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Full text of "Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit"

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Tim J. PAUL GETT^' MUSEUM LIHK.\HV 



ANZEIGER 



FUß KÜNDE DER DEUTSCHEN VORZEIT. 



Neue Folge 



ORGAN DES GERMANISCHEN IVIÜSEÜMS. 




\ i e r t V V B a ii il 



Jaliriiang' 1857. 



Nürnberg, im Verlag der artistisch - Uterarüoben Anstalt des gormaniechcn Museums 
Leipzig, in Commission bei Friedricli Fleischer. 



Fr. C*m|>o 4 Holin in NUnituTH. 



TX J PAUL GETTY CEKTER 
yBRAHY 



Redaction des Anzeigers: 

Freiherr H. v. u. zu Aufsefs, Dr. jur., erster Vürslaiul des ();ennarii,selu'n Museums. 
\u'r. V. Eye, Dr. philos., Vorstand der Fvunst- und Alterllnniiss.niiiidungen. 
Kiirl FroiMiiiiiMn. Dr. philos., >'orstand des Ai'ehi\s und der liil)Holhek. 



Beiträge 

zu voriieirendeui Bande haben trelielert : 



Achenbacli, Dr., Gerichtsdirelaor, in Siegen. 
Arnold, Willi., Dr., Professor an der Universität zu Basel. 
Asclibacli, Jos., Dr., Professor an der Universitüt in Wien. 
Barack, A., Dr., Sekretär u. I. Conservaior hei der Bibliotliek 

des gernian. itliiseiiins. 
Barsch, G. , Dr., U. pr. geh. Regierungsralli iiml Major a. D., 

In Coblenz. 
Bartsch, li., Dr., II. C'onservator bei der Bibliothek des genn. 

.Museums. 
Becker, f., k. |)r. Steuerinspektor, zu Würzburg. 
Btibe, Adolf, herz, siichs. Archivrath, in (jotlia. 
Chlumecky, P. Ritter v., k. k. Beamter des Landesgerichts in 

Brunn. 
Diill, F. W., I. Conservator heim Archiv des germ. Museums. 
Eslorß", C. Frhr. v., k. niederl. Kämmerer auf Sehlofs Jägers- 

hurg. 
Falke, Jac., Sekretär und Conservator der Kunstsammlung des 

german. Museums. 
Falke. Juli., erster Sekretiir des german. Museums. 
Gauisch, K., in Dresden. 
Ilersckel, Archivar, in Dresden. 

Hoinitir/en gen. Huene, A. v., k. pr. Bergmeisler, in Siegen. 
Hopf, Carl, Dr., in Bonn. 
Hradil, .]., Professor, in Wien. 

Kaufmann, .\lex., Iiirstl. Lüwenslein. Archivrath, in \\ erthcim. 
Laiendorf, Friedr., in IVeu-Strelilz. 
Lochner, G. W. K., Dr., U. Sludienrektor, in IViirnberg. 
Loffellwh, Wilh. Freih. v., fürsll. Oettingen- Wallcrstein. Do- 

maniulkanzleirath und Archivar, in Wallerstein. 
Lucanus, Fr., Dr., in Haiherstadt. 
Mooyer, E. F., in Minden. 

Morel, Gallus, Rektor des Stifts Maria-Einsiedeln (Schweiz). 
Mosch. Dr. u. Professor, zu Ilerisehdorf (Schlesien). 
Muller, Job., Dr., Conservator der .\llcrthumssaninilung des 

german. Museums. 



l^cumanii, Laudeshe.steller der iXiederlausitz, in l.iibben. 

Odehrechl, Kreisgerichtsdirector, in Berlin. 

Pernhoffer, .\., in Wien. 

Pescheck, Chr. Ad., Dr., Archidiakonus, in Zittau. 

Pellers, Ign., Gymna.-^iallehrer, in Leilmeritz (vorher in Pisek). 

Ilellberij, R. v., in München. 

Ileufs. Friedr. A., Dr. und qu. Professor, in Nürnberg. 

Riecke, C. F., Dr., vorm. k. pr. Regimentsarzt, in A'ordhausen. 

Hoth V. Schreckenstein, C. H. Freih., Dr., k. w. Oberlieulenaut. 

zu Ulm. 
Sassenhagen, Bürgermeister zu Leba in Hiiilerpommern. 
Sara, Karl v., k. k. Vite-llofbuclihaller, in Wien. 
Schneegans, Ludw., Dr., Sladtarchivar, zu Strafsburg. 
Schuler v. Lihloy , Friedr., k. k. Professor der Rechtsakadeniie 

zu Hermannstadt. 
Stenzel, Th., Pastor, in Kutha hei Zerhst. 
Stöber, Aug., Professor am Colleifiuni zu Mülhausen. 
Tod, Ileinr., Sekretiir u. II. Conservator des .\rchivs beim ger- 
man. Museum. 
Trofs. Ludw., Dr., Oberlehrer, in Hamm. 
Uelterodt, Ludw. Wolff Graf, auf Sehlofs Neuscharlfcnberg hei 

Eisenach. 
Voigt, Joh., Dr., k. pr. geh. Regierungsralh und Professor, in 

Königsberg. 
Warnkiinig, Th. A., Dr., fürstl. Lüwenstein. Domünendireklur, 

zu W'ertheiin. 
Weiler, Emil, in Zürich. 

Wiechmann- Kadow , Gutsbesitzer auf Kadow in .Meklenburg. 
\yipi)erma7in. Ed., Dr., fürstl. Halzfeldt'scher Kammcrrulh, in 

Trachenbcrg. 
M'ocsle, Friedrich, in Iserlohn. 
Z«/iH, Jos., Profcssurseandidat, in Wien. 
'/.ingerle, Ign. Vinz., Dr., Gymnasialprofcssor, in Innsbruck. 
'Aollner, Dr., prakt. Arzt, in Aub. 



VÜBNB£RO. Das Abonnement des Buttes, 
welches all« Monate erscheint, wird ganx- 
jähriR aDpeuomnien und beträft nach der 
aeueüten Postconvention bei allen Postäm- 
tern und Buchhandlungen />«uf«cA^an(f4 incl. 
Oeslreichs 2 Ü. 42 kr. im 24 fl. - Fufs oder 
1 Thlr. 16 Sgr. 

Für Fr (mkreich abonnirt man in Strafs- 
burg bei Gr. A. Aleiandre, in Pari» bei dem- 
selben, Nro.23.rue NotreDame deNazareth, 
nad bei der deutschen Buchhandlung von 



AMIGER 



m mm m 

Neue Folge. 




F. Klincksieck , Kr. II. rue de Lille, oder 
bei dem Postamt in Karlsruhe; für £njf- 
land bei Williams &t Nori;ati', 14 Henriette- 
Street Cüveut-Garden in London; t'\XT Sord- 
amtrika bei den Pustäuteru Bremen und 
Hamburg. — 

Inserate, welche mit den Zwecken des 
Anzeigers und dessen wissenschaftlichem 
Gebiete in Verbindung stehen, werden auf- 
genommen und der Kaum einer Culumnen- 
ceilo mit 7 kr. oder 2 Sgr. berechnet. 




VORZEIT. 



1857. 



OIIG V\ DES GEÜM VMSII1E\ MUSEUMS. 

Xs 1. 



Vierter Jahrgang. 



Januar. 



Wissenschartliclie Mittlicilunscn. 



Zur Geetcliiclite der Carafeii von '%Vertheini. 

Von Jos. Astlibach, Professor an der Universität zu Wien. 

Der Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit bringt 
in Nr. 11 (Nov. 1856) von Dr. Tli. A. Warnkünig eine 
Notiz „zur Gesihichle von Wertheim" überschrieben. Darin 
wird die Behauptung ausges[)rochen, dafs die älteste be- 
kannte urkundliche Nachricht über Wertheim nicht, wie Asch- 
bach in seiner Geschichte der Grafen von Wertheim angebe, 
eine Urkunde vom J. 1009 sei, sondern des Ortes schon 
früher Erwähnung geschehe in Sdiannal traditiones Fuldenses 
und zwar in einer Urkunde des Grafen Kunibert vom J. 779. 
„Hiernach (schliefst der Verfasser der Notiz) darf wohl 
mit Sicherheit angenommen werden, dafs der 
Ort W'ertheim schon vor dem J. 779 erbaut war." 
Zur Würdigung dieser Behauptung diene Nachsiehendes, 
lliitle llr. Dr. Wnrnkonig sich nur obernäcblich in der Ge- 
schichte der Grafen von Werlheim umgesehen, so würde 
er schon aus Note 18 auf Seite 21 erfahren haben, dafs 
dem Verfasser dieser Geschichte die Fuldaer Schenkungs- 
urkunde des Grafen Kunibert nicht unbekannt gewesen, dafs 
es sich hier aber nicht darum handelt, oh es im J. 779 
einen Ort Namens Wertheim gegeben habe, sondern durum, 
ob dieser Ort Wertheim om Main gewesen. Dieser 
Punct, der nicht blofs bei der Kunibertischen Urkunde, son- 
dern noch einmal (S. 23, Note 22) bei der Inhullsangube 
der Urkunde des Kaisers Otto II. vom J. 976 (Gudcn , cod. 



dipl. Mog. I. 348) in der Geschichte der Grafen von Werl- 
heim ausführlich besprochen und mit guten Griinden dahin 
entschieden worden ist, dafs weder in der einen, noch in 
der andern Urkunde Wertheim am Main gemeint sein 
könne, ist von Hrn. Dr. Warnkonig ganz und gar unbe- 
achtet gelassen worden. Wollte er etwas Neues vorbringen, 
so mufste er den Beweis führen, dafs in der Urkunde vom 
J. 779 kein anderer Ort als Werlheim am Main zu ver- 
stehen sei. In der fraglichen Urkunde wird neben Wert- 
heim ein Bischoffsheim erwähnt. Wenn im letztern Orte Hr. 
Warnkonig TaubeibischolTshcim, 6 Stunden von Werlheim, 
vcrmulhct, so berücksichtigt er nicht, was gegen eine solche 
Annahme in der Geschichte der Grafen von Werlheim S. 21 
Note 18 gesagt ist: „In einer Urk. vom J. 779 kommt zwar 
vor, dafs ein Comes Kunibert dem Stift Fuld . . Giiler . . 
in A\ertheim und BiscolTesheim übertrug, jedoch ist es höchst 
wahrscheinlich, dafs daselbst nicht unser N\'erlheim am ^luin, 
sondern Wirtheim an der Kinzig gemeint ist: unier BiscolTes- 
heim aber ist nicht BischonTshi'im ati der Tauber, sondern 
Bischofsheim in der Grafscliafl Hanau, oder, was noch «ahr- 
scheinjicher, Bischofsheim an dem Khüngebirg zu verslelicn. 
Die Abtei Fidda halte, soviel bekaiiiil ist, in der SladI Werl- 
heim und ihrer Gemarkung nie Gefalle und Guter." — 
Ueber den Ort Wirtheim oder Werlheim im Kinziggnu sind 
aufser der angcfidirlen Urkunde Olto's II. vom J. 970 zu 
vergleichen noch zwei andere Urkunden bei Guilen cod. dipl. 
Mog. I. 350 (loca Wirlheim, Cassele, llosti in pago Kin- 



Anzeiger Tür Kunde der deulsrhi-n Vorzeit. 



zechewes) und V. 37-1 (die freien Leute . 



,vnib Geilri- 



huscn vnd vndi \\ertlicim~). Das Nuliere darilber liodel sich 
in der Gescliiclite der Graren von \\'crllieiiii S. 23 11. 

Indem hiermit dargelegt ist, daTs Hr. Dr. Warnkonig durch- 
aus nichts zurErliiiilerund dcrGeschichIc der Grafschaft Wcrt- 
heini geliefert hat, sull keineswegs behauptet \verdcn, dafs 
die:>c Geschichte nicht uoch gar niauclic Aufklärung, Berichti- 
gung ond BereicberuDg erhalten kiinne, namenlliili durch Ver- 
uffeotlichuDg früher unbekannter Urkunden uder durch llin- 
weisnni; auf einzelne, hisher wenig Iieachlele Motizen in 
alten Schriften. Es unterliegt keinem Zweifel, dafs aus den 
friinkist-hen Archiven noch Vielem in dieser Beziehung zu 
gewinnen ist. Der l'nterzeichnete ergreift hier die Gelegen- 
heit, einige Notizen zur Geschichte der Grafen von Wcrt- 
hcim milzuthcilcn. - . . . 

Balil nach der Puhlicotfon der Gcsrhiclitc (^crdroreri von 
Wcrilieim ist auf Veranstaltung des Stuttgarter literarischen. 
Veroines der Code.x Ilirsaiiiiensis in Druck erschienen. Da- 
s«lh>t lindi:! »ich uuler den Tradiliunes für das klusler llirsau 
eine Schenkungsurkunde von Dieniar, Sohn des Erckingbert 
von Ruliiigen, vom J. 1103, worin p. 415 folgende Stelle 
vürkouunl : l't vero rerum ipsaruin teslunienlaria donatio 
rata semper et inuiolata pcrmaneret, sapienti usus consilio, 
anle(|uam monastice profcssionis hahiliim suscipcret, ad 
villam, que Bietheim dicilur, nonnullus regni principes, notos 
([uoquc et amicos quam plures congregavil, inlcr ([uos pre- 
cipui crant Comcs Gerliardns de Moguncia, Comes Engel- 
hardus de Lnbinliusen et lilius ejus A\alllierus, Comcs llein- 
ricus de Rotenburg, Comes Bruno de Werlheim, pre-i 
senic etiain ahbale predicii monaslerii ( Ilirsaug. ) nomine 
Gebehardo etc. Jlit Benicksichtigung dieser Erwidinung eines 
Conio Bruno de^\ertheim in einer urkundlichen Nach- 
richt aus dem Anfang des 12. Jahrhunderts kiinnte man 
versucht .sein, das, was in der Geschichte der Grafen von 
Wertheim Ubep Jen ersten Grafen Wolfram, der erst seit 
1132 urkiindlirJi nachgewiesen werden kann, in Bezug auf 
-die Gründung der erhlichcn Grafschaft \\ crtheim durch ihn 
gesagt worden ist, in Frage zu »teilen. Bei näherer Liiter- 
siichung aber wird es sich zeigen, dafs die Sache keines- 
wegs fe.'-tstelit, dafs dieser Bruno Comes de ^^'erthcim zu 
dem bekannten VVcrlheimer Grofeugeschlecbte gebort, ob- 
schon CS unzweifelhaft itt, dafs er, ungeachtet seine» bei 
dem »Mchsi'.chen Stamme hiiulig vorkommenden Namens Bruno, 
doch ein frankischer Graf gewesen. Die Art, «ie in den 
urkundlichen Nurhrichlen Dieter, der Bruder des Grafen 
Wolfram von Wcrlhcipi, uiilier bezeichnet wird, ist hier \on 
ganz licsonilcrer Krhcbliclikvit. Hatte N\ (dfranis \ aler schon 
(jrsf von Werlheim gcheif.Ncn, -n wiirr Dieter nn hl al^ 

- i; *l ' - 



Germanus Wolframi Comitis de Werlheim, sondern nach 
dem Namen seines graflitlien Valers oder (irofsvalers nidicr 
beziiclinel «ordeii. Es isl daher im hohen Grade wahr- 
scheinlich, dafs Wolfram entweder der erste Graf von Wert- 
heim überhaupl war, oder, falls es in Wahrheit schon vor 
ihm Grafen von Werlheim gegeben haben sollte, dieselben 
einer andern Familie angchürten , wclclic bereits 1132 im 
directen Mannsslammc erloschen war. War der Graf Bruno 
von N\ertlieini einer der letzten oder vielleicht der letzte 
dieser frUhern \\ ertheimisclien Grafenfamilie, so läfst sich 
hinreichend erklären, dafs Dieler nicht nach ihm naher be- 
zeichnet werden konnte, aber, auch nicbt nach seinem Vater, 
der noch nicht einen Eamilicnnanien nach einer Burg oder 
Besitzung angenommen hatte. Möglich aber ist es auch, dafs 
Bruno gar nicht Gj'af von Wertheira am Main gewesen ist, 
sondern durch eine niigenaiic Schreibung des Ortnnmens zu 
pinem Comes de Wertheim gemacht w orden ist. Von der 
fraulichen Urkunde in den Tradilioncs llirsauür. liegt uns 
iiiclil das Oricinal vor: wie leicht konnte aus Comes Bruno 
de Berllieini ein Conies Bruno de AA'erlheim werden. Es 
tr«b aber im Anfang und um die ,)Iille des 1 2. Jahrhunderts 
iii U.-ilfranken im Ipfgauc einGrurcngesehIcchl von Bert beim, 
welches hie und da mit den Grafen von Werlheim ver- 
wechselt wird: die.-is gilt nanienlllch von den beiden Bril- 
dcrn Gcrhardiis und llermannus Comiles de Werlheim, welche 
mit den gleidrzeiligcn pomites Gerliurdus und llermannus 
de Bertheim :;enannt und von den Schriflslellern irrlhum- 
licher ^\ eise für dieselben Pursoneu gehalten werden. Vgl. 
darüber das Nähere in der Geschichte der Grafen v. Werl- 
heim S. 57, Note !). 

Ein anderer Punct, d>'r uachtriiglicli fiir die gruriich 
Wei tlicimische Geschichte zu besprechen ist, betrilTl ejne 
Stelle Ml Wolframs von Eschenbach Parcival (I,. IS4, 4):, 
Min hcrre, der gräf von Weitlieim, , , , : ' 

Wht ungern soldier du (^in Belripar) gewqseDj ., 

Er müht ir soldes niht genesen. . . , 

In der l'ebersetzung von San-Marle heifsl die Stulle S. 133: 

Mein Herr, der Graf von Wertheim, 

Wiir' ungern Söldner hier geblieben; 

Es moehl ihr Sold ihm nicht belieben. 
San-Marle fügt (II. S. 3t)ö) darilber eine Benicrliung 
hei: »Aus dem Wort Min herrc ist jedoch niehl unbedingt 
auf eia Abliiingigkeilsverhiiltnifs Wolframs zum Grafen zu 
.schliciscu, da dir Dichter dieses Ausdruckes sich auch haulig 
du bedient, wo ein solches entschieden nicht slattlindet.", 
Es fragt sich zuniichst, auf wilihen ^^'e^lll('imi^(hen Grafen 
die angeführten WOrte zu beziehen seien. Der ParciNal isl 
in ilir Zeit des Kampfes z>YisrJien Tlulipp m>ii .^chwulicn 



«5 



Anzeiger filr Kunde der deutschen Vorzeit. 



und dem Weifen Olfo IV. gedichtet worden. OBmnIs wnr 
reffierender Graf von Wcrllieim Poppo I., der seit llfiO 
seinem VHter Gerhiird nnchffefdljrl >var. Im J. 1183 machte 
er eine Krenzralirt und verweilte lan^-ere Zeil im Norjiren- 
lande. MilllerwL'ile verwallclc die Grafsclialt sein Sohn 
Poppo II Nach Po|>po"s I. Riitl<kchr rcu-ieiten Vater nnd 
Solin gemeinschaftlich his ffeiren das J. 1212, um welche 
Zeil Poppo I. aus dem Lehen schied. Wenn der Dichter 
Wolfram von einem kriejjslustigen, schliijrferlifjen Kampen 
spricht, der jederzeit bereit sei, geg-en Sold filr fremde Sache 
<las Schwert zu führen, so kann er wohl nicht den damals 
liochhetaglen Grafen Poppo I., sondern nur seinen, im besten 
Mannesalter stehenden Sohn Poppo II. gemeint haben, unter 
dessen Führung w oh! auch \>'oll'ram von fi)schenbach v()rül>cr- 
gehend rillerliclie Kriegsdienste gemacht liallc. Daher konnte 
er ihn auch seinen Herrn nennen. Zu den späteren Vasal- 
len der Grafen von Werlhciin gehörten die Herrn von 
Eschenbach nicht, da ihr Name im Wertheimischen Lebens- 
liof nicht vorkommt. Vgl. die Geschichte der Grafen von 
Werlheim I. S. 37G (T. Früher mögen sie aber doch zur 
Wertheimischen Grafschaft in Lehensbeziehungen gestanden 
haben. Einen Fingerzeig gibt dariiber eine Urkunde Pop- 
po's IV. (reg. V. 1260 — 1281), der dem deutschen Orden 
die Pfarrei in Eschenhach schenkt (Lang, Regest. Boic. IV. 
782 ohne .lahresangabe, aber wahrscheinlich vor 12()9 ; vgl. 
Geschichte der Grafen v. Werlheim 1. 86). Dafs aber hier 
das im Nordiran, unweit Nürnberg gelegene Eschenbach, die 
lleinialh des V\'olfram von Eschenhach, gemeint sei, unter- 
liegt keinem Zweifel, da der Ort wirklich im Bcsilz des 
deutschen Ordens war. ("f. Merian, 'i'opnfjr. Franconiac [i. 70. 
Schlicfslich wird bemerkt, dafs über den vorletzten Gra- 
fen Georg II. von Werlheim (reg. v. 1509 — 1530), na- 
mentlich in lieziehnuff seiner Theilnaliuie am Bauernkrieg 
und seines Verhältnisses zu Götz von lioriichingen, wie auch 
in Betrefr seiner reronnatorischen Bestrebungen, wohl noch 
gar manche Nachrichten von Wichtigkeit in den fränkischen 
Archiven bis jetzt unbeniilzt liegen, die zu verüllenllichen 
wären. In den Wertheimischen Archiven befindet sich wi- 
der F>warten in den angcfllhrlen Bcziehuufren nur Dürfliges. 
Vielleicht dafs in der Abiheilung der noch iiiclit geordneten, 
ziemlich vermoderten Schriflstilcke manches darauf Bezüg- 
liche versteckt liegt. Auch in Luthers Werken an verschie- 
denen Stellen ist von dem Grafen Georg II. von Werlheim 
die Bede nnd es wird über ihn in solcher Weise gesprochen, 
dafs daraus entnommen werden kann, dafs der G'raf zu den 
lifriuslcn Anliängern des Willcnl)erf.Msclicn licforinulors ge- 
borte und mit ihm in Icbbafleni Verkehre stund. Georg war 
auf dem Wormser Rcichstair im J. 1521 zugegen und be- 



fand sich bei dem KorfUrslen von Trier, als vor 'demsel- 
ben Luther zur giillichen Verhandlung zu erscheinen halle. 
In einer Predigt erwiilint l.ullicr des Grafen als eines Muslers 
der Frömmigkeit und eines wuhrhaflen Fürstenspicgeis. Im 
J. 1522 schrieb er an Spalalin: Comes Georirins de Werl- 
heym e.\ me pelit evangi-üslam 100 numis aureis ac sua 
mensa providendum. Im J. 1524 « ar Franz Kolb Kccle- 
siastes zn ^^'ertheim, der an Lniher schrieb: Tomes mens 
vir sineerus erndilissimus in evangelio proficit semper, nc 
tibi favet. Ungeachtet der öftern Abmahnungen des Würz- 
burger Bischofs Conrad belriel) der Graf mit allem Eifer 
die Beformirung seiner Unlerlhanen, bis der Bauernkriejr, 
in den er sich sehr tief eingelassen halle, eine solche Wen- 
dung nahm, dafs er es für geralhen fand, sich zurückzu- 
ziehen. Dann trat Georgs Vater, der alte Graf Michael IL, 
der sich von der Regierung der Grafschaft ziemlich zurück- 
gezogen halle, wieder an die Spitze derselben und suchte 
das gestörte gute Vernehmen mit dem Bischöfe von Würz- 
burg und dem Kurfürsten von .Mainz wiederberzuslellen. 
Es ist nicht zu verkennen, dafs die Regierung des alten 
Grafen in einem andern Geisle geführt wurde, als der war, 
welcher vorher unter seinem Sohne in der GrafschafI ge- 
herrscht balle. 



Ueiitselte llaudsclirifteii zu Kuiiiliiitz. 

Von J. Pellcrs, Gymnasialichrer zu Pi>ek. 

Im Ano-iist d. ,1. fand ich Gelegenheit, die filrsllich Lob- 
kowilzisclie Bibliothek zu Bandnilz zu besuchen , die eine 
lielrachlliche Anzahl aller Handschriften enthalt. Ist gleich 
das classische Allerlbiini und die böhmische Literatur reicher 
verlrelen, so linden sich gleichwol einige interessantere 
deutsche Handschriften. Ich mache denn über zwei Codices 
nachs lebend Milllicilnng. 

1. Papierbs., ein starker Foliant, ohne Blatizilhlung, an 
einzelnen Stellen ziemlich lädiert, mit colorierlen Federzeich- 
nungen. Es ist eine sogenannte llisloricnbibel , mit jener 
sehr übereinstimmend, welche Eduard Reufs in der Schrift: 
„Die deulsclie llislorienbibcP Jena, 1855. (Scparalabdr. 
aus den Beilr. zu d. theolog. Wissensch.) ausführlich be- 
sprochen bat. Der Titel laulcl: .Hie vohet sich an des 
bucbes cappilel das do genani i.-l die byhel vnd saget von 
der allen E vnd nuwen E vnd lict euch den liilsche dar 
ynne vnd ist mit (iguren gcmolel". Darauf folirl das Inhalls- 
verzeichnifs über die -177 Capilel (Bcuss 165) und die Vor- 
fgjß. . niiiiiiiii Tjli 



Zustände. 

.Spr.iche und 
Sclirifu 

llnndschrifteU' 
künde. 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeil. 



8 



„Richer got von hiemelrich vnd ertricbe vnd obe allen ich mit potles liylfT vnd der hauten peschryft hylfrdi|i hilch- 

cremen swebel din cralTl Vnd dar vmbc so lobet dich bil- lein volhraucht vö dem guldio spyl als auch sant Augustinus 

liehen alles das da ist vnd ein erheben aller wiliheit Darumhe ainist macht ain büchlein von zehen saylten Ich hon das 

iO saget man dir billichen lop vnd dang" u. s. w. (vgl. mein pelon onuerfencklich wer das lyst und bort der besser 

Reufs, 8. a. 0. S. 14). Das 23. Capitel schiebt einen Ab- es vnd bill oucb gott fteyssenglicb vnd ernstlichen für mich 

schnitt ein „Von Swobenlande'' (Reufs, S. 22), da» 442 des bcgcr ich. ain priester predigen ordens hies(J mayslcr 

tragt die Ueberschrift: „Hie dichtete der Edele Kunig Dauil Inn gold hat dise spyl gemacht." Darunter der Name des 

den psalter gölte zu lobe sü zu cncn vnd allen misten Schncibcrs Leonandus nie(i. 
menschen zu nutze," übeneinslimmend mit Heufs" E.xempliin (Funisetiung folgt.) 

(a. a. 0. S. 52). An den Psalter scbliefsen sich in unsrer 



Iland.-ilinift ebenfalls Gebete an und zuletzt die Litanei, die 
der Hanilschrifl Ueufs' abgeht. Nach dieser langen Unter- 
brechung wind mit Cap. 443 die Geschichte der Konige 
wiederaufgenommen. — Das N. T. hebt mit der Ueber- 
schrift an: Hie vohet sich au des buches cappiltel das do 



Zur Fii<clinr( -lilteraliir. BibliocnpUe. 

Von Dr. E. Weller in Zunich. 

Aus einem Facsimile, nach einem von Fischart besesse- 
nen Buche dunch J. Scbeible im „Kloslen", Bd. \. wieden- 

saget v(in der nuwen E' u. s. w. Danan schliefst sich die gegeben, ersehen wir, dafs unsenes Dichtens Wablspnuch 

Inhallsanzeige, dann folgt das Titelbild: Clinistus am Kneuze wan: Alons comme alons. Mit diesem Spniuhe sind dnei po- 

und das einleitende Gebet: „MAria miitlen edele kaische liliscbe .Schniflen versehen, welche, iilunlmupt wtni? bekannt, 

maget ein erloserin aller der welle vnd ein funhilleniri aller sämmllich in das Jahr l.">7il falh-ii iinil Fisihant zum Ucber- 

sunder vnd sunderinne verlieh min fnouwe gute synne das setzen, rcsp. Beanbeilen und Venfassen, haben. Eine sehr 

ich das buche volbningcn niuge danynne ich dich vnd din fneie Beanbeitung ist die erste, so gesunden und knaftig 

kind geloben muge Vnd ich armer dienen gnode do von wabnen Inhalts, dafs Jeder, der heutzutage so schriebe, mit 

gewynnc von Jbesus dyme liehen kindc" u. s. w. Das letzte Genufs und, ich kann es sagen, mit tiefstem Eindruck ge- 

Capilel unsrer IIs. handelt von Maniii Himmelfahrt; nach lesen werden wunde. 

dem Register fehlt noch das 174. Capitel des N. T. „das „Le Vnay Palniot. D. i. Getneues Enmanen und Aufs- 

der heilige gcist vnser liebe fnouwe empfyge vnd der vat- schreiben , denen inn den Niderlanden um das gemeyn Heyl 

ter und der sun mit einander vIT dem throne sitzen vnd die des Vallcrlands songtnagenden und Eifenigen Stände, und 

engel by in mit ircm scitenspil." sonderlich denen zu Gent inn Flandern, und andener jrer 

Eine weitere Vcrgleichung der Raudnitzer mit Reufs' Hs. benachbarten: Gestellt und au|5gangen au|i sonderer wol- 

war mir leider nicht vergönnt, da ich jene Monographie nicynung an alle und jede liebe Auffnechlc und Tneuhentzige 

über die llistonienbibel erst nach meinem Besuche erhielt; Mitlandsleut und Mit .Stande: auch an jedernianiglicb, so der 

jedenfalls aber ist die Raudnitzer Hs. , die ich etwa in den Niderlanden gemeynen Wolstand gern gut sehen und for- 

Anfang des XV. Jabrh. setzen wiirde, einen sorgnilligen dericn. AufJ Fnantzösischem tneulich venteulschet." 0. 0. 

Untersuchung in hohem Grade würdig. (Slnafsbnnjr, Jobin). 1579. 10 Bl. 4. *) 

2. Papienhs. in folio, 2C1 beschriebene BläUer, XV. Jahr- Mit dem Mollo: „KamplT für die W'arbeyt bi|J inn tod, 



hundert. Diese Sammelliandsihnifl enihiill: 

a. Albrerhl's von Eyb „Ob ainem man >y zu ncnicn 
ain Elich wyb (ider nicht?" G8 Blatter. Der V(jnn'de folgen 



und beschirme das Reclil, filn <lcinc Seele, und Gott der 
llcnr wird olsdan fiin dich deine Feinde bcsincillen." Am 
Ende: Alons comme alors. Die Schrift ist gegen den Her- 



dic „Tylcl" den 3 Tlieilc. \Vackernaircl jiibt als Jahn der zog von Aleii(;i)n gerichtet, der sich zum Schirmberrn der 

Abfassung 1472 an; unsrc llandsclmifl dunfle dasselbe um Fnciheil den Nicdcnlande aufgewonfcri hatle. So gut wie 

etwas hinaiifrllcken , wie aus der Jahrcsangabe der nach- dieser, habe sich Graf Rudolf von Hahshung Beschirmer der 

folgenden Gedichte henvorgcbl. schweizenist bcn Fnciheil, Kiiniir llciiinicb, des von Alenpon 

b. Meister Ingold's goldenes Spiel (s. \^■nckernngel, Vater, Beschülzer der deutschen Fneibeil genannt. 
LG. S. 340), bis r 120. Beginnt mit: „Hie hebt sich das Ich mache auf Wortbildungen aufmerksam, welche in 

buch an das man iient da.« guldin spyl vnder dem beijrilTen der Schrift vorkommen, wie: „Verspagnolisirte", „Tcnipo- 

scind syben spyl durch w olchc die houpt silnd den oiich 

syben sind an den zal kurlz vnd moyslerlich zfi besIraulTung *j „„, f^„„^,,, Oriein.,1 hm d.n Tild: L,. Vray l'atr...l 

den Irnendcn crrhinl wcndenl" und schliefst also: „Nun Iwjn an\ ISiiriii Patriois. A Mdh.i. 1579. «. 



A 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeil. 



HD 



risierer und lurivögel", „vereytignossung aufSchweilzerisch", 
„Fraiizosiscli vt-rrhiilkiimmer fiir Riililkamnier" elc. und die 
nur Fis( hart eigen sind. Am Kande jeder Seite stehen, ähn- 
lich wie in Dominici Leben, kleine Resilmes, auch Sprüche, 
iur Andeiilung des Inhalts; i. B.: 

„NVo man au|J neid in eyni SchilT streit, 
Da ist das ersaufTen nit weil." 

„Des WolTs schütz, ist dem Schaf nichts nutz." 

,Der Römischen Religion 7,wang 
ist eyn neue Inquisition trang." . 

„TeulTels Reich zu mehren, 
wil man Golts reich zerstören." 

„Was schwächet man naiürlichs Recht, 
das man das unnatürlich ahergläubig Recht erTecht." 

„Die sint nit werd des Adels name, 
die jr Vatterland beschämen." 

„NVer recht nach gsundheyt tracht, 
keyn bitterkeyt der Artzeney acht." 

„Wust mu[i nur von eym mit unlust." 
Von dem Bilderstürmen zu Gent wird gesagt: „Und zu- 
geben, das etwas au(i eifer uü helTtiger anmutung zu heyl 
des Vatterlands, über die Ma(i geschritten worden, von- 
wegen der unempfindlichen Bilder und Götzen von Steyn 
und holtz — , ist es doch nit iiilljcli, dieses so hoch aufT- 
zumutzen" etc. 

Reine L'ebersetzung ohne etwelche Zuthat ist folgende 
„Mercklithe Frantzösische Zeitung, Von den herrlichen 
Ceremonien, so bei dem Neuen Bitterlichen Orden vom 
H. Geyst gebraucht und gehalten, Sanipt den Kamen der 
Ritter" etc. 0. 0. 1579. 8 BN. 4. 
Mit dem französischen ^^■a|lpcn auf dem Titel und Ab- 
bildung des Ordens auf der Rückseite. Am Ende: Alors 
cornme alors. 

Die dritte Schrift beweist, dafs auch Fischart einmal, 
vielleicht auf Zureden Jobins, die Zeitungsschreiberei von 
damals mitgemacht hat. Der Hau|>tlitel unseres vorliegen- 
den Exemplars ist abgeschnitten, so dafs ich nur melden 
kann, dafs die „Zeitung" 157!) erschienen, und 7 Bll. in 4. 
enthält. Am Finde wieder: Alors comme alors. F)s sind 
zwei Ablheiinngen. „Die Erste Zeitung vom greulichen 
uberlaulT de(J Gewiissers zu Pariji" etc.; die zweite handelt 
„Von der Belagerung der Wehrhiifricn Statt Maslricht" etc. 
Beide Theile sind mehr im damaligen Modetone gehalten; 
glcicliwol zeichnet sie eine edlere gewandlere Sprüche aus. 
In dem ersten, leligiiis schillernden Bericht gehl es doi h ohne 
einen .Ausfall auf die Wunderseher nicht ab; der zweile 



'1 
II i 



gibt eine halb historische, halb polemische Schilderung der 
Ereignisse bei der spanischen Belagerung von Mastricht. 

Dem Dichter Fischart schreibe ich ferner zu , und man 
wird aus der eigenthUmlichen kecken Schreibweise den 
Grund dafür erkennen, ein Gedicht über die polnische An- 
gelegenheil, welches ohne Wortspiele, ohne schlagenden 
Witz, in körniger Sprache, eine „Warnung" an das schon 
damals zerrissene Polen rirlilpt , zudem mit ßihelritaten 
in Fischartischer Meise verschen, z. B.: „Wie Esaias klar 
beweijJt" oder „S. Paulus spricht auch eben," und wohl 
der drängenden Zeitereignisse wegen etwas nachlässig ge- 
druckt ist, den Lettern nach zu Sirafsburg bei Jobin. 

Von e r w ö I u n g 

des Königs in Poln, samt 

kleiner Weissagung jhres nach- 

gestelten erholten dancks. 

Durch den ausgesUnderten 

desselbigen Landes mit be- 

daurtem hertzen gesielt. 

Getrurk zu Wildlberg, bey 
Valetin Gulman. 
M.D.LXXim. 
1 '/j Bogen 8. ohne Seitenzahlen. 
Aus Bl. 11 b. setze ich zur Probe einige Reime her: 
Aber disos wirstu nn<len nicht 
In keiner Ilistorj noch Geschieht 
Das die Teutschen meineidig worden 
An sich genommen deinen orden 
Alles was sie haben zugesagt 
Darüber sie leib vnd gut gewagt 
Solches gehalten aulfgeridit 
Sind nicht elirnuergessen vnd entweicht 
In solchem oder anderem erweist 
Darunib sie heute jederman preist 
Werden solch lob ewig erhalten 
Vor euch Polu jungen vnd alten 
Darumb schreib ich hie offenbar 
Vnd ist nun heut vnd ewig war: 
Tculscben sind erbiir leul vnd krieger 
Die Polen voll vnirew vnd betrieger 
So hastu das Licdlein mit dem endt 
Ilet ich ein kann wein in meiner liendt 
^\■olt dir eins darnnIT bringen ' 

Ein Pomrische schliirck von IS schliugi;: 
Das ich mein nammcii iiiihl Ihn nennen 
Soll iiiicli ilmh für ein frciiinl crkriiiien. ' 



11 



Anzei<»Vi' Hir Knmli' der deiiischeii Vorzeit. 



12 



Fiscliarl zeiffl sioh jesrun die Polen rieslinlb so erbittert, 

«fil sie sich nicht, laut ihrem frllhercii BeschldPs, nn fins 

Hiius Oe^lorr^•icll, sondern an den Kimisr von Krankreiih 

ffewendel. Es war jn kuiv. nach der lt;irlhuloniiiirsnai.'ht — 

.niinmih er liilliih ein imirdei- hi-ifsl" — . 



h IUI jt. 

Billlende Kuoüt. 
Mnkril 



St. Anna, .Yliirin iiiiil Ht%n MClilal't'iitl«- J«-MtiM- 
kiiid, ein 4>elu;<'iii<ii<le loii Allir. Iliirer. 

Von C. Becker, k. preufü. ^>lellerill5|let'lor, zu WxinUuitr. 

Die in NiMiinier 8 — 10 des vorjähriffen An/.eiifers Uir 
Kunde der deulsilien Vorzeit niilg-elheilleii iiileri'ssaiilen No- 
tizen über mehrere bisher unbekannte. Malereien A. D ilrers, 
von welchen sich cinii^e noch heule nachweisen lassen, ma- 
chen uns nurS|i. 228 milden Verliandliini^cn bekannt, welche 
Augnstin llaiinhl, Bibliothekar und Kammerdiener des 
KiMTiIrsten Maximilian I von Bayern, im J. lf)28, im Auf- 
trage seines Herrn mit L. F. Rehnim in Niirnlierü wegen 
des AnkauTes Dürer'scher Bilder sc[}f\oi:fu Iki(. I.cly.lirer 
bot u.a. ein Stück im Besitze der Be!ininr>clien iiihI zwei 
in jenem der Tueher'schen Familie znui Verkauf«: an, darun- 
ter eine Darstellung ilei'Anna und >l ,i ri a . welche niil diiii 
Ansalze von 500, 600 und 100 Uclislli. an den Kurfiirsle» 
abgesendet wurden. Derselbe kanite jedoch nur eines die- 
ser Bilder für 400 Bchsth. mit der Zugabe einer Copie des- 
selben. 

In der Folge dreht sich der Handel wieder um eine 
Anna mit dem Kinde, die dem Kurfürsten zugesendet, 
von diesem aber als Copie zurückgeschickt wird, dann aber 
bei einem Bürger und Weinhimdler Rüfsicr in einem an- 
dern F^xemplor wieder auftaucht, vom Kurfürsten gekauft 
wird, aber nicht ohne dafs dieser bei den spiiteren Ver- 
handlungen darüber Heue bezeigt unil behauptet, doch nur 
eine Copie erhalten zu haben. 

HIs mag dahin geülellt bleiben, ob das erstcrwillintc, für 
400 Itchsth. angekaufte Bild wirklich St. Anna und Maria 
dargestellt buhe und identisch sei mit einer gleichen, ehen- 
falls aus den königlichen Vorriilhcn nusgeschotsenen iiinl 
verkauften Compo>ition, welche ohne Widerspruch als eine 
geringe Copie anerkannt wurde, da liiefur ein Beweis nicht 
zu filhrcn ist. 

Was jedoch jenes grofscrc und bessere F.xeiiiplar be- 
trilTt, welches sich unter ilen ausgcschosscncn Bildrni aus 
den Schlösüorn Schlcish r i m und l.iistlieim liifnnd , im 
April I8.')2 in München olfentlidi verkauft und von dem 
Antii|iiar Knires um 50 II. erstanden wurde, »o i.st das- 
itelbe hUcliat wohrsrheioliih jenes mhi dnn obengenannten 
Weinhiindler Hi>r-liT angekniifli- Bild. Hafs dieics Mrkaiiflr 



Gemillde An na , M aria und das Jesuski nd darstellt, wah- 
rend lins von dem Kurfiiisteii ungekuufle blos als Anna 
mit dem Kinde bezeichnet wird , erseheint von keinem 
Belang, da dasselbe in den iiitern Catalogen mehrinaU in 
letzlerer \\'eise, ohneEi wiitinung der älaria, aufgeführt wird. 

Der Kiirfjlrsl Max 1. , ein eifriger Liebhaber und Samm- 
ler DiinrMlier (ieni!)lde, welcher die Hauptwerke dieses 
Meijteca, wie die Himnielfaiirt der Maria von den Doniini- 
kanern in FVankfiirl, das ßaiiingartuer'sche Bild und die vier 
Apostel etc. aus NiUuberg, für seine Sammlung erkaufte, 
scheint Kenner genug gewesen zu sein, um sich bald nach 
dem Ankaufe des li o fs ler'schen Bildes zu überzeugen, dafs 
er eine Copie acquirirl habe, welche gleichwohl iu seiuer 
Sammlung verblieb. Der über die Eciitbeit des Enlres'schen 
Bildes zwischen Dr. E. Förster und Director Waagen im 
deutschen Kunslblalte, lbj4, Nr. 17, 23 und 28 geführte 
Streit, sowie die von Seilen des k. bayerischen Ministe- 
riums angeordnete Untersuchung fulirlen zu keinem eiilscliei- 
(leudeii licMilUile. Darüber war m<in einig, dafs die schone 
Coniposilioii von Dürer herrühre; indessen vermifste man 
bei der Aiislüliruiig dessen energische und gediegene Hand; 
besonders lielcii llnlerzeicliiielem die grellen Augensterne 
und der geislliise Ausdruck im (iesiclile der Anna auf, was 
auch bereits Director Waagen hervoigehohen hatte. 

Ohne Zweifel sehen wir iu diesem Gemälde, welches 
übrigens iiiil vielem tieschicko aiisgeführl ist, die Copie eines 
vielleicht gleichzciligen Sduilers oder eines wenig spater 
lebenden guten Malers, der Durer lleil'sig sludirt hat. So 
viel bekannt isl, erwartet das Bild, für welches angeblich 
10000 Franken geboten sein süllcn, noch immer seinen 
Küufer. ' 1.' id i'i' 



1>1<> StiCiMkirrlie xii Süfriiroilt' iiiiil tlae« 
Oraltiiial «It'M iUarli)K;rar«>ii («ero. 

\iiii Hr. Lucanus in llalberstadt. 

Der Th.iiinliau der .Slifl>lvirche zu Gernrode gilt als das 
älteste Denkmal der Kirchenbaue im Norden und Osten von 
Deutschland. Diese ThUrme sind bekanntlich rund, das obere 
Stockwerk hat enggeslelllc l'ilaster, dem Typii> der römi- 
schen Bauten entlehnt, welche oben am nördlichen Thiirme 
durch giebelartige, gradlinige Dreiecke, am südlichen diirdi 
Kri'i>biigen verbunden siiiil. Diese mit (iiebcln gekronleii 
l'ila.'-ter eiinnirn entschieden an die ältesten Holzbautcu, 
denen sie augenscheinlich iiaclii:eliildct sind. Die Form der 
Airche, mit durchweg ll.icher Decke, ist sehr einfach : das 
iiaiiptschilT, bedeutend liinger als die Ncbeuscliiire, isl, ii:uh 
Osten durch den stiirk lier\ ortrelinden Chor, nach Westen 



Land u. Leiilc. 

Kloster lind 

Kirchen. 



ta 



Anzeiger Hir Kunde der dmitsrhcn Vorzeit. 



14 



durch eine Abbis geschlossen. Kienzarme ruhluu, d. h. die 
Kieii7.rorm ist iiberliiiii|)l noch nicht als Grundform ang-e- 
weudct; die Seilenschitre sind nach ^^'csten «Inrcli die Thürnie, 
nach Osten durch kleine Absiden geschlossen. Das Miltel- 
schiir ist wechselnd von Pfeilern und Siiulen begrenzt, hat 
aber über den Scheidbugeu eine Gallerie, dergeslall ubgc- 
theilt , dal's sie über den Säulen und deren Bögen ununter- 
brochen foriffehct und nur, den Pfeilern des untern Stock- 
werkes entsprechend, durch einen kleinen Pfeiler nnlerhro- 
clien ist. Die Kirdie hat iiberdies zwei Krypten; eint-, unter 
(Icni t'hnre, eine unter der wcsllirlien Absis, welche von 
iler Kirche aus nicht zufiiinglicli sind unil deren Eiugnngs- 
tbdren sich vielmehr aufserhalb befinden. 



Die Stiftung dieses Frauenklosters und dieser Kirche 
geschah durch den Markgrafen Gero im Jahre 9C1 und es 
ist bekannt, dafs Gero, der kinderlose, reiche und mächtige 
.Mann, der Koni öfter und auch den Orient mehrmals be- 
sutlil halte, auf dieses Dcnknial seiner letzten frommen Stif- 
tung und auf dessen Aus>laltung und Ausschmückung um ^o 
mehr alle ihm zu Gebote steheudeo Mittel aufgewendet hat. 
weil er diese Kirche zugleich zu seiner künftigen Grab- 
statte hesliuiuite. Die Tliiirnie in ihren Ilaupttheikn wer- 
den sicher der Zeit \oin .lulir lOlHI, iiml die östliche Krypte 
mit ihren cinfaihen l'leileru ^elir wahrscheinlich sogar der 
ersten ursprünglichen Anlaue angeJKircn , und seihst das 
Langbaus scheint um die .Mitte des 11. .luhrhiinderls volleu- 




dit zu sein. L'eher Vorstehendes sind die Gesehichtsrorscher 
und Baukundigeu auch zicndicli einig, nicht aber über die 
Bestimmung des in der Mitte der südlichen .\liseile belind- 
lichen, ganz eigcntbUmlichcn Kiiiliaiies, der eine kleine Ka- 
pelle uni>rliliersl. die, seit nndeidilicher Zeit als „Hüfscapelfe"' 
bezeichnet, fast unbcaditel gehlielien ist. Niiclidem nun aber 
seit einigenJahrcn zunächst der grüfstc Tlieil der südlichen 
Umfassung cliircb \\'i'L'r;iiiii\iin'j von Kin lirii-liihlcii . d^iin 



die \\c>trriinle nach Wiiriiiihuie einer später (^nm 1450 — 
!.)()()) vorgezogenen l'acliwand eauz frei geworden ist, hat 
sich Kinseuder dieses bemidil. Alles auf das Gründlichste 
zu untersuchen, das Kinzclue abzubilden und di'u licfiprid 
aurzu/.eicbiien und ist derselbe dadurch nun zu der festen 
l'eberzeucuiig gekoniinen, dafs dieser Kinbnu die Grabstätte, 
das Grabmal des .>l a r K ir rn fe n (iero, des Stifters 
d r K i ri'li e, i s I ! 



;(-lUil.Mni<'. Itt (litr>(ft i6 ««IIQmO .l'l «OV i'jtlU 



15 



Anzeiger Tür Ktiirde liur (Iciilsilu'n Vorzeit. 



16 



Die Südseite dieses Einhaues, nach dem Innern der rirlilen vnd diirzii linllen das er vieissig koche vnd sauber. 

Kirche zugewendet, he>leht aus 2 Feldern deren jedes 10 F. auch Iu>llg all ding beruite. 

hoch und 10 F. breit ist. Das östliche Feld halle in der Die kuchin hüben in forcht hallen, was sie berailen vnd 

Mille 3 Figuren, llautrcliefs von Sandslein, die völlig ab- thun .follen das des furderlich vnd sauber beschehe all ge- 

gemeirselt sind, aber eiuc höchst zierliche, noch wohlcriial- schyr vnd kiichin tnglidi sauber ballen, 

tene Keliefunirahniung von Arabesken etc. reigen. An der Das wildprel. all Ilaisch vnd kraul redil vml sauber ein- 



rechlen Seite belindet sich eine kaum 5 Fufs hohe Thilr. Im 
Felde rechts sind in zierlich gegliedertem Italiniwerk noch drei 
Figuren gut erhallen: oben der heilige Cyriacus, lebensgrofses 
Brustbild; aus den darunter belindlichen beiden Feldern da- 



l..l..n. 

Lt-bonswfljo. 
H'icUlo VnbJilt' 



sallzcn. des im saltz woll warten, recht rechen. ') vnd llcys- 
sig aulThengken. 

All qnalleniber die ziii mit kulzen scliwent/.en. die pfan- 
ncn vnd kessel mit klainen selben samt, vnd all ander ge- 



gegen Alles so spurlos weggemeifselt, dafj sich nicht ein- schyr sauber fegen. 

mal aul das schliefsen liifst, was hier gebildet gewesen sein INiemand jn die kuchin zu lassen, bald zu trechen ') vnd 

kann; rechts Mario, ganze Figur, links Christus, stark her- nit lang praTs '^| darjun hallen Sunder die kuchin bald zu 



vortretende Heliefs, gut erhallen. 

Die westliche \N'and dieses Einbaues ist mit »ehr 
vielen Kelierdarslelluugen auf das sinnigste und reichste ge- 
schmückt: in der Mitte Maria, darüber das Agnus dei, da- 
neben der Adler und der Halm, Hufs und Löwe; als Ihiupt- 



speren. 

Vnd sollen gewonlich die E>>cn aulT yellicben tisch 

also gegeben wenlen 

An aim flaischtag aulf vnsern lisch 

Ain voressen. I.iglicb geendcrt. alji von voglen. wildprel 



nebenfigureu Moses und Juliauiies der Tuufer, der erste und wurst. Kalbskopf. kröß.'*) gehing.*) leber. kudllleck ""j etc. 
der letzte VerkUndigcr des Me.-sias; in der reichen Um- Suppen des morgens offl eingescliiiiten vnd flaiscli Hen- 

rulimung Pllanzenverscliliugungen mit Tliiergestallen, Alles nen ü<ler Ilöner. so die wol vorbanden sind, darain. 



von Meislerhand gcschalTen und zierlich ausgeführt. (Siehe 
die Abbildung.) 

Wenn es nun in der Sliftungsiirliiiiide von itül u. A. 
heifst: Ego Gero etc. siruxi Monasterium pucllaruni ... in 
houorem bcalae M a ri ae, (ieuelricis Domini nosiri Jesu Christi, 
et Peiri lieali Principis Apostolorum — u. s|)aler: Ob hoc 
pauIo posi accepla licenlia Imperaloris, llininii ,\po.--lol(irum 
Petri et Pauli adii et idem .Miina.>terium cum (Jmllil)U.^ perti- 
nentiis . . . Deo in perpeluum .-»ubdidi, — so darf man w ohl 



kraul vnd ruhen ge.->allLn. So gut ochsen da sind ain 
slucK des Ilaisch. 

Ain pfcITer '' ) daijnii wililpret. Zungen. Eytler etc. 

Ain gemues vereuderl all lag. 

Ain eingeliickls. *) Sülls oder kallfues ') etc. 

Ain priitles '") zwayer oder dreyerley. 

So man sew nictziget. ain stuck Schweines prötlin. 

Am reys. gcrsten. kern. ") lynsin etc. 

Er mag auch geben für ein vor oder niittclessen. oclisen- 



annehmen, dafs die .Maria hier als Schulzpatronin der Kirche byrn gesotten oder gcbachen. ein gebaili ") lendprallen 

und neben dem Agnus dei iler Hahn des Petrus nur in von ochssen. 

Bezug auf die Stiftung als deren Patrone und, was wesenl- Des Nachts 

lieh damit in Verbindung steht, niimlich in Bezug auf den Sollen zway essen injiKJcr gegeben werden, alp ain pfelTer 



Stiller selbst angesehen werden können, so dafs auf diese 
ihre Bestimmung, auf die (irabsliiltc des Stifters, hingewiesen 
wird. Nehmen wir dazu, dafs auf der Bcliefdar.-'lelluug an 
der Südseite der heilige Cyriacus, der persönliche Schutz- 
heilige des (icro abgebildet ist, so bcstiiligt dies die Auf- 
fa.iMing und Oeslinimung der westlichen Darstellungen um 

»o mehr. 

(Schlufi folgt.) 



(ärnii«' JttMrIiliii Mitliic«* llniirHliHlliiii|{, 

Mitgctheilt von \V. Frcih. t . I.<i f f el li n Iz , Domancndireclor 
und Archivar zu \\'Bllcrstein. 
Der maister koch »ol Ime all sach in der kuchin beuiilhen 
liüscn sein vnd des verwarten Sein vnderkoch nilliglich an- 

Vrr^iiilncirllMhi' llrHaclion: Dr. I' r r r h 



vnd ain gemues. ist vj essen. 

') Käuciicrn. 

'j Die (Jlulh auf dem IlcrJe mit Asclic bedecken, auslöschen, 
Feierabend iiiarlirn. Sclinuller, I, -l"!. 

') Unnützes 1'reibcn. 

•) Gekröse. Schill. II, 395. 

') Lunge und die eilleren Kin;;ewci<lc. Schill. II, 134. 

•) Geüchnitlene Theile des Itiiidsniagens. 

'j Stark mit ITcITer gewürzte Brühe. Schin. I, 306. 

*) Einbickcn, ein bock ein, In Salzwasser legen. 

') Soll wohl heifscn Kalbsfufs. 

"") (•ebniU-neii. 

") Kiilliiilstcs Gi'lri'idc, n.'iiiientlich Dinkel Schill, II, 331. 

") (M-beizl. Scbm. II, 205. 

(F'orlaetiiing folgt.) 

(.Mil einer BeilRgo.) ,- 

Dr. t;. h. I' I oiiiinn n n. 



V. n. 1. Aurtcti. Ur. A. v. K)i 

l>riick Ton Fr. Camp* A Hohn In NUriiheric. 



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fllrilirrliinlir iiüörnllrfiiT fiiilürtnriilrfiunrf 



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facsiniilirten >aclilnldiiiii'eii 

" .;■. .•) ;.-. i / . -. 

jusammtnqtstdh unb mit (friSirtmmgtit ^crausgtqtbrn bort 

Dr. A. von Eye, ' ' «ti' Jacob Falke, 

Vorstand der Knnst - und Alterthtfölft- Sewetär und Conservator der knnst- 

Bammlacgen s&mmlung^ 

de» germanischen Müseumsi ^;i jI--..^ , u ,, • i i : J 



VV ir sflaubca mit vorliegendem Werke einem Interesse entgegen zu kommen, dessen 
Wüchsen mehr und mehr sich bemerklich macht. Zwar existiren schon andere Unter- 
nehmungen der Art; doch halten sich diese entweder in zu engen Gränzen, als dafs der 
ganze Reichthum des hier in Angriff genommenen Gebietes könnte zur Anschauung gebracht 
werden, oder sie befolgen mehr eine abstract wissenschaftliche, antiquarische Richtung. 
Wir aber beabsichtigen, vorzugsweise das Schone, Inhaltvolle der alten Holzschneidekunst 
zu geben — wobei freilich das Seltene besondere Berücksichtigung finden wird — und so die 
Schätze alter Kunst und alten Lebens weiteren Kreisen der Gebildeten zugänglich zu machen, 
als dieses durch die seltenen Originale geschehen kann. 

Kein Zweig der altdeutschen Kunst scheint aber geeigneter, diesem Zwecke zu dienen, 
als die Holzschneidekunst , wie sie am Ende des 15. und im Verlaufe des 16. Jahrhunderts 
sich heiausbüdete* Sie biot«t einerseits die meisten Anhaltspunkte, woran das Verständnifs 
unsewJf Zcft anzutntrpfen verftiä'g; m anderer Beziehung bringt sie aber auch gerade die 
Seiten der alten Kunst zur Anschauung, deren geistiger Inhalt unserer Zeit am erspriefs- 
lichsten einzupflanzen wäre: das gesunde, vollsaftige Leben, das zui;leich die innigste Hin- 
gabe des Gemüths und die heiterste Gewifsheit des Selbstbewufstseins in sieh schlols. Die 
Holzschneidekunst erreichte in deutschen Landen ihren Hühenpunkt, als das Leben selbst 
eine Entfaltung und Blüthe gewann , wie sie weder vorher in den traumgleichen Zuständen 
des Mittelalters, noch in den erstarrenden Formen des 17. und 18. Jahrhunderts wieder vor- 
kommen. Und vor Allem ist es die Holzschneidekimst, welche von dem frisch und reich 
sich entfaltendem Leben nach allen liichtuneon hin die sprechendsten Zeugnisse ablegt. 



Sie hatte nicht nur in ihrem technischen Verfahren die leichtesten Mittel, jeden Gegenstand 
in den Bereich ihrer Darstellung zu ziehen; mehr noch führte der populäre Charakter, den 
diese Kunst vom Anfange ihres Entstehens an sich ausbildete, sie dahin, um zum Volke 
reden zu können, aus den Tiefen des Volksgeistes selbst zu schöpfen und diesen auf seine 
eigenen geheimsten und kostbarsten (rütcr aufmerksam zu machen. 

Wir geben in vorliegendem ^Vt■rke nichts Eigenes, Unbekanntes, sondern längst An- 
erkanntes. Was wir hinzufügen, die erklärenden Anmerkungen, soll nur dienen, was etwa 
aus der alti'n Zeit Verborgenes, Fremdartiges übrig bleibt, hervorzuheben und dem allge- 
meinen Verständnisse zu vermitteln. 



Das Werk erscheint in zwanglosen Lieferungen. Jede Lieferung enthält 3 Blätter 
in Orofsfolio ; jedes Blatt je nach Maafsgabe eine oder mehre Darstellungen in vollkom- 
men treuen, durch Uebcrdruck hergestellten Facsimilen. Jedem Hefte ist ein Textblatt in 
gleichem Formate mit Erklärungen in deutscher, französischer und englischer Sprache bei- 
gegeben. Es werden nur Abdrücke von vorzüglichster Güte ausgegeben und jeder mit einem 
Stempel bezeichnet. - 

Die erste Lioforung enthält: 

Herold auf einem Greif reitend, aus dem Triumphzuge Kaiser Maximilians I. 
' von H. Burgkmair. 

Kolossales Haupt Christi von A. Dürer. 
Sechs Apostelfiguren von L. Cranach. 

Der Preis jeder Lieferung ist : 1 Thlr. 5 Sgr. oder 1 11. 48 kr. 

Ntirnberg, im Januar 1857. '' ' •   ■• ■■• "' •" 

j . .1. Lndw. Schiiiurs Verlag. 



Dlitok Ton Fr. Campo j: Sohn. ' ,: 'I ." : 



BUr.VGE ZI >I ANZEIGER FÜR KÜXDE DER DElTSdlEX VORZEIT 

1857. J>? 1. Jauiiar. 



Chronik des ii;erinanisclieii Museums. 



Das gurnianisclii- Miisouin htit das neue Jahr 1857 mit der 
Vollendung und Versendung seines drillen Jahresberichtes 
IS'Vsj hcgonnen , im festen Vertrauen, dafs die glücklichen 
Fortschritte und rastlosen Bestrebungen, von denen der Bericht 
aus dem verflossenen Jahre Kunde gibt, auch im neuen Jahre 
die Zahl der thalkräftigen Freunde und Förderer des Museums 
um ein Belraclilliches vermehren werden. Möchten auch die 
folgenden Jahreslierichle, wie die bereits erschienenen, stets 
nur ein gedeihliches Wachslhum des Kalionalnuiseunis zu lie- 
richten haben! 

Der Gelehrtcnausschuss des Museums hat mit dem neuen 
Jahre durch den Tod des Herrn Domdechanten und Professors 
an der Universität zu Breslau, IJr. Jos. Ign. Ritter ein um die 
Wissenschaft hochverclieules Mitglied verloren. — 

Neue Agenturen wurden errichtc't in Iserlohn, Limburg a. 
d. Lahn, Oldenburg unil ruinijulsbrunn. 

Die im verflossenen Monate eingegangenen tieschenke im 
Kachslehenden bescheinigend, sagen wir den Geschenkgebern 
unseren besten Dank. 

I. Für das Arclüv. 

Frh. Sichart von Sichartshofen anl Iluleck: 

667. yuillung Heinrichs von Byla lür Melchior \ün Bodenhau- 
sen iiber lüü Ihl. 1535. Fäp. 

668. Leibgedingsbrief des Grafen Heinrich von Gera für Ma- 
ria von Zedewitz, geb. v. Faickenstein. 1548. l'crguit. 

669. Schuldbrief des Otto und llerniaiin von der Malspurgk 
über -lOUO Tbl. ii. 1000 Goldgulden. 1564. Pap. 

670. Verzichlbrief des Jacob Pellitz für Gilg Streilberger auf 
die Ansprüche weiterer Schuldfoiderungen. Pap. 1565. 
ni. 1 Siegel. 

671. Schadlusbrief des Georg von l'apeuhciui für \> iicken 
von Bodeuhausen wegen eines' Darlehens von 5(tO Thl. 
m. 1 Siegel. 1571. Pap. 

672. Scbadloshrief der Burgliard, Lippold und .Mcrien von 
Ilannsen für >Vilcke von Bodenhausen über ein Darlehen 
von 3000 Tbl. Pap. m. 3 Sieg.ln. 1573. 

673. Quittung der hunne von .Muuicbliausin für liudolf aus 
de«) Willkell u. Melchior von ßudenliausen. Pap. 1586. 

67-1. (juitliiiig des Lippoldt von Slockbciiii für Franz von 
Minnigruda über 2730 Gulden Capital. Pap. ni. 1 Sie- 
gel. 1586. 

675. Schadlosbricf des Rabolto Wrede für Meh^hior von Bo- 
denhausen über ein Darichn von 1000 Thl. s. d, (Def) 
l'ap. 

676. Beyers des Jost von Bodenschc, Hans Krnst von Vfler 
vnd (iuMgel von Suche über die von Melchior von Bo- 
denhau'-cn iibernoniiiieue Bürgschaft wegen eines Capi- 
tuls von -lüO Thl. Pap. ni. 3 Sic-.lu. I,'i82. 

677. Schadlosbricf des Joist Ofzwaldt von riiülarzuui Ziegen- 



berg Tür Melchior von Bodcnhausen wegen eines Dar- 
lehens von 400 Tbl. Pap. ni. 1 .Siegel. 1594. 

678. Schadlosbrief des Wilhelm von BischolTshauscn für Otto 
Hinrich von Bodenhansen wegen eines Darlehens von 
800 Thl. Pap. m. 1 Siegel. 1597. 

679. Schuldbrief des Eustachius von Münchhansen für Titke von 
Möllendorf über ein Darlehen von 5500 Thl. Pergnit. 
m. 1 Siegel. 1606. 

680. Burgscbaflslcislung des Melchior von Budenhaiiscn für 
Otto von Bottmcr über 2500 Thl. (Aufschrift einer Urk. 
auf Pergmt. m. 1 Siegel). 1607. 

681. Milthcilung des Bodo von .\delleuesten an .Melchior von 
Bodenhausen über das Aulehen von 2500 Tbl., für welche 
er die Bürgschalt übernehmen soll. 1607. Pap. 

682. (Quittung Friedrichs von U inzingeroda über 260 Thl. für 
.Melchior von Budenhauseu. Pap. 1608. 

683. Correspoiidenz des Bodo von .Vdelleuesten an Melchior 
von Bodeuhausen wegen des .\ulehens von 2500 Thl. 
1612. Pap. 

684. Kaufljrief der Elisabeth Mcuscl für Hanns Rancke über 
mehrere (iütcr zu Hof. Pcrgnit. 1629. Mit 1 Siegel. 

685. Kaulbrief des Rudolph Krnsl von Zcdwitz für Urban Cas- 
par von Feililsch über einen Teich. Pap. 1Ü4I (in 2 
K\enipl.) 

686. Bittgesuch der Gemeinde zu Redwitz an den Markgra- 
fen Christian von Brandenburg wegen des zu Osnabrück 
geschlossenen Friedens. 1649. 

687. Kaufbrief des .\dam Lorenz Prickiier zum Jlof für Jo- 
bann .Model über mehrere Güter zu Unlerkolzuu. Pergnit. 
1653 mit 2 Siegeln.; 

II. Für die Bibliothek. 

Rud. Besser, Vcrlagslmclihandlung in Slullgart : 

3308. 11. Flulo, Kaiser Heinrich IV. u. sein Zcilaller. 2. Bd. 
1856. 8. "■'' '■ • " '' ^'■'- -'■^^;"|''' •■ • '"'-^ ■'■'■'■ 

Bauer & Raspe'sihe Bucbbdlg. (jul. Merz) in Kürnberg : 

3309. Zcilscliril'l für dculsche Kulturgeschichte. Herausgeg. v. 
Job. Müller u. Job. Falke. 1857. Januarheft. 8. 

Kersten, Architect, in IVürnberg: 

3310. i'olizeiurdnung vom Rath der Stadt Nürnberg während 
des Reichslags daselbst, Decret 8. Dezember 1542. Ein 
Blatt. 2. 

Soci6t6 de l'histoire et des Beaux-Arts de la 
Flandre maritime de France m Bergues : 

3311. L. de Baecker, Ics dunes du nord de la France. 1S56. 8" 
Dr. Carl Lanz in Caimstadt: 

3312. J. F. h. Itillhey, Gesch. d. Grofsiierzogl. Gymnas. zu 
Darmstadt. (1829.) 4. 

3313. ]'. E. A. Wiener, do lugione Roiiianoruiii vicesiniu »e- 
eunda. Edid, J. F. A. Wiener. 1830. 4- 



i9 



Anzeigor für Kiimlc der deutschen Vorzeit. 



20 



3311. U. Laulfschliigcr, die Einfiille der KormiinruT in I c uijcli- 

land. 1827. 4. 
3313. F. Creuzcr, zur (jcscliichti; altrüiuischcr Cullur um Ubur- 

Rhcin und Aockar. )«3.1. 8. 

3316. J. K. Diihl, Statlilik und Topographie der mit d. (irufs- 
herzoglh. Hessen vereinigten Lande des linken Khein- 
ufers. 1816. 8. 

3317. Radluf, TrelTlichkciten der siidteulschen .Mundarten. 
1?11. 8. 

3318. Kamon .Muntaner, cliruni(|ue traduite par J. .V. Buchen. 
T. 1 u. ■>. 1827. 8. 

3319. P. IVainur, hisloirc des bibliotbvqucs publiqucs de la Bel- 
giquc. T. I. 1840. 8. 

3320. J. J. Altnicyer, nolices historlques sur la ville de Pope- 
ringhc. 1810. 8. 

3321. I'. A. Lenz, Jean L'aveugic, roi de Boheme. 1839. 8, 

3322. Kuinarl, voynge littcraire en AJsace. Traduit du latin pnr 
M. Jacques .Matter. 1829. 8. 

Histor Verein des Kantons Bern ?.u lit-rn : 

3323. iJcrs., .Archiv. III. B. II. H. iNJti. H. 

3324. Ders. , Johann Heinrich Hummel, Dekan zu Bern. Ein 
Lebens- und Charakterbild. 1><56. 4. 

Dr. A. Namur, Professor, in Luxemburg: 

3325. Ders., tresor numisuiatique de la fin du XIYo siicic et 
du commencemeiit du .\^ • diicuuverl a Eclilcruacli en 

1856. 8. 

Dr. J. C. Ziehl. praki. .\rzt, in Nürnberg: 

3326. Ders., Erinnernngen an ChrislO|)h Jacob Trcw u. s. Zeit. 

1857. 8. 

3327. Ders.. über Seuchen, welche in früheren Jahrhunderten 
in Nürnberg geherrscht haben. 185ü. 4. 

Polytechnischer Verein in Würzburg: 

3328. Ders., d. polytechnische Verein zu AVürzburg in den er- 
sten 50 Jahren, von M. F. Chetnnilz. 1856. 4. 

3329. Ders, iMitgliedcr-Verzeicbnifs. I85G. 8. 
1330. Ders., Verzeichnifs der Bibliothek. 1856. 8. 

3331. Ders., Verzeichnifs der VVnarensaiiinilunj;. 1856. 8. 

3332. Ders., Katalog der Kreis- Aluslcr- .^l(jclulle-.Sammlun!r. 
1856. 8. 

3333. Ders., 1. Nachtrag zum Vcrzeiihnirs der huplerslich- 
Sanimlung. 1856. 8. 

Dr. Zehler, prakt. Arzt, in Nürnberg: 
S.'i'il. Ilnoplir. Paracelsus, Archidoxis Magiae Siben BUecher. 
ll.Uchr. 130 Bl. 157H. 8. 

Historische Gesellschaft iu Basel: 
333.'). Dl.:-., Ii.i,.l im II. Jiilirhniiderl. 1856. 8. 

IjOUis Ehlermann, Verlagsbuchh. , in Hannover: 

3336. h. (jiideki:, ürnndrif« der Gesch. der deutschen Dich- 
tung. 2. lialfte. 1. Abth. IHÖ7. 8. 

Jod. StUIz, recul. Chorherr zu .St. Klorinn: 

3337. Lrkiindi n- Buch des Landes ob der ünns. Uerausgcg. 
V. Vcrwnitungs-Ausschuf» des .Muicums Frtncisco-Caro- 
liniim zu Linz. IH56. 8. 

Pustet'urhe Buchh. (f. Pleugcr) in Pnssnu : 

3338. Ign. Ga^gcngigl, golhlichc Studien. 3. Ausg. 1853. 8. 



Jäger'schc Buch-, Papier- u. Landkartenhandlung in Frank- 
furt a. .M. 

3339. Geograph. Blick auf den Verlust, den Deutschland er- 
leiden würde, wenn dir franz. Urpulilik das linke Ufer 
des Kheins z. Grunze der Kepubl. hestimmle. 1795. 8. 

3340. J. D. A. HUck , bist. Statist. Topographie der (iral- 
schaft Oberisenburg. 1790. 8. 

3341. Ders. Statistik u Topographie di s Kurriir.-.lcnllMims Hes- 
sen. 1822. 8. 

3342. Ein unparllieiischer Blick auf Europa. 1793. 8. 

3343. J. II. Falier, lopogr., pol.i. u. histor. Beschreibung der 
Reichs-, Wiilil- u. Handilssladt Kr:iiiklurt a. M. 2 Bde. 
17S8 — 89. 

3344. Vertrauliche Briefe über das vormalige staatsrechtliche 
Vcrhaltnifs d. Waadtlandes zur Stiidt Bern. 1798. s. 

3345. Leben u. Ermordung Conrad des Ersten, Bischofs zu 
Würzbur;;. 1791. 8. 

G. Braun'sche Holbuchliandlimg in Karlsruhe: 

3346. F. J. .Moue, Zeitschrift f. d. Geschichte des Oberrrheins. 
I.— 7. B(L 1850—56. 8. 

3347. Baltisches Archiv. Ilerausgeg. v. F. J. .Mone. 2. Bd. 
1S27. 8. 

3348. K. F. Vierordt, Gesch. d. evangel. Kirche in dem Grofs- 
herziigtliuin Baden. 2. Bd. 1856. 8. 

Ebner u. Säubert, Verlagsbuchhandlung, in Stuttgart : 
33111. Fr. Miiller, diu Künstler aller Zeiten und Volker. 8.— 10. 
Li.f. \<n. 8. 
Dr. L. A. Cohn in Breslau: 

3350. Ders., de rebus inier Hcnricum M. iniperatorem et Ilen- 
ricuui Lenneni actis. Pars prior. 1856. 8. 

Dr. T. Märcker, k. pr. geh. Archivrath und Hausarchivar, 
in Berlin : 

3351. Des edlen Geschlechts der Balhory von Simolin Wap- 
pen-Sage. 1856. 8. 

Ed. K'wisda, Doctor der Rechte, in Prodlitz : 

3352. 2 Jahresberichte des k. k. akad. Gynin. zu Olmutz. 1855 
und 1856. 4. 

Dr. A. L. J. Michelsen, geh. Justiz- u. Ober-App.-Gcr.- 

Katli , I'riili'-Mir In Jena : 

3353. £. M. Arndt, vom nordischen Hausbau und Hausgeist. 
1857. 8. 

Storch u. Kramer, HunslMrl. in Berlin: 

3354. J. M. Kratz, historisch -nrlist. Andeutungen über die St. 
Michaelskirchu u. deren Dcckengeuuilde in Hildcsheini. 
IH'iti. 8. 

O. Jong'haus, Hufbuchh. in Darinstadt : 
:t:f.j.'>. ('. F. I..iiirkli.ir(ll, (leulsihe .Sagen. 1845. 8. 

Gesellschaft des Museums des Königr. Böhmen 
in Prag: 
3356. Dies., Pomiilky nrchaeologlcke a mistopisne. Redaklur 
K. VI. Zap. Dilii. II seil 1. 1856. 4. 

Franz Köhler's liurhliamllung In Siuitünrt: 

33.>7. J. V. Iliinli ce. \orlesunmn zur KriegsgeschichlC 2. Tli. 
2.-4. Lief. |MJ4— 5«. 8. 



St 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeil. 



22 



Gallus Morel, Rector des Stiftes Maria Einsiolcln : 

3358. Heinrich Bnlliiiger, Chronik. 1.-3. Thcil. Hrtsohr. 17. 
Jahrh. 4. 

3359. Brevinriiini. Pars hieniah's. Aug. Vind. Erhard RatdolU 
1516. 8. 

3360. Krancisr. IlaiTncr, der klein Sololhnrncr Srhaw-Plal/. Hl- 
stiiri!;rhcr (ifist- iiiich Wellhrher (icschichlen vnd Hiind- 
Icn. 1666. 1. 

3361. Jiih. Kudolir Min Waldkirch, Einleitung zu der Eydge- 
nofsi-schcn Bundes- und Staats- IILsloric. 1721. 8. 

3362. AI. I,. von Waltenwj I, Uesdiichle des Helvetischen Bun- 
des, übersetzt von llriel Freudenberger. 1768. 8. 

3363. Fcderigo di S. Antonio, sloria del celcbrc sanluario di 
Koslra .Signora d'EinsidIcn. 1761. 8. 

3364. Jos. Tschudi, Einsiedlischc Chronik. 1823. 8. 

3365. Versuch einer urkundlichen Darstellung des Stiftes En- 
gclberg. 1846. 8. 

3366. Hleni. Schaubinger, Geschichte des Stiftes Sückingen. 
1852. 8. 

3367. V. Balthasar, histur. Aufschriften zu den gesammellen 
Bildnii'sen heriihmter Luzerner, ins Deutsehe gebracht 
von Jos. l'lilfer von Heidegg. 1778. 8. 

3368. Gedanken u. Fragmente zur Gesch. des Gcnieinridsge- 
nüfsischen Rechtes. 5. St. 1783. 8. 

3369. F. I.ufser, Leiden und Schicksale der Urner, von 1798 
1803. 1845. 8. 

Jul. Bädeker, Buch-, Kunst- luid .Musikh., in Iserlohn: 

3370. .Monlanns, das Klo.«ler .Mienberg. 0. J. 8. 

Verein für meklenburgische Geschichte u. Alter- 

thumskunde in Schwerin : 

3371. I),r.^., Jahrl.ueher u. Jahresbericht. 21. Jahrg. 1856. 8. 

3372. Register iibcr den II. — 20. Jahrg. der Jahrbücher und 
Jahresberichte, angefertigt von J. (i. C. Uitler. 1856. 8. 

3373. CuiTlalberiehl, \\l. 2. u, 3. u. \XII. 1. 1856. 
Allg:emeine deutsche Verlags - Anstalt (Sigismund 

Wolll) in Berlin: 

3374. A. .>lirufs, die (iesetzgcbung für die Ilohenzollern'scben 
Lande. 1856. 8. 

3375. .>!. Schasler, d. Wandgemälde \Mihelin von Kaulliachs 
im Treppenhanse d. neuen Museums zu Berlin. 1654. 8. 

3376. Gothes Briefe. 1. Lfg. 1856. kl. 8. 

3377. Schiller's Briefe. 2. Aufl. 1. Lfg. 0. J. kl. 8. 

3378. Emil Frcih. v. ileysenbug, zur Vollendung, der Erkennl- 
nifslebre. 1855. 8. 

Fr. Strobel, Buchbinder, in Kürnberg: 

3379. Zur Feier des 2.")jahrigen Ehebündnisses Ihrer königl. 
.Majestäten in Bayern, Ludwig und Tberese, die Stadt 
Bamberg. 1835. 2. 

Dr. Carl Ritter von Mayer in .München: 

3380. Derselb., heraldisches A B C-Buch. 1857. gr. 8. 
Dr. H. Holland in München: 

.3381. Luhinuini. Il.ransgeg. v. J. Gorres. 1813. 8. 

3382. Der ISibiiungen Lied, herausgeg. durch F. II. v. d. Ila- 
gen. |8|(). 8. 

K. Statist. -topograph. Bureau in Siuiigari: 

3383. Dass. , Wurltenihergisehe Jalirbuelier. 1855. 1. u. 2. 
Heft. 1856. 8. 



V. Ebner'schc Buchhandlung in Niirnberg:}7atfolB .dl1 

3384. Die deul.ichen Mundarten. Herausgeg. von G. K. From- 
mann. III. Jahrg. Oktober bis Derember 1856. 8. 

Schlesische Gesellschaft für vaterländische Kul- 
tur iu Breslau: 

3385. Dies., 33. Jahresbericht (1856). 4. 

B. G. Teubner, Buchhändler in Leipzig: 

3386. ('. K. Falkenstein, Gesch. der Buchdruckcrkunsl. 2. Aufl. 
1856. 4. 

3387. F. Paldaiuus, deutsche Dichter nnil Prosaisten, geschil- 
dert. 2. Abth. 1.— 3. Lief. 1856. kl. 8. ' -i 

H. Schindler, Verlagsh. iu Berlin : 

3388. II. E. F. Guericke, Gesch. d. Ueformation. 1855. 8. 

C. H. Beck'sche Buchhandlung in IViirdlingen : 

3389. D. E. Beischlag, Beitrage zur Kor,dlingischen Gescblecbts- 
bistorin. 1801. 8. ,;,., ,, ,,".,1'.', ,'.'■ 

3390. W. Luhe, Saninilung liturgischer Formulare. 2. u. 3. H. 
1842. 4. 

Akademie der Wissenschaften in Erfurt: 

,3391. I'. Cassel, Edilisclie .'^Indien. I. FiuKinnsmal. 1856. 8. 
Dr. E. Strehlke in Berlin: 

3392. Ders., de Heinrici 111. imperaloris bellis Ungaricis. 
1856. 8. 

Ernst & Korn, Verlagsbuchh. in Berlin: 

3393. F. V. yuast, die Basilika der Alten. 1845. 8. 

3394. Ders., die romanischen Dome des Mittelrheins zu Mainz, 
Speier, \\'orms. 1853. 8. 

3395. Ders.. über Form, Einrichtung und Ausschmückung der 
idlestcn christlichen Kirchen. 1853. 8. 

3396. Fr. Kugler, Vorlesung über die Systeme des Kirchen- 
baues. 2. Aufl. 1852. 8. 

3397. A. Kopisch, die königl. Schlösser und Garten zu Pots- 
dam. 1854. 4. 

3398. Paulus Silenliarius, Beschreibung der H. Sophia imd des 
Anilion. .Metrische Uebcrsetzung mit Anm. von C \\, 
Kortüni. 1854. 4. 

3399. M. Gottgetreu, der Fonlainen-Bau zu Saos-Souci. 1854. 
gr. 2. 

3100. P. K. Brecht, das Kloster Chorin. 1854. 2. 

3401. C. Blitticher, die llolzarchitektur des Mittelalters. 0. J. 
gr. 2. 

3402. Die kunstgeschichtlioh- merkwürdigsten Bauwerke von 
Beginn der alt-christl. Architektur bis zur Bliitbo der 
Renaissance. 1854 — 55. gr. 2. -■■^< ■■>'■ H . -.Ii 1! 

Dr. J H. von Hefner- Alteneck, Professor und Con- 
servaUir der vereinigleii Samml., zu MLinchen : 
3103. Ders., Calalog der vereinigten Sammlungen. SnnI Kr. 7. 
1856. 8. 

III. Für die Kunst- u. Alterthiuußsammlimg. 

Bedeus Frhr. von Scharberg in Ilcminnnstndi: 

1533. Abbildung eines Siegels der Siebenbürger Sachsen v. 
13. Jahrb. F-ederzeichn. 

Manger, Krcissccrclar u. Sliflsrentnieisler, in Siegen : 

1534. Abbildung der Taufschüssel der cvangel. Gemeinde zu 
Siegen. Sleinzchg. 



23 



Anzeiger für Kiimli; der deulsriien Vurzcit. 



u 



Frh. Sichart von Sichartshofen imf Ilofcck liei Hof: 
153.'). (}rii;iiMlsKi;il ik'S .Mclcliior von l)udviih»usen, 

Dr. J. L. Beeg', lUctor der (iewcrbschule in Kürtli : 
t53t>. SpoltinedHillr von Ku|ifer v. 1742. 
Ein Ungenannter : 

1537. .Silbrrjiiünzi- des Bischof Marquard Sebastian v. Bamlierg. 

Jäger'sche Buch- u. Kunslhiindliing in Frankfurt a. M. : 

1538. Kcucr .\hdruck des grofsen Plans von Frankfurt a. .V. 
von .M. Merlan. 4 Bl. 

E. Pratobevera, llauplmann, Archivar des Juuuncums in 
lli.ll/. ; 

1539. irdenes (jraligcfafs vom Leihnitzcr Todtenfclde bei Gratz. 

1540. .Medaille auf den Fiirsten Karl Schwarzeriberg. 

1541. 4 ncchnenpfennigc v. 16. Jhdi. 

1542. Rcchnenpfennig v. 1601. 

1543. 27 Kupfcr-Jelons und .Vünzen aus neuerer Zeit. 



1544. 2 biscJiofl. -Silbernuinicn v. 12. JhdI. 

1545. 2 Salzburgcr Silberniiinzen vom 12. Jhdt. 

1546. 7 (isterr. Denare v. 12. Jhdt. 

1547. 3 Silberinimzen Würzburger Bi<ch(lfe. 

1548. 4 Karnlenir Silberniünzen v. 16. Jhdt. 

1349. 2 Sillierjnünzen der Erzh Sigismund und Ferdii and. 

1550. Silberniiinze von K. Feriiinand I. für Ungarn. 

1551. .Siilierniiinze von K. Ferdinand II. 

1552. Silberniiinze des Grafen Leuuhard von Gorz. 

1553. 12 Silberniünzen aus neuerer ZeiL 

P. Dambacher, Copist am german. .Museum: 
1j.')4. lie^eriiliurger .Silbermiinzr v. 1611. 

Hauk, Itevierfürster , in Culuibach : 

1555. .\lltr Sporn mit einer Spitze statt ili's Bades. 

Angele, Buchbinder, in Nürnberg: 

1556. Aürnberger Groschen v. 1595. 



Chronik der liislorisclieii \{'iTiiie. 



Zur Sagenkundu und M\lhologic, zur Geschichte der Lite- 
ratur und der WissensehafteD, der Schulen und der Kirchen ha- 
ben die meisten Vereine Beiträge geliefert, aus denen wir Fol- 
gendes hervorheben. 

In den Verhandlungen des Vereins fiir Oberjifalz 
und Regen. sb urg: Oberjifalzische Sagen und Legenden, XIV. 

— Oberpfalzisclie und bayerische Sagen und Legenden, XV. 

— In den Jahresberichten des Vereins lür überfran- 
kon: Jacob Ayrer's Iteimchronik Bambergs, 900 — 1099; II. — 
Hugo von Triniberg's Kenner. — Im Archiv des Vereins für 
Unterfranken und A schaffe n bürg : Zwiespalt der Dom- 
kapitel zu Bamberg und Würzburg mit dem Fürstbischof I'li. 
V. Dernbach. Bd. VII. — Zur Geseliicbli; des Bischof.'i Jiiliu.s. 
Bd. VII. — Studicnscliule zu Thuiidorf im XVI. u. XVII. Jalirh. 
Bd. IX. — Bischof Konrad von Thüngen. Bd. IX. — In dem 
Jahresberichte des Vereins für iM itlclf ra n ken: Kiniges 
über Wolfram von Eschenbnch , IV. — Schule von Langen- 
zenn, XV. u. XVI. — Das (Jymnasium zu Hotenburg an der 
Touber, von Densen, XVII. — Geschichte des Klosters und 
Gymnasiums zu Kllingen, XVII. 

In den Bei tragen zur Landeskunde für Ocsterreicli 
ob der Enns und Salzburg: Streifzüge zur Gesrhichle 
und Sage des Lnnilct ob der Enn.s, XIV. u. XV. — Geschichte 
des Gyninasiiuiis in Linz, XV. — Im Archiv etc. für Sie- 
benbürgen: Beitriige zur Kirchcngeschichte des Ilermann- 
sladtiT Kapitels, I, 3. — Beitriige zur Kirchengeschichle Sie- 
benbürgens unter KnrI VL, Ili — In den Mitthui lu nge n etc. 
für Steiermark: Das Gymnasium zu .Marburg, Heft II. — 
Die Dichter Steyerniarks des Xu. u. Xlll. Jli. Heft V. — In 
den .Milth eilungen etc. für Krain: Zur Kirchengeschichle 
Krains und des Österreich. Küstenlandes. Jahrg. 1846 u. 47. — 
Zur Gcschirble der Stndl und des ßislhums von TricsU Jnhrg. 
1847 u. 48. — Zur (leschichtc der Kirchen in Krnin. Jnhrg. 
1>*47. — Die lateinischen Schulen Krnins In früherer Zeil. — 



Franz Illadniks Bemerkungen über die Gymnasien der Jesuiten. 
Jahrg. 1848. — Zur Literaturgeschichte von Krnin. Jahrg. 1852. 
53 u. 51. — Zur Geschichle des Laibacher Bisthums. Jahrg. 
1852. — Zur Reforiiialionsgescliichte in Krain. Jahrg. 1852. — 
Ilcimathliclu^ Literatur. Jahrg. 1854. — In den Schriften 
etc. der k. k. mahris ch-schl es isch cn Gesellschaft: Die 
Bibliotheken etc. in Malinn , von d'Elvert, III. — Die Gyin- 
nasialreform in Ocsterreicli und deren Durchführung in .Mah- 
ren, IV. — Beitrage zur Geschichte des .Meistergesanges ia 
Mähren, von A. Ritter von Wolfskron, VII. 

In den Beiträgen der histor. Gesellschaft zu Basel: 
Die Gottesfreunde in Basel, von W. Wackernagel, II. — 
Bonifacius Aniorliach, II. — Ulrich von Hüllen, II. — Das Stu- 
dienlehen zu I'aris im Anfang des XVI. Jahrli. elc , III. — Ja- 
cob Sarnsin und seine Freunde, IV. — Die erste Berufung der 
Jesuiten nach Lucern etc., IV. — Erzbischof Andreas von 
Krain und der letzte Koncilsversuch in Basel, 1482 — 84, V. — 
Im Geschichtsfreund etc.: Albert von Bonstetten , Dekan 
in Einsiedeln, III. — Kirche und Kapitelhaus der Barfüfser in 
Lucern. — Der Sdnvabenkrieg von 1499, besungen in deut- 
schen Reiineii von Kik. Scbrailin , IV. — Die l'farrei Seinpaeh 
bis zur Glaubensänderung, IV. — Johann von Schwanden, Abt 
in Einsiedcin , u. seine Zeit, X. 

In der Zeitschrift des Vereins für hessische Ge- 
schichte etc.: Presbyterial- und Synodalverfassung der evan- 
gelischen Kirche etc., von Biekell, I. 1. — Gebräuche, AliOr- 
glaubc und Sagen aus Hessen, II. — Der Hollemytbus am Meifs- 
ner, IV. — Gebrauche und Sagen in Sohinalkalden, IV. — Bei- 
träge zur Geschichte der Bürger.sclinlen im .M. A., von Landau, 
V. — Zur Geschichte der Kirehen\erbesseruiig des XVI. Jahrh. 
etc., V. — Beitrage zur (iescliichle und Statistik des hessischen 
Schulwesens im 17. Jahrb., von IL Hcppe ; 4. Siipplemenlhefi. 

Im Archiv für Frankfurts (ieschichle und Kunst: Der 
liilheriscbc I'radikanI Hermann Beyer etc., von Sieilz, V. — 



üb 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



26 



Alilafsliulle vom KarHin.il Albrechl von Braiulcnbur;:, von 
Römer- Büchner, \'. — Lieder zu Ehren der (jesellscliiilt Lim- 
burg, von Romer -Büchner, VL — 

In der Zeitschrift des Vereins für ihüringisrhe (ie- 
schichte etc. : Verhandlungen üher die Wahl des Abtes von 
St. Peter in Erfurt, Volkmar II., von F. X. M'egele, II. 1 u. 
2. — In den neuen .Vi tlh eil ungen desselben Vereins: 
Kirchcnvisitalion zu (loiTfurt 155."), I. 1. — \\oifrarn von 
Eschenbach, von San-.>Iarle, 11. 1. — .^Ijtlius vom h. Gral, 
von S. Marie, III. — Ueber den Verfasser der Lamcnlatiuiies 
ob^cur. viror. III. — Das Mabrchen des rolhcn Buchs von Iler- 
gest, von S. Marie, V. — Zur Arlussage, von S. Marie. VU. — 
Dr. Marlin Lulher's Testamente von 1537 und 1542 etc., von 
Dr. Korsleniann. — In der Zeitschrift etc. des Oslerlan- 
des: Bellrage zur Vorgeschichte dir Kcformaliori im Hcrzogthuin 
Alknburg, von Wagner, III., 4. — Harlst:idl in Orlamundc 1523, 
IV. 1. — 

In den b ;il 1 i seil e n S tu d i c n : Dr. Job. liugcnhagcn's Tod. 
I. — Das alte Barth in kirchlicher Rücksicht. 1. — Die Lax- 
dälasaga, von Mohnike, II. 1. — Sneglu Halle, Skalde des 11. 
Jahrb., III. 2. u. a. m. 

Inder Z ei I c h ri f tele. fürWes tf a le n 1855: Paderbornische 
Gelehrte aus dem Reformatlonszeitaller , von G. J. Kosenkrauz. 

Im Vaterland, .\rcbiv für ha n no v. - brau nsc b\v. Ge- 
schichte: Bruchstücke zur Geschichte von Goslar, besonders 
des Kirchen- u. Schulwesens, von Volkmar. Jahrg. 1836. — 
Kurzer Abrifs der Geschichte der Kongregation der Kapuziner 
in Hannover, von Koch. Jahrg. 1838. — Berlhold von Holle, 
ein vaterliinil. Dichter des 13. Jahrb., von Dr. W. .Müller. Jahr- 
gang IHIO. — Krane, von B. von Holle, mili^clheill von Dr. 
VV. Müller. Jiihrg. 1H4I. — Reformation der St. Stade etc., von 
Pastor Lunecke. Jahrg. 1842. — Osnabrückisclie Sagen, von 
Sudendorf. Jahrg. 1842. — Im Archiv etc. für Kiedersach- 
sen : Von der Reformation im Lande Braunschweig, plattdeut- 
sches Gedicht, niitg. von K. Gödeke. Jahrg. 1848. — Rcin- 
frit vou Braunschweig, von K. Güdekc. Jahrg. 1849. — Ge- 
dichte auf Heinrich den Jüngern , gciammelt von K. Gödeke. 
Jahrg. 1850 u. 52. — Sagen iius der Liineburger Haide. Jahrg. 
1850. — Der Balksee und seine Sagen. Jahrg. 1851. — Job. 
Römoldt, Beitrag zur Geschichte der deutschen dramatischen 
Literatur, von K. GUdcke. 

Die Jahrbüclior etc. für Mcklenburg bringen fortlau- 
fende Mitlheilungen über miltelhochdeutsclie Handschriften, 
unter andern : Rolant vom Pfaffen Konrad , von Lisch, IL Das 
Vaterunser von Heinrich von Krolewil/. aus .Meilsnerland, IL; 
AVilhelm von Orange, von Lisch u. a. drgl. Aufserdem: über 
die niederdeutschen Bearbeitungen des Heineke Vofs, I\ . Kir- 
chenvisitation von 1.535, von Lisch, VHI. Mekicnburgischc 
Volkssagen, VlII. Aberglaube in Meklenburg, von Beyer, IX. 
Liskow's Leben, von Lisch , X. Geschichte der Reformation in 
Friedland, von Lisch, XII. Ein Zeichen der Reformation vor 
Luther, von Lisch, XVI. Thomas Aderpul oder die Itefornia- 
tion in Gressow etc., XVI. Tileman Heshuslus und Job. Dra- 
konites, von J. NViggcrs in Hoslock , .\IX. Mylholotie in 
Volkssagcn und Aberglauben Mcklcnburgs, von Beyer, XX. — 

In der Zeitschrift des Vereins für Hamburg: lieber 
die theologischen Response und deren Bedeutung im 17. Jahrb., 



von GelTcken, I. — Die Acpinische Kirchenordnung, von .Vüncke- 
berj;, I. ^ S. AnsUarii pigmenta , von Lappenberg, mit Be- 
merkungen von Geffcken, IL — Des Stephan Kempe Lied von 
Klaus Knipbof, von Lappenlierg, IL — Des Hans von Gütlingen 
Lied vom Seeräuber Martin Pechlin, von Lappenberg. — Nie- 
dersaclisische Lieder in Bezug auf die Kircbenreformation, 1528 
u. 29, von Lappenberg, II. — >otizen zur hamburgischen Li- 
leralurgeschiclite etc., II. — Doktor L'rban Regius etc., von 
(K-ffcken, H. — Zwei Gedichte wider das .\ugsburgcr Interim, 
154H, IL — Dc;r theologische Charakter des Albert Krantz, \on 
.Mönckeberg, III. 

In den nordalbingiscbeu Studien: Die cvangel. lulh. 
Reformation in Schleswig -Holstein, von Diak. Carstens, II. — 
Jlitlelhochdeutschc Gedichte nordalbischer Herrn, mitgeth. von 
K. .Vülli nliiiir, III. — Kleine Bcilräne znr deutschen Mythologie, 
von K. Müllenhoir, IV. — 

In der Germania etc.: (.'edichle des Pfall'en Wenilier etc. 
von .Massmann, I. — Kibelungeu, l'ebersicht der seit 1820 be- 
kannt gewordenen Nibelungenhandschriflen etc., von v. d. Ha- 
gen, L, fortgesetzt in folgenden. — Ueber Job. Tauler etc. von 
Pischon, I. — Ueber Hans Sachs, von Wackenroder, I. — 
IVibebiiigen in Mainz, von Zeune, II. — Strickers Klage über 
den Verlall der Dichtkunst in Oestreich, II. — lebcr di n My- 
stiker H. Suso, von Bormann, IL — Der Windsbeke, von v. d. 
Ilagen, II. — Konrad von ^^'eissenburg, ein bisher imbekanu- 
ler Mystiker etc., von Borniann, II. — Bruder Berlbolds Pre- 
digten etc., von Pischon, II. — Klagegedicht auf Johann von 
Brabant, von v. d. Hageu, IIL — Minnelieder des Grafen von 
Kircbbcrg, von v. d. Hagen, HL — Der Mbelungen Lied, von 
V. d. Hagen, IV. — Altdeutsches Gedicht von Christi Leben und 
Tod, Aon Dr. Weigand, IV. — Jacob von MaerlanI, Blume der 
der A'atur etc., von v. d. Hagen, IV. — Aelteste altdeutsche 
heidnische Gedichte, von Zeune, V. — Heldenlied von Walter 
und llildegunde, von V. d. Hagen, V. — Ueber den Dichter 
Daniel Schiineinann, von Klein, VI. — Die Sage von den Hai- 
monskindcrn, von Zinnow, VII. — Mittheilungen aus altdeut- 
schen Haiiilschrificn von Hermes, Massmann u. A., VII. — An- 
theil jder Krauen an der Dichtkunst des 17. Jahrb., von Pi- 
schon, Vlll. — Minnesinger, Bruchstücke einer noch ungedruck- 
ten Liederhdscli. von Pfeilfer und .Ma.^i.^mann, IX. — Ueber das 
moralische Schauspiel Every-man oder Hekaslus, von A. Ha- 
gen, X. — Volksreime aus der Grafschaft Mark. — 

In den Verhandlungen der gelehrten estnischen 
Gesellschaft: Estnische Sagen von Fählmann, I. — Zur nuhcm 
Keririlniss der Volkssagen und des .Vberglaubens etc.. von 
Biiulirig, I. — Geschichte der estnischen Literatur, von Jür- 
giusou, 1. — Mittheilimgcn über Volkslieder der Esten, von 
Kreulzwald, IL — Charakter der estnischen Mythologie, von 
Kreulzwald, IL — Volkssagen und Traditionen etc., IL — 

In den M i tth eilu ng on aus dem Gebiete der Geschichte 
Liv-, Kur-, und Estlands: Pelcr Suchenwirla Sagen 
über Li\land, von Busse', III. — Die Reformation in Li\lnnd, 
von Brachiuann, V. — Einiges aus der iiltern (ieschichle der 
öffentlichen Bildungsanslallen Hi);ns, V. — Die Begründung 
iler evaiigel. lutli. Kirche in Kurland etc , von hallineyer, VI. 
— Zur Geschichte der >cli\Miliscbcn Universität in I.i\liind, 

von Schirren, VI. ^ 

 (111 ii ■►i'dd 11 rnli'"-' Ui 



27 



Anzeiger Hir Kunde der deutschen Voi"zei(. 



38 



N a c h r i r li t 11. 



I^lterntiir. 

Neu erschienene Werke, 
ll A r 1 li I V lür JIb (j csc liit li Ic des Bist hu ms Augs- 
burg. Herausgegeben von Anlon Sleichele, Doui- 
k.ipiluliiren in Augsburg. I. Biind in 3 Hellen. .Mil 3 
blhogr. Beila;;eu. Augsburg', |SJ4 u. Ö6 ; bei Schuiid 
(F. C. Krenier.) 195 Sin. 
Der Plan und Zweck, den dieses Arcliiv verlidgt, big scliun 
deiselben Herausgebers „Bcilragun lur Geschichte des Bislhuuis 
Augsburg" (2 Bde. Augsbg. bei KuUmann, 1850, 52) zu Grunde. 
„Es soll einen Sauiniel[iiinkl bibleu für die reiche Geschichte 
dieses schünen und ehruürdisen Bislhuuis nach allen seinen 
historischen Beiiihiingeii, n.ich seinem ;ilten und jetzigen Uui- 
fniige, und dunh Milllieiluug von .Vbhandlniigen und llonogra- 
phien, von Irkiinilcn iin<l uugediuckten oder seltenen gedruck- 
ten Geschichlsi|uellen die Kenntnifs der einheimischen, wie der 
deutschen Geschichte und kirchlichen Alterlhuiriskiiudu über- 
haupt bereichern." Wenn hiernach dieses Unternehmen einen 
ähnlichen Zielpunkt hat, wie ihn die Zeitschriften der histori- 
schen Veriine sich gewählt ihaben, so tritt dazu noch der niihcr 
bestimmende Zweck, der dahin strebt, „dafs der Buhin und 
die Ehre der Aiigsburgischen hinhe si<h erhöhe und l'iir das 
Leben und Wirken der heil. Kirche überhaupt in einzelneu Kr- 
«cbeinungen dieses besondern Kreises Zeuguil's gegeben werde." 
Zwcckmiirsig macht Dr. A. Kiiland, k. übcrbihliothekar zu 
Würzburg, den .\nfang mit einer: Gesehichlliclien Kachrichl 
über die ehemalige Domslirisbibliolliek zu Augsburg — die nach 
der Siiciilarisalion des Stifts, als das domcapitelsche Eigenlhum 
»uf Bayern ubergieng, im Jahr 1804 erst nach Dillingcn, von 
dort nach .München gebracht und mit der bayerischen Ceutral- 
bibiolhek vereinigt ward. Die Zahl siimmllicher Codices belief 
sich bei der Uebcrgabc wahrscheinlich auf 219, von denen die 
vorhandenen — 205 — hier näher beschriebco werden. — Der 
Herausgeber veriilTenlllcht, mit einer geschichtlichen, guten Kiii- 
Icitiine, einen bisher noch nicht in sein'T Vollständigkeit uiil- 
getheilli-n Briefwechsel des beruhuilen Strafsbnrgcr rrcilinerf 
Johannes (ieiler von Kaiser.iberg mit dem Bi-sclidf von 
Augsburi;, Friedrich (iraf von Zollern, mit welchem jener ein 
Frennd.'icliurisvt:rhallnirs eingegangen, als er noch I'riibeudar, 
spater Doindechant in StraTsburg war. Die Briefe sind mit 
Hecht als kostbare Reliquien der Freundschaft dieser odien 
Geister unserer besonderen Beachtung empfohlen- 

Dir bei weitem umfangreichsle Arbi'it L-it die Geschichte des 
Fraufnklo.-Ier« Nieder-Schimenfeld Cistercicnscr- Ordens. Ein 
Beitrag zur Gi-.<rhichte de« Donaiilhals und Lechraines. Von 
Joh. Baader, Ofliciantcn nrii k. Anhivcoiiaervatoriuin zu iVurn- 
herf. Wir bedauern, nicht naher auf dieselbe eingehen zu 
kiinnen, müssen sie aber als durchaus lOchlig bezeichnen. 
Gleich cnirerni von einer trockenen rbronikarligeii Erziddung 
dnr .Srhirksale dieses einst rrichslcn und grofslen Frauenklo- 
slcra in Bayern und dem Kingehrn allzu kleinlicher SchiMe- 
rung bietet sie eine FUlb- ktillurliislurisi hrn Molirials, die auch 
in Weiteren Kreisen anzuziehen nicht verfihlen wiril. Als .«ehr 



schätzbare Dokumente müssen wir besonders die milgelheillen 
Inventarien, Koslenverzeichnisse, Specificalionen u. s. w. her- 
vorheben. — Adalbert Grimm, Kaplan in Lechhanscn, gibt eine 
Uebirsicht der kirchliiheu Allcrthiimer und Kunstdcnkniale im 
Archiiliakonalsbezirke .\ngsl)urg. Die Ausbeute ist nicht reich 
und der Grund davon liegt Ijesoiiders dann, dafs die l'ngunsl 
der Zeil, besonders im dreifsigjahrigcu Krieg, auf die unbe- 
festigten Orte fallen mufsle, welche dem verheerenden Brennen 
und gewaltsamen Zerstören hin- und herziehender Truppen 
ungleich mehr als die Stadt preisgegeben waren. 

Aach dieser Angabe des werthvollen Inhalts ist eine Em- 
plehbing des Archivs an weitere Kreise selbst^crslandlich, 

J. XIt. 

2) Hi I v ersumscho Oudhedeu. Eeue Bijdrage toi de 
ontwikUelingsgeschiedenis der vroegste Europesche vol- 
ken, door Dr. 1.. J. F. Janssen, Conservator bij het Mu- 
seum van Oudhedeu te Leyden. .Met X I'lalen. .\rn- 
hem, bij J. A. KijholT on Zoou ; 1856. gr. 8. VIII u. 
86 Sin. 
Wie der auf dem archiiologisclien Gebiete rühmlichst be- 
kannte Verlasser im Titel selbst angibt, liefert das vorliegende 
Werk einen Beilrag zur Eulwickeluugsgescliichle der frühesten 
europäische n Vidkcr; man kann hiuzulügen, einen inleressanlun 
und wichtigen. Den gripfslen Tlieil des Werkes nimmt die Be- 
schreibung der meistens vom Verfasser selbst geschehenen Auf- 
deckung von 17 unterirdischen Brandstätten (Haardsledc) ein, 
von denen 5 auf den beigegebenen Tafeln abgebildet worden 
sind. — Es sind vorchristliche Denkmale, fast einzig in ihrer 
Art, welche nur einigcrniafsen Analoges in den zwei Arten 
von Denkmalen linden, welche siib Kr. 5 als Opferhohle und 
sub iVr. 2 als Brandstalle, erslere unter den Steindeuk- 
malcn, letztere unter den Erddenkmalen der neuesten Termi- 
nologie und Classincation der vorniiltelallerlicben , nichlriimi- 
schen Denkmale Deiilscblauds vom Ucferenten nngefülirl wor- 
den sind. Wir haben hier Brandsliilten zu entschieden güttcr- 
d ie n sl I i che m Zwecke vor uns, da Manches und Gewichtiges 
gegen einen liausliclicn imrl sepiilcraleu spricht ; und dieses ist 
auch die Ansicht des erfahrenen .Viilnrs. 

Der Text fuhrt aufserdem die .Vnsichlen vieler bekannter 
Archiiologeu Deutschlands und des Kordeiis über die Bestim- 
mung dieser merkwürdigen Denkninlo auf, vergleicht dann die- 
selben mit andern ähnlichen und gibt eine scharfsinnige Biur- 
theiliing der Bestimmung, Biarlieilung, Abkunft und des Aller- 
thuiiis dersrlbi'U und der darin gefundenen (iegenstande ; fer- 
ner eine Beschreibung unleririlisclier Sleiiikolosse (^Steenge- 
vaarlc), aller Lagerplätze, eiserner WalTen, l'rneuhiigel und 
anderer vorchristlicher Denkmale in der Kahe der llihersum- 
schen Brandstätten und endlich eines merkwürdigen Braud- 
platzes (iStookplants), welcher vom Verfasser mit Beeilt für 
einen Opferbcrg angesehen wird. — Hiermit correspondircnd 
geben die Tafeln die Abbildungen nicht allein ^(>u einer Anzahl 
der vociüglichslen Branilslatleu, souderu auch ihrer Anlicaglicn, 
sowie thönerner Urnen und bronieiier Sachen aus den Urnin- 



29 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



30 



hiigeln und dir 2 grofsen Sleinfiguren, sowie den (;ru.Mlrirs 

der Lage der IT Briindstalleii und einen Aufrifs der Stillung 

von 32 Thongiliifsen in einem nmi dtiiisilljcn Irneiiliügel, \\v\- 

clier «lalicr ;ils ein Kanlilien-li(^slilllnngsol■l an/.usthen ist. 

Beigefügt sind 4 ganz kurzr Alili.indliingeri : I ) IJie Iran- 

lien bedienten sich nitlit steinerner W ;i(lun. Z\ Die in Deuts.li- 

land gefundenen s. g. Thorsbildir stcllin uiclit den heidnisilien 

Gatt vor. 3) Zwisclien Germanen und Kelten besieht Keine 

Yolksidcntilät. 4) Der an Gefafsen so überaus reiche Urnen- 

hiigel bei Hilversum. — 

Frhr. r. V Eslorif. 

3j Die vier Bücher der hoiiige, in nicdersächsiscber 
Bearbeitung aus einer Handschrift der oldenburgisrlien 
öffentliche» Bibliothek herausgegeben von Dr. .Merzdorf, 
grolsli. Oldenburg. Bibliolhikar. Oldinliurg, G. Stalling. 
1857. Mit und 2(;2 stn. 8. 
„Jede Bereicherung unserer Kcnntnifs der niedersai hsisclun 
Sprache — und eine solche sind diese vier Bücher der Konige 
Jedeni'alls, — niufs an und für sich, abgesehen von ihrem In- 
halte, willkommen sein; da des Kiedersachsischen so wenig be- 
kannt ist und nur durch die zahlreichere Vcröllcntlichung der 
in Manuscripten od<r alten Drucken vergrabenen Ucste ein Ge- 
sammtbild jener untergegangenen Literatur und des geistigen 
Znstandes der weitausgedehnten Lander uiedersiichsischer Zunge 
entstehen kann." Mit diesen Worten, denen wir beistimmen 
müssen, begründet der" Verfasser die berechtigung seines bu- 
ches. Die poetische niederdeutsche literatur ist sehr dürftig 
und die prosaische, wenigstens der ültercn zeit, besieht zum 
"reifsten thcil aus Übersetzungen. Der werth dieser letzteren 
ist in litcrarisdicr hinsieht freilich gering, zumal die spräche 
in den meisten unbeholfen ist ; dagegen isl in Icxicalischer be- 
ziehung grade die überselzungslileratur wegen der genauen 
wortbcstinimung eine reiche fundgrube. Der Verfasser der vor- 
liegenden Übersetzung war seines Originals nicht vollkommen 
herr: daher vielfache mifsverstiindnisse, auf die der heraus- 
gcber durch die beigefügten worte der vnigata hinweist. Dem 
te.xte, den der herausgeber, wie es einer einzelnen bandsclirift 
gegenidjer wohl rathsam war, nur in Idiplonialisch getreuem ab- 
druck wiedergegeben , schliefst sich eine reihe von stellen aus 
der 1494 in Lübeck erschienenen niedersiicbsischcn bibel an, 
die das verhültnifs derselben zu der vorliegenden Übersetzung 
und zur vulgala erörtern. Wünschenswerlh, der Vollständigkeit 
wegen, vviire eine vcrgleichung der ältesten gedruckten nieder- 
siichsischen bibel ffiiln, um 1480) gewesen. Den schlufs bildet 
ein kleines wortregisl<tr, welches nur die seltenen Wörter enl- 
hiill und durch nebenstcllung der in der Lübecker idpcrselzung 
gebrauchten worte das allerlhümliche dieser handschriflliclien 
besonders zeigt. K. B. 

4) Index l'seu dony m ru m. Wörterbuch der l'si-iido- 

nynien oder Verzeichnifs aller Autoren, die sich falscher 

INamen bedienten. Von Em il W cl le r. Leipzig, Faicke & 

Hofäler. 1856. gr. 8. 281 Sin. 

Vorliegendes Fseiidonymen-Verzeichnifs erstrccltt sieh nicht 

nur auf rjie deutschen, sondern auch auf die französischen, 

cngli>chen, holländischen und skandinavischen .\u(oren und ist 

sonach die erste allgemeine Sammlung dieser Art. Es zerfiilll 

in zwei Theilc, von denen der erste die Tseudonymen auf- 



fuhrt, deren wahre >nmen dem Verfasser bekannt waren, wiih- 
reii'l der zweite noch unenlhullte rseudonymen sininil den 
Schriften, auf deren Titel sie erscheinen, »ufzahll. Beides ge- 
ächifht olini- alle Zullial, den Fall ausgenonimiri , dafs zur nä- 
hern Beslinimnnü die .lahreszalil heigefiigt wurde, wo eine Ver- 
wechslung möglich ist. Am Schlüsse folgen für beide Theilc 
Zusätze und Vi'rhes-ieruugeu. Ertue.-sen wir den Umfang unil 
die lur Einen Gelehrten fast uuerschupfliche Masse des durch- 
zuarbeitenileii Materials, so wäre es imbillig, von der Unvoll- 
ständigkeit dieses Verzeichnisses das Lrlheil über dessen BrauiU- 
barkeil und Verdienstlichkeit abhängen zu lassen. Dafs der 
Verfasser keine .Mühe gescheut und grofse Vorarbeiten hiezu 
gemacht hat, geht aus der Vcrgleichung seiner Arbeil mit dem, 
was uns die Literatur über diesen Gcgei. stand bietet, unzwei- 
felhaft licr>or. Bibliographen und Lileraturfreiinde niüsen sihui 
hieliir sowie fnr den noch zu erwartenden 2. Band, der die 

falschen Dniilujrlc eiilliallen soll, dankbar sein. 

A. B. 

— iir!. 



Aufsätze in Zeitschriften. 

Archiv für Landeskunde der Preufs. iJlonarchie: 
lll. Das Eiihsfehl und seine Bewohner. (Beck.) — All- 
gemeiner Leberblick über den, Entwicklungsgang des l'reufs. 
Heerwesens. (Gordon.) 

llistor. polit. Blätter: Nr. 12. Markgr. Jamb 111. v. Ba- 
den. Art. III. 

Kathol. Blätter ans Tirol: Kr. 27. Die Dunncrciche bei 
Geismar. 

Blätter für literarische Unterhaltung: Kr. 50 If. Das 
deutsche Kciclisarcbiv zu Wetzlar. 

Deutschland: Kr. 4. Anfange der oslerr. Donaukriegsflottc. 

Erganzungshlätter zum Convcrs.-Lex.: Kr. 20. Die Ain- 
braser Sammlung. 

Didaskalia: Kr. 305 ff. Paderborn und seine Umgebung. 
(K. Ilofmann.) 

Erinnerungen an inerkwiird ige B ege benheilcn : Kr.8. 
K. Johanns von Luxcnib. Tod in der Schlacht von Crccy. 
Erinnerung an Laxcnburg. Kr. 'J. Diu Burg Pernslein und 
ihre Herrn. Kr. 10. Ulrich Schwarz. — Schlofs Ambras 
in Tirol. 

Europa: 1857. Kr. 2. Der diutsclic himlerkrcuzzug im Jahre 
1212. 

Die Grenziboten: Kr. 51. Das deutsche Wcihnachtsfcsl. 

Guttenberg: Kr. 1. Einfiihruiig der liuclidruckerkiiiist in 
Ungarn u. Siebenbürgen. IScIimilt.) Kr. 3. Die Erlin- 
dung der Buchstabenschrift. (Fiiulmann.l 

Lescfrüchle: 4. ß. 24. St. ff. Heidnische Gebrauche bei 

unserm deutschen Weihnachtsfeste. 
Magazin für die Literatur des A usln nd es : 1857. Kr. 3. 

Eine Weltkarte aus dem 15. Jahrb. 
Deutsches Museum: Kr. 50. Die Anfänge der dani.-^chen 

Literatur. (R. I'riilz.) 
Frankfurter iMuseum: Kr. II. Sufskind von rriinherg, Her 
jüdische .Minnesänger. (Th. Creizenach). Humanislin iii 
Frankfurt. ''-'"■■' ' "' '' ' ' 

Salzburger S oun t a g sbla tl : Nr. 25. Ga.itein.r Zustande 
iiii .Mittelalter. 



31 



Aiizeig-cr IVir Kiitnli- dir (IimiIscIkmi N'orzcil. 



32 



Würzh. Slaill- u. I.n rid l> ote : Bi-il. Nr. I ii. 2. Die König- 
liche Kiirp Ml Nürnbi'rt;. (R.) 

TnEC.ihnlc aiiH ItiilMiiiMi: Kr. 72 — tV^. l'riins iiicrkwcinl. 
lliiiHor. 

Wiener To leprn pli : Nr. 17. Zur (iesihiilitc der .Salviilor- 
Meilnille der Sladl Wien. — Nr. '2(> — 70. Krinner. aus 
dem nllcn Wien. ii. Alle l[aiissi'liilc!('r 

Ocjlerr. Vol ksfrciin d : Nr. 15. Die KinTiilir. der Ueiitscli- 
Ordens-Schwe.ilern in den Oslerr. Stauten. Nr. 21 — -13. 
Ilerzoij AIhreclit IV., cenarint das „Well«iiniler." Nr. 71 
u. 72. Zur (ieseliiclite der Ziinfte. 

Volks- u. Sc hü t zen 7.e il ti n fr für Tirol: Nr. 8, 18, 20 h. 22. 
Die Amhra.-ier Saninilunf;. Nr. K! u. 17. Von den l.nni- 
gern und Ddnhern. Zur Ellinogr. Tirol«. — Beil. 25. 
Wie Tirol nn Oesterrcich gekuninion, (Kicker.) Nr. 34. 
Ambras. 

Micncr Wanderer: Nr. 85. h'ulturzustiinde in Niederöster- 
icicli. Nr. 1()0 u. 172. Uelur Kiiriil von liculc und ehe- 
dem. Nr. |S(5 u. 188. Die Sachsen in Siclienliürgcn. 

Znniiner >Vü rh en b lull : Nr. 56. Uebersicht der {jnif'^en 
unil iMriiliiiilen Glocken. 

DeuLsebe Zeilschriri für cbriAll. W i.-^Kc n.i<' Iki ll und 
Christi. Lchon: Nr. 47 fT. Der Tod der iiiillcliillcr- 
lichcn Piibstc. Nr. 51. lieber I'aul Cirbard. 

Allgemeine Zeitung: Nr. 335. Das Archiv zu Vcmdig. 
Nr. 342. Der silberne Codex auf der Bibliothek zu l'|i- 
sala und die l'holoijraphie. Nr. 351. Duns Sculiis. Beil. 
zu Nr. I (T. 18.57. Kunsldinkniiile der l'lulz. fKine elh- 
nogra|ihischc Studie.) 

lllustrirlu Zeitung. Kr. 702. Die purla nigra iu>d die 
römischen B.-ider in Trier. Nr. 703. Die evangelische 
Kirche zu Obcrglogau. — Wappen aus der Killerkapelle 
zu HaTsrurl. Nr. 704. Die (iongs im Heidelberger Sclilofs. 
— Das (jOrlilzer (!j ninasiuni. Nr. 705. Die Kreskeu im 
Aachener llai.<er.<iaide. — Stadtewahrzeichen. I. Die Leip- 
ziger Wahrzeichen. 

Nouc iMiin ebener Zeitung, Abendblatt: Kr. 209. Zur 
Vnterlandkgescbichle. (Sohl.) Nr. 302. Zur Sillcnge- 
sehichle. (Pocci.) 

Pref.sb. Zeitung: Nr. tOO. Der eiserne |Iloche in Raab. 
Zur Gesch. des Wa|i|)ens der Fürsten Sch\varzenbirg. 

Wiener Vorstadl-Zeitung: Nr. 47 — 70. Bilder ans dem 
dem Licbtenlbal, ein Beitrag zur Kihnographie Wiens. 



VeriiilHrlilo Xnriii-irlitt'ii. 

l)Der im Noveinlier in (iraz verstorbene l'rivalier Hr. Tsclia- 
gcr, aus Klausen gebürtig, vermachte in seinem Testament dum 



Tiroler Nationiibnuseum (Kerdinandeum) eine grofse werlbvollc 
(ieiiialdi'sanindnng und an Capital 10,000 fl. An dieses Ver- 
uiacbtiiifs knüpfte er nur die Bedinenng, dafs die (lemiilde- 
saiiiiiibing in einem eigenen Saal aidVestelll, und die Interessen 
von ilini legirlen Ca|iiliil zum Ankaufe von Kunstgegenständcn 
verwendet werden sollen. 

2) Die riihmlicbst bekannten (ieschichlsforscber und Paläogra- 
phen I'rof Koucard und Dr. Sicke! bcRnilen sich im Auftrage 
des k. k. Vinisleriunis des Innern und Unterrichts seit dem 21. 
Die. in Brunn. Sie besuchen das sl. Landesarchiv und die an- 
dirn Archive Brunns, um paläogr. Forschungen zu machen. 
Die beiden Herren beabsichtigen Faesimiles der merkwürdigsten 
und ältesten Urkunden aus allen Kronländern der Monarchie zu 
sammeln, niii auf (Jnind derselben ein palaogr. Werk nach An 
der Pnblicationen der ccolc des Charles in l'aris herauszu- 
geben. 

3) Herr Dr. Diidik in Briinn ist im BegrifTe, zwei bedeutende 
Werke herauszugeben; das eine unter dem Titel: „Waldsleiu 
von seiner Erliebnng bis zur abermaligen l'ebernalime des .\r- 
ince-Oberkoiniuaudos, vom 13. Aug. I(J30 bis 13. April 1(132" 
nach diu Akten des k. k. Kriegsarchivs. Das andere uinfafst 
die wissensch. >Vürdigung der Münzen des Deutschen Ordens, 
welche, mit allein .\uf«ande der Kunst in Kupfer gestochen, 
auf 20 Tafeln in Kleinfolio herausgegeben werden. 

4J De r Al'erlhumsverein in Wien bat durch die Vorlesungen 
über miltelalterbcbe Bausljle, die Professor Eitelberger im Ver- 
eine hüll, zum erstenmal seine Wirksainkeil dem gröfsern Pii- 
blikuin gegenüber crüffiiet. Es ist erfreulich, dafs diese Vor- 
lesungen ganz ungewöhnliche Theilnahme linden und von Per- 
sonen aus den hiichslen Ständen, dem hoben Adel und .Mililiir, 
der Bureaukralie etc. sehr zahlreich besucht werden. 

5) Laut ßekanutmacbung des k. sitehsischen Hausministers von 
Zeschau ist das reiche kgl. Cabinel der Kupferstiche und Hand- 
zeiclinungen im neuen Museum jetzt ebenfalls geordnet unter- 
gebracht und wieder nn zwei Wochenlagen regeliiiiifsig, sowie 
noch am Donnerslag aiisscliliefslicli für Küiisller, hunslschiiler 
u. dgl. zugänglich. 

()) Der Kirclienanzeiger für die Erzdiiieese Kidn enlhiilt eine 
Vcrordniiug, v> eiche die Kiichenvorslände neuerdings aufiucrk- 
sam macht auf ihre Obliegenbeilen beziiglich der Erhallung oder 
llerslelliing der ihrer Obsorge unlerslelllcn (Icgensländc christ- 
licher Kunst, und eni|)fiehlt ihnen bei Unternehmung einer Re- 
stauration vor Allem die Anfertigung eines vollständigen Planes 
im Geiste des Kllnstv^'erkes, mit treuester Wahrung des hislor 
Charakters desselben. 



Iiiscralo niid ItcKaiiiidiiiuiiiiiii'en. 



1) Welihe .\bbilduiigen der M artburg gibt es aus der Zeit 3) Der dritte Jahresbericht des genuaii. Nalionalinuseums 

vor ICJO? ist soeben erschienen und durch jede de4it«'che Bnchhaiidlung 

, 2) hl vun Kaiser .Mii.\imib'nn I. ein Majesljilssiegcl beknnul, um 18 kr. oder '/« ^^'■l''. zu beziehen. Freunde des Museuina 

welche« an einer Urkunde hängt? erhallen dentelben gratis bei den Agenten. 



Verantwortliche Hedaclion: 



Dl^. Freih. V. II. i. Aufsess. Dr. A. v. Eye. Dr. G. 
Druck von Fr. ('iinij)u & Bohii In NUruberg. 



h. Fro miua nn. 



■OKÜBiüSG. Daa Abonnement des BUtt««, 

velch-i4 ».'Ak MMi«*a encheint, «ird f^&nx- 
jihrir ftn;:>r;aomiuen and b-tr^i^i üAch der 
neaeat«a PoateonT- - ^n Postäm- 

tem cmdBachb&ii'il ^-irult Incl. 

Oeatreiehs 2 ä, i^ i , , . - Fnüt oder 

1 Thlr. 16 Ssrr. 

Für /'r^zTukreüA abonnirt man in Stra£»- 
borg bei Gr. A. Älexuidre, in Pirls bei dem- 
selben, Xro. 23. rae Notre I>ame de X&careth, 
imd bei der deatschen BaehhAD<£Iang tod 



ANZEIGER 



Flu Kl'\l)E DER 

Neue Folge. 




F. KUnekileck, Nr. 11. m« de LHle, o4er 
bei dem Postamt in KArljmbe ; fUr £n^ 
land bei Williams & Nort^ate, 14 Benriette- 
8treecCoTent-G»rden in London; für >'ar(i- 
amcJikn bei den PosULmtem Bremen and 

I ^ ' -> ^ mit den Zwecken de« 

^■;n vij«ensch»fllicbem 

'-  - : ; inj? ttehen, »erden »of- 

gvQ'jOiUKiA und der B«am einer Culamnen- 

reiU mit 7 kr. oder 2 Bgr. berechnet. 



DEIBÜ1E\ VORZEIT. 



1S.57. 



Vierter Jalirgang. 

ORGV\ DES GEHMAMSdIFA Ml SEL>1S. 

^V 2. Februar. 



AVissenschaftlicIif MitthoilniiL^cn. 



Geschichte. 

Personen- 

gescbichte. 

G«achlecfaU- 

lustocfe. 



Hrr Cieinbart. 

Von Dr. Lochner, Studienrektor in Nürnberg. 

NSmberger Urkunden ans der Zeit des Aafstandeä der 
Zünrie ffesen den Ralh §lnd aas begreiflichen Gründen sehr 
selten. Unter die^e wenigen gebort die folgende, welche 
wenifstens den Namen des Einen der beiden als Häupter 
des Aufstandes genannten Znnftsenossen als einen wirk- 
lichen Familiennamen , soweit damals von solchen die 
Rede sein kaoo, nicht als einen Unnamen oder Spottnamen, 
nachweist 

Ich Heinrich vom Perg. Schultheis. Vnd wir., di 
Scheppfen der Stat ze Nürnberg veriehen olTenlich an di- 
sem brif daz Tür ms kom ia gerifat. Her Fridricb Ebner 
Lantschreiber ze Nürnberg, vnd zaigt einen guten brif 
versigelt mit vnsen gerichts insigel . der stund von wort 
ze worlt also. Ich Chanrat Grozz Schultheis Vnd Wir., 
di Scheppfen der Stat ze .Nürnberg veriehen otTenlich an 
disem brif. daz Tur vns kom in geribt. Her Fridricb. 
Ebner der Landscbreiber. vnd erzwgt als reht was mit 
den ersamen mannen Hern Albreht Ebner seinem brnder. 
Hern Cunrat Pilgram vnd Hern Albreht Ebner dem Jun- 
gen, di sagten auf ir eid. daz si des geladen zwgen 
wem. daz im Herman Langman. mit gesampler Hant 
frawen Agnesen. seiner elichen wirlli. dez egenanten 
Hern Fridrichs tochler beten geben ToIIeo vnd ginlzeo 



gewalt. ze tan \-nd ze lazzen waz er wolt mit sein ains 
Hant mit allem dem. daz er hat. ez wer ai^eo . erb. 
leben, varnd hab. Haufrat. cleinod. oder wie ez genant 
wer geotzlich vnd gar. Vnd dez ze vrkund ist im dirr 
brif geben, mit vrteil von geribt. versigelt mit vnsers 
gerihts insigel. daz dar an hangt. Der geben ist an 
saot Veits abent. nach kristes gebart drwzenhundert iar 
vnd in dem vit vnd virzigstem iar. Vnd da nu der brif 
gelesen wart vnd eigenlich verhört . da bat der vorge- 
nanl Her Fridricb Ebner der Lantschreiber fragen eia 
vrteil. ob man im dez brifes iht pillich von geribt geben 
solt ein abschrifl wanne in di angehört, daz wart im 
erteilt vnd diser abschrifl geben wann er dez begert . 
versigelt mit vnsers gerihts insigel daz dar anhangt, dez 
sein gezwg. di er^ameo manne Her Hanse Ortlib. Her 
Hanse Weigel . vnd Her Rodel Geifpart . der brif vnd 
abschrifl ist geben, nach ?ols gebart, drwzenhundert iar. 
vnd in dem Nevn vnd virzigstem iar. an dem freitag vor 
vnser frawen tag in der vasten. 
Die ganze saaber geschriebene and mit dem Siegel wohl 
erhaltene Urkunde ist Eigentbum des Herrn Freih. Paul 
Wilb. von Ebner. 

Es sind, wie bei jedem Vidimos, zwei Urkunden. Die 
ältere, beelaubiete, hat der bekannte Schullbejfs Conrad 
Grofs ausgestellt: als Personen kommen darin vor: Fried- 
rich Ebner, der Landscbreiber, and sein Bruder Albrecht. 



35 



Anzcijjor für Kunde der dculsclion Vorzeit. 



36 



Beide sind Süline Eherliard Ebners, zufolge einer Urk. vom 
22. Muri 1314. Albrecht Iiatle eine Kuniirund znr Frau 
und Älarb vor dem IC. Nov. 1347 (.s. l.udwio: der Bayer 
u. d. Sladt Nürnl)erg, p. 27). Er ist der Vater Albrerlit 
Eliner.-i am Salzmarkt, der am 7. Sept. 1375 starb, und 
Stammvater aller noch lobenden Ebner. Albrecht Ebner 
'j.'der Junge beifsl auch Albr. \i. nm Weinmarkt; er hatte 
Agnes I'Omerin , Schwester von Conrad und Fritz den Pö- 
• niern (Cod. dipl. llob.sch. n. 37), zur Frau und starb zwi- 
schen dem 28. Sept. und 21. Dec. 1363. Er halte zwei 
Brüder, Seifrid und Ilcrman: jener halle Kunigund, des 
Heinrich Grundherrn Tochter, zur Frau, llenniin ihre Schwe- 
ster Clara, nach deren frühzeitigem Tode er die Kunigund 
Langmiinnin nahm, die ihn überlebte. Er testirte am 31. 
Aug. 14U2, wobei seine Frau Kunigund und sein Sohn 
Georg genannt werden, und am 25. Aug. 1407 verkauft 
Frau Kunigund, des Ilerman Ebners seligen Willwe, ihr 
Eigen auf der Füll an Meister Ilcrman Steub, der Stadt Arzt, 
dahier. Der am 1. Nov. 1335 und am 21. Mai 1343 vor- 
kommende Ilerman Ebner möchte wohl der Vater dieser 
Geschwister (Seifrid, Albrecht, Hermou) sein; ob aber auch 
ein Bruder Albrechts des altern, wäre wohl zu bezweifeln. 
Zu diesen drei Brüdern kam noch eine Schwester, Elsbet, 
die den Hermann Vorchtel zum Manne hatte und von ihm 
zwischen 22. Okt. und 17. Dec. 1375 Wiltwe wurde. — 
Conrad Pilgram gehört einer längst erloschenen rathsfähigen 
Familie an, die gleiches Wappen mit der frankischen Adels- 
fnmilie derer von Eyb führte. Ebenso sind auch die Lang- 
man rathsraliig gewesen. Aufser der Agnes ist noch ein 
Kind des Landschreibers anzugeben, ein Sohn Fritz, den 
L'lman Stromer anführt. Da Veit am 15. Juni füllt, so ist 
die vjdimiric Urkunde am 14. Juni 1344 gegeben. 

In der vidiniirenilcn, vom 20. Miirz 1349 datirten Ur- 
kunde ist der Schullheil's Heinrich vom I'crg einer aus dem 
mit den Henfenfcldern und (jründlachen als dasselbe sich 
erweisenden Adelsgcsclileclit, das namenllich auch bei der 
Slirtung des Clarakloslers be.sonders belhciligt war. Nacli 
der Flucht de» Schult hei fsen Conrad Grofs -war dieser Ilcin- 
ricli , wahrend der Aufruhrherrscbafl , Scliiilllieifs ; machte 
aber, als ilie Ordnuni; wiederheri^eslellt ivurde, demselben 
wieder Plai?.. Er Unmint als Gevatter des obengenannten 
Ilcrman Ebner unterm l'.K Muri. 1379 vor und tliiit diesem 
den Gefallen , ihn und seine Erben der Lchcnschall wegen 
des Steinhauses zu Kraflshof, das weiland des Ehingers 
war, ledig und los zu sagen, sn dafs er es fUrhafs von dem 
heil. rom. Ucich zu Lehen haben soll. — Die drei Zeugen 
gclMircn natürlich dem aufrührisclien Kalbe an: Ortlib und 
Wcigel lind vielleicht beide aus alten, hingst erloschenen, 



aber rathsfähigen Geschlechtern. Hnns Ortlib kommt vom 
22. Dec. 1348 bis 8. Jan. 1349, nebst Heinrich Gold- 
schmidt, als fungirender Burgermeister und noch am 21. 
Sept. 1349 in der bekannten Urkunde vor, in welcher der 
Kalb von Conrad dem Lodner 40 Pfd. Heller borgt, um 
sie dem König zu schenken. Den Hans Weigel lindet man 
aufscrdem nicht im liallie; auch wiirc möglich, dafs er zu 
einer gleichnamigen, nicht ratlisriihigen Familie geluirl hülle. 
Dafür aber komrnl er unter den an Michaelis 1349 Verur- 
Iheilten und zwar zugleich mit dem Geisbari folgender- 
niassen vor : 

Geizbari vnd seinem sun Cnnrad ond seinem briuler t'iiii- 
rad ond seinem bruder F'rilzen , Hansen dem Weygel 
den fünfen ist die stat verboten XXX meil hindan ewig- 
leich bei dem Hals. 
Aber weder Ortlib noch Albrecht Ebner, noch Ulrich Stro- 
mer, die alle drei noch der Urkunde vom 21. Sept. 1349 
beigeschrieben sind, finden sich unter den Vcrnrlbeillen ; 
sie machten vielmehr ihren Frieden mit den Ausgewichenen 
und fanden, wie das wenigstens von dem Ebner und dem 
Slromer bekannt genug ist, Gnade vor den Augen des Kö- 
nigs und des Volkes. Kudel (Rudolf) Geisbart aber mit 
den Seinen blieb verbannt, und ist es erlaubt, ein seinem 
>'amen beigesetztes Kreuz zu deuten, so wurde er in den 
gesetzten Zielen ereilt und büfste mit seinem Hals. 



Zur FiNrIinrt- Uirrnliir. 

Von Dr. E. Weller in Zürich. 

Den von K. Gndeke im ., (irundrii's zur (iescliiclile der 
deutschen Dichtung" (Hannover 1857, § 164) gelieferten 
reichhaltigen bibliograpliisrliin Angaben bin ich im St.nnde 
Einiges hinznzufiigen. 

Güdeko, also wahrscheinlicli nuch die Berliner kön. 
Bibliothek, hat weder die Originalausgaben der Be- 
schreibung des nstronom. Uhrwerks noch der Thiermesse. 
Ich gehe die Titel dieser Originalausgaben genau nach den 
mir vorliegenden Exemplaren der Züricher Sladtbibliothck. 

„Eigentliche Fürbildung vnd Beschreibung des Newen 
Kunstreichen Asironomischen Vrwercks zu Stra|ibiirg im 
Mönsler, DijJ M.D.LXXiiij Jnr vollendet," 0.0. (Slrafsburg 
bei Jobin, wie der letzte Vers meldet). 

Grofsfolioblalt mit colorirli'ni Kupferstich. 
Anfang. Was ists? das die furübcr gehn 

Vor disem Wcrck hie also stehii? 



Zastände 

Sprache und 

Schrift. 
Bibliogrnphio 



I 



37 



Anzeiger für Kunde der deuixlicn Vorzoil. 



38 



Schlursreimc: AulT das nun jdcm wird beUant 

Sein inlialt , wäseii vnd verstand 
Hat Bernhard Jobin solcber massen 
Hiemit es euch fürmalen lassen. 

J. F. G. M. 
Itlit Rö. Keyserlicher 
Freiheil aufT — (wefffferissen) 
Anno M. D. LXXllII. 
Die bei Gödeke zuerst genannte Ausj^abe konnte schon 
deshalb nicht das Origfinal sein, weil es darin beifst: „das 
M. D. LXXIIH. Jar'': vielniphr ist es die drille. 
Das Original der Tliierincsse ist betitelt: 
Abzaichnus etlicher wolbedenklicher Bilder vom Rö- 
niisflieii Abgotsdinsl. 0. 0. ti. J. (Strafsburg bei Jo- 
bin. 1577). 
Folioblalt mit colorirtem Holzschnitt. Dieser Titel wurde 
in allen ferneren Aussahen gemildert. 

Erklärung vnd Auslegung einer von verschiedentlichen 
zahm vnd wilden Tbiercn haltenden Mefs. 0.0. (ebd.) 
1580. Fol. mit Holzschnilf. 
Erkliirunü: einer von versihicdenlliclien Thieren lialten- 
"' den Me(5, welches Monumenluni allhie im Münster 
gegen der Cantzel über zu sehen ist. Straßburg, bei 
J. Caroin. 1608. Fol. m. Ilolzscb. 
Vom ^ Creutzganff" gibt es eine zweite Separataus- 
gahc mit dem Tilcl : 

Neuer Creulzsan? elliclier fürnchmen päbstischen Irr- 
thumen. 0. ü. (Slrafsburff). Kili. 
Das „Prognosticon" bot auch Ausgaben von 1591 und 
1C61 (letztere von Thomasius cdirt, der auch den ,, Bie- 
nenkorb" und die „Ge.-chiclilklillerung" neu drucken liel's). 
Vom ,.Ehzuchtbiichlein" sibt es Ausgaben von 1579, 
l.')9}. 1595, 1619. 1623,168.3, von der „Fliihhaz" Ausg. 
von 1375 und 1(560, vom „Bienenkorb- A. von 1585 
und 1587, von der „ Gescbiehtklitferung" A. von 1577, 
1580. 1581, 1593, 1590, 1612, 1620, 1626, 1651, 
1657 nnd o. J., vom „Gesangbilchlin" A. von 1573,1590, 
1591, 1610. Man mbse tlie allen Mefscataloge von 1573 
an durchs('lien , es sind unwiderlegliche Dociimenle*) filr 
meine ücliauplung, nicht aber Bassacus oder Clessins, die 
nur excerpirlen. Aufserdem beachte mau die zahlreichen 
Cataloffe des 18. Jahrhunderts, welche doch wahrlich nicht 
systematisch verdruckte Jalirzalilcn bringen Kiinucn. 



Die no. 35 und 36 bat Güdeke wohl der Miltheilung 
des Hrn. Hoirmann von Fallerslcben in \\'eimar zu ver- 
danken, der meinen Aufsatz eine Zeil lang in Hunden halte. 



*) Wenn iiucli Kr. Vijrnnr in diu (inllinger Auzei},'en 1854 
Sl. i'iCt obige Ausgaben anzweifelt. Er bezweifelte ja 
aueh die ersti' A. fvou 1572) iler „(irofsrnuller l'rac- 
licli", die »owol in Berlin als in Ziirieh exi.slirl. 



Eine firoiMHiHrlie ltcnrli<>itiiiiiE <ler 

Von Prof. Dr. Iffn. V i ii /,. Zingerle in Innsbruck. 

Als meine Sclirifl iiber die Oswaldlegende schon gröfs- 
tentbeils ecilriukt war, erhielt idi durch die Güte des Herrn 
Prof. Dr. Frau/, Pfeillcr, Bibliothekars in Stuttgart, Nacb- 
riclit, dafs eine alte Prosalegcnde von Sand Oswald 
in der köu. ölfeullielien Bibliothek in Stuttgart vorhanden 
sei. Sie findet sich im Cod. tlieol. et pbilos. Quart >r. !?l. 
(Papierhandschrift aus dem 15. .labrliundert) und füllt 53 
Seiten. Der süligen Mitllieiluuir meines verehrten Freundes 
zufolge ist diese Legende nur eine Prosaauflösuug des von 
EttmUller herausgegebenen Gedichtes S. Oswalds Lebeo, mit 
dem es genau übcreinslimmt. Selbst viele Reime des alten 
Gedichtes zeigen sich noch in dieser Ueberarbeilung. Die 
Tochter des heidnischen Königs heilst hier Pia nicht Paniige. 
Diese Verwechselung, wie eine spatere Stelle „nu soltu 
genant werden Centurio über alles cristenlant" (im Ge- 
dichte: „vor hicze du, richer künic, Aaron, Nu soll du 
Zentinius werden genant über al diu krislenlunl") deutet 
auf die lateinische Bildung des l'ebcrarbeiters. Zur Beur- 
Iheilung des Yerliällnisscs dieser Prosalegende zum Gedichte 
mag folgende Stelle, deren Miltheilung ich Dr. Pfeilfer ver- 
danke, dienen. — Bl. C C L v iii *) 

„ Do Hoch der rabe bi|i an den zcbenden dag zu none- 
ziit . do swcbet er ob dem mere vnd Doge daz im siu krallt 
entweiche von grosser miide, waii er die zehen dag was 
gellogcn vngessen vnd vngelruncken vnd er sencket sich 
nider vnd sa|i vH' einen hohen stein (Kr iil-'i dem mere war 
gewahscn. Der Iiunaer vnd die nunle bat! jn also be- 
zwungen daz er kein freude rnocht balien vnd liegunde mit 
triiren clat.'eu. Zu liiint llo|i ein fische zu dem steine. Do 
der rabe den lisch sacb, do erschrack er von freidcn vnd 
swans siu gefider vnd fieuir den tische jn siu clawen vnd 
fiirt jii vIV den liolieii steyn \ nd begunde jn essen. Do er- 
sach ein wildes nicrHyp den rabcii vnd giciiii im binu nach. 
Zu Icsle gelieng sie jn mit den filsscu vnd fnri jn bin in 
dcß mercs griiot. Do der rabe in das mere kam vnd es 
die andern mere wjber vernainun do begunden sie iiile dar 
kuiTico vnd cnplleugen jn triir wirdiiilich. Daz >v)p die jn 



Literatur. 
Poesie. 



*) Vergl. Sani OswaUks Leben, V. 032 ff. 



.Iji-j f 



T«iiciL 

Mk am 4er xvi 



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heilaat htL jß tm ¥«i kr 
iWftiili« vSea stUtm wir Ja 4w v; 

: ««1 Mit ja hetro^ea wcvAea. 

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40 

^rmi aeacfc, «w •■ Mk 
4a i«k habe« vasser by dNoa 
hol fci laiafia «il. i« ffriag ja 



:.-^vaat 4er 



heylaa: 



iäe ligea "^^r^ hy OHMAer, aäer äe ren%ca äck 
Sehe, wcü äe 4er «-dl Crej4e WxTsag, 
t 'i hii waptr. alM iiri<ifa äe $»( £e 
i.'Mtfi vem ir kbea ait laag^'- 



Zur (.rscfaicht« 4e« A^e-i 
ra G. Xorel, BeUar 4cs 



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. aier b!>.- : ... im Cachti 
4er £tk «i ^wfc ra vwiea, 4er i«k iiliiati va4ea, 4em 
4ac «vgBt aa «aai. 4ea 4k i^fecfc. 
Uea aa Ae ae&efl a4er « Jv£. Iki ly' tis» aa «al famii 
U^ if kW Mia: ^ 4m at^- lua Ch* i<efk«a. 

!t tt ^ me U ts •4er s(kw> -.i ijT, vev«l et «a 

enb kne^ ««4 ikriB « :  w. 

)tem eiakfrta aa 4» I. dakea km* Ikakea) 

wafCewa ti r oAemi : «ff 4ea 

 •  r ^   !  ■• "'■>!■ lae . 



w 



:rea ra4 



T> 



41 



,\nzcieer für Kunde der deutschen Vorzeit. 



42 



vss dem hnh sterben, oder wen die hän huleod vnd des 
geliehen. 

Item by den ^acrameaten, suoder by dem lofT. also so 
die kinder werdend in den busern getoOt oder wenn ein 
kind der gerecht arm nit in den lolTkum|it, so syee es nit 
recht gelotn, oder wcü man im ein wirfel inbini so werde 
es ein spiler vnd des glichen. 

Item die zobry triben mit den messen. Also die da et- 
was legend vIT den allar heimlicb vnd das man dar vIT mers 
bab vnd daü damit zobry Iribend. Oder so man das sacra- 
ment vUliebt so bettend sy etwas Tür ellich krankeiten als 
für das zen we oder andere we. 

Item die mit den gewichten baiman. sunder die zu dem 
ersten von dem briester geschofsen ■werdent, oder die den 
Wyroch vfs dem tofTkorlzen niemend vnd darmit zobry Iri- 
bend oder ander lüt lerend. 

Item von den totten: Also wen die Menschen sterbend 
so far die sei durch das Wasser vnd reinge sich darin, 
deü schulend sy das wasser vss. Item die seien habind am 
samstag zv nacht kein pin im fegfür, vnd vil anders mee. 

Item von denen die gott in sine vvercb reden! , so es 
nit nach ireni v^iilen eät. oder nach irern willen witteret 
Oder waurum gibt er dem vil vnd dem wienie. oder wau- 
rumb bekeret er den von sinen Sünden vnd den nit. Wa- 
rum ist der glukhafftig vnd der vngluckhalTlig, oder warum 
laut den sterben vnd den leben. Oder warum hat er vns 
geschalten da er wist das wir werden sSnden vnd des ge- 
liehen vil. 



Vorstehendes ist entnommen aus einem Beichlspiesel 
des XV. Jahrhunderts (Handschrift in Einsiedeln, v. J. 1456). 

Derselbe füllt 13 Seiten kl. S''. und ist deutlich, Tur 
jene Zeit beinahe zierlich geschrieben. Im Anzeieer Bd. 
VI., S. 2U6 finden sich Fragmente ähnlicher Fragen aas 
dem XIV. Jahrhundert, wie denn solche auch in einigen Zü- 
richer Handschriften und anderswo vorkommen. 

Der ganze Beichtspiegel verräth eine gesunde und zarte 
Sittenlehre, wie zum Theil schon aus Obigem hervorgebt. 
Ueber das zweite Gebot heifst es t. B. 

Ilem der in schimpf (Scherz) schweret by got er siin- 
det tullich. )lan sul nit schimpfen mit sot, er ist ze hoch 
vnd och ze wirdig das wir mit im schimpffen stillend. 

Ilem die schwerend das war ist. vnd sy wanent es syge 
nit war von des besen willen wegen ist es tudMlnd. 

Item der srhwert das im todsänd ist oder ino scheidet 
von dem himelrich ist todsund. Also ich schwer ich will 
ein ertutlen oder ich welle nimmer bihten oder des geliehen 
st ein meineid als bald er sthwerl vnd ballet er den eid 



so sundet er zwifalt deü das werk i^t ein todsuod rud 
der eyd. — Leber das drille Gebot; 

Ilem frag : bastu all suüentag vnd bauen virtag in di- 
ner pfarrkilcben gehert ein gancze mefs von anfang bys zu 
dem segeu vnd och desglichen das gotzwort. vnd haut er 
das uil on merklich vrsach vnd billicbeit, so sundet er tullich. 



Die Stil'tNkirehe zu Gernrode und da« 
C^raltnial de« narkit^rafen G«ro. 

\uri Dr. Lucanus in Halbersladt. 

(Schlufs.) 

Aber die nähere Untersuchung des Innern der kleinen 
kapeile wird dies noch evidenter erweisen. Die Kapelle 
selbst, ein Quadrat von 10 Fufs im Geviert, mit 10 Fufs 
hohen Wänden, bat (je IS Zoll von den Ecken) 5 Fufs hohe 
Säulen, über deren kapitalen sieh in den Ecken oben 
Mschen bilden, über welchen sich ein einfaches, das Ganze 
uberscbliefsendes kuppelgewülbe erhebt. Der Eingangsthür 
gegenüber steht eine Figur von S Fufs Hohe, bekleidet wie 
die Fürsten um das Jahr 1000, in jeder Hand einen Stab 
haltend, die Zeichen der höchsten Gewalt. Leider fehlt das 
Haupt der Figur und die oberen Theile dieser Stabe; den- 
noch läfst sich nicht zweifeln, dafs diese Figur das Stand- 
bild des Gero sein mufs. .Nach Süden liegt, wenige Zoll 
über dem Fufsboden, eine Grabplatte von 7 Fufs Länge iL 
3 Fufs Breite; indes läfst Schmutz und Schult für jetzt 
keine nähere L'ntersucbung zu. .\n der Wand über dieser 
Platte bclinden sich 3 Figuren von Sandstein , die heiligen 
drei Frauen, die am Grabe unseres Heilands erschienen wa- 
ren. Lnter dieser Platte mochten wohl die irdischen Reste 
des ilarkgr. Gero zu suchen sein. Jedenfalls ist dieses Denk- 
mal eines der interessantesten und historisch denkwurdisslen 
Kunstwerke aus dem .Anfange des 11. Jahrhunderts, dessen 
Eigenthumlichkeit aus der Zeichnung deullich zu ersehen ist. 
Die Bezeichnung Bufskapelle durfte jedenfalls eine ganz 
zufällig entstandene, um so mehr völlig unbegründete sein, 
weil die Kirche, wie schon erwähnt, zwei Krypten für den 
gesouderteu Gottesdienst für Bussende besitzt 

Dennoch mag es nicht uberOUssig erscheinen, auch 
der Urkunde über das Begrabnifs des M. Gero gleichfalls 
abgedruckt in den Aceessiones Hisloriac Anhaltinae ton J. 
Cb. Beckmann (Zerbst. 1716), 'unsere .Aufmerksamkeit xu 
schenken . 

Exuvias etc. eondidit filia Ilirthuvigis etc. in »andapi- 
lam e\ plumbo roDfectam, quam in templum ad arc«« 



Land n. Leute. 

K18«t«r nnd 

Kirchen. 



^ 



Anzeisroi für Kiiinlc ilor ilciilxlicn Vorzeit. 



44 



(Triomplibogen) ante allarem deposiiit etc. Nori aiilcin 
sandupila pliimhe» lerra est liumatn, sed corpus in soiida- 
pilnm coiidiliim super paviniciiliini lempli saxo polilo le- 
(liini honorificentissime sepiillum est. Mortui Marrhio- 
nis efli^ies ut antea in loija viventis, sa.xo quod 
exiivias legil, in armis depicta et insculpta fuit, cum inia- 
ginibus Apostoloruin ac lali inscriptione : Aiinn Dumini 
965 die 14 Cal. Julii obiit illuslrissimus Dux et Marcliio 
Gero bujus ecclesiac fundalor cujus aninia requicscnt in 
pace. Amen! 

Die Beisflznii? des Gero ffeschab deniiiarh nrspnin!rli(b in 
einem bieierneo Sarge über der Eide. l> war dieser Sar- 
kophag mithin leicht beweglich und wird also unter dem 
Triumphbügen der nur mit einer llachcu Decke versehenen 
Basilica so iansc Platz behalten haben, bis das vorn nä- 
her beschriebene kunstreich erbaute nnd reich geschmückte 
Grabmal vullenilct gewesen sein wird. — 

Nun befindet sich /.war im hoben Chore ein Grabmal des 
M. Gero, welches der Fürst August von Anhalt demselben 
1645 errichten liefs; es stehet aber urkundlich fest, daTs 
man sowohl bei der Fuudamcnlirung als bei der Translo- 
cirung dieses neuen Grabmales auf die jetzige Stelle ziem- 
lich lief nachgegraben, überall aber nur Schutt, überhaupt 
keine Spuren einer Begriibnifsstclle gefunden hat. 

Auf dem neuen Grabmal von 1645 liegt die betreffende 
Fignr völlig geharnischt im Geschmack dieser Zeil. Am l'ri- 
terbau lesen wir: Anno Domini DCCCCI.XV die XIII Cal. 
Julii obiit illiisir. Dux et Morrliio Gero hnjus ecclesiac fun- 
dalor. 

In den Accessioncs Hisloriao Anliallinae ist aiub das 
Grabmal der Fladiivigis, der Schwicu'crtochter Gero's, er- 
wähnt, aber nur gcsaet : 

Hjduvigis scpidta est in mcdio ecciesiae corani Snnclac 
rrucis Altari ; 
jetzt ist weder von diesem Allare noch von dem Grabmal ir- 
gend eine Spur aufziilinden. 

In den genannten Accessioncs liclinden sich ancli die 
Kirchenvisitalionsprotokolle von I Id!' und 1 1'^'^. in wel- 
rhen jeder Grabstein selbst der uidiedeutcndsten Con\cntua- 
linnen spezifizirt, aber mit keiner Silbe das Grabmal des 
N. Gero und das der Harthuwigis crwlihnt ist, nnd scheint 
somit, dafs schon in jener Zeit die Wiinde von Fachwerk 
aufgerichtet gewesen seien , welche die l'mfassiiniren des 
Grabmales des Gero bl.< 18*y,j verdeckten nnd die zur 
Anlage von F^mporcn und Kirdistlihlen ircdienl haben, ja 
onf der O.stscile und an eini-m Tlieilc der Südseite beute noch 
aufgerichtet stehen nnd das südliche SeilenschilT vom Haupt- 
schiff sondern. 



Man vergl. ühor denselben liiirenslaml: I.. Putlrich, Denk- 
male der Baukunst des Millelallers in .Sacliseii, I. S. 39. 
Wir haben die uns eingesandte .\libildung nicht vorent- 
halten wollen, weil sie in nianrlu'u Stücken von der 
dort gegebenen abweicht. .\nni. d. Reilakt. 



Graue •luarliiiii MRlige llniirMlmltiiiig. 



Leben. 



Jliljrclbeill vun \\ . Freili. \. LO ffelho 1/., Domünendirector i"'''«'«''»!»«. 

Sociale Verbält- 

utid Archivar zu ^^'allerstein. nisse. 

(Furlsetzung.j 

Item aulf <ler rallie vnd junckfrawen tisch des morgens 
der obgedachte esseu vj. 

Des ^acllts v. also das ain beyessen vnd ain gemues ab- 
brochen werde. 

Auir der Briester vnd edellewt tisch 

Des moruens ain vor esseu. Suppen vnd flaisch. kraul 
ruhen vnd llaisch. ain jifelfer odur prattes am gemues. ist 
V. essen. 

Des Nachts 
Aiii pralles. \Md drew esseu darzu ist iiij essen. 
Auir der Marstaller ') tisch des morgens 
Suppcir vnd flaisch. kraut vnd flaisch. ain pfelTer oder 
pratte^. ain gemues. ist v. essen. 

Des Nachts nin pralles oder aingemachl flaisch. zway 
essen, ist vier essen, vnd allweg all tisch ain essen von 
viisern lisch. So mer tisch da sind, wie die inarslaller on 
den knaben. 

Den waclilciii. Ukiiw aiUtrn. bauknechten.-) Jager hüben 
vnd arbaillcrn. 

Des morircns ain siippen oder gcmiios. ain iiiillich den 
arbciltcrn. den andern ain Mi|>|)cn. 

Des Mittairs suppen viid llaixh. ain kraut, ain pfell'er 
oder eingemacht flaisch. ain gemues oder mylich. iiij essen. 

Des Nachts. Suppen vnd flaisch. ruhen vnd flaisch oder 
eingemacht flaisch. ain gemues oder niillich. iij essen. 
An aim bannen -') Vasllatr daran man iiit ayr ist 

Vir vnsrcn lisch, nin vor essen al|i ain rogcl ') durch- 
eescblatren crbcs. ain säur hebery niue|i.'') ain schon niues.'') 
grost brol ") darein ain weiu- rom- ") millidi- hier- Hanf- 
erbis- zwibel - ke|i - suppen. — Doch dienen elllich der 
suppcM an taL'CM daran man ayr yst. 

Hays hechl ndcr ander visch. 



') Stnlllenle, Ucilkneihlc. — ') Oecononiiu-KnorhU'n.Solini. 
I, m>. — 'l gebannlcn, d. i. grbotiniii. .Sclini. 1, ITli. — 
»J Bogen. Schm. III, ti!t. — 'j llarcriiius. — «J Schon Mus, 
Mehlbrei von sogen, schönem Mihi , il. i. feinem Mehl. — 
') Gerottetes Brod. — •) nahm. 



45 



Anzeiger liir Kuinio der deutsilien Vorzeit. 



46 



Ain kraut. Innlieii viscli oder folilieii. reng^ken. ') lachs 
oderHciiiifir. yellichs zu seinerzeit darzu einttemaihte visch. 

Aiii Baihes. ') al|^ obliitteiisellz ^) vfl'g-eslriclieii. vlT 
brolt lielTenkilchen. schiiillcii iiiiil kalt orlfoii. Ikiiiiiimi."') 
bersiili ') oder gesiilts visch oder bratvisih. 

Aiii gemiie». vier essen vistli. 

AulT der rathe vnd Junikfraii lysih der obiredaclilcri 
essen vj. ain essen von visclien. vnd der andern ains ab- 
gebrochen, dan wie vfT viisorn tyscli iij essen visch. 

AiilV der priestcr vnd Ivlelleiil lisch, ain snppen dar zn 
hay(i visch. ain kraut darzu haclien visch. einijeniacht visch. 
oder so man die nit gehaben mag ein baches. 

Ain gemiies. iij essen visch. 



') Felchen, GangGsche, Blaufelchen. — Renken, d. i. Uci- 
nank, Sahiiu Warlinanni. Schni. III, 10.i. — 'J üeliaikenes. 
') Sellz, cingckochlcr Saft von Krüchlen. Schrn. III, 241. 
*J Barbe, li^irbus cunununis. — ') Barsch. Porca vulgaris. 
[KortsetLuiig folgt.) 



Heraldik. l'elier «lic Y%'n|t|teii uii <lei* KiKerkaitelle zu 

IBa.>>Hriii't. 

Von C. H. Frhrn. Holh v. Schreckenslein, k. w. Ober- 

lieulenant, zu Ulm. 

üuicii dio .lliltheiluna- des Hrn. Prof. Ucidclutl" (Anzeiger 
V. J. Iböö, Nr. 12.) veranlafst, erlaiilic !< Ii nur die Frage 
zu stellen : in wiefern Wappen nichliVankischer Familien 
in grOfserer Anzahl an dem fraglichen ßaudenkmale Platz 
gefunden haben sollten ? Ohne im Geringsten vorgreifen 
zu wollen, bemerke ich denn doch, dafs beim Mangel einer 
durch Inschrift naher erfolgten Bezeichnung die Beslinimung 
der siimmtlichen Wappen zweifelhafter Art nur unter An- 
wendung der schärfsten Kritik und kaum ohne urkundlichen 
liuckhalt erfolgen sollte. 2u dem am angef. Orte unter b. 
milgelheilten Wappen möge die Bemerkung erlaubt sein, dafs 
bei einem Wappen des 14. Jahrh. kaum an einen grünen 
Baum in rüthem Felde gedacht werden kann, weil ein sol- 
cher Vcrstofs gegen die iichte Wappenkunst damals unerhört 
gewesen wäre. Gelbe und goldene Felder werden durch 
die Zeit nicht selten roth. In Ulm un der sog. Zcnnhnuska- 
serue ist ein interessantes E.xempel einer durch Wind und 
Regen, nicht aber durch L'nkenntnil's des Malers, erfolgten 
heralilischcn Mifsgchurt zu sehen. Der Reichsadler, doppel- 
ko|)lig und im SlyU; des Ausganges des IG. .lahrh. , mben 
dem Wappen der Stadt Ulm, aber weils im rotlicn Felde. 

Hier wurde das Schwarz des Adlers von Wind und He- 
gen völlig vertilgt, das Gold oder hellere Gelb tivf Schildes 
abgespült, während die rolblich braune Untcriiigc blich. 



Für eine gewisse E.xciusivität bei den Turnieren, mit 
denen, ni fallor, die Hafsfurter Ritterkapelle in Verbindung 
steht, bürgt eine in von Gunderrode's nach^^elasseneu 
Schriften, in der Abhandlung über den Sladtadcl, zu lin- 
dende Stelle. Es ist vou einem Turniere zu Würzburg die 
Rede (1479) und du heilst es denn: „die von Schonherg 
und Mendt (?) seyn Meissner und scyn doch zu diesem Tur- 
niere zugelassen worden." Leider kann ich wegen .Maneels 
des lielreffenden Buches die iiltere (Juelle, die Herr v. Guu- 
derrode citirt hat, nicht angeben. ,,: , ■,.•,,; ,,;, 

Bei den Wappen zu Hassfurt durfte, falls nicht das Ge- 
genlheil evident ist , stets für fränkische Familieu die Prae- 
sumplion sein."*) ■, ,, 



*) Vergl. Scchsund/.wanz.igstcr lahresber. des hislor. Vereins 
für Untcrfranken und AschalTenhurä;. S. 16. fl. I). ReilaUl. 



nari ItaieHtiitimiiesel K. .Tfaxiiiiiliaiiii« I. 

Seit Heineccius durch sein Syntagina hisloricum de ve- 
teribus gerinanornm aliarunu|ue nalioniim sieillis (1709, ed. 
sec. 1719) die Sphrasislik oder Sieffclkunde von der Di- 
plomatik eniancipirte und zu der Stellung einer eigenen 
historischen Hills« issenscliafl erhob, ist für eine fernere 
wissenscluiflliche Begründun? dersidben , wenn wir etwa 
Galtercr ausiuhmen , wenig geleistet. Doch erkannte man 
seitdem mehr den W erlh der Sie^elkunde für Epigraphik, 
Genealogie und Heraldik, für Kennlnifs des Kostüms und 
andere Seiten mittelalterlicher Kultur ninl war besonders in 
der ncncrn Zeit durch Veroirentlichiing von Material aus 
den sich jetzt wenigstens' Iheilweise oirncnden Archiven 
bemüht, der zeitffeniäfscn Anlage eines spliragistischen Sy- 
stems nach wissenschaftlichen Grundsätzen Vorschub t.» lei- 
sten. Sehr viel zu dieser zunehmenden Berücksichtigung 
trug die erkannte Bedeutung der Siegel für die Kunstge- 
schichte bei — eine Seile, welche mit iNarhdruck hervor- 
gehoben zu haben ein Verdienst der Neuzeit ist. Von die- 
sem Goichlspunkte aus beansprucht die Spliragislik eine 
selbstiindige Stellung; hier ist sie nicht mehr Hilfswissen- 
schaft, sondern hat als Inbe^rifT einer Knnstühung, die sich 
durch zahlreichste Belcire von den allcsten Zeiten an in ih- 
ren .\nhiniren, ihrer i'^iitw icklung und Ausbildung zur liücli- 
stcn Vollkommenheit nachweisen und vorfolsen liifst. einen 
Werlh, der sie ulier die .Niiinismalik und der Mi'daillcnkiinde 
ebenbürtig zur Seile treten hifsl. Dann hat vielleicht keine 
andere Kiinslubnng diesen Vortheil der Spliragislik, ilafs 
sie einmal ihren Charakter so erschöpfend durch die Masse 
zur .\nschauniig bringt, in allen dunh IndiMdualiliileii ver- 



Spbragistik. 



41t 



Anzeiger für Kunde der deulsrhen Vorzeil 



48 



ursachten Nuancen und feinen Aliweicliunpen, und diifs sie, 
Hnnd in Hand mit der Entwickluner des Kunslffesrhmarks 
überhaupt, wegen der ?enau zu verrok'enden Clironolosie 
fUr diesen ein sicherer Moafsstab ist. 

Diese Bedeutsamkeit für die KunslireMhidile haben be- 
sonders die Majcstali.>iegel der deulschen Kuiiiue und Kai- 
ser. Von den einfachen Darsteliunffen , wie sie anrunglich 
eben der Raum eines Siejelrinffes gestaltet, vom schlichten 
Kopfe Karls des ür. an, der erst uacli der Kaiserkriiuung 
den l.i)i'l)eer in Nachahmung römischer Imperatoren ange- 
nommen zu haben scheint, tritt nach und nach das .Sieircl- 
bibl immer organisclier und reicher liervor , allriialilicli ent- 
faltet sieb die Ornamentik, bis der zweite Heinrich zuerst 
auf dem, freilich noch sehr bescheiden conslruirtcn, Tbrori- 
sessel mit Heichsapfel und Scepler >ich darslelll. Von die- 
sem Kaiser an beginnen diihcr ilie Majestätssicgel, jene 
grofsern Siegel, die den Herrscher in seiner vollen Herr- 
lichkeit, im Schmucke seines Kuiserornates vorführen: die 
Siegel, die sich in spaterer Zeit hiiufig selbst als sigilla 
majcstatis nachweisen.*) AVie sich von der Zeit an auf ihnen 
die Kun.-l immer mehr bemühte, die Hoheit des Oberhaup- 
tes mit den ihr je nach der Zeit zu Gebote stehenden Mit- 
teln vorzuführen, ist nicht unsere Absicht auseinanderzu- 
setzen, um so weniger, als Heineccius, Gatterer u. a., unter 
den Neuern besonders ROmer-Büchner die einzelnen allmiih- 
lich hervortretenden Züge in der Entwicklung sattsam ange- 
deutet haben Wir beobachten ein stufenweises, immer rei- 
cheres Ausfüllen des zunehmenden Sicgelfeldes : der an- 
fänglich bescheidene Schemel wird zum Sessel, hinter dem 
thronenden Kaiser wachs! eine Lehne empor, die Ornamen- 
tik gliedert sie in die Formen des romanischen, dann des 
germanischen Stils, Säulchen, Bögen und Fialen gestalten 
ein immer mehr architektonisch ausgeführtes Bild, in dessen 
Mitte der Kaiser im herkömmlichen Schmuck, umgeben von 
den W appcnschildcD seines Hauses, thront. Eine solche rei- 
chere Ausfuhrung des Siegelbildes beginnt bereits mit K. 
Adolf v. .Nassau, ohne dals jedoch in den nächsten Zeilen 
eine gleichmäfsige Fortentwicklung stallgefun>li'ii IihKi.'. .Mit 
K. Sigismund und seinen Nacbfoleern beginnt schon die 
Blulliezeit : ihre Siegel gehören zu den vorzüglichsten der 
Stempel.^clineidckunst ; allein den Höhepunkt erreicht diese 
ohne Zweifel cr>l mit dem hier abgebildeten Majcsliitssiegel. 

