne diese Korrektur seien 319 
— 324 als jüngerer Zusatz zu streichen, 

326. Über el (iri ohne Verbum vgl. die eingehende Erör- 
terung von L. Lange der homer. Gebrauch der Partikel el, TL 
p. 555 ff. 

330 — 352. Li diesem Abschnitt sieht Niese die Entwicke- 
lung d. hom. Poesie p. 172 eine spätere Zudichtung. 

332. Der Vers ist aus ^369 mit Unrecht hierhergekom- 
men, wiewohl Eustathius bemerkt, dafs man zuweilen auch See- 
vögel mit Angelhaken gefangen habe, was Breusing in d. Jahrbb. 
f. Philol. 1887 p. 11 bestätigt. Der Vers steht aber mit q>lkag 
oxL %BiQaq "%ovto in keiner geeigneten Verbindung und stört den 
folgenden Nachsatz. Den vorhergehenden Vers citiert Julian or. 
IV p. 192^ 

V. 335 — 337 bezeichnet Nauck als verdächtig. 

338. Vgl. zu X 31. Nitzsch in Pleckeisens Jahrb. 1860 
p. 868 f. (auch Beiträge zur Gesch. der ep. Poesie p. 119 f.) be- 
merkt über unsem Abschnitt folgendes: ^Hier folgt, den Um- 
ständen nach im engsten Anschlufs an das eben vorhergegangene, 
wie derselbe Eurylochos, der zum Anlanden genötigt hat, die Ge- 
fährten zum Schlachten heiliger Einder verführte. Ist er vorher 
durch Odysseus Vorstellungen überstimmt worden, jetzt in dessen 
längerer Abwesenheit gewinnt er die Gefährten bei der drohenden 
Hungersnot. Die Beschreibung seiner Bede und des ganzen Her- 
ganges beim Schlachtopfer wird nach der bedrängten Lage auf 
das genaueste gegeben. Aber diese vorweg gegebene Schilderung 
hat der Dichter nicht etwa in unbedachter Neigung zum dra- 
matischen Leben und zur Anschaulichkeit gemacht, nein, sie erhält 
sofort ihre Erklärung imd Rechtfertigung. Odysseus erzählt: auf- 
gewacht sei er in dem Augenblicke, da schon das Opfer gebrannt 
und der Fettgeruch sich verbreitet habe (369). Als er sich dem 
Schiff genähert (die Rinder waren von der unfern liegenden Weide 
geholt, 353 — 355): „trat ich an jeden heran und schalt, doch 
ein Mittel zur Rettung | konnten wir nicht ausfinden, da 



140 Eritischer und exegetischer Anhang, fi. 

tot schon lagen die Binder [392. 393]." Diese Worte erklären 
es genugsam, wie dem Odysseus die ganze Geschichte des be- 
gangenen Frevels bekannt geworden. Er kam zu den opfernden 
und schalt sie einen nach dem andern, und wie es heifst „ein 
Mittel konnten wir nicht finden", so versteht man: die ge- 
scholtenen haben sich verantwortet, und wie Odysseus wohl selbst 
den Eurylochos als den Urheber vermutet hat, so haben auch die 
andern ihn angeklagt; es hat also überhaupt viele Besprechung 
des Vorgangs gegeben, und wer will da abgrenzen, was von dem- 
selben und von der Opferhandlung dabei zur Erwähnung gekom- 
men ist und was nicht?' Ähnlich Schmidt über Kirchhoffs Odys- 
seestudien p. 33fiF. gegen Kirchhoff d. hom. Od. p. 302 ff. 

345. Über si' %6 mit dem Optativ vgl. L. Lange der homer. 
Gebrauch der Part, sl^ II p. 493 ff. Ohne Grund verlangt Na her 
quaestt. Hom. p. 107 afpiMdfie&a statt des überlieferten aq)LKolfied'a 
und Nauck hat so geschrieben. 

