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Full text of "Anzeiger der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, philosophisch ..."

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ANZEIGER 



DER KAISERLICHEN 



AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN 



PHILOSOPHISCH-HISTOEISCHE CLASSE. 



IV. JAHRGANG. 1867. 



Nr. I— XXX. 



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WIEN 1867. 



DKUCK VON CARL GEBOLD'8 SOHN. 



8ELB4TTERLAG DER K. AKADEMIB DER WISSENSCHAFTEN. 



INHALT. 



Admont: Abt Heinrich 11. von — : Nr. VI— VII, p. 12. 

Afrika, Central-: Die Sprache der Bari in . Nr. I, p. 1; Nr. XVI— XVII, 

p. 28. 

Akademie der Wissenschaften, königl. bajer., zu München: Zuschrift, betref- 
fend die Verwendung der Zinsen der Sayignj-Stiftang von 1865 und 1866. 
Nr. XXm— XXIV, p. 44. 

Alglave, Em.: Ansuchen um Schriftentausch. Nr XXII, p. 40. 

Aschbach, Joseph, w. M.: Boswitha und Conrad Celtes. Nr. XII— XIH, p. 21 
bis 22. 

B. 

Baden, ISiarke:raf Ludwig von: Nachlese zu den Auszügen aus der Correspon- 
denz des Fürsten Maximilian Karl von Löwenstein mit demselben. Nr. Xu 
bis Xm, p. 21. 

Behrnaaer, W. F. A.: Die periodische Presse im Morgenlande. Nr. Vm, p. 14. 

Boeckh, August, Ehrenmitglied: Anzeige von dessen Ableben. Nr. XXII, p. 39. 

Böhmen : lieber einen Plan, an Stelle Wilhelms von Holland Ottokar von Böh- 
men zum römischen König zu erwiihlen. Nr. XX — XXI, p. 35. 
— König Georg von Böhmen und die Concilfrage von 1467. Nr. XXm bis 
XXIV, p. 44-46. 

Bogiiid, B.: StdV epistolario di Stefano OracU. Nr. VI— VII, p. 12. 

Bonitz, Hermann, w. M.: Aristotelische Studien. (V.) Nr. I, p. 1 — 2. 

Bozen, k. k. Gymnasium: Ansuchen. Nr. VI— VH, p. 12. 

Breslau: Karl FV. in seinem Verhältnisse zur Breslauer Domgeistlichkeit. Nr. XI, 
p. 20. 

Brunn er, Heinrich: Wort und Form im altfranzösischen Process. Nr. XXVQ 
bis XXVm, p. 50—52. 

Bus so n, Arnold: Ueber einen Plan, an Stelle Wilhelms von Holland Ottokar 
von Böhmen zum römischen König zu erwählen. Nr. XX— XXI, p. 35. 

C. 

Central-Afrika: Siehe Afrika. 

Central-Comit^ für die Pariser Weltausstellung: Programm über die Ein- 
setzung einer internationalen wissenschafÜichen Commission neben der 
kaiserlichen Commission, nebst Ansuchen. Nr. IX — X, p. 16. 



IV 

Phina: Die chinesische Lehre von den regehnässigen Pulsen. Ergänzung zu 
der Pulslehre Tschang-krs. Nr. IX — X, p. 15. 

— Die neuesten Leistungen der englischen Missionäre auf dem Gebiete der 
chinesischen Grammatik und Lexicographie. Nr. XIV — XV, p. 23. 

— Nachrichten von den alten Bewohnern des heutigen Corea. Nr. XXVII 
bis XXVm, p. 49—50. 

— Beiträge zur Geschichte der Perlen. Nr. XXtX — XXX, p, 54. 
Commiaaioni di Rinaldo degli Älbizzi per ü Comune di Firenze dal 1399 dl 1433, 

Nr. XXn, p, 40. 
Congrhs international de statistique in Florenz: Einladung zu demselben. 

Nr. XVm— XIX, p, 33. 
Corpus scriptorum eccleaiaaticorum latinorum: Zwei Handschriften zur Recension 

der Werke Cyprians. Nr. IV — V, p, 7. 
n. Band. M. Minucius Felix Octamua und Julius Firmicus Matemus re- 

censione O. Halmii. Nr. XVI— XVH, p. 27. 
Curatorium der kais. Akademie der V^issenschaften : Erlass wegen Betheilung 

der Universität Löwen mit den Schriften der Akademie. Nr. XVI— XVII, 

p. 28. 

D. 

Peputazione sopta gli studi di storia patria per le promnde della Toscana, 

delV Unibria e delle Marche: Ansuchen um Schriftentausch. Nr. XXn, 

p. 40, 
P,eut sohl and, Kaiserthum: Francesco Petrarca's Brief an Kaiser Karl IV. 

über das österreichische Privilegium vom Jahre 1058. Nr. 11 - III, p. 4 — 5» 
-r Beiträge zur älteren deutschen Sprache und Literatur. (XXIII.) Nr, IV 

bis V, p. 8. 
w. Karl IV« in seinem Verhältnisse zur Breslauer Domgeistlichkeit. Nr. XI, 

p. 20. 
-^ Quellenmaterial zu altdeutschen Dichtungen. Nr. XYIII— XIX, p. 33. 

— Ueber einen Plan, an Stelle Wilhelms von Holland Ottokar von Böhmen 
zum römischen König zu erwählen. Nr. XX — XXI, p, 35. 

— Das deutsche Kinderspiel im Mittelalter. Nr. XXIII— XXIV, p. 43. 

— Die Kriege Kaiser Heinrich's V. mit Herzog Bolestaw von Polen. Nr. XXTTT 
bis XVTV, p. 44. 

Diemer, Joseph, w, M. : Beiträge zur älteren deutschen Sprache und Literatur. 

(XXHL) Nr- IV— V, p. 8. 
Dudik, Beda, c. M.: Die Archive im Königreiche Galizien und Lodomerien im 

Auftrage des hohen k. k. Staatsministeriums beschrieben und durchforscht. 

Nr. I, p. 1. 
«- ßubventiona-Gesuch. Nr. XIV— XV, p. 24. 

F. 

Fuchs, Gregor: Abt Heinrich n. von Admont. Nr. VI^VII, p. 12. 

G. 

(jfalizien und Lodopierien: Die Archive in diesem Königreiche, im Auftrage 
des hohen k. k. Staatsministeriums beschrieben und durchforscht. Nr. I, 
p. 1. 



Gerhard, Eduard, c. M.: Anzeige von dessen Ableben. Nr. XIV — XV, p. 24. 
G,öttweig (Benedictinerstift) : Ueber die Summa legum des Codex Gattvicenais 
aus dem 12. Jahrhundert. Nr XXVII— XXVIII, p. 49. 

— Die Rechtshandschriften der Bibliothek dieses Stiftes. Nr. XXIX — XXX, 

p. 53. 
Griechenland: Bericht über einen Besuch auf der lüsel Therasia. Nr. IV — V, 

p. 7. 

Grünhagen, C: Karl IV. in seinem Verhältnisse zur Breslauer Domgeistlich- 
keit. Nr. XI, p. 20. 

Gymnasium, k. k. in der Josephstadt, Wien: Ansuchen um die Druckschriften 
der Akademie. Nr. XXII, p. 40. 

— Dankschreiben. Nr. XXIX — XXX, p, 53. 

H. 

Hahn, Georg von : Bericht über seinen Besuch auf der Insel Therasia. Nr. IV 

bis V, p. 7. 
Hai, Amalia: Anzeige bezüglich eines von Herrn Paul Hai der k. Akademie 

der Wissenschaften vermachten Legates. Nr. Vill, p. 14. 

— Vidimirte Abschrift der das obige Legat betreffenden Stelle aus dem Testa- 
mente des Herrn Paul Hai. Nr. XII— XIH, p. 21. 

Halm, Karl: Corpus scriptorum ecclesiasticorum. VoL II: M, Minucii Felicis 
Octavius et Jvlii Firmiei Matemi lib, de error e profanarum religionum. 
Nr. XVI— XVn, p. 27. 

Hartel, Wilhelm: Ansuchen um zwei Handschriften zur Recension der Werke 
Cyprian's. Nr. IV— V, p. 7. 

— Subventions-Ansuchen. Nr. XVHI — XIX, p. 33. 
Hasslwanter, Johann von: Zuschrift: Nr. XX — XXI, p. 36. 
Heiligenkreuz (Oesterreich unter der Enns): Die Rechtshandschriften der 

Bibliothek dieses Cistercienser- Stiftes. Nr. XXIX — XXX, p. 53. 
Heinz el, Richard: Ueber die französische Tristandichtung bei Beroz. Nr. IX 

bis X, p. 16—17. 
Herberstein: Das Familienbuch Sigmund*s von — . Nr. IV — V, p. 7. 
Hof 1er, Constantin, w. M. : Dankschreiben. Nr. XXn, p. 39. 
Hub er, Alfons, c, M. : Dankschreiben. Nr. XX — XXI, p. 35. 

I-J. 

Italien: Commissioni di Binaldo degli Albizzi per il Comune di Firenze dal 

1399 al 1433. Nr. XXH, p, 40. 
Jäger, Albert, w. M. : Francesco Petrarca's Brief an Kaiser Karl IV. über das 

österreichische Privilegium vom Jahre 1058. Nr. H— HE, p. 4 — 5. 
Japan: Zu der Sage von Fo-wo-de-mi-no mikoto. Nr. H — HI, p. 3. 

— Der Almanach der kleinbambusfarbigen Schalen. Ein Beitrag zur Keunt- 
niss der Mundart von Jedo. Nr. XXH, p. 40—41. 

Jülg, Bernhard: Mongolische Märchensammlung. (Ansuchen.) Nr. XVDI— XIX, 
p. 33. 



VI 



K. 

Kaufmann, Alexander: Nachlese zu den Auszügen aus der Correspondenz des 

Fürsten Maximilian Karl von Löwenstein mit dem Markgrafen Ludwig 

von Baden und dem Prinzen Eugen von Savoyen. Nr. Xu— XHI, p. 21. 
Keiblinger, Ignaz Franz, c. M. : Geschichte des Benedictinerstiftes Melk. 

n. Band, 7. Heft. Nr. XXH, p. 40. 
Kerckhove-Varent, Joseph Romain Louis Comte de, c. M.: Anzeige von 

dessen Ableben. Nr. XXVII-XXVni, p. 49. 
Kletke, Dr.: Ansuchen. Nr. IX— X, p. 17. 
Klopp, Onno: Leibniz* Plan der Gründung einer Societät der Wissenschaften 

in Wien. Nr. XXV—XXVI, p. 48. 
Klosterneuburg (Oesterreich unter der Enns): Die Rechtshandschriften der 

Bibliothek dieses Chorherrenstiftes. Nr. XXIX— XXX, p. 53. 
Krüger, Karl: Zuweisung der Zinsen der Savigny-Stiffcung von 1865 und 1866 

an denselben. Nr. XXm— XXIV, p. 44. 
KviSala, Johann, c. M.: Dankschreiben. Nr. XXm — XXTV, p. 43. 



Liebenau, Hermann von: Biographie der Königin Agnes von Ungani. Nr. XXII, 

p. 39. 
Liske, Xaver: Polnische Diplomatie im Jahre 1526, ein Beitrag zur Geschichte 

des ungarischen Thronstreites nach der Schlacht bei Mohdcs. Nr. 11 — IQ, 

p. 3. 
Lobscheid, W: Grammatik und Wörterbuch der chinesischen Sprache. Nr. XIV 

bis XV, p. 23. 
Lodomerien: Siehe Galizien. 
Löwenstein: Siehe Kaufmann. 

M. 

Maassen, Friedrich: Bibliotheea Latina juris cctnonid manuscripta, I. TheiL 

Nr. XVI— XVn, p. 28. 
Maximilian L, Elaiser von Mexico, Ehrenmitglied: Anzeige von Allerhöchst- 

desselben Ableben. Nr. XVHI— XIX, p. 31. 
Meixner, Fr.: Ansuchen. Nr. XXV—XXVI, p. 47. 
Melk (Oesterreich unter der Enns): Geschichte dieses Benedictiner - Stiftes. 

Nr. XXn, p. 40. 
— ■ Die Rechtshandschriften der Bibliothek dieses Stiftes. Nr. XXIX — XXX, 

p. 53. 
Miklosich, Franz Ritter von, w. M. und Secretär der philos.-histor. Classe: 

lieber die slavischen Monatsnamen. Nr. VI— Vn, p. 11. 

— Der präpositionslose Gebrauch des Locals in den slavischen Sprachen. 
Nr. XXIX— XXX, p. 53. 

Ministerium, k. k., des Aeussem: üebersendung eines Exemplars des y^M^moire 
9ur les travaux d'am^liüration ex4cut68 aux embouchures du Danvbe par 
la commission europ^enne etc."' Nr. XXQ, p. 39. 

— Zuschrift, betreffend die von Dr. Hermann v. Liebenau verfasste Bio- 
graphie der Königin Agnes von Ungarn. Nr. XXH, p. 39. 



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VII 

Ministerium, k. k., für Cnltus und Unterricht: Zuschrift betreffs der Theil- 
nahme der Akademie an dem archäologischen Congress zu Antwerpen. 
Nr. XX -XXI, p. 36. 

— des Innern: Zuschrift, betreffend die „Collection dea docwnenta inSdits sur 
Vhiatoire de Frcmce'^. Nr. XXn, p. 39. 

Mitterrutzner, J. C: Die Sprache der Bari in Central- Afrika. Nr. I, p. 1; 
Nr. XVI— XVn, p. 28. 

M (ige In (Mogelin), Heinrich von — : Die Dichtungen desselben besprochen und 
verzeichnet. Nr. IV — V, p. 8 — 9. 

Müller, Friedrich: Reise der österr. Fregatte Novara um die Erde. Linguisti- 
scher Theil. Nr. VI— VH, p. 11. 

— Die Conjugation des avghänischen Verbums sprachvergleichend darge- 
stellt. Nr. XI, p. 20. 

— Der grammatische Bau der Algonkinsprachen. Nr. XVI — XVn, p. 27. 

— Beiträge zur Kenntniss der PÄli-Sprache. (I.) Nr. XXn, p. 41. 

— Beiträge zur Kenntniss der P&li-Sprache. (11.) Nr. XXV— XXVI, p. 47. 
Müller, Joseph, c. M.: Dessen Uebertritt in die Reihe der auswärtigen corre* 

spondirenden Mitglieder. Nr. VI — Vll, p. 11. 
Museum Francisco - Oarolinum in Linz: Zuschrift und Mittheilung von Weis- 

thümem. Nr. XII— Xm, p. 21. 
Mnssafia, Adolf, c. M. : Del cödice Eatense di rime provenzali. Nr. VllI, p. 13 

bis 14. 

— Ueber eine spanische Handschrift der k. k. Hofbibliothek. Nr. XIV — XV, 
p. 24—25. 

— Beitrag zur Literatur der sieben weisen Meister. Nr. XXIH— XXTV, p. 43 
bis 44. ImK 

— „De regimine rectoris^ von Fra Paolino Veneto, (Ansuchen.) Nr. XXV 
bis XXVI, p. 47. 

O. 

Oberhollabrunn, Landes - Realgymnasium zu — : Ansuchen um die akade- 
mischen Schriften. Nr. XXV— XXVI, p. 47. 

Oesterreich (Monarchie): Francesco Petrarca's Brief an Kaiser KarllV. über 
das Österreichische Privilegium vom Jahre 1058. Nr. H — HI, p. 4—5. 

— Biographisches Lezicon des Kaiserthums Oesterreich. 17. Bd. Nr. XXQ, 
p. 40. 

— (unter der Enns): Zwei Pantheidinge von Purkersdorf in — . Nr. XVI 
bis XVn, p. 28. 

— Geschichte des Benedictinerstiftes Melk in — — . Nr. XXH, p. 40. 

— Landes-Realgymnasium zu Oberhollabrunn: Ansuchen. Nr. XXV — XXVI, 

p. 47. 

— Leibniz' Plan der Gründung einer Societät der Wissenschaften in Wien. 

Nr. XXV— XXVI, p. 48. 

— Ueber die Summa legum des Codex Gottvicensis aus dem 12. Jahrhundert. 

Nr. xxvn-xxvm, p. 49. ^ 

~ Die Rechtshandschriften der Stiftsbibliotheken von Gtöttweig Ord. S. Bened., 
Heiligenkreuz Ord. Cisterc, Klosterneuburg Can. Regul. Lateran., Melk 
Ord. S. Bened., Schotten in Wien Ord. S. Bened. Nr. XXIX—XXX, p. 53. 



VIII 



Paiont, Julius: König Georg von Böhmen und die Concilfragc von 1467. 

Nr. XXm-XXIV, p. 44—46. 
Peter, Anton: Yolksthümliches aus Oesterreichisch - Schlesien. Nr. I, p. 1 ; 

Nr. XXn, p. 40. 
Pfeiffer, Franz, w. M.: Quellenmaterial zu altdeutschen Dichtungen. Nr. XVIII 

bis XIX, p. 33. 
Pfizmaier, August, w. M.: Zu der Sage von Fo-wo-de-mi-no mikoto. Nr. n 

bis nif p. 3. 

— Die chinesische Lehre von den regelmässigen Pulsen. Ergänzung zu der 
Pulslehre Tschang-ki's. Nr. IX— X, p. 15. 

— Die neuesten Leistungen der englischen Missionäre auf dem Gebiete der 
Grammatik und Lexicographie. Nr. XIV — XV, p. 23. 

— Der Almanach der kleinbambusfarbigen Schalen. Ein Beitrag zur Kennt- 
niss der Mundart von Jedo. Nr. XXn, p. 40 — 41. 

— Nachrichten von den alten Bewohnern des heutigen Corea. Nr. XXVn 
bis XXVm, p. 49-50. 

— Beiträge zur Geschichte der Perlen. Nr. XXIX — XXX, p. 54. 
Philomathie in Neisse: Ansuchen um die akademischen Schriften. Nr. XXV 

bis XXVI, p. 47. 

Piper, F.: Ueber die Einführung der monumentalen, namentlich christlich- mo- 
numentalen Studien in dem Gymnasialunterricht. Nr. IV — V, p. 7. 

Polen: Polnische Diplomatie im Jahre 1526, ein Beitrag zur Geschichte des 
ungarischen Thronstreites nach der Schlacht bei Moh4cs. Nr. n — IQ, p 3. 

— Die Kriege Kaiser H eidWfc 's V. mit Herzog Boleslaw von Polen. Nr. XXIII 
bis XXIV, p. 44. Wf 

Preidel, Fr.: Ansuchen. Nr. XX— XXI, p. 35. 

Purkersdorf: Zwei Pantheidinge von — . Nr. XVI— XVH, p. 28. 

R. 

Bei ff er scheid, August: Die römischen Bibliotheken: Die vaticanische Biblio- 
thek; Bibliotheca Beginensia (Alexandrina), Nr. XXTT, p. 41. 

Reise der österreichischen Fregatte Novara um die Erde. Linguistischer Theil. 
Von Dr. Friedrich Müller. Nr. VI— VII, p. 11. 

Revue des coura littirairea et scientifiquea: Ansuchen des Directors dieser Wo- 
chenschrift um Schriftentausch. Nr. XXTI, p. 40. 

Roswitha und Conrad Geltes. Nr. XH— XIH, p. 21—22. 

8. 

Savigny-Stiftung: Verwendung der Zinsen derselben von 1865 und 1866. 

Nr. XXra— XXIV. p. 44. 
Savoyen, Prinz Eugen von: Nachlese zu den Auszügen aus der Correspondenz 

des Fürsten Maximilian Karl von Löwenstein mit demselben. Nr. XH 

bis Xin, p. 21. 
Schenkl, Karl, c. M.: Ansuchen. Nr. XVI— XVH, p. 27. 
Schlesien, Oesterreichisch-: Volksthümliches aus • Nr. I, p. 1; Nr. XXQ, 

p. 40. 



IX 

Schotten: Siehe Wien. 

Schröer, E. J.: Die Dichtungen Heinrichs von Miigeln (Mogelin), nach den 
Handschriften besprochen und yerzeichnet. Nr- IV — V, p. 8—9. 

— Presburger Namen von 1379, als Beitrag zur Geschichte der Deutschen 
in Ungarn und zur deutschen Namenkunde. Nr. XX — XXI, p. 36—37. 

Schulte, J. Fr.: Die Dekretalen zwischen den „Deeretales Oregorii IX.*^ und 
„Liber VI. Bonifacii VIIL" Nr. XI, p. ]9. 

— lieber drei in Prager Handschriften enthaltene Canonensammlungen. 
Nr. XXV— XXVI, p. 47. 

— Ueber die Summa legum des Codex (rottvieenais aus dem 12. Jahrhundert. 
Nr. XXVn— XXVm, p. 49. 

— Die Rechtshandschriften der Stiftsbibliotheken von Göttweig Ord. S. Bened., 
Heiligenkreuz Ord. Cisterc, Klostemeuburg Can. Reg. Lateran., Melk 
Ord. S. Bened., Schotten in Wien Ord. S. Bened. Nr. XXIX— XXX, p. 53. 

Seminar, historisches, an der k. k. Grazer UniyersitSt: Ansuchen. Nr. XXV 
bis XXVI, p. 48. 

Sickel, Theodor, c. M.: Acta regum et imperaiorum Karolinorum digesta et 
enarrata. I. Theil: Urkundenlehre. H. Theil: Urkundenregesten. I. 'Ab- 
theilung. Nr. XVI— XVn, p. 27. 

Siegel, Heinrich, w. M.: Ueber einen neuen Versuch, den Charakter und die 
Entstehungszeit des ältesten österreichischen Landrechtes festzustellen. 
Nr. I, p. 1. 

— Ueber den Ordo iudicarius des Eilbert von Bremen mit Berücksichtigung 
der eeelesiaatica rhetorica. Nr. VI — VII, p. 1^ 

Sod^ litt^rairey adentifique et artiatique d'Apte (^^^^se) : Ansuchen um Schrif- 
tentausch. Nr. XX — XXI, p. 35. ^^^P 

Spanien: Ueber eine spanische Handschrift der k7 k. Hofbibliothek. Nr. XIV 
bis XV, p. 24—25. 

Steiermark: Abt Heinrich H. von Admont. Nr. VI — VH, p. 12. 

— Ueber Gerfithschaften aus der Steinzeit in der Umgeb|^r von Luttenberg 
in Steiermark. Nr. Vlll, p. 13. ^^ 



Tirol: Findlinge aus — . Nr. XI, p. 19. 

— Ansuchen des k. k. Gymnasiums zu Bozen um die akademischen Schriften. 
Nr. VI— Vn, p. 12. 

Todesanzeigen: Nr. XIV— XV, p. 24; Nr. XVDI— XIX, p. 31; Nr. XXII, 

p. 39; Nr. XXVII— XXVEH, p. 49. 
Tomaschek, Johann, c. M.: Dankschreiben. Nr. XX— XXI, p. 36* 

ü. 

Ungarn: Polnische Diplomatie im Jahre 1526, ein Beitrag zur Geschichte des 
ungarischen Thronstreites nach der Schlacht bei Moh&cs. Nr. H — IQ, p. 3. 

— Presburger Namen von 1379, als Beitrag zur Geschichte der Deutschen 
in Ungarn und zur deutschen Namenkunde. Nr. XX— XXI, p. 36 — 37. 

— Biographie der Königin Agnes von Ungarn. Nr. XXII, p. 39. 
Ucger, Franz, w. M.: Ueber Gterfithschaften aus der Steinzeit. Nr. VHI, p. 13. 



V. 

Vahlen, Johann, w. M.: Beiträge zu Aristoteles Poetik, (HI.) Nr. XVI— XVII, 
p. 28-29. 

— Beiträge zu Aristoteles Poetik. (IV.) Nr. XX— XXI, p. 35. 

— Die römischen Bibliotheken: Die vaticanische Bibliothek; Bihliotheca Re" 
ginenais {Älexandrina), Von A. Reifferscheid. Nr. XXn, p. 41. 

Verein für Landeskunde von Nieder-Oesterreich: Zwei Pantheidinge von Pur- 
kersdorf. Nr. XVI— XVn, p. 28. 

W. 

Wadowice, k. k. Gymnasium: Ansuchen derDirectxon desselben. Nr. VI -VII, 

p. 11. 
Weisthümer: Nr. XII— XTTT, p. 21; Nr. XVI— XVH, p. 28. 
Weltpriesterbildungs-Institut: Siehe Wien. 
Wickenburg, M. Graf von: Mittheilung des Programms über die Einsetzung 

einer internationalen wissenschaftlichen Commission neben der kaiserlichen 

Commission bei der Pariser Weltausstellung, nebst Ansuchen. Nr. IX — X, 

p. 16. 
Wien: Weltpriesterbildungs-Institut, k. k. höheres, in Wien: Ansuchen um die 

akademischen Schriften. Nr. VI — Yll, p. 11—12. 

— Ansuchen des k. k. Josefstädter Gymnasiums in — , um die akademischen 
Schriften. Nr. XXII, p. 40. 

— Ansuchen der öffentUchen Haupt-, Unterreal- und Oberrealschule in der 
Josefstadt um die a^dMnischen Schriften. Nr. XXV — XXVI, p. 47. 

— Leibniz* Plan der ^^^kng einer Societät der Wissenschaften in — . 
Nr. XXV- XXVI, T^m 

— Dankschreiben des Lehrkörpers des k. k. Gymnasiums in der Josefstadt. 
Nr. XXIX— XXX, p. 53. 

— Die Rechtshandschriften der Stiftsbibliothek zu den Schotten Ord. S. 
Bened. i]J^ Nr. XXIX— XXX p. 53. 

Wüllerstorf-^rbair, Bernhard Freiherr von, Ehrenmitglied: Dankschreiben. 

Nr. XXVn— XX^gpI, p. 49. 
Wurzbach, Constant von Tannenberg: Biographisches Lezicon des Eaiser- 

thums Oesterreich. (Nebst Ansuchen.) Nr. IV — V, p. 7; Nr. XXII, p. 40. 

Z. 

Zahn, Joseph: Das Familienbuch Sigmunds von Herirarstein. Nr. FV — V, p. 7. 

— Ueber die ehemals Freisingischen Besitzimgen in Oesterreich. (Ansuchen.) 
Nr. XXm— XXIV, p. 46. 

Zeissberg, Heinrich: Die Elriege Kaiser Heinrichs V. mit Herzog Boleslaw 

von Polen. Nr. XXHI— XXIV, p. 44. ' 

Zier 1er, Friedrich: Die ewige Psyche und Physis des Menschen. Nr. XI, p^ 20. 'J 

Zingerle, Ignaz V., c. M.: Findlinge. Nr. XI, p. 19. i 



— Urborpuoch des clösters ze Suonenpurofa. Nr. XVm — ^XIX, p. 33. 

— Dankschreiben. Nr. XX — XTTT, p. 35. 

— Das deutsche Kinderspiel im Mittelalter. Nr. XXHI— XXTV, p. 43. 



i 



Kaiserliche Aliademie der Wissenschaften in Wien. 



Jahig. 1867. Nr. I. 



^*i*MMBAä«^B»^^„a*iBarfb 



Sitiang der philosophisch-historisehea Olasse vom 2. Jhuier. 



Der Präsident legt namens der histor. Commission eine Ab^ 
Handlung des c. M. Herrn Dr. Beda Dudik vor: „Die Archive 
im Königreiche Galizien und Lodomerien im Auftrage des hohen 
k. k. Staatsministeriums beschrieben und durchforscht.'' Die Ab- 
handlung wird in den Schriften der histor. Commission abgedruckt 



Der Secretar legt vor: 

1. Von Herrn Prof. Dr. J. Mitterrutzner in Brixen ein 
Ansuchen um die Bewilligung einer Subvention von 400 fl. zur 
Heraasgabe seines Werkes: „Die Sprache der Bari in Central- 
Afrika.'' 

2. Von Herrn Prof. Anton Peter in Troppau ein Ansuchen 
um die Bewilligung einer Subvention von 300 fl. zur Herausgabe 
des n. Bandes seines Werkes: „Volksthümliches aus Oester- 
reichisch-Schlesien." 



Das w. M. Herr Prof. Dr. Heinrich Siegel legt eine für 
die Sitzungsberichte bestimmte Abhandlung vor: „Ueber einen 
neuen Versuch, den Charakter und die Entstehungszeit des älte- 
sten österreichischen Landrechtes festzustellen.'' 



Das w. M. Herr Prof. Dr. Hermann Bonitz legt eine 
für die Sitzungsberichte bestimmte Abhandlung vor: „Aristote- 
lische Studien" V. 

J. Bemays macht in der verdienstvollen und gedanken- 
reichen Abhandlung über die Aristotelische Definition der Tra- 
gödie zur Erklärung der vielgedeuteten Worte di' iXdov xal (poßov 
negaCvov^a tr^v täv toifOVtmv za d'iniät mv %a9'aQ6iv eine 



UntfrM^lditng ^mkAaa ^9og nrd nd^p/K gek^nd, ^w^he, 
fallfi sie «idh bewahrt, für das genauere VerstSndniss nicht we- 
niger Stellen des Aristoteles von grosser Wichtigkeit ist. In der 
timfaragreiehen Literatur der Streitschriften über die Katharsis- 
<rag% weiichdy durch Beraays' Abhandlung hervcHrgerufen, als ein 
äusserliches Zeichen für ihre weittragende Bedeutung darf an- 
gesehen werden, ist die Frage über -diese Unterscheidung von 
nä^og und xä^'ifipLa bei Aristoteles zwar nicht unbeachtet ge- 
blieben, aber sie ist eben nur berührt, nicht zu einem über- 
zeugenden Abschlüsse gebracht worden. Eine gegründete Über- 
zeugung wird sich nur dadurch erreichen lassen, dass das ungleich 
häufigere dieser beiden Worte, xad'ogj in der ganzen viel ver- 
zweigten Mannigfaltigkeit seines Gebrauches bei Aristoteles dar- 
gelegt und dabei in Erwägung gezogen wird, in wie weit sich 
auf allen Stadien dieser Entwicklung daneben ndd^fuc ohne be- 
grifflichen Unterschied angewendet findet. Dieser Weg ist in der 
vorliegenden Abhandlung eingeschlagen. Die Erklärung der Stelle 
aus der Aristotelischen Poetik, welche den Anlass zu dieser Unter- 
suchung gegeben hat, bildet keinen ausdrücklichen Gegenstand 
dieser Abhandlung:; es schien ausreichend nacbzu-weisen, dass 
die Annahme oder Verwerfung der von Bemays aufgestellten 
Unterscheidung für «die von ihm gegebene Auslegung der frag- 
lichen Worte keineswegs die priacipielle Bedeutung hat, welche 
er selbst ihr beOegt 



^K««/S#«^«^^S^\^AM«W^«. 



StlbttTerUg d«r kalt. Akad. der WlM«n«diafl»n la Wim» 
Bachdn«k»Ml voo Carl 9«r«M*l Soluu 



Kaiserliehe Akademie der WIssenseiiaftcn in Wien. 



Jahrg. 1867. Nr.II— IIL 



Sitnag ier pUiwpliisck-lusUrisclKi Chuue lom 9. Jinaer. 



Der Präsident legt namens der histor. Cominission eine Ab- 
handlang des Herrn. Xaver Liske za Swi§.tkowo bei Janowiec 
im Grossberzogtbnm Po§en vor, betitelt: „Polnische Diplomatie 
im Jahre 1626, ein Beitrag zur Geschichte des angarischen Thron- 
streites nach der Schlacht bei Mohilcs^y mit der Bitte des Ver- 
fassers um Aufnahme in die Schriften der historischen Commission. 



Das w. M. Herr Dr. Pfizmaier legt vor: „Zu der Sage 
von Fo-wo-de-mi-no mikoto^. 

In der vorgelegten Abhandlung, welche den Schluss der von 
dem Verfasser in mehreren Reihenfolgen bearbeiteten Auslegungen 
Taira-no owo-fira's bildet, werden die auf die Nachrichten von 
Fo-wo-de-mi-no mikoto, dem vorletzten der noch dem Sagen- 
zeitalter angehörenden Beherrscher Japans, sowie auf dessen Sohn 
und Nachfolger bezüglichen Erklärungen auf ahnliche Weise, wie 
dies in den früheren Abtheilungen geschehen, mitgetheilt. 

Fo-wo-de-mi-no mikoto war der Sohn Fiko-fo-no ni-ni-gi-no 
mikoto*s, und die vorzüglichsten Gegenstände der hier bespro- 
chenen Sage sind dessen Aufenthalt in dem Palaste des Meer- 
gottes und die endliche Unterwerfung des älteren Bruders Fo- 
suseri-no mikoto. Ausserdem finden sich in diesen Erläuterungen 
Beiträge zur japanischen Philologie, denen durch den Umstand, 
dass sie aus einheimischer Quelle stammen, ein besonderer Werth 
verliehen wird. 

Der Sohn Fo-wo-de-mi-no mikoto's war U-gaja-fuki-ajezu-no 
mikoto. Mit des Letzteren Sohne Iware-biko-no mikoto, dessen 
Ijeben in der diesen Erklärungen zu Grunde liegenden Sage nicht 
mehr vorkommt, beginnen bereits die geschichtlichen Zeiten Japans. 



Sifanng der pUlosopliiseh-liiskriselieii (Hasse Tom 16. Jinner. 

Das w. M. Herr Professor Dr. A. Jäger überreicht eine 
Abhandlung: „Francesco Petrarca's Brief an Kaiser Karl IV. 
über das österreichische Privilegium vom Jahre 1058", zum Ab- 
druck im Archiv für österreichische Geschichte. 

Unter den Briefen des Francesco Petrarca befindet sich 
einer, der zu der vielbesprochenen Frage über die Echtheit der 
österreichischen Freiheitsbriefe in naher Beziehung steht. Es ist 
dies der 5. in dem XV. Buche der epistolae rerum aenilium^ ge- 
schrieben von Petrarca an Kaiser Karl IV. aus Mailand am 
21. März {Mediolani XIL Calend. Aprilia), aber ohne Angabe 
des Jahres, in der Baseler Ausgabe der Werke Petrarca's 
vom Jahre 1581 p. 955. Er enthält ein von Karl verlangtes Gut- 
achten über jene zwei angeblich von Julius Cäsar und Kaiser 
Nero dem Lande Oesterreich ertheilten Freiheitsbriefe, welche 
dem Privilegium Kaiser Heinrichs IV. vom 4. October 1058 ein- 
geschaltet sind. 

Der Brief ist nicht ohne wissenschaftliches Interesse; denn 
hat ihn Petrarca, wie von einigen Gelehrten angenommen wird, 
im Jahre 1355 bei Gelegenheit des Römerzugs Karls IV. ge- 
schrieben, so stellt sich jene Behauptung, dass die Fälschung 
der österreichischen Freiheitsbriefe in der Kanzlei des Herzogs 
Rudolfs IV. und zwar im Jahre 1358 oder 1359 stattgefunden 
habe, als eine irrige dar, und es wäre der Beweis hergestellt, 
dass wenigstens das unechte Privilegium vom 4. October 1058 
schon drei Jahre vor dem Regierungsantritte Radolfs vorhan- 
den war. 

In die Zeit des Römerzugs Karls IV., d. i. in das Jahr 1355, 
wird Petrarca's Brief versetzt von De Sade in den Mimoirea 
pour la vie de Fr, Petrarque. Tom. HL 401, nach ihm von Mart. 
Pelzel im I.Bande, S. 443, seiner Geschichte Kaiser Karls IV., 
und in jüngster Zeit von dep neuesten Bearbeiter nnd Heraus- 
geber der Briefe Petrarca's, Joseph Fracassetti in Florenz, 
und von dem Geschichtschreiber Cesare Cantü. Der Letztgenannte 
veröffentlichte die Gründe seiner und Fracassetti 's Ansicht in 
dem Archivio atorico Italiano Tom. XII^ parte 1^ Firenze 1860^ 
in einer Abhandlung, welche er über die vielen im Mittelalter 
vorkommenden Fälschungen von Urkunden, Chroniken und Stamm- 
bäumen und deren Ursachen schrieb. 



Die von dem Prof. Albert Jäger vorgelegte Abhandlung 
geht nun in die Untersuchung ein, in welche Zeit und genau in 
welches Jahr der in Frage stehende Brief Petrarca's versetzt 
werden müsse, eine Untersuchung, die zu ganz selbstständigen 
Resultaten gelangt. 



SelhstTerlag der kals. Akad. der Wissenschaften in Wien. 
Buohdruckerei von Carl Geroid'a Sohn. 



Kaiserliche Aitademie der Wissenschaften in Wien. 



Jahrg. 1867. Nr. IV— V. 



^- ^ 



Siteong der philosophiseli-lustoriselien Classe lom 30. Jinner. 



Der Secretär legt vor: 

1. ein Ansuchen des Herrn Regierungsrathes Dr. C. von 
Wurzbach um Anweisung der ihm für den Druck des sech- 
zehnten Bandes seines „ Biographischen Lexicons des Kaiserthums 
Oesterreich'' bewilligten Subvention von 315 fl. und um Bewilli- 
gung derselben Summe für den Druck des siebzehnten Bandes; 

2. eine Zuschrift des Herrn Prof. Dr. F. Piper in Berlin, 
mit welcher derselbe eine Abhandlung über die EinfQhrung der 
monumentalen, namentlich christlich -monumentalen Studien in 
den Gymnasialunterricht mittheilt; 

3. ein Schreiben des k. k. Generalconsuls für das östliche 
Griechenland v. Hahn, mit welchem derselbe einen Bericht über 
seinen Besuch auf der Insel Therasia nebst Photographien und 
Handzeichnungen, die auf der genannten Insel vorgenommenen 
Ausgrabungen betreffend, mittheilt; 

4. ein Schreiben des Herrn Dr. W. Hartel, womit der- 
selbe die kaiserliche Akademie ersucht, ihm behufs der von ihm 
für das Corpus scriptorum ecclesiaaticorum latinorum übernommenen 
Recension der Werke Cyprian's zwei Handschriften zu verschaffen, 
und zwar a) Cod. laU 712 aus der kaiserlichen Bibliothek zu Paris ; 
6) Cod. 131 aus der Stadtbibliothek zu Orleans. 



Sitzang der pliilosophiscIi-liistoriscIieD Clause vom 6. Februar. 

Der Präsident legt namens der historischen Commission vor 
eine Arbeit des Herrn Archivars Jos. Zahn in Graz: „Das Fa- 
milienbuch Sigmunds von Herberstein", mit der Bitte des Verf. 
um Aufnahme in die Schriften der histor. Commission. 



8 

Das w. M. Herr Regieningsrath Dr. Jos. Diemer legt 
für die Sitzungsberichte vor die Fortsetzung seiner „Beiträge zur 
älteren deutschen Sprache und Ijiteratur" Nr. XXIII, enthaltend 
die Einleitung zu Ezzo's Lied von dem rechten anegenge. 



Der Secretär legt vor eine Abhandlung des Herrn Prof. 
K. J. Sehr 6 er: »Die Dichtungen Heinrichs von Mügeln (Mo- 
gelin), nach den Handschriften besprochen und verzeichnet'', mit 
der Bitte des Verfs. um Aufnahme in die Sitzungsberichte. 

Heinrich von Mogelin, in neuhochdeutscher Schreib- 
weise von Mügeln, einem Städtchen im Meissnischen (nicht 
also Mögeling, Mügling, Müglin u. dgl.), ist einer der Schrift- 
steller des 14. Jahrhunderts, die jedesfalls eine grossere Beach- 
tung verdienen, als sie bisher gefunden haben*). Unter seinen 
Prosaschriften: der ungrischen Chronik (sie reicht bis 1333), der 
üebersetzung des Valerius Maximus (vom Jahre 1369), der 
üebersetzung der Psalmen (von 1371), hebt der Verf. besonders 
die ungrische Chronik hervor, mit deren Herausgabe er be- 
schäftigt ist. Um aber über die Sprache Heinrich's ins Reine 
zu kommen, sah er sich veranlasst, zumal als von der ungrischen 
Chronik nur spätere Handschriften vorhanden sind, seine in ver- 
schiedenen Handschriften zerstreuten Dichtungen zu sammeln. 
Er gibt mit dem Vorliegenden einen U eberblick dieser Dichtun- 
gen mit einem ausführlichen Bericht über die Heidelberger, Got- 
tinger, Weimarer etc. Handschriften, wobei auch gelegentlich 
einige in denselben enthaltene noch ungedruckte Gedichte ange- 
führt werden, die nicht von Heinrich sind. Die Gedichte er- 
scheinen, nach alten Ueberschriften der Göttinger Handschrift 
geordnet, unter folgenden Rubriken zusammengestellt: 1. von der 
herschaft des himels; 2. von der h^schaft der erden; 3. von 
troimen und edeln gesteinen; 4. Fabeln; 5. di bibele und di 
proph^ten; 6. zu lobe unser frouwen; 7. von allen frien kunsten; 
8. von schönde der natüre; 9. sache des grözen Sterbens (die Pest 
1348); 10. von polten di vorläzen sind; IL waz der com^ta be- 



*) Bekanntlich war derselbe von den MeisterBäng^em bis in*8 17. Jahr- 
hundert (und wohl länger noch) hochgeehrt tmd wurde von denselben unter den 
Ghründern des Meistergesanges gleich nebea Franenlob obenan gestellt , sowie 
seine Dichtungen in der That in ihren Singschalen bis in die spätesten Zeiten 
noch gesungen wurden. 



dütit; 12. von der kunst aströnomie ; 13. von der wirde des ge- 
sanges; 14. von der heiligen drtvaldikeit; 15. von der trüwe der 
herren; 16. Minnelieder; 17. der meide cranz (grosseres Gedicht, 
2592 Verse). 

Schröer theilt vorläufig nur einiges allgemein Interessante 
aus Heinrich's Schriften und über ihren Inhalt mit (ein Gedicht 
auf Konrad von Würzburg, der Ring des Polykrates u. dgl. ; Be- 
merkungen über Heinrich's polyhistorischen Dilettantismus, der 
für den Geist in den Hofkreisen Karl's IV. in Prag — Hein- 
rich nennt sich einen Rat des Kaisers — bezeichnend ist) und 
schliesst das Ganze mit einem alphabetischen Inhaltsverzeichnisse, 
das die Anfangszeilen aller seiner Lieder (Strophen) enthält. 



8«lb8tT8rlag der kais. Akad. der Witsenschaften in Wies. 
Bachdraokerei von Carl Qerold^t Sohn. 



Kaiserliehe Akademie der Wissenschaften in Wien. 



Jahrg. 1867. Nr. VI— VH. 



Sitzang der philosophiscli-historischen Classe ?om 13. Februar. 



Der Secretär theilt mit, dass das inländische correspondi- 
rende Mitglied, Herr Prof. Jos. Müller, einen Ruf als Professor 
der griechiscfaen Philologie nach Palermo angenommen hat und 
daher in die Reihe der auswärtigen corresp. Mitglieder tritt. 

Derselbe legt vor: 1. ein Ansuchen der Direction des k. k. 
Gymnasiums von Wadowice um Betheilung mit den Schriften 
der kais. Akademie; 

2. den von Herrn Prof. Dr. Fr. Müller verfassten lingui- 
stischen Theil des im a. h. Auftrage unter der Leitung der kais. 
Akademie herausgegebenen Novara- Werkes. 

Sitzung der pliilosophiscli-liistoriselieD (Hasse ?om it Februar. 

Der Secretär legt eine für die Denkschriften bestimmte Ab* 
handlung „Ueber die slavischen Monatsnamen^ vor. 

Ungeachtet diese Namen bereits öfter Gegenstand der Unter- 
suchung waren, so fehlt doch eine dem gegenwärtigen Stande der 
Wissenschaft entsprechende Arbeit über dieselben. Eine solche 
wird in der vorliegenden Abhandlung versucht. Dieselbe enthält 
sämrotliche bisher bekannt gewordene slavische Monatsnamen mit 
Darlegung der ihnen zu Grunde liegenden Vorstellungen, nach 
welchen sie in sechs Gruppen zerfallen, da sie entweder aus dem 
Pflanzenreiche oder aus dem Thierreiche stammen oder mit Na- 
turerscheinungen im Grossen oder mit landwirthschaftlichen Ver- 
richtungen, mit religiösen Anschauungen und Gebräuchen zu- 
sammenhangen oder auf der Reihenfolge der Monate beruhen. 
Im Anhange werden die aus anderen Sprachen entlehnten und 
jene Monatsnamen angeführt, deren Deutung bisher nicht ge- 
lingen wollte. 

Derselbe legt femer vor: 

1. Ein Ansuchen des k. k. höheren Weltpriesterbildungs-? 



12 

institutes nm Mittheilung der periodischen Publieationen de^ 
philos.-histor. Classe der kais. Akademie der Wissenschaften; 

2. ein Ansuchen des k. k. Gymnasiums von Bozen um Be- 
theilung mit den Sitzungsberichten und den Denkschriften. 

Derselbe theilt eine Abhandlung des Herrn Dr. B. Bogisiö 
in Wien mit: „SmZZ* epistolario di Stefano Gradi^ mit dem Er- 
suchen des Verf. um Aufnahme in die Schriften der historischen 
Commission« 

Derselbe überreicht endlich eine Abhandlung des Herrn 
Dr. Gregor Fuchs in Admont: „Abt Heinrich H. von Admont" 
mit dem Ersuchen des Verf. um Abdruck in den Schriften der 
kais. Akademie. 

Das w. M. Herr Prof. Dr. H. Siegel legt eine für die 
Sitzungsberichte bestimmte Abhandlung vor: „Ueber den Ordo 
iudicariua des Eilbert von Bremen mit Berücksichtigung der 
ecclesiastica rhetorica^. 

Die Ausführung beschäftigt sich mit einer ungedruckten, in 
Hexametern abgefassten Schrift über den canonischen Process aus 
dem Ende des 12. Jahrhunderts. 