Hie Abbildung, ungefulir in der halben Grofse des Ori- 



*) Nach Galtcrcr, Abrifi der Diploinolik S. 173, soll schun 
K. Otto III. ein Mojotalssiegcl geführt haben. .Mit Kö- 
lner - Rürliner datircn wir jedoch »olrhe erst von Hein- 
rich II. 




ginals (4" 8'"), enthebt uns einer weilliiuligern Beschrei- 
bung und Zergliederung der trelTlichcn Komposition des- 
selben. Das Siegel befindet sich in dem k. preuss. Haus- 
archive zu Berlin, in dessen Besitz es durch eine Schen- 
kung des geh. Registrators Vofsbcrg iibergieng. Als das- 
selbe dem german. Museum anvertraut ward, um davon 
einen Abgufs zu nehmen , bedurfte es der gröfsten Vor- 
sicht. Vielleicht ist hiernach Hr. Vofsberg im Stande, wei- 
tere Aufschlüsse über dessen Ursprung zu geben. 

Dieses Majestätssiegcl war sicher für den Kaiser Ma.\i- 
milian I. bestimmt, denn die Portriitidiiilichkeit mit diesem 
ist zu sprechend; auch der ganze Charakter, die Kompo- 
sition und die Ausführung weisen es jener Blülhezeit der 
Stempelschneidekunst zu, obwohl wir hier so wenig wie 
bei den übrigen Kaisersiegeln wissen, welchem Meister es 
zuziisdireibcii sein möchte. Wie es vorliegt, scheint das 
Original nur ein Probedruck zu sein — und aus diesem 
Umstände liel'se sich erkliiren, einmal • warum es noch ohne 
Umschrift ist. dann: warum, wenigstens so viel wir «issen,  
keine amlenn derartigen Abdrücke vorkommen. Die andere 
Frage allerdings, die sieh daran knüpft, warum ein solches 
unübertrolfenes Meisterwerk, würilig der Zeit eines Albrecht 
Dürer und eines grofsen Kaisers, unvollcndil blieb, wird 
wohl für immer unbeantwortet bleiben. Ma,\imilinii ist in 
der laugen Reihe der Kaiser der erste ohne Majestatssiegel 
mit seinem thronenden Bildnifs; seine nächsten Nachfolger- 
haben deren melirere. Dieser Unislniid ist rüthselbafl. 

.1. Mr. 



(Mit einer Beilage.) 



Vcraiitworiliche nedncllon: 



Dr. Froih. v. u. i. Aufaesa. Dr. A. v. Eye. 
Druck TOD Fr. Campa di tiobu in Ktlmberf. 



Dr. G. K. Fronimann. 




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•^•^•il'fi'"f fiift iillc ijftitbctcn 3.>ö ( ff v flamme filr itre (icfcfjicbtlicfjcii iinb 6ultiir?ujlänbe fin if'iifn ciiiciii(n'imltitn-g 9Ja« 
tiLMialmiifanu t'ejt6cn, fo rie i'ritten, graiijcfen, Sdjmcteii, Säiun, UiU3arM ii. a., iräfrent) fcttfl tciiiafie in allen ein- 
',elnen teiitfdjen (Staaten nns *Urot:iii^cn ifanbeg» «Bluffen für ibre Literatur», Äitnfi= mir Giilturiiefdjidjte teflef'en, irelc^e 
jiifammfnijcnommen ein fafl iinüberfel;lmrel ÜJJatfrial entlialten, fetite todj tiofier tfr ®cfci mm 1 1' eit teä teiitfcljfn 
a>L^lffä fin iTcmeinfamfä bciitfctje^, ein aud) tie auper bfn ©renjfn beä BeutfciKn Siinbcä lit^fiiDen ivrmanifd'cn \liinre 
einfd^Iifpf nbfi^ ala t i en ,i l m u f f u m. 

iBir fennen nun facjeii, e§ tfl ein foIcteS erricblft, nnb 5a'ar in einer ter ebrn'ürbtnilen nnt gröfuen bev i'er« 
maliiien reutfdien 31ficl;§ilät)te, in 3!firn6eri], wo ftcl? nod; i>or5iiiiea'eife äcbt ^enlflter Gbaraftfr bea'abrt finret. SBäre 
l;ifv ükiim, tie üiefdjidjle ber (Sntilebuiig unb Sortbilbmui bfS ijcrmanifdjfn üJhifcumS jn cr;äbfen, f!e n'ürre iöiandjcni 
ii'ie eine 5'a6cl mitten in unferer nüchternen, inatfrielten Seit Hiiiiien. 5lber gerabe hierin liegt ein 3fii9"iÖ UM^re" 39«' 
türfnijTes, gute sPürgfdjaft einer geitclicrlen Sufunft 

Jtuim U'ar nur rer ^ülan ^ur i'tgrünbung cineä naiionalfn *B}nfeum§ für 2)futfd)(onb, unter i'orfte ©einer je^t 
rtgicrenren >D!aieflät bef^ Äönigä 3 o Dann ton Sactjfcn, i'on ^rl'Ufirt; i'frfammfUcn fac^fnuBigen 'Könnern alltr btut» 
fifefn ätaatfii im Jjerbfle 1852 ^u 3)reöben befdjloffen, ulnie irgenf nod) rie matfrifUeii >ll{iitii ;nr "^hi'Jfübrnng ffSfflbcn 
^u ftiinen obtr ju fatfigcn, fo boten fd^oii 3 teutfdje üanDfäfüri^en einen nnirbigcn ©i)? in ibren Staaten ciw iint> balb 
baranf erfolgte für baS >JJ}nfe»m bie '^tnerfennung ber fentfdjen sUunbeSterfammlnng jti gr'inffnrt alS ein beutfd;»na« 
tionaleä Unternebmen, foii'ic ber fönigl. ba'.ierifdjen Olegiernng alä jurifiifdje »i'erfon unb Stiftung für i'eleb^ 
rung in beutfd)biflorifd?er ^unfl unti SSiffenidjaft ©erabc aber bie ebreni^cUe C^oncurrenj breier beutfdjer OTonarc^en 
für 's'difnabmc tfä üJhifeumä in ibre Üante '-•erbinberte u-äbrenb ber erflen 3abre, fincn befinilicen Si^ üi erlangen, 
ber irobl vrociforifd) ^n 9Jürnberg iiUid) '^Infangö gfiiommen, abfr erfl jeßt in befonCcrS bultyoUer 2?frürf|Utnignng 
©einer Vülajeftät t>e6 JConigc üJiarimilian II. i' o n i'aiurii Durd; Cirirtrbung bcü grotjanigen Jtar tbä u ff r fl c ile r S 
;u ^Jiürnbcrg für immer gefidjert U'urbe. !tod) nid)t nur finen iiu-gen feiner billorifdjfii '-Pfffutiing unr ardnifltoni. 
fdjen Sdjönbeit um 'JlnSrebnung a-abrbnft claffifdj unb grcfjartig ju nennenben feflen @ig bat baf germanifdn- i'hiffum 
bier im Jper^en !I>euti'd?I an b8 geironncn, fontern bnrd) feine eigene i^cbeutung ijcit eö nud) in ben ^er^en tieler 
5)eutfd)en ftc^ einen '4}la§ errungen. 3)cr enge Siaim bifftr Seilen gfflattet nnä feine an6fübrlid)e 'iluSeinanber« 
fegung; iver jebod; tiefe über baä «Bhifenm n'ünfdfi, möge fie in ben „ I)cnf fdir ifien " unc in ter St'M'djrift beS 
üJiuftumä „5Iu^ciger für Ännbe ber tentfd^fn isor^eit", irie in ben 3 3 ab re S be r id) te u von 185i biß 185(5 fudjcn. 
'Jhir angebeiiiet fei bifr, bafi Der Jp au vt 511' ecf tti germanifdu-n '.ifaiionalmufenmi} nidjt babin gfbi, bie «dnife bent» 
fdjer j?nnfl unp l'iteratnr auf .Itoflen beS gegeninirtigen 'l'fjlpee in OriginaUn ;n cfniraliftrfn , u'ftin and; bfrgifidjen, 
füRfit lu- gtfd;tnfÄ= obfr faniciveife ern'orben uerbfn fönnfn, aliJ böd)i"l nnllfomnifn unb ;ufrfrifnlid) antgenomnu-n n-fr« 
ben. *Bielmebr ifl bie J&au Vtauf gab e beS aJhifeuniS, neben bitfen ailmäblid; fidj ^nfammeMnutfuffn Originalen, 
nnt neben finfr moglidifl tcllilänbigen biflorifdien -^31 blt tb e f , bif in anrern ©amnilnngcn fid; finbenren be b eu« 



tfntildi Scbj^c beiitfcfcer 'JJorscit, Q3robucte Der Äiinft unn l>e8 6) oiucrbf If ige 8, iiad) allen iHicl;tiiii>ifii 
fcer 6iiltur;iiiläiirt '.-oti reu frjlfii Qtiifäiiijfii an in gttrriun Govict» turd) 3fitfe"U"9 ""*' "Jltgni ^ufammeiiuififllfn. 
^tllfS iibrii\c hifbor ®cl>ctiiie, foii-fit c8. nidjt coi'irt u-irt, ((l ii'tniiifJfnS in bcfd^rt i te nt f 2jer ;f id) n i ffe ;iini 
j)Jadnrfiff Ter Griilciu cinuitraivn, iitfetcrrä 2^ertahrfn ijl nanientlid! bei allen f d)r if 1 1 id)en C-uellen für (Jiterfd!iiii,i 
ter lMilcrii"d,'en 3i'i^'^"ff reiitfd)er 2>er;eii eingef'alien. Xae uininitlidK firciui f n (l e m a I i fd) iieoitneic «DJatcrial an 
Ori.iinateii , ßeviecn nnt? i>er;eidnuiTfn ii'irt jum Ifirtnern "Jlufnnl'en mit alvba t e t i fd; cn Sad)«, lierfiMieii» iinb 
OrtSserjcidjnifTen verfeben. 3n allen 5l'eilen be8 OTiiinimS U'irt corl.iufiii nur biö ;nr illitte teä 17. 3abr(niiitert9 ije> 




ibrer ibätiiifeit ifl, U'eldje fid) aber and) biä jeft fdjon auf (Irlebigung tcn einfdJlägigen 2ln fragen nnt *2lufträgen 
erjlrerft. 

>)lid)t iincrbeblid} ünr aud) tie fd)on angelegten Sa nun hin gen be6 ÜhifenniS in Originalen nnb (Foyieen ange« 
iradpfen, iieldje au8 einem '2lrd)iu von lÜ.ÜOO Originalurtunten unb 'Jlftcnbanrcn , einer '^ibliot^cf con 20,000 
(Biinben , ;u bereu jieter QSerniebrung fit^ ber beuifdje 'I'n dpl.'nn bei, bereit? nabe an 300 93erlai^8ftrmen, terbunten 
bat, au8 einer >IIJün5= unt @ieg e l fa m ni tu n g \^on 12,000, einer ÖJemälDe', ■i'c i n i at ur en = , -öan r^ei djn un gS », 
Äu i' ferflid)» iinb ^^ol ; fd)n i 1 1 fani nilung alter älJcifler von 5000, einer Santnilung niittelalterlid)er ytafiifdjer 
Ännjtiierfe ton 500, einer eanimhtng bi ilinifd) c r -.'Ibbilrungen vcn 6000, einer *2ütertbnm8i"antniUing vcn 2000 Stücf 
beliebt. 

J5ragt man, nober tcun bie 3?iittel ju i'dtöen '^Irfaeitcii unb Sammlungen fommeii, fo fönnen irir mii ^anfbaver 
Srcubigfeit antiverten : „ton beulfc^en Siirjien unö QSolf, ebne llnterfd,ne^ ceä iStanbeä unt> 33erufe8." 3" bt't 
gegenii-ärtigen jäbrlidjen Kinuabme scn circa 12,000 fi. tragen fafl fämmtlid^e Souiieraine Teutidilanb^, Oeflerrei^ 
unt *13reupen toran, >Jlegierung8faffen , 3?a!iern mit 2500 fl. an ber Singe, tie fatbolifdjc unl' vroieflantiidje (Seij!- 
lic^feit, bie für)llid.'en unt> gräflidjen ® t ante Sber r n, abelidje ©utS^eirn unb O eco no nie n, ©tabtm agi flr aie 
unb ^(Jör verfdJflftf n, 3)iilitär8, Gitilbeamte, 5 a &f 'f'""f " unb Äaufle ute, Oelelirte nnP Uüriea t verfone n 
aller teutfd'en l'ante, ja fegar im fernen 'JUielance uobln-etlcnp bei. ^Igenten Pee ilhifeunio, fd)on über 100 an ter 
3i»bl, tercn größere i'ermebrnng tringenbeS i-etürfnif; i|l, nirfcn an i'erfdnotcnen Onen alc 'i^einiitiler teS lliufenm^ niit 
bem griigern 'liublifum, n-äbrenb ein ® eleb r i ena u 8 f d) u§ con 200 rcr berententflen 3J?änner beulfdnr iL'iffeiifdjait 
unb .Rnnfl l>en gröfjern , ein l'eru'a l tungäauS f d) u fj i>on 24 ben engern OJatb beä ^üiufeumS biltet, au8 beren *DJitte 
5 — 7 5u i)curnberg u-ebnenbe ©lietier al8 l'of a Iau8fd)u § bie lanfenben ®efdjäfte in monatUdien Siöungcn beratben. 
2)a8 'Diufeum fiebt mit fämmtlidjen reutf(^eu 9lfacemieen ter SCBifienfdjaft unb mit etlidieu fteben;ig iu' reinen für 
®efd)id;tä» unp 'Jllteribumefunte in fieunblidiem iicrfebr unt> SdjriflcnauStaufd) unp je länger je mcbr regt ftd; ein leb- 
i'afteä 3niereffe in ireitern Jlreifen ter ®efeüfd?aft für baS ':er einigen 3abrfn flein unb unanfebnli* begonnene ®erf. 
@oU anS ter jungen, lebenJfrifd^en liflaii^c eine miidjtige beutfdK t?id'e, ein bleibenteä Xenfm<|< teutidjer 
(ä^re, iöi ff eufdia f t, Jlunfl uns Äultur uerten , fo bebarf e8 aber nod) U'eiterer ^Pflege unb Jpiilfe. Darum ireic 
3eter, »em jene beben ®üter unferer i)lation am •^er^en liegen, fem fdjon großen Äreife ber hurtigen unb ebrenbafteu 
SOJänner bei, Purd) Peren J&ülfe c8 allein möglid) U'urpe, ein \o gropartigcS Pcutfe^eä 3hi ti onaheerf ju 
grünten unt biS l)ie('cr ju fübrcn. ®elingt e6, burc^ gemeinfameä 3" finunienaurf cn — irobei aud) pie 
fleinfle ®abc nid)t ^urürfgeitiefen ifi*) — baä crbaOene große 3u"I 5" erreidn'ii, fo airt nnc tie üladMv elt ibren 
Sauf, ba« QluSlanb feine Qlt^tung nid)t i.'erfagen. 

<llin\bfrq, .im o. Jebmar 1«57, 



DiT Ul1r^tan^ unti riunlauordiuO licö i]iTmantrd)i*n niiliuualmiUVunhi : 

Itr. Aibr. ü. u. ^u '^liiffcfj, I. i'ovftaiib. Dr. 23ccn, II. tHnitaiit. 

Dr. ;Dic|j, *}.<ri>fcfTpr. Dr. .^opf, ;1fcftcr. .Hotte, ^liodnütaniiMlt. .ftrcUnfl, Xircftin. Tlttä, JWcfht^anivnlt. 

Olomift, ;)icftür. Seiler, vcdit(?fuutigcr ?D?aj)iftraiorath. 



•) ©ubferi»)lion«jttifl licjtn bei uiib (önneit eniirebet ture^ einen Slgenten te« flermaitif(^en iWitfeiim« cbei inimitteli'ar an toJfelbe 
(ingefrnbct ivetbtn. 

Xturf »cn 5t. Öamte & So^n. 









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BKiL vciE ZI >i \\zFJ(Äi:n viw iviXDE um ni:uTS( iiE\ mhy/avt 

1857. A? 2. Fchruar. 



Chronik des geniiaiiistiieu Museums. 



Dn die Herren Sludienrcktor Dr. Lochnur und Holrnlli Ur. 
Ghillany aus dein Verwaltiuijjs- und Loeiilaussclinfs schieden, 
so traten durch Alisliniinung des Nerwiiltini^'saussi husses die 
Herren Seiler, rechlsluindiger Magislratsralh, und Mcrcls , kgl. 
Advokat dahier, in deren Stelle ein. ., ; 

Es gereicht uns zu einer besondern Freude, den Gßnnern 
und Freunden des german. Museunis vun der endlichen Ueber- 
lassune der liarthaiLSC zu i\'iirnherc an das Museum die sichere 
Naclirichl frehen zu künnen. Se. Majestät liuiiig Maximilian 11. 
von Bayern hat noch am Vorabend seiner Alireise nach Italien 
"eruht, die rebervvcisungsakte zn initerzeiclinen , su dafs nun 
das Karlhüuserkloster mit grofsarligcn Baulichkeiten und wei- 
tem Areale, soweit- dasselbe noch Slaatseigenlhuni, dem gcnn. 
Museum iiberlnssen ist. Somit hat endlich das jNationalnuiseum 
einen ei<;i;neu festen Wohnsitz und damit auch sicheren Be- 
stand gewonnen. Begabt mit einem so ■jrofsarligt-n Besitz- 
Ihum, tritt nun das >ationalmusenm in eine zweite Periode sei- 
nes Daseins, in der es erst nach allen Seiten die Kräfte seines 
Organismus mit freudigem ilullie entfalten kann und im glaubi- 
gen Vertrauen, dafs es jetzt, da es auf festen Boden hinausge- 
treten ist, um so sicherer auf die Thcilnahmi: und kriiftige 
Unterstützung der deutschen Regierungen nnd des dcutselien 
Volkes rechnen darf. — Denn, obwohl sich das gernian. .Mu- 
seum bereits durch die ihm zudiefsenden (ieldbciträge einer jähr- 
lichen Kenle von 12,000 0. zu erfreuen hat, so ist dasselbe 
doch auf einer Seite mit aller Anstrengung nicht im Stande, 
ohne grörscre Mittel seine neuen E i n r ic;h tungen in den 
ihm nun gewordenen Localitäten auf würdige Weise herzu- 
stellen null zugleich seine begonnenen und weit gediehenen 
schriftlichen und künstlerischen Arbeiten plnnmiifsig und in 
grofsartigem .Maf.-^stahe durchziifiihren Auf der andern Seite 
jedoch diirfen wir den deutschen Hegierungen wie dem deut- 
schen Volke, welche bisher ihre warme Theilnahiue durch wohl- 
wollende Unterstützung b e t hii tigl eu , vertrauen, dafs sie ein 
30 weit gediehenes, zum Nutzen und zur Ehre dos ganzcMi 
deutschen Volkes gestiftetes Institut nicht ohne die nöthige wei- 
tere Hülfe lassen werden, dafs vielmehr auch nnch diejeni- 
gen, welche bisher theilnahmlos erst die Erfolge abwarten 
wollten, nun sich den thäligen Kürderern und Krenuden der na- 
tionalen Sache anschliefsen nnd gerade dadurch die von ihnen 
erwarteten Erfolge bcsilileunigen und in gröfscrem Mafse er- 
möglichen werden. Da das Museum weder eine Staats-, 
noch eine Privatanstalt, sondern eine aussehliefsl i che 
Aationalanstalt ist, so niufs es sich auf gemeinsame Hülfo 
sowohl der Staaten als der Privaten stützen, und gerade darin 
glaubt es sich nicht zu täuschen, wie die Erfahrung bisher 
zeigte. Auch jetzt können wir wieder Erfolge melden, die 
die.* bezeugen. Se. Ourchl. der Erbprinz Heinrich XIV. jung. 
Lin. v. Keufs zu Schleiz, sowie nachsiehende deutsche Standes- 
herreu haben sich im Laufe eines Monats mit nicht unlieiUnten- 
den Jahresbeiträgen belhciligl: die llcrrcii Fürsten Friedr. 



Karl zu llohenlohe u. Wald enburg-Sch il lings fürst in 
Waidenburg, Karl zu Hohe nlohe-Bar lenstei n in Bartenstein, 
.\lbert zu Hohenl o h e- Jagst lierg in Barlenstein , Johaoo 
Adolf zu Seh warzenberg in \^■ien, Hermann zu Wied in 
Neuwied, Edmund von Clary u. Aldringcn in Venedig, die 
Herren Grafen Julius von Seh äfs berg-T annheim in Tano- 
heim, Graf C a rola th- Beuthen in Carolath, Graf Albert von 
Kechberg in Donzdorf, Graf Heinrich v. Schünberg- Gla u- 
chau in Glauchau, Graf v. d. I. ippe in .München. Se. Durchl. 
Fürst Ferdinand von Kinsky zu VVchinitz u. Tetlau hat sich 
durch (Jeldgeschcnk von 50 D. C.-.M., die Stadt München 
durch ein Geschenk von 100 fl. nebst Jahresbeitrag v. 10 fl., 
Herr Georg Bodemer, Baumwollenspinncrcibesitzer in Tscho- 
pau in Sachsen, durch ein Geschenk von 300 11. den lebhaf- 
testen Dank des .Museums und aller Freunde desselben erwor- 
ben. Solche Beweise der .\nerkennung und Theilnahme dienen 
in dem uncrmüdeten Verfolffcn der schwierigen Aufgabe eines 
IVationalmuscnms zur besonderen Freude und Aufnmnte- 
rung. — 

Neue .\genturen wurden im verflossenen .Monat errich- 
tet in Egcr, Glauchau, 0hl au, Sonneberg und Stade. 

Als sehr nachahmungswürdiges Beispiel wissenschaftlicher 
Unterslülzung unseres Museums müssen wir hi<;r dankbarst er- 
wähnen, dafs die Universitätsbibliothek in Bonn uns gegen 
1000 Urkundenregesten milgelheill hat. 

Auch für die im iVachslehendi'n verzeichneten Geschenke 
sagen wir bescheinigend uusern besten Dank. 

.111 !': 



I. Für das Archiv. 



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Daumenlang, Forstamtsactuar, in Herzogenaurach : 
(58^. lJislalluni;sbrief Markgraf F'riedriclis von Brandenburg für 
den Wildmeistcr Johann Heinrich Döllncr. Pap. 1756. 

Joh. Reinhardt, Literat, zu Bofsbach : 
6^'J. l rKuudeiiliiK'h ans .Materialien der Landesbibliolhek und 
des Archivs zu Fulda u. n. Orten, zusammengestellt von 
J. Reinhard. Pap. Abschrift. Enih.: 61 Urkunden von 
1,'<05-1635. ' • 

Sedimaier, qu. k. Rcgicrungs-Rcgistrator, zu iVordendorf: 
69U. Ordnung der Gebrüder Hans und Ulrich von llurnheim 
Über das Verfahren bei vorkommenden Appellalionon ge- 
gen die Urtheile ihrer (ierichte; 12. Febr. l-IMi. Pap. 
601. Urfehdebrief di's Acbatius Grasmcir zu Nordendorf für 
Veit von Weehselrain zu H<diehnrg und llieronynnis von 
Seybersdorf /.u Ualleubnrg ; 31. Jan. 1192. Pap. 
692. Kaufbriel iles .Magnus Bissinger zu Nordondorr fiir Chri- 
uliiin Harscher zu W «Itershafeii über ein fugwerk Miihd 
zu Aordi'uclorf : I. .''epi. 15.')!'. Pap. ,, , j, ,, 



51 



Anzeiger fiir Kunde der deiilsclicii Vorzeit. 



52 



693. Rcvi;rs des Hiitis Scliwi-ririier iiiiil .Micliael .\llli:iiiier, als 
PIlejiiT, und des Stephiiri Iluckler, als .Meisters des heil. 
Geiäl-SpilaU zu Uinkelsbiihl, über die Verleihung einer 
Herrenpfriinde an Anna lieekhin von Donauwörth; 29. 
Dec. 1565. Pap. 

694. Lehenrevers des .Miehael Fischer zu Wortelslellen für 
Karl M olfj»ang Berhlinger zu >ordendorf und Windach 
über IS Taffwerk Keld und 3 Tagwerk Wiesen in Wor- 

''' telstetlen und im Plafreriliofer Ried ; 1565. Pap. 

695. haurbricf des Leonhard llueter zu .\lliuarshoven für >ar- 
zifs Kretzlcr zu Ehingen über 2 Tagwerk Feld in Eiiin- 
gen ; 23. Febr. 1597. Pap. 

696. Instruktion zu einer Unterredung mit den Ili'rren Provi- 
antnieistern weecn der zu Kirchheini eincjuartirten Reiter; 
25. Okt. 1622. Pap. Original und Abschrift. 



II. Fül- die Bibliothek. 

J. J. W^eber, Verlagslmchh. in l.eipzii;: 
34UI. J. I'elzhnlilt, Katechismus der Bibliothekenlehrc. 1856. 8. 
3405. (;. A. Jahn, der Komet von 1556. 1856. 8. 

J. H. Deiters, Verlagsbuchh. in .Münster: 
34()6. Die kir( liliclien Hymnen des Breviers. 1855. 8. 

Bernh. Friedr Voigt, Buchh. in Weimar: 
310". I'. W . Barfufs, (ieschichte der Uhrniachcrkunst, licraus- 
gegeben von E. Schreiber. 1856. 8. 

J. B. Cotta'sclx' Buchh. in Stuttgart: 
34ü>. I,. Hanke, franz. Gesch. vornelind. im lü. u. 17. Jahrb. 
1—4. Bd. 1854-56. 8. 

3409. Die Edda, die allere und jüngere, übersetzt v. K. Sini- 
rock. 2. Aufl. 1855. 8. 

3410. K. Sinirock, altdeutsches Lesebuch in neudeulscher Spra- 
che. 1H54. 8. 

3411. .M. Rapp, (irundrifs der. Gr.'iinmatik des indisch-europiii- 
schrn Sprarhslaniini'S. 1. Bd. 1H52. 8. 

Vandenhoeck & Ruprechts \irlag in Güttingi-n: 

3412. Bibliotheca hislorico- geographica, herausgcg. v. E. \. 
Ziichold, 1. Jahrg. 1. Ilft., von G. .Sehnn'dl, 1. Jahrg. 
2. Ilft. bis 4. Jahrg. I. Un. IH.53— 56. 8. 

3413. 11. V. Müglin, F'abehi und .Minnelieder. Ilernusgeg. von 
W. .Müller. 1848. 8. 

3414. W. Muller, über die Lieder von den iVibelungen. |K45. H. 

3415. A. F. II. Schaiiniann, zur Geschichte der l:]roberiing Eng- 
lands durch geriiian. Slainnic. 1H45. 8. 

3416. F. W. Retllicrg. Kirchengeschicble Deutschlands. I.u. 2. 
IM. 1H.16 u. 4R. H. 

Friedr. Vleweg <& Sohn, Buchh. in lirnunschweig: 

3417. A. A. K. S< hliMcniiitrher. bibtiograph. System der ge- 
saiiiiiiten Wi.ssi'nsibaft.-kunde. 2 Thie. 1H52. H. 

3llH. \\ . Armnaun, llHnilliu< h der allgeni. Geschichte 1. u. 4. 
Tbl. 1853 u. 55. H. 

Ad. Büchting', Buchh. in .\ordbau.icn: 
34l'.i. ('. V.iiLi. ober da» Ilnndwerksliurschen- u. Ilcrbergswv- 
sen in Deut.schland. 1856. 8. 



Ed. Leibrock, llulbncbh. in Brauuschweig: 

3420. ('. Scliillir, rcbirblick des Entwicklungsganges d. Kir- 
chen-Architeclur. 1854. 8. 

Hermann Costenoble, Buchh. in Leipzig: 

3121. Friedr. Knmer. (Jescli. d. Pädagogik. 2. Aufl. 1857. 8. 

Hermann Fritzsche , lindili. in Leipzig: 

3122. Nobbc, Slaninibaum der Familie des Dr. .Marlin I.ullur. 
1856. 8. 

R. L. Friderichs, Buchh. in Elbcrfcld : 
3423. Heliand. Christi Lehen und Lehre. >ach dem Allsach- 
sischen von K. Sinirock. 1856. 8. 

C Wagner'sche Buchh. in Schwiebus: 

3421. ('. II. Wagner, die brandenb.-preufs. Gesch. 1855. 8. 

Hermann Mendelssohn, Buchh. in Leipzig: 

3425. Gescliicbtcu aus alter und neuer Zeit. II. 1851. 8. 

Carl Rümpler, Buchh. in Hannover: 

3426. \. ,hi.„l)i, Slaven- und Teutschthum.- 1856. 8. 

3427. 0. Schade, Satiren und Pasquille aus der Reformnlions- 
zeit. 2. Bd. 1. Lief. 1856. 8. 

3428. Die mittelalterlichen Baudenkmaler Kiedersach.sens. Her- 
ausgeg. von dem Arcbitecten- und Ingenieur-Verein für 
das Königreich Hannover. 1. Heft. 1856. 2. 

J. A. Stargardt, Buchh. in Berlin: 

3429. F. II. V. (I. Ilagen. Bilder aus dem Ritterleben und aus 
der Rillerdichlung nach Elfenbcingcbilden und Gedichten 

des Millcbillers. IS'iß. 1. 

Verlagsbuchhandlung des Volksschriften-Vereins 

in Zwickau: 

3430. Schatzkiistlein deutscher Geschichten. 4 Bde. 2. Aufl. 
1844—48. 8. 

3431. E. A. Aeumeisler, die Errichtung des Augsburger Reli- 
gionsfricdens. 1855. 8. 

3432. Umschau in deutschen Landen. I. u. H. 1848 u. 54. 8. 

3433. Der Vertrag zu Passau im Jahre 1552. 1852. 8. 
T. O Weigel in Leipzig: 

3434. A. Reicbenspergcr, vermischte Schriflcn ulier die christl. 
Kunst. 1856. 8. 

3435. T. 0. Weigel. Vcrzcichnifs der \ylograph. Bücher des 
15. Jahrb. 18.56. 8. 

3436. Chr. S. Th. Bcrinl. Ilanilbuili der Wappenwissenschaft 
1856. 8. 

3437. Das deulschc Volk. X.\I. Bd. 1856. 8. 

3438. (E. H. Kncschkej, die Wappen der denischen frciherrl. 
und adrl Familien. 18,56. H. 

Landes-Industrie-Comptoir in Weimar: 
313U. II. \. .Mulilcr, Gi's< liiclilc der e>angel. Kirchenverfassung 

in der Mark Brandenburg. 1846. 8. 
34 10. II. F. Mafsmanu, der Egslcr.^lein in Westfalen. 1846. 4. 

J. G. Wirth u. Comp., Buchh. m Mainz: 

3441. J. A. M Brühl, die Jesuiten. 1853. 8. 

H. L. Brönner, Buchh. in Frankfurt a/.M. : 

3442. G. Sinii>n, Ludwig diT Heilige und seine Gemahlin, dio 
heil. ElisDbcth. 1854. 8. 



Anzeiger für Kunde der (letilsclien Vorzeit. 



54 



3443. Derselbe, die Geschichte Hessens in Biographien, l-.'i. 
Bdchn. 1855—56. 8. 

3444. K. Enslin, Frankfurler Sagenbuch. 1856. 8. 

3445. A. E. Fröhlich, Winfried genannt Bonifazius. 1856. 8. 

3446. H. Wcicker von (ionlcrshauscii, ncniruTnelcs Magazin 
musikalischer Tonwerkzeuge. 1855. 8. 

Hahn'schr Ilofluuhh. in Hannover: 
3417. Mijiuiiiiinta (n-rnianiae, cd. (!. H. I'crtz. Scnptoruni T. 
.\il. 1856. •-'. 

Directorium des Gymnasiums /.n Trier: 
344K. 3 l'rograiiimc. 1843, 44 u. 45. 4. 

K. K. Centralcommission z. Erforschung u Erhal- 
tung der Baudenkmale m Wim: 

3449. Dies. Milllicilungen. Redaklcur: hiirl Wcils. I. .lalirg. 

Ocl. nn.l >ov. 1856. 4. 
Trowitzsch U. Sohn, Ilolliuchdruckcrci in Frankliirl a/O.: 
34,50. .Monatsschrift Icir IVcufs. Stadtcwcsen, redig. v. B. ljra»(;r. 

Jahrg. II. Heft 12. 1856. 8. 

Verein von Alterthumsfreunden im Rheinlande zu 

Bonn: 

3451. W. J. Braun, ilic Trojaner ani Rheine. 1856. 4. 

Friedr. Eurich U. Sohn, Besitzer der acad. Knust- Mu- 
sik.- und Buchh., in Linz: 

3452. Beitrage zur Landeskunde für Oesterreicli oh der Enns 

und Salzburg. 5. Lief. IS 16. S. 

Sociale royale des antiquaires du Nord m Copeu- 

hagen: 

3453. Dies., niemoircs. 1S4II— 44. Ih44. 8. 

3454. Dies. Anticprarisk Tidsskrift. 1852—54. 1854. 8. 

Friedr. Herdegen, Antiquar, in iNürnberg: 

3455. Regesle einer Sammlung von Originalurkunden etc. 
fl856). 8. 

Dr. C A Pescheck, Archidiaknn, in Zittau: 
3156. llMilnanns ßcM.rland, epislülae XII. 1847. kl. 8. 

Dr. G. Barsch, kgl. preufs. geh. Regierungsrath, in Cob- 
lenz: 

3457. Joh. Overheck, die roni. Villa liei Weingarten. 1H51. 4. 

3458. W. J. Braun, die Kapitole. 1849. 4. 

3459. Ders., Erkliirung eines antiken Sarkophags zu Trier. 
1850. 4. 

346(1. Ders., Jupiter Doliihenus. 1852. 4. 

3461. Der.i., das Judeuliad zu Andernach. 1853. 4. 

3462. Ders., zur (Jcschidile der Thehaischen Legion. l855. 4. 

3463. Ders., die Trojaner am Hlieine. 1856. 4. 

3464. Vnl. Kose, de Arislotclis hl.roru dirie et anctoritate 

comment. 1854. 8. 

3465. Sander, die Katastrophe im Orient. 1855. 8. 

3466. Das Jacohifi-sl in Sieghurg. (.1847). 8. 

3467- .Milthciiungen an die Mitglieder des Vereins fiir Aassaui- 
Bche Alterlhumskundc und üeschichtsrorscbung. Ar. 4 u. 
5. 1852. 8. 

3468. Annnlen dess. Vereins. 4. Bds. 2. u. 3. Ilft. 1852 u. 
55. 8. 

3469. J. S. Scibcris, der t»hcr-Freistnhl zu Arnsberg. 1856. 8. 



3470. Katalog der .\llerlhiinier-Sammlung des Ilofrallis Dr. fo- 
mes in ('ucheni. 1856. 8. 

H. Runge in Zürich: 

3471. Ders.. der Berchtolds-Tag in der Schweiz. 1857. 8. 

J. F. Keiblinger, Sliflscapitular und Professor, in Melk: 

3472. Ders., Beilrag zum diplumatarium ausirincuni. (1851). 8. 

Meidinger Sohn & Comp., Buehh. in Frankfurt «AI.: 

3l7:t. J. \. Sdiellel, Kkkehanl Eine (iesehichle aus dem 10. 
Jahrh, 1855. 8. 

Freih. A. v. Witzleben in Wiesbaden: 

3474. l'ronraniMi ihr hlip-l.iL'eschichle in Kofsleben. 1856. 4. 
K. Sachs. Verein f. Erforschung u. Erhaltung Va- 
terland. Alterthümer m Dresden: 

3475. Ders., Mittheilungeu, 7. u. 9. Ilft. 1854. u. 56. 8. 

Gesellschaft f. Frankfurts Geschichte u. Kunst in 

Kr.Miklurt : 

3476. Ders., periodische Blatter. .\r. 8, 9 n. 10. 1856. 8. 

Polytechnischer Verein in Würzburg: 

3477. Leolr. .Vdelnjann, bajerischu Trachten. Unlerfranken. 
18.56. 2. 

3478. Ders.. Rbou-Album 13 ßl (». J. qu. 2. 

Dr. L. A. Warnkönig, geb. llolraih u. Ilniversiliils-Pro- 

fcssur, in Tübingen: 
3179. Messager des sciences historiques etc. .\nnec 1856. 2, 
u. 3. livrais. 8. 
Bub, Gastwrrth, in Nürnberg: '' 

3480. 4 Calender vom Jahr 1628. 12. 

G. RÜU, AKlnar, in iVürnberg: 
3181. 2 Calender vom Jahr 1628 12. 

Historischer Verein für Krain in Laibach: 

34S2. Dirs,, Millliednugen. Dec. IS.'>6 4. 

P. Dambacher, Scribent am german. .Mnseuni: 

3483. Gilbert Burnet, Heise durch die Schweitz, Italien und ei- 
nige üerler Deutschlands. 3. Edil. 1693. 8. 

3484. ("br. Weigel, die Welt in einer Nufs oder die Historien 
vom .\ufang der Welt. 0. J. 4, 

Ein Ungenannter in Aürnberg: 

3485. Nc«c Zejlung, Wie die Rom. Key. Mny. aulT den .\X. 
Oelobris, defs XLL Jars, mit einer trelTlichcn Armada, 
die .Statt Algiern zu Erobern, daselbst ankommen, etc. 
0. 0. u. J. 4. 

3486. Zirfeo, ordentliche Beschreibung <lcs gewalligcn Tbnr- 
nieres zu Bofs vnd Fufs. etc So Anno 1570. ... zu 
Prag , . . gehallen worden ist. 

Sturm, Dberlieutenant n. RegimentsarIjulanI, in Kurnberg: 

3487. Allaiu Manessou Mallet. Kriegsarbeit o. neuer Fe.slungs- 
ban. 1672. 8. 

Jos. Zahn, l'rofessurs-CnndidBl, in Wien: 

3488. Tb. hrclsdimann, jus publicum (iermauiae. \ul. 1. u, 2. 
1792—94. 4. 

3489. 0. Aicher, hortus variurum inscriptionum. 1676. 8. 

3490. Für .las Valler-Laud defs Bayerischen Lowens getreue 
(iefahrlin ilcr Isar-Cesellscbain. 1703. 8. 



M 



AnzcijTpr fiir Füiiidt» iIit (lonlsilii'n Vdi/.t'il. 



56 



3491. A. Pfiiler, BelraclilunciMi über die Quflli-ii iiiiil Fi)lKen 
der iiit'rkwürdigsli'n Kovoliitionen imserfs Jidirhiiridcrts 
179». 8. 

3192. Anb. .Mirneiis, codex doniilioniiiii pianini. 10^4. 4. 

3493. Juh. Ilcumann, d. Geist d. (Jesclze d. Tvutschcn. 1761.8. 

3494. Jos. Uli, Ueschicble drs Zweikiiiiipfis. 18Ö5. 8. 

3495. (iri-g. holb, sirits roiiiiincirurii l'unlilicum. 1724. 4. 

3496. Job. Eck, loiiivs priiiivs homiliiirvm svpcr evnnjclia de 
tempore adversiis Lullieriiiii. 1534. 8. 

3497. H. F. J., Estrup, idea hierarcbiac ronianac. 1817. 8. 

3498. Sacrosancli el oecvinciiici concilii Tridenlini canones et 
decrcta. 1621. 8. 

3499. Job. Hübner. kurze Kragen ans der lieiienloEie. 1737. 8. 

3500. Wilb. Sibickbardt, weiterer Bericht von der (liegenden 
Licclilkugel, welche den 7. Wov. eischiencn. 1624. 8. 

3501. Pelr. Berthavlt, Klorvs Gallicvs. Sivc rervm a veteri- 
bvs GaNis hello ■fcstarviii epitoine. 1632. 12. 

3502. Ders., Florvs Francicus et. Edil. sec. 1632. 8. 

3503. Joa. de Lact, Gallia, sivc de Francoruni regis dominus et 
opibiis coniincntarius. Ex ofTic. Elzev. 1629. 12. 

3504. 4 Bliitler eines Stnninibucbs des Hu;;o .\ugnslin v. Scho- 
ncnhurg. 1564 — 1618. kl. 8. 

3505. St. Jo. Stepbnniu.'i, de regne Daniae et Norwegiae in- 
suiisq; adjncenlilins: juxla ac de Holsatia , dvcatv Sles- 
wicensi traclatus viirij. Ex ol'fic. Elzev. 1629. 12. 

3506. Wilh. Beckers, sinopsis jvris inipcrii romano-gcrmaniei. 
1654. kl. 8. 

3507. Job. Gvallerins, chronlcon chronicornin ccclcsiaslico-po- 
lilicuni. 1614. 8. 

3508. Th. l'rusius, inisccilanea Silcsica. 1722. 8. 

3509. J. T. Sprenger, de jvre aedificii. 1655. kl. 8. 

3510. K. Oberleilner, die nordischen Ronen. 1818. 4. 

3511. Thcopbylaclus, in evangelinni Mallliaci rnnrralio, inlerpr. 
Jo. Uccolampadio. 1524. 2. 

3512. Divers tralltez, conlracls tcslanicns servuns du prcuves 
et d'illusirations anx nienioires de IMiilippe de C'oniincs. 
Edit. nouv. 1706. 8. 

3513. Josl Stengel, bewerte Bier-Künste. 2. .\ull. lH7ü. 4. 

3514. 10 weitere Merke verschiidenen Inhalts. 17 Bde. 8. 

Dr. Ed. Freih. v. Sacken, Cu.-iios am k. k. Münz- und 
Anlikencabinet, /.u >Nicri: 

3515. Dcrs., die k. k. Ambraser-Sanimlung, beschrieben. 2 Th. 
1855. 8. 

3516. Jos. Arnelh, das kgl. .Münz- und .\nllkcncabinet, be- 
schrieben. 2. Anll. 1854. 8. 

3517. Ders., Beschreibung der zum k. k. iMUriz- und Anliken- 
cabinctc gebiirignn Statuen, Itiislen, lielicfs, Inschrirten, 
Mosaiks. 6. Anfl. |R56. 8. 

C. RöTsler, Dociornnd, in Wien: 
35IH. I)re_\er!ey. Denkwnrdigi- Zeytnng nur» Prag v. 16. Jan. 
u. 17. Kehr. l.'iHI. 4. 

3519. iVewe Zeiltnng. kurzer bericht, ilcl's . . . Einzu)(i des 
Biim. Kiiy. .Mny Jelio /u Trag. 

Freih. Strein v. Scbwartzenau, (iberstlieuienuni nur 

Schlofs Daniiner bei Tirscbligel. 

3520. Dcrs., der Konneliible Kiirl v. noiirhon. Brlder aus sei- 
nem Leben und seiner Zeit. 1852, 8. 



3521. Ders., Gebilde der Phantasie. 1855. 8. 

Historischer Verein v. Unterfranken u. Aschaffen- 
burg in W iirzbnrg: 

3522. Ders., Archiv 14. Bd. 1. IKi. Ls.^jÜ. 8. 

Ludw. Alb. Freih. v. Guiuppenbergc in Wnrzbnrg : 

3523. Ders., Ges("hichte der l''ainilic v. (iiinijtpcnberg. 1856. 8. 

Philipp Held, Dr. jiir., in Miinchcn : 
3Ö'J1. IKr.^. , ilii» Hecht zur AnlslilliiMi; eines Coadjutors mit 
der Nachfolge. 1848. 8. 

Geschichts- u. Alterthumsforschende Gesellschaft 
des Osterlandes m .Vliunburg : 

3525. Dies., Mitlheilungcn. 4. Bds. 3. Ilfl. ls.50. 8. 

Heinrich Lempertz, InlKil.cr der Firma: .1. M lldieric, 
in Köln : 

3526. Ders., Bilderhefle zur Geschichte des Büchcrbandcls. 
Jahrg. 1857. 2. 

Dr. Märcker, k^l. preuls. geh. .\rclii\riitli u. llausarchivar, 
in Berlin: 
3.Vi7. G. Ilesekiel. Kliichlzner. 0. J. 8. 

Dr. Job. Voigt, geh. Regierungsr:illi. K. Ilisloriograph u. 
llniversitiitsprol'essor, in Kiinigsberg: 
3523. Ders., Briefwechsel des Freih. Sigismund v. Ilerbcrstein 
mit dem Herzog Albrecht von Prenfsen. 1856. 8. 

3529. Ders., Streilhandel zwischen den Herzogen Ludwig dem 
Biirtigcn von Ingolstadt und Heinrich dem Iteic.hen von 
Landsluil über die Landerlheilung von 1392. 1850. 4. 

Kgl. geh. Archiv zu Königsberg: 

3530. Job. \ oigl, codex diplojjiaticus Prussicus. 5. Bd. 1857. 4. 

G. D. Bädeker, P.uchh. In Essen : 

3531. L. licudcr, die deutsche Geschichte. 1855. 8. 

C. Scriba's Buchh. in Friedberg: 

3532. J. iMarbacb, hessisches Diclilcrbuch. 1857. 8. 

L. Cohn, Dr. phil., in Breslau: 

3533. G. .\. Sienzel, scriptores reruni Silesiacarum. 1. Bd. 
1835. I. 

3534. J. G. (iriiner, liist.-slallst. Beschreibung des Fürstenlliunis 
Coburg, S. Saalfcldiscben Anlhells. 1783. 4. 

3535. J. P. v. Gundling, hislor. \achriclil von dem Lande Tu.>- 
cicu. 1723. ,4. 

3536. Ders., histor. Nachrichten von dem llerzogtb. Parma und 
Placcnzn und der.solhen Dopendenz vom Kitni. Teiil.sch. 
Reich. 1723. 4. 

3537. F. Zidimann, hist. l'niersuchung defs Siirhs. gesamnitcn 
Ilanpt-Wappcns. 1723. 4. 

3538. rnlcrsuchung v. il. kayserl. Tllul uinl \\ urdi'. 1723. 4. 
3530. Tb. (i. W. Eniminghavs, coninicnlarivs in jus Susntence 

anliquissinnini. 1755. 4. 
3540. J. V. Born, die VcrBchwftrung gegen d. Kurftlr.sicn >\il- 

helni IL von nessen-Cassel. 1824. 8. 
3.")ll. Iliir. Megiser, roni. imperal. vilac. le.")?. 8. 
3542. J. Tröster, pdpstlirher Siietonius. 1671. 8. 
3513. (ivaldi. von ili'ui Leben und Wnndel Frauen Olynipinc 

.Maldachini. 1);66. 8. 



57 



Anzpiffci Tür Kunde der deutschen Vorzeil. 



58 



J. W. Neumann, l.andesbestelller der IVudiTl.iusilz, in 
LübLcii : 
3544 Ders., Geschichte der Krcis-Slndl I.üblx-ii. 184(). 8. 

3545. .1. G. Worlis, inviDtiiriiiin ili|iloni;it. l-usiiliiie ini'crioris. 1. 

Bd. 1S34. 4. 

3546. F. Di'dt'kind, Grohinniis, von groben sillen. 155.3. 8. 

3547. eil. .A. HiMiniann, der politische l'bilosopiuis. 1714. 8. 

3548. J. K. Holbmaiiii, histi^er Poete. 1711. 8. 

3549. llaiRij-Uevtrs Triiinipir. 0. ii. J. 

3550. Juh. .Maiibiis, lucoruiii communiiiiii collectanea. 15G3. 8. 357 1. |)i,- lUiilscben .Mnndarti-n. Ilcraiisgeg. v. G. K. Froiii- 

3551. C. G. Homeyer, YcTzeichiiifs deulschcr li<u:htsbü( her. 
183(). 8. 



Gust. Heckenast, Buchh. in l'isih: 
;i.i6s. ,1. (;.l,liarl, das kirchbcbi- Jahr. 1856. 8. 

Franckh'sihe Buchh. in SliillgHrt: 

3569. A .\rnch., die Geschichte d. reinen .Malhenintik. 1852. 8. 

F. E. C. Leuckart, Bnolili. in Breslan: 

3570. K. .1. Iti'iniannj S|)iesell>ilder ans dem .Menschenleben. 
1857. 8.' • 

V. Ebner'sciie Bnrhh. in IViirnberg: 



Vereinsbuchhandlung in l'-crlin : 

3552. K. Kosuiiberg, Gescliichle des hrandrnb.-preurs. .Staates. 
2 Bde. 1855—56. 8. 

3553. Berühmte Schriflslellcr d. Dentschen. 2 Bde. 1854—55. 8. 

Gust. Hempel, Verlaj.'5l)nrhh., in Berlin: 

3554. Ir. Kursier, Prenlsens Helden im liricii und Frieden. 
1851. gr. H. 

Gödsche'sehe Buchh. in Meifscn : 

3555. 11. .1. Karlik, Grünilunj; der I'riinionslralenser-Abtei Tepl 
in liölinien. 1856. 4. 

3556. A. I'rinz , Geschichte «nd Beschreibung des Walllahrls- 
ortcs .Mariaschein. 1855. 8. 



mann. 4. Jahrg. Jan. — März. 1857. 8. 

C- Scriba's Bmlih. in Kriedberg: 

3572. DinUuuril. u. iiiilzliclicr hessischer Antiijuarius. Ilcraus- 
gcg. V. C. F. Üiiniher. I. Bds. 1.-3. Bog. 1856. 8. 

Rud. Weig'el, Buch- Kunst u. Landkarlenh. zu Leipzig: 

3573. Ii. Weigcl, llolzscimitte lieruhniler .Meister. IV — XIV. 
1855— 5(i. 2. 

3574. J. G. A. Frenze), die Kanzel in d. l»oinkirchc zu Fried- 
berg. 1856. gr. 2. ,...---- . -. . 

3575. C. Fr. v. Rumohr, Hans Hnlbcin der Jüngere in seinem 
Vcrhältnifs zum deutschen Formscliniltwesen. 1836. 8. 

3576. A. E. Uinbreit, über die Kigeiihimdigkeit der Malerform- 
schnitle. 2. Hft. 1840—43. 8. 

3577. J. (j. V. Qiiaudt, Verzeichnifs meiner Kiiplerstichsanim- 
lung. 1853. gr. 8. 



G. H. Wigand, Bnchh. in Leipzig: 
3557. J. II. \\»in, die «esentl. Grundlage der inünuniLUtalen 3578. J. G. A. Frenzel, d. Kupferstich-Sammlung Friedrich Au- 



Bauknnst. 2. Ausg. 1857. gr. 8. 
J. G. Müller, Buchh. in Gotha: 

3558. Gotha und seine Umgebung. 1851. kl. 8. 
Dittmer'sche Buchh. in Lübeck: 

3559. K. Deecke, Lübische Geschichten und Sagen. 1857. 8. 
F. F. Haspel sehe Buchh. in Schwiib. Ifall: 

3560. llruli \. Iluttens Jugcnd-Dichtungin, übersetzt und er- 
läutert V. E. Münch. 2. Ausg. 1850. 8. 

3561. Kurze Geschichte der Walllalirlskirche aul' dem SchOnen- 
berg bei Ellwangen. (I. J. kl. 8 . .i-, 

3562. llu^ü von Langenstein, ein schoen vnd anmuelig Gedicht, 
wie ein heidisoher Kling, genannt der Liltower, wunder- 
liarlich bckert vnd in l'rüsseiiland getoullt ward. 2. 
Aufl. 0. J. 

K. K. Centralcommission z. Erforschung u. Er- 
haltung der Baudenkmale in Wien: 

3563. Dhs.. Milihc-ilnn^'i n. Hidaktenr: K. Weifs. I. Jahrg. 
Der. lh.")G. 1. 

Th. Chr. Fr. EnaliO, \erlagsbuchh. in Berlin: 

3564. J. Mützell, geistl. Lieder der cvang. Kirche aus dem 16. 

Jahrh. 3 Bde. 1855. 8. 

3565. L. Erk, deutscher Licderhort. 1856. gr. 8. 
Rob. FrantZ, Buclili, in llalberstndt: 

35tit). 11. Kranlz, dir Zustande der chrisll. Kiscbe in den ersten 
sechs Jahrhunderlen. 1856. 8. 
Wlenbrack'sche Bucbli. in Torgau: 



gust II. K()nig von Sachsen. 1854. gr. 8. 

3579. K. Naumann, die .Malereien in den Ilandschririen der 
StadtliibliollHk zu Leipzig. 1855. 8. 

3580. U. Weigel, altdeutsches Holzschnitt-Alphabet. 1856. 8. 

Comit6 z. Redaktion und Herausgabe der mähr. 
Landtafel in Brunn: 

3551. l.andlalVl, VII. VIH. Lief. 18.56. 2. 

Se. Durchl Hugo Karl Fürst zu Salm in Brunn: 

3552. Landlafel, VII. VIII. Lief. 18.56. 2. 

Sornick, l'aslor, zu Haynewalde : 
3583. Ch. F. Crausse, sjlloge ainoenitaluui hislorico-crilicarum. 

1688. 4. 
3.584. J. I'li. Cassel, histor. IVacliriclil von dem Miirlirer St. 

liulpe. 1765. 4. 

Bernh. Grueber, Archilect und Professor iler Baukunst, in 

Prair: 
35s,,. Inrs., t harakterislik d. Baiidenkinale Böhmens. 1856. 4. 

Vincenz Pröckl, Inspeclor, Sladlarchivar, «evident und 
Baumeister, in Eger : 

3586. Ders., Eger und das Egerland. 2 Bde. IS 15. 8. 

Henneberg, alterthumaforsch. Verein in Meininpen: 

3587. Ders., die Almlierrinuen deutscher Kegonteuf ilien aus 

dem grall. Hause. 1846. 4. 



Ein Ungenannter: 



V. F, 



3567. V. J. („uUch. Denkwürdigkeiten der alt.sachs. knrfürstl. 3588. DcnScbe Predigten des Mll. Jahrb. llerausgeg. 

Residenz Torgan. 2. AnO., von J. ( hr. A. Bürger. K. (iricsliaber. IS4I. 8. ^ - 1 • ' 

j|a55 g 3589. A. D. Gender, >ila Juannis Stnupilii. 1837. 4. j 



dSfC^ 



Anzeiger für Kunde der diMilsrhen Vorzeit. 



ep 



Gerstenberg'srho Buchh. in llildcsheim : 
3">90. M. IJus. h. lifilniiTf zum .Meicrreclit. 1B55. 8. 

Joh. MÖrbe, I'nslor. in Sprccwilz: 
3591. Dtr.s., l'hrdniU mhi di'in Hirrhspicl Sprccwilz. 1855. 8. 

L. A. Th. Holscher, i'.istur, zu llurka: 
.^592. Ders., Topographie und Gescliichlc dir Kreis-Stadt Ro- 
thenburg in der Preufs. Ober-Lausitz. 184 1. 8. 

3593. Zeil- und Gesi-hichl-Beschreibung ilcr Stadl (iüttingen. 
.3 Thle. 1731—38. I. 

Bratfisch, Conservator, in A.'tunburg : 

3594. 6 Alliirler DisscriRtionen. Versch. J. 4. 
Theod. Fischer, Vcrlagsbuchh. in Ciisscl : 

3595. li. W. IMiin.r, das doulscbc Meicrrerbl. 1855. 8. 

K. K. mähr.-schles. Gesellschaft des Ackerbaues 
der Natur- und Landeskunde in Uruun : 

3596. I)ii>.. Milllii-iliini;i'n dir liijlor. -Statist. Scction, rcdig. v. 
tlir. (I lihirl; IX. Bd. Kh.)6. gr. 8. 

Rud. V. Räumer, Professor, in Erlangen: 

3597. Ders., weitere Beiträge zur deutschen Rechtschreibung. 
\<*57. 8. 

Trowitzsch u. Sohn, lliiflnulili. in b'rankfurt a/0. : 

3598. Monatsschrift für deutsches Städte- und Gemeindewesen. 
Redig. von B. Griisor. Jahrg. 3. Hfl. 1. 1857. 8. 

,-' .1:4 .,,.,.-'!■ 



Dr. J. A. V. Hefner- Alteneck, Prüf. u. Cons. der vcr- 
ciriij;li'ii Sainnil. in Müriilicn : 

1570. Handicinspfennig vom 14. Jahrh. 

1571. Silberniiluze König Ferdinands I. v. l.")4y. 

1572. Fingerhut v. 1595. 

1,')73. Zwei Gypsaligiisse nach Holzrelicfs mit spielenden Kin- 
dern aus den vereinigten Saninil. zu München. 
I.">7I. Knisiriule einer .Viniatnrnialerei vom 12. Jalirli. 

Ein Ungenannter in Nürnberg : 

1575. Brunnen, aus dem Narren gefischt werden, Uandzeich- 
nung vom 10. Jahrh. 

1576. Nackte Frau, Kothsiftzcichnung von H. Troschel. 1617. 

1577. Christus in der ^urhulle, Tuschzeichnung von M. Herr. 
1633. 

AVeiss , Bierbrauer, in Nürnberg: 
15TM. Silbermedaille auf den Jlarkgrafen .\lbreclit vuu Bran- 
denburg, V. 1667. 

F. V- Hoffknecht, Kan/.list am german. Museum : 
lr)79. Silberniunze vciri Miinsterberg v. 1653. 

Dr. K. Frommann, Vorstand des Archivs u. d. Bibliothek 
am germau. .Museum: 
1580. Portrait des ,M. .\ndreas Fronimaun, Directors und Pro- 
fessors, am Casimirianum zu Koburg. Steindruck. 
Ein Ungenannter in Kiirnberg: 

IjSl. \(nii> auf drni Meere fahrend, Tuschzeiclinung mit der 
.Narnen.-Iiezriilinung des Kranz Buch 



in. Für die Kunst- u. Alterthiunssammlung. g^ „^j^^j^^ u^^^^^ Leopold v. Anhalt -Dessau 



K. Ph. Popp, Kanzlisl am gerni. Museum: 

1557. Silberniunze luinig Friedrichs II. von Preufsen, v. 1746. 

lilppert, hgl. Advokat, in Herzogenaurach: 

1558. Portrait des .Martin .Marckard, Oelgemaldc v. 1567. 

1559. Portrait einer Frau in halber Figur, Ocigcmiilde von L. 
Cranach d. j. 

1560. Brustbild einer Frau, Oelgemaldc vom Ende des 16. 
.Jahrh. 

1561. Brustbild eines .Mannes, Oelgemiilde vom Anfang des 
17. Jahrh. 

1562. Anbetung der Hirten und Verehrung der hell. 3 Könige, 
Oelmalereien vom Ende des 16. Jahrb. 

1563. Ansicht von IVüruberg wahrend der Belagerung v. J. 1632, 
Oclmalcrei von .Michael Herr. 

1564. Zwei Ansichten der Stadt Nürnberg, grofsc Oelmalereien 
von W. V. Bcmniel. 

1565. Eigenhändiges Portrait des Joh. Ulr. Mair, Oelnialerei 
vom Ende des 17. Jahrb. 

1566. Der junge Tobias und seine Verlobte im Gebet, Oelnia- 
lerei vom 18. Jahrb. 

1567. Belustigung im Freien, Wasserinalcrei vom Endo des 
16. Jahrh. 

J. L. HofTmann, Sluilienlidirer, in Nürnberg: 
I56H. 72 Kuprer.Hlöho aus Gueudeville's Iranz. Uebcrsvtzung 
von Kriismus' l.ob der Narrheil, von 1731. 

O. Häckel, Biichblndergeselle, in Nürnberg: 
1569. Bronrcmedaille de» Joh. Gcudcr, vom Iti. Jalirhiiuderl. 



zu Dessau : 
15K2. 16 llajliliractealen d. Bischofs liilnbaril von llalberstadt. 

1583. 4 llallibracteaten eines Schulzvogts in Goslar vom 12. 
Jahrh. 

1584. 12 Bracleaten mit den Bildern der Schutzheiligen von 
Goslar. 

1585. 10 Braricatcn aus der llarzgegend. 

E. Pistorius, Numismatiker, in Zerbsl: 

1586. 5 Bractealen von llelnisledl vom 12. Jahrh. 

1587. Bracleat des Abts \Mngolf von Pegau. 

1588. 2 Bracleaten deutscher Kaiser vom 11. Jahrb. 

1589. 12 Bracleaten des Markgrafen Burkhard von Meifsen. 

1590. 2 meifsnische Bracleaten vom 12. Jahrh. 

1591. Meckbnburg. Bracleat vom 15 Jahrli. 

1592. 3 Bracleaten von liarby vom 12 Jahrb. 

1593. 3 bischiiü. Bracleaten vom 12. Jahrh. 
1591. Sogenannter Handicinspfennig. 

Kuchenbuch, hs\. hreisrlchler, in Münchsburg bei Frank- 
furt a/O. : 

1595. 22 Bractealen verschiedener .Mlin/hcrreii vom 15. Jahrb. 
J. Zahn, Professurscnndidal, In \\ mm : 

1596. Grofsi: Karle von Schwaben >ün .M. Seuler. Kupfersl. 

1597. 6 hislor. Bliitler, Kupfersliclie vom 16. und 17. Jahrh. 

1598. 4 Staiuinbuihldalter mit gemalten Mappen v. 16. J.ihrh. 

1599. H Blatter von 1650 bis zum 19. Jahrb., harten, Portraits, 
Ansichten n. ». w. 

16UU. Abdruck des Sirgels von Grofseniersdorf aus deui 15. 
Jahrh. 



61 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



62 



P. Braun, K:iuf'iiiiinn, in Aiirnhcrg: 
16'J1. SilbtTiiiiiiize Kaiser FiT(lin;imls II. von 1622. 

J. Plars, Schullehrer, in Knsti: 
1602 Siegel des Spitals 7.u Aniberg \om 15. Jiihrh. 

1603. Siecel des .Markts IVeiikirrhen vom I.t. Jahrh. 

1604. Siejel des .Markts Hnrden vom 16. Jahrh. 

1605. Siegel des .Markts Kasll vom J. 1617. 
Lust, kgl. Advokat,' in Straubing: 

1606. Silberniünze Künig Heinrichs III., für Augsburg. 

1607. Silberniünze des Bischofs IJruno von Augsburg. 
P. Dambacher, Copisl am german. .Museum: 

160f^. Iia\r. Sill.crrnünze von 1629. 

Christ. Braunstem, C'opisl am german. .Museum: 
1609. Kölner Silberniünze von 1625. 



Scheppig:, fiirsll. Bauralh, in Sundcrshausen: 
llilU. "J ÜNpsabgiisse miltelallerlicher Siegel, 

1611. .") Lackabdrückc aller Siegelstöcke. 

Ein Ungenannter in .\iirnberg: 

1612. liililiiifs eines unbekannten .Mannes, Tuschzeichnung von 
G. Strauch. 

1613. ßildnirs des Ballh. Baunigärtner, Tusclizcichnung vom 
17. Jahrh. 

1614. Maria mit dem Leichname Cliristi, Kuprerslicli von II. 
Gollzius. 

W. Weingärtner in Breslau: 

1615. llunilerijahr. Angeilenken Gustav Adolphs, Kuplerslich. 

1616. 2 Facsiniiles von Inschriflen aul' Glocken. 



Chronik dor hislorisclieii Vereine. 



Wir beschliefsen jetzt die Uebersichl iilier die bereits voll- 
eiiilelen Arbeiten der Gescliichts- und .\Urrlhumsvereine mit 
Hervorhebung des Hauptsachlichsten, was auf dem Geliiete 
der politischen Geschichte wie der Geschiebte der Staaten und 
Fürsten, der Verlassung und Rechtspflege geleistet worden ist. 

Im oberbayerischen Archiv linden wir: Die Erbpfle- 
gen in Bayern , IV. — Das bayer. Grofspriorat des heil. Jo- 
hanniler-Ordens, IV. — Pfälzische Vertriige mit Bayern, V. — 
Herzogl. Hofstaat in München im XVI. Jahrb., IX. — Beitrage 
zur (icschichte Ludwigs des Ueichen, IX. — Albrecht II., XUI. 
— In den Jahr Im ehern etc. für Schwaben u. Neu bürg 
finden wir fortlaufende Beitrage unter der Kuhrik: Geschichtli- 
ches. Aufserdem : Der letzte Markgraf von Burgau, Karl etc., 
XUI. — Konr. Pculinger u. s. Verhältnils zu iMa.v I., v. Th. Hcr- 
berger, XV. — Ludwig der Bayer und die St. Augsburg von 
Herberger. XVII. — In den Jahresberichten etc. für iMit- 
telfranken: L'eber Knminaljusti/, und Folterwesen des M.- 
A., 11. — Mitthrilungen aller Gerichtsbucher, II. — Ansbach 
vor 100 Jahren, III. — Zur Geschichte des deutschen Hauses 
in Oetlingen, V. — Zur Geschichte Ellingens und der deutsch- 
ordenschen Bailei in Franken, VIII. — Zur früheren Geschichte 
von .Miltelfranken, XIX. — Herzog Ernst in Kostall, XXIII. — 
Im .\rcliive etc. für Unterfranken: Zustiinde der Stadl 
Wur/.burg zu Ende des 17. Jahrhunderts, IV. — Die Schlacht 
von Dettingen, V. — Burgerafenamt zu Würzburg, V. — 
Zur Geschichte der Herzoge von Meran, V. — Zur Ge- 
schichte des Bauernkrieges. V. — Zur Geschichte des allen 
frank. Kriininalwesens, V. — Huf- u. Staatshaushalt unter eini- 
gen Fürstbischöfen von Würzburg, VI. — Schwed. und snchs.- 
weimarisclic Zwisclieiiregieriing in Wiirzburg, v. Dr. Scliaruld, 
VII. — Landererwerbungeii Karls IV. für Böhmen im Wurz- 
burgischen. .\II. — Bauern, Schweden, Franzosen im Schlosse 
Turkcisheim, XHI. — 

In den Beitragen etc. für Tirol und Vorarlberg: lie- 
ber das vaterlandiscliv Statutenwesen von Dr. J. Kapp, III. u. 
V. — Margarelha iMaiiltasch, VII. — In d. neuen Zeitschrift 



des Ferdinandeunis: Hofstaat, Hofsitlc und lloffcstlichkeiten 
unter Erzherzog Leopold dem Frommen zu Innsbruck, II. — 
Die Vereinigung der Hcrrschafl Primor mit der Grafschaft Ti- 
rol, II. — Der liludenzer Treue gegen ihre Landesherrschaft 
n. — Der Engadeincr Krieg, 1499, IV. — Kaiser Siegniund in, 
Tirol, VH. — Der Auflauf im Burggrafenamte, 1762, VIII. — 
Landesschützenmajor Jos. Speckbacher und sein Sohn Andreas, 
VIIL — iMa\ l. Ausschreiben, VIH. — Tirol im Jahre 1809, v. 
Pfaundler, XIII. — In den Mittheilungen etc. für Krain: 
Zur Geschichte der St. und des Bisth. von Triest. Jahrg. 1847 
u. 48. — Krains polit. und sociale Zustände. Jahrg. 1849. — 
Vergleich zwischen Oesterreich, Steyer, Kiirnlen etc. Jahrg. 1850. 

— Kärntens Erbhuldigung im M.-A. Jahrg. 1850. — Französ. 
Zwischenregierung in Illyrieii. Jahrg. 1851. — Kriegsvorfällc 
in Krain, 1713, Jahrg. 1851. — Im Archiv etc. für Sieben- 
bürgen: Beiträge zur Geschichte von Siebenburgen vom Tode 
Andreas HI. bis 1310, L — Politischer Zustand der Siebenbür- 
ger Sachsen v. d. Vereinigung stand. iSatiunen, I. — Der Zoll- 
strcit der Sachsen mit d. (irofswardeiner Kapitel, v. Teulsch. 1. 

— Beitrage z. Geschichte Siebenbürgens unter Künig Karl Ho- 
ben, 1310—1342, 11. — Beitrage zur Staatskunde von Sieben- 
bürgen, IL — Der Landtag von Siebenbürgen, 1781. IL — 
Siebenbürgen unter Karl Kobert, II, — Siebenbürg. Staatssleuer 
mit Beziehung zur Volksokonomie, IV. —  Zc;r Geschichte des 
siebcnb. Steuerwesens, IV. — Siebenb. Zustande unter Apali 
I-V. — In den Schriften etc. d. schles.-mahrische n Ge- 
sellschaft: Die Landesverordnungen d. .Markgrafcnlhums Mah- 
ren von der iiltesten Zeit bis 1849, von Jos. Chj til, IV. — Die 
Verfassung und Verwaltung von üslerr. Schlesien etc. v. d'EI- 
vert, VH. — Beiträge zur Geschichte und Statistik Mährens, v. 
dElverl, 1854. - 

Im Geschichtsfreun d etc.: Lucern unter Murbach, I. — 
Bruder Klaus und seine Zuschrift an Konstanz, I. — Einsicdl. 
Kastvogtei in Kapperswyl, 13. u. 14. Jahrb., H. — Zur Be- 
leuchtung der altern Zustande der Eidgenossen.ichaft etc , III. 

— Die iiltesten und merkwürdigsten ewigen Bunde und Haupt- 



63 



Anzuigcr liir Kumle tlcr ileiitsclicii \ oizeit. 



64 



vertrage der 5 Orli-, 1291 — 14^'l, VI. — Bruder Klaus und diis 
Slanzer Verkonininifs, 1431, VIII. — Sladt und .Amt Zug beim 
Einlrilt in den eidj;enOss. Bund, i'^^t'i, VIII. — Uic llehccrosle 
des Fehderccliles in den lieehlsquellcn des Kidwiildnor Parli- 
kularrccliles, IX. — Beiträge zur Siltenschilderung des hantons 
Lucern, l-l. — 18. Jnhrh., X. — In den Beiträgen etc. für 
Basel: Ital .Meding, II. — Ulrich von Ifulten, II. — Die Ver- 
fassun-; der Landgrarschaft Sisgau, von Dr. Burckhardt, II. — 
Der Kardinal Jos. Fäsch, III. — Die Stadt Basel und ihr Bi- 
schof, IV. — Der Bund Zürichs mit den Vierwaldstädten, V. — 
Zwingli's politisches Wirken his zur Schlacht von Pavia, V. — 
Der Bauernkrieg von 1653 in der Landschaft Basel, ^on Dr. 
Ilcusler. 1R54. — 

In der Zeilschrift f. hess. Geschichte etc.: Tlicilungs- 
streil des Landgrafen II. I. m. seinen Sühnen, I. — Beiträge z. 
Geschichte des 30jÄhr. Krieges, II. — Zur Geschichte d. Land- 
grafen Ludwig des Friedsamen, IL — Landgraf Ludwig I. von 
Hessen und seine ErLanspriichc auf Hessen, III. — Beruhar<ls 
von Weimar Plane auf .Vrnalie von Hessen, III. — Die Besitz- 
nahme V. .Marliurg, 1624, I\. — Der Jlelsungcr Vertrag, 1547, 
IV. — Zwei Reisen des Landgrafen Ludwig von Hessen, 1431, 
von Landau, V. — Die fünfjährige Gefangenschaft des Land- 
grafen Philipp v. Hessen u. der Befreiungskrieg gegen Karl V, 
von Romniel, V. — Die Belagerung von Neuss, 1474, 75, von 
Ljncker, VI. — Im Archiv für hess. Geschichte etc.: Die 
Pilgerreise des Landgrafen Lu<lwig V. von Hessen -Darnistadt 
nach dem heil. Grabe. 16IS, 1619, IV. — Zur Geschichte der 
Landvogle der Welterau etc., von Dr. L'sener, IV. — Wo sind 
Eberhard von Kranken und Gisclbcrt von Lothringen gefallen ? 
von Schäfer, V. — Das Gebiet von Hessen zur Zeit der Vül- 
kerwnnderunc, von Dilthey, VI. — Beitrag zur vergleichenden 
Völkcrstalistik d. hess. Lande, von Biersack, VII. — Landgraf 
Georg von Hessen -Darnistadt, VII.— Aus Landgraf Georg des 
Frommen erstem Regierungsjahr. — 

In den Wctzlar'schen Beiträgen: Das Rciehskammcr- 
gcrirht und die westfäl. Fehmgericlilc, I. — ftachrichti^n vom 
.\rchiv des ehem. Roichskammergerichtes zu Wetzlar, von Dr. 
Dietz, L — Zur Geschichte der deutschen Reichsjustiz im 15. 
Jahrb., I. — L'eber die goldene Bulle etc., v. Dr. Leonhardi, 
!'• — Fehde der schmalk. Bundesgenossen gegen den Herzog 

von Braunsrhweiir, Heinrich den Jüngern, 1542, IL Ge- 

.ichirhlc d. Raugrnfen n. authentischen Quellen, v. Pf. Schnei- 
der, II. — Deutliche Zustande, Rechte und Sitten im. 16. Jahrb., 
n. — Zur Gesrhirhte d. Fchnigcrichte, IL u. Hl. — Das Reichs- 
knmmrrgerichl und die deutsche Soldateska des 16. Jahrh. III. 

— .>1i-rellen aus den Akten des Reicbskamniergerichles, 111. 

Recblshidorischea, III. — Historische Denkwürdigkeiten, III. — 

In der neuen Zeilschrifl de.s thür. sächs. Vereins: 
Bemerkungen Ober die goldene Bulle Fried. H. etc., I. Re- 
gierung FriedrirhH IL, Kurf. von Sachsen, und seines Bruders 
Wilhelm III, III. — Lnndfriede Albrechts IL 1438 zu Aürnlierg, 
IIL — Gesetze d. St. Nordhausrn, IV. — Geschichte d, Pfalz- 
grjifcn von Sachsen, von Dr. Gervais, IV. u V. — Fehde der 
Sl. Magdeburg mit Krzb. Günther. 1432, IV.— Gesetzsammlung 
der Sl. i\ordbnu<en im 15. u. 16. Juhrb. V. — In d. Rechls- 
enkroiilenn. Thüringen etc.: Flämische Rcchlsgewohuhei- 
tcn in der goldnen Au, III. — 



In den Ballischen Studien etc.: Sophie von Schlesw.- 
Holstein, Wittwe Philipps IL von Pommern, I. — Der K.istok- 
ker Landfriede, von L. Gic.-iebrechl, II. — Politischer Znsland 
Polens und der verbundenen Lander bis zum 14. Jahrb., 111. — 
Landsland. Verlassung von Pommern vor 1823, IV. — Freien- 
waldc während des 30jahr. Krieges, IV. — Salbung und Krö- 
nung der dän. Könige im JI.-A., V. — Geschichtliche Entwick- 
lung der Abgabenverhältnisse in Pommern u. Rügen etc., VII. 
— Stralsund in den Tagen des rostock. Landfriedens, XL und 
XII. — In den Jahresber. der sc hl es. Gesellschaft etc.: 
Beiträge znr innern Geschichte Preufsens, v. Dr. Röpell. Jahrg. 
1847. — Die patriotische Gesellschaft in Schlesien von Dr. K. 
Kahlen. Jahrg. 1848. — 

In den mark. Korschnngcn etc.: Die Unterordnung der 
Bischöfe von Bramlenburg, Havclbcrg und Lcbus, unter die 
Landeshoheit der Kurfürsten von Brandenburg, von Dr. G, \\ . 
V. Raumer, I. — Verhandlungen des Kurf. Albrecht Acbilles ni. 
den mark. Landstänikn, von G. W. v. Kaumer, I. — Ueber d 
Autonomie der mark. Städte, I. — Die Landesbobeil der Kur- 
fürsten von Brandenburg über die Grafen von Lindow-Iinppin 
etc., von G. W. von Räumer, II. — Die Chatullencinricblung 
des grofscn Kurfürsten, von Riedel, IL — Die Verhältnisse d. 
mark. Adels im 16. u. 17. Jahrb., v. Odcbrechl, IL — Ueber d. 
Ministerialen, von v. Lcdebur, IIL — Die Sleuerverfassung der 
Mark Brandenburg etc., von G. W. von Raumer, III. 

Das vaterl. .Vrchiv f. Ha nnover-B rau nsrh weig hat 
sich den Forschungen auf diesem Geliielc mit Vorliebe zugewen- 
det und eine grofse Reihe werthvoller Abliandluii.;<'n verolTeiil- 
liclit, die alle aufzurühren der beschränkte Raum nicht gestattet. 
Dagegen heben wir aus dem Archiv für Medcrsachsen 
hervor: Verbmdung der Herzoge Ernst Wolfgang und Philipp 
zum Grubenhagen mit Ph. IL von Spanien, 1556—93. Jahrg. 
1846. — Die niedcrsächs. Kreistage zu Gardelegen und Lüne- 
burg, 1623, von Havemann.' Jahrg. 1846. — Haupthegebenhei- 
ten während der RcgicrLmgsperinde d Kurf. Ernst August elc. 
Jahrg. 1817. — Hannovers Autheil an der Stiftung des deut- 
schen Fürstcnbnnds, v. K. Gödekc. Jahrg. 1847. — Göttingen 
im 30jähr. Kriege, von Havemann. Jahrg. 1848. — Hofstaat u. 
Lebensweise einer vcrwittwclcn Fürstin im 14. Jahrb., v. Blu- 
mcnbach. Jahrg. 1849. — Zur Geschichte der Steuerverfassung 
der St. Lüneburg während des 30jahr. Krieges. Jabrsr. 1851. — 
Zur Geschichlc der Succcssion des Hauses Hannover in Eng- 
land. 18.52. — 

In der Zeitschrift für H am bürg: Ueber das älteste Bur- 
gerbucb, von Dr. Laurent, I. — l'eber das Zweitälteste Iliirger- 
buch von Dr. Laurent, L — Klaus Slortcbecker, von Dr. 
Laurent, mit Zusätzen von Lappenberg, IL — Hamburgs .\n- 
Ihcil am Zuge gegen Marlin Pechlin, II. — Von der llalbswabi 
und Ratbsverfassung zu Hamburg vor dem Wahlrezessi-, 1663, 
III. — Hamburgs l'nlrrgang, von Peter l'oel. >eue Kolgi;, I.— 
Hislorische Dcnkscbrifl über das Vcrhältnifs Danemarks zu 
Hamburg, 1813, von J(di. G. Rist. — 

In den Jahrbüchern für M eklen bürg: Gustav Adolf 
1620 in Mckicnburg, von Lülzow, I.— Die niedern SUindc auf 
dem flachen Lande zu .Meklenb.-Schwerin, von Musäus, IL — 
Uebersichl der Revidkerung in, vor u. nach dem 30iabr. Kricgi-, 
von Grnthc, VI. — l'eber die Vormundschaft und den Regie- 
rungsantritt Albrerht,i IL, V(m Lisch, \ll. — llegiorungsverord- 



65 



Anzeiffer fiir Kunde der deutschen Vorzeil. 



GG 



niin^ des iferzoss: Joli. Allirecht >r., 1351, von Lisrli, VUli -rr 
Der rucl)lsi:tiii^litl. PJaiuhiriesproRors i'lc, von Dirnicr, VUI. -r^ 
lteichslii(.'si'alirl <lcs Hrrzoss Ulrich von Mi'kl(5Dburg, 1 JS2, von 
(ilückler. — Uelier die intkli-nli. Jltiii|jliiinilu.'<lbeiliin!!. I229j v. 
Lisrli, X. — Jlislor. ÄHcliricIilfn vuni J.uiieelvcr l'iilriziiit, von 
DcucKc, X. — l'tlier die Kürslen- und Uindesversnminlungen 
au der sassdorl'er Brücke tlc, von Lisch, XII. — .Mekleuburu^ 
deutsche Kolonisalion, von Boli, XIII. — Beilrag zur Ge.schicliU: 
der Volks<forithle etc., von Beyer. XIV. — Ueber. die Gefan- 
<;ennehinung des F. Albreclit von Aleklenburg, 1341, von Lisch, 
XV. — Beitrage zur Cieschiclitc der Vilalieubriider und d. Land- 
städte im 1-t. Jahrb., von iiseb. XV. — Uie rechtliche Stellun<; 
der Bauern im JI.-.V, XV. — Der Lippe'schc Bund von 1519, 
v. Liscii, XX.i — Das polil. Biuidnifs von 1">24. v. Lisch, XX. 
- In den nordalbingischän Studien: IVordalliingia von 
G. Wailz, I. — Ueber das Lcbun des Herzogs Franz Albrecht 
von Sachsen-Lauiüihnr?, von C: K. Heine, I. — Die deutschen 
Volker an Kord- und Ostsee, vou .Mülleuhoir, I. — Der schles- 
wig-holsl. gollor|i. Hof und seini; Verhandlungen, 1713, von 
l'r. Baijen, II. — Die Besilzcrgreilüng der vorniundschalli. Re- 
gierung nach dem .Ableben des Herz. Karl Friedrich etc., von 



.Marlene, U, -r Die Vertrüge der OI<lei)l>urgcr ui^d Sqhauenbur- 
ger über die Suecession etc-, MW, von H. Maitz, HI. t- Der 
.Xngriir der Schweden aul' Febnicni, 2y. Juni 1644,1V. — Ver- 
handlungen zwischen dem himig von Danemark und dem her- 
zog!, gdtlorp. Hause, I63S — 84, von Itatjen. IV. — Ueber die 
Belehnung des Hcrzogthuüis Schleswig, vun K.itjen, IV. — Kö- 
nig, ChrisliiUl und sein Bruder Gerhard, von ,0. Waitz, V. — 
Zur Clirp;iologio 4er RegiQfungsgescU|chie Adolls Hl., v. Moo- 
yer, V. ^- iXeue £ci^riigo zur Guschicbtc Christians IV. u. Frie- 
drichs III., von Pr. iVilscb, VI. — N'ncliricbten zur Geschichte 
der llerzoglbünier, VI. 

In den Mitt heiluiigen fiir Liv-, Kur- und Esl'land^: 
Beitrüge zur Keunlnifs d^cs strarrechtl. Zustandcs Livlands elc^, 
von Tiefenhäusen, 11. — Die Ermordung des ersten livliinä, 
Ordensmeisters, v. Bracke), Hl. — Leo Sapieba etc., v. ^us'sej 

III. — Versucli einer Chronologie der .Meisler deutschen' Ordens 
in Livland im 13. JaHrli., von Kallnieycr, HI. — Die Feldziige 
der Russen in Livland und der Livlürider in liursinnd, 14^0, 

IV. — Kriegszüge in Estland, 1267 etc., von Busse, IV. — Jo- 
hann des .Mittlern, Grafen zu IVassaii-Katzenellcnbogen Heer- 
fahrt nach Livland etc., VH. 



I\ a c li r i e li t r n. 



.iti-'< i jjitfti^iii)ii 



(iti (' 



LiUcratiir. 

Neu erschienene Werke. 

3) Der heilige Bernward, ;ßischof von Hildeslieliu. 
Von H. A. Lüntzcl. .\us dessen als Manuscript nach- 
gelassener Geschichte der Diöccse und Stadt Hildesheini 
liesondcrs abgedruckt. Hildesbeim, 1856. II u. 100 Stn. 
8. Mit einer Lithographie und einer Karte. 
Die Anfiinge unserer Kunst und Wissenschaft knüpfen sich 
zu einem bedeutenden Theile in der früheren Zell an die Ent- 
wicklung des kirchlichen Lebens, und Geistliche, besonders 
Miinchc, pflegten die ersten Keime derselben. Die Geschichte 
nennt eine grolse Zahl von Manii-n; einer der slanzendstcn isl 
der h. Bernward, Bischof von Hildesheim (993 — 1022), wel- 
cher, eben so grofs als Mensch, Geistlicher, Landesfürst und 
Künslli-r, seinen Bischofsilz zu einem damals uugewühnllehen 
Glänze und zu einer eindnfsreiclien Hultnrslalte des Werdens 
erhob. Sein Streben in dieser Bichtung unterstützte besonders 
sein inniges Verhaltnifs zu dem siichsischcn Kaiserhause, dem 
er als Erzieher des Kaisers Otto Hl. in grOfsler Anhanglicbkcil 
sehr nahe stand.  : i > ■i'i-..i iiii ,i.': , ,■_ i.r.jii. 

Eine genaue und warme Erzählung »eines Lebens und \Mr- 
kens gibt das vorliegende Buch, das als Festgabe, wie auf 
dem Titel bemerkt isl, zum Aurlenken an die Versammlung des 
Gesanmitvercins der deutschen Gcschichls- und Allcrlhniiis- 
vereine in der ehrwürdigen Stadt Hildesbeim am 16., 17., 18. 
u. t!l. Seplember 1856 mit crofscr l'.le<;anz ausixestallel isl. 

J. Mr. 

6j Die ni itte I nl ter li eben Baudenkmäler Wieder- 
sachsens. Herausgegeben von dem Architcclen- und 



Ingenieur -Verein für das Königreich Hannover. Erstes 

Heft. Hannover, Carl Rumpler. 1836. 4. .Mit Abbil- 

düngen. 

Das 1. Hell behandelt die St. Godchardikirche zu Ilildcsheim, 

die Kirche lies Klosters zu St. Michael ebendaselbst, die Kirche 

zu NVallcnliürst bei Osnabrück und die Kloslerkirche zu Fre- 

delsloh. Der Text, bis jetzt ganz vom Bau- Inspeclor C. \V. 

Hase in Hannover herrührend, ist einlach und tüchtig. Die 

Abbildungen, Holzschnitte und Steinzeichnungen stellen das 

Wichtigsie in anspruchsloser Weise dar. ' 

7) Heraldisches ABC-Buch. Das ist: Wesen und Begriff 
di.'r wissenschaftlichen Heraldik, ihre Geschichte, Literatnr, 
Theorie und Pra.\is, von Dr. Carl Ritter von .Mayer. 
.Mit 66 zumeist in Farbendruck ausgeführten Tafeln, und 
100 in den Te.vt gedruckten Holzschnitten. MünchcD,-|S57. 
In Commission bei J. A. Finsterlin. XV u. 523 S. 8. 
Wenn auch die im Vorworte von dem Verfasser kundL'cgc- 
bcnen Hulfnungeu rücksichllich einer niuen Zukunft diT \\ ap- 
penwissenscbafl in ihrer Fülle schwerlich verwirklicht werden 
milchten, so wird ihm doch das Verdienst bleiben, dafs er auf 
manche Verkehrtheiten bisheriger Behandlung zuerst anfniurk- 
sani gemacht hat. Bei seiner Betrachinngsweise geht er Uirecl 
auf das Mittelalter, als die Wiege der „Urheraldik ", zurück und 
leitet von daher die l'rineipieii, die einer sacbgemafseii llege- 
neralion der ^Vappen Wissenschaft zu Grunde gelegt «enleu 
müfslen. Dafs er in seinem Eifern gegen das Bistehende 
niani'hmal zu weil gehl, seine Polemik auch nadi andern Sei- 
len lull an Ucberschwanglichkuit des Ausdruckes leidet, wollen 
wir bei aller Anerkennung der guten .-Vbsiclitrn nicbl unerwähnt 
hissen , da ohne dieses das Buch an wissensehafllicber IUI- 



67 



Anzeiger für Kunde Jtr iluulsilicii \'orzeit. 



6S 



tung gewonnen liahen würde. Als einen hesondtrn Vorzug 
deäsi'lben nnissenwir dagefjen die gelreuen und <i( lit liernldisrli 
wiedergegebenen Alilrildungen, nnnienllieli der Helme nnd Helni- 
zierden, hervorheben. 

J. Mr. 
8) Ilnndbueh der W appen w issen <i'h ii fl in Anwen- 
dung und Beispielen von wirklieli gefijlirten W.ippen von 
Dr. Chr. T. Th. Bernd. Vit 13 Talrln Abbildungen. 
Leipzig, T. 0. «eigel. 1836. VllI u. 112 S. 8°. 
Ein nachgelassenes Werk des bekannten verdienstvollen 
ller.ildikcr.« (f 185^), mit priiciser Kiirzc ausgearbeitet. Die 
Grundsätze, die in demselben zur .\nwendung gekoniuicn sind, 
finden sieh in aller Auslülirliililieil in dem Hauptwerke des 
Verfassers: llauptslücke der W appenwissenscliall (1841 — 1849) 
dargelegt, und dieses ist in dem vorliegenden Ilandbuche helreT- 
fcndeii Orts immer angezogen. Bernd war der erste, weleher 
in der Wappenwissenschafl theilweise neue Bahn Iirach; seine 
Bebaudlungsweise fand in manchen Punkten lauten Beifall und 
grofsen \\ idersprueh. — Diese Stimmen werden sieh für und 
wider auch bei diesem letzten Werke des Verstorbenen erhe- 
ben, l'ni besonders in das Technische der Heraldik einzudrin- 
gen, wird es vorzüglich für .\nfangcr ein sehr «illUommenes 
Hulfsmittel sein. 

J. Mr. 
9) Die Wappen der deutschen freih. und odel. 
Familien in genauer, vollständiger und allgemein ver- 
ständlicher Beschreibung. Mit geschichtl. und nrknndl. 
Aacbweisen. Nun dem Vcriasscr des Werkes: Ueutsciie 
Grafenhäuser der Gegenwart. 2. Bd. Leipzig, T. 0. Wei- 
gel. VI u. 449 S. 3. Bd. ebendaselbst. VI u. 490 S. 8. 

Den ersten Theil dieses verdienstlichen Unternehmens haben 
wir bereits in IVr. 9. Jahrg. I8JJ empfohlen. Dieselbe Gründ- 
lichkeit, derselbe Fleifs zeigt sich auch in den vorliegenden 
Banden, die den l'lan des Herausgebers in seiner Zwcckmäfsig- 
keit ioinier mehr hervortreten lassen. £s wird durch dieses 
Werk der vielseitige Wunsch nach einem Unternehmen, wel- 
ches eine Bcsidireibung der Wappen gäbe, ausreichind etwa, 
um darnach eine correcte Zeichnung zu entwerfen und welches 
auf die dlplonimafsig begründeten Verschiedeidieilen, auf eine 
historische Kritik derselben und die Literatur der Heraldik und 
Sphragi.'.tik eingienge, iniiiier uiehr seiner Erlülliing zugeführt. 
.Mit dem Veriasser hoffen wir, dafs die Theilnahnie des I'ubli- 
kunis eine rasche Fortsetzung ermiiglicbe. 

J. Mr. 

10) Kdilische stiidim Min I' a u I us-lns sei. I. Fiolvinns- 
mal. Weimar, H. Biihnan. ly.'ili. .WH und 1Ü5 sin. ö. 
Di'r vrrlasser hat es versucht, eine deutiing des vielfncb 
dunklen liedes von FjOlsvidbr bi.i ins einzelne zu unternehmen. 
Wenn auch, wie es in der nnlur nntliologischer dentuiigen 
liegt, eine schlagende gcwis.<heil nicht iiberall erreicht woriliMi 
ist, »o i.Ht doch dem umfiingreichen wissen des Verfasser« ge- 
bührende ani'rkenniing zu crtheilen. ^irht nur hat er die ver- 
schiedenen sammlnngen für sage und nherglanben, ein muterial, 
das in dem b-lzten jalirzehenl ungeheuer Hiigewachsen ist, so- 
wie die mylhidogir der allen vcdker in die vergleichung hinein- 
gezogen, sondern auch die mythischen Vorstellungen der (Iri- 



enlalen als analugieen zum beweise seiner dcutungen bennlzl. 
Was nun letztere betridl, so neigt der Verfasser sich mehr zu 
der ethischen deutung, indem er die astronomische, die früher 
hauptsachlich durch Fiun Magnussen vertreten ward, mit recht 
zurückweist. In einer reihe von anmerkungen, die sich dem 
texte anschliefsen, werden die beweisenden stellen und cilate 
angeführt, an die sich zum iheil auslührlichere exeurse lehnen. 
Den schlufs bildet der Originaltext des Kjolvinnsinäl, für wel- 
chen dem Verfasser leider nur die ausgäbe von Kask und nicht 
die neuere von .Munch zu geböte stand. Dem texte zur seile 
steht eine Übersetzung, die getreu, und darum nicht alliterierend, 
den sinn wiedergeben soll. Um so aulTallender miuI iinncliijge 
aiiffassiini;en, wie slr. 15, 6, wo die Worte: unz riiisaz regin 
(.Munch's ausgäbe liest, wenn ich mich recht erinnere, rich- 
tiger: unz rjüfask regin) durch „bis das reich zerreifst" wieder- 
gegeben sind. Und warum schreibt der Übersetzer slr. 2.1. „in 
des banmes zweigen von Mima", oder Str. 27.: ^bei .Sinmoer", 
als ob dieses die formen der nanien wären ? 

h. R. 
II) Heliand. Christi Leben und Lehre, nach dem altsäclisi- 
sclien von K. Simrock. Elberfeld, R. L. Friilerichs. 
1856. IV und 275 sin. 12. 
Simrock, der wie kein anderer fiir die Popularisierung der 
altdentschen poesie durch meisterb.ilte Übersetzungen unil nach- 
bildungen gewirkt hat, betritt mit der ernencnin;,' des Heliand 
ein anderes gebiet, nachdem er bereits früher in der Eddcn- 
überM'lzung über den kreis der vorher von ihm behandelten 
millelhochdiulsclien ilichliingcn hinausgegangen war. Im ver- 
gleiche zu der älteren Übersetzung des Heliand von liannegics- 
scr, die wenig in das publiknm eingedrungen und durch viele 
inissvcrständnisse des textes entstellt ist, ist die Simrocks ein 
wesentlicher fortschritt. Die meisterschafl des Übersetzers wird 
gewifs niemand verkennen, allein gerade je bedeutender er ist, 
um so sirengere regeln sollte er sich selbst auferlegen. Es 
darf nicht verschwiegen werden, dafs die Übersetzung des He- 
liand , wie die der Edda, in mancher beziehiing etwas leicht 
gearbeitet ist. Da unser gclülii für die alliteration fast ganz 
erloschen ist, so hätte die strenge regel, die ihre innere be- 
gründung hat, dafs die anlaute st sp in den alliterationsstücken 
lieiliehalten werden, auch in iler Übersetzung befolgt sein sol- 
len. In einem versc wie z. b. s. 9 : 

Sehr erstaunt, wie es geschehen konnte. 
W ird die allilcralion mit dem obre kaum mehr wahrgenoni- 
nun. Wie leicht balle hier mit näherem anschliifs an das ori- 
ginal und besserer alliteration gesehrieben werden könnet^: 
Des Werkes sich wundernd, wie es werden konnte. 
Die oft niafslos langen verse des altsaelisischen hat der iiber- 
selzer in ricbligem gcliilile für niclrischeii widilklang meist gekürzt 
und im allgemeinen jenen freien anapastischen rhylhiiius durchge- 
fiibrl. der allilerierendcn \erseii am besten zuzusagen scheint. Auch 
in hczug auf das wiedergeben des reinies ist der Übersetzer 
glücklicher gewesen, als hei der Eddenübersetzung, wo viele 
kritisch noch nicht gesichtete stellen ihm Schwierigkeiten in 
den weg legten. So darf die Übersetzung im ganzen eine ge- 
lungene genannt werden, und wird holfentlich dazu beilragen, 
dieser echten „deiiLscben inessiudu" eine grossere Verbreitung 
zu gewinnen. it. B. 



69 



Anzeiger tur Kunde der deutschen Vorzeil. 



ro 



Aufsätze in Zeitschriften. 

Ausland: Nr. 4, Gescliichlc der mittelaltcrl. Missiomn in In- 
dien und China. 

Oesterr. Bhillcr f. Lili-ratnr: Ar. 2. Leber tiesehiclitsfor- 
schuns und Gcscliichlsilireiliung in Krain. (Klun.j Ar. I. 
Das alle Iglauer Reeht und seine Bedeuliin<r für die 
Rechlsgescliichte. (Tomaschek). 

Deutschland: Nr. 16. Aufruf des .Mainzer Doinbauvereins. 
Nr. 17. Aufruf des Worniser Uonibauvercins. 

Didaskalia: Nr. 32. ff. Bilder vun der RhOn. 

Europii: Nr. 5. Die kleinen Elate auf der Sandflache. Nor- 
wegische Sage. (P. Chr. .\sl)j(irnsen.) Nr. 6. Zum Sa- 
genschalz Wesiplialens. 

lllüstr. Fainilienl)uch: MI. lad i. II. Sickingen. Eine 
Skizze. (Joh. Müller.) Das iillere deutsche Volkslied. (L. 
Schafer.) 

Jahrbücher für deutsche Theologie: 1. Bd. 2. II. Lud- 
wig Hetzer. Ein Beitrag aur Charakteristik der Seklen- 
bcwegungen im Hefiirmalioiiszeitalter. (Keim.J 

Frankf. Konversationsblatt: Nr. 15. Eigcnlhündichkeit 
und Geschichte der Zigeuner. (Nöggeralh.) Nr. 17. Die 
Relifiin'rn der (Mittenbcrgpre.ssc. Nr. 25 J.ihanna von 
Flandern. 

Deutsches Kunstblatt: Nr. 2. Der Teufel u. seine Gesellen 
in der bildenden Kunst. VII. 

Lesefrüchtc: I. Bd. 2. St. Die goldene Bulle. 

Weslerniann s illustr. Monatshefte: Nr. I. Pfalz. Dürler 
im Grundrifs, (Kulturbild v. Riehl.) Nr. 3. Das Theater 
des ller/ogs Heinr. Julius von Brnunschweig zu Wolfen- 
buttel. (Grimm.) Prag sonst und jetzt. Nr. 4. Der Köl- 
ner Dom. 

.Morgenblatl: Nr. 5. ff. Briefe üb. d. bildende Kunst. Nr. fi. If. 
Karl der Kühne, Herzog von Burgund. 

Deutsches .Museum: Nr. 3. 8 Tage in .Marburg. Nr. 4. Die 
Dürer'schen Holzschnitte. 

Berliner Nachrichten: Nr. 22, 25, 27. Die Bewohner der 
Weichsel- und .Nogatrnarschliinder in Weslpreulsen. ( M. K.) 
Nr. 23. lieber Berliner Gesangbücher. Nr. 27. Vortrage 
über Geschichte des Mannergesangs. 

.\ugsb. Posizeitung, Beilage: Nr. 20. Die Kirche d. heil. 
Jacob zu Gersthulen. 

Bremer Sonulagsblatt: Nr. 2. Neues aus alter Zeit. (K. 
Seilarl.J Nr. 4. Aus dem Graubündner Land. (II. Alliners.) 

Sonn tagsb latt d. .-Vugsb. Postzeitung; Nr. 3 tf. Die heil. 
Mathilde, Königin von Deutschland. 

Weimarer Sonn tagsbin tt: Nr. 5. Lebensbild eines alten 
hell. Dichters, Jac. C'als. 

Zeitschrift f. S ta a tsarzneik un de: B. 8. Nr. 1. Beitrag 
zur Medicinalslatistik u. alleren (ieschichte der Medicin in 
.Meklenb. Schwerin. (Totl.) 

Zeitschrift f. Sienogr. u. Ortliogr.: Nr. 1. Orthograph. 
Rundschau. 

Zeitschrift f. bist. Theologie: Nr. 2. W. Capilo's VcfT 
hältuifs zum .\oabaptismus. (Heberle. j , . .i .! 

Zeilschrift f. christl. Wissenschaft: Nr. 52. Crkundli- 
ches aus der Zeit des scbnialkald. Krieges. (Schneider.) 



Allgemeine Zeitung, Beil. zu Nr. 71 ff. Neuestes aus d. 
bayerischen Urgeschichte. 

Illusirirte Zeitung: Nr. 706. Sliidtcwahrzeichen. I. Lcip- 
zi;:. 2, diis Hnfeisen an der Nicolaikirche zu Leipzig. Nr. 
707. Venedig falle (Jeliiindel. Stiidlewahrzeichen. I.Leipzig. 
3. d. Kinderkopf am Krainerhause u. einige andere Wahr- 
zeichen. Der Dom zu Mainz, durch den heil. Erzbischof 
Willigis im Jahre 978 begonnen. Nr. 708. Die Merse- 
burger Domkirchc und die ehem. Residenz. St.idtewahr- 
zeichen. I. Leipzig. 4. Die beiden Faustbilder in .\uer- 
bachs Keller. Nr. <();). Sladlewahrzeichen. II. Jena. Der 
Srhnapphans oder Hans von Jena. 

Kölnische Zeitung: Nr. 37. II'. Die alte Universität Köln. 

Neue .München er Zeitung, Abendblatt: Nr. 10. l eher 
Todtcnliinze. (A. Lewald.) Nr. 16. Der initlelallerl. Aliar- 
schrein in der Stadtpfarrkirche zu .Moosburg. Nr. 22. Nach- 
trae zur Schilderung des .Mooshurger .^llares. 

Zeitung Niiiiiismat.: Nr. 25. Nachtrage zu Reinharls Kii- 
plereabinet aus der Sammlung des Dr. Freudenllial. 16j7. 
Nr. I. Bracleaten der Grafen >on .Mansfeld. Der .Miinz- 
fund in Stein bei Laibach. 2. Kurzer Leberblick des poiii- 
merschen Miinzwesens. 



Vei'niif<irli<e IVaclii-ieliteii. 

7) Se. ALij. der Kmiii' >la\ hat dem Privalgelehrten Dr. Kelle 
aus Regenshiirg zur vollsliindigen Herausgabe von „Olfrieds 
Evangelienharmonie^ den Betrag von .50011., und dem slädli- 
schen .\rchivar Dr. Tlienil. llerberger in Augsburg zur Her- 
stellung einer Geschiclile der Sladi Augsburg 400 fl. aus der k. 
Kabinetskasse bewilligt. 

8) Von Professor Dr. Ficker in Innsbruck steht demnächst 
eine interessante Publikation in Aussicht. Er entdeckte näm- 
lich in der dortigen Bibliothek eine Handschrift des „Schwa- 
benspiegels, " welche fiir die Geschichte und Textkritik dieses 
wichtigen niittelallerlichen Kechlsbuches von hohem Belang 
sein wird. 

9) Falkenslein beschreibt in seiner Gcschiilile der Buch- 
driickerkunst ein mit Holzplatten gedrucktes Buch, von diin nur 
noch zwei Exemplare und keines mehr vollsländig vorhanden 
seien. Der .Aiitiipiar Hess in Ellwangen fand nun unter seinen 
Vorrällien ein vollständiges Exemplar dieses Buches und bot 
es den grcifslen liililiolhekcn Diulschlands zu 700 Thalern an. 
Die Berliner Uililmtluk telesraphirle augenblicklich die .\n- 
nuhuie. 

10) Unter de'i zur (irimiliiiig eines siebenbürg. .Museums be- 
reits angelioleuen Spenden belindel sich auch die Sammlung 
des Grafen Jos. Kemciiy: 50H| Bande, 4(jl St. llandscliriflen, 
79 Sl. Landkarten, 93 St. Münzen, ein aus verschiedenen 
Thellen besleheiidcr Atlas, der hislor. .Vllas des Freili. v. Be- 
deus, eine Kiste \> appensuininliiugen u. s. w. Die für den 
Gründungslund eingegangenen Slifliingsbeilrage belaufen sich 
bereits auf .50,000 fl. Aufserilem sind Aclieii zu 5 0. tubscri- 
hirl. Es gibt Dörfer, in «elrlu.n die ('niniiiune eine ..Xclie ge- 
zeichnet bat. 



u 



Anzeigt?!' für Iviindo. der 'ttoiifsrliiiii \oi7.uil. 



19 



11) In der üiueese .Ili-';i:'isl"i''e ninjnil die Pflcgf der kircli- 
lichcn Kunst i-inen immer miiclili^cren Auläcliwunv. Die Bfrii.-- 
dicIiiier-Alitri Jlciten linl bertils in dieser Kichtun^ ein niclic 
unbudeulondi-s Jluseuni ins Lelrcn gerufen, und im Prieslerse- 
uiinaru «irden s|H-iiiell Vorlesungen über kircliliche liuusl ge- 
liallcn. Ks gilil kul-Ii in der Tlint in dieser Diücesc so vieles 
aus diesem 'j'ebit'tc, und insbesoudere ist die alte, ehrtviirdi^e 
itulijbOMii so reich ;iu Scliiitzen chrisllirlicr Kunst, dnfs die niichsle 
(ieneridversnniuilungdes allgemeinen Vereines für cbrisli. Kunst, 
welche in liegensburg sInllUnden sull, so recht auf ihrem Grund 
und Buden stehen ivird. — Ein Ausschreiben des Bischofs Va- 
lentin von Regensburg verordnet j dal's von allen ICirrhenvor- 
stiinden des Bislhuins iiber siimnilliclio ihnen untergelienen kir- 
chcn und Kapellen ein delaillirler Bericht eingesendet werden 
soll. Damit dies in gehorij.'er Ordnung und Vollstimdigkcit ge- 
schehen künne, ist dem Erlasse ein Vcrzeiclinirs von 129 Fra- 
gen beigegeben , durch deren fieantwortung der bischöflichen 
Absicht tiunüge geschieht. 

121 Die St: Aegydienkirche „nnf der Bürg" in Wasserburg, 
sicherlich das älteste Gotleshans der Stadt, soll restaurirt und ih- 
rer Besliinniung zurückgegeben werden. Der Baustjl des 
Kirchleins ist der alldeutsche und ihr Vcufseres erinnert noch 
in würdiirer Weise an ihre Bestiniiiiung als ehemalige Schlol's- 



kapille von Wasserburg. Desgleichen soll auch die ehemalige 
Stilis- und nunmehrige Pfarrkirche zu Siiclilngen, die zu den 
grofsartigslcn i(i;d in ihrer Weise inleressAnlestcn kirclilicheD 
Bauwerken des Landes gehört und mit der äesrliichtc des lieili- 
gen Fridolin und der Verb)-eilung des Chrisleuthums am Ober- 
rhein im innigsten Zusammenhang steht, durch eine durchsrei- 
fende Itestauraliou dem drohenden Zerfalle entrissen werden. 
Von dem grofsherz. Finanzministerium wurde die Ermächtigung 
crlheill, die nolhwendigen, auf nahezu 10,000(1. veranschlagten 
Bauarbeiten auf Kosten der Doinäncn,casse einstvveileii bestrei- 
ten zu lassen. ^Ebenso erfreidich ist die A'achrichl, dafs eines 
der ältesten historisch merliwiirdigen Schlösser Krains, niindich 
jenes von Wagensberg, von dem Fürsten Veriaud zu Win- 
dischgriitz restaurirt wird. Dasselbe ist bekannt als einstiger 
Sitz des um Krain und seine Geschichte huchverdleiilen Frei- 
heirn v. Valvasor, dessen einstige Arheitsslube ebenlalls bei- 
behalten wurde und eine der interessantesten Piäcen bildet. 

13) Den Bemühungen des Musik- Direktors Ot(o Kade, der 
sowohl durch eifrige literarische Studien , als durch üll'entlichc 
Vorführung der iMeistcrwerke alter Zeit, grofse Verdienste 
um die .Musik hat, ist es gelungen, eine historisch hendimlo 
.Messe aufzufinden, die der kurtürstl. siichs. Kapellmeister .\nt. 
Sca;idellus 1.553 auf den Tod des Kurfürsten Morii schrieb. 



Inserate und Hekaimliuachmigeii. 



"4^ Bitte. 'Der Unterzeichnete macht Studien zur Biographie 
des inahr. Staatsmannes Carl Frh. v. Zier'o'lin, 1564—1636. 
Aus dein lilerar. Nachlasse desselben ist zii entnehmen, dafs 
er öinc ausgebreitete und lebhafte Correspöndenz mit (leri be- 
deutendsten .Männern initerhii;ll, und dafs er die Geschichte sei- 
ner Zeit in Form von Tagebüchern (die noch nicht aufgefun- 
den wurden) verfafste. 

Der Unterzeichnete stellt die Bitte, ihn auf Briefe von oder 
an den Freih. V. Zierotin, oder auf diese Tagebücher in un- 
frankirlen Briefen aiifnierksam zu machen; er wird für die 
^lilthcilung jeder selbst noch so nnbcdcntenden Notiz über' den 
Freiherrn dankbar sein. 

Briinn, am 29. Dezendier LS.iß. 

I'. Uiller von Chluniecky. 
(Stadt, Rr. 99.) 

5) Für Bracteaten-Samnilcr. Von den in Nr. 23. u. 24. 
dcif Numismal. Zeitung von 1856 bi;schriebenen und zum Theil 



abgebildeten Bracleatcn und Ualbbracteatcn von Halbersladt a. 
Goslar kann ich noch einige ablassen. 
Zerbst. 

Tli. Stenzel. 

6) Wo mag das Bonner St ad tarpkiv sich gegenwärtig be- 
finden, das im Jahre 1583 durch den Grafen Triichsefs von 
Waldburg, Kurfürsten und Erzbischof von Köln, gefluchtet 
wurde ? Um gefällige Auskunft hierüber an die Hedactiun des 
Anzeigers wird im Interesse der Wissenschaft dringend ge- 
beten. 

7) Der dritte Jahresbericht des gernian. .\'iitionaliuu- 
scums ist erschienen und dunli jede deutsche Buchhandlung um 
18 kr. oder '/j Thir. zu beziehen. Freunde des Museiuns er- 
halten denselben, wie auch die soeben ausgegebene Anspra- 
che (8.' 'Auflage), gratis (lurch die Agenlen. 



Die Herstellung der Karthause in Nürnberg betr. 

Da sofort rlie It e r.il e I In n c dir rb rii ;;irin:iii. Museum \üm bajerischen Staate überlassencn harlhniise in ein. ii drni 
Zwecke des Museum» enl^prechenden Zusland in Ancriff genommen wird, wozu bi^reits ein Voranschlag von 5(10011. lur 
die zunächst erfordiTlirben Baurepnriiturcn gemacht ist, so holfen die Vorstiindc des german. .Museums, dafs auch durch milde 
Guben «in Theil, wenn nicht das Ganze dieser Kosten, gedeckt werde. Ohne noch eine Bilt« gestillt zu haben, giengon von 
.München aus folcende BeitrSgc für die Knrihanse ein: 

von den Herren Dr. med. Trcttenbucher 14 tl. 12 kr. 

Obcrzollrath breili. v. Keilzensliin •' II. :tO kr. 

Von zwei Ungenannten 11- — '»f. 

Woileru mildo Gaben für die Karlhause werden im Anzeiger stet» mitgetheilt worden. Die HedaKlion. 



Verantwortliche Bedaclion: 



Dr. Freih. v. u. z. Aufscss. Dr. A. v. Eye. 
Druck TOD Fr. Caiu|>o & Salm In NUrnborg. 



Dr. (.. h. 1 r. 



NDBNBEIIG. Das Abonnemönt dus Blnttes, 
welchos alli; Monate ersclieiiit, wird pan»- 
jähric ttnu'<'nomTnfcn niul betrügt nach der 
nüueHtt^D Poätconvention bei allen Postäm- 
tern und Riicbban<llunpen Pi-Hf^cA/anrf« Inrl. 
OestreicltM 2 t). 42 kr. im 'Ji fl. - Fufa oder 
1 Thlr. Iß Spr. 

Für J''rankreich abonuirt man iu Strafs- 
btirp bei Gr. A. Alexandre, In Paris bei dem- 
selben, Nro.23. rueNotreDunib de Nuzarutb, 
and bei der deutschen Buchhandlung von 



mmum 



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jNcne Folge. 



Geschichte. 

Personen- 
geschichte. 
Qcschlechta- 
bititorie. 




F. Elincksieck , Nr. 11. rue de Lille, oder 
bei dem Postamt in Karlsruhe; für Eng- 
land bei Williams & Nor^'atf, 11 Henriette- 
StreetCovent-Garden in London; für -VorJ- 
nmerika bei den Postämtern Bremen und 
U.Hmburg. — 

Inserate, welche mit den Zwecken des 
Ans«i|jers und dessen vissenschaftlichem 
Gebiete in Verhindunp: stehen, werden auf- 
genommen und der Kaum einer Culumuen- 
teile mit 7 kr. oder 2 S^rr. berechnet. 



iCI 




\ 




I r.l- 



1 / M'.ll' llli 



Vierter Jahrgang. 



1857. 



OHGW DES GEIUI VMSdIFA MLSEl MS. 



März. 



WissensiiiaClIicIie ^liülieiliiimeii. 



Die Grarrii von Celiiliaiii«eii> 

Von Dr. E \Vi [I |)t-rm iin II in Marburj. 

Im .1. 1108 koinirit ein ^Ditmariis Gelnhusenäis Coines," 
1 183 ein „Thidericus de Geilenliusen," 1 151 ein „E^beilus <le 
Gelnhusen" vor. Verel. Wenck, Hess. Landesgescli. II. DB. 
S. 57. f?. 105. 99. 102. Gnden, C. D. I, 111. Ueher 
diese Grafen von Gelnhausen habe ich mich zwar .schon 
im Anzeiffer für Kunde der denischen Vorzeit, Jiihr^. 1853, 
Se|)lenib. Nr. 3. S. 4«.l IT., iinsecsprocheii, will jedoch, weil 
neuerdings wieder einige Vcrwirniiiif iiiicli in dieses Stück 
Geschichte ffcbracht ist, noch einmal hiliidia- die Gründe zu- 
sainmcn^lelleii , welche dafür sprechen, dal's die Comiles 
Gelnhusenses nicht „Dynasten waren, welche die jnra Co- 
meciae fiir ihre Ilerrscliafl (zu Gelnhausen) erlanfflen,^ son- 
dern künigliche Burffgrafen (praefecti urhisj : 

1. Gelnhausen war, wie Friedberg, höchst wahrschein- 
licb ein Romerpiiiikl. Das valliim Komaniim. der rfnleralieii 
inufs in der Niihc von Gelnhausen, da wo die Kiiizig das 
Deflle bei Wirtheim bildet, hergelaufen sein. Das römische 
Staatseiuenthum in Deutschland aber fiel regelmül'sig als 
Reichs -Krondomanium an den Kex Krancorum. 

2. Die ganze Umgegend von Gelnbaiiseii in iler Wel- 
lersu und dem anstofsenden Maingau stellt sich, ebenso wie 
die Umgegend von Friedberg und Frankfurt, als königliches 
Donianinni heraus, und zwar bereits vor den Kaisern bu.s 



.1 ..■) 
L 

^ 

dem hohenstaufisfhen Hause. Selbst Namen, die zum Tlicil 
uralt sind, wie ,. Königsleute. " ,,Königswiesen.'' ,,Kinzig'- 
II. s. w. gemahnen, an den König als ursprunglichen Herrn 
dieser Gegend, nicht aber »n eine Privatperson zu denken. 
Vergl. Zeitschr. für deutsches Recht Bd. Ifi S 75 fg. Der 
Flufsname Kincsich (Kincichal insonderheit, welcher 
schon 900 vorkommt (Dronke, Cod. Fuld. Nr. 647), be- 
deutet Königswasser. Das Solmsische Königsberg spricht 
„der gemeine Mann noch jetzt Koinxberg oder Kintzberg 
aus," der vorbeilliefsende Bach licil'st die Kiuz (Wenck, 
hess. LG. III, 143). ' ". '■" 

3. Die BeliiiiipliiuL'. dafs das Reich erst durch Beerbting, 
und zwar wulirend der Regierung kniser Friedrichs I.. Geln- 
hausen erworben habe, versucht mau durili eine Urkunde 
des Kaisers (oder vielmehr damals noch Königs) Friedrich II. 
von 1217 zu erweisen, von welcher zwei, „•'*'" ^^ orten 
iiaih meist verschiedene Ausfertigungen" (Wenck II. l'. B. 
S. 135 fg ) vorhanden sind. Der ,, iinisliindlichcnr' zufolge 
hatte ,,f'oelicis memoriae nobilis femina (iisla Conolisso p»- 
rochialein ecciesiam in (irinda. in sua proprietnle >ilani, 
convenluali ecciesie in Selbold, ijuniilnm iu ipsa erat,'" ron- 
fcrirt. Die Griifin Gisla war also (irundherrin zu Gründn 
und Patronin der Kirche daselbst. Sie war es aber nicht 
ausscbliefslich , vielmehr besals den dritten Thei! dieses 
Patroiialsrecbts der Herr zu Büdingen, 1217 (Jcrlach von 
Büdingen, vom Reiche zu Lehn (Kopp, Com. et Nob. ed. 2 



75 



Anzeiger für Kunde der deulschon Vorzcil. 



76 



p. 366 sq.)» und auch zufolge einer erzbisiliofliili niain/.i- Griiiidau liesiilV, denji-niifeii Aiilheil an Grundau geliabl Laben, 

iilien Urkunde von 1218 hatte die Grindaer Kirthc mehrere an welchem der Gralin Gisla Proprietät zustand, da die iibri- 

Fundatores (Wenck a. a. 0. S. 137). Nach der zweiten ecn Büdingischen Linien nicht mit dem Grurentitel vorkom- 

Ausfertig-un? der ersterwähnten Urkunde von 1217 halte men. Auch leitet die Collation der Grllndauer Kirche an 

die Comitis>a Gisla zwar Anlheil an dem besagten jus pairo- da.- Kloster zu Scibold auf den Grafen zu Seibold. Es 

natus et fundationis, aber nicht der proprieta» in Grinda. fräst -ich nun aber, weshalb üitmar von Seibold den Gra- 

Liingere Zeit nach der Collation der Grindaer Kirche au das fentitel führte. Da zeigt sich dann, dal's er, wie auch 

Kloster la Selbold succedirteii Kaiser Friedrichs II. „prae- Landau in der Weltereiba annimmt, idenlisdi ist mit dem 

decessores in hereditalem niemoralae feniinae" (Gislae). 1 108, bez. 1 158 (in letzlerein Jahre als bereits verstorben) 

Diese „Gisla Comitissa" bezeichnet ein neuerer Schriftsteller vorkommenden Ditmarus Gelnhusensis Comes, einem der 

kurzweg als „Gräfin Gisla von Gelnhausen" in einer Weise, Fuudatoren des Klosters zu Scibold (Wenck IL ÜB. S. 57. 

dafs man glauben sollte, sie werde in den cilirten Urkunden fg. 105). llicraiir bnsircnd macht man tum höch.-l unkritisch 

so bezeichnet. Es ist aber nicht der Fall. Indessen mag den ungeheuren Sprnnir, mit welchem mm scblief-l : weil 

immerhin Gisla den Namen einer Gräfin com Geliiliaiisen ver- Ditmar Grimillierr zu Selliold und Grilndau war, so war 



dienen; nur mnfs es bewiesen werden. 

Grinda (Griinilnu) war Krondomaine (Zeitschr. f. d. H. 
Bd. 1(1, S. 75), befindet sich aber spiiter in dem Besitze 
der Herren zu Biidingcn und ihrer Gaiicrben als vom Beiche 
reIeviren«Jes Lehn (Wenck 11. L'B. S. 181. Arch. f. hess. 
G. I, .»11. Guden I, 858. Cod. Jloenofr. I. HS. 507. 
Joannis Spicileg. pag. 411 sq. SchuJtes, neue di|doni. 
Beiträge K 50. Liinig B. A. Vol. 23. S. 1602. 1007 und 
die Iseiibiirgisclieü Beiclislehuliiiere; .-. a. in e i n e Gesch. 
der Centen und herrschaftlichen Gebiete in und um den Bii- 
dinger Wald S. 63. 66 ff.). Nach einem Briefe Konig Si- 



er auch (inindheir zu Gelnhausen, und zwar wegen des 
(Jrafeiililels mit irrällitheu Hechten füj- seine Grundbe- 
silzuiigeu zu Gelnhausen und Selbold : iji dejscllieu Lage 
befand sich scliliefslicb die Gräfin Gisla . deren Erbe we- 
gen Verwandtschaft Kaiser Friedrich I. wurde. Mit dem- 
selben Beeilte Uiiiiiile man behaupten, dal's die Grafen zu 
Mainz (Comites Mogunliui, Coniiles de Mogunlia), die Gra- 
fen zu Speier (Comites de Spira), die Grafen zu Trier 
(Comites Treviroriim 1, die Grafen zu ZilricU (Comites in 
civitate Tiiricina), die Grafen zu llüxter (Comites civitatis 
Hiixariensis) u. s. w. Dynasten in den genannten Städten 



gismunds (Liinig B. A. Vol. 23. S. 1603) gehörte Gründau mit eräflicben Beeilten gewesen wären. Die Snccession der 
zu der ßeichsburg Gelnhausen eigenthiimlich, und war nur Prudecessoren Kaiser Friedrichs IL in heredilntcm Gislae, 
vor Zeiten litulo pignoris an die Herren von Büdingen der Erbtochler oder Willwe eines Burcgrafen von Geln- 



infiindirt w orden. Verschiedene ritterliche Familien, welche 
zu Grinda Iheils mit Eigen-, theils mit Lehngütern angeses- 
sen waren (meine Gesch. a. a. 0. 8.63 fg.), werdeji neben 
der Gräfin Gisla nicht in Betracht kommen können, da sie 
nobilis femina war. Sie miil's vielmehr eine Büdingerin 
gewesen sein, sei es nun, dafs sie Erbtochler einer Bildinjji- 



hausen, erklärt sich einfach daraus, dnfs ihr .'Vnllieil an 
Griiixlau, weil Rcichslclin , nach dem Aussterben der damit 
belieheneu Biidingischen Linie dem Beiche heimlHlleu inul'ste. 
Dem sieht nicht enlceiren der .\usdruck pro|irielas, denn 
dieser ucht verschiedentlich auch auf die Lehiistrewere , in- 
dem er hin uiiil wieder im Gegensalz zur fahrenden Habe 



sehen iMannslinie, sei es, dafs sieWiltwe eines Büdingischcn gebraucht wird (Du Fresne (iloss. Grimm IIA. 4!)2 IT.) 

Dynasten war; denn derAiisdriuk jiroprietas darf vielleichl Eine BeerbniiL' wegen VerwandlscbafI kann schon deshalb 

auch auf \\ itthum bezogen werden, indem das W itlbiiiii nicht tingeiionimen werden, weil das lieich (der Kai.-cr als 

eine Art revocsbleu. mit dem Tode der \\illv\e i[is(i jure solcher) keine Ver«audle halle, der Ausdruck ..praedeoe^- 

aufhurenden Eigcnihiims („Eigen zu ihrem Leibe") ist. Ich sor" aber, wie au( li allircnuin ant'eMoiiimen wird, olfcnbar 

habe uun bereits im Anzeiger f. Kunde der deutschen Vor- auf das Beicbsobcrbanpl gehl. Will man daher dennoch 

zeit a. u. 0. ecr.cigt , dafs es in der That mehrere Büdingi- auf VerwandlscbafI beharren, .so niufsle Gclnhuuseii an K. 



sehe Linien gab, namentlidi eine, welche sich nach ihrer 
Burg firlenberg, eine andere, welche sich von der Burg 
Stoden, eine drille, welche sich nach ihrer Burg zu Selbold 
benannte. An.s letzterer Linie der Herren von Biidinceii 



Friedrich I. als Slaulisclies PriMilgut gefallen sein; dann 
aber «ürde es das Schicksal der Staulischen Privalguler, 
ni<lit aber der Beich.'^kronaüler getheill haben. 

Dal's nun nach dem Aussterben der Herren von Büiliiigen 



kommt 1100 Ditmarus Comes de Selboldcs vor ( Gen fs ler, zu Scibold die Burcgrafschnfl zu Gelnhau.'-en, gleich der 
Ge»ch. lies fJrabfeldce II. 285). Diese Linie mag neben HerrschafI zu Selbold, auf ilic Herren von Biidingcn zu 
der Budiogisrh-Budingischen Linie, welche ein Untlel von Büdingen llbergieng, folgt daraus, dafs sie sich bei ihren 



i9 



Anzeiarcr für Kunde der deutsilicii Vorzeit. 



78 



Siiccessoren, iiamcndicli (ien Herren x oii Iseiihiii!;, (iriilct 
(Zeilsthrid f. d. li. n. «. 0. S. 2li). Eiiixelnt! (inindlic- 
silzunircn zii Geliilinuseii niögeii iliesc gehabt IihIicii, aber 
keine Herrschaft doselli:^t. Aiifli ist es nicht richtig, dafs 
die ..(jrafen von Geliihnii.<en dem von ilmeii sreariltideleti 
Kloster zu Selbold sümmiliche in dem iinmillelbar /.iir Bnrsr 
(jeliihaiiseii ffehörlsen fiebiete liegenden Kirchen, darunter 
nnmcMillich «nch die 7,n Geinhansen , iibtriieben hiilten." 
Denn die belrelVenden Urkunden bei Wenckll UI5. S. 99. 
lüö ts. sag'en in dieser Hinsicht Nichts von den Grafen von 
Gelniiiiuscn, sondern, dafs das Kloster seine Perlinentien 
„concessione Pontilicnm, Isrffitione Resnm vel Priiicipnm, 
oblaliniie lidclinni seil aliis jnslis niodis" erworben habe. 



Juli. Fveilierr zu ^tcli»ni'zeiiliers< 

\ Oll Dr. K in i I Weiler zu Ziiiiih. 

Gödeke irrt sich in seinem ^Griindrils ?.nr Gescliiclite der 
deutschen Dichtung- S. 211 hei Angabe des Todestages 
jenes Mannes. Er jst geboren 25. Dec. 1463, aber 20. Oct. 
1528 gcslorben i denn dem Deiiksleine am Schlüsse des 
„Teulsrh Cicero" sind die ^\'orte beigesetzt: 

Illiisiri viro Joanni ex Baronibus a Snuartzcnberir, patri 
chnrissimo, filii hacredes pro pielalc posnerunt. Vi.\. an. 
LXIIII. ms. IX. dies XXVI. Ohiil an. a Chrislo nato MDXXVIII. 
XII. Kalend. Novemb. 

lieber .loh. zu Seh« arzenbers ist aul'ser den von Gö- 
deke cilirten O"«!'«» nachzulesen : „Johann Freiherr zu 
Schwarzenberg. Ein Beilrag zur Geschichte des Criminal- 
rechts und der Gründung der protestantischen Kirche von 
Dr. Emil llerrmann." Lcipzis. ISll. 



neiitHrlie IlaiKlHcliriflcii zu KmiiiIiiKz. 

Von .Ign. l'cllers. Gyiiinasiallclirer zu Pisck. 
(Forlsetzung und Srhiufs zu Sp. S.) 

c. Ueberschrift : ,,Ain lincli von der liolien iiiynnc 
Gencinet der waffinne." 

Der Anfang lautet: ^WEIt ir iuiigen nun liclagen — 
Scliwigcn vnd liiircn sagen — Schone red von inynnen — 
So das ir gewinnent (so!) Milgent loh vnd ere — Ob ir 
milier lere — Biellend iuwer ere (so!) her — So riebt ich 
dar nouch min ger — Wie das ich getichtc - — Vnd tulilen 
berichic — Wie man nauch liebe werben sol . . ."" Die 
letzten Verse sind diese: ti^^^"" •""' guter fraget mich — 



Wie difs buch sy gen ml — Dem wil ich machen wol lie- 
kanl — Den nameri siii in knrizer frist — Der werden 
min 1er es iA — Offlicli (oH'enlich) von mir genant — Das 
sy den guten wol bekant — Die habe (haben?) willen vnd 
nilit — Von mir für die werck für gilt." A.>IEN Got sy glol. 
Dies Gediihl, das sich denn als Heiiizelein's Minne- 
lelire kundsribt, umfafsl fol. 127 — 147. 

d. Das blich von her ywin, f. 14b — 200. Es war 
mir bei der Kürze der Zeil nur möglich, einen kleinen Theil 
(\. 289 — 802) zu vergleichen. Die lls. ist ziemlich ver- 
derbt, bietet aber trotzdem hie und da beachtenswerthe Les- 
arten dar, z. B. V. 276: An »in schönes gelilde, bei l.ach- 
mann: Und koin an ein gevilile; V. 304 : Vnd dort her für 
sprang: V. 332: du su|i vnd raine : V. 379: Wenn ich da 
wider rille; V. 3b2: Ich gelopt es im vud gelaisl es sid; 
V. 383 : DO es schliiffes zyl ward (die zwei Puncle in un- 
serin Cude.v als Dehnungszeichen, eigeutlich ein nachhailen- 
des dumpfes e; vgl. Schmeller, Mundart. §. 118); V.392: 
Acli da iniil's ich . . V. 412: Do liüli ich mich liiiider — 
Ainen bom. vnd riv niiili — So entruwet ich mich —i^ 
Das ich dar was konien — Waii hei sie min war geiiomen 
— Anders inil (nit) er wären — Wali ich ball mich gol 
genern (ziemlich in der Ordnung der Verse gestört) ; V.419: 
Aiiieii allen viider in (L. in almillen nnderin); nach V.43t> 
hat unsere lls. allein noch zwei Verse: \\ as er aineni sine. 
losen manne — Sogelicli das in nieman erkanle; V. 450;i 
Owe w ie elgsch der such — Du oiigen rout zornschlacht — 
Der mund hell in gar besacht — Baidenhalb den wangen — 
Mit widen befangen; Y. 528: Das beschaid ich dich bB(i;, 
V. 535 die bessere Wortstellung; ich im aber nn; V. 500: 
Da staut ain kaller bruii by, hei Lachmann: da stet ein 
capelle bi. Die letzten Verse: 

Es was gut leben wen ich (BL. wienlich) hie i 

Ich enwais was oder wie 

In sil geschehen baiden 

Des ward mir nit beschaiden 

Von dem ich die rede lial) 

Da von kan ich vcli dar üb n 

Nicht gesagen mere .< 

Waii got gell vns siild vnd ere 
Amen 
Deo cracia^ 
Compleliim est hoc opus fcria ipiarlu ah ab an im incar- 
naciolll.^ Xpi M^'(CCt°l.\iiij«. 

c. Der li'ibcrer. Iladaniar's von I. aber .1 aird . »on 
f. 201 223. 

Die l.Slro|ilie: „ .M alle mau|i die niyiine 
Ist ain gewaltig wunder 



79 



Anzeiger lur Kundi- der dciilsi'Mcn Vorzeil. 



80 



Sie brucht vil herler synne 
Was lebend Ul das mfifs gen ir herimder 
Es klym es kleb es (lieji ald (lieg- in liiflen 
Was Wassers lebt lufl oder fiir 
Das zwingt sie bi|i durch der erden kriiflen. 
Die Sflilufsslrophe, die IbH..- 
Ymer wernde lieben 
Das wort ist so versicrelt 
Min herlz das tat i klieben 
In hundert tasent stnik e das ich entrigrelt 
Oder ynimer v|j mim siii werd verschallen 
Der eneel fofft g'efurstel 

lHu|i ewiglich ir lib sei erc vnd gßt wallen AMEiN. 
f. Von einer /.weilen Hand eescliriehcn, wie alles Fol- 
gende: f. 224 — '.i'ih ein Gedicht niil dem Tilel: „Veni 
sancli spiril us" (von neuerer Hand darunter: „Ein 
Wunsch für die l'nvert'üna-lichkpil der Frauen und ihrer 
Reit7.en*J. Der Anfang des Gedichtes lautet: .,\vEnn ich 
gedenck die liebsten zijt — Dz aller trost besunder lil — 
An reinen wibes bilden — So miicht min herl/. erwilden ", 
die letzten Verse: „Die ich mit minem lichten klag 
Der bi(J genäudig aller maisl 
Got vale haiiger gaisl. 
g. f. 226— 237 ein Gedicht Alblins von Es eis berg: 
„An einem morgen her gen tag — Do ich schlaufl'ent mich 
verwag" u. s. w. Zum Schlufse die Jahreszahl 1467. 

h. f. 2.3S— 240: Wie ain frow ein prief schrih: 
beginnt mit: „Ains lags vnd man me|i gelaji — Vnd ich 
da by gestanden was . ." 

i. f. 240 — 24.3: Ich gieng ains tags durch ainen 
wald — .Spacziren (Iber ain hrunen kalt . ." 

k. f.34H — 216: „Ain s|iru(h vnri frow uhciilnr:" 
beginnt: „Ich eeiig durch Insl v" eine wald — Der waz 
so wunenklich geslall" . . die Schlufsversc: „Die red ge- 
liebt der kunst zesliir — Genant die schön anbenliir." 

I. Ain ander spruch von hartem erarncn der 
bUlschafl. „Es ist ye vnd ye gewesen — Daz man fon 
den hirslen hat gelesen — Ir xuclit vnd ouch ir erc"* . 
Schlufs f. 260 b.: „Daz rengniert er gar löblich — Daz 
söl alle sin froelich" Anno doniini lusenl IUI hundert vii 
vnd schechcz. 

m. Das letzte Gedidil unsrer Ils. Iriigt die Aufschrift: 
Wie ain frow ainen blllen vnderwi|it. „Ains lags 
gung ich durch klirlzwil bald — Da ich fand litren mit 
gewnid — Die argen winller zfi laid" . f. 261, b bricht 
CS mitten ab mit dem \.r-'- Nndi niticr fri»w? der ich 
nil mag." 



AIhreelit Di'irer. 

Von R. v. Rettberg in München. 

Zu dem im Anzeiger 1855, Sp. 314, bekannt gemach- 
ten Holzschnitte Albr. Dürers „Drei Ritter von Todlenge- 
rippen überfallen'' fuge ich noch hinzu, dafs sich ilerselbe 
Gegenstand als Handzeichnung im Kupferstichkabiaet zu 
Wien hclindet. Die Darstellung entspricht im Ganzen dem 
Holzschnille so genau, dafs ich überzeugt bin. dafs die Zeich- 
nung zu dem letzteren mittelsl Durchzeicbnung auf den 
Stock gebrachl wurde, denn dafs die Verliiillni>5e im Holz- 
schnitte oder \ielnielir in der von mir gezeichneten Rause 
überall etwas grofser sind als in der Handzeichnuug, dürfte 
leiclil daher rühren, dafs sich das Bauspapier — leider ver- 
>iiuuile ich es, das Original gleich heim Zeichnen zu messen 
— um einige Linien, namentlich beim Aufziehen auf weifses 
Pajjier, ausgeweitet lioben mag. Aulserdem er.'.clieini die 
Handzeichnung (17^/,, Zoll Bayr. Maafs br., I2V220II hoch) 
gegen den Holzschnitt (20 Zoll br., und 13 Zoll hoch*)) 
oben und unten um einige Linien besclinitlen und sodann 
rechts (des Beschauers) etwa 4 Linien und links etwa 9 
Linien. In der Ilaiidzeielinung fehlt nämlich links (des Be- 
schauers) ein starker Baumstamm, daneben ein Stück eines 
zweiten Baumes und am Fufse beider eine Distel. Verün- 
derungen, die durch den Formschnilt gekommen sein mögen, 
sind in den Figuren der drei Riller, Pferde und Todlenge- 
rippe nur sehr unbedeutend , so dafs der Charakter in bei- 
den Blallern so ziemlich derselbe ist ; dagegen hat der 
Holzschnitt im Landschafllichen , wie im Zweii:- und Laub- 
werk, den Griisern und den Sclirafliriiiigen des Bodens in 
dem enllliehenden Riller des iMillelifiiiiides , dem Hunde, 
welcher am Gewände des den Ritler zurückballenden Tod- 
leiigerippes zerrl, dem iinler ihm aii-ridiraclilen kreuzförmi- 
gen Grabsteine 11. s. w., einige, doch auch nur im Einzelnen 
bemerkbare Abweichungen, welche leicht von Dürers eigener 
Hand beim Aiisfnliren der auf den Stock cehauselen Zeich- 
nung nemachl sein können. Scliliefslich ist in der Hand- 
zeichniiii;; unleii rechls (des Beschauers) unter dem Grab- 
steine die .lalneszahl I li)7 mil dem darauf ftdgeuden Na- 
menszeichen Durers nicht wie auf dem Holzschnitte ange- 
geben; dennoch dürfen wir ohne Bedenken sie auch für 
die Zeilbeslinimung der Ilaiidzeielinung nin\ enden, welche 
übrigens, wie der Slultgarler llolzschiiill. auf hniuiiem Papier 
mit weifs-schraffirten Lichtern aufgehidit ist. 



Kunst. 

Zeichnende 
KUnkt«. 

Handzeichnang. 



*) In ili'iii Inihcrrn Aiirsnlzc ist irrij; 1 1 Zeil! .«tun 1 S. Iiiili 
1 Zoll angegeben. 



»1 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



82 



Xiir dienchlchte der MypIiillM. 

Von Prof. Dr. Friedr. Keiifs in Nürnlterg. 

Das Rallis|irntoiolll)iicti 1483 — 1407 im Archive des 
Stadlmairistriils zu AVurzbiirs enihiilt Bl. 441 u. 443 nacli- 
slehende Aufzeichnungen, die älleslcn L'rltunden des Aus- 
bruches der Epidemie im Fiirslhistliumc Würzhiirir : 

1496. Dinslag vigilia Thouiac apost. Eynnnilifflicheu 
beslossen das man das Beghaws da vormalen die peslilcnlzi- 
schcii lewlt jnnen gewest sind dartzu verordnen zwei bell 
vfs dem Spiltall zwei vis dem Scihawls nemcn vnnd mit 
einer frowen dartzu tfiglich versorgen solle, dareyn die 
franlzosisclien lewtt die hie gelzogenn vnd selVliiilU sind, 
geweyst werden, vnd das man jn belli mit dem reichen 
Almiisen vnd aufs der buchfsen souile es not wirl, daiion 
folgen lassen vnd solichs an ain obcrn Rathe lassen langen. 
Dartzu ist geweit Enndres gollsmit. 

1497. Dinslag post Erhard! episcopi. Es ist mererleils 
beslossen dafs man das alt Frawcnhaus den Mannen die die 
frantzosischenn Kranckhait haben eingeben vnnd die Frawen 
in (las Besinlia«s lassen solle vnd sie also scheyden vnd 
teylen." 

Im Pnilociillbiiche 1497 — 1510 Bl. 17 ist bemerkt: 

„1497. Dinslas post Jiibilate. Man sol den jungen hild- 
srhnitzer vf dein BriiderlinlT annemen zu einem eynnemcr 
aufsgeher vnd pfleger der finnlzosisclien lewle jn ein virllel 
jars versuchen vnd das virllel jars II gülden srehen." 

Beachtungswerthe Beitrüge zur Gescbiclile der Syphilis- 
epideniie am Schlüsse des XV. und in der ersten Hälfte des 
XVI. Jahrhunderts bieten die (den Votivlaleln in der Wall- 
fahrtskirche zu Detteibach am Maine entnommenen) Krank- 
heitsgeschichten , welche Joannes Trithcmins und Enchar. 
Sangiu.^ in ihrer historia niiraculorum bealii- Maria- virg. 
Dettclbac. fin Gropp coli, scriptor. VS^irceburg. I.) mit- 
theilen. 

Auf dem Vorsctzblatte einer hs. wiirzbnrgischen Chronik 
vom Anfange des XVI. Jahrb. ist die Notiz beigeschrieben: 

r,Anno 1519 tunc temporis magna inlirmitas per Franco- 
niam vocata die Franizosen. in qua niulti ohierunt, et fuerurit 
uicera pcssima et ignilu per lolum corpus conlracla, et 
duravit per dccem annos." 



All!» elii<*iii liniiilHrlii-irtlicIifii liorliltiirli 
tlt'H XV. Jalirli. 

Mitgcthcill von Dr. Job. Voigt, k. pr. geh. Regierungs- 
ratli und Prof. in Königsberg. 
1. W'illhu gepresl swcinskoppf mucben. So nim 
karppelTen schclen ader Farben und schupp sie schon und 



mach sie zu sluklein iiiid lim sie in ein Pfanen und gewejS 
doraü halb|5 wasser und halb|j wein das die Prue eins 
nnger lanck über die lisch gee und halt sie über ein gutt 
fewer uud lo|5 sie siden und wan sie halp ein?ebOten sindl, 
so scngii die Prue abe davon und nim die Fysch und thu 
die Gret dor an und hack das geprett ciain ein wenig durch 
ein ander und thu es wider in die Pfauen und gewe|i die 
Prue wider dor aii und la|i es wider ein weni? einsieden 
und die schuppen sewdt und strewch sie durch und gewji 
es als sampt in ein belflen und los es steen pi|5 herdt, so 
halte es wider über das feuer und zuck es pald wider herab 
und schlag es ulT ein Panck und schuewdt es in ein kalte 
süDe Prue in der fasten für uepresl sweiiiskopfT. 

2. Willhu Prollwiirst in der fasten machen: So nim 
gutt vei:;en und iiberseydl die und sto|i die dein und sollst 
sie auch vor dein backen und leg sye vll' ein Prett und nim 
geriben leckogen darunder und welcbs als langk als ein 
brotwurst ist und mach ein dicken strawben tagk von wein 
und zeich die wirst derdurch und packs daii schon gib 
ein Zucker darzu. 

3. Wilthu machen Morsserkuclien : So reib semel 
dein und schlag eyer dar uiiller und mach es gell und 
wurcze es woll und schneid niu|.^katlen i lein dor under ader 
niu|5katten liliiile iind thu ein smalcz in einen morsser und 
setcz in uff ein irludt und gewji es darein und wen es ge- 
packt so schneidls zu Scheiben. 

4. Ein giidl Bastede. ") Mm lisch und schoppe die 
und zeuch ein abe die hawtt wan er her walldt so hawe 
ein zu klein stocklein, hacke pettcrsilge und salben darein 
und thu dar zu pfefl'er Inber zimeltrinden uud salTraii, teni- 
pcrer das woll under ein ander mit wein und mach ein 
dulien Priben und thu die fysch darein uud gewji daii wein 
dar ulT und deck es mylt einem deygc und mag das umcn 
und umcn gancz und brig oben cyn logk darein und mach 
dar for ein blezelein von deyge und las es vast packen, 
also magstu auch von Ilüneren, voggelen wilpratt oder von 
fleische also machen. 

5. Willhu ein gemueji von Huzellen machen: So 
wasche die Huzell gar schöne und stos sie dein und streich 
sie durch mytt wein und seidl sye daii woll uud thu dan 
darein guett Honigk und würz gcnuck und wer es zu din 
so reib Prolt darein und thu es in ein IlulTcn, so blcjbcl es 
dir vir ader VI wkIicii guell das magst kalt «der warm 
gehen und sire ziuUcr dnrulT und ziiiutt rinden. 



*) Vgl. .las liii.li ..Non t^iiler .«p.is." (MiMIj.'. IMll. >. i>. 

Du- Itfdurt. 



83- 



Anzeiirer für KuniJ«' der dculsclien \ urzeil. 



84 



6. \\il(liii moclicii ein Siil/.oii. die dreyerlfv se>liilt liiill : 
So tiini Hinve|icii Flossen die \orseiidt in was^er schon und 
oyine dan dicke niiindel und Pclersilieen und liiuke deu sar 
klein nnd reib in ein scherben der niiindel niilib und Ihu 
dan deu Irilliell der niikh dor iinller nnd znrkers den woll 
abe das wirdi ein ffrine varbc nnd nynie dan disse zwey 
tlieill und sewdt ine Einer Pfaiien nnd znekcr es anch abe 
und lo|j es siden und eewc|i ein Iheill alls weiji nff ein 
Pfenlein und mach dan das drytiheil eelb srleich und ffe«(J 
das ancb nlT ein PTenlein nnd Inß es daii steen und sewdl 
dnii die erin varbe auch in einer Pfauen und ffewjj daii 
alles nlT ein Pfanen also bastu drewerley varhe und las es 
steen bis es berle « iil nnd lialie es dnii über das fewer 
und zuck es balril her ahe und sliiff es deii ulT ein Panck 
und sehneidt es daii sehai:/.ii!rletl nnd leff es den uff ein 
scbussell ein «eill \vei(i, ein \\eill gell), ein weil! irrine bis 
die schüsscil vol wyrdl und versallz niihl 



Lebensweise. 
Socliüe VerhSlt- 



!T7i iTyTpTJTüb 

färaiie Juadiim utalitce llaiit'MliaKiiiiK« 

Mitgetheilt von W. Frcih, v. Lö f felli olz, Domänendirector 

nnd Archivar zu \\'allerslein. 

rForlselzunj. ) 

Auff der Marslaller tyscb. ain suppcn. ain essen viscb. 
ain kraul bachen viscb darzn oder ainffeniacht viscb dar- 
nach, ain bacbes oder "emnes ain essen von vnsern lyscb. 
Äway essen visrh. 

An aim freilag so man nil ayr daran yssci. Soll auff 
allen lyschen ain essen viscb weniger ffcgeben werden, vnd 
darfur ain besonder gemues oder baches. iij essen visch 
auff vnsern lysch. 

An aim vasttaff daran man ayr ysset. Sol es mit den 
vischen sehalten werden, wie an ainen freitn?. für das £>■«- 
miies oder baches an der visch slal ain pfifliT dar jiin nyr 
oder ain baches oder sunsl ain essen von ayrn ffCL'ebcn. 

Drew essen viscb auff vnsern tisch. 

An aim sambstatr <ies morgens \ff vnsern ti'^i li wie an 
aim l)annen Vaslap. ilarari man nit ayr issel dan das /,n dem 
kraul für bacben viscb ain ayr plats seceben sol werden. 

Fnr die kalltcn oder protvisch ain pfeffcr dar jnri ayr 
oder ain bacbes von ayrn dar jnn seireben werden also das 
nit mcr dan zway essen visch vnd insnndcrbeit zwischen 
Östren vnd sandt Michaels lae gegeben werden. 

Des Nachts zway essen visch vnd vier essen dar zu 
Auff der junckfrawen vnd raihe tisch auch zway essen von 
visch des morgens vnd >achts mit jr an/.ale der andren 
essen its (ut snpra) 



Aulf der pneslcr vnd Edellewi tysch des nioracns ; Nach 
.^lichaelis zway essen visch. zwischen Ostren bip auff Mi- 
chaelis ain essen visch mit der au/.ul der andren essen. 

Des Nachts ain essen visch mit der unzal der andren 
essen. 

Auff der Marstallcr lisch des morgens und .Nachts ain 
essen viscb mit der anzall <ler andren essen vis vnd allweg 
ain essen von vnsern tisch. 

Was vom vnsern lysch an iiaililiscli nil kiinibl das soll 
dar auf erslat werden an|i der kiichin damit der nachtyscb 
der priester vnd cdelewi gcleycb geballeii werde. 

Dergleichen sol es jn des ammen ') hau[i auch gegeben 
werden. 

Den wiichlern torwardle baiigesind Mid arbaitlren So 
sie vasicii ain suppen. uin kraut vnd ain baches darzn, 
ain gemües ain milch.  i i,  

So sy nit vastcn des morgens ain suppen oder geiiiues 
ain mylich des mittags ain suppen. ain kraut, ain gcmiies. 
ain mylich oder bacbes ye dafür, des nachts ain suppen. 
ain riiben oder birn. ain gcmues. 

Vff unsren tisch all mal ain ke|5. vnd zu yetweder zeit 
sein obs. 

Vff der junckfrawen lisch all mal ain keji. vnd so in 
vnsrcii garten obs «jeiiug ist. zu yehveder zeit sein obs. 

Hein so erber sesl kuineii die (di der jum klraweii lisch 
essen, ain essen nier dan sunsl geben. 

Aller essen sollen genug mit ainer ma|i ') gegeben 
werden. 

Was seltzams bereinkiimid. das sol nit aiiis nials ^) ver- 
kocht werden. 

Die gemeinen essen sollen nil aiilV ain syii oder weyji 
cekocbt werden ye ain gehackis kraul, yc ain gclampis ■*) 
ye die köpf gespalten, ye grons. "*) ye koel. ye Sues. yc 
sawr : ye mit mylich elc 

Die ruhen ye gespalleii. ye klein, ye gewnrffcit. ge- 
scliiiilten. ye klein irchackt. ye mit ainer ke|i brie ge- 
nuichl. 

Erbis nnd linsen, ye ganlz ye durchgeschlagen. Deji- 
ijleiclicii Ulli anderen essen auch Verwandlung jn kochen. 



'j .\iiiinanii ( Viiilniann). — '^) mit .Maafs. — 
einmal. — ') in l.appiri {letboill. — ') grün 

(,Forlsclzung folgt.) 



') nicht auf 



85 



Anzeiger für Ktimle der deutschen Vorzeit. 



&6 



Staats- 
anstallvn. 

Landes- und 
IfOcalordnungen. 



Da» nlle llaiiizer IlMiiMK^iiuMMenrecli«. 

Mil?i-tliciil von l'rol. Ur. Aiiiold in Bu>fl. 
(Fol. 3 b. 13ÜÖ.) ^Iii dem iar u\> ninii zailc nach it<'"i's 
g-eport liiisciit (Jruhuadcrt sechzig und fnnl lar da der Ert/.i- 
biMhuf (jcrlaih iiu MenUe in dem Diiisrai Un was da deilleu 
die hn»f^eiiütseu zu Menize dem vortrenaniilerj Krlzhisthof 
wann er mit einem romschen kongc für Krunekefurt legt zu 
Felde vnd die aladl von .Menlze und welich liusgenuj^en dan 
mil der »ladt u|J weren die mag er by sich nenieii die 
bullent siues libes vud sincr kammern warten dnrnmb sal 
er yn die kust geben. 

Itf; auch bait man ynie gededct wann ein ICrlzbisch zu 
Meutze vad die stadt vuii Meutzu mit ey zu leide ligen 
wal5 IIusgeno{5en dann mit der stadt n|3 wereu die mag der 
£rlzbi»cbor vun .Meutze by sich mauen vud snileiit sines 
libes vud sioer kamern hutlen darumh stil er jne die kost 
geben. :,.,l„i, ■, 

it^ auch deilte man dem obg. Erlzbitchof ein moulze 
zu in der niunlze zu mentze zu slagen zwcTi sUlicrn pfenge 
für dri li{; vnd mag die pfenge alle Jar^ verändern üb er wil. 

11^ auch deilten die hu|igeuo|ien daz der vurg. Erlz- 
bischuf einen halben jdening mag slaben zu hingen üb er 
wil derselben pfenge der mau zu menlze siet darMnb sul- 
Icnl die hu|igenü|ien vun hingen zu mentze olf der mvutze 
an den luisgeu(i|6cn zu menlze ir lieclil suchen so sal der 
egilt Ertzbischof gebiedcn in siiiem lanile die monize zu 
nemen by dem banne vnd die Stadt by fünf scliilingen 
meutzschen jn der Stadt zu mentze zu nemen vnd ilie 
pene feilet einem moutzemeisler zu mentze. 

It^ auch iai ein igliche Husgenu|5 silber in die montzc 
geben zu menlze nach sinem vermögen. 

It^ auch bait ein montzemeister sinen teil an dem schla- 
geschatz. ;i..|, ,|, .:.,,,|.|.,^ ^i,:-,,, ■,;,, ,,: , ■,,:,; 

Fol. 4 a. Di(J ist die gnade vnd die friheit die die hus- 
geiiojien zu mentze von einem Krtzbischof zu menlze vnd 
von einem stift zu mentze haut. 

(1.) Il^ zum Ersten da|i iiiemant wesseln sal zu menlze 
i|i sy frauwe oder man «anu die llNl5genü|ien zu menlze 
an ein igliche man der mag kaufen sillier vnd gull da|5 er 
vcrforn wil noch siner kaufuianscliatze vud ein iirliclie goll- 
smet mag keufen silber oder goll dal's er vm sin gesinde 
verwerckeh mag mit sinem hammcr vnd iiit nie. 

(2.) ll(5 auch snilent die vurgnl(J gollsmele kcyncn pfe- 
ning .silber nit kaufen wclieh pcrsone er >> frniiwc oder 
man wer da|5 breche der helte verlorn sechzig schiling 
meutzschen einem nionlzcmcistcr vnd je dem husgcno|icn 
fünf schiing mentzsciicn zu einer pene nis dicke da|i noit 
gescbiet. 



(3.) It^ auch sal man keinen Husgeno|ien noch sin wib 
noch sin kinde nocb sine gesinde lieclageii widder mit eeist- 
lichem gericht iKich mil wci iillii liem ucriclil mich keinem 
llusgeno|ien key kommer befein. 

( (.) Il^ auch sal man hiiidei keyniin llus!.'eno|Sen keyn 
gut nit bekommern noch niemant beclagen oder bekomern 
in sjnem llusse widder ihlt geistlichem gericht oder mit 
wernlliclieui ürrulil. 

(Scblul's folgt. J 



Der MlapperMteiii. 

Von .\iig. .Stober, Professor in .Mnlbauscn. 

Zu Grimm, deutsche Kechlsallerlh. 2.Aufl. S. 720 — 723. 
Vgl. Jlichelet, Ürigines du droit fraiifais, S. 3b4 {-.>>'!■_ 




Verleumdete ein .Manu einen andern oder beschimpfte 
ihn mit Worten, so halte er eine Celdbufse von einigen 
Pfennigen zu erlegen; war es eine Frnu. so heznhilo sie 
ebenfalls die Bufse, fillein aurserdrm ninfslc sie noch einen 
oder zwei Steine tragen, die man ihr, au einer Holte he- 



IK-chuscbau. 

Gtrichtsver- 

fahren. 



87 



Anz«»i2'i^r fiir Kunde ftt'r deutschi'ti Vorzeit. 



88 



festigt, um den Hals hHii^lc. Gerirhisbnien eiensen ihr vor- 
her oder folfflen und bliesen in ein Hörn, um das schsn- 
iusliee Volk hcrheiziilocken. Der Zue ffient: vom Gefiin?- 
nifse oder Ratbhause »us. durch die Stadt, von einem Tborr 
zum auJeru. 

Zu den von Grimm aufeezuhllen Nsnii-u dieser .Steine 
(Krütenslein, Schand^tein. I.asterslein . Klasclie. 
Fiedel. Pfeife) fhife irh die in Norrldeiil-chland bekannte 
Biitlel>f I a sehe und den im ÜbereUafs nblithen klap- 
perslein ') In Frankreich, wo diese Strafe ebenfalls hüuliff 
vorkommt, «ird sie mit den NN orten _porter la pierre" 
beieithnet. 

Die von Grimm und Michelet sesammelten Gesetz- 
arlikel und Verurlheiluiiijen . die ^icll auf ilo< Sieintrasen 
bezieben, reiiben bis ins 14. Jahrhundert hinauf: narbfol- 
gendes Gesetz, das in der kleinen Stadt Arsonne in Kraft 
war. fidirt es in Frankreich zur zweiten Hälfte de> i'-i. Jahr- 
huade^t^ zurück. 

1263. Loi conlre les gens qui roedisenl des 
aut res. -) 

^S'aulcnn ') dit laif (laidj *i a aullre et il s"en clainie "•) 
el il peul prouver par le temoiffnaire de deox bonr^eois eil 
_4e rni il se sera cl.-imei. ^) sera (rondamne) ä cinq soiz, 
k r»fcev<que quatre solz et demi. et au mayeur ') six denicrs. 



'j Von klappern, schnalzen, viel und l>üs scbwalzen : 
Geiler v. haisersli. hat hiapperei und Klepperei, 
Giächwali, Srhwälisucht : h'lnppcrniaul, Schwätzer, 
.<tcbwätxerin : K lapperiua nn . Schwätzer — ; Schiller. 
Glosj. germ. und Frisch, teulsch-lat. Wörterbuch : hlap- 
pernarr; — Kl appc rniüh le, Schwälzerin. hat Schinid, 
Schwab. Wörterbuch; — Moscberosch, Phil. v. Sillew. 
II. C\usg. Slrafsb. 1665), S. 353 bat k la ppc rma u I, 
Klapperbii, Schwätzerin; — i. 442. K I a ppertäs ehr. 
Brani, Geiler und Murner: Klapperbenckli: — 
Geiler: einen pfennig in die Kl apperbuichs geben, 
d. h. ebenfalls sein Wort zu einem Gcschwälze hergeben, 
nijischwatzen ; — in Slrafsburg heifsl ein liafslcin : Klap- 
pergasse, in franz. l'rber.-elzung Rue du t'aquci: — 
Aai Irrenhaus in Ober-Ensisheini hicfs der Kl apper : Bös- 
srhwälzerinnen wurden zum Hohne dahingcbrai hl. 
'/ S. Richard, Essai chronologiqut- sur Ics Moeurs, l'ou- 
tumes el Usages anciens les plus reniarquabics dans la Lor- 
raine. Epinal 1M35, S. 24 u. 25- — ') wenn Einer. 
*) übel redet; Ducange, Gloss. VI, fol. 52 bnl dafür: 
dire vilonie. — 'j sich darüber bekhigt. — •) eil 
— clamei, derjenige über den er sich beklagt haben wird. 
'') Maire, Bürgermeister; im Sundgau noch .Maier. 



;8t reril M qui clamei se sere, n'a ('••nrtisrnasfe. li 
autre se purffera par son serment seul. 

_Femme qui dira Inil a aullre femme , s"il est preuve 
par temnisnage de deux hommes ou de deiix femnies, eile 
payera cinq solz: au seisrnenr quatre solz: au mayeur. six 
deiiiers. et celle ä la quelle eile aura dit lail six deniers. 
Et seile ■) ne veul payer Tarirenl, eile portera la pierre 
le dimancbe a la procc-sion eii peure sa cheniise. •*) 

_Se la femme dit lait et sil est pronve par loyaulx 
temoignai?es. eile payera cinq solz, et se li boinme dit lait 
ä femnie, il payera cinq solz. saii> devise faire." *) 

Im Elsafs war. soweit meine Nachforschungen his jetzt 
ausweben können, der Klapperstein nur in Mülbausen 
und in Ober-Ensisbeim in .\nwrndiing. 

In Mülbausen hangt der Klapperstein (in einem 
Urlheil vom Jahr 1576 auch I. aslerstein genannt; siehe 
Weiler unten ) noch jetzt am nordwestlichen Thcile des 
Raihbauses, der Buchhandlung J. P. Risler gegenüber. \Nir 
haben davon oben eine gelreue Abbildung nebst der darauf 
bezüglichen Inschrift gesehen? 

Der StadI- und Chroniksrhreiber Jac. Heinrich Petri, 
spaterer Bürgermeister , spricht sich darüber aus wie folsrt : 
"„Den schwätzigen weibern, welche andere- und chrenieüth 
fälschlichen verleumden, ist in dieser Stall eine besondere 
Straf zuejrcricblel . ein Weiberanffcsicht. mit ansgesircckhtcr 
Zunjen. daran ein mahlenschlofs. alles von Stein, ohngefahr 
ffinlT vnnd zwanzi? Pfund schwär, semachl. der Klapper- 
stein gebeifsen. der wirl der lliHlerin an einem wochen- 
oder. wo es sich also iSegl, jahrmarckht , deren jährlichen 
vier gehalten werden, durch die .\mptleulh ansreh.'nel, den 
sie also in der Statt, anderen La.^lerinaulercn zue einem 
abschefichen, harumber tragen mfiefs: diese straf wirl sehr 
verSchllich. vnnd weiüs gerinser. als defs halfseysens ge- 
achtet, wann villichtcr der unfahl nicht so viel aulT ein 
schuldiges, als ein ohnslfickhalTles, der Welt gebrauch nach 
fallet.- ^ 



') und wenn derjenige. — 'j und «cnn sie. — "*) in 
blofsem Hemde. — *) ohne weitere Bemerkung; der neu 
französischen Redensart ähnlich: sans autre forme de prnr^i. 
'j Der Sladi .Muhlhausen (ieschichtcn , im 17. lahrh gt- 
»chriebcn, herausgegeben von M. Graf, 1^30, S. 22. 
(Scblufä folgl.j 



(.Mil einer Beilage.) 



Verantwortliche Redaction: Dr. Freih. T. o. t. Aufaess. Dr. A. v. Eye. Dr. G. K. Fronimaan. 

Druck TOD Fr. Campe A Soba In Ndmbarf. 



Drittes Preisverzeichnifs 

von 

im germanischon Musnim m Nürnberg geferliglcn GyiisabgOssen. 

Verpackung wird besonders berechnet. Die Zahlung geschieht, wenn sie nicht vor der Absrndung cingctrofTen ist, durch Nach- 
nahme. Dil- Triise sind nach dem 24 fl. Kufs berechnet. Bei Bestellungen über 26 fl. werden 10 pr. Ct. Rabatt gegeben. 







fl. 


kr. 






fl. 


kr. 






A Denkmäler in Bronce und andern 








Relief aus Lithographirstein. H. 6" ; Br. 










Metallen. 








7" 6'". 1527 




48 




i 


Grabmal des Wolf v. Schaumberg, v. J. 1529. 
Halbfiir. in Harnisch. H. 1' 8"; Br. 2'. lo 






18 


Medaillon König Ludwigs von Ungarn, Relief 
aus gebranntem Tlion. Drcbm. 3 '. 16. Jhdt. 




15 






der Sladtpfarrkirche zu Lichlenfels. . . . 


5 


24 


19 


Medaillon des Willibald Iniliof. Relief aus ge- 








2 


Grabmal eines Herrn v. Schaumberg und seiner 
Gemahlin, geb. Forisch v. Tliurnau, v. J. 
1528. Halbfig. H. l'b"; Br. 1' 7". Eben- 






20 


branntem Thon. Drchm. 3' '9'". 16. Jhdt. 

Bemalt 

Tänzerpaar aus einem Hochzeitszuge, Relief aus 


— 


15 
30 






daselbst 


5 


24 




gebr. Thon. H. 5"6"'; Br. 3" 6'". 16.Jhdl. 


— 


24 




3 


Brunnenfigur: Bauer mit Wein und Brod, Sta- 






21 


St. Hubert auf der Jagd, Relief, rund, aus ge- 










tuette aus dem Anfang des 16. Jhdts. H. 
li" 


3 






branntem Thon. Drchm. l". 15. Jhdt. . 


— 


30 














C. Denkmäler in Holz. 








4 


Der Leib Christi am Kreuz. H. 6". 11. Jhdt. 


— 


36 


22 


Eva mit dem Apfel, Statuette. H. 1'. 16. Jhdt 


1 


12 




5 


Aquamanile in Gestalt eines Löwen. H. 9". 






23 


Wappen der Lelsclier, Relief mit durchbroche- 
ner Arbeit. H. 9"; Br. 7" 6"'. 1487. . 










14. Jhdt 


2 


24 




3 


30 




6 


Giefsfafs zum Händewascheu mit cingravirten 






24 






1 










Kästchen mit eingeschnittenen Inschriften und 




1 




Verzierungen. H. 1' 9". 15. Jhdt. (Ab- 








abenteuerlichen Figuren. H. 3" 7"; Br. 




1 

1 




gebildet in lleidelülTs Ornamentik XIX, 12.) 


1 


45 




5" 6"'; L. 7" 3". 13. Jhdt 


2 


( 


7 


Handleucblir mit rciclicn Ornamenten. 11. 6 . 










2 
















Achnl. Kästchen v. 14. Jbdl 


.... 






12. Jhdt 


1 


12 


25 


Medaillon mit dem Bilde der Königin Eleonore 








8 


Handglocke mit Verzierungen und Inschriften 








V. Frankreich. Drchm. 2". 16. Jhdt. . . 





18 






in Relief. H 5". 1544 


1 


— 


26 


Medaillon mit dem Bildnifs einer jungen Frau. 








9 


Messer von Bronce mit durchbrochenverziertem 

Griff; altgermaniscb. L. 8" 6" 

Broncirt nach dem Original 


1 


36 




Drchm 1" 9'". 16 Jhdt 

D. Denkmäler in Elfenbein. 




12 




10 


Dolch von Eisen mit versteinertem Griff. L. 7". 