346. ^Bemerkenswert 'ist, dafs mit einziger Ausnahme des 
athenischen Erechtheums in der Ilias nur asiatische Tempel er- 
wähnt werden. Es scheint daraus hervorzugehen, dafs der Ge- 
brauch von Gotteshäusern orientalischen Ursprungs sei und 
allmählich nach Westen vordringend die landesübliche Form von 
Gotteshainen in Griechenland verdrängt habe': Bader die Bau- 
kunst in der Odyssee, Eutin 1880 p. 5. Derselbe nimmt darnach 
fttr diese Stelle an, dafs die Mannschaft des Odysseus, aus dem 
Orient heimkehrend, dem Gotte das gelobt, was sie in der Feme 
als das Herrlichste und eines Gottes besonders Würdige kennen 
gelernt hatte, und in diesem aufsergewöhnlichen Gelübde das Äqui- 
valent erkennt für den frevelhaften Eingriff in den Besitz des 
Gottes. Vgl. auch Heibig das hom. Epos p. 312 ff., ^ 419 ff. 

355. Über ßoßaicKovro vgl. Lob eck Parall. p. 19. Wegen 
der Stellung der Epitheta ehKeg KaXccl ßosg evgvfiircoTtoL vgl. zu d 1. 

356. Über ds nach der Parenthese vgl. Krüger zu Thuk. VIII 
29, 2. Es fehlt dies bei Krüger Di. 69, 17, 1. Die Sache berührt 
auch Eustathius mit: or& itsQ^rog KSttai 6 6h cvvöeöfiog,, welche 
Notiz von Aristo ni kos herstammt. — 357. xiQrjv vom Stamme 
tSQ (reCgcD^ tero) ist wie teres eigentlich ^gedreht', geht daher 
auf das rundliche, glattrunde, schwellende, jugendlich frische. Vgl. 
Anton Göbel in der Zeitschr. f. d. österr. Gymn. 1857 p. 401 ff. 

— 363. vöccu. Über diese Mafsregel der Not vgl. Hermann 
gottesd. -Alt. § 25, 18, auch Steudener antiquar. Streifzüge p. 28. 
369. Da Aristonikos für diesen Sprachgebrauch zweimal 
(zu ^222 und zu ö 442) als Beispiel d-eQ^iog avT(Arj anführt, so 
hat W. C. Kays er im Philol. XVII p. 354 mit höchster Wahr- 
scheinlichkeit vermutet, dafs Aristarch hier afiq)rikvd'6 d^Qfwg 
avtfiri gelesen habe, dafs dagegen die Lesart unserer Handschriften 
fjdvg avtfiT^ als die Vulgata anzusehen sei. Und in der That 



Kritischer und exegetischer Anhang, fi. 141 

pafst das Epitheton d'BQfiog vortreflPlich, um die Prevelthat als eine 
eben erst geschehene zu kennzeichnen, während riövg für die 
vorliegende Situation keine Beziehung auf Odysseus hat. 

370. Gewöhnlich deutet man die handschriftliche Lesart (tter' 
aQ'avaxoiai *zu den Unsterblichen'. Aber mit Recht bemerkt Bekker 
im Berliner Monatsbericht 1861 p. 846 (Hom. Blätter I p. 283) 
folgendes: ^^Bta an und mit Verben des Redens und Sprechens 
zeigt uns den Redenden mitten unter seinen Zuhörern', mit An- 
führung mehrerer Beispiele. Bekker hält es für wahrscheinlich, 
dafs hier statt ftar' ursprünglich ^iy gelesen worden sei, was 
Düntzer, W. C. Kayser, Cauer sich angeeignet haben. Auch 
ich bin Bekker jetzt gefolgt. Wäre ^xa wirklich die ursprüng- 
liche Lesart, so liefse sich die Präposition nur vermöge einer 
kühnen Anwendung des nicht seltenen proleptischen Gebrauchs 
erklären, wofür i 335. 369. % 204 und bei Verben des Sprechens 
% 67 vgl. mit 62, q 467 mit 466, Z 375 anzuführen sind. Vgl. 
auch Ty. Mommsen Entwicklung einiger Gesetze für den Gebrauch 
der griech. Präpositionen p. 31. 

383. Die Stellen, wo ein Konjunktiv, wie hier, sich an ein 
Futurum anschliefst, sind erörtert von Hentze im Philol. XXTX 
p. 131 f. Vgl. auch Delbrück der Gebrauch des Konjunktivs 
und Optativs p. 24 und 124. Cobet Mise. crit. p. 313 f. aber 
will lesen: dv0O(iat> elg ^ACösod %ai % iv V6%vs66t q>aBiv(o. 