Sie erörtert zunächst die Motive, welche zu der Arbeit ge- 
fuhrt, fixirt, soweit es möglich, die Zeit ihrer Vollendung und 
bespricht die Lebensverhältnisse des Verfassers, seinen Stand, 
die politische Stellung in den sturmbewegten Tagen seiner Heimat 
und seine Beziehungen zu einem der grössten und edelsten 
Männer jener Zeit, zu Bischof Wolfker von Passau, dem das 
Werk gewidmet ist. Nachdem sodann von dem Werke selbst 
eine Anschauung gegeben worden, vergleicht die Abhandlung das- 
selbe mit einem anderen, ebenfalls ungedruckten Buche aus der- 
selben Zeit, mit der ecclesiastica rhetorica* Als Ergebniss dieser 
Vergleichung stellt sich hervor, dass beide Werke die Erzeug- 
nisse derselben Methode uqd Schule sind, und hierdurch von 
allen anderen bis jetzt bekannten Processschriften des zwölften 
und dreizehnten Jahrhunderts sich unterscheiden, indem letztere 
das Beiwerk der Rhetorik abgeworfen und die Canonen in Ver- 
bindung brachten mit dem wiedererschlossenen römischen Rechte, 
dessen reicher Schatz willkommene Ergänzungen und Verbesse- 
rungen darbot. 

Selbstverlag der kais. Akad. der Wissenschaften in Wiei 
Buchdrttokerei von Carl Gerold's Sohn. 



Kaiserliclie Akademie der Wtsseliflehaflen in Wien. 



Jahrg. 1867. Nr. Vffl. 



■V I 



Sitinng der philosopbiseli-lustorigchei Classe im 13. lin.. 



Der Secretar legt vor: 

1. Von dem wirklichen Mitgliede der kais. Akademie för 
die mathematisch- natm'wissenschaftliche Classe, Herrn Professor 
Dr. Fr. Unger, eine fiir die Sitzungsberichte bestimmte Notiz 
„Deber Geräthschaften aus der Steinzeit^, welche in der Um- 
gebung von Luttenberg in Steiermfurk gefunden worden sind. 

2. Von dem corresp. Mitgliede, Herrn Prof. A. Mussafia, 
eine für die Sitzungsberichte bestimmte Abhandlung: ^jDel codice* 
Estense di rime provenzali^. 

Als vor einigen Jahren Dr. Wilhelm Grüzmacher im 
Auftrage der Gesellschaft für das Studium der neueren Sprachen 
zu Berlin die provenzalischen Liederhandschriften italienischer 
Bibliotheken untersuchte und über den Erfolg seiner Sendung 
berichtete, drückte er sein lebhaftes Bedauern darüber aus, dass 
es ihm nicht gegönnt war, die berühmte Estensische Handschrift 
zu untersuchen, „eine Handschrift, welche an Werth und Alter 
der besten romischen (Vat. 5232) mindestens gleichstehend, an 
Umfang bei weitem überlegen, eine Ausbeute gleich dieser ver- 
sprach und somit eine reiche Fülle von Liedern aus feinster 
Quelle gespendet haben würde. ^ Nachdem Grüzmacher ferner 
diese Handschrift als für die Zwecke der Kritik unentbehrlich 
und deren vollständigen Abdruck als sehr wünschenswerth be- 
zeichnete, fugt er hinzu: „Ein grosses Verdienst um die Sache 
würde sich schon derjenige erwerben, welcher eine Nachricht 
über den Verbleib der (wahrscheinlich in Wien befindlichen) 
Modeneser Handschrift^ die Möglichkeit ihrer Benützung u. s. w. 
und wenn es sein könnte, ein Verzeichniss ihres Inhalts in die 
Oeffentlichkeit gelangen zu lassen vermöchte.^ 

Diesem Wunsche nun, welcher überdies in mehren pri- 



14 

vaten Zvsobriften an den V^rfksser TOiÜegender AUiandlung 
seinen Ausdruck fand, ist er im Stande zu entsprechen, Dank 
der rähmenswerthen Liberalität Seiner königlichen Hoheit des 
Her3og9 Franz V. von Modena, welcher die Handacbiift mit aller 
ieneF Sorgfalt aufbewahrt, deren ein so kostbarer Sdiatz wertfa ist. 
In der Einleitung werden die provenzalischen Lieder-Hand- 
schriften italienischer Bibliotheken aufgezahlt und über die Pflege 
provenzalischer Studien in Italien kurz berichtet. Auf die Esten- 
sische Handschrift speciell übergehend, wird ihre äussere Einrich- 
tung und ihr Inhalt im Allgemeinen beschrieben und werden jene 
Schriften angefahrt, in welchen von derselben, wenn auch nur 
gelegentlich, Erwähnung geschieht. Daran reiht sich ein voll- 
ständiges Liederverzeichniss, indem von allen in der Handschrift 
enthaltenen Liedern nach ihrer Reihenfolge der Anfangsvers mit* 
getheilt wird; zugleich wird in Bezug auf die schon bekannten 
Stücke angegeben, in welchem Werke and nach welchen Quellen 
— sofern dies von den Herausgebern angedeutet ist — jedes 
derselben abgedruckt wurde. Damit sich dann 'ein Urtheil über 
den Werth der Estensischen Texte leichter bilden könne, werden 
zuerst die wenigen Gedichte, welche bisher diesem Codex ent- 
nommen wurden, mit dem Originale verglichen und manche Ver- 
sehen berichtigt, dann aber zwanzig Lieder — worunter zehn 
noch unedirte — diplomatisch getreu abgedruckt. Zum Schlüsse 
werden einige allgemeine Bemerkungen über die Beschaffenheit 
dieser nunmehr der Wissenschaft wieder zugefuhrten reichhaltigen 
Quelle hinzugefügt. 

3. Von Herrn Dr. W. F. A, Behrnauer in Dresden einen 
Aufsatz : „Die periodische Presse im Morgenlande", mit dem Er^ 
suchen des Verfs. um Aufnahme in die Schriften der k* Akademie, 

4. Eine Eingabe der Frau Amalia Hai in Triest, worin die- 
selbe der kais. Akademie anzeigt, dass ihr Stiefsohn mit Testa- 
ment vom 14. November 1866 der kais. Akademie der Wissen- 
schaften ein Legat von 500 fl. zur Ausschreibung eines Preises 
für ein Werk auf deutsch-sprachlichem Gebiete bestimmt hat. 



8«lbstTerUg der kaia. Akad. der Wissenschaftan in Wian. 
Buchdruckerei von Carl 6erold*8 Sohn. 



Kaiserliehe Alcademie der Wissenschaften in Wien. 



Jahrg. 1867. Nr. IX— X. 



Siboiig der philosophiscUistorischen Classe ?om 20. lin. 



Das w. M. Herr Dr. Aug. Pfizmaier legt eine fär die 
Sitzungsberichte bestimmte Abhandlang vor: „Die chinesische 
Lehre von den regelmässigen Pulsen. Ergänzung zu der Puls- 
lehre Tschang-ki's." 

Bei der Vorlage dieser Arbeit: einer Ergänzung der chine- 
sischen Pulslehre, werden von dem Verfasser einige verständigende 
Worte in Bezug auf die Frage, welchem Fache dieselbe zuzuweisen 
sei, vorausgeschickt. Es wird hervorgehoben, dass dieselbe, ob- 
gleich einen der Hauptsache nach naturwissenschaftlichen Gegen- 
stand behandelnd, manches Denkwürdige über Sitten und Gewohn- 
heiten, femer eingehende Beobachtungen gewisser Affecte enthält, 
so dass sie schon des hier angedeuteten Inhaltes willen zur Hälfte 
dem ethologischen und psychologischen Gebiete angehört. Es 
wird überdies bemerkt, dass die mathematisch- naturwissenschaft- 
liche ülasse der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften bis- 
her sich nicht bewogen gefunden hat, die Geschichte der Medicin 
nnter die von ihr vertretenen Fächer aufzunehmen , was in Ver- 
bindung mit den obigen Gründen und bei dem Umstände, dass 
das Gebotene jedenfalls der Kenntniss werth ist, diese in erster 
Linie aus linguistischen Studien hervorgegangene Arbeit als vor- 
züglich zur Veröffentlichung durch die philosophisch- historische 
Glasse geeignet erscheinen lässt. 

Die Abhandlung selbst besteht aus dem Aussprüchen des 
berühmten Arztes Tschang-tschung-king über die regelmässigen 
d. i. nicht krankhaften Pulse , mit Rücksicht auf Constitution, 
körperlichen Zustand, vorherrschende Organe und Jahreszeit. 
Es folgen Angaben über die Beschaffenheit und die Wirkungen 
der Urstoffe Yin und Yang, über die Zeichen des Absterbens der 
Organe, diejenigen der plötzlich wiederkehrenden Gesundheit, über 
verstellte filrankheit und die Erkenntniss einiger einzelnen Affecte. 



16 

Der Präsident des Central - Comit^ für die Pariser Welt- 
ausstellung, Se. Ex. Herr Graf von Wickenburg, theilt mit 
Zuschrift vom 19. März der kaiserl. Akademie das Programm 
über die Einsetzung einer internationalen wissenschaftlichen Com- 
mission neben der kaiserliehen Commission bei Gelegenheit der 
Pariser Ausstellung mit, und ersucht um Bekanntgabe der even- 
tuellen Beschlüsse, ob und in wiefern die Akademie geneigt sei, 
der kaiserlichen Commission ihre Ansichten über die im Schoosse 
der gedachten internationalen wissenschaftlichen Commission zu 
pflegenden Untersuchungen und zu prüfenden Fragen mitzutheilen. 

Sitzung der philosopbisch-kistorischen CUsse ?om 3. Apnl 

Der Secretär legt vor: 

1. Eine Abhandlung des Herrn Dr. Rieh. Heinzel: „üeber 
die französische Tristandichtung bei Berox" mit der Bitte des Ver- 
fassers um Aufnahme in die Sitzungsberichte. 

F. Michel hatte im Jahre 1835 in seiner Sammlung alt- 
französischer Tristangedichte die Handschrift der Pariser Biblio- 
thek Nr. 7989.5 (Bibl. du Roi), welche schon von der Hagen in 
seiner Ausgabe Gottfrieds war veröflFentlicht worden , nochmals 
abdrucken lassen. Die vielen Lesefehler bei von der Hagen sind 
verbessert, sonst aber zur Erklärung und Herstellung dieses schwie- 
rigen Textes sehr wenig geleistet. Seitdem haben besonders von 
der Hagen im vierten Bande der Minnesinger und Bessert in 
seinem Buche über Tristan und Isolde versucht, diesem merk- 
würdigen Reste alter Dichtung seine Stelle im geschichtlichen 
Zusammenhange der poetischen Entwickelungsgeschichte der Tri- 
stansage anzuweisen. Weder die genannten noch die andern beson- 
ders französischen Literarhistoriker, die gelegentlich davon han- 
delten, haben die innere Beschaffenheit des Pariser Maniiscriptes 
untersucht. 

Die Resultate der von mir darüber geführten Untersuchungen 
sind, wenn sie anders richtig sind, für die Geschichte der franzö- 
sischen Literatur nicht ohne Interesse. Es dräns^te sich mir näm- 
lieh die Ueberzeugung auf, das fragliche Manuscript sei nichts 
weiter als eine ganz auffallend roh und ungeschickt angestellte 
Vereinigung vollkommen verschiedener Darstellungen aus dem 
Gebiete der Tristansage. Nicht einmal die allergröbsten Wider- 
sprüche wurden weggeschafft. Eben so grosse Verschiedenheiten 



17 

zeigte die Form : strophische Darstellungen — die jedoch in der 
Handschrift durch nichts kenntlich gemacht werden — wechseln 
mit unstrophischen; Vortrag, Gesinnung, Tendenz zeigen die ver- 
schiedensten Gegensätze oder Abstufungen. Es handelte sich nun 
darum, aus diesem wirren Knäuel die Fäden zn finden, welche 
die einzelnen zu diesem Romane verwendeten Theile verknüpfen: 
ein Verfahren, das um so misslicher war, als sich bald heraus- 
stellte, dass die Voraussetzungen und die künstlerische Gestalt 
eines Gedichtes oft durch Theile mehr oder weniger verstümmelter 
Gedichte anderer Verfasser unterbrochen werden. 

Dennoch scheint mir Folgendes als eine zur Erklärung sonst 
un begreiflicher Thatsachen genügende Hypothese : In dem Pariser 
Mannscript sind Theile von zwölf verschiedene Episo- 
den der Tristansage behandelnden Gedichten iü noth- 
dürftigen Zusammenhang gebracht; der Verfasser des 
sechsten dieser Gedichte nennt sich Berox; diesermit 
mehreren anderen benützt zu seinerDarst eilung Bruch- 
stücke strophischer Gedichte; die älteren strophi- 
schen wie die jüngeren unstrophischen Gedichte sind 
Spielmannspoesie; die Zerstückelu ng der zwölf Ge- 
dichte und der ihnen vorausgehenden strophischen 
Dichtungen wurde erleichtert durch den Vortrag in 
Absätzen, die nie gebrochen werden und innerlich 
durch die Einheit der Handlung, äusserlich durch 
grosse Anfangsbuchstaben der Handschrift kennt- 
lich sind. 

Um alles dieses zu einiger Evidenz zu bringen , lag mir ob, 
bei jedem der zwölf Lieder erst den Beweis seiner inneren Ein- 
heit zu liefern, dann die Unvereinbarkeit desselben mit den übrigen 
eilf darzulegen. 

2. Ein Ansuchen des Directors der Realschule am Zwinger 
zu Breslau, Hrn. Dr. Kletke, um die Erlaubniss, von dem Facsimile 
des Schlummerliedes im 29. Bande der Sitzungsberichte eine 
lithographirte Abbildung zu nehmen und sie einem Schulprogramme 
beizufügen. 



8e}bNtverlag der kais. Akad. der Wissensehaften In Wien. 
Muclidraokerei von Carl Qerold*» Sohn. 



Kaiserliche Akademie der Wissenseiiafleii in Wien. 



Jahrg. 1867. Nr. XI. 



Sitrang der phili8iplu84ki8(oriselien CUsse ym Ift. April 



Der Secretär legt vor: 

L eine Abhandlung des Herrn Prof. Dr. J. V. Zingerle 
in Innsbruck: „Findlinge^, mit der Bitte des Verf. um Aufnahme 
in die Sitzungsberichte. 

Unter diesem Titel macht der Herausgeber einige in Tirol 
aufgefundene Fragmente mittelhochdeutscher Gedichte bekannt; 
darunter befinden sich zwei Bruchstucke des Gottfried'schen 
Tristan, die einer Handschrift aus der ersten Hälfte des 1.3. Jahr- 
hunderts angehören i zwei Fragmente einer bisher unbekannten 
Legende aus dem 13. Jahrhundert, Stücke der Mariengrüsse, der 
goldenen Schmiede und aus Rudolf ^s Reimchronik und der Christ- 
herrechronik. 

2. Eine für die Sitzungsberichte bestimmte Abhandlung des 
Herrn Rrof. Dr. J. Fr. Schulte in Prag: „Die Dekretalen zwi- 
schen den y^Decretdtes Gregorii IX^ und j^Liber FT. Bonifaeii VlIIJ^ 

Der Gtigenstand der Abhandlung ist bisher nirgends er- 
schöpfend behandelt worden. Am eingehendsten ist Phillips 
im 4. Bande seines Kirchenrechts. Da dem Verfasser aber ausser 
den von Phillips benutzten Codices noch andere zu Gebote stan- 
den, welche derselbe zuerst entdeckt hat, so ist er in der Lage, 
^tt ziemlich irollständiges Material zu bieten. 

Zugleich macht der Verfasser in der Abhandlung die Werke 
eines Canonisten, des Boatinus Mantuanus, des 13. Jahrhunderts 
genauer bekannt, welche bisher gänzlich unbekannt waren und 
yielleicbt nur in dem von ihm benutzten Codex existiren. Indem 
er die Verarbeitung der Extravaganten durch die Schule ein- 
gebend behandelt, liefert die Abhandlung zugleich einen umfas- 
senden Beitrag zur Geschichte der canonistischen Literatur dea 
13. Jahrhunderts. 



20 

3. Ein, Werk des Herrn Friedrich Zierler in Aaeeee: 
^Die ewige Psyche und Physis des Menschen^, mit der Bitte 
des Verf. um einen Beitrag zur Herausgabe oder um Zulassung 
zur Bewerbung um den Preis f&r Entdeckungen in der Natur- 
wissenschaft. 

4. Eine Abhandlung des Herrn Prof. Dr. Fr. Müller in 
Wien: „Die Conjugation des avghänischen Verbums sprach ver- 
gleichend dargestellt.^ 

In zwei vorhergehenden Abhandlungen, betitelt „Ueber die 
Sprache der Avghänen^ I und U hatte der Verfasser die Zu- 
sammengehörigkeit des Avghänischen mit den eränischen Sprachen 
nachgewiesen. In der vorliegenden Abhandlung wird das Verbum 
derselben Sprache einer genauen Analyse unterzogen und aut 
Grundlage derselben dargethau, dass es sich in zwei wesentlichen 
Punkten (der Bildung des Causativums und dem Unterschiede 
zwischen Intransitivum und Transitivum) an das Verbum der 
modernen Sanskritsprachen anschliesst. Der Grund liegt darin, 
dass in den letzteren Idiomen und im Avghänischen nur ein 
Participium perfecti Passivi gebildet werden kann, während be- 
kanntlich im Persischen das alte Participium perfecti passivi bei 
transitiven Verben nach und nach active Bedeutung angenom- 
men hat. 

5. Eine Abhandlung des Herrn Prof Dr. Grünhagen in 
Breslau: „Karl IV. in seinem Verhältnisse zur Breslauer Dom- 
geistlichkeit^, mit dem Ersuchen des Verf. um Aufnahme in die 
Schriften der historischen Commission. 



BdbstTerUg der kaii. Akad. d«r WiM«iweb«ftto in Wtea., 
Bttchdraekerei von C»rl Oeroid*a Soho. 



Kaiserliche Akademie der Wissenseiiaflen in Wien. 



Jahrg. 1867. Nr. XH— Xm. 



Sifaong der philosophiscli-lustorischeii Classe ?om 84. Aprü. 



Der Secretär legt vor: 

!• Eine Zuschrift des Verwaltnngsaasschusses des Museum 
Francisco -Carolinum in Linz vom IL April 1. J«, womit der 
Classe zum Gebrauche der Weisthümer-Commission eine grössere 
Anzahl von Thaidingen und Statutenbuchern mitgctheilt wird. 

2. Eine Abhandung des Herrn Dr. Alex. Kaufmann in 
Wertheim: Nachlese zu den Auszügen aus der Correspondenz 
des Fürsten Maximilian Karl von Löwen stein mit dem Mark- 
grafen Ludwig von Baden und dem Prinzen Eugen v. Savoyen. 

3. Eine vidimirte Abschrift einer Stelle aus dem Testamente 
des Herrn Paul Hai in Triest vom 14. November 1866, wodurch 
der Akademie die Summe von 500 fl. zur Ausschreibung einer 
Preisaufgabe auf deutschsprachlichem Gebiete legirt wird. 



Siteang der philosophisch-historischen Classe ?om 8. Mai. 

Das w. M. Herr Proif. Jos. Aschbach legt eine fär die 
Sitzungsberichte bestimmte Abhandlung vor: „Roswitha und 
Conrad Celtes". 

Als eine in ihrer Art einzige Erscheinung auf dem Gebiete 
der mittelalterlichen Litteratur werden die Werke der sächsischen 
Nonne Roswitha betrachtet. Man bewundert diese dichterischen 
Productionen hauptsächlich desshalb, weil sie mitten in einem 
barbarischen Zeitalter entstanden, keine nachweisbare Wurzel 
haben und ohne fruchtbringenden und weiteren Einfluss auf die 
nachfolgenden Jahrhunderte verblieben. Wie eine solche isolirte 
Erscheinung möglich gewesen, liess man unaufgeklärt, ja man 
machte nicht einmal den Versuch, ein derartiges Problem zu 



22 

lösen, das jeden kritischen Litterarhistoriker hätte ernstlich be- 
schäftigen sollen. Sonderbarer Weise würdigte man nar einen 
Theil der interessanten Werke der besonderen Beachtung, nicht 
ihre Gesammtheit. Man sah dabei mehr auf das Eigenthämliche 
der Behandlung als auf die für die Zeit ungewöhnliche Form und 
die in den Dichtungen offenbar versteckte Tendenz ; überhaupt aber 
wurde dem Gedanken auch nicht im Entferntesten Raum gegeben, 
dass man es nicht mit einem echten Werke aus dem zehnten 
Jahrhunderte zu thun habe. Jeder Zweifel an der Authenticität 
— wenn er etwa auftauchte — ward sogleich durch die Hinwei- 
snng auf den noch vorhandenen alten Codex, dessen Schrift 
fUr die ottonische Zeit sprach, beseitigt und niedergeschlagen. 
Uebrigens fand man auch sonst eine Gewähr für die Autorschaft 
der s&chsischen Nonne im Namen des gekrönten Dichters Con- 
rad Celtes und in den Mitgliedern der gelehrten rheinischen 
Sodalität, welche die Dichtungen zuerst durch den Druck ver- 
öffentlichten: und eine Reihe von gelehrten Männern in der 
neuern Zeit, welche sich mit denselben beschäftigten, stellte sich 
gewissermassen wie eine fest geschlossene Phalanx schützend und 
schirmend vor die Werke der Roswitha, so dass ein Angriff 
auf ihre Echtheit als ein höchst gewagter Versuch betrachtet 
werden könnte. 

Aus der Form und dem Inhalte der angeblichen Ros- 
wit harschen Werke, aus den Bestrebungen des Conrad Celtes 
und manchen Andeutungen in seinen Schriften, aus mehreren bis- 
her ungedruckten Briefen seiner Freunde werden von dem Ver- 
fasser der Abhandlung die Beweise beigebracht, dass jene poetischen 
Froductionen nicht von der sächsischen Nonne Roswitha im 
zehnten Jahrhundert, sondern von C eltes und einigen Mit- 
gliedern der rheinischen Gesellschaft im Zeitalter des Humanis- 
mus ihre Entstehung erhalten haben. 



Selbstverlag der kaii. Aktd. der Wiatenteiiaiteo in Wien. 
Buclidraokerei von Carl Oerold^e Sohn. 



Akademie der Wissenschaften in Wien. 



Jahrg. 1867- Nr. XIV— XV. 



Sifann^ der phil^sopUseli-historiselieii Clftsse ym 15. Mai. 



Das w. M. Herr Dr. A. Pfizmaier legt eine für die 
SitzuDgsberichte bestimmte Abhandlang vor: „Die neuesten 
Leistungen der englischen Missionäre auf dem Gebiete der chine- 
sischen Grammatik und Lexikographie*^ 

Aus Anlass der Uebersendung des ersten Bandes des von 
dem Rev. Herrn Dr. W. Lobscheid, einem gebornen Deutschen, 
verfassten grossen englisch - chinesischen Wörterbuches an die 
kais. Akademie der Wissenschaften unternimmt es der Verfasser 
dieser Zeilen, die neuesten Leistungen der englischen Missionäre 
auf dem Gebiete der chinesischen Grammatik und Lexikographie 
in Bezug auf deren allgemeine Bedeutung zu besprechen. Er 
gibt dabei an , dass , im Gegensatze zu den Leistungen der frü- 
heren Jesuiten-Missionäre, die Thätigkeit der heutigen englischen 
Missionäre hauptsächlich der praktischen Seite des linguistischen 
Studiums zugewendet ist und dass der Wunsch, die Erlernung 
der lebenden chinesischen Sprache zu erleichtern, bei ihnen den 
Gedanken aufkommen liess, in China die europäische Schrift ein- 
zuführen oder wenigstens die ideographischen Zeichen durch das 
phonetische System zu ersetzen. In diesem Aufsätze werden in 
vorurtheilsfreier Weise die der erwähnten Neuerung entgegen- 
stehenden Bedenken geäussert, unter welchen das gewichtigste, 
dass ein solches Beginnen, wenn es gelänge, die Vernichtung der 
bisherigen chinesischen Literatur im Gefolge haben mOsste. 

Am Schlüsse wird der Vorzuge der ebenfalls von Herrn 
Dr. W. Lobscheid verfassten Grammatik und des übersandten 
Wörterbuches, welche beide nicht bloss den praktischen, sondern 
auch den wissenschaftlichen Standpunkt festhalten , Erwähnung 
gethan. 



24 



Sitinng der pbilesopliiscli-liistorisehen CImsc T«m 22. lai. 

Der Secretär gibt Nachricht von dem am 12. d. M. erfolg- 
ten Ableben des auswärtigen corresp. Mitgliedes der kais. Aka- 
demie, Herrn Qeh. Kegierangsrathes und Professors Dr. Eduard 
Gerhard in Berlin. 

Ueber Einladung des Präsidenten geben die Anwesenden 
ihr Beileid durch Erheben von den Sitzen kund. 

Derselbe legt vor: 

1. Ein Gesuch des c. M. Herrn Dr. Beda Dudik um eine 
Subvention behufs des Druckes des zweiten Bandes der Ge- 
schichte von Raigern. 

2. Eine Abhandlung des c. M. Herrn Prof. A. Mussafia: 
,, Ueber eine spanische Handschrift der k. k. Hofbibliothek^, mit 
dem Ersuchen des Verfs. um Aufnahme in die Sitzungsberichte. 

Die Hs. 5941 (einst Novus 598) enthält viele interessante 
Beiträge zur humoristischen Literatur im XVL Jahrhunderte. 
Es finden sich nämlich darin folgende Stücke: 

I. Die Chronik des Francisco de Zun ig a^ Hofnarren Karls V. 
Der verewigte Ferdinand Wolf hat über dieselbe im Jahre 1850 
der kaiserl. Akademie berichtet. Er benützte dabei die Hs. der 
k. k. Hofbibliothek 5945; die hier besprochene scheint ihm un- 
bekannt geblieben zu sein. Seitdem wurde die Chronik gedruckt* 
Es wird nun die neu gefundene Hs. mit dem Drucke, der von 
Wolf benützten und der Pariser in Bezug auf ihren Inhalt ver- 
glichen, und ein Zusatz, welcher nur in dieser Hs. vorzukommen 
scheint, mitgetheilt 

H. Eine Carta del möstruo satMco de la lengua espanold. 
Eine witzige, sprachlich recht anziehende Schrift, welche zu den 
sogenannten Cartaa de retruecanos gehört. Sie wird vollständig ab- 
gedruckt und in den Anmerkungen werden die Wortspiele, bis 
auf einige, deren Deutung nicht gelingen wollte, erklärt. 

m. Die Carta de los Catariberas, die lange Zeit hindurch 
dem berühmten Diego Hurtado de Mendoza zugeschrieben, nun- 
mehr als das Werk des Eugenio de Salazar erkannt wurde. 
Da der Text der Wiener Hs. mit dem im Semanario erudito über- 
einstimmt, so wird nur^der etwas ausfahrlichere Schluss mitgetheilt. 



25 

IV. Ein liumoristischer Tractat über Falkenjagd eines ge-* 
wissen Evangelist a. Es wird eine andere Hs. in der Madrider 
Nationalbibliothek nachgewiesen, dann der erste and der letzte 
Abschnitt abgedruckt. 

V. Die Carta del Baehiller de ArcadtOj unter welchem Pseu- 
donyme Diego Hurtado de Mendoza ein historisches Werk Paul 
de Salazar's zur Zielscheibe seines Spottes machte« Der Brief wird 
mit der Ausgabe im XXXVI. Bande der Biblioteca de autores 
espanoles verglichen und die wichtigeren Abweichungen im Texte 
hervorgehoben. 

VI. Dass Mendoza, den Spott zn mehren, einen zweiten 
Brief im Namen des Angegriffenen verfasst hatte, worin sich 
letzterer auf ungeschickte Art vertheidigt, war schon mehrfach 
angedeutet worden. Clemencin, die spanischen üebersetzer Tick- 
nor^s, A. de los Bios spielten auf diesen Brief an; dem Herausgeber 
des oben erwähnten Bandes der Biblioteca^ Adolfe de Castro, wollte 
es aber nicht gelingen, denselben aufzufinden; eben so wenig dem 
Herausgeber des ersten Bandes der Biblioteca de escritores grana^ 
dinos. Um so erfreulicher ist es, diesem Briefe in der Wiener Hs. 
zu begegnen. Indessen verdankt der Verf. vorliegender Abhand- 
lung der Gute des Herrn Pascual de Gayangos eine lAbschrift 
einer Hs. der Madrider Nationalbibliothek, welche den Forschun- 
gen de Castro's und seines Nachfolgers entgangen war. Mit Hilfe 
der Wiener und Madrider Hs. wird nun das ganze höchst an- 
ziehende Denkmal mitgetheilt, wobei am Fusse der Seite die Va- 
rianten verzeichnet, am Ende dagegen Anmerkungen hinzugefügt 
werden, welche, wo es nothig schien, die zahlreichen Anspie- 
lungen auf Schriftsteller und deren Werke erklären« 



Selbstrerlag der kais. Akad. der Wissenschaften in Wien. 
Bnchdruekerei von Carl Gerold*! Sohn. 



Kaiserliche Akademie der Wissenseiiaflen in Wien. 



Jahrg. 1867. Nr. XVI— XVII. 



Sifaang ier philosophiscil-historischen Classe fom 5. Jani. 



Der Secretär berichtet, dass die Bachhandlang C. Gerold's 
Sohn vierzig Exemplare des zweiten Bandes des Corpus scripto- 
rum ecclesiasticorum latinorum^ enthaltend M. Minucius Felix Oc- 
tavius und' Julius Firmicus Matemus recensione C Halmii an die 
kaiserliche Akademie abgegeben hat. 

Derselbe legt ein Schreiben des corresp. Mitgliedes Herrn 
Prof. Dr. Th. Sickel in Wien vor, worin derselbe anzeigt, dass 
von dem von der kais. Akademie subventionirten Werke: y^Acta 
Carolinorum^ der erste Band und die erste Abtheilung des zweiten 
Bandes im Drucke vollendet sind. Zugleich werden zwanzig Exem- 
plare der fertigen Theile vorgelegt. 

♦ 

Derselbe legt femer ein Schreiben des corresp. Mitgliedes 
Herrn Prof. Dr. C. Schenkl in Qräz vor, worin derselbe die 
kais. Akademie ersucht^ ihm aus der k. k. Hofbibliothek in Wien 
und aus der kais. Bibliothek zu Paris einige Manuscripte, die 
kleineren Schriften Xenophon's enthaltend, zu verschaffen. 

Derselbe legt femer eine Abhandlung des Herrn Prof Dr. 
Fr. Müller in Wien vor: „Der grammatische Bau der Algonkin- 
sprachen. Ein Beitrag zur amerikanischen Linguistik.^ 

Der Zweck der vorliegenden Abhandlung ist ein doppelter, 
nämlich 1. ein ethnographischer, 2. ein linguistischer. Es wird 
einerseits der innige Zusammenhang der verschiedenen Algonkin- 
stamme (Bewohner des ganzen nordöstlichen Amerika, mit Aus- 
nahme des von den Irokesenstämmen bewohnten Landstriches) 
aus der Sprache nachgewiesen, welche einen Stamm für sich bil- 
det, andererseits der höchst eigenthümliche Bau dieser Idiome 
analysirt und auf allgemeine sprachwissenschaftliche Grundsätze 
zurückgeführt. 



28 



Sitzong der pliilosopliiscil-liistoriseken Classe ?om 19. Juni. 

Der Secretär legt einen Erlass des hohen Curatoriums vom 
13. Juni 1. J. Z. 45 vor, womit die Correspondenz mitgetheilt 
wird, welche wegen Betheilung der Universität Löwen mit 
Schriften der kaiserl. Akademie der Wissenschaften gefuhrt wor- 
den ist. 

Derselbe theilt mit, dass das von der kais. Akademie der 
Wissenschaften subventionirte Werk des Herrn Prof. Dr. J. C. 
Mitter rutzner in Brixen, ^Die Sprache der Bari% im Druck 
vollendet worden ist. 

Derselbe legt vor von Herrn Prof« Dr. Fr. Maassen in 
Graz als Fortsetzung einer far die Sitzungsberichte bestimmten 
Abhandlung : BibKotheca Latina juris canonici manuscripta. Erster 
Theil. Die Canonensammlungen vor Pseudoisidor III. Spanien, 
IV. England, V.Belgien, VI. Schweiz. In dieser Abhandlung wird 
berichtet über die Bibliotheken von Escorial, Gerona, Madrid» 
Toledo, Urgel; Cambridge, London, Middlehill, Oxford; Brüssel, 
Gent; Bern, Einsiedeln, Sanct Gallen. 

Derselbe theilt endlich mit, dass der Ausschuss des Ver- 
eines für Landeskunde von Niederosterreich der kais. Akademie 
zum Gebrauche der Weisthümer-Commission zwei Pantfaeidinge 
von Purkersdorf übergeben hat. 



Das w. M. Herr Prof. Dr. I. Vahlen legt eine far die 
Sitzungsberichte bestimmte Abhandlung vor: „Beiträge zu Aristo- 
teles Poetik, III.'^, in welcher zunächst die in Cap. 19 — 22 dar- 
gelegte Theorie des poetischen Stiles einer eingehenden sachlichen 
und sprachlichen Untersuchung unterzogen wird» als deren all- 
gemeines Ergebniss sich aussprechen lässt, dass sowohl die in 
Cap. 20 gegebenen Bestimmungen der Sprachkategorien mit den 
sonstigen Aeusserungen des Aristotelea im Einklang stehen und 
zu Zweifeln an der Aechtheit keinen genügenden Anlass bieten, 
als auch die in Cap. 21 und 22 enthaltene stilistische Sonderung 
der Wortarten und die darauf gegründeten Vorschriften über 
deren Anwendung in der poetischen Sprache (womit zwar nur 
ein Gesichtspunkt, die ixkoyii ovo^idtcav, dieser aber in syslema- 



29 

tischer Vollständigkeit and wohlgegliederter Abrundung ausge- 
führt erscheint) als ursprünglich und unverkürzt zu betrachten 
sind. — In gleicher Art wird nach Plan und Gedankenzusammen- 
hang die ebenfalls) vollständig und ohne Unterbrechung erhaltene 
Theorie des Epos (in Cap. 23 — 24) untersucht. Da nach Aristo- 
teles' Auffassung und Disposition die wesentlichen Bestimmungen 
der Tragödie auch von der epischen Dichtung gelten, so wird 
letztere in der Weise behandelt, dass nach kurzer Wiederauf- 
nahme früherer Erörterungen oder blosser Verweisung auf die- 
selben die das Epos von der Tragödie unterscheidenden Momente 
eingehender besprochen und daran noch eine Reihe meist an das 
Homerische Epos sich anlehnender, zwar vereinzelter aber in 
zweckmässiger Abfolge geordneter Lehren angeschlossen werden. 



Salbatrerlag dtr kalt. Akad« der Wltttntehaften la W1«d« 
Baohdraeker«! tod Citri Gerold*s Sohn. 



Kaiserliehe Aiiadeniie der Wissenschaften in Wien. 



Jahrg. 1867. 



Nr. XVm— XIX. 



In der Gesamrat-Sitzung am 4. Juli 1. J. 
gedachte der Präsident in warmen Worten des 
schweren und schmerzlichen Verlustes, den die 
kaiserliche Akademie der Wissenschaften durch 
das Ableben ihres Ehrenmitgliedes, Sr. Majestät 
des Kaisers 

Maximilian I. von Mexico 

erlitten hat. 

Sämmtliche Mitglieder erheben sich von ihren 
Sitzen zum Zeichen des tiefsten Schmerzes über 
diese Se. Majestät den Kaiser, das allerhöchste 
Kaiserhaus sowie ganz Oesterreich tief erschüt- 
ternde Katastrophe. 



33 



Sitiaiig 1er phlosoplufleli-lustoriMheii CUsse Tom 10. Juli. 



Das w. M. Herr Prof. Dr. Franz Pfeiffer legt die zweite 
AbtheiloDg seiner far die DenJLSchriften bestimmten Abhandlang 
vor: ^ Quellenmaterial zu altdeutschen Dichtungen.^ 

Diese zweite Abtheilung ist ausschliesslich dem Wolfram 
von Eschenbach gewidmet und bringt eine ansehnliche Reihe neu 
au%etauchter Bruchstücke aus dem Parzival und dem Wilhelm 
von Orange, diesen beiden grossen und weitaus am meisten ver- 
breiteten Dichtungen des Mittelalters* Die Bruchstücke gehören 
meist schonen alten, zum Theil gleichzeitigen Handschriften an 
und sind für die Textkritik von nicht zu unterschätzender Wich- 
tigkeit. 

Der Secretar legt vor: 

1. Ein Gesuch des Herrn Professors Dr. Bernhard Jülg in 
Innsbruck um eine Subvention ftir die Herausgabe seines Werkes: 
„Mongolische Märchensammlung.^ 

2. Von dem c. M. Herrn Ig. V. Zingerle eine für die 
Schriften der historischen Commission bestimmte Abhandlung: 
„Urborpuoch des clösters ze Suonenpurch.^ 

3. Eine Einladung zu der am 29. September 1. J. in Florenz 
stattfindenden Versammlung des Congris international de siatistique. 

4. Ein Gesuch des Herrn Dr. W. Hartel in Wien um eine 
Subvention zu einer im Interesse des Corpus aeriptorum eccleeia- 
itieorum latinorum nach Paris zu unternehmenden Reise. 



StlbttTerlAg d«r kaif. Akad. der Wistensohaftea ia Wiwi. 
Boehdniokerel voa Carl Q6rold*8 Soha« 



Kaiserliche Aiiadeniie der Wissenschaften in Wien. 



Jahrg. 1867. Nr. XX— XXI. 



Sitiaiig 1er philisopliiwIi-lusUrisckeft OUsse Tom 17. JidL 



Der Secretar legt vor: 

1. Die Dankschreiben der Herren Professoren Dr. A. Haber 
und Dr. Ig.Y.Zingerle in Innsbruck für ihre Erwählnng zu 
correspondirenden Mitgliedern der kais. Akademie. 

2. Eine Abhandlung des Herrn Dr. A. Bussen in Berlin: 
,,Ueber einen Plan, an Stelle Wilhelms von Holland Ottokar von 
Böhmen zum römischen König zu erwählen''. 

3. Den ersten Band der Publicationen der Sodite littiraire 
scienti/ique et arUsiique (PApt (Yaucluse), mit dem Ersuchen der 
genannten Gesellschaft um Schriftentausch. 

4. Ein Gesuch des Herrn Fr. Preidel in Wien um]Ueber- 
nahme des Verlags der von ihm verfassten historischen Tabellen. 



Das w. M. Herr Prof. Dr. J. Vahlen legt eine för die 
Sitzungsberichte bestimmte Abhandlung vor: ,,Beiträge zu Aristo- 
teles' Poetik, IV.'', in welcher di^ noch übrigen Abschnitte der 
Aristotelischen Poetik (Gap. 25 und 26), die namentlich durch 
/Terderbte Ueberlieferung und mangelhafte Berichtigung des Textes 
vielfiEtchem Missverständniss ausgesetzt gewesen sind, einer ein- 
gehenden sachlichen und sprachlichen Erörterung unterzogen 
werden. 



36 



Sitzung der philosophisch-historischeD Classe Tom 24. Juli. 

Der Secretär legt vor: 

1. Eine Zuschrift des hohen k. k. Ministeriums für Cultus 
und Unterricht vom 14. Juli I. J., durch welche der kais. Aka- 
demie mitgetheilt wird, dasd die k« belgische Regierung auf die 
Theilnahme von Vertretern der kaiserl. Akademie an dem am 
25. August I. J. zu eröffiienden archäologischen Congress einen 
besonderen Werth legen würde. 

2* Eine Zusobrift d^s Herrn Landesbaupttnaiiüs von Tirol, 
V. Hasslwanter, vom 15. Juli L J., durchweiche mitgetheilt 
wird, dass Herr Prof. Dr. Ig. V. Zingerle behüf« seiner Weis- 
thümerforschungen mit den gewünschten Empfehlungsschreiben 
versehen worden ist. 

3. Die Dankschreiben der Herren Professoren Dr. K» To* 
maschek in Graz und Dr. J. Tomaschek in Wien für ihre 
Erwählung zu correspondirenden Mitgliedern der kais. Akademie. 

4. Eine Abhandlung des Herrn Prof. K. J» 8chr5er in 
Wien: „Presburger Namen von 1379^ als Beitrag zur Geschichte 
der Deutschen in Ungarn und zur deutschen Namenkunde.^ 

Der Verfasser theilt die Presburger Namen des genannten 
Jahres nach einer Handschrift des Presburger Stadtarchivs mit, 
indem er daran Bemerkungen über die Bedeutung des deutschen 
Elementes für Ungarn anknüpft Es ergibt sich aus den Namen 
nämlich, dass Presburg, so wie heute, auch vor 500 Jahren 
schon, eine völlig deutsche Bevölkerung hatte. Aus slaviscfaen 
Und magyarischen Gegenden sind keine Zuwanderungen 2u be- 
merken, sondern durchaus nur aus Deutschland^ woher sich Üb«- 
gams Mittelstand fortwährend ergänzt, da die andern National!^ 
täten des Landes Berührungspunkte mit dem gewerbtbätigea 
Deutschland weder haben noch suchen. 

In der Einleitung werden die Namen in folgenden Gruppen 
besprochen: Namen von Ländern und Orten; aus der Helden- 
sage; Vornamen; nach Stand und Beruf; aus Scherzreden, Impe- 
rativen etc.; aus Adjectiven und Panicipien. Endlich gibt der 



37 

Verf« eine Bemerkung über die Literatur der deutschen Namen- 
kunde und über die Mundart und Schreibung des Mitgetheilten. 
Dem alphabetisch geordneten Namensverzeichnisse sind ge- 
legentliche Hinweise auf späteres und weiteres Vorkommen der- 
selben Namen in Ungarn und Siebenburgen u. dgl. beigefügt^ 
soweit hierzu die Hilfsmittel vorhanden waren. 



8«)b»tvM']af d«r kalt. Akad. der WltMotchaften In Wien. 
Uaohdruckarei too Carl Qerold*t Sohn. 



Kaiserliche Aliadeiuie der Wissenschaften in Wien. 



Jahrg. 1867. Nr. XXH. 



ihan^ 1er phÜMopliiseh-lustorischeii Classe Tom 2. October. 



Der Secretar berichtet, dass das Ehrenmitjj^lied der kaiserl. 
Akademie, Herr August Boeckh in Berlin, am 3* August 1. J. 
mit Tode abgegangen ist. 

Die Classe gibt ihr Beileid durch Aufstehen kund. 



Der Secretar legt vor: 

1. eine Zuschrift des k. k. Ministeriums des Aeussern vom 
26. August 1. J., womit der kaiserl. Akademie ein Exemplar 
des jfMemoire sur les travaux cPamelioration exicutia aux emhou- 
chures du Danube par la commiasion europeenne ete.^ mit einem 
Atlas von 40 Tafeln übermittelt wird; 

2. eine Zuschrift desselben k. k. Ministeriums vom 25. Sep- 
tember 1. J., betreffend die von Herrn Dr. Hermann von Lie- 
ben au verfasste Biographie der Königin Agnes von Ungarn; 

3. eine Zuschrift des k. k. Ministeriums des Innern vom 
9. August 1. J., wodurch mitgetheilt wird, dass der kaiserl. 
franzosische Minister des Unterrichts dem k. k. Ministerium des 
Aeussern ein vollständiges, aus 11 Bänden bestehendes Exemplar 
der Collectixm des documents inedits sur Phistoire de France mit 
dem Ersuchen zur Verfugung gestellt hat, diese Sendung dem 
k. k. Haus-, Hof- und Staatsarchive zukommen zu lassen gegen 
dem, dass dieses die irrthümlicher Weise empfangenen ersten 
acht Bände der kaiserl. Akademie überlasse; 

4. von Herrn Professor Dr. C. Hof 1er in Prag ein Dank- 
schreiben für seine Wahl zum wirklichen Mitgliede der kaiserl. 
Akademie; 



40 

6. von dem corresp. Mitgliede, Herrn L F. Eeiblinger, 
das siebente Heft des von der kaiserl. Akademie subventionirten 
zweiten Bandes des Werkes: ^Geschichte des Benedictinerstiftes 
Melk" ; 

6. von dem Herrn Prof. A. Peter in Troppau den von der 
kaiserl. Akademie subventionirten zweiten Band des Werkes: 
;,Volksthümliche8 aus Oesterreichisch-Schlesien'^; 

7. von dem Herrn Regierungsrathe Dr. C. v. Wurzbach 
eine Eingabe, womit derselbe den 17. Band seines biographischen 
Lexikons des Kaiserthums Oesterreich vorlegt und für den 18. 
Band um die ihm bisher gewährte Subvention ersucht; 

8. von der Deputazione sopra gli atudi di storia pairia per 
le provincie della Toseana, delV Umbria e delle Marche in Florenz 
eine Zuschrift, 'womit dieselbe den ersten Band ihrer Publica- 
tionen (Commisdoni di Rinaldo degli Albizzi per il Comune di 
Pirenze dal 1399, al 1433) übersendet und um Schriftentausch 
ersucht ; 

9. von Herrn Em. Alglave, Directeur de la Revue des 
cours litteraires et scientifiques in Paris, ein Ansuchen um Schrif- 
tentausch; 

10. von dem k. k. Josef Städter Gymnasium in Wien ein 
Ansuchen um Betheilung mit den Druckschriften der kaiserl. 
Akademie bis 1865. 



Das w. M. Herr Dr. A. Pfizmaier legt eine für die Denk- 
schriften bestimmte Abhandlung vor: «Der Almanach der klein- 
bambusfarbigen Schalen. Ein Beitrag zur Kenntniss der Mundart 
von Jedo." 