36 


27 


Gruppe von drei weiblichen siebenden Figuren, 










Bemalt 





48 




aus einem Stücke. H. 9". 11. Jhdt. . . 


3 


— 




11 


Verzierung eines Thiirschlosses. H. 5"; Br. 6". 






28 


Reilergefecht, Relief mil durchbrochener Arbeit. 












— 


24 


29 


H. 6". 14. Jhdl 

St. Georg zu Pferd , Relief mil durchbrochener 


3 


— 






B. Denkmäler in Stein und gebrannter 








Arbeit. H. 4" 9'". 15. Jhdl 


3 


— 






Erde. 






30 


Tod der Maria, Hanlrelief H. 3" 3". 14.Jbdt. 


1 


— 




12 


Architektonische Verzierung, golli. I!l;itlcrwerk. 






31 


Die Geburt Christi. Relief. H. n. Br. 2" 3". 










H. 4"; Br. 6". 14. Jhdt 


— 


18 




14. Jhdt 


— 


24 




13 




— 


18 


32 


Die Anbetung der beil. drei Könige; Gegenstück 








14 


Capital einer llalbsäule in Gestalt eines fratzen- 
haften Gesichtes. 11. 3" 








'vtim v'Mnircn .... 


__ 


24 







18 


33 


/.[||M ^iMl^lil . . - 

St. Johannes. Relief. 11. 2" 6 •. 11. Jhdl. . 


— 


15 




13 


Tod der lUOUÜ Märtyrer, Relief in Alabaster. 






34 


St. Paulus; Gegenstück zum vorigen . . 


— 


15 






H. f."; Br. 8". 15. Jhdt 


1 


12 


35 


Mann und Frau zwischen Bi.nrncn. Relief, rund. 








16 


Bildnifs Kaiser Maximilians 1. in halber Figur, 
|(i. Jhdt 


1 
24 


36 


Drchm. 4". 14. Jhdl 

Kästchen mit eingeschnittenen Darstellungen von 
Tänzen und Jagden. II. 2" 6'" ; Br. 5 
9'"; L. 7". 1125. (Abgebildet in C. Becker» 




24 




17 


Kaiser Karl V. und Ferdinand l. über den Häup- 










tern ihrer Rosse sich die Hand reichend, 








Kunstwerken und (ieraihschancn , 11. 16.) 


1 


36 





fl. kr. 



I E. Dentmller aus andern Substanzen. 

37 Kästchen mit Leder uberioa-en. daran Laubwerk 

und Figuren anssepragt. H. 3 6 ; Br. 
3" 9": L. 6" 9'". 13. Jhdt 

' F. Medaillen. 

38 Albrecht V.. Heriog von Bayern 

39 Maria Jaeoba, Gemahlin Wilhelms IV. von Bayern 

40 Geor? Blöd 

41 Hans Bargkmair . 

42 Ferdinand I.. Kaiser von Deotschland .... 

43 „ n n n .... 

44 Friedrich UL „ „ „ .... 

45 Karl V., Kaiser von Deutschland 

46 Maiimilian L. Kaiser von Deutschland (^5 ver- 

I schiedene Stck. ä 12 kr.) 

I 

47 .\lbrecht Dürer 

49 Hieronymus Ebner 

49 Hieronymus Gisas 

30 Ausfustin Hirschvogel 

31 Sigmund Gabriel Holischuher 

32 Ursula Imhof, Frau des Andreas Imhof. . . - 

33 Weniel JamoiUer (3 versch. Stck. ä 12 kr.) . 
54 Barbara Ketzel, Kronbraut 

35 Wolf Keliel 

36 Liegsalz. Mann und Fraa (2 Stck. ä 13 kr.) . 

57 Philipp Melanchthon 

58 Sebastian Ortemberg 

59 Juan d'Aostria 

60 Ma-tiniilian, Erihenof v. Oesterreich (2 ver- 

schiedene Sick a 12 kr ) 

61 Melchior v. Ow 

62 Hieronymus Paumgartner 

63 Kanz von der Rosen . Hofnarr Kaiser Maximi- 

lians I 

64 Johann Friedrich L. Kurfürst v. Sachsen (2 ver- 
I schiedene Stck. a 12 kr.) 

65 Sebastian Scbartlin v. Burteobach 

66 Jörg Schlauderspacher 

67 Gustav .\dolf, Koni? von Schweden .... 

68 Johann Stabius, Dichter und Mathematiker . . 

69 Sebald Slaiber 

70 Ulrich Stark und Katharina, seine Frau . . . 

71 Clemens Volkamer ' • 



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1 '^ 


77 


12 




12 




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24 
12 
12 
12 
12 
12 
12 
\1 



G Siegel. 
72 Heinrich VII, Henos von Bayern. 



11. Jhdt. 



I 



7.'? Heinrich I.V, 

7 4 Ludwig L. ^ ^ 

75 Johann, König von Böhmen. 



12. Jhdt.. 

12. Jhdt.. 

14. Jhdt. . . . 



82 
83 

84 



76 Johann .\lbrecht. Erzbischof von Magdeburg. 

16. Jhdt 

Albrecht d. Fette zu Göttingen. Herzog von 

Braunschweig-Luneburg. 13. Jhdt. (2 ver- 
schiedene StcL ä 12 kr.) 

Domstifl Braunschweig. 13. Jhdt 

Stadt Braunschweig. 13. Jhdt 

Kasimir, Hzg. v. Cnjavien. 13. Jhdt 

Sl Kaisersiegel. (Albrecht U., Ferdinand L, Fer- 
dinand IL, Ferdinand UL, Friedrich U.. HI., 
Günther, Heinrich L, U., ID., VII , Heinrich 
Raspe, Karl der Grofse, Karl IV., V., Kon- 
rad I . HL, Lothar U., Ludwig U., IV., Mat- 
thias, .Maximilian U.. Otto L, IL, IV., Ru- 
dolf L, IL, Ruprecht, Sigismund, Wenzes- 
laus.) 73 Siegel ä 12 — 15 kr 

Walburgakloster in Eichstädt. 13. Jhdt.. . . 

Stadt Goslar. 13. Jhdt 

Otto, Graf von Hadmersleben. 14. Jhdt. . . 

85 Ernst L, Bischof von Halberstadt. 14. Jhdt.. 

86 Friedrich U.. ,, , - 13. Jhdt.. 

87 Heinrich , - 

88 Ludolf U., „ - 

89 j Ludwig, „ 

90 Rudolf IL, .. - 

91 Stadt Hallein. 13. Jhdt 

92 { Stadt Helmstedt. 14. Jhdt 

93 Ma.\imilian Heinrich, Bischof von Hildesheim. 

17. Jhdt 

94 Otto L, Bischof von Hildesheim. 13. Jhdt.. . 

95 Stift Hildesheim. 15. Jhdt ^ 

96 Stadt Hildesheim. 13. Jhdt 

97 Philipp v. Hohenfels. 13. Jhdt. 

98 Wilhelm Graf V. Katzenellenbogen. 14. Jhdt. .| 

99 Ernst, Erzbischof v. Magdeburg u. Halberstadt. ; 

15. Jhdt 

100 Friedrich IV.. Eribisch. v. Magdeburg u. Halber- 
stadt. 16. Jhdt. (2 versch. Stck. a 15 kr.) 



fl. {kr. 

12; 

12 1 

12 

12 

12 



24 
,12 

12 
: 12 



15. Jhdt.. 
13. Jhdt.. 

13. Jhdt.. 

14. Jhdt.. 



.>B. D» jammlliche in dem gedruckten Kataloge der hunsi- und .VIlerthumj.«ammlnns virt. u .m. i. Medaillen und 
Verlangrn durch Gjpsabgüise vervielfältigt werden, so wollen die hier ingefuhrlen nur als eine kleine Auswahl schönerer 
aogesrben werden. 

Die Medaillen sind auch in Metallabeussen. das Stück um 36 kr. — I (I. f.' kr. iii haben. 

Die artistische Anstalt des germanischen Museums. 



12 

12 
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15 
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15 

30 



Siegel auf 
Exemplare 



Or^tä »am fr. Cmmf* 4 »mhm. 



HKII.VGE ZLM ANZEIGER Fl R KINDE DER DELTS( IIE\ VORZEIT 
1857. .V :]. März. 



Chrdnik des ffermanisclien Museunis. 



Nachdem wir im \origen Blallt- dc5 Anieiaers die könig- 
liche Entschliefsang wegen Ueberlassuns de» Karthäuserkloslers 
za Nürnbere »n das germaiii'che Museum melden konnten, sind 
wir jelil schon so glücklich, die Nachricht der Räumung der- 
selben, so weil sie vom k b. Mililair be>elzt war und Tur 
dieses Jahr schon restaurirt werden soll, zu geben. Es ist 
demnach kaum zu zweifeln, daf» bis Monat August d. J., unter 
Leitung des als ausgezeichnet bekannten Architekten, Stadtbau- 
raths Solger dahier, die Restauration derjenigen Gebäude der 
Karthause vollendet sein wird, welche Archiv, Bibliothek, 
kleinere h'unstgegenstände und sämmtliche Repertorien, Bureaux 
und Werkstatten aufnehmen sollen. Obeleich diese Restauration 
vorlaufig durch einen Vorschufs von 6<XK) fl. zu decken ist. so 
geben wir uns der schönen Hoffnung, wohl nicht mit Lnrcchl, 
hin, dafi derselbe sich wieder durch Gönner und Freunde der 
guten .Sache ausgleichen werde. Der .\nfans ist gemacht und 
eine Ba akasse, unter Verwaltung des Fundsadminislrators des 
Museums, für milde Beiträge eröffnet. Am Schlüsse der 
Beilage des .Vnzeigers wird forllaufende Rechnungsübersichl 
gegeben. .Mit besonderem Dank müssen wir den guten Beitrag 
des Herrn Grafen v. Giech zu Thurnau. Er!., von 50 fl. hier 
erwähnen. .Mochten recht viele seiner Slandesgenossen folgen! 

Femer theilen wir die erfreuliche Nachricht mit. dafs Se. 
k. Hoheit, der Grofsherzog Friedrich Franz von .Meklen- 
burg-Sch weriii. nachdem Höchstderselbe im verflossenen 
Herbste das Naiionalmuseum mit grofser Theilnahme zu be- 
richtigen geruhten, im letzten Monat demselben einen Jahresbei- 
trag von 120 Thir. allergnadigst zugesichert haben. .\uch haben 
Se. Durchlaucht Fürst Karl Egon zu Fürstenberg in Donau- 
eschingen einen Jahresbeitrag von 25 fl. zu zeichnen und der 
Kunstsammlung einen äufserst werthvollen silbernen Siegelstock 
der Universität Heidelberg aus dem 14. Jhdt. einzuverleiben ge- 
ruht; sowie die Grafen von Vsenburg-Büdingen- Wächters- 
bach, EH., ein Geschenk von IfX) fl., Se. Erl. Graf Franz von 
Kuefstein in Wien einen Jahresbeitrag, der Magistrat der 
Stadt Hof, ebenso die Studentenverbindung Germania 
in Erlangen jahrl. 10 fl. gewahrten. An kleineren Jahres- 
beilrägcD von Privaten wurde im verflossenen Monat auf eine 
höchst erfreuliche Weise viel gezeichnet. 

.Mit besonderem Danke erwähnen wir noch der Zuvorkom- 
menheil, mit Welcher die Direktion des kgl. sächsischen Haupt- 
sla alsarchi ves zu Dre.^den dem Kationalmuseum die un- 
entgeltliche Anfertigung von l'rkundenregesten und .\b- 
schrirten aus dem genannten k. Archive zugesagt hat. 

Neue .\genluren wurden errichtet in .\morbach,Triest, 
Triglilz bei Putlitz und Zürich. 

Für die im Nachstehenden verzeichneten Geschenke sagen 
wir den geehrten Gebern unsern herzlichsten Dank. 

I. Für das Archiv. 

Ein Ungenaonter >n Fürth: 
697. Schreiben des Nurnb. Raths an den Ralh tu Windsheim, 
Streitigkeiten mit Barth. Trochjcft betr. 1461. Perg. 



Eugen Low, .\(l>.jkal- Anwalt, in Zweibröcken: 
69^. Schreiben an den Herzog von Zweibrucken. PfaUgr. Jo- 
bann d. \. von PhiL Ludwig, Pfalzgrafen zu Neuburg. 
1381. Pap. 

699. Schreiben an den Herzog von Zweibrucken, Plalzgr. Jo- 
hann d. \. von Ludwig, Churfürslen von der Pfalz. 15M. 
Pap. 

700. Schreiben an den Herzog von Zweibrucken. Pfalzgr. Jo- 
hann d. \. von Wilheni, Landgr. zu Hessen. 15SI. Pap. 

701. Begleitschreiben des Pfalzgr. Johann, Herzogs in Bavern, 
bei einem mit den .Ausschüssen der Landschaft verein- 
barten Abschied. 1589. Pap. 

Wippermann, fürstl. Hatzfeldischer Kammerrath. zu Tra- 
chenhtrg in Schlesien: 

702. Schreiben des Königs Erich IX. von Dänemark an den 
Papst N'icolaus V. die Streitigk. der Städte Griphenberge 
und New Treptow in Pommern wegen der Schiffahrt 
auf dem Flusse Rega betr. 1451. Perg. (Nebst einer 
neuen Papier -.\bschrifl.) 

Aibrecht, fürstl. Domänenrath u. Archivar, in Oebringeo: 
TU3. Schreiben des Oiethelm Blarer von Marten»ee an seinen 
Sohn, J. Jac. Blarer von Martensee, über den Tod der 
Mutter. 1601. Pap. 

II. Für die Bibliothek. 

L'institut historique in Paris: 
3.i99. Dass. , linvestigateur T. VI. III. S. 2fi4 u. 265. livrais. 
1«.56. 8. 

Bauer & Raspe ? Buchh. (Jul. Merz) in .N'urnberg: 

3600. Zeilichrilt f. deutsche Kulturgeschichte. Heraosgeg. v. 
Job. .Müller u. Job. Falke, 1857. Februarheft. >*. 

J. Marmor, prakt. .\rzt, in Konstanz: 

3601. Dcrs.. Führer durch d. alte u. neue Konstanz. 1857. 8. 

Gerold V. Meyer V. Knonau, StaaUarchivar, in Zunch: 

3602. Ders., amtl. Sammlung der allem Eidgenüssischen .Ab- 
schiede. 8. B. 1856. gr. 2. 

Hadermans, Stiftungsrentmeisler, in Schlüchtern: 

3603. Petri Lolichii, Alibis zu Schliichlem Anzeige, was vor 
gelehrte Leute im daiigen Kloster erzogen etc. Cnpie 
einer Udschr. 19. Jahrh. 2. 

Histor. Verein von Oberpfalz und Regensburg <n 

Hfgen,>liurg; 
.36<J4. Ders.. Verhandlungen. 17. Bd. I -•(■>. ^. 
Histor. Kreis -Verein im Regierungsbezirke von 
Schwaben und Neuburg in Augsburg: 

3605. Ders., 21. u. 22. combinirter Jahrck-Itirichl Mn 2 hun.l- 
beilagen. 1856. gr. 8. u. 4 

C. B. A. Flclcler, F'rofe»«or. in Mannheim: 

3606. Ders., Berhiold der Bartige. 1856. gr. 8. 



91 



Anzeiger fiir Kiiriilc dor (leutschcii Viirzcil. 



92 



3607. Ders., ilif Donau-QuclIcn und das AbnDhir-Gihir;; di-r 
Allen. 11^40. 8. 

3608. Ders., Anniversarien -Buch iles Kloslers Maria -Hof lui 
Neidinjen. 0. J. 8. 

Dr. K. Textor, Professor, in Würzburg: 

3609. Ders., das Vorkoiiinifti der Ilarnsleine in Ostfrnnken. 
1843. 4. 

3610. Ders. u. Rosi'iilli:il. Schenialismus der Aerzle >on lliiler- 
franken u. AschiilTinhurc 1852. 2. 

Hannoniegesellschaft m \\urzl)urg: 

;ilill. Dirs., hatnii.i; cl.T BiI.IkiiIhK. IS.i,"). S. 

Histor. Verein für Unterfranken und Aschaffen- 
bnrg in Würzluirg: 

3612. .M. Th. Cunlzen, die Saninilungeii des Vereins. I. .\l)tli. 
1856. 8. 

G Seufferth, l'niversiliits-SecreUir und ()niislor, in Wurz- 
l.ur-: 

3613. Zugancs-VerzeiL-hnifs d. k. Universitals-Bibliolhek Würz- 
burg. Für d. J. 1850/51 — 1853/51. 1855. gr. 8. 

3614. Personalbestand der Universität Wiirzburg. 1856/57. 

Gesellschaft für Frankfurts Geschichte u. Kunst 

in Krankinrt; 

3615. Periodische Bliillor. Kr. 8 u. 11. 1856. 8. 

3616. Bericht über die Wirksamkeit des Vereins zur Erforsch. 
der rhein. Gesch. u. Alterthünier in Mainz. (1856.) 8. 

Ein Ungenannter in IVürnberg: 

3617. Anziijtjiing wie Kaisrr Carl V. etilichen Fürsten auH' 
deni Keychslag zu .An^jspiiri; im 1530. Jar ;^clialtcn. Hc- 
jalia vnd Lehen gelihen. l). J. 4. 

M. Matter, (leneralinspeclor d. öffenll. liililiolhiKin Frank- 
reichs, in Paris: 

3618. Ders., la vie et Ics travaux de Christian Bartliulniefs. 
1856. 8. 

Seine Erlaucht Graf V. Giech, .Standesherr. in'Thurnau: 
361H. Tliiirnau und seine Unigchungen. 1855. 6 Bl. J. 
Dr. Heinrich Häser, l'riilessor, in (jreifswald : 

3620. (Je.schichli- chriMl. hranken - Pflege und Pflegerschaflen. 
1H57. 8. 

Hann, Senator, aus Rostock: 

3621. Histor.- diplomal. .\bhandUing \<in dein Ursprünge der 
Stadt Rostock (ierechtsanie, etc. 1757. 2. 

3622. Roslock'sches .Slailt-Rechl, public, im J. 1757. 4. 

Comit6 Flamand de France in üunkirchen: 
362;i. It^iv-., I.ullclin. .^r. 1. Janijer et Fevrier. 1857. 8. 
Ed. Kersten, Architekt, in Kürnherg: 

3624. (jesi:llen Ordnunj; des .Schreiner llanndllwerks in IViirn- 
herg, angefangen im J. 1574. Prgnithdschr. 17.— 1«. 
Jahrh. I 

Jul. Schmidt, Dr. med., in Ilohcnlenhen : 

3625. Ders., medii-.-physikal.-slalisl. Topographie der Pflege 
Henhenlel, |H27. H. 

A. L. Reyacher, Proles.sor, in CannBlall: 

3626. Ders , Beitrage zur hunde d. deulschen Hechts. I. Bei- 
trag. 1853. 8. 

3627. Ders., Samml. altwiirllemb. Slalutar-Ilechle. 1854. 8. 



L. Renovanz & Scheitz, Buchh. in Rudulstndt: 
36'2m. J)er Anliipiar. liedis. v. Dr. A. Juslus. 2. Jahrgang. 
>r. 1—3. 1857. 8. 

Ad. Bratfisch, Conservator. in Allenhurg: 

3629. 31 Dissertationen. V. J. 1. 

Dr. Wilhelm Wackernagel, Prof., in Basel: 

3630. HeehlM|iiellen Min liasi'l Stadt und Land: herausg. \ on 
Job. Schnell ii. A. 1. Tbl. 1856. s. 

3631. Chrph. Roselius, Demütig Bittend- vnd Wolgenieinter 
Fürschlag, etlicher heilsamen Mittel, So da zur Refor- 
inalion . . . dienlich weren. 1644. 4. 

Jos. Zahn, Prolessurscandidat, in Wien: 

3632. Ordnung dcfs Golilschmid Handwercks alhier in Nürn- 
berg etc. Anno 1687. .Mscr. 2. 

3633. Letircs , niemoires et ndguciations de .Mr. le conile 
d'E.strades etc. T. IV et VIII. 1743. 

A. Andresen, Dr. philos., in Tübingen: 

3634. L. Stein, Kinleil. in das standische Recht der Herzog- 
thünier Schleswig und Holstein. 1847. 8. 

3635. F. C. Dahlmann, Gesch. d. franz. Kevoinlion. 2. .Aufl. 
1847. 8. 

3636. L. A. G. Schrader, Lehrbuch der Schleswig -Holstein. 
Landesrechte. 2 Tb. lKOO-1801. 8. 

3637. L. K. V. Scheel, Fragmente in zwanglosen Heften. 1. II. 

1850. 8. 

3638. W. V. Williscn, s. Sendung nach Posen. 1850. 8. 

3639. iM. Baumgarlen, Liturgie und Predigt. 1843. 8. 

3640. Ders., ein Denkmal für Claus Harms. 1855. 8. 

3641. Heiberg, die kirchl. Beweg, in Deutschi. u. die prolesl. 
Conferenz zu Berlin. 1846. 8. 

3642. Lülikert, zur Kirchenverfassung. 1848. 8. 

3543. A. Jessien , Protest gegen die Einführung einer binden- 
den Kirchenagende. 1844. 8. 

3644. N. Falck, über das Wesen und den Werth berathender 
Provinzialstände in Diinemark. 1833. S. 

3645. F. C. Dahlmann, urkundl. Darstellung des dem Schlcs- 
wig-llolslciii. Landtage zustehenden anerkannlen Steuer- 
bewilüennssri'ehli's. 181!). M. 

3646. M. V. Moltke, d. Wahluesetz u. d. Canimer m. Rucks, 
auf Schleswig und Holstein 1834. 8. 

.3647. G. Thaulow, die Schule der Zukunft. 1846. 8. 

3648. 3 dänische Rapports über die Schlachten bei Idstedl, 
Mifsunde und Fricdriehsladl. 1851. 8. 

3649. Ueber das Verhallnifs der Herzogtbunier zur IValional- 
bank in Kopenhaeen. 1845. 8. 

3650. A. Andresen, ober das dichterische Vermojien der Deut- 
schen. 1856 8. 

3651. C. U. D. V. Kggers, Beylräge zur Keniitnifs der dani- 
schen .Monarchie. 1807. 8. 

3652. Job. Sclnin , Gesch. u. Slalislik der europaischen Civili- 
sation. 1H33. 8. 

3653. IVorddeulsche Monatsschrift zur Forderung des freien 
Proleslanlisniiis. I''46 u. 47. 2 Bde. 8. 

3654. Kieler Blatter. 3 Bde. 1815—16 8. 

3655. Nielsen, 3 Vorträge. 1846 u. 51. 8. 

3656. L. Wienbnrg, Darstellungen aus den schleswig-hulslein. 
Feldzügen. 1. u. 2. Bdchen. 1850—51. ». 



93 



Anzeiger für Kunde der doutsdien VorzeiL 



94 



3657. A. Ipsen, Erinnerungen aus d. Schleswig-Holstein. Fcld- 
luge V. 18.50. 1851. 8. 

3658. Th. Schreiter, iiber das histor. Pnncli) des Gymnasial- 
und nainenll. des Relisioiisunterrii hls. l844 -1 

3659. H. Dohrn. SlofT zu einer (ü-schiclile der Meldurfer (ie- 
lehrlenschule. 1H40. 4. 

3660. B. L. Konigsniann, Gesch. der Flensburger Stadtschule. 
4 Prgr. 1800—1807. 4. 

W. Hanka, Professor, in Prag: 
3661 Siildiriiatio sanctae pragcnsis Ecciesiae in nielropolilanaui. 
Insrriptio saxo exsculpta in australi exicriori pariele. 
2 Expl. 4. 
K Hoppe, pens. Bürgermeister, in .Mlruppin: 

3662. Dvn.. Chronik von Rheinsberg. 1847. 8. 

Dr. G. Landau, .\rchivar, in t'asscl: 

3663. Ders., Beschreibung des Hessengaues. 1857. 8. 

Dr. Märcker, k. preufs. geh. Archivralh u. Hnusan hivar, 
in Berlin: 

3664. A. Schlude, Geschichte der Bergfestung Wildenstein im 
Donauthale. 1856. 8. 

3665. L. Bei-hslein, Geschichte des gemeinschaftl. Hennebergi- 
schen .\rchivs zu .Meiriingen. 18.50. 8. 

3666. A. Henneberger, .Meininsens Aniheil an der Aational- 
literatur. 1854. 8. 

3667. H. .\. H. Berduschck, (iriif Albrechl von Zolk-rri-llohen- 
berg u. sein Verhällnifs zu h. Kuilolph 1. u. h. .\llirecht 1. 
1853. 8. 

3668. Just. Lipsius. histoin: de i\otre-l)amc de Halle. 0. 0. 
u. J. kl. 8. 

3669. J. Ph. Gabler, de tenmlius iiiiliis, vi-ra natura et indole 
doctrinae evangelicae per Lutheruin instauratae. 1818. 8. 

3670. Berliner >auienbüchlein. 1855. >*. 

3671. G. Hesekiel, Wappen Sage der edlen Geschlechter Ried- 
csel, (Jclisatlel. Aufscfi. IS5T. gr. 8. 

Histor. Verein für Niedersachsen in Hannover: 

3672. Ders., Zeitschrift. Jahrg. 1854. 1856. 8. 

III. Für die Kunst- u. Alterthumssanunlung. 

Ein Ung'enannter : 

I61T. Chronolog. Darstellung der Portrait« des grofsherzogl. 
S.-\Neiniar'»chen Regentenhauses. Stcindr., col. 4Blttr. 

Hoscher, Pastor, in Horka : 
161h. Sachs. Kupfermünze von ^'iS'l. 

1619. Silbermuuzc K. Fenbnands II. v. 1627. 
Th. GoUe, Recliisanwalt, iti Glauchau: 

1620. Sdberne VerlobunL'siiu-daille mit niederland. In.schnfl. 
A. Rück, l'ustos am perman. Museum: 

1621. Silbermiinie des Bischofs Job. Philipp von Wurzburg. 

Dr. J. H. V. Hefner -Alteneck, Prof. u. (onserv. der 

viTcin. Samiiilimgi-u. in Miiim hin : 

1622. Silberuiunzi- des Herzogs Johann Friedrich von Braun- 
schweig und Lüneburg von 1675. 



1623. Verzierter Beschlag und Kastchen in Gypsabgiissen. 

1624. 2 Hirschköpfe, 2 Landschaften und ein Wappen. Ra- 
ilinmgen von .K. Hirschvogel. 

Jos StÖCkl, Schullehrer, in Landsberg: 
lC2"i. Maria mit dem t'lirislu.<kinile , Feilcrzeichn. nach einem 
allbyzant. Gemälde in der Jesuitenkirche zu Landsberg. 

1626. Der Hochaltar in der Sladlpfarrkirche zn Moosburg, gez. 
von A. Harrer. Steindr. 

Se. Durchl. Karl Egon Fürst Fürstenberg zu Donau- 

eM.hin^en : 

1627. Silberner Siegelstock der Universität Heidelberg vom 
14. Jhdt. 

Ein Ungenannter in Nürnberg: 

1628. Historische Tabelle von den ältesten Zeilen bis zum 
Jahr 1537 von Corn. Cornipolilanus. 14 Blatter. .Mit 
lloUsi hnitlen. 

Dr. Denzinger, Universitäls-Professor, in Wiirzburg: 

1629. Bruchstück eines Kalenders vom J. 1562. 2 BItlr. 
Lust, kgl. .Vilvokat, in Straubing: 

1630. \>< Silliermimzen der Kaiser Heinrich II.. III.. der Herz. 
Heinrich V. u. VII. und Konrads von Bayern und des 
Bischofs Eberhard von Augsburg. 

Dr. A. Focke in Koblenz: 

1631. 2 altgerm. l'rnen und Briichstiicke von solchen. 

Krell, Obcrhür^ermeisler u. Polizeidirector, in .lleiningeii: 

1632. 8 Abdrücke des Siegels der Stadt .Meiningen aus der 
Zeit von 1344 — 1835, in Guttapercha. 

H. Reck, Zeichner am german. Museum: 

1633. Siegel der Orte Lanijcnzcnn u. Alleiiliurg v. li'.. Jhdt. 
1(534. 25 neuere Siegel. 

Ein Ungenannter in Aurnberg: 

1635. 4 .Xnsichltn aus dem allereu Nürnberg. Radirungen von 
Wilder. 

1636. 2 Copieen nach der unviillenilet von Dürer zuriickge- 
lassenen grofsen Kreuzigung Christi, in beiden .\bdrucks- 
gattungcn. 

1637. Abbildung einer iNothschlange in Holzschnitt v. 1556. 

Dietz, Kreisralh, in Nürnberg: 

1638. Bamberger Silbcrmunze von 1512. 

1639. (testerreich. Silbermunzc von 1627. 
Fr. Supf, Kaufmann, in Nürnberg: 

1640. .\ugsburger Sillirriiiiiiizc von I62.'>. 

Lithogr. Anstalt von Storch n. Kramer in Berlin: 

1641. Deckengcrualdr in ilir St. Micliaelskirche zu Hildoheim; 
Abbild, in Farbendruck, herausgeg. v. Dr. J. .M. hralz. 

1642. Königliche Salbung Friedrichs 1. in der Schlofskirche zu 
Kiiiiig.<berg; Farbendruck nach L. Hosenfelder. 

Hambuch, Inspector der Ateliers am german. .Museum: 

1643. Abdruck des allenn und des neueren Siegels von Markl- 
Erlliach. 

Föringer, Bibliothekar, in .München: 

1644. Dar.-lcllung versihiedener Scenen auf der Strafse: Orl- 
iiialcrei vom IH. Jhdt. 



95 



Anzeiger fiir Kiiiido (ior lieutsrlieii Vorzcil. 



96 



riironik der historisclieii \ ereine. 



Nachdem wir im Voranfgesangem-n rrne iilljjeriieiiif ge- 
drängte Uebersicht der bisher von den Geschichls- und Aller- 
thunisvoreinen veröffentlichten Arbeilen, soweit das vorliegende 
Material uns dabei unterslülzte , gegeben haben, fahren wir 
jetit fort, von dem neu Erscheinenden in ähnlicher Weise Be- 
richt zu erstallen. Wie leicht begreiriich. können wir im Verlauf 
iler Arbeit nicht mehr nach einem sircui; cingcliiillcncn Silicura 
den Stoff ordnen, sondern sind gerwungen, die Beriihlc und 
Zeitschriften, wie sie uns einlaufen, nach einander zu bespre- 
chen ; doch werden wir uns bemühen , so viel uns dieses 
durch die Verhältnisse erlaubt ist, stets auf das, dem Anzeiger 
auch hei der Vertbeilung seiner übrigen Beiträge zu (Jrnnde ge- 
legte Schema zurückzuweisen. Dcmniicli müssen wir also von 
einer eingehendiren Besprechung der Arbeiten , welche die 
neuere Zeit, d. h. die Periode nach H).")(l behandeln, Umgang 
nehmen , werden jedoch auch nach .Möglichkeit auf das Be- 
deutendere dieser Art aufmerksam machen ; dagegen sollen, 
wenn wir im weiteren Fortschreiten für die Kinzelnheiten die- 
ser zusammenfassenden Chronik an Kaum gewinnen, von allen 
in den Forschnnesliereich des germ. .Museums einschliiglichen 
Abhandlungen speziellen- Inhallsanzcigcn , sowie von den 
theils schon begonnenen, iheils beabsicliti(;ten Untern eh m u ri- 
gen der Vereine, soweit diese uns mit ,)I:iterial uuterslulzcn, 
gewissenhafte Berichte gegeben werden. 

Zunitchst wenden wir wieder auf die Thiitigkeit der Vereine 
in Bayern unsere Aufmerksamkeit. — Im XIX. Berichte des 
Vereines für Ober franken 1^55 — 56 finden wir als brauch- 
bare yuellenbeilragi' lur die altere Geschichte: Auszüge aus 
dem Kopialhuche des hollegiatstiftes St. Stephan in Bambersr 
1224—1616, milgeth. von l'f. A. Schweitzer; aus den Slamm- 
burhblüttern eines Augsburgers 1621 — 27. Beitrage zur Kunde 
de» vorchristlichen Alterthuins gibt die Abhandlung: die beiil- 
nischen (irabhügel bei Görau et<-. beschrieben von Pf. Her- 
mann. — In rlcni Archiv etc. lür Oherfranken als Qucl- 
lenheitrage: Üiplomalum ail terrae quondiim Barulhinai' supe- 
rioris historiam speclanliuni summae e regestis cura de Lang 
inceplis etc exccrptae. Kür l.ucalgeschicbte und Topographie 
von Oberfranken: Bemerkungen über eine Urknnric vom Im. 
Jan. 966 auf Kulmbach und nahe liegende Orte hinweisimd, 
von Dr. Neubig; Millheilungen etc. über .Ml-Blassenberg oder 
den sog. Knppenhof, von dems. ; geschichtliche IVachrichten 
über die alten Sladllhore von Bayreuth . von v Hagen u. a. 
kleinere Beilrace. Für die (ieschichle der Kerormation: Bio- 
graphie des ersten Generalsuperintendenlen des Knrsicnth. Bay- 
reuth. I)r. Job. Streitberger, geb. 1517, -f 1602, von v. Ilncen. — 
Einen beachtenswerthen Beitrag für die neuere Geschichte ent- 
hält: „Georg Fr. Karl, Markgraf zu Bayreuth", nach gleich- 
zeitigen handnchriltlii hen (Quellen von Dr. Holle. — 

Der .\.\IV. Jahresbericht des liislorischen Vereines in 
M it tel fr» nk en erstattet uns Berii hl über die Vereinsangelej;en- 
heilen und die nii ht unerhebliche Vermehrung der Sammlungen, 
gibt dann an yiicllenbcitragen: .Verordnung des Magistrats der 
Stadt Windsheim, Ij. .Sept. 1650 etc. niilgetheilt von Pf. iNehr", 
und der „Markgrafische Krieg", ein Bruchstück aus der Koten- 



liurgcr Chronik des Bonifaz Wernilzer, mitg. von Dr. Bensen ; 
für historische Topographie: historisches IVeli der Ortschaften 
im Bezirke des k. Landgerichtes Erlangen, von v. Pieverling; 
fiir die Kunde der römischen Periode der deutschen Geschichte: 
Bemerkungen über röni., bei der Kreutmuhle ausgegrabenen 
(ieschirre, von Prof J. .M. Fuchs. — 

Im XIII. Archive etc. lür Unterfranken und Aschaf- 
fenburg an (Juellenbeitragen : die Ebracher Hdschr. des Mi- 
chael de Leone, mit Einschaltung der wichtigsten Stücke von 
Dr. A. Kuland; IVekrologium des Klosters Weifsenburg, mit 
Erlauterunyen und Zugaben von C. F. Mooyer; IVekrolosiiim 
des Strafsburg. Domslifles, von C. F. .Mooyer. Für die LokaL 
gescliichte und Topographie: Geschichte des Klarissenklosters 
zu St. .\gnes in \\ nrzliurg, von Dr. Ign. Denzinger; die Oster- 
burg am Rhöngebirge und die Osterburg an der Werra, von 
Dr. Benkert; die Rabensburg von Pf. Kestler; Geschichte des 
Dainenstifles ad S. Annam zu Würzburg, von Dr. L. Heffner 
u. a. kleinere Beiträge. Fiir die Geschichte adelicher Ge- 
schlechter ergibt die Abhandlung des Dr. Kittel: „die Letzten 
der Edlen von Kugelnburg bei AschalTciiburs ," zur Sagen- 
kunde die „kleinen Beilrage zur frank. Geschichls- und Sogen- 
forschung", von Dr. \. Kaufmann, Schätzbares. — 

Der XXI. u. X\ll. kombiii Jahresbericht etc. für Schwa- 
ben und Neu borg enthalt an ()ucllenbi'ilragi'n : Schlufs der 
Urkiindenauszüge zur Geschichte des Ailelsi.'eschlechles von 
Laubenberg, von Dr. Zör; für die Topographie: .Markt und 
ehemalige Grafschaft lllertissen, von Pf Böhaimb; zur Alter- 
ihuniskimde und Kunstgeschichte enthalten die Berichte über 
die Erwerbungen des Vereines an niittelallrrl. Gegenslandin, 
die N'frmehriing der Münzen und Medaillen, sowie über die 
anliquar. Funde bei Gersthofen. Bobingen u. a. 0. Beiträge. 

Der XVII. Jahresbericht des hislorischen Vereines von 
und lür Dbcrbayern enthalt neben dem Berichte über die 
Vereinsangelegenheilen und den Zuwachs der Samnilungen einen 
.Vbdruck der Direktiven zur Ilerslclluns; topographischer Ge- 
schichten der vorzüglicheren Studie Bayerns. Das Archiv etc. 
desselben Vereines, Bd. XV., gibt für die Kunde der röm.- 
deutschen Periode in Heft IL : Artubrign, die röm. Miltelstalion 
zwischen Bidaju und Juvavu, aufgefunden im Burgerwalde bei 
Traunstein, von J. J. Wagner; Nachricht über die östl. Fort- 
setzung des Röinerstrafsensegnients bei Grabenslalt, von Dr. 
Vogel; über die rom. Heerstrafsc von Partenkirchen ll'artba- 
num), über .\iiiiiiergau, Schongaii, Epfach nach .\iigsliurg, von 
B. Zöpfl : in Hell HL: Alterthümer des (ilongehietes von Graf 
Hundt. An Quellenbeitragen in Heft IL: Regesten ungedruckter 
Urkunden zur hayer. Landes-, Familien- und Ortsgeschichte, 
enthaltend: Urkunden der Grafschaft Hidicnwaldeck etc. von 
Dr. Wiedeniann; Jagdregisler Herzog \\ ilbelms IV., 1515, inilg. 
von Fr. v. Kobell. Mit .\uszügeii aus dem Jagdlniche II. .\lb- 
rechts V., 1555 — 1579, mitg. von Föringer. Für die innere 
Verfassung»- und Rechtsgeschichle von Bayern in Heft HL: 
Die Kreislagsversiinimlungen der St. Wasserburg am Inn , von 
Jos. Heiserer. — 



97 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



98 



In dfiii Verhandlungen t-lc. fiir >iedcr-Ba ) r rn linden 
wir als Quellenljeilrag in Bd. V. H. I.: Gcschiclil vnd Bclcgc- 
rung der Statt Vilshouen, beschchen etc. im 1504. Jar, den 
13. Deceiiibris, nach cod. bav. mitg. von Or. Micdeniann. Kür 
Lokalgcschichte und Topographie in Bd. IV. Hell II.: Kleine 
Beitrage zur alleren Geschichte, Topographie und ."^l.ilistik der 
Stadt I'assau und des gleichnamigen ehemaligen Fürslenthume.s 
von Dr. Erhard ; in Helt III. : der Quincingau oder Kunzcngau, 
Sectio II., enthallend: das untere Vilslhal oder holbachthal, von 
Pf. M. Hartel, fortges. in lieft IV.; Stiftung von vier Benetizien 
im Kloster Seligenthal bei Landshut 1392 von Dr. Wiesend: 
die ältesten Gebäude der Stadt Passau etc. von Dr. Erhard; 
in Bd. V. 11. I.; Beitrage zur Geschichte der vormaligen Herr- 
.schafl Woir.stein etc. von .M. Schutz. P'ur die neuere Geschichte 
enthalt Bd. V H. 1. einen bcachtenswcrthcn Beitrag: das fran- 
zösische Lager bei Hengersdorf 1742, aus dem Tagebuchc des 



Abtes iMerian Puach von Niederaltarh gezogen und neu be- 
arbeitet von J. R. Schuegraf. — 

Die Verhandlungen etc. für Oberpfalz u. Regens- 
hurg enthalten Bd. XVII., 1856, als Beitrage für die älteste 
deutsche Geschichte: Sprachlicher Beweis der Stanimverwandt- 
schall der (iermanen und Gallier (Kelten) mit besonderer Be- 
rücksichtigung auf Bayern, \on J. Kep. Oberniayr; für die 
deutsche .Mterlliumskundc: Erklärung der Inschrift der alten 
Glocke in ßruckbach, von J. R. Schuegraf; für Lokalgeschichte 
und Topographie: Versuch einer Geschichte des Landgerichts- 
bezirkes Weiden, von Dr. W. Brenner -Schiifrer, u. Geschichte 
des Landsassengutes lleimhof in der Oberpfalz, von Mk. Erb; 
für die altere deutsche Literaturgeschichte: Reunewart, altdeut- 
sches Gedicht des 13. Jhdt., verfafat von Uolrich von Türheiin. 
Nabburger Bruchstücke. Von Dr. Karl Roth. — 



Nachrichten. 



Ltiteratur. 

Heu erschienene Werke. 

12) Basel im vierzehnten Jahrhundert. Geschicht- 
liche Darstellungen zur fünften Säcularfcier des Erd- 
bebens am S. Lucastage 1356, herausgegeben von der 
Basler Historischen Gesellschaft. Mit einem topographi- 
schen Plane. Basel, H. (;eorg. 18.56. 8. VIII u. 12ti S. 
In unserer Zeit, wo man das (iedachlnifs denkwürdiger 
Ereignisse gemeiniglich einer schalen Poesie zu feiern uher- 
läfst, ist eine Erscheinung wie die vorliegende besonders er- 
freulich. Wie die Herausgeber ihre Aufgabe zu lösen gesucht, 
mag das einfache Verzeichnifs der gebotenen Aufsiitze darthun, 
welches uns hei gleicher Vortrefilichkeit aller auch der Kotli- 
wendigkeit entbinden soll, das uns persönlich mehr Anspre- 
chende hervorzuheben. Dem Vorworte v(m Prof. Dr. K. R. 
Ilagenbach folgt eine „Topographie mit Berücksichtigung der 
Cultur- und Sittengeschichte" von Dr. D. A. Fechter. Daran 
schliefst .sich : „Der grofse Sterbcnl mit seinen Judenverfolgun- 
gen und Geirslern" von Dr. Th. Meyer- .Merian. Kerner: „Das 
Erdheben von 1356 in den Kachrichten d<r Zeit nnil der Folge- 
zeit bis auf Chr. Wurstisen" von Prof. Dr. W. Wackeruagel. 
Dann : „Kicolaus von Basel und die Gottesfreunde" von Prof. 
Dr. K. Schmidt zu Strafshurg. Ihm folgt: „Das Civilrecht, die 
Gerichte und die Gesetzgebung" von Prof. Dr. J. Schnell, Civil- 
gerichtspräsidenten. Endlich: „Der Todtentanz," von Prof. Dr. 
W. Wackernagel. — Die Namen der Verfasser machen jedes 
Loh uberllüssig. 

J. M. 

1 3j Die Anfange wissenschaftlicher Naturge- 
schichte und naturhisturischer Abbildung im christ- 
lichen .\bcndlande. Von I). Lud w ig l'luiulanl. Dres- 
den, lH5(i. 4. 46 S. 
Diese höchst werthvolle und dankensHerthe Festschrift, 
welche der in der medicinischen Literatur hochgeleierte Herr 
Verfasser, bei Gelegenheit des Dienstesjubilaums des Hrn. E. A. 



Pech, Directors der k. Chirurg. -medicin. .\cademie zu Dresden, 
im Drucke veröffentlicht hat, ist nur in 200 Exemplaren ab- 
gezogen worden und nicht in den Buchhandel gelangt. Sie 
enthiilt eine Ueberschau der naturgeschichtlichen Literatur des 
Abendlandes im 9. — 15. Jahrb., dann historisch-bibliographische 
und artistische Untersuchungen über den llerbarius .Moguntinus 
1484 und den daraus nachgedruckten llerbarius Patavinus 1485, 
über Conrads von .Megenberg Buch der Natur, Petri de t'res- 
centils lihcr rural. commodor., und Bernhards von Breidenbach 
Reisebeschreibung. Am Schlüsse verspricht der Verfasser, dem- 
nächst gründliche Aufschlüsse über den berühmten Ortus sani- 
tatis veröffentlichen zu wollen. R. 

14) Die (iründung des Deutschen Urdcusstaates 
in Prcufsen. Von Dr. J. M. Wattcrich, a. o. Pro- 
fessor der Geschichte am ki>nigl. Lyceum llosianum in 
Braunsberg. Mit einer Karle \onPreufsen im 13 Jahrh. 
und einer lithogr. Tafel. Leipzig, Verlag von W ilhilni 
F^ngelmann. 1857. 8. 264 S. 

Die verschiedenen Schriften über denselben Gegenstand, 
selbst Voigts grofses Werk gaben bisher keine klare An- 
schauung über die Verhiillnissc, die bei Gründung des Ordens- 
staates obgewaltet. Die ausschmückende Beschreibung spaterer 
Chroniken brachte mit der .\unihirung auch manche Verwir- 
rung. Watti-rich h.dt sich allein an die l'rkunden, von denen 
die wichtigsten milgi:theill werden. Die Sachlage stellt sich 
nach diesen so einfach wie natürlich dar und tritt doch, na- 
mentlich was das Verhaltnifs des Landes zu Polen betrifft, unter 
eine neue Anschauung. Die Darstellung ist sehr anziehend. 

15) Beschreibung des Hesscngaucs, von Dr. G. Lan- 
dau. Mit einer Karte. Herausgegeben durch den Gc- 
sammtverein der deutschen (ieschichts- und Allerthums- 
vereine. Kassel, Kommissionsverlag >un Oswald Bcrlrani. 
1857. VIII u. 268 Stn. 

Die Tendenz des llnteriiehniena darf man ols bekannt \or- 
aussetieu. Der Verfasser untvrnahni es, durch cme Gaubc- 



99 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



too 



Schreibung die Weise der Auslühriing praktisch diirzuieacii; so 
erschien im J. 1855 der (inu Wetlcreiba, seiner nianniefacheii 
Verhältnisse und seiner Zerrissenheit wegen eine sehr interes- 
sante, aber auch sehr schwierige Aufgabe der Beschreibung. 
Im Vorliegenden hat sich der Verfasser einen Gnu gewiihlt, in 
welchem die Grafschaft allmählich in eine Erbherrschaft über- 
gieng. so dafs, während dort aus der Zersplitterung eine Zahl 
kleiner Herrschaften hervorgehen mufste, hier die territoriale 
Entwicklung aus dem angegebenen (Jrunde eine stetigere blieb. 
So dienen die beiden nun erschienenen Gaubeschreibungen :ils 
Beispiele ganz verschiedener Entwicklung. — Ueber die Art 
der Ausführung noch etwas zu sagen , ist nach der überall er- 
theilten Anerkennung der GriindliohUeil des ersten Theils über- 
flüssig. J. Mr. 

l6j Alemannisches Kinderlied und hinderspiel aus 
der Schweii. Gesammelt und sitten- und sprachge- 
schichllich erklärt von Ernst Ludwig Hoch holz. 
Leipzig, Verlagsbuchhandlnn« von J. J. Weber. 1857. 
8. XVI u. 556 Sin. 
Von lebendiger Begeisterung fiir deutsche Sage, Sitte und 
Sprache erfüllt, hat es sich Hr. Professor Rochholz schon eine 
Reihe von 20 Jahren hindurch zur .\ufgiibc gemacht, auf dem 
für diesen germanischen Genieinschatz iilieraus ergiebigen Boden 
der Schweiz, namentlich auf dem alemannischen Gebiete des 
Oberrheins, an den Ufern der .\ar und Reufs mit feinem Ohre 
und glücklicher Hand zu sammeln, und uns in dem vorliegen- 
den Werke sowohl , wie erst neulich in seinen trclflii licn 
„Schweizersagen aus dem Aargau" fl.Bd.: .\arau, ISöfiJ, eine 
Frucht seines Fleifses vorgelegt, für ilie wir ihm zu ganz be- 
sonderem Danke verbunden sind. 

Ein wahres Evangelium der Kindheit wird uns durch ihn 
in diesem Buche erschlossen, ein Reichthum wie wir ihn zuvor 
nicht geahnet. Es enthält, in 2 Theile geschieden, deren ersterer 
wieder in 4, letzterer in 7 Haupt- und viele Unterablheilungen 
zerfallt, nahe an 100(1 Ueimspruche und über 100 Kinderspiele. 
Doch nicht gesamriicll allein und ginau gesichtet, auch erläutert 
hat er uns diesen reichen Schatz und dabei den schon früher 
gezeigten Scharfblick und seinen innersten Beruf für dergleichen 
Forschungen aufs Neue bewährt, in den Einleitungen zu den 
beiden Haupttheilen sowohl, als zu verschiedenen Abschnitten 
derselben und in vielen sonst noch eingefügten sachlichen und 
sprachlichen Erklärungen hat der Verfasser eine grofse Belesen- 
heil an den Tag gelegt und nicht nur von den Volkern deut- 
schen Stammes, sondern auch bei anderen Aalionen des Alter- 
thumes wie der Neuzeit das Verwandle zusammengetragen und 
damit das hohe Aller und die ursprüngliche, liefere Bedeutung 
der oft so schlichten und geringfügig scheinenden Kindersprüche 
dargelegt, so dafs sich uns beim Durchlesen dieses \\ erkcs gar 
manchmal die Wahrheit jenes Dichlerwortes aufilrnngt: ,.Ein 
hoher Sinn liegt oft im kind'schen Spiel". 

Mil Verwunderung erkennen wir in diesen Klangen aus 
dem Kindirmund, in diesem Treiben der spielenden Jugend 
noch laute Zeugnisse deutschen Lebens und Glaubens der frühe- 
sten Jahrhundirrte unserer (leschichtc. 

Aber ausser der kulturgeschichtlichen bietet uns diese Samm- 
lung auch eine nicht minder reiche, dem kundigen Forscher 
sehr ergiebige sprach- und lilcrHlurgeschichtliche Seite dar, da 



es uns in seinen Keimen und Sprüchen jene einfachen, dem 
Kindermunde gerechten Aaturlaule, viele der Mundart ergen- 
ihümliclie Ausdrucke und ilie l ranlange des Volksliedes kennen 
lehrt. 

Vollkommen befriedigt blicken wir auf diesen werthvollen 
Beitrag zur deutschen Sprach- und Sittengeschichte hin und 
wünschen, dafs der Hr. Verfasser durch die Anerkennung, die 
ihm hiefür wol von allen Seiten si<li kundgeben wird, siih zu 
weiterem Sammeln nxjge ermunlerl fühlen. 

17j Katechi.smus der B i b liotli c k e n 1 c h re. Anleitung 
zur Errichtung und Verwaltung von Bibliotheken. Von 
Dr. Julius Petzlioldt. Leipzig, J. J. Weber. 1856. 
kl. 8. 217 S. 
Ungeachtet der nicht unbcdeutemlen Anzahl von Schriften 
über die Bibliothekswissenschaft im Allgemeinen und die Biblio- 
thekenlehre insbesondere, war es bei dem Schwärme der sich 
widersprechenden Ansichten namentlich über Einrichtung und 
Verwaltung von Bibliotheken immerhin sehr erwiiuscht, die 
Grundsätze des auf diesem Felde wohlerfahrenen und hoch- 
verdienten Verfassers kennen zu lernen. Das \ Crhaltnifs dieses 
Kulechisimis zu der ihm vorangegangenen Literatur ist denn 
auch trotz der Beschränkung des ihm zugemessenen Raumes 
nach Form und Inhalt ein sehr vortheilhaftes. Was man bei 
selbst anerkannt Ircfilichcn und umfangreicheren Schriften ver- 
missen niui's, übersichtliche .\nordnung und Vollständigkeit in 
Erörterung vorkommender Fragen, diese zwei i'unkte hal sich 
der Verfasser besonders angelegen sein lassen. Seine Grund- 
sätze, gegenüber den mitunter hiichst verschrobenen Einfallen 
Früherer, sind klar, einfach und naturgemäfs und nur in weni- 
gen Fällen mochte vielleicht ein zweckmäfsigeres Verfahren 
eingehallen werden künnen. Die von dem Verfasser S. 102 
in den Bereich der Chimäre verwiesenen Verzeichnisse sairjmt- 
licher, aucii der der eigenen Bibliothek nicht einverleibten 
Literatur, linden in der Bibliothek des germ.inrschen Museums 
mit der bekannten in seinem iVamen liegenden Beschrankung 
ihre vollste Verwirklichung. In der Aufgabe einer Bibliothek 
Tür sich allein kann die Ausarbeitung solcher Kataloge aller- 
dings nicht liegen. A. B. 

18) Urkundcnbuch des Landes ob der Enns. Heraus- 
gegeben vom Verwaltungs-.Vusschufs des Museum Fran- 
cisco-C'arolinum zu Linz. Zwei Bände. Wien, aus der 
k. k. Hof- und Slaatsdruckerei. 1852. 1856. gr. 8. 
Das Museum Francisco- larolinuni stellt unter den zu er- 
reichenden Zwecken seines Wirkens die Sammlung und Ver- 
zeichnung der Denkmaler des Landes in die vorderste Linie. 
Zur Bestimmung dieser Absicht drücken sieh die Statuten des- 
selben in folgender Weise aus: 

„Eine Sammlung von Urkunden, welche die Geschichte die- 
ser Provinz im Allgemeinen oder einzelner Orlschaflcn und 
denkwürdiger Personen insbesondere belrelTen ; vorziiglicb aber 
jener, welche geeignet sind, das Andenken von Sliftern imd 
Wohlthatern zu erhallen, oder das Leben und ilie Verfassung 
längst entschwundener Jahrhunderic anschaulich zu machen", 
sei ungesäumt anzulegen. 

Die Leitung des Unternehmens wnrilc den beiden Chor- 
herrn des Stiftes Sl. Florian, Herrn Florian Joseph Chniel und 
Herrn Jodok Slulz ubcrlrugcn, \un welchen der erstere die 



101 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



102 



Absclirirten der im k. k. Ilaiis-, Hol- ihm) Sta;itsiirihiv und 
ülicrhaupt in Wien befindlichen Uokuniente besorgen, der 
7.weite jedoch die im Lande selbst vorhandenen Vrkiinden auf- 
surhen und ropieren liefs. 

Als Frucht ihrer eifrigen Nachforschung und ihres unermüd- 
lichen Fleifses liegen uns bis jctil zwei starke Oktavbünde vor. 
Der erste Band enthalt nur Saalbiicher, welchen ein doppelter 
Index der Orts<haftpn und Personen beigefü«:! ist. Im zweiten 
Bande werden dann ilie Urkunden selbst in chronologischer 
Reihe gegeben und zwar vollständig bis zum Jahre 1100; von 
da abwärts aber zum Theil auih nur im Auszug, mit Beifügung 
der Zeugen und mit chronologischer Bezeichnung, auch so viel 
möglich mit den eignen Worten der Urkunden selbst. 

Wir halten dieses Unternehmen schon von dem Gesichts- 
punkte aus, dafs man von dem in Urkunden imd Aktenstücken 
zerstreuten geschichtlichen Vateriale, welches durch die Unbilde 
der Zeit einer fortwährenden Dezimirung ausgesetzt ist, so 
viel zu retten suchen müsse, als nur immer möglich, Tür ein 
äufserst verdienstliches in Beziehung auf die Geschichte der 
österreichischen und angrenzenden Lande, indem durch das- 
selbe gewifs Vieles erhalten wurde, was aufserdem vielleicht 
für immer verloren gegangen wäre. Wir können daher die- 
sem Unicrnchnien nur den besten Fortgang wünschen. 



Aufsätze in Zeitschriften. 

Das Ausland: Nr. 7. Eine W iliknrtc mit d. Jahreszahl 14S9. 

Bohemia: Nr. 149. Der Aberglaube der Bewohner der («e- 
gend von Melink. Nr. I.'il. Zur Gesch. des Waisenhauses 
in Prag. Nr. 221. Die Gruft der Magdalena, Gräfin von 
(ileicben, zu Neuhaus in Böhmen. 

Deutschland: Nr. 37. Das Munster in Ulm. Nr. 38. Ueber 
die Constiluirung eines Gesamnitvereins der christl. Kunst. 
Nr. 45. Geschichtliches über das Danncwerk. Beil. Witte- 
kinds Grabdenkmal und die Sagen vom allen Sachsen- 
herzog. 

Donau: Nr. 109 IT. 123, 12.1. Aus dem Erzgebirge, Land- 
schaftliches und Volksthümliches. Nr. 112. Beilrag zur 
Charakteristik von Siebenbürgens Land u. Leuten. Nr. I24_ 
Ursprung einiger Gerätlie. Nr. 177— "h. Marienbad. Nr.200. 
Die neu entdeckte Gruft bei St. Gallus in Prag. 1857. 
Nr. 1. Egcriand und die Egcrländer. 

Europa: Nr. 7. Der Komet von 1556. 

Der Evangelist: Nr. 3 ff. Die ."Schicksale des Pramunstra- 
lenserklo.sters in Tcplilz. (harlik.) 

Die Grenzboten: Nr. 6. Bilder aus der deutschen Ver- 
gangenheit. Eines jungen Arztes Brautwerbung, Hausstand 
und Praxis. Im J. 1556. 

Ilausblätter: 4. If. ff. Die Metilsleincr. Sittenbild aus dem 
deutschen Mittelalter. (K. Seifart.) Die deutsche Weih- 
nachtszeil. (Fr. Friedrich.) 

Korrespondent v. u. f. Deutschland: Nr. 119 IV. Die 
Sage von der weifsen Frau. 

Deutsches Kunstblatt: Nr. 7. Welcher Zeit gebort der 
Wormser Dom in seinen wesentlichen Bestandtheilen an? 
(J. B. Ilohcnreulher.) 



Frankischer Kurier: Nr. 55. Schliersee. 

Schwabischer .Merkur: Nr. 43. Der erste Versuch auf würt- 
tenibergische Steinkohle im J. 1611. 

■Minerva I.: Siebenburg. Stadlebilder, Hermannstadt. Der 
Sundzoll und der Stadezoll. 

Deutsches Museum: Nr. 8 ff. Verwandte Züge der grie- 
chischen und deutschen Heldensage mit Rücksicht auf das 
persische und indische Epos. (.M. Carriere.) üebcr Fem- 
gerichte. 

Frank f. .Museum: Nr. 5. Ueber Gottfried von Strafsburg. 

Berliner Nachrichten: Nr. 33. ChurfürsI Friedrich IL 
(Riedel.) Nr. 45. Beil. Tod Joachims 11. (Schneider.) 

Berliner Revue: Bd. 8. Hft. 10. Genealogie u. Heraldik. 

Revue Numisin.: Nr. 3. Quelques deniers de Pepin, de 
Carloman et de Charlemagne. (Longperier.) 

Theolog. Studien: Nr. 2. Melanchthon's loci nach ihrer 
Weilern Entwicklung. (Schwarz.) 

Unterhaltungen am hausl. Herd: Nr. 20 ff. Olympia 
Fulvia .Morata. Eidgenossische Schützenfeste. 

Znainier Wochenblatt: Nr. 56. Uebersicht der grofsen 
und berühmten Glocken. 

Allgem. Zeitung: Beilage zu Nr. 55 ff. Kirchliches Volks- 
leben in Rheinbayern. (Riehl.) 

Bozner Zeitung: Nr. 62. 64. 68. 75. Aus Bozens Vorzeit. 

Illustr. Zeitung: Nr. 710. Städte Wahrzeichen. III. Dresden. 
1. Das Briickenmannchen. Nr. 711. Stadtewahrzeichen. 
III. Dresden. 2. Der Todlentanz. 3. Das Salanionslhor. 
Nr. 712. Die Schlösser zu Neuenburg u. Valcngin. Nr. 713. 
Das halsbriicker Amalgamirwerk bei Freiberg. Stadte- 
wahrzeichen. III. Dresden. 4. Die verschwundenen Brii- 
ckenwabrzelchen. 

Neue Munch. Zeitung. Abendblatt: Nr. .55 IT. Die Bir- 
gelstein'sche Sammlung aus Salzburg. Aufgestellt in den 
vereinigten Sammlungen in München. 

Numismat. Zeitung, Nr. 3. Ueber den .Münzfund in Guemar 
im Departement Oberrhein. — Ein seltner Brandenburger 
Denar. Nr. 4. Nachrichten über Krains Münzwesen, Mün- 
zen und Medaillen. 



VernilMrlite IVachricIiten. 

14) In Münster hat kürzlich die Operation des llerimter- 
nchmens der griifsten Douiglocke behufs des l'mgusses wegen 
eines Risses am untern Theile des Mantels stattgefunden. Sie 
tragt folgende Inschrift: Convoco Paule — (ihr Name) — tuum 
magna ad sulemnia clcruni. Funera magnoruni deflco maestn 
virAm. .Me resonante silet tempestns horrida coeli. Sexla fusa 
novos. dat rediviva sonos. 162K. Danach wäre die (ilocke zu- 
letzt im J. 162H, und da zum sechsten Male herunlcrgcnonimen 
worden; ob sie auch damals zum sechsten Male umgcgiisscn 
worden, ergibt die Inschrift iiiiht ganz klar. 

l.'il Seil Kurzem isl die Besichtigung di-s Waffensaalr.» im 
grofslierzogl. Schlosse zu Schwerin geslnitel. In diin Saale, 
dessen Fensler mit den Bildnissen von nchtnhn niekliiil'. Fur>lcn 
geschmückt sind, ist eine gante Geschichte des ^\ alfenwcieu« 



103 



Anzeiffor für Knnde der deulschen Vorzeil. 



104 



zur Anschauung gebracht. Auüser den Lunten- und Radschlös- 
sern verdienen besonders die reichverzierten Schafte des 15. 
und 16. Jahrhunderts die vollste Beachtung. Kriiftige Ritter- 
geslalten , Hirschgeweihe, Tische mit mächtigen alten Trink- 
geschirren fesseln das Auge auf die überraschendste Meise. 

16) Bei Vornahme von Erdarbeiten an der Irrenanstalt in 
Schweiz sind werthvolle Alterthiiiner. wie Aschenkrüge. Schwer- 
ter und eine Statuette aus gebranntem blauem Tlion, gefunden 
worden. Das .Merkwürdigste aber ist eine fast zwei Kufs 
hohe ReiterBsur, die einen geharnischten Ritter darstellt, dessen 
eigcnlhümliche Ausrüstung aber von alle dem verschieden ist, 
was man bis jetzt gefunden, und die unzweifelhaft noch aus 
der ältesten Heidenzeit herrührt. Das Pferd ist vom Kopf bis 
zu den Kniegelenken in einen gut schützenden Panzer gehulit 
und von einer im Vcrh.Tltnifs zum Reiter zu beträchtlichen 
Grofse. Die herumliegenden Gegenstände deuten auf einen 
hier verbrannten hervorragenden Helden aus der alten Hei- 
denzeil. 

17 1 Der neue Verein zur Erhaltung alterthUml. Bauwerke 
in Danzig hat bereits ein erfreuliches Lebenszeichen dadurch 
von sich gegeben, dafs er zur Rcstaurirung mehrerer werth- 
vollen Gemälde Herrn Stubbe aus Berlin berief. Restaurirt 
wurden durch ihn das im byzant. Stile gehaltene Altargemaldo 
in der Baderkapelle zur St. .Marienkirche aus Beitragen von 



Danzigs Aerzten, und das GeinaMe des Hans Vredeman de 
Vries im Rathbaussaale. 

18) Die seit mehr als 30 Jahren im Schatze der kaiser- 
lichen Hofburg zu Wien liegenden und nur wenig beachteten 
Krönungsinsignien der deulschen Kaiser werden nunmehr von 
dem durch seine Studien auf dem Gebiete der mittelalterlichen 
Kunst bekannten Archäologen F. Bock aus Köln mit Zustim- 
mung des kai.'^. Olierstkamniereramtes in einem selbständigen 
Werke, von einem geschichtlich-archäologischen Texte begleitet, 
erscheinen. 

19) Dr. Beda Dudik in Brnnn ist im Begriffe, über die Mün- 
zen des deutschen Ordens ein Werk herauszugeben und solches 
mit allem Aufwände der Kunst auf 2(1 in Kupfer ffestochenen 
Kleiniblio- Tafeln auszustatten. 

20) Der Kronprinz und die Kronprinzessin von Württemberg 
haben zu den vielen Beweisen ihres Wohlwollens für die Ulnier 
Münsterrestauration durch Zuweisung von 1200 fl. einen neuen 
gefügt. 

21') Die .Magistrate der Städte Deggendorf, Erding, Kauf- 
bcuern, Schongau und Weifsenburg haben dem neu errichteten 
bayerischen Nationairnuseum interessante alte WafTin und Rii- 
stunssstücke, sowie auch mehrere Gegenstande mittelalterlicher 
Kunst überlassen 



Inserate und Bekanntmachungen. 

Bekanntmächim? Kenntnisse und sittliches Verhalten zu melden, worauf sodann 

das Archiv des gcrman. Museums betreffend. das Nfihere über die Bedingungen des Eintritts in die Reihe 

r. n  r w j ,. i  . i i .11.. <Jes Archivpersooals und resp Zulassung zur Praxis mitgetheilt 

Das Bedurfnifs der Vermehrung archivalischer Arbeitskralte i r. r- 

.... ,, , , , . L werden kann, 

macht sich im german. .iluseum immer mehr geltend, nicht nur «, , ... , -- 

. , .. L j n L r. • j . i.- IL . INurnberg, am <. .März ISji. 

durch die zunehmenden Geschäfte m dessen Archive selbst, r. .  

, 1 I L • .  .  1 . Die Archivverwaltung des german. Museums: 

sondern auch durch auswärtige Arbeiten im Interesse der ,, 

,, , , ,, ... ,, , , Dr. Pro in mann. Vorstand. 

Zwecke des german. .Museums. Die Gesuche um sachverstan- , „ , , 

,. ,. . r--  L 1 r> I j L '''■• BurkhardI, Sccrctar. 

dige Lommissare zur Einrichtung und Ordnung standesherr- 
licher, adelicher und stadtischer Archive können bereits nicht 8) Diejenigen Herren, die im Stande sind, dem Unlerzeich- 
mehr befriedigt werden, wenn nicht eine gröfsere Zahl jüngerer, „cten ein vollständiges Vcrzeichn ifs der Aebt issln- 
für das Archivwesen gebildeter Manner herbeigezogen wird. „en von Lindau (von 1634— 1720), Hegbach (von 1539— 
Deshalb ergehl hiemil eine Einladung an jüngere absolvirte 1687) und Guttcnzell (von 1.542—1682) nebst Jahreszahlen 
Juristen und Philologen, welche sich geneigt finden sollten mitzutheilen, werden im Interesse der Wissenschaft freundlichst 
archivalische, historische und sphragistische Studien zu machen darum gebelen. 
und sich darin weiter auszubilden, bei unterfertigter .\rchiv- Bonn, im Februar 1857. 
Verwaltung sich unter Vorlage der erforderlichen .\uswcise über Dr. l'arl Hopf. 

Baukasse der Karthause zu Nürnberg: 

Aus voriger Anzeice in Summa |H H. 42 kr. 

Von Sr. Erlaucht Herrn (iriifcn Carl v. (iiech zu Thurnau ÖO fl. — kr. 

Von Herrn Dr. med. und Professor Dielz zu fturnberg 2.5 11. — kr. 

Von einem l'nbenannlen 2 fl. 42 kr. 

96 fl. 24 kr. 
Weitere milde Gaben für Kc.slaiiraliim ihr Karlhause werden im .\nzeiger stets mitgetheilt werden. Die Redaktion. 

(Mit einer Extrabeilage.) 

Verantwortliche Rednetion: Dr. Freih. v. u. z. Aufscss. Dr. A. v. Eye. Dr. G. K. Frommann. 

Dniek von Pr. Camp« & Sohn 1d NUmberf;. 



irÖBKBEBG. Das Abonnement des BUttea, 
welches alle Monate erscheint, wird gant- 
jahriR anpfnomiiicn und heträpt nach der 
neuesten Poslconvimtion bei allen Pofitäni* 
tem undßuchhandliin^en l>r\Utchland» incl. 
Oeatreichs 2 fl. 42 kr. im 21 fl. • Fufs oder 
I Thlr. 16 Sgr. 

Für Frankreich abonnirt man in Strafs- 
burg bei Gr. A. Alexandre, in Paris bei dem- 
selben, Nro. 23. rue Nntre Dame de Nazarcth, 
und bei der deutschen Buchhandlung ron 



MZEIGER 



Fl]» K[l\OE m 



fieschichte. 

Personen- 
gescliichle. 
Bloffraphieen. 



Nene Tolffe. 




F. Kllnckaieck, Nr. 11. rue de Lille, oder 
hei dem Postamt in Karlsruhe; für En^ 
• 'tnJ boi Williams A: N'orKntc, 14 Henriette- 
8trcei Covint-Oarden In Ix»ndnii; für Xord- 
awrrihn hv\ dvii Poxläpitunt Bremen und 
ll.tnibni;:. — 

Inserate» irciche mit dun Zwecken des 
AnKei^'er» und det^^en wlKsenschaftlichem 
Gebiete in Verbindim;: stehen, werden auf- 
genommen und der Kaum einer Columnen- 
eeile mit 7 kr. oder 2 Sgr. berechnet. 




iillJJ 



\ 



'(f"' 




V^iertcr Jaliigaii^. 



1857. 



OllGW DES GIEIIMVMSIIIFA MLSFXMS. 

^^ 4. 



April. 



Wissenscliariliclie )li(llieiluimen. 



Der ^VerUnielster Peter von AliKeMlieliii 
lind deMMen Nieicel. 

Von Dr. L. Sc h neegan.s, Sfiidlariliivar in Slrafsbiirg. 

Rasch eilte, das runfzvliiite Jaiirliuudert hindurch, die 
kirchliche Baukunst des Mittelalters ihrem ganzlichen Ver- 
falle entgegen. Um die Mitte des Jahrhunderts war dieser 
Verfall bereits so weil vorangeschritten, dafs dessen stätigc 
Fortschrille die noch dem strengen Ernste der üllern Kunst- 
weise zugethanen Künstler mit den gerechtesten Besorgnissen 
flir die Zukunft erfüllten. 

Um diesem allmählichen Versinken der ehemals so herr- 
lichen Kunstweise, wo möglich, einen hemmenden Damm 
entgegenzusetzen, tliaten sich die verdienst» ollsten Mei- 
ster jener Zeit zusammen und verbanden »ich zur Aufrechl- 
haltnng der altern Regeln und Formen der Kirchenbaukunst. 
Auf den ewie denkwUrdiccii VersammlMti!.'»tagen zu lie- 
gensburg und zu Speyer, vier Wochen nach Ostern 1459 
und um 9. April 1464, stifteten diese würdigen Miinuer 
d er Slei n me Iz cn Ordnung und lir (Id e rsc li nfl für 
das gesammtc Rumische Reich. 

Allein trotz des mannhaften Widerstandes dieser Edcin 
verfolgte die Zeit dennoch unauflialtsam ihren Lauf und zog 
die mittelalterliche Kunst unrellbar mit sich hlniinlcr in die 
Tiefe ! . . . 

An der Spitze der mulhvolicii und ehrenhaften Miinncr, 
welche zur Rettung der ihnen heiligen Kuu.st noch diesen 



letzten Versuch wagten, und vergeblich holflcn, den Strom 
der Zeit in seinem Sturze auflialten zu können, stund Mei- 
ster Jost Dotzinffer von Worms, Werkmeister l'userer Lie- 
ben Frauen Werkes oder des Munsters zu Strafsburg. Ehre 
sei noch jetzt dem würdigen Manne und den ihm gleich- 
gesinnten Genossen allen! 

In der Zahl der Letztern treffen wir den Werkmeister, 
dessen Name dieser fluchtigen Notiz als Ueberscbrifl vor- 
gesetzt ist, und über den ich nun das Wenige beizubringcii 
gedenke, was mir bis jetzt über seine Schicksale und über 
sein künsllcrischcs Wirken bekannt geworden ist. 

Meister Peter von Algc|Jheim befand >ich /war nicht un- 
ter den Meislern, welche auf dem Tage zu Itcsen.'.burg den 
ersten Entwurf der S tei um et ze nb r u dertc haft fest- 
stellten; er war aber von denen, welche sich beeilten, so- 
gleich nach jener ersten Vcrsanunlunff der neuen Onl k 

und Verbrüderung der Slciiimelzcri beizutreten, und zu 
Strafsburc „das Buch zu hallen" ircloblen. In der 
zweiten licihefulffe der Meister, dio zu Slrafsbiirir in ilic 
Brüderschaft empfangen wurden, " ird der Vierte in der 
Zahl genannt: „Meister Peter A lge|iheim " ; dies erste 
Mal noch ohne sonsticc Bezeichnung , was anzudeuten 
scheint, dafs der Kilnsticr im Jahre 14J!I noch keine W crk- 
meislerstelle innehatte. 

Tnler den Meistern, die fünf Jahre spiiler der Vcrsnmm- 
lunir cidiT (Itni Taue zu Speyer hei« olinlen, IrolTen wir, 



107 Anz(!iger Tür Kunde der deulsclu-ii N Dizcil. 108 

abermals als den Vierteil in der Rtilic. inuli (l<'iii liberall vor- nlleii »inl der li.iu iKiiiuMillich iiiiL'cfillirl , w elcliLrn >\e tm 

an^lt'liendeii sirarsbiirßi.-clicii Miiii>l('r« ciUjiieijli'r Diilzinffij-. jener Zeil v()r>t;indi'ii ; und obiiieiili diese sebr inleres>anteii 

^Meister Pelcr von A Ig^o jili cini, Meister zu Nil- Angaben sieb ebenfalls sclion in den anf die Ordnung 

hUscn." de r S Ic i n ni ctzen b riid e rsrli afl beziisrliehen Urknnden 

Ebenso, mit noeb niilicrcr Bezeiclinnnff. linden wir so- vorllmlen, so dürfte dennoch deren \\ iederbolun^ insofern 

dann den Meister nenerdings im Jahre IKiö hei Gelegen- nicht ohne Wichtigkeit sein, als die Urkunden von 1468 

heil eines Streites, welcher zwischen „Meister Hans von ihrerseits den Beweis lierern, dafs siimnitlichc drei Meisler 

.. M ii n gesh eim, Meisler des Steinwerkos vnser auch ilamals noch die Kirchcnbanten leiteten, deren Aus- 

.. lieben frowen hnwcs zu der Nesseln bj Heil- fuhriing ihnen bereits vier Jahre zuvor anvertraut gewesen 

„pronn." und ..Melchior Incliinirer von .Vmberff war. Ist doch bei ähnlichen Anlassen jegliche Angabe die- 

,, s(ei um c I ze n bantwerckes" ansgeliroi licn war. scr Art, die imnierbin wieder einen festen Anballspnnkl 

Beide schorleu der .Sleinnietzenhriiderscbiin an, zu de- gewahrt, stets « illkonimcn. 

ren cifrisslen Beförderern .Meisler Hans von Miln?olsheini Hier also die Reihefolge der drei Werkmeister, wie die- 

ziihlte. ') Die zwei, erst vor einigen Monaliii \ori mir auf- selbe in den angezogenen Urkunden sich vnrliiidet : 

eefnudenen, auf diesen Streit bezüglichen l rkniiden, bieten „Meister Peler, M mcnstcr vnser lieben frowen 

zudem noch das Interesse dar. dafs diese Sleiumetzen-Slrei- ..buwes der merern stifft zu Basel," 

ligkelt der Zeil nach die älteste ist, die mir bis jetzt he- „Meister Hans von Bebelingen, meister des 

kannt ireworden, und ohne Zweifel auch der ersten eine. „buwes vnser lieben frowen zu K <s e 1 i ngc n ," 

wo nicht die erste aller, die, nach Aufrichtung der Brüder- .,vnd Meister Peter Bischoff von .\lge(5heim, 

Schaft, den in dir neuen Ordnung aufgestellten Vorschriften „meister des Buwes zu Nüwebusen b y Worms." 

gemäfs, geschlichtet und entschieden wurde. Hier wird also der letztere zum ersten Male mit seinem 

Meister Hans, gleich wie Melchior der Steininel/,e, hallen Kamilieiiiiainen angegeben, wie einige Jahre später zu Slrafs- 

sich ihres Zwistes wegen nach StraPsburg begeben und die burj; wieder. Auch der Bau, welchem Meister Peler von 

Entscheidung desselben dem strafsburgischen Werkmeister Aleesheim damals als Werkmeister vorstund, wird in dieser 

Jost Dotzinser, der gleich wie seine Nachfolger am Werke Urkunde noch genauer bezeichnet, als in der Ordnung der 

Unserer Liehen Frauen Münsters zu Slrafshiirs, der neuen Steinmclzenbrüderschafl. 

Ordnung zn Folge, der erste und oberste Bicliler der gan- Kurze Zeit nach IKiH srliiiiil der Ifau der Kirche zu 

zen Brüdcrschafl erklärt worden war, überlassen. In den Nenhauseu bei Worms, welcher also Meisler Peters Werk 

angezogenen Urkunden, wie auch in andern irleirhzeiligen ist, zu seinem Ahschlnsse gebracht worden zu sein, da, 

Dokumenten, wird dieser Künstler also bezeichnet: ,, Mei- kaum fünf .lahre später, dieser Künstler uns neuerdings zu 

„sler Jost Dotzineer wcrckmcisler vnser lie- .Strafsbiirff, unil zwar in einem andern Wirkungskreise ent- 

„ben frowen werckes der hohen s tiff t z u S t ra fs- gegenirill 

„bürg. Im Jahre I 173 iiinnlich hatte .Meisler Peter Bischof von 

Dolzinger ecsellle sich noch drei andern Meislern bei, Algesheini allhier die Stelle eines städtischen Werkmeisters 

und gemeinsam mit diesen und mit Zuziehung der (iesellen auf dem Maurerhofe innc, mit andern Worten, er war der 

der strafsburgischen lliilli' umde MMJanri, mil Kiuwilliirunir Stadt Strafshurg Maurer- Werkmeister geworden, 

beider streitenden Theile, das Urlbeil gefallt, welches l.elz- Als solchen und in dieser Eigenschaft auch als einen der 

lern am Freilage nach St. Agnesen Tage de.-- bcsaelcn Jah- drei geschworneu Werkleule der Stadt '). finden wir ihn 

res, zu Gunsten Melchiors und Meister Hans von Müngols- — — 

heim zuwider, gesprochen wurde. '^ '" ''''" l'''''"'"''" ''''■ Strin.M.l/.enbrudersrbaU wird d.rs.-r 

Wrrkriieisler mit seinem l''arnilicniiinn<n .Meister Peler 



Unter den drei Meistern, welche der strafshnriiiscbe 
Werkmeister zu diesem Zwecke zu sich berief, befand sich 



Knebel von Basel" eingelrageu. 

'I Das Gericht der geschwornen \\ erkleulc enischieil oi allen 

auch Meister Pelcr von Algesheim. ;,,.i,^.„ ;;,,„ Slreiligkeilen, welche dingliche Uerhle in Rc.ng 

Hier übrigens die Rezeichnnuff der drei Meister, wie aufGebiliide, DirnslharKeileii und .ihnliche Gegensliinde be- 

dicsclhcn in den Urknnden selbst eingetragen sind. Rei trafen. Es bestund dasselbe iirspriinglicli ans dem Münsler- 

. WerkmeisliT und den lieidcn Siaill - \N erkmeislern (auf dem 



') Meisler Hans von Müngolsbeim war zn gleicher Zi'il inil Mnurer-Ilof und dem Ziiiimer-Ilor) , welchen aber, schon zu 

.Mei.ster Pcler von Algesheini in ilic neUL'ei;riiriil(lc liriidcr- .Xiilani; des scrlizehntcn Jalirliiinderls noch andere Werkliiilc. 

Schaft aufgenoinnien wurden. Steiniiiclzeii, Maurir und Zimuierleiile, beigesellt wurden. 



|ll!» 



Anzeiger fiir IüiiuIl' der (IcuIscIrti Voizeil. 



110 



in einem sogeiiamilcri II n 1 1 e ii I) ri ef e oder Spni e li Ij rie fe 
(I er Werkle II le vuiii er^tl■ll Mai des soeben geiiiiiinleii 
Jahres. In <ler L'rluinde wird Meisler Peler also hezcidiml : 
„Peter l{ 5 ,■■ c li u IT von A 1 ff e jili c i ni der stall niurer" 
Diese Urkunde isl die einzige, die itli liis /.iir Stunde 
kenne , in weither Jleisler Peter von Alffesheim als sladli- 
scher Werkmeister zn Siralsburg vorkoninil. Ks bietet die- 
selbe ferner noili das anderweitige Interesse dar, dals an 
derselben das zwar Ibeilweise zerbrochene, sonst aber wohl 
erhaltene Sigill des Meisters mit den Siegeln der beiden 
andern Werklente angehängt ist. Die Zciihniing dieses hier 
in getreuer Nachbildung beigegebenen Insiegels dürfte wob! 
um so « illküinineuer sein, da iihnliehe Sigilie, aus dieser 
Zeit zumal , so ziemlich zu den Seltenheiten geboren. 




zwar beuligen Tages versliinimell und iii den dreifsiger 
Jahren, als jener Theil des Untersatzes, der beschädigt war. 
erneuert wurde, nicht ergänzt worden; allein, dem noch 
Vorhandenen nach zu urlbeilen. kann der fragliche Buch- 
stabe kein anderer gewesen seiu, als ein D. Derjenige zur 
liecblen ist ein .•§).') Das Bock"scbe Denkmal ist von I löO. 
Der liildbauer, der es lerli^te. war also ein Zeitgeuosse 
3Ieisler Peters, und gerade deswegen isl die Eigenlbiim- 
lichkeil, dals eben zu jeuer Zeit und zu Slrafsburg selbst-) 
ein anderer Künstler genau dasselbe Zeiibi-ii fiilirte, wie 
jener Werkmeister, eine sehr beachtunffswürdige. Dieses 
Umslandes halber Ibeile ich das in Frage stehende Kuust- 
lerzeicbcn ebenfalls hier mit. 



Aul' «li'ui \Na|i|iuns( bilde beiiiidel sich das Steinmetzen- 
Zeichen, welches Meister Peler, einer Vorschrift der ßrüder- 
schafts-Ordnung gemäfs, führte. Auf dem oberhalb und zu 
beiden Seilen des Schildes angebrachten gewundenen 
Spruchbande , dessen obersler Tbeil in dem vorliegenden 
Abdrucke des Insiegels ahsebrochen ist, liest man noch die- 
sen Ueberrest der Inschrift: 

„0 . •■  ifcliof  tJQii ..llgrfD.. ." 

Ohne allen Zweifel hiel's also das Ganze  
„S. (sigillum) Peter . Bischof, von . Algesheim.'- 

Merkwürdigerweise ist Meisler Peters Zeichen genau 
dasselbe, wie dasjenige, welches sich auf dem Bock'scben 
Urabmnie in der St. Katharineii- oder der h. Kreuzkapelle 
des Strafsburger .Miiusicr.-i, alUin iliirl inil aiHleni Initialen, 
Wli-dcrlinilel. Aller \\ ;ilir>cheiiiliclil>eil ikk li gebiirle dieses 
Letztere dem liildlianer an, »elcber dieses in Hinsicht der 
Kunst sehr lohenswerlhc Denkmal fertigte, und den ich vor- 
erst, zu meinem innigen Bedauern, aiilVer Stande bin, noch 
niilicr zu bezeicbncii. Auffallend ist ferner, daf> die beiden 
iibcr dem Zeichen aiig(d)racliten AnluiigsbiK hslabeii mit kei- 
nem Namen der in grofscr Anzahl mhi mir in l rkiindeii 
aufgefundenen Bildhauer und Steininelzen aus der gegebe- 
nen Zeit zusamiiieiisliinmen. Der Buchstabe zur l.iidn'ii isl 




<. 0,1(^4 — r- •>■ 

Unmoirlich war es mir, bis daher den Zeit|Hinkt ffeiiau 
zu ermitteln, in welchem Meister Peter Bischof von .\lges- 
beim nach Slrafsburg übersiedelte und daliier die Werk- 
meisterslelle auf dem Manrerhofe antrat. Die oben ange- 
zogene Urkunde ist, wie gesagt, die einzige, die ich vor- 
erst kenne, in welcher dieser Künstler in dieser Eigenschaft 
erscheint. 

') .Merkwürdigerweise wurden diese luilialcn , sowie ilie Zeit 
der Ausführung des Buck'seheii Denkmals ganz gut auf den 
herühmten sehwahischen Bildhauer Veit Slufs passen, und 
auch das Zeichen bietet, so viel Ich mich erinnere, grofsc 
Aeliuliebkeil mit deiiijeiiigcu dieses künsllers dar. Das Denk- 
mal scinerseils wiire dis Letztem keineswegs unwürdig. 
Trolzdciii aber ist es duiehaus iiiilit meiiu' Absicht, iliisselle 
irgendwie mit Veit Sicifs In VerbiiMluiig liriiii;en 7.u wcilleu. 
uhgleicb die Sache im uriil l'nr sich gar wiibl miiglich sein 
konnte. 

») Wimpfeliiit; luriclilcl .ils Zeilgenosse, ilafs in ilrriHeilrii 
Hälfte des lüiilzehiileu .liilirliuiiilerls (ine (.Tdfse Antulil he- 
rühinler huiisller, nameiillicli Maler niol llililliuuer, iii Slrnfs- 
liiirg lebleii und «irkleii, und die Ui Kunden au» jener Zeil 
bestätigen seine Aussage in jeiler llinsirlil, ,\us dieser l'r- 
saehe isl es auch uiiwahrselieiiilicli , dafs ein fremder Bild- 
hauer das Bockscbe Denk 1 geferlii;! hiilien sollte; doch. 

wie gesagt, ahscdiil uniii.tulich wäre die Sache mich nicht. 
iSchluf« fulKl.) 



Zustände. 

Spr.'iilit^ und 

Si'hriri. 
Biblio^ruiiliie. 



Anzeiger für lüiiide der deulsclieri Vorzeil. 
•loliRiiii von Mo r Tw lieiiii. 

Von Dr. E. \\ e 1 1 c r in Zürich. 



112 



Der Wormser Drucker Sehnst. Wagner hat nithl blos 
„Freidanrk^ und „Murin" bearheitct und hcraiissrcircheu. 
Eine hisher, wie es scheint, ganz unhekanrilc, höchst .-.el- 
lene .\iisa-abe vun .Morfsheims „Spiegel des Regiments'' will 
ich hier nach dem mir vorliegenden Iv,\(Mn|ih\r kurz be- 
schreiben. 

F r a « V n I r e w. 
Kumpl her, vnd k'|il di|5 ucw gedieht, 

\\ as Fraw Vulrew hat zugericht. 
.Mit jreu dienern hoi ligemeydt, 

Eyli Fcll.-Ireil hat sie zubereydl. 
Darin geschieht eyn solch gefecbt, 

Da|i niemands mag geschcbcu rocht. 
Augeudienst vnd blasen ind oru, 

Hat sie afi spitz geordnet vorn. 
Als dir di|i Biichliu wiit bewern, 

Gedicht son meinem lieben Herrn. 
.lohaü von .Mi)r|5heyrn Ritter streng. 

Dem Gott sein leben frischt vnd long. 
Bi|5 sich Fraw Vntrew von vn|5 weud, 
Vnd sich eyn jeder selbs crkcnd. 

Zu Wormbs Iruckis Scbaslianus Wagner. 
Vorstehendes bildet den Titel. Die Ausgabe hat 5 Bo- 
gen 4". mit Sign, ohne Seilenzahlen, mit resuniireuden klei- 
nen Randglossen. 

Auf der Rückseite des Titels zwei llolzsihuitt - Figuren ; 
Frau L'ntreu und der invalide Ritter. Daj unter: 
Kongin hin ich der neweu baut 
Vntrew, also bin ich genant. 
Vuil bin durch fareii alle hiuil, 

iNeidt vnd llaffz seiiid mir \M)I liekant. 
Die ich zu llauptmaü hah erkiirii, 

Recht Trew die hat den streit verlorn. 
Ks bat gesigkl mein volck vnd beer, 
llie di|iseidt vnd auch über nieer. 
Die ich anzeyg, hernach gemell, 
Die llel ist vnser haupt gezell. 
Saturnus gibt vnji weisen radt, 
Seinr kinder er vil hei vn|i hat. 
Auf Bl. 2 fidgt dann 

Vorred dilJ Blichlins. 
It'h war cyns nials iü jrem diinck, 

Als i>b au eynem beyn lag kranck etc. 
im (iauzcn 40 Reinizcileu. Auf 81. ^ beginnt das eii;iiit- 
liche Gedicht: 



SJndt gaueklen am verschlagen leit. 

Als sich erscheint iü diser zeit. 
Daji der, so wenden, schleilTen kan, 

Inn Vntrews holT eyn werllier niun etc. 
.\m Schlüsse steht wiederum: 

Zu \\ormbs truckis Sebastianus 
Wagner, JiTi jar nach der ge- 
hurt Christi vnsers 
Herren, 
M. D. xlj. 
Ruckseile des letzten Blattes leer. 



l>her die alten tSteiiiliilder xu CiiKelHliarli. hiin>i 

Von Adolf Bube, Archivrath, zu Gotha. 



llildcnili' Kuaat. 
l'lasUk in äUiu, 



An der Friedhofsmauer des kleinen Dorfes Engelsbach 
im Thüringer Walde sind zu beiden Seiten des Eingangs 
vier Steinbilder eingemauert, welche von einem Ruihsherrn 
zu Gotha, .lohann Georg Oschmann, seinem genannten Ge- 
burtsorte geschenkt worden sind. 

Das eine dieser Steiuliilder befand sieb früher auf dem 
R:itliliausc zu Gotha in der sogenannten Rathsslube und 
wurde bei deren Erweiterung beseitigt. .1. G. Oschmann 
liel's es nach Engelsbacb bringen und in die Kirchbofsmaucr 
einsetzen. Es tragt das von fliegenden Engeln umgebene 
Briislliild eines kräftigen Mannes, welcher in der Linken die 
Weltkugel mit dem Kreuze halt und die rechte Hand auf 
der Brust ruhen läfst. Man hat früher in dem Bilde einen 
Gottvater oder Christus erkennen wollen, ist aber später 
zu der Ansicht gekommen, dafs es Herzog Ernst den From- 
men als Muster eines kräftigen christlichen Regenten dar- 
stelle und das Ehrengeschenk gewesen sei, welches der 
Baumeister nneb Vollendung des Rathhauses verfertigte. 
Man lieriifl sich dabei auf die grofse Aehnliclikcit, welche 
dieses Bild mit den von Herzog Ernst dem Frommen vor- 
handenen l'ortrails hat. 

Die andern drei Steinbilder an der Kircbhofsmauer zu 
Engelsbach sind zwar zu einem Ganzen verbunden, gehören 
aber keineswegs zusammen. Der mittlere gröfserc Stein 
stellt das Paradies dar, nämlich den Baum der Erkenntnifs, 
umgehen von allerlei Thieren. Das Bild ist sehr all und 
stammt allem Anschein nach aus der Zeit, wo die nachmals 
im Bauernkriege zerstörten Kloster Georgenthal unil Rein- 
liardsbriiiin die bildenden hUnsle in Thüringen beftirdcrten. 
Es stand bis zum .liilire 17 1(1 in Gotha am Schlofsherge 
vor dem Hause, welches früher die llofprediger bewohnten, 
und wurde bei einer Reparatur desselben bei Seite gestellt. 



113 



Anzeiger für Kunde der deulscluii Vorzeit. 



U4 



Der Rathsherr Osclimaon erwarb es durch Kauf und liefs es weit zur Küste von Poinineni sich hinnbzieheiide Spitze der 

an der Kirchhofsmauer zu Engelsbaih einmauern. Da aber zu Itiigen ffehörenden Iiim'I lli.l(ll■n^ee (Ilitbins-Oe). Sie 

dem Parailiese Aduni und Eva fehlten, so kaufte er spiiter erMbeinI zMcr.-l in einer I'ikuiide des Rü^en'scben Fürsten 

zwei 7 Fufs hohe Ternien , die vielleiilit irgendwo veräus- N\ ilzlav I. vom .1. 1210 für seine neue Stadt Stralsund, 

sert wurden, dazu und liefs die Namen Adam und Eva dar- worin er dieser die Fischerei usque ad linem Jelenine (im 

aufsetzen, auch unter der Jalirszahl 1717 seinen eigenen Transumple von 12!I(J: Ghelende) gestaltet: dann als por- 

Namcn binzufUg'eu. Diese Ternien sind ganz in dem abge- lusGelendc. Vgl. Fabricius KUgenscIie Urkunden Tb. 2. S. 19, 

schmackten Styl der damaligen Zeit nusgehauen und passen 79 IT. 90, auch Tb. I, S. 28. — iNiiheres iiber diesen Gel- 

iu keinerlei Hinsicht zu dem Paradiese. len, der seinen Namen auch auf die ilin begriinzende seichte 

Die Bewohner von Engelsbach und der Umgegend wid- Meeresenge zwischen lliddensee und Barhüvl in Pommeru 



men diesen alten Bildern grofse Verehrung, und als zu An- 
fang des gegenwärtigen Jahres die verwitterte Kircbhofs- 
niauer einzustürzen und die Bilder zu zertrümmern drohte, 



noch zum beutigen Gebrauche (vgl. die Reymann'sche Karte 
von Rügen) übertragen hat, findet sich in Dr. Grumbkc's 
„üarslelliingen von der Insel Rügen", Berlin 1S19, Tb. 1, 



l'eber dat« feeiland. 

Von Odebrecbt, Kreisgerichtsdirektor, iu Berlin. 



wendeten sie sich mit der Bitte um deren Erhaltung an die S. 53, 74 IT. 144. Tb. 11, S. 19—21. Darnach hiefs dieser 

betreffenden Behörden und wurden dazu mit den erforder- schmale südliche Theil der Insel lliddensee Yelland und 

liehen Geldmitteln unterstützt. auf seiner aufserslen Spitze stand friiher ein im .1. 13U6 

zum Besten der Seefahrer angelegter Leuchttburm, weshalb 

diese Landspitze noch jetzt die Luchte (Leuchte) heifst. 

Auch eine langst verschwundene, dem h. Nicolaus, dem 
Patron der Seefahrer, gewidmete Kirche stand auf dem 
Yelland. 

Dafs dies Gelland, dessen Name sieb im Laufe der .labr- 
Dahhnann sagt in seiner Geschichte von Dünemark 1841, hunderte ebenso zu Gellen, wie der des Meklenburgi>chen 
Bd. 2, S. 32: es sei in dem zweiten Kriege der Hanseaten Städtchens Nye-Kaland zu Neu-Kalen, abschwächte, das von 
mit dem Könige Waldemar IV. von den ersteren 13C8 zu den Hanseaten im Kriege mit Dänemark verabredete Slcll- 
Rostock ausgemacht worden, es solle jedermann am lü. dichein sei, dafs dies aber nidit die danisciie Insel Seeland 
April an der Küste von Seeland sein, und er bemerkl sein könne, dafür sprechen auch innere Gründe. Der Gel- 
hierfUr in der Noie 2 wörtlich: len, gegen Weststürme wie gegen Ueherfall der Feinde 
„In der Colner Bundesacte steht: up den Gbchind, Schutz gewahrend, eine geräumige, mit einer Kirche und 
„später S. 620 Gelland. — Sartorius verwirft hier einer Seeleuchte versehene, allen Seefahrern somit bekajinle 
„die Variante Selaiid, ohne uns indes zu sagen, was Bucht (portus) bildend, eignete sich trcITlicb zum Sammei- 
ner denn unter Gelland verstehe. Bis weiter nehme punkte der aus allen Seeplatzen der Ostsee zum Kampfe 
„ich an, dafs der Schreiber Celland schreiben wollte. gegen den Dänenkonig ausziehenden Hanseaten , und ge- 
„Celendia kommt 1424 für Seeland iu deul,^cben währte nach beendigter Sammlung den Vortheil der kurze- 
„Schriften vor. Langebek VII, 407." sten L'eberfahrl zu den dänischen Inseln. Eine dieser feind- 
I.isch hat in seine Geschichte der Stadt Plane in den liehen Inseln, oder gar die Hauptinscl Seeland zum Sain- 
Jahrbüchern des Meklenburger Vereins etc. Bd. 17, S. 118 melpunkte gegen diesen F'eind zu bestimmen und die zuerst 
folgende Stelle aus Detmar's lübekischer Chronik zum .lalire Anlangenden der nahen Gefahr der Vernichtung preiszn- 
13ÜÜ (1358) aufgenommen: geben, dazu waren unsere allen kriegserfahreuen Stadter 
lo demesulven jare wan herloge Erik van Sassen eneii zu vorsichtig, und Dahlnianu bat sich auch nur. weil er das 
Stryd up dem Yellaude <leme van Meklenborcb af, alle Yelland nicht kannte, bis Weiteres nach Seeland 
wol anderhalf hundert riddere unde knapen etc. ver>clilagen la>seu. Nicht so leicht ist es, das zweite, zehn 
und dazu in einer .Aniiii'rkung gesagt: .lahre früher fallende, bei Li>cli erwiibnte Knegsercignifs 
„Wo da> Jcllaud liegt , habe ich nirgends linden, auf die Iu.m'I lliddeii.-ee zu versetzen. Doch ist wtdil zu 
„auch von meinen gelehrten Freunden, trotz des cif- erwägen, dafs Meklenburg mit den Danen gegen Holslcin 
„rigsten Forschens, nicht erfuhren können." und Snchsen-Lauenburg verbündet war, dafs im September 
Dies unbekannte und gemisdeutele Gelland ist der noch 1358, worin die Niederlage sich ereignete, der Herzojt 
jetzt so genannte Gellen, die südliche, in llachem Sande Albreclil von .Meklenburg sich in Schonen befand, dafs dort 



H5 



Anzeiger fiir Kunde der deutschen Vorzeit. 



116 



auch, in flelsingborg, am IS. Okiober vom Herzoge von 
Pommeru der Friede vermiltelt wurde. Der Cliroiiisl spricht 
auch uichl von einem „geschlagenen Heere", sondern von ei- 
nem gewonnenen Treiren , worin au 150 Hitler und Knap- 
pen verloren gieugen, vielleicht eiueScIiuiir, <lie nach Scho- 
nen nachgesendet worden und die der glückliche Partei- 
ganger in der Rast auf der Meeresfahrt in jener Bucht iiher- 
raschle. Nachdem nunmehr für dies Yelland eine feste üert- 
liclikcit aufgefunden, gelingt es gewifs dem Stha^l'^illn un- 
seres Lisch, das vuu ihm licklagte, über diese Begebenhei- 
ten herrschende DuiiKul mit allgewohnter Emsigkeit aufzu- 
hellen. 



Leben. 

Lebenswebe. 

Sociale VerhSIt- 

ni&sti. 



Uruiie JuRcliiiii MUlitfe llaiif MlialtiiiiK. 

Mitgetheilt von W. Freih. v. I.o ffeih olz, Doniiiuendircclor 

und Archivar, zu \\ alll■^.^lein. 

(Forlselzung. | 

Das pralles ') sol als sulTlig geprallcii worden . vnd nil 
bey den grofseu feier. oder mit den Irelfen ^) verhrenl 
werden . das des ain herte haut gewynne. 

An llaiseh tagen sol wenig von ayrn jusonderbeit so man 
die nit wol gehaben mag . vud selten bachas gegeben 
werden. 

Auch die essen mit schweyncn flaisch vnd guter ali- 
schupffen^) gemacht . vnd das llaiscb in kraut vud ruben 
sieden. 

Auch die essen nit zu faist zu schmallzin<; maclieu da 
mit so vil muglich ist des schmallz ge>|iai(ll «itiII. 

Au Visch tagen sollen die viscli uit Eyllel Hecht sonder 
mit bersich karpfen gemengt sein aull' vnserii lisch. 

vnd auir der junkfrawen tisch . die visch nit eyllel kar- 
|illcn . sonder iij oder iiij stuck hecbt darunder . d.ui nil 
yedermun all weg karpITen ifst. 

In der vastcn sollen haring vnd stockvisch yc j tag 
vmb den andren für gron'') visch gegeben werden. 

Der koch sol nit vil wurts*) brauchen an llaischtagen . 
vnd insunderheit jn suiner vnd durchs inr ain nia|5 daniil 
haben . 

Was zu vil da ist als öpfcl . riilicii . erhis. etc. das sol 
üllt gekocht vud beraidl wenleii. 

Die geboten Dinslpaiirn '') sollen gi-haltcn weiden w ie 
die Wächter. Aber die gebctten . den sol uuiu «ein zu 



') Der Brnlen. — 'J TrelTen isl wuhl dir ^(lnsl uMiili ge- 
wesene Miinipulalion, das Itrauneri der liralenliaut niiltelst 
eines yluhenclcu Ki.iens vollends zu bewirken. — ') Diia 
durch Abnchiueii von Kleinchbrülie u. dgl. gi'wonuene Kell. 
— *) gfun, ungesalzen. — 'J üewurze. — 'J Fruliiibaucrn. 



Irinken gehen genug , doch ziniblich . vnd zu essen geben 
an ain llaiscblag . ain suppen vnd llaiscb . ain kraut oder 
ruben vnd flaisih . ain gemues. ain pfelVer vnd llaiseh odei' 
am aingemachl llaiseh. 

An aiin tag dar an nian kam Ilai-Mh ys>el . ain erbis 
oder niües . aiu suppen . uiii kraul . vud buclicu schnitten, 
ain gersleu oder kern. 

Den ampiknechleu oder den weybern So sye Henueii, 
ll(jiiii(i , ader ayr bringen . ain suppen darzw zway hrot. 
Seind aber vber ain halben meyl . noch ain essen . zw der 
suppen vnd ain .krawsen 'J mit weyu. 

Die vischer hallen wie die weilten amptknecbt so vmb' 
gelt visch pringen. Aber vnser weyer vischer halten gleyili 
der marstaller tisch. 

Welcher on beuelch sich des essens vud rechten nials 
versaunibt den sol nit zu essen geben werden. 

Zw yelweder zeit sein ops . vnd was ueies vnd scllza- 
nies vorbanden ist . als zeillen gren vnd weyli kraul, ruben . 
rcnckcu . volcken"). vnd anders etc. 

Es sol aiu Vogler bestelt werden . der herein vogel 
bring und die vogelberd zu verleyhen . die vogel darum 
herein bringen vud vber den zin|i . die vberigen vmb das 
gelt hereinbringen. 

Das man krebs bring von Überdorlf vud Teiuing zu 
samht Turwang doch den Wechsel. 

Grup|)en ■') Hasel ■*] vnd |ifrellen '') . grundel elc. zu 
irer zeit bringen lassen . darzu ain rechte vischmaji . halbe 
vnd ain fierlel in kupferin machen lassen. Ain wag vnd ge- 
N\ icht zu viseben ordnen. 

(Fortsetzung fol^l.) 



') Eigeiilliündiche Art gerippter Krüge.— ') Felcheri, Blau- 
fi Hellen; s. üben. — ') Huppe, Aalraupe, (Quappe, liadus 
Lulii. — *J \\ eifsliscli. — 'l Forelle. 



UiiM l%'iiii|ifii «leM ^I. AlederlniittKz. 

Von iNeumann, Landesbestclltem der Niederlausilz, iu 

l.llllllCII. 

Die Nicderlausilz fuhrt hekanullich einen rothbraunuu, 
vuu der Itecbten zur Linken scbreiteudeu Stier, mit weifs- 
gestreifter Brust in ihrem Wappen. Der Ursprung dieses 
Wappens ist, wie bei so vielen Wa(>pen der Provinzen und 
Sliidte, im Dunkeln geblieben, und die Behauptung von Pop- 
penrod in deu .\nnal. (iernrod., dafs es das Wappen des 
Markgrafen (jero sei, lanusl widerlegt; auch kann ilic Keiho 
der Markgrafen von Lausitz mit diesem Gero, der als luarchio 
et du.Y deu .Mililairbefebl In allen nordöstlichen denischen 



ilciaiaik. 



ir 



Anzeiffer für Kiiiidi' der iloiitsclicii Vorzeit. 



HS 



Gränzlündern fiihrle , und nach der l'nirrwcrfiinir der l.iiii- 
sitz (963) der Welt entsagte, nicht eröffnet werden. 

In so weit wallet ilt)er das Wappen kein Zweifel ol), 
anrli findet sich nirgends eine Andenliinir, dafs die >iedcr- 
lausilz, das alte Land oder die Mnrli !. nsitz, /.n irsend 
einer Zeit ein anderes AN'appen irt'fiilirt habe. Dasresren 
herrschen erhebliche Zweifel über die l'rsprilnirlicbkcit der 
weiteren Verzlemnfren. Auf dem Wappenschilde befindet 
sich nämlich ein olTcncr silberner Helm, und in resp. auf 
diesem wird seit dem Anfanffe des vorig-en Jahrh'inderls 
Hals nnd Kopf des böhmischen Löwen, dessen doppelter 
Zairel ebenfalls nach hinten zn sehen , ann-chracht. So sind 
siimmtliche A\ appen im hicsitren 1711 erbauten standischen 
l.andliausc darireslellt. Nach allen Warhssieg-eln scheint 
jedoch ein Löwenkopf und Hals nicht angenommen werden 
zu können, indessen sind sie zu nndeutlich, um dies zu er- 
mitteln, jedenfalls aber fehlt der doppelte Zagel. >'ach 
Canzler Tableau bist, de TEIectorat de Sa.xe soll die Helni- 
zier daceffcn im Kopfe und Halse eines silbernen Adlers 
bestehen. Aufscrdem wurde mir aber vor mehreren .labrcn 
noch ein eanz anderes Bild von dem Wappen des Mark- 
grafen zu Lusilz aus einem Wa|)penbucbe. dafs sieb in 
der Schweiz befindet, durch einen culen Freund mil^elheill. 
Hier Iriisr der Stier ffoldene Hörner und Hufen und auf dem 
Helme befand sich der Kopf und Hals desselben Stieres. 
Das Bild wurde Jemand, der es mit einem damals cerade 
in Berlin befindlichen Wappenbucbe zu versleicheu ver- 
.sprach, anvertraut und gieng dabei verloren. Sollte sich 
nicht irgendwo ein authentisches Wappen des jMnrkirrafen 
zu Lnsilz aus dem 14. oder 15. Jahrhunderte befinden? 



Slaals- 
anslallen. 
LanilcH- und 
tCAlordnuHKc-n. 



llnM alt«- ^aiii7.cr llaiiHjei-iioHHi-iirr'rlil. 

MitiTcIlHill von Prof. Dr. ArnoM iti ßiiM:l. 
(Schlufs.) 
(5.) lt{J auch sullen wir llusgenojicn zu drien vngcboden 
dingen ofl der montze sin olT den eyl angeuerde vnd mag 
der kemerer zu den husgcnofjcn dar olT gen by sie setzen 
zu den drin vngcboden dingen ob er wil mag fragen noili 
vnsers Hern Recht vnd noch sincn rechten vnd sal mau i|i 
bescheiden vnd als dicke sie i[J furdernt vnd iß noit ge- 
schiet da[5clbe sal man auch eym montzcmeister tliiin als 
dicke sie i[5 fnrdernt vnd i[J noit jreschicht welichc husge- 
no(Je die dm vnceboden dinge versesrbe vnd nit olT die 
montze c|wfme vnil in lande wero ilJ were dann dal.^ er 
nit gereichen mocht oder da|i i(i yiiie verfi-e|.\en were an 
gevcrde der hait sine frihcit verlorn er drede dann dar 
vnd swer zu deti heiliiren da(J 0(3 ymc vcrgclJcn were oder 
chehalflic«; niilt In iiumrniii bette. 



(6.) Il^ auch sirit alle wagen, goll wagen ^ ud silber- 
wagen vnd gewechle der montze zu menize . an die siner 
wage vnd mag auch ein montzmeisler vmbsebn mit einem 
rechter vnd zweyn erenbaffligen hurjrern vnd mag alle ge- 
wechle vnd wairen vnd elma(J besehen wann er wil wo es 
zu cleyn findet oder zu <rro(5e da ist man einem monlzemei- 
ster schuldig sechzig scheing mentzs zu einer pene als di- 
cke das noit geschiet. 

Fol. 4 b. (7.) It^. auch deillen die husgeno[}en wann 
sie eyniudig werden! daß die busgennjien mogent kiessen 
so sal ieder hu3geno|ie der da gekorn wurt dem kemerer 
vnd dem montzmeisler schuldig sin ein loil eolts vfT des 
kenierers vnd muntzmeisters gnade. 

(8.) It^ auch deillen die busgenojien da(J nieman über 
keyn falsch deillen sal wann die husgeno[Jen zu mentze 
wurt einer mit falsche begriffen der falsche ist eins montz- 
meisters eß sy vil oder wenig vnd ist dar vmb schuldig 
(inen kessel zu keulTen da(5 man Rcfbl vber den noch des 
landes Recht vnd gewonheif. 

(9.) It^ au(h ensal nieman hie ligen kein silbcr oder 
keyn golt zu keulfcn ju keyn montze zu füren an jn eins 
Iii(bcs Muntze derselbe person der hie leffe von des Ricbes 
miiiitze wegen der sal e|5 thiin mit einem husgenoßen vnd 
mit niemant anders. 

(10.) Il(^ auch sint die husgeno|5en eym kemerer eyn 
salmen schnidig zu keulTen zu inetfaslen alle jar widder mit 
dem besten noch mit dem ergsten an alle geuerde vnd des- 
selben salmes ist eyns montzmeisicrs da|5 heupt vnd eines 
gcmödcs breit daran dem heuhet vnd darvmh sal vns der 
kemerer lielfTen vndentwerlten zu vnserm Rcclilc. 

(11.) Il(j di(5 boret zu dem artleckel da man die hus- 
ß-ennßen nit beclagen ensal man sal auch einen iglicben 
bnsu'i;no|Jcn u|5gcbieden zu driu lagen vnd vj wachen für 
einem montzemeisicr so sal der schuldige Jn oder N'cyn 
tliirn so mag eyn muiilzmeister den erst erlauben da|5 er 
jn dan mose beclagen oder laden wo er wil. 

(12.) It/;, auch ist gesairet (la|.^ miin möge einen woil 
beclagen oder laden in eins busgi'no|.V'ii hiis wann er ein 
offen tonrern hait da|i ist durch gclimpes willen getlian da|i 
keyn clage von den husgeno|ien geschehe." 

NiirsUlii'iMliT Aliilniok des schon von nnliniiT dir ll.rau,«- 
gabe werlli craililiitn und berell.s in ineincr Verfassirngs- 
gescbiclile ricr diiuscliin Krclsliidle hie und da bcniilr.Irn 
allen Mainzer Ilau.sgennssenrecliles ist getreu mich einer 
Ilandscbril'l der Krnnkfiirter Sladllpibllothrk (fcid. pnp. fnl. 
See. 15: „Von allen Dingen der Sindt Mnlni") wIcdrrgcKchcn. 



Il!l 



Anzi'in;i'r für IüiiuIp (Iit deutschen Vorzeit. 



120 



Rechtsscliulz. 
Gerichtsver- 
fahren. 



Der K.In|tperiK(ein. 

Von All?. Slohor, Professor, in Millliiiiisen. 

(Sfhliifs.) 

MUlhaiiscn halte nur ein Exemplar des Klappersteins; 
waren zwei Weiber dazu verurthcilt, so weclisellen sie mit 
dem Tragen desselben ab; die ledip gehende, o<li'r min- 
der beschuldigte, hatte alsdann einen Zettel auf dem Rucken 
hangen, welcher die Namen nebst dem Vergehen der Ver- 
urthcilten angab. Das Stadt -Archiv bewahrt noch einen 
solchen auf; er ist von starkem Pa|ii('r, hat 18 Zoll H<ihc 
auf 15 Breite und ist in dicker Frakturschritt abgefafst ') 
Rr enthalt folgende Worte : 

,,Von wegen vilfaltiger Klappe- | rey, vppiger srhelt 
vnd lester | wort, schennden, sclimühenn | vnd vbel 
Zuredens, Ist disen ( VVybern, zu straf, den (sie) 
Laster- stein andern zu einem exem - | pel zu tra- 
gen vferlegt." 

Auf der Rückseite steht von der band des damaligen 
Gerichtsschreibers : 

„Des zinstags den 20 Nartij Anno 157fi haben Bartlin 
Cristcns de(J Murers vnnd liann|5 Friindts frauw usz er- 
khariliiiis eines Er. R.itlis nach erlilner gefangknns den La- 
sterstein herum getragen, vnnd halt Bartlin fri^tens frauw 
disen zedel am ruckhen gehabt." 

In einer handschriftlichen, der Familie Mieg zugehörigen 
Notizensammlung wird folgender Fall angegeben: 

,,heinrich schmalzers frau, da(i sie wider den Regieren- 
den herren Burger Meisler ehrenrührig geredt, wurde mit 
dem thiirm vnd klapperslein gestralTl, 29 Marl. 1727." 

Im 17. Jahrhundert scheint das Klappern und Bös- 
schwätzen in Mülbausen unter den Weihern so allgemein 
gewesen zu sein, dafs diejenigen, die es nicht thalen, als 
ehrenvolle Ausnahme galten und olTentliche Belohnungen 

') Andern hettele niiin „einen brielT an die slirne, daran jhr 
bofshait geschrilien slonil," wie wir aus dis ßarfüsscr's .loh. 
Pauli Buch von SchimpIT und Ern.*l vurnchmen (Augsli. 
153.i, fol. VII, a.): „Ein fraw het bescbull das man sie (if- 
fenlich slralTen »olt, als an ollichen orltcn ist, vnd sie in 
das hfllfseysen siellen , vnd jhr ein brieff an die 
slirne machen, daran jhr bofshail gcschriben slond, in 
eltlirhcn »lellon hat man ein korb. Ir man hcl sie Kulieb, 
daruml) er billich bey den narren slon sol, vnd vherkam 
mil den herren vnd gab gell ffir sie. Als er trug den 
laslerslcyn für .sie, oder stund fiir sie in das haifs- 
eysen... ■" 



erhielten, ein in der .Sittengeschichte gewifs einzig daste- 
hender Fall. Die Kunde davon befindet sich in Bürgermei- 
ster Jacob Zieglers hinterlassenen Papieren: _ l()26. In 
diesem Jahr haben drey Frauenspersohnen Premium bekom- 
men, weilen sie während dem letzten halben Jahr (iber Nie- 
mand- böse Nachred gehalten band." 

Noch in den neunziger Jahren des vorigen Jahrhunderts, 
das heifst bis zur Vereinigung der alten Schweizerrepublik 
.Mulhausen mit Frankreich (17981, wurde daselbst mit dem 
Klappersteine gestraft. Aeltere Bürger nennen noch die 
böse Zunge, die ihn zuletzt tragen mufste. 

Aus ber-Ensisheim, gewohnlich schlechtweg Eu- 
sisheiin, sind mir drei Bestrafungen mit dem Klapperstein 
bekannt; sie fallen sämmtlirh ins 16. Jahrhundert. 

„Anno 1517. uflf .Sontag nach .Mittelfnsten hat Berlin 
Schlieferin um die Kirche vor dem Kreuz umgetragen 
den Kl a p p ers tei n." 

„Anno 1519. am St. Cntharinen Tag war eine Kellerin, 
diente ziie Hochen Lauwen dem wirth Gerg Löscher, die 
musi vor dem Creutz do man umtrug, umtragen den Klap- 
perst ein, weil sie etliche wort geredt, zum goldschmied 
eines rings halben, lag davor wohl bey zwöllT lagen in Bis- 
sen im Spital. Und nach dem Umgang führten sie die wei- 
hel wider in Spital in Eissen, und must sie geben dazu 1 % 
wachs, und bey .30 jj. kosten, so darauf gegangen waren. „ 
(bandschr. „Exeerpla aus Einer In der Statt Ensisheim 
im 15. und 1 fiten Seculo geschriebenen Chronic, welche 
von Heinrich Bentz angefangen, von Peter Wagner 
continuirt, und von Jacob Schullhe|5, einem Prisler 
biji A? 1528 geendigt worden." (Strafsb. Stadtbi- 
bliothek). 

Pf. Merklen (histoire de la ville d'Ensisheim; Colmar 
1811, Bd. II, S. 231) theilt endlich folgende, in mehr- 
facher Hinsicht merkwürdige Thatsache mit: 

„Den 7. Mai 1586 ward Rosine von Ruelisheim, Ul- 
rich Lappen's Eheweib, angeklagt die vierundzwanzig Mit- 
glieder des Malefizgericlites beschimpft zu haben, indem sie 
vorgab, dieselben halten ein falsches l'rtheil ausgesprochen 
wider Lorenz llamler's Frau, die als Hexe verdammt wor- 
den war; sie mufste öfTenIlich widerrufen, sodann den 
Klapperstein tragen an einem Marktlage, und wurde 
zuletzt zwei Stunden lang im Klapper oder Irrenhause 
eingesperrt." 



(Mit ciiirr Beilage.) 



Verantwortliche Redacllon: Dr. Freih. v. n. z. A 

\)Tti'k »on fr- Campo 



ufscii. Dr. A. V. Eye. Dr. G. K. Fio »nn. 

& Sohn In Kttrnhcri;. 



BKILAGE ZLM WZEIdFJl FLU KLXDE DHU DIXTSCIIFA VOHZFIT 

i857. A? 4. April. 



tiii'onilv des a'Miianisiiion Huseuins. 



Als eine der erfreulichsten und (Jankenswcrlheslen Forde- 
rungen , welche das Nalionalmuseiim in der jüngstverflossenen 
Zeit erfahren hat, können wir die Bildung eines llülfsver- 
eins zu Berlin begriifsen. Durch die wi>hhvullcnde Fürsorge 
mehrerer Mrlglirder des Gelehrlenausschusses, sowie der Agen- 
ten und anderer Freunde der Sache des geruianisclien Museums 
in Berlin gelang es, dascllist einen Verein zu slillen, dessen 
Zweck dahin geht, „das gernian. Kationalmuseum durch Ver- 
breitung der Kenntnifsnahnie von seinen Einrichtungen und 
Sammlungen, sowie durch Erlangung von Beitragen an tield 
und geeigneten Gegenstanden, in Berlin und in der I'rovinz 
Brandenburg zu untersliitzen und zu fiirderu." Unter den Män- 
nern, welche thcils ermunternd und anregend, theils persönlich 
theilnehmend hei Stiftung des Vereines ihatig waren, nennen 
wir A. V. Humboldt, Minister von Flottwell, Schlofspredigcr 
Frege, Dr. Heysing, geh. Sekretär v. Kehler, Direktor Freih. 
von Lcdehur, Prof. Massmann, geh. Archivralh Dr. Miircker, 
Oberbürgermeister Piper, Mitglied des Herrnhauscs, Kreisge- 
richtsdirektor Odebreclit, Generaldirektor v. OM'ers, Dr. Sachse, 
Dr. Schafsler, Heibnungsrath SchlicKcvsen, Geheinierath u. Ober- 
cerenionienmeister Frhr. v. Stillfried, Dir. Prof. Waagen, geh. Re- 
gistratur Vofsberg, Kaufmann Wittieh. In der am 21. Miirz d. J. 
im königl. Museum abgehaltenen constituirenden Versammlung 
wurden die 12 §§ umfassenden obrigkeitlich sanetionirten 
\ ereinsslatuten angenommen und der aus 6 Personen beste- 
hende Vorstand, zu Vorsitzenden die Herren Kreisgerichlsdir. 
Odebrecht und Direktor Frh. von Ledebnr, erwählt. NVürde es 
der Raum dieses Blattes gestatten , so kijnnten wir nicht um- 
hin, die hei dieser Gelegenheit gehaltenen Vorträge der Herren 
v. Ledcbur , Odebrecht, Waagen und Märckcr nach dem vor- 
liegenden Silzungsprotokoll wiederzugi^ben, welche, sich gleich- 
sam gegenseitig ergänzend, eine eben so trefTliche als trellende 
Darstellung des ganzen Zweckes und Wesens des gernian. Mu- 
seums geben. Herr von Ledcbur leitete seine Rede mit fol- 
genden Worten ein : „Wir sehen in dem gernian. Museum zu 
IViirnberg einen Bau begründet, der schon in seinen ersten 
Anlagen und vorgezeichneter Gliederung klar und verständig 
sich erweist; der bei seinem sichtbaren, frischen Fortschreiten 
Lebens- und Kntwickluiigsfäliigkeit bekundet und sein Gedeihen 
zum nicht geringen Theile gewifs dem Unislande verdankt, 
dafs er auf liebevolle Theilnahme des gesammten deutschen 
Volkes und zwar in einer \\ eise rechnet, die auch den be- 
scheidensten Kräften eine .Mitwirkung zu immer gröfserer Ver- 
vollkommnung möglich macht, — so dafs wir schon jetzt in 
diesem , unter grofsen Schwierigkeiten begonnenen , in kurzer 
Zeit zu bewunderungswürdiger Entfallung gelangten Unter- 
nehmen einen wahren Dombau deutsclur Gescliiclile, deut- 
schen Lebens , deutscher Sitte und Denkweise begrufsen dür- 
fen." F!r fährt dann weiterhin fort: „Ein solches Museum wird 
bei Vermeidung aller, der deutsehen IVatur nun einmal wider- 
strebenden Cenlralisirung doch die Klage über Zcrtheiltheit 
und Vereinzelung zu der .\nerkennung leiten, dafs Viclgestal- 



tnng zu dem innersten Wesen und zu den Vorzügen des Deut- 
schen gehört und ebendarum auch vollberechtigt ist — und 
man wird erkennen , dafs all dieser Mannigfaltigkeil doch eine 
geistige Einheit innewohnt, die, je mehr und mehr erkannt und 
gepflegt, auch zu der nur zu oft vermifsten Einigkeit führen 
wird." 

Und nachdem er Nürnbergs Bedeutung als Sitz des .Museums, 
wie für die Geschichte des preufsischcn Herrscherhauses und 
die Mark Brandenburg hervorgehoben, schliefst er mit den 
Worten : „Nürnberg, einst die Bewahrerin der Reichskleinodicn 
deutscher Herrschermacht , — möge es fortan und für immer 
die Bewahrerin sein aller der Kleinodien, die von der gesamm- 
ten deutschen Nation Herrlichkeil Zeugnifs ablegen! Und soll- 
ten zur Erreichung dieses Zweckes wirklich nur die Häupter 
der Staaten Deutschlands beitragen , oder nicht vielmehr alle 
Glieder des grofsen herrlichen Volkes? 

„„Gebet dahin, von wo Ihr so viel empfangen habet, und 
reichlich zurückempfangen werdet von dem, was Ibr dorthin 
gebt; und bedenket, es kommt allen Deutschen zu gute!"" 

So lesen wir auch in des Herrn Kreisgericlitsdir. Odebrecht 
Vortrag die bedeutungsvollen Worte : „wie Deutschland einmal 
gestaltet sei, müsse auch das, was allen Deutschen gemeinsam 
sei, in einem Territorialstaate eine Stätte suchen , wodurch je- 
doch keineswegs der gemeinsame deutsche Charakter aufge- 
hoben werde. Das gernian. Museum sei durchaus eine allen 
Deutschen gemeinsame Anstalt und höre dies dadurch, dafs es 
seinen Sitz in Bayern aufgeschlagen, ebensowenig auf zu sein, 
als die Bundesfestungen dadurch, dafs sie sieh innerhalb ein- 
zelner deutscher Staaten beCnden, ihres allgemeinen deutschen 
Charakters beraubt würden. Wie unrecht es sein würde , das 
Museum für eine spezifisch-bayerische Anstalt zu halten, gehe 
schon daraus hervor, dafs anfänglich die Veste Coburg und die 
Wartburg für den Sitz des Museums in Vorschlag gebracht 
und darüber Unterhandlungen gepflegen worden seien." 

Wir betrachten es als eine angenehme Pflicht, allen den 
Männern, die auf so hervorragende, fördersame M eise der Un- 
terstützung des gemeinsamen nationalen Unicrnehniens sich an- 
genommen haben , öflentlich hiemit den lebhafleslen Dank zu 
wiederholen und dem Berliner Hulfsverein, dessen ihatkrafligc 
Wirksamkeit schon im Entslehen durch namhafte Geldbeiträge 
sich geaufsert hat , das glüeklichsti' , erfolgreichste Gedeihen 
zu wünschen. Woran sich auch der Wunsch reiht, es mochte 
dieses erhebende Beispiel in der Hauptstadt Preufsens auch in 
andern deutschen Städten würdige Nachfolge finden. 

.Mit besonderer Anerkennung können wir übrigon.i berichten, 
dafs noch aufser dem Berliner Verein nn verschiedenen Orten 
insbesondere zu Herni n nnstii dt /.ahlreiche Jahresbeiträge ge- 
zeichnet wurden und auch von Seile fur.silicher und stiindrs- 
herrlicher Personen sich erfreuliche Thrilualiine fortwährend 
kund gab. So z. B. haben Ihre kais. Hoheit, die Frnii (iror.i- 
fürstin Grofsherzogin Mn rin von Snch scn- Weimar ein Ge- 
schenk von TiO n., Se. Hol), der FursI Friedrich v. Hohen- 



123 



Anzeiger für Kunde der ileulsclieii Vorzeit. 



124 



zol I er n-H fchinge 11 lotl (I., Se. UurohUiucht Kurst .M;ix 
von Thurn und Taxis desgl. von 25 fl. gesendet; Se. üiircli- 
lauclit Fürst Adolf zu Lowenslein-VVerlhei in -Freu- 
den bcrg hüben einen Jiiliresbeitrag von 2ö fl. , die (iriilen 
Georg und Keinliiird zu Sol ms-Laubii eh in li ra ii ii l'e Is 
Erl. desgl. von je 5 Thir. gezeiehnet; Se. Diirchlaiiclit der regie- 
rende Fürst Günther von Schwarzburg-Kudolsladt 20 fl., 
Gräfin Luise von Giech zuThurnau Erl. 25 fl. als ßeisteuer 
zur Keslauration der Karthausc gesendet. 

.Mit tiefem Bedauern iiiiissen wir melden, dafs ein sehr wür- 
diges und thatiges .Mitglied unseres Gelehrtenaussehusses , Herr 
Üekan Wilhelmi, durch seine Forschungen auf dem Gebiete 
der deutschen Alterlhuniswissenschafl und als Begründer und 
Vorstand des Altertliunis- und Geschichlsvereins zu .Sinsheim 
rühmlichst bekannt, uns durch den Tod entrissen wurde, nach- 
dem er sich ein bleibendes Gedächtnifs durch testanientarischo 
Schenkung seiner schätzbaren Alterthumsbibliothek an das ger- 
manische Museum gestillet hatte , welche in besonderer Aul- 
stellung seinen Kamen tragen wird. 

Neue .Vgenturen wurden errichtet in : Altruppin, Bo- 
zen, Cannstatt, Friedrichs eck bei Ott macbau, Lan- 
gensalza, Lechenich bei Köln, Schafsburg in Sieben- 
bürgen. 

Von Buchhandlungen traten neuerdings bei: 

273. Ernst & Korn's Verlagsbuchhandlung in Berlin, 

274. Job. i'alm's lIol'buchhandhiii<; in .Munchen, 

275. Dietrich Reimers \ erlagsliucliliarullurig in Berlin. 
Auch lür nachstehende zahlreiche Geschenke haben |wir 

unsern besten Dank auszusprechen. 

I. Für das Archiv. 

Freih. Fedor von Sichart in Huleck: 
701. Dankschreiben des Dr. Chr. Altholer an l'rban Caspar 
von P'eililzsch zu Streitberg für die Berücksichtigung bei 
Besetzung der C'ulmbach. Gcncralsuperinlendentur. 1613. 
l'.-,p. 

Mühling^ , Copist am gernian. Museum: 

705. Vollmacht der Aebtissin Kunigunda zu Regensburg für Hang 
Pehani zur Eintreibung einer Scliuldfurderung. 1526. 
Pap. Mit 4 Siegeln. 

Becker, kiin. prenfs. Steuerinspektor, in VVürzburg: 

706. Kaufbrief des Convcnts Lautern über die von Gerlach, 
gen. Crippinach de Swarcenberch verkauften Güter in 
Stenbcrch und Lebach. 1276. I'erg. (mit 3 erbalt. VVachs- 
slegeln). 

Bupf , Kaufmann , in IV'ürnberg : 

707. Schreiben des Jereniias i'lintzing an Bertli. I'fintzing. 

1 .540. J'ap. 

Dr. Märcker, geb. Archivrath und ffausarchivar, in Berlin: 

708. Urknndriialischrifl über die Verpllicbtung des harthauser- 
kloslcrs zu INurnberg zu einem Jahrgedachtnifs für diu 
burggnifliche Familie. 1390. Pap. 

Bautenbacher, licncn/.iat, in Günzburg: 

709. Lehnbrief des Pfalzgrafen (ieorg von Bayern für die an 
Ludwig Rotengaler zu Ulm geliehenen Lehen zu iMussin- 
gcn. 1500. Perg. 



Dr. Mosch, Prof.. in Ilenschdorf in Schlesien: 
710. Beschwerde des Dr. J. Cyrus zu Breslau gegen Bona- 
ventura Pocher wegen unbefugten Weidens. 1560. Pap. 

II. Für die Bibliothek. 

Föringer, Bibliothekar der Hof- und Staatsbibliothek, in 
iMiincheii : 

3673. H. Roth, Oertlichkeiten des Bifsthums Freising. 1. u. 2- 
Drittel. 1856—57. 8. 

Herder'sehe Verlagshandlung in Freiburg im Breisgau : 

3674. F. J. .Mone , cellische Forschungen z. Gesch. .Mitteleu- 
n.pas. 1857. 8. 

Carl Rümpler, BuchhdI. , in Hannover: 

3675. Satiren und Pasquille aus d. Reformationszeit, herausg. 
von 0>kar Schade. 1. Bd. u. 2. Bd. 1. Lief. 1856. 8. 

J. C. Hinrichs, liuchhdl. , in Leipzig: 

3676. K. 11. L. Pulilz, Wc^llgeschicbte. 7. Aufl. niiiijearh. und 
ergänzt von F. Bülau n. K. Zimmer. 3. Bd. mit Re- 
gister. 1850 — 53. 8. 

3677. J. G. Lüdde, d. Geschichte der ilethodulugie der Erd- 
kunde. 1849. 8. 

3678. H. .Merlens, neuestes Städte -Le\icon. 2. Aufl. 1^54. 4. 

3679. Vcrzeichnifs der Bücher, Landkarten etc., herausgeg. v. 
d. llinrichschen Buclihdl. 1855 u. 56. 8. 

3680. K. Tb. Wagner, d. Königreich Dänemark. 1851. gr. 2. 
L. Renovanz & Scheitz, ßuchhdl., in Rudolstadt: 

3681. Der .Vnliipi.ir. liedig. von .\. Justus. 1856. 8. 

Trowitzsch & Sohn, Hufbuchdruckerei, in Frankfurts. 0. 

3682. .Monatsschrift f. deutsches Städte- und Gemeindewesen, 
Redig. V. B. Graser. Jahrg. III. II. 2. 1857. 8. 

Verlags -Bureau (A. Prinz) in Altena: 

3683. J. Pli. Becker, Brandenburgisch -prenfs. Gesch. 3. Aufl. 
1856. 8. 

,S6H|. !),., Rirchhandel v. J. 1815—43. 2. Aufl. 1855. 8. 
Ad. Müller, IJnchhdl., in Brandenburg: 

3685. M. Heffter, Wegweiser durch Brandenburg u. s. Aller- 
Ihümcr. 1850. 12. 

Elwert'sche Universitalsliuchb. in Marburg: 

3686. F. W. Ilassenkamp, hessische Kir<diengesch. im Zeitalter 
der Reformat. 1. u. 2. Bd. 1. Abthlg. ls,52— 55. 8. 

3687. Fr. Rebrn, llandb. d. Gesch. beider Hessen. 2 Bde. 1842 
— 1846. 8. 

3688. H. Ileppe, die Restauration des Katholizismus in F'ulda, 
auf dem Eichsfelde und in Wurzburg. 1850. 8. 

3689. Joh. Pauli, Schimpf und F)rnst. Herausgeg. von G. Th. 
Dllhmar. 1856. S. 

3690. K. W. Schmitt, Paul Flemming. 1851. 8. 

3691. Ders., Jakob Ayrer. 1851. 8. 

3692. Ders., Johann Friedrich, Kurfürst von Sachsen. 1852. 8. 

3693. V. Platncr, über dii; liistor. Entwicklung d. Syst, u. d. 
Charakt. d. deuts< b. Rechts. 2 Brie. 18.52 — 54. 8. 

3694. G. Th. Ditbmar, Beitrage z. Gesch. .1. katechcl. Unter- 
richts in Deutschland. 1H.|S. 1. 

3695. B. Ilildebrand, l rKundensainmlung der Iniversitat Mar- 
burg. 1848. gr. 4. 



125 

36% 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



126 



F. 

3697. 



A. F. C. Vilinar, Gesch. rf. deiitsclu-n NaIionalliteTatiir. 
ti. Aiifl, l^.ie. 8. 

Ch. W. Vogel, Buchhdl., in Leipzis : 
A. Kobcrslein, Uriindrirs d. Gesch. il. deutsch. Nationnl- 
I.iii.r.iiur. 2. Bd 4 Ans?. 1856. S. 
K. K. Centralcommission zur Erforschung und 
Erhaltung der Baudenkmale in W icn : 

3698. IJic-s., .'Millluilun^icii. lUd^ulciir harl Weifs. II. Jahrg. 
Jiinner u. Febr. 1857. 4. 

Polytechnischer Verein in Würxburj: 

3699. DtTs , Wiirhinsihrill. VI. .lahrtf. Kr. 49 - .52 nnd VII 
Jahre. I^r- 1-5- 1856—57. 8. 

K. k. Mährisch -Schlesische Gesellschaft zur Be- 
förderung des Ackerbaues , der Natur- und 
Landeskunde in lininn: 

3700. Dies.. )Iiilh(ilun2cTi. Nr. 27—52. IHäfi. 4. 
Hugo Ritter V. U. Z. Goldegg in Bozen: 

37U1. i\(\v liclorniierle l.andls- Urdnun;; der Kiirstl. Gralschafft 
r\rol (lH(l3i. 4. 

3702. J. A. V. Brandis, d. Gesch. der Landeshauplleule von 
Tirol. III. H. 1847. gr. 8. 

3703. Vcrzeichnils säninillicher Behausungen und ihrer Besitzer 
in Bozen. 1856. 8. 

Dr. Grimm, Statlh.-Ratli, in llinnannstadt: 

3704. Ders., d. polil. Verwaltung im Grofsfürsteiithum Sieben- 
bürgen. 2. Bd. 1856. 8. 

3705. Ders., statist.-lopogr. -polit. Gerichts- um! Finanz- 
Karle des Grofsfiirstenlh. Siebenbürgen. 1855. gr. 2. 
3 Expl. 

3706. Dil; Entschädigung aus I.andesmitteln für aurgehobene 
l'rbarialioislungen in Siel)enbürgen. 1857. 8. 

Georg Listmann in Frimkrurl a. M. : 

3707. Ders., Sagenbuch d. freien Reichsstadt Frankfurt a. M. 
18.56. 8. 

J. L. Schmid'schc V'erlagsbuchhdig. in Nürnberg: 

3708. Gallerie der .lleislerwerKe altdeutscher Ilolzschneidcliunsl. 
Herausg. v. A. v. Eye und Jac. Falke. I.H. 1857. gr. 2. 

Bauer & Raspe'sche Buchhdig. (Jul. Merz) in Nürnberg: 

3709. Zeitschrift für deutsche Kulturgeschichte. 1857. März- 
hell. 8. 

Dr. B. J. Römer-Büchner in Frankfurt a/.M. : 

3710. Ders., die Wahl- und Kronungskirche der deutschen 
Kaiser zu Sl. Bartholoniiii in Frankfurt a/M. 1857. 8. 

3711. Ders., IVolizcn zur Gcsib. von Frankfurt a/JI. (1856). 8. 

Akademie der Wissenschaften zu Erfurt: 

3712. I'. Cassel, d. alle Erfurter Rathhaus und seine Bilder. 

iN.'lT. s 

Julius Groos' Verlag in Heidelberg: 

3713. J. H. Dierbach, Beiträge zu Deutschlands Flora. 4 Th. 
1*25—33. 8. 

A. Bielz, Finanz-Bezirks-Comniissär, in Hcrniannstadl: 

3714. Ders., Handbuch d. Landeskunde Siebenbürgens. 1857. 8. 

3715. Ders., Fauna der V\ irbellhierc Siebenlürgens. 1856. 8. 



Dr Märcker, k. preufs. .\rchivralh und Hausarchivar, in 
Berlin ; 

3716. G. Ch. I'h. .Müller, de castellis noialu dignissimis in co- 
iiiitatu llenncbergico silis. 8. 

Lippert, .\ihukat, in Herzogenaurach: 

3717. \ erneute vnd gepesserle Gerichts Ordnung zu Nürnberg. 
0. 0. 1549. 4. 

3718. L. Thurneisser, erklerunge der archidoxen. Berlin im 
Grawen Closler. 1575. 2. 

3719. Franc. I'etrarche Trostspiegel in Glück vnd Unglück. 
Franckfurt a/.M. Egenollfs Erben. 1584. 2. 

3720. Ders., de rebus nieniorandis. Ibid. 1566. 2. 

Gs. Valentinelli, Bibliothekar bei S. Marcus in Venedig: 

3721. .\ Francesco Giuseppe I. iniperalore d' Austria qucste 
lettere latinc rli principi Austriaci Antonelli lipografo. 
( |s.')6|. gr. 2. 

Freih. Fedor von Sichart auf Ilofeck : 

3722. rhronica, wie es sich im VVindtsheinier Bürgerlichen 
Bauern-Kricg zugetragen. Anno 1525. Pap. Hdschr. 4. 

3723. Von den Herrn von Schonburg. Pap. Hdschr. 18.Jahrh. 4. 
Löhner, EisenbahninspeUtor, in Nürnberg: 

372 4. Gerhart de Vcer , Belation der dreyen Schilfart gegen 
Mitternacht Anno 1594,1595 u. 1596. verriebt, ins Hoch- 
deutsch gebracht. Durch Levinum Hulsium. 1598. 4. 

3725. Münlzniandat des Batlis (zu Nürnberg) v. J. 1731. gr. 2. 
Historischer Verein von und für Oberbayern in 

München : 

3726. Ders., 10. Jahresbericht. 1856. 8. 

3727. Ders., Archiv. 16. Bd. 1. u. 2. H. 1856. 8. 
C. B. A. Fickler, Professor, in Mannheim: 

3728. Ders., Odalrich II. Graf von Dilingen-Kiburg. 1856. 8. 

3729. Statt Ordnung von Isny von 1396—1490. Pap. Hdschr. 
15. Jahrb. 4. 

F. K. Grieshaber, geistl. Rath u. Professor am Lyceum 
zu l{a^tall : 

3730. Ders., Vaterländisches aus d. Gebieten der Literatur, der 
Kunst und des Lebens. 1842. 8. 

3731. Aelterc noch ungedruckte deutsche Sprachdenkmale, lier- 
ausgeg. V. F. K. Grieshaber. 1842. 8. 

3732. Deutsche Predigten des .Xlll. Jahrb., hcrausgcg. v. F. K. 
Grieshaber. 2 Abth. 1844—46. 8. 

3733. Oberrheinische Chronik, berausgcg. v. F. K. Grieshaber. 
1850. 8. 

3734. Piae inemoriae Caroli Friderici Magni Badariini ducis 
vitac morumque iinaginem in obila delineatnni « J. A. 
de Ittner in piaiii incmoriain rcvocal F. K. Grieshaber. 
(1844.) gr. 4. 2 Expl. 

Dr. G Barsch, k. preufs. geh. Ilegierungsrath, in Coblenz: 

3735. Hegino von Prüm, Chruiiik, ubers. v. E. L. Dunimlcr. 
1857. 8. 

Seinem hochverehrl. Direktor Dr. F. A. (lollhold am 
Tage seines 50jahr. Aml.sjubilaums glückvvünschcnd das 
Friedrichskollcgiuni. (Königsberg) 1851. 4. 
F. J. Stuhl, was ist Rev(dulionV 3. Aufl. 1852. 8. 
C. H. Schede, über die Gosnngesnoth in d.r Evnngcl. 
Kirche. 1852. 8. 



3736. 



3737. 
3738. 



127 



Anzeiger lur Kunde der deutselieii Vorzeit. 



128 



3739. Tod und Vermiichlnirs unseres sei. Valcrs Dr. L. H. 0. 
Winckel. 1848. 8. 

L'institut historique in l'aris: 

3740. Uiiis., l'inveslig:itiiir. I'umu VII. 111. seric. 266. livruis. 
Janvicr. 1857. 8. 

Thomas Weizenbach, Sdirifiseizer, in Würzburg: 

3741. Uirs , tili' lr:ii]!vi»clun , insbes. wirzbursischen Buili- 
druekcr. 1856. 4. 

3742. Ders., die SUidt Wirzburg. Ein Gedicbl. 1852. kl. 8. 
3713. 5 andere kleine Schriflen. 1848 — 51. 8. u. 2. 

Dr. H. F. Knothe, Gymnasiallehrer, in Zittau: 
3744. Dcrs., Gesch. d. Fleckens llirschfelde. 1851. 8. 

Ch. G. J. Knothe, Pf.irrer, in Kriedersdorf: 
374j. Ders., His.hr. ii. Gesch. von Friedersdorf. 1856. 8. 

Kaiserliche Akademie der Wissenschaften in Wien: 

3746. Dies., D.nUschrifun. 7. lid. lbJ6. gr. 4. 

3747. Dies., Sitzungsberichte, 20. Bd. 2. u. 3. H. u. Register 
zum 11.— 20. Bd.; 21. Bd. 1. u. 2. H. 1856. 8. 

3848. Dies., Archiv für Kunde osterr. Geschichts-Quellen. 16. 
Bd. II. 1856. 8. 

3749. Dies., A'otizenblatt IVr. 15—24. 1856. 8. 

3750. Dies., Fontes rerum Ausiriacarum. 2. Ablhlg. 11. Bd. 
1. Th. 1856. 8. 

Herder'sche Vcrlagshandlung in Freiburg im Breisgau: 

3751. K. Kiesel, d. Weltgeschichte. 2 Bde. 1855—56. 8. 

3752. F. J. Mone, lateinische Hymnen des .Mittelalters. 1. — 3. 
Bd. 1853—55. 8. 

3753. Ders., ccitische Forschungen. 1857. 8. 
Frau Profcss. Hoffmann in Nürnberg: 

3751. Vita S. Calhariiiae virginis et niartyris. 20 Kupferst. 4. 

Ein Ungenannter in Nümlierg: 

3755. Püchlein LapidarH, von den lugenden der Edlen Stein. 
Ildschr. 16. .Jahrb. 1. 

Gesellschaft f. bildende Kunst u. vaterländische 
Alterthümer zu Emden: 

3756. Dies., Bericht. 1854. 8. 6 Expl. 

3757. Hemme Suur, Gesch. der chemal. Kloster in der Provinz 
Oslfricsland. 1838. 8. 

3758. Ders., Gesch. der Häuptlinge Oslfrieslands. 1846. 8. 
37.59. Ilelias Loesing, Gesch. d. Stadt Emden bis 1.50.5. 1843.«. 

Gesellschaft des Museums des Königreichs Böh- 
men in Prag: 

3760. Dies., Paniiitky archaeologicke a mistopisne. Redaktor 
K. VI. Znp. Dilu II. sesit 4. 1857. 4. 

Dr. Albert Heising, prakt. Arzt, in Berlin: 

3761. Ders., Magdeburg nicht durch Tilly zer.st(jrt. 2. Aud. 
1854. 8. 

3762. Ders., England u. d. anglo-sachsischc Staaten-Bildung in 
Amerika, Wc.stindien und Australien. 0. J. 8. 

3763. Vier kleinere Schriften von deniselb. Verfasser. 1852— 
1857. K. 

B. F. Voigt, VcrL-Buchhandl., in Weimar: 

3764. A. Sinnhold, der Archivar u. d. Archiv wcsen. 1842. 8. 

3765. Der Singerkriec uf Warlburc, herausgeg. v. L. Ellmül- 
ler. 1830. 8. 



3766. S. Ch. Wagener, Handbuch der vorzüglichst, in Deulsch- 
land entdeckten Alterthümer aus heidnischer Zeil. 1842.8. 

3767. K. F. Leidenfrost, histor.-biograph. Handwörterbuch der 
denkwürdigsten .Menschen. 5. Bd. 1824—27. 8. 

3768. .1, l^h. V. Ilellhach, Adcls-Lexicon. 2 Bde. 1825—26. 8. 

3769. A. Bürck, Louis Philipp, ergänzt v. 1840 bis zum Tode 
dieses Monarchen, von Fr. O'Kelly. 1850. 8. 

3770. F. Frcib. v. Biedenfeld, Gesch. d. Monchswesens. 2 Bde. 
M. Suppl. 1837-39. 8. 

3771. Ders., Archiv d. neuest. Ordenswesens. 1. Lfg. Suppl. 

3772. Ders., die Heraldik. 1846. 4. 

3773. J. A. F. Schmidt, Haiidliiicb d. Bibliothekswissenschaft. 
1840. 8. 

3774. K. Grühner, d. grofshcrzogl. Haupt- u. Residenz -Stadt 
Weimar. 2. Aull. Ih36. 8. 

3775. F. Freih. von Lupin, Selbstbiographie. 4 Th. 2. Aufl. 
1847. 8. 

3776. Ch. Wenig, zum 28. Aug. 1849, dem lOOjähr. Geburts- 
feste Güthe's. 1849. kl. 8. 

3777. .Malerisches .\Ibum der Thüringischen Eisenbahn. 0. J. 
qu. 8. 

3778. Deutscher Kegenten-Almanach. 1825, 27—29. kl. 8. 

3779. Bericht über d. Versamml. deutscher Naturforscher und 
Acrzte zu Jena im Sept. 1836. 1837. 4. 

MÜUer'sche Buchhdl. (G. F. Euler) in Fulda: 

3780. Laberenlz, Festrede bei der Feier der lOOOjähr. Erin- 
nerung an den Tod des h. Erzhisch. Rbabauus .Maurus. 
1856. 8. 

Polytechnischer Verein in Würzburg: 
37>sl. Dcrs., W.Mlurischrilt. Vll. Jahrg. ^r. 6—9. 1857. 8. 

Alterthumsverein in Liineburg : 
3782. Ders., die AUerthümer der Stadt Lüneburg, l.u. 2. Lief. 
1852—54. 2. 
Joseph Plass, Lehrer, in Kastl: 
37s3. (i. A. \\ill, von der neulichen gröfsten (Jeberschwcm- 
mung und Wasscrsuolh, welche die Stadt Nürnberg er- 
litten. 1784. 4. 
W. Rein, Professor, in Eisenach: 
3784. Ders., das Dominikanerkloster zu Eisenach. 1857. 4. 

III. Für die Kunst- u. Alterthumssanimlung. 

Ein Ungenannter in Nürnberg: 
164 J. Herzog AIhrcchl von Bayern auf dem Paradebellc, Ku- 
pferstich von i*. Weinherr. 
J. Dambacher, Copist am germaii. Museum: 

1646. Srhwn/cr Silliermünze vom IH. Jbrdl. 
A. Rück, Custos am gcrmnn. Museum: 

1647. Kleine Silbermedaille vom 18. Jhrdl. 
J. A. Strunz, Cuudilor, in Nürnberg: 

1648. GesdiMililc Slulillehne vom Ende des 17. JbrhdU. 

Rob. Wilhelmy, Postsekreliir, in Braunschweig: 

1649. 1 Lacksiegel vom 16. Jhdt. 

Dr. A. von Nitschke in Braunschweig: 

1650. 4 AbdrcicUc \uii l'ilschalleu vom 14.-16. Jhdt. 

1651. 11 neuere Lacksiegel. 



129 



Anzeiger Tür Kunde der deutschen Vorzeit. 



130 



Regelsberger, ksl. Landrichter, in Heidi-nheim: 
1652. Altes Hufeisen, gefunden am Hahnenkamm. 

Spiegel Frhr. zum Desenberg', Domherr, in Hulberstadt: 
165;j. Dir l.( tliRT im Doiiu' zu Haibirsladl; Kadirung. 

Lippert, kgl. Advokat, in Herzogenaurach: 

1654. 4 allegorisch- mythische Uarstellungcn ; Oelgeniäldc von 
Botschild. 

1655. 4 Gruppen von Genien, grofse Oelnialereien von Sper- 
ling. 

1656. 2 Gruppen von Bettelknaben; Copieen nach Miirillo von 
denis. 

1657. Hektors .\l)schicd von Androniache ; Ocigenialde von 
Jlacco von UfTt-nheirn. 

1658. Sturz der gefallenen Engel und der reiche Mann in der 
Holle ; Oelgemiildc von Peter ßreughel (?) 

1659. 2 iVachlstiicke von VVitlig. 

1660. 3 Oelgcniälde von unbekannten neueren Meistern. 
Ein Ungenannter in hupfcrzell: 

16til. Slarniniiitel der \ersi hiedenen Linien des Hauses Hohen- 
lohe, 2 Expl. 

Dr. A. von Eye, Vorstand der Kunst- und .\lterlhums- 
saniiiilungen am gernian. Museum: 

1662. Künstlich gedrehte Elfenbeinbüchsc vom 17. Jhdt. 
Dr. Bensen, Rektor, in Rothenburg: 

1663. \\appen des Geschlechts von Winterbach; Pergament- 
nialtrei vom Ende des 16. Jhdts. 

Dr. T. Märcker, kgl. pr. geh. Archivrath und Hausar- 
chivar, in Berlin: 

1664. Grofseres und kleineres Siegel der kyl. Heroldskammer 
zu Berlin. 

Dr. Frommann, Ndrstand des Archivs und der Bibliothek 
am gernian. .Museum: 

1665. Portrait des (hurfursten Ferdinand .Maria von Bayern, 
Kupferstich vom J. G. Waldtreich. 



F. C. Mayer, Lehrer an der Kunstschule, in A'üruberg: 
1666. 4 Gjpsabgiisse von Schlosserarbeiten des 16. Jhdts. 

F. Supf, Kaufmann, in Aurnberg: 
1667 — 1672. 16 Spielkarten aus der ersten Hälfte des 15, Jhdts. 
Kleiner Dolch mit Zinugriff vom 15. Jlidt. 
3 beschriebene Pergamentblattcr vom 16. Jhdt. 
1 einfaches hölzernes Kreuz, eine Perlschnur auf Pferde- 
haar und ein Schliissel, gleichzeitig mit einem Briefe des 
Jeremias Pfinlzing v. J. 1640 hinter einer alten Wand- 
vertalelung gefunden. 

Ein Ungenannter in iVürnberg: 

1673. l'rosjuUt der Stadt Gottingen; Rad. von J. J. ll. 

1674. Der Christusknabe als St. Georg den Drachen überwal- 
tii:e[i(l; Kupferstich von Peter Roddelstet. 

C- Beclcer, Ugl. preufs. Steuerinspektor, in Würzburg: 

1675. Siegel des Bischofs Adam Friedrich von Bamberg. 
LUst, kgl. Advokat, in Straubing: 

1676. 3 Silberinünzen K. Heinrichs 111. 

1677. Silbermünze Herz. Heinrichs VI. von Bayern. 

1678. 2 Silbermunzen Herz. Heinrichs VII. von Bayern. 

1679. Silbermünze Biscbul Brunos von Augsburg. 

1680. Silbermuiize Bischof Eberhards von Augsburg. 
J. A. Förderreuther , (irofshiindler, in Kürnberg: 

1681. Kunstliches Schlofs mit verziertem Schlüssel, vom 17. 
Jhdt. 

Dr. K. F. Mosch, kgl. Prof. a. D., in Herischdorf bei 
Warmbrunn (Schlesien) : 

1682. Karte der Vorder- und Hinterhayde der Sladt Liegnitz; 
Federzchg., col. von 1635. 

Plass , Lehrer, in Kastl. 

1683. 6 Silbermünzen vom 16. Jhdt. 

1684. 3 Silbermünzen vom 17. Jhdt. 

1685. Kupferjeton mit dem vereinten Wappen der Ebner und 
V<ilkamer, vom 16. Jhdt. 

V. Sturm, Oberlieulenant, in Nürnlerg: 

1686. Kupferne Dose mit eingravirten Verzierungen v. 1745. 



riiroiiik der liisldrisclieii Vereine. 



Zu dem letzten Berichte über die VerolTentlichungen der 
historischen Vereine in Bayern haben wir noch nachzutragen, 
was unterdessen eingelaufen ist. 

Das Archiv etc. für Oberfranken, VI, 3. 1856, enthalt 
als (juellcnbeitrag die Fortsetzung der diplomatum ad terrae 
quondam Baruthinae historiani speetantium etc.; dann aufscr 
dem Jahresberichte 18"/s6 "nd einigen kleineren Mittheiinngen 
zur Sagenkunde, Spczial- und LoKalgeschicIite einen beach- 
tenswerthcn Beitrag zur Kennlnifs des vorigen Jhb.: Georg \\il- 
helm, .Markgraf von Bayreuth 1712 — 1726, nach handschr. 
Quellen bearbeitet von Dr. W. Holle. 

Das Ob erb a yer ischc Archiv etc. .\VI, 1. u. 2. 1856, 
enthalt zur Kcniitnifs der römischen Periode der iilteslen deut- 
schen Geschichte: „Drei rom. Denkmider im k. Landgerichte 



Ingolstadt, von Dr. Jos. v. Hefner" ; und „Bericht über die 
Entdeckung von (Jrundmaiierii eines rom. Geliiudes bei Holz- 
hausen, k. Landgeriihu Trannslein. Von Dr. .M. A. Vogel." 
Zur Genealogie: Die .Ma.vlrainer, eine historisch- genealogische 
Abhandlung von Dr. Tb. »iedemann; zur Geseliichle der Kir- 
chen und Klöster: Ergänzungen und Berichtigungen zur Rei- 
henfolge der .Velite des Klosters Rotl nebst der Heihenfolgo 
der Prioren dieses Klosters, von E. Geifs. Zur Geschichte 
der Wissenschaften im 15. Jh. „Rudolf Volkart von Heringen, 
der Theologie und Arznei Doktor, De.hant bei Sl. Peler in 
München," von E. Geifs. — Beachlenswerlh für die Geschichte 
der neuesten Erliiidungen ist die „l'ebersicht der einzig be- 
stehenden vollständigen Inkunnbelnsanimlung der Lilbugrnphie 
und der übrigen Senelelder'schen Erfindungen etc." v.l'rof. Ferchl. 



131 



Anzeigfer für Kunde der dcutsthoii Voizeit. 



132 



Wir gehen jetzt über zu den Gesrhichls- iind All<irlliiims- 
vereinen Ocslrcirliä. Die Berichte und .>l i tlh ei lu nge n 
des Alterthiiinsvercines zu Wien I. 18j6 enthalten runachst 
Nachrichten über den Allerlhunisverein selbst und dessen 
Statuten, dann von iMittheilungen aus dem Gebiete der Archiio- 
logic lind Kunstgeschichte: .Ueber die erste Publikation des 
Alterthiinisvcreinus in Wien" (Lautensacks Ansicht von Wien 
vom J. 1558), von Jos. Keil; über denselben (icgenstand von 
Alb. Caniesina; ferner „Erzherzog Maximilian I. und Maria von 
Burgund und deren älteste l'orlriite etc. ; Bildnisse öslr. Her- 
zoge im 14. Jh. und deren (jemahlinnen, zum ersten Mal her- 
ausgeg. von Ernst Birk ; über die älteste Ansicht von Wien 
1483, von A. Caniesina. — Höchst beachtenswertli für die Ar- 
chäologie wie für die Spezialgeschichle der (islr. Erzherzoglliü- 
nier sind die Abhandlungen „über Burgen und Schlosser im 
Lande unter der Euns" in 2 Abtheilungeii: I. Einleitendes 
über Geschichte des Burgenbaus überhaupt mit reclilsbisloriscbcn 
Begründungen, von Jos. Feil; IL Archäologische Beschreibung 
einiger Ritterburgen und Schlofsruinen im Kreise unter dem 
Wienern ald, von v. Leber. 

Desgleichen enthält für Böhmens Archäologie und Kunst- 
geschichte, insbesondere für <lic (ieschichte der ronian. Baukunst 
viele mit sorgfältigen Abbildungen ausgestattete Beiträge das 
Pamatky a rcbaologi cke etc., red. von K.VIadislav Zap. 

Der XIV. Bericht über das M us cum Fr a ncisco-Ca ro- 
liiium für Oestr. ob der Enns 1856 enthält für die Geschichte der 
Kirchen und Klöster etc. die „Beiträge zur Geschichte des auf- 
gelassenen Chorhcrrnstiftes Suben" von Fr. X. l'ritz in 2 Ab- 
theil.: L von der Gründung des Stiftes bis zum l'ropst Gre- 
gor IL, 10(50 (?J — 169G und IL bis zur AuHnsuiig des Stiftes 
1784. Zur politischen Gcschicble Oesireichs: Die Belagerung 
und Eroberung von Freistadt 1626, Beitrag zur Geschichte des 
obdcrcnnsischen Bauernkrieges von 1626 von F. Winnsber- 
ger. Zur Geschichte der Wissenschaften: Das Sanitätswesen 
und die Volkskrankheiten des 16. Jh. im Lande ob der Enns, 
von Dr. F. Ulrich. — 

Die Zeitschrift des Ferdinandeunis für Tirol und Vor- 
arlberg, driller Folge ."). Heft, gibt zur Kennlnifs der neueren 
Geschichte „Tirols Wiederkehr an Oestreich I8l3 und 14," von 
Dr. Jos. Rapp. — Der Jahresbericht des Vaterland. Mu- 
seums Carolino- Augusteum der Landeshauptstadt Salzburg 
für 1856 enthalt aufser dem Vcrzeichnifs der Vermehrung der 
Sammlungen für die Stadlegeschichte; Beiträge zur Geschichte 
des Salzburg. Zunftwesens von .M. V. Süss. — 

Das Archiv etc. des Vereines für Kärnten, red. von 
Krh. von Anke^^hofen, enthält zur hirchengeschichic: Materia- 
lien zur Kirchengeschichte des 16. Jbd. , niitgcth. von v. An- 
kershofen ; von dcmselb. zur Spezialgeschiihte von Kärnten : 
„Beitrage zur Landeschronik" und „Knrntner Landrecht von 
1338." — Die Mittheilungen des hist. Vereines lür St e ier- 
niark, VI., enthalten aufser dem Berichte über die Verein.s- 
angelcgenhcitcn als (.)oilliiilieitrag: Urkundenrcgisten fiir die 
Geschichte von Sti>ermiirk , von l'r. Dr. Goth (Forlsetzung); 



Für .\rilwiiiloi;ie: über die Siegelsteine alter .Xiigenarzle etc., 
von Dr. H. Schreiber und „epigraphiscbe Excursc im Jahre 
1855," von Pf. Knabl ; für Topographie und Spezialgeschichle: 
Beschreibung steiermärkischer Schlüsser und Burgen, Pülkau, 
von Fr. Göth (Fortsetzung); Günther, der letzte .Markgraf von 
Soune, von Pr. Tangl. — 

Die M i tt hcilungen des bist, Vereines für Krain 1S57, 
red. von E. II. Tosta, enthalten aufser den IVachrichten über 
die Sitzungen und Sammlungen des Vereines und seine Thatig- 
kcit manche die Geschichte des Landes Krain betrelfende Bei- 
träge. Für die älteste Gesch. des Landes beachtenswerlh ist 
die Kritik des Werkes von M. Koch: über die älteste Bevöl- 
kerung Bayerns und Oesterreichs; dann: die Mitbrasgrotle bei 
Tschernembl. Für die histor. Topographie Krains; die k. k. 
HospilalslifUmg in Idria von Job. Slesska ; historische und lo- 
pogriiphische Aacbricliteu über das Miiieralbad Tiiplitz bei IVeu- 
stadtl von Anliiu Jellouschek. Die Berichte über die General- 
und .Monatssitziiiigen belehren uns durch die .\nliihrung der 
mündlichen Vorträge, dafs die Mitglieder des Vereins für die 
innere und äufsere Geschichte ihrer Ilciniath den re!;slen Eifer 
bewähren. — 

Das Archiv etc. des Vereines für Sie b en bü rgen, neuer 
Folge B. II, enthält als Beiträge für die innere und aul'sere 
Geschichte Siebenbürgens und deren (^)uellenkunde: ,Ueber- 
siclit des ganzen im Besitz des Königs Johann von Siebenbür- 
gen befindlichen Reichs und aller .Merkwürdigkeiten desselben, 
gesammelt von Joh. .\iid. Groiiio ; drei Briefe des Grafen Jos. 
Kemcny über .Michael Ssaky, Kanzler in Siebenbürgen zur Zeit 
des jungen Königs Job. Sigismund; diplomniische Beilrage zur 
Gescliichle Siebenbürgens nach der Mohalscher Schlacht bis 
zum Tode Joh. Zapolya's von J. C. Schuller. — Aufserdeni 
liegt uns vor eine Aufforderung desselben Vereines zur 
Unterstützung einer Verfassungsgcscliichte der sächs. Städte, 
Märkte und Dorfgemeinden , sowie der sächs. Stühle und Di- 
strikte im l(i. Jhdt. ; die Ucdaklion dieses bcabsichliglen um- 
fasseiiilen Werkes hat der Dir. (i. D. Tiiilsch in Schäfsburg 
übernommen. 

Die Schriften der histor. Statist. Sektion der k. k. mahr. 
schles. Gesellschaft etc., red. von Chr. d'Elvert, l.\. 1856, 
enthalten für die Spezial- und Verfassungsgeschichte des Lan- 
des: Zur Gesch. der Landrechle der Fürslenthiimer Jägerndorf 
und Leobscilütz von Tiller; Beiträge zu Troppau's Gesch. von 
dcms. : Geschichte der St. Aeiisladll von Kiipriwa; Denk- und 
Merk\Mirdigkeiten der St. Aiispitz ; Anspitzer Stadtiirdniing vom 
J. 1(i(K); die Dürnholier \\ einberiirechte von Eder; evangel. 
Kirchen-, Schul- und Eheordnungeu der Herrschaft Krcudcn- 
thal und Goldenstein u. n. kleinere Beiträge. Für Sagenkundc: 
der Aberglanbc und die Volksgebräuche in der mähr. Wala- 
chei, von Kulda; fiir Kunstgeschichte: mährische Kunsiziistandu 
von Cbamlirez; für Kirchengeschichte: die Verlreibiiiig der 
Akalholiken aus Mahren 1623 — 25, von Ullmanii; für die Kul- 
turgeschichte sehr üeachtenswertbes cnthiill der Aufsatz „über 
die balneograph. Literatur Mährens, von Melion. — 



133 



Anzeiger für Kunde di-r ilu-iilsclicii Vorzeit. 



134 



\ a c h r i c li l n. 



Lilternliir. 

Nea erschienene Werke. 

19) Führer dureh das alle und neue Konstanz für 
Heimische und Frrmde von J. Marmor, prakt. Arzt in 
Konstanz. Mit einer LilhoKraphir. Kcinstanz. Jak. Stad- 
ler, 1857. 8. l.\ und 131 Sin. 

Dieselbe Tendenz, welche in dem, in voriger Nr. des .\n- 
zeigers besprochenen Buche „Basel im II. .Jalirhundcrl" Hrn. 
Dr. Fechters .\»fsalz verfolgt, sucht auch das vorlicgcnd<- \\ erk- 
chen einzuhalten. Es ist bemcrkenswcrlh , wie gcsjcnwärtig 
das Kidtiirgeschichlliche in der Betrachtung der Alterthümer 
überhaupt vorwiegend betont und eine Vermittlung zwischen 
der Allcrlhumswissenschaft und Kulturgeschichte angebahnt wird. 
So besteht auch das Interesse, welches der Führer bietet, liaupl- 
sächlich in den kultursescliiclitlichen Keniiniscenzen, die sich 
an die alten liaulichkeilen knwi>fen, an die Erinnerungen, welche 
die Geschichte bei dein Betreten der nianniyfacli veränderten 
oder im alten Stande crhaltoncn Statten wieder belebt. 

20) Koth, Karl, Oertlichkeiten des Bifsthumes Freising, aus 
Kozrohs Handschrift in ganzen Sätzen ausgehoben. 1. u. 
2. Drittel, .^lünchen, J. A. Finstcriin. 1856 und 1857. 
XII, XVI mid 24ü stn. 8. 

Aus derselben handschrilt, die dem Verfasser schon stolf zu 
zwei anderen Schriften (Kozrohs Kenner über die ältesten Ur- 
kunden des Bifslhumes Freising. .München, 1854. H. und Ver- 
zoichnifs der Freisinger Urkunden vom hl. Korbinian bis zum 
Bischöfe Egilbert. München, 1855. 8.) geboten, und die er 
aufserdem in seinen beitragen zur deutschen sprach-, ge- 
schichts- und ortsforschung vielfach benutzt hat, gibt er dies- 
mal die darin vorkommenden Ortsnamen. Es ist sehr zu loben, 
dafs der Verfasser nicht blofs ein alphabetisches verzeichnifs 
der namen geliefert, sondern dieselben „in ganzen Sätzen" 
mitgetheill hat, wodurch auch die verschiedenen llevionsformen 
der namen hervortreten. Doch wäre zu wünschen gewesen, 
dafs der Verfasser die chronologische aufeinanderfolge der Ur- 
kunden nicht beibehalten, sondern die Ortsnamen zum princip 
der anordnung gemacht hätte; denn dem historikcr können die 
Iragmentarischen sätze doch wenig niilzen und dem Sprach- 
forscher wäre eine lexicalische anordnung willkomiiiener ge- 
wesen; indes hilft ein am Schlüsse lieigelügte.i alphabetisches 
verzeichnifs der Ortsnamen jenem bcdurlnifs eiiiigcrniafsen ab. 
Eine neue arbeit des Verfassers soll die in der handschrifl vor- 
kommenden Personennamen umfasstm und wird jedenfalls eine 
ebenso ergiebige (pielle für die allhochdeutsche namensforschung 
sein, als die vorliegende schrill. Bei <ler Wichtigkeit, die die 
handschrifl für ilie deutsche spräche und geschichle hat, wäre 
indes ein vollslandiger abdruck der.'.ellien nüt den nulhigen 
personen- und orlsregistern jedenfalls willkommener, als eine 
reihe von Schriften, in denen der forscher das zerstreute ma- 
Icrial sich zasamincnlesen mufs. HolTenllich ist es dem Ver- 



fasser, nach den aiideutungen der vorrede zu schliefseh, vcr- 
giinnt, diesem bedurfnisse durch einen genauen abdruck ent- 
gegenzukommen. 

K. B. 

21) F. J. Mone, celtische Forschungen zur Geschichte Mit- 
teli'unipa's. Freiburg im Breisgau, Herder'sche Verlags- 
handhmg. lK,-,7. XII und 347 stn. 8. 

, Diese lorschungen haben den zweck, die Wohnsitze der 
Cciten in Mitteleuropa und ihren einllufs auf die späteren Vol- 
ker nachzuweisen." In diesen eingangsworten erklärt der Ver- 
fasser die tendenz seines buches. Der griindsatz, nach wel- 
chem er die deutschen ortsuanien in gegenden , wo ehemals 
C'elten wohnten, auf celtischen Ursprung zurückfuhrt, ist in 
kürze der, dafs er den zweiten tlieil zusammengesetzter Orts- 
namen lür Übersetzung des ersten hält und diesen aus dem 
celtischen zu erklären sucht. .Mit diesem verfahren wird an 
einer langen reihe deutscher Ortsnamen die probe gemacht. 
Die erklärung der personennamen aus dem celtischen hat der 
Verfasser alisichtlicli weggelassen, „weil ihre bedeutung durch 
die deutsche form verdunkelt oder ganz verfehlt wird." In glei- 
cher weise wird der celtische Ursprung au romanischen orts- 
und Personennamen, ebenso an slawischen Ortsnamen und grie- 
chischen wortern und namen nachzuweisen versucht. In der 
zweiten abtheilung will der Verfasser die einflüsse der Gelten 
auf die rechts- und Standesverhältnisse der ihre früheren Wohn- 
sitze einnehnieuden Völker dartliun. Diese abtheilung enthalt 
vieles werthvollc und gibt unter anderem über die noch im- 
mer strittigen glossen zur Ich salica manchen neuen aufschlufs. 
Was dagegen die erste abtheilung betrifft, so wird zwar die 
richligkeit des princips nicht in abrede gestellt werden können, 
allein die praktische anwendung in einer menge von beispielen 
doch noch sehr bestreitbare richligkeit haben. Es kann nicht 
geleugnet werden, dafs die Zusammensetzung von vielen Orts- 
namen, deutsch erklärt, eine sonderbare ist, wahrend sie durch 
das celtische sehr einfach erklart wird; dagegen ist in vielen 
andern fällen, und wir glauben nicht zu viel zu sagen, wenn 
wir die hälfte der vt)n .Mono angezogenen beispielc hierher 
rechnen, die deutsche erklärung so nahe liegend, dafs es schon 
eines gewissen grades von ccltomanie bedarf, um sie dem 
dcutschni zu rauben. Zu w ansehen wäre gewesen , dafs der 
Verfasser haiillger auf ältere urkundliche naiiiensrormen zurück- 
gegangen Ware und sich weniger an die modernen gehallen 
hatte. Freilich läfst sich nicht jeder Ortsname durch altere 
Urkunden belegen , uliein dann halte er in einem solchen falle 
gar nicht als beweis aufgenoinnien werden müssen. 

K. B. 

22) Der Dom zu Mainz und seine bedeutendsten Hink- 
nialer in Original-I'liotographieen von II e r m. Finden. 
Mit historisciiem und erlauteriiilem Tcvte von Johann 
Wetter. .Mainz, Victor von Zabern. l&ä". 



135 



Aiizeitrer für Kunde der deutschen Vorzeit. 



136 



Wir salicn vor einiger Zeil einen der crslen Kuiiferstectier 
Deutschlands vergeblich sich mühen , den Lüwen eines alten 
böhmischen Briiclcaten sljlgclreu wieder zu geben. Eine Pho- 
tographie vollbrachte dies mit der unparteiischsten Strenge. 
Es durfte die Zeit nicht fern sein, wo die bisher erschienenen 
Kupferwetke, welche in der bekannten modernisirenden Ma- 
nier die alten Denkmäler darstellen, so dafs weder Gelehrter 
noch Kunstfreund rechten Genufs haben, blofs als Anhaltspunkte 
dienen, um dieselben Gegenstände in mehr entsprechender 
Weise der Verbreitung zu iibergeben. Die Photographie, viel- 
leicht in noch erhöhter Vervollkommnung, ist die eigentliche 
künstlerische Darstellungsweise der Wissenschaft, ohne Ilafs und 
Liebe, wie diese es fordert. Versuche dieser Art sind bereits 
gemacht; zu den verdienstvollsten gehört der hier angezeigte. 
Welches reiche und wichtige iMaterial bietet nicht der Mainzer 
Dom ! Welch ein Gewinn ist es fiir die Wissenschaft , dieses 
für das bequeme, ruhige Studium bereit gelegt zu erhalten ! — 
Das vorliegende Werk beabsich'.igt zuniichst 36 Abbildungen, 
die auf dem Prospectus angegeben sind und in 6 Lieferungen 
sich verlheilen werden. Die Photographieen stehen durchaus 
auf der Höhe, welche zu unsrer Zeit diese Kunst erreicht hat. 

V. E. 

23) F. J. Grulich's Denkwürdigkeiten der alt- 
sächs. kurfürstl. Hesidenz Torgau aus der Zeit 
und zur Geschichte der Reformation, nebst Anhangen 
und Lithographieen. 2. verm. Aufl. v. J. Chr. A. Bur- 
ger, Archidiak. zu Torgau. Torgau, 1855. Wienbrack- 
schc Buchhdlg (Fr. Jacob). XVI und 340 Sn. 

Die Bedeutung der Stadt Torgau für die Reformation machte 
es wünschenswerlh, dafs eine iibersichtliche Kirchengeschichte 
derselben fiir diese Zeil von einer kundigen Hand ausgearbeitet 
werde. In diesem Thcile liegt daher der llauptwerth des vor- 
liegenden Buches. Unter den Anhängen ist vor allen die kurz- 
gelal'sle Chronik hervorzuheben, riicksichtlich welcher nur zu 
bedauern ist, dafs die kulturgeschichtlichen Partieen darin so 
mager ausgefallen sind. Anscheinend fehlt es dem Heraus- 
geber nicht an iMalcrial und deshalb nKicblen wir ihn anffor- 
dern, das in dem vorliegenden ^^erke nur als Anhang Behan- 
delte zum Thema einer zweiten selbständigen Arbeit zu wiihlcn. 

J. Mr. 



Aufsätze in Zeitschriften. 

Bau Zeitung: IV. ft'otizbl. 4. Darstell, der verschiedenen Ur- 
sachen, welche die spontane Verwitterung der Monumente 
veranlassen. 

II ist. polit. Blatter: >r. 6. Die Aufhebung der Abtei 
Rheinnu. 

Blatter f. lilerar. U n ti r h a 1 1 u ng : ^r 11. Acncre For- 
schungen und Strcilscliriften iiber d. INihelungcnlicd. 

Deutschland: ftr. 54. Feldkirch und die Montfort. Ar. ()3. 
Die polit. Bedeutung der deutschen Mythologie. I\'r. 61^. 
Gusl. Adolph und sein Glnubcnsheldenthum. Nr. 73. Ge- 
schichtliches iib. d. St. C'uniliertuskirche in Köln. 



Erinnerungen an merkw. Gegenstände und Begebenheiten: 
IVr. II. Eine Sage vom Iloheustein in der sächs. Schweiz. 

Europa: Nr. 13. Auch in der Schweiz ein geistliches Schau- 
spiel. 

Illustrirtes Familienbuch: VII. Bd. 4. II. Der Tod des 
Germanicus. (WoltersdorlT.) Die .Marienburg in Preufsen. 
VTI. IJd. 5. IL Leben und Wirken des Nikolaus Copernicus. 
(J. Fiedler.) Die AnRmge des deutschen Dramas. (J. W. 
Schäfer.) 

Die Grenzboten: Nr. 11. Luther als Rationalist. Nr. 13. 
Bilder aus der deutseben Vergangenheit. Gaukler und 
Abenteurer im Mittelalter. 

Guttenbcrg, Zcitschr. für Buchdr.: Nr. 4 ff. Die Erfindung 
der Buchdruckerschrift. (Faulmann.) Nr. 6 ff. Böhmens 
Buchdruckerkunst und ihre Thätigkeit von 1475 — 1620, 
geseh. Skizze. (Schmitt.) 

Jalirbuch des gemeinen deutschen Rechts: 1. Ueb. die erste 
Aidllndung und Benützung di's Cajus epit. und des Paulus 
Sent. Rec. in Deutschland. (Stintzing. ) 

Evangel. Kirch en z eituug: Nr. 13. Die Gesangbücher Ber- 
lins, ein Spiegel des kirchl. Lebens der Stadt. 

Frankfurter Konversationsblatt: Nr. 76. Die Elfen- 
beinschnitzwerke des grofsherzogl. Museums zu Darmsladt. 
In Nachbildungen von F. Barrot. 

Deutsches Kunstblatt, Lileraturblatt : Nr. 6. Die Rede- 
rjkcrkamers in Holland. Nr. 11. Die mittelalterlichen 
hunst«erke im Dom zu \\ drms. (J. B. Hochreuther.) 

Libussa. Ueher Stadt- und Kunstkammern in den vaterl. 
Städten. (Klar.) Das Rathhaus in der Altstadt Prag. Die 
Alcliymie in Böhmen. (Lattenberg.) 

Morgen lila tt : Nr. II ff. Briefe über bildende Kunst. 

Wiener Morgenpost: Nr. 225 u. 229. Maria Zell. 

Deutsches Museum: Nr. 14. Hannoversche Skizzen. (Ad. 
Bock.) I. Münden. Hameln. 

Berliner Nachrichten: Nr. 60. Die Friesen. Nr. 66. Die 
Dithmarschen. 

Bremer S o n n tagsb lat t : Nr. 13. Zur Kultur- und Lilera- 
lurge.<cliichle des Mittelalters. (K. Seifart.) Nr. 14. Das 
deutsche Geld- und .Müiizwesen im Mittelaller. Eine hist. 
Studie. (C. G. Rehlen.) 

Ueviie Suisse. Fevr. Etudcs sur Calvin. (Raniberl.) 

Unterhaltungen am häuslichen Herd: Nr. 26. Das Cru- 
cifix (in d. Elflausend-Jungfrauen-Kapellc der Marienkirche 
zu Daiizig). (L. Passarge.) 

Zeitschrift f. d. üsterr. Gymnasien: Nr. 2. Ocslerrcichs Er- 
werbung durch Ültokar von Böhmen. (Lorenz.) 

(iratzer Zeitung: Nr. 121. Die Bereisung der Steiermark 
durch den Landes- Archäologen des histor. Vereins. Nr. 
137. Andi'iitimgen über die bisherige Wirksamkeit des Lnn- 
des-Archaologen für Steiermark. Nr. 156. Die Restaura- 
tion des St. Siephansdonis. 

Allgem. Zeitung: Nr. 93. Nolkcrs altes Lied: media vita. 
Nr. 99. Die alldeutsche Dichterin Ava. 

Illusir. Zeitung: Nr. 716. Die Pfarrkirche in Stadt-lliii in 
Thüringen. Städlewabrzeiclien. III. Dresden. >*. Das ^^'ei- 
berregiment. Nr. 717. Das gernian. .Museum in der alten 
Karlhause zu Nürnberg. Sladlewahrzeichen. III. Dresden. 



137 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeil. 



138 



9. Die sogenannte Gans auf der grofsen Briiilergasse. >r. 
718. Der Lallenkönig zu Basel. Sladlewalirzelchen. III. 
Dresden. 10. Die aus ihrem Grabe wieder auferstandene 
Goldschniid.'irrau. 

Klagenf. Zeitung: Nr. Iü7. Das k. k. Arsenal in Wien. Nr. 
116. Johannes Victoriensis, Geschichtschr. des 14. Jahrlid. 
Kr. 123. Vaterland. Geschichtschreibung. Nr. 138. Ueber 
Lindwurnisagen. (Pichler.j Kr. 143. Laxenburg. Nr. 145. 
Fürstabt Marlin II. von St. Blasicn. Nr. 173. Zur ge- 
schichll. Vorzeit Kitrntens. Nr. 178. Kiirntncrisch oder 
Kärntisch? (Egger.) 

Köln er Zeitung: Nr. 82. Die Befestigungen der Ubier. 

Laibacher Zeitung: Nr. 101. Die neuesten Alterthunisfunde 
bei Laibach. 

Liozer Zeitung: Nr. 124. Das l'horlierrnstift .St. Florian. 
N'r. 125. Das Cisterzienserstift Wilhcring. !Nr. 126. Das 
Benedictinerstin Hrenisniiinster. (Schalllianiiner). Nr. 138. 
Der Friedhof Sl. Michael in Niederösterreich und die da- 
selbst belindlicben drei Mumien ohne Köpfe. (Oliv. Ilabl.) 
Nr. 143 ff. Strudel und \\ irbel. Das WOrther Kreuz. Nr. 
160. Das graue Mannchen. Nr. 161. Burg Werfel. Nr. 176. 
Der Wirbel und der Plattensee. Nr. lTi>. Schlol's Wer- 
fenstein. Das .Marienbild an der Wasserstiege bei Linz. 
Nr. 182. Aus den .\nnalen des Wirbels und Strudels. Nr. 
233. Das .Marien-Kirchlein auf dem Scheuerberge. Ar. 238. 
Das Kirchweilifest in Alt-Aussee. Nr. 213 (T. K. Friede- 
richs IV. Tod in Linz. 

Neue .Münch. Zeitung, Abendblatt: Nr. 67. Erhard Hay- 
denreich, ein bayerischer Baumeister des Mittelalters. 

Augsb. Postzeitung: Nr. 66. Ucber Jesuitenmissionen in 
Bayern im Ifi. und 17. Jhdt. Nr. 84. lieber die Kestau- 
ralion der Frauenkirche in München. Beil. Nr. 47. Kurze 
Geschichte Donauwörths. Nr. 60. 62. Die Seltenheil des 
Namens Joseph im Mittelalter. — Bisch. Tlieoduin von Bay- 
ern. Nr. 66 fl. Der Dom zu St. Stephan in Passau. — Zum 
Spracheustreil in Schleswig-Holstein. Nr. 69. Beschreibung 
der Hochzeit des Pfalzgr. Ludw., Herz, in Bayern, mit 
Auna, Herzogin von Gülch, Cleve und Bergen, 1573. Nr. 
70 IT. Beitrage zur Erklärung und zum Verständnisse bayer. 
Personal- u. Familien -Namen. (Eberl.) 



23) Die Maurerarbeiten an dem Dombau in Speier sind 
neuerlichst wieder aufgenommen worden. Die Sladtgemeinde 
hat abermals 1000 fl. zum Ausbau bewilligt, im Ganzen nun 
7(liiO fl. — .Man zweifelt nicht, dafs die no<h fehlende Summe 
von dem Vereine rechtzeitig aufgebracht wird. 

21) In dem Seitenschifl'e de« Ulnier .Münsters, rechts vom 
Orgelcbor, ist man auf Frescogemaldc an der W and geslossen, 
die bei vorsichtiger Entfernung des Tuuches wieder zu Tage 
treten. Es sind fünf Geiniilde nebeneinander, wie es scheint, 
zu Ehren der heil. Katharina. ° Interessant ist, dafs die Jahres- 
zahl 1451 schon ganz deutlich durch die Ucbertünchung her- 
vortritt. Der Fund ist für den Kunst- und Allel lliunisfreund 
sicherlich von grofsem Interesse. 

25) Für die Ulmer Münster- Restauration steht eine allge- 
meine (ollecte in sammtl. evangel. Kirchen Preufsens in siche- 
rer .\ussicht. 

26) In .Mainz wurden bei Grabung eines Kellers in einer 
Tiefe von 12' in Torfgrund alte Schuhsohlen, Schuhe, grofse 
Lederstücke, Wollen- und Leinenzeuge, röni. Messer, Lanzen- 
spitzen etc. gefunden. Bei niiherer Untersuchung ergab sich, 
dafs das Lederwerk, vollkommen gut erhallen , römischen Ur- 
sprungs war, indem die Schuhe als achte Sandalen sich her- 
ausstellten. Die Nachgrabungen sind fortgesetzt worden. 

27) Zu .\rnsdorf, l'/j M. von Münchberg an der Strafse 
nach Frankf. a. d. ()., fand ein Bauer in einer alten Brandstatte 
einen Topf mit einer grofsen Anzahl Hohlpfennige aus dem 
ersten Fünftel des sechzehnten Jahrhunderts, auch einige gros- 
sere MLiiizen, die jedoch gleich anfangs abhanden gekommen 
sind. Von erstercn sollen es 4000 Stück gewesen sein ; die 
übrigen wogen 81 '/i Loth und gehörten nach Kyrilz , Frank- 
furt, Halbersladl und anderen Stadien Nord- und Mitteldeutsch- 
lands. Von den gröfscrn Stücken sind später zum Vorschein 
gekommen: Ortsthaler von Lüneburg mit 1530, .Vansfelder, 
Brandenburger und andere. 

28) Ein Landmann fand in der Nähe von Weifsensee ein 
blechernes Buclischen, worin 5 St. ganze Bracleaten und ein 
halb durchschnittener enthalten waren. Sie gehuren zu der 
Gattung, welche bei Taubacli vor mehreren Jahren ausgegraben 
wurde, also in das Ende des dreizehnten Jahrhunderts. 



VeriiiiHClite IVacliricIiten. 

22) In Frankfurt a/M. soll den Erfindern di;r Buchdruoker- 
kunst ein Denkmal errichtet werden, dessen .Modell \on L.'iunitz 
schon im J. 1840 aufgestellt war und aus den kolossalen Ge- 
stalten Gullenbergs, ScbölTers und Fusts auf einem hohen reich- 
verzierten Fufsgeslellc besteht. 



29) Durch namhafte patriotische Beiträge werden die Samm- 
lungen des Siebenbürger National- .Museums bald eine bedeu- 
tende lli)he erreicht haben. So hat neuerdings S. Exe. der 
Bischof, Ludwig von llajnald 2(H)0 11. , (iraf Ben.'ilikt. Mikes 
eine Münzsammlung, ein wertlivolles Album und 1000 fl. ge- 
spendet. Das Fundationskapital soll sich gegenwärtig auf 
110,000 fl. belaufen. Das aktive Vermögen des Museums kann 
man auf 300,000 annehmen. 



139 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



140 



Inserate und Bekaiiiilinaehiingen. 

9) PreJsaufgaben. Der „Verwaltungsrath der Wede- Gibt es ein besonderes Werk über Gunzelin I.? 

kind schiri 1' r t- isst i flung für deutsche Geschichte" bat un- Gefällige Auskunft auf vorstehende Fragen wolle man an 

lerni 14 März d. J. die Aufgaben bekannt gemacht, welche für die Redaction des Anzeigers gelangen lassen. 

den zweiten Verwallungszeitraum (II. .März IS.iG bis dahin „ , , , „ , . . „ . . .^ , , 

.„-., ., .11 j • j IL 13) Kalenderfraeren. Schon m drei Zeitschriften habe 

1866) von ihm gestellt worden sind; niimlich ° 

^ , II  • « 1 1 11 ich folermlc r r:i!r<n aiilijestelll, die aber überall ohne .\iitwort 

lur den ersten I reis: eine .\usgaüe der verschiedenen "^ '", ..  

_, IUI-. j /^L 1 1 .1 ir geblieben sind, nun mache ich hier noch einen »ersuch. 

Texte und Bearbeitungen der Chronik des Herrn. Korner; ^ 

^. . .. „ . . 1 ... L /^. 1 . L. ir • 1) I^'e IN amen an den h alen dertagen , wann, von wem, 

für den zweiten Kreis: eine kritische Geschichte Kaiser  ,  ■> o ' ' 

„,.,,„ 1 r» . 1 1 1  1 : lind nach welchen rrincipien sind sie hineingesetzt und ge- 

rriedrichs II. und Ueutschlanus in seiner Zeit; j .j 

r 1 1-.. n -.i- f.- .Ari, Ordnet worden .' 

für den dritten rreis ist keine bestimmte Aulgabe ge- 
. ,, , 1 ii. LI I ,:< n- 1 1 1 1 n I 2 ) In dcu Kalendem der Protestanten sind die Namen theils 

stellt, sondern die nahl des Stolles bleibt den Bewerbern i i i  

.,,-,.. ,  n .■ -11 die niimlichen, theils andere. Wer hat diese Aenderung ge- 

nach .ilafsgabe einiger besonderer ucstininiungen überlassen. ,11., 

, , j . , ., „ . 1 . . iA,„i j j •.. Clin macht? INach welchen Grundsiitzen ist man bei tteglassnngen 

Jeder der ersten beiden Preise betragt 1000, der dritte 500 " " 

_,. , . „ , , und Einschallungen verfahren? 
Thaler in Gold. - 

3) Wie kommen die modernen IVamen, z. B. Gottlieb, Lebe- 

..^ _ ,, , 1 f. j "i 1 .1 « recht u. dgl. in den Kalender, da sie keine Heiligen - IVamen 

10) Sollte Jemand im Blande sein, über das Leben Ans- . ^ ^ "^ 

bei ms von Konow, Landvoigts der Uberlausilz, zu den be- 

, IV 1 ' 1 . , 1  n 1 1 t , ' ' . 4) Warum sind in den sächsischen Kalendern nicht einmal 

kannteren naclinchlen ( bei Beckler u. .\.) einige neue, nament- ' r, .. ■- 1 1 

,. . , 11- . . 1 . 111 AI- die IVamen einerlei und z. B. in Meifsner Kalendern in der ersten 

lieh urkundliche .\ngaben, etwa aus böhmischen Archiven, zu 

,. -  1 1 11 1 . 11 1- 1. 1  1 \\ oche anders als in den Dresdener Kalendern? 

liefern, so wird derselbe gebeten, solche an die Kcdaction des 

, . , I D. Peschcck. 

Anzeigers gelangen zu lassen. 

14) Auf das unter dem Titel: 

llj Hymnologische Anfragen. Welche Bibliothek kann B"s Prämonstratenser- Mönchskloster Steinfeld in der 

ein Exem|iliir des im J. 10211 in Wiltcnbeig von Jos. Klug ge- Eifcl. Von Dr. G. Barsch, kgl. preufs. geh. Reg.- 

drucklen Gesangbuches aufweisen? Wo lindet sich für Hans Rathe etc. 

Sachs als Verfasser des Kirchenliedes „Warum betriibtst du nächstens auf Subscription (20 Sgr. für c. 1 I Bgn. 8.) erschei- 

dich, mein Herz" ein älteres Zeugnifs als Jeremia.* Weber's "«i''*-' ^^''^'"'' übernimmt Bestellungen 

hymnologia sacra vom J. 1637? Gefällige Antworten wolle C. A. Braselmann 

man an die Redaction des Anzeigers richten. '" Schlciden. 

15) Um Mifsdeutungen vorzubeugen, sieht sich unterzeich- 
12) Anfragen. Wo befindet sich das Wappen Gunze- netcr Vorstand veranlafst , hiermit zu erklaren, dafs das gcr- 

lins I. von Schwerin entweder im Originale, oder in Copie, manische Museum an der Bekaiinlmachung des diesseitigen 

oder in genauer Beschreibung? Archivsckrelärs Herrn Dr. Biirkhardt vom 3. April d. J. in 

Falls weder das Eine noch das Andere bekannt ist: wo den Berliner Kachrichten von Staats- und Gelehrtensachen 

befindet sich eine Stelle in einer Urkunde oder in einem Schrift- Kr. 79 keinen Antheil hat, überhaupt Verölfentlichungen von 

steiler, aus welcher zu schliefsen ist, dafs das in der Urkunde Museumsbeamten in jener Form nicht billigen kann. 
von 1269 (s. Meklenb. Jahrb. I, pag. 208) näher beschriebene Nürnberg, den 15. April 1S57. 

Wappen Gunzelins III. und llelmolds II. dasselbe Wappen Der I. Vorstand des german. Museums: 

ist, welches Gunzelin I. führte? Dr. Frhr. v. n. z. Aufsefs. 

Baukasse der Karthause zu Nürnberg; 

Aus voriger Anzeige in Summa 06 11. 21 kr. 

Von Sr. Durchlaucht Fürst Günther von Schwarzburg-Rudolstadt . . . 20 II. — kr. 

Von Krau Gralin Luise v. (iiecli zu Thurnau Erl 25 fl. — kr. 

Von einem Inbenannlen 2 11. — kr. 

Von Herrn Klug, Archili-kt, in Koburg 1 (1. — kr. 

144 fl. 24 kr. 
Weitere milde Gaben für Restauration der Karthausc, zu deren Empfangnahme sowohl die Herren Agenten als auch die 
Fondsadininisiraliun des german. Museums dahier erbotig sind, werden stets im Anzeiger milgetlieilt werden. 

Die Redaktion. 



Vcrantwortlichfi Redaction: 



Dr. Kreih. v. u. z. Aiifsess. Dr. A. v. Eye. Dr. G. K. Fromniann. 
Druck vou Fr. Cumpe & SoliD iu NUruborg. 



NtTHNBüRG. Das Abonnement des Blattes, 
weklifs ;tlle Monate erscheint, wird (ganz- 
jährig auRenommen und beträft nach der 
neuesten Postconvention bei allen PostÄni- 
tern und Buchhandlungen lir-utschlamis incl. 
Oestreicha 2 fl. 48kr. im 21 fl. - Fufs oder 
1 Thlr. 16 Sgr. 

Y^XT Frankreich abonnirt man In Strafs- 
burg bei Gr. A. Alexandre, in Parle bei dem- 
selben, Nro. 23. rue N'»itre Dame de N'azareth, 
und bei der deutschen Kuchhandlung von 



mimmi 



Flu vmi m 




F. Klincküieck . Nr. 11. rue de Lille, oder 
bei dem Postamt in Karlsruhe; für Eng- 
' ■-. - 'm i ^Villiams & Norijate, 1-1 Henriette« 
■■' '- (.'uvi-nt-Giirden in I.otijou; für -Vord- 
.<! bei den Pobtäuitcni Bremen und 
iiiinii)urp. — 

Inserate, welche mit den Zwecken des 
AnzeiKers und dessen wissenschaftlichem 
Gebiete in Verbinduni; stebL-n, werden auf- 
genommen und der Hauiu einer Columnen- 
reile mit 7 kr. oder 2 Sgr. berechnet. 



UM 




;\ 



rfriri 




>{ciic Folge. >^#f^^^5^|J^ Vierter Jahrgang. 

ORGW DES (^EIDIAMSC IIIA MÜSFXMS. 

1857. jyg 5. Mai. 

Wissensdiartliclie Milllieiliiiiii^en. 



Zur Ciiescliiclite von IVertlieiiii. 

Von Dr. Th. A. Warnkönig, fiirsll. Domainendirektor, 
in Wertheim. 

In der ersten Nummer des dicsjährisrcn Anzeiffers .«nclit 
Herr Professor Aschbarli nachzuweisen, diils die von mir 
(Anzeiger 1856, Nr. 11) hervorgehohene Stelle aus Schan- 
nafs Tradiliones Fuhlenses ihm nicht nur nicht entlausen, 
sondern in seiner Geschichte der Grafen von Wertheim 
S. 21, Note 18 sogar eingeiiend besprochen worden sei, 
dafs sie aber auf Wertheim nicht wohl hezosen werden 
könne. In der angeführten Note nun heifst es allerdings, 
dafs es „nach einer han-dschriftlichen Mittheilun^ 
von Hrn. Menk-Diltmarsch " eine Urkunde vom J. 7711 
gebe, worin ein Comes Cunihert dem Stift Fulda Güter in 
Werlhcim und Biscoll'esheim übertrag-en habe, von Scbannat 
geschieht aber hiebei mit keiner Silbe Erwähnung. Des- 
halb konnte nicht vcrmuthet und mufs jetzt noch bezweifelt 
wci'den, dals der Herr Verfasser gerade die von mir an^^e- 
fiihrte Stelle im Auge gehabt, oder sie auch niir >;okaiinl 
hohe, er wiire sonst vielleicht doch zu einer anderen Aii>iclit 
gelangt. Es ist in der That nicht einzusehen, warum diese 
Stelle eher von W irlbeini au der Kiiizitr als von \\ erllieiiii 
am Main, und von ßischolTsbeini an der Khiin oder von 
BischolT>lieim in der Grafschaft Hanau eher als von liiscbofls- 
heim an der Tauber verstanden werden soll. Weder der 
eine noch der andere Ort gehorte zum Fiildaer SliflMrcbicl, 
und von dem einen kann eben so wenig als von dem anderen 



nachgewiesen werden, dafs die Abtei Besitzungen daselbst 
gehabt habe. 

Dageffen weifs man, dals in TanherbischotTsheim ein 
Fulda'sches Frauenkloster war , welches um die .Mitte des 
H. Jahrb. die h. Lioha srriindcle. deren Gebeine auf Anord- 
nung des h. ßonifacius zu den seinigen in Fulda beigesetzt 
wurden (Scbannat, Dioecesis Fuldensis, S. 155). Wertheim 
aber war ring.s unlieben von Fulda"schen Klöstern. Lehen 
und sonstigen Besitzungen, so von den Klostern Höchst und 
Holzkircben , die beide unter der Schirmvogtei der Grafen 
von Wertheim standen, von den den Grafen von Wertheim 
verliehenen Herrschaften Breuberg und Renilingen, und von 
zahlreichen Besitzungen im Waldsassengau und Tanbergau. 
Hieher cehoreii z. B. die Schenkungen in Heimstatt zwischen 
Wertheiru und\\'ürzburg (Ailalhalmestat; Corp. Trad. Nr. 63), 
in llellinsen ebendaselbst (Corp. Trad. Nr. 45), in Hoch- 
hauseu zwischen Wertheim und Tnuherbischonsheim (Summa 
Tradit. I. 24, H5, 88, 80). in Griinsfeld zwei Stunden von 
Taulierbischolfsbeitn (Summa Trad. I. 2!l, lt!2) und noch 
viele andere. Es liegt daher zum Mindesten die Möglich- 
keit vor, dafs die Abtei Fulda früher einmal auch in \\'erl- 
heini Besitzungen geschenkt erballen habe; und da der Ort 
der Schenkung des Grafen Kunibert ausdrücklich Werlhcim 
und nicht Wirlhcim •renanni wird, so ist doch jedenfalls die 
gröfscrc \\ ahrsi heinlichkeit auf Seite unseres \\ rrllieim als 
des Wirlheim an der Kinzig, welches .schon in den Hllrsteu 
Zeilen mit einem i geschrieben wurde (Guden I. 35(t). l)nzu 
kommt noch, dafs das ganze erste Capilel in der Sonimlung 



143 



Anzeiger für Kuinlc der deulschon Vorzeit. 



HA 



des Mönchs Ebirliard , in «elthes die Solienkiitig des Grafen 
Cunibert aufffciiomnien ist, ausdriitkliili nur von Silienkungen 
im Grapfeld, Folcfeld, Angergau, Gollaclioau, Tunberg-au. 
Jaxtg^au, Midaihgaii, Rangan, Badenegau, Kocbensau, Saal- 
srau, \\ criniiau und NN'alsassen^au , nicht aber von s(d- 
chcn im Kinziggau handeil. Freilich scheint es einen 
eigentlichen Kioziggau nicht gegeben zu haben, sondern 
\>irthcim a K. im Maingau gelegen zu sein. (Vergl. Kre- 
mer, Geschichte des rheinischen Franziens, hss- v. I.amey, 
S. 109 1: von den Schenkungen im M;iini;:iii ahcr liiindill 
der Mönch Ebiihard erst im III. Capilel. l)a nun Werllieim 
a. M. zum Tauberffau gehörte (Aschbacb a. a. 0. S. 19), 
so kann die Schenkung des Grafen Cunibert iiinli nur auf 
dieses \\'ertheim bezogen werden. Endlich sieh! Hrn. I'rof. 
Aschbach eine sehr bedeutende Autorität entgegen ^ es ist 
Kremer, der in seiner Geschichte des rheinischen Franziens 
(S. lOS) das in dcu Ausziigcn des .Mönchs Fbiiliard an der 
von mir angefiilirten Stelle einzig vorkommende lüscoves- 
heini, ebenso wie Griinsfelil und Iloclihausen, zum Taubeigan 
zahlt. Wenn man hiernach unter liiscovesheini Taulierlii- 
schoffsheini versteh!, so wird man nnler dem damit in Ver- 
bindung gesetzten Wertheim auch nichts als un^er \\'ei't- 
heim zu verstehen haben. Das Gesagte dürfte genügen, um 
meine in Nr. 1 1 des vorjährigen Anzeigers aufgestellte Uc- 
bauplung zu rechtfertigen. 

Uebrigens mul's dem Hrn. Prof. Aschbacb vollkommen 
beigestimmt werden, wenn er zugibt, dafs die Geschichte 
der Grafschaft NVertheim noch gar manche Aufklärung, Be- 
richtigung und Bereicherung erbalten könne. Insbesondere 
ist durch die gcgenwiirlig slalllindende Eiurichlunff des liirstl. 
I.KWenst. gemein.-cliafllichen Archivs, dessen Benulzunir dem 
gelehrten Hrn. Verfasser der Geschichte der Grafen von 
Werlhcim so sehr erschwert war, schon ein kostbares Ma- 
terial hiezu gewonnen worden; namentlich liulien die früher 
wenig beachteten Akten, die bis zum I I. .hilirlinndcil liiuauf- 
reicben, eine reiche Ausbeute geliefert. Indem man sich 
vorbehält, solche nach und nach an die OcITcnIlicbkcit zu 
bringen, *) soll hier nur beiläufig bemerkt werden, dafs sich 
unter Andern über die Vcrfchmung des Bischofs Johannes 
Brun von Würzburg und seiner Fehile mit dem Grafen Mi- 
chael von Werlheim, Über die Theilnahme des (Jrafcn Georg 
am Bauernkriege und über die Einführung der Beformalion 
zum Thcil sehr voluminöse Akten vorgefunden luibi'ii, die 
gegenwärtig gesichtet werden. 



»i«" SlirtiiiiK deH HloMters Prüm. 

Von Dr. G. Ba rsc li . k. |ir eeli. lieirierungsralhe, in Coblenz. 

Herr Dr. Diiminler irjlit in der Einleitung zu seiner neu- 
lich erschienenen *) L'ebersetzung der Chronik des Regino 
von Prüm an, dafs das Kloster Prüm im .lahre 7ti3 von 
König Pippin zu Ehren des Erlösers gegründet und von ihm, 
seiner Gemahlin ßertrada und seinen Söhnen Karl und Kar- 
lomann aus ihren Eigengütern reich begabt worden sei. 

Dies ist uurichlisr. Die erste Sliflerin war Bcrtrada, 
wahrscheinlich eine Fürstin aus dem Geschlechle der Mero- 
vinger, welche nach dem Tode ihres Gcmahl.s auf der Burg 
Mürlebacb bei Prüm wohnte. Die Urkunde ist am 2ö. .luni 
im 1.. lahre der Regierung des Königs Theodoricb IV., Sohns 
des Königs Dagobert III., also im .lahre 720 ansi'efertigl. 
Berlrada und ihr Sohn Heribert bauten eine Kirche auf 
einer Wiese am Flüfsdieii Priim . neben derselben einige 
Zellen für Benediclinermönc be, « eUlic sie unter Aufsicht des 
Angloald stellten. Der Stiftung « urden viele Güter in der 
Umgegend von l'riim angewiesen: siehe Marlene, vet. Mo- 
niim. T, I. p. 23; Hontheim, bist. Trev. I. p. 112; Berthol- 
let, hisloire de Luxembourg, vol. II. preuvcs & pieces justi- 
ficatives S. XXXI und S. 202. Georgisch, regesta ; Trlersche 
Chronik, VI. Bd. S. 76; Schannat, Eiflia illustrata I. Bd. 
2.Ablh. S.894. III. Bd. 2. Ablh. 1. Abschn. S. 292. S. ;524. 

Pipin erneuerte die Stiftung des Klosters Prüm auf Bitte 
seiner Gemahlin Bertrada, welche eine Enkelin der älteren 
Betrada war, und füsle der ersten Stiftung viele Güter hinzu. 
Der erneuerten Stiftung wurde Assiieriis als erster Abt von 
dem Könii;e Pipin vorgesetzt. In dem für Geschichtsforscher 
wicbligeu Werke: I.'art de verifier les dates, p. 487, wird 
die (iemabliu des Kiinie> Pipin eine Tochter Cbariberls, 
Grafen von l.aon , Kcnaiint und aU ihr Tudesjalir 7S5 an- 
gegeben. 

Recino sagt im C'hronicon (editio Holcnluin von 1321) 
f(il. I'.tr. : ..eodein anno (DCCLXXXIII. 1 obiil Bertha regino 
IUI. Id. .lul/' 



*) Die Geschichlschreilicr der deutschen Vorzeil in ileulschcr 
Benrbeilung nnler dein Schulze Sr. Mnj. des Kimigs Kried- 
rieh AVdbelni IV. von Preufsen licrausgeg. v. G. II. Pcriz. 
J. Grimm cic. IX. Jalirh. 14. Band: Regino's Chronik. 
Berlin. 1M.")7 gr. 8. 



*) Eine Reihe dieser neuen Beiträge zur Geschichte \. \Virl- 
heini liegt bereiLs in unseren Händen und soll nach und 
nath im Anzeiger nnlgelheill v»crden. Die Redaclion. 



Kur FlHrliart-TiKerntiir. 

Von E. \\ e 1 1 er in Zum li. 

Ich mache die Bibliographen hier auf ein ganz unbe- 
kanntes Werkchen aufmerksam, das nach dem Frankfurter 



Zustände. 

Sprai lie und 
Schrift 

BiIjliü»;ra|>l)io. 



145 



Anzeiger für Kunde der di'iitsi-hcn Vorzeit. 



146 



Mefskataloi? im J. 1573 eine zweite Auflage erlebte, <la» 
ich aber noch in keinem Katalog angezeigt gefunden: 

Aller Practickeu und Prognoslicken Gro|ivatler. o 0. 

1573. 4. 

Am Schlüsse der zweiten Ausgabe (in der ersten nicht!) 

von ^.Aller Practicken Grojiniutter" polemisirt Fischart in 

einem besonderen (jedichle gegen dieses Opus, das gleich- 

wol „der Practicmulter erstgebornor Son" sein konnte. 

Aus dem harmonirenden Stil der Vorrede Fischarts zu 
Minus Celsus iiuhc ich die Gewifsheit erlangt, dafs \\\t\{- 
gangus Prisl)iicliiu> niemaiid anders als Fiscluirt i.--t. Die 
betreffende Schrift kommt haulig vor und wurde im gleichen 
Jahre neu gedruckt, im J. 1575 zum dritten Male: 

Respoosio ad orationem habitam niiper in concilio 
Helvctiornm, pro defensione caediiim et latrocinionim, 
(|»ae in Gallia commissa sunt: editam et promulgiitani 
Germanice. Auclore Wolfgango Prisbachio Craco- 
viensi. Rupellae (i. e. Basileae). 1573. 8. 60 be- 
zahlte Seilen, 2 leere Bialler. 

Deutsch mit dem Titel: 

Antwort auff den gesuchten Fürlrag der Schweitzer, 
zu vertheidigung de(i begangenen Mordls in Franck- 



llriirliHtück einer lliiiKlnrlirift des iM'ein. 

.Mil!.'clhcil( VOM A Pernhüffer in Wien. 

.\uf der inneren Seite des Buchdeckels eines bekannten 
Werkes fand ich ein Hruchstuck einer Pergamenthandschnfl 
des Iwein. Das Blatt ist in Kleinfolio, schon geschrieben 
lind vollUdiiimen lesbar, mit Ausnahme einiger Stellen auf 
der ersten Seile, wo die Bindfaden des Buchrücken; ge- 
sessen und einige Buchstaben ausfallen machten. Zwischen 
den Zc'ilen sind rothe Linien gezogen ; jede Seile ist in zwei 
Spalten cingelheill . dcrrii jede 111 Verspaare eulhalt. Bei 
Vergleichung niil dir Benecke - LacliiMauiischeii Ausgabe 
zeigte sich, dafs unser Bruchstück von Vers 3210 — 3362 
geht und in vielen Punkten von dein Te.\le dieser Aus- 
gabe abweicht, doch nicht so, dafs Zahl und Folge der Verse 
nicht in beiden übereinstimmten. Die Verse 324s und 32S2 
beginnen mit rolhgemalten und schwarz umzeichneten Ini- 
tialen : Vers 3344 mit einem einfachen rothgemallen Buch- 
staben. 

Der Schrift nach zu iirlhcilen, fallt der Ursprung dieses 
Blattes in das Ende des 13. Jahrb. und die Eigenthiinilich- 
keiten des Dialekts scheinen mir Frauken als die Heimat des 
Schreihers zu bezeichnen. 

Ich theile hier nur iiocli die Anfangs- und Schlufszeilen 
mit. indem ich eine vollständige Abschrift des Blattes der 



Literatur. 
Epos. 



reich, durch Wollfgang Pri(5bach Lateinisch beschrie- Sammlung des german. Museums übergebe. 



ben, nun aber verteutseht. o. 0. 1573. 4. 

Ebenso wird Fischart die Herausgabe des Sammelwerks 
besorgt haben, worin auch die Fides Jesu et Jesuitarum mit 
dem Pseudonym Donatus Gotvisus: 

Doctrinae Jesuilicae praecipua capita. A doclis quibus- 
dam Theologis rete.xta, solidis rationibüs Icstimoniisque 
sacrarum Scripluraruni cl Dnclorum veteris Ecdesiae con- 
fiitata. Rupellae, apud Thcopliilum Regiiim ( i. e. Basileae). 
1384: n. ed. ib. 1589. 

Tomus H. et III. ib. 1585, tomus IV. et V. ib. 1586, 
lomu.- VI. ih. 1588. 

\i(ll(iclit ist von ihm : 

Heniin in (iailiii !;c!;lannii . ahuM|Ui' priiinulgato pacis 
edicto, niense Maio 1576 ad hiinc dieiii iiisignis, 
eiique snccincia narralio. In qua arlilicia , ipiihus 
Irnnquillilatis publicae inimici, ad postremum illiid 
fdii lum elevandiim, maioresq: (piiini nntea siisrilandos 
lunuillus, abusi sunt, reccnsentur. Aiitliore (ieorgio 
Ebonff. Canthnrii, Ex oflicina Amedaei Menalcas (i. c. 
Arpentorali). 1577. 8. 38 Blatter mit Seitenzahlen. 



Anfang: Im . . steten nniles 

di vor lust des gutes 
d' ianiir nach dem wibe 

d . . enainen sinem libe 
vil gar die vreude vii den sin 

nach eine dinge iamrt in 
daz er were eteswa 

daz man noch wip fweste wa 
Schlufs : wart er ie edel vü rieh 

dem ist er nv vil vngelich 
er leufet nv nacket beider 

d' sinne vii oucli d' cleider 
vnz daz III zu einen stunde 

naikcl slalciide vunden 



Elterliard Ta|i|iiiiH und !«>elin««li»n Iraiiel». 

Von Fr. Latinilorf in N(ii>trclitz. 
Das Sprichwort : Dcmuti)rcr Münich | hochferligcr nbt 
(vgl. Anzeieer 1650 Sp. 332), entnahm Tnppins Franck's 
Paradoxen, wo es gleichfalls unter nr. CXL lu dem latciui- 



SprUchwort. 



117 



Anzeiger für Kunde der deulsilien Vorzeit. 



148 



sehen Magistratur \iruiii arguit angeführt "iid. Die he- 
treffende Steile lautet volK-tandi» in ileiii mir \iHiiey:en(len 
Exemplar (o. 0. u. J.) fol. XCII'': 

Magisiratus viruni arguit. 
\N'as der man kan | zeigt das ampl an. 
Ind dann ruuli einer lungeren Erörterung: „Da zeigt da> 
anipt den man an j also das vil sprüchwörler davon her- 
kduimeri j Demütiger Hluntli j Holferliger Abt | Es ist kein 
kling die harter schilt | d;inn so ein heller ein herr | vnd 
kein hofferliger tliier j dann .-o ein mayt ein fra« wüil." 

Und dafs Tappius alle bezüglichen Sprichwörter dieser 
Stelle entnahm, wird die Vergleichung lehren. Tapi)iiis 
a. a. 0. (136"^; 

„Magistralus virum indicat. Ideni dictum — heif^t es nun, 
um die aus Erasmns eirtlehnte Erläuterung de^ Sprichwor- 
tes und die Parallel>lelle aus Sophokles Antigone zu über- 
gehen, — Idern dicturii liodic >ic \iila;iluui e?! . ut nihil 
tritius : 

\\ as der man kan | zeigt das anipt an. 

Iliic iilliiilil illud vulgo celebre, si Sebastiano France 
credimus : 

Demütiger mUnich | hochfertiger abt. 

Item illud : 
keyn hochferliger thier | dann ro eyn magt eyn fraw wirt. 

Kesipit illius adagii naturam et ille rithmus uulgo cele- 
bratus : 

Keyn schermesser also scharlT schiert 
Als eyn bawr der zum Iierrn wirt." 

In Franck's Sprichwörtersammlung fehlt da? betreffende 
Sprichwort im 2. Theile, dessen erste grofsere Hälfte sich 
direct an Tappius, wie die 2. an Tunivius anlehnt; wohl 
aber findet es sich mit einem dahin gehörigen Schwanke, 
der danach auch in die Egenoin">i ben Siiinmlungen , z. B. 
1552. 297», Übergegangen ist, im ersten Bande S " uml ''. 

Von dieser Seite aus liifsl sich demnach eine frühere 
Daliriing al.s Ijll für Franck"s SpricbworteE'sammlung nicht 
vorauraetzen. Und dafs er \ or Tappius, d. Ii. vor 15.'{',), 
schwerlich eine Sammlung herausgegeben, folgt auch au> 
folgenden Worten des 2. Thciles, der dem ersten hinsicht- 
lich seiner Abfassungszeit nicht >o weit gerade nachstehen 
wird : 

II. 1 ti I '. N\ iin mir lue da^ liiiili ml ihiIit ilcn lirii- 
dcn I mehr daü mir lieb were | wüchse | so wolt ich zwar 
w cilleuffiger au|ifiiren | was srhad an leib | secl | ehr > iid 
göt au(i dem spil erwuchs | nit weniger daü au|i hurcy vii 
suufTen | davon ich etwa \ o r zwulff jarn ccschriben 
hab. 

Die Dedicalion der hier nngedculctcn Schrift : Von dem 
grewiichenn lastcr der Trurjc kenheil i>t aber: zil lusten- 



feldeii. Anno Domini JID.X.VXl. dalirt, so dafs Franck schwer- 
lich vor 1541 an eine Neroflentlicliunff seiner Sammlungen 
gedacht hat. 

Zum Nachweis aber der vagen Anlehnung Franckens an 
Tappiuj wühle ich die aus letzterem (Anzeiger 1856 Sp. 
-*.'!1) milgetheilte Stelle. Sie lautet ohne jegliche weitere 
Bemerkung II. Iß": 

RuI macht die kinder gut. 

Liebe rlltb | Ihetestu ich Ihet nimmer gilt. 

Danck hab die ruth | sie macht die kinder gut. 

Für die Kritik der Sprichwörter ist Franckens durch ih- 
ren Heirhthum unschätzbare Sammlung minder wichtig, als 
z. B. Tappius und Agricola , da er aus den verschiedensten 
Sammlungen compilirl und fremde, « ie zum Theil antike, 
Sprichwörter einzubürgern gesucht bat. 

Durch Franck aber hat Tappius indirect auf die wichtig- 
sten spiileren Sammlungen, z. B. auf Schottel eingewirkt: 
unter denen, die sich direct an ihn anlehnen, ist mir beson- 
ders J. Lange bemerkeiiswerth erschienen, von dessen No- 
vissima Polyanthea ich die Frankfurter Ausgabe löl" fol. 
benutze. 



Alte Eieiiifvaiidtafel zu CSräiiiitoniia. 

Von Adolf Bube, Arcliivrath . zu (iotha. 
Im jetzigen herzogl. Bentamle, der ehemaligen allen Burg, 
zu Grällnlouna (\m Ilerzogtliume S. Gotha) ist eine ohnge- 
fahr 7 F'ufs hohe Leinwandtafel aufgehängt, auf welcher 
eine aufrecht stehende Katze mit einem Federhut auf dem 
Kopf und einem Schwert au der Seite und ihr gegenüber 
eine ebenfalls aufrecht stehende F^ule mit weifser Halsbinde 
und langem schwarzen Schleier dargeatelll sind. Zu den 
Füfsen der Katze streiten sich zwei Jagdhunde uui einen 
Knochen. Die liulc aber hält in ihren Krallen eine Maus und 
ein Jagdhund bringt ihr einen Knochen. Lni das Bild herum 
stehen die plattdeutschen ^^'orte : 

Uhle du deyst my unrecht 

de muf> my to secht — 

Kalte du scliasl wetten 

nii-guüet brod w iril oke gehlen. 
Man hat die> auf den Zwiespalt deuten wollen, der zwi- 
schen Erdmuthe Juliane, geb. Gräfin von Hohenslein, \>'itlwe 
de? letzten, im J. 11)31 gestorbenen Grafen >on Gleichen, 
und deren ErbverbrUdcrten, den Schenken von Taulenburg 
und den Grafen von Wnideck, entstanden war. 

Dieser Ansiilil können wir jedoch nicht beistimmen, viel- 
mehr i;laid)en wir schon aus dem westpliälisrhen Platideulsrh 
der Umsihrifl schliefsen zu dürfen, dal's die Tafel sich auf 
den Streit bezieht, den Walpurgis. ireb. Gräfin zu Spiegel- 



Kunst. 

Zeictinende 
KUnBte. 
Malerei. 



149 



Anzeiger lur Kunde der deutschen Vorzeit. 



150 



her? und Pyrmont, Gemahliu des 1570 sestorbenen Grafen 
Siegmund von (ileidien, mit dem BiMliof von Paderborn, 
Herzog Heinricli von Sachsen, führte, welcher als Lehnsherr 
die durch Erbschaft ihr zuffefallcncri Herrschaften Spie^el- 
berg und Pyrmont einzielien \v(dlte. 

Die Gräfin behauptete ihre Ansprüche und fügte zu dem 
kampfgerüsteten und mit ffoldner Krone seschnuicklcn sil- 
bernen Löwen ihres \\ a|)pens das rolhe Pyrmonter Ardier- 
kreuz und den rothen Spiegelberger Hirsch. Sie starb den 
22. Juli 1599 und wurde durch eine grolse Gedenktafel ge- 
ehrt, die hinter der Kan/.el der Pfarrkirche zu Gralintonna 
aufgeliiingt ist. 

Walpurgis Sohn, Georg lU. , Graf von Gleichen, führte 
den Titel „Graf von Spiegelberg und Pyrniont," und als er, 
nicht lauge nach dem Tode seiner Mutter, den 5. Ocl. 1599 
in dem Kriege gegen die Spanier in den Niederlanden ge- 
blieben und in der Pfarrkirche zu Griifintonna l)esraben wor- 
den war, setzte man diesen Titel auch in die Aufschrift sei- 
nes Denksteins, auf welchem er noch zu lesen ist. 



StADilesverhÜlt. 
□iäse. Adel- 



Land u. Leute. Die kurländiMCiie .%€l«-lMiBintrik<>I von l(i90 

biM 1634. 

Von A. V. Hoiningcn gen. Huene, k. pr. Bergmeistcr, 
in Siegen. 

Im Jahre 1158 hatten Kaufleute aus Bremen zuerst die 
Küsten Livlands, in früheicr Zeit die gemeinsame Bezeich- 
nung für Kurland, Livland und Esthland, auf einer Seereise 
betreten, und suchten in das Innere des heidnischen Landes 
einzudringen. Bei wiederholten Reisen der unternehmenden 
Kaufleute hatte sich der fromme Augustinermönch Mcinhard 
aus dem holsteinischen Kloster Segeberg angeschlossen und, 
nachdem er die liviscbe Sprache erlernt, dem heiiinischen 
Volke das Evangelium gepredigt. 

An der Mündung der Unna gründete .Meinlianl die erste 
Kirche und wurde 1188 zum Bischof des neuen Bislhums 
ernannt. 

Der starre, wilde Sinn der heidnischen Liven beugte sich 
aber nicht so leicht uiilcr ilie llerrsclial'l des Kreuzes, und 
man sah bald, ilal^ ilcr fromme Sinn der Priester, so\> ie dei- 
untenicbnicnde Geist der Handelsherren nicht genügten, um 
der neugegrundeten Kirche einen festen Halt zu verschaf- 
fen und das Licht des Glaubens in den heidnischen Lündern 
des hallischen Nordens zu verbreiten. 

Der grofse kühne Geist Albrechls von BuxhOvden, aus 
einem Gescblechte Bremens entsprossen, erkannte die Ver- 
hältnisse und wurde der Reiter der jivischen Kirche und 
der Gründer eines mächtigen Ordensslaales. 



Im Jahre 1200 zog Albrechl als dritter Nachfolger des 
Bischofs .Meinhard mit einer grofsen Schaar von Geistlichen, 
Rittern, Kaufleuten und Handwerkern nach den Mündungen 
der Düna , eroberte in schnellem Siegeslauf das Land, und 
schon 1200 war ganz Livland getauft. 

1202 gründete Albrecbt den Hillerorden der Schwert- 
brüder, welcher 30 Jahre spater mit dem deutschen Orden 
vereint wurde und in diesem aufgieng. 

Albrecht zog wiederholt nach Deutschland, „um in allen 
Flecken.'- auf allen Strafsen und in allen heiligen Sliftungea 
das Kreuz zu predigen und für seine Kirche zu begeistern 
und zu werben; dann verliefs willig der Ritter die Stam- 
mesburg seiner Viiler, es trieb den Mönch hinaus aus der 
Einsamkeit der klösterlichen Zelle, den Handelsmann und 
Handwerker vom Frieden des hcimathlichen Heerdes. Und 
Alles schaarte sich begeisterungsvoll unter das Banner der 
heiligen Jungfrau der Schutzpatronin der livischen Kirche. 

W idirend 350 Jahren, bis zur Auflösung des deutschen 
Ordens in Livland, (am 5. März 1562) „hatte Deutschland 
nicht aufgebort, seine besten Kräfte, die Blüthe seines Adels, 
den Kern seines Bürgerthunis, seine Mönche und Geistlichen, 
seine Kaufherrn und Handwerker, seine Kriegsknechte und 
Söldner hinauf nach dem baltischen Nordlande zu schicken, 
um dort dem christlichen Glauben und deutschem Leben eine 
sichere Stalle zu bereiten. Bald balle sich das Land gcfulll 
mit Kolonisten aller Art , und während der Fleifs der Han- 
delsleute an den Flüssen und Meeresbuchten blühende Städte 
und Hafenbucbten gescbaüen, hatten die Ritter weit und 
breit im ganzen Lande ihre Veslen und Schlösser, die Geist- 
lichen ihre Kirchen und Klöster eingerichtet, und Alles war 
in dem Aufsendeutscblande dem Mutlerlande nachgebildet 
worden. Mit der Sprache hatte sich hier deutsches Recht 
und deutsche Sitte eingebürgert. Von den Thoren der Bur- 
gen begrüfsten den ankommenden Ritter dieselben' Wappcn- 
hilder, die er daheim so oft bei den Turnieren wie im Ge- 
wühl der Schlachten hatte glänzen sehen." 

\\älirend .350 Jahre halten die deutschen Ritter, so- 
wohl die Ordensritter, wie die mit denselben kämpfenden, 
aus der deutschen lleimalh nach Livland gezogenen Edel- 
Icute, harte Kriege mit allen Nachbarländern zu führen, bis 
endlich der einst so mächtige Orden, von aller deutschen 
Hidfe aus dem Mutterlunde verlassen, der Uebermacht unter- 
lag und unter pidnische Oherherrschafl gelangte. 

In allen Tbeilen der jclzl russischen Ostsee- Pro» in/cn 
lehcn bis heute die Nachkommen der nuithigi'n Ein»an<lcri'r 
aus der glorreichen Zeit des deutschen Ordens und der 
mtichtigcn Hansa. In allen Standen der Ostsee- Provinzen 
begegnet man allentlialhen deutschen Geschlechtern. Liest 



151 



Anzeiger rür Kunde der deutschen Vorzeil. 



\r,'. 



man das Alhiim academicum der riiiver^itiit Durpat vom 
Jahre 1S52, welche:» die Namen aller Studenten enthalt, 
weiche seit 50 Jahren dort studirt haben , so glaubt man 
das Studentenverzeichnifs einer deutschen Universität vor 
sich zu haben. 

Der grufste Theil des eingewanderten Bürgerstandes ge- 
bort fast ausscliliLT.''lii li dciii noidwestlichen Deutschland, 
Westfalen, Niedcrsiuliscn uml dem Mederrbein an. 

Ans denselben Gegenden slamiut auch der grul'ste Tlicil 
des baltischen Adels, bei «elilicni aber auch der Adel an- 
derer deutschen Gaue vertreten ist. 

Nur von der Familie Licven weifs man, dals sie einem 
livischen Stamm, dem Geschiechte des heidnischen Fürsten 
Caupn angehört. Namen wie Palkul, Koskull scheinen von 
deutschen Familien nach den Namen ihrer ersten livlandi- 
schen Besitzungen angenommen zu sein. Die Namen der 
adlichen Geschlechter, welche zur Zeil des deutschen Ordens 
eingezogen und wahrend der Dauer der Kiltcrhnnk von 1(520 
bis 16.34 in Kurland vertreten waren, sind in der UurNmili- 
schen Matrikel, welche damals aufgestellt wurde, eingetra- 
gen. Die von den Rillerbanken von 1620 bis 1634 ver- 
tretenen Geschlechter bilden den alten Stammadel Kurlands, 
welchem sich nach der Zeit viele andere gleich alte Ge- 
schlcchler anderer Gegenden anschlössen. 

Das nachstellende Yerzeichnil's ist nach der allen Matrikel 
aufgestellt. Die uulerstrichenen Namen geben die Geschlech- 
ter an, welche 1843 noch in Kurland blühten, und in dem 
Werke des F'reiherrn von Firks Kreis-Adels-Marsihall „über 
den Ursprung des Adels in den Ostsee-Provinzen Kul'slands 
und das den alten Hiltcrgeschlcchtern daselbst gebührende 
Prädikat: Freiherr; Miliiu bei Heilier 1843," in einem Ver- 
zeichnisse zusammengestellt worden sind. 

Hinter jedem Namen ist die ursprüngliche Ileimatb der 
Familie angegeben , soweit diese ermillelt werden konnte. 
Zu einem vollständigen Nachweis hierüber fehlte es an dem 
erforderlichen Material, und nidgen <lalicr auch manche Irr- 
thümer eingetreten sein. 

Die Matrikeln der Provinzen Lnhind und K>lhlaiid cnl- 
hallen sicherlich noch viele Geschlechter, welche zur Ordens- 
zeit eingezogen aber 1620 nicht in Kurland vertreten waren. 
(Fürlselüung f'du'-l 



Leben. 

Lcbenswotsc. 

Bodale VcrhKlt- 

nlBSe. 



fiirniie Jfinrliini MnllKe llniirMlinKiiiiK. 

Milgellicill \iiu \\. Ircili. \ . Lu f fc I li o Iz, Uoni.inciiilircctor 
und Archivar, zu Wallcrstein. 
I Forl.st'lznug. | 
Die gro(ien visch >ollcn bi|i in die vnsicn ludialten 
werden. 



So man hennen . honer ayr gens etc. hriiigt . das des 
gen Hone tragen werd . besichtigen . gut Hennen . Honer . 
gens genomen . die ayr gezell . vnd das alweg ain knchin 
bnb da.^ in die Canizicy sage damit der zedel darumb recht 
gemacbl niug werden. 

Vnd das die jailichen gar zu aller zeit eingebracht wer- 
den villi iiit zu hauiron. wäre sich zu vil zu schlagen wolle 
den .'•elliiiren snl maus vndersatreii. 

Des laifliib essen vnd trinken jii der kiuliin vnd an- 
derswo abstellen . zwischen malen . daii man zeit genug 
i|5t damit ain yedcr der mal wol erwarten mag. 

Zu der priester lisili sol gcselzt werden . Die jungen 
Edellewt die Erber burffer . der buchsemeister . Die ein- 
spenniger kiiecht iV Hollschneider Iromater. 

So aber der gotsliauser plleger holtzwartteu oder ander 
raisig knecht da weren . Die sollen anch geert vnd an der 
bricster tisch gesetzt werden. 

F-s soll allweg ain vorrat scbmaltz . saltz . bachen stuck ') 
vnd anders da seyn . damit yetlichs zu seiner zeit mit vn- 
serm wissen gekaufft mug werden. 

Der metzger . sol lleissig vnd sauber metzgen . kain Hertz 
oder gar nichts dauon bin geben . oder bin werlTen . Sun- 
der kudel dann , vnd anders al|5 sauber beraitten . Vnd das 
die koch das al|j nach den nutzesten verkochen vnd nichts 
danon vergon lassen. 

So er metzigel sol jme zu morgens i ma|i weins vnd zway 
brol zu der siippen gegeben werden . Des mittags yst er 
heroben . sol jm zu dem essen drew prot vnd ain halbe 
ma|5 weins gegeben werden. 

Vnd so er besnnder ain kalb sticht . sol jm so er das 
kroes heraulT tregt ain Iruuck vor den keler vnd ain prot 
gegeben werden. 

Von ainen yetlichen rind gro|J oder klain iiij ?b llaiscb. 

Von ainen schweyn ain leber . vnd drcy protwurst. 

Zu den wursten für vnns . sol er sewderm nemen vnd 
jn ellirb weclialtren . ^) in etlirh kumirh ■') thun. 

Der keller sol ycderman des so jm zw gebort willigk- 
luli geben vnd kaincn von freundschafll oder gab wegen 
mcr . auch neiuiand vs feindschalTt wegen nichs abbrechen. 
Nichts baymbliagen oder scbiikon. Audi siinst nicninnd an 
erlaubniis iiiebls •relien. 

Denen so lijnmii sind iiil nlllag so sy bnimb gon wol- 
len brol geben . Sonder jii acht oder vierzehen lagen ain 
mal ain jirot oder zway seim weyb zwbringcn geben. 



') Geräuchertes ."«rliweinllciscli; Scliiii. I, 11^1 f. — ') \>acli- 
hcdder; .Schiii. IV, 10. — »J Kflmmcl; Schni. II. 299. 
(^Forltelzung folgt.) 



153 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeil. 



154 



Religiüiij- Die niiitliiiiarHlicIieii OpferMteine iiiiil aii- 
anslalten. dere J^trliinKcrlliünier im diraiiit dcM 

Heidenthum. ItieMCIIjCeltirKH- 

Von Prdf. Dr. Jl o s di zu llerisclidorf in Sclilesien. 

Es ist burt'its in dem Neuen Laiisitzistlu'n Maiiiizin vom 
J. 1855 Erwiiliniing g-escliehen von der Aufliniliing miilli- 
mafslicher tieidnischer Opferstätten und Steinaltertliümer im 
Riescneeliirjre, und zwar in einem Aufsatze, der autli als 
besonderer Abdruck unter dem Titel „die alten beidnisihen 
Opferstätten und Steinaltertbiimer des Rieseng-ebirgs von 
Dr. Mosch," bei Nesener in Ilirscbberg in wenigen Exem- 
plaren in den Buclibandel gekommen ist. Indessen bat die 
Redaktion manche W'cgiassungcn beliebt, und es sind auch 
seitdem noch manche Anfflndnugen erfolgt, so dafs nach- 
träglich ciniffe Zusätze zu jenem Aufsätze nicht übcrlliissig 
sein durften. 

Die Kessel- und schalenartigen Vertiefungen in dem gra- 
nitischen Gestein boten zunächst Veranlassung zu verschie- 
denen Meinungen, indcjn die Geologen sie den Hiesenlijpfen, 
die Archäologen hingegen den Opferkesseln der heidnischen 
* Vorzeit zuschrieben. Die geologische Entstellung durch Ein- 

wirkung des Wassers wird von allen Denen vcrniulliet, 
welche nicht Gelegenheit gehabt haben, zu sehen und zu 
priifen, und welche mit ähnlichen archäologischen Vor- 
kommnissen unbekannt sind. Die Verlheidiger dieser An- 
sicht stützen sich auf die in neueren Zeiten gemachten Be- 
obachtungen , nach welchen schon ein blofser Wasserstrom 
bei Stromschnellen und A\'asserfällen Vertiefungen im Ge- 
stein zu bilden vermag, vielmehr aber Kessel aushöhlen 
mufs, wenn er Rollsteine mit sich fiihrt und sie im Kreise 
herumtreibt, wie man dieses am Ufer der Aar bei der Grim- 
selbriicke beobachtet hat Zu solchen Aushöhlungen durch 
das Wasser gehören auch die von unserem grofsen Buch 
bei Golling im Kalksleine bemerkten fortlaufenden Reiben 
von Löchern parallel übereinander, 150 F. iiber dem jetzi- 
gen Wasserspiegel der Saiza, und die sogenannten Riesen- 
löpfe, welche man in Schweden, im Harz, in Schollland, 
in der Brelaene, bei Heidelberg u. s. w. gefunden hat 

Ob nun schiin im liiesciigcbirge ilculliche Spuien von 
Abrundung und Auswaschung des graniijschen (iesleius klar 
vorliegen, obgleich nicht einmal geleugnet werden soll, 
dafs ähnliche Riesentöpfc hier auf obige Weise gebildet 
worden sein können, so entbehren doch die meisten der 
hiesigen Stcinkessel, Schalen und blendenartigen Vertiefun- 
gen an den Scitenwänden der Felsen eines unabweisbaren 
Kennzeichens jener Entstehung, nämlich der glatten Aus- 
scheuerung durch die im Innern um!fetricbcnen Uollsteine. 
Waren aber auch alle die zahlreichen Sieinkessel im Hiesen- 
gebirge jener natürlichen Entstehung, so mUfsIcn sie doch 
nach ihrer liermaliK-en l!e^chllfIl■lllu■it dun h Mrnsi benhaiid Um- 



änderung erfahren haben, denn diese ist zu deutlich sichtbar. 
Es ist aber wahrscheinlich, dafs ein alles unbekanntes \'ulk 
diese Steinkessel und andere Vertiefungen, neben der Erw ei- 
terung und Abänderung solcher natürlichen Vertiefungen, ab- 
sichtlich ins Gestein für seine Zwecke gearbeitet hat. ähn- 
lich den alten Troglodyten. welche neben ihren naturlichen 
Felsenhöhlen sich auch noch andere zu ihren Wohnungen 
herriclitelen. Nur manche dieser Steinkessel sind glatter, oder 
vielmehr weniger rauh und höckerig, in ihrer Oberfläche, 
und zugleich mehr kreis- oder eirund in ihren Umrissen; die 
meisten zeigen einen unregelmäfsigen zackigen Umrifs und 
eine rauhe, oft hakige Oberlläche, als ob sie mit der Spitz- 
haue gearbeitet wären, was auf dem obigen natürlichen 
Wege nicht geschehen sein könnte. In der Nahe solcher 
Kessel findet man auch oft Anfänge anderer, die unvollendet 
geblieben sind, und alle die grobe, hakige Oberllache aufzei- 
gen. Diesen künstlichen Ursprung durch Menschenhand, oder 
doch bei manchen diese Umgestaltung vielleicht schon vor- 
handener Becken, haben Mineralogen von Ruf auch aner- 
kannt, wie der geh. Rath Weifs und Prof. Rose aus Berlin, 
welche im J. 1855 die Kessel unlersiichlen. Freilich \iiht 
sich auch noch eine andere Entstehungsweise flacher Ver- 
tiefungen und Schalen auf natürlichem Wege denken, die 
dann auch zu menschlichen Zwecken benulzl worden seiti kön- 
nen, nämlich durch Verwitterung und Wirkung der Schlag- 
regen. Denn da, wo Granilwände freistehend den Stürmen 
und Schlagregen nach langdauernder Wolkenbedeckung völ- 
lig ausgesetzt waren, erhielt dadurch und durch das Her- 
unterspülen des Aufgelöseteu die Oberfläche solcher Felsen 
eine Art von Abreibung, so dafs selbst Flechten und Moose 
hier keine Wurzel fassen können, und die entstandenen 
schalenartigen Unebenheiten, da jene Einflüsse fortdauern, 
in ihrer rauben Abgesclilifl'enbeit verbleiben. Dafs aber die 
meisten Sieinkessel des H.-(i. von menschlicher Hand her- 
rühren , das bew eisen noch die Rinnen , w eiche Ausgange 
aus der Mehrzahl derselben entweder nach dem Felsenrandc, 
oder auch in einander selbst bilden, und die kleinen Napf- 
chen, welche sich bisweilen an ibrru Seilen, oder um sie 
her linden. Au vielen Sielleu Irilll mau dabei noch andre 
künstliche SIeinarbeiten , die die üedculung und Rcuulzung 
solcher Kessel darthun. Fls wird daher gut sein, wenn sich 
Geologen und Archäologen in Bezug auf die Sieinkessel des 
Riesengebirgs einigen, denn die menschliche Fjiiwirkuiig 
liegt hier am deullichsten vor, Mehrcntheils sind die Kessel 
auf den höchsten Felsen und FcIsenthUrmcn angebracht, und 
sehr oft die Rinnen so erweitert, dafs sie am Räude des Fel- 
sens Sitzen gleichen, welche beim schrägen Ansteigen der 
Oberfläche hinten förmliche Lehnen bilden. .Manchmul sind 
die Felsenkuppen so abgearbeitet, dafs ein Felscnstuhl ge- 
bildet wird, zu welcbeni einige Stufen aufwärts fuhren, oder 



I5b 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeil. 



156 



auch eine freistehende Sessellehne entsteht, wie das auf dem 
KynasI sichlhar ist, inmitten zahh-eicher Stcinkessel. Auch 
Steinhiinke sind dahei ans dem Felsen heransgehauen. Die 
meisten Stellen sind in der iiltern Abhandlung: im Lausitzer 
Magazin angeeehen: aber eine Steinbank, die aus dem Fel- 
sen herausiüchaULn ist, kommt an der Felscnplalle des lIOl- 
lensteins auf dem Kjnast vor (siehe Figur I. auf der bci- 
liegeijden lilliogra|diiilen Tafel). Dort sind auch am gan- 
zen Berge herum noch Kessel und Sitze anzulrclfen, die 
früher nicht angegeben worden sind, auch am sogenatintcu 
\\achs!c'ine , und besonders ein Sitz am Kulherge. Am 
Heerdberge, oben über dem .Stuckard'scheu Gute lieg! im 
Walde ein Steinblock, bei dessen Kessel an den Seiten noch 
kleinere Niipfe eingehaucn sind. Am Eisenberge habe ich 
unterhalb des Altars und des Tauisteins an einem aus dem 
Berghang vorragenden Felsen die Hache Eingrabung zweier 
Fiifse, und dazwischen die einer Hand, oder vielmehr der 
auseinander gesperrten Finger, umgeben von zwei kleinen 
Kreuzen, an einer Stelle, wo von keiner Grenze die Rede 
ist, gefunden. Der linke Fufs ist etwa einen halben kleinen 
Finger tief durchgängig ausgehauen und hat 11 Zoll Liinge, 
der andere, rechte Ful's, in seiner Gestalt etwas plumper, 
ist reichlich 1 1 Z. lang und nur im Umrifs eingegraben; 
von den Fingern ist der Daumen 2 Z. , der kleine Finger 
3Z., die übrigen Finger sind 3'/2 '^^- l-'ng, und die Kreuze*) 
stehen um die Finger her. (F. II.) Der Taufslein bat eine 
Aushöhlung von ohngefahr 2 F. Tiefe un<l eine sehr weite 
Ausgaug.-ölfuung gegen S.-O. ; er steht auf dem Untersatz einer 
breiten, natürlichen Felsenplatte. Von der Felsenblende des 
Mann^teins im Ilayn , die in dem oben erwidiulcn Aufsalz 
beschrieben ist, zeigen die Umwohner in der Aushöhlung des 
Kopfes die Einarbeitung einer Hand oder vielmehr leichte 
Eindrucke von ö Fingern im Granit, die aber einer unzwei- 
felhaften Deutlichkeit crmangeln ; einige Annäherung an die 
deutlichere Fingerzeichnung am Ei.seuberg läfst sich immer- 
hin an diesen Spuren wahrnehmen. 

*) Aehnliche Kreuze kommen häutiger in den Felsen dieser 
Gegend bei Sleinkesscln vor; so in der Höhlung des Gabel- 
steins bei Schreiherliau eine ganze Keihe, und ilergleiclien 
auch auf den Sleinliilderu des Zohlons, in der Form ähn- 
lich den Kreuzen zwischen den nordischen Kunenzeichen 
auf scandinavischen Ituneustcineii. 
fSdilufs folgl.J 



Sinais- Wer lilit|i|M'rM(«-iii. 

""" " '"' Angeregt durch den in ,Nr. .'! u. 1 iles Anzeigers unter 

Rcchuiicbiitz. 

Gcrichtrver- obiger Aufschrift enthaltenen Artikel des Hrn. I'rof. A. Stoher 
in Mulhausen, bot Hr. Bürgermeister Sassenhagen zu Leba 



(in lliulerpommern) die Güte gehabt, uns eine beglaubigte 
.\bschrift der sogen. Willkür der im .1. 13(i2 vom Hoch- 
meister des Dentschordens Winrich v. Kniprode mit lubi- 
schem Rechte bewidmeten Sladt Lebamünde für das Archiv 
des germ. Mus. milzuthcilcn. Dieses Sladirecht zeigt niim- 
lich in seinem §. 33, dal's in Deutschlands höchstem Norden 
die Verleumdung fast in gleicher Weise bestraft wurde, wie 
dort im Elsafs, und doch waren beide Nationalitäten so ver- 
schieden, welche Ver>chiedenheil diese Strafe hier nur noch 
schimpflicher machte. 

Dieser §. 33 lautet: ,, Ob in Unserer Stadt eine böse 
Haut widire die da Neue Miilire machele, oder Irii^e neue 
Mahre, und die eine Irome fraw oder Jnngfraw berüchtigte 
und schändete, und da|j Zwey Biirgerfrawen höreten und 
bezeugeten da|i, und darüber geklaget würde. So soll Sie 
Zu Schanden bey dem Kacke stehen Zwey Tage lang und 
sol einen Stein umb den Markt tragen, Sich zu Schanden, 
und man soll Ihr einen \\'oggen (Besen) in die Hand geben 
und Weisen Sie auji der Stadt." 

Uebcr den Ort, wo diese Willkür galt, bemerkt Hr. 
Sassenhagen noch Folgendes: „Lebamünde hat gewifs schon 
vor seiner Bewidmung mit dem Stadtrechte bestanden und 
die für den Handel höchst günstige Lage frühzeitig die Ent- 
slehuug dieses Ortes bewirkt. Das Territorium von Leba- 
münde umfalste (1362) 1.')' , Hufe, welche der Stadt durch 
das Privilegium belassen worden sind. Die (iermanisirung 
von Lebamünde durch lübisches Recht entspricht dem durch- 
gängig festgehalleiieu (irundsalz. nach welchem die au der 
Ostseeküste oder nicht fern von ihr liegenden pommerschen 
Städte die Gruudzüge ihres Rechts und ihrer Verfassung 
von Lübeck, die südlicheren von der Stadt .Magdeburg er- 
hielten. Lebamünde wurde im Jahre 1370 Iheils durch das 
Andringen der Ostsee, theils durch die Versandung von den 
Bewohnern verlassen, welche damals 100 Rutben ii>llich 
die jetzige Stadt Leba anlegten. 

Es will mir scheinen, daIV der Hochmeister des Deutsch- 
ordens, Winrich von Kniprode, unter dessen Verwaltung die 
oben erwähnte Willkür zum tJesetz erhoben wurde und 
welcher aus dem südlichen Deutschland gebürlig war, die 
Grundzüge des j^. 33 der Willkür mit in das Ordenslaud 
gebracht iinil solche dem geduchteii §, mit Rucksicht auf 
<lic slnvisdic l!c\ olki'ruiig aber verschärft, unterlegt habe. 

Nur so kann ich mir die .Vehnlichkeit des Strafgesetzes 
gegen bö>\villii."-i' Verleumdung, wie es im Süden Deut^ch- 
lands gali nud Jin lioln ii Nurden ebenfalls angewendet wurde, 
enträthseln.^' 



fahre D. 



Verantworllirh« Rednclipn: 



Dr. Freih. v. u. z. A 

Druck von Fr. Campe & Sohn In NIlrnbiTK. 



(.Vit einer ReÜRge. ) 
ufscsa. Dr. A. v. Eye. Dr. (i. h. Fro iiiiimi n n. 



Stiin 
an.iliil 

K.rht.«! 
(!• rirlit 



l]i:iL AGE ZLM WZFJGEIl FLU IvlXDE DEU DELTSCIIEX VOKZEIT 

1857. JN? 5. Mai. 



(Iii'oiiilv des liioriiiauisclieii Museuiiis. 



Vor Allem IkiIhii \>ir den Krtundcii des IVationaliiiuscuiiis 
zu berichten, dafs die Hartliause nun vuni Staali-, soweit sie 
dessen Eigcntiiuni ist, in allen Tlieilen, bis aul Heuniagazin 
und Schmiede, dem germanischen .Museum übergeben wurde 
und die am Tage nach der Einweisung begonnene Rcslaura- 
lion , geleitet vom slädtisclien ISuuralU Herrn Solger. rüslig 
vorwaru schreitet. Beim ALbrcclien s|i:itcr einge-elzter ■Mauern 
hal man noch irianche interessante Eirizelliciten des ursprüng- 
lichen Baues inideckt und ans Licht gearbeitet , so den alten 
Estrich, Säulen, Holzdeclien, insbesondere die des grofsen Kelek- 
toriums, welche nach gescheheneu geringen Ergänzungen einen 
der Säle der Kunstsammlungen schmücken wird. — .Mit be- 
sonderem Danke ermahnen wir der Freigebigkeit der Ein- 
wohner iNurnbergs, welche den Bau, der so viel wie möglich 
den Charakter seiner L'rsprunglichkeit bewahren soll , durch 
(jeschenke schon verzierter niillelalterlicher Thüren , Schlosser. 
Fenster u. dgl. unterstützen. .Mochten doch auch andere Freunde 
der deutschen Kunst und Wissenschaft das Nationalniuseum bei 
dieser schwierigsten und folgenwichtigsten lliilernclininng recht 
thatkriiltig unterstützen '■ — 

iVichls desto weniger giengen aber auch für die Samm- 
lungen bedeutende Gaben ein und es ist namentlich mit Freu- 
digkeit und Dank zu bemerken, wie das k. Museum zu Ber- 
lin und das herzogl. .Münzkabinet in Anhalt aus ihrem IJcber- 
flusse das gerni. Museum zu unterstützen fortfahren. 

Auch hat der letzte .Monat dem Kationalmuseum eine nicht 
unbedeutende Anzahl Beitriige von Privalpcrsoueu zugebracht. 
Nicht zu verkennen ist, dafs wir einen guten Theil dieser Er- 
folge der Thaligkeit der Agenturen \ erdanken; neben die schon 
früher mit Anerkennung genannten dürfen wir nun auch die 
Stiidte und Agenturen Bonn und Bielefeld stellen. Erfreulich 
ist es ferner, melden zu können, dafs wieder einige neue 
Agenturen errichtet sind, nämlich: zu Asch in Böhmen, zu 
Cambridge bei Boston in IVordamerika , zu .Mediasch in 
Siebenbürgen, zu .Mergentheim in W (irtlemberg, zu Con- 
st an z. 

Von Buchhandlungen sind bcigcircten : 

276. J. F. Stcinkopfs Verlagshandlung in Stuttgart, 

277. Job. Urban Kern in Breslau, 

278. G. (". E. Meyer sen. in Braunschweig, 

Leider hat der Gelehrtenausschufs des Nationalmuseums wie- 
der cm|inndliche Verluste erlitten durch den Tod des durch seine 
Forschungen auf dem (jchictc germanischer Spruch- und Aller- 
Ihnnisknnde hochverdienten J. .M. Kenible, dann desDr. I'as- 
savant in Frankfurt, imucs in seiner Bedeutung für die Wis- 
senschaft langst anerkannten Gelehrten, und des ür. Hehlen 
in Kürnberg, der sich um das IValionalmuseuni durch seinen 
immer bereiten, uneigennützigen Eifer die dankenswcrihestcn 
Verdienste und auf dem Gebiete der deutschen Kulturgeschichte 
einen rubiiilichsl bekannten iSainun erworben hat. Seit einigen 
Jahren war der Verstorbene mit einer gründlichen Durchfor- 
schung des Nürnberger Archivcs beschäftigt zum Behuf einer 



unilasseiiden Geschichte der Nürnberger Gewerke und es ist 
gewifs ein beklagenswcrther Verlust, dafs er nicht das ver- 
dienstliche Werk, nachdem er mit gröfsleiu F'leifsc das Material 
dazu gesammelt, selbst noch hat vollenden dürfen. — 

Für die im Nachstehenden verzeichneten Geschenke sagen 
wir, sie hiemit bescheinigend, unsern besten Dank: 

I. Für das Archiv. 

Bull, hatiliiiann. in Nürnberg: 
711. Wirthschafls- und KechDungsbucli von .Muffel zu F>nircuth. 

Iti;i2 — ;t!l. Pap. 

Dr. J. V. Zingerle, Professor, zu Innsbruck: 
«12. Schutzbrief d. Grafen Albrecht von (iorz für seinen Bur- 
ger und Diener Chunz. 1295. Pap. Abschr. 

Sassenhag^en, Bürgermeister, zu Leba in Hinterpoinmern : 

71j. \\ illkiir der Sladt Lebamünde. 1377. Abschr. 

Dr. Frommann, \ orstand des Archivs u. d. Bibl. d. g. M. : 
714. luventarium u. Beschreibung der Güter des Hans Sieden 

zu Vockendorlf. 1615. Pap. 
71.'>. Inventariuin des Andreas Schöpfer und seiner (iernaliliii 

zu Vockeudorlf. 1G15. Pap. 
71(). Invenlanum des Heinrich \\ albinger auf der Wunschel- 
liurg. lt)37. Pap. 
Hermann Pfau, hauliiiann, in Zwickau: 

717. \ erlügung des Herzogs August von Sachsen an Paul Gro- 
bel wegen der Flofse. 157H. Pap. 

718. Verfügung des l'hurlursten Joh. Georg von Sachsen an 
Andr. Meurer wegen Ermittlung von Dieben. 1644. Pap. 

719. Verfügung des Herzogs Johann Georg zu Sachsen an 
seine Käthe wegen einer Schuld des Sohnes des Grafen 
Ludwig (jüniher zu Schwarzburg. 1650. l'ap. 

L, Renovanz, Buchhändler, zu Kudolstadt: 

720. Freibrief des Grafen Heinrich von Schwarzhurg für das 
Augiistiuerklosler zu h^rlnrt in Betrell' der Abhallung eines 
Jahrtags. 1394. Pcrg. 

721. Lehnbrief der Grafen LudvMg Karl und Sigmund von 
Gleichen für Heinrich Ziegler's nachgelassene Sühne über 
Güter zu Drosladt. 1541. Perg. 

722. Lehnbrief des Grafen Günther von Schwarzburg für Else 
.VpclfMii /u l-!rliiri iiln-r \ crschieilenc Guter. IUI. Perg. 

Sichart von Sichartshofen zu iloicck : 

723. Urkunde des Conrad von Aufscfs über die Abtretung von 
Schönwald und Hufeck an den Markgrafen Friedrich von 
Brandenburg. 1423. Pap. 

II. Für die Bibliothek. 

Dr. Weinhold, Universität« -Frofeiuor, m Urui: 
3785. üers. , über den Dichter Graf Hugo VIII. von Monlforl. 
1857. 8. 



159 



Anzeif^ftT fur Kunde der deulsrlieii X'orxeil. 



1(50 



Verein f. Nassauische Alterthumskunde und Ge- 
schichtsforschung in \\ irsliiiilili ; 

3786. Dors. , Dcnkm;ilpr ans Nassau. II. H. Die Abtei Eber- 
harh, hrranss. v. Dr. K. Rofsel. 1. Lief. 1Ö57. 2. 

Dr. Karl Bartsch, Cnnscn-alor ilcr Rihllothck am germ. 
.Museiiiu : 

3787. K.Trl der (jrofse von dem Slrii Krr. luTausj;. v. K. liartscii. 

Relnbold Pauli, l'ruIVssur, m li<]5turk: 

3788. Ders., d. Hansische Stahlhof in London. 1856. 8. 

Verein f. Hessische Geschichte und Landeskunde 

in h;is^(-l: 
37h9. Ders., Zeitschrilt. Bd. VII. 11. 1 n. 2. 1857. 8. 
Dr. ReufS, <|u. rroFessor, in Nürnberg: 

3790. L. Choulant, d. Anfange wissenschaftlicher IVaturgesch. 
und nalnrhistor. .^bliilcliin!; im christlichen Ahendlande. 
1H56. 4. 

Kaiserliche Akademie m Metz : 

3791. Di.s.. .Mimcjir.s. \.\\\ 11' Annec. 1855—56. 1856. 8. 

Dr. Heinr. Metzg'er, .Snlircclor am fiymnas. EU Emden: 
.3TH2. DiTs. . •!. li;iiiri..Mrs(lic Wesibahn. 1856. 8. 

Friedr. Schuler von Libloy, l'rol., in Hernrann>liiiit: 
;3793. Ders., kurier Ueherliiicli der I.iteraturgcsch. Siehcnhur- 

gens. 1857. 8. 
3794. Ders., statuta juriuni municipalium Saxonuni in Transsil- 
vanJH. Das Eiecn-Landrechl der .Sielili. .Sachsen. 3 Lief. 
1853. 8. 
Comite Flamand de France in Dimkirchen : 

379.). Da,.... hullclin. I\r. 2. .Mars et Avril. 1857. 8. 
Dr. Back, «eh. Rea:.-Ralh, in Altenburg: »^m i e^ . 

3796. Ders.. Bericht über d. Bestehen und V> irken der Kunst- 
und Gewerbvereinc anlscrhalh Allenburg ini J. 18,i6. 
(1857). H. 

Dr. Ign. V. Zing'erle, (Jvmri.- l'rol. . in Innsbruck: 

3797. Ders.. die ()s«aldlii;indc ii. ihre Beziehung z. deutsch. 

VMhol0i;ir. IS.-.fi. 8. 

Dr. Jacob Schneider in Emmerich : 

379H. Ders., d. hyllthal m. s. nächsten Umgebungen. 1848. S. 

3799. Ders., die alten .Mauerwerke auf den Gebirgen der klei- 
nen Moselseite. 1844. 8. ' ;;i' 

3800. Ders., Beiträge zur Gesch. des römischen Befcsiigungs- 
wesens auf d. linken Rheinscile. 1844. 8. 

Carl Reigers, IlJilleniiireclor zu l'elft in Ilulland. 
3'>ii|. firdonantien, ende Decrelen van den heylighen fiini ihr 
gencrael, ghchouden lül Trcnlen. 1570. 12. 
Franz Frhr. v. Soden, Fdrstl. Schwarzburg. Major a. D.. 
tri iNiirrilHTg: 
3802. Ders., die Kriegszuge der Nürnberger iiacli l.irlitinbcrg 
und nach I'ngarn. 1857. 8. 
Bauer & Raspe, liuchhaudl. i.lid. .MerzJ in Nürnberg: 
3808. Zeitschrilt t. deutsche hulturgesch. Ucrausgeg. v. .loh. 
Muller u. Joh. Falko. 1857. Aprilheft. 8. 
Trowitzsch & Sohn, llorbuchdruckerei, in Frankfurt a.(l. : 
3804. y. älu|ii:l, jireuls. Gesetz -Codex. 3 B. mit Su)i|il. 1. 
1855 — 56. 8. 



3805. E. rille rdiulli , iiber Leuchtgasbereilung. 1856. 8. 

Bautenbacher, Bcneliciat, in Günzburg : 

3H()H. (ii,i-s.- iil.i r .Itri Trophelen Kzerhiel. rap. lldschr. 15. 
hihrb |H Bll. 2. 

Dr. E. Herzog in Zwickau: 

3807. Ders., rrkundcn-Bnch der Kün. Sächsischen Kreisstadt 
Z«i.Kaii. Pap. IIHschr. 171 Bll. 4. 

Dr. Carl Herrn. Rättig, Schulrath, in Neustrelitz: 

3808. Ders., z. Geschichte der Organisation des Neustrelilzer 
Schulwesens vom J. 1795 b. z. J. 1838. 1856. und da^ 
Keglement fiir die Maturitätsprüfung der Abiturienten in 

Mecklenburg -Strelilz. 1857. 4. 

Friedr. Latendorf in Neu-Strelitz: 

3809. Eiselein, diu reimhaflen, anklingenden und ablautartigcn 
Formeln der hochdeutschen Spraclie in aller und neuer 

Zeil. 1H4I. «. 

Verein f. Lübeckische Geschichte u. Alterthums- 
kunde in l.ühci k : 

3810. Ders., Siegel des Mittelalters aus den Archiven der Stadt 
Lübeck. 2. 11. 1857. 4. 

Ein Ungenannter in Nürnberg: 
3hII. Lcouh. Keitner von Herfsbruck, ein Freuden Spruch Eini 
Erbarn Kath zu Rotlenburg auff der Tauber des ange- 
niimmenen Euangcly balheii. 0. J. 4. 

3812. Joh. Virdung von llalsliiil, l'raclica deutsch vif das 1528. 
jare. (». .1. 4. 

3813. Ders.. Practica deutsch vif des ErschrOcklich Jare 1529. 
0. J. 4. 

3814. Mathias Brotbeyhel, Practica, oder lavlT des Gestirns, sein 
hedeutung vnd Wirkung. Auff das 1528. Jar. 0. J. 4. 

3815. (Eleutherius Magnesius), gute zeyttung, von der Christ- 
lichen .\riiiata crolieruug Castello nouo vnd Kixann, Auch 
Barbarossa vnd der Türcken crlitlcm Schiirbnich vnd 
Flucht. 1539. 8. 

3816. Wunderharliche vnd erschrockliche geschieht, so durch 
Donner vnd Blitz zu Mecheln in Brabant . . geschehen, 
Sambstag fur Laurenli, alfs man zelet 1546 Jar. 0. J. 4. 

3817. Ncwe zeytung, die yelzigeu Kriegsleülft im Teutschen 
I.anilt belangend. Dur. Ii W . M. I. '.!(!. 4. 

Verein f. Gesch. der Mark Brandenburg in Berlin : 

3818. Kiedel's Codev diplomal lirandcnburgrnsps. XII. Ii. 1857. 
gr. I. 

Dr. Paul Wigand, Sladtgcrichtsdirector a.D., in Wetzlar: 
.3819. Ders., Nachtrag zu den Rechlsgutachten über die Frage : 
Sind die iOn>iualigen rorveysihen Lehne Vitingamt und 
Ehringbauseu .Mannlehne oder Wciberlehne ? flS.'iT.j 8. 

3820. K. VollgriilT, über den eigentlichen Geist des Lehnsin- 
slituts. (T'*.')?. ) 8. 

Thomas Gar, .Sl^idlbibliothckar, in Tricnt: 

3821. Der.s., I Archivo dd Castello di Tliunn. 1857. 8. 

O. A. P. Dambacher, Copist am germ. Mnncum : 

3822. M. Chiirsilchen, Slundcn-Zeiger Über d. Entfernimg aller 
obcrplalzischcn Ortschaften vom Sitze der belrellendon 
kgl. Landgerichte. 1852. kl. 8. 



161 



Anzeiger für Kunde der (Jeulschen Vorzeil. 



162 



G. V. Bamberg, K>h. Ktgii;run(;s-Hiith, in Kudulstaill : 
'i»'>'i. (Uirs.), Scilwuriburgibches Sion od, Scliwiir/.biirgs ;rcisl- 
lichu Liederdichter. 1857. kl. Q. , , , „ f 
8. Erl. Graf v. Giech, .Sliuulesherr. In Tliiiriiim : 
3b:il. MiiliTMliin zu iiiaiii Ahrifs ikr (ifsch. dt-r Gralfii und 
llcrrrii von liitili. I.ithujjr. 8 ßl. 2. 
Chr. V. Rommel, churf. hess. StaaUralh, in Cassel: 
3825. Ücrs., z. (iesoli. der Kraniosischen Colonien in Hessen- 
t'iissfl. 1>>J7. t». 

L'institut historique in l'^iris: 
3820. Üass., linvestigateur, T. Ml. MI Serie, .'267 ii. 268 
livrais. 1857. 8. 

B. Jäger, Kaurmann, in Giinzliurg : 

3827. To|)u- i;hroni)!;rii|>liia rtMpublicae >oriliergsis. 6. ThI. 
( Wappen |. I'pr. lldsohr. 18. Jiihrh. 894 S. 2. 
G. Freih. v. Bernewitz, k. satlis. Ilauplm., zu Chemnitz: 
3&2». J. ti. Leuckliid, anlj(|uilale< W aickenredenses. 1705. 4. 

3829. A. J. Cunlin, d. christl. \Vell-\Veise beweinet die Thor- 
heil derer Andern Fünll u. Zwanlii;; i\arrinnen. 1711. 4. 

3830. Mich, llenipel, eundiUiriuiii Saxoniouni de novo lyl)iilis 
aeneis incisuni et luculentu descripllone illuätratuni, von 
newen vbersehen von D. Scbiriner. 1619. 4. 

•■I , l.-.K.liüliU Ml •!. 

III. Für die Kunst- u. Alterthiunssamnilung. 

Dr. Back, geh. Regiemngsrath, in Altenburg. 
16«7. .Sieinhaniiner , gefiniden in der Gegend von Bautzen. 

1688. ri'eilspilze, gef. am Vircbovvsee in I'ommcrn. 

1689. Thüringischer Bracleat vom 11. Jhdt. 

1690. Blalt mit einem sogen. F'euersegen vom 16. Jhdi. 

1691. Sehmaler rergamenlstreifen mit .Maafs- und Werlhan- 
gaben v. 15. Jhdt. 

1692. 5 Siegelringabdrucke v. 16. u. 17. Jhdt. 

1693. 3 Blatter mit neuen Abdrücken aller Holzstöcke. 

1694. Probeblatt mit Abbildungen heidnischer Alterlhünicr aus 
dem Mii.-iiMin in iNeustrelilz. 

Dr. J. Schneider in Kmmerich. 

1695. Siegel des Kranziskanerinnenklosters zu tmmcrich vom 
I.'). Jhdt. 

1696. Hennegaucr Silberiniinze v. 14. Jhdt. 

1697. 2 bischuD. Münzen vom 18. Jhdt. 

Sälz, Schlosscrmeisler, in Nürnberg: 
I fi98. Eiserner Schliisselhaken mit durchbrochenen Verzierungen. 
I6S)9. Kisernir J.eucliter mit ZwicLscheere. 

J. Hoffknecht, l'anzlist am germ. Museum: 

1700. Silbermünze des Philipp Peter von Dernbach, Bischof:^ 

Min >\urzburg und Bamberg. 

C. Reigers , lluttendirector in Uelft in Holland. 

1701. St. Lydwina, Kpfrilch. v. C. Vischer. 

Generaldirectorium der k. Museen in Berlin: 

17(12. (;> ps:iligiis>e zwiier liraliiirni-n in Form ältester Ifiiuser. 

W. Schultz, IJr. med., in Uorpat : 
1703. Abdruck eines Siegelstockcs der Familie IIiImi. vom 
14. Jhdt. 



Dr. J. H. V. Hefner- Alteneck, l'rni. u. L'onserv. der 

xcrein. S-iiiiniluiii^eii in Miincben: 

1704. Stück eines goldncn Frieses (Wollcnzeugj V. 14. Jhdl. 

1705. Rhein, l'burvereinsmünze v. 1501. 

1706. Zeichnung nach einer Rüstung des 16. Jhdts, im Zeugi- 
bause zu Berlin. 

1707. Heil. Bischof im Ornat des 15. Jhdis., Wasscrnialerei 
nach einem Oelgeniälde. 

1708. Christus am Kreuze, Copie nach einerti Glasgemälde v. 
Anfange des 16. Jhdts. 

1709. 4 Pliotograpliiecu nach einer Elfenbeinschnitzerei im kgl. 
.Museum zu Berlin. 

1710. 4 Zeichnungen nach Wallenslückcn des 15. u. 16. Jhdts. 
Dr. E. Herzog m Zwickau; ^ -, 

1711. Ib. l.ack- und Papiersiegel v. 15. - 17. Jhdt. 

Direction des Hauptstaatsarchivs in Dresden. 

1712. 4b Lackabdriicke von alteren und neueren, im Staats- 
archive zu Dresden aufbewahrten Siegelsliicken. 

1713. Samndung von 1012 neuern Siegeln. 
Engelhardt, l'rivatior, in iNürnberg: 

17 11. IJr.iiilkione, mit vveil'sen Perlen verziert, v. 16. Jhdt. 

L. Zeysing in yuedlinbnrj;: 

1715. Siegel der Jobanniterballei Dabnsdorf v. 13. Jhdt. 

1716. Siegi-I des Peter Guczckcn v. 14. Jhdt. 
Renovanz, llofbuchhändler, in Rndolstadt: 

1717. Siegel der .\clitissin von Sl.idtilm v. 13. Jhdt. 
Wagler, .Magistratsrath, in IViirnberg : 

1718. V\ cil'sglasierter und verzierter (den vom Anfange dieses 
Jahrhunderts. 

Strunz, Conditor, in Aürnberg : 

1719. Bleimedaille auf die Errichtung der ersten europäischen 
Banken. 1624. "" 

1720. Bleimedaille auf die Befreiung .Xugsburgs und Ulms im 
J. 1704. 

1721. Bleiubschlag eines Thalers von k. Leopold I. v. 1663. 

1722. .Messingjelon vom 16. Jlidt. 

1723. 4 Jctons vom 17. — 19. Jhdt. 

1724. Ablafszeichen mit dem Bilde des h. Jakob von Coinpo- 
stella. 

1725. 3 Ablafszeichen vom 17. u. 18. Jhdl. 
Reufs, i|u. Professor, in Nürnberg: 

1726. Papierprobe mit dem Wappen des Job. Phil. v. Grcif- 
fenkliiii, Bischofs von Wurzburg, als Wasser/iicben. 

Ein Ungenannter : 

1727. Mes.suiüjelon \oni 16. Jhdt. 

Ein Ungenannter: 

1728. Drei neuere Kupferstiche. 
Lust, k. .Vdxikal, in Straubing: 

l7;ili. .) Silbermunzen h. Heinrichs 111. 

Eckart, Apotheker, in Nürnberg: 
17.10. Schle^ische Silbermünze von 1656. 

A. RUck, fuslos am germ. .Museum: 

1731. 2 hoiiianniscbe Karten des friinkischen Kreises. 
Biefel, Schreineriiu'i.sler, in Nürnberg: 

1732. 23 kleinere Silbermiinicii vom 17. u. 18. Jhdt. 



1(j:5 



Aiizi'iiier tür Kunde di-r deulsrlicii Vorzeit. 



164 



SchäfTler, SchrcinermcislRr, in IVliniliprfr : 
173^1 '.i liliiintn von einem Eisengitlt-r vom 16. Jhdt. 

J, Marmor, prakt. Arzt, in h'cin.stanz: 
I73J. 1 Sicgtl der Stadi Konstanz ans dem 14. — 17. Jhdt. 

1735. Gerichtssiegel von Thurgau vom IT). Jhdt 

S. Höh. Herzog Leopold von Anhalt- Dessau zu 

l)es.-;au : 

1736. 2 anhaltin. Groschen vom 17. Jhdt. 

1737. 2 dgl. Doppelsrhillinge v. 1(520. 

1738. 4 dgl. Yierschillingsslücke v. 17. Jhdt. 

1739. 4 Barbyer «roschen v. 1616. 

1740. 2 Dreikreuzerstücke des Grafen Johann von Plalz-Zwei- 
I) rücken. 

1711. I grafl. mansfeldischer Groschen von Itil2. 
1742. 1 grall. hanauischer Groschen von 1609. 



1743. 1 (iroschcn des Magdeburger Domkapitels v. 1614. 

1744. 3 bischcpfl. hildesheiniische Groschen v. 1632 — 37. 
I74.T. 7 verschiedene Holsteiner (Jroschen v. 1599 — 1604. 

1746. 13 verschiedene churf. sachs. (iroschen. 

Sommer, Bildhauer und Gypsfornialor. in Krankfurt a. 5!.: 

1747. 2 Gypsaligüsse eines Elfenbrindiptychon vom 14. Jhdt. 

1748. 2 Gypsnbgiisse nach Holzschnitzereien von H. S. Beham. 

J. Perge , (duditor. in Nürnberg: 
174!t. iSilliirniiinze von K. Philipp von Schwaben. 

A. Zöllner, haulinann, in >Urnbcrg : 
1750. 3 Krüge vom 17. Jhdt. 
17.")1. (Jlas vom 17. Jhdt. 

Frhr. v. Schaumberg zu Klcinziegenfeld : 
1752. Slachelsporn von ältester Form. 



Clironilv der liisl(iriscli(Mi \oiTiiie. 



Die k. k. Cen tralkom m issi on zur Krrorschun<r u n il 
Erhaltung der Saud en kniale wurde in den letzten Jahren 
in Wien mit den Absichten begründet, durch Erforschnn;;, Be- 
schreibung und Erhaltung der nionunientalen Kunstwerke Oester- 
reichs für eine umfassende Kunstgeschichte des Kaiserreiches 
das .Material zu entdecken, zur henntnil's der \> issenschaft zu 
bringen und zu erhalten. Diesen Absichten entsprechend linden 
wir in ihren „.Mi 1 1 heilungen," die uns von Jan. 1856 bis 
Febr. 1Hd7 vorliegen, vor Allem zur Geschichte der deutschen 
Baukunst in den Österreich. Liindern zahlreiche und schiitzens- 
werlhe Beitrage, doch auch manche Mitlheilungen zur (ieschichlc 
der bildenden Künste, insbesondere soweit diese, mit der Bau- 
kunst verbunden, den Kultus zu verherrlichen dienen. Für die 
Geschichte der rom. Periode in Deutschland gibt uns 
Kr. 1. IJan. l856): Ausgrabungen antiker Gegenstüiide am 
obern Wienerberge, von J. Arncth; — die röin. Wasserleitung 
auf der Schiflswcrfl-Insc! in Allofen. Nr. 7. 1856: die ünter- 
hauten des diocictianisrhen Kaiserpalastes in Spalato. von v. 
Eitelbcrger. IV r. 2. 1857: l'eber die neuesten Aiisgraliuneen 
in Grofs -Pochlarn. Andere Beitrage für die Archäologie 
bieten uns die Aufsiitze : Decennalaufzeichnimg der archaol. 
Funde in Siebenbürgen, von M. J. Ackner im Jahrg. 1856. 
Kr. 5, forlgcs. In folg.; Altcrtbümer in Steyerinark von Jos. 
.Schcigcr in Nr. 9, 1856; ein archäologischer Ausflug nach 
Feldbach, Fehring und Pertlstein in Steiermark, von riems., 
in >r. 12, 1856. Für die iV u niis ma tik: .Mimzenfund zu Rot- 
tigel in .Mahren, von Jos. Arneth in ^^. 2, 1856; für die (ic- 
ncalogie: die Truchsesse von Emerberg, von J. Bergmann, 
in Nr. 2, 1857. — Für die Geschichte der Baukunst und 
der mit ihr verbunden gewesenen bildenden Künste gibt 
uns Jahrg. l856, Kr. 1.: Die symbolischen Darstellungen in 
der Klosterkirche zu Keubcrg in Steiermark, von Dr. G. ilei- 
der. Kr. 2. : Der alle Kreuzgang des bischipflichen Münsters 
zu Brixen, fortg. in f(dg. , von G. Tinkhnuser; über ilie Zeil- 
stellung des Gurker Donibaues, von G. Freih. v. Ankershofen; 
die Kirche zu Sedictz in Böhmen , von F. Benescli u. J. /etil. 



Kr. 3.: l'eber den iiltcren siichsischen Kirchenbau und insbe- 
sondere die evang. Kirche in Mühlhach, fortges. in folg., von 
Fr. .Müller; Baudenkmale in Meran, von E. F'rcih. v. Sacken; 
die miltelalterl. Kirchenthüre bei den Kapuzinern in Salzburg, 
von v. Süss. IN r. 4.: Zur Oiientirung auf dem Gebiete der 
Baukunst und ihrer Terminologie, fortges. in folg., von K. v. 
Eitclberger; über die Bestimmung der roman. Rundbauten mit 
Bezug auf die Rundkapelle zu Hartberg in Steiermark, von 
Dr. G. Heider. Kr. 5.: Ueber Reliquienschreine von C. Weiss; 
Baudenkmale im Kreise unter dem Wiener Walde, fortges. in 
folg., von V. Sacken. Kr. 6.: Die .Michaeliskirche und die Ja- 
kobskapelle in Oedeiiburg. Kr. 7.: Uebersicht der kirchlichen 
Baudenkmale in Kiirnthen, von v. .\nkershüfeu; der gcjthische 
Brunnen in Kutirnberg, von C \Neiss. Kr. 8.: Kirchliche Bau- 
denkmale des M.A. in Volkermarkt, von v. Ankershofen; 
Uebersicht der roman. Baudenkmale in Biihmen , von Dr. E. 
Wocel; die goth. Kirche .Maria am Gesinde in Wien, von C. 
Weiss. Kr. <). : Der Richardsbogen in Triest von Dr. P. Kand- 
ier; dieSchafshurger Berykirche in Siihenburgen, von F. Müller; 
die kirchl. Gebäude zu Hartherg ui Steiermark, von H. Gravc; 
über die Baudenkmale des Krakauer Verwallungsgebieles, von 
Dr. Schcnkl. Kr. 10.: Charakteristik der Baudenkmale Böh- 
mens, von B. Grucber; die gothischc Monslrnnze der Domkirche 
zu Prcfsburg, von f. Weiss. Kr. 11.: Die Gerlrudskirche zu 
Klosterneuburg; <lie Stadtpfarrkir( he zu \\ eis in lllicroslcrreich, 
von V. Sacken; über die Vollendung des Gurker Donibaues, 
von V. Ankershofen; das lia|iti»tcriuiii zu Concorilia bei Porto- 
gruaro; Bericht über einige Baudenkmale Croaliens, von Joh. 
V. Kiikiiljevic. Kr. 12.: Die Kirche und Rundkapellc zu Dcutsch- 
Allenburg in Kiederöslerreich, von v. Sacken; über den Bau und 
die Einrichtung der Cislerzienser-Kloster und Kirchen. 1857. 
Kr. 1.: Die roman. Kirche zu Leheny (Leiden) in l'ngarn, von 
A. Essenwein; die Dominikanerkirche zu Krakau, von Dr. 
Schenkl; zur Baugeschichle der Kirch«- Maria am (iesladc. fori- 
ges, in Kr. 2, von J. Feil. Kr. 2: Die Stiftskirchen zu Griffen 
und Oberndorf in Kürnlen, von v. Ankershofen; über einige 



165 



Anzeiger für Kunde der deulsclien Vorzoil. 



166 



Bau- und Kuiutwcrke in Oberöslerreich, von Jos. BaunignrtiKT. 
— Aufscr zahlrpirhcn Notii-cn von manni^faclipni Inhalte liii-li'ii 
uns diese „Millheilungen" noch Berichte über aiisgefiihrte oder 
beabsichtigte Keslauralionen u. dergl. — 

Von den Geschieb ts vereinen der Schweiz hegen 
uns folgende, hier noch nicht besprochene Schriften \or. 

Der Geschichtsfreund , .Mittheilungen des histor. Vereines 
der Tünf Orte I. ucern, Schw yz, Zug, Uri u. Unter walden. 
Band Xl. gibt uns an Quellenschriften: üas Jahrzeilbuch 
des Teulschrilterhau.-ies in Bizkirch, mit l'rkunden 1241 — 12il(l. 
niitgeth. von Dek. Bück; vierzehn altere interessante Bechte, 
OefTnungen und Vorkommnisse vom 14. — 17. Jahrh. ( Kortsel/.iing 
von Bd. VII. J Urkunden über die Verpfändung und Gerichts- 
barkeit zu Malters 1333 — 1532, niitgeth. von J. V. Herzog. 
An verarbeiteten Beitragen zur Spezialgeschichte dieser lünf 
Orte: Ursprung und Schicksale des Eremitenhauses in Witten- 
bach bis zur Erbauung der gegenwartigen Wallfahrtskirche zum 
h. Kreuz im Lande Entlebuch. gescliichtl. \ ersuch von I'. (i. 
Boog, mit 15 urkundl. Beilagen 1339 — 1553 und 6 Siegelab- 
drücken ; zur Geschichte des Lucern. ßenediktiner-l'ropsts Ni- 
kolaus Bruder, von v. Segesser; die Pfarrei VVeggis, von Jos. 
Schneller nach urkundl. Quellen, mit Beilagen von 1378 — 1480; 
des Kapuzinerklosters in Zug Ursprung und Fortgang, von 1'. 
A. Wikarl: Geschlechtsfolge und Hinterlassenschaft des IViko- 
laus Herzogs in der Winon (des Beichcn), .\ninian in Bero- 
münsler etc., mit Beilagen. — Bd.XlI. enthalt an Quellenbei- 
tragen: Urkundenkranz des ehemaligen St. Lazarus-Spitals zu 
Seedorf im Lande Uri 1243—1518, milgeth. von P. Gall. Morel; 
Jahrzeitbuch der St. Lazarus-Brüder und Schwestern in Seedorf, 



mitgetb. von J. Schneller: die bedeuljameren Urknndenregesten 
Her unlern oder Pfarrkirche zu Beroinünsler, 141&— 1768. Zur 
Topographie und Spezialgeschichte etc.: Die Ueber- 
reste der neuen Habsburg am Luzernersee. geograph. , histor. 
und architekl. erläutert: Amman Schumacher und seine Zeit 
oder der Handel der sog. Linden und Harten in Zug l7'iH — 
1736, von C. Bossard; Bitter .Melchior zur Gilgen von Lucern 
1474 — 1519, von .\. J. zur Gilgen; der zweite Kapellerkrieg 
1530 u. 31 und die fremde Intervention, von P. Gall. .Morel; 
wie das Land Unterwaiden und das Thal Engelberg in den 
Kirchenbann und aus demselben gekommen sind, 1412 — 1415. — 
Zur K ec lits geschieh te: Das rechtliche Institut der Blutrache, 
erläutert, nach archi\ absehen Quellen des K. Schwyz von M. 
Kothing. Zur Geschichte der Baukunst: der Kirchthurni 
zu Hildisriden in antiquar. und architektonischer Beziehung. — 
Kach der Jlittlieilung eines „Vereinsmitgliedes" wurden in der 
am 3. Sept. vor. Jahres gehaltenen Jahresversammlung dieses 
Vereines in Beggenried folgende Vortrage gehallen. Herr Stadt- 
archivar Jos. Schneller, der zum Schlüsse der Versammlung 
zum sechsten .Male zum Vorstaude des Vereins erwählt «urde, 
las über einen wichtigen Kriminallall aus der -Mille des vorigen 
Jahrhunderts, eine grofsartige Beraubung des Staatsschatzes im 
sog. Wasserthurni in Lucern; Herr Fürsprech. K. Deschwanden 
aus Staus las nach archivalischen Quellen über das alte Be- 
walliiungssyslem in IViihvalden, riicksichlllch der Wehrverfassuug; 
der Benediktiner 11. Karl Brandes aus Still Kinsiedeln schilderte 
die kriegerischen Vorgange des Sept. 1798 in Mdwalileu, nach 
einem Tagebuche und nach Briefen des Kapuziners Paul Styger. 
Für alle drei Vortrage wurde die Aufnahme in den „Geschichts- 
freund" beschlossen. 



N a c li r i c li 1 <' n. 



Ijiteratiir. 

Neu erschienene Werke. 
24) Geschichte der l'adagogik von den alleslen Zeiten 
bis zur Gegenwart. Ein Handbuch lür Geistliche und 
Lehrer beider christlichen t'onfessionen von Fried rieb 
Körner. Zweite Auflage. Leipzig bei Herman Coste- 
noble. 1857. 8. 
Der Herr Verfasser hat sich schon durch mehrere andere 
pädagogische Schriften auf diesem (iebiele bekannt gemacht. 
Das obengeiianiile Werk stellt als llaupizielpunkl hin, (Ird- 
nung und Uebersicht in diesen Stolf zu bringen , Perioden 
und Unterabtheilungen festzustellen und zu ebarakicrisiercn, die 
ganze Entwicklung der Pädagogik in ihrem Zusammenhange 
nachzuweisen und für spatere Bearbeitungen eine feste Grund- 
lage zu gewinnen. Das erste Bui h beliandell Erziehung und 
Unterricht bei den altern V(j|kern Asiens und Afrikas, den 
Griechen und Bomerii; das zweite und drille Buch stellen „die 
Periode des Unterrichts zu formalen Bildungszwecken," die Zeit 
von der Einführung des Chrisleiilhums bis zum 30jahr. Kriege, 
und „die Periode des realen Unterrichts zu praktischen Bildungs- 
zwecken," die Zeil bis auf Pestalozzi , dar. Da« » lerli- Buch 



schildert „die Periode der wissenschaftlichen Pädagogik und 
Methodik von Pestalozzi bis auf unsere Tage" und gibt uns 
in reiclihalliger Ausführung ein Bild von der ganzen viel- 
seitigen Entfaltung der Pädagogik der Gegenwart mit ihrer 
Theorie und Praxis, ihrem Formalismus und Realismus, den 
Unterrichlsmelhoden in den verschiedenen Lehrfächern und 
schliefst mit kurzen Blicken auf diu Pädagogik der Zukuiifl, 
die der Verfasser als noihwendig „praktisch und organisch" 
kennzeichnet. 

25) Kaiser Heinrich der Vierte und sein Zi'italter. 
Von Hartwig Flolo. Zweiter Band. Stultgart und 
Hamburg. Verlag von Rudolf Besser. 1856. 8. 
Dieser zweite Band des uns schon bekannten M'erkes be- 
ginnt mit der Erhebung Hildebrands zum Papste (|073) und 
verfolgt den ganzen wechselvollen, ereignifsreichen Kampf zwi- 
schen dem Papslthiim und Heinrich dem Vierten bis zu de.isen 
Tode, 7. .\ug. 1106. Die zahlreichen Kampfe des an Mllleln 
iinil Eulwiirlen nie erscliiipften Königs nill den (icgenkiinigen 
Rudolf und llerinann, mit den Fürsten des Reiches und mit 
den Päpsten Gregor, Clemens, Viktor und Urbnn, endlich mit 
seinen Sfdinen Knnrad und Heinrich VII., ilcin der unglückliche 



1«7 



Anzeiger für Kunde der deulschcn Vorzeit 



168 



Huhifj. den grofsfren Valer bcsic^'l m habin, vorbehaltin war, 
werden uns der Reihe nach in lebendiger DarsUlliini;, mit 
sleiKendeni dranialisrheiii Interesse Kirbei(,'eriibrl. Die Gegen- 
salze in den l'ersdnlichkeiten lleinriehs und Gregors, der Ein- 
fluTs derselben nach allen Riehlungen auf das politische Leben 
des damaligen gebildeten Europas, die Einwirkung der Politik 
Gregors auf den Lehnslaat des rüni. Reiches, die Begünstigung 
der Plane des Papstes und der ganzen kirchlich - katholischen 
Politik des M.A. durili das Lehnsysteiu treten, geslulzt auf 
das schon aus dem ersten üande bekannte gründliche Quellen- 
studium und getragen durch eine allezeit rüstige Parleinahrac 
des protestantischen Geschichtschreibers, scharf und kl.ir in 
das Licht. — 

26) Slaven- und i e ii Iscli ihu m in kullur- und agrar- 
historischen Studien zur Anschauung gebracht, besonders 
aus Lüneburg u. Altenbnrg, von Viktor Jacohi, Prof. 
an der Univers. Leipzig. Hannover, Karl Riimpler. 1856. 

Der Verfasser, schon durch andere Schriften ahnlichen In- 
haltes, z. B. über Landwirlhschalt und natiunalukonornisibe 
Studien in der niederrheinischen Heimalh u. a. als Forscher und 
Kenner auf diesem Gebiete bekannt, weist im vorliegenden 
Werke, das durch drei Tafeln mit Dorlgrundrissen erläutert ist, 
aus der Anschauung noch bestehender Dorfer in den Gegenden 
der Niederelbe nach, dafs die sog. Rundlingsform die ur- 
spriingliclie Form eines slavischcn Dorfes gewesen und spiiter 
durch die vordringenden Deutschen in die Gassen form um- 
gewandelt worden ist. Ueber die iiufsern Verbiiltnisse der 
Slaven in diesen Gegenden zu den deutschen reberwindern, 
über den Bau und die .\nlage ihres Hauses und Hofes, ihres 
Gartens und .\ckers gibt uns diese Schrift manche brauchbare 
.Vnfklarung. 

27) ,\r chaologisches Wörterbuch zur Erklärung der 
in den Schriften über mittelalterliche Kunst vorlommen- 
den Kunstausdrücke von Meinrich Otte. Mit 166 
Holzschnitten. Leipzig, T. (). Weigcl, 1H57. fi. IV. u. 
267 Stn. 

Wie sehr ein derartiges Werk ziun Bedürfniss geworden 
war, zeigen manche bisher gemachte Versuche ahnlicher Art, 
die anderen Werken einverleibt oder angehängt, immer aber 
unzulänglich waren. Wir finden hier aber die Aufgabe in 
grofscr Vollständigkeit gelöst und müssen das vorliegende Buch 
zu den willkommensten Erscheinungen auf dem Gebiete der 
Kunstliteratur rechnen. Die Erklärungen sind kurz und trcf- 
lend : wo ohne Weitläufigkeil durch das Wort allein die Sache 
nicht vcdlig deutlieh zu machen war, untcrslulzt eine einfache, 
aber ausreichende Zeichnung die, Anschauung. Angehängt sind 
drei Wörterbücher, welche die technischen Ausdrucke aus dem 
Lateinischen, Französischen und Englischen ins Deutsche über- 
tragen, während der deutsche technische Ausilrmk zugleich in 
jenen drei -Sprachen gegeben ist. v. E. 



Anfiatie in Zeitschriften. 

Ocslcrr. Blatter fnr Literatur: >r. 14. lieber den deut- 
schen Namen des Landes Siebenburgen Cl S. i Nr. I.'>. 
Die Habsburger in Happcrswyl. (Klun 



Deutschland: INr. 85. Das Lied des hell. Anno und der 
Dichter desselben. >r. 86. Die Krippen in Tyrol. 

Didaskalia: Nr. 89 ff. Culturhislorische Bilder aus Frank- 
furt. ■». 104. Der Ursprung des Adels der Schelmen 
von Bergen. Nr. 108. Die Entwicklung des Schulwesens 
in Frankfurt a. M. 

Europa: Nr. 18. Alte und neue Glasmalereien. Der Dom zu 
.Mcifsen. Nr. 19. Zur Ethnographie Dalmatiens. 

Illustrirtcs Familienbuch: VII. Bd. 6 H. Das Grab des 
Propheten in OfTenbaeh. 

Gartenlaube: Nr. 18. Die Fürslenschulc Pforta. 

Allgem. Kirchenzeitung: Nr. i. Üer Hctscher in Speyer, 
der laulstein des Protestantismus. — Ueber den Ursprung 
und das .\ltcr der Luther. Erklärung des Vaterunsers. 
(\\ eingartner.J — Lebens- u. Leidensgeschichte der evan- 
gelischen (iemeinde \> enkheim. 

Evangel. K irchen zeilun g: Nr. 3. Ueber das Wesen der 
Reformation. 

Frankfur ler K on versa I ionsbla 1 1 : Nr. 108 fi. Die Vehm- 
gerichle. 

DiMi ts c be s "K u ns ibl a 1 1 : Nr. !5. ff. Die Sammlung des 
Stadel'schen Kunstinstituts in Frankfurt a. .M. Der Teufel 
u. s. Gesellen in der bildenden Kunst. VIH. — Ueber das 
Ulmer .Münster. — Beiträge zur schwäbischen Kunstge- 
schichte. 4. Brief. fE. .Maueh.) 

Minerva. Märzheft. Preufs. Stadtebilder. IL Königsberg. 

Wcstcrni. .Monatshefte: Nr. 7. Der L'entraldonibau\ereiD 
und dessen Leistungen im J. 1857. — Die Sl. .Mauritius- 
nnd Cuniberlskircbe in huln. 

Monatsschrift des wissensch. Vereins in Zürich. Nr. I. Die 
theolog. Zustände der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts in der 
Züricher Kirche. (Schweizer.) Nr. 3. Ueber „Das Schiff 
der Biifs". Handschrift aus d. J. 1469. (Fritzsche.) 

Deutsches .Museum: Nr. 16. Der deutsche Scharfrichter. 
Ein Beitrag zur C'ulturgeschichte. 

Berlin. Nachrichten: Nr. w7. Burggraf Friedrich von 

Nürnberg und das „hohe Haus" in Conslanz. 
o 
Praz ke-No ving : Nr. 239 If. Die czechischcn Gemeinden in 

Linz. Nr. 254 ff. Die einstigen slav. Salzsiedereien in 

.\ussec. 

Kevue arch(-ol. : Nr. 12. .Notes dun voyage archiSologique 
et lilleraire en Allemagne. (Vallet de Virivillc.) 

Bremer Sonn t ngsblatt : Nr. 15. Der Vcnusberg bei Eise- 
nach, 

Deutsche V i ert e Ija hrs seh ri ft : Nr. 78. Lilernrische 
Wechselwirkungen Spaniens und Deutschlands. — Entste- 
hung der Städte. — .Veufsere Gestaltung des Handels vor 
der Zeit der hrcuzzüge. 

Oesterr. Volksfreund: Nr. lOH. Das k. k. Arsenal. Nr. 
145 ff. Das deutsche Theater im Miltelnller. 

Allgemeine Zeitung: nufscrordenll. Beil. zu Nr. 125. Rea- 
lismus und Idealismus in der Kunst. 

Illiisirirte Zeitung: Nr. 721. Der St. Stcphnnsdom in 
Wim u. seine Restauration. Stadlewuhrzcichcn. Hl. Drcs- 



469 



Anzeiorer Tür Kunde der deulschen Vorzeit. 



no 



Arn. II. Der Teufel und seine Grofsmulter. Kr. 722. 
Slädlpwahrzrirhen. 111. Dresden. 12. Dersogenannle Tod 
 oder der geflugellc Snluni nächst der Ellibriicke in Neu- 
sladl. 

Neue Mü rii licnir Ziilun g. .\liendblatl : >r. 94. Uel)cr die 
i:egen\%iirlit;e Kinlheiliin^ de.-i hviniiTreich-» Bayern. IVr. 98. 
Das bürgerliche Haus in Hlüiichen. vom 13. — 18. Jahrh. 
(E. Kenisch.) I\r. 103. Der Volk.-igcsang der Kariierin- 
sulaner. — Zur Siltengcschichte. (l'oori.j 

Post-Zeitung: Beil. Nr. 73. Die Pfarrkirrhe St. l'lrich in 
DoiiaiiNviirth. Kr. 90. Die Walllahrlin des liaver. Herzogs 
n. Kurfürsten Max I. !Nr. <ll. Die Wallfahrten \\ illielins V. 
des Froninicn, Herzogs in liayern. 

Präger Zeitung: Nr. 1.57. Das Elisabelhincr- Kloster und 
das Waisenhaus zu Kaaden. Nr. 162. Histor. Skizze des 
Taborer Bergbaues. Nr. 163. Die Restauration des Ste- 
phans -Ddnis in Wien. 

Wiener .Militär-Zeitung: Nr. Si6. Organisation der Rei- 
ter und Landsknechte unter K. Ma.\ II. 1Ö7U. (Schall- 
hanimer.) 



VeniiiMClite IV'arlii-irliten. 

30j Se. Maj. der Kaiser \on Oeslerreich genullten Sc. Exe. den 
Herrn Kinanzniinister zu ermächtigen, dafs die prachtvollen 
Zeichnungen, welche der Conservator H. Franz Bock in dem 
kais. Schatze zu Wien von dem alten Krunungsornate der 
deutschen Kaiser anfertigen liefs, auf Kosten der kaiserl. Re- 
gierung in der k. k. Staatsdrurkcrei herausgegeben werden. 

31) Durch die Erlindung des Elfenbeiiigypscs ist für Nach- 
bildungen im Gebiete der kleineren Plastik (namentlich der 
Ellenbein- und Ilornarbeiten) ein Material gewonnen, welches 
dem einfachen Gypse weit vorzuziehen ist und insbesondere 
nicht die Kalte desselben zeigt. Gegenwärtig liefert üarrot in 
Darmstadi in diesem .Material Nachbildungen der Eifenliein- 
schnitzwerke in dem grofsherzogl. .Museum, welche allgemeinen 
Beilall linden. Von dem Grofsherzog von M'eiinar ist dieCopie 
des grofsten Stückes der Sammlung ( eines romanischen Rcli- 
quariunis in Form einer Taulkapelie mit circa 60 Figuren) be- 
stellt worden. 

32) Bei dem Dorfe Schrock in der Niihe von .Marburg hat 
man auf dem sogen. Himmarich ein altgerm. Todlenfcld gefun- 
den, auf welchini bis jetzt drei Graiicr mit l'rnen und kleinen 
Gefafsen zum griissern Theil lUMcrsehrt lilol'sgestelll sind. Die 
Nachgrabungen sollen fortgesetzt «erden 

33) Ein interessanter Kund »on rathselhaflen Werkzeugen 
aus Hirschhorn ist auf dem Lnibacher .Moraste bei Moosthal in 
der Lchmschichte unter der 9 Schuh mächtigen Torfablagerung 
gemacht worden. Es sind dies drei Stücke aus den untern 
Enden von Edelhirschgewcihcn verfertigt, 6 Zoll lang, jedes 
mit einem runden Loche von 1 Zoll Durchniesser ober der 
Rose versehen. Zu gleicher Zeit fand sii h dabei ein Hirsch- 
geweih-Fragment mit drei Zinken vor. Beachtenswcrlli ist 
ferner der Umstand, dufs man daselbst zugleich auf zwei hölzerne 



Boote geslefsen ist, die lu der Lehmschirhte unter dm: Torfe 
stecken. 

34) Arn 21. April wurde bei dem Stadichen Burg (.Pro\. 
Sachsen) auf einem Acker beim l'flügen ein interessanter Schatz 
gefunden, bestehend in 9") St. Silberiiiuiizen von IS-''^ bis 1671. 
Dieselben befanden sich in einem kleinen irdenen Ilenkellupfe, 
sind meist Thalerstücke und haben bis auf drei braiinschwei- 
gische sammllicli latein. l'inschririen. Das jedenfalls merkwür- 
digste Stück ist eine Denkmünze auf die nach den Griiniiia- 
chischen Handeln imJ.lJ67 erfolgte Eroberung der Stadt Gotha. 
IIs. Inschrift: „iMDLXVIL Gotha capla suppliciu de jiroscriptis 
iiiip. hostib. obsess. sumpto Goterisq. fiigatis Augustus 1). Saxo. 
Elector etc. F. F.;" Rs. Zwei von Emblemen umgebene ge- 
kreuzte Schwerter und die Umschrift: „Tandem bona rausa 
triuiiiphat." Die iilteste Münze ist v. 1ö54 und hat das Brust- 
bild des Königs Ker(lin;iiid ; aufscrdem sind noch a. d. 16. Jhh. 
.") Stücke mit dem Bilde Hud. IL, und den Jz. 1578, 1583, 1588, 
1598 u. 1599 und eins vom Kurf. August v. 1586. Die meisten 
Münzen a. d. 17. Jhh. tragen die Bilder der Kaiser Rud. IL, 
.Matthias, Kerdinand IL u. Hl. u. Leop. ; es sind davon vor- 
handen a. d. J. 1607, 15, 17, 23, 24, 25, 34, 36, 38. 63 u. 64. 
t:s finden sich darunter auch mehrere Stadlniünzen, namentlich 
3 Hamburger v. 1608, 20 u. 22, ebensoviel Nürnberger v. 1626, 
1634 u. 35 und 2 v. Lübeck v. 1630 u. 42. Eine Alünze aus 
der Zeit Kerd. IL trägt in der Umschrift den Namen: Marquardt 
Kugger. Von den geisll. Herren sind mit ihren .Münzen ver- 
treten 7mal (1621, 23, 24, 38) der Erzb. v. Salzburg: ferner 
der Bisch, v. iMinden u. Joach. Krdr. Administr. v. Magdeburg, 
auf dessen Münze sich die Zahl 91 befindet. Drei braunschw. 
Stücke (2 v. 1641 u. 1 v. 1643) sind die einzigen mit deut- 
schen Umschriften, sie sind von den Hrzgn. Georg u. August: 
2 haben die Devisen: „Alles mit Bedacht" und „Auff Gott 
trawe ich". Das grofste Stück, 4 Loth wiegend, scheint eine 
Denkmünze auf Kurfürst Johann Georg v. Sachsen zu sein, 
welcher nach dem Tode des Kaisers Matthias bis zur Wahl 
Kerd. 11. Reichsverweser war; auf der IIs. den Kurf. zu Pferde 
mit der Umschrift: „Pro lege et grege" uud 1619. Unter den 
kleinen .Münzen ist eine von Kurfürst Georg Wilhelm zu Bran- 
denburg V. 1636 und ;ils die jüngste endlich ein Drittelstuck 
vom grofsen Kurfürsten mit der Jahrzahl 1671. — Sammtliche 
Münzen sind ganz vorzüglich gehalten. 

35j In Bluteuburg bei München wurde die alle Schlofska- 
pclle restaurirt und macht nun mit ihren rein guthischen Ver- 
zierungen und prachtvollen .\llargemalden einen erhebenden 
Eindiuck. 

3(1) Prof. Hieser war so glücklich, in Gran einiEe sc'iir in- 
teressante Kiagmenle der vom heil. Stephan gegründeten Ba- 
silika aufzufinden, wodurch ein sehr wichtiger Beitrag für die 
(ieschichtc des allihrisllicheii hircheiibaui-s in Desterreich ge- 
woiiiieii «iirdc. 

37) An der Restauration und Vollendung des F'rciburger 
Munsters wird ohne Unterbrechung gearbeili't. Die Sudseit<- 
desselben ist nahezu vollendet in seiner iiu.sscrn Form, ebenso 
die Ruckseite des Cliiirs, so dafs nur noch die Nordseite der 
iiufsern Vollendung, iiumi nllich iler auf den Pfeilern ruhenden 
Tliürmchen, bedarl. 



171 



Anzeiger für Kunde lier ileulschen Vorzeit. 



172 



39) Das alte sojxvii, Ritterthor in .Marienburg, nucli eine 
Ruine aus der Ordensieit, soll wieder ganz in der ehemaligen 
Meise hergestellt werden, üasselbe war mit drei ThiiriiKri, 
als dem allen Stadtwappen, gekriint. [Nur die untern Funda- 
mente und Gewölbbogen sind noch erhallen. 



wahnung angegeben, der Buuslyl bezeichnet und der vorfind- 
lichen sonstigen artistischen, historischen und anderer .Merk- 
würdigkeiten, als: alter .Monumente, Sculpturen, Kelche und 
(iefal'se, Inschriften, Manuscripte und seltener alter Bucher- 
ausgaben gedacht werden. — 



40) In der Erzdiöcese Miinchen-Freising hat sich ein Verein 42 1 Das Urtheil des kön. Landgerichts Über das Eigcnthunis- 

fur christl. Kunst gebildet. Der Herr Erzbischof hat die Pro- recht des unter dem Namen „Donibild" bekannten herrlichen 

tection übernommen, Vorstand ist l'rof. Dr. Sighart in Frei- (jemaldes altdeutscher oder, wenn man lieber will, altkolni- 

siog, die Zahl der .Mitglieder bereits 711. scher Schule ist zu Gunsten der Stadt Kuln ausgefallen. 



41) Der neue Diiiccsan-Schematismus von Breslau wird sich 
nicht blos auf eine Statistik der Geistlichkeit beschränken, son- 
dern von einem reichhaltigen, Tür die christliche Kunstgeschichte 
und .-Vlterlhumskunde überhaupt hochstwichtigen Material be- 
gleitet sein. Bei jeder Kirche soll das erwiesene oder niulh- 
mafsliche Jahr der Grüudun«: oder die friiheste historische Er- 



i'i) An der Stelle der im J. 1841 durch einen Sturm ge- 
brochenen grofsen Buche bei Altenstein, unter welcher Luther 
am 4. Mai 1521 auf seiner Kückkehr vom Reichstage zu Worms 
geruht hatte, liifst der Herzog von Sachsen-Meiningen eine über 
30 Kul's hohe Sandsteinsaule errichten, die auf 3 Stufen von 
gleichem Gestein steht. 



iiiserate und l]elvaiiiil(iiadiuiiii:en. 



16) .\ller Sorgfalt tmgeachtet, welche Heraldiker der Ver- 
gangenheit und Gegenwart auf Darstellung und Beschreibung 
der Wappen thüringischer und sächsischer Dyna- 
sten- und Ed el geschle chter verwandt haben, existieren 
doch noch zahlreiche Lücken in den über jenen Gegenstand 
vorhandenen Nachrichten. 

So z. B. sind die VVa|ii)eri der alten, bereits ums J. 1280 
erloschenen Grafen von Brandenberg an der Werra, der Gra- 
fen von Buch (einstiger Schutzvogte von Kloster Memmleben), 
der Grafen von Gleifsberg bei Jena nicht zu entdecken. Die 
so bedeutende sphragistische Sammlung des k. sächs. Archivs 
zu Dresden, die reichen Quellenschiitze der dortigen Bibliothek 
enthalten über die fraglichen Wappen nicht das Geringste. 

Von dem Wunsche erfüllt, bei Abfassung meiner Schrift 
über „Thüringische Geschlechter" einiges Licht über die frag- 
lichen Wappen erhalten zu können , erlaube ich mir. Freunde 
der Sphragistik in und aufser Thüringen um gerallige AuskunIX 



zu bitten, — gern bereit, auch durch die That meine Dank- 
barkeit an den Tag zu legen, 

Schlofs NeuscharlTenbcrg b. Eisenach, den 18. April 1857. 
Ludwig W <) 1 f f Graf U e 1 1 c r o d t. 

17) In dem hiesigen Exemplare der Ad agi oru ni Kpitomc 
|.\ntverp. 1544), von dem llarrebomee (Spreclnvoordenboek 
der Nederlandsche taal, S. XX.VIII.) nähere Nachricht gibt, feh- 
len die Blätter 97, 98, 103, 104, 137 u. 145. — Besitzer eines 
vollständigen Exemplares oder Vorsteher von Bibliotheken wür- 
den mich durch Mittheilung der auf den gen.innten Blättern 
etwa enthaltenen wenigen niederländischen Sprichwiirler mit 
den entsprechenden lateinischen zum Danke verpflichten. 

In gleicher Weise würden mir biographische .Miltheilungen, 
die sich aufserhalb des Gebietes der Sprichwortcrliteralur llir 
Eberhard Tappius ergeben, willkommen sein. 

Neustrelitz. Fr. Latendorf. 



Baukasse der Karthaxise zu Nürnberg: 

Aus voriger .\nz(igr in Summa 144 (1. 24 kr. 

Erlös aus altem Holz 89 (1. 21 kr. 

V(jn I'astor Slen/.el in Nutha^bci Zerbst I 11. 4,') kr. 

Von einem l'nbenannlen 3 fl. — kr. 

238 fl. 30 kr. 

Weitere milde Gaben für Restauration der Karthause, zu deren Empfangnahme sowohl die Herren Agenten als auch die 
Fondsadmini.ilration des german. Museums dahier erbotig sind, werden stets im Anzeiger mitgetheilt werden. 

Die Redaction. 



Verantwortliche Redaction: Dr. Freib. v. u. z. Aufsesa. Dr. A. v. Eye. Dr. G. K. Fronimann. 

l>ruck voo Fr. Campe A tiobo 1d MUmberf. 



KORKBZBO. Das Abonnement des Buttes, 
velches alle Monate erscheint, wird ganz- 
jährig angenommen und beträgt nach der 
neuesten Postconvention bei allen Fostüm- 
tem und Buchhandlungen /)eut«<:AZamfj incl. 
Oestreicbs 2 fl. 42 kr. im 24 a. - Fufs oder 
1 Thlr. 16 SgT. 

Kür Frarütrtieh abonnirt man in Strafs- 
bnrg bei Gr. A. Alexandre, In Paris bei dem- 
selben, Nro. 23. rue Notre Dame de N'azareth, 
und bei der deutschen Buchhandlung voa 



mmwm 



m Ke\Dli DEK 

Nene Folge. 




F. Klincksieck , Nr. 11. rue de Lille, od«r 
bei dem PoHtamt in Karlsruhe; fUr £nff- 
iand bei Williams & Korgate, 14 Henriette- 
Street Covent*Garden in London; fllr -Vwrd- 
anurüux bei den PostÄmtero Bremen und 
Hamburg. — 

Inserate, welche mit den Zwecken des 
Anzeigers und dessen >vitisenbchaftlicbem 
Gebiete in Verbindung stehen, werden auf- 
genommen und der Raum einer Columnen- 
zeile mit 7 kr. oder 2 tigr. berechnet. 



T 



Vierter Jahrgang. 





1857. 



OHGW DES GEn>l\MS( ||K\ M18ELMS. 

JS? 6. 



Juni. 



VVissenscIiardicIie Milllieiliinüen. 



Geschichte. Das Xonnenkloxter auf ilent Fiirstenlterse 

bei Vaai<en. 

Von Dr. G. BüfmIi, geh. Regierungsrathe, in Cohlenz. 

Die Mühe, welche es mir gekostet hat, einige A'achrich- 
len über das Kloster anf dem Fürsleuberge 7,11 erhallen, läl'st 
glauben, dafs es auch den Freunden der vaterhindischen 
Geschichte angenehm sein wird, wenn ich diese Nachrichten 
in einem so viel jielesenen Bialle, wie der Anzeiger für 
Kunde der deutschen Vorzeit ist, millheile. 

L'eber der uralten "^ladl Xanten erhebt sich der Furslen- 
berg (mous Vnrslenberg), der im 12. .lahrh. auch .Marlius- 
berg, vielleicht von einer auf demscllien stehenden, dem h. 
.Martin ffewidmelen Kapelle, genannt wurde. K(imisches 
.Mauerwerk, von welchem man jetzt noch Ueherblelbsel liii- 
det, macht es wahrscheinlich, dafs hier eine römische Be- 
festigung (Casteilum) stand, wozu die Lage ganz geeignet war. 

Als im 9. .lahrh. die Normannen Xanten zerstörten, wur- 
den gewifs auch die Ueherrcsle der römischen Vcrschauziin- 
een auf dem Furslenherge niedergeworfen. Im .lalire 1 I Ki 
trug Heinrich v. Dornick den FUrslenberg von dem Frz^lifte 
Cöln zu Lehn, gab aber in diesem .lahre den Berg nebsl 
Zubehör dem Hrzbischof Friedrich 1. auf Anralbcn des h. 
Norbert (der spater den l'iiininustratenser-drden slirielc und 
aus Xanten teburlii; war) iinler der Beiliniruiiir zurück, dafs 
der Erzhischof den Berg dem Kloster Siegburg zur Krrich- 
lung einer Celle für Bcnedictiner schenke. ') 



Im Jahre 1119 beurkundete Erzbischof Friedrich die 

Stiftung der Siegburger Celle zu Fürstenherg (Wrstcnberg) 
und die derselben gemathle Schenkung der Guter zu Gest 
(bei Büderich) und Birten (bei Xanten). ') 

In der Bulle, durch welche Papst Lucius III. am 18. Nov. 
1181 die .\btei Siegbiirg mit ihren Cellen und Besitzungen 
in seinen Schutz nahm, wird „Cella in Furstinberg ju.xta 
Xanctenseni eccicsiam" seiiannt. ') 

Spater wurde die Celle zu Fnrsleuberg statt der .Mönche 
des Bcnedictiner- Ordens mit Nonnen besetzt, wie dies eine 
l'rkunde des Abts Gollfrie<l von Sieffbiirg beweiset, durch 
welche derselbe (29. .\pril 1250) den Cislerzienser-Nonneu 
zu „Hurst" (Horst bei Deventer), deren Kloster abgebraunt 
war, ^Cellain in Virseberge cum Omnibus pertinenliis suis^ 
mit Genelimigiing des kölnischen Erzbischofs Conrad über- 
wies und denselben auch einen Hof zu Birlen für 250 Mark 
kölnischer Denare verkaufte. ■•) 

Im .lahre 1460 wurde das Cistcrzienser- Nonnenkloster 
zu Fnrsleuberg vcrwiistel; llcrzojr Johann I. von Clevc licfs 
im Jahre 14G7 das verfallene Kloster wiederherslellcn. Im 
uiederliiniliselieii Krieire wurde das Kloster im Jahre 1 .^Sti 
von den .Spaiilerii niedergebrannt und die Nonnen llcdien 
muh Xanten, wo iliniii von den Franziskaner- Nonnen von 
der Biifsc der Sl. A(fnelen-Coin tili in der Niederslrafse ein- 
geriiuml wurde. Dieser Conveiil, welclier 1102 goliRel 



■) LacombUt, Crkundenhiich I. Nr. ix». S. \Hl 



') Larombirl, I. Nr. 290. S. 190. — M Ebend»». Nr. 4:8. 
S. 33«. — ') Eben.l».«., II. Nr. 46H. .S. 266. 



175 



Anzeiger für Kunde 



wonlen, zahlte im Jahre 160f) nur noch iwei Schwestern: 
Anua Hardeuack und ßela Dungelralh. Diese beiden ver- 
kauften nun den St. Agneten-Convent der Aehtissin und 
dem Convente von Furstenber^. 

Bei der Zerstörung des Klosters war noch einig-es Mauer- 
werk der Kirche und zwei sehr hohe Thnrnie, aus Tullstein 
erbaut, ohne Zweifei romiscbeo Ursprungs, stehen geblie- 
ben. ') Um aus den Trilniuiern ihres Klosters noch einiges 
Geld zu losen, liel's die Aehlissin Elisahelli v. Gotterswick 
die Hauern und die Thürnie vollends niederreifsen und die 
Steine verkaufen. Was noch (ihrig blieb, verkaufte die 
Aebtissiu (Brig^itta) Wilhelniine v. Backuni im J. Ki'O. 

Die französische Kegierung liel's die Liindercien auf dem 
Fürstenberge und da> dint bclindliche llofbaus, mit Aus- 
nahme der Kapelle, verkaufen. Ein Canonikus zu Xanten 
kaufte das (iut und ül)erliel.> dasselbe denr jetzigen Besitzer, 
Hrn. V. Hochwächter, der an der Stelle des alten Hofhauses 
(in der >ahe der Kajielle) ein schiines Wohnhaus hat auf- 
fuhren lassen, aus welchem man eine reizende Aussicht auf 
den Kheinstrom, die Städte Xanten, Wesel u. a. m. in der 
Ferne geniefst und das mit geschmackvollen Gartenanlagcn 
umgehen ist. 

Die Kapelle hat die Aebtissiu Wilheliiiine v. Ba( kuni auf 
den Trümmern der Klosterkirche erbauen lassen. Der Got- 
tesdienst in der Kapelle wird zu bestimmten Zeiten von 
einem Geisllii lien aus ,\anten verseben. In derselben be- 
findet sich folgende Inschrift : 

Sta viator et lege | Beverendis. et Praenobilis Domina | 
Maria Klisalietha Bernardina de | Biiininck j Moulis Princi- 
puni Abbalissa | Hoc .Moniiuienlum sihi faciendum 1 curavit | 
VI. nonas Oit(d). MDCCXLVIII | abi et te nosce mortalem | 
Piis sive moribus(?) bene precare || Domine Dile.\i Decorem | 
Donius tuae et loctim babitalionis | Gloriae tuae | Psalm: 
XXV V. VIII I Obiit A" 1748. Die 2 Oct. | 

Auf dem Grabstein steht; 

Scpulchrum | Beniae Dilae M. E. B. | de Briininck | Ab- 
balissae | P. M. | 17-18. | 

Die nachstehende von dem Hrn. Pastor Tbeifsen in Xarj- 
ten aufgestellte Beihenfolge der Aebtissinncn verdanke ich 
der gefalligen Vermittelung des Hrn. von llochwiuhter auf 
Hans Fur-Ienherg. 



') Geschichljirhi- >;irhrich(rri UImt Birliii urnl (bssrn Lage 
von Professor Dr. KIi-iIIlt in Wesel in diu J.ilirhni hcrn ilis 
Vereins von AllerlhunisIriiinilcM im Ulninl.ind.-: Will. Ilufi, 
S. 45. 



der deutschen Vorzeit. 176 

Beihenfolge der Aebtissinnen des Cisterzienser-Noonen- 
klosters zu Furstenberg bei Xanten: 
1 ) Margaretha, Aebtissin des Klosters zu Horst 

bei Devenler, dann zu FUrstenberg . . . lebte 1261 

2) Clementine v. Bersebrüggen „ 12(i3 

3) Sophia v. Vorderen „ 1299 

4) Pelrissa v. Cassel: schenkte ihre (iuter dem 
Kloster Furstenberg und starb am Tage des 

h. Kobertus (ohne Anjtabe des Jahres) „ 1306 

5) Hedwiges v. Werde: starb am 26. Juli (ohne 

Angabe des Jahres) ^ 1319 

6) Johanna v. Loe lebte 1344. 1354 

7) Mechthildis Snecks ^ 13j9. 1399 

8) Mechthildis Witlenhorst „ 1400. 1429 

9) Mechthildis Lamniertz „ 1433. 1443 

10) Styna (Christina) v. Aldenhoven „ 1455. 1465 

11) Catharina v. W yenhorst „ 1467. 1479 

12) Margaretha v. Veihriiggen .... „ 1490 

13) Gerlrudis v. Himnepel „ 1494. 1503 

14) Agnes v. Hesfeld (starb 1524) . . „ 1512 

15) Margaretha v. Wyenhorst .... ^ 1529. 1533 
IC) Elisa V. Lipperheide resignirte 1585 und starb am 8. 

Deceuiher 1587. 

17) ida \. Biidherg wurde am 12. November 1595 ge- 
wühlt. Als die Spanier 1586 das Kloster zerstörten, 
Höh sie nach Xanten und starb 1590 zu Essen. 

18) Elisabeth v. Giltlerswick befand sich im Kloster St. Ser- 
vatii bei Utrecht, als sie postulirt wurde. Ihre Be- 
stätigung geschah am 9. Januar. Sie starb am 9. Ja- 
nuar Kilti. 

19) Anna v. Bossiim, 1616 gewählt, starb, fast 100 Jahre 
alt, Kai!). 

20) Brigitle \\ ilhclniine v. liiukum baute die Kapelle auf 
dem Fiirslenheige, auf den Triininieru der Klosterkirche, 
und starb den 3. November 1678. 

21) Maria Anna v. Ba,\en (Baexen) starb am 30. Novem- 
ber 1679. 

22) Anna Marin v. Budberg wurde 1679 gewühlt und starb 
am 24. Mai 1692. 

23) Magdalena Fi-anziska v. Draeck \ou TIniren führte eine 
gute lliiushalluug und tilgte viele Schulden des Klosters. 
Sie starb am 12. April 1706. 

24) Maria JosepbiiiB v. Gillpeii von \audemonl. am 19. April 
I70(> gew:dill, sliirli den 1','. .liuiiiar IT(i7. 

25) Clara Margaretha \. (iulpen brachte viele Prozesse, in 
welche das Kloster verwickelt war, glücklich zu Ende. 
Sie sliiili den .■), .Mai I 727. 



177 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



i78 



26) Maria Elisabeth Bernharrfine v. Bruinink von Becst 
wurde den 9. Mai 1727 erwählt. Sie veranlafste die 
Nonnen, die weifse Kleidung wieder anzulegen. Sie 
mai'hle sich um das Kloster sehr verdient und war sehr 
wohllhiiti? Reffen Arme. Sie starb den 2. Oftober 1748 
und wurde in der Kapelle auf dem Fürsteiiberge be- 
graben, wo noch ihr Denkmal und Grabstein, wie schon 
vorstehend bemerkt worden, vorhanden. 

27) Anna Haria v. Ketteier von Sielen, am 5. October 1748 
erwiililt, starb den 12. December 1758. 

28) Wilhelmine Helena Constantia v. Heerma von Holle- 
winden hei GriHiiniren wurde den 1 U. December 17.")8 
gewählt. L'nter ihr befanden sich 1784 im Kloster fol- 
gende Kapitularinnen: Anna Scholastika v. Reilard, An- 
toinette v. Andlau, Franziska v. LIeskircben, Benedikta 
von Linsincen und Bernhardina v. Leyda und ausser- 
dem noch zwei Conversen. .lohann Martin Houben 
war Rentmeister des Klosters und zugleich l'aslor in 
Birten. 

Die Aebtissin erlebte die Aufhebung des Klosters durch 
die Franzosen im Jahre 1802 und soll in hohem Aller zu 
Roermonde gestorben sein. 



ersoncnge- .TleiMter «lore, ein «iHterreicliic«clter OrKfl- 

haiier. 

Von Dr. Ludw. Scbneegans, Stadiarchivar, zu Sirafsburg. 

Ein Brief, dessen Original im städlischen Archive zu 
Slralshiirg aufbewahrt wird, gibt Kunde, von einem, wie 
es scheint, zu seiner Zeil M-hr berühmt gewesenen öster- 
reicbiscben Orgelbauer, von dem ich, wenn die Eriiiricrung 
mich nicht trügt, bis jetzt noch in keinem kunsIgcscLicbt- 
lichen Werke Meldung gefnuilcir hnlu-. 

Der Künstler gebort dem .Scbliilse des 14. und dem An- 
fange des 15. .labrh. an. In dem besagten Briefe, dessen 
vollstündigen Te.vl ich weiter unten mittheilen werde, nnler- 
schreibt er sich ganz einfach: ...lorff orse II maister zu 
Wi enn." 

Dieser Brief, welchen .Meister J(irir (am l)ieusliii;f n.uli 
Sl. Andreas des Apostels Tag 1412) von Wien aus nn den 
Halb zu Strafsburg richtete, ist insofern noch von canz be- 
sonderem Interesse, als der Künstler in demselben mehrere 
der durch ihn nii-i.'ifuhrliMi Werke erwiihnt. Er riihml (larln. 
dafs er nicht allein die grofse Orird im Sl. Stephans- Duine 
zu Wien gefcrlij;!, sondern auch noch viele andere Orsrclu 
Im iranzcn Lande Oeslerreicli ccuwnhl und iilicrselzt 
(^erneuerl und \i icderbcrtfcstellt) halie. ludiiu er sich auf 
diese namhaften Werke und zudem noch ganz in's Besondere, 



auf das Zeugnifs des Stadtrathes zu Wien beruft, trägt .Meister 
Jörg, welcher in Erfahrung gebracht halt«, dafs man zu 
jener Zeit in Stral'sburg mit dem Gedanken umgieng die 
grofse Orgel im Munster erneuern oder, wie der Künsller 
selbst dies au.^drückt, „pessern vnd vbersetzen" zu 
lassen, dem Käthe allhier gleichfalls seine Kunst und seine 
Dienste an. 

Unbekannt ist, welche Erwiederung der Wiener Orgel- 
mcister von Sirafsburg aus erhielt, da über diese Aneeleiten- 
heit <lurchaus nichts mehr vorliegt als des Künstlers Brief, 
welcher dessen Antrag enthält. Es steht jedoch zu ver- 
mulhen, dafs Meisler Jürss Anerbieten ohne Erfole geblie- 
ben sei, da mir bis zur Stunde nirgends ein urkundlicher, 
noch sonst ein geschichtlicher Beleg vorgekommen ist, wel- 
cher ersehen liel'se, dafs in dem genannten oder in den 
nächstfolgenden Jahren eine Wiederherstellung oder eine 
Erneuerung der strafshiirgischen MUnsterorgel vorgenommen 
worden wäre. Sämmtliche (Jüellen stimmen vielmehr darin 
iiberein, dafs die, nach dem Münsterbrande von 1389 neu 
erbaute Orgel bis zum Jahre 1433 gedauert habe, in wel- 
chem dieselbe durch einen Priester, Michael Gerlach von 
Lip|5 (Leipzig?), mit Hülfe von Peter Generis oder Gereis 
von St. Pult in Oesterreich, erneuert worden sei, welcher 
Letztere sodann als Organist angestellt wurde und im Jahre 
1480 auf derselben Orgel, die er in seiner Jugend hatte 
erbauen helfen, starb, als er das Salve regina spielte. 

Meister Jörgs Zuschrift an den Roth zu Sirafsburg bietet 
noch das weitere Interesse dar, dafs auf derselben des 
Orgelmeisters Insiegel auf Papier aufgedrückt ist; und die- 
ses Siegel selbst, wovon ich hier die Zeichnung beiHlge, 




ist seinerseits wieder insofern bemerkenswerth, weil das- 
selbe, merkwürdig genug, genau das Zeichen des Strnfs- 
burger Münsters, blos mit Zugabc des horizontal dasselbe 
durchschneidenden , wabrscbeinlicherweisc ein Lineal vor- 
stellenden Striches, aufweist. 

Hier nun noch zum Schlüsse Meister Jörgs Brief. Es 
hiiilet iliTscIhe «öilliih getreu wie folgt: 

..Meinen wilUjicn dinst mit giintzcn trvwcn zuuor. We- 
„sumliiri lilicii hcrrrn. Ich Imh niifculiih \nd ernstlich 
„voriiomen wy das yr ayii grolVe orifcll wellet lassen pes- 
„sern vnd > hersetzen, lasse ich ewch wissen, dnfs ich dy 



179 



Anzeiger Ttir Kunde der deutsrhen Vorzeit. 



180 



„gros oreell 7.u VVienn zu sand Stephan viid awcli ander sicli der um die ostcrr. Gesrhichtsforschune vielverdiente 

^vill in dem gantzen iant zu ()>lirrficii gemacht vnd vher- deulsilie Gclelirle Dr. Matlenhach als ^\"idersac■he^ entgegen, 

„salzt bah, dy all gut sein, vnd ob ir meinen vorschriben Er anerkannte alle angerührten Urkunden für irendscht, 

„Worten nicht gelawben wellet, als da hesrilTen ist, so wollte als Falsarius Herzog Rudolf IV. (o. 1359> und als 

„schreibet dem gaulzem rat der vorbeiianteu >tat zu W'ienn, einzige echte Urkunde nur das sog. iMinus von 115t), sowie 

„die werden ewib danne aigentlicb vorschreiben, wie ich dessen Bestätigung von 1245 angesehen wissen. Von die- 

„in vnd andern steten trewiicben vnd wol gearbait bab. seni Privilegium sind aber bekanntlich nur mehr Abschririen 

„Vnd darumb liben herren ist ewcb dann znwillen ewr von etwa \26^ angefangen vorbanden, wahrend von den 

„orgcll zu pessern so holT ich, ich werde ewcb also arbai- erslecnannteii die originalisirten Docnmente im Staatsarchive 

„ten, das ir mir darumb grofsen dank fürba.> wurdet sagen, hinlerliegen. Der Beweisführung Or. Watlenbachs trat Herr 

„was doruber ewr suter willen sey, da.s beger ich von ew Reglerungsralh Cbmel mit der scharfsinnigen Ausführung 

„ein gewisse vnd vorscliribne autwurl. Gehen zu \\ienn seiner j.lljpolhese" entgegen, ') welche Dr. \Vatleid),ich 

„am nächsten pbintztag noch sand Andres tag des heiligen einfach negirte und seine Beweise durch Mittheilung der 

„czwelfpolen, Anno etc. duodccimo." Gründe Dr. Böhmers zu bekräftigen sich bemühte. -) Herrn 

„Jörg orgellmaister zu Regierungsrath Climel war es zuletzt weniger um die Person 

„W'ienu ewr besunder." des Fälschers zu lliun, als vielmehr um die Zeit, die nach 

Die Adresse lautet: ihren Vcrhülltiisseti mit (jrund die Eiitslehnng der unechten 

„Den weisenu klugen vnd vur.-ichliiren lichter \ud PriMlc;;icn annclimcn liefse, und er stellte als möglich hin, 

„dem gantzeni rat der stat ze Stral'spurg meinen dal's diese auf die ersten Jahre des Interregnums (1247 — 

„besundern herren.'" 1252), jedenfalls aber nicht nach Ollokar falle, weil sich 

Die Buchstaben I. V., zu l)ciden Seilen des Zeichens in sonst weder die Geschichte dieses noch die des ersten Jahrbun- 

dem Sigill des Orgelmeisters, sind ohne Zweifel die Initialen derls der Habsburger auf vernünftige Weise erklären liefse. ') 

des Vornamens (Jörg) und des unbekannten Familiennamens Allein in neuester Zeit genügte ihm auch diese Annahme 



dieses Künstlers. 



Zustände. 

Sprache und 
Schrift. 



Zur Fra|;e über flie fiMierreicliiHclien 
freili eil Hit riefe. 

In dem noch unerilschirdcueii Streite über die osterr. 
Freiheitsbriele haben sich zwei Parteien gebildet, die, weit 
entfernt sich zu nähern, in ihrer Beweisführung immer mehr 
von einander sich entfernen. 

Es war Herr Regierungsrath Cbniel, der mit wahrhaft 
patriotischem Eifer die Frage über die Echtheil und Un- 
ecblheil gewisser derselben, ferner über die Entslehungszeit 
der gefälschten, neuerdings in Anregung brachte. Er for- 
derte namentlich Oeslcrreicher zum Eiiiiieben in diese For- 
schung auf, wobei er zugleich andeutele, dafs nach seiner 
UeberzeuL'ung Ollokar II. von Bohuieu im Jahre 127 1 das 
Majus von 115(1, sowie dessen Bestätigung von 1245 durch 
seinen Notar llenricus de Isernia habe anfertigen lassen. ') 
Bei dieser und anderer Gelegenheit stellte er das Privileg 
von lOöy als olTenhar falsch bin, erklärte das von 1228 
als nicht unanfechtbar, nahm ober die Bestätigung Rudolfs I. 
von 1283 als unfehlbar echt an. Diesen Ansichten slfllte 



*) „Eine Hypothese." Sitzungsberichte der kuis. Akad. der 
Wisscnsch. V. (1850) 806 u. IT. 



nicht mehr, und, wie berichtet wird, erklärte er den vor- 
letzten bahenberg. Herzog, Leopold VI. (Vll.) als den Ur- 
heber des Privil. von 1058 und des Majus von 1150; als 
die Z<'it der F'älscbunir nimmt er den Bca-iiin des 13. Jahrb. 
an. Die Urkumlen von 1228, das Majus von 1245 sammt 
der Bestätigung des Minus vom selben Datum und die von 
1283 werden von ihm als echt betrachtet. 

Es ist somit klar, dal's der Zeitraum, innerhalb welchem 
sich aufansrlicli beide Gegner bewegten, durch den Rück- 
schritt des Einen sich immer mehr erweiterte, so dafs an 
eine Annäherung nicht zu denken ist. 

Und doch wäre der Beweis zu liefern, dafs von allen je 
hier in Frage gestellten Documentcu, von 1058 — 1283, 
keines vor 1300 o.vislirt habe. 

Dieser kann in einer Urkunde beigebracht werden, die 
in dem ganzen Streite von der einen Seite nur ohcrllächlich, 
von der anderen gar nicht boriihrt wurde. Böhmer balle 

') „Versuch einer Hcgrunihuig meiner llypulliesr iiher den 
Ursprung des l'ri\. ninjus von lläH" Silzungshcricbtc VIII. 
(1832) 435 u. (f., dazu „zur Streitfrage über den Ur- 
sprung des Friderician. majus v. 11 36'' ibid. IX. (1852) 
HIH u. IT., unil Ibeilweise „Ilnbslinrgischc Excurse V." 

'j ^Wallrnbiiih: llrr iiustrincum." Archiv für Kunrle oslerr. 
(;escliiililsi|u<llin XIV. (IS5.')) 1 n. (T. 

') .Monuiiienia hob-iburgica. Vorrede 



181 



Anzeiffer für Kund« der deutschen Vorzeit. 



182 



aus ihr nur Hie IrefTendste Stelle mit kurzer Anmerkiin?, 
wohl aber mit Hervorhebung der g:rof>en Wichtiskeit der 
ganzen Urkunde für die schwebende Früsre, Dr. \\ allenbach 
niilgetheilt. ') Seilher wurde ihrer niilil n)ehr erwähnt. 
Allein der Werth derselben ist für den {gegebenen Fall un- 
leugbar eben so bedeutend, als es das von ilerrii v. Meillej- -) 
gebrachte Arthivsverzeichnifs für sein .lalirliuiidcrl i>(. Amli 
sie enthalt das V'erzeichnifs der wichtigsten lial)sl)urgisclien 
Privilegien und Urkunden, von 1277 — 129b, mit Einbe- 
ziehung Eines babenbergischen Privileges; und wenn aus 
der Aufzeichnung Herrn v. Meillers bewiesen wird, dafs 
das Privil v. lOSb um das Ende des 12. Jabrh. nicht be- 
standen, so kann hinwieder aus der angezogenen Urkunde 
entnommen werden, dafs, mit Ausnahme der Bestiitigung des 
Minus von 1245, keiner der übrigen Freiheitsbriefe sanimt 
Bestätigungen um das Jahr 1300 bestanden habe. 

Zur Erklärung sei es erlaubt, die Darstellung des Sach- 
verhaltes voranzuschicken. 

Nach der Belebnung zu Nürnberg, 21. Nov. 1298, be- 
gab sich Herzog Rudolf nach Oesterrcicli, ^) um von da nach 
den Vorlanden sich zu begehen, wo auch sein Vater ein- 
treffen sollte. Hier erscheint er zuerst am 20. März 1299,*| 
und mit ihm sein Bruder F'riderich ; Leopdld war noch ein 
Knabe. Wie in solchen Fallen, wo nicht Familienglieder 
die Zwischenregierung führten, gewöhnlich, wurden die für 
Haus und Land besonders wichtigen Urkunden an einem 
sicheren Orte, zumeist in Klostern, hinterlegt. So geschah 
es denn auch in diesem Falle zur Zeit der Abreise Rudolfs, und 

,. Hermann Marschall von Landenberg erklärt, dafs er 
„im Namen des Königs Albrecht dem Abt Albrecht und dem 
„Convent zu Lilienfeld alle von Konig Rudolf an für Oester- 
„reich und Sleyer erlassenen Leiienbriefe und Privilegien 
,.zur Aufbewahrung übergeben habe. ') 

Datirt ist die Urkunde von Wien, 23. Februar 1299. 

Um dieselbe in ihrem ganzen Gewichte beurlheilen zu 
können, sei es gestattet, sie in ihrem ganzen Umfange fol- 
gen zu lassen. 

Ego Hermannus Marschaicus d e L a m d e n b e r c h , pro- 
fiteor publice per presentes, quod Serenissimi dominj alberti. 



') her austriac. p. 3. 

'j V. .Meillers Regesien der Babenberger e'.c. Beilage der 

Noten. 
'J Lichnowsky: Reg. I. Bd. CC.MII. Nr. 153. 
*j ibid CCWIII. Nr. 200, und Kopp: Urk. zur Gesch. der 

eidgenüss. Bunde, im Archiv für Kunde iist. Geschichts- 

qucllcn, VI. (18.31) 33. 
') Rogcsl bei Lichiiow.<k), p. fCXVII. Nr. H7. abgedruckl 

Bedage D, Nr. XIV. 



locliti Romanorum Regis et semper Augusti. necnoa precla- 
rissime conthoralis sue. Domine Elizabeth, Inc lite Romano- 
rum Regine, ac Maguilici principis, doniini Rudolfi lllustris 
Ducis Austrie nomine, virorum Honorabilium alberti abbatis 
Tocius(|ue Conucntus Monasterij Campi l.iliorum fidej Priui- 
legia inlerius annotata. In vigilia beati Mathye Apostoli 
a>sigiiaiii, conseruanda, ac reslitueoda memorato DomiDO 
Budolfo Illustri Duci austrie, dum per ipsum fuerint requisiti. 
Priuilegia autem sunt hec: 

1 ) Primum priuilegium, infeodacionis principatuum austrie 
et Styrie. sub hnlla aurca. ijuani Re,\ Rudolfus apiid augustam 
Ducj alberto, nunc Romanorum Regi fccisse dinoscitur. ') 

2) Item priuilegium. friderici Imperatoris se- 
eundi, sub biilla aurea, continens libertates Ducis 
austrie, et Puerorum suorum. filiorum et filia- 
r u in. - ) 

3) Item Priuilegium Regis Rudolfi, c|Uiililer filium suum 
albertum. vnicum Duceni austrie fecit et alios suos fratres 
ab ipso diuisit. ') 

4) Item Priuilegium Spectahiliiini, Ludwicj de OEtingen, 
Purchardi de hohinberch, Eberhardi de wirtenbcrch, Ottonis 
de Strazperch Comitum, super ta.vacionis, sev moderaminis 
arbitrio, in numerata pecunia , iuter Illustres Rudolfum, fri- 
dericum, Ceterosque fratres, Diices Austrie, ex vna, et do- 
minum .lohannem, quondam Rudolfi, fratris jllustris alberti, 
Ducis Austrie, nunc Romanorum regis, filium e.x parte altera 
terminaiido. "•) 

5) Item Priuilegium Serenissimi domiiii alberti, Incliti 
Romanorum Regis, datum Illusiribus, Ruilolfo , fridcrico, 
ceterisque suis filiis Ducibus austrie, super coucessione ter- 
rarum austrie et .Styrie. ') 

C) Ilcm Privilegium pociorum Ministerialium austrie, et 
Episcopi Gotfridi Patauiensis, approbancium. Inclitum do- 
minum Rudolfum olim Romanorum Regem, soli Illustri do- 
mino alberlo, tuuc diui, principulus, austrie et Styrie, in 
feodum contulisse. ^) — 

7) Ilcm Priuilegium friderici archiepiscopi Sultzpurgensis 
et sui capitiili, super fcodis collatis alberto duci austrie, et 
suis fralribus. 'j 

• 'J Augsburg, 27. Dcc. 1282, ibid. p. .\CIV. Nr. 761. 

'j Verona, Juni, 124j, Archiv für hundc osl. Geschichts- 

quellun, .\IV. (IS.'iS) 116. 
'J Rheinfelden, I. .Uini, 128;{, Li.hnowskj I. c. XCVIII. 

Nr. 7H!I. 
*) Nürnberg, 2. Janner, 1299, ibid. abgedruckt in Beilage D. 

Nr. XII. 
>) Nürnberg, 21. Nov. 129M, ibid. p. CCXII Nr. 139 
•) Wien, II. Juli, l2Kt, ibid. p. XCVIII. >r. 791. 
'J Wien, 21. Juli, 1277, ibid. p. L\ I Nr. III. 



183 



Anzi'ij^fer für Kunde der deulsehen Vorzeit. 



184 



8) Ilein Priiiileeiuni Regis Riiddlfi, Theutonirum, siiper 
aduoracia Eclle^ie ndtnontensis. ') 

9) Item priuilegium Leonis Episcopi Ratisponensis, super 
feodis, loncessis alberld Hiici anstiie, et fralrilms suis. ^) 

10) Item priuilegiutii Petri Episcopi Patniiiensis, super 
feodis coDcessis domino alberto Duci ausirie et fratribus 
suis. ^) 

11) Item priuilegium düinini Cliiiiiriidi Kpisiopi Cnsingeu- 
sis, super feodis collatis eisdeni. ') 

12) Item priuilegium Resis Rudolli, continens sentencinm 
de bonis, (|ue dominus fridericiis l)u.\ austrie, vsque ad obi- 
lura SHum, in sua tenuit poleslate. ') 

13) Item priuilcgium Chunradi, Episcopi frisingensis, 
super inreodarione Ducis austrie, de foro in Aspacb. '') 

In tuiiis assig'uacionis mcmoriiim prescnles litleras, rnei 
Sigillj iussi robore communin. Duliini NVienne. Antiu do- 
minj. Millcsimo Ducentesimo ISonagesimo Kono, in vigilia 
beati Mathie apostoli prenotata. 

Dies der gesamnile Inbalt der L'iUutide. 

Der einfache Ucberblick zeigt, welclier Natur die hin- 
terlegten Documente waren. Niemand wird die Bedeutung 
derselben für das in Oesterreich junge Haus Habsburg unter- 
schätzen. Sic enthielten Bestimmungen, welche die Rechte 
der Habsburger auf Oesterreich u. s. w. sicherten, ') welche 
die Beziehungen des regierenden Herzogs zu seinen Ge- 
schwistern und Verwandten, ") und die Verhiiltnisse dersel- 
ben zu den in seinen Staaten liegenden grofscn geistlichen 
Gütern ordneten. ^) Wie sehr auch die Urkunden für letztere 
als wichtig angesehen wurden, zeigt deren Aufnahme (und 
namentlich die von Nr. 13) unter die übrigen und zwar 
ganz besonders, wenn sie neben ein Aclenstück von der 
Bedeutung des Nr. 2 zu stehen kommen. 

Dieses, das einzige aus der Babenbergerzeit heriiberge- 
nommene Documcnt, ist die B('sliiliguiig des Priv. minus von 
llöi) durch Kaiser Fridndi II. vom Jahr 1215. Der Inhalt 
des Originales Irin in dem kurzen Regesle fast wörtlich her- 
vor, denn es enthalt ihn in den Ausdrücken ,,libertatcs Ducis 
austrie, et Puerorum suoruni, filiorum et liliaruni", und zwar 



■) Erfurt, 22. Juni, 1290, ibid. p. CX.WI. Nr. I0«<). 

') Wien, 16. Juni, 1277, ibid. abgedruckt in Beilage K. Nr.V. 

1) Neustadt, 21. Nov., 1277, ibid. p. IX. Nr. 172. 

«) Wien, .... 1277, ibid. nbeedruckl, BeiInge F. Nr. VIII. 

') Judenburg, 22. O.t., I27'.t, i|,i,|, ,,. I.XXIII. Nr. :ü\. 

') Wien, 2.5. Oct., 1277, ibid. I.IX. Nr. IH.l, cf. mit Nr. li»! 

und 428. 
') So Nr. 1, .5. 
") Nr. 3, 6 und 4. 
») Nr. 7, 8, 9, 10, ]l. 12 ntid 13. 



ist die letzte Phrase der Texlirung des Minus durch Her- 
mannus Altabensis („lilii et lilie") vollkommen entsprechend. 
Das Majus, wäre es damit gemeint (d. h. die Bestätigung 
v. 1245), liel'se eine solche Fassung im Regest gar nicht 
zu, weil sich eine derlei massenhafte Anhäufung von Vor- 
rechten nicht mit so wenigen Worten bezeichnen liefse 
und w eil auch fUr die übrigen Regeslirungcn der aufgeführ- 
ten Urkunde Schlagworte aus den Originalen selbst herbei- 
genommen sind. Dies ist hier auffallend für das .Minus be- 
stätigt. Wäre ferner das Majus das Substrat des Hegestes 
gewesen, so müfste sich aller Annahme nach in dem vor- 
liegenden Verzeichnisse auch dessen Original von 1156 lin- 
den, denn dies hat sich bis auf die neueste Zeit erhalten. 
Gewifs ist, dafs um 1299 nur die Bestätigung des Minus 
regeslirt worden und selbst das Original dieses Transsumptes, 
wahrscheinlich in der Zeit des osterr. Zwischenreiches, ver- 
loren gegangen war. 

Nuu fragt es sich, wo die Urkunden der l'nvilegien u. s. w. 
von 1058, 1156 majus, 1228, 1245 majus und 1283 ge- 
blieben seien. Waren sie vorhanden, so mufsten sie noth- 
weudiger Weise mit den oben verzeichneten deponirt wer- 
den; denn Niemand wirrl lielKiiiplen wollen, die um 1299 
nach obigem Ausweise hinlerlegleu Urkunden seien wichti- 
ger gewesen und daher sorgfalliger aufzubewahren, als jene 
merkwürdigen Freiheilsbriefe. Wie kleinlich erscheinen nicht 
die Urlheilssprüche Rudolfs I. in Geld- und I.ehensachen, 
die Vogteibriefe der Bischöfe gegen die grofsarligen Ver- 
leihungen Kaiser Heinrichs IV., Fridrichs I. (majus), König 
Heinrichs VI. und seines Vaters Fridrichs II. (majus). Sie 
hüllen um so viel mehr verdient, in sichere Verwahrung 
gebracht zu werden, wenn sie iiberhaupt im J. 1299 schon 
bestanden hätten. Herzog Ruilolf gab die wichtigsten Fa- 
milien- ufid l.andesprivilegien, die er besals, an sicheren Ort; 
von den lelzlereu aus früherer Zeit nur die Besläligung des 
Minus, weil er au überkommenen Landesprivilegien nicht 
mehr gelien Uonnle. Damit fallen also die Privilegien der 
geuannleu Kaiser hinweg, mit ihnen aber auch zugleich die 
Bestätigung Rudolfs I. von 1283, denn auch diese wird, 
ungeachtet so viele desselben Fürsten, ja fast vom nämlichen 
Datum, in dem gegebenen Docunienle von 1299 verzeichnet 
sind, in iler Depositionsurkundc nicht erwähnl. 

Der Beweis, dafs um 1300 weder die Privilegien von 
1058, (majus) 1156 und 1228, noch deren Bestätigungen 
von 1245 und 1283 bestanden haben können, wäre somit 
beigebracht. Hollenlliili wird bald eine paliiograpliischc 
Rewcisfübrung die Zeil uodi ii;diir be.-liutnien und jede an- 
dere uberllüssig macheu. 



185 



Anzeigrer für Kunde der deutschen Vorzeit. 



186 



ndu. Lt'iite. Di« kurliiiidiMChe AdelMiiintrlkel von ISSO 

Von A. y. Hoiiiingen gen. Hueiie, k. pr. Bergmeister, 
in Siegen. 

^Fortsetiung.) 

1. 

Namentlithes Verzeiclinifs der adelichen Geschlecliler, welilie 
vor der Rilterbank vom Jabre 1620 bis zum 20. Juli 1634 
ihren Adel bewiesen haben, und mittelst Hitterbanknlischiedes 
d. h. Verfügung des Ritlerbünksreiichts durch sechzehn Rit- 
terbankrichter auf Grund der diesen vom Herzoge Friedrich, 
von seinen Oberriithen und anderen Richtern erlheilteu In- 
struction als uubezweifelt von Adel anerkannt sind. 

A. Notorische adeliche Geschlechter, die ihre Ahnen zugleich 
|)rii(iuzirt haben in alphabetischer Ordnung. 
1. Alt en-Bockum (\\est- 25. Krejtag von Loring- 



48. Neuhof gen. v. d. l.ey "•'?. Ob dem Hamm gen. 
(Niederrhein, ^\eslfalen). Schoppingk (Weslfa- 

49. Mannteufel gen. Zöge len). 
(Pommern). 74. Schulten (Bremen?). 

50. .Medem (Braunschwcig). 75. Schwerin (Pommern). 

51. Murfeld (Westfalen). 76. Güldenbogen gen. Sefs- 



52. Mir back (desgl.) 

53. Nagel (desgl.) 

54. Nettclhorst (desgl.) 

55. No Id e (Hessen). 

56. Ocisen (Westfalen?). 



Wesen. 

77. Wischlingen gen. Sie- 
berg (Westfalen). 

78. Stempel ((Osnabrück). 

79. Sieinrath. 



falen). 

2. Ascheberg (desgl.). 

3. Berg von Oesel. 

4. Biilderling. 

5. Bistramb (Kulm). 



hoff (Westfalen). 
26. Funk. 



57. Plettenherg (^^■estfa- 80. Slichhorsl. 

len). 81. v. d. Slreilhorst (^Braun- 

58. PI liier gen. v. d. Brül- schweig). 

len (Westfalen. Nieder- 82. Stromberg (Westfa- 
rliciu). len). 

59. Puttkammer (Pommern). 83. Tiedewilz. 

60. Rahdcn (We^tfalen). 84. T i e s e n b a u s e D (seit 

61. Rappe (Thüringen). 1199 in Livland). 



27. Fürstenberg (Westfalen). 62. v. d. Recke (Westfalen). 85. v. d. Tinnen. 



28. Gös (Niederlande). 

29. Grotthnfs (Westfalen). 



6. Blomberg (Westfalen). 30. II ah ii (ursprünglich Fran- 

7. Bohl schwing (Westfa- ken?). 
len.) 31. Hahnbaum. 

8. v. d. Brinken (desgl.). 32. Haudring. 

9. Brockhausen (Pommern). 33. Heyking (Niederrliein). 

10. von den Brügge n v. 34. v. d. Hoven. 
Brüsffeney genannt Ha- 35. Hnenc.H oiningen gen. 
semkamp (Westfalen). Huene (Westfalen). 

11. Brünno« (Pommern). 3(i. Meerscheid gen. Hul- 

12. Buch holz (Mark). lesseni (Niederrliein). 

13. B ii n n in g ha u sen gen. 37. Kersebrock (^Westfalen). 
Budberg (\\eslfalen, 38. Keyserlintrk (Ravens- 
Niederrhein). her«;). 

1 1. Biidenbrock (desgl.) 39. Klebcck (Westfalen). 



15. Bultlar ( llessea). 

16. Diepel.-'kirchen. 

17. Dönhoff (Westfalen). 



40. Klopni ann. 

41. Knürr(Knürring?)(Bur- 
gau). 



63. Rehbinder (Westfalen, 86. Tork (Geldern, Wesl- 
Niedersachsen). falen?) 

64. Beyer. 87. Trankwitz. 

65. Rönne (Bremen). 88. Trotte gen. Treyden 

66. v. d. Kopp (Westfalen?). (Meifseu). 

67. Rummel (Westfalen). 89. Vielinghoff geuaunt 

68. v. d. Osten gcu. Sacken Scheel (Westfalen). 
(Pommern). 90. Holicn-Astenberg ^cü. 

69. Scha'Thausen (Westfalen?) Wicsiand (Hessen). 

70. Schenking (Münster?). 91. \\ iKen (Westfalen). 

71. Schilliujr (Niederrheiu? ). 92. Lüdinghausen gen. 

72. Schlippenbach (Kleve). W ol f (desgl.). 

(Schlufs folgt.) 

Cirnii«* Jonrliiiii Malitce llniil'HlinlliiiiS' 

Mitgetlieill von A\ . Frcili. v. Löffel li olz, l)oui:ineu<lirectür 

und Archivar, zu Waller.'-tein. 

( Fortsetzung.) 

Desgleiiluii ILiiiillw crksleuten vu<l andren so >io hcrnnfT 

konieii nit gcmainlich souil prol geben : Sünder zu Zeilen 



Li'licn. 

Lobonswcise, 
Sociale Yi-rhUt- 

QlUO. 



Im. Dorlhesen (Geldern). 42. KOnigseek (Schwaben). 

19. Drachen fels (Nieder- 43. Schmising gen. Korf ye aini ain brot oder zwey geben vnd uil darüber. 



rhein). 

20. Elmendorf (Münster). 

21. Finken stein. 

22. Firks. 

23. Folker.<:ahm. 



(Westfalen.) 
4 i. K r u mm e W. 
45. v. <I.Wenge eeu. I.amhs- 

dorf (Westfalen). 



Vnd jn allweg mit den brol au|izugeben oin ma|5 halten, 
anders dan hi|ilier beschehen ist. 

Den kochen sol er geben . zu morgens oin niajJ weins 
zu der suppen . zwn ma|i des mittags, ain ma|i tu den 



H'i. LainMierg (Westfalen). schlalTlrunck. Vnd so sie zu den essen wein holen, fragen 



24. Pfeililzer gen Frank 47. Licn eii (der livischeFur- 
(Franken). sIeiiKtamni Cau|)o). 



was sye damit kochen wollen . Dcnselbieen nach jii'-n ain 
ma|5 darnach geben. 



J87 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeil. 



i88 



Rrligions- 
anslallcn. 
Heidcnthum. 



Nyemand sol kain wein brol oder anders von lisch oder 
sunst aulTlieben vnd behalten. 

Der keller sol nyemand jn keler fueren , vnd nit also 
darjn sytzen vnd prassen Sünder wem er gehen sol dauor 
oder jn ain stuben ireben des jm zu irehordt. 

Es soll sein weih nit soiiil heiaiilT vnd heroben gon vnd 
lugen lassen . sonder in xiiij laeen ain mal. 

Er sol zu sihlairtnmk geben ye dreyen ain majj. lIolT- 
maister. Cantzler kuchenmaisler vnd briesicrn zusamen. 

Den aynspennigen knechten vnd buchsenmaister zusamen. 

Den Marslaller zusamen. dem koch in die kuchin . den 
schnaider in die schneiderey . den ptisler ') jn die plisterey. 

Der pfisler sol vleyssig ob den malen vnd gerben ^) 
sein . vnd dabey zu seiner zeit alji jm mertzen für malen 
vleis ankern^) mit dem bach . damit er gut brot bache vnd 
aihveg allpachen laib zu den scheitprotlen habe des mclbs 
vnd getraids so jme beuolchen ist wol warten. 

BursuogI sol vleyssig zu vnd aiilT sperren . Des Nachts 
vber die w achter gon. vnd so er ain stliladcnd . oder nit 
aufT der wach fünd . das anzaigen vnd nit verschweigen, 
da mit der gesIralTl werde. 

Der betigewand sauber vnd wol warten vnd halten des- 
gleichen seine tischtucher. trinkgesihjr vnd anders sauber 
halten. 

Fleissig mit den vischen sein , kain visdi /.u bcliallcn 
anneme . damit er kain visch anderslwohin dann heraulT 
trage. Oft zw den vischen besehe, der grub mit räumen 
vnd fegen Eyssen vnd wasser nach notturft fursehe . vnd 
wart. Den visch zewg offl buessen. *) vnd so not ist newcn 
zewg stricken. 



') Bäcker, pistor. .Srhm. I, 324. — ') garhen (besonders 
Korn, Dinkel), es zwischen .Mühlsicincn aus den Bal;;en 
drücken. Schm. II, 6."). — '| ankehrrn, anwemkn. — 
*) ausbessern. 

(Schlufs folgl.) 



Uie niiitliniarHlirlion OprcrHlrln«' iiikI aii- 

dfrt' Stfiiinllfrtliiiiii«T im (>raiil( «Ich 

lti<-H<-iiicel»irKM. 

Von Prof Dr. .Mii?(li /.ii lkri.>.clid(jrf in .Schlesien. 

(Kiirlsilzunp.) 
Auf (Irr lirrghohc unterhalb <lieses Mannsteins erhebt 
sich frei auf der kleinen Wiese des Itichters eine wenig um- 



fangreiche Steinmasse gleich einem Altar, auf deren Ober- 
lliiche eine flache Schale vertieft ist, aus welcher zwei fin- 
gerbreite Hinnen ein Stiick über die Oberfläche hinlaufen. 
(S. K. III. auf der bei voriger .Nummer belindlicben Tafel.) 
Die Masse noihigt beim ersten Anblük die Vorstellung von 
einem Altar auf, und es sind darauf verschiedene liiiircr- 
breite rinnenartige Vertiefungen von '/j Fufs und 1 Kiifs 
angebracht, die man für Spriinsre im Gestein hallen konnte, 
wenn ihre stumpfen Enden nicht das Gegentheil darlhaten. 
In einer Entfernung von 10 — 30 F. von dieser Stelle er- 
heben sich mehre Felsenkuppen mit 5 Sitzen und Kesseln, 
und eine audere mit einer 3 F. weiten, halbkuglig einge- 
arbeiteten Einbauchung, die nach unten zu zwei abfallende 
Ausgange hat. Die Einbauchung ist der Kopfliiihlung am 
Mannsteine ähnlich, und es finden sich auch unten in Giers- 
dorf am Felsen des Ilolensteins ahnliche halbkugelrunde 
Aushölllungen, deren natürliche Entstehung sich nicht wohl 
erklaren liifst. Gleiche Bildung sieht man in der Welt Ende 
bei Hirscliberg an einer Felsenparlliie, die sich beim Haub- 
schlof.^ initten im Bober erhebt (s. F. IV.). Wäre diese 
küirlidu' Aüsliölilunff ffeiren die Striimiing des Bohers ge- 
kehrt, >o wurde man vermuthen können, dafs von dem an- 
geschwollenen Bober mitgeführte Rollsteine die Aushöhlung 
bewirkt hiitlen, wiewohl dann die bewegende Kraft an dem 
senkrechten Gestein halle aufwärts wirken müssen. Die 
Aushöhlung bei Herischdorf gegen die Graupe hin, welche 
im Aufsalz des Magazins als oben kapuzenartig übergreifend 
erwidint wird, gehört auch zu diesen Bildungen. Sind diese 
natürlich, oder haben Mensclienhiinde daran gearbeitet? 

An der Graupe, östlich vom Mürzdorfer Fahrwege, hat 
jede Granilkiippe einen Sitz oder einen Kessel. Auf einer 
derselben liegt aber ein fast halbrunder Fel.-block, der nach 
unten lonnujiartig, jedenfalls durch .Menschenhünde ausge- 
schweift ist (F. V.). l'ebcr <las Thal hinüber ist auf einer 
Kuppe von <ler Zinkenhöhe ein halbrunder Sitz eingehaiien, 
und auf einer anderen Kuppe darneben ein Kessel von an- 
sehnlicher Tiefe (Fig. VI). Der übrisen weiter aufgefun- 
denen, meist auf steilen Kuppen oder aufrecht stehenden 
l!l()(ken einiiehaiicneii Becken oder Sitze, gewöhnlich von 
<i oder H Zoll Tiefe, die sich durch nichts Besonderes be- 
merkbar machen, will ich nicht weiter gedenken. 
(Schlufs folgt.) 

(Mit I im r Beilage.) 



Verantwortliche Hed.n m.n: Dr. Freih. v. u. i. Aufsess. Dr. A. v. Eye. Dr. ü. K. Fri.ninianD. 

Druck TOD Vt, Gampe & Bobn lo Nürnberg. 



HKIIAGIE ZLM ANZEKJFJl Fl II KLNDE DEIl DFXTSl IIE\ VOnZEIT 

1857. .¥ fi. Iiml. 



riironili des sennanisclien Museums. 



Wir beginnen heule unsere ClironiU wieder inil dem Be- 
richte über das, was gegenwärtig die wichtigste Angelc'genheit 
des Naiionaluiuseums ist, über den Ausbau der Kart hause. 
Die hauptsächlichsten HäundichUcilen der Sammlungen sind so 
weil hergestellt, dafs mit nächstem Zimmerleule und Maurer die- 
selben verlassen werden und die innere Einrichtung in Angriff 
genouimen werden kann. Auch das neu errichtete tiebäudc, 
das zur Aufnahme des (Jeneralreperluriums und Kinricbtung der 
Geschältszininier bestimmt ist, steht bereits unter Dach Die 
Aufrichtung dieses Dachstuhls wurde am 6. Juni zugleich mit 
der Einweihung des iSeubaues von den Vorständen des Mu- 
seums, den hiesigen Mitgliedern der Ausschüsse, den Beamten 
und Gehiilfen, sowie von den etwa 50 beim Bau beschäftigten 
Mauerern, Zimmerkulen etc. mit den besten Hoffnungen auf 
die Zukunft des Museums festlich begangen. Der zweite Vor- 
stand, Herr Kektor Dr. Beeg, hatte dazu einen echt deutschen 
Hebspruch gedichtet, welcher, der Chronik unseres Museums 
nicht unwertli, doch wegen mangelnden Kaunies jetzt nicht 
mitgetheilt werden kann. 

Die nunmehr bald zu beginnende innere Einrichtung der 
einzelnen Abtheilungeri «ird nach den, mit den Mitgliedern 
des Lokalausschusses beralhenin und festgestellten I'länen, 
wozu auch einzelne Fachverständige Mitglieder des Gelehrlen- 
ausschusses, wie Prof. v. Helner-Alteneck in Miinchen, bereit- 
willigst mitgewirkt haben, ausgeführt werden. Bei dieser riistig 
vorschreitenden Arbeit steht aber keine der übrigen vielseiti- 
gen Arbeiten des IVationalmnseunis stille; die Arbeiten der 
Generalrepertorien wie der Ateliers schreiten ununterbrochen 
fort. Für erstere niid als Mitarbeiter am Archiv ist Dr. Ileinr. 
Tod aus dem (iroi'sherzügthiim Weimar, sowie auch Enno Wilb. 
Hector aus Oslfricsland in die Heihe der Angestellten des 
Museums, für die Ateliers für Gypsabgufs und l'apiermachee 
Jean Engen aus Bayern angestellt, während Maler W. 
Maurer austrat, um ein «eignes Geschäft zu begründen. 
Dr. Burkhard t ist seit Mitte Mai als Coinniissär des Museums 
zur Ordnung des gräflich (;iechisclun Hausarcliives in Thurnau, 
womit er wahrscheinlich bis nächstes Jahr beschäftigt sein wird. 

In erfreulicher Weise mehren sich fortwährend die Jahres- 
beiträge, und Stände, die anfänglich weniger Theilnahme zu 
versprechen schienen, wenden dieselbe dem Museum zu. 

>eue Agenturen wurden errichtet: zu Erlangen, zu 
Kauden in überschlesien, zu Deggendorf in Mederbajern, 
zu r :i d e rsa ni in Bcilimcn. 

\iin Buchhandlungen haben Beilrittserklärungen einge- 
sendet: 

279. A. Bielefeld's niilhuchbanillung in t'arlsruhe, 

280. J. Veil's Verlagsbuchhandlung in (.'arlsruhe, 

281. Herni. Bühlau's Verlau'sbuchhaiiillung in >\ einiar, 
2h2. J. B. Znbuesnig in Lanilsliul 

Kur die unterdessen eingegangenen Geschenke, unter denen 
eine Sammlung in Deutschlund sehr seltener französischer 



Druckscliriritn zur Geschichte des 30jährigen Krieges 
besonders hervorzuheben ist, die wir leider jetzt wegen .Mangel 
an Raum nicht aufführen kcmnen, sagen wir bescheinigend 
unsern besten Dank: 

I. Für das Archiv. 

F. Woeste zu Iserlohn : 

724. Lehinbricf des Herzogs Johann von Cleve und Jülich fiir 
Johann Köder, Bürger zu Soest, über den halben Hof zu 
Lüderiekhuysen nebst Zugehör. 1525. IVeue Pap. Abschr. 

Die Erben des churmainzischen geheimen Raths 

von Zwehl /.u eohlcnz: 

725, a — d. Zinsbuch der churmainzischen Orte Tutelstadt, Ta- 
berstadt und .Milchendorf von den Jahren 1401 — 147^. 
2. 4 Pergamentbücher. 

V. Hoiningen genannt Huene, ßergineister, in Siegen: 
72(j. Lrkiiiidc des Johaiiii l'cter von Herwegh und Ferdinand 
Joseph von Bcywegh, Kentnieister der Stadt Köln, über 
die Aufnahme des Hermann .Mockel zum Bürger dieser 
Stadt. 171(i. Pergament. 

Alfred Killcr \on Franck, k. k. .Major, zu Graz: 

727. Kaufbrief des \\ ernt/.i! des Payr in Aeu.stadt für Kudlein 
den Kiemer über ein Haus in der Wiener Slrafse vor 
Wien. 1383. Keue Pap.-.\bschr. 

728. Kaufbrief des Bernhard des Pokchel in IVeustadI für sei- 
nen Bruder Mcohius den Pokchel daselbst über zwei 
Hüuser in und bei der Ungerslrafse bei Wien. 1389. 
IVeue Pap. -Abschr. 

729. Aufkiindungsbrief des römischen Königs Sigmund an .Miir- 
(juard von Scbellenberg wegen Wiedereinlösung der Kdii- 
höfe bei Lindau. 1430. AcUere Pap. -.Vbschr. 

730. Pfandbrief des römischen Königs Sigmund für den Biirger- 
meister und Rath zu Lindem zur Wiedereinlösung der an 
die von Sehellenberg verpfändeten vier Kelnhöfe bei 
Lindau. 1430. Aeltere Pap. -Abschr. 

731. Urkunde des Burkhard Müffling zu iNümlicrg iibcr die 
Stiftung von 14 rheinischen Gulden zur SebaldiKirche 
wegen Abhaltung von Seelmessen etc. 1444. Alte Pap.- 
Abschr. 

732. Urkunde des Grafen Ulrich von .Montforl, Herrn zu Tel- 
nang, über die Beilegung der zwischen der Herrschaft 
Tetnang und dem Itath zu Lindau bestandenen lrrun>:eii. 
1476. Aeltere Pap.-.Vhscbr. 

733. Ein Faszikel von liß Konze|ilen aller Impressorien von 
den Jahren 1531 — 1635. Pap. 

734. ItepHrtilionen von Hinriclilungskuslen und Kosten von 
Lcibcsslriifen auf die Bürger der Stadt Fulnrrk in Mahren 
von den Jahren 1599 — 1734. I'iip. 

735. Kirchenrechnung des (Jotlesliauses U. L. F. 711 Winien- 
dorf von Georg F"u» u. Ambrosius Khrrn v. J. Iti.'i4. Pap. 



101 



AnzeigiT für lüiinlo der iIimiImIkmi Vorzeit. 



192 



736. Inquisitionsprotocolle des Kjillu-s zu Kulntik ülier die 
heimliche Geburt und den Kindsiiiord der .Maria Hofin zu 
Wallersdorf in der Herrschaft Knineck nebst darauf be- 
ziiulicheni Schreiben des Grafen Ivarl von Koluvvrat von 
1730 u. 1731. Pap. 

Bautenbacher, Beneficiat, /.u Gün/hurg: 

737. h iiiriircil (Iti Frciherni Leopold Karl von Stein zu INidcr- 
stolzin;;cn und Biichenheini für Simon Bcckhensteln zu 
Bächenheini über ein hcimgel'allenes Hofgul daselbst. 
1620. Perg. 

M. Straufs, Optiker, zu Schwaliacli: 
73^. \ ülliii;iihl des Christoph von Hafliiiig. I'tlei;irs zu ITal- 

fenbofen, und des Adam Swelnpeckb lur ll,in> .Mmlnir 

zu Katzennpcrg. 1518. Pap. 
739. Vollmacht des Hans von Lindenbers; zu .\ltenkliug, Vogts 

zu GollliiKcn. lur Hans Mautner zu Kalzeiinperg. l.ilB. 

Pap. 

II. Füi- die Bibliothek. 

Harald Lenz, Lehrer, in Scbneplenthal : 

3831. F. A. Wngncr, Acgypten in Deutschland oder die ger- 
manisch-sliivischon .Mlerlbimier an der .■ichwnrzen Elster. 
1833. 8. 

3832. J. T. Schneider, Beschreibung der heidnischen Begriib- 
nifs-Plalze zu Zilmsdorf. I. H. 11827.) 8. 

Dr. H. Burkhardt, Archivsckreliir am gernian. .Museum: 

3833. Ilist. Bericht von der Il'ayserl. u. Reichs Landvogley in 
Schwaben. 1755, 2. 

Dr. L. Heffner, Landgericbtsarzt, zu Bischofsheim v. d. Hb.: 
3^3 1. Uers. , zur (iescli. der Krliniler der Biichdnickerkunsl. 
0. J. 8. 

Hahn'sche Verlagsbuchhandlung, in Leipzig: 
3M'i. .\. Kliirkhohn, Gesch. d. Goltesfricdens. 1857. tS. 

Otto Spamer, Verlagsbuchh., in Leipzig: 

3836. llluslr. geographische Bilder aus Oestcrreieh. Herausg. 
von .Ins. Wenzig durch Friedr. Korner. 2 Bde. 1856. H. 

J. Hölschers Verlag in Coblenz: 

3837. J. B W . Heydiii!.Mr, ilie Eillcl. Gesch., Sage, Land- 
schaft und Volksleben. 1853. 8. 

3838. Friedr. Back,' das Kloster Ravengirsburg imd seine llrn- 
L'ebuni;,.n 2. B. 18.53. s. 

Rud. Gärtner, \rrlai:sbuehh.. In I{(t1iu: 
3*^39. I(. Ha>jn, Wilhelm v. Humboldt. 1856. 8. 

J. Urb. Kern, Buch-, Papier- u. Landkh., in Breslau: 
3H|I). A. Sleihlirek, (iescli. d. srhlesisdirn Bertrbanes. I. Bd. 

1857. H. 
3hll. J. F. iVeigebaur, die Heiralb des .Markgrafen Carl von 
• Brandenburg mit der Markgrülin Calliarina von Balbiano. 
1856. 8. 
3842. V. Kern, schicsische Sageii-Chrunik. IHK), kl. H. 

C. H. Tamms, Pastor zu St. Nirnlai, in Stralsund: 
3>* 13 Uers., Conrad Schlüssclhurg, 4. Superintendent ilir 
cvangel. Kirchen Stralsunds. 1855. 1. 



Dr. Ernst Förstemann, !;r.-iri. stolberg. ISiblmiliekiir und 
l.iliriT am l.;riurii. zu \\ ernigerode: 

3844. Ders. , altdeutsches namenbuih. 2. Bil. Ortsnamen. 
1 Lief. I><57. 4. 

Dr. E. G. Förstemann, rniiessor, in Kordbausen : 

3845. IVordhäuser Kreis- und .\acbriclils- Blatt. i\r. ti, 7, 31, 
32 u. 34. 1857. 2. 

C. MüUer'sche Buchh. (G. F. Eulerj in Fulda: 
3841). Herm. Kersting, die Sonderrechte im Kiirrursli'iitliuiiie 
Hessen. 1.— 9. H. 1855—56. 4. 
Dr. Adalb. V. Keller, l'rolessor, in luliingen: 

3847. \ Oll der .Megde Marien l.ebinni- von Wallber von Rheinau. 
Ilerausgeg. v. Adalb. \. Keller. IS.'iä. 4. 

Dr. Karl Herm. Funkhänel, IJirector des grofsherz. 
Karl i'riidr.-tiyninas.. zu Eisenach: 

3848. W. Rein, das Dominikanerkloster in Eisenach, geschicht- 
lich und arcbilekloniscli il:iri;eslelll. 1857. 4. 

K. K. Centralcommission zur Erforschung- und 
Erhaltung der Baudenkmale zu \Men: 

3849. IIhs.. .Milllieiluiiycn. lie.la. nur: Karl NA'eifs, II. .lalirj;. 
M;uz u. April. 1857. gr. 4. 

V. Proeck, Obersllieutenant, in Guben: 

3850. 30 Programme der Gymnasien zu Guben und Schweid- 
nitz und des Gymnas. zu St. Maria Magdalena, von 
1826 — 1856. 4. Kebst 3 andern kleinem Schriften. 
1844 u. 55. 8. 

3851. Samniliing von Aktenstücken zur Gesch. des Markgral- 
tluiuis Oberlaiisitz. l'ap. lldscbr. 16. Jahrh. Ende. 2. 

Pfannkuche, Lamlratb a. D., in Venli'U: 

3852. SiL'in. Ilaijelshaimer, genannt Heldt, der Heldten Ge- 
schlecht Sl;ininien vnd Gedechtniis. Pap. Hdsilir. rii. 
.\bbild. 1570—1590. 75 Bl. gr. 2. 

Bauer & Raspe, Buchhandl. (Jnl. Merz) In Nürnberg: 

3853. Zeitschrift f. deutsche Kulturgesch. Ilerausgeg. v. .loh. 
Müller u. Job. Falke. 1857. Maihefl. 8. 

Trowitzsch «fc Sohn, llulliucbdruckerei, in Frankfurt a ().: 

3854. .Monalssilirili für deutsches Slädlc- und Gemeindewesen. 
Redig. V. B. (iriiser. .lahrg. III. II. 3 u. 4. 18,57. 8. 

Polytechnischer Verein in Wiirzbnrg: 

3855. Ders., ui'nieiMnülzi;;e \\ (Hbcnschrilt. \ II. .lalir;;. ftr. 10 
lus 13. 1.S57. !H. 

Dr. G, Barsch, k. preufs. geh. Regierungsrntb, in Coblenz: 

3856. Ders., Beitriigu zur Geschichte des sogenannt, Tugend- 
Buud.-s. 1*^52. «. 

Vandenhoeck «fc Ruprecht's Verlaysburbb. in Giittingen: 

3857. G. Schmidt, bibliothcca hislorico-geographica. 4. .lahrg. 
2. II. IS."i(;. S. 

A. Pernhoffer in Wien: 

3858. Bruchstück einer llandsihrift des Iwein. IVeiie .\bsclir. 
3 niiitler. 

Redaction der Zeitschrift für deutsche Kulturge- 
schichte in iNüriilurg: 

3859. Briefe des Hans von Khevcnhüller an seine Gemahlin 
Maria Elisabeth geb. v. Dictrichstein. Separ.itabdruck. 
(1857.) 8. 



193 



Anzeiger für Kunde der (leulschen Ndrzeit. 



194 



Wenzigr, Poliieiralh, in Brislau: 

38fi(l. li^ilihn.vSi-lintirr, Kunst- )l;iii.<- villi \\ uri.lcrhu.h. Ui.'iT. s. 

Verwaltungs-Ausschufs des Museums Francisco- 
Carolinum m Linz: 

3861. Ucfi., l rkuiidenbuoli dt-s Lfindes ob di-r Enns. 2. Bd. 
1856. 8. 

Hirt's Verlac in Brcsliiu: 

3862. Ferdinand llirt's Biichliiinillunf;. Eine Skizzu ihres Strc- 
bens und Wirkens, ihrer Einrichtungen nnd Bestände. 
1,1850.1 8. 

C. Becker, k. pn nl's. Steuerinspektor, in Wnrzburg: 
3663. Jl. .M. (i. tirelliiiiinii, histor, Versiirh ulirr die Zigeuner. 
1787. 8. 
(}. P. A. Dambacher, t'opist am gennan. Museum: 
3861- (i. Th. Itudhart, iA die Allenburg bei Bamberg wirkh'cli 
das castrum Babenbergk Reginos..? 1835. 4. 

J. Veith, Buch- u. Knnsl-Vcriagshandl., in l'arlsruhe: 
386ä. -Millelaltcrlichü Bauwerke im südwestl. Deutschland u. am 
Rhein. Herausg. v. F. Eiscnlohr. 1.— 4. H. 0. J. gr. 2. 

A. Bielefeld, Buchhandl., in Carlsruhe: 

3866. h. .Siliipclilin, Gesch. des Grofshcrzogth. Baden unter 
d. Regierung d. Grofsherzogs Leopold von 1830 — 18,")2. 
18.i6. 8. 

Gesellschaft für Pommersche Geschichte und Al- 
terthumskunde in Stettin: 

3867. Dil-.. ■I'-.K .hiliiesliericht. 1856. 8. 

M. de Caumont, rresiiknt de l'Iuslitut des provinces de 
France, in l'aris: 

3868. Ders., note sur les innrs Gallo-Homains de Da.\. 1857. 8. 

3869. Annuaire de l'Institut des l'rovinces et des congres 
scientifiqncs. 1837. T. IX. 8. 

3870. Congres archeologique de France. 1856. 8. 

Dr. K. Th. Pyl, Dnci-nt für Archäologie u. neuere Kiiust- 
gescliiclite an der Universität (ireil'swald : 

3871. Ders., Heinrich Rubenow oder die Stiftung der lluoh- 
schule zu Greil'swalil. 1853. 8. 

3872. Ders., I'ontius l'ilalus. Drama. 1854. 8. 

3873. Ders., der Zwoll'gollerkreis im Louvre, eine archaiologi- 
.sihe Abhandlung. 1857. 4. 

Freiherr v, Stromer in ftürnberg: 

3874. l'hristiiph \ ogel, Beschreibung des furstl. rfalzgrüvischcn 
l.andcerichls Sulzbach auf dem ^orlgau. I'ap. lldschr. 
507 S. 1603. 2. 

Brodtmann'sche Buch- und Kunslhandl. in SchalThauscn : 
3h7.i. Ilcniie, allgem. (Jescli. voll der Irzeil bis auf die heuti- 
gen Tage. 1. Bd. 1815—46. 8. 

3876. II. Ilatlemer, über Ursprung, Bedeutung und Schreibung 
des Wortes Teutsch. 1847. 8. 

3877. F. Lucii, die Kamen unserer Vorfahren u. ihrer Slamni- 
güUcr. 1856. 8. 

Jos. Bedeus v. Bcharberg, U. k. geh. Itaih , in Ilrrr- 

iiiaiiM>tiMll : 
387b. Ders., hislüriech-genealog.-geograph. Alias zur l'eber- 
sichl der Gesch. des ungrischen Reichs, 0. J. gr. 2. 



Historischer Verein für Niedersachen in Hannover: 

3S7',l. Ders.. 'JH. .\^i, hriclil. l-'jT. i-. 

Mey & Widmayer, huust- und Landkartenhandl. , in 
iMiinclien : 

3880. Dom. yuaglio u. h. A. l.ibschee, Samiiimlung malerischer 
Burgen und anderer geschichtlich merkwürdiger Bau- 
denkmale der Bayerischen Vorzeil. 1. — 3. Lief. I>>56. 
gr. 2. 

V. Hoiningen, gen. Huene, Bergmeisler, in Siegen: 

3881. eil. Mtltzer, historia Sthiiecbergensis. 1716. 4. 

Redaction der numismatischen Zeitung in \\ eifscn- 

scc : 

3882. iVumismalische Zeitung, I.— 4., 6. — 23. u. 24. Jahrgang, 
>r. 1—6 u. 9. IK34-57. 4. 

Verein zur Ausbildung der Gewerke in .München: 

3883. Ders., Zeitschrill 7. Jjhrg. 1. II. 1857. 2. 
J. L. Schmid's Buch- u. Kunslhandl. in Kiirnbcrg: 

38h4. A. V. Eye u. Jac. Fulke, Gallerie der .Meislerwerke all- 
deutscher Holzschneidekunst in facsimilirten IVachbildun- 
gen. 2. Lief. 1857. gr. 2. 

Dr. Ferd. Walter, Universitälsprolessor, in Bonn: 
3'^S5. Ders. , Lehrbuch des Kirchenrechts aller Confessionen. 

12. Ausg. 1856. 8. 
liSS6. Ders. , System des gemeinen deutschen I'rivatrcchls. 

1855. 8. 

3887. Ders., juristische Encyclopüdie. 1856. 8. 

Herrn. BÖhlau, Verlagshandl., in Weimar: 

3888. G. Zeifs, l.ilirbuili der allgem. Geschichte vom Stand- 
punkte der Kultur. 1. II. u. III, 1. 1852—56. 8. 

3889. K. Ilelinrich, Gesch. des Grofsherzoglli. Sachsen-\\ eiinar- 
Eisenach. 1852. 8. 

3890. R. V. Lilienkron, über die INibelungenhandschrilt C. 

1856. 8. 

3891. Ders. ii. W. Stade, Lieder und Sprüche aus der letzten 
Zeit des .Minnegesanges. (1854.) 4. 

3892. Ein Stück danisch-deutsche Geschichte im Mai 1855. 8. 

3893. Die llerzoglliumer Schleswig -Holstein u. Lauenburg in 
dem dänischen (iesammtstaat. 1856. 8. 

3894. G. Th. Stichling, Ernst Christian August Freiherr von 
Gersdorü. Nach seinem Leben und Wirken. 1853. 8. 

3895. Herrn. Sauppe, Skizzen aus der Geschichte der Krim. 
1855. 8. 

3896. Ders., Weimarischc Schulreden. 1856. 8. 

3897. Weimarischc Erinnerungslihitlcr an ilen 15. .luni 1853. 
1853. 8. 

3898. Briefe des Grofsherzogs Carl August und (iuthes an 
Ddbereincr. Ilrriiiisgeg. v. Oskar Schade. 1856. ö. 

Polytechnischer Verein m \\ürzburg: 
3s99. Ders., Woehenschrill. \ II. .lahrg. i\r. 11— 17. 18.57.8. 

J. Ricker, Buch- u. Kunslhandl., in Giefsen : 
.'!90() M lliicir. zur Kritik der i\ibelungc. 1855. 8. 

Karl Gautsch m Unsden: 
3901. Archiv für siichsisclic Geschichte und Allerlhumskunde. 
Herausg. V. Karl Gauisch. I.Jahrg («IlelU.J 1M3. N 



195 



Anzeiger für K'iini!i> der ilinilscln-n Vorzeit. 



196 



Dr. Ad. Friedr. Riedel, Cfh Archivralh, in liirlln: 

3902. Der»., coiKx cli|iU>iii;<li(us Braiiili'iil)iirsinsi.<. I. Ilauplth. 
l.-IX. Bd. 1838 — 4'J. II. Il;.n|,lli. I.-V. Bd. 1S44 
-1848. 14 B.lc. 4. 

3903. Üers., zehn Jiilire aus der tj.srii. der Aliiihirnn dts 
priiifs. Kimigshaiiscs. 18.jl. s;r. 8. 

3904. l)tTS., Graf Kiidolph von llabslma' u. Burggraf Friedrich 
von Nürnbi-rg in ihren Beziehuni:en zu einander. 1853. 4. 

3905. Ders. , die Ahnherren des rrenfsischeii Königshauses liis 
gegen das Ende des 13. Jahrh. 1854. 4. 

390fi. Ders., Geschichte der Klosterkirche und des ehemaligen 
Dorninicaner-.Miinchs-Kloslers zu Neu-liuppin. herausgeg. 
villi Dr. Karn|ie. •). J 4 
Alfred Ritler von Franck, k. k. .Ilajor, in Graz: 

3907. Ders., Bericht üher die Auflindung eines uralten Leichen- 
'eldes hei Kettlach, unweit Glogcnitz. fl854.) 8. 

3908. Abbildung der allen Sleinsiiule niichst dem Wiemrlhor 
vor Aeusladt. .Mit Text. I Bl. 0. J. gr. 2. 

Joh. Leonh. Riill, Grofsiifragner, in IVtirnlierg: 

3909. Der Erste Teil aller Bticher vnd Schriirien Dr. Marl 
Leihe, i. Jhena fl56,S|. 8. 

Museum Caroline -Augusteum in Salzburg: 

3910. Dass., Jahresbericht lür das Jahr 1856. gr. 8. 
L. Ehlermann, Buchhandl., in Hannover: 

.3911. K. (ioileke, (irundril's zur Gesch. der deutschen Dichtung. 
2. llallle 2. Abth. 18.")7. 8. 
Andreas Zöllner, Kaulmann, in Nürnberg: 

3912. Agenil-Biichliin, fiir die IVürnbergische Kircbcndii iier, in 
der Sladt vnd avIT dem Land. 1639. 1. 

Günther von Bamberg, geh. Beg.-Iiath, in Rudolstadt: 

3913. Der»., (Ins Sili\varzli.-liiHl(jIstadtische rrivalrechl. 1843. 8. 
Ottmar F. H. Schönhuth, Pfarrer, in Edellingen: 

3914. Ders., Ilohenlohe, wie es war und ist. 6. Lief. 18.56. 
kl. 8. 

3915. Ders.. Kriuiuriing an Kcilicnlwiel. 1856. kl. 8. 

3916. Ders., die Sage voim PSiinny (Jliickly. 1857. 12. 

3917. Ders., neue Sagen und Geschichten der Vorzeit. 3. Hell. 
1856. 12. 

391H. \V. Alhrecht, Blatter aus Nassau. I.u.2. Heft. 1846. kl. 8. 

J. S. Heubeck, l'ianolorle-I'alirikanl, in Nürnberg: 

3919. J. 1'. Ketzer, apiculae bonorum discipuloruni hierogly- 
phicae: <|uod levi cariuine ostendit idiine strenae loco 
olfi-rl Dn. parenti suo. I'ap. llaiiilM-hr. 18. Jahrb. 

Directorium des k. pr. Gymnasiums zu Schleusingen: 

3920. K. \\ . Allenburg, de usu anti(|uae loculionis in Lucrelii 

.■nriniiie de rerum natura <ili\ iae. r.irlirula I. 1857. 4. 

Maximilians -Heilungs- Anstalt für arme Augen- 
kranke lu Niirnberg: 
:i!ijl. Dil >., i:i. Jahresbericht. 1857. 4. 

Bauer & Raspe, Buchhandl. (Jul. Merz), in Nürnberg: 

3922. Zeitschnl't für deutsi he Kulturgeschichte. Herausgeg. v. 
Job. iMuller u. Joh. Kalke. Juniheft 1857. 8. 

V. Ebner'sche Buchhandl. in Nürnberg: 

3923. Die deutschen Mundarien. Ilerau.sgeg. v. G. K. Krom- 
nmnn. 4. Jahrg. April - - Juni. 1H57. 8. 



III. Für die Kunst- u. Alterthumssanimlung. 

Merkel, .\pollieker, in Nuriilurg; 
1753. I'ulvcrhorn mit eingravirten Verzierungen v. 16. Jhdt. 
175 1 Besteck mit 2 Messern und einem rfriemen, in verzier- 
ter Eisenscheide v. 16. Jiult. 

1755. 2 Bruihslücke von einer ahnlichen Scheide. 

1756. Tasche von Leinen mit verschiedenen Schiefswerkzeugen: 
29 Bleikugeln , 7 Kugelfornien , 3 Feuersteine , 1 Schlüs- 
sel zum Spannen des liadschlosses, 7 Schrauben zum 
Heinigell der Gewehre und 1 Ledcrrieinen. 16. Jhill. 

Ein Ungenannter in Nürnberg: 

1757. 3 l'okalr, llainiziichnungen v. 16. JhdI. 

1758. Innere Ansicht dir Sl. KlaraUirche(.'.'J zu Niirnberg, Fe- 
derzeichn. 

1759. Grundrifs der Stadt Braunschweig, Radir. v. 1606. 

1760. „AllMiodische Discant-Geyge", satir. BlatI v. 17. Jhdt. 
St. Blöfst, \>ebermeister, in Nürnberg: 

1761. Hölzerne Flasche mit eingeschnittenen Verzierungen. 
Freih. v. Sternenfels, kgl. würltemberg. Oberlieutcnant, 

in Ihn: 
17(i2. 4 schwill). Braclealen v. 12. Jliilt. 

1763. Silbermüiize von Kurfürst .llaxiniilian 1. von Bayern. 

1764. Abdruck eines Siegelstockes der Frhrn. v. Siernenfels 
V. 1,5. Jhdt. 

A. Dassdorf, Chirurg, in Wöhrd: 

1765. Silbermünzc des Herzogs Friedrich Karl v. Württemberg 
v. J. 1692. 

1766. Würzbnrgische Silbermünze v. J. 1(125. 

V. Hoiningen, gen. Huene, Bergmeisler, in Siegen: 

1767. Stammliaum der Diepenbrock von Bulderen. Perg.-.Mal. 
Dr. A. V. NitSChke in Brannschweig: 

1768. Medaille auf die Keier der 2.5jahr. Regierung des Königs 
Wilhelm v. Württemberg. 

1769. 221 neuere Siegel. 
Burger, Stadtpfarrer, in Nürnberg: 

1770. 92 nriuTC .Münzen. 

Ein Ungenannter in Nürnberg: 

1771. Kaiser Rmlolf II. auf dem l'aradeliell. Kuplerslieh. 
Eckart, Apulheker, in Nürnberg: 

1772. Miirggraflii li-nurnbergische Silbermünze v. J. 1622. 
Gautsch in Dresdi'ii: 

1773. 5^ Siegelabdrücke in Lack. 

1774. Gypsabgiifs eines alten Mcilaillons mil 3 MunihsUöpfen. 
Hebel, Weinhaniller, in Nürnberg: 

1775. (iaigenmaiinlein, gefunden an der Stelle des allen Ra- 
bensti'ines bei Nürnberg. 

A. Ritter von Franck, k. k. Major, in Graz: 

1776. Gypsabgufs eines Marienkopfes v. 15. Jhdt. 

1777. s Handzeirbnungen nach verschiedenen Alterlhümern. 
i77s. I'orlrail des Niirnberg. Buchhändlers Woifg. Endter jun. 

hplrst. 

1779. Abdruck eines zu Knlne.k in Mahren an.sgegrabenen 
Siegelslempeis. 

1780. Zwei Abdrücke in Slaniol \on Miinzstcmpeln h, Kried- 
richs III., zu Wiener- Neustadt befindlich. 



i97 



Anzeiger für Kunde der di-ulscheii ^'o^zeit. 



198 



17K1. Karle- von Bayern, verl. v. G. Pli. Fiiiikh im J. 1671. 
17«2. Alle Denksiuile bei Wiener-Acustadl. Riulir. >on G. C. 

Wilder. 
1783. Grabstein der Kaiserin Eleunure zu Wiener -iVeusladt, 

Steiiidr. 2 Ex. 
Agentur in Hermannstadt: 

17H4. AhilriKli de,-, »iebenburg. J'ruviiiiialsieyels v. lö. Jhdl. 

Braunstein, Skribent am gernian. Museum: 
1783. Bamberg. Kupierkreuzer v. J. I62i. 



Hase, Skriluril am gennaii. .Museum: 

1786. Bleimeilaille auf die Thronbesteigung K. Wilhelms III. 
V. En!;lan(l v. J. 16S9. 

C. Hambuch, lii.-.pcclnr am sernian. .Museum: 

1787. Bemalter KruR aus der 2. Hälfte des 17. Jhdts. 

Ein Ungenannter in Nürnhers: 

1788. 3 dem C'hrist(i|ih .\mliers;er zugeschiicbenc Ilandzeichn. 



Cliroiiilv der liislorischcii VorciiK'. 



Von den .Mittheilungen der k. k. Centra 1 komniis- 
sion zur Erhaltung und Erforschung der Baudenk- 
male etc. zu Wien liegen uns noch die Hefte für .März und 
April (Xr. 3 u. 4) des zweiten Jahrganges vor. Sie enthalten 
als Beitrage zur Alterthu mskuude: Die Kleincidien des 
heil. rom. Reiches. — L'cber die Itustnngen und Waffen der 
k. k. Ambraser Sammlung, von W. Kreih. v. Sacken. — Fur 
die Geschichte der Baukunst: Alte Kunstdenkniale in 
Botzen und seiner Umgebung, von Alois Messmer. — Die Kirche 
des h. .Michael zu .Michelsbcrg in Siebenbiirgen, von L. Reifsen- 
berger. — Zur Baugeschichle der Kirche .Maria am Gestade in 
Wien. — lieber die Bedeutung der im Jahre 1106 urkundlich 
erwiihnten capella baplismalis auf dem Berge Zoppen in harn- 
then. von Frhr. v. Ankershofen. — Die Kirchenruine von Zsani- 
bck in Ungarn. — Aufserdem : die kaiserl. Anordnungen für 
die Restauration berühmter Kunstdenkmale im lonibard.-venet. 
Königreiche. — Notizen, Korrespondenzen, literarische An- 
zeigen. — 

Der Verwallungsausscluifs des .Museums F'rancisco- 
Carolinum zu l.inz hat, den Statuten des 1834 begriindeten 
Museums gemäfs und durch die Stünde des Landes aufs Bercil- 
willigste unterstützt, ein vollständiges Diplomatar des Landes 
ob der Enns zu sammeln und zur Benutzung aufzustellen un- 
ternommen. Als Früchte des verdicn.stvollcn Unternehmens, 
mit dessen wissenschaftlicher Leitung v(jrnehmlicli der k. k. 
Regierungsrath und Staatsarchivar Jos. t'hmel und der Slilts- 
pfarrer zu St. Florian Jod. Stülz betraut wurden , liegen uns 
bereits zwei umfangreiche, trelTliih ausgestattete Bande von 
1852 u. 1856 vor. Der erste Band entliiilt in zwei Abthei- 
lungen eine Anzahl Saalbiicher, nämlich in Abth. I. die Codices 
traditiunurii der Kliister Mondsce, Garsten, liansliofcn, R<'ich(rs- 
berg und Sulun; in .\btli.II.: e.vcerpta ex codicibus traditi(jnum 
ecxlesiae Falaviensis (ex codice antlijuissirno, tertio, (piarlo, 
quinio ) ; codex traditionum mnnasterii S. Nicolai prope I'ata- 
viam; codex traditionum monasterii Formbacensis. Mit voll- 
ständigen Orts- und Personenverzeichnissen. — Der zweite 
Band, 1856, enthält in vollständigem Abdruck CCCCLXXXVII, 
die Kliister, Kirclu^n, Ortschaften etc. des Landes ob der Enns 
betreffende, den Zeitraum von 770 — 1230 unifassendi- Urkun- 
den. Ein .\nhang gibt die „apogriplien Bullen" des VI. l.\. u. 
X. Jhh. für die Erzbischüfe von Lorrh und das Schreiben des 
Bischofs Pilgrim von Paasau »n Pnpsl Benedict und IX das 
Kloster Kremsmimslcr betreffende Urkunden aus dem Urkun- 



denbuche von Kremsiiiiiiister. .\urserdein vollständige Orts- 
uud Personenregister. — Die Fortsetzungen dieses bedeutsamen 
Werkes, dessen Bändezahl noch nicht bestimmt werden konnte, 
werden säninitliche Urkunden bis 1400 in vollständigem Ab- 
druck, von da abwärts aber zum Theil nur in Auszügen mit 
Beifügung der Zeugen und chronolosischcn Bezeichnungen, auch, 
soviel möglich, mit den eigenen Worten der Urkunden selbst 
enthalten. 

Von der historischen Gesellschaft zu Basel wurde 
im verflossCDen Jahre eine für die Slädlegeschichte höchst 
werllivnlle Schrift veröffentlicht: Basel im XIV. Jahrhdt., ge- 
schichtliche Darstellungen zur fünften Säkularfeier des Erd- 
bebens am St. Luhastage 1356 (Basel, 1856). Es haben sich 
zur Feier dieses für die Geschichte Basels so bedeutsamen 
Tages eine Anzahl Geschichtsforscher vereinigt, um durch ge- 
meinsame Beiträge ein umfassendes Bild der Gestalt und des 
inneren Lebens der Stadt Basel, bevor das Erdbeben dieselbe 
gewaltsam veränderte, darzustellen. Prof. Rud. Hagenhach be- 
vnrwortet die Schrift mit Erläuterungen über den Tag und 
dessen Feier: Dr. Dan. Alb. Fechter gibt uns Basels „Topo- 
graphie" mit Berücksichtiffung der Kultur- und Sittenzuslände. 
Beigegeben ist dieser höchst sehätzenswerlhen Arbeit, die uns 
ein lebensvolles Bild der äiifseren Gestallung der Stadt ent- 
wirft, ein lilhographirler Plan der Stadt. Dr. Th. Meyer- .Merian 
schildert uns: „<ler grofse Sterhent mit seinen Judenverfolgungen 
und Geifslern": Prof. W. Wackernagel: „das Erdbeben von 
1356 in den Nachrichten der Zeit und der Folgezeit bis auf 
Ch. Wurstisen", und „der Todlentanz" ; Prof. Dr. Karl Schmidt 
zu Strafsburg gibt uns in „Nikolaus von Basel und die Gol- 
tcsfreunde" einen neuen höchst werthvollen Beitrag zur Ge- 
schichte der deutschen Mystik, die diesem unermüdlichen For- 
scher so Bedeutendes verdank! ; Prof. Dr. Job. Schn<ll cmlliih 
belehrt uns über das „Civilrccbl, die (ierichte und die d'eselz- 
gebung." — Ein solches Werk, das durch Vereinigimg bedeu- 
tender Kräfte eine ganze Kulturperiode der Stadt nach allen 
Richtungen hin darstellt, ist für die deutsche Kulturgeschichte 
ein hiichsl dankenswerther Beitrag. 

Von der allg. ge schichtsforsche n den Gesellschaft 
der Schweiz mlit aus: der Anzeiger für schweizeri- 
sche Geschichte und A 1 1 er th u m s k n n d e. Derselbe soll 
enthalten: Nachrichten von (ju eilen und II ulfsm i I le I n zur 
vaterlandischen Geschichte und Alterlhiiinskunde und von den 
Bestrebungen der historischen iinil archäologischen Vereine der 



199 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeil. 



200 



Schweiz oder einzplner Gcschichls- und AllerlliuinsIriuiKlc, 
Anfragen, Kurrespiindenzcn, Anzeigen etc. Er glieden seinen 
Stoff in .\blheilungen: I) (Jeseliiclile und Recht; 2) Sprache 
und Literatur; 3) Kunst und .\llerthuiii : 1) Vcrhandlun'jsbe- 
richte der \ereine und Korrespondenzen. Leider liegen uns 
von diesem Anzeiger nur die ersten drei Nummern des 
ersten Jahrganges 1855 vor. Diese drei Nummern enthalten 
für Geschichte und Recht: König Albrechts Tod; VVald- 
manns Gesetze; das Zürcher'sche .Meislerburh aus dem XV. Jahr- 
hundert von J. J. Iloltinger; zur Genealojjie der (Iralen von 
fosiiienburg von I'iipikoler ; das Herzuglliuin Aleiiiannien oder 
Schwaben mit Bezug auf die Schweiz; Spruchbrief über Holz 
und \> eid zwischen Schwarzenburg und Kiedstatt, 1336. Für 



Kunst- u. .\lterthum: l'eber die Grabinschrift von Raumes, 
Ct. Waad; über einige zu Lunnern gefundene nini. .Münzen; 
Krederic ze Rhein, Evi^ipie de Biile; rumiscli- gallisches Bild- 
werk; rümische ßegrabnifsslatte zu Baden im .\argau; slatisli- 
<iue des antiquites de la Suisse occidentale; Chäteau de Fenis- 
Hasenbourg. F"ür Numismatik: Bischöfliche 3lünze von Lau- 
sanne; .Münzfund am Rheinfall bei Scliaffhnusen. 

Das Archiv des historischen ViTcins des Kantons Bern 
enthält in dem uns noch vorliegenden 2. Heft des 3. Th. als 
Beitrag zur K ircli engesch i eh te die Fortsetzung der Quellen 
zur Geschichte der Kirchenreforiii in Bern; zur i\ ii ni is iiia ti k: 
inun/.KuniliicIic Beitrage zur antiquarischen Topographie des 
Kantons Bern von J. Jahn. 



\ a c h r i c li 1 c ii. 



liiteraliir. 

Neu erschienene Werke. 

28) Die Mahl- und Kr li nungs- Ki rch e der deut- 
schen Kaiser zu St. Barthol omai in Frankfurt 
a. M. Von B. J. Römer-ii ücliner. Frankfurt a. .M., 
Heinrich Bninner. 1SJ7. fe. 85 S. 

Diese .\rbeit reiht sich den übrigen des auf dem Gebiete 
der Frankfurter Geschichte sehr thäligen Verfassers in würdi- 
ger Weise an. Die Geschichte einer Kirche, die merkwürdig 
ist durch ihr Aller und noch merkwürdiger durch die Fülle 
der historischen Erinnerungen, die sich an .■^ie knupfen, ver- 
dient die Beachtung eines Jeden, der überhaupt nur Sinn und 
Liebe für die Geschichte unsers Vaterlandes hat. Eine aus- 
führliche Geschichte aus den archivalisihen Schätzen des Bar- 
tholomäi-Stiftes wollte der Verfasser jedoch nicht geben, seine 
Arbeit beschränkt sich auf eine .Vuswabl des Interessantesten ; 
nur der Geschichte des Baues und der Beschreibung der ver- 
schiedenen Kunsidenkmäler ist eine grolsere Ausführlichkeit 
gewidmet. Da.s (Janze tragt den Stempel einer gründlichen 
Forschung und einer ebenso gründlichen An.'icbaiiiing an sich. 
Das Buch ist dem Kaiser von Oesterreich gewidmet. 

29) Dogmatisch - liturgisch -symbolische Auffas- 
sung der kirchlichen Baukunst im Allgemeinen 
und insbesondere der Riindbogen-Slyle. Von G. G. K al- 
le nbach. Halle, in Commission bei C. E. .M. l'fellVr. 
1857. 8. .Mit 4 Tafeln Abbildungen. 

Der Verfasser beansprucht einen Normalstil für den Bau 
der christlichen Kirche, weiset die Unzulänglichkeit der Rund- 
bogenslile für diesen Zweck nach und wird so auf den gothi- 
schen geleitet. 

30) lieber die N ibel u n ge n h a n d s ,■ hr i ft C. Send- 
schreiben an Hrn. gih. Hofrath I'rof. Dr. Gnllling in 
Jena von R. v. L i lienc ron. Weimar, II. Bidilau. 1K.56. 
l'.U Stn. 8. 

Im (;egen,<atzc zu der Iloltzmann'schen Ansicht, dafs die 
Handschrift C den ältesten, ursprünglichsten Text enthalte, sucht 
Liliencron darzuthun , dafs diese Handschrift eine uherarbeiicte 
Rccension sei. An einer grofsen Zahl von Beispielen, die den 



gröfsten Theil des Buches ausmachen (S. 13 — 122j, wird dies 
nachzuweisen versucht. Im .Vllgeincinen geht Liliencrons Be- 
weisführung von der Betrachtung aus, der Text in C sei der 
bessere und verständigere; wo A dunkel oder unverständlich 
sei, da sei C klar und deutlich; wäret' die ursprüngliche Fas- 
sung, so begreife man nicht, auf welche Weise der klare Text 
in einen unverslandliclien umgeändert werden konnte. Ferner 
wiril gezeigt wie C gewisse Worte, die im Te.vte standen, 
entlernt, wie es Wiederholungen und Tautologien meidet, wie 
es die Eigennamen zu umschreiben liebt, nach Art der holischen 
Gedichte, und endlich wie es metrische Unrcgelmafsigkeiten 
des alten Textes, fehlende Seiikiiiigin, verschobene Betonungen, 
inehrsjlbige ,\uriakle, durch Aenderungen zu beseitigen suehl. 

K. B. 
31) ,\ 1 td eulscli es ii a in e ii hmh von Dr. E. Fiirste- 

mann. 2. band, ürtsnamen. 1. lieferung. A— Bac. 

Nordhausen, F'erd. Fürstemann. 1857. 160 Sp. in 4. 
Vorliegendes Werk, dessen erster Band, die l'er.sonen- 
namen enthaltend, beendet ist, hat sich in der gelehrten Meli 
bereits so allgemeine Anerkennung verschalTt, dafs es keiner 
weiteren Emplehlung bedarf. Mit der Gcwissenhalligkeit und 
Sorgfalt, die den ersten Band auszeichnete, ist auch der zweite 
bi'goiineii, welcher in circa 8 Lieferungen vullcndel sein wird. 
In Bezug auf die Stämme, nach welchen die Namen geordnet 
sind, konnte sich der Verfasser diesmal kürzer fassen, da es 
dieselben sind, die meist .schon bei den I'ersoneniiaiueii \or- 
kommcn ; daher ist in solchen Fallen auf den ersten Band 
verwiesen. .Mochte das >\ erk nur rasch fortschreiten und so 
eine wesentliche Lücke in der Literatur auslullen. Namentlich 
wird dieser zweite Band nicht nur dem Sprachforscher, son- 
dern auch dem Historiker unentbehrlich werden unil zur .\uf- 
hellung der niittelalterlichcn Geographie beitragen. h. 1!. 



Aufsätze in Zeitschriften. 
Oestcrr. Blatter für Literatur: >r. 22. F'reidank und 

Oswald V. Wolkenstein, f Zingerle. | 
Didaskalia: Nr. 132. Kloster Eberhach im Rheingau. 
Die Grenzbuten: Nr. 20. Altdeutsche Maifesle in derSchwciz. 



201 



Anzeiger für Kuniic der deutstheii Norzeit. 



202 



HausMaltur: ll.Hofl. Schwäbische Volkssagen. (E. Meier.) 

Sagi-n aus Ilililesheini. (K. Seifarl.) 
E van sei. K irchcnzeilung: 60. B. 4. H. Die geschichtliche 

Bedcutuni; des Klostcrwesrns. (Ad. Wiitlke.) 
Salzli. Landeszeitung: Inicilig.-lil. Nr. 3K. Die Salzburger 
Geschichisquellcn im Linzer Museum. (Schallhanimcr.) Nr. 248. 
Episoden aus dem Leben de.-; Krzb. Markus Sitlikus und 
Max I. HiTzogs in Bayern. 
Evang. .Missionsni a ga zin, Januar: Die deutsche Refnr- 

matiun und ihr Verhaltnifs zur Mission. 
Deutsches Museum: iVr. 2'2. Böhmische \Vallfahrteii. Eine 

Culturskizze. I. (Tli. .Mally.) 
Frankf. Museum: iVr. 20. lieber den Talisman Karls d. Gr. 
Berlin. Nachrichten: Nr. 124. Lullurs Ring; Berichtigung. 
Prazke-Nov iny: Nr. 164 IT. Die Ii(dini. Edelsteine und die 

Kleinodien des Kaisers Rudolph IL 
Postzeitung: Beil. Nr. 108. Historische .Studien. Tilly. (.\. 
Pf.) Kr. 109. Ein paar Dutzend gelehrter altbayer. Je- 
suiten. Kr. 110. Ein paar Dutzend gelehrter altbayer. 
Benedictiner. Nr. 111. Noch ein Dutzend gelehrter Alt- 
bayern. Nr. !19. Die VValHahrlskirche bei Ehingen. 
Berliner Revue: 9. B. 2. IL Ein Literat des 16. Jahrb.— 

Deutsche Rechtsquellen. 
Revue Suisse: Avril. La legende d'Aix- la -Chapclle. (Ver- 

Uuell.) 
Bremer Son n ta gsb latt : Kr. 19. Zur Geschichte der Ver- 
brechen und Strafen. (K. Seifart. J 
Tagesbute aus Böhmen: Nr. 128, 130, 139, 146, 150, 191, 

192. Prags denkwürdige Häuser. 
Volks- u. Schützenzeitung liir Tirol: Kr. 53, 56, 57. 
Historisches über die Pfarrkirche zu Tirol und deren Patro- 
nat. Nr. 121. Die Ladiner. 
Zeitschrift fiir hislor. Theologie: Nr. 3. Entstehung, 
Kampfe und Untergang der cvangel. Gemeinde zu Ilamuiel- 
burg. (Heppe.) .\ngclus' Silesius, hislor. kril. Versuch. 
(Schuster.) 
Zeitschrift für chrisll. W'issensch.: Kr. 17. Beitrage zur l.ie- 

dergeschichle Paul Gerhardts. (Seh.) 
Allgcm, Zeitung: Beilage zu Kr. 144 IT. Die Jagd. (.Mit be- 
sonderer Rücksicht auf Bayern.) Beil. zu Nr. 1Ö2. Die 
Vorbildersammlung des Freih. v. Minutoli. 
Illustrirte Zeitung: Kr. 724. Die .Minulolische Vorbilder- 
Sammlung in Liegnitz. — Denkmal zur Erinnerung an die 
Erstürmunir Genfs am 12. Dez. 1602. — Das Ralhhaus zu 
Wesel. — Sladlewahrzciilien. III. Dresdt^n. 14. Der 
Qncckbrunnen und seine ehemalige Alarienkapellc. Nr. 725. 
Die Insel Wangeroge und ihre Schicksale. Tcpliz aus der 
Vogelschau. 
Lands hutcr Zeitung: Beibl. Kr. 17. Uebcr ein unbeachte- 
tes altdeutsches Gemälde in Zeilldorn bei Straubing. 
Neue .Munclii^ner Zeitung, Abendblatt: Nr. 110. Zur Sit- 
tengeschichte. — Der Retseher Verein. Nr. 119. Etymo- 
logisches. Aicli. Eich. Eichen. (Siiltl.) Kr. 134. Die 
Schlossruinen Scharfeneck und Ramberg in der Pfalz. — 
Die Pfarrkirche Sl. Jacob in Rothenburg. 
Numisni. Zeitung: Nr. 8. Weitere NachrH-hlen über die im 
hurzugl. Kabinel zu Kolheu befmdlichcn Münzen an.i der 



kün. Münzstätte zu Goslar und aus der bischöflichen zu 
Halberstadl. 
Prager Zeitung: Nr. 163. Die Restauration des Sl. Slephans- 
Domes in Wien. 



Veriiiliitelite Xaclirirlitoii. 

44) Auf der Sliltsliibliolhek in Sl. Galleu sind einige in- 
tcres.äanle Funde gemacht worden. Eine genaue Untersuchung 
hat einen Codex mit der Ueberschrift „Oratio'' mit ziemlicher 
Gewifsheit als denjenigen erkennen lassen, den die classisch 
gebildete allemannische Herzogin Hadewig vor beinahe lOtX) 
Jahren ihrem Schüler Bnrkard schenkte, als derselbe ihre Re- 
sidenz llobentwicl verliefs und ins Kloster St. Gallen zurück- 
kehrte. Der Bibliolhekar Dr. Henne entdeckte auf liüchcr- 
deckeln 5 Bialter der Gesetze des Rotharis, loste diesel- 
ben ab und stellte ihre Schrift her. 

45) Wiihrend die Stadt Rostock damit umgeht, ihrem Re- 
formator, Joach. Slüler, ein Denkmal zu setzen, ist man 
endlich so glücklich gewesen, dessen lange vermifstcs Lie- 
derbuch und den von ihm verfafstcn Kalechisnms (Rostock, 
1525) wieder aufzufinden. Beide Bücher sollen nun neu heraus- 
gegeben werden. 

46 1 Die Nachricht (dicr ein neu entdecktes, im Besitze des 
Kunsthändlers Endres in .München befindliches Oelgeniälde von 
Albr. Dürer möge Veranlassung geben, auf ein anderes bisher 
unbekannles Oelgeniälde desselben .Meislers aufmerksam zu 
machen. Dasselbe wurde im J. lf<49 auf der Bibliothek des 
ehemaligen Klosters Gäsdonck gefunden, wo es als wcrtliloscs 
Breit bei Seile gestellt zu sein schien. Es stellt den Heiland 
dar, wie er Veronika das Schweifsluch reicht, und ist etwa 
l'/t Fuf» hoch und 2 Fufs breit. Das bekannte .Monogramm 
des Meisters findet sich auf dem Gemälde, und es könnte an- 
genommen werden, dafs er es auf seiner Reise nach Holland 
gemalt habe. 

47) Bei liickenliach in Schwyz hat man verscliiidene Al- 
tertbümer und werthvolle Mii nzen entdeckt, von denen beson- 
ders eine goldene Denkmünze des von der Gemahliu des Kai- 
sers Antonius Pius, Faustina, gestifteten Jungfrauenvereins mit 
ner Aufschrift: „Fauslinac pucllac" merkwürdig ist. 

48) Die Vorstandsmilglieder des Regensluirgcr Diöcesnn- 
Kiin sl Vereins , welche zur Fesisetzung der Präliminarien für 
die Generalversammlung der kirchlichen Kiinshcreine Deulscb- 
lands versammcll waren, haben enischiedcn, dafs der Icileiide 
Vorstand des ganzen Vereines immer in Regensburg seinen Sitz 
habe, die Sammlungen jedoch in Kloster .Meilen verbleiben 
sollen. 

49) Bedcnicnde Summen sind vun der hohen Slaalsbehörde 
zur Renovalion der S cli I ofs kirclie in Pforzheim ausge- 
worfen. Der Griindliau i.<l einiT der interessanlesliii Ueberresle 
bjzanlinischer hiinsl, dessen Enl.-^lehung wenigstens in das 10. 
oder 1 1. Jahrhiiiiilerl iuruckver.<ilzl werden miir>. Die i'inenl- 
liche Kirche ist im golhischen Style aufgeführt und enihiilt die 
Gruft des Fürstenhauses. 

50) In Eger hat sich unter deni>orsiti des lleiru Kreis- 
prasidciilen, Grafen Rolhkirch-Panlhcn ein l'omile iurKe»tnu- 
ririing der dorligcn Pfarrkirche Sl. Niklo.« gebildet, die. 



203 



Anzeiger für Kiiinli' der ileiilsrluni Vorzeil. 



204 



urspriinglich im polhischrn Stil geliaiit, doch im J. I2T(I his auf 
weni^'f Reste abgchrannl, im gleiciun Stile wiederhergestellt 
und im J. 1450 vollendet wurde. Im vorigen Jahre sind an 
vier Stellen die im J. 1694 übertiinrhten alten Malereien dieser 
Kirche, die ein Maler Lucas vor und im J. 1476 gemalt haben 
soll, wieder zum Vorschein gekommen. — Auch hat man aus 
der eingegangenen h. Kreuiliirche in der Auhe Egers mehrere 
liildwerke (Statuen | gefunden, von denen einige für sehr all 
und kunstreich erkannt wurden. 

51) In ßrixen wird die Kestauration des allehrwiirdigen 
Hreuzganges der Kalhudrnle, welche werlhvollc und fiir 
die Geschichte der Malerei höchst wichtige Gemaide aus dem 
14. u. 16. Jhdi. und von verschiedenen Schulen enthält, nun nn't 
Ernst in AngrilF genommen werden. Se. k. k. apost. .Maj. 
haben dazu eine namhafte Summe aus dem Staatsschatze be- 
willigt. 

52) Dem Verfasser des Werkes über die Krönungsinsignien 
und Gewander der römischen Kaiser, Dr. F. Bock, wurde hohen 
Orts die Bitte gewährt, auch die Keichskleinodicn in Böh- 
men Studiren und zeichnen zu dürfen. 

53) Der von dem verstorbenen Schriftsteller Job. I'alfy 
dem Siebenbürger Museum vermachte Aachlafs wird auf 
20,000 n. geschätzt. 

54) Das Doctorencollegium der philosophischen Kacultat 
an der Universität P rag verkündete am 28. .Mai zum erstenmal 
3 Preisaufgaben, zu deren Lösung von nun an alljährlich die 



Studenten sammllicher Facultaten, die Gymnasiallehrnu)lscandi- 
<laten und die Doctoranden eingeladen sind. Der Zweck dieser 
Preisaufgaben ist: die Studenten frühzeitig mit der Kunst, wis- 
senschaftliche Gegenstände zu behandeln, vertraut zu machen, 
und unter ihnen eine geeignete schriftstellerische Thatigkiit 
innerhalb der bestimmten Gränzen der einzelnen Disciplinen 
anzubahnen. Für das Fach der (ieschirhte wird eine „(juellen- 
mafsige Darstellung der Verhallnisse Buhuicns zum deutschen 
Uiich von der goldenen Bulle Konig Friedrichs II. (1212) bis 
zur Thronbesteigung König Oltokars (1253)" gewünscht. 

55) Der Kcgierungsrath vun Minutuli in Licgnitz. bat 
bereits seit längerer Zeit seine bekannte reiche Sammlung 
von älteren Erzeugnissen der Kunst utjil Industrie allen Gewerb- 
treilieiiden zur Benutzung gccilTnet. Diese Tliat ist bei der zer- 
fahrenen Ornanicnlirungsknnst der Gegenwart und dem Mangel 
an Geschmack in Erfindung schöner Formen für Gegenstände 
des Gebrauchs von grofser praktischer Bedeutung, und <ler un- 
eigennützige Besitzer verdient die lebhafteste und dankbarste 
Anerkennung. Gegenwärtig hat derselbe während der Breslauer 
Indusirieausstelinng auch die übrigen, bisher nicht zugänglichen 
Theile seiner Sammlungen dem Publikum zum Sehen und zur 
Benutzung riargebolen. Hin Flügel des königlichen Schlosses 
in Liegnitz ist dazu eingeräumt worden und die ganze .\usstel- 
lung seit dem T.Juni dieses Jahres geiilTnel. Das Beispiel ver- 
dient gewifs überall IVachahmung. 



Inserate und HeKanntniaclinniien. 



18) Mit Bezugnahme auf eine, wie in anderen ölfentlichen 
Blattern, so auch im Anzeiger (1857, Ar. 2, Sp. 72) enthaltene, 
die Stiftskirche zu Säckingen betreffende Nachricht thei- 
len wir hier aus einer auf amtlichem AVege uns zugegangenen 
Berichtigung derselben mit, dafs die „durchgreifende Heslanra- 
lion" dieses Bauwerkes, das übrigens erst dem 17. u. 18. Jlidl. 
angehört und durchaus nicht mit einer älteren, jetzt ganz spur- 
los verschwundenen Kirche verwechselt werden darf, sich auf 
die allernöthigsten Reparaturen beschränkt, um das Gotteshaus 
vor gänzlichem Verfalle zu sichern, keineswegs aber Gegen- 



stände in oder an derselben berührt, welche geschichtlichen 
oder künstlerischen Werth hatten. 

Die Redaction. 

li)) Im Verlage des rnlerzcichneten erschien: CODEX 
DM'LOM.XrirUS l.rBEtEi\SIS. Lül. eckisches L'rkundcnbuch. 
II. .Xbtheilung. l'rkundcnbuch des Bisthuins Lübeck. Heraus- 
gegeben von Dr. Wilhelm Leverkus, (irof>berzngl. Oldenburg. 
Archivar. I. Theil. Mit 4 lithographirten Tafeln. 124 Bogen. 
4. geheftet. 10 Thaler. 

Geibard Slalling in Oldenburg. 



Baukasse der Karthaiise zu Xürnborg: 

Aus voriger Anzeige in Summa 238 H. 30 kr. 

Von Professor Dr. ScbiK'egans in Strafsburg 2 11. — kr. 

Von den Freiherren von lloUnlian zu Rentweinsiiorf und Eyrichshof . . 40(1. — kr. 

Erlös aus altem Holz .39 II. 22 kr. 

Von Dr. Trcttenbachcr, prakt. .\rzl in München 20 II. — kr. 

339 fl. 52 kr. 

Weitere milde Gaben für Restauration der Karthause, zu deren Enipfnngnahme sowohl die Herren Agenten als auch die 
Fondsadministration des german. .Museums dahicr erbotig sind, werden stets im .Anzeiger mitgetheill werden. 

Die Redaction. 



Verantwortliche Redaction: Dr. Freih. v. u. z. Aufscss. Dr. A. v. Eye. Dr. <>. h. Frommann. 

Druck TOD Fr. Campe & Sohn In Ntlmberg. 



NTJKNBERG. Das AboimemeDt des Blattes, 
welches aUtj Monate erticheint, wird Rtknz- 
jähriß anj^enomraen und beträgt nach der 
neuesten Postconvention bei allen Postkm- 
tern und Buchhandlungen Z^rtil^cA/andji incl. 
Oestreichs 2 fl. 42 kr. im 24 fl. • Fufs oder 
1 Thlr. 16 ßgr. 

Für Frankreich abonnirt man in Strafs- 
burg bei Gr. A. Aleiandre, in Paris bei dem- 
selben, Nro.23.rue Notre Dame deKazarcth, 
und bei der deutschen Buchhandlung von 



Flili KlIPE ÜEli 



Nene Folge. 




F. Klincksieck , Nr. 11. nie de Lille, oder 
l>ei dem Postamt in Karlsruhe; für £nff- 
land bei 'Williams & Norgate, 14 Henriette- 
Street Coveut-Garden in London; für Sord- 
amtrika bei den Post&uit«.Tu Bremen und 
Hamburg. — 

Inserate, welche mit den Zwecken des 
Anzeigers und dessen wissensclmftlichem 
Gebiete in Verbindung stehen, werden auf- 
genommen und der liauiii einer Culumnen- 
scile mit 7 kr. oder 2 Sgr. berechu«L 






liJ 




Vierter Jahrgang. 



1857. 



OHGW DES GEiniAMSl ||i:\ >ILSEUMS. 

JM 7. 



Juli. 



VVissoiiscIiarilicIie Midlioiliiiiiien. 



Kaolilräice und AiiHriilii-iiii^;eii xii 

Jos. AMClibacliM <^«'Hrliioli(e der C.ral'eii 

V. ^\>r»li«'im. **) 

Von Alex. Kaufmann und Dr. Tli. A. Warnkimiff. 

Erste .Sammliintf. 



nahmen , crwiihnen die Annal. Ar^enl. plen. hei Buhmer, 
Fontes leriim Germ. III. |p. S!) auch den conies ^\'erllleim. 

K. 

Zu S. 103 — 10t. I'ehcr des Grafen liiicli]||ih 11. zweite 
(ieniahliii, K ii n ij: ii ti d e , Markfrriilin von liaden , lindet sich 



Zu S. 34, Note 1 : Die hier von Aschbach al.'i e.\i.>tirend foltrendc Aufzeichnuntr ini Necrologium des Klosters Lichleu- 

bezweifelte, auf Kloster Neustadt bezügliche Urkunde vom thal bei Baden: Julius VI. Nonas-Cunigundis lilia quondam 

Jahr 1100 befindet sich im fürstlich Lowenstein-Werlheim- Marcbionis de Baden uxor coniitis de Werthcini; cf. Schannal, 

Rosenbergischen Privalarchiv und ist bei Mone, Zeilschrift Viudemiae literariae Colleclio prima, p. Hi8. 
für Geschichte des Oberrheins, IV. S. 407 IT. abgedruckt**) Ueber ebendieselbe hat sich im fürstlich Lowenstein. ge- 

Gegen ihre Aecbtheit ist durchaus kein Zweifel zu erheben. meinschaftlichen Archiv folgende Urkunde vorgefunden: 

Mone erkliirt die darin erwiihnten Grafen Gerbard, Mein- Ich Cunrad der edele herre von bohenlocb, und ich 

rieh und Wolfram für \\ ertheiiiier, wogegen Bauer in der Cunrad der herre von Bokesberg und min eliclie wirlin be- 
Zeitschrift des hist. Vereins für das Wirtembergische Frau- kennen oHenliche an diseme bricf und lim kunt allen den 



ken, IX. S. 13 ff., im Grafen Gerhard den rrahueii der 
Rienecker, Grafen Gerhard von Mainz, in lU-inrJch den Gra- 
fen von KdlliciiliMrir und nur im Comes A\'ol rraiiui.'- den 
Wcrtheimer Grafen sieht. K. 

Zu S. (12, 63, Note 2 a.: l!nler den Imm^Icii und (iriifcn. 
welche auf dem Reichstag zu Gelnhausen 119.') das Krcu/. 



*) Vercl. Anzeiger, 18.57, Nr. ,t , S]i. 113. 
**) Ein früherer, minder genauer Aliilruck findet sich in der 
J. C. Sihniidl'schcn Dofcnsion.sschrift fiir Kliislcr i\iii- 
stadt: „Diplomatische Nachrichirn von dem Ir.^prunj; 
und Slidlung des Clostcrs Neu.statl um Mayn." Neu>latl, 
1767. ( Seilen. J Dinckelsbühl, 1768. Ueher die Ge- 
schichte dieser Schrift s. Klübers Abhandlungen , II. 
S. 341. 



die in sehen oder horeul lesen , daz wir genieinliche mit 
uuserme gnleu willen haben unserre Swiger vrowe Ku- 
negunde der grovinne von werlhem. die genode 
getan, waz sie der liiiwct oder genuzel dez boves der do 
ist a:enunt steueufurt, daz sie daz mag wenden und keren 
(liircli gol geben wemo sie wil, waz variide habe beizet 
oder ist, daz wir sie dorati nilil bindere , noch die nil bin- 
dere weme sie dnz gut gebe von vnrnder habe, waz uf denie 
vorgcnanlcn hovc wrdc, dizc vorgenanten rede gelobe ich 
Cunrad von bohenlocb und ich Cunrad von Bidtcsperg und 
min eliche wirtin der vorgescrihcnnc vrowe Kunc- 
gundc (ohicr. sielte zc hallenno on alle gevcrdc und 
henken dez zu einmc Urkunde nnd zu einer sieickeil diser 
Sache unser beider jnsigcl nn discn brief der wart geben 



207 



Anzeiger für Kunde der deulsclien Vorzeit. 



208 



do man zaite von Crisles geburte druzeben hundert jar dar- 
nach jndenie eulfien jar an den zwelfhotenla^e snnte andres. 

\V. 

Zu S. lt)6: Aus einem auf Abkbon des Grafen Fried- 
riih von Werlheini, gewesenen Domherrn zu Würzbiirg', 
errichteten Seelengeriitlie seht her\or, dafs derselbe 141b 
gestorben ist. W. 

Zu S. 168: Im Dom zu Bambers befindet sich das schone 
Grabmonument des Bischofs Albrecht, welches von Land- 
graf, „der Dom zu Bamberg mit seineu Denkmälern", S. 21 
folgendcriiiai'sen beschrieben wird. ,,Es ist von feinem Sand- 
slein hoch erhaben gearbeitet und stellt den Bischof in ganzer 
Gröfse auf einem I.owen stehend dar. In der rechten Hand 
hiilt er den Bischofstab, welcher oben beschädigt ist, in der 
linken ein Buch. Sein lockiges Haupt bedeckt eine Impfel; 
der leicht und fein gearbeitete Kopf würde noch mehr ;ui 
Liebreiz gewinnen, wenn er nicht übermalt wäre. Sein 
KleiJ ist sehr faltenreich, wodurch die Figur etwas schwer- 
fällig erscheint. Der Saum des Kleides war vergoldet. Ueber 
seinem Haupte sieht man die sehr schöne, altdeutsche, in 
Speckstein erhabene Inschrift, über derselben eine reiche 
Verzierung im Spilzboeenstil. Das Fufsgestell ist mit Laub- 
werk gezierel." — Die Inschrift lautet: Anno, doiniiii . 
M.CCCC. XXI Mensis . maii. die ,\ix. obiit. Reuercndiis . in 
Christo, pater. et dominus, dorn. Albertus. Comes. de. 
Wertheim. Episcopus. huius. ecciesiae. Banibergensis. cuius 
anima. requiescat. iu pace. — An den vier Ecken des 
Monuments befinden sich die Wappen von Wertheim, Kärn- 
then, Castell und Isenburg; auffallend jedoch ist, dafs an 
ersterem der schwarze Adler im oberen Felde weggelassen 
ist. — Eine Abbildung des Monuments findet sich in der 
erwähnten Landgrafschen Schrift. K. 

Zu S. 178: Auch mit Bamberg stand Graf Johann in 
freundlicher Geschäftsverbindung. So wurde er 140(J durch 
seinen Bruder, den Bischof Albreclit, und das Bamberger 
Domcapilel zum Schiedsrichter erwählt iu einer die Sladt- 
Bambcrgisclien und Niirnbergiscben Pfarreien, sowie Schlofs 
un<l Ort Herzogcn-Anrach betr. Sache; Schneidawinil, Ver- 
such einer statistischen Beschreibung des Hochstifls Bamberg. 
Al)lh. I. Beil. .\X. Note 2. K. 

(Fortsetzung folgt.) 



Bccebcn- 
hellen. 

Aiifsvroriient- 
Urhi? Vnrfällo a. 
Krtcbulnungeo. 



Her m«-rh \ntt ttd't iiiiil ilic fi-Hir llfktoi-H- 
licHoliliiiiK zu .\üriil»t>rs. 

.>liillrii:r gedenkt heim J. 1162 einer Seuche in folgen- 
den Worten : 

„Bs hat sich auch difs Jahr ein gemeiner grofscr Welt- 
slerben erhebt, der fing sich au am Margarelhentag, und 



bat gewähret bis um Lichlniefs des folgenden Jahrs . Dessen 
gedenket auch Aventinus. Etliche Nürnbergische Chroniken 
sagen, es haben <lie Mefsner und Todtenuraber in der Sludt 
gescbätzet, iiu(> über Zehentausend Menschen in der King- 
mauer ffestorben seien, und seie bei St. Joliannis vor der 
Stadt begraben worden dreihundert .Menschen, zu "W ülird 
iidilhundei't Mcnscliii], bei St. Lcoiihardl auch dreihundert 
.Menschen, und bat man verboten, keinen Todten, der aufser- 
balb der Stadt gestorben, in die Stadt zu fuhren, e> wäre 
ein Burger oder Gast, und nuiii liut den Zöllnern unlcc ileu 
Tboien bei ihrem Eid eingebunden, alle Karlen und W aireii 
zu besuchen (besichtigen), wer aber fünfzig Gulden bezahlt, 
den hat man lassen in die Stadt führen. Andere setzen, es 
seien von Laurenzi bis auf Lichtmefs in der Stadt und zu 
Wührd gestorben viertausend vierhundert drei und neunzig 
Menschen, u-id man hab in diesem Sterben am Freitag allen 
Todleu, so die ganze Woche gestorben, mit einander ge- 
läutet, welches glaublicher ist, sie seien aber anzuschreiben 
nicht gedacht worden." 

Aventin erwähnt dieses Sterbens im ailileu Buch, und 
setzt den Tod des Papstes Pins IL, des Cardinais Nikolaus 
von Cusa und des Herzogs Johann von München damit in 
Verbinilung. Die unbestimmt gehaltene Weise aber, mit 
wciclier Mullner der Seuche gedenkt, mag Ursache gewesen 
sein, dafs keiner der neueren Chronisten und Geschicbts(hrci- 
ber etwas von ihr sagt, zumal auch gute ältere Clirouikeu 
ebenfalls von ihr scliweiireu. Dafs es aber \Mrklirli eine 
sehr bedeutende S('uche war und die von Mullner anirefilbr- 
ten Umstände, mit Ausnahme der .')(• Gulden, für welche 
man Erlanbnifs erhalten habe, eine Leiche berein zu lidireii 
— dal's sie herein geschmusgelt wurden, mas iinmcrliin statt- 
gefunden haben — alle wahr sind, zeigen folgende aus 
dem Rathsbucb erhobene Belege. Am Samstag nach Jobann 
des Täufers Enthauptung 1462 heifsl es: 

.Ein Hat hat erlaubt und vergönnt, dafs ein Jeglicher, 
der mit dem Gebrechen beladen ist, sein Geschäft auch vor 
gemein fromen unvcrsprochenen Mannen Burgern tun mone, 
bis auf eins Rats widerrufen, und den Gerichlsschreibern 
befehlen." 

Da gewöbnlicli nur Genaiiiit(' des <rrör>erii li.illis als 
Zeugen und Siegler bei Urkunden aullrelcn durllen, >n wurde 
hier, weil Gefahr im Verzug sein mochte, eine Ausnahme 
gestattet. Aus dem regelmafsig gebrauchten Ausdruck Ge- 
brech oder Gebrechen dürfte man vielleicht auf die Art des 
Uebcis, das übrigens wie immer in der älteren Zeit nie 
näher beschrieben wird, einen Schlufs folircrn. So heifst 
es auch in einem Bcschlufs am Abend vor Tbonise 1462: 



209 



Anzeiger lur Kunde der deulschen Vor/eil. 



MO 



, Meisler Hans Schutz Prediger in dem S|iit:il i«l von 
den Wählern wieder ein Jahr bestell, in messen als vor, 
doch ob der Gebrech wieder bLjiinneii würdt. ihn darin zu 
lüften" (Luft geben, Urlaub ^eben, entheben). 

Ferner an der Oclav von Epiphanie 1 Iti;? wurde be- 
schlossen: 

„Dafs hinfür einem iepliclicn Todten , so das begert 
wirdl. in den Pfarrkirchen uml aiideiii Kirtlieii hinten und 
damit das hallen möge, als vor dem gemeirr iSlerben ge- 
scheen ist, vergönnt worden, auch soll vermieden werden, 
wo das sein möge, dafs keine Grube im lir ixeiiinclil werde." 

Die Seuche war also bereits wieder im Abnehmen, weil 
man das Läuten fiir Einzelne wieder gestattete. Das be- 
weist auch folgender, am Donnerstag nach Maria Reinigung 
1463 srefafster Beschlufs : 

„Den SchalTern zu St. Sebald und St. Lorcnzen werde 
gesagt, dafs sich ein Rat entschlossen habe, die Todten hin- 
für herein zu lassen zu begraben." 

So weit war man also damals noch von dem Gedanken 
eines aufserhalb der Stadt gelegenen allgemeinen Hegräb- 
nifsplatzes entfernt, dafs mau, sowie die Gefahr vorüber 
war. sogar auswärts Verstorbene innerhalb der Stadt zum 
Begrabnifs wieder zuliefs; jedoch wahrscheinlich nur solche, 
die eigene Grabstiitten hatten. Ilieber gehört wohl niuh 
foltrender, jedenfalls die Kirchhofe betreffender Beschlufs, 
Mittwoch nadi Scbolastika 1 103: 

„Den Kirdienpllegerii zu St. I.oren/.en ist vergönnt Steine 
zu brechen und ein Abräume zu tun in den Gruben, doch 
allein zwischen (bis) Ustern schierst und nicht länger." 

Nun wird auch am Ende der eilften Frage (Ruprecht 
Haller und Heinrich Meirhfsner), die am Mittwoch nach Pauli 
Bekehrung angieng, eine Zusanimcnzälilunir der Gestorbenen 
gegeben: 

„Item 2300 Personen jung und alt sind von S. Lorenzen 
bis auf U. L. Frauen Tag Lichtmcfs 1463 zu St. Sobald 
begraben worden, und hat anf das Meist ein Tag 47 Per- 
sonen daselbs begraben , one Kinder. 

Item 1428 person jung und alt sind von S. Sebalds 
Tage bis auf \V eihnachten zu St. Lorenzen begraben worden. 
Item zu St. I.iiihard in dieselbi' Pfurr gehürende 200 
Person, junir und alt, becrahen worden. 

Item zu \\ übrd sind beurahen worden 1 1 1» .\lenscbeu. 
Summa 4543 Person todi inid liegiaheii worden." 
In der Addition, die eigentlich 434" ergibt, liegt ein 
Fehler,' woher er kommt, läfst sich nicht sagen; olfenbar 
mufs ein Posten falsch gelesen worden sein. Auch die Zahl 
bei Müllncr 4493 stimmt nicht. Doch war auf jeden Fall 
die Zahl der Gestorbenen, ohne die Kinder, zwischen I 100 



uml ItiOd, und es ergibt sich aus dem, immerhin noch ziem- 
lich m«n!;elhaften Bericht, namentlich weil für Lorcnzen eine 

kürzere Zeit iineesetzt wird als für Sebald. eine die ge- 
wöhnliche Sterblichkeit gcwifs um das Zwölffachc überstei- 
gende Zahl. Es lüfst sieb denken, dafs das auf die bürger- 
lichen Verhältnisse vielfach eingewirkt habe, weit mehr, als 
die zwar zuverlässigen, aber iloeh sehr trockenen amtliclieu 
Notizen sagen: und wenn miii Donnerstag nach .ludica 1463 
Meisler Sebald .Muller, dem Arzt, vergönnt wurde, drei .>Ionat 
in ein W'ildbad zu gehen, so mag man wohl annehmen, dafs 
ein vielbeschäftigter und als Vorstand der Aerzte auch amt- 
lich in .Anspruch genommener Arzt eine Erliolunir mit sulem 
Fug bedurfte. Doch war das Uebel vorüber und wird nun 
seiner unmittelbar nicht weiter gedacht. 
(Schlafs folgt.) 



Die kurliiiiiliMCli«' AiielMiuulrik«'! von Ki'^iO Zostände. 

hl« 1(>S4. Land u. Leute. 

Von A. V. Hoiningen gen. Hiiene, k. pr. Bergmeister, siandesvprhiiu- 

Disse. Aü«l. 
in Siegen. 

(Forlsetzung.) 

B. Alphabetisches Verzeichnifs der adelichen Geschlechter, 

welche niillelsl Ritterbankabschiedes vom Jahre 1834 

ihren Adel durch Siesrel und Briefe bewiesen haben. 

93. Friedr. Adaniowilz gen. 98. Georu^ Fischer. 
Adam. 99. FriesendorlT. 

94. Adeling. 100. Haaren (Niedersach- 

95. Berken. sen). 

96. Brüggener. 101. Ernst Meifsner. 

97. Georg Düsterloh (West- 102. Piel oder Pfeil. 
falen). 103. Bosenberg (Franken). 

('. Al|ihiibelisclies Verzeichnifs der Geschlechter, welche 
vor den Ritterhanken von den Jahren 1620 bis 1634 
ihren Adel durch kaiserliche und königliche Privilegien 
dokumentirt haben, in fortlaufenden Nummern. 

104. Heinrich zum Berge. 108. Piepenstock. 

109. Georg Schelking. 

110. Gütlhard Schröder. 

111. Thorhacken. 

IL 

Namentliches Verzeichnifs in aipbabeliscbcr Ordnung der 
durch Notonlat anerkannten und zum Indigenalsadcl in 
Kurland durch Güterbelelinungen und Begleitung von Aem- 
tern iiiiil Wurden im Jahr J634 und auf Grund des Privi- 
legiums Sigi.sinundi Au^usti von 1561 bereits gehörenden 

altadeliclien Geschlechter. 
112. Ambolten. 114. Bandcmer (Pommern). 

11.!. Amlincb. 11.'). Hehr ( Meklenburg). 



105. Kaspar Dreyling. 

106. Henning. 

107. Thomas llörner. 



211 



Anzeiger fiir KiiihIc der deutschen Vorzeit. 



212 



llf). Berg V. Carmel. 144. 

117. v.d.Borcli( Westfalen). 145. 

118. Botzheim (Elsafs?). 

119. Brackel (Niederrhciti. I Iti. 
Westfalen). 147. 

120. Cardinal. 148. 

121. Ueberstolz gen. Kflern. 14!). 
(C(iln). IJO. 

122. Eleidt. 

123. Fink v. Finkenstein 151. 
(Tirol-Karnlcn). 152. 

124. Brücken gen. Fock. 153. 

125. Gahlen gen. Halswig 154. 
(Westfalen). 

126. Ganzkauw. 155. 

127. Gayl (Cöln). 156. 

128. Golir (Niederrhein). 

129. Halmenfeld. 137. 

130. Hering (Thüringen oder 158. 
Westfalen). 159. 

131. Holstinghausen gen.Hol- 160. 
sten. 

132. Holtey (Westfalen). 161. 

133. Elkein gen. Hülsen. 162. 

134. Janczewsky. 

135. Igelström. 163. 

136. Joden (Coln). 164. 

137. Iryzna gen. Karp. 165. 

138. Kettlcr (Westfalen). 166. 

139. Kleist (Pommern). 167. 

140. Klüchzener. 168. 

141. Knabcnau. 169. 

142. Kniazewicz. 

143. Ko.küll. 170. 



Kusciusko. 

Reihenberg genannt 
l.inten. 
I.\>ander. 

V. d. Mohl (Schlesien?). 
Monlhofr. 

Munster (Franken). 
()rrt:iibcrg(Wes(ralen, 
Niedersachsen), 
ülsbeig (Westfalen?). 
Graf Naienz-Raczynsky. 
Römer. 

Roishausen (Nieder- 
rhein ). 
Rosen. 

Orgies gen. Ruten- 
berg (Braunsrhweig). 
Sa fs (Pommern). 
Schierstadt (Anhalt). 
•} 

Sclimölling( etwa Seh nie- 
ling aus Pommern ?). 
SchwarzholT. 
Seefeld (Bayern oder 
Schlesien). 
Sobbe (Westfalen). 
Taube. 

Ungcrn-Sternb erg. 
V. d. Wahlen. 
? 

Wefsel (Niederrhein?) 
Wilken ( Braunscbweig 
oder Sachsen). 
Wränge 1. 



Herr v. Firks gibt au, dafs vor den Ritterbanken von 
lf)2() — 1834 sich 168 Geschlechter legitimirt haben, deren 
\\ a|)pen in dem Rillersaale zu Milau aufgestellt sind. Hier- 
nach beridiet wohl das Freilassen der Nummern 159 und 
167 auf einem Versehen in einer Abschrift der Matrikel. 

Aufscr den Geschlechtern, deren Namen mit gesperrter 
Schrift gedruckt sind , führt Herr v. Firks noch die folgen- 
den als bis 1843 in Ciirland lebend auf, welche in der 
kurlandischen Matrikel bis 1634 nicht eingetragen waren, 
weil vielleicht gerade zu der Zeit die Familien nur im eigent- 
lichen l.ivland vertreten waren. 

Alle diese Familien gehören gleichfalls zum allen und 
wie z.B. Buxhövden, Bleycndorf-Uexküll zum ältesten Stamm- 



adel des baltischen Landes, in welches sie theilweise schon 
im J. 1200 eingezogen waren. 
Aderkas. Krüdner. 

Allicridyl. Laudohn (England). 

Aurep (Westfalen). Lode ( Potnniern ). 

Bellingliauseu (Rhein oder Luwenwolde (.Mekleiiburg). 

Niedersachsen). Maydell. 

Bock I Braunscbweig oder El- Mengden (Westfalen). 

sal's). Meyendorf- Ue.\kull ( Hol- 

Boy. stein). 

Bülow (Pommern). Nesselrode (Niederrhein, 

Bu.vhövden (Bremen). VN'estfalen). 

Clodt V. Jurgensburg (West- Oellingen. 

falen). Pahlen (Böhmen). 

Dücker (Westfalen). Pattkull. 

Engelbardt (Schlesien oder Salza. 



Schweiz). 
Ermes. 

Efsen (Westfalen). 
Fersen (Hessen ?). 
Gersdorf (Sachsen). 
Hastfer (Brautrscbweig). 



Stael (Niederrhein). 
Stryk (Westfalen). 
Toll (Niederland). 
Uexkull siehe Meyendorf. 
Wettberg (Braunscbweig). 



(Schlufs fol-t.) 

lieber eilte nenkinfinze ilen FürMten 
C/'liriHliaii I. zu .Inlinlt. 

Von Tb. Stcnzel, Pastor zu Nulha bei Zerbsl. 
Durch die Güte des geehrten Vorstandes des german. 
Museums erhielt ich für das herzogl. Münzcabinet zu Dessau 
den Gypsabdruck einer ovalen GcdiiibtuilVriiun/.e des Fürsten 
Christian I. zu Anhalt, Stifters der Bernhurgcr Linie. Das 
german. Museum besitzt einen Abdruck in Blei (N. 12). 
Wo sich ein Stück in Silber befindet, habe ich noch nicht 
erfahren und würden mir deshalb gefiillige Nacbricbtcn 
darüber sehr erwünscht sein. Diese Medaille ist ohne allen 
Zweifel höchst seilen nriil mIkhi darum interessant. Ich 
kenne irur zwei Aldiildurigeu derselben. Eine findet sich 
in dem 1 ()20 zu .Slralsliurg erschienenen Werke von l.ucke; 
Sylldjje nutni.Mnalurn clcg. pag. 335; eine zweite hat Heraus 
in seinen „Bililnissrn dir regierenden Fürsten" Tfl. 37, N. 15. 
Diese beiden .Mdiildun^'en weichen wesentlich unter sich und 
von dem mir vorliegenden Abdrucke ab, dessen Beschrei- 
liuui; ich biiT fnlgcu lasse. 

Ils. Umschrift: CHRISTIAN') D. G. PRIN. AMIALT. COM. 
ASCAMili. Brustbdd des Fürsten im Dreiviertel-Profil 
von der rechten S. , mit grofser Halskrause, im Har- 
nisch und — wie es scheint — mit umirehanfrler Feld- 
bindc. — 



Leben. 



MUnzcn. 



213 



Anzeiger für Kunde der deutselien Vorzeil. 



214 



Ks. ömsdiriri: Roselte EX HOC IN HOC. In einer Land- 
schaft zwischen zwei Burgen ein aufgerichtetes Schwert, 
dessen Spitze in die Umschrift hineinreicht. Diirnnter 
in zwei Zeilen: CVW PHiVI: i'M. C. M. 

Diese Unterschjirt. nuhl oininal den Plalz dazu, hal Iti-ine 
der o\n'^Ki\ Alihilduii^'cn. l.iuUe und llcriiiis liabcii nur die 
Umschrift und das aufgerichtete Schwert, das iiucli — wie 
aus der Stellung des Bügels ersichtlich — anders gestellt 
ist, als das auf dem mir vorliegenden Stiicki'. Letzteres 
Stück zeigt den Bügel auf der Seite, wo oben LN HOC 
steht; jene auf der andern. Die von L. und H. angedeu- 
teten Punkte zwischen der Umschrift kann ich nicht ent- 
decken. Die Hs. hei Lücke zeigt des Fürsten geharnischtes 
Brustbild, aber von der linken Seite und in einem mit Spitzen 
besetzten Kragen. Die Umschrift lautet: D. G. CHRISTIAN9- 
PRLNC. AiNHALT. COM. ASCAN. Hcriius hat fast ganz die- 
selbe Umschrift, bildet jedoch das Brustbild von der rechten 
Seite ab. 

Wie sich das nun auch verhallen mag, so viel steht 
Wühl trotz der mehr oder minder wesentlichen Abweichun- 
gen fest, dafs alle drei Stücke nur auf F, in<^ Gedachtnii's- 
münze hinweisen, bei der sich allerdirig.-. Sletniiclverschie- 
deuheitcn linden können, obwohl das hier auffällig erschei- 
nen wurde. 

Das soll uns jedoch jetzt weniger beschäftigen als die 
Fragen; Worauf bezieht sich diese Medaille? und: 
in welche Zeit gehört sie? Die Beantwortung der ersten 
Frage gibt uns einen Fingerzeig für die der zweiten. Was 
ich hier andeuten werde, ist nur ein Versuch, diese räthsel- 
hafte, interessante Medaille näher zu bestimmen. Mit Freu- 
den werde ich mich eines Bessern belehren lassen. 

Fragen wir nun zuerst nach der Deutung der Umschrift 
auf der Hs.: E.\ HOC IN HOC. Die Burgen ins Auge fas- 
send, vermuthete ich anfänglich, es solle heifsen: c.\ hoc 
caslello in hoc castelluni, so dafs also angedeutet würde, 
Fürst Christian habe im Kriege als Sieger mit dcjn Schwert 
in der Hand seine Truppen aus einer Burg in die andere 
geführt. Ich habe jedoch in seiner Geschichte keinen An- 
haltepunkt für diese Annahme gefunden. Trotzdem aber 
dürfen wir die dargestellten Burgen nicht unberücksichtigt 
lassen. Der Stempelscbncider oder der Erfinder der Me- 
daille hat dieselben nicht ohne Grund, etwa als blol'se Ver- 
zierungen , dargestellt. 

Einen Fingerzeig zur Erklärung des echt lakonischen 
Wortes: EX HOC IN HOC, d. i. Von Dem zu Dem, von 
Einem zum Andern oder aus Einem ins Andere — gibt uns 
Lücke, der höchstens 20 Jahre nach Enlslehung unserer 
Medaille dieselbe abgebildet hat. Er sagt namlich, I. c. 



pag. 337: „In numnio altero princeps inclytus Anliallinus 
prae se ferre videlur: quod fato quodam de hello in 
bellum ahducatur. quasiijue renucns, praecipitetur. Quodsi 
vcro gladius non d i nii c atio nem bellicam dunta.xat: sed 
(juamvis aliani deiiolat, quae lahore, cura, anxietale, peri- 
culo baud carel, quam vere EX HOC IN HOC trahitur Prin- 
cipum illud decus ac columen: dum buni publici causa per- 
petuis sese curis macerat: laboribus frangit: moicstiis ex- 
ponit: periculis objicit?" 

>N'o und wann abei- giengs denn bei Fürst Chr. EX HOC 

m HOC? I 

Im Jahre 1592 wurde Fürst Christian von seinem Schwa- 
ger, dem Markgrafen Johann Georg zu Brandenburg, als 
postulirtem Administrator des Stifts Strafsburg, wie auch 
vom Dccbanten, dem Capitel und Stadirath von Strafsburg 
aufgefordert, in den wegen der BischofswabI daselbst mit 
Lothringen entstandenen Streitigkeiten, welche in einen Krieg 
ausgeschlagen waren, das Commando über die stiftischeo 
und Strafsburger Truppen zu übernehmen. So trat er denn 
als General-Obersler der Truppen, welche Markgraf Johann 
Georg seinem Gegner, dem Cardinal Carl von Lothringen, 
entgegenslellle, in Jenes Dienste und wurde als solcher am 
16. August 1592 prächtig eingeholt. Mit grofscr Einsiebt 
und Tapferkeit leitete Fürst Christian nun die Angelegen- 
heiten dieses Krieges bis zur Beilegung des Zwistes, 17/27. 
Febr. 1593. 

Dieser elsassische Krieg, in welchem Fürst Christian für 
Markgraf Job. Georg „decus ac columen'' war, ist also 
die „dimicatio bellica", von der Lücke redet. 
(Schlufs folgt.) 



Oraiie «loRrhini naliice llaiirMlialtiins. Lebemweiie. 

Milgetbeilt von W . Frcih. v. Lof felli olz, Domanendircctor ^"''''^^"""'' 
und Archivar, zu Wallersleiu. 

(Schlufs.) 

Die knabeii jm frawen zymcr stralfen vnd darzu hallen das 
sj- des frawen zynicrs warten, vnd vieissig vnd wo! dienen. 

Das der Substitut in der Cantzley beleihe. 

Der Marslaller soll alle pferd jm stall verschen mit aller 
nollurin vtid zugehorung. ilie Uncilil biv jnic darzu anwcys 
das sye der pferd wohl warten . die bubcn jri forcht halt, 
vnd was Schadens an allen pferden hynnen zuslat, dar zu 
sehen vnd thon was dar zu gebort . Wafs er nbcr nit wai|3l . 
sol er den schaden bcy der zait den xlimid bcsurhtigeo 
lassen, vnd heitren. 

Allen zewg sauber hallen, vnd aufT belnj] . \i\d sol 
kaincr on haissen des HofTmaisIcrs on nin zedcl niihs ma- 
chen lassen. 



215 



Anzeiger für Kurnle der (iciilsi-lii'ii Vorzeit. 



216 



So die aynspenys'en newen zewg" maclicti l.i>>eii . das 
sy das alt dem marstallcr geben. 

Der niarstaller vnd ain rüsser ') nit z«lil iiütsls -) jm 
sclilo|i lassen . Sunder bey der zeit hinau|S fiircn. 

Buih|iemaisler sol die arbeitten an schicken, den /.ieffel- 
stadel verseilen vnd die krawigarlten bawun lassen. 

Vrbau Enderlin. Ilaujikneclit . Sul der gaststall vnd hiind 
warllen . vnnsren ufen huis^en. 

Die Wächter sollen zu rechter zeit iiiill' vnil vs der wach 
gon auch die zu gehurende luliait lliuii, damit sy des tags 
schialTcii vnd des nachts wol wachen Hingen. 

Die Ihorwarteii sollen der Ihor wol huelten Niemand 
ongefragt herein . vnd nichts haimbliehs hinau[i tragen lassen. 

Ain yetweder sul kain llaulTen geniejit ^) vor sein ge- 
mach iiiBchen siinder sa«l)or halten. 

Die llioru arten viider mhI vor den Ihoreii, keller vor 
den keler, koch vor der kuchin. der niaj.-.laller \ iid iiiiiler 
vor jreii stellen sollen ahveg sawber ballen. 

Bawmaister *) so! ob den bawgesind sein . den feldjiaw 
'vorsehen vnd all plhur ^) verordnen, die gult Einnenien 
vnd des getraids vir den Gasten wol warten. Gewonlich 
vmb drew all lag fulter geben. 

Kain hoirgesind soll on vrlaub vher leid ziehen . Insun- 
derheit vber nacht au|5 beleiben . 

lloHniaister sol ob allem Holfgesind sein, das ain yet- 
weder thue des jm benolhen ist. wie oben stat . des vnd 
anders haissen vnd schafTen . damit all sachen . ordenlich 
zu gangen, wie es sein sol. Wellcher aber nit getrevvlich 
vnd lleyssyklicli lliate . mhI ml IIkui wolte. so jm heuolheii 
ist. vnd Ihon solle, den soll er zway oder dreynial slraM'cii 
vnd sagen, welcher dan darvher solches vcrachlen wurde, 
al|5 dann sol er nit lassen, vns das_ anzaigen. 

Vorstehende Flaiislinltuiigs - Ordnung stammt aus dem 
ersten Drittel des .\VI. .lahrhuuderls und i>t reich an kullur- 
und siltengeschiclilliihem Interesse. Sie gibt das Bild des 
geregelten Hausstandes eines damaligen lieichsgrnfen. I^s 
spricht aus ihren Vorschriften der Sinn weiser ürdnuiig und 
Mafsigkeit und in liobcm Grude wohltliueud eine patriarcha- 
lische Fürsorge für alle Hausgenossen und Gaste, sowie für 
alle diejenigen, welche auch nur vorübergehend ihre Dienste 
dem Hause, sei es gegen gewöhnlichen Arbeitslohn, sei es 
in der Frohnpflichl, wiilmetcn. 

(Jraf .loachim von Oetlingen halte seine Gemahlin, Do- 
rothea Fürstin von Anhalt, frühzeitig verloren. Kr geborte 

■) Rofsknerhl. Srhm. III, 137. ') .Mist. 'J Streu, Slrohnh- 
fall, Unralh uberhaupl. Schm. II, 713. «) Oborknerht, 
.Xulsehcr über das OckunoiniegvKliide. '') F'uhrcn. 



der Linie Oellin^'en - llocbbers an und hicil seine Residenz 
auf der Burg llocbberg, einem ansehnlichen .Schlosse, das, 
erst in den letzten Monaten des dreifsigjährigen Krieges zer- 
stört, auf einer zwischen Mordlinircn und Bopfinsen, nahe 
bei letzterer Stadt gelegenen Anhöhe das Elgerthal beherrscht 
hat. 

Graf Joachim selbst, Mitglied des schwäbischen Bundes 
und Ilau|>tmann des Korhcrviertels, wurde auf der Heimkehr 
von dem im Juhre I.'i2(l zu .XiiL'shurg gehaltenen Bundes- 
tage, zwischen Doiiaiiwurlh iiml Ihirbiirir am 2 1. .luiii des 
genannten .lahres, von seinen und des Bundes Feinde, dem 
bcriuhlifflen Wegelagerer Thomas von Absberg, überfallen 
und slarli bald ihiraiil' an den bei diesem mörderischen An- 
fall erhalleneii \\ linden. Drei Töchter überlebten den Vuler, 
von denen die iillerc, Maria, dem Krlilruchsessen Georg von 
W aldburg, die zweite, F^lisahelh, dem Freiberrn Cynacns von 
l'olheim und Warlenhiirg vermiihll war. die drille. Anna, 
den Schleier nahm und Aebtissiu in Kirchheim wurde. 



Xwt'i HMi*teiiN|iielt> v«>iii 15. iintl l(t. «Inlir- 
■iiiiiilert. 

( HIezu ein lilliiJi;ra|iliirU'S Blatt.) 
Von einem unserer bedeutendsten Kenner der alten Kupfer- 
stech- und Holzschneidekunst haben wir in Kurzem eine 
Monographie der frühesten Kartenspiele zu erwarten. Als 
vorläufiger Beitrag zu einer solchen möge hier die Beschrei- 
bung zweier merkwürdiger Kartenspiele Platz linden, welche 
in letzter Zeil in den Besitz des gerniaiiisclieii Museums ge- 
langt sind. Da» eine derselben, seiner Entstehung nach dem 
2. Vierlei des 15. .lahrhiiiiderts angehörend, wurde hinter 
der Verlafeliing eines allen Hauses zu Nürnberg gefunden 
und besteht noch aus IG Blättern nebst einigen Bruchstücken. 
Die Karten, aus doppeltem l'apicre zusamineiisreselzt, sämmt- 
lich durch Wurmlöcher mehr oder weniger enistelll, doch 
unbcschiiitten, haben die Grufse von 3" 7" Hohe und 2" 
7'" Breite. Eine Karle, Eckern -Zwei, enthält neben der 
Figur eines sitzenden Löwen auf einem fliegenden Bande 
die Adresse des Fabrikanten: Bernhart mechic (s. Fig. 1 ). 
Von den Karlen mit Figuren sind fünf übrig und zwar Schel- 
len-König, Herz-Köniff, Schellen-Ober, Schellen-Unter und 
Lauli-l'nler. Die Figuren sind in der Tracht der Zeil dar- 
gestelll. iinlil iiliiii' kiuislliTischcii Werlh, iiiil dem Keiher 
gedruckt iiiiil ruh illumiiiirl mit rollier, griiner und gelber 
Farbe (vgl. Fig. 2). Von den ilhrigen Karlen, die nur die 
einfachen Zeichen haben, sind erhallen: Herz -Drei, Acht 
und Neun; Eckern - Vier und Fünf; Laub -Vier und Fünf; 
Schelleii-Vier und Zehn, «riebe, letztere, zugleich mit der 
Nuiiimcr liezeuliiicl, zweimal Mirkiimml. 



Spiel und Zelt- 
vertreib. 



217 



Anzeiger liir Kiimir diT ik'iilsrlini Vorzeit. 



218 



Das alliiere Kailcuipicl lial noih 38 Bliilter und 'i ünii li- 
stiicke. Die Bliilter, ebenfalls aus duppeltem, dotli diiiiiie- 
reni Prpiere hesicliend, sind fast saniinlliili bescIiMilltn: das 
gröfste hat 3" 5'" Höhe und 2" C" Breite. Das Spiel ge- 
hört der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts an. Ein mit 
einigen Abweichungen niehrniiils vorkommendes Wappen 
würde Zeil und Ort der Entstehung niiher hcslinimen, wenn 
das Wappen selbst sich mit Sicherheit bestimmen liefse. 
Das Jedes Mal darin vorkommende Kad scheint auf Mainz 
oder Osnabi'iick zu weisen; aber die übrigen Stücke passen 
nicht auf die geistlichen Fürsten, welche um die angege- 
bene Zeit Herren der genannten Orte waren. Ein zweimal 
vorkommender Adler könnte auf Kurfürst AI brecht von 
Mainz oder auf Kourad von Kietberg, Bischof von 
Münster und Osnabrück, gehen. — Auch bei diesem 
Kartenspiele bildet ein wappenbalteniler Löwe mit der Ueber- 
schrifl bieronimvs auf einem lliegenden Baude gewisser- 
mal'sen das Titelblatt (s. Fig. 3). Die Karte ist beschnitten, 
scheint aber auch Eckern -Zwei gewesen zu sein. Siinimt- 
liche Blätter sind, aufser den Kartenbildern, mit ausfüllen- 
den Darstellungen versehen, meistens humoristischer, oft 
derber und obscöner Art. Man sieht, für welchen Geschmack 
diese Darstelluugen berechnet waren und wird dabei un- 
willkürlich an die Kirchweiben der Bauern und die Lager 
der Landsknechte erinnert. — Die vorhandenen Karten sind 
aufser der genannten: Eckern-König, der König zu Pferde; 
Eckern-Ober, die Figur, wie die anderen, in der Tracht 
der Zeit, Eckern-Unter, Eckern- Vier mit der Uarstellnng 
eines Kachelofens, an dessen FiilVe Manu, Frau iiiid Katze 
ruhen; Eckern-Funf mit einem Liebespaare am Slanime, von 
dem die Eicheln sich abzweigen; Eckern -Sechs mit einer 
Hasenjagd; Eckern-Sieben mit einem am Slamme iiiif dem 
Hucken liegenden Bauern; Eckern -Acht mit zwei Bauern 
auf einem Abtritt; Eckern-Neun mit einem auf dem Bauche 
liegenden Bauern; Fächern -Zehn mit einer kauernden FVaii; 
Schellen -König, beritten, von einem Trabanten begleitet; 
Schellen-Ober und Unter; Schellen-Zwei mit obscöner Dar- 
stellung; Schellen-Drei, von Mann und Frau in Bürgertracht 
gehalten; Schellen-Funf mit einem Dudelsackpfeifer; Schel- 
len-Sechs (s. Fig. 6); Schelleii-Acht mit einem Liebespaare; 
Schellen -Zehn mit einem bei einem grofsen Kruge liegen- 
den Mönche; Luub-König, wie der letztgenaiiiitc König; 
Laub -Drei mit einem beriltencii .liiger, zwei lla^en und 
einem llüiide: Laub-Vier (s. Fig. 4); Lnub-Fiinf mit zwei 
Hirsclien; I.aiib-Zehn (s. Fig. .'j); nerz-Koiiig mit einem 
Wappen und WafTeiilrager; Herz-Ober und Unter; Herz- 
Zwei mit einem Orgelspieler; Herz-Drei mit einem Tiinzer- 
paare in Norrentracht; Herz -Vier mit einem Narren, der 



auf Hadern vor ciiieni Hause weg durch die l.ufl fahrt; 
llerz-.\clil mit obscöner Darstellung; Herz -.Neun niil einem 
M'a|)pen. — Das letztere Kartenspiel ist von der inneren 
Seile eines ßüchereinbandes abgelöst worden. 

Die Vergleichung dieser beiden Kartenspiele unter sich 
und mit anderen ergibt, d:il's eine gewisse feststehende 
Manier der Darstellung sowohl wie des Druckes sich im 
Laufe der Zeit herausgestellt hatte; doch scheinen immer 
nur wenige E.xemplare von demselben Stocke genommen 
zu sein, da so selten, vielleicht nachweisbar noch gar nicht, 
dieselbe Karte in Wiederholung sich gefunden hat. 



Die liiiitliniiifVlicIieii (IpfVrMteine iiiid an- 
dere !meiiialt«>i'tliiiiiicr im (>raiiit des 
KieMeiiKeklre«*. 

Von Prof. Dr. Mosch zu llerisclidorf in Schlesien. 

(Schlufs.) 
Indessen gibt es hier iiiid da im Gebirge Steiugruppeu. 
die sich durch ihre auffallende Steinstellung anderwärts vor- 
kommenden keltischen oder germanischen Opferstiitten gleich 
zeigen, auch wohl einzelne Blöcke, die deutlich untergelegte 
kleinere Steine zu Unterlagen haben, auf welchen sie hohl 
liegen, ahnlich der hünenbettähnlichen Gruppe der Teufcls- 
kippe bei Giersdorf, deren im Aufsätze des Magazins ge- 
dacht ist. Auffallend ist auch ein grofser Steinring neben 
dem oben erwähiileii Altarslein im llayii , nur etwa 30 — 
40 F'. voll ihm eiilfernl, niid beslehend aus kleinern und 
gröfsern, zum Theil gewaltiuen Blocken. Gegen \\ esteii ist 
er ziemlich vollsliindig und zieht sich gegen Süden und 
Norden den Berg hinunter, wo er im Osten unterbrochen 
ist und nur ein paar gelreiinle Gruppen zeist. Den Millel- 
piiiikt des Hingcs bildet eine Felsengrupjie, so dafs gegen 
Westen zwischen ihr und dem Steinring ein Wiesenstreif 
von etwa 8 — 12 F. sich bildet, der sich den Berg hinniilcr 
bis zu den östlichen Steinparthiecn zu einer kleinen, steilen 
Bergwiese gestaltet, die von dem Steinringe eingeschlossen 
iht und dem Richter vom Hayn zusteht. Da, wo die Rich- 
tung des Kranzes gegen Norden umsetzt, liegt zwischen der 
F'elscngriippe und jenem Kiaiize auf dem Wiesenstreif, den- 
selben fast sperrend, ein Block, auf welchem sieb ein Meiner 
Sitz befindet. Auf einem andern Block bemerkt mnii i'iue 
unvollendete Verlii'ruiii:, von der mau nicht bestimmen kann, 
ob sie zu einem Sitz oder Kessel bestimmt gewesen. Auf 
der .Sleinirruppe in der Mitte ist keine .Spur meu>rhlicher 
Arbeil, aber auf den iimlie!.'endeii Slcinkiippen bednden sich 
jene Sitze und Kessel, die nbiii lui ili r Aiifilhrung des Slein- 
allars erwiilinl wurden. Fiiieii Wackelstein IrilTI man noch 



Religions- 
anslalten. 
Heidentbum. 



219 



Anzeig;er für Kuiiiln dor deiilschen Vorzeil. 



220 



ganz oben am ohern Saalberge über Fingers Hause im lldf- 
buäi'lic. 

Durtli lleirii gcli. Katli l'rnf. Weil's in Berlin w urde iih 
auf eine Umfriedigiing von Steinen aurmerksam gemacht, in 
welcher 2 kleine Blocke eingeschlossen waren, welche neben 
einander hohle Furchen in gleicher Kichtung enthalten, von 
welchen man nicht entscheiden kann, ob sie natürlicher oder 
nicht vielmehr menschlicher Entstehung sind. (Fig. VII hei 
Anzeiger Nr. 5.) Sie gleichen ganz den Furchen auf einem 
Fel.-en des mit Kesseln und Sitzen versehenen Kulberges, 
welche sich an der nach Westen iibfiillcnden Seite des Ge- 
steins befinden; auf der Ostseile sieht man die Anfänge ähn- 
licher Furchen unvollendet. 

lieber scheinbar eingegrabene, runenartige Zeichen an 
den Felsen behalte ich mir spätere Mitthcilnng vor. 

Da es sehr natürlich ist, sich iihcr der Art gi'fiindcne 
Sleinvertiefungen eine Vermuthung zu hildi^n, und die Men- 
schenhand an ihnen überall sichtbar war, so konnte es 
eigentlich wohl nicht befremden, wenn ich nach einiger mit 
den keltischen, germanischen und slavischen Alterthümcrn 
gemachten Bekanntschaft die Knslebung jener Vertiefungen, 
ebenso wie der übrigen Steinbearbeilungen im Kiesenge- 
birge einem jener alten Völker zuschreiben zu müssen glaubte, 
welche die Forschungen in der Geschichte bierlandes nach- 
gewiesen haben. Die ähnlichen altcrthümlichen Sleinbildun- 
gen, welche in Alterlhumsscbriften von Grofsbrilannien und 
Frankreich aus dem Kultus der Druiden nachgewiesen wor- 
den sind, heslimmicn mich, bei Vielem, was an das Ger- 
mauische erinnerte, doch mehr an eine keltische Entstehung 
zu glauben. Vielleicht schliefst man bei Beidcm nicht fehl, 
da bei der gegenwärtig wieder mehr Boden geuiuncnden 
Ansiciit von der ursprünsriichen Idi.nliliit der KcUeii und 
Germanen die Akten hierüber noch nicht ffcscblnsscii sind. 
Ich bemühte mich daher, über diese Steinalterlbümer ebenso 
die .Meinung der wissenschaftlich am höchsten geachteten 
Archäologen zu vernehmen, wie ich früher nach einem Ur- 
thcil hochgeehrter Geologen gestrebt halte. Jakob Grimm 
sprach sich dahin aus: dafs es schwer und gesagt sei, eine 
Meinung darüber zu änfsern, wenn man nicht gerade lief in 
Vergicichung und Betrachtung ulier ähnlichen Denkmäler 
begriffen sei, um einzelne festere Anhaltspunkte zu gewin- 
nen, dafs aber schon ein obcrllai lilichcr Anblick der Zeich- 
nungen kund lliuc, dafs keine hlofsen iNoturgebildc vor- 
lägen, sondern .Meiischenbiinde eingegriffen halten. 

Unter solchen Umstanden hielt ich es für nützlich, so 
viel als mofflii li wcitiT zu forschen, und das, was ich ferner 



ffefundcn, olVinlliili milz.ullipilen, indem ich auch die Zeich- 
nungen der gefundenen Sachen mit aller Treue fertigte. 
Vielleicht werden Airdere iladurch auf eigenlliümliche neue 
Gedanken gebracht, oder audi in ihrer Gegend zur Acht- 
samkeit auf ähnliche Gebilde geführt. Die den Kesseln eige- 
nen Ausgangsrinnen lassen doch wohl die Benutzung zum 
Gütterdienst unzweifelhaft crscheineti. 

Anhangsweise möchte ich noch eine Beobachtung an- 
reihen, welche ich zwar nicht in dem Hochgebirge, aber 
doch in dem nördlichen Vorgebirge desselben in der Gegend 
von FlachenseilTen gemacht habe. Hier springt aus dem das 
Dorf umgebenden östlichen Berszuge der Schiefer eine Berg- 
kuppe hervor, welche aus einem hraunrothen Porphyr be- 
steht und i\r.r ICrmricbberg genannt wird. 'Iben wird der- 
selbe von der erwähnten höhern Bergreihe durch einen 
halbkreisförmigen Graben geschieden, dessen nach innen 
aufgeworfener Wall etwa 15 V. Höhe hat. Nur wenige 
Fufs nordwestlich von diesem Graben befindet sich eine tiefe 
Grube von etwa 12 — 15 F. Tiefe, welche vom Volke der 
Keller genannt wird. Zwischen dieser Grube und jenem 
Graben fuhrt ein ziemlich breiler Zugang zu einem zweiten 
um die ganze obere Bergkuppe herumlaufenden Graben, 
über welchen nordwestlich ein schmaler aufgeworfner Steig 
zur ohern Fläche der Kuppe leitet, die von einem Hingwall 
umschlossen ist. Der Graben hat nach der ohern Ringwall- 
seite eine Tiefe von etwa 12 — 15 F., an der Seile nach 
dem Tliale hin dagegen beträgt die Tiefe nur etwa 6 — 8 F. 
Die obere Fläche der Kuppe ist eben und nur gegen das 
Dorf etwas geneigt; der am Rande derselben aufgeworfene 
Hingwall hat gegenwärtig nach innen nur noch eine Höhe 
von 3 — 5 F. Der Durchmesser der ganzen Oberlläcbe inner- 
halb des Hingwalles mag ohngefidir (iO — 80 F. betragen. 
Kiire Burg kann hier nicht gestanden haben, da die ganze 
Lokalität nicht dafür spricht, und auch nicht die geriniisle 
Spur von Mauerwerk sich findet. Es konnte also die Stätte 
nur einer kleinen Schaar zur Sicherung gegen feindlichen 
Ueberfall gedient haben, oder sie mUfste eine geheiligte 
Stätte gewesen sein. Die Einwohner des Dorfes sagen aber, 
dafs hier ein Schlofs gestanden, welches das Sammelschlofs 
— (vielleicht ein Versammlungsplatz) — geheifsen habe, 
und dafs hier ()uer.\c gewoliul hiillcn, welche den Leuten 
viel (lutes gethan und sie mit Laub, Spänen, Steinen etc. 
beschenkt, die hernach zu Gold jje worden wären, dafs sie 
ihnen über auch .Schabernack zugcfuirl und besonders gern 
den Teig aus dem Backtrog geslobleu hatten. 

(Mit einer Beilage.) 



Verantwortliche Redaclion: Dr. Frcih. v. u. z. A 

Drack tod Fr. Campe 



ufscss. Dr. A. v. Eye. Dr. G. K. Fronimann. 
& Sohn In NUrnberg. 



BErLAGE ZIM ANZEIGE» Flu RIXDE HER DElTStllEX VORZEIT 

1857. JM 7. Juli. 



llironik des gerinauisclieii Museums. 



Vor Allem müssen wir mit frcudignu l);ink bcriilitcn, dafs 
Hie Sladt Nürnbcrft unterm 17. d. M. dem germanisehen Mu- 
seum unter dem Ausdruck besonderer Anerkennung, „dafs es 
Bayern und insbesondere der Stadt INürnbers /-ur Ehre ge- 
reicht, dasselbe in seinem Schoofse zu besitzen", die grofsen 
Kreuzgänge der Karlhause sammt dem davon umschlossenen 
Garten zu vollem Eigenlhum schenkungsweise überlassen hat, 
nachdem bisher blos die Kirche, Kapillen und Wohngebiiude, 
welche Staatseigenlhum waren, erworben worden. Die Restau- 
ration der letzlern .schreitet ununterbrochen fori und wird bis 
auf die innere Einrichtung zu .Vnfang Augusts beendigt sein, 
so dafs die heurige Jahresconferenz, welche am 10. Septemb. 
beginnt, das Museum in vollständiger Orilnung in seinem neuen 
Locale finden wird. Schon beginnt die Aufmerksamkeit der 
Fremden sich in erfreulicher Meise dem neuen .Sitze des Na- 
tionalniuscums zuzuwenden und neben den Sammlungen sind 
es nun auch schon diese ehrwiir<ligen liäume, denen zahlreiche 
Besuche gewidmet werden. Den am 3. August beginnenden 
Einzug des Museums in seine neue bleibende Stätte sollte die 
vollkommene Aufarbeitung der noch theilweise in Rückstand 
gebliebenen Repertorien über die Sammlungen des Museums 
fdie sich in so zunehmendem Grade mehrten, dafs Rückstände 
unvermeidlich wurden) vorangehen. IJocli wird dieser Wimseb, 
ungeachtet der bisherigen Anstrengungen des lieanilenpersonals, 
nicht gänzlich in Erlullung gehen und ein Theil der Arbeit für 
die Karthause übrig bleiben müssen. Als sehr bedeutende Ar- 
beit müssen wir namentlich das sog. Generalrepcrtorium, 
oder die Zusammenfa.ssung der Einzelrepertoricn des Archivs, 

der Bibliothek und der Kunst- u .VIterthumss hingen in eine 

Haupt übersic lit, erwähnen, mit dessen Bearbeitung Dr. Tod 
sammt einigen Ijehülfen betraut ist. Es ist dies gleichsam der 
Central- und Brennpunkt des ganzen Museums, sowohl seiner 
Sammlungen als Arbeiten. Der Aufstellung und Benützung 
dieses Gencralrepcrloriums allein ist in der Karthause ein eige- 
ner Saal gewidmet, welcher vor der Hand auch nebenbei noch 
als Lesczimiiier beniilzt wird. Das Bilderrep<Tlorium ward in 
diesem Monat um c. 400 Blätter vermehrt, c. 150 (jjpsabgüsse 
wurden gefertigt und aufserdem in den Ateliers die von auswärts 
überkommenen Aufträge, sowie Arbeiten zur Herstellung der 
Karthause ausgeführt. Der Lokalaussehufa hielt bereits seine or- 
dentliche Sitzung vom l.iuni in der Karlhause, wo das Programm 
für die nächste Jahresconferenz vom 10. — l'i. Sept. d. J. 
festgi'stellt wurde. .Viichten hiebei sich die Freunde und (iönner 
des .Museums, besonders die Mitglieder der beiden Ausschtisse 
und die Agenten, in möglichst grofscr Zahl einnndcn! (Das 
I'rogrnmm s. am Schlufs des Blattes.) 

Von Academicen und Vereinen traten neuerdings mit 
dem .Museum in VerkiJir und Schriftenauslausch: 

7.'i. Smithonian Institution zu Washington, 
76. Historisch Genoolschap in Utrecht, 



77. Societe d'histoire du canton de Fribourg zu 
Freiburg (in der Schweiz). 

78. Acadcniie imperiale zu .Metz. 

Von gröfseren neuen Jahresbeiträgen giengcn im verflos- 
senen .Monat ein: von Sr. Durchlaucht Fürst .^lex. vonSayn- 
Wittgenstein 2.5 fl.; vom mährischen ständischen Lan- 
desausschufs 20 11. Ausserdem von dem Gemeinderath der 
Stadt Karlsbad ein Geschenk von 10 fl. 

Neue Agenturen wurden errichtet zu Basel, Lissitz 
bei Goldenbrunn in Mahren und Zittau. 

Von Buchhandlungen haben Beitrittserklärungen einge- 
sendet : 

283. Kog 1er sehe Verlagsbuchhandlung (i'h. ^VelleJ in Siegen. 

284. Buchhandlung von .Meyer und Zeller in Zürich. 

Für die im Nachstehenden \erzeichiieten Geschenke sagen 
wir, den Empfang hiemit bescheinigend, unsern besten Dank. 

I. Für das Archiv. 

RÜU , Kegieverwalter beim german. Museum : 

740. Ein Faszikel von 14 Aktenstücken, den Verkauf eines 
Gutes zu Jlayach betrellend, von den Jahren 1.526 bis 
1.591. Pap. 

Ludw. Bechstein, llolralh, Archivar u. Bibliothekar, zu 
.Meiningen : 

741. Ein Faszikel von 3 Aktenstücken, die Streitigkeiten der 
Stadt Nürnberg mit dem Grafen Emich v. Leiningen betr. 
1504. Pap. 

742. Schreiben des Herzogs Johann Frie<lrich II. von Sachsen 
HD die Stadt .Muhlhaiisen in Thüringen wegen Kriegshulle. 
1529. Pap.-Abschr. 

743. Urkunde des Klosterconventes zu IJppoldsberge wegen 
eines Verkaufs von Ländereien an die Stadt Mühlhauscn. 
1538. Pap.-Abschr. 

744. Sihreihen des Markgrafen AIhrecht AIcibiades von Bran- 
denburg an di'U Bischof Johann \on Bayonne. 1552. 
Pap.- Ahschr. 

745. Schreiben des Markgrafen Albrechl AIcibiades > on Bran- 
denburg an die freie Ueichssladt .Mülilhausen in Thüringen. 
1553 Pap.-.Abschr. 

Bautenbacher, Benefiziat. in Günzbnrg: 
74ti. S( haillo.slirier des Vlal Hanns Vogt von Sommerau zu 
Grasperg. 1490 I'erg. -l'rk. 

II. Für die Bibliothek. 

Dr. A. M. Schulze, Schuldirccior, in Gotha: 

3924. Ders. , lleimathskunde für die Bewohner des llerzoglh. 
Gotha. 3 B. 1H45— 47. H. 

3925. Ch. F. Schulze, Leben dis Herzogs von Sochscn-Goihn 
und Altenburg Friedrich H. 1851. 8. 



223 



Anzeiger für Kumle der iIi'uIscIr'm Vorzeit. 



224 



Ad. Bube, fuTioj;!. Süchs. Artilivralli, in Gotlin: 
392t). K. I'. I.iildi'rhuse , Friedlich .Mykoiiius. Ein Leben aus 
der Rt'formationszcit. 1854. 8. 
L'institut historique in Paris: 

3927. Hass., liiivtsiigiitiur. 2ü9. livrais. Avrii. 1857. 8. 

Oberlausitzische Gesellschaft der Wissenschaften 

lu (jurlilz: 

3928. Dies., Anzeigen. Neue Folge. 1. u. 8.— 10. Slüek. 8. 

Histor. Verein für Niederbayern in Landshut: 

3929. I),r> , Vrrhandluiiijcii. V. B. 2. II. 1857. 8. 

E. V. Rettberg in München: 
393U. J. h. Bundschuh, geographisches statistisch -topographi- 
sches Le.xicon von Franken. B. 1799 — 1804. 8. 

3931. G. A. >VilI, bibliolheca Aorica ^\ illiana. S Thle. 1772 
— 1793. 8. 

3932. G. W. Lochner, Nürnbergs Vorzeit und Gegenwart. 
1845. 8. 

3933. F. Matthöi, Verzeichnifs der Konigl. Sachs. Gemälde- 
Gallerie zu Dresden. 1835. H. 

3934. K. Fischer, iiber Protestantismus und Katholicismus in 
der Kunst. 1853. 8. 

3935. F. Beuther, kurze Anweisung zur Linear -Perspective. 
1833. 8. 

3936. F. C. Dahlniaun, Quellenkunde der deutschen Geschichte. 
1838. 8. 

3937. Reis, der Hochaltar zu Blaubeureu. 1846. 8. 

3938. Kurze Beschreibung des von Joh. Sicgm. Ries im Klei- 
nen gefertigten sog. schönen Brunnens. (1830.) 8. 

3939. A. Diirer, Etliche vnderricht, zu befestigung der Stett, 
Schlofs, vnd Flecken. 1527. 2. 

3940. Katalog iler allgeni. deutschen Industrie -.\usstellung zu 
.Miinchen im J. 1854. 4. 

3941. .Mappe mit geometrischen Zeichnungen. 4. 

Dr. Märcker, geh. Archivralh, in Berlin : 

3942. (J. C V. Lisch, Anna geb. .Markgriifin von Brandenburg, 
Gemahlin des Herzogs Albrecht von Mecklenburg. 1857, 8. 

Soci6t6 d'histoire du Canton de Fribourg in Frei- 
burg : 

3943. Dies., recueil diploiuatii|ue du Canton de Fribourg. 
Vol. 1-5. 1839— .')3. 8. 

3944. Dies., archivcs. 1.— 5. H. 1845—56. 8. 

V. Ebner'sche Verlagshamll. in Nürnberg: 

3945. J. .M. Soltl, Ludwig der Strenge, Herzog von Bayern, 
Pfalzgraf bei Rhein. 1857. gr. 8. 

J. Th. Stettner, Buch-, Kunsl- u. Musikalienhandlung, in 
Lindau : 

3946. 0. F. H. Schnnhulh, neuer Fuhrer um den Bodensee 
und zu den Burgen des Hohgaus. 1H.')4. H, 

3947. J. S. Kügl, Burg Hohenbregenz auf dem St. Gebbards- 
bergc bei Bregenz. )H55. 8. 

3948. A. SeifTcrt, Lindau und seine Umgebungen. 1855. 8. 

Fr. Ferstl'sche Buchh. (Karl Tendier) in Grnlz: 

3949. Fr. 11h of. Beitrüge zur Gesch. der Alpen- und Donaii- 
lander. I. 1856. 4. 



G. D. Teutsch, Dirrclor des Gymnasiums zu Scliiifsliurg: 

3950. Durs., lUilitsiiurllen der evangel. Landeskirche A. B. 
in Sicbcnliürgen. 1857. 8. 

H. Fellxner, Buchh. zu Baden in der Schweiz: 

3951. Historischer Vfszug von der Vralten Statt Zürich Stiff- 
tungen, Erbauwungen, vnd Regierungen, auch Ihrem 
gegen wiirtigen Freyen Loblichen Stand. Pap.-Hdsdir. 
17. u. 18. .Ihill. 1056 S. 2. 

3952 Wappen der löblichen Biirgerschan Baden. 1855. 8. 

3953. Wappen Tafeln aller lebenden, freien Landniänner Ge- 
schlechter der löblichen sechs Vierteln des alten Landes 
Schwyz. 0. J. qu. 8. 

3954. Zuger- Kalender für das Jahr 1857. 4. 
G. Brückner, Professor, in Meiningen : 

3955. 3 Pro-raiunie. 1857. I. 

Dr. Ludw. TrofS, Oberlehrer, in Hamm: 

3956. Joann. Brassicanus, grammaticac instilutiones , dcnuo 
reuisae. 1514. 4. 

3957. Sylva Sententiaru" e.\ Üuidio. 1514. 4. 

3958. Erasmiis Roterud., l'aniiliariMii colloqviorvin fornivlae. 
1521. 4. 

3959. Lucianus de ratione conscribendae historiac , ex graeco 
in latinuin Iraductus (v. Wilib. Pirckheynier) 1515. 4. 

3960. Luciani Piscator. Bilibaldo Pirckheymero interprele. 
1517. 4. 

3961. Ex Luciano (juaedain iam recens Iraducta. (.Inlerprete 
Oltomaro Luscinio). 15I7. 4. 

3962. Dat Olde Testament Uudesch. Marl. Luther. 1540. 8. 

3963. Ch. Fr. Wächter, geschichtl. Kachrichlen über d. Ilanim- 
sche Gymnasium. 1 u. 2. Forlselz. 1820 u. 21. 8. 

Ein Ungenannter in Nürnberg: 

3964. llerm. (iygas, (lores temporum, eontin. a .Mich. Eysen- 
hart, edit. a Joh. Gerb. Mciischenio. 1743. 4. 

J. L. Schmid , liuchli., in Fürth : 

3965. Theopliraslus Paracelsiis, Bücher unil Schriften. 10. Tbl. 
(1.590.) 4. 

Dr. R. Stinzing, Professor an der önivcrsilül zu Basel: 
3960. Ders., l'lricli Zasius. 1857. 8. 

Gesellschaft des Museums des Königreichs Böh- 
men in l'ra^ : 

3967. Dies., Pamalky archaeologicke a niislopisne Redaktor K. 
VI. Zap. Dibi II. se~il 6 ls57. 4. 

Smithonian Institution in \\ashington: 

3968. Dass., Icnlb annual nport. 1856. 8. 

Freiherrl. Haller v. Hallerstein'sche Gutsherrsihafi 

von tiriir>;;riunlla(li : ^ 

3969. Alleriii manu Scripta viiiid ScIiriHlcn wegen des P(in- 
zingischcn (icschlechts so alhier Zusammen colligirt, vnd 
p. menioria zusnnim gebvnden. 2. 

A. Runge in Zürich: 

3970. Sp Ili, der Stall Zürich Frygeii (iericlils Urdiimigeii 

vnd sal/.vngen. Pap.-Hdschr. 1620. 2. 

3971. J. C. Meeker, Chronica. 1.597. 4. 

3972. H. Escher, einer ehrs. Grairscbafl Kyburg Pflicht, Eid, 
Recht, Rrauch und Orilniingcn. Pap.-Hdschr. 1675. 
gr. H. 



229 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeil. 



230 



Dietrich, Gymnasialdireklor, in Hirschberg: 

4074. K. E. Scbuliiirth, ein Fragment über die Reformation. 
1845— r)0. 4. 

J. Swaine m Ohrdruff: 

4075. Job. Ajjil, inetbodica dialecticcs njlio, a.i ivrisprvden- 
tlani aili'unimuiliita. 1535. 4. 

K. V. LÜtzOW, Schlorsbauptinann und haninierherr, in 
Schwerin: 

4076. Üerä., das Scbweriner Schlofs. 0. 0. u. J. 2. 
Graf Reinhard, Minisire plenipolentiaire, in Paris: 

4077. Dirs , . iiinruunii-alion faite ii Tinslilut bisloriqnc, oon- 
cernant nn passage des Memoires du üuc de Raguse 
sur le Prinre Eugene. 1857. 8. 

Königl. Gesellschaft der Wissenschaften zu Goi- 

tingen : 

4078. Dies, Anzeigen, 1.— 3. I5d. 1856. 8. 

4079. Dies., Nachrichten. 1856. 8. 

K. k. Centralcommission zur Erforschung und 
Erhaltung der Baudenkmale in W ii n : 

4(ISU. Du-i., .Milllieilung' II, 11. Jahrg. Mai. 1857. 4. 

Chrstn. Ernst KoUmann, Huchh., in Leipzig: 

4081. K. F. A. Kobbc, Heinrich der Fromme. 1839. 8. 

4082. E. Heusinger, Sage und Geschichte aus den Sachsen- 
landern. (1856.) 8. 

D. E. Friedlein, Buch-, Kunst- und Musik.-Handlung, in 
KraUau: 

4083. Der Freistaat KraUau bis zum J. 1845 und die Salinen 
zn Wielii'zka in Galizien. 1846. Iil. 8. 

Trowitzsch <fc Sohn, Hofbucbdruckerei, in FrankTurt 
a. d. 0.: 

4084. Monatsscbrill lür deutsches Sladle- und Genieindewesen. 
Redig. V. B. Gräser, .lahrg. III. H. 5. 1857. 8. 

Otto "Wigand, Ycrlagshuchhcll., in Leipzig: 
4()S,-,, Joh. .S(li<rr, (iescliichle der Religion. III, 5. u. 6. Buch. 
lh,')7. H. 
Dr. Joh. Geffcken, Prediger zu St. Michael in Hanil)urg: 

4086. Ders., Gustav Adolphs Schwanengesang. 1856. 8. 

4087. Ders., die Haniburgiscben Medersachsischen Gesang- 
bücher des 16. Jhdts. 1857. 8. 

Verein für hamburgische Geschichte in Hamburg: 

4088. II. Öibriiilir, Lixuon liir llanjliurgisclien Scbriltsteller. 
II. u. \2. II. 1855 u. 57. 8. 

Hahn' .si he lliilbuchhandlung in Hannover: 

4089. 11. .\. L. \\ iggers, c hernischc Untersuchung der Pyrmon- 
ler Eisrnsiiuerlinge. 1857. 8. 

4090. C. Tb. .Minke, antiipiissimorum ipHirundam si riplorum, 
qui vim ac salubrilatem aquarum Pyrmonlunaruin illu.-.lra- 
runl, receniuni exhihel. 1857. 4. 

Polytechnischer Verein in Wurzburg: 

4091. Ders., gemeinnützige Wui hiuM hnll. VII. Jahrg. iNr. 18 

bis 22. 1857. 8. 
Historischer Verein für Kraln in Laibacb: 

4092. Der»., iMillbeiluiigen , Heui.-ter mit Beilage zu 1851) und 
April u. .Mai v. 1857 u. 10. Bog. d. Diplom. Cum. 1. B. 
1857. 4. 



Verein von Alterthumsfreunden im Rheinlande in 

Bonn: 
1093. Ders., Jahrbücher XXV. 1857. 8. 
Ferd. Förstemann, lluclihdl., in iVordhousen: 

4094. E. KursliMianri, alldeutsches Kamenbuch. 2. Bd. Orts- 
namen. 2. Lief. 1857. 4. 

L'Institut historique in Paris: 

4095. Dass., Ilinesti^iacur. 270. livrais. Mai 1857. 8. 
Tob. LÖffler, Buchbdi., in .Mannheim: 

4096. Gesch. des Kurfürsten Friedrichs des Ersten, von der 
Pfalz. Mit Urkunden. 1765. 2. 

4097. Phil. Simonis, bist. Beschreibung aller BischolTen zu 
Speyer. 2. Aufl. 1773. 2. 

Historische Gesellschaft zu Utrecht: 

4098. Dies., Krunijk, 2. — 11. Jahrg. 1846-55. 8. 

4099. Dies., Berigten. 1. Tbl., 2. Th. 1. St., 3. ThI. u. 5. Tbl. 
1. St. 1846— ,57. 8. 

4100. Codex diplomaticus Neerlandicus. 1. u. 3. Thl. 1848. 
4. u. 18,55-56. 8. 

4101. Jan van Riebeck, Dagverhaal, 1818. 8. 

4102. Naamlijst der Boekcn van bei historisch Gcnootschap, 
1856. 8. Nebst 3 kleineren die Gesellschaft belrelfen- 
den Schriften. 

R. Freih. V. Stillfried, k. pr. Kämmerer und Obcrcere- 
nMinienniei..<lcr, in Berlin: 

4103. Ders., Allerlhüiner und Kuusidcnkmale des Erlauchten 
Hauses llohenzulleru. Lief, 5. 1856, gr. 2, 

W. Besser's Verlagshandl. (Franz Duncker) in Berlin: 
41111. J. Venedey, Gesch. des deutschen Volkes. 1. u. 2. B. 

1853—55. 8, 
4105, Die Geschichlschreiher der deutschen Vorzeit, herausgcg. 
von G. Jl. l'erlz, J. Grimm, h. Lachmann, L. Hanke, 
K. Ritter. 1.— 31, Lief. 1849-57, 8, 
C. Müller'sche Bucbhdl. (G. F. Euler) in Fulda: 
410(i. il. Krrsting, die Sojiderrechte im Kuri'urslenth. Hessen. 
10, H. 1857, 4, 

III. Für die Kunst- u. Alterthumssamnüuug. 

Mdme. Gruber in l>iirnlHrg: 

1789. (ic.>>ticklcs Muslcrlüchlein von 1679. 
Schecker, haufmann, in Leipzig: 

1790. Metallabdruck eines Thalers von M.hhior Zobel, Bischof 
von Wiirzburg, 

1791. Liitlichcr Bursarienzeichen vom 17. Jhdt. 

Dr. K. Frommann, \ orsland di-r Bibliolhck u. des .Vrchivs 
am yciin. Mu.-,<iiiii : 

1792. SillMTiiiuii/.r <lcs Kaiilous Uliur \ on 1733. 
P. Dambacher, Copisl am germ. .Museum: 

179;(, \\ urllfiiilicrucr Kreuzer >on 1611, 
Dr. Potthast zu Schlof» Randen in Oberschlrsicn : 

1794. 2 J'r.icir Groschen viwii 1 I. Jhdi. 

Dr. J. H. V. Hefner- Alteneck, l'iof. u, lon.scrv. der 
verein. Sammlungen, ni .Mun.luu: 

1795, Herzförmiger, bunter Glasllufs, in Silber gcfafül (.Amulol?/ 



231 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit 



232 



1796. Wachssicgel vom 11. Jhdt. 

1797. (Ijpsabgufs eines Frauensiegels vom 15. Jhdt. 
Drey, Antiquar, in München: 

I79S. :( .\li(lrücke alter Siegelstiickc vom 13. — 15. Jhdt. 
Dr. Märcker, k. pr. .\rchivr.ilh u. Ilausarchivar, in Berlin: 

1799. Siegel einer Ablafsurkundc von 1517. 

Prof. HofTmann, Lehrer am fiymnasium zu Nürnberg: 

1800. \ ergolilele Silliermedaille mit bibl. Darstellungen v. 1565. 
L. Bechstein, llofralh, Archivar u. Bibliothekar, in .Mei- 
ningen: 

1801. Guttaperchaabdruck des Conventsiegels zn Lippoldsberge 
vom 13. Jhdt. 

Hoppe, Poslexpeditor, in Alt-Kuppin: 

1802. 5 kleinere Silbcrniünzen vom 16. u. 17. Jhdt. 
Schoch, k. b. Hauptmann, in iVürnberg: 

1803. Siebenbürger Silbermünze von 1625. 

C. Hambuch, Inspektor am germ. iMuseum: 

1804. lU■g^•tl^lIll^ger Silberuiiinze von 1623. 

1805. Holsleiner Silbermünze vom 17. Jhdt. 
C. Heffner, .Magisirntsratb, in Würzburg: 

1806. 1(10 (iypsabgüsse aller Siegel. 
Ein Ungenannter in Nürnberg: 

1807. l'rognoslicon auf die Lage Flanderns, Kupferstich und 
Druck von 1604. 



Erben des verstorbenen Decans Dr. Wilhelmi in 

Sinslieiiri : 
1Ö08. Kreursener Krug mit bernallen Reliers von 1585. 

.Mdmi'. Fleischmann in .Nürnberg: 
18U9. Glasteller mit aufgeniultem hallersoben Wappen vom 
17. Jhdt. 

Schmidt, l'oljlerhniker, in Nürnberg: 
IMO. Würzburger Silbermunze vom 15. Jhdt. 

Lust, kgl. Advokat, in Straubing: 

1811. Silbermunze Kaiser Heinrichs III. 

1812. 10 bischoll. Silbermünzen vom .Vnl'ange des 13. Jhdts. 

Ein Ungenannter in Nürnberg: 

1813. Grundrifs von Augsburg, Kadir. von Alex. Mayr, v. 1602. 
L. Zeysing in Hartmannsdorf bei Benskow: 

1814. Lai kabdrücke der vier alten Stadlsiegel von Quedlin- 
burg. 

Wild, Gasthüfsbesitzer zur blauen Glocke in Nürnberg: 

1815. Zwei eiserne verzierte Trager von einem Feuerherde. 
17. Jhdi. 

F. C. Mayer, Lehrer an der Kunstschule zu Nürnberg: 

1816. Nürnberger Silbermunze v. 1622. 

1817. Kurfürstlich Trier'schc Silbermünze v. 1670. 



Clininik der Iiisloiisclicii \oreiiie. 



Die Zeitschrift des Vereins für das würtlenibergische 
Franken enthalt III. 3. an Q uellen beitriigen : Vermiscble 
Urkundnnauszüge ; Komburgische Urkunden ; Urkunden Stein 
a. Kocher betrelTend und Hausen a. Koth. Für die Alter- 
thumskunde: Die Oberwittighauser Kapelle; die St. Kuni- 
gimdenkapelle ; der Roter- Thurui und die Burg Ober -Roth. 
Für Statistik und Topographie: Deutschorden a. 1383; 
Grofs- Altorf; Mittel- und Oberroth; Vulfinge; Vuahalinge; 
Kudeneshcim und Lorerha ; Thilhebarb und Geizen; Stein. 
Für die Landesgeschichte in historischen Abhandlungen 
und Miscellen: Zur Geschichte von Kreglingen und Umgebung, 
von H. Bauer. Derselbe .\ursatz behandelt zugleich die Gra- 
fen von Luxenburg und die niederrhein. Pfalzgrafcn. — Die 
.\bstammung der Grafen von Wcrtheim , von H. B. — Die 
Ilohcnlohesche Genealogie von H. Bauer. — Haldenbcrg und 
I'fiilzingen von II. I!. — Die Herrn von Jagstberg u. v. liucli- 
lingcn von II. B. — Das ehemalige Reicbsdorf Althausen von 
.M. Schliz. — Aufserdeui enthalt das Hell Hc'censionen, An- 
fragen, Korrespondenzen unil den Itec licnscliarisbericht des Ver- 
eins. — 

Derselben Zeitschrift Nr. IV. I. Ili n cniluill an ^nel- 
lenbei trti gen: EdelHnger Dorfordnnng, von M. Schliz; das 
Üemeinbüchlein von Hachtcl 1501, von 0. Schönhuth; das 
Vorncbmslr uml Nützlichste aus den Ralh'iprot<ik(dlen der 
Keichsalsdl Hall, niilg. von I'rof. Volz; die Aschhguser Ur- 



kunde 1194, von 0. Schiinhuth ; zwölf Urkundenexcerpte von 
H. Bauer. — Für die AI t e rth u nisk un d e: Einige Ausgra- 
bungen beim Dorl'e Edelfingen, von 0. Schönhuth. Fiir Wap- 
penkunde: Beschreibung des Mappens der Herrn von Lim- 
purg, von Manch. Für Statistik und Topographie: Auf 
dem Eigen; F'rauenzimuiern ; die Znrge; Suuicbilendorf und 
(Geroldcshagen, von H. Bauer; St. Theobald bei Edellingen, von 
0. Schönhuth. Für die L an dcsgesch ich te in historischen 
Abhanillungcn und Miscellen: Boeksberg und der Schupfer- 
grund, von ü. Schimhuth. — Heinrich von Hohenlohc, Hoch- 
meister des deutschen RitlerordiMis, von dems. — Cellisch un<l 
Germanisch, von .M. Schliz. — Althohcnlohc, von Hermann 
Bauer. — Aufserdem enthalt dieses Heft die Chronik des Ver- 
eines, Nachtrüge, Bemerkungen und Rcccnsioncn. — 

Von den Leistungen des Vereines für Hessen-Darm- 
stadt haben wir als Nachtrag zu früheren Ausführungen noch 
des Urkundenbu<bi's zum Archive etc. zu erwiihuen. Im .\uf- 
Irnge des Vircines von L. Bauer herausgegeben, enthalt das- 
silbe in drei Heften die Urkunden der Provinzen Slarkenburg 
und Oberhessen zur Landes-, Orts- und Fiimiliengeschichte 
bis 1329. — 

Die Zeit.schrift des Vereins Tür hess. Geschichte 
u. Landes ku n <l c I II cssen-K asse I ) enthalt in VII. 1 u. 2 an 
Ouellenbeitra ge n ; Das Kolilengcricht in Erbsliidt bei \\ ind- 
eeken, vunDr. Vomel; Weisthumer, iiiitgetheilt von Dr. Landau. 



225 



Anzeiger Tür Kunde der deutschen Vorzeit. 



226 



3973. J. V. Murall, lydgnorsischer Lust-Gnrie. 1715. 8. 

3974. H. H. Kiifsli, Joh. Waldmann, Riller, Burj;(-rnieistcr der 
Sladt Zürich. 1780. 8. 

3975. L. EUmüller, deutsche Slaninikunigc nach Gesch. und 
Sage. 184-1. 8. 

3976. Keujahrsblatt für valcrliind. Cullur. 1819. 4. 

3977. G. Scniper, akadeni. Vortrage. I. über die formelle Ge- 
setzinarsigkeit des Schmuckes. 1856. 8. 

3978. 5 kleinere Schriften verschied. Inhalts. 8. 
Dr. C. Pfaff, Conrector, in Efslingen: 

3979. Liber Vagatoruni. Der Betler Orden. 0. 0. u. J. 4. 
Safsenha^en, Bürgermeister, in Leba: 

3980. A. II. Tli. Thyrii, die erste evangel. Kirche Neuendorlfs. 
1850. 8. 

Histor. Verein für den Niederrhein in Köln: 

3981. Ders., Annalen. 2. Jahrg. 2. H. >ebst Berichterstat- 
tung für 1857. 8. 

J. Mooren, Pfarrer, in ^Vachlendonk: 

3982. Ders.. über Eigcnthuni und Benützung der Kirchhöfe 
auf dem Preufs. Gebiet des linken Rheinufers. 1857. 8. 

E. Wengler, Buebh., in Leipzig: 

3983. L. KIkan, .Xlbuniblalter, 2. u. 4. H. 2. 
Th. Bläsing^, Iniversitalsbuehh., in Erlangen: 

3984. H. G. Ph. Gengier, Lehrbuch des deutschen Privatrechts. 
1. u. 2. Lief. 1854—55. 8. 

3985. F. \\. Rücker, die Geschichte des Gymnasiums zu Er- 
langen. I. 1843. 8. 

3986. F. I.animcrs, Gesrhichle der Sladt Erlangen. 1843. 8. 

3987. Des Schwabenspiegels Landrecblsbuch , herausgeg. von 
H. G. Gengier. 1853. kl. 8. 

3988. Die Einweihung der neuc-n protestantischen Kirche in 
Vorrhheim. 1852. 8. 

Ein Ungenannter in Nürnberg: 

3989. Verzeiebnifs aller Poteiilalcn etc. die aiilT der Waal vnd 
Krönung zu Kranckfurt a. 51. persönlich ersrhinen vnd 
gewesen seind. 1562. 4. 

3990. W. Weber, ein Leich Spruch, defs . . H. .\iidar:ie Im 
HolT. Gemacht Im 1637. Jahr, nebst andern Gedichten 
von demselben. Pap.-Hdschr. 17. Jhdi. 2. 

3991. Copia bulle plenariar. indulgentiarum et facultalum cccle- 
sie In l'raih Conslantien". dioc. ecessaruni. 1479. gr. 2. 
1 Bl. 

3992. .Müniz-Edikt des Raths der Stadt >ürnlieri; v. J. 1511). 
gr. 2. 1 Bl. 

3993. Fleischlaxc für die Stadt Kürnberg v. J. 1574. gr. 2. 
1 Bl. 

3994. Ordnung des Frankisriien Reiehskrcises , welche die 
Löhne für Eliehallen , Taghihner unil llandwirksleule 
feststellt. I6i:i. gr. 2. 1 Bl. 

Ternaun - Compan in Paris: 

3995. .Memoyres des cnireprinses dv Türe sur la Chrcsticnld, 
tant du cnste d'.MIeniaigne, quc d'Italie. 15G6. 8. 

3996. Enlicr discovrs do la victoire qv'il a plev n Diev 
donncr nui Chresliens a l'cnconlre des Turcs. 1571. 8. 

3997. DefTuilc d'vne armec de qvnranle mille bommes, svr le» 
Tvrcs par les forccs de l'Enipereur, le 3 Auust. 1601. 8. 



3998. 
3999. 
4000. 
4001. 
4002. 
4003. 
4004. 

4005. 

4006, 
4007. 

4008. 
4009. 



4010. 
4011. 

4012. 



4013. 
•1(114. 
4015. 

4016. 

■1017. 

4018. 

4019. 

4020. 

4021. 

4022. 
4023. 



Ample discovrs, et tres veritable de la prinse d'Alberoyale, 

ville principale de la hasse Hongrie. 1601. 8. 

Designalion de l'armee des estals vnis d'Allemagne. 

1615. 8. 

Arrest de bannissenicnl donne rontre les Jcsuitcs de 

Praguc, et de lout le Royaume de Boeme. 1618. 8. 

Discovrs veritable de ce qui s'est passö en .Morauie, 

touchant le bannissement des Jesuites. 1619. 8. 

L'election novvelle de lEmpereur, foicte a Francforl le 

21. iour du niois d'Auust. 1619. 8. 

Sacre de l'ElccIevr Palalin Frideric \. roy de Boheme, 

en l'eglisc parrocialc du Cha.steau de Prague. 1619, 8. 

Declaration dv roy Frideric premier de Boheme, con- 

tenant les raisons de son acceptation de cesle Couronne 

it des Prouinces incorporees. 1619. 8. 

Manifeste sommaire des raisons des estals dv Royaunic 

de Boheme, pour l'Eslection de leur nouueau Roy. 

1619. 8. 

Le manifeste de Ferdinand dvc de Baviere, Roy des 

Romains. 1619. 8. 

Sommaire veritable de ce qvi s'est passe en Boheme, 

Morauie, Austriebe, & Hongrie depuis le 18. Septembre 

iusque au 26. de cette annee 1619. 8. 

La lettre patente du Serenissime, Trcs-baut, 4 Tres- 

puissant Scigneur, Comic Palalin du Rhin. 1619. 8. 

Representation des oecvrrences dWlIemaigne, Boheme, 

.Miirauie, .\ustriche, & Hongrie, par letlres escrites du 

9. * 10. dOctobre 1619. 8. 

Le Mercvre d'.\Iemagne. 1619. 8. 

Lettres de Milan, de Lorrainc et d'.Xllemagnc. Sur 

Testat present de l'Empire. 1619. 8. 

Trcs-hvmble rcqueste presentce a sa .llajesle inipcrialle, 

par les Depulez des Estals, 4 Olliciers de la hasse 

Anstriche. 1620. 8. 

Les cstranges et pernilievses rvines des eglises calholi- 

que.<, dans le Royaume de Bocsnie. 1620. 8. 

Les barangves prononeees en l'asseniblee de Messieur 

les i'rinces Proleslans d'Allcniagne. 1620. 8. 

Declaration de l'Empereur Ferdinand H. par Inquelle 

l'Electeur Palalin est sümd deposer les armes, quiller 

A: aliandonner le Royaume de Boheme. 1620. 8 

Le monitoire de lEriipenur signilie av Conile Palalin. 

1620. 8. 

Manifeste de l'Empereur Ferdinand, enuoyt' aux Prinees 

de la Chrestienle, touchant la guerre de Boeme. 1620. 8. 

L'eslat present des gverres de la Boheme d Allemagne. 

1620. 8. 

Apologie de l'Emperevr, contenant lllisloire de la re- 

bellion des Bohemes. 1620. 8. 

Extraict de letlres d'.VIleiiiagne, des 11. d 1.'>. .Vount 

1620 receut's lo 27. 1620. 8. 

Letlres dv Roy et des Estals de Hongrie, av Roy de 

Boheme. 1620. 8. 

Advis de Boheme, Hongrie et d'.\llemagiie. 1620. 8. 

La fvrievse chasse donee a l'armee iles hereliqve.i pro- 

teslans, par Measieurs les Licutenans de TEnipireur 

1620. 8. 



227 



Anzeiu-cr für Kunde der deiitsehcri Vorzeit. 



228 



4024. Pelrc de la Tour, invrntjiire girural de lovt ce qui s est 
verilaLleincnl passe de pari & d'aulre eii tout le pays 
d'Alleniagne cnlre rArnicc Imperiale 4 Celle des Pro- 
leälans. 1620. «. 

4025. Ariverlissemenl en forme d'epistre du feu Hritice Chri- 
stian II. Electeur de Saxe, a .Mallhias Roy de Hoiijirie, 
Arihiduc d'AusIriche, (t depuis Enipereur. 1620. 8. 

4026. La prinse et redvctioii de la ville de Frague en l'obeissancc 
de l'Empereur. 1620. 8. 

4027. Le »rand ecpipagc des gens de gverre du Marquis de 
Spinola. 1620. 8. 

4028. Advis svr les affaires prcscntes d'Allemagne dt de Boeme. 

1620. 8. 

4029. L'entree dv .Marqvis Spinola av l'alatinal. 1620. 8. 

4030. Jac. Franc, le iMercvre alleniand ov liistoire verilable 
de ce qui c'est passe de plus niernorable tant es hautes 
que basses Allemagne, Boheme, Ilongric etc. 1620. 8. 

4031. La nieniorable execvtion de qvaranle Irois traistres & 
rebelies, tous pcrsonnages de qualite. 162). 8. 

4032. Histoire veritable de ce qui s'esl passä ä Aix en Alle- 
magne, au mois de Juillet, de ceste presente annöe. 
1621 8. 

4033. Le grand arnienient dv Prince Palatin. 1C2I. 8. 

4034. Les grandes cereinonies faites a Vicnnes povr la decla- 
ration de l'Empereur. 1621. 8. 

4035. Dernieres lettres envoyees de Prague 4 de Vienne. 

1621. 8. 

4036. La miserable entreprise faite svr la vie et pcrsonne de 
rEmpcrcur. 1621. 8. 

4037. Relation de la procession et solennite celebree ä Rome 
povr la vicloire obtenue eotre les hereliques & rebelies 
de Boeme. 1622. 8. 

4038. La grande et signalec bataille douuee enlre IWrmee 
Catholique, 4 rArniee Prolestante du üuc Christian de 
Brunsuic, allant au secours du Prince Palatin. 1622. 8. 

4039. La grande et signalec victoire par I'armee Catholique, 
sur I'armee Prolcstantc. 1622. 8. 

4040. La defaittc de trois mille cinq cens homnies de I'armee 
Protestanle. Par I'armee Catholique. 1622. 8. 

4041. La deiraite generale de l'Armee dv Cotiite de .Man-sTeld, 
4 de l'Euesque d'Alber.stad , par Tarmce d'Espagne. 

1622. 8. 

4042. La defTaicte dv Conite de .Mansfeld avec huict cens 
Reistres, laillez 4 niis en pieces par Mo'sieur le Duc de 
l.orraine. 

4043. I.a retrailte dv Comte de .Mansfeld. 1622. 8. 

4044. .Manifeste ov declaration en foriiie de Lettre, addressdc 
aiix Ele<leurs Eeclesiastiques, 4 Üuc de IJauicre par le 
Roy de Üannemarc. 1626. 8. 

404."). Advis salvlairc svr Testat prescnt des affaires d'Alle- 
magne. 16'J6. H. 

4046. Discovrs d'cstat: av qvel sont proposez pivsievrs niaxi- 
nies povr nieltrc fin aux guerres du Pays bas. 1628. 8. 

4047. Relation veritable de ce qvi s'est fiiit et passe entre 
les Armees de l'Enipcreur et celle du Roy de Sucdc en 
la presente annec 1630. 8. 

4048. De comitiis elccloralibus Ratisbonac celcbratis anonyini 
autoris cpistola. 1631. 12. 



■10 ly. La prise de la ville de Rostoc par les Durs de Meltle- 
bovrg. 1631. 8. 

4050. Lettre de l'Enipereur av Roy de Svede. Avec la re- 
sponse dv Roy. lt)31. 8. 

4051. L hisloire dv progrez des armes dv roy de Svede en 
Allemagne. 1631. 8. 

4052. Histoire jovrnalierc de qvatre victoires du Roy de Suede, 
obtenuis contre l'Empereur. 1631. 8. 

40.53. Relation verilable de la prise de la ville de Pragve, 
par l'Armee du Roy de Suede. (oinnjandee par le Duc 
de Saxe. 1631. 8. 

4054. La defaite de lArmee dv General Tilly , par le Roy 
de Svede. 

4055. La delfaite des Imperialistos p:ir le Ruy de Svede, 
nn's en d»*sroute d; en grande eonfusion, chassez de toute 
la Pomeiniiie 4 la [Veuiiiare. 1631. 8. 

4056. La redvction de la ville de Brunsvic. 1631. 8. 

4057. Lettre envoyee a sa .Majest(5 imperiale contenant les re- 
monstrances de Tassemblde de Leipsic. 1631. 8. 

4058. La defaite generale de r.\rmee de l'Empereur coni- 
niandee par le General Tilly, par le Roy de Suede. 
0. J. 8. 

40511. Discovrs svr la bataille de Lvtzen. U. J. 8. 

4060. Ample recit des parlicvlaritez de la signalec bataille, 
a Lutzcn pres Lipsic. 1632. 8. 

4061. Recit de la bataille d'entre leslmperia>x et les Svedois. 
1632. 8. 

4062. IVüvvelles d'.\lleniagne, ov, la svrprise de Pragve par 
l'Archidvc Leopolde. 0. J. 8. 

4063. L'ombre dv Comte de Tilly, apparve a l'Eniperevr, svr 
les affaires d'.\llemagne. 1632. 8. 

4064. La conqveste dv bas l'alatinal par le Roy de Svede. 

1632. 8. 

4065. Le sacagemenl de In Ville de Leipzig par les Imperiaux. 

1633. 8. 

4066. La veritable rctraiele dv Roy de Ilongric, et la Leucc 
du Siege de deuant la Ville de Ralisbone. 1634. 8. 

4067. Relation generale de lovt ce qui s'est fait 4 passe au 
Siege de Schencken-Schans. 1635. 8. 

4068. Diseovrs fvnebre ; svr la niort de l'Enipereur Kerdi- 
Miind 11, 1637. 8. 

■KKiU. Chnsluph Korstner, epistolae negotium pacis Osnabrugo 
Monasteriensis concernentes. 1671. 8. 

4070. liumiseher Kays, vnd Königl. iMuyesl. etc. Auch Konigl. 
Mayest. zu Denneinarck, etc. Abgesandten Propositiun 
gnedin-ilr gegenantworl. I62I. 4. 

Dr. Alb. Höfer, Professor, in Greifswald: 

4071. Ders., die deutsche Philologie insbes. als Mythologie u. 
als Sprailiforsiliiing, 1857. 8. 

Bauer & Raspe, ÜNihliandl. fJul. Merz), in Nürnberg: 
407'J. Zriisilirill Im iliiilsi lii' Kulturgesrhichtc. Ilorausgeg. v. 
Juh. Miill.r 11 leih. Kalke. Jnlilieft 1857. 8. 

Freih. Arwied v. 'Witzleben in Miltenberg: 
4073. .\. Sleudener. das SymiMil des Zweiges in einem anti- 
ken und in einem modernen Gebrauche. 1857. 4. 



233 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeil. 



234 



Zur Alter thumskunde: Kotiien über das Alter der Kirrhcn 
in der Grafschaft Schauniburg, von C. \V. Wippermann. Zur 
iilleren Landesgeschichte: Geschichte des Kluslcrs Germe- 
rodc nach urlnindlichen 0"i'"^"i ^"" ''' Schriiinckc. — Ur- 
kundliche iNachrichlen über die iilteslen territorialen und kirch- 
lichen Verhältnisse des zur Stadt erhobenen Uorles und der 
Saline Kauheini, in der Provinz Hanau, von Slaatsrath v. Honi- 
mel. — Das Cisterzienser Konnenkloster zu Kreuzburg an der 
W'erra und seine Bewohnerinnen, von Pf. Büff. Zur neueren 
Landesge schichic: Beiträge zur Geschichte des siebenjäh- 
rigen Krieges, milgetheilt von Dr. Landau. — Zur Geschichte 
der französischen Kolonien in Hessen-Kassel (mit yuellenab- 
drückenj, von Chr. v. Ronimel. 

In den periodischen Blättern der Geschichts- 
und Altcrthu ms vereine zu Kassel, Darm Stadt, .Mainz, 
Wiesbaden, Frankfurt a. M. ^'r. 8 — 12, 1856, sind ent- 
halten: Die Berichte iiber die Tliätigkcit, Versammlung, Er- 
werbungen etc. dieser Vereine und unter der Rubrik „Sprech- 
saal" eine Anzahl kürzerer und längerer Millheilungen , An- 
zeigen , Anfragen u. drgl. ni. Für die älteste Periode der 
deutschen Geschichte erhallen «ir aus den Gegenden von Mainz 
und Wiesbaden interessante antiquarische Kachrichten , so in 
IVr. 9 und 10 über eine röm. Niederlassung im IViederlahngau; 
unedirle Allerthümcr aus Mainz und Umgebung, von Dr. Becker; 
der merowingische Kirchhof zu La C'bapelle- Saint -Eloi und 
die Anliquilatcnfabrik in Kheinzabern , von dems. ; INolizen zur 
Geschichte Frankfurts, von Dr. Rümer- Büchner u. a. Im Auf- 
trage des Vereines für IVassauische Altertluiniskunde und 
Geschichtsforschung hat Dr. Karl Rössel als zweites Heft der 
Denkmäler von Nassau eine sorgPällige und mit vorlrelT- 
lichen Abbildungen ausgestaltete Beschreibung der Abtei Eber- 
bach im RlM'in;;au herauszugeben begonnen. Die uns vorlie- 
gende erste Lieferung, 1857, enthält das Refectorium, die bis- 
her sogenannte alte Kirche. Möge die Fortsetzung dieses für 
die Geschichte der deutschen Baukunst sehr werlhvollen Wer- 
kes recht bald nachfolgen ! 



Die Jahrbücher des Vereines von Alterlhumsfreunden 
im Kheinlande, XXIII, enthalten für Topographie und 
Geschichte: Rümerspuren im Osten des Rheine«, von F. 
Dejcks; ilie Dörfer Qualburg und Ryndere bei Kleve, zwei 
romisibe Ansieilluiigsorle von Dr. J. Schneider; geschieblliche 
Kachriclil über Birlen und dessen Lage, von Fiedler. — Für 
die AI ler Ihums ku n de: Archäologische Aehrenlese, enthal- 
tend: a. Atlis auf nimischen Grabsteinen; b. zu einem trier- 
schen Mosaik. — Matruncnstcinc aus Zülpich und Floisdorf. — 
Ucber einen römischen Grabstein aus Asciburgium, jetzt in 
Xanten , von Fiedler. — Römisches aus Rheinzabern. — Sil- 
vanus Teleus. — Kabbalistische Inschriften, von Prof. Dr. Braun. 
— Aehrenlese von .Mün/Junilin im Kanlon Bern, von Alb. 
Jahn. — Etruskisclier (iolilscbmuck aus den Mosellanden , von 
Ed. Gerhard. — Kapj) und Kugel verlieren, von Dr. Braun. — 
Miscellen. Literatur. — 

Der Verein für lübeckische Geschichte und Alter- 
Ihumskunde hat als Ergänzung zum Codex Diplomalicus Lube- 
cen.sis, der in seinem 1. Theil 1843 erschienen ist und als 
„Urkundenbuch der Stadt Lübeck" die, Lübecks Geschichte 
betreffenden Urkunden des 12. u. 13. Jbdts. enthält, die Sie- 
gel des Mittelalters aus den Archiven der St. Lübeck 
herauszugeben angefangen. Bis Jetzt liegen uns zwei Hefte 
vor, von denen das erste in gelungenen Ausführungen die 
älteren Slädlesiegel von Holstein und Lauenburg, das zweite 
die Slädlesiegel der nieklenburgischen Lande enthält. Es 
sind darunter Siegel von Lübeck, Hamburg, Oldesloe, Lauen- 
burg, Ralzeburg, Schwerin, Rostock, Mollen u. a. 

Von den Mittheilungen des k. säclis. Vereines für 
Erhaltung und Erforschung Vaterland. Alterthümer enthält das 
uns vorliegende Heft IX den Bericht über das Vereinsjahr 
März 1855 — Febr. 1856 ; aufserdem zur deutschen R ecb ts ge- 
scbichte: Weinbergs-Verordnung v. H. Christian, Kurfürst zu 
Sachsen, 23. Apr. 1588. — Zur Altert hu mskun d e: Ueber 
die Wahrzeichen deutscher Städte. Einleitung und Beiträge 
zu einer Kunstsymbolik des Mittelalters. Vortrag von Dr. L. 
Bösigk. — 



!\ a c li r i c li ( e n. 



■iitfratiir. 

Keu erschienene Werke. 

32) Aus diT Obirplalz. Sillen und S:igen von Fr. Sclion- 
werth. 1. Theil. Augsburg, .M. Ricgersche Bucliliand- 
lung. 1857. X und 448 Sin. 8. 
Der Verfasser, ein geborner Oberpfälzer, hnl das reiche 
Material nicht an Ort und Siellc gesammelt, sondern aus dem 
iMunde seiner in München wohnenden Landsleute, armer Weber, 
entnommen. Nach einer Einleitung, die im Allgemeinen den 
Charakter der Oberpfälzer, ihre Herkunft und .Mundart schil- 
dert, sowie über die Art des Forschrns, die der Nerfasser be- 
obachtet, Aiifschluf.s gibt, folgt in fünf Bui hern der SlolT, nach 
lolgender Eintheilung geordnet. An den Lebenslauf der .Men- 



schen sich anlehnend, wird zuerst die Braut geschildert und 
alle von der Entstehung des Liebesverhältnisses bis zur Hoch- 
zeit üblichen Gebrauche nach gewissen Unlerabtheilungen auf- 
geführt. Das folgende Buch zeigt uns „die .Muller um! ihr 
Kind" und fuhrt uns in das eheliche Leben ein. Von mytho- 
logischer Becli'Ulung sind hier bcsondi'rs die Abschnitte, die 
vom Wechselbalg und von der Drud handeln. „Der Tod" ist 
der Gegenstand des nächsten Buches; die Gebräuche hei Lei- 
chen, die Anzeigen des Todes, der Glaube in Bezug auf das 
Befinden der abgeschiedeneu .Seelen bilden den Hniiplinhiill 
dieses Abschnitles. Das fünfte Buch handelt von den Thiereu 
des Hauses und, daran anscbliefsend, von den Hexen, ni» di-n- 
jenigen Wesen, deren KinÜtifs auf den lliiu.»sliiiid au den Thie- 
rcn am meisten achudlich hervurlrill. l>ns lelitv Buch endlich 



235 



Anz('i2:i'i" liir lüindo der (iciitschon Vorzeit. 



236 



bescliäfligt sich mit den Friiihtcn des Feldes und zi ijjt uns die 
Beschäftigung des Landvolkes. Das Buch ist anziehend ge- 
schriehen und wird daher nicht nur dem Forscher ein reiches, 
durch die erwähnte Kintheilung he(|uem nutzhares Material, 
sondern auih dem Laien eine angenehme Unterhaltung ge- 
währen. 

33) Die vorzüglichsten Riistungen und \\ äffen der 
k. k. Ambraser Sammlung in Original-Photo- 
graphien von And. (iroll. Mit historischem und be- 
schreibendem Texte von Dr. Ed. Frcih. v. Sacken. 
Wien, Wilhelm Brnumuller, k. k. Ilofhuchhiimller. I.Lief. 
FoK 
Die erste Lieferung enlhiilt in 8 Phologra|iliie(n Rüstungen 
des Erzherzogs Sigmund von Tirol, Kaiser Jla.viniilians l. und 
König Philipps l. von Kastilicn. Voran geht eine kurze Ab- 
handlung üLer die Entwicklung der Rüstungen; den einzelnen 
I'hütographieen ist ein heschreihender Te.vt lieigegehcn, der 
zugleich eine Lebensskizze des betreffenden Fiirslen enthalt. 
Die Ahbildungin sind von grofser Schönheit; doch driingt sich 
die Frage auf, ob bei (iegenstanden von vor\vi<'gciideni tech- 
nischen Gehalte nicht hesser der Kupferstich als die Photogra- 
phie, die mehr eine malerische Wirkung gewährt und immer 
einzelne Theile im Dunkeln läfst, angewendet wäre. 

34j F. Schüler von Libloy, kurzer Ueberblick der F^i- 
tc ra turgcsch ich te Siebenbürgens von der älte- 
sten Zeit bis zu Ende des vorigen Jahrhunderts. Iler- 
mannsladl, C. v. Closius. 18.i7. II u. 112 Stn. 8. 
Der Titel des Buches entspricht nur zum kleineren Theile 
dem Inhalt. In drei Abschnitte zerfallend, behandelt es im 
ersten die Lehranstalten , die namentlich aufgeführt und mit 
historischen Nachrichten begleitet sind Die zweite Ahtheilung 
„Schriftsteller und Gelehrte" würde den vom Verfassser ge- 
wählten Titel am meisten rechtfertigen, wenn nicht zum Theil 
ein näheres Ein:;chen auf die Lileraturerscheinungen vermifst 
würde. Der dritte Abschnitt handelt von den Buchdruckereien, 
Bibliotheken und .\rchiven Siebenbürgens. Bei der geringen 
Verbreitung der Kenntnifs siebcnbürgischer Culturvcrhällnisse 
darf das Büchlein willkommen geheilsen werden und reiht sich 
den seit neuerer Zeit lebhaft ergrilfenen Forschungen auf dem 
Gebiete siebcnbürgischer Geschichts- und Alterthumskunde an. 

35) Albumblatter im mittelalterlichen Style in lith. 
Farbenilruck von D. Levy Elkan in C'öln. Leipzig, 
Verlag von E. Wengler. 2. u. I. Hell Preis des Heftes 
(4 Blatter). 1 Tlilr. 10 Sgr. Fol. 

Heber das Werk im Ganzen und dessen 3. Lieferung ins 
Besondere haben wir uns schon früher lAnz. 1851, Sp. 101 t. ) 
ausgesprochen. Das 2 Heft enthalt in Abbildung ein SlandlnUI 
des heil. Paulus aus dem Kidncr Dome: ein emailirles l'riiziflx 
vom 11. Jahrb.; den Evangelisten Lucas malend, nach einem 
Glasgemaldc aus der ersten Hälfte des 16. Jahrh., und die 
Krönung der heil. Jungfrau, nach einer Miniaturmalerei vom 
15. Jahrh. Das 4. lieft bringt vier eigene, alten .Mustern nach- 
gebildete Erhndungen des Herausgebers. 

36) Ludwig der Strenge, Herzog von Bayern, Pfalzgraf 
hei Rhein. Ein Beitrag zur Aufliellung der inneren 



Virhaltnisse Deutschlands im dreizehnten Jahrhundert. 
Von Dr. J. M. Sohl. IVürnberg, von Ebnersche Buch- 
handlung (Verlags- Conlol. 1857. 8. VIII u. 120 Sin. 
Diese Darstellung des tüchtigsten mittelalterlichen Wittels- 
bachers , der, um mit dem Verf. zu reden, „ein neues Bayern 
gestaltete" , beruht auf einer so emsigen Benutzung des viel- 
seitigsten Materials und bildet ein so interessantes Bild der 
Zeit, in der Rudolf von Habshurg die Zügel des deutschen 
Reichs ergrid, dafs, auch wer sich manche Resultate der For- 
schung wie der .\nschauung des Verf. in den einleitenden wie 
in den späteren Abschnitten nicht anzueignen vermag, gewifs 
ans dem Buche nianigfache Belehrung schöpfen wird. Der 
Wendepunkt, den die bayerische Geschichte unter Ludwig dem 
Strengen nahm, tritt hier ungleich deutlicher, als in den frühe- 
ren Darstellungen, auch der desselben Verfassers, hervor. 

37) Bililiothek der gesammten deutschen IVationallilteratur 
von der ältesten bis auf die neuere Zeit. 35. Band. 
Karl der Grofse von dem Stricker. Herausge- 
geben von Dr. Karl Bartsch. Quedlinburg u. Leipzig, 
Druck und Verlag von Gottfried Hasse. 1857. 8. XCVI 
u. 432 Stn. 

Seit Scliilters Abdruck die erste Ausgabe, die, „aus Liebe und 
Dankbarkeit" Mafsniann gewidmet, nach lachmannischen Grund- 
sätzen einen möglichst sichern Text gibt. Einen Theil des be- 
nutzten handschriftlichen Materials erhielt der Herausgeber durch 
Fronimann. Voraus geht eine gediegene Einleitung üher des 
Strickers Leben und NN'erke, sowie über deren Chronologie, 
wobei einige Abschnitte aus dem noch ungedrucklcn Daniel 
von Blumenthal mitgetheilt und einige Anhaltspunkte für die 
Beurtheilung der Aechtbeil der dem Stricker beigelegten klei- 
neren Erzählungen festgestellt werden. Was der Verfasser 
wollte, tritt aber nirgends mehr hervor, als in der Charakte- 
ristik des Stricker'schen Versliaues (S. LI— XCII), die mit einer 
seltenen Vollständigkeit und einem Vcrständnifs ausgeführt ist, 
wie es nur einer Gabe feinster Beobachtung und der liebe- 
vollsten Versenkung in den behandelten Gegenstand entspringt. 

38) Ulrich Zasius. Ein Beitrag zur Geschichte der Rechts- 
wissenschaft im Zeitaller dcT Itcformalion. Von Dr. R. 
Stinzing, ord. Prof. d. Rechte a. d. Univers, zu Basel. 
Basel, Schweigbausersche Sortimentsbuchhandlung. 1857. 
8. XX u. 388 Stn. 

Die zwiefache Bedeutung, die der grofse deutsche Rechts- 
gelchrte des Ifi. Jahrhunderts, Ulrich Zasius, theils für die 
Geschichte der Receptinn des römischen Hechts, theils durch 
seinen Antheil an den Bewegungen dir Heforinalionszeit hat, 
ist in diesem Hiichc zum ersten Male in ihrem ganzen Umfani: 
gewürdigt. Der Zustand der mittelalterlichen Recht.«wissenschaft, 
der scholastische Spuk, der Anbruch einer besseren Zeit durch 
die aidkommenden humanistischen Studien, die neuen Bahnen, 
die .Miiati, liudacns und in Deutschland Zasius vorzeichnen, 
des Letzteren Sicllimg zum deutschen Hecht, riessen Kenner 
er war und das er trotz seiner Begeisterung für das romische 
nicht vergafs, und nun daneben die wellhewegendeii .Machte 
der Heformationsieit, die auf jene Verhältnisse ihre Ruckwir- 
kung äufsern, die daraus sich entspinnenden ConIlicte und 
Kämpfe, die Zasius alle an sich seihst erleben soll und die ihn 
aus einem Freunde zu einem Gegner der Reformation machen: 



237 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



238 



(las Alles ist mit einer Anschaulichkeit uni) lugleioh einer An- 
muth gescIiildiTt , die des Verf. Wunsch , seine Leser möchten 
die Anziehungskraft, die dieser StulF auf ihn geülil, „nicht nur 
bemerken, sondern auch nachempfinden", in reichem Maafse 
erfüllen wird. Eine wesentliche Bereicherung der Wissenschaft, 
wird sein Buch auch weiteren LesetUreisen zu Gute kommen. 
Dank verdienen auch die urkundlichen Bele<;c und statistischen 
IVachweisungen über die Vertretung des rciru. Rechts auf den 
deutschen Universitäten des 16. Jahrhunderts. 

39) Adililarnenluni secundum ad Regest» Iniperii inde ab 
annü 1246 usque ad annum 1313. Zweites Krgan- 
zungsheft zu den Kaiserregesten von 1246 — 
1313. Von Johann Friedrich Böhmer. Stuttgart, J. 
G. Cotta'scher Verlag, 1857. 4. 16 Bgn. 

Dieses zweite Ergänzungsheft der haiserregeslen von 1246 
bis 1313 enthalt aufser \achtragen zu den Regesten der Gegen- 
künige Wilhelm und Richard und der Konige Rudolf, Adolf, 
Albrecht und Heinrich VII., sowie der Papste dieses Zeilraums, 
Regesten des Bohmenkönigs Ottokar, der Grafen von Habs- 
burg und der habsburgischen Herzoge bis auf Lupolt den 
Tapfern, und bildet in dieser Beziehung mit den 1854 erschie- 
nenen wittelsbachischen Regesten „gleichsam einen Körper", 
um nden Südosten Deutschlands im 13. Jahrhundert und den 
ersten Jahrzehnten des 14. geschichtlich zu begriinden." — Wie 
man das an ihm gewohnt ist, hat der berühmte Herausgeber 
es auch hier an gelegentlichen geschichtlichen Lichtblicken nicht 
fehlen lassen. Vor Allem aber ist der klare und sichere Ueber- 
blick dessen, was auf den betreffenden historischen Gebieten 
geleistet ist und dessen, was noch zu leisten ist in Bezug auf 
Sammlung und Sichtung des urkundlichen Materials, von un- 
schätzbarem Werth. Namentlich auch sei auf die köstlichen 
Bemerkungen über die nächsten Ziele provincialhistorischer 
Bestrebungen (S. XXXI), es sei ferner auf die ernste Mahnung 
S. XXVIl und auf die goldenen Worte über die österreichi- 
schen Geschichts<|uellen des 13. u. 14. Jahrhunikrts, vor Allem 
über den steierischen Uttokar (von Horneck) aufmerksam ge- 
macht! Wenn wir vielleicht jetzt am Vorabend des „goldenen 
Zeitalters der deutschen Geschichtsforschung" stehen, das We- 
dekinds von Böhmer angeführte Worte verheifsen, so weifs 
Jeder, welchen Antheil die markige Strenge der Forschung, 
die unermüdliche Ausdauer und die treue vaterlandische Ge- 
sinnung Böhmers daran haben. — .Scliliefslich erhalten wir die 
frohe Botschiift, dafs Biilimer Hegesien Karls IV., der Erzbi- 
schöfc von .Mainz und Nachtrage zu den NN'itlclsbachischen Re- 
gesten vorbereitet. 

40) .\ltnordische3 Leben. Von Dr. K. We inhold, ord. 
Professor an der Universität zu Graz. Berlin , Weid- 
mann'sche Buchhandlung. 1856. 8. 512 Stn. 

Wie der Verfasser in seinen .deutschen Frauen" uns ein 
ebenso gründliches als anziehendes Bild von dem Leben der 
Frauen im Mitlelnller gegeben hat, so gewahrt uns da» vor- 
liegende \N erk eine Einsicht in die Zustände des gerinaniichcn 
Nordens. Die Abgeschlossenheit Scandinaviens von dem Uhri- 
gen Europa und die dadurch bedingte selbständige Entwickc- 
lung machen die nordischen Sitten und Gebruiicbe zu einer 
crgiebi),'cn Quelle fiir die Kunde altgerraanisi her /.iisliimle. 



Diese Erkenntnifs hat schon frühzeitig die Blicke der deut- 
schen Forscher nach Island gewendet; aber wie die Danen 
und Islander selbst, die seit fast zwei Jahrhunderten sich mit 
ihrer Vergangenheit beschäftigen, erst in neuester Zeil zu eini- 
ger Sicherheit und zur Kritik in der Forschung gelangt sind, 
so leiden auch die früheren Leistungen der Deutschen aui die- 
sem Gebiete an l'nkrilik. Nicht nur die \\ isscnschaft hat Wein- 
hold durch genaue Erforschung des allnordischen Lebens be- 
reichert, sondern auch einem gröfsern Publicum diese Welt 
erschlossen, indem er nach seiner bekannten und nicht genug 
anzuempfehlenden Weise die tiefe Quellenforschung unter einer 
geschmackvollen Darstellung verbirgt. 

41) Die älteste Geschichte des baierisch -öster- 
reichischen Volkssta m nies. Von Dr. August Prin- 
zin gcr, Rechtsanwalt in Salzburg. I. Theil. Salzburg, 
1856. Eigcnlhuiii des Verfassers. 8. 241 Stn. 
Der Verfasser will die Abstammung der Bewohner „der 
baierisch- österreichischen Heimat" als eine deutsche und ihre 
Geschichte als „die älteste deutsche" erweisen. \\ eder sei auf 
die Berichte des Strabo und Tacitus von einer keltischen Be- 
völkerung Noricums Verlafs, „denn die Länder- und Völker- 
kunde war nie die stärkste Seite der Wälsclien" ; noch zeige 
die „körperliche Bildung, die Geistes- und Gemüthsart der 
Baiern", dafs in ihrem Lande je kelüsch gesprochen worden 
sein könne, denn wie könne der Stamm, „der das erste und 
gröfsle Heldenlied der Deutschen sang", zur selben Zeit keltisch 
gesprochen haben! — Um nun dem „einst übermächtigen Stamme 
der Baiern" unvermischte deutsche Abkunft und „von jeher" 
dieselben Wohnsitze zu vindiciren, werden in diesem ersten 
Theilc, dem zwei weitere folgen sollen, die überlieferten (Irts- 
und Personennamen als nicht kellischen Ursprungs, sondern 
der baier. -öslerr. .Mundart angeborig zu erweisen versucht. 
Damit hat sich der Verfasser gcwifs viele Mühe gegeben, die 
auch, wer mit dem benutzten Material, der iMethode der Be- 
nutzung und mit den Resultaten nicht übereinzustimmen ver- 
mag, dankbar anerkennen wird, weil durch die grofse Lokal- 
kenntnifs des Verf. in den salzburgischen Landen manches 
Dunkle aufgehelll wird. 



Aufsätze in Zeitschriftan. 

Neuböhm. Bibliothek: Nr. lil. Meister Joh. Uns oder An- 
finge der Kirclicnspallung in ßoliiiien. Illelferl.) 

Hislorisch-polit. Blatter; 39. B. 10 II. ff. leber das Ver- 
haltnifs der Philosophie zur Iheulugie im MittelalliT. 

Kathol. Blätter aus 7'irol: Nr. 5. Zur Sittengeschichte des 
Miltelallers. Ueber die St. Leonhardskirche bei Kiindl 

Oeslcrr. Rliitter fiir Literatur: Nr. 23, 21. l!eitr:ige zur 
Kircliengeschichte von Sii'lienbiirgen. (Schuler v. Libloy.1 

Casopis, Zeitschrift di'S biihm. .Museums: !Vr. 3. I'cber die 
Unruh4-n der Stande in den Liimtcrn der osterr. .Monarchie 
während der Regierung Rud. II. und .Math. II. (Tomek.) 

Deutschland: Nr. 132, 136. lieber die Benennung der Wo- 
chentage. Nr. ist. Den Freunden des Doms lu Speyer; 
Nachweis der bi.iherigcn Arbeiten. Nr. 135. Die ErOlT- 
iiung des bnliiii. Krunschalzcs. (.Uock.) 



239 



Anzeiger für Kundn der deulscla'ii Vorzeit. 



240 



Europa: Nr. 2-1. Deulselies Zunftwesen. 

Illusir. Familienbuch: VII. Bd. 8. H. Das grüfst- Sterben 
und die Geifsler. (Joh. Miiller.) 

Die Grenzlioten: Nr. 27. Bilder aus der deulsclieri Vergnn- 
genheil. Eine Familie von aufsliigender Lebenskraft im 
t6. Jhdt. 

Sairb. Kirchen bliitt: i\r. 2 (f. Die geisll. Orden Böhmens 
nach ihrer Griindungszeit. 

AI Ig. Kirchenzeitung: Nr. 22. Zur Geschichte des Aber- 
glaubens. (Preiswerk. J 

Evang. Kirchenzeitung: Nr. 40. Die Juden und die christl. 
Kirche. I. Luther über die Juden. 

Frankfurter K on ve rsa lio nsbhi tt : Nr.l38. Die Sage vom 
Weltuntergänge. 

Korrespondent v. u. f. Deutschland: Nr. 304. Der Unter- 
gang der Well am 3. Okt. 1533. 

Deutsches Kunstblatt: Nr. 23. Der Meister des Bildes der 
Anbetung der Könige in Dresden ist der Lehrer des Kul- 
ner .Mnlers des Todes der Maria aus der Büis.seree'srhen 
Sammlung, irrig für Johann SchorncI gehalten. (J. D. 
Passavanl.) 

Lcsefrüchle: 2. B. 13. St. Zur Geschichte des Spiegels. 

Protestant. Monatsblatter: 9. B. 4. IL Zur Gesch. der 
Freiheil. 5. Das german.- christl. Mittelalter. (Bethmann 
Hollweg.) 

Westerm. Monatshefte: Nr. 9. Die Turniere. (Klopp.) Die 
Kometenfurcht allen und neuen Styls. (Mädler.) 

Monatsschrift des wissenschaftl. Vereins in Zürich: 
Nr. 5 — 8. Ueber Kometen u. Kometenaberglauben. (Wolf.) 

Deutsches Museum: Nr. 23. Böhmische WallHibrlen. Eine 
Culturskizzc. II. (Th. Mally.) Nr. 26. Nachleben der rö- 
mischen Literatur im Mittelalter. 

Frankfurter Museuui: Nr. 22 IT. Ein Gelehrtcnkben des 
16. Jhdis. 

Berlin. Nachrichten: Nr. 131. Der l'fingstsonntag 14,57; 
zur Geschichte des deutschen Ordens. — Luthers Verlo- 
bungsring, Berichtigung. (Ed. W.) Nr. I 11. Luthers Ver- 
lobungsring. 

Theol. Q uarla Isch rift aus Linz: Qu. 4. Bilder aus der 
Refurmatiünszeit. 

Revue archeolog. : Nr. 3. Lc verre de Cliarliiriagne , au 
rnus^e de Chartres. (Doublet de Boisthibaut.) 

Kuridschau Zur Belehrung: II. 11. 12. Die .Xylographi'e. 
( Wagner.) 

Bremer Soii ntagsbl :i tt : Nr. 27. Drei Zeugnisse Tür die 
gute alte Zeit. (Job. Müller.) 

Würzb. Sonntogshiatt: Nr. 24. Der Brand des Klosters 
Neustadt. Nr. 26. Die Maricnkapcllc ?.» Würzburg. 

Stimm« (Holas) die — Kirchenz. aus Brunn: Nr. 6. Wall- 
fahrtsorte und alte Burgen in Mahren. 

Unterhaltungen am hauslichen Herd: Nr. 36. Wiener 
Bilder. (Friedr. v. Gaudy.) III. Phantasicen in der Augusti- 
nerkircfae. IV. St. Peter und St. Stephan. 

ZoitBchrift für Civilrechl und Prozefs: XIV. 2. 3. 
Ueber den Ursprung und die Natur tivs heul. Exccutiv- 
prucesses. (Ortloff.) 



Zeitscbrill liir die gesanimte Staats wissenscha ft: 
1857 1. II. Die goldene Bulle Kaiser Karls IV. Ein Bei- 
trag zur Staatsrechtsgcsch. des Mittelalters. (Jacoby.) 

Zeitsclirift für histor. Theol.: Nr. 3, Entstehung und 
Untergang der evang. Gemeinde in Hanmulburg. (Schuster.) 

Allgem. Zeitung, Beil. zu Nr. 175. Das binerische Nalional- 
museum. Nr. 1H7. Das 700jahrige Jubibium der Stadt 
München. 

Illustr. Zeitung: Nr. 729. Der Dom zu Xanten. — Ein 
Blick auf die Geschichte der Rechtsverhaltnisse der Do- 
naufürslenthüjner. — Stadtewahrzeichcn. HL Dresden. 

15. Der schwarze Herrgott, des Teufels Fufsslapfe, der 
grofse ('lirist()|iliel in der Kreuzkirche, der Hahn an der 
Thurrritreppe und der Oelberg in einer Vorhalle dersi Iben. 
Nr. 730. Die .\usstellung der v. Minutolischen Vorbildcr- 
sammlung in Liegnitz. SUidtewahrzeicben. III. Dresden. 

16. Das Trompelerschlöfschcn 

Landsh. Zeitung: Beil. 33, Ueber ilen sog. Plingsll in Nie- 
derbayern. 

Neue Miinchener Zeitung, Abendblatt: Nr. 136. Die 
Entres'sche Sammlung deutscher Bildwerke aus dem Mit- 
telalter in .München. Nr. 139. Zur Sittengeschichte. (Taufe 
des Churprinzen Maximilian Emanuel zu München). 151 IT. 
Die Falkenjagd. Nr. 161. Beitrage zur Geschichte der 
InnschifTfabrl in besonderer Beziehung auf die Stadt Was- 
serburg. 

Postzeitnng: Beil. 123. Die Feier des tausendjahr. Jubileums 
der Pfarrei Waging. Nr. 126. Beilrag zur Siltenkennl- 
nifs im bayr. Hochlande; eine sog. Alidaiikungsrede eines 
Hochzeitladers. 



Vermischte IVaclirlcliteii. 

56) Die mährisch -sUindische Landes -Archivs -Direction 
macht bekannt, dafs sie alte Manuskripte auf Papier und Per- 
gament mit oder ohne Siegel, in gutem oder schlechtem Zu- 
stande, selbst auch einzelne abgerissene, beschriebene unleser- 
liche alte Perganienistücke, alle gedrutdile Bücher, Codices, 
alte Itecbnungen, alle Noten, Pläne, Bilder, Register, Chnmi- 
ken in bnlimisclier, deutscher, lateinischer und andern Sjtra- 
chen, um sehr gute und vorlbcilhafle Preise ank:iurt. 

57) Es verdient anerkennend erwähnt zu werden, dafs in 
Köln von welllicher Seite nicht weniger als von geisllicher niil 
aller Energie dahin gestrebt wird, die allen Kirchen nWiglichsl 
sorgfaltig zu erhalten , und alle Mittel auf die Wiederberstel- 
lung zu ver«cndiii. Augenblicklich .sind es die alten und sehr 
scboni'n Kirchen von Maria im Capriol und Sl. Gereon, welche 
gründlich unlersuchl , resp. wieder herge.'^telll werden sollen. 
Nach aufgestellten (Inmdzügen werden dann nach der Reihe 
sammtliche Denkmale christlicher Baukunst einer Revision und 
Restauration unterworfen werden. 

58) Durch ein an den edlen (ieber di'r Bausurnnic, Herrn 
Frank, vom Ministerium für geistliche Augilegcnbeilen er- 
gangenes Schreiben ist die Restaurations-Art der St. .Maurilius- 
kircbe in Köln, die als ein >%erlhvolles Denkmal ( hrisilicher 
Baukunst erhalten zu werden verdient, dahin iieslimml, dafs 
nur die vordere Seile abgenommen und dafür ein grufscr Neu- 



241 



Anzeiger Tür Kunde der deutschen Vorzeit. 



242 



bau in giricheni Slyle errichtet werden soll. Von Zurück- 
ziehung der geschenkten Bnujuninie kann uisu nicht mehr die 
Rede sein, vielmehr werden sämmtliche (jelder zum Neubau 
verwendet werden. 

59) In der Pfarrkirche zu Donauwörth befindet sich ein 
früher vermauert gewesenes gesticktes Marienbild ganz eigen- 
thuinlicher Art mit einer von Kupitar für altslaviscb erklarten 
Umschrift, worunter der griech. llrlext gesetzt ist. Das Bild 
scheint aus dem 14. oder 13. Jahrhundert zu sein. 

60J Im Dürfe Colzow auf der Insel Wollin lebt ein Sprosse 
des Dr. .M. Luther, ein Kossalh .M. Luther, der seine Abstam- 



mung genügend nachgewiesen haben niufs, da die K. Regierung 
in Stettin auf (irund dieses Nachweises veranlafsl ward, ihm 
sein jetziges Besitzlhum zu schenken. 

61) Der Prof. Hassler in Ulm bat auf ein an den Bischof 
von Rotlenbiirg gerichtetes Schreiben , betreffend die Belheili- 
ligung der Katholiken an der baulieben Wiederherstellung und 
Erhaltung des .llünslers in Ulm, eine erfreuliche Kuckanlwort 
erhalten. Der Bischof v. Lipp spricht sich mit grofser Theil- 
nahme dahin aus, dafs er nicht nur kein Hindernifs einem dies- 
fallsigen Aufrufe in den Weg legen, sondern die Forderung 
dieses grofsen Werkes auch von Seite der Kathobken Wur- 
tenibergs mit Freude anerkennen werde. 



Inserate und Rekannlniacliungen. 



W) Auf dem Gebiete der Sa gen f orschung, wo seit 
Jahren eine rege Tlialigkeit herrscht, werden bald zwei neue 
Sammelwerke erscheinen: Sagen des Tiroler Volkes, gesam- 
melt von Dr. Ign. Vinz. Zingerle — und: Die Sagen Vor- 
arlbergs, nach scliril'tlichen und mündlichen Ueberlieferungen 
gesammelt und erläutert von Dr. J. Fr.Vonbun. Wir machen 
hiemit auf diese, gewifs recht willkoninienen Beiträge aus einem 
so ergiebigen Gebiete schon im Voraus aufmerksam. 

21) Subscript ionse i nia d nn g. Von dem ältesten Ge- 
schichtschreilicr der Grafschaft .Mark, Liebhold von Northof, 
dessen Chronik für ganz Wesllalen und Rheinland, ja selbst 
für einen grofsen Theil Belgiens, von unschätzbarem Werlhe 
ist, gab es bis jetzt nur zwei unzulängliche und schwer zu- 
gängliche Ausgaben: die eine, vom altern Heinr. Meibom 
besorgt (Hanau, 1613, Fol.), ist unvollständig, oft interpolirt 
und voll sinnstiirender Fehler, die zweite, vom Jüngern Mei- 
bom in seiner Scriptorensammlung (Helmstädt, 168S, Fol.) ver- 
anstaltet, ist blüs ein Abdruck der ersten. Auf den Grund 
guter Handschriften wird der Unterzeichnete das Werk zum 
ersten Male vollständig und in ursprünglicher Gestalt mit An- 
merkungen und einer deutschen l'eberselzung herausgeben 
und ihm die Geschichte der Bischöfe und Erzbischofe 
V. Köln desselben Verfassers anhängen. 

Der Subscriptionspreis des auf c. 24 Bogen berechneten, 
bis Ende des Jahres erscheinenden Buches ist auf l'/i Thlr. 
festgesetzt; spater tritt ein erhöheter Ladenpreis ein. Der 
Druck beginnt, sobald durch Subscriptiori die Kosten gedeckt 
sind. 

Ilaniin, 1857. 

Dr. L. Tross, 
Oberlehrer am h. Gymnasium. 

22) In kurzer Zeit werden erscheinen, nnil zwar: 
Bei F. A. Perthes in Gotha: 

Ilistorisch-gen ealogischer Atlas seit Christi Geburt 
bis auf unsere Zeil von Dr. Carl Hopf, ein im 



griifsten Umfange angelegtes, bei der Un Vollständigkeit 
und Unzuverläfsigkeit ähnlicher existirender Hülfsmillel, 
für die historische Forschung höchst wi( htiges Werk. 
Das ganze Werk wird in 9 Abiheilungen gelheilt. Die 

erste umfafst c. 100 Bogen und wird, der Bogen zu 3—4 Sgr. 

berechnet, 10—12 Thlr. kosten. 

Bei H. L. Brönncr in Frankfurt a. M.: 

G. Simon, die Geschichte der Dynasten und Grafen 
zu Erbach und ihres Landes; 3 Theile in einem 
Bande, von denen der erste die Geschichte der Graf- 
schaft Erbach und aller dazu gehörigen Herrschaften 
und Besitzungen, der zweite die Geschichte des Er- 
bachischen Hauses, der dritte eine Sammlung von etwa 
340 bisher ungedruckter Urkunden vom Anfange des 
12. bis zum 16. Jhdl enihallen wird. 
Der Preis dieses etwa 7U0 Seiten umfassenden Werkes 

beträgt bei Vorausbestellung ä 11. 

Im Selbstverlage des Verfassers: die Fortsetzung des auf 
6 Theile und ein Supplement angelegten und bis zum vierten, 
der sich im Drucke befindet, erschienenen Werkes: 
Codex inscrip tionum romanarum Danubii et Rheni. 
Herausgegeben von Hofralh Dr. Steiner. Die 
vier ersten Theile enth.illen 4044 Nummern und bilden 
einen zum ersten Mal nn das Licht tretenden Codex 
inscriptionum romanarum Gcrmnninc. 
Der Subscriplionspreis dieses verdienslvollen A>'erkcs wird 
mit 15 kr. per Druckbogen berechnet. 

23) Im germanischen Museum sind Facsiiniles de.« aufsersi 
seltenen llolischriitles: „Grundllich Fundament vnd ai- 
gent liehe gestallt des sehr festen Hauses vnd w ej I- 
beruembten festung Blasscnburg. . ." um das Jahr 1554, 
giferligl worden. Da.« genau nach dem Originale cnlorirle 
Exemplar tilohc 20" 4'" Breite 26" 6'") ist daselbst lu dem 
Preise von 5 •!■ ru liiibcn. 



243 Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 244 

Programm der Jahresconferenz des germanischen Nationalmuseums 

für 1857. 

Das gernianischf Musciiin, als doulsrlips IVational instilu t, gründet sich auf Slifliin(j und ist für sich selbst weder 
ein Verein, noch von irgend einem Vereine alihangig. Es hat, wie jede selbständige Anstalt, sein aus eigenen Mitteln besol- 
detes Beamten person ale mit zwei Dirigenten an der Spitze, denen ein durch eigene Wahl sich ergänzendes Collegium von 
Beisitzern (24 an der Zahl) zur Berathung und Controle der innern Angelegenheiten und der Verwaltung , dann ein grOfserer 
Ausschufs (200 und darüber an der ZahlJ in rein wissenschaftlichen Kragen zur Seite steht, unter den iVanien „V er wa I tu ngs- 
ausschufs" und „Gele hrten a usschufs". Eine dritte ("lasse der Organe des Museums bilden die einzeln oder in Mehrzahl 
in allen Stadien und Orten, wo die Unternehmung Unterstützung findel, aufzuslellenden „Agenten" (bis jetzt über 150 an der 
Zahl), welche die Berichte und Publicalionen des Museums in ihrem Kreise verbreiten und die Vermittlung fiir eingehende (ie- 
schenke und Geldbeiträge für die Anstalt übernehmen. Alle diejenigen, welche durch fortlaufende (Jcldbeitrage (1 (1. C.-M. 
jährl.) ihre siele Verbindung mit dem Museum zu erkennen geben, treten zu demselben in nähere Beziehung, welche durch 
eine Eintrittskarte in das Museum, s. g. „Ehrenkarte", und Mittheiinng der Jahresberichte beurkundet wird. Sic bilden in ihrer 
Gesammthcit (jetzt über 1000 an der Zahl) eine Art allgemeinen Verein für Fortbestand und Aufbesserung der Anstalt, 
können jedoch unter sich wieder durch Constiluirung von Vereinen, wie z. B. in Berlin geschah, in engere Verbindung treten. 
Alle übrigen Förderer unil Wohlthater der Anstalt erballen durch öffentlichen Dank fiir jede besondere Gabe und Leistung 
in den monatlichen und jahrlichen Berichten des Museums die gebührende Anerkennung. 

Das germanische Museum halt seit seinem Entstehen (1853) jahrlich im Seplemlier eine Conferenz, wobei die Mit- 
glieder des Verwaltungs- und des Gele h rten- Ausschusses mit den Vorständen und Beamten des .Museums an dessen 
Sitz zur Controle und Einsicht der Arbeiten und Sammlungen und zu Berathung der Verwaltungs- und wissenschaftlichen Fragen, 
deren Erledigung zur Forlführung und Vervollkommnung der .\nstalt nölhig erscheint, zusammentreten. Da in neuerer Zeit 
die Agenturen, namentlich für die finanziellen llülfsniillel des Museums, von wesentlichem EinHufs geworden sind und die 
Erfahrung einzelner .\genten von grofsem INulzen liir die übrigen und für die ganze Organisation des Agenturwesens werden 
könnte, so ist es sehr zu wünschen, dnfs mit der Ausschufsconferenz auch eine Agen tenco n f e renz verbunden werde. 

Wenn auch die Berathungen der speziellen Ausschüsse und Organe des Museums ihrem Zweck und Wesen nach ledig- 
lich von diesen, als den hiczu Berufenen, gepflogen werden können, so würde es doch nichts desto weniger höchst will- 
kommen und erfreulich sein , wenn sich insbesondere dies Mal , wo sich an die Jahresconferenz die Einweihung der Karthause 
schliefst. Freunde und Gönner, die zum Aufbau unserer Nationalanslalt mit beigetragen haben, recht zahlreich einfänden, 
um sowohl von den neuen, grofsartigen Localitaten und Einrichtungen des Museums, als auch von dessen Fortschritten durch 
die Vortrage in den allgemeinen Erölfnungs- und Schlufssitzuiigen henntnifs zu nehmen. 

Die Jahresconferenz wird im neuen Lokale des .Museums (h'arthause zu Kürnberg) 

vom 10. bis 12. September d. J. 
abgehalten und zwar in folgender Ordnung: Am Donnerstag, den 10. Sept., Morgens von 8 — 10 Uhr Vorberathung des 
Vcrwaltungsa usschusses zur Vorlage der Berathungsgegenstände, Bildung der Commissionen und Sektionen. Von 11—1 Uhr 
allgemeine Eröffnungssitzung mit Berichterstattung und Vorlage der Berathungsgegenstände für den Gelehrlenausschufs. 
Nachmittags von 4 — 7 Uhr Einsichtnahme der Arbeilen und Sammlungen des Museums. Am Freitag, den 11. Sept., Morgens 
von 9 — I Uhr Zusammentritt der verschiedenen t'om missio n en und Sektionen der Ausschüsse zur Lösung ihrer Aufgaben. 
Nachmittags von 4— 7 Uhr Forlsetzung und Kcdaktionsarbeitin der Bel'erenten. Am Sonnabend, i\en 12. Sept., Morgens von 
9 — 12 Uhr allgemeine Schlufs Sitzung zum Vortrag der Referate und zur Besprechung ihrer Ergebnisse. Von 12 — 1 Uhr 
Wahl neuer Mitglieder für und durch den Gelehrlenausschufs. Nachmittags von 3 — 6 Uhr Schlufssitzung des Verwaltungs- 
ausschusses. Die Conferenzen der anwesenden Agenten finden gleichzeitig mit denen der Commissionen und Sektionen 
statt, sowie deren Resultat in der Schlufssitzung vorgetragen wird. 

Dafs allen 1 heilnehmern an der Jahresconferenz, Mitgliedern der .\usschiisse und Agenten, wie andern anwesenden 
Freunden und Förderern des Museums, wahrend der drei läge die Sammlungen des Museums zur Besichtigung olTen stehen, so- 
wie, dafs für gcmeinschafllichen .Mitlaglisch und Abendunter ha I tu ng Sorge gelragen wird, versteht sich von selbst. Ueber 
dieses und die speziellen Beralhu ngsgege nstan de wird die nähere Bekanntmachung am Vorabend der Conferenz im 
Geachaftsbureau des Museums (in der Karlhause), wo auch die Einzeichnung der Theilnehmcr in das Anmeldebuch slalllindet, 
mitgelheilt werden. Da nur den sich einzeichnenden und mit Eintrittskarten und Geschäftsordnung versehenen Fremden Zulrilt 
zu den Versammlungen gestaltet werden darf, so wird gebelen, dies nicht übersehen zu wollen. 

Nürnberg, am IH. Juli 1857, 

Die Vorsliindc des germanischen Museums: 

Dr. Frhr. v. Aufscfs. Dr. Beeg. 

J. Falke, I. Sekrelür. 



Verantwortliche Redaclion: Dr. Frcih. v. u. z. Aufsess. Dr. A. v. Eye. Dr. G. K. Frommann. 

Druck TOD Fr. Campe & Sohn In Nürnberg. 



NtTBNBERG. Das Aboonement des Blatten, 
welches alle Monate erscheint, wird panz- 
jährig anpeDomnien und beträgt nach der 
neuesten Postconvention bei allen Postäm- 
tern und Buchhandlungen X><it<fcA/an(^/« Inct. 
Oestreichs 2 fl. 42 kr. im 24 fl. • Fufs oder 
1 Thlr. 16 SgT. 

FiXr Frankrtich flbonnirt man in Strafs- 
burg bei Gr. A. Alexandre, in Paris bei dem- 
selben, Nro. 23. rue N'otre Dame de Nazarelh, 
und bei der dcutscben Buchhandlung tod 



\wimm 



m um DE» 

Nene Folge. 




F. KUncksieck , Mr. U. rue de Lille, oder 
bei dem Postamt in KarUrube; für Knff- 
lanä bei Williams & Norgate, 14 Henriett»- 
Street Covtnt-Gardtu in London; für -Vord- 
amirika bei den Postämtern Bremen und 
ilttiiiburg. — 

Inserate, welche mit den Zwecken des 
Anzeigers und deäscn wissenschaftlichem 
Gebiete in Verbindung stehen, worden auf- 
genommen und der Raum einer Culumuen- 
zeilc mit 7 kr. oder 2 6gr. berechneL 



IIElIS(:ilE\ \(III/EII. 



Vierter Jahrgang. 



1857. 



()|{(iiV\ DES GFJDIVMSl IIK\ MLSEDIS. 

.\f 8. 



A 112 (ist. 



Wissensclianiielie .>lilllieiliini^en. 



XaelitritKe und Aiiütriiiii-uiiiseii zu 

Jos. AHeliltRcliti« (•ieHcliirlite der Crafeii 

\, ^Vei'tlieiiii. 

Von Alex. Kaufmann und Dr. Tli. A. AVariikonig. 

Erste Sammlung:. 

(Fortsetzung.) 

Zu S. 244. Im .1. 1 124 versclirieben Graf Johann II. 
und sein Solin GeorK ilirem Sohne und Bruder Johann, 
Domherrn zu Mainz, l.^iOil, jahrlich auf so lange, bis er 
einmal .'jOO 11. jährlicher Einkiinfte von seinen Pfründen, 
Probsteien und Gotlesgaben beziehen würde. VV. 

Zu S. 244. Vom den Töchtern des Grafen Johannes II. 
und der Gräfin Mcclilhildis von Schwarzhurg war Gräfin 
Agnes, Meisterin, und Grufin Anna, Klosterjung frau zu 
Frauenzell bei \\iir/.l)urg, und erhielten eine jede, laut 
Urkunde vom J. 1422, von ihren Eltern 30 H. jahrlich 
Leibgeding. W. 

Zu S. 244 Note 121. Das Todesjahr des Probsles Al- 
bert ergibt sich aus der Inschrift an seinem im Dom zu 
Bamberg befindlichen Grahmonumcnt: Anno a nativilate do- 
mini M. CCCCLXVI. decima oclava die mensis augusti Ohiit 
venerabilis et generosus vir alhertns comcs de Werlhcim 
Praepositus ecciesiac Bambcrgensis cuius anima ^c(lnic.^cal 
in pace. S. Landgraf, der Dom zu Bamberg, S. 25. 

K. 

Zu S. 249. Nach einer Urkunde vom Jahr 1498 waren 
die beiden Tochter des Grafen Georg 1., Margarctba und 



.Mechtlii hlis, die erslere Acbtissin, die andere Priorin im 
Cistercienserkloster Seligenthai und bezogen eine Leibrente 
von .30 n., welche ihnen in jenem Jahre durch den Grafen 
Michael IL bestätigt wurde. W, 

Zu S. 253. lieber die mit ileni bekannten \^■ahl^lreit 
zwischen Diether von Isenburg und Adolf von Nassau io 
Zusammenhang stehende Eroberung der Stadt und Feste 
Hüls he im durch Graf Johann den Canonicus und den 
daraus etit>|irunffenen langwierigen Prozefs beim Relrhsknm- 
mergerichl s. meinen Aufsalz: „Die Kiilshcinier Fehde"' im 
Archiv des hisloiischen Vereins l'iir L'nlerfrankeii und Aschaf- 
fenburir, Bd. XIV, Hfl. I, S. 190 ff. Nach einer, auf dem 
geniciu.'cliafllichen Archiv befindlichen, die erwahrile Sache 
betrclVcnden Zcusfctiaussage hatte Graf Wilhelm Ndullcuuc- 
berg dem Grafen Johann hundert Pferde zu Hülfe geschickt. 
Nach derselben Zeugenaussage nillt die Belagerung, resp. 
Eroberung von Kulsheim zwischen Lichlmef^ und Fastnacht. 

K. 
Zu S. 266. Bei dem Pfalzgrafen Ludwig li(|uidirle Graf 
Michael von Wertheim gegen den Grafen CraffI von llolieu- 
lohe seinen Schaden wegen der Eroberung von Schwein- 
burg wörtlich wie folgt: 

,. Sprechen wir im zu, das er mit niidcrn, die im darlzu 
geholffen hal)en, uns, unser slosz Swcitiburg, das dann un- 
ser gemahel für ein Sumcn geltes verwiedemplc ist, mit 
gewalle on gerichle und rechte und uuerforderle alles Hechts 
ancewonnen und eulwcltii;! hat, uu'' da> unser <lnrinnc ee- 
niiineu mil nauicn an Korn iiud dinkcl \' mir an mellcwe 



251 



Anzeig'cr für Kunde der deutschen Vorzeil. 



252 



worunter aueli ein grofses astrologiscties Tableau von L. 
Ttiurneifser. 

Ein ferneres Folioblatt ist wahrscheinlich (der Versznhl 
nach) die erste Ausgabe des Gorgoneuni Caput, von weklicm 
Gudeke S. 391 zwei andere Ausgaben nennt. Leider fehlt 
Titel und der gröfste Theil des schön gezeichneten Holz- 
schnitts : 81 Vcrszeilen, deren Anfang also lautet: 

Hut euch das niemandt nicht erschreck, 

Trett wenig aulT ein seit liinwegk, 

Au(T das eim nit etwas geschieht 

Wann er di(i Thier zu nach besieht, 

Das jhn der Gorgons KopfT hiemit 

In einen stein verwandel nit, 

Und seiner sinnen gar beraubt, 

Es hat solch art Meduse Haupt, 

Und die grojj Hur von babylon etc. etc. 
0. 0. u. J. (aber 157<), und Jubinschcr Druck). 

In Gödeke's Grundrils S. 389 finde ich von Fischart 
„Ain Gewifse Wunderzeilung von ainer Schwangeren Judin 
zu Einzwängen etc." (l.iT.i) verzeichnet. Dieses Folioblatl 
wurde auch „Getruckt zum Hoff, bcy Mallheus Pfeil>cliriiid. 
Anno, M.D.LXXV." Leider ist bei diesem schönen Diiu k die 
obere Hälfte weggeschnitten. 

Fischart liefert uns ferner eine sehr gut geschriebene 
Beschreibung der Eskimos, in derselben volksthiimlichen 
Form eines Folioblattes, wie ich deren schon mehrere ge- 
nannt. Der Titel ist: 

„Merckliche Beschreibung sanipt eygenlicher Abbildung 
eynes frembden unbckanten Volcks, eyner >eu- erfundenen 
LandschalTt oder Insiil, neulieber zeit vom Herren Martin 
Frobiser, durch ungewöhnliche und nie unterstandene Scbif- 
fart au(J Engelland gegen Vernal- Occident, zu trosi und 
ergötzung der ganlzcn Christenheyt erkundigt. 

Getruckt zu Straf.'-burg, Anno 1578." (Jobin'scbe Let- 
tern). Fol. mit Irelflichem Holzschnitt (Eskimos: Mann und 
Frau, ein anderer in einem Kanot rudernd). Der Bericht, 
ganz fischartisch, beginnt: 

„Die Welt begeret allezeit Wunder, und kan mit Wun- 
dcrzcychen kaum crsiittiget werden: Nun aber willfarct jr 
gleichwol Gott der HErr auch hierin, und zeyget jnen tiig- 
lich die wunderlichste Wunder etc." 

Bei seinem Aufenthalte in Holland übersetzte Fischart 
eine kleine freisinnige Flugschrift, welche am Ende das 
Datum tragt: „In Gent, den 22. Februarij, Anno, etc. 79." 
Fischarts Reise nach London fallt darum wahrscheinlich ins 
J. 1579 oder 1580. Die Flugschrift ist in gleichem mar- 
kigen Stile ahgefafsl, wie der Yray Patriot, doch sicherlich 
von ondorem Verfasser. 



Sollte Fischart nicht auch französisch geschrieben haben? 
„NN'achtgeschrey , Dei belran^len Vnlerthanen in den 
Mderlanden. Allen liebhabern der Ehren Gottes, des Vat- 
terlan(i>, der Priuilegieu vnd Freylieilen desselben, zur War- 
nung gestellt, Au[i Flämischer Spraache inn hoch Teutsch 
gebracht, zu Gent. 

Miche. vij. Die Gewaltigen rahten nach jlirem mutwillen 
schaden zu thun, vnd drahens wie sie wollen: Der aller- 
beste vnter jhnen, ist als Dornen, vnnd der aller redlichste, 
als Distelen. 

Ohn Gradt man keynen Fisch nicht iindt. 
Also die leuth ohn" gebrechen nit sindt, 
List, bafs vnd neid, vnd anders mehr, 
Steckt offt verborgen im hertzen sehr. 
M.D.LXXI.X." 
0. ü. (Jobin'scher Druck). 12 Bll. 4.') 
Noch kann ich von Fischart eine populäre in prägnan- 
tem Stile abgcfafste Beschreibung der -Stadt liiberach nennen, 
ein Gedicht von 664 Verszeilen, das zu seinen besten Pro- 
dukten gehört. Es sind zwei Foliobliiller mit zwei uncolo- 
rirlen, nicht eben sorgfältigen Holzschnitten (Panorama von 
Biberach) ohne Ueberschrift, c)der vielleicht ist diese abge- 
schnitten; ohne Druckort und .lahrzahl (Strafsburg bei Jobin, 
l.'>79). Anfang: 

„Es möclil ein Wunder neiuen seer. 

Was doch die filrnemst Ursach wer. 
Das un|5re Eltern vor der zeit, 

Gewesen seind so schlechte Leul. 
Das sie so wenig gschriben band" etc. 

— „Und sonderlich von Bybcrach, 

Ist wenig u:schriben und bctracht. 
Dann weder inn (Jricchisclicr Sprach, 

Noch im Latein wirdi jhr gedacht. 
Man wöll sie dann Castropolini, 

Aulf Griechisch nennen in nicim sinn. 
So ich diiiin aulTs I.aleiuiscli khuin. 

.Mdclit .■<ie !;ncnut werden l!il)arum. 
Dann Ploloniaus schreibt und sagt, 

Von einer .■-Mklieu Teutschen Statt" etc. 

Sobald ich Gelegenheit linde, werde ich dieses StUck 
historischer Poesie und iiiidcre ahdruckswcrlhe zusammen 
herausgeben. 



•) Ein Exrmplar ilicscr Schrifl befindet sich, nach der Mil- 
tliiilunt; (Ic's Hrn. \\ inlimann-Kadow , in einem Misch- 
biiricic (()iio(ll. 12.'). II.) der lidili<>llick in Woifcnbiitlel 
und zwar Züsnmnicngidiunden mit dum Vriiy Patriot. 

D. Redacl. 



253 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



254 



Kunst. 

Zeichnende 
Künste. 
Malerei. 



Hierbei sei noch ein Titel nachgetragen, der in dem 
früher (Jaiiiianiunimcr 1857) von mir beschriebenen E.vcm- 
plare fehlte. Naih dem Regeiishurt.''er Aiiklionskalaloge von 
Montag und Weifs 1857 S. 158 lautet der Titel: 

„Neue VVunderzeilungen au[i Frankreich und den Nieder- 
landen. I. Von dem schrecklichen hocliicliadlicheii ange- 
loiTeneD Gewässer, welchs zu Pari|5, inn den Vorstiillen 
S. Marcells. den 9. Aprilis dieses l.")79 Jars, unerhörter 
schrecklicher weifs ist urplötzlich eingefallen etc. II. Von 
der Ernsten Belagerung der Wehrhafften Statt Mastricht" 
0. 0. u. J. (Slrafsburg bei Jobin. 1579.) 



IVaiidnialereieii im kleinen Kreiizganse 
tiri* liartiiniiMe zu ^üriibers» 




Dals hei einer KrürKJiidien IU>laurnlii)ii de.-, allen Kar- 
thäuserklostcrs zu >ürnt)erg uiul llinwcgniumung des seit 
langen Jahren angehäuften Schuttes manche erhaltene Er- 
inncrunir an die ehemaliire Bliithc des Klosters zu Tage kom- 
men wurde, liefs sich wohl erwarten. Es haben sich einige 
geringere Gegenstände gefunden, die in das hier ehemals 
geflihrle Klo.sterlohen interessante Blicke Ihun lassen, wie 
z. B. Fragmente alter llansgeriithe, auch die Brille eines 
alten Karlhiiusers, roh aus dickem Leder geschnitten mit ein- 
geklemmten i^rilnen Vergröfserungsgläsern , gewifs eine der 
frühesten, die zu "Nürnherg gefertigt wurden. Norh mehr 
war man überrascht und erfreut über die Entdeckung einiger 



architektonischer Denkmäler, die, bis dahin zugebaut, jetzt 
dem Anblicke offen gelegt sind. Dabin gehört vor Al- 
lem das grofse, schone Kefectorium mit gewölbter Hulz- 
decke und einer noch ubrigen verzierten Säule vom selben 
Stoffe. — Eine mehr eingehende Besprechung verdienen 
aber die in dem kleinen Kreuzgange des Klosters wieder 
aufgedeckten Wandmalereien. Deren sind zweierlei und 
zwar aus verschiedeneu Epochen, von welchen beiden ge- 
genwärtig einige Felder blofsgelegt sind. 

Die frühesten Malereien stammen ohne Zweifel aus der 
Zeit der ersten Anlage des Klosters, dem Ende des 14. Jahr- 
hunderts. Sie sind auf einem sehr rohen und unregelmäfsi- 
gen Anwurf der Wand, an manchen Stellen fast auf den 
nackten Stein eemalt und scheinen ebenso eine wenig regel- 
mäl'sige Anordnung gehabt zu haben. Das aufgedeckte Stück 
dieser Malereien zeigt eine Kreuztragung in schmaler, rother 
Einfassung von 40" Höhe und 35" Breite. Ueber den Werth 
der Erlindung und Zeichnung gibt der oben stehende Holz- 
schnitt Rechenschall ; die Farben sind breit und ohne Schat- 
ten aufgetragen und mit dicken schwarzen Umrissen umzo- 
gen. Das technische Verfahren dieser Malerei scheint indefs 
grofse Vorzüge gehabt zu haben, denn die Farben haben 
sich vollkommen mit dem Kalke verbunden und glänzen noch 
in grol'ser FVische. Namentlich sind Zinnober und .Mennig 
von seltenem Feuer. Auch schöne Mischungen eines röth- 
liihcti und grünlichen Grau, wie auf dem Gewände Christi, 
machen sich bemerkbar. 

Die zweiten Malereien scheint nicht suwohl eine früh 
eingetretene Verderbuil's der ersteren, als der Wunsch ver- 
anlai'st zu hüben, ein besseres Kunstwerk zu besitzen. Die 
ersten Bilder sind schonungslos angehauen und mit dickem 
Kalkanwurf bedeckt. Auf der glatteren Fläche wurden so- 
dann andere Gemälde mit fortgeschrittener Kunstfertigkeit 
und in besserer Anordnung ausgeführt. Die jedesmalige 
Fläche der Seilenw and zwischen zwei Halbbögen des Kreuz- 
gewölbes nahm eine biblische Sccne, das Ganze wahrschein- 
lich eine Reihe von Diirstellungen aus der Passion auf. Die 
ligürliche Darstellung reichte >ün der Spitze de> Rogens bi> 
zur Linie der Tragsteine für die Gewölbrippeu herab; darun- 
ter waren gemalte arcliileklonisclieX erzierunsTcu und Teppiche 
angebracht. Ohne Zweifel w aren auch die Felder de> (icwnl- 
bes und die Wand mit den Fenstern bemall; doch sind dinnii 
noch keine Spuren aufirefiinden. Das erste aufgedeckte Feld 
zeigt einen leidenden Christus in archilektoiii.-ch verzierter 
Umgebung, von zwei weifs gekleideten Figuren, Karlhausern 
oder Stiftern, angebetet. Zwei in einiger Entfernung davon 
aufgedeckte Felder zeigen Christus vor Pilatus und eine nicht 
ganz deutliche Darstellung, die die Aullindung des h. Krcu- 



255 



AnzeigtT fur Kunde der deutsclicii Vurzeit. 



256 



les durch die Kaiserin Helena zum Gejrcnstand in haben 
scheint. Kieenthumlith hei diesen Darslellunsren ist nnr die 
Art und Weise, wie die Scene in architektonischer Umge- 
buns angebracht, man könnte sagen, darin verOochtcn ist. 
Sonst traiien die Malereien durchaus den Charakter der 
Kunst aus der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Ihre 
Technik nuils aber höchst nians^clhaft gewesen sein , da 
gegenwärtig' die Farben eben so sehr an dem spateren Kalk- 
ilberzug wie an dem haften, worauf sie gemalt sind. Unter 
jenen macht sich besonders eine schone Lasurfarbe bemerk- 
bar, die indefs jetz.l als trockenes Pulver /.wischen den bei- 
den Kalkschichten ruht und herabfüllt, sowie eine der letz- 
teren entfernt wird. Die Malereien müssen auch schon früh 
verdorben sein, denn auf der weifsen Kalkschichl, welche 
zunächst die Gemälde bedeckt, fand sich an einer Stelle, 
wahrscheinlich von der Hand eines müfsigen Mönches, neben 
anderen Inschriften die .lahreszahl 1471 eingekratzt. Der 
erste weifse Anstrich scheint den Wänden der Kreuzgänge, 
die wahrscheinlich ganz bemalt waren, zur selben Zeit ge- 
geben zu sein, als auch die daneben benndliche Kapelle 
geweifst worden, die auf der Tünche sogar die Zahl 14(il 
trägt. Auf der ersten befinden sich noch vier oder liiiif 
andere Lagen eines weifsen Anstrichs, die in der Folge der 
Zeiten gegeben sind und aus denen hie und da eine rohe 
Decorationsmalerei hervortritt . die vielleicht im vorigen 
Jahrhundert ausgeführt wurde. 

Die ältesten Malereien in diesen Kreuzgängen scheinen 
bei Anlegung des späteren gröfsten Theils vernichtet zu sein; 
die späteren belinden sich gegenwärtig in einem so ver- 
derbten Zustande, dafs an eine \\ icderhcrslellung derselben 
schwerlich zu denken ist. 



SlnndefiTcrhiilt- 
nilltie. Adt;I. 



Land u. Leute. Die kiirliiiidiMrlie .tilelNiiinIrikel von IG90 

Von A. V. Hoiningen gen. Huene, k. pr. Bergmeister, 
in Siegen. 
CSchlufs.) 
In der kurländischen Adelsmnirikel von 1620 bis 1634 
findet man keine Eiulheilnng des Adels in verschiedene 
Klassen, nicht einmal das „von°'° ist den .Namen vorgesetzt. 
Alle Gcsehlechter standen gleichberechtigt nebeneinander, 
alle nehmen aber auch das Hecht zur F'uhning des Freilierrn- 
Titels in Anspruch, welches in dem Werke des Herrn von 
Firks Dachgewiesen ist. Dieses Recht wurde in neuerer Zeit 
von Itufsland bestrillen und ist in (iemafshcit eines aller- 
höchst bestätigten Keichsralhs-(intachtcns vom 1 1. Juni lb52 
nur denjenigen Familien zugestanden worden, welche vor 
der Vereinigung Kurlands mit dem russischen Scepler in die 



kurländische Adelsmatrikel eingetragen und sodann in Uka- 
sen , lU'scriptcn und anderen olTentlichen Urkunden Barone 
genannt worden, oder zufolge kaiserlicher und königlicher 
Gnadeubriefe den Baronstitel erhalten haben. 

Bedenkt man, wie viele Geschlechter in alten Urkunden 
und Chroniken Livlands genannt werden, welche sich 1620 
gar nicht mehr erwähnt finden , wie viele Geschlechter vor 
1()2() erloschen sein mögen, deren iNamen nicht aufgezeich- 
net sind, so erkennt man, wie grofsartig die aus Deutschland 
nach dem haltischen Norden gemachten Kreuzzuge gewesen 
sein müssen. 

Genaue Angaben hierüber stehen zu erwarten in einem 
heraldisch -hisforisfh- genealogischen Le.vikon, mit dessen 
Bearbeitung die Genealogen -Kommission der kurländischen 
Ritterschaft zu Mitau schon seit längerer Zeit beschäftigt ist. 

Nach Ausweis des kurländischen Wappenbuchs von Schu- 
bert, welches 1846 bis zum Buchstaben S erschienen ist, 
blühen in Kurland noch folgende Geschlechter, welche zur 
Ordenszeit und während der Ritterbank von 1620 — 34 
nicht in Kurland gelebt haben, aber damals wohl in Livland 
angesessen waren, wie z. B. v. üompian. Einzelne Familien 
sind vielleicht auch erst später nohilitirt. 

Blome. Bohl. Briimen. Briskorn. Brevem. Brasch. 
Bodendick. Bruiningk. Budde. Delwig(Weslfaleü ). Dompian. 
Dühren. Ehdcn. Fahrensbach. Glasenapp ( Poniriicrn). Gra- 
penbroick. Grunewald. Gulaii. llaufTen. Iloeweln (Hoevel 
mit den 2 rolhen Balken. Weslf.) Horst (mit den Balken 
und dem Löwen. Weslf.). Ilohberg. Kanitz(Sachsen). Knigge. 
Kawer. Kreulz. Kruse. Königsfels. Krähen. Klingsporn. 
Ledebur (Westfalen). Moltitz. .Mentzel. .Meslmacber. Meyer 
gen. Rautenfels. MUnchhausen (Minden, Hannover). Mohsen. 
V. d. Oest Herren zu Drysden. Pcill. l'a^kall. Reibnitz 
(Schlesien). 

l'ebpr oiiK' lleiikiiiüiize dei« •''ürMtcn 
('■•■•iwtinii I. XII .'%iilialt. 

Von Th. Slcnz el. r:islor zu Nutha hei Zerlist. 
(Schlufs.) 

Nun müssen wir uns umsehen nach einem andern muhe- 
und pefahrvolleri Streit im Leben unseres Fürsten, in den 
er, eine Zierde und Stütze für einen andern Fürsten, aus 
jenem Feldzugc hineingezogen wurde. 

\\ ann und inwiefern giengs nun aber bei F. Ch. EX HOC 
IN HOC, vom Streit im Kriege zum Kampf in Bezug 
a u f llegieru n gsangelcg cn hei t e n, wobei es ihm. wie 
Lücke sagt, an Muhen, Sorgen, Bcscln> erden und (iefahren 
nicht fehlte, indem er sich des ölTentlich'bn Wohles halber 
mit fortwälirenden Sorgen abmattete u. s. w. V 



Lehen. 



257 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



258 



Das war etwa 2 Jahre nach jenen strafshura-isclien Han- 
deln. Im J. 1595 iiiimlich Irue ihm Churfürst Friedrich IV. 
zur Pfalz, bei welclifm Fürst Christian seil jenuni Zii^e in 
Frankreich in besonderem Ansehen stand, die Statthalter- 
schaft in der Oberpfalz auf, oder nach dem irewöhn- 
lichen Stil der Kurfursll. Kanzlei „Dero Furstenlhuni in 
Bayern.^ Dieses Anil lial <k'r erfahriMie Fürst — (damals 
hatte er sein FiirsleiilluiMi Aiiliail - Btriibusir nocli nicht) 
25 Jahre hindurch mit Treue und gewohnter ThaligUuil ver- 
waltet bis zu der unglücklichen Veränderun"- in der Pfalz. 
Da nun die Hauptstadt der Oberpfalz bekaiinllicli Aniberg 
war (etwa 7 Meilen östlich von ^ü^nbe^g), so wage ich zu 
vcrmuthen , dafs unter den beiden Burgen auf der Rs. un- 
serer Medaille „Stral'sburg und Amberg-' zu verstehen seien. 
Dürften wir nun insofern nicht deuten: ex hoc castello in 
hoc castellum? Sprechend erscheint mir uameullich die Dar- 
stellung der „Stadt um Berg- auf unserer Medaille. Oder 
sollte etwa in dieser Darstellung neben der zweiten Burg links 
unten am Fufse des Berges wegen eines vielleicht dabei 
befindlichen Oelbaumes, den ich jedoch nicht recht erkennen 
kann, der Friedenslempel zu vermulhen sein, in den Fürst 
Chr. nach jenem Kriege eingezogen wäre? Streifet aber 
hiergegen nicht das Wort Luckes: Gladius non dimicationem 
bellicam dunla.xat, sed (piamvis aliam denotat, quae lahore, 
cura , anxietate. periculo haud caret...? Fürst Christian's 
Leben war ja ein so kampfbewegtes in mehrfacher Hinsicht, 
dafs er eigentlich nie zum Frieden gekommen ist. Wenn 
auch nach dem Kampf im Felde Friedenszeit war, — und 
insofern wär's allerdings möglich, den Tempel des Friedens 
auf unserer Medaille zu erblicken, — der Fürst hatte jetzt 
doch als regierender Herr eben bei seinen Regierungsange- 
legenheiten in  der Oberpfalz des Kurf. Friedr. IV. genug 
„Muhen, Sorgen, Beschwerden und Gefalireu", die iliu nicht 
zur Ruhe, zum Frieden kommen liefsen. — 

Trotzdem aber bestreik' und bezweifle ich keineswegs, 
dafs HOC ganz allgemein gedeutet werden könne. 

Au:- Obigciri nuifs nun auch klar v^ erden , mit wie ffro- 
fsem Rechte Lücke den Fürsten Chr. ..Principum illud dcciis 
ac columen" nennt. Derselbe war ja eine Zierde unri eine 
Stütze für Mksrf. Johann (ieorg in jenem clsassischen Kriege 
und für Knrf. Fricdr. IV. bei Rcgierungsangclegenheiten. 

Ferner erhellt hieraus, dtifs unsere Medaille nicht vor 
1595 entstanden sein kann, obgleich Lücke Pg. 332 aus- 
drücklich sagt, sie sei „1592 et circiter" gepriigl.' Hütte 
sie aber zu jenen Slral'sb. Hiindeln in gar keiner Beziehung 
gestanden, so würde sie Lücke nicht haben an dein Orte 
abbilden lassen, wo er jene ausführlich erzählt und zuL;leich 
die in jene Zeit von 1592 — 93 gehörenden Medaillen auf 
die Faktoren des Kampfes, Mkgf Johann lieorg und seinen 



Gegner Carl v. Lothringen, abbildet, sowie die seltenen ein- 
seitigen Feldklippen (Madai 900, Ampach 8537 ff). Ware 
unsere Medaille jedoch 8 Jahre nach jenem Kriege geprägt 
worden, so hiitte Lücke sie völlig unberücksichtigt lassen 
müssen. Alle in seinem Werke gesammelten Denkmünzen 
sind ja nach seiner ausdrücklichen Erklärung nur aus dem 
16. Jalii li. Im .lalire H)20, in welchem Luckes Werk in 
Slralsbiirg erschien, mulste man auch noch sehr gut wissen, 
wann unsere .Medaille entstanden sei und worauf sie ziele. 

Aus diesem Grunde auch, den noch ein formeller stützt, 
bin ich der .\nsicht, dafs der kunstreiche Verfasser dieser 
Medaille G. .Meinhart, und nicht Christ. Maler ist. Letzterer 
hatte zwar, von 1601 — 52 in Nürnberg blühend, gleich 
Vestner und Wermutb, ein kaiserl. Privilegium über seine 
Leistungen und gebrauchte oft den Zusatz, den wir im Ab- 
schnitt der Rs. unserer Medaille linden: CVM PHIVllegio 
C/Esareo oder C. PR. CMS. oder nur C. P. C. M. (cum privil. 
Caesareae Majestatis) zu seinem Monogramm; aber der 
Augenschein lehrt, dafs das Monograiniii auf «userer Medaille 
nicht CM, sondern GM heilst. Die C in der Zeile drüber 
sind ganz anders gestaltet als der fragliche Buchstabe vor 
dem M. Dieses Monogramm G M lliidut sich auch noch auf 
einer andern Medaille des Fürsten Chr., welche ich in meiner 
Beschreibung der Anhalt. Denkmünzen in Silber unter Nr. 76 
beschrieben habe in der Nuiiiism. Ztg., 1853, iNr. 22. Da 
sich auch diese Medaille noch nicht im herzogl. Cabinet zu 
Dessau befindet, so habe ich selbige nach der Abbildung bei 
Beckm. 1, 1 1 beschrieben und dessen Irrthumcr aufgenommen. 
Nachdem ich aber diese Medaille im hzgl. Cabinet zu Gotha 
gesehen habe, kann ich dieselben berichtigen. Auf der Hs. 
steht niimlich nur PRIN, auf der Rs. ANA PBIN und unten 
am Anne des Fürsten stehen eben die Münzmeistcrbuchsla- 
btii G M. Diese weisen aber hin auf Georg Meinharl, wel- 
cher von 1595 — 1615 Münzmeister in Eisleben, Halle und 
Stolherg war und zugleich — wie schon sein Vater Berthold 
M. — für die Anh. Fürsten arbeitete. Doch kann ich leider 
nicht beweisen, dafs dieser Künstler !.'leich Chr. Maler u. A. 
ein kaiserl. Privil. über seine Lcisliingeu halte. (Findet sich 
vielleicht eine Nachricht hierüber in v. Hugen's MUnzbeschrei- 
buiigen?) Liefse sich das nachweisen, dann müfsicn wir von 
Chr. Muler ganz absehen. N\'ürde aber durgcthan, dafs Mein- 
hart nicht CVM PRIVI. C/K. arbeitete, was jedoch aus 
Sehlickeyseus Anirahe aufS.79 seiner Krkliirung der.Vhkurznn- 
gen noch nicht hervorgeht, dann ist der Buchstabe vor M ein 
nur verkrüppeltes, schlecht geschnlltcncs C und Maler wure 
Verfertiger unserer Medaille. Letzteres aber nehme ich des- 
halb nicht nn, weil eben Chr. Maler sicherlich erst nach ilcm 
1603 erf(dgtcn Tode seines Valcr.i Valcnliu Mnlcr i um pri- 
vil. Caes. arbeiten konnte . uml unsere Medaille nach iler 



259 



Anzeiger für Kunde der deulsclien Vorzeil. 



260 



Staals- 

anstalti-n. 

Rechtsschutz. 

Gerichte. 



ausdrücklichen Angabe von Liicke vor 10(10 geprägt «ein 
soll. 

Wenn nun auch Lücke wirklich geirrt hatte und Maler 
Verferliger unserer Medaille wäre: trotzdem könnten wir 
nach meiner numarsgebliclien Ansicht das EX HOC auT Fürst 
Chr. Antheil am elsass. Kriege 1592 und das IN HOC auT 
seine Uehernahme der .'!lallhalterschari in der Oherpfalz 1.J95 
beziehen. Diese Verninlliiin!; er.-clicinl mir gcrcclitrerligler, 
als die Annahme, es sei wahrscheinlich gar keine nähere 
Veranlassung- zu unserer .>ledaille vorhanden gewesen, weil 
sich die Fürsten namentlich in jener Zeit überhaupt gern 
auf Denkmünzen abbilden liefsen. Letzteres ist ganz richtig; 
aber wenn Veranlassungen wie obige vorhanden waren, so 
benutzte man diese gewifs sehr gern. 

Xiir GeHrliieliic der letzten AtlieiiizÜKe 
der «teMti'iiliMClieii Freiicerirltte. 

Von Dr. Ed. W'ip per mann, fürsll. hamnierralh, zu 
Trachenberg. 

Als ich jüngst in dem Türstl. Hatzfeldtischen Archive zu 
Schlofs Trachenberg (Schlesien) recherchirte, stiefs ich auf 
Acten, welche einen nicht uninteressanten Beilrag zu den 
letzten Augenblicken der westfälischen Freigerichtc darbieten. 

Unweit Arnsberg, etwa sechs Stunden von da entfernt, 
liegt das kleine Dorf Oedingen. Dasselbe war ein Grund- 
besitz einer Familie, welche sich davon benannte, und der 
Sitz eines der westfälischen Freigerichte, welche sich als 
königliche Centgerichte herausstellen, mit denen dann aber 
die heilige Vehmc in Verbindung gebracht wurde. Der 
Sprengel des freien Stuhls zu Oedingen blieb sehr gering; 
es gehurten nur beililulig 30 Häuser dazu. Der Freirichter 
(Centgraf) wurde bekanntlich ursprünglich von den Cenl- 
genosscn (Miirkcrn) gewählt und dann von dem Grafen, in 
dessen Amt die Cent geborte, bestätigt (belehnt). In die- 
ser Weise, welche als ein wahrer echter Lehnsnexus nicht 
aufzufassen ist, relevirte auch das Freigericht zu Oedingen 
von der Grafschaft zu Arnsberg, welche 13(is das Erzstift 
Cöln erwarb. Die Staatsgerichle des Reichs waren nicht 
minder wie die grundhcrrlichen Gerichte veriinfserlich, und so 
brachte die Griindherrschaft /.u OediriL'cn den freien Stuhl da- 
selbst in ihr Eigenthiim. Johann von Oedingen aber verkaufte 
1 KU die lliilfle des Freigerichts zu Oedincen an den Kdle» 
.Manu Johann von Hatzfeld Herrn zu NN ildcnberg, Schouslein 
and Merten. Die andere Hälfte gcrieth in die Hände der 
Familie von Rumpf, und danach der Freiherren von VVeichs 
zur Wenne, ohne dafs sich ergibt, wann und wie diese 
zweite Hälfte erworben wurde. Den C. Aug. 1570 kam ein 
Vertrag zwischen dem Kurfürsten Salentin von Cöln, Herzogen 

Verantwortliche Rvdnctinn: Dr. Freih. v. n. t. A 

Druck von Fr. Campe 



ZU Westfalen, einerseits und den Herren von Hatzfeld und 
Rumpf anderer Seils dahin zu Stande, dafs das Stiihlgericht 
zu Oedingen fernerhin von Kur-COln oder vielmehr dem 
llerzogthum Westfalen zu Lehn empfangen werden solle, 
indem „ alle westfälische Freigerichte von dort zu Lehn 
giengen." Dieser Vertrag ist also nicht sowohl von der auf 
C()lu übergegangenen Grafschaft zu .\rnsberg, als von der 
Erlheilutig des Künigsbanties zu versieben, welcher eigent- 
lich vom Könige selber zu licdeu war. in Westfalen aber 
ausnaliMisweise vermöge einer Art königlicher Slalthalterei 
vom Herzog den „oberste" Richter gewordenen (s. Zeit- 
schrift für deutsches Recht Bd. 16 S. 70) Freigrafen geliehen 
wurde (vergl. die K. L'rkk. von 1355 und 1392 bei Eich- 
horn St.- u. R.-G. Th. 3 Ausg, 5 S. 177 u. 191 fg., s. a. 
S. 172 fg.). Lchnbriefe sind nicht vorhanden, wurden auch 
ohne Zweifel nicht erlheilt, weil sowohl das Gericht wie 
der Bann „ohne Mannschaft" geliehen wurde. Den Frei- 
grafen ernannten die Sluhlherren. Schöllen waren zwei, 
später vier vorhanden, welche der Richter präsentirle und 
die Stuhlherren bestätigten. Den Fron boten oder Gcrichts- 
diencr beslollte die Stuhlbcrrschaft. 

Als Westfalen an Hessen -Darmstadt durch den Reichs- 
deputalionshauplschlufs von 1803 abgetreten war, verlangte 
1809 <lie grol'sherzoglich hessische Regierung, dafs das Ge- 
richt sich fortan als „Grofsherzoglich Hessisches Patrimonial- 
gerichl zu Oedingen" bezeichne, im Siegel den hessischen 
Löwen führe und unter der Ariisbcrgisclicn Regieriingscauzlei 
stehe. Diese und das Oflicialat zu Werl übten damals auch 
concurrente Gerichtsbarkeit dergestalt mit dem Gericht zu 
Oedingen aus, dafs Prävention entschied. 

Am 6. März 1821 starb der letzte Sluhlrichter: Frei- 
graf Franz Joseph Beckers. Hierauf ersuchte das königlich 
preufsische llofgericht zu Arnsberg durch Verfügung vom 
8. August 1823 den von Weichs'schen Rcnimeister Reifen- 
berg auf dem Hause Wenne, die Wiederbesetzung der Patri- 
monial-Richlerstelle zu besorgen. Da dieser Aufforderung 
nicht Fidire geleistet wurde, liefs das preulVische Ilofireriiht 
die Aden und llypothckenbüchcr aus dem SIerbehause des 
elc. Beckers nach Eslolic in die Registratur des dorligen 
Juslizamls Irausporliren, da ihm concurrente Jurisdiction 
zustehe. Durch Schreiben vom S. Feliriiar 1828 setzte das 
lliirsrericbl die Shilillierrscbaft davon in Kcnntnifs. Diese 
glaubte zu linden, dafs das Gericht dermalen von ki^nem 
Wcrihe und eher mit Lasten als Gewinn verbunden sei; sie 
liefs daher den Unlergnnsr desselben fwclisch geschehen, ohne 
das hofgerichtliche Schreiben zu crwiedern. 

(Mit einer BeiInge.) 



ufsrss. Dr. A. v. Eye. Dr. G. K. Froiiiniann. 
it SohD in Nürnberg. 



HKIL AGE ZUM A.\ZFJ(^FJ{ Ft U KINDF DFR IIFlTSdlEX ^ ORZFIT 

1857. JW 8. August. 



tliriMüli des !>;eiiiiaiiisi'li(ii Musculus. 



Mit Befriedigung k<innen «ir niinmelir berichten: der Aus- 
bau der vor noch nicht 4 Monaten erst an das german. Museum 
ühergebenen Gebäude der Karlhause ist vollendet, die ganze 
Bibh'olhek, das Archiv saiiinit allen einschlagenden Repertorien 
sind aufgestellt und geordnet, die Bureaux eingerichtet und 
in voller Thiitigkeit. Die Aufstellung der Kunst- und Alterlhunis- 
samnilungen ist im Gange und wird noch vor Ende Augusts 
vollendet sein. Wer sich nicht persönlich von dem verfallenen 
Zustande der dem Museum ühergebenen Gcbaulichkeiten über- 
zeugt hat , wird kaum richtig zu beurlheilen im Stande sein, 
welche Aufgabe in kurzer Frist zu losen war. Es gab eine 
gothische Kapelle, drei grofse und sechs kleinere Säle und 
Hallen, 23 Zimmer, davon mehrere vertafelt und mit Schnitz- 
werk, nebst Kammern, Küche, drei Treppen, verschiedene 
Thore, fast allenthalben neue Fufsbüden, Decken, Oefcn, Fen- 
ster und Thüren herzustellen , noch überdies alle Räume für 
die Sammlungen mit cnlsprechenden Repositorien , Gestellen, 
Kästen und sonstigen Erfordernissen zu versehen. Die Auf- 
gabe wurde um so schwieriger, als bei der Beschränktheit der 
Geldmittel, dazu noch gerade in den Monaten des Baues 
wegen vieler andern Bauten und Arbeiten zu ^ürnberg, kaum 
die nothigen Arbeiter aufzutreiben waren und diese hiphern 
Lohn forderten , sowie anderseits der den Arbcitsleuten un- 
gewohnte acht alldeutsche Stil der im Ganzen wie in allen 
Theilen bis zum Fensterbeschlage herab streng beibehalten wer- 
den mufste, ein ziemliches Hindernifs für die Beschleunigung 
des Baues bildete. Dennoch gelang das Werk, wir können 
sagen, zur Freude Aller, die es bis jetzt schon sehen konnten. 
Der Fremdenbesuch mufsle wegen des Umzuges vom I.August 
an unterbrochen werden und kann erst jnit 1. September oder 
bei Beginn der Jahresconfcrcnz wieder eniirnel werden. Er ge- 
wann einen schönen Abschlufs im allen Locale durch noch zuletzt 
erhaltene hohe Besuche, worunter namentlich S. k. H. Erzher- 
zog Ludwig von Oesterreich mit seiner jungen Gemahlin 
einer der erfreulichsten war, indem die erlauchten Reisenden 
mit sichtlicher rhcilnahme und Sachkenntnifs das Museum und 
seine Arbeilen in Augenschein nahmen. Mit aufrichtigstem Dank 
müssen wir nochmals an dieser Stelle die manchfachen l'nter- 
slützungen und llülfeleistungen anerkennen, welche das .Museum 
während des Baues erhallen hiil. Wenn auch an baarein Gclde 
zur Zeit noch nicht mehr als 339 fl. 52 kr. einliefen und die 
Eröffnung eines Credils nölhig war, so wurde doch da und 
dort an allem Täfelwerk, Thüren, Oefen, Fenstern, Schlössern 
und Bändern, Teppichen u. drgl. immer mehr und werlh- 
vollcres beigesteuert. Nürnbergs .Magistrat und Kirchenver- 
wallung giengen darin mit gutem Beispiele voran. Besonders 
aber ist das nicht unbedeutende Opfer anziierki^nnen , welches 
die Herrn Direktoren der Gasbelcuchtungsanstalt zu Nürnberg 
brachten, indem sie die Gasleitung zu allen Zimmern, wo ge- 
arbeitet wird, auf eigene Kosten herstellten. Zur Ausstattung 
der Karlhause stehen noch manche interessante licgenstande 



in Aussicht. So sind neuerdings eine Anzahl alter Todlen- 
schilde und Gemälde der freiherrlichen Familie von Haller zu 
Nürnberg zur Bewahrung und Aufstellung zugesagt worden. 
Der schon früher gemeldeten Zusage Kaulbachs, Direktors der 
Akademie der bildendi n Künste zu München, die Karlhause 
mit historischen Freskomalereien zu schmücken, haben sich 
unterdessen mehrere andere hervorragende Künstler, wie z. B. 
Kreling, Direktor der Kunstschule zu Nürnberg, Echter zu 
München angeschlossen und man darf mit Wahrscheinlichkeit 
voraussetzen, dafs sich ein Cyclus von Wandgemälden und 
Sculpturen zur Verherrlichung der altern deutschen Geschichte 
durch unsere besten Kräfte deutscher Kunst bilden werde, eine 
Zugabe, an die bei Entstehung des Museums gar nicht zu 
denken war. Kaulbach hat bereits einen Gegenstand seines 
Wandgemäldes gewählt und in Skizze entworfen. 

Ueber die bei Gelegenheit der vorlaufigen Restauration des 
kleineren Kreuzganges unter der Decke des neueren Anwurfes 
sich zeigenden alten Malereien möge aus dem im Anzeiger 
enthaltenen Bericht das Nähere ersehen werden und wir glau- 
ben, noch von .Mancher in den weiten Räumen des Klosters 
zu erwartenden Entdeckung später berichten zu können. 

Erfreulich sind die Berichte, die wir von auswärts durch 
verschiedene unserer .\genluren, insbesondere auch von 
dem Hülfsverein zu Berlin, erhalten, der bereits über 80 bei- 
tragende Mitglieder zählt und sich fortwährend durch höchst 
anerkennenswertlie Thätigkeit sowohl in seinem Kreise, als 
auch nach .\ussen grofses Verdienst um das Museum erwirbt. 
Die von dort angeregte Idee eines Frauen Vereins für das 
Museum gewinnt immer mehr Boden und wird durch die Be- 
stimmung einer eigenen Abtheilung für die häuslichen Einrich- 
tungen unserer Vorzeit im Locale der Karlhause eine nicht un- 
wesentliche Grundlage erhallen. Die grofse Halle des ehe- 
maligen RefcktoriuTns ist hiezu bestimmt und wird bald von 
Allem, was der alldeutsche Haushalt bedurfte, etwas enthalten. 

Aus dem kgl. preufs. Hausarchive zu Berlin wurde 
durch Freiherrn v. Stillfried , ebenso aus dem kgl. sächs. 
Staatsarchive zu Dresden eine nicht unbeträchlliche Anzahl 
handschriltlicher Regesien, sowie Siegelabdrücke dort befind- 
licher alter Siegelstempcl übersendet, was wir als ein Imchsl 
erfreuliches Ercignifs begrüfsen, indem nur durch die selbsl- 
thätige Mitwirkung der öffentlichen Archive und 
Bibliotheken das vorgesteckte Ziel des Museums, ein grofs- 
arliges Gcneraircperlorium der Literatur zu schaden, erleichtert 
und ermöglicht wird. 

Mehrere unserer ausgezeichnetsten .Mitglieder des Gelchr- 
lenausschusses haben wir durch den Tod verloren: 

Dr. II. J. Z eibig, Pfarrer in Haselbach, 

Dr. K. I'assnvnnl in Frankfurt a. M. und 

A. Schniid, Cuslos der k. k. Ilofhibliolhek in Wien. 



263 



Anzeiger fiir Kunde der deutschen Vorzeit. 



264 



Einer d<T Kiinsiler unserer Ateliers, C. Harn buch aus 
Slutt;:art verlrifät den Dienst des Museums, welches in ihm 
seinen besten Holzschneider verli'-rl. 

Neue A >;en luren wurden errichtet in Bern in der Schweiz, 
Bistrilz in Siebenbürgen, lirenien, M ar kl-l!u tthii r t in 
Franken, Elberfcld u. Lifsitz. 

Den für die Bibliothek des Museums Freiexemplare ge- 
wiihrenden Bnchhandlungen trat hei: 

2H5. A. Bi)llii:hers Verlag in Düsseldorf. 

Für nachstehende Geschenke sprechen wir den verehrlichen 
Gebern unsern Dank aus. 

I. Für das Archiv. 

Georg Berthold, k;;!. Dep(j.sitar beim Kreis- und Stadt- 
gericht zu Kurnberg: 

747. Gerichtsbrief des Schullheirsi^n Hans von Sparneck zu 
Nürnberg über den Hausverkauf der .lüdin Jewtleiu da- 
selbst. Illfi. Pcrg. 

748. Gerichtsbrief des Schullheifsen Wygeleis vom Wolffstein 
zu IVurnlicrj; über die Verpfimdung eines Hauses daselbst 
durch die VVitlwe Clara Vettt;r. 1429. Perg. 

749. Gerichtsbrief des Schultheifsen Wygeleis vom WoIlTstein 
zu Nürnberg über den Verkauf eines Hauses daselbst 
durch Hans Teufel. 1435. Per;;. 

750. Gerichtsbrief des Schultheifsen Werner von Parsperg zu 
Nürnberg über den Verkauf eines Hauses daselbst durch 
Heinlz Oerlel. 1448. Perg. 

751. ynillung des Jörg Keipcr, Bürgers zu Nürnberg, für Dr. 
Johanns von Berreut über die Zahlung e. Kanfschillings. 
1471. Pap. 

752. Gerichtsbrief des Schultheifsen Sigmund zu Bnppenheim 
zu Nürnberg iiher den Verkauf eines Hauses daselbst 
durch Dr. Johann Buhel. I4SI. Perg. 

753. Reversbrief der Agnes, Sigmunil Schenck's zu Nürnberg 
Ehefrau, für Hans Hclt daselbst, über die Gestatlung 
eines Wiederkaufcs. 1506. Perg. 

754. Kaufbrief des Ulrich Starck zu Körnbi'rg für Sebald Uech 
daselbst über ein Eckhaus am \\einniarkl zu Nürnberg. 
1522. Perg. 

755. Urkunde des Schultheifsen Hans von Obernitz zu Oscbe- 
ling zu Nürnberg über die Abnahme des Lchnseides von 
Ulrich Starck daselbst. 1531. Pap. 

756. Reversbrief des Atiguslin Gabifshaupt zu Nürnberg für 
Ulrich Starck daselbst über Gestattung des Wiederver- 
kaufs von 50 fl. Zinsen. 1537. Perg. 

757. Kaufbrief der Katharina, Lorenz Edelstain's zu Nürnberg 
W itlwe, für Kunz Vogt daselbst über ihre Behausung und 
Hofraith und 3 Nebenhauser. 1537. I'ap.- Abschr. 

758. Kaudirief des Conrad Vogt zu Nürnberg für K.ilharina, 
des Hans Schmidt allda hinlerl. Willwe , über die Eigen- 
schaft e. Hauses und 25 Gulden Eigenzins. 1560. Per^ 

759. Kaufbrief des Georg Amnion zu Erfurt und des Joachim 
Amnion zu Münchsdürll für Hudol|)h Paumbgarttner zu 
Nürnberg iiber ein Haus allda. 1582. Pap.- Abschr. 

760. Cessionsurkunde des (Jibbard Christoph Gremmer zu Niirn- 
berg für Georg Stephan Kleining allda u. seine Ehefrau 
über ein Haus in d. Judengnssc. 1709. Perg. 



761. Ein Faszikel von 27 Papierurkunden — griifstcntbeils 
Originalen — aus den Jahren 1665 — 1799, den Verkauf 
el<-. eini;.'er Häuser in Niiriiherg betr. 

Fr. Fikenscher, Pfarrverweser, zu Hotlingen: 

762. Empfehlungsschreiben des Kaisers Franz I. an den Dekan 
und das Kapitel der Kolle^iatkirche zu St. Martin in 
Forcbheim für Carl Anton Delsrah wegen Verleihung eines 
K;inonikatcs. 1716 Pcrg. 

Manger, Kreissecretar, in Siegen: 

763. Acten, der Uuppenroder und Usselbachcr Gemeinde Klage 
gegen Weigand llenchins Frau zu Kuppenrod, Zauberei- 
Bezüchtiguüg und peinliche Verfolgung betr. 1592. Pap. 

764. Acten, der Anna, Hermaiiii Scheller's Ehefrau, von Riel- 
hausen Veihallung zu ßeilstein wegen bezuchtigter Zau- 
berei und .Mifslianilliing betr. 1594. I'ap. 

765. Inciuisilions-Protocoll gegen Grefe, Jacob Hammans Ehe- 
Irau, zu Slerckenbach, wegen Zauberei. 1629. Pap. 

K. V. Sava, k. k. Vice-Hofbuchhaller, in Wien: 

766. Revers des Abtes Johannes von U. L. Frauen Gotteshause 
zu tlvn Schotten in Wien für den Ritter Stephan Missen- 
dorffer wegen .\lihaltung der von diesem gestifteten Seel- 
messen und Jahrtage. 1444. Perg. 

767. Revers des Abtes Johannes von U. Frauen Gotleshause 
zu den Schotten in Wien für die Testaments- E.xecutoren 
des Meisters Friedrieh Althaimer wegen Abhaltung eines 
Jahrtages und dreier .Messen. 1414. Perg. 

768. Schreiben des Rathes zu Nürnberg an den Churf. Johann 
Friedrich zu Sachsen zu (iunsten des Hans von der 
Grün wegen gutlicher Beilegung seiner Irrungen mit Phi- 
lipp Scholl, Amtmann zu Heiberg. 1535. Perg. 

Dr. Reichard Barthelmefs, prakt. Arzt, zu Brooklyn 
bei New -York: 

769. Urkunde des Abtes Ulrich von S. Georg im Schwarz- 
walde über die Salziiiigcu zwischen der Meisterin und 
dem Konvent des Klosters S. Johann hei Zabern. 1357. 
Perg. 

IL Für die Bibliothek. 

Theod. Bertling, lincbli. in Danzig: 
4107. II. Iloliiirg. iiesch. u Beschreibung des Rathhauses der 
Hecblstadt Danzig. 1857. gr. 8. 
Th. Grieben, Buchh. in Berlin: 
410H. ('. K. \\ inlcr, die Bedeutung' der Vor- oder Taufnamen. 
185li. kl. s. 

Dr. F. W. Barthold, Professor, in Greifswald: 
4109. Dcrs., urkundliche Gesch. der Edlen Herren von Heydcn 
in ^Ve.slfall■n und in Pommern. 1H57. S. 
Dr. J. A. Grimm, Stallh.-Kath, in Hermannstadt: 
1110. Dcrs., die pnlil. Verwaltung im Grufsfürslenthuni Sieben- 
bürgen. 3. Bd. 1857. H. 

Dr. G. K. Frommann, Vorstand des Archivs und der 
liililiolhek am gcrnian Museum: 

4111. Itcrs., Herbort von Fritslar und Benoit de Suinlc-.More. 

ls5?. s. 

Rud. V. Raumer, Professor, in Erlangen: 

4112. Dcrs., Unterricht im Deutschen. 3. Aull. 1857. 8. 



265 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeil. 



266 



Ein Ungenannter in Aürnberg: 

4113. Paul Hainltin, erstes, anderes Begräbnus-Lied, Alto 
solo, con 4. Insirunientl. 1683. 4. 

L'Acad^mie royale des sciences, deslettres et des 
beaux-arts de Belgique in Brüssel: 

4114. Dies., Bulletins, T. XXH-, 2. Partie, u. T. XXIII. 1855 
— 1856. 

Dies., Annuaire, 1856 u. 1857. 8. 

Buchner'sfhc Biichhandl. in Bamberg: 

4115. G. F. Heinisch iin-l J. L. Ludwig, kurite Geschichte der 
deutschen Sprache u. Literatur. 1. u. 2. ThI. 1857. 8. 

C. M. Wiechmann-Kadow auf hadow (MeKlenb.): 

4116. Dcrs., Beilrage zur altern Buchdruckergestli. .Meklen- 
burgs. 1857. 8. 

Verein für Kunst und Alterthum in Oberschwa- 
ben in rini: 

4117. Uers., Verhandlungen, 11. Bericht. 1857. 4. mit 4 Kunst- 
blattern. 

Commission zur Herausgabe bayr. und deutscher 

Quellen -Schriften m .München: 

4118. Dies., (.luclkn und Knirtcrungen zur bayer. u. deutsch. 
Geschichte. 4 Bd. 1857. gr. 8. 

Dr. J. B. Friedreich, Professor, in Würzburg: 

4119. Krnnkisches .Museum. Herausgeg. v. J. B. Friedreich. 
1. Heft 1857. 8. 

Dr. V. E. Klun, Professor, in Lichtensteig: 

4120. Dcrs. , L'rkunden-Regesten zur Landesgesch. d. Herzog- 
Ihums Krain. Hd.^ichr. 129 Blttr. 4. 

Jos. Bär, Buchli. u. Antiquar, in Frankfurt a. M.: 

4121. Laur. Dielenbach, glossarium latino-gcrmanicum uiediae 
et infiniae latinitatis. 1857. 4. 

Stahel'sche Buch- und Kunsthandl. in VVürzburg: 

4122. Jos. Held, System des Verfassungsrechls der monarchi- 
schen Staaten Deutschlands. 1. Th. 1856. 8. 

Dr. Reufs, i|u. Professor, in Kurnberg: 

4123. Ordnung des Siechhavfs vor der Stadt Kytzingcn. 1478. 
Abschrift. 7 Blttr. 2. 

Becker'schc Buchhaudlun;; in Gotha: 
4121. K II. Th. liischdll u. J. H. .Voller, vergleichendes Wör- 
terbuch der alten , mittleren und neuen Geographie. 
1829. 8. 
J. KobrtSCh & Gschihay, Buch-, Kunst- u Musikalien- 
handlung in Eger: 

4125. F. H. Lautner, Kaiser-F'ranzensbad und seine lleibiuel- 
len. 1841. 8. 

4126. Bar. Aime de Vassimon, Irait^ des eau.x minerales de 
Franzensbad. 1830. 8. 

Adolf Krabbe, BuchhdI. in Stuttgart: 

4127. h Siilarl, l.usl, Leiden, Lieben und Leben aus Vorzeit 
und Gegenwart. 1857. 8. 

4128. Edni. Hofer, wie das Volk spricht. 2. Aud. IH.'ifi. kl. 8. 
Directorium des evangel. Gymnasiums A. C. zu 

Mediasch : 

4129. F. T. Schuster, das deutsche Kirchenlied in Siebenbürgen. 
Prgr. 1857. 4. 



Dr. H, Schläger m Hannover: 

4130. 6. Jahresber. der naturhistor. Gesellschaft zu Hannover. 

1856. 8. 

4131. F. Callin, 2. Bericht über die Mittelschule zu Hannover. 

1857. 8. Nebst 2 weiteren Schriftchen. 8. 
C. Becker, k. pr. Steuerinspcctor, in Würzburg: 

4132. J. F. hiihlcr, Beiträge zur Ergänzung der deutschen 
Literatur und Kunstgeschichte. 1. u. 2. ThI. 1792 u. 
1794. 8. 

4133. J. Pezzl, Beschreibung von Wien. 7. Ausg. 1826. 8. 

4134. J. M. Heberle, Beiträge zur Geschichte der Stadt Köln. 
1840. 4. 

4135. Mcmoires de la soci^td royale des antiquaires du Nord. 
1840—43. 1843. 8. 

4136. Tresor d' Aix-Ia-fhapelle. Chasse des grandes reliques. 
fM^langes d' Archdologic, d'histoire et de litterature). 
0. J. gr. 4 

4137. in Kuustkataloge. V. J. 8. 

Dr. C. H. Freih. Roth v. Schreckenstein , Ober- 
lieutenant, in rim: 

4138. Dcrs., Herr Walther von Geroldseck, Bischof von Strafs- 
burg, 1261-1263. 1857. 8. 

Dr. J. A. Grimm, Statlh.-Rath, in Hermannstadt: 

4139. Ders. , die politische Verwaltung im Grofsfurstenthum 
Siebenbürgen. 1. Bd. 1856. 8. 

Karl Oberleitner, Beamter des k. k. Finanzministerial- 
arcliivcs, zu Wien: 

4140. Dcrs., die Runendenkmäler des Nordens. 1849. 4. 
Dr. L. Trofs, Oberlehrer, in Hamm: 

4141. Wcndl, zur Geschichte des Gymnasiums (zu Hamm), und: 
Chronicon S. Michaelis, ed. Ludov. Trofs. 1857. 4. 
(L. Trofs) die .lubelfeier des Gymnasiums zu Hamm. 
1857. 8. 

III. Für die Kunst- u. Alterthumssanunlung. 

Dr. G. Barsch, geh. Reg.-Rath, in t'oblenz: 

1818. Gypsabgiisse der Porlratmedaillons K. Karls V. und des 
Franz v. Sickingen vom Grabmale des Erzb. und Kurf. 
Kicharil V. Trier im Dome daselbst. 

1819. Kugelförmiges, geschlilTenes Glas. 

Dr. H. Glax, Professor, in Innsbruck: 

1820. Karte von Tyrol von Burgklehner, Ifill. IliiUschuitt in 
12 Blattern, neuer .Vbdruck. 

1821. Karle von Tyrol von P. Anicii und 1!. llucber; Kpfrsl. 
von E. Mansfcld, 1774. 21 Blatter. 

1822. Karte von \orarlbcrg von J. A. Pfaundler, 1783. 

Hans von Aufsefs in Nürnberg: 

1823. Nürnberger Kreuzer von 1799. 

Dr. Barack, Bibliotheks- Sekretär am germ. .Museum: 

1824. Kleine SilluTiiiiinze von Ferdinand IL v. J. 1625. 

Sebastiany in Frickenhaiisen h. M.: 

1825. 24 Stuck Amulette und Zniibcrmittel aus dem Volksglau- 
ben unserer Zeit, 

1826. Alter Schlüssel, bei Ocliscnfurt gefunden. 



267 



Anzeiger für Kunde der deulsclien Vorzeit. 



268 



Ein Ungenannter in N(irnb<T<;: 

1827. rurlriil dc< Ihiiis Seb. Belinrii und seiner Frau Anna, 
Cofiic ri;uli linir Kadiruni; von W. Hollar. 

Dr. H. Schläger in Hannover: 

1828. Bremer Silberniünze vom 14. Jhdt. 

1829. Polnische Silberniünze von 1763. 

1830. 12 neuere Siegel. 

Ertel, (iaslwirthin, in NürnbiTg: 
Ib'il. BiiMT. hiiplirkrcuzL-r von Iü22. 

Gesellschaft für nützliche Forschungen in Trier: 

1832. Siegel des Ables Johannes vom .Alarienkloster zu den 
Märtyrern bei Trier. Neuer .\bdruck. 

1833. Siegel des Erzb. ('Jemens Wcnzeslaus von Trier. Neuer 
Abdruck. 

1834. Gypsabgufs des Majcstütssiegels Kaiser Karls VI. 
Th. AVagler, Kaufmann, in Nürnberg: 

1835. I'urlral efiies Fürsten aus dem habsburg. Hause, Oel- 
malerei vom Knde des 16. Jhdts. 



V. Vellnagel, k. wurttemb. Stallmeister a. D. , in Niirn- 
berg: 

1836. Bronreinedaille auf den Prinzen Wilhelm Karl Heinrich 
von Oranien v. 1747. 

C. Becker, k. preufs. Stcuerinspector, in Wurzburg: 

1837. Bronceleuchter vom 16. Jhdt. 

1838. Zwei Blatter mit gezeicliniten Architekturen. 

1839. Ofenkachel mit der Heliefdar.stellung der Himmelskönigin 
vom 16. Jhdt. 

1840. 23 Holzsclinitle aus dem Katechismus von N. Gallus. 

1841. Gypsabgufs eines kolossalen Christuskopfes von T. Rie- 
menschneider im Dom zu Würzburg. 

1842. Gypsabgufs eines Reliefs mit zwei F"iguren von einem 
Peifser'schen Grabmale in der Franziskanerkirche zu 
Ingolstadt. 

J, Zahn, Professurscaadidat aus Wien : 

1843. üriginalsiegel der Stadt Wien von 1464. 



Chronik der liistoriscliiii Vereine. 



Von den Verhandlungen des historischen Vereines für 
Niederbayern enthält des 5. Bandes 2. Heft (1857) den 
fünften Jahresbericht des Vereins, erstattet durch Dr. VViesend; 
an lokalgeschichtlichen Abhandlungen: historisch- 
topographisch-statistische .Millhcilungen über den Pfarrbezirk 
Greinet von Jos. Fisch ; Nachtrag zur Geschichte und Beschrei- 
bung der iiltesten Gebäude der Stadt Passau, von Dr. Erhard ; 
aufserdeni: Nachrichten von der G. A. Universität und der k. 
Akademie der Wissenschaften in Göttingen. — 

Die Ve rhaiid lungen des Vereins etc. für Ulm u. Ober- 
schvvabcn, 11. Bericht, enthalten als erste Abtiieilung Geschicht- 
liches über die Thäligkeit und den Fortgang des Vereines; als 
zweite Abtheilung wissenschaftliche Beitrage, und zwar: a) für 
die Baukunst: Sechster Bericht über die Restauration des 
Münsters vom 1. Jan. 1855 — 1. Jan. 1857; Vortriige über 
Denkmale dir mittelalterlichen Biinkunsl, Stein- n. Holzsculplur 
etc., von Thran fUer Fischkasten zu llui); bj zur Landes- 
geschichte: Beitriige zur Geschichte der Vehmc im 15. Jhdt., 
zur Geschichte Eberhards im Bart, zur Geschichte des Ablasses 
und der Buchdruckerkunst, von Hafslcr; c) zur Altcrthunis- 
kunde: Bericht über die in Ober- u. Nicderstotzingen, Ober- 
amts Ulm, belindlichen romischen Ueberreste ; desgleichen über 
die Weilern Funde des Alterthunisvereines zu Riedlingen. 

Die M itthc ilungcn der k. k. Ccntralkommission etc. zu 
Wien enthalten im 5. Holte (Mai 1857) zur Geschichte der 
Baukunst: Die lleslauration des roman. Kreuzganges am l>i- 
schiillichen .Münster in Brixen: die romanischen Kirchen zu 
Zabor und St. Jakob in Böhmen ; alte Kunstdcnkmale in Bolzen 
und seiner Umgebung; für die deutsche Altert hu ms- 
kunde: die Kleinodien des heil, romisch- deutschen Reiches. 



Aufserdeni: die Erfolge der Wirksamkeit der k. k. Central- 
Comniission; Pamätky archäologickc a niistopisne ; Notizen, 
Korrespondenzen, Anzeigen. 

Die Mitt hei 1 unge n der Gesellschaft des Osterlandes 
enthalten in dem uns vorliegenden 3. Hefte des IV, Bandes 1856: 
d(^n Jahresber. über die Wirksamkeit etc. von Dr. E. Hase; für 
die Landesgeschichte: zur Geschichte des Pleifsnerlandes 
unter Heinrich dem Erlauchten und Albrecht dem Ausgearteten, 
von II. C. v. d. Gabclentz; Dr. Thomas Reinesius, Stadtphy- 
sikus und Bürgermeister zu .Mienburg, ein Lebensbild aus dem 
17. Jhdt.; Miscellen zur Geschichte der Sladt Allenburg, mit- 
getheilt von Kr. Wagner. An ()u el len b e iträ ge n: die Ur- 
kunden zur Geschichte des Kollegiatstiftes St. Georg auf dem 
Schlosse zu Altenburg, niitgetheill von Fr. Wagner. 

Das neue Lnusitzische Magazin etc. enihiilt im 1. u. 
2. Helle de.s XX\. Bandes: Kciiiig Ollokar II. und die Begrün- 
dung der St Zittau r2.!>5, von Dr. Chr. A. Pescheck; Bericht 
über die im Mai u. Juni 1855 erfolgte Untersuchung des Stadt- 
iind Jnngfraucnklostcrs zu Lnubnn etc. an Quellenhei trä- 
giMi: Zur Geschichte der Wnldbienenzncht ; Materialien zur 
Geschichte des Jungfraueuklosters M. .Magdal. de poenitentia 
zu Lauban. In den lici lagen finden siih verschiedenartige 
einzelne Urkunden, Dokumente und historische Excurse zur 
Geschichte der Lausitz und der lausitzisclien Slüdte. 

Die schlesische Gesellschaft Ihr vaterländische Kultur 
veridfenllichl in ihrem 33. Berichte die Birichterst.illung über 
die Arbeiten und Veränderungen der (iesellscliafl LS.^.'i, insbe- 
sondere über die Thatigkeit der histori.'^chen Sektion durch Dr. 
Rupell. An Quell enbciträgen: urkundliche Beitrüge zur 
Geschichte der Gewandscbneider oder Kainnierherrn ia Schweid- 



269 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeil. 



270 



nitz, mitgeth. von Dr. Schmidt in Schweidnitz. Ein Nachtrag 
enthält statistische Kachrichten üher den Rceierunssbezirli Bres- 
lau aus der neuesten Zeit. 

Das uns vorliegende 2. Heft des 3. Bandes (1856) der 
Verhandlungen der gelehrten estnischen Gesellschaft zu 
Dorpat entliäll als Beitrage für die L a ndesgeschichtc: Der 
von dem Generale des Jesuitenordens, Mulius Vllellescus, für 
die vcrwitlwete Fürstin Katharina von Siebinliüigcn, 15. Juli 
1638, ausgestellte Gnadenhrief, von G. M. Santo; geschicht- 
licher Nachweis der 12 Kirchen des allen Dorpat, von W. 
Thrämer; Geschichtliches zur Verfassung der K'irchengemeindcn 
Dorpats, von Dr. Th. Beise. Aufserdeni zur Sagen Kunde: 
die Schöpfung der Thiere festnische Volkssai;e) von Dr. hreutz- 
wald; zur Sp rächen ku n de: über die einlachen Zahlwörter 
der wcstfinnischcn Sprachen, von II. Neuss. 

Die Jahrbücher des Vereines etc. im Hheinlande, 
XXIII., .MI. Jahrg. 1. Heft, enthalten für die Topographie 
und L an d esgeschichte: Römerspuren im Osten des Rheines, 
von F. Dcjcks; die Dürfer Qualburg und lijndcrn bei Kleve, 
zwei röm. Ansiedlungsorte, von Dr. Schneider; geschichtliche 
IVachricht über Birtcn und dessen Lage, von Fiedler. Für die 
Archäologie: Archäologische Aehrenlese (a. Altis auf röm. 
Grabsteinen, b. zu einem trierischen .Mosaik); .Matronenstcine 
aus Zülpich und Floisdorf, von .\. Ecck; über einen röm. Grab- 



stein aus Asciburgium, jetzt in Xanten, von Fiedler; Römisches 
aus Rheinzabern; Silvanus Teteus ; cabbalistische Inschriften, 
von Prof. Dr. Braun; elruskischer Goldschmuck aus den .Mosel- 
landen, von Ed.tierhard. Für die Numismatik: Aehrenlese 
von .Munzfundcn im Kanlon Bern, von Alb. Jahn. Für Spra- 
chen- und Sitten künde: Kapp u. Kugel verlieren, von Dr. 
Braun. Aufserdeni Miscellen, literarische Anzeigen und Kri- 
tiken. 

Die Zeitschrift des Vereins für hamburgischc Ge- 
schichte enthält in der neuen Folge Band I, Heft II, für die 
Geschichte der Baukunst: Ernst G. Sonnin als Baumeister 
der St. Michaeliskirche von Dr. Gclfcken. Für die Kirchen- 
geschichte Hamburgs: Der evangelisch-lutherische Gottes- 
dienst zu Lissabon: die Hamburger Kapelle zu Amsterdam. 
Für die Literaturgeschichte Hamburgs: Des Hans von 
Göltingen Kirchenlied; fernere niedersächsische Lieder auf Klaus 
luiiphof mit urkundlichen Belegen; das Verbot von Werden- 
hagens hanseatischer Geschichte. Für die Wappenkunde: 
die Wappen der hanseatischen Koniloirc. Für die neuere 
Geschichte von Hamburg: Hamburg und das Erdbeben zu 
Lissabon, 1. Nov. 1755; Tod und Begräbnifs des Fcldmarschalls 
Paul Würtz; Jobst von Overbek, von C. .Mönckeberg. Aufser- 
deni für die Geschichte des Vereines: Die Berichte der 
17., 18. u. 19. Versammlung, sowie die rcvidirten Statuten 
des Vereines, die Zahl und Namen der Mitglieder etc. 



\ a c li r i c li I o n. 



Liiteratiir. 

Neu erschienene Werke. 

42j H. von Ha um er, der Unterricht im Deutschen. 
3. vermehrte und verbesserte Auflage. Stuttgart, S. G. 
Liesching. 1857. 8. XII u. 164 Sin. 
Die Schrift ist ein besonderer Abdruck aus Karl von Räu- 
mers Geschichte der Pädagogik. Für unsern Zweck beson- 
ders wichtig ist das erste Buch, welches die Geschichte der 
deutschen Grammatik, in Bezug auf die sehulmäfsige Behand- 
lung der deutschen Sprache, seit dem Ende des fünfzehnten 
Jahrhunderts bis auf die Gegenwart behandelt. Wie die Be- 
handlimg der deutschen Granunatlk, an die der lateinischen sich 
anlehnend und lange Zeil auih iler lateinischen Sprache sich 
bedienend, nach und nach, hauptsächlich durch Lullurs Einilufs, 
zu festen Grundsätzen gelangte, wie die sogenannte neuhoch- 
deutsche Sprache wiederum besonders durch Luther allmählich 
den Sieg über die Dialekte gewann , welche Bemühungen um 
Feststellung einer allgemein gülligen Rechtschreihung die be- 
deutendsten Grammatiker seit dem 16. Jahrli. geniailit hallen, 
zeigt uns der \ erfasser in ehen so klarer als grundlii her Dar- 
stellung. Den zweiten Theil , der in \> ahrhiit den Kern des 
Buches bildet und es mit dem Deutschen auf Schulen in gegen- 



wärtiger Zeit zu lliun hat, müssen wir als uns ferner liegend 
hier unberücksichtigt lassen. 

43) Die Heilsichre der Thcologia deutsch. Nebst 
einem auf sie bezüglichen Abrifs der christlichen .Mystik 
bis auf Luther. Von I). Fr. G. Lisco. Stuttgart, S. G. 
Liesching. 1857. 8. XII und 305 Sin. 
Von diesem vielverbreiteten speculaliv-mjsliscluii ^^ crke, 
welches zuerst löKi von Luther im Druck verolTi'nllichl und 
zuletzt nach der einzigen bis jetzt bekannten Handschrift von 
Franz PfeilTi-r (1851. 1855) herausgcgelien wurde, gibt der 
Verfasser des vorliegenden Buches eine systematische L'eber- 
sicht, indem er das in der Theologia Zerstreute unter gewisse 
Gesichtspunkte zusammenfafst. In zwei einleitenden Abschnit- 
ten wird von den Ausgalien, dem Namen des Werkes, von 
Verfasser und Sprache gehandelt, sowie die Zeugnisse fiir ilie 
,Tlieologia deutsch" angeführt. Als vierter Ahsclinilt schliifst 
sich eine Geschichte der Gottesfreunde und Bruder vom freien 
Geiste, als fünfter eine Darstellung der christlichen Mystik nn. 
Dufs die Thcologia deutsch auch in unserem Zeitalter noch nicht 
ihr Interesse verloren hat, bezeugen die zwei si'il Pfciders .\us- 
gabe erschienenen englischen l'eherselzuiigen, xon deren einer 
in wenigen Monaten eine .■\ullage verkauft wunle; vorliegen- 
des Werk, ein sehr willkummener Beitrug zur Erklärung der 



271 



Anzeiger für Kunde der deulsclu'ii Vorzcil. 



272 



Theologia, darf daher von vornherein auf die Theilnahnu- des 
Publieums rechnen. 

44) Die RönierstraTsen mit besonderer Rücksicht auf das 
römische Zehcntland, von Ed. Paulus, Finaniassessor. 
Sluttsrart, Ebner und Seuberl. 1857. 8. 32 S. 

Vorliegendes Schriftchen eines der gUickliohslen Forscher 
nach allen KuMierstrafscn wird denen, die in elcieher Hichlung 
arbeilen, höchst willkommen sein. Es ist ein Leitfaden, wie 
sie ihre Naehsuchungen erfolgreich aniustellen haben, und 
gründet sich aut die Erfahrungen einer langen Thaligkeit. Einem 
Abschnitte über die Ronierstrafscn im Allgemeinen schliefseu 
sieb allgemeine Regeln an, nach welchen sie geführt waren. 
Diesen folgt ein Kapitel über die Ilauptricblungen der Roraer- 
strafsen in dem römischen Zchenlland und ein anderes über 
die Struktur derselben. Die zweite Abtheilung umlafst die 
Anleitung zur Erforschung der alten liomervveg«- ; diese ist, 
von einem Praktiker herrührend, besonders werthvoll. 

45) Geschichte und Beschreibung des Rathhauses 
der Rechtstadt Danzig. Nach archivalischen Quellen 
von K. Ho bürg. Major a. D. Mit einem Grundrisse des 
Rathhauses. Danzig, 1857. Verlag von Theodor Bertling. 
8. 70 S. 

Was sonst so selten sich zusammenfindet, gehiirige Sarh- 
kenntnifs und .Mufsc zu minutiösen Forschungen, hat hier, 
vereint mit Liebe zum Gegenstände, eine recht schätzenswerthe 
Monographie an's Licht treten lassen, die auch für einen gröfse- 
ren Kreis von Interesse ist, weil sie nicht allein für die Ge- 
schichte einer so mächtigen Stadt wie Danzig, sondern selbst 
für das Studium der alten Kunst im Allgitmeinen maniherlei 
Aufschlüsse gibt. 

46) Herr VV'althcr von Geroldseck, Bischof von Strafs- 
burg. 1261 — I2fi3. Von C. II. Frhrn. Roth von 
Schreckenstein, Dr. phil. Tubingen, 1857. Laupp. 
8. 76 Stn. 

Die bewegte Zeit dieses unruhigen Kirchenfürsten, der fast 
die ganze Zeit seiner kurzen Regierung hindurch mit der Bür- 
gerschaft seines Sitzes in Zwiespalt la;; , wird uns von dem 
Verfasser übersichtlich vorgeführt. Benutzt sind freilich nur 
gedruckte O'"^!'*^"! diese aber mit llmsicht und Kritik. So 
werden auch die Versehen mancher frühem Darsteller dieser 
Periode berichtigt. Interessant ist der Incidenzfall röcksicht- 
lich des Bischofs von Metz, der die Strafsburger Bürgerschaft 
gegen ihren Landesherrn bestochen haben sollte; wenigstens 
gründete dieser hierauf mit einen (irnnd seines Vorgehens gegen 
die Stadt. Es ist zu wünschen, dafs die Sache durch iNacli- 
forschungen in den betheiligten Archiven niihrr aufgehellt 
werde. 

47) Das Zunftwesen in Slrafsburg. Gesrhiclilliche 
Darstellung, begleitet von Urkunden und Aktenstücken. 
Herausgegeben von Friedr. Karl Hcitz. Mit einem 
Vorworte von Ludw. Spach. ft'ebst 22 in den Text 
gedruckten Zunft-Wappen. Strafsburg, F. K. Heilz, lh.')6. 
8. VHI. 188. 

Der Verfasser hat sich schon im Jahre |h|| durch eine 
Geschichte der St. Thomaskirche in Slriifsliur« bekannt ge- 



macht, die zujn Theil, gleich dem gegenwärtigen Buche, aus 
noch unbenutzten handscbrifilichen Quellen geschöpft ist. Er 
ist einer der unterricbtetslen Kenner der elsässischen, beson- 
ders strafsburgisclien Gcschiihle und besitzt, was allgemein 
anerkannt, die reichste Privatsammlung an Handschriften, Ein- 
zeldrucken, fliigenden Blattern, Karten, Holzschnitten und 
sonstigen Abbildungen, die sich auf diese Geschichte beziehen. 
Diesem reichen, bis jetzt noch etwas allzu geheim gehaltenen 
Schatze ist auch die Darstellung des Zunftwesens in Slrafs- 
burg zu verdanken, weniger eine Geschichte, als eine reich- 
ballige Sammlung von .\ktenstucken , Urkunden, Statuten und 
Verordnungen, die si( h auf das im allreichsslädtischen Leben 
so Wichtige und lieleingreifende Wesen der Zünfte beziehen. 
Das Ganze ist durch kurze Einleitungen , eingestreute Bemer- 
kungen und erläuternde IVoten, welche neues Licht auf den 
behandelten Gegenstand werfen, eben so belehrend als unter- 
haltend und als vollständige Materialiensammlung auch in wei- 
tem Kreisen bestens zu empfehlen. 
Mülhausen, Oberelsass. 

Prof. Aug. Slober. 



Aufsätze in Zeitschriften. 

Archivio storico italiano: Nr. 8. Degli .\rchivi di Ve- 
netia, dl Vienna etc. 

Oesterr. Blätter für Literatur: Nr. 70. Ucbersicht der 
neuesten archäol. Leistungen in Ocsterreich. 

Deutschland: Kr. 150. Karlstein, die Burgveste Karls IV. 
in BülMuen. (Fr. Bock.) Nr. 151. Der Bischof von Rot- 
lenburg und das .Münster in Ulm. Nr. 152. Zur Geschichte 
des Dombild- Prozesses. Nr. 162 IT. Ein Ausflug nach 
Gleichenberg. 

Didaskalia: Nr. 177. Wie die Ritler am Rhein ihre Sleuer- 
freiheit verloren. 

Oesterr. Gerichtszeitung: Nr. 16. Gi'schichtliche Ent- 
wicklung des geirieinen deutschen Civilprozesses. 

IIa uslila t ter, 11. Heft, August: Des Maigrefen Gefahr und 
Rettung. Deutsches Sillenbild aus dem 16. Jahrhumlcrl. 
(K. Seifarl.) 

.fahr buch für Lehrer und Erzieher: Nr. 2. Das Egcr- 
land und seine Bewohner. 

Wiener K iri-bcnz e i 1 u n g : Nr. 2, 4 u. 7. Die Kirclie von 
St. Paul in Kamillen. Nr 12. Ueber die Reli(piieu der 
heil. Elisabelb. Nr. 20. Der Flügelallnr in Blaubeuren. 

.Magazin für die Literatur des Auslandes: Nr. 8!t. Ilol- 
liindisehe, fraiiziisische und ileutsche Gasthauser zu Anfang 
des 16. Jahrhunderts. Nach Schilderungen des Erasnius 
von Rotlerdani. 

Frankisches .Museum: Nr. I. Süddeutsche DialcKlspoesie. 
(Hub.) Der Rabe. (Friedreich.) 

Berliner Nachrichten: Nr. 153. Skizzen aus Ponunern. 
Land, Sage, Geschichte. Nr. 154. Die blinden Hessen 
und Schwaben. Nr. 165 Schlofs Eberstein. Nr. 167. 
(iustav Adolf vor und in Berlin. (Schneider.)— Die Yburg 
in Baden. 



273 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



274 



Augsburger Posl/eitung: Beilage zu Nr. 153. Der Pro- 
lestaiilisiiius und ilie Bibel. Kr. 156 IT. Erinnerung aus 
einer Pilgerfalirl zum (irabe und Feste des H. Wilibald in 
Eiclistadl. Kr. 161. Der Schulz Ludwig des (iebarleten 
lu Ingolstadt. Kr. 162. Der Domscliatz zu Kreisini;. Kr. 163. 
Die Jaocibidult zu .München. Kr. 161. Des Bayern-Herzogs 
Heinrichs des Ltiwcn Fahrt nach Palastina. Kr. 165. .Mit- 
telalterliche Kunstwerke in Klosterholzen. Kr. 168. Die 
Jesuitennussionen in Bayern. Kr. 172. Die Kirche des 
n. Johannes des T. zu Wangen im Allgiiu. 

Schule und Leben: Kr. 1. Auszii;;e aus dem Gedenkbuche 
der Prager Städte des Jahres 1548 und 1590. 

Unit! r h a I tu n iien am hüuslichen Herd: Kr. 40. Das 
deutsche Kalionalbewufstsein. Kr. 42. Der weibliche Käme 
Ida. 

Kathol. Wahrheitsfreund aus Gratz: Kr. 12—14. Die 
Donikirche in Gratz. Kr. 16. Der hl. Arno, erster Bischof 

von Salzburg. 

Wienerzeit 11 nü u n ri .\ lie n d b I a 1 1 : Kr. 14(). Die friiheren 
Entwieklungsphasen der osterr. Kriegsmarine. Kr. 165. 
Ueber einen burgund. Priester-Ornat in der k. k. Schatz- 
kammer zu Wien. Kr. 173. Die Glocke, eine archäolog. 
Studie. 

Allgemeine Zeitung, Beilage zu Kr. 208 fT. Deutsche Ge- 
schichtschreibung und Kritik. 

Illustrirtc Zeitung: Kr. 733 II'. Städtewahrzeichen. V. 
Wien. 1. Der Stock im Eisen. — Waldburg in Schwaben. 
Nr. 734. Das ehemalige Kloster der Cisterzienser zu 
Trebnitz. 

Neue .Munchener Zeitung, Abendblatt: Kr. Isl. Das 
grofse Wandbild an der Pfarrkirche zu \> asserbiirg. 



Vernilscilte Kacliricliten. 

62) In der Prager fursterzbisch. Bibliothek ist eine wertli- 
volle Manuscriptensammlung aufgefunden worden. Prof. Höfler, 
der auch unlängst im Archive der Universität das Originalsiegel 
des Job. Hufs, das einzige, das man bisher kennt, aufgefunden, 
— hat nach Durebrorscliung dieses Fundes den Kachlafs des 
bekannten deulsi hen Historikers Schannal entdeckt. Die Samm- 
lung enthalt auch Copien von Schriften und l'rkiiiiden der 
valicanischen Bibliothek. Eines der werlhvollsten Stucke der- 
selben ist ein niederdeutsches Gedicht, eine Legende der from- 
men Jolanda, Tochter des byzantin. Kaisers Peter; dasselbe 
ist ein Unicuni und war bisher ganz unbekannt. Ferner be- 
findet sich darunter eine Geschichte des Basier Coneils, Briefe 
des Prager Erzliischofs Job. v. Jenzenstein, eines Zeitgenossen 
des heil. Johannes von Kcponiuk, etc. 

63) Im Schlosse zu Echallens ist Leim Kivellircn des Hofes 
eine Erzgiefserei gefunden worden, wie solche in ilen Zeiten 
vor den llelvetiern von den leiten betriehen worden sind. 

C4j Das Grabdenkmal des heldenmütliigen Verlheidigcrs 
der Stadt Wien zur Zeit der Turkenkriege, (Jrafen Kiklas Salm, 
welches nach Aufhebung der Dorotheenkirche zu Wien in die 
Schlüfskapelle nach Bailz gelangte, ist dort aufgefunden wür- 



gen, und es sind Verhandlungen im Zuge, dieses von Karl V. 
und Ferdinand I. gestiftete Denkmal wieder nach Wien in 
iibertragen. An dem Innern des Eingangsvorbaues der St. 
Slephanskirrhe sind unter Leitung des Architekten Hi'rrn Ernst 
Kestaiiralionsarbeiten in Angrilf genommen worden. 

65) Durch die beabsichtigte Herstellung einiger Kaufläden 
wurde dieser Tage die frühere St. (ieurgskapelle in Regensburg, 
welche ganz überbaut worden war, wieder zu Tage gefördert. 
Dieses Kirchlein gehörte ehemals zum Danienstifl Kiederniunster. 
Auch stiefs man darin auf römische .Mauern , w eiche sich, wie 
es sich besonders auch bei der gegenwärtigen Kanalisirung 
der Strafscn zeigt, in einem rerhlwinklieen Viereck durch die 
ganze Stadt zogen. 

66) Bei der neuen Bestimmung des Klosters zu Rebdorf 
bei Eichstädt handelte es sich um Erhaltung der durch die 
nothwendigen Bauten bedrohten, für die Kunstgeschichte höchst 
interessanlen Freskogemälde aus dem zwölften Jahrhundert in 
dem allen Kreuzgange des Klosters. Herr Restaiiraleur Fr. 
Reichardt zu München hat im Auflraje des k. Kationalmuseums 
diese Fresken auf gewebten Sloll hinubergebracht, welche Auf- 
gabe um so sehwieriger war, als sich die Fresken nur auf 
einem dünnen Anwurf einer Quadermaucr gemalt vorfanden. 

67) Das herrliche Seitenportal der Teynkircbe, eines der 
vorzüglichsten Bauwerke von Prag, soll wegen bedeutender 
Beschädigungen einer Restauration unterworfen werden. 

68) Die alte, historisch und antiquarisch merkwürdige St. 
Klemenskirche zu Altbunzlau wird in diesen Tagen restaurirt. 
Die Vorarbeiten begannen bereits. 

69) Aus Berlin ist an den Vorstand des Münstercomite in 
Ulm von Seiten des evang. Oberkirchenraths die amtliche Kach- 
richt von der definitiven .\nordnung einer evangel. Kirehen- 
collccte zu (iunslen der iMünsterrestaiiration zugleich mit einem 
angelegentlich eiiiplelilenden Kriafs an die Consistorien in den 
Hauptstädten der Provinzen eingetroffen. Es wurde an dem 
Münster der Einbau der Strebebogen bereits begonnen. In 
Folge der Genehmigung des H. Bischofs von Rottenburg ist 
bereits von katholischen Kanzeln die .\ufstcllung eines Opfer- 
beckens für die Münsterrestauration angekündigt worden. 

701 Es liegt in der Absicht des Herrn Bischofs von Lim- 
burg, die im Marienihale noch vorfinilliihe Kirchenruine — nur 
die äufsern IMauerii stehen noch — wiederberzu,>lellen. Es 
ist dies auch der allgemeine Wunsch der katholisclieii (iemeinde 
der ganzen Gegend, dafs diese oberhirtliehe .\bsieht bald ver- 
wirklicht werde; überdies liegt es auch im historischen Interesse, 
dafs eine Stelle wieder würdig hergestellt werde, welche (ÜT 
die Geschichte der Buchdruekerkunst von gröfsler Bedeutung 
ist, da im Marieiilhal eine der erstell und grofsten liuchilruckereicn 
war, so dafs die Maricnlli^iler Imiinaliiln in den geschalzlisten 
geboren. 

71 j Das eribisch. Museum in Köln bietet in diesem Augen- 
blicke allen Kunstfreunden einen ganz besondern (ienufs, nicht 
allein wegen der eigentlich dahingebongen Werke neuerer 
Kunst im mittelalterlii lien Style, sondern vor/ügluh wegen 
Ausstellung verschiedener Arbeiten aus dem .Mitteliiller »ilbst. 



275 



Anzeifrer liir Kunde der deulsclii'ii Nurzeit. 



276 



72) Zu Hildtsheiiii wurdi; die .Michaelskirchc dem protcst. 
Gottesdienste feierlich zurückgegeben. Uen Grundstein zu die- 
ser Kirche legte im Jahre 1001 der Bisehof Bernwiird. Seit 
1553 verblieb sie dem protesl. Gollesdiensl. Im J. IKIO wurde 
sie von der westfül. Regierung aulgehoben und war seitdem 
verlassen. Seit 1847 ist ihre Wiederherstellung betrieben. 

73) Se. Majestät der König hat dem vorgelegten Entwürfe 
für Restaurirung der ehemaligen Capucincr- Kirche (St. Hein- 
richs- und St. Kunigundis-Kirche) in Bnmberg die allerhiiilisle 
Genehmigung zu ertlieilen geruht. 

74) Herr Conserv. Bock aus Kiiln benutzte seinen Träger 
Aufenllialt zu einem archiiologischen Ausflüge nach harlstein. 
Er verweilte daselbst mehrere Tage und entwarf an Ort und 
Stelle eine kunsthistorischc Beschreibung dieser Kronveste, 
welche er mit dem Schlosse der räp.ste in Avignon nnd dein 
Sitz der deutschen Ritter in .Marienburg in Parallele bringt. 
Diese Beschreibung, welche auch das iu Karlstein aulbewahrte 
Mobiliar nnd die Kleinodien umfafsl, soll, begleitet von vielen 
in den Text eingedruckten stylgetreuen Holzschnitten, nächstens 
der Oeffentlichkeil übergeben werden. 

75) Die älteste vlämische literarische Gesellschaft Brüssels 
ist „de Weingaerd" , welche in diesem Jahre ihr zweihundert- 
jiihriges Jubiläum feiert und zu diesem Zwecke für das beste 
vlämische Drama 300 Fr. und für das beste Vaudeville 200 Fr. 
ausgesetzt hat, die van Kerkhoven nnd van Drieschc davon- 
trugen. 



76) Das k. k. Oberstkamniereramt hat dem Herrn Prof. 
C. Rösner auf sein Ansuchen die Erlaubnifs ertheilt, den in 
der k. k. Srhatzkauimer aufbewahrten burgund. Priester-Ornat 
zeichnen und verlegen zu ilürlcn. 

77) Herr Descliler, Giiniilde- Restaurator in .Augsburg, bat 
ilas ßildnil's des „Vaters der deutschen Landsknechte", des 
kaiserl. Feldobersten (ieorg von Frundsberg , welches Eigen- 
thuni einer grüfl. Fugger'schen Familie ist , wiederhergestellt. 
Wenn es auch gewagt ist, das Bild für ein Werk des Jüngern 
Holbein zu halten, so kann man doch schon aus dieser Ver- 
muthung einen Schlufs auf die künstlerische VortrefTlicbkeit 
dieses Werkes machen. Es ist ein Knieslück, fast mehr als 
lebensgrofs, von malerischer Anordnung und prächtiger Posi- 
tur, so dafs uns der Held, behelmt und bepanzerl, mit der 
Schärpe um die niiichtige Brust, die Hellebarde in der Rechten, 
wahrend die Linke sieh stolz in die Hüfte stemmt, mit seiner 
ganzen imponirenden Persönlichkeit entgegentritt. 

78) Die stirblichen Ueberreste des Grafen Kgmont mn\ 
Sabinas von Bayern, seiner Gemahlin, sowie die Herzen von 
dreien der Kinder dieses Paares, welche in einem Grabgewölbe 
in Brüssel, das schadhalt geworden, beigesetzt waren, sind 
unter grofser Theilnahme der Bevölkerung und der Geistlich- 
keit in feierlichem Aufzuge in eine eigens zu diesem Zwecke 
neu erbaute Gruft gebracht worden, die einen Ausgang «uf 
den Marktplatz hat. 



Iiisorafc iiiiii BckaiiiilmacliiiiiiKii. 



24) In Folge des durch öllenllicheii .Vuliiil ( in l\r. 5 des 
Anzeigers) an Freunde der Spbragistik gestellten Ersuchens um 
gef. .Miltheilimg über die Wappen verschiedener Thüringer 
Dy naste n gesch lech te r , hat Herr l'rofessor Dr. Rein in 
Eisenaeh die grofse (iüle gehabt, mir licn Abgufs eines grafl. 
brandenburgischen Siegels aus dem 13. Jahrb. mitzuthcilen, 
wofür ich mich gedrungen fühle, demselben auch auf diesem 
Wege meinen Dank auszusprechen. 

Fast gleichzeitig stellti^ Freiherr v. Rei/.ensteiii auf Fried- 
richseck bei Ottmachau in Schlesien 185 Lobdaburger Urkunden 
und Regesten zu meiner Disposition, welche er, als Fruchte 
langjährigen Sammelns, für seine beabsichtigte Geschichte des 
Hauses Lobdaburg beslimml halte. Ich kann nicht umhin, schon 



vor \ ('rciirenllicliiing der druckreifen ersten Lieferungen meiner 
Schrift zu bekennen, dafs ein bedenlen<ler Theil dieser .\rbcit 
nicht mein Werk, sondern das Verdienst des Freiherrn von 
Reizenstein ist, für welches ihm aufser mir alle diejenigen, 
welche Werlh auf Geschichte und .Mterlbumsforschung legen, 
den lebhalleslen Dank wissen müssen. Gleichzeitig sehe ich 
mich indessen gcnuthigt, meine früher ausgesprochene Bitte um 
Aufschlufs über die M appen der Grafen von Camburg, der von 
Berka und der von Buch an alle Freunde der Heraldik uml 
Spbragistik hiemit zu wiederholen. 

Schlofs I\eus<barllenberg in Thüringen, 
den 3. August 1857. 

Liidwisr Wiilfr (iral I' e 1 1 e r o d t. 



Jahresconferenz des germanischen Nationalmuseums. 



Liitci- IJezujitialiiiii- atit ilii.s in dcf IJeil;i"e zu jNi 



betcils \en(lleiitlielitc I'ioo lannii \\ic(li'r- 



holeii wir liit^r die Anzeige, dafs die Jahresroii fcreiiz des •rcniiiinischcii Ncatioiialintiseiiins 
vom 10. bis 12. Scptcmbcf (i. J. itii iioticii T.okalc dcssfllicn ( Kaitli.ni.sc zu Miniber};), das dadiirrh 
seine würdisrste AV lüht; eriialten soll, ab"cbaitt'ii ^^('llll'M \\ii<i und laden liieinit nochmals zu reiht 
zahlreichem Besuche lier V^ersanimlmi}»'!'!! ein. 

Die Vorstände des gerintiiiiNiln'ii Miisettms: 
Dr. Frlir. ». ii. zu Aiifsofs. Ur. Uff;;. 

.1. hilkf, I. SckrPt.Hr. 



Verantwortliche Rednction: 



Dr. Freih. v. u. i. Aufsess. Dr. A. v. Eye. Dr. G. h. Frommano. 

Druck voD Fr. Cuopo & Bobu in NUriibcrg. 



HUKMBERO. Das Abonnement des Blattes, 
welches alle Monate erscheint , wird k^oz- 
jährig aDKenommcn und betraft nach der 
neuesten Postconvention bei allen Postäm- 
tern undBuchhandlungen Z)ei(/jcÄtandj incl. 
Oestreichs 2 fl. 42 kr. im 24 a. - Fufs oder 
1 Thlr. 16 SgT. 

Für /VanAr«t<;A abonnirt man in Strafs- 
burg bei Gr. A. Alexandre, in Paris bei dem- 
selben, Nro.23. rue NotreDame deNazaretb, 
und bei der deutschen Buchhandlung von 



mimm 



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Neue Folge. 




^^ 



F. KUncksieck , Nr. 11. rae de Lille, oder 
bei dem Postamt iu Karlsruhe; für Eng- 
land bei Williams & Norg&te, 14 Henriette- 
Street Covenl-Gardeu in London; für .Vt/rd- 
amtrika bei deu Postämtern Bremen und 
Ilamburg. — 

Inserate, welche mit den Zwecken des 
Anzeigers und dessen winii^cnscbiiftlichem 
Gebiete in Verbindung stehen, werden auf- 
genommen und der Raum einer Columoen- 
zeile mit 7 kr. oder 2 Sgr. berechnet. 



in 




\ 



rim 




Vierter Jalugang. 



1857. 



ORGAM DES GER>1\MSCHE^ MISEL1)1S. 

J\i \). Sepleinbcr. 



Wisseiiseiiarilii'lie Midlieiluii^eii. 



XarlitrÜKe iiiid AiiHl'iilirungcn zu 

Jos» AMCliliacliM f.escliiriite der Orafen 

V. IVertlieiiii. 

Von Alex. Kaiirmaiin und Dr. Th. A. W'anikunig. 

Erste Sammlung. 

(Schlufs.) 

Zu S. 330. Ein Volksgeriicht schrieb den Tod des Gra- 
fen den Ruthen desselben, Friedrich von Ralzenberjr und 
^ikülalrs Haas, zu; im Gasthaus zur Rose schrieb man fol- 
gende, bei Pislor im Thesaur. paroem. Germ, jiirid. Lips. 
1716. Cent. V. p. 341 abgedruckte Verse an die Wand: 
Ware nicht der Ratz und der Haas 
Und der Schreiber mit der kupfern Nas', 
So läge mein Herr nicht im griinen Gras. 



nit vnnaturlicli, der harn aber ist etwas sehr rot vnd hitzig, 
triibt sich auch bijiweilen, also ob zigelmal darineo were." 
— Er fürchtet, es entwickele sich ein Fehl an der Lunge 
und in Folge dessen eine Abnehmungskrankheit. Es folgt 
diesem Brief eine von zwei ungenannten Aerzfea herrührende 
Vorschrift mit verschiedenen Mitteln, Verfügungen über Diät 
II. s. w. in 7 §§. Im Verlauf der Acten werden als des 
Grafen Aerzte und medicinische Consulenten aufgeführt: Dr. 
Echt aus Köln, Leibarzt des Herzogs von .Jülich, Dr. Wil- 
helm Moglin, Stadiarzt in Rothenburg an der Tauber, und 
Dr. .lohniin Kelblin oder Kolblin aus Worms. 

Am 27. Febr. 1556 schreiben der Amimunn Friedrich 
von Ualzcnbor? und Nikolaus Haas an den Seh« ieservater 
des Kraiikiii , den Grafen Ludwig von Slulbcrg, trotz der 
Behandlung der beiden zuletzt genannten Aerzte bessere sich 
Die im gem(•in^clulftlichcll Archiv zu Werlhcim befind- der Zn>taiid des Leidenden nicht , er huste viel und schlafe 
liehen, auf Krankheit und Tod des Grafen Michael sich be- gar nicht mehr; Graf Ludwig möge ilc.-lialli, iiameiillich im 



ziehenden Acten bestätigen jene Vermulhung nicht; einige 
Mittheilungen daraus dürften für die Geschichte des dama- 
ligen Mcdicinalwesens nicht ohne Interesse sein. 

Im Concept eines, vermuthlich an einen Arzt gerichteten 
Briefes berichtet Graf Michael Über sein Uebcl : während 



Interesse seiner Tochter, der Gräfin Katharina, baldmttglichsl 
nach dorn Brcnberg komiiicu. Am 3. März antwortet Graf 
Luihviir, und heifst es in diesem Brief u. A.: „Ewer ^chrei- 
ben haben wir an beude in Orttenbcrg, Nachdem wir ein 
Zeit lang nicht in Köiiigstein gcwessenn , empfangen vnnd 



eines Ritts bei kaltem, bösem Wetter sei ihm ein Flufs auf darau|5, das es sich mit vnserm söhne noch zu ireringcr 
die rechte Seite gefallen, worauf ein starker Husten erfolgt, besserung schickt, neben der doctorn bedenekenn , mit er- 
der ihn vorzüglich bei Nacht quäle und am Schlafen hindere. schrockenem gemuct vcrnohmen, Vnnd bcdnngkenn vn|i an- 
„Mir schmeclil essen vnd trincken zimblich wol, Bin doch fangs ganlz trütlich, da(J Ir beider vnser freundlichcnn lieben 
mer zum trincken den zum essen geneigt. Die stulgang sind dochtcr nulzenn vnnd wolfahrt derogestalt bedengket. Vnnd 



279 



Anzeijrer für Kuinle der deutsilieii Vorzeit. 



280 



wiewol wir zu Gott dem allmediliireiiti verliufTenri , die su- 
cheiiii soilenn sich mit viiserm soliiie zu guter besserung stln- 
kenn , vnnd solche wege nicht crreicheiin, So deugkeii wir 
doch, das es sich mit disscn Fellen elwannn sellzam zulruye. 
Vnnd weren gleichwol gantz geneigt gewessen, vnsei|i liehen 
sohu|J gelegenheit selbsleun zusehen. So haben wirs aber 
doruor geachtet, es mochte solichs vnser ankommen vnserm 
lieben söhn, dicweil wir so kurtzlich bei seinen L^ gewes- 
senn, etwann bedenglich oder erschrogklich sein." Der Graf 
ladet nun, da eine Besprechung dringend von Nöthen, die 
beiden Riithc auf Donnerstag, den 5len März nach Frankfurt 
in den Arnsburger Hof, jedoch „mit verwilligung vnsers 
liebenn sohns." — 

Den Arzt aus Worms iiattc der Churpfälzische Kanzler 
Christoph von Alzei in einem Brief vom 19. Kehr. eni|d'oh- 
len, worin es u. A. heifst: „Dan ich daneben vermerk, das 
e. G. sonst mit kheinem rechlscliaffencri, erfarnen vnd ge- 
lerten leibarzd versehen, sonder ein Kelher Arzd , ein Got- 
losen verzweifeld verrelerisch Dalmutist (die man ilocli on- 
pillich Juden heifst) diser zit bj sich haben solln, \\ eldis 
ich den in der warhcidt fast .... gebort, Angesehen alle 
solich erlösen . . . Juden Vnseres . . . nnigeu heilandts vnd 
Erlösers Jesu Christj Vnd aller fiommen Christen die rechte 
wäre lästerer vnd erbe feinde »ynd. Darvnd) ich gantz ge- 
Irewer wole meinung nit vnderlassen mögen vnd sollen, 
di[i prifs zaiger Doctor Johann Kelblin der Stat alhie Leib- 
arzd (so gotsforchtig from gelerl vnd erfaren ist) mit gan- 
zem vli(J vnd ernst zu vermögen, sich zu e. g. furderlichen 
zu verfugen e. g. nach Gotliclier hilff mitl allen menschlichen 
möglichen mittcin vnd getrcwen vli[J berathlich vnd biltflich 
zu erscheinen. Wie er dan als lidelis natnrae minister, ann 
nichts erwinden lajien wirt, welchs neben Vnd mitt vilen ich 
bj Inie olTt Im werck befunden." Dr. Echt behandelte nach 
diesem Brief, der in Worms geschrieben worden, um die- 
selbe Zeit den Chufürsten von der Pfalz und wurde dadurch 
verhindert, der Aufforderung, nach drr)i IJreiiberg zu kom- 
men, Folge zu leisten. 

So lange nicht aus den handschriftlichen Chroniken von 
Castell, worauf sich Pislor, 1. c, bezieht, triftige Beweise 
für das den beiden Ruthen Haas und Itatzenberg und iudirect 
auch dem Grafen Ludwig zugeschriebene Verbrechen beige- 
gebracht worden, mufs die Beschuldigung, dafs sie den letz- 
ten Grafen von Wertheim um ihrer Interessen willen aus 
dem Wege gerüumt, als unbegründet zurückgewiesen wer- 
den. K. 

Zu S. 3fil (auch S. 98 folg.). Vom Erzslifle Mainz 
halten die Grafen von Wcriheim lange Zeit 20 spater (iO II. 
Burglelicn zu Ganiburg (nii der Tauber, 3 Stunden von 



Wertheiin). Die .illesle hierüber im W ertheim'schen Archiv 
vorhandene Urkunde vom J. 1292 lautet wie folgt: 

>os Gerhardus dei gratia Eclesie magunt. sedis archie- 
piscopus, sacri Imperij per germaniam archicanccllarius re- 
coguoscinius per presentes , quod nos nobili viro rudolfo 
comiti de Wertheim castrensi nostro et ecciesie magnat. 
heiedilario, in Castro Gamburg pro feudo suo castrensi, 
redditus viginti librar. hallen, deputavimus et deputanius, 
accipieudos annnatim hoc modo, quod in redditibus nostris 
villaruni W e n t z e 1 n s d o r f et P a I b a c h accipiat idem conies, 
quicquid de ipsis annis singulis poterit derivari et supple- 
menlum delicicns quod fuerit in viginti libris eisdem, sibi de 
theloneo nostro in mildenberg dabitur annuatim, prae- 
tcrea idem comes unum castreusem de cousensu nostro in 
pracfato Castro nostro gandiurg securum in ipso personalem 
residenciam ponere nobis debet. In cuius rei testimonium 
sigillum nostiiim praesentibus est ap|)en>uni. Datum apud 
mildenberg III. kal. aprilis anno dom. niillesinio ducentesimo 
nonngesimo secundo. 

Iliemit scheint die Pfandschaft eingelost worden zu sein, 
wovon bei Aschbach S. 77 und im Urkundenbuch Nr. .\XYII 
S. :{2 die Hede ist. W. 



SRiniaiiii'!« tiiid lli«'(rieli'M I. Ke^cieriiiitCM- 
flaiK'r «Im ItiHrliör«» von ^Voriiit«. 

Von E. F. Mooycr in Minden. 

Konrad IV. v. Schöneck, Bischof von Worms, halte 
am 25. Juni 1329 das Zeitliche mit dem Ewigen vertauscht, 
und Ger lag. Schenk v. Erbach, bis dahin Propst des 
Dreifaltigkeitsstifls in Speicr (W()>clb>l er in dieser Eigen- 
schaft urkundlich am ti. und 7. Juli 1321 vorkommt; vgl. 
Mone Zeitsdirift für die Geschichle des Oberrheins Bd. VI. 
Heft I, 77, 7S), war nicht lauere nachher in dessen Stelle 
gewiddl worden, wahrend Sa I ni a n n genannt Walpod, 
aus dem Geschlechle der CIcniunn stammend (vgl. Roth 
Frhr. v. Schreckens t ein, das Patriziat in den deutschen 
Stiidten, 1 fit) ; Ar u o I d , II, 207, S c h a n b , I, 92), diesem die 
\N ürde streitig machte, da ihm, nach Erledigung des Bischofs- 
stuhls, solche unterm 17. Juni 1329 (wobei die Tageszeit 
mit obigem nicht in Einklang steh!) vorn rap>lc Johann 
XXII. verliehen worden war (S chn nnal, Ilisl. Episc.op. 
Wormat. I, 394; II, IGS). lu diesem Schisma obsiegte 
G erlag, den der Erzbischof von Mainz bestätigte (das. I, 
39t) und K. Ludwig IV. im Jahre 1330 für geleistete 
Dienste eine nrl^chnliche Summe Geldes .-<clienkle (das. II, 
1(>.); Oefele, Ser. rer. Boic. I, 762). 



Kirchliche 
Personen- 



281 



Anzeiffer für Kunde der deutschen Vorzeit. 



282 



Wahrend des Streiles wurde Baldiiiti, Erzbisihof von 
Trier, zum Stiftsverweser berufen, gliili die hiideruden 
J'artheien aus; Gerlag aber, der zuletzt in Urkunden vom 
8. und 9. Januar 1332 (Bühmer, Regesta inde ab 1314 — 
1347, S. 85; Schannat, 11, 166) genannt wird, gieng am 
18. üezbr. 1332 mit Tod ab, worauf dann Salmann in 
den ruhigen Besitz des Bisthums gelangte, die päpstliche 
Bestätigung indessen sehr spät, nämlich am 3. Dezbr. 1343, 
erhielt (Schannat, I, 396: II, 169). Den bisherigen An- 
nahmen nach (vgl. das. I, 397), welchen auch ich, jenen 
Glauben schenkend und bis dahin ohne anderweite urkund- 
liche Quellen zur Begründung des Gegentheils, in meinem 
Onomaslikon ehronogr;ipliikon bierarchiae Germanicae (Seite 
124) beigetreten war, hatte Salmuun im Jahre 1350, nach 
dem 30. März, sein Ende erreicht, und iliiii wäre darauf 
D ietrich I. ßaier V. Bo ppa rd, bis dabin Domherr (Schan- 
nat, I, 100). als Bisehof gefolgt. Mals aber Dietrich I. 
nicht schon 1350 der ^achfolgcr Salmann's gewesen sein 
kann, erhellt ans den , weiter unten anzuführenden urkund- 
lichen Zeugnissen. 

Die Vorstandschaff des germanischen Museums zu Nürn- 
berg hat vor einiger Zeit die Gefälligkeit gehabt, mich zu 
benachrichtigen, dafs sich im Archive des gedachten Museums 
eine Original -Urkunde des gedachten Salmann auf Per- 
gament mit anhangendem, stark beschädigtem Waohssiegel 
desselben belinde, deren Inhalt mir folgendermafsen ange- 
geben worden ist: Salmann, Bischof 7,h Worms, bewil- 
list dem Grafen Johann v. Nassau die Verpfändung ver- 
schiedener Gidten aus seinem dem Biscliuf zu Lehen ruhren- 
den Gütern zu Ditkirchen an den Hüter Friedrich den 
Fryhen (Frei) v. Derne und dessen Gemahlin Ailheid." 
Diese Urkunde ist datirt: iSach gots gebiirle Dusent dru 
hundirt vnd vir vnd vfinfziig Jar vff sente Valtines dag des 
heiligen Martilers Secnndum stilum Treverensem (=r:1355, 
Febr. 14). 

Da nun liicriKnli Suliiiann nicht xhiin l.'iöO mit Tod 
abgegangen sein kann, so veranlaIVte mich jene Millhciiung 
zu weiteren Nachforschungen, deren Resultat ich hiermit zur 
otTenllichen Kenntnifsnahme bringen will. 

Salmann, der nach einer ungedruckten, nm 10. Januar 
1337 ausgestellten (abschriftlich in der Urkunden-Sammlung 
Bd. II, 188 des hiesigen konigl. Regierungsraths Kngel- 
mann aufgenommenen) Urkunde damals von seinem Bischofs- 
sitze vertrieben gewesen sein soll, erscheint urkundlicli noch 
am riingsl-Abend (23. Mai) 1355 (Wcnck, hessische Lan- 
desgeschichte I, Urk. S. 242), dann am 1. März (Dominica 
Reminiscere) 1355, d. i. 1356 (Würdtwein, Subsidiu 
dipl. IX, HiO), zu Ostern (15. April) 1356 (Wenck, I. 



L'rli. S. 243), und soll gar noch in einer unsedrucklen Ur- 
kunde des osnabrückiscben Klosters Mens läge vom Septbr. 
1362 aullrcten, doch mufs dies falsch sein: jedenfalls war 
er vor 1363 verstorben (Schannat, II, 178). Des Nach- 
folgenden wegen ist sein Tod zwischen 1356 und 1359 
anzusetzen. 

Nach Vorstehendem nml's auch die Nachricht, wonach 
Dietrich I. bereits im Jahre 1354 Bischof gewesen wäre 
(V. Ludewig, Reliq. Manuscr. 11, 147), auf einem Irrthume 
henihen. Dietrich!, nun sliefs mir zuerst 1359 (Schan- 
nat, I, 51) und am 12. Septbr. 1360 (das.I, 284; II, 176) 
auf, und, aul'ser in den von Schannat mitgelheillen Ur- 
kunden, am 14. und 18. April 1361 (Lacomblet, Urkun- 
denbuch zur Geschichte des Niederrheins, III, 516, 517), 
1362 (Schannat, 1,23, 32,81; Acta Acad. Theod. Palat. 
VI, 354), 1363 (das. I, 70), und am 1. Febr. 1364 (Mu- 
rioiidi, .Monum. A(picnsia I, 331), am 6. Mai 1365 (>le- 
nioires et rloi uments de la Societe d'bistoire de la Snisse 
romande VII. 202) und am 21. Juni 1365 (Gallia Chri- 
stiana XII. Instr. 437). worauf er nach Metz versetzt wurde. 

.Mögen rheinisdic Geschiclitsforscber, denen die Einsicht 
noch ungedrucktcr Urkunden vergönnt ist, die hier noch 
obwaltenden Lücken auszufüllen suchen ! 



I>ie Ciriil't der Orarei» von CHleiclie»i zu 
Oriiieiitoiiiia. 

Von Adolf Buhe, berzogl. saclij. Archivralh, zu Gotha. 

Oelfnet man im Innern der Pfarrkirche zu Gräfentonna 
die neben der Sacristei befindliche eiserne Thüre, so führen 
mehrere steinerne Stufen in ein, durch zwei schmale Licht- 
offnungen spärlich erhelltes Gewölbe hinab. In der Mitte 
desselben stehen neben einander zwei zinnerne, mit schwar- 
zem Samnict überzogene Särge, welche die Leichname des 
am 31. Mal 1771 gest. Prinzen Wilhelm zu Sachscn-Gotha 
und seiner Gemahlin, einer königl. (hiui.-clirn Triiizessin, 
enthalten. An den Wänden aber sind zehn, aus 3 bis 
4 Ellen hoben Sandsteinplallen ausgehaucne Grubmäler auf- 
gerichtet , welche Angehörigen des Gleichunschcu Grafen- 
gcschlechts gewidmet sind, das mehrere Jahrhunderte hin- 
durch die Herrschaft Tonna hcsafs, bis dieselbe nach seinem 
Aussterben an die Schenken von Tantenhurg liel. 

Das älteste dieser Grabmäler stellt den nm 10. April 
1525 gest. Grafen Sigmund IL mit einem Barett auf dem 
Haupte und in weitem faltigen Rocke mit ühcrhaiitrcndem 
Kragen neben seiner zweiten Gemahlin , einer geb. Gräfin 
von Nassau, dar. S. Sagittnrius ilisloria ilcr (irafsilKift 
Gleichen, III, S. 376. 



Grab- 

monomootc 



283 



Anzi'iorer für Kunde der deutsclieii Vorzeit. 



284 



Dann folgt der Zeit nach das Denkmal der l.)3.) gest. 
Gräfin .Margaretha, geb. von Scliunburg, und iiires Gemahls, 
des Grafen Philipp, deren Figuren ziemlich sduulliaft sind. 
S. Sagitt. III, S. 405. 

Hieran schliefst sich der (irahslein, auf welchem der 
1542 gest. Graf Johannes III. in voller Rüstung mit Streit- 
hammer und Schwert zu sehen ist. Zu seinen Fiil'seu ruht 
das Gleichensche Wappen. S. Sagitt. III, S. 397. 

Einem Stein ebenfalls mit einer Figur in voller Rüstung 
ist die Aufschrift ahgeschlagcn. Wahrscheinlich ist de^^elhe 
dem 1556 gest. Grafen Siirmund IV. gewidmet, der bei 
seinen Ahnen in der Pfarrkirche zu Griifcnlonna beerdigt 
wurde. S. Sagitt. III, S. 397. 

Auf dem nächsten Steine zeigt sich der 1653 gest. Graf 
Ernst .MV., des Grafen Sigmund IV. Bruder. Die Figur ist 
in voller Rüstung und etwas kleiner als die schon erwiilwi- 
ten. In der einen Hand hüll sie einen mit einem Tuch um- 
wundenen Stab. S. Sagitl. III. S. 396. 

Wir wenden uns nun zu einem sehr hohen und breiten 
Stein, auf welchem zwei Gestalten kunstvoll ausifchauen 
sind, nauilich der am 24. Sept. 1570 gest. (iraf Georg II. 
und seine am 22. .luli 1599 gest. Gemahlin Walpurgis, geb. 
Griifin von Spiegelberg und Pyrmoril, durch deren Vermah- 
lung beide Herrschaften an das Haus Gleichen kamen. S. 
Sagitt. III, S. 420 u. 423. 

Der darauf folgende Stein ist der am 23. Sept. 1574 
gest. Gräfin Margaretha gewidmet, die nach dem Ableben 
ihres 155S gest. Gemahls Johann Gamsen Edlen Herrn zu 
Puttlitz sich in Grüfentonna aufliielt. Die Figur zeigt sich 
in betender Stellung. S. Sagitt. HI, S. 406. 

Sodann nahen wir dem Denkmale der am 19. Februar 
1575 gest. Griifin Dorothea, die in Nonnenkleidung uns 
entgegentritt. S. Sagitt. III, S. 407. 

Auch der am 16. Mai 1578 gest. Graf Sigmund VI. hat 
hier ein Denkmal erhalten, nachdem sein Leichnam von Cas- 
sel nach Arolsen und von da nadi Tonna ijehraclil worden 
war. Seine hohe Gestalt ist mit Helm und Harni.^ch beklei- 
det. S. Sagitt. HI, S. 426. 

Zulel/.l kommen wir zu dem jüngsten dieser Denkmäler, 
das feiner und kunstvoller als die andern ausgeführt ist. 
Es stellt den vollslilndig gerüsteten Grafen Georg HI. dar, 
welcher, erst 33 Jahr alt, am 5. Okt. 1599 in dem Kriege 
gegen die Spanier in den Niederlanden starb und in der 
Pfarrkirche zu Grüfentonna beigesetzt wurde. Zu seinen 
FUfsen liegt das Gleichensche und Spielbergische Wappen. 
S. Sagitt. Ul, S. 427. 

Auch die Letzten des edlen, ritterlichen Gleichenschen 
Geschlechts, Graf Hans Ludwig (■{- 163!) und seine Gemah- 



lin Erdmuth Juliana, geb. Gräfin von Ilohenstein (f 1633), 
schlafen in langst vermauerten Grüften der genannten Kirche, 
aber ihre glücklichen Erben, die Schenken von Tautenburg, 
haben sich nicht bewogen gefunden, ihnen auch nur das 
kleinste Erinnerungszeichen zu weihen. 



BriicIiMtiick einer llniiilHClirirt vuii I'IricIiH 
von Tiirlieiiii \t illelinliii. 

Ein Pergamentdoppelblatt, das zum Büchereinbande ge- 
dient hatte (es steht darauf die Jahrzahl 1632), im Besitz 
des germanischen Museums (>r. 6328 a.), enthält ein Bruch- 
stück von ungeführ 344 Versen aus dem noch ungedruckten 
M'illelialm Ulrichs von Turheim. Es sind zwei innere Blütter 
einer Lage, in gr. 4., zweispaltig, aus dem Anfang des 
14. Jahrhunderts. Die Spalten haben je 43 Zeilen, doch 
fehlen durch Beschneiden des untern Randes je 1 — 2 Zeilen. 
Das erste Blatt ist aufscrdem in der äufsern Seite beschnit- 
ten, so dafs von der zweiten Spalte desselben die hintere, 
von der dritten die vordere Hälfte fehlt. Die Reimzeilen 
sind abgesetzt. 
Anfang: Swaz du hin von mir fürest 

Ob du diu art rurest 

So gistu gern swaz du hast 

Ob du mins vater art begast 

So gib ot dar so gib ot dar. 

Von swanuen her der gerudc var. 
Schlufs: (Initiale) Da mit locliler pfleg diu der 

Den longinus mit dem sper 

In sein reine siten stach 

Da von vuz sadden vil geschach 

Sin tot waz vnz gebende 

üaz wir wurden lebende 

Wir warn tot von sundcn not 

Von der not schied vnz sin tot 

Wol vnz daz er ie erstarp 

Waz vraudcn vnz sin toi crwarp 

.... vnd ihinnoch nie 
Das Bruchstück schildert den Abschied Alisens, der Toch- 
ter Königs Loys von Frankreich, von ihrer Mutter. 

Da das Gedicht ungedruckt ist, mithin nur nach dem Zu- 
sammenhange vermuthet werden kann , dafs die Blallcr un- 
millclhar auf einander folgen, so mag hier auch der Anfang 
des zweiten Blattes stehen, welcher fälschlich eine gröfsere 
Initiale zu haben scheint. 

In chlagendcr wernde (so!) riuwe 

Mein leil ist immer niuwe 



Zustände. 

Sprache u. 
Schrill. 

Literatur. 
Poesie. 



285 



Anzeiirer für Kuiiili; der deutschen Vorzeit. 



286 



Daz liiit mein lierize hesezzen 
Dücli wil kli nicht vergezzen 
Icli beuelile dich vi! schone 
Von leuo dem pischolf siiiieone 
Vtul den gelriuwen wisen 
Dem abbat vun sancte Dionisen. 



Ein Holzschnitt von JoMt Auiniun. 

Von E. Well er iu Zürich. 

Was Becker Nr. 111 als „Tiirckische Schielsiibung" be- 
zeichnet, ist die eisenllich aus den liömcrsiiielLii herrührende 
Geschichte vom Löwen, der seinen t^etler erkennt. Sowohl 
Text als Titel besitzt dieser Holzschnitt. Titel und Unter- 
schrift lauten also : 

Warhafltige Historia die sich unlängst zu \\ olzeu in 
Ungern mit einem gefangen Christen unnd Löwen zugetra- 
gen hatt. 

Zu Nürnberg bey Josl Amman Reisser; o. J. (1576). 



VolkHz.iiMtunile nntl norrmeinriclitimieen 
im «leiitMClieii Mieltenltiirgt^n. 

Von Friedr. Schul er v. Libloy, Professor in Hermann- 
stadt. 
In Sage und Sitte, Diaiect und Tracht, Wohnung und 
Rechtsleben haben sich unter den Deutschen Siebenbürgens 
die manichfachsten Spuren, die überraschendsten Denkmale 
altgermanischeu Wesens erhalten, — So fest sind 
althergebrachte Gewohnheiten beibehalten worden, dafs 
selbst sehr nahe nebeneinander liegende Ortschaften auf den 
verschiedenen Ursprung der ersten Colonistengemeinden 
hinweisen und einen auffallend abweichenden DoifMlia- 
rakter an sich tragen. — Eine Stunde nordöstlich von Her- 
mannstadt liegen die beiden, kaum eine halbe Wegstunde 
von einander entfernten Nachbardorfer Gr o fsscheucrn 
und Ha blieb ach, — eine Stunde sudwestiiili von Iler- 
mannstadt die beiden ebenso nah ancinandcrgrenzeuden Dör- 
fer lleltau und Michcisberg, — und doch sind in die- 
sen vier Gemeinden Korperwucbs, Volkstracht, Diaiect und 
Sittenzusland derart verschieden, dofs kaum je eine 
Wcchselheiralb stattgefunden und für den Hermannsliidter 
augenblicklich der rlshe woliner zu erkennen ist. — 
Alles dies und Andres mehr deutet dorauf hin, dafs sich 
seit der im 12. und 13.Jahrli erfolgten Einwanderung (in- 
sonderslltl — lllil) Weniges im innern Dorf^ltburi ge- 
ünderl li;il lunl al-o ^ulhsl für das Ver>l;iiiiliHr> von V(]lks- 
zustiinden im .Multerlaiide hier, wo sich jede Iiisliluliotl 
wesentlich auf comniunaler Grundinge erhielt, mancher 



Aufsclihil? und .Nachweis zu hoffen ist. — Es sei mir ge- 
stattet, zunüclist von einer besonders werthgehaltnen lasli- 
tution zu sprechen und hieran die Auflage zu knüpfen: 

„ob uml in welcher Art sich Aebniiches in 
Deutschland und nanienllich am Niederrheine (in 
der Gegend von Co In, Trier, Lu.xemburg etc.) 
vorfinde?" 
Von einem andren Standpunkte aus habe ich bereits ähn- 
liche Gegenstande behandelt, insonders iu der „österreichi- 
schen Zeitschrift für innere Verwaltung" (185G): 

Das Gemein d eins ti tut der Nachbars cha ft. 
Mit denselben Worten will ich auch hier beginnen. 
Nicht Menschen- und nicht Schrift -Gedenken reichen 
hinauf zu jener Zeit, aus welcher die Gemeinde-Institute der 
Deutschen (Sachsen) in Siebenbürgen ihren ersten Ursprung 
genommen haben. Ueberali liiidet sich eine wesentlich gleiche 
Genieindeverfassung und ducb \\ urzelt diese auf dem Boden 
einer Örtlichen Reclitsgestaltiing von Colonieen, welche, 
nach Abstammung und olfentlicliem Rechte (Privilegien) hie 
und da verschieden , 'J wohl eine gegenseitige Wechselbe- 
'/.iehiing gehabt haben, aber nur venig in ihren besonderen 
Iniierverlialliiissen von den geniciiisainen Willens- und Macht- 
Organen [als der Stuhls-Versammlung -) und Universität ')] 
bestimmt worden sind. So hat nur Erinnerung ans .Muller- 
stanimland (niederrheinisclie Gegenden) und richtiges \olks- 
verstiiiidnifs Einrichtungen gleicher Art ins Leben gerufen 
und trotz der Besonderheit in Städten und Dorfern ganz 
ähnlich gehegt und gepflegt, dafs allenthalben hieraus eio 
Gemeingeisl zur Entwicklung gedieh, dessen schönste .\n- 



') Insonders sind drei Colonislengruppen zu unterscheiden : 

a) Die sog. He nuannsl a die r Provinz. Sie bestand 
aufser dem Hauptsluhle von Hermannstadl (deiiijenigru 
Cantonc, von welchem es vorzugsweise in den alicslen 
Urkunden heifsl „di'scrtum quod rcx — Flandren- 
sibu.s concessit") noch ans den sieben Stuhlen 
(Cantoneii) von Schafshurg, Miilleiiliacli, tirofsschenk, 
Keps, Reursinarkl, Leschkirch und liros, zu welchem 
die zwei Stühle .Medwiscli und .Murkischelken hinzu- 
kamen. 

b) Das Burzenland mit dein Vorort Kronstadt (im 
Südost). 

c) Das Nüsnerlaiiii inil lUiii Vorort Bist rill (im 
Nurdost). 

'1 GebiUk'l aus den Aligeordiielen diT riiiichieii Orlscbaflen, 
mit (lewohniich vorwiegender Reprasenl.inz des\ ororles. 

'j (ieliildel nu.i den Abgeordneten der einzelnen Kreise (Slühle 
und Dislricte) unter vorwiegender Kepnisenliini; von Hi-r- 
mannsliidt, dessen Bu rger meister als Pruviiiiialconsul 
tind dessen K o n ig sr ich I e r als (Jnif der siicli.«. Niilioii 
präsidierten. 



287 



Anzeiger für Kumle der deutschen Vorzeit. 



288 



erkennung in den kaiserlichen Worten iles jetzt regierenden 
Monurclicn liegt, welcher sieh dahin aussprach, dals „Sinn 
für Ordnung und Gesetzlichkeit und der vernünftige Gebrauch 
der hiedurch heimisch gewordenen Freiheit" die Sachsen 
auszeichne. 

Dieser Sinn fiir Ordnung und Ge.-etzl ichkeil und 
der vernünftige Gebrauch der hiedurch heimisch gewor- 
denen Freiheit wurzelte vorzugsweise in den socialen und 
communalen Formen .les Dorfsverbandes. Eine solche 
Einrichtung von durch .hihrl.iiu.lerte erprobter Wirksamkeit 
ist insbesondere das Gemcindeiustilut der Kachbarschaft. 
Diese ist (wie in Deutschland in etwas verschiedener Form 
vorgekommen) eine religiös-gesellige Schutzgilde, und um- 
fafst nach der Zusammengehörigkeit des Wohnortes eine, 
hiiulig in Zehentschaften ') weiter gegliederte, Anzahl 
von Hausvätern oder „Wirthcn", das sind possessionierte, 
Haus und Hof besitzende Gemeindemitglieder. 

Alljährlich wählt eine solche iSa chb a rscliaft , deren 
es in jedem Dorfe mehrere gibt,-) ihren Vorsteher, welcher 
inStädtenlSachbarhann,^) in Dörfern Ma chbarscha fts- 

Va ter genannt wird. 

Der „aufgelassene" Vorsteher bleibt als Subsliliil im 
Amte, oder es wird mancher Orten ein „alter" und ein 
„junger" Nachbarscbaftsvater gewählt. Diese Vorsteher (und 
früher in den Ilauptorten auch die iihnlich gewühlten Zunft- 
meister) bildeten bis zu der erst spater eingeführten „Selbst- 
ergänzung" die sogenannte „Altschaft", die seniores. 
Diese Altscbaft führte auch den Namen Communität, obwohl 
hiemit auch die Gesammtheit der stimmberechtigten Grund- 
eigenlhümer bezeichnet wurde, und war ihrem Wesen nach 
mehr als blofs ein äufsercr Rath. Sie halte ihren eignen 
Vorstand, welcher „Wor tma uu " oder Oralor hiefs und zu 
den ersten Würdenamtsträffern gehorte. Die Alt schalt 
(hänRg zwölf Männer) war die im Namen der Gemeinde 
beschlufsfassende, das Orlsamt *) conlrolicrcnde Be- 



hörde und, wo nicht die ganze Gemeinde theilnahm, auch 
das ausscbliel'sliche Wahlkollegium des Orlsamtes und 
der Dorfsdepütierten. 

Dieser Art nahmen die Nachbarschaften, dircct oder in- 
direct, Eiulluls auf die gesammte Localadmiuistralioii. 
(Fortsetznng folgt.) 



') Die Zchntschaft, welche seit den letzten Türkcnkriosen 
in Verrail geralhen ist, umfarslc zclin Nachbarn und hatte 
clicnralls ihren gLW.ihlten Vcirsteber. Sie srheinl nicht so- 
wohl, wie in Deutschland, ein Institut der Gesammtbürg- 
schafl gewesen zu sein, sondern hatte vielmehr Bezug 
auf Stcuerleislung und Hccrcsfolge. - Zehn Wirtlie zahl- 
ten in der Kegel eine Porte (Thoraufschlag) und einer 
von ihnen riiclit.; ins Feld; die übrigen besorgten unter- 
(Ic-isen seinen Wirllischaflsbelricb. 

'J Vielleicht ursprünglich in jedem Viertel drei Nachbar- 
schaften. Ilermnnnstadt liihll dermalen 3') Nnehbarscliarten. 

') Mann ist da-i bekannte hessische llonne, cenlcnaruis. 

•} Das Orts am t auf Dürfern bestand gewöhnlich aus einem 
Hannen als Vorsteher (an einigen Orten daneben noch 



Jockrlm. 

Vom Archivar Herschel zu Dresden. 
In dem, zum l.iederkreis der deutschen Heldensage gc- 
borenden Gedichte „Ecken Ausfahrt" wird als Sitz der drei 
Königinnen, welche Ecken zur Bernerfahrt ausrüsten, mehr- 
mals ein Ort genannt, welcher in der altern, von Lafsberg 
(Konstanz, 1832) herausiregebencn Bedaklion Jochgrim 
und in der neuern, Kasparn von der Khün beigemessenen 
Bearbeitung ( Hagen'.s deutsche Gedichte des Mittelalters; 
Berlin, 1808—1825, Band H, Tlieil 2.) Gochrim oder 
Gochercim sich geschrieben findet. Auch in dem, glei- 
chergestalt dem lleldensagenkreis eingereihten Wolfdietrich, 
wenigstens in dessen Kasparscher Ueherarbeitung. geschieht 
in der 3:?!. Strophe dieses Jochgrim Erwähnung. Diesen 
alten Konigssitz nun findet Emil Hückert S. 67 seiner Unter- 
suchung über den Ursprung der Nibelungen (Leipzig, 1836) 
in dem, sowohl im Mittelalter oft genannten (Remlings Gesch. 
der Bischöfe von Speier; Mainz, 1852, Irkundenhuch, 20. 
April 13(i() und später), als auch noch jetzt vorhandenen 
Städtchen .lockrim, einige Meilen südlich von Speicr. 

Es scheint noch nicht darauf aufmerksam sicmacht wor- 
den zu sein, dafs das, unter dem ehemals bischöflich meifs- 
nischen Schlofsc Stolpen gelegene Städtchen, oder doch 
ein Theil desselben, vordem denselben Namen Jockrim 
geführt bat. Laut der vom dortigen Diakon Gcrke in seiner 
Geschichte Stolpens (Leipzig, 1761) S. 7 ff., sowie S. 553 
bis 627 zusammengestellten urkundlichen Nachrichten ist 
dies bis 1173 der Fall gewesen, nach welcher Zeit ent- 
weder der Sladtlheil eingegangen, oder der Name auf.-er 
Gebrauch gekommen ist. so dafs gegenwärtig sowohl Städt- 
chen als Schlol's St(dpen heil'sen. 



Topographie. 
Stüdtea.UKikte. 



ein Richter oder Graf), etwa vier bis sechs oder mehr 
Gcschwornen (von welchen insondcrs einer als des 
Hannen Stellvertreter, einer als „Wnisenvatcr" , einer als 
„Steuerexaetor" und einer als „.Mliodalwirthscbiifter" fun- 
gierten) und endlich aus den daiü geb..rigen „borgern" 
(d. i. Gemeindeboten). Zu diesen kommt endlich noch 
der aufgenommene „(Jemcindc-Nolär" welcher insbe- 
sondere mit .lem „Waisenvater" gemeinschaftlich die Erb- 
.,chaftstheilungen , Verlassenscbaflsabhandlnngen vornahm 
u. dcl. m. 



289 



Anzeigt'i- liir Kunde der deutschen Vorzeit. 



290 



Dieses meirüiiiscbe Jockrini kann bei seiner Gieiiiina- 
niigkeit mit (lern in die ersten Jalirluuulerle unseier Zeil- 
reclinung ziiruikweiseiideu rlieinisclien iininuirluli tun .^lavi- 
schen Ursprungs erachtet werden, iiiid wenn iiiilils de^lo- 
weniger dei- Meifsner Biscliof Bruno 11., ab er im Anfange 
des 13. Jalirluinderls Scliiiifs und Fliege Slolpen erwarb, 
solche uocli im Besitze eines slavischen Dynasten Mocko fand 
— wie (ieorg Fabricius, der bekatinliicli im Ki. .labrhun- 
dert das Stiflsarcbiv unter den Händen lialle, suwulil in 
seinem catalogo episcopor. Blissnens. S. 1 1 des Anhangs 
von Scliollgcns Gesch. von Würzen (Leipzig, 1717), als 
auch in seinen annalihus urbis Misnae (Lipsiae, löü!() libr. 1 
ad 1218 versichert, und wie die bis jetzt veröffentlichten 
Urkunden, die vom 27. Sept. 1222 in Gerkens Slolpner 
Gesch. S. 541 und die vom 18. Okt. 1227 in iVeumanns 
Meifsner und 0.- Lausitzer Urkunden (Gorliz, 1854) S. 60 
in der Hauptsache bestätigen, so liifst sich kaum etwas An- 
deres annehmen , als dafs der unslavische ^ame .lockrim 
und mitbin auch der drl aus vorslavischer Zeit herrühren. 

SoUhfn Falls wäre dieses Jockrini , wie das Ferguuna 
des Moifsaker Zeilbuchs (Monunienta u-eiiii. bist. I, 308 und 
Ullilas, cdit. Gabelenlz, 11, 1, S. 201. faiiguni) und wie das 
Miriquidui des Thietmar (Monum. giiiii. hislor. V, b07 : 
niyrkvidr) jenen vereinzelten Spuren beizuzahlen, welche 
die allgernianische Zeit in den meifsiiischen Gegenden zurück- 
gelassen hat. 

Um dem Vorwurfe auszuweichen, welcher den Deutschen 
neuerdings gemacht worden ist, dal's sie das Deulschtbum, 
dessen sie politisch verlustig gegangen, auf dem geschicht- 
lichen Gebiete ungebührlich auszudehnen versuchten, soll 
nicht verschwiegen werden, wie es zweifelhafl bleibt: oh 
Jockrini, weil uiislavisch, darum germanisch sei. In Moue's 
Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins IV, 68 wird 
der Name <les rheinischen Jockrini für das Keltische in An- 
spruch genommen und durch .Salnieiieck erklart. Die liich- 
ligkeit dieser Etymologie dahin gestellt, so ist es jedenfalls 
sonderbar, dal's auch das meifsnisclie Jockrini mit den 
Lachsen in ungezwungene Verbindung gebracht werden kann. 
Die vorheifliefsendc Wesenitz führte, gleich andern benach- 
barten Flüfsclicii , in früherer Zeit Lachse, wie denn der 
nächste der Elbe zueilende Flufs, die Polenz, in seiner 
letzten Strecke noch jetzt der Laclishach genannt wird. 

l'ebrr llrdriiM -IiiMiuiiit'ii niif il«-ii<Hrlifii 

Sph'ragliik. Von K. v. Sava, k. k. Vice-Hofbuchholler, in \\ icn. 

Den in Nr. 10 und 11 des Anzeicers für Kunde deut- 
scher Vorzeit, Jahrgang I85ü, aufgeführten Beispielen von 



Lebensweise, 
loclalc Vcrliiill- 



aufgedrUcklen Wachssiegeln aus der spateren Periode füge 
ich aus österreichischen Archiven noch folgende bei: 

1311. Herzog Friedrich (der Schune) von Oeslerreich 
bestätigt dem Stifte Lilienfeld diu Kauf einer Besitzung zu 
Ilegnech. 

1313. Derselbe ersucht das Stift Lilienfeld dem Kleri- 
ker Olto von Wien die Pfarre Mäusliiig zu verleihen, worü- 
ber er dem Stifte einen Beversalbrief mit folgender Sieirel- 
klau^el aiisslellt : In cujus geslae rei evidcntiam atque robur 
sigilluiii iiostriiiii niiiius, cum niajiis penes nos nou habcainus 
ad jiraeseiis, fatemur nos praesenlibus impressissc. (Hanllia- 
ler, Reeens. diplomatic. genealogic. 1. Tbl. p. 211.) — Bei- 
den Urkunden war auf der Kehrseite ein kleines Siegel in 
rotheni Wachs aufgedrückt, jetzt sind nur mehr Spuren des 
letzteren vorhanden. Wahrscheinlich war es das Sekret mit 
der Umschrift f. S. Friderici. Dvcis. Avstr. darauf der steieri- 
sche Panther den Leib mit dem österreichischen Bindenschild 
belegt, ähnlich jenem Herzogs Albert II., abgebildet bei Herr- 
gott Siüill. Taf. 6. Fiff. 3. 

1335. 27. April. Koiirad von Polbeim bekennt in einem 
ofTeiien Briefe, dal's er sich dem Urlbeile der, in einem Streite 
über Forstbafer zwischen ihm und dem Herrn v. \\alsee zu 
Eiins, aufgestellten Schiedsrichter fügen werde, ihnen ohne 
Schaden. — Mit rückwärts anfsedrücklem Siegel. Nolizeii- 
hlall der kais. Akadem. der Wissenschaften, Jahrgang 1854, 
p. 102. niim. 34. 

1379. 2. Mai. Testament der Elisabeth von Chunringen, 
Wittwe Eberharts von Ualsee. Pergament -Urkunde mit 
fünf rückwärts aufgedrückten Siegeln. Notizenblatt , I. c. 
p. 561. 

1408. 13. Jänner. Die Herzoge Leopold und Ernst 
von Oesterreich verlangen , dafs 2 Bürger von Krems nach 
Wien reisen um mit den Stadtsicgelu den zwischen ihnen 
geschlossenen Frieden zu bekräftigen. 

1409 am Montag nach St. Laurenzen Tag. — Katharina 
von Burgund, Gemahlin Herz. Leopolds (des Stolzen) von 
Oesterreich, beauftragt den Rürgermcisler und Ratli der Stadt 
Wien, den Wachsziehcr Jakob Ernst in Nutz und Gewahr 
zu setzen von einem Stadel vor dem Sluhcnlliore im Kro- 
tcnlhale zu Wien, den sie an ihn verkauft hat. - Papier- 
urkuiide, auf der Kehrseite das Sicirel in Papier über rolliem 
Wachs aufgedrückt. 

Im weiteren Verlaufe des 15. Jahrhunderts erscheinen 
in Oesterreich aufgedrückte Siegel auf landesfursllichen und 
Privaturkunden so häutig, dal's ich die Anführung weiterer 
Beispiele füglich unterlasse, um mich zu einer anderen Er- 
örterung zu wenden, zu welcher das auf dem oben erwähn- 
ten Briefe an die Stadt Krems behndlichc Petschaft des Her- 



291 



Anzeiger für Kunde der deulsihen Vorzeil. 



292 



zogs Erii>t Veranlassung bietet; dasselbe ohne linischrifl 
zeigt niinilich den usterreiibischen Bindensehild, um wekhen 
sich ein iingefiügelter vierfüfsiger Drache schlingt. Hund, 
Durchmesser ^/'g Zoll. Dasselbe Sieffel kommt bereits im 
Jahre 1402 an der zu Brück am 20. Sept. abgeschlossenen 
ErstreckuDg der Regierungsordnuug zwischen den Herzogen 
Wilhelm, Leopold, Ernst und Friedrich vor, welche die bei- 
den letzteren mit ihren Pflschaflen besiegeln, da sie noch 
kein eigenes Insiegel haben; ferner au einem Ausspruche 
der Herzoge Wilhelm, Ernst und Leopold zwischen denen 
von Ciliy, Dachsberg und Otteustein wegen eines Hauses in 
der Schaufellucken zu Wien, gegeben zu Wien am 22. >'ov. 
1404 (beide Urkunden im k. k. Hausarcliive). — Dieses 
Siegel ist jenem Herzog Albrecbls IV. ähnlich, welches an 
mehreren Urkunden des Jahres 1396 vorkommt, und von 
mir in den üsterreichischen Bliiltern für Literatur und Kunst, 
Mai 1844 num. 9 unter Beigabe der hier mitfolgenden Ab- 
bildung besprochen wurde. 




Ich glaubte damals dem Drachen eine symbolische Deu- 
tung unterlegen zu sollen, spätere Forschungen machten es 
mir jedoch zur Gewifsheit, dafs derselbe als Insignie des 
Drachenordens zu deuten ist. Smitmer in seinem Kataloge 
zur Siegelsammlung des kais. Hausarchives erwähnt, dafs 
zwar die meisten Gescbichtschreiber behaupten, der Drachen- 
orden sei von Konig Sigmund erst nach dem Jahre 1400 
gestiftet worden, um gegen die Hussiten zu kämpfen; allein 
gewifs ist, dafs es bereits im Jahre 1.397 ') schon Ritter 
des Drachenordens gegeben habe, indem aus diesem Jahre 
ein Testament: „Dominum Victoriuni a Puteo militem dra- 
conis" nennt „qui modo praecepto magnifici et potcntis 
doniini Johannis Galeatii reperitur apud serenissimum Ven- 
ceslaum imperatorem nostrum pro ejus nejrotiis pcrtractan- 
dis." 

Ucbcrdies weiset ein Im kaiscri. Hausarchive zu Wien 
befindlicher Pergamentkodex, in welchem die ältesten Gut- 
thüter zu der Kapelle St. Christof und dem Hause auf dem 
Arlberg ^) mit ihren Wappen aufgefiibrt >ind, und der mit 



') Das Arlhcrger Bruilerschafl.shuch gibt bei Herz. Leopold 
die Jahrusziihi I3'.li an. 

') 1385, 27. Üezcmbcr zu Graz. — Herzog Leopold be- 
willigt dem armen Knechte Heinrich von Kempten, einem 



dem Jahre 1393 beginnt und mit 1415 endet, ein früheres 
Bestehen des Drachenordens nach. In demselben erscheinen 
nämlich die Wappen der nachbenannten Herzoge von Oesler- 
reich mit den Insignien des Drachenordens: 

a. Albert IV. (Blatt 6). Der österreichische Bindenschild, 
darauf ein gekrönter Stechhelm mit dem Pfauenstutz und 
einer ausgezackten Decke, wclihe aufsen rotli. innen vvcifs 
ist; ein Kettenglied verbindet den Schild mit jenem seiner 
Gemahlin Johanna von Bayern, der quadriert die bayerischen 
Wecken und den pfälzischen Löwen zeigt. An einer vom 
Helmfenster ausgehenden Kette ist der Drachenorden be- 
festigt, der Drache, ungefärbt mit ausgeschlagener, rother 
Zunge, hat am Rücken und bei den Augen rothe Flecken. 




b. Wilhelm (Blatt 7. Rev.). Der mit dem Visier durch 
eine Kette verbundene Drache ist ungefärbt, die Zunge roth, 
der Rücken crün und roth gefleckt, an der linken Seite mit 
einem gelben Streif. 

c. Leopold (Blatt 8. Av.). Der ungefärbte Drache mit 
rother Zunge, die Flecken auf dem Rücken durch Kreise an- 
gedeutet. 

d. Leopold (Blatt 9. Rev.) Schild und Helm links ge- 
kehrt, die Helmdeckc roth mit weifsem Balken, ilabei die 
Jahreszahl 1394; der Dmche, mit Gold bemalt, hat rothe 
Flecken, die Malerei des Kopfes (Kreidegrund auf Perga- 
ment) ist abgefallen. 

(Schlufs folgt.) 

Findclkindc, aul ilciri Arlbrrge eine Herberge zu bauen, 
damit jene, die, vom l'nscwitler üliorraschl, nicht weiter 
können, ein Olidai h fanden und nirht 7.u (irundc gienucn, 
wie es bisher oft geschehen. Hormayr, Taschenbuch, 1835, 
p. 278. 

(Mit einer Beilage.) 



Verantwortliche Redaction: Dr. Freih. v. u. z. A 

Druck von Fr. Campe 



uftess. Dr. A. v. Eye. Dr. G. K. Frommano. 
A Sohn in NUmberc. 



BKIL VGE ZI M V\ZIJ(Ji:il Füll KINDE DEli DFXTSIIIEX VORZEIT 

1857. 'j\o 9. ScptcinbiT. 



riironik des ffemianisclion Museums. 



Der Vfreintt-ri Thiitigkeil ist es ^.'rlungrii, bis 7.ur Hrdflniiiis 

der JiihreskonlVrcnz, am 10. St-ptriiilitT, alle S;\i Iuiii:iii uiiil 

sonstigen Zugeliörungen des Museums in den nunmehr vollen- 
(Iclen Lokalen der ICarthausu vollsländig geordnet aufzustellen 
lind zum (icbrauch darzulegen. Es gelang sogar, theilweise 
noch mehr zu thun als Im Plane lag, z. B. den grölslen Theil 
der Kreuzgange provisorisch zur Aufnahme der grofsern Sculp- 
turen-, (iemäldc- und der Modcllcnsaninilnngeii einzurichten. 
Schon am Voraheiide der diesjährigen allgemeinen Jaliieskon- 
ferenz stellten sich in der alterlhiimlichen Trinkstube der Haus- 
nieisterei (iaste aus der F'crnc und ans dem .Museumssilze seihst 
zu geselliger Unterhaltung ein und man führte die Gesellschaft 
in die erleuchtelen Hallen des hunslgeliäudes und der Ka- 
pelle, die zum ersten Male der Anschauung zugiinglich waren. 
Am folgenden Tage, nach Beendigung einer vorheralhenilen 
Sitzung des Verwaltniigsausschusses, bei welcher die in den 
niichsten Sitzungen zu machenden Vorlagen festgestellt und die 
verschiedenen Kommissionen gewählt wurden, eröffnete Vor- 
mittags II Uhr der I. Vorstand, Freiherr von und zu Aufsefs, 
die erste allgemeine .Sitzung im Lokale der Karlhause mit einem 
von der ganzen Versammlung einstimmig unterstützten Danke 
gegen Se. .Majestät, den hiinig .Max IL von Bayern und die 
Stadl Aürnherg, welche beide durch Teberlassung der Karthause 
dem german. IVationalniuseuni sicheres Obdach und die Bürg- 
schaft einer dauernden glücklichen Zukunft gegeben haben. 
Der Versammlung, welcher aufser <len einheimischen Freunden 
des Museums, den Mitgliedern des Lokalansschusscs und den 
Vorstanden und Beamten treffliche Vertreter der Wissenschaft, 
wie ()bera|i|)ellatiunsgerichlsrath Laspeyres aus Lübeck, Prof. 
Wachsmulh aus Leipzig, die Professoren Gengier, Hegel, lind. 
V. Kaumer aus Erlangen, Herr Cappe aus Dresden. ProL 
Fickler aus .Mannheim, k. prenfs. Sleuerinspector Becker aus 
Würzburg, Rector Dr. Schad aus hitzingen, Prof. Ilelferich aus 
Tiiliingen, .\rchivar Freiherr von Lödelholz aus Wallerstein, 
aul'scrdem eine Anzahl Virtreler von Agenturen: .Mlenburg, 
Munchlierg, Lissitz in Mahren, Ulm, Friedrichseck in Schlesien, 
Mannheim, Waldsassen u. a., sowie fremde Künstler, Gelehrte 
und andre: (im Ganzen c. 60 Personen, darunter 36 Fremde) 
beiwohnten, wurde dann der Bericht über das verflossene Ver- 
waltungsjahr nn'tgelheill, sowie ein Bericht über den in Weimar 
am (i. Sept. gebildeten kulturhistorischen Verein, der eine nahe 
Verbindung mit dem germanischen Museum und zwar in der 
Weise anstrebt, dafs dem .Miiseiini alles yan dem X'ereine erwor- 
bene kulturhistorische .Material zur Bewahrung iibergeben wird. 
Eine Adresse des Berliner lliilfsvercincs, dessen Vertreter zu er- 
scheinen leider verhindert waren , sowie mehrere andere Mit- 
theilungen wurden vorgetragen und die Sectionen für Berathiiiig 
der wissenschaftlichen Fragen gebildet. Am Kachmillage wur- 
den von den dazu erwählten Kommissionen, wie von den uhri- 
gen Besuchern iler Konferenz, die Sammlungen unil Katiinlich- 
keiten besichtigt und allgemein von den Anwesenden volle 



Belriedigung ober die schnelle und genugende Vollendung des 
Baues, über die Vollständigkeit und Ordnung der Sammlungen 
etc. an den Tag gelegt. Die Arbeitszeit des folgenden Tages 
wurde zu den Sitzungen und Berathungen der Sektionen und 
Cominissionen benutzt, an welche sich auch eine eigene ("onfc- 
renz der anwesenden Agenten reihte, welche die ,\iisliildung des 
Agenturwesens des .Museums zum Gegenstand hatte. In Folge 
tief eingehender Verhandlungen wurde von der historischen 
Seclion beschlossen — und der Beschlufs von der spateren 
Vcrwallungsausschufssilzung bestüligt, dafs die Urkundenreper- 
torien wie bisher fortgeführt werden und ihre Zweckbestim- 
mung für die gcsammte deutsche Geschichte behalten sollten, 
doch, um sichere Planmai'sigkeit der umfassenden Arbeit zu 
geben, sei zunächst eine besondere Aiilinerksamkeit auf die 
Heperlorisieruiig der frankischen Geschichisquellen zurichten 
und nach Vollendung derselben ein anderer Kreis in spezielle 
Bearbeitung zu nehmen u. s. f. Dabei seien die Spezialge- 
schichtsforscher und treffenden Geschichtsvereine um thälige 
Beihülfe anzusprechen. Desgleichen wurde beschlossen und 
gleichfalls vom Verwallungsausschusse bestiitigl, dafs die Er- 
gänzung der Bibliothek vor Allem durch Beschallung histori- 
scher yiiellenwerke erzielt werden und hiezu ein bestimmter 
Fond aus den dem .Museum zulliefsenden Geldmitteln verwen- 
det werden solle. Die übrigen wissenschaftlichen Sektionen 
beriethen Fragen, die zunächst die Vervollständigung und Ord- 
nung der Sammlungen betrafen und fafsten darüber die nU 
zweckmäfsig erkannten Beschlüsse. Aamenllich wurde dabei 
hervorgehoben, dafs das .Museum stets ein Hauptaugenmerk 
auf die Erwerbung solcher Kunsigegeiislande und .Xktenstücke 
etc. zu richten habe, welche aufserdem in (iel'ahr seien, ver- 
loren zugehen oder vernichtet zu werden, aufserdem aber 
durch Kopien eine mögliche Vollständigkeit seiner Sammlungen 
anstreben müsse. In Betreff' des kulturhistorischen Vereines hat 
die Sektion für Kunsl, Technik, Kulturzuslande etc. beschlossen, 
dafs, da sein Anschlufs an das Aationalmiiseuiii eben so wün- 
schenswerlh wie förderlich erscheine, das Museum ilen \erein 
auf jede Weise unterstützen und ihm insbesondere zur Aufbe- 
wahrung seines Materials in zwcckmäfsiger Weise dienlich 
werden solle. Von der Finanzkonimission wurden die voll- 
stiindig vorgelegten Bcchniiiigen des verflossenen Jahres wie 
diejenigen des Baues zwar durchgesehen , die nähere Prü- 
fung jedoch dem Lokalausschiifs übertragen, sowie auch die 
Aiifslelliing des Etats für ilas folgende Jahr. In geheinur 
Sitzung nahm der Gelehrlenausschufs die iV'euwahl mehrerer 
Mitglieder seines Ausschusses vor, deren Namen wir, sobald 
die Wahlen angenommen sein werden, verölfenllichen wollen. 
In iler allgemeinen Schlufssitzung am 12. Sept. wurden die 
Beschlüsse der einzelnen .Xiisschufs- und Sektionssilzuiigen im 
/usammenhang vorgelegt und in einer letzten Verwiillungs- 
ausschufssilziing am II. Sept. noch ober einzelne noih windige 
Punkte bcralhen und die gefafsten ßeselilussc der Sektionen 



295 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



296 



und Commissioncn beslätigt. Die Zwischenieiteii wurden, wie 
das anoh bei den frülieren Jahreskonferenien der Kall war, 
III gemeinsamen , von {.Tdfser Anzahl besuchten Miltagsmahlen 
im bayerischen Hofe und zu «rcsellicen Zusiinimenkiinften in der 
Trinkstube des germanischen .Musi iuris benutzt. Wir sehen in 
dieser von so gediegenen Vertretern der deutschen \> issen- 
schafl und so zahlreichen Freunden des Museums besuchten 
Konferenz einen neuen Beweis dafür, dafs das Nalionalmuseum 
mit dem l'eberzug in die Karthause eine zweite, gewifs weni- 
ger mühevolle Periode begonnen hat. 

Am Tage nach der SchlufsversaiiMnluni.' luclirlo Se. .Ma- 
jeslril, der König .Max II. von Bayern mit zahlreichem (ielolge 
das iMuseum mit einem fast zweistiindigen Besuche und sprach 
iiber die neue Einrichtung desselben und die Art der Herstel- 
lung der Karthausc seine hohe Befriedigung aus. — Die seit 
1. .\iigust dem Publicum unzugänglichen Sammlungen des .Mu- 
seums werden vom Ifi. d. .M. an, wo der Magistrat mit den 
Gemeindeverordncten der Stadt Kürnlierg die neu eingerichte- 
ten Kaunie in Augenschein nehmen wird, eröffnet werden. 

.Mit besonderem Danke heben wir unter den Geldunter- 
stützungen, die im verflossenen .Monat dem .Museum zugegangen 
sind, hervor, dafs die Wittwe des zu Frankfurt a. M. verstor- 
benen Dr. K. Passavant, .Mitgliedes des Gelehrlenausschusses, 
im Aamen ihres seligen Mannes ein Geschenk von 200 fl. dem 
IVationalmiiseum übersendet hat. 

Neue .\genluren würden im verflossenen .Monat errichtet 
zn Tübingen, Görlitz, Berleburg und Salziingen. 

Von Buchhandlungen traten bei: 

286. die Verlagsbuchhandlung von .Mexa n ilc r II a iipl nia n n 
in Brunn unil 

287. A. Gosohorsky's Buchhandlung (L. F. Maske) in Breslau. 
Für nachstehende Geschenke sagen wir, dieselben beschei- 
nigend, unseren Dank: 

I. Für das Archiv. 

Fr. Woeste m Iserlohn : 

770. t'»i'li'ii- 'Icr Jutte van Vysbcckc und ihres Sohnes Schotle 
van Vysbecke für die Gebriider Everl und Albert Wer- 
mynchuse über 120 schwere Gulden. 1453. i\. Pap.- 
Absclir. 

SchliCkeysen, Rcrhnungsralh, in Berlin: 

771. Pnchtvcrlrag der Prinzessin Marie von Orleans, Wittwe 
des Prinzen Heinrich von Savoycn, über mehrere Besitzun- 
gen. 1672. Pap. 

H. Krag, Hauptmann der Infanterie, zu Kopenhagen : 

772. Vidiiiius des Kaths der Stadt Frankfurt a. M. von einem 
Schirm- und Geleitsbrief des Kaisers Ferdinand II. fiir 
etliche .luden in Frankfurt a. M. 1631. Perg. 

773. Doctor-Diplom der Universiliit Pailiia für ilen Juden Isaac 
Hellcnius aus Frankfurt a. M. 1619. Perg. 

Ein Ungenannter zu Aürnberg: 
771. Wappenbrief des Balthasar Freifsleben, Kanonikus des 
Kollegiatstifts zu .Mattsce u. Pfalzgrafen für Clirislophcnis 
W eydacher von Crayburg. 1632. Perg. 
Baron von Reizenstein in Scharfeneck: 
77j. Schreiben des tiralen Ballhiisar zu Schwarzburg au den 
Hofrichtcr Ritter Georg von Schicinilz. I.'i04. Pap. 



776. Vollmacht des Killers F'riedrich von Heizenstein zu Blan- 
kenburg für Christoph .Mulner in der Klagsache des Wil- 
bold und Oswald von Dobeneck. 1514. Pap. 

777. Vollmacht des Hans von Keizensteln zu Blankenburg für 
Chrph. Müller in der Klagsache des Wilhold iiiiil Oswald 
von Dobeneck. 1515. I'ap. 

778. Schreiben des Wolf von lUizenstein des .\eltern an den 
Ritter Dietrich von Schicinilz , Hofrichter des Herzogs zu 
Sachsen. 1508. Pap. 

779. Instruction der Ritter der Hauptmannschaflen Hof und 
Wunsiedel für ihre Abgeordneten zu der auf den IH.Juni 
lfi.i7 anbcrauiMtcn Tasislalirl. 1657. Pap. 

W. Schattenmann, k. Kreis- und Sladtgerichtssccretär, 
zu Nürnberg: 

780. Inquisitionsprolocolle in der Untersuchung gegen Anna 
Ladcnliergeiin wegen Kindsmords und Hexerei. 1642. Pap. 

781. Todc^urtheil des Gerichts zu Werllieim gegen .Margaretha 
VVolzin wegen Hexerei. 1644. Pap. 

Dr. Frommann, Vorstand des .\rclii\s unil der Bibliothek 
des geriiiau. Jluseunis: 

782. Gerichtsbrief des Haug von Parsperg, Schultheifsen zu 
Nürnberg, über den Hauskauf des .Stephan Prechtell zu 
iVurnberg. 1550. Perg. 

783. Kaufbrief des Stephan Brechtl und seiner Khefraii zn 
INürnberg für Johann Aewdorn'er allda über die Eigen- 
schaft seiner Behausung und 35 rheinische Gulden Zinsen. 
1556. Perg. 

784. Kaufbrief der Helena (iiirtzin zu Nürnberg fiir Tobias 
TiicIkt und Paulus Imliol über die Eigenschaft eines Hauses 
und 20 (iiildcu Eigcnzins allda. 1578. Perg. 

785. Kaufbrief der Erben der Frau .Maria Magdalena Brechtlin 
für Johann Jacob Kluger und seine Ehefrau über ihre 
Behausung zu Nürnberg. 1656. Perg. 

Heuschmann, Kaufmann, zu ^llrnllerg: 
781). licgislcr der jiilirl. Zinsen und tiült des Gutes Olicrn- 
Radach. 177it. Perg. 

II. Für die Bibliothek. 

Meidinger, Sohn <& Comp., Buclihdl. in Frankfurt a. .M.: 

1113. Ed. Duller, \alerlanil. Geschichte fortges. v. K. Hagen. 

III. Bd. u. IV. Bds. 1.— 6. Heft. 18,54-1857. 8. 

G. Franz, BuchhdIg., in München: 
4141. Taschenbuch für die Vaterland, (ieschichli' von Honiiayr, 

foriges, von G. Th. Rudhart. 1850—57. 4 Bd. 8. 
4145. Edicta reguiii Langobardoriim , repetendn curavit J. F. 

Ncigeliaur. Edit. secund. IH56. 8. 
II III. F. W. (ihillany, das Verhältnifs Neuenbürgs zur Krone 

Preiifsen. 1H56. 8. 

Friedr. Zeulmann m .Markt Redwitz: 
4147. Jahrbücher des Marktes Redwitz, 5.-9. Hcfl. IHIl — 

1K47. 8. 
414S. Dur Bote aus den sechs Aemtern Kirchenlaniitz etc. (mit 

Bcilr:igrn zur Gesch. des Fichtelgcbirges). 1853. 4. 

K. Buchner, k. Revierförstcr, in Sparneck: 
4149. Ders., die Bcrgvesle Wnldslcin. 1854. kl. 8. 



297 



Anzeigrer für Kunde der deulschen Vorzeit. 



298 



J. Fr. Täglichsbeck, (iymn. -Lehrer u. Musrkdirector, in 
Brandenburg: 

4150. Dcrs., die musikalischen Schälle der St. Katharinenkirchc 
zu Hrandrnljiir;; ». H. 1857. 4. 

Bauer & Raspe, Bmhhdl. (Jul. Merz), in >ürnberg: 

4151. Zeilächr. für deutsche Kulturgesch., Iierausg. von Joh. 
Müller u. Joh. Falko. 1«56. AurusI. 8. 

Fürstlich Jablonowski'sche Gesellschaft in Leipzig: 

4152. Ch. A. I'escheck, d. böhmischen Exulanten in Sachsen. 
1857. gr. 8. 

Kaiserl. Akademie der Wissenschaften in Wien: 

4153. Dies., Siuunjisberichle XXL ßd. IIL II. U u. XXII. Bd. 
l. u. IL Heft. 1857. 8. 

4154. Dies., .Monumenla Ilabsburgica. 2. Abth. Einleit. zum 
I. Bd., von h:irl Lanz. 1857. 8. 

4155. Dies., Fontes reruni Austriacaruni. 2. Ablh. X. u. XIII. Bd. 
1856 u. 1857. 8. 

4156. Dies., Archiv für Kunde Österreich. Geschichts- Quellen. 
17. Bd. u. 18. Bd. L 1856 u. 57. 8. 

H. Laupp'sche BuchhdI. (Laupp * Siebeck) in Tübingen : 

4157. L. Ziniinerle, das deutsche Slammgulssystem. 1857. 8. 

4158. G. Mayer, die Geschichte des Fürstenthums Keuenburg. 
1857. gr. 4. 

Justus Naumann, Verlags- BuchhdI. in Dresden: 
41j'J. .1. I! I riiuliii;inn u. K. A. E. Kluge, Gesch. der christl. 
Kirche. 3. Tbl. 1857. 8. 
Theod. Fischer, VerlagshdI. in Cassel: 

4160. JI. ileppe , die Bekenntnifsschriflen der allproleslanl. 
hinhe Deutschlands. 1855. 8. 

Dieterich'sche BuchhdI. in Göltingen: 

4161. F. Elirenfi'urhter, zur (iescb. des Kaicchismus. 1857. 8. 

4162. Zeitschrill für deutsche .Mythologie und Siltenkunde. 
Hcrausgcg. von Woll. 2. Bd. 2. u. 3. Heft; v. Mann- 
hardt, 3. Bd. u. 4. Bds. 1. Heft. 1855—56. 8. 

4163. IL Büdemeyer, die Juden. 1855. 8. 

4161. G. «ailz, über die Anfhnae der Vasalliliit. 1856. 4. 

4165. M. Grimm, über Freiilank. iVachtrag. 1855. 4, 
J. J. Weber, VerlagsbuchhdI., in Leipzig: 

4166. E. L. Itocliholz, alemannisches Kinderlicd und Kinder- 
spiel aus der Schweiz. 1857. 8. 

C. L. Fritzsche, Budihdl. in Leipzig: 

4167. J. Salon (. Neumann J, Preuf-sens Vorzeit. 1. — 3. Tbl. 
1854. 8. 

Herm. Fritzsche, BuchhdI. in Leipzig: 

41tJ>5. J. Jon;is, .Schreiben an Jobann Friedrich, Churfurst von 
Sachsen, übiT Dr. Luthers letzte Krankheit und Lebens- 
ende. 1847. 8. 

416'J. V. Tb. Fritzsche, Vergleichung und Bcurtheilung der 
altern nnil neueren Homiletik evangel. Kirche. 1853. 8. 

L. FabriciUS, Verlagsbdi., in Magdeburg : 

4170. L. Giltcrmann, Deutschland, seine IVatur, Geschichte und 
Sage. 1857. 8. 

Hahn'sche Hofbuchbdi. in ILinnover: 

4171. J. Leunis, Leitfaden für den Unterricht in der >alurge- 
schichte. 2. Heft. 1857. 8. 



Bötticher'si be Verlagsbdi. in Düsseldorf: 

4172. II. .\llgell, Geschichte der Grafen und Herren von .Mors. 
1845. 8. 

J. L, Romen, BuchhdI., in Eninierich: 

4173. Sagen iiml Miirclicn. (Jrsnmrnelt und berausgeg. von 
einem kalb. Geistlichen. 18.")2. 8. 

4174. Erinnerung an die \>allfahrt nach dem wunderthätigen 
.Vuttprgoltesbilde zu Kevclaer. 0. J. kl. 8. 

Friedr. Viewreg U. Sohn, Vcrlagshdl., in Braunschweig: 

4175. \V. .Afsmaiin, Ihindliucli der allgem. Geschichte. 2. Th. 
1. Abth. 1857. 8. 

J. C. Krieger'scbe Buchhandlung in Cassel: 

4176. Die Vorzeit. Ein Taschenbuch für das Jahr 1824. 8. 
Trowitzsch & Sohn, Ilofbuchdrurkerei in Frankfurt a. d.O.: 

4177. .Mun;ilssilirill liir diiilscbes Städte- und Genicindewesen. 
Kedig. von B. Gräser. Jahrs;. III, 6. Heft. Herausgeg. 
von A. I'ipcr, Jahrg. HI, Ildt 7. 1857. 8. 

C. A. Koch's VerlagsbuchhdI. iTb. Kunike) in Greifswald : 

4178. Scbirmcr, Predigt am 400Jahr. Jubelfeste der Universität 
Greifswald. 1856. 8. 

E. G. FÖrstemann, Professor, in Nordbausen: 

4179. Nordbauser Kreis- und Kachrichts-Blatt Kr. 36, 41, 44, 
50-52, 55, 56, 60, 61, 63, 66, 69, 73, 78. 1857. 2. 

F. Palacky, k. k. Hi.^Uiriograph, in Prag: 

4180. Dcrs., Gesch. von Böhmen. 4. Bd. 1. Ablh. 1857. 8. 
Bernh. Schlicke, BuchhdI., in Leipzig: 

4181. >eue Volksbucher. Mit llolzschn. 1. — 31. u. 35.-43. 
0. J. 12. 

Polytechnischer Verein in Wiirzburg: 

4182. Dcr.s., Wcditiischnll, VII. Jahrg. i\r. 23— 26. 1857. 8. 
Gelehrte Estnische Gesellschaft zu Dorpat: 

41S3. Dies., \crhaiidlunf;en. 1. Bd. 1. Uli. I^j7. 8. 

Henneberg, alterthumsforschender Verein in Mei- 
ningen : 

4184. G. Brückner, benneberg.Urkundcnbuch. III. Tb. 1557. 4. 

Dr. Pescheck, Archidiaconus, in Zittau : 

4185. M. Froher, directorivm in omnos fcre . . cbronolojos, 
annalium scriptores et historicos. Recogn. et au.\it J. ü. 
Kocierus etc. 1720. 4. 

Ed. Kummer, Verlagsbdl., in Leipzig: 
41.S(). J. li. V. liolb, pragmal. Intorrcgnumsgesch. 1794. 8. 

4187. Hist. Gemälde der Politik des röm. Hofes. 1813. 8. 

4188. Ritter Emmerich von Wollslhal. 3 Aufl. 1842. 8. 

4189. G. F. Poschmann, bislur. Bemerkungen in Bezug auf 
das Schulwesen in don Ostsee-Provinzen. ( 1804.) 8. 

4190. R. Eitelhcrgcr v. Edelbcrg, dii' Reform d' > Kunstunter- 
richtes und Prof. Waldinullors Lebrmotboi!,'. IS 18. .8. 

4191. C. F. Heydenreich , de antiqua l'acult.ilis Jiirld. I.ips. 
polcstalo, senlontias criminales ferendi. 1836. 8. 

4192. Archiv für alte Geographie, Geschichte u. Alterthiimer, 
herausgeg. von F. C. H. Kruse. 2. u. 3. Hfl. 1822. 8. 

4193. J. F. Jugler, Beylrage zur juristischen Biographie. 5 B. 
1773—79. 8. 

4194. K. L. Kannegiefser, Abrifs der Goschichle der deut- 
schen Literatur. 1838. 8. 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeil. 



299 

4195 Ilamliurgischf hunslIiTnachricIilen. 1794. 8. 

4196. Ma-na ihartn von Galiiien oder L'nlersuchiing iltr Be- 
schwirdcn dis (Jalizischt-n Adils (lolilii. >'alion ulitr die 
öslerr. Regierung. 1790. 8. 

4197. Melha von Zehren, eine He\engeschiclite. 1799. H. 

4198. J I). .Metzgir, Skizze einer |iragnial. I.ilerardeseli. der 
Medeein. 1792. .Vit Zusätzen u. Vcrbess. 1796. H. 

4199. Jlislor. Polil. A'aehrielitcn von den osterreicli. iVieder- 
landen. 1785. 8. 

4200. C'h. M. Pauli, Beiträge zur Sprach wlsäcnscliaft. 1. Bds. 
I. Hft. 1SS12. 8. 

4201. G.K. I'usrhniann, ijber den Einflufs der ;ihendhinil. Kullcir 
aul Kufsland. 1802. 4. 

4202. Kecensio riianuscriptoruni codicuru, (|ui ex universa biblio- 
Iheca \alicana selecti jussu Dni Kri Pii VI procuratori- 
bus Gallorum traditi fucrc. 1803. 8. 

4203. J. G. Kiiger, Gesch. u. Beschreibung des Soldatenknaben- 
ln~litul< zu Annaberg. 1787. 8. 

4204. Ch. S. Schmidt, histor. l'nters der Krage: Ward das 
Christenlhurn in Böhmen von .Melhud nach den Grund- 
sätzen der griechischen od. latein. Kirche eingeführt? 
1789. 8. 

4205. Der Heilige Knabe, od. Swatopluk sonst Zwentibold 
König in Grofsmähren. 2. Aufl. 1800. 8. 

4206. Trilhemii de Sponhiim Güldenes Kleinod oder Schalz- 
kasllein, übers, von Bas. Valenliuo. 1782. 8. 

4207. .1. II. Wesiphal, Lehen, Studien und Schriften des Astro- 
nomen Johann Ilevclius. 1820. 8. 

4208. K. H. Jordcns, DenkwürdigUeilen, l'luiraktcrzii^'e und 
Anekdoten aus dem Leben der vorziiglichsten deutschen 
Dichter und Prosaisten. 2 Bd. 1812. 8. 

4209. Ideen zu nalürl. Gesch. der Bevolutionen. 1802. 8. 

4210. C. I). Iliillriianri, de re argenlaria veteris et medii aevi. 
1811. 1. 

4211. C. \V. E. iiciniliach, de dominii prol)alione ex principiis 
juris tarn Komani quam Saxonici. 1827. H. 

4212. Ch. G. Heinrieh, Gesch. von England. 4 Th. 1S06— 
1810. 8. 

4213. Georg und .Mbrecht von Rahslein, oder die vermeinten 
Briider. 2. Aufl. 1800. 8. 

4214. K. Faber, preuTs. Archiv oder Dcnkuurdigkeitcn aus 
der Kunde der Vozeit. 1.— 3. Samml. 18(19—10. 8. 

4215. K. G. (iünther, d. Privilegium de non appellando des 
Kur- und Fürstl. Hauses Sachsen. 1788. 8. 

4216. J. Gencrsich, kurzer .Abrifs der (icsebichte von Oester- 
reich, B<>hnien und Uni;arn. 1824. 8. 

4217. J. Ch. Ilellbach, Wörterbuch des Lehnre.hl.s. \HiKi. H. 
42IS. Chr. Schreiler, die (k-scIi. des Prin/.i'nriculies. IH(I4. H. 



300 



Creutz'.-^i hl- liiK hhili. Ili. KrclMhiii.iiiii) in MaudeburL': 
4219. K. P. Lepsius, kleine Schrillen gesaniniell u. herausgeg. 

von A. Schulz (.San-.Marte). .Mit 12 Tafeln. 1854— .').0. 8. 

Ders., Geschichte der Bischüfe des llochstiris Naunjburg. 

1. Tbl. 1846, 8. 

M. Kathmann, Geschichte der Stadt Magdeburg. I ISde. 

1800—1816. 8. 
4222. Ch. L. Stock, Grnndziige der Verlassung des (iesellen- 

wesens der deutschen Handwerker. 1844. 8. 



4220. 



4221 



4223. W. Kililieck, .lungfer Emcrcntia Lorenz von Tanger- 
munde. 0. J. kl. 8. 

4221. H. Fr. Diez, Archiv «agdeburgischcr Hechte. 1. Bd. 
1781. 8. 

4225. Clemens, .Mellin, Kosenthai, der Dom zu .Magdeburg. 
(1K52.) qu. 2. 

J. B. Metzler .M-ht Buchbdi. in Stuttgart: 

4226. (iirmaiiia. Herausgeg. v. Fr. Pleilfer. 2. Jahrg. 1.— 3. 
Hell. 1857. 8. 

Gustav Mayer, Verlagshdl., in Leipzig: 

4227. \\ . Im-Ii-, die bedeutendsten Kanzelredner der alteren 
lulhirschen Kirche. 1. Bd. 18;jti. 8. 

4228. K. A. .Mayer, deutsche Geschichte. 1. Bd. 1857. 8. 

4229. Vf. Menzel, die Gesiinge der Volker. 2. Ausg. 1856. 8. 

4230. W. Stricker, die Deutschen in Spanien und Portugal. 
1850. 8. 

4231. K. Kirsch, die Krone der Alten. 1855. 8. 

4232. Gegiirsalze und Kiinipfe der deutschen und ilanischen 
Sprache. 1857. 8. 

4233. K. Klüplel, 2. Nachtrag zu dem Wegweiser durch die 
Literatur der Deutschen. 1856. 8. 

Damian <& Sorge, l'niversitätshuchbdl., in Gralz: 

4234. Alb. V. Muchar, Geschichte der Steiermark. I.— 5. Bd. 
1844-50. 8. 

Vandenhoeck A Ruprechts Verlaitsbuchhdl. in G/illingen : 

4235. I.. liupr.chl, die rieulsche Kechtschreibung. 2. Aull. 
1s,^7. w. 

4236. G. Scharuliiich und \\ . .Müller, nieder.*. Sagen und Mär- 
chen. 1855. 8. 

4237. Die Politik des Hauses Oesterreich Deulsihliind nuil dem 
Protestantismus gegenüber. 1852. b. 

4238. A. W. Dieckhoir, de Carolosladio Lulheranae de servo 
arhitrio iloclriuae contra KcUiuui deleusae. 1850. 8. 

4239. Ders., die Waldenser im Millelalter. 1851. 8. 

4240. Ders. , die evangelische .\bendmahlslehre im Reforma- 
tionszeitalter. 1. Bd. 1854. 8. 

4241. G. Schamhach, die platidculschen Sprichwörlei der Fiir- 
stenthümer Goltingen und Gruhenhagen. 1851. 8. 

4242. F. Lcdiniann, Lehrbuch der Kir( hengescbichte. 1854. 8. 

4243. Gdttinger Studien. |S15; |N47, 1, l.u. 2 u. II, l.u. 2. 8. 

4244. J. Sl. Piitter, Lilliralur des Teulschen Slaalsrechts. 3. Th. 
I77li— 83. 4. 

421.'). K. lioulerwek, Gesch. der Künste und \\ issensiluillen. 
1 11 111. I. II. 2.. V._\1I. ISIII — l!l. '-. 

George Westermann, \erlagslunhhdl., m l!rauusch«eig: 

4246. Ad. Plali; deiilseh.- (ieschiehte. I —3. Bd. 1853—56. 8. 

4247. J. Sporschil, Ge.scb. der llnhenslaufen. 2. Aufl. 1848. 8. 

4248. K. V. Kottick, allgcm. (Jeschichle. 1 —Id. Bd. 1855. «. 

Dumont-Schauberg M he riuihiiili. m huln: 

4249. (Irgan liir chrisllichc' Kunst, herausgeg. von Fr. Bauilri. 
VI. Jahrg. I\r. 15-24 u. VII. Jahrg. >r. 1 — 14. 18.56 
u. 1S57. 4. 

C. MüUer'Mhe Bucbhdl. (G. F. Euler | in Fulda: 
42.111 II. hrrsling, die Sonderreihto im hiirlürstenlhuine Hes- 
sen. II Lief. 1857. 4. 



301 



Anzeigrer für Kunde der deulsclu-ii Vorzeit. 



302 



Dr. G. Homeyer, geh. Obertribunalralh u. Proftssor, in 
Berlin: 

4251. Uers., »her <i. inlurnialio ex speculo Saxonum. 1857. 4. 

Herm. Schultze, Verlagslju.hhdl.. in I.eIpziK: 

4252. V. Jiicolii, die Bedeutung der biihniischen Uorfnaincn. 
1856. 8. 

N. G. Elwert'si'lie rniversiliils-Biichhdl. in Marliurg: 
425:i. A. llenninjjer, Miirljur); und seine linigebunj»en. 1856. 
gr. 8. 

4254. H. V. Sjbel, über den Stand der neuern Geschichlschrei- 
bung. 1856. 8. 

K. k. Centralcommission zur Erforschung und 
Erhaltung der Denkmäler in Wien: 

4255. Dies., .Mittbeilungen. Redakteur k. Wcifs. I. Jabrg. 
Juni, .lull. IS57. 4. 

Allgemeine deutsche Verlags -Anstalt (Sigi-mund 

Wcilll) in Berlin: 

4256. Roniberg's Zeitsebrifl für praktische Baukunst, redig. v. 
E. Knoblauch. Jahrg. 1857. Hft. 1-6. 2. 

4257. Gülbes Briefe, mit geschichtlichen Einleitungen und Er- 
läuterungen. 2. u. 3. Lief. 1857. kl. 8. 

4258. Scbiller's Biiefe mit gcschicbtl. Einleitungen und Erläu- 
terungen. 2. Aufl. 2. u. 'i. Lief. (1857.) kl. 8. 

4259. H. Brugsch, die ägyptischen Alterlbüiuer in Berlin. 
1857. 8. 

Hessischer Verein für die Aufnahme mittelalter- 
licher Kunstwerke zu Uannsladl: 
426(1. Uers., Denkmäler der deutschen Baukunst. 1. Bd. 1856. 
gr. 2. 

Museum Francisco -Carolinum in l.inz: 

4261. Dass, 17. Bericht. Nebst der 12. Lief, der Beitrage zur 
l.nndeslamdc von Oesterrcieh ob der Enns. 1857. 8. 

Carl Ehrlich, Custos am Museum Francisco-Carolinuni, in 
l.inz: 

4262. Ders., die niitzliaren Cesteine Oberiisterreicbs und Salz- 
burgs. 1857. 8. 

Histor. Verein des Kantons Bern in Bern: 

12li3. D.Ts., Archiv, III. B, 3 ii. 1. Hft. 18.57. 8. 

.12111 l»a^ l)iiiiiinilvan.rKli.-l(T in liriii. .>(iiialirsMatl. 1857. 4. 

Gesellschaft für nützliche Forschungen zu Trier: 
426.5. Ders , Jahresbericht v. J. 1856. 1857. 4. 

Aug. Stöber, Professor, in Midhauscn: 
42(ii). A. l.aMiey. Chronik der Elsasser in Liedern und (jcnial- 

den. 1845. 8. 
42li7. A. Si(d)cr, nolice historiquc sur le Klapperstein. 

W. Krämer, haufinanii, in .Nürnberg: 
426>-. J. K. Kolb, (Jescbiilile und Bcschreilning dir nurnbergi- 
schen Karthause. 17<I0. 8. 

Dr. W. Wackernagel, Professor, in Basel: 

4269. Der.«., .Millheilungen der (;esellschafl für vaterländische 
Alterthumer in Basel. VII. Die goldene Allarlalel von 
BaMl. |K.'.7. 4. 

F. W. A. Schlickeysen, H., hnungsralh, in Berlin: 

4270. A. V. Daniels, Alter und l'rsprung des Sachsenspiegels. 
1853. 8. 



4271. G. J. Keller, die Gründung des Gymnasiums zu Wurz- 
burg. 1850. 4. 

4272. Keyserliche ßelehnung, Gnaden-Verschreibnng und Pro- 
lektoria, welche dem Stillt yuedlinburg ertheilel wor- 
den. 1694. 4. 

4273. Bidermaiin, von Bergwerks- .Münzen. 1., 4., 5., 6., 8. 
AbhdI. 1753—72. 4. 

4274. T. Eckhard, Codices nianuscri|iti (.» vedlinbvrgenses. 1 723. 4. 

4275. Ürtschafts-Verzeichnifs des Kegierungs-Bezirks Potsdam 
nach der neuesten Kreiseintheilung v. J. 1817. 0. J. 4. 

4276. .\. II. Honig, lopograph.- aiphabet. Handbuch über die 
im Obermainkreisc belindl. Städte, .Markte, Dörfer etc. 
1^20. 4. 

4277. Topograph. -Statist. Ortsvcrzeichnifs des Reichenbacher 
Regierungsbezirkes. 1818. 4. 

C. Becker, k. preufs. Steuerinspektor, in Wurzburg: 

4278. F. ^ork, etyniol. -Symbol. -mythol. Real-Wortcrbuch für 
Bibelforscher, Archäologen und bildende Künstler. 4 Bde. 
1843—45. gr. 8. 

4279. Aeue Bibliothek der schönen Wissenschalten und der 
freyen Künste. 1770. 8. 

4280. J. G. Puhlmann, Beschreibung der Geniahlde in der Bil- 
dergallrrie, deu daranstofsenden Zimmern, und dem 
weifsen Saale im k. Schlofse zu Berlin. 1790. 8. 

4281. Joh. Diederich von Steinen, die Onell^'i ^'■'' westphäli- 
schen Historie. 1741. 8. 

4282. M. Oesterrcieh, description de tont l'interieur des dcux 
palais de Sans-Soiici, de ceux de Potsdam, et de Char- 
loltenbourg. 1773. 4. 

4283. F. J. Lipowsky, Geschichte und .Merkwiirdigkeiten von 
Allenotting. 0. J. 8. 

4284. S. Buchfeiner, die Gesch. der Verehrung der gnaden- 
reichsten .lunglrau und Gottes- Mutier Maria zu ,\lten- 
ötting. 3. Aufl. 1839. 8. 

4285. Vcrzeichnifs der Gemälde, Handzeichnungen, Kupferstiche 
und Bücher, welche zur llinlerlasscnschall il. II. J. V. 
Prchu gcluiren 1829. K. 

Societe de l'Histoire et des Beaux-Arts de la 
Flandre maritime de France /u limikirchen: 

4286. Dies.. Mcmoires. IS.")7. -«. 

Allgemeine geschichtsforschende Gesellschaft der 
Schweiz: 

4287. Dies., Anzeiger für schweizer. Gesch. u. Alterthumsk. 
I\r. I—H. Ih.57. gr. 8. 

Ein Ungenannter in INumberg: 

4288. Bergk-Ordnunng des .. Hcrtzogen zu Sachsen. I5S9. 2. 

4289. \\\M' Most, Beschreibung vnd Anzeig. Wie vnd welcher 
Gestallt von den . . . Herrn Bürgermeister vnnd Roth 
der llauplstalt Amlierg, ein Irey llauplschiefseu ange- 
stellt vud gehalten. 1.596. 4. 

4290. J. P. Salorius, Schreib-Calender .. aull das Jar 1598. 8. 
W. K. Schulthelffl, Lehrer, in Nürnberg: 

4291. Ders., (iisch. der Schulen in Nürnberg. 1. u. 5. Hfl. 
lf'5li u. 57. h. 

J. S. Rittner, Kaufmann, in Nürnberg: 

4292. Biblia. Deudsch. AulTs new zugcrichl. D. Marllulher. 
1548. 2. 



303 



Anzeiger für Kiiiiile der dculsilifii Norzeil. 



304 



4293. Bihlia. 1703. 2. 

429». Bihlia, herausgeg. v. G. G. Zellner. 1740. 4. 

4295. y\. Luther, .\iisli'gun(; di-r Epi.slcln vnd Eviingclicn vom 
Advfiit an, his aiilT Osti-ni. I.">3I. 2. 

4296. J. G. I)()|iprlmiiyr, hislur. i\achrirhl von den rViirnherj;. 
)latheniatirj.s und hünstlern. 173U. 2. 

4297. (L. C. V. MölckcrnJ, hisloria iVorimbergensis iliplomnt. 
2. Period. 173H. 2. 

4298. (J. J. Carbach), Nürnbergisches Zion. 1733. 2. 

4299. llisl. Nachricht von dem Trsprung und dem Wachslhum 
der Stadt INüriibcrg. 1707. 8. 

4300. C. Ch. Hirsch u. A. Würfel, I.chcnsbeschreiliungen aller 
Herren Geistlichen, welche in Nurnlierg {jedicnet, lienebst 
einer Beschreibung aller hirclien nnd C'apellen daselbst, 
4 Bde. 17j6— 60. 4. 

4301. G. A. Will, Gedachtnifs des vor 200 Jahren gelegten 
Grundes des Collegien-Gebaudes der Universität Altdorf. 
(1771.) 4. 

4302. Nurnhergischei- Slaatskalender auf das Jahr 1806. 4. 
Dr. Reufs, qu. Professor, in Niarnberg: 

4303. J. M. Kabus, dissertatio de dea Hertha. 1842. 4. 

4304. A. Schott, über den Ursprung der deutschen Ortsnamen 
zunächst um .Stuttgart. 1!^43. 4. 

Somnoer, i|u. k. Landrichter, in IViirnherg: 
43Uü. I,c philos"|ihi' modirni'. coniedic en trois actes. 1790. 8. 

L'Institut historique in Paris: 

430(1. Dns.s., rinM.li;,'aHur. 21. annee. 271. livrais. 18.57. 8. 

Dr. Ed. Kwisda in PrOdlilz: 

4307. Ed. Pratobevera, die keltischen und rcjmischen Antiken 
in Steiermark. 18.i(i. 8. 

Seine Majestät Friedrich Wilhelm IV., König von 
Preufsen : 

4308. lt. Prh. v. Stillfried, Alterthumer und hunstdenkmale des 
Erlauchten Hauses Hohenzollcrn. Neue Folge. Lief. 1 — 5. 

18.52— .56. gr. 2. 

Rectorat des k. Maximilians - Gymnasiums in 
München: 

4309. Jahresbericht für da.< Schuljahr 1856/57. 4. 2 Expl. 

4310. A. Fischer, die Theologie der Divina Commedia. 1857. 
8. 2 Evpl 

Theod. Bertling, Buclihdl., in Danzig: 

4311. J. Greth, Danzigcr Bauwerke, 7. u. 8. Lief. 1857. 8. 

Dr. A. L. J. Michelsen, geh. J(jsti/.- u. Ober-.Xpp.-Ger.- 
Hatli u. Profes.-iur. in Jciiir : 

4312. Ders., die ältesten Wappcnschilde der I.iindsralen von 
Thiiringen. 1857. 4. 

Dr. Zöllner, pmKt. Arzt, in Aub: 

4313. Ders., stalisli.sdie Tabellen über samintl. prakt. Civil- 
Aerzle von Unterfranken und Aschalfenburg, nach dem 
Stand von 1856. 4. 

4314. A. Bnland, series et vitae professorum ss. Thcologiae, 
(pii Wirceburgi docucrunt. 1835. 8. 

4315. Die Legend des heyligen vatters Franci.ici. Nach der 
Beschreybung des Engelischen Lerers Bonauenture. Jlil 
vielen Holzschnitten. 1512. 4. 



4316. M. Ring, ans dem fagebuche eines Berliner Arztes. 
1856. 8. 

4317. Elienne Pall, Enthüllungen aus Bad Homburg. 1856. 8. 

4318. Lecm (iozlaii, die l'ariser .Mailressen. 1854. 12. 
Richard- Janillon, Caslellan des Schlosses zu HeidellH-rg: 

43 ly. Ucrs,, Wanderungen durch die Ruinen des Heidelberger 
Schlosses und seine Umgebungen. 1857. 8. 
Rudolph Weigel, Kunst-, Buch- u Lamlkarlenhdl., in 
Leipzig : 

4320. Rudolph Weigel's Kunstlager- Catalog. Nr. 27 u. 28. 
1856 u. 57. 8. 

4321. Rud. Weigel, Holzschnitte beriihmter Meister. 15. u. 16. 
Lief. 1857. 2. 

Histor. Verein für Krain in Laibach: 

4322. Ders., ^Iiiiliiilungcn. Februar u. Miirz. 1857. gr. 4. 

M. A. Passavant, Wittwe des t Dr. med. Job. ("arl Pas- 
savanl, in KriinKlurl a. .M. : 
43'.'3. Job. Carl Passiivanl, die Kieiheit des (iewissens. 1835. 8. 

4324. Ders., Untersuchungen über den Lebensmagnutismus. 
2. Aufl. 1837. gr. 8. 

4325. Ders., Sammlung vermischter Aufsätze. 1857. 8. 

4326. Ders., das Gewissen. 2. Aufl. 1857. gr. 6. 

Oberlausitzische Gesellschaft der Wissenschaften 

in (liprlilz : 

4327. Dies., neues Lausitzisches Magazin. 33. Bds. 3. u. 4. Heft. 
1856 u. 57. 8. 

Meidinger, Sohn & Comp., in Frankfurt a. M.: 

4328. Ell. Iliiller, Vaterland, (iesch., lortges. von K. Hagen. 
V. Bd. 1. Heft. 1857. 8 

III. Für die Kunst- u. Alterthumssammlung. 

Rosenberg, Staalsanwalt, in Bergen auf Rügen: 

1844. 4 galvanoplaslische und 1 Lackabdruck von miilelalter- 
lichen Siegeln. 

Sava, Vicestaatsiluchhalter und Rechnung.<ralli, in Wien: 

1845. 35 Gypsaligüssc von mittelalterl. Siegeln. 

1846. Galvanoplastischer Abdruck des Siegels des Erzbischofs 
Pilgrini von Salzburg. 1372. 

1847. Original -Grundbuchssiegel von Wien v. 1374. 

1818. Lackahdruck des Siegels der Aebtissin vom St. Lorenz- 
kldstrr zu Wien. 14. Jhdi. 

K. Leitzmann in Tnnzenhanscn : 
l'^4'.). Silbermünze K. Wladisl.ius IL von Böhmen. 

1850. 3 Bracteaten von .Markgr. Krii-drich dctn Bedrängten 
von Meifsen. 

1851. Bracleat des i^rzb. Adelgol v. .V:igdcbnrg. 

1852. Silbirmfinze des Erzli. Hariwich von .Magdeburg. 

1853. Silliermiirizc des Bischofs .\rniil(l von Merseburg. 
\x?>4. Sillierinunze des Bischofs Richwin von Naumburg. 

1855. Brncteat des Bischofs l'eter von Naumburg. 

1856. 2 Silbermünzen des Bischofs Heinrich M. v<m Sirafsburg. 

1857. 4 Brandenburger Silberniiinzen nm 1500. 

1858. Bracli'al der .Stadt Eiscnai h, vor 14 10. 

1859. 2 Bracteaten der Stadt Frankfurt a. d. (). um l.'iOO— 20. 

1860. 2 Bracteaten des Bisthunis Halberstadt v. 16. Jhdt. 



305 



Anzeiger für Kun(i<! der dculsclun Vorzeit. 



306 



1861. Bracteat der Sladt Jena um 1450. 

1862. Bracli-al der Stadt Kyritz um 1520. 

1863. 2 .Miitfiitl)iirefr Bracteaten v. 13. u. Iti. Jlidl. 

1864. Slaii.sfrldcr Bracteat um I52U. 

1865. Saalfelder Bracteat um 1450. 

1866. Bracteat der Stadt Stendal um 1 500. 

A. Stöber, Professor, in Miilliausen: 
18t)7. 5 Bracteaten von StrafsLurger Bischufeu. 

1868. Broncemedaille auf die äOOjahr. Jubelfeier von Basel. 

Mehring, rurzellainmaler, in Nürnberg: 

1869. Bronceinedaille auf die Befreiung Wiens v. J. 1686. 

Ein Ungenannter: 

1870. Sliiriiiiiliiiuni König Karls XII. von Schweden, \on J. 
Peringskiold. 

Straufs. -Xritiijuar, in Schwabach: 

1871. BruchslMik einer allen Pistole. 

Kirchenverwaltung, protestantische, in INurnberg: 

1872. Verschiedene Stücke alter Zeuge vom 15. u. 1(3. Jahr- 
hundert. 



C. Becker, kgl. preufs. Steuerinspeclor, in Würzburg: 

1873. Brustbilder eines jungen .Mannes und eines niusicirenden 
Engels; delgemalde vom Anfange des 16. Jabrhdts. 

1874. 9 Gjpsabgüsse von mitlelalterl. Elfenbeinschnitzereien. 

1875. 2 Gypsabgiisse von .Schicferreliels vom 16. Jahrhdt. 

1876. Gypsahgnfs des Siegels der medizinischen Facultat zu 
Paris vom 12, Jahrhdt. 

1877. 2 Gypsabgüsse von Medaillen des 16. Jahrhdts. 

1878. Gypsabgufs eines Helief|iortraits des Ludwig Rabus 
von 1575. 

1879. Gemaltes Fenster aus dem Strafsburger .Munster, Kar- 
bendruck. 

1880. Entwurf lur ein genialles Fensler, Bruchstück einer 
llarulzcichnung vom 16. Jh<lt., mit dem Monogramm II B. 

l'^hl. 7 l'ortraits, Holzschnitt«- und Kupferstiche vom 16. u. 
17. Jhdt. 

1882. Grofscs Alphabet von l). Hopfer. 

1883. .\nsieht von Schlofs Füssen, Wassermalerei. 

1884. Waijpen der Ablei Venningen, Kpfrst. >. .\bdr. 
Ein Ungenannter: 

1885. Bayr. Silbermunzi^ v. 1506. 

1886. Regensburger Silberiuünzc v. 1629. 

1887. Paderborncr Kupfeiiuünze v. 1706. 



Chronik der liisldrisclicii \('r(iiie. 



.\ls Beweise der Thiitigkeit des Vereines für hambur- 
gische Geschichte liegen uns noch \(>r: 1. des Lexikons 
der hamburg. Schriftsteller und Künstler bis zur Gegenwart 
erster, zweiter und dritter Band und 2. ein Bericht iler allge- 
meinen Versammlung vom 1. Dezcmb. 1856. Das Le.vikun, im 
Auftrage des Vereines ausgearbeitet von Dr. Hans Schröder, 
enthiilt in seinen ziemlich umfangreichen ersten drei Bänden 
die alphabetische Aufziihlung aller in Hamburg thätig gewesenen 
Künstler und Schriftsteller bis zum Buchstaben K (KleyeJ und 
gibt von jedem der Aufgezahlten iiiil einer kurzen Biographie 
ein Verzeirhnifs seiner Schriften und Werke; der Jabreslicriclil 
enthalt neben dem Berichte über das verflossene Jahr die .An- 
gabe der gehaltenen Vorträge und der eingelaufenen Abband- 
lungen etc. die zum grofsen Theil zu einem späteren Abdruck 
bestimmt sind. 

Von dem in 15 zu .Mainz gebildeten hessischen \ ereine 
für die Aufnahme mittelalterlicher Kunstwerki^ zu 
Darmstadt liegt uns ein starkes Heft wulilausgefulirtcr Abbil- 
dungen von Denkmälern der deutschen llaiikunst vor, nebst 
den Statuten und einigen Bogen erläuternden Textes. Die sehr 
umfassenden, sorglaltig ausgeführten Abbildungen stellen dar: 
das Judenbad zu Friedherg in der Wetterau, nulgenommen und 
erläutert durch Dr. l'arl Dielfenbach, Schlofs Keicbenbcrg von 
Prof. Dr. Ph. Dielfenbach, die Kirche auf ilem Schiflenberge 
bei Giefscn, aufgenommen und erläutert durch Dr. F. Müller, 
die Kirche zu Pfalfeii- Schwnbenheim , die Kirche zu Broms- 
kirchen, die Klosterkirche zu Hiezenhain u. a. 



Das neue lausitzische Magazin bringt uns im \\\. 
Band Heft Hl. für die ältere Landesgeschichte: urkundlicher 
Beweis, dafs dem Gau (paijus) Lusiei keine doppelle Bedeu- 
lung, nämlich eine engere und weitere, beigelegt werden kann, 
sondern, dafs er stets die ganze INicderlausitz mit .\usnahine 
des Landes Sorau (terra Zarowej ausgemacht hat, vom Kechts- 
anwalt iVeumann zu Lübben. Aufserdeni : die Akrisie in den 
Bildungen lausitzischcr Ortsnamen, lausitzischc jMisccIlen, Re- 
stauration des Ulmer .Munsters. Recensionen etc. Desselben 
Bandes Hell IV enthalt aufser dem Nekrologe des Pastors zu 
llirsclililde, Karl Frieilr. Kmithe , den Berichten über neue 
lausitzische Literatur, sowie über (JescIlschalls-.Vngelegcnlicilen 
des \ ereines eine längere, gelungene .Vbhandlung : Jakob Böhme. 
Sein Leben und seine Schriften, mit Benutzung handschriftlicher 
Quellen dargestellt. Preisschrift von Dr. Hermann Fechner. 

Vom .\rchive des historischen Vereines des Kan- 
tons Bern liegen uns f<mi drillen Bande die neuesten Hefte 
III und IV vor Heft III. eulliall für die politische (iescliichte 
Berns: l'ebcr die lieferen Irsacbcn des Burgunder- und Schwa- 
benkrieges und Berns nationale Stellung in ilenselbcn, als Ein- 
leitung zum erstmaligen Abdrucke des neu aufgefundenen .Mann- 
schaftsrudels der Berner im Schwnbenkriege, von B. Ilidbcr. 

Für die Allerthumskunde: die Allerll er von Wangro bei 

Bere, von \. Jahn. Aufserdem: eine ErolTnungsrede und ihn 
Protokoll der llaiiplversainmlung am 21. Brarhiiional |Sj6 und 
die Verzeicbnifse der Mitglieder und Bücher des Vereine.«. In 
einem Anhange gibt .M. v. Stiirler: Quellen «ur Kirchenreform 



307 



Anzciffer für Kunde der deutsrhen Vorzeit. 



308 



in Bern. — Das Heft IV'. enthalt als einen umfangreicheren 
Beitrag zur neueren (leschichle: Bonaparle.'i, des (ieneral-en- 
chef der italienischen Armee, Heise von .Mailand nach Rastatt 
durch die Schweiz und die liernischen Lande, im IVovenilicr 
1797; mit Beilagen. Von Berchlold von .>liilinen-(iurowsky. 

Das uns vorliegende dritte Heft der Mittheilungen iler 
numismatischen Gesellschaft in Berlin, 1857, enthalt 
für die .Münzkunde wieder höchst lirauchliarc Beitrage; von 
Dannenberg: zur Miinzkunde des zehnten und elllen Jahrhun- 
derts, und: ein Denar des Bischofs Conrad I. von Lehus. Von 
A. V. Hauch: über die römischen Silbermünzen und den in- 
neren >Verth derselben. Aufscrdem einen Aufsatz über die 
Münzen Australiens, von Schlickeysen, und ein Verzeichnifs der 
Ehrenmitglieder. 

Das uns vorliegende zweite Hell des XVI. Jahrgangs der 
baltischen Studien, herausgegeben von der G esell Schaft 



der p o Ml uicrsche n Geschichte und A Iterlhumskunde 
i'nihiill, aufser dem achlundzwanzigsten Jahresberichte, an (luel- 
lenlicitnigen: Cronica de ducalu Sietlinensi et I'omeraniae 
gcsloruiii inier Brandenburgenses et duces Stettinenses, ao, 
domini 1464. Aus der I'ergamcnthandschrift des Greifswalder 
Stadtarchivs mitgelheilt von J. G. L. Kosegarten. Kür die Lan- 
desgeschichte: Ostponiniern, seine Fürsten, rürsilichen Lan- 
desllieile und Distrikte, von L. (Juandt (Fortsetzung); die Ver- 
Iheiiligung Greifswalds gegen Kurfürst Friedrich Wilhelm von 
Brandenburg im September 1656, von J. G. L. Kosegarten. 
Aufserdem eine Biographie : das Leben des Doktor Johann 
Gcrschow, von ihm selbst beschrieben und mitgelheilt von 
Friedrich Lalendorf in Kcustrclitz. Für die deutsche Kunst- 
geschichte: der ncurestaurirtc, geschnitzte Hochaltar der 
Sl. Mkolaikirche in Stralsund, von K. v. Rosen in Stralsund. 



N a c ii r ich! e ii. 



IjiterHliii*. 

Neu erschienene Werke. 

48) Bibliothek der a ngel siichsischen Poesie, in 
kritisch bearbeiteten Texten und mit vollständigem (ilos- 
sar herausgegeben von C. \V. iM. Grein. I. Bd. (inl- 
tingen, G. H. VVigand. 1857. 8. VI und 370 Sin. 
Dichtungen der Angelsachsen, stabreinicnd über- 
setzt von C. W. .M. Grein. 1. Bd. Gültingen, (i. II. 
Wigand. 1857. 8. IV und 308 Stn. 

Mit diesem Unternehmen darf der Herausgeber auf den 
Dank aller Freunde angelsiichsischer Poesie rechnen. Die 
Hauptwerke dieser Literatur konnten schon wegen der hohen 
Preise der englischen , bis jetzt fast einzigen Ausgaben keine 
grofsc Verbreitung linden, und diesem Umstände ist es wohl 
zuzuschreiben, dafs die Beschiiftigung mit der angelsächsischen 
Sprache bis jetzt nur Sache weniger Gelehrter war. Der vor- 
liegende Band enthält zunächst die Dichtungen, die Ciidmon 
beigelegt werden, und für die der Herausgeber in Bouterwek 
eine trelTliche Vorarbeit halle. Hierauf fcdgt der Codex Kxo- 
niensis und zum Schlufs der Beowulf, fiir den kritisch am mei- 
sten zu Ihun war, wie denn auch (irein den Text an vic^len 
Stellen berichtigt hat. Zu wünschen wäre gewesen, dafs jedem 
der grüfaern Stücke eine literarische Einleitung voraufgeschickt 
wurde. Die Uebersetzung derselben Stücke, die der eben be- 
sprochene Band entliiill, liefert das zweite Werk. In möglichst 
nahiMii Anschlufs an das Original leidet doch die Gewandhiul 
der Sprache nicthl; namenilich dadurch unterscheiden sich diese 
Ueberselziingen \ou fniheren, wie z. B. von der Ellmüllerischcn 
des Beowulf. 

49) Ernst der Fromme, Herzog von Gotha, nach seinem 
Leben und Wirken dargestellt in Wort und Bild von 



Dr. Carl Klaumig in Leipzig u. Prof. H. J. Schnei- 
der in Gotha. Leipzig, Rud. Weigel. IS"'?, gr. 8. 
VIII. u. 102 Stn. 
Der Verla.sser hat mit oben genanntem Buch einem drin- 
genden Bedürfnifs abgeholfen, in einer populären und doch 
wissenschariliclien Weise das interessante Leben dieses Für- 
sten vorziiliihren. Ein gründliches Studium der handschriftli- 
chi'U yuelleii, vorziiglich jener reichen Saminliingen , die sich 
auf der Bibliothek zu Gotha befinden, liefs schon von vorn- 
herein erwarten, dafs manch interessante Züge dieses Fürsten 
schärfer hervortreten, manches ganz Neue auftauchen werde. — 
Der Verfasser, unterstützt durch 32 in Holzschnitt recht hiibsch 
ausgefülirlo liilder iilier die beileiilsaiuslen .Momente, theill 
seine Aulgiibe in 3 Hanplablheilungen, indem er Herzog Ernst 
vor seiner Thronbesteigung, als Regent und als Privatmann zu 
schildern versucht. INamcnllicIi bat die 2. Hauptabiheilung sich 
einer eingehenderen Darstellung zu erfreuen. 

.')0| Kiiii>ller und Kunstwerke der Stadt Regens- 
burg. Ein Beitrag zur Kuuslgeschichte Allbayerns von 
A. ^iedermaJer. l.andsliul, 1857. Thoninnn'sche 
Bncliliandlnng |J. B. von Zahuesnii;)- 8. 300 Stn. 
Die naclisle Veranlassung zur Entslehimg dieses Buches 
gab die zweite Versammlung des kirchlichen Kiinsivereins von 
Deutschland, welche in diesen Tagen in Hegensburg statifindel. 
Ihren Mitgliedern bietet dasselbe eine angenehme und lehr- 
r<iche Erinneniiig. Der Hauplzweck isl. allen F'reunden deutscher 
Kunst ein Führer iliin li die an Denkiualern so reiche Stadt zu 
sein, Wdfiir dem Virfa^ser jeder liesiiclier danki'u wird. Der 
eigentlichen Hesclireibiing gi'lit eine gedrangle Kunsigeschichic 
Regensliurgs vorauf. Die Beschreibung selbst isl mit histori- 
scher Sachkcnntnifs gehalten. Zuerst werden die einzelnen 
Kirchen mit allem, was sie nn Kunstwerken in sich schliefsen, 



309 



Anzeiirer für Kunde (k'r deulsclieii Vurzeil. 



31U 



durchlaulen , dann folgen die weltlichen Gchäudf. Wir n-r- 
niisspn ein allgomeines alphabetisches liih;illsverzfirliiiifs. \v;ili- 
rend das bfi^cliiKti- Verzcichnifs der KiinslhiTreti und hüjisller, 
naiiicnllich üIut auch die chronologische lieihenlolge der vor- 
züglichsten Kunstwerke interessant ist und ^achahiiiunc > er- 
dient. 

51) Von Feh niRe richten, njil besonderer Riicksiclit auf 
Schlesien. Eine rechtsgeschiclitliche Abhandlunf; von 
Dr. Ernst Theodor Gaupp. Breslau, bei .tlax iS: Comp. 
1857. 8. 92 -Sin. 
Der Verf. hat zunächst ilcn Kehuigerichten seine .\nliiu'rk- 
sanikeit zugev>endet. die es aufserhall) W esifalens ga|p, und die 
sich von den westlalischen dadurch untersciieiden, dafs sie keine 
hein)lichen waren. Er zählt die ;hin lickannt gewordenen 
Landschaften Deutschlands auf, in denen Fehnigerichte gehal- 
ten wurden: Braunschweig, Celle, Goslar, I.ebus, .Magdeburg, 
Zerbst, die Oberlausilz. Ihren eigentlichen Charakter sieht er 
darin, dafs ihnen nur diejenigen peinlichen \ erbrechen über- 
wiesen wurden, welche die Ordnung und Sicherheit des Lan- 
des in jenen Tagen des Faustrechts am meisten gefährdeten ; so 
sei auch die „rolhe Erde" der westlalischen Fehnigerichte ledig- 
lich ein Symbol der Blutgerichtsbarkeit. Bei den westfälischen 
Fehmgerichten macht der Verf. u. A. darauf aufmerksam , wie 
sie aus einer besonders bei den Sachsen mächtigen Keaction 
gegen die aufstrebende Landeshoheit entstanden seien, und wie 
ihre Iteiclisiininittelbarkeit in dem uninittiiliaren Leihen des 
honigsbanns liege. Sudann widmet der Verf. den directen und 
indirecten Einwirkungen der westfälischen Fehnigerichte auf 
Schlesien eine sehr sorgfaltige Untersuchung. Sowohl hiedurch, 
wie durch die Anregung zu Untersuchungen über die aul'ser- 
wcstfalischen Fehmgerichte überhaupt, vor Allem aber durch 
den Hinweis auf die reichsslaalsrcchtliclie liideiitung der Fehni- 
gerichte, hat sich diese kleine Schrift ein grol'se- \ erdieiist er- 
worben. 

ö'i) Geschichte der deutschen kaiscrzeit von \\ il- 
helni Giesebrecht. Zweiter Band. Erste Lieferung. 
Geschichte Heinrichs IL und honrads II. liraunschweig, 
Schwetschke, 1657. 8. 32(1 Stn. 
Der erste Band dieses Buches erschiiii iM'kaniitlich I8,t."). 
Der Verl., durch seine Jalirbiicher Deutschlands unter (Jlto IL, 
seine Restitution der Annales Altahenses , sowie durch eine 
Keihe der verdienstlichsten Einzelforschungen längst schon von 
den Gelehrten hochgeachtet, trat durch diese (ieschichle der hai- 
serzeit in ein unmittelbares Verhaltnifs zu den Gebildeten der 
Kation. Bei einer so gründliihen, alle Aiispriirhe der Wissen- 
schaft befriedigenden Bewältigung des gesaminten Materials eine 
so anmulhige volksthumliche Darstellung und eine so keriihafl 
gesunde, wahrhaft vaterländische .\ulTassiiiig, das war wenig- 
stens auf diesem Felde geschichtlicher Arbeiten noch nicht da- 
gewesen, und so ist dies Buch gleichiiiafsig ein Lielilingsliuch 
des Volkes, wie eine Fundgrube für den Forschenden gewor- 
den und verdient es noch ungleich mehr zu werden. Halte 
der Verl. bei der Gcschiihle der vier erslen saili^isclun ho- 
nige und Kaiser die Vorarbeiten der von Hauke herausgegebe- 
nen Jahrbücher vor sich, an denen er einst selbst mitgearbeitet, 
#0 entbehrte er für die Geschichte Heinrichs IL , da das letzte 



Heft der Kanke'schen Jahrbiicher, das Jahrbuch Heinrichs II. von 
Hirsch, ein piuiii desideriuni geblieben ist, so gut wie jeder 
neuen Vorarbeit. Leider schliefst der vorliegende Halbband 
schon mit dein Ende honrads IL, doch ist die fehlende Hälfte, 
nebst der Kritik dir (.»u.llen bald zu erwarten. Dafs eine Hand, 
wie diese, vom Baume der historischen Erkenntnifs stets die 
besten Fruchte pflückt, versteht sich von selbst, und wie die 
Zeil, die der VerL schildert, die gesundeste und schönste Epoche 
war, die je das Keich erfuhr, so hat er seine Seele in die 
Worte gelegt und seine Sprache hat zuweilen Erfolge errungen, 
die, wie schwer es auch sein mochte, vielleicht diesen Band 
als den vullendeteren erscheinen lassen. 

53) Die Geschichte der fränkischen Konige ("bil- 
de rieh und Chlodovech. Kritisch untersucht von 
Wilhelm Junghanns. Götlingen, Vandenhoeck und 
Ruprecht. 1857. 8. 152 Stn. 
Was vorliegende Abhandlung auszeichnet, die erste Arbeit 
des Verfassers, eines Schülers von Waitz, ist die klare, beson- 
nene .Methode, mit der die Quellen in ihrem inneren Zusam- 
menhange und einzelnem Werthe untersucht werden , und die 
dem Leser selbst da, wo der Verfasser wohl einmal so weil 
gehl, in den Folgerungen eine Hypothese als Thatsache still- 
schweigend anzunehmen, durch die Genauigkeit der Citate mög- 
lich macht, zu sehen , was man weifs und nicht weifs. Als 
die vornehmste (^)ui'lle lür die Geschichte jener beiden Könige 
wird vor Allem Gregors von Tour hisloria Francorum, aus der 
dann die Gesta Francorum und weiter die Hisloria epi.stomala 
sich ableiten, in Bezug auf die IVatur der Quellen, aus denen 
jener Autor schöpfte, einer eingehenden Betrachtung gewürdigt 
und möglichst die Momente festgestellt, welche Gregor aus 
der fränkischen Sage (II, 12, 27 (die Sihilderung des .Marz- 
feldesj, 32, 33 40, 41, 42), aus der geisllich,:n l'cberlicferung 
(IL 31, 37, 38) und diejenigen, die er aus annalistischen Auf- 
zeichnungen (II, 18, 19, 27 (Krieg mit den Thoringerni u. 43) 
entnehmen mochte, und auf (inind alles dessen zu unterschei- 
den versucht, was von der Geschichte heider Könige histo- 
risch nachweisbar und was unsicher ist. Da dieses Verfahren 
so gewissenhaft eingehalten ist und dem Verfa,-;ser eine tüch- 
tige Kenntnifs der einschlagenden neueren Literatur zu Gebote 
steht, konnte es nicht fehlen, dafs viele Details neue Aufkla- 
rung gewonnen haben, dafs für die .Vulklaruiig anderer wenig- 
stens die Fahrte gegeben ist. Der Flcifs und die Genauigkeit 
des Verfassers verdienen alles Lob. 



Aufsätze in Zeitschriften. 

Buch der \\ elt, l^,')7: i\r. 4. Kurze Geschichte des Speyrcr 
Doms mit Stahlstich. 

Der Bund: IVr. 230 — 34. Die Feensagen der Schweiz. (Itiinge.) 

Deutschland: Beil. 194. I'rags hervorragendste kirchliche 
Bauwerke aus der Zeit Karls IV. in ihrer heutigen licslalt. 

Didaskalia: Kr. 1117 IT. Eine Friihling.sfahrt nach .Munster. 
(K. Ilofmannj. 

Kuropa: .\r. 33. Cahin und Scr»cl. 

Die Grenzbolen: Kr. 34. Bilder aus der dcuL^chen Vergan- 
genheit. Dil' Kipper und Mippcr im 3(l|.Thrigin Kriege. 



311 



Anzeiger liir Kunde der deutschen Vorzeil. 



312 



Hausblätter : IVr. 16. Schwab. Volkssagen. (E. .Meier.) 
Nr. 17. Norddeutsche Sagen und Geschichten. (Pruhle.) 

Kirchenze itunfir, protest.; Nr. 30. Der Kurfürst Friedrich 
»ilhilui und l'aul (ierhard. (Schweder.) 

Deutsches Museum: Nr. 33. Primus Trüber, der erste 
Reformator in Krain. 1524 — 1565. (Kiun.) Nr. 34. Das 
deutsche Staatsrecht. Eine geschichlsphilosoph. Excurs. 

Berliner Nachrichten: Nr. 182. Das Antiquitalcn-.Magazin 
von C. Arnold in Berlin. Nr. 189 Beil. Ostpreufsens See- 
bäder. I .M R.) Nr. 199. lieber die (irunduiij; der Uuiv. 
Jena. 

Postz eitu ng: Nr. 218. Die (ieneralvcrsaminluug des kirch- 
lichen KuristvcreiMs für Ueulschland iii Kegensliurg. Nr. 174. 
Der Mosaikboden in Westerholen. (K.) Geschichtliches 
über Westerhofen. Nr. 175. Die alterthilmlich gestickten 
Paramente in der Seminarkirchc zu Neuburg an der Donau. 
Nr. 176. Das Kloster Thierhauptcn, die roman. Basilika 
der heil. Apostel Peter und Paul daselbst. Nr. 184. Der 
neucnlilec kle und si);;leich ganzlich vernichlele Schatz früh 
milli'hilliTlichcr W andgeniiilde in der .Micliaeliskapelle zu 
Keuiplen. 

Revue des deux mundes. Juill. 2. La Neerlande et la vie 
hollandaise. L'histoire et Ics historiens de la llollandc. 
(Equiros.) 

Revue Suisse. Juillit. — Etudes sur l'alvin. (Ilamber.) 

Hildesheirner S onn lag s I) I a tt : Nr. 34. Die allen Aenitcr, 
Gilden und Zünfte in Ilildesheim. 

Regens burger Sonn l a gsb I a tt : Nr. 36. St. Jacob in 
Plattling. 

Augsb. Tagblatl: Nr. 216. Heber das Geburlshaus der 
Agnes Bernaucr. Nr. 234. Bischof Knibrico von Augsl)urg 
1067—73. 

Deutsche V ie rtel j a hrss ch rift: 3. II. Die Bildungsanstal- 
len Württembergs in ihrer geschiclitl. Entwicklung. 

Zeitschrift für öslerr. Gymnasien. Nr. 7. Zur Kritik 
altböhniischcr Geschichte. (Büdinger.) 

Zeitschrift für Protestantismus: Juli 1. Die Wilten- 
berger Konkordie vom J. 1.536. Menius und Kiacius Streit 
über Amt und l'riesicrihum. 

Zeitschrift für christl. Wissenschaft: Nr. 34. Cyriacus 
Schneegafs. (Thilo.) 

Allgeni. Zeitung, Beilage zu Nr.229: Alte und neudeutsche 
Kunst in Nürnberg. 

Illustr. Zeitung: Nr. 737. Städtewahrzeichen. V. \> icn. 
3. Das ehemalige Rothelhurnilhor und die sogen. Speck- 
seite. Nr. 738. Die Spinnerin am Kreuz. 

Neue .Mü neben er Zeitung, Abendblatt: Nr. 193. lieber 
llcinhallung der deutschen Sprache. 

Wiener Zeitung, Abendblatt: Nr. 183. Histor. Notiz über 
Oedenburg. Nr. 184. Uebcr einstiges Ritterwesen in 
Oeslerreich. 



VerniiHrlite Xnclirlrlileil. 

79) Aufgrabung iellis(lii:r il u g e I u'r a lie r. Unsere 
elsässischc ,,(iesellschaft zur Erhaltung der geschichtlichen Denk- 



maler' liefs den 8. und 9. .Mai dieses Jahres die drei bedeu- 
tendsten der 18, zwischen Schlettstadt und Markolsheim gele- 
genen cellischen Hügelgriiber offnen. Der Prafekt des nieder- 
rheinischen Dcparlenu'iils, der sich als (irunder der Gesell- 
schalt und als deren Ehrenpräsident vielfach verdient gemacht 
bat, wohnte nebst dem wirklichen Präsidenten, Departem-;nts- 
Archivar Ludwig Sparh, und einer grofsen Anzahl von .Mit- 
gliedern beider Rheindeparlemenls der Aufgrabung bei , die, 
unter der Leitung des Architekten Kingeisen von Schlettstadt 
und des verdienstvollen Schriftstellers .Max von Ring folgendes 
Ergebnifs brachte: Die zwei in einer \\iesentrill unweit der 
Heerstrafse gelegenen tiimuli und der drille, im Gebüsch be- 
findliche, von niederm Gesträuch völlig überwachsene lumulus 
boten ganz dieselben aufsern Charaktere dar, sowie auch die 
in allen dreien aufgefundenen Gegenstände beinahe gleicher 
Art waren ; in jedem legte man mehrere in dem feiten und 
feuchten Grunde wolilerhaltene menschliche Gerippe blofs, nebst 
Leichengelafsen, die verkohlte Thierkiiochen eiilhiellen, wahr- 
scheinlich von Hunden und anilern llaiistliieren. Dabei wurden 
weder Wallen noch .Mun/.en gefunden; aber schon gearbeitete 
und gut erhaltene Armreife, Spangen, Ohrgehänge, Halsketten, 
von Gold und Bronze, meistens mit Bernstein besetzt. Samint- 
liche Gegenstiinde weist Max von Ring der vorrömischen Pe- 
riode des Elsasses zu, dem Ende der celtischen. Sie sind 
bereits geordnet und beschrieben im Museum der Schletlsladter 
Bibliothek aufgestellt worden. Als Kabrikort derselben ver- 
niulhe ich die ausgedehnten Melallwerkstatten zu Ell, llelellum, 
einige Stunden abwärts von Schlellstadt, an der Hl, bei ßen- 
lelden, wo noch jetzt oll dergleichen Schmuckwerke am Ufer 
oder im Kies des Flusses gefunden werden. Diese Werkstiitten 
blühten in den letzten Zeiten der leiten im Elsafs und noch 
vier Jalirlmiidcrle lang unter römischer Herrschalt. Das Slrafs- 
burger Museum und das an cellisclien Allertliümcrn so reiche 
Privatmuseum Dr. Ili-inrich Schreibers von Freiburg, im Breis- 
gaii, besitzen schöne Sammlungen von den hier aufgefundenen 
Schmuckwerken, auch ccitische und römische .Münzen, nebst 
Priigslöcken , unverarbeiteten Bronzemassen und Christusmuno- 
graminen sind hier zu Tage gekommen. 
Mülhauscn im Oberelsass. 

Prof. Aug. Stob er. 

80) Münzfund. Zu Ende des Monats Mai d. Js. ist bei 
Pirna auf einem der Stadtgemeinde gehörigen, bisher unan- 
gebaulen Stück Land beim Urbarmachen desselben durch die 
Arbeiter ein Topf mit einigen Iliinderl Stück aller Münzen ge- 
funden worden. Dieselben sind zwar Braklcaten und gebiiren 
dem 13. Jahrhundert ineisicns an, indem die Namen des Königs 
Wenceslaus von Böhmen und .Markgraf Heinrichs des Erlauchten 
von iMeifseii darauf zu lesen sind , allein ihr Gepräge ist sehr 
stumpf und der grofsle Theil sehr abgcgrill'en, daher sie Munz- 
kenner in dio schlechteste Periode jener Prügweise verlegen. 
Die Finder bieten sie zum Verkauf aus und sie werden daher 
wohl in den Besitz von Münzsamnilern gerutlien. 

Dresden. K. (iaiilsch. 

81) Aufgefundener heidnischer Begrabnifs- und 
angeblicher Opferplatz. In der Nidic des Dorfes Koschütz, 
hart am Rande der Hohen des plauenschen Grundes bei Dresden, 



313 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit 



314 



liegt ein runder, oben abceplattelcr Hügel, welcher seil langer 
Zeit schon der Weinberg genannt wird, weil er friiher mit 
Reben bestanden gewesen ist. Schon vor vielen Jahren halle 
der ürundbesilzer, wie man jelzl erst erfahren, beim Bearbei- 
ten des Bodens am Fufse desselben l'rnen ausgc';;ralien , auch 
Slreilhammcr gefunden, welche zwar anfangs von ihm als Ku- 
riosilal aufgeliobcn wurden, mit der Zell aber virlnrcn giengen. 
Als nun der Besitzer in jüngster Zeit in dir Absicht, den 
ganzen Erdhügel abzutragen und niil dem daran liegenden 
F"elde einzuebenen, eine Art Stollen oder Durchstich in densel- 
ben machte, sliefs man auf eine liefe Schicht Sleingcrölle, 
welches mit sehr vielen Schlacken, verglasten cidcr zusammen- 
geschmolzenen Klumpen unlermengt war. Dies erregte irielir 
Aulinerksamkell als die früher gefundenen Urnen und ein Mit- 
glied des Dresdener Allerlhumsvereins hat in einer neuerlichen 
Sitzung desselben einen Vortrag darüber gehallen , darin unter 
andern die Vermuthung ausgesprochen, dafs dieser Hüü<'I ein 
heidnischer Opfcrplalz eewesen sei, und die gefundenen Schla- 
cken von der Ililze der Opferfeuer hervoriiebrachl worden 
seien. Seine iMIllheilung wird dem niichslcn Jalireshcrichle des 
Vereins einverleibt werden. Obwohl die am Kufse des Hügels 
gefundenen Alterthünier es nicht unwahrscheinlich erscheinen 
lassen, dafs daselbst ein Begrübnifsplatz gewesen sei, auch der 
Hügel zu religiösen Zwecken gedient haben mag, so dürfte 
doch gegen dessen Ausgeben für einen Opferplatz noch sehr 
erheblicher Zweifel obwallen. Das Innere des Hügels ist näm- 
lich durch den geilachlen Durchschnill bis auf eine Tiefe von 
6 — 8 Ellen, ja fasl bis auf die Sohle hinab der genauesten 
Untersuchung blofsgelegl, aber man sucht vergeblich nach dem 
auf andern Opferslallen sich zeigenden cllentiefen Opferschutt 
nnd Schichten verkohlten Holzes, Getreides u. s. w., auch bleibt 
CS sehr unglaublich, dafs einfache Opferfener im Stande gewe- 
sen seien , jene Schlacken und geschmolzene Klumpen der 
härtesten Sliinarlcn hervorzubringen. Man wird seine abwei- 
chende -Veinung nach dem Drucke jener Millheilung ausspre- 
chen. Jedenfalls ist aber der genannte Hügel unter die Fund- 
orte heidnischer Allerlhümer einzureihen. 

Dresden. K. (iaulscb. 

82) Das Museum l'arolino- Augusleuui erhielt von S. k. 
Maj. dem Konig Ludwig von Bayern ein l'akel mil 2() Sluck 
romischen Bronce-.Münzen, die in den Unlerherg-Marmorbrüchen 
und zwar im Veitibruche im Jahre 1855 in einer vom Wa.sser 
in den Alarmor verursachten Höhlung gefunden wurden. Diese 
schiilzbaren Gaben sind hochwichtige Denkmale für die I.andes- 
geschichle in Bezug auf die Bearbeitung der St('iubr(ichc am 
Unlersberg schon zu Juva^ia's Zeit. 

83j Die Krönte der Ge\\'erliliallc in Augsburg ist nun \on 
dem Gerüste befreit, nnd die Irelflichen Burkmair'schen Fresken, 
umgeben von passenden .\rabesken, präsentieren sich so frisch, 
dafs das Auge mit Vergnügen auf ihnen weilt. Ursprünglich 
waren an diesem Hause sieben grüfsere Bilder, eines davon 
ist im Laufe der Zelt indefs so arg beschädigt geworden, dafs 
kaum eine Spur von ihm mehr vorgefunden wurde, und ila 
keine (artons mehr vorhanden sind, so hat man den Baum 
des siebenten zu einer Gedenktafel benützt. Die restaurierten 
Bilder stellen vor: Eine Jagd, eine Küche, Handel und Sehilf- 



fahrt, das Zimmergewerk , das Kriegshandwerk und eine 
Schmiede. 

84j Die bekanntlich schon in den 40. Jahren durch den 
Kunstsinn und die Miinificenz S. M. des Königs von J'rcufsen 
restaurierte grofse ehemalige Ableikirche zu Laach, ein Meisler- 
werk lies byzantinischen oder ruinauisclicii Bauslyls, wird nun 
dem Vernehmen nach auch im Innern zur Abhaltung des Got- 
tesdienstes eingerichtet. Diese grofsartige Kirche wurde zuerst 
gegründet und fundiert von dem l'falzgrafen Heinrich im J. 1093 
in der Kahe der daneben gelegenen Burg am See , daher der 
iVame „de lacu". Die zweite Stiftungsurkunde datiert von dessen 
Nachfolger, dem l'falzgrafen Siegfried, und wurde solche am 
25. April 1112 vom Kaiser Heinrich IV. bestätigt. 

85j In der Pfarrkirche zu Ebenhausen bei Ingolstadt wurde 
ein gothischer Flugelaltar entdeckt, der hohes Interesse ver- 
dient. Er gleicht freilich mehr einem Tryptychon, als einem 
Altar, da ihm der Kasten fehlt und dafür nur drei gemalte 
Tafeln an einander geheftet erscheinen. Die Charakteristik der 
Heiligen ist trefflich; voll Ernst, Würde und Kraft sind die 
Miinner, das Colorit ist glühend, die Zeichnung, mit Ausnahme 
des Jesuskindes, ganz corrcct. Die Bilder, welche ihrem gan- 
zen Style nach aus der Mitte des 15. Jahrhunderts stammen, 
geboren zu den schönsten, welche die altbayerische Kunst her- 
vorgebracht. 

86) Die interessante Kunst- und ■\nti(|nitatinsaminliing des 
in Ilildesheim verstorbenen Dr. Engelken ist durch Erbschaft 
nach Bonn gelangt. Sie besteht aus altdeutschen Oelgenialden, 
Elfenbeinschnitzwerken, Handzeichnungen, Glasmalereien, Mün- 
zen, bibliographisch und artistisch seltenen Büchern, I'ergament- 
und Papierliandscbriften. Der Erblasser hatte bei Aufhebung 
der Kliister in Worddeutschland Gelegenheit zu sehr werlhvol- 
Icn Acquisilionen. 

87) Der für Tirol so warm fühlende P>zhcr7,og Johann 
legt auf seiner Burg Schenna eine Bibliolheca tirulensis an, die 
der Bibliolheca civica in Trient nacheifern wird. Eine der- 
artige Sniiimluiig ist für das obere Elschthal von um so grofserm 
iVulzen, da geraile hier noch viele alle Urkunden zu retten 
sind. Leider durchstreilen Aufkäufer selbst einzelne Bergliofe 
und verschleppen für die Landesgeschichle wichtige Dokumente 
ins Ausland. Um historische Urkunden zu retten und um den 
Sinn für vaterlandische Geschichte zu nähren, will sich ein 
historischer Verein bilden. Wir begrüfsen dies Unlernehnieu 
mit eben so grofser Freude , wie die Gesellschaften für cliri.sl- 
liche Kunst, die sich in Innsbruck und im benachbarten Bozen 
gebildet haben. 

88) Die silberne Bibliothek des Herzogs Albrecht im l'ni- 
versitals-Bibliolhekgebaude r.n Königsberg scheint viel weniger 
bekannt zu sein als sie es verdient; sie besteht aus 21 Kolio- 
banden, in Silber gebunden, deren Aursenseiten auf das Schönste 
ciselirt und gnipliirt, und daz\N'ischcn mil kleinen liiinleu Bil- 
dern und Wappenschildern verzicrl sind, die von kumliger 
Malcrliand hernihren. Die Arbeil ist aus IVUrnberg, wo num 
bekanntlich im Millelaller in diesem Kuiislfachc Bedeutendes 



315 



Anzeiger tür Kufiiii- der deut-srhen Vorzeil. 



316 



leistete. Der Inhalt entspricht jedoch cliirchnus nicht dir praehl- 
und liunstriiihen Aufsfnsfite, denn dir rni'istLn dieser Bucher 
sind nitht» «elter als seichte Zankschrillen aus den ersten 
Zeiten der Kelurnialion. 

89) Prof. Dehn in Aujisburi; soll im ilurliyen Arihiv die 
Enlderkuni; gemacht haben, dafs der Autenilruck mit beweg- 
lichen Typen nicht ^on Ott. I'etrucci im Anfang des 16. Jahrli. 
herriihre. sondern eine ;illerc, und zwar eine deutsche Kr- 
lindung sei. 

90) Die Forschungen des Dr. Dudik nach den (Jucllcn 
der Deulschordcnsgesrhlchte gehen sehr glücklich von Stat- 
ten. Auf seiner im nllcrhöchslen Auftrage unternommenen 
^vissenschafllichen Reise iiber München und Stuttgart befindel 
er sich gegenwärtig in Mergenlheim , und wird das (entral- 
Archiv des deutschen Orilens in Wien durch seine gliicklichen 
Entdeckungen manche Liicke ausgefiillt erhallen ; auch wird 
Dr. Dudik viele Urkunden, Kopien aus dem 14. Jahrhundert, 
die mährischen l.andeslürslen bctrefTend, mitbringen. 

91) In ScIialThausen entwickelt der letzten Winter gegrün- 
dete antii|uarisch-historische Verein rühmliche Thätigkeit. Der- 
selbe hat u. A. auch eine schöne .Münzsaiiimluug, vorwiegend 
Schwcizermünzen aus den drei letzten Jahrhunderten , eine 
Schenkungsurkunde von (iraf Kuiloipli von llabsburg aus dem 
Jahre 12(57 und eine Karte des hanlons Ziirich von 156(i sieh 
erworben. 

92) Zu lirufsnicdeshcim in der I'falz entdeckte ein Bauer 
ein altes, mit Steinplatten zusammengesetztes Grab beim Arbei- 
len auf dem Felde. In demselben fanden sich viele Beste alter 
Bustungen, (jefiifse aus Glas und g;rauer Erde, ein verrostetes 
Schwert, Speere aus Eisen, verschiedenfarbige durchlöcherte 
Steine, die zu einer Schmuckkette gebort zu haben scheinen, 
Bruchstücke von Büslungcn , die wie Gold aussahen, und vor 
Allem ein gröfserer sehr harter Stein, den man für Wchts 
weniger als 'Tür einen Diamanten hielt, weshalb man auch 
glaubte, einen sehr werthvollen Fund gemacht zu haben. Doch 



bald zeigte sich, dafs die fiir Gold gehaltenen Gegenstände 
eitel Bronze seien, und der Diamant nichts als ein liheinktesel 
ist, wonach diesem Funde blofs sein historischer W erth bleibt. 

93) Zu Schonungen bei Scliwcinfiirt hat sich in kürzester 
Zeit eine Gesellschaft von Freunden der Allerthuinskunde ge- 
bildet, an deren Spitze Hr. l'fr. Sieiiziiiger von Hausen steht. 
Zweck derselben ist zunächst die Ueflnuug der in grofser Zahl 
auf der lliihe bei Hausen sich vorfindenden Hünengräber. Bei 
einer vorläufig, im Beginne des Mai, vorgenommenen Nach- 
grabung sollen sehr interessante Gegenstande aus uralter Zeil 
sich vorgefunden haben. 

Aub. D. Zollner. 

94) Am Nachmittag des 2. Sept. hielt der voigt ländi- 
sche a her th u ins forsch en de Verein seine diesjährige 
Hauptversammlung im Gasthofe zu hieiiidrachsdorf. 

95) Um .)litte August tagte zu Solothurn die allgeiiieinc 
schweizerische gesell ich tsforsc he iide (iescl Ischaft. 
Bei .")() Mitglieder waren anwesend; die Ostschweiz Iclille ganz. 
Pfarrer Fiala legte ein merkwürdiges und noch unliekanntes 
Aktenstück vor: einen vom Propst Hüglin von Solothurn her- 
rührenden Reisebericht einer Gesellschaft des Baseler Cuncils 
nach Konslantinopel im Jahr 1437, um die Vereinigung der 
griechischen mit der kalholisclien Kirche herbeizuführen. Dr. 
Stanz von Bern sprach über den Ursprung des W appenwescns, 
Aimel iiber ein bei Solothurn gefundenes Beilchen, und Dr. 
Schcrer gab eine Ueliersicht der im Solothuriier Archiv vor- 
handenen Briefe der Könige von Frankreich. — Zu der glei- 
chen Zeit versammelte sich die Societe jurasienne d'c- 
mulation im ehemaligen Kloster Bellelay. Ueber die Ten- 
denz der Gesellschaft geben ihre diesmaligen Traclanden Zeug- 
nil's: eine geschichtliche INotiz des Hrn. yiiiquerey über die 
Theilnahine der jurassischen Bevölkerung an den Biirgunder- 
kriegen; Referate über jurassische Eisenliahnfragen ; Millliei- 
lungen über die Geschichte des Klosters Bellelay ; Untersuchun- 
gen über das patois jurassien; eine biographische Skizze über 
den heiligen iVorbert, Stifter des I'räiiuinstralen>er(ir(leiis. 



Insoralo iiiid Ho]vaiiiitnia('liiii)!>;on. 



25) Noch im Laufe des .Monats Scpleinber erscheint bei 
Schwetschke und Sohn in ßraunschwcig: „Bibliographie 
der deutschen Rechtsgeschichte" von Dr. E. H. Costa. 
Dieses Werk, welches etwa 15 — 20 Druckbogen umfassen wird, 
schlit^rst sich enge an die im gleichen ^'e^Iage erscheinende 
grofse deutsche Rechtsgeschichte von Beseler, Wilda. Richter 
etc. an und enthalt in mehr als 4000 INiimniern ein genaues 
und vollständiges Vrrzeichnifs aller Werke, .Monographien und 
Abhandlungen auf dem bezeichneten (iebiele. 



26 1 Hinnen Kurzem erscheint in London und zu gleicher 
Zeit in Berlin bei A. Asher & Comp.: Hora» fcrales; or, 
Studios in t h e .\ r c h le o I o g y o f t h e N o r t h c r n IV a t i o n 9. 
By John .M. Kemble. Das Werk, für die Kunde des nordi- 
schen AltiTlhums von hiichster Wichtigkeil, wird einen sclmnen 
yuartband bilden , 24 Bogen Text und 30 Kiipferliifeln enl- 
liallen, worunter 20 soreliUlig iiiil der Hand ciiloricrie. 

Berlin, im .\ugiis iKtl. 

A. Asher * Comp. 



Verantwortliche Redoction: Dr. Freih, v. n. z. Aufsesi. Dr. A. v. Eye. Dr. G. K. Fronimann. 

Lirück vuii Fr. Cnojpo & tioha In NUmbtTK. 



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welches alle Monate tTsclieint , wird Ranz- 
jahrJK anKenomrocu und beträgt nach der 
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tern ond Buchhandlungen Z>«itJi<rA/amis incl. 
OestreichB 2 fl. 42 kr. im 24 fl. - Fufs oder 
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TUT Frankreich abonnirt man in Strafs- 
borg bei Gr. A. Altiandre, in Paris bei dem- 
selben. Nro. 23. rue Xotre Dame de Nazareth, 
and bei der deutschen Buchhandlung von 



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Fim mn der 




F. Klincknieck . Nr. 11. rue de Lille, oder 
bei dem Po^la^Jt in Karlsruhe; für lünff- 
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Street Covent-Garden in London; für *Vord- 
amerika bei den Postaiutem Bremen und 
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Anzeiners und dessen wisseUhCbaftlichem 
Gebiete in Verbindung stehen, werden auf- 
genommen und der Raum einer Colunmen- 
teile mit 7 kr. oder 2 Sgr. berechnet. 



1/M 




V 



riri 




Neue Folge. "^'JW^^^^^^^^^Wl Vierter Jalngaiig. 

OHGW DES (lEiniAMSl lli:\ MISEHLS. 

1857. JW 10. (IflobcT. 



Wissciiscliariruiie MilllK'iliiiiü;en. 



Beschichte. MeiMter 3iiklaiii< von Ii«'yen. VorlVrtiKer 
Persunin- der C'liorH<iiKit' im Domo zu C'oiiMtaiiz. 

geschiclite. 

Bionrapiiieen. Voii Dr. 1. 11(1 w. S e h II e 6 g a n s , Stadlanliivar ZU Stralsburg. 

Künstler. 

l'iittT ilcii riiiticliillerlulicii Kiiii>l\verkeii, wekhe lieutio-eii 
Tages noch die Domkinlie zu CoIl^lallz schmücken, .mihI 
jewiTs die reichgeschnilzten, leider aber tlieilwcise verstüm- 
melten Chorstülile in erster Reihe zu nennen. 

All innerem Kunstwertlie sind dieselben in der Thal 
den anszgezeichnetslen Bildhauereien des 15. Jahrh. beizu- 
zahlen, und deren hohe Bedeutsamkeit für die chrisiliche 
Kunstgeschichte dürfte nun sogar durcli den Umstand noch 
gehoben werden, dafs eine merkwürdige, erst vor einigen 
Monaten von mir aufgefundene Urkunde mir es möglich 
macht, den bis dahin unbekannt gebliebenen Künstler, wel- 
cher dieses Meisterwerk fertigte, authentisch und namciillich 
zu bezeichnen. 

Das urkundliche Zeuunifs, das ich nun sogleich licihriii- 
gen werde, liefert neuerdings einen Beweis, wie leicht und 
wie sehr Kiinsller und (ielehrle Gefahr laufen sich zu irren. 
wenn sie es iinleriielimen, altere Denkmäler, deren \ erferli- 
ger nicht geschichtlich und zuverlüssig genannt werden, lilos 
dem Gefühle oder Verniiilhiins-en nach, diesem oder jenem 
Kunstler zuzuschreiben. Nicht, dafs ich hiemit sagen wollte, 
solche Vermuthungen seien, im Allgemeinen und absolut ec- 
nommen, unziiliissig: nur zu hiiiing koniinl es ja vor. d.ifs 
man bei mittelalterlichen Kunstwerken durch Mangel an hislo- 



ii.-.ihen und urkundlichen Belegen auf dieses einzige Hulfs- 
millel angewiesen und beschrankt wird; immerhin aber, und 
dies allein wollte ich hier andeuten, handelt man in ähn- 
lichen Fallen jedenfalls am klü<:slen, wenn man seine je- 
weilige Ansicht und Gefühlsweise nie mit jener Be.-limmiheit 
und Sicherheit mittheilt, womit man allein solche Thatsachen 
bekräftigen darf und soll, deren Beweis auf authentische, 
unumstofsliche Weise vorliegt. 

Bis jetzt, wie ich dies bereits bemerkt habe, war noch 
keine Quelle bekannt geworden, welche den Verlerliirer der 
meisterhaft geschnitzten l'horstiihle des Constanzer Domes mit 
Gewifsheit zu erkennen gegeben hiilte. Nichtsdestoweniger 
aber nahm der Verfasser der sonst sehr verdienstvollen, auf 
den Dom zu Constanz bezüglichen, im Jahre 182.') in den 
Denkmalen deutscher Baukunst des .M i I te 1 a 1 1 ers 
am Oberrhein vcrölTentlicliten .Miluindliing keinen Anstand 
an dem gänzlichen Mangel aller Angaben, und schrieb ohne 
Bedenken diese Chorstülile dem Bildhauer Simon Baider zu, 
welcher i. J. 1470 die reich geschmückte, augenscheinlich 
aber den heutzutage allbekannten und berühmten Thürnügcln 
Ghlberli's an der Taiifka|ielle zu Klorenz uachgehililele Dom- 
lliure verfertigte. •) 

Der iinjien.iiinte Verfasser jener Monographie stellt in 
zwei Stellen der Letztem diese liebaU|ilung auf. 



*) Die über den Tliiiren angebraclile nuinunionlnlr Insihrift 
bezeugt, dafs dieselben Buiders Werk sind. 



319 



Anzeiger für Kunde der deulselien Vorzeil. 



320 



Das erste Mal (Seile 16) in dem Verzeiilinisse der an 
der Domkirt'lie zu Corislanz Ihatiir ffewesonen Kiinsller. 
Nachdem er dorl de» Kciiiinnlt'ii Sininn Baidcr iils eines 
aiisgczeiclineteii Bildlutiiers iffdadil imhI auf dessen Ilaupl- 
werk, die hereits aniiefuhrle Donilliure , liintrewiesen . ncIzI 
er liinzu : „Ohne Bedcrjken sind ihm aher iiiicli die Ircllliili 
gesihnilzlen (.'huialiihle dieser Kirche zn/.iisehj eibcn.'" 

Dieselbe Bchiiii|iliMiL' «lederholl sodann der Verfasser 
(Seite 21) in dem mit die Chorsliililp selbst bezüglichen 
Abschnille. 

Da Letzlerer eine siimniarisihe Besilii eibiiii^ dieser be- 
\vundernngs>viirdio:en Ilolzsclinitzarbeilen entbiilt, dürltc es 
wohl nicht unpassend sein, die ganze Stelle zu allgemeiner 
Uebersicht hier einzuschalten. Es lautet dieselbe folgender- 
mafsen : 

„Die Chorslühle des Doms, von denen « ir nur iinizern 
so Weniges im Bilde hier millbeilen, *) nehmen ebensowolil 
durch die Menge ihrer pbanliisiereicben Scbnil/.\\ erke, als 
durdi ihre meisterliche Ausführung die Auruierksainkeit bei- 
nahe vur Allem in Anspruch. Die Biiekseilen der zum Auf- 
schlagen eingeiicblelen Sitze, die niedern Scheiilewiinrie oder 
Armlehnen, die Schlufsseiten derSluhlreihen, die hohen Wände, 
die sich auf beiden .'leiten liinter dem Ganzen heraufziehen, .Al- 
les ist mit Bildern, abwechselnd mit zierlichen Bogen, l-aub- 
werk und Spitzsüulchen, bedeckt. Vierzehn grofsere Bilder an 
den Schlufsseiten der einzelnen Slulilreiheu sind, mit venig 
Ausnahmen, aus dem alten Testamente entlebnt, dagegen in 
der Menge kleinerer Bilder an den Rückseiten der Sitze, 
von welchen die hier vorgeslelllen genommen sind, an den 
Armlehnen und anderwärts meistens launige Geliurteu der 
künstlerischen Phantasie begegnen. Von sogenannten Spult- 
bildern, wie wir sie nicht selten an allen Chorstuhlen lindi'n, 
sehen wir liier nur die Vorstellung eines Mönchs, <ieii der 
Teufel in den Klauen hält. 

lo den Bogenverzierungeii . »umit die hintern Sdiliils- 
wändc der Chorslühle bekleidet sind, siebt man auf der 
einen Seite Christus und die zwölf Apostel, auf der andern 
Seite eben so viele Bilder <l('r Pnipheleii in gedrängten 
Reihen, und über diesen wiederum auf jeder Seite vierzehn 
Kirchenheilige in ganzen, aber kleinen Figuren unter zier- 
lich geschnitzten Spitzdächern aurgestellt. Die Bilder der 
Kircbeiipatrone Conrad und I'elogiiis, an den Seilen« iiiidpii 
der Stühle angebracht, schliefsen den reichen Cyklus. 



*) Die auf der V||. Kupferlarel niilgetheMlen Zeichnungen 
sind, wie e.i schun der blofse .Augenschein bewelsl, 
durcliuu.« niclil im Geiste nurh im Charakter der Uriginal- 
bililer wiedergegeben. 



Wiewohl sich weiicr der >ame des Kunstlers noch eine 
Jahrzahl an den Chorstiiblen entdecken lassen, so dürfen 
wir (loch keinen Ausland nehiiien, sie für ein Werk des 
knnsireicben Verferlisers der Donilhure, Simon Baiders. zu 
bullen. 

Auch un ihnen hiil sii h die Geringscliiitziin^' des ver- 
llds.^enen Jahrbundt'rls geücn deutsche .\rl und Kunst ver- 
sucht, indem sie bei der bedaiiernswerlhen L'mgestaltung des 
Chors, deren wir schon gedacht, eines grofsen Theils ihrer 
alten Verzierungen beraubt und durch neue störende Zu- 
sätze und einen feisten Anstrich von weifser Oelfarbe ver- 
unstaltet worden sind. Diese Verirrungen abgerechnet, sind 
die einzelnen Schnilzwerke bisher gröfstcntheils wohlerhal- 
len geblieben; doch lassen mehrere bedeutende Verletzungen 
aus der allerneueslen Zeit, wie man sie zunächst an dem 
mittäglichen Choreingange wahrnimnil, gar sehr für den 
gänzlichen Untergang dieser Kunstwerke fürchten, wenn die 
nabeliesende Ursache solchen Frevels, in dem Schlüsse oder 
diicli in eiiiiMU vorsichtigem Gebrauche jener Tbiire , nicht 
bald gehoben werden sollte." 

Wie sehr ist es zu wünschen, dafs iliese. vor mehr denn 
dreifsig Jahren ergangene ernste und dringende Mahnung 
nmh zu irehöriger Zeit von der betreifenden Behörde in 
Betracht gezogen und die nolhweiidigeii N orkehniugen ge- 
trolfeu worden sein mögen, um die schwer hedroiiten Bild- 
werke fernerhin vor neuen Verunstaltungen und Verslüm- 
melungen zu bewahren! Der liohe, unsciiätzbare Kunst werlh 
dieser ausgezeichneten Bildhauereien machte dies allein schon 
zur dringenden Pflicht i um wie viel mehr niUfste man es 
nun aber noch bedauern, wenn die erforderlichen Vorsichts- 
mafsreueln dennoch versäumt und diese herrlichen Chor- 
slühle blos aus Nachlässigkeit neuen Beschädigungen ausge- 
setzt worden wären, jetzt da es urkundlich erwiesen ist, 
dafs der Verfertiger dieser Meisterwerke kein anderer ge- 
wesen als der berühmte Bildhauer Nikiaus von l,e>eii. be- 
kannler in der deutschen Kiinslffeschichle unter dem Namen 
Nikolaus l.ercb, des Verferliger des prachtvollen Sargdeckels 
des Grabmales Kaiser Friedrichs III. im St. Stephansdome 
zu AVien, des werthvollen Christusbildes auf dem allen Leich- 
hüfe zu Baden-Baden und man« her anderer liöcbsl be- 
achlenswerther, tbeihveise noch vorhandener Kunstwerke, 
ilie ich dereinst in einer eigenen, diesem, von den neuern 
Kunsthislurikern als der aiisgezeichnctslc deutsche Bild- 
hauer des fünfzehnten Jahrhunderts gerühmten Meister ge- 
widmeten .VIdiandliiii!; aiisfiihrlicb zu besprechen gedenke. 
(Scblufs lulgl.j 



321 



Anzeiffor für Kundi' iIit ik'iilsihcii Vorzeit. 



322 



C'onieten - I^lteratiir. 

Von E. W e 1 1 e r in Ziirnli. 
Zur Lehre der Gegenwart und um den Coinetenfiirchtigen 
und VVellunlerganglern liülfreich unter die Arme zu greifen, 
wende ich mich Iniite nach vori,Miigenen Zeilen. Da findet 
sich jedes \\ inkekiien der Natur mit Aherghiuhcn wie mit 
Spinnennetzen überzogen, und während die alten Heiden in 
idyllischer Anmulli jeden Baum, jeden Fliils mit einer (idll- 
heit idenlilicierten, sah der christliche (ilaube des Millelallers 
in jedem ihm unbegreiflichen Ereignifs , in jedem Sonneii- 
rellex, jedem leuchtenden üiinslkreis, in Nordlichtern iiml 
schwarzen Wolken eine Drohung des finstern Gottes, der 
die sündigen Menschen warnen und züchtigen wolle. Sei 
es mir gestattet, einer Reihe Holzschnittdrucke und Flugblüt- 
ter zu gedenken, welche bei Gelegenheit der Cometen von 
1372 und 1577 auftauchten und tlieilweis wohl nur in 
wenigen oder einzigen Exemplaren uns erhalten worden 
sind. Aus allen diesen kann nuin sehen, dafs die heutigen 
Reste von Furcht und Aberglaiihen nur die letzten l'eher- 
bleihsel jener au Zittern und Zagen so reichen, aber an Er- 
kennliiHs so armen Zeitperiode sind, der mau von eiiizelueu 
Seilen noch heule so innige Theiluahme schenkt. Das Non- 
|)lii>iiltra mystischen Unsinns entwickelt sich bei doiii chur- 
braudenliiirgischcu Leibarzt L. Thurneisser; die wissenschaft- 
liche Erklärung dacegen hat zu ihren Vertretern P. Fabri- 
cius, Fisehart, Dasypodius etc. 

1 ) Ein Richtiger und kiirtzer Bericht über den Wunder 
Sternen , oder besonder« Cometen , so nun manche Monats- 
zail, di|J 72. und 73. Jar zu sonderem Warnungszeichen 
diser lelzsten zeit ist erschienen: sehr fruchtbarlich mit 
seinem Prognostico zu betrachten. 

Gelruckt zu Strafsburg, durch Bernhard .lobin, im .lar 
Tausent, funIThundert, drey und sibentzig. 

Fol. mit Holzschnitt. .Neulich von uns im Anzeiger (Nr. 8, 
Sp. 2J0) besehrieben. 

2) Ein gaul7. » unikTlu lit'> und iil>eraus erschreckliches 
FewTzeicheu, So Anno 1572. iiml 7.'<. am Ilimel gesehen 
worden ist. J. B. 

In der Neweustadt Magdehuru, bey Leonhiird Gerbard 
BrielVmaler. (i. .1. ( 1 57.S ). 

Zwei Foliublalter mit colur. llolzsch. (.sielluiig des Co- 
meten auf der Sternkarte). 

3 ) TijoijCiet^ uixetüQoXoyiy.ui. SIellae prodigiosae, 
,\nno 1572. den 8. tag N'ovembris in Dodecalemorio Tauri, 
am ugdersteii teil des halses des himlischen Bildes der Cas- 
siopeae genandl, erstlich erschienen, von Leonhnrten Thiirn- 
eissern zum Thurn, Cliurfllrslliclien Brandcnhiircischen be- 
stalten Leibs .Medico, Ersimul zu Hall in Sachsen, unter des 



Poli höhe 31. grad und 40. minulen, den 19. lag Noveni- 
bris: Andermals aber den 19. Decembris zu Berlin, unter 
des Poli hohe 52. grad. 50. minulen, welche Observationen 
beyde mal uuib rechte zwolflle stunde der Mitternacht be- 
schehen etc. (Proguustication auf die zwei folgenden Jahre.) 
o. 0. u. .1. (Berlin. 1573). Zwei Folioblatter mit gro- 
fsem color. Holzschnitt (halbe Sternkarte, darunter phanta- 
stische Sceiien , wie Feuerretreu. Kriegsheer, kämpfende 
Hahne etc.) und angehiingler gereimter Practica. 

4) Newe Zeitung. Von cliin wimderbareii neinveii, iiiiiid 
vor nicht mehr gesehenen Sternen, welcher sich noch auH' 
heuligen tag erzeigt und sehen lafst, in disem 1573. Jar 
den zwentzigsten Januarij, wirt hie aulf das aller kürtzest 
angezeigt uuiid beschrihen. 

0. 0. u. J. (1573). Fol. mit llolzsch. (der Stern iibcr 
einer Bersgegend ; mehrere Personen). 

5) Von dem Cometen, welcher in die'sem 1578. Jar in 
dem Monat N'ovembris erschienen. Zu Ehren, Den — Herrn 
Ratbismeistern und Itaht der löblichen Stadt Erlfurl etc. be- 
schrieben durch Georgiuin Busch, >'orinbergensem, der Astro- 
nomischen Knusten lielihaber, wonhalTlig in ErlTiirdt. Am 
Ende: Aiino M.1).I..\XII!. 13 Bl. 4. ohne Seilen/.alil. 

6) De uova Stella. .Iiidicium Cypriani Leovilii a l.eouicia, 
.Malbemalici , de uova Stella sivc Coiiiela, viso inense N'o- 
veuibri ac Decembr., Anno Domini 1572. Item mense Ja- 
nuario & Februario, Anni Domiiii 1573. Cum gralia et pri- 
vilegio Caesareae Maiestalis. Impressum Lavingae ad Danu- 
bium. M.D.L.XXHL 4 Bl. 4. 

7) Von dem newen Stern Bericht Cypriaiii von Leowitz 
.Mathematici zu Laugingen, von dem newen Stern oder Ga- 
meten, welcher gesehen ist worden im November und De- 
cemher dos 1572. auch im Jannario und Feliruario des 
1573. Jars. Mit Kayserlicher Mayestet Gnad und Freyheit 
nicht nachzutrucken. Getruckt zu LauE-iniren an der Donaw, 
im Jar 1573. 4 l!l. 4 

8) Von dem newen iiuerkhanten wunderlichen Sierii, so 
sich im nechslverscbiuneii 1572. Jar erstlich erzciirl, und 
noch alle Nacht sclieineudt jreseheu wirdt. Kurizer Bericht 
Was davon zu ballen, siinipl Milucmlir l'rognoslicatiou was 
er bedeut, Gestellcl : Durch Barpliilornciim Reisacher, der 
Ertzney Doctor, des Kayserlicben llof>|iitals Phisiciim und 
verordneten Malhematicum der Universilet zu Wienn. Ge- 
truckt zu Wienti in (leslerrcich, durch Caspar Slaiuhofer, 
in S. Anna Hof. 1573. 10 Bl. 4. ohne S. mit kleinem 
Holzschnitt (dem Cometen). 

9) Stellac percgrinne iani primiim e.xorlne et cnelo con- 
stanlcr haerenlis (J^airiJiKVov vel observalum, di>inne pro- 
vidi'tiae vim cV glorine niaieslalem abuude concelebraus per 



323 



Anzeiger für Kunde ili-r ticiil.sclu'ii \ orzeit 



324 



D. Corneliuni Gciiimani Lu\aiiij ^lodiciiiiif professurfiii Hc- 
gium. Lovanii. Ex oTficina Joannis Bosrardi. Typo^ra. Juiiil. 
sub Biblijs aureis. Anno 1573. Cum irralia el |)rivile^M(i 
Resiae Malest. Subsicnu de la Torru. S Bl. mit drei in 
Hulz beschnitt. Sternbildern und Kartellen. 

10) Brevi:. et suciincla descriptio Corporis liiiniiio.-.i, 
quod nunc aliquot ineusibu.s apparuil. 

Sign.: Cah Fcbrii: 1,')T.3. Cnnradus l)a>ypodins. 
Excudebat Arstnloriih Bcridiiirdus Jobinus. Fol. mit 
latein. Text, und Ilolzsihnill ( Ilinimelskartel. 

11) Elesfia de novo >ydere, recens >ub asierismo Cas- 
siopelae exorto. 

Sign.: Johannes Pomarins M. Vuitebergac F. Anno l.")73. 

die 4 Januarij. 
o. 0. Fol. ohne Holzschnitt. 1!) Distichen. 

12) Ein hurlzcr nfi Einfeltiircr Bericht, Leonharl Thur- 
neyssers zuniThiirns, Churf. lirandenhurgischen hcstalteii Leil)s 
Medici über den 13l>. unnd inn disem laullenden 77.,lar am 
19. lag Oclobris erstlich erschinenen Comelen. iillcr Welt 
zum Dienst und netreuwer Warnung publicirt. 

Gctruckt zu Berlin. Bey Michael llentzskcn. o.J. (l.')77.) 
4 Fülioblutter mit allerhand phantastischen colorirten 
Holzschnitten, zwei Himmelskarten und 1 S. Text. 

13) Von einem Schrecklichen und \\'uudorbarlichen Co- 
metcn, so sich den Dicnslae nach Martini dickes laullenden 
M. D. I.xxvij. .lahrs, am Himmel erzeiiret hat. 

Unterz.: M Pcler Codicillus. 

Mit Ihrer Fürstlichen Gnaden Aiitonij Erlzbischoils zu 
Präge, ubersehung und bewilligung. 

Gedruckt in der Allen Stadt Prasr durch Georgium .laco- 
buni von Dalschitz o J. (l.')77.) 

Fol. rii. color. Ilolzsch. (der Comet am ^achthimnlel. 
vorn schwarzgekleidete Manner, denen einer mit Laterne 
vorleuchlct). 

14) Comclat i]iii .\nno l.')77. a die 10. .Novemh: ad 
22. diem Decemh: conspectns est intra tirculos. Stellas iV 
.Xsterisnios ad sinjulos dies dcsignalio, in (|ua iV I.niiae locus 
ad mutlos dies secnndum longit: iV lalitudineni aiinotatus 
est. Autore Paulo Fabricio Med. Doct: Caesaris .Miillieni: 

Mit Rom: Kay: Mt : etc. Gnail und Privilegien, (iedruikt 
zu Wienn in Oc^terreich, bey Michael Apirel. o. .1. (157y.) 

Fol. ni. Ilolzschn. (Bahn des Comelen auf der Sternkarte). 
Dazu Bericht von 3' , Folioseiten. 

Zu weiterer Belehrung verweist liier Fabricins auf sein 

15) Judicium De Conicta, qui anno Domini M.D.I.WVII. 
A 10. die ^ovcmb: usipie ad 22. diem Decemh: Viennac 
conspeclus est. In quo varia de Conielariim natura iV fonn.i 



in ;;iMiiii: iircMler Iractjulnr, Ail Maümliinm it (Jenerusiim 
Diiniiniini . Dom: Hartmannnm, Dom: a Liechtenstein el( . 
Aulore Paulo Fabricio Med: Doct: * Caesaris Malbematico. 

Cum gratia A" (irivileaio Sac: Caesar: MaiesI: Impressum 
Viennae Ausiriae apud Michaelem ApITelinm s. a. (1578). 
!) Bl. 4. m kleinem Titelholzschn. (Comet). 

16) F^in kurtze erinnerumj, von ilem Comelen, so aufT 
den 12. tag Novcnihris des 1577.Jars zu Angspurg erscbi- 
nen, und erstmals gesehen worden. 

/u AuKspurg bey Bartholme Kiippeler BrielTmaler. im 
kleinen Sachsen Gefslein. o. J. (1577.) 

Fol. m. color. Ilolzsch. (der Comet über einer Sla.lt). 

17) Kurtze Erklerung, von den eigenschafTlen defs gros- 
sen, im M.D.LXXVII. jars erschienen und noch brinneiidcn 
Cometen, Sanft seiner hcdeutung, Auch au was ohrl und 
stell. Ilirnlisihen Ilaul's, Planelen und Zeichen, er anlf und 
unter irangen. Durch der Astronomiae l.ielihabern , erlahme 
unil Gelehrte, wie nachvolgt, undlerschiedluh beschrieben. 
Anno M.D.LX.WIH. 

.\ni Sdilnsse des ersten Berichts. J. Portanliiis Physicus 
* .Mallienialicus. — AniF^nde: Gedruckt zu iNürmberg, durch 
Leonhanl Ilenisier. 8 Bl. 4. mit 3 kleinen color. Holz- 
scbnitlen. 

18) Verzaichnufs des Comelen, so imNovenib: in disem 
7 7. jar zum ersten mal gesehen worden. 

Zu Nurnilierg, bey Georg Macken. Illuminislen beym 

Soiiiicnliad. o.J. (1577.) Fol. m. color. Ilolzsch. (derComet 

mit langem Schweif, darunter vier Zuschauer und die Sladt 

Xirnberg). 

(Schlafs lulgl.i 



E-Jn riilliirliiHtui-iMrli ■•■«Tkifiirdiicfr Te|i- 
|iirli im xiTiii»»!»«-!!«'!! ITIiihciiiii. 

Von Jiic. Falke. C(>iiser\alor der Kunstsammlnns des 
ffcrnian. Museums. 

In .Nr. 12, Jahrgang 1855 (S|). 315) des Anzeigers 
haliin «ir bereits die Sammlung von gewebten und gestick- 
ten Stoffen im germanischen Museum besprochen und bei 
dieser (jelegenbeil auf den hohen cnlturgescbicbllichen \\'prtli 
dieser Erzengnisse niillelallerlicheii Gewerblleifscs und Kunst- 
sinnes aurnierksarii tr,.|,|.,(.|,t^ nicht blofs in Anhetrucht ihrer 
Technik und der Geschichte ihrer Fabriksliitten , so^idcrn 
sranz insbesondere wegen der Darstellunifen, die sich auf 
iliiii'ii linilcn. \\ ir crwahnlen dort Gsstmiihler, l.iehesscenen, 
lloi h/.cilcn. Gruppen t on )lusic iremlen und andere die Ciil- 



325 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



326 



lurgeschiclite vorziig.-weise betrefTende Dinge. Seitdem ist 
diese Sammlung bedeutend vermehrt worden. Unter den 
neu hinzugekommenen Stüiken belindel sich wohl als das 
hervorrasrendsle ein grofser gewirkter Teppiih, welcher so- 
wohl durch sein hohes Aller, wie durch die originelle und 
seltene Darstellung diis ausgezeichnetste Interesse für sich 
in Anspruch nimmt. Wahrend die meisten gröfseren Tep- 
piche dieser Art mit «eltlichcn Gegenstiinden, wie sie, her- 
vorgegangen ans fliindiisch- burgundischen Fabriken, vor- 
züglich in Frankreich sich erhalten haben, der zweiten Hälfte 
des 13. oder dem Anfange des 1 (i. Jahrhunderts angehören 
(vgl. Jubinal und Sansonetti, la tapisserie de Bayeu.v), so 
ist der erwiihnlc Teppich des germanischen Museums noch 
eine Arbeit des 14. Jahrhunderts. Nach den darauf vor- 
kommenden Trachten zu schlielseu, ist er zwischen den Jah- 
ren 13S(l lind 140(1 verfertigt worden. Seine Gröfse be- 
träift 9 Fufs Breite auf 12 F'ufs Länge. In der artistischen 
Beilage zu dieser Nummer des Anzeigers theilen wir eine 
Allbildung in möglichst gelreuen Umrissen von demselben 
mit, welche, wenn auch mit Hin weglassung der au^ Wap- 
pen und Thieren bestehenden Einfassung, doch hinlänglich 
sein dürfte den c ulturgeschichtlichen Werth erkennen 
zu lassen. Doch möchten einige \\ Orte zum nähern Ver- 
ständnifs nicht überflüfsig sein. 

Der ganze Vordergrund mit seinem Figurcnreiclithum 
bildet eine zusammenhängende Darstellung, ein Spiel aus 
den höhern, feinern Kreisen der Gesellschaft, welches die 
Poesie und die damals herrschende Allegorie in das Leben 
hereinzieht. Rechts, im eingefriedigten Raum, sitzt auf einem 
Thron die Königin, Frau Miune. mit einem Diener an je<ler 
Seite. An die Schranken sind einige Herren gefesselt, deren 
Bande von Damen gelöset werden. Das nähere Verständ- 
nifs eröffnen die darüber heiindlirben lliegenden Zettel mit 
den folgenden Inschriften: von. d ine. bände, (d. h. denen 
der Liebe ) li g. i c h . i n . bände, und : drost. vnd. freld. 
machent. dise. meid. Die losgebundenen Herren werden 
nun von den Damen — je paarweise Herr und Dame — zu 
einem höchst seltsamen Turnierspiel bingcfuhrt, zu einer Art 
von Quintanrennen. Die Quinlane stellt eine Daiiii' vor, 
welche auf dem Rücken eines Herrn sitzt, der auf allen 
Vieren auf der Erde im Grase liegt. N\ ahrend ein zweiter 
Herr sie von hinten unterstützt, streckt sie das eine Bein 
wagrecht aus. Ihr erhobener Fufs bildet die Zielscheibe 
ihres Widerparts, eines Herrn, welcher frei^tcllclld eben- 
falls mit erhobenem Fufs den ihren zu treffen >ucht. Seine 
Absicht ist, die Dame auf diese \\ eise \()U ihrem Sitze um- 
zuwerfen, in welchem Fall er Sieger ist: ein Fehlstof.- fuhrt 
ihn selbst zum Fall und zur Niederluge. Im Hintergrunde 



dieses Turniers stehen drei Damen mit aufmerksamer Bewe- 
gung, die Kanipfrichlerinnen , wie es scheint. Links sehen 
wir, wie die Besiegten von den Siegern abgeführt werden, 
sei es nun, dafs die Dame den Herrn fortschleppt, oder der 
Herr die Dame. Die Kämpfenden sind wieder von zwei 
ähnlichen lliegenden Zetteln umgehen, von denen der eine die 
Inschrift trägt: din. stosen. gefeit, mir wol. lieber, 
stos. als. es. sin. sol., und der andere: ich. stes. 
gern. ser. so. mag. ich. leider, nit. mer., vielleicht 
mit Rücksicht auf die wenig vortheilhafle Stellung des Herren, 
der sich allerdings im grofsen Nachtheil zu befinden scheint. 

Von diesem Spiel ist uns bis jetzt weder eine andere 
bildliche Darstellung, noch eine alte Beschreibung oder Er- 
«iihnung vorgekommen. Achnlicbes jedoch findet sich in 
Joseph Striitt's bikannteni N\erk: The sports and pastimes 
of tlie people of H^uglaiid, einem Buch, dem leider noch 
seines Gleichen für Deutschland fehlt. In dem Abschnitt 
über die Turniere (S. HC If. der Ausgabe von 1841 ) sind 
nach .Miniaturen des 14. Jahrhunderts einzelne Beispiele bür- 
gerlicher, scherzhafter oder kindlicher Anwendung des (juin- 
tanrcnnens abgebildet und beschrieben. Darunter befinden 
sich auch ein paar dem unsrigen ähnliche Fufskämpfe (p. 122 
Nr. .34 und .35 der Illustrationen). DieQuintane bildet hier 
eine mannliche Person, welche, auf einem dreibeinigen Ses- 
sel oder Rock sitzend, das eine Bein erhoben dem Angreifer 
entgegenstreckt. In dem einen Falle (Nr. 34) macht der 
Gegner den Stofs ganz in derselben Weise wie auf unserem 
Teppich. Auf Nr. 35 ist das Spiel complicierter. Der An- 
greifer sitzt in einer Schaukel, einem Siritk, welcher über 
einer Rolle unter der Decke des Zimmers befestigt ist. Hlin 
dritter setzt die Schaukel in Bewegung. Der Stofs, den er 
auf diese Weise gegen den Fufs des Gegners führt, ist um 
so wirkungsvoller, aber auch die Gefahr um so gröfser, des 
Ziels zu verfehlen , oder aus der Schaukel herausgeworfen 
zu werden. 

Was unser Teppichbild vor den Reispielen Striitt's aus- 
zeichnet, ist, dafs es uns mitten in das gesellige und geistige 
Leben der höchsten und feinst gebildeten Stande hineinver- 
setzt , während jene nur den Charakter von Volksbelusti- 
gungen tragen. Es ist dasselbe Spiel, welcbe.^ uns hier ent- 
gegentritt , aber eingekleidet in ein geistreiches Gewand, 
wie es die Richtung der Zeit etwa seit der Mitte des 14. 
Jahrhunderts, nnnicntlich aber im 15., liebte. Wir kennen 
diese Sucht zu allcgurisieren vorzugsweise aus den epischen 
oder didactiscben Gedichten dieser Periode, unter denen 
wir z. R. an Hadamnr von l.aber's Jagd, nn .Altswert und 
den Kittel erinnern. Unser Tep|>icli lehrt uns. « ie diese 
Allegorie aus der Poesie auch ins Lehen gedrungen i~l. 



327 



Anzeiger fiir Kunde der deulsrhen Vorzeit. 



328 



iVoch ein anderes interessanles. aber leichter zu erklipreii- 
des Spiel findet sich auf dem Mittelgründe unseres Bildes, 
neben der Burg. Ein Herr kniet vor einer Dame und hat 
sein Gesicht in ihren SchooFs gelebt; die Augen sind ge- 
schlossen. Er hat zu erralhen, wer von der umstehenden 
GesellschaR ihn geschlagen hat. Die Dame, vtelvhe grade 
im BegrilT zu schlagen ist, scheint mit der linken Hand, um 
besser IrelTeii zu können, die Schellen zuriickziiziclien. Das 
Spiel ist noch heute bekannt. SIrnll hat auch lilcrriir ein 
ähnliches Beispiel aus dem 14. .liihrliundeil ; es ist unter 
Nr. 123 auf S. 391 nach einer .»iiiialur abgebildet. Das 
Spiel führt in England den Niiineii liol-cockles. Wir linden 
an dieser Stelle ijei Strult noch manche idinliclK', tlieils noch 
heute gebräuchliche Spiele aus dem 14. .lalirliundert, i. ß. 
Blindekuh (hoodman's blind). 

Schlicfslich wollen wir noch mit einem Worte des In- 
teresses gedenken, welches der Teppich für die (jeschicble 
der Trachten gewährt. Er fuhrt iiii> gerade in die Zeit 
hinein, welche in dieser Beziehung die lippigsle von allen 
war; Schnahelschuhe, SchellensUrlel, Farbentlicilunir, und 
die andern Auswüchse und Carricaturen der menschlichen 
Kleidung, wie sie seit der Mitte des 14. Jahrhunderts her- 
vorschiefsen, stehen in vollster Blüthc. Der Teppich mit 
seinem Reichlhiim an Figuren gibt uns Muster von allen 
Arten; die ganze noble Welt ist auf ihm vertreten. — Auch 
die Architektur, iiameutlich die prachtvolle liiirg in der Mitte, 
die Jagden, Fischfang, (iärlen im Hintergrund, der Tauben- 
schlag und andere Gegenstunde gewähren noch mannig- 
faches Interesse. Ein ander Mal werden wir auf die den 
Teppich iimsrebeiiden W appen zurückkommen , da aus den- 
selben etwa die ursprünglichen Besitzer zu erforschen sein 
durften. 



Lniid u. Leute. VolkMziiHtiiliile iiikI llorlMeiiii'irlitiiiiseii 

SUndeaTerhtIt- im (IciltMC lieii ^tifliniliii riceii. 

Dlise. Dorf. 

we«cD. y^ji Friedr. Schuler v. Libloy, Professor, in Hermann- 

stadt. 
(Fortsetzung.) 
Wichtiger scheint uns das Inner leben selbst. Zu die- 
sem ist der Bauer bereits dadurch in Uehnng silllich-gesel- 
ligcr Gemeinsamkeil vorbereitet, dafs er früher der „Bru- 
derschaft" angehörte. Die Bruderschaft ist die Ver- 
einieiiiig aller jener Baiienibiirsche, welche bereits conlir- 
miert , aber nicht verbeiralliel sind. Diese bilden ebenfalls 
eine zusammengehörige Corporation (in grofsern Dörfern 
zwei) und wählen ihren Vorsteher und clen .,Oertenlrägcr", 



sowie etwa noch einen Schreiber. — Der gOMihlle Vor- 
steher heifst „ Altknecht ■* ; der aufgelassene, häuRg als 
Substitut im Amt fungierend, ist nicht seilen „Vorkoscr" 
genannt. Der Ocrtenträger endlich hat Fahnen, Ehren- 
und Liebesgaben zu tragen und ist gewöhnlich der aner- 
kannte „Schöngeist-' seiner Genossen. — Der „Altknecht"' 
nimmt sich vier bis sechs Beisitzer, und diese üben <lie Auf- 
sicht und verhangen Büge und Strafe. Sie selbst und die 
sanze Bruderschaft stehen unlec besonderer Aufsicht und Lei- 
tung eines der beiden von der Altschafl gewählten Kir- 
chenväter. — Aehnlich die „Schwesterschaft-', wel- 
cher der andre Kirchenvater und insonders dessen -Haus- 
mutter" vorgesetzt ist. — 

Als verheirutheter Bauer, selbständiger Hanswirth Irin 
der neue Familienvater in die Nachba rscha fl und wird 
dieserart vollherecbligles Gemeindeglied, erfreut sich der 
Rechte der Gleichen, unierzieht sich den PIlichlen seiner 
Genossen. Brüderlich sollte auch diese Vereinigung sein. 
War's doch gewohnlich derselbe eine Brunnen, aus wel- 
chem die Nachbarn tranken, derselbe eine Ofen, in dem sie 
das Brod backten, dieselbe eine Todtenbank, auf welcher 
sie endlich alle einmal ruhten, und gab's doch Gemein- 
samkeit in Freude und Lust, in Trauer und Noth, und war 
doch in ilen allemal schlimmen Zeilen Einer auf den Andern 
anirewiesen zu brüderlicher Ililfeleislung. 

.Maulligruch verschieden sind l'iir diese überall im Sach- 
senlaiide voikommende Vereiiiiifiing die lir;sonderii .Nach- 
bars c h a fl sa rt ikel , Statuten, entweder von der Corpo- 
rulion selbst ausgegangen (so z. B. die der (irofsriiifiiacb- 
barscliaft von I.j82l, oder von Amt und geistlicher (Ibrig- 
keit entworfen und von der Gemeinde angenommen (z. B. 
die Grol'salischer von 1 IST ii. a. m ). *) — 

Fassen wir die Grundzuge zusammen , .^o Irill uns fol- 
gendes Gesammtbild entgegen, nirgends ganz vollkom- 
men und ganz gleich durchgefiihrt, aber doch wesentlich so, 
selbst in der Gegenwart be>teliend und übenill gerne in 
seiner localcn Gestaltung erhalten. 

Vierteljährlich pllegt die Nachbarschaft in regel- 
niäfsig wiederkehrenden Versammlungen zusammenzutreten 
und Tags darauf eemeinsiim zum ., heiliireii Abeiiduiiihr' zu 
ffelieii, iiamenllidi iun Asclininillwui h dns neue Amt zu 
Wahlen. Diese \ ersaminliingen heilsen meist .Sitlage". 
Es verlang! es der Zweck des >illlich-geselli2en Institutes, 



'■) Die vorhandenen Nachbarschaftsartikcl rühren beinahe 
siiininllich aus der Zeil nach der Beforiiialion , kiindi- 
Cen sich aber liiinlic gradciu als blofse „Uevision" 
iiraller F^inrichlung an. 



329 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeil. 



330 



Hafs vorerst alle Nachbarn „gewarnt- «erden, siih zu ver- 
söhnen und, wenn ireendwo Zwist und Hader «iire, alle 
Streitigkeiten beizulegen, wobei der .Nachbarschaftsvater zu 
verniitleln hat, damit der Sittag in Eintracht gefeiert wer- 
den könne und man dann im lieben iMenschenfrieden vor 
dem „Tische des Herrn" erscheine. In allsiichsisclier 
Kleiduns — Einer wie der Andre nach des Orts verschied- 
neni Bramh in gleicher Tracht — tritt die Versammlung 
zusammen. Der Nachbarschaflsvater verliest aus einem über 
Anzeige der beslimmleu „.Aulscliaucr" (seiner Beisitzer) ver- 
fafsten Register die vorgekommenen Versehen (z. R. nicht 
befolsle Reibe im \\einscliank. verweigerte Hilfe, unvor- 
sichtiger Umgang mit Feuer uird Licht, gehabter Zank, Trun- 
kenheit, Kirchenversiiumnifs etc.); — ebenso werden mit- 
gethcill und verhiingt die mittels der Beisitzer zuerkannten 
Strafen und Rügen, und dann Rechenschaft über die ge- 
satnmte Verwaltung, namentlich die Einkünfte und Ausgaben, 
gelegt und hierauf nach Verlesung der Nacbbarschaftsarlikel 
die neue Wahl vorgenommen. Aus den ältesten Mitgliedern 
werden ein Nachbarschafls-Valcr (Nachbarschafts-IIann) und 
je 4 bis 8 Beisitzer gewählt, von denen der älteste — 
Wortmann oder junger N.- Vater, der jüngste Schreiber zu 
sein pflegt. — Der Vorsteher bestimmt die ,,Aufschauer" 
(aus den Beisitzern). In einer eignen Lade werden Schrif- 
ten und Kassa verwahrt und jedesmal dem neugewiihllen 
Vater übergeben. Dieser enllafst nach den üblichen Re- 
grUfsungen (Ansprachen) die Versammlung und jeder niiifs 
stehend diesen ,.Urlaub'- vernehmen, welchen in der Regel 
der Wortmann im Namen der Nachbarschaft zu beantwor- 
ten bat. 

(Fortsetzung folgt.) 



Lebensweise 

Dciale Verhält- 

DisBe 
Spliraglatlk. 



IVber Ordf'iiH-YiiHiicnieii auf tIeiilMrIieil 
!«ieict'lii «ur HniHt'r llaxiiiiilimi ■• 

Von K. V. Sava, k. k. Vice- llofbuchhalter, in A\ ien. 
(Schlufs I 
Dafs Herzog Ernst das Siegel mit dem Drachen bereits 
im .labre 1402 führt, wuhreud er mit 24 Edlen aus Ocster- 
reich und Steiermark erst am 16. Februar 1 409, nach einer 
dem K. Siirmund zu Oedenburg ausgestellten Urkumle, dem 
Dracbeuordcn beilritt, lafsl sich ilahin erkliiren, dafs Ernst 
den (Irileii früher getragen, um sich jedoch die Gunst des 
Königs zu er« erben, der zum Obmann der Schiedsricliler in 
den Streitigkeiten zwischen Herzog Ernst und dessen liru<ler 
Leopold gewählt war, die von Sigmund geänderten oder 
erweiterten Statuten des Drdcus anerkannte und seine Lan- 
desedlen gleichfalls dazu bewog. 



Das Ordenszeichen beschreibt Eberhard von Windeck, 
der gleichzeitige Historiograph K. Sigmunds: ') „Ein Lint- 
wurmb, der hienge an einem Crewze. Auf dem Crewzc 
stunde: '0 quam misericors est deus' nach der Länge-, 'Justas 
et pius' nach der Zwerche.-* — Zuffleich macht dcr>elbe 
einen Unterschied zwischen den 24 Rittern, welchen der 
Kaiser das Kreuz und den Lindwurm gab, und den vielen 
anderen Rittern, die den Wurm allein trugen. Mit der von 
Windeck gemachten Beschreibung stimmt auch das Ordens- 
zeichen auf dem Grabsteine Reimbrechts von Walsee, ober- 
sten Marschalls in Oesterreich, aus dem Jahre 1450 überein. ^) 
— Wo sich der Drache als Ordenszeiclien um einen Wap- 
penschild schlingt, erscheint er ohne Kreuz; so um das Edlas- 
bergische Wappen ober einer Tliure im sogenannten Federl- 
hof am Lugeck in Stein gehauen und dabei die Inschrift: 
l'ati et abslinere et sapere a deo sunt 1497; — und eben 
so ist der Drache vierfufsig und ohne Flügel um das Wap- 
pen des Königs Ladislaus Poslhumus über der Thürc der 
Pfarrkirche zu Pertholdsdorf. ') 

In einem Wappenbriefe K. Sigmunds vom Jahre 1418 
für Andreas de Chap, einen Ritter des Drachenordens, kommt 
folgende Stelle vor: Clipeus dracone cruce rubra in dorso 
signato cum pedibns qualuor et retro disjunctis et pennis 
quasi divisis ex utroque latere fuit circumfle.xus, cujus dra- 
conis OS apertum et inier dentes albos llngua rubra extensa, 
rostro subacuto et auribus erectis videbatur. Cujus draconis 
Collum cauda propria tripliciter circumdedit, cujus caudae 
linis seu pars e.xtrema erat erecta. (Ungar. Magazin vol. IL 
pag. 115). In einem anderen Briefe, durch welchen er 
dem Herzoge Vitold von Lilhauen und dessen Gemahlin Juliana 
den Drachenorden verleiht a. 1429 hcifst es: Efligiem dra- 
conis curvati per modum circuli cauda Collum circumgirantis 
divisi per medium dorsi ad longitudinem a summitate capitis 
usque ad extremum caudae eflluente sangiiine et desuper 
crucem. 

Diesen Beschreibungen cnlsiirichl auch das auf der Vor- 
derseite des ungarischen Majestiitssiegels, welches Sigmund 
nach seiner Kniserkrönung führte, vorkommende Ordens- 
zeiclien. Zu beiden Seiten des Thrones belinilet sich unter 
dem deutschen Reichs- und dem neu -ungarischen Wappen 
ein geflammtes Kreuz , an welchem ein geflügelter Drache 



■) De vita et gestis Sigismundi Imperaloris bei .Mcnckcn 
Srriplores rcr. germnnicar. Tom. 1., col. 1136. 

'J ilarilhaliT, fnsli canipllil. I'nrs II. und P.irs I. Dec. IV. 
«1.2. nuni. 18, wo jedoch stall l'ius gelesen wird pnricn». 

') SiiiitiiuT I. c. — Seilher verschwand da» Edlashcrgisrhc 
W oppen durch den Umbau de» Fi-dcrihofe«. 



331 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeil 



332 



liHiigl, dessen Schweif nach unten einpcschlag^cn und um 1432) sich auch das Orden>iei(hen des Drachen hefand : 

den Hals fferingell i^l. ') Auf der Vorderseite des. groisen ein Wurm mit fünf Diamanten, einem Rubin und Perlen. 

deutschen Kaisersiegels Sigismunds sind die Ordensinsignicn (Kais. Ilausarchiv.) 

getrennt, indem das geflammte Ordenskreuz im Siegelfelde 

links zu (laupten des Kaisers schwebt, wahrend der uni^e- 

fluselte vierfufsige Drache zu>ammengerolll auf dem Tliron- 

schemel zu den Füfsen des Kaisers liegt. *) 

Nach <lcm T(tde Sigmunds wurde der Drachenorden von 
den österreichischen Fürsten verliehen, wie aus den später 
erwähnten Beispielen hervorgeht; auf den Siegeln linde ich 
jedoch keine weitere Spur desselben. 

14.'i9. 22. Juni, Ofen. — Kuniir Albrecht sendet dem 
Herzoge Johann von >orfolk „insignem nostram rcgiam 
societalem cum cruce flamea desuper extensa"' und bewilligt 
ihm sechs adelige Mauner in dieselbe Gesellschaft des Dra- 
chen cum cruce desuper aufzunehmen. 

Kais. Hausarchiv. — Lichnovsky, Geschichte des Hauses 
Habsbur? .i. Band. pas. CCCLXXI num. 4350. 

1439. 10. Juli, Ofen. — Derselbe nimmt Brande Sche- 



nie Strafe dea ErtrSiikenii. 

(Zu Jac. (Jririiiirs d. Rt-chlsallenli. .!. .Vusg., S. 696 f.) 

Von Prof. Aug. Stöher zu .Mulhausen im Elsafs. 

Bei Besprechung des Ertrankens in einem Sacke führt 
Grimm (nach Scherz - Oherlin's Glossar, fol. 1314) eine 
Stelle aus Gcilers von Kaisersberg Postille an; dieselbe 
stell! Thtil IV, fol. 40" und lautet also: ,,Zum fnufflen so 
rieht man mit dem sack, dz mau einen ertreiuket." .Aufser 
dieser Stelle kommt Geiler oftmals auf die Strafe des Er- 
triinkens zu sprechen und gebraucht dafür den Ausdruck 
Schwemmen; z. B. : „Solch Buhen solt man schwem- 
men." Auch ein anderer für Strafsbnrg ganz lokaler Aus- 
druck: ..die Brüsch ustrinken" kiimmt zweimal vor 



len in .Xubetracht dessen Oheims, des Bischofs Johann von (Sund, des Mundes, fol. 20u. 81). Die III namlitli, welche 
Lübeck, seines Gesandten beim Basler Concilium, in die Gc- die kleinere Breuscli eine Stunde oberhalb Slrafsburg auf- 



sellschaft des Drachen „cum crucis signo desuper" auf. 

 Kais. Hausarchiv. — Lichnovsky I. c. p. CCCLXXV 
num. 4407. 

1452. ohne Datum. Ferrara. — K. Friedrich verleiht 
dem Johann Franz Snardus den Drachenorden. — Chmel, 
Regesten 2869. 

1452 wie oben. — Derselbe macht den Joh. de Schilinis 
zum Doktor und Ritter des Drachenordens — Chmel, Re- 
gesten 2868. 



Slaau- 
anstalten. 

Gerichtsver- 
fahren. 
Strafen. 



genommen hat, wird vom Volke „BrUsch"' genannt, solange 
sie die Stadt durchflicfst. Von einer über sie hingehenden 
Brücke, der Schindbriicke, warf man den Sack, in welchen 
die zum Ertranken Vorurtlieilten eingenäht « aren , in's 
Wasser. 

Die von Grimm (S. 697) aus Modestinus, lib. XII Pandect. 
angeführte Stelle enthalt auch S. Braut's Richterlicher Clag- 
spiegel (Slraf^b. 1.J38, fol. 124''). nur dafs Braut sonder- 
barer Weise gal lo gallinaceo mit cappaun gibt. Sie 
laiilcl: „Di[J rechten pcen, ist also anll'gesatzt, das der, der 



Als Curiosum füge ich noch bei, dafs unter den Kleino- „ohgeschriben personen ') eyne ertiidt, soll mit bliitigen 
dien, welche Herzog Albrecht V. den Kaufleutcn zu Wien „rtithen') geschlagen werden, darnach soll er in einen 
för die seinem Hubmeister Berchtold von Mangen zur Zah- „sack genehet werden mit eym hund, vnd mit eym eap- 
lung der herzoglichen Schuld an Mklas Ramspcrger dariro- „pauu, cyner schlangen vnd äffen, darnach soll er in 
lichenen I iH)0 ungarischen Gulden verpfändete (Wien, 26.. Miirz „das mühr oder cynen wage (\\'asser), geworlTen wer- 

„den. Ist aber das man deren keyns het, so soll er den 



'j Abgufs in meiner Sammlung ^^. 733. Abgctiildcl bei l'rny, 
Syntagnia hisloricum de sigdlls Riguni cl Rct;jiiaruiii lluu- 
garinc. Tal. 14, num. 1. mit der Jahreszahl 1432, ^^anzlkh 
niirsgrilTen und das Ordenszeichen unkenntlich. 

') .Xbgufs in meiner Samnilung num. ■ISfi. Bei Dr. Riiiner- 
BuchniT, die Siegel ihr ilculschen Kaiser und honige 
(Frankfiirl, lh,'>l |, nuni. 73 blieb der Drache in der Be- 
schreibung uniTWiihul. 



.wilden I hiereu f ii rsr e w or f f e n werden.'' 



') Ellern und andere Verwandte, selbst collaterales. 
') Frulex sauguineus, der Hartriegel, mit blulrolhen 
Stielen und Zwcißcn. (iriiiirn. 



I Mit einer Beilage.) 



Verantwortliche Rcdnclion: Dr. Freih. v. u. i. Aufscss. Dr. A. v. Eye. Dr. G. K. Fronimann. 

Druck TOD Fr. Campe St tioha in Nürnberg. 



HMILAGE ZI M WZFJCiEll FLU Kl XDF l)FJ{ DFLTSl IIF\ \()I{ZFIT 

1857. JV? 10. Oo(ober. 



Chronik des germanisctien Miisninis. 



Konnten wir in unserer letzten ^lMnrner des Ann^ijers 
<len nieht unerfrculiclien liericlit geben über unsere? erste Jah- 
resconferenr , welche wir mit dem gemeinsamen Ausdriirk des 
Dankes gegen Se. Majeslül König Maximilian II. von Uiiycrn 
begannen, in den nun vollsliindig hergestellten und eingerich- 
teten Gebiiulirhkeiten der Karlliausc, so ist es uns beule hiiivMe- 
derum vergönnt, mit dankbarem Herzen die .Muniüzcnz des 
königlichen Vaters, L u d wig's I. von Bayern, Majesliit, zu rühmen, 
durch «eichen das Museum eine Schenku ng von 5000Gul- 
den erhielt, begleitet von einem eigenhändigen Schreiben, 
dessen anerkennender Inhalt dem Geschenke einen weit höhern, 
als der blofse Aomlnalwerth, verleiht. König Ludwig hat auch 
hier bewiesen, dafs er ein deutscher König sei. 

In Betrefl der bei letzter J^hresconlerenz slallgeliiililen 
Wahl neuer Mitglieder für den Gel chrtenausschufs sind 
bis jetzt nur zusagende Antworten in anerkennendster Weise 
eingelaufen. .Vit Vorbehalt, die später einlaufenden noch mitzu- 
theilen, zeigen wir vorläufig naehslehende .Männer der Wissen- 
schaft als neu hinzugetretene Mitglieder unseres Ge- 
lehrtenausschusses an: 

Hofrath Dr. W. E. Albrecht in Leipzig für deutsche Kcchts- 
geschichle ; 

Prof. Dr. K. Biedermann in Weimar Cur deutsche Kultur- 
geschichte, insbesondere seit der Reformation; 

Geh. Jüsl.-Rath F. Blume in Bonn tur Quellenkunde des 
deutschen Kechts ; 

Prof. Dr. J. G. Droysen in Jena für Geschichte des 15. 
und 16. Jahrb.; 

Karl Giideke in Celle für deutsche Literaturgeschichte; 

Prof. Dr. A. Kuhn in Berlin für deutsche .Mythologie und 
Sagenkunde, für rleutsihe Sprache; 

Geh. Reg. -Ralh J. W. Li. bell in Bonn für deutsche Kul- 
turgeschichte; 

Prof. Dr. W. .Müller in Göltingen für Geschichte der deut- 
schen Sprache und Litemtur, deutsche Mythologie; 

Kreisger. -R a th Seibertz in .\rnsberg für westfälische Lan- 
des-, Rechts- und Kultursieschichle ; 

Geh. R egierungsral li Frii-drich von Räumer in Berlin 
für deutsche Gesihichte im .Mitlclaller ; 

Prof. Dr. Karl Wein hold in Graz fiir deutsche Mundarien. 

Seil einem Monat dem Besuch der Fremden wieder er- 
öffnet, sieht das Museum taglich eine grofsc Anzahl derselben 
in seinen Räumen, von denen Manche, wie die Herrn Ludwig 
und Theodor Sander in .\ug»burg , ihre Theilnahme durch 
bedeulcnde Geldgeschenke bezeigt haben. 

In der Trinkstube des Hausmeisters sinil für die lliiuer 
des Winters zwei gesellschaftliche .Miende für die in Nornlierg 
anwesenden Freunde und Angehörigen des Museums heslinimt 
und bereits erolTnel worden. 

Eine neue .\genlur wurde errichtet In Solothurn. 



Von l!ii('lili:indlungen ist beigetreten : 
2sS. F. .\. I'rompergers Buch- und Antiquarialsbandiung 
in Bozen (Besitzer v. Paur). 

Für die im nachstehenden verzeichneten Geschenke sagen 
wir unsern Dank: 

I. Für das Archiv. 

Dr. Back, geh. Regieruugsralh, zu -Mtenburg: 

783. .\ilelsbrief des Kaisers Ferdinand III. lur l'hrislian Rhö- 
diger und Elisabellia Seningerin. Um 1636 — 1653. Perg. 

Freih. von Löffelholz, Archivar, zu Wallerslein : 

784. Vidimus eines Wappenbriefs des Kaisers Rudolph II. für 
die Gebrüder Hans, Gregor und Leonhard Hiicbcr von 
Oberlraubling. llldlt. Perg. 

Baron von Reitzenstein zu Friedrichseck : 
78."). ,\nlag der löblichen Ritterschaft der Hauptmannschaft Hof. 
1639. Pap. 

786. Vidimus eines Lehenreverses des Hans von) Reitzenstein 
zum Schwarzenstein für die Markiiralen Friedrich und 
Sigmund von Brandenburg über das Schlofs .Schwarzen- 
stein, den Markt Schwarzenbach und andere Güter (v. J. 
1193) von 1848. Neue Pap.-Abschr. 

Manger, Kreissekretär, zu Siegen: 

787. Irii|uisilionsprolokülle des Gerichts zu Dridorfl in der Un- 
tersuchung gegen Gute, Veiten Leonhard's Hausfrau, zu 
DridorlV wegen bezüchtigler Zauberei. 1629. Pap. 

Adolph Cnopf, Studiosus juris, zu >ürnberg: 

788. l'rKundc iles (iralen Ernst Wilhelm zu Orlcnburg über 
die Ernennung des Hans Georg Rager zum kaiserlichen 
Hofgrafen und Verleihung eines Mappens an denselben. 
1628 Per-. 

789. Lehrbrief der Obermeister und Beisitzer der Zinngiefser- 
zunfl zu Jena für Adam Christian Günther aus .\|Polda. 
1739. Pap. 

790. Lehrbrief der Obermeister und Miisler des Zinngierser- 
handwcrks zu Coburg lur Johann liollfrie<l Hilpert von da. 
1760. Pergam. 

Ein Ungenannter zu I\ürnberg: 

791. Schreiben des Valentin Fernandcz aus Lissabon an Ste- 
phan Gabler, Kaufmann zu IVürnberg. 1511). Pap. 

Dr. J. Schneider, Gymnasial-Obcrlehrer, zu Emmerich: 

792. Gericlilsbrief der Schölfeii zu Berke über den von Gerit 
van Rumel zu Berke geschehenen Verkauf seines Hinler- 
hiinscs nn Gerit von Lanck. 143(1. Perg. 

Fr. Woeste zu Iserlohn : 

793. I.( henlinef des Arnt Lappe van «Irr Hure for (iodi'rde 
Kreyenberge, Burger /.u Swerle, über ein (iut zu Reyneu. 
genannt Rodenkotle. 1503. ^euc Pnp.-Abschr. 



335 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



336 



Dr. Frommann, Vorsland des Archivs und drr Bililiotliuk 
am jcrniiui Vustuin : 
791. Schreiben des Veit Slüfs zu KürnluT^ an den Halb da- 
selbst wegeu einer Schuld der Frauinbrüder allda für 
Anferligung eines Gemiildes. Ohne Datum, ^eue Pap.- 
Ahsibr. • 

II. Für die Bibliothek. 

Numismatische Gesellschaft in Berlin: 
4:i29. Dies.. Miilhiihinsrn. .(. ildl. IS')7. 8. 
Gesellschaft für Pommer'sche Geschichte und 
Alterthumskunde in Stettin: 

4330. Dies.. liMliKili,- Siiulicn. 16. Jahrg. 2. H. 1857. 8. 

Dr. J. Sighart, rrnlissor, zu Kreising: 

4331. Der.*., die rnillilalliTl. Kunst in der Erzdiöcese Miinchen- 
Freising. 18.55. 8. 

Dr. Woldemar Harlefs in Düsseldorf: 

4332. ( lin.^lian l'rirdrH h Harlefs. Eine liiograph. Skirze. 
(1. ,1. X. 

Dr. Mor. Schulze, Schuldirectur, in Gotha: 

4333. Ch. F. Schulze, die Auswanderung der evangelisch ge- 
sinnten Salzburgcr. 1838. 8. 

4334. Ders., I'eliersicht der Geschichte des Grofsherzogthunis 
Baden. 1S42. 8. 

Dr. Andresen, Privatdocent, in Tiibingen : 

4335. E. Hehving, die Erbansprüche des K. Preufs. Hauses an 
die Ilerzogthiimcr Schleswig-Holstein. 1846. 8. 

4336. h. Wienbarg , das diinisclic Küuigsgcsetz oder das in 
Däneuiark geltende Grundgesetz. 1847. 8. 

4337. Kurze Beschreibung der Stadt Kopenhagen. 1843. 8. 

4338. Aktenstücke zur Schlcswig-Holsteinischen Frage. 1848. 
gr. 8. 

4339. V. Hörn, von Idsledl bis zum Ende. 1851. 8. 

4340. Die IVeumünslersche Volksversammlung vor den Schran- 
ken des (ierichls. 1817. 8. 

4341. Eugen Frcih. v. Hamnierslein, Willulmine. Gedenkschrift 
holsteinischer leitgenöfsischer Zn.sUrnde und Charaktere. 
IKIO. 8. 

4342. Die Holsteinische Provinzial-Stiindeversamnilung gegen 
den Minister! Der Minister aber lür das Volk! 1856. 8. 

Oesterreichischer Kunstverein in Wien: 
■1;m:!. Der.-., r.iTirht. 18.)2/.')3 bis 1855/56. 
Dr. E. A. Th. Laspeyres, Oberappcllationsgerichtsraih, 
in Lübeck : 
4314. Der Kiimischen Kaiserlichen Maiestat erklerung, wie es 
der Religion halben im heiligen Ueich, bis zu austrag 
des gemeinen Concili gehalten werditn soll. (1548.J 8. 
1345. Die Beschwerungen des hayligen Rij. Rey. vnd heson- 
derlicb g'tz Teulscher Nation, vom Stul zu Rom vn' 
seiner anha'gendc Gaystlichail, zu Worms im* Rcychfs- 
lag des l.')2l. jars. 4. 

Dr. J. W. Eberl, Profes.snr, m Freisiug: 
4346. Ders., (ieschichle der Stadt Dingolfing. 1856. 8. 

Antiquarische Gesellschaft in Zürich: 
|:M7. Ihr-., Milihiilungin. H. Bd I. — I. H. 1851 — 52. 4. 



434H. Dies., Bericht, 1.— 9. u. 12. 4. 

4349. Dies., Katalog der Bibliothek. 1855. 8. 
M. F. Esselen, k. preufs. Hofrath, in Hamm: 

4350. Ders., das Komische Kastell Aliso, der Teutoburger Wald 
und die Pontes loogi. 1857. 8. 

4351. Ders., Beschreibung und kurze Geschichte des Kreises 
Hamm. 1851. 8. 

C. J. Milde, Maler, in Lübeck: 

4352. Dcr.s., Lübecker ABC, radirt von E. Bollmann. 1857. 8. 
Dr. Ch. A. Pescheck, .\rchidiaconus, in Zittau: 

4353. Ders, die buhmischen Exulanten in Sachsen. 1857. gr. 8. 
FÖringer, Bibliothekar, in .München : 

4354. K. Roth, Oertlichkciten des Bifslhums Freising. Hl. Drittel. 
1857. 8. 

Emmert in Trient: 

4355. Calalogus cleri dioccesis Tridentinae ineunte anno 1857. 8. 

Klug, Pastor, in Lübeck : 

4356. W. Mantels, über die beiden ältesten Lubeckischcn Bür- 
germalrikeln. 1854. 4. 

4357. Kirchen -Ordnung für das Lübeckische Landgebiet, für 
die Stadt Müllen u. f. Travemünde von 1531. 1843. 4. 

4358. J. G. Leuckfeld, chronologia abbatum Bosavgiensivi«. 
1731. 4. 

Nik. V. Urbanstadt, k. k. Kinanzbezirks-Commissair, in 
Eger : 

4359. F. A. Reufs, Beschreibung des Kaiser- Franzensbades. 
1816. 8. 

4360. J. G. A. N. Fiebiger, das dritte Jubiläum einer löbl. 
Buchdruckerkunsl in Prag. (1740.J 2. 

4361. Das gulthalige und dankbare Abela der christ-gclehrtcn 
Well in Teutschland. (1740.) 2. 

4362. W. Hackhl, Trauer- Lob- und Ehren-Hed auf Alexander 
des Stillt und Closlers Waldsassen weyland Abbt und 
Prälat. 1756. 2. 

4363. Formula indvlgentiarvni u ss. Cleinentc Papa .\1 con- 
cessarnm. 1 IM. 1712. 2. 

4361. Lehcnbuch des Sebastian >on Wirsperg. Pap.-lldscbr. 
1-191. 4. 

Bauer A, Raspe, Bnchhdl. (Jul. Merz), in Nürnberg: 

4365. Zeitsibr. lur dculsche hullurgesch., herausg. von Joh. 
Muller u. Job. V\i\kr. Seplemberheft. 1857. 8. 

Ferd. Peter, Dircclor des Gymnasiums zu Saarbrücken: 

4366. !• . Sclirnilz, de bibliopulis Romanorum, 1*^57. 4. 

Dr. Rud. V. Raumer, Professor, in Erlangen: 

4367. (i. Fischer, Seder- Gesellen - Hand« crks - (i'ewohnheit. 
1735. 8. 

Dr. H. F. Knothe in Zittau: 

4368. Ders., Geschichte der Itcirfcr Rohnau, Roscnlbnl und 
Scharre. 1857. 8. 

4369. E. F. ILiupl, \> ilhelm unil Kcinrad, Bruder Ncscn, Niko- 
laus von Dorn-spach und i'rokojnus INuso. lS-t3. 8. 

Königl. Bibliothek in Brüssel: 

4370. M. L. Alwin, les nielles de la biMiollieijiie royalc de 
Belgiquc. 1857. 8. 



337 



Anzei^'T für Kunde der dtMilsclicn Vorzeil. 



338 



C. W. Sack, liegistrator, in Braiinsili\vei(;: 

4371. Dcrs., die Schornsleinfegi-r. Ein Hiitrajj lur Gt-schiihle 
der Gewerbe, Gewerke und <leren Gilden in der Sladl 
Braunschweig. 1857. 4. 

4372. J. .\. H. Schmidt, insrriplionuni st|Milcriiliuiri .<errn. prin- 
cipum ac diicuni Bninsvico I.iinehur^ciisium. 1797. 4. 

4373. Ders. , die St. .Martinsliirche in Briuinschwci;;. 1846. 8. 

4374. Eines L. Ralhes dero Sladl Braunscliweig Kind-TaufT- 
Ordnung. 1679. 4. 

4375. Geilenkbuch der Erinnerungsfeier des 18. Juni l«."i(l in 
Braunschweig. 1860. 8. 

Linz, Landgrrichtsrath, in Cobleni: 

4376. Welilar'sche Beiträge, herausgcg. v. P. Wigand. 1. B. 
1., 2. u. 4. H., und 2. B. 1. u. 2. H. 1837-42. 8. 

4377. E. Spanjienberg, Beiträge zu den Teutschen Rechten 
des .Mittelalters. 1822. 4. 

4378. F. H. Hdjig, zur Gesch. d. Klosters Arnsberg. 1843. 4. 

4379. Die teulsche Keichsgrafschaft Krichingen von Franzosen 
mifshandell. 1793. 4. 

4380. Des Fiirstl. Gesammtliauses Nassau im J. 1783 erneuerter 
Erbvercin. 1786. 2. 

4381. Kurze Darslelinng nebst Bitte, die Anspriiche des Fürsll. 
Hauses Wied auf den Thuil des Churtricrischcn Landes 
auf dem rechten Rlieiuufcr . . . betreffend. 1801. 2. 

4382. Des Kaiserlichen und Rcichs-Caninier-tJerichls Kalender 
auf das Jahr 1804. 8. 

G. C. Moser, k. Langer.-Assessor, in Freising: 

4383. Die im I. Tonius der Mcichelbeck'schcn Historia Frei- 
singcns. anf;;eführten, im Künigr. Bayern gelegenen Oerl- 
liehkeilen. i'rgr. V. Seb. Freudensprung. 1856. 4. 

Joh. Friedr. Hautz, grofsherzogl. bad. Hofrath, Prof. u. 
altern. Director des Lyceums, in Heidelberg: 

4384. Ders., urkundl. Gesch. der Stipendien und Stiftungen an 
dem grofsh. Lyceuin und der Universität zu Heidelberg. 
2 Hfte. 1856. 57. 8. 

4385. Ders., Jahresber. über das grofsh. I.yceiim zu Heidel- 
berg. 18.").')— 56. 8. 

Historischer Verein für Krain zu Laibach: 

4386. Ders., Mittheilungen etc. 1857. Juni und Juli. 4. 
Dr. Wilh. Wackernagel, Univers.-Profcssor, zu Basel: 

4387. Ders., die giililene Allarlafcl von Basel (Miltheil. der 
Gesellschaft für valerl. Alterlhümer \ll.). 1857. 4. 

Maur. Wilh. Trapp, Fr^icher, tu Lissiiz: 
43S8. K. Werner, die Entwii kluiig des luiiihard. Sladtcwescns. 
(Progr. d. k. k. Oliergjmnas. zu Iglau. 1856.) 4. 

4389. Franz Ritler v. Wilzenslein, Schlufs des von den Sl.in- 
*den des Markgr. Miihren den IH. Septlir. 1^37 angef 

und den 7. Sepl. 183h geendeten Landtags. 4. 

4390. Instruction für das niähr.-sland. Landesarchiv. 1856. 2. 

4391. J. Chylil, Leitfaden zur Forderung und Erleichterung 
der Forschung nach ninllen fiir dir vaterl. Geschichte. 
1857. 8. 

4392. Chliimccky , o dejepisu markrabastvi .lloravskchci b 
zpytovuni pramenu jeho. 1857. 8. 



Dr. Johannes Merkel, l'uivers. -Prof. , in Halle: 

4393. ('(iMiiiK iiUdio ijiia juris Siculi sive .\ssisarum reguni regni 
Siciliae fragmenla e.\ codic. manu scriptis proponuntur. 

1H.-,(;. 4. 
F. W. A. Schlickeysen, Rechnungsrath, zu Berlin: 

4394. Laur. Sandrarl, K\plication derer .Medaillien so auf den 
. . . Gelmrllis Tag S. Durclil. des Hertzogs ( Karl .Mexon- 
derj zu Wurtiniberg etc. Invenlirt und gezeichnet wor- 
den 1734. Pap.-Hdschr. 4 Bl. 2. 

Baron v. Reitzenstein in Friedrichseck: 

4395. Sainiiiluiig von Wappen der Familie Sleiircr. Pap.- 
Hdsclir. mit Federzeichn. 16. Jahrb. 21 Bl. 4. 

Societe pour la recherche et la conservation des 
monuments historiques dans le grand-duche de 

Luxembourg' m l.uxcinliurg : 
43'J6. Dies., I'nblications ; annee 1«56. MI. 1857. 4. 
4396 a. A. Namur, rapporl sur les travaux de la societö pen- 
d;iril 1856. 4. 

Societe de l'histoire et des beaux-arts de la 
Flandre maritime in Bergues: 

4397. L. de Baceker, penalite et iconographie de la calomnie. 8. 

4398. E. Gasmann, la bataille d Hondschoote. 1857. 8. 
C. Rümpler, Buchh. in Hannover: 

4399. .M. K. Essellen, das rom. Kastell .\iiso, der Teuloburger 

Wald und d. Pontes longi. 1857. 8. 

Jos. Max U. Komp., Buchh. in Breslau: 
44UO. K. .\. (ii.rlich, (iescii. der Stadt .Strehlen. 1853. 8. 

4401. Fr. H. v. d. Hagen, alldeutsche und altnord. Heiden- 
Sagen. 2. Aufl. 2 Bde. 1855. kl. 8. 

4402. Zeitschrift des Vereins für Gesch. und Alterth. Schlesiens; 
herausgeg. von Dr. R. Rcipell. 2. Hft. 1856. 8. 

4403. Codex, diploin. Silesiae, herausgeg. vom Verein für 
Gesch. und Alterth. Schlesiens. 1. Bd. 1857. 4. 

Tendier & Comp, Buchh. in Wien: 

4404. Jus l!cr;,Mnanii, Medaillen auf berulimlc und ausgezeich- 
nete .Manner des osterr. Kaiserstaales etc. 6. — 10. Hfl. 
Ol. Bd.J 1857. kl. 4. 

4405. A. J. Grofs, der KaliUnberg und seine Umgebung elc. 
1832. kl. 8. 

4406. B. Kutschera, Darstellung der Grundsätze der deutschen 
Hcchlschreil.ung. IH26. 8. 

Perthes -Besser u. Mauke, Buchh. m llaniliurg: 

4407. 0. Beneke, Hamburg. Gesch. u. Sagen. 2. Aufl. 1854. 8. 

4408. N. A. Weslphalen, Hamburgs Verfassung u. Verwaltung 
cic. 2 Aull. 2 Bde. 1^46. 8. 

Gebrüder Gerstenberg, Buchh. in Hildrsheim : 

4409. II. A. l.uiitiel, der heil. Bernwaril . Bi»chnf \un llildes- 
heim. 1H56. 8. 

4410. Uers. , Gesch. des Schlosses Steinbruck etc. und Jürgen 
Wullen weher. 1851. 8. 

IUI. Der»., Geschichte der Diocese und .Sladl llildesheim. 

I.— 5. Hfl. 1857. 8. 
Dr. Fr Münscher, UyinnaMiildircklor, in .Marburg: 
44 IJ. Hiller, über den llc(;rifl" des Horizonte» elc. und deucn 

geschichll. EntwickeUing. 1857. 4. Prgr. 



339 



Anzeisrer für Kunde der deutschen Vorzeil. 



340 



Polytechnischer Verein zu ^^ürzbllrg: 

4413. Dtrs., Jiihrcs-Biricht des polyt. Vereins. 1857. 4. 

4414. Ders., j;i'iniinnülrif;r Wüihrnscr.rifl. li^ö". IVr. 27 — 35. 8. 

K. k. Centralcommission zur Erforschung und Er- 
haltung der Baudenkmale in \Vien: 
4115. Dies., Miltheilungen elc. Kedaktcur ; K.Weifs. II. Jahrg. 
.\uj. 1857. kl. 2. 

Dumont-Schauberg''srlie Biichh. in hHln: 
4I1(). (Ir{;:iii lur clirisll. Kunst, herausfjeg. viin Fr. Bauilri. 
MI. Jahrg. Kr. 16 u. 17. 1857 4. 

Dr. F. Sachse in Berlin : 
4417. Ders. , der Welt Lohn von honrad von Würzburg. Ein 
Beitrag zum Versliindnifs niiltelalterl. Glaubens- und 
Lebensansicht. 1857. 4. 

Dr. Andresen in Tübingen : 
441^. Il.is Il(ili::e Lander Land-Rerht d. d. 25. Jan. A. 1587 
benebst desselben Confirniation sub dato Goltorfl den 
3. May Ao. 1606. Pap.-Hdsrhr. 1606. 4. 

4419. Toüey üerichts-Ordeninghe ende Stadts-recht etc. 1635. 4. 

4420. Dilhmarsisches Land-Reeht etc. 1711. 4. 

4421. Revidirte Landgerichts -Ordnung, So im Nahmen . . . 
Christian IV. und . . . Friederichen . . . Herizogen zu 
Schler.swfg, Holstein . . . verfafsct und Anno 1636 publi- 
ciret. 1717. 4. 

4422. rhr. I). Rhode, cinibrisch-hollsteinische Antiquitäten — 
Re»iar(|nes etc. 1720. 4. 

4423. Kong Christian V. Danskc lov; paa nye oplagl ved C. 
1'. Rothe. 1753. 8. 

4424. F. Kordes, Lexicon der jctzlcb. Schlesw. Holst, u. Eulin. 
Schriftsteller. 1797. 8. 

4425. C. F. Priniun, authent. Gesch. des jetzigen Krieges zwi- 
schen Dänemark und England. 1801. 8. 

4426. Ueber die Taufe des Königs Harald Klacks und den An- 
fang der Predigt des Christenthums durch Anscharius. 
1826. 8. 

4427. P. Jos. SchalTarik, über die Abkunft der Slaven. 1828. 8. 

4428. A. F. Lüders, über das Elend unter dem Volke etc. 
1829. 8. 

4429. .M. V. iMoltke, über den Adel und dessen Verhaltnifs 
zum Bürgerstande. 1830. 8. 

4430. J. F. iV. Fröhlich, Lebersicht der für das llerzogthuni 
Schleswig und Holstein erlassenen gesetzl. Bcstininiungcn 
über Militärpflicht etc. 1839. 8. 

4431. Ders., die in den Hcrzogth. Schleswig und Holstein gel- 
tenden gesetzl. Vorschrilliii in IScinn des Arrnenwesens. 
1840. 8. 

4432. H. F. Uhden, Leben des William Wilberforcc etc. 1840. 8. 

4433. U. Lornsen , die Unions-Verfassung Dänemarks und 
Schleswigholsleins. 1841. 8. 

4434. D. Kieler Sladtbuch v. d. J. 1264— 12H9. lierau.sgeg. v. 
Dr. Job. Fr. Lm hl. 1842. 4. 

4435. Budget für das J. 1843 für siminilliche, das Königreich 
Dänemark etc. betrcITende Staats -Einnahmen und Aus- 
gaben. 1843. 4. 

4436. Dasselbe danisch. 1843. 4. 

4437. Regnskabs-Oversigl for Aarel 1843 etc. 1845. 4. 



4438. Verhandlungen der 9. in Schleswig gehaltenen Versamm- 
lung des Vereins norddeutscher Schulmanner. 1843. 8. 

4439. Zwei Reden über die Erhebung der niederen Volksklas- 
sen. 1843. 8. 

4440. Staats- und Erbrecht des Herzoglh. Schleswig. 1816. 8. 

4441. Dänemark und das Herzogth. Schleswig und Holstein. 
1846. 8. 

4442. Jahresversamml. der Schlesw. -Holst. -l.auenb. Landes- 
vers, der Gustav-Adolphs-Stiftung. 1846. 8. 

4443. J. J. C. Lüders, prakt. Erörterung der in dem Herzogth. 
Schleswig und Hidsleiri gellenden IVormen über das Ilei- 
mathswesen. 1847. 8. 

4444. .M. Baumgarlen, 12 Thesen über Gegenwart und Zukurilt 
der Kirche. 1848. 8. ' 

4445. Staatsgrundgesetz für das Herzoglh. Schlesw. -Holstein 
(deutsch und danisch). 1848. 8. 

4446. AUgem. Städte -Ordnung für das Herzogth Schleswig- 
Holstein. 1848. 8. 

4447. lieber den zwischen Deutschland und Dänemark abzu- 
schliefsenden Frieden. 1849. 8. 

4448. Th. Thygesen, das Sendschreiben des Dr. H. Marlensen 
an den Oberconsistorialrath Nielsen widerlegt. 1850. 8. 

4449. E. Raben, das Credilauflagewescn. 1852. 8. 

4450. H. Marlensen, die Verfassungsfragc der dänischen Volks- 
kirche. 1852. 8. 

4451. C. F. Wegener, Verlheidignng des in der le.\ regia be- 
gründeten vollen Erbrechts der dänischen Konige etc. 
1852. 8. 

4452. Hansen, ein Wort für die Wahrung der unmittelbaren 
persönlichen Hohcitsrechle. 1854. 8. 

Fr. Latendorf in Neustreliiz: 

4453. Seb.Franck. Paradoxa Ducenia octoginta. Das islCCLXXX. 
Wunderred etc. 0. 0. u. J. beigebunden : 

Ders., von dem grewlichenn lasier der Triinckenheit etc. 
(1531.) 4. 
Falke & RÖfsler, Buchh. in Leipzig: 

4454. E. \\(llcr, INachlrage zum Index Pseudonymorum. 1857. 8. 
F. Hammer in lleroldsberg: 

4455. Code historique et diplomatique de la Ville de Stras- 
bourg. T. I. 1843. 4. 

Dr. Ferd. Walter, Univers. -Professor, in Bonn: 

4456. I)( rs.,ilcutschcl<echlsgeschichte. 2. Aufl. 2 Bde. 1857. 8. 

Fr. Hain in Nürnberg : 

4457. J. I!. WciPs, Kcriig Ailfrcd. 18.52. 8. 

Magistrat der Stadt Eschwege: 

4458. J. L. Chr. Schmincke, Gesch. der Sladt Eschwege In 
Knrhessen. 1857. 8. 

Adolf Cnopf, slud. jur., in Nürnberg: 

4459. Apotluken Tax der Stall Schweinfurl etc. 1007. M. 4. 
Fr. Bock, Curatgeistlicher, Vorstand des clirisll. .Museums, 

in Köln : 
1460. Ders., u. G. Jakob, die niiltelalterl. Kunst in ihrer An- 
wendung zu lilurg. Zwecken. 1857. h. 

Dr. Wildermuth, Gymn.-Prof., in Tübingen: 
4461. De^^., die drei ältesten süd- und nordfranzos. Gramma- 
tiken. 1857. 4. Prngr. 



341 



Anzeiger für Kundi; der deiilschen Vorzeit. 



342 



Ein Ungenannter in iNiirnbcrg: 

4462. JütirisliLTKlit des rum. - germaii. Ceniraliiiust-ums zu 
Mainz. 1857. 4. 

4163. Verzt'iclinirs der inerkwüriJ. Gebäude der Stadt Augs- 
burg. 1H37. 8. 

4464. 0. Scbonhuth, die St. Theobalds-Kirche bei Edelfingen. 
1856. 8. 

TrOWitZSCh dl Sohn, Knfburhdruckerei in Frankfurt a/0.: 

4465. .Munalsji bnll lur ilenisches Städte- und Genieindewesen, 
herausgeg. v. A. Piper. Jahrg. III, Hfl. 8. 1857. 8. 

Redaction der numismat. Zeitung in M'eifsensee: 

4466. i\uniisrii;itisclie Zeilung. \.\IV. .hihrg. Kr. 15 u. 16. 
IHJT. 4. 

K. k. mähr.-schles. Gesellschaft zur Beförderung 
des Ackerbaues, der Natur- und Landeskunde 

in Brunn: 

4467. Dies., Mittheilungen ; llaii(]lredaktcur: H. C. Weber. 1857. 
Nr. 1—26. 4. 

4468. Notizenblalt der hisl. -Statist. Scclion etc. redigirt von 
Thr. dElvert. 1857. Nr. 1—6. 4. 

Ein Ungenannter in IViirnbcrg : 

4469. Karls V. KInzug und KriMiung zu Aarhen, den 22. Okt. 
1520. Gleichz. Bericht. Pap.-IIdschr, 3 Bltlr. 2. 

4 170. 23 Slaniniliuchhlatt. ( 1 599 — 1 606) m. Wappcninalereien. 8. 

Literarischer Verein in Stuttgart: 

4471. Üers., Bibliothek, XL: Auiadis, Buch I, herausgeg. von 
A. V. heller; XLI: deutsche Dichtungen von iXicod. 
Frlschlin, herausgeg. von Fr. Straufs. 1857. 8. 

Dr. E. H. Costa in Laibach: 

4472. .\brah. a Santa Claras redliche Ked' für die krainerische 
Nation; milgeth. von A. Egger. 1857. 8. 

G. Korschelt, Lehrer, in Berlhelsdorf: 

4473. Dcrs.. liricg.-ereignisse von Grofshenncrsdorf und Um- 
gegend. 1S57. 8. 

4474. Chr. A. Pescheck, Predigt am 100. Brandgedachtnifs- 
tage zu Zittau. 1857. 8. 

4175. Ders., Geschichte der Kirche zu Lückendorf. 1839. 8. 

4476. Ders., Luthers Tod und Bcgriibnifs. !846. 8. 

Verein für siebenbürgische Landeskunde m Iler- 
uiann^tadt : 

4477. Ders., Jahresbericht, 1856—57. 8. 

Soci6t6 arch^ologique zu Namur: 
4i;.s. Uics., Anuales, t. iV., livr. 3 et 4 ; t. V., livr. 1. 1856 

—57. 8. 
1 179. Dies., Rapport sur la Situation de la soc. cn 1856. 8. 

Dr. Ludw. Perger zu .Münster: 
4480. Ders., annaliuni Iburgensiuni fragnienta. 1857. 8. 

J. Veith, Buchh. in rarlsruhe; 
44HI. Ki.^enlohr, niiticlallcri. Bauwerk. 5. Hfl. 0. J. gr. 2. 
4482. J. ilochslelter, nnttelallerliche Bauwerke (St. Michacls- 
Kapeilr zu Kiederich). O. J. gr. 2. 

Verein für Gesch. und Alterthumskunde Westfa- 
lens zu .Munster: 
IIK3. Ders., Zeitschrift etc. IVeue Folge. VIII. B. 1857. 8. 



C. Becker, kgl. pr. Sieuerinspei tor, in Würiburg : 
44S1. Katalog des ;;r. Frh. v. Waiubollschen .Mijnzkabinets in 

Heidelberg. 
4485. Veesenmcjer, kl. Beiträge zur Gesch. des Reichstags zu 

Augsburg. 1530. etc. 1830. 16. 
ilr<6. Joh. Voigt, Sendschreiben an Auguslin Theincr etc. 

1S46. 8. 
44S7. H. Leinpertz, Beilrage zur altern Gesch. der Buchdruck- 

und Holzschneidekunst. 1. Hfl. 2. Aufl. 1839. 4. 
4488., J. J. Dillschneider, Uinrifs der Gesch. des deutschen 

Schririenthums. 1S35. s. 

Se. Durchlaucht Fürst Friedrich von Hohenlohe- 
Waldenburg in Kupferzeit: 

4489. Jos. Albrecht, die Hohenlohischen Siegel des .Millclallers. 
1857. 2. 

L'institut historique in Paris: 

4490. Dass., rinvestigalcur; 24. annee, t. VH, ser. III, livr. 272. 

1857. 8. 

Braunstein, Copist am gerni. Museum: 

4491. G. Grunewald, ein schon, neu Liedlein von der Buchen- 
klinge. 1,J67. N. Abdr. Ü. J. 1 Bl. 2. 

Dr. J. A. R. Stintzing, Univers.-Prof., in Erlangen: 

4492. J. l). Zasii epistolae ad Bonif. Amerbacbium, ed. J. A. 
R. Stintzing. 1857. 2. 

Ed. Anton, ßuchh. in Halle: 

4493. H. Leo, Vorlesungen über die Gesch. des deutschen V'ol- 
kes und Hciches. 2. Bd. 1857. 8. 

Ein Ungenannter in Nürnberg: 

4494. 2 Lieder, Das eine Von dem Grafen von Rom etc. Das 
Ander: Vom König in Engelland. 1662. 8. 

4495. Gesprech zwischen dem Englischen Bickelhering und 
Frantzösischen Schanpelasen Ueber das Schändliche Hin- 
richten Konigl. Majestät in Engeland. 1649. 4. 

Dr. Fr. Lucä in Frankfurt a. M. : 
449G. Dcrs., die Namen unserer Vorfahren und ihrer Slanini- 
gölter. 1856. 8. 

C Becker, k. pr. Steuerinspector, in VVürzburg: 
4497. Geschichtl. l'ebersicht der Kupferslecherkunsl in ihren 

.Munum. aus den l'rivatsanunl. Leipzigs. I. Abth. 1841.8. 
449H. H. \> cigel, Vrrzeichnifs von grofseren architeklon. Wer- 
ken ni. Abbild, etc. 1812. 8. 

4499. Zeufs, d. freie Reichsstadt Speier vor ihrer Zersturung. 
1843. 4. 

4500. G. Hau, die Regiments-Verfassung der freien Reichsstadt 
Speyer. 1. Abth. 1844. 4. 

4501. S. Hesselbach, vergleich. Darstellung der antiken Orna- 
mentik mit der des .Mittelalters etc. |H.19. 4. 

4502. G. Jos. Keller, die Gründung des (ivmna.«. zu Würzburg 
durch den Furstlirsch. Friedr. v. \\ irsberg. IH50. 4. 

Dr. Freih Roth v. Schreckenstein. K. w Oberlicuie- 

nant in 1 Irii : 

4503. (W. Hiilc\ink), fasciculus tempor. omne» anlii|U(>ruin cro- 
nicas complcclcns. Argenline, I4HH. 4. 



343 



.\nzpio-t'r liir Kiiiuie der ilciilscheii \ orzoil. 



344 



III. Für die Kunst- u. Alterthumssammlung. 

Rittner, Kiiufin.inn, in MimbtTg: 

1888. Leiihnam Christi, \()n <lrei Engeln uiilcrsliilzl. Bleirelief 
V. 16. Jhdt. 

1889. Pulverhorn mit verziertem Eisenbesclilag v. 17. Jlidt. 

1890. Ein Dudelsiukpfcifer. Oelmalerei v. 17. Jhdt. 

1891. Schriflprdlpe auf Pergament v. 15. Jhdt. 

1892. „Gedeehlnus, der Churfürslen, vnd Pfiillz<jriiiun hei lUuj n, 
auch Ilertzogen in ßayrn. Wie die zu lleydilher;; im 
Saal befunden werden." Ildlzsehn. mit deulsehem Text 
V. 16. Jhdt. 

1893. Stammbaum Jesu Christi. Ilolzsehn. mit deulsehem Text 
von Johann Opsiniathes. 1613. 

1894. 24 Porlraits. Kupferstiche v. 17. Jhdt. 

1895. 4 Sl<idlean3ichlen. Kupferstiche v. 16.— 18. Jhdt. 

1896. 2 Ansichten aller iVürnbrr<,'er Ilauser. Radirunfjen. 

1897. Ansicht des Strafsburger Münsters. Kpfrst. v. J. Slried- 
heck. 

1898. Innere Ansicht des Domes zu .Minden. Sleiudr. v. J. 
Quaglio. 

1899. Die Saffran- u. Gewürzschau zu Niirnberg. Schwärzest. 
V. 17. Jhdt. 2 Exempl. 

1900. 2 historische Einzelblatler aus dem dreifsigjahr. Krieg. 
Kpfrst. 

1901. 20 Landkarten vom 17. u. 18. Jhdt. 

1902. Die Reichskleinodien. Kpfrst. v. J. Chr. Berndls. Mit 
Text. 

1903. 2 kleine Landschaften. Kpfrsiche. v. Ende des 16. Jhdts. 
1901. 82 Kupferstiche nach 1650, grcifstentheils Porträts u.dgl. 

Ein Ungenannter in \iiriilierg: 

1905. Brautwerbung Maximilians V(in Oesterreirh um Maria von 
Burgund. Ilaud/.cbng. v. 16. Jhdt. 

1906. Tanz der Schwcrtfcger zu Nürnberg. Wassernialerei 
von 1629. 

1907. Zwei Reisige. VVassermalerei v. 16. Jhdt. 

1908. Ein Wappen. Entwurf in P'ederzchng. v. 17. Jhdt. 

1909. Ein Lager. Radir. v. C. F. Reich. 17. Jhdt. 

A. Cnopf, slud. jur., in IViirnbeig : 

1910. i l'ortrailä. Kpfrst. v. 17. Jhdt. 

1911. Bleimcdaillc auf Herzog Friedrich Ulrich von Braun- 
schweig und Lüneburg. 

1912. Bleimedaille auf Johann Hufs. 

1913. >olhklippe des Feldmarschall Melac v. J. 1700. 
1911. 1 Bleiniedaillen vom 18. Jhdt. 

1915. Stammbaum der Familie V(m Oucbccken, von G. Chr. 
lleding. Kpfrst. 

LUst, kgl. Advoral, in Straubing: 

1916. Silbermunze Kaiser Heinrichs H. 

1917. 2 Silbermnnzin Kaiser Heinrichs III. 

1918. Silbermunze mit hebräischer Umschrift, bei Straubing ge- 
funden. 

V. Spruner, Obristlieutennm u. Flugelndjulanl Sr. Majestät 
des Königs, in .München ; 

1919. Eine lederne Frnuenlasche mit verziertem Eisenbesrlilag 
vom IG. Jhdt. 



Kuchenbuch, Kreisgerichtsralh in Müncheberg bei Frank- 
lurl a/O. : 

1920. (ijpsabguf.'i einer alten steinernen (iursform. 

1921. 4 Abdrucke mittelalterlicher Siegelstocke. 

1922. Copieen von 4 Glockeninschriften in und bei Münche- 
berg. Federz. 

1923. Wappen der Stadt Erfurt am alten Rathhaus daselbst 
und ein alter Taufstein aus der Kirche zu Müncheberg. 
A\ assermalerei. 

Direction des Voigtländischen alterthumsforschen- 

den Vereins m llnhenleulien : 
1921. Copieen von Spielkarten aus dem 16. Jhdt. Wasser- 

malerei. 2 Blttr. 
1924 a. Copieen alter Glasmalereien in der Kirche zu Veitsberg. 
Wassermalerei. 2 Blätter. 
Stenzel, Pastor, in Aulha: 

1925. 3 Lackahdrueke von Siegelstücken des 15. u. 16. Jhdts. 

1926. 12 Lacksiegel nach 1650. 

Dr. Back, geh. Regierungsrath, in Altenburg: 

1927. Brustbild Gustav Adolfs. Relief in Silber. 17. Jhdt. 

1928. Kleines verziertes Zinnbecken. 16. Jhdt. 

1929. Ablafszeichen von Messing. 17. Jhdt. 
Schlickeysen, Rechnungsrath, in Berlin: 

1930. 3 niedersaehs. Silbermünzen vom 11. Jhdt. 

1931. 2 wendische SilberniQnzeu aus derselben Zeil. 

1932. Silbermünze von K. Otto III. and Adelheid. 

19.33. 2 Silbernninzen von Herzog Albrecht von Prenfsen. 

1934. Sillierniünze von Herzog Georg Friedrich von Preufsen. 

1935. Bracteat von Stendal. 

1936. Bracteat von Magdeburg. 

1937. 2 Strafsburger Ilohlpfcnnige. 

1938. 3 sächsische Dreier. 

1939. Bracteat von Königsberg in der >eumark. 

1940. Silbermünze von K. Ferdinand II. 
Albrecht, Domanenrath, in Oeliriugen : 

1941. 22 Silbermunzeu vom 15.— 17. Jahrhdt. verschiedener 
Münzherren. 

1942. 32 Silbermnnzen nach 1650. 

1943. Silbermijuze der Königin Elisabeth von England und des 
Papstes Pius IV. 

1944. 4 arabische Silbernuinzen. 

1945. Silliermedaille auf Luther von 1717. 

1916. 2 unkenntliche ältere .Münzen. 

M. W. Trapp, Erzieher in Lissitz (Mähren): 

1917. Kllihiller mit oslerr. Arehilekluren früherer und neuerer 
Zeil. 

1918. 5 Abdriioke aller Sicgelstöcke aus Böhmen und Mahren. 

1949. 6 Abdrücke neuerer Siegelsloeke ebendaher. 

1950. 2 Prager Groschen von K. Wenzel 111. 

1951. Silbermünze von K. Leopold I. und 2 (islerr. Kupfer- 
münzen vom 18. Jhdt. 

1952. Wiener Bank/etlel von 1796. 

A. Frejh. v Witzleben in Millenberg: 

i'.KiA .liion V. l»i. Jhdt. 

C HefTner, Mngistralsraih, in Würzburg: 
19.>l. 1^1 Gypsabgüsse \<in niiltidalterl. und neueren Sief^cln. 
1954 a. 4 Strrbcmüiizen Wurzb. Itisrliofe v. 17. u. 18. Jhdi. 



345 



Anzt'iffor für Kunde der deutschen Vorzeit 



346 



Thomsen, Staatsrath , Direclor des nord. Museums in Ko- 
penhiigen : 

1955. Giilvanoplastisclie Nachbildung eines altgcrni. Stirnbandes, 
vprgolili'l. 

Ph. Walther, Kupferslccher, in Nürnberg: 

1956. 6 Skizzen mit Architekturen. Bleistiflz. 
G. N Weifs, Custos am germiin. Museum: 

1957. Biiyr. Silliermunze von 1606. 

Geschichts- u. alterthumsforschende Gesellschaft 
des Osterlandes >» AUeul>urg: 
19."'8. ;i6 iriillilifllirlirhe Braclealen, gröfslentheils thüringischen 
und siichsischeii Städten angehörend. 

1959. 10 .\ltenburger Silbermünzen vom 15. Jhdt. 
Dr. C. A. Pescheck, Archidiakonus, in Zittau: 

1960. \erzeichnirs von (irabsteineti in der Lausitz, mit 2 Zeich- 
nungen. 

Frau Prof. Unzelmann in Berlin : 

1961. '274 l'rulic liliiiti r dir von I'rof. Unzehuanu geschnittenen 
IlolzstocUe nebst der Biographie des Verewigten. 

W. Förderreuther, Kaufmann, in Nürnberg: 

1962. -1 lili ine Kerorinationsnieiiaillen von Zinn. 
Dr. Trettenbacher in München: 

196;j. Kii|irir]iiunzc von Ilieron. Napoleon. 

Dr. Eberl, Trof., in P'reising: 

1964. 6 inittelaltcri. Siegel in Original und neuen Abdrücken. 

Ein Ungenannter in Nürnberg : 

1965. Waldkarle des Nürnberger Gebietes. Hlzschn. v. 1559. 

C. Becker, kgl. preufs. Steuerinspektor, in Würzburg: 
iy(i6. Die Illinde von A. Dürer's St. Hubertus. Kpfrst. v. V. 
Solls. 

1967. 5 Radirungen von D. Ilopfer. B. \>. gr. 94, 95, 126, 
130, 13.3. 

1968. 3 Radirnngcn von J. Iloplcr. B. p. gr. 66, 71, 74. 

1969. 2 Schalen. Kupferstiche v. Th. de Bry. 

1970. 4 Blatter mit Ornamenten. Kupferstiche v. A. de Bruyn. 

1971. 1 Blatt mit Ornamenten. Kpfst. v. E. de Laune. 



1972. Kampf des Hans Dollinger mit dem Riesen Kruko. Alle 
Tuschz. nach iler Skulptur zu Regensburg. 

1973. Keiterstalue Heinrich des Vogcl.'ilellers. Alte Tuschz. 
nach der früher zu Regensburi; belindlichen Skulptur. 

1974. 3 Heilige mit Wappen. Wassermalereien v. 16. Jhdt. 

1975. .\lilMldiin!: eines früher im Schottenkloster zu \\ urzburg 
belindlichen Klfenbcintriptyehons. Tuschz. 

1976. Abbildung eines in der Maricnkapelle zu Würzburg be- 
lindlichen Cihoriums. Kpfrst. 

1977. Kin Würzburger Burgertamliour. Kupfersl. nach einer 
Pergamenlniaierei v. 16. Jhdt. 

1978. Fries vom westlichen Kamine des Saales Gürzenich in 
Külii. Steiiidr. 

1979. 17 Blätter aus Druckwerken. Kpfrst., Hlzschn. u. Sldrck. 
1979 a. Mannl. Brustbild. Kupferst. von Werneck nach einer 

Zeichnung von A. Dürer. 

Frau V. FeilitSCh in Allinburg: 

1980. Gestickter Kissenüberzug von Leinen v. J. 1661. 
Straufs, Optiker, in Schvvaliach : 

1981. Lederner Büchereinband v. 16. Jhdt. 
Fr. Kreit, Hafnergeselle, in Niirnberg: 

1982. 2 Jetons von den Jahren 1813 und 1816. 

Directorium des kgl. Hauptstaatsarchivs in Dresden: 

19>-3. 62 Lackabdrüeke von Siegelst(jcken l'urstl. sächs. Hauser 
aus dem 17. u. 18. Jhdt. 

Ein Ungenannter in Nürnberg: 
ly'>4. 8 Abdrucke ^on 4 von Simon de Pafs gestochenen Sil- 
berplattchen (Spielmarken) mit Bildnissen und Wappen 
der englischen Konigsfamilie und der Infantin .Maria von 
Spanien. 

Chr. Hagen, Skribent, in Nürnberg: 

1985. Die l'aj>i(in (lirisli in 24 hupferstichen von B. Jenichen. 

Protestantische Kirchenverwaltung in Nürnberg: 

1986. Kolossales Hufeisen vom 14. Jhdt. 

Zu Nr. 1884 in voriger Nummer bemerken wir, dafs der 
eingeschlichene Irrthuin: „der Abtei Veiiningen" in: „des C. v. 
Venningen" verbessert werden mufs. 



lliroiiilv der liislorlselicii \('r('iiie. 



Da mit Hecht der Gesa m m I verei u der historischen 
Vereine, seiner Bedeutung und allgemeinen Wirksamkeit nach, 
die hervorragendste Stelle unter den historischen Vereinen 
Deutschlands einnimmt, so mag es wohl hier am Ort sein, über 
dessen am 16. — 19. September d. J. zu Augsburg abgehaltene 
Versammlung mit Beziignidime auf die bereits in iillentliehen 
Blättern (allgemeine Zeitung ti. a.) erschienenen und noch im 
t'orrcspondenzblalt de.s (iesaininl>errins nusfiihrlirh erscheinen- 
den Berichte Notiz zu geben ; zuvor sei uns aber erlaubt, einige 
Betrachtungen über das Wesen des Gesammlvcreins selbst 
voranznschicken. Wir haben schon in der Beilage Nr. 3 
zum Anzeiger 1856 über Enlslehiing und Zweck des (Jesaminl- 
Nt^reins das Niilhiixe bemerkt und e.-* geht dariiiis , sowie aii.s 



den Erfolgen hervor, dafs dieses gemeinsame Bündnits einer 
grofsen Anzahl deutsch-historischer Vereine für dieselben, wie 
im Allgemeinen Pur die deutsche Geschichts- und Alterthums- 
w issenschafl, von hoher Bedeutung ist, dennoch aber von noch 
griifsereni Kinflufs auf die Thatigkeil und Wirksamkeil der 
SpezialVereine werden kimnle, wenn man ihm eine Orsanisn- 
tion zu Grund legte, welche geeignet wiire, tiefer in das Ge- 
sauinilleben der einzelnen Vereine einzugehen und die.selhrn 
einer, wenn auch nicht grufsern, doch gl e ich mafsiger n und 
sich gegenseitig un lerslOtzenden Thatigkeil zuzuführen. 

Der Gesnmnilverein hat »ich die allerdings erhabene und 
schone Aufgabe gestellt, Werke zu fordern nnd zu schufTen, 
web he dem einzelnen Gelehrte ii oder Vereine au.izuriihren niihl 



347 



Anzeiger für Kiimli' di-r deutschen Vorzeit. 



348 



leicht möglich wiircn. Er hat nun vorlütifi!; zwei Aiifgalien 
herausgcgriffi-n und übernommen, eine deutsche (laugeogrnphie 
und die Untersuchung der (irenzcn des altriunischen Reiches 
in Deutschland, des lirnes inipcrii Romani. Menn wir auch 
durchaus nicht zu bestreiten wagen, dafs die Gesanimlheit der 
Vereine, ungeachtet ihrer fast durihgehends nur zu ihren spe- 
ziellen Zwecken zureichenden Gclduiitli'l, dergleichen Unter- 
nehmungen mit Gluck durclizuriihrcn iiu Stande sind, so dürTte 
doch dies allein nicht hinreichen, unter den Vereinen selbst 
ein innigeres Vcrhültnifs herzustellen und eine Belebung ihrer 
Kräfte, vom Mittelpunkt des Gesammtvercins ausgehend, zu er- 
zielen. Und dies Letzlere scheint uns doch die Hauptauf- 
gabe eines Gesaninitvereins zu sein. Sollen die Vereine von 
ihren nicht iibermafsigen .Alitteln nur Opfer bringen, ohne 
eine nützliche Rückwirkung auf sich selbst zu empdnden, so 
diirfte wohl auch die Zeit kommen, wo man sich fragt: ob 
diese grüfsern Untcrnehinungen, die nur mit bedeutenden Geld- 
mitteln guten Fortgang haben können, nicht eben so gut und 
vielleicht mit weniger Unbequemlichkeiten von einer von Ver- 
einen unabhängigen Gesellschaft von Aktionären, wie z. B. 
die Frankfurter Gesellschaft fiir Herausgabe der deutschen Quel- 
lenschriften , der literarische Verein zu Stuttgart, ausgeführt 
werden kiinnten. Wenn wir daher den aufrichtigen \\ unscli 
nicht unterdrücken können, der Gesanimtverein möge sich noch 
aufscr jener bis jetzt einzigen Aufgabe eine weitere, ihm 
speziell angehörende stellen, die in das Leben der Vereine selbst 
eingreift und gleichsam ein organisches Ganze aus den 
einzelnen Körpern, unbeschadet ihrer i n n e r n und 
aufsern Selbständigkeit, bildet und stärkend wie belebend 
auf sie zurückw irkt , so glauben wir nur im wahren Interesse 
des Gcsamnitvereins selbst zu sprechen. Es würde uns zu weit 
führen und dürfte uns auch nicht zustehen, hier darzulegen, in 
welcher Weise dies zu erzielen sei. Dafs jedoch hiefür 
die speziellsten Vurschliige , und zw ar gedruckt in einem von 
der constituirenden Versamnilnng zu Ulainz im Jahr 1852 wegen 
Kürze der Beratliungszeit (?) nicht beachteten Statutenenlwurfe 
des Freiherrn v, Aufsefs, vorliegen, glauben wir nicht ganz 
mit Stillschweigen übergehen zu sollen. Möchten diese auf 
langjiihrige Erfahrungen und innige Bekanntschaft mit dem 
Wesen der Vereine begründeten Vorschliigc einstens bei einer 
etwaigen Revision dc-r Statuten des Gesammtvercins nicht ohne 
alle Berücksichtigung bliiben! — Der §. 1 der bestehendi-n 
Statuten, welcher „einheitliches Znsammenwirken zur Erfor- 
schung, Erhaltung unil Bekanntmachung der vaterlandischen 
Denkmäler" bestimmt, bleibt, so lange nicht eine Korm für 
die Ausfuhrug desselben gegeben ist, ein todter Buchstabe. 



Schon deshalb scheint uns eine Vervollständigung der Statuten 
zur Kiitbwtndigkeit geworden zu sein. 

Indem wir nach dem hier Vorangeschicklen zu der letzten 
Versammlung des Gesamnitvereins zurückkehren, glauben 
wir gerade diese, wie die vorhergehenden Versammlungen, als 
Beleg der Wahrheit unserer Ansichten anführen zu kimnen. 
Denn aufser dem vortrefflich geführten Präsidium des hoch- 
verehrten und geschaflsgewandten Herrn Präsidenten des Ge- 
samnitvereins und der Vorlesung des Jahresberichts, einschliefslirh 
der Berichte über die beiden wissenschaftlichen .\ufgaben, war 
so viel wie nichts über die Angelegenheilen und Förderung 
des Gesammtvercins selbst oder seiner verbündeten Vereine 
zu vernehinen, und selbst die geheimen Sectiunssilzungen der 
Vereine befafsten sich mit kaum mehr als mit der schwierig 
gewordenen Wahl eines neuen Vorortes und Verwaltungsaus- 
schusses des Gesammtvercins. Dagegen halte die Versamm- 
lung, deren Zustandekommen allerdings ein grofses Verdienst 
des letztern ist und die an sich schon unstreitig, wie alle Ver- 
sammlungen wissenschaftlicher Kräfte, in vieler Beziehung, hier 
schon durch den Ort und ilessen Kunstschälzc, belehrend und 
anziehend war, eben den Charakter einer allgemeinen Ver- 
sammlung der Geschichts- und Alterlhumsforscher, aber keines- 
wegs der Vereine, die ganz in den Hinlergrund traten, eben 
weil ihnen die Statuten we<ler Beruf noch Ziel einer speziel- 
len Mitwirkung und Thätigkeil einräumen. Man bildete Sec- 
tio nen für Geschichte, Allerthumskunde und Kunst, zu deren 
Vorsitzenden Landau , Freih. v. Eslorff, Hafsler gewählt wur- 
den, horte allerdings interessante Vortrage über die Restaura- 
tion des Uliner .Münsters, die Arbeiten des römisch-ger- 
manischen .Museums zu Mainz und crgieng sich in Beant- 
wortung einer Fiille von Fragen, deren wenigste schon wegen 
der Kürze der Zeit, in der sie gestellt waren und die zur Be- 
rathung übrig blieb, gründlich beantwortet werden konnten. 
Darunter war jedoch keine einzige die das Wesen des Ge- 
sammtvercins und seiner verbüiiileten Vereine betraf, es 
müfsten denn die auf schwabische Geschichte und Kunst be- 
züglichen, als solche für den Verein zu Augsburg geburig, darun- 
ter zu verstehen sein. 

Wir glauben, indem wir zu den allgemeinen Jahresver- 
sammlungen nur von Herzen Glück wünschen und solche dem 
Gesanimtverein, der damit eine bedeutende Arbeit und Last 
auf sich nimmt, nicht genug verdanken kimnen, zum Schlufs 
nur noch den weitern Wunsch hinzufiigen zu dürfen , dafs zu- 
gleich damit auch das Leben und .\ulblühen der zahlreichen 
deutschen historischen Vereine mit dem sie umschliefsenden 
Gesanimtverein in fruchlbringendsler Weise gefördert werde. 



\ a c li r i c li 1 v n. 



Ulorntiii*. 

Neu erschienene Werke. 
54) Geschichte Kaiser Ferdinand.^ II. iliinli Fried- 
rich von llurler, I. k. k. A. .M. wirklichi'ui llofrath 
und Reiclishistoriographen. Erster Band. Schaflbausen, 



Hurter'sche Buchhanillung, 1857. 8. XVI u. 678 S. — 
Auch unter dem Titel: Geschichte Kaiser Ferdinands IL 
und seiner Ellini ilcirch Friedrich von llurler. Achter 
Band. 
Mit dein aihlen Bande ist dieses Werk nun endlich gbn k- 
bis zum Kegieniiigsanlrilt Ferdinands durcligefiihrl. Der 



349 



Anzeiger für Kunde der diMilschcii Vorzi-il 



350 



Verfasser hat, aufier den bekannicn Materialien, noch viele lum 
Theil ungehobene Schatte des k. k. Haus-, Hof- und stiiais- 
archivs, des vormaligen reiihserrkanrlcrisihen Archivs, wie 
der k. k. Holkaminer henulzen dürfen. AnhMlls[(unkte für eine 
Einsicht in die Quellen hat man aber trotz der liäuli;;en Citatc 
nicht; die Ouellenslellen, die „^'iiten Willens" sind, werden in 
der Regel allein citiert. Die Materialien sind besonders interes- 
sant, aus denen im fünften Buch der Stand der üsterreicbisclien 
Finanzen um das Jahr 1619 entwickelt ist. — 

55J Studien zur (Jeschich te der germanischen liol- 
tesurtheile von Dr. Felix Dahn. München, Christian 
Kaiser. 1857. 8. VHl u. 69 S. 
Das Büchlein ist die Vorarbeit zu einer Geschichte der 
Gottesurtheile und erörtert zunächst deren Begriff als „auf 
einem lebendigen Glauben an den allwissenden und allgerech- 
ten Gott, der die Unschuld schützt und das Unrecht kennt und 
straft", beruhend (S. 19). Seine Ansiebt über den Ursprung 
der Gottesurtheile sprich! der Verlasser dahin aus, dafs sarniiil- 
liche Ordale, mit Ausnahme der .Vbenduiabls- unil Kreuzprobe, 
dem germanischen Heidenliium angeboren. Zwei folgende Ab- 
schnitte bebandeln Fragen aus dem salischen Recht, erstens 
den Loskauf von der Kesselprobe fpacl. leg. Sal. tit. LIH Mer- 
kel), von dem Verfasser dadurch erklitrt, dasselbe habe ur- 
sprünglich fiir den Zweikampf gegolten und sei, als letzterer 
von der Kesselprobe verdrangt worden, als alte, tiefgewurzelte 
Einrichtung bei dem neuen Ordale besteben geblieben; dann 
das seit Eichborn, Wiarda und Waitz ziemlich allgemein be- 
strittene Eidhülfsprivilegium der Anlruslionen, das der Verf. 
ebenfalls, jedoch unter Hinweisung auf manche Inconsequenzen 
der bisberiijen Ari,'umentalion. mit mehr zeitgeschichtlichen Ar- 
gumenten bekanrpft. Eine strengere Durchdringung des in 
obiger Schrift bereits gesammelten Materials wird das Vorhaben 
des Verfassers, eine Geschichte der Gottesurtheile, gewifs recht 
fordern. 

56j Glossarium lalino-germanicum mediae et infiniae 
aetatis e codicihus manuscriptis et libris impressis con- 
cinnavit L. Dieffenbach. Francof. ad .M., J. Bahr. 
1857. 4. XXII und 6u'stn. 
Dieses Glossar, eine nothwendige Ergänzung auch der 
neuen Ausgabe von DuCansc, ist aus den zahlreichen lateinisch- 
deutschen Glossaren des Mittelalters zusammengestellt. Eine 
vorausgeschickte Quellenübersichl zeigt, dafs der Verfasser 26, 
meist Mainzer, Handschriften, sowie 155 verschiedene gedruckte 
Vocabularien benutzt bat. iS'icht nur fijr die Kcnntnifs dir 
mitlelallerlichen I.atinitat, sondern ebenso für die altere deutsche 
Sprache wird daher liicITenbachs Werk eine reiihe (Jiiclle 
sein; in Bezug auf die deutsche Spraihe namentlich fiir das 
II. und 15. Jahrhundert, die von der deutschen Tliilologie bis 
jetzt verhallnifsmafsig vernacbliissigt worden. Freilieh ist da- 
durch , dafs das Latein vorangestellt und das Deutsche ihm 
untergeordnet ist, die Benutzung für dieses einigermafsen ir- 
sclnverl: ein Ucbelstand, der indes nicht zu vermeiden war. 
Lobenswerlli ist die Gedrängtheit rier Cilate, indem die ver- 
schiedenen Quellen der Kaumersparnifs wegen nur durch Zah- 
len bezeichnet sind. Dürften wir noch einen Wunsch au-.<pre- 
chen, so würe es der, dafs der Verfasser am Si blii.ise eine 



L'ebersicht nach Realien gegeben und auf diese Weise das 
Gleichartige nebeneinander gestellt hätte: eine Beigabe, auf 
die der Verfasser (Vorrede VIUj selbst hindeutet. 

57j Mythen und Sagen Tirols, gesammelt und heraus- 
gegeben von Job. iSep. Ritter v. Alpenburg. .Mit 
einem einleitenden Vorwort von Ludw. Bechstein. 
Zürich, Meyer und Zeller. 1857. 8. XH u. 132 Sin. 
Keben mehreren tüchtigen Sammlungen von Tiroler Sagen 
wird die vorliegende sehr reichhalliue einen ehrenvollen Plalz 
bebaujiten duricn. Der Verfasser hat jahrelang an Ort und 
Stelle gesammelt onil das ganze Material in eine übersichtliche 
Ordnung gebracht. Die erste Abtheilung (S. 1 — I28j behan- 
delt die mythischen Wesen, Frau Hulda, Riesen- und Zwer- 
genshgen. Eine zweite (,S. 131 — 2l9j umlafst die Sagen von 
.Menscbeii;;eistern und Thierspuk; eine dritte {S. 223 — 243) 
handelt von Gottesgerichten an sündigen .Menschen, versunkenen 
Orlschaflen u. s. ». Der vierte Abschnitt (S. 247 — 333j be- 
schäftigt sich mit den Teufelssagen , und der letzte endlich 
enthalt das sehr reiche Capitel des .\berglaubens. Den Schlufs 
bildet ein leider ziemlich bedeutendes Verzeichnifs von Druck- 
fehlern und Berichtigungen, zum Theil auch von .Vacbträgen, 
die bei Arbeiten der Art, wo jeder Tag.\eues bringt, fast un- 
vermeidlich sind. 

58) Der Welt Lohn von Konrad von Würzburg. Ein 
Beitrag zum Ver.-taiidnifs mittelalterlicher (Glaubens- und 
Lebensansicht von Dr. F. Sachse. Berlin, in Commis- 
sion bei Rudolph Wagner. 1857. 4. 22 Sin. 

IVach einer kurzen Einleitung über den Dichter im .\llgr- 
meinen geht der Verfasser auf das allegorische Gedicht Kon- 
rad's ein, welchem er die Ausgabe von Franz Roth zu Grunde 
legt. Die in dem Gedichte ausgesprochenen Gedanken über 
die Vergiinglichkeit und Eitelkeil der Welt, die den (irundzug 
des ganzen Gedichtes bilden , w erden durch I'arallelslellen, 
hauptsachlich aus deutsehen Predigten des .Mittelalters, seltner 
aus Dichtern belegt. Aachher folgt eine schätzenswerthe Zu- 
sammenstellung aus mitlelhochdeulschen Dichtern, die Personi- 
fication der Bf^r"" W eil" betrelfend , sowie Einiges über die 
Quelle des Gedichtes. Wenn das Scbriftchen auch nichts we- 
sentlich Neues bietet, so ist es doch wegen der neifsigeii Blu- 
nienlese immerhin recht dankenswerth. 

59) Amadis, erstes Buch, nach der iilleslen deutschen 
Bearbeitung herausgegeben \on Adelbert v. heller. 
(40. Publication des liUerarischen Vereins in Stuttgart. | 
Stuttgart, lH,'i7. h. 482 Sin. 

Der beruhnite Roman, der auf diu Entwicklung aller mo- 
dernen Literaturen einst so bedeutend eingewirkt hat, erscheint 
hier nach der .Vusgabe von 1569 in erneutem .\lidruck. Der 
Herausgeber erkennt zwar selbst an, dafs das heutige Publi- 
cum nicht den geringsten Geschmack mehr an den weillaiiligen 
.\bentcuern finden kann ; damit wird aber dem Roman seine 
literarhistorische Bedeutung nicht geschmälert. In letzterer Ruck- 
siebt darf man dem Herausgeber nur Dank wissen. Es folgt 
eine Uelicrsicht der Amadis-Lileralur, eine kurze UnlersiiebunH 
über den Verfasser des romanischen Originals, eine Ztisammen- 
slelliing der Bearbeitungen in lien \erscliirilenen europUiscben 
Sprachen und einige Audeulungeo über die Sprache de» deutschen 



351 



AnzeiiriT für Kunde der deutüclieii Vorzeit. 



352 



Bearlieiltrs, den dt-r Herausgeber als einen Schwaben bezeichnet ; 
die nähere Beweisführung dieser Behauptuuj; verspricht er in 
seinem schwäbischen Idioticon lu geben. Es folgt noch eine 
ZusaninicnsteMung von L'rlheilen über den .\madis und eine 
Reihe von Anmerkungen sprachlicher und kritischer .\rt, das 
Verzcichnifs der C'apitelijberschriflen und ein Hegister, das 
einige Worterkliirungen und Namen enthält: ein vollständiges 
IVamensverzeichnifs wiire wünschcnswerlh gewesen 

60) Die Umgebungen Prags. Orographisch, pittoresk und 
historisch geschildert von Josef Wenzig und Johann 
Krejci. Mit 20 physiognomischen I-riudschafts-Skizren 
und einer Karte. Prag, Carl Bellmann's Verlag. 1S57. 
8. 196 Stn. 

Keine trockne Zusammenstellung mit, Urkunden und Siegel- 
abbildungen, wie wir sie sonst gewohnt werden, sondern ein 
Icbenvolles Gemälde, mit Liebe und Kenntnifs der Sache aus- 
geführt, abwechselnd in einfacher Angabc der Thatsachen und 
ausführlicherer Beschreibung und Erzählung, Vergangenheit und 
Gegenwart verbindend und in gleich warmem Lichte vorfiihrend. 
Wir wünschten nii'hrere derartige Monographieen zu besitzen, 
da sie den besten, fast einzigen Weg zeigen, um Kennlnifs und 
Sehätzung der Heimat im Volke zu verbreiten. 

61) Lübecker ABC, gezeichnet und herausgegeben von 
C. J. Milde, radirt von E. Bellmann. Lübeck, Selbst- 
verlag des Herausgebers. 1837. 4. 25 Bl. 

Eine iibulic.hc .Munugraphie in Bildern, malerische Ansich- 
ten der alten Hansestadt darstellend, sehr hübsch radirt und 
mit kurzen historischen Bemerkungen versehen. Der Titel recht- 
fertigt sich aus der alphabetischen Anordnung der dargestellten 
Gegenstände, 

62) Mittelalterliche Bauwerke im südwestlichen 
Deutschland und am Rhein. Nach der Natur auf- 
genommen und gezeichnet von den Eleven der grofs- 
herzoglichen Bausihule in Carlsruhe. Heransgegelien von 
J. Hochstetter, Prof. u. s. w. Carlsridii', Virl.igs- 
eigenthuni von J. Vcith. Fol. Jlit Abbild, in Farben 
und Steindruck. 

Eine Forlsetzung des früher von F. Eiscnlohr unter gleich- 
lautendem Titel herausgegebenen periodischen Werkes und in 
derselben Weise forlgefiihrt. Die vorliegende Lieferung enl- 
liiilt auf 9 Tafeln die St. jMichaelskapelle zu Kiederich in male- 
rischer Ansicht und architektonischen Einzelheiten. 

63) Monumentii Zollerana. Urkuiidenbnch zur Geschichte 
des Hauses Hiihinzolleru. Herausgegeben von Rudolph 
Freiherrn von Stillfried und Dr. Traugott Mär- 
ekcr. Dritter Band. Urkunden der frankischen Linie 
13,S2 — 1363. Berlin, in Commission bei Ernst und Korn 
(Gropius'sehe Buch- und Kunsthandlung). 18,^7. 4. 
468 Stn. 

Der dritte Band dieses berühmten Urkundenwerks enthalt 
521 Urkunden der fränkischen Linie des Hauses Hohrnznllern 
aus den Jahri^n 1332 — 1363. Für eine bedeutsame Epoche in 
der früheren Geschichte des glorreichen Hauses ist damit neue 
Aufklärung gewonnen: vornelwnlii h treten die beiilen burg- 
uraflirhen Brüder Johann und Albrcchl in allen ihren Bezieh- 
ungen klar vor Augen: der Keim dessen, was spater' dem erlauch- 



ten Geschlefhte dauernden Glanz verlieh, jener ordnende, grün- 
dende, sparsame Hausgeist lafst sich selbst in diesen schlichten 
Urkunden , und darum nur um so deutlicher erkennen. Aber 
das ist nicht der einzige Gewinn, den die historische Wissen- 
schaft aus diesen interessanten Dokumenten zieht: allenthalben 
linden Berührungen der Hohenzulleru statt, zunächst mit den 
lokalen Verhiiltnissen der fränkischen Lande und weiterhin mit 
Kaiser und Reich, und so erhält durch diese Urkundcnsamm- 
lung auch manches Moment der frankischen, wie der Geschichte 
des Reichs näheren Aufschlufs, auf manche rechtliche, manche 
wirthscliaflliche Seite im Leben jener Tage fidit neues Licht. 
Ein grofser Theil der uns hier gebotenen Schatze erscheint 
zum ersten Male gedruckt, das .Aleiste davon aus den Original- 
urkunden des künigl, bayerischen Reichsarchivs; Anderes, be- 
reits gedruckt, linden wir hier auf Grund von Vergleichung mit 
Originalen diplomatisch genauer wiedergegeben, oft auch haben 
die Daten Berichtigung erhalten: Anderes hat allerdings nur 
aus den bisherigen Urkundcnsamndungen abgedruckt werden 
kjiiirien, doch auch hier fehlen kleine auf der Hand liegende 
Verbesserungen nicht. Alle Archive, die nur irgendwie Aus- 
beule gewiihren konnten, sind befragt, selbstverständlich alle 
bezüglichen Urkundcnsamndungen benutzt worden. Auch der 
wahrhaft gliinzenden Ausstattung, die dieses von königlicher 
Munillcenz getragene Werk geuicfst, sei hier mit iloppelter 
Freude gedacht: denn ein Unternehmen wie dieses erwirbt 
sich dauerndes Verdienst nach mehr als einer Seite hin. Die 
Erforschung einer Spanne Zeit, die es immer sicherer begrün- 
det, ist, wie vieles sich auch diiran kniipft, nicht das Einzige: 
durch eine auf so sicherer Methode beruhende Herausgabe ur- 
kundlichen .Materials wird zu immer weiteren urkundlichen Mit- 
iheilungen auch der einzelnsten Verhallnisse, soweit sie eben 
historisches Interesse haben, angeregt, bis endlich die Zeit 
kommt, die L. Ranke kommen sah (deutsche Geschichte im 
Zeitalter der Reform. 1, S. IX), wo wir die Geschichte „nicht 
mehr auf die Berichte, selbst nicht der gleichzciligen Historiker, 
aufser in soweit ihnen eine originale Kennlnifs beiwohnte, ge- 
schweige denn auf die weiteren abgeleiteten Bearbeitungen 
zu gründen haben, sondern aus den Relationen der .Augen- 
zeugen und den achlcsten, uumitlelbarsten Urkunden aufbauen 
werden." 



Aufsätze in Zeitschriften. 

Abendblatt der Wienerzeitung: Nr. 220. Ein vormaliges 
Tauschgeschenk zwischen Oesterreich und Sachsen. 

Wiener Abendstunden: Nr. 7. Der letzte Babenbergcr, 
histur. Skizze. 

Hamelnscher Anzeiger: Stück 31. Beschreibung hameln- 
scher Münzen, von 1633 — 69. (H. S.) 

Deutschland: Nr. 215. Schwäbisch Gmünd. 

Erinnerungen an merkwürdige (Jcgensliindc und Begeben- 
heiten. Prag. Jaiinrr: Die Wallinger im südwestlichen 
Bolimru. Erinnerung au Koperniluis. — März: St. Bar- 
barakirche in Kullenberg. — April: Die Gnomenlndile des 
llammergrundcs in Böhmen. Das Karlsmoiiurnrnt in Prag. 
— .Mai: Die Burg Clam. Herz. Rudolph IV. in der Werk- 
slätlc des Bttuineislers Wenzln. — Juni: Eine Sage aus 



353 



AnzeiffiT fiir Kurulf lier dcutsclit'ii Voiz(>il. 



354 



Böhmen. Der Wasserthurni niil dum Ilenkertliurm in 
Kurnberg. 

EuropH: Nr. 35. Rumänische Volkspoesie. Nr 38. Die In- 
selfricsen an der Westküste Schleswigs. 

Pesther Familienbuch. II, 9. 10. (iralidenknwder im Klau- 
scnburger Friedhofe. (Viifs.J Die Einnahme von Ra.ih durch 
die Türken im J. 1594. (Kepiky.) 

Giornale scientifico. I. Delhi arcliilctlura gotica. (Troya.) 
II. .Montccassino e Carlo Magno, (halefali.) — La contessa 
.Matilde. (Tosti.) 

Ilausb latler: Nr. 19. Ein mittelalterliches Handtlsconitoir. 
(Falke.) 

Jahrbuch des gemeinen deutschen Hechts. I. 2. Recht von 
Hiesfeld. (J. Grimm.) 

Jahrbiicher für deutsche Theologie. II. 2. Die Grundsätze 
der evang. Kirche Deutschlands über Ehescheidung im 
ersten Jahrhundert nach der Reformation. (Hauber.) 

Evang. Kirchen Zeitung. — Aug. — Hermann von Kappen- 
berg, ein Lebensbild aus der Geschichte der Judenbekeh- 
rung im iMitlelalter. 

Protest. K i rche n ze i tung: Nr. 27. Die Lutheraner des 16. 
und 19. Jahrhunderts. (Frank.) 

Deutsches Kunstblatt; Kr. 91. illitteialterl. Denkmäler des 
öslerr. Kaiscrslaats. 

Monatsschrift des wissenschaftl. Vereins in Zürich: Nr. 9. 
Uebcr deutsche Rechtssprichwörter. (Hillebrand.) 

Deutsches Museum: Nr. 35. Culturgeschichtl. Skizzen aus 
Bayern. (E. Fentsch.) — Das deutsche Staatsrecht. IV. 
Nr. 36. Historische Slreifzüge durch das Elsafs. (A. C. 
Wicsner.) 

Magyar. Museum: Nr.U. Geschichte der Hospitaler von Her- 
f mannstadl und Schafslitz im 15. Jahrh. (Verady.) Nr. 12. 

Die Würdigung zweier deutscher Gedichte des Kicscnber- 
ger und Kadh'r aus dem 15. Jahrh. vom ungarisch-histori- 
schen Standpunkte. (Wenzel.) 

Neues magyar. .Museum: Nr. 1. Das Gymnasium von Mühl- 
bach im 15. Jahrb., die Krsturnuing der Stadt durch die 
Türken und das Andenken ihres Geschichtsschreibers. 
(Kemeny.) 
Berliner Nachrichten: Nr. 211. Auf der Wartburg. Nr. 212. 
Die Kirche auf dem Pctersberge. Nr. 217. Aus dem Harz. 

Postzeitung: Nr. 167. Beil. — Die Monstranz des Fürstbi- 
schofs Job. Conr. v. Gcmnungcu zu Kichstadt 1611. — 
Nr. 168. Das linke Donauufer von Donauwörth bis Wcster- 
hofen ; Kaislieim. Nr. 169. Donauwörth. — Berichtigung 
und Widerlegung des Art. in Nr. 148 und 150 über die 
Wandgemälde der Michaelskirchc zu Kempten. Nr. 171. 
Der Weinbau an der Donau. Nr. 172. .Maria Zell. Nr. 209. 
Graisbach. Nr. 210. Lwhsend. Nr. 212. Zur Erinmrnng 
an den bayer. Kurfürsten Ma.\ I. — Nr. 214. Marvhcim, 
SchweinspcunI, Berloldsheinj. Nr. 215. Maria Piain. Nr. 216. 
Rcnartshofcn, Slepperg. Nr. 221. Hieden.'heim, Biltenhrunn. 
Augsb. Tagblatt: Nr. 250, 251, 2.53. Gedenktafeln an histo- 
risch-merkwürdigen Ilausern in Augsburg. 
Unterhaltungen am huu»li(Iirii Herd: Nr. 50. Si lilofs 

Marienburg. 
Zeitschrift für osterr. Gymnasien: Nr. 9. Der Anthiil des 
österreichischen Herzogs Friedrich des Streitbaren an der 



Abwehr der Mongolen und seine Stellung zu König Bela von 
Ungarn in den Zeilen des Mongolensturnis. (SchwammeL) 

Zeitschrift für deutsches Recht. XVII. 2. Das angelsächsische 
Vermiigensrechl im Zusammenhange mit dem heutigen 
Recht. {Gundermann. 1 — Genossenschaftsbildung in Pom- 
mirschen Stadien. (Papke.j — l'eber Conliscation nach 
deutschem Hechte als Criminalstrafe auf das Verbrechen 
der Majestalsbeleidung unter Carl V. ((ionzenbach.) — 
Noch ein Wort zu .\rt. 218. der Carolina. (Gonzenb.) — 
Fragmente der altern bekannten Handschrift des edictum 
regis Rotharis in der Bibliothek des ehenial. Klosters St. 
Gallen. (Gonzenb.) — Uebcr die Quellen des Solmser 
Landrechts. (Fuchs.) 

Zeitschrift für bistor. Theologie: Nr. 4. Zur Geschichte der 
Concordienformcl. (Ileppe.) 

Zeitschrift für cliristl. Wissenschaft: Nr. 31. Ucber die Ab- 
fassungszeil des Refurmationsliedes: Ein feste Burg etc. 
(Schneider.) 

Allgeni. Zeitung, Beilage zu Nr. 268. Das britische Museum, 
seine Sammlungen und der neue Bau. Nr. 276. Die Ver- 
samnduiig deutscher Geschichts- und Alterthumsforscher zu 
Augsburg vom 15. — 18. Sept. Nr. 278. Die ()uelle von 
Wielands Überon. 

Illustrirte Zeitung: Nr. 741. Städtewabrzcichen. V. Wien. 
5. Hans Buchsbaunis Steinbilder in der St. Stephanskirche. 
Nr. 745. Die Einweihung der restaurirten Kloslerkirche 
auf dem Pctersberge bei Halle. 

Neue München. Zeitung, Abcndlilatl, Nr. 219 If. Die Uit- 
tcrkapelle zu Hafsfurt und ihre Restauration. (0. T. v. 
Heiner.) Nr. 222. Die Gedachtnifstafeln in Augsburg. 

Wiener Zeitung: Nr. 180. Ueber die Herausgabe der Mo- 
numenta graphica für die Universiliiteu und .\rchivschulcn 
in Oesterreich. 



VeriiilMClite IVarlirirlitrii. 

96) Die kostbare Bibliothek und Handschriften- 
Sammlung, welche der gelehrte (iraf Joseph Kemeny dem 
Siebenbürger Nationalmuseum hiiiterliefs, wurde am 26. Aug. 
von Gerend, dem Sliimmgute des verblichenen Spenders, nach 
Klausenburg überlulirt. Die in 32 Kisten verpackte Sendung 
wurde in das zum Museum besliiumtc Gebäude untergebracht. 

97) Der k. Bibliothek in Ili'rlin ist durch die Munificenz 
allerhöchst Sr. Maj. des Königs eine sehr bedeutende Bereiche- 
rung ihrer wissenschaftlichen Schatze zu Thcil geworden, näm- 
lich ein am 14. Aug. 1457 von Fust und ScIupITer vollendetes 
Psalter ium in (irofsfolio. 

98) Der zürcherische Slaalsarchivar Gerold \. .Meyer von 
Knonau hui nach Bereinigung des Landesarchivs von Obwalden 
der Iti'gierung i'in sehr werlhvolles Geschenk gemacht in einem 
eiiihifslichen Verzeichnifs über die im dortigen Lnndesarchiv 
aufliewahrten eidgenössischen Abschiede au» den Jahren 
14IH bis 1797. 



35.') 



Anzcio-er für Kunde der dculsctifii Vorzeil. 



35(5 



99) Hofr.Tlh Krause in Kölhin, der verdienstvolle Heraus- 
geber vom „Erzächrein der fruclitliringendeii Gesellachafl", gibt 
jetzt das „Tagebuch des Fürsten Christian II. von An- 
halt- Bernburg " heraus. 

UK)) Im Jahre 1844 hatte sich in Prag aus .VulaTs der 
SOOjiihrigen Feier der (Iure h Kaiser Karl IV. Millzogenen lirund- 
steinlegung der Donikirche, dann des tausendjährigen (iedachl- 
nifstages der Taufe der 14 bühmischen Dynasten zu Regens- 
barg, ein Verein gebildet, der sich unter dem Namen „Präger 
Dombau- Verein " den allmählichen Ausbau und die innere und 
äufsere Vollendung der Doiiikirilu- im Sl\le und (ieiste der 
urspriinglichen Anlage zum Zwecke setzte. Wie wir vernehmen, 
wird nun auf Anregung Sr. Kniinenz des Herrn Kiirdiniil- Hrz- 
bischofs Fürsten Sehwarzcnherg diese seit längerer Zeil ruhende 
Dombau- Angelegenheit wieder aufgenommen, und ein Aufruf 
veroHentiicht werden. 

101) Auf Veranlassung des Herrn Fr. Bock, Conservators 
des erzbischiifl. köln. Museums, wurden in der Heiligengeist- 
kirche zu Nürnberg iNachlorschungcn hinsichtlich einzelner verlo- 
ren gegangener Ueichsk lein odien angestelll. Di:r geschicht- 
lich interessante Schrein, welcher noch bis zur Stunde schwe- 
bend an einem Schlufssteine der C'horwulbung sichtbar ist, 
wurde mit Bewilligung der Kirchenverwaltung heruntergelassen 
und nach mehr als vierzigjiihrigem Verschlusse geiilTnet. Das 
Innere des Heiliglhumkastens war jedoch vollstiindig ausgeleert, 
indem unmittelbar Tags nach der im Jahre I79G glücklich be- 
werkstelligten F'luchl der Reicliskleinodien der in Nürnberg 
eingerückte französ. Befehlshaber Jourdan eine sofortige Nach- 
.snchung nach den Reichskleinodien persönlich anzustellen sich 
die Mühe genommen hatte. 

102) Das Grabmal des heldenmüthigen Vertheidigers der 
Stadt Wien zur Zeit der ersten Tiirkenbelagerung. Grafen 



N'iclas v. Salm, welches Karl V. und Ferdinand 1. dem Helden 
in der Dorolbeenkirche zu Wien errichten liefsen, wurde nai li 
Aufliisung dieser Kirche zu Ende des vorigen Jahrhunderts in 
die Scliliilskapclle der fürstlich Salm'schen Besitzungen zu Railz 
ubergclrai;en. .\uf Anregung der k. k. Cenlralconimissiun fiir 
Baudenkmale ist die Uebertragung dieses kunstvollen Denkmals 
in eine Kirche Wiens benntragU 

103) In Stuttgart fand der Ralhhausnieister Krieger in 
einem seit mehr als hundert Jahren unbeachteten Gewölbe ein 
Kistchcn, welches aufser mancherlei Schriften an Silbergeld 
123 Stücke von der Schcidemiinze bis zum grofscn Thaler ent- 
hielt. Das jüngste Stück davon ist aus dem Jahre 1600, alle 
andern sind iilter und rühren von verschiedenen MunzsIalUji 
her, wie ja damals fast jede Reichsstadt ihr Miinzrecht halle. 
Papiere und (!eld liegen vorerst unter Verschlufs, um einer 
genaueren Prüfung unterzogen zu werden. 

104) Die Aussichten für den Ulnier Münslerbau gestal- 
ten sich allm.ihlich besser. Nicht nur haben sich eine ziemliche 
Anzahl von Amtsversammlungen aus überwiegend katholischen 
Gegenden zum Theil mit ansehnlichen Beitriigen betheiligt, 
sondern es bat auch die hannoversche Regierung eine Collecte 
für alle Landeslheile bewilligt. Die Sache des Münsters ist 
eine allgemein deutsche geworden. 

10")) Ein Dr. Panlocsek erfand eine Art Glasdrucli, die 
er llyaloplaslik nannte. Die Anwendung desselben auf .Münzen 
sind in der That überraschend, und es wird die Numismalik 
aus dieser Erfindung grofsen Vortheil ziehen, da die Verviel- 
fältigung seltener Stücke durch solche Glasabdrücke, von denen 
ein Exemplar nur auf 10 kr. C.-,M. zu stehen kommt, nicht 
wenig erleichtert sein. • 



liiserule und Hekaniitniaiiiiiiigeii. 

27) In Bezug auf den Artikel „Ein Holzschnitt von Jost urtheilen, ist das in Nr. 9 genannte Folioblatt eine R a di rung ; 

Vmmaii" auf Sp. 2S.j der letzten Nummer des Anzeigers, wo ich werde deshalb spiiter nochmals nachsehen, 
von einem Holzschnitte statt einer Railirung die Rede ist, fehl- Zugleich bemerke ich, dafs der Plan von Biberarh nicht 

ten der Redaclion nicht die Bedenken, die bei Lesung desscl- zur Fischart -Literatur (s. Anz. Nr. 8, Sp. 252) gebort, 
ben jedem Kenner altdeutscher Kunst aufstofsen müssen. Sie E. Weiler." 

wandte sich deshalb an Hrn. E. Weller mit der Anfrage, ob 

wirklich von einem (ihr bisher unbekannten) Holzschnitte 28) Ein schön eingelegter Schrank, verziert im Stile der 

hier die Rerle sei, und erhielt darauf folgende .Xulwort: späteren Renaissance, steht zu verkaulen. Wo, sagt die Expe- 

„Zur Berichtigung: Nach der I'nterscbrifl .\niiiian's zu dition des Anzeigers. 

Baukasse der Karthause zu Nürnberg: 

Aus voriger Anzeige (Beil Nr. fi) in Summa 339 11. 52 kr. 

Von Baron Bedeus von Scharlierg in Herinannstadt 6 fl. — kr. 

Vom k. Bibliothekar Füringer in München 3 11. 30 kr. 

Von Pfarrer Schaler zu Schlüchtern 1 fl. — kr. 

Erlös aus altem Hol/. 50 11. 6 kr 

400 fl. 2H kr. 
Weitere milde Gaben für Restnuralioii iI<t hardiause, zu denn Eiiipl'angnalinie sownhl die Herren .\;:enlcn als auch ilie 
Kondsndministration des germnn. Museums dahier erlüilig sind, wirdrii ^l( is im .\ii/eigcr iiiil^iiliiili ucnlcii. 

Die Redaction. 

Verantwortliche Redaction: Dr. Freib. ^. u. /. Aufscae. l'r. A. \. i.ye. Dr. G. K. Fronimann. 

Druck von Kr. l'iiinpc & 8olin in NUinl)crK. 



NÜBNBERG. Das Abonnement des BUttes, 

welches alle MoTiato erscheint, wird K^nz- 
jährig anKenonillien und beträft nach der 
neueäten Postconvention bei allen Postum* 
tem und Buchhandlungen i)«u/*cA/rtm/* incl. 
Oeslreichs 2 tl. 42 k r. im 24 fl. - Fufs oder 
I Thlr. 16 Sgr. 

Für Frankreich abonnirt man in Strafs- 
burg bei Gr. A. Alexandre, in Paris bei dem- 
selben, Nro. 23. rue Notrc Dame de Sazareth, 
und bei der deutseben Buchhandlung von 



AmiGER 



F[|| um DER 



Neue Folge. 




F. Klincksieck , Kr. 11. rue de Lille, oder 
bei dem Po^taiut in Karlsruhe'; für Anj?- 
land bei Williams <üc Nortjate, 14 Henrittte- 
Street Covent-Garden in London; für Xord- 
anxerika bei den Postüniturn Bremen und 
UauibiiiK- — 

Inserate, welche mit den Zwecken des 
Anzei^yrs und dessen wissi-nschaftlichem 
(jcbiete in Verbindung stoben, werden auf- 
genommcD und der Kaum einer Coiumnen- 
zelle mit 7 kr. oder 2 Sgr. berechnet. 



Uli 




JA 



\ 




Vieilcr Jahigang. 



1857. 



OIJO VN DES (iEI{>l\MS(IIE\ )n SEDIS. 

M 11. 



!\o\('iiib(T. 



WlsscMiscIianiii'lie Mit(lieilunü;oii. 



Geschichte. jUelütor \iklniii« von Lieyeii, Vcrl'ei-tiser 
Personen- der Clioi'Htiililc im Dome zu Coiiiütnnz. 

gcschiihte. 

Biopraphieen. Von Dr. L u d w. S cli n e g a n j , Sladlarchivar zu Slralsburg. 
Künstler. 

(Schlufs.) 

Hier nun, blos aiiszug.sweisc, die in der von mir aiifg-efun- 
denen merkwürdigen Urkunde cnllialtenen Angaben, welche 
hinsichtlich der Con.stanzer Chorslühle des Domes die Autor- 
schaft des genannten Meisters bezeugen. 

Die Urkunde ist ein zwischen „den er würdigen hcr- 
ren tumprohst declian vnd capittel der stiffi zu 
C s t c II 1 7. , \ f f c i n , vnd ni e i s t c r N i c 1 a u s von L c y - 
den*) dem b i 1 d e s n y d e r , a n d e r s y t , " getrofTciier Ver- 
gleich, einer dopix-lleii Streitigkeit wegen, welche zwischen 
dem besagten Stirtu und dem Künstler einer „toTcln" und 
eines „gestülcs" halber, welche Meister Niklans für das 
gemeldete Stift verfertict halte, obwaltete. Zur Schlichtung 
dieser Streitigkeit war Herr Johann Bart von den Domher- 
ren von Constanz eigens nach Strul'sburg gesandt worden, 
wo Mklaus von Leyen damals (seit dem Jahre llül) als 
Bürger ansässig war ,- und durch Vermittclung zweier Strafs- 



*) So wird der Namn des Künstlers in siimmtlichen , mir 
bia dahin bekannt gewordenen gleicbzvitigen Urkunden 
und ebenso in säiiimtlichen spnterin (ie.'x liichlswerken 
geschrieben. Auf der, von iliiii .■ielli.st iiuf dem Criicifixe 
von Baden eiiigelinueiien Inschrift aber heifsl sich der 
.Meisler .^iclnlls von Lcycn". 



biirger Burger, Herrn Dietrich Burggrafe's , des ehemaligen 
Stiittmeisters, und Claus Ingolt's, des Rathsherren, welchen 
beide Theile die Entscheidung des Streites anhcim bestellt 
hatten, wurde derselbe in der Thal am Freitage nach dem 
Sonntage Misericordias domiiii für immer beigelegt. 

Wie bereits angedeutet worden ist, ersieht man aus dem 
von den beiden Schiedsrichtern zu Stande gebrachten Ver- 
gleiche, dal's die Uneinigkeit zwei verschiedene Kunstwerke, 
zuerst eine geschnitzte Tafel und sodann die vielbesprochenen 
Cborslülilf, zum Gegenstand halte. Meister Nikiaus klagte : 
..das er den obgeiianten berren der stifft zu Co- 
stentz ein tofcln gemäht habe, besser vnd 
w e r c k I i c b e r vnd daran m e verdient dann sie im 
verdingt s y , vnd noch s o 1 i c h e n f ü r w o r t e n so 
die selben h c r r c n i m e deshalb g e I o n haben s o I - 
lentdofür gefordert zwcy hundert iruldin, vnd 
dann" — heifst es weiter, dafs er ferner, „oiicb for- 
dcrunge goton von eins geslilles wegen so die 
obgenanton he rr en ime oiich verdinget haben zu 
machen". Kr begehrte demnach, dafs man ihn bei dieser 
Forderung lassen möchte „noch besage der Zcdel". 

Durch die Vermittclung der beiden Schiedsrichter wur- 
den die zwei streitenden Parlhcien schlicfslich dahin ver- 
einbart, dafs die Stiflsherren Sleislcr Niklausen noch fünfzig 
Gulden, — dem ganzen Verlaufe der Streitigkeiten nach, 
also über die in dem ursprünglichen Verdinge festgesetzte 
Summe, — zu geben hulten: „Do ist bereit", berichtet 



359 



Anzeitjer liir Kunde der deulsclicn Vorzeit. 



3(iO 



Zastände. 

S|>rn('li<' u. 

Srhrill. 
Bibliographie. 



die Urkunde, „das die vorgtiianten Herren der slifft 
zu C o s t e n t z dem o I) g e u a n I e n rn e i s t e r N i c I n u s e n 
für sin vo rgemeKcii f()rdcruiiü:c der lofolii \ii(l 
des gesliiies jrelien solle iil funffz. ig guldin". Diese 
fünfzig Gulden zahlte sodann der licvollmiiclitigte des Stifts 
dem Meister alsobald, ia Gegenwart der beiden Srliieds- 
ricliter, aus; und damit, so lautet es ferner in der Urkunde, 
sollten beide Theile aller Forderungen und Spenrie wegen 
die zwischen ihnen obgewaltet hallen, geschlichtet sein; 
„vnd", setzt der Entscheid noch hinzu, „vnd aller an- 
derer vergangener sacken wegen wie sich die 
zwUscbent inen bishar gemacht babent mit einan- 
der g e r i h t vnd g e s I i b t sin vnd die \ e r d i n g e des 
gestiilcs halb abesin, vnd deheyu teil keyn for- 
derunge noch ansproch darumb an dasander nyc- 
mer haben noch gewynnen". 

Diese Schlufspliros;: ist insofern boachtenswcrlh , da es 
beinahe nach derselben scheinen sollte, als habe Meister 
Nikiaus, aufser der Tafel und dem Gestiihle, welche Gegen- 
stand des nunmehr beigelegten Zwistes gewesen , vorher 
noch andere Arbeiten für das Conslanzer Stift gefertigt. 
Hierüber liegen jedoch keine sonstigen Belege vor, eben 
so wenig \*ie über die streitige Tafel, welche dem ange- 
setzten Preise zufolge ein sehr bedeutendes Scbuilzwerk ge- 
wesen sein mufs. 

So viel ich bis dahin zu ermitteln vermochte, ist wohl 
diese Letztere beutigen Tages, wenigstens an ihrer ursprüng- 
lichen Stelle im Dome, nicht mehr vorhanden. Vielleicht 
aber dürften zu Constanz sonstige Angaben hinsichtlich der- 
selben aufzufinden sein. 

Sollte in der Tbat der Verlust dieses gewifs vorticlT- 
lich gewesenen Kunstwei-kes als ein unwiderruflicher und 
somit unersetzlicher zu beklagen sein, so würde dieser ewig 
bedauernswürdige Verlust nur um so mehr noch die Wich- 
tigkeit und Bedeutsamkeit der allein übrig gebliebenen Chor- 
stuhlc erhüben. Möge das Andenken des gefeierten Mannes, 
dessen kunstreiche Hand dieselben fertigte, diese unschiitz- 
bnren Meislerwerke fernerhin vor jeglicher Milsachtung und 
Beschädigung schützen und bewuhien ! 



('4»iiic(<'ii - Ulfi-ntiir. 

Von E. W e 1 1 e r in Zurieb. 

(Scblufs.) 

1 9) Ncwe Zcytung von dem Comcten , So jetzt im No- 
vember dises 1.'>7T. .lars erschinen, und bescbrcibung der 
bedcUlung destelbigen. 



Getruckt zu Augspurg, durch Valentin Schiinigk, aulT 
NUMr Frnwen Thor, und bej lhiiiu> Schultes BrielTinaler und 
Formschneyder zufinden, o. J. (1577). 

Fol. m. cülor. Holzsch. (Coniet. darunter eine Stadt.) 

20) Wurballtige Bcscbreibuiijf etlicher Cometen und 
Wunder Sternen, wölebe sich den 16. tag May difs laulfen- 
den 1578. Jars und) den Mon erzeigt, mit cllliilien fewrs 
Flamuicn jbneu entgegen gestelt. 

0. 0. u. J. (1578). Fol. m. kleinem color. Holzsch. 
(mystische Figuren, wie Krebs, Lowe, lütter etc.) 

21) Observatio, Und Beschreibung des Cometen, welcher 
im Novembrl und DeceinLri, des 77. und noch im Januario, 
dieses 78. Jharl's erschienen. Geschehen und gestcllet, durch 
Andrcam Noitbium, Mathem;iticum. 

Am Ende: Gedruckt zu Erlfiirdl durch Georgium Baw- 
man. wonhafflig anlfm Fiscbmarckt. o. J. (1578.) 20 Bl. 
4. mit Holzschnitt ((JInbus). Widmung an Hei-zog Philipp 
von Brauuscbweig , dal. Eimheck, den 2. Fehruarij, Anno 
1578. 

22) Von folgender Schrift kann ich nur den Titel geben; 
das Uebrige fehlt liiei'. 

Comet Sternen. Ein kurizo M'rzculiiiiH's ujid bcschrei- 
bung der ungwonlichen fii\vri!,''en ("omelslernen, so sich in- 
nerthalb ein lauseiil jaren, in lüHlen erzeigt, und von den 
menschen vernicrckt und trcsclicn worden, sainpt den g.^cliicb- 
teii nnnd Iballen so daraiilf gefolgct und ergangen, alles gantz 
fleifsig, anfs etlichen Büchcrcii und allen ("rouicken gezogen, 
unnd zusammen verfal'sl uunil hescbriben durch Bercbtold 
Sa.\er, Staltschryber zu Aronw in dem Aergöuw, etc. 

o. 0. u. .1. (1577). 4. mit Holzschnitt von G  > " S. 

23) Der Pfarrer zu Eckarlsbauseii Wendelin Hcll- 
bach verfafste eine 

Eigentliche und warbalTlige bescbrcibung, der dreyen 
erschieckliihen Coinmcten, welche zu Cascha in Uiiireiland, 
auch viel andern orten mehr gesehen worden, dcro dcntun- 
gen etc. In Beimenweil's neir>ig verfal'sl, und aulVgcIcsrl. etc. 
Gedruckt bey Anthony t'ortliois zu rranckfurt am Majn, im 
.lar 1580. 

Folioblall mit Ilnl/.scbuitI und 278 Vcrszeilen. deren erste: 
Christus dei' Herr ins hinrds thron etc. 

24) De Cometis, qni antca visi sunt, et de co. (pii no- 
vissime — appnriiil narrntio, scripta a .loh. Praetorio .lon- 
chimico. Noribergae. 1578. 4. 

In finc: Excudebat Noribergae in officina lypogr. Catha- 
rinne Gcriacbin et haorcdum .loh. Moiilani. 1578. 
Deutsche Uebersetznng : 

25) Narralio oder Historische erzcliinng dem Cometen, so 
vor discr Zeit sind gesehen worilm rlc durch Job. Priito- 



361 



Anzfiffer für Kiiii<le der deutschen Vorzeit. 



362 



riiim. Am Ende: Gedruckl zu Nüruberg durili Katlinr. Ger- 
ladiin und Joli. vom Ber^^ Erlieu. o. J. (157B.) 4. 

Beide Au.-^iihen habe ich selbst uicbl gesellen, dagegen 
aber die deutsche des Buches von Scultelus : 

26) Des grossen und wunderbaren Cometen, so nach 
der Menschlichen Gcburlh Jhesu Christi, im 1577. Jahr, von 
dem 10. tag Novcnibris, durch den ganizen Decembrem, bifs 
in den 13. Januarij des folgenden Jalirs , gantzer 65 lag, 
unter des Monden S[iliär über der Wolcken Begion. gesehen 
«Orden: Astrunomisdu- iin.i niiliiiliclie Besclircibiing: Von 
seiner sonderliclien ßL-donliuii; luid gewalligen Wirckiing, 
anfahend aulT den negslen Augustum, vom 1576. bil's iiher 
fünlT gantzer Jahr, in den eingiing des 1583. wehrend. Wel- 
ches Innhalt zu end der Vorreden mit seinen capp. znlinden. 
Durch Bartolemaeuni Sculleluni Gorl. Pbiloiiialhem. 

Am Ende: Gedruckl zu Görlitz, durch Ambrosium Fritsch. 
Im Jahr, CID.IO.LXXVIII. 52 Bl. 4. mit Tilelholzscbnilt. 

Auch lateinisch: Cometae anno 1577 in sublnnari regione 
adparentis descriptio. Autbore Barth. Sculteto. In Rne : 
Gorlici e.vcudebat Ambrosins Frilsch. Anno. 1578. 4. 

Um möglichst vollstiindig zu sein, stelle ich aus den 
Willerschen Mefskatologen noch folgende 7 Schriften zu- 
sammen : 

27) Aufslegung des Cometen, so nun ein gute zeit, von 
Martini des nechstvergangnen Jars, bifs aulT den 3. Febru- 
arij difs 1573. Jars, am Ilimel vernommen, und noch ge- 
sehen wirdi, durch Tbeodoruin Graniineum. Cöln. 1573. 4. 

28) Die ander besclireibung von dem newen Cometen. 
Gestellel durch Georgium Busch. Erdfurt. 1573. 4. 

29) Prognosticon aufT das 1574. Jar, neben einer bc- 
schreibung defs 1573. erschienen Coinelens. Adanius L'r- 
sinus. 1573. 4. 

30) Practica aufT das Jar 1574. sampt erklerung aller 
umbstcnd, des newen erschienen Sierns, und wofür er eigent- 
lich zu ballen sey. Durch Erasmum Heinholdum. (ErfunItJ. 
1574. 4. 

31) Beschreibung der Cometen und sonderlich dessen 
so im vergangenen 1577. jar erschienen, durch M. Mattbeum 
Zeysiuin zusamen gezogen. Fraiickfurt an der Oder. 1578. 8. 

32) Prognosticon aulT den Cometen, so d eis \erlaiinuiien 
1577. Jars erschienen. M. Christoph Ireneus. 1578. 4. 

33) WcKspiegel, oder aller gemeiner widerWertigkeit, 
defs fünfTlen Kirchen «Hers, kurtzc vcrzcichnul's , darinnen 
defs Cometen. so im 77. Jar erschienen, stand, laulT, und 
bedreiiwiing zu ersehen, durch Tlieod. Graminaeum. Ge- 
lruckt zu Colin, durch Lud. Alectorium. 1578. 4. 



Dies die mir bekannt gewordenen Pieeen; wahrschein- 
lich sind noch einige über diesen damals so viel Aufseben 
erregenden Gegenstand erschienen. 

l'eber den Cometen von 1556 kenne ich nur: 

34) W'arlialTlige beschreibung, was auir einen jeden sol- 
lichen Confeten geschehen sey, die gesehen sind von anfang 
der Welt her, bil's aufT disen ietzgesehenen Com'eten in dem 
56. Jar, auch wafs sich an etlichen orten darnach verlofTcn 
hat, unnd in welchem Jar ein jeder gesehen ist worden. 
1556. o. 0. Fol. mit uucol. Ilolzschn. (ein Comet zündet 
eine Stadt an; enlselzle Menschen). 

35) Der Comel im Mcrlzen des Lvj Jars zu ^^'ienn in 
Osterreich erscbiucn. 

0. 0. u. J. (1550). (juartblall m. color. Holzschnitt 
(Sternkarte), ohne Te.\t. 

36) Verzeicbnuls de.-; Cometen so im anfang des Mertzens 
erschinen ist, M. D. Lvj. 

o. 0. u. J. (1556). Fol. mit uncol. Uolzsch. (der Co- 
met; darunter eine Stadt). 

37) In der königl. Berliner Bibliothek (lleyse's Biicher- 
schatz, Nr. 19115) findet sich eine Ausgabe mit Te.xl: 

Der Comet im Mertzen des 56. Jhurs zu ^^'len in Öster- 
reich erschinen. Nürnberg, C. Merckel. 0. J. (1556). 
4 Bll. 4. 

daher wohl auch anzuncliineii ist, dafs erstgenannte Ausgabe 

Te.tl enthalten. 

Hiernach zu urtheilen, niufs die Furcht vor dem Come- 
ten 1572 und 1577 starker gewesen sein. 



Spi-üclie vwii «leiitMClieii Fiü«rlieii. 

Vou Prof. Dr. Friedr. Beufs in Niirnberg. 

Ein seltenes, von den Bibliographen bisher unbemerkt 
gebliebenes kleines Druckwerk aus dem Beginne des Wl. 
Jahrb.: „N\ic man viscli mkI vogel | laben soll Mit den 
henden . vnnd oucb j sunsl mit vil bewerten receptcn: vnd 
ist I geteilt jnn. WVII. Capilel." *) enthalt (Bl. 6 a) nach- 
stehende, auf den Korperbau und die Lebensart von 25 
deutscheu Fiscbarteu bezugliche Sinnspruche: „Dis ist ein 



*) Darunter ein llolzsrhnitl, vcrschiedinc Fische ilarsli-llcnd. 
Strhs (JuartldiilliT olinc Scilen/.nhlcn und Cusloden, Sig- 
nalur a '. Blau (S h inil rwei lloUschnilliii. Blall ("> n : 
Slrnfsburg. M. iluptulT, 15Ü8. 



Wissenschaft. 

NatiirwisaoQ- 
schaflcn. 

Zpolot^e. 



363 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



364 



schimpflich gelichnas der vische. Item ein berlia ') isJ des 
Lempfritz-) bruder. Iteni ein itichliug-*) ist ein kunif. Ein 
salme *) ein herr. Ein karpe *) ein schelme. Ein hecht *) 
ein rinber. Ein barbe ') ein schnider. Ein olle ') ein s5ck- 
ler. Ein nase -) ein schriber. Ein furn "^) ein katze. Ein 
schnotriicb ") ein bastbart. Ein bersicb '-) ein ritier. Ein 
kalb '^ ein goldschmid. Ein ninücke ''') ein kindl. Ein grün- 
de! '') ein junckfrowe. Ein kopl '*) ein rofsnajel. Ein 
mSllin^ '') ein kremer. Ein blieckt '^ des kremers knechl. 
Ein lempfrid ") ein pfiffer. Ein forle -") ein försler. Ein 
Ein esche-') ein ringreffe. Ein krefs --) ein dotten greber. 



Ein sleiobifs -^) ein wechler. Ein riiffoick -*) ein diep. Ein 
louck-*) ein wescher." 



Systematische Namen und Benierkaagen. 
') Petromyioo floviatilis. KUchbuch des C. Gäfsner 
übers, von C. Forer (Zürich, 1575) fol. ISlb: Bärle, Ber- 
lin. — ') Petromrxon marinas. Fischb.lSOa: Lamp- 
rete, Lempfrid, grofse A'iinoug. Ein sprüchnort hat man, 
ein berlin ist des LempTrids Liruder. Lampreda. Hildegard, 
sobstilit. V. 36. — O'Perca fluviatilis. Fischb. 160a; 
Stichling. Scharpling, der >'ame des iwei- bis dreijährigen 
Barschen. Bersich 4 Stechcia. Hildeg. subtiL V. 17.29. — 
*) Saimo Salar. Fischb. l$lb: Salmo aud Lasx. Hildeg. 
subtil. V 5. 7. Esoi piscis est, quem quidam lahsen vocant ; 
und: Salmo piscis. .\lb. M. de animal. XXIV. 1. — *) Cy- 
prinus carpio. Fischb. 164 a: Carpo. Hildeg. subtil. V. 
11. Carperen. .\lb. .M. animal.XXlV. I. — *) Esoi lucius. 
Fischb. 175 a: ein hecht ist ein röuber. Hecht. Hddeg. 
subtiL V. 9. Lucius. .\lb. >l. anim. XXIV. 1. — 'jCypri- 
nns barbus. Fischb. 171a: Barb, Barbele, Barbo. Hildeg. 
V. 10. — ') Muraena anguilla. Fischb. 177b: aogoilla. 
Hddeg. subtü. V. 33. anguilla. .\lb. 31. anim. XXIV. 1. — 
*) Cyprinus nasus. Fischb. 170b: in seinem bauch hat 
er ein scbnarxes feil, danneu das sprüchwort kompt, ein 
nasen ist ein schryber. Nasus piscis est in Dauubio et aquis 
in Oanubium Snentibus, et est sicnt monachus. .Mb. M. 
■nim.XXIV. 1. — ") Cyprinus cephalus. Fischb.l61a: 
Der Tum ist ein Kater, weil er Wasserratten fressen soll. 
Fomha. Hildeg. subtil. V. 15. Capitata^ piscb. Alb. M. 
XXIV. 1.— "I Cyprinus dobnla Fischb. 170a: Hasela. 
Hildeg. subt V. 24. — '-) Perca fluviatilis. Fischb. 
16Sb: Wegen der spitzigen Stacheln, gleich Sporen und 
Spiefsen. — "') Perca cernua. (Der Name von seinem 
Goldglanie?) — •♦) Petromyion fluviatilis. — ") Co- 
bitis barbatula. Fischb. 163a: Wegen des Krames vor 
dem Kopfe. Gruadula. Hdd^g. subtil. V. 2S. — '•) Cojl- 
lus gobio. Copprca. Hildeg. subtil. V. 8. Gobio. .\lb. 
M. .\X1V. l. — "j Cyprinus phoxinus. Fischb. 159a. 
— ") Cyprinus alburnus. Fischb. 167b: Blick.i. Hil- 
degard, subtil. V. 25. — ") Petromyion marinjus. — 
") Salmo fario. Fischb. 173a: Tralhie pisces. .\lb. M. 
.XXIV. 1. — »•) Salmo Ihymallus. Fischb. 174a: von 
seiner güln und köstlichkeit ist das sprüchwort kommen, 
der wsch ist ein rheyngraf. .<scha. Hddeg. subtil. V. H\ — 
"j Cyprinus gobio. Fischb. IJ9b: das gemein sprüch- 
wort ist, ein kress ist ein lodlengrcber. Crässo. Hildeg. V. 23. 



— ") Cobitis tsenia. FisAb. t63h: weil man sich leicht 
an seinen Kopfslacbeln verwundet. Sleynbisia. Hildeg. 
subtd. V. 30. — ") Gadus Iota. Fischb. 172 a: ein 
RufTolk oder trüsch ist eio dieb, aus ursach, da£s er sehr 
listig andern 6schen aufsetzig se^ii sol. .\lroppa. Hildegard, 
subtilit. V. 34. Hie piscis gernianice a quibusdam ab inui- 
cem Tel alqu.ippem vocatur, nonnulli etiam lumpem vocant. 
.VIb. .M. XXIV. 1. — -') Cyprinns leociscus. Fischb. 
163 a: Laugelen. 




Notizen über eine elseiilliünillehe 
Constnirtioii eiiie!> l>oppeIriiis**alleM. 

Von Dr. C. F. Riecke in Nordhausen. 
Etwa 400 Schritt nordwestlich von dem zwischen Torgan 
und Dommitsch am linken Elbufer gelegenen Dorfe Elsing 
(auch Elsnig genannt), 500 — 600 
Schritt östlich vom Rittergule Vo- 
gelsang, in der Eibaue. liegt ein 
Doppelringwall von nebenstehender 
Gestalt im Grundrifs. Der kleine 
Ring -A liegt östlich, unfern der Elbe; 
der westliche gröfsere Ring B grenzt 
an einen allen, 500 bis 600 Schritt breiten Eibarm. der 
jetzt verschlammt ist und eine sumpfige We.-e bildet, früher 
aber entweder den ganzen Strom, oder doch einen .\rm der 
Elbe bildete, so dafs der Wall entweder am rechten Ufer, 
oder auf einer Insel lag. Der äufsere Wall des kleinen Rin- 
ges war 15 — 20', der Wall des grOfsern Ringes 10 — 12' 
hoch. Der grofse Kessel ist 6 — S', der kleinere ist 10 — 
12' tief. Die Sohle des grofsern Kessels B lag tiefer als 
der Boden der Umgegend, was wohl daher kam, dafs die 
Elbe hier späfer den Boden aufgeschlammt hatte, aber nicht 
in den Ring eindringen, also dort keine Sinkstoffe absetzen 
konnte. Das Jlaterial des Walles bestand aus Sinksloff, aus 
fettem Thonboden , der in der ganzen Eibaue zum Ziegel- 
brennen benutzt wird. Der östliche Abhang des kleinern 
Walles a war zum Theil schon abgetragen und das Material 
zur Verbesserung des auf dem hohen Ufer gelegenen san- 
digen .\ckerbodens benulzL Hierdurch waren die Erdschich- 
ten des Walles sichtbar geworden und es fand sich foljen- 



KUBSI. 

Bildende Ksnst. 
Knegsbanktuut. 



..<<:s^^\ 



des Eigenlhiimliche. Einen bis 
zwei Fufs unter der Grasnarbe 
kam eine Schicht durch Feuer ee- 
brannte 3lasse zum Vorschein, wie 
es beistehende Skizze andeutel : 
a eine mit Rasen bewachsene 



365 



Anzeiofer für Kunde der deutschen Vorzeil. 



366 



Schieb! von Erde, wie sie die Umg^ebiin? I)(>t : li eine Siliiclit 
gebrannter Ziegelerde, die iiuF der steil ubhüugigen üufsern 
Wand Iheils festgebranut, tlieils verglast war, ober auf der 
Fläche viele Risse und SprUoge zeigte. Einen bis zwei Zoll 
tief war die Schiebt fest gebrannt, tiefer war die Masse nur 
gerostet. Am Fufse dieser Schicht fand sich eine Schicht 
Kohlen, Asche und Urnenscherben der Art, wie man sie in 
den iiltern Kislengrabern findet. Die L'rnenmassc war schwarz 
mit einge^p^en^len Quarzstücken. Der übrige Theil des 
Walles, von dein die Skizze einen Querdurchschnitt zeigt, 
bestand aus demselben Boden, Zicgclerde oder SinkslolT der 
Elbe, d; am yucrdurchsciniitt konnte man wahrnehmen, dal's 
der Wall zu verschiedenen Zeiten erhöhet worden war, 
denn man konnte humusreiche Schichten unterscheiden. An 
der Böschung nach innen war keine Spur von gebrannter 
Erde zu erkennen. OITenbar scheint man die Absicht ge- 
habt zu haben, dieseu Theil des Walles sehr steil, fast per- 
pendiculär zu machen und dessen steile Wand durch P'cuer 
zu erharten. Natürlich war dies nur unvollkommen gelungen, 
der gebrannte Thon hatte Risse uud Sprünge bekommen. 
Die Flüche, welche gebrannt worden war, erstreckte sich 
auf die ganze Ausdehnung des üuCseni W alles des kleinen 
Ringes, von a zu a, und es schien, als habe mau hier eine 
Masse Holz aufgehäuft uud verbrannt, die Asche und Kohlen 
aber am Fufse des Walles liegen gelassen, die dann spater 
zufällig mit Topfscherben vermischt wurden. Später war, 
um den Wall zu erhöben, noch eine mehrere Ful's starke 
Erdschicht aufgeworfen, welche jetzt mit Rasen benarbt und 
zum Theil mit Dorngebüsch (Schwarzdorn, Schlehen) be- 
wachsen war, denn die gebrannte Erde lag oben 1 — 2' 
unten 3 — 5' unter der jetzigen Grasnarbe, ebenso war die 
Kohlenschicht 3 — 5' mit Erde bedeckt. In der Zeil, wo 
der Brand des Malles vorgenommen war, lag der Fufs des 
Walles also bis 5 Fufs tiefer als jetzt. Da bei der Ueber- 
schwemmung der Elbe, welche jährlich ein- bis zweimal 
erfolgt, das Wasser bis an den Wall tritt, so halte sich hier 
im Laufe der Zeit durch SinkslolTe eine neue Erdschicht ge- 
bildet und so der Wall an seiner Hohe verloren. Dafs diese 
gebrannte Flüche der aufscrn Wand des Walles nicht zu- 
fällig, sondern absichtlich geschehen, dafür möchte die Aus- 
dehnung derselben und die steile, fast perpendicnlüre Bö- 
schung sprechen. Diese konnte nur d.idiirth hergestellt sein, 
dafs man den fcnrhten oder nassen Boden fesigcschlagcn 
hatte. Da der Wall an seinem westlichen Ende durch deu 
Eibarm geschützt war, so konnte ein Angriff nur von der 
östlichen Seite stattlitiden, und diese hatte mau nicht nur 
höher, sondern auch schroffer zu machen gesucht. Als dies 
nicht für die Dauer gelungen war, hatte man sie später er- 



höhet und vielleicht mit Dornen bepflanzt. Der ganze Ring- 
wall war etwa GOÜ Schritt im Umfang, der kleine 90 Schritt 
lang und "Ü Schrill breit. Der Umfang des kleineu Walles 
war c. 350 Schrill. Au der westlichen Seite, also nach dem 
Eibstrome zu, war ein Aufgang, der zuletzt vom Vieh be- 
nutzt wurde, indem der ganze \\all auf einer Viehweide 
lag und ebenfalls als solche gebraucht wurde. 

Ich habe bis jetzt von einem ähnlichen Funde weder 
gehört, noch gelesen; aber die Suche erinnert au die ge- 
brannten und verglasten Cyclopen- Mauern uud Ringwülle 
des Löbauer Berges (Preusker, Blicke in die vaterliiudische 
Vorzeit) und in Schottland. Die meisten Ring- oder Rund- 
wälle habe ich in solchen Gegenden gefunden, wo der Bo- 
den aus Sand bestand, z.B. in der Altmark und Mark Bran- 
denburg, in der Lausitz und in Sachsen, zwischen der Spree 
und Elbe. Auch finden sich viele in der Nähe des bezeich- 
neten Walles, auf dem linken Eibufer; aber niemals habe 
ich einen gefunden, wo das dazu gebrauchte Material sich 
zum Ziegelbreunen eignete. Dieser Wall macht eine Aus- 
nahme; daher mag es kommen, dafs bis jetzt ähnliche Fälle 
nicht beobachtet sind. Selbst wenn sie früher häufiger ge- 
wesen sein sollten, so mögen sie bei Deichbauten zerstört, 
oder auch von der Strömung der Flüsse vernichtet sein. 
Dieser lag dadurch geschützt, dafs die Elbe sich später einen 
andern Weg gebahnel und mehrere hundert Schrille östlich 
sich ein neues Bett gegraben hat. .letzt wird er durch die 
fortschreitende Agricullur, wie so vieles Andere des Aller- 
Ihunis, vernichtet. 

Der Zweck dieser Zeilen ist, die Alterthumsforscher auf 
den Fund aufmerksam zu machen. Noch bemerke ich, dafs 
hier nicht von einer Opfcrstelle die Rede sein kann, denn 
dazu würde man nicht eine fast perpcudiculäre Fläche am 
Abhänge eines Ringwalles gewählt haben. 



Kur Syiiiliolik dei* iiiHtrlitlterlirlicii KanstsymboUk. 

Von R. V. Rettberg in München. 

Im nördlichen Scitenschin°e der Klosterkirche zu Sclinl- 
pforle befindet sich an einem Kapitell eine sinnbildliche 
Darstellung (abgebildet in Pultrichs Denkm. II, 1, Schul- 
pforte u. s. w. Taf. 5, d.), welche, soviel ich weifs, bis 
jetzt nicht erklärt wurde. Das Blattwerk des Kapitells ist, 
wie im Abendchor und am westlichen Lettner des bennrh- 
barten Nauudiiirger Domes, natürlichem Laubwerke niichge- 
bildet (Eichenlaub) und deutet somit auf die zweite Ueber- 



367 



Anzeiger für Kunde der dciilschcn Vorzeil. 



368 



gang'szeit in der deiilsclien Banktinst (iini 1230 -130(1). 
wozu die Erbauuiiffszeit des Ilauplbaiies iinseri-r Kirclie 
1351 — 68 ^enaii stimmt. In diesem Blattwerke sehen wir 
einen Bock und zwei einander tretende, mit dem Korper 
dem Bmke zu-, mit den Kü|ifen alier abycwendete Vöeel. 
Ich glaube mich niclit zu weit in Sinabildnerei zu verlieren, 
wenn ich hier eine An^pieiuno- auf den Sünden Fall ver- 
muthe, wonach die Vöirel an die Stelle Adams und der 
Eva, der Bock aber an die der Scblanire gesetzt varen. 
Diese Vermulhunff bestiirkl sieb mir dadiirib, daIV die Dar- 
stellung sich in dem Frauenscbille (nordi. SeitensiliilV) be- 
findet, wo Anspielungen auf Sünde, Tod u. s. w. ganz ge- 
wohnlich sind, und dafs namentlich am Wesleiniranire in 
der Vorhalle (^Paradies), wo die Bufser ihren Platz hatten, 
Darstellungen des Sündenfalls gebräuchlich waren. Wenn 
jetzt die besprochene Darstellung sich allerdings ungefähr 
in der Mitte des nördlichen ScitenschilTes befindet, so kann 
uns das nicht irren, da wir wissen, dafs nur bis hiebe r 
die Kirche ursprünglich reichte, deren Langhaus erst um 
den Anfang des 14. Jahrb. um das Doppelte seiner Liingc 
nach Westen hin erweitert wurde. 



Land u. Leute. 

StAndesrerhält- 

DiMe. Dorf- 

weseo. 



VolkMxiiHtaiiile iiiiil nnrlMoiiiricIitiiiiKeii 
im «Iciithclifii ^tM'lioiiltüi'iEfii. 

Von Fried r. S cb ul er v. Libloy, Professor, in Herniann- 
stadl. 

(Fortsetzung.) 

Schon hieraus erhellt das in der Gemeinde wichtige 
Ehrenamt des Nachbarschafts-Vaters. Während der Orts- 
hann als eigentlicher Dorfsvorsleher die Gemeinde mehr 
nach Aufsen vertritt, ist im Innern dessen und des Pfarrers 
thätigstes Polizeiorgan eben der Vorsteher der Nachbar- 
schaft, welcher nicht nur als solcher für gute Zucht, Ord- 
nung, Reinlichkeit und .^uftheilung von Diensten und l.a.'^len 
zu sorgen hat, sondern zugleich als der gemeinsame „Vater 
aller llaushalliingen oder \\ irtbscbaften" seines Sprengeis, 
die gegenseitige Hilfeleistung leitet in allen irdischen Nöthen 
nnd ebenso die Fc>lc und Freuden der iranzen Corporation. *) 

Was das Wort Gottes verbietet, das durfte innerhalb 
der Nachbarschaft nicht geduldet werden. Schelten, Flu- 



*) Es braucht kaum erwiihnl zu werden, ilafs solche Gc- 
mrinsanikeil vorzii),'lirli in der anfänglichen „Markgc- 
nosäens r hafl " beruhte. — 



eben, Schimpf und Zank, Trunkenheit, Abgötterei, ungezie- 
mendes Benehmen vor, in und nach der Kirche zieht 
Rtieen und Strafen nach sich. Ehrerbietung gegen das Alter, 
rechtzeitiger und fieifsiger Besuch der Kirche, stille Andacht 
wahrend des Gottesdienstes, Jlal'sigkeit, Anstand bei Festen 
und Mahlzeiten (z. B. Untersaguog die Ellenbogen aufzu- 
stiilzeu), Einfachheit und Gleichheit der alldeutschen Volks- 
tracht sind Iheils durch die Artikel vorgeschrieben, tlieils 
in (Hill durch die Sitte beachtete Weisung. 

Familienzwist und nachbarlichen Streit, besonders über 
Grenze und Zaun, Baum und Schober, vermittelt der Nach- 
barschaftsvater. Er führt polizeiliche Obsorge über Hof 
und Gasse, über Scheunen und Bäche, überall Ordnung und 
Frieden herstellend, thälig zur Sicherung des Rechts in dem 
Schirm und Schutz der Habe. — So ist auch unter und ge- 
wöhnlich bei ihm der grofsc Feuerhaken, die Feuerleiter 
und die ledernen Löscbgcfärsc (Eimer); er (heilt die Nach- 
bani in 2 Hälften, von denen ein Theil mit llandäxten, der 
andere mit Loscharbeiten gehorsamt; er bestellt Tags- und 
Naclilshuten und läl'st durch ein von Haus zu Haus weiter 
gegebenes ..Zeichen^ ( eine kleine eiserne oder hölzerne 
Wappentafel sammt Umlaufschreiben) alle Genossen warnen, 
was des Dienstes erforderlich, was der Tbeiliiahme gewärtig. 

Die schönste PIlicht der Nachbarschaft sollte chiislliche 
und brüderliche Hilfeleistung äein, gegenseitige Unterstützung, 
wo der Einzelne zu schwach gewesen wäre. — Noch heut- 
zutage hilft der nächste Nachbar, ja die ganze Genossen- 
schaft dem Einzelnen das Haus bauen, das Dach decken, 
die Scheunen aufrichten — unentgeltlich, gegen „Ehren- 
trunk" (Wein). 

Bei Hochzeiten und allen Familienereignissen (ob der 
Sohn, der „Leibeserhe", oder die Tochter, das „arme 
Würmchen", geboren werde) hilft der Nachbar mit Bei- 
schallung von Geräthschafleii , eignem Herd und den soge- 
nannten „Ehrten" — mit Liebesgaben. 

Zur Vcräufserung und Gcldlosung liefert Jeder ein ge- 
wisses, meist freiwilliges Mals von Frucht und Wein^ hic- 
von soll bei unvorhergesehenen (Juglücksfällen der Verarmte 
belheilt werden. Auch ist mildthäliüer Brauch, so weit das 
mitunter in die Taiisende von Gülden gehende Vermögen 
reicht, milleilosen Nachbarn Darlehn gegen mäfsige Natural- 
abi;aben vorziislreckcii und denselben im Sommer hei an- 
strengenden Arbeilen einen unenlgelllichen l.abelrunk aus- 
züthellcn. So ist gar Manches zu und In der Gegenseitig- 
keit der Interessen gerefrell. Beis[)ielsweise folgende An- 
ordnungen: „Bei den Hochzeiten soll der Nachbarvater und 
die Nachharmulter mit dem Bräutigam (sMchsisch Bröjjem) 
und der Braut zum Herrn Pfarrer gehen und mit bei ihrer 



3C9 



Anzeiger l'ilr Kuiidf der dcutsclioii Vorzeil. 



370 



Prüfung sein". — „\\enii Jemand in der Nachl)iirsrliafl 
stirbt, so soll man die Leiche dem Nachbaiscliaflsvater mel- 
den und dieser es sowohl der Geihllichkcit anzeli^en, als 
auch die Machbarschafl dazu verordnen." — ,,Das Grah- 
macheu (und öfters auch das Sargzinimerrn) soll nach der 
Reihe gehen." — ^Bei der Begleitung folcl nach der Bahre 
zuerst der Allnachbarvaler, als I.eiclienvalcr , alsdann die 
„Befreundeten" ( Verwandlen), nach diesen aber die ,\acli- 
barschaft nach dem Aller zwei zu zwei und also auch die 
Weiber". — n^uf dem Gottesacker nach dem Bcgräbuifs 
soll der altere NaclihiU;-(biirisvater den Nachbarn „abdan- 
ken" und ihm dir jiingere, derWortmann „antworten;" 
— und so vieles Andere. 

Bei den gemeinsamen Mablzcilen an den Siltagen pfle- 
gen abwechselnd die Zehn Iscbaflen (in wechselnder 
Kunde je und je 10 Nachbarn) die Wirthe der L'ehrigen 
zu machen, doch fliefst der ^^'ein aus dem gemeinsamen 
Nachbarschaflskeller; bei Hochzeiten verordnet der ,,Alt- 
knechl" (Vorsteher der Bruderschalt) die Burschen zur Be- 
dicniiiiir der Gäste u. dgl. m. 

Diese Ziiffe dürften geniigen um dies altdeiilsche Ge- 
meindeinstitut anscliaulicb ircmachl zu haben. — \\ obl 
braucht kaum erinnert zu wenlen, dals alle diese Genieinde- 
iimter blol'se Ebrcniiniter (ohne Geldlobn) waren nnd dafs 
mehr Achluiiff und Liebe den (iehorsam leistet, als ihn Be- 
fehl und Strafe erzwini;!. 

Gleichmiilsig verlbeiller WoblslaniJ, Volksbildung und 
Gesittung sind Folgen jener Einrichtungen gewesen, \Velchc 
auf den kirchlichen und palriotiscben Sinn änfserst wohl- 
thiitig gewirkt, der Verarmung vorgebeugt haben. — 
(Schlufs folgt.) 



Xiiceiiiior iii AteHtfnIeii. 

Von Frieilr. \\()esle in Iserlohn. 

Zigeuner (slidwestf. Zigwner, nach dem hohm. cykani) 
machen sich im letzten ViiTlel des 14. Jahrb. in \\ esifalen 
hemerklich. Das wahrscheinlich liltesle Zeugnil's für sie sieht 
bei Seibcrl/,. \V. l'rk. Nr. 865 (a°. 1383). Es sollen, heilsl 
es dort (claus. 10), „hisiriones, Iribaldi. jocidatores et fo- 
cnlalrices et omnes ulriusque sexus vagabundi" vom pran- 
dium der Calandsbrüderscbnft ausgeschlossen werden. Im 
Wortregister sagt Seih. : „ focnlalri,\, v. focularc, lleerd; 
wahrscheinlich : llerunislrcicberin oline eigenen lleerd, W ahr- 
sagerin, Zigeunerin." Dafs der verehrte Herr Hcrausge-« 



her foculatrices für joculalrices, was einem hier sofort ein- 
fallt, verlesen habe, ist mir nicht denkbar. Darf aber focu- 
latrices für echt gellen, so mufs man die Deutung „Zigeu- 
nerinnen" trelTend finden. Lieben (loch die Zigeuner vorab 
das Lagern und Schlafen bei hochUidcrndem olfenen Feuer, 
wo sie solches nur lialicii Kciiincn . ;ini Herde des Gastfrcun- 
des, in der Scheune des Bauern, unter dem eigenen Zelle 
oder unter freiem Himmel. 

Zur Zeil des münsleriscben Blschofes Ollo IV. (st. 1424) 
trieben sich namenlose Zigeuner in Westfalen *) umher, wie 
wir aus den münsleriscben Chroniken (Fickcr) erseiien. Das 
lateinische Zcugnifs p. 98 wiederholt sich deutsch p. 154. 
Letzteres lautet: „Vorl nier by dosses biscopes tyden was 
eyn voick wandernde van sieden to sieden , van landen lo 
landen, myt wyven und myt kynderen und nycht en wüste 
inen, war sc beer quenien Dyt was eyn ungelemet voIck, 
bitter und vred, UDreinlicb und unkuesch und to male klock 
un lo clokende." N\'er müclile in dieser Schilderung des 
Namens noch bedürfen, um Zigeuner zu erkennen? 

Wahrscheinlich sind sie auch in der folgenden Stelle 
gemeint. 

Im Liidenscheider Stadlrechle (Sehumacher's Chronik, 
p. 172), welches viel iiller sein mufs, als die modernisierte 
Sprache vermulhen lüfsl, heifst es unter Nr. 14: „So (wer) 
de Giimerschen van Buten herin, ulb frocbt des Feuers 
und dal sie maickem dal sine niihmen, aufnehme oder 
berbeigeden, dieselbe oder der soll allit der Stadt bretken 
mit zwei Marck, und die Gämerschen uth der Stadt gewie- 
sen werden." Eini'eklammert folgt die Erklärung: „Gämer- 
schen sind Einwohner in geringen Hütten, so das Bürger- 
recht nicht haben." Dies zielt auf Ableitung von gadum 
(gäm) lind ist sicher falsch. Die etwas verworrene 
Satzung besagt, der Magistrat fürchte Brandstiftung und 
Dieberei der Gämerschen, verbiete daher sie zu beherbergen. 
Das pafsl genau auf Zigeuner, zumal, wenn unter der Brand- 
stiftung die aus Sorglosigkeit ridirendc verstanden wird. 
Wohl halte der Magistrat Ursache, dies gerade gegen Zigeu- 
ner festzusetzen. Das der Sladl Lüdenscheid südlich gele- 
gene Ebbegehirge und mehr noch das Bcrlebiirger Land 
waren und sind ein Horst dieser Fremdlinge; von dort 
müssen sie das nahe Lüdeiiscliciil oft hcinigesiichl haben, 
lüs blcibl nun noch übrig, das schwierige (weil sonst nicht 
vorkommende?) Giimerschen zu erklären und darin eine 



^) lldili lii'iiiilc die ^acllricllt mich auf das \\ tuidirn der 
Zigeuner in aiMJirii (ugciidrii Hculscliliiiuls lu/.iigcii 
werden. 



371 



Anzeiffer für Kuridc ilor deutschen Vorzeit. 



372 



Slül/.e fiir unsere AiinaliiiK; ii.ulizii" eiicii. \\ ir .schreiben 
zuvorderst genauer Ga-m ersclien und heliouplen: hier sind 
nicht Zig'eiiner iiberhaupt, sondern Zigeunerinnen ge- 
nannt, welche unter dem Charakter von Beschwörerinnen 
oder Bcsprccherinnen (und Wahrsagerinnen) in die Stadt 
kamen, wie sie denn, nicht ihre Männer, das Besprechen 
und Wahrsagen noch jetzt treiben. Vom letzteren rühren ihre 
silderliindischeu Namen: wicke-wiwer, wicke-hotzen. 
Nun aber bedeutet G»mersche wirklidi eine Beschworerin, 
Besprecherin. Man vergl. folq-ende der Vcrlaulung gcmiifse 
Etymologie: alles gambärir^ asrs. gabbere, incanlalor; 
daraus im l-aufe der Jalirh. ganibere, gamber, gam- 
mer, gamer :^ Busclnvörer, Bespreclier, Zauberer; davon 
mit Zutritt des umlaulzeugendcii und schon im Miltelollcr *) 
bräncblichcn -isrhe, -sehe: GaMiicrsche, Beschworerin, Be- 
sprecherin, Zauberin. Der Form nach ist unserm gäiner z= 
ghamer in gliamerscult (vgl. Kindlinger), eine Abgabe 
der Freien, die ich mir ursprünglich dem heidnischen Priester, 
der zugleich gambäri war, geleistet denke. 



Staats- 
anstallcn. 

Staatsschutz. 
Gerichte. 



*) Vidua ludoluesce, Seih. Nr. 579 (v. 1320). 



Der Freititiilil bei der l>rei<oii Eiche. 

Von Dr. Achenbach, Gerichlsassessor, in .Siegen. 

In Nr. 12 des Jahrgangs 185G dieses Anzeigers f. K. 
d. d. V. wird die Wirksamkeit der Fehmgerichte in Be- 
ziehung auf Schlesien besprochen iiml des Freigrafen „an 
der breiten Eiche", Jacobs mit den llondeu (oder Hun- 
den), Erwähnung gethau. 

Haben wir einerseits für diese Mittheilung dem Herrn 
Verfasser unsern Dank auszusprechen, so können wir an- 
derentheils die beiliiuligen Angaben über den Ort des Frei- 
gerichtes und die Person des Freigrafen ergänzen und thcil- 
wcise berichtigen. 

Kopp will die eigentlichen Fehmgerichte auf das Gebiet 
des alten Westphalen bcschriinkt wissen ; ober schon v. 
Arnoldi hat in seiner Geschichte der Oranien-Nassauischeu 
Lander die Existenz eines Fehmgerichles unmiltelbnr hei der 
ultnassauischen und vordem zur Mainzer Diocese geliören- 
deo Stadt Siegen „an der breiten Eiche" nachgewiesen 
und insbesondere erwahul, wie llC)i\ dieses Gericht wider 
den Amlmann Philipp von Bickeii thiitig war. In gleicher 
Weise bezeichnet Usener in seiner Schrift, die Frei- und 



beimlulien Gerichte \\ estplialens , den Freisluhl „an der 
breiten Eiche" als bei Siegen gelegen. 

Diese Angaben dürften noch durch das Nachfolgende 
ihre Bcstiitigung erhallen. 

Die Rechnungen der Stadt Siegen aus dem Ende des 
15. Jahrh. enthalten laufende und aufserordentliclie Aus- 
gaben, welche mit dem Gerichte an der breiten Eiche in 
Verbindung stehen. So erliiilt der Freigraf jährlich auf 
Christtag den Rathwein. So v. J. IKM keifst es, um nur 
ein Beispiel statt mebierer anzuführen, in der Sladlrechnung: 
„als vIrich Engem Burger zu aschalleuburg hie was vff 
niondach viid diuslaih tia sand lucie dach vud hcthedingete 
den frygreiien an der breydcn eichen Sybel schol- 
len, llan|i kalen, frowyn spcngeler vnil vnser nacober (naw- 
ber?) vud) swerliche sache, dar vmb sybel schelle gefangen 
ist hi|j an vu[5's gn. lieiien Jongh. gnade, also sint die 
Schelfen die zwenc dagc by eynandcr gewcst vnd die sache 
verhört vif beyde sytte, wart verzert 1 G^ (i alb." 

Sodauu komnieu in einem allen Bechlsbuche und VVeis- 
thuui der StadI Siegen folgende Bestimmungen vor : 

„von den fyme Scheffen. Item eyn Burger der eyn 
fryschefl'en ist der eynmach uit synen mydde burger der 
keyn scheffen ist laden oder heischen an das frygedinck, 
E|i wer dan vmb fry gut das man da richten sulle vnd 
anders nit. 

von den fry scheffen. Item Eyn schelTen mach wol 
eyn fryschelfen werden ane des rades laubc, dan so me 
lüde die da wissen, wie i|i In dein lande stee vud vert so 
besser." 

Endlich ist die Familie „mit den llonden" eine ultsie- 
gen'schc. In den Jahren 1455, 14()1, 1469, 1471 stan- 
den Bürgermeister aus dieser Familie an der Spitze der 
Stadt Siegen; 1490 bis 1495 hiefs der Stadischreiber „mit 
den llonden", wie denn auch als Bathsverwandtcr Jacob mit 
den Houden um diese Zeil vorkommt. 

Sonach dürfte die Dingstalt an der breiten Eiche Millei- 
punkt einer nassauischen , der Mainzer Diöcese nngehiirigen 
Frcigrafschnft gewesen sein und mit der Freigrafsi liafl lliin- 
dcm in keiner Beziehung stehen. 

Die Bildung und das Vorkommen dieser Freigrafschafl 
aufserhalh Westphalens maj in der von 1224 bis 1421 
wahrenden Milhcrrschaft des Erzstiftes Köln über Siegen 
und in der unmittelbaren Nähe Westjdiuleus ihre Erklärung 
linden. 

(Mit einer Belln);e.) 



Vernntworllichi! hcdactlon: Dr. Frcili. v. u. ?,. Anfscss. Dr. A. v. Eye. Dr. G. K. Froniniann, 

I>ruck von Fr. Campe «& Sohn in NUrnbvrK. 



BFJLVGF 7Ay\ WZriGKH 1 1 li KINDF. \m\ DU TS( IIIA MHV/AXY 

1857. JVf 11. ' \ü\('mbt'r. 



( lii'oiiilv (los ii;('riii;iiiis('li(ii >Iiim'iiiiis. 



Die neuen Riiunillrhkeiten de;. MiiSLUin» ziehen lorlMülirend 
die durchreisenden Fremden an. Manche unter diesen hallen 
sich längere Zeit in ISurnber^ auf und beehren das Museum 
mit regelniafsicr wiederholten Besuchen , theiU um mit Mulse 
alle Schatze der Sammlungen kennen zu lernen, theils um die 
hier gebotenen Ilülfsmittel zu benutzen. So verweilte zu sol- 
chem Zwecke hier eine Zeit l.nng Hr. Professor Bulitsch ans 
Kasan, und Herr Dr. An<lresen aus Schleswig hat für den gan- 
zen Winler seinen Aufenthalt in >iirnberg genommen, um im 
Museum und für dasselbe in dessen Kunst- und Allertliums- 
sammlungen arbeiten zu können. 

Die Annahme der Wahl zum Gelehrte nausschusse 
haben neuerdings erklärt: 

Herr Holrath Dr. Dahlmann, Professor, in Bonn, für deut- 
sche Geschichte. 
„ Professor Dr. K a rl Si ni ro ck in Bonn, für .My th ologi e 

und deutsche Sprache: 
„ Justi7:rath Dr. Beseler in Greifswald, für deutsche 

K ech tsgesehichte. 
„ Professor Fr. Zarncke in Leipzig, fiir deutsche 
Heldensage. 
Neue .\gen turen wurden errichtet in Arnsbe rg, Ca rls- 
ruhc, Darmstadt, Kiel, Michelsladt, Ochringcn. 

Im Verlauf der letzten Monate haben wieder eine Anzahl 
.Mitglieder standesherrlichvr Häuser durch Zeichnung von Jah- 
resbeiträgen ihre dankenswcrthe Theilnahme fijr das Ka- 
tionalmuseum bekundet: Se. Durchlaucht, der Herzog vonRatibor 
und Fürst von Corvei aul Sehlol's Räuden, Jahresbeitrag von 
25 11.; Se. Erlaucht, reg. Graf Alfred zu Slolberg-Slolberg auf 
Slolhcrg, Jahresbeitrag von 10 fl.; Se. Erlaucht, Graf Curt von 
Pückler-Limburg in Gaildorf, Jahresbeitrag von 8 fl. ; Se. Er-