390. Aristarch hat den ganzen Abschnitt von 374 bis 390, 
welcher die im Olympos spielende Scene enthält, mit dem Obelos 
bezeichnet: vgl. die Scholien zu JT 277 und zu «79, Carnuth 
Aristonic. p. 116f., Ludwich Arist. hom. Textkritik I p. 598. 
Mit Recht sagt Nitzsch in Fleckeisens Jahrb. 1860 p. 866 (jetzt: 
Beiträge zur Gesch. der ep. Poesie p. 116 Anm. 172): *die Ver- 
gleichung dieser Scholien mit dem zu ft 374 läfst die Gründe des 
Kritikers erkennen; der alles sehende Helios bedurfte des Boten 
nicht, und Hermes hat die Kalypso nach £ 88 noch niemals vor- 
her besucht.' Derselbe bemerkt aber Beitr. zur Gesch. der ep. 
Poesie p. 115: ^Das war eine himmlische Kunde, welche der 
Mensch Odysseus so wenig an sich besitzen konnte, als Achilleus 
-4 396 eine solche anders als durch seine göttliche Mutter hat, 
während Glaukos P 163 von des Zeus Sorge für Sarpedon (JI 666 
bis 683) nichts weifs. Es bedurfte also hier einer mittel- 
baren Mitteilung aus der Götterwelt. Diese ist an den Er- 
zähler Odysseus, nach ^ 389 f., zunächst durch Kalypso geschehen, 
welche sie von Hermes hatte. Die Wahrscheinlichkeit dieser An- 
gabe läfst sich nur insoweit vertreten, als Hermes es ist, welcher 
die auf der Erde angesiedelten Nymphen, die Göttinnen mit den 
Olympiern in Verbindung setzt' usw. Und nachher: *nur die ge- 
naueren Umstände, da Hermes der Kalypso Mitteilung gemacht, 
durften und mochten vielleicht auch die Zuhörer des Gedichts 



142 Kritischer und exegetischer Anhang, fi. 

nicht unter suchiBn, nachdem ihnen Zeus in seiner Vertretung der 
Götterrechte bei der Klage des Helios ihrem Glauben gemäfs er- 
schienen war/ Verworfen ist die Scene als spätere Zudichtung 
von Niese die Entwickelung d. hom. Poesie p. 172 (und zwar 
366 — 96). Dagegen gründet Kirch hoff Komposition der Odyssee 
p. 107 ff. = die homer. Odyssee p. 292 ff. auf diese und andere 
Stellen die Vermutung, dafs der Inhalt der Bücher x — fi uns jetzt 
in einer späteren Bearbeitung vorliege, durch welche die ursprüng- 
lich in dritter Person gehaltene Erzählung in die Form eines 
Berichtes in erster Person umgesetzt sei, vgl. dazu W. Hartel in 
der Zeitschr. f. d. österr. Gymn. 1865 p. 318 ff., Bergk Griech. 
Litt. I p. 524, Niese die Entwickelung d. hom. Poesie p. 183, 
Schmidt über Kirchhoffs Odysseestudien p. 14 f. 28 ff., Sittl 
Geschichte d. griech. Litterat. I p. 106 und andererseits v. Wi- 
lamowitz-Möllendorff homer. Untersuch, p. 126, Seeck die 
Quellen d. Odyssee p. 168. 

396. Ähnliche Märchonzüge bei Her od. IX 120, ferner die 
im Brattiegel singenden Fische und anderes in deutschen Volks- 
märchen. Zum vorhergehenden Verse vgl. Propertius IV 12, 29: 
Lampeties lOiacis verubus mugisse iuvencos, 

399. Cobet Mise. crit. p. 361 schlägt statt d^rJKS nach K 71 
und a 136 vor zu schreiben rfKS, 

407. Statt sd-Si vermutet Menrad de contract. et syniz. p. 134 
ed-sJ^\ — inl XQovoVj wie | 193. o 494. B 299; sonst ohne die 
Präposition der blofse Akkusativ, der noch durch TtoXvv oder oUyov 
oder öriQov verdeutlicht wird. Vgl. J. La Eoche Hom. Stud. 
§ 5, 1. Analog ist in' rja xaJ fiicov rjiiciQ ri 288, und inl öriQov 
I 415. Zu Krüger Di. 68, 42, 1. 

419. oiTtoalvvfiat wie noch | 309. q 322. i\r262, dagegen 
analvvfiai A 582. O 595. P 85. 