„Der Almanach der kleinbambusfarbigen Schalen^ ist der 
Titel einer japanischen Erzählung, welche von dem Umstände, 
dass sie dreissig Doppelblätter einnimmt und die Namen einiger 
handelnden Personen mit gewissen Ausdrücken der Zeitrechnung 
übereinstimmen, so genannt wurde. 

Um zur Kenntniss der Mundarten, welche in Japan nicht 
allein nach Gegenden, sondern auch nach dem Stande des Spre- 
chenden verschieden sind, beizutragen, wurde der Inhalt der 
ersten Abtheilung dieses die Mundart von Jedo mit ihren Ab- 



41 

weichungen nach Volksclassen darbietenden Werkes in der vor- 
gelegten Abhandlung erklärt und dabei das in grammatischer 
und lexicalischer Hinsicht Neue besonders angemerkt. 

Was das letztere betrifft, so wurden in dem Werke viele 
merkwürdige, bisher unbekannte grammatische Formen und ganze 
Reihen von Wörtern, welche in den Wörterbüchern, namentlich 
in dem lithographirten Sio-gen-zi-ko fehlen, vorgefunden. Alle 
diese Gegenstände wurden einzeln und auf eine Weise beleuchtet, 
dass dadurch die japanische Linguistik wesentlich gefördert wird. 



Das w. M. Mitglied, Herr Prof. Dr. J. Vahlen, legt vor 
eine Abhandlung des mit der Durchforschung der italienischen 
Bibliotheken für das Corpus scriptorum ecclesiasticorum latinorum 
beauftragten Herrn Dr. A. Reiff erscheid: »Die römischen 
Bibliotheken: die vaticanische Bibliothek; Bibliotheca jReginensis 
{Alexandrinä)^, mit dem Ersuchen des Verf. um Aufnahme in 
die Sitzungsberichte. 



Der Secretär legt endlich vor von Herrn Prof. Dr. Friedrich 
Müller eine Abhandlung: „Beiträge zur Kenntniss der Päli- 
Sprache. I.^, mit dem Ersuchen des Verf. um Aufnahme in die 
Sitzungsberichte. 

Das Päli, gegenwärtig die Kirchensprache der südlichen 
Buddhaisten (in Ceylon, Birma, Siam), war ursprünglich ein 
Dialekt der Wiege des Buddhaismus, Indiens. Welcher Pro- 
vinz er angehörte, wann er gesprochen wurde, und in wel- 
chem der neu-indischen Idiome sich noch Spuren seines 
Daseins finden, dies sind Fragen, welche zu vollkommener Be- 
friedigung noch nicht gelöst sind. Der Verfasser unterwirft das 
ganze Problem einer neuen Untersuchung, indem er im vorlie- 
genden Aufsatze eine aus den singhalesischen P^litexten geschöpfte 
Lautlehre bietet, welcher in einem zweiten Aufsatze eine Formen- 
lehre folgen wird. 



8«lbiitverla(r der kals. Akad. der Wisaensohaflen In Wien. 
Muohdruckerei von Carl Qerold> Sohn. 



Kaiserliehe Akademie der Wissenschaften in Wien. 



Jalirg. 1867. Nr. XXm— XXIV. 



Sitoang der philosophisch-historischen Classe Tom 9. October. 



Der Secretar legt vor: 

1. Ein Dankschreiben des Herrn Prof« J. Kvicala in Prag 
iiir seine Erwählnng znm correspondirenden Mitgliede der kaiserl. 
Akademie ; 

2. eine für die Sitzungsberichte bestimmte Abhandlung des 
corresp. Mitgliedes Herrn Prof. Dr. J. Zingerle in Innsbruck: 
„Das deutsche Kinderspiel im Mittelalter^; 

3. eine gleichfalls für die Sitzungsberichte bestimmte Ab- 
handlung des corresp. Mitgliedes Herrn Prof. A. Mussafia in 
Wien: „Beitrag zur Literatur der sieben weisen Meister^. 

A* Zum lateinischen Dolopathos. lieber diesen wurde 
von dem Verf. vor zwei Jahren der kaiserl. Akademie eine Mit- 
theilung gemacht, die sich lebhafter Theilnahme erfreute. Jetzt 
wird über zwei andere Handschriften desselben Werkes berich- 
tet, welche der Verf. in Prager Bibliotheken auffand. Es werden 
drei Erzählungen abgedruckt und mit dem lateinischen Texte 
einerseits die deutschen Prosaerzählungen, andrerseits das fran- 
zösische Gedicht verglichen. 

J5. Zur Version in der Scala coelu Karl Gödeke 
machte darauf aufmerksam, dass in der Scala coeli des Johannes 
Junior eine Fassung des weit verbreiteten Buches enthalten sei^ 
welche in Bezug auf Inhalt und Anordnung von der bisher be- 
kannten lateinischen abweicht und mit franzosischen Prosabear- 
beitungen übereinstimmt. Die nämliche Fassung wurde nun vom 
Verf. in einer Handschrift der k. k. Hofbibliothek aufgefunden.. 
Dieselbe enthält nebst manchem Anderen ein Werk, welches 
anter dem Titel Summa recreatorum Stoffe sammelt, die sich zu 
Tischgesprächen gut eignen. Unter diesen nehmen Erzählungen 



44 

und Gedichte einen hervorragenden Platz ein, und die zweite der 
mitgetheilten Erzählungen ist eben die Hisioria septem sapienium. 
Aus der Vergleichung des Anfanges der zwei Texte — in der 
Scala ooeli und in der Summa recreatorum — erhellt deren in- 
inniger Zusammenhang aufs Deutlichste. 

C. Zur Versio italica. Sowohl zwei altitalienische, mit 
einander zusammenhängende Redactionen als der JErasto unter- 
scheiden sich von allen anderen occidentalischen Versionen darin, 
dass die Reihe der Erzählungen mit jener des ersten Meisters 
beginnt und somit der Erzählungen der Frau nur sechs sind. 
Es lässt sich demnach eine Art Versio italica der S. W. M. an- 
nehmen, eine Annahme, welche dadurch an Glaubwürdigkeit ge- 
winnt, dass nunmehr zu den zwei Gliedern der Kette sich ein 
drittes gesellt, und zwar ein besonders wichtiges, ein lateinisches. 
Es ist nämlich dem Verf. gelungen, in einer zweiten Handschrift 
der k. k. Hofbibliothek einen lateinischen Text dieser Fassung 
zu entdecken. Derselbe wird hier vollständig abgedruckt. 

4. Eine Abhandlung des Herrn Prof. Dr. H. Zeissberg 
^Die Kriege Kaiser Heinrich's V. mit Herzog Boleslaw von Polen** 
mit der Bitte des Verf. um Aufnahme in das Archiv. 



SitzaQg 1er philosophisctliistorischen Classe Tom 16. October. 

Der Secretär legt vor: 

1. Eine Zuschrift der kon. bairischen Akademie der Wissen- 
schaften vom 14. d. M., wodurch mitgetheilt wird, dass die Zinsen 
der Savigny-Stiftung von 1865 und 1866 im Betrage von 1900 
Thalern dem Privatdocenten Herrn Dr. Karl Krüger in Berlin 
zur Vergleichung der Justinianischen Codex - Handschriften als 
Reisestipendium zugewiesen worden sind; 

2. eine Abhandlung des Herrn J. Pazout in Prag: „Konig 
Georg von Böhmen und die Concilfrage von 1467", mit der Bitte 
des Verfassers um Aufnahme in die Schriften der historischen 
Commission. 

Der Adjunct des kon. bohm. Landesarchivs in Prag, Julius 
Pazout, hat sich im Jahre 1866 durch mehrere Monate mit der 



45 

Darchforschung des grossherzogl. sächsischen Archivs in Weimar 
zum Zwecke der Landesgeschichte von Böhmen für das XV. Jahr- 
hundert befasst und bei dieser Gelegenheit einige bisher unbe- 
kannte, sehr werthvolle Actenstucke aus dem Zeitalter Georgs 
Ton Pod^brad zu Tage gefordert, deren eines namentlich über die 
Beziehungen dieses Königs zu Ludwig XL von Frankreich und 
zur Concilfrage im Jahre 1467 ganz neue und äusserst interes- 
sante Aufschlüsse bietet. Der Inhalt der auf Grund dieser Quellen 
entstandenen Abhandlung: ^Konig Georg von Böhmen und die 
Concilfrage im Jahre 1467*, ist im Wesentlichen folgender: 

König Georg, als treuer Anhänger und Verfechter der Ba- 
seler Compactaten, welche nach seiner Ueberzeugung die Stutze 
seines Thrones bildeten, suchte, als jene im J. 1462 vom Papste 
Pius II. für nichtig erklärt wurden, den Bestand derselben und 
seiner gefährdeten Stellung auf der Autorität eines europäischen 
Fürstenparlamentes und allgemeinen Concils zu begründen. Die 
mit Ludwig XL von Frankreich, als mächtigstem Fürsten der 
Christenheit, hierüber im J. 1464 geführten Verbandlungen schlu- 
gen jedoch fehl. Als aber zu Ende 1466 der römische Stuhl 
Georg mit dem Banne belegte, des Thrones für verlustig erklärte 
und die Vollstreckung dieses ürtheils mit Waffengewalt betrieb, 
namentlich mit Kaiser Friedrich III. und dem Herzoge von Bur- 
gund zu diesem Zwecke in einen Bund trat und auch mit den 
Königen von Ungarn und Polen in dieser Richtung verhandelte, 
nahm Georg, um die drohende Gefahr abzuwenden, von neuem 
Zuflucht zu seinem misslungenen Plane und versuchte nochmals 
mit ihm durchzudringen, nur mit dem Unterschiede, dass er 
jetzt den Angriff* der bewaffneten päpstlichen Coalition mit Hilfe 
eines ebenfalls kriegsbereiten Fürsten bundes abwehren wollte. Die- 
ser Bund sollte die Kronen Frankreich, Böhmen und Polen, dann 
die Fürstenhäuser Sachsen und Brandenburg, sowie mehrere an- 
dere deutsche Fürsten umfassen, und vor Allem einen gemein- 
schaftlichen Krieg gegen Burgund unternehmen. Im Falle des 
Sieges auf seiner Seite gedachte Georg bei den verbündeten 
Fürsten die Berufung eines Concils durchzusetzen, das endlich 
Frieden und Ordnung im Sinne seiner modernen Ideen vermit- 
teln sollte. 

Vor seiner Appellation, die er am 20. April 1467 verkün- 
dete, fertigte er seinen Gesandten an den König von Frankreich 
ab, um diesen für seine Entwürfe zu gewinnen. Ludwig zeigte 



46 

sich dem Projecte geneigt und versprach seine kräftige Mitwir- 
kung zur Kealisirung desselben. Als aber Georgs Bemühungen 
in diesem Sinne bei den nach Pfingsten zu Nürnberg versam- 
melten Reichsfürsten ohne Erfolg blieben, und auch König Lud- 
wig, ehe die nöthigen Vereinbarungen getroffen werden konnten, 
in einen Krieg mit Burgund gerieth, den zugleich ernste Ver- 
wicklungen mit England begleiteten, schwand für Georg von 
dieser Seite jede erspriessliche Theilnahme. Die blutigen Kämpfe 
sodann, in die er kaum nach einem Jahre mit Konig Matthias 
verflochten wurde, zwangen ihn, auf die Durchführung seines 
Projectes zu verzichten und die Rettung seines Thrones blos 
seinem persönlichen Muthe und der Tapferkeit seiner Heere zu 
vertrauen. 

3. Eine Eingabe des Herrn Prof. J. Zahn in Graz mit dem 
Ansuchen um eine Subvention zur Abschliessung seiner Arbeiten 
„über die ehemals Freisingischen Besitzungen in Oesterreich^. 



Selbstrerlag der ktis. Akad. der Wissensohaften in Wi«i. 
Baehdmokerei von Carl Qerold*8 Sohn. 



Kaiserliche Aiiadeiiiie der Wissenschaften in Wien. 



Jahrg. 1867. Nr. XXV— XXVI. 



Sitzung der philosophisch-historischen Cl&sse yom 30. October. 



Der Secretär legt vor: 

1. Eine Abhandlung des Herrn Prof. Dr. Fr. Schulte in 
Prag: „Ueber drei in Prager Handschriften enthaltene Canonen- 
sammlungen^, mit dem Ansuchen des Verf. um Aufnahme in die 
Sitzungsberichte ; 

2. ein Ansuchen des corresp. Mitgliedes^ Herrn Professors 
A. Mussafia in Wien, um eine Subvention behufs der Heraus- 
gabe des Werkes: y^De regimine rectoris^ von Fra Paolino 
Veneto; 

3. ein Ansuchen des in Neisse unter dem Namen ^Philo- 
mathie^ bestehenden literarischen Vereins um Mittheilung der 
akademischen Publicationen ; 

4. ein Ansuchen des Herrn Fr. Meixner^ Directors einer 
Realschule in der Josefstadt, um Mittheilung der akademischen 
Druckschriften ; 

5. ein Ansuchen des Landes-Realgymnasiums in Oberholla- 
brunn um die Publicationen der Akademie. 



Sitzung der philosophisch-historischen Clause vom 6. November. 

Der Secretär legt vor: 

1. Eine Abhandlung des Herrn Prof. Dr. Fr. Müller in 
"Wien: „Beiträge zur Kenntniss der P&li-Sprache H.*', mit dem 
Ansuchen des Verf. um Aufnahme in die Sitzungsberichte; 



48 

2. eine Abhandlung des Herrn Dr. Onno Klopp in Hiet- 
zing: „Leibniz' Plan der Gründung einer Soeietät der Wissen- 
schaften in Wien", mit dem Ansuchen des Verf. um Veröffent- 
lichung in den Schriften der Akademie; 

3. ein Ansuchen des historischen Seminars an der k. k. 
Universität zu Graz um Mittheilung der Scriptores und der Acta 
coneiliorum. 



SelbstTerlag der kais. Akad« der Wissensohaften in Wi«ii. 
Buehdruckerei von Carl Qerold*a Sohn. 



Kaiserliche Aikademie der Wissenseliaften in Wien. 



Jahrg. 1867. Nr. XIVH— XXVm. 



Sitiong der philosophisch-historischen Classe Yom 13. November. 



Der Präsident theilt mit, dass das correspondireude Mitglied 
der kaiserl. Akademie, Herr Joseph Romain Louis Comte de 
Kerckhove-Varent in Mecheln am 10, October 1. J. mit Tod 
abgegangen ist. 

Die Ciasse gibt durch Aufstehen ihr Beileid kund. 



Der Secretar legt vor: 

1. Ein Dankschreiben Sr. Excell. des k. k. Vice - Admirals 
Herrn Baron vonWtillerstorf für seine Wahl zum Ehrenmit- 
gliede der kais. Akademie; 

2. eine Abhandlung des Herrn Prof. Dr. Fr. Schulte in 
Prag: „Ueber die Summa legum des Codex Gottvicensis aus dem 
12. Jahrhundert,^ mit dem Ersuchen des Verf. um Aufnahme in 
die Sitzungsberichte. 



Das w. M. Herr Dr. August Pfizmaier legt eine für die 
Sitzungsberichte bestimmte Abhandluug vor: „Nachrichten von 
den alten Bewohnern des heutigen Corea." 

Die in dieser Abhandlung verzeichneten Nachrichten wurden 
in der grossen wissenschaftlichen Encyclopädie Tai-ping-yü-lan, 
einem zu den Zeiten des Hauses Sung, in dem achten Jahre des 
Zeitraumes Tai-ping-hing-kue (985 n. Chr.) erschienenen Werke, 
aufgefunden. Dieselben reichen bis gegen das Ende des achten 
Jahrhunderts unserer Zeitrechnung und beziehen sich auf die 
Sitten, die Gewohnheiten, die Verfassung und die Geschichte 
der alten coreanischen Völkerschaften und Reiche. 



50 

Von d^n einzelnen Abschnitten, in welche die Abhandlung 
getheilt ist, ist ein jeder einem Hanptreiche^ deren im Ganzen, 
mit Einschluss der im Norden der Halbinsel gelegenen, dreizehn 
gezählt werden, gewidmet. 

Unter diesen und noch vielen anderen Reichen, aus welchen 
das alte Corea bestand, vereinigten sich einige in Folge von 
Eroberung zu grösseren, bei anderen hatten schon ursprünglich 
mehrere zu einem Bunde zusammentretende Volksstämme ein 
gemeinschaftliches Reich gebildet. Noch andere entstanden durch 
Lostrennung von dem Mutterlande. Alle wurden indess wenige 
Jahrhunderte nach Han dem Mittellande, mit welchem sie nicht 
selten in Kämpfe verwickelt wurden, tributpflichtig. 



Sitzimg der philosophisch-historischen Clause yom 27. Noyember. 

Der Seoretär legt vor eine Abhandlung des Herrn Prof. 
Dn H. Brunner in Lemberg: „Wort und Form im altfranz. 
Process^, mit dem Ersuchen des Verf. um Aufnahme in die 
Sitzungsberichte. 

Die vorliegende Abhandlung will ein Seitenstück bieten zu 
den Untersuchungen Sie gel 's über die 'Erholung und VSTan- 
delung im gerichtlichen Verfahren* und über *die Gefahr vor 
Gericht und im Rechtsgang*, welche beide in den Sitzungs- 
berichten (die erste Bd. XLII, 201 ff., die zweite Bd. LI, 120 ff.) 
veröffentlicht worden sind. Sie sucht im Allgemeinen für den 
altfranzösischen Process (welchen der Verf. den 'formalen nennt) 
das Walten derselben Grundsätze nachzuweisen,, deren Geltung 
Siegel in Bezug auf den deutschen Bechtsgang klar gestellt hat. 
Die Hauptergebnisse der Untersuchung lassen sich kurz in Fol- 
gendem zusammenfassen: 

I. Im altfranzös. Process wurde auf die Reden der Streit- 
theile vor Gericht das Princip der stricte^ Wortinterpretation an- 
gewendet. Daa Wort und nicht der Sinn der Rede galt für 
entscheidend. * On juge 'selonc ce qvi est dit^ non paa aelonc Us 
ententiona^ 



51 

n. Ein Formverstoss hatte in der Begel die Niohtigkeit 
der betreffenden Handlang und da eine Wiederholung der ver* 
fehlten Handlung unzulässig war, bei wesentlichen l^ormalaoten 
den Verlust des Processes zur Folge, während die Verletzung 
gewisser anderer Forrnyorschiiften blos bassfällig machte« 

in. Wie im deutschen Gerichtsverfahren durfte das vor 
Gericht gesprochene Wort vom Redner in keinem Falle zurück- 
genommen werden. Wer missesprach {mesparUr^ defaillir de sa 
parole) konnte den Fehler im Worte nicht verbessern, ein Rechts- 
satz, dessen Anwendung auch in der altfranzosischen Poesie eine 
Rolle spielte. 

IV. Das Zusammenwirken dieser Rechtsprincipien schloss 
für die vor Gericht auftretenden Personen keine geringe Gefahr 
in sich. Da die Geltendmachung des Formalismus im Fall eines 
Verstosses, das sogen, prendre ä point, in der Regel dem Gegner 
(bei bestimmten Anlässen dem Richter) anheimgestellt war, bot 
der Rechtsgang der Chicane den weitesten Spielraum. 

V. Die peinliche Anwendung der Wortinterpretation ist für 
das Rechtsleben jener Zeit durch eine Reihe von Rechtsfällen 
festgestellt. Aus ihr erklären sich einzelne wichtige Einrich- 
tungen des altfranzösiscben Processrechtes. 

VI. Die rechtliche Behandlung der Form wird vom Verf. 
an einzelnen Formalacten des Processes dargestellt. Es werden 
die Klage, die Antwort, der Eid, die Formalacte des Zeugen- 
beweises, die Arten der Schelte des Näheren erörtert und an 
ihnen die Anforderungen und Wirkungen des Formalismus zur 
Anschauung gebracht. 

VII. Das strenge Recht des Processes rief die Ausbildung 
von Cautelen hervor, durch die man sich gegen die Gefahren 
desselben zu schützen suchte. Zu den Vorsichtsmassregeln, 
welche den Parteien (mitunter auch den Zeugen) allgemein zu 
Gebot standen, gehört die Zuziehung von Consulenten {conseils) 
und die Bestellung eines Vorsprechers (avantparlier). Letztere 
sicherte der Partei das Recht der Erholung und Wandelung 
{amendement). Wenn der Vorsprecher missesprach, konnte der 
Mündel oder sein Conseil die Rede bessern. Die Geltendmachung 
des ^amendement' war an bestimmte Regeln gebunden, die im 
einzelnen erörtert werden. Das Amendement schloss in der Regel 



52 

den Widerruf der missrathenen Erklärung in sich und dieser 
hatte filr den Vorsprecher Busställigkeit zur Folge. Ausge- 
schlossen war die Erholung beim Eide. Im Zusammenhang mit 
der allgemeinen Abschwäcbung des Formalismus trat jedoch 
später die Zulässigkeit der Besserung des eigenen Wortes ein 
und wurde das Amendement auf den Eidschwur ausgedehnt. 



StlbstverlAfT der kalt. Akad. der Witsraschaften In Wie». 
Buchdruekerei von Carl Qerold's Sohn. 



Kaiserliehe Altademie der Wissensciiaften in Wien. 



Jahrg. 1867. Nr. XXIX— XXX. 



■*«^ 



Sitzunj^ der philosophiseh-kistorisckeD Classe vom 4. December. 



Der Secretär legt vor eine fiir die Sitzungsberichte be- 
stimmte Abhandlung: |,Der präpositionslose Gebrauch des Locals 
in den slavischen Sprachen.^ 

Die Abhandlung hat eine Erscheinung zum Gegenstande, 
welche in den slavischen Sprachen im Laufe der Zeit in immer 
engere Grenzen eingeschränkt wurde, so dass in den lebenden 
Zweigen dieses Sprachstammes der präpositionslose Gebrauch 
des Locals sich nur als eine seltene Ausnahme nachweisen lässt. 
Nach einigen einleitenden Bemerkungen wird zuerst die räum- 
liche, dann die zeitliche und dann die übrigen Bedeutungen des 
Locals erörtert. Ueberall werden Beispiele aus den älteren Denk- 
mälern beigebracht. Vergleichungen mit den urverwandten Spra- 
chen werden zu dem Zwecke des Nachweises der ursprünglichen 
Regel angestellt. 



Sitiimg der pkilosopkisch-kistoriseken (Hasse yom 11. Deeember. 

Der Secretär legt vor: 

1. Ein Dankschreiben des Lehrkörpers des k. k. Josef- 
städter Gymnasiums für die dieser Anstalt überlassenen akade- 
mischen Druckschriften; 

2. eine Abhandlung des Herrn Prof. Dr. Fr. Schulte in 
Prag: ;,Die Rechtshandschriften der Stiftsbibliotheken von Gott- 
weig, Heiligenkreuz, Klostemeuburg, Melk und zu den Schotten 
in Wien, mit der Bitte des Verf. um Aufnahme in die Sitzungs- 
berichte. 



54 

Das w. M. Herr Dr. A. Pfiss midier legt eine ftlr die Sit- 
zungsberichte bestimmte Abhandlung: „Beiträge zur Geschichte 
der Perlen" vor. 

In der vorgelegten Abhandlung werden die in verschie- 
denen alten Schriftstellern enthaltenen Angaben über das Vor- 
kommen, die Verbreitung und Verwendung der Perlen in China, 
ferner einige geschichtliche Ereignisse, welche mit den Perlen in 
Verbindung stehen oder in welchen diese eine Bolle spielen, mit- 
getheilt. 

Die bezüglichen Nachrichten bringen nebst rein historischen 
Thatöächen und Anhaltspunkten för die Feststellung der Gattun- 
gen noch manches Fabelhafte, das jedoch zum Theil mit Wahr- 
heit gemischt, zum Theil den Ursprung »gewisser Benennungen 
-^ erklären geeignet ist. 

Aus den angeführten Stellen geht hervor, dass die in dem 
alten China verwendeten Perlen grösstentheils Fluss- oder Teich* 
perlen gewesen sind, während die den Meeren Corea's und Co- 
chinchina's entstammenden Seeperlen verhältnissmassig selten er- 
wähnt werden. Zu bemerken ist überdies, dass viele Kostbar- 
keiten, welche mit dem Namen „Perlen*' bezeichnet werden, 
eigentlich keine Müschelperlen, sondern mehr oder minder werth- 
voUe Edelsteine und Halbedelsteine gewesen sind« Der von an- 
derer Seite gedachten, angeblich noch in andern Thieren als in 
Muscheln, wie in Fischen und Amphibien, aufgefundenen Perlen 
geschieht übrigens keine nähere Erwähnung. 



Selbstverlag der kais. Akad. der WiMentohaften in Wleu. 
Ruchdroekerei von Carl Qerold't Sohn. 



ANZEIGER 



t)ER KAtSERLICHElf 



AKADEMIE DES WISSENSCHAFTEN. 



tiritOSOPHISCH-HISTOEISCHfe CL^Sfi. 



V. JAHBÖANG. 1868. 



Nr. I— XXIX. 



WIEN, 1868. 

DBUCK VON CARL OBBOLD'S SOHN. 



8BLBSTTEBLAG DER K. AKADXMIB DER WIS8EN80HAFTBN. 



INHALT. 



A. 

Akademie, südslayische, in Agram: Ansnchen mn Schriftentansch. Nr. XVIII, 
Ph 25. 

Albrecht, Erzherzog von Oesterreich, kaiserl. Hoheit, Ehrenmitglied. Nr. I— II, 
p. 1. 

Aqnileja: Daselbst anfgefdndene Mosaik, die Entfuhrong der Europa dar- 
stellend. Nr. XV—XVn, p. 20. 

Aschbach, Joseph, w. M.: Die früheren Wanderjahre des Conrad Celtes 
und die Anfänge der von ihm errichteten gelehrten Sodalitäten. Nr. XXI, 
p. 32—34. 

B. 

Baeyer, Johann Jacob, c. M.: AUerhöchte Oenehmignng der Wahl desselben. 

Nr. XXI, p. 29. 
Behrnaner, Walther Friedrich Adolf: Programm zu einer Heransgabe von 

photographirten arabischen, persischen und türkischen Texten. Nr» VUI 

bis IX, p. 10. 

— Notizen zu dem zu publicirenden orientalischen Album. Nr. XHI — XIV, 
p. 15. 

— - Beiträge zur Geschichte Venedigs im 16. und 17. Jahrhundert. Nr. XTTT 

bis XIV, p. 15. 
Berg er, Job. N. : Notification seines Amtsantrittes als k. k. Minister. Nr. I— H, 

p. 1. 
Biedermann, G.: Kant*s Kritik der reinen Vernunft und die Hegersche Logik 

in ihrer Bedeutung für die Begriffswissenschaft. Nr. XXV— XXVI, p. 41 

bis 42. 
Bochnia: Ansuchen des Gymnasiums daselbst mn die akademischen Schriften. 

Nr. XVin, p. 25. 
Böhmen: Regesten des römischen Königs Wenzel. (Erste Abtheilung. 1361 

bis 1386.) Nr. I-II, p. 1. 

— Ansuchen des Vereins für Geschichte der Deutschen in Böhmen um aka- 
demische Druckschriften. Nr. VI — VII, p. 7. 

— Geschichte der böhmischen Finanzen von 1526—1618. Nr. XV— XVH, 
p. 20. 

— Ansuchen des böhmischen Landesarchivs zu Prag, Nr. XXIV, p. 40. 

— Das Archiv der Stadt Eger. Nr. XXVH, p. 46* 



BQgili^y Baldusßare: Letter ^ pqlitkhe dt Stefano Qradi qÜa tepuhkUi^ di Rar 

g^8a (1642—1683). Nr. HI-V, p. 3. 
^oU^r» 4°to9) V* V-' Qie LiqgQistik ui^d ^tl^nqgraphie betre^nde Be^tr$ge 

^n /^nQr ms^QnscIfaftlicbQa iQ^tractipi^ fiir ^q 09^|atiscl^e Expedition. 

^r. ?:ix— ]?:?, p. 27. 

^ pie Präfixe iifit vgcalischeii^ und gi;tturaleiQ Anl^^te U^ 4ßQ e^sylbigeif 

ßpraQ^en. Nr. ^Xf, p. 32. 
Bolza, 6. B.i J^eftrag zan^ Stadiuip d^r gallo-^taliscbeii £k|a)eote. ^f. Xllf 

Ms'^JfY, p. 16. 
B9114, Amf, ly. M., und JVan? Ritter y, Hi^iier, w. M.: Vftrag ^i;f ^erausr 

gi^bß ep^ef patalogs der Bibliothek def lca|&i. ^^aden^e. Nr. }(IU-- ^IV, 

p. 15. 
Biir^bard, ^arl: Siehe M|nistßf^um fiir pi^ltns liud l^ifterricht« 

C. 

Oamesina, Albert: Pantttdin^ ^n Weinhf^U9S tq°( Jahre 1585, Nr« XXV 

bis XXVI, p. 41. 
CapQ d*I Stria: Ansncbeu des dortigen Gyn^nasimus. Nr. X^VII, p. 45. 
Chiua: Reichthmn und Armuth in dem alten — . Nr, in — V, p. 3 — 4. 

— Beiträge zur GteschicUte def ^deUteine und des Goldes in Ohinm Nr. VIII 
bis IX, p. 10—11. 

'T' Geschichtliches über einige Seelenznstände tind Leidenschaften (^er Be? 
nyql^net Oh|na*s). Nr. XIII-XIV, p. 16-17. 

— Zur Qeschicbte der alten Metalle (in China). Nr, XXI, p. 31—32, 
Cblebik, Fran^: pie Mathematik dor dei^tsphen Philosophie. Nr, HI— Y, p. 3, 
Qorpus scriptorum ecclesiasücorum Uuinorum, Nr. XXI, p. 31. 
Pi^r^toriuiif) der ^ais. 4^^^™^® ^^ Wissenschaften; Erl^ss, die allerhöchste 

j^mennuu^ und bea^iehungsweise G^iiefmiig^g der vQn der Ak^emie nei| 
gewählten Mitglieder betreffend. Nr. XXI, p, 29. 
jCzerwenka.p B.: pankspl^peitfen. Nr. X^Xfl^ p^ 14* 

D. 

Dpthier, P, A«: Sierrh^pos^ tn/i rapport düailU *W ^ne conf&enee tenuf dti^n$ h 
Syüogos grec de Oor^tantinople le $ mors 1868 eoneemant une iiucription 
grecque midite (fun peuph aaty,re laeustre. Nr^. VIII— IX, p. 10, 

peutschland: Fra^men^ stur Geschichte Kaiser KarVs yi. Nr. XXII-r-^XIp, 
p. 35. 
-:- ipie Öorrespondenz des Grafen Stefan Kinsky i^us den Jahren 17291 

bis 1732. Nr. XXII-XXI^, p. 35 j ^v. XXVII, p. 45. 
T— Die diplomatische Gorrespondenz des Grafen Johann Wenzel G alias, 
ki^serl. Gesandten in London und Un Haag während des spanischen ^\\c-. 
cessipnskrieges. Nr. XXVII, p. 45^ 

pudik, Bed^ fVBß\z, c. ^,: Ueber Ablasstafbln, Nr. Vm— IX, p. 9. 

— Preussen ii^ Mäh^n 1742. Nach gleichzeitigen Aufzeichnungen^ Nr. X 
bis Xn, p. 13. 

-r- Geschichte des Benedict^ne^stiftes Baygern im Markgrafthum Mähren. 

Nr. Xm— XIV, p. 15. 
7- Statuten des MetropoUteu yon Prag, AmoSt von Pardubitz, für den Bischof 

und das Capitel von Olmütz um das Jähr 1349. Nr. XXII— XXm, p. 36. 



F. 

F ick er, Jalias, w. M.: Zur Geschichte des Lombardenbundes. Nr. XXIV, p. 39 
bis 40. 

Finanzministerium, k. k.: Notification ülier die von Sr. k. k. Apost. Ma- 
jestät der deutschen Nordpol-Expedition gewährte Unterstützung. Nr. XXI, 
p. 30. 

Fitzinger, Leopold Joseph, w. M.: Versuch einer Geschichte des alten nieder- 
österreichischen Landhauses. Nr. XXI, p. 31. 

Frankreich: Iter gallicum. Nr. XVm, p« 23. 

Frisch, K.: Die deutsche Rechtschreibung. Nr. XV — XVII, p. 19. 

Gindely, Anton, c. M. : Geschichte der böhmischen Finanzen von 1526 — 1618. 
Nr. XV- XVII, p. 20. 

— Ansuchen. Nr. XXIV, p. 40. 

Giskra, K.: Notification seines Amtsantrittes 4ils k. k. Minister des Innern. 
Nr. I— n, p. 1. 
~ Zuschrift, betreffend die Unterstützung der deutschen Nordpol-Expedition. 
Nr. XVIII, p. 23. 

— Note, betreffend die Ueberlassung von akademischen Druckschriften für 
die ostasiatische Expedition. Nr. XIX — XX, p. 27. 

Goehlert, J. V.: Gabriel Salamanca's Grafen zu Ortenburg Gesandtschafts- 
berichte über seine Sendung nach England. Nr. XXIV, p. 40. 

Gomperz, Theodor, c. M.: Allerhöchste Genehmigung der Wahl desselben. 
Nr. XXI, p. 29. 

— Dankschreiben. Nr. XXI, p. 30. 

Gottschee: Ein Ausflug nach — . Beitrag zur Erforschung der Gottschewer 

Mundart. Nr. XV— XVII, p. 20—22. 
Gradl, Heinrich: Ueber die zwei altdeutschen Spruchdichtermeister Spervogel. 

Nr. XVIII, p. 25. 

— Der ältere Spervogel, der jüngere Dichter. Nr. XXI, p. 31. 

Gr8z: Ansuchen des akademischen Lesevereins daselbst. Nr. XIII — XIV, p. 16. 
Griechenland: Geschichte des Abfalls der Ghnechen vom türkischen Reiche. 

Von Anton Freiherrn v. Prokesch-Osten. Nr. Vni-IX, p. 9. 
Gjmnasium der P. P. Piaristen in der Josephstadt in Wien : Ansuchen. Nr. XXII 

bis XXni, p, 35. 

— k. k. zu Hörn: Ansuchen. Nr. XXV— XXVI, p. 42. 

— k. k. zu Capo d'Istria; Ansuchen, Nr. XXVII, p. 45, 



Hahn, Georg v.: Keise durch die Gebiete des Drin und Wardar. Nr. VI— VII, 
• p. 7. 

Hai, Paul: Preis-Legat. Nr. XHI— XIV, p. 15. 

Handelsministerium, k. k.: Note betreffs der Uebertragung der Leitung 
des commerciellen und wissenschaftlichen Dienstes bei der ostasiatischen 
Expedition an Herrn K. v. Scherz er. Nr. XXI, p. 30—31. 

Hartel, Wilhelm: Ansuchen um eine Subvention zu einer Beise im Interesso 
der Kirchenväter-Commission. Nr. XIX— XX, p. 28. 



Hartel, Wilhelm: Gewährung von Erleichterung bei Benützung der franzö- 
sisehen Bibliotheken. Nr. XXI, p. 29. 

— Corpus scriptorum eccleaiasticorum latinorum. Vol. III, pars I. S. Thasc 
Caecili Cypriani opera omnta. Nr. XXI, p. 31. 

Harz-Verein für Geschiebte und Alterthnmskunde : Ansuchen. Nr. XXVII, p. 4 5. 

Hauer, Franz Bitter von, w. M. , und Ami Bou6, w. M.: Antrag auf Heraus- 
gabe eines Cataloge der Bibliothek der kais. Akademie. Nr. XIU— XIV 
p. 15. 

Haus lab, Franz Bitter v«, c. M. Nr. I-«n, p. 1. 

Hering, Ewald, c. M, : Allerhöchste Genehmigung der Wahl desselben. 
Nr. XXI, p. 29. 

Höfler,. Constantin, w. M.: Begesten des römischen Königs Wenzel. (Erste 
Abtheilung. 1361—1386.) Nr. I— II, p. 1. 
^- Die Besultate^ der Vergleichung eines Domcapitelsdien Codex des Carmen 
occulti autoris mit der vom Verf. herausgegebenen Handschrift des Uni- 
versitÄts-Bibliotheks-Codex. Nr. I— H, p. 1—2. 

— Fragmente zur Geschichte Kaiser KarPs VI. Nr. XXII— XXIII, p. 35. 

— Anfrage betreffend die Oorrespondenz des Grafen Stephan Kinsky von 
Paris, 1729—1732. Nr. XXII— XXIII, p. 45. 

— Die Correspoodenz des Grafen Stephan Kinsky aus den Jahren 1729 — 1732. 
Nr. XXVII, p. 45. 

•^ Die diplomatische Oorrespondenz des Grafen Johann Wenzel G alias, 

kais. Gesandten in London und im Haag während des spanischen Suc- 

cessionskrieges. Nr. XXVII, p. 45. 
Hofbibliothek, k. k. : Ausfolgung einer Handschrift an Herrn Prof. Dr. K. 

Schenkl. Nr. XXI, p. 30. 
Hörn, Ansuchen der Direction des^Untergymnasiums zu — . Nr. XXV — XXVI, 

p. 42. 
Hub er AI.: Das Grab des heil Bnpert. Nr. III— V, p. 4. 

I— J. 

Instituut, KoninkHjk, voor de taal-, land«- en volkenkunde TOn Nederlandftch- 
Indie: Ansuchen um Schriftentaiisoh« Nr. XVUI, p. 25. 

Italien: Darstellung der altmailSndisch^n Mundart nach Bonvesin*)! Schriften. 
Nr. X-^XII, p. 13. 
^- Neue Ausgabe von Poggio*s Werken. Nr. X-XII, p. 14. 

— Beitrag zum Studium d^ gallo-italischen Dialecte. Nr. XIII — XIV, p. 16. 

— Zur Geschichte des Lombardenbundes. Nr. XXIV, p. 39—40. 

— StU testo del tesoro di Brunetto Latini, Nr. XXVIII — XXIX, p. 47 — 49. 
Jahn, Otto, c. M.: Ersuchen, eine Zeichnung der Aquilejenser- Mosaik „Die 

Entführung der Europa" anfertigen zu lassen. Nr. XV— XVII, p. 20. 

— Schreiben über denselben Gegenstand. Nr. XXI, p. 30. 

Janko, W. Edler v.: Ansuchen um eine Subvention zur Herausgabe seines 
Werkes: „Das Leben des k. k. Feldmarscfaalls Gedeon Ernst Baron ▼. 
Loudon.« Nr. XV- XVII, p. 20. 

Japan: DerAlmanachderkleinbambusfarbigen Schalen. II. Abtheilung. (Schluss.) 
Nr. XXVn, p. 46. 

Jülg, Bernhard: Mongolische Märchensammlung. Nr. XIX — XX, p. 27. 



VII 



Kanitz, F.: Ansuchen nm eine Subvention zu einer wissensehaftUchen Berei- 

sttng des Gebietes zwischen Lom, Nikopolis, Lovd2», Samokovo, Sofia 

und Pirot. Nr. XV— XVH, p. 19. 
Earajan, Theodor Gkorg t., w. M. und Präsident der Akademie: Bericht 

über die Thfitigkeit der historischen und der Conciliencommission in der 

Zeit vom 1. Juni 1867 bis 20. Mai 1868. Nr. XIH— XIV, p. 16. 
Kiepert, Heinrich: Karte zu G. v. Hahn*s ^Beise durch die Gebiete des Drin 

und Wardar." Nr. VI— VII, p. 7. 
Knoblecher, Provicar und Missionär: Dessen Beise- Journal. Nr. I— II, p. 2. 
Kopetzky, Fr.: Zur Geschichte und Genealogie der Pi^emysUdischen Herzoge 

von Troppau. Nr. X— XU, p. 14. 
Krain: Ein Ausflug nach Gottschee. Beitrag zur Erforschung der Gottschewer 

Mundart. Nr. XV— XVII p. 20—22. 
Kürschner, Franz: Das Archiv der Stadt Eger. Nr. XXVII, p. 46. 

L. 

m 

L am bei, Hans: Bericht über die Resultate der in Oberösterreich unternom- 
menen Weisthümerforschungen. Nr. XXVIII — XXIX, p. 50. 

— Ansuchen. Nr. XXVIII— XXIX, p. 50. 

Leipzig: Ansuchen der akademischen Lesehalle daselbst um die .Schriften der 
Akademie. Nr. XVIII, p. 25. 

Lepsin 8, Bichard, Ehrenmitglied: Allerhöchste Genehmigung der Wahl des- 
selben. Nr. XXI, p. 29. 

— Dankschreiben. Nr. XXI, p. 30. 

Leseverein, akademischer , in Graz: Ansuchen. Nr. XIII— XIV, p. 16. 

Letteris, Max: Sicaron Basepher^ Memoiren, ein Beitrag zur Literatur- und 
Culturgeschichte im 19. Jahrhundert. Nr. X— XII, p. 14. 

Lionville, Joseph, Ehrenmitglied: Allerhöchste Genehmigung der Wahl des- 
selben. Nr. XXI, p. 29. 

Liske, Xaver: Der türkisch-polnische Feldzug im J. 1620. Nr. XV— XVH, 
p. 19. 

Lom: Siehe Türkei. 

Lovd2a: Siehe Türkei. 

Lund, Universität: Einladung zu dem zweihundertjährigen Jubiläum derselben. 
Nr. VI— VII, p. 7. 

Luschin, Arnold: Zur österreichischen Münzkunde des XIH. und XIV. Jahr- 
hunderts. Nr. XXV— XXVI, p. 42—43. 

M. 
Mähren: Preussen in — ,1742. Nach gleichzeitigen Aufzeichnungen. Nr. X — XII, 
p. 15. 

— Geschichte des Benedictiner-Stiftes Kaygern im Markgrafthume Mähren. 
Nr. Xni-XIV, p. 15. 

Mairhofer, Theodor: Urkundenbuch des Augustiner-Chorherrenstiftes Neustift 

bei Brixen. Nr. XXI, p. 31. 
Meiller, Andreas v., w, M.: Ueber das von Anselm Schramb (1702) und 

QieronymuB Pez (1721) veröffentlichte Breve Ckronicon Austriacum auctore 



VIII 

Conrado Wizzenberg abbate Melltcense. Nr. III — V, p. 4—5; Nr. VI — VII, 

p. 7; Nr. VIII— IX, p. 10. 
Miklosich, Franz Bitter v. , w. M. nnd Secretär der plulo8.-histor. Classe: 

Ueber den Äccusativus cum infiniiivo» Nr. XXVII, p. 46. 
Ministerium, k. k., des Aeussem: Note, betreffend die Benützung der franzo- 

si8chen Bibliotheken durch Herrn Dr. W. Hartel. Nr. XXI, p. 29. 

— für Cultus und Unterricht: Mittheilung der Druckschrift: „TreaUse on the 
adoption and formation of an universal language by W. Goerggs. London, 
s. a." Nr. XV-XVII, p. 20. 

— — Note, betreffend die Unterstützung einer Sanskritarbeit des Herrn 
K. Burkhard. Nr. XXI, p, 30. 

— — Mittheilung eines Ansuchens des k. k. Gymnasiums zu Capo d^Istria. 
Nr. XXVn, p. 45. 

Müller, Friedrich, c. M.: Allerhöchste Genehmigung der Wahl desselben. 
Nr. XXI, p. 29. 

— Der Verbalausdruck im semitischen Sprachkreise. Nr. XXVU, p. 46. 

— Beiträge zur Kenntniss der Päli-Sprache. III. Nr. XXVIII— XXIX, p. 49. 
Münch, Eligius Freiherr v., w. M.: Antrag auf Druck des dritten Bandes der 

Tabulae codicum manu scriptorum, in bibUotheca palaUna Vindobanensi asser- 
vatorum. Nr. XTH — XIV, p. 16. 
Mussafia, Adolf, c. M.: Zur rumänischen Vocalisation. Nr. VI— VII, p. 7. 

— Darstellung der altmailändischen Mundart nach Bonvesin^s Schriften« 
Nr. X-XII, p. 13. 

— Fra Paolino de regimine rectoris. Nr, XIX — XX, p. 27. 

— Sul testo del tesoro dl Brunetto Latini. Nr. XXVIII— XXIX, p, 47—49* 

Nederlandsch-Indie: Siehe Institnut. 
Neufelden: Pantheiding vom Jahre 1523. Nr. XXI, p. 31. 
Neustift: Siehe Tirol. 
Nieder-Oesterreich: Siehe Oesterreich. 
Nikopolis: Siehe Türkei. 

Nordpol-Expedition, deutsche : Einladung zu Beiträgen für dieselbe. Nr. XV, 
bis XVn, p. 19. 

— Zuschrift des k. k. Ministers des Innern, die deutsche Nordpol- Expedition 
betreffend. Nr. XVm, p. 23. 

— Dankschreiben des Herrn Dr. A. Petermann für den zu dieser Expe- 
pedition bewilligten Beitrag. Nr. XXI, p. 30. 

— Unterstützung derselben durch Se. k. k. Apost. Majestät. Nr. XXI, p. 30. 

o. 

Oestereich, Erzherzog^hum : Breve Chronicon Äustriacum, auctore Conrado Wiz- 
zenberg ^ abbate Melltcense. Nr. HI— V, p. 4 — 5; Nr. VI — VII, p. 7; 
Nr. Vm— IX, p. 10. 

— Versuch einer Geschichte des nieder-österreichischen Landhauses. Nr. XXI, 
p. 31. 

— Pantheiding von Neufelden 1523. Nr. XXI, p. 31. 

— Ansuchen der n.-ö. Landesrealschulc 2u Waidhofen an der Ybbs. Nr, XXIV, 
p. 40. 



IX 

Oesterreich, ErzhepzogÜium : PantXding au Weinhaufis vom J. 1585, Nr. XXV 
bis XXVI, p.. 41. 
—T Ansuche^ der DiFectloq 4ßs k. k. Untopgymniisiiims zu Hörn. Nf. XXV 

bis ^VI, p. 42. 
-^ Zur österreichischen Münzkunde des^ yiTT. vmd XIV. Jahrhunderte, 
Nr. XXV— XXVI, p. 42-43, 

— Bericht ttber die im Auftrage der kais. Akademie in Oberösterreich to^ 
gei^qn^^enen "^yeisthümerfqrechi^ngen. Nr. XXViU — ^XIX; p. 50. 

p, 

Panthaidang: Siehe Weisthümev. 

Pet^vman^i A** Pan]c8cl|reihen. Nr. X^, p. 30. 

JPßtz, A, Freiherr ▼. : Einladung zur Mittheilung etwaiger Wiinsohe und Bathr 

schlage für die ostasiatische EJxpedftion. Kr. XXJ, p. 31* 
Pfeiffer, Franz, w. M. : Vorschlüge von Preisaufgabeu fi^r ^en tqQ Herrn 

P«ul ^al legirtep Preis. Nr. XD[I-?^1V, p. 15. 

— Anzeige von dessen Ableben. Nr. XV— XVH, p. 19, 

JPfizmaißr, August, w« M.: Relchthum und Armutl) in dem i^^ten China. Nr. HI 

bis V, p. 3—4. 
TT Beiträge zur Qeschichte der Edelsteine r^nd des Gol4es. Nr. Vin — IX, 

p. 10—11. 
r- Geschichtliches über einige Seelenzustände und Leidensohfifteu. Nr* ^^ 

bis XIV, p. 16-17. 
rr- Die (ii^guist^k und Ethnographie betreffende Beiträge zu einer wisseur 

schriftlichen fnstruction (wp die pstasiatisebe Expedition. Nr. XIX — XX, 

P. 27, 

— Zur Geschichte der alten MetaUe. Nr. XXI, p. 31—32. 

— Der Almanach der kleiubambusfarbigep ^chc^len. ^. ^^btl^eilung;. (I^pl^luss.) 
Nr. X^Vn, p. 46. 

Pirot: Siehe Türkei. 

Polen: Der türkisch-polnische Feldzug im Jahre 1620. Nr. XV-r-XVII, p. lä. 
I^opu Florentinu, Job.: Der psychische Itiloment {n der Sprachlautverände-: 
rung. Nr. XVHI, p. 24. 

— Zur Sprachphilosophie. Nr. XXVIII -XXIX, p. 49, 

Probst, JiK^ob; Ansnc^en uxn e;ne Subvention zur Herausgabe seiner „Qe-r 
schichte der Universität zu Innsbruck." Nr* ^^ — ^V", p. 15.. 

— Dankschreiben. Nr. XXI, p, 30. 

Prpkesch-Osten, Anton Freiherr v., w. M. ; Geschichte des Abfalls der 
Griechen yoni türkischen Reiche im Jahre 1821 und der Gründnng des 
hellenischen Königreiches. V. und VI, Band. Wien, ^867 ; 8", Nr. VHI— XX, 
p. 9. 

PülzUtorff, de« Gerichte« ^ ^hehaf t. N^. ^^V^ p. 40, 

Pag US a: Lettere poiitiohe cH Steßino Gradi cUla repukblica dt -r (lCi42 — 1683)^ 

Nr. m— V, p. 3. 
flanke, Leopold v., Ehrenmitglieds Allerhöchste Qenel^migung der WaU des^ 

selben, Nr. XXI, p. 29. 

— Pankschreiben. Nr. 3^X1, p, 30. 



Büling, Karl Eugen Frd. ▼.: Ansuchen um Prüfung des Werkes ,)Die deut- 
sche Rechtschreibung** von Herrn K. Frisch. Nr. XV— XVII, p. 19, 

S. 
Salzburg: Note des k. k. Landespräsidenten in — , und Uebermittelung von 
Weisthümer-Documenten. Nr. VI — VII, p* 7. • 

— Keltische Namen im Verbrüderungsbuche von St. Peter in Salzburg. 
Erster Theü. Nr. Vm— XIV, p. 16. 

Samokovo: Siehe Türkei. 

S c h e n k 1 , Karl, w. M : Allerhöchste Ernennung desselben zum wirklichen 
Mitgliede der kais. Ahademie der Wissenschaften. Nr. XXI, p. 29. 

— Ausfolgung einer Handschrift an denselben aus der k. k. Hofbibliothek. 
Nr. XXI, p. 30. 

— Dankschreiben. Nr. XXII— XXIH, p. 35. 

Scherzer, Karl Ritter v.: Uebertragung der Leitung des commerciellen und 
wissenschaftlichen Dienstes bei der ostasiatischen Expedition an denselben. 
Nr. XXI, p. 30—31. 

Schiller-Denkmal-Comit6: Subscriptions-Einladung. Nr. XV— XVII, 

p. 20. 
Schleicher, August, c. M.: Anzeige von dessen Ableben. Nr. XXVIII 

bis XXIX, p. 47. 
Schröder, Richard: Panthaidinge von Eberstorf und Wildenhag. Nr. XXVIII 

bis XXIX, p. 60. 
Schröer, K. J.: Ein Ausflug nach Gottschee. Beitrag zur Erforschung der 

Gottschewer Mundart. Nr. XV— XVTI, p. 20—22. 
Schulte, Fr.: Iter gallicum. Nr. XVIII, p. 23. 
Sickel, Theodor, c. M.: Acta Carolinorum, Nr. VUI — IX, p, 9. 
Siegel, Heinrich, w. M.: Herrn Dr. H. LambeTs Bericht über die Resultate 

der im Auftrage der kaiserl. Akademie in Oberösterreich unternommenen 

Weisthümerforschungen. Nr. XXVHI— XXIX, p. 50. 
Society, The American Oriental: Publicationen derselben und Ansuchen um 

Schrifl^ntausch. Nr. XXVHI- XXIX, p. 50. 
Sofia: Siehe Türkei. 
Spanien: Die diplomatische Correspondenz des Grafen Job. Wenzel G alias, 

kais. Gesandten in London und im Haag während des spanischen Suc- 

cessionskrieges. Nr. XXVII, p. 45. 
Stadimayer, Karl: Ansuchen um Erklärung einer Inschrift. Nr.X — XII, p, 14. 
Stark, Franz : Keltische Forschungen. I. Keltische Namen im Verbrüderungs- 
buche von St. Peter in Salzburg. Erster Theil. Nr. XIH— XIV, p. 16. 
Steiermark: Ansuchen des historischen Vereins für — . Nr. X — XII, p. 13. 

— Ansuchen des akademischen Lesevereins in Graz. Nr. XIH — XTV, p. 16. 
Strobl, Joseph: Ueber Heinrich von Neustadt. Nr. VIII— IX, p. 9; Nr. XXI, 

p. 31. 

T. 

T ab ulae codicum manu scriptorum praeter graecos et orientales in bibliotheca pa' 
latina Vindobonensi tuservatorum. Vol. II, Nr. XIH — XIV, p. 15. 

— Antrag auf den Druck des dritten Bandes der Tabulae codicum manu 
scriptorum etc. Nr, XIII — XIV, p. 16. 



XI 

Tegetthoff, Wilhelm Ritter ▼., Ehrenmitglied: Allerhöchste Genehmigang 

der Wahl desselben. Nr. XXI, p. 29. 
Tirol: Geschichte der UniversitSt zn Innsbruck. Nr. XIII-^XIY, p. 15. 

— Lnsemisches Wörterbuch. Nr. XVIII, p, 25. 

— ürkundenbuch des Augustiner Chorherrenstiftes Neustift bei Brixen. 
Nr, XXI, p. 31. 

Todesanzeigen: Nr. XV— XVII, p. 19; Nr. XXVni— XXIX, p. 47. 
Tomaschek, Wilhelm: Ueber BrmnaUa und Bosalia, nebst einem Excurse 

über den hessischen Volksstamm. Nr. XXIV, p. 40. 
T r p p a u : Zur Geschichte und Genealogie der Fi^emyslidischen Herzoge von — . 

Nr. X-XII, p. 14. 
Türkei: Geschichte des Abfalls der Griechen vom türkischen Reiche. Von 

Anton Freiherm v, Prokesch-Osten. V. und VI. Band. Nr. VIII 

bis IX, p, 9. 

— Der türkisch-polnische Feldzug im Jahre 1620. Nr. XV— XVII, p. 19. 

— Bereisung des Gebietes zwischen Lom, Nikopolis, Lovdza, Samokovo, 
Sofia und Pirot. Nr. XV— XVII, p. 19. 

V. 

Vahlen, Johann, w. M.: Laurentii Vallae opuscula tria: I. Oratio L, V, 
habita in principio sui studii die XVIIL octobris MCCCCLV (nach cod. 
Marc. XI, 77); II. De professione religiosorum diodogus (nach cod. Urbin. 
595); III. Traductio Demosthenis pro Ctesiphonte (nach cod. Urbin. 337). 
Nr. I— II, p. 2. 

— Ueber Francesco Poggio und dessen Werke. Nr. X — XII, p. 14. 

— Ansuchen um eine Handschrift aus der Triester Stadtbibliothek. Nr. XV III, 
p. 25. 

Varnh'agen, Chevalier Francisco Ad. de: SulV importanza per la storia delle 
scoperte marittime d^ un opera inedita del Cosmogra/o A Ion so de Santa 
CruZf esisiente neüa Biblioteca Imperiale di Vienna, Nr. XXU — XXIII, p. 37 
bis 38. 

Verein für Geschichte der Deutschen in Böhmen : Ansuchen um akademische 
Druckschriften. Nr. VI -VII, p. 7. 

— historischer, für Steiermark: Ansuchen. Nr. X — XII, p. 13. 

W. 

Waidhofen an der Ybbs: Ansuchen der Landesrealschule zu — Nr. XXIV, 

p. 40. 
Weber, Ritter von E b e n h o f , Philipp : Notification von seinem Amtsantritte. 

Nr. XXI, p. 29. 
Weinhauss: PantSding zu — vom Jahre 1585. Nr. XXV— XXVI, p. 41. 
Weisthümer, österreichische : Nr. VI— VH, p. 7; Nr. XXI, p. 31 ; Nr. XXIV, 

p. 40; Nr. XXV -XXVI, p. 41; Nr. XXVIII— XXIX, p. 50. 
Werner, C. : „Geschichte der katholischen Theologpie. Seit dem Trienter Concil 

bis zur Gegenwart. München 1868," und „Geschichte der neuzeitlichen 

christlich - kirchlichen Apologetik. Schaffhausen 1867." Nr. XV— XVII, 

p. 20. 



XII 

W i 1 m a n n s, August: Nene Aüsguhe von Poggio*8 Werken. Nr. X — XXij p, I4j 

— Dankschreiben. Nr. XXI, p. 30i 
Wocel, Jokann Erasiüns; e. M«: Ansuchen um Druckschriften. Nr. VI — VII. 
p. 7. 

Z. 

Zingerle: Xgnaz V<, 6. Mr. Lttsefnisches Wörterbuch. Nr. XVIII, p. 25. 
^^ Ansuchen um eiiiie Subtrentiön zur Herausgabe seines j^LusemischeB' 
Wörterbuches.« Nr. XIX-^XX, p. 27. 



Kaiserliehe Aliadeiuie der Wissenseliafleii in Wien. 



Jahrg. 1868. Nr. I— ü. 



Sitzung ier philosopliiscli-kistoriscken Classe im 8. Jlnner. 



Se. Excellenz der k. k. Minister des Innern, Herr Dr. Giskra 
und Se. Excellenz der k. k. Minister, Herr Dr. Berg er, eroffnen 
der kais. Akademie, dass sie das ihnen von Sr. k. k. Apostol, 
Majestät allergnädigst übertragene Amt am 1. Jänner L J. ange- 
treten haben. 



SitKong der pliilosoplikk-liistoriscliea (Hasse Tom 15. Jtaiier. 

Se. kais. Hoheit der durchlauchtigste Herr Erzherzog Al- 
brecht, als Ehrenmitglied der kais. Akademie, beehren, in Be- 
gleitung Sr. Excellenz des Herrn k. k. Feldzeugmeisters Bitters 
V. Hauslab, die Sitzung mit Ihrem hohen Besuche. 



Der Secretär legt vor: 

1. Eine Abhandlung des w. M. Herrn Prof. Dr. C. Hofler 
in Prag: ,, Regesten des romischen Königs Wenzel. (Erste Ab- 
theilung. 1361-1386.)« 

Diese Regesten enthalten die Zeit der Kindheit, in welcher 
aber K. Karl bereits auf der wenigstens formellen Betheiligung 
Wenzels an den politischen Angelegenheiten bestand; die Unter- 
handlungen^ um Wenzels Wahl zum römischen Konig durchzu- 
setzen ; die Regierung neben und unter dem Vater und die mass- 
gebenden acht ersten Jahre der Alleinregierung des jugendlichen 
Fürsten, bis zu dem Momente, in welchem die Vorbereitungen 
zu der Fürstenverschworung des Jahres 1400 getroffen wurden. 

2. Eine für die Sitzungsberichte bestimmte Abhandlung des- 
selben: „Die Resultate der Vergleichung eines Domcapitelschen 



Codex des Ccanndn oeculti auttyris mit der vom Verf. beraoige- 
gebenen Handschrift des Universitäts-Bibliotheks-Codex*" Beide 
differiren in Bezog auf die Zahl der Verse wenig, sehr viel aber 
in Betreff von Zusätzen, Weglassungen, Noten und Leaeartcm. 
Alle diese^ Verechiedenheiten werden von dem B eri ob te r ato tt e r 
vorgelegt, 

3. Das in fratnzosisoher Sprach» id)ge£ft88te Beisejoumal des 
verstorbenen Provicars Dr. Knoblecher, welches von dem Co- 
mite des Marienvereines zur Beförderung der katholischen Mis- 
sion in Central- Afrika der kais. Akademie zur beliebigen Ver- 
fügung überlassen wird. 



Das yf\ ii. Herr Prof. Dr. J. Vahlen legte zum Abdrnck 
in den Sitzungsberichten vor: Laurentü Vallae opuseula tria: 
I. Oratio L. V. habita in principio sui studii die XVIIL octobris 
MCCCCLV (nach cod. Marc. XI, 77); IL De profesdone religio^ 
sorum dialogiis (nach cod. Urbin. 595) ; IH. Traductio Demosthenis 
pro Ctesiphonte (nach cod. Urbin, 337). 



Selbstverlag der kais. Akad. der Wissenschaften In Wien. 
Bnchdrtiei^M-ei Vö« ^krX Qerold*s 8oha. 



Kaiserliche Akadeiuie der Wissenschaften in Wien, 



Jahrg. 1868. Nr; m— V. 



"v* 



Sitiimg der pkilosopliiseh-kistorisclieii Classe Toin 23. Jinner. 



Der Secretar legt vor: 

1. Von Herrn Fr. Chlebik in Jaroslaa eine Abhandlung: 
^Die Mathematik der deutschen Philosophie^, mit dem Ersuchen 
des Verfassers um Aufnahme in die Schriften der Akademie oder 
um eine Subvention; 

2. voi\ Herrn Dr. B. Bogiäic in Wien eine Abliandlung: 
jfLettere politiche dt Stefano Gradi alla repubblica di Ragusa (1642 
— 1683), mit der Bitte des Einsenders um Aufnahme in die 
Schriften der historischen Commission. 



Sitzung der philosophisch-historisclien Classe vom 5. Februar. 

Das w. M. Herr Dr. August Pfiz maier legt eine fiir die 
Sitzungsberichte bestimmte Abhandlung vor: ,,Reichthum und 
Armuth in dem alten China. ^ 

Die vorgelegte Abhandlung enthält eine Reihe seit den äl- 
testen Zeiten bis zu dem Hause Sung vorkommender denkwürdiger 
Beispiele von Reichthum und Armuth, wobei nicht allein Begriff 
und Ausdehnung, sondern auch die Ursachen der beiden hier 
genannten Zustände erläutert werden. 

Die Grosse des Reichthums wurde damals allgemein nach 
Zehntausenden oder nach Pfunden berechnet. Ein Pfund Goldes 
hat nämlich den Werth von zehntausend Kupfermünzen, eine 
Schätzung, die übrigens nur als eine beiläufige zu betrachten ist, 
da zu verschiedenen Zeiten auch eine grössere oder geringere 
Anzahl Kupfermünzen einem solchen Werthe entsprach. 



In den Fällen, in welchen Pfunde wirklichen oder gelben 
Goldes erwähnt werden^ soll, nach der Meinung Einiger, eben- 
falls nur der entsprechende Kupferwerth zu verstehen sein. 

Als Quellen des Reichthums werden Viezucht, Ackerbau, 
Bergbau, Schmelzen der Metalle, Kaufhandel, Schenkungen von 
Seite des Herrschers, hohe Aemter, glückliche Berechnung, Zufall 
verzeichnet. 

Die Ursachen der Armuth, in soweit dieselben angegeben 
werden, sind arme Geburt, ausschliessliche Beschäftigung mit 
alten und gelehrten Studien, Freigebigkeit, Uneigennützigkeit, 
Eigensinn, Unabhängigkeitssinn. 

Wie vorauszusetzen, lassen sich bei der Armuth mehrere 
Abstufungen erkennen. Die Merkmale der niedrigsten Stufen 
sind: ein vernachlässigtes Haus, mangelhafte Kleidung und 
Nahrung. 

Die Begriffe der Armuth stimmen mit den unsrigen nicht 
immer überein. So gilt derjenige, der keinen Wagen besitzt und 
zu Fusse geht, für arm. Als arm wird betrachtet, wer dreissig 
Morgen Reisfelder und ein Wohnbaus, oder zehntausend Stücke 
Kupferstücke und einhundertdreissig Morgen Felder besitzt. 

Ein Anhang zu der Abhandlung liefert geschichtliche An- 
gaben über die der Armuth verwandten Uebel: Elend, Kälte, 
Hunger. 



Sitzung der philosopliisch-historischeii Classe vom 12. Februar. 

Der Präsident legt namens der historischen Commission eine 
für das Archiv bestimmte Abhandlung des Herrn AI. Hub er vor, 
betitelt: „Das Grab des heil. Rupert.** 

Das w. M. Herr Dr. A. v. Meiller legt eine für die Denk- 
Schriften bestimmte Abhandlung vor „über das von Anselm 
Schramb (1702) und Hieronymus Pez (1721) veröffentlichte 
Breve Ghronicon Austriacum, auctore Conrado Wizzenberg abbate 
Mellicense*'^ 

Durch W. Wattenbach's vortreffliche Ausgabe liegen die 
wichtigsten österreichischen Annalen und Chroniken in einer 
Weise vor, welche kaum mehr einem Wunsche Raum gibt. In 



5 

Verbindung gebracht mit den übrigen in den Monumentis Ger- 
maniae in gleich ausgezeichneter Weise veröffentlichten Geschichts- 
quellen und mit den Tausenden von Urkunden, welche in den 
Publicationen der kaiserlichen Akademie sowohl, als in anderen 
Sammelwerken in jüngster Zeit correcter als je früher abgedruckt 
wurden, sind dem vaterländischen Geschichtsforscher Hilfsmittel 
an die Hand gegeben worden, durch deren Verwendung bereits 
die wichtigsten Erfolge erzielt wurden. Jahrhunderte altes, in 
einander so zu sagen verwachsenes Gestrüpp von Irrthümern und 
Unwahrheiten wurde durch sie von den Ueberresten der Vorzeit 
für immer entfernt und diese in ihrer wahren Gestalt aufgedeckt 

Eben diese Erfolge machen es aber zur Pflicht, nunmehr 
auch solche vaterländische Chroniken und ähnliche Denkmale, 
welche in den Monumentis Germaniae nach dem Plane und den 
Grenzen dieses ruhmvollen Nationalwerkes nicht aufgenommen 
wurden, in gleicher Weise einer neuerlichen Untersuchung zu 
unterziehen, um über deren Werth oder Unwerth ein dem heu- 
tigen Stande der Wissenschaft entsprechendes Urtheil fallen zu 
können. Es erscheint dies um so nothiger, als einzelne dieser 
einheimischen Quellen zweiten und dritten Ranges sich als die 
einzige Quelle mancher für die österreichische Geschichte sehr 
wichtiger und interessanter Daten bei näherer Betrachtung her- 
ausstellen. 

Ein Versuch in dieser Richtung soll durch die vorgelegte 
Abhandlung unternommen werden. Der Verfasser unterzieht das 
frao-liche Chronicon nach allen Richtungen einer eingehenden 
Erörterung und gelangt durch diese zu dem Ergebniss, dass 
dasselbe als Geschichtsquelle fast werthlos sei, indem, seiner 
Ansicht nach, auf dasselbe jener alte Spruch eine ganz passende 
Anwendung finde, „das Neue darin sei nicht wahr, und das 
Wahre nicht neu". — Im Verlaufe der Untersuchung wird ins- 
besondere die wichtige Frage einer eingehenden Erörterung unter- 
zogen, ob es denn wahr sei, dass das Land unter der Enns 
vom Jahre 907 bis zum Jahre 976 im factischen, dauernden 
Besitze der Ungarn gewesen, indem die Entscheidung dieser 
Frage auf die Beantwortung mancher anderer von entscheidendem 
Einfluss ist, z. B. auf die Frage, ob Melk im Jahre 976 im Be- 
sitze des ungarischen Herzogs Geysa war und ob der erste Mark- 
graf Oesterreichs aus dem Hause Babenberg, Leopold L^ ihm 
diese Veste mit Waffengewalt abgerungen habe« 



Selbstverlag der kais* Akad. der Wissensohaften in Wien, 
Bnohdrackerei yon Carl Gerold*« Öohn. 



\ 



Kaiserliche Akademie der Wissenseiiaflen in Wien. 



Jahrg. 1868. Nr.VI— YII. 



Sitiaflg ier pkiloMpliiscIi-kistoriseken CUsse tm 19. Mraar. 



Der Secretär legt vor Herrn Prof. Dr. H. Kiepe rt's Rein- 
zeichnung der Karte, welche der im XV. und XVI. Bande der 
Denkschriften enthaltenen Abhandlung des k. k. Generalconsuls 
6. von Hahn: ,,Reise durch die Gebiete des Drin und Wardar^ 
beigegeben werden solL 



Das w. M. Herr Archivar Dr. A. v. Meiller setzt den in 
der Sitzung vom 12. d. M. begonnenen Vortrag über das Chto- 
nicon Conradi de Wizzenherg fort. 



SitKong der pkilitöophisck-liistoriscilen Classe Tom IL I&n. 

Der Secretär legt vor: 

1. Eine für die Sitzungsberichte bestimmte Abhandlang des 
Herrn Prof. A. Mussafia: ,,Zur rumänischen Vocalisation^ ; 

2. ein Ansuchen des Ausschusses des Vereines fiir Ge- 
schichte der Deutschen in Böhmen und des correspondirenden 
Mitgliedes Herrn E. Wocel um Mittheilung einer Anzahl aka- 
demischer Druckschriften ; 

3. eine Einladung der Universität in Lund zu dem im Mai 
d. J. zu begehenden zweihundertjäbrigen Jubiläum; 

4. eine Note des Herrn k. k. Landespräsidenten in Salzburg 
vom 22. Februar 1. J., womit fiir die Weisthumer-Commission 
einige im Landesarchive aufgefundene Documente mitgetheilt 
werden. 



SelbstTerlag der kaii. Akad. der WiisensehafUn in Wi« 
Bachdrmekerei von Carl Gerold's Sohn. 



Kaiserliche Akademie der Wissenscfiaften in Wien. 



Jahrg. 1868. Nr. VUI— IX. 



V ' 



Sitzung der pliilosopluscli-ki8torisclie& Classe vom 18. Hin. 



Der Secretär legt vor : 

1. Eine Abhandlung des Herrn Joseph Strobl in Wien: 
„Ueber Heinrich von Neustadt. I. Apollonius von Tyrland**, 
mit der Bitte des Verfassers um Aufnahme in die Sitzungs- 
berichte. 

Die Einleitung beschäftigt sich, nachdem sie das Wenige, 
was wir über Heinrich's äussere Verhältnisse wissen, zusammen- 
gestellt, vorzugsweise mit der Art und Sprache des Dichters, 
sucht die im Texte angewandte Schreibung zu rechtfertigen und 
' zählt schliesslich die Handschriften auf. 

Das Gedicht selbst wird in einem eingehenden Auszuge 
mitgetheilt, dem mehr oder weniger ausführliche Proben beige- 
gegeben sind. Die letzteren enthalten alles, was irgendwie mit- 
theilungs würdig erschien. Den Schluss macht ein Anhang, in 
welchem unser Gedicht mit dem lateinischen Prosaroman, wel- 
chem es zwar Schritt vor Schritt und tbeilweise sogar wörtlich 
folgt y während es anderseits Episoden im Umfange von 12000 
Versen einschiebt, verglichen wird. 

Der zweite Theil wird das andere Gedicht Heinrich's in 
ähnlicher Weise behandeln uud ein Glossar über beide Werke 
enthalten. 

2. Den Schlussband der mit Unterstützung der kais. Aka- 
demie herausgegebenen Acta Carolinorum des Herrn Professor 
Dr. Th. Sickel; 

3. den fünften und sechsten Band der „Geschichte des Ab- 
falles der Griechen ^vom türkischen Reiche" von Sr. Excellenz 
dem Herrn Freih. von Prokesch-Osten, mit welchen Bänden 
das ganze Werk abgeschlossen ist. 



10 

Das w. M. Herr kais. Rath Dr. A. ▼. Meiller beendigt 
den in der Sitzung vom 12. Februar begonnenen und am 19. Fe- 
bruar fortgesetzten Vortrag über das Chronican Conradi de Wiz'- 
zenberg. 



Sitznng der philosophiseUistorisehen (Hasse vom 26. Min. 

Der Secretär legt vor: 

1. Eine Abhandlung des correspondirenden Mitgliedes Herrn 
Dr. B. Dudik: „Ueber Ablasstafeln"; 

2. eine Abhandlung des Herrn Dr. P« A. Dethier in 
Constantinopel : y^Derrhiopos-f ou rapport detailU sur une Conference 
tenue dans U Syllogoa gree de Conetantinople le 9 mare 1868 con- 
oemant une inscription grecque inedite d'tin peuple eatyre laeustre^» 

3. ein Programm, betreffend eine von Herrn Dr. W* F. A. 
Behrnauer in Dresden herauszugebende Sammlung von photo- 
lithographirten arabischen, persischen und türkischen Texten* 



Das w. M. Herr Dr. A. Pfizmaier legt vor eine fnr die 
Sitzungsberichte bestimmte Abhandlung : „Beiträge zur Geschichte 
der Edelsteine und des Goldes.^ 

Diese Abhandlung enthält nach ihrem wesentlichen Inhalte 
eine Reihe von Angaben über das Vorkommen, die Verbreitung 
und die Verwendung der Edelsteine und des Goldes in China^ 
über die wirklichen oder vermeintlichen Eigenschaften derselben, 
ferner einige geschichtliche Ereignisse, welche mit Edelsteinen 
und Gold in Verbindung stehen, oder bei welchen diese eine 
Rolle spielen. 

Was die Nachrichten von den Edelsteinen und Halbedel- 
steinen betriffl;, so macht sich in denselben eine grosse generische 
Unbestimmtheit bemerkbar, indem nicht allein für viele angeführte 
Namen der entsprechende Ausdruck in unserer Sprache fehlt, 
sondern auch die etwa vorgefundenen Definitionen so allgemein 
sind, dass, wie als gewiss anzunehmen, oft ganz verschiedene 
Werthgegenstände dieser Art eine und dieselbe Benennung er- 
halten. 



II 

Zn den Edelsteinen werden überdies einige Stoffe anima- 
lischen Ursprungs, wie Korallen, Mascheln nnd sogenannte Schild- 
krotenschuppen, femer das Glas gezählt, welches letztere erst zu 
den Zeiten der Dynastie Liang ans Indien eingeführt und damals 
als etwas sehr Kostbares betrachtet wurde. 

Unter den Eigenschaften dieser Körper wird namentlich bei 
den Muscheln die Heilkraft gegen Krankheiten, bei Bernstein 
und Frauenglas die Verwendbarkeit als Arzneimittel verzeichnet. 
Dem Frauenglas, sowie dem Golde, wird ausserdem die Eigen- 
schaft zugeschrieben, die Leichname unversehrt zu erhalten, wobei 
mehrere diese Eigenschaft bestätigende Citate aus der Geschichte 
gebracht werden. 



Selbstverlag der kais. Akad. der Wissenschaften in Wien. 
BucUdruckerei von Carl Gcrold's Sohn. 



Kafeerllelie Akademie der WiMensehafleo in Wien. 



Jahrg. 1868. Nr. X— XH. 



Sitnug jer pkilosophittk-lustorisehäi CUne fem 22. ApriL 



Der Secretär legt vor: 

1. Eine Eingabe des historischen Vereins in Steiermark, in 
welcher das Ersuchen gestellt wird, die Classe möchte dem ge- 
nannten Verein fünfzig Exemplare der historisch-topographischen 
Terrainkarte überlassen ; 

2. eine für die Sitzungsberichte bestimmte Abhandlung des 
c. M. Herrn Prof. A. Mussafia: „Darstellung der altmailän- 
dischen Mundart nach ßonvesin's Schriften^; 

3. eine für das historische Archiv bestimmte Abhandlung 
des c. M. Herrn Dr. B. Dudlk: „Prenssen in Mähren 1742. 
Nach gleichzeitigen Aufzeichnungen.^ 

Unter dieser Aufschrift übergibt der Verf. eine Zusammen- 
stellung von sieben verschiedenen doch gleichzeitigen Rela- 
tionen über den Preussen-Einfall nach Mähren des Jahres 1742. 
Die Besetzung Mährens durch die Preussen dauerte damals nur 
vier Monate, vom 25. December 1741 bis 25. April 1742^' war 
aber lang genug, um den vom Feinde besetzten Theil auf viele 
Jahre zu ruiniren. Namentlich hatten das Prämonstratenser- 
Eloster Hradisch bei Olmütz und das Benedictinerstifl zu Raigern 
bei Brunn ungemein viel zu leiden. Die Diarien dieser beiden 
Kloster, die hier zum ersten Male veröffentlicht werden, beweisen 
dies zur Genüge. Diese Diarien und eines aus dem Capuziner- 
kloster zu Znaim geben die Schicksale fast aller damals von den 
Preussen in Mähren besetzten Orte, so dass das Materiale zu 
einer Geschichte dieses Preussen-EinfaUs, falls noch die in Aus- 
sicht gestellte Correspondenz des k. k. Eriegsarchivs über diese 
Zeit publicirt wird , nahezu als erschöpft angesehen werden konnte. 



14 

4. Eine gleichfalls för das historische Archiv bestimmte 
Abhandlung des Herrn Fr. Kopetzky: „Zur Geschichte und 
Genealogie der Pfemyslidischen Herzoge von Troppan.^ 



Das w. M. Herr Prof. Dr. J. Vahlen hält einen Vortrag 
über Francesco Foggio, in welchem er die Bedeutung dieses 
Gelehrten für die olassischen Studien im XV. Jahrhundert und 
insbesondere seine Verdienste um die Wiederauffindung alter 
Autoren darlegt und schliesslich den Antrag stellt, die kaiserl. 
Akademie wolle eine von Herrn Dr. August Wilmanns unter- 
nommene neue Ausgabe der Werke Poggio's unterstützen. 



Süiimg der phlMophiseh-liistorisekeii Oluse toid 29. April. 

Der Secretar legt vor: 

1. Eine Eingabe des Herrn Dr. Max Letteris in Wien, 
worin derselbe um eine Subvention zur Herausgabe eines^ hebräi- 
schen Werkes: y^Sicaron Basepher^ Memoiren, ein Beitrag zur 
Literatur-^ und Culturgeschichte im 19. Jahrhundert,^ ersucht; 

2. ein Schreiben des Herrn Karl Stadlmayr, Oberlehrers 
zu Steinbach am Attersee, in welchem derselbe um Erklärung 
einer auf einer Bleiplatte befindlichen Inschrift ersucht; 

3. ein Dankschreiben des Herrn B. Czerwenka in Ramsau 
für die Monumenta cormliorum saeouli XV. 



Selbstverlag der kaie. A.kad, der Wisteaachafteo in Wk 
Baehdrnckerei voo Cur) Gerold*« Sohn. 



Kaiserliche Akademie der Wissensciiaften in Wien. 



Jahrg. 1868. Nr. XUI— XIV. 



Sitiimg ler philosophiscUistoriscken CUsse vom 13. 1«. 



Der Secretar legt vor: 

1. Den zweiten Theil der Tabulae codicum manu acriptorum 
praeter graecos et orientalea in bibliotheca palatina Vindobonensi as- 
servatorum; 

2. den von der kaiserl. Akademie der Wissenschaften snb- 
ventionirten zweiten Band von Dr. B. Dudik's Geschichte des 
Benedictinerstiftes Raigern ; 

3. einen in der mathematisch-natnrwissenschaftlichen Classe 
von den Herren Boaö und von Hauer unter der Bedingung, 
dass es die Geldkräfte der Akademie gestatten, gestellten Antrag 
auf die Herausgabe des Catalogs der Bibliothek der kaiserlichen 
Akademie ; 

4. eine Eingabe des pensionirten k. k. Statthaltereirathes in 
Innsbruck, Dr. Jacob Probst, in welcher er um eine Subvention 
zur Herausgabe eines druckfertig vorgelegten Werkes „Geschichte 
der Universität zu Innsbruck^ ersucht; 

5. von Herrn Dr. W. Behrnauer in Dresden „Notizen zu 
dem zu publicirenden orientalischen Album^; 

6. von demselben eine Abhandlung: „Beiträge zur Geschichte 
Venedigs im 16. und 17. Jahrhundert*^; 

7* von dem wirkl. Mitgliede Herrn Prof. Dr. Fr. Pfeiffer 
Vorschläge von Preisaufgaben für den von Herrn Paul Hai le- 
girten Preis. 



16 



SitKung der philosophiseh-historiscben Classe vom 20. Mai. 

Der Präsident erstattet Bericht über die Thätigkeit der 
historischen und der Gonciliencommission in der Zeit yom I.Juni 
1867 bis jetzt. 

Se. Excellenz das wirkl. Mitglied Freiherr v. Münch stellt 
einen Antrag auf den Druck des dritten Bandes der TabuLae 
codicum manu acriptorum in bibliofheca palatina Vindobonensi as- 
servatorum. 

Der Secretär legt vor: 

1. Eine Abhandlung des Herrn Dr. Franz Stark in Wien: 
^Keltische Forschungen. L Keltische Namen im Verbrüderungs- 
buche von St. Feter in Salzburg. Erster Theil^; 

2. eine Abhandlung des Herrn Dr. G. B. Bolza: ^Beitrag 
zum Studium der gallo-italisohen Dialecte^; 

3. ein Ansuchen des akademischen Lesevereius in Graz um 
Betheilung des Vereins mit dem Almanach, den Denkschriften 
und den Sitzungsberichten. 



Das w. M. Herr Dr. A. Pfizmaier legt eine für die Sit- 
zungsberichte bestimmte Abhandlung vor: ^Geschichtliches über 
einige Seelenzustände und Leidenschaften.^ 

Die abnormen Seelenzustände und Leidenschaften der Be- 
wohner China's zeigen in ihrem Ursächlichen und in ihrem 
Wesen, besonders aber in Bezug auf die Verhältnisse, unter 
welchen sie zu Tage treten, manches , das mit den gewöhnlich 
über solche Zustände verbreiteten Ansichten im Widerspruche 
steht. So kommt es beispielsweise vor, dass der höchste mit 
lücksichtsloser Selbstaufopferung verbundene Muth in seiner äus- 
seren Erscheinung Furcht ist. So haben namentlich Zorn und 
Beschämung oft ganz andere Ursachen und Folgen, als nach den 
bei uns gemachten Erfahrungen erwartet werden sollte. Uebrigens 
bietet auch das, was in dem Erzählten mit unseren Begriffen 
übereinstimmt, noch des Lehrreichen genug. 



17 

In der vorgelegten Abhandlung wird eine Anzahl geschicht- 
licher Ereignisse und gewisser in alten Schriftstellern enthaltener 
Aufzeichnungen, welche zur Darlegung des Gesagten dienen, vor- 
geführt und theilweise erläutert. Die einzelnen Seelenzustände 
und Leidenschaften, deren Absonderlichkeiten hier zur Kenntniss 
gebracht werden, sind: Vergesslichkeit und Irrthum, Irrsinn und 
Blödsinn, Dummheit, Feigheit, Furcht, Zorn, Groll und Unzu- 
friedenheit^ Beschämung. 



Selbitrerlag der kais. Akad. der Wissenschaften in Wien. 
Baehdrackerei Ton Carl Gereld's Sekn. 



Kaiserliche Akademie der Wissenschaften in Wien. 



Jahrg. 1868, Nr, XV— XVH. 



Sitzung der philosophiscb-kistorischen Classe vom 10. Juni. 



Der Präsident gedenkt des schweren Verlustes, den die 
kais. Akademie durch das Ableben ihres w. M. Herrn Prof. Dr. 
Franz Pfeiffer erlitten hat. 

Die Anwesenden geben ihr Beileid durch Aufstehen kund. 



Der Secretär legt vor: 

1. Eine Eingabe des Herrn Karl Eugen Frd. v. Rüling, 
worin derselbe ersucht, das von Herrn K. Frisch in Eger ver- 
fassteWerk: „Die deutsche Rechtschreibung*, einer üeberprüfung 
zu unterziehen ; 

2. eine Abhandlung des Herrn Dr. Xaver Liske zu Swi^-t- 
kowo im Grossherzogthum Posen: „Der tiirkisch-polnische Peld- 
zug im J. leZO**, mit dem Ersuchen des Verf. um Aufnahme in 
die Schriften der Akademie; 

3. eine Eingabe des Herrn F. Kanitz in Wien um eine 
Subvention zu einer wissenschaftlichen Bereisung des noch nicht 
durchforschten Gebietes zwischen Lom, Nikopolis, Lovdza, Sa- 
mokovo, Sofia und Pirot. 



SitEong der philMophiseli-liistoriscIien Classe vom 17. Jaiti. 

Der Secretär legt vor: 

1. Eine an die Gesammtakademie gerichtete Einladung zu 
Beitragen für die deutsche Nordpol-Expedition; 



20 

2. ein Schreiben des c. M. Herrn Pro£ Dr. Otto Jahn in 
Bonn; worin derselbe ersucht, für ihn behufs einer für die Denk- 
schriften bestimmten Abhandlung eine Zeichnung der Aquiligenser 
Mosaik: ,,Die Entfuhrung der Europa*^, anfertigen zu lassen. 



Sitzanii; der pkiio8oplii8ch-lu8tori8cli6& CUsse vom 24. Juni. 

Der Secretar legt vor: 

1. Eine Note des k. k. Ministeriums für Cultus und Unter- 
richt vom 14. Juni 1. J., mit welcher eine gedruckte Abhandlung: 
jfTreatiae on the adoption and formation of cm, universal language 
by W. Goergga, Londonj s, a." mitgetheilt wird; 

2. eine Eingabe des hochw. Herrn Dr. C. Werner, Dom- 
herrn in St. Polten, womit derselbe zwei seiner Werke über- 
sendet: „Geschichte der katholischen Theologie. Seit dem Trienter 
Concil bis zur Gegenwart. München 1866^, und „Geschichte der 
neuzeitlichen christlich-kirchlichen Apologetik. Schaffhausen 1867^; 

3. eine Abhandlung, des c. M. Herrn Prof. Dr. A. Gindely 
in Prag: „Geschichte der böhmischen Finanzen von 1526 — 1618^, 
mit dem Ansuchen des Verf. um Aufnahme in die Denkschriften; 

4. ein Ansuchen des Herrn W. Edlen v. Janko in Wien 
um eine Subvention behufs der Herausgabe seines Werkes : „Das 
Leben des k. k. Feldmarschalls Gedeon Ernst Baron v. London^ ; 

5. eine Einladung des Schiller-Denkmal-Comitö*s zur Sub- 
scription. 



Herr Prof. J. Schröer legt vor eine Abhandlung: „Ein 
Ausflug nach Gottschee. Beitrag zur Erforschung der Gottschewer 
Mundart.* 

Wie im Jahre 1858 in das ungarische Bergland| reiste Verf. 
im Sommer 1867 in das Herzogthum Gottschee zur Erforschung 
der Mundart dieses Ländchens. Wir besitzen eine Reihe gedie- 
gener Schriften, ans denen uns die Sprache der Siebenbdrger 



21 

Sachsen bekannt ist, durch Schröer sind die Mundarten der 
Zips und der ungarischen Bergstädte geschildert, Seh melier 
und Bergmann haben Sprachproben und ein Wörterbuch von 
der Sprache der Cimbri (VII und XIII comuni) in Italien ge- 
geben und auch die deutschen Sporaden am Monterosa sind durch 
A. Schott, was ihre Sprache anlangt, geschildert. Nur über 
Gottschee fehlte noch ein wissenschaftlicher Bericht, so sehr auch 
die Literatur an Nachrichten über diese interessante Sprachinsel 
in jüngster Zeit gesegnet war. — Das ungelöste Räthsel hatte 
um so grösseren Reiz, als es ohne Grenzen dem Spiele der Ein- 
bildungskraft, den Vermuthungen Baum gab. Der Versuch, 
Sprachproben dieser ungewöhnlich seltsamen Mundart niederzu- 
schreiben, ohne früher die Lautverhältnisse zu prüfen und fest- 
zustellen, musste jedoch missrathen und konnte wenig zur Auf- 
klärung beitragen; die historischen Untersuchungen yermischten 
zu viel des sagenhaften und nicht verbürgten Materials mit dem 
sicher beglaubigten, so dass die ganz einfache Wahrheit nicht 
deutlich genug hervortrat*). Eine bedeutende Autorität, K.Zeus s, 
hatte die Gottschewer für einen Rest der Vandalen gehalten, die 
an der Kulpa zurückgeblieben waren und die er mit dem populus 
Oodusconorum des Einhard und dem Orte rovtifi^xä des Const. 
Porph. in Verbindung bringt. — Weinhold sagte jüngst in der 
bair. Grammatik, die Gottschewer Mundart sei bairisch mit win- 
dischen Einflüssen. — Schröer weist nun nach, dass, obwohl 
ein Band der Blutsverwandtschaft die Gottschewer mit den Cimbri 
und den ungarischen Häudörflern verbindet, die ersteren doch 
eine spätere Colonie des 14. Jahrhunderts sind, die ihr Land, einen 
bis dahin unbewohnbaren Urwald, erst damals urbar machten. 
Ihre Mundart ist im Ganzen bairisch, was sie aber von den an- 
deren bairischen Mundarten unterscheidet, weist zum Theil in 
alemannisches, zum Theil in fränkisches Sprachgebiet. Die Ver- 
muthung liegt nahe^ dass durch Margaretha von Teck und Hohen- 
lohe, die zur Zeit der Niederlassung in Gottschee einen Orten- 
burger heirathete^ Einwanderungen aus den Gegenden, wo die 
von Teck und Hohenlohe begütert waren, geschehen sind. 

rovr^riöxä ist Ottochaz an der Gatzka und die Goduscaner 
wohnten südlich von der Eulpa, also nicht in Gottschee. 

*) Am verständigsten ist der histor. Theil der Frage von Th. Elze be- 
handelt, der aber den guten Eindruck seiner Nachweise wieder völlig verdirbt, 
indem er die Mukisch-hennebergische Mundart in Gottschee finden wiU. 



22 

Die Besonderheiten der Gottschewer Mandart, die sie mit 
den Cimbri und den ungarischen Häudorflem gemein haben, sowie 
die Familiennamen 9 deuten auf Zuwanderungen nach jenen Ge- 
genden, durch die sich ein Band geschlungen hat zwischen allen 
diesen für Oesterreich so bedeutsamen deutschen Sporaden, wo- 
durch wir uns aufgefordert sehen, sie alle im Ganzen einmal zu 
betrachten. 

Was man wendischem Einfluss zuschreibt, erweist sich als 
ein von Welschland stammendes, den Norditalienern, den Cimbri, 
den Furlanern und den Slovenen Gemeinsames. 

Nach diesen Ausführungen gibt Schröer den ersten Theil 
eines Gottschewer Wörterbuchs mit Sprachproben, unter denen 
Beispiele des epischen Volksgesanges, der in Gottschee noch in 
sehr alterthümlicher Weise lebendig ist. 

In dem Wörterbuche sind die Orts- und Familiennamen 
in möglichster Vollständigkeit gegeben, wobei Schröer darauf 
hinweist, dass die Mittheilung der Namen, die doch so leicht zu 
gewinnen sind, in mundartlichen Wörterbüchern doch gewiss nur 
erwünscht sein kann. Sie sind Zeugen für verwandtschaftliche 
Beziehungen, die oft weit zurückreichen. Er bedauerte bei dieser 
Arbeit z. B. weder die kärntischen noch die cimbrischen Namen 
nachschlagen zu können. Möge das Sammeln von Namen den 
Mundartforschem bestens empfohlen sein. 



••IbtrrerUg d«r lutif. Akad. dw WlttentehalMti in WIm. 
Ba«hdra«k«rtti von Carl G«roid'a Sohn. 



Kaiserliehe Aliadeiuie der Wissensciiafteii in Wien. 



Jahrg. 1868. Nr. XVni. 



> ^ 



Sitzung der philosopluseli-kiatorisehen Classe vom S. Juli. 



Der Secretär legt vor: 

1. Eine Zaschrift Sr. Excell. des k. k. Ministers des Innern 
Herrn Dr. C. Giskra, betreflfend die Unterstützung der deut- 
schen Nordpol-Expedition ; 

2. eine Abhandlung des Herrn Prof. Dr. Fr. Schulte in 
Prag: „her gallioum^j mit dem Ansuchen des Verfs. um Auf- 
nahme dieser Abhandlung in die Schriften der Akademie. 

Das JiS^r gallicum beschreibt zunächst die canonistischen 
Handschriften^ mit Ausschluss weniger ganz unbedeutender^ 
der Bibliothen von: Genf, Grenoble, Lyon, Carpentras, Avignon, 
Marseille, Nimes, Montpellier, Toulouse, Tours, Angers, Alen9on, 
Chiu-tres, in der Art, dass es für diese Bibliotheken die ge- 
druckten und handschriftlichen Cataloge vollständig ersetzt. So- 
dann theilt es mit, welche Bibliotheken des südlichen Frankreich 
keine Ausbeute für das canonische Recht geben. Hierdurch wird 
far eine Anzahl von Bibliotheken eine erschöpfende Kenntniss 
geliefert. Viele Handschriften werden ausführlich behandelt, ins- 
besondere eine Reihe von auf Pseudoisidor ruhenden 
Sammlungen, mehrere vor Pseudoisidor fallende, unbe- 
kannte pseudoisidorische, mehrere die Decretalen des 
Xni. Jahrhunderts zwischen Gregor IX. und Bonifaz VHL 
enthaltende, weiter die Compilationes antiquae glo^satae darbietende. 
Ausserdem weist es einige der ältesten Summen zum De- 
crete (Paucapalla, Johannes Faventinus) nach, macht mehrere 
Schriften bekannt, über welche bisher entweder gar keine oder 
nur ungenügende Notizen existiren. Werden so für die Geschichte 
des Kirchenrechts überhaupt mehrfache wichtige Beiträge gelie- 
fert, so dürfte die Betreibung der canonistischen Studien im fr|in- 
zösischen Mittelalter aus dem Iter vielfache Beleuchtung finden. 



24 

3« Eine Abhandlung des Herrn Job. Popu Florentina in 
Wien: „Der psycbiscbe Moment in der Spracblautveränderung^, 
mit dem Ersucben des Verfs. um Aufnahme des Aufsatzes in die 
Sitzungsberichte. 

Die Sprachlautveränderung kann auf acht Hauptpuncte ge- 
bracht werden: 

1. Die Seele gibt für die Ausfuhrung der ihr wichtigeren 
(„accentuirten^y öfters gehorten und ausgeführten, grammiitisch 
oder lexicalisch wichtigeren) Laute den anatomischen Articula- 
tionsorganen einen energischeren psychologischen Anstoss; dem- 
zufolge werden deren articulirte Elemente ganz, die der minder 
wichtigen oft nur mangelhaft ausgeftibrt; so entstehen anstatt der 
letzteren andere Laute, deren articulirte Elemente denen der 
energischer ausgeführten articulatorisch verwandter sind; 

2. Durch gesteigerte Energie werden die Organe über die 
articulirte Grenze mancher Vocale («, iy ti) in die Ausfuhrung 
anderer (o, a) getrieben; 

3. Bei der Verflüchtigung der Aussprache erheben sich die 
Organe nicht bis zur vollständigen Ausführung mancher Vocale 
(üf e, o), und es werden nur ihre articulatorisch niedrigeren 
Grade (die Vocale u, %) ausgeführt; 

4. Wegen der Verflüchtigung wurden die Lippen nicht ge- 
schlossen (JabeTj faur): statt Consonanten Vocale; 

5. Durch den Fortschritt in der Cultur arbeitet der Geist 
rascher und überfliegt oft ganze Laute, ja Silben, ohne für ihre 
Ausfuhrung nur irgend einen psychologischen Anstoss zu geben 
(„Lautverstummung'') ; 

6. Uebergan^slaute: piele^fnorij und der Ezplodirungsschall 
als Sprachlaut {marmoru^ unfulare): dies die Enstehung neuer 
Vocale; 

7. Zwei Laut - Mechanismen zugleich ausgeführt ergeben 
einen dritten, von beiden einzeln verschiedenen Lautmecba- 
nismuSy folglich einen anderen Laut (a 4~ ^ = <^> « -|- u = ^): 
dies die Vocal-Mischung; 

8. Verstärkung von Consonanten-Mechwismus ergibt Con- 
sonanten- Verdopplung ; oft nur scheinbar. 

Die folgende Generation horte nur die neue Lautform, 
und „associirte^ nur sie psychisch mit der betreffenden Vor- 
stellung, und so bürgerte sie sich in der Sprache ein. 



25 

4. Eine Abhandlung des Herrn H. GradI in Eger: „Ueber 
die zwei altdeutschen Spruchdichtermeister Spervogel^, mit dem 
Ansuchen des Verfs. um Aufnahme der Schrift in die Publica- 
tionen der Akademie; 

5. eine für die Sitzungsberichte bestimmte Abhandlung des 
c.M. Dr. J. V. Zingerle in Innsbruck: „Lusernisjches Wörterbuch.** 

Die Gemeinde Luserna^ nahe der südöstlichen Grenze Tirols 
gelegen, hat ihre deutsche Mundart bis in die Gegenwart treu 
bewahrt und bildet eine merkwürdige Oase deutscher Sprache im 
äussersten Wälschtirol. Obwohl diese Gemeinde gegen Osten an 
die Seite Comuni grenzt, so weicht ihre Mundart dennoch von 
der Sprache der letzteren bedeutsam ab. Aus dem Dialecte er- 
gibt sich, dass die Luserner zum alemannischen Stamme gehören. 

6. Ein Ansuchen des Koninklijk Institut voor de taal- land- 
en Yolkenkunde von Nederlandsch-Indie um Schriftentausch; 

7. desgleichen von der südslavischen Akademie in Agi'^m; 

8. ein Ansuchen des k. k. Gymnasiums zu Bochnia um Be- 
theilung mit den Schriften der Akademie; 

9. ebenso von der akadem. Lesehalle in Leipzig; 

10. eine Zuschrift des w. M. Herrn Prof. Dr. J. Vahlen, 
mit dem Ersuchen, ihm aus der Triester Stadtbibliothek eine 
Handschrift: JEpam«^2corum ad Pium 11^ Font Max. libri IV zu 
verschaffen. 



Selbstverlag der kais. Akad. der Wisseuschaften in Wien. 
Buehdruckerei von Carl Gerold*s Sc^n. 



Kaiserliche Aliademie der Wissensciiaften in Wien. 



Jahrg. 1868. Nr. XIX— XX. 



SitEong der philosopUscli-historiselien Classe Tom 22. Juli *). 



Der Secretar legt vor: 

1. Eine Note Sr. Excellenz des k. k. Ministers des Innern^ 
Dr. Karl Giskra vom 11. d. M., betreffend ein Ersuchen Sr. 
Excell. des k. k. Handelsministers um Ueberlassung von Schriften 
der kaiserl. Akademie der Wissenschaften, welche anlässlich der 
bevorstehenden ostasiatischen Expedition zu Geschenken verwen- 
det werden sollen; 

2. je ein Exemplar der von der kais. Akademie subventio- 
nirten Werke: „Fra Paolino de regimine rectoHs,^ herausgegeben 
von dem c. M. Herrn Prof. Adolf Mussafia in Wien, und 
„Mongolische Märchensammlung^, herausgegeben von Herrn Prof. 
Dr. Beruh. Jülg in Innsbruck; 

3. ein Ansuchen des c. M. Herrn Prof. Dr. J. Zingerle 
in Innsbruck um eine Subvention behufs der Herausgabe seines 
Lusernischen Wörterbuchs ; 

4. ein von der Commission zur Herausgabe lateinischer 
Kirchenväter befürwortetes Ansuchen des Herrn Dr. W. Harte 1 
um eine Subvention behufs einer im Interesse der Herausgabe 
der Werke Cyprian's nach Frankreich zu unternehmenden Reise; 

5. die Linguistik und Ethnographie betreffenden Beiträge 
der w. M. Pfiz maier und B oll er und des Herrn Prof Dr. Fr. 
Müller zu einer wissenschaftlichen Instruction für die ostasia- 
tische Expedition. 



*) Der akademischen Ferien wegen findet die nächste Sitzung erst am 
7. October d. J. statt. 



Selbstverlag der kais» Akad. der Wissenschaften in Wien. 
Bochdruckerei von Carl Gerold*s Sohn. 



Kaiserliche Aiiadeiiiie der Wissenscfiaften in Wien. 



Jahrg. 1868. Nr. XXI. 



Sitzung der pUlosophiseli-historischen Classe Tom 7. October. 



Der Secretar legt vor: 

Den Erlass des hohen Curatoriiims vom 16. August 1. J. 
Z. 76, durch welchen der kaiserl. Akademie mitgetheilt wird, 
dass Se. k. k. Apost. Majestät allergnädigst geruht haben, mit 
a. h. EntSchliessung vom 21. Juli 1. J. die Wahl des k. k. Vice- 
Admirals Herrn Wilhelm Ritter von Tegetthoff zum inländi- 
schen Ehrenmitgliede zu genehmigen, Herrn Professor Dn Karl 
Schenkl in Graz zum wirklichen Mitgliede in der philosophisch- 
historischen Classe zu ernennen, und die Wahlen der Herren: 
Dr. Theodor Gomperz und Prof. Dr. Friedrich Müller in 
Wien zu inländischen corre^p. Mitgliedern in der philosophisch- 
historischen Classe, die des Herrn Prof. Dr. Ewald Hering in 
Wien zum inländischen corresp. Mitgliede in der mathematisch- 
natnrwissenschaftlichen Classe, die der Herren Prof. Dr. Richard 
Lepsin s und Dr. Leopold v. Ranke in Berlin zu ausländischen 
Ehrenmitgliedern in der philos.-histor. Classe, des Herrn Pro£ 
Joseph Liouville in Paris zum ausländischen Ehrenmitgliede 
in der mathem.-naturw. Classe und des königL preuss. General- 
lieutenants Herrn Dr. Johann Jacob Baeyer zum ausländischen 
corresp. Mitgliede in der mathem.-naturw. Classe zu genehmigen. 



Der Secretar legt ferner vor: 

L Eine Note des k. k. Ministeriums des Aeussern vom 
5. August 1. J. Z. 12.006/ VI j wodurch der kais. Akademie mit- 
getheilt wird, dass der kaiserliche Botschafter in Paris beauftragt 
"wurde, Herrn Dr. Wilh. Hartel bei Benützung; der französischen 
Bibliotheken jede thunliche Erleichterung zu verschaffen; 

2. eine Note des Leiters der k. k. n.-ö. Statthalterei, Herrn 
Philipp Weber Ritter von Ebenhof, vom 2. August 1. J, 



30 

Z. 3958/ E, wodurch darselbe die kaiserL Akademie von fleioem 
Amtsantritte in Kenntniss setzt; 

3. eine Note der k. k, Hofbibliothek vom 3. Atigast 1. J. 
Z. 166/H.B., wodurch der kaiserl. Akademie mitgetheilt wird, 
dass dem Prof. Herrn Dr. Elarl Schenkl in Graz die erbetene 
Handschrift zur Benützung überlassen worden ist; 

4. Dankschreiben der Herren Prof. Dr. R. Lepsius und 
L* ▼• Ranke für die Wahl derselben zu Ehrenmitgliedern; 

5. Dankschreiben des Herrn Prof. Dn Friedrich Müller 
und des Herrn Dr. Tb. Gomperz für die Wahl dwselben za 
oorrespondirenden Mitgliedern; 

6. ein Schreiben des Herrn Prof. Dr. Jahn, womit derselbe 
anzeigt, dass ihm von dem Herrn Director v. Stein büchel die 
wolgelungeneZeicImnng desEuropamosaiks zugeschickt worden ist; 

7« ein Dankschreiben des Herrn Dr« Jakob Probst in 
Innsbruck fUr die Bewilligung der Subvention zur Herausgabe 
einer Geschichte der Innsbrucker Universität; 

8. ein Dankschreiben des Herrn Dr. August Wilmans in 
Rom fär die ihm zur Herausgabe der Werke Poggio's bewilligte 
Subvention; 

9. eine Note des k. k. Ministeriums für Cultus und Unter- 
richt, betretend die Unterstützung einer Sanskritarbeit des Herni 
Prof. Dr. Kari Burkhard in Teschen; 

10. ein Dankschreiben des Herrn A. Petermann in Gotha 
für den von der kaiserl. Akademie bewilligten Beitrag für die 
deutsche Nordpol-Expedition; 

11* eine Note des k. k. Finanzministeriums vom 3. Septbr. 
1. J. Z. 15.304/1.167, wodurch der kaiserl. Akademie mitgetheilt 
wird, dass Se. k. k. Apost Majestät allergnädigst geruht haben, 
zur Unterstützung der deutschen Nordpol-Expedition einen Bei- 
trag von 1000 fl. o. W. in Silber aus Staatsmitteln zu bewilligen ; 

12. eine Note des k. k. Handelsministeriums vom 11. Sep- 
tember 1. J. Z. 754/ H. M., wodurch der kaiserl. Akademie mit- 
getheilt wird, dass der k. k. MinisterisJrath Dr. Karl Ritter von 



31 

Scherzer mit der Leitang des commerciellen nnd wissenschaft- 
lichen Dienstes ftlr die ostasiatische Expedition betraut worden ist; 

13. eine Mittheilung des k. k. Contre-Admirals Freiherrn 
A. y. Petz, womit die kaiserl. Akademie eingeladen wird, ihre 
etwaigen Wünsche und Rathschläge für die ostasiatische Eq^pe- 
dition mitzutheilen ; 

14. eine Abhandlung des w. M. der kais. Akademie in der 
mathem.-naturw. Classe, Dr. L. J. Kitzinger: „Versuch einer 
Geschichte des alten nieder-österreichischen Landliauses^, welchen 
derselbe schon vor dreissig Jahren, als er sich noch im Dienste 
der n« ö. Stände befand und in dieser Stellung die Acten der 
ständischen Registratur und Archive benützen konnte, geschrieben 
hat. Verf. ersucht um Au&ahme dieser Arbeit in die Sitzungs- 
berichte der philo8.-histor. Ciassc; 

15. eine Abhandlung des Herrn Heinrieh Gradl in Eger: 
„Der ältere Spervogel, der jüngere Dichter*; 

16. eine Abhandlung des Herrn Joseph Strobl in Wien 
„Ueber Heinrich von Neustadt" ; 

17. das von der Gemeinde vorstehung Neufelden eingesandte 
Pantheiding vom Jahre 1523; 

18. den fertig gewordenen Band des Corpus scriptorum ec^ 
clesiasticorum latinorumj enthaltend den ersten Tbeil von Cy- 
prian's Werken, herausgegeben von Dr. W. Hartel; 

19. eine Eingabe des Herrn Theodor Mairhofer, Chor- 
faerm and Prof. in Brixen, womit derselbe den ersten Band des 
Urkundenbuches des Augustiner -Chorherrenstiftes Neustift bei 
Brixen vorlegt 



Das w. M. Herr Dr. August Pfizmaier legt vor eine für 
die Sitzungsberichte bestimmte Abhandlung: „Zur Geschichte der 
alten Metalle^. 

Die vorgelegte Abhandlung enthält eine Anzahl geschicht- 
licher Nachrichten von sämmtlichen in den alten Zeiten in Chima 
bekannten Metallen, mit Ausnahme des schon in einer firuheren 
Abhandlung vorgekommenen Goldes. Die hier in Betracht ge- 



32 

zogenen Metalle sind: Silber, gelbes Silber , Quecksilber, Blei, 
Zinn, Kupfer, Eisen, Similor. Die Nachrichten, in welchen die 
Fundorte, die Verwendung und besonderen Eigenschafben dieser 
Metalle angegeben werden, sind ausserdem geeignet, über die 
ersten Anfange der Chemie so wie über die zu gewissen Zeiten 
stattgehabte Pflege der Alchymie in China einiges Licht zu ver- 
breiten. 

Zwei Anhänge, in welchen von den Edelsteinen und Kost- 
barkeiten iip Allgemeinen gehandelt wird, sind als Ergänzung 
des Vorhergegangenen zu betrachtei^. 



Das w. M. Herr Prof. Dr. A. B oller legt eine für die 
Sitzungsberichte bestimmte Abhandlung vor: „Die Präfixe mit 
vocalischem und gutturalem Anlaute in den einsilbigen Sprachen^, 

Durch Vergleichung mit den übrigen verwandten Sprachen 
wird gezeigt, dass dieselben nicht blosse diakritische Schrift- 
zeichen — wofür man sie früher im Tibetischen ansah — dar- 
stellen, sondern wesentliche, mit der Bedeutung auf das Engste 
zusammenhängende Wortbildungselemente sind. Ursprünglich 
selbstständige Worter, sind sie durch Anlehnung ihrer Betonung 
beraubt worden, worauf sie auch ihre natürliche Lautung ein- 
büssten. So könnten gemeinsame Formen aus ursprünglich yerr 
schiedenen Wörtern erwachsen. Von den behandelten Präfixen 
ist das vQcalische aus zwei, das gutturale aus drei Stamnibilduu- 
gen hervorgegangen. 



Das w. M* Herr Prof. Dr. J, Aschbach legt eine iur die 
Sitzungsberichte bestimmte Abhandlung vor; „Die früheren Wan? 
deijahre des Conrad Geltes und die Anfänge der von ihm er-r 
richteten gelehrten Sodalitäten." 

Die Schrift beschäftigt sich mit der früheren Wirksamkeit 
des Conrad Celtes und widmet besondere Aufmerksamkeit den 
dunkeln und widerspruchsvollen Partien im Leben des berühm- 
ten Humanisten und ersten deutschen gekrönten Dichters, welche 
von dessen bisherigen Biographen wenig aufgej^lärt oder ziemr 
lieh unkritisch behandelt worden sind. Da die eigenen Schriften 
des Dichters und die von seinen humanistischen Freunden herausr 
gegebene Vita Oeltis vorzüglich die Grundlage für die Biographie 
des Celtes bilden , so bleibt es bei einer genauen Darstellung 



33 

seines Lebens and Wirkens Hauptaufgabe, kritisch nachzuweisen, 
wo wir es mit Dichtung und Entstellung und wo wir es mit 
wirklicher Geschichte und Wahrheit zu thun haben. 

Schon bei den verschiedenen Angaben über des Geltes Her^ 
kauft , über seine früheren Studien , sein erstes Auftreten auf 
deutschen Universitäten , seine Reise nach Italien herrscht nicht 
selten Dunkelheit und Widerspruch: hier waren gar manche 
Aufklärungen zu geben und kritische Untersuohungep anzustellen, 
um das wirklich Geschichtliche zu ermitteln. 

Bei dem Bericht über die Diohterkrönung , welche Geltes 
148T zu Nürnberg aus kaiserlichen Händen empfangen hat, musste, 
da diese Thatsache oft unrichtig ins Jahr 1491 gesetzt wird, die 
Quelle des Irrthums oder der absichtlichen Entstellung aufge- 
sucht und der Nachweis geliefert werden, dass zugleich mit dem 
Dichterlorbeer der philosophische Doctorhut ertheilt worden ist. 

Des Geltes polnische Reise, welcher die Zeit von 1488 bis 
1490 anzuweisen war, bietet ebenfalls Manches dar, das aufge- 
klärt werden musste* Er widmete sich an der Universität Era-^ 
kau als Scholar den astronomischen Studien; es ist unrichtig, 
wenn man ihn an der genannten Hochschule eine Professur der 
Rhetorik bekleiden lässt. Von Krakau aus bereiste er die poU 
nischen Länder bis an die Karpathen und die Ostsee und lieferte 
über seine Wanderungen und Beobachtungen eine Anzahl be«^ 
schreibender Gedichte* Es muss aber als eine poetische Fiction 
seine Reise zu den Lappländern betrachtet werden, deren Land, 
Sitten und Gebräuche er wie aus eigener Anschauung und Er-r 
fahrung schilderte. Sicher aber ist es, dass er nach dem Muster 
der platonischen Akademie des Pomponius Laetus , die er in 
Rom kennen lernte, eine gelehrte Weichsel-Gesellschaft {Sodali- 
ias literaria Vistulana) zu gründen suchte. In Krakau fasste Gel- 
tes auch zuerst die Idee zu seinen Reisebildern oder „&'6n Amo-^ 
rum^*. Er erhielt den Impuls dazu durch die Liebe zu der edlen 
Polin Haeilina , zu deren Ehren er das erste Buch seines Reise^ 
gedichtes mit ihrem Namen bezeichnete und darin sie in einer 
Anzahl Elegien feierte. Dass sie keine fingirte Persönlichkeit war 
und das Liebes verhältniss zwischen ihr und dem Dichter in Wirk- 
lichkeit bestanden , wird aus einem bisher ungedruckten, in böhmir 
scher Sprache verfassten Briefe der llasiUna an Geltes bewiesen. 

Nachdem der Dichter Polei^ verlassen und 1490 sich kurze 
g^H iq üflgarq zu Qfeq, in Q^gterreicb zu Wieu und in Bai^r« 



34 

zn B^ensbcirg au%ehalten and überaU m diesen Orten zur Er- 
riditong einer gelehrten Donau - Geselladiaft {Sodalitas Uteraria 
Danubiana) angeregt hatte, schilderte er im zweitai Buche des 
Gedichtes die Donaulander und besang seine neue Regensbnrger 
Freundin Elsula. Die erfolgreichsten Wanderungen aber waren 
die rh^ischen, deren Beschreibung er in& dritten Buche der 
Amores seiner Mainzer Geliebten Ursula widmete« Auf dieser 
Reise war es, wo Geltes mit dem Wormser Bischof Johann von 
Dalberg , dem Mäcenas der deutschen Humanisten, am L Februar 
1491 die Sodcditaa litercma Rkenana gründete, als den eigentli- 
ehen Mittelpunkt für die Verbreitung des Humanismus im deut- 
schen Reioha Dase die weitere Wanderung im Sommer 1491 nach 
dem deutschen Norden zur Bildung &nes niederdeutschen Vereines 
{SodcJiUaa ßalHoa oder SodaUta» Codonea) keinen Erfolg haben 
konnte, davon werden die Ursachen dargelegt Der Dichter en- 
digte seine Reisebilder mit dem ▼ierten Buche, das er nach seiner 
plattdeutschen Freundin Barbara benannte. Wenn er am Schlüsse 
seines Werkes von einem bestandenen furchtbaren Seesturm im 
nördlichen Ocean und von dem Besuche der fernen im Eismeer 
gelegttien Insel Thule erzählt, so liegt die poetische Fiction auf 
der Hand, da der Dichter, der nur ein paar Monate damals in 
Niederdeutschland verweilte und dazu einige Wochen in Lübeck 
ans Krankenbett gefesselt war, nicht innerhalb der kurzen Zeit 
eine so gefahrvolle und damals nicht gewohnliche Seefahrt in die 
entfernte Region des Eismeeres machen konnte. Aber er unter- 
nahm sie auch niöht zehn Jahre später (1501), wo sich seine be- 
ständige Anwesenheit in Süddeutschland nachweisen lässt Es 
zeugt von wenig Kritik , wenn Biographen des Dichters eine so 
handgreifliche Fiction gläubig als eine historische Thatsache hin- 
nehmen konnten und selbst namhafte deutsche Geschichtschrei- 
ber gegenwärtig noch behaupten, Geltes habe seine Forschungs- 
reisen nach alten Handschriften bis nach Island , das unter der 
Insel Thule zu verstehen sei, ausgedehnt. 

Nach seiner Rückkehr in die fränkische Heimat, im Anfange 
September 1491, schien Celtes dem steten Wanderleben entsagen 
zu wollen, da er den Ruf als Professor der Rhetorik an der In- 
golstadter Hochschule annahm. 



SelbgtverUg der kais. Akad. der Wissensohaften inWtoii. 
Bachdraekerel vod Carl Gerold's Sohn. 



^ . 1'- • ■«« J 



Kaiserlrche Akademie der Wissenschaften in Wien. 



Jahrg. 1868. Nr. XXII— XXin. 



Sikang der phitosophisch-historiseken Classe Tom U. Oetober. 



Der Secretar legt vor: 

1. Ein Ansuchen der Direction des Gymnasiums der P. P. 
Piaristen in der Josefstadt am Betheilung mit einigen akademi- 
schen Druckschriften; 

2. eine Abhandlung des w. M. Herrn Regierungsrathes Prof. 
Dr. K. Hofler in Prag: „Fragmente zur Geschichte Kaiser 
Karl's VI.« 

Diese Fragmente bestehen aus zwei Theilen: 1. Bemühungen 
der Könige in Preussen, Friedrich L und Friedrich Wilhelm I., 
die Mainlinie zu gewinnen, und 2. Beiträge 2ur Politik des kai- 
serlichen Hofes von 1725 bis 1729. Die eine Abhandlung stützt 
sich auf Archivalien der Archive der Markgrafen von Baireuth 
und Ansbach, die andere auf Aufzeichnungen des Grafen Wenzel 
Kinsky, kaiserlichen Botschafters in St. Petersburg, am pfalzi- 
schen und französischen Hofe. 

3* Eine Anfrage desselben Mitgliedes, ob die Classe geneigt 
wäre, die Correspondenz des Grafen Wenzel Kinsky von Paris 
aas den Jahren 1729 bis 1732 vollständig herauszugeben. 



^^i^0^^^^<i^t0^^^^t0^^^^0^ 



Sitzung der philosophisch-historischen Classe vom 21. October. 

Der Secretar legt vor: 

1. £in Dankschreiben des Herrn Prof. Dr. K. Sehen kl in 
Graz für seine Wahl zum wirklichen Mitgliede; 



36 

2. eine Abhandlapg des c. M. Herrn Dr. Beda Dudfk in 
Brunn: „Statuten des Metropoliten von Prag, Amost von Par- 
dubitz, ßir den Bischof und das Capitel von Olmütz um das 
J^hr 1349." 

Im 37. Bande des Archivs für Kunde österreichischer Ge- 
schichtsquellen sind durch Dr. B. Dudik die „Statuten der 
Prager Metropolitankirche vom Jahre 1350** zum ersten Male 
abgedruckt worden. Sie sind die Folge einer eingehenden Re- 
form, welche der neuernannte Metropolit von Prag, Arnost von 
Pardubitz, bei seinem Capitel in Prag durchführte. 

Um eiüe ähnliche Reform auch bei seinem Suffragan - Bis- 
thun^e Olmutz zu bewerkstelligen, unternahm Arnost vor dem 
December 1349 eine General -Visitation des Capitels und der 
Kirche von Olmutz. Der Recess dieser General -Visitation sind die 
„Statuten des Metropoliten von Prag, Arnost von Pardubitz, für 
den BiSiChof und daa Capitel zu Olmütz", entweder aus dem 
Jahre 1349 oder 1350, weil sie ausdrücklich an den Olmützer 
Bischof, Johann Wolek, gerichtet sind, der aber schon im Sep- 
tember 1351 starb. 

Der Inhalt dieses Visitations - Recesses oder der Statuten 
erstreckt sich ^uf zwei Punkte, auf die Pflichten der zur Dom- 
kirche g/ehörigen Würdenträger: Bischof, Dechant, Probst, Ar- 
chidi^conus, Custos und Scholasticus, und dann auf die Gereqht- 
s^men der Capitularen und Domvicare und auf ihre Pflichten 
dßxxfL Chor,e gegenüber. Als Anhang folgt eine y^LUera correc' 
tionis^ für den Domclerus aus den Zeiten des Bischofs' Nicolaus, 
welcher von 1387 bis 1397 die Olmützer Kirche regierte. 

Genommen wurden die Statuten, die hier zum ersten 
Male der Oeffentlichkeit übergeben werden, aus eineni ämtlichen 
Pergament-Codex, weicher unter dem Namen y^Neerologium 1^ im 
Capitel-Archive zu Olmütz aufbewahrt wird. 

3. Eine für die Sitzungsberichte bestimmte Abhandlung des 
c. M. Herrn Prof. Dr. Fr. Müller in Wien: »Zur Conjugation 
des georgischen Verbums"; 

4. ein Ansuchen des geschichts- und alterthumforschenden 
Vereins für Leisnig in Sachsen um Schriftentausch; 

5. ein Ansuchen des Herrn Dr. W.. H^rtel, deoaselbe^ zum 
Abschlüsse der Ausgabe der Werke Cyprian's zwei Han^sc^rifteB 
aus Leyden zu verschaffen; 



37 

Herr jCfaevalier Francisco Ad. de Varnhagen hält einen 
Vortrag: y^SulV importanza per la atoria delle scoperte marUtime 
d' ufi opera inedita del Cosmograjo Alonso de Santa Cruzy esistente 
neUa Biblipteca Imperiale di Vierma.^ 

Der Verfasser, in der gelehrten Welt als Geechichtschreiber 
Brasiliens^ seines Vaterlandes, bekannt, glaubt auf Grundlage 
einer Han,d8chrift des ersten Kosmographen KarPs V. (welche 
er, durch Herrn v. Karajan und Prof. Mussafia darauf auf- 
merksam gemacht , in der k. k. Hofbibliothek durchforschte), 
dass man es als auä^emacjht ansehen dürfe, welche von den Lu- 
cayen das erste, durch Columbus entdeckte Land Amerika's war, 
d. h. dass dies jene Insel sei, welche die Indianer Guanahani 
nannten und die von Columbus den Namen San-Salvador erhielt. 

Es ist bekannt, dass sich die Gelehrtep viel mit dieser 
Frage beschäftigten. Nach den Karten unserer Atlanten wäre 
diese Insel (San-Salvador) diejenige, welche die Engländer gegen- 
wärtig „Cott's Island" nennen; dem Historiker Munoz zufolge, 
dem sich der Schiffschreiiber der englischen Marine Becher und 
Herr Peschel in Augsburg anschliessen , wäre dies die jetzt 
„W^atling** genannte Insel. Endlich haben Washington Ir- 
ving und Humboldt, dem spanischen Gelehrten Navarrete 
entgegen, welcher eines der Eilande der „Turcos" darunter ver- 
standen haben will, behauptet, es sei San-Salvador unserer Land- 
karten. 

Abweichend von allen diesen Ansichten hatte Herr v. Varn- 
hagen im J. 1864 eine Arbeit unter dem Titel „La verdadera 
Guanahani de Colon^ veröjßpentlicht, worin er, das vollständige, 
durch Las Casas copirte Journal dieses Seefahrers beischliessend 
und damit mehrere näher bezeichnete Orte vergleichend, zu be- 
weisen geglaubt hat, dass diese Insel keine andere sein könne als 
Mayaguana (oder corrumpirt Mari gu an a) unserer Landkarten. 

Nun erhält die Ansicht des Verfassers durch die von ihm 
durchforschte Handschrift der k. k. Hofbibliothek ihre Recht- 
fertigung; und da deren Verfasser Alonso de Santa Cruz der 
erste Kosmograph Karl's V. gewesen, so folgt daraus, dass 
zu den Vernunftgründen der Auc|;oritätsbeweis hinzutritt. Man 
konnte sagen, dass das Werk von Santa Cruz der Beweisfüh- 
rung des Verfassers in eben der Weise zu Hilfe kommt, wie 
das Teleskop Arago's die Berechnungen Le Verrier's als 
richtig herausgestellt hat. 



38 

Das Werk von Santa Cruz klart, derselben Arbeit znfolge, 
noch viele andere Ponkte der Geschichte Amerika's auf. Es be- 
stätigt; dass die erste Colonie in Brasilien im J. 1504 durch 
Vespucci am Cap Frio gegründet wurde, und bewährt, was Herr 
v< Varnhagen schon in seinem im J. 1865 in französischer 
Sprache herausgegebenen Buche „Amerigo Vespucci* gesagt 
hat, dass man in einem der Briefe dieses Seefahrers (Vespucci) 
für die geographische Breite jener Colonie 23" anstatt 18® lesen 
müsse. 

Unsere Handschrift rechtfertigt noch eine andere Ansicht 
des Verfassers der Abhandlung, nämlich die, dass die Insel Ma- 
tinino des Columbus das jetzige Martinique (corrumpirt aus Ma- 
tinino) und nicht Santa Lucia ist, wie Navarrete, Irving, 
Humboldt und Andere behauptet haben. Herr v. Varnhagen 
sagt in dieser Arbeit, dass dieselbe Handschrift noch andere 
Aufklärungen über die grossen Antillen und über Mexico gibt, 
und bestätigt, dass der portugiesische Steuermann Estevam Gomes 
im J. 1525 mehrere Meilen weit den Hudson hinaufgefahren ist, 
den er Hirsch fluss {Bio dos Oamos) genannt hat. 



8«lhnv«Tia|; der kais. Akad. d«r Wissenschaften in Wien. 
Buchdruckerei von Carl Oerold's Sohn. 



Kaiserliche Aitademie der Wissensciiaften in Wien. 



Jahrg. 1868. Nr. XXIV. 



Sitzung der philosophiseh-historisehen Chsse im 4. NoveiaW. 



Der Secretär legt vor: 

1. eine far die Sitzungsberichte bestimmte Abhandlung des 
w. M. Herrn Prof. Dr. Julius Piek er in Innsbruck: »Zur Ge- 
schichte des Lombardenbundes. ^ 

Die Abhandlung beschäftigt sich mit zwei Actenstücken, 
welche von Muratori zuerst veröffentlicht und von den spä- 
teren Herausgebern und Benutzern als zu den Verhandlungen zu 
Piacenza gehörig, welche 1183 dem Konstanzer Frieden voraus- 
gingen, betrachtet wurden. 

Von dem einen, in der Ausgabe der Monumenta Germaniae 
als yfPetitio Societatis^ bezeichnet, wird nachgewiesen; dass es 
überhaupt nicht den Verhandlungen zu Piacenza angehört, son- 
dern den 1175 durch den Vertrag von Montebello eingeleiteten 
Verhandlungen; dass es weiter nicht Forderungen des Bundes 
enthält^ sondern nichts anders ist; als der damals von Cremona 
in dem Streite zwischen Kaiser und Bund gefällte Schiedsspruch. 
Im Anschlüsse an dieses Ergebniss und unter Zuziehung der 
anderweitigen Nachrichten wird dann ausgeführt, dass es sich 
bei den Abmachungeo von Montebello nicht, wie gewöhnlich 
angenommen wird, um einen blossen Waffenstillstand handelte,' 
sondern um einen endgiltigen Frieden, der nach Feststellung der 
Bedingungen« in einem Vorvertrage durch Unterwerfung der Lom- 
barden und Wiederaufnahme derselben in den Frieden des Kai- 
sers seinen Abschluss fand, während bezüglich der einzelnen 
Streitpunkte sich beide Parteien vorbehaltlos einem späteren 
Schiedssprüche unterwarfen; dass die zunächst zwischen beiden 
Parteien geführten Verhandlungen zu keiner Einigung führten, 
weil die Lombarden auf der Erhaltung Alessandria's und auf 
gleichzeitigem Frieden des Kaisers mit der Kirche bestanden; 
dass dann , als der von Cremona gefällte Schiedsspruch hinter 



40 

ihren bezüglichen Forderungen znrückblieb, die Lombarden es 
waren, welche denselben nicht anerkannten und damit den be- 
schworenen Vertrag brachen. 

Das zweite Actenstück, in den Monumenta Germaniae als 
yyBesponsum ex parte imperatoris ad petitionem aodeiatü^ be- 
zeichnet, gehört allerdings zweifellos zu den Vorverhandlungen 
des Konstanzer Friedens. Während man aber in demselben 
bisher wegen der formellen Fassung eine Rückäusserung von 
Seiten des Kaisers auf Vorschläge des Bundes sah, ergibt die 
Vergleichung des Inhaltes mit den Bestimmungen des Friedens 
selbst zweifellos, dass uns in demselben eine, nur an eine kai- 
serliche Rückäusserung anknüpfende Formulirung der Forderungen 
des Bundes vorliegt, wie das schon in der alten Ueberschrift: 
y^QuaÜter petieio domini imperatoris fuit facta a rectorihus Lom- 
bardiae^ angedeutet ist. Der genauere Vergleich mit den schliess- 
lichen Friedensbestimmungen scheint zu ergeben, dass, nachdem 
die Hauptgrundlagen des Friedens seit den Vorgängen von 1175 
kaum mehr zweifelhaft sein konnten, in allen wichtigeren Einzel- 
fragen der Bund mit seinen Forderungen nicht durchzudringen 
vermochte, ohne dass eine entsprechende Ermässigung der uns 
nicht vorliegenden ursprünglichen Forderungen des Kaisers wahr- 
scheinlich wäre. 

2. Eine Abhandlung des Herrn Prof. W. Tomaschek in 
Wien: „Ueber Brumalia und Rosalia, nebst einem Excurs über 
den hessischen Volksstamm^, mit der Bitte um Aufnahme in die 
Schriften der Akademie; 

3. eine Abhandlung des Herrn J. V. Göhlert in Wien: 
„Gabriel Salamanca's Grafen zu Ortenburg Gesandtschafts berichte 
über seine Sendung nach England^, mit der Bitte um Aufnahme 
in die Schriften der Akademie; 

4. ein von einem Unbekannten eingesandtes Weisthum: „Des 
Gerichtes Pülzlstorflf Eheh^«' ; 

5. ein Ansuchen der n.-ö. Landesrealschule zu Waidhofen 
an der Ybbs um Betheilung mit den akad. Druckschriften; 

6. ein Ansuchen des o. M. Herrn Prof. Dr. A. Gindely 
in Prag Namens des böhmischen Landesarchivs um Betheilung 
mit den Druckschriften der philos.-histor. Classe. 



Selbstverlag der kais. Akad. der Wisaenschalteo in Wien. 
Bdchdrackerei von Carl Gerold*8 Sohn. 



Kaiserliche Aiiademie der Wissenschaften in Wien. 



Jahrg. 1868. Nr. XXV— XXVI. 



Sifaang jer phiksopUseh-historischen Classe vom 11. November. 



Der Secretär legt ein von dem kaiserl. Rath Herrn Albert 
Games in a übergebenes Weisthum vor: ^Pantäding zu Wein- 
hauss vom Jahre 1585.^ 



^^^^^^^N^^^^^^^^^^^»^ 



Sitzimg der pbilosoptiiseB-listoriseiieii Classe vom 18* Novemler* 

Der Secretär legt vor: 

1. Eine Abhandlung des Herrn Dr* 6. Biedermann: 
^Kant's Kritik der reinen Vernunft und die Hegersche Logik in 
ihrer Bedeutung für die Begrifiswissenschaft.^ 

In dem ersten Aufsatze dieser Abhandlung wird die Kritik 
der reinen Vernunft als die Wissenschaft eingeführt, mit welcher 
die Phüosophie einen Hauptabschnitt ihrer Entwickelung eröfeet. 
Neben dem Begriffe des Bewusstseins , welcher den wissenschaft- 
lichen Standpunkt des Alterthums kennzeichnet; und neben dem 
Begriffe des Denkens, welcher der Wissenschaft des Mittelalters 
ihr eigenthümliches Gepräge auMrückt, kommt der Begriff des 
Wissens zur Geltung, ersteht eine neue Wissenschaft, die Be- 
griffswissenschaft, in welcher sich das in Betreff seiner Form von 
der Erfahrung gänzlich unabhängige Wissen als einzig und allein 
aus dem reinen Denken entsprungen darlegt. Gleichwohl bleibt 
die unvermittelt gebliebene Apriorität nicht unbemerkt, noch das 
ungestillte Bedurfniss nach der einheitlichen Entwickelung aller 
Wissenschaft. 

Auch der zweite Aufsatz prüft die Hegersche Logik auf 
den Begrifft Nur ist es nunmehr die geforderte Selbstbewegung 



42 

des Begriffes und die eingeftihrie Dialektik der Dreitheiligkeit 
aller wissenschaftlichen Entwickelung, welche den Massstab für 
die Abschätzung der Begriffsgemässheit der Logik hergibt. In 
dieser Forderung und Bestimmung wird HegeFs unvergessliches 
Verdienst um die Wissenschaft anerkannt, ohne jedoch die Man- 
gelhaftigkeit der betreffenden Durchfuhrung zu verschweigen; 
denn der Begriff^ trotz seiner Begründung und Vermittelung durch 
die Lehre vom Sein und Wesen, tritt an und für sich unmittel- 
bar genug auf, weiss sich eben so wenig im ürtheile und Schlüsse 
als durchaus sich selbst gemäss, begriffsgemäss zu entwickeln, 
am wenigsten aber in der Idee wissenschaftlich zu bescheiden. 

Im dritten Aufsatze endlich wird die Verwerthung der Eant- 
schen Kritik und der Hegerschen Logik, der Begriff des Wissens 
und die Selbstbewegung des Begriffes, für das Princip und für 
die Methode der Begriffs Wissenschaft in Anspruch genommen, 
indem sich der Begriff als der Grund und das Wesen, als die 
Art und Weise, damit im Zusammenhang aber auch als der 
Umfang und das Ziel aller Begriffswissenschaft bestimmt. In 
ihrer Auseinandersetzung als Naturwissenschaft, Wissenschaft des 
Geistes und Lebensweisheit stellt sich aber ihr einzig und allein 
mögliches, begriffsgemässes System dar. 



2. Ein Ansuchen der Direction des k. k. Untergymnasiums 
zu Hörn um Betheilung mit Schriften der kais. Akademie. 



Herr Dr. Arnold Luschin aus Graz hält einen Vortrag 
„Zur österreichischen Münzkunde desXIH. und XIY. Jahrhunderts.^ 

Der Vortragende versuchte einzelne Gesichtspunkte aufzu- 
stellen und zu begründen, welche geeignet wären, einiges Licht 
über das dunkle Gebiet der österreichischen Numismatik des 
XIII. und XIV. Jahrhunderts zu verbreiten. Den Beginn der 
österreichischen Münzprägung müssen wir mit der Erhebung des 
Landes zu einem selbständigen Herzogthume ansetzen, wiewohl 
uns eine ausdrückliche Verleihung dieses Regals nicht bekannt 
ist; denn schon unter Heinrich Jasomirgott's Regierung werden 
Wiener Pfenninge erwähnt und Verordnungen aus der Zeit Herzog 
Leopold V. des Tugendhaften lassen uns ein wohlgeordnetes 
Münzwesen zu Wien, Wiener Neustadt und Enns erkennen. Eine 
vierte Münzstätte zu Krems scheint bald eingegangen zu sein. 



43 

Nichtsdestoweniger sind uns bisher noch keine österreichischen 
Münzen bekannt, die man den babenbergischen Herrschern zu- 
schreiben konnte. Erst von dem nach der verhängnissvoUen 
Schlacht an der Leitha beginnenden Zwischenreiche ab lassen 
sich Münzen für Kaiser Friedrich IL während der Jahre 1246 
bis 1250, und ferners für Ottokar, Rudolf I. von Habsburg und 
dessen Nachfolger bis auf Rudolf IV. (f 1365) nachweisen. 

Dieses suchte der Vortragende dadurch zu thun, dass er 
mit Zuhilfenahme eines sorgfaltig gewählten Materials zunächst 
auf drei verschiedene Geprägeformen hinwies, welche eine Ein- 
theilung der Münzen nach den Jahren von ungefähr 1251 — 1275, 
1275—1315 und 1315 — 1365 gestatten, und sodann seine näher be- 
gründenden Schlüsse daraus zog. Aus dem übrigen Vortrage heben 
wir als von allgemeinerem Interesse noch hervor, dass die Man- 
nigfaltigkeit der auf den österreichischen Pfenningen angetroffenen 
Darstellungen von Menschen, Thieren, Blumen, Zierrathen, Un- 
geheuern etc. in engem Zusammenhange mit dem von den öster- 
reichischen Herrschern fleissig geübten Rechte der Münzverrufung 
steht, dass für den Gehalt der Münze keine feste Norm bestand, 
indem sich derselbe nach dem jeweiligen Silbercurse richtete, 
und dass der die Rückflächen vieler Pfenninge zierende Adler die 
Wiener Münzstätte bezeichne. 



SelbstvOTlag der kais, Akadi der Wissensehaften in Wieo. 
Baehdrmekerei yen Carl Qen^d's Seha. 



Kaiserliche Ai^ademie der Wissenschaften in Wien. 



Jahrg. 1868. Nr. XXVIL 



Sitzung der philosophisch-historischen Glasse Yom 2. December. 



Der Secretär legt vor: 

1« Eine Note des k. k. Ministeriums für Cultus und Unter- 
richt vom 17. November 1. J. Z. 10.132, betreflPend die Vervoll- 
ständigung einiger in der Bibliothek des k. k. Gymnasiums zu 
Capo d'Istria befindlichen periodischen Druckschriften der kais. 
Akademie ; 

2. ein Ansuchen des Harzvereines für Geschichte und Alter- 
thumskunde um freundschaftlichen Verkehr und regelmässigen 
gegenseitigeo Schriftenaustausch ; 

3. von dem w. M. Herrn Prof. Dr. C. Höfler in Prag 
zwei Abhandlungen, und zwar : 

a) die Correspondenz des Grafen Stefan Kinsky aus den 
Jahren 1729—1732; 

fe) die diplomatische Correspondenz des Grafen Johann 
Wenzel Gallas, kais. Gesandten in London und im Haag 
während des spanischen Successionskrieges. 

Die zweite Abhandlung enthält einen Bericht über die von 
dem Verf. in Prag und Friedland aufgefundene diplomatische Cor- 
respondenz des kaiserlichen Gesandten in London und im Haag, 
Johann Wenzel Grafen Gallas. Er enthält in mehr als 16 Bänden 
die kaiserlichen Missiven von 1705 — 1709, die Correspondenzen 
des Fürsten Salm, der Grafen Wratislaw und Goes, die authen- 
tischen Berichte aus London von 1707 und 1711, reiche Mate- 
rialien für den Utrechter Friedenscongress , den Anfang einer 
Geschichte des spanischen Erbfolgekrieges nach kaiserlichen Be- 
richten und Materialien, im Gegensatze zu den bisher die Ge- 
schichtscbreibung vielfach beherrschenden französischen und dem 
Kaiser feindlichen Quellen. 



46 

4. Eine vom Secretar verfasste, für die Sitzungsberichte be- 
stimmte AbhandluDg: „lieber den accusaiivus cum inßnitivo.^ 

In dieser Abhandlung werden die verschiedenen Ansichten 
geprüft, welche über den Grund des das Subject bezeichnenden 
Accusativs in der Constructio aeousativi cum infinitivo aufgegtellt 
worden sind, und eine ihrer Wesenheit nach neue zu begründen 
versucht, nach welcher aus Gründen der vergleichenden Sprach- 
forschung der Accusativ in diesem Falle, unabhängig von dem 
Verbum des Hauptsatzes, aus dem nominalen Ursprünge des In- 
finitivs zu erklären wäre. 

5. Eine Abhandlung des c. M. Herrn Prof. Dr. Fr. Müller : 
^Der Yerbalausdruck im semitischen Sprach kreise^, mit dem An- 
suchen des Verf. um Aufnahme, in die Sitzungsberichte; 

6. eine Abhandlung des Herrn Dr. Franz Kürschner in 
Eger: „Das Archiv der Stadt Eger^, mit dem Ansuchen des 
Verfs. um Aufnahme in die Schriften der kais. Akademie. 



Das w. M. Herr Dr. A. Pfizmaißr legt eine für die 
Denkschriften bestimmte Abhandlung vor: „Der Almanach der 
kleinbambusfarbigen Schalen. Zweite Abtheilung.^ (Schluss.) 

Diese Abhandlung enthält diä Darlegung der Sprache der 
zweiten und letzten Abtheilung des in Japan erschienenen Sasa- 
iro-no tsio-ku kojomi*de (der Almanach der kleinbambusfarbigen 
Schalen), eines Werkes, das, indem es seinem Inhalte nach man- 
chen Einblick in das öffentliche und häusliche Leben der Japaner 
gewährt, zugleich für die Kenntniss der zahlreichen Mundarten 
und der Ausdrucksweisen, die namentlich durch die in ihm an- 
gewendete Gesprächsform ersichtlich werden, von besonderem 
Werthe ist. 

Zu dem in dem Vorworte zur ersten Abtheilung Gesagten 
lässt sich nur noch hinzufügen, dass in dieser zweiten Abthei- 
lung dunkle Stellen nicht häufig angetroffen werden und blos 
einiges Unwesentliche nicht mit Bestimmtheit erläutert werden 
konnte. Im üebrigen wurde hier so wie früher vorgegangen, 
und auch die in dem Sio-gen-zi-ko und anderen Wörterbüchern 
fehlenden Wörter, mit Ausnahme derjenigen, die schon in der 
ersten Abtheilung vorkommen, verzeichnet und erklärt. 



StIbatTerlag der kais. AJcad. der Wiasensetaaiten in Wien. 
Buehdrttokerei voo Carl Gerold*« Sobn. 



Kaiserliche Akademie der Wissenseiiafteii in Wieo. 



Jahrg. 1868. Nr. XXVin— XXIX. 



Sitzuog der pkilostphisch-historischen Classe yod 9. Deeember. 



Der Präsident tbeilt der Versammlung die Trauerkunde mit 
von dem am 6. d. M. erfolgten Ableben des correspondirenden 
Mitgliedes der kais* Akademie der Wissenschaften, Herrn Hof- 
rath Prof Dr. A. Schleicher in Jena. 

Die Classe gibt ihren Gefühlen über den Verlust ihres hoch-» 
«verdienten Mitgliedes durch Aufstehen von den Sitzen Ausdrucke 



Der Secretär legt vori 

a) Eine Abhandlung des c. M. Herrn Prof. A. Mussafia 
in Wien: j^Sul testo del tesoro di Brunetto^ Latini^j mit dem Er- 
suchen des Verfs. um Aufeahme in die Denkschriften^ 

Eines der wichtigsten Denkmäler der italienischen Literatur 
des XIII« Jahrhunderts ist das Tesoro Brünette Latini's« Von 
ihm in französischer Sprache verfasst, wurde es bald in's Ita- 
lienische übertragen. Die Uebersetzung wurde 1474 nach einer 
schlechten Handschrift gedruckt; die drei folgenden Ausgaben 
gründen sich auf die erste. Alle wimmeln von Fehlern , die an 
zahllosen Stellen das Verständniss unmöglich machen« Eine kri- 
tische Ausgabe muss auf die Handschriften zurückgehen^ deren 
Zahl eine beträchtliche ist. Von Manchen verlautete^ dass sie 
an die Aufgabe gegangen, das handschriftliche Material zu prü- 
fen; von dem Ergebnisse ihrer Untersuchungen wurde aber 
nichts bekannt. Wohl lieferte P. Bartolomeo Sorio viele Bei- 
träge zur Emendation einzelner Abschnitte des Tesoro; an Hand- 
schriften der italienischen Uebersetzung benützte er aber nur das 
Fragment Farsetti in der Marciana und äusserst selten führt er 
die eine oder die andere Variante aus dem Cod. Ambrosianns; 
die Bibliotheken von Florenz liess er ganz unerforscht. 

Vorliegende Abhandlung versucht es nun, Vorarbeiten zur 



48 

längst erwarteten kritischen Ansgabe zu liefern. Es werden die 
Handschriften der Florentiner Bibliotheken angeführt, kurz be- 
schrieben und in zwei Familien eingetheilt. Merkmal der zweiten 
ist ein Zusatz historischen Inhaltes. Diese zweite Familie zer- 
fallt dann wieder in drei Classen , von denen die III. sich durch 
Einrückung eines eigenen Trattaio di virtil morali an die Stelle 
des Vn. Buches von den anderen unterscheidet. 

Die erste Familie enthält die ursprüngliche Uebersetzung; 
die Zusätze der zweiten dürfen nur im Anhange ihren Platz fin- 
den. Nachdem dann über die Wahl des zu Grunde zu legenden 
Textes und über das Verfahren bei der Ausgabe gesprochen 
wird, wird mit besonderem Nachdrucke vor |der Versuchung ge- 
warnt, mittelst des Originaltextes ohne Hilfe der Handschriften 
Emendationen vorzunehmen. An einer der Arbeiten Sorio's wird 
das Gefährliche einer solchen Methode nachgewiesen. 

Daran reihen sich Emendationsvorschläge, welche das ganze 
Vm. Buch — die Rhetorik — betrejßpen; es ergibt sich daraus, 
dass fast jede fehlerhafte Stelle durch die Handschriften zu be- 
richtigen ist; die vielen Vorwürfe, welche man oft der Ueber- 
setzung machte , sind daher lediglich auf Rechnung der Vorlage 
der Editio princepa zu setzen. 

Die Abhandlung geht dann auf einige der Eigenthümlich- 
keiten der zweiten Familie über. Der historische Zusatz stimmt 
zum Theile mit einem ähnlichen in einigen Handschriften des 
Originals, nur mit dem Unterschiede, dass während letzterer 
ganz in guelfischem Sinne verfasst ist, der italienische entschieden 
gibellinische Gesinnung zur Schau trägt. Ueberdies reicht die 
italienische Erzählung bis zum Tode Karl I. von Neapel (1285), 
während die französische schon mit Manfred's Tode (1266) ab- 
schliesst. Auch ist zu bemerken, dass ein Fioretto di croniehe 
(Lucca 1858) mit der italienischen Fassung zusammenhängt. 
Diese gegenseitigen Beziehungen werden theils durch Gegenüber- 
stellung der Texte, theils durch umständliche Analysen dargelegt. 

Endlich wird darauf aufmerksam gemacht, dass ein Frag- 
ment in der Riccardiana in die Erzählung der Begebenheiten der 
letzten Jahre einen sehr ausführlichen Bericht über Gianni da 
Procida's Verschworung und die sicilianischen Vespern einschiebt 
Letzterer ist nun nichts anders als jene Leggenda oder Storia^ 
welche in sicilianischer und toskanischer Fassung wiederholt ge- 
druckt wurde und sehr divergirende Beurtheilungen erfuhr. Zu 



49 

den drei bekannten Hss. (eine vierte wird nur erwähnt) tritt nun 
diese Riccardianiscbe hinzu. 

Das TrcUtato di virth morali, welches der HI. Classe der 
H. Familie eigen ist, erweist sich als eine Uebersetzung der 
Moralites des philoaophes^ eines sehr verbreiteten Werkes, wovon 
eine Hs. in der Laurenziana und zwölf in der kais. Bibliothek 
zu Paris ; worunter drei aus dem XIII. Jahrhundert, nachge- 
wiesen werden. Da nun ein Abhängigkeitsverhältniss zwischen 
diesem Werke und dem VII. Buche des Tesoro unleugbar ist, 
80 ist es weit mehr wahrscheinlich, dass Latini die Moralites 
benützt habe als umgekehrt. 

Der Anhang enthält Folgendes: 

1. Der Laurenziano Flut. XLII, Cod. 23 wird ausfuhrlich 
analysirt, als jene Handschrift, welche an Zusätzen allerlei Art 
ungemein reich ist. Als Proben werden einige anziehende Er- 
zählungen beigegeben : Seth's Reise in's irdische Paradies — Lu- 
cretia — Mohammed — Fiesole's Belagerung — Della calcatrice. 

2. Aus dem Riccardianischen Fragmente werden ebenfalls 
ein paar Abschnitte mitgetheilt: Ceremonien bei der Kaiserwahl — 
Friedrich 11. und der Soldan — Heinrich von Castilien bei Ta- 
gliacozzo und Einzelnheiten bei Conradin's Tode. Endlich wird 
die Einleitung zu Procida's Geschichte mit jener der anderen Hss. 
verglichen und die wohl ursprüngliche gibellinische Gesinnung 
hervorgehoben. 

3. Es werden Nachweise zur Sethlegende gesammelt. Es 
lassen sich vier Versionen erkennen. Der Abschnitt aus dem 
Tesoro gehört zu der im Mittelalter am meisten verbreiteten. 

b) Eine Abhandlung des c. M. Herrn Prof. Dr. Fr. Müller 
in Wien: „Beiträge zur Kenntniss der Päli-Sprache, HL", mit 
der Bestimmung für die Sitzungsberichte; 

c) eine Abhandlung des Herrn Prof. J. Pop Florentin 
in Bottuschani: „Zur Sprachphilosophie", mit dem Ersuchen des 
Verfs. um Aufnahme in die Sitzungsberichte. 



50 

Das w. M. Herr Prof. Dn H. Siegel legt vor: Herrn Dr. 
H. LambeTs „Bericht über die Resultate seiner im Auftrage der 
kais. Akademie in Oberösterreich unternommenen Weisthümer- 
forschungeu*^. 



Sitzung der philosopkisch-historischeD CUsse vom 16. DeeemW. 

Der Secretar legt vor : 

1. Die Publicationen der American Oriental Society in New 
Haven seit dem Jahre 1842, welche vorzüglich linguistische und 
geographische Abhandlungen enthalten, mit dem Ansuchen der 
genannten Gesellschaft um Mittheilung der Sitzungsberichte; 

2. ein Ansuchen des Herrn Dr. Lambel in Wien, ihm aus 
der Bibliothek des protestantischen Seminars in Strassburg eine 
Handschrift zu verschaffen; 

3. zwei Panthaidinge (von Ebersdorf und Wildenhag) aus 
dem konigl. bairischen Reichsarchive, welche von dem Herrn 
Prof. Dr. Richard Schröder in Bopn eingesandt wurden. 



Selbstverlag der kais. Aknd. der Wissenschaften in Wien. 
Bachdraekerei von Carl Qeroid*» 8ohii, 



ANZEIGER 



DER KAISERLICHEN 



AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN. 



PHILOSOPfflSCH-fflSTORISCHE CLASSE. 



VI. JAHfiGANG. 1869. 



Nr. I— XXVm. 



WIEN, 186a 

DRUCK VON CAKL OI£ROLD'8 SOHN. 



SBLBSTTERLAG DES K« AKADEMIB DER WIBSBNBCHAFTEN. 



INHALT. 



A. 

jlegypten: Die SgyptLschen Denkmttler der österreichischen BfQnarohie. Nr. XI 

bis XII, p. 16. 
Altenfels: Siehe Jaborneg^g. 
Anthering (Antering): Weisthümer von — . Nr. III — V, p. 5; Nr. XXVI, p.43* 

— Ehehaft von Antering. Nr. XX, p. 32. 

Auer, Alois Bitter y. Welsbach, w. M.: Anzeige von dessen Ableben. 
Nr. XVni— XIX, p. 27. 

B. 

Bechtinger, J.: Ansuchen. Nr. XVI — XVII, p. 26. 

Bergmann, Joseph Ritter y., w. M.: lieber des kais. Rathes, Münzen- nnd 
Antiqoitaten-Inspectors Karl Gustav Heraeus Ableben und Hinterlassen- 
schaft. Als Nachtrag zu seiner Abhandlung: „Pflege der Numismatik in 
Oesterreich." Nr. XX, p. 32—34. 

Birk, Ernst, w. M.: Bemerkungen zu einigen österreichischen Geschichtsquellen. 
Von W. Wattenbach. Nr. XXVII-XXVHI, p. 47. 

Böhmen: Dankschreiben des Landesausschusses dieses Königreiches. Nr.III — V, 
p. 5. 
— - Ansuchen des Unter-Bealgymnasiums zu Chrudim, Nr. VI — IX, p. 10. 

— Egergau. Egerland und Stadt Eger bis zur Verpflindung an die Krone 
Böhmens. Nr. X, p. 14. 

— Dankschreiben des Unter-Realgymnasiums zu Chrudim. Nr. XX, p. 31« 

— Ansuchen der Ober- Realschule zu Kuttenberg. Nr. XXI — XXIII, p. 35. 
BogiSid, Baldassare: Lettere politiche dt Stefano Gradi alla repubblica dt Ragusch 

Con due appendici (1642^1683), Nr. XX, p. 32. 
Boller, Anton, w. M.: Anzeige von dessen Ableben. Nr. III — V, p. 5. 
Brody: Ansuchen der Direction des k. k. Realgymnasiums daselbst. Nr. VI — IX, 

p. 9. 
Bukowina: Ansuchen des Lehrkörpers der griech.-oriental. Ober-Realschule zu 

Czemowitz. Nr. XIII, p. 19. 
Bjulgarien: Siehe Türkei. 

C. 

China: Zur Geschichte des Zwischenreiches von Han. Nr. VI — IX, p. 9. 

— Die Aufstände Wei-ngao's und Kung-sün-schö's. Nr. XIV— XV, p. 22-23. 



IV 

t 

Chiua: Die Tao- Lehre von den wahren Menschen nnd den Unsterhlichen. 

Nr. XXIV-XXV, p. 41—42. 
Chradim in Böhmen: Ansuchen des Unter-Realgymnasioms daselbst. Nr* VI bis 

IX, p. 10. 

— Dankschreiben desselben Unter-Realgymnasiums. Nr. XX, p. 31. 

C omiti de patrormge et de dtrection de la Bü}Uoiheque Munidpede^ Scientifigue et 
Litt&aire du XVI* arrondissement de Paris: Ansuchen. Nr. X, p. 13« 

— Dankschreiben. Nr. XX, p. 31. 

Conze, Alexander, c. M.: Ansuchen. Nr. XIV — XV, p. 22. 

— Dankschreiben. Nr. XXIV— XXV, p. 39. 

Czernowitz: Ansuchen des Lehrkörpers der dortigen griech.-orientaL Ober« 
Sealschule. Nr. XHI, p. 19. 

Deutschland: WenzePs von Luxemburg Wahl zum römischen König. Nr. I, 
p. 2. 

— Beiträge zur Kritik deutscher Geschichtsquellen. I. Eistoria fundathmit 
monasterii Mellieettsis, Nr. XIV — XV, p. 23—24. 

— Codex diplomaticua ordinis Tlieutonici regni auatriaco-hungarid, Nr. XVI bis 
XVII, p. 26. 

Diemer, Joseph, w. M.: Anzeige von dessen Ableben. Nr. XVI — XVII, p. 25. 

Dudik, Beda Franz, c. M.: Bericht über die Diöcese Olmütz durch den Car- 
dinal Franz v. Dietrichstein im Jahre 1634. Nr. II, p. 3. 

Dumm 1er, Ernst, und Fr. Ritter v. Miklosich: Die slo venisch-serbische Le- 
gende vom heiligen Cyrill mit lateinischer Uebersetzung und einer Einlei- 
tung über die Zeit der Abfassung und den historischen Werth des Denk- 
mals. Nr. XVni— XIX, p. 29. 

E. 

Eger: Siehe Böhmen. 

Eisenstftdter, Wilhelm: Ansuchen. Nr. X, p. 14. 
Emmert, Anton: Urbar der Clara von Völg. Nr. HI — V, p. 6. 
Expedition, ostasiatische: Siehe Scherzer. 

F. 

Fassei, Hirsch B.: Das mosaisch-rabbinische Strafgesetz. (Ansuchen.) Nr. Xm, 

p. 19. 

Francisco- Josephinum: Siehe Mödling. 

Friess, dottfried Edmund: Die Häretiker und ihre Inquisition während des 

Mittelalters. Nr. VI— IX, p. 10. 

t 

G. 

Galizien: Ansuchen der Direction des Communal-Gymnasiums zu Kotomyja. 
Nr. m— V, p. 5. 

— Ansuchen der Direction des k. k. Real-Gymnasiums zu Brody. Nr. VI bis 
IX, p. 9. 

Gar, Thomas, c M.: Ansuchen. Nr. XVI— XVII, p. 26. 

Goehlert, J. Vincenz: Statistische Untersuchungen über die Ehen. Ein Bei- 
,trag zur Populationistik. Nr. XXVI, p. 43. 



Goldenthal, Jakob, c. M. : Anzeige von dessen Ableben. Nr. I, p. 1. 
Gradl, Heinrich: Lieder und Sprüche der beiden Meister Spervogel. Nr. I, 
p. 2; Nr. XXI— XXIII, p. 36. 

— Dankschreiben. Nr. VI— IX, p. 10. 
Grenztruppen-Divisions-ComniAndo, k.k., zuTemesvar: Ansuchen. Nr. I, p. 2. 

— Dankschreiben. Nr. IH — V, p. 5. 



Hahn, Johann Georg Ritter v.: Anzeige von dessen Ableben. Nr. XX, p. 81. 
Handelsministerium, k. k.: Note, betreffend die von Sr. k. und k. apostol, 

Majestät der zweiten deutschen Nordpol-Expedition bewilligte Beitrags« 

summe. Nr. X, p. 13. 
Harte 1, Wilhelm: Opera Cypriam, VoL IL Nr. XVIH— XIX, p. ;^0. 
Haunsberg: Ehehaft und Weisthum von — . Nr. XX, p. 32; Nr, XXVI, p. 43. 
He raeus, Karl Gustav Ueber dessen Ableben und Hinterlassenschaft. Nr XX, 

p. 32—34. 
Hochstetter, Ferdinand Ritter v., c. M.: Ansuchen. Nr. XXVII— XXV III, 

p. 47. 
Höfler, Constantin, w. M,: Wenzel's von Luxemburg Wahl zum römischen 

König. Nr. I, p. 2. 

— Fortsetzung der Stephan Kinsky 'sehen Berichte, Mai bis August 173^. 
Nr. XX, p. 32. 

Hönisch: Codex diplomaticus ordinis Theutonici regni austriacO'hunyaricu Nr, XVI 

bis XVn, p. 26. 
Hofkirchen: Weisthümer. Nr. XX, p. 32. 
Hollabrunn: Siehe Oberhollabrunn. 

Horawitz, A.: Zwei Weisthümer. Nr. XXVII— XXVHI, p. 47. 
Hörn: Dankschreiben der Direction des k. k. Unter-Gymnasiums daselbst. 

Nr. xxvn— xxvin, p. 47. 

I-J. 

Innsbruck: Geschichte der Universität in — . Nr. XXI— XXIII, p. 36. 
Italien: Bibiiotheca patrum latinorum italica, Nr. XI— XH, p. |6. 

— Ansuchen der Universität zu Padua. Nr. XXI —XXIII, p, 35. 
Jabornegg-Altenfels, Michael F. v.: Kämten*s römische Alterthümer. N. I, 

p. 2. 

— Dankschreiben. Nr. VI— IX, p. 10. 
Jacobs, Ed.: Ansuchen. Nr. XX, p. 32. 

Jahn, Otto, c. M. : Die Entführung der Europa auf antiken Kunstwerken. 
Nr. XI— XII, p. 16. 

— Anzeige von dessen Ableben. Nr. XX, p. 31. 

Japan: Ueber den Text eines Japanischen Drama*s. Nr. XX, p. 34. 
Jhering, Rudolf, c. M.: Dankschreiben. Nr. XXI— XXUI, p. 35. 

K. 

Kadlubek, Vincentius: Siehe Zeissberg. 

Kärnten (Herzogthum); Römische Alterthümer daselbst. Nr. I, p. 2; Nr. VI 
bis IX, p. 10. 



VI 

Kanitz^ F.: Reise im bulgarischen Timok-, Lom- und Sveü Nikola Balkange- 
biete, ausgeführt in den Jahren 1862, 1864 und 1868. Nr. II, p. 4. 

Keiblinger, Ignaz, c. M.: Anzeige von dessen Ableben. Nr. XYIII'—XIX, 
p. 27. 

Kolomyja: Ansnchen der Commanal^Gymnäsial-Direotion daselbst. Nr. III— V, 

p. 5. 
Kopetzky: Siehe Kürschner. 

Kostersitz, übald: Zwei Weisthümer. Nr. XXVn-XXVni, p. 47. 
Krakan: Vincentias Kadlubek, Bischof von. — (1208—1218, f 1223), and 

seine Chronik Polens. Nr. X, p. 13 — 14. 
Krön es. Fr.: Zur (Jeschiohte Ungarn^ im Zeitalter B4k6czi*s IL Nr. XX, p. 32. 
Kürschner, Franz: Begesten zur Qeschichte des Herzpgthums Troppau. Von 

weiland Frans Kopetzky. Nr. ZXVI, p. 43« 
Kuttenberg: Ansuchen der Ober- Realschule daselbst« Nr» XXI — XXIII, p. 35. 
Kvidala, Johann, c. M.: Beitrüge zur Kritik und f^rkläi-ung des Sophokles, (IV.) 

Nr. I, p. 2. 

L. 

Landesausschuss des Königreiches Böhmen: Dankschreiben. Nr. III — V, p. 5^ 
•^ — von Salzburg: Zwei Khehafte von Anthering und Haunsberg. Nr. XX, 
p. 32. 

— — Drei Weisthümer von Haunsberg, Lebenau und Anthering« Nr, XXVI, 
p. 43. 

— — von Niederösterreich 2 Ansuchen. Nr. XXIV — XXV, p. 41, 
Lebenau: Siehe Salzburg. 

Leonfelden: Weisthümer, Nr. XX, p. 32. 

Lewben: Taiding zu — und Timstain aus dem Jahre 1570. Nr. II, p. 3« 
Linz: Ansuchen des Verwaltungsrathes des Museum Francisco-Carolinum da- 
• selbst. Nr. VI— IX, p. 10. 

— Dankschreiben desselben Verwaltungsrathes. Nr. Xm^ p« 19. 
Lorenz, Ottokar, c. M.: Ansuchen. Nr. U, p. 4, 

— Beiträge zur Kritik deutscher Oeschichtsquellen. I« HUtoria fitndutionis 
monaaterU MellicensU. Nr. XIV— XV, p, 23—24, 

Luxemburg: Wenzels von — Wahl zum römischen König. Nr. I, p. 2, 

Mähren: Bericht über die Diöcese Olmütz durch den Cardinal Franz v» Diet- 
richstein im Jahre 1634. Nr. 11, p. 3. 

— Ansuchen der Direction des k. k. Gymnasiums zu Znaim. Nr, Hl — V, p. 6« 

— Dankschreiben der k, k. Gymnasial- Direction zu Znaim. Nr. VI— JX, p. 10. 
Maelen, Philippe Marie Guillanme van der, c. M. : Anzeige van dessen Ab- 
leben. Nr. XVI— XVII, p. 26. 

(lairhofer, Theodor: Urkundenbuch des Augustiner-Chorherrenstiftes Naustift 
bei Brixen, (II. Theil.) Nr. H, p. 4. 

— Lüsnerisches Täding und GerichtsrConfin-Büchl. Nr. XVI— XVII, p, 25« 
Miklosich, Franz Bitter v., w. M, und Secretär der philos.-histor. Classe: 

Ueber die Negation in den slayisohen Spi:achen« Nr. VI*— IX, p. 10 — 12« 

— lieber die, Genitiv-Endung in. der prpQamiQ^eo .PeciUn^^ljiau der slavischen 
Sprachen: ^, Nr. XIII, p. 20, 



VII 

Miklosich, Franz Ritter ▼., w. M. : Beiträge zar Kenntniss der slavischen 
Volkspoesie. (I.) Nr. XIV— XV, p. 21—22. 

— und Ernst Dum ml er: Die slovenisch-serbiscbe Legende vom heiligen 
CTrill mit lateinischer Uebersetzang nnd einer Einleitung über die 27eit 
der Abfassung und den historischen Werth des Denkmals. Nr. XVIII bis 
XIX, p. 29. 

— Die slavischen Elemente im Neugriechischen. Nr. XXVII— XXVIII, p. 47 
bis 48. 

Ministerium, k. k., des Aeussem: Zuschrift, betreffend eine Ton Prof. K. 
Schenkl erbetene Pariser Handschrift. Nr. VI — IX, p. 9. 

— Note, zwei Handschriften aus der kais. Bibliothek in Paris betreffend. 
Nr. XXIV— XXV, p. 39. 

^ — fär Cultus und Unterricht: Note, betreffend ein Ansuchen der gr.-or. 
Ober-Realschule in Czernowitz. Nr. XIU, p. 19. 

— Zuschrift mit einem Ansuchen der Ober-Realschule zu Kuttenberg. Nr. XXI, 
bis XXIII, p. 35. 

— Note , betreffs einer Handschrift aus der k. k. Prager UniversitSts-Biblio- 
thek für Hrn. Dr. A. Wilmans. Nr. XXIV— XXV, p. 39. 

— — des Innern: Note, ein Ansuchen der Universität zu Padna betreffend. 
Nr. XXI -XXm, p. 35. 

Mödling: Ansuchen des Francisco -Josephinum daselbst. Nr. XXI — XXIII, 

p. 35. 
Müller, Friedrich, w; M.: Beiträge zur Kenntniss der Rom- (Zigeuner-) Sprache. 

Nr. n , p. 3—4. 
Museum Francisco-Carolinum in Linz: Ansuchen. Nr. VI— IX, p. 10. 

— Dankschreiben. Nr. XTTT, p. 19. 

Mussafia, Adolf, ü.M.: Sulla leggenda dtl legno della Croce» Nr. XXI— XXUI, 
p. 36-38. 

— Handschriftliche Studien. Heft IV. Nr. XXVI, p. 45—46. 

N. 
Neustift (bei Brixen in Tirol): Urkun4enbuch des Augustinar-Ghorherrenstiftes 

d^elbst. Nr. IX, p. 4. 
Nordpol-Bxpedition: Zweite deutsche. Nr. X, p. 13« 

O. 

OberhoUarbrunn: Ansuchen des n. -ö. Landes- Realgymnasiums daselbst. 

Nr. XIII, p. 19* 
Oberneukirchen: Weisthümer. Nr. XX, p. 32» 
O est er reich, (Monarchie): Biographisches Lezicon des Kaiserthums Oesterreich. 

Nr. I, p/ 2 ; Nr, XX, p. 32* 

— — Codex diplomaticus austriaca" Frhingensis*. Sammlung von Urkunden 
und Urbaren der ehemals freisingischen Besitzungen in Oesterreich. Nr. XI 
bis Xn, p. 16. 

— — Die ägyptischen Denkmäler der österreichischen Monarchie. Nr. XI 
bis xn, p. 16. 

__ — Ueber den Ministor Thugut. Nr. XI-XH, p* 17—18. 

— — Codex diplomaticus ordinis ThetUonici regm austriaco'hungarici^ Nr, XVI 
bis XVII, p. 26. 



VIII 

Oesterreich, (Monarchie): Pflege der Nnmismatik in Oesterreicb. Nachtrag: 
Ueber des kais. Rathes, Münzen- und Antiquitäten -Inspectors Karl Gustav 
Heraens Ableben und Hinterlassenschaft« Nr. XX, p. 32- 34. 

— — Briefe an Kaiser Franz n. von seiner ersten Gemahlin Elisabeth. 
Nr. XXIV— XXV, p. 3M. 

— — Bemerkungen zu einigen österreichischen Geschichtsquellen. Nr. XXVII 
bis XXVIII, o. 47. 

— (Erzberzogthum) : Taiding zu Lewben und Timstain aus dem Jahre 1570. 
Nr. II, p. 3. 

— — Bericht über eine von J. Strobl im Viertel ob und unter dem Wie- 
ner Walde unternommene Weisthümer-Forschungsreise. Nr. VI— IX, p. 9. 

— — Ansuchen des Museum Francisco - Carolinum, in Linz. Nr. VI — IX, 
p. 10. 

— — Dankschreiben des Verwaltungsrathes des Museum Francisco - Caro- 
linum. Nr. Xm, p 19. 

— — Ansuchen des n. - '6, Landes - Realgymnasiums zu Oberhollabrunn« 
Nr, XIII, p. 19. 

— — Hhtoria fundaftonU monastertt MeUtcensis, Nr. XIV — XV, p. 23—24. 

— — Ansuchen des Francisco -Josephinum in Mödling. Nr. XXI — XXIII, 
p. 35. 

— - Ansuchen des Landes • Realgymnasiums zu Waidhofen an derThaya. 
Nr. XXIV-XXV. p. 41. 

— — Dankschreiben der Dlrection des k. k. Unter - Gymnasiums zu Hom. 
Nr. XXVII-XXVIII, p. 47. 

Olmütz: Bericht über die Diöcese — durch den Cardinal Franz ▼. Dietrich- 
stein im Jahre 1634. Nr. II, p. 3. 

Ottensheim: Weisthümer. Nr. XX, p. 32. 

P. 

Pad^a: Ansuchen der Universit&t daselbst. Nr. XXI -XXIII, p. 35. 
Paris: Comiti de patronage et de direetion de la ßiblioihkque MunieipaU^ Scten^ 
tifique et Littiraire du XVI* arrondisaement : Ansuchen. Nr. X, p. 13. 

— Dankschreiben des Maire du XVI* arrondisaement. Nr. XX, p. 31. 
Pflzmaier, August, w. M.: Zur Geschichte des Zwischenreiches von Han. 

Nr. VI— IX, p. 9. 

— Die Aufstände Wei-ngao's und Kung sün-schS's. Nr. XTV— XV, p. 22—23. 

— Ueber den Text eines japanischen Drama^s. Nr. XX, p. 34. 

— Die Tao - Lehre von den wahren Menschen und den Unsterblichen. 
Nr. XXIV-XXV, p. 41-42. 

Polen: Vincentius Kadlubek, Bischof von Krakau (1208—1218, f 1223) und 

seine Chronik Polens. Nr. X, p. 13 — 14. 
Poley, Ludwig: Ueber das VedÄntasara. Nr. XVHI— XIX, p. 27—29. 
Probst, Jakob: Geschichte der Universität in Innsbruck. Nr. XXI — XXIH, 

p. 36. 

R. 
Ragusa: Lettere politiche di Stefano Gradi alla repubbliea dt — (1642 — 1663). 

Nr. XX, p. 32. 
Raköczi II: Zur Geschichte Ungarns in dessen Zeitalter. Nr. XX, p. 32. 



iX 

ReiferscheidjvAu^st: Bihlioihtea patrum latinorum italica, VL Heft. II. Die 
römischen Bibliotheken. (Schluss.) Nr. XI—XII. p. 16. 

Reinand, Joseph Toussaint, Ehrenmitglied: Anzeige von dessen Ableben« 
Nr. XVin-XIX, p. 27. 

Keinisch, S. L.: Die ägyptischen DenkmSler der österreichischen Monarchie. 
(Ansuchen.) Nr. XI— Xu, p. 16. 

— Geschichte von Tlascala. (Ansuchen.) Nr. XVI— XVII, p. 26. 
Rokitansky, Karl, w. M. und Präsident der k. Akademie der Wissenschaften: 

Mittheilung, die Humboldt-Feier betreffend. Nr. XXI— XXIII, p. 35. 
R|ot6nburg: Grenzbeschreibung des Gerichtes — in Tirol aus dem Jahre 1516. 
Nr. II, p. 3. 

8. 

Salzburg, (Herzogthum) : Keltische Namen im Yerbrüderungsbuche von St. 
Peter in — . Nr. III—V, p. 6—7; Nr. XI— XII, p. 15—16. 

— Weisthümer von Anthering. Nr. IH— V, p. 5; Nr. XXVI, p. 43. 

— "Weisthümer von Haunsberg und Lebenau. Nr. XXVI, p. 43. 

— Zwei Ehehafte von Antering und Haunsberg. Nr. XX, p. 32. 
Sarleinsbach: Weisthümer. Nr. XX, p. 32. 

Schar 1er, Franz, Actuar der kais. Akademie der Wissenschaften: Verzeich- 
niss sämmtlicher von der kais. Akademie der iWissenschaften seit ihrer 
Gründung bis letzten October 1868 veröffentlichten Druckschriften. Nr. I, 
p. 2. 

8 eben kl, Karl, w. M.: Xenophontische Studien. I. Beiträge zur Kritik der Ana- 
basis. Nr. I, p. 1. 

— Ansuchen. Nr. I, p. 2; Nr. VI— IX, p. 9. 

— Ueber diis Verhältniss der bildenden Kunst zum antiken Staate mit be* 
sonderer Rücksicht auf Athen. Nr. lU — V, p. 6. 

— Ansuchen. Nr. XVI— XVII, p. 25. 

Scher er, Wilhelm, c. M.: Dankschreiben. Nr. XXI— XXIII, p. 36. 

Scherzer, Karl Ritter v., Mitglied der ostasiatischen Expedition: Drei Schrei- 
ben mit werthvollen Quellen für Ethnographie und Linguistik. Nr. XX, 
p. 31. 
^ Vocabular des Peking-Dialektes und der Mandschu-Sprache. Nr. XXI bis 
XXm, p. 36. 

Schmerling^ Anton Ritter t., Ehrenmitglied und Curator-Stellvertreter der k. 
Akademie der Wissenschaften: Dankschreiben. Nr. XVI — XVH, p. 25. 

Schröder, Richard: .«Taiding zu Lewben und Tirnstain aus dem Jahre 1570'' 
und „Grenzbeschreibung des Gerichtes Rotenburg in Tirol aus dem Jahre 
1516.« Nr. n, p. 3. 

— Ein Weisthum von Anthering. Nr. HI — V, p. 5. 

Schulte, J. Fr. Ritter v.: Ueber eine Summa Itgum des XIL Jahrhunderts. 
Nachtrag. Nr. XXIV— XXV, p. 39—40. 

— Zur Geschichte der Literatur über das Decret Gratians. Erster Beitrag. 
Nr. XXIV- XXV, p. 40. 

Siegel, Heinrich, w. M.: Bericht des Hm. Joseph Strobl über die von die- 
sem im Viertel ob und unter dem Wiener Walde unternommenen Weis- 
thümer-Forschungen. Nr. VI— IX» p. 9. 



Springer, Jobann, w. M.: Anzeige von dessen Ableben. Nr. XX, p. 31. 
Stade: Schriften nnd Ansuchen des Vereins für Geschichte und Alterthümer 

daselbst. Nr. XX, p. 32. 
Stark, Franz: Keltische Forschungen. I. Keltische Namen im Verbrüdemngs- 

buche von St. Peter in Salzburg. Zweiter TheiL Nr. HI— V, p. 6— 7. 

— Keltische Forschungen. I. Keltische Namen im Verbrüdemngsbuche von 
St. Peter in Salzburg. Dritter Theil. Nr. XI— Xu, p. 15—16. 

— Keltische Forschungen. II. Keltische Personennamen, nachgewiesen in 
den Ortsbenennungen des Codex tradiüonum ecelesiae Ravennatensis aus dem 
7. bis;;iO. Jahrhundert. Nr. XHI, p. 19—20; Nr. XIV— XV, p. 21. 

Statthalterei, k. k. n.-ö.: Zuschrift mit einem Ansuchen des Francisco- Jo- 

sephinum in Mödling. Nr. XXI— XXin, p. 35. 
Steiner, Johann: Betrachtungen über das amerikanische DuelU Nr. XVI — XVII, 

p. 25. 
Stern, S. G.: Die hebrSischen Grammatiker und Kritiker Ben Seruk und Ben 

Labrat aus dem X, Jahrhundert. (Subventions-Ansuchen.) Nr. XX, p. 32. 

— Dankschreiben. Nr. XXIV— XXV, p. 39. 

Strobl, Joseph: Bericht über eine im Auftrage der Classe für die Sammlang 
der Welsthümer im Viertel ob und unter dem Wiener Walde unternommene 
Forschungsreise. Nr. VI — IX, p. 9. 



Tabulae codicum manuscriptorum in bibliotheca Vindobonensi tuserveUorunu 

Vol. IIL Nr. XVIII -XIX, p. 29. 
Temesvar: Zuschrift der Gteneralstabaabtheilung des k. k. Grenztruppen-Divi- 

sions-Commando^s daselbst. Nr. I, p. 2; Nr. m — ^V, p. 5. 
Thugut: Siehe Vivenot. 
Tirnstain: Siehe Lewben. 
Tirol: Grenzbeachreibung des G^erichtes Botenburg in — aus dem Jahre 1516* 

Nr. n, p. 3. 

— Urkundenbueh des Augustiner Ghorherrensüftes Neustift bei Brixen. Nr. H, 
p. 4. 

— Urbar der Clara von Vols. Nr. IH— V, p. 6. 

^ Bericht über die in Tirol im Jahre 1868 angestellten Weisthümer-For- 
schung^n. Nr. XI — Xn, p. 15. 

— Geschichte der Universitftt in Innsbruck. Nr. XXI— XXTTT, p. 36. 
Todesanzeigen: Nr. I, p. 1; Nr. HI— V, p. 5; Nr. XVI— XVII, p. 25 nnd 26; 

Nr. XVm-XrX, p. 27; Nr. XX, p. 31. 
Troppau: Regesten zur Geschichte des Herzogthums — . Nr. XXVI, p. 43. 
Türkei: Reise im bulgarischen Timok-, Lom- und Sveti Nikola Balkangebiete, 

ausgeführt in den Jahren 1862, 1864 und 1868. Nr. II, p. 4. 

ü. 

Ui^ngarn: Codex diplomaticusjordinia Theutonici regni austricteo-hungarici. Nr. XVI 
bis XVn, p. 26. 

— Zur Geschichte Ungarns im Zeitalter IULk6czrB 11. Nr. XX, p. 32. 



XI 

TJrban ▼. üi^banstadt, Nioolans: Egergan. Egerland and Stadt Egor bis zmr 
Verpfändang an die Krone Böhmens. Nr. X, p. 14* 

V. 

Yahlen, Johann, w. M.: Bibliotheca patrum ItUinorum ilalica» Von^A. Beiffer- 
scheid. Nr, XI— XII, p. 16. 

— Opera Cyprianu Vol. IL Von W. Hartel. Nr. XVni— XIX, p. 30. 
Yarnhagen, F. A. de: Das wahre Gaanahani des Colombus. Nr. XIY — XY^ 

p. 22. 

Y er ein für Geschichte und Alterthümer zu Stade: Yereinsschriften und An- 
suchen. Nr. XX, p. 32. 

Yi venot, Alfred Ritter v. : Ueber den Minister Thugut. Nr. XI-— XII, p. 17—18. 

Vogt, Theodor: J. J. Rousseau^s Leben. Nr. XXVI, p, 43—45. 

Vorarlberg: Bericht über die im Jahre 1868 daselbst angestellten Weisthümer- 
Forschungen. Nr. XI— XU, p. 15. 

W. 

Waidhofen an der Thaya: Ansuchen des Landes-Realgymnasioms daselbst. 
Nr. XXIV— XXV, p. 41. 

Waitz, Georg, c. M.: Dankschreiben. Nr. XX, p. 31. 

Wattenbach, Wilhelm, c. M.: Bemerkungen zu einigen österreichischen Ge- 
schichtsquellen. Nr. XXVn— XXYIII, p. 47. 

Weisthümer, österreichische: Nr. II, p. 3; Nr. HI— V, p. 5; Nr. XYI-XYII, 
p. 25; Nr. XX, p. 32; Nr. XXVI, p. 43; Nr. XXVII— XXVHI, p. 47. 

Weisthümer-Forschungen: Nr. VI— IX, p. 9; Nr. XI— XII, p. 15. 

Weyda, H.: Briefe an Elaiser Franz n. von seiner ersten Gemahlin Elisabeth. 
Nr. XXIV— XXV, p. 39. 

Wien: Ansuchen der Direction der k. k. Theresianischen Ritterakademie in — . 
Nr. VI— IX, p. 9. 

— Ansuchen der k.k. Ober-Realschule am Schottenfelde. Nr. XXVII— XXYIII, 
p. 47. 

Wies er, Franz: Bericht über die im Jahre 1868 in Vorarlberg angestellten 

Weisthümer-Forschungen. Nr. XI — ^Xn, p. 15. 
Wilmans, August: Ansuchen. Nr. XX, p. 32; Nr. XXI— XXm, p. 35. 

— von demselben erbetene Handschriften aus der kais. Bibliothek in Paris 
und der k. k. UniversitSts-Bibliothek in Prag. Nr. XXIY— XXV, p. 39. 

Wolfenbüttel: Ansuchen der herzoglichen Bibliothek daselbst. Nr. 11, p. 3. 
Wurzbach, Constant, von Tannenberg: Biographisches Lexicon des Eaiser- 
thums Oesterreich. (Ansuchen.) Nr. I, p. 2; Nr. XX, p. 32. 

Z. 

Zahn, Joseph: Codex diplomaticus austriaca- Fr isingensis, Sammlung von Urkun- 
den und Urbaren zur Geschichte der ehemals Freisingischen Besitzungen 
in Oesterreich. Nr. Xl-Xn, p. 16. 

Zeissberg, Heinrich: Vincentius Eadhibek, Bischof von Erakau (1208 — 1218, 
t 1223), und seine Chronik Polens. Zur Literaturgeschichte des XHI. Jahr- 
hunderts. Nr. X. p. 13 — 14. 



xn 

Zingerley Ignas V., c, M.: Bericht über die in Tirol im Jahre 1868 ange- 
stellten Weisthümer-Forschnngeu. Nr. XI— Xu, p. 15. 

— Lusemisches Wörterbuch. Nr. XVI— XVn, p. 25. 

Znaim: Ansuchen der Direction des k. k. Gymnasiums daselbst. Nr. m— V, p. 6. 

— Dankschreiben derselben k« k* Oymnasial-Direction. Nr* VI— IX, p. 10. 



Akademie der Wissensehaften in Wien« 



Jahrg. 1869. Nr. I. 



Süioog ier philoMphisetkistorigch» Ctane tib 7. Jiu«r. 



Der Präsident theilt mit die Trauerbotschaft von dem Ab- 
leben des correspondirenden Mitgliedes der kaiserl. Akademie, 
Prof. Dr«< Jacob GoIdentkaL 

Die Anwesenden geben ihre Theilnahme durch Aufstehen 
▼on ihren Sitzen kund. 



Der Secretar legt vor: 

1. Eine für die Sitzungsberichte bestimmte Abhandlung des 
w. M^ Herrn Prof. Dr. K. Sehen kl in Graz: „Xenophontisehe 
Stadien« L Beiträge zur Kritik der Anabasis. ^ 

Nach einigen einleitenden Bemerkungen über die Hand- 
schriften, ihren Werth und die Classen, in welche sie zerfiEdlen, 
wird der bisher noch nicht verglichene Vindobonensis V, 95 aus- 
führlich besprochen und dann untersucht, was für Codices den 
griechischen Bhetoren, insbesondere dem Demetrios von Alexan- 
drin, dann dem Athenaios, Stobaios und Suidas, bei welchen sich 
zahlreiche Gitate und Excerpte aus der Anabasis finden, vorge- 
legen haben. Hierauf folgen die kritischen Beitrage in vier Ab- 
schnitten; in dem ersten werden die Lesearten der guten Hand- 
schriften, insbesondere des Parisinus C, welche man bisher noch 
nicht in den Text aufgenommen hat, besprochen; der zweite han- 
delt von Interpolationen; der dritte von Lücken im Texte; in 
dem vierten werden für eine Reihe von verderbten Stellen Emen- 
dationen vorgeschlagen. Daran schliesst sich ein Anhang, in 
dessen erstem Theile die Frage über die Zeit, wann die Anabasis 
verfasst ist, zugleich mit anderen daran sich schliessenden Fragen 
erörtert wird; der zweite Theil behandelt die Excerpte aus der 
Anabasis im Codex Peirescianus oder Turonensis. 



2» Bin Anaaokeii desselbem, Htm eibe X«H>phon*Haiidfiekrift 
aus der kaiserlichen Bibliothek zu Paris zu verschaffen; 

3. ein Ansuchen des k. k. Regierungsrathes Dr. C v. Warz- 
bach, ihm die fEir den 19. Band des biographischen Lexioons 
des Kaiserthums Oesterreich bewilligte Subvention anzuweisen 
und ihm für den 20. Band dieselbe Summe zu bewilligen; 

4. ein Aixaachen dea Herrn H. Oradl ia Eger um eine Sub- 
vention zur Herausgabe der zwei alten Spruchdichter Spervogel; 

6. eine Abhandlung des k* k. Oberlandesgerichtsrathes Herrn 
Miehael F. v. Jabornegg-AItenfels in Klagenfurt: „Kärnten's 
römisehe Alterthumer^; 

6. eine fHr die Sitzungsberichte bestimmte Abhandlung des 
w. M. Herrn Prof Dr. C. Hof 1er in Prag: „Wenzers von Lu- 
xemburg Wahl zum romischen König^. 

Die Abhandlung hat sich die Aufgabe gestellt, auf Grund 
der von Theiner im Codex diplomaticus dominii temporalis S. sedis 
gesammelten, von Weizsäcker in den deutschen^ Reichstags- 
acten vermehrten und gesichteten Urkunden den wichtigen Ver- 
such Kaiser EarFs IV. zu erörtern, das Wahlrecht mit dem Erb- 
recht in Verbindung zu bringen und die luxemburgische Dynastie 
der sächsischen, fränkischen, staufischen als vierte anzureihen. 
Sie weist zugleich nach, wie die Churfiirsten ihre Rechte be- 
haupteten nnd die päpstliche Bestätigung sich auf einen reinen 
Formalismus reduoirte. 

7. Eine Zuschrift der Generalstabsabtheilung des k. k. 
Grenztruppen-Divisious-Commando's zu Temesvar um Mittheilung 
der ersten Auflage von J. G. Ritter v. Hahn 's Reise von Belgrad 
nach Salonik und um einige litterarische Nach Weisungen; 

8. eine fiir die Sitzungsberichte bestimmte Abhandlung des 
c. M. Herrn Prof. Job, Kvi6ala in Prag: „Beiträge zur Kritik 
und Erklärung des Sophokles, IV."; 

9. das im Auftrage der kais Akademie von dem Actuar 
Herrn Fr. Scharler zusammengestellte, im Druck vollendete 
Verzeichniss sämmtlicher seit ihrer Gründung bis zum letzten 
Oc tober 1868 erschienenen Druckschriften. 



Selbstverlag der kais. Akad. der WisseDSchaften in Wien. 
Bnelidniokerei von Carl Gerold's Sohn 



Akademie der Wissenschaften in Wien. 



Jahrg. 1869. Nr. IL 



Sitrong der pbilosiphiseli-historisdieD Classe Tom 13. Jbiner. 



Der Secretär legt vor: 

1. Ein Ansuchen der herzoglichen Bibliothek zu Wolfen- 
buttel um Mittheilung der Sitzungsberichte und Denkschriften; 

2. eine Abhandlung des c. M. kaiserl. Rathes Herrn Prof. Dr. 
Beda Dudik in Brunn: „Bericht über die Diocese Olmütz durch 
den Cardinal Franz v. Dietriehstein im Jahre 1634**; 

3. zwei Weisthümer: „Taiding zu Lewben und Tirnstain 
aus dem Jahre 1570" und „Grenzbeschreibung des Gerichtes Ro- 
tenburg in Tirol aus dem Jahre 1516," welche von dem Herrn 
Prof. Dr. Richard Schröder in Bonn in Abschrift eingesandt 
worden sind; 

4. eine für die Sitzungsberichte bestimmte Abhandlung des 
c. M. Herrn Prof Dr. Fr, Müller in Wien: „Beiträge zur Kennt- 
niss der Rom- (Zigeuner-) Sprache." 

Die Rom-Sprache (Sprache der Zigeuner) gehört bekannt- 
lich ihrem Ursprünge nach zu den neu-indischen Volkssprachen. 
Trotz der Masse fremder Elemente, welche bei der Wanderung 
der Zigeuner durch Asien, Nordafrika und Europa in sie ein- 
drangen, verräth sie sich durch ihre Grammatik sowie einen an- 
sehnlichen Theil ihres Wortschatzes als Schwester der heut zu 
Tage in Indien gesprochenen Sanskritsprachen, als- Tochter oder 
Enkelin der heiligen Sprache der Brahmanen. Den bisher über 
die Rom -Sprache angestellten Forschungen lagen Vocabulare, 
Gespräche oder Uebersetzungen aus europäischen Sprachen zu 
Grunde; in seltenen Fällen kurze Lieder und Sprichwörter. Dabei 
klebte ihnen mehr oder weniger ein grosser Mangel an: der Ac- 
cent der Worte und die Quantität der Laute waren nicht immer 
mit der gehörigen Sorgfalt bezeichnet. Die Beiträge, welche 



Prof. Müller vorlegt, umfassen eine Reihe rom'scher Original- 
texte, Es sind dies 5 Märchen, 27 Lieder und ein Brief. Sie 
wurden von einem ehemaligen Zuhörer Prof. Müller's, Herrn 
L. Fialkowski, gesammelt. Dieselben sind — im Gegensatze 
zu den früheren Publicationen — nach dem Standard aiphabet 
von R. Lepsius niedergeschrieben, durchgehends mit Accenten 
versehen und von einer wörtlichen Interlinearversion begleitet. 
Auf die linguistische Ausbeute dieser Texte, welche manche 
Punkte der Grammatik und Etymologie aufhellen wird, gedenkt 
Prof. Müller in einer besonderen Abhandlung zurückzukommen. 
Dort wird auch das nähere Verhältniss der Rom-Sprache zu den 
einzelnen indischen Dialekten sowie die Frage nach der Auswan- 
derungszeit des Rom- Völkchens aus Indien besprochen werden. 

5. Ein Ansuchen des c. M. Herrn Prof. Dr. O. Lorenz 
in Wien um Mittheilung der bisher erschienenen Bände des Ca- 
talogs der Handschriften der k. k. Hofbibliothek; 

6. eine Abhandlung des Herrn F. Kanitz in Wien: „Reise 
im bulgarischen Timok-, Lom- und Sveti Nikola Balkangebiete, 
ausgeführt in den Jahren 1862, 1864 und 1868"; 

7. eine Abhandlung des Herrn Theodor Mairhofer, Chor- 
herrn von Neustift und Professor in Brixen:'„Urkundenbuch des 
Augustiner-Chorherrenstiftes Neustift bei Brixen. Zweiter Theil." 



Selbstverlag der Ix als. Akad. der Wissenschaften in Wien. 
Buctidruclcerei von Carl Gerold's 8ohn' 



KaiserlSehe Akademie der WisseAsehalten In 



Jahrg. 1869. Nr. DI— V. 



Sitzung der pliilosophisch-historischen Classe Yom 30. Jän&er. 



Der Präsident theilt die Trauerkunde mit von dem Ableben 
des wirkl. Mitgliedes der kais. Akademie in der philosophiseh- 
hietöridefaen Classe Herrn Prof. Dr. Anton BoH«r. 

Die Anwesead^i ei4eben siob von ÜMreo Bttzen tum Zeichen 
ihrer Theilnahme. 



^•»»^»•^^■^™"^^r^»^^F"^v* 



Der Secretär legt Tor: 

1. Ein Dankschreiben dar Generalstabsabtheilnng des k. k. 
Ghrenztnippen-Diyisions^Commando's Nr. 23 in 'Temesvar fSr die 
derselben mitgetheüten Bücher und literarischen Nachweise; 

2. ein Weistbum von Antberingi welches in einer Abschrift 
aus deai konigL Eeicbsar^iv in Müi^^ih^n von Herrn Pjroft Dr. 
Bichard JScbrodor in Bonn «iAg^obiobt wifurde. 



Stzimg tom t Fdumar. 

Der Secretär legt vor : 

L Ein Dankschreiben des loblichen Landesanssofansses des 
Königreichs Böhmen fär die dem böhmischen Landesarchiv mit^ 
getheilten akademischen Druckschriften; 

2. ein Atisnclien der Direction des Covnmoaal-GTiKmasiuiiis 
za KoJomyja in Galieiea vm Betheihmg «nit den Schriften der 
kai«. Akademie; 



3. ein Schreiben des w. M. Herrn Prof. Dr. Karl Sehen kl 
in Graz, worin derselbe anzeigt, dass er bei der feierlichen 
Sitzung der kaiserl. Akademie einen Vortrag zn halten gedenkt 
,,über das Yerhältniss der bildenden Kunst zum antiken Staate 
mit besonderer Rücksicht auf Athen.^ 



Sitzimg Yom 17. Febniar. 

Der Secretär legt vor: 

1. Ein Ansuchen der Direction des k. k. Gymnasiums in 
Znaim.um Betheilung mit den Druckschriften der k.' Akademie; 

2* eine Arbeit des Herrn A. Emmert in Trient: „Urbar 
der Clara von Vols^, mit dem Ansuchen des Einsenders um 
Aufnahme in die Schriften der kais. Akademie; 

3. eine Abhandlung des Herrn Dr. Fr. Stark in Wien: 
„Keltische Forschungen. I. Keltische Namen im Yerbrüderungs- 
buche von St. Peter in Salzburg. Zweiter Theil^, mit dem Er- 
suchen des Verfassers um Aufnahme in die Sitzungsberichte. 

Der Verf. ist durch seine jahrelangen Studien aber deutsche 
und keltische Namen, unter welchen die altgallischen, irischen, 
kymrischen und bretonischen begriffen sind, zur Ei^kenntniss ge- 
langt, dass viele Hunderte von Namen, die gegenwartig, freilich 
ohne genügende Beweise, als romisch oder deutsch gelten, kel- 
tisches Spracheigenthum sind. Diese Auffassung anschaulich zu 
machen, wurde dem Verbrüderungsbuche von St Peter in Salz- 
burg, dessen Aufzeichnungen bis in*s achte Jahrhundert zurück- 
reichen, eine Reihe von Namen, so Aticus, Crestus, Cristina^ 
Femucus, Fuscus, Jacco, Marta, Remeio, Tonta u. v. a., ent- 
nommen, und mit Berücksichtigung der neukeltischen Sprachen 
und unter Herbeiziehung von mehr als tausend verwandten Namen 
ihre Deutung versucht. Nebenher hat der Verf. über die Bil- 
dung und Bedeutung mehrerer anerkannt gallischer Namen eine 
neue Auffassung entwickelt und durch die Wahrnehmung, dass 
in den alt- und neukeltischen Namen, und zwar in dem ihnen 
zu Grunde liegenden Wortstamme wie in der Ableitung, Vocale 
und Consonanten oft unterdrückt sind, die Grundlage gelegt zur 



Deutung einer grossen Gruppe bis jetzt ganz unverstandener 
Namen. Interessant dürfte auch sein die vom Ver£ freilich nur 
in 6iner Anmerkung gegebene Bemerkung, dass seiner Ansicht 
nach aus seinen fortgesetzten Studien über deutsche und keltische 
Namen ein sicherer Beweis sich dafür ergeben wird, dass Gallier 
und Deutsche zu Cäsars Zeiten ohne grosse Schwierigkeit sich 
in ihrer Sprache verstanden haben. 



Selbstverlag der kais. A.kad. dar WiMtntehaltti 1 n Wien. 
Baehdraek«r«l vob Carl G«r«ld*i Sohn. 



iserliehe Akademie der Wissenschaften in Wien« 



^i^ar 



Jahrg. 1869. Nr. VI— EL 



>*i 



Stzimg der philosophisch-lustorisdien flasse Tom Ü Febrnar. 



Der Secretär legt vor: 

!• Ein Ansachen der Direction der k« k« Theresianischen 
Ritterakademie in Wien um Mittbeilnng der Denkschriften der 
kaiserl. Akademie ; 

2. ein Ansuchen der Direction des k. k« Realgymnasiums 
zu Brodj um Mittheilung der Schriften der kais. Akademie» 



Das w. M. Herr Dr. A. Pfizmaier legt eine fftr die 
Sitzungsberichte bestimmte Abhandlung vor: »Zur Geschichte 
des Zwischenreiches von Han.^ 



Das w. M. Herr Prof. Dr. H. Siegel legt den Bericht des^ 
Herrn Joseph Strobl über die von diesem im Auftrags der Classe 
iiir die Sammlung der Weisthumer im Viertel ob und unter dem 
Wiener Wald unternommene Forschungsreise vor* 



Stzimg Yom 10. Im. 

Der Secretär legt vor: 

L Eine Zuschrift des k. k» Ministeriums des Aeussem vom 
23. Februar L J., wodurch mitgetheilt wird , dass der von dem 
wirkl. Mitgliede Herrn Prof« Dr» Karl Schenkl in Graz er«^ 
betene Codex ParisinuB Cyropaedia 1640 der kais. Bibliothek in 
Paris nicht versendet werden kann; 



10 

SU Znaim und des k. k. Realgymnasiams zu Brody for die den 
genannten Anstalten zugewendeten akademischen Schriften; 

3. ein Ansuchen des Verwaltungsrathes des Museum Thran* 
dsco-CaroIinum in Linz um Bewilligung einer 'Sut)vention zur 
Durchführung der Ausgrabung römischer Mauerwerke zu Win* 
dischgarsti^o* 



BBt 



sitzKPg m m. m 

Der Secretär legt vor: 

L Ein Dankschreiben des k* k. Obcrtandesgerichtsrathes 
Herrn Mlpfa. P. v. Jabornegg'-Altenfel« in Elagenfort für 
die demselibeo behufs der Herausgabe seines Werkes: „Kärnten*« 
römische Alterthümer^ bewilligte Subvention; 

g. ^ DÄu)f8c^^ib^ ieß IJerrn Heinrich Gri^dl in Eger 
f$^ 4}e i^Pa ;^]gv Her^iivsg^be laeiqear AbhÄadUmg: »üeb^ die zwei 
Spruchdichter Spervogel^ gewährte jUi^t^^ützJW^S* 

3. eine Abhandlung des Herrn Prof. Gottfried Edmund 
Frieds i^ Seitenst^tten: ^DiQ Ha^etik^r nn4 i^e Inquisition 
wäh^^d des Mittelalters*^, njijt dem Ersuchep des Verfs. um Auf- 
nahme in die Schriften dßr Akademie* 



ec 



Sitzung vom 31 März. 

Der Secretär legt vor: 

1. Ein Ansuchen des Unter- Realgymnasiums zu Chrud{m 
um Betheilung mit den Schriften der Akademie; 

3, ßeijgie fijlr dÄe D^yaksgbriften best^mpoiite Abhanqllu,ng: „Ueber 
die Negfttii?^!^ ^ dei? .^Utv^acMn ^pr^chcp." 

Pie ^bta^dlung bat zw A\i%»be, ^ie schvi^ierige I^ehre von 
der Negation in den slavischen ^mcbdn und sqII eiu Seltenstück 



11 

fsa den dan«elbeii "Oegen^taiid betreff^ndeB DarBteUmigciQ Grimm-s 
umd, Diez's in den deutschen und romanischen Sprachen bildien» 
Die Haupi^ankte «ind folgende: Auf eine vergleichende Zneam«- 
menstellung der Negationspartikeln in den indo-germaia. Sprachen 
folgt eine Untersuchung des Ursprungs des meist dem lat. mque 
eatsprechenden ni; es wird dargethan^ dass dasselbe «us dem 
na und einem verstärkenden Pronomen t hervoi^egangen ist» Ne 
kann mit einigen Partikeln ^ m mit der Partikel ie und miffc d/tm 
Prono«ninalstamm kü verbunden werden. Wie in den dentscheti, 
kann auch in den slavischen Sprachen ne mit einigen Verbell 
von sehr häufigem Gebrauche sur Einheit verschmeken: nSem^^ 
fiOR sum; nSmamiy non kabeo; dass neküto aus ne m (vimi oder 
vesti) küto entstanden ist, wird sich als wahrscheinlich ergeben» 
Mit einigen anderen Verben verbindet sich ne lautlich und be*» 
grifflich zur Einheit: nei>eJJ!^^ eigentlich und wörtlich non iubeOy 
bedeutet veto, wie negliffo, eigentlich ^icfa hebe nicht auf^, dannt 
,)ich vernachlässige, ich halte etwas des Aufhebens nicht werth"^. 
Dasselbe findet sich bei Nomina adiectiva und substantiva^ bei 
denen ne das Alpha privativum des Griechischen und das un des 
Deutschen ersetzt: ne drückt in diesen Fällen nicht die Negation 
eines Begriffes, sondern dessen Gegeatheil, also etwas Positives 
aus. Von eigentlicher Composition kann natürlich auch hier 
nicht gesprochen werden: es tritt jedoch eine der wahren Com- 
position sich annähernde Verbindung ein. Ne steht vor dem ne* 
girten Begriffe, daher bei der Negirung des Prädicates vor 
diesem; diese Regel von der Stellung der Negation erleidet nur 
in einigen jener Sprachen eine Ausnahme, welchen die einfache 
Negation abhanden gekommen ist, wie im nhd., engl., daher ne 
vSmi „ich weiss nicht". Das ne bei den Verben des Hinderns 
wird aus der ursprünglichen parataktischen Verbindung der Sätze 
erklärt. Wie das altind. na^ dienen auch die slavischen Nega- 
tionspartikeln ne und ni der Vergleichung; die Verneinung der 
völligen Identität zweier Dinge deutet indirect eine gewisse Aehn- 
lichkeit derselben an : diese Ausdrucksweise ist daher der sprach- 
liche Beleg für den Satz: Omnis comparatio Claudicat. Eigen- 
thümlich und nicht leicht zu erklären ist ne in küto ne^ küto ni 
for quicunquCy eigentlich quis non: dieselbe Ausdrucksweise findet 
sich auch im altind. und im altbaktr. Nach dem adversativen 
a&te liy 81 vero kann ne ausfallen, weil der Gegensatz zur vorher- 
gehenden Affirmation die Vorstellung der Negation hervorruft 



12 

und die Setzung des ne entbehrlich macht. Die Partikel m bat 
eine dreifache Bedeutung : ä) neque; b) ne-qmdem; c) steht sie in 
unvollständigen Sätzen statt ne mit dem Yerbum finitum. In den 
Fällen ä) und b) steht bei dem Yerbum häufig ne. Dasselbe gilt 
Ton ni-nif latein. neque'^neque. Die Setzung der einfachen Negation 
beim Yerbum ist auch in anderen Sprachen nachweisbar. Die 
Wiederholung des ne in demselben Satze ist nachdrückliche Affir« 
mation : dagegen bewirkt die Yerbindung des ne mit nikäto, 
nikoli etc. in demselben Satze keine Affirmation , sondern eine 
Negation, jedoch keine nachdrückliche. Dieselbe Yerbindung in 
derselben Bedeutung bieten auch andere Sprachen dar; am nächsten 
steht dem Slavischen — vielleicht in Folge der Einwirkung des 
Sla vischen — das Magyarische und Rumänische; auch die deut- 
schen Sprachen folgten urspränglich demselben Gesetze, das wol 
dem Einflüsse des Lateinischen wich. Der Grrund, warum ne mit 
nik&to etc. negativ ist, wird angegeben. Es können auch mehrere 
negirende Pronomina in demselben Satze, ohne Afßrmation zu 
bewirken, vorkommen: nikutOy nikudej nikoli etc., wie griechisch 
oväsig, oviafi^f ovia[i<og etc. Der letzte Abschnitt behandelt 
die Verstärkung der Negation durch Vergleichung mit Sachen 
von minimaler Quantität oder Qualität oder durch Wiederholung 
der Negation u. s. w. 



8«lb«tverUg der kafs. Akad. der Wiueh»chsften in WIm»« 
ftuchdririckerel v«n dar) 6er«l4*8 H^in. 



Kalserltehe Akadeint« der Wis^eiisehiifteii In Wien. 



Jahrg. 1869. Nr. X. . 



•MM^M****'»' V^^^^^.^^,,,^^^^^^ 



Sitzung der philosophisch-historischen Gasse Yom 14. April. 



Der Secretär legt vor: 

1. Eine Note des k. k. Handelsmiiiisteriains vom 6. April 
1. J., wodurch die kais. Akademie davon in Kenntniss gesetzt wird, 
dass Se. k. und k. Apost. Majestät mit a. h. Handschreiben vom 
29. März 1. J. auch für die bevorstehende diesjährige zweite deut- 
sche Nordpolexpedition einen Beitrag von 1000 fl. in Silber aus 
Staatsmitteln a. g. zu bewilligen geruht haben; 

2. ein Ansuchen des ComitS de patronage ei de ditecHon de 
la Biblioihique Muniöipale, Sdentifique et Litteraire du XVI arron- 
dissement in Paris um Betheilung mit den Schriften der kaiserl. 
Akademie, namentlich mit den Sitzungsberichten und den Fontes 
reram austriacarum ; 

3. eine Abhandlung des Herrn Prof. Dr. H. Zeissberg 
in Lemberg: „Vincentius Kadtubek, Bischof von Krakau (1208 
bis 1218, t 1223) und seine Chronik Polens. Zur Literatur- 
geschichte des Xin. Jahrhunderts", mit dem Ansuchen des Ver- 
fassers um Aufnahme in die Schriften der Classe. 

Die Abhandlung zerfällt in zwei Hauptabtheilungen, in eine 
kritische Untersuchung über das Leben und in eine Reihe ein- 
zelner Untersuchungen über das Werk jenes Chronisten. Im 
ersten Theile der Arbeit werden zunächst I. des Schriftstellers 
Name und Herkunft; H. dessen Bildungsgang, seine Erhebung 
zum Probst von Sandomir und endlich zum Bischof von Krakau ; 
HI. sein Antheil an der Krönung Koloman's zum König von 
Halicz; lY. seine Schenkungen an verschiedene Kirchen; V. sein 
Eintritt in das Kloster J^drzejow und sein Tod behandelt. — 
Der zweite Theil der Schrift beschäftigt sich VI. mit der Streit- 
frage über des Vincentius Autorschaft und entscheidet sich dahin, 
dass Vincentius nicht blos der Verfasser des vierten Buches der 



u 

Chronik, soadern auch der in eioen Dialog zwischen dem Erz- 
bischofe Johann von Gnesen und dem Bischöfe Matthäus von 
Erakau eingekleideten vorhergehenden Bucher sei; VII. betrifft 
die AbfasBungszeity bezüglich deren die Ansicht vertreten wird, 
dass* Vincentius erst am Abende seines Lebens, zumal im Kloster, 
das Werk seiner Vollendung entgegengeführt hat; VIII. werden 
in besonderen Abschnitten die theologische, juristische {corpus 
juris civilis und deeretum Gratiani)^ klassische (prosaische, vor 
allem Justin, Seneca u. s. f. und poetische) und mittelalterliche 
Literatur besprochen, welche Vincentius in Bezug auf die Form, 
IX. die historischen Quellen, welche derselbe in Bezug auf den 
Inhalt seines Werkes benützte, wobei der Betrachtung der im 
ersten Buche enthaltenen Urgeschichte Polens und den mehr- 
fachen Deutungen,' welche dieselbe erfahren hat, ein besonderer 
Abschnitt gewidmet ist. Den Schluss bildet X. eine Qeschichte 
unserer Quelle, von den zahlreichen Handschriften angefangen 
bis zu den jüngsten Ausgaben herab und ein Index verborum. 

4. Ein Ansuchen des Herrn Wilhelm Eisenstädter um 
die Unterstützung der kais. Akademie zu einer wissenschaftlichen 
fieise nach Spanien; 

5. eine Abhandlung des Herrn Nicolaus Urban v. Urban- 
stadt, k. k. Finanz-Bezirkscommissärs in Komotau: „Egergau» 
Egerland und Stadt Eger bis zar Verpfändung an die Krone 
Böhmens.^ 



SttHwtA'erlag d«r kais. Akad. der Wissenschaften in Wien. 
Buehdnickerei von Carl 6erold*s Sohn 



Kaiserliehe Aliademie der Wissensebaften in Wien* 



Jahrg. 1869. Nr. XI— M. 



Sitzung der philosophisch-historischen Classe Yom 31. ApnL 



Der Secretär legt vor: 

1. Von dem c. M. Herrn Prof. Dr. Ig. V. Zingerle in 
Innsbruck den für die Sitzungsberichte bestimmten Bericht „über 
die in Tyrol im Jahre 1868 angestellten Weisthümerforschungen^ ; 

2. von Herrn Franz Wieser in Innsbruck den Bericht 
„über die im Jahre 1868 in Vorarlberg angestellten Weisthfimer- 
forschungen^ ; 

3. von Herrn Dr. Franz Stark in Wien eine]^ Abhandlung: 
„Keltische Forschungen. I. Keltische Namen im Verbrüderung^-^ 
buche von St. Peter in Salzburg. Dritter Theil", mit dem An- 
suchen des Verfassers um Aufnahme in die Sitzungsberichte. 

In dieser Abhandlung werden die Personennamen: Anawan, 
Glintilo, HnsitO; Judit, Mairinus^ Sarbilo, UnculuSy Vivolus^ ^-^ 
welchen, mit Ausnahme des zuletzt gemannten, bisher ohne hin- 
reichende Beweise deutscher Ursprung zugeschrieben wurde ^ als 
keltisches Spracheigenthum erklärt. Sie werden aus dem Wort- 
schatze der kymrischen, kornischen, bretonischen, altirischen und 
gälischen Sprachen gedeutet, und diese Deutung wird unterstutzt 
durch die Herbeiziehung einer grossen Zahl alt- und neukeltischer 
Personen- und Ortsnamen, welche, lateinischen und griechischen 
Schriftstellern und alten Urkunden entnommen, zum grossen 
Theile bis jetzt unbeachtet waren und einen gemeinsamen Ur- 
sprung mit den oben genannten zu erkläreniiden Namen nicht ver- 
kennen lassen. 

Nebenher werden mehrere Namen, welche bisher unerklärt 
waren, durch Darlegung ihrer Bedeutung dem Verständniss zu- 
geführt und wird bei vielen die Grundlage dafar gegeben, indem 
die Bestandtheile der Namen in anderer und wohl richtigerer 



16 

AofifassüDg als in der bisherigen nachgewiesen werden. So finden 
wir hier die Namen Aclesinta = A-clesinta, nicht Acle-sinta, 
Aicobrandas = Ai-cobrandus, nicht Aico-brandus; Bandonivia 
= Ban-donivia^ nicht Baudo-nivia ; Folcarath = Fol-carath, nicht 
Fnlca-rath; Raglindis = Ba-glindis, nicht Rag-lindis an%efas8t 
und diese neue Anschauung durch andere Namen, welche sicher 
in gleicher Weise gebildet sind, gestützt und begründet. Im 
Ganzen glaubt der Verfasser durch seine Arbeit einen wesent- 
lichen Beitrag zur Erforschung der keltischen Namen geliefert zu 
habeu; deren volle Erkenntniss von grosser Tragweite ist für die 
alte und älteste Geschichte unseres Erdtheiles. 

4. Von Herrn Archivar Joseph Zahn in Graz: y^Codex di- 
plomatictis auitriaeo 'frisingensü. Sammlung von Urkunden und 
Urbaren zur Geschichte der ehemals freisingischen Besitzungen 
in Oesterreich", mit dem Ansuchen des Verfassers nm Aufnahme 
in die Fantes rerum auatriaearum; 

6. eine für die Denkschriften bestimmte Abhandlung des 
c. M. Herrn Prof. Dr. Otto Jahn in Bonn: ,,Die Entführung 
der Europa auf antiken Kunstwerken.^ 



Das w. M. Herr Prof. Dr. J. Vablen legt vor von Herrn 
Prof. Dr. Aug. Reiffer scheid in Breslau eine Abhandlung: 
„Bibliotheea patrtun IcUinarum itaUca. VI. Heft. II. Die römischen 
Bibliotheken. Schluss. 



Siboag YOffl S8. Apnl. 

Der Secretar legt vor ein Ansuchen des Herrn Prof. Dr. 
S. L. Reinisch um eine Subvention behufs der Herausgabe 
seines Werkes: ^Die ägyptischen Denkmäler der österreichischeo 
Monarchie.^ 



17 

Herr Alfred Ritter von Vivenot, k. k. Hauptmann im 
Oeneralstabe, hält einen Vortrag ^über den Minister Thngnt* 

In der Einleitung gibt der Vortragende die Punkte an, in 
weldien die bisherige irrige GeschichtsaufFassung der einschlä- 
gigen Ereignisse durch das überreichte Werk berichtigt wird 
u. z.: Das Märchen von der freiwilligen Räumung Belgiens durch 
Oesterreich ; die Kriegführung am Rhein ; die Vorgänge bei der 
zweiten und dritten Theilung Polens; das Verhalten Thuguts 
zum bayerischen Austauschproject. Der Hauptmoment des Vor- 
trages concentrirte sich aber um die Persönlichkeit Thuguts und 
nachdem Herr v. Vivenot die bisherige Auffassung über diesen 
österreichischen Minister ihres Irrthums überwiesen und insbe- 
sondere eine bezeichnende Stelle Häussers, der Thugut zum 
energischen Bösewicht brandmarkte, hervorhob, sagte er: „Neh- 
men Sie Act, meine Herren, von diesem Zerrbilde und von dem 
Umstände, dass nie noch ein würdigerer Staatsmann schwerer 
verleumdet und schwerer verkannt worden ist als dieser. Wenn 
ich es ambitionirte, der kaiserl. Akademie gerade über diesen 
Mann einen Vortrag zu halten und ihr hochwichtige Actenstücke, 
welche über seine Politik Aufschluss geben können, hiermit zur 
Veröffentlichung übergebe, so geschah es hauptsächlich in der 
Ueberzeugung, dass die gelehrte Versammlung, vor welcher ich 
heute zu sprechen die Ehre habe, das würdigste Auditorium 
ist, vor welchem den Manen dieses bestverleumdeten öster^- 
reichischen Ministers ein öffentliches Sühnopfer gebracht 
werden kann." 

Zum Schlüsse seines Vortrages theilte Herr v. Vivenot 
der Akademie drei Briefe Thuguts an den Grafen Colloredo mit. 
Die beiden ersten datiren vom 22. Oclober 1797 und sprechen 
die Entrüstung des Ministers über den Friedensschluss von Campo 
Formio aus. Er nennt denselben : Vne paix bien malheureuse et gut 
par 8on ignonimie fera epoque dans les fastes de VAuiriche^ ei tant 
y a que les faetee de VAutriche comme ü est fort ä craindre ne dis- 
paraissent bientdt eux-memes. Der dritte Brief datirt vom 5. Mai 1799 
und enthält den Ausdruck, des Schmerzes, welchen dem Minister 
die Kunde des Rastatter Gesandtenmordes verursacht. Thugut 
verlangt die strengste Untersuchung und sagt: (7est un evenement 
ä tous igards funeste que eelui de Mastatt gut donnera au Diredoire 
et ä tous les mcdveillants un heau pritexte, pour declamer contre 
notis et pour nous imputer les Jiofreurs les plus exlravagants. Der 



18 

Heirr Vortragende kündigte die Fortsetzung seiner historischen 
Arbeiten und weitere Vorlagen an die Akademie an. lieber Tbn- 
gut und dessen Charakteristik, wie sie besonders in der preussi- 
sehen Geschichtschreibung bisher beliebt war, scheint nach dem 
bis jetzt von Vi veno! Mitgetheilten wirklich die Epoche besserer 
Erkenntnis« und Anerkennung in unserer Oeschichtscbreibung 
heraoD gebrochen zu sein. 



äelbstvtrlag der kais.jAkad. der Wiseensehaiten I n Wiau. 
BuchdraekerJi voo Carl Qerold's Sohn. 



Kaiserliehe Akademie der Wl9seiiaciiaflen in Wien. 



Jahrg. 1869. Nr. XIIL 



Sitzung der philosophisch-historiscben Classe Yom IS. Mai. 



Der Secretär legt vor: 

1. Eine Note des k. k. Ministerioms für Cultus und Unter- 
richt vom 19, April 1. J., Z. 2792, womit die Bitte des Lehr- 
körpers der griech^-oriental. Oberrealschule in Czernowitz um 
Betheilung mit den Schriften der kais. Akademie unterstützt wird; 

2. ein Dankschreiben des Verwaltungsrathes des Museum 
Francisco- Carolinum vom 4. Mai 1. J. für die dem genannten 
Museum behufs der Ausgrabungen von Windischgarsten bewil- 
ligte Subvention; 

3. ein Ansuchen des n.-ö. Landes-Bealgymnasiums in Ober- 
hollabrunn um Betheilung mit den Sitzungsberichten und Denk- 
schriften ; 

4. ein Ansuchen des Herrn Hirsch B. Fasse 1, Oberrabbiners 
in Gross-Kanizsa, um Vorschuss der Druckkosten für ein von 
ihm verfasstes Werk: ^Das mosaisch-rabbinische Strafgesetz^; 

5. von Herrn Dr. Franz Stark in Wien eine Abhandlung: 
^Keltische Forschungen. H. Keltische Personennamen, nachge- 
wiesen in den Ortsbenennungen des Codex traditionum ecclesiae 
Ravennatenm aus dem 7. bis 10. Jahrhundert^, mit dem Ansuchen 
des Verfs. um Aufnahme in die Sitzungsberichte. 

Die in diesem zuletzt von Job. Bapt. Bernhard (München 
1810, 4^) herausgegebenen Codex verzeichneten Namen von 
Orten, Heusern, Grundstücken und Bergen, welche verschiedenen 
Territorien Italiens angehören , sind für die Sprachforschung von 
Bedeutung, da die übergrosdc Mehrzahl aus den Namen der 
Qrfinder oder Bewohner gebildet ist, und unter diesen solche er- 
scheinen, die sonst selten oder gar nicht überliefert sind.. Die 



20 

Untersuchung dieser Orts- und Personennamen ist aber auch für 
den Geschichtsforscher nicht unwichtig, denn sie gibt Aufschluss 
über den Volksstamm, dem die Landbevölkerung jener Territorien 
angehörte. Und da der Verf. nachzuweisen sucht, dass die Per- 
sonennamen, welche diesen Ortsnamen zu Grunde liegen, dem 
gallischen Volke angehören, so erscheint die vorliegende Abhand- 
lung, welche sich in ihrem ersten Theile auf mehr als andert- 
halbhundert Namen erstreckt, insbesondere als ein lehrreicher 
Beitrag zur gallischen Namenforschung. 

6. Der Secretär legt eine von ihm verfasste, far die Sitzungs- 
berichte bestimmte Abhandlung vor: „Ueber die Genitiv-Endung- 
in der pronominalen Declination' der slavischen Sprachen: go.^ 

Der Gegenstand der kurzen Abhandlung ist die Frage nach 
dem Ursprünge des Suffixes des Singular - Genitivs mascul. und 
neutr. der pronominalen Declination der slavischen Sprachen : go. 
Die auch von Schleicher angenommene Theorie Bopp's, dass 
go dem altindischen sja entspreche, wird als mit den Lautgesetzen 
im Widerspruche stehend nachgewiesen und eine neue Erklä- 
rung versucht, nach welcher go nichts anderes ist als der Pro- 
nominalstamm goy welcher die gothischen Singular - Accusative 
mi-ky thu-h si'k bildet und als Partikel in den meisten arischen 
Sprachen erhalten ist: altindisch ghd, gha^ hä, ha^ hi; altbaktrisch 
zi; griechisch ys; slavisch go, ze, zi etc., wofür nach den Laut- 
gesetzen in der indo-germanischen Ursprache ga anzunehmen ist 



8«lbttverU({( der kait.Akad. der Wistenschaitea ia Wleu. 
Bochdruekcrei vod Carl Gerold*! Soha. 



kaiserliche Akademie der Wissenschaften in Wien. 



Jahrg. 1869. Nr. XIV— XV. 



Sitzung der philosophisch-histonschen Classe vom i Jani. 



Der Secretär legt vor: 

L Eine Abbandlung des Herrn Dr. Franz Stark in Wien: 
„Keltische Forschungen. IL Keltische Personennamen, nach- 
gewiesen in den Ortsbenennnngen des Codex traditionum ecclesiae 
Rüvennatensis aus dem 7. bis 10. Jahrhundert," mit dem Ersuchen 
des Verfs. um Aufnahme in die Sitzungsberichte; 

2. eine von ihm verfasste, für die Denkschriften bestimmte 
Abhandlung: „Beiträge, zur Kenntniss der slavischen Yolks- 
poesie. L" 

Dieser erste Beitrag hat das Metrum der kroatischen Volks- 
epik zum Gegenstande, dessen Schema folgendes ist: 

Toröin dvorbu dvoraSe || n Iva Hnradanina, 

Ter mi dvorbu dvoraSe || ni za srebro ni za zlato. 

Es kann jedoch vor der Casur statt - v^ ^^ auch -www 
stehen. Der Verfasser glaubt die in diesem Metrum abgefassten, 
im Munde des Volkes heutzutage nicht mehr vorkommenden 
epischen Lieder dem kroatischen Volksstamme am adriatischen 
Meere vindiciren zu sollen. 38 in diesem Metrum sich bewe- 
gende Lieder enthält eine aus der Mitte des achtzehnten Jahr- 
hunderts stammende, dem Verfasser von Herrn Dr. B. BogiSic 
mitgetheilte Handschrift des Franciscaner- Klosters in Ragusa; 
eines ist uns aus dem Jahre 1663 erhalten, welches wahrschein- 
lich von dem 1670 enthaupteten Ban von Kroatien Peter Zrinji 
aufgezeichnet, sicher unter seinen Papieren gefunden worden ist; 
zwei — und diese werden wohl die ältesten bleiben — sind in 
den Werken des Dichters Peter Hektoroviö (geb. 1487, f 1572) 
entdeckt worden. Diese zwei Lieder, ferners das aus dem Jahre 
1663 sowie mehrere in der erwähnten Sammlung und die sonst 



22 

uns erhaltenen derlei Lieder werden abgedruckt, damit der Leser 
sich von der Richtigkeit des oben angegebenen Metrums über- 
zeuge und aus dem Inhalt ersehe, dass die Lieder in der Tbat 
der Volkspoesie angehören , so wie in der Sprache den Beweis 
dafür erblicke^ dass sie in dieser Form bei dem kroatischen Volke 
an der Küste des adriatiscben Meeres entstanden sind. 



Sitzung Yom 9. Juni. 

Der Secretär legt vor: 

Ein Ansuchen des Herrn Dr. Conze, Professors der classi- 
schen Archäologie an der hiesigen Universität, um Zuweisung 
je eines Exemplars der von der kaiserl. Akademie herausgege- 
benen Schriften archäologischen Inhalts für den in seiner Grün- 
dung begriffenen archäologischen Lehrapparat der hiesigen k. k. 
Universität. 

Der Secretär theilt mit, dass Se. Excellenz der kaie. brasi- 
lianische Gesandte in Wien, F. A. de Varnhagen, der kais. 
Akademie 500 Exemplare seiner Abhandlung: „Das wahre Gua- 
nahani des Colnmbu«^, welche als eine notfawendige Ergänzung 
der denselben Gegenstand betreffenden, in den Sitzungsberichten 
abgedruckten Abhandlung anzusehen ist, zum Geechenke ge- 
macht bat. 

Das w, M. Herr Dr. A. Pfizmaier legt eine für die 
Sitzungsberichte bestimmte Abhandlung vor: „Die Aufstände 
Wei-ngao's ynd Kung-sün-'Schö's^. 

Die vereinzelten Aufstände Wei-ngao's und Kang-Bün^scho's 
unterscheiden sich von älmlichen gleichzeitigen Bewegungen da- 
durch, dasB sie, ursprünglich den Sturz Wang-mang's bezweckend, 
gleichwohl den Trägern der wiedererstandenen Macht von Han: 
Keng-schi und Kuang-wu schliesslich nicht zu Gute kamen, viel- 
mehr die Festsetzung und Sonderherrschafb der beidien zuerst 
genaciDten Führer in den ihnen unterworfenen Lamdem zur 
Folge hatten. 



/: . 



23 

In der vorgelegten Abhandlung werden, mit ZngmndelegODg 
des von Fan-hoa verfassten Baches der späteren Han, die Mitte), 
durch welche diese Aufstände bewerkstelligt wurden, die Eigen- 
schaften und endlichen Schicksale ihrer Führer, verbunden mit 
einer Beihe damals erschienener Kundmachungen und Aufrufe, 
bekannt g^eben. Diese Schriftstücke sind für die Beurtheilung 
der Verhältnisse und Charaktere sehr wichtig, aber auch, ni^ment- 
lich diejenigen, die Wei-ngao, seines Standes ein Gelehrter, an 
andere Gelehrte richtet, nicht selten für das Verstäudniss sehr 
schwierig. 

Sowohl Wei-ngao als Kung-sun-schö st&nden der Ausbrei- 
tung der Herrschaft des Hauses der späteren Han durch längere 
Zeit im Wege« Der Erstere hielt die damalige Provinz Thien- 
scbui besetzt und stritt mit wechselndem Glück bis zu seinem 
(33 n« Ohr.) erfolgten Tode um den Rang eines Oberherrn des 
Westens. Der Lietztere behauptete sich in Schö viele Jahre als 
Kaiser des Westens, bis er zuletzt (36 n. Chr.) nach hartem 
Kampfe den Wa£Pen von Han erlag. 



Das c. M. Herr Prof. Dr. Ottokar Lorenz legt eine für 
die Sitzungsberichte bestimmte Abhandlung vor: „Beiträge zur 
Kritik deutscher Geschichtsquellen", wovon der erste Theil sich 
über die im 14. Jahrhundert verfasste Historia fundationia mo- 
nasterii Mellieensis verbreitet. 

In der Abhandlung wird eine Untersuchung über die Quellen 
dieser Schrift angestellt und die im Volk lebendige Tradition, 
die sich besonders in dem sogenannten Breve chronicon Conradi 
ds Wizenberg erkennen lässt, im einzelnen verglichen. Hiebei 
musste auf die in dem XVHI. Bande der Denkschriften der kais. 
Akademie veröffentlichte Untersuchung des wirkl. Mitgliedes 
Herrn Dr. A. v. Meiller entsprechende Rücksicht genommen 
werden. Mit den Resultaten dieser Abhandlung glaubte der 
Verf. nicht übereinstimmen zu können. Das Breve chronicon er- 
weist sich vielmehr als die willkommene Aufzeichnung der im 
XH. Jahrhundert noch lebendigen Melker Ueberlieferung, welche 
eben damals offenbar in Vergessenheit kam, da das XIV. Jahr- 
hundert eine Entwickelung der einheimischen Sage nicht mehr 
aufweist. Nur lässt sich in der Historia fundationis , indem sie 
das Breve chronicon benutzt, bereits ein Ansatz zur Herbeiziehuug 



24 

der römischen Käiserfabeln in die Geschichte der Ostmark be- 
merken. An die Stelle der schlichten Ueberlieferung der Sage 
tritt bereits die gelehrte Erfindung. Was die einheimische Ueber- 
lieferung selbst betrifft^ so sucht die Abhandlung dieselbe zu er- 
klären; besonders werden die Beziehungen der Sage von dem 
gebrochenen Bogen des Kaisers in's Auge gefasst und auf ein 
ähnliches Motiv hingewiesen, welches in den Balladen von Robin 
Hood vorkommt. Ob dagegen der Ruedegermythus einen localen 
Ursprung habe, ist dem Verf. eben deshalb zweifelhaft, weil ein 
so sagenkundiger Erzähler des XII. Jahrhunderts zwar vor den 
Babenbergern einen Markgrafen erwähnt , aber von Ruedeger 
augenscheinlich nichts weiss, während in Kremsmünster, Passan, 
Tegernsee bereits die Sage aufgenommen ist. Indem sich noch 
der Verf. gegen die Zumuthung wendet, den Markgrafen Ruedeger 
heutzutage für eine historische Person halten zu sollen, glaubt er 
seinen Ursprung wol mit den neuesten Erklärem in dem ost- 
gothischen Sagenkreise wurzelnd ansehen, die Beziehung auf das 
herilungovelt in der Ostmark jedoch mit Büdinger für ziemlich 
problematisch halten zu müssen. 



Selbstverlag der kais.Akad. der WlsseoachalteD in Wien. 
BoelidraokMr*! von CarlQero)d*e Sohn. 



Kaiserliehe Aitadeniie der Wissenseiiaflen in Wien. 



Jahrg. 1869. Nr. XVI— XYn. 



*v/* 



Sitzong der ptulosophisch-lustorisdien Qasse Yom 16. Juni. 



Der Präsident gibt Nachricht von dem am 3. Juni d. J. 
erfolgten Hinscheiden des w. M. der kais. Akademie, Herrn Re- 
gierungsrathes Dr. Josef Die m er. 

Die Anwesenden erbeben sich zum Zeichen ihrer Theilnahme 
von ihren Sitzen. 



Der Secretär legt vor ein Schreiben des Herrn Curator- 
Stellvertreters Dr. Anton Ritter v. Schmerling vom 10. Juni 
1. J.j worin Se. Excellenz für die demselben zufolge des Be- 
schlusses der kais. Akademie ausgedrückten GlückVansche zum 
vierzigjährigen Dienstjubiläum seinen Dank ausspricht. 



Der Secretär legt femer vor: 

1. Das im Druck vollendete „Lusemische Wörterbuch** 
von Herrn Dr. Ignaz Zingerle; 

2. ein Gesuch des w. M. Herrn Prof. Dr. Karl Schenkl 
um Bewilligung einer Subvention zur Vornahme von CoUationen 
der Schriften Xenophon's in Rom, Florenz und Paris; 

3. ein von Herrn Th. Mairhofer in Brixen eingesandtes 
Weisthum: „Lüsnerisches Täding und Gerichts-Confin-Btichl." 

4. eine Abhandlung des Herrn Dr. Job. Steiner in Wien: 
^Betrachtungen über das amerikanische Duell^, mit dem Ersuchen 
des Verfs. um Aufnahme in die Schriften der Akademie. 



26 

SitzoBg fem 10. Jini. 

Der Präsident gibt Nachricht von dem Ableben des c. M. 
der kais. Akademie, Herrn Philippe Marie Guillaame van der 
Mahlen zu Molenbeek in Belgien. 

Die Anwesenden erheben sich zum Zeichen ihrer Theil- 
nahme von ihren Sitzen. 



Der Secretar legt vor: 

1. Slin Ansuchen des Herrn Dr. J. Bech.tLB:ger in Wien 
um eine Subvention behufs der Hesauegabe eines Keisewei^es 
„über die Hawaiischen Inseln''; 

2. eine Eingabe des Herrn Dr. Hönisch in Graz, womit 
derselbe der Classe den von ihm zusammengestellten Codex diplo» 
maticus ordinis Thmtonid regni austriacch-hungarici zur Uebemahme 
ift Verlag anbietet ; 

3. ein Ansuchen des c. M. Herrn Thomas G-ar in Venedig 
um Ergänzung des im Venetianer Archiv befindlichen Exemplares 
der akademischen Schriften der phil.-histor. Classe; 

4. ein Ansuchen des Herrn Prof. Dr. J. L. Reinisch um 
eine Subvention behufs Herausgabe eines aztekischen Textes, 
enthaltend die Geschichte von Tlascala. 



Selbstverlag der kaie.Akad. der W'lsseneehafteD In Wien. 
Bnehdrnekerei von Carl Gerold*e Sohn. 



Kaiserliche AlLademie der Wissenseiiafteii in Wien. 



Jahrg. 1869. Nr. XVni— XIX. 



SitzoBg der phOosopiiisch-liistonsdieo Qasse Tom 7. Juli *), 



Der PrilsideDt gibt Nachricht von dem Ableben des Bbren- 
mitgliedes der kais. Akademie, Herrn Joseph Toossaint Rein and 
in Paris, nnd des corresp. Mitgliedes, Sr. Hochwürden des Herrn 
Ignaz Keiblinger in Melk. 

Die Glasse gibt ihren Gefühlen aber den Hintritt zweier 
80 hervorragender Mitglieder durch Erheben von den Sitzen 
Ausdruck. 



Sifzong Yom (4, Juli. 

Der Präsident gibt Nachricht von dem Ableben des wirkL 
Mitgliedes der kais. Akademie, Herrn Hofrathes Dr. Alois Aue r 
Ritter V. Welsbach. 

Die Anwesenden geben ihr Beileid über den Veriust ihres 
Gollegen durch Aufstehen kund. 



Herr Dr. Ludwig Poley in Wien legt eine Abhandlung 
»über das Vedinlasära^ vor und ersucht um Aufnahme in die 
Sitzungsberichte. 

Der Verf. gab von dem Vedfotas&ra (Bssetr^ oder Mark des 
Vedanta), einen» pbilosüphischen Werke der alten Indier, eine 
kurze ücbersicht. Dieses' Werk, welchee eine populäre Darstellung 
des Veddnta'-Sjstems — einer der sechs philosophischen Schulen 
der Indier — gibt, ist orthodoxer Natur und stbtzt sich, wie 



*) Der akademischen Ferien wegen findet die nSchste Sitzung erst am 
9. October d. J. statt. 



28 

schoD der Name anzeigt (Vedanta = Veda — 'Ende' oder 'Ziel'), 
auf die heiligen Schriften der Indien Das Ziel, dessen Errei- 
chung es lehrt, ist die Vereinigung des individuellen Geistes mit 
dem höchsten Geiste, dem Brahma, der weltschöpferischen mit 
Bewusstsein begabten Substanz. Es ist überhaupt der Zweck 
aller philosophischen Systeme der Indier, diese Vereinigung mit 
dem höchsten Geiste zu lehren, und die Verschiedenheit der 
Wege, die sie einschlagen, bestimmt eben den verschiedenen Cha- 
rakter der einzelnen Systeme. Durch die Vereinigung mit Brahma 
wird der Mensch — darin liegt die Hauptsache — von der Wie- 
dergeburt oder Seelenwanderung befreit, die man als die eigent- 
liche Achse der indischen Weltanschauung betrachten kann. 
Denn dass der Mensch geboren, mithin von Brahma entfernt ht, 
darin liegt sein Unglück, ja sein Unrecht, und man kam wohl 
sagen, dass für den Indier das Leben ein Ileinigungsprooess ist 
von einem Unrechte, an dem er eigentlich keine Schuld hat. 
Darin liegt aber das Tragische in der indischen Weltansicht. 
Im Eingange des Vedäntasära wird Gott als der ungetheilte 
Geist, dessen Natur aus Sein, Denken und Seligkeit besteht, den 
weder Wort noch Gedanke erreichen können, bestimmt. Sodann 
heisst es, dass das Vedänta-System sich auf die Upanishads stützt, 
d. h. auf diejenigen Abschnitte in den Vedas, welche philoso- 
phische Fragen behandeln, und zu seiner Vollendung den Besitz 
der vier Erfordernisse nötbig macht. Diese vier Erforder- 
nisse werden dann erklärt; es sind: L die geeignete Person, 
II. der Gegenstand, HI. die Verbindung, IV. das Ziel. 

I. Als geeignete Person wird deijenige betrachtet, welcher 
eine vollständige Kenntniss der Vedas und aller andern Wissen- 
schaften erlangt hat, alle vorgeschriebenen religiösen Ceremonien 
vollzieht, reinen Sinnes and frei von Sünde ist, ausBerdem aber 
noch die vier Mittel kennt, wodurch er vollkommene Erkenntims 
erlangt. Diese vier Mittel sind: 1. Die Unterscheidung zwiscbea 
dem Ewigen und Nichtrewigen, der zufolge man begreifen lernt, 
dass Brahma das allein Ewige oder Wirkliche, alles andere aber 
nicht-ewig oder nicht- wirklich ist« 2. Das Verziehten auf denGennss 
der Früchte der Werke sowohl in diesem als in einem andern 
Leben. 3. Buhe des GemMis und Selbstbezähmung. 4. Wunsch 
nach Befreiung. 

n. Der Gegenstand. Dieser ist die Einheit des indivi- 
duellen Geistes mit Brahma|, die Seele in ihrem reinen Zustande. 



B8 

m. Die Verbindung» Diese besteht m ä4T Vereinigung 
des Objeots der Erkenntniss (d« h. der Einheit des indindaelldn 
Geistes mit Brahma) mit den Quellen, woraiss diese ^u sdhopfen 
ist, nämlich den sogenannten Upanishads. 

IV. Das Ziel. Es besteht darin, dass man die ün wissen* 
heit zerstört, welche hinsichtlich der zu beweisenden Einheit mit 
Brahma herrscht und dadurch zur Seligkeit in Brahma gelangt; 
denn es heisst in der Schrift: „Wer Brahma erkennt^ wird Brahma''. 
Dieses Ziel wird auch durch den sogenannten grossen Spruch 
der Vedantisten ausgedrückt: Uü tvam cm, wortlich: „das bist 
du''. Mit dem Worte „das" wird hier Brahma bezeichnet, und 
das Ganze ist der Ausdruck für die Identität des individuellen 
und höchsten Geistes. 

Die vier genannten Bestandtheile werden dann im Einzelnen 
weiter entwickelt. 



Der Secretär legt in seinem und im Namen des Herrn Prof. 
Dr. Ernst Dum ml er in Halle für die Denkschriften vor: „Die 
slovenisch-serbische Legende vom heiligen Cjrill mit lateinischer 
Uebersetzung und einer Einleitung über die Zeit der Abfassung 
und den historischen Werth des Denkmals." 

Das Resultat der Prüfung ist, dass wir es in dem Leben 
des heil. Cyrill mit dem Werke eines wohlunterrichteten Zeit- 
genossen zu thun haben; das Leben Cyriirs stehe dem des Me- 
thodius an innerem Werthe durchaus nicht nach; beide seien in 
ähnlicher Gesinnung zwar entworfen, aber ganz unabhängig von 
einander entstanden. Dass der slovenisch-serbische Text abge- 

V 

druckt wird, hat seinen Grund in der Seltenheit der von Sa- 
fafik besorgten Ausgabe und in der Verbesserung > welche eine 
grosse Anzahl von Stellen erfahren. 



Der Präsident legt den im Drucke eben vollendeten dritten 
Band der Tabulae eodieum manuscriptorum in bibUotheca Vindo^ 
honend asservatarum vor, welcher die Cod. 3601 — 6000 behandelt, 
und bittet die Classe um Bewilligung einer Subvention behufs 
der Herausgabe des vierten Bandes. 



30 

Das w. M. Herr Prof. Dr. Jobann Vahlen legt vor das 
Manuseript zvaa zweiten Bande der Opera Ct/pricmi von Herrn 
Prof. Dr. W. Hartel nnd ersucht nm die Ermächtigung, den 
Druck dieses Bandes sofort zu beginnen. 



••» 



Salbttverlag der kiüs.Akad. dar Wlssensehaitan In Wien. 
Baehdrttckerei von Carl Qerold*a Sohn. 



Kaiserliehe Akadetuie der Wissenschaften in Wien. 



Jahrg. 1869. Nr. XX. 



SitzoDg der phäosopbisdi-historischea Qasse Yom 6. October. 



Der Secretär gibt Nachricht von dem am 4. Septbn 1. J. 
erfolgten Hinscheiden des wirkl. Mitgliedes der kais. Akademie, 
Herrn Dn Johann Springer, k. k. Hofrathes^ emer. Professors 
der Universität in Wien ; des corresp. Mitgliedes, Herrn Dr. Otto 
Jahn, Prof. an der Universität zn Bonn, der am 9. Sept. 1. J. 
zu Göttingen starb, und des Herrn Dr. Johann Georg Ritter 
v. Hahn, k. k. Generalconsuls, der, ohne Mitglied dieser Aka- 
demie za sein, ihre Zwecke in ausgezeichneter Weise förderte, 
und der am 23. Septbr. I. J. zu Jena verschied. 

Die Anwesenden erheben sich zum Beweise ihrer Theil- 
nähme von ihren Sitzen. 



Der Secretär legt vor: 

1. Ein Dankschreiben des Herrn Prof. Dr. Georg Waitz 
in Göttingen far seine Wahl zum corresp. Mitgliede; 

2. ein Dankschreiben der Direetion des Realgymnasiums 
zu Chrudim fär die dieser Lehranstalt überlassenen akademischen 
Schriften; 

3. ein Dankschreiben de» Mahre ,de& XVI. Arrondissement 
von Paris für die der daselbst errichteten Biblioth^que Munici- 
pale, Scientifique et Litteraire geschickten akadem. Schriften } 

4. drei Schreiben des Mitgliedes der ost-asiatischen Expe- 
dition, des k. k. Ministerialrathes Dr. Karl Bitter v. Scherg^^r ^ 
vom 1. Juni (In See), vom 15. Juni (In See) und vom 23. JuÜ 
(Peking), womit derselbe, dem Wunsche der Glasse in zuvor- 
kommender Weise entsprechend, werth volle Quellen far Ethno - 
graphig und Linguistik übersendet; 



32 

5. vom Landeaaufiffohata in Salabtirg zwei Ehebafte von 

Antering und Haunsberg; 

6. von den Gemeindevorstehungen Hofkirchen, Leonfelden, 
Obemeukircben, Ottensbeim und dem Decanate Sarleinsbach eine 
Anzabl von Weistbümern; 

7. von dem Vereine für Gescbicbte und Altertbömer zu 
Stade einen Band der Vereinsscbriften : Archiv 3, 1869, mit dem 
Ersuchen um Schriftentausch; 

8. ein Schreiben des Qerrn Dr. Aug. Wilman^ in Berlin 
mit dem Ersuchen, ihm aus der kais. Bibliothek zu Paris zwei 
Handschriften^ 8576 und 14.394, Briefe von Poggio enthaltend, 
zu verschaffen; 

9. ein Ansuchen des Herrn Regierungsratbes Dr. Const. 
V. Wurzbacb um Bewilligung einer Subvention für den XX. 
Band des biographischen Lexicons des Kaiserthums Oesterreich; 

10. ein Ansuchen des Herrn S. 6. Stern in Wien um eine 
Subvention zur Qerausgabe der hebräischen Gramnuitiker und 
Exitiker Ben Seruk und Ben Labrat aus dem X. Jahrhundert; 

11. ein Ansuchen des Herrn Dr. Ed. Jacobs in Werni- 
gerode um Mittheilung von Nachrichten über die Leichenfeier- 
lichkeiten nach Kaiser Maximilian H. im Jahre 1577 zu Prag; 

12. von dem wirkl Mitgliede Prof, Dr. C. Höfler in Prag 
die Fortsetzung der Stephan Eiusky'schen Berichte; Mai bis 
August 1730; 

13. eine Abhandlung des Herrn Dr. B. Bogisi6 in Wien: 
yjLettere politiche di Stefano Gradi alla repubblica di Ragusa. 
(Jon due appendici {1642--'1683)^ ; 

14. von Herrn Prof. Dr. Fr. Krön es in Graz eine Abhand- 
lung: „Zur Geschichte Ungarns im Zeitalter Rdköczi's H.", mit 
dem Ersuchen des Yerfs. um Aufnahme in die Schriften der 
Akademie. 



Das w. M. Herr Regierangsrath J* Bitter v. Bergmann 
hält einen für die Sitzungsberichte bestimmten Vortrag: „lieber 



33 

des kaia. Rathes, Müdz^i^ nnd ADtiquitaten «- Inspectors Karl 
Giistav Heraeus Ableben und Hinterlassenschaft.^ Als Nachtrag 
zn seiner Abhandlung: ^Pflege der Numismatik in Oesterreicb.^ 

In den Bänden XIII, XVI und XIX der Sitzungsberichte, 
wie auch im II. Theile der „Medaillen auf berühmte und aus- 
gezeichnete Männer des österreichischen Kaiserstaates^ wurde 
das Leben dieses Mannes von vielseitiger Gelehrsamkeit ausfuhr- 
lich dargelegt, leider aber konnte aus Mangel an Quellen seines 
Lebens Ende nicht bestimmt werden. 

Heraeus Hess sich schon im Jahre 1719 zum Bergbau in 
der rauhen Veitsch in Obersteiermark verleiten und erschöpfte 
alsbald seine Oeldkräfte in den hiezu erforderlichen BaulichkeiteUi 
indem er ein grosses Berg- und Wohnhaus, ein Knappenhaus, 
eine Poch- und Schmelzhutte, ein Schmelzhaus mit bewohnbaren 
Zimmern und Kamme m, eine Bergschmiede zu bauen und eine 
grosse Anzahl verschiedener zum Bergbaue erforderlichen Werk- 
zeuge und Fahrnisse beizuschaffen genöthigt war. 

Kaiser Karl VI. erliess ihm noch im August 1725 die ganze 
Frohn von seinem neu errichteten Kupferbergwerke, um dessen 
Betrieb, der — wie aus allem erhellet — keine reiche Ausbeute 
bot, zu erleichtem. 

Kränkelnd bat er für seinen schwachen Magen noch am 
30. September den gelehrten Göttweiher Abt Gottfried Bessel 
um Zusendung eines trinkbaren Weines und am 22. December 
1725 ward der irbschluss der Inventur seiner Hinterlassenschaft 
in Veitsch unterzeichnet. 

Er starb, wie aus dem Inventarium zu entnehmen ist, wahr- 
scheinlich gegen Ende November oder zu Anfang des folgenden 
Monats in seinem Hause zn Veitsch, wo er in der Kirche seine 
Ruhestätte hat, von der sich aber daselbst weder ein Denkstein 
noch irgend eine schriftliche Aufzeichnung finden las st, was daraus 
erklärlich ist, dass Veitsch bis zum Jahre 1764 nach Krieglach 
eingepfarrt war. 

Das reichhaltige Inventarium seiner Hinterlassenschaft, das 
einen Einblick in die innere Eintheilnng und Einrichtung dieser 
Berg- und Wohnhäuser und in die geistigen und leiblichen Be- 
durfnisse des gelehrten Gewerken zu jener Zeit bietet, »ver- 
wahrt das k. k. Landesgericht in Wien. Dasselbe ist voruehm- 
lich für das k. k. Münz- und Aatikenqabinet wie auch für die 



34 

kaiserl. Hof bibliothek voa Interesse, indem an diese des Heraens 
Kapferstichsammlang um 5173 fl. und dessen Bibliothek 
um 1500 fl. überlassen wurde. 



Das w. M. Herr Dr. A. Pfizmaier legt eine für die Denk* 
Schriften bestimmte Abhandlung vor: „lieber den Text eines 
japanischen Drama's.^ 

Der Verf. versucht einige vorläufige Begriffe von der dra- 
matischen Kunst der Japaner zu geben und erklärt zu diesem 
Bebufe den siebenten Theil einer zu Jedo erschienenen — so zn 
sagen — Ennealogie, indem bei dem noch immer sehr spärlichen 
Vorkommen japanischer Bücher andere Dramen zu seinem Zwecke 
bisher nicht verwendet werden konnten. Dabei ist hervorzuheben, 
dass nebstdem durch die Arbeit des Verfs. die Kenntniss nicht 
allein der Sitten und Gewohnheiten der Bewohner Japans, son- 
dern auch der in japanischen Dramen gebräuchlichen , beinahe 
noch unbekannten Sprache wesentlich gef5rdert wird. 

Ausser dem hier erwähnten siebenten Theile, dessen Inhalt 
eine Büoheranzeige mit den Worten fisa-matsu o-some fana-kurabe 
(Fisa-matsu's und 0-some's Wettiauf nach Blumen) bezeichnet, 
wird übrigens in der kais. Hofbibliothek zu Wien nur eine ein- 
zige Fortsetzung si6*fon si-tate fatsi-fen (achtes Hefl der Auf- 
stellung der richtigen Grundlage) aufbewahrt. 



Selbtiverlag der kais. Akad. der WleMnsehaiMn la Wten. 
BaehdriMkarei voa CarlOerold*a Sohn. 



Kaiserliche Akademie der Wissenschaften in Wien. 



Jahrg. 1869. Nr. XXI— XXIIL 



Sitzong der phdosophisch-historischen Classe vom 13. October. 



Der Secretär legt vor: 

1. Eine Zuschrift des k. k. Ministerinms des Innern vom 
6. September 1. J«, womit das Ansuchen der Universität Padua 
um Ergänzung einiger akadem. Schriften mitgetheilt wird; 

2. eine Zuschrift des k. k. Ministeriums für Cultus und 
Unterricht vom 29. August 1. J. mit dem Ansuchen der Kutten- 
berger Oberrealschule um Ueberlassung von akademischen Druck- 
schriften ; 

3« eine Zuschrift des Herrn Leiters der k. k. n.-ö. Statt- 
balterei vom 1. September 1. J. mit dem Ansuchen des Francisco- 
Josephinum in Mödling um Ueberlassung von akademischen Druck- 
schriften; 

4. eine Mittheilung des Präsidenten ^ Hofrathes Professor 
Dr. Karl Rokitansky, rücksichtlich einer zu veranstaltenden 
Humboldt-Feier ; 

5. ein Schreiben des Herrn Dr. August Wilmans in Berlin, 
worin derselbe um Mittheilung einer, Briefe Poggio's enthaltenden 
Handschrift aus der Bibliothek der k. k. Universität in Prag 
ersucht. 



Sitzung vom 20. October. 

Der Secretär legt ein Dankschreiben des Herrn k. k. Hof- 
rathes und Professors Dr. Jhering für seine Wahl zum corre- 
spondirenden Mitgliede vor. 



36 



Sitzung Yom 3. NoYember. 

Der Secretär legt vor: 

1. Ein Dankschreiben des Herrn Prof. Dr. W. Scherer 
für seine Wahl znm correspondirenden Mitgliede der kaiserl. 
Akademie der Wissenschaften ; 

2. ein Schreiben des Herrn k. k. Ministerialrathes Dr. Karl 
V. Scherzer aus Pekings mit welchem derselbe ein Yocabnlar 
des Peking-Dialectes nnd der Mandscha-Sprache übersendet nnd 
eine Sendung von chinesischen Werken anmeldet; 

3. die im Drucke vollendete „Geschichte der Universität in 
Innsbruck^ von Dr. Jakob Probst; 

4. das gleichfalls im Drucke fertig gewordene Werk : „Lieder 
und Sprüche der beiden Meister Spervogel^ von H. Gradl; 

5. eine für die Sitzungsberichte bestimmte Abhandlung des 
c. M. Herrn Prof. A. Mussafia: ,j8fiUa leggenda del legno della 
Croce^. 

Die Abhandlung beschäftigt sich mit der weitverbreiteten 
Sage, nach welcher das Kreuzholz aus dem Sündenbaum stammt. 
Es werden die verschiedenen Versionen angeführt und analysirt, 
indem zugleich der Verauch gemacht wird^ dieselben nach ihrem 
Inhalte in Gruppen einzutheilen. 

Sieht man von kurzen Andeutungen ab — im Evangelium 
Nicodemi ed. Pfeiffer und in einzelnen geistlichen Schauspielen — 
so lassen sich alle Versionen in zwei Hauptfamilien unterscheiden^ 
je nachdem Selb im Paradiese einen Ast oder drei Körner erhält. 

Die I. Familie zerfällt in zwei Gruppen, je nach den ver- 
schiedenen Berichten über die Schicksale des Holzes unter Salomo- 

Zu A gehören: P. Comestor, Gervasius Tilburiensis, *eine 
Wiener Hs. der Poenitentia Adae. 

Zu jB : Adelphus, Beleth und Herrad von Landsperg, Lam- 
bertus in seinem Floridus, Incunabeldruck der Poenitentia Adae, 
Jacobas de Voragine, deutsches Passional, deutsche metrische 
Legende in einer Hs. von Klosterneuburg, Franco Saochetti, 
Frauenlob, Sybillenweissagungen in zwei verschiedenen Versionen. 



37 

Hermann von Fritslar und *eme Episode in einem franzö- 
sischen Gedichte über die Passion (Wiener Hs.) vereinigen Ele^ 
mente aus beiden Familien. 

Gleichfalls als Yermittlungsglied zwischen den zwei Fami- 
lien kann man ein Paar Versionen erwähnen, welche zwar der 
Beziehungen des Baumes der Erlösung zu dem der Sünde nicht 
ausdrücklich erwähnen, in den Hauptzügen aber mit den hier 
behandelten Legenden innig zusammengehören. Es sind diese: 
Gottfried's von Viterbo metrische Darstellung in seinem Pan- 
theon, der sich *eine Prosaerzähl ung in einer Hs. der Bibliothek 
zu Elostemeubnrg anschliesst, dann eine griechische Fassung, 
welche Gretser edirte. 

Die n. Familie besteht eben so wie die erste aus zwei 
Gruppen — C und D — ^ deren erste die wichtigste für die Vul- 
garliteraturen des Mittelalters ist. 

Zu C gehören: *Eine lateinische Legende, in einer Wiener 
Hs. (leider nur ein Fragment); provenzalische Prosa, von Fauriel 
analysirt; eine franz. Hs. der Arsenalbibliothek bei Van-Pra6t; 
eine franz. Hs. des Britischen Museums, in Auszügen mitgetheilt 
von Bujeaud; franz. Hss. von Moland analysirt; verschiedene 
Redactionen der Vie de Jisua- Christ; Mireur des histoires des Jean 
d'Outremeuse (abweichende Darstellungen finden sich da ver- 
quickt); altschwedische Prosa ed. Steffens; *Interpolation in einer 
Hs. des Tesoro des Brunetto Latini; Gedicht von Heinrich von 
Freiberg ed. Pfeiffer; bisher unbekanntes deutsches Gedicht, 
dessen Verf. sich Helwig von Waldir nennt; englisches Cursor 
mündig zum Theile bei Morris abgedruckt ; unedirtes Volksgedicht 
in ottava rima^ in einer Hs. zu Bologna. 

Zwischen C und D liegt eine Episode in der Image du 
monde des Gautier von Metz. 

Zu D gehören: Niederländisches Gedicht, dem Jacob von 
Maerlant zugeschrieben , sammt Prosaauflösung ; mittelnieder- 
deutsches Gedicht, zuletzt von Schröder herausgegeben; Historia 
sanctae eruds , xylographischer Druck des XV. Jahrhunderts, 
neulich von Bujeaud reproducirt; der Sündefall des Arnold von 
Immessen. — *Ein Fragment in einer cyklischen französischen 
Erzählung des Mönches Andreas berührt sich theils mit 2?, theils 
mit der griechischen Fassung. 

Noch zur U. Familie, aber mit einzelnen ihnen eigenen 
Zügen, gehören folgende: * Episode im Kenard le contrefait 



38 

(Wiener Hs.); Mysthre du vidi testament] kornisches Drama Or- 
dinale de origine mundi ed. Norris; Calderon in seinem Auto 
sacramental: El arhol del mejor fruto und in der Sihila del Oriente. 
Die grösste Entwickelung erfahrt die Legende im Fiore novello 
della Bihbia^ welches Zuge von verschiedenen Fassangen anf ein- 
ander häuft und sie in Einklang zu bringen versucht. 

Zum Schlüsse werden zwei alleinstehende deutsche Ver- 
sionen erwähnt: Liutwin in seinem unedirten Gedichte über Adam 
und Eva (Wiener Hs.) und ein Meistergesang in der Colmar-Hs. 
und in anderen zu Nürnberg, München, Wien. 

Im Anhange werden die oben mit einem Sternchen bezeich- 
neten Stücke abgedruckt. 



••IbatTVrlag der lud0.A.kad. der Wisaensehatten In Wien. 
Baehdraokerei von Carl Qerold*s Sohn. 



Kaiserliehe Altademie der Wissenscliaften in Wien. 



Jahrg. 1869. Nr. XXIV— XXV. 



Sitzung der piulosopfakh-historischen Classe Yom 10. November. 



Der Secretär legt vor: 

1. Ein Dankschreiben des Herrn Prof. Dr. A. Conze far 
seine Wahl zam correspondirenden Mitgliede; 

2. eine Note des k. und k« Ministerioms des Aeussern vom 
5. November 1. J., mit welcher der kais« Akademie die beiden, 
Briefe Poggio's enthaltende Handschriften der kais. Bibliothek in 
Paris Nn 8.576 und 14.394 für Herrn Dr. A. Wilma ns in Berlin 
mitgetheilt werden; 

3. eine Note des k. k. Ministeriums für Cultus und Unter- 
richt vom 29. October L J., wodurch der kais. Akademie mit- 
getheilt wird, dass das genannte Ministerium den Auftrag ertheilt 
hat^ dass die, Briefe Poggio's enthaltende Handschrift der k. k. 
Universitäts-Bibliothek in Prag Herrn Dr. A. Wilma ns in Berlin 
übersendet werden. 



Sitzung vom 17. November. 

Der Secretär legt vor: 

1. Ein Dankschreiben des Herrn S. 6. Stern für die ihm 
zur Vollendung des Druckes der hebräischen Grammatiker und 
Kritiker Ben Seruk und Ben Labrat bewilligte Subvention; 

2. eine Arbeit desi Herrn Dr. H, Weyda in Wien: „Briefe 
an Kaiser Franz H. voa geiner ^sten G^nttsdin Elisabeth^ ; 

3. Zwei Abhandlungen des Herrn Prof. Dr. J. Fr. Ritter 
v. Schulte: I. „Ueber eine Summa legum des XH. Jahrhun- 
derts. Nachtrag.^ 



40 

Es wird darin auf Grundlage des der Wiener kais. Hof- 
bibliothek gehörigen Codex Nr. 2.221 zu der von demselben 
Verfasser in den Sitznngsber. Bd. LVII S. 433 ff* und daraus 
separat gedruckten Abhandlung: 

Ueber die Summa legum des Codex Qottwicensis Nn 38 etc. 
Wien 1868. 

über die Zeit, welche jetzt noch sicherer zwischen 1160 — 1180 
anzunehmen ist, die benutzten Quellen u. a. berichtet. Besonders 
aber werden die im Wiener Codex enthaltenen bedeutenden Zu- 
sätze mitgetheilt. 

II. „Zur Geschichte der Literatur über das Decret Gratians. 
Erster Beitrag.« 

Diese Abhandlung, welche verschiedene ähnliche in Aus- 
sicht stellt, durch welche die Literaturgeschichte des canonischen 
Rechts im XII. Jahrhundert beleuchtet wird, behandelt: a) die 
Summe des Rolandus (späteren Papstes Alexanders III.). Sie 
theilt aus derselben grössere Stücke mit, bespricht deren Quellen 
und Einfiuss auf die folgenden, b) Die Summe des Simon de 
Bisiniano, die bisher kaum — abgesehen von einigen Citaten 
— dem Namen nach bekannt ist. Es wird gezeigt, dass dieselbe 
unter Alexanders III. Regierung, aber vor 1179 gemacht ist, eine 
ganz neue Methode beginnt, in grossem Umfange das neue 
Rechtsmaterial und in einer Weise verarbeitet, dass die Exi- 
stenz anderer als der bekannten zwischen Gratian 
und die Compilatio prima fallenden Sammlungen an- 
genommen werden muss. Sie hat benutzt die Arbeiten von 
Rufinus, Stephanus von Tournay, bez. Johannes Faventinus, Ro- 
landus, verräth eine ziemliche Kenntniss ähnlicher Sammlungen» 
e) die Summe des Sicardus von Cremona, über welche eben- 
falls nur höchst dürftige Notizen existiren. Es wird bewiesen, 
dass dieselbe zwischen 1179 und 1181 gemacht ist, die Methode 
von Simon entlehnt, als Quelle neben Simon vorzüglich Johann 
Faventinus benutzt hat, sich aber auszeichnet durch einen ge- 
wissen historischen Sinn, für den die höchst interessante Ein- 
zelnheit zeugt, dass er die pseudo-isidorischen Decre- 
talen nicht als in der Zeit entstanden annimmt, in 
welcher dieselben sich selbst als entstanden aus- 
geben. 



41 

4« ein Anstichen des n.-o. Landesausschnsses nm Betheilung 
des Landes-Realgymnasinms zu Waidbofen an der Thaya mit aka- 
demischen Schriften. 

Das w. M. Herr Dr. A. Pfizmaier legt eine far die 
Sitzangsberichte bestimmte Abhandlung vor: „Die Taolehre von 
den wahren Menschen und den Unsterblichen«^ 

Die von dem Verf. gelieferte Abhandlung enthält die Dar- 
legung eines Theiles der Lehre der in China seit den ältesten 
Zeiten bestehenden Secte der Taoisten oder Anhänger des Weges. 
Die genannte Lehre gipfelt in dem Glauben an die wahren Men- 
schen und die Unsterblichen, Wesen, welche oft auf eine Weise 
besprochen werden, dass beide far identisch gehalten werden 
könnten. Wie indessen aus der Gesammtheit der benützten 
Quellen hervorgeht, sind die wahren Menschen, deren es mehrere 
Classen gibt, grosstentheils durch sich selbst entstanden und, im 
Range den Himmelskaisem nahe gestellt, die Richter über die 
Handlungen der ihnen untergeordneten Wesen und die Lenker 
der Schicksale der Menschen. Sie sind daher als Gottheiten 
oder Genien zu betrachten, obgleich auch Nachrichten von Men- 
schen vorliegen, die angeblich die Unsterblichkeit erlangten und 
wahre Menschen wurden. Diese wahren Menschen wohnen immer 
nur in dem Himmel, von wo sie bei gewissen Anlässen zu der 
Erde herabsteigen. 

Die Unsterblichen stehen den wahren Menschen im Range 
nach. Man theilt sie in Unsterbliche des Himmels und Unsterb- 
liche der Erde. Beide Classen sind ursprünglich irdische Men- 
schen, die durch die Uebung des Weges unsterblich geworden 
sind. Die ersteren wohnen in den verschiedenen Palästen des 
Himmels und sind daselbst gleich den wahren Menschen mit dem 
Range von Obrigkeiten bekleidet. Die letzteren, die sich eine 
geringere Kunst des Weges angeeignet haben, wohnen entweder 
unter den Menschen oder auf Bergen, in Hohlen, Tiefen der 
Berge, sogenannten „Himmeln der Tiefen^ und sind gewohnlich 
durch besondere Fähigkeiten und Vorzüge, wie durch die Kunst, 
schnell zu gehen, Krankheiten zu heilen, durch die Gabe der 
Vorhersagung, durch Unempfindlichkeit gegen Hitze und Kälte, 
ausgezeichnet. Zu den Mitteln, durch welche man ein Unsterb- 
licher wird, gehört nebst einem reinen und tugendhaften Lebens- 
wandel der Gebrauch gewisser, oft sehr eigenthümlicher Arznei- 



42 

mittel^ nnter welehen das Heilmittel der Lofl, Mennig, Goldsaft, 
Edelsteinfett, Franenglas, Pichtenharz, Fichtenzapfen, Stechwinde 
nnd ähnliche Dinge genannt werden. 

Die in der Äbhandlang angefahrten Lehrsätze, die offenbar 
in dem Streben des Menschen, sich über das Irdische za erbeben, 
ihren Grand haben, sind übrigens höchst phantastisch and bilden 
hauptsächlich die Religion der Taoisten, deren letztes Ziel die 
Verwandlung in wahre Menschen oder unsterbliche ist. Am 
Schiasse folgen mehrere Nachrichten von Menschen, die, in Ter- 
schiedenen Zeiträumen lebend, nach dem Glauben der Anhänger 
des Weges zu der Rangstufe yon wahren Menschen und Unsterb- 
lichen gelangten. 



•«ItofltvMtac d«r hat». Akai. 4«r WtoMoMkaltM ff» 
Ba«hdniok«r«l tob Carl O«rold*0 S^hn, 



Kaiserliche Akademie der Wissenschaften in Wien« 



Jahrg. 1869. Nr. XXVI. 



Silnmg der phÜosopiiisdi-historischcfi Classe Tom 1. Dfcember. 



Der Secretär legt yor: 

1. Eine Zasefarifit des Salzbargischen Landesaasscfausses vom 
21. November, womit der kais. Akademie drei Weisthümer von 
Haunsbergy Lebenau nnd AntheriDg mitgetheilt werden ; 

2. eine Abhandlung des Herrn Ministerial-Secretars J. Vin« 
cenz Goehlert: „Statistische Untersuchungen über die Ehen, 
ein Beitrag zur Popnlationistik*', mit dem Ersuchen um Aufnahme 
in die Sitzungsberichte. 

Der Ver£ erörtert hierin eingehend, auf Grundlage der von 
ihm gesammelten Auszüge aus den Geburtsmatrikeln, die Alters« 
Verhältnisse der Heirathenden, die Ehedauer, die eheliche Frucht* 
barkeit, das Sexual -Verhältniss der Kinder nnd deren Sterblich, 
keit, die Geburten nach Jahreszeiten, die Zwillingsgeburten und 
die Translationsverhältnisse, und fugt zum Schlüsse bei, dass die 
EShestatistik als Grundlage für alle weiteren populationischen Be- 
recbnnngen angesehen und aus den sich ergebenden Thatsachen 
die Gesetzmässigkeit der Erscheinungen des menschlichen Lebens 
nachgewiesen werden könne. 

3. Eine von dem Herrn Dr. Franz Kürschner in Wien 
überreichte Abhandlung aus dem Nachlasse des Herrn Kopetzky; 
^ Regesten zur Geschichte des Herzogthums Troppau^; 

4. eine Abhandlung des Herrn Dr. Theodor Vogt, Privat- 
docenten an der philosophischen Facultät der hiesigen Universität ; 
„J. J. Rousseau 's Leben", mit dem Ansuchen des Verfs, um 
Aufnahme in die Sitzungsberichte. 

Wenn die Autobiographie, welche Rousseau in seinen i^Be- 
kenntnissen" niedergelegt hat , ein voHgiltiger Ausdruck für den 
wahren Sachverhalt wäre, dann könnte eine nochmalige Darstellung 



44 

Beines Lebens als etwas überflüssiges erscheinen; denn sie würde 
der Hauptsache nach nur eine Wiederholung eines sehr b^ann- 
ten und vielgelesenen Buches sein. Indessen sprechen zwei Gründe 
vernehmlich genug dafür, dass eine wiederholte Darstellung kein 
vergeblicher Versuch sein dürfte. Es ist fnr's Erste schon im All- 
gemeinen nicht zu erwarten, dass Jemand^ der sein eigenes Lfeben 
beschreibt, dem Einflüsse der Selbsttäuschung vollständig ent- 
gehen werde, und es ist natürlich, dass wir in diesem Falle, wo 
Kläger und Richter in einer Person vereinigt sind, parteiisch wer- 
den. Ferner war aber Rousseau insbesondere, da er sich nach 
seinen eigenen Worten für den besten Menschen hielt, der Gefahr 
der Selbsttäuschung ganz besonders ausgesetzt, und es steht za 
erwarten, dass sowohl seine eigene Darstellung wie die Darstel- 
lung derjenigen Männer, welche jener Meinung Glauben schenkten, 
unter ihrem Einflüsse leiden werde. Denn unter dieser Voraus- 
setzung müssen wo möglich alle Handlungen und Eigenheiten 
ßousseau's eine Rechtfertigung erfsthren und der gebrochene Zu- 
stand seiner letzten , von ihm selbst nicht dargestellten Lebens- 
periode bleibt ein unaufgelöstes Räthsel. Unter d^en Umständen 
wird es zwar nicht nothig sein, auf die äusseren, in seinen Be- 
kenntnissen schon ausfuhrlich dargelegten Lebensumstände weit- 
läufig einzugehen, wohl aber nützlich, ein BUd seiner inneren Eni- 
Wicklung, und zwar mit Hilfe aller anderen Schriften zu entwar- 
fen, und hiebei seine Tugenden wie seine Schwächen einer mög- 
lichst unparteilichen Beurtheilung zu unterwerfen. Roasseau'a 
Leben lässt sich in sieben Abschnitte theilen. Der Periode seiner 
Kinderjahre, in welcher die von seinen bürgerlich-einfachen Er- 
ziehern angestellten wechselnden Versuche au den Tag legten, 
wie wenig man seine geistigen Bedürfnisse zu würdigen verstand, 
folgte eine Periode des jugendlichen unabhängigen Herumschwei- 
fens, welche reich an Erlebnissen war, aber för seine geistige 
Ausbildung nur abgebrochene Ansätze lieferte. Erst einer dritten 
Periode, welche ihm zugleich den Genuss einer sentimentalen 
Lebensweise verschafißte, war es vorbehalten, dass er aus eigener 
Lust und mit eigener Anstrengung zu ernsteren Studien sich 
wandte. Die verschiedenen Berufsversuche, welche nunmehr folg- 
ten, schienen nur dazu zu dienen, um die fünfte oder kritische 
Lebensperiode zu beschleunigen, in welcher er, das Streben nach 
äusserlicher Unabhängigkeit mit dem nach innerlicher vereinigend, 
eine äusserliche und eine innerliche Reform des ganzen Lebens 



45 

durchzufahren sich eDtscfalossen zeigte. Hatte es sich nun »nch 
hiebet gezeigt, dass die Starke seiner moralischen Kraft im Kampfe 
mit anderen längst gewohnten Neigungen unzureichend war, so 
verräth doch die sechste, oder die Periode des Schaffens seiner 
Hauptwerke in dem Motive, welches seinem schriftstellerischen 
Wirken zu Grunde lag, dass der moralische Aufschwung kein 
vorübergehender Rausch gewesen war. Dass aber der bessere Theil 
seines Innern nicht die Herrschaft über langgewohnte Neigungen 
zu erringen die Kraft hatte, das wird in seiner letzten Lebens- 
periode völlig klar. Der habituell gewordene Trübsinn ist eine 
Wirkung verschiedener einander widerstreitender Neigungen und 
ungewiss, ob die eine oder die andere siegen werde, gleicht sein 
Inneres einer offenen Frage. Indessen mag man seine Schwächen 
noch so hoch anschlagen: Rousseau verdient schon deshalb 
unsere Theilnahme, weil er ein Vorkämpfer eines Orundzuges 
unseres ganzen Lebens war, der Gedankenfreiheit. 

5. Von dem c. M. Herrn Prof. Dr. A. Mussafia eine für 
die Sitzungsberichte bestimmte Abhandlung: „Handschriftliche 
Studien, Heft IV.« 

Zur Literatur der Trojasage im Mittelalter sind in letzterer 
Zeit zahlreiche neue Beiträge erschienen. Besondere Auftnerksam- 
keit hat man dem „Filostrato^ Boccaccio 's und den von ihm 
abhängigen Schriften gewidmet, unter Anderem ist im Jahre 1857 
die Uebertragung ins Französische veröffentlicht worden, welche 
Pierre de Beauvau am Ende des XIV. Jahrhunderts verfertigte. 
Die Herausgeber, Moland und Hericault, haben in der Ein- 
leitung mit umfassender Gelehrsamkeit über die verschiedenen 
Bedactionen der romanenhaften Erzählung berichtet und der Ar- 
beit Beauvau's die ihr zukommende Stellung in der Geschichte 
des fitmzösischen Schriftthumes mit richtigem Tacte zugewiesen. 
Weniger glucklich waren sie in Bezug auf Constituirung des 
Textes. Sie wählten eine Hs., von der sie meinten, sie stünde 
dem Archetyp am nächsten. Dieselbe ergibt sich aber bei genauer 
Prüfung als eine an sehr vielen Stellen verderbte, an anderen will- 
kürlich veränderte und daher vom ürcodex durch mehr als ein 
Mittelglied getrennte Abschrift. Die Herausgeber versichern zwar, 
andere ftinf Handschriften zu Bathe gezogen zu haben, und trotz- 
dem vermag der Druck selbst bescheidenen Ansprüchen nicht zu 



46 

entsprechen. Unter solchen Umständen kommt die Vermehrung 
des handschriftlichen Materials durch einen im Ganzen ausgezeich-* 
neten Text sehr erwünscht. Ein solcher liegt nun in der Hs. 3435 
der Wiener Hofbibliothek vor, und die Abhandlung hat zum Zwecke, 
das Ergebniss einer genauen Vergleichung derselben mit dem 
Drucke mitzutheilen. 



Selbstverlag der kals. Akad. der Wissenschaften in Winn, 
Buehdrackerel von Carl Qerold'S Sohn« 



Kaiserliche Akadeiliie der Wissi^tisehaften in Wien. 



Jahrg. 1869. Nr. MVil—XlVlII. 



Sitznng der philosophisch-hifitorischeo Classe Yom 8. Deeember. 



Dör Seöfeta^ legt vor: 

a) ein Dankschreiben des Directors des k. k. Üntergym- 
nasiums in Hom für die dieser Anstalt überlassenen akademischen 
Drnckscbriften; 

b) ein Ansachen des Herrn Professors Dr. R. y. Hocfa- 
stetter am Ueberlassung des Werkes von J* G. v. Hahn: 
„Reise durch die Gebiete der Drin und Wardar^, da ihm dieses 
Werk bei Abfassung seines Berichtes über die jüngst durch die 
europäische Türkei unternommene Keise von besonderem Werthe 
wäre; 

d) üü AhQtLdheü der k. k. Oberr^dlschule am ächotteüfeld 
um B^theilüdg mit akädetnidchen Scbtifteü; 

d) zwei von dem Eanzleidirector und Archivar in Kloster- 
neuburg Eterrn Ubald Kostersitz copirte und von Herrn Dr* 
A. Horawitz übergebene Weisthümer; 

e) das w* M. Herr Regierungsrath E« B i r k tbeilt na- 
mens der historischen Commissiön mit^ dass von dem c. M« Herrn 
Frofi Dti W. Watt|enbach eine ffir die akademischen Schrif- 
ten bestimmte Abhandlung: y^Bemerküngeii zu einigen öst^rrei- 
ohisoben Gesohichtsquellen^^ angelangt ist. 



Sitzung Yom IS. Deeember. 

Der Secretär Miklosich legt eine für die Sitzungsberichte 
bestimmte Abhandlung vor : „Die slavischen Elemente im Neu- 
griechischen^. 



48 

Fallmorayer stützte seine im Jahre IS.'^O znm erstenmale 
aufgestellte Thesis von der slavischen Nationalität der heutigen 
Griechen auf die, leider spärlichen, Zeugnisse der byzantinischen 
Geschichtsschreiber, auf die Ortsnamen und auf die Sprache. Die 
Berichte der Byzantiner sind von Fallmerayer selbst, von 
Zinkeisen und Finlay so gründlich erörtert worden, dass eine 
neue Untersuchung derselben kein neues Ergebniss erwarten lässt. 
Die Ortsnamen dagegen sind von Fallmerayer und von seinen 
Nachfolgern weder vollständig noch auf eine strengere Forderungen 
befriedigende Weise geprüft worden: eine abermalige Unter- 
suchung derselben möchte nicht überflüssig sein. Auch die slavi- 
schen Elemente der griechischen Sprache bedürfen einer sorgfälti- 
geren Durchforschung^ als ihnen zu Theil geworden, indem bisher 
die einen alles oder doch das meiste von dem, was nicht altgrie- 
chisch ist, für slavisch erklärten, die anderen hingegen auch das 
Slavische aus dem Altgriechischen zu erklären unternahmen. Die 
vorliegende Abhandlung hat nun die Aufgabe, das Slavische, das 
sich in der Sprache der heutigen Griechen, sowie in der Sprache der 
mittelalterlichen Denkmäler des griechischen Volkes findet, so viel 
als möglich vollständig zusammenzustellen und zu erklären. Es 
gibt der slavischen IBlemente im Neugriechischen entschieden 
mehr, als Fallmerayer*s Gegner zugeben möchten, und ebenso ent- 
schieden weniger, als Fallmerayer selbst und seine Anhänger mein- 
ten. Das Resultat der Untersuchung kann in den Satz zusammen- 
gefasst werden, dass aus der Sprache allein, d. b. abgesehen von 
den historischen Zeugnissen und den Ortsnamen, der slavische Ur- 
sprung der heutigen Griechen nicht nachgewiesen werden kann. 
Wer jedoch auf die Sprache allein gestützt das Dasein slavischer 
Elemente in der Nationalität der heutigen Griechen leugnen wollte, 
müsste eonsequent auch, auf die geringen celtischen Bestandtbeile 
der französischen und englischen Sprache gestützt, das sonst ver- 
bürgte Vorhandensein celtischer Elemente in der Nationalität der 
Franzosen und Engländer in Abrede stellen. 



S*lbitT«rIag d*r kaia. Akad. der WlsteDsebaftan In Wien. 
Baclidraoktr«! too Carl Qerold^t Sohn.