420. Die folgende Partie 420 — 448 verdächtigt Kammer 
die Einheit p. 547 ff. als die raffinierte Erfindung eines Ehapsoden. 
Dazu vgl. Rothe de vetere quem ex Od. Kirchhoffius eruit vocttg} 
p. 14, Seeck die Quellen der Odyssee p. 143. Niese die Ent- 
wickelung d. hom. Poesie p. 170 verwirft 426 — 446 als späteren 
Zusatz, vgl. dagegen v. Wilamowitz-MöUendorff homer. Un- 
tersuch, p. 129. 

422. Durch die gegebene Erklärung werden die von Kam- 
mer p. 548 erhobenen Bedenken sich erledigen. Da die Zerstö- 
rung der X%qia nicht besonders erwähnt ist, so muTs dieselbe als 
die selbstverständliche Folge des Abreifsens der Schiffswände über- 
gangen sein; das Hinschlagen des Mastes zum Kiel hat aber die 
Zerstörung der X%^ia zur Voraussetzung, da der Mast 410 auf das 
hintere Verdeck gefallen war, und erweist sich somit als unmittel- 
bare Folge der Ablösung der Schiffswände. Auf diesen engen 
Zusammenhang beider Vorgänge weist ohne Zweifel die anapho- 



Kritischer und exegetischer Anhang, ft. 143 

rische Voranstellnng der Adverbia ano und iyi. Kamm er s Zweifel 
werden jetzt vollends beseitigt durch die lichtvolle Erklärung des 
ganzen Vorgangs bei B reu sing die Nautik d. Alten p. 52 fiF., dem 
jetzt die Ausführungen im Kommentar zu 409. 410 und 423 
entnommen sind. — Im folgenden schien das Gedankenverhältnis 
eine Änderung der Interpunktion zu erfordern. Der Satz mit av- 
rccQ bereitet den folgenden mit tc5 ^a vor, darnach ist vor airtccQ 
mit Punkt, hinter terevxag mit Kolon interpungiert. 

435. In aTi^coQog ist die Verlängerung der Pänultima auf- 
fällig, weil anomal gegen die Formen fien^oQog nccQ'qoQog ßvvrjoQog 
tstQccOQoi, Man vergleicht indes acogto F 272, xarricoQSvvro und 
a7ti[l(OQ£vvto Hes. Sc. 225. 234, övGai^cov v 99. Vgl. auch Sonne 
in Kuhns Zeitschr. XIII p. 440. Übrigens bezeichnet Nauck 435. 
436 als verdächtig. 

439. Am eis wollte, da ^fiog sonst überall den Vers beginnt, 
am Schlufs von 438 nach rik&ov interpungieren und dann rifiog 
d' 01/;' inl do^ov jcri. lesen. — Die Echtheit der Verse 439 bis 
441 wurde schon von den alten Kritikern bezweifelt, weil sie mit 
Vers 105 in Widerspruch ständen. *Mit andern scheint Aristarch 
diese Verse athetiert zu haben, während Kallistratos sie für 
echt hielt, aber V. 105 für unecht:' Lud wich Arist. hom. Text- 
kritik I p. 598. Von Neueren haben der Athetese zugestimmt 
Düntzer hom. Abhandl. p. 455 f., Schnorr von Carolsfeld 
Verborum coUocatio Hom. p. 54 unter Berufung auf Hoff mann 
Quaestt. Hom. I p. 72. Vgl. auch den Anhang zu 105. 

445. 446. ^^vod'svovrai Wo" H. Q. Vgl. Ludwich Arist. 
hom. Textkritik I p. 598. Am eis bemerkte dazu: * Wahrscheinlich 
sind diese Verse Spätlinge, kompiliert aus ft 223. JI 256. t286 von 
denjenigen, welche das Wunder erklären wollten, dafs Skylla den 
Odysseus nicht ebenso wie seine Gefährten verschlungen habe. 
Aber die Verse sind hier aufftlllig, teils weil Skylla, nach fi 19SS. 
zu schliefsen, nicht bis zur Charybdis hinüberreichen konnte, teils 
weil die Erwähnung des Zeus mit (i 124: nicht zusammenstimmt, 
teils weil yccQ in solcher Beziehung, wie es hier steht, sonst noch 
eine Andeutung wie ra ^dann' bei sich hat.' Vgl. indes Hin- 
richs bei Paesi. 

447 — 53. Einen späteren Ursprung dieser Schlufs verse neh- 
men an Kayser hom. Abh. p. 8. 16. 30. 32 und Kirchhoff d. 
hom. Od. p. 236. 